Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 3 14, ³4 7 ¹6 Farbkarte# 13 Green ¹8 Yellow 19 4 10 Red 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8 16: 115 16) 400 10 ( 5) DAZZAAZAA87 Gb 356 Helene Rubelt. Gros- Aldern. Grümeicher. coppereg Libr dens HERRD smeines Seele o SAYYEXE nen alt men all Menn All. Men 16 16 31 11 46 22 3 4 5 6 17 17 32 28 42 18 18 33 35 48 19 20 34 36 49 20 35 31 50 5 36 37 22 22 52 23 23 38 37 53 24 24 39 33 54 25 55 про за 41 40 Ц 5 6 М 79 ид 9 10 10 11 11 12 26 25 12 10 56 42 41 57 58 59 60 27 13 28 26 43 / 4 29. во вре 15 13 30 27 45 42 шь тый аль той се вий аль 43 61. 26 05 91 62 57 77 66 92 84 6358 78 68 аз дед 6459 да 19 а4 90 94 44 65 60 8р 73 95 89 66 61 да е 96 92 82 304 92 97 48 95 25 62 62 247 68 63 83 46 69 64 84 82 9 9 9 6 85. 47 20 69 лой ду 76 21 70 86 72 87. 249 237 1 88. два 74 89 75 72 90 86 105 101 80 102 98 103 99 104 100 PARK V Enzingmüller gez. J X 1 X+ 2 89. Stahlstich Carl Mayor's K.Ain Nürnberg Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Teben. Joh. 14,8. Verlag von Carl Mayer in Nürnberg. Gelangbuch Evangelife racinden Schleffens. Nach den les Provinzial- Synode pom. mit Genehmigus bes Ober- Airbenratos vom Königen Consistorium. Breslan. Verlag von Wilb. Gottl. Horn. K v R r R r R v Gesangbuch für Evangelische Gemeinden Schlesiens. Nach den Beschlüssen der Provinzial- Synode vom Jahre 1878 mit Genehmigung des Evangelischen Ober- Kirchenraths herausgegeben vom Königlichen Consistorium. CANDIDEOFT- CAUTE Breslau. Verlag von Wilh. Gottl. Korn. 1889 270670 J K v R v Gb 356 budemois malé mánims whilsene umurtaning Univ.- Bibl. Giessen ne Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von allen Sünden. 4. Johannes 1, 7. Für zur frommen Erinnerung an DA Inhalts- Verzeichniß. Erster Abschnitt. Kirchliche Beiten und Handlungen Nr. 1-198 I. Kirchliche Zeiten Nr. 1-162. a. Festlieder Nr. 1-133. 1. Advent Nr. 1-14. 08-2. Weihnachten Nr. 15-28. 468 3. Jahresschluß und Neujahr Nr. 29-41. 4. Epiphanias Nr. 42-44. 5. Passion Nr. 45-73. Jesus im Grabe Nr. 74-79. 6. Ostern Nr. 80-99. 7. Himmelfahrt Nr. 100-107. 8. Pfingsten Nr. 108-125. 9. Trinitatis Nr. 126-132. 10. Michaelisfest Nr. 133. b. Lieder für den Sonntagsgottesdienst Nr. 134-162. @ 162.010 II. Kirchliche Handlungen Nr. 163-198. 1. Taufe Nr. 163-166. an 2. Confirmation Nr. 167-177. 3. Abendmahl Nr. 178-198. IN Zweiter Abschnitt. Jer christliche Glaube Nr. 199-370. I. Von Gott dem Vater, seinem Wesen und Wirken Nr. 199-228 99791670 BE R19 IV Inhalts- Verzeichniß. II. Von Jesu Christo, Gottes Sohn, seiner Person und seinem Werke Nr. 229-260. 1. Jesu Würde Nr. 229-242. 2. Jesu Werk Nr. 243-261. a. prophetisches Amt Nr. 244-246. b. hoherriesterliches Amt Nr. 247-255. c. königliches Amt Nr. 256-260. III. Vom heiligen Geist und den Heilswirkungen Nr. 261-370. 1. Von der Heilsordnung Nr. 261-334. a. Buße und Beichte Nr. 261-283. b. Glaube und Rechtfertigung Nr. 284-305. c. Wiedergeburt und Heiligung Nr. 306-334. 2. Von der Kirche Nr. 335-370. a. Kampf und Sieg der Kirche Nr. 335-355. b. Mission Nr. 356-365. c. Einführung von Dienern der Kirche Nr. 366-368. d. Kircheneinweihung Nr. 369-370Dritter Abschnitt. Das dhriftliche Leben Nr. 371-559. I. Vertrauen zu Gott und Jesus( Kreuz- und Trostlieder) Nr. 371-413. II. Liebe zu Gott und Jesus( Lob- und Danklieder). Nr. 414-443. to$ 1 duala silma III. Liebe zum Nächsten Nr. 444-448. IV. Gebetslieder Nr. 449-458. CASP V. Morgen-, bis 516. Inhalts- Verzeichniß. V Abend- und Tischlieder Nr. 459 1. Morgenlieder Nr. 459-484. Zum Sonntagsmorgen Nr. 479-484. 3um Wochenanfang Nr. 485. 2. Abendlieder Nr. 486-509. Zum Sonntagsabend Nr. 504-507. Zum Wochenschluß Nr. 508-509. 3. Tischlieder Nr. 510-516. Vor dem Essen Nr. 510-512. Nach dem Essen Nr. 513-516. VI. Haus und Beruf Nr. 517-537. 1. Trauung und Ehe Nr. 517-528. Vor der Trauung Nr. 517-520. Nach der Trauung Nr.521-522. Im Eheftande Nr. 523-526. Beim Kirchgang Nr. 527. Gebet ber Eltern Nr. 528. 2. Jugend und Alter Nr. 529-532. 3. Geburtstag Nr. 533. 4. Beruf Nr. 534-536. 5. Abschied Nr. 537. VII. Staat und Obrigkeit Nr. 538-544. 1. Krieg und Frieden Nr. 538-542. 2. Obrigkeit Nr. 543-544. VI Inhalts- Verzeichniß. VIII. Die Jahreszeiten Nr. 545-559. 1. Frühling Nr. 545. 818 ad 2. Sommer und Ernte Nr. 546-557. Vor der Ernte Nr. 548-549. Bei schlechter Witterung Nr. 550. Bei der Ernte Nr. 551.- 556. Bei sparsamer Ernte Nr. 557. 3. Herbst Nr.558.08075 4. Winter Nr. 559. Vierter Abschnitt. Die lekten Dinge Nr. 560-642. I. Tod und Vergänglichkeit im allgemeinen Nr. 560-571. II. Lieder für Sterbende Nr. 572-599. III. Lieder beim Tode Angehöriger. Begräbnißlieder. Nr. 600-623. Beim Tode der Gattin Nr. 614. Beim Tode von Kindern Nr. 615-623, IV. Auferstehung und ewiges Leben Nr. 624-642. img/ de J PAS Inhalts- Verzeichniß. 1. Liturgie 2. Litanei.. Anhang. Erste Abtheilung. 1. Morgen- und Abendgebete. 2. Festgebete 3. Buß-, Beicht- und Communiongebete 4. Gebete für Kranke und Sterbende.. Zweite Abtheilung. ... Seite .. 3 15 34 49 ...... VII .. 53 .. 54 56 82 .. 86 3. Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Chrifti 4. Verzeichniß der Evangelien und Episteln... 5. Katechismus Luthers.. I. Verzeichniß der Liederdichter, nebst biographischen Angaben über ste...... .. 97 II. Alphabetisches Liederverzeichniß.... 119 L ᎧᎧᎧᎧᎧᎧᎧᎧ ᏤᏤᏤᎧᎧᎧ ᎧᎧᎧᎧ mi Erster Abschnitt. Kirchliche Zeiten und Handlungen. I. Kirchliche Zeiten. a. Festlieder. 1. Advent. Mel. Aus meines Herzens ic 1.Yuf, uf, auf, ihr Reichsgenossen, der König fommt heran. Empfangt ihn unverdroffen, den groBen Wundermann. Jhr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Her zen, der König ist gar nah. Hinweg all' Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können in Nacht mahl, Tauf' und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielge. plagten, der König ist nicht fern. Seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Noth mit reis chem Trost euch speisen; er will euch Hilf' erweisen, ja tödten selbst den Tod. 4. Nun hört, verstocte Sünder! der König merfet d'rauf, wenn ihr, verlor'ne Kinder, in schnödem Sün. denlauf' auf Arges seid bedacht und thut es ohne Sorgen, ihm ist es nicht verborgen, er hat auf Alles Acht. 5. Seid fromm, ihr Unterthanen, der König ist ge recht. Laßt uns den Weg ihm bahnen, er liebt, was recht und schlecht, meint's auch im Strafen gut. Drum lasset uns die Plagen, die ex 202 PASP 2 Advents- Lieder. er uns schickt, ertragen mit| und Wort'. O König, hoch. unerschrocknem Muth. erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 6. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch. Er will durch 10. Nun, Herr, du giebst sein Erbarmen euch machen uns reichlich, wirst selbst groß und reich. Der über doch arm und schwach; du Alles wacht, der wird auch liebeft unvergleichlich, du euch ernähren. Was Men- gehst den Sündern nach. schen nur begehren, das Drum woll'n wir insgemein die Stimmen lassen klingen, steht in seiner Macht. dir Hostanna singen und ewig dankbar sein. JE 7. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht. Uns, seine Herzgeliebten, hat er schon längst bedacht. Nun wird kein' Angſt, noch Bein, noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 8. So eilt mit schnellem Schritte, den König nun zu sehn. Er kommt in eure Mitte stark, herrlich, sanft und schön; und tretet All' heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. Joh. Rift( 1607-1667). est red stone Mel. Ach, Jesu, meiner Seelen ic. 2. Dein König kommt in niedern Hüllen sanftmüthig, auf der Ef'lin Füllen: empfang' ihn froh, Jerusalem! Trag' ihm entgegen Friedenszweige, beſeine streu mit Maien Steige, so ist's dem Herren angenehm. 2. O mächt'ger Herrscher ohneHeere, gewalt'gerkämpfer ohne Speere, o Friesi densfürst von großer Macht! Oft wollten dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren; doch du gewannst ihn ohne Schlacht 3. Dein Reich) ist nicht 9. Der König will bedenken die, so er herzlich liebt, mit föftlichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt durch seine Gnad' Advents- Lieder. 3 von dieser Erden, doch alle| wohnen in deines großen Erdenreiche werden dem, Vaters Haus. das du gründeft, unterthan. Bewaffnet mit des Glaud) bour bens Worten zieht deine mel. Freu' dich sehr, o meine ic. Schaar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommeft hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Feffel Sünd' und Tod. Friedrich Rädert( 1789-1866). 5. D Herr, von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört! Noth ist es, daß du selbst hienieden kommst, zu erneuen deinen Frieden, dagegen sich die Welt empört. 6 du 6. D laß dein Licht auf Erden stegen, die Macht der Finsterniß erliegen, und lösch' der Zwietracht Glim men aus, daß wir, die Völ fer und die Thronen, vereint als Brüder wieder 3. Du, deß Zukunft einst erflehten Tausende in Israel, du bist unter uns getreten, Chriftus und Immanuel. O der theuren Gnadenzeit! Nun ist Allen Heil bereit, nun soll keiner hilflos klagen, feiner hoffnungslos verzagen. 2. Gott sei Dank, nun ist geschehen, nun aus Gna. den und gewährt, was so viele hier zu sehen und zu hören einst begehrt. Gottes Rath ist nun enthüllt und zu unserm Heil erfüllt jetzt der Väter heiße Bitte: Chriftus ist in unsrer Mitte! 3. Aber der der Welt er. schienen, wie vom Vater er gefandt, wandelt mitten unter ihnen, Vielen fremd und unbekannt; unbeachtet läßt man ihn seinen Weg vorüberziehn; ruft er, will man ihn nicht hören, läßt in Sünden sich nicht stören. 4. Und er klopft an manche Pforte, suchet Eingang hier 1* 4 Advents- Lieder. und dort, grüßt ste mit o komm', darin zu wohnen, holdsel'gem Worte; doch ja als König d'rin zu man weis't ihn schnöde fort. thronen. Wer nicht fühlt, was ihm gebricht, dem gefällt der Helfer nicht; wer nicht in sein Herz will gehen, läßt 201 6. Ließt ihr ihn das Herz gewinnen, nahmt auf euch sein sanftes Joch? Ist sein Reich bei euch darinnen, oder widerstrebt ihr noch? Sagt, wem dient ihr überall: Christo oder Belial? O singt Christo Hosianna, er allein hat Lebensmanna. Karl Spitta( 1801-1859). Mel. Nun freu't euch, liebe zc. oder: Es ist das Heil uns 1c. den Heiland draußen ſtehen. 4. Gott Lob! ein neues Kirchenjahr macht ihr ihn, der, uns zu retten, von dem Thron des Vaters fam, und, damit wir Frieden hätten, uns're Strafe auf sich nahm? Lebt ihr als sein Eigenthum ihm zur Freude und zum Ruhm? Seid auch ihr schon angeschrieben unter denen, die ihn lieben? uns die große Treue des ew'gen Gottes offenbar; und nun will er auf's neue den alten, hochbeschwornen Bund, den ewig festen Glaubensgrund, durch seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr' und Ruhm dem höchsten Herrn zu singen! Dein fönigliches Priesterthum muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort die Christenheit und diesen Ort zu seinem Tempel weihet. 3. Wir sind nicht werth der neuen Huld des Gottes aller Gnaden. Des alten Menschen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eig'nen Ruhm dahin; denn sie bewies den alten Sinn noch stets mit 7. Hosianna, sei willkommen, Heiland, kehre bei uns ein, du sollst von uns aufgenommen, herzlich aufgenommen sein. Sieh, zum Einzug öffnen wir freudig uns're Herzen dir, komm', neuen Sünden. Advents- Lieder. 5 phiren.or( 5) 4. Ach, Herr, gieb uns keit, dann wird sie triumden neuen Geist, und mach' uns durch die Güte, die sich an uns auf's neu er weift, erneuert im Gemüthe. Heinrich Heder( 1699-1743). Den neuen Menschen zieh' uns an, der dir allein gefallen kann in seinem ganzen Leben. mel. Nun komm', der Heiden ic. 5. Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rath zu uns her gesendet hat. 5. Hiezu erhalt' uns, Herr, dein Wort, sammt Tauf' und Abendmahle, so wandern wir mit Freuden fort in diesem dunkelnThale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, laß Kirch' und Schul', Tauf' und Altar uns deine Wege zeigen. 3.3ionshilf' und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, Christ der ew'ge Gottesheld, hat sich treulich eingestellt. 6. Gieb deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr' und Leben, dein Wort, das Gottes Weide heißt, der Heerde rein zu geben; laß alle Hörer Thäter sein, damit kein heuchlerischer 5. Zieh', du Ehrenkönig, Schein des Glaubens Kraft verleugne. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Theil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. ein! es gehöret dir allein; mach' es, wie du gerne thust, rein von aller Sündenluft. 6. Und wie deine Ankunft war vollerSanftmuth, ohn' Gefahr; also sei auch jederzeit deine Sanftmuth mir 2. Was der alten Väter Schaar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. 7. So halten und vollenden wir das Kirchenjahr auf Erden; dabei befehlen wir es dir, wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; kommt aber einst die Ewig- bereit. DGASPA 6 Advents- Lieder. 37. Tröfte, tröfte meinen| fürst, Ehrenkönig, Held im Sinn, weil ich schwach und Streite, Alles, was du blöde bin, und des Satans schaffen wirst, das ist unsre Macht und Lift wider mich Siegesbeute. Deine Rechte geschäftig ist. bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Herr, wir sind deine Reichsgenoffen; ach, so gieb zu deiner Ehr, daß wir allzeit unverdrossen deinem Scepter dienstbar sei'n; herrsche du in uns allein. 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, daß ich, aller Aengsten frei, dir im Glauben mög' fortan selig bleis ben zugethan; 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst, prächtig wiederkommen wirst, ich dir mög' entgegengehn und vor dir gerecht bestehn. Heinr. Held( geft. um 1669). Mel. Meinen Jesus laß ich nicht. 6. Sostanna! Davids Sohn kommt in Bion eingezogen. Auf, bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen! Streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. P192 2. Hoftanna! sei gegrüßt; fomm, wir gehen dir entgegen; unser Herz ist schon gerüst't, will sich dir zu Füßen legen. Zieh' zu unsern Thoren ein, du sollst uns willkommen sein. 3. Hostanna! Friedens5. Hosianna! komme bald, laß uns deine Sanftmuth küssen. Wollte gleich die Knechtsgestalt deine Majestät verschließen, nun so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei, o Herr, hilf, laß wohlgelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann.( 79 7. Hosianna! laß uns hier an den Delberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psal. menlied bereiten. Dort ist unser Bethphage: Hostanna in der Höh'! dat Advents- Lieder. 7 8. Hoflanna nah und ges Mal, o du verwürfft fern! Eile, bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Hostanna! bist du da? Ja, du kommst. Halleluja! Benj. Schmold( 1672-1787). Mel. Es ist genug. 7. 7 ch klopfe an zum heiligen Advent und stehe vor der Thür, so spricht der Herr. selig, wer mich kennt und eilt und öffnet mir! Ich werde Nachtmahl mit ihm halten, ihm Gnade spenden, Licht entfalten :: Ich klopfe an!:: 12. Ich klopfe an. Da draußen ist's so falt in dieser Winterzeit. Vom Frost erstarrt schläft ringsum Feld und Wald, die Welt ist eingeschneit, auch Menschenherzen sind gefroren, ich stehe vor verschloss'nen Thoren,:,: ich klopfe an!:: 3. Jch klopfe an. Sähst du mir nur einmal ins treue Angesicht, den Dornenkranz, der Nägel blut'. mich nicht! ich trag' um dich so heiß Verlangen, ich bin so lang dich suchen g'gangen:: Ich klopfe an!:: - 4. Ich klopfe an und bringe nichts denn Heil und Segen für und für, 3a. chäus' Glück, Marias gutes Theil beschert' ich gern auch dir; wie ich den Jüngern einst beschieden in finst'rer Nacht den süßen Frieden :: ich klopfe an!:,: 5. Ich klopfe an. Klopft dir dein Herze mit bei meiner Stimme Ton? Er schreckt dich denn der treuften Liebe Tritt wie fernen Donners Droh'n? hör, - auf deines Herzens Pochen, in deiner Brust hat Gott gesprochen:: ich klopfe an!:,: 6. Jch tlopfe an. Sprich nicht: es ist der Wind, er rauscht im dürren Laub; dein Heiland ist's, dein Herr, dein Gott, mein Kind, o stelle dich nicht taub; jeßt komm' ich noch im sanften Sausen, doch bald vielleicht im Sturmes. 8 Advents- Lieder. brausen: ich klopfe| himmlischen Heere fich an!:: schauen! seht, er empfäht liebevoll Gruß und Gebet Aller, die kindlich ihm trauen. 7. Ich klopfe an. Jetzt bin ich noch dein Gaft und steh vor deiner Thür; einst, Seele, wenn du hier kein Haus mehr hast, dann klopfest du bei mir. Wer hier gethan nach meinem Worte, dem öffn' ich dort die Friedenspforte:: ich klopfe an!: 4. Komm' zu den Deinen, o Herr, die dich innig begehren! Feinde noch triffst du genug, die das Herz uns beschweren, aber dein Blick scheucht sie allmächtig zurück! hilf uns, du König Der Ehren! Karl Gerot( geb. 1815). 8. ön Mel. Lobe den Herren, den ic. önig der Könige, sei uns im Staube willkommen! Nicht bei den Engeln erscheineft du, nicht bei den Frommen; Sünder sind's nur, wo du auf niedriger Spur huldreich den Einzug genommen. 2. Heil uns, das Leben will arm und in Sanft muth erscheinen; Herrlichfeit will mit dem Elend sich liebend vereinen! Ehre sei dir! Anders, Herr, würden ja wir ewiglich nimmer die Deinen. - Aps 3. Seliger Anblick: wie mild auf den irdischen Auen läßt der Beherrscher der 5. Hebe dein Antliß auf deine versöhnte Gemeinde! Treibe hinweg die Verblendung, vernichte die Feinde, bis wir befreit, ganz dir zum Dienste bereit, unserm Erlöser und Freunde! 6. Pflanze die Palmen des Glaubens im Grunde der Seelen, wo mit den Blüthen sich reifende Früchte vermählen; Frieden und Ruh', stegende Hoffnung dazu laß dem Gemüthe nicht fehlen! 7. Komm! Hostanna!- So tönt dir's von Orten zu Orten! Komm! Ho stanna!- Begrüß' uns mit gnädigen Worten! Dort nach dem Lauf thu Advents- Lieder. 019 uns in Herrlichkeit auf,| gen, daß in Ewigkeit beJesu, die himmlischen Pfor- steh': Hostanna in der Höh'! ten! bod Joh. Gottfr. Olearius( 1685-1711). Albert Knapp( 1798-1864). Mel. Meinen Jesus laß ich nicht. 9. Komm, du werthes Lösegeld, dessen alle Heiden hoffen; komm, o Heiland aller Welt! Thor und Thüren stehen offen: komm in deiner Gotteszier, fomm, wir warten mit Begier. 2. Zeuch auch in mein Herz hinein, o du großer Ehrenkönig, laß mich deine Wohnung sein! Bin ich armer Mensch zu wenig, ei, so soll mein Reichthum sein, wenn du bei mir ziehest ein. 3. Nimm mein Hostanna an mit des Sieges Palmen zweigen. Soviel ich nur immer fann, will ich Ehre dir erzeigen und im Glauben dein Verdienst mir zu eignen mit Gewinnst. 4. Hostanna! David's Sohn, ach Herr, hilf, laß wohlgelingen, laß deinScepter, Reich und Kron' uns viel Heil und Segen brinEigene Melodie. 10. acht hoch die Thür, die Thore weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich', ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt. Derhalben fauchzt, mit Freuden singt: gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer, reich von Rath. 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, voll Sanftmuth er sich zu uns kehrt. Sein Königskron' ist Heiligfeit, sein Scepter ist Barmherzigkeit. All' unsre Noth zum End' er bringt. Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: gelobet sei mein Gott, mein Heiland, groß von That! 3. D wohl dem Land, o wohl der Stadt, die diesen König bei sich hat! wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudens sonn', bringt mit sich lauter VR 50A 60A 10 Advents- Lieder. Freud' und Wonn': gelobet| gesendet und gegeben, bet sei mein Gott, mein Tröster Allen kehren ein. früh und spät. 4. Macht hoch die Thür, die Thore weit, das Herz zum Tempel macht bereit! Die Palmen der Gottseligfeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud'. So kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich: gelobetsei mein Gott, voll Rath, voll That, voll Gnad'. dus he 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ! Mein' Herzensthür dir offen ist; ach zieh' mit deiner Gnade ein, dein' Freundlichkeit auch uns erschein'! Dein heil'ger Geist uns führ' und leit' den Weg zur ew'gen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr'.dogg Georg Weiffel( 1590-1635). Mel. Von Gott will ich nicht ic. 11.it Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt! bald wird das Heil der Sünder, 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast. Macht seine Steige richtig; laßt alles, was er haßt. Macht alle Bahnen recht. Die Thal' laßt sein erhöhet; macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demuth liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmuth übet, mit Angst zu grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen zu dieser heil'gen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zieh in mein Herz hinein, ruh d'rin, wie in der Krippen, so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein. Val. Thilo( 1607-1662). Mel. Aus meines Herzens ic. un jauchzet all, ihr Frommen, der wunderstarke Held, den 12. Gott aus Gnad' allein der Welt zum Licht und Leben in dieser Gnadenzeit, weil Advents- Lieder. 11 unser Heil ist kommen, der den in dieser bösen Zeit, Herr der Herrlichkeit: zwar die ihr an allen Enden ohne stolze Pracht, doch müßt haben Angst und mächtig, zu verheeren und Leid, seid dennoch wohl. gänzlich zu zerstören des gemuth, laßt eure Lieder Teufels Reich und macht. klingen, dem König zu lobsingen, der euer höchstes Gut. 2. Er kommt zu uns, den Armen, in tiefer Niedrig. keit aus herzlichem Erbarmen, zum Opfertod bereit. Er bringt kein Gut der Erd'; er will allein erwerben durch Leiden und durch Sterben den Schatz, der ewig währt.( 12 3. Kein Scepter, feine Krone sucht er in dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 4. Jhr mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wenn ihr wollt selig werden und gehn die rechte Bahn, die führt zum Himmelslicht; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, trifft euch sein Strafgericht. 5. Jhr Armen und Elen6. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichfeit und euer Leid und Weinen verwandeln ganz in Freud'. Er ist's, der helfen kann. Macht eure Lampen fertig und seid ftets fein gewärtig: er ist schon auf der Bahn. Mic. Schirmer( 1606-1878). Mel. Valet will ich dir geben. 13.ie soll ich dich empfangen, und wie begegn' ich dir? o aller Welt Verlangen, o meiner Seele Zier! Jesu, Jesu, sebe mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergöße, mir fund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze 12 Advents- Lieder. soll dir grünen in stetem| Schmerze sich häufen mehr Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. io 3. Was hast du unter lassen zu meinem Trost und Freud'? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried' und Freude lacht: da bist du, mein Heil kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir groBes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichthum Phut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammers Last, die kein Mund kann aus sagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib' dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei denen Gram und und mehr. Seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Thür: der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Jhr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht: er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb' und Lust, all'Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld: nein, Jesus will ste decken mit seiner Lieb' und Huld. Er kommt, er tommt, den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib' ihr Erb' und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Dräuen der Feind' und ihrer Tüd'? Der Herr wird ste zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem wahrlich alle Feind' auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind. 10. Er kommt zum Welt Advents- Lieder. gerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad' und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach fomm, ach komm, o Sonne, und hol' uns allzumal zu ew'gem Licht und Wonne in deinen Freudensaal. Paul Gerhardt( 1606-1676). Mel. Sollt' es gleich bisweilen ic. 14. Zions König ist er schienen! Laßt uns ohne Furcht ihm die nen. Sanft und mild kommt er zu euch, Menschen, seht, er wird uns gleich. 2. Naht dem wundervollen Kinde! Es betritt die Welt der Sünde, nennt sich selbst des Menschen Sohn, und der Himmel war sein Thron. 3. Fern von Hoheit, Macht und Größe trägt er Schwachheit, Armuth, Blöße, alle Leiden, jeden Schmerz theilt mit uns sein liebend Herz. 4. Der nicht hat, sein Haupt zu legen, geht umher und spendet Segen, macht der Blinden Augen sehn, heißt die Todten auf erstehn. susid 13 5. Das Gefeß mit dunklen, bangen Saßungen hielt uns gefangen, todtes Bild und Schatten war Tempel, Opfer und Altar. 6. Nun zerreißt die dichte Hülle, denn er trägt der Gottheit Fülle! Es ward Licht, als er erschien, Gnad' und Wahrheit ward durch ihn. 7. Gottesliebe, Bruderliebe! Ach die seligsten der Triebe, Großmuth, Feinden zu verzeih'n, flößt er unsern Seelen ein. 8. Bu der Erde neigt sich wieder Gott mit WohlSündern Tod gedräut, ist gefallen nieder; der den nun ganz Barmherzigkeit. 9. Seine Lieb' uns zu verpfänden, fonnt' er etwa Größ'res senden als den Sohn der Ewigkeit, zum Erlöser uns geweiht? 10. Und er ist im Fleisch gekommen! Freut euch, Sünder, jauchzt, ihr Frommen! Betet an, lobsingt, nun ist Gott mit uns durch Jesum Christ. Samuel Bürbe( 1753-1831). 14 15. Weihnachts- Lieder. 2. Weihnachten. Mel. Wir Christenleut' ic. tränken; der FrommenHerz uf, schide dich, in ihrem Schmerz mit recht feierlich Trost erfreu'n und dein des Heilands Feft mit Dan- dabei gedenken. fen zu begehen! Lieb' ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: also, also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! O wer bin ich, Herr, daß du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet! ஸ்ஸ், IR 3. Er, unser Freund, mit und vereint zur Zeit, da wir noch seineFeinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb' im Fleisch zu offenbaren. 4. An thm nimm Theil; er ist das Heil. Thu' täglich Buß' und glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr, Herr!" spricht und doch nicht sucht, sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich, Gottes Sohn, bekleiden, speisen, 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden! Die Christenheit preis't dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Halleluja, Halleluja! Freut euch des Herrn, und fauchzt ihm, ihr Erlöften! Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). mel. Aus meines Herzens Grunde. 16. Der heil'ge Chrift ift kommen, der süße Gottessohn, deß freu'n sich alle Frommen im höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, muß preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben, heil'gen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde ist ge Weihnachts- Lieder. fangen, erlöset ist der Sinn, die Sündenangst ist weg, und Liebe und Entzücken bau'n weite Himmelsbrük fen aus jedem schmalsten Steg.fi mm 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschooß; er will, daß alle rein von ihren alten Schulden, vertrauend setnen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Kinder fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heil'ge Christ ist da. Er ruft so freundlich d'rein mit süßen Liebesworten: geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, fommt herein! nome Ernst Morig Arndt( 1769-1860). 15 2. Die Völker haben dein geharrt. bis daß die Zeit erfüllet ward: dasandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geift vor Ehrfurcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. Mel. Vom Himmel hoch, ba 2c. 17. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ift! 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion, fommt zu dir: ,, ich komm', im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu' ich gern." Gelobt sei, der da fommt vom Herrn!( 6. Herr, der du Mensch Hogeboren wirst, Immanuel, und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sah'n, dich, Gott, Messtas, bet ich an. cim d 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereineft dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder 16 Weihnachts- Lieder. hier, und Gottes Kinder| felheit, und dieses Weltwerden wir. und Himmelslicht weicht hunderttausend Sonnen nicht. 8. Gedanke voller Majestät! Du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller 2. Laß dich erleuchten, Seligkeit! Du bist es, der das Herz erfreut! meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein: er treibet weg der Hölle Macht, der Sünden und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der flaren Seligkeit; wenn Sonne, Mond und Stern' vergehen, vielleicht schon in gar furzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indeffen helle scheinen dein Glaubensund dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr duntel sein. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schooße sitzt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). sdsin Mel. O baß ich tausend Bungen sc. 18. Dies Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dun- mich mit deiner Gunst! 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle Weihnachts- Lieder. 17 Dein Licht sei meine Weih-| entkeimten des Göttlichen nachtswonne und lehre Schritten; Trost und Ermich die sel'ge Kunst, wie quickung trug er in der ich des Weihnachtsglanzes Weinenden Hütten. Selbst voll in deinem Lichte wan- er, ihr Freund, hatte vieldeln soll. fältig geweint, Lasten getragen, gelitten. Casp. Nachtenhöfer( 1624-1685). 5. Ehre set Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hre sei Gott in hat er durch ihn, ſeinen erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 6. Seliger Glaube, daß einst meinen Retter ich sehe, ihn mit den Schaaren Vollendeter ewig erhöhe! Völlig beglückt, sing' ich dann, himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! August Niemeyer( 1754-1828). Mel. Lobe ben Herren, ben ic. 19. Höhe! Der uns Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erkoren! Lasset uns sein, seiner Erbarmung uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? 2. Dunkel bedeckte den Erdkreis; in Finsterniß irr. ten Völker umher, wie die Heerden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien; Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, sich untereinander zu lieben, folgten der Zwietracht und Bitterkeit schändlichen Trieben. Jesus erschien; lehrte den Menschenhaß fliehn, lehrte den Frieden uns lieben. 4. Wahrheit und Tugend Met. om Şimmet bod, bà s 20. mpor zu Gott, mein Lobge fang! Er, dem das Lied der Engel klang, der hohe Freudentag ist da! Lobsinget ihm, Halleluja! 2. Vom Himmel fam in dunkler Nacht, der uns das Lebenslicht gebracht; nun SR 18 Weihnachts- Lieder. leuchtet uns ein milder| Jesse kam die Art, und hat Strahl, wie Morgenroth im dunkeln Thal. ein Blümlein bracht mitten im falten Winter wohl zu der halben Nacht. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, von schlichtem Pilgerkleid umhüllt, und führet uns mit sanfterhand, ein treuer Hirt, ins Vaterland. Spis 2. Das Röslein, das ich meine, davon Jesajas sagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. Aus Gottes ew'gem Rath hat sie ein Kind geboren wohl zu der halben Nacht. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, damit auch wir ihm werden gleich auf Erden und im Himmelreich. 5. Einst führet er zur Himmelsbahn uns, seine Brüder, auch hinan, und wandelt unser Pilgerkleid in Sternenglanz und Herrlichkeit. 6. mpor zu Gott, mein Lobgefang! Er, dem der Engel Lied erklang, der hohe Freudentag ist da! Ihr Christen, singt: Halleluja! Fr. Abolf Krummacher( 1768-1845). 3. Das Röselein so kleine, das duftet uns so süß; mit seinem hellen Scheine vertrieb's die Finsterniß. Wahr' Mensch und wahrer Gott! hilft uns aus allem Leide, rettet von Sünd' und Tod. 4. D Jesu, bis zum Scheiden aus diesem Jammerthal laß dein' Hilf' uns geleiten hin in der Engel Saal, in deines Baters Reich, da wir dich ewig loben; ach Gott, das uns verleih'! Vers 1-2 altkirchlich( 15. Jahrh.). Eigene Melodie. Mel. Warum sollt' ich mich ic. 8 ist ein' Rof' 22. Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud' alle Engel singen. Hört, 21. entsprungen aus einer Wurzel zart, als und die Alten fungen, von Weihnachts- Lieder. hört, wie in vollen Chören laut es schallt, wiederhallt: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer, Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute; Gottes Kind, das verbind't sich mit unserm Blute. 3. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, beut sich an, unser Heil zu werden. Gottes Lamm wilt für uns sterben und bei Gott für den Tod Heil und Fried? erwerben. 4. Nun liegt er in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: lasset fahren, liebe Brüder, was euch quält, was euch fehlt: ich bring Alles wieder. 5. Ei, so kommt nur ohn' Verweilen, stellt euch ein, Groß und Klein; laßt zu ihm uns eilen! Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 6. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wah. 19 ren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 7. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfind't seine Sünd' und Gewissensschmerzen, sei getrost; hier wird gefunden, der da heilt unverweilt auch die tiefsten Wunden. 8. O mein Heil, laß dich umfangen, laß an dir, meine Zier, unverrückt mich hangen! Du bist meines Lebens Leben: nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 9. Ich will dir den Dank bewahren; ich will dir leben hier und mit dir heimfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud' ohne Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt( 1606-1676). Eigene Melodie. 23. elobet feift du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr; deß freuet sich der. Engel Schaar. Kyrie eleis. G 20 Weihnachts- Lieder. 2. Deß ew'gen Vaters| dank' ihm deß in Ewig. einig Kind jetzt man in der feit. Kyrie eleis. Martin Luther( 1483-1546). Krippe find't; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ew'ge Gut. Kyrie eleis. 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Mariens Schooß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrie eleis. 4. Das ew'ge Licht geht da herein, giebt der Welt ein'n neuen Schein; es leucht't wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrie eleis. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hier ward und führt uns aus dem Jammerthal, macht Erben uns im Himmelssaal. Kyrie eleis. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm' und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Kyrie eleis. 7. Das hat er alles uns gethan, sein' große Lieb' zeigen an. Deß freu' sich alle Christenheit und Mel. Lobe ben Herren, ben ic. 24. Jauchzet, ihr Him. mel, frohlocket, ihr Engel, in Chören! singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! sehet doch da, Gott will so freundlich, so nah, zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden, Friede und Freud' wird uns verkündiget heut. Freuet euch, Hirten und Heerden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste geneiget! fehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget! sie wird ein Kind, träget und tilget die Sünd'; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! wer kann dies Geheimniß verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein, eins mit dem Kinde Weihnachts- Lieder. zu sein, die ihr zum Vater woll't gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herz voll Er barmen mirschenken. Sollt' nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demuth versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, du, dem ich wieder mein Herz auch in Liebe ver binde, du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag' ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd' auch in mir nun geboren! komm' doch, mein Heiland! denn ohne dich bin ich verloren. Wohne in mir, mache ganz eins mich mit dir, der du mich liebend erforen! 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb' ich, dich will ich erheben; laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur streben! Gieb mir doch bald völlige Kindesgestalt, um dir allein nur zu leben. Berh. Tersteegen( 1897-1769). 21 Mel. Jefu, hilf flegen. 25. Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude, Anfang und Ende, der Heiland ist da; Gottheit und Menschheit ver einten sich beide; Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah! Himmel und Erde erzählt es den Heiden: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden. 2. Jesus ist kommen, die lieblichste Krone seines er habenen Vaters ist hier, holet sich Sünder und führt sie zum Throne. O welch ein herrliches Rettungspanier! Dantet der Liebe, ergebt euch dem Sohne! Jesus ist kommen, die lieb. lichste Krone. 3. Jesus ist kommen, nun springen die Bande; Stricke des Todes, die reißen entzwei. Er, unser König im Pilgergewande, weil er der Freie ist, macht er uns frei, bringet zu Ehren aus Sünd' und aus Schande: Jesus ist kommen, nun springen die Bande. 4. Jesus ist fommen, der ftarfe Erlöser, bricht dem ex 22 Weihnachts- Lieder. gewappneten Starken ins Haus; sprenget des Fein des befestigte Schlösser, führt die Gefangenen sie gend heraus. Fühlst du den Stärkeren, Erbfeind, du Böser? Jesus ist kommen, der starke Erlöser. 5. Jesus ist kommen, die ewige Liebe. Liebe, du bist uns recht nahe verwandt; Liebe, du liebst uns mit feurigem Triebe; Liebe, du bist unser König genannt. D daß mein Alles sich zu dir erhübe! Jesus ist kommen, die ewige Liebe. 6. Jesus ist kommen, die Sünde zu fühnen. Welt, deine Schuld trägt als Opfer dies Lamm! Sünder, euch ist der Erlöser er schienen, ja für euch starb er am blutigen Stamm. Tag der Versöhnung, du bist uns erschienen: Jesus ist kommen, die Sünde zu fühnen. 7. Jesus ift tommen, die Quelle der Gnaden, komme, wer dürftet, und trinke, wer will. Holet für euren verderblichen Schaden Gnade aus dieser unendlichen Füll'; hier kann das Herze sich laben und baden: Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden. nach Johann Allendorf( 1693-1773). Eigene Melodie. 26. Sobt Gott, ihr Christen, allzugleich in seinem höchsten Thron, der heut ausschließt sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schooß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und blos in einem Krippelein. 3. Er äußert sich all' seiner G'walt, wird niedrig und gering und nimmt nun an sich Knechtsgestalt, der Schöpfer aller Ding'. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, ernährt nach Kinderweis', an dem die Engel sehn ihr' Lust, denn er ist Davids Reis, 5. Das dürrem Stamm entsprießen sollt' in dieser letzten Zeit, durch welches Gott aufrichten wollt' sein Reich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit uns Weihnachts- Lieder. 23 wunderbar: er wird uns will eu'r Heiland selber Menschen gleich und beut sein, von allen Sünden uns seine Gottheit dar, machen rein. wird arm und macht uns reich. and 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr: das mag ein Wechsel sein! Wie könnte doch wohl freundlicher das holde Christkind sein! 4. ,, Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott, der Vater, hat bereit't, daß ihr in seinem Himmelreich sollt leben seinen Engeln gleich. 5. So merket nun die Zeichen recht, die Krippe und die Windeln schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt." 6. Deß laßt uns Alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beſcheert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 8. Heut schließt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis, der Cherub steht nicht mehr dafür: Gott sei Lob, Ehr' und Preis! Nic. Hermann( geft. 1561). Eigene Melodic. 27. omhimmel hoch, 11 da komm' ich her, ich bring' euch gute, neue Mähr; der guten Mähr bring ich so viel, davon ich singen und sagen will. 2. ,, Euch ist ein Kindlein heut' gebor'n, von einer Jungfrau auserfor'n, ein Kindelein, so zart und fein, das soll eu'r Freud' und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Chrift, unser Gott, der will euch führ'n aus aller Noth; er 7. Merk' auf, mein Herz, und sieh dorthin: was liegt dort in der Krippe d'rin? Es ist dein Heiland, Jesus Christ, der für dich Mensch geboren ist. 8. Sei mir willkommen, edler Gast! Den Sünder nicht verschmähet haft und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer SX 24 Weihnachts- Lieder. aller Ding', wie bist du 15. Lob, Ehr' set Gott worden so gering! Daß im höchsten Thron, der du da liegst im finstern uns schenkt seinen ein'gen Stall, als wär's ein hoher Sohn; deß freuet sich der Königssaal. Engel Schaar und singet uns solch neues Jahr. Martin Luther( 1483-1546). 10. Und wär' die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit't, so wär' ste dir doch viel zu Mel. Erschienen ist der herrlich' ic. klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Für Sammt und Seide wähltest du grob Heu und Windeln dir zur Ruh, darauf du, König, groß und reich, nun prangst, als wär's dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr' und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. 13. Ach, du herzlieber Jesu mein, mach dir ein Bette sanft und rein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß nimmer ich vergesse dein! 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, frohlock' und singe immer frei zu Ehren dir, o Gottessohn, ein Wiegenlied in süßem Ton. 28. ir fingen dir, Immanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmelsblum' und Morgenstern, du Jungfrau'nsohn, Herr aller Herrn! Halleluja. rele 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr', daß du, o lang' gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja. 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat manches Herz nach dir gewacht, auf dich gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schaar. Halleluja. 4. Vor andern hat dein hoch begehrt der Hirt und König deiner Heerd', der Mann, der dir so wohlgefiel, wenn er dir sang auf Saitenspiel. Halleluja. Weihnachts- Lieder. 25 5. Ach, daß der Herr| armes Herz, und, was es aus Zion käm' und unsre kann, wirst du in Gnaden Bande von uns nähm'; ach, daß die Hilfe bräch' herein, so würde Jakob fröhlich sein!" Halleluja. 6. Nun bist du hier, da liegeft du, hältst in der Krippe deine Ruh, bist klein und machst doch alles groß, du schmückst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja. 7. Du fehrft in fremder Wohnung ein, und sind doch alle Himmel dein; du liegst an einer Menschenbrust und bist doch aller Engel Lust. Halleluja. 8. Du bist der Ursprung aller Freud' und duldest so viel Herzeleid; du bist der treue Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind. Halleluja. 9. Jch aber, dein geringfter Knecht, ich sag' es frei und mein' es recht, ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja. 10. Der Will' ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein nehmen an. Halleluja. 11. Darum, so hab' ich guten Muth, du wirst auch halten mich für gut. Jesu Christ, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja. 12. Und bin ich gleich der Sünde voll, hab' ich gelebt nicht, wie ich soll, du kommst fa doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr'. Halleluja. 13. So faff' ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei, du trägst den Zorn, erwürgst den Tod, verkehrst in Freud' all'Angst und Noth. Halleluja. 14. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigenthum und will, so viel dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dir's beliebt. Halleluja. 15. Ich will dein Halle. luja hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal soll's schallen ohne Zeit und Zahl: Halleluja! Paul Gerhardt( 1606-1676). 997 Jahresschluß. 3. Jahresschluß und Neujahr. a. Jahresschluß. Mel. Wie groß ist des zc. 29. ch wiederum ein Jahrverschwunden! ein Jahr, und kommt nicht mehr zurück! Ach so viel theure Gnadenstunden sind weg, als wie ein Augenblick! weg meine Tugenden und Sünden! Doch nein, der Richter aller Welt läßt jegliche mich wieder finden, wann er vor seinen Thron mich stellt. 26 2. Gedanken, Worte, Thatenheere, wie, dürft ihr Gottes Licht nicht scheun? Wenn ich dies Jahr gestorben wäre, wo würd' jetzt meine Seele sein? Stünd' ich verklärt bei Gottes Kindern? Wär' ich von seiner Lieb' entflammt? Wie, oder hätte mit den Sündern der Allgerechte mich verdammt? 3. Den Gott, der liebt, wie Väter lieben, hat ihn mein Undank nie betrübt? Den Gott, der mir so treu geblieben, hab' ich ihn auch so treu geliebt? Lebt ich für ihn nach seinem Willen, stets als vor seinem Angesicht? Fromm öffentlich, und fromm im Stillen, treu dem Gewissen und der Pflicht? 4. Nein, Vater, ste sind nicht zu zählen die Sünden dieses Jahres, nein! Wie kann ich's dir und mir verhehlen? Ich bin nicht werth, noch hier zu sein! Zu oft ließ ich mein Herz erkalten, zu oft verletzt ich meine Pflicht! Ich darf vor dir nicht Rechnung halten; ich zittre: geh' nicht ins Gericht! 5. Nein, Vater, sie sind nicht zu zählen die Gnaden dieses Jahres, nein! Wie kann ich's dir und mir verbehlen? Jch bin nicht werth, mehr hier zu sein! Wo fang ich an? Gott, welche Menge vom ersten bis zum letzten Tag! Ich weiß, daß, wenn ich Jahre fänge, ich dir zu danken nicht vermag. 6. Ich flehe dich: ach üb' Erbarmen, gedenke meiner Sünden nicht und zeig' dem Reuenden und Armen, Univ.- Bibl. Giessen Jahresschluß. der Gnade sucht, dein Angesicht! Wie freudig will ich dann mein Leben von nun an deinem Dienste weihn! Wie eifrig will ich mich bestreben, durch deinen Geist ein Chrift zu sein! 7. Ich danke dir für alle Gnaden, die du dies Jahr der Welt erzeigt. Ach eile, Herr, die zu entladen, die noch das Elend nieder beugt! Ja, aller, aller Menschen Seelen will ich, mein Heiland, Jesus Christ. aufs neue deiner Huld empfehlen, weil du doch aller Heiland bist. Johann Lavater( 1741-1801). Mel. Valet will ich dir geben. 30. dh wie die Jahre schwinden, wie alles muß vergehn! Was wir auf Erden finden, deß kann nicht eins bestehn. Wie schnell ergraut der Scheitel, wie bald erlahmt die Kraft! Ach wie ist Alles eitel auf dieser Pil gerschaft! 2. Der Kindheit Glück zerstiebet und ist wie Rauch 27 entflohn; die wir zuerst geliebet, ste gehn zuerst da von. Der Jugend Hoffnungsträume und all' ihr Lieb' und Glück zergehn wie Wasserschäume, und Leid nur bleibt zurück.me 3. Wir legen Händ' in Hände, als wär's für immer. dar, und plötzlich ist's am Ende, wenn es am schön. sten war. Es geht eins nach dem andern hinunter in die Ruh, und über Gräber wandern wir unserm Grabe zu. 4. Jn Sorge, Müh' und Plage, bei nichtigem Gewinn, gehn unsre Lebenstage wie ein Geschwäßz dahin. Bringst du es hoch an Jahren, was ist es, was du hast? Denn wenn sie köstlich waren, war's Arbeit, Müh und Last. 5. Und was uns dann gelungen im Schweiß des Angesichts, was wir geschafft, errungen, es ist ein eitel Nichts. Noch heut gedenkt man dessen, in Eile kommt die Nacht, und morgen ist's vergessen, als wär' sein nie gedacht. 997 Jahresschluß. 28 6. Bevor wir's werden innen, ist uns das Ziel gestellt, da fahren wir von hinnen und uns vergißt die Welt. Wir kamen und wir schwanden, und wie wir selber gehn, wird alles, was vorhanden, verschwin den und verwehn. 7. Nur eins bleibt unverloren, du, Herr, du alterst nicht; und wer aus dir geboren und schaut dein Angesicht, wer dich im Herzen findet, der hat, was ewig steht, wenn alles andre schwindet und Erd' und Welt vergeht. Bictor v. Strauß( geb. 1809). of scheiden, wo wir so sehr geliebt? so manches Aug' gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen du armes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern vergißt: daß diese arme Erde nicht unsre Heimath ist. Es hat der Herr uns Allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimathrecht erfauft. 4. Hier gehen wir und streuen die Thränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im sel'gen Himmelszelt; wir sehnen uns hienieden dorthin ins VaterMel. Herzlich thut mich zc. 31. Das Jahr geht still haus, und wissen's, die geschieden, die ruhen bort schon aus. zu Ende, nun sei auch still, mein Herz. In Gottes treue Hände leg' ich nun Freud' und Schmerz, und was dies Jahrumschlossen, was Gott, der Herr, nur weiß, die Thränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß. 5. O das ist sich'res Gehen durch diese Erdenzeit: nur immer vorwärts sehen mit sel'ger Freudigkeit; wird uns durch Grabeshügel der klare Blick verbaut, Herr, gieb der Seele Flügel, daß sie hinüberschaut. 2. Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur giebt? Warum denn immer 6. Hilf du uns durch die Jahresschluß. 29 Zeiten und mache fest das| faden auch heute noch zerHerz, geh' selber uns zur reißt: du sicherst mich vor Seiten und führ' uns hei- Schaden, denn du bewachst mathwärts. Und ist es den Geist. uns hienieden so öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon selig sein. 6. Das Dunkel ist gelichtet, das auf dem Grabe liegt; das Kreuz ift aufge. richtet, an dem du hast gestegt. 7. Es heben gleich die Sünden des alten Jahres sich, du läsfest Heil verkünden und wirfst ste hinter dich. Eleonore Fürstin Reuß, geb. Gräfin Stolberg( geb. 1835). Mel. Chriftus, der ist mein ic. 32. Das Jahr ist nun zu Ende, doch, Herr, dein Lieben nicht; noch segnen deine Hände, noch scheint dein Gnaden licht. 2. Des Glückes Säulen wanten, der Erde Glut zerstäubt, selbst alte Freunde schwanken; doch deine Liebe bleibt. 3. Der Jugend Reiz vergehet, des Mannes Kraft wird matt; doch innerlich erstehet, wer dich zum Freunde hat. 4. Mein Tag ist hingeschwunden, mein Abend bricht herein; doch weil ich dich gefunden, so kann ich fröhlich sein. 5. Und ob der Lebens8. Du heilft der Sünden Schaden, hilfft mir aus der Gefahr und stehst mich an mit Gnaden auch in dem neuen Jahr. Christian Bähr( 1795-1846). Mel. Herr, wie du willst, so ic. 33. Gottlob! ein Schritt zur Ewigkeit ift abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fließt und alle Gnade sich ergießt zu meiner Seele Leben.. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir fast zu lange, bis es Jahresschluß. 30 erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir und ich unsterblich werde. 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht mein Herz, daß du entzündet; du bist's, mit dem sich mein Gemüth aus aller Kraft verbindet. Ich leb' in dir, und du in mir, doch möcht' ich, o mein Heil, zu dir noch immer näher dringen. 4. D daß du selber kämest bald! Ich zähl' die Augenblicke; ach komm', eh mir das Herz erkalt' und sich zumSterben schicke! Komm doch in deiner Herrlichkeit; schau her, die Lampe steht bereit, die Lenden sind um gürtet! 5. Doch sei dir ganz anheimgestellt die rechte Zeit und Stunde, wiewohl ich weiß, daß dir's gefällt, wenn ich mit Herz und Munde bich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 6. Jch bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner of Liebe trennen und daß ich frei vor jedermann dich meinen Freund darf nennen, und daß du dort, o Lebensfürst, dich ganz mit mir vereinen wirst und mir dein Erbe schenken. 7. Drum preis' ich dich aus Dankbarkeit, daß sich das Jahr geendet, und also auch von dieser Zeit ein neuer Schritt vollendet; ach führ' mich eilig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort' Jerusalems dort oben. 8. Wenn auch die Hände lässig sind und meine Kniee wanken, so biet' mir deine Hand geschwind und halt mich in den Schranken des Glaubens, daß in dir mein Herz stch stärke, und ich himmelwärts ohn' Unterlaß aufsteige. 9. Geh, Seele, frisch im Glauben d'ran und sei nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt abiocken. So dir der Lauf zu langsam däucht, so eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln süßer Liebe. 10. O Jesu! meine Seele Jahresschluß. ist zu dir schon aufgeflogen: du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr' hin, was heißet Stund' und Zeit? Ich bin schon in der Ewigfeit, weil ich in Jesu lebe. Herm. Aug. France( 1663-1727). Mel. Nun laßt une den Leib ic. 34. wiederbringlich & ¹ schnell entfliehn die Tage, die uns Gott verliehn. Ein Jahr tritt ein und eilt davon; wie manches ist bereits entflohn! 2. Dank dir, du ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Proben deiner Treu', denn deine Huld ward täglich neu. 3. Wenn unser Herz, von Schuld befreit, sich mancher guten That erfreut, weß war die Kraft? wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein! merkten's nicht; verzeih uns die verletzte Pflicht! Du stehst, Erbarmer, unsre Reu'; um Chrifti willen sprich uns frei! 31 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit ftets näher hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunden zugezählt, die letzte weislich uns verhehlt. 6. Herr unsers Lebens, mache du uns selber recht geschickt dazu, daß nicht, indem wir sicher sind, der Tod uns unbereitet find't. 7. Ist einst die Zahl der Stunden voll, die unser Loos entscheiden soll: so führ' uns aus der Prüfungszeit zu deiner frohen Ewigfeit. 8. Da sind wir unsers Heils gewiß, da wechseln Licht und Finsterniß nicht mehr, wie hier, du ew'ges Licht; Herr, unser Gott, verlaß uns nicht. Chriftoph Neander( 1724-1802). b. Neujahr. Mel. Es ist das Heil uns ic. 35. is hierher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte, bis hierher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüthe, bis hierher hat er mich geleit't, 32 Neujahrs- Lieder. bis hierher hat er mich du woll'st dein' arme Chrierfreut, bis hierher mir stenheit bewahren ferner geholfen. allezeit. 2. Hab' Lob und Ehre, Preis und Dank für die bisher'ge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen stets aufs neue! In mein Gedächtniß schreib' ich an: der Herr hat großes mir gethan, bis hierher mir geholfen. PAS Mel. Vom Himmel hoch, ba zc. 36.Das as alte Jahr vergangen ist: wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Noth uns und Gefahr behütet gnädiglich dies Jahr. 2. Wir bitten dich, den ew'gen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, 3. Entzieh uns nicht dein heilsam Wort, das uns'rer Seelen Trost und Hort; vor falscher Lehr', Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünde Bahn und neu zu werden fangen an. Der Sünd' vom alten Jahr nicht denk', ein gnadenreich Neujahr uns schenk'. Joh. Steuerlein( 1546-1618). 3. Hilf fernerhin, mein treuster Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden, damit ich sag' bis in den Tod: durch Christi Blut 37.& in neues Jahr iſt angefangen, laß Mel. Wie groß ist des ic. hilft mir mein Gott, er hilft, wie er geholfen! Cemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzburg- Rudolstadt( 1637-1706). es ein Jahr der Gnade sein. Herr, jeder blicket voll Verlangen in diese tünft'ge Zeit hinein. Laß jeden finden und erfahren, was seiner Seele dient und frommt. O Heil uns, wenn in allen Jahren dein Reich uns immer näher kommt. 2. Die Tage fliehn und tauchen nieder, die Jahre schwinden wie ein Rauch. Du sprichst, ihr Menschen, Neufahrs- Lieder. 33 Christusnamen fommet wieder und nimmnt| Arme streckt. Du haft den ste weg mit einem Hauch. heil'gen Du führst heraus die Zahl der Sterne; vor dir ist alles Fleisch wie Heu; was du gebeutst, das kommt von ferne und deine Hand macht alles neu. 3. laß auch uns ein Neues hören in dieser neuen Gnadenzeit, ein Neues aus den Himmels Chören, ein Neues aus der Ewigkeit, ein neues Wort von alter Trene, die täglich neu die Hand uns beut, ein Wort, das unser Herz erfreue, so oft es seine Kraft erneut. 4. Hilf, Gott, mit deinem Gnadengeiste, daß dieses angefangne Jahr in deinem Reich ein Beßres leiste als der Gewinn des alten war! Erwecke du den Trieb der Seelen, der ein er neutes Herz begehrt und laß es nicht an Früchten fehlen, wenn sich der alte Mensch bekehrt! 5. Laß deinen Namen neu erschallen, so weit dein Reich die Erde deckt; laß alle falschen Götter fallen, so weit das Kreuz die zum Gnadenthrone hingestellt, aus diesem Lebensfeim und Samen erneure die erstorbne Welt. 6. Laß Trost und Frieden neu verkünden den Herzen, die zerschlagen sind, zerbrich das Joch der alten Sünden und rette das verirrte Kind! Vergieb uns, Herr, was wir bereuen und lege du den beffern Grund, auf dem wir Tag für Tag erneuen den festgeschloffnen Gnadenbund. Christian Puchta( 1808-1859). Mel. Es ift bas peil uns ic. 38. Gott ruft der Sonn' und schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht, auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen! 2. Herr, der da ist, und der da war! von dankerfüllten Zungen sei dir für das verfloßne Jahr ein 994 бо бобраб 34 Neujahrs- Lieder. heilig Lied gesungen; für| Gerechtigkeit auf feinem Leben, Wohlfahrt, Trost Stuhle throne; daß Tugend und Rath, für Fried' und und Zufriedenheit in unRuh', für jede That, die serm Lande wohne; daß uns durch dich gelungen! Treu' und Liebe bei uns sei: dies, lieber Vater, dies verleih in Christo, deinem Sohne! 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben! Verleih' uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben! Du schützest uns und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden; doch schadet mir das Glücd der Welt, so gieb mir Kreuz und Leiden: nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. Chr. Fürchteg, Gellert( 1715-1769). ** mel. Freu' bich sehr, o meine ic. 39. ilf, Herr Jeſu, laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann. Laß mich dir befohlen sein, auch daneben all' das Mein': neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnade geben. 2. Laß es sein ein Jahr der Gnade; sprich mich los von meiner Sünd'; hilf, daß sie mir nimmer schade, sondern bald Vergebung, find'. Auch durch deine Gnad' verleih, daß ich herzlich ste bereu, Herr, in dir, denn du, mein Leben, kannst die Sünde mir vergeben. 3. Tröste mich mit deiner 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder; erbarme der Verlass'nen dich und der bedrängten Brüder. Gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürften nieder: 6. Daß Weisheit und| Neujahrs- Lieder. 35 Liebe; nimm, o Gott, mein| Name soll allein denen Flehen hin, weil ich mich zum Paniere dienen, die so sehr betrübe und voll in seinem Bunde stehn und Angst undZagen bin. Wenn auf seinem Wege gehn. ich schlafe oder wach', sieh du, Herr, auf meine Sach', stärke mich in meinen Nöthen, daß mich Sünd' und Tod nicht tödten. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll in den Gemeinden schallen, und so oft wir nach dem Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum. 4. Herr, du wolleft Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich fönne leben, sonder Trug und Heuchelei, dich und mefnen Nächsten lieb' und denselben nicht betrüb', daß ich auch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren: also wird es uns zu theil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 5. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefang'ne Jahr; trage stets mich auf den Händen, bleibe bei mir in Gefahr. Steh mir bei in aller Noth und verlaß mich nicht im Tod: freudig will ich dich um. faffen, wenn ich soll die Welt verlaffen. udar Nach Joh. Rift( 1607-1667). Mel. Meinen Jesus laß ich nicht. 40. Jesus soll die Loofung sein, da ein neues Jahrerschienen; Jesu| Benj. Schmold( 1672-1797). 3* 4. Uns're Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird Alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen: so wird alleBitterfeit uns ein Segen werden müssen. Er, der allen Kummer stillt, Jesu Nam' sei Sonn' und Schild. 75009 Neujahrs- Lieder. 36 Mel. Wach' auf, mein Herz ic. sei den starken Händen, die 41. un laßtuns gehn alles Herzleid wenden. und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen, t 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schreden, die alle Welt bedecken. 5. Also auch und nicht minder läßt Gott uns, seine Kinder, wenn Noth und Trübsal blißen, in seinem Schooße sizen. 6. Ach, Hüter, unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein' Augen wachen. 8. Laß ferner dich erbitten, o Bater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen uns'rer Freuden. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Un- 11. Sprich deinen milden gewittern die Kindlein hier Gegen zu allen unsern Weauf Erden mit Fleiß begen; laß Großen und auch wahret werden: Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Frrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schließ' zu die Jammerpforten; behüt' uns aller Orten vor Krieg und Blutvergießen, laß Friedensströme fließen. 13. Hilf gnädig allen Kranken; gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 14. Und endlich, was das Epiphanias- Lieder. 37 Meiste, füll' uns mit dei-| geben, o meines Lebens nem Geiste, der uns hier Leben, mir und der Christen. herrlich ziere und dort zum schaare zum sel'gen neuen Himmel führe. Jahre. 15. Das alles woll'st du Paul Gerhardt( 1606-1676). is mosaite si 4. Epiphanias. Mel. Valet will ich bir geben. 42. Serr err Jesu, Licht der Heiden, der Frommen Schaß und Lieb', wir kommen jest mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier, nach Simeons Erempel, dich, Gottes Sohn, nun hier. 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, wo Gläub'ge sich verbunden auf dein VerheiBungswort; vergönnst noch heutzutage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie dort der fromme Greis. Lo 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken uns're Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein. Wenn wir in Angst verzagen, sei uns ein Freudenstrahl, ein Arzt in Noth und Plagen, ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns gelingen, daß einst, wie Simeon, den Schwanen. sang wir singen in süßem Freudenton: mir werden nun in Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Hei land hab' erblickt. 5. Ja, ja ich hab' im Glauben, mein Jesu, dich geschaut: kein Feind fann dich mir rauben, droht er auch noch so laut. Ich wohn' in deinem Herzen und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmer zen, nicht Angst, noch Tod dazu. 6. Hier will es oft mir scheinen, du säh'st mich stra. fend an, daß ich vor Angst und Weinen dich faum er. fennen kann; dort aber wird's geschehen, daß ich 230363 0 601 5 38 Epiphanias- Lieder. von Angesicht zu Angesicht| Gnade finde und nun fröhsoll sehend ein immer flares lich sprechen kann: Jesus Licht. nimmt mein Opfer an. Erdm. Neumeifter( 1671-1756). Joh. Frand( 1618-1677). Mel. Meinen Jesus laß ich nicht. 43. Jesu, großer Wun. derstern, aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schen fen kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ich's von dir selber habe und damit beschenket bin, so ist dir's die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in der Trübsal Feuer sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir genügen; laß mein Herz in Demuth stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen d'rauf. 4. Nimm die Myrrhen bitt'rer Reu'; ach, mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Mel. Christus, ber ist mein 2c. 44. pie Simeon verschieden, das liegt mir oft im Sinn: ich führe gern im Frieden auß diesem Leben hin. 2. Ach laß mir meine Bitte, mein treuer Gott, geschehn: laß mich aus dieser Hütte in deine Wohnung gehn. 3. Dein Wort ist uns geschehen, an diesem nehm' ich theil: wer Jesum werde sehen, der sehe Gottes Heil. 4. Jch seh' ihn nicht mit Augen, doch an der Augen Statt kann mir mein Glaube taugen, der ihn zum Hei land hat. 5. Ich hab' ihn nicht in Armen, wie jener Fromme da; doch ist er voll Erbarmen auch meinem Herzen nah. 6. Mein Herz hat ihn gefunden; es rühmt: mein Freund ist mein; auch in Passtons- Lieder. den letzten Stunden ist meine Seele sein. 7. Jch kenn' ihn als mein Leben; er wird mir nach dem Tod bei sich ein Leben geben, dem nie der Tod mehr droht.. no 8. Mein Glaube darf thn fassen, sein Geist giebt 39 Kraft dazu; er wird auch mich nicht lassen, er führt mich ein zur Ruh. dh steh ihn bul den, bluten, sterben! O meine Seele, sag' ihm frommen Dank! Sieh Gottes eignen Sohn und Erben, wie mächtig ihn die Menschenliebe drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan, der so, wie er, für Sünder sterben kann? 2. Wie dunkel waren fene Stunden, o Herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden, und ach, es floß zum Heil und Trost für mich und ruft noch heute mir ermunternd zu, daß du mich liebst, du frommer Dulder, du! 3. So sollt' es sein: du 9. Wann Aug' und Arm erkalten, hängt sich mein Herz an ihn; wer Jesum nur fann halten, der fährt im Frieden hin. Philipp Hiller( 1699-1769). 5. Passion. Mel. Dir, bir, Jehova, will ich sc.| mußtest leiden; dein Tod 45. macht mir des Vaters Liebe fund. Er wird für mich ein Quell der Freuden, ein Siegel auf den ew'gen Friedensbund. So wahr dich Gott für mich zum Opfer giebt, so fest steht es, daß er mich herzlich liebt. 4. Dein bin ich nun und Gottes Erbe; ich sehe in sein Vaterherz hinein. Wann ich nun leide, wann ich sterbe, kann ich unmöglich je verloren sein. Wenn Sonn' und Mond und Erde untergehn, so bleibt mir Gottes Gnade ewig stehn. 5. Ja, mir zum Trost und dir zur Ehre gereicht dein ganzer Kampf, dein 30 40 Passions- Lieder. Kreuzestod. Bestätigt ist| der dir das Leben wiede. nun deine Lehre, ich baue gab, wälzt einstens auch fest darauf in jeder Noth. den Stein von meinem Unschuldig litteft du, doch Grab. Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. human 6. Ja, Herr, dein Beispiel soll mich lehren, des Lebens Unschuld set mein Ehrenkleid. Froh will ich deine Stimme hören und willig thun, was mir dein Wort gebeut. Die Dank barkeit drängt innigst mich dazu, wer hat es mehr um mich verdient, als du? 9. Nimm hin den Dant für deine Plagen, mein Retter, den dir treue Liebe bringt.! Noch heißern Dank will ich dir sagen, wann dich mein Geist im Engel. chor besingt: dann stimmen alle Sel'gen fröhlich ein, der ganze Himmel soll dann Zeuge sein! 3. August Hermes( 1736-1820). Eigene Melodie. 46. Shrifte, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm' dich unser! rd 7. Nie will ich mich am Feinde rächen; auch dies lern ich, mein Heiland, hier von dir; nie Gottes Schiktung widersprechen, wär' auch sein Pfad jeßt noch so dunkel mir. Auf Dornen gingst du selbst zum Biele hin; ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. 2. Christe, du Lamm Got. tes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm' dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gieb uns dein'n Frieden! Amen. 8. Was fürcht' ich noch des Todes Schreden? Du schliefft auch einst im Grab, Alte Passions Antiphone. met. Freu' bich sehr, o mcine 16. meine Liebe, o Seelenfreund! Mag fie 47. Der am Kreuz" ist doch meine Asche decken, die Erde, wann des Todes Nacht erscheint! Der Gott, meine Lieb' ist Jesus Christ. Weicht von mir ihr Sün. Passt ons- Lieder. 41 dentriebe, eure Frucht Ver-| theures Blut. Der am Kreuz berben ist. Eure Lieb' ist nicht von Gott, eure Liebe bringt den Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Spötter, was befremdet's dich, daß ich treu zu sein mich übe? Jesus gab sich selbst für mich, so ist er mein Friedensschild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist- meine Liebe, dem ich 6. Der am Kreuz ist treu zu sein mich übe. meine Liebe. Komm', o Tod, mein bester Freund! Wenn ich einst in Staub zerstiebe, werd' mit Jesu ich vereint. Da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du bist mir verhaßt. Weh' mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz er blaßt! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? Trät' ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Schweig, Ge. wissen, zage nicht. Ewig treu bleibt Gottes Liebe, wenn mich Sünd' und Tod anficht. Sieh, es floß auch mir zu gut seines Sohnes ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. 5. Der am Kreuz ift meine Liebe. Kein Trüb. sal noch so groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, nichts macht mich von Jesu los, nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, noch Fürstenthum. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. Johann Greding( 1676-1748). tiglorids Miel. Wer nur ben lieben Gott ic. 48. Du geheft in den Garten beten, mein treuer Jesu, nimm mich mit! Laß mich an deineSeite treten, ich weiche von dir keinen Schritt: ich 42 Passtons- Lieder. will an dir, mein Heiland,| treu gesinnt. Drum halt' sehn, wie mein Gebet soll recht geschehn. 2. Du gehst mit Zittern und mit Zagen und bist bis in den Tod betrübt; ach, dieses soll ans Herz mir schlagen, daß ich die Sünde so geliebt; drum willst du, daß ein Herz voll Reu' mein Anfang zum Gebete sei. 3. Du eilst, entziehst dich allen Leuten und suchst die stille Einsamkeit: so muß auch ich mich wohl bereiten und fliehen, was mein Herz zerstreut. Zieh mich von aller Welt allein, und laß nur uns beisammen sein. 4. Du wirfst dich knieend hin zur Erden, fällst nieder auf dein Angesicht: so muß die Demuth sich geberden; darum erheb' ich Staub mich nicht. Ich beuge mich in Niedrigkeit, wie du, voll Trauer, Angst und Leid. ich mich getroft an dich, und rufe: Abba! höre mich! 6. Du wirfst voll Zuversicht und Liebe dem Vater dich ans treue Herz und rufft aus stärkstem Herzenss triebe mit heißen Thränen himmelwärts; auch mir sind Glaub' und Liebe noth, sonst ist mein Beten gänzlich todt. 7. Voll Klagen trägst du deinen Jammer dem hoch. erhabnen Vater vor und klopfst zuleßt mit starkem Hammer um Rettung an das Gnadenthor. So flag' auch ich dir, was mich quält und bitt' um das, was mir noch fehlt. 8. Geduldig Lamm, wie hältst du stille, hältst im Gebete dreimal an: auch ich soll thun, das ist dein Wille, wie du, mein Heis land, hast gethan. Hilft Gott nicht gleich aufs erste Fleh'n, so darf ich wieder zu ihm gehn. 5. Du betest zu dem lieben Vater, rufft: Abba! 9. Dein Wille senkt sich Abba! wie ein Kind; dein in den Willen des allerVater ist auch mein Be- treusten Vaters ein: so rather, sein Vaterherz ist muß sich auch mein Wille Bassions- Lieder. 43 stillen, will ich von ihm| gehen den Weg nach Golerhöret sein. Drum bet' gatha. Laß mich im Geiste ich in Gelassenheit: was sehen, was da für mich mein Gott will, gescheh' geschah. Mit innig zartem allzeit. Sehnen begleite dich mein Herz, und meine Augen thränen um dich vor Liebesschmerz! 10. Nun, du erlangeft auf dein Flehen Trost, Kraft, Sieg, Leben, Herrlichkeit; damit hast du auf mich gesehen, daß ich zur ange nehmen Zeit auf ernstlich Beten freudenvoll den glei chen Segen ernten soll. 11. Mein Jesu, hilf mir stets so beten, wie mich dein heilig Vorbild lehrt: so kann ich frei zum Vater treten und werde stets von ihm erhört; so bet' ich ber ich mich zum Himmel ein und will dir ewig dankbar sein. Benj. Schmold( 1672-1787). Mel. Herzlich thut mich sc. 49. Du, meines Lebens Leben, du, meines Todes Tod, für mich dahin gegeben in tiefe Seelennoth, in Martern, Angst und Sterben aus liebender Begier, das Heil mir zu erwerben; nimm Preis und Dank dafür! 2. Jch will jeßt mit dir 3. Jch tomm' erst zu der Stätte, wo Jesus niedersant und ringend im Gebete den Kelch des Leidens trank; die Angst, die ihn durchdringet, traf ihn durch mein Vergehn, den Tod, mit dem er ringet, den sollt' ich selbst bestehn. 4. Mein Heiland wird verrathen, geführt zu Spott und Qual; ach, meine Missethaten, die brachten allzumal ihn vors Gericht der Heiden und in der Feinde Hand; ich war's, ich sollte leiden, was da mein Bürg' empfand. 5. Seht, welch ein Mensch!" er stehet geduldig, wie ein Lamm, und nun wird er erhöhet, ein Fluch, am Kreuzesstamm, vollendet da sein Büßen, der Welt, auch mir zu gut; Passions- Lieder. 44 aus Händen, Seit' und Füßen strömt sein Versöh. nungsblut. umfaßt, der du im Todesstaube für mich gelegen haft! auf dein Verdienst und Leis den vertrau' ich ganz allein, darauf werd' ich einst schei. den und ewig bei dir sein. 10. Erhalt' mir deinen Frieden und deines Heil's Genuß, so lang' ich noch hienieden in Schwachheit wallen muß, bis endlich dir zu Ehren, der mich mit Gott versöhnt, dort in den obern Chören mein Halleluja tönt. Ernst v. Wobejer( 1727-1795). 6. Du bittest für die Feinde; mein Jesu, wer war ich? Du denkst an deine Freunde; gedenk', Herr, auch an mich! Du machst den Schächer selig, ver. heißest ihm dein Reich; das macht mich Sünder fröhlich, mich, der dem Schächer gleich. 7. Du flagst voll Angst im Herzen: ,, Mein Gott vers lässet mich!" Du dürftest in den Schmerzen, und niemand labet dich. Nun mel. Allein zu bir, Herr Jesu ic. kommt der Leiden Ende, 50.Du weineft um Je. 1 ,, Es ist vollbracht!" Befiehlst in Vaters Hände den Geist; es war voll. bracht! 8. Ich seh' mit Lieb' und Beugen des Heilands leß ten Blid, ich seh' sein Haupt sich neigen, das war mein ewig Glück; mein Bürge stirbt, ich lebe, so todeswerth ich bin; er giebt sich mir, ich gebe mich ihm zu eigen hin! 9. O du, an den ich glaube, und den mein Geist Jesu, heiße Zähren, be zeugst, es sei dir angenehm, wenn Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß' erschein' und über meine Sünden wein', so tilgest du aus lauter Gnad' all' Missethat, die mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt ob meiner schweren Sünde, zu deinen Thränen ich mich wend' da ich Erquickung finde. Basstons- Lieder. 45 Vor Gott sind sie so hoch| Mann, tein Engel je ergeschätzt: wer darauf sein gründen kann, die bleiben Vertrauen seßt, den blickt wird in Ewigkeit. Mein Gott an mit Gütigkeit zu Kreuz und Leid wird werjeder Zeit und führet ihn den dort zu lauter Freud'. aus Angst und Streit. 16. Für diese Thränen dank' ich dir, daß du die Freudenkrone, Herr Christ, dadurch erworben mir bei dir im Himmelsthrone. nimm mich nach vollbrachtem Lauf' zu deinen Auserwählten auf, dann will ich recht lobsingen dir, o höchste Zier, für deine Thränen für und für. 3. Hier muß ich noch im Thränenthal, Herr Jesu, oftmals weinen, mich drükken Leiden ohne Zahl, die Welt plagt hier die Dei nen. Auf allen Seiten, wo ste kann, fängt sie mit mir zu hadern an. Dies tröstet mich zu aller Frist, daß du, Herr Christ, in Nöthen auch gewesen bist. 4. Du zähleft alle Thränen mein; ich weiß, ste sind gezählet, und ob ste nicht zu set'n, dennoch dir feine fehlet. So oft vor dir ste regen sich, so oft sie auch bewegen dich, daß du dich mein er barmen mußt, wie gern du thust, denn meine Noth ist dir bewußt. 5. Sä't man hienteden Thränen aus und hält geduldig stille, wird ernten man in deinem Haus, da Freude ist die Fülle, ja solche Freude, die kein Joh. Heermann( 1885-1647). od sp mel. An Wasserflüssen Babylon. 51.& in Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und träget in Geduld die Sünden aller Sünder. Es geht dahin, wird matt und frank, ergiebt sich auf die Würgebant, entsaget allen Freuden; es nimmt auf sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Schläge, Wunden, Kreuz und Tod, und spricht: ich will's gern leiden. 2. Das Lamm, das ist 46 Bassions- Lieder. süßes Lamm, was soll ich dir erweisen dafür, daß du mir erzeigest so viel Gutes? der große Freund und Hei-| purpurrothen Blutes. O land unsrer Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Sünder, die nichts retten fann vom Tod sonst und Verderben. Die Schuld ist schwer, die Strafe groß, du kannst und sollst ste machen los durch Leiden und durch Sterben." hors 3. Ja, Vater, ja von Herzensgrund, leg' auf, ich will's gern tragen. Mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Thun an deinem Sagen."" Wunder lieb', o Liebesmacht, du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. Liebe, Liebe, du bist stark, du strecktest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Du läsfest ihn am Kreuzesstamm' für unsre Sünden büßen, zurSchlachtbank reif, ein Opferlamm, dem Herz und Adern flieBen, das Herz mit seiner Seufzer Kraft, die Adern mit dem edlen Saft des 5. So lang ich lebe, will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Her zens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigenthum in Ewigfeit verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Es soll mein Lebensbach sich dir und deinem Namen für und für in Dankbar. keit ergießen; und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtniß schließen. 7. Erweit're dich, mein Herzensschrein, du sollst ein Schathaus werden der Schätze, die viel größer Passions- Lieder. 47 lein treibet hin und her, so bist du dann mein Anker. 10. Wenn ich soll endlich treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dein Blut mein Purpur sein, ich will mich darein fleiden; es soll sein meines Hauptes Kron', mit welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich anvertraut, gleich einer wohlgeschmückten Braut an deiner Seite stehen. 35 sein, als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schäßen dieser Welt und allem, was der Welt gefällt! ich hab ein Beßres funden: Herr Jesu Christ, mein Schaß und Gut ist dein für mich vergoßnes Blut, das Heil in deinen Wunden. 8. Das soll und will ich mir zu nuß zu allen Zeiten machen. Im Streite soll es sein mein Schuß, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saiten Paul Gerharbt( 1606-1676). spiel und wenn mich nichts070 erquicken will, soll mich Mel. Es ist genug ic. dies Manna ſpeisen. Im 52. 8 ist vollbracht, das Opfer für Durst sei's mir Quell bereit, in Einsamkeit mein ftet' Geleit daheim und auch auf Reisen. die Welt, das Licht der Wahrheit slegt; es wird die Nacht, des Irrthums Nacht erhellt, die auf der Menschheit liegt. Der Gottgesandte hat vollendet, sein Blut für unser Heil verpfändet. Es ist vollbracht! 9. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut, das ist mein Leben. Wenn mich des Tages Hitze trifft, kannst du mir Schatten geben. Seßt Schwermuth meinem Herzen zu, so find' bei dir ich meine Ruh, wie auf dem Bett ein Kranker; und wenn des Lebens stürmisch Meer mein Schiff2. Es ist vollbracht! Er ruht nun von der Qual, deß Herz für uns nur schlug, der Ungemach und Leiden ohne Zahl für uns aus Liebe trug. Nun wird 48 Bassions- Lieder. er bet dem Vater droben| sei zu preisen, Mittler, dich zu Macht und Herrlichkeit mein letter Herzensschlag! erhoben. Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht, des Vaters Rath erfüllt, erfüllt zu seinem Ruhm. Der Vorhang riß; auf ewig ward's enthüllt, der Liebe Heiligthum. Die Mörder mel. Freu' dich sehr, o meine ic. des Entschlaf'nen beben, 53. Fall' auf die Ges Hinauf zu dir blick' ich am Ziele und ruf' voll hoher Dankgefühle: Es ist vollbracht! Nach Juline Sing( um 1799). ob er nieder, Geist, der uns mit Feuer tauft! Alle sind wir Christi Glieder, Alle durch sein Blut erkauft. Füll' mit Andacht unsern Geist, daß er sich der Welt entreißt und in Christo Ruhe finde für die schwere Last der Sünde. vergeben. Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! Wer sah nicht Gottes Spur, als er am Kreuz entschlief! Die Sonn' erlosch, Angst faßte die Natur, die Erde bebte tief, es spalteten sich Felsenwände beim Ruf von seinem frühen Ende. Es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Und ach, ein menschlich Herz blieb' falt, schlüg' ohne Dank am Kreuze deß, der unterm tiefsten Schmerz für uns zum Tode sant? Wer sollte nicht mit heißen Zähren ihm heute Lieb' und Treue schwören? Es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! Ach, ewig feierlich sei mir sein Todestag! Noch kraftvoll 2. Lehre selbst uns würdig feiern Jesu Christi Leidenszeit; unsern Bund mit Gott erneuern lehr' uns, Geist der Heiligkeit. Fülle mit der Wehmuth Schmerz das zu ihm ge wandte Herz, und von dei. nem Strahl getroffen, steh' es heil'ger Rührung offen. 3. Stell' den Mittler unsers Bundes uns in seiner Schönheit vor, bring' die Reden seines Mundes vor Passions- Lieder. 49 das aufgeschloffne Ohr;| das Antlitz wir, das bleiche, führ' uns nach Gethsemane schau'n, ach unsern Herrn in das Allerheiligste, wo als Leiche. die Todesnacht ihn schrecket und mit blut'gem Schweiß bedecket. 4. Zeig' uns ihn, den Weltversöhner, unter seiner Mörder Schaar, wie auf Erden feiner schöner, feis ner so verachtet war; wie er unter Spott und Hohn, unter seiner Dornenfron', Geifelschlägen, Todeswunden so geduldig ward er. funden. 7. D, du heilige Gemeinde, blick' zu deinem Haupt empor, zum Erlöser, deinem Freunde, den zum Retter Gott erfor. Welche Wonn' und Eeligkeit schafft die stille Leidenszeit! Sie entreißt dem Weltgetümmel, hebt den Geist empor zum Himmel. Christian Schubart( 1789-1791). Mel. Die Tugend wird burch ic. 5. Geh mit uns dem 54. Gefreuzigter! zu deinen Füßen Opferlamme auf dem blut'. gen Pfade nach; zeig' uns an dem Kreuzesstamme seines großen Todes Schmach. Zeige uns des Edlen Blut, seinen hohen Geistesmuth, trage uns auf schnellem Flügel auf den nachtbededten Hügel. 6. Seine leßten Worte schreibe uns ins Herz mit Flammenschrift.Stärk' uns, Tröster, bleibe, bleibe bei uns, wenn der Tod ihn trifft. Wenn, nun ist die Welt dersöhnt", im ,, Vollbracht" herunter tönt, und hebt aus dem Staube sich empor mein Herz, wann es von Gram zerrissen; es sucht dein Herz, dein Aug' und Ohr: dein Herz, die Ruhestatt der Armen, die niemand sonst erquiden kann, dein Herz, das zärtlich, voll Erbar. men den Leidenden ist zugethan. 2. Du, unser heil'ger Blutsverwandter, der einst so heiß für uns geweint; o du, mit jeder Noth befannter, erfahrner Arzt und SYDA 60 50 Passions- Lieder. Seelenfreund: eröffne du Führer bis zu dem schönen dein Herz dem Matten als eine stille Felsenkluft, wo Kühlungen ihn sanft umschatten, wenn oft ein Schmerz dem andern ruft! 3. Wie sich aus deinen Todeswunden dein Blut zu meinem Heil ergießt: das sei's in meinen bängsten Stunden, was mir den Leidenskelch versüßt. Das gieb als Balsam deinem Kranken, den Frieden Gottes flöß' ihm ein; und wann des Glaubens Grund will wanken, so müss' ihm daß zur Stüße sein. 4. Dein Aug' mit jenem Blick voll Gnade, das du dem Petrus zugewandt, daß er, verirrt auf dunk lem Pfade, dich, guten 55. Hirten, wiederfand; dein Aug' begegne meinem Sehnen, das aufwärts seine Seufzer schickt; denn milder fließen meine Thränen, wenn du mich, Jesu, angeblickt. 5. D du, mein freund lichster Regierer, seitdem ich wall' im Pilgerland, set ferner noch mein treuer Heimathland! Halt mir dein Ohr für alles offen, was ich dir flag' im Käm merlein, und laß mich stets voll Demuth hoffen, daß es soll Ja und Amen sein. 6. Du sahest segnend auf die Deinen, Herr, einst vom blut'gen Kreuz herab; so steh auch mich an und die Meinen in jeder Stunde bis zum Grab. Wie wird uns sein, befreit vom Staube, der oft den Geist mit Angst beschwert, wann endlich Hoffnung, Lieb' und Glaube die fühnsten Bitten steht erhört! 750 nach Chriftian Dann( 1758-1887). mel. Die Tugend wird durchs ic. eld Gottes, ach um unsertwillen gehst du des Leidens Opfergang, nimmst, unsrer Seelen Pein zu stillen, auf dich des Seelenfummers Drang. Erschüttert blicken unsre Herzen dir nach, der unser Heil versicht und blutend unter Todesschmerzen die Bahn des ew'gen Lebens bricht.d Passtons- Lieder. 51 fern kann. 2. Ach muß es sein? im doch reinre Flammen opTod erlieget dein Herz? du sinkst in Todesnacht? die falte Grabesnacht be steget nicht solcher Liebe Flammenmacht. Tod, du bindest sie vergebens, die starke bricht dein finstres Thor und schwebt als Fürstin ew'gen Lebens zur Gottesmajestät empor.d 3. Gekreuzigte, verklärte Liebe, du mehr als jeder Schaß der Welt, ob nichts, was irdisch ist, mir bliebe, du bist's, die mehr als schadlos hält. Und wan belt ich auf dunklen Wegen, du bist's, auf die mein Herz vertraut, bu bift des Glaubens Licht und Segen, bis dich mein Aug' im Throne schaut. 4. Laß dir mit unsrer Liebe lohnen, ste sei dein Sieg's- und Ehrenkranz! Nimm alle hin, nimm Millionen, nimm hin zum Lohn die Erde ganz! Und wo du thronft in Gottes strahlen, nimm noch der Armuth Opfer an, bis dir das Herz ach! nie bezahlen, Karl Garbe( 1763-1841). mel. D Haupt voll Blut ic. ober: Herzlich thut mich ic. err, der mit so viel Schmerzen uns ew'gen Trost erwarb und mit gebrochnem Herzen für uns am Kreuze starb, daß unser Herz mit Freuden möcht' wallen alle. zeit, weil dein hochheilig Leiden verschlungen alles Leid: 56. 2. An deines Kreuzes Stamme will ich in Thränen stehn und meines Danfes Flamme soll dir ent gegenwehn. Ach, daß ich's fönnte sagen, wie es mein Herz begehrt, was du mit tausend Plagen mir haft für Heil beschert! 3. Du, Herr, haft voll Erbarmen die Schuld der Welt umfaßt und hobst mit Liebesarmen die ungeheure Last, und auf dein Haupt herniederließ'st stür. zen du den Stoß, daß blutend deine Glieder ein heißer Strom umfloß. 4. Da, als dich Nacht Passions- Lieder. 52 umfangen und bittreTodes qual, ist hell mir aufgegangen der Hoffnung süßer Strahl; als deine Seel' im Leben den Vater fast verlor, da brach zu meinem Leben die Sonne mir hervor. 5. Ach, Herr, ich kann's nicht lassen, stets muß ich denken dran und fann's doch nimmer fassen, was du um mich gethan. Du riefft: Für mich die Schmerzen, für euch die Freud' allein"! Wie könnt' in einem Herzen wohl größre Liebe sein? 6. Wenn schöner nun die Sonne mir von dem Him mel lacht, wenn mich mit höhrer Wonne entzückt der Erde Pracht; wenn freund lich mir das Leben, der Tod nicht bitter ist, das hat mir nur gegeben dein Kreuz, Herr Jesu Christ. 7. Drum wenn ein freud'. ges Regen das Herz mir wird durchgehn, will ich mit Dankbewegen nach deinem Kreuze sehn. Das ist der Schild, der schließet in feinen Schuß mich ein, das ist der Quell, d'raus fließet mir lauter Freudenwein. 8. Ich kann nicht g'nug dich loben, zu schwach ist mir der Sinn; doch wenn ich einst da droben unendlich selig bin, wenn dann die Harfen klingen, die Stim. men hell und zart, dann will auch ich dir singen, Lamm, das erwürget ward. Carl Rothe( geb. 1812), Mel. Herzliebster Jesu, was haft du verbrochen. 57. err, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von allerSchuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Er den und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt, gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen: 3. Welch wundervoll, welch heiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. Bassions- Lieder. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen: dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst dar nieder, es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6D Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir ge büdt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken, soll ich darum in meinem Glauben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unter winden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt' in Gott ist Gnad' und Lieb' er weisen; uns kommt es zu, ste demuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. 9. Laß deinen Geist mich 53 stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich, getreu in dem Beruf der Liebe, mich christlich übe. 10. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt' ich noch nach mei nem Willen leben und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 11. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaffnen Herzens werden? Du hast so viel für uns, das wir verschuldet, liebreich erduldet. 12. Lodt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze, und werd' ich matt im Laufe guter Werke, so sei mir's Stärke. 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränfen, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken, dein Kreuz, es sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude. Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). 54 Passions- Lieder. Eigene Melodie. 58. erzliebster Jesu, was hast du verbrochen, daß man solch scharfes Urtheil dir gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Missethaten bist du gerathen? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet, du wirst mit Essig und mit Gall' getränket, ans Kreuz gehenfet. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen. Ich, mein Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie ist so wunderbar doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herr, er, der Gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt! Der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen: Christ wird gefangen. 6. Ich war vom Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu dem Scheitel war nichts Gut's zu finden, dafür hätt' ich dort in der Hölle müssen ewiglich büßen. 7. große Lieb', o Lieb' ohn' alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden! 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich g'nugsam solche Treu' ausbreiten? Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 9. Ich kann's mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 10. Doch etwas ist, das wirst du gern annehmen! Ich will des Fleisches böse Lüste zähmen, daß ste aufs neue nicht mein Herz ent zünden mit alten Sünden. 11. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz Passtons- Lieder. 55 zu beften, so gieb mir deiMel Herr Jefu Chrift, du 2c. nen Geist, der mich regiere, 59. Jh dante dir für zum Guten führe. deinen Tod, Herr Jesu, und die Schmerzen, die du in deiner letzten Noth empfandst in deinem Herzen! Laß das Verdienst von deiner Pein ein Labfal meiner Seele sein, wann mir die Augen brechen. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du mir haft erzeiget, da du beim Tilgen meiner Schuld dein Haupt zu mir geneiget. Ach neige dich, mein Herr und Gott, zu mir auch in der Todesnoth, daß ich dein' Gnade spüre! 12. Dann werd' ich dankvoll deine Huld betrachten, aus Lieb' zu dir die Welt für gar nichts achten; bemühen werd' ich mich, Herr, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren Alles wagen, fein Kreuz mehr achten, feine Schmach, noch Plagen, nichts Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 14. Dies Alles, ob es gleich gering zu schätzen, wirst du doch, Herr, nicht gar beiseite setzen; in Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 3. Laß meine Seel' in deiner Gunst aus ihrem Leben scheiden, auf daß an mir nicht sei umsonst dein theuer werthes Leiden; nimm ste hinauf, Herr spa Bours Jesu Christ, wo du zur Rechten Gottes bist, und laß mich ewig leben! Johann Scheffler( 1624-1677). 15. Wenn, o Herr Jesu, dort vor deinem Throne auf meinem Haupte glänzt die Ehrenkrone, dann will ich dir, wenn alles wird Mel. Chriftus, ber uns feltg c. wohl klingen, Lob und 60. Jeſu, deine Baſſton Dank singen. sobtad will ich be Joh. Heermann( 1585-1647). denken: wolleft mir vom 56 A Passions- Lieder. Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. der Hölle: Jesu, mein Gewiffen still, dich ins Mittel stelle. Dich und deine Passtonlaß mich gläubig faſsen: liebst du mich, o Gottessohn, wie kann Gott mich hassen? 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nach trage, daß ich Demuth von dir lern' und Geduld in Plage, daß ich dir geb' Lieb' um Lieb' und dir Dank erweise, bis ich dort- o Herr, daß gieb- dich im Himmel preise. Sigm. b. Birken( 1626-1681). 2. Meine Seele sehen mach' deine Angst und Bande, deine Schläge, deine Schmach, deine Kreuzes schande, deine Geißeln, Dornenkron, Speer und Nägel. wunden und den Tod, o Gottessohn, all die Marterstunden. 3. Aber laß mich nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach' fein und die Frucht vermel. Freu dich sehr, o meine ic. stehen. Ach, die Ursach' 61. Jesu, deine tiefen war auch ich, ich und meine Sünde: diese hat gemartert dich, daß ich Gnade finde. 4. Jesu, lehr' bedenken mich dies mit Buß' und Reue; hilf, daß ich mit Sünde dich martre nicht aufs neue. Sollt' ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was du selber büßen mußt mit so großen Leiden? Wunden, deine Qual und bittrer Tod, geben mir zu allen Stunden Trost in Leib's- und Seelennoth. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich gleich an deine Pein, die erlaubet meinem Herzen mit der Sünde nicht zu scherzen. 5. Wenn mich meine Sünde will schreten mit 2. Will sich denn in Wolluft weiden mein verderb. tes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden: Passtons- Lieber. 57 stehung, Licht und Leben. bald wird alles wieder gut.| wird mir geben AuferKommt mir der Versucher nah, blick ich hin auf Gol gatha, zeig ihm deine Gnadenzeichen: bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen, auf die breite Sündenbahn, da nichts ist, als Jubiliren, schau ich unablässig an deiner Mar ter Zentnerlaft, die du aus. gestanden haft: so kann ich in Andacht bleiben, alle din böse Lust vertreiben. Leid, weil du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 6. Hab' ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, so empfind' ich keine Schmerzen auch im letztenkampfundStreit. Ich verberge mich in dich, kein Feind kann verlegen mich. Wer sich birgt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Eigene Melodie ober: Alle Menschen müssen sterben. 4. Ja für alles, was mich fränket, geben deine 62. Jeju, meines Lebens Leben, Jesu, meiWunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich senket, schöpf ich neuen Lebens faft. Deines Trostes Süßig feit wendet mir das bittre 5. Auf dich setz' ich mein Vertrauen, du bist meine Zuversicht; dein Tod tilgt des Todes Grauen, daß er mich kann tödten nicht. Daß ich habe an dir teil, bringet mir Trost, Schuß und Heil. Deine Gnade Job. Heermann( 1585-1847). nes Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tieffte Seelennoth, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben: tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 2. Du, ach du hast ausge. standen Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strid' und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von den schweren Sündenketten: tausend, tausendmal 58 Basstons- Lieder. sei dir, liebster Jesu, Dant| herben Tod geschmedet, um dafür! atbi2 sos 12 zu büßen meine Schuld. Daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet: tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 3. Wunden ließest du dir schlagen, ließest allen Frevel zu, um zu heilen meine Plagen und zu seßen mich in Ruh. Ach du haft zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen: tausend, taasendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 4. Bitter hat man dich verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt und mit Dornen dich gekrönet. Was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergößen, mir die Ehrenfron' auf setzen: tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 7. Deine Demuth hat gebüßet meinen Stolz und Uebermuth, dein Tod meinen Tod versüßet: es kommt alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien, muß zu Ehren mir gedeihen: tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dant dafür! 5. Willig ließest du dich schlagen, mich zu lösen von der Pein, ließest fälschlich dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, Ernst Homburg( 1605-1681). hast du sonder Trost gendi od dni hangen: tausend, tausend met. Wie groß ist des Allmächt mal sei dir, liebster Jesu, And Dank dafür! gen Güte. 6. Du, mit blut'gem Schweiß bedecket, hast gelitten mit Geduld und den 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für ge sammte Noth; für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod, für dein Zittern, für dein Zagen, für die tausend fachen Plagen, für dein' Angst und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. 63. Saß mir die Feier deiner Leiden, erhabner Mittler, heilig sein! Sie lebre mich die Passtons- Lieder. 59 Sünde meiden und dir| und jede meiner Stunden mein ganzes Leben weihn, weihn. Dein Leiden sei dir, dessen Blut für mich mein höchster Segen, dein geflossen, des Herz für mich Tod mein seligster Gewinn; noch sterbend schlug, und mein Herz schlägt dir voll der so ruhig und entschlossen Dank entgegen, daß ich auch meinerSünden Strafe durch dich erlöſet bin. trug. 5. Bleibt mir zu allen 3eiten theuer, Gethsemane und Golgatha, ihr Stätten, wo die Welt die Feier der allergrößtenLiebesah! Nach euch will ich mit Andacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb, und nur allein auf den vertrauen, der und die Seligkeit er warb! 2. Wie seid ihr mir so lieb und theuer, Gethsemane und Golgatha, ihr Stätten, wo die Welt die Feier der allergrößten Liebe sah! Hier lern' ich jede Tugend üben, in Noth und Tod gelassen sein, hier stärkt mein Herz sich, Gott zu lieben und selbst dem Feinde zu verzeihn. 3. Drum in den stillsten meiner Stunden will ich nach deinem Kreuze sehn und dich, o Herr, für deine Wunden mit tief gerührtem Dank erhöhn. O laß mich deine Huld ermessen, die noch kein Sterblicher gefaßt und nie im Undant es vergessen, was du für mich gelitten hast. 4. Mir sollen diese Feier zeiten der größten Liebe heilig sein; still soll dein Kreuz mich stets begleiten Christoph Meister( 1738-1811). u met. Gottlob, es geht nunmehr ic. 64. ein Jeſus stirbt, was soll ich leben? Mein Haupt erblaßt, wo bleibt sein Glied? Ach sollt' ich ihm den Geist nicht geben, da jeßt sein Geift von dannen zieht? Ach ja, ich sterbe nun mit dir, dein Tod verkläre sich in mir. 2. Mein Jesus stirbt, die Augen brechen; ach, nimm den letzten Blick von mir! Bassions- Lieder. 60 11 Sein Mund verschmacht't, was soll ich sprechen? Mein letztes Wort ist Jesus" hier. Ach Jesu, Jesu, laß mich nicht, wenn mir das Herz im Tode bricht. 3. Mein Jesus neigt sein Haupt zur Erde. Welt, gute Nacht, ich scheide mit. Muß Jesus selbst zur Leiche werden, was scheu' ich denn den letzten Tritt? Jch küsse seinen blassen Mund und stürbe gern zu gleicher Stund'. 4. Mein Jesus wird ins Grab gesenket; o leget in mein Herz ihn hin. Und daß man immer dran gedenfet, daß ich mit ihm gestorben bin, so sest mir diese Grabschrift bei: daß Jesu Tod auch mein Tod sei. Benj. Schmold( 1672-1737). 65. Seele, eele, Mel. Jefus, meine Zuversicht. geh auf Gol gatha, seß dich unter Jesu Kreuze, nimm zu Herzen, wie dich da seine Bein zur Buße reize. Willst du unempfindlich sein? o, so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jammerbild, zwischen Erd' und Himmel hangen, wie das Blut mit Strömen quillt, daß ihm alle Kraft vergangen! Ach, der übergroßen Noth: es ist ja mein Jesus todt! 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hab' ich verschuldet, und du hast aus großer Huld Pein und Noth für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, giebst du dich am Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe. Schaue von des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe. Dein zum Tod verwundet Herz bringt mir tausendfachen Schmerz. 5. Ich kann nimmer, nimmermehr diese Plagen dir vergelten. Du verbindest mich zu sehr: alle Güter, tausend Welten, alles wäre noch kein Dant nur für deinen Gallentrant. 6. Eines weiß ich, Herr, für dich: sieh mein Herz, ich will dir's geben; dieses Passions- Lieder. soll beständiglich unter dei-| gam, als zu Hochzeitsfreunem Kreuze leben. du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. Wie den. Geht, ihr Töchter von Zion, Jesum zu empfangen; sehet ihn in seiner Kron' unter Dornen prangen. 3. Du ziehst als ein König ein, wirst dafür empfangen; aber Bande warten dein, drin du wirst gefangen. Für die Ehre Hohn und Spott wird man dir, Herr, geben, bis du durch den Kreuzestod schlieBen wirst dein Leben. 4. Das Kreuz ist der Königsthron, drauf man dich wird seßen, dein Haupt mit der Dornenfron' bis zum Tod verleßen. Jesu, dein Reich auf der Welt ist in lauter Leiden: so ist es von dir bestellt bis zum 7. Kreuzige mein Fleisch und Blu, lehre mich die Welt verschmähen; laß auf dich, du höchstes Gut, immer unverwandt mich sehen; führ' in allem Kreuze mich, wie du willst, nur seliglich. 8. Endlich, laß mich meine Noth auch geduldig über winden. Nirgends sonst foll- mich der Tod als in deinen Wunden finden; wen du dadurch heil gemacht, spricht getrost: es ist voll bracht. Benj. Schmold( 1672-1787). Mel. Jesu, beine Passion.. ober: Chriftus, der une feiig ic. 66. Seele, mach dich letzten Scheiden. eilig auf, Jesum zu begleiten gen Jerusalem hinauf, und tritt ihm zur Seiten. In der Andacht folg' ihm nach zu dem bittern Leiden, bis du aus dem Ungemach zu ihm wirst abscheiden. 61 2. Seele, stehe, Gottes Lamm gehet zu dem Letden, deiner Seele Bräutt5. Du, o Herr der Herrlichkeit, wirst ja müssen sterben, daß des Himmels Seligkeit ich dadurch mög' erben. Aber ach, wie herr. lich glänzt deine Kron' von ferne, die dein stegreich Haupt bekränzt, schöner als die Sterne. 6. Liebster Jesu, mun Glück zu! Es muß dir ge 62 Passions- Lieder. nicht, die an das Kreuz ihn schlägt? lingen: nach der stillen| trägt? Jst's eure Bosheit Sabbathsruh wirst du Freude bringen. Tritt nur auf die Todesbahn: die gestreuten Palmen künden dir den Sieg schon an und die Osterpsalmen. 3. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach, opfert Thränenfluten, denn eure Sünde macht das Herz des Heil'. gen bluten; geht nicht vor über hier, wo Schmerz ist über Schmerz; seht durch die offne Brust in eures Jesu Herz! 4. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach ja, wir wollen sehen, was dir, du Menschenfreund, durch Menschen ist geschehen; so lang ein Auge blickt, so lange soll die Pein, die du für uns erträgst, uns unvergessen sein! 7. Laß mich deine Leidenszeit mir zum Heil bedenken, voller Andacht, Reu' und Leid ob der Sünd' mich fränken. Herr, dein Leiden tröfte mich bei so vielem Jammer, bis nach allem Leiden ich geh zur Ruhekammer. Abraham Klesel( 1686-1702). $ id outnum Bad Mel. O Gott, du frommer Gott. 67. Se eht, welch ein Mensch ist das! O Blicke voller Thränen, o Antlitz voller Schmach, o Lippen voller Sehnen, o Haupt voll Todesschweiß, o Seele voller Noth, o Herze voll Geduld, o Lieb' voll Angst und Tod! 2. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach sehet seine Wunden! Habt ihr, thr Sünder, nicht den Heiligen gebunden? Sind eure Lüste nicht die Dornen, die er 5. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach sieh uns an in Gnaden! wenn wir in Reu' und Leid beweinen unsern Schaden, so laß den Blick vom Kreuz in unsre Seele gehn und dein vergofsnes Blut für uns beim Vater flehn! 6. Seht, welch ein Mensch ist das! So wollen wir dich schauen und unsern ganzer Trost auf dein Verdienft Passions- Lieder. 63 nur bauen. Wenn nun| gemacht. Wird, o Arzt, dein Haupt sich neigt, so dein Blut mich neßen, wird sterben wir mit dir; wenn sich all mein Jammer unser Auge bricht, Heil setzen. uns! dann leben wir. 4. Schreibe deine blut'. Benj. Schmold( 1672-1787). gen Wunden, Jesu, in mein hodnedal s Herz hinein; laß sie mir zu allen Stunden unverMel. Freu bich sehr, o meine ic. 68. Sei mir tausend mal gegrüßet, der mich fe und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt! Ach, wie ist mir doch so wohl, wenn ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbeft und um meine Seele wirbest. geßlich theuer sein. Du bist doch mein höchstes Gut, drin mein ganzes Herze ruht. Laß mich stets zu deinen Füßen deiner Lieb' und Huld genießen. 2. Jch bedenke alle Stunden deiner Leiden große Zahl, denke deiner heil'gen Wunden, deiner blut'gen Nägelmal'. O wer kann, du Lebensfürst, den so sehr nach uns gedürft't, deine 5. Dich, dich will ich ewig halten, gieb mir, daß ich's ewig kann! Schaue meiner Hände Falten und mich Armen freundlich an; schau vom hohen Kreuzesstamm auf mich nieder, Gotteslamm! Sprich: laß all dein Trauern schwinden, ich, ich tilge deine Sünden. Paul Gerhardt( 1606-1676). Liebe recht ergründen, ohnehow do lod Bogoj Trost darin zu finden.s Eigene Melobie, 69. du Liebe met3. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich frank und ner Liebe, du traurig bin; nimm die erwünschte Seligkeit, die du Schmerzen, die mich quälen, dich aus höchstem Triebe und den ganzen Schaden in das jammervolle Leid hin, den mir Adams Fall deines Leidens, mir zu gebracht und ich selber mir gute, als ein Lamm haft 994007 DIDAS GA Passtons- Lieder. 64 eingestellt und bezahlt mit deinem Blute alle Misse that der Welt. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Delberg fich betrübt; Liebe, die mit heißem Sehnen unaufhörlich feft geliebt; Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, den, so niemand konnte stillen, hat dein Sterben beigelegt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen allen Spott und Hohn gehört; Liebe, die bei Angst und Schmerzen bis zum Tod blieb unverfehrt; Liebe, die sich lie bend zeiget, als sich Kraft und Athem end't; Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die mit ihren Armen mich zuletzt umfangen wollt; Liebe, welche aus Erbarmen mich zulegt in höchster Huld ihrem Vater überlassen, die selbst starb und für mich bat, mir die Strafe zu erlassen, Wunden meine Seel', als ihre Braut, unaufhörlich sich verbunden und auf ewig anvertraut; Liebe, laß auch meine Schmerzen, meiner Sünden bittre Pein in dem todeswunden Her. zen sanft in dir gestillet sein. 6. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesstamm erworben, ach, wie denk ich an dein Blut! ach, wie dank ich deinen Wunden, schmerzensreiche Liebe du, wenn ich in den leßten Stunden sanft in deinen Armen ruh! 7. Liebe, die sich todt gekränket und für mein er. faltet Herz in ein faltes Grab gesenfet, ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben fann, und der Seelen Heil erworben: nimm mich ewig liebend an! Adam Drese( geft. 1718). Elgene Melodie. oder: Herzlich thut mich ic. weil mich ihr Verdienst ver- 70. Hauptvoll Blut trat. und Wunden 5. Liebe, die mit so viel voll Schmerz und voller Paffions- Lieder. 65 Hohn, o Haupt, zum Spott 5. Erkenne mich, mein gebunden mit einerDornen- Hüter, meine Hirte, nimm fron', o Haupt, sonst schön mich an! Von dir, Quell, gekrönet mit höchster Ehr' aller Güter, ist mir viel und Zier, doch schimpflich Gut's gethan: dein Mund nun verhöhnet: gegrüßet hat mich gelabet mit Milch feist du mir! und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit man cher Himmelsluft. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wann dir dein Herze bricht. Wann dein Haupt wird erblaffen im leßten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in met nen Arm und School. 7. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht' ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deines Todes Schmerzen, da du's so gut gemeint. Ach, gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit! wie bist du so erbleichet; wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht't? 3. Die Farbe deiner Wangen, der rothen Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen; des blaffen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Laft; ich hab es selbst verschuldet, was du getragen haft. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn ver. dienet hat: gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad'! 9978 66 nun erkalte, in dir mein Ende sei! 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür. Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnoth. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll fest an mein Herz dich drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Passions- Lieder. IID Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes ge schlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all' Sünd' hast du getragen, sonst müßten wir verzagen, erbarm dich unser, o Jesu! e 71. Kreuzes geschlachtet, allzett erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all' Sünd' hast du getragen, sonst müßten wir verzagen, erbarm dich unser, o Jesu! 3. Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all' Sünd' hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gieb uns dein'n Frieden, o Jesu! 307 Welt, steh hier dein Leben am Paul Gerhardt( 1606-1676). Stamm des Kreuzes schweod ist, dis2 mm ben! Dein Heil sinkt in Midstin Eigene Melodie. den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße: sein Leib ist ganz mit Schweiße des Todes überfüllt. Aus seinem edlen Herzen vor unermesfnen Schmerzen ein Seufzer nach dem andern Nicolaus Decius( geft. 1541). OUT Mel. Nun ruhen alle Wälder. 72. O Lamm Gottes, un schuldig am Stamm des quilt.dpt 15m Basstons- Lieder. 67 die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Jch bin, mein Heil, verbunden all' Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel' vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr'. 9. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben; eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in mei nem Herzen ruhn. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Missethaten weißt du nicht. 4. Jch, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, daß dich schläget, und deiner Marter ganzes Heer. 5. Ich bin's, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll'; die Geißeln und die Banden und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer 11. Ich will daraus stuals ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen verleihst du mir den Segen; dein Leiden muß mein Labsal sein. ludog i dieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanstem Muth und wie ich die soll lieben, die bitter mich betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 7. Du seßeft dich zum Bürgen, fa, läsfest dich erwürgen für mich und meine Schuld. Mir läsfest du dich frönen mit Dornen, 12. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zäbmen mich. Das Unrecht 10. Ich will's vor Augen seßen, mich stets daran ergeßen, ich sei auch, wo ich set. Es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb' und unverfälschten Treu. உஸ்ஸ் PA 68 Passions- Lieber. will ich dulden, dem Näch| Menschen gegeben in den ften seine Schulden vertrampoli zeihen gern und williglich. 13. Jch will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem absagen, was meinem Fleisch gelüft't. Was deine Augen haffen, das will ich fliehn und lassen, soviel mir immer möglich ist. 14. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schooß und Hände begleiten zu der ew'gen Ruh. Paul Gerhardt( 1606-1676). 73. Mel. Herr Chrift, der ein'ge ic. en enn mich die Sünden frän fen, o mein Herr Jesu Chrift, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Schuldenlast am Stamm des heil'gen Kreuzes auf dich genommen hast. 2.OWunder ohneMaßen, bedent' es, Seele, recht! Es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht. Es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; dieSchuld ist allzumal bezahlt durch Christi theures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag' ich dir von Herzen jetzt und mein Leben lang für deine Bein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Noth und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb' und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie tomme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollt's auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und folge treu dem Bilde, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern Basstons- Lieder. üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jeder mann ohn' Eigennuß und Heuchelschein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb' allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meinen letzten Stunden und des versichre mich, weil ich auf dein Verdienst nur trau', du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau'. aus Justus Gesenius( 1601-1673). ad Jesus im Grabe. Mel. O Traurigkeit, Herzeleib. 74. m Kreuz erblaßt, der Marterlast, der Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? nur an meine Brust fann ich tiefgebeuget schlagen. 3. Du schüßest mich, und über dich gehn aller Trüb. fal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter. 69 4. Du hast's gethan; dich bet' ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Macht! Du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei haft dahingegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Rath will ich in Demuth preisen. Mein Erlöser wird mir einst seine Tiefen weisen. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten: fie erstanden.Leichtentschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ist's mir der Weg zum Schauen. 9. Jch preise dich, er. forsche mich und siehe, wie ich's meine. Ja, du stehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, Pi 70 Passtons- Lieder. so lang' ich bin, deine Lieb'| hast, gieb, daß wir in dir ermessen.110 sdruhen all' und unser Leben Christoph Neander( 1724-1802). Dir gefall'. Mel. Sollt ich meinem Gott 2c. 75.men! men! deines Gra2. Verleih, o Herr, uns Stärk' und Muth, die du erkauft mit deinem Blut, und führ uns in des Him mels Licht zu deines Vaters Angesicht. bes Friede wird auch unser Grab durch wehn, wenn wir, von der Wallfahrt müde, ruhn, um froher aufzustehn. Amen! Fürst der Auferstehung, der des Grabes Siegel brach, zieh durch Grab und Tod uns nach zu der Heiligen Erhöhung, wo dem Lamm, das uns versöhnt, aller Himmel Loblied tönt. 3. Wir danken dir, o Gotteslamm, getödtet an des Kreuzes Stamm; laß ja uns Sündern deine Pein den Eingang in das Leben sein. Georg Werner( 1589-1643). Mel. O Traurigkeit, o Herzeleib. ungingst auch du zur ruh ins stille Grab hinüber; all' dein' Arbeit ist gethan, all' dein Leid vorüber. 2. Großer Erstling deiner 77. Brüder, ja du ziehest uns nach dir; du, das Haupt, ziehst deine Glieder, weil du lebst, so leben wir. Ja, wir werden auferstehen, weil du auferstanden bist, werden dich, Herr Jesu Christ, einst in deiner Klarheit sehen. Unsre Herzen harren dein; Amen, ewig sind wir dein! on Karl Garve( 1768-1841). Mel. Nun laßt uns ben Leib ic. 76. Der du, Herr Jesu, Ruh und Rast in deinem Grab gehalten 2. Nichts fränkt dich mehr, Fried'ist umher; dein Herz hat ausgeschlagen, das im heißen Kampf für uns unsre Sünd' getragen. 3. D Erdengruft, du dunkle Kluft, wie heilig und voll Segen wurdest du, seit Gottes Sohn hat im Grab gelegen! 1st 4. Wie selig ruhn die Passions- Lieder. Todten nun, die in dem Herrn verschieden! all' ihr Werk folgt ihnen nach, ja, ste ruhn in Frieden.d 5. D Sabbathsruh, durch welche du uns jede Ruh erworben, wo du wie ein Saattorn lagst in der Erd' erstorben! 6. Herr, führe du zur Sabbathsruh die tiefbetrübten Seelen, die um ihre Sündenlaft sich in Reu zerquälen! 71 Missethat wareft ganz vernichtet. sidet smigin 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen.lis ssd sist 5. O süßes Heil, mein bestes Theil, wie bist du so zerschlagen. Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen.deiring dig 6. edles Bild, schön, zart und mild in deinen Todeswehen! Niemand soll dein rinnend Blut ohne Reu' ansehen. bs Hard 7. O selig ist zu jeder Frist, der dieses recht bes Denfet, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab gefenfet. 8. D Jesu, du mein' Hilf' und Ruh', ich bitte dich mit Thränen: hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. Der Verfaffer v. Vers 1 unbekannt, die übrigen Verse von Joh. Rift ( 1607-1667). 1slin 100 150SIN 15. Mel. O Traurigkeit. 7. Laß deiner Heerd', o Heiland werth, bald ihren Sabbath kommen, wo ste allem Kampf und Leid ewig ist entnommen! 78. Victor v. Strauß( geb. 1809). Eigene Meloble. Tun Traurigkeit, o Herzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einig Kind wird ins Grab getragen die 2. D große Noth, der Herr liegt todt! Am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb' erworben. 3. Menschenfind, nur 79. eine Ruh in o ruhest du, o deine Sünd' hat dieses angerichtet, da du durch die deines Grabes Höhle und 60 72 erweckst durch deinen Tod meine todte Seele. 101 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach bist du kalt, mein Hort und Halt! Das macht dein heißes Lieben, das dich in das falte Grab mir zu gut getrieben. aguldy Ofter- Lieder. 4. Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken: sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 18300 100 5. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich in Frieden liege, weil ich nur durch deinen Tod Tod und Grab bestege. 6. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt, doch wird er auferstehen und ganz herrlich und verklärt aus dem Grabe gehen. 7. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis zum Tod gedenken. Salomo Frand( 1659-1725). 6. Offern. O Mel. Sollt ich meinem Gott ic. ist erstanden, er, der starb 80. Auferstanden, auf auf Golgatha! Rühmt es erstanden ist, der uns mit Gott versöhnt! O wie hat nach Schmerz und Banden Gott mitEhren ihn gekrönt! Dort auf seines Vaters Throne über Schmach und Tod erhöht, herrscht er nun in Majestät. Fallet nieder vor dem Sohne, der uns einst zu sich erhebt. Halleluja, Jesus laut in allen Landen: was fein Mund verhieß, geschah. Wer, wer kann ihm widerstreben? Mächtig steigt der Held empor; im Triumph bricht er hervor; und des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt. Halleluja, Jesus lebt. and lebt! 2. Singt dem Herrn, er 3. Uns vom Tode zu befreien, sank er in des Grabes Nacht; uns zum Leben einzuweihen, stand er auf Ofter- Lieder. 73 ringt Preis und durch Gottes Macht. Tod,| Mel. Allein Gott in der Böb' ic. du bist in Sieg verschlun. 81. gen. Deine Schrecken sind gedämpft, deine Herrschaft ist bekämpft und das Leben uns errungen. Ob man unsern Leib begräbt, Halleluja, Jesus lebt! Ruhm dem Heiland dar, frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist dem Gericht entnommen. Sei hoch gelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und stegreich aufer standen. 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Luft und Leiden im Gedächtniß Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist. Unvergänglich sind die Freuden des, der nach dem Himmel strebt. Halleluja, Jesus lebt! ulsing 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder! Er sei euer Lobgesang. Bringt dem Todesüberwinder ewig Ehre, Preis und Dank! Rühmt's in der Versuchung Stunden, wenn euch Sünd' und Elend droht; rühmt's in eurer Todesnoth: unser Herr hat überwunden! der uns einst zu sich erhebt, Halleluja, Jesus lebt! Nach Johann Lavater( 1741-1801). D 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, den großen Trost uns rauben, daß du der Menschen Heil vollbracht und über unsrer Gräber Nacht ein helles Licht verbreitet? 2010 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret, hat deines Todes hohen Werth der Welt aufs herrlichste bewährt, da er dich auferweckte. 4. Erstandner, ich frohlocke dir! Dein Sieg ist auch mein Leben. Du lebst und herrschest, wirst auch mir ein ew'ges Leben ge 570160 GAGA 74 Ofter- Lieder. ben. Du wirst auch mein| ihn, wenn du erscheinst, Regierer sein und neue zu deinem Licht erheben. Kräfte mir verleihn, mit Laß dieses Glück mein ErbFreuden Gott zu dienen. theil sein, so werd' ich dein mich ewig freun, du Todesüberwinder! 5. D hilf du mir, mein Herr, dazu, befreie mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Ruh im Glauben an dich finden. Johann Diterich( 1721-1791). 192 pe 1051 Eigene Melobie. Erwede deinen Sinn in 82. Shrift ist erſtanden mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöfter wandle.dio von der Marter alle, deß soll'n wir alle froh sein, Christ soll unser Trost sein. Kyrie eleis. 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst: und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Denn wie du auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. 2. Wär' er nicht erstanden, die Welt, die wär' vergangen. Seit daß er erstanden ist, lob'n wir den Vater Jesu Christ. Kyrie eleis. 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Deß soll'n wir alle froh sein: Christ foll unser Trost sein. Kyrie eleis. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen sein und handeln; damit ich, wenn ich auf- Mel. Chrift lag in Todesbanden. Aus dem 12. Jahrhundert. TER ersteh' und dich, des Todes Sieger, seh', vor dir dann nicht erschrecke. adher 83. Dem Herrn ſei Ehre, Preis und Dank, der Herr ist auferstanden! Ihn preise laut mit Lobgesang sein Volk 8. Wo du, Herr, bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben, und du wirst in allen Landen. Wo ihn Ofter- Lieder. 75 eine Zunge nennt, wo ihm| den fanden: uns schrecket ein Herz in Lisb' entbrennt, ertöne seinem Namen: Hal. leluja! nicht des Todes Hauch, denn Jesus ist erstanden. Jesus führt durchs Grabesthor, schenkt wieder, was das Herz verlor, sein Grab ist vor uns offen. Halleluja! 2. Der Heiland lebt, des Grabes Nacht zerfloß in Morgenröthe. Der an dem Kreuz sein Werk vollbracht, ist der von Gott Erhöhte. Friede, spricht er, sei mit euch! Wie machet seine Huld so reich! Er lebt, uns zu beleben. Halleluja! 6. Sieger, reich uns deine Hand, du einz'ger Trost auf Erden! Dein Sieg soll unsers Sieges Pfand bei jedem Kampfe werden. Herr, dem Tod und Hölle weicht, bleib bei uns, bis der Tag sich neigt, dann gehn wir ein ins Leben. Halleluja! Wilhelm Hülsemann( 1781-1865). 3. Ins Leben fehrt er stegreich ein. Erhebt euch aus dem Staube, kommt, ewig seiner euch zu freun! Es stegt der Christen Glaube. Unser Herr, der auferstand, hat Leben nun in seiner Hand. Wer kann das Heil uns rauben? Halleluja! 4. Sei hier die Liebe gleich verkannt, und mag ste einsam weinen, durch ihn, der siegreich auferstand, wird einst ihr Lohn erscheinen. Liebe wird durch Kreuz bewährt, mit Muth durch seinen Sieg verklärt, die Welt soll uns nicht trüben. Halleluja! 5. Verlaffen uns dieTheuren auch, die wir auf ErMel. Vom Himmel hoch, da ic. 84.& rinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichfeit. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien; als spräch er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich und bet' thn an. Er mißt den 76 Ofter- Lieder. Sternen ihre Bahn; er lebt| Seraphim, mit Thronen und herrscht mit Gott ver- und mit Cherubim, mit eint und ist dein König allen Frommen aller Zeit und dein Freund. soll ich mich freun in Ewigkeit. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigfeit! 5. Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn ste mein Geist mit dem vergleicht, die ich durch Got tes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron in seinem Reich unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein, Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vertraun, mit meinen Augen dich zu schaun. 8. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolfen herrlich kommen wirst, erwedt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn. 9. Mit Engeln und mit 10. 3u welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 11. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schul. dig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu. 12. Er ist's, der alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). 100 in Mel. Sollt ich meinem Gott ic. 85. rößter Morgen, der die Erde nach der tiefen Nacht be. lebt, der ste nach dem Wort es werde!" nochmals aus dem Nichts erhebt! Nach der Nacht voll düstrer Sor. gen, da man angst- und Ofter- Lieder. 97 fummervoll ohne Jesus| euch in Summerhöhlen ohne leben soll, bringt der aller- Licht und Kraft verschloßt! schönste Morgen Jesus aus Lebt nun auf: er ist er des Todes Thor, Jesus, standen! Er, an den ihr unser Licht, hervor. doch geglaubt, ist vom Tode nicht geraubt, nein, er lebt, ist frei von Banden und mit Klarheit angethan; betet euren König an! 2. Seht! der Stein ist abgehoben und kein Kriegsfnecht hütet mehr; blickt nun selig froh nach oben: Jesus lebt, das Grab ist leer! Kommt und seht, wo er gelegen; Tuch und Binden findet ihr, aber Jesus ist nicht hier. Engel rufen euch entgegen: ,, Sucht ihn, sucht den nicht im Grab, der der Welt das Leben gab!" hedder 5. Jauchz', o Erde, Him. mel, tönet, rühme, neu geschaffne Welt! Gott und Menschheit sind versöhnet. Seht, wie glänzt der große Held, der des Abgrunds und der Höllen und der Himmel Schlüssel führt, und mit Ehr' und Schmuck gezieret, seine Kirche sicher stellen und nach tiefem Gottesplan ewig selig machen kann! 6. Großer Hirte deiner Schafe, von den Todten ausgeführt, dem, nach ganz erlittner Strafe unsrer Schuld, der Preis gebührt! Nimm ihn von den Millionen derer, die das Grab noch deckt, derer, die dein Ruf schon weckt, derer, die im Himmel wohnen, auch von uns hier unten an, wie dich jeder preisen kann! 3. Großes Haupt, so lebst du wieder? nur auf wenig Tage tobt? Nun erwachen Siegeslieder mit dem Oftermorgenroth! Engel müssen sie dir singen: Den ihr suchet, Jesus, lebt!" und die Gruft hallt: Jesus lebt!" und die nahen Felsen klingen: ,, Gottes Sohn, der todt war, lebt!" und die Welt ertönt: ,, er lebt!" od poll@ 11 4. Lebt nun auf, ihr stillen Seelen, die in Thränen thr zerfloßt, bte thr 7000 да ба бо Ofter- Lieder. 78 7. Hilf uns aus den Fesseln gehen, da die Welt uns mit bestrickt; laß uns geistlich auferstehen, dal lem Sündendienst entrückt! Schenk unsKraft zum neuen Wesen, daß es täglich Ostern set, dann kommt einst der Tag herbei, da du völlig uns erlösen und zu dir er heben wirst, auferstandner Siegesfürst. Johann Lehmus( 1707-1788). Bericht der verklärtenOfterboten. Diese wissen, was geschah: Jesus lebt, Halleluja. TOT 4. Halleluja! dieses Wort soll mich wiederum beleben. Kann ich gleich nicht an den Ort seines Grabes mich begeben, g'nug, daß es mein Glaube sah: Jesus lebt, Halleluja.o2 lasel 5. Halleluja! er wird mir Leben in dem Tode geben. Also sterb' ich freudig hier, Christi Tod ist nun mein Leben. Nun geMel. Jesus meine Zuversicht. 86. alleluja! Jefus troft, ich glaube fa: Jesus lebt, Halleluja. Tod und Teufel sind bezwungen; Gruft und Kluft und Erde bebt, da der Held hindurchgedrungen. Geht nicht mehr Mel. Valet will ich bir geben. nach Golgatha, Jesus lebt, 87. Jch geh zu deinem Halleluja. Grabe, du großer Ofterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn und mit den Himmelserben ins Land des Lebens gehn. 2. Halleluja! seht das Grab, die ihr seinen Tod beweinet. Trocknet eure Thränen ab, weil die helle Sonne scheinet. Euer Hei land ist nicht da, Jesus lebt, Halleluja. nobl juil 3. Halleluja! suchet nicht den Lebend'gen bei den Todten, glaubet aber dem Benj. Schmeld( 1672-1787). 2. Du liegest in der Erde und haft sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht Ofter- Lieder. 79 scheut, auch in den Staub| ben, o meines Todes Tod! zu legen, was Staub und Dir will ich mich ergeben Asche ist, weil du ja aller- in meiner letzten Noth. wegen der Herr der Erde Dann schlaf ich ohne Kumbift. mer in deinem Frieden ein, und wach ich auf vom Schlummer, sollst du mein Loblied sein. miot 00 190 Benj. Schmold( 1672-1787). 3. Du ruhest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh im Schooß der Erde habe; duschließ'st die Augen zu: so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht Mel. Lobt Gott, ihr Chriften. vergeht; ich werde den wohl 88. ch fag es jedem, schauen, der mir zur Seite daß er lebt und fteht. m hier 4- Dein Grab schließt Stein und Siegel, und dennoch wirst du frei; auch meines GrabesSiegel bricht einst dein Arm entzwei. Du wirst den Stein schon rüden, der auch mein Grab bedeckt. Da werd' ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. auferstanden ist, daß er in unsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt es seinen Freunden gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmelreich. 3. Jeßt scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vaterland. Ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus seiner Hand. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich 4. Hinunter in das tiefe gehe, da sich dich finden Meer versant des Todes kann. Dort ist es sicher Graun, und Jeder kann wohnen, wo lauter Glanz nun leicht und hehr in um dich; da warten lauter seine Zukunft schaun. Kronen in deiner Hand 5. Der dunkle Weg, den auf mich. ber betrat, geht in den Him. 6. O meines Lebens Le- mel aus, und wer nur hört 80 Ofter- Lieder. auf seinen Rath, tommt| schen, ewig leben. Gott auch ins Vaterhaus. erfüllt, was er verspricht: dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich befehre. Gott ver stößt in Christo nicht: dies ist meine Zuversicht. 6. Nun weine feiner mehr allhie, wenn eins die Augen schließt; vom Wiedersehn, spät oder früh, wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten That ein jeder frischer glühn; denn herrlich wird ihm diese Saat auf schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, wenn alles uns verläßt; und so soll dieser Tag uns sein ein Weltverjüngungsfest. Fr. Ludwig von Hardenberg 70( Novalis)( 1772-1801). som end tout muc Mel. Jefus, meine Bubersicht. 89. Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deineSchrecken? Jesus lebt und wird auch mich von den Todten auf erweden. Er verklärt mich in sein Licht: dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! thm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herr. 4. Jesus lebt! sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüften widerstreben. verläßt den Schwachen nicht: dies ist meine Zuversicht. 5. Sesus lebt! ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, feine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu jeder Pflicht: dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! nun ift der Tod mir der Eingang in das Leben: welchen Trost in Todesnoth wird er met ner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuver sicht! Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1789). Ofter- Lieder. Eigene Melodie. 90. Jesus, meine Zuver sicht und mein Heiland, ist im Leben: dieses weiß ich; sollt' ich nicht darum mich zufrieden geben? was die lange Todes nacht mir auch für Gedanfen macht? 2. Jesus, er, mein Heiland, lebt! ich werd' auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? Läfset auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 81 Welt gebaut und geschickt zum beffern Leben. Und in diesem Leib werd' ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, ein Fremder nicht, werd' in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 7. Was hier franket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen. Irdisch werd' ich ausgesä't, himmlisch werd' ich auferstehen. Hier geh' ich natürlich ein, dort, da werd' ich geistlich sein. 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Jch bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden. Das gesteh' ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög' allezeit. 9. Lacht der finstern Er denkluft, lacht des Todes und der Höllen; denn thr sollt euch aus der Gruft eurem Heiland zugesellen. 5. Dann wird mich statt dieser Haut ein verklärter Leib umgeben, für die neue Dann wird Schwachheit 8. Seid getroft und hocherfreut! Jesus trägt euch, seine Glieder. Gebt nicht statt der Traurigkeit; fterbt ihr, Chriftus ruft euch wieder, wenn die letzt' Posaun' erklingt, die auch durch die Gräber bringt. Ofter- Lieder. 82 und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten die ser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt sollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Louise Henriette, Kurfürstin bon Brandenburg( 1627-1667). Mel. Nun lob', mein' Seel' zc. 91. obfinge, meine Seele, dem Welterlöser, bet' ihn an; lobsing ihm und erzähle, was er zum Heil dir hat gethan. Er hat für dich gerungen, durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, gestürzt der Hölle Heer. Nun liegt ihr Troß darnieder, sein Sieg hat uns befreit; uns frönet Gott nun wieder mit Huld und Seligkeit. 2. Froh führte seineSonne den festlich frohen Tag herauf; da stand er, unsre Wonne, der Heiland und Versöhner, auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt, Gedanke, der das Leiden mit reichem Trost belebt, des höhern Lebens Quelle, mein Schild in jeder Noth: wo ist dein Sieg, o Hölle? wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund erbebet, die Mächte fliehn, das Grab ist leer. Der todt war, steh, er lebet, er lebt und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Jünger wanten, er stärkt die Wankenden; ste sehn ihn, freun fich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten stegen, von dir und deinem Geist gelehrt; die Gößentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott befehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudevoll ein Christ. Jch bet' ihn an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Ver Ofter- Lieder. 83 trauen; er starb für mich| meinem Herzen hier; und und lebt. Chriftoph Neander( 1724-1802). soll ich ihm mein Leben geben, kommt mir der Tod nicht schrecklich für, weil er mich in den Himmel ein Jesus lebt! hebt, so wahr als Jesus Mel. O daß ich tausend Bungen 2c. 92. wie kann ich ist und lebt. sterben? Hier steht mein Haupt und triumphirt; so muß ich ja das Leben erben, Eigene Melodie. weil Noth und Tod die 93. reis dem TodesMacht verliert. Weg Trauüberwinder, steh, rigkeit, weg Sorgenheer! Mein Jesus lebt, das Grab ist leer. 2. Mein Jesus stegt! drum liegt zu Füßen, was mir das Leben rauben kann; der Tod muß nun die Erde küssen, und alles wird mir unterthan. Der Hölle Abgrund selber bebt, denn überall schallt's: Jesus lebt. 3. Mein Jesus lebt! Das Grab ist offen: so geh ich freudig in die Gruft. Hier kann ich auch im Tode hoffen, daß mich sein Wort ins Leben ruft. Wie süß erschallt die Stimme hier: ich leb' und ihr lebt auch in mir. Benj. Schmold( 1672-1797). 4. Mein Jesus bleibt also mein Leben, er lebt in er starb auf Golgatha! Preis dem Retter aller Sünder, was er uns verhieß, geschah; steh, er starb auf Golgatha; singt, des neuen Bundes Kinder, aus dem Grab eilt er empor, singet ihm in höherm Chor! 2. Laßt des Dankes Harfe flingen, daß die Seele freu dig bebt! Laßt uns, laßt uns mächtig singen dem, der starb und ewig lebt! daß das Herz vor Wonne bebt! Preis und Ehre laßt uns bringen dem, der starb und ewig lebt! dem, der starb und ewig lebt! 3. Da in Morgendämmerungen noch verhüllt die Erde schwieg, da zu tiefern Anbetungen Gottes Engel 6* Q 84 Ofter- Lieder. niederstieg, aber jetzt noch| Sünder Heil, ganz an det. bebend schwieg, da erstan- nem Leben Theil! dest du! schnell sungen aller Himmel Chöre dir, Todesüberwinder, dir. Friedrich Klopstod( 1724-1803). 4. Jetzt, da ich an dich nur glaube, seh ich dunkel nur von fern, ich, der Wanderer im Staube, dich, die Herrlichkeit des Herrn! dich, die Herrlichkeit des Herrn! Dennoch, wenn ich innig glaube, wenn ich dürfte, strömt mir Ruh deines Tods und Lebens zu. 5. Gerne will ich hier noch wallen, Herr, so lange du es willst. Knieen will ich, niederfallen, flehn, bis du dich mir enthüllst und mein Herz mit Kraft er füllst, dein hochheilig Lob zu lallen. Selig war stets, wen dein Lob, Ewiger, zu dir erhob! 19 6. Wann ich aus dem Grabe gehe, wann mein Staub Verklärung ist, wann ich, Herr, dein Antlit sehe, dich, mein Mittler, Jesu Christ, dich, Verklärter, wie du bi o dann, wann ich auferstehe, hab ich, du der Mel. Jefu, bu mein liebstes ic. ober: Sollt' ich meinem Gott zc. 94. eberwinder, nimm die Palmen, die dein Volk dir heute bringt, das mit frohen Osterpfal. men den erkämpften Sieg besingt! Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordgeschrei, da des Todes Nacht vorbei, und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da. Gott sei Dank Halleluja! 2. Stecke nun deinSiegeszeichen auf der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt her. vor! Laß dir tausend Engel dienen, denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen! Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Ofter- Lieder. 85 Sehnsucht heute vor den Kummer fiber Sarg und Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gieb uns allen, o jo jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs lieblichste gefallen! Freud und Wonne grünen da, Gott sei Dank, Halleluja! Grüften weint, wie die Schwachheit nach Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das tühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverloren: unser Hirte hütet da. Gott sei Dank, Halleluja! 4. Laß! o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herz uns gehn. Gieb Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, o so fördre du den Lauf, rufe mächtig: " Wachet auf! denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da!" Gott sei Dank, Halleluja! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wann die letzte Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gieb uns in den höchsten Nöthen, gieb uns mitten in der Pein deinen Trost und Glauben ein, o so kann der Tod nicht tödten; denn die Hoffnung blühet da. Gott sei Dank, Halleluja! 6. Zeige, wann der blöde 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunklen Nacht, wann der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben, dann wird unsre volle Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erheben, und wir sprechen auch allda: Gott sei Dank, Halleluja! Christian Tabbel( 1708-1775). Mel. Es ist das Heil uns ic. 95. ach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn' ist aufgegangen; ermuntre dich, mein Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thor 2010 Ofter- Lieder. 86 gebrochen aus dem Grab hervor der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was das hinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht: er ist nicht fern, denn er ist auferstanden. 5. Es hat der Löw' aus Judas Stamm heut stegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm das Leben wieder funden; es bringt Heil und Gerechtigkeit und hat nach hartem Kampf und Streit den Feind zur Schau getragen. 6. Drum auf, mein Herz, geh in den Streit, weil Jesus überwunden; in dir auch überwinde weit er, der den Feind gebunden. Er hilft dir nun, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 7. Laß weder Teufel, Welt, noch Tod dich scheu und zaghaft machen; denn Jesus lebt, es hat nicht Noth, er ist noch bei den Schwachen und den Geringen in der Welt als ein gekrönterSiegesheld; drum wirst du überwinden. 8. Ach, mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auferstanden, rett' uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns haft erworben. 9. Set hochgelobt in die ser Zeit von allen Gottes Ofter- Lieder. findern und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueber windern, die überwunden durch dein Blut. Herr Jesu, gieb uns Kraft und Muth, daß wir auch überwinden. Laurentius Laurenti( 1660-1722). 87 gem Arm durchbrach? Feterst du sein Auferstehen auch in rechter Ofterfreud'? Kann man an dir selber sehen, welch ein hoher Fest. tag heut? Mel. O bu Liebe meiner Liebe. 96. andle leuchten der und schöner, Oftersonne, deinen Lauf; denn dein Herr und mein Versöhner stieg aus seinem Grabe auf. Als das Haupt er sterbend beugte, bargst du dich in nächt'gen Flor; doch jetzt komm hervor und leuchte, denn auch er stieg längst empor! 2. Erde, breite dich in Frieden unter deinem Himmel aus; denn dein Herr ist nicht geschieden, er zerbrach des Todes Haus. Deine starken Felsen bebten, als er seinen Geist verhaucht. Grüße nun den Neubelebten wonnevoll, in Licht getaucht! falleg 3. Doch du selber, meine Seele, sag, wie feierst du den Tag, da der Herr des Grabes Höhle mit gewalt' 4. Bist du mit ihm auferstanden aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden losgerungen, frei gemacht? Oder liegst du noch verborgen und in deinen Sünden todt? Kündet deinen Ostermorgen noch kein helles Morgenroth?! 5. dann laß dich nicht bedecken länger mehr die finstre Nacht; steh, dein Herr ist, dich zu wecken von dem Tode, aufgewacht! Komm, vom Schlaf dich zu erheben, komm, der Fürst des Lebens ruft: Wache auf zum neuen Leben, steig herauf aus deiner Gruft!" 11 6. Sieh, er reicht dir hilfreich, gnädig die durchbohrten Hände hin, macht dich der Betäubung ledig, weckt mit Liebesruf den Sinn. Keine Strafe sollst du scheuen, darum bleibe S 88 Oster- Lieder. nicht zurüd, raff' dich auf,| Mel. Marter Gottes, wer kann. dich zu erfreuen an des 97. neuen Lebens Glück! 7. Steig empor zum neuen Leben; denn du schliefeft lang' genug. Kraft zum Leben wird dir geben, der für dich den Tod er trug. Fang nur an erst aufzustehen, fühlst du dich auch noch so matt; der wird dir zur Seite gehen, der dich auferwecket hat. 8. D bedenke und erwäge, wie du gehn magst, nicht so lang! Solch Bedenken macht nur träge, macht dich mehr noch schwach und krant. Keine Hilfe wird versagen er, wenn du nur erst begannst, wird dich auf den Armen tragen, wo du selbst nicht gehen kannst. 9. Sieh, dein Herr ist auferstanden, daß du könntest auferstehn, aus der Sünde Haft und Banden in die schönste Freiheit gehn! Willst du ihm dich nur ergeben, streift er deine Ketten ab, und du stehst dein altes Leben hinter dir als leeres Grab. Kari Spitta( 1801-1859). enn der Herr, der aus dem Grab erwachte, seinen heil'. gen Friedensgruß in die Kreise seiner Lieben brachte: welche Stunden voll Genuß! Möcht' auch uns in diesen Segenstagen öfters solch ein Himmelsstündlein schlagen, und sein holdes Friedeswehn uns mit Got teskraft durchgehn! 2. Thränen, die ihm Lieb und Sehnsucht weinen, trocknet er mit milder Hand. Freundlich naht er mandelnd zu den Seinen, setzt ihr Herz in heil'gen Brand; freundlich läßt er sich zum Bleiben bitten, gehet ein zu unsern Friedenshütten, reicht sein Lebensbrod uns dar, und ihn kennt der Seinen Schaar. 3. Oder prüfend tritt er vor die Seele:„ Hast du, sprich, hast du mich lieb?" Werverdeckt ihmSchwächen oder Fehle? wer den tiefst verborgnen Trieb? Selig, wessen Herz durch ihn entzündet, lautre Lieb in Wort und Werk verkündet Ofter- Lieder. 89 und, zum Glaubenssteg ge-| so glückselig sein und kehr übt, ohne Sehen glaubt in meinem Herzen ein. und liebt! 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil es ist so gut gemeint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag stch sehr geneigt, die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o wahres Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 4. Selig, men der Herr bei seinem Namen mit der Himmelsstimme nennt; wer, wenn lange Glaubensnächte kamen, froh beschämt ihn wieder kennt! Stammelnd wird er jetzt zu seinen Füßen ihn mit neuer Glaubenswonne grüßen; und entbrannt für ihn, für ihn froh durch Tod und Leben ziehn. 5. Dank sei dir, du herr und Gott der Deinen, bis ans Ende fühlbar nah! Noch kannst du dem Geist in Kraft erscheinen, daß er jauchzt: der Herr ist da! fannst mit deinem Hauche neu beleben, und den Geist aus Gott uns wiedergeben. Komm in deines Geistes Kraft, Herr, zu deiner Jüngerschaft! Karl Garbe( 1763-1841). Mel. ch Gott, wie manches ic. 98. o willst du hin, weil's Abend ist, o lieber Pilger, Jesus Christ? Komm, laß mich 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel sicher finden kann, damit die dunkle Sündennacht mich nicht verführt, noch irre macht. 5. Vor allem in der letzten Noth hilf mir durch einen fanften Tod. Herr Jesu, bleib, ich halt' dich fest, ich weiß, daß du mich nicht verläßt. Johann Scheffler( 1824-1677). 99. Zwee Mel Jesu, meines Lebens Leben ic. ober: Alle Menschen müssen zc. ween Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus. Ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seele voll Verdruß, GRATI 90 Ofter- Lieder. und ste wechseln Klage-| und das Schäflein wiederworte; doch es ist von ihrem Orte schon der Heiland gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. bracht. 5. Hat sich eine Noth ge funden, so ließ er mich nicht allein. Jesus stellt 2. Ach, es gehn noch zur rechten Stunde sich mit manche Herzen ihrem ftillen seinem Beistand ein. Wenn Jammer nach; ste bewei- ich mich im Leid verzehre, nen voller Schmerzen ihre gleich als ob er ferne wäre, Noth, ihr Ungemach. Man-, so ist er mehr als ches wandert gar alleine, nah und mit seiner Hilfe daß es nur zur G'nüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig ſei? da. 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, so ist er der dritte Mann; er bemerket die Gebrechen, redet, was uns trösten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, wie wir glaubenslos oft träumen. Er weiß alles, nah und fern, seine Treue hilft uns gern. 4. Jesus ist mir nach gegangen, wenn ich meiner Eitelkeit und den Sünden nachgehangen. D, der unglücksel'gen Zeit, die ich dergestalt verloren! Doch er hat mich neugeboren; Jesus hat an mich gedacht| 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe weiter doch bei mir! Kommt die Welt mich anzufeinden, ach, so sei du auch allhier! Wenn mich Trübfalswetter schreden, wollst du mächtig mich bedecken. Komm, in meinem Geist zu ruhn: was du willst, daß will ich thun. 7. Bin ich traurig und betrübet, Herr, so gieb mir in den Sinn, daß mich deine Seele liebet und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich fester gründen, laß es so mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich im. mer besser kennt. 8. Tröst' auch Andre, die Himmelfahrts- Lieder. 91 voll Jammer einsam durch| Welt nicht weilen, ach, so die Fluren gehn, oder in nimm mich auch mit dir. der stillen Kammer tief- Laß mich deine Freuden bekümmert zu dir flehn. theilen, sei und bleibe stets Wenn ste von der Welt sich bei mir. Bleibe doch in trennen, daß sie sich satt unsrer Mitten, wie dich weinen können, sprich dann deine Kinder bitten. Dank ihren Seelen zu: liebes sei dir, o lieber Gast, daß Kind, was trauerst du? du mich getröstet haft! 9. Kannst du bei der pis, du 30h. Neunherz( 1653-1787). 7. Simmelfahrt. Mel. Wie schön leucht't une der ehret den, der fähret auf zum Throne, zu empfahn 100.ch, wundergro- bie Himmelskrone. Morgenstern. W Ber Sieges- 3. Du bist das Haupt, held, du Sündenträger aller hingegen wir sind Glieder, Welt, heut bist du aufge- ja, es kommt von dir auf fahren zur Rechten Gottes uns Licht, Trost und Leben; in der Kraft, haft deinem Heil, Friede, Freude, Stärk' Reich den Sieg verschafft und Kraft, ja, was dem ob aller Feinde Schaaren. Herzen Labsal schafft, wird Mächtig, prächtig, trium- uns von dir gegeben. Dringe, phirst du und regierst du, zwinge, ew'ge Güte, mein Tod und Leben ist, Herr Gemüthe, dich zu preisen, Christ, dir untergeben. Lob und Dank dir zu erweisen. 2. Dir dienen alle Cherubim; viel tausend hohe Seraphim dich Siegesfür sten loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Pracht zur Freude bist erhoben. Singet, flinget, rühmt und 4. Zieh, Jesu, uns, zieh uns nach dir, hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche trachten. Laß unsern Wandel himmlisch sein, daß wir der Erde eitlen Schein und Hoffahrt S 92 Himmelfahrts- Lieder. stets verachten. Nicht'ges, und allen Zweifel, Angst Flücht'ges laß uns meiden, und Bein hiermit stets chriftlich leiden, wohl er überwinde. Denn weil das gründen, wo die Gnade Haupt im Himmel ist, wird sei zu finden. seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan, und große Gab' empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends Ruh erlangen. Denn wo mein Schatz gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn; nach ihm mich sehr ver. langet. 3. Ach, Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren, und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre doch mein Flehen! Josua Wegelin( 1604-1640). 5. Sei, Jesu, unserSchuß und Hort, sei unser Ruhm und stchrer Ort, darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist. Auf Erden wohnet Trug und List; es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen täglich, stündlich unsre Seelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, fomm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein theures Blut ins Heiligthum gegangen. Komm, Herr, hilf, Herr! Denn so sollen, denn so wollen wir ohn' Ende jauchzend heben unsre Hände. P Mel. Es ist das Heil uns 20. Ernst Homburg( 1805-1681). 102. uf diesen Tag bedenken wir, Mel. Es ist das Heil uns ic. 101.uf Christi Him. melfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe daß Christus aufgefahren, und flehn mit herzlicher Begier, Gott woll' uns all' bewahren, die wir auf die Himmelfahrts- Lieder. 93 ser armen Erd', ohn' ihn| erst freudenreich, wenn uns von Noth undTod beschwert, nicht Trost, noch Hoffnung haben. 2. Gott Lob, nun ist der Weg gemacht, und steht der Himmel offen; Christus schließt auf mit großer Macht, was vorhin war verschlossen. Wer's glaubt, deß Herz ist freudenvoll; dabei er sich doch rüsten Gott zu sich nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, wie wir ihn jetzt bekennen. Da wird sich finden Freud und Muth zu ew'ger Zeit beim höchsten Gut: Gott woll', daß wir's erlangen! Joh. 3wid( 1496-1542). soll, dem Herren nachzufolgen. 3. Wer nicht des Herren Willen thut, ihm nicht das Herz hält offen, der kann ja doch für Fleisch und Blut das Himmelreich nicht hoffen. Am Glauben liegt's: ist der nur echt, so wird gewiß das Leben recht zu Gott hinaufgerichtet. 4. Solch Himmelfahrt fängt in uns an, wenn wir den Vater finden, stets fliehn der Weltluft breite Bahn und werden Gottes Kinder. Die sehn hinauf und Gott herab, an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis sie zusammen kommen. 5. Dann wird der Tag Mel. Valet will ich bir geben. 103. Grgrünt, ihr Siegespalmen! Ihr Himmel, werdet klar, ihr Herzen, bringet Psalmen und schmücket den Altar! Singt von dem Menschensohne und seinem großen Sieg! Singt, wie er auf zum Throne der Ewigkeiten stieg! 2. Der einst, von Qual durchdrungen, den Sündern war ein Spott; der unsern Tod verschlungen in seine Tobesnoth: den sehn wir hoch und prächtig imSiegesglanze ziehn, der schwinget sich allmächtig durch alle Himmel hin. 3. Die Engel und die Thronen und aller Mächte Chor, viel tausendLegionen, 94 Himmelfahrts- Lieder. die schwebten mit empor,| Lebenslicht; dann zeig uns den Sieger zu geleiten, als er sich herrlich hob, den König zu begleiten mit Preisgefang und Lob. ohne Hüllen des Vaters Angesicht. O himmlisches Entzücken! o sel'ger Liebeszug! wenn wir nur dich erblicken, hat unser Herz genug. 4. Dort auf dem Delberg stehen die Jünger, arm und schwach; mit deiner Mutter sehen sie dir, o Jesu, nach. Doch sehn ste frob dich scheiden in deinen Sterneniaal, weil du mit mel. Freu bich sehr, o meine ic. Nach einem lateinischen Liede von Beba dem Ehrwürdigen( † 735) übertragen von A. Knapp. 104. Serr, auf Erden muß ich leiLicht und Freuden sie trösteft ohne Zahl. 5. Du aber haft nach oben zum Throne dich gewandt und waltest ewig droben zu Gottes rechter Hand. Von dannen wirst du kommen in Richtermajestät; dann jauchzen deine Frommen, der Stolzen Hohn vergeht. 6. Jesu, Heil der Deinen, rüst uns auf diesen Tag, sei's, daß er heut erscheinen, sei's, daß er säumen mag! Wenn dann dir deine Knechte verklärt entgegenziehn, dann führe deine Rechte auch uns zum Himmel hin! 7. Dann laß in Strömen quillen dein schönes den und bin voller Angst und Weh. Warum willst du von mir scheiden? warum fährst du in die Höh? Nimm mich Armen auch mit dir, oder bleibe doch in mir, daß ich dich und deine Gaben möge täglich bei mir haben. 2. Laß mir doch dein Herz zurücke und nimm meines mit hinauf; wenn ich Seufzer zu dir schicke, thue mir den Himmel auf, und wenn ich nicht beten kann, rede du den Vater an; denn du bist zu seiner Rechten: darum hilf uns, deinen Knechten. 3. Bieh die Sinne von Himmelfahrts- Lieder. 95 der Erde über alles Eitle| dein Wort für Lügen hält, hin, daß ich mit dir himm- so führ' uns nach allem lisch werde, ob ich gleich Leide ein zu deines Himnoch sterblich bin, und im mels Freude. Glauben meine Zeit richte nach der Ewigkeit, bis wir Casp. Neumann( 1648-1715). auch zu dir gelangen, wie met. Wie groß ist des Allmächt'du bist vorangegangen. gen Güte. 4. Dir ist alles übergeben, 105. Jhr aufgehobnen nimm dich auch der Deinen an! Hilf mir, daß ich christlich leben und dir heilig dienen kann. Klagt der Satan wider mich, ach, so wirf ihn unter dich, zu dem Schemel deiner Füße, daß er ewig schweigen müsse. urd 5. Meine Wohnung mir bereite droben in des Vaters Haus, da ich werde nach dem Streite bei dir gehen ein und aus. Herr, der Weg dahin bist du, darum bringe mich zur Ruh. Nimm an meinem letzten Ende meinen Geist in deine Hände. 6. Kehre, wenn es Zeit ist, wieder, denn du hast es zugesagt, und erlöse deine Glieder aus des finstern Grabes Nacht. Richtest du alsdann die Welt, die voll Heil, voll Wunderkraft des Herrn, ihr wirft und waltet bis ans Ende, uns ungesehn, doch niemals fern. Im Segnen seid ihr aufgefahren, im Segnen kommt ihr einst zurück; auch in des Glaubens Pilgerjahren bleibt ihr der Seelen Trost und Glück. 2. Jhr segnet Chrifti Schaar hienieden mit Freude, die ohn' Ende währt; ihr legt auf ste den hohen Frieden, den keine Welt uns sonst bescheert. Ja, segnend ruht ihr auf den Seinen; dies beugt und stärkt uns bis ans Grab, und wenn wir Sehnsuchtsthränen weinen, so trodnet dies die Thränen ab. 3. Ihr zieht mit Gottesfraft die Herzen zu ihm iPiger 96 Himmelfahrts- Lieder. und an sein Herz hinauf; 2. Seh ich dich gen Himihr stillt, ihr heilt die See- mel fahren, seh ich dich lenschmerzen, ihr helft der auf Gottes Thron, seh ich, Schwachheit mächtig auf. wie der Engel Schaaren Ihr brecht den Zwang, der tauchzen dir, dem ew'gen Herzen fettet, ihr faßt und Sohn; sollt' ich da nicht stärkt des Pilgers Hand; niederfallen und mein Herz ihr hebt, ihr tragt, und ihr vor Freude wallen, da der errettet und führet uns ins Himmel jubilirt, und mein Vaterland. König triumphirt? 3. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit sich enthüllt, und mit neuem Glanz und Wonne alle Himmelsgeifter füllt; prächtig wirst du aufge. nommen, freudig heißt man dich willkommen: schau, dein armes Kind steht hier, ruft auch Hostanna dir. 4. Einst öffnet ihr die Himmelsthore der treuen Erdenpilgerschaar und reicht dem Ueberwinderchore des ew'gen Lebens Krone dar. Dann, dann, mit jeder Gottesgabe, mit jedem Heil begabt durch euch, jauchzt eurem goldnen Königsstabe des weiten Himmels Königreich. Karl Garve( 1763-1841). 4. Sollt' ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt' mein Muth noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Mel. Alle Menschen müssen sterben. tegesfürst und 106. Chrenkönig, du Meinem König will ich trauen ohne Furcht und ohne Grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. verklärte Majestät, alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht; sollt' ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor 5. Herr, dein heil'gerGeift Freude wallen, wenn mein Glaubensaug'entzückt deine Herrlichkeit erblickt? ergieße über uns sich kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füße alle Feinde Pfingst- Lieder. legen sich. Herr, zu det nem Scepter wende alles bis zum fernsten Ende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 6. Nun erfüllst du aller Orten alles durch dein Nahesein; meines armen Herzens Pforten stehn dir offen, fomm herein! Komm, dukönig aller Ehren, fomm, bei mir auch einzukehren! Ewig in mir leb' und wohn', wie in deinem Himmelsthron! Gerh. Tersteegen( 1697-1769). Mel. Ach Gott und Herr. 107. Zieh uns nach dir, so eilen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, o Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. I 97 2. Zieh und nach dir in Heilsbegier aus diesem Erdenleben, so dürfen wir nicht länger hier in Noth und Sorgen schweben. Mel. Freu bich sehr, o meine ic 108. De er du uns als Vater liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, fa, uns um ihn bitten heißt, demuthsvoll fleh ich zu dir: Vater, sende ihn auch mir, daß er mei 3. Zieh uns nach dir, Herr Chrift, ach führ' uns deine Himmelsstege. Wir irren leicht, sind bald verscheucht vom rechten Lebenswege. 4. Zieh und nach dir, so folgen wir dir nach deinem Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 5. Zieh uns nach dir nur für und für und gieb, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Schaaren Frtebr. Fabricius( 1642-1703). 8. Pfingsten. nen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft undFruchtbarkeit, und mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung 7 98 in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit rechter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laf ihn kräftiglich in mir wir ken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. Pfingst- Lieder. i 4. Ew'ge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottes geift, der du menschliche Gemüther besserst und mit Troft erfreust! Nach dir, Herr, verlanget mich; ich ergebe mich an dich: mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heil' gen Trieben, daß ich dich, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth deiner Vaterhuld mich freu' und mit wahrer Kindestreu ftets vor deinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe und mir's rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleich. trung der Beschwerden kann dem Nächsten nützlich werden. 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborgnen Sünden sehn, ste voll Neue Gott bekennen und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu, mich zu bessern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gieb mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt, wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zittern hegt, wenn mein Aug' in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint, o, dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen! 9. Was sich Gutes an mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. Pfingst- Lieder. 99 O so sebe durch dein Wort zu reden wohl, wie er gab deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. David Bruhn( 1727-1782). auszusprechen. Erfüll' auch uns mit heil'ger Glut, daß wir des Herzens blöden Muth mit freier Rede brechen. Mel. Rommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. Smioon 8 109. saß ein from mes Häuflein dort und wollte nach des Herren Wort einmüthig Pfingsten halten. Ach, laß auch jetzt im Christenstand, Herr Jesu, deiner Liebe Band bet frommen Gliedern walten. 5. Die Welt zwar treibt nur ihren Spott, und wer nicht merkt die Kraft aus Gott, der höhnet: ste sind trunken. Den rechten Freudenwein uns gieb, erquic, o Herr, in deiner Lieb, was noch in Angst versunken. 6. Dein Licht treib in des Herzenshaus mithellen Strahlen gänzlich aus die altenFinsternisse, daß Blindheit, Irrthum, falscher Wahn, und was uns sonst verleiten kann, auf ewig weichen müsse. 7. Dein Feuer tödt' in unsrer Brust, was sich noch 3. Er füllete die Woh regt von Sündenluft, er nung ganz, zertheilter 3un- wede reine Triebe; auf daß gen Feuerglanz ließ sich wir, statt in Eitelkeit, nur auf Jedem spüren. Ach, finden unsre wahre Freud' nimm auch unsre Kirchen in Jesu treuer Liebe. ein, laß feurig deine Boten Bleronymus Annont( 1897-1770). sein und laß dein Wort mel. Liebster Jesu, wir sind hier. uns rühren. 110. Geist der Wahrheit, lehre mich aller Weisheit Quelle fen 7* 2. Schnell fiel hernieder auf das Haus ein starker Wind, der mit Gebraus sich wundersam erhoben. Gotteshauch, ach lasse dich bei uns auch spüren kräftiglich und weh' uns an von oben. 4. Sie wurden all' des Geistes voll und fingen an 100 Pfingst- Lieder. nen, Jesum Chriftum! Nur| geben. Selig, die an det durch dich kann ich meinen Herrn ihn nennen; du, du, mußt ihn mir verklären, ganz mein Herz zu Gott bekehren. nen Gaben theil durch Lieb' und Glauben haben! 2. In des Irrthums Finsterniß müßt' ich ohne Führer wanken; du nur machst das Herz gewiß und er leuchtest die Gedanken, offen barest Gottes Pfade, zeugst von Wahrheit und von Gnade. 3. Tröster, Tröfter het Best du, überschwänglich kannst du trösten; du erfüllst mit Herzensruh die Gemüther der Erlösten, daß ste nach der Angst der Sünden Gottes Vaterhuld empfinden. 4. Mächtig stärkst du zum Gebet, wedst in uns in brünst'ges Sehnen, das mit stillen Seufzern fleht und zur Wonne führt durch Thränen. Hoffnung und Geduld im Leiden ist dein Werk, du Geist der Freuden. 5. Heiligung und Reinigfeit und ein gottgefällig Leben, selige Zufriedenheit, wahre Weisheit kannst du 6. Jch erflehe sie von dir; todt ist noch mein ganzes Wesen. Komm und wohne selbst in mir, und ich leb' und bin genesen. Dann wird meine Schwachheit Stärke, und ich wirke Gottes Werke. 7. Nimm mein Herz und mach es rein; auch die Läuterung durch Leiden soll mir theurer Segen sein, Weihung zu den höhern Freuden, bis wir einst den Engeln gleichen und des Glaubens Ziel erreichen. Samuel Bürbe( 1753-1881). mel. Gott sei Dank durch alle ic. 111. Geist vom Bater und vom Sohn, weihe dir mein Herz zum Thron; schenke dich mir immerdar, so wie einst der Jüngerschaar. 2. Geist der Wahrheit, leite mich; eig'ne Leitung täuschet sich, da ste leicht des Wegs verfehlt und den Schein für Wahrheit wählt. 3. Geist desLichtes! mehr' in mir meinen Glauben Pfingst- Lieder. 101 für und für, der mich Christo| schwül; des Lebens Abend einverleibt und durch Liebe Früchte treibt. 4. Geist der Andacht! schenke mir Salbung, Inbrunst, Glut von dir; laß mein Bitten innig, rein und vor Gott erhörlich sein. 5. Geist der Liebe, Kraft und Zucht! wann mich Welt und Fleisch versucht, o dann unterstüße mich, daß ich ringe; rette mich! 6. Geist der Heiligung! verklär' Jesus in mir mehr und mehr und erquicke innerlich durch den Frieden Gottes mich. oft stürmisch noch und Wenigen nur labend. Ach es bedarf das Herz im Staub hienieden, Herr, deinen Frieden! 3. Gieb Frieden, daß die fromme, dir getreue, oft schon geprüfte Seele sich erneue, daß ste nicht muthlos hingerissen werde vom Geist der Erde! 4. Gieb, wie den Vätern, die dir wohlgefallen, auch uns den Frieden, die im Kampf noch wallen. Gieb Hoffnung, daß des Glaubens Ehrenkrone dem Sie ger lohne! 35 fala 5. Das ganze Leben auf der dunklen Erde ist auch ein Streit mit Sorgen und Beschwerde. O birg uns, Herr, in deines Friedens Schatten, wenn wir er matten! 7. Geist der Hoffnung! führe du mich dem Him. melserbe zu; laß mein Herz sich deiner freun und in Hoffnung selig sein. Heinrich Tobe( 1733-1797). Mel. Herzliebster Jesu, was haft bu berbrochen. d 112. teb deinenFrie den uns, o Herr der Stärke! Im Frieden nur gedeihen deine Werke, daß wir im Kampf mit Sünde nicht ermüden, stärk' uns deinen Frieden. ew'gen Frieden! 2. Des Lebens Tag ist 6. Und wenn zuletzt wir mit dem Tode ringen, deck' uns dein Engel, Herr, mit mächt'gen Schwingen und trag uns hin, von allem Kampf geschieden, zum Karl Garbe( 1763-1841). 1670 102 Pfingst- Lieder. Mel. Herzlich thut mich ic. Sand, dürftet nach des 113. ieb Frieden, Himmels Segen, tränke dein verschmachtet Land; laß des heil'gen Geistes Gab' aus der Höh auf mich herab wie die starken Ströme fließen und sich in mein Herz ergießen. Herr, gieb Frieden, du milder LiebesHort! Einst bist du abgeschieden mit süßem Freu denwort: ich geb' euch meinen Frieden, wie ihn die Welt nicht giebt, verheißen und beschieden dem, der da glaubt und liebt. 2. Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden! die Welt will Streit und Krieg, der Stille wird gemieden, der Wilde hat den Steg. Nur Unruh' herrscht auf Erden und Lug und Trug und List -ach laß es stille werden, du stiller Jesus Christ. 3. Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden, du milder Liebeshort! Dann wird es schon hienieden ein Paradiesesort, undSorgen fliehn und Schmerzen aus jeder schweren Brust; in Freuden glühn die Herzen, in Lieb' und Himmelslust. Ernst Moriz Arndt( 1769-1880). Mel. Freu bich sehr, o meine ic. 114. Gott, gieb einen milden Regen da mein Herz, wie dürrer 2. Kann ein ird'scher Vater geben gute Gaben seinem Kind und was noth ihm ist zum Leben, wär' er gleich auch arg gesinnt: solltest du denn, der du heißt guter Vater, deinen Geist mir nicht geben, mich nicht laben, mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir; laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich, in der Wahrheit fest zu stehen und auf dich im Glauben sehen. 4. Heil'ger Geift, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sei tauſendmal willkommen; laß mich sein. Säubre du nur selbst Pfingst- Lieder. 103 versprochen. das Haus meines Herzens,| deinen Rath seinem Volk thu hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den süßen Himmels freuden.depsd 5. Schmücke mich mit deinen Gaben. Mache mich neu, rein und schön, laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gieb mir einen starten Muth, heilige mein Fleisch und Blut; lehre mich vor Gott hintreten und in Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir ergeben, dir zu Ehren soll meinSinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn dich im höchsten Himmels. thron ich erheben kann und preisen mit der Engel süßen Weisen. & Moriz Kramer( 1646-1702). 45 Mel. Warum sollt' ich mich zc. 115.öchster Tröster, komm her nieder, Geist des Herrn, sei nicht fern, salbe Jesu Glieder! Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat Bu 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, jeder Schritt, feder Tritt ist ohn' dich vergebens. Ach das Seelenwerk ist wichtig; wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße; eins ist noth für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Greu'l der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Reu und Scham empfinde. 4. Zeig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: ihr habt Ruh, thr habt Heil gefunden. Unsre Sünd' wird nicht gezählet: Jeſu Blut machet gut, was die Welt gefehlet. 5. Weck uns auf vom Sündenschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe; reiß die Welt aus dem Verderben, laß ste nicht im Gericht der Ver. stockung sterben. 6. Geist der Wetsheit, gieb uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen; lehr uns 104 Pfingst- Lieder. freudig vor Gott treten,| bigen Herz, Muth und Sinn, set uns nah und sprich: dein' brünstig' Lieb' entJal, wenn wir gläubig zünd' in ihn'n. D Herr, beten. durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen: das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja. 7. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gieb uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd' und Welt zu dämpfen: laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. plag 8. Hilf uns nach dem Besten streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben; gieb, daß wir nicht stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 9. Sei in Schwachheit unsre Stüße, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshiße; führ' wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist in des Himmels Freude. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des uns Gott recht erkennen, Lebens Wort, und lehr' von Herzen Vater ihn nennen. Herr, behüt vor fremder Lehr' daß wir nicht Meister suchen mehr denn Jesum Christ mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns, fröhlich und getroft in dei nem Dienst beständig bleiod dno mi tobben, die Trübsal uns nicht Ehrenfr. Liebich( 1718-1780). Eigene Melodie. abtreiben. Herr, durch 116. omm, heiliger • Geist, Herre Gott, erfüll' mit deiner dein' Kraft uns bereit' und stärk' des Fleisches Blödigfeit, daß wir hier ritterlich Gnaden Gut deiner Gläu- ringen, durch Tod und Pfingst- Lieder. 105 Leben zu dir bringen.| sich Noth und Drangsal Halleluja, Halleluja. Martin Luther( 1483-1546). sid non dobber Eigene Melodie ober: Gott des Himmels und ic. 5. Reiz' uns, daß wir zu ihm treten, frei mit 117. omm, o fomm, aller Freudigkeit; seufze in des du Geist Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll' uns jederzeit: so wird Geist und Licht und Schein in den dunkeln Herzen sein. uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit: so wird unsre Bitt' erhört und die Zuversicht vermehrt. 2. Gieb in unser Herz undSinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, denn was nur dein Wille sucht; dein' Erkenntniß werde groß und mach uns vom Irrthum los. 3. Zeige, Herr, die rechten Stege, führe uns auf ebner Bahn. Räume alles aus dem Wege was im Lauf uns hindern kann. Wirke Reu durch deine Gnad', wenn der Fuß gestrauchelt hat. find't; lehr uns, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht. oferschreit 4. Laß dein Zeugniß uns empfinden, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn allein sich gründen, wenn 6. Wird um Trost dem Herzen bange, daß es ruft voll Traurigkeit: ach mein Gott, mein Gott, wie lange! o so wende unser Leid; sprich der Seele tröstlich zu und gieb Muth, Seduld und Ruh. 7. D du Geift der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke. Wenn des Satans Macht sich weis't, schent uns Waffen in dem Krieg und erhalt' in uns den Sieg. SABI NG 18 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod, noch Spott uns denselben möge rauben: du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch 997167 Pfingst- Lieder. 106 gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so verstchre uns je mehr, als des Himmel reiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns wird durch Jesum Christ und die unaussprechlich ist. Heinrich Held( geft. gegen 1659). Andorreu fit modis gold on Eigene Melodie. 118.un un bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahren aus diesem Elende. Kyrie eleis. 2. Du werthes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns gebracht zum rechten Vaterland. Kyrie eleis. 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und in Fried' auf einem Sinne bleiben. Kyrie eleis. 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand', noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrie eleis. Martin Luther( 1483-1546). nad 100 do 345459 Mel. Freu dich sehr, o meine ic. 119. du allerfüßte Freude! o du allerschönstes Licht! der du uns in Lieb und Leide unbesuchet läsfest nicht; Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn' Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich singe! 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann; wenn ich dich erwünsch' und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach ergieb dich, komm zu mir in mein Herze, daß du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel außerforen. 3. Du wirst als ein milder Regen ausgegossen von dem Thron, bringst uns nichts als lauter Segen Pfingst- Lieder. 107 von dem Vater und dem| ach, verleih und gieb mir Sohn. Laß doch, o du auch diesen edlen Sinn und werther Gaft, Gottes Se Brauch, daß ich Freund gen, den du hast und ver- und Feinde liebe, keinen, theilft nach deinem Willen, den du liebst, betrübe. mich an Leib und Seel' erfüllen. 4. Du bist weise, voll mich nur nicht verstößt; Verstandes, was geheim ist, ist dir kund, zählst den Staub des kleinsten Sandes, gründest auch des Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gieb Weisheit und vor allem, wie ich möge Gott gefallen. bleib ich von dir ungeschieden, ei so bin ich g'nug getröft't! Laß mich sein dein Eigenthum! Ich versprech' hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Nur allein, daß du mich stärkest und mir treulich stehest bei! Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe nöthig sei; brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, daß er sich in dir er neue, und mein Gott sich meiner freue.to/2 bod 9. Halt mich, wann die Kniee beben, wann ich sinte, sei mein Stab; wann ich sterbe, sei mein Leben; wann ich liege, hüt' mein Grab; wann ich wieder aufersteh', ei so hilf mir, daß ich geb' hin, wo du 7. Mein Hort, ich bin miwohl zufrieden, wenn du 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und redlich ist; flieht hin gegen Schand' und Sünden, weil du lauter Klar heit bist; mache mich, o Gnadenquell, rein und züchtig, keusch und hell; laß mich fliehen, was du fliehest, gieb mir, was du gerne steheft. 6. Du bist, wie ein Lamm es pfleget, frommen Herzens, sanften Muths, bleibst im Lieben unbeweget, thust uns Bösen alles Gut's; 99401670 0120 108 Pfingst- Lieder. in ew'gen Freuden wirst| sanft der Seele Grund, füll' die Auserwählten weiden. mich mit aller Gottesfülle, Paul Gerhardt( 1606-1676). Mel. Erquide mich, bu peil ic. 120. Gott, o Geist, o Licht des Le bens, das uns im Todes schatten scheint, du scheinst, du lockst so lang' vergebens, weil Finsterniß dem Lichte feind. O Geist, dem keiner kann entgehen, dich laß ich gern mein Innres sehen. 2. Entdecke Alles und verzehre, was nicht in deinem Lichte rein; wenn mir's gleich noch so schmerzlich wäre, folgt doch die Wonne nach der Pein: o fomm, daß sich in mir das Alte in Jesu Klarheit umgestalte. 3. Ich kann nicht selbst der Sünde steuern, das ist dein Werk, du Quell des Lichts; du mußt von Grund aus mich erneuern, sonst hilft mein eignes Trachten nichts. Geist, sei meines Lebens Leben: ich kann mir selbst kein Gutes geben. 4. Du Odem aus der ew'gen Stille, durchwehe I und da, wo Sünd' und Gräuel stund, laß Glauben, Lieb und Ehrfurcht grünen, in Geist und Wahrheit dir zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen sei kindlich folgsam deinem Trieb; bes wahr mein Herz und alle Sinnen untadelig in Gottes Lieb; dein stetig Beten, Lehren, Kämpfen laß nichts in meiner Seele dämpfen. 6. Geist, o Strom, der uns vom Sohne eröffnet und frystallenrein aus Gottes und des Lammes Throne nun fließt in stille Herze ein, ich öffne meinen Mund und sinke hin zu der Quelle, daß ich trinke. 7. Ich laß mich dir und bleib indessen, von allem abgekehrt, dir nah; ich will die Welt und mich ver geffen, dies innig glauben: Gott ist da! O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, man harret deiner nie vergebens. Berh. Tersteegen( 1697-1769). Pfingst- Lieder. 109 Schaue, baue, was zerrissen und beflissen, dich zuschauen 121. heil'ger Geift, und auf deinen Troft zu Mel. Wie schön lencht't und der Morgenstern. bauen. fehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinenSchein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud' und Wonne. Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, daraus die Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Troft uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugniß lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh' und stets bet mit deinem Rath und führ' uns auf den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen; gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, auch wenn wir leiden müssen. 4. Laß uns dein' edle Balsamkraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden; auf daß wir unter deinem Schuß begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Gebärden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Troft empfinden, alles Unglück überwinden. 5. D starter Fels und Lebenshort, laß und dein süßes Himmelswort in un sern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmer mehr von deiner weisheitsreichen Lehr' und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüthe, daß wir können, Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelsthau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit API 110 Pfingst- Lieder. dich betrübe; Fried' und| geschliffnen Waffen der Liebe müssen schweben, ersten Christenheit. Fried' und Freude wirst du geben. 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit; sei unsers Get stes Stärke, daß uns hin fort sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine todten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. 3. Unglaub' und Thorheit brüsten sich frecher jetzt als je, darum mußt du uns rüsten mit Waffen aus der Höh, du mußt uns Kraft verleihen, Geduld und Glaubenstreu, und mußt uns ganz befreien von aller Menschenscheu. Mich. Schirmer( 1806-1673). 4. Es gilt ein frei Ge ständniß in dieser unsrer Zeit, ein offenes Bekenntniß bei allem Widerstreit; trop aller Feinde Toben, trotz allem Heidenthum zu preisen und zu loben das Evangelium. 5. Fern in der Heiden Lande erschallt dein kräf tig Wort; sie werfen Satans Bande und ihre Gößen fort. Von allen Seiten kommen ste in das Reich herein. Ach, soll es uns genommen, für uns verschloffen sein? 6. Du heil'ger Geift, be reite ein Pfingstfest nah und fern, mit deiner Kraft begleite das Zeugniß von dem Herrn. Döffne du die Herzen, der Welt und uns Mel. Herzlich thut mich ic. 122. komm, du Seift der Wahrheit, und kehre bei uns ein, verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein. Gieß aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an, daß jeglicher getreuer den Herrn bekennen kann. 2. O du, den unser größter Regent uns zugesagt, komm zu uns, werther Tröster, und mach' uns unverzagt. Gieb uns in dieser schlaffen und glaubensarmen Zeit die scharf Pfingst- Lieder. den Mund, daß wir in Freud' und Schmerzen das Heil ihr machen kund. Karl Spitta( 1801-1859). that and dersor dand to vier sur Mel. Jefu, meine Freube. 123. Schmückt dasFeft mit Maien, laffet Blumen ftreuen, zündet Opfer an; denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen: macht ihm freudig Bahn; nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rath und That, starker Herzbezwinger, sanfterFriedensbringer, Licht auf unserm Pfad: gieb uns Kraft zur Ritterschaft, laß uns deine theuren Gaben zur Genüge laben. od 3. Laß die Herzen brennen, wenn wir Jesum nennen, heb' den Geist empor; gieb uns Kraft, zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor. Gieb uns Muth, du höchftes Gut, tröft' uns träf 111 tiglich von oben bet der Feinde Toben. om 4. Helles Licht, erleuchte, flarer Brunn, befeuchte unser Herz und Sinn: heil'geFlut, erquicke, Liebeszug, entzücke bis zum Himmel hin. Baue dir den Tempel hier, daß dein Heerd und Feuer brennet, wo man Gott bekennet. 402 5. Goldner Himmels. regen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld! Laffe Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih. Hundertfältig Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. 6. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesglut! laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, dämpfe Fleisch und Blut. Laß uns doch am Sündenfoch nimmermehr wie vormals ziehen und das Böse fliehen. 7. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ' uns ein und aus; wohn' in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zu deinem 112 Pfingst- Lieder. Haus. Werthes Pfand,| und Stärke, Furcht, Erkennt mach' uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen! niß und Verstand, das sind deiner Gottheit Werke, dadurch wirst du uns bekannt; dadurch weißt du recht zu lehren, wie wir Gott und Jesum ehren. 8. Hilf das Kreuz uns tragen und in finstern Tagen sei du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns auf Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Noth, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich stegen. $ 9. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt: dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werther Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benj. Schmold( 1672-1737). Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 124. Strahl der Gottheit, Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer Gott, höre, wie ich Armer flehe, das zu geben, was mir Noth; laß den Ausfluß deiner Gaben auch mein dürresherz mir laben. 2. Glaube, Weisheit, Rath 3. Theurer Lehrer, Gottes Finger, lehr' und schreibe deinen Sinn auch ins Herz mir, deinem Jünger, Seel' und Geist nimm völlig hin, daß ich dann von deiner Fülle reichlich lerne, was dein Wille. 4. Laß das Feuer deiner Liebe rühren meine Zung' und Mund, daß ich auch mit heißem Triebe Gottes Thaten mache kund; laß es selbst mein Herz entzünden, auszubrennen alle Sünden. big 5. Leg' hingegen meiner Seele deine heil'ge Salbung bei, daß mein Leib von deinem Dele dein geweihter Tempel sei; bleib auch bei mir, wenn ich sterbe, daß ich Christi Reich ererbe. 6. Strahl der Gottheit, Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer Gott, höre, Pfingst- Lieder. wie ich Armer flehe, das zu geben, was mir Noth; laß den Ausfluß deiner Gaben auch mein dürres Herze laben. Verfaffer unbekannt. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 125.Zieh ein zu meinen Thoren, sei meis nes Herzens Gaft, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zieh ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf' und Errettung schafft. Entsünd' ge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich glich den wilden Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du nahmst ihm seine Macht. Nun bin ich hochbeglückt, da mir im Wasserbade ver. 113 siegelt Gottes Gnade, die noch im Tod erquickt. 4. Du salbtest mich mit Dele. Durch dich geweihet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Chrift zum wahren Eigenthum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöthen Gott schüßt im Heiligthum. 5. Du bist ein Geift, der lehret, wie man recht beten soll. Dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl; es steigt zum Him, mel an, es läßt nicht ab und ringet, bis der die Hilfe bringet, der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, vomTrauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum goldnen Freudensaal! 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Bank, Haß, Neid und Streit. Der Trinitatis- Lieder. 114 Feindschaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder thun zusammen, die voller 3wie tracht sind. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze, weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie es dir wohlgefällt: so gieb doch deine Gnad' zu Fried' und Liebesbanden; verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Beschirm' die Obrigfeiten, bau unsers Fürsten Thron, gieb Glück zu unfern Zeiten; schmück' als mit einer Kron' die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 10. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für. Vertreib den bösen Geist, der sich dir widerseßet, und, was dein Herz ergeßet, aus unsern Herzen reißt. Eigene Melodie. 126. llein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohl 11. Gieb Freudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut. Hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden und ja zum Dienst der Sünden kein Chrift ergebe stch. 12. Richt' unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben in Todes Hände hin, wenns mit uns hier wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ew'gen Lebens Haus. Paul Gerhardt( 1606-1676). 9. Trinitatis. gefall'n Gott an uns hat: nun ist groß Fried ohn' Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich für deine Ehr, wir danken, daß du, Gott Trinitatis- Lieder. 115 Vater, ewiglich regierst ohn'| leibe an, der jeden Augenalles Wanken. Ganz un- blick viel Gutes mir gethan. ermess'n ist deine Macht, allzeit geschieht, was du bedacht: wohl uns des starken Herren! 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem theuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Noth Rath, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet set der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in ihm lebt und webet; gelobet sei der Herr, deß Name Heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und elobet fei der Gott der werthe Geift: Herr, mein 5. Dem Halleluja wir mit Freuden lassen klingen und mit der Engel Schaar das Heilig, Heilig singen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit: Ges 3. Jesu Christ, Sohn eingebor'n deines himmlischen Vaters, Versöhner derer, die war'n verlor'n, du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heil'ger Herr und Gott, nimm an die Bitt' von unsrer Noth, erbarm dich unser aller! 4. O heil'ger Geist, du höchstes Gut, du all'rheilsamster Tröster, vors Teufels Macht fortan behüt, die Jesus Christ erlöste durch große Mart'r und bittern Tod; abwend' all unsern Jamm'r und Noth, darauf wir uns verlassen. Nit. Decius( geft. 1541). Mel. Nun banket alle Gott. 127. Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutter 60150 GRA 116 Trinitatis- Lieder. lobet sei mein Gott in alle| Bräutigam uns zugeführt, Ewigkeit! Joh. Olearius( 1611-1684). der uns sich hat erforen! Heil uns, Heil uns! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna. Mel. Wie schön leucht't une ber Morgenstern. 128. alleluja, Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit mit Weisheit, Güt' und Stärke. Klinget, singet: hoch und heilig, heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth. 2. Halleluja, Preis, Ehr und Macht sei auch dem Mel. Was mein Gott will ic. O Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut er 129. ochheilige Drets einigkeit, die du so süß und milde mich kauft, in dessen Tod wir haft geschaffen in der Zeit sind getauft, das sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen wir uns laben. zu deinem Ebenbilde: ach, daß ich dich von Herzens grund doch lieben möchte alle Stund'! drum komm doch und zieh ein bei mir, mach Wohnung und bereit mich dir. 2. Vater, nimm ganz fräftig ein das sehnende Gemüthe, mach' es zu det3. Halleluja, Gott heil'ger Geist, sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben hat geziert, dem 4. Halleluja, Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschaar und singet nun und immerdar mit Freuden Amen, Amen! Klinget, singet: hoch und heilig, heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth. Verfaffer unbekannt( um 1698). Trinitatis- Lieder. 117- nem innern Schrein und| hier eins mit dir sein, daß deiner stillen Hütte: ver- ich mit dir auch dort sei gieb, daß meine Seele sich in der Herrlichkeit, o heiso oft zerstreuet jämmer lige Dreieinigkeit! lich; verseße sie in deine Ruh, daß nichts in ihr sei, als nur du! Johann Seheffler( 1624-1677) 3. Gott Sohn, erleuchte den Verstand mit deiner Weisheit Lichte; vergieb, daß er sich oft gewandt zu eitelem Gedichte. Laß Thun und Denken nur allein auf dich hinfort gerichtet sein; zieh mich, daß ich hier allbereit mich reiße los vom Tand der Zeit! 4. O heil'ger Geift, du Liebesglut, entzünde meinen Willen, stärk' ihn, komm mir zu Hilf, gieb Muth, den deinen zu er füllen. Vergieb, daß ich so oft gewollt, was ich als sündlich nicht gesollt; verleih, daß ich mit reiner Glut dich ewig lieb, mein höchstes Gut! Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 130. Sende, Bater, det Geist, da ich vor dein Antlitz trete, daß, wie du mich selber heißt, ich im Geist und Wahrheit bete; lehre mich, dich recht erkennen und dich Abba, Vater, nennen! 2. Mein Herr Jesu, hilf du mir, daß ich bet' in deinem Namen, daß, was Gott verheißt in dir, mir auch werde Ja und Amen; sprich für mich und laß mich sehen dich zur Rechten Gottes stehen! 3. Heil'ger Geist, erleuchte mich und entzünde mein Verlangen, daß ich Gottes Huld durch dich voller Inbrunft mög' empfangen; brich die Trägheit, zieh die Sinnen aus der Welt zu dir von hinnen. 5. D heilige Dreieinigteit, führ mich nur ganz von hinnen; richt zu dem Lauf der Ewigkeit all mein Begehr und Sinnen! Verein'ge mich und laß mich ben, laß mich wahre Freu4. Heilige Dreieinigkeit, Ursprung aller guten Ga உஸ் Trinitatis- Lieder. 118 digkeit und im Herzen Zeugniß haben, daß du stets nach deinem Willen, wollest meine Bitt' erfüllen! Joh. Schrader( 1684-1787). 3. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, o Geist, der uns gegeben ist zum Führer der Erlösten? Bist du nicht mein, was sucht mein Sinn? Führst du mich nicht, wo komm ich hin? Hilfst du nicht, wer will trösten? Meine eine, wahre Freude, Trost im Leiden, Heil für Schaden ist in dir, o Geist der Gnaden. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 131. as freut mich noch, wenn du's nicht bist, Herr Gott, der doch mein alles ist, mein Trost und meine Wonne? Bist du nicht Schild, was decket mich? Bist du nicht Licht, wo finde ich in Fin- ed Eigene Melodie. stern eine Sonne? Meine eine, wahre Freude, Trost im Leide, Heil in Sünden ist, Herr, nur in dir zu finden. 2. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, mein Herr und Heiland, Jesus Christ, mein Frieden und mein Leben? Heilst du mich nicht, wo find' ich Heil? Bist du nicht mein, wo ist mein Theil? Giebst du nicht, wer wird geben? Meine eine, wahre Freude, wahre Weide, wahre Gabe hab' ich, wenn ich Jesum habe. Vers 1. 2. von Philipp Hiller ( 1699-1769). Vers 3 neuer Zusaß. 132.ir glauben all' an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel' auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren; er sorgt für uns, hüt't und wacht: es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, Michaelisfeft. 119 gleicher Gott von Macht| Vater und dem Sohne, der und Ehren. Von Maria aller Blöden Tröster heißt, der Jungfrauen ist ein uns mitGaben zieret schöne; wahrer Mensch geboren die ganze Christenheit auf durch den heil'gen Geist im Erden hält in einem Sinn Glauben, für uns, die wir gar eben; hier all'Sünd'verwar'n verloren, am Kreuz geben werden; das Fleisch gestorben und vom Tod soll auch wieder leben: nach wieder auferstanden durch diesem Elend ist bereit uns Gott. ein Leben in Ewigkeit. Amen. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, Gott mit 10. Michaelisfeft. Mel. Meinen Jesus laß ich nicht.| Geistes Gabe, daß ich Weis133. err, du hast in heit und Verstand wie ein deinem Reich Engel Gottes habe, bis wir einst in jenem Licht völlig sehn dein Angesicht. große Schaaren heil'ger Engel; diesen bin ich noch nicht gleich, denn mein Herz ist voller Mängel; ach, wann werd' ich auch so rein als die guten Engel ſein? Mart. Luther( 1483-1546). 2. Mich beschweret Fleisch und Blut: hilf du, daß ich geistlich werde; gieb mir einen Engelmuth, der sich trenne von der Erde, daß ich als dein liebes Kind allzeit himmlisch sei gesinnt. 3. Mache mir dein Wort ekannt durch des heil'gen 4. Herr, dein Wille soll geschehn in dem Himmel und auf Erden; darum laß uns dahin sehn, daß wir dir gehorsam werden, und verleih, daß ich dabei aller Engel Bruder sei. 5. Diese Welt ist voll Gefahr, droht mit wilden Meereswellen. Laß sich deiner Engel Schaar schirmend uns zur Seite stellen, und da, wo wir schlafen ein, laß sie unsre Wächter sein. 120 6. Mach' es, wie mit Lazaro, wenn ich fünftig werde sterben; und damit ich ebenso möge Trost und Segen erben, heiß die Engel mich zur Ruh tragen nach dem Himmel zu. 7. Laß mich dann vor Sonntagsgottesdienst. 2. Ach, bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser, werth, daß uns beid', hier und dorte, set Güt und Heil bescheert! 3. Ach, bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht; dein' Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht! 0, B. Lieder für den Sonntagsgottesdienst. Mel. Christus, der ist mein ic. 134., bleib mit deis böse Welt! ner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes Lift! 4. Ach, bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein' Gnad' und all's Vermögen in uns reichlich vermehr! 5. Ach, bleib mit deinem Schuße bei uns, du starker Held, daß uns der Feind deinem Thron in dem Chor der Engel gehen, in des ew'gen Lebens Kron' mit den Auserwählten stehen, daß ich so in deinem Reich lobe dich den Engeln gleich. Casp. Neumann( 1648-1715). nicht trupe, noch fäll' die 6. Ach, bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. Jofua Stegmann( 1588-1632). me. Straf mich nicht in deinem Born. 135. Betg etgemeinde, heil'ge dich mit dem heil'gen Dele! Jesu Geist ergieße sich dir in Herz und Seele; laß den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig übergehen. 2. Heilige der Seele Glut und ihr groß Verlangen, dem, der für dich gab sein Blut, innig anzuhangen. Heil'ger Rauch sei es auch, Sonntagsgottesdienst. 121 der zu Gott aufgehet, wenn| Hände hebet auf, heil'get dein Herze flehet. 3. Das Gebet der from men Schaar, was ste fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet; und da ist Jesus Christ Priester und Verfühner aller seiner Diener. 4. Kann ein einiges Gebet einer gläub'gen Seele, wenn's zum Herzen Gottes geht, seines Ziels nicht fehlen: was wird's thun, wenn ste nun alle vor ihn treten und zusammen beten! 5. Wenn die Heil'gen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Men schen mit Begier alle sich vereinen, und es geht ein Gebet aus von ihnen allen: wie muß das erschallen! 6. der unerkannten Macht von der Heil'gen Beten! Ohne daß wird nichts vollbracht, so in Freud' als Nöthen; Schritt für Schritt eure Glieder, heiliget das Gebet, das zu Gott sich schwinget: daß hinauf es dringet. 8. Betet, daß die letzte Zeit ganz vorübergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret sehe; stimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen. 9. Das Gebet hat Chrifti Gunst, wo man's ernstlich übet; und das ist der Heil'. gen Runft: beten, wie er's liebet, daß gescheh je und le, wie er's vorgenommen, auf sein endlich kommen. 10. Dies Verlangen muß vorher in der Seele glimmen: so macht aus dem Bitten er Donner, Bliz und Stimmen, die ergehn und geschehn, daß die Feinde beben und Gott Ehre geben. Christoph b. Pfeil( 1712-1784). wirkt es mit, wie zum Sieg Met. Herr Jesu Christ, bich zu sc. runn alles Heils, der Freunde, so zum End 136.33 bich ehren wir der Feinde. 7. O so betet alle drauf, und öffnen unsern Mund betet immer wieder; heil'ge vor dir: aus deiner Gott X 122 Sonntagsgottesdienst. heit Heiligthum dein hoher| Wahrlich, nichts als Jesum Segen auf uns komm. 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib; er segne uns nach Seel und Leib, und uns behüte seine Macht vor allem Uebel Tag und Nacht. kennen, Jesum suchen, finden, nennen, das erfüllet unsre Zeit mit der höchsten Seligkeit. 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, uns leuchten laß sein Angesicht, daß wir ihn schaun und glauben frei, daß er uns ewig gnädig sei. 4. Der Herr, der Tröster, um uns schweb', sein Antliß über uns erheb', daß uns dein Bild werd' eingedrückt, und geb' uns Frieden unverrückt. 5. Jehova, Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchström' Herz, Sinn und Wandel wohl und mach uns deines Segens voll. Gerh. Terftegen( 1697-1769). 2. Jesu, deine Gnadenquelle fließt so gern ins Herz hinein, deine Sonne scheinet helle, denn du willst genossen sein, und bei aller Segensfülle ist dein Wunsch und ernster Wille, daß man, weil dein Brünnlein voll, unaufhörlich schöpfen soll. 3. Nun so laß auch diese Stunde dein Gedächtniß in uns sein; in dem Herzen, in dem Munde leb und herriche du allein. Laß uns deiner nie vergessen: wie Maria einst geseffen, da ste dir hat zugehört, mach' das Herz dir zugefehrt. Ernst Gottl. Woltersdorf ( 1725-1761). Mel. Mein Jefu, bem die Seraphinen. Mel. Alle Menschen müssen fterben. 137. Das ist eine felge 138.Dein Wort, oHerr, Stunde, Jesu, da man dein gedenkt und dasherz vonHerzensgrunde tief in deine Wunden senkt! bringt uns zu sammen, daß wir in der Gemeinschaft stehn; es läßt an uns die heil'gen Flam Sonntagsgottesdienst. 123 men des Glaubens und der| schweben, genießen das, was Liebe sehn. Wir werden durch das Wort der Gnaden auch zur Gemeinschaft jener Schaar, die um das Lamm beständig war, gelockt und kräftig eingeladen. Gott geneußt! Wie flam. men da die süßen Triebe! Gott schüttet in sein geistlich Haus die ganze Gnadenfülle aus; hier wohnet Gott, die ew'ge Liebe. 2. Nur Menschen, die von Gott geboren, die unter einem Haupte stehn, ste hat der Herr sich außer foren, ste läßt er seine Liebe sehn: Gemeinschaft mit dem Vater haben und mit dem Sohn im heil'gen Geist, daß ist, was ihre Seele speist, nur das tann ste vollkommen laben. 5. Der Vater liebt und herzt die Kinder und schenkt den Geist, der Abba schreit; des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Gerechtigkeit, der heil'ge Geist tritt mit dem Dele des Friedens und der Freude zu: das Herze schmecket Gottes Ruh, die Kraft durchdringet Leib und Seele. 6. Die eines Herren Leib gegessen, die stehen auf für einen Mann; macht sich der Feind an eins vermessen, sobald greift er ste alle an; ste fallen betend Gott zu Füßen und stegen in des Herren Kraft; ste wollen von der Brüderschaft der Heil'gen nicht das kleinste missen. 7. Sie wallen mit verbundnen Herzen durchs Thränenthal ins Vaterland, versüßen sich die bittern Schmerzen, eine reicht dem 3. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, ist Christus, und sein theures Blut; das ein'ge Ziel, dar auf wir sehen, ist Christus, unser höchstes Gut; sein Wort die Regel, die wir kennen, sein Geist das Band, das uns vereint; die Seelen, die sein Licht durch scheint, sind, was wir seine Kirche nennen. 4. Was ist das für ein himmlisch Leben, mit Vater, Sohn und heil'gem Geift in seliger Gemeinschaft 124 Sonntagsgottesdienst. fede Seele, daß keine dich verfehle. andern seine Hand und uns nicht und leucht in wollen sich mit Freuden dienen, mit Herz und Auge, Hand und Fuß, bis zu dem völligen Genuß des großen Guts: Gott ganz in ihnen. Joh. Allendorf( 1693-1778). 4. Ich suchte Troft und fand ihn nicht, da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fadel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ew'gen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte, wo wendet' ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein:„ Komm, du bist mein," das ist mir nicht vergebens ein Wort des ew'gen Lebens. Mel. Was Gott thut, das ist ze. 139.Dein Wort, oherr, ist milder Thau für trostbedürft'ge Seelen: laß keinem Pflänzlein deiner Au den Himmelsbal sam fehlen! Erquickt durch ihn laß jedes blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Hamm'r, der Felsen spaltet, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchschaltet. D laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Her zen läutern. 3. Dein Wort ist und der Wunderstern für unsre Pilgerreise; er führt den Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch 6. Auf immer gilt bein Segensbund: dein Wort ist Ja und Amen; nie weich es uns aus Herz und Mund und nie von unserm Samen. Laß immerfort dein helles Wort in allen Lebens. zeiten uns trösten, warnen, leiten! 7. D, sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren, send' Hunger, Herr, dein Lebenswort Sonntagsgottesdienst. und deinen Geist zu hören, und send' ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen! Karl Bernh. Garbe( 1768-1841). 125 wo wir erscheinen, den schönen Gottesdienst zu schaun und an dem Wort uns zu erbaun, womit du dienst den Deinen. Mel. Kommt her zu mir ic. 141.& ins hätten wir vonHerzen gern und wollen unsern lieben Herrn recht innig drum anflehen: ach lieber Gott, in deinem Haus laß uns gesegnet ein und aus als deine Kinder gehen. 3. Hier legen wir den Pilgerstab und allen Staub der Erde ab und alle Mühn und Sorgen; und halten mit einander Raft, wir laden uns bei dir zu Gast und fühlen uns geborgen. Mel. Herr und Weltfter beiner. 140. Die wir uns allhier beisammen finden, schlagen unsreHände ein, uns auf deine Marter zu verbinden, dir auf ewig treu zu sein: und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne deinem Herzen angenehm und schöne, sage Amen und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! Christian Renatus Graf b. Zinzen- zubringen. borf( 1727-1752). 4. Da wird das Herz so freudenvoll und weiß nicht, wie es danken soll; da beten wir und singen, um dir mit aller Engel Heer demüthig Lob und Preis und Ehr als Opfer dar5. Ach komm und sei uns Burg und Hort und laß von deinem lautern Wort uns nichts auf Erden treiben und segne gnädig unsern Gang, damit wir unser Leben lang bei deinem Haus verbleiben. Julius Sturm( geb. 1816). Mel. Wunderbarer König. 142.ott ist gegenwär tig; lasset uns 2. Es ist doch nirgends in der Welt um unser Herz so wohl bestellt, als hier, anbeten und in Ehrfurcht Pipi 126 Sonntagsgottesdienst. vor thn treten. Gott ist 5. Geist, der Alles füllet, in der Mitten; alles in drin wir sind und weben, uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlag die Augen nieder, geb das Herz ihm wieder. aller Dinge Grund und Leben! Meer ohn' Grund und Ende! Wunder aller Wunder! Ich senk' mich in dich hinunter: ich in dir, du in mir, laß nur dich mich finden, in dir ganz verschwinden. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht in Ehrfurcht dienen. Heilig, heilig, hetlig, singen ihm zur Ehre aller Engel Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm', da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 6. Du durchdringest Alles: wollst mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten: laß mich so, still und froh deine Strahlen faffen und dich wirken lasſen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Erdenlust und Freuden. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben dir zum Eigenthum ergeben! Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich dich recht preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in Allem! 7. Mache mich recht kind. lich, innig, abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit; laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben, und in dir nur leben. 8. Komm, in mir zu wohnen, laß mein Herz auf Erden dir ein Heiligthum noch werden! Komm, du nahes Wesen, dich in mir Sonntagsgottesdienst. 127 verkläre, daß ich stets dich| ich nicht, wär' mir dies lieb und ehre! Wo ich Licht nicht durch dein Wort geh, siß und steh, laß mich erschienen. dich erblicken, ganz in dich mich schicken. Gerhard Tersteegen( 1697-1769). Mel. Ach, Gott und Herr. 143. Gott ist mein Hort Abba sagen. und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß kei nen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne ste verstünd' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblich keit und Leben; zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen: nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig 5. Dein ew'ger Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen- den fennt' 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines HeilsGeschäfte; durch meine dein Wort giebt mir die Müh vermag ich's nie, Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort; denn du haft's uns gegeben. Es set mein Theil, es sei mir Heil und Kraft zum ew'gen Leben! Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Mel. O bu Liebe meiner Liebe. 144. err, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir! Denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichthum für. Jenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist's nicht um 5796 for 128 Sonntagsgottesdienst. tausend Welten, aber um| laß dein Gedeihen fließen, dein Wort zu thun. und ernte reichlich Früchte ein. 2. Halleluja! Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest und unbeweglich stehn. Laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spät, und zugleich zu deinen Füßen siten, wie Maria that. 4. Du wollst uns hoch beglücken, mit steten Gnadenblicken auf unsern Kais ser sehn. Schüß ihn auf seinem Throne, laß allzeit Reich und Krone in segensvollem Glanze stehn. 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen; Nicolaus Ludwig Graf b. Bingen- schaffJedermann sein Recht, borf( 1700-1760). daß Fried und Treu sich müssen in unserm Lande küssen, und segne beide, Mel. Nun ruhen alle Wälder. 145. Serr, höre! Herr, Herrn und Knecht. erhöre! Breit' deines Namens Ehre an allen Orten aus. Beschüße alle Stände durch deiner Allmacht Hände, beschüße Kirche, Thron und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen zu unsrerSeelen Nuß. Bewahr uns vor den Rotten, die deiner Wahrheit spotten, biet allen deinen Feinden Truß. 3. Gieb du getreue Lehrer und unverdrossne Hörer, die beide Thäter sei'n. Auf Pflanzen und Begießen 6. Erhalt' in jeder Ehe beim Glücke wie beim Wehe rechtschaffne Frömmigkeit. In Ehrbarkeit und Tugend gedeihe unsre Jugend, zu deines Reiches Dienst bereit. 7. Vater, wend' in Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden und Sturm und Hagel ab. Bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu nichte, was deine milde Hand uns gab. 8. Gieb uns den lieben Frieden, laß alle Feind' ermüden; gieb uns gesunde Sonntagsgottesdienst. Luft. Laß Noth und theure Zeiten sich nie bei uns ver. breiten, da man nach Brot vergebens ruft.is@ 9. DieHungrigen erquicke, und bringe die zurüde, die in der Frre gehn. Die Wittwen und die Waisen wollst du mit Troste speifen, wenn sie zu dir um Hilfe flehn. diadil do 10. Hilf gnädig allen Kranken und, die im Glauben wanken, laß nicht zu Grunde gehn. Die Alten heb' und trage, auf daß fte ihre Plage geduldig mögen überstehn. 11. Bleib der Verfolgten Stüße, die Reisenden beschüße, die Sterbenden geleit' mit deinen Engel schaaren, daß ste in Frieden fahren zu Zions Freud' und Herrlichkeit. 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach deinem Willen in Demuth jetzt begehrt. Wir sprechen nun daß Amen in unsers Jesu Namen: so ist all' unser Flehn erhört. 129 ist Eigene Meloble. 146. err Jesu Christ, dich zu uns wend', den heil'gen Geist du zu uns send'; mit Hilf und Gnad', Herr, uns regier' und uns den Weg zur Wahrheit führ'! 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht sein! Den Glauben mehr', stärk' den Verstand, daß uns dein Nam' werd' wohl be fannt. 3. Bis wir stingen mit Gottes Heer: heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ew'ger Freud' und sel'. gem Licht. 4. Chr' sei dem Vater und dem Sohn, dem heil'. gen Geist in einem Thron, der heiligen Dreifaltigkeit sei Lob und Preis in Ewigfeit. nadboard in Wilhelm II., Herzog v. SachsenWeimar( 1598-1662). Mel. Perr Jefu Chrift, bich zu ic. 147.$ err, öffne mir die mein Herz durch Benj. Schmold( 1872-1787). thür, zieh 997 67 130 Sonntagsgottesdienst. dein Wort zu dir; laß mich| es unsern Sinn erneuen dein Wort bewahren rein, und das Herz mit Trost laß mich dein Kind und Erbe sein! erfreuen. nd notised 1190 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel' gesund, dein Wort ist's, was mein Herz erfreut, dein Wort giebt Trost und Seligfeit. chodn 3. Ehr' set dem Vater und dem Sohn, dem heil'. gen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigfeit. affid Joh. Olearius( 1611-1684). told mot Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 148. Serr, vorbeinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt; ach verwirf die Bitte nicht, die dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sieh gnädig auf uns nieder. 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen und mit göttlicher Gewalt tief in unfre Seele bringen; laß 3. Dein Gebot mach uns bekannt und hilf selbst es treulich üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Christum, herzlich lieben, daß kein Schmerz und keine Freude uns von deiner Liebe scheide. do sille Daniel Schiebeler( 1741-1771). ni sid drat start Mel. O bu Liebe meiner Liebe. 149.erzundHerz vereint zusammen, sucht in Gottes Herzen Ruh! Laffet eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gotteskinder, und er neuert euern Bund; schwö. ret unserm Ueberwinder Lieb und Treu aus Her zensgrund, und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o, so flehet Sonntagsgottesdienst. 131 um die Wette, bis ste Jesus also sie auch eines sei'n, sich in wahrer Liebe die nen und einander gern erfreun. ter Wille war, und daß, wieder stählt! str wie du eins mit ihnen, 103. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann! hat uns der Herr geliebet, so vergoß er einst sein Blut; jeder Jünger ihn betrübet, der nicht gleich dem Meister thut. So 7. Liebe, haft du es geboten, daß man Liebe üben soll, o, so mache doch die todten, trägen Herzen lebensvoll. Zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. 8. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein: also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sei'n. dand nitolaus Ludw. Graf v. 3Zinzendorf ( 1700-1780). 4. Einer reize doch den andern, gern in Demuth und gering unserm Heiland nachzuwandern, der für uns am Kreuze hing. Einer soll den andern wecken, alle Kräfte Tag für Tag nach dem Ziele auszustrecken, daß er ihm gefallen mag. 5. Halleluja, welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad', daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat; daß der Vater aller Geister, der der Wun- 2 der Abgrund ist, daß du, THE unsichtbarer Meister, uns mer. Alle Menschen müssen sterben. so fühlbar nahe bist. esu! Geelen352 150. Jeſu! freund der Deinen, Sonne der Ge rechtigkeit, wandelnd unter den Gemeinen, die zu dei9* 6. O du treuster Freund, vereine deine dir geweihte Schaar, daß sie es so herzlich meine, wie's dein leß 167 132 Sonntagsgottesdienst. nem Dienst bereit, komm| so schön, werth nicht deiner zu uns, wir sind beisam. Himmelshöhn. men; gieße deine Geistesflammen, gieße Licht und Leben aus über dies dein Gotteshaus! 2. Komm, belebe alle Glieder, du, der Kirche heilig Haupt; treibe aus, was dir zuwider, was uns deinenSegen raubt! Komm, entdeckt uns in der Klarheit Gottes Herz voll Gnad' und Wahrheit; laß uns fühlen allzugleich:„ Ich bin mitten unter euch!" in 3. Laß sich die Gemüther fehren zu dir, Glanz der Ewigkeit! Laß uns innigst nur begehren, was uns dein Erbarmen beut. Laß dein Licht und Leben flie. ßen und in alle sich ergie. 5. Komm, o Herr, in jede Seele, laß sie deine Wohnung sein, daß dir einst nicht eine fehle in der Gotteskinder Reihn. Laß uns deines Geiftes Gaben reichlich mit einander haben; offenbare inniglich, Haupt, in allen Gliedern dich.d zens Grund! 4. Laß auch unsern Leh. rer sehen nur auf dich, Herr Jesu Christ, laß die Hörer tief verstehen, daß du selbst zugegen bist, mild in jedes Herz zu kommen. Denn was nicht von dir gekom. men, ist, und wär' es noch 6. Was von dir uns zugeflossen, müsse Geist und Leben sein; was von dir die Seel' genoffen, mache sie gerecht und rein. Komm, o Jesu, uns zu segnen, jedem gnädig zu begegnen, daß in ew'ger Lieb und Treu jedes dir verbunden sei. Nach Michael Hahn( 1758-1819). Sulla Fing Mel. Herzlich thut mich sc. Ben; stärke beinen Gnaden 151.Saß mich dein fein in jedes Her und bleiben, du treuer Gott und Herr! Von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, gieb mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nitol. Selneder( 1530-1592). Sonntagsgottesdienst. 133 aus der Kammer, laufe deinen Heldenpfad; ſtrahle Tröstung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat; o erleuchte, ew'ges Wort, Oft und West und Süd und Nord! 6. Und erquid auch unsre Seelen, mach die Augen dinhell und klar, daß wir dich Mel. Gott bes pimmels und ic. 152. Sicht, das in die Welt gekom Mo men, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern, aus Gott entglommen: treib hinweg die alte Nacht! Zieh in deinen Wunderschein bald die ganze Welt hinein.is 2. Gieb dem Wort, das von dir zeuget, einen recht gepriesnen Lauf, daß noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz thut auf, eh die Zeit er. füllet ist, wo du richteft, Jesu Christ. 3. Heile die zerbrochnen Herzen, baue dir Jerusalem und verbinde unsre Schmer zen, denn so ist's dir an genehm. Herr, thu auf des Wortes Thür; rufe Allen: kommt zu mir! 4. Es sei feine Sprach', noch Rede, da man deine Stimm' nicht hört, und kein Land so fern und öde, wo nicht dein Geseß ste lehrt! Laß den hellen Freudenschall, laß ihn ausgehn überall. 5. Geh, du Bräut'gam, zum Lohn erwählen, dich umfassen ganz und gar. Ja, laß deinen Himmelsschein unsers Fußes Leuchte sein. Dom Ewald Rudolf Etter( 1800-1862). nur auf* Dub Mel. Straf mich nicht in beinem zc. 153. Siebster Heiland, nahe dich, meinen Geist berühre, und durch deine Gotteskraft mich zu dir hinführe, daß ich dich inniglich mög' in Liebe faffen, alles andre laffen! 2. Sammle den zerstreuten Sinn, treuer Hirt der Seelen! denn, wenn ich in dir nicht bin, muß mein Geist sich quälen. Kreatur ängstet nur, du allein kannst geben Ruhe, Freud' und Leben. 3. Mache mich von allem 134 Sonntagsgottesdienst. frei, gründlich abgeschieden,| umhüllet, wo nicht deines daß ich eingekehret sei stets in deinen Frieden; kindlich rein, sanft und klein dich in Unschuld sehe, in dir leb' und stehe. n Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten.maltrationens 4. Menschenfreund, Jm manuel, dich mit mir vermähle! Odusanfter Liebesquell, salbe Geist und Seele, daß mein Will' sanft und still ohne Widerstreben dir sich mög ergeben. 5. Was noch flüchtig, sammle du; was noch stolz ist, beuge; was verwirret, bring zur Ruh; was noch hart, erweiche: daß in mir nichts hinfür lebe, noch erscheine, als du, Herr, alleine. Gerh. Tersteegen( 1897-1769). 3. D du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns allesammt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen. som Tobias Clausniger( 1618-1684). od 1 Wort des Herrn, du Pfand des Heils, das uns im Sohn der Vater gab von seinem Thron. Solvo 16 2. Bereitet ist für dich die Bahn, die Herzen sind dir aufgethan; wir sehnen uns nach deinem Licht und seufzen: Herr, versäum'uns nicht. mind thir 3. Du Wort der Wahrheit, lautrer Quell, mach unsre Glaubensaugen hell, daß wir die Wege Gottes Eigene Melodie. 154.$ iebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören. Lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmels lehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß mel. Herr Jesu Chrift, dich zu ic. 155. un geh uns auf, du Morgenstern, du seligmachend Sonntagsgottesdienst. 135 sehn und in der Welt nicht| melt hier. Herr, erscheine, irre gehn.dard Groß' und Kleine deiner Gnade harren wir.dadd 4. Du Wort der Buße, füll' das Herz uns an mit tiefem Reueschmerz, daß unser Flehn und Seufzen sei: Gott steh uns armen Sündern bei. 2. Hohe Stille, Segensfülle weht um uns an diesem Drt; was zerstreuet und entzweiet, blieb aus diesen Mauern fort; deine Hallen soll durchschallen, Herr, Herr, dein lebendig Wort. 5. Du Wort der Gnade, tröstend Wort, o bring uns Botschaft fort und fort von ihm, der für uns litt und starb und uns Gerechtigkeit erwarb. 6. Du Wort des Glaubens, gieb uns Kraft, daß wir, der Eitelkeit entrafft, im gnädig dargebotnen Heil begreifen unser ew'ges Theil. i 7. So geh uns auf, du Gottesglanz, durchdring uns und verklär' uns ganz, du Wort, das noch in Kraft besteht, wenn Erd' und Himmel untergeht. T Inlius Sturm( geb. 1816). Mel. Steh hier bin ich ic. 156. Sieh uns fertig, gegenwärtig, anzubeten, Herr, vor dir. Dir zur Ehre, uns zur Lehre sind wir all' versam3. Wie mit Wonne für die Sonne Blumenkelche offen stehn, voll Verlangen, zu empfangen goldnes Licht aus Himmelshöhn: Herr, so warten wir, dein Gar ten, Sonne, laß dein Antlitz sehn. 4. Wie die graue, dürre Aue lechzet in der Sonne Brand, bis im Regen süßer Segen ihr vom Himmel wird gesandt: Herr, so schmachtet, Herr, so trachtet heut nach dir dein durstig Land! Jig be 5. Wie gerechte, fromme Knechte warten auf den Wink des Herrn, auf ihn schauen, auf ihn trauen, dessen Aug' ihr Augenstern: großer Lehrer, laß die Hörer horchen und gehorchen gern! 50 136 Sonntagsgottesdienst. 6. Sieh uns fertig, gegen-| 4. Mache mich zum guten wärtig, anzubeten, Herr, Lande, wenn dein Same vor dir; brich die Wolke, auf mich fällt; gieb mir zeig dem Volke offen deine Licht in dem Verstande; Himmelsthür. Laß uns und was mir wird vorgebrennen und erkennen: ja stellt, präge meinem Herfürwahr, der Herr ist hier. zen ein, laß es mir zur Karl Gerok( geb. 1815). Frucht gedeihn. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 157. Thut mir auf die schöne Pforte, führet mich in Zion ein; ach, wie kann an die sem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Jch bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung haft genommen, da ist lauter Himmel hier. Zieh doch in mein Herz hinein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilige du Leib und Seel', daß mein Singen und mein Beten sei ein Opfer ohne Fehl; heilige du Mund und Ohr, zieh das Herz zu dir empor. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben; laß dein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets bein Wort mir für, daß es sei der Morgenstern, der mich führt zu meinem Herrn. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd' erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt. Speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Noth. 7. Deffne mir die grünen Auen, drauf mein Herz sich laben kann; laß herab sein Manna thauen, zeige mir die rechte Bahn hier durch dieses Jammerthal zu des Himmels Freudenfaal. Benj. Schmold( 1672-1737) Sonntagsgottesdienst. 137 5. Halte meinen Geift in Schranken, gieb ein stilles Wesen mir; richte Sinnen aus Gottes und Gedanken, frei von Sorgen, hin zu dir, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab' ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff' ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 6. Gieb dem Samen einen Acer, der die Frucht nicht 2. Will ich einen Vorschuldig bleibt; mache mir schmack haben von des Himmels Seligkeit, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch bereit, der mir lauter Manna schenkt, mich mit Lebens. wasser tränft.de die Augen wacker, und, was hier dein Finger schreibt, präge meinem Her. zen ein; laß den Zweifel ferne sein. 3. Du, mein Paradies auf Erden, laß mich allzeit in dir sein; laß mich täglich weiser werden, daß dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 7. Was ich lese, laß mich merken; was du sagteft, laß mich thun. Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gieb, daß er dabei auch durch Liebe thätig sei. 4. Geist der Gnaden, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schäße Gottes Hand durch sein Wort mir zugewandt. Mel. Gott des Himmels und der Erben. 158. Theures Wort 8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richt. schnur gehn; was ich so zum Grunde lege, müsſe wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rath und That in den größten Nöthen hat. toddan( 9. Laß dein Wort mir einen Spiegel auf dem Lebenswege sein; drücke 701072 20160 Sonntagsgottesdienst. 3. Du bist bei uns mit deinem Wort, das kann man kräftig spüren, damit verstehst du fort und fort die Herzen zu berühren. Wie sprichst du uns so on- surfreundlich zu! Wie lehrft, vermahnst und tröstest du uns alle mannigfaltig! Wie legt darob sich bald der Schmerz! Wie brennet ba in uns das Herz! Wie predigst du gewaltig! 519m 4. Du bist bei deinem Abendmahl mit Lieb und Huld zugegen, da kann man sich getroft einmal recht nah ans Herz dir legen. Ein Herz, das einst sein theures Blut vergossen hat auch uns zu gut, das steht uns ewig offen; von dem ist lauter Lieb und Huld, Verschonung, Langmuth und Geduld mit Zuversicht zu hoffen. Anird 5. Du bist bei uns, wo zwei und drei vereint zu. sammentreten, im Glauben, aller Zweifel frei, zu ihrem Vater beten. Und wo sich deine Gegenwart im Bruderkreise offenbart, da giebt es sel'ge Stunden, den Vor138 drauf dein Gnadenstegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benj. Schmold( 1672-1737). bid ise Mel. An Wafferflüffen Babylon. 159. ir danken, treuer Hei land, dir, daß du uns nicht gelassen als unversorgte Waisen hier auf unbekannten Straßen, im fremden Volk und fremden Land, da unsre Sprache unbekannt und Thorheit unsre Sitte; nein, nicht als Waisen stehn wir da, du bist uns allenthalben nah, und lebst in unsrer Mitte. Om 2. Du bist bei uns in deinem Geist, osel'ge, heil'ge Nähe, die so lebendig sich erweist, als ob dich selbst man sähe! Du giebst uns Licht im dunklen Thal, wärmst uns in deiner Liebe Strahl, giebst Seelen Trank und Speise, stehst uns mit Rath und That zur Seit' und giebst uns selber das Geleit auf unsrer Pilgerreise, Sonntagsgottesdienst. 139 schmack jener Seligkeit,| Zum letzten ist dein ein'. wenn wir nach dieser Pil ger Sohn, o Vater, von gerzeit das Vaterhaus ge des Himmels Thron selbst funden. fommen, uns zu lehren. bid smis emir ao 6. Du bist bei uns zwar ungesehn, doch wird's nicht lange währen, so dürfen wir hinüber gehn ins Reich der Freud und Ehren. Dann sind wir bet dir allezeit und schauen deine Herrlich keit und preisen deinen Namen. O bleib bei uns, geh uns zur Seit', gieb t uns ein sicheres Geleit bis in den Himmel. Amen. db, Karl Spitta( 1801-1859). dinsd tundist Mel. Es ist gewißlich an der Beit. 160.ir Menschen 989 sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissen und verstehen's nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset.ss@tas 4. Hilf, daß der losen Spötter Schaar uns nicht vom Wort abwende; ihr Spott verstummt fte ſelbst fürwahr ereilt ein schrecklich Ende! Gieb du selbst deinem Worte Kraft, daß deine Lehre in uns haft', auch reichlich bei uns wohne. denn doming 5. Deffn' uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud' und Schmerz es aus der acht nicht lassen; daß wir nicht Hörernur allein des Wortes, sondern Thäter sei'n, Frucht hundertfältig bringen. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, dei ne Knechte; daß durch die felben würd' bekannt dein 6. Am Weg der Same Will' und deine Rechte, wird sofort vom Teufel 3. Für solches Heil set, Herr, gepreist, laß uns dabei verbleiben und gieb uns deinen heil'gen Geist, daß wir dem Worte glauben, daffelbe halten feder zeit mit Sanftmuth, Ehre, Lieb und Freud' als Gottes, nicht der Menschen. - 99401670 140 Sonntagsgottesdienst. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr' dein Wort sich weit verbreiten! Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr' erleuchten mög' und leiten! O heil'ger Geist, dein gött. dlich Wort laß in uns wir. ken fort und fort Glaub', Lieb', Geduld und Hoffnung. David Denide( 1603-1680). hingenommen; in Fels und Steinen fann das Wort die Wurzel nicht bekommen! Der Sam', so in die Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt ver dirbet und ersticket. 7. Ach, hilf, Herr, daß wir werden gleich dem guten, fruchtbar'n Lande und sei'n an guten Werken reich in unserm Amt und Stande; viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr' und Huld in feinem, guten Herzen! E 8. Laß uns, so lang wir leben hier, den Weg der Sünder meiden; gieb, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott' aus die Dornen all zumal, hilf uns die Welt forg' überall und böse Lüste dämpfen. 819 bod di 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen, erhalt' es bei uns klar und rein, hilf, daß wir drauß genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 161.ohl dem Men. schen, der nicht wandelt in gottloser Leute Rath; wohl dem, der nicht unrecht handelt, noch tritt auf der Sünder Pfad, der der Spötter Freundschaft flieht und von ihren Sißen weicht, der hingegen herzlich ehret, was uns Gott vom Himmel lehret! 2. Wohl dem, der mit Lust und Freude das Geseß des Höchsten treibt und hier, als auf süßer Weide, Tag und Nacht beständig bleibt! Dessen Segen wächst und blüht, wie ein Palmbaum, den man steht bei den Flüssen an den Seiten seine frischen Zweig' aus. breiten. Tauf- Lieder. 3. Also, sag' ich, wird auch grünen, wer in Gottes Wort sich übt. Luft und Erde wird ihm dienen, bis er reife Früchte giebt; seine Blätter werden alt und doch niemals ungestalt't. Gott giebt Glück zu seinen Thaten; was er macht, muß wohl gerathen. II. Kirchliche 105 141 ma: Gott liebt alle From. men, und wer bös' ist, muß umkommen. Paul Gerharbt( 1608-1676). 4. Aber wen die Sünd' erfreuet, mit dem geht's sern Eingang gleicherviel anders zu; er wird wie die Spreu zerstreuet von dem Wind im schnellen Nu. Wo der Herr sein Häuflein richt't, da bleibt ein Gottloser nicht. Summaßen, segne unser täglich Brot, segne unser Thun und Lassen; segne uns mit sel'gem Sterben und mach' uns zu Himmelserben. Hartmann Schent( 1634-1681). ME Handlungen. Schluß des Gottesdienstes. CHIN mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 162. njern Ausgang segne Gott, unMel. Liebster Jesu, wir sind hier. 163. Gott und Pater, nimm zur Stund' dieses Kind von unsern Armen, nimm es auf in deinen Bund und erzeig' ihm dein Erbarmen, daß es seine Lebenstage deiner Kindschaft Zeichen trage. i B 69 80 2. Mache rein es durch duit s dein Blut, treuer Jesu, von den Sünden, laß in deiner TaufeFlut die ererbteSchuld verschwinden und sein Leben auf der Erden deinem Vor bild ähnlich werden. 1. Taufe. 3. Und du werther, heil'. ger Geist, schenk' ihm deine Gnadenkräfte, treibe, wie dein Bund verheißt, selbst in ihm des Heils Geschäfte, daß dies Kind an Jesu 142 Tauf- Lieder. Leibe ein lebendig Glied| Mel. Liebster Jeft, wir sind hier. ftets bleibe. dar 165.Siebster Jeſu, hier Benj. Schmold( 1672-1797). sind wir, deinem Worte nachzuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu führe; denn das Himmelreich ist ihre. Mcl. In bich hab ich gehoffet, Herr. 164. Gott Bater, höre theil diesem Kind den Se gen mit, erzeig' ihm deine Gnade. Es sei dein Kind; nimm weg die Sünd', daß ihm dieselb' nicht schade. 25 2. Herr Christe, nimm es gnädig auf durch dieses Bad der heil'gen Tauf zu deinem Glied und Erben, damit es dein mög' allzeit fein im Leben und im Sterben! 3. Und du, o werther, heil'ger Geist, sammt Vater und dem Sohn gepreist, wollst gleichfalls zu uns kommen, damit zur Stund' in deinen Bund es werde aufgenommen! 4. O heilige Dreieinigkeit, dir sei Lob, Ehr' und Dank bereit für diese große Güte! Gieb, daß dafür wir dienen dir; vor Sünden uns behüte. Verfaffer unbekannt. 2. Ja, es schallet allermeist dieses Wort in unfre Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zudir nicht aufgenommen vor ist neugeboren, wird von und in Gottes Reich nicht kommen. t( bj 3. Darum eilen wir zu dir. Nimm das Pfand von unsern Armen, tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Mach', o Jesu, durch dein Blut seine Seele rein von Flecken; laß es nach der Taufe Flut deinen Purpurmantel decken; schenk' ihm deiner Unschuld Seide, daß es ganz in dich sich kleide. Confirmations- Lieder. 143 5. Hirte, nimm dein Mel. Die Himmel rühmen. Vater, ſich mit Wohlgefallen dies Kindlein, an, das wir dir weihn, und laß des Säuglings schwaches Lallen dir Lobgefang und Psalter sein. Schäflein an, Haupt, mach' 166. es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig' ihm die Bahn, Friedefürst, schenk' du ihm Friede, Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe! 6. Nun wir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ' die Bitten himmelwärts und erfülle das 2. D Hirt voll Liebe und Erbarmen, nimm dieses zarte Schäflein auf; mit deiner Liebe starken Armen behüte seinen Lebenslauf. 3. Geift des Lichtes und der Wahrheit, erfülle du mit sanftem Schein das zarte Herz, laß deine Klarheit im Pilgerthal sein Benj. Schmold( 1872-1737). Leitstern sein. ps. Asduit sbr. Abolf Krummacher( 1768-1845). His exer et et dir, Jesu, du dodir bre2. Confirmation. sidd and Mel. O bu Liebe meiner Liebe. besser haben, als bei dir, 167. der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt' ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, mei ner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ich's irgend Verlangen; ja den Namen, den wir geben, schreib' ins Lebensbuch zum algsal dus Leben. 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit 144 Confirmations- Lieder. dem eignen theuren Blut?| zu stillen, tausend Schmersollt ich dem nicht ange- zen auf sich nahm; bleibt hören, der sein Leben für bei dem, der einzig bleibet, mich gab? sollt' ich ihm wenn auch Alles untergeht, nicht Treue schwören, Treue der, wenn Alles auch zerbis in Tod und Grab? stäubet, stegend überm Streite steht. 2. Alles schwindet, Herzen brechen, denen ihr euch hier ergabt; und der Mund hört auf zu sprechen, der euch oft mit Troft gelabt; und der Arm, ter euch zum Stabe und zum Schilde ward, erstarrt, und das Auge schläft im Grabe, das euch sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt; das Ird'. sche findet in dem Irdischen sein Grab; alle Luft der Welt verschwindet, und das Herz stirbt selbst ihr ab. Jrd'sches Wesen muß verwesen, ird'sche Flamme muß verglühn, ird'sche Fessel muß sich lösen, ird'sche Blüthe muß verblühn. 506 500 4. Doch der Herr steht überm Staube alles Frdischen und spricht: Stüße Mel. O bu Liebe meiner Liebe. a 168. leibt bei bem, dich auf mich und glaube, der euretwil len auf die Erde nieder tam; der, um eurenSchmerz 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich, so in Freude, wie in Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Dei nes Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nur auf dieser Erden nahe, bis mein Tag sich neigt. Wenn 28 einst will Abend wer den, und die Nacht herniedersteigt; wenn mein Aug' wird dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimath reift. atdod Karl Spitta( 1801-1859). nicht! Darum bleibt bet dem, der bleibet, und der Confirmations- Lieder. 145 geben kann, was bleibt,| gegangen! D, wie viel stärder, wenn ihr euch ihm fer brennet nun sein Trieb! verschreibet, euch ins Buch Er hat euch lieb. des Lebens schreibt. Karl Spitta( 1801-1859). 4. Er nimmt euch an, so sündig, wie ihr seid, so blind und todt, so kalt und voller Schaden. Bringt gar nichts mit, denn Alles ist bereit, er will euch reich 169.8 bleibt, verlaffet mit Licht und Kraft be gnaden. D, kommt doch nur, ein jedes, wie es kann, er nimmt euch an. 5. Er hat Geduld: werft nicht den Muth dahin, wenn ihr bald hier, bald da in Schuld gefallen. Er trägt euch gern in seinem Vatersinn; er liebt den größten Sünder unter allen. Kommt, bittet ab, so weiß er feine Schuld: er hat Geduld. 6. Er läßt euch nicht, denn er hat selbst gesagt: nichts soll sie mir aus mei. nen Händen reißen! und wenn euch Lust und Furcht in Schrecken jagt, so will er selbst der Hort euch sein und heißen. Wer nur mit Vorsatz nicht den Bund zerbricht, den läßt er nicht. 7. Jhr seid sein Ruhm, 10 Eigene Melodie ober: Ach, wie so selig ist ber ic. leibt, Schäflein, nicht die Hut des guten Hirten, dem ihr euch ergeben! So bittet euch und fleht durch Christi Blut ein Lehrer, der nichts wünscht, als euer Leben; er ruft, weil ihn die heiße Liebe treibt: bleibt, Kind lein, bleibt. 2. Er hat's gehört, was euer Mund gesagt: ich will an Jesum glauben, Jesum lieben. Er war dabei, so oft man euch gefragt, und hat das Jawort in sein Buch geschrieben, er weiß auch alles, was man euch gelehrt; er hat's gehört! 3. Er hat euch lieb, be dentet, was er that, wie er am Kreuz im Blute dagehangen, bedenket, wie er euch so zärtlich bat, bis euer Fuß von Sodom aus. 146 Confirmations- Lieder. sein Lob und seine Luft;| ewig brennen. D, seht dazu ist er gestorben und doch, wie euch Fluch und geboren. Das wäre recht Segen treibt: so bleibt nun, ein Schwert durch seine bleibt! Brust, wenn er sein theures Blut an euch verloren; denn was thr seid, ist doch sein Eigenthum: ihr seid sein Ruhm. 8. Ach, wehe euch, ihr wäret doppelt todt, wenn ihr euch nun aus seinen Händen risset; ihr häuft euch Gottes Zorn und ew'ge Noth, wo ihr das Wort verachtet, das ihr wisset: Gott ist an Zorn, sowie an Gnade reich; ach, wehe euch! 9. O Jesu, nein, laß du es ja nicht zu, daß sie sich dir aus deinen Händen winden! Laß ihnen doch im Herzen keine Ruh, als wenn sie sich in deinem Schooße finden. Wie soll denn eins davon verloren sein? Jesu, nein. 10. So bleibt nun, bleibt! o bleibt in Ewigkeit und laßt euch nichts von seiner Liebe trennen! Das ew'ge Leben ist für euch bereit: die aber weichen, werden Ernst Gottl. Woltersdorf ( 1725-1761). Mel. Komm, heiliger Geist, Herre. 170. rhör', o Gott, das heiße Flehn der Kinder, die hier vor dir stehn; erbarmend blick auf sie hernieder! denn dein sind sie, sind Christi Glieder. Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort verheißt: erfülle ste mit deinen Gaben, mit dir laß sie Gemeinschaft haben. Erbarme dich! Erbarme dich! 2. Sie wollen, deiner sich zu freun, Gott, ihren Bund mit dir erneun, ste wollen feierlich dir schwö. ren, dich stets zu lieben, zu verehren, im Glauben treu, im Herzen rein, im Wandel ohne Falsch zu sein. Dreieiniger, sprich du das Amen zu dem Gelübd' auf deinen Namen und stärke ste! Und stärke ste! 3. Schenk' ihnen Muth Confirmations- Lieder. 147 und Freudigkeit, laß des| werden. Heilig, heilig will Gelübdes Heiligkeit so stark, ich sein; Jesus und sein so tief ihr Herz durchdrin- Geist ist mein! gen, daß sie ihr Wollen treu vollbringen! Auch uns laß jetzt mit Herz und Mund mir dir erneuern unsern Bund, und einst - hör unser brünftig Flehen mit ihnen in den Himmel gehen! Erhör' uns Gott! Erhör' und Gott! Eliefer Rüfter( 1782-1799). - Mel. Meinen Jesus laß ich nicht. 171.wig, ewig bin ich dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet. Deffen soll mein Herz sich freun; ewig, ewig bin ich bein! 4. Jch versprach's, gelob es noch; brach zwar oft denBund derTaufe, kämpfte schon und wurde doch schwach im Kampf und matt im Laufe; dennoch will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater sein! 5. Das ist Gottes Bund mit mir. Gnädig hat er mir verheißen: mich soll keine Macht von dir, keine Sünde von dir reißen. Gott, mein Gott, ich will nur dein, dein und meines esu 6. Jch entsage, Satan, dir, dir, o Welt, und dir, o Sünde; ich entsag euch, weicht von mir, dem er. löften Gottestinde! Eure Luft ist Schmach und Bein: Gott, nur Gott will ich mich weihn! 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe nun dein Kind und Erbe bin, daß ich dich zum Vater habe! Einst von allen Sünden rein, ewig, Vater, bin ich dein! um 7. Wachen will ich, flehn Kraft, daß ich stets 3. Jch, ein Sünder von auf seinem Wege heilig Natur, ich, Gefallner, soll und gewissenhaft und im aufErden eine neueKreatur, Glauben wandeln möge. soll, o Gott, dir ähnlich Er wird mir die Kraft ver10* 248 Confirmations- Lieder. leihn, treu bis in den Tod| habe mich aus reinem zu sein. Triebe dein Eigenthum zu sein gewagt, hingegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werken ab. 8. Höre mich, denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet. Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich seltg sein! Johann Cramer( 1723-1788). Mel. O baß ich tausenb Bungen ic. ober: Wer nur den lieben Gott ic. 172.7 ch bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist. Ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit sei nem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinemSterben, mein treuer Heiland, mir gewährt; du willst in aller Noth und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab' ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn, wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab' einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel' und Herz zum Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue und nimm Bestz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternisse! ich bleibe mit dir unvermengt; hier ist zwar ein befleckt Ge wissen, allein mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es! ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsaß nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heil'ger Confirmations- Lieder. 149 Geift! Halt' mich in deines| wenn eure Hand mir winkt, Bundes Schranken, bis daß sich mein Herz an dieser mich dein Wille sterben Welt ergöße, die ihr den heißt: so leb' ich dir, so Tod in eure Adern trinkt! sterb' ich dir; so lob' ich Ich bin ein Christ, mich dich dort für und für. reizen ew'ge Schäße. Joh. Jat. Nambach( 1693-1785). 5. Zwar thränenvoll ist meines Laufes Bahn und reich an Pein und arm an Erbenfreuden. Ich seh' auf ihn, mein Mittler geht vor. an; ich bin ein Chrift, ich will mit Christo leiden. 6. Und kommt er dann nach lang gekämpftem Streit, der Todestag, mich zu dem Herrn zu bringen, so sterb ich auch mit Muth und Heiterkeit; ich bin ein Christ, ich kann den Tod bezwingen. Eigene Melodie. 173.icht eine Welt, die in ihr Nichts vergeht, nicht einen Schatz, der nicht kann ewig gelten, nicht eitlen Ruhm hat sich mein Herz erfleht: Ich bin ein Christ, ich suche beffre Welten! 2. Ich bin erkauft, ein Knecht des Herrn zu sein, vor welchem sich der Erde Fürsten neigen; er ist mein Friedefürst, mein Herr allein, ich bin ein Christ, vor ihm will ich mich beugen. pot ajus 7. Und wann der Tag, der große Tag erwacht, wann um mich her viel Auferstandne beben, so tret' ich froh aus meines Grabes Nacht: Ich bin ein Christ, ich werde ewig leben! 3. Stolz um mich her erhebet sich der Thor; ich soll mit ihm der Gößen Luft genießen. Er loct und droht; ich schenk' ihm Christoph Sturm( 1740-1786). Mel. Es ist genug ic. nicht mein Ohr: Ich bin 174. Seib eingebent! ich zu Jesu Füßen. 4. Jhr rührt mich nicht, theure schaar, vergiß der Stunde nicht, da du gefniet am 579 A 670 150 Confirmations- Lieder. festlichen Altar im heil'gen| 5. Seid eingedenk, wenn Morgenlicht! da fromm geneigt mit glüh'nden Wangen den Segen du aufs Hauptempfangen.-:: Seid eingedenk!:: die Versuchung naht und Welt und Sünde lockt, wenn ungewiß auf blumenreichem Pfad der Fuß des Pilgers stockt; dann denkt, was ihr so fest gelobet, dann sorgt, daß ihr die Treu erprobet,:,: seid eingedenk!:,: 6. Seid eingedent des hohen Vaterlands, das eurer Wallfahrt Ziel; verscherzet nicht den ew'gen Ehrenkranz um Tand und Kinderspiel! Der Krone, die am 3Ziele blinket, der Palme, die dem Sieger wintet,:,: yeid eingedenk!:,: 7. Seid eingedenk! D großes Hirtenherz, du haft sie dir erkauft; du blutetest um ste im Todesschmerz, auf dich sind ste getauft; wir lassen sie in deinen Händen, du wollst das gute Werk vollenden. -:: Seid eingedenk!:: Karl Gerol( geb. 1815). otsi 2. Seid eingedenk! Ein gut Bekenntniß klang aus eurem Kindermund; Gott hat's gehört, o stehet lebenslang auf diesem Felsengrund! Was ihr in göttlich schönen Stunden so laut bezeugt, so tief empfunden, :,: seid eingedenk!:,: 3. Seid eingedent, wie euch der gute Hirt so treu bei Namen rief, daß tein's hinfort, aus seiner Hut verirrt, zur Wüste sich verlief; er hat die Schäflein all gezählet, o daß dereinst nicht Eines fehlet!:: Seid eingedenk!:: - 4. Seid eingedent, nicht weit mehr gehn wir mit, die euch hierher gebracht. Bald schläft das Aug', das euren Kindertritt so liebreich hat bewacht; denkt an des treuen Vaters LehMel. Warum sollt' ich mich ic. ren, denkt an der frommen 175. Selig, wer dich Mutter Zähren.-:,: Seid liebet, eingedenk!:: Gottes Sohn, und zum Confirmations- Lieder. Lohn dir sein Herz ergiebet! Selig, wer in jeder Stunde mit Gebet dir nachgeht, treu dem Gnadenbunde. 2. Dazu bist du ja gekommen, Herr, und hast unsre Last auf dein Haupt genommen; dazu weiht uns deine Taufe segnend ein, stark zu sein in dem Sieges laufe. 4. Besser nie, ach nie ge boren, als dem Herrn fremd und fern und zuleßt verloren! Liebe, hilf uns lie bend leben! Halt' an dir für und für, Weinstock, deine Reben! Mel. Seelenbräutigam. 5. Ewig währet deine Treue. Inniglich faffet dich unser Herz auf's neue. Sprich dazu in deinem Namen von dem Thron, Vater, Sohn, Geist, auf ewig Amen! Albert Knapp( 1798-1864). 176. 151 on des Him. mels Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke; gieb uns Kraft zum heil'. gen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu sein. 3. Lebensfürst und Ueberwinder, steh uns an, brich uns Bahn, stärke deine Kinder! Nähr uns mit 3. Richte Herz und Sinn dem Himmelsbrote, gieb zu dem Himmel hin, daß uns Muth, Liebesglut, Treue bis zum Tode. wir unsern Bund erneuern und mit Wahrheit dir betheuern, deine Bahn zu gehn, Weltluft zu verschmähn. 2. Mach' uns selbst be reit, gieb uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu floß auch uns zu gut. nennen, dessen theures Blut 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wolleft du auf unser Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5. Gieb auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unaufhörlich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn und dein Lob erhöhn. Samuel Marot( 1771-1865). 152 Confirmations- Lieder. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Gemeinde. 177. or dir, Todesüberwinder, stehn deine theu'r erlösten Kinder; ihr Lobgesang sei dir gebracht! Freudig gehn ste dir entgegen, weil du der Liebe reichsten Segen den Kinderseelen zugedacht. Dein Auge steht sie hier im Jugendschmuck vor dir fnien und beten. Herr, ste sind dein! Laß ihre Reihn dir an dein Herz geleget ſein. Chor der Kinder. 2. Friedefürst! ich ward erforen am ersten Tag, als ich geboren, zu deinem sel gen Gnadenkind; du gabst mir des Himmels Gaben, weil wir nichts Gutes eigen haben und ohne dich verloren sind. O Jesu, meine Ruh! Ich greife freudig zu nach den Gaben, die du mir heut zur Seligkeit durch dein Erbarmen haft ernent. 3. Laß dich halten und umfassen; ich will dich ewig nicht verlassen, verlaß auch du mich ewig nicht! Schüße mich vor Welt und Sünde und offenbare deinem Kinde dein gnadenvolles Angesicht, auf daß ich Tag für Tag in dir mich freuen mag still und heilig, und mich dein Mund zu jeder Stund' erinnre an den Liebesbund! 4. O du Hirt erkaufler Seelen! Ich muß des rechten Wegs verfehlen, wenn meine Seele von dir geht. Darum gieb mir Licht und Stärke und Glaubensmuth zum guten Werke, zum Ringen, Wachen und Gebet, bis ich den Pilgerstand im ew'gen Vaterland stegreich ende und du, o Sohn, der Treue Lohn mir reichst von deinem Gnadenthron. Albert Knapp( 1798-1864). ATER Abendmahls- Lieder. 3. Abendmaßt. Diel. O Gott, bu frommer Gott.| dringen. Ich weiß es zu 178. h, Jefus lebt gewiß, daß mein Erlöser lebt, der aus dem Grab auch mich zum Leben einst erhebt. 153 in mir! Nichts ist, das uns kann scheiden; es ist im Abendmahl Eins worden aus uns beiden. Ich hab' ihn, er hat mich; was sein ist, das ist mein: ad sein Herz, mein Herz: eins Herz! Was mein ist, das mel. Herzliebster Jesu, was haft ist sein. bu verbrochen. 2. An Jesu hange ich; er lebt, und ich soll leben! Er hat mir als ein Pfand sein Fleisch und Blut ge. geben. Ich hab die rechte Speis', ich hab den rechten Trank, dadurch ich ewig leb', Herr, dir zu Lob und Dant. 3. 3um Leben hast du mich gespeiset und getränfet; der Vater hat mit dir anch Alles mir geschenket. Auf diesen Trost leb ich und fahr auch drauf dahin, weil du mein Leben bist, und Sterben mein Gewinn. 4. Sterb' ich dem Leibe nach, so muß mir's doch gelingen. Ich werde durch den Tod zu dir ins Leben Aemilia Juliana, Gräfin von Schwarzburg- Nudolstadt ( 1637-1706). 179.& rlöser, der du selbst uns hast gerufen, hier stehen wir an deines Altars Stufen; mühselig und voll Reu, voll tiefer Schmerzen sind unsre Herzen. 2. Du hast's versprochen, Müde zu erquicken, zu heilen die, die Sündenlasten drücken; du willst, wenn wir hier würdig dein ge. denken, dein Mahl uns schenken. 3. Wir kommen feßt und nehmen deine Speise und deinen Trank zu deines Todes Preise. Nun sind wir dein, sind einzig dir ergeben im Tod und Leben. Verfaffer unbekannt. 170101 Abendmahls- Lieder. 154 Mel. Jefu, ber bu meine Seele. 180.Freu' dich, Seele, rühm' und preise! Christus sei dein Lobgesang! Sein Leib ist die rechte Speise, und sein Blut der rechte Trank; jener Leib, der für dein Leben sich zum Opfer hingegeben, fenes Blut, das Golgatha tief erbebend flieBen sah. 2. Allerheiligstes des Sohnes, das vor uns kein Vorhang deckt; sanfter Glanz des Gnadenthrones, KlarheitChrifti, die nicht schreckt! Ja, dir nah ich, dank und preise: dein Fleisch ist die rechte Speise, und dein Blut der rechte Trank. Bring ihm, Seele, Lob und Dank! 3. Ich will euch in Felsen graben, Worte meiner Zuversicht; meine Seele sollt ihr laben, wenn mein Herz im Tode bricht. Knien will ich und niederfallen, freudig soll mein Loblied schallen, schwing ich in der Sieger Chor mich dereinst zu Gott empor. 4. Wunderbar in deinem Geben, glebst du, Herr der Herrlichkeit, mir, dem Todeserben, Leben, Leben deiner Ewigkeit; mich, der ich verwesen werde, mich erweckst du aus der Erde; daß ich ewig leb' und fret von dem andern Tode sei. 5. Nicht nur, daß ich ewig lebe, sondern auch mit dir vereint, Herr, zu dir mich ganz erhebe, ewig ganz mit dir vereint. Dank, erlöste Seel', und preise; Christus ist die rechteSpeiſe. Sein genieß ich voll Vertraun, daß ich ihn werd' ewig schaun. 6. Preis dem Heiligen der Sünder! Sing dem Herrn, erlöste Schaar! Macht ist er und Ueberwinder, Rath ist er und wunderbar. Hostanna, er ist Leben, das will er mir ewig geben. Preis ihm, der da ist und war und der sein wird immerdar. Friedrich Klopftod( 1724-1803). Mel. Wachet auf, so ruft tc. 181. Serr, du blickft in meine Seele, du kenneft alle meine Abendmahls- Lieder. 155 Fehle; ste liegen offen vor| helle glänzen und irren dir da. Statt zu klagen, nicht. Mit diesem Licht erlaß mich loben und dir leuchte, Herr, mein Angefür deine Liebesproben an sicht. stimmen ein Halleluja! Zu lange schon verschloß die Seele freudenlos Lob und Danken. Die Sünde war mir immerdar in Noth und Elend offenbar. 2. Aber du, o mein Be freier, bist größer, gnaden voller, treuer, als dieses Herz, das mich verdammt. Was mich Jahre lang auch drücket, das wird, wenn du mich angeblicket, im Augenblick hinweggeflammt. Du willst, so bin ich frei von aller Tyrannei und Befleckung und dankend steht, von Lieb' erglüht, hinauf zum Himmel mein Ge müth. 1 3. Möcht' ich dies auf ewig fassen und nimmer mich erschrecken lassen, als wärest du von mir ent fernt! O an deiner Gottes gnade hat auf dem dunklen Glaubenspfade noch nie der Pilger ausgelernt. In deinem Lichte nur sehn wir des Friedens Spur 4. Werd' ich auf die Knie nun sinken, des neuen Bundes Kelch zu trinken, dann steh' im Geiste du vor mir, laß mich dann nach allem Grämen das hohe Friedenswort vernehmen: all deine Schuld erlaß ich dir!" Dann leuchte sanft und mild dein heil'ges Todesbild in die Seele. Der Lüste Reiz, Stolz, Haß und Geiz vertilge dann dein ernstes Kreuz. 5. Wie die Blume sich erhebet, wenn ste der Morgenthau belebet, laß mich erstehen neu belebt, mich in seligem Verlangen dich, meinen Seelenfreund, um. fangen, der gnädig sich mit mir vermählt. Denn wer dich, Herr, erkennt, beß Herz und Geist entbrennt in der Liebe, dem ist die Welt hinfort vergällt; du bist's, du bist's, zu dem er hält. 6. Jenes Mahls will ich gedenken, da du vom neuen 2016 P56 Abendmahls- Lieder. Weinstock tränken dein Volf| mir des Himmels Vorim Reiche droben wirst. D was wird man dort er. fahren, wenn nun nach allen Erdenfahren uns speisen wird der Lebensfürst, um ihn die Seraphim, die heil'ge Schaar bet ihm ewig, ewig! Dort hoff' auch ich, zu schauen dich, dort hin, o Jesu, führe mich! Albert Knapp( 1798-1864). Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 182. err, du hast für alle Sünder einen reichen Tisch ge. deckt, wo das Brot der ar men Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, weil du mich geladen hast. Laß mich nicht mit argem Her zen deine große Huld verscherzen. 2. Heilige du mein Gemüthe, alles Arge treibe aus, daß auch meines Her zens Hütte werde dein geweihtes Haus; denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jesu, höre mich und laß deinen Tisch auf Erden schmack werden. 3. Gnadenvoll willst du mir schenken deinen Leib, dein theures Blut, darum laß mich wohl bedenken, was hier deine Liebe thut, und verleihe, daß ich nicht eff' und trinke zum Gericht, was du, Jesu, für mein Leben zur Erlösung haft gegeben. 4. Halte die Vernunft in Schranken, wenn ste Zweifel mir erregt. Wirke heilige Gedanken, wenn mich fünd'ge Luft bewegt; daß ich mich in meiner Noth sehne nach dem Himmelsbrot, welches allen Hunger stillet und das Herz mit Gott erfüllet. 5. Bist du doch der Fürst des Lebens, Jesus ist der Name dein, nimmermehr fannst du vergebens für die Welt gestorben sein; drum erhöre, was ich bitt': theile mir dich selber mit und laß heut in mein Gewissen Trost aus deinen Wunden fließen. 6. Sind wir doch aus dir geboren, nähr' uns auch Abendmahls- Lieder. 157 durch deine Kraft, und weil| Gnaden, wir kommen, detAlles da verloren, wo nicht nen Leib und Blut, wie ste uns Hilfe schafft, laß du uns haft geladen, zum dies Brot und diesen Wein Preise deiner Herrlichkeit meines Herzens Manna und unsrer Seelen Seligkeit sein, daß die Wirkung die im Glauben zu genießen. ser Speise künftig in der That sich weise. 7. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; und wenn mich auch Furcht und Schrecken noch zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen wahren Freudenmuth, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch Nie mand lasse rauben. 8. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben, bittern Tod; laß mich auch Niemanden haffen, der mit mir genießt ein Brot. Nimm mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir sein nnd die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und Alles haben. Raspar Neumann( 1648-1715). 2. O Jesu, mach' uns selbst bereit zu diesem hohen Werke; schenk' und dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke; hilf, daß wir würd'ge Gäfte sei'n und werden dir ge pflanzet ein zu ew'gen Himmelewesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben. Laß Sünd' und Noth uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft einst ewig selig werden. Verfaffer unbekannt. mer. Bon Gott will ich nicht laffen. 184. hier ist der Herr zugegen, hier ist des Himmels Pfort'. Mel. Es ist gewißlich an der Beit. Es ist mit Gnad' und Se183. err Jesu Chrift, du höchstes Gut, du Brunnquell aller gen der Herr an diesem Ort. Hier finden ganz gewiß die wahren Glau 672 158 Abendmahls- Lieder. bensstreiter die rechte Him| Stätt'. Gott stößt sie nicht melsleiter troß allem Hin- hinaus, weil sie aus ihm derniß. geboren, so hat er ste erforen, zu sein in seinem Haus. 2. Es steht die Thür hier offen, wer nur mit Reu erscheint, in Glaube, Lieb und Hoffen, und seine Schuld beweint, der wird verstoßen nicht; er wird mit allen Frommen von Jefu aufgenommen und kommt nicht ins Gericht. 3. Hier ist ein Mahl der Freuden für Gottes Volk bereit. Hier sollen die sich weiden, die, mit der Welt im Streit, in Eifer sich verzehrt; die mit der Sünde ringen, durch Tod zum Leben dringen, die werden hier genährt. 4. Die arm im Geifte leben und geistig hungrig sind, die sich dem Herrn ergeben, bei denen Reu sich find't, die nach Gerechtigkeit sich ſehnen: ſolchen Herzen für die schmerzen das Gnadenmahl bereit. 5. Wenn sie die Schuld bereuen von Herzen früh und spät, so sollen sie sich freuen an dieser heil'gen 6. O Jesu, meine Wonne, ich komm' jetzt auch zu dir, du Herr, mein Schild und Sonne, mit herzlicher Begier. Tränk' mich mit deinem Blut, speis' mich mit deinem Leibe, weil ich es weiß und glaube, daß du mein höchstes Gut. 7. Erquide mich mit Freuden, der ich so müd' und matt von Sündenschmerz und Leiden, mach' wieder, Herr, mich satt vom Lebenswein und Brot, daß ich dir treu verbleibe, ja dir mich ganz verschreibe im Leben und im Tod. Laurentius Laurenti( 1660-1722). Eigene Melodie. 185. ier liegt vor Majestät im Staub die Chris stenschaar, das Herz zu dir, o Gott, erhöht, die Augen zum Altar. Schenk uns, o Vater, deine Huld, vergieb der Sünden schwere Abendmahls- Lieder. Schuld. O Gott, von det nem Angesicht verstoß' uns arme Sünder nicht! Verfasser unbekannt. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 186. h tomme, Heil Ich der Welt, zu dir, erbarmend rufft du ja auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Sün den Last ist mir zu schwer, laß doch mein Herz von Troft nicht leer, ach, laß es Ruh erlangen; die Ruhe, welche selbst dein Geist mir durch dein troftvoll Wort verheißt. Wer tröstet mich wie du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Troft und Licht, mein Troft und Licht, verwirf mich, o mein Heiland, nicht. 2. Nur du bist meine Zuversicht, entzieh mir deine Gnade nicht, mich reuen meine mich, verdien' ich gleich den Tod, den Gottes Fluch den Sün dern droht, durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil, gieb mir an seinem Segen Theil; 159 er sei auch mir Beruhigung und meines Lebens Heili gung. Herr Jesu Christ, ich hoff' auf dich, ich hoff' auf dich, in dieser Hoffnung stärke mich. 3. Mein ganzes Leben preise dich; erlöst, mein Mittler, bin auch ich, dein Eigenthum zu werden. D bin ich dein, so fehlt mir nichts, nichts einst am Tage des Gerichts, nichts, o mein Heil, auf Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland entzieh' mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stärke mich, damit ich stege, Herr, durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, zum Leben führ' uns durch den Tod. Samuel Bürbe( 1758-1831). Mel. Ein Lämnmlein geht ic. 187. Ich komme, Herr, und suche dich, mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich des Wunders deiner Gnaden! Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, ADA SPADA 160 Abendmahls- Lieder. mich deiner zu getrösten.| durch keine Sicherheit dir Ich fühle meiner Sünden deine Krone rauben. Sieh, Müh, ich suche Ruh und ich vereine mich mit dir; finde ste im Glauben der ich bin der Weinstoc: bleib Erlösten. an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen; laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). 2. Dich bet' ich zuversichtlich an: du bist das Heil der Sünder; du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Macht und an dein Wort: ,, es ist vollbracht"! Du hast mein Heil verdienet. Du haft für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir: er tilget deine Sünden und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad' um Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon, spricht liebreich:„ sei Mel. Nun ruhen alle Wälder. getroft, mein Sohn, die 188. Ich komm' letzt dir vergeben!" Du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von gan. zem Herzen leben. eingeladen zu deinen großen Gnaden, mein Heiland, Jeſu Chrift! Doch scheu' ich mich mit Beten vor meinen Gott zu treten, weil mein Herz voller Sünden ist. 4. Dein ist das Glüd der Seligkeit; bewahr' es hier im Glauben und laß 2. Ich bin ein armer Abendmahls- Lieder. 161 Sünder, wie alle Menschen-| Hab' ich an ihren Früchten tinder, gestehe meine Sünd'; und weil ich übertreten, so hilf du, Jesu, beten, damit ich wieder Gnade find'. Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich: o gieb, daß meine Seele sich deß ewig freuen möge. 3. Ich will nun wiederfehren, der Schwachheit wollst du wehren, vergieb mir meine Schuld! Du bift für mich gestorben, haft mir das Heil erworben; drum habe mit mir noch Geduld. 2. Du läsfest mich in deinem Tod das wahre Leben finden: Erlösung aus der größten Noth, Verge. bung aller Sünden, Ge. wiffensruh, zur Beff'rung Kraft, daß haft du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Abendmahl ist mir ein Pfand von deiner großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! D stärke mein Gemüthe zum gläubigen Vertraun auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte! 4. Ich fühle, Herr, voll Reu und Schmerz die Laft von meinen Sünden; laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden, daß du aus großer Lieb' und Huld auch mir Mel. Es ist gewißlich an der Beit. 189. Jh preise bich, Vergebung meiner Schulb o mein Heil, für deine Todesleiden. auf haft erworben. 5. Der Troft, den mir 11 4. 3u deinen blut'gen Wunden hab' ich mich eingefunden, und bin dadurch getröft't. Hilf mir durch deinen Namen, sprich du darauf das Amen: du, Sünder, bist durch mich erlöst. 5. Drauf will ich nun empfangen mit gläubigem Verlangen am Altar Leib und Blut, die du für mich gegeben. Hilf, daß mir's fet das Leben und meiner Seele höchstes Gut. Verfaffer unbekannt. que quie 10 Abendmahls- Lieder. 162 dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Gegen; er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden. 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ist gar nicht zu ermessen, o mache selbst mein Herz geneigt, ste nimmer zu vergessen, daß ich aus echter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sei und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Leidens großen Zwed mir stets vor Augen stehen; nimm alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weis't und die einst den erlöften Geist zu deiner Freude führet. Mel. Schmfide dich, o liebe Seele. 190. Jeſu, Freund der Menschenkinder, Heiland der verlornen Sünder, der zur Sühnung unsrer Schulden Kreuzesschmach hat wollen dulden: wer kann faffen das Erbarmen, das du trägeft mit uns Armen? In der Schaar erlöster Brüder fall' ich dankend vor dir nieder. 2. Ja auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll' entgegen; in dem Elend meiner Sünden soll ich bei dir Hilfe finden. Meine Schulden willst du decken, mich befrein von Furcht und Schrekken; willst ein ewig sel'ges Leben als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Mich, den Zweifeln. den und Schwachen, willst du fest im Glauben machen; ladest mich zu deinemTische, daß mein Herz sich dort erfrische. So gewiß ich Wein genossen, ist dein Blut für mich gefloffen; so gewiß ich Brot empfangen, werd' ich Heil in dir 8. Zu meinem Heile haft du dich für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwede mich, mit Ernst danach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, und werd' ich einst der Welt entrückt, so set dein Tod mein Leben! Johann Diterich( 1721-1797).| erlangen. Abendmahls- Lieder. 163 4. Ja du kommst, dich| Christen sich auf deine Zumit den Deinen in dem funft rüsten, daß, wenn Nachtmahl zu vereinen; du, heut der Tag schon käme, der Weinstock, giebst den Keinen, Herr, dein Blick Reben Muth und Kraft beschäme. Schaff' ein neues zum neuen Leben. Durch Herz den Sündern, mache dich muß es mir gelingen, ste zu Gottes Kindern, die reiche, gute Frucht zu brin- dir leben, leiden, sterben, gen und durch Frömmig- deine Herrlichkeit zu erben. keit zu zeigen, daß ich gänzlich sei dein eizen. 5. Nun so sei der Bund erneuet und mein Herz dir ganz geweihet! Auf dein Vorbild will ich sehen und dir nach, mein Heiland, gehen. Was du hassest, will ich haffen, stets von dir mich leiten lassen; was du liebest, will ich lieben, nie durch Untreu dich betrüben. 8. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich schaun und ewig ehren! Halleluja, welche Freuden sind die Früchte deiner Leiden! Danket, danket, fromme Herzen, ewig thm für seine Schmerzen! Johann Lavater( 1741-1801). Rimmelrino dund 6. Doch ich kenne meine Mel. Fabre fort, Bion, fahre fort. Schwäche! Schwer ist, was 191... Haupt der omm herein:,: ich dir verspreche. Werd' ich dir auch Glauben hal. ten und im Guten nie erfalten? D, steh' du mir bei und stärke mich zu jedem guten Werke. Hilf, daß ich die Luft zur Sünde durch dich kräftig über winde. 7. Gieb, daß ich und alle Deinen, komm herein! Sprich den Frieden deines Mundes über uns! Wir harren dein. Komm, du Stifter unsres Bundes, halte selbst mit deiner Glieder Zahl:: Abendmahl.:,: 2.:: Weihe selbst,:,: weth', und brich bein Lebensbrot 11* 164 Abendmahls- Lieder. uns zum innern Geistes-| nem Heil mich labe und leben, weil du opfernd in in sein Verdienst mich den Tod deinen Leib für kleide, das ist meines Heruns gegeben. Stärk' uns, zens Freude. daß der Geist vom Weltsinn frei:,: himmlisch sei.:: 3.: Lebensfürst!:: komm, aus deiner Segens flut unsern Seelendurst zu stillen, daß dein heilig Opferblut willig floß um unsertwillen, geb'unsKraft, dir bis ins Grab hinein :: treu zu sein.:: 4. Er will's thun.:: Spürt ihr seinen Segenstritt? Freundlich naht er unserm Kreise, bringt uns Himmelsgüter mit, Lebenstrank und Lebensspeise. Seht, wie Segen seiner Hand entströmt!:,: Kommt und nehmt.:: Jurl Garbe( 1763-1841). 2. Zwar ich hab' ihn alle Tage, wenn ich Sehnsucht nach ihm trage; er ist auf der Himmelsreise täglich meine Seelenspeiſe. Daß ich einen Heiland habe, bleibt mein Alles bis zum Grabe, und ich mag nichts Andres wissen, als sein Lieben zu genießen. 3. Dennoch will ich mit Verlangen auch sein Abendmahl empfangen; darf ich da mich ihm verbinden, werd' ich's tiefer noch empfinden, daß ich einen Heiland habe, der am Kreuz und in dem Grabe, wie sein Wort mir sagt und schreibet, mein Erlöser war und bleibet. Mel. Schmüde bich, o liebe Seele. omm, mein 4. Ach, wie werd' ich oft so müde, wie entweicht der 192. Herzlingefu süße Friede! Sünd' und K Leiden strömt auch dir ein Quell der Freuden; stille hier dein sehnlich Dürsten aus dem Kelch des Lebens fürsten! Daß ich einen Hetland habe und in seiWelt kann mich verwunden, wenn mir dieses Licht entschwunden, daß ich einen Heiland habe, der mit seinem Hirtenstabe sanft und mild und voll Abendmahls- Lieder. 165 Vergeben mir nichts ist| quälen, oder wird mit als Heil und Leben. 5. Set gesegnet, ew'ge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da das Mißtraun mich vergiftet, solch ein Denkmal hast gestiftet, daß ich einen Heiland habe, der den Gang zum Kreuz und Grabe gern gethan, mich zu versöhnen und mit Gnade mich zu a frönen. OTHE etwas fehlen, oder wird die Kraft zerrinnen, so will ich mich nur besinnen, daß ich einen Heiland habe, der vom Kripplein bis zum Grabe, bis zum Thron, wo man ihn ehret, mir, dem Sünder, zugehöret! bidstod M Ernst Woltersdorf( 1725-1761). Eigene Meloble. ein Jesu, der du vor dem Scheiden in deiner letzten Trauernacht uns alle Früchte deiner Leiden als letzten Willen haft vermacht, es preisen gläubige Gemüther dich, Stifter solcher hohen Güter! 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtnis bei uns neu, und neue Gegensströme fließen uns zu von deiner Güt' und Treu; dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen erneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zitternden Gewissen ein neues Siegel aufgedrückt, daß 6. Heil'ges Brot, fei mir 193. gesegnet, weil mir der mit dir begegnet, der mit seinen theuren Wunden die Erlösung mir erfunden! Daß ich einen Heiland habe, der erblaßt und todt im Grabe auch für meine Schuld gelegen, will ich schmecken und erwägen. 7. Heil'ger Kelch, sei mir gesegnet, weil mir der mit dir begegnet, dessen Blut mich läffet finden die Ver. gebung aller Sünden! Daß ich einen Heiland habe, der die matte Seele labe, muß dies nicht mein Dür sten stillen und mein Herz mit Wonne füllen? 8. Will hinfort mich etwas 9910107 166 Abendmahls- Lieder. unser Schuldbrief sei zer zum Pfande dienen, daß rissen, daß unsre Handschrift unser Leib, feßt schwachsei zerstückt, daß wir Verheitsvoll, einst herrlich aus gebung unsrer Sünden in dem Staube grünen und deinen blut'gen Wunden unverweßlich werden soll; finden. induced, ja, daß du uns ein ewig 4. Das Band wird fester angezogen, das dich und uns zusammen hält; es fühlt die Freundschaft, längst gepflogen, auf neue Stüßen sich gestellt. Wir werden mehr in solchen Stunden mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dieß Brot kann wahre Nahrung geben, und dieser Kelch erquickt den Geist; es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dich genießt. Wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubenswerke. Leben nach diesem kurzen werdest geben. S 8. D theures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt! Da wir dich selbst zur Speise haben, ist unser Geist so wohl gepflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr' und Preis gesungen, ja solcher hohen Liebe Schein verdient, daß aller Engel Zungen zu ihrem Ruhm geschäftig sei'n. Wird unser Geist zu dir erhoben, so wird er dich vollkommen loben. Joh. Rambach( 1693-1735). 6. Wir treten in genau're Bande mit deines Leibes Gliedern ein; wir müssen all' in solchem Stande ein mer. Allein Gott in der Höh' ic. Herz und eine Seele sein; 194. Jesu, dir ſet der Geist muß mehr zusammenfließen, da wir ein Fleisch und Blut genießen. ewig Dant für deine Treu und Gaben. Ach, laß durch diese Speis' und Trank auch mich das 7. Dein Leib muß uns Abendmahls- Lieder. 167 Leben haben! Sei mir| 2. Wie kann genug ich willkommen, edler Gast, der schätzen dies himmlische du uns nicht verschmähet Ergößen und diese theuren haft! Wie soll ich Dank Gaben, die uns gestärket dir sagen? haben! 2. D, Jesu Christ, du kannst allein mir Leib und Seele laben. Nun bin ich dein, und du bist mein mit allen deinen Gaben. Hier hab' ich, was ich haben soll; dein Gnaden brünnlein ist stets voll, Hier find' ich Troft und Leben.su 3. Wie soll ich dir doch danken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und getränket, ja selbst dich mir geschenket! 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg' und Wunden, die du für mich empfunden. 3. Laß mich auch ewig sein in dir, laß dir allein mich leben, und bleib du ewig auch in mir: o Herr, du wirst mir geben, daß ich kraft dieser Speis' und Trant start bleibe, wenn ich schwach und frank, und fahr' zu dir mit Freuden. Joh. Olearius( 1611-1684). ROTUSK Mel. Nun last une Gott dem ic. 7. Jest schmecket mein 195. Jesu, meine Gemüthe ben Reichthum Wonne, du meiner Seele Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden. deiner Güte; dies theure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 5. Dir dank' ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden, dir dank' ich für dein Sehnen und deine heißen Thränen. 6. Dir dank' ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben: dir dank' ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 8. Herr, laß mich nie vergessen, anbetend mich 9910 168 Abendmahls- Lieder. ermeffen die Kraft der Him-| pflegen, deinem Bräutigam melsspeise, dafür mein Herz dich preise. entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten; eile, ste ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: o Herr, laß dich umfassen, von dir 10. gieb, daß meine will ich nimmer lassen. D Seele nur dich allein erwähle; laß mich stets mit Verlangen an deiner Liebe hangen. 9. Du wollest doch die Sünde, die ich in mir noch finde, aus meinem Herzen treiben und kräftig in mir bleiben. Tib 11. Nun kann ich nicht verderben; drauf will ich selig sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Joh. Rift( 1607-1667). Eigene Melodie. 196.hmüde dich, o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle, komm and helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen! Denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jest Herberg' in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte 3. Pflegt man sonst bei höchsten Schätzen auch das Höchste einzusehen, so willst du umsonst gewähren, was die Seele soll ernähren, da in allen Bergwerksgründen kein solch Kleinod ist zu finden, wie dein Blut, vom Kreuz geflossen, das du hast für uns vergoffen. 4. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! ach, wie pfleg' ich oft mit Thränen mich nach dieser Kost zu sehnen! ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten, daß mein Herz im Brot und Weine sich durch Gott mit Gott vereine. 5. Beides, Wonne und auch Bangen fühl' ich jetzt mein Herz umfangen; das Abendmahls- Lieder. 169 Geheimnis dieser Speise| in den Tod für uns geund die unerforschte Betse geben und den Himmel macht, daß ich voll Stau- uns erschlossen durch dein nen merke, Herr, die Größe Blut, für uns vergossen, deiner Werke. Ist auch das uns jetzt kann kräftig wohl ein Mensch zu finden, tränken, deiner Liebe zu der dein' Allmacht könnt' gedenken. nunding ergründen? 6. Nein, es muß Vermunft hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, daß dies Brot nie wird verzehret, ob es gleich viel Tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. Geheimnis voller Freuden, das nur Gottes Geift kann deuten. 7. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud' und Wonne, Jeſu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall' ich zu deinen Füßen; laß mich würdiglich ge nießen diese deineHimmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise! 8. Herr, es hat bein treues Lieben dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig haft bein Leben 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen; laß mich durch dies Seeleneffen deine Liebe recht er messen, daß ich einst, wie feßt auf Erden, mög' dein Gast im Himmel werden. at Joh. Frand( 1618-1677). Mel. Straf mich nicht in beinem Born. 197. Tretet her zum Tisch des Herrn, Gott hat euch geladen; eure Herzen sei'n nicht fern von dem Mahl der Gnaden; betet, wacht! Habet acht, was euch Gott wird geben zu dem ew'gen Leben. 2. Kommt in Reu und wahrem Leid über eure Sünden; Demuth und Gott 139460 Abendmahls- Lieder. 170 seligkeit laffet bei euch finden. Schlagt die Brust, deß bewußt, was ihr habt verschuldet, eh' thr Straf' erduldet. 3. Geht heran, schön angethan mit dem Glaubenskleide; solche Gäste nimmt Gott an, sie sind seine Freude. Nehmt die Speis', 2. Wie sollt' ich ihn nicht gleicher Weis' trinkt sein lieben, der mir so hold sich Blut vergossen, o ihr Tisch- zeigt? wie jemals ihn begenoffen! and trüben, der so zu mir sich neigt? Er, der am Kreuz erhoben, für mich ging himmelan und täglich nun von oben mich segnend will umfahn. 4. So thr würdig eßt und trinkt von dem Brot und Weine: solches Sakrament euch bringt Lebenstroft alleine. Danket Gott, liebt in Noth, lebt als Gottes Kinder, werdet nicht mehr Sünder! 5. Jesu, Jesu, höchstes Gut! König aller From men, laß doch deinen Leib und Blut in mein Herze fommen seliglich. Das bitt' ich, Herr, in deinem Namen, hochgelobet. Amen! Joh. G. Müller( 1651-1745). geffen, der mein noch nie vergaß? Kann ich die Lieb' ermessen, dadurch mein Herz genas? Ich lag in bittern Schmerzen, er kommt und macht mich frei; und stets quillt aus dem Herzen ihm neue Lieb' und Treu. Mel. Herzlich thut mich ic. 198. pie könnt' ich sein ver3. Thn will ich ewig lieben, der mir aus Todesnacht, von meinem Schmerz getrieben, Unsterblichkeit gebracht, der noch zur leßten Stunde mir reicht die treue Hand, bis auch die letzte Wunde ausheilt, die mich gebrannt. 4. Er giebt zum heil'gen Pfande mir seinen Leib, sein Blut; hebt mich aus Nacht und Schande, füllt mich mit Himmelsmuth; will selber in mir thronen Abendmahls- Lieder. 171 mit heil'gem Gnadenschein:| haft so mild! Mein Liesollt' ich bei ihm nicht ben und mein Hoffen, mein wohnen? in ihm nicht Dulden weih' ich dir! selig sein? Laß mir die Heimath offen, und dein Herz für und 5. Bet Freuden und bei Schmerzen durchleuchte für! mich dein Bild, wie du, o Herz der Herzen, geblutet Ist Chriftian Kern( 1792-1835). Zweiter Abschnitt. Mel. Jefu, meine Freube. 199.genugsam Wesen, das ich hab' erlesen mir zum höchsten Gut: du vergnügst alleine völlig, innig, reine Geist und Seel' und Muth. Wer dich hat, ist still und fatt; wer dir kann im Geist anhangen darf nichts mehr verlangen. 2 Der christliche Glaube. I. Don Gott, dem Vater, feinem Wesen und Wirken. 2. Wem du dich gegeben, kann in Frieden leben, er hat, was er will; wer im Herzensgrunde mit dir lebt im Bunde, liebet und ist still. Bist du da und innig nah, muß das Schönste bald erbleichen und das Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüther, Trost 172 Von Gott, dem Vater. in aller Bein; was Ge- Kämmerlein, daß ich Allem schöpfe haben, kann den Geist nicht laben, du vergnügst allein. Was ich mehr als dich begehr', kann mein Seligsein nur hindern und den Frieden min dern. 5. Ehr' sammt allen Schäßen und was mag er gößen, mag ich missen gern; Freude, Trost und Gaben, die sonst andre haben, will ich auch entbehr'n. Du sollst sein mein Theil allein, der mir soll trot andern Dingen Ruh und Freude bringen. mich verschließe und nur dich genieße. 4. Was genannt mag werden droben und auf Erden, Alles reicht nicht zu; Einer nur kann geben Freude, Trost und Leben, Eins ist Noth: nur du! Hab' ich dich nur wesentlich, so mag Leib und Seel' Mel. Gott des Himmels und der Erben. verschmachten, ich will's 200. lauter Amen Amen! doch nicht achten. spricht der treue Gottesmund. Emig führet er den Namen, daß er aller Wahrheit Grund. Was er sagt, trifft Alles ein, es muß Ja und Amen sein. 6. Komm, du selig Wesen, das ich mir erlesen, werd' mir offenbar! meinen Hunger stille, meinen Grund erfülle mit dir selber gar. Komm, nimm ein mein 7. Laß, o Herr, mit Freuden mich von Allem scheiden, fern der Kreatur! innig dir ergeben, kindlich mit dir leben. Sei mein Himmel nur! Bleib nur du mein Gut und Ruh, bis du wirst in jenem Leben dich mir völlig geben. Gerh. Tersteegen( 1697-1769). 2. Menschen mögen ja wohl trügen und nicht frei von Falschheit sein, doch kann dieser Held nicht lügen, denn er liebt nicht falschen Schein. Er treibt mit uns keinen Scherz, wie der Mund, so ist sein Herz. 3. Die Verheißung kann verziehen; kommt nicht Von Gott, dem Vater. 173 ein Amen draus. bald, was er verspricht,| weit hinaus, es wird doch muß man allen Zweifel fliehen, weil er sein Wort niemals bricht. Ist die rechte Zeit nur da, so wird alles lauter Ja. 4. Hat er es doch so gehalten von dem Anbeginn der Welt, seine Wahrheit wird auch walten, bis die Welt in Asche fällt; weil er heute und fortan sich nicht selbst verleugnen kann. 5. Er sprach einmal nur: Es werde! da zuvor kein Wesen war, so ward Him mel und die Erde, die sein Machtwort stellte bar. Also bleibt es noch dabei, baß ihm nichts unmöglich sei. 6. Nicht ein Wort ist, das vergebens auf die Erde fallen kann. Also zeigt das Wort des Lebens sich als treuen Beugen an. Der uns seinen Sohn versprach, kam auch seinen Worten nach. 7. Wohl, mein Herz, du fannst ihm trauen. Was er dir verheißen hat, wirst du auch erfüllet schauen, kommt es auch bisweilen spät; spart er's auch oft 8. Amen! Herr, du willst erfüllen, was dein treuer Mund verspricht. Das vernehm' ich hier im Stillen, bis sich's offenbart im Licht, daß du die Erfüllung gebst. Amen! ja so wahr du lebst. Benj. Schmold( 1672-1737). Mel. O Gott, bu frommer Gott. 201.nbetungswürd'. ger Gott, voll du bist unendlich mehr, als Ehrfurcht stets zu nennen, wir begreifen können. D flöß auch meinem Geist die tiefste Demuth ein, und laß mich stets vor dir voll Ehrerbietung sein. 2. Du bist das höchste Gut, du weißt von keinem Leide; stets ruhig in dir selbst thronst du in ew'ger Freude. Dein ist die Herr lichkeit, auch ohne Kreatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefft dem, das nicht war, um Lust und Seligkeiten aufs Mannig faltigste um dich her auszubreiten. Die Liebe bist 99782 PA 174 Von Gott, dem Vater. du selbst, Verstand und| Lichtes Höhen, wo du voll Rath sind dein, und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreun. Majestät auf deinemStuhle thronst und unter frohem Lob der Himmelsheere wohnst. 4. Du sprichst, und es geschieht; auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräft'gen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 3. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen; wird aber bermaleinst der Vorhang weggenommen, der feßt das Heiligste noch unserm Blick verschließt, dann sehn wir flarer ein, wie herrlich, Gott, du bist. 5. Du bist der Herren Herr; der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub, dein Wort erschafft, kann tödten. Wen du er niedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du er höhen willst, deß Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit bestzet, der Leben giebt und nimmt, der unsern Odem schüßet. Mel. Wach auf, mein Herz ic. Den Geist, der in uns lebt, 202. Der Herr, der ihn haben wir von dir; ihn forderst du zurück, du bleibest für und für. aller Enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ew'gen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang' ich diesen habe, fehlt mir's an keiner 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des 9. In Ehrfurcht sei schon jetzt dein Ruhm von uns besungen, verschmäh' nicht unser Lob, das Lallen schwacher Zungen. Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein Lied im höhern Chor dich, großer Gott, erhöhn. Johann Rambach( 1693-1785). Von Gott, dem Vater. 175 Gabe; der Reichthumseiner| zen erweckt in meinem Fülle giebt mir die Füll' und Hülle. 3. Er läffet mich mit Freuden auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rath in allen Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er ste zu er. quiden, aus aller Noth zu rüden. 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor Andern im finstern Thal muß wandern, fürcht' ich doch keine Tücke, bin frei vom Mißgeschicke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schüßt mich vor dein Stab, Herr, und dein Stek fen benimmt mir allen Schrecken. 8. Du sebeft mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmer Herzen. 9. Du salbft mein Haupt mit Dele, du stillest meine Seele und reichst mir, wenn ich leide, den vollen Kelch der Freude. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz guten Muthes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang' ich lebe, machen. 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herr. lich treiben im Hause, da du wohnest und Frommsein wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, wo schaun, im Himmel droben. wir dich werden selbst hoch preisen, singen, loben. Paul Gerhardt( 1606-1676). Eigene Melodie. 203. Der Herr ift gut, in dessen Dienst wir stehn, wir dürfen ihn in Demuth Vater nennen; wenn wir nur treu auf seinen Wegen gehn, so sehn wir ihn von zarter Liebe brennen. Dies Wort giebt uns im 176 Von Gott, dem Vater. Kampfe Kraft und Muth:| wird nimmermehr aus set. der Herr ist gut! 2. Der Herr ist gut! er will der Sünder Schuld nicht unerbittlich mit dem Schwerte rächen; es ist bei ihm ein Reichthum der Geduld, er heilet gern der Frrenden Gebrechen; er segnet uns durch seines Sohnes Blut: der Herr ist gut. nem Dienste gehen; hier wird erst recht, was Freiheit sei, entdeckt. Hier kann der Geist im rechten Adel stehen. Nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut: der Herr ist gut! 6. Der Herr ist gut! er steht in Gnaden an den armen Dienst der Knechte, die ihn lieben; er giebt mehr Lohn, als man erwarten kann, kein fühler Trank ist unvergolten blieben, er giebt dafür die ganze Segensflut; der Herr ist gut! 3. Der Herr ist gut und theilt sich willig mit, sein Wesen ist ein Brunnen edler Gaben! er geht uns nach und fragt bei jedem Schritt, ob wir nicht was oon ihm zu bitten haben? Wo ist ein Herr, der so mit Knechten thut? Der Herr ist gut! 4. Der Herr ist gut! kein Elend ist so groß, er hat so Kraft, als Neigung, uns zuschüßen; umschließet uns der ew'gen Liebe Schooß, so können wir im stillen Frieden sthen. Das macht sein Schuß, daß man hier stcher ruht: der Herr ist gut! 5. Der Herr ist gut! wer dies im Glauben schmeckt, 7. Der Herr ist gut und bleibt es bis zum Tod, wir sollen ihm in seinen Armen sterben; er will uns führen aus der letzten Noth und Alles, was er hat, uns lassen erben, und Ruhe geben, wie er selber ruht; der Herr ist gut! 8. Der Herr ist gut! fallt nieder vor dem Thron; wir sind zum Segen herzlich eingeladen. Lobt unsern Gott, lobt seinen lieben Sohn, lobt seinen heil'gen Geist, den Geist der Gna Von Gott, dem Vater. den; lobt ihn für alles, was er ist und thut, der Herr ist gut! Nach Johann Nambach( 1693-1735). Mel. Es ist gewißlich an der Beit. 204. Der Herr ist mein getreuer Hirt, dem ich mich ganz vertraue; zur Weid' er mich, sein Schäflein, führt, auf schöner, grüner Aue. Zum frischen Wasser führt er mich, mein' Geel' zu laben träftiglich durchs sel'ge Wort der Gnaden. 2. Er führet mich auf rechter Bahn von seines Namens wegen. Ob gleich viel Trübsal kommt heran auf finstern Todesstegen, so grauet mir doch nicht dafür: mein treuer Hirt ist stets bei mir, mich tröst't sein Stab und Steden. 3. Er macht mir einen Tisch bereit, ob's auch den Feind verdrießet; er schenkt den Becher voll von Freud', von Del das Haupt mir fließet, und Gutes und Barmherzigkeit läßt er mir folgen allezeit: ich bleib in Gottes Hause. Corn. Beder( 1561-1804). 177 Met. Wer nur den lieben Gott ic 205. Du Bater deiner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist, du, dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein im Leben und im Tode sein. 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, der du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift giebst. Was dir gefällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Vertilge, Herr, durch deine Liebe in mir die Liebe zu der Welt und gieb, daß ich Verleugnung übe, wenn mir das Eitle noch gefällt. Wie soll ich je die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deines Namens willen gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, so steh auf meine Willigkeit, und rechne mir nach deiner 12 178 Von Gott, dem Vater. Huld die Schwachheit, Va-| mir einen Blick zurück, ter, nicht zur Schuld. einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsterniß zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Sorgfalt meiden, ge fiel es auch der ganzen Welt. Laß, Vater, mich behutsam sein, die kleinste Sünde selbst zu scheun. 6. Aus Liebe laß mich Alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt. Auch Trübsal führt zu ew'gen Freuden; wer ihre Last gern auf sich nimmt, ste willig trägt und weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstüßt. 7. In deiner Liebe lak mich sterben, so ist auch Sterben mein Gewinn, dann werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb' ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. Balth. Münter( 1735-1793). Mel. Freu bich sehr, o meine ic. 206.& m'ge Liebe, mein Gemüthe waget einen fühnen Blick in den Abgrund deiner Güte: send' 2. Jch verehre dich, o Liebe, daß du dich erbar met haft und aus eignem freien Triebe den erwünschten Rath gefaßt, der mit Fluch beschwerten Welt durch ein theures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben, Gnad' und Freiheit zu erwerben. 3. D ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, welcher uns verlornen Armen Gnade, Trost und Hilfe beut! Liebe, die den Sohn nicht schont, der in ihrem Schooße wohnt, und zum Mittler ihn erforen, zu erretten, was verloren. 4. Doch du haft, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß sich jeder darin übe, der am Segen Antheil nimmt. Wer nur an den Mittler glaubt, und ihm treu ergeben bleibt, dersoll nicht verloren gehen, Bon Gott, dem Vater. 179 sondern Heil und Leben| mein ganzes Leben so nach sehen. is, Hinke bora 5. Diesen Glauben an zuzünden, giebst du deinen heil'gen Geist, der sich läsfet willig finden, wie dein theu res Wort verheißt, Allen, die gebeuget stehn, die ihr Unvermögen sehn und zum Thron der Gnaden eilen, seine Gaben mitzutheilen. deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist in mir geschafft, mir zum 3eugniß dienen möge, ich sei auf dem Himmelswege. 6. Reinen tilgst du zum Verderben ohne Grund aus deinem Buch; die in ihren Sünden sterben, laden selbst auf sich den Fluch. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, der hat ew'gen Tod zum Lohn; sein muthwillig Widerstreben schließt ihn aus von Heil und Leben. 9. Laß mich meinen Namen schauen in dem Buch des Lebens stehn; denn so werd' ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegengehn. Keine Kreatur wird mich, den du liebest ewiglich, deiner Hand entreißen können, noch von deiner Liebe trennen. ism: 201 7. Liebe, dir set Lob ge. sungen für den heiligen Entschluß, den die Schaar verklärter Zungen rühmen und bewundern muß, den der Glaub' in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört und umsonst sich unter windet, wie sie dessen Tief' ergründet. doilde Johann Nambach( 1693-1735). bari bir ad met. D baß ich tausend Bungen ic. 207. 207. Geht hin, ihr gläubigen Gedanken, ins weite Feld der Ewigkeit, erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit: erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Him. mel war noch nicht ge macht, da hat Gott schon wiß zu sein; richte selbst den Trieb geheget, der mir 12* 8. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl ge A 60A 50 180 Von Gott, dem Vater. das Beste zugedacht. Da| gebracht! Ich bin ja nur ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. ein dürres Blatt, ein Staub. der feine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barmherzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut. Ich bin, o Vater, selbst nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Zeit. Der Glaube schwingt sich über Sterne und blickt ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbtheil im gelobten Land. 3. Sein Rathschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt' er mir zum Mittler geben, den macht' er mir zum Gnadenthron, in dessen Blute sollt ich rein, geheilt get und selig sein. 4. Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt, und mich zu ihren Kindern zählte, für welche ste das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb. 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüthe hinauf zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugniß giebt: Gott hat mich je und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bia hterher 9. Jm sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: wer dein ist, Herr, den kenneft du! Laß Erd und Himmel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 10. Ach könnt ich dich nur beffer ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; Von Gott, dem Vater. nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöhn. 11. Doch nur Geduld, es fommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist: drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. 30h. Gottfr. Herrmann ( 1707-1791). 181 2. Du leiteft mich nach deinem Rath, der nun für mich beschlossen hat, was auf mein Beftes gehet. Führst du mich gleich oft wunderbar, so macht es doch der Ausgang klar, daß stets dein Rath beſtehet. Folg ich dir auch auf rauher Bahn, so nimmst du mich mit Ehren an; und dann verkehrt sich alles Leid in Wonn' und in Zufriedenheit. Mein Herr und Gott, welch ein Gewinn, welch ein Gewinn ist mir's, wenn Mel. Herzlich lieb hab ich bich. 208. Gott, der du mich ich dein Erbe bin! als Vater liebst, mit Wohlthun über all umgiebst, du Schöpfer aller Freuden; bist du mein Freund, wie wohl ist mir! Ich bleibe darum stets an dir; nichts soll von dir mich scheiden. Du fasseft mich bei meiner Hand, machst mir den Weg des Heils bekannt, machst meinen Gang darauf gewiß, und schaffst mir Licht in Finsterniß. Ja, Herr, mein Gott, du bist mein Licht, du bist mein Licht; ich folge dir, so irr' ich nicht. 3. Du nur bist meine Zuversicht. Hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Wär ich im Himmel ohne dich, so könnte seine Pracht für mich doch nie erquickend werden. Könnt ich dein nicht schon hier mich freun, so möcht ich nicht auf Erden sein; denn außer dir ist doch kein Gut, daß meinem Wunsch Genüge thut. Mein Herr und Gott, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, was mir erfreulich ist. 28 182 Von Gott, dem Vater. 4. Auch in der allergröß- nur den führst du zur ten Noth erquickst du mich, Herrlichkeit. map of und wenn im Tod auch Leib und Seel verschmachten. Wie könnte das mir schrecklich sein? Mein Glaube lernt auch Todes pein in deiner Huld verachten. Denn du, du bleibst auch dann mein Heil, mein Trost und meines Herzens Theil, und führst mich über Welt und Zeit zum Schauen deiner Herrlich keit, so wahr du bist! Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, du segneft mich selbst durch den Tod. 5. Nur wer von dir weicht und die Welt mehr liebt als dich, nicht Glauben hält, der stürzt sich insi 6. Und dieses Glück entzög ich mir? Nein, Gott, ich halte fest an dir; das, das ist meine Freude. Dein Wort, o Vater, soll allein die Richtschnur meines Lebens sein, mein Trost in allem Leide! Ich setze meine Zuversicht auf dich. mein Fels, und wanke nicht, bis einst sich in der Ewigkeit mein Herz ganz deiner Liebe freut. Gott meines Heils, ich bleibe dein, ich bleibe dein; laß deine Huld stets mit mir sein. ndon Diterich nach Neumeister ( 1671-1756). Verderben. Wer dieser Mel. Es ift genug. Erde Luft und Pracht zu 209.Gott ist getreu! seinemHimmelreiche macht, der kann dein Reich nicht erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, o Heiligster, mißfällt, schaut nicht das Heil der bessern Welt. Nur den, der hier sein Herz dir weiht, sein Herz dir weiht, Sein Herz, sein Vaterherz ist voller Redlichkeit. Gott ist getreu bei Wohlsein und bei Schmerz, in gut und böser Zeit. Weicht, Berge, weicht, fallt hin, ihr Hügel! Mein Glaubensgrund hat dieſes Siegel::,: Gott ist getreu!:,: 2. Gott ist getreu! Er Von Gott, dem Vater. ist mein treuster Freund, dies weiß, dies hoff ich feft. Ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er wiegt bei jeder Prüfungsstunde dieKraft von meinem Glaubenspfunde.:,: Gott ist getreu!:,: 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt, er hält, was er verspricht; wenn mir sein Wort den Weg zum Leben weist, so glett und irr' ich nicht. Gott ist kein Mensch, er kann nicht lügen, sein Wort der Wahrheit kann nicht trügen.:: Gott ist getreu!:,: H 183 geld, damit ich selig bin. um uns zu retten vom Verderben, ließ er den Eingebornen sterben.:: Gott ist getreu!:,: 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und, was er thut, ist gut; trifft mich sein Schlag, er wedt und beffert mich, die Strafe meint es gut. Das Kreuz wird mir zur Himmels. leiter, der Kampf macht mich zum guten Streiter. :: Gott ist getreu!:,: 6. Gott ist getreu! Mein Vater, deß ich bin, sorgt für mein Seelenwohl. Sein Will' und Wunsch, sein 3wed und sein Bemühn ist, daß ich leben soll. Er reinigt mich von allen Sünden, er läßt mich Ruh in Chrifto finden.:: Gott ist getreu!:: ul Ge 7. Gott ist getreu! Sein göttlich treuer Blick giebt sorgsam auf mich acht; er steht mit Luft, wenn mich ein zeitlich Glück erfreut und dankbar macht. Was uns zu schwer ist, hilft er tragen, und endlich stillt er alle Klagen.:: Gott ist getreu!:,: 8. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich stets im Herrn zu freun? Sei Gott getreu, 5. Gott ist getreu! Er set unverzagt, mag doch giebt der bösen Welt den die Welt voll Falschheit ein'gen Sohn dahin. Der sein! Der fahchen Brüder Hetligste bezahlt das Löse- Neid und Tücke gereicht 48 184 Von Gott, dem Vater. am Ende mir zum Glücke.| Anfang Gott, und Gott in :: Gott ist getreu!:,: ew'gen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 9. Gott tst getreu! Vergiß, o Seel', es nicht, wie zärtlich treu Gott ist. Gott treu zu sein, sei deine hohe Pflicht, so lang' du denkst und bist. Halt fest an Gott, sei treu im Glauben, laß dir den starken Trost nicht rauben.:: Gott ist getreu!:,: 5. Was ist und war im Himmel, Erd' und Meere, das kennet Gott und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. Ehrenfr. Liebich( 1718-1780). 7. Er ist dir nah, du sthest oder gehest, ob du Eigene Melodie. 210.6° 210.Gott ist mein Lied, ans Meer, ob du gen Him. mel flöhest, so ist er allenthalben da. er ist der Gott der Stärke; hehr ist sein Nam', und groß sind seine Werke und alle Himmel sein Gebiet. 8. Er fennt mein Flehn und allen Rath der Seele, er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 2. Er will und spricht's, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl das Beste; er herrscht als Gott, und seines Thrones Veste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch wie lang' ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht Von Gott, dem Vater. 185 von deinen Wundern fassen?| durch Herz und Seele drinEin jeder Staub, den du haft werden lassen, vertündigt seines Schöpfers Macht. gen, daß auch wir nach Heil'gung ringen! at 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spie gel, du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 2. Du bist rein in Wert und Wesen, und dein unbeflecktes Kleid, das von Ewigkeit gewesen, ist die reinste Heiligkeit. Du bist heilig, aber wir, großer Schöpfer, stehn vor dir, wie in einem Kleid voll Fleden, die wir dir umsonst verdecken. 13. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 14. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden: so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). nag idine Mel. Freu dich sehr, o meine ic. 211. ott, vor desfen Angesichte nur ein reiner Wandel gilt, 3. Nichts wird sonst von dir geliebet, Vater, als was sich allein deiner Heiligkeit ergiebet und sich sehnt, dir gleich zu sein; darum nimm dich unser an, deren Herz nichts lieben kann, als was Straf' und Zorn verdienet, weil es noch der Sünde dienet. 4. Was dein Geist und 1 Herze sinnet, was dein weiser Wille thut, was dein starker Arm beginnet, das ist heilig, rein und gut; und so bleibst du ewigew'ges Licht, aus dessen lich, während wir auf ErLichte nichts als reinste Klarheit quillt: laß uns doch zu jeder Zeit Strahlen deiner Heiligkeit so den dich durch das Böse, das wir üben, stets von Jugend auf betrüben. 5. Wen dein Aug' voll 97160 186 Von Gott, dem Vater. Falschheit findet, wen es der dir schenket Luft und steht im Finstern gehn, wen die Lust der Welt entzündet, der kann nicht vor dir bestehn; du bist nur der Wahrheit Freund, allem Bösen bist du Feind, ach, das muß uns Sünder schrekken, Furcht und Schmerz in uns erwecken. Leben, so wird dir sein Gnadenstern tausend holde Strahlen geben; denn er beut dir treulich an, was dein Herz nur wünschen kann. 6. Tilge solche Furcht und Schmerzen! Du bist rein und macheft rein, schaff in uns doch solche Herzen, welche rein und heilig sei'n. Rein'ge ste, o höchstes Gut, rein'ge uns durch Christi Blut und laß so Verstand und Willen deinen heil'gen Geist erfüllen. 7. Hilf, o Vater, unsern Seelen glaubensvoll auf dich zu sehn; deinen ew'gen Weg zu wählen und ihn ohne Falsch zu gehn, bis wir mit der sel'gen Schaar der Erlösten immerdar Heilig! Heilig! Heilig!" singen und die reinsten Opfer bringen. Johann Zimmermann( 1702-1783). Mel. Jesus, meine Bubersicht. 500 212. Sabe deine Luft am Herrn, 2. Laß der Welt die eitle Luft, die in Weinen sich verkehret; wisse, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, dieser trifft in Allem an, was das Herz nur wünschen kann. 3. Luft an Gott erhebet dich, wenn du ihn im Wort erkennest; Luft an Gott ist innerlich, wenn du in der Liebe brennest. Solche Luft geht eine Bahn, die das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Luft an seinem Willen, ist bemüht, in Wort und That ihn getreulich zu erfüllen; und so wird ihm auch gethan, was das Herz nur wünschen kann. 5. Ist die Luft nicht ohne Last, trag geduldig die Beschwerden; wenn du Von Gott, dem Vater. wohl gelitten hast, wirst du erst recht fröhlich werden und triffst dort im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. Benj. Schmold( 1672-1737). 213.$ Mel. O baß ich tausend Bungen ic. err von unend lichem Erbar. men, du unergründlich Liebesmeer! Ich danke dir mit andern Armen, mit einem ganzen Sünderheer, für deine Huld in Jesu Christ, die vor der Welt gewesen ist. si 2. Für dein so allgemein Erlösen, für die Verfühnung aller Schuld, für deinen Ruf an alle Bösen und für das Wort von deiner Huld, ja, für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. 187 4. Für dein so tröstliches Versprechen, daß deine Gnade ewig sei. Wann Berge stürzen, Hügel brechen, so bleibt dein Bund und deine Treu; wann Erd und Himmel weicht und fällt, so lebt doch Gott, der Glauben hält. 3. Für deinen heil'gen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist, für dieses Glaubens Kraft und Triebe, wodurch sich deine Macht erweist, für die Befestigung darin dankt dir mein neugeschaffner Sinn. 5. Für deine theuren Sakramente, die Siegel deiner wahren Schrift, drin Gott, damit ich glauben könnte, ein Denkmal seiner Wunder stift't; für diese Gnaden in der Zeit dankt bir mein Herz in Ewigkeit. 6. Ja, Mund und Herze soll dir danken; doch bittet auch mein Herz und Mund: laß weder Mund, noch Herze wanken und gründe mich auf diesen Grund; erhalte nur durch deine Treu auch bis ans Ende mich dabei. 7. Laß mir dein allgemein Erbarmen, das allgemeine Lösegeld, den allgemeinen Ruf der Armen, den allgemeinen Trost der Welt, die Mittel, welche allgemein, den festen Grund des Glaubens sein. 997888 188 Von Gott, dem Vater. Philipp Biller( 1699-1769). 8. Du gabst ja mir auch| zähl' mich den Auserwählsolche Gnaden, auch ich, ten bet. ich habe Theil daran; ich lag fa mit in gleichem Schaden, für mich ist auch genug gethan; an deinem Mel. Auferstehu, ja auferstehn. Worte, Trost und Heil ge. 214. Ja fürwahr! uns hört mir mein besondres Theil. führt mit sanfdrter Hand ein Hirt durchs Pilgerland der dunklen Erde, uns, seine kleine Heerde. Halleluja! 2. Wenn im Dunkel auch sein Häuflein irrt: er wacht, der treue Hirt, und läßt den Seinen ein freundlich Sternlein scheinen. Halleluja! 9. An diesem kann ich nun erkennen, daß ich dein Kind in Gnaden bin; du willst mir selbst die Ehre gönnen, du gabst den Sohn für mich dahin, der war den Sündern zugezählt, in dem die Sünder aus. erwählt. 90,00 10. Laß mich in Liebe heilig leben, unsträflich dir zum Lobe sein; versichere mein Herz daneben: es reiße feine Lust, noch Pein mich von der Liebe Gottes hin, weil ich in Chrifto Jesu bin. 3. Sicher leitet aus des Todes Graun er uns auf grüne Au'n, aus Sturm und Wellen zur Kühlung leiser Quellen. Halleluja! 4. Freundlich blickt sein Aug' auf uns herab; sein fanfter Hirtenstab bringt Trost und Friede; erwachet sich nicht müde. Halleluja! 11. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, was 5. Ja fürwahr! er ist Welt und Hölle in sich getreu und gut. Auch schließt, nichts soll mich unsre Heimath ruht in von der Liebe scheiden, die seinen Armen. Sein Name da in Christo Jesu ist. Ja, ift Erbarmen. Halleluja! Amen! Vater aller Treu,|& r. Abolf Krummacher( 1768-1845). Von Gott, dem Vater. 189 Mel. Was mein Gott will ic. du nicht hast, was Fleisch und 215.Jh hab' in Gottes Blut begehret, als sei mit einer Herz und Sinn mein Herz und Sinn er geben. großen Last dein Glück und Heil beschweret; haft spät und früh viel Sorg' und Müh' an deinen Wunsch zu kommen, und denfest nicht, daß, was ge. schieht, gescheh zu deinem Frommen. Was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn deß, der vom Thron des Himmels wohl regieret, der, wenn er schlägt und Kreuz auflegt, 5. Ei nun, mein Gott, doch stets mit Liebe führet.| so fall' ich dir getrost in 2. Das kann mir fehlen nimmermehr: mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüth in seiner Güt' ge wöhnen, fest zu stehen. Halt ich dann Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. deine Hände: nimm mich und mach es so mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Nuß entstehe, und deine Ehr' je mehr und mehr sich in thr selbst erhöhe. 3. Es ist ja Weisheit und Verstand bei ihm ohn' alle Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud', er weiß, wann Leid uns, set. nen Kindern, diene, und was er thut, ist Alles gut, ob's noch so traurig schiene. 4. Du denkest zwar, wenn 6. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ich's an mit Freuden; soll's aber Kreuz und Unglück sein, will ich's geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen: wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 7. Soll ich dann auf des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan, so tret' ich Bahn und Steg, 190 Von Gott, dem Vater. den mir dein' Augen wet-| und Most zu seinen Zeiten fen. Du bist mein Hirt, find't? der Alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt( 1606-1676). Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 216.h finge bir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Luft. Ich sing' und mach' auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad' und ew'ge Quelle bist, daraus uns allen früh und spät viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind wir doch? was haben wir auf dieser ganzen Erd', das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gefeßt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Chau und Regen nett? PARROY 5. Wer wärmet uns in Kält' und Frost? Werschüßt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del 6. Wer giebt uns Kraft und Muth? schüßt mit seiner Hand des goldnen Friedens werthes Gut in unserm Vaterland? Leben, Leben Wer 7. Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du mußt Alles thun; du hältst die Wach' an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr, mit Huld und Stärke bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ja, endlich nimmst du unsre Schuld und wirfft sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zur Ehr' gereicht. dis mor 11. Du zählst, wie oft ein Christ hier wein', und was sein Kummer sei; kein 3ähr- und Thränlein ist Von Gott, dem Vater. 191 18. Et nun, so laß ihn sloferner thun und red' ihm nicht darein: so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig selig sein. Paul Gerhardt( 1606-1678) so klein, du hebst und legst es bet. 2 uslo 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd' entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing' und spring' und habe guten Muth! dein Gott, 217. der Schöpfer aller Ding', ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schab, dein Erb' und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was fränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? nimm deine Sorg' und wirf ste hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End'. mel. Wer nur den lieben Gott zc. ein Gott, wie ein bist du so Rath so wunderbar! Was verborgen. wie ist dein du haft gesorget, eh' ich helfen alle meine Sorgen? mich immerdar nur selig, war. Mein Vater, führ' wenn gleich wunderbar. 2. Kein Mensch kann, Herr, bein Antlig sehen, wir sehn dir nur von Ferne nach. Was du bestimmit, das muß geschehen bei unserm Glück und Ungemach. Mein Vater, führ' mich immerdar nur selig, wenn gleich wunderbar. 3. Herr, wer kann deinen Rath ergründen? dir bleibt allein der Weisheit Preis, du kannst viel tausend Wege finden, da, wo der Mensch nicht einen weiß. Mein Vater, führ' mich immer. 4 192 Von Gott, dem Vater. dar nur selig, wenn gleich| Enden; wo ich nur bin, wunderbar. Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich, denn deine Rechte schüßet mich. 2. Was ich gedenke, stehest du, du prüfest meine Seele. Du stehst es, wenn ich Gutes thu, du stehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts fann deinem Aug' entfliehn und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe: so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet: so weißt du ste und strafeft mich zu meiner Beff'rung väterlich. 4. Gott, deine heiligen Gedanken sind himmelweit von Menschenwahn; drum leite mich in deinen Schranken und führe mich auf rechter Bahn. Mein Vater, führ' mich immerdar nur selig, wenn gleich wunder bar. 5. Dir will ich ganz mich überlassen mit Allem, was ich hab' und bin; ich werfe, was ich nicht kann fassen, auf deine Macht und Weisheit hin. Mein Vater, führ' mich immerdar nur selig, wenn gleich wunderbar. 6. Hilf, daß ich nie von dir mich fehre; in Glück und Unglück, Freud und Leid schick' Alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seele Seligkeit. Mein Vater, führ' mich immer dar nur selig, wenn gleich wunderbar. Salomo Frand( 1659-1725). Mel. Mir nach, spricht Chriftus. 218.ie bist du, Höch ster, von uns fern, du wirkst an allen 5. Du höreft meinem Seufzen zu, daß Hilfe mir erscheine; voll Mitleid, Va ter, zählest du die Thränen, die ich weine. Du stehst und Von Gott, dem Vater. 193 wageft meinen Schmerz, von dem gestirnten Thron und stärkst mit deinem Trost mein Herz. zu uns herabgekommen. Sein Mangel, Knechtschaft, Kreuz und Grab sind uns ein Bild, zu malen ab, wie stark Gott lieben könne. 6. D drüd', Allgegen wärtiger, dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle, daß ich dein heilig Auge scheu und dir zu dienen eifrig set. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich dazu mit Kraft, vor dir getroft zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich sei'st, das tröst' und beff're meinen Geist. Chriftoph Sturm( 1740-1786). Mel. Allein Gott in der Höh' seiEhr'. 219.0 Liebesglut, wie soll ich dich nach Würdigkeit besingen? es müssen deine Liefen mich, du volle See, verschlingen! es flammet Gottes Herrlichkeit, es brennt die ganze Ewigkeit: bleibt noch mein Herz erfaltet? 2. Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schooß genommen: er ift 3. Hör auf, zu grübeln, glaub allein, kannst du dies Meer nicht gründen, so wirf dich blindlings da hinein mit allen deinen Sünden, daß dem dein Herze set gewährt, der dir sein Herz hat ganz beschert, gteb Herz für Herz zum Opfer. 4. Oliebster Vater, nimm es hin! gieb Kraft, um dich zu lieben. Herz und Begierden, Muth und Sinn sei'n dir hiermit verschrie. ben. Brenn' aus den Zunder böser Lust, laß ewig nichts in dieser Brust als deine Liebe glühen. Friedrich Lampe( 1688-1729). Eigene Meloble. 220. uhe ist das beste Gut, das man haben kann; Stille und ein guter Muth steiget himmelan. Die suche du! Hier und dort tft teine 18 TAGER DO 194 Von Gott, dem Vater. Gott ist die Ruh. Ruh, als bet Gott; ihm sett allem Letd ein Ziel; etle zu: Gott ist die Ruh. 2. Ruhe suchet jedes Ding, allermeist ein Chrift. Du, mein Herz, nach Ruhe ring, wo du immer bift! suche Ruh; in dir selber wohnt sie nicht; such in Gott, was dir gebricht! Gott ist die Ruh. ligun 3. Ruhe giebt dir nicht die Welt, thre Freud' und Pracht; Ruhe giebt nicht Gut und Geld, Lust, Ehr', Gunst und Macht; Reins reichet zu. Wenn du recht bekümmert bist, suchst du das, was droben ist; Gott ist die Ruh. 4. Ruhe geben kann allein Jesus, Gottes Sohn, der uns Alle ladet ein vor des Himmels Thron zur wahren Ruh. Wer den Ruf vernommen hat, dringe ein zur Gottesstadt! Gott ist die Ruh. 6. Ruhe kommt aus Glauben her, der nur Jesum hält; Jesus machet leicht, was schwer, richtet auf, was fällt, sein Geist bringt Ruh; gieb im Glauben Herz und Sinn seinem Geift zu eigen hin, Gott ist die Ruh. edo ift die Ruh. 5. Ruhe beut er Allen an, die beladen sind. Arm' und Reiche, kommt heran, Mann und Weib und Kind, thr findet Ruh! Traget thr des Leides viel, Gott 7. Ruhe findet sich zu. meist, wo Gehorsam blüht; ein in Gott gesetzter Geist macht ein still Gemüth und Seelenruh. Darum selig, wer sich giebt, daß er Gottes Willen übt! Gott 8. Ruhe wächset aus Ge. duld und Gelassenheit, die sich lehnt auf Gottes Huld und in Lieb und Leid stch giebt zur Ruh. Je zufriedener du bist, desto näher Gott dir ist: Gott ist die Ruh. 9. Ruhe hat, wer willig. lich Christi sanftes Joch hingebücet nimmt auf sich; ist es lieblich doch und schaffet Ruh. Folge deinem Heiland gern, dann ist nie Bon Gott, dem Bater. 195 fein Friede fern; Gott ist| lich sein? Denn ich seh in die Ruh. 10. Ruhe nirgends lieber bleibt, als wo Demuth blüht; was zur Niedrigkeit fein treibt und hinunter zieht, giebt wahre Ruh. Darum bleibe arm und flein, so wird Gott dir nahe sein; Gott ist die Ruh. 11. Ruh entspringet aus bem Quell, der als Liebe fleußt. Ist das Herz nur flar und hell, sanft und still der Geist, dann strömet Ruh. Liebe, wenn du Ruh begehrst, bis du seliglich erfährst: Gott ist die Ruh. 12. Ach, du Gott der wahren Ruh, gieb auch Ruhe mir! Was ich denke, red' und thu, streb' nach Ruh in dir; gieb Ruh dem Geift. Schließt sich dann mein Auge zu, so führ' Leib und Seel' zur Ruh, dem Himmel zu! Johann Schabe( 1686-1698). allen Dingen, wie so gut er's mit mir mein'. Ift's doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herz bewegt, das ohn' Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen stredt, also hat auch immer wieder mich des Höchsten Arm gedeckt. Seit den ersten Athemzügen, da er mir das Leben gab und das Wesen, das ich hab', durft' an seiner Brust ich liegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lteb' in Ewigkeit. asdin 3. Sein Sohn ift thm nicht zu theuer, nein, er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ew'gen Feuer durch sein theures Blut gewinn'. O du unergründter Brunnen, wie will doch mein schwacher ploh Eigene Meloble. 221.Sollt ich meinem Geist, ob er sich gleich hoch Gott sin befleißt, deine er gen und in ihm nicht fröhgründen können? Alles 18 Von Gott, dem Vater. 196 Ding währt seine Gottes Lieb' in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zurHimmelspfort', daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Macht zerbricht und mein banges Herz macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigfett. Zeit,| und Getreide. In den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See: überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigfeit. 5. Meiner Seele Wohlergehen hat er ja so wohl bedacht; will dem Leibe Noth entstehen, nimmt er's gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebet an, seine Kraft mir beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigfeit. 6. Himmel, Erd' und thre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug' hinkehre, find' ich, was mich nährt und hält, Thter und Kräuter 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüth, also daß ich jeden Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär' ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 8. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzieht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus der Zucht entflieht; also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Ruth' und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigfeit. 9. Seine Strafen, seine Schläge, ob mir dies gleich Von Gott, dem Vater. 197 ich dich nach dieser Zeit lob' und lieb' in Ewigkeit! Paul Gerhardt( 1606-1676). bitter scheint, sind, wenn ich es recht erwäge, dennoch Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der Mel. Alles ist an Gottes Segen. Seele kennet, schnöden Welt, die uns 222. ater, meine hart gefangen hält, durch die Trübsal zu sich lenke. Alles Ding währt seine Beit, Gottes Lieb' in Ewigfeit. 10. Das weiß ich für wahr und lasse mir's nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 11. Weil denn weder Ziel, noch Ende sich in Gottes Liebe find't, ei, so heb' ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, woll'st mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ehret, Höchster, dich und nennet gut und heilig dein Gebot, wünschet, ewig dich zu lieben, deinen Willen nur zu üben, dein allein zu sein, o Gott. 2. Ohne dich ist doch kein Friede; und die Seele rennt sich müde nach dem Schattenspiel der Zeit. Ihren Durst kannst du nur stillen: möchtest du ste ganz erfüllen, Gott in Zeit und Ewigkeit. 3. Gieb, daß mir der Tand der Erde täglich immer nicht'ger werde! feines Wunsches ist er werth. Frommsein ist das Glück der Seele, gieb, daß ich nur dieses wähle, Gott, der mein Gebet erhört. 4. Friede werd' ich im Gewissen, hier den Himmel schon genießen, lieb' ich herzlich dich allein, such ich, Vater, mehr als Allen, 198 Von Gott, dem Vater. die Welt in Trümmer gehn, Gottes Gnade wird beftehn. such ich dir nur zu gefallen,| will unverändert sein. Laßt so sind deine Freuden mein. 5. Mag die Welt mich immer hassen, kann ich dich im Geist umfassen und verdammt mein Herz mich nicht, o so bin ich voller Freude, glücklich dann selbst, wenn ich leide, bleib ich treu nur meiner Pflicht. mis susi ng 6. Laß den Reiz der Eitelfeiten nie von dir mein Herz abletten, bleibe du mein höchstes Gut! hilf mir den Betrug der Sünden, Vater, endlich überwinden; schenk mir Christenheldenmuth. 7. Lente du all mein Bestreben weg von hier zum bessern Leben, daß ich mich schon in der Zeit nur am Ewigen ergöße und den Werth der Dinge schäße wie einst in der Ewigkeit. Johann Labater( 1741-1801). 2. Gott hat Gnade mir versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er Alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, er erfüllt, was er verspricht. Mel. Gott des Himmels und ic. 223. peicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel, brecht, ihr Felsen, stürzet ein! Gottes Gnade hat das Siegel: sie 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich Alles bricht und fällt, sondern ihren Zwed erreichen, der mein Herz zufrieden stellt. Ist die Welt voll Heuchelei, Gott ist fromm und gut und treu. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat ste lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen; so fällt aller Zweifel hin, als wär' er nicht immerdar, was er ist, und was er war. 5. Mag sein Antlig sich oleh bald verstellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. Von Gott, dem Vater. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt sich auch empört; ihre Liebe mag erkalten, bleib ich meinem Gott nur werth. Ob die Sonne sich verhüllt, bleibt er mir doch Sonn' und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genannt; das ist Trost: so bleib ich Armer immerdar in seiner Hand. Sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen feft auf diesem Felsen ruhn; ewig will ich auf ihn bauen, was er sagt, das wird er thun. Erd' und Himmel mag vergehn, ewig wird sein Bund bestehn. Beni. Schmold(( 1672-1787). stus sillo Mel. Es ist das Beil uns sc. 224. enn enn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich von Bewundrung voll, nicht, 199 wie ich dich erheben soll mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge steht, wo hin es blickt, die Wunder deiner Werke; der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preift dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? wer fleidet ste mit Majestät? wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? D Gott der Macht und Herrlich. keit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolfen reichen. 200 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preift der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der ge. ringste Wurm, bringt metnem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht: bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wun Von Gott, dem Vater. 200 derbar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn, und hoff' auf ihn und dien' ihm gern: Wer wollte Gott nicht dienen! Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Eigene Melobte. 225.ie groß ist des Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vers gessen: vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Gut's genießen? Ift's nicht sein Arm, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist! Du hast ein Recht Zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind ste dein: steh, darum mußte Christus letden, damit du könntest felig sein. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir ins Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, 201 Von Gott, dem Vater. dies ift sein Wille: ich soll 2. Denke doch, es muß vollkommen sein, wie er. so gehen, was Gott weißJe mehr ich dies Gebot lich läßt geschehen, ihm erfülle, stell' ich sein Bild- und dir zur Herrlichkeit. niß in mir her. Lebt seine Ob der Anfang seltsam Lieb' in meiner Seele, so scheinet, ist das End' doch treibt ste mich zu jeder gut gemeinet; Friede folget Pflicht, und ob ich schon nach dem Streit. aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immer dar vor Augen sein! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn; ste tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und ste besteg' in meinem Herzen die Furcht des leßten Augen blicks! ME Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Mel. O wie selig find die Seelen. 226. punderanfang, herrlich Ende, wo die gnadenreichen Hände Gottes führen ein und aus. Wunderweislich ist seinRathen, wunderherrlich seine Thaten und du sprichst, wo will's hinaus? 3. Gottes Weg geht wie durch Flüsse und durch große Waffergüsse und du spürst nicht seinen Fuß: so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen kann erstnnen, wo man könnte Rath gewinnen; die Ver. nunft ist hier zu blind; ihre halbgebrochnen Augen. können hier zum Sehn nicht taugen, weil es Gottes Wege sind. 5. Weil der Herr im Dunkeln thronet und sein Reich im Glauben wohnet, da man glaubt, ob man nicht steht, bleibt die Sorge bei den Sorgen, wer nicht trauen will auf morgen, dem auch keine Hülfe blüht. 6. Gott muß man in allen Sachen, weil er Alles 2016 30 202 Von Gott, dem Vatet. wohl kann machen, End'| ken, wunderbar ist wohl und Anfang geben frei. sein Rath, doch ist herrlich Er wird, was er angefan- sein Erquicken; dies erwetst gen, lassen solch ein End' zuletzt die That. Die er erlangen, daß es wunder liebt, betrübt er auch, dieses herrlich sei.and disch ist sein alter Brauch; laß dein Herz nur nimmer wanken, du wirft ihm der. einst noch danken. 7. Oftinals läffet er mit Schrecken Wasserwogen dich bedecken, und sein Donner schallt darein. Oftmals 2. Steh auf deine vor'gen führt er dich durch Klüfte, ja, durch Feu'r und stürm'. sche Lüfte und durch andre Noth und Bein. 8. Aber laffe dir nicht grauen! Lerne deinem Gott vertrauen, sei getroft und guten Muths. Er fürwahr, er wird dich führen, daß du wirst am Ende spüren, wie er thue lauter Gut's. Tage, steh, was dich dein Leben lehrt. Wie so manche Noth und Plage hat dein Gott in Heil verkehrt. In der dunklen Kreuzesnacht hast du oft voll Angst gedacht: ich muß hilflos untergehen, doch ließ Gott dich Rettung sehen.tish mat 9. Du wirst freudig dann erzählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz oersüßen, daß du wirst befennen müssen: Wunder anfang, herrlich End'. Heinrich Stockfleth( 1643-1708). 3. Höre, was dir Gott versprochen, was dir zu. gesagt sein Mund: nie hat er sein Wort gebrochen, feft bleibt seiner Gnade Bund: ,, Erd' und Himmel wird vergehn, Gottes Wort bleibt ewig stehn." Darauf kannst du voll Vertrauen, als auf einen Felsen bauen. 4. Hält es Gott dir gleich verborgen, wann und wie er helfen will! Mach' dir darum keine Sorgen, fet GottesSchit in deinem Gott nur ftill. Mel. Freu bich sehr, o meine ic. 227. underbar ist Bon Gott, dem Vater. nda no!! 203 Er will prüfen, ob auch| Lebens glänzt vor Gott feft fich dein Herz auf thn wie Sonnenlicht: wir durchverläßt, ob du seinen Sinn forschen's oft vergebens, wohl kennest und ihn find. seinen Blick hemmt Dunkel lich Vater nenneft. nicht. Er kennet das Große, das Kleine, das Ferne, die Thränen der Armen, die Schaaren der Sterne, mit mächtiger Liebe verfolgt er den Plan, den seine unendliche Weisheit ersann. 3. Ach, erkenne dich, o Seele, fühle, wie so schwach du bift; blicke still zu Gott und wähle, was von ihm verordnet ist. Der Trübsal entströmen oft heilige Freuden, und Segen entsprießet den bittersten Leiden. Be denk' es, und jauchze, daß Gott dich regiert, sei folgsam, auch wenn er durch Dornen dich führt. 5. Ja, mein Gott, dich laß ich walten, dich, der du mein Vater bift. Deine Huld wird mich erhalten, mir verleihn, was heilsam ift. Stärke meine Zuver sicht, daß ich hoff' und zweifle nicht: wunderbar wirst du's noch schicken, um mich herrlich zu erquiden. Johann Weißenborn( 1644-1700). onist do 2ohoto Mel. Eins ift Noth. 228. Zaget nicht, wenn Dunkelheiten auf des Lebens Pfade ruhn: Gott ist gut, er wird euch leiten, ihm ist's Freude, wohlzuthun. Sind seine Gedanken nicht eure Gedanken, laßt dennoch, o Chriften, den Glauben nicht wanken, daß er, der des Wurmes im Staube ge denkt, auch sorgsam und freundlich durch's Dunkel euch lenft. 2. Alles Dunkel dieses 4. Nicht das sinnliche Vergnügen wird von Christen hochgeehrt; Schätze nur, die nimmer trügen, sind des heißen Strebens werth. Hinweg denn, ihr bangen, entehrenden Soregn! In Gott sind die Schäße des Christen verborgen. Hier tilgt ste kein Unfall, fein tobender eigen 204 Von Jesu Christo, Gottes Sohn. Schmerz; auch traurige 6. Schwinge dich empor Stunden bereichern das Herz. 5. Dulden wir gleich manche Plage, der Allweise wägt sie ab; er durchschauet unsre Tage von der Wiege bis zum Grab. Was jest uns betrübet, wird einst uns entzücken, o selige Hoffnung, wie kannst du erquicken! Nun ängsten die künftigen Tage uns nicht; der Ewige spricht, und das Dunkel wird licht. vom Staube, faffe Muth, verzagter Geist! Siegen, stegen wird mein Glaube, der den Herrn des Lebens preist. O laß dich das Dunkel der Erde nicht kümmern, schon sieht ja dein Glaube die Herrlichfeit schimmern, die jenseits der Sterne dir Jesus enthüllt. Da rufst du einst fauchzend: das Herz ist gestillt! Johann Reche( 1764-1895). II. Von Jesu Christo, Gottes Sohn, seiner Person und seinem Werke. 1. Jesu Würde. Mel. Wer weiß, wie nahe mir ic.| Freude, mein Gold, mein ober: Wer nur den lieben Gott ic. Schaß, mein schönstes Bild, 229. fagt mir an dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein Jeder liebe, was er will; ich Itebe Jesus, der mein Ziel! Hd nichts von Gold und Schäßen, von Pracht und Schönheit dieser Welt! Es kann mich ja kein Ding ergößen, das mir die Welt vor Augen stellt. Ein Jeder liebe, was er will; ich liebe Jesus, der mein Ziel! 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, des Leibes Schönheit dauert nicht; die Zeit kann Alles das verwüsten, was Menschenhände zugericht't. Ein 2. Nur er allein ist meine Von Jesu Chrifto, Gottes Sohn. 205 Jeder liebe, was er will;| seiner Herrlichkeit. Drum Ich liebe Jesus, der mein Ziel! thu ich billig, was ich will: ich liebe Jesus, der metn Ziel! Joh. Scheffler( 1624-1677). 4. Sein Schloß kann feine Macht zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der Zeit, sein Thron bleibt stets in Mel. Valet will ich bir geben. gleichen Ehren von nun 230. ümmel, Hus us irdischem Ein an bis in Ewigkeit. Jeder liebe, was er will; ich liebe Jesus, der mein Biel! 5. Sein Reichthum läßt sich nicht ergründen, sein hoch und heilig Angesicht, und was von Schmuck um ihn zu finden, verbleichet und veraltet nicht. Ein Jeder liebe, was er will; ich liebe Jesus, der mein Ziel! 6. Er kann mich über Alles heben und seiner Klar heit machen gleich; er kann mir so viel Schätze geben, daß ich werd' unerschöpflich reich. Ein Jeder liebe, was er will; ich liebe Jesus, der mein Ziel! 7. Und ob ich's zwar noch muß entbehren, so lang ich wandre durch die Zeit, so wird er mir's doch wohl gewähren im Reiche wo Glück und Lust vergeht, wer ist mein Weg zum Himmel, dahin die Hoffnung steht? Wer leitet unser Streben, wenn es das Ziel vergißt? führt durch Tod zum Leben? Der Weg ist Jesus Christ. Wer 2. Wenn Frrthum uns befangen, kein Strahl die Nacht durchbricht, wie können wir gelangen zum wahren Lebenslicht? Getrost! es strömt die Klarheit von Gottes ew'gem Thron; denn Christus ist die Wahrheit, der eingeborne Sohn. 3. Wer schenkt in Noth und Leiden, wenn bang das Herz verzagt, die Hoffnung ew'ger Freuden, daß einst der Morgen tagt? Wer stillt der Seele Beben? Wer giebt im Tode Ruh? 573 A 60 iges 206 Heil! Chriftus ist das Leben, führt uns dem Vater zut. Christoph Afcenfeldt( 1792-1856). Von Jesu Christo, Gottes Sohn. des ew'gen Lebens, den Gott uns offenbar gemacht, und wen du tränfft, den schreckt vergebens derSünde und des Grabes Nacht: du Liebesquell, ich bitte dich, Mel. Wer nur den Iteben Gott ic. in meinen Geift ergieße dich! 231.Du bist das Licht, von Gott ge sendet, dein Wort ist wie die Sonne klar, und wer sich dem hat zugewendet, der wird erleuchtet wunderbar. Du Licht aus Gott, ich bitte dich, erleuchte mich, erleuchte mich! 5. Du bist die Schönheit, die Vollendung, in der sich Gottes Bild erschloß, als er in liebender Verschwendung des Geiftes Füll' auf dich ergoß. Abglanz von Gott, ich bitte dich, verkläre mich, verkläre mich. Julius Sturm( geb. 1816). # 10 2. Du bist die Macht, du bist die Stärke, der Grundstein in dem Bau der Welt, die Kraft zu jedem guten Werke, der Fels, auf den das Werk gestellt: du starker Held, ich bitte dich, mit deiner Kraft durchdringe mich! 232. Mel. Wollt ihr wissen, was ic. iner nur ift ewig werth, daß ihm Ehre widerfährt; einer nur, daß alle Welt betend vor ihm niederfällt: :: Jesus, der vom Himmel fam.:: 3. Du bist die Liebe, die getragen der fünd'gen Menschheit Schuld und 2. Einer hat der MenschNoth, die Liebe, die, ans heit Laft in den treuen Kreuz geschlagen, mit Freu- Arm gefaßt; einer nahm den starb den Opfertod: ins eigne Grab aller Sündu Liebesfürst, ich bitte der Schuld hinab.:: Jesus, dich, zu deiner Lieb' ent- der am Kreuze starb.:,: flamme mich! 4. Du bist der Quell 3. Einer hat aus Todesnacht Leben an das Licht Von Jefu Chrifto, Gottes Sohn. 207 gebracht, daß ein Strahl| Kreatur; laß, mas trbisch aus jener Welt unsrer Tage Nacht erhellt::: Jesus, der vom Tod erstand.:: 4. Einer hat den 3orn geftillt, deffen Opfer ewig gilt, einer, der zu jeder Frift ein barmherz'ger Priefter ift::: Jesus, der gen Himmel fuhr.:,: ist, bahinten, schwing dich über die Natur! Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, nothwendigfte Theil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 5. Einer wohnt im HetItgthum und vollendet Got. tes Ruhm, sammelt, bet ligt und erbaut seinen Tem. pel, seine Braut::: Jesus, der vom Himmel fommt.: Samuel Preiswert( geb. 1799). 99 ismi dusra dnu 909Eigene Meloble. 233.& ins ist noth! Ach, Herr, bies Eine lehre mich erkennen doch: alles andre, wie's auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch: darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erfaget. Erlang' ich dies Eine, das Alles erfest, so werd' ich mit Einem in Allem ergößt. 2. Seele, willst du dieses finden, such's bei teiner 3. Wie dies Eine zu ge nießen sich Maria dort befliß, als sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ, ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren, thr Alles war gänzlich in Sesum versenkt, drum wurde ihr Alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jeſu, nur nach dir: laß mich treulich dir anhangen, schenke dich zu eigen mir! Ob Viele zum größesten Haufen umkehren, will ich doch in Andacht und Liebe dich hören! Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist, was ist wohl, das man nicht in Jesu genießt? 167 GIA Đ 208 Von Jesu Chrifto, Gottes Sohn. 5. Aller Weisheit höch-| land, mir Alles gegeben: ste Fülle in dir ja verbor- entreiße mich aller vergen liegt. Gieb nur, daß gänglichen Lust; dein Lesich auch mein Wille fein ben set, Jesu, mir einzig in solche Schranken fügt, bewußt. worinnen die Demuth und Einfalt regteret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet; ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? mich bedeckt die Gnadenflut; du bist einmal eingegangen in das Heil'ge durch dein Blut. Da hast du die ew'ge Er. lösung gefunden, daß ich nun der Herrschaft der Hölle entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im findlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volle G'nüge, Fried' und Freude meine Seele nun ergößt, weil auf eine frische Weide mein Hirt, Jesus, mich gesetzt. Nichts Süßres kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquidt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen durch dein heil'ges, theures Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun, so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht: du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung ge macht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Hei 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein! Prüf', erfahre, wie ich's meine, tilge allen Heuchelschein. Sieh, Von Jesu Chrifto, Gottes Sohn. 209 ob ich auf bösem, betrüg- 3. Wo sind die stolzen lichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; gieb, daß ich nichts achte in Leben und Tod und dich nur gewinne: dies Eine ist noth. Helden all, die hoch zu Roß den Erdenball mit Heeresmacht durchstürmten, die unersättlich Krieg auf Krieg und ruhmestrunten Steg auf Steg der Welt zum Wunder thürmten? Träume! Schäume! Schall in Lüften, Staub in Grüften, Spiel für KinJoh. Schröber( 1666-1699). 234.& ift in keinem der seid ihr Weltenüber. winder. Andern Heil, fein Name ward und sonst zu Theil, darin wir selig werden; den Stein, den alle Welt veracht't, zum Eckstein hat ihn Gott gemacht im Himmel und auf Erden. Droben loben fel'ge Geifter ihn als Meister und im Staube preift in Thränen ihn der Glaube. 4. Was ist der Weisen Wissenschaft? was haben ste zu Tag geschafft, ein hungrig Herz zu nähren? Wer holt sich Trost in Sündennoth, in Trübfal Kraft und Licht im Tod aus ihren stolzen Lehren? Künste! Dünste!- Troft für Schmerzen, Heil für Herzen, Mark des Lebens sucht bei euch die Welt vergebens. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 2. Viel Namen glänzten in der Welt, sie funkelten am Himmelszelt und mußten doch zerstieben; erst prangten ste im Heldenbuch, dann sanken sie ins Letchentuch und Reiner ist geblieben. Keiner? Einer! Einer funkelt unverdunkelt durch die Zeiten, ja, durch tiefe Ewigkeiten. 5. Es ist in keinem Andern Heil, kein Name ward und sonst zu Theil im Himmel und auf Erden. Du süßer Name, Jesu Chrift, der du der Psalm der Engel bift, sollst unser Lied auch werden! Seele, wähle: 14 2016 48 20150 210 Von Jefu Chrifto, Gottes Sohn. hier die Bronnen ird'scher| niederbracht; dank' ihm für Wonnen, dort die Weide diese Liebe. wahren Lebens, ew'ger Freude. Karl Gerol( geb. 1815). Mel. Es ift gewißlich an der Zeit. 235. alt im Gedächt nis Jesum Chrift, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommenFleisch und Blut; dank' ihm für diese Liebe. 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist und dir das Heil erstritten, be stegt Welt, Sünde, Höll und Tod und dich erlöst aus aller Noth; dank' ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt' dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit; dank' ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtnis Jesum Chrift, der einst wird wiederkommen, und sich, was todt und lebend ist, zu richten vorgenommen. Bedenke, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben faffen und nie, was du an mir gethan, mög' aus dem Herzen lassen. Daß dessen ich in aller Noth mich trösten mög' und durch den Tod zu dir ins Leben bringen. Cyriacus Günther( 1649-1704). 3. Halt im Gedächtnis Jesum Chrift, der auch am dritten Tage stegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Noth und Plage. Bemel. Wie schön leucht't uns ic. 236. Jeſu, Jeſu, Got denke, daß er Fried' ge tes Sohn, mein macht, und Heil und Leben Heiland und mein Gnaden, Von Jesu Chrifto, Gottes Sohn. 211 thron, du meine Freud' den liebeft du, schaffft setund Wonne: du weißt es, nem Herzen Fried' und daß ich rede wahr, vor dir Ruh, erfreueft sein Geist Alles sonnenklar, ja wissen. Wie's ihm auch klarer als die Sonne. Herz geh' auf dieser Erd', wie lich such' ich dir vor allen sehr ihn auch das Kreuz zu gefallen, nichts auf Erden beschwert, soll er doch dein fann und soll mir lieber genießen. Ewig selig nach werden. dem Leide, volle Freude wird er finden: alles Trauern muß verschwinden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies fränket mich, daß ich nicht g'nug fann lieben dich, wie ich dich lieben wollte; täglich zu neuer Lieb' entzünd't, je mehr ich lieb', je mehr ich find', wie ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüthe lieblich fließen, so wird sich die Lieb' ergießen. 3. deine Kraft treff' ich bas Ziel, daß ich, soviel ich kann und will, dir allezeit anhange. Nichts auf der ganzen, weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud' und Geld, und was ich sonst erlange, kann mich ohn' dich g'nugsam laben: nur die Gaben dei ner Liebe trösten, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, 5. Kein Ohr hat jemals dies gehört, kein Mensch gesehen, noch gelehrt und niemand kann's beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit't, die in der Liebe bleiben. Nimmer läßt sich hier erreichen, noch vergleichen Erdenschätzen, was uns wird bet dir ergößen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe; daß ich in dem, was dir gefällt, und was dein Wort mir vorgeftellt, aus Liebe stets mich übe, bis ich endlich werd' abscheiden und mit Freuden zu bir kommen, 14° 212 Von Jesu Chrifto, Gottes Sohn. aller Trübsal ganz entschöner, Jesus leucht't reiner, als all' die Engel im Himmelssaal. Aus dem 12. Jahrhundert. nommen. 7. Da werd' ich deine Freundlichkeit, die schon auf Erden mich erfreut, in reiner Liebe schmecken und Mel. Jesus, meine Bubersicht. sehn bein liebreich Ange. 238. Seele, was er. sicht mit unverwandtem Augenlicht ohn' alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd' ich dann erquicket und geschmücket mit der Krone stehn vor deinem Himmelsthrone. müd'st du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesus und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. Joh. Heermann( 1585-1647). Eigene Meloble. 237.$ chönster Herr Jesu, Herrscher aller Enden, Gottes und Marieen Sohn, dich will ich lieben, dich will ich ehren, du meiner Seele Freud' und Kron'. 2. Schön sind die Felder, noch schöner die Wälder in der schönen Frühlingszeit; Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht't die Sonne, der Mond noch schöner und die Sternlein allzumal: Jesus leucht't 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt' thn stets zum Himmel hin, laß thn in die Gnad' eindringen: suche Jesus und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil' der Lebens. quelle zu, da kannst du ste reichlich haben: suche Jesus und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. i spor 4. Fliehe die unsel'ge Bein, die das finstre Reich gebieret; laß nur den dein Labsal sein, der zur Glau bensfreude führet: suche Von Jesu Chrifto, Gottes Sohn. 213 ben; laß mit brünftigem Gebet sich dein Herz zu thm erheben: suche Jesus und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 10. Set im Uebrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß seinLiebeswill' stillen werde dein Verlangen: suche Jesus und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. Jat. Wolf( 1684-1754). Jesus und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 5. Ach, es wäre nun ge. nug, daß du so viel Zeit verdorben, daß dein Herz im Selbstbetrug und in Weltluft faft erstorben: suche Jesus und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 6. Geh' in Einfalt nur einher, laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus der Liebe Meer dich, den Schwachen, schon erquiden: suche Jesus und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 7. Du bist ja ein Hauch auß Gott und aus seinem Geist geboren, bist erlöft durch Christi Tod und zu fetnem Reich erforen: suche Jesus und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 8. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß er gießet: suche Jesus und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 9. Laß dir seine Majestät immerbar vor Augen schweMel. Es ift bas Heil uns ic. 239. Such, wer da will, ein ander Ziel, bie Seligkeit zu finden: mein Herz allein bedacht soll sein, auf Chriftum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk ist klar, sein heil'ger Mund hat Kraft und Grund, all' Feind' zu überwinden. 2. Such', wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen tann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist ges storben. 2 sidesd 214 Von Jesu Chrifto Gotte? 3. Ach, sucht doch den, laßt Alles stehn, die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all' Stund' von Herzensgrund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein's Herzens Kron', mein'Freudensonn'sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben. Bleib du mein Preis, dein Wort mich speis', bleib du mein' Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben. 5. Wend' von mir nicht dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen; weich' nicht von mir, mein' höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen. Hilf mir zur Freud' nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag' dir ewig dort Lob sagen. Georg Weiffel( 1590-1635). Wiel. Alles ist an Gottes Segen. 240. nter tausend frohen Stunben, die im Leben ich gefunden, blieb nur eine mir getreu, eine, wo in tausend Schmerzen, ich erfuhr in meinem Herzen, wer für mich gestorben sei. 2. Wenn ste Jesu Liebe wüßten, alle Menschen würden Christen, ließen alles Andre stehn, liebten Alle nur den Einen, würden ewig ihn nur meinen, ewig ihm zur Seite stehn. Friebr. v. Hardenberg( Novalis) ( 1772-1801). met. Wie schön leucht't uns ber Morgenstern. 241. ie herrlich Morgenstern! D welch ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, du bringst in finstre Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Jesu, ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben: wer kann dich genug erheben? 2. Du, hier mein Trost und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Von Jesu Christo, Gottes Sohn. Sohn, des Himmels großer| feit her hast du König, von ganzem Herzen deinem Sohn preis' ich dich! Hab' ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde wenig. Zu dir komm ich; wahrlich, Keiner tröstet deiner sich vergebens, sucht er dich nur, Herr des Lebens. 3. Durch dich nur fann ich selig sein; o drücke tief ins Herz mir ein Empfindung deiner Liebe, da mit ich ganz dein eigen sei, aus Weltsinn deinen Dienst nicht scheu, gern deinen Willen übe. Nach dir, nach dir, den ich faffe und nicht laffe, ewig wähle, dürftet meine ganze Seele. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoff- 7. Wie freu' ich mich, nung, daß dein Angestchto Jesu Christ, daß du der ich einstens werd' erblicken. Du wirst indes durch deine Kraft, die Ruh in müden Seelen schafft, mich stärken und erquicken. Tröste du mich, Seligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. Erst' und Letzte bist, der Anfang und das Ende; ich gebe, Heiland, meinen Geist; wenn er sich einst dem Staub entreißt, in deine treuen Hände. Ewig werd' ich, Herr dort oben hoch dich loben, dem ich traue, wenn ich nun dein Antlit 5. Und wie, Gott Vater, schaue. preis' ich dich? Von Ewig- gob. Abolf Schlegel( 1721-1798). 215 mich in geliebet. Dein Sohn hat mich mit dir vereint, er ist mein Bruder und mein Freund: was ist, das mich betrübet? Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freunde und dann fürchte keine Feinde. 6. Jhm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müffe froher Lobgesang mit jedem Tag erschallen, dem Lamme, das erwürget ist Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen! Tönet, tönet, Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde! 216 Von Jefu Chrifto, Gottes Sohn. Elgene Melodie. 242.uns der Mor Wie schönleucht't genstern, voll Gnad' und Wahrheit von dem Herrn aus Juda aufgegangen! Du Davids Sohn aus Jafobs Stamm, du Menschen. sohn und Gotteslamm, du hältst mein Herz umfangen, lieblich, freundlich, schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, über Alles hoch erhaben. 2. O meine Perl', du werthe Kron', Sohn Gottes und Mariens Sohn, vom Vater uns gegeben, du bist des Herzens höchster Ruhm, dein süßes Evangelium ist lauter Geist und Leben. Jesu, Jesu, Hostanna, himmlisch Manna, das wir effen, deiner kann ich nicht vergessen. Gemüthe, bis es findet dich, deß Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit deinem Angesicht mich freundlich wirst anblicken. O Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in die Arme, daß ich warme werd' von Gnaden; auf dein Wort tomm ich geladen. 5. Gott Vater, du mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Er hat sich innig mir vertraut; auf ihn mein Herz mit Freuden schaut, daß nun mich nichts betrübet. Hell mir, Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. dim 6. Die Saiten ftimmt zu hellem Klang und laßt den süßen Lobgesang ganz freudenreich erschallen, daß ich mit Jesu mög' allein, der mir soll Ein und Alles sein, in steter Liebe wallen. 3. Gieß sehr tief in mein Herz hinein, du helles Licht und Himmelsschein, die Flamme deiner Liebe. Erfreue mich, daß ich doch bleib an deinem auserwählten Leib ein Glied voll Lebenstriebe. Nach dir wallt wir, ew'ge Güte, mein Singet, flinget, jubiliret, Von Jesu Bert. 217 triumphiret, dankt dem| verhieß, aufnehmen in das Herren, ihm, dem Könige der Ehren! 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Freund ist das A und O, der Anfang und das Ende. Er wird mich auch, wie er Paradies, in seine treuen Hände. Amen, Amen. komm, du schöne Freudenkrone! Mit Verlangen wart' ich dein, dich zu umfangen. Nach Phil. Nicolai( 1558-1608). 2. Jefu Werk. Mel. Jerusalem, bu bochgebaute ic.| dir das Herz in treuer Liebe 243. h folge dir, brach, unschuldig Opfer. mein Führer, auf der Bahn, da du mich führst zum Ziel! Die Welt erwählt in ihrem blinden Wahn sich falscher Führer viel. Ich bleibe dir er. geben, nur ewig dir geweiht, dir folg' ich nach im Leben, dir nach in Ewigkeit. lamm! Als du am Kreuz geendet, da ward ich Gottes Kind; da wurden die vollendet, die bir ge heiligt sind. 2. Jch folge dir, Prophet, der nie mich trügt, nie ohne Trost mich läßt; ich weiß, daß nie dein heilig Wort mir lügt, es steht wie Felsen feft. Wenn Alles wird vergehen, in Feuers. glut zerstäubt, wird fest dein Wort bestehen, und deine Gnade bleibt. 3. Jch folge dir, mein Hoherpriester, nach zu deinem Kreuzesftamm, wo 4. Ich folge bir, mein König, dem wie Gott hier Alles unterthan! Die Welt vergeht, zu Schanden wird der Spott, verschwinden muß der Wahn. Welch Heil ist mir bereitet, wenn mich dein Geift regiert, auf ebner Bahn mich leitet und zu dem Himmel führt! 5. Ich folge dir, mein Hirt, durch Kampf und Qual, mich lenkt dein Hir tenstab! Du leiteft mich einst auch durchs Todesthal, nicht furchtbar ist das Grab; der Eingang ist's 48 218 Von Jefu Wert. zur Höhe, zu dir, Herr| Leute Sünd'; die derhalben Jesu Christ, wo man in deiner Nähe der armen Welt vergißt. traurig gehn, oft vor Gott mit Thränen stehn, dieſe sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die sanfKarl Döring( 1783-1844.) a. Prophetisches Amt. ten Herzen, die kein Zorn erbittern fann, welche Hohn und Troß verschmerzen, willig weichen jedermann. die nicht suchen ewige Rach' und befehlen Gott die Sach': diese will der Herr so schützen, daß sie noch das Land bestzen. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu', daß in ihrem Thun und Leben kein Gewalt noch Unrecht sei; die da lieben ebnen Pfad, sind aufrichtig, fromm und grad, Getz, Betrug und Unrecht haffen, die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen sich annehmen fremder Noth, sind mit leidig mit den Armen, bitten treulich für ste Gott; die behilflich sind mit Rath, auch, wo möglich, mit der That, werden wieder Hilf Mel. Freu' dich sehr, o meine ic. 244. ommt, laßt euch den Herren lehren, kommt und lernet allzumal, welche die sind, die gehören zu der rechten Christen Zahl: die bekennen mit dem Mund, glauben fest von Herzensgrund, und bemühen sich daneben, Gut's zu thun, so lang ste leben. 2. Selig sind, die Demuth haben und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich gar feiner Gaben, daß Gott werd' allein gepreist, dan ken dem auch für und für; denn das Himmelreich ist thr. Gott wird dort zu Ehren seßen, die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, und die göttlich traurig sind, die beseufzen und beklagen ihr und andrer von Jeju Wert. 219 empfangen und Barmher| der Erd', daß ich solcher zigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden reines Herzens jederzeit, die in Wert, Wort und Geberden lieben Zucht und Heiligkeit; diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern die mit Ernst ste meiden, werden schauen Gott mit Freuden. Seligkeiten hier aus Gnaden fähig werd'! Gieb, daß ich mich acht' gering, meine Klag' oft vor dich bring', Sanftmuth auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe; 8. Selig sind, die Frie. den machen, und drauf sehn ohn' Unterlaß, daß man mög' in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; die da stiften Fried' und Ruh, rathen allerseits dazu, sich auch Friedens felbft befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, da ste es doch nicht verschulden und gerecht er funden sein; ob des Kreuzes gleich ist viel, sebet Gott doch Maß und Ziel, und hernach wird er's belohnen ewig mit der Ehre Kronen. 10. Herr, regier' zu allen Beiten meinen Wandel auf 11. Daß ich Armen helf' und diene, immer hab' ein reines Herz, die in Unfried' stehn, verfühne, dir anhang' in Freud' und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub' an deinen Sohn, und durch deines Geistes Stärke mich befleiße guter Werke. Joh. Heermann( 1585-1647.) Mel. Wachet auf, fo ruft ble Stimme. 245. ron' und Lohn beherzter Ringer! der Seligkeiten Wiederbringer, Herr Jesu, Herr der Herrlichkeit! Schau' vor deines Thrones Stufen uns Arme, welche zu dir rufen: wir wären gern gebenedeit! Du segneft ja ſo gern, Gesegneter des Herrn! wir begehren's! So komm herein, wir sind ja dein, 220 Von Jesu Wert. und laß uns recht gesegnet| an, da ste doch durch stillen sein! Wandel, in friedlichem Ge schäft und Handel den Jesussinn oft dargethan. Der Seelenbräutigam, er ist ja Gottes Lamm, Lamm und Löwe, ist sanft und weich, doch stark zugleich; so sind auch die aus seinem Reich. 2. Selig sind die Geiftlich- Armen! Ste finden reichlich dein Erbarmen, das Land der Himmel bleibet ihr, wenn die Sat. ten und die Reichen im eignen Geift gar ferne Berit weichen von deines Königreiches 3ter. Ach, mach' uns Arme reich, doch deiner Armuth gleich! Gieb uns, Jesu, den reichen Muth, der einzig ruht in dir, dem höchsten, ew'gen Gut! 3. Selig sind, die Leide tragen! fte wissen viel von Trost zu sagen; ihr König ging den Weg voran. Stieg er auf zum Thron durch Leiden, so will er uns den Kelch bescheiden, der ihm hienieden gut gethan. Uns ist in dieser Zeit kein Sabbath noch bereit; hier gilt's Weinen; beim Hochzeitsmahl ist keine Qual; wir aber gehn durchs Jammerthal. 4. Selig sind die sanften Getster! Sie werden einst auf Erden Meister, und niemand steht es ihnen 5. Selig, gleich dem Lebensfürsten, sind alleSeelen, welche dürsten und hun. gern nach Gerechtigkeit. Sättigung soll ihnen wer. den, wie einst ihr Heiland hier auf Erden gedürftet in der Leidenszeit, dann nach der Himmelfahrt vollauf gesättigt ward bei dem Vater. Wer in der That so Hunger hat, und also dürftet, der wird satt! 6. Selig sind barm. herz'ge Seelen! Barmherzigkeit wird sich ver mählen dereinst mit ihrer Dürftigkeit. Wer ein Tröpflein Wassers giebet, wird um das Tröpflein auch geItebet und wohl belohnt zu seiner Zeit. Wohl also jedermann, der hier viel Gut's gethan! Wehe denen, die sich durch Pracht darum Von Jesu Werf. 221 gebracht! Vor Gott wird| um deinetwillen das Maß ihrer schlecht gedacht. 7. Selig sind die reinen Herzen, die ihre Krone nicht verscherzen! Sie werden Gottes Antlig sehn. Alle Keuschen, Unbefleckten, von Jesu stündlich Aufgeweckten, die in der Reinigfeit bestehn: ste schauen 10. Also laß auch uns einst im Licht sein heitres auf Erden noch ganz in Angesicht voller Gnaden! dir erfunden werden! Du Herr, wir sind bein! Dhaft uns je und je geliebt. mach' uns rein, und lehre uns dir ähnlich sein! des Kreuzes wohl erfüllen, und fröhlich tragen Haß und Spott. Wen hier die Welt verhöhnt, der wird einst dort gekrönt als ein Sieger. Herr, geh voran auf dieser Bahn! Lehr' leiden uns, wie du gethan! 8. Selig, die in allen Sachen von Herzen gerne Frieden machen! Gott stehet ste als Kinder an. Dort in fenen Friedensgrenzen soll einst im Friedensschmucke glänzen, wer hier zum Frieden viel gethan. Wer ließe sich denn nun nicht lieber Unrecht: Du hast erst um uns geworben, und bist aus Lieb' für uns gestorben; wer ist, der solche Proben giebt? Wohlan, wir bitten dich, o Liebe, inniglich: bild'uns völlig nach deinem Bild, so rein und mild; es ist dein Himmel, den es gilt! nitolaus Ludw. Graf v. Zinzendorf IES ( 1700-1760). thun? Friede, Friede hat mer. Vater unser im Himmelreich. unsre Gunft, ist unsre 246. Kunst; Gewinn durchStreit ist eitel Dunft. 9. Selig sind, die ftill, mit Freuden hier um der Wahrheit willen lei. den, und sprechen: du bist unser Gott! Die getroft Lehrer, dem fein andrer gleich, an Weisheit, Lieb' und Eifer reich, du aller Menschen Licht und Rath, Prophet, bewährt durch Wort und That, gefalbet durch des Vaters Hand 222 Von Jesu Wert und uns zu unserm Heil| Gott geschickt, ein blutig gesandt! Stegel drauf gedrückt. 2. Du famft aus deines Vaters Schooß und machteft alle Siegel los, womit sein Rath verstegelt war. Durch dich ist alles offen. bar und an das helle Licht gestellt, was Dunkelheit umschlossen hält. 3. Du wiesest uns die wahre Spur zu Gott, dem Schöpfer der Natur; du haft den Weg uns recht gezeigt, auf welchem man zum Himmel steigt. Was du vom Vater selbst ge hört, das hast du unver fälscht gelehrt. 4. Du saheft in der Gottheit Licht mit unverhülltem Angesicht, was nach des Vaters weisem Rath man fünftig zu erwarten hat; du machtest Alles klarer kund, als jemals der Propheten Mund. 6. Nachdem du hingegangen bist, wo aller Weißheit Ursprung ist, so sebest du an jedem Ort dein Lehramt durch die Knechte fort, die dein Ruf hat her. beigeführt, und die mit Gaben du geziert. 7. Du aber sendest det. nen Geift, den du den allen Seelen, die er liebt, Gläubigen verheißt, der Erkenntnis, Licht und Weisheit giebt, und der, wenn man ihn nicht vertreibt, dein Wort in Herz und Sinne schreibt. 8. Ach, laß, o himmlischer Prophet, mich schauen deine Majestät! Mach mich von Eigendünkel fret, damit ich dir gehorsam sei! Du sollst mein höchster Lehrer sein; führ' mich in deine Wahrheit ein! Joh. Rambach( 1693-1785). 5. Das Lehramt, welches du geführt, haft du mit Heiligkeit geziert; du hast mit Wundern es bestärkt, mel. Schmücke dich, o liebe Seele. daraus man deine Gottheit 247. En dein Bluten merkt, ja endlich, als es und b. Hohepriesterliches Amt. Von Jesu Werf. chen, an dein Opfer ohne gleichen, an dein priesterliches Flehen mahnet mich des Geiftes Wehen. Und so wünsch' ich, ew'ge Güte, für mein Leben eine Blüthe, einen Ruhm an meinem Grabe: daß ich dich gelie bet habe. 2. Hoherpriester ohne Tadel! Lebensfürst von großem Adel! Licht und Herrlichkeit entfalten, segnen heißt dein hohes Wal ten. Segnend trittst du mir entgegen; und so wünsch' ich einen Segen, einen Ruhm an meinem Grabe: daß ich dich geliebet habe. 3. Elend bin ich und verdorben, in der Sünde faft erstorben. Sünder kön nen nichts verdienen, nichts vergüten, nichts verfühnen. Willst du in der ew'gen Hütte mich vergessen in der Bitte, nicht auf deinem Herzen tragen: muß ich sterben und verzagen. 4. Du nur giltst im Het ligthume, und zu deiner Wunden Ruhme, weil du für die Sünde litteft, giebt 223 der Vater, was du bitteft. Wenn schon Bornes flammen lodern, darfst du noch Erbarmung fodern, Hilfe, wo die Engel trauern, Leben in des Todes Schauern. 5. O wie groß ist dein Vermögen! Priesteramtes fannst du pflegen, Welten auf dem Herzen tragen, Sünd' und Hölle nieder. schlagen, Gräber öffnen, Todte wecken, sie mit Him. melsblüthe decken und hinauf zu ew'gem Leben auf der Retterhand erheben! 6. Was ist Reichthum, Luft und Ehre, was ein Ueberfluß, wie Meere, wenn du, Herr, mich nicht er kenneft, nicht im Heilig. thume nenneft? Sel'ger Pilger, dem die Kunde tief ertönt im Herzens. grunde: Christus, meine Lebenssonne, denket mein im Haus der Wonne. 7. Lieben will ich, flehn und loben, bis der Vorhang weggeschoben; dann zu dir, du Ewigreiner!- Jesus Christus, denke meiner! Eines schenke mir hienteden: deinen Geift und deinen EX I K A R A R IRIT 224 Von Jesu Wert. Frieden, und den Ruhm| Jesu Christ, wenn du auch an meinem Grabe, daß gleich nicht mehr auf dieser ich dich geliebet habe. Erde sichtbar bist, bist du doch unser Herr. Albert Knapp( 1798-1884). 3D Mel. Lobt Gott, ihr Chriften ic. 248. Der Jer Herr, der einst auf Erden war, uns hergesandt von Gott, der war ein Retter in Gefahr, ein Hel fer in der Noth. 7. Und lebst und stehst uns gnädig an, bist bei uns für und für, der Himmel ist dir unterthan, die Welt gehöret dir. 8. Drum freuen wir uns herzlich dein und glauben feftiglich: wie du einst warst, mußt du noch sein; im Himmel sehn wir dich. Nach Matth. Claudius( 1740-1815). 2. Er zog umher von Haus zu Haus in niedriger Gestalt, und eine Kraft ging von ihm aus, die heilte fung und alt. Mel. Herr und Weltfter beiner ic. 3. Wer elend war, blieb 249& ines wünsch' ich vor ihm stehn und klagte ihm sein Leid; ein Wort, ein Blick, dann war's geschehn, aus Leid ward Her zensfreud'. 4. O liebster Jesu, wäreft du bei uns noch sichtbarlich, wir liefen Alle auf dich zu und hingen uns an dich; mir vor allem Andern, eine Speise früh und spät; selig läßt's im Thränenthal sich wandern, wenn dies Eine mit uns geht: unverrückt auf einen Mann zu schauen, der mit blut'gem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlit niedersant und den Kelch des Vaters trank. 5. Und rühreten in jeder Noth dein Kleid vertrauend an, und horchten still auf dein Gebot, und Alles wär' gethan. 6. Doch, liebster Hetland, 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, hangend an des Von Jefu Wert. 225 Kreuzes Stamm; wie er| liebe war die Quelle deiner bürstend rang um meine Triebe, die dein treues Seele, daß ste ihm zu sei Herz bewogen, dich zur nem Lohn nicht fehle, und Erd' herabgezogen, dich dann auch an mich ge mit Schwachheit überdecket, dacht, als er rief: Es ist dich vom Kreuz ins Grab vollbracht! gestrecket: D der wunder. baren Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinbe weinen, jedermann mit Hilf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich er barmen, der Betrübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren, für die Welt sein Leben lassen, wer kann solche Liebe faffen! 4. Jch bin dein!-sprich du darauf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit dir Alles thun und Alles lassen, in dir 3. D du Zuflucht aller Armen! Wer hat nicht durch dein Erbarmen Segen, Hilf' und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? leben und in dir erblassen, wie ist dein Herz ge das sei bis zur letzten Stund' unser Wandel, un ser Bund. brochen, wenn dich Kranke angesprochen! Dwie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! Albert Knapp( 1798-1864). 4. Die Betrübten zu erquicken, Kinder an dein Herz zu drücken, die Un wissenden zu lehren, die 15 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld, hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh' es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit theu rem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. Mel. Schmüde dich, o liebe Seele. 250. eiland, beine Menschen K s X s X i Xs 226 Von Jesu Wert. durch Vorsicht doch bewahret, mit Gerechtigkeit gepaaret. Verführten zu bekehren,| Treu und Glauben und Sünder, die sich selbst verstocken, liebreich zu dir hin zu locken; das, o Herr, war deine Weise, das war täglich deine Speise. is 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Mittler, für die Armen dein unschäßbar theuer Leben in den schwersten Tod gegeben, da du in der Sünder Orden aller Schmerzen Ziel geworden und, den Segen zu erwerben, als ein Fluch haft wollen sterben. 6. Deine Lieb' hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohne Schelten, Drohen, Klagen andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu fegnen, für der Feinde Schaar zu beten, und die Mörder zu vertreten. 7. Demuth war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone; diese machte dich zum Knechte einem sündigen Geschlechte, war voll Einfalt, wie die Tauben ohne Falsch, voll 8. Herr, laß deine Liebe decken meiner vielen Sünden Flecken. Du haft das Gesetz erfüllet, des Gefeßes Fluch gestillet. Gieb, daß wider seine Stürme deiner Liebe Schild mich schirme. Heil'ge meines Herzens Triebe, heil'ge sie durch deine Liebe. Johann Rambach( 1698-1785). Mel. Wachet auf, ruft uns bie Stimme. 251. eil'ger Jeſu, Heil'gungsquelle, mehr als Krystall rein, klar und helle, du lautrer Strom der Heiligfeit! Aller Glanz der Cherubinen, die Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir! Ach, bilde mich nach dir, du, mein Alles! Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich auch heilig sei, wie du. 2 Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Von Jesu Wert. 227 zu, daß ich auch gütig ſei, wie du. Vaters stille und bis zum Jesu, hilf du, hilf mir daTod gehorsam war: also mach' auch gleichermaßen mir Herz und Willen ganz gelassen, still meinen Willen ganz und gar. Mach' mich dir gleich gesinnt, wie ein gehorsam Kind, stille, stille! Jesu, hilf du, hilf mir dazu, auf daß ich stille sei, wie du. 3. Wacher Jesu, ohne Schlummer in großer Arbeit, Müh' und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht; mußtest täglich viel bestehen, des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen, du haft gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, damit ich allezeit wach' und bete! Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich stets wachsam sei, wie du. 4. Güt'ger Jesu, ach, wie gnädig, wie liebreich bist du, wie gutthätig, selbst gegen Feinde wie gelind'! Deine Sonne scheinet Allen, dein Regen muß auf Alle fallen, ob sie dir gleich undankbar sind. MeinHeiland, lehre mich, damit auch hierin ich dir nacharte! 5. Sanfter Jesu, wie geduldig trugst du die Schmach und littst unschuldig und sprachst kein sündlich Drohen aus! Wer fann deine Sanftmuth meffen, bei der du dennoch nie vergessen den Eifer um des Vaters Haus? Mein Heiland, ach verleih' mir und dabei Sanftmuth reinen Eifer. Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich sanftmüthig sei, wie du. 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, du suchtest deine Ehre wenig und wurdest niedrig und gering, wandel. test ganz arm auf Erden in Demuth und in Knechtsgeberden, erhobst dich selbst in keinem Ding'. Herr, solche Demuth lehr' auch mich je mehr und mehr täglich üben! Jesu, hilf du, hilf mir dazu, daß ich demüthig sei, wie du. 7. Liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in Allem dir ergeben und deinem heil'gen Vorbild gleich). 15* xixixix 228 Von Jesu Wert. Gieb, daß mich dein Geift| reich, Thränensaat geht durchdringe, daß ich viel auf in Wonne, Hoffnung Glaubensfrüchte bringe und tröstet mit Geduld; denn tüchtig werd' zu deinem es scheint durch Gottes Reich. Ach, zieh' mich ganz Huld nach dem Regen zu dir, behalt' mich für bald die Sonne. Jesu, und für, treuer Heiland! hier leid' ich mit dir, theil' Jesu, hilf du, laß mich, wie dort deine Freud' mit mir! du, und wo du bist, einst finden Ruh! 3. Laffet uns mit Jeſu sterben: sein Tod wehret unserm Tod, rettet uns von dem Verderben, von der Seele arger Noth. Laßt uns sterben, weil wir leben, unsern Lüsten sterben ab; Mel. Sollt' ich meinem Gott ic. 252. Saffet uns mit dann wird er uns aus dem Grab' in sein Himmelreich erheben. Jesu, sterb' ich, sterb' ich dir, daß ich lebe für und für. Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irbisch noch, schon himmlisch sein, glauben recht und leben rein, Glauben in der Lieb' erweisen. Treuer Jesu, bleib' bei mir, gehe vor, ich folge bir. Nach Jobocus von Bodenstein bon Bartholomäus Craffelius ( 1677-1724). 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich: nach dem Leiden folgen Freuden, Armuth hier macht dorten 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir. Ach, erkenn' und für und für, trauter Freund, für deine Brüder! Dir, o Jesu, leb' ich hier und einst ewig dort bei dir. Sigm. b. Birken( 1626-1681). Von Jesu Mel. Gott bes Himmels und ber Erden. 253.Siebe, die du mich Bilde deiner Gottheit haft gemacht, Liebe, die du mich so milde nach dem Fall haft wieder bracht, Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erforen, eh' als ich geschaffen war. Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar, Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten ew'ge Luft und Seligkeit, Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin, Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Wert. 229 geld giebet und mich kräftiglich vertritt, Liebe, dir er5. Liebe, die mich ewig Itebet, die für meine Seele bitt't, Liebe, die das Lös'. geb' ich mich, dein zu bleiben 6. Liebe, die mich wird erwecken aus dem Grab der Sterblichkeit, Liebe, die mich wird umstecken mit dem Laub' der Herrlichkeit, Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler( 1624-1677). Mel. Die Tugend wird burche Kreuz. 254. as wär' ich ohne dich gewesen? Was würd' ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und ängsten aus. erlesen, stünd' ich in weiter Welt allein! Nichts wüßt' ich sicher, das ich liebte; die Zukunft wär' ein dunkler Schlund, und wenn mein Herz stch tief be. trübte, wem thät' ich meine Sorge fund? 2. Einsam verzehrt von Lieb' und Sehnen, erschien' mir nächtlich jeder Tag. Ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf' des Lebens nach; ich fände I X X X 232 Von Jesu Werk. Gnaden. Selig, wer es zeihn, uns helfen und recht genießt, was du giebst trösten, erfreun und segnen und was du bist! und unsrer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. Karl Spitta( 1801-1859). c. Königliches Amt. Eigene Melodie. 256.h, mein Herr Jesu, dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freund. liches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aber unsre Seele kann's wohl gewahren: du kannst dich fühlbar uns offenbaren auch ungesehn. 3. D wer nur immer bei Tag und Nacht, dein zu genießen, recht wär' bedacht, der hätt' ohne Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt' immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich reichlich die Schuld ver5. Ach, gieb an deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommen Theil, und laß unsre Seele fich immer schicken, aus Noth und Liebe nach dir zu blicken ohn' Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst' und bald mit deiner blutigen Tod'sgestalt; ja, die laß uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaftiges Inunsleben zu sehen sein. 7. Ein herzlich Wesen und Kindlichkeit sei unsre Bierde zu aller Zeit, und die heil'ge Tröstung aus deinen Wunden erhalt' uns Frieden zu allen Stunden bet Freud' und Leid. 8. So werden wir bis zum Himmel hinein mit dir vergnügt wie die Kindlein sein. Muß man gleich die Wangen noch manchmal neßen, wenn sich nur das Herz an dir ergößen und stillen kann. Von Jesu Wert. 233 9. Du reichst uns deine| Herr ist, ruht, in seiner durchgrabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Wahrheit Glanze sich sonnet frei und fühn, die wunder. bare Pflanze, die immerdar ift grün. Chriftian Gregor( 1723-1801). Mel. Valet will ich bir geben. 8 257.& fennt der Herr die Seinen und hat sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land. Er läßt sie nicht verderben, er führt fte aus und ein; im Leben und im Sterben sind sie und bleiben sein. 2. Er fennet feine Schaaren am Glauben, der nicht schaut und doch dem Unsichtbaren, als säh' er ihn, vertraut, der aus dem Wort gezeuget und dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt. 4. Er fennt fte an der Liebe, die seiner Liebe Frucht, und die mit lautrem Triebe ihm zu gefallen sucht; die andern so be. gegnet, wie er das Herz bewegt, die segnet, wie er fegnet, und trägt, wie er ste trägt. 5. So fennt der Herr die Seinen, wie er ste stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land: Am Wert der Gnadentriebe burch feines Geistes Stärk', an Glauben, Hoffnung, Liebe, an seiner Gnade Werk. 6. So hilf uns, Herr, zum Glauben und halt' uns feft dabei; laß nichts die Hoffnung rauben, die Liebe herzlich sei! Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn, so laß uns als die Deinen zu deiner Rechten Rarl Spitta( 1801-1859). 3. Er kennt sie als die Seinen an ihrer Hoffnung Muth, die fröhlich auf stehn. dem Einen, daß er der 234 Von Jesu Wert. Mel. Jesu, meines Lebens Leben.| auf deiner Brust; und die 258. Großer Mittler, gläubig zu dir kommen, der zur Rechten seines großen Vaters sigt und die Schaar von seinen Knechten in dem Reich der Gnade schüßt; dem auf dem erhabnen Throne in der königlichen Krone aller sel'gen Geister Heer bringt in Demuth Preis und Ehr': sind und bleiben deine Luft. Du vertrittst, die an dich glauben; daß ste nichts dir möge rauben, bittst du in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 2. Dein Erlösungswerk auf Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, daß vollführtest du mit Macht: Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad' und Heil erworben, und dein stegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte, in dem obern Heiligthum die erworbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mitzutheilen, die zumThron der Gnade eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Alle Namen deiner Frommen trägst du stets 5. Doch vergiffest du der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir von Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn: ach da zielt dein Bitten hin. 6.3war in deines Fleisches Tagen, als die Sünden aller Welt noch auf deinen Schultern lagen, haft du dich vor Gott gestellt, bald mit Seufzen, bald mit Weinen für die Sünder zu erscheinen: D in welcher Niedrigkeit batest du zur selben Zeit! 7. Aber nun, wo deine Bitte durch die Allmacht wirksam ist, weil du in vollkommner Hütte in ver. klärter Menschheit bist, nun Von Jefu Werf. 235 fannst du des Feindes Kla-| muß geschehen; Fluch und gen majestätisch nieder- und Segen, Tod und Leschlagen, und nun macht ben, Alles ist dir übergeben, dein redend Blut unsre und vor deines Mundes böse Sache gut. Schelten zittern Menschen, Engel, Welten.olhas 8. Großer Mittler, sei gepriesen, daß du in dem Heiligthum so viel Treu an uns bewiesen: Dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; schließt die Lippen uns der Tod, sprich für uns in letzter Noth. Joh. Rambach( 1693-1735). 740 Mel. Schmüde bich, o liebe Seele. 3. In des Gnadenreiches Grenzen steht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines mundes nach dem Recht des Gnadenbundes sich von dir regieren lassen und, wie du, das Unrecht haffen. 259. Kiggleichet, dessen Ruhm kein Mund erreichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Scepter führet, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters ein'gem Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Erde, Luft und Meere, aller Kreaturen Heere müssen dir zu Dienste stehen, was du willst, das 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören lischen Geſchlechte, von der önig, dem kein von dem himm Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlig schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr' und Dienst erweisen. 5. König, du in dreien Reichen, dir ist niemand zuvergleichen an dem überfluß der Schüße, an der Ordnung der Gesetze, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine Bürger haben; 236 Von Jesu Werf. ein Leben mitgetheilt, das voll Vergnügen ist und nie vorübereilt. du beschüßest deine Freunde,| Menge schmeckt. Hier wird du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; laß mich deinen Schuß genießen, auf mich deine Gnade fließen; laß mich stets dich loben, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, hier mit streiten, dort mit herrschen, dir zur Seiten. 3. Wie läßt sich's da so froh und ruhig sterben, wenn hier das Schaf im Schooß des Hirten liegt! Es darf sich nicht vor Höll' und Tod entfärben, sein treuer Hirt hat Höll' und Tod bestegt. Büßt gleich der Leib das Leben ein, so wird die Seele doch kein Raub des Todes sein. Joh. Rambach( 1698-1785) Eigene Deloble. 4. Das Schäflein bleibt 260. ie herrlich in seines Hirten Händen, ist's, ein wenn gleich vor Zorn der Schäflein Chrifti werden weite Abgrund schnaubt; und in der Huld des treu- es wird der Wolf es nimsten Hirten stehn! Kein mer ihm entwenden, weil höh'rer Stand ist auf der der allmächtig ist, an den ganzen Erden, als unver- es glaubt. Es kommt nicht rückt dem Lamme nachzu- um in Ewigkeit und wird gehn. Was alle Welt nicht im Todesthal von Furcht geben kann, das trifft ein und Fall befreit. Schäflein stets bei diesem Hirten an. 2. Hier findet es die an genehmsten Auen, hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt; kein Auge kann die Gaben überschauen, 5. Wer leben will und gute Tage sehen, der wende sich zu dieses Hirten Stab; hier wird sein Fuß auf süßer Weide gehen, da ihm die Welt vorhin nur Träber gab. Hier wird nichts die es allhier in reicher| Gutes te vermißt, dieweil Buße und Beichte. 237 der Hirt ein Herr der weiden, wo der krystallne Schäße Gottes ift. 6. Doch dies ist nur der Vorschmack größrer Freuden, es folget noch die lange Ewigkeit: da wird das Lamm die Seinen herrlich Strom das Wasser beut. Da stehet man erst klar und frei, wie schön und auserwählt ein Schäflein Chrifti set. Boh. Nambach( 1698-1785).III. Dom heiligen Geist und den Heilswirkungen. 1. Von der Seilsordnung. a. Buße und Beichte. Eigene Meloble. 261. Gott und Hah Herr, wie groß und schwer sind mein' begangne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Welt ihr Ende, und wollt' los sein des Kreuzes mein würd' ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich: verstoß mich nicht, wie ich's wohl hab' verdienet. Geh' mit mir nicht, Gott, ins Gericht, dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Soll's fa so sein, daß Straf' und Pein auf Sünde folgen müssen, so fahr' hier fort und schone dort und laß mich hier wohl büßen. 5. Gieb, Herr, Geduld, vergiß die Schuld. Gieb Demuth meinem Herzen; laß mich mein Heil, mein bestes Theil durch Undant nicht verscherzen. 6. Handle mit mir, wie's dünket dir, durch dein' Gnad' will ich's leiden; nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Liebe scheiden. Martin Rutilius( 1550-1618). 238 Buße und Beichte. Eigene Melodie. 262.llein zu dir, Herr 2. Jesu Christ, 202. mein' Hoffnung steht auf Erden; ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erfor'n, auf Erden ist kein Mensch gebor'n, der mir aus Nöthen helfen kann: ich ruf' dich an, auf den ich fest vertrauen kann. am letzten End' befehl tch mich in deine Händ'. 4. Chr' sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Christo, seinem lieben Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott, dem werthen, heil'gen Geist, der uns sein' Hilfe allzeit leist't, damit wir ihm gefällig sei'n in dieser Zeit und vollends in der Ewigkeit. Joh. Schneefing( geft. 1567). 2. Mein' Sünd' ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen. Erbarme Eigene Melodie. dich und sprich mich los 263. En dir allein, an dir ich ges fündigt und übel oft vor dir gethan; du stehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt; steh, Gott, auch meinen Jammer an. 3. Gieb mir durch dein' Barmherzigkeit den wahren Christenglauben; auf daß ich deine Freundlichkeit mög' inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich. Im Ster 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll Wie lang' ich sorgen? entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach ben deine Hilf' mir send';| meiner Schuld. Ich suche zen, und nimm dich mein beim Vater an, der du genug für mich gethan; so werd' ich los der Sündenlast. Mein Glaube faßt, was du mir, Herr, versprochen haft. Buße und Beichte. 239 dich; laß mich dein Antlik| sehen an, was Sünd' und finden, du Gott der Lang- Unrecht ist gethan, wer muth und Geduld. kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad' und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann, deß muß dich fürchten Jedermann und deiner Gnade leben. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit. Erfreue mich um deines Namens willen. Du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre mich dein heilig Recht; laß stets mich thun nach deinem Wohlgefallen, du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile, du mein Schuß, mir beizustehen und leite mich auf ebner Bahn. Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein werthes Wort: das ist mein Trost und treuer Hort, deß will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch Eigene Melodie. 264.Yus tiefer Noth sorgen: so thu, Jsrael schrei' ich zu dir, Herr Gott, erhör' mein Rufen: dein gnädig Ohr neig' her zu mir und meiner Bitt' es öffne! rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward. und seines Gottes harret. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist Denn so du willst das viel mehr Gnade; sein' DAR s X r X r R s X s 240 Buße und Beichte. Hand zu helfen hat kein| Sinn recht gläubig und Biel, wie groß auch sei recht heilig bin. der Schade. Er ist allein Verfaffer unbekannt. der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen mer. Der Tag ist hin, mein Jesu. Sünden allen. 266. Gott rufet noch; Martin Luther( 1483-1546). sollt' ich nicht endlich hören? Wie laß ich immer noch mein Herz bethören! Die kurze Freud', die kurze Zeit vergeht, indes mit mir es so gefährlich steht. Mel. Wer nur ben lieben Gott ic. 265. Dein Jesus rufet dich zur Buße; fomm, bring dein armes Herz herbei! Komm, falle ihm doch bald zu Fuße und zeig ihm deiner Seele Reu, die das Gesetz in uns erwedt, wenn's unsre Sünde uns entdeckt. 2. Dein Jesus ruft dich auch zum Glauben durch's süße Evangelium und will aus Gnaden dir erlauben, zu werden ganz sein Eigen thum, daß du nun durch sein werthes Wort sollst selig werden hier und dort. 3. So ändre, Jesu, meine Sinnen und schaff in mir das Herz ganz rein; laß mich von neuem nun beginnen, was dir, mein Jesus, lieb kann sein und hilf, daß ich nach deinem 2. Gott rufet noch; sollt' ich nicht endlich kommen? Sch hab' so lang' die treue Stimm' vernommen, ich wußt es wohl, ich war nicht, wie ich sollt', er winkte mir, ich habe nicht gewollt. 3. Gott rufet noch; ach, daß ich mich nicht gebe! sein Joch noch fürcht' und doch in Banden lebe. Ich hindre meiner eignen Seele Heil; er ziehet mich, o armes Herze, eil'! 4. Gott rufet noch; ob ich mein Ohr verstopfet, er stehet noch an meiner Thür und klopfet; er ift bereit, daß er mich noch empfang'; er wartet noch Buße und auf mich, wer weiß, wie lang'? 5. Gieb dich, mein Herz, gieb endlich dich gefangen! Wo willst du Trost, wo willst du Ruh erlangen? Laß von der Welt! brich alle Band' entzwei! Dein Geist wird sonst in Ewigfeit nicht frei. 6. Gott locket mich; ich will nicht länger weilen. Er will mich ganz! ich will mein Herz nicht theilen. Drum, Welt und Fleisch, sag', was du immer willst, mir Gottes Stimme mehr als deine gilt. 7. Ich folge Gott; ich will ihm ganz genügen; die Gnade soll im Herzen endlich stegen. Ich gebe mich; Gott soll hinfort allein und unbedingt mein Herr und Meister sein. 8. Ach nimm mich hin, du Langmuth ohne Maßen! Ergreif' mich fest, ich will dich nimmer lassen. Herr, rede nur! ich geb' begierig acht. Führ', wie du willst, ich bin in deiner Macht. Gerh. Tersteegen( 1897-1769). Beichte. 211 Mel. Seelenbräutigam. 267. Serzenständiger, du mein Gott und Herr! Ach, du weißt es, wie ich's meine, was ich bin und was ich scheine. Meines Herzens Grund ist dir klar und kund. 2. Urquell alles Lichts, dir verhüllt sich nichts, wollt' ich dir auch nichts bekennen, würdest du mich doch erkennen; ja dukennest mich besser noch als ich. 3. an. Und du stehst mich Heiliger, wer kann deiner Augen Blick ertragen, ohn' an seine Brust zu schlagen: ,, Geh' doch ins Gericht mit dem Sünder nicht." 4. Jede Hülle fällt, werd' ich hingestellt, Herr, vor deinem Angesichte, dann erst steh' ich ganz im Lichte. Was ich bin vor dir, das bin ich in mir. 5. Du, der Gnad' erweist dem gebeugten Geist, du, bei dem so viel Vergeben, Seligkeit und ew'ges Leben, sprich von deinem Thron: set getroft, mein Sohn. 16 s X s X r R s X 242 Buße und Beichte. 6. Gieb das Hochzeits-| Ich geb' es dir, so gut ich's kleid meine der Blöße drein zu kleiden, daß ich deinen Anblick leiden und es tragen kann, stehest du mich an. 7. Nimm mir, was mich quält, gieb, was mir noch fehlt! Laß von allem argen Wesen meine Seele recht genesen; laß durch dich mich rein, dir gehorsam sein. 8. Gieb den Kindesgeist, der dich Vater heißt, daß mit kindlichem Vertrauen ich dir in die Augen schauen, ja mich freuen kann, siehest du mich an. Karl Spitta( 1801-1859). Mcl. Es ist genug ic. 268. Sier ist mein Herz; mein Gott, ich geb' es dir, dir, der es gnädigschuf. ,, Nimm es der Welt, mein Kind, und gieb es mir!" dies ist an mich dein Ruf. Hier ist das Opfer meiner Liebe, ich weih' es dir aus treuem Triebe;:: hier ist mein Herz!:: 2. Hier ist mein Herz! O nimm es gnädig an, ob ihm gleich viel gebricht. Gerechtigkeit, geben kann; verschmäh' die Gabe nicht! Es ist mit böser Lust beflecket, mit Sünd' erfüllt, mitSchuld bedecket,:,: mein fündig Herz.:,: 3. Hier ist mein Herz, das bisher steinern war, nun ist's ein fleischern Herz; es legt sich dir matt und zerbrochen dar, es fühlet Angst und Schmerz, es jammert bei der Last der Sünden, es seufzt: wo ich soll Rettung finden? :: mein reuig Herz.:,: 4. Hier ist mein Herz! Gott der Barmherzigkeit, erbarme du dich sein! Die ganze Welt, ste stillet nicht sein Leid, du bist ſein Trost allein. Es fagt mit kindlichem Vertrauen: ,, ich werde Gott als Vater schauen,":: mein hoffend Herz.:: 5. Hier ist mein Herz! Es sucht in Christo Heil, es naht zum Kreuze hin und spricht:, o Herr, du bist mein Gut und Theil. dein Tod ist mein Gewinn!" Es hat in des Erlösers Wunden Trost, Buße und Beichte. 243 Ruh und Seligkeit gefun-| vor aller Feinde List! den,:,: mein gläubig Herz.:: 6. Hier ist mein Herz! Geift Gottes, schaff' es rein und mach' es gänzlich neu; weih' es dir selbst zum heil'gen Tempel ein; mach' es zum Guten treu; hilf, daß es stets nach Gott verlange, ihn fürcht', dn ihn lieb' und an ihm Gieb, wann der Tod, der leßte Feind, erscheint, daß stark es gläubig ist. Hilf mir, wann meine Augen brechen, das treue Wort froh zu dir sprechen::,:„ Hier ist mein Herz!:: Ehrenfr. Liebich( 1718-1780). hange,:,: mein neues Herz.: 7. Hier ist mein Herz! Es überdenkt gerührt die t Eigene Melodie. 269. üter, wird die Nacht der Sünden nicht verschwinHoheit deines Throns; den? Hüter, ist die Nacht schenk' ihm den Schmuck, der deine Knechte ziert, die Demuth deines Sohns! Gieb, daß es Stolz und Hoffart fliehe und klein zu werden sich bemühe, :: mein niedrig Herz.:: schier hin? Wird die Finsterniß der Sinnen bald zerrinnen, darin ich ge. fangen bin? 8. Hier ist mein Herz! Lehr' es Gelaffenheit; sein Glück sei stets dein Rath; sein Wahlspruch sei im Wohlergehn und Leid: was Gott beschlossen hat!" Es glaube fest zu deinem Preise: Der Herr ist treu; mein Gott ist weise,":,: mein folgsam Herz!":: 9. Hier ist mein Herz! Bewahr' es, treusterFreund, 2. Möcht' ich, wie das Rund der Erden, licht doch werden: Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, falt und trübe: Jesu, Liebe, komm', beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich noch im Schatten stets ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Sind wir doch der Nacht entronnen, da du 16* 244 Buße und Beichte. kommen; aber ich bin| Plage, wenn am Tage man lauter Nacht. Darum das Licht nicht sehen kann. wollst du mir, dem Deinen, Chrift. Friedr. Richter( 1676-1711). auch erscheinen, der nach Licht und Recht ich tracht'. mer. Wer nur den lieben Gott ic. 5. Wie kann ich des 270.Jharmer Mensch, Werke ohne ich Sünder steh' hier vor Gottes Angesicht; ach Gott, verfahre doch gelinder und geh' nicht mit mir ins Gericht. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. in der Finsterniß vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demuth lieben und der Nacht Geschäfte fliehn? 6. Laß nicht zu, daß meine Seele sich so quäle, zünd' dein Feuer in mir an; laß im Dunkel dieser Erden hell mich werden, daß ich Gutes wirken kann. 7.Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben: Jesus und sein hellerSchein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken; Je sus muß die Sonne sein. 8. Von den Augen nimm die Hülle, daß in Fülle deine Klarheit brech'herein; wenn dein helles Licht den Deinen soll erscheinen, dann muß rein das Auge sein. 9. Jesu, gieb gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an! Denn das ist die größte 2. Wie ist mir doch so angst und bange, Herr, we gen meiner großen Sünd'! Hilf, daß ich wieder Gnad' erlange, ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 3. Hör', ach, erhör' mein Seufzen, Schreien, du allertreustes Vaterherz, wollst alle Sünde mir verzeihen und lindern meines Her zens Schmerz. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 4. Wie lang' soll ich vergeblich klagen? Hörst du denn nicht, ach hörst du nicht? Soll ich in meiner Buße und Beichte. 245 Noth verzagen? Hör', was set. Erbarme dich, erbarme der arme Sünder spricht: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. Christoph Titius( 1641-1703). Mel. Aus tiefer Noth schrei ich ic. 271. Jch will von mei. ner Missethat zum Herren mich bekehren: du wollest selbst mir Hilf und Rath hierzu, o Gott, bescheeren, und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren. 2. Ein Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend recht empfinden, er ist ohn' deines Geistes Licht er storben ganz in Sünden; verkehrt ist Wille, Sinn und Thun. Des großen Jammers wollst du nun, o Vater, mich entbinden. 3. So klopfe gnädig bet mir an und führ' mir recht zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan; du kannst mein Herz gewinnen, daß ich in Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch an mich gewandt den Reich5. Wahr ist es, übel steht der Schade, den nie. mand heilt, als du allein, ach aber, Vater, Gnade, Gnade, laß mich doch nicht verloren sein!- Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 6. Nicht, wie ich hab' verschuldet, lohne und handle nicht nach meiner Sünd'; o treuer Vater, schone, schone, erkenn' mich wieder für dein Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 7. Sprich nur ein Wort, so werd' ich leben, sprich, daß ich armer Sünder hör': geh' hin, die Sünd' ist dir vergeben, doch fündige hinfort nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 8. Ich traue fest, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifelsfrei, weil sich der Trost im Herzen mehret, daß ich von dir begnadigt - X I X A X A Xi R 246 Buße und thum deiner Gnaden. Mein Leben dank' ich deiner Hand, auch gabst auf meinen Pfaden du reiches Gut an Ehr' und Brot und machtest, daß mir keine Noth jemals hat können schaden. 5. Du hast in Chrifto mich erwählt, der mich vom Tod behüte, es hat auch sonst mir nicht gefehlt an Segen im Gemüthe, und, daß ich ja dein eigen set, hast du mich nur aus großer Treu gestraft voll Vatergüte. 6. Die Thorheit meiner jungen Jahr' und meine spätern Sünden verklagen mich zu offenbar, ste sind nicht zu ergründen; ste stehn vor deinem Angesicht und führen einst mich vors Gericht, wie soll ich Rettung finden? Beichte. 8. Doch endlich aus dem Schlaf erwacht will mir das Herz zerspringen; ich sehe des Gesetzes Macht und Schrecken auf mich dringen. Es ist, als regten sich zugleich des Todes und der Hölle Reich und wollten mich verschlingen. 9. Wo bleib' ich denn in solcher Noth? Wer setzt ihr Thor und Riegel? wo flieh' ich hin? du Morgenroth, ach leih' mir deine Flügel! Verbirg mich, o du fernes Meer, bedecket mich, fallt auf mich her ihr Klippen, Berg und Hügel! 10. Umsonst, umsonst; und könnt' ich gleich bis in den Himmel steigen und nieder in der Hölle Reich mich tief hinunter neigen: so würde mich doch deine Hand da finden und mir meine Schand in hellem Lichte zeigen. 11. Herr Jesu, nimm zu dir mich ein, ich flieh' zu deinen Wunden. Laß mich in dir geborgen sein und bleiben alle Stunden. Du haft, unschuldig Gottes. 7. Bisher hab' ich in Sicherheit gar unbesorgt geschlafen, gedacht: Es hat noch lange Zeit! Gott pflegt nicht bald zu strafen; er handelt nicht nach unsrer Schuld, so strenge nicht, es hat Geduld der Hirte mit den Schafen," Buße und Beichte. 247 lamm, für alle Sünd' am| Schäflein nicht, wenn dem Kreuzesstamm Erlösung verirrten Hilf' gebricht; er uns gefunden. sucht es mit Verlangen. Er läßt die neun und neun zig stehn, dem Einen sorglich nachzugehn, daß eine zu umfangen. 12. So will ich mich mein Leben lang vor neuen Sünden scheuen. Du wollest deines Geistes Drang in Gnaden mir verleihen, daß er von aller Sünden List und dem, was dir zuwider ist, helf' ewig mich befreien. Louise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg( 1627-1667). Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 272. Jhr armen Sünder, kommt zu Hauf', kommt eilig, kommt und macht euch auf, mühselig und beladen! Es öffnet Jesu treues Herz stch Allen, die in Reu und Schmerz erkennen ihren Schaden. 2. Es heißt: er nimmt die Sünder an; drum komm, dein Jesus will und kann erretten dich, den Armen. Komm weinend, komm in wahrer Buß' und fall' im Glauben ihm zu Fuß: er wird sich dein erbarmen. 3. Ein Hirt verläßt sein 4. So sucht der Hirte Jesus Christ das Schäflein, das verloren ist, bis daß er es gefunden. Drum laß dich finden, liebe Seel', den guten Hirten dir er wähl'; noch sind die Gnadenstunden. 5. D Jesu, deine Lieb' ist groß! Ich komm mühselig, nackt und bloß, ach, laß mich Gnade finden! Ich bin vom rechten Weg verirrt, Herr, nimm mich auf, du treuer Hirt, und tilge meine Sünden. 6. Ach, weh' mir, daß zum Abgrund hin von dir ich abgewichen bin! Ach, laß mich wiederkehren zu deiner Heerde, nimm mich an und mach' mich frei von Fluch und Bann! Das, Herr, ist mein Begehren. 7. Laß mich dein eigen ewig sein, sei du mein treuer Hirt allein im Leben 248 Buße und Beichte. und im Sterben; laß mich| Seele! Deines Gottes treues verleugnen Welt und Sünd' Herz beut Vergebung deiund als ein wahres Gottes- nem Fehle, Balsam für kind dein Himmelreich er den Sündenschmerz: sieh erben. modell auf den, der voll Erbarmen Laurentius Laurenti( 1660-1722). Dir mit ausgestreckten Armen winket von dem Kreuzesstamme; fehre wieder, 273. ehre wieder, fürchte nicht, daß der Gnäd'. ge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht! 4. Kehre wieder! neues fehre wieder, der du dich verloren hast, sinke reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Laft! Wie du bist, so darfst Leben trink in seiner Lie Last! Wie du bist, so darfst beshuld; bei dem Herrn du kommen und wirst gnä ist viel Vergeben, große dig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entsFaß ein Herz zu seinem Langmuth und Geduld. gegen, und sein heilig Wort Herzen: er hat Trost für verspricht dir Vergebung, alle Schmerzen, er kann Heil und Segen; fehre alle Wunden heilen, macht wieder, zaudre nicht! von allen Flecken rein; darum fehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein! Eigene Melodie. 2. Kehre aus der Welt 3erstreuung in die Einsamkeit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück; wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen; wo des heil'gen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst, und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. 3. Kehre wieder, irre 5. Kehre wieder! endlich kehre in der Liebe Heimath ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein; aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, auß dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch, was Gott dir Buße und Beichte. 249 heut will geben, nimm| hör' auf unser Schrein, um auch heute,-fehre gleich! Christi, deines Sohnes Karl Spitta( 1801-1859). willen, laß leuchten deiner Gnade Schein! Es floß fa einst auch uns zu gut vom Kreuz sein heilig Opferblut. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 274. 37 ag über uns dein Eifer flammen, weil wir vor dir nicht recht gethan, mag uns das eigne Herz verdammen, wir wagen's den noch dir zu nahn; wir treten vor dein Angesicht: verwirf, o Herr, verwirf uns nicht. 5. Vergieb, vergieb uns unsre Fehle, ob uns das eigne Herz verdammt, und gieß' in unsre bange Seele den Frieden der vom Himmel stammt, und send' uns deinen heil'gen Geift, der uns der Sünde Macht entreißt. 2. Du stehst, wie uns die Sünden brennen, wir wiffen keinen andern Rath, Julius Sturm( geb. 1816). als dir von Herzen zu be- mel. Es ist gewißlich an der Zeit. kennen all unsre Schmach 275. imm hin mein und Missethat, und was vergessen unser Mund, das lies in unsrerSeelen Grund. 3. Wir können nicht vor dir bestehen, ach, geh' mit uns nicht ins Gericht! Wir beugen unsre Knie' und flehen: verwirf uns nicht, verwirf uns nicht! Nimm uns um Chrifti willen an, der auch für uns genug gethan. Herz, Gott, nimm es an! Ich bring' es dir zur Gabe; ich bring' es dir, so gut ich's kann, so schwach und arm ich's habe; ich weiß doch, du verschmähst es nicht, so viel dem Opfer auch gebricht, das ich dir willig weihe. 4. Herr, wolle länger nicht verhüllen dein Antliß, 2. Nimm, o mein Heiland, nimm es hin, du Herz voll ew'ger Liebe! mein Herz ist voller Eigen XXX 250 Buße und Beichte. sinn und voll verkehrter| ein Herz voll Kraft und Triebe; es hängt an Welt und eitler Lust; doch ist dir's auch, o Herr, bewußt, ich kann's nicht selbst be tehren! 3. Mach' du's zu deinem reinen Haus, das dir gefallen könne; was dir zuwider, reiß' heraus, daß dich und mich nichts trenne! Entsünd'ge mich mitdeinem Blut, gieb mir den Geist, dann werd' ich gut, dann fang' ich an zu leben. 4. Herr, gieb, und kost' es immerhin dem Willen tausend Schmerzen, Herr, gieb mir einen neuen Sinn, ein Herz nach deinem Herzen, ein Herz, das dich mit Freuden ehrt, das findlich deine Stimme hört und deinen Namen fürchtet. 5. Gieb mir ein Herz, das dich forthin mit Vorsaß nie betrübet: das immer dich mit lauterm Sinn aus allen Kräften liebet, ein Herz, das nur für dich entbrennt und teine falsche Liebe fennt, Glauben. 6. Gieb mir ein Herz, daß deine Zucht, wenn es gefehlt, bald spüret; daß keine andre Straße sucht, als die zum Himmel führet; ein Herz, das auch in Noth und Bein zu dir die Zuflucht nimmt allein, und auch im Kreuz dich preiset; 7. Ein Herz, das Freund" und Feinde liebt, und nichts haßt als die Sünden; ein Herz, das täglich mehr sich übt, sich stets in dir immer droben ist, dort, zu finden; ein Herz, das wo du bist, Herr Jesu Christ, zu deines Vaters Rechten. 8. Herr, giebst du mir ein solches Herz, was will ich mehr verlangen? Dann bleib' ich fest in Freud' und Schmerz an deiner Liebe hangen; dann bin ich dein, und du bist mein; dann werd' ich einst dort oben sein und selig dich umfangen! Ernst Woltersdorf( 1725-1761). Buße und Beichte. 251 276. ja nicht werth, daß ich Mel. Ein Lämmlein geht und trägt. noch wandle auf der Erd'; doch weil du rufft, so bete ich mit bangem, ganz zer. fnirschtem Geist, der gleichwohl dich noch Vater heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Gnaden. thron der Sünder, der für die Welt genug gethan, und, daß wir würden Kinder, getragen alle unsre Schuld! ich senke mich in seine Huld, die groß und wunderthätig. Ich faffe ihn und laff' ihn nicht, bis dir dein Herz vor Mitleid bricht: Gott, sei ſei mir Sünder gnädig! König, dessen Majestät weit über Alles steiget, dem Erd' und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget; der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herr lichkeit, sehr groß und wunderthätig; ich Armer aber kann allein auffeufzen voller Herzenspein: Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh' ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne; ich suche deine Hilf' und Gnad', mein Gott, du hilfft fa gerne; doch weil ich voller Fehler bin und, wo ich mich nur wende hin, des Ruhmes vor dir ledig, so schlag' ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht: Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schuld, der ich mir bin bewußt, beängstet mein Gewissen; drum schlag' ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Bater, 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben: du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, mein Glaube sei auch immerdar durch wahre Liebe thätig; und geht's nicht vorwärts, wie es soll, so ruf' ich doch vertrauensvoll: Gott, set mir Sünder gnädig! X s X r X X TY 252 Buße und Beichte. 6. Mein Leben und mein mit dir all' meine Werk' Sterben ruht allein in deiner Gnade; mir geh' es böse oder gut, gieb nur, daß mir nichts schade. Und kommt das letzte Stündlein dann, so mache auf der Todesbahn mein Herz von Aengsten ledig, und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! Valentin Löscher( 1673-1749). ON NOTH ODIC anfange und vollende. 3. D Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Laft, wollst meiner dich erbarmen! Gottes und Marien Sohn, erbarm' dich mein und mein ver. schon': hör' an mein fläglich Rufen! 4. Laß deiner Wunden theures Blut, dein' Todespein und Sterben mir fommen kräftiglich zu gut, daß ich nicht müss' vers derben; bitt' du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab' verschuldet. Mel. Es ist gewißlich an der Belt. 277. Vater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße: verstoß' den nicht, der zu dir schreit in wahrer Reu und Buße; was ich begangen wider dich, verzeih' mir alles gnädiglich durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet, durch deine Weisheit schaffe Rath, wo es an Rath mir fehlet; gieb Willen, Mittel, Kraft und Stärk', daß ich 5. heil'ger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich der Sünden Lust ansicht: laß mich von dir nicht wanken; verleih', daß nun und nimmermehr Begier nach Reichthum oder Ehr' in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des bösen Feindes List durch Christi Sieg' mög' Buße und Beichte. 253 dämpfen; auf daß mir| und Schrecken, eh' der Krankheit, Angst und Noth und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür' zum Leben. Geist sein: Abba! schreit. Ja, er muß uns stets erwecken erst zu heil'ger Gottesscheu, daß das Herz nicht sicher sei. David Denice( 1608-1680). hudoja Mel. Jesus, meine Zuversicht. 278.haffet 5. Schaffet eure Seligfeit! Ist das auch von eure uns geschehen? Ach, es Seligkeit alle- fehlet noch gar weit. Was zeit mit Furcht und Zittern! für Mängel muß man mache uns, o Gott, bereit, daß mit heiligem Erschüttern dies Wort, als ein Donnerschlag, unsre Herzen rühren mag. sehen! Dwie gottlos ist der Sinn, und wie sicher geht man hin! 2. Schaffet eure Selig keit! Ach, das ist das Aller beste. Dieses bleibt uns nach der Zeit; sind wir hier doch fremde Gäste, werden eilends weggerafft, ob man noch so vieles schafft! 3. Schaffet eure Selig feit! D, es sind nicht leichte Werke, und es ist ein harter Streit; denn man brauchet GottesStärke, eh' man Fleisch und Blut bezwingt und zum rechten Leben dringt! 6. Schaffet eure Seligfeit! Hartes Herz, zerfließ' in Thränen wegen deiner Sicherheit und sei heute unter denen, die ob ihrer schweren Sünd' recht zerfnirschten Geistes sind. 7. Schaffet eure Seligteit! Ach, jetzt denk' ich an den Bürgen, der mich von der Schuld befreit und sich selber ließ erwürgen. Gott sei Lob, an diesem Heil hat mein Glaube auch sein Theil. 8. Schaffet eure Seligfeit! Jesu, hilf mir selber ringen. Meine Trägheit 4. Schaffet eure Selig- ist mir leid, laß' mich feit! Ach, da seßt es Furcht begre Früchte bringen, 1 Pip 254 Buße und Beichte. daß ich meine Christenbahn| Sünder mit Barmherzigselig einst vollenden kann! Gottl. Ubolph( 1885-1745). Mel. Vater unser im Himmelreich. 279. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Will' ist dies vielmehr, daß er von Sünden sich bekehr', von seiner Bosheit wende sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk', o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd'! hier findest du Trost, Heil und Gnad', die Gott bir zugesaget hat und zwar mit einem theuern Eid: o selig, wem die Sünd' ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit! Denk' nicht: zur Buß' ist wohl noch Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd'; wann ich des Lebens müde werd', alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist's, Gott ist awar stets bereit dem feit; doch wer auf Gnade fündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad' einst gelohnt. 5. Gnad' hat dir zugesaget Gott durch Jesu Christi Blut und Tod: doch nicht verbürget hat er dir, ob du bis morgen lebeft hier. Daß du mußt fterben, ist dir Fund, verborgen ist des Todes Stund'. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich! Eh' morgen tommt, fann's ändern sich, wer heut ift frisch, gesund und roth, ist morgen krank, vielleicht schon todt: stirbst du dahin nun ohne Buß', dein Leib und Seel' ver. derben muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm' zu dir und Buße thue unverweilt, eh' schneller Tod mich übereilt, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt set bereit. Joh. Heermann( 1585-1647). Buße und Beichte. Eigene Meloble. 280.penn Penn wir in höchsten Nöthen sein und wissen nicht, wo aus, noch ein, und finden weder Hilf, noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spät: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zu sammen insgemein anrufen dich, o treuer Gott, um Rettung aus der Augft und Noth; 3. Und heben unser Aug' und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und bitten um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich Allen, die darum bitten dich durch unsern Heiland, Jesum Chrift, der unser Heil und Für sprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all' unsre Noth, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünde groß, sprich uns von ihr in Gnaden Los; 255 steh' uns in unserm Elend bei, mach' uns von allen Plagen frei. 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber( 1511-1589). mer. Wer nur ben lieben Gott ic. 281.ir liegen hier zu Füßen, ach Herr von großer Güt' und Treu', und fühlen schmerzlich im Gewissen, wie wohlverdient die Strafe sei. Ach, unsrer Sünden Maß ist voll; weh' uns, wenn Recht ergehen soll. 2. Du bist gerecht, und wir sind Sünder: wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungerathnen Kinder, die des Verderbens Wege gehn. Kein Wunder, wenn dein Racheschwert uns längst schon hätte aufgezehrt. 3. Doch, Vater, dent' an deinen Namen, gedenk' an deinen lieben Sohn. Dein Wort ist immer Ja und 256 Buße und Beichte. Amen; dein Eidschwur| unsre Häupter gehn, daß zeuget selbst davon: du wir nicht in dem Sündenwillst den Tod des Sünders schlafe von deiner Huld nicht. Ach, geh' nicht mit verlassen stehn. Ach, sammle mir ins Gericht! uns in deinem Schooß und mach' uns aller Plagen los. 4. Wir liegen, Herr, vor dir im Staube, zerknirscht das Herz in Leid und Reu: uns tröstet ganz allein der Glaube, daß dein Erbarmen täglich neu. Du hast ja noch ein Vater herz, so siehe doch auf unsern Schmerz. 5. Der Mittler steht ja in der Mitte, wir schaun zu seinen Wunden auf; er hat für unsre Schuld gelitten und leistete die Zahlung drauf; entzögst du uns der Gnade Schein, so müßt' sein Blut verloren sein. 8. Gieb Fried' im Land und im Gewissen, gieb heilsam Wetter, gute Zeit; laß Lieb' und Treue stets sich küssen und fördre die Gerechtigkeit. Krön' unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch' und Haus in deine Hut. 9. So wollen wir dir Opfer bringen, die Deinen sein mit Leib und Seel'. Es soll dein Lob zum Himmel dringen, und dein er löftes Israel in dieses Loblied stimmen ein: der Herr soll mein Gott ewig sein. Benj. Schmold( 1672-1737). 6. Das theure Blut von deinem Sohne ruft für um Barmherzigkeit. Schau her von deinem Gnadenthrone und denke Mel. Auf meinen lieben Gott. noch der alten Zeit, da du 282.o soll ich flie. hen hin, da auch Gnade haft erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 7. Ach, laß die wohlverbiente Strafe nicht über ich beschweret bin mit vie len, großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt auch käme, Buße und Beichte. mein' Angst sie nicht weg-| nähme. 2. D Jesu voller Gnad', auf dein Gebot und Rath fommt mein betrübt Gemüthe zu deiner großen Güte; laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Jch, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd', die mir am Herzen naget und mich mit Schrekten plaget, auf dich, in dessen Wunden ich stets das Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Bluf, die theure Gnadenflut, tilg' alle meine Sünde, die Wunden mir verbinde und ihr'r nicht mehr gedenke, ins Meer fie tief versenke. 5. Du bist es, der mich tröft't, weil du mich selbst erlöst. Was ich gesündigt habe, das liegt in deinem Grabe, da hast du es be. decet, daß es mich nicht mehr schrecket. 257 verlasse; wer sich zu dir nur findet, all' Angst ihm bald verschwindet. 6. Jst meine Sünde groß, werd' ich doch ihrer los, wenn ich dein Kreuz um fasse und mich auf dich 7. Mir mangelt zwar sehr viel, doch was ich ha. ben will, ist alles mir zu gute erlangt in deinem Blute, damit ich über. winde Tod, Teufel, Höll' und Sünde. 8. Darum allein auf dich, Herr Chrift, verlaß ich mich. Nun kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben; denn du haft mir's erworben, da du für mich gestorben. 9. Führ' auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög' alles meiden, was mich und dich kann scheiden, daß ich an deinem Leibe ein Glied auf ewig bleibe. Joh. Heermann( 1585-1847). Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 283. Zubir, Herr Jeſu, dem du mich so gnädiglich zu dir haft heißen kommen. Mich drücket meiner Sünden Laft, ste läßt mir keine Ruh' und Raft; wird ste 17 ( J K 1 X i X i X s 258 Buße und Beichte. mir nicht benommen, so| All' andre Helfer sind zu muß darunter ich vergehn, schlecht, du bist allein vor ich kann vor Gott ja nicht Gott gerecht, des Todes bestehn, vor dem die Him- überwinder, die Freiftatt mel selbst nicht rein: ich und der sichre Ort, das müßt' ein Kind des Todes feste Schloß, der Schild sein. Herr Jesu Christ, und Hort, der Mittler und mein Trost und Licht, mein der Gnadenthron, des VaTrost und Licht, erquidke ters Herz und liebster Sohn. mich und laß mich nicht! Herr Jesu Christ, das glaube ich, das glaube ich: ach stärk' in solchem Glauben mich. 2. Der Sünden Joch ist mir zu schwer, es drückt mein Herze allzusehr: du, Herr, wollst es zerbrechen! Gedenke, daß du diese Last darum für mich getragen hast, damit nicht möchte rächen der Vater, was ich hab' verschuld't; vielmehr, daß seine Gnad' und Huld mir Armen wieder werd' zu Theil, mach' mich durch deine Wunden heil, Herr Jesu Christ, und für mich bitt', und für mich bitt', wenn Satan wider mich auftritt. 3. 3u dir steht meine Zuversicht, ich weiß von einem Helfer nicht ohn' dich, du Arzt der Sünder! 4. Hinfort will ich nun jederzeit auf mich zu neh. men sein bereit dein Joch, die sanfte Bürde. Darunter find' ich Fried' und Ruh, ich wachs' und nehm' im Guten zu, und ob ich dabei würde aus Schwachheit, die dir ist bekannt, ermüden, wird doch deine Hand mir immer wieder helfen auf, um zu vollenden meinen Lauf. Herr Jesu Christ, durch dich allein, durch dich allein kann hier und dort ich selig sein. Joh. Freilinghausen( 1870-1789). Glaube und Rechtfertigung.. 259 Mel. Mach's mit mat Gott zc. b. Glaube und Recht. 285. Das ist ein theuer fertigung. werthes ein Wort sehr lieb zu hö. ren: daß Jesus ist der Sünder Hort und will die 284. Chrifti Blut und Armen lehren. Das ist ein theuer werthes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid: damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd' eingehn. 2. Mein Jesus nimmt die Kranken an, er heilet allen Schaden; er ist ein Gast bei jedermann, der ihn zu sich geladen. Das ist ein theuer werthes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. Mel. Herr Jefu Chrift, dich zu ic. ober: Nun laßt uns den Leib begraben. 2. Und wenn ich durch des Herrn Verdienst noch so treu würd' in seinem Dienst, gewönn' den Sieg dem Bösen ab und sündigte nicht bis ins Grab: 3. So will ich, wenn ich zu ihm komm', nicht denfen mehr an gut und fromm, nur dies: da kommt ein Sünder her, der gern fürs Lös'geld selig wär. 4. Ja, set gelobt, Herr Jesu Christ, daß du als Mensch geboren bist, und haft für mich und alle Welt bezahlt ein ewig Lösegeld. Nitolaus Graf v. Binzendorf ( 1700-1760). 3. Mein Jesus ist ein treuer Hirt, er suchet, was verloren; er holt zurück, was sich verirrt, er ist zum Heil erforen. Das ist ein theuer werthes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 4. Lob sei dir, Jesu, Gottes Sohn, du haft die Schuld getragen, du Ofter. lamm, du Gnadenthron, du Freistatt, wenn wir zagen. Das ist ein theuer werthes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 5. Ach, gieb mir, daß 17* Glaube und Rechtfertigung. 260 ich diese Gnad' und meine Sünd' erkenne, daß ich, mein Hirte, früh und spät nach dir vor Liebe brenne und denk' an dieses werthe Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. Beint. Neuß( 1654-1716). Mel. Chriftus, der ist mein Leben. 286. Die Gnadeset mit allen, die Gnade unsers Herrn, des Herrn, dem wir hier wallen, des Nah'n wir sehen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns ja kein Tritt, es geh' denn seine Gnade bis an das Endemit. 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Reu; und wenn uns fe will grauen, so bleibt's: der Herr ist treu! 4. Die Gnade, die den Alten ihr Weh half überstehn, wird uns ja auch erhalten, die wir auch darum flehn. 5. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man noch:„ Du mächtiger Erlöser, o komm, o komme doch!" 6. Damit wir nicht erItegen, muß Gnade mit uns sein; ste flößet zu dem Siegen Geduld und Glauben ein. 7. So scheint uns das kein Schade, was man für Gott entbehrt; der Herr hat eine Gnade, die über alles währt. 8. Bald ist es überwunden nun durch des Sohnes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Thaten thut. 9. Herr! laß es dir gefallen, noch immer rufen wir: die Gnade set mit allen, die Gnade sei mit mir!" dyrd Philipp Hiller( 1699-1769). Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 287. Die Gnade wird doch ewig sein, die Wahrheit doch gewiß, bräch auch des Himmels Fefte ein und sänk in Finsterniß! 2. Gott ist kein Mensch, den etwas reut und sein Wort bricht er nie; die Gnade währt nicht kurze Glaube und Rechtfertigung. 261 Zeit, nein, ewig währet ste.| im Auferstehn, daß deine 3. Hat er uns Gnade Gnade ewig sei, mich auch zugesagt, so bleibt er fest im Himmel sehn. dabei; und wenn uns Furcht und Zweifel plagt, so bleibt er doch getreu. Philipp Hiller( 1699-1769). 4. So glaubt es denn mein Herz getroft auf diese Gnade hin, daß Gott mich ewig nicht verstößt, weil ich in Jesu bin. 5. In Jesu liegt der Gnade Grund, da nimmt der Glaube Theil; mein Heiland, an dem Kreuz verwund't, macht meine Seele heil. 6. Gnade! daß mein Glaube dich recht herzhaft fassen könnt', so lang, bis meine Seele sich von meinem Leibe trennt. 7. Herr! deine Gnade mache mich in mir recht arm und klein; denn nur in dir allein kann ich erst groß und herrlich sein. 8. Herr! laffe nichts von mir geschehn, die Gnade sei denn mit; laß deine Gnade mit mir gehn, bis zu dem letten Schritt. 9. Kommt dann dein großer Tag herbei, so laß Mel. Nun ruhen alle Wälder. 288. Die Sünden sind vergeben! Das ist ein Wort zum Leben für den gequälten Geist; ste sind's in Jesu Namen, in dem ist Ja und Amen, was Gott uns Sündern te verheißt. 2. Das ist auch mir ge schrieben, auch mich umfaßt sein Lieben, weil Gott die Welt geliebt; auch ich kann für die Sünden bei Gott noch Gnade finden; ich glaube, daß er mir vergiebt. 3. Mein liebstes Gut auf Erden soll die Vergebung werden: so wird mein Tod nicht schwer. D, in den Sünden sterben, ist ewiges Verderben! Davor bewahr uns, lieber Herr. 4. Hier ist die Zeit der Gnaden, der Angst sich zu entladen, auf Gottes Wort zu ruhn, die Seele zu er. jig 262 Glaube und Rechtfertigung. retten, zu glauben und zu| 2. Glaube giebt der Anbeten und das in Jesu Namen thun. dacht Flügel, Glaube hebt zu Gott empor; Glaube bricht des Grabes Riegel, selbst der Ewigkeiten Thor; Glaube geht durch Flamm' und Fluten, ließ die Zeugen Jesu bluten; doch ste überwanden weit, sicher ihrer Seligkeit. 5. Gott, gieb, daß meiner Seele der Trost doch niemals fehle, daß du die Schuld vergiebst. Wenn ich mich betend beuge, so fei dein Geist mir Zeuge, daß du dein Kind in Christo liebst. 6. Wenn ich von hinnen scheide, so mach' mir das zur Freude, daß ich begnadigt bin. Im Glauben an Vergebung, in Hoff nung der Belebung fahr' ich alsdann im Frieden hin. Philipp Piller( 1699-1769). Mel. Alle Menschen müssen sterben. 289.Du Ju sollst glauben, o du Armer, und du zweifelst? Zweifle nicht! Du sollst beten zum Erbarmer, und du kannst, du kannst es nicht? Kindlich sollst du hier vertrauen, dort wirst du den Ausgang schauen. Jesu Ausgang ward erst klar, als er auferstanden war. 3. Glaube hilft durch alles stegen, macht die schwerste Tugend leicht; alles muß zu Füßen liegen, selbst gewohnte Sünde weicht; ob du auch im Kampf erlageft, schon an Glaubenskraft verzagest, kämpfe stärker, kämpfe mehr: deine Hilfe tft der Herr. 4. Wärst du selbst des Harrens müde, weil die Zweifelsucht sich mehrt, nah ist Gott und Gottes Friede, nahe der, der alles hört. Aus Gehorsam mußt du hoffen, Erd' und Himmel steht dir offen. Glaube fest: der alles schafft, giebt dir auch zum Glauben Kraft. 5. Hast du nicht des Wunderbaren Bunderausgang oft gesehn? Sahst Glaube und Rechtfertigung. 263 du nicht den Unsichtbaren| niemand halten, darob ergroß durch Thaten bei dir hob sich große Noth vor stehn? Mußt du denn ihn Gott so mannigfalten. Vom immer sehen? Bald des Fleisch wollt' nicht heraus Ew'gen Rath verstehen, der Geist, drauf das Ge bald dich seiner Hilfe freun, set dringt allermeist, es würde dies dein Bestes war mit uns verloren. ſein? 6. Glaube dann noch, wann zu glauben fast kein Hoffnungsstrahl mehr bleibt; laß dir nichts sein Machtwort rauben: selig, selig ist, wer glaubt! Ach, die Ersten dort am Throne glaubten ohne Schau'n die Krone, rangen, starben, wankten nie, und empfingen! Set wie ste! Reichard Reiber( 1744-1817). Eigene Melodie. 290. 8 ist das Heil uns kommen her von Gnad' und lauter Güte. Die Werke helfen nimmermehr; ste mögen nicht behüten. Der Glaub' steht Jesum Christum an, der hat genug für uns gethan, er ist der Mittler worden. 2. Was Gott uns im Gefeß gebot, das konnte 3. Es war der falsche Wahn dabei, daß das Geset gegeben, als ob wir könnten selber frei nach seinem Willen leben; doch ist es nur ein Spiegel zart, der uns anzeigt die sünd'ge Art, in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war es, diese Art aus eigner Kraft zu lassen, wiewohl es oft versuchet ward; die Sünd' mehrt sich ohn' Maßen; denn sie nahm Ursach' am Gebot, das drohte mir den ew'gen Tod, weil ich den Sünden diente. 5. Doch mußt's Gesetz erfüllet sein, sonst waren wir verloren; drum schickt Gott seinen Sohn herein, der ward als Mensch gebøren. Das ganz' Gesetz er hat erfüllt, dadurch des Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. y X r X v K s X s Ki R X Glaube und Rechtfertigung. 264 6. Und weil es nun er füllet ist durch den, der's konnte halten, so lerne fett ein frommer Chrift des Glaubens Art und Walten. So sprich denn: lieber Herre mein, dein Tod wird mir das Leben sein, du haft für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen 3weifel trag', dein Wort tann nimmer lügen. Du sprichst ja, daß kein Mensch verzag', und wirst fürwahr nicht trügen, wer an mich glaubt und wird getauft, dem ist der Himmel schon erkauft, daß er nicht wird verloren. nur zum Kreuz herzu, du findest doch nicht Raft und Ruh in des Geseßes Wer. ten. - 10. Die Werke kommen sicher her aus einem rechten Glauben; denn das fein rechter Glaube wär', dem man die Werk' wollt' rauben; doch macht gerecht der Glaub' allein. Werke sollen Früchte sein, dran wir den Glauben merken. Die 11. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit. Was Gottes Wort zusaget, das wird geschehen uns zur Freud', wenn Gott es auch vertaget. Er weiß wohl, wann's am besten ist und braucht an uns kein' arge List, des sollen wir ihm trauen. 12. Und schien es auch, als wollt' er nicht, so laß dich das nicht schrecken; es wacht ob dir sein Angesicht, kannst du's auch nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein. Und spräch' dein Fleisch gleich lauter, nein", so laß dir 8. Gerecht vor Gott sind die allein, die dieses Glaubens leben; doch wird des Glaubens heller Schein durch Werke kund gegeben; der Glaub' ist wohl mit Gott daran und aus der Nächstenlieb' steht man, daß du aus Gott geboren. 9. Die Sünde, durchs Geseß erkannt, schlägt das Gewissen nieder, das Evangelium kommt zur Hand und stärkt den Sünder wieder; es spricht: komm doch nicht grauen. Glaube und Rechtfertigung. 265 13. Set Lob und Ehr lindre doch die Seelenmit hohem Preis, um dieser Wohlthat willen, Gott Vater, Sohn und heil'gem Geist. Der woll' mit Gnad' erfüllen, was er in uns begonnen hat zu Ehren seiner Macht und Gnad', daß heilig werd' sein Name. 14. Sein Reich uns komm, sein Will' auf Erd' g'scheh', wie im Himmelsthrone. Das täglich' Brod ja heut uns werd'. Gott unsre Schuld verschone, wie wir thun unsern Schuldigern, laß sein von uns Versuchung fern; lös' uns vom übel. Amen. Paul Speratus( 1484-1554). Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 8 291. ist noch Raum in Jesu Wunden für mich, der ich vers wundet bin; da hab' ich meine Ruh gefunden, da steht mein Geist mit Freuden hin, da werd' ich armer Kranter heil, da find' ich auch das beste Theil. 2. Es ist noch Raum in deinem Herzen für mein geängstet, traurig Herz; o schmerzen und zieh' mich, zieh' mich himmelwärts; in deine Obhut nimm mich ein und laß mich ewig sicher sein. 3. Es ist noch Raum in deinen Armen: du streckest ste ja täglich aus und trägst uns liebreich mit Erbarmen darauf in deines Vaters Haus: ich fall' in diese treue Hand; ste trägt gewiß ins Vaterland. 4. Es ist noch Raum in deinem Himmel: ich möchte gerne selig sein, ich eil' aus diesem Weltgetümmel und geh' mit Freuden da hinein, in das verheißne Kanaan; da treff' ich mei. nen Heiland an. Joh. Schlipalius( 1719-1761). Mel. Es ist genug. 292.8 ist noch Raum! Mein Haus ist noch nicht voll; mein Tisch ist noch zu leer: der Raum ist da, daß jeder stzen soll, o bringt die Gäste her! Geht, nöthigt ste von allen Straßen, ich habe viel bereiten lassen. :: Es ist noch Raum.:,: 266 Glaube und Rechtfertigung. 2. Es ist noch Raum. Sinn verriegelt sich; der Wie öffnet sich, mein Gott, Freund steht vor der Thür. dein Herz in Liebesglut! Gott kann in dir nicht Du sähest's gern- dir Ruhstatt finden, du hegest ist's fürwahr fein Spott lieber Welt und Sünden. - wir alle hätten's gut.:: Da ist kein Raum.:: So grenzenlos ist dein 6. Es ist noch Raum. Verlangen, so weit des Himmels Wolken hangen. :: Es ist noch Raum.:: Schande, wenn du satt, nicht leer und hungrig bist. Die reiche Hand, die 3. Es ist noch Raum. tausend Gaben hat, die Das ist dir nicht genug, unerschöpflich ist, kann doch daß viele selig sind. Du ihr Gut auf dich nicht zögest gern durch deinen schütten. Du willst ja Gnadenzug ein jedes noch nicht ernstlich bitten. Menschenkind. Du rufft: Da ist kein Raum.:: so traut mit lautem Schalle: 7. Es ist noch Raum. mein Herz umfaßt euch Ach bleib nicht draußen Sünder alle. stehn, Gesegneter des noch Raum.:: Herrn! So oft du kommst, in mein Herz einzugehn, will ich dich sehen gern. Es ist 4. Es ist noch Raum vor deinem Gnadenthron, wenn man sich betend beugt. Der ist dir lieb in Christo, deinem Sohn, der keine Noth verschweigt. Wohl dem, der nicht zu wenig bittet, sein Herz dir ganz im Flehn ausschüttet. :: Es ist noch Raum.:: 5. Es ist noch Raum. D Sünder, schäme dich! Es ist kein Raum bei dir. Dein Herz ist zu, dein laß mein Herz in Liebe brennen, so wird's, geöffnet, sagen können::: Es ist noch Raum.:,: 8. Es ist noch Raum, wenn hier kein Raum mehr ist, der Tod von hier uns treibt. Gottlob, es glaubt, es weiß ein wahrer Christ, wo er auf ewig bleibt. Mag Herberg' ihm die Welt versagen, genug, wenn Glaube und Rechtfertigung. 267 Jesu Lippen sagen::: Es Lebenssaft gieb mir stets ist noch Raum.:,: 9. Es ist noch Raum, ein Haus, das göttlich groß, das viele Wohnung hat. Da ruht man aus, geschützt in Abrams Schoß, da wird, wer hun zert, satt. Die Schar, die Jesum angenommen, die wird dann endlich zu ihm kommen.:: Da ist noch Raum.:: Ernst Woltersdorf( 1725-1761). Mel. Nun laßt uns den Leib ic. 293. err Jesu Christ, dein theures Blut ist meiner Seele höchstes Gut. Das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein' Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich fann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud' eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn! Mein Troft, mein Heil und Gnadenthron! Dein theures Blut, dein neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu! in der letzten Noth, wenn mich schreckt Teufel, Höll' und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein! Joh. Olearius( 1611-1684). Mel. Valet will ich dir geben. 294. Jch bin bei Gott in Gnaden durch Christi Blut und Tod; was kann mir nun noch schaden? Was acht' ich alle Noth? Ist er auf meiner Seiten, gleichwie er wahrlich ist, laß immer mich bestreiten auch alle Höllenlist. 2. Was wird mich können scheiden von Gottes Lieb' und Treu? Verfolgung, Armuth, Leiden und Trübsal mancherlei? Mag Schwert und Blößewalten, mag man in tausend Pein mich für verloren halten: der Sieg bleibt dennoch mein. 3. Ich kann um dessen willen, der mich geliebet • X x X r X/ X s X s X i R s X i X 268 Glaube und Rechtfertigung. hat, wohl meinen Unmuth| Grund, der unbeweglich stillen und fassen Troft steht, wenn Erd' und und Rath; denn das ist Himmel untergeht. mein Vertrauen, der Hoffnung bin ich voll, die weder Angst, noch Grauen mir ewig rauben soll: 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 4. Daß weder Tod, noch Leben und keiner Engel Macht, wie hoch ste möchten schweben, kein Fürstenthum, kein' Pracht, nichts deffen, was zugegen, nichts, was die Zukunft trägt, nichts, was da hochgelegen, nichts, was die Tiefe hegt, 5. Noch sonst, was je erschaffen, von Gottes Liebe mich soll scheiden oder raffen; denn diese gründet sich auf Chrifti Tod und Sterben, ihn fleh' ich gläubig an, der mich, sein Kind und Erben, nicht laffen will, noch kann. Simon Dach( 1605-1659). adre Mel. O baß ich tausend Bungen ic. 295.Ich habe nun den Barmherzigkeit! der meinen Anker ewig hält; wo anders, als in Jesu Wunden? da lag er vor der Zeit der Welt, der 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein: deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen flopft er für und für so start an unfre Herzensthür. 4. Abgrund, welcher alle Sünden in Chrifti Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig Barmherzigkeit, schreit: 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getroft vertraun. Und wenn mich meine Sünden kränken, nur bald Glaube und Rechtfertigung. 269 nach Gottes Herzen schaun:| vergißt, so stehet es in da findet sich zu aller Zeit Lieb und Leid in, durch unendliche Barmherzigkeit. und auf Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre weggerissen, was Leib und Seel' erquiden kann, darf ich von keinem Troste wissen und nimmt sich niemand meiner an, ist die Errettung noch so weit, mir bleibet die Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens hoch erfreut: o Abgrund der Barmherzigkeit! Joh. Andr. Rothe( 1688-1758). 7. Beginnt das Irdische zu drücken, ja, häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Mel. Valet will ich bir geben. Stüden mit eitlen Dingen 296.Jch weiß, an wen mühen ich glaube, ich muß, dadurch oft sehr zerstreut, ich hoffe auf Barmherzigfeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerfen, so fällt wohl alles Rühmen hin, doch ist auch dieser Trost bereit: mein Herr ist voll Barmherzigfeit. weiß, was feft besteht, wenn alles hier im Staube wie Rauch und Staub verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wanft und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. 2. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist; der nimmermehr fann wanken, der Heiland und der Hort, die Leuchte der Gedanken, die leuchtet hier 9. Es gehe mir nach deffen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; er wolle selbst mein Herze ftillen, damit es das nur nicht und dort. 270 Glaube und Rechtfertigung. 3. Er, den man blut- nommen und finde bet bedecket am Abend einst be- ihm wahre Ruh; er ist grub, er, der von Gott er- mein Kleinod und mein wecket sich aus dem Staub Theil, und außer ihm weiß erhub; der meine Schuld ich kein Heil. versöhnet, der seinen Geift mir schenkt, der mich mit Gnade frönet und ewig mein gedenkt. 4. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest besteht, und in dem Erdenstaube nicht mit zu Staub verweht: es bleibet mir im Granen des Todes ungeraubt, es schmückt aus Himmelsauen mit Kronen einst mein Haupt. Ernst Morig Arndt( 1769-1860). Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 297. 3 ch weiß von keinem andern Grunde, als den der Glaub' in Christo hat; ich weiß von keinem andern Bunde, von keinem andern Weg und Rath, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schoß. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil' ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufge3. Jch bleib in Chrifto nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich immer sicher sein. Gott steht auch mich in Chrifto an, wer ist, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde, doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Jch kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christikraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der mir noch immer Unruh schafft; dies aber macht mich arm und klein und lehrt mich stets nach Hilfe schrein. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen und seh' in Glaube und Rechtfertigung. 271 allem thn nur an, nach 3. Wenn ein Schaf verseinem Winkeinherzugehen, loren ist, suchet es ein daß nichts mein Ziel verrücken kann; ich seufze stets: Herr, steh' mir bei, daß ich ein rechter Jünger sei. treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesu, laß mich in dir bleiben, o Jesu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geift mich treiben, daß ich im Glauben folge dir. Laß mich stets fromm und wachsam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. Karl v. Bogatty( 1690-1774). 4. Rommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubet's doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 298.Jefus 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden: laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten allen, welche von der kann: Jesus nimmt die rechten Bahn auf verfehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder Mel. Jefus, meine Bubersicht. esus nimmt die Sünder an! Saget doch dies Trostwort Sünder an. 6. Ich bin ganz getroften Muths. Ob die Sünden blutroth wären, müssen sie, kraft deines Bluts, dennoch sich in Schneeweiß tehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen zaget nicht. Wer will mich bei Gott verklagen? Der mich an. 2. Keiner Gnade sind wir werth; doch er hat in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. CV X Y X I X X Y R s X 272 Glaube und Rechtfertigung. frei und ledig spricht, hat| muß endlich unter deinen für mich die Schuld ge- Fuß. tragen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich auch hat er angenommen und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erbm. Neumeister( 1871-1756). Mel. Jesus, meines Lebens Leben. 299. Siebster Jefu, in den Tagen deiner Niedrigkeit allhier hörte man zum Volk dich sagen: es geht eine Kraft von mir. Laß auch deine Kraft ausfließen und sich deinen Geist ergießen, da du in der Herrlichkeit nun regterest weit und breit. 2. Denn dir ist in deine Hände nun gegeben alle Macht; bis an aller Welten Ende wird deine Name hochgeacht't; alles muß sich vor dir neigen, und was hoch ist, muß sich beugen, selbst der letzte Feind auch 3. Darum kannst du allen rathen; deine Kraft ist nie zu klein: es bezeugen's deine Thaten, die uns aufgeschrieben sein. Ja, du bist deswegen kommen, weil du dir haft vor genommen, aller Menschen Heil zu sein und zu retten groß' und klein'. 4. Hier, mein Arzt, steh' auch ich Armer, krank am Geiste, blind und bloß: rette mich, o mein Erbarmer, mache mich von Sünden los und von allen Feindestücken, die mein armes Herz bestricken. Ach, laß deinen treuen Mund zu mir sprechen: sei gesund! 5. Siehe, meine Seele rühret deinen Saum im Glauben an, wartet, bis ste endlich spüret, was du haft an ihr gethan. An dein Wort will ich mich halten und indeß dich lassen walten; da dein Wort mir Heil verspricht, kannst du dich verleugnen nicht. 6. Amen! Du wirst mich erhören, daß ich durch dich Glaube und Rechtfertigung. 273 werde rein, und zu mir| voller Güte dem Herzen, dein Antlit fehren, daß das nach Gnade lechzt; ich könne fröhlich sein. So hör', wie das sehnende Gewill ich aus Herzensgrunde müthe: ,, Gott, sei mir Sündeine Güte mit dem Munde der gnädig" ächzt, ich weiß, rühmen hier in dieser Zeit du kannst mich nicht verbis zur frohen Ewigkeit. stoßen; wie könntest du ungnädig sein dem, den dein Blut von Schuld und Bein erlöst, da es so reich Verfasser unbekannt. Eigene Melodie. 300. ein Jesu, dem geflossen. die Seraphis nen im Glanz der höchsten Majestät selbst mit bedectem Antlik dienen, wenn dein Befehl an sie ergeht, wie sollten blöde Menschen augen, die der verhaßten Sünden Nacht mit ihrem Schatten trüb gemacht, dein helles Licht zu schauen taugen? ont our 2. Doch gönne meinen Glaubensblicken den Eingang in dein Heiligthum und laß mich deine Gnad' erquiden zu meinem Heil und deinem Ruhm. Reich deine Gnade meiner Seele, die reuerfüllt vor dir sich beugt und glaubensvoll zu dir sich neigt, sprich ja du bist's, die ich erwähle." 3. Set gnädig, Jesu, handle. 4. Ich fall' in deine Gnadenhände und flehe glaubensvoll zu dir: gerechter König, wende, wende dich mit Erbarmung her zu mir. Bin ich gerecht durch deine Wunden, so ist nichts Sträfliches an mir; bin aber ich versöhnt mit dir, so bleib ich auch mit dir verbunden. 5. Ach, laß mich deine Weisheit leiten und nimm ihr Licht nicht von mir weg; stell' deine Gnade mir zur Seiten, daß ich auf deiner Wahrheit Steg beständig bis ans Ende wandle; damit ich auch zu jeder Zeit in Lieb' und Herzensfreudigkeit nach detnem Wort und Willen 5016] 18 X r X v 274 Glaube und Rechtfertigung. 6. Reich mir die Waffen aus der Höhe und stärke mich durch deine Macht, daß ich im Glauben steg' und stehe, wenn Stärt' Mel. O baß ich tausend Jungen ic. und Lift der Feinde wacht: 301.7ir ist Erbar. so wird dein Gnadenreich auf Erden, das uns zu deiner Ehre führt und endlich gar mit Kronen ziert, auch in mir ausgebreitet werden. mung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht werth, das zähl' ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hat's nicht begehrt: nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmher. zigkeit. 7. Ja, fa, mein Herz will dich umfassen: erwähl' es, Herr, zu deinem Thron; hast du aus Lieb' eh'mals verlassen des Himmels Pracht und deine Kron', so würd'ge auch mein Herz, o Leben, und laß es deinen Himmel sein, bis du, wenn dieser Bau fällt ein, mich wirft in deinen Himmel heben. 8. Ich steig' hinauf zu dir im Glauben, steig' du in Lieb' herab zu mir; laß mir nichts diese Freude rauben, erfülle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fürchten, Iteben, ehren, so lang' in mir das Herz sich regt, und wenn das selbe nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. Wolfg. Desler( 1660-1722). 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit ihm selbst verfühnet, macht durch des Sohnes Blut mich rein: wo kam dies her? warum geschieht's? Erbarmung ift's und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm' ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Er barmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt; ich beuge mich und bin erfreut und rühme die BarmHerzigkeit. 4. Dies laß ich kein Ge. Glaube und Rechtfertigung. 275 schöpf mir rauben, dies| darin ich war geboren; soll mein einzig Rühmen ich fiel auch immer tiefer sein, auf dies Erbarmen d'rein, es war kein Gut's will ich glauben, auf dieses am Leben mein, die Sünd' bet' ich auch allein, auf hatt' mich beseffen. dieses duld' ich in der Noth, auf dieses hoff' ich noch im Tod. 3. Mein' guten Werk' die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben, der freie Will' haßt Gott's Gericht, er ist zum Gut'n erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Hölle mußt' ich sinten. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir: da bin ich ewig recht erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Philipp Hiller( 1699-1769). Eigene Melodie. 302.un freut euch, lieben Christen g'mein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getroft und All' in Ein' mit Luft und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wunderthat; gar theu'r hat er's erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren, mein' Sünd' mich quälte Nacht und Tag, 4. Da fammert Gott in Ewigkeit mein Elend über Maßen, er dacht' an sein' Barmherzigkeit, er wollt' mir helfen lassen; er wandt' zu mir sein Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließ's sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: es ist Zeit zu erbarmen; fahr' hin, mein's Herzens werthe Kron', und set das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sündennoth erwürg' für ihn den bittern Tod, und laß ihn mit dir leben! 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward: er kam zu 18° 276 Glaube und Rechtfertigung. mir auf Erden, von einer| kennen wohl und in die Jungfrau rein und zart, Wahrheit leiten." er sollt' mein Bruder werden; gar heimlich führt' er sein' Gewalt, er ging in meiner arm'n Gestalt, den Teufel wollt' er fangen. 11 10. Was ich gethan hab' und gelehrt, das sollst du thun und lehren, damit das Reich Gott's werd' gemehrt zu Lob und seinen Ehren, und hüte dich vor Menschen Saß, davon ver. dirbt der edle Schatz; das laß ich dir zulette." Martin Luther( 1483-1548). 7. Er sprach zu mir: „ Halt' dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb' mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen. Denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib', da sollst du sein; 303. uns soll der Feind nicht scheiden." 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid' ich alles dir zu gut, das halt' mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein' Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden." C Mel. Ringe recht, wenn Gottes ic. enn doch alle Seelen wüßten, Jesu, daß du freundlich bist, und der Zustand wahrer Christen unaussprechlich selig ist! 2. Ach, wie würden ste mit Freuden aus der Welt Gemeinschaft gehn und bei deinem Blut und Leiden fest und unbeweglich stehn! Ernst Woltersdorf( 1725-1761). Eigene Melodie. 304.ollt ihr wiſſen, was mein Preis? Wollt ihr lernen, was ich weiß? Wollt ihr sehn mein Eigenthum? 11 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr' ich aus diesem Leben, da will ich sein der Meister dein; den Geist will ich dir geben, der dich in Trübsal trösten soll und lehren mich er- Wollt ihr hören, was mein do Glaube und Rechtfertigung. 277 Ruhm?:: Jesus, der Ge-| der uns Gott macht angekreuzigte!:,: nehm::: Jesu, dem Gefreuzigten!:: Jeh. Schwedler( 1672-1730). 2. Wer ist meines Glaubens Grund? Wer stärkt und erweckt den Mund? Wer trägt meine Straf' und Schuld? Wer schafft mir Vaters Huld? des :,: Jesus, der Gekreuzigte!:,: 3. Wer ist meines Lebens Saft? Wer ist meines Geiftes Kraft? Wer macht fromm mich und gerecht? Wer macht mich zu Gottes Knecht?:: Jesus, der Gefreuzigte!:,: 4. Wer ist meines Leidens Trost? Wer schützt, wenn mich Sturm umtos't? Wer erquickt mein mattes Herz? Wer verbindet meinen Schmerz?:: Jesus, der Gekreuzigte!:,: 5. Wer ist meines Todes Tod? Wer hilft in der letzten Noth? Wer versetzt mich in sein Reich? Wer macht mich den Engeln gleich?: Jesus, der Gefreuzigte!:,: 6. Und so wiff't ihr, was ich weiß; ihr wiss't meinen Zweck und Preis; glaubt, lebt, duldet, sterbet dem, mel. Dir, bir, Jehova, will ich ic. 305. Zu dir ist meine Seele stille, mein Herr, mein Gott, auf den mein Glaube blickt; aus deiner Gnade reicher Fülle fließt mir der Trost, der meinen Geift erquict. Da alle Welt nicht rathen, helfen kann, treff' ich bei dir, was mich beruhigt an. 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, du weißt, wonach das arme Herz sich sehnt: du stehst, wie unter bangen Sorgen voll Kümmerniß das Auge zu dir thränt: dies liegt mir an, ich möchte gerne rein und durch dein Blut, o Lamm, entsündigt sein. 3. Ich dank' es ewig deiner Gnade, die mich ge. sucht, die mich vom Schlaf erweckt, die mir, wie tief mein inn'rer Schade, durch deinen Geist recht deutlich aufgedeckt, und die zugleich, da mich mein Elend beugt, 278 Glaube und Rechtfertigung. mir Hilf und Rath in| 7. So hab' ich Gnad' bet deinen Wunden zeigt. 4. Die sind doch auch für mich geschlagen: wer Sünder heißt, den geht der Heiland an, der alle Schulden abgetragen und für die Welt auf ewig g'nug gethan. Du rufft auch mich zu deinem Kreuze hin: ich wag's aufs Wort und komme, wie ich bin. 5. Mein Hoffnungsgrund ist dein Erbarmen; ich weiß, dein Herz neigt gerne sich zu mir, Versöhner, Freund der geistlich Armen, wer zu dir kommt, den stößt du nicht von dir, dies hast du ja an keinem noch gethan: ich bin gewiß, an mir fängst du's nicht an. 6. Nein, Jesu, du hast Lust zum Leben, du rufft mir zu: getrost, Sohn, du bist mein! Was du gesündigt, ist vergeben: nun soll an dir nichts mehr verdammlich sein. Ich schenke dir mein reines Unschuldsfleid und schmücke dich mit meiner Heiligkeit. dir gefunden? Ja, Herr, dein Geist bezeugt es meinem Geist, der aller seiner Last entbunden, mit Dank und Ruhm aus allen Kräften preift, wie wohl ihm ist, da deine Jesusmacht ihn unverdient zum Kindschaftsrecht gebracht. 8. Muß ich noch was am Fleische leiden, so duld' ich es mit stillgelass'nem Muth. Kann mich doch nichts mehr von dir scheiden, von dir, in dem mein Glaube sicher ruht. Der Schmerz sei groß, ich bleibe doch gesetzt, weil mich der Trost: ich habe Gnad'! ergött. 9. Der ist's, der in den letzten Stunden zum letzten Kampf mich stark und muthig macht. Da du den Tod längst überwunden und dorten mir mein Erbe zugedacht, so schlaf' ich sanft auf deinen Zuruf ein: du bist gerecht; nun sollst du herrlich sein. Andreas Rehberger( 1716-1769). Wiedergeburt c. Wiedergeburt und Heiligung. Mel. Ach, was soll ich Sünder ic. 306. uf, ihr Streiter, durchgedrungen, auf und folgt dem Heiland nach, der durch Marter, Hohn und Schmach sich zum Himmel aufgeschwungen! Nach!- das Haupt hat schon gestegt, weh' dem Glied, daß müßig liegt! 2. Fort, nur nach mit Wachen, Beten! Auf! der Held zieht uns voran. Christus, der den Sieg ge wann, hat der Schlange Kopf zertreten. Rufet laut im Siegeston: Schwert des Herrn und Gideon!" 3. Kein Erlöfter müsse sprechen: ich bin elend, arm und schwach, und durch und Heiligung. 279 König gleich? Unser Gott thut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, dem der Himmel unterthan? 5. Niemand kann zu Salem thronen, der nicht recht mit Jesu kämpft und des Fleisches Lüste dämpft, weil wir noch im Fleische wohnen. Nur durch Ringen, Kampf und Streit kommet man zur Sicherheit. 6. Nun so wachet, kämpfet, ringet, streitet mit Gebet und Flehn, bis wir auf der Höhe stehn, wo dasLamm dieFahneschwin. get. Ist der Erde Werk gethan, geht des Himmels Sabbath an. Johann Buchta( 1705-1752). Mel. Ach Gott, wie manches ic. ſo viel Ungemach kann kein 307. in reines Herz, Herr, schaff' armer Sünder brechen;" denn der Herr ist's, der uns heilt und den Schwachen Kraft ertheilt. 4. Sind wir schwach bei ihm ist Stärke; sind wir arm- der Herr ist reich. Wer ist unserm in mir, schließ' zu der Sünde Thor und Thür, vertreibe ste und laß nicht zu, daß ste in meinem Herzen ruh! 2. Dir öffn' ich meines Herzens Thür: ach, komm 280 Wiedergeburt und Heiligung. und wohne du bei mir,| mich aus mit Kraft und was unrein ist, das treib' hinaus aus deinem Tempel, deinem Haus. Muth, zu streiten wider Fleisch und Blut! 3. Schaff' in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Luft Gehorsam leist't, und nur, was du gebieteſt, will; ach, Herr, mit ihm mein Herz erfüll'! 3. Laß deines guten Geiftes Licht und dein hellglänzend Angesicht mein Herz erleuchten und Gemüth, o Brunnquell unerschöpfter Güt'. 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich, gieb Weisheit, Stärke, Rath, Verstand aus deiner milden Gnadenhand. 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten, als dein Eigenthum und diefes achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Neuß( 1654-1716). Mel. Ach Gott, wie manches ic. 308. neu're mich, o ew'ges Licht, und laß von deinem Angesicht mein Herz und Seel' mit deinem Schein durchleuchtet und erfüllet sein. 2. Hier steh' ich vor dir schuldbewußt: ertödte du die schnöde Luft, ach, rüst' 4. Auf dich laß meine Sinnen gehn, daß ste nach dem, was droben, stehn, bis ich dich schau', o ew'ges Licht, von Angesicht zu Angesicht! fro Joh. Ruopp( geft. 1708). Eigene Melodie. 309. 8 glänzet der Christen inwendiges Leben, wenn gleich es verhüllet ihr irdischer Stand; was ihnen der König des Himmels gegeben, ist keinem als ihnen nur selber bekannt. Was niemand verspüret, was niemand berühret, hat ihre erleuchteten Sinne gezieret und sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Ste scheinen von außen oft arm und geringe, verschmäht von den Hohen, Wiedergeburt und Heiligung. 281 verlacht von der Welt, doch| bis in das himmlische Hei. innerlich sind ste voll herr- ligthum dringen. licher Dinge, der Zierrath, die Krone, die Jesus gefällt, das Wunder der Zeiten, die hier sich bereiten, dem König, der unter den Lilien weidet, zu dienen, mit heiligem Schmucke bekleidet. 5. Sie wandeln auf Er den und leben im Himmel, ste bleiben ohnmächtig und Sie schützen die Welt. schmecken den Frieden bei allem Getümmel, ste finden, die Aermsten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden und bleiben in Freuden, ste scheinen er tödtet den äußeren Sinnen, und führen das Leben des Glaubens von innen. 3. Sie gleichen von außen den Kindern der Erde und tragen wohl an sich des Irdischen Bild; ste fühlen wie Andre der Menschheit Beschwerde, oft sehn sie die Sonne der Freude verhüllt. Sie stehen und wanden, wenn er sich einst dar deln, ste reden und handeln, in der Herrlichkeit ſtellt, wie jeder es treibet in dann werden sie mit ihm zeitlichen Dingen, doch kann als Fürsten der Erden auch sie die weltliche Lust nicht herrlich erscheinen zum bezwingen. Wunder der Welt; ste werden regieren, mit ihm triumphiren, als leuchtende Sterne des Himmels dort prangen, denn dann ist die Welt und das Alte vergangen. 7. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du heimliche Zierde der inneren Welt, laß deine verborgenen. Wege uns wählen, wenn 4. Denn innerlich sind ste von göttlichem Stamme, geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; es lodert in ihnen die himmlische Flamme, entzündet von oben, genähret von dort. Die Engel als Brüder erfreun sich der Lieder, die hier von den Lippen der Frommen erklingen und 6. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar wer 2728 282 Wiedergeburt und Heiligung. gleich und die Schmach deis schickt dir zum Heil den nes Kreuzes entstellt! Die wenig beachtet, mit Spott oft betrachtet, verborgen in Christo im Vater hier leben, die wird er einst öffentlich zu sich erheben. Chrift. Richter( 1676-1711). Mel. Es toftet viel, ein Chrift ic. 310. s ist nicht schwer, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. Zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich immer dar in Christi Tod zu geben; doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit:: den schweren Streit.:: 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein, du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau' doch wie gut er's mein'! Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr,:,: es ist nicht schwer.:: 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; der fromme Gott Schmerz, die Unlust schafft in dir dein Eigenwille. Drum übergieb ihn willig in den Tod,:: so hat's nicht Noth.:: 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; erwede nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh am schwachen Herzen naget. Sprich: Vater, schau mein Elend gnädig an!:: so ist's gethan!:: 5. Erhalt' dein Herz nur in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hilfe merfest. Verstehst du's oft und fehlst aus eignerSchuld, so sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; so gilt dein Fehl und kindliches Versehn:: als nicht ge schehn.:: 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn dich will Nacht und Finsterniß bedecken; dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun, kein Sturm darf dich, so schwer er ist, erschrecken. Ja stehst du auch von Hilfe Wiedergeburt und Heiligung. 283 feine Spur, so glaube| wohl ausgericht't,:,: das macht's noch nicht.:: nur.:: 7. So wird dein Licht aufs neu' entstehn, du wirst dein Heil mit größrer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn: drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. D Seele, steh doch, wie ein wahrer Christ :,: so selig ist.:,: 8. Auf, auf, mein Geist! was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh' ein, mein Herz, genieß' die süße Ruh, in Frieden sollst du vor dem Vater schweben. Die Sorg' und Last wirf nur getroft und kühn:,: allein auf ihn.:,: Christian Richter( 1676-1711). Ichicas Eigene Melodie. 311. 8 fostet viel, ein Chrift zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immer. dar in Christi Tod zu geben; und ist hier gleich ein Kampf 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die leicht ihr Gift in unsre Fersen bringen; da kostet's Müh', auf seiner Hut zu stehn, daß nicht das Gift kann in die Seele dringen. Wenn man's versucht, so spürt man mit der Zeit :: die Wichtigkeit.:,: 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der rechten Sinn fürs Himmlische nur heget. Es hat wohl Müh', die Gnade aber schafft:: uns Muth und Kraft.:: 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte; wie wird man da so stark, so hell und rein, so herrlich und verklärt von Angesichte, dieweil da Gottes wesentliche Pracht:: so schön uns macht.:,: 5. Da wird das Kind den Vater sehn, im Schauen wird es ihn mit Luft em. ogles 284 Wiedergeburt und Heiligung. pfinden, des Lebens Strom| sich's doch nach der Arbeit wird durch das Herz ihm ruhn!:: Wie wohl wird's gehn und es mit Gott in thun!:: Einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? :: Wer mag's verstehn?:,: Christian Richter( 1676-1711). 6. Da giebt sich ihm die 312. err Jefu, GnaWeisheit ganz, die hier Mel. Herr Chrift, ber ein'ge Gott'ssohn. das Kind mit Mutterlieb' haftes Lebenslicht! Laß geführet. Sie frönet es mit ihrem Perlenkranz und wird als Braut der Seele zugeführet; die Herrlichkeit wird da ganz offenbar, :,: die in ihm war.:;: 7. Was Gott genießt, genießt es auch, was Gott besitzt, wird ihm in Gott gegeben; der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch, wie lieblich wird es dort mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein,:,: als Gott allein.:,: 8. Auf, auf, mein Geist! ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsterniß zu reißen! Was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad' erfreuen und meinen Geist erneuen; mein Gott, versag' mir's nicht! 2. Vergieb mir meine Sünden und wirf sie hinter dich; laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich, daß deine Friedensgaben das arme Herz mir laben; ach, Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seele den alten Adamssinn, und laß mich dich erwählen, daß ich mich deinem zu fünftighin Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4- Befördre dein' Er. kenntniß in mir, mein do Wiedergeburt und Heiligung. 285 Seelenhort, und öffne mein| ich deinen Willen getreuVerständniß durch dein lich mög' erfüllen und steh' lebendig Wort, damit ich mir kräftig bei. an dich glaube und in der Wahrheit bleibe, ja, wachse fort und fort. Ludwig Gotter( 1661-1735). 6. Ach, zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus inn'rem Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. Eigene Meloble. ober: Beuch meinen Gelft, triff meine. 5. Mit deiner Kraft mich rüste, zu freuz'gen die 313.inn sich vor Begier und alle bösen Lüfte, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb' in dir. dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; Herr, dein erfreuend Angesicht verbirg vor meinem Flehen nicht. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben, laß täglich mich in Chrifto sterben. möchte doch in seiner Bein mein eignes Selbst getödtet sein! 3. Du wolleft, Jesu, meinen Willen ganz mit Gelaffenheit erfüllen; des Fleisches Feffeln brich entzwei und mache meinen Willen frei. 4. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe, jedoch ist von Unlauterfeit die Liebe noch nicht ganz be freit. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Muth! Denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; hingegen all' mein Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu', wend' allen Seelen schaden und mach' mich 5. Ich muß noch mehr täglich neu! Gieb, daß auf dieser Erden durch 2016 286 Wiedergeburt und Heiligung. deinen Geist geheiligt fehlen. Ach, drücke tief in werden; der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu rathen; hier gelten nichts der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 7. Doch kenn' ich wohl dein treues Lieben; du bist noch immer treu ge blieben. Ich weiß gewiß: Du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 8. Indesſen will ich treulich kämpfen und jede böse Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit erstehst und aus der Sünde Net mich ziehst. Co 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh' und Sicherheit. 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedente und mich in dein Erbarmen senke, so werd' ich von dir angeblickt und tief im Herzensgrund erquict. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, so faff' und fühle, daß es Wahrheit des Beute Liebe bist. ist, daß du, mein Gott, die Chrift. Richter( 1676-1711). Mel. Jesus, meine Bubersicht. 314. Simmelan geht unsre Bahn: wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir einst nach Kanaan durch die Wüste fommen werden. Hier ist unser Pilgerstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist! Denn du bist ein himmlisch Wesen, und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem 3wed erlesen; 10. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz be ein von Gott erleucht'ter co Wiedergeburt und Heiligung. 287 Sinn fehrt zu seinem Ursprung hin. 7. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond denn ihr 3. Himmelan! die Welt kann dir nur geborgte Güter geben; dein Verlangen muß schon hier und Sterne; nur nach solchen Schäßen Licht ist viel zu klein gegen streben, die uns bleiben, jenen Glanz und Schein. wenn die Welt wiederum 8. Himmelan wird mich in Nichts zerfällt. Order Tod in die rechte Hei4. Himmelan! ich muß math führen, da ich über mein Herz bei dem ew'gen Schaße haben; denn es kann mich anderwärts fein so großer Reichthum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedent' an ihn. alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 9. Himmelan, ja himmelan! Das soll meine Losung bleiben; ich will allen eitlen Wahn durch die Himmels. luft vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, mir den Ort der Ruh, bis ich in dem Himmel wo ich einmal hingehöre. bin. Hab ich dieses Wort bewahrt, halt' ich eine Himmelfahrt. 5. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre: das weist Benjamin Schmold( 1872—1787). Mel. Ach bleib mit deiner Gnade. indurch, hindurch mit Freuden! Das soll die Losung sein! Hindurch durch alle Leiden, durch Kreuz und Noth und Pein! 2. Hindurch, hindurch mit Freuden, mit Gottes 6. Himmelan benk th 315. Sinburch, allzeit, wenn er mir vie Tafel decket, und mein Geift hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammer thal folgt des Lammes Hochzeitsmahl. X& P s X i Xr 2 288 Wiedergeburt und Heiligung. Helm und Sieg durch 2. Soll's uns hart er. Leiden und durch Streiten gehn, laß uns feste stehn in seinem heil'gen Krieg! 3. Hindurch die öden Streden von unsrer Wanderschaft, durch Klüfte und durch Schrecken mit seiner Gotteskraft. 4. Und wenn es schwül und traurig und trostlos allwärts steht und das Gewölfe schaurig fast bis zur Erde geht: 4. Drdne unsern Gang, Jesu, lebenslang! Führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nöth'ge Pflege; thu uns nach dem Lauf' deine Thüre auf. 6. Hindurch, hindurch mit nir. Gr. Binzendorf( 1700-1760). Freuden selbst durch destr Todes Nacht! Hindurch Eigene Meloble. die letzten Leiden, bis daß 317. Jürfte des hilf stegen, es heißt: vollbracht"! du Lebens! Sieh, wie die Finsterniß dringet herein, wie ste ihr drohendes Heer nicht vergebens mächtig aufführet, mir schädlich zu bahn! und wir wollen sein! Schau, wie ste nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; führ' uns an der Hand bis ins Vaterland. finnet auf allerlei Ränke, daß sie mich sichte, verstöre und fränke! 2. Jesu, hilf stegen! Du 5. Hindurch mit Adler flügeln, mit Danken und Gebet, hin, wo auf ew'gen Hügeln der Tempel Gottes steht. Ernst Beller( geb. 1804). und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten flagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, so gieb Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin! o Mel. Seelenbräutigam. 316.Jesu, geh voran auf der Lebens Wiedergeburt und Heiligung. 289 wollest mich schirmen, Heis Lüfte des Fleisches und gieb, land, wenn jemals die Mächte der Welt, mich zu betrüben, gewaltig an stürmen oder mir schmeichlerisch nahn und verstellt. Wider die Sünde von außen und innen laß deine Hilfe mir niemals zerrinnen. daß in mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb; laß mich eindringen ins göttliche Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 6. Jesu, hilf stegen, da mit auch mein Wille dir, Herr, sei gänzlich zu eigen geschenkt, und ich mich stets in dein Wollen einhülle, da sich die Seele zur Ruhe versenkt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, daß ich mich zählen darf unter die Deinen. 7. Jesu, hilf stegen! Wer mag sonst bestehen wider den liftig verschlagenen Feind? Wer mag doch dessen Versuchung entgehen, der als ein Engel des Lichtes erscheint? Ach, wo du weichest, so muß ich ja irren, wenn mich die Schlangenlist sucht zu ver. wirren. 3. Jesu, hilf stegen! ach wer muß nicht sagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wann mich Sünden der Jugend verflagen, die mein Gewissen mir täglich hält für; ach laß mich schmecken dein kräftig Verfühnen, und dies zu meiner Demüthigung dienen! 4. Jesu, hilf stegen, wann in mir die Sünde, EigenIteb', Hoffart und Mißgunst sich regt, wann ich die Last der Begierden empfinde, und sich mein tiefes Verderben darlegt. Hilf dann, daß ich vor mir selber erröthe und durch dein Leiden die Sündenlust tödte. o 5. Jesu, hilf stegen, und lege gefangen in mir die 8. Jesu, hilf stegen und laß mich nicht sinken! wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn und mit dem Scheine der Wahrheit Y X r X Y K s 290 Wiedergeburt und Heiligung. sich schminken; laß doch| frohem Gesang! Wie wird viel heller dann deine Kraft dein Name dann werden sehn. Steh' mir zur gepriesen, wenn du, o Held, Rechten, o König und dich so mächtig erwiesen! Meister, lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 9. Jesu, hilf stegen im Wachen und Beten: Hüter, du schläfst ja und schlum. merst nicht ein! Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, da du versprochen, Fürsprecher zu sein. Will mich die Nacht in Er müdung hinstrecken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 10. Jefu, hilf stegen, wann Alles verschwindet, und ich mein Nichts und Verderben nur seh'; wann kein Vermögen zu beten sich findet, und ich bin wie ein verschüchtertes Reh. Herr, ach dann wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen.he 11. Jesu, hilf stegen und laß mir's gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang'; dann will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jefu, mein Heiland, mit 12. Jesu, hilf stegen, wann's nun kommt zum Sterben; mach' du mich würdig und stetig bereit, daß ich mich nenne des Himmelreichs Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, dir bleib ich auf ewig ergeben, hilf du mir stegen, mein Heil, Troft und Leben! 13. Sesu, hilf stegen, wenn ich nun soll scheiden von dieser fammer- und leidvollen Welt; wenn du mich rufeft, gteb, daß ich mit Freuden zu dir mög' fahren ins himmlische Zelt. Laß mich, o Jesu, recht ritterlich ringen, laß mich durch Leben und Lod zu dir dringen. Joh. Schröder( 1666-1899). bi Mel. Valet will ich dir geben. 318. In unsers Königs Namen betreten wir die Bahn: ihr, ihr von seinem Samen. do Wiedergeburt und Heiligung. 291 schließt euch freudig an! 5. So wandeln wir entWir ziehn zum Friedenslande, ein Leib, ein Herz, ein Geift. Wohl dem, der alle Bande voll Heldenmuth zerreißt. schlossen dem Himmels. führer nach und dulden unverdroffen und tragen seine Schmach und flehn im finstern Thale: o Jesu, steh' uns bei und mach' im Hochzeitssaale bald Alles, Alles neu! 2. Der Weg ist schmal, doch eben und führt zur Seligkeit. Die Straße bort daneben ist zwar bequem und breit; doch wer ste geht, muß sterben. An viel. Von Gott will ich nicht laffen. Johann Fridert. ihrem Ende droht ein 319.ommt, Kinder, ewiges Verderben, Fluch, Zorn und Qual und Tod. 3. Wir folgen deinem Locken, du ewig treuer Freund! Wer könnte sich verstocken? bu haft's so gut gemeint. Wir wandern abgeschieden, und jeder trägt sein Kreuz ergeben und zufrieden: für Pilger hat es Reiz. 4. Der große Hirt der Heerde geht seinem Volk voran. Sein Allmachtswort: es werde! bereitet selbst die Bahn. Es lähmt erzürnten Feinden Herz, Zunge, Fuß und Hand, knüpft zwischen frommen Freunden der Liebe Bruder band. hood der Abend kommt herbei, es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenet. Kommt, stärket euren Muth, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern: es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilger. pfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat: kommt, folget, trau't auf ihn und lenkt mit festen Schritten zu Salems ew'gen Hütten die Pilger. reise hin. 3. Der Ausgang, der geschehen, ist uns fürwahr nicht leid. Es soll noch affittefer gehen zur Abge 19 997801880 292 Wiedergeburt und Heiligung. schiedenheit. Ihr Lieben, und schlecht, wohl Dornen seid nicht bang', verachtet tausend Welten, thr Locken und ihr Schelten und geht nur euren Gang. er in Menge und manches Kreuz uns trägt, doch bleibt uns nur der Weg. So sei's; wir gehen weiter und folgen unserm Leiter und brechen Bahn und Steg. 4. Geht's der Natur entgegen, so geht's den rechten Weg. Wer nur sein Fleisch will pflegen, verfehlt den schmalen Steg. Verlaßt die Kreatur und was euch sonst will binden, ja Alles laßt dahinten, es geht durch Sterben nur. 8. Wir wandeln eingefehret, verachtet, unbe. kannt; man stehet, kennt und höret uns faum im fremden Land, und höret man uns ja, so höret man uns singen von all' den großen Dingen, die auf uns warten da. 5. Man muß wie Pilger wandeln, von Lasten unbeschwert; viel Sammeln, Halten, Handeln nur unsern Fortgang stört. Der Last man leicht erliegt. Wir reisen abgeschieden, mit Wenigem zufrieden, und Nothdurft uns genügt. 9. Wohlauf, so laßt uns wandern! Wir gehen Hand in Hand, Eins freue sich am Andern in diesem fremden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein und auf dem Weg nicht streiten: die Engel selbst begleiten als Brüder unsre Reihn. 10. 6. Schmückt euer Herz aufs beste, was schmückt ihr Leib und Haus? Wir find hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach, ein Pilger muß sich schicken, soll dulden und sich bücken den kurzen Pilgertag. 7. Wohl ist der Weg oft enge, gar einsam, krumm Sollt' wo ein Schwacher fallen, so greif' der Stärkre zu; man trag", man helfe Allen, man pflanze Fried' und Ruh. Kommt, schließt euch fester an; ein jeder set der Kleinste un dabei gern Wiedergeburt und Heiligung. 293 der Reinste auf unsrer Mel. Straf' mich nicht in e. Pilgerbahn. 320.3ache dich, mein Geift, bereit, 11. Rommt, laßt uns munter wandern, der Weg nimmt immer ab; ein Tag, der folgt dem andern, bald sinkt der Leib ins Grab: nur noch ein wenig Muth, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ew'gen Gut! wache, fleh' und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete! Denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 13. Drauf wollen wir's denn wagen, es ist wohl Wagens werth, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein; wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigteiten: es soll nur Jesus sein. Gerhard Tersteegen( 1697-1769). 2. Darum wach' vor allem auf von dem Sündenschlafe, denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Noth sammt dem Tod möchte dich in Sün, den unvermuthet finden. 12. Es wird nicht lang' mehr währen: harrt noch ein wenig aus; es wird nicht lang' mehr währen, so kommen wir nach Haus: 3. Wache auf, sonst kannst da wird man ewig ruhn. du nicht Christi Klarheit Wenn wir mit allen sehen. Wache, denn sonst Frommen daheim zum wird sein Licht dir noch Vater kommen, wie wohl, ferne stehen; denn Gott wie wohl wird's thun! will für die Füll' seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, laß dich Satans List nicht im Schlafe finden, weil's ihm sonst ein Leichtes ist, dich zu überwinden; und Gott giebt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn ste sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt K s X r X s X s 294 Wiedergeburt und Heiligung. bezwinge, oder, wenn ste| flehen; denn er will alle sich verstellt, wieder an Füll' über uns ausschütten, sich bringe. Wach und wenn wir gläubig bitten. steh, daß dich nie falscher Brüder Lügen um bein Heil betrügen. 6. Wach' und hab' auf dich wohl acht, trau' nicht deinem Herzen, leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Gnad' verscherzen; denn es ist voller List, weiß sich selbst zu schmeicheln, Frömmigkeit zu heucheln. 7. Bete aber auch babet 10. Drum so laßt uns immerbar machen, flehen, beten, weil die Angst, Noth und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten, Spreu und Weizen sichten. Joh. Freystein( geft. 1720). mitten in dem Wachen; denn der Herr nur kann dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Wert nicht treibeft. 8. Ja, er will gebeten sein, soll er etwas geben; er verlanget Flehn und Schrein, wenn wir sollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, 3elt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch getroft: es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anMet. Ich bin ja,$ err, in deiner ic. 321. ein Leben iſt ein Pilgerstand, ich reise nach dem Vaterland, nach dem Jerusalem dort oben, das Gott als eine feste Stadt auf Bundesblut gebauet hat; da werd' ich ihn ohn' Ende loben. Mein Leben ist ein Pilgerstand. Ich reise nach dem Vaterland. 2. Es rinnet ohne Unterlaß auch meines Lebens Stundenglas, und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Jch eile zu der Ewigkeit: Herr Jesu, mach mich nur bereit, und öffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht' Wiedergeburt und Heiligung. 295 und nur nach dem, was du mit deines Lebens Kraft ewig, tracht'. 3. Kein Reisen ist ohn' Ungemach: der Lebensweg hat auch sein Ach, man wandelt nicht auf weichen Rosen; der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich ableiten von dem Ziel. Ich muß mich oft an Dornen stoßen, ich muß durch dürre Wüsten gehn und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die mit Gnadenlicht in unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf mich zu, mein matter Geist find't nirgend Ruh: doch alle Müh' ist schon bezahlet, wenn ich das goldne Himmelsthor mir stell' in Glaub' und Hoffnung vor. 5. Du treuer Hüter, Jeſu Christ, der du ein Pilger worden bist, da du mein Fleisch haft angenommen: zeig' mir im Worte deinen Tritt, laß mich bei einem jedem Schritt zu deinem Heil stets näher kommen, mein Leben flieht; ach eile herzu! 6. Durch deinen Geift mich heilig leit'; gieb in Geduld Beständigkeit, vor Straucheln meinen Fuß beschüße. Ich falle stündlich mir auf! Zieh du mich selbst zu dir hinauf, sei mir ein Schirm in Trübsalshiße; laß deinen süßen Gnadenschein in Finsterniß nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll', vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden, und schließ ich meine Augen zu, so bring mich zu der stolzen Ruh, wo Streit und alle Müh' verschwinden, laß mich da sein in Abrams Schooß dein Liebling und dein Hausgenoß. AGO 8. Bin ich in diesem fremden Land der argen Belt gleich unbekannt, dort sind die Freunde, die mich kennen; dort werd' ich mit der Himmelsschaar fauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Hetdir 286 Wiedergeburt und Heiligung. deinen Geift geheiligt fehlen. Ach, drücke tief in werden; der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu rathen; hier gelten nichts der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 7. Doch kenn' ich wohl 7. Doch fenn' ich wohl dein treues Lieben; du bist noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß: Du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh' und Sicherheit. 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedente und mich in dein Erbarmen sente, so werd' ich von dir angeblickt und tief im Herzensgrund erquict. mir im Streite, so faff' 12. So wächst der Eifer ich schon des Sieges Beute und fühle, daß es Wahrheit giebe bist. ist, daß du, mein Gott, die Chrift. Richter( 1676-1711). Mel. Jesus, meine Zuversicht. 8. Indeffen will ich 314. Simmelan geht treulich kämpfen und jede böse Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit erstehst und aus der Sünde Net mich ziehst. unsre Bahn: wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir einst nach Kanaan durch die Wüste fommen werden. Hier ist unser Pilgerstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geift! Denn du bist ein himmlisch Wesen, und kannst das, 10. Drum will die was irdisch heißt, nicht Sorge meiner Seelen ich zu deinem Zwed erlesen; dir, mein Vater, ganz be- ein von Gott erleucht'ter Wiedergeburt und Heiligung. 287 Sinn kehrt zu seinem Ur-| 7. Himmelan! Mein sprung hin. 3. Himmelan! die Welt kann dir nur geborgte Güter geben; dein Verlangen muß schon hier nur nach solchen Schäßen streben, die uns bleiben, wenn die Welt wiederum in Nichts zerfällt. Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 8. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 9. Himmelan, ja himmelan! Das soll meine Losung bleiben; ich will allen eitlen 5. Himmelan! ruft er Wahn durch die Himmels. mir zu, wenn ich ihn im luft vertreiben. HimmelWorte höre: das weist an steht nur mein Sinn, mir den Ort der Ruh, bis ich in dem Himmel wo ich einmal hingehöre. Hab ich dieses Wort bewahrt, halt' ich eine Himmelfahrt. bin. Benjamin Schmold( 1872-1787). 4. Himmelan! ich muß mein Herz bei dem ew'gen Schatze haben; denn es kann mich anderwärts kein so großer Reichthum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedent' an ihn. Mel. Ach bleib mit deiner Gnade. 6. Himmelan denk ich 315.indurch, hinallzeit, wenn er mir vie Tafel decket, und mein Geift hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammer thal folgt des Lammes Hochzeitsmahl. durch mit Freuden! Das soll die Losung sein! sein! Hindurch durch alle Leiden, durch Kreuz und Noth und Pein! 2. Hindurch, hindurch mit Freuden, mit Gottes 2978 s TX Rs X Xrgervegende Wiedergeburt und Heiligung. 288 Helm und Sieg durch Leiden und durch Streiten in seinem heil'gen Krieg! 3. Hindurch die öden Streden von unsrer Wanderschaft, durch Klüfte und durch Schrecken mit seiner Gotteskraft. 4. Und wenn es schwül und traurig und troftlos allwärts steht und das Gewölfe schaurig fast bis zur Erde geht: 5. Hindurch mit Adler flügeln, mit Danken und Gebet, hin, wo auf ew'gen Hügeln der Tempel Gottes steht. 2. Soll's uns hart er gehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten flagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang! Führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nöth'ge Pflege; thu uns nach dem Lauf' deine Thüre auf. 6. Hindurch, hindurch mit nir. Gr. Bingendorf( 1700-1760). Freuden selbst durch dessur Todes Nacht! Hindurch 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, so gieb Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin! o Ernst Beller( geb. 1804). Eigene Meloble. die letzten Leiden, bis daß 317. Jesu, hilf stegen, es heißt: ,, vollbracht"! du Fürste des Lebens! Sieh, wie die Finsterniß dringet herein, wie sie ihr drohendes Heer Mel. Seelenbräutigam. 316.Jesu, geh voran nicht vergebens mächtig auf der Lebensbahn! und wir wollen nicht verweilen, dir getreu lich nachzueilen; führ' uns an der Hand bis ins Vaterland. aufführet, mir schädlich zu sein! Schau, wie ste finnet auf allerlei Ränke, daß sie mich sichte, verstöre und fränke! 2. Jesu, hilf stegen! Du Wiedergeburt und Heiligung. 289 wollest mich schirmen, Hei| Lüfte des Fleisches und gieb, land, wenn jemals die daß in mir lebe des Geistes Mächte der Welt, mich zu Verlangen, aufwärts sich betrüben, gewaltig an schwingend durch heiligen stürmen oder mir schmeich- Trieb; laß mich eindringen lerisch nahn und verstellt. ins göttliche Wesen, so Wider die Sünde von wird mein Geist, Leib und außen und innen laß deine Seele genesen. Hilfe mir niemals zerrinnen. 6. Jesu, hilf stegen, da mit auch mein Wille dir, Herr, sei gänzlich zu eigen geschenkt, und ich mich stets in dein Wollen einhülle, da sich die Seele zur Ruhe versenkt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, daß ich mich zählen darf unter die Deinen. 3. Jesu, hilf stegen! ach wer muß nicht sagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wann mich Sünden der Jugend verFlagen, die mein Gewissen mir täglich hält für; ach laß mich schmecken dein kräftig Verfühnen, und dies zu meiner Demüthigung dienen! 4. Jesu, hilf stegen, wann in mir die Sünde, Eigenlieb', Hoffart und Mißgunft sich regt, wann ich die Last der Begierden empfinde, und sich mein tiefes Verderben darlegt. Hilf dann, daß ich vor mir selber erröthe und durch dein Leiden die Sündenluft tödte. 5. Jesu, hilf stegen, und lege gefangen in mir die 7. Jesu, hilf stegen! Wer mag sonst bestehen wider den liftig verschlagenen Feind? Wer mag doch dessen Versuchung entgehen, der als ein Engel des Lichtes erscheint? Ach, wo du weichest, so muß ich ja irren, wenn mich die Schlangenlist sucht zu verwirren. 8. Jesu, hilf stegen und laß mich nicht sinken! wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn und mit dem Scheine der Wahrheit 10 XA RA X A X szerze 290 Wiedergeburt und Heiligung. sich schminken; laß doch| frohem Gesang! Wie wird viel heller dann deine Kraft dein Name dann werden sehn. Steh' mir zur gepriesen, wenn du, o Held, Rechten, o König und dich so mächtig erwiesen! Meister, lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 9. Jesu, hilf stegen im Wachen und Beten: Hüter, du schläfft fa und schlummerst nicht ein! Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, da du versprochen, Fürsprecher zu sein. Will mich die Nacht in Ermüdung hinstreden, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 10. Jefu, hilf stegen, wann Alles verschwindet, und ich mein Nichts und Verderben nur seh'; wann kein Vermögen zu beten sich findet, und ich bin wie ein verschüchtertes Reh. Herr, ach dann wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 12. Jesu, hilf stegen, wann's nun kommt zum Sterben; mach' du mich würdig und stetig bereit, daß ich mich nenne des Himmelreichs Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, dir bleib ich auf ewig ergeben, hilf du mir stegen, mein Heil, Troft und Leben! 13. Jefu, hilf stegen, wenn ich nun soll scheiden von dieser fammer- und leidvollen Welt; wenn du mich rufeft, gieb, daß ich mit Freuden zu dir mög' fahren ins himmlische Zelt. Laß mich, o Jesu, recht ritterlich ringen, laß mich durch Leben und Lod zu dir dringen. Joh. Schröder( 1666-1899). 11. Jesu, hilf stegen und laß mir's gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang'; dann will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit von seinem Samen.no wir die Bahn: ihr, ihr Mel. Valet will ich dir geben. 318. In unsers Königs Namen betreten Wiedergeburt und Heiligung. 291 schließt euch freudig an!| 5. So wandeln wir entWir ziehn zum Friedens- schlossen dem Himmels. lande, ein Leib, ein Herz, führer nach und dulden ein Geift. Wohl dem, der unverdrossen und tragen alle Bande voll Helden- seine Schmach und flehn muth zerreißt. im finstern Thale: o Jesu, steh' uns bei und mach' im Hochzeitssaale bald Alles, Alles neu! Johann Fridert. 2. Der Weg ist schmal, doch eben und führt zur Seligkeit. Die Straße bort daneben ist zwar bequem und breit; doch wer ste geht, muß sterben. An Mel. Von Gott will ich nicht laffen. ihrem Ende ewiges droht ein 319.ommt, Kinder, Fluch, Verderben, laßt uns gehen, Zorn und Qual und Tod. der Abend kommt herbei, 3. Wir folgen deinem es ist gefährlich stehen in Locken, du ewig treuer dieser Wüstenet. Kommt, Freund! Wer könnte sich stärket euren Muth, zur verstocken? du haft's so Ewigkeit zu wandern, von gut gemeint. Wir wandern einer Kraft zur andern: abgeschieden, und jeder es ist das Ende gut. trägt sein Kreuz ergeben und zufrieden: für Pilger hat es Reiz. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilger. pfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat: kommt, folget, trau't auf ihn und lenkt mit festen Schritten zu Salems ew'gen Hütten die Pilger. reise hin. 3. Der Ausgang, der geschehen, ist uns fürwahr nicht leid. Es soll noch tiefer gehen zur Abge 19 4. Der große Hirt der Heerde geht seinem Volt voran. Sein Allmachtswort: es werde! bereitet selbst die Bahn. Es lähmt erzürnten Feinden Herz, Zunge, Fuß und Hand, knüpft zwischen frommen Freunden der Liebe Bruder band.dodaties RE 292 Wiedergeburt und Heiligung. schiedenheit. Ihr Lieben,| und schlecht, wohl Dornen seid nicht bang', verachtet er in Menge und manches tausend Welten, thr Locken Kreuz uns trägt, doch und ihr Schelten und geht bleibt uns nur der Weg. nur euren Gang. So sei's; wir gehen weiter und folgen unserm Leiter und brechen Bahn und Steg. 4. Geht's der Natur entgegen, so geht's den rechten Weg. Wer nur sein Fleisch will pflegen, verfehlt den schmalen Steg. Verlaßt die Kreatur und was euch sonst will binden, ja Alles laßt dahinten, es geht durch Sterben nur. 8. Wir wandeln eingekehret, verachtet, unbe. kannt; man stehet, fennt und höret uns kaum im fremden Land, und höret man uns ja, so höret man uns singen von all' den großen Dingen, die auf uns warten da. 5. Man muß wie Pilger wandeln, von Lasten unbeschwert; viel Sammeln, Halten, Handeln nur unsern Fortgang stört. Der Last man leicht erliegt. Wir reisen abgeschieden, mit Wenigem zufrieden, und Nothdurft uns genügt. 9. Wohlauf, so laßt uns wandern! Wir gehen Hand in Hand, Eins freue sich am Andern in diesem fremden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein und auf dem Weg nicht streiten: die Engel selbst begleiten als Brüder unsre Reihn. 6. Schmückt euer Herz aufs beste, was schmückt ihr Leib und Haus? Wir sind hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach, ein Pilger muß sich schicken, soll dulden und sich bücken den kurzen Pilgertag. 7. Wohl ist der Weg oft enge, gar einsam, krumm 10. Sollt' wo ein Schwacher fallen, so greif' der Stärkre zu; man trag', man helfe Allen, man pflanze Fried' und Ruh. Kommt, schließt euch fester an; ein jeder sei der Kleinste un dabei gern Wiedergeburt und Heiligung. 293 der Reinste auf unsrer Mel. Straf' mich nicht in e. Pilgerbahn. 320.3ache dich, mein Geist, bereit, 11. Kommt, laßt uns munter wandern, der Weg nimmt immer ab; ein Tag, der folgt dem andern, bald sinkt der Leib ins Grab: nur noch ein wenig Muth, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freter, gewandt zum ew'gen Gut! 12. Es wird nicht lang' mehr währen: harrt noch ein wenig aus; es wird nicht lang' mehr währen, so kommen wir nach Haus: da wird man ewig ruhn. Wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen, wie wohl, wie wohl wird's thun! 13. Drauf wollen wir's denn wagen, es ist wohl Wagens werth, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein; wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigteiten: es soll nur Jesus sein. Gerhard Tersteegen( 1697-1769). wache, fleh' und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete! Denn es ist Satans Lift über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Darum wach' vor allem auf von dem Sündenschlafe, denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Noth sammt dem Tod möchte dich in Sün den unvermuthet finden. 3. Wache auf, sonst kannst du nicht Christi Klarheit sehen. Wache, denn sonst wird sein Licht dir noch ferne stehen; denn Gott will für die Füll' seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, laß dich Satans List nicht im Schlafe finden, weil's ihm sonst ein Leichtes ist, dich zu überwinden; und Gott giebt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn ste sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt 29( 2) 294 Wiedergeburt und Heiligung. bezwinge, oder, wenn ste| flehen; denn er will alle sich verstellt, wieder an Füll' über uns ausschütten, sich bringe. Wach und wenn wir gläubig bitten. steh, daß dich nie falscher Brüder Lügen um bein Heil betrügen. 6. Wach' und hab' auf dich wohl acht, trau' nicht deinem Herzen, leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Gnad' verscherzen; denn es ist voller List, weiß sich selbst zu schmeicheln, Frömmigkeit zu heucheln. 10. Drum so laßt uns immerbar machen, flehen, beten, weil die Angst, Noth und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten, Spreu und Weizen sichten. Joh. Freystein( geft. 1720). 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der Herr nur tann dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Wert nicht treibeft. 8. Ja, er will gebeten sein, soll er etwas geben; er verlanget Flehn und Schrein, wenn wir sollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Belt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch getroft: es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anMet. Ich bin ja, Herr, in beiner ic. 321. ein Leben iſt dein Pilgerstand, ich reise nach dem Vaterland, nach dem Jeru salem dort oben, daß Gott als eine feste Stadt auf Bundesblut gebauet hat; da werd' ich ihn ohn' Ende loben. Mein Leben ist ein Pilgerstand. Ich reise nach dem Vaterland. 2. Es rinnet ohne Unterlaß auch meines Lebens Stundenglas, und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Jch eile zu der Ewigkeit: Herr Jesu, mach mich nur bereit, und öffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht' Wiedergeburt und Heiligung. 295 und nur nach dem, was du mit deines Lebens Kraft ewig, tracht'. 3. Kein Reisen ist ohn' Ungemach: der Lebensweg hat auch sein Ach, man wandelt nicht auf weichen Rosen; der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich ableiten von dem Ziel. Ich muß mich oft an Dornen stoßen, ich muß durch dürre Wüsten gehn und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die mit Gnadenlicht in unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf mich zu, mein matter Geist find't nirgend Ruh: doch alle Müh' ist schon bezahlet, wenn ich das goldne Himmelsthor mir stell' in Glaub' und Hoffnung vor. 5. Du treuer Hüter, Jesu Chrift, der du ein Pilger worden bist, da du mein Fleisch haft angenommen: zeig' mir im Worte deinen Tritt, laß mich bei einem jedem Schritt zu deinem Heil stets näher kommen, mein Leben flieht; ach eile herzu! 6. Durch deinen Geift mich heilig leit'; gieb in Geduld Beständigkeit, vor Straucheln meinen Fuß beschüße. Ich falle stündmir auf! Zieh du mich selbst zu dir hinauf, sei mir ein Schirm in Trübsalshite; laß deinen süßen Gnadenschein in Finsterniß nie ferne sein. lich 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll', vor Durft nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden, und schließ ich meine Augen zu, so bring mich zu der stolzen Ruh, wo Streit und alle Müh' verschwinden, laß mich da sein in Abrams Schooß dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem fremden Land der argen Belt gleich unbekannt, dort sind die Freunde, die mich kennen; dort werd' ich mit der Himmelsschaar dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Het 97860 X& R s X i XXX 296 Wiedergeburt und Heiligung. land, komm, ach bleib und zu meiden, und euer nicht lang'! Hier in der Wüste wird mir bang'! Friebr. Lampe( 1683-1729). Herz von arger List zu rein'gen und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ' euch zu der Himmelspfort'. Mel. Mach's mit mir, Gott 2c. 322.3ir nach, spricht Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle, verleugnet euch, ver laßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle, nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech' die Bahn, bin Alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn steht angehn! 2. Ich bin das. Licht, ich leucht' euch für mit heil'gem Tugendleben. Wer zu mir kommt und folget mir darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 6. Wer seine Seel' zu finden meint, wird ste ohn' mich verlieren; wer hier ste zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Bier. 15157901 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel' nachgehen 3. Mein Herz ist voll Demüthigkeit, voll Liebe mein Gemüthe; mein Mund, der fließt zu jeder Zeit von Sanftmuth und und wohlgemuth, getroft von Güte. Mein Geist und gern bet ihm im und Wille, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. Leiden stehen. Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron' des ew'gen Lebens nicht davon. 4. Jch zeig' euch das, was schädlich ist. zu fliehen Job. Scheffler( 1624-1677). Wiedergeburt und Heiligung. Mel. Es ist gewißlich an der ic. 323. ach meiner SeelenSelig feit laß, Herr, mich eifrig ringen und nicht die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen. Wie würd' ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Her zens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen, und wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um Erbarmung flehen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort gewiesen. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung, drum laß auch hier auf Erden des Herzens wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, dazu gieb mir Kraft und Trieb, nichts sei zu groß, nichts mir zu lieb, das ich nicht freudig opfre. 4. Gewönn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, 297 darüber meiden: was hülfe mir's? Nie kann die Welt mit allem, was sie in sich hält, mir deine Gnad' erjeßen. 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit auch selbst im Tode geben? Nicht Menschengunst, kein irdisch Glück, nur Gottes Gnade und der Blick auf fenes Lebens Freuden. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich, mit festem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh' und im Gericht vor dir besteh', set meine größte Sorge. 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschüßest, und nicht zur Treu in dieser Pflicht mit Kräften unterstüßest? O stärke mich, mein Gott, dazu! So find' ich hier schon wahre Ruh und dort das ew'ge Leben. Joh. Diterich( 1721-1797). File 9979 197 XsX s X i Xr erg 298 Wiedergeburt und Heiligung. Mel. Ich bank' dir schon durch ic.| Vaterlande; der Christ, der trdisch denkt, denkt schlecht und unter seinem Stande. 324. 7. Dort ist das reiche Kanaan, wo Lebensströme fließen; blick' oft hinauf, der Anblick kann den Leidenskelch versüßen. 8. Dort oben ist des Friedens Haus. Gott theilt zum Gnadenlohne den überwindern Kronen aus; kämpf auch um Ruhm und Krone! Chrift, erhebe Herz undSinn; was hängst du an der Er. den? Hinauf! Schwing' dich zum Himmel hin: ein Christ muß himmlisch werden. 2. Was bist du in der Welt? ein Gast, ein Fremdling und ein 23andrer. Wenn du kurz haußgehalten haft, so erbt dein Gut ein Andrer. 3. Was hat die Welt? was beut ste an? Nur Land und eitle Dinge. Wer einen Himmel hoffen kann, der schätzt die Welt geringe. 4. Wer Gott erkennt, kann der wohl noch den Sinn aufs niedre lenken? Nur wer an Gott denkt, denket hoch: so müssen Christen denken. 5. Sieh, Chrift, nie for. gend unter dich, wenn dich die Leiden drücken! Sieh gläubig in die Höh' und sprich: der Herr wird mich erquicken. 6. Der Christen hohes Bürgerrecht ist dort im 9. Dort fingen Engel hör' im Licht von Gott und seinen Werken. D Seele, sehnest du dich nicht, dies Loblted zu verstärken? 10. Hilf, Jesu, daß ich für und für den Geist dorthin erhebe, und daß ich jeßt und ewig dir gehöre, diene, lebe! Ehrenfrieb Liebich( 1718-1780). Mel. O bu Liebe meiner Liebe. Durchbrecher 325. aller Bande, der du immer bei uns bist, und der Schaden, Spott und Schande uns mit Him. melslust versüßt: strafe ferner an den Deinen, Jesu, allen argen Sinn, bis dein Wiedergeburt und Heiligung. 299 seliges Erscheinen uns führt| einmal los, daß wir durch aus dem Kerker hin. die Weltgeschäfte frei hindurchgehn, frei und groß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen! Weg Vernunftbedenklichkeit! Weg mit 2. Ist's doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk: hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb' und Stärk': daß du Nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und aus diesem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. Scheu vor Schmach und Plagen! Weg mit Fleischeszärtlichkeit! 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, auf uns ist dein Herz ge richt't, ob wir gleich vor allen Leuten als ein Spott nur sind geacht't, und des Kreuzes Niedrigkeiten an uns schnöde sind verlacht. 4. Schaue doch auf unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, um Erlösung beten von der fündigen Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns an sich hält gebannt, ob der Geist sich auch bei Zeiten schon dem Höchsten zugewandt. 5. Stärke unsre matten Kräfte, reiß' uns endlich 6. Wir verlangen feine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit: wie du's nöthig findst, so thue noch vor unsrer Abschiebszeit; aber unser Geift, er bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 7. Herrscher, herrsche! Sieger, stege! König, brauch dein Regiment! Führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End'; aus dem Kerter führ' die Seelen durch des neuen Bundes Blut; laß uns länger nicht so quälen, denn du meinst es mit uns gut. 8. Hatten wir auch selbst erkoren Fleischesluft und Herrlichkeit, gteb uns dennoch nicht verloren in den Tod der Eitelkeit! Ach, die X s R s X s X rs 300 Wiedergeburt und Heiligung. Laft treibt uns, zu rufen,| auserlesen, ach, schaff' ein alle flehen wir dich an: zeig' doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! reines Herz in mir, ein Herz, das von der argen Welt sich frei und unbe fleckt erhält. 9. Ach, wie theu'r sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein! Drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein! rein und frei und ganz vollkommen, ähnlich deinem heil'. gen Bild: der hat Gnad' um Gnad' genommen, welchen deine Füll' erfüllt. 2. Vor allem mache mein Gemüthe durch ungefärbte Buße rein und laß, o Herr, durch deine Güte all meine Schuld getilget sein; dann mache mich zur Reinigkeit des Lebens fertig und bereit. 10. Liebe, zteh uns in dein Sterben; laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ' ins Paradies uns ein! Doch wohlan, du wirst nicht säumen, laß uns nur nicht lässtg sein. Wird's doch sein, als ob wir träumen, wenn die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold( 1866-1714). 3. Regiere mich mit detnem Geifte, der mein getreuer Beistand sei und mir erwünschte Hilfe leiste; Gott, stehe mir in Gnaden bei und gieb mir einen solchen Geist, der neu, gewiß und willig heißt. 4. Doch, weil ich meine Schwachheit merke, mein Vater, so verwirf mich nicht und stoße wegen meiner Werke mich nicht von deinem Angesicht: laß hier mich in der Gnade stehn und dort in deinen Himmel gehn. Mel. Wer nur ben lieben Gott ic. 5. Nimm deinen Geist, 326.großer Gott, du den Geist der Liebe, doch reines Wesen, nun und nimmermehr von der du die reinen Herzen mir, und leite mich durch dir zur fteten Wohnung seine Triebe, durch deinen Wiedergeburt und Heiligung. 301 Beistand für und für. So| du die Gaben aus Gnaden führe du mich durch die nur hin. Zeit hin zu der sel'gen Ewigkeit. 4. Du, süße Flut, labest Geist, Seele und Muth, und wen du begabest, find't ewiges Gut. Wenn man Johann Olearius( 1611-1684). med 131 dag ibi Eigene Meloble. dich genießet, wird alles versüßet; es jauchzet, es finget, es springet das Herz, es weichet zurück der betrübende Schmerz. 327. Ursprung des Lebens, o ewiges Licht, da niemand vergebens sucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, die lauter und helle sich aus einem heiligen Tempel ergießt und in die be gierigen Seelen einfließt! 2. Du sprichst: wer be gehret zu trinken von mir, was ewiglich nähret, der fomme: denn hier sind himmlische Gaben, die füßiglich laben; er trete im Glauben zur Quelle heran; hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Hier komm ich, mein Hirte, mich dürftet nach dir; o Liebster, bewirthe dein Schäflein allhier! Du kannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen; du steheft, wie elend und durstig ich bin, auch giebst 109 5. Drum gieb mir zu trinken, was dein Wort verheißt: laß gänzlich versinken den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe, laß heilige Triebe mich immer. fort treiben zum Himm lischen hin: es werde mein Herze beseligt darin. 6. Wenn du auch vom Leiden mir schenkest was ein, so gieb, dir mit Freuden gehorsam zu sein. Denn alle die, welche mittrinken vom Kelche, den du hast getrunken im Leiden allhter, die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Drum laß mich auch werden, mein Jesu, er quickt, da wo deine Heer den kein Leiden mehr drückt; wo Freude die Fülle, wo 9940167 302 Wiedergeburt und Heiligung. liebliche Stille, wo Wonne,| Zeit gereuen, seße Tag und wo Jauchzen, wo Herrlich- Nacht daran. feit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Chriftian Koitsch( geft. 1735). als did 6. Hast du dann die Perl' errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böſe haft bezwungen, o, es tft noch viel zu thun! Eigene Melodie. 328.inge recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Laft, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort' ist enge, und der Lebensweg ist schmal: hier verliert sich im Gedränge, was nicht strebt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will das Fleisch dir widerstreben, werde weder matt, noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte brünstig damit an; laß dich keine 7. Nimm mit Furcht fa deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr; hier in dieser Welt voll Fehle schwebst du stündlich in Gefahr. 8. Halt fa deine Krone fefte, halte männlich, was du hast; recht beharren tst das Beste, Rückfall bringt bir neue Last. 9. Nichts hab' Aug' und Hand zu schaffen mit der schnöden Eitelkeit; bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe träge Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, gieb der Lust den Zügel nicht; willst du die Begierden stillen, so verlischt das Gnadenlicht. 11. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, gleichet nicht dem Rohr im Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. Wiedergeburt und Heiligung. 303 12. Wahre Treu liebt 2. Reinigt euch von euren Chrifti Wege, steht beherzt Lüften, besteget fte, als auf ihrer Hut, ringt, wie rechte Christen, und stehet auch das Fleisch sich rege, in des Herren Kraft. Stär hält sich selber nichts zu ket euch in Jesu Namen, gut. daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen, zeigt, was der rechte Glaube schafft. Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel; da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit, dann frönet euch die Ewigkeit. 13. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah'; ist ihr Schaß doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 14. Dies bedenket wohl, ihr Streiter: kämpfet recht, bezwinget euch, dringet alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. Johann Winkler( 1870-1722). Mel. Wachet auf, ruft uns ble ic. 329. üftet euch, ihr Christenleute; die Feinde suchen euch zur Beute, fa, Satan selbst hat eu'r begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an je dem Orte, damit ihr blet- 4. Jesu, stärke Gottes bet unversehrt. Ist euch Kinder und mach' auß denen der Feind zu schnell, hier überwinder, die du erkauft ift Immanuel. Hostanna! mit deinem Blut. Schaff' Der Starke fällt durch in uns ein neues Leben, diesen Held, und wir be daß wir uns stets zu dir halten mit das Feld. merheben, wenn uns ent3. Streitet recht die wen'. gen Jahre, eh' ihr kommt auf die Todtenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Todten wecken, so wird die Welt bor ihm erschrecken, wir aber stehn mit Freuden auf. Gott Lob! wir sind versöhnt; daß uns die Welt verhöhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längst uns schon dort beigelegt die Ehrenkron'. K& R s X i X rs Wiedergeburt und Heiligung. 304 fallen will der Muth. Gieß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fließt in die Herzen: so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilh. Arends( geft. 1721). Mel. Freu' bich sehr, o meine ic. 330. Shaffet, fchaffet, Menschen finder, schaffet eure Seligfeit; bauet nicht wie sichre Sünder, nur auf diese kurze Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich und bemühet euch auf Erden, wie thr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög' geschehen, dürft ihr nicht nach Fleisch und Blut und nach dessen Neigung gehen; nein, was Jesus will und thut, das muß einzig und allein eures Lebens Richt schnur sein, es mag Fleisch und Blut in allem übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach', zu bekennen, daß ihr noch voll Sünde seid, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß ihr fehlt zu jeder Zeit und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja, daß außer seiner Gnade nichts euch bleibt als Seelenschade. 4. Selig, wer im Glau ben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht und die Sünde in stch dämpfet, felig, wer die Welt ver. schmäht! Unter Chrifti Kreuzesschmach faget man dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben muß zuvor mit Chrifto sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg' und lässtg sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Steg. Nur den Siegern wird die Krone beigelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt dem Eitlen leben hat bei Christen keineStatt, ihren Lüften sich ergeben schwächt den Geist und macht ihn matt. Unter Christi Kreuzesfahn' geht es wahrlich nimmer an, daß man noch mit Wiedergeburt und Heiligung. 305 sicherm Herzen mit der in mir, daß ich treu in Sünde wollte scherzen. Jesu Namen meinen Glaubenskampf vollführ'. Fr verleihe Kraft und Stärk' und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe! 71 Lubw. Gotter( 1661-1785). dan bila dis Eigene Meloble. 331. Seelenbräutigam, Jesu, Gottes8. Und so schlagt mit Macht darnieder, was sich Arges in euch regt, kämpft und kämpfet immer wieder, bis sich seine Macht gelegt. Was euch ärgert, fenft ins Grab, was euch hindert, werfet ab und denkt stets an Jesu Worte: dringet durch die enge Pforte! lamm! Habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe aus dem Sündenbann, Jesu, Gotteslamm! 2. Deine Liebesglut stärket Muth und Blut; wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemuth deiner Liebe Glut. 9. 3ittern will ich vor der Sünde und auf dich, o Jesu, sehn, daß ich deinen Beistand finde, in der Gnade zu beftehn. Ach, mein Heiland, geh' doch nicht mit mir Armen ins Gericht; gieb mir deines Geiftes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 3. Wahrer Mensch und Gott, Troft in Noth und Tod! Du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, durch den Kreuzestod, wahrer Mensch und Gott! 4. Meines Glaubens Licht 10 Amen, es geschehe, laß verlöschen nicht; falbe amen! Gott verstegle dies| mich mit Freudenöle, daß 20 7. Furcht muß man im Herzen tragen vor dem Herrn, dem heil'gen Gott, der im Zorne kann zer schlagen aller seiner Feinde Rott'; aber denen, die er liebt, Wollen und Vollbringen giebt. D so laßt uns zu ihm gehen, Gott um Gnade anzuflehen. 997 O 306 Wiedergeburt und Heiligung. hinfort in meiner Seele| schauen, daß niemand verja verlösche nicht meines Glaubens Licht. dirbt, der der Welt abftirbt. 5. So werd' ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren, wo ich kann, dein Lob ver mehren, weil ich für und für bleiben werd' in dir. 6. Held aus Davide Stamm! Deine Liebesflamm' mich ernähre und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob ste mir gleich gram, Held aus Davids Stamm! 7. Großer Friedefürst! wie hast du gedürft't nach der Menschen Heil und Leben, der du in den Tod gegeben, da du rief'ft: mich dürft't, großer Friede fürft! 8. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb' uns, den Deinen, die dich fen nen und nach dir sich Christen nennen, denen du bist lieb, deinen Frieden gieb! 10. Nun ergreif' ich dich, du, mein ganzes Jch! Ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfaffen, weil im Glau ben ich nun ergreife dich. 11. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron'; hier im Hoffen und im Glau ben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenkron' folgt auf Spott und Hohn. 12. Jesu, hilf, daß ich lämpfe ritterlich, alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 13. Du, mein Preis und Ruhm, werthe Saronsblum',*) in mir soll nun nichts erschallen, als was dir nur fann gefallen, wer the Saronsblum', du mein Preis und Ruhm. Adam Drese( geft. 1718). 9. Wer der Welt abstirbt, emstg sich bewirbt um ein gläubiges Vertrauen, der blutenben Erlöfers. wird bald mit Freuden *) Purpurfarbige Bille in ber Ebene Saron: Bild des am Kreuze Wiedergeburt Mel. Jefus, meine Zuversicht. 332. Steil und dornicht ist der Pfad, der uns zur Vollendung leitet. Selig ist, wer ihn betrat und im Namen Jesu streitet, selig, wer den Lauf vollbringt und nicht kraftlos niedersinkt! 2. Ueberschwenglich ist der Lohn der bis in den Tod Getreuen, die, der Luft der Welt entflohn, threm Helland ganz weihen, deren Hoffnung unverrückt nach der Siegesfrone blickt. 3. Den wir lieben und nicht sehn, der hat uns den Lohn errungen, von dem Kreuz zu Gottes Höh'n sich vom Staub emporge schwungen. Sieger in des Todes Nacht, sprach er felbft: es ist vollbracht! 4. Zieh, o Held, uns hin zu dir, zieh uns nach, die Schaar der Streiter! Sturm und Nacht umfängt uns hier; droben ist es still und heiter. Hoffnung steht das Morgenroth schimmern hinter Grab und Tod. 307 5. Auf denn, Mitgenossen, geht muthig durch die kurze Wüste; seht auf Jesum, wacht und fleht, daß Gott selbst zum Kampf euch rüste! Der im Schwachen mächtig ist, giebt uns Sieg durch Jesum Christ. Sam. Bürde( 1753-1881). und Heiligung. Mel. Alle Menschen müssen ic. 333.per das Kleinod will erlangen, jag' ihm nach, so viel er kann; wer die Krone will empfangen, der muß kämpfen als ein Mann, muß sich auch zu allen Zeiten auf das Beste vorbereiten, alles andre laffen gehn, was ihm kann im Wege stehn. 2. Treuer Jesu, deine Güte hält auch mir ein Kleinod für, das entzückt mich im Gemüthe durch den Reichthum seiner Zier. O wie glänzt die schöne Krone von dem hohen Ehrenthrone, die du in der Herrlichkeit deinen Streitern haft bereit't! 3. Mich verlangt von 20* X X X 308 Wiedergeburt und Heiligung. ganzem Herzen, daß ste mög' Mel. Lobt Gott, the Christen ic. von Sünde 334. pie felig, wer frei! Wie gut hat's Chrifti Knecht! Im Sündendienst ift Sklaveret, in Chrifto indesrecht. mein sehne mich mit Schmerzen nach dem freudevollen Schein; doch das Ringen macht mir bange, und der Kampf währt mir zu lange; an der Erde hängt mein Sinn, bald sinkt meine Kraft dahin. 4. Drum, mein Jesu, steh' mir Armen in so großer Schwachheit bei; laß dich meine Noth erbarmen, mache mich von allem frei, was mir will mein Ziel verrücken; laß mich in die Zeit mich schil. fen; gieb mir Kraft und Freudigkeit, fördre meinen Lauf und Streit! 5. Es verlohnt sich wohl der Mühe, kämpfen, eh' ich werd' gekrönt, drum ich mich der Welt entziehe, die den heil'gen Kampf verhöhnt. Deine theure Gnadenkrone ist mir überg'nug zum Lohne; wirft du nur mein Beistand sein, so ist ste in kurzem mein. Joh. Menger( 1658-1734). 2. Im Sündendienst ist Finsterniß, den Weg er. fennt man nicht; bei Chrifto ist der Gang gewiß, man wandelt in dem Licht. 3. Jm Sündendienst ist Haß und Leid, man plagt und wird betrübt; in Chrifti Reich ist Freudigkeit, man liebt und wird geliebt. 4. Die Sünde giebt den Tod zum Lohn: das heißt ja schlimm gedient! Das Leben aber ist im Sohn, der uns mit Gott verfühnt. 5. D Hetland, dir nur dien' ich gern; denn du haft mich erkauft. Ich weiß und will sonst keinen Herrn, auf dich bin ich getauft. 6. Wen du frei machst, der ist recht frei, du schenkst ihm alle Schuld, und darum dank' ich deiner Treu und rühme deine Huld. Kampf und Steg der Kirche. 309 7. Jch bete an, Herr| dir! denn wo du bist, soll Jesu Chrift, und sage: ich auch dein Diener sein. bin dein; nimm mich zu Phil. Hiller( 1899-1789). 2. Bon der Kirche. a. Kampf und Sieg der Kirche. Mel. Uch Gott, wie manches x. 335.h bleib' bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht! 2. In dieser schwerbetrübten Zeit verleih' uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Saframent behalten rein bis an das End'. 3. Herr Jesu, deine Kirch' erhalt': wir sind gar stcher, träg' und falt; gieb Glüd und Heil zu deinem Wort, damit es schall' an jedem Ort'. 4. Erhalt' uns nur bei deinem Wort, und wehr' des Teufels Trug und Mord! Gieb deiner Kirche Gnad' und Huld, Fried', Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach Gott, es geht gar übel zu. Auf dieser Erd' ist keine Ruh'; viel Sekten und viel Schwärmeret, ste kommen haufenweif' herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit Macht erheben hoch und bringen stets was Neues her, zu fällen deine rechte Lehr'. 7. Die Sach' und Ehr', Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh' du denen bei, die sich auf dich verlaffen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt' uns, lieber Herr, daß wir nichts andres suchen mehr. 9. Gieb, daß wir thun nach deinem Wort und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem 05 Kampf und Steg der Kirche. Jammerthal zu dir in| ich muß auf sein; die deinen Himmelssaal. Nikol. Selneder( 1580-1592). Armen sind verstöret, thr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab' thr' Klag' erhöret. Mein heilsam Wort soll auf dem Plan Mel. Aus tiefer Noth schrei ich ic. Gott vom 336. Himmel steh getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. darein und laß dich des erbarmen; wie wenig sind der Heil'gen dein, verlassen sind wir Armen! Dein Wort will man nicht haben wahr, der Glaub' ist auch erloschen gar bei so viel Menschenkindern. 5. Das Silber, durch Feu'r siebenmal bewährt, wird lauter funden: an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden, es will durchs Kreuz bewähret sein, da wird erkannt sein' Kraft und Schein und leucht't start in die Lande. 310 2. Sie lehren eitel falsche List, was eig'ner Wiz erfindet; ihr Herz nicht eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet. Der wählet dies, der Andre das; ste trennen uns ohn' alles Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll' ausrotten Aller Lehr', die falschen Schein uns lehren, und sich vermessen hoch und sehr: troß dem, der's uns will wehren! Wir haben Recht und macht allein; was wir geseßt, gilt allgemein: wer ist, der uns sollt' meistern? 4. Darum spricht Gott: 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor dieser Zeit Geschlechte und laß uns dir befohlen sein, daß uns hier nichts anfechte. Der gottlof' Haufe da sich find't, wo diese bösen Leute sind in deinem Volk erhaben. Martin Luther( 1483-1546). Eigene Melodie. 337. Christe, du Bei. stand deiner Kreuzgemeine, eile; mit Kampf und Steg der Kirche. 311 Einigkeit. Hilf und Rettung uns| Sorge war: der Glieder erscheine: steu're den Feinden, thre Blutgerichte :,: mache zu nichte!:: 2. Streite doch selber für uns arme Kinder; wehre dem Bösen, seine Macht verhinder': Alles, was kämpfet wider deine Glieder,:,: stürze darnieder!:,: 3. Friede in Kirch' und Schule uns bescheere, Friede zugleich der Obrigkeit gewähre; Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen:,: gieb zu genießen!:: 4. Also wird zeitlich deine Güt' erhoben; also wird ewig und ohn' Ende loben dicho du Wächter deiner armen Heerde,:: Himmel und Erde!:: Matth. Upelles v. Löwenstern ( 1594-1648). Mel. Nun fich der Tag geendet hat. 338. er du noch in der legten Nacht, eh' du für uns er. blaßt, den Deinen von der Liebe Macht so schön ge predigt haft; 2. Erinnre deine kleine Schaar, die sich sonst leicht entzweit, daß deine letzte 3. Bezwing' doch unsern stolzen Sinn, der nichts von Demuth weiß, und führ' ihn in die Liebe hin zu deiner Liebe Preis. Nitol. Gr. b. Binzendorf ( 1700-1760). Si Imp ist Eigene Melodie. 339.& in fefte Burg ist unser ein' gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alt', böse Feind, mit Ernst er's jest meint; groß' Macht und viel List sein' grausam' Rüstung ist; auf Erd'n ist nicht sein'sgleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer der ist: er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär' und wollt'n 312 Kampf und Steg der Kirche. uns gar verschlingen, so widerspricht; erleucht' Herr, fürchten wir uns nicht so sehr: es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nichts: das macht, er ist gericht't; ein örtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort ste sollen lassen stahn und kein'n Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen ste den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib: laß fahren dahin, sie haben's tein'n Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. Mart. Luther( 1483-1546). Mel. Lobet Gott, unsern Herren. 340.rhalt uns deine Lehre, Herr, zu der letzten Zeit, erhalt' dein Reich, vermehre dein' edle Christenheit; erhalte festen Glauben, der Hoff nung hellen Strahl. Laß uns dein Wort nicht rauben in diesem Jammerthal. 2. Erhalt dein' Ehr' und wehre dem, der dir und bekehre, allwissend ewig Licht, was dich bisher nicht fennet; entdecke doch der Welt, der du dein Licht gegönnet, was einzig dir gefällt. Majamba 3. Erhalt', was du gebauet und durch dein Blut erwarbst, was du dir hast vertrauet, da du am Kreuze starbst. So viele Feinde stürmen zu deiner Kirche Fall, du aber wollst sie schirmen als Mau'r und Felsenwall. 4. Erhalt', Herr, deine Heerde, der grimme Wolf kommt an; schaff', daß uns Hilfe werde, weil niemand retten tann, ohn' dich, du großer Hirte. Leit' uns auf guter Weid', treib', nähr', erfreu', bewirthe uns in der wüsten Haid'. 5. Erhalt' uns, Herr, dein Erbe, dein werthes Heiligthum; zerreiß', zerschmeiß', verderbe, was wider deinen Ruhm. Laß dein Geseß uns führen, gönn' uns dein Himmels. brot, laß deinen Schmuc Kampf und Steg der Kirche. 313 und zieren, heil' uns durch| heit, daß sie dich lob' in deinen Tod! Ewigkeit! per analis 6. Erhalt' und laß und hören dein Wort, das selig macht, den Spiegel deiner Ehren, das Licht in dieser Nacht. Daß dieser Brunn uns tränke, der Himmelsthau uns neß', uns diese Richtschnur lenke, der Honig uns ergöß'. 3. Gott, heil'ger Geift, du Tröster werth, dem Volf gieb einen Sinn auf Erd'; steh' bei uns in der letzten Noth, leit' uns ins Leben aus dem Tod. Martin Luther( 1488-1546). Eigene Melodie. 7. Erhalt' in Sturm und Wellen dein Häuflein, laß 342.abre fort: Bion, im doch nicht uns Wind und Wetter fällen; steu'r selbst dein Schiff und richt' den Lauf, daß wir gelangen zum Hafen nach der Zeit und Ruh nach Streit erlangen in sel'ger Ewigkeit. Andr. Gryphius( 1616-1664). Mel. Uch Gott, wie manches ic. 341.& rhalt'uns, Herr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wohl stürzten gern von seinem Thron! 2. Beweis' dein' Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist; beschirm' dein' arme Chriften Licht, mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle; 3ion, dringe durch die enge Pfort',:,: fahre fort!:: 2. Leide dich,:: Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne; sei bis in den Tod getreu, stehe auf die Lebensfrone; Zion, fühlest du der Schlangen Stich,:,: leide dich!:,: 3. Folge nicht:: Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte nicht ihr Gut und Geld, halt' am Beten und am Wachen; Zion, wenn P/ Ri Ri 314 Kampf und Steg der Kirche. ste dir viel Luft verspricht,| letzten Kampf und Strauß :,: folge nicht!:,: :,: halte aus!:: 4. Prüfe recht:: Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten; 3ion, das, was gut scheint und was schlecht,:: prüfe recht!:,: 5. Dringe ein:: Zion, bringe ein in Gott; stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht, wie die andern, todt, jet du gleich ben grünen Reben; Zion, in die Kraft, nicht in den Schein:,: dringe ein!:: 6. Brich herfür:: Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet; zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich fennet; Zion, durch die dir gegebne Thür:: brich herfür!:,: Joh. Schmidt( 1669-1745). Mel. Wachet auf, ruft une bie tc. 343. Gottes Stadt steht feft gegründet auf heil'gen Bergen, es verbündet sich wider ste die ganze Welt; dennoch steht sie und wird stehen, Staunen sehen, wer hier man wird an ihr mit die Hut und Wache hält. Der Hüter Ssraels ist ihres Heiles Fels. Halle. luja! Lobsingt und sprecht wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürgerrecht! 2. Zions Thore liebt vor allen der Herr mit gnäd'gem Wohlgefallen, macht ihre Riegel stark und fest; segnet, die darinnen wohnen, weiß überschwenglich dem zu lohnen, der thn nur thun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, wie trägt er mit Geduld all' die Seinen! O Gottes Stadt, du reiche Stadt, dte solchen Herrn und König 7. Halte aus:: Zion, halte deine Treu'; lasse nimmer lau dich finden: auf, das Kleinod rückt herbei; auf, verlasse, was dahinten! Bion, in dem hat. Kampf und Sieg der Kirche. 315 3. Große, heil'ge Dinge| man schauen, wie Gott werden in dir gepredigt, sein Zion mächtig bauen wie auf Erden sonst unter und herrlich weitern wird feinem Voll man hört. einmal. Erhebet Herz und Gottes Wort ist deine Sinn! Es ist die Nacht Wahrheit, du hast den schier hin für die Heiden; Geist und hast die Klarheit, es kommt ihr Tag, ste die alle Finsterniß zerstört. werden wach und Israel Da hört man fort und folgt ihnen nach. fort das theuerwerthe Wort ew'ger Gnade. Wie lieblich tönt, was hier verföhnt und dort mit ew'gem Leben trönt! 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Völker werden, die ew'ges Leben fanden hier. Welch ein Jubel, wie vom Reigen, wird einst von dir zum Himmel steigen! Die Lebensbrunnen sind in dir. In dir das Wasser quillt, das alles Dürften stillt. Halleluja! Von Sünd' und Tod, von aller Noth erlöst nur einer 4. Auch die nichts davon vernommen, die fernsten Völker werden kommen und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Finstern saßen, wird auch der Herr noch pred'gen laffen, was einst für alle Welt geschehn. der Gottessohn? wo ist sein Gnadenthron? wird d man fragen. Dann kommt met. Ein' feste Burg ist unser ic. die Zeit, wo weit und breit erscheint der Herr in Herrlichkeit. 344. err, deine Kirche danket dir; Wo ist Zions Gott. Karl Spitta( 1801-1859). 5. Darum stellet ein die Klagen, man wird noch einst zu Zion sagen: wie mehrt sich deiner Bürger noch wohnt dein Wort im Lande. Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt ste in Gefahr durch der Zahl. Voll Erstaunen wird einde Schaar: dann, o 9978 PRIX Kampf und Sieg der Kirche. 316 Jefu Chrift, bestege Macht und List und herrsch' in jedem Lande. 5. Entferne 3wietracht, Krieg und Mord, erhalt' uns Ruh und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gieb uns, was beglückt; nach der Prüfung Zeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Frieden! 6. Herr, deine Kirche streitet noch, hilf deiner Kirche stegen! Wie schwer thr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen! Hör' thr findlich Flehn, eil', ihr beizustehn, daß ste standhaft set, stets deiner Jahrheit treu. Hilf deiner Kirche stegen! Joh. Mich. Uhlich)( 1713-1774). 2. Sei, Herr, mit uns, verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder; hilf deiner Kirch' und schüße ste; denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, haft du selbst erbaut. Ach, er halt' ste rein! Und die den Bund entweihn, die heilige dir wieder! 3. Eins, Herr, ist, was dein Zion fränkt, daß unter deinen Christen so mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Vieler Glaub' ist schwach, falt die Lieb', und ach, ste bedenken nicht: es wart't ein schwer Gericht auf träge, stchre mer. Herzliebster Jefu, was haft. Christen. 345.$ err, unser Gott, 4. Und du, o Jesu, bist so treu; ach, daß wir frömmer wären! Mach' alle Herzen rein und neu, laß alle sich bekehren. Gieb und Wissenschaft, Glauben, Lieb' und Kraft, gieb Entschluß und Muth, zu wagen Ehr' und Blut zu deines Namens Ehren. du laß nicht zu Schanden werden die, so in ihren Nöthen und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte Hoffen und zu dir rufen. 2. Zu Schanden mache alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach, kehre dich Kampf und Sieg der Kirche. 317 mit Gnaden zu uns Armen;| und breit von Ewigkeit zu laß dich's erbarmen! Ewigkeit. Halleluja, Halle. luja! 201 2. Ringsumher gehen in alle Lande Apostel aus nach Oft und West, fürchten nicht Martern und scheuen nicht Bande, sie halten am Erlöser feft. Auf aller theuren Märt'rer Blut ohn' Wanken Chrifti Kirche ruht. Halleluja, Halleluja! 3. Und schaff' uns Betstand wider unsre Feinde. Wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; ste müssen Wehr und Waffen niederlegen, fein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen; vergebens ist's, auf Men schenhilfe bauen, mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der ste kann untertreten und das bedrängte kleine Häuf lein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: hilf, Helfer! Amen. US Joh. Heermann( 1885-1647). Mel. Lobe ben Herren, o meine ic. 346. Sobe den Herren, o Christengemeinde, der seine Kirche mächtig hält, sinkt in den Staub, ihr, des Kreuzes Feinde: der Herr ist Gott und sein die Welt! Sein träftig Wort schallt weit 3. Schon benedein dich viel tausend Zungen, o Herr, als Hetland und Prophet: überall ist ja dein Nam' erklungen, des Kreuzes Gnadenbild erhöht; den fernen Inseln naht dein Wort, dir jauchzt der Süden und der Nord: Halleluja, Halleluja! 4. Fernhin und nahe sind wir nun Brüder; ein Herr, ein Glaub', ein Satrament. Allzugleich sind wir bes Mittlers Glieder, der vor dem Vater uns bekennt. Tausend und Tausend flehn zugleich: Vater unser im Himmel reich." Halleluja, Halleluja! 5. Lobet den Herren! Einst kommt die Stunde, 99401670 X/ RX EX Kampf und Sieg der Kirche. 318 wo eine Heerd', ein Hirte ist! Alle die Völker sind dann im Bunde und beugen sich vor Jesus Christ; wann dieser sel'ge Tag erscheint, Himmel und Erde sind vereint. Halleluja, Halleluja! Hermann Daniel( 1818-1871). Mel. Herr Jefu Chrift, bich zu ic. 347. Sefu Chrifte, wahres Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Heerd', daß ihre Seel' auch selig werd'! 2. Erfüll' mit deiner Gnade Schein, die noch des Irrthums Nacht hüllt ein; auch die, so heimlich noch sicht an in threm Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verloren hat von dir, daß suche du mit Gnad', und ihr verwund't Gewissen heil', laß sie am Himmel haben Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehör: die Stummen richtig reden lehr', die nicht bekennen wollen frei, was thres Herzens Glaube set. 5. Erleuchte, die da sind verblend't, bring her, die sich von uns getrennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach' feste, die im 3wetfel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann( 1585-1647). Mel. Ein' fefte Burg ist unser Gott. 348.Jesu, einig wahres Haupt der heiligen Gemeine, die an dich, ihren Heiland, glaubt und nur auf dir alleine, als ihrem Felsen, steht, der nie untergeht, wenn gleich die ganze Welt zertrümmert und zerfällt; erhör', erhör' uns, Jesu! 2. Laß, guter Hirt, das Häuflein klein, das sich zu dir bekennet, dir ferner anbefohlen sein, erhalt' und ungetrennet. Wort', Tauf' und Abendmahl laß in dieser Zahl und ersten Retnigkeit bis an den Schluß Kampf und Sieg der Kirche. 319 der Zeit zu unserm Troste| sus- Namen: erhör', erhör' bleiben. 3. Hilf, daß wir dir zu aller Zeit mit reinem Herzen dienen. Laß uns das Licht der Seligkeit, das uns bisher geschienen, zur Buße träfttg sein und zum hellen Schein, der unsern Glauben mehrt, der Sünden Macht zerstört und uns gnädiglich sprich, Jesu, Ja und Amen! Willst du uns Jesus sein, sind wir, Jesu, dein: so halt' dein Jesus- Wort, und laß uns hier und dort darüber dir lobsingen. Johann Menger( 1658-1784). fromme Christen machet. 4. Laß uns beim Evangelio Gut, Blut und Leben wagen; mach' uns dadurch getroft und froh, das schwerfte Kreuz zu tragen. Gieb uns Beständigkeit, daß uns Luft und Leid von dir nicht scheiden mag, bis wir den Jubeltag bei dir im Himmel halten. 5. Erbarm' dich deiner Christenheit, vermehre deine Heerde; für uns, bein armes Häuflein, streit', daß es erhalten werde. Den Aerger nissen wehr'; was dich haßt, befehr'; was sich nicht beugt, zerbrich; mach' endlich seliglich an aller Noth ein Ende. 6. Ach, Jesu, ach, wir bitten dich in deinem Je Mel. Fabre fort. 349. 349... ich des Herrn,:,: :: brich hervor in vollem Tag! Deiner Strahlen Macht erhelle, was in Todesschatten lag! Wolk' und Zweifels nebel fälle; sende Licht und Wärme nah' und fern, :: Reich des Herrn.:,: 2.:,: Siege bald!:,: Komm, das kalte Reich der Nacht aller Enden zu zerstören! Sieh, es sammelt seine Macht; doch wer kann den Sieg dir wehren! Denn die Sonne der Gerechtigkeit:: führt den Streit.:: 3.:,: Gottes Held,:,: mit der Gnade Sieg'sgewalt schlage Feind an Feind darnieder! Bring in deine Herrschaft bald alles Abgefallne wieder! Dann Cs P s X i X X 320 Kampf und Steg der Kirche. umarme Freud' und Friede| wallt sein Friede mit stch:,: ewiglich.:: :,: Schritt vor Schritt.:;: 8.:: Kommt herbet:: frohe Zeiten, säumet nicht, daß der Herr sich offen. bare als der Völker Recht und Licht! Kommt, daß alle Welt erfahre, wie die Menschenheerd' thr großer Hirt: weiden wird.:: Karl Garve( 1763-1841). 4.:: Ueberall:,: laß bis an der Welten Rand, laß durch jeden Kreis der Erden deinen Namen hell er kannt, deine Kraft verherrlicht werden, bis du als der Völker Friedefürst:: herr schen wirst.:,: 5. Menschenhuld:: flopft in deiner milden Bruft; unter MenschenkinMel. Herr Jefu Chrift, mein's Lebens Licht. dern wohnen, das ist dei nes Herzens Lust. Nimm, 350. So lange Jesus bleibt der Herr, wird's alle Tage herrItcher: so war's, so ist's, so wird es sein bet seiner gläubigen Gemein'. onimm die Nationen, nimm zum Wohnsiz alle Länder ein;:: ste sind dein!:: 6.:: Aber ihr, die der König ausgesandt, geht voran in allen Zonen; bahnt die Weg' und macht bekannt unter alle Nationen, wie die Gnade, wo der Herr regiert,:;: triumphirt.:,: 7.:: Welch ein Herr!:: Jhm zu dienen, welch ein Stand! Wenn wir seines Dienstes pflegen, lohnt er unsrer schwachen Hand armes Werk mit reichem Segen. Wallen wir, so 2. Es bleibt bet dem be. tannten Wort, von Zeit zu Zeit, von Ort zu Ort: Christi Blut und Gerechtigkeit bleibt seiner Kirche Herrlichkeit. 3. Wir sagen Ja mit Herz und Mund! Daß Lamm ist seiner Kirche Grund, der feft und unbe. weglich steht, wenn Erd' und Himmel untergeht. 4. Du bist und bleibeft unser Herr, der Leitstern Kampf und Steg der Kirche. 321 währen. deiner Wanderer, der Kirche| bang'; es wird nicht lange theures Oberhaupt, dem keiner Feinde Macht ste raubt. 5. Dein Geift, der Geist der Herrlichkeit, mit dem der Vater dich geweiht, ruht auf der Kirche fort und fort und segnet ihrer Beugen Wort. TID 6. Denkt man daran, so weiß man nicht, wie einem recht dabei geschieht, steht nur so da und steht dir zu und denkt: Gekreuzigter, nur du! 2. Getröst' dich nur, daß deine Sach' ist Gottes; dem befiehl die Rach', und laß du ihn nur walten. Erwird durch einen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ift und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort', und was dem thut anhangen, endlich werden zu Schand' und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott, den Sieg woll'n wir erlangen. 7. Mach deine Boten steggekrönt zum Preise dir, der uns versöhnt und gieb mit uns an deinem Heil der ganzen Welt aus Gnaden Theil! Nikolaus Graf von Binzendorf, ( 1700-1760). CE stbrit suis ond. sid Mel. Kommt her zu mir, spricht 352. Verzage nicht, Gottes Sohn. du kleine Gustav Adolfs Felblieb, in Reime gebracht von Michael Altenburg( 1632). mod mad 390 mm jast Mel. Ein' fefte Burg ist unser Gott. grappi tuprouit 351. erzage nicht, Schaar, ob auch die Feinde du an klein, obschon die Feinde Willens sein, dich gänzlich zu zerstören und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und Gott in der Gefahr und stehe feft im Glauben: sein helles Auge wacht auch in der Mitternacht. Gewaltig ist sein Arm. Der Wider21 XX v R s T v R s X sec 322 Kampf und Steg der Kirche. sacher Schwarm schlägt| beschirmet sein die Kirche- seine Hand zu Boden. sondergleichen, wenn auch 2. Mag immerhin thr stolzer Mund viel neue Sapung lehren, den alten, tiefen Glaubensgrund der Christen umzukehren: so weichen wir doch nicht von Gott und seinem Licht; sein seligmachend Wort wird von der Höllenpfort' doch nimmermehr bezwungen. wohl Hügel sinken ein und selber Berge weichen. Ihm ift ste ja vertraut, auf ihn, den Fels, erbaut; er wohnt bei ihr darin, hell glänzet ihre Zinn', darauf sein Zeichen stehet. 3. Wir ziehn den Har nisch Gottes an, umgürten unsre Lenden und stehn, mit Wahrheit angethan, das Geistesschwert in Händen. Des Heilands reine Lehr' ist unsre Waff' und Wehr, Christi Gerechtigkeit ist unser Panzerkleid und unser Schild der Glaube. 6. Glaubensherzog, Jesu Christ, hilf uns dein Wort bewahren: und wächst der Feinde Macht und Lift, so stärk uns in Gefahren. Held Gottes, dein Panier bricht auf, wir folgen dir: in deiner heil'gen Hut steht Ehre, Gut und Blut der treuen Kampfgenoffen. 4. Wir wandeln in dem lichten Glanz, der von dem Herrn ausgehet; der Herr ist selber unsre Schanz', wenn unser Feind auf stehet. Wir sind auf feftem Grund, da unserm Glaubensbund der Heiland Je sus Christ der Grund- und Eckstein ist und allezeit wird bleiben. 5. Durch Christum wird Chriftian Bähr( 1795-1846). EATIT HAD Mel. Ein' fefte Burg ist unser Gott. enn Christus seine Kirche schüßt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes sist, hat Macht, thr zu gebieten. Er ist mit Hilfe nah, wenn er gebeut, steht's da; er schüßet seinen Ruhm und hält das Christenthum: mag doch die Hölle wüthen. 353. 353. Kampf und Sieg der Kirche. 2. Gott steht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sieschämen sich des Worts, des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz selbst ist ihr Spott, doch ihrer lachet Gott: ste mögen sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn, uns kann er sie nicht rauben: der Unchrist mag ihr wider stehn, wir halten fest im Glauben. Gelobt sei Jesus Chrift! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Her zen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr thm vertraut, laßt euch fein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bededen. Der Herr, Herr, Zebaoth, hält über sein Gebot, giebt uns Geduld in Noth und Kraft und Muth im Tod: was will uns denn erschrecken? Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). 323 Mel. Werde munter, mein zic. 354. Zion, gieb dich nur zufrieden! Gott ist noch bei dir darin, du bist nicht von ihm geschie. den: er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch, dies ist Gottes fteter Brauch: Zion, lerne dies bedenken! Warum willst du dich so fränken? 2. Treiben dich die Meereswellen auf der wilden, tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, daß du rufeft Ach und Weh, schweigt dein Heiland still dazu, gleich als schliefe er in Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen! Bald wird Sturm und Flut sich legen. 3. Berg' und Felsen mö. gen weichen, ob sie noch so feste stehn; mag die Welt mit ihren Reichen wanken, ja selbst untergehn: dennoch hat es feine Noth, nicht im Leben, nicht im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken, aus des ew'gen Bundes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Thränen deine schön. ften Perlen sein, dringt 81. 324 Kampf und Sieg der Kirche. dein Seufzen und dein leben für und für. Dort Stöhnen auch in deine Lieder ein, ist der Spott dein täglich Brot und dein Trank die bittre Noth: Zion, laß dir doch nicht grauen! Du kannst deinem Gott vertrauen. ist nicht mehr Angst und Qual in dem schönen Himmelßsaal: Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und seinen Freuden? Joachim Pault( um 1874). 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit viel Qual und Herzeleid, dennoch wirst du nicht zu Schanden; denk nur an die Ewigkeit. Set getrost und wohlgemuth; denn der Herr ist's, der es thut: Zion, Gott wird dich schon stärken, seine Hilfe wirst du merken. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend schon herbei; gieb dich nur in Gottes Hände, der macht dich von allem frei. Für die Trübfal, Spott und Hohn giebt er dir die Freu denkron': Zion, Gott, dein Schuß, wird wachen und die Welt zu Schanden machen. bod 7. Freuet euch, ihr Himmelserben, freuet euch mit Zion hier; ihr sollt nicht im Tode sterben, ihr sollt Eigene Melotie. 355. Zion klagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werthe Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er sich erwählet hat. Ach, spricht ste, wie hat mein Gott mich verlassen in der Noth, läßt mich so in Ängsten schweben, hat sich meiner ganz begeben. 2. Der Gott, der mir hat versprochen seinen Beistand jederzeit, der läßt sich vergebens suchen fest in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für ohne Gnade zürnen mir? kann und will er sich der Armen jeßt nicht, wie vorhin erbarmen? 3. 3ton, o du vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel' und Mission. 325 Leib ist dir verwund't;| nicht scheiden: bleib getreu doch stell' alles Trauern in allen Leiden. Joh. Heermann( 1585-1647). ein: wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? b. Mission. Mel. Valet will ich dir geben. 4. Ja, wenn gleich du 356. Der du zum Heil der fönntest finden einen solchen Muttersinn, dem die Liebe sollt' entschwinden, so bleib ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier! Längst hast du mein Herz besessen, deiner kann ich nicht vergeffen. 5. Laß dich nicht den Feind verblenden, der sonst nichts als schrecken kann. Siehe hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an! Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern will ich bauen und in Gnade dich anschauen. allerärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt; den ste mit frechem Stolze verhöhnt mit seiner Huld, als du am dürren Holze versöhntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst an dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäfte nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitskleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerschaaren ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil ver. heißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis 6. Wie der Säugling ohne Sorgen ruht in seiner Mutter Schooß, bist auch du in mir geborgen, meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, keine Noth, Gefahr und und Ehre dar. Streit, ja des Todes Macht 4. Du haft den ärmsten Mission. 326 Sklaven, wo heiß die Sonne glüht, wie deinen andern Schafen zu Liebe dich gemüht, und selbst den öden Norden, den ew'ges Eis bedrückt, zu deinen Himmelepforten erbarmend hingerückt. 5. Drum fann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt; bis du im neuen Leben die ausgeföhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 6. Und stehe, tausend Fürften mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht! Auch sie haft du gegraben in deinen Priesterschild, am Brunnquell ste zu laben, der dir vom Herzen quillt. 7. So sprich dein göttlich: Werde! Laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Todten auferstehn, daß, wo man Gößen fröhnet und vor den Teufeln kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. 8. Wir rufen, du willst hören: wir fassen, was du sprichst; dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen, wie viele sind's noch nicht! D du, der's uns versprochen, werd' aller Heiden Licht! Albert Knapp( 1798-1864). Mel. Nun ruhen alle Wälder. 357. Du großer Zions. dem alles unterthänig und übergeben ist, vor dem die Erd' sich beuget, dem sich der Himmel neiget: hör unser Flehn, Herr Jesu Christ. 2. Vereint mit deinen Frommen, will unfre Schaar auch kommen vor deinen Gnadenthron. Laß unser schwaches Lallen dir, Vater, wohlgefallen und segne uns in deinem Sohn. 3. Die, Herr, nach dir sich nennen, dich aber noch nicht kennen, erleucht' mit deinem Wort. Weck auf die todten Herzen, die Zeit nicht zu verscherzen zum Seligwerden hier und dort. Mission. 327 4. Tritt unter deine Füße| es auf den Weiden, und das Reich der Finsternisse zu deines Namens Ruhm! Durchdring der Heiden Herzen zum Lohne deiner Schmerzen mit deinem Evangelium. die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Heerde. Kleine Heerde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Steh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle, und der Sohn der üste kniet durstend an der Lebensquelle; ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan: rauscht, verdorrete Gebeine, macht dem Bundesengel Bahn! Großer Tag des Herrn, erscheine: Jesus ruft: es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. D des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, 2. Hüter, ist der Tag du die Sonne, und auf noch fern? Schon ergrünt| Erden weit und breit Licht 5. Stärk, Heiland, deine Knechte, zu fördern deine Rechte, zu streiten in Ge. duld. Gieb allen Muth und Kräfte zum großen Heilsgeschäfte und labe ste mit deiner Huld. 6. Erhöre unser Flehen, o Herr, und laß geschehen, was unser Herz begehrt, daß bald die ganze Erde dein Gottestempel werde. Wer's glauben kann, dem wird's gewährt. Verfaffer unbekannt. Mel. Meinen Jefus laß ich nicht. 358.& ine Heerde und ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird? freue dich, du kleine Heerde, mach dich auf und werde Licht: Jesus hält, was er verspricht. 328 Misston. deine Schmach. und Wahrheit, Fried' und| nach und trägt mit Ehren Wonne! Mach dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Friedrich Krummacher( 1768-1845). 3. D Herr Jesu, Ehrenkönig, die Ernt' ist groß, Der Schnitter wenig; drum sende treue Zeugen aus! Send' auch uns hinaus in Gnaden, viel arme Gäste dir zu laden zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich' Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud' heut, gestern und in Ewigkeit. Mel. Wachet auf, ruft une ble ic. 359.& ine iner ist's, an dem wir hangen, der für uns in den Tod gegangen und uns erfauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen, in deiner Liebe ruht sich's gut. Nimm uns zum Eigenthum, bereite dir zum Ruhm deine Kin der; verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heil'gen Angesicht! 2. Nicht wir haben dich erwählet, du selbst haft unsre Zahl gezählet nach deinem ew'gen Gnadenrath. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn; denn Armuth ist Gewinn für den Himmel. Wer in sich 4. Schau auf deine Millionen, die noch im Todesschatten wohnen, von deinem Himmelreiche fern! Seit Jahrtausenden ist ihnen kein Evangelium erschienen, fein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu, zieh uns voran und mach uns Bahn, gieb deine Thüren aufgethan! 5. Deine Liebe, deine Wunden, die uns ein ew'ges Heil erfunden dein treues Herz, das für uns schwach, folgt, Herr, dir fleht, wollen wir den Seelen Misston. 329 preisen und auf dein Kreuz| Erden, und Jesu Christi so lange weisen, bis es Heil und Stärk' bekannt durch ihre Herzen geht. den Heiden werden und Denn träftig ist dein Wort, ste zu Gott bekehren. es richtet und durchbohrt Geist und Seele; dein Joch ist süß, dein Geist gewiß, und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Dinge beginnest du still und geringe: was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten: auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfforn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ift.nd 250 Albert Knapp( 1798-1864). sds roci nist 2. So danken dir und loben dich, o Gott, die Völker alle, und alle Welt, die freue sich und sing' mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd' nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, das wird uns wohl erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten! Das Land bring' Frucht und beffre sich, dein Wort laß wohl gerathen. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heil'ge Geist, dem alte Welt die Ehre thu', vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! Mart. Luther( 1483-1546). Eigene Melodie. 360. 8 wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben; sein Antlit uns mit vel. Wachet auf, ruft uns die zc. hellem 361. König Schein erleucht' zum ew'gen Leben, daß wir erkennen seine Werk' und, was ihm lieb auf Jesu, streite, stege, daß alles bald dir unterliege, was lebt und webt 330 Mission. in dieser Welt. Blick auf Wanken, ohne Schranken deine Friedensboten, laß walten seine Heilsgedanken. wehen deinen Lebensodem durchs ganze, weite Todtenfeld. Erhöre unser Flehn, und laß es bald geschehn! Amen, Amen! So rühmen wir und fauchzen dir ein Halleluja für und für. Verfaffer unbekannt. Mel. Wie schön leucht't uns zc. 362. acht weit die ein Heiland voll Erbarmen. Pforten in der Welt: ein König ist's, der Einzug hält, umglänzt von Gnad' und Wahrheit. Wer von der Sünde sich gewandt, wer auf vom Todesschlafe stand, der stehet seine Klarheit. Geht ihn weithin herrlich schrei ten, Licht verbreiten: Nacht zerstreut er, Leben, Fried' und Wonne beut er. 3. Noch liegt vor ihm so tief und schwer der Sünden ungeheures Heer, das tausend Völker drücket. Um Rache schreit es auf zu Gott; doch lebet er und hat die Noth der Sünder angeblicet, betet, rettet, heilt und segnet und be gegnet seinen Armen als 2. Es jauchzt um ihn die große Schaar, die lang' in schweren Fesseln war: er hat sie freigegeben. Blind waren ste und sehen nun; lahm waren ste und gehen nun; todt waren ste und leben! Köstlich, tröstlich allen Kranken, ohne 4. Längst ist in seinem ew'gen Rath für ste zu seinem Reich der Pfad gezeichnet und gebahnet; ohnmächtig droht der Feinde Hohn; schnell steht in Herrlichkeit sein Thron, wo niemand es geahnet. Selig, selig, wer da trauet, bis er schauet; wer sich mühet, bis sein Gott vorüberziehet! 5. Die ihr von Christi Hause seid, kommt, schließet nun mit Freudigkeit den Bund in seinem Namen! Laßt uns auf seine Hände schaun, an seinem Reiche muthig baun! Sein Wort ist Ja und Amen. Flehet, gehet, Himmelserben anzu, mission. 331 werben, harret, ringet:| ganze Welt erkennte, daß Jesus ist es, der euch din get. du bist König, Gott vnd Herr! d and sta 6. D du, den unsre Sünde schlug, wann wird doch deines Lobs genug auf dieser Welt erschallen? Wann wird der Völker volle Zahl im ungetrübten Sonnenstrahl zu deinem Tempel wallen, wo dich freudig alle kennen, Jesus nennen, dir geboren, dir auf ewig zugeschworen? 7. Wir harren dein, du wirst es thun, dein Herz voll Liebe kann nicht ruhn, bis alles ist vollendet; die Wüste wird zum Paradies und bittre Quellen strömen süß, wenn du dein Wort gesendet. Zu dem Sturme sprichst du: schweige! Meer, verseige! Flammen, zündet! Tempel Gottes, set gegründet! Albert Knapp( 1798-1864). Mel. Du tlagft und fühleft bie Beschwerden. daß doch bald 363., dein Feuer brennte, du unaussprechlich Liebender, und bald die 2. 3war brennt es schon in heller Flamme jetzt hier, feßt dort, in Oft und West: dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingst- und Freudenfest. 3. Und noch entzünden Himmelsfunken so manches falte, todte Herz und machen Durst'ge freudetrunken und heilen Sünd' und Höllenschmerz; 190 4. Verzehren Stolz und Eigenliebe und sondern ab was unrein ist, und mehren jener Flamme Triebe, die nur auf dich gerichtet ist. 5. Erwede, läutre und vereine des ganzen Chriftenvolkes Schaar und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, allmächtig starter Gotteshauch, dein Feuermeer ström' nicht vergebens! Ach, zünd' in unsern Herzen auch! 7. Schmilz alles, was sich trennt, zusammen und 9979 330 Mission. walten seine Heilsgedanken. in dieser Welt. Blick auf Wanken, ohne Schranken deine Friedensboten, laß wehen deinen Lebensodem durchs ganze, weite Todtenfeld. Erhöre unser Flehn, und laß es bald geschehn! Amen, Amen! So rühmen wir und fauchzen dir ein Halleluja für und für. Verfaffer unbekannt. Qad Mel. Wie schön leucht't uns zc. 362. acht weit die ein Heiland voll Erbarmen. Pforten in der Welt: ein König ist's, der Einzug hält, umglänzt von Gnad' und Wahrheit. Wer von der Sünde sich gewandt, wer auf vom Todesschlafe stand, der fiehet seine Klarheit. Geht ihn weithin herrlich schrei ten, Licht verbreiten: Nacht zerstreut er, Leben, Fried' und Wonne beut er. 3. Noch liegt vor ihm so tief und schwer der Günden ungeheures Heer, das tausend Völker drücket. Um Rache schreit es auf zu Gott; doch lebet er und hat die Noth der Sünder angeblicket, betet, rettet, heilt und segnet und be gegnet seinen Armen als 2. Es jauchzt um ihn die große Schaar, die lang' in schweren Fesseln war: er hat ste freigegeben. Blind waren ste und sehen nun; lahm waren ste und gehen nun; todt waren ste und leben! Köstlich, tröstlich allen Kranken, ohne 4. Längst ist in seinem ew'gen Rath für sie zu seinem Reich der Pfad gezeichnet und gebahnet; ohnmächtig droht der Feinde Hohn; schnell steht in Herrlichkeit sein Thron, wo niemand es geahnet. Selig, selig, wer da trauet, bis er schauet; wer sich mühet, bis sein Gott vorüberziehet! 5. Die ihr von Christi Hause seid, kommt, schließet nun mit Freudigkeit den Bund in seinem Namen! Laßt uns auf seine Hände schaun, an seinem Reiche muthig baun! Sein Wort ist Ja und Amen. Flehet, gehet, Himmelserben anzu, mission. 331 werben, harret, ringet:| ganze Welt erkennte, daß Jesus ist es, der euch din- du bist König, Gott vnd get. Herr! dd ustang 2. 3war brennt es schon in heller Flamme jetzt hier, feßt dort, in Oft und West: dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingst- und Freudenfest. 3. Und noch entzünden Himmelsfunken so manches falte, todte Herz und machen Durft'ge freudetrunken und heilen Sünd' und Höllenschmerz; 6. D du, den unsre Sünde schlug, wann wird doch deines Lobs genug auf dieser Welt erschallen? Wann wird der Völker volle Zahl im ungetrübten Sonnenstrahl zu deinem Tempel wallen, wo dich freudig alle kennen, Jesus nennen, dir geboren, dir auf ewig zugeschworen? 7. Wir harren dein, du wirst es thun, dein Herz voll Liebe kann nicht ruhn, bis alles ist vollendet; die Wüste wird zum Paradies und bittre Quellen strömen süß, wenn du dein Wort gesendet. Zu dem Sturme sprichst du: schweige! Meer, verseige! Flammen, zündet! Tempel Gottes, sei gegründet! bond Albert Knapp( 1798-1864). Bongard Mel. Du tlagft und fühleft bie Beschwerden. daß doch bald 363., dein Feuer brennte, du unaussprechlich Liebender, und bald die 4. Verzehren Stolz und Eigenliebe und sondern ab was unrein ist, und mehren jener Flamme Triebe, die nur auf dich gerichtet ist. 5. Erwecke, läutre und vereine des ganzen Christenvolkes Schaar und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, allmächtig starker Gotteshauch, dein Feuers meer ström' nicht vergebens! Ach, zünd' in unsern Herzen auch! 7. Schmilz alles, was sich trennt, zusammen und Ks X s X i PR 332 Mission. baue deinen Tempel aus;| deine Ernte viel Knechte laß leuchten deine heil'gen die in treuer Arbeit ftehn! Flammen durch deines Va- O Herr der Ernte, stehe ters ganzes Haus. doch darein: die Ernt' ift groß, die Zahl der Knechte klein. 8. Beleb', erleucht', erwärm', entflamme doch bald die ganze weite Welt und zeig' dich jedem Völkerstamme als Heiland, Friedefürst und Held. d 9. Dann tönen dir von Millionen der Liebe Jubelharmonien, und alle, die auf Erden wohnen, fnien vor den Thron des Lammes hin. 70 Joh. Fridert. Mel. Dir, bir, Jehova, will ich sc. 364. ach auf, du Geist, der ersten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag' und Nächte nimmer schweigen, und die getrost dem Feind entgegen gehn, ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Ach, Herr, gieb doch in 3. Dein Sohn hat ja mit flaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. Oftehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bes wegt, dich recht inbrünstig hierum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: es soll geschehn. 4. Wie kannst du uns denn das versagen, was uns dein Sohn selbst deutlich bitten heißt? Wie denkst du dieses abzuschlagen, wozu du selbst uns treibst durch deinen Geift? denn, daß wir hierum zu dir brünstig flehn, das ist allein durch deinen Geist geschehn. 5. Breit' aus dein Wort durch große Schaaren, die in der Kraft Evangelisten gleich; laß eilend Hilf' uns widerfahren und brich mit Macht hinein in Satans Reich. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Mission. Reich bald aus zu deines Namens Preis! y tr 6. Ach, daß die Hilf' aus Zion käme! O daß dein Geift, sowie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängniß nähme! O würd' es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß', o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hilf' und mach' uns frei! 7. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es fet fein Ort ohn' dessen Glanz und Schein! Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll' zu allen Thoren ein! Ja wecke doch auch Israel bald auf, und also segne deines Wortes Lauf. 8.D beffre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege; vertilg', o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch' und Schul' ein Garten Gottes sei! Karl von Bogatty( 1690-1774). 333 Mel. Nun komm, der Heiben ic. 365. alte, walte nah und fern, allgewaltig Wort des Herrn, wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf! 2. Wort vom Vater, der die Welt schuf und in den Armen hält und der Sünder Trost und Rath zu uns hergesendet hat, 3. Wort von des Erlösers Huld, der der Erde schwere Schuld durch des heil'gen Todes That ewig weggenommen hat, 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, der den Weg zum Himmel weist und durch seine heil'ge Kraft Wollen und Vollbringen schafft, 5. Wort des Lebens, start und rein, alle Völker harren dein: walte fort, bis aus der Nacht alle Welt zum Tag' erwacht! Did 6. Auf zur Ernt', in alle Welt! Weithin wogt das weiße Feld; klein ist noch der Schnitter Zahl, viel der Garben überall. 7. Herr der Ernte, groß 334 Einführung von Dienern der Kirche. und gut, weck zum Werke in der Welt berufet, samLuft und Muth, laß die melt, stärkt, lehrt, tröstet Völker allzumal schauen und erhält. deines Lichtes Strahl! Jonath. Bahnmaier( 1774-1841). c. Einführung von Dienern der Kirche. Mel. O Gott, du frommer Gott. 366. err Seful der du selbst von Gott als Lehrer kommen, und wie du's in dem Schooß des Vaters haft vernommen, den rechten Weg zu Gott mit Wort und Werk gelehrt, sei für dein Predigtamt gelobt von deiner Heerd'! 2. Du bist zwar in die Höh' zum Vater aufgefahren, doch giebst du noch der Welt dein Wort mit großen Schaaren und baust durch diesen Dienst die Kirche, deinen Leib, daß er im Glauben wachs', fest bis ans Ende bleib'. 3. Hab' Dank für dieses Amt, durch welches man dich höret, daß uns den Weg zu Gott und die Versöhnung lehret, durchs Evangelium ein Häuflein 4. Erhalt' uns diesen Dienst bis an das End' der Erden, und weil die Ernte groß, groß' Arbeit und Beschwerden, schick' selbst Arbeiter aus und mach' ste flug und treu, daß Feld und Arbeit gut, die Ernte reichlich sei. 5. Die du durch deinen Ruf der Kirche haft gegeben, erhalt' bei reiner Lehr' und einem heil'gen Leben; leg' deinen Geist ins Herz, das Wort in ihren Mund, was feder reden soll, das gieb du thm zur Stund'. 6. Ach segne all dein Wort mit Kraft an unsern Seelen; laß deiner Heerd' es nie an guter Weide fehlen; such' das Verirrte selbst, das Wunde binde zu, das Schlafende wedk auf, das Müde bring zur Ruh'. 7. Bring, was noch draußen ist, zu deiner kleinen Heerde; was drinnen ist, erhalt', daß es 335 Einführung von Dienern der Kirche. gestärket werde; dring' den du uns gesandt: Herr, | durch mit deinem Wort, segne seine Werke! Die bis einstens Heerd' und Hirt im Glauben, Herr, an dich zusammen selig wird. Eberhard Fischer( 1695-1778). Seelen, die sich ihm vertraun durch Lehr' und Leben zu erbaun, gieb Weisheit ihm und Stärke. Lehr' ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. Mel. Wie schön leucht't uns ber zc. 367. Jesu, Herr der Herrlichkeit! du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Heerde! du stehst auf die erlöste Welt, regterst ste, wie es dir gefällt, sorgst, daß ste selig werde. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gieb uns ein Herz, das folg. sam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. Jadno 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft, gottselig und gewissenhaft das Herz des Sünders rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Heerden mit den Hirten selig werden. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund und dir entgegen führen! Du giebst ihm unter seine Hand die Geelen als ein theures Pfand: laß keine ihn verlieren! Jesu, hilf du, biet' die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir befunden werden of 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, 336 Einführung von Dienern der Kirche. 6. Sei uns gesegnet,| in verändert neuer Erden Knecht des Herrn, wir dein Wort zur Saat des heißen dich willkommen Lebens werden, damit es gern in Jesu ChristiNamen! auf den Erntetag Frucht D Hirte, nimm uns bei hundertfältig bringen mag! der Hand, führ' uns zum 3. Gieb, daß von deiner ew'gen Vaterland: Gott ganzen Heerde, so du den mit dir! Amen, Amen. Hirten anvertraut, kein Mit dir gehn wir durch Einziges verloren werde, die Leiden dieser Zeiten noch bleibe blind und unzu dem Leben, das uns erbaut. Hilf unsern Lehrern unser Gott will geben.heilig wandeln, in Demuth Joh. Bickel( 1787-1809). und in Sanftmuth handeln; mach sie zum guten Kampf bereit mit Weisheit, Treu' und Tapferkeit! Mel. O Tag des Herrn, bu self mir heilig. 368. mgürte die, o Gott, mit Kräften in ihrem heil'gen Amt und Stand, die zu des Predigtamts Geschäften dein gnadenvoller Ruf gesandt! Lehr' du ste, dann sind ste gelehret; erneure, die du, Herr, bekehret; hilf ihnen selbst, dann wird allein ihr Amt an uns gesegnet sein. 2. Laß auf ihr Pflanzen, Säen, Bauen des Geistes Kraft von oben her zum reichlichsten Gedeihen thauen! Bau' selbst dein Reich je mehr und mehr! Laß 4. Dein Wort laß einem Strome gleichen, der mächtig durch die Länder fließt, dem alle Felsen müssen weichen, der alle Dämme niederreißt; der alles reinigt, labt und bessert, der alle dürren Gründe wäffert, der alle harten Felder zwingt und in die tiefften Riffe dringt! 5. Gieb unsern Lehrern Geisteswaffen, der Feinde Grimm zu widerstehn, daß ste beim Bitten und Bestrafen auf Menschenfurcht und Gunst nicht sehn! Gteb, wenn ste lehren, Ueber. Kircheneinweihung. 337 zeugung; gieb, wenn sie Hier, hier ist des Himmels warnen, tiefe Beugung; Pfort', hier erhöret Gott gieb, wenn sie trösten, Kraft Gebete, hier erschallt sein und Licht und felsenfeste Zu- theures Wort; o wie selig versicht! ist der Ort! 6. Herr, wir trauen 2. Heil war in des Zölldeiner Liebe, die Hirten deiners Haus, als er Christus nem Volk bestimmt, und mit aufgenommen; und hier erbarmungsvollem Triebe rufet Jesus aus: selig sind, die Heerden auch in Ob- die zu mir kommen! Ihre hut nimmt. Du wirst selbst Herzen nimmt er ein, daß sehn nach deinen Sachen, sie seine Tempel sei'n. und über deinen Knechten wachen; denn ihrer sind die Schafe nicht, nein, dein sind sie, o Seelenlicht! 7. Wir sind mit deinem Blut erkaufet: drum denke an dies theure Blut! Wir sind in deinen Tod getaufet: so schüße dein erftrittnes Gut! Dein Vater hat uns dir erwählet, und uns zu seinem Volk ge zählet; so weide jedes Got testind, Herr, dem wir sauer worden sind. Verfaffer unbekannt. d. Kircheneinweihung. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 369. ch dh wie heilig ist der Ort, ach wie selig ist die Stätte! 3. D, welch Heil ist bis hierher diesem Hause wider. fahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär', der ich uns will offenbaren, woher hätten wir den Geist, der den Weg zum Himmel weist? 4. D, wie lieblich, o, wie schön sind des Herren Get. tesdienste! Laßt uns frob zu ihnen gehn; hier er langt man zum Gewinnste einen Schaß, der ewig währt, den kein Rost, noch Qurm verzehrt. 5. Bleibe bei uns, liebster Gast, speis' uns gnädig mit dem Worte, das du uns gegeben haft, Jesu, ftets an diesem Orte; log 22 338 Kircheneinweihung. die Kirche feste stehn, bis Gnaden, heil' uns ganz die Welt wird untergehn! vom Sündenschaden. Benj. Schmold( 1672-1737). Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 3. Gott, heil'ger Geist, du werthes Licht, wend' her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden; 370. Gott Bater, aller gieß' über uns und dieſes Dinge Grund, dich mit gieb deinen Vaternamen fund an diesem heil'gen Orte; wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bet Sündern, als bei Kindern, voller Klarheit; heil'ge uns in deiner Wahrheit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dies Gotteshaus ist dir geweiht; o laß dir's wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit gieb den Herzen; Angst und Schmerzen tilg' in sed bod str gen Flammen aus, mach' himmlisch uns auf Erden: Lehrer, Hörer, Kinder, Väter. Früher, später geht's zum Sterben: hilf uns Jesu Reich erwerben. 4. Dreiein'ger Gott, Lob, Dank und Preis sei dir vom Kinde bis zum Greis für dies dein Haus gesungen! Du haft's geschenkt und auferbaut, dir ist's geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, Zungen; ach, hier sind wir noch in Hütten! Herr, wir bitten, stell' uns droben in den Tempel, dich zu loben! Albert Knapp( 1798-1864). 339 epf susit isdon more Dritter Abschnitt. Das christliche Leben. I. Vertrauen zu Gott und Jesus. ( Kreuz- und Trostlieder.) was mir kann den Frieden bringen und man jetzt gar selten find't. Eigene Melodie. 371. lles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad' gelegen, was hilft sonst uns Geld und Gut? Wer auf Gott die Hoffnung sehet, der be hält ganz unverleßet einen freien Heldenmuth. 2. Der mich hat bisher ernähret und so manches Glück bescheeret, ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird mein Helfer ferner sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh' machen und ganz 6 Soll ich hier noch länunbeständig sind: ich be- ger leben, will ich ihm gehr' nach dem zu ringen, nicht widerstreben; ich ver28* 4. Hoffnung kann das Herz erquicken. Was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt: meine Seele, Leib und Leben hab' ich seiner Gnad' ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab' ihm nichts vorzuschreiben: wie Gott will, so muß bleiben; wann Gott will, bin ich bereit. 99)'( XP& P& X 1 X 340 Kreuz- und Troftlieder. laffe mich auf ihn. Ist| er fügt, ist alle Zeit, an doch nichts, das lang' be- fedem Ort, wo man ihn stehet; alles Frdische ver- hat, vergnügt. gehet und fährt wie ein Strom dahin. Verfaffer unbekannt. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 2c. 372. m Ende ist's doch garnicht schwer, ein sel'ger Mensch zu sein, man giebt sich ganz dem Herren her und hängt an ihm allein. 2. Man ist nicht Herr, man ist nicht Knecht, man ist ein fröhlich Kind, und wird stets sel'ger, wie man recht den Herren lieb gewinnt. 3. Man wirkt in stiller Thätigkeit und handelt ungesucht, gleich wie ein Baum zu seiner Zeit von selbst bringt Blüth' und Frucht. 4. Man steht nicht seine Arbeit an als Müh', vor der uns bangt; der Herr hat stets in uns gethan, was er von uns verlangt. 5. Man fügt sich freudig immerfort in alles, was 6. So selig ist ein gläub'. ger Chrift, so reich und sorgenleer, und wenn man nicht so selig ist, so wird man's nimmermehr. Karl Spitta( 1801-1859). Mel. Was Gott thut, bas ift wohlgethan. 373. uf Gott und nicht auf meinen Rath will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigtit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu bestegen wäre? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, Kreuz- und Troftlieder. 341 Der was ich bitte, mir gnädig,| lich, ihr Gerechten! eh' ich's bat, gewährt, Herr hilft seinen Knechten. wenn's seine Weisheit litte. Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Er sorgt für mich stets väterlich; nicht was ich mir ersehe, sein Wille nur geschehe! TISTO 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschic, bei deffen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glüd und habe verläßt mich einst im Grabe. 5.- An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Zeltluft, Ehr' und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Ge. wissen die Trübsal auch verfüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist ste verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn: er hilft uns gern; seid fröh. Eigene Meloble. 374. uf meinen lie. ben Gott trau' ich in Angst und Noth: der kann mich all. zeit retten aus Trübsal, Angst und Nöthen; mein Unglück kann er wenden: es steht in seinen Händen. 2. Ob mich mein' Sünd' anficht, will ich verzagen nicht: auf Chriftum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm hab' ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben: dem hab' ich mich ergeben; ich sterb' heut oder morgen, wird für die Seel' er sorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz gestorben, haft mir das Heil erworben und deinem Ks X s X r R 342 Kreuz- und Volk beschieden im Him melreich den Frieden: 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt' ich dich; hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, auf daß ich selig scheide zur ew'genHimmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund' sprech' ich aus Herzensgrund: du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. Sigm. Weingärtner( um 1600). Eigene Meloble. 375. efiehl du beine Wege, und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenft: der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen fann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dir's soll wohl ergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn Troftlieder. dein Werk soll beftehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Bein läßt Gott sich gar nichts nehmen; es muß erbeten sein. 3. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, o Vater, weiß und steht, was gut sei oder schade dem sterblichen Ge blüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starter Held, und bringst zu Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werf kann niemand hindern, dein' Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kin dern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten wider. ftehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er sich vorge. genommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem 3wed und Ziel. Kreuz- und Trostlieder. 343 doch nichts nach dir. 6. Hoff', o du arme| then schweben, fragt er Seele, hoff' und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon er blicken die Sonn' der schönsten Freud'. 10. Wird's aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da du's am mind sten gläubst; er wird dein Herze lösen von so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. der 7. Auf, auf, gteb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was dein Herze betrübt und 11. Wohl dir, du Kind traurig macht! Bist du der Treue! Du h ft und doch nicht Regente, der trägst davon mit Ruhm alles führen soll; Gott und Dankgeschreie den sigt im Regimente und Sieg, die Ehrenkron': Gott führet alles wohl. giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singft Freudenpsalmen dem, der dein Leid ge wandt. 8. Jhn, ihn laß thun und walten: er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath die 12. Mach End', o Herr, mach' Ende mit aller unsrer Sach' hinausgeführet, die Noth; stärk' unsre Füß' dich bekümmert hat. und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein: so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt( 1608-1676). 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Theile, als hätt' in seinem Sinn er deiner sich begeben, und sollst du für und für in Angst und Nö. 99( 0 K s X s X X s X s 344 Kreuz- und Troftlieder. Mel. Meinen Jesus laß ich nicht. Mel. Straf' mich nicht in beinem 376. Dennoch bleib Born. Dennoch" ift ich stets an 377. dir, wenn mir alles gleich zuwider; keine Trübsal Wort, drückt in mir die gefaßte Hoffnung nieder, daß, wenn alles bricht und fällt, den noch deine Hand mich hält. , dennoch" heißt mein Glaube; dennoch" sag' ich fort und fort, ob ich lieg' im Staube, ob ich steh auf der Höh in des Glückes Schimmer: den. noch" sag' ich immer. 2. Ob ich ein geprüfter Mann, und die andern prangen, da ich weder will, noch kann, wie sie es verlangen; ob der Welt es gefällt, mich darum zu plagen: dennoch" will ich sagen. 2. Leite mich nach deinem Rath, der wohl wunderbar geschiehet, aber endlich in der That nur auf meine Wohlfahrt stehet; denn du führst es wohl hinaus, ob es auch verkehrt steht aus. suta 11 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich ausgekämpfet habe: führe mich die Lebensbahn zu dem Himmel aus dem Grabe; endlich zeige mir das Loos in der Auserwählten Schooß. 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir ergehen, dennoch bleib' ich stets an dir, dennoch will Mel. Nun ruhen alle Wälder. ich feste stehen; ich muß 378. Dich preiſ ich ja troß aller Pein dennoch, dennoch selig sein! lauten Benj. Schmold( 1678-1787). 3. Dennoch will ich stille sein und an Gott mich halten; dennoch laß ich ihn allein, meinen Vater, walten; dennoch meint, er, mein Freund, es mit mir aufs beste: damit ich mich tröste! Claus Harme( 1778-1855). 200 les für alles, Herr, für Alles, ja auch für Sorg' und Leid! Du hast es so Kreuz- und Troftlieder. 345 Mel. Was Gott thut, das ift wohlgethan. 379. in Chrift kann ohne Kreuz nicht sein. Drum laß dich's nicht betrüben, wenn Gott versucht mit Kreuz und Bein die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, je ernster sind des frommen Vaters Schläge. Schau, das sind Gottes Wege. 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Gott will's nicht anders haben. Auch dieses Lebens Noth und Pein sind deines Vaters Gaben. Soll's denn so sein, so geh es ein. Es fommt von Liebeshänden, Gott wird nichts Böses senden. gesendet, daß bald in Lust sich's wendet und endlich gar in Herrlichkeit. 2. Was mir noch wird begegnen, ob Sonnenschein, ob Regen, ob Sturm, ob süße Ruh, auch was davon mir tauge, das steht kein sterblich Auge, doch beides stehst, o Höchster, du. 3. Du, in der Höhe prangend, bist doch bei dem, der bangend durchwandelt tiefes Thal. Du läsfest ihn nicht fallen, kennst seiner Seufzer Wallen und seiner heißen Thränen Zahl. 4. Gepriesen, Herr, in Thränen, gepriesen, Herr, in Sehnen, gepriesen sei am Grab! Ja laß mich Thränen weinen, einst wird ein Tag erscheinen, da trocknest du sie lieblich ab. 5. O schönster Tag der Tage, leicht wiegen Schmerz und Plage, denkt man recht innig dein! In reichen Pilgerklängen singt man auf allen Gängen: schön wenn's nun zu dir gekom. geht's weltaus und him- men: es soll der Seele melein! 3. Ein Chrift kann ohne Kreuz nicht sein. Das Kreuz lehrt fleißig beten, zieht ab von eitlem Trug und Schein und lehrt zu Jesu treten. Drum wirf's nicht hin mit sprödem Sinn, Friedr. be la Motte- Fouqué ( 1777-1843). frommen. 4. Ein Chrift kann ohne Kreuz nicht sein. Das 346 Kreuz- und Trostlieder. muß uns immer weden;| Glaub' in Leid bewährt. wir schliefen sonst in Sün- Zu des Himmels höchsten den ein. Wie müßten wir Freuden werden nur durch erschrecken, wenn unbereit't tiefe Leiden Gottes Lieb. die Ewigkeit und der Po- linge verklärt. saunen Schallen uns würde überfallen! 2. Unter Leiden prägt der Meister in die Herzen, in die Geister sein allgeltend Bildniß ein. Wie er dieses Leibes Töpfer, will er auch des künft'gen Schöpfer auf dem Weg der Leiden sein. 3. Leiden sammelt unsre Sinne, daß die Seele nicht zerrinne in den Bildern dieser Welt; ist wie eine Engelwache, die im innersten Gemache des Gemüthes Ordnung hält. 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Es lehrt die Sünde hassen und unsern lieben Gott allein mit rechter Lieb' umfassen. Die Welt vergeht, und Gott besteht. Bedenk's und laß dich üben, das ew'ge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein. Was Gott schickt, will ich tragen, schickt's doch der liebste Vater mein, sind's doch nur furze Plagen und wohlgemeint! Wer gläubig weint, lebt dort in steten Freuden. Ich will mit Chrifto leiden. David Nerreter( 1649-1726). 4. Leiden stimmt des Herzens Saiten für den Psalm der Ewigkeiten, lehrt mit Sehnsucht dort. hin sehn, wo die fel'gen Palmenträger mit dem Chor der Harfenschläger preisend vor dem Throne stehn. 5. Leiden fördert unsre 380.ndlich bricht das Kreuz zusam men und, wie Gold in Feuerflammen, ist der einem frohen Boten jenes Schritte, Leiden weiht die Leibeshütte zu dem Schlaf in kühler Gruft, gleichet Mel. Fortgekämpft und fortgerungen. Kreuz- und Troftlieder. 347 Frühlings, der die Todten| Gottesfrieden droben ihm zum Empfang des Lebens bereitet sei? ruft. 10. Jesu, laß zu jenen Höhen heller stets hinauf uns sehen, bis die lette Stunde schlägt, da auch uns nach treuem Ringen heim zu dir auf lichten Schwingen eine Schaar der Engel trägt. Nach Carl Harttmann( 1743-1815) 6. Leiden macht im Glau. ben gründlich, macht gebeugt, barmherzig, kindlich, Leiden, wer ist deiner werth? Hier heißt man dich eine Bürde, droben bist du eine Würde, die nicht jedem widerfährt. 7. Brüder, solche Leidensgnade wird in mannigMel. Meinen Jesus laß ich nicht. ndlich, endlich fachem Grade Jesu Jüngern 381.nd muß es doch fundgemacht; wenn fte mancher Schmerz durchwühlet, wenn sie manchen Tod gefühlet, Nächte seuf zend durchgewacht. mit der Noth ein Ende nehmen. Endlich brich das harte Joch, endlich schwindet Angst und Grämen, endlich muß der Kummerstein doch in Gold verwandelt sein. 8. Im Gefühl der tiefsten Schmerzen dringt das Herz zu Jesu Herzen immer liebender hinan, und um eins nur fleht es sehnlich: mache deinem Tod mich ähnlich, daß ich mit dir leben kann! 9. Endlich mit der Seufzer Fülle bricht der Geist durch jede Hülle, und der Vorhang reißt entzwet. ser ermisset denn hienie. den, welch ein Meer von 2. Endlich bricht man Rosen ab, endlich kommt man durch die Wüsten, endlich muß der Wanderstab sich zum Vaterlande rüsten; endlich bringt die Thränensaat, daß die Freudenerndte naht. 3. Endlich steht man Kanaan nach der Erde Diensthaus liegen, endlich trifft man Tabor an, wenn XsX 348 Kreuz- und Troftlieder. der Ölberg überstiegen.| Antlig scheinen; hoffe, Endlich geht man da hin- harre bei dem Weinen, ein, wo nicht Leid, noch nie gereut ihn seine Wahl. Tod wird sein. Er will dich im Glauben üben; Gott, die Liebe, kann nur lieben; Wonne wird bald deine Qual. 4. Endlich, o du schönes Wort, du kannst alles Kreuz versüßen, wenn der Felsen erst durchbohrt, läßt er Wasserströme fließen. Ei, mein Herz, drum merke seitwärts, nicht zurücke, dies: endlich! endlich! kommt gewiß. 4. Wend von aller Welt die Blicke, schau nicht Benj. Schmold( 1672-1787). nur auf Gott und Ewigkeit. Nur zu deinem Jesus wende Aug' und Herz und Sinn' und Hände, bis er himmlisch dich erfreut. 5. Aus_des Fammers wilden Wogen hat dich oft herausgezogen seiner Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht Rettung fand? 6. Schließ dich ein in deine Kammer, geh und schütte deinen Jammer aus in Gottes Vaterherz. Kannst du gleich ihn nicht empfinden, Worte nicht, nicht Thränen finden: klag' ihm schweigend deinen Schmerz. Eigene Melodie. 382.Fortgekämpft und fortgerungen, bis zum Ziele durchgedrungen muß es, bange Seele sein! Durch die tiefsten Dunkelheiten kann dich Jesus hinbegleiten; Muth spricht er den Schwachen ein. 2. Bei der Hand will er dich fassen, scheinst du gleich von ihm verlassen, glaube nur und zweifle nicht! Bete, kämpfe, sonder Wanken; bald wirst du voll Freude danken, bald umgiebt dich Trost und Licht. 3. Bald wird dir sein 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen, Gott wird sich Kreuz- und Troftlieder. 349 als Vater zeigen, glaube| kann er bald wenden, ja, nur, daß er dich hört; glaube, was du hast gebeten, daß dich Jesus will vertreten und der Vater es gewährt. auch den Tod hat er in Händen: gieb dich zufrieden. 3. Wie dir's und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er steht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen; er zählt den Lauf der heißen Thränen und achtet wohl auf unser Sehnen: gieb dich zufrieden. 8. Drum so will ich nicht verzagen, mich vor Gottes Antlik wagen, flehen, ringen fort und fort. Ja, ich werd' ihn überwinden, was ich bitte, werd' ich finden; er gelobt's in seinem Wort! Joh. Labater( 1741-1801). Eigene Meloble. 383. Gieb dich zufrie den und sei stille in dem Gotte deines Lebens; in ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn' ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne: gieb dich zufrieden. 2. Er ist voll Licht, voll Trost und Gnaden, ungefärbten, treuen Herzens. Wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Bein des größten Schmerzes. Kreuz, Angst und Noth 4. Wenn auch nicht einer mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Tröster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, weiß auch die Zeit, dir's abzunehmen: gieb dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar fühnlich sagen; er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten: gieb dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen; halt' an X/ X s X r X r R Xi XiX 350 Kreuz- und Troftlieder. wohl zu führen: gieb dich zufrieden. Gott, so wirst du stegen.| spüren, tritt er herzu, uns Ob alle Fluten dich um ringen, sollst du doch nicht unterliegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret: gieb dich zufrieden. 10. Verzieht die Hilfe auch recht lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube nur, es wird dir frommen. Was langsam geht, faßt man gewisser, und kommt es spät, ist's desto süßer: gieb dich zufrieden. 7. Was forgst du für dein armes Leben, wie du's halten willst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheeren. Er hat die Hand voll aller Gaben, dran See und Land sich müssen laben: gieb dich zufrieden. 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheiden Körnlein weiset, der auch die Heerden auf den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird auch deine Nothdurft stillen, mit Freud' und Trost dein Herz er füllen: gieb dich zufrieden, 9. Sprich nicht: wohin mein Aug' ich kehre, seh ich Mangel, der mich quälet. Denn das ist Gottes größte Ehre: helfen, wenn's an allem fehlet. und du ihn nicht mehr dich zufrieden. 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß ste nur immer deiner spotten, Gott wird's hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, denn machen? Gieb dich zufrieden. 12. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herdringen und aus der Qual uns Wenn ich sämmtlich bringen: gieb do Kreuz- und Troftlieder. 351 13. Er wird uns bringen| zu viel den Schwachen zu den Schaaren der Er- aufzulegen. Er macht die wählten und Getreuen, die Seinen gern von Last und hier mit Frieden heim- Banden frei, wenn große gefahren, sich nun dort in Noth entsteht: Gott ist und Frieden freuen, wenn den, bleibt getreu. der nie sein Wort kann brechen, den ew'gen Mund, ste hören sprechen: gieb dich zufrieden. 4. Gott ist und bleibt getreu; er tröstet nach dem Weinen, er läßt nach trüber Nacht die Freudensonne scheinen. Der Sturm der Trübsal geht auf seinen Wink vorbei; sei, Seele, Paul Gerhardt( 1606-1676). Mel. O Gott, bu frommer Gott. 384. Gott ist und bleibt nur getroft: Gott ist und bleibt getreu. getreu; sein Herz bricht ihm vom Lieben, pflegt er gleich oftmals hier die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Geduld: Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu und stillet dein Begehren. Er will dein Glaubensgold in Trübfalsglut bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu; der Lebensbecher folgt: Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu; er hilft ja selber tragen, was er uns auf erlegt, die Last der schweren Plagen; er braucht oft harte Zucht und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt: Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu; befiehl ihm deine Sachen: Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Leid dir ewig nüßlich sei. So liebt der Höchfte dich: Gott ist und bleibt getreu. gizl Job. Wilhelmi( um 1720). 3. Gott ist und bleibt getreu; er weiß, was wir vermögen, er pfleget nie X s X s X r R s 57 352 Kreuz- und Trostlieder. Mel. Was Gott thut, das ist ic.| die Welt bald hier, bald 385.Gott lebt; wie dort mir ihre Stride legen, kann ich trau- so wird er mich zwar rig sein, als wär' kein Gott wunderlich, doch allzeit zu finden? Er weiß gar sicher leiten, daß nie mein wohl von meiner Pein, Fuß kann gleiten. die ich hier muß empfinden. Er kennt mein Herz und meinen Schmerz; drum will ich nicht verzagen und ihm nur alles klagen. 2. Gott hört, wenn nies mand hören will, wer will dem widersprechen? Als könnt' mein Seufzen nicht zum Ziel, nicht durch die Wolken brechen? Schrei ich empor, so hört sein Ohr, so steigt die Hilfe nieder, und Amen schallet wieder. 3. Gott steht; wie Flaget denn mein Herz, als säh' er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tieffte Schmerz ganz offenbar erscheinen. Kein Thränlein fehlt, daß er nicht zählt, darauf sein Aug' nicht blicket, bis er uns hat erquicket. 5. Gott giebt; und wär' ich noch so arm, doch soll ich nicht verderben; was hilft mir denn mein fteter Harm, als müßt' ich Hungers sterben? Er hat fa Brot; und wenn die Noth uns in die Wüste weiset, wird man auch da geſpeiſet. 6. Gott liebt; ob ich die Vaterlieb' in Trübsal nicht leicht finde! Wie er ein lieber Vater blieb am Kreuz bei seinem Kinde, so bleibt er mir mein Vater hier, der je und je mich liebet, ob gleich sein Kreuz betrübet. 7. Gott lebt; wohlan ich Gott hört; merke das. ich will ihm klagen. Gott steht; er setzt den Thränen Maß. Gott führt; ich Gott darf nicht zagen. giebt und liebt; nur unEr wird mir 4. Gott führt; so geh' ich ruhig fort auf allen meinen Wegen, und will betrübt! Kreuz- und Trostlieder. 353 endlich geben, auch dort| Gedanken, senk' dich in mit ihm zu leben. Bent. Schmold( 1672-1: 87). Gelassenheit; laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. Eigene Melodie. 386. Gott will's machen, daß die Sachen gehen, wie es heilsam ist; laß die Wellen höher schwellen, wenn du nur bei Jesu bift! 2. Wer sich kränket, weil er denket, Jesus schlaf' und acht' nicht sein, wird mit Klagen nur sich plagen, drin der Unglaub' leidet Bein. 3. Du Verächter! Gott, dein Wächter, schläft ja doch und schlummert nicht; zu den Höhen aufzusehen wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibet stets sein Vaterherz; laß dein Weinen bitterscheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz! 5. Glaub' nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei; wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanken in 7. Gottes Hände sind ohn' Ende, sein Vermögen hat kein Ziel; ist's beschwerlich, scheint's gefährlich, deinem Gott ist nichts zu viel. 8. Wann die Stunden sich gefunden, bricht die Hilf' mit Macht herein; und dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens sein. 9. Nun so trage beine Plage fein getroft und mit Geduld! Wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sündenschuld. 10. Aber denen, die mit Thränen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone vor dem Throne ihres Hetlands werden noch. 11. Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt' ich still: es geschehe und ergehe, wie und wann und was er will! Johann Herrnschmidt( 1675-1723). 354 X s X r X r R& R Kreuz- und Trostlieder. Mel. Wer nur ben lieben Gott ic. 387, alt' an, mein Herz, in det. nem Glauben, Beständigkeit ist Kronen werth; wer sich den Anker läfset rauben, der wird im Schiffbruch leicht versehrt. Wer sich nur fest an Jesus hält, der steht, wenn Erd' und Himmel fällt. 2. Halt' ein, o Herz, mit deinen Klagen, der Himmel liebet die Geduld. Wenn wir die Last gelaffen tragen, gewinnen wir des Schöpfers Huld, da sein Gewissen der verleßt, der Gott sich murrend wider Gott sich murrend wider ſetzt. 3.Halt' aus, das Kreuz, es währt nicht immer. Die Hoffnung steget ganz gewiß, auf Sturm folgt heller der Kreuzweg führt ins Paradies; Gott führt einst alles wohl hinaus, drum heißt's: halt' an! halt' ein! halt aus!! Benj. Schmoid( 1672-1787). Eigene Meloble. 388. Sarre, meine Seele, harre des Herrn; alles ihm befehle, hilft er doch so gern. Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach. In allen Stürmen, in aller Noth. wird er dich beschirmen. der treue Gott. harre des Herrn; alles 2. Harre, meine Seele, ihm befehle, hilft er doch so gern. Wenn alles bricht, Gott verläßt uns nicht; größer als der Helfer ist die Noth ja nicht. Ewige Treue, Retter in Noth, rett' auch unsre Seele, du treuer Gott. Cäfar Malan( 1786-1864). Mel. Nun ruhen alle Wälder. 389. Ich hab' in guten Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Leiden faffen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Kreuz- und Trostlieder. 355 Sünder. Du züchtigst stets| Tod bedenken; du, Herr, gelinder, als es der Mensch wirst alles lenken; und, verdient. Will ich, beschwert was mir gut ist, wird mit Schulden, kein zeitlich geschehn. Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). 3. Dir will ich mich ermer. Wer nur ben lieben Gott zc. geben; nicht meine Ruh, 390. Ich halte Gott in stille; mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, dich durch Geduld verehren, im Glauben zu dir flehn. Ich will den er liebet mich in Freud' und Schmerz. Wie gut ist Gottes Vaterwille, wie freundlich sein mich liebend Herz! Er ist mein Hort und meine Zier: was Gott gefällt, gefällt auch mir. 2. Mein Gott weiß alles wohl zu machen, er ist der ewig treue Freund, er läßt mich nach dem Weinen lachen; was er thut, das ist wohlgemeint. Sein Lieben währet für und für: was Gott gefällt, gefällt auch mir. 3. Sein Wille bleibet mein Vergnügen, so lang' ich leb' auf dieser Welt; mein eigner Wille kann nur trügen, der das nicht will, was Gott gefällt. Ich denk' an meine Christgebühr: was Gott gefällt, gefällt auch mir. 28* 997 356 Kreuz- und Trostlieber. 4. Er will und wird| Wüsten, fällt nie ein Thrämich ewig lieben, er weiß wohl, was mir nüßlich sei, er hat mich in die Hand geschrieben mit lauterm Golde seiner Treu. Weg, eigner Wille, weg mit dir! Was Gott gefällt, gefällt auch mir. nenthau hinein, im Feuer wird das Gold bewährt, der Christ durch Trübsalsglut verklärt. 5. Gott will, daß mir geholfen werde, er will der Seelen Seligkeit; drum reiß' ich mich von dieser Erde durch wahre Gottgelaffenheit. Sein Will' geschehe dort und hier: was Gott gefällt, gefällt auch mir. 3. Je größer Kreuz, je stärker Glaube. Es wächst die Balme bei der Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du ste wohl gefeltert haft. Sm Kreuze bricht hervor der Muth, wie Perlen in der Meeresflut. 4. Je größer Kreuz, je größer Liebe. Der Wind bläst nur die Flammen auf, und scheint einmal der Himmel trübe, nur schöner lacht die Sonne brauf. Das Kreuz vernäher mehrt Liebe Glut, gleich wie das öl dem Feuer thut. Salomo Frand( 1659-1725). Mel. Wer nur ben lieben Gott ic. 391. Je größer Kreuz, mel: wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Bei Sündenluft und Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod; o selig ist der Mensch geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 2. Je größer Kreuz, je beßre Christen. Das Kreuz ist unser Probestein. Wie manche Gärten werden 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete. Sie strömen aus dem Herzen fort; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Port. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär'? Kreuz- und Trostlieder. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen. Im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüste oft geht gangen, der sehnet sich nach Kanaan. Die Taube findet hier nicht Ruh, drum eilet Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben: man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth. Das Kreuz, das unsre Gräber ziert, bezeugt, wir haben triumphirt. 8. Je größer Kreuz, te schöner Krone, die Gott den Seinen beigelegt, und die einmal vor seinem Throne das Haupt der überwinder trägt. Ach, dieses theure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht't. 9. Gefreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger, desto Iteber sein! Daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz' ein solches Herz mir ein, das Glaube, Lieb' und Hoffnung hegt, 357 bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benj. Schmold( 1872-1787). Eigene Melodie oder: Nun ruhen alle Wälder. 392. In allen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der alles kann und hat. Er muß zu allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, mir selber geben Rath und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst. Er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stell's in seine Vatergunft. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat versehen und was mir selig ist. Ich nehm es, wie er's giebet; was ihm von mir beliebet, erwähl auch ich zu jeder Frist. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem übel schüßt. Leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verlegen, und 997 Rr Kreuz- und Trostlieder. 358 nichts mir fehlen, was mir nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Ge. duld. 6. Leg ich mich spät erst nieder, erwach' ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, ob auch viel Noth vorhanden, mich tröstet allezeit sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gehn: kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn überstehn. der dich erschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. Paul Flemming( 1609-1640). 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es set heut oder morgen: dafür laß ich ihn sorgen: er weiß allein die rechte Beit. Mel. Valet will ich dir geben. 393. Jft Gott für mich, trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf' und bete, weicht alles hinter sich. Hab' ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was fann mir thun der Feinde und Widersacher Rott'? 2. Nun weiß und glaub' ich feste, ich rühm's auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst' und Beste, mein Freund und Vater set, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und, was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Chriftus und sein Blut: das machet, daß ich finde das ew'ge, 9. So set nun, Seele, wahre Gut. An mir und seine, und trque dem alleine,| meinem Leben ist nichts Troftlieder. 859 7. Sein Geift wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibet Sorg' und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, giebt Segen und Gedethen, dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwachheit find't, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind zwar mir und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde erstehet seine Lust. 9. Sein Geift spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab' erbauet ein' edle, neue Stadt, da Aug' und Herze schauet, was es geglaubet hat. 6. Nichts, nichts fann mich verdammen, nichts macht hinfort mir Schmerz, die Höll' und ihre Flammen, die ängsten nicht 10. Da ist mein Theil, mein Herz; kein Urtheil mein Erbe mir prächtig mich erschrecket, fein Un- zugericht't; wenn ich gleich heil mich betrübt, weil fall' und sterbe, fällt doch mich mit Flügeln dedket mein Himmel nicht. Muß mein Heiland, der mich ich auch gleich hier feuchten liebt. mit Thränen meine Zeit, Kreuz- und auf dieser Erd'; was Chriftus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Mein Jesus ist mein' Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, so dürft' und könnt' ich nicht vor Gottes Augen stehen, und vor des Richters Thron: in Angst müßt' ich ver. gehen bei des Geseßes Drohn. Tid 5. Der Herr hat ausgeIöschet den Zorn durch sei nen Tod, er ist's, der rein mich wäschet, schnee. weiß macht, was blutroth. In ihm kann ich mich freuen, hab' einen Heldenmuth, darf kein Gericht mehr scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 997 Kr 360 Kreuz- und mein Jesus und sein LeuchMel. Jesu, meine Freube. ten burchfüßet alles Leid. 394.eine Seel' ift stille zu Gott, deffen Wille mir zu helfen steht. Mein Herz ist ver gnüget mit dem, was Gott füget, nimmt's an, wie es geht. Geht die Bahn nur himmelan, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 11. Die Welt, ste mag zerfallen, du bleibst mir ewiglich. Kein übel unter allen soll scheiden dich und mich, kein Hungern und kein Dürften, fein' Armuth, keine Pein; auch soll kein Zorn des Fürsten der Welt mir Hemmniß ſein. 12. Rein Engel, feine Freuden, kein Thron und Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein' Angst, fein Herzeleid, was man nur kann es flein oder groß, der feines soll mich lenken aus deinem Arm und Schooß. Trostlieder. 13. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud' und Singen, steht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt( 1608-1676). 2. Meine Seele hanget bei dir zu sein, will dich an dir und verlanget, Gott, dich umfassen, nur in dir wirken lassen, will nur sich freun; von der Welt, Chr', Lust und Geld, deffen viele so befliffen, mag ste nichts mehr wissen. 3. Nein, ach nein! nur einer, sag' ich, und sonst feiner wird von mir ge liebt: Jesus, der Getreue, in dem ich mich freue, der sich ganz mir giebt! Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe, dem ich einzig lebe! 4. Gottes Güt' erwäge, meine Seel', und lege dich in seinen Schooß; lerne thm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh Kreuz und Troftlieder. 361 so groß, die da fließt aus| nicht, ist mit allem wohl stillem Geift: wer sich weiß in Gott zu schicken, den fann er erquicken. zufrieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden; was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 5. Still, o meine Seele! was dich immer quäle, sent in Jesu Brust. Werde stark durch Hoffen! Was dich je betroffen, trage du mit Lust; faffe dich ganz inniglich durch Geduld und Glaubenfeste: endlich fommt das Beſte! 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was mich gleich den Dornen sticht und den Frieden nur kann fränken. Sorgen kommt dem Schöpfer zu: meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schooße liegt, bleibt in aller Noth 6. Amen, es geschiehet! Wer zu Jesu fliehet, wird des Zeuge sein: wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz zu lindern und ein froh Gedeihn aufbewahrt, bis, wer da harrt, endlich aus dem schweren Leide übergeht in Freude. 3 vergnügt. Johann Schade( 1666-1698). Mel. Jefus, meine Zubersicht. 395. eine Seele senket still 190 sich in Gottes Herz und Hände, und erwartet, was er will, seiner Wege Ziel und Ende, lieget still und willenlos in des liebsten Vaters Schooß. 2. Meine Seele murret 5. Meine Seele flaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöthen, hängt an Gottes Angesicht auch als. dann, wenn er will tödten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird der Freudengeist verfagt. 6. Meine Seel' ift ftill zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden; also hab' ich allen Spott, alle Schmer 9979 Rr 862 Kreuz und Troftlieder. zen überwunden, bin gleich| ein Ziel gezeigt, das man wie ein stilles Meer, bin voll Gottes Lob und Ehr'. Johann Windler( 1670-1722). nur durch Kampf erreicht; will man hier das Kleinod finden, so muß man erst überwinden. Mel. Freu' dich sehr, o meine se. 396. eine Sorgen, Angst und Plagen gehen mit der Zeit zu End'; alles Seufzen, alles Klagen, das der Herr allein ganz fennt, wird gottlob nicht ewig sein. Nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken meinen mat ten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich gefäet, wird zur Freude wachsen auf; wenn die Dornen abgemähet, so trägt man die Frucht zu Hauf'. Wenn ein Wetter ist vor bei, wird der Himmel wie der frei; nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten. 3. Wenn man dort will Rosen brechen, muß man leiden in der Still': daß uns hier die Dornen stechen, alles geht, wie Gott es will. Er hat uns 4. Unser Weg geht zu den Sternen, ist mit Freu zen dicht beseßt, und man darf sich nicht entfernen, wär' er gleich mit Blut beneßt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt fein Mensch hin sonder Streit! Die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Him. mels Klarheit sehn, aus viel Trübsal hergekommen; darum stehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron' und mit Palmen schön gezieret, weil ste glücklich triumphiret. 6. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unverrückt: seine Freund' und Hochzeitsgäste werden nach dem Streit beglückt; Israel erhält den Sieg nach ge. führtem Kampf und Krieg. Kanaan wird nicht gefun. Kreuz und Trostlieder. 363 den, wo man nicht hat| Brüder einer weint, unser überwunden. Freund mitleidsvoll her. nieder. 4. Will das Herz vor Jammer brechen, ach er trägt und verpflegt uns in unsern Schwächen. Selig, wer in bösen Zeiten, in Gefahr immerdar sich von ihm läßt leiten. 5. Jesu, treuster Freund vor allen, mit dir will froh und still ich durchs Leben wallen. Auch der Tod kann mich nicht schrecken, denn du wirst, Lebensfürft, einft mich auferwecken. Samuel Bürbe( 1758-1831). 7. Darum trage deine Retten, meine Seel', gedulde dich! Gott wird dich gewiß erretten. Alle Stürme legen sich; nach dem Bliz und Donnerschlag folgt ein angenehmer Tag; auf den Abend folgt der Morgen und die Freude nach den Sorgen. Verfaffer unbekannt. Mel. Warum sollt' ich mich ic. 397.eines Herzens reinste Freude bleibet die, daß ich nie mich von Jesu scheide; daß ich ihn durch Glauben ehre, federzeit hocherfreut seine Stimme höre. 2. Freundlich ruft er alle Müden und erfüllt reich und mild ihren Geist mit Frieden. Seine Last ist leicht zu tragen, er macht Bahn, geht voran, stärkt uns, wenn wir zagen. 3. Denn er kennt die Leidensstunden; größern Schmerz als sein Herz hat kein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Mel. Nun ruhen alle Wälder. 398. ein Herz, gieb d dich zufrie den und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram: die Noth, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschicket; sei still und halt' dich wie ein Lamm. 2. Mit Sorgen und mit Bagen, mit unmuthvollem Klagen häufst du nur deine Pein; durch Stillesein und Hoffen wird, was dich jetzt X X X X s X r X X X y Xx X x 364 Kreuz- und Troftlieder. betroffen, erträglich, sanft| Geduld; und sollt' er auch und lieblich sein. in Nöthen uns laffen gar ertödten, uns doch getrösten seiner Huld. 3. Kann's doch nicht ewig währen! Oft hat Gott unsre Zähren mit einmal abgewischt; wann's bei uns hieß: wie lange wird mir so angst und bange?" so hat er Leib und Seel' erfrischt. 8. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns ersehn? Man lebe oder sterbe, so bleibet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 9. Ist Christus unser Leben, so muß uns, seinen Reben, der Tod sein ein Gewinn. Er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Seele schwingt froh sich 4. Gott pflegt es so zu machen: nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnenschein; nach rauhen Wintertagen muß uns der Lenz behagen; er führt in Höll' und Himmel ein! 5. Die Laft ist uns in- auf zum Himmel hin. dessen von Gott schon zugemessen, auf daß wir werden klein. Was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen, und sollt's auch noch so wenig sein. 6. Der Herr will uns nur ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was er untersagt; er will das 10. Drum gieb dich ganz zufrieden, mein Herz, und bleib geschieden von Sorge, Furcht und Leid! Vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hintragen in die Herrlichkeit. 3oh. Freylinghausen( 1670-1789). Eigene Meloble. Fleisch nur schwächen, den 399.ur frisch hinein! Eigenwillen die Luft ertödten, die uns plagt. 7. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und es kann so tief nicht sein, das tiefe Meer muß dir den Durchgang gönnen. Was flagest du? Sollt' der nicht helfen Kreuz- und Trostlieder. 355 können, der nach dem Leid| nach und tritt nur tapfer giebt heitern Sonnenschein? drauf; es höret auf. Nur frisch hinein! 6. Die Kreuzespein wird ja nicht ewig sein, es ist ein Kelch, der seinen Boden zeiget. Man sieht den Grund, wenn alles ausgeneiget, drum laß dir einen Trunk des Lebens sein die Kreuzespein. 7. Die große Noth zerbricht doch einst der Tod. Hindurch, hindurch! und folge deinem Führer. Der Heiland ist des Weltenalls Regierer, der schritt hindurch für dich durch Noth und durch den Tod. alle 8. Er ist dein Hirt, der dich nicht lassen wird, er wird sein Schaf auf seinen Achseln tragen; es wartet schon auf dich der Engel Wagen; sie sind dein Schutz, und ob du dich verirrt, er ist dein Hirt. 2. Der Himmelsheld hat schon den Weg bestellt, den niemand weiß. Eh' sein Volk sollte sinken, muß selbst das Meer auf dieses Helden Winken zur Mauer sein, denn selbst im Flutenfeld noch herrscht der Held. 3. Die Tapferkeit ist jederzeit bereit, durch Kreuz und Schmach und durch empörte Wellen zu bringen durch; kein Sturmwind kann sie fällen. Sie hält uns fest in steter Sicherheit, die Tapferkeit. 4. Ein Kriegesmann muß tapfer halten an, es steht nicht wohl, wenn Krieger wollten gehen, weil sie das End' des Kampfes nicht ersehen. Ein Christ ist nur, wer tapfer kämpfen kann, ein Kriegesmann. 9. Der Christenstand ist also hier benannt: es muß ein Kreuz das andre Kreuz ablösen. So ging es ihm, er kam, uns zu erlösen am Kreuzesstamm. Es ist kein Kindertand der Christen5. Das Leid hört auf, wenn hier dein Pilgerlauf das Ziel erreicht; was einmal angefangen, das nimmt ein End'. Christ ist vor. angegangen. Du folgest stand. ge XXX X y X v R s X i XrTri 366 Kreuz- und Troftlieder. 10. Ach mein Herr Christ!| Macht verlachen. Drückt Wenn du nur bet mir bist, mich schweren Kreuzes Joch: so will ich auch mein Le- Gott, mein Vater, lebet ben willig enden. Zu dir, noch. mein Gott, will ich mich gänzlich wenden und tragen, was mir auferleget ist, Herr Jesu Christ. 6. Troß dem Tod, den alles scheuet, trotz der Welt, die mich bedräuet und mir ohne Ursach' feind: Gott im Himmel ist mein Freund. Michael Kongehl( 1646-1710). Eigene Melodie. 400. Sollt es gleich bisweilen scheinen, als verließe Gott die Seinen, o, so glaub' und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenn's nöthig ist. 7. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag' ich nichts danach, Gott ist Richter meiner Sach'. 8. Will ste mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; ist der Himmel mein Gewinn, geb' ich alles andre hin. 9. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, frag' ich nicht nach andrer Gabe; legt man mich gleich in das Grab, g'nug, Herr, wenn ich dich nur hab'. Christoph Titius( 1641-1703). 3. Wie nicht immer Väter geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel: er giebt, wie und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Noth am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. mel. Ach, was soll ich Sünder ic. 401. Sollt' ich meinem 5. Will mir Satan bange Gott nicht traumachen, ich kann seine en, der mich liebt so väter Kreuz- und Trostlieder. 367 lich, der so herzlich sorgt| Tag seine Sorge, seine für mich? Sollt' ich auf den Fels nicht bauen, der mir ewig bleibet fest, der die Seinen nicht verläßt? 2. Er weiß alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Noth, steht mir bei bis in den Tod, er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb' und Vatertreu' bleibt mir jetzt und ewig Plag'. 6. Gott sei Lob, der mich erfreuet, daß ich glaube sicherlich, Gott, mein Va ter, sorgt für mich! der mir diesen Trost erneuet, daß ich weiß, Gott liebet mich, Gott versorgt mich ewiglich. Joh. Olearius( 1611-1684). neu. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 3. Der die Vögel all' er. 402. Stark ift meines Jesu Hand, und nähret, welcher Blumen, Laub und Gras kleidet schön ohn' Unterlaß, alles Gute uns bescheeret, sollte der verlaffen mich? Nein, dem Höchsten traue ich. 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich durch Gerechtigkeit suche meine Seligkeit, wenn ich Geld und Gut nicht achte, segnet mir Gott früh und spät Worte, Werke, Rath und That. 5. Nun, so sorg' ich nicht für morgen; alles, was zukünftig ist, irrt mich nicht, ich bin ein Christ! Meinen Gott nur laß ich sorgen: hat ja doch ein jeder er wird mich ewig fassen, hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht, das ist meine Zuversicht. 2. Sieht mein Kleinmuth auch Gefahr, fürcht' ich auch zu unterliegen: Christus reicht die Hand mir dar, Christus hilft dem Schwachen stegen. Daß mich Gottes Huld verficht, das ist meine Zuversicht. 3. Wenn der Kläger mich verklagt, Christus hat mich schon vertreten; wenn er uns zu sichten wagt, XXX Ry Xs Xx 368 Kreuz- und Troftlieder. Christus hat für mich ge-| ewig nicht, das ist meine beten. Daß mein Mittler Zuversicht. für mich spricht, das ist meine Zuversicht. Karl Garbe( 1763-1841) 4. Würd' es Nacht vor meinem Schritt, daß ich keinen Ausgang wüßte und mit ungewissem Tritt ohne Licht verzagen müßte: Christus ist mein Stab und Licht, das ist meine Zuversicht. Mel. Es ist genug. 403.erlaß mich nicht, mein Gott, ver. 120911292 laß mich nicht, da mich der Jammer drückt! Ach, sende mir in Finsterniß dein Licht, daß es mein Herz erquickt! Ich liege vor dir, Herr, im Staube; bald wankt, bald sinkt mein schwacher Glaube::,: verist all ihr Glück, wahrlich, laß mich nicht!:: 5. Mag die Welt in Mißgeschick beben oder ängstlich flagen! Ohne Halt ste hat Grund zu zagen. 2. Verlaß mich nicht, Daß mein Anker nie zer- Herr, sei von mir nicht bricht, das ist meine Zu- fern! denn, ach, die Angst versicht. ist nah. Mein Glaube weiß: die Hilfe kommt vom Herrn; sonst ist kein Helfer da. Werd' ich bald deine Hilfe sehen? Ach, eile, Herr, mir beizustehen, 6. Will der Herr durch strenge Zucht mich nach seinem Bild gestalten, dennoch will ich ohne Flucht seiner Hand nur stille halten. Er übt Gnad':: verlaß mich nicht!:,: auch im Gericht, das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts; wer will diesen Trost mir rauben? Mein Erbarmer selbst verspricht's; sollt' ich seinem Bort nicht glauben? Jesus läßt mich 3. Verlaß mich nicht, steh, wie mein mattes Herz im matten Leibe bebt! Ich fühle kaum vor Kummer, Angst und Schmerz die Kraft, die mich belebt; mein Jammer kommt mit jedem Morgen, die finstre Kreuz- und Trostlieder. Nacht bringt finstre Sorgen::,: verlaß mich nicht!:,: 4. Verlaß mich nicht! Zu meinem Glück und Ruhm geh ich die Dornenbahn: du bist der Herr, dem ich sein Eigenthum nicht vorenthalten kann, Was ich bests', ist deine Gabe; auch dann ists dein, wann ich es habe: :: verlaß mich nicht!:,: 5. Verlaß mich nicht, da mich der beste Freund, den du mir gabst, verläßt! Wenn meine Treu verIorne Treu beweint, so halt' nur du mich feft; wenn du mein Liebstes von mir trenneft, so zeige, daß du trösten könneft: :: verlaß mich nicht!:: 6. Verlaß mich nicht! Wenn du nur bei mir bist, so hab' ich Hilf' und Muth; der bittre Kelch wird mir durch dich versüßt, du bleibst das höchste Gut. Wenn die, die für mich lebten, sterben, so laß mich Trost und Segen erben; verlaß mich nicht!:: Ehrenfr. Liebich( 1718-1780). Eigene Melodie. 404. Parum 369 sollt ich mich denn grämen? Hab' ich doch Christum noch: wer will den mir nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? ting) m 2. Arm und bloß kam ich ins Leben, da es mir, Herr, von dir ward zuerst gegeben. Arm und bloß werd' ich hinziehen, wann ich werd' von der Erd' wie ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, der's gegeben. Will er's wieder zu sich kehren, nehm' er's hin; ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Bein, sollt' ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bet guten Tagen oft ergößt: 24 R ( 22 Kreuz- und Troftlieder. 370 sollt' ich jetzt auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und übt mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und thre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß ste lachen: Gott, mein Heil, wird in Eil' ste zuSchanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Chrift, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt' ihn auch der Tod aufreiben, soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch der Tod nicht tödten, sondern reißt unsern Geift aus viel tausend Nöthen, schließt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da Pis 9. Allda will mit süßen Schäßen ich mein Herz nach dem Schmerz ewiglich ergößen: hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüther; dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird nich ohn' Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns schei. den. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich, und ich dich ewig werd' umfangen. Paul Gerhardt( 1606-1676). Eigene Melodie. man kann gehn zu Him. 405.as Gott thut, ist wohl. gethan! es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Kreuz- und Trostlieder. 371 Noth mich wohl weiß zu| Wahn, laff' ich mich doch erhalten; drum laff' ich nicht schrecken, weil doch ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! er kann ja nimmer trügen, er führet mich auf rechter Bahn: so laff' ich mir genügen an seiner Huld und hab' Geduld. Er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! er wird mich wohl bedenken; mein Arzt, der alles heilen kann, wird mir nicht Gift einEigene Melodie. 406.as mein Gott will, gescheh' all'zeit; sein Wille ist der beste; zu helfen ist er dem bereit, der an ihn glaubet feste; er hilft aus Noth, der fromme Gott, und züchtigt uns mit Maßen; wer Gott vertraut, feſt auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein' Zuversicht, mein' 5. Was Gott thut, das Hoffnung und mein Leben. ist wohlgethan! muß ich Was mein Gott will, das den Kelch gleich schmecken, mir geschieht:- ich will der bitter ist nach meinem nicht widerstreben! Sein schenken für Arzenet. Gott ist getreu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Gnade trauen. ist zulegt ich werd' ergött mit süßem Trost im Herzen: da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das wohlgethan! dabei will ich verbleiben: es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laff' ich ihn nur walten. Samuel Robigaft( 1649-1708). 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann: ich will mich ihm ergeben in Freud' und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 24* R X y X r X v R s X i Xx X r 372 Frenz- und Troftlieder. Wort ist wahr, er hat mein| o meine liebe Seel'? Woll' Haar auf meinem Haupt den nur herzlich lieben, gezählet; er hüt't und wacht, nimmt uns in acht, auf daß uns gar nichts fehlet. der heißt Immanuel. Vertrau' dich ihm allein, er wird gut alles machen und fördern deine Sachen, wie dirs wird selig sein. 3. Drum will ich gern von dieser Welt heimfahren, wenn's sein Wille, zu meinem Gott; wenn's ihm gefällt, will ich ihm halten stille; mein' arme Seel' ich Gott befehl' in meinen lettenStunden. Ofrommer Gott, Sünd', Höll' und Tod hast du mir über wunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mir's nicht verfagen: wenn mich der böse Feind anficht, laß mich doch nicht verzagen; hilf, steur' und wehr', o Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen! Wer das begehrt, dem wirds gewährt: drauf sprech' ich fröhlich: Amen. Albrecht, Markgraf zu Brandenburg( 1522-1557). 2. Denn Gott verläffet keinen, der sich auf ihn verläßt. Er bleibt getreu den Seinen, die ihm ver. trauen fest. Dünkt dirs gleich wunderlich, so laß dir doch nicht grauen, mit Freuden wirst du schauen, wie Gott wird retten dich. Mel. Von Gott will ich nicht sc. 3. Auf ihn magst du es wagen getroft mit frohem Muth, mit ihm wirst du erfagen, was dir ist nütz und gut. Was Gott beschloffen hat, das kann Niemand verhindern von allen Menschenkindern; es geht nach seinem Rath. 4. Drum ich mich ihm ergebe, thm sei es heimgestellt! Nach nichts mehr ich sonst strebe, denn nur, was thm gefällt. Sein Will' ist mein Begier, der du ist und bleibt der beste, 407. bich betrüben, bas glaub' ich stät und Kreuz- und Trostlieder. 373 fefte; wohl dem, der glaubt| verirret. Ruf ihn an, mit mir. Johann Heermann( 1585-1647). denn er kann deinen Unglückswellen Ziel und Grenzen stellen. 5. Weine nicht! Gott liebet dich, wenn die Welt auch hasset und voll Arglift wider dich bösen Anschlag faffet. Wen Gott liebt, nichts betrübt, will gleich All's vergehen, Gott wirds wohl versehen. 6. Weine nichf! Gott sorgt für dich, was kann nun dir fehlen? Willst du unablässig dich mit den Sorgen quälen? Wirf auf ihn alles hin; er wird deine Sachen wieder besser machen. 408. Mel. Mache dich' mein Geist bereit. ein eine nicht! Gott lebet noch, du betrübte Seele; drückt dich gleich ein schweres Joch in der Trauer höhle; nur Geduld! Gottes Huld giebt dir nach dem Leiden wieder Trost und Freuden. 2. Weine nicht! Gott denkt an dich; hat man dein vergessen, o dann hat er längst bei sich, was dir nüßt, ermessen! Eh' zer fällt diese Welt, eh' er dich kann lassen, oder gar dich haffen. 3. Weine nicht! Gott stehet dich, ist er gleich verborgen. Fasfest in Geduld du dich trotz der Last der Sorgen, reicht er dir Trost dafür und läßt nach dem Weinen seine Sonne scheinen. 4. Weine nicht! Gott Mel. Was mein Gott will. höret dich, wenn dich Gram 409.er Gott ver. traut, hat verwirret. Hätteft noch so weit du dich in der Noth wohl gebaut im Himmel 7. Weine nicht! Gott tröstet dich nach den Thränengüssen, endlich wird der Kummer sich in das Grab verschließen. Durch den Tod stirbt die Noth, und wenn der erscheinet, hast du ausgeweinet. Benjamin Schmold( 1672-1737). * XXX Kreuz- und Trostlieder. 374 und auf Erden; wer sich verläßt auf Jesum Chrift, 410. dem muß der Himmel werden; darum auf dich all' Hoffnung ich will fest und sicher setzen; Herr Jesu Chrift, mein Trost du bist in Todes Noth und Schmerzen. 2. Und wenn's gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, so bist du es, Herr Jesu Christ, der ste doch schlägt dars nieder. Und wenn ich dich nur hab' um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod, noch Teufel schaden. 3. Dein tröst' ich mich ganz sicherlich; denn du könnt'st mirs wohl geben, was mir ist Noth, du treuer Gott, hier und in fenem Leben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr, mein Bitten laß nicht fehlen. Joh. Mühlmann( 1573-1618). Eigene Meloble. er nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in allem Kreuz und Traurigfeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die hilft uns unser Weh und schweren Sorgen? Was Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir Leid nur größer durch die unser Kreuz und Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und set doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille und sein' Alwissenheit es fügt: Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nüßlich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelet, so tommt Gott, Kreuz- und Trostlieder. 375 eh' wirs uns versehn, und| wählen; geschieht, was er läffet uns viel Gut's ge- mir außersehn, wird mirs Wie schehn. an feinem fehlen. er mich führt, so geh' ich mit und folge willig Schritt vor Schritt in kindlichem Vertrauen. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshihe, daß du von Gott verlassen seist, und daß ihm der im Schooße sige, den alle Welt als glücklich preist. Die Folge. zeit verändert viel und sebet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stür. zen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn, welcher seine Zuversicht auf Gott seßt, den verläßt er nicht. Georg Neumark( 1621-1881). 411. Mel. Es ist das Heil uns ic. Pie Gott mich führt, so will ich gehn ohn' alles Eigen2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill' will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Rath zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh' in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will mit mir wenden, sei ihm hiermit ganz heimgestellt; er mache, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb' ich mich in seinen Vaterwillen; scheint's der Vernunft gleich wunderlich, sein Rath wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh' er mich an das Licht gebracht: ich bin ja nicht mein eigen. XXX X s X r X v R s X s 376 Kreuz- und Trostlieder. 5. Wie Gott mich führt,| thre Bahn; mit ihm wird so bleib' ich treu im Glau- nichts zu schwer, und Er. ben, Hoffen, Leiden; steht denluft und eitler Wahn er mit seiner Kraft mir verlocken sie nicht mehr. bet, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest: was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh' durch Dorn und Hecken; kann ich's auch anfangs nicht verstehn, zuletzt wird er's aufdecken, wie er nach seinem Vaterrath mich treu und wohl geführet hat: dies sei mein Glaubensanker. Lampertus Gedice( 1683-1735). stur Mel. Lobt Gott, ihr Chriften ic. 412. Vie Sie hat's die Seele doch so gut, die sich dem Herrn ergiebt, die nichts mehr will und nichts mehr thut, als daß ste Jesum liebt! 4. Sie geht getrost, heißt er ste gehn, sie weiß, er ist ihr Hort; kann ste doch seine Liebe sehn, glaubt ste doch seinem Wort! 5. Sie trägt geduldig ihre Last, bis seine Stunde schlägt; sie weiß: er gönnt ihr wieder Raft, der treu die Schwachen trägt. 6. Auch wird kein Opfer thr zu schwer, die Liebe macht es leicht und stehe, wie von ungefähr ist bald das Ziel erreicht. 7. Da wird die Liebe zum Panier, der Glaub' ihr Hochzeitskleid; die Hoffnung öffnet ihr die Thür, ihr Erbe steht bereit. 8. Ach ja, die Seele hat es gut, die sich dem Herrn ergiebt, die nichts mehr will und nichts mehr thut, als daß ste Jesum liebt! Verfaffer unbekannt. 2. Still wandelt sie an seiner Hand, ein selig Kind des Lichts, das Antlitz hin zu ihm gewandt, und scheut 413. und 3. Sie ziehet muthig Mel. Es ist genug ic. pie's Gott ge. fällt", das ist mein bestes Wort; mir Lob- und Danklieder. 377 stillen::: wo's Gott gefällt.:,: geh' es, wie Gott will.| damit will ich mein Herze Zeigt er den Weg, so find' ich hier und dort das angenehmste Ziel. Wohl dem, der sich von Gott läßt führen, der wird viel Trost darinnen spüren::: wie's Gott gefällt.: 2. Was Gott gefällt, es sei Freud' oder Leid, ich nehme beides an. Er weiß allein, was meiner Seligfeit vor anderm dienen kann; damit wird er mich überschütten. Im Namen Jesu will ich bitten::,: was Gott gefällt. 3. Wo's Gott gefällt, so gilt kein Hinderniß, wenn er mir was bescheert. Ge. fällt's ihm nicht, so schadet das gewiß, was man sich selbst begehrt. Drum geb' ich mich in Gottes Willen, 4. Wenn's Gott gefällt, alsdann wird es geschehn, ich traue seiner Huld. Ich werd' es schon heut oder morgen sehn; drum wart' ich mit Geduld. Gott wird ja nicht zu lang' verziehen. Mein Herzenswunsch wird mir verliehen, wenn's Gott gefällt.:,: 5. Wie's Gott gefällt", so mach' ich den Beschluß. Es sorge, wer da will, ich weiß doch wohl, daß es so gehen muß, wie Gott ſetzt Maß und Ziel. Derselbe läßt mich nicht verderben, ich mag gleich leben oder sterben::: wie's Gott gefällt.:,: Joh. Hängschel( 1707-1748). II. Liebe zu Gott und Jesus. ( Lob- und Danklieder.) Mel. Es ift bas Heil uns ic. 414.ringt her dem Herren Lob und Ehr' aus freudigem Gemüthe; ein jeder Gottes Ruhm vermehr' und preise seine Güte; ach, lobet, lobet alle Gott, der uns befreiet aus der Noth, und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunder 378 Lob und Danklieder. werke, die Majestät und| bet fort und fort: drum Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, da durch er alle Ding' erhält: drum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väterlicher Gnad'uns allen hat gegeben, der uns durch seine Engel schützt und täglich schenket, was uns nüßt: drum dantet seinem Namen! 4. Lobt Gott; er giebt uns seinen Sohn, der für uns ist gestorben und uns des ewgen Lebens Kron' durch seinen Tod erworben; der Tod und Hölle macht zu Spott und uns versöhnt mit unserm Gott: drum danket seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und alles Gute noch verheißt, uns stärket, kräftigt, gründet, der uns erleuchtet durch fein Wort, regiert und trei danket seinem Namen! 6. Lobt Gott, der auch dies gute Werk, so in uns angefangen, vollführen wird und geben Stärk', das Kleinod zu erlangen, daß er hat Allen dargestellt und seinen Gläub'gen vorbehält: drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, thr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen; es loben Gott mit heller Stimm', die hier auf Erden wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spät, ja alles, was nur dem hat, das danke seinem Namen! Christian Günther( 1649-1704). Eigene Melodie. von meinen 415. Der du das Loos Tagen und meines Lebens Glück und Plagen mit Güt' und Weisheit mir bestimmt, dir, Gott, dank' ich mit frohem Herzen, das seine Freuden, seine Schmerzen aus deinen Segenshänden nimmt. 2. Du haft im Lauf von meinem Leben mehr Glüd Lob- und Danklieder. 379 dieser unbeständ'gen Welt. als Leiden mir gegeben,| funft Hoffnung bauen in mehr Gut's, als ich ver dient, bescheert. Mußt' ich den Abend lang' auch weinen, läßt du mir doch die Sonne scheinen, wann faum der Morgen wiederkehrt. 6. Ja, Herr, es sei mein ganzes Leben bloß deiner Leitung übergeben, bis dieser Lebensbaum zerbricht. Ob Berge weichen, Hügel fallen, fest bleibt dein Bund den Deinen allen und deine Gnade weichet nicht. Johann Pazke( 1727-1787). 3. Soll ich nach deinem Wohlgefallen durch man cher Prüfung Enge wallen, die Fleisch und Blut mir schwerer macht, so darf mein Herz doch nicht verMel. Was Gott thut, bas ift 2c. zagen; ich weiß, du bist 416. Dich, Jefu, laß bei ich ewig nicht; meinen Plagen stets auf mein wahres Wohl bedacht dir bleibt mein Herz er geben; du kennst dies Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 4. Selbst aus des Lebens Bitterfeiten weißt du mein Glück mir zu bereiten und schaffst aus Finsternissen Licht; du bahnst vor mir die rauhen Stege und leis test mich auf ebnem Wege, wenn Licht und Leitung mir gebricht. 5. Drum soll vor dir mein Herz sich stillen; ich weiß, daß ohne deinen Willen kein Haar von meinem Haupte fällt. Auf dich allein kann ich vertrauen und meiner 3u2. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben; der Glaubensbund hat festen Grund: die deiner sich nicht schämen, die kann dir niemand nehmen. 3. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht. Aus göttlichem jXsXy 380 Lob- und Danflieder. Erbarmen gingst du für 7. Dich, Jesu, laß ich Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. ewig nicht; nie soll mein Glaube wanken, und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb' ich mit dem Gedanfen: mein Freund ist mein, und ich bin sein; er ist mein Schuß, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich( 1713-1780). 4. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht. Du stärkest mich von oben; auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich halt' an dir, du bleibst bei mir. Wie sehr mich Feinde haffen, du wirst mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, dich, Gottes größte Gabe, ich weiß, daß mir kein Gut gebricht, Herr, wenn ich dich nur habe. Sucht mich die Welt durch Gut und Geld dir ungetreu zu machen, so will ich ste verlachen. Eigene Melodie. 417. Dir, bir, Jehovah, will ich singen; denn wo ist doch ein sol cher Gott wie du? dir will ich meine Lieder bringen: ach, gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 6. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht; nichts soll mich 2. Zieh mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine von dir scheiden. Es blei- Sinne und Verstand rebet jedes Christen Pflicht, mit seinem Herrn zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit, bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. gier', daß ich den Frieden Gottes schmeck' und fühl' und dir darob im Herzen sing' und spiel'. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß Lob- und Danklieder. 381 mein Singen recht gethan;| geschieht, durch welchen ich so klingt es schön in meinem Liede, so bet' ich dich in Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen fing' im höhern Chor. dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad' um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugniß habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange federzeit, die giebst du und thust überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und be. gehr'. 8. Wohl mir! ich bitt' in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! 4. Dein Geift kann mich bet dir vertreten mit Seuf zern, die ganz unaussprechlich sind; er lehret mich recht gläubig beten, giebt Beugniß meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Chrifti sei, daher ich Abba, lieber Vater, schrei'. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch deines heil'gen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb', daß mirs die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab' gethan. 6. Was mich dein Geift felbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht't und wird gewiß von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohns Bartholom. Craffelius ( 1677-1724). Mel. O Jesu, mein Vergnügen. 418. Du, dem ich angehöre, o Heiland, Jesu Christ, dem oft die stille Zähre zur Huldigung und Ehre aus frommen Augen fließt: 99( 0) K r X s X v R s X 382 Lob- und Danklieder. 2. Wenn in Erinnerungen| Wege fehret, der zum Ver. an dein Verdienst versenkt, derben führt: von Liebe tief durchdrungen, im Geist von dir umschlungen, dich meine Seele denkt: 8. Dir bin ich hingegeben zu Lieb und Dankbarkeit. Mein Ruhen und mein Streben, mein Sterben und mein Leben sei, Jesu, dir geweiht! 3. Alsdann wird diese Erde, auch einst bewohnt von dir, troß mancherlei Beschwerde, die ich hier inne werde, zum Heiligthume mir. 9. Du Wonne meiner Seele, mein Ruhm, mein Lobgesang, dem ich mein Herz vermähle, Versöhner meiner Fehle, dein bin ich lebenslang! Karl Wehran( 1761-1808). 4. Jch folge deinen Blikfen, ich hang' an deiner Hand und schaue mit Entzücken hin, wo nicht Leiden drücken, dir nach ins Vaterland. 5. Du, der nur andern lebte, der nur für andre litt, nur uns zu retten strebte und, ob das Herz gleich bebte, doch selbst zum Sterben schritt; 6. Du, der mich lehret hoffen und glauben und vertrau'n, durch den ich kann, getroffen vom Grau'n des Todes, offen die wahre Heimath schaun; 7. Du, der mich handeln lehret, wie es vor Gott gebührt, und der mir unversehret den Fuß vom Eigene Melodie. 419. Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke. Vor dir beugt die Erde sich und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen stimmen dir ein Loblied an, alle Engel, die dir dienen, rufen dir in selger Ruh: heilig, heilig, heilig zu. 3. Heilig, Herr Gott Zeba. oth, heilig, Herr der Krieges, Lob- und Danklteder. 383 gemacht. heere, starker Helfer in der| bracht, von der Sünde frei Noth; Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von deinem Ruhm, alles ist dein Eigenthum. 4. Der Apostel heilger Chor, der Propheten große Menge schickt zu deinem Thron empor neue Lobund Dankgesänge; der Blutzeugen große Schaar lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Er denkreis loben Große und auch Kleine dich, Gott Vater, dir zum Preis singt die heilige Gemeine; ste verehrt auf seinem Thron deinen eingebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heil'. gen Geist, welcher uns mit solchen Lehren und mit Troste träftig speift, der, DKönig aller Ehren, der mit dir, Herr Jesu Christ, und dem Vater ewig ist. 7. Du, des ew'gen Vaters Sohn, haft die Menschheit angenommen; du bist auch von deinem Thron zu uns auf die Welt gekommen. Gnade hast du uns ge8. Nunmehr steht das Himmelsthor allen, welche glauben, offen; du stellst uns dem Vater vor, wenn wir findlich auf ihn hoffen; endlich kommst du zum Gericht, Zeit und Stunde weiß man nicht. 9. Steh, Herr, deinen Dienern bei, welche dich mit Demuth bitten; alle machtest du ja frei durch den Tod, den du gelitten. Nimm uns nach vollbrachtem Lauf zu dir in den Himmel auf! 10. Sieh dein Volk in Gnaden an, hilf uns, segne, Herr, dein Erbe! Leit' es auf der rechten Bahn, daß der Feind es nicht verderbe! Hilf, daß es durch Buß' und Flehn dich im Himmel möge sehn! 11. Alle Tage wollen wir dich und deinen Namen preisen und zu allen Zei ten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Gieb, daß jeder sündenfrei deiner Gnade würdig set. 12. Herr, erbarm', er9 XXX X+ X+ X/ R» X 384 Lob- und Danklieder. barme dich! Auf uns| Vater im höchsten Thron, komme, Herr, dein Segen! Deine Güte zeige sich allen der Verheißung wegen! Auf dich hoffen wir allein, laß uns nicht verloren sein! Verfaffer unbekannt. deinen rechten und ein'gen Sohn, den heilgen Geist und Tröster werth, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Eigene Melodie. 420. err Gott, bich loben wir, Herr Gott, wir danken dir. Dich, Gott, Vate: un Ewigkeit, ehret die Welt sehr weit und breit. All' Engel und Himmelsheer, und was dienet deiner Ehr', auch Cherubim und Seraphim singen immer mit hoher Stimm': heilig ist unser Gott, heilig ist unser Gott, heilig ist unser Gott! der Herre Zebaoth. 2. Dein göttlich' Macht und Herrlichkeit geht über Himmel und Erde weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all', die theuren Märt'rer allzumal loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werthe Christenheit rühmt dich auf Erden allezeit; dich, Gott, 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewger Sohn du bist! Der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht, zu erlösen daß menschlich' Geschlecht. Du haft dem Tod zerstört sein' Macht und all' Christen zum Himmel bracht. Du sißt zur Rechten Gottes gleich mit aller Ehr' ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist alles, was todt und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, die mit dein'm theur'n Blut er. löset sein. Laß uns im Himmel haben Theil mit den Heilgen in ewgem Heil! Hilf dein'm Volk, Herr Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist; wart' und pfleg' ihr'r zu aller Zeit und heb' ste hoch in Ewigkeit. 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich und ehr'n Lob- und Danklieder. dein'n Namen stetiglich. Behüt' uns heut, du treuer Gott, vor aller Sünd' und Missethat! Sei uns gnädig, o Herre Gott, sei uns gnädig in aller Noth; zeig' uns deine Barmherzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr: in Schanden laß uns nimmermehr! Amen! Te Deum laudamus, von Ambrofius(+ 397); deutsch von Martin Luther. mi odsild omns Eigene Melobie. Ja 421. erzlich lieb hab' ich dich, o Herr! Ich bitte, sei von mir nicht fern mit deiner Hilf' und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, wenn ich nur dich kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zer bricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Heil und meines Herzens Trost, der du mich durch dein Blut erlöst. Herr Jesu Chrift, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr! FO 385 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab' mein Leib und Seel' und was ich hab' in diesem armen Leben; damit ich's brauch' zum Lobe dein, zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst du mir Gnade geben. Behüt' mich, Herr, vor fal. scher Lehr', des Satans Mord und Lügen wehr'; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ich's trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst' meine Seel' in Todesnoth! 3. Ach laffe, Herr, die Engel dein am letzten End' die Seele mein in Abrahams Schooß tragen, den Leib in seinem Kämmerlein gar sanft, ohn' alle Qual und Pein, ruhn bis zum jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwede mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud', o Got tes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich! ich will dich preisen ewiglich.d Martin Schalling( 1582-1608). 25. goe Kr X/ X X/ X/ X r 386 Lob- und In Mel. Erquide mich, du Heil ditu dis der Sünder. 422. h Ich bete an die Macht der Danklieder. selig ruht. Du, Heiland meines tiefen Falles, für dich ist ewig Herz und Alles. Liebe, die sich in Jesu offenbart; ich geb' mich hin dem freien Triebe, mit dem ich Staub geliebet ward; ich will anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. 91 2. Wie bist du mir so sehr gewogen, und wie verlangt mein Herz nach dir! Durch Liebe fanft und stark gezogen, neigt sich mein Alles auch zu dir; du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich und ich dich erlesen. 3. Jch fühl's, du bist's, ich muß dich haben, ich fühl's, ich muß für dich nur sein. Nicht im Gei 5. Ehr' sei dem hohen Jesusnamen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem der Sel'. gen Schaar bort trinkt! Wie beugen sie sich ohne Ende! Wie falten sie die frohen Hände! 6. Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein! Möcht' deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein! Im Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen. Gerhard Tersteegen( 1697-1769). mit Eigene Melodie. schöpf, nicht in den Gaben, 423. Ich will ich lie. mein in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen, drum folg' ich deinen sel'gen Zügen. 4. Dein ewig sei mein Herz und Leben, Erlöser, du mein einzig Gut; für dich hast du mir's nur ge geben, in dir es still und ben, meine Stärke, ich will dich lieben meine Zier, ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier; ich will dich lieben, schön. stes Licht, bis mir das Herze bricht. dni Had 2. Ich will dich lieben, Lob- und Danflieder. 387 o mein Leben, als meinen| nicht mehr irre gehn! Laß allerbesten Freund; ich will dich lieben und er. heben, so lange mich dein Glanz bescheint; ich will dich lieben, Gotteslamm, als Seelenbräutigam. meinen Fuß auf deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleucht' mir Leib und Seele ganz, du schöner Himmelsglanz! 7. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott; ich will dich lieben ohne Lohne auch in der allergrößten Noth; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 3oh. Scheffler( 1624-1877). u smjer 3. Ach, daß ich dich so spät erfennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte no Eigene Melobie. dich und fand dich nicht. 424. Ich hatte mich von dir gewendet, ich liebte das geschaffne Licht; nun aber ist's durch dich geschehn, daß ich dich hab' ersehn. Jefu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier, ach, wie lang', wie lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst lieber werden! 7df1bp 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht ge bracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du 2. Unter deinem Schirmich froh und frei gemacht; men bin ich vor dem Stürich danke dir, du ew'ger men aller Feinde frei. Hort, daß mich geheilt dein Mag die Hölle wüthen, ich Wort. gol aire ich kann Troß ihr bieten; Je. 12 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich sus fteht mir bei. Ob die Welt in Trümmer fällt, 25* Rr 388 Lob und Danflieder. ob gleich Sünd' und Tod| denmeister, Jesus, tritt mich schrecken, Jesus wird mich decken. herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Gegen sein. Duld' ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Frand( 1618-1677). 3. Mag der Feind mir nahen, mich der Tod umfahen, dennoch hab' ich Muth. Zürne, Welt, und tobe, meinen Gott ich lobe in gar sichrer Hut. Gottes Macht hält mich in acht; Erd' und Abgrund mögen mel. Alle Menschen müssen sterben. zittern, nichts kann mich 425. Jesus schwebt mir in Gedanken, 4. Weg mit allenSchäßzen! Jesus liegt mir ftets Du bist mein Ergößen, im Sinn; von ihm will Jesu, meine Lust. Weg, ich nimmer wanken, weil ihr eitlen Ehren! Will von ich hier im Leben bin. Er euch nicht hören, bleibt ist meiner Augen Weide, mir unbewußt! Elend, meines Herzens höchste Noth, Kreuz, Schmach und Freude, meiner Seele schönTod soll mich, ob ich viel ste Zier: Jesus lieb' ich muß leiden, nicht von Jesu für und für. scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht! Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehrans Licht; gute Nacht, du Stolz und Pracht, dir sei ganz, du Sündenleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauer aeifter! denn mein Freu2. Jesus funkelt mir im Herzen, wie der goldnen Sterne Schein; er vertreibt mir Angst und Schmerzen, er ist mein und ich bin sein. Drum ergreif' ich ihn mit Freuden, wenn ich soll von hinnen schei. den; er ist meines Lebens Licht: Jesus laß ich von mir nicht. 3. Jesu habe ich ge. Lob- und Dankliedes. 389 schworen, da ich von den entkräftet meine Glieder, Sünden rein und von neuem ward geboren in der heil'gen Taufe mein; ihm will ich den Schwur auch halten und in allem lassen walten, es sei Leben oder Tod: Jesus hilft aus aller Noth. ruhn 4. Jesus will ich bei mir haben, wenn ich gehe aus und ein; seines Geistes Trost und Gaben in meines Herzens Schrein; wenn ich mich zur Ruh begebe oder mich vom Schlaf erhebe, bleibt doch Jesus früh und spät meiner Seele Schuß und Rath. 5. Jesus will ich lassen rathen, der am besten rathen fann; er gesegne meine Thaten, die ich fröhlich fange an, daß in seinem theuren Namen alles glücklich sei und Amen: so wird alles werden gut; wohlgethan ist, was er thut. 6. Jefus, meiner Jugend Leiter und Regierer meiner Sinn', wird auch sein mein Trostbereiter, wenn ich alt und fraftlos bin, wenn und die Lebenssonn' geht nieder, ste verdunkelt mein Gesicht: meinen Jesus laff' ich nicht. 7. Jesus soll in allen Leiden mein getreuer Beistand sein: nichts, nichts soll mich von ihm scheiden; es soll keine Herzens pein, keine Trübsal, keine Schmerzen reißen ihn aus meinem Herzen. Ob mir gleich mein Herz zerbricht, laff' ich dennoch Jesus nicht. 8. Jesu leben, Jesu sterben, Jesu einzig eigen sein und mit Jesu dorten. erben, dies ist mein Gewinn allein. Jesu will ich sein und bleiben, nichts, nichts soll mich von ihm treiben. Laff' ich gleich Gut, Blut und Ehr', Jesus dennoch nimmermehr! dot fol Verfaffer unbekannt. Thermoped, ind Eigene Melobie. 426. Sobe ben Herren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren. Kommet Rr Lob- und Danklieder. 390 zu Hauf, Pfalter und Harfe, wacht auf, laffet den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adlers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret? lol 3. Lobe den Herren, der fünftlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet: in wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 14. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Him mel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jakobs ist, welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen und hofft getroft auf Jesum Chrift! Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rath und That. :: Halleluja.:: Disk 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden, und, nism was darinnen ist, gemacht; 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe den heiligen Namen! Er ist dein Licht: Seele, vergiß es ja nicht, lob' ihn in Ewigkeit! Amen. die Eigene Meloble.outp 427. Sobe den Herren, o meine Seele: ich will ihn loben bis zum Tod! So lang' ich Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel' gegeben hat, werde gepriesen früh und spät. :: Halleluja.:: and sim 2. Fürsten sind Menschen, vom Weibe geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an.:: Halleluja.:,: Joachim Neander( 1650-1680). od 5155 stasig Lob und Dánklieder. 391 alles muß pünktlich er- 8. Rühmet, ihr Menschen, füllet werden, was er uns den hohen Namen des, einmal zugedacht. Er ist's, der so große Wunder thut; der Herrscher aller Welt, alles, was Odem hat, rufe welcher uns ewig Glauben Amen und bringe Lob mit hält.:: Halleluja.:: frohem Muth! Ihr Kin 5. Müssen hier Manche noch Unrecht leiden, er ist's, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen wird er an Speise bescheiden, was Joh. Herrnschmidt( 1875-1723). ihnen dient zur Lebenskraft.nim rd and Die hart Gebundnen macht mel. Nun lob', mein Seel', ben ic er frei, und seine Gnab' 428.an lobt dich in der Stille, du ift mancherlei.:,: Halleluja.:: topping de 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn; wo ei kann einige Fromme finden, die läßt er eine Liebe sehn; sein Aufsehn ist des Fremden Truß, Wittwen und Waisen ist er Schuß. :,: Halleluja.:,: hi 7. Aber der Gottesvergeffenen Tritte fehrt er mit starker Hand zurück, daß ste nur wählen verfehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich: Zion, dein Gott sorgt stets für dich.:: Halleluja.:: der Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heil'gen Geist.:: Halle. luja.:,: gad hocherhabner Zionsgott; des Rühmens ist die Fülle vor dir, o Herr Gott Zeba. oth! Du bist doch, Herr, auf Erden der Frommen Zuversicht; in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jedermann und deinen Ruhm vermehren, so lang' er lallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel' und jauchzen hell, die deinem Dienst sich weihen. Gelobt seist du, Gott Jsrael! Dein Name sei gepriesen, der große Wunder 392 Lob- und Danklieder. thut, und der auch mir er-| mer nicht, nicht in meinem wiesen, was heilsam ist und gut. Drum geb' ich mich mit Freuden dir, Herr, zu eigen hin, nichts soll von dir mich scheiden, so lang' ich leb' und bin.sti od ganzen Leben; ihm hab' ich voll Zuversicht, was ich bin und hab', ergeben; alles ist auf ihn gericht't: meinen Jesus lass' ich nicht. 3. Herr, du haft deinen Namen so herrlich in der Welt gemacht; wenn Schwache zu dir kamen, hast du mit Hilf' an sie gedacht. Du hast mir 3. Laß vergehen das Gesicht, alle Ginne mir entweichen, laß das lette Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebensfaden bricht: meinen Jesus lass' ich nicht. Gnad' erzeiget: nun, wie 4. Ich werd' ihn auch vergelt' ich's dir? Ach, lassen nicht, wenn ich nun bleise mir geneiget, so dahin gelanget, wo vor will ich für und für den feinem Angesicht frommer Kelch des Heils erheben Christen Glaube pranget. und preisen weit und breit Mich erfreut sein Angesicht: dich, Herr, mein Gott, im meinen Jesus laff' ich nicht. Leben und dort in Ewig- 5. Nicht nach Welt, feit. Mom Johann Rift( 1607-1667). nisummaris childhibi gal darbs nach Himmel nicht meiner Seele Grund sich sehnet: Jesus wünsch' ich und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, der mich Eigene Meloble. die 429. laff ich nicht, frei macht vom Gericht: einen meinen Jesus laff' ich nicht. 6. Jesus laff' ich nicht von mir, geh' ihm ewig an der Seiten; Chriftus läßt mich für und für zu den Lebensbächen leiten. Selig, wer mit mir so spricht weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, nur allein für ihn zu leben, er ist meines Lebens Licht: meinen Jesus laff' ich nicht. mis sor 19 2. Jesus laß ich nim Lob- und Danklieder. meinen Jesus lass' ich nicht! 431. tos His Christian Keimann( 1607-1662). paninindi in slogar Eigene Melodie. 430.un un danket Alle Gott mit 393 431. und bringet Mel Lobt Gott, ihr Chriften ic. un All' Martin Rintart( 1588-1649). 10 Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer erhebt im Himmelszelt, 1910 913, 196 Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jetzt 3. Der uns von Mutter. hat gethan! M 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut.s leibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch mehr helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 2. Der ewig reiche Gott woll' uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad' erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth er lösen hier und dort. 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohne und auch dem heil'gen Geist im höchsten Himmelsthrone, ihm, dem dreiein'gen Gott, als der ursprünglich war und ist und bleiben wird wie jetzt, so immerdar. tiofp/ are) 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch gnädig bleibt und gut, die Straf' erläßt, die Sünd' vergiebt und nichts als Gutes thut. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf' all' Angst, Sorg', Furcht und Schmerz ins Meeres Tiefe hin.goob monist 6. Er laffe seinen Frie. den ruhn auf unserm Vaterland; und gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand'. biste 7. Er laffe seine Lieb' 394 Lob- und Dankltedet. und Güt' um, bei und mit| laffen sein heiltg Recht uns gehn, was aber ängstet und sein Gericht. Sein' und bemüht, gar ferne Güt' ist ohne Maßen, es von uns stehn.( mangelt an Erbarmung 8. So lange dieses Leben nicht. Den Zorn läßt er währt, sei er stets unser wohl fahren, straft nicht Heil, und bleib' auch, wenn nach unsrer Schuld, läßt wir von der Erd' abscheiden, Goade uns erfahren, Verunser Theil. si to zagten seine Huld. Sein' 9. Er brücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig' uns drauf sein Angesicht dort in der ew'gen Ruh. Güt' ist hoch erhaben ob dem, der fürchtet ihn. So fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd' dahin. Isla sh Paul Gerhardt( 1606-1676). fidis dit not sad Eigene Melodie. 3. Wie Väter sich erbarmen, wenn ihre Kinder hilflos schrein, so thut der Herr uns Armen, 432.un lob', mein' Seel', den Herren, was in mir ist, den Namen sein, der stets sein' Gnad' will mehren, vergiß es nicht, o Herze mein. Er hat die Sünd' vergeben, heilt deine Schwachheit groß, beschirmt dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schooß, mit Trost er überschüttet, ver- 4. Nur Gottes Gnad' jüngt dem Adler gleich. Der Herr schafft Recht, behütet die Leidenden im Reich. Connte molle wenn wir ihn fürchten findlich kennet unsre Schwäche, er weiß, wir sind nur Staub, ein Gras auf dürrer Fläche, ein' Blum' und fallend Laub; der Wind nur 08 drüber wehet, so ist es nimmer da: also der Mensch vergehet, sein End' ist stets ihm nah! napitis 2. Er hat uns wissen alleine bleibt spät und fest in Ewigkeit bei seines Sohns Gemeine, die stets in seiner Furcht bereit. Gein Bund ist nicht ver. Lob- und Danklieder. 395 altet, er herrscht im Him-| 4. Er giebt uns Speiſe melreich. Ihr starken En- reichlich und überall, nach gel, waltet des Lobs und Vaterweise sättigt er alldient zugleich dem großen zumal; er schaffet früh und Herrn zu Ehren und treibt späten Regen,:,: füllet uns sein heilig Wort; mein alle mit seinem Segen.:;: Geist soll auch vermehren sein Lob an jedem Ort. Johann Graumann( 1487-1541). op madingi mild 5. Drum preis' und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, wertheste Christenheit! Und soll hin. fort fein Unfall schaden. :: Freue dich, Israel, seiner Gnaden! Eigene Melodie. 433.un preifet Alle Gottes Barm- Matth. Apelles v. Löwenstern herzigkeit! Lob ihn mits( 1594-1648).res Schalle, wertheste Christen- ad30 251100 g 3918 heit! Er läßt dich freund- dilis Eigene Melobie. 19do! lich zu sich laden;:,: freue 434. daß ich tausend dich, Israel, seiner Gnaden!: di Te Bungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt' ich da. mit um die Wette von allertiefftem Herzensgrund' ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht, o daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang' es noch im Laufe geht! Ach, wäre jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, froh ihm zu Füßen fällt; viel tausend Engel um ihn schweben;:: Psalter und Harfe ihm Ehre geben.:: 3. Wohlauf, ihr Heiden, laffet das Trauern sein, zu grünen Weiden stellet euch willig ein! Da läßt er uns sein Wort verkünden,:: machet uns ledig von allen Sünden.:: APARATE 396 Lob- und Danklieder. 3. Was schweigt ihr denn,| meinem Nußen haft bes ihr meine Kräfte? Auf, stellt. auf, braucht allen euren 7. Mein treuster Jesu, Fleiß und stehet munter fet gepriesen, daß dein er. im Geschäfte zu Gottes, barmungsvolles Herz stch meines Herren, Preis! mir so hilfreich hat bewieMein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. dorod da 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm be. lebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach, alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehilfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Lob sei dir, liebster Gott und Vater, für Leib und Seele, Hab' und Gut; Lob set dir, mildester Berather, für alles, was dein Lieben thut, und was du in der ganzen Welt zu sen und mich durch deinen Todesschmerz vom Sündenelend hat befreit und dir zum Eigenthum geweiht. 8. Auch dir sei ewig Lob und Ehre, o heiligwerther Gottesgeist, für deine süße Himmelslehre, die mich ein Kind des Lebens heißt! Was Gutes soll durch mich gedeihn, das wirkt dein göttlich Licht allein. hid mit Gegen? Bist du es 9. Wer überströmet mich nicht, o reicher Gott? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Wie sollt' ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? wie sollt' ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, jo will ich doch rig sein. Lob und Danklieder. 397 nicht trau-| Seelennoth so ganz ver. siden mag zu stillen und in der Leidenszeit mich reichlich kann erfüllen mit Trost und Freudigkeit. bi 3. Laß, Heiland, mich erblicken dein freundlich Angesicht, mein Herze zu erquicken; komm, komm, mein Freudenlicht! Denn ohne dich zu leben ist lauter Herzeleid; vor deinen Augen schweben ist wahre Seligfeit. 201193 11. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird fraftlos sein, so stimm' ich noch mit Seufzen ein. 12. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden, wenn ich den Engeln 4. O reicher Quell des ähnlich bin: da sing' ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Lebens, o Jesu, süße Ruh, dich such' ich nie vergebens, schickt Gott ein Kreuz mir 31. Drum will ich stille leiden, und soll mich feine Pein von deiner Liebe schei. Joh. Menger( 1658-1784). e marrd die Mel. Valet will ich bir geben. 435. Shaß über alle Schäße, o Jesu, den, noch mir beschwerlich sein. du mein Ruhm, an dem ich mich ergöße, dir sei ein Heiligthum in meinem treuen Herzen, mein Heiland, zugetheilt, weil du mit beinen Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. 5. Mein Herze bleibt er geben dein eigen für und für im Sterben und im Leben. Viel lieber will mit dir deskreuzesSchmach ich leiden, als, Heiland, ohne dich genießen eitle Freuden, reich und doch jämmerlich. anazollo 2. Ach, Freude meiner Freuden, du wahres Himmelsbrot, damit ich mich kann weiden, das meine 6. D Herrlichkeit der Erden, dich mag und will PixixrPs gege Lob- und Danklieder. 398 ich nicht! Mein Geist will himmlisch werden und ist dahin gericht't, wo Jesus wird geschauet: da sehn' ich mich hinein, wo Jesus Hütten bauet; denn dort ift gut zu sein.dsbilde 7. Nun, Jesu, mein Verlangen, so komm und wohn' in mir, laß fest an dir mich hangen, du, meiner Seele Bier, feß' endlich mich aus Gnaden in deine Freudenstadt: so kann mir niemand schaden, so bin ich reich und satt. ands Salomon Liscov( 1640-1689). TE is 100 1510 Mel. Es ist das Heil uns ic. 436. Se ei Lob und Ehr' dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt: gebt unserm Gott die Ehre!, aln nadisl di 2. Es danken dir die Himmelsheer', o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, in die preisen deine Schöpfer. macht, die alles also wohl. bedacht: gebt unserm Gott die Ehre! ogni sin 3. Was unser Gott erschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spät mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich: gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen; drum dank', ach Gott, drum dank' ich dir; ach, danket, danket Gott mit mir: gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her: gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Troft und Hilf' ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt Lob- und Danklieder. 399 Mel. Befiehl bu beine Wege. 437. mit seinem überfluß der Schöpfer ſelbst und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden so bleib' ich dir doch treu, Ruh: gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, meinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich; mein Geist und Leib er freue dich: gebt unserm Gott die Ehre! daß Dankbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sei! Für mich umfing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz, drum geb' ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist, und mancher von den Deinen dich lebenslang ver gißt. Von Liebe nur durch. drungen, hast du so viel gethan, und doch bist du verklungen, und Wen'ge denken dran. 8. Thr, die ihr Chrifti Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Thr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gößen macht zu Spott; der Herr ist Gott, der Herr ist Gott: gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht, mit Jauchzen Dank zu bringen; bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohlbe. dacht und alles, alles recht gemacht, gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Schüß( 1840-1890). enn Alle untreu werden, 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe steget, am Ende fühlt man ste, weint bitterlich und schmieget sich findlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden; o lasse nicht von mir! Laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brü. 400 Lob- und Danklieder. der auch wieder himmel-| nach oben hält. Hingesenkt wärts und sinken liebend nieder und fallen dir ans Herz. dyr" disla Friebr. v. Hardenberg( Novalis) im Schauen kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. ( 1772-1801). 1908 Bu him Eigene Melodie. 438. enn enn ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt: weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb' und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg' an meinem Wanderftabe treugesinnt nur meinem Herrn; laffe still die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf' ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe mir doch seine Liebe sein, die mit sanftem 3win. gen alles wird erreichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, hab' ich auch die Welt, und des Himmels reiche Gabe meinen Blick 5. Bo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbtheil in die Hand; liebe Freund' und Brüder find' ich nun in seinen Jüngern wieder. Friebr. v. Hardenberg( Novalis) ( 1772-1801). UNITS du 1190 Mel. Seelenbräutigam. 439. keure er ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh! unter vielen außerkoren, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh. 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Noth zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Noth hat geführt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll' der Zeit, Glanz der Herrlichkeit. 4. Großer Siegesheld, Sünde, Höll' und Welt Lob- und Danklieder. 401 Sinn. haft du mächtig überwun-| Gewinn, gieb mir deinen den, und ein ewig Heil er funden durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 10. Wede mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsete, und mich nicht in seinem Neße Satan halte auf: fördre meinen Lauf. 5. Höchste Majestät, König und Prophet, deinen Scepter will ich küssen, wie Maria dir zu Füßen sißen früh und spät, höchste Majestät! toid no Jog 6. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigenthum, durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigenthum, du mein schönster Ruhm. 11. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög' und beten, freudig vor dein Antliß treten; ungefärbte Lieb' in die Seele gieb. 7. Zieh mich ganz zu dir, daß dein Lieben mir ganz durchströme Herz und Ginne und mein Sehnen ganz verrinne, füßes Heil, in dir: wohne du in mir! 8. Deiner Sanftmuth Schild, deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn, noch Stolz sich rege: vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild.short 9. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög' von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein 12. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken, habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht. 13. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste haffe, gieb mir, höchstes Gut, durch dein theures Blut. 14. Soll's zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. 3oh. Freylinghausen( 1670-1789). 26 9979 Lob- und Danklieder. 402 Mel. O baß ich tausend Jungen ic. 440. Pie sollt ich meinen Gott nicht lieben? Gott hat mich je und je geliebt und mir sein ganzes Herz verschrieben, da er den eignen Sohn mir giebt. Durch diese Gabe zeigt er an, wie herzlich er mir zugethan. 2. Er hat von Ewigkeit beschlossen, ich soll sein Kind und Erbe sein; bis her ist keine Zeit verfloffen, da nicht ein neuer Liebesschein mich täglich fester überzeugt, er fei mir väter lich geneigt. 3. Jch finde täglich so viel Proben, wie seine Liebe sich vermehrt und kann nicht preisen g'nug und loben, wie seine Huld nie aufgehört. Da geht kein Augen blid vorbei, der nicht ein Beuge seiner Treu. dse 4. So hat er mich zu sich gezogen, daß ich nicht mehr mein eigen bin; und weil er mir so sehr gewogen und liebet mich von Anbeginn, so ist es meines Herzens Schluß, daß ich ihn wieder lieben muß. 5. Wer wollte sich nicht ziehen lassen, wenn man in Liebesfeilen geht? Gewiß, der muß sich selber haffen, der dieser Liebe widersteht und nicht, von Gegenlieb' entbrannt, gern geht an dieser Liebeshand. 6. Doch weil ich nicht meiner Schwachheit fähig aus eignen Kräften bei bin, des Fleisches Lust ans Kreuz zu heften, so zieh, mein Gott, den trägen Sinn durch deine Kraft so fest zu dir, daß ich in dir und du in mir. 7. Gieb, daß ich mich der Welt entziehe, die mich auf Sündenwege führt, und ihre goldnen Neße fliehe, darinnen Mancher sich ver liert, wenn er bei Wolluft, Gut und Geld in Seelennoth und Tod verfällt. S. Führst du mich gleich auf rauhen Wegen, das Kreuz ist auch ein Liebes. seil. Wer dessen Frucht will recht erwägen, der findet hier das beste Theil, das ihn auch auf der Dor. Lob- und Danklieder. 403 nenbahn zu Himmelsfreu-| freundlichen Gesicht. In den führen kann. 9. Und endlich wirf mir auch im Sterben das Rettungsseil der Liebe zu, und ziehe mich aus dem Verderben durch Jesu Tod ins Land der Ruh. Dort ist die beste Einigkeit, da lieben wir in Ewigkeit. dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle, du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Haß der Welt kann mich nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. Benj. Schmold( 1672-1787). 441.i Eigene Melodie. Pie wohl ist mir, o Freund der Seele, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich steige aus der Schwermuthshöhle und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit der Fülle sel'ger Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden: wer sollte nicht vergnüget werden, der in dir suchet Ruh und Luft! 2. Die Welt mag meine Feindin heißen: es sei also; ich trau' ihr nicht. Wenn sie mir gleich will Lieb' erweisen bei einem 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blißt auf mich des Gesetzes Weh, zeigt sich die Hölle meinen Blicken, so schau ich gläubig in die Höh und flieh zu dir und deinen Wunden: da hab' ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil: wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du durch Wüsten meine Reise, ich folg' und lehne mich auf dich; du nährest mich mit Himmelsspeise und labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, ste enden sich in Lieb' und Gegen: genug, wenn ich 267 404 Lob- und Danklieder. dich bei mir hab'. Ich| Trost, mein Freund ist weiß, wen du willst herr- mein. lich zieren und über Sonn' und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. Wolfgang Deßler( 1660-1722). Mel. Jefu, meines Lebens Leben. 442.omit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Ze baoth? Sende mir dazu Geistes feinen, o du mein Heil von oben deines und Leben, ruht. Kann Kraft, mein Gott! Sonst der des Weges Ende scheuen, der aus dem Wald, wo Mörder drohen, gelanget in die Sicherheit? kann nie mein Lob erreichen deine Gnad' und Liebeszeichen: tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. Gemüthe, daß ich deine 2. Herr, entzünde mein Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht! Denn von deinen Gnadenströmen dürfen Leib und Seele nehmen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. Der Tod mag andern düfter scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Muth in dir, der du verläsfest Mein Licht, so will auch ich mit Freuden aus diesem dunklen Thale scheiden zur sel'gen Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn' auf dich! Mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, weil du, mein Freund, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüthe nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit deinen Schmeicheleien! nichts fann, als Jesus, 3. Denk ich, wie ich dich verlassen und gehäufet Schuld auf Schuld, so möcht' ich vor Scham er. blaffen vor der Langmuth und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen haft mich erfreuen. Dreicher getragen mit Erbarmen. Lob und Danklieder. 405 Tausend, tausendmal sei| und Wahrheit ist vor deidir, großer König, Dank dafür! 4. Wahrlich, wenn ich überlege, wie mit Lieb' und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, noch den Grund hier zu ergründen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! nem Angesicht; du, du trittst hervor in Klarheit, in Gerechtigkeit, Gericht, daß man soll aus deinen Werken deine Güt' und Allmacht merken. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. Du, Herr, bist mir nachgegangen, als ich in der Frre ging, in der Sünde Wahn befangen nur an Erdengütern hing, lehrtest mich nach Besserm trachten, wahre Schäße hoch nur achten; tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dant dafür! 8. Bald mit Lieben, bald mit Leiden, kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, ganz sich zu er. geben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht' an deinem Willen hangen: tausend, tausendmal sei dir! Großer König, Dank dafür! 6. D, wie hat mich deine Gnade stets gesucht, zu dir zu ziehn, daß ich von der Sünde Pfade zu den Wunden möchte fliehn, die mich ausgeföhnet haben und mir Kraft zum Leben gaben. Tausend, tausend mal sei dir, großer König, Dank dafür! 9. Wie ein Vater nimmt und giebet, wenn's den Kindern nüßlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenommen, wenn die Noth aufs höchste höchste kommen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 10. Mich haft du auf Adlers Flügeln oft ge tragen väterlich; in den 7. Ja, Herr, lauter Gnad' gove 406 Lob- und Danklieder. Thälern, auf den Hügeln| die Ewigkeiten: da will wunderbar errettet mich. ich, Herr, für und für Schien auch alles zu zer ewig, ewig danken dir! rinnen, ward doch deiner Ludwig Gotter( 1661-1735). Hilf' ich innen: tausend, th tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! ensiredit Eigene Melodie. 11. Fielen tausend mir zur Seiten und zur Rechten zehnmal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer. Nöthen, die auf mich einbrangen, bin ich glücklich dann entgangen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 12. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad' und Gütigkeit, und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, und durch dich, o Geist der Gnaden, werd' ich stets noch eingeladen: tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 13. Tausendmal sei dir gesungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen! Ach, laß meines Lebens Gang ferner noch durch Jesu Leiten hingehn in 443. underbarer König, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen: deine Gnadenströme hast du lassen fließen, ob wir dich schon oft verließen. Hilf uns noch, stärk' uns doch; laß uns fröhlich stngen, Lob und Preis dir bringen. 2. Jauchzet laut, ihr Himmel, unsern Gott zu ehren, lasset euer Loblied hören! Preise deinen Schöpfer, Sonne, deren Strahlen dieses große Rund bemalen; Mond und Stern', lobt den Herrn, ihr, der Allmacht Werke, rühmet, seine Stärke! 3. D du, meine Seele, singe fröhlich, singe ihm, dem Schöpfer aller Dinge! Was da Odem holet, falle vor ihm nieder, singe Dank- und Freudenlieder! Er ist Gott, Zebaoth, er Nächstenliebe. 407 nur ist zu loben hier und| Chriftum liebet, thm von ewig droben. 4. Halleluja singe, wer den Herrn erkennet und in Christo Vater nennet! Halleluja singe, welcher dotisla to list Herzen sich ergiebet! Welch ein Heil ist dein Theil! Einst wirst du dort oben ohne Sünd' ihn loben.og Joachim Neamber( 1650-1850) is stichism III. Liebe zum Nächsten. CONDO Usil prost Mel. Nun fich der Tag geendet hat.| wird durch deine Thüre 444. Chrift, wenn die Armen auch gehn, weil sie so gaftlich ist. einmal vor deiner Thüre stehn, merk auf, ob nicht in ihrer Zahl der Herr sei ungesehn. gni, ndos 6. Und ehe du ihn noch erfannt, der arm erschien vor dir, erhebt er seine heil'ge Hand, zum Segen für und für; cein amen 2. Und wenn ihr matter 7. 3um Segen über det. Ruf so bang' erschallt zu nen Tisch und über all' dir herein, horch auf, ob dein Gut und über deine seiner Stimme Klang nicht Kinder frisch und deinen möchte drunter sein. ofrohen Muth; 8. Zum Segen über deine Zeit, die du hienieden gehst, und über deine Ewigkeit, da du bort oben stehst; slici 1961 pr 9. Dort oben, wo er dann die Thür dir auf mit Freuden thut, wie ihm und seinen Brüdern hier du thatst mit from mem Muth. adnogrim xo bin Wilhelm pep( 1789-1854). 3. D nicht so fest und eng verschließ die Thüre und das Herz! Ach, wer den Heiland von sich stieß, was träfe den für Schmerz! 4. Drum öffne gern und mitleidsvoll dem Flehen den dein Haus, und reiche mild der Liebe Zoll dem Dürftigen hinaus. 5. Denn ehe du dich's wirst versehn, ist's dein Herr Jesus Chrift; dera terör 408 Nächstenliebe. Mel. O Durchbrecher aller Bande.| ich, Jesus litt noch mehr. 445.37enschenfreund, Ob er Böses von mir nach deinem benfet, sanfter will ich sein, wie er. Ob er Kummer mir bereitet, irrt vielleicht nur sein Verstand; weil er strauchelt, weil er gleitet, braucht er öfter meine Hand. Hand. Bilde bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanft muth, deine Milde sei mein köstlichster Gewinn. Unwerth wär' ich, dich zu fennen, liebt ich nicht, wie note du geliebt, unwerth, mich 5. Nimmer soll mein nach dir zu nennen, wenn ich andre schwer betrübt. 2. Jesu, wo du liebend nahtest, folgte Wohlthun deiner Spur, da du segnend Gutes thateft in der Hütte, auf der Flur, an dem Lager franker Brüder; wo du je nur hingeblickt, kehrte Freud' und Hoffnung wieder, und der Dulder ward erquickt. mug Herz ermüden, dem Bedrängten beizustehn. Es gewährt so hohen Frieden, seinen Schmerz geftillt zu sehn. Wer um Dank und Lohn nur ringet, hat dahin der Erde Lohn; wen die Liebe einzig dringet, fühlt in ihr den Himmel schon. 3. Ddu Menschlichster von allen, feinen hast du je verschmäht, wer verirrt war, wer gefallen, wer um Troft zu dir gefleht, hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil, und Troft gefunden, Hilfe, die er nirgends fand. 6. 3war so mancheThräne fließet dem, der edle Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet oder wenig Frucht ihm beut; aber wer beim Säen weinet, freut doch einst sich, wär's auch spät; denn in ew'ger Frucht erscheinet, was die Liebe ausgesät. august Niemeyer( 1754-1828). 1201762 Mel. Valet will ich bir geben. 4. Drum wenn mich 446.icht Opfer und mein fränket, Gaben, Nächstenliebe. 409 und was was sonst sonst Ehre| Schäße verbreitet um sich her. her. da smis) Menschen haben, befreit 5. Der Vater ist die uns vom Gericht. Nur Jesu Liebe bleibet, sie ist von Ewigkeit; was außer ihr uns treibet, verschwindet mit der Zeit. Liebe, der Sohn ist Lieb' allein; des heil'gen Geistes Triebe sind Liebe, heiß und rein. D Liebe, Lebensquelle vom Vater und vom Sohn, mach unsre Seelen helle, du Licht von Gottes Thron. auch Ruhm nicht, noch 2. Sie giebt uns Kraft und Leben, reißt jeden Bann entzwei, lehrt helfen, trösten, geben, macht von der Lüge frei. Sie muß gerecht uns machen und Johann Rothen( geb. 1797). maddu$ 11daining and m Mel. Mach's mit mir, Gott ic. los von Sündenlust, zum 447. Sofemandspricht: ich liebe Gott, Beten und zum Wachen bewegen unsre Brust. FESTAONG 3. Sie ist die höchste Bierde des Christenthumes Kern, ste gilt als schönste Würde und Krone vor dem Herrn. Was hilf's, mit Engelzungen wohlreden ohne Herz? Wen Liebe nicht durchdrungen, der ist ein todtes Erz.bil 4. Geheimnißvolle Lehren und Thaten, kraftbeseelt, stehn nicht bei Gott in Ehren, wenn's an der Liebe fehlt. Der treibt nur arm Geschwäße, wer falt und liebeleer der Weisheit reiche und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt ste ganz darnieder. Gott ist die Lieb' und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder, drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Ein Heil ist unser aller Gut; ich sollte Brüder V X Y R& R& X 410 Nächstenliebe. haffen, die Gott durch| Met. Aus meines Herzens Grunde. seines Sohnes Blut fo 448. theu'rerkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich verfühnt, hab' ich das mehr, als ste, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen, ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst? und den nicht lieben, den du liebst? en Penn uns die Feinde trän ken und uns ein Freund vergißt, dann laß uns dein ds gedenken, o Heiland, Jesu Christ; sei du uns Schirm und Schuß, daß nicht in uns erwache der böse Geist der Rache und sünd'ger Groll und Truß. 2. Das Herz ist leicht erschüttert, und wogend wallt das Blut, der Sinn ist leicht verbittert, und trotzig ist der Muth; schnell reißt der Zorn uns fort und aus empörtem Grunde drängt nach dem stolzen Munde sich grollend Wort um Wort. 9.07 5. Was ich den Frommen hier gethan, dem kleinsten auch von diesen, das stehet mein Erlöser an, als hätt' ich's ihm erwiesen: wie könnt' ich denn sein Jünger sein und ihn in Brüdern nicht erfreun? 197 od 3. Ach, Herr, laß vor uns stehen, dein bleiches, blut'ges Haupt, wenn der Verläumder Schmähen uns frech die Ehre raubt. Wie blickest du so mild und beteft noch im Sterben für die, so dich verderben, und decft ste, als ein Schild. 564. Zieh ein, du Fürst der Liebe, zieh ein in 8 unsre Brust und heil'ge rollunsre Triebe und tilg' die 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den er gehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir Gott, durch deinen Geist ein Herz, daß dich durch Liebe preist. Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). bi svardi i 198 stol cine Gebetslieder. 411 böse Luft, daß wir, wie| Liebe leben geduldig, sanft Gott es will, gern unserm und still. Feind vergeben und in der IV. Gebetslieder. 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht, regiere du mein Wallen; ach, laß mich nimmermehr in Sünd' und Schande fallen; gieb mir den guten Geist, gieb Glaubenszuversicht, sei meine Stärk' und Kraft; ach, Gott, verlaß mich nicht. Julius Sturm( geb. 1816). mo Mel. O Gott, bu frommer Gott. verlaß mich nicht. 449.h, Gott, perlaß mich nicht, gieb mir die Gnadenhände; ach, führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit; sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schuß, ach, Gott, verlaß mich nicht. 3. Ach, Gott, verlaß mich nicht, ich ruf' aus Herzensgrunde; ach, Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wenn die Versuchung naht, und mir's an Kraft gebricht, so weiche nicht von mir; ach, Gott 4. Ach, Gott, verlaß mich nicht, ach, laß dich doch bewegen; ach, Vater, fröne du mit reichem Himmelssegen die Werke des Berufs, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach, Gott, verlaß mich nicht. 5. Ach, Gott, verlaß mich nicht; ich bleibe dir ergeben. Hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden einst, zu sehn dein Angesicht. Hilf mir in Noth und Tod; ach, Gott, verlaß mich nicht. Salomo Frand( 1659-1725). mel. Erschienen ist der herrlich' ic. 450. Du, des fich alle Himmel freun: auch meine Seele freut sich dein, daß du, du selbst, der ewig ist, Herr, Herr, 412 Gebetslieder. daß du mein Vater bist,| Beleidigungen ihm vermein Vater bist! zeihn; erbarme dich! 2. Weit über unser Stammeln, weit geht deis nes Namens Herrlichkeit; ihn heilige, von Lieb' entbrannt, wem deines Na. mens Ruhm bekannt, Unendlicher! 3. Du herrscheft, Gott; wer herrscht dir gleich? Die Welten alle sind dein Reich! Am väterlichsten herrschefst du durch Chriftum; gieb uns Christi Ruh! Du bist versöhnt! 4. Der du dich uns durch ihn enthüllst, das nur ist selig, was du willst. Dein Will' auf Erden hier gescheh, wie droben in der Himmel Höh, du Lie bender! - 5. Vater, in des Leibes Noth sei mit uns, gieb uns unser Brot! Labst du den Leib, schickst du ihm Schmerz: froh, still, voll Dank sei unser Herz; erhalt' uns dir! 6. Vergieb uns unsre Missethat, die, Vater, dich erzürnet hat, wie wir, vom Haß des Bruders rein, 7. 3u heiß sei die Versuchung nicht; uns leucht', Erbarmender, dein Licht, wenn uns der Fluch der Sünde schreckt, und Nacht vor uns dein Antlig deckt, Erbarmender! 8. Erlöf, erlös' uns, unser Gott, aus dieser und aus aller Noth! Laß sterbend uns dein Herz erflehn und dann zu deiner Ruh eingehn, Gott, dem wir traun! 9. In deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd' erschall' dein Ruhm; du bist der Herr der Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit; Halleluja! Friedr. Gottl.Klopstod( 1724-1803). mer. Es ist das Heil uns kommen ic. 451.ott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du frönst uns mit Barmherzigkeit und eilft uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk' auf mein Wort: denn ich will vor dir beten, Gebetslieder. 418 2. Jch bitte nicht um| Flehen nicht; vergieb mir Ueberfluß undSchäße dieser alle meine Schulb, du Gott Erden: laß mir, so viel der Gnade und Geduld. ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 2. Schaff' du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Furcht zu dir; ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig and Herz mein Leben lang. 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr, ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Übel, das mich schredt, wenn deine Rechte mich bedeckt? HOROSKONIS 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand; von dir. empfing ich den Verstand, erhalt' ihn mir, o Herr, durch dein göttlich Wort. mein Hort, und stärk' ihn 4. So bitt' ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben: im Glüce Demuth, Muth in 5. 2- B, deines Namens Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit: laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! Chr. Fürchteg Gellert( 1715-1769). THG mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein! Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein! tim 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst, das sei mein Glück, daß ich zu. erst nach deinem Reiche tracht und treu in allen meinen Pflichten sei. dein Angesicht, verwirf, o Gott, mein 7. Ich bin zu schwach 3. Jch bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr ste Menschen rühren: des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. mind Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu sc. 452. 7 tomme vor ch 19 414 Gebetslieber. eigner Kraft zum sicht, verlaß mich auch Kampf mit meiner Leiden- im Alter nicht. schaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 13. Und wird sich einst mein Ende nahit, so nimm dich meiner herzlich an, und sei durch Chriftum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. Chr. Fürchteg. Gellert( 1718-1789). anst e dall mer. Wer nur ben lieben Gottic. 9. Schenkt deine Gnad' mir Ueberfluß, so laß mich 453.ein Gott, ich und mäßig im einen frohen Geber sein, an deine Pforte mit Seufzen und um dürft'ge Brüder zu er- mit Bitten an; ich halte freun.co 10. Gieb mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüß' und dankbar sei, und nie aus banger Sorg' um sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. ni ismich an deine Worte: klopft an, so wird euch aufgethan. Ach, öffne mir die Gnadenthür, in Jesu Namen steh ich hier. 11. Erwede mir stets einen Freund, der's treu meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel giebt. and is in 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel: so bleib du meine Zuver. 2. Wer kann was von sich selber haben, das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, bei dir ist immer Rath und That. Du bist der Brunn, der immer quillt, du bist das Gut, das immer gilt. 3. Drum komm ich auch mit meinem Beten, das voller Herz und Glauben ist; der mich vor dich Gebetalteder. 415 hat heißen treten, ist mein| daß mich das Kreuz verErlöser, Jesus Christ, und schonen soll; mein Heiland der in mir das Abba hat ja selbst gelitten, und spricht, ist ja dein Geist also leid' ich billig wohl. der Zuversicht. Doch wird Geduld gar nöthig sein, die wollest du mir, Gott, verleihn. 4. Gieb, Vater, gieb nach deinem Willen, wes ich, dein Kind bedürftig 8. Das andre wird sich bin; du kannst mir meinen Hunger stillen, in dir muß aller Segen blühn; doch gieb, o Geber, allermeist, was meiner Seele selig heißt. Autof 5. Verleih Beständigkeit im Glauben, laß meine alles fügen, ich mag nun arm sein oder reich; an deiner Huld laß ich mir g'nügen, die macht mir Glück und Unglück gleich; kommt zeitlich Gut nicht reichlich ein, wird's doch genug zur Nothdurft sein. Liebe brünstig sein; und 9. Ich bitte nicht um will der böse Feind sie rauben, so schließ in deinen Schuß mich ein, damit mein schwaches Fleisch und Blut dem Feinde nichts zu Willen thut. langes Leben, nur daß ich chriftlich leben mag; laß mir den Tod vor Augen schweben und des Gerichtes großen Tag, damit mein Ausgang aus der Welt den Eingang in den Himmel hält. de hist 6. Erwed in mir ein gut Gewissen, das nicht die Welt, den Feind nicht scheut, und laß mich meine Sünden büßen noch hier mel. Lobt Gott, ihr Chriften 2c. Benj. Schmold( 1672-1787). in dieser Gnadenzeit. Durch- 454. Nicht um ein mit Jesu Blut und mach' das der Zeit, ich fleb' um dei. Böse wieder gut. nen Geist, o Gott, den mir zur Seligkeit dein theures Wort verheißt.d 7. Ich will dich auch, mein Gott, nicht bitten, 416 Gebetalteder. 2. Die Weisheit, die vom| mir, und daß in solchem Himmel stammt, o Vater, Leib ein' unverlette Seel' lehr' er mich, die Weisheit, und rein Gewissen bleib. die das Herz entflammt 2. Gieb, daß ich thu zur Liebe gegen dich.mit Fleiß, was mir zu 3. Dich lieben, Gott, ist thun gebühret, wozu mich Seligkeit; gern thun, was dein Befehl in meinem dir gefällt, wirkt reinere Stande führet. Gieb, daß Zufriedenheit, als alles ich's thue bald, zu der Zeit, Glück der Welt. da ich soll, und wenn ich's thu, so gieb, daß es ges rathe wohl.d10918 4. Alsdann hab' ich Vertraun zu dir, dann schenket selbst dein Geist das freudige Bewußtsein mir, daß du mir gnädig seift. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärk' er mich, bewähre, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen. Laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdrud ohn' Verdruß. 6. Er schaff' in mir ein reines Herz, verstegle deine 4. Find't sich GefährHuld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld. Christoph Neander( 1724-1802). lichkeit, so laß mich nicht verzagen, gieb einen Hel denmuth, das Kreuz hilf selber tragen; gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind', und wenn Eigene Melodie. 455. Gott, du from mer Gott, du ich Rath bedarf, auch guten Rath erfind'. sid Brunnquell guter Gaben, 5. Laß mich mit jeder. ohn' den nichts ist, was mann in Fried' und Freundist, von dem wir alles schaft leben, soweit es christhaben: gesunden Leib gieblich ist. Willst du mir etwas Gebetslieder. 417 Eigene Melodie. 456. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron: schwache Thränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn!:: Laß dich finden,:,: bin ich gleich nur Asch' und Thon. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt' dich, lenke mich nach deinem Sinn! Dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb' ich bin. :: Laß dich finden,:,: gieb dich mir und nimm mich hin.bibi mot ful geben an Reichthum, Gut und Geld, so gieb auch dies 456. Si dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget fei. so 1130 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb Geduld; vor Sünd' und Schanden mich bewahr', auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn' tei from mer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an seiner Seite hab'. 3. Herr, erhöre! Jch be. gehre nichts, als deine freie Gnad', die du giebeft, wo du liebest, und man dich liebt mit der That. :: Laß dich finden.:: der hat alles, wer dich hat. 8. Wenn du die Todten wirst an jenem Tag er- 4. Himmelssonne, Seelenweden, wollst du zu mei- wonne, unbeflecktes Gottesnem Grab auch deine Hand lamm, all' mein Sinnen ausstrecken; laß hören deine und Beginnen suchet dich, Stimm' und meinen Leib o Bräutigam,:,: Laß dich wed' auf und führ' ihn finden:: starker Held aus schön verklärt zum außer- Davids Stamm. wählten Hauf'. Joh. Heermann( 1585-1647.) 5. Dieser Zeiten Eitel. feiten, Reichthum, Wollust, Ehr' und Freud' sind nur 27 278 418 Gebetslieder. Schmerzen meinem Herzen, h 6. Hoffnung, die mit ho. welches sucht die Ewigkeit. hem Haupte, wenn die Welt ihr alles raubte, hinblickt, wo sie wonnevoll alles wieder finden soll; Laß dich finden:: groBer Gott, ich bin bereit! Joachim Neander( 1650-1880). ud id bi prird monds 7. Starken Muth. im bid jn Eigene Melobie.bn Kampf des Christens mit 457.& rquell aller Se der Welt und ihren Lüften; ligkeiten, die Sieg dem Geist, und, wenn in Strömen sich verbreiten er stegt, Demuth, die im durch der Schöpfung weit Staub sich schmiegt; alurá Gebiet, Vater, hör' mein 8. Duldung, alle Lebensflehend Lied! snill nic2. Nicht um Güter dieser 2. Nicht um Güter dieser dErde, des erhabnen Geists Beschwerde, um die Weltlust komm ich nicht, Va- min ster, vor dein Angesicht. nis3. Schätze, die mich nicht verlassen, wann ich sternbend werd' erblassen, Tugen ben, des Christen werth, sind es, die mein Herz begehrt. plagen mit Gelassenheit zu tragen; stilles Harren, bis der Tod mich erlöst auf dein Gebot; Jun du 4. Geber aller guten Ga-ben! festen Glauben möcht' ich haben, wie ein Meer fels unbewegt, wenn an ihn die Woge schlägt; u bid 5. Lieb, aus deinem Herizen stammend, immer rein und immer flammend, Liebe, die dem Feind verzeiht, und dem Freund das Leben weiht; om d TE mhic bl 9. Ceelenruhe, Muth im Sterben, wann die Lippen sich entfärben, und der letzte Seufzer spricht: o mein Jesu, laß mich nicht! 10. Willst du, Herr, von meinem Leben, diese Selig. feit mir geben, so wird auch die Leidensnacht mir zum heitern Tag gemacht. TESTI mis11. Smmer will ich beten, ringen, stille harren, Dank dir bringen, bis dein Ruf einst meinen Geift zu dir, Vater, kommen heißt. 12. Seele, gieb dich nun zufrieden: Jesus kommt 19 Gebetslieder. 0419 und stärkt die Müden: nur| Herr Gott, zugleich auf vergißminie sein Gebot: Erden, wie sim: Him. jei getreu bis in den Tod" melreich!; Gieb unsd Ge. 79 Chriftian Schubart( 1739-1791.) duld in Leidenszeit, gehor. Fue e nnd motsdsp tim sam sein in Lieb' und Leid; non Eigene Melobie nied wehr's und steurbs allem 458.ater unser im Himmelreich, Fleisch und Blut, andas wider deinen Willen thut der du uns alle heißest 5. Gieb uns heut unser gleich Brüder sein und dich täglich Brot, und was man rufen an und willst das darf zur Leibesnoth; beBeten von uns ha'n: gieb, hüf uns, Herr, vor Unfried', daß nicht bet' allein der Streit, vor Seuchen, und Mund; hilf, daß es gety vor theurer Zeit, daß wir + aus Herzensgrund.ort iin gutem Frieden stehn, mia 2. Geheiligt werden der der Sorg und Geizes le GF Name dein, dein Wort bei dig gehn.ded eizes le uns hilf halten rein, daßid 6. All unsre Schuld ver. wir auch leben heiliglich, gieb uns, Herr, daß sie uns nach deinem Worte wür nicht betrübe mehr, wie diglich. Behüt' uns, Herr, wir auch unsern Schuldivor falscher Lehr'. Das gern ihr' Schuld und Fehl' arm', verführte Volt be vergeben gern; zu dienen tehr'n udt u dus machruns all' bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 3. Es komm' dein Reich zu dieser Zeit und dort s 7. Führ' uns, Herr, in hernach in Ewigkeit. Der Versuchung nicht! Wenn heil'ge Geist uns wohne uns der böse Feind anficht; bei mit seinen Gaben man- zur linken und zur rechten cherlei. Des Satans Zorn Hand hilf uns thun star und groß Gewalt zerbrich, ken Widerstand, im Glanvor ihm dein' Kirch' erben fest und wohlgerüst't, balt'. T9nigd bnn nen und durch des heil'gen 4. Dein Will' gescheh' Geistes Troft. bis.& 97* 420 Morgenlieder. Ju 8. Von allem Übel uns| werde wahr. Stärk' un. erlös': es sind die Zeit' sern Glauben immerdar, und Tage bös'; erlöse uns auf daß wir ja nicht zweivom ew'gen Tod und tröst' feln dran, das wir hieruns in der letzten Noth; mit gebeten ha'n. Auf bescheer' uns auch ein selig dein Wort, in dem Namen End', nimm unsre Seel dein: so sprechen wir das in deine Händ'. Amen fein. 19. Amen, das ist: es Martin Luther( 1483-1546). Thick V. Morgen., Abend- und Tischlieder. day b 330 mislin 1. Morgenfieder. Mel. Aus meines Herzens Grunde.| ich traue freudig dir; nicht, 459. mächtiger, ich hebe mein Aug' empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und du läßt dir das Lallen des Dankes wohlgefallen, das aus dem Herzen floß. was ich mir erwähle, dein Rath gescheh' an mir! Gieb, was mir heilsam ist, und wenn ich Schwacher wanke, so stärk' mich der Gedanke, daß du stets um mich bist. 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir 2. Daß nicht in tiefem gefällt; er tröste mich im Schlummer des Lebens Leiden; und will die Luft Licht verlischt, und daß der Welt mich jemals nach mich, frei von Kummer, sich ziehn: helf' er mein ein sanfter Schlaf erfrischt: Herz bewahren, helf' er dies dank' ich deiner Macht mir die Gefahren der und deiner Vatertreue; Sünde sehn und fliehn. durch ste bin ich aufs neue mit heiterm Muth erwacht. 5. Beglücke du die Meinen nach deiner Gütigkeit. 3. Beschüßer unsrerSeele, Vergiß der Armen keinen Morgenlieder. 421 wend' alles Herzeleid. Du| geben, womit in meinem willst ja gern erfreun, eilft, Leben ich hab' erzürnet dich. allen beizustehen; so laß auch dies mein Flehen dir wohlgefällig sein. 3. Du wollest auch be. hüten mich gnädig diesen Tag vor aller Bösen Wüthen, vor Sünden und vor Schmach, vor Feu'r und Wassersnoth, vor Armuth und vor Schanden, vor Krankheit und vor Banden, vor bösem, schnellen Tod. 4. Mein' Seele, Leib und Leben, Gut, Ehr', Gemahl und Kind sei dir, Herr, übergeben, dazu meinHaus. gesind', als dein Geschenk und Gab', die Eltern und Bekannten, Geschwister und Verwandten und alles, was ich hab'. 6. Gott, dem ich ange. höre, dein Friede ruh' auf mir! Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Des soll mein Herz sich freun! Wer dir nicht traut, der bebe! Ich sterbe oder lebe: so bin ich ewig dein. dun duro Christoph Neander( 1724-1802). Eigene Melodie. 460. Aus meines Her zens Grunde sag' ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde und all' mein Leben lang, o Gott, in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Christum, unsern Herren, dein'n eingebornen Sohn: 5. Laß deinen Engel bleiben und weichen nicht von mir, den Feind von mir zu treiben, daß der Versucher hier, wenn's geht durchs dunkle Thal, sein 5D Macht und List nicht übe, 2. Daß du mich haft mir Leib und Seel' beaus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Angst, Gefahr und Schaden behütet und bewacht. Ich bitt' in Demuth dich: wollst mir die Sünd' vertrübe und bringe mich zu Fall. 6. Gott will ich lassen rathen, der alle Ding' vermag, er segne meine Thaten und fördre meine Sach': Morgenlteder. 422 ihm hab' ich's heimgestellt: deine.Güte, und mich in dies den Leib, die Seel', das ser düstern Nacht durch deinert Leben, und wasorer sonst Engelhaft bewacht an gegeben. Er thu wie ihm Leib, Seel und Gemüthe, s gefällt. nsjö8 19lln rad pod daß ich fröhlich meiner 7. Darauf so sprech' ich Glieder regen wieder und Amen und zweifle nicht die Kräfte brauche zu des d daran, Gott nimmt in Jesu Tags Geschäfte, nisste Tim Namen mein lehen gnä 3. Ach giebpdo treues dig an. Drauf stred' ich Vaterherz, daß alle Sünid aus die Hand; greif' an den, Angst sund Schmerz mein Wert mit Freuden, mit dieser Nacht vergehen, t das Gott mir will beschet- daß ich in deiner Gnadia den in meinem Amt und und Huld auch möge ledigd Stand.is und sdsgrsdi aller Schuld recht geistlich dn 3oh. Matthefius( 1504-1565). onu 1911 sid do Mel. Wie schön leucht't uns ander Morgenstern nnais 461. rich an, du schöson ennes Morgenlicht, und mache munter mein Gesicht, daß deine Strahlen glimmen; brich an, du theure Andachtsglut, aus ganzem Herzen, Sinn und Muth ein Dank lied anzustimmen! Preiset, rühmet den ohn' Ende, dessen Hände mich behütet und mit Segen überschüttet. 2. Ach, Gott, mein Gott, ich danke dir von ganzem Herzen, daß du mir verliehen auferstehen. Laß mich chriftlich meine Sorgen diesen Morgen so erwägen, daß ich spüre deinen Segen. 4 Herr Jesu, leite mein nen Gang, daß ich forthini mein Leben lang nach dein nem Willen walle; behüte mir mein' Seel' und Leib, d mich selbst in deine Hände schreib', damit ich ja nicht falle! Mach' mich willig d deine Wunden alle Stunden zu betrachten und die Welt für nichts zu achten! 5. Regiere mich mit dei nem Geift, der mir den d Weg zum Himmelweift, d auf daß ich überwinde, und Morgenlieder. 423 bei meinem Amte, meinem einem Geist et groß beine reiche Segenshand unserm Samen allzeit in sprechen: bes bes d Herren Namen fet groß und hoch gepreistori 4. Dem Leibe gieb daneben Nahrung und guten Fried', Gesundheit, mäßig Leben, dazu ein froh Gemüth, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit lieben und Fleiß brauf wenden, als rechte Christenleut. Han SEX Stand zu jeder Zeit entpfinde, bis ich endlich werd' in Freuden einstens schei. den und mit Singen dir ein neues Danklied bringen. 1961 Berfaffer unbekannt. n monisa rad nid bi di Eigene Melodie. 462. Dank fet Gott in der Höhe zu dieser Morgenstund', durch den ich heut aufstehe vom Schlaf' frisch und gesund. Mich hatte zwar gebunden mit Finsterniß die Nacht: ich hab sie überwunden durch Gott, der mich bewacht.d and ni mansipas 190 2. Dich will ich gläubig bitten, o Schutzherr Israel, du wollst mich treu be hüten den Tag mit Leib und Seel. Laß unsre Obrigkeiten, die Schule und Gemein in diesen bösen Zeiten dir, Herr, befohlen sein. Tha 3. Erhalt durch deine Güte uns bei gesunder Lehr, vor Abfall uns behüte, streit für dein Wort und Ehr', daß wir mit 15. Gieb deinen milden Segen, daß wir auf dein Geheiß wandeln auf guten Wegen, thun unser Amt mit Fleiß: daß jeder seine Neße auswerf, und auf dein Wort den Trost wie Petrus sege; so geht die Thunstio Arbeit fort. d d 6. Was dir gereicht zu Ehren und der Gemein' zu nuß, daß will der Satan wehren mit List und groBem Truß; doch kann Ver nichts vollbringen, weil du, Herr Jesu Christ, herrschest in allen Dingen, und unser Beistand bist. 87 mist 17. Wir sind die garten Reben, der Weinstod selbst bist du, daran wir wachsen ep Morgenlieder. 424 leben und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben und wachsen immermehr, laß deinen Geist uns treiben zu Wer fen deiner Ehr'. oder Joh. Mülmann( 1878-1818). öffne du, daß ich dich schauen kann. 6. Wer dich in deinem Licht erblickt in seiner Seelen Grund, der wird wie Engel hier beglückt und ehrt dich alle Stund'. 7. So laß mich wandeln, wo ich bin vor deinem AnMel. Nun fich ber Tag geenbet ic. 463. Das as äußre Son- gesicht; mein Thun und nenlicht ist da Laffen immerhin sei lauter, rein und licht. und scheint mir ins Gesicht, Gott ist noch mehr dem Geiste nah mit seinem Lebenslicht. 2. Ach wohn' in mir, du Gottessonn', mein Geist dein Himmel werd', daß ich, o reine Seelenwonn', sei ganz in dich verklärt. 3. Wenn sich die Sonne offenbart, so weicht die deine Gegenwart die Sünd' und Eigenheit. 4. Du bist ein Licht und wohnst im Licht; ach, mach' mich licht und rein, daß ich kann schauen dein Gesicht, dir ganz vereint kann sein. 5. Der Adler schauet gradezu die Sonne fröh. lich an: mein Geistesauge 8. Dein Auge leite meinen Gang, daß ich nicht irre geh', ach, bleib' mir nah mein Leben lang, bis ich dich ewig seh'. Gerhard Tersteegen( 1697-1769). Mel. Erschienen ist ber herrlich' Tag. 464. Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang' ich die Arbeit an; mit Gott nur geht es glücklich fort; drum ist auch dies mein erstes Wort: das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk'. Mein Herz sucht Gottes Angesicht, drum auch mein Morgenlieder. 425 Mund mit Freuden spricht:| Er wird mir Hilfe stets das walte Gott! verleihn, drum soll dies 3. So Gott nicht hilft, meine Losung sein: das so kann ich nichts; wo walte Gott! Gott nicht segnet, da gebricht's; Gott giebt und thut mir so viel Gut's: drum sprech' ich nun auch guten Muths: das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spät, bis all mein Thun zu Ende geht; er giebt und nimmt, macht's, wie er will, drum sprech' ich auch fein in der Still': das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür: auf sein Wort werf' ich aus mein Neß und sag' in meiner Arbeit stets: das walte Gott! iod in 5. Anfang und Mitte, fammt dem End', stell' ich allein in Gottes Händ'. Er gebe, was mir nüßlich ist, drum sprech' ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! 6. Legt er mir seinen Segen bei nach seiner groBen Güt' und Treu', so g'nüget mir's zu jeder Stund', drum sprech' ich auch aus Herzensgrund: das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück: unverzagt, ist doch mein Werk in Gott gewagt. 9. Gott steht mir bei in aller Noth und giebt mir auch mein täglich Brot, nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Gut's; drum sprech' ich auch: das walte Gott! 10. Nichts glücket ohne Gottes Gunst, nichts hilft Verstand, Wiß oder Kunst, mit Gott geht's fort, geräth's auch wohl, daß man darf sprechen glaubensvoll: das walte Gott! 11. Theilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht' ich feiner Feinde Neid; mag hassen, wer's nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freuden an: das walte Gott! 12. So will ich denn mit Gottes Rath beharren auf 996 426 Morgenlieder. durch deine Gnade mich denn was vermag ich Schwacher ohne dich? of dem schmalen Pfad, dann der Welt. D ftärke selbst alles wohl gerathen muß; drum sprech' ich nochmals zum Beschluß: das walte Gott!( bi nunt 108 iris Joh. Betichius(( 1650-1722). 19 tds8 sám nud Mel. Die, die, Jehovah, will ie 465. Dich, dich, mein Gott, will ich erheben: du warst mein Schirm in der verfloffnen Nacht, erquictest mich, er hieltst mein Leben und schafftest, daß ich fröhlich bin erwacht. Wer bin ich, daß du meiner so gedenkst und wieder einen Tag zum Heil mir schenkft? ise of 4. Laß diesen Tag mich fo vollbringen, daß ich ihn ohne Reu beschließen kann; soll guter Vorsat mir miß. lingen, sieh doch den guten Willen gnädig an. Auch dieser Theil von meiner Übungszeit fei mir Ge winn noch für die Ewigkeit. 19 ver15. Gieb mir auch heute, was mir nüßet; vor allem aber gieb ein ruhig Herz, das sich auf deine Weis. heit stüßet und dir traut auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zum wahren Wohl gebricht, und du versäumst gewiß mein Bestes nicht." tag 2. Auch über mir ist deine Güte noch immerfort an jedem Morgen neu: mit dankbar freudigem Gemüthe fühl ich die Größe 6. In diesem findlichen deiner Vatertreu. Auch die Vertrauen will ich an des sen Tag will ich mich dei- Berufs Geschäfte gehn, auf ner freun; auch er soll dir deinen sichern Beistand zum Dienst geheiligt sein. bauen und deiner Fügung& 13. Vor deinen Augen still entgegensehn: ich weiß, will ich wandeln und red du führst mich stets auf lich thun, was dir, mein rechter Bahn, und nimmst Gott, gefällt; gewissenhaft mich einst gewiß zu Ehren in allem handeln und weis. an.od Jongsam büle lich fliehn die schnöde Lustig Job Diterich( 1721 1797) Morgenliedere 427 Mel. Wie ja schön leucht't uns ist keine meiner Sorgen, der Morgenstern, distgi auch die kleinste nicht, ver Codich seh ich wie- borgen. do 19dsintod nogal 466. Der Morgens Did SUISHI nder, Morgen licht und freue mich der hohen Pflicht, dem Höchsten Lob zu fingen: ich will voll frommer Dank begier, o ewig guter Vater, dirb Preis und Anbetung bringen: Schöpfer, Vater! deine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe; froh empfind's ich deine Gütens 2. Du warst auch diese Nacht um mich: was wär' ich, hättest du nicht dich so hilfreich mir bewiesen? 3u meinem Leben fügteft du jetzt einen neuen Tag hinzu: sei hoch dafür gepriesemni Durch dich bin ich, und ich merke neue Stärke: dich erhebe Herz und Geist, so lang' ich lebe 3. Verleih, o Gott der Lieb'rd undda Macht, daß Sündmund Gram, wie diese Nacht aufdewig von 4. Ich bin ein Christ, o Herr, verleih, daß ich deßri Namens würdig sei! Mein Ruhm sei deiner Gnade. Dennachy was bin ich ohne dich? Ein( irrendn Schäflein: halte mich, mein Hirt, aufe deinem Pfade!] Stärk' mich, daß ich stets mich übe, deine Liebenzij betrachten, über alles bich zu achten.jsid auo msdsichiog 5. Auch im Geräusch dera Welt soll mich der heilige Gedank' ang dich oft still zu dir erheben. Im dunklen Thale wall' ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hofflich: Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, t dir dort ewig Lob zu singen. Christoph Neander( 1724-1802). noget negro sist dni -dn Eigene Melodie.91 du mir fliehe, daß ich die 467. Die goldne kurze Lebenszeit in chriften Sonne, voll licher Zufriedenheit zu Freud' und Wonne, bringt nüßen mich bemühe; prüfe, unsern Grenzen mit ihrem stehe, wie ich's meine; dir Glänzen ein herzerquicken 428 Morgenlieder. des, liebliches Licht. Mein| über und seiner Barmher. Haupt und Glieder, die zigkeit Schein. lagen darnieder; aber nun steh' ich, bin munter und fröhlich, schaue den Him mel mit meinem Gesicht. 5. Ich hab' erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen: laß mein Beginnen ohn' allen Anstoß und glücklich ergehn. Lafter und Schande, des Seelenfeinds Bande, Fallen und Tücke treib' ferner zurücke, laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden ohn' alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nächsten Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wenn ste mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schooß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, Gott sei das alles zum Opfer geweiht. Die besten Güter sind unsre Gemüther; Lieder der Frommen, von Herzen gefommen, die sind's, daran er am meisten sich freut. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück ab. wehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen 7. Menschliches Wesen, was ist's?- gewesen!- in einer Stunde geht es zu Grunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in allen muß. brechen und fallen, Himmel und Erden, die müssen das werden, was ste ge. wesen vor ihrem Entstehn. 8. Alles vergehet; Gott aber stehet ohn' alles Wan. 102 Morgenlieder. ten, seine Gedanken, sein| tüchtig, was schädlich und Bort und Wille hat ewi- nichtig meinem Gebeine, gen Grund. das weißt du alleine; nie haft zu sehr du die Deinen betrübt. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödtlichen Schmerzen, halten uns zeit lich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergieb und schone, laß meine Schulden in Gnad' und Hulden von deinen Augen sein ferne gewandt! Sonst, Herr, regiere, mich lenke und führe, wie es dein Wille; ich halte dir stille, geb' mich in deine allmächtige Hand. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, dasSchönste, das Beste. Gott ist das Süßte und Allergewißte, aus allen Schäßen der edelfte Hort. 11. Willst du mich fränfen, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach' es, wie dir es beliebt. Was gut und 429 12. Trübsal und Zähren nicht ewig währen; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille darf ich erwarten im himmlischen Garten: dahin sind meine Gedanken gericht't. Paul Gerhardt( 1606-1676). Mel. Herr Jefu Chrift, mein's tc. 468. Die helle Sonn' herfür, fröhlich vom Schlaf' aufstehen wir, Gottlob, der uns heut diese Nacht be. hütet vor des Feindes Macht. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt' vor Sünd' und Schand' durch deine Güt', laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter sein: 3. Daß unser Herz ge horsam leb' und deinem Wort nicht widerstreb', daß 0430 wir stets gehn auf deiner Bahn in Allem, was wir fangen an. ud, igisu apd 1191129 4. Laß unser Werk gerathen wohl, das ein jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh' und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. notun and Nicolaus Hermann( geft. 1581). ollu sid sub -90 o Mel. Nun freut euch, lieben ic. 469. rhebe bich, mis omimeine Seel', die Finsterniß vergehet; der Herr erscheint dir, Jsrael, sein Licht am Himmel stehet. Erhebe dich aus deinem Schlaf, daß er was Gutes in dir schaff', und dich sein Geist erleuchtet. in nadatitun 2. Jm Licht muß alles rege sein und sich zur Arbeit wenden; im Licht fingt früh das Vögelein, im im Licht will es vollenden. So soll der Mensch in Gottes Licht aufheben billig sein Gesicht zu dem, der ihn erleuchtet. Morgenlieder. 190 ret bise 3. Laßt uns an unsre Arbeit gehn, den Herren zu erheben; laßt uns, indem wir auferstehn, be. weisen, daß wir leben; laßt uns in diesem Gnadenschein nicht eine Stunde müßig sein: Gott ist's, der uns erleuchtet. 4. Ein Tag geht nach dem andern fort, und unser Werk bleibt liegen. Ach, hilf uns, Herr, du treuer Hort, daß wir uns nicht betrügen; gieb, daß wir greifen an das Wert; gieb Gnade, Segen, Kraft und Stärk', im Licht, das uns erleuchtet., mie mid sti 5. Du zeigst, was zu verrichten sei auf unsern Glaubenswegen; msoor hilf uns nun und steh' uns bei, verleihe deinen Segen, daß das Geschäft von deiner Hand vollführet werd' im ganzen Land, wozu du uns erleuchtet. and 6. Jch flehe, Herr, mach' mich bereit zu dem, das dir gefällig, daß ich recht brauch' die Gnadenzeit; so flehn wir auch einhellig, die du geboren aus dem Geist, die deinen Zorn du fürchten heißt, nachdem du ste erleuchtet. dsilsd Morgenlieder. 150919919grable dein lieber Sohn, mit herzlichen Gebeten vor dei nen hohen Thron, und uns mit theurem Amen Er hörung zugesagt, wenn man in seinem Namen nur bittet, fleht und klagt. 2. Darauf komm ich gegangen in dieser Morgenstund'; ach, laß mich doch THE ( 1801) biznis 431 aus Om 7. Das Licht des Glau- erlangen, was ich 7. Das Licht des St bens sei in mir ein Licht der Kraft und Stärke; es sei die Demuth meine Zier, die Lieb' das Werk der Werke. Die Weisheit fließt in diesen Grund, und öffnet beides, Herz und Mund, dieweil die Geel' erleuchtet. Herzensgrund von dir, mein Gott, begehre im Namen Jesu Chrift, und gnädig mir gewähre das, 10198 was mir nüßlich ist. An thes 3. Nicht bitt' tch, mir zu geben aus deiner reichen Hand Geld, Gut und langes Leben, nicht Ehr', noch hohen Stand; denn dieses ist nur nichtig und lauter Eitelkeit, vergäng= lich, schwach und flüchtig und schwindet mit der Zeit. 8. Herr, bleib bei mir, du e em'ges Licht, daß ich stets wandle richtig; er freu' mich durch dein Angestcht, mach' mich zum Guten tüchtig, bis ich erreich die goldne Stadt, die deine Hand gegründet hat und ewiglich erleuchtet. Peter Ladmann( gefst. 1713). Hoegang am suid teinu aldeiad rid bi Mel. Herzlich thut mich verlangen. IT'S 4. Jch bitte, mir zu schenken ein frommes feusches Herz, das nimmermehr mag denken auf Sünd' und schnöden Scherz, das stets in Liebe flammet zu dir, Gott, himmelan 470.8 hat uns heißen und alle Luft verdammet, treten, o der Bahn. Tin SOP 5. Dann laß mich auch gewinnen, nach deiner großen Kraft, Kunst, Weis. heit, tluge Sinnen, Verstand und Wissenschaft, daß all mein Thun und Handeln dir mag gefällig sein, und vor der Welt mein Wandeln ohn' allen falschen Schein. to nema smisd gover 432 Morgenlieder. 6. So wird von jenen| da alleine Hilf und Rath allen: Stand, Leben, Ehr' ist für meine Missethat. und Geld, in meinen Schooß mir fallen, so viel dir, Gott, gefällt. Man muß die Seel' erst schmücken, so wirst du allgemach den Leib auch schon beglücken: Glück folgt der Tugend nach. Georg Neumark( 1621-1681). 90 pun 01 Eigene Wieloble. 471.ott des Him471.6° mels und der Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen haft behütet und be wacht, daß des bösen Feindes Lift mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, 4. Hilf, daß ich mit die. sem Morgen geistlich auf. erstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort: sei und bleibe du auch heute mein Beschüher und mein Hort! Nirgends, als bei dir allein kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele, sammt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr', mein Ruhm, nimm mich auf, dein Eigenthum! 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, Lift und Anschläg' von mir wende und mich halt' in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh, trage nach dem Himmel zu. Heinrich Alberti( 1604-1651.) Morgenlieder. Mel.Ich dank' bir schon durch deinen. 472. ein erst Gefühl fei Preis uitd Dank: erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang: Lobsing' ihm meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden: wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, uns wieder aufzuweden? 433 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, daß seine Pflicht er. fenn' und willig thue; 5. Du bist es Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben: du bist es, der es uns erhält und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet feift du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue! 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß, und Arbett scheue, mich gern an andrer Wohlergeh'n und threr Tugend freue; on lied 3100) 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe. Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1760.) 88 Holk STA 434 Morgenlieder. Mel. Aus meines Berzens Grunde.| heut der Frommen und 473. it Gott will der Bösen, hilf allesammt erlösen jetzt und in Ewigfeit! Writ ich's anfan gen, sein Nam' sei benedeit! nachdem die Nacht vergangen, und sich der Tag erneut. Hör' auf mein Herz zu ruhn, erkenne 474. Gottes Güte und richte dein Gemüthe, viel Gutes heut zu thun! 2. Herr, dir ist nicht verborgen, daß wir noch Sünder sind, und daß man alle Morgen auf Erden Kummer find't; drum halt' mein Herze rein, laß Sünd' es nicht verderben, und sollt' ich heute sterben, so laß es felig sein. 3. Was meiner Seele nüße, gieb mir von deinem Thron: Gott, Vater, mich beschüße, regier' mich, Gott, der Sohn; stärk'mich, Gott, heil'ger Geist! Herr, segne und behüte, laß leuchten deine Güte, gieb Frieden allermeist! 4. Ja, Vater, der du allen die Sonne scheinen läßt, dein' Gnad' und Wohlgefallen steht alle Tage fest. Erbarme dich auch Raspar Neumann( 1648-1715) B019810HDISE Eigene Melodie. orgenglanz der Ewigfeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib' durch deine Macht uns're Nacht! 2. Die umwölkte Finsterniß mög' vor deinem Glanz verfliegen, in die Adams Fall uns riß, und in der wir alle liegen, daß wir, Herr, durch deinen Schein selig sein! 3. Deiner Güte Morgenthau fall' auf unser matt Gewissen, laß die dürre Lebensau deinen süßen Trost genießen und er quid' uns, deine Schaar, immerdar. 4. Gieb, daß deiner Liebe Glut unsre falten Werke tödte, und erwed' uns Herz und Muth bei erstandner Morgenröthe, daß wir, eh' Morgenlieder. 435 wir gar vergehn, recht auf.| daß mir kein Böses wider. stehn. daistifahr', und mich der Böse 5. Hilf uns doch das nicht verleß', noch mich in Sündenkleid heut' mit heil'. Schand' und Schaden seß'. gem Ernste meiden; laß in die Gerechtigkeit wie in ein Gewand uns fleiden, daß wir so vor Sünden pein sicher sein. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick', des Sohnes Güte mich erquid', des heil'gen Geistes Glanz und Schein erleucht' des finstern Herzens Schrein. 6. Ach, du Aufgang aus der Höh', gieb, daß auch am jüngsten Tage unser Leib verklärt ersteh' und, entfernt von aller Plage, sich auf fener Freuden bahn freuen kann. 4. Mein Schöpfer, steh' mir kräftig bei; o mein Erlöser, hilf mir frei! D Tröster werth, weich' nicht von mir, mein Herz mit werthen Gaben zier'! 7. Leucht' uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne, führ' uns durch dies Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Luft, die uns er höht, nie vergeht! di Chrift. Knorr v. Rosenroth ( 1636-1689). drolarad Mel. Herr Jefu Chrift, dich zu sc. 475. heilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte Einigkeit: Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leist'! Spi 2. Mein' Seel', Leib, Ehr' und Gut bewahr', 5. Herr, segne und behüte mich, erleuchte, Herr, mich gnädiglich, Herr, heb' auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt'! de Martin Behemb( 1557-1622). Mel. O Gott, bu frommer Gott. 476. Jesu, süßes Licht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen; nun ist, was an mir ist, von Schlafe aufgeweckt und hat sich, Herr, zu dir ver. langend ausgestreckt.) 28* Morgenlieder. 436 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad' einsenken, mit Leib', mit Seel', mit Geist heut diesen ganzen Tag: das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum stehe da, mein Gott, da hast du meine Seele: ste sei dein Eigenthum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebe Kraft! Da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld durch deines Geistes Triebe! Auch mit der Demuth mich vor allem kleide an: so bin ich wohlgeschmückt und köftlich angethan.shit ning. 7. Bleib du mir diesen Tag stets vor den Augen schweben; laß dein' Allgegenwart mich wie die Luft umgeben, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund'. 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus, o du mein Heil und Leben, ach wohn', ach leb' in mir, beweg' und rege mich! So hat Geist, Seel' und Leib mit dir vereinigt sich. 8. Ach segne, was ich thu', ja rede und gedenke. Durch deines Geistes Kraft es also führ' und lenke, daß alles nur gescheh' zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigenthum. Joachim Lange( 1670-1744). Eigene Melodie. 5. Dem Leibe hab' ich feßt die Kleider angeleget: laß meiner Seele sein dein 477.Qach auf, mein Bildniß eingepräget im Herz, und goldnen Glaubensschmuck, singe dem Schöpfer aller in der Gerechtigkeit, die allen Seelen ist das rechte Chrenkleid. Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menusgaat schenhüter. Morgenlieder. 437 2. Heut, als die dunkeln| an diesem Tage auf seinen Schatten mich ganz um- Händen trage.nish fangen hatten, blieb ich doch unversehret, Gott hat dem Leid gewehret. 9. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen; den Anfang, Mitt' und Ende, ach, Herr, zum Besten wende. 10. Mit Segen mich be schütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel 9 3. Ja, Vater, ob Gefahren mir noch so nahe waren, hieltst du mich voll Erbarmen in deinen Vaterarmen. 34. Du sprachst: mein Kind, nun liege, mein reise. starker Schuß dir g'nüge: d Paul Gerhardt( 1606-1676) schlaf' wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. by topi 95. Dein Wort, das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen, von Noth bin ich befreiet, dein Schuß hat mich erneuet. 6. Du willst ein Opfer haben: hier bring'. ich meine Gaben; in Demuth fall' ich nieder und bring' Gebet und Lieder. mel. Werde munter, mein Gemüthe. 478. Penn ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh', und von dieses Lebens Kummer frei, i den schönen Morgen jeh': o, dann wach' ich anders auf! Schon am Ziel ist dann mein Lauf. Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 7. Die wirst du nicht verschmähen: du kannst ins Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Beßres habe. 8. So wollst du nun vollenden dein Wert an mir und senden, der mich 2. Hilf, daß feiner mei. ner Tage, Geber der Un. sterblichkeit, dir, dem Richtenden, einst sage, er sei ganz von mir entweiht! Auch noch heute wacht' ich auf. Dank dir, Herr, zu 438 Morgenlieder. dir hinauf führ' mich jeder| den Hungrigen er aus sein meiner Tage, jede Freude, theures Wort, das Lebensjede Plage. brot; wer das genießt, dem schad't kein Tod. od 4. Heut wird der gute Sämann gehn, den edlen Samen auszufän, der in den Herzen, da er haft't, vielfältig edle Früchte schafft. 5. Heut führt der treue Hirt ins Thal die Schaf' und Lämmer allzumal zu guter Weid', an rechter Stell' auf grüner Au' zum frischen Quell. 3. Daß ich froh gen Himmel sehe, wenn mein letter Tag erscheint, wenn zum dunkeln Thal ich gehe, und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein, laß mich dann am stärksten sein, daß ich ihn zum Himmel weise und dich, Herr des Todes, preise. Fr. Gottl. Klopstod( 1724-1803). finis di m m3um Sonntags. 75 morgen. Mel. Ach Gott, wie manches ic. 8 479. wird mein Herz mit Freuden wach, ein Segenstag ist dieser Tag; da ruft's mit hellem Klang hinaus: fomm heut in deines Gottes Haus! 6. Heut ist der Arzt, der Wundermann, der allen Schaden heilen kann, mit Hilf' in Rath und That bereit für aller Wunden, Schmerz und Leid. 7. Das ist ein Tag, ein Segenstag, ja werde, Herz, mit Freuden wach, denn lieblich klingt der Ruf hinaus: fomm heut in deines Gottes Haus! ho Karl Spitta( 1801-1859). 5000 894 Mel. Gott bes Himmels unb zc. ruh'n. Tina 480. Großer Gott von alten Zeiten, 3. Heut hält der Herr ein offnes Haus, da theilt dessen Hand die Welt re. A 2. Am Tage, da er reden will, thu' auf dein Herz und halt' ihm still; da er an dir sein Werk will thun, laß deiner Hände Arbeit Morgenlieder. 439 giert, dessen Treu' auf es fünftig wird geschehu, allen Seiten mich von daß wir dich im Himmel Jugend auf geführt: heute sehn. wedt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. Raspar Neumann( 1649-1715). do 2. Ach, wie lieb' ich met. Gott des Himmels und ic. dieſe Stunden, denn sie 481. alleluja, schöner sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Himmel weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt: das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet't und singt, daß es durch die Wolken dringt.pid 4. Was ist schöner, als Gott dienen? Was ist süßer, als sein Wort, da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also auf sein Heil bedacht. 5. D, mein Gott, sprich selber Amen! Denn wir sind dein Eigenthum. Alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis ner als man denken mag! Heute fühl' ich keine Sor gen; denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das In. nerste erfreut. 2. Ruhtag für die Mü. den alle, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag im dunklen Thale, Zeit, in der viel Segen fließt, Stunde voller Seligkeit: du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmed' ich Gottes Güte recht als einen Morgenthau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au': da hat wohl die Morgenstund' edlen Schatz und Gold im Mund'. 4. Ruht nur, meine Weltgeschäfte, beff'res hab' ich heut zu thun; denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. 990) 440 Morgenlieder. Heut schidt feine Arbeit| beschließe, wie er ange. sich, als nur Gotteswerk fangen ist; segne, pflanze für mich. und begieße, der du Herr des Sabbaths bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbath halten mag. Sonathan Krause( 1701-1762). moted to l Met. Ach, was soll ich Sünder ic. 482. Serr, es ist ein Tag erschienen, der mich in den Himmel weist und an Gott gedenken heißt: darum komm' ich, dir zu dienen; richte du mich selber zu, daß ich deinen Willen thu'. T 2. Stille selbst an diesem Morgen den verwirrten Lauf der Welt, der uns hier gefangen hält; brich die Nacht der eitlen Sorgen, daß ich heut von allem frei, dir allein ergeben sei. 3. Schmud und Luft sind eitle Sachen: wer sein Thun auf diese richt't, der gefällt dem Himmel nicht. Du, mein Jesu, kannst es machen, daß ich werde schön und rein in den Augen Gottes sein. 4. Kröne mich mit det. 5. Welches Kleid soll heut mich schmücken, daß ich Gott gefallen mag? Herr, du wirst das Kleid mir schicken, das ich dir zu Ehren trag': dein Blut und Gerechtigkeit ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbett sein; denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schäßen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speift. 7. Herr, ermuntre meine Sinne, wirke selbst in mei. ner Brust, daß ich Lehr' und Trost gewinne; gieb zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Schall tief im Herzen wiederhall'. 8. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund; mach' mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß, wenn man hier fleht und singt, solches in dein Herze dringt. 9. Gieb, daß ich den Tag Morgenlteder. 441 nen Gaben, rüfte mich mit| ligkeit, laß mir deine deiner Kraft, die den Ströme fließen, mache neuen Menschen schafft. selbst mein Herz bereit, Was für Freude werd' ich deiner Grade zu genießen; haben, wenn das Herz in streu das Wort mit Segen meiner Brust sucht am ein, laß es hundertfrüchtig Herren seine Lust! sein. 5. Laß die Predigt wohl gelingen, steh' auch deinem Worte bei, daß es in mir kräftig sei; unser Beten, unser Singen, und was sonst noch wird gethan, stehe du mit Gnaden an. 6. Laß mich nicht in Sünden fallen, laß mich heute nichts versehn, laß kein Unglück mir geschehn: lieber Vater, hilf uns allen, und ich will mit frohem Sang dir am Abend sagen Dank. Kaspar Nenmann( 1848-1715). 3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget; sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Irrthum mich betrüget und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht fennt. 4. Laß mich heut und allezeit heilig, heilig, heilig! stngen und mich in die Ewigkeit mit des Geistes Flügeln schwingen: flöß mir einen Vorschmack ein, wie es wird im Himmel sein. 270 Mel. Meinen Jesus laff ich nicht 483.$ icht vom Licht, erleuchte mich bei dem neuen Tageslichte; Gnadensonne, zeige dich meinem frohen Angesichte, 6. Dieser Tag ist dir ge und dein Himmelsglanz weiht; weg mit allen Eitel. verleih, daß mein Sabbath keiten: ich will deiner Herr fröhlich sei! at madag daglichkeit einen Tempel zu. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies im Herzen, offenbar' dich völlig mir und gieß meiner Andacht Kerzen immer neue Nahrung zu, heil'ge Liebesflamme du! 2. Brunnquell aller Se- bereiten, nichts sonst wol. 97860 Morgenlteder. 442 len, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. 7. Du bist mehr als Salomon: laß mich deine Weisheit hören. Ich will deinen Gnadenthron mit gebeugten Knieen ehren, bis mir deine Sonne lacht und den schönsten Sonntag macht.eg Benjamin Schmold( 1672-1737). Mel. Schmüde dich, o liebe Seele. 484. Zeige dich uns ohne Hülle, ström' auf uns der Gnaden Fülle, daß an diesem Gottestage unser Herz der Welt entsage, daß durch dich, der starb, vom Bösen uns Gefallne zu erlösen, deine glaubende Gemeine mit dem Vater sich vereine. 119303 12. D daß frei von Erdenbürden und der Sünde 3. Was ich strahlen seh am Throne, ist es nicht der Sieger Krone? Was von fenen Höh'n ich höre, sind's nicht Ueberwinderchöre? Feiernd tragen sie die Palmen, ihr Triumph erschallt von Psalmen: Herr, du selber wollst mich weihen diesem Sabbath deiner Treuen. 4. Dede meiner Blöße Schande mit dem festlichen Gewande deiner Unschuld, daß am Tage deines Mahls ich froh es wage, dort zu wandeln, wo voll Gnaden deine Schaar du eingeladen, wo nicht mehr die Streiter ringen, wo sie Siegeslieder singen. oplos Fr. Gottl. Klopstod( 1724-1809.) Zum Wochenanfang. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. Lasten würden unsre See- 485.& in neuer Tag, neues LeWille, wie diese Sabbathstille; daß von fern in deinen Höhen wir des Lichtes Aufgang sähen, daß die Sel'gen dort berfläret, wo der Sabbath ewig währet. nslised ben geht mit der neuen Woche an. Gott will mir heut aufs neue geben, was mir sonst niemand geben kann; denn hätt' ich seine Gnade nicht, wer Abendlieder. 443 gäbe mir sonst Trost und| Sündenfoche mit meinem Licht? du Fleisch und Blute ziehn! Gieb deinen Geist, der mich regier' und nur nach deinem Willen führ'. 2. Jch grüße diesen lieben Morgen und preise Gottes Vaterhand, die diese Nacht so manche Sorgen in Gnaden von mir abgewandt. Ach, Herr, wer bin ich Armer doch? Du sorgst für mich, ich lebe noch. 3. Nun das erkenn' ich wohl und gebe mich freudig dir zum Opfer hin: doch weil ich hier, so lang' ich lebe, mit Noth und Tod umgeben bin, so weich' auch heute nicht von mir; denn meine Hilfe steht bei dir. 4. Mein Glüd in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn: ach, laß mich nicht am drit 5. Soll ich mein Brot mit Kummer effen, so laß es doch gesegnet sein, und was du sonst noch zuge. messen, das richte mir zum Besten ein: ich bitte nicht um Ueberfluß, gieb mir nur, was ich haben muß. 6. So thue nun, mein Gott, das Deine und laß mich auch das Meine thun; behüte beide, Groß' und Kleine, daß sie in deiner Gnade ruhn, und hilf, daß jeder diesen Tag, in dir vergnügt beschließen mag. Benj. Schmold( 1672-1737) ristu( bir in? 2. Abendlieder. ad ordin Mel. Ach, was soll ich Sünder ic. 2. Meine Tage gehn ge 486. ch, mein Jesu, schwinde, wie ein Pfeil, zur Ewigkeit, und die allerlängste Zeit braust vorüber, gleich dem Winde, wie der Strom vom Berge her Well' auf Welle trägt ins Meer. Totub onlad 3. Und, mein Jesu, steh, ich Armer nehme ernstlich, steh ich trete, da der Tag nunmehr sich neigt und die Finsterniß sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete. Neige du zu deinem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin. 2016 444 Abendlieder. nicht in acht, daß ich dich bei| Treue mich behüte; Leib Tag und Nacht herzlich und Seel' laß sicher sein, suchte. Mein Erbarmer! ob ich gleich jetzt schlafe o wie mancher Tag geht ein. sier on hin, da ich nicht recht wach- sid Lewin Schlicht( 1681-1723) sam bin! wa 4. Ach, ich muß mich herzlich schämen: du er hältst und schüßest mich Tag und Nacht so treu, und ich will es nicht zu Herzen nehmen, fern von jedem Heuchelschein herzlich dankbar dir zu sein. 5. Nun, ich komme mit Verlangen, o mein Herzensfreund, zu dir: neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr vergangen, sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Dunkel bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch gönnen willst; ist mein Herz von dir erfüllt, dann wird mich nichts dürfen quälen; denn, wo du bist Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. 7. Nun, mein Heiland, deine Güte schüße mich in dieser Nacht, halte du bei mir die Wacht. Deine Met. Dein Heil, o Chrift, nicht zc. 487. De er Leib verlangt ronach seiner Ruhe, die Seele sucht das Friedensthal. Vorüber ist der Tag der Mühe, hinunter ist der Sonnenstrahl. Zieh ein zu meines Herzens Thoren, o Herr, des Tages Glanz lischt aus, nun komm' und bringe du die Leuchte in meiner Seele stilles Haus. 2. Laß mich in dieser Abendstunde in dem verborgnen Kämmerlein mit Herz und Sinn im engsten Bunde bei dir und bei dem Vater sein. Gott, Vater, deinen Engel stelle zum Schuß der Nacht an diese Thür, laß über dieses Hauses Schwelle nichts Böses kommen für und für. 3. O Licht, das in dem Geiste zeuget, wenn dieses Lebens Licht erlischt, das uns erhebt, wenn es uns Abendlieder. 445 beuget, und Balsam in die| liegen, hauch ihm des Thränen mischt. O rühre Geistes Odem ein, so schwer heut mit deinen Strahlen die Last und Bürde wieget, erwed' die Seele wunder- so scharf des Feindes Pfeile bar, an der zu wiederholten gehn, so fest laß die erlöste Malen dein leiser Wink Seele auf ihrem Grund vergeblich war. und Felsen stehn. Christian Puchta( 1808-1858) Mel. Nun ruhen alle Wälder. 4. D Hauch des Lebens, Kraft der Gnade, du niemals ausgeschöpftes Meer, ergieße dich mit deinen 488.Der 2 488. Der Mond ist aufWellen in dieses Herz, sob gegangen, die arm und leer, o Gott voll goldnen Sternlein prangen Liebe, voll Erbarmen, o am Himmel hell und klar. Heiland, reich an Treu Der Wald steht schwarz und Huld, laß unsre Seele und schweiget, und aus nicht verarmen im Jammer den Wiesen steiget der ihrer Sündenschuld. weiße Nebel wunderbar. 5. wenn unsre Kraft dahingesunken, wenn unser Fuß den Weg verlor, er sticke nicht den schwachen Funken, zerbrich nicht das geknickte Rohr. Du kannst die Deinen ja nicht lassen, die Kinder, die aus tiefen Wehn nach deinen Ret tungshänden faffen, du fannst sie nicht versinken ſehn. 6. O laß das Wort der Gnade stegen, laß dein Erbarmen mächtig sein, laß nicht den Glauben unter 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond bort stehen? Er ist nur halb zu sehen, und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getroft belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolzen Menschenfinder sind eitel arme 27286 R 446 Abendlieder. Sünder und wissen gar| Tage, der uns völlig ma. nicht viel. Wir spinnen chen wird frei von aller Luftgespinnste und suchen Plage. viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 2. Die Nacht ist da: sei, Jesu, nah, mein Licht, mit hellen Kerzen; treib der Sünden Dunkelheit weg aus meinem Herzen. 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglich's trauen, nicht Eitelkeit uns freun. Laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein. ge 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du lieber, treuer, frommer Gott. 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; falt ist der Abendhauch. Verschon' uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen, und unsern Franken Nach bar auch. Matthias Claubius( 1740-1815). Mel. Traurigkeit, o Berzeleid. 489. Der er Tag ist hin: mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem 3. Der Sonnen Licht uns jetzt gebricht; o unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud' und Wonne.m 4. Des Mondes Schein fällt nun hinein, die Finsterniß zu mindern. Laß mich ohne Wandel sein, meinen Lauf nichts hindern. 5. Der Sterne Heer zu Gottes Ehr' am blauen Himmel flimmert. Wohl dem, der in jener Welt gleich den Sternen schim. mert. 6. Was sich geregt, was sich bewegt, ruht aus von seinen Werken: laß mich, Herr, in stiller Ruh dein Werk in mir merken. 7. Es ist so still, ein jeder will der süßen Ruhe pflegen. Laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald ſich legen! onsibl gul Abendlieber. 8. Halt' du die Wach',| wieder mit leiser damit kein Ach und Weh' die Augen zu. den Geist berühre; sende deiner Engel Schaar, die mein Lager ziere. 9. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte weichen? Wenn der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 10. Alsdann wird nicht das Sonnenlicht Jerusalem verlieren; denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 11. Halleluja! O wär' ich da, da Alles lieblich flinget, da man ohn' Unter laß: heilig, heilig! singet. 12. O Jesu, du mein Hilf' und Ruh, laß mich dahin gelangen, daß ich mög' in deinem Glanz vor dir ewig prangen! Sobr Joh. Freylinghausen( 1670-1789). 447 Hand Juod 2. Laßt uns vor Gott erwägen, welch unverdienten Segen uns dieser Tag gebracht! Laßt uns von Dank entbrennen und tief gerührt bekennen: der Herr hat alles wohl gemacht. 3. Du Gott der Treu'i und Gnade, haft segensvolle Pfade uns bis hierher geführt! Nicht uns, dir sei die Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt. Bad Mel. Nun ruhen alle Wälder. 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslast beschieden, auch er sei dir geweiht; wir schlummern ohne Sorgen, du weckst uns wieder morgen hier oder in der Ewigkeit. Samuel Vürde( 1753-1881). Rodrous pole Mel. Ja dich hab' ich gehoffet ic Tarsus491. Für alle Güte ſet gepreist, Gott, 490. Die stillen Abend- Bater, Sohn und heil'ger stunden, sie sind uns schnell entschwunden in häuslich froher Ruh. Die ernste Nacht sinkt nieder und drückt uns allen Geist! ihr'r bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich bringe. 1896 2. Du nahmst dich mei. ( 9) P Abendlieder. 448 ner herzlich an, haft Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; haft väterlich mein Haus und mich beschüßet u. genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk: der Geist, mit dem ich dein gedenk', ein ruhiges Gemüthe, was ich vermag bis diesen Tag, ist alles deine Güte. dat 4. Sei auch nach deiner Lieb' und macht mein Schuß und Schirm in dieser Nacht, vergieb mir meine Sünden; und kommt mein Tod, barmherzger Gott, so laß mich Gnade finden. Die Chr. Fürchten. Gellert( 1715-1769). hour and 1974 MONTON Diel. Jesu, ber bu meine Seeele. 492. ott der Tage, Gott der Nächte, unsre Seele harret dein, lehnet sich an deine Rechte, nie kannst du uns ferne sein; auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, und sich aus dem Lärm der Welt einsam bei dir eingestellt. da 2. Vater, viele Menschen weinen, viele Kranke schmachten nun! Aber du verläsfest keinen, heißest wachen, heißest ruhn, trocknest viele tausend Thränen und erfüllst das heiße Seh. nen ach! so vieler Leiden. den, die um Hilf und Lindrung flehn. 3. Vater, sende Muth den Schwachen, Licht in jedes dunkle Herz! Allen, die bekümmert wachen, lindre du den heißen Schmerz; laß die Wittwen, laß die Waisen deine Lieb' und Treue preisen; schenke Kranken sanfte Ruh, Ster. benden sprich Tröftung zu! 4. D du treuer Menschenhüter! Nacht ist vor dir, wie der Tag. Allge. waltiger Gebieter, du verwandelst Schmerz und Plag' unverhofft in Dant und Freuden! Ach, laß alle, die jest leiden, bald erlöst aus ihrer Pein, deiner Vaterhuld fich freun! 5. Vater, dieser Nam' erweitert jede Brust voll Angst und Schmerz; wie der Mond die Nacht er Abendlieder. 449 ein reines Herz in mir. heitert, kommt die Ruh in meinem Werke und schaffst jedes Herz, das nach deinem Troste weinet, eh' die Sonne wieder scheinet. D wie oft verwandelst du bangen Schmerz in süße Ruh! 6. Jesus Christus! man che Nächte hast du für uns durchgewacht, und dem sterblichen Geschlechte durch bein Wachen Ruh gebracht. Tröster! du willst deinen Kindern auch durch Schlaf den Kummer lindern. Wachen oder schlummern ste, weichst du doch von ihnen nie. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 2. Mit dankbarem Gemüthe freu' ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir: du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu 4. Ich weiß, an wen ich glaube und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil' ich der Ruh entgegen: dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein, in beine Hände befehr ich, Vater, meinen Geist! Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Johann Labater( 1741-1801). Chujog med bim ja? X Mel. Nun ruhen alle Wälder. 493. err, der bu mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet' ich findlich an: ich bin viel zu geringe der Treue, die ich finge, und 494. die du heut an mir gethan. mel. Freu' dich sehr, o meine ic. err, es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dahin: lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, wenn ich was 29 450 Abendlieder. nicht recht gethan, und 5. Steure den gottlosen hilf fest in allen Sachen guten Feierabend machen. Leuten, die im Finstern Böses thun, sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rath und verhindere die That; wend' auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Heerde wacht. Darum hilf du deiner Heerde, daß ste wohl behütet werde. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und zu jeder Tagesstund pfleget Herze, Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ich's sel ber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch mit mir Geduld! Ich bin freilich schuldbeladen: doch vergieb mir alle Schuld. Deine große Vatertreu' werde diesen Abend neu: so will ich auch deinen Billen fünftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüthe, daß mein Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte: auch dein Engel steh' mir bei, daß nicht Feuer breche aus, und bewahre sonst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglüd dürfe weinen. 7. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein: oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl' ich dir am Ende Leib und Seel' in deine Hände. Kaspar Neumann( 1648-1715). 5jg 6 Abendlieder. Mel. Ach Gott, wie manches Herzeleib. 495. inunter ist der Sonne Schein, die finstre Nacht bricht start herein: leucht' uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern wandeln nicht! 2. Dank sei dir, daß du uns den Tag vor Noth, Gefahr und mancher Plag' durch deine Engel haft be. hüt't aus Gnad' und väterlicher Güt'. 3. Womit wir heut er zürnet dich, dasselb'verzeih' uns gnädiglich und rechn' es unsrer Seel nicht zu, laß schlafen uns in Fried' und Ruh. 4. Die Engel uns zur Wach' bestell', daß uns der böse Feind nicht fäll', vor Schrecken, Graun und Feuersnoth behüte uns, o treuer Gott. 182 Nit. Hermann( geft. 1561). Mel. 3efu, meine Freude. 496.irte deiner Scha fe, der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte 451 war mein Schild und Hütte den vergangnen Tag: set die Nacht auch auf der Wacht und laß mich von deinen Schaaren um und um bewahren! 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben, Gott, mit Vaterhuld: ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhe. fissen, drum vergieb die Schuld; Jesus Christ mein Mittler ist, und in seinen tiefen Wunden hab' ich Heil gefunden. 3. Laß auch meine Lie ben keine Noth betrüben; ste sind mein und dein. Schließ' uns mit Erbar. men in den Vaterarmen ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dir! also sind wir ungeschieden, und ich schlaf' in Frieden. A 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein. Decke zu mit Schuß und Ruh: so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. 89* Abendlieder. 452 5. Wie, wenn ich mein Eigene Melodie. Bette heut zum Grabe 498. un ruhen alle Wie bald roth, bald todt! Drum, hast du beschlossen, daß mein' Zeit verflossen, kommt dieTodes noth, so will ich nicht wider dich: hab' ich Jesum nur gefunden, sterb' ich alle Stunden. Wälder, Menschen, Städt' und Felder, es schläft die ganze Welt: ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was euremSchöpfer wohlgefällt! 6. Nun wohlan, ich thue vergnügter Ruhe meine Augen zu. Seele Leib und Leben hab' ich dir gegeben, o du Hüter du! Gute Nacht! Nimm mich in acht! Und erleb' ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benj. Schmold( 1672-1737). Mel. Der goldnen Sonne Licht und Pracht. 497.3 fun, matterLeib, gieb dich zur Ruh und schlafe sanft und stille; ihr müden Augen schließt euch zu: denn das ist Gottes Wille. Doch schließt auch dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, Jesu, Jesu, gute Nacht. dis Christian Scriver( 1629-1893). 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr' hin, ein' andre Sonne, mein Jesus, meine Sonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, die goldnen Sternlein prangen am blauen Himmelsfaal: also werd' ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid, die Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh' ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr' und Herr. lichkeit. 5. Das Haupt, die Füß' und Hände sind froh, daß Abendlieder. nun zum Ende die Arbeit Eigene Melodie. Herz, freu' 499.un sich der Tag geendet hat kommen set. dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Ruhe ihr begehrt: es kommen Stund' und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 453 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie geschlossen: wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm ste zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug' und ächter Israel. 8. Breit' aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will mich der Feind verschlingen, so laß die Engel singen: dies Kind soll unverletet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben ein Unfall, noch Gefchr! Gott laß euch ruhig schlafen, stell' euch die güldnen Waffen ums Bett u. seiner EngelSchaar. Paul Gerhardt( 1606-1676). und keine Sonn' mehr scheint, schläft alles rings, was müd' und matt und was zuvor geweint. 8 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfft, noch schlummerst nicht; die Finsterniß ist dir ver haßt, weil du bist selbst das Licht. mi moi signi 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht, und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Wend' gnädig ab, was mich bedroht, durch deiner Engel Schaar; ich weiß, dann hat es keine Noth, und bringt mir nichts Gefahr. 5. 3war fühl' ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; doch hat ja deines Sohnes Huld genug für mich gethan. 6. Den seß' ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vor Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. no 601 454 Abendlieder. doch! 7. Drauf thu ich meine| laben, darum bleibe, bleibe Augen zu und schlafe fröhlich ein; denn Gott wacht während meiner Ruh. Wer wollte traurig sein? 8. Weicht, nichtige Ge danken, hin, vollendet euren Lauf! Ich baue jest in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 9. Soll diese Nacht die leßte sein in diesem Jammerthal, so führ' mich, Herr, zum Himmel ein zur auserwählten Zahl. 10. Und also leb' und sterb' ich dir, du Herr Gott Zebaoth: im Tod und Leben hilfft du mir aus aller Angst und Noth. Joh. Friedrich Herzog( 1647-1699). Mel. Ich will banten und ic. ober: Durchbrecher aller Bande. 500. Sieh, es will schon Abend werden, bleibe bei uns, lieber Herr! Ach schon bei des Tags Beschwerden stand nach dir oft das Begehr. Aber nun wir Ruhe haben, sehnen wir uns heißer noch, und an deiner Näh' zu 2. Jeßt, da Menschen uns nicht stören, möchten wir von dir aufs neu' gern ein Wort des Segens hören, daß wie milder Thau uns sei; denn des Tages heiße Schwüle hat das Herz uns ausgedörrt und es lechzt nach Segenstühle, wie ste deine Huld gewährt. 3. Sieh, betrübt ob unfrer Sünden, die wir heute noch vermehrt, möchten wir auch Gnade finden, und wer ist's, der ste ges währt? Niemand kann sie uns je spenden als nur du, o Herr, allein, ja allein in deinen Händen liegt die Macht, uns zu verzeihn. 4. Drum beglücke unsre Hütte, Herr, mit deiner Gegenwart! Sei als Gaft in unsrer Mitte, längſt schon haben wir geharrt. Bleibe, steh, wie wir uns seßen dir zu Füßen, Jesu Christ! Ach, ein Fest ist's voll Ergößen, wenn du, Herr, so bei uns bist. sid A Carl Barthel( 1817-1853). evogss codeildari Abendlieder. Mel. Freu' dich sehr, o meine ic. D 501. Sin theint in 502. So fliehen unfre Tage Auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Tröste rin, eilt wieder zu uns her. mer, aus dem keiner mehr erwacht, geh ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh, in deine Nacht: o dann schlaf' ich anders ein; weg aus dieses Lebens Pein wall' ich hin zu deren Hütten, die, nun glücklich, hier auch litten! 2. Jeho schlaf' ich, aufzuwachen noch für Tage dieser Zeit. Laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei leicht, bereit, von Bürden frei, von den Lasten dieser Erde, wann ich nun unsterblich werde. 455 god tist Mel. Nun fich der Tag geenbet ic. ch ber Ta 3. Gerne laß den Tag mich sehen, der als Retter mir erscheint, wann mit unerhörtem Flehen, wer mich liebet, um mich weint; stärker als mein Freund im Schmerz sei mein gottverlangend Herz, daß ich, voll von deinem Preise, thn zu dir gen Himmel weise. Friedrich Klopstod( 1724-1803). 2. Herr! du nur bleibest, wie du bist, du schläfft und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns um schließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertraun, mich auch in dieser Nacht. Und wovor sollte mir dann graun? mich schüßet deine Macht. 4. Hab' ich an deiner Gnade nur noch Theil, o Herr, mein Gott, so fürcht' ich nichts in der Natur und scheue nicht den Tod. 5.3war ich erkenne meine Schuld, mit Reue fühl' ich ste; doch, mein Erbarmer, deine Huld, wie troftvoll ist mir die! 6. Jch eil' im Glauben zu dir hin und weiß, wie sicher ich im Schuße detner Allmacht bin: ich trau' allein auf dich. 7. Flieht, finstre Sorgen, 1x 456 Abendlieder. weit von mir! Herr Jesu,| Leid und vor Sünden du allein sei'st mein Ge- mancher Art so getreudanke! weihe dir mein lich haft bewahrt, manches Herz zum Tempel ein. Unheil auch vertrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 8. Ist dies vielleicht die Ießte Nacht in meiner Prüfungszeit, so führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 3. Keine Klugheit kann ergründen deine Güt' und Wunderthat, und kein Mund es recht verkünden, was dein' Hand erwiesen hat. Deiner Wohlthat ist zu viel, und ste hat nicht Maß, noch Ziel. Herr, du hast mich so geführet, daß tein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun vergangen, und die Nacht bricht jest herein, hin ist Eigene Meloble. 503. perde munter, nun der Sonne Prangen mein und ihr freudenreicher Schein. Stehe mir, D Vater, bei, daß dein Licht stets bei mir sei. Tiefe Nacht herrscht rings auf Erden, laß es hell im Herzen werden. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd' und Missethat, die mein armes Herz beladen und dich sehr erzürnet hat. Des Versuchers List und Tück' treib' durch deine Kraft zurück. Gott, du kannst 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod! Du, mein Erretter, bist bei mir und hilfst aus aller Noth. Christoph Neander( 1724-1802). III 10000 Song müthe, und, ihr Sinnen, hebet an, laut zu preisen Gottes Güte, die er heut an mir gethan, da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag' durch sein gnadenreiches Walten hat beschirmet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir heut mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Abendlieder. 457 allein mich retten, strafe| erhöre, was dein Kind genicht mein übertreten. beten hat! Sesu, den ich ja 6. Bin ich gleich von stets verehre, bleibe fa dir gewichen, stell' ich mich mein Schuß und Rath, doch wieder ein: meine und mein Hort, du werther Schuld ist ausgeglichen Geist, der du Freund und durch des Heilands Angst Tröster heißt; höre doch und Pein. Ich verleugne mein sehnlich Flehen! nicht die Schuld; aber Amen, ja es soll geschehen. deine Gnad' und Huld ist viel größer, als die Sünde, die ich stets in mir noch finde. 7. du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, allhier in der Dunkelheit bei mir; tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 8. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft' und füße Ruh, alles übel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kinder, Hab' und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenoffen sei'n in dei nen Schuß geschlossen. 9. O, du großer Gott, 30h. Rift( 1607-1667). drag stolo de 3um Sonntagsabend. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 504. Der Sabbath iſt vergangen: ich habe mein Verlangen nach Herzenswunsch erfüllt; Gott hat mich unterweiset, mit Lebensbrot geſpeiset und meiner Seele Durst gestillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen; drum leg' ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh; denn allen Sündenschaden deckt Jesus nun in Gnaden mit seinem Purpurmantel zu. 3. D du dreteinig Wesen, mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin. Ich habe Licht vom Lichte, dein leuchtend Anoper Mes alongaus Abendlieder. 458 2 gestchte treibt alle Finsterniffe hin. 4. Du wirst schon bei mir machen und eine Sonne machen auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonntag ist erschienen, der alle Nacht zu Schanden macht. 3. Den Glanz von deinem Throne, das Wort von deinem Sohne, den Hauch von deinem Geist. Was unser Sinn gespüret, was unser Herz gerühret, für alles, alles set gepreift. 5. Ich schlafe ganz vergnüget; denn wo mein 4. Laß diesen Strahl des Lebens, dies Licht Herze lieget, da ist der noch nicht vergebens für Engel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel, es träumt mir nur vom Himmel: ach, wer doch nur bald droben wär'! uns entzündet sein. Noch in den dunklen Stunden, wenn alles sonst entschwunden, leucht't er in unser Herz hinein 191194750 5. Wenn sich die Augen fenken, dann laß dein Angedenken nicht völlig schlafen ein. Laß in den FinMel. Kun ruhen alle alder. 505.Die schönen Sonn- sternissen dein Wort und mein Gewissen die beiden treuen Wächter sein... Benj. Schmold( 1672-1787). 5092 the tagsstunden sind nun dahingeschwunden, uns grüßt die Abendruh; nun will ich all mein Dichten zu dir nach oben richten, Anfang und Ende bleibest du. matter hint miglia von oben, das diesen Tag hat eingeweiht; 2. Herr, dir sei Preis und Ehre für alle Lieb' und Lehre, die ich empfangen heut; du bist allein au loben für jedes Licht 6. Herr, schenke mir indessen ein seliges Vergeffen von allem eitlen Wahn, fein Auge mag ich schauen, von des Himmels Auen blick' du, mein Gott und Herr, mich an. nur una. Christian Puchta( 1808-1858). 1191 gang @ door Abendlieder. 459 Mel. Nun sich der Tag geendet ic.| auch dein Wort und thu' 506. un bricht die uns immer wohl, damit man stets an jedem Ort dir diene, wie man soll. finstre Nacht herein, des Tages Glanz ist todt; jedoch, mein Herz, schlaf' noch nicht ein, komm, sprich zuvor mit Gott. 2. Gott, du großer Herr der Welt, den niemand sehen kann, du stehst auf mich vom Himmelszelt, hör auch mein Seufgen an. 8. Jest aber such' ich meine Ruh, o Vater, steh mir bei und gieb mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sei. 9. Gieb allen eine gute Nacht, die heute recht ges lebt und begre den, der unbedacht hat wider Gott gestrebt. 10. Sofern es dir, mein Gott, gefällt, so hilf mir morgen auf, daß ich noch ferner in der Welt vollbringe meinen Lauf. 11. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein; da wird in deiner Herrlichkeit mein Sabbath ewig sein. Raspar Neumann( 1648-1715). STYSIO a 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, war dein, vor allen dein, drum sollt' er mir bis in die Nacht vor allen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht geschehn, denn ich bin Fleisch und Blut und pfleg' es öfters zu versehn, wenngleich der Wille gut. 5. Nun such' ich deinen Gnadenthron, steh meine Schuld nicht an, und denke, daß dein lieber Sohn für sic dualis ud mich genug gethan. 6. Schreib', was bein Wort uns heut gelehrt, in unsre Herzen ein, laß alle, welche es gehört, dir auch gehorsam sein.meth 7. Erhalt und ferner Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 507. Enfer Sabbath geht zu Ende; kommt, vollendet seinen Lauf! Preiset Gottes Vaterhände, seine Güte hört nicht auf. Laßt uns mit Gebet 1 PAPAAN Abendlieder. 460 und Singen ihm das Abendopfer bringen. 2. Herr, bei dem man alle Tage Rath und Hilfe finden kann, höre gnädig, was ich sage und nimm meine Seufzer an; denn nichts andres kann ich geben, als nur deinen Ruhm erheben. 3. Und wer wollte das verschweigen, wie Gott alle Menschen liebt? Tag und Nacht sind unsre Zeugen, wie er so viel Gutes giebt; denn mit jeder meiner Stunden ist ein Segen auch verbunden. 4. Andre Tage, von dem Morgen bis hinein in späte Nacht, werden meist mit eitlen Sorgen und mit Arbeit zugebracht, aber der mir heut erschienen, war bestimmet, Gott zu dienen. 5. D, du Heiland aller Leute, mein Erlöser und mein Hort, wie viel Men6. Herr, ich preise dei nen Namen nun und bis in Ewigkeit, daß du so viel guten Samen in die Herzen ausgestreut. Dir zum Ruhme mög' er bleiben und viel gute Früchte treiben. 7. Nunmehr geh' ich wieder schlafen und leg' allen Kummer hin; denn mich decken deine Waffen, unter deren Schuß ich bin; mag doch Welt und Hölle toben, hier bin ich gut aufgehoben. 8. Soll ich morgen auch noch leben und in deinem Dienste stehn, nun, so wirst du Gnade geben, daß mir's ferner wohl wird gehn: denn das weiß und glaub' ich feste: Gott vertrauen ist das Beste. Kaspar Neumann( 1648-1715). Zum Wochenschluß. Mel. Valet will ich bir geben. ſchen hast du heute unter 508. Die Woche geht Ende, richtet durch dein Wort, hier getröstet, dort ermahnet und den Weg zu Gott gebahnet! aber Gottes Treu': denn, wo ich mich hinwende, da ist ste immer neu: die Abendlieder. 461 JAG Zeit kann wohl verschwin-| will ich nicht widerstreben den, nur Gottes Treue und mich im Geiste freun nicht: ste läßt sich täglich auf fenen Feierabend, den finden und giebt mir Trost Christi Tod gemacht; an und Licht. diesem Trost mich labend sag' ich nun: gute Nacht! Benj. Schmold( 1672-1737). 2. Die ganze Woche zeuget von deiner Gütigkeit, mit der du mir geneiget; ja, meine Lebenszeit von frühsten Kindertagen weiß ich von und Güte nur zu sagen, die alle Morgen neu. 3. Allein mein Herz erbebet, wenn heut zurück es denkt, wie untreu ich gelebet, wie oft ich dich gefränkt. Drum will ich dir geloben, von nun an treu zu sein. Dein guter Geift von oben wird hier zu Kraft verleihn. 4. Ich bin dein Kind aufs neue; drum gieb, daß diese Nacht mich auch dein Schuß erfreue, der alles sicher macht. Ich werde gleichsam sterben, der Schlaf ist wie ein Tod; doch kann ich nicht verderben: du lebst in mir, mein Gott. 5. Soll dies in meinem Leben die letzte Woche sein, Mel. O daß ich tausend Jungen ic 509. So ist die Woche D ABjoer nun geschlossen, doch, treuer Gott, dein Herze nicht: wie sich dein Segensquell ergossen, so bin ich noch der Zuversicht, daß er sich weiterhin er. gießt und unaufhörlich auf mich fließt. 2. Jch preise dich mit Herz und Munde; ich lobe dich, so hoch ich kann; ich rühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weihrauch ist. 3. Hat mich in diesen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so giebst du auch die Kraft, zu tragen; zudem, es ist voll Heil und Frucht durch deine Liebe, Herr, zu mir, 99% AX's TAP Por Tischlieder. 462 und darum dank ich dir dafür. 4. Nur eines bitt' ich über alles, ach, du verfagft mir dieses nicht: gedente feines Sündenfalles, da doch mein Heiland frei mich spricht, mein Jesus, der die Missethat auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen, du brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder haft versprochen, daß er, wenn ihm die Sünde leid, nicht sterben, sondern gnadenvoll als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen, und so will ich den Wochenschluß vergnügt und froh zurück nun legen, da der Trost mich ergößen muß: daß ich ja soll in Chrifto dein und schon in Hoffnung selig sein. HIS SRDCE INSER 3. 7. Doch da mein Leben zugenommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde haft be stimmt, die mich zu dir gen Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an: ach ja, da theilt dein Wort und Haus den allerbesten Segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, was du mir fünft'ge Woche giebst: du wirst es in der That erweisen, daß du mich je und immer liebst und leitest mich nach deinem Rath, bis Leid und Zeit ein Ende hat. CHIED Erdm. Neumeister( 1671-1756). 9 Tischlieder.donin mbi aslin vor Hungersnoth behüte uns durch deinen Sohn, Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu sc. Gott Vater, in dem höchVor dem Essen. 510. Bescheer'uns un sten Thron. täglich Brot; vor Theurung und 2. Thu auf, Herr, deine milde Hand, mach' deine Tischlieder. 463 Gnad' und Güt' bekannt,| g'nug zum Leben sein; dein ernähr' auch uns, die Kinder dein, du speisest ja die Vögelein. göttlich Wort die Seele speift, hilft uns zum Leben allermeist. ISOISO 3. Erhörst du doch der Raben Stimm', drum unsre Bitt', Herr, auch vernimm, denn Schöpfer aller Ding' du bist und jedem Thier sein Futter giebst. 4. Herr, der du unser Vater bist, weil Christus unser Bruder ist, wir Mel. Schmüde bich, o liebe Seele. 512. Speise, Vater, trauen ganz allein auf dich und woll'n dich preisen ewiglich. und die deine Kinder, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu 5. Gedenk' nicht unsrer den Gaben, die wir jetzt Missethat und Sünd', die hier vor uns haben, daß dich erzürnet hat, laß scheite uns zu diesem Leben nen dein' Barmherzigkeit, Stärke, Kraft und Nahdaß wir dich lob'n in Ewigkeit. Amen. Nikolaus Hermann( geft. 1561). rung geben, bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Amen.la nagradigd madei Verfaffer unbekannt. Mel. Herr Jesu Chrift, mein's 2c. 511.Gesegn'uns, Herr, die Gaben dein, die Speis' laß unsre Nahrung sein, hilf, daß das durch erquicket werd' der schwache Leib auf dieser Erd'. 2. Doch dieses zeitlich Brot allein fann uns nicht 3. Drum gieb uns Beides, Herr und Gott, hilf endlich auch aus aller Noth: so preisen wir dein' Gütigkeit hier und auch dort in Ewigkeit. Amen. Verfaffer unbekannt. Nach dem Essen. Mel. Lobe ben Herren, ben mächtigen König. 513. Danke dem Her. ren, o Seele, dem Urquell der Güter, der uns ernähret den Leib und erquidt die Gemüther, 99( PrX s T s T series 464 Tischlieder. gebet ihm Ehr', liebet den| wolleft uns stärken und Gütigen sehr, stimmet an dankende Lieder. leiten und zu der Hochzeit des Lammes rechtschaffen bereiten. Bleib' uns hier nah, bis wir dich ewig allda schmecken und schauen in Freuden. mires 2. Du hast, o Güte, dem Leibe die Nothdurft bescheeret, laß doch die Kräfte im Guten nur werden verzehret, alles ist dein, Leib und die Seele, allein werd' auch durch beide geehret. 3. Lebenswort, Jeſu, tomm, speise die schmachtenden Seelen, laß in der Wüste uns nimmer das Nöthige fehlen, gieb nur, daß wir innig stets dürften nach dir, ewig zur Lust dich erwählen. 300 sid 4. Nimm die Begierden und Sinne in Liebe gefangen, daß wir nichts neben dir, Jesu, auf Erden verlangen. Laß uns mit dir leben verborgen allhier und bir im Geiste anhangen. 5. Laß deinen Lebensgeist kräftig uns alle durch dringen, und uns dein göttliches Leben zu Tugenden bringen. Bis nur wird sein in uns dein Leben allein, Heiland, du fannst es vollbringen. 6. Gütigster Hirte, du Berharb Tersteegen( 1697-1769). 24 19 ma Mel. Wach' auf, mein Herz ic. 514. Gott, Schöpfer aller Dinge, ich bin viel zu geringe, den Segen deiner Gaben so mild und reich zu haben. 2. Ach, wie soll ich dich preisen für diese deine Speisen, die wir aus dei nen Händen zur Nahrung nun verwenden. 3. Jch danke deiner Güte, ich preise dich und bitte, du wolleft deinen Segen auf deine Gaben legen. 4. Gieb, daß es uns ge dethe und Seel' wie Leib erfreue, daß wir, indem wir efsen, der Armen nicht vergessen. 5. Laß uns an deinen Gaben satt und Genüge haben, laß nie ste uns entweihen, in dir uns ihrer freuen. Tischlieder. 465 6. Laß uns vor allen| nießt: der Wind, der durch Dingen nach deinem Reiche ringen und acht auf dein Wort geben: denn das ist unser Leben: die Felder wehet, die Wolke, die das Land begießt, des Himmels Thau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 7. Damit wir noch auf Erden der Tafel würdig werden, da uns wird Jesus speisen und wir ihn ewig preisen. Friedr Chr. Henrici( 1700-1764). Mel. O daß ich tausend Bungen ic. 515. Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus, du aber theilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus; dein Segen macht uns alle reich: Ach, lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die stets bei dir zu Tische gehn? Und doch läßt du es keinem fehlen, denn du weißt allem vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot empfängt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht ge4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker reichet ihm das Brot; es mehrt sich wunderbarer Weise, was anfangs schien als wär' es todt, bis in der Ernte fung und alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man mehr bedenken? Der Wunder sind hier gar zu viel. So viel, als du, kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr bescheert, als wir, die armen Sünder, werth. 6. Wir wollen es auch nie vergessen, was uns dein Segen träget ein; ein jeder Bissen, den wir effen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Raspar Neumann( 1648-1715). 30 Trauung und Ehe. 466 Mel. Nun lobt und dankt Gott all zusammen. 516.ir banken Gott für seine Gaben, die wir von ihm empfangen haben; wir bitten unsern lieben Herrn, er woll' hinfort uns mehr bescheern, und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. 2. Ach, lieber Gott, du wollst uns geben nach diefer Welt das ew'ge Leben! Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hat's nicht Noth, du bist das rechte Lebensbrot. Mich. Prátorius( 1571-1621). VI. Haus und Beruf. 1. Trauung und Ehe. 2. Hier erscheinen zwei vereint, deinen Segen zu erbitten; allertreuster Menschenfreund, tritt doch segnend in die Mitte, sei ihr Schaß und ihre Habe von dem Altar bis zum Grabe. era 3. Sei ihr Beistand in der Noth, sei im Kummer ihre Freude, gieb, daß nichts als nur der Tod das, was du verbindest, scheide. Hilf, daß sie dich hier und oben herzlich lieben, fröhlich loben. Ehrenfried Liebich( 1713-1780). Vor der Trauung. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 517.err, ber burch der Liebe Band innig Mann und Weib verbindet, Herr, der auf den Ehestand seiner Reiche Wachsthum gründet, segne die, die jetzt mit Beten, in den Stand der Ehe Mel. Wie schön leucht't une ic. treten. 518.on dir, du Gott der Einigkeit, ward einst der Ehe Bund geweiht: o weih' auch ste zum Segen, die hier vor deinem Angesicht bereit stehn, dir den Echwur der Pflicht und Eintracht ab. Trauung und Ehe. zulegen! Laß ste, Vater, dir ergeben einig leben, treu sich lieben, treu die Pflicht der Christen üben. 2. Gott, der du ste verbunden hast, mach ihnen leicht des Lebens Last, gieb, daß kein Gutes fehle. Die Treue laß sie nie entweihn, in Freud' und Leid laß stets sie sein ein Herz und eine Seele! Jmmer laß ste, dir ergeben, einig leben, einig handeln, fromm und heilig vor dir wandeln. 3. segne ste, der gern beglückt und Segen uns von oben schickt, auf allen ihren Wegen! Herr, lehre ste sich deiner freun; gieb felbst zu ihrem Fleiß Gedeihn, und ihr Beruf sei Segen! Laß ste, Vater, dir ergeben glücklich leben, freudig sterben: so sind ste des Himmels Erben. Johann Eschenburg( 1748-1820). Mel. Nun bantet alle Gott. 467 Freuden. Der unsre Namen schreibt ins Buch des Lebens ein, er selbst, Herr Zebaoth, wird Schild und Lohn uns sein. Benj. Schmold( 1672-1737). das soll der Mensch nicht scheiden; drum gehen wir dahin in Gottes Fried' und Mel. Was mein Gott will ic. 520.% Zwei Hände wollen heute sich an heil'ger Stätte faffen, sich halten treu und inniglich und nimmermehr sich lassen; doch festzuziehn solch Liebesband, soll helfen eine andre Hand, soll Gottes Hand zum Segen sich auf die euern legen! 3. 3wei Herzen brennen Pas Gott zu fröhlich heut in einer Liebe 519.ammenfügt, Flammen und halten fest in Leid und Freud' von heute an zusammen; doch daß da bleibe Herz an 30* 2. 3wei Zungen wollen heut ein Wort, ein heilig Ja sich geben; das turze Wort, o fling' es fort durchs ganze lange Leben! Doch daß dies Ja geseg net sei, ertöne noch ein Ja dabei, erschall aus Gottes Munde das Ja zu eurem Bunde! XsXs PrPPO 468 Trauung und Ehe. Herz, so haltet fleißig him- stap 82 Tipostig melwärts zum Vaterherzen Nach der Trauung. broben die eurigen erhoben. Mel. 3ch finge bir mit Herz ic. 4. 3wei Namen wollen 521.Geschloffen ist nun heute gern in einen sich verschlingen, den ihren will dem Eheherrn die Braut zum Opfer bringen; doch soll der Bund gesegnet sein, so klinge noch ein Name drein, so kling' in Gottes Namen zu eurem Ja das Amen! Bund vor deinem Angesicht; Angesicht; wir flehn zu dir mit Herz und Mund: verlaß uns, Vater, nicht! 2. G 2. Sich gnadenvoll auf uns herab, die wir uns deiner freun; daß wir ein Herz nur bis ans Grab und eine Seele sein. 5. 3wei Häuser blicken lieb und traut, aufs neugeschmückte dritte; der El tern Segen hat's gebaut den Liebenden zur Hütte; wie glänzt das Haus so schmuck und neu! Doch daß da gut zu wohnen sei, laßt fleißig euch die Glocken zum Hause Gottes locken! 6. So zieht zu zwei'n ins Gotteshaus, die Freunde zum Geleite! Go fommt vereint vom Herrn heraus, er selbst an eurer Seite! Zieht fröhlich ein zur eignen Thür, bleibt eins in Liebe für und für, und Gott in eurer Mitte sei selbst im Bund der Dritte! Karl Gerok( geb. 1815). auf uns ruhn, der alles 3. Laß deinen Geist stets Gute schafft; lehr' uns nach deinem Willen thun, stärk' uns dazu mit Kraft. 4. Soll's uns bei heiterm Sonnenschein in gu funft glücklich gehn, so wird das Herz dir dankbar fein, und deinen Ruhm er. höhn.1 mm 5. Doch sollt auch mans ches Leiden sich zu unserm Herzen nahn; so nimm dich unser gnädiglich in allen Nöthen an. 6. Nun, du bist unsre Zuversicht, und wir sind ewig dein. Du, Herr, ver Trauung und Ehe. 469 läßt die Deinen nicht, wirst| Geist stets fort und fort ewig mit uns sein.d Verfasser unbekannt. an unser aller Seelen; er leucht' uns wie das Sonnenlicht, damit's am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen, reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. is Mel. O Gott, du frommer Gott. 522. Sa aß dich, Herr Jesu Christ, durch mein Gebet bewegen; komm in mein Herz und Haus und bringe mir den Segen. Nichts richten Müh' und Kunst ohn' deine Hilfe aus; wo du mit Gnaden bist, kommt Segen in das Haus. Joh. Heermann( 1585-1647). -Im Ehestande. Mel. Wie schön leucht't uns ber Morgenstern. 23.Jch und meinhaus, wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel' und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, gieb deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeinde mach' aus allen: dir nur soll ste wohlgefallen.alis 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter 3. Gieß' deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben und verbinde. Laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen sein bereit demüthig, sanft und linde. Liebe übe jede Seele, keinem fehle, bran man fennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hilfe schaun mitkindlichem Gemüthe; selig, fröhlich selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns faffen. 5. Giebst du uns ird'sches Glück ins Haus, so schließ s X s X s P sP Pro P 470 Trauung und Ehe. den Stolz, die Weltlust| und aller Augen freudig auf dich sehn; wo aller Lippen dein Gebot erfragen, und alle deines Winks gewärtig stehn. aus, des Reichthums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demuth leer und voll von eitler Wollust wär', so fehlte uns das Beste: fene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schäßen einer Welt nicht zu erseßen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist, als nur dein Geist regiere; daß er, der alles wohl bestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, uns alle lieb lich ziere. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen, heim und droben dich in in deinem Hause loben. Karl Spitta( 1801-1859). Mel. So führst du doch recht selig, Herr. 524. felig Haus, wo man dich aufgenommen, du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Chrift! Wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir entgegenschlagen, 2. D selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen in Lieb' und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten, wie am bösen Tag'. 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der ste als die. Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo ste zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland, du! spidser 4. O selig Haus, wo Knecht und Magde dich Trauung und Ehe. 471 kennen und wissen, wessen| steigt und neigt sich deine Augen auf ste sehn, bei Gab' und alles Gut' so allem Werk in einem mild herab aus deiner Eifer brennen, daß es nach heil'gen Höhe, wenn sich an deinem Willen mag ge dich fleißig halten, Gottes schehn; als deine Diener, Walten fromm vertrauen, deine Hausgenossen, in die ihr Haus vereinigt Demuth willig und in bauen. Liebe frei, das Ihreschaffen froh und unverdroffen, in kleinen Dingen zeigen große Treu'. consid 5. O selig Haus, wo du die Freude theilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt; o selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher 3. Seid gutes Muths, der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und Hand in Hand durchs Leben gehn im Bunde reiner Treue: da blüht das Glück von Jahr zu Jahr, da steht man, wie der Engel Schaar im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, tein Wurm, kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm sich liebet. nicht Menschenhand hat aufgerichtet solchen Stand, Gott ist es, unser Vater; der hat uns je und je gebliebt und bleibt, wenn Karl Spitta( 1801-1859). Mel. Wie schön leucht't uns ber Morgenstern. 525. ie schön ist's doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heil'ger Che, wie Sorge uns betrübt, der beste Freund und Rather: Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 4. 3war bleibt's nicht TAXA Pride, 472 Trauung und Ehe. aus, und kommt ja wohl| wär', wie finster wär's, ein Stündlein, da man wie arm und leer! Leides voll die Thränen läffet fließen. Indessen, wer sich in Geduld er giebt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Wage, trage nur ein wenig; unser König macht behende, daß die Noth und Angst sich wende.dispus 2. Wohl, wenn dort Mann und Weib und Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seis nem Willen und Gebot. Mel. Ach Gott, wie manches Herzeleid. oder: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. 526. oh einem Haus, da Jesus Christ allein der Herr und Meister ist! Ja, wenn er nicht darinnen 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt. 4. Wohl, wenn wie Weihrauch das Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort als Gottes Werk und Gottes 5. Wohl denn, mein König, tritt herzu! Gieb Rath im Kreuz, in Nöthen Ruh, in Ängsten Trost und Freude. Des sollst du haben Ruhm und Preis, wir wollen singen bester Weis' und danken alle Wort. beide, bis wir bei dir, dei- 5. Wohl, wenn im äußernen Willen zu erfüllen, lichen Stand mit fleißiger, deinen Namen ewig loben getreuer Hand ein jegliches werden. Amen.blogfen nach seiner Art den Geist 191 Paul Gerhardt( 1606-1676). der Eintracht offenbart. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind und sie an Kind und Kindeskind versäumen nichts zum ew'gen Glück; dann bleibt derselben keins zurück. 7. Wohl solchem Haus! denn es gedeiht; die Eltern werden hocherfreut, und Trauung und Ehe. 473 thren Kindern sieht man's| doch wirst du mir noch an, wie Gott die Seinen mehr erweisen und meinem segnen kann.smarau Kinde Kraft verleihn, daß es in deinem Bunde bleib', dein heil'ger Geist es immer treib'. din ste 8. So mach' ich denn zu dieser Stund' sammt meinem Hause diesen Bund: wich' alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn. Chrift. v. Pfeil( 1712-1784). 4. Gieb ihm das Wachsthum deines Sohnes, bei Gott und Menschen Huld und Gnad'; der Flügel deines Gnadenthrones, der es bereits beschattet hat, bedeck es, wo es geht und steht, bis es zum Himmel wird erhöht. 19079 Beim Kirchgang. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 527. Gott Lob, ich schließe meine Wochen und preise meines Gottes Kraft; ich habe Gott ein Wort versprochen, der neues Leben in mir schafft: ,, wird er mir Rath und Kraft verleihn, so soll mein Herz sein Opfer sein." 2. Ich komme, meines Lebens Leben, und sage dir, mein Schöpfer, Dank: da tausend Schmerzen mich umgeben und schon der Tod zum Herzen drang, da hast du also mich erquickt, daß mich mein Kreuz nicht hat erdrückt. 3. Nun, deine Magd wird solches preisen und ewig dafür dienstbar sein;| zugethan, und durch deines 5. Ja, du bist aller Kinder Vater, dein Sohn ist aller Kinder Freund: sei du nun ferner mein Berather, daß, wenn dein letter Tag erscheint, ich und mein Kind dort vor dir stehn und dir zu deiner Rechten gehn. Benj. Schmold( 1672-1737) Gebet der Eltern. mel. Werde munter, mein Gemüthe. 528. Sorge doch für unsre Kinder, Vater, nimm dich ihrer an. Sind ste gleich vor dir noch Sünder, sind sie dir doch Pikipi 474 Trauung und Ehe. 2. Sie sind dir von Kindesbeinen und von ihrer ersten Stund' zugeeignet als die Deinen, und durch deinen Gnadenbund hast du sie in ihrer Tauf' väterlich genommen auf, daß ste, wenn sie gläubig sterben, werden deines Reiches Erben. Sohnes Blut gleichwohl| mein Gott und Heil, ver. dein erworbnes Gut.Darum geffen. D wirst du sie aus Gnaden 5. Sammeln andre große wohl beschützen und be- Schäße, suchen sie auf Errathen. The den Heil, daß sie Geld und Gut ergöße, so bist du mein einzig Theil. Bleib' auch meiner Kinder Gott, laffe ste in keiner Noth und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. 6. Dringt auf ste von allen Seiten der Verführer lift'ge Schaar, laß doch ihren Fuß nicht gleiten; laß ste ihre Lebensjahr' in der Tugend bringen zu, bis du ste, wie mich, zur Ruh wirst ins fühle Grab versenken und die Selig. feit uns schenken. man 7. Wenn dann ihre Jahr' verflossen, und sie ihre Lebenszeit ehrlich haben 4. Sollt' ich nicht für hier genossen, dann ste in solche Güte immer dir ver- die Ewigkeit endlich sollen pflichtet sein, und mit gehen ein, mögst du selbst dankbarem Gemüthe sol. ihr Helfer sein, daß sie chen Glückes Sonnenschein all nach sanftem Sterben und was du an mir ge- glaubensvoll den Himmel than rühmen, Herr, vor erben. G jedermann? Ach, so müßt' 8. Gönne mir die große ich ganz vermeffen dein, 3. Du hast sie bisher ernähret; manchem Unheil, mancher Noth mehr als väterlich gewehret, die ste jemals hat bedroht, ins Verderben leicht gestürzt und ihr Leben jäh verkürzt, aber deine Vatertreue bleibt bei ihnen täglich neue. Freude, daß ich einst am Jugend und Alter. 475 füngsten Tag nach so man-| mir hast in fener Welt chem Kampf und Leide bescheeret. Ewig sei dein mit Frohloden sagen mag: Nam' geehret! liebster Vater, ich bin hier, und die Kinder, die du Lubw. Schloffer( 1663-1723). 2. Jugend und Alter. a. Jugend. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. ober: Nun siber Tag geendet hat. 529.Jinselein und meine Kraft ist schwach; ich möchte gerne selig sein und weiß nicht, wie ich's mach'. 2. Mein Heiland, du bist mir au gut geworden einst ein Kind; man sagt, du hast mich durch dein Blut erlöst von aller Sünd'. 3. Mein liebster Heiland, rath' mir nun, was ich aus Dankbarkeit dir soll für deine Liebe thun, und was dein Herz erfreut. 4. Willst du mein Herz? Ach nimm es hin, nimm's, liebster Heiland, an! Ich weiß doch, daß ich dein nur bin und geb' dir, was ich kann. 5. Du hast mich in der Taufe ja mit deinem Heil bekleid't, und eh' ich etwas wußt' und sah, zu Deinem Kind geweiht. 6. Bewahr' mein Herz und halt' es rein von allem, was befleckt; du hast's gebadet, laß es sein von deiner Flut bedeckt. 7. Holst du mich früh aus dieser Zeit, was ist es dann wohl mehr? Dann komm ich in die Ewigkeit, dort wird mir nichts zu schwer. 8. Doch soll ich länger hier noch sein, nehm' ich an Jahren zu, so hilf mir, liebster Jesu mein, daß ich viel Gutes thu. 9. Und schließ ich endlich meinen Lauf im Glauben seliglich, so hebe mich zu dir hinauf und nimm und blin Wed segne mich. Nikolaus Graf von Bingendorf ( 1700-1760), de 476 Jugend und Alter. Eigene Melodie. 530.eil eil ich Jesu Schäflein bin, freu' ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten, der mich wohl weiß zu bewirthen, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. 2. Unter seinem sanften Stab geh ich aus und ein und hab' unaussprechlich süße Weide, daß ich keinen Mangel leide; und so oft ich durstig bin, führt er mich zum Brunnquell hin. 3. Sollt' ich denn nicht fröhlich sein, nun ich sein bin, und er mein? Denn nach diesen schönen Tagen werd' ich endlich heimge tragen in des Hirten Arm und Schooß; Amen, ja mein Glück ist groß! Louise von Hayn( 1724-1782). b. Alter. Rel. Nun ruhen alle Wälder. 531. u, Herr, von 1. meinen Tagen, hast mich mit Huld getragen von meiner Jugend auf: auf allen meinen Wegen umgab mich, Gott dein Segen, auch selbst im schwersten Leidenslauf. 2. Oft hatt' ich große Sorgen; doch, wie ein heitrer Morgen durch dunkle Nächte bricht, sc hab' ich's auch erfahren: du weißt uns zu bewahren und führst durch Finster. niß zum Licht. d 3. War Menschenrath ver. gebens, so warst du, Herr des Lebens, mein Licht auf dunkler Bahn. Dich ließ ich thun und rathen; denn du thust große Thaten und nimmst dich unser huldreich an. tirg 4. Bis zu des Alters Tagen will ich dich heben, tragen und dein Erretter sein". Dies hast du mir versprochen und nie dein Wort gebrochen; des will ich mich auch immer freun. 5. Du wirst in meinem Alter mein Stab sein, mein Erhalter, nach deiner Vatertreu. Bin ich gleich schwach und müde, bei dir ist Trost und Friede, du stehst mir Schwachen mächtig bei. 6. Nach wenig bangen Geburtstag. 477 dist Stunden hab' ich ganz über-| stes Kräfte dem innern wunden; ich bin dem Ziele nah, dem Ziele aller Leiden; o welche hohe Freuden erwartet meine Seele da! 7. Ich harre froh und stille, bis, Herr, mein Gott, dein Wille mich nach dem Kampfe krönt. An meiner Laufbahn Ende sink' ich in Jesu Hände; denn er hat mich mit dir versöhnt. Jakob Feddersen( 1736-1788). prising dm Mel. Christus, der ist mein Leben. Serwirf mich 532. We nicht im Alter, verlaß mich nicht, mein Gott! Bist du nur mein Erhalter, so werd' ich nie zu Spott. 2. Wie oft hab' ich erfahren, der Vater sei getreu; ach, mach' in alten Jahren mir dieses täglich neu! 3. Wenn ich Berufsgeschäfte in äußrer Schwachheit thu', leg' deines Gei- l Menschen zu. den 4. Wenn dem Verstand, Augen die Schärfe nun gebricht, daß sie nicht viel mehr taugen, sei Jesus noch mein Licht. Eigene Melodie. 533. err, von dir hab' ich mein Leben, habe von dir Leib und Geift. Du haft alles mir 5. Will mein Gehör verfallen, so laß dies Wort allein mir in dem Herzen schallen:" Ich will dir gnä dig sein!" 6. Wenn mich die Glieder schmerzen, so bleibe du mein Theil und mach' mich an dem Herzen durch Christi Wunden heil. 7. Sind Stimm' und Zunge blöde, so schaffe du, daß ich im Glauben stärker rede: mein Heiland, sprich für mich!" 8. Wann Händ' und Füße beben, als zu dem Grabe reif, gieb, daß ich nur das Leben, das ewig ist, ergreif'. Philipp Hiller( 1699-1769). 3. Geburtstag. gegeben und stets Vatertreu erweist. Du bist meine Zuversicht; dich, mein Schöpfer, laff' ich nicht. 2. Jesu, du hast meine CXX XIX s 478 Beruf. Sünde an dem Kreuze| haft vor vielen mich zur selbst gebüßt, daß nun mir Wunder dargestellt. Wo als deinem Kinde Gott, rauf deine Wege zielen dein Vater, gnädig ist. das verbirgst du vor den Du bist meine Zuversicht; Welt. Du bleibst meiner dich, mein Jesu, laß ich Zuversicht; dich, mein nicht. Vater, laß ich nicht. 3. Heil'ger Geist, du hast die Schäße mir in Gottes Wort gezeigt, und mein Herz zu dem Geseße und zum süßen Trost geneigt. Du bist meine Zuversicht; heil'ger Geist, dich laß ich nicht. 4. Ach, mein Gott, du 4. Beruf. Mel. Die Tugend wird burchs Kreuz. 5. Mit dir hab' ich an gehoben, mit dir schließ ich meinen Lauf. Dort will ich dich ewig loben; nimm mich einst zu dir hinauf. Dich, mein Heils und Zuversicht, laß ich auch im Tode nicht. Gottfried Hoffmann( 1658-1712). 534. Du flagst und fühleft die Beschwerden des Stand's, in dem du dürftig lebst; du strebest, glücklicher zu werden, und stehst, daß du vergebens strebst. Ja flage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk' im Klagen auch zurück: ist denn das Glück, daß wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufrieden heit; die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend unt Genügsamkeit. Genieße was dir Gott beschieden entbehre gern, was du nicht hast; ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Last. 3. Gott ist der Herr, unt seinen Segen vertheilt e stets mit weiser Hand, nicht so, wie wir's zu wünscher pflegen, doch so, wie er'i uns heilsam fand. Willf du zu denken dich erkühnen Beruf. 479 daß seine Liebe dich vergißt?| in seinem Muth, dieß oder Stets giebt er mehr, als wir jenes sei thm gut, und ist verdienen, und niemals, doch weit gefehlet. Oft was uns schädlich ist. steht er auch für schädlich an, was Gott doch selbst erwählet. 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Unzufriedenheit; besorge deines Stands Geschäfte 4. So mancher, der sich weise dünkt, meint, daß und nüße deine Lebenszeit; sein Werk ihm wohl gebei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn, dies ist der Weg zu Ruh und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). lingt und bringt doch nichts zustande. Er meint, er bau' ein festes Haus und baut nur auf dem Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn schon über alle Höhen hin, und eh' er sich's verstehet, so fällt er hin, und all sein Sinn Mel. In dich hab' ich gehoffet zc. 535. Ich weiß, mein hat sich umsonst gemühet. Jah Cour daß all 6. Gieb mir mein Thun und Werk' in deinem Willen ruhn; von dir kommt Glück und Se gen. Was du regierst, das geht und steht auf rechten, guten Wegen. Boo 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß sein Rath werd' ins Werk gebracht und sich des Fortgangs freue: des Höchsten Rath, der macht's allein, daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch aus deiner Höh', auf daß ich ja nicht ruh' und steh' auf meinem eignen Willen. Sei du mein Freund und treuer Rath, was gut ist, zu erfüllen. drut 7. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner Seele Sonn' und Zier, ges fallen und belieben. Was dir zuwider, laß mich nicht in Wort und That verüben. 8. Jst's Wert von dir, so hilf zu Glück; ist's Men. colere Beruf. 480 schenthun, so treib's zurück und ändre meine Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von sich selbst in kurzem zu zerrinnen. 9. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring' zum guten Ende, was du selbst angefangen haft, durch Weisheit dei ner Hände. 10. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so Mel. Es ist das Heil uns ic. treib' mich nur, ohn' Un- 536.Jn Gottes Namen terlaß zu beten. und zu fang' ich an was mir zu thun gebühret Mit Gott wird alles wohl gethan und glücklich aus geführet, was man in Got tes Namen thut, ist allent halben recht und gut un muß uns auch gedeihen. 2. Gott ist's, der da Vermögen schafft, das Gut zu vollbringen. Er gieb uns Segen, Muth un Kraft und läßt das Wer gelingen, läßt einen reicher Zug uns thun, Gedeihi auf unsrer Nahrung ruhr daß wir die Fülle habers 11. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, davor sonst ihm graut, mit tapferm Muth bezwingen; sein Sorgenstein wird in der Eil' in tausend Stücke springen. ich dein Kind; was ich be mir nicht hab' und find hast du zu aller G'nüge So hilf nun, daß ich mei nen Stand wohl halt' un herrlich stege. 14. Dein soll sein alle Ruhm und Ehr': ich wil dein Thun je mehr un mehr aus hocherfreute Seelen vor deinem Vol und aller Welt, so lang ich leb', erzählen. Paul Gerhardt( 1606-1676) 12. Der Weg zum Guten ist gar wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn freudig gehet, kommt, Herr, dahin durch deinen Geist, wo Freud' und Wonne stehet. 13. Du bist mein Vater, modo Abschied.slat 481 ( boo 3. Wer erst nach Got-| Gieb dein Gedeihen selbst tes Reiche tracht't und dazu, daß ich in allem, bleibt auf seinen Wegen, was ich thu, ererbe deinen der wird gar leicht auch Segen. reich gemacht durch Got tes milden Segen. Noch wird der Fromme immer satt, daß er von seiner Arbeit hat auch Armen Brot zu geben. distree 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müssiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh' mit lauter Freuden, auf daß ich dir mit aller Treu' auf dein Ge bot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe. gaut 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt Haß, Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket ste mit seiner Hand, er segnet ihren Weg und Stand und füllet sie mit Freuden. 7. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir. Die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir: hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gieb, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange. 5. Drum fomm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei molla Sal. Liscob( 1640-1689). meiner Arbeit in merken. than Itsdrard Jodifiera 250 mm id torg 5. Abschied. Mel. Herzlich thut mich zc. dire di elds and m 320 drauties Nor noch Ort; was in dem Herrn sich findet, das währt in ihm auch fort. 1991 537.as macht ihr, daß ihr weinet und brechet mir mein Herz? Im Herrn sind wir vereinet und bleiben's allerwärts. Das Band, das uns perbindet, löst weder Zeit, 2. Man reicht sich wohl die Hände, als sollt's geschieden sein und bleibt doch ohne Ende im innigsten Verein. Man steht 81 482 Krieg und Frieden. sich an, als sähe man sich| einen, mit dem wir alle zum letzten Mal und bleibt gehn. In einer Hut und in gleicher Nähe dem Herrn doch überall. Pflege, geführt von einer Hand, auf einem sichern Wege ins eine Vaterland. 3. Man spricht: ich hier, du dorten, du ziehest und ich bleib' und ist doch aller Orten ein Glied an einem Leib. Man spricht vom Scheidewege und grüßt sich einmal noch und geht auf einem Wege in einer Rich tung doch. 5. So sei denn diese Stunde nicht schwerem Trennungsleid, nein, einem neuen Bunde mit unserm Herrn geweiht. Wenn wir uns ihn erkoren zu unserm höchsten Gut, sind wir uns nicht verloren, wie weh auch Scheiden thut. on d Karl Spitta( 1801-1859). 4. Was sollen wir nun weinen und so gar traurig sehn? Wir kennen ja den annis@ sil pe VII. Staat und Obrigkeit.T SI FELT 1. Krieg und Frieden. Mel. Nun lob', mein' Seel' zc. und Güte bleibt dennoch 538. Gott Lob! nun ewiglich! shenjem ist erschollen 2. Wir haben nichts verdas edle Fried'- und Freudienet, als Zorn für unsre denwort, daß nunmehr Missethat, dieweil noch im. ruhen sollen die Spieß' und mer grünet bei uns der Schwerter und ihr Mord. Sünden schlimme Saat.. Wohlauf und nimm nun Wir sind fürwahr geschlawieder dein Saitenspiel her- gen mit harter, scharfer vor, o Deutschland, singe Ruth', und dennoch muß Lieder im hohen, vollen man fragen: wer ist, der Chor! Erhebe dein Ge- Buße thut? Wir sind und müthe zu deinem Gott und bleiben böse; Gott ist und sprich: Herr, deine Gnad' bleibet treu, hilft, daß sich Krieg und Frieden. 483 bei uns löse der Krieg und| schnell und plößlich übersein Geschrei. fällt! Wer aber Chriftum liebet, sei unerschrocknen Muths; der Friede, den er giebet, bedeutet alles Guts. Nach diesem laßt uns ringen, nicht achten Kampf und Streit, durch Tod und Leben dringen wir dann zur Herrlichkeit. Paul Gerhardt( 1606-1676). 3. Set tausendmal will fommen, du theure, werthe Friedensgab'! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein Beiunswohnen in sich hab'! In dich hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und Mel. Aus tiefer Noth schrei' zc. löscht aus Unverstand bie 539. err, der bu vor. goldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. mals haft dein le 4. Das drückt uns niemand besser in unsre Seel' und Herz hinein, als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein; ihr vormals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Wälder und dürre, wüste Haid'; ihr Gräber, voller Leichen und blut'ger Helden Schweiß, der Helden, derengleichen auf Er den man nicht weiß. 5. Ach, laß dich doch erwecken! Wach auf, wach auf, du harte Welt, bevor das letzte Schrecken dich Land mit Gnaden angeblicket, und, wenn du Strafen ihm gesandt, es wiederum erquicket, der du die Sünd' und Missethat, die alles Volk begangen hat, uns väterlich verziehen: Hap 2. Herr, der du deines Eifers Glut doch stets zulegt gewendet und nach der Straf' das süße Gut der Lieb' und Huld gesendet; ach treuer Gott, du unser Heil, nimm von uns gnädig doch in Eil' die Noth, die uns noch fränket. 3. Lösch der Bedrängniß Angst und Graus im 31* 166 CAPIPIT 484 Krteg und Frieden. Brunnen deiner Gnaden,| sind, wird sich Gott schon erfreu' und führ' uns nun wieder zu uns wenden, den heraus nach außgestand- Krieg und alle andre Noth nem Schaden. Willst du nach Wunsch und also endenn zürnen ewiglich? Und den, daß seine Ehr' in unsollen deine Fluten sich serm Land und überall ohn' alles End' ergießen? recht werd' erkannt, ja 4. Willst du, o Vater, stetig bei uns wohne. and uns denn nicht nun dein- 8. Die Güt' und Treue mal wieder laben? Und werden schön einander grüsollen wir an deinem Licht Ben müssen; das Recht nicht wieder Freude haben? wird durch die Lande gehn Ach, gieß von deines Him- und wird den Frieden küffen, mels Haus, Herr, deiner die Treue wird mit Luft Güte Segen aus auf uns und Freud' auf Erden und unsre Häuser.no blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 15. Ach, daß ich hören möcht' das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede foll an jedem Ort, wo Christen wohnen, werden! Ach, daß uns Gott doch sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh und al les Unglücks Ende! 9. Der Herr wird uns viel Gutes thun, das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schooße ruhn, die werden davon leben; Gerechtigkeit wird wohl be stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. st Paul Gerhardt( 1606-1676). Mel. Nun dantet alle Gott. 6. Ach, daß doch diese böse Zeit bald wiche guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht ganz und gar verzazen! Doch Got tes Hilfe ist nicht weit, und seine Gnade ist bereit all denen, die ihn fürchten. 540. err Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von 7. Wenn wir nur fromm Kriegeslaft entladen, daß Krieg und Frieden. 485 du uns blicken läßt des| tig stets in guter Ruhe goldnen Friedens Bier; drum fauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! leben. Krön' uns mit deinem Gut, erfülle für und für, o Vater, unsern Wunsch; Herr Gott, wir danken dir! de 7509101 2. Herr Gott, dich loben wir, die wir in bangen Tagen der Waffen schweres Joch und wilden Grimm ertragen; jeßt rühmet unJohann Frand( 1618-1877). Mel. Befiehl du beine Wege. fer Mund mit herzlicher 541.och läffeft du Begier: Gottlob, wir sind in Ruh! Herr Gott, wir danken dir! 3. Herr Gott, dich loben wir, daß du Geschoß und Wagen, der Feinde Macht und Schwert zerbrochen und zerschlagen. Der Streit ist nun entzwei; darum so singen wir mit Herz, mit Mund und Zung': Herr Gott, wir danken dir! dich sehen, des Volkes alter Hort, Heil allen, die verstehen, dein Zeichen vnd dein Wort. Du wandelst in den Lüften, im Säuseln vor uns her, du rollst in Felsenflüften, die Donner stark und schwer. 4. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar haft weggeraffet! Es hat die Vaterhand und deine Gnadenthür jetzt wieder aufgethan: Herr Gott, wir danfen dir! 2. Herr, wir sinken nieder vor deiner Herrlichfeit, noch einmal sende nieder und deine Gnadenzeit. Erhör' des Landes Flehen und übe du Geduld, wenn wir dir eingestehen die Armuth und die Schuld. 3. Wir haben all verschwendet dein Erbtheil und dein Gut, zum Eitlen G ne ist uns gewendet vom ehrbar 5. Herr Gott, wir danken frommen Muth. Was du dir und bitten, du wollst so schön bereitet, was du geben, daß wir auch künf- so wohl bedacht, das hat 150/ 90.90 486 uns, ach! verleitet zum Troß auf eigne Macht. 4. Herr Gott, sei gnädig wieder, verschone unser Blut wir sind nun wieder Brüder und eins in Liebesmuth der unsres Volkes Schaden im rechten Grunde kennt, Herr Gott, Herr Gott in Gnaden, den alles Helfer nennt. ad Obrigfett. - 7. Herr Gott, der allen Sündern in Gnaden gern vergiebt und an gefallnen Kindern im Strafen Wohlthat übt, wir alle sinken nieder und beten dankend an, sind eines Reiches Glieder und stehen Mann für Mann. 5. Ach, alles soll ver. gessen, vergeben alles sein. Max v. Schenkendorf( 1784-1817). Eigene Melodie. Nach rechtem Maß ge 542. Verleih uns Frie. messen, wer hieße fromm und rein? Und weil denn gar kein Reiner in unsern Reihen steht, so sei fortan auch feiner gelästert und geschmäht. den gnädig.p lich, Herr Gott, zu unſern Zeiten! Es ist ja doch kein andrer nicht, der für uns könne streiten, denn du, unser Gott, alleine. - Glück der Alten auch wie der bei uns neu. 6. Jm Leben und im Wandel, im Frieden und im Streit, im Hause und im Handel zu jeder Frist und Zeit soll alles ehrlich halten auf Zucht und Fleiß und Treu', dann wird das 2. Den König und die Obrigkeit den Frieden laß bewahren, daß in gottfel'. ger Ehrbarkeit wir unter ihnen führen ein Leben still, geruhig. Martin Luther( 1483-1546). Bu du 192. Obrigkeit. 5) Mel. Nun ruhen alle Wälder. 543. Gott woll uns hoch beglücken, mit fteten Gnadenblicken ihn schützen auf dem Throne, auf seinem Haupt die Krone lang', lang' und glanzreich lassen stehn.asid m auf unsern König sehn!| 2. Gott woll' uns hoch Obrigkeit. beglücken, mit seinen Gaben schmücken das ganzekönigs haus! darüber mächtig walten, den theuern Stamm erhalten bis in die fernste Zeit hinaus! o Si 3. Gott woll' uns hoch beglücken, ein Gottesstegel drücken auf jede Königsthat, daß Freud' aus ihr die Fülle und Heil und Segen quelle zum Wohl, daß keinen Wandel hat. Claus Harme( 1778-1855). Mel. Freu' dich sehr, o meine ic. 544. Water, fröne du mit Segen unsern Kaiser und sein Haus, führ' durch ihn auf deinen Wegen herrlich deinen Rathschluß aus! Det ner Kirche sei er Schutz, deinen Feinden biet' er Truß. Sei du dem Gesalbten gnädig: segne, segne unsern König! bilan 2. Rüft' ihn mit des Glaubens Schilde, reich' ihm deines Geistes Schwert, daß Gerechtigkeit und Milde ihm des Friedens Heil ge währt. Mach' ihm leicht de de 4875 auferlegt ihm haft; sei in Jesu du ihm gnädig: d Schüße, segne unsernkönig! 3. Sammle um den Thron die Treuen, die mit Rath und frommem Flehn fest in deiner Streiter Rei hen für des Landes Wohlfahrt stehn. Baue unsers Kaisers Thron, sei sein Schild und großer Lohn; sei du ihm auf ewig gnädig: leite, segne unsern König! 4. Nähre du die heil'ge Flamme, die das Herz des Volks erneut, daß es unserm Königsstamme Liebe bis zum Tode weiht. In so mancher Stürme Nacht hast du über ihm gewacht; du erhieltest ihn uns gnädig: segne, segne unsern König! 5. Fürchtet Gott, den König ehret: das, o Herr, ist dein Gebot. Dein Sohn hat es selbst bewähret, ward gehorsam bis zum Tod. Wer dich liebt, der folget dir; drum so beten alle wir: vor dem Bösen schüß' uns gnädig: Gott die schwere Last, die du erhalte unsern König! 488 Jahreszeiten. 6. Gieb uns Muth in Reich auf Erden, auch in den Gefahren, wenn der unserm Lande aus, daß Feind uns ernst bedroht, wir deine Bürger werden, daß wir Treue dann beziehen in dein Vaterhaus. wahren, freudig gehen in Frieden und Gerechtigkeit den Tod du bist unser gieb uns, Gott, zu aller Siegspanier: 1 Gott mit Zeit; sei du deinem Volke uns, so stegen wir. Deine gnädig: segne, segne unsern Treuen frönst du gnädig: König! dst tuo shiro segne, segne unsern König! Wilhelm Hülsemann( 1781-1865). 7. Breite, Herr, deind lis dan siling sid -Ang giars tuch udi na stol sus susup dragee VIII. Die Jahreszeiten. manist and Toinar 6 Carl 98 lied sid ud 31. Frühling. Mel. Alle Menschen müffen sterben. 1919 old 545. Gott, du läffest und wie groß dein Wohl. thun sei. Treu und Güte täglich über uns auf. gehn, schmückst die Flur mit Laub und Blüthe, machest uns die Erde schön, daß sich in dem grünen Maien Berg und Thal und Wiesen freuen. Wo das Aug' sich wendet hin, steht es deinen Segen blühn. 3. Soll der Mensch denn stille schweigen, den du noch weit höher frönst, den du dir erwählst zu eigen, dessen Herz du dir versöhnst? den du durch dich selbst erneuest, den du inniglich erfreueft, daß er wieder dich erfreu' und dein schöner Garten ſei? eurem 4. Auf, die ihr seid Christi Glieder, opfert Schöpfer Dant; bringt ihm angenehme Lieder, ftimmet an den Lobgesang, daß 2. Die gewünschten Frühlingszeiten haben Wald und Feld verfüngt; alles muß dein Lob verbreiten, Nachtigall und Lerche singt; ja, tein Gras ist so geringe, das, o Schöpfer aller Dinge, nicht erzählte deine Treu' Jahreszeiten. 489 er durch die Wolken dringe| uns blickt und das Jahr und in Gottes Herzen mit Gütern schmückt! flinge, der so freundlich auf Verfaffer unbekannt.c 30 131 do not of word do di 2. Sommer und Ernte. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade.( bad mie 3. Freuet euch an Mond und Sonne und den Sternen allzumal, wie sie wandeln, wie sie leuchten über unserm Erdenthal. Mas 4. Und doch sind sie nur Geschöpfe, von des höchsten Vaters Hand hingesät auf seines Thrones weites, glänzendes Gewand.io da 5. Wenn am Schemel seiner Füße und am Thron schon solcher Schein, o was muß an seinem Herzen erst für Glanz und Wonne sein! Rarl Spitta( 1801-1859). Mel. Heut fingt ble liebe sit Christenheit. 546. reuet euch ber 547.eh aus, mein Erde, denn sie ist wohl werth der Freud'; o was hat für Herrlichkeiten unser Gott da ausgestreut! do Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau' an der schönen Gärten Zier, und stehe, wie ste mir und dir ner Füße reichgeschmückter sich ausgeschmücket haben. Schemel nur, ist nur eine 2. Die Bäume stehen schön begabte, wunderreiche voller Laub, das Erdreich Kreatur. Ia judecet seinen Staub mit 2. Und doch ist ste set einem grünen Kleide. Nar. ciffen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an, als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, die Taube fliegt aus ihrer Kluft und macht sich in die Wälder. Die hochbegabte Nachtigall ergößt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. tphc pom 4. Die Henne führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, die Schwalbe speist 150 AR Ks X s P s Ps 490 Jahreszeiten. die Jungen. Der schnelle| Höchsten klingt, aus meinem Hirsch, das leichte Reh ist Herzen rinnen. froh und kommt aus feiner Höh' ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich und ihren Rand mit schattenreichen Myrthen. Die Wiesen liegen dicht dabei und klingen ganz von Lustgeschrei der Heerd' und ihrer Hirten. 9. Ich denke, machst du's hier so schön und läßt du'e uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt, dort in dem reichen Himmelszelt und goldnen Schlosse werden? 6. Die im unverdrossne Bienenschaar fliegt hin und her, sucht immerdar in Blumen ihre Speise. Des edlen Weinstocks süßer Saft gewinnet täglich neue Kraft in seinem schwachen Reise. 10. Welch hohe Luft, welch heller Schein wird dort in Christi Garten sein, wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim aus einem Mund mit heller Stimm' ihr Halleluja singen! 7. Der Weizen wächset mit Gewalt, darüber jauchzet jung und alt und rühmt die große Güte des, der so überflüsstg labt und mit so manchem Gut be gabt das menschliche Gemüthe. 11. D wär' ich da, o ständ' ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen! So wollt' ich nach der En gel Weis' erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein ganzes Herz soll fort und fort an diesem und an jenem Ort zu deinem Lob sich neigen. 8. Jch selber kann und mag nicht ruhn; des groBen Gottes großes Thun erwedt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Paul Gerhardt( 1606-1676). oddistist Jahreszeiten. 491 13. Hilf mir und segne| dir gesegnet werde. Auf meinen Geist mit Segen, dein Versprechen trauen der vom Himmel fließt, ste, daß ste ihr Brot mit daß ich dir stetig blühe! Fleiß und Müh' auch leGieb, daß der Sommer benslang genießen. deiner Gnad' in meiner Seele früh und spät viel Glaubensfrucht erziehe! 14. Mach' in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd' ein guter Baum, an dem die Knospen treiben. Verleihe, daß zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum' beständig möge bleiben. tschen 2. Noch immer traf dies Wort uns ein, gieb ferner deinen Segen; daß Saat und Pflanzen wohl gedeihn, gieb Sonnenschein und Regen; denn ohne deine Segenshand bringt selbst ein wohlgebautes Land nicht, was es bringen könnte. 3. Umsonst ist aller MenMüh' im Pflanzen 15. Erwähle mich zum und Begießen, läßt du Paradies, und laß mich vom Himmel nicht auf sie bis zur letzten Reif' an Leib und Seele grünen: so will ich dir und deiner Ehr' allein und feinem andern mehr hier und dort ewig dienen.n die Gegensströme fließen. Nur du regierst des Wetters Lauf, durch dich wächst jede Pflanze auf, durch dich nur bringt sie Früchte. 4. So fröne denn mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte, und wenn die Aussaat uns gedeiht, o Vater, so verhüte, daß Frost und Sturm und Gott, sie nicht zer548.Caufbein Geheig störend treffen mag, nicht der Menschen Hand die Erde, voll Hoffnung, daß Flut ste überschwemme. 5. Wir traun auf dich, nun auch ihr Fleiß von barmherz'ger Gott, dich donde Vor der Ernte. Mel. Nun freut euch, lieben Christeng'mein. 996 PR 492 Jahreszeiten. zur Zeit. to d laffen wir nur walten.| das machet deine GütigDu kennst am besten unsre feit, die schonet unser noch Noth, hast lange hausgehalten. So wirst du denn zu deinem Ruhm mit Nothdurft uns, dein Eigenthum, noch fernerhin ver4. D Gott, bekehre doch die Sünder, vergieb uns unsre schwere Schuld; erbarm dich deiner armen forgen. Bodonis Kinder und habe noch mit Verfaffer unbekannt. ondor Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 549. Gott! es steht O dein milder Segen in unsern Feldern herrlich schön; wir sollten's billig all erwägen, die Wohlthat dankbar zu erhöhn; du lockest dadurch jedermann zu Buß' und frommem Leben an. uns Geduld! Wirk' in uns kräftig durch dein Wort und treib' die Luft zur Sünde fort. mod no 5. Ach, segne ferner deine Gaben, die jetzt in unsern Feldern stehn; laß uns gut Erntewetter haben und alle Noth vorübergehn, Gieb, lieber Gott, daß jedermann die Früchte völlig ernten kann! dist 2. Allein, wer folget diesem Triebe? Wo ist die wahre Dankbarkeit? Man lebt in Welt- und Eigenliebe, in Sünde und in Sicherheit, so daß des Gegens Überfluß uns bloß zur Hoffahrt dienen muß. 3. Ein Wunder ist's, daß du durch Strafe uns nicht 6. Hilf, daß wir sie auch recht genießen, uns ihrer freun in Fried' und Ruh, den Armen auch von unserm Bissen aus Lieb' und Mitleid theilen zu. Verhüte bei uns allezeit den Mißbrauch deiner Gütigkeit. 7. Und also laß uns künfwie manches Volk erschreckst tig leben, wie es dein und aus dem tiefen Sün- Will' im Worte lehrt, daß denschlafe durch Hunger, wir dir Dank und Ehre Krieg und Krankheitwedst; geben, und sich dein Segen Jahreszetten. 493 Überfluß ihn kehren, wenn's uns unmöglich deucht. täglich mehrt. Führ end- dem Mangel wehren, in lich uns auch insgemein in deine Himmelsscheuern ein. nis ind vo Gottfried Hoffmann( 1658-1712). o 4. Laß alles wohl gerathen, wes wir uns hoffend freun: gebiet', daß unsre Saaten zu reicher Frucht gedeihn. Mit mil. der Vaterhand gieb Wärme, Thau und Regen, und freundlich kehr' dein Segen zurück in unser Land. Tran Bei schlechter Witterung. bis Mel. Von Gott will ich nicht zc. 550. Du, bester Troft me nobrab der Armen Gott, Schöpfer, Herr der Welt, du Vater, voll Erbarmen, der auch den Wurm erhält! Schau' her auf unsre Noth, laß deine Hilf' erscheinen! So viele gehn und weinen ach! um ihr täglich Brot. stonne 2. S, guter Bater, wende der Zeiten schweren Lauf! 5. Den Reichen gieb Erbarmen bei ihres Nächsten Schmerz und für den Gram der Armen ein mitleidsvolles Herz; damit sie gern ihr Brot, Herr, deinen Kindern brechen, und nicht mit Härte sprechen: Geht hin! euch helfe Gott!". 11 Thu deine milden Hände, 6. Auch diese Prüfung uns zu versorgen, auf. Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen; nähr' uns auch, schaff' uns allen nun auch im Mangel Rath.nd en werde für unser Herz Gewinn; es hebe von der Erde zu dir sich unser Sinn. Lehr' uns, dein uns zu freun, zu dir Vertrauen haben und deines Gegens Gaben durch Mißbrauch nie entweihn. 3. Bisher war jeden Morgen dein Vatersegen neu; jetzt wird von Nahrungssorgen das Herz nur selten frei. Dir ist's zu helfen leicht; du kannst 7. Allgütiger! wir hoffen auf dich und deine Treu'. Oft hat uns Noth betroffen; und immer standst Jahreszeiten. 494 du bet. Du hilfft und tröstest gern: so sei denn unser Leben dir fröhlich übergeben, dir, unserm Gott und Herrn! Güte, als Herz, Mund und Gemüthe nach Würden rühmen kann. 4. Er hat sein Herz ge neiget, uns Sünder zu er Joh. Abolf Schlegel( 1721-1793). freun, genugsam sich beSzeuget durch Regen, SonBei der Ernte. nenschein; ward's aber Mel. Aus meines Herzens Grunde. 551. Die Ernt' ist nun zu Ende, der Segen eingebracht, durch den Gott alle Stände satt, reich und fröhlich macht. Der alte Gott lebt noch, man kann es deutlich merken an so viel Liebeswer ken: drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen deine Güte, die uns das Feld bestellt und oft ohn' unsre Bitte gethan, was uns gefällt; die immer noch geschont, ob wir gleich sündlich leben, die Fried' und Ruh gegeben, daß jeder sicher wohnt.dnda 3. Zwar manchen schönen Segen hat böses Thun verderbt, den wir auf guten Wegen sonst hätten noch ererbt; doch hat Gott mehr gethan aus unverdienter nicht geacht't, so hat er sich verborgen und durch sein heimlich Sorgen zum Beten uns gebracht. 5. D du getreuer Vater, du hast viel Dank ver dient, du mildester Berather, machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir für abgewandten Schaden, für viel und große Gnaden: Herr Gott, wir danken dir! 6. Zum Danke kommt das Bitten: du wollest, frommer Gott, vor Feuer uns behüten und aller andern Noth; gieb friedevolle) Zeit, erhalte deine Gaben, daß wir uns damit laben; regier' die Obrigkeit. 7. Besonders laß gedeihen dein reines, wahres Wort, daß wir uns dessen freuen; und auch an unserm Ort laß diese gute Jahreszeiten. 495 Saat vielfältig Früchte| die Gaben ein, der Herr bringen und uns in allen muß Segen uns verleihen, Dingen regieren deine so wird die Ernte glücklich Gnad'. fein. 8. Gieb, daß zu dir uns lenfet, was du zum Unterhalt des Leibes haft ge schenket, daß wir dich mannigfalt in deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben: o, laß es doch geschehn! 9. Kommt unsers Lebens Ende, so nimm du unsern Geist in deine Vaterhände, wo ewig er dich preist, wo ihm kein Leid bewußt: so ernten wir mit Freuden nach ausgestandnen Leiden die Garben voller Luft. Gottfried Tollmann( 1680-1769). retor do Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz. 2. Ach, treuer Vater dei ner Kinder, wie hältst du doch so reichlich Haus! Wie sorgst du für uns arme Sünder und theilst uns so viel Gutes aus! Wir müssen alle selbst gestehen, daß wir der Ernte gar nicht werth; wie solln wir deine Hand erhöhen, die wieder so viel Guts bescheert? BAIN 3. Herr Gott, wir loben deinen Namen und preisen deine Gütigkeit, daß du hast wieder Brot und Samen aufs künftige für uns bereit't. Kann unser Mund gleich nichts als stammeln, dankt dir das Herz doch so vielmal, so viel wir jetzt der Halmen sammeln, so viel der Körner an der Zahl. 552.Gott Lob! die Zeit der Ernt' ist kommen, der Schnitter schlägt die Sichel an, kommt 4. Barmherz'ger Gott, auch und danket Gott, ihr so segne heuer die Ernte, Frommen, und wer jetzt die du hast bescheert, und fröhlich ernten kann. Die bringe glücklich in die Andacht muß die Ernte Scheuer, was fünftig Thier weihen, mit Beten führt und Menschen nährt. Gieb 9979 jX s X s P s X1 496 Jahreszeiten. deinen Schnittern Kraft| voll Segen; denn er gab und Stärke und unsern Thau und Regen; der Feldern Sonnensasein, daß Frucht, der wir uns freuen, wir uns über deine Werke, Schuß, Wachsthum und Herr, überschwenglich kön- Gedeihen. 10 nen freun. tahmin 4. Frohlocket seiner Mil de, daß Auen und Gefilde, was wir gesäet haben, so reichlich wieder gaben. 5. Wohlan, so laß uns fröhlich führen das Wort ins Herz, das Korn ins Haus und durch des guten Geifts Regieren die Garben ein, die Sünden aus. Laß reifen uns in Gnadenstunden, daß, wenn des Todes Sichel schlägt, man uns als Garben wohl gebunden, Herr, in die Himmelsscheuer trägt. d 5. Frohlockt ihm, dem Erretter! oft drohtenSturm und Wetter den Untergang der Saaten, und doch sind sie gerathen. mino 6. Er läßt uns Segen ernten. O daß wir dankvoll lernten, ihm ähnlich, uns der Armen mitleidig zu erbarmen. and Verfasser unbekannt. 553. Mel. Wach auf, mein Herz, und 3918 finge. an ommt, laßt uns Gottlobsingen, und Preis und Dank ihm bringen für seiner Ernte Gaben, die wir gesammelt haben. 2. Der Herr hat uns gegeben, was nöthig ist zum Leben, zum freudigen Ge. nusse, aus seinem Über. fluffe. de 3. Die Scheuern sind Ho7. Verehret seine Gnade und wandelt seine Pfade; daß seine Mild' und Treue euch auch forthin erfreue. Johann Cramer( 1723-1788). Mel. Nun lob', mein' Seel', rben Herren. 554. fun laßt den Herrn uns preisen für alle Lieb' und milde That; laßt uns ihm Dank erweisen für seiner Gnade treuen Rath! Er hat uns Frucht gegeben Jahreszeiten. 497 gar fröhlich auf dem Land,| Werken, und nicht wanten hat unser armes Leben er quickt mit reicher Hand. Mit Freuden ist gediehen, was wir gesäet aus, und nach viel Fleiß und Mühen auch wohl gebracht nach Haus. 2. Wer sollte nicht er kennen, was Gott an seinen Kindern thut? Wer sollte ihn nicht nennen das einzig allerhöchste Gut? Es ist nichts, der da säet, nichts, der da sammelt ein; der Wind des Herren we het, es glänzt sein Sonnenschein, er sendet seinen Regen und macht uns freudevoll; an ihm nur ist's gelegen, wenn Gutes femmen soll. 3. Wann er denn nun gespendet den Segen über Land und Stadt, wann Frieden er gesendet, daß friedlich man geerntet hat; dann sollen wir ihn preisen, der in dem Himmel wohnt und auf viel tausend Weisen und Sünder nährt und lohnt; dann sollen wir ihm danken mit Herz, mit Hand und Mund, mit von seinem Gnadenbund. 4. Daß solches nun geschehe, das wollst du hel. fen, treuer Gott! Gieb ferner aus der Höhe uns Segen, Licht und täglich Brot. Laß Lebensbrot ge nießen ein jedes Christenhaus, laß Lebenswasser fließen auf unsre Herzen aus; daß wir nicht blos auf Erden an Früchten werden reich, nein, dort auch Bürger werden in deinem Himmelreich! id Johann Weber( 1768-1851). mel. O daß ich tausend Bungen ic. 555. daß doch bei der reichen Ernte, womit du, Höchster, uns erfreust, ein jeder froh empfinden lernte, wie reich du uns zu segnen weißt, wie gern du unsern Mangel stillst und uns mit Speis' und Freud' erfüllst! 2. Du stehst es gern, wenn deiner Güte, o Vater, unser Herz sich freut und ein erkenntliches Gemüthe auch das, was du für diese Zeit und zur Erquicung 32 X s P sP s X ser 498 Jahreszeiten. haft bestimmt, mit Dank| benslauf uns dir im klein. aus deinen Händen nimmt. sten auch getreu, daß einst uns größres Glück erfreu. 3. So fommt denn, Gottes Huld zu feiern, kommt, Christen, laffet sein uns freun und bei den angefüllten Scheuern dem Herrn der Ernte dankbar sein! Ihm, der uns stets Ver sorger war, bringt neuen Dank zum Opfer dar. 4. Nimm gnädig an das Lob der Liebe, das unser Herz dir, Vater, weiht! Dein Segen mehr' in uns die Triebe zum that'gen Dank, zur Folgsamkeit, daß Preis für deine Vatertreu auch unser ganzes Leben fet. 900 GGG 5. Du nähreft uns bloß aus Erbarmen, das treib' auch uns zum Wohlthun an: nun sei auch gern ein Troft der Armen, wer ihren Mangel stillen kann. Herr, der du aller Vater bist, gieb fedem, was ihm nüglich ist! 7. Bewahr' uns den geschenkten Segen, gieb, daß uns sein Genuß gedeth' und unser Herz auch seinet. wegen dir dankbar und ergeben sei: der du uns täglich nährst und speist, er quid' auch ewig unsern Geift. Ehrenfried Liebich( 1713-1780). albin R ni no gad. Noin Mel. O daß ich tausend Jungen hätte. 556. Voir ir kommen, deine Huld zu feiern, vor deinem Antlitz uns zu freun, bei reichlich angefüllten Scheuern dir, Herr der Ernte, Dank zu weihn, der du mit milder Vaterhand aufs neu' gesegnet unser Land. 2. Dein Lob, das wir gerührt verkünden, nimm es, o Vater, gnädig an und tiefer stets laß uns empfinden, wie viel du Gutes uns gethan; auf daß der Dank für deine Treu' ein dir geweihtes 6. Thu deine milden Segenshände, uns zu erquiffen, ferner auf; versorg' uns bis an unser Ende und mach' in unserm Le. Leben set. Jahreszeiten. 499 3. Und wie du selber| Kinder. Wenn man nicht nur aus Liebe uns schen- reichlich ernten kann, liebt fest unser täglich Brot, so er uns doch nicht minder. wed' in uns des Mitleids Er zieht das Herz nur Triebe, laß fühlen uns der himmelwärts, wenn er uns Brüder Noth; und weil läßt auf Erden beim Mandu Reich' und Arme liebst, gel traurig werden. so dien' auch beiden, was du giebst. maddi 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; giebt er, so kann man nehmen; nimmt er, wir sind nicht übler dran, wenn wir uns nur bequemen. Die Linke schlägt, die Rechte trägt, und beide Hände müssen wir doch in Demuth küssen. 4. Durch dich ist alles wohl gerathen auf dem Gefild, was wir bestellt. Doch reifen auch des Glaubens Saaten auf deines Sohnes Erntefeld? Sind wir auch, wenn er auf uns steht, ein Acker, der ihm grünt und blüht? isend 5. Der Lift des Feindes wollst du wehren, wann er geschäftig Unkraut streut; die Frucht des Wortes laß sich mehren zu deinem Ruhme weit und breit, damit am großen Erntetag ein jeder Garben bringen mag. mmid 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan: er zeigt uns oft den Segen, und eh' er noch gedeihen kann, muß sich die Hoffnung legen; weil er allein der Herr will sein, so macht er andre Güter durch den Verlust uns bitter. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wenn man Ehrenfried Liebich( 1713-1780). nach reichem Säen doch 30TD 190 85l to s wenig Garben ernten kann, Bei sparsamer Ernte. so ist's vielleicht geschehen, Mel. Was Gott thut, das ist zc. weil Gott auch Frucht bei Gott thut, uns gesucht und doch hat das ist wohl- müssen klagen, daß wir so gethan, so denken Gottes schlecht getragen. 557.as as # 38 32* Jahreszetten. 500 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wir müssen besser werden. Man baue nur die Herzen an, so folgt die Frucht der Erde. Den Mangel muß ein Überfluß zu andrer Zeit erseßen und Feld und Herz ergößen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; es geh' nach seinem Willen; läßt es sich auch zum Hunger an, er weiß ihn doch zu stillen, obgleich das Feld nicht viel enthält. Man kann bei wenig Brocken satt werden und frohlocken. 7. Was Gott thut, das ist wohlgethan; das Feld mag traurig stehen: wir gehn getrost die Glaubensbahn und wollen Gott er höhen. Sein Wort ift Brot, so hat's nicht noth: die Welt muß eh' verderben, als wir vor Hunger sterben. 8. Was Gott thut, das ist wohlgethan! So wollen wir stets schließen und ist bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, doch ist's genug zur Sättigung, wenn Gott die Nothdurft fegnet, ob's auch nicht Fülle regnet. 9. Was Gott thut, das ist wohlgethan! wie er es nur gefüget so nehmen wir es billig an und sind dabei vergnüget, mag gleich nur klein der Vorrath sein; er wird das Kleine segnen und Liebesströme regnen. Benjamin Schmold( 1672-1787). 558. Des Jahres schöns ster Schmud entweicht, die Flur wird fahl, der Wald erbleicht, der Vöglein Lieder schweigen. Ihr Gotteskinder, do 3. Serbft. omthe ind schweiget nicht und laßt Mel. Kommt her zu mir, spricht hinauf zum ew'gen Licht Gottes Sohn. des Herzens Opfer steigen! 2. Gott ließ der Erde Frucht gedeihn; wir greifen zu, wir holen ein, wir sammeln seinen Segen. Herr Jesu, laß uns gleichen Fleiß an deiner Liebe Jahreszeiten. 501 Ruhm und Preis mit Her-| Wettern. O Jesu, sei uns zensfreude legen! Dach und Thurm, hilf, wenn des Lebens rauher Sturm uns will zu Boden schmettern! 3. Der Weinstod giebt die süße Koft, aus voller Kelter fließt der Most, die Herzen zu erfreuen. Du rechter Weinstock, höchstes Gut, laß deine Reben durch dein Blut sich freudig stets erneuen! 4. Was Gottes Hand für uns gemacht, das ist nun alles heimgebracht, hat Dach und Raum ge- 8. Doch, wie der Landfunden. So sammle dir mann seine Saat ausstreuet, zur Gnadenzeit, o Seele, eh' der Winter naht, um was dein Herr dir beut fünftig Frucht zu sehen: für deine Kreuzesstunden! so, treuer Vater, deckest Erde zu, daß er soll aufdu auch unsern Leib mit erstehen. 5. Denn wie die Felder öde stehn, die Nebel falt darüber wehn und Reif entfärbt die Matten: so endet alle Luft der Welt; des Lebens Glanz und Kraft zerfällt, schnell wachsen seine Schatten. 7. Es fällt der höchsten Bäume Laub und mischt sich wieder mit dem Staub, von dannen es gekommen. Ach, Mensch, sei noch so hinunter in die Erd', da und du mußt von du bist genommen. 6. Es brauft der Sturm, der Wald erkracht, der Wandrer eilt, um noch vor Nacht zu flüchten aus den 9. Indeß, wie über Land und Meer der Störche Zug, der Schwalben Heer der Sonn' entgegenstreben: so laß zu dir die Seele fliehn, zu deinem Paradiese ziehn, an deiner Sonne leben! Victor b. Strauß( geb. 1809) un plads modis& 502 Jahreszeiten. bau ist aus Catted Alid m2 6 4. Winter. gal adnexions Mel. Gott bes Himmels und ic. du uns die rechte Bahn. Wenn sich alles von uns kehrt, hast du Gutes uns bescheert. 559. err, bein Name sei gepriesen, wenn du nimmst und wenn du giebst! Du hast tausendfach bewiesen, wie du freundlich sorgst und liebst. Ewig sei von uns gedacht deiner Weisheit, Güt' und Macht. 5. Herr, bewahr' den Keim des Lebens in der rauhen, harten Zeit, daß der Glaube nicht vergebens harr' auf deine Freundlichkeit! Unsre Hoffnung, unsre Ruh, großer Schöpfer, Colin Tel bleibest du. 2. Laß die Erde wieder schweigen, stille sei vor dir die Welt; in der Demuth 6. Wenn die Augen nichts soll sich neigen, was be- mehr sehen, und die Seele deckt dein Himmelszelt. einsam macht, dann am Du allein bist reich und Himmel lasse stehen einen groß, wir sind elend, arm Stern in dunkler Nacht; und bloß. seinen Stern der Ewigkeit 3. Du verleihst das Kleid zeig' uns in der Winterder Ehren, welches unsre zeit! Schwachheit deckt, und zum Staub muß wieder fehren, was du aus dem Staub erwedt. Deine Huld und deine Treu macht allein die Erde neu. doar 7. Wenn die Stimmen wieder flingen, und der Schöpfung Stunde schlägt, laß uns von der Gnade singen, von dem Wort, das alles trägt. Laß und loben Jesum Christ, der das Licht der Zeiten ist. d an Verfaffer unbekannt. 94 aup stb 8 10 10 - 4. Wie du führest unsre Schritte, ist es gut und wohlgethan. Durch der finstern Zeiten Mitte zeigst dinobre di nuo padniarreditado2.10 od isdn in bi ble Vierter Abschnitt.me from od lise mug od god binso led laz( bim sin siq matio Die letzten Dinge.com Mel. Valet will ich dir geben. ober: Herzlich thut mich verlangen. 560.edente, Mensch, bim su tim go stast 10 bilgit du stiped The date das Ende, bedenke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende: wer heut noch frisch und roth, kann morgen und geschwinder wohl schon gestorben sein; drum bilde dir, o Sünder, dein Ster ben täglich ein. 503 Se I. Tod und Vergänglichkeit im allgemeinen. JAG nicht blende mit ihrer Eitel. keit! Hier sind nur kurze Freuden, dort aber ewig. und lich Gewissenspein Leiden: ach, Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke doch die Zeit! Daß dich ja nichts ab. wende von jenerHerrlichkeit, womit vor Gottes Throne die Seele wird geziert, wenn ihr die Freudenfrone als Preis gegeben wird. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht! Es müssen alle Stände 5. Herr, lehre mich bevor Jesu Angesicht. Kein denken der Zeiten lette Mensch ist ausgenommen, Zeit, daß, sich nach dir zu dort muß ein jeder nahn lenken, mein Herze sei be und wird den Lohn bereit; laß mich den Tod kommen, nachdem er hat betrachten und deinen Richgethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Hölle Angst und Leid, daß dich die Welt terspruch, laß mich ja nicht verachten der Hölle Pein und Fluch. 6. Hilf, Gott, daß ich 504 Sterbe- und Begräbnißlieder. bei Zeiten auf meinen und Leben, o dann verlaß letten Tag mit Buße mich mich nicht! bereiten und täglich sterben mag! Jm Tod und vor Im Gerichte steh' mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei! Salomon Liscov( 1640-1689). 4. Hilf, Todesüberwinder hilf mir in solcher Angst der du zum Heil der Sün der selbst mit dem Tode rangst. Wenn bei dec Kampfes Ende mich Todes schrecken faßt, dann nimm Mel. Befiehl du beine Wege. 561. Die auf der Erde in deine Hände, den du wallen, die Sterblichen, sind Staub, sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns zur Gruft. 2. Getroft gehn Gottes Kinder des Todes dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn; wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, Gott, seinem Retter, erzittert und verzagt. 3. Wenn, diese Bahn zu gehen, dein Will' einst mir gebeut, wenn vor der Seele stehen Gericht und Ewigkeit, wenn meine Kräfte beben und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod erlöset hast. 5. Des Himmels sel'ge Freuden ermißt kein sterb. lich Herz. O Troft für furze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Sün denüberwinder sei ewig Preis und Dank; Breie ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Him. mel weihn, die aufgelöst zu werden mit heil'ger Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, wenn Gott, ihr Gott, gebeut, gehn ste getroft durchs Leben zur sel'gen Ewigkeit. Gottfr. Junt( 1734-1814). Mel. Nun ruhen alle Wälder. 562. Die Herrlichkeit der Rauch und Asche werden; Sterbe- und Begräbnißlieder. 505 dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. bod fein Fels, kein Erz kann stehn. Was uns hier mag ergößen, was wir für ewig 6. Wie eine Rose blühet, schäßen, wird als ein leichter Traum vergehn. wenn sie die Sonne stehet begrüßen diese Welt; die, eh' der Tag sich neiget, eh' sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehns ab. fällt: 7. So wachsen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei: doch eh' wir zugenommen und recht zur Blüthe fommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so tropig machen, als Tand und Nichtigkeit? Was ist des Menschen Leben, das stets umher muß schweben als wie ein Traumbild dieser Zeit? 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn: sobald der Geist gewichen und dieser Mund erblichen, fragt feiner, was man hier gethan. 4. Es hilft fein weises Wissen; wir werden hingerissen ohn' einen Unterschied: was nüßt der Güter Menge? Dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 8. Wir rechnen Jahr auf Bahre uns vor die Thür Jahre, indessen wird die gebracht: brauf müssen wir von hinnen, und eh' wir uns besinnen, der Erde fagen gute Nacht. 9. Auf, Herz, wach' und bedente, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein: was du zuvor genossen, ist als ein Strom verflossen: was künftig, wessen wird es sein? 5. Dies alles wird zerrinnen, was Müh' und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt: Menschen hier besigen, kann was 10. Wohl dem, der auf Gott trauet! Er hat recht für den Tod nicht nüßen;| fest gebauet, und ob er X Ps Pipi Pr Sterbe- und Begräbnißlieder. 506 hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmermehr vergehen, weil ihn die Allmacht selbst erhält. a stofnuod Andr. Gryphius( 1616-1664). 190 1919 dd 190 Mel. Wer weiß wie nahe mir mein Ende. oder: Wer nur ben lieben Gott 2c. 563, eilt der lette von den Tagen, die du hier lebst, o Mensch, herbei. Erkauf' die Zeit! und, statt zu klagen: sie ſei zu kurz, gebrauch' fie treu! Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr; sie flieht! 2. Getäuscht von eitlen Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens Zwed, verschiebst dein Heil auf ferne Beiten, und wirfst so sicher Jahre weg! Bist du, zu fühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3. Einst Ewigkeiten zu besißen, sollst du des kurzen Lebens Zeit als theure Saatzeit weislich nüßen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft den Menschen freundlich zu: steh, eins ist noth! wa säumest du?" den 4. Drum eil', errett deine Seele und denke nicht ein andermal! Auf, sammle dich! und überzähle der Menschentage kleine Zahl Gefeßt, wär' auch dein Ende fern, sei fromm unt wandle vor dem Herrn! 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwede dich zu dieser Pflicht: sprich:„ dir, o Gott! ist nichts verborgen, ich bin vor deinem Angesicht unt will mich deiner Huld zu freun, mein Leben ganz der Tugend weihn!" 6. ,, Erleucht' und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermagDu schenkst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnaden mir noch diesen Tag. Wie viel ist jede Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt!" mis 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach wahrer Weisheit hier gestrebt, in gottgefälligen Geschäften die Erdentage durchgelebt und einst im Sterbe- und Begräbnißlieder. 507 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft unangemeldt und fordert und ins Land der Todten: wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Weh und ewig Glück hängt nur an einem Augenblick. 101 008 Glauben sagen kann: du nimmst mich, Herr, zu Eh ren an! s 8. Mein sprachlos Flehn bei meinem Ende vernimmst du, Herzenskündiger. In deine treuen Vaterhände befehl' ich meinen Geist, o Herr! Er schwingt sich über Grab und Welt 4. Herr aller Herren, zu dir, wenn seine Hütte Tod und Leben hast du fällt. mied for drallein in deiner Hand; wie Christoph Neander( 1724-1802). lange du mir Frist gegeAdil Zotg ben, das ist und bleibt mir untekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meiMel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. ober: Wer nur den lieben 2c. 564.Jh sterbe täglich nen Abschied denken mag! und mein Leben 5. Es kann vor Abend eilt immerfort zum Grabe anders werden, als es am hin: wer kann mir einen Morgen mit mir war; denn Bürgen geben, ob ich noch einen Fuß hab ich auf morgen lebend bin? Die Erden, den andern auf der Beit geht hin, der Tod Todtenbahr'; ein kleiner kommit her: ach, wer nur Schritt ist bis dahin, wo ich immer fertig wär'! snur Staub und Asche bin. 2. Ein Mensch, der sich 6. Ein einz'ger Schlag mit Sünden träget, ist fann alles enden, und Fall immer reif zu Sarg und und Tod beisammen sein; Grab; der Apfel, der den doch straf mich nur mit Wurm schon heget, fällt Vaterhänden und schließ endlich unversehens ab. Ich in Christi Tod mich ein, weiß: es ist der alte Schluß, daß wenn der Leib zu Bodaß ich zu Erde werden den fällt, die Seel' an Jesu muß. sun ichin Kreuz sich hält. di ist AKA Xs Pr PRATE 508 Sterbe und Begräbnißlieder. 7. Vielleicht kann ich kein| zu leben habe? Dent', Wort mehr sagen, wenn Mensch, an deinen Tod Auge, Mund und Ohr sich säume nicht, denn eins is schließt; drum bet' ich bei noth. gesunden Tagen: Herr, ich befehl' dir meinen Gest! Und schließen meine Lip pen sich, so bitte Jesu Blut für mich. bildshut 8. Kann ich nicht segnen mehr die Meinen, so segne du ste, Herr, für mich, und wenn sie bittre Thränen weinen, o Vater, so er barme dich, und lasse der Verlaffnen Schrein durch Christi Tod erhörlich sein! 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf: so wird mein Abschied feine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. 198 Benj. Schmold( 1672-1787) Mel. Jesus, meine Zuversicht. 565.eine Lebenszeitverstreicht, stündlich eil' ich zu dem Grabe; und was ist's, das ich vielleicht, das ich noch 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. Güter die du hier erwirbst, Wür den, die dir Menschen ga ben, nichts kann dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhi ges Gewissen, das vor Got dir Zeugniß giebt, wird dir deinen Tod versüßen dieses Herz, von Gott er neut, ist des Todes Freu digkeit. 4. Wenn in deiner les ten Noth Freunde hilflo um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erhebendann erschreckt dich kein Gericht, Gott ist deine Zu versicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet' und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst, deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur den Tod Sterbe- und Begräbnißlteder. 509 nicht scheun, lern' auch sei-| hin; wie bald zerbricht doch ner dich erfreun. eine Scherbe! Die Blume kann gar leicht verblühn! Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit 00:00 6. Ueberwind' ihn durch Vertraun; sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd' ihn schaun einst in dem verflärten Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht, nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin; stehe dein Gebein versenken. Sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenfen. Lehre du mich's jedu mich's jeden Tag, daß ich weiser werden mag. lada nism Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). bisa Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. ober: Wer nur ben lieben 2c. 566.ein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe: ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das ewig in der Welt besteht. Drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß micht, wann ich sterbe: Tein Augenblick geht sicher 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält: dem einen wird das Scheiden herbe, der andre fanft in Schlummer fällt. Doch wie du willst! Gieb, daß dabei mein End' in dir nur selig sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe und welcher Sand mein Grab bedeckt: doch wenn ich nur dies Heil erwerbe, daß mich dein Ruf zum Leben wedt- mag hier, mag dort die Stätte sein: die Erd'ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster Gott, wenn ich denn sterbe, so nimm du meinen Geift zu dir, auf daß ich dort mit Christo erbe. Wenn nur mein Heiland lebt in mir, so gilt mir's gleich und geht mir wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. Benj. Schmold( 1672-1787) Cs P i Ri X i es Sterbe und Begräbnißlicker. 510 od 1 Eigene Melodie. 567.37 itten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen: wen such'n wir, der Hilfe thu' daß wir Gnad' er langen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger barmherz'gerid Erweit. von Mart. Luther ( 1483-1546) ds id bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergoffen ist dein theures Blut, das g'nug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, hetliger, starker Gott, heiliger barmherz'ger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost! Kyrie eleison! Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Noth! Kyrie eleison! S 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Rachen: wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein' Barmherzigkeit unsre Sünd' und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherz'ger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Hölle Glut! Kyrie eleison! dol dalis im 3. Mitten in der Höllen Angst unsre Sünd'n uns treiben: wo soll'n wir denn fliehen hin, da wir mögen dad Eigene Melodie. 568. er er weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach, wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnoth! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. draft i 2nd 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; so lang' ich leb' auf dieser Erden, leb' ich in fteter Tod'sgefahr. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut' bildgull nist Sterbe- und Begräbnißlieder. 511 nem Ende gut! 3. Herr, lehr' mich stets| Blut mach's nur mit meimein End' bedenken, und wenn ich einstens sterben muß, die Seel' in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß'. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sag' getroft in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 5. Mach' immer süßer mir den Himmel, und immer bittrer diese Welt; gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 6. Ach, Vater, ded' all meine Sünde mit dem Verdienste Christi zu, auf das ich gläubig fest mich gründe: das giebt mir die erwünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt' durch Christi 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden, da hab' ich eine sichre Stätt', da find' ich Trost in Todesstunden, find' alles, was ich gerne hätt'. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 8. Nichts ist, was mich von Jesu scheide, nichts, sei es Leben oder Tod; ich leg' die Hand in seine Seite und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesum angezogen als Kind schon in der heil'gen Tauf, und darum bist du mir gewogen nahmst mich zu deinem Kinde auf. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 10. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab' sein Blut getrunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen: ich bleib' in ihm und er Jo s X A X s X s PIPAPI Sterbe- und Begräbnißlteder. 512 in mir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 11. Go fomm' mein End' heut oder morgen: ich weiß, daß mir's durch Jesu glückt; arf nicht um meine Seele sorgen, bin für den Himmel schön geschmückt. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 12. Ich leb' indeß mit dir vergnüget und sterb' ohn' alle Kümmerniß; mir g'nüget, wie mein Gott es füget, ich glaub' und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad' und Christi Blut machst du's mit meinem Ende gut. Aemilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt 11900013( 1637-1706). 2. Das Leben gleichet einem Traum, der flücht'gen Welle nicht'gem Schaum, es gleicht dem Gras, daß heute steht und schnell vergeht, sobald der Wind dar. überweht. 3. Nur du, Jehova, bleibest mir das, was du bist; ich traue dir, laß Berg und Hügel fallen hin: mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang' ich in der Hütte wohn', so lehre mich, o Gottes Sohn, daß stets ich zähle meine Tag', der Welt entsag', daß, eh' ich sterb', ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Noth? Lust, Ehr' und Reichthum in dem Tod? Bedenk's, o Mensch, was eilest du den Schatten zu? So kommst du nicht zur Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott wahren Ruh. heimgestellt 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Luft! Mir ist das höchste Gut bewußt: das such' ich nur, das bleibet mir; o mein Begier, Herr Jesu, zieh mein Herz nach dir! 569, ie fliegt da. hin der Men schen Zeit, wie eilet man zur Ewigkeit! Wie Wen'ge denken an die Stund' von Herzensgrund, wie schweigt hiervon der träge Mund! 7. Was wird das sein, Sterbe- und Begräbnißlieber. 513 wenn ich dich seh' und vor's Gericht; da bringt bald vor deinem Throne steh'! Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit flugem Herzen suche dich. Joachim Neanber( 1650-1680.) Mel. O Jefu Chrift, mein'e Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen, offenbar.is 6. Weil denn der Tod uns täglich droht, so sei doch wacker und bereit; sard Lebene Licht. id 570. ie ficher lebt der Mensch, prüf' deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. tchar sidus der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 7. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen fehrt, ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt, dies ist es, was in Christo gilt. tim thoile ad 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der 8. Die Heiligung erfor. Greis zu vielen noch ein dert Müh', du wirkst ste Jahr, und keiner nimmt| nicht, Gott wirket ste: du den Frrthum wahr.bildil aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 3. Sprich nicht: ich denk' in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und 10. Jhr alle seine Tage unsers Lebens fleinster Theil ist eine Frist zu un ferm Heilds po month weihn heißt eingedenk des Todes sein, und wachsen in der Heiligung ist wahre Tod'serinnerung. und and bi 5. Der Tod bringt Seelen 9. Das Ziel des Lebens, das du lebst, das höchste Ziel, nach dem du strebft und deiner Tage Rechenschaft ist Tugend in des Glaubens Kraft. 88 9979 A P A P A P A PON 514 Sterbe- und Begräbnißlieder. 11. Wie oft vergeß' tch| Welt keine Freiftatt mir an, Dieser Pflicht! Herr, geh' wo Sünde nicht kommen, mit mir nicht ins Gericht! nicht anfechten kann? Nein, präg' selbst des Todes Bild nein, hier ist ste nicht: die mir ein, und lehre du mich Heimath der Seele ift wachsam sein: droben im Licht. 12. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Glaube, Demuth, Lieb' und Treu' die Frucht des Geistes in mir sei; my 13. Daß ich zu dir um Gnade fleh', stets meiner Schwachheit widersteh' und sterbend in des Glaubens Macht mit Freuden ruf': es ist vollbracht! Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). wo 11 strid Not Eigene Melodie. Toda 571. o findet die Seele die Heimath, die Ruh'? Wer deckt sie mit schüßenden Fittichen zu? Ach, bietet die 2. Verlaffe die Erde, die Heimath zu sehn, die Hei math der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde gebaut, ist dieses die Heimath der Seele, der Braut? Ja ja, dieses allein kann Ruhplaß und Heimath der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht. Das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang bewillkommt die Seele mit süßem Ge. sang. Ruh', Ruh', himm. lische Ruh' im Schooße des Mittlers, ich eile dir zu. sim Verfaffer unbekannt. 800 II. Lieder für Sterbende. Mel. Chriftus, der ist mein Leben.| loben und säng' Halle. 572. h, wär ich luja! schon be dort oben, mein Heiland, wär' ich da, wo dich die Schaaren 2. Wo wir dein Antlig schauen, da sehn' ich mich hinein, da will ich Hütten Sterbe und Begräbnißlieder. bauen; denn dort ist gut zu sein. alisd ngnn 3. Da werd'ich alles sehen, den großen Schöpfungsrath, was durch dein Blut geschehen und deines Geistes That. dinurog 4. Da feiern die Gerechten, die ungezählte Schaar, mit allen deinen Knechten das große Jubelfahr. 5. Mit göttlich süßen Weisen wird meinverklärter Mund dich ohne Günde preisen, du meines Lebens Grund! 6. Da werden meine Thränen ein Meer voll Freude sein: ach stille bald mein Gehnen und hole mich hinein! 964 Ernst Gottl. Woltersdorf ( 1725-1761). 515 2. D komm und schließ dem Matten die müden Augen zu, bett' ihm im kühlen Schatten die stille, sanfte Ruh'. Bett' ihm im fühlen Grabe den letzten weichen Pfühl, die einz'ge letzte Habe vom ganzen Weltgewühl. 3. Ade, ihr sollt nicht weinen, ihr Freunde, lieb und fromm, das Licht wird bald mir scheinen, das ruft den Schläfer: komm! Das klingt in seine Kammer: steh' nur vom Schlummer auf, steh' auf aus Erdenjammer, der Himmel thut sich auf. 4. Ade, ihr sollt nicht Flagen, daß ich von hinnen muß, die Nacht wird wieder tagen mit Freudenüberfluß. Der große Held der Frommen wird mit der Krone stehn und Engel werden kommen und mich zu Gott erhöhn. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 573. be, ich muß nun scheiden, ihr Freunde, gute Nacht! In Freuden und in Leiden gar schwer ist mir's gemacht, in Kummer und in Thränen, in Arbeit und in Noth, drum ruft mein 574. lle Menschen hetßes Sehnen: o komm, mein Herr und Gott. 8 Ernst Moriz Arndt( 1769-1860.) Hrd our tads medi Eigene Melodie. sterben, alles Fleisch ist gleich 33* s P A P A P s 75,0 516 Sterbe und Begräbnißlieder. wie Heu; was da lebet| prangen und das hohe Lied muß verderben, soll es an- anfangen: heilig, heilig, ders werden neu. Dieser heilig heißt Gott der Vater, Leib, er muß verwesen, Sohn und Geist! wenn er anders soll genesen zu der großen Herrlichkeit, die den Frommen ift bereit't. als 2. Drum so will ich die ses Leben, wenn es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab' ich schon Erlösung funden. Und mein Trost in Todesnoth ist des Herren Jesu Tod. 5. Wo die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen sist der zwölf Apostel Zahl, wohin seit viel tausend Jahren alle Frommen aufgefahren, wo dem Herrn, der uns versöhnt, ewig Halleluja tönt. 6. Jerusalem, du schöne, ach wie hell erglänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! Oder großen Freud' und Wonne! Endlich gehet auf die Sonne, und der große Tag bricht an, der kein Ende nehmen kann. 3. Sesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn. Er hat mir das Heil erworben, drum fahr' ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreifaltigkeit. tra 7. Ach, ich habe schon erblicket alle diese Herrlich keit: steh, schon werd' ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid; mit der goldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen fann. 4. Das wird sein ein Freudenleben, wo viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron, wo die Seraphinen 8. Nun, da will ich ewig " Sterbe- und Begräbnißlieder. 517 wohnen! Meine Lieben,| Licht, das hin und her muß gute Nacht! Eure Treu' wanken, wenn ihm die wird Gott belohnen, die Flamm' gebricht: ihr habt an mir vollbracht. Liebste Kinder und Verwandte, Brüder, Freunde und Bekannte, lebet wohl, zu guter Nacht! Gott sei Dant, es ist vollbracht. 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schafen ein nach deinem Rath und Willen, wann fommt mein Stündelein. Joh. Albinus( 1624-1679). 7. An dir laß, gleich den Reben, mich bleiben alle. zeit und ewig bei dir leben in Himmelswonn' und Eigene Melodie. 575. Chriftus, der ift Freud'. dan adal Verfaffer unbekannt. mein Leben und Sterben mein Gewinn; dem will ich mich ergeben, mit Freud' fahr' ich dahin. 2. Mit von dannen zu Chrift, dem Bruder mein, daß ich mag zu ihm kommen und ewig bei ihm sein. 1900 3. Nun hab' ich über wunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth: durch seine heil'gen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Athem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn Sinne und Gedanken vergehen wie ein mel. Du, o schönes Weltgebäude. 576.& itle Welt! ich bin dein meine Seele sehnet sich nach des Himmels Ruh und Friede; ach, mein Gott, wann rufst du mich? Rufe mich; mit allen Freuden will ich aus der Trübfal scheiden, denn ich weiß, durch Christi Blut machest du mein Ende gut. 2. Mir macht ja der Tod nicht bange, denn ich bin des Lebens satt; wer das Jammerthal so lange, als wie ich, durchmessen hat, wird wohl alle Stunden zählen, bis die Freiheit Sterbe- und Begräbnißlieder. 518 seiner Seele und der Abschied aus der Welt sich erwünscht hat eingestellt. 3. Zwar ich bin nicht ungeduldig, daß mich Kreuz und Elend drückt; ich bin mehr zu leiden schuldig, als mir Gott hat zugeschickt. Weiß ich doch, daß mich kein Leiden kann von seiner Liebe scheiden, son dern daß das Kreuz ein Kuß seiner Liebe heißen muß. 4. Blos deswegen will ich sterben, daß ich Jesum möge sehn und sein ewig Heil ererben; möcht' es heute noch geschehn! Doch, wer weiß, wie wenig Stunden, daß ich, aller Angst entbunden, nach der Müh' der Lebensbahn meinen Lauf vollenden kann! 5. So ist mir der Tod ein Segen, und das Sterben ein Gewinn; kommt, ihr Engel, kommt entgegen, traget meine Seele hin! Ach, mir wird von jenem Leben jetzt der Vorschmack schon gegeben, darum wünsch' ich dies allein, auch im Schauen da zu sein. 6. Alle, die mich hier geliebet, alle, denen ich bekannt, die mein Scheiden tief betrübet, die befehl' ich Gottes Hand. Gott versorget, Gott beschüßet, Gott bescheeret, was euch nüßet; also ist mein Haus bestellt, gute Nacht, du eitle Welt! Erdm. Neumeifter( 1671-1756). Eigene Melodie. 8 577.& ift genug, ſo nimm, Herr, meinen Geist zu Zions Geistern hin! Lös' auf das Band, das schon allmählich reißt; befreie meinen Sinn, der sich nach seinem Gotte sehnet, der täglich klagt und nächtlich thränet!:,: Es ist genug!::#se # 108 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt! Die sündliche Begter mit ihrem Gift hat mich fast ganz umstridt; nichts Gutes wohnt in mir. Was täglich noch von Gott mich trennet, was täglich im Gewissen brennet,:,: das ist genug.:: 3. Es ist genug des Kreu Sterbe- und Begräbnißlieder. 519 zes, daß mir fast den Rücken| nimmt mich auf: fahr' hin, wund gemacht! Wieschwer, o Welt, ihr Freunde, gute o Gott, wie hart ist diese Nacht! Ich ende meinen Last! Ich schwemme man- Lauf bei Jesu Kreuz mit che Nacht die harte Lager- tausend Freuden, ich sehne statt mit Thränen, wie mich von hier zu scheiden: lang', wie lang' muß ich:: Es ist vollbracht!:,: 19 mich sehnen?:: Wann ist's genug? orddi 2. Es ist vollbracht! Mein Jesus hat auf sich genommen meine Schuld; gebüßt hat er am Kreuzes. stamm für mich,- o unermesfne Huld!- und ich hab' in des Heilands Wunden die rechte Freistatt nun gefunden::: Es ist vollbracht!:,: 3. Es ist vollbracht! Weg Krankheit, Schmerz und Pein! Weg Sorgen, weg Verdruß! Sein Golgatha soll mir ein Tabor sein; mein matter, müder Fuß wird hier auf diesen Frie. denshöhen frei von der Erde Banden gehen::,: Es ist vollbracht!:,: 100) 4. Es ist genug, wenn nur mein Heiland will; er fennet ja mein Herz. Ich harre sein und halt' indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine steche Brust zernaget, abnimmt und endlich zu mir saget::: Es ist genug!:: 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus; mein Retter kommt, nun gute Nacht, o Welt! Ich fahr' ins Himmelshaus; ich fahre sicher hin mit Frieden, mein großer Jam mer bleibt hienieden.:: Es ist genug! 10 910 Franz Burmeister( um 1680). :: bu DAGO 4. Es ist vollbracht! Hier schweb' ich frei von Noth: un signiji o wie wohl, wie wohl sist mir! Hier speiset mich der Mel. Es ift genug.. s 578. ist vollbracht! Gott Lob, Herr mit Himmelsbrot, und zeigt mir Salems Bier. Hier hör' ich mit es ist vollbracht! Mein Jesus 90 201 s X s X s T s Pri 520 Sterbe- und Begrabnißlieder. der Sel'gen Singen den 155 Eigene Meloble& nd füßen Ton der Engel 579. Freu' bich sehr, flingen::: Es ist meine Seele, bracht!:: 2 2 sd und vergiß all Noth und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus viel Trübsal, Angst und Leid sollst du kommen zu der Freud', die kein Ohr hat je gehöret, die in Ewigkeit auch währet.11.29 5. Es ist vollbracht! Der Leib mag immerhin Raub der Verwesung sein: ich weiß ja, daß ich Staub und Asche bin. Der Herr wird mein Gebein, wenn er die Gräber wird auf decken, on jenem Tage schon erwecken::: Es ist voll. 2. Tag und Nacht hab' bracht!: 5d i dod ich gerufen zu dem Herren, 116. Es ist vollbracht! Ich meinem Gott, weil mich dringe froh hindurch stets viel Kreuz getroffen, wie werd' ich nun erfreut! Ich stieg empor zur hohen Himmelsburg, da find' ich Sicherheit, da könnenFeinde mich nicht stören und Dorn und Distel nicht versehren: :: Es ist vollbracht!:: 1 daß er helfe aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wandersmann nach dem Ende seiner Bahn, so hab' ich gewünscht, mein Leben hin in Gottes Hand zu geben. 7. Es ist vollbracht! Gott Lob, es ist vollbracht! Mein Jesus nimmt mich auf: fahr' hin, o Welt, ihr Freunde, gute Nacht! Ich ende meinen Lauf und alle Noth, die mich getroffen. Wohl mir! Ich seh' den Himmel offen: :,: Es ist vollbracht!:,: 3. Denn gleichwie die Rosen stehen unter Dor nen rings umher, also auch die Christen gehen in viel Ängsten groß und schwer. Wie bei ungestümem Wind ruhelos die Wellen sind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. Andreas Gryphius( 1618-1664). 4. Welt und Teufel Tod und Hölle, unser eigen fel$ 08 Sterbe und Begräbnißlieder. 521 Fleisch und Blut sind so| himmlisch Vaterland. In vieler Leiden Quelle, ach, das schöne Paradies, das da stnket oft der Muth. Leid folgt stets der Freude nach und sein Kreuz hat jeder Tag; von der Wiege bis zum Grabe ist nur Jammer unsre Habe. dein Mund dem Schächer wies, wollst du mich, mein Heiland, führen und mit ew'ger Klarheit zieren. ard 5. Wenn die Morgenröth' aufgehet, und der Schlaf sich von uns wend't, Sorg' und Kummer neu erstehet, schwere Müh' an allem End'; unsre Thränen sind das Brot, das wir essen früh und spät; hört die Sonne auf zu scheinen, währt das Klagen noch und Weinen.d 8. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehör mir ganz verschwind't, meine Zung' nicht mehr fann sprechen, mein Verstand sich nicht besinnt: bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort'; du wirst selig mich regieren, mich die Bahn zum Himmel führen. 9. Freu' dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Noth und Qual, weil dich Chriftus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud' und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den heil'gen Engeln droben ewig Gottes Gnade loben. Raspar b. Warnsdorf( gest. 1634). Om 6. Leuchte mir mit detner Gnade, Jesu, heller Morgenstern, muß ich gehn des Todes Pfade, sei du dann von mir nicht fern. Hilf, daß ich mit Fried' und Freud' fahr' zu deiner Herrlichkeit. Ach, sei du mir Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlaffe. ad 70 7. Gläubig will ich zu Mel. Jefus, meine Bubersicht. dir fliehen auf dem bittern 580. Geht nun hin zu dir, und o Jesu, ziehen in mein mein Grab, denn ich bin s X s T s X seri 622 Sterbe- und Begräbnißlieder. des Wanderns müde; von| denn ich reif' in weite der Erde scheid' ich ab, Ferne, reise hin zu fenem denn mir ruft des Himmels Glanz, worin ihr erbleichet Friede, denn mir ruft die ganz. füße Ruh von den Engeln droben zu. iodral es 6. Die thr nun in Trauern geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde; was von oben niederweht, tröstet froh des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein: droben nur fann ewig sein. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab' ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Ird'sche en det; lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. de trod da 3. Was soll ich hienteden noch in dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 7. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrthum will, aus den Schatten, aus den Schemen, aus dem Eitlen, aus dem Nichts hin ins Land des ew'gen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein füßes Heil, meinen Heiland hab ich funden. Und ich habe auch mein Theil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heilig Blut floß der gan. zen Welt zu gut. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach! ist hohl, deine Freuden werden Leiden, deine Schönheit Unbestand, alles Wahn und Trug und Tand. 5. Darum leßte gute Nacht, Sonn' und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht, Glaube, und die ew'ge 9. Weint nicht, mein Er löser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Sterbe- und Begräbnißliedet. 523 4. Will gleich die Sünde mich noch fränken, wer ist, der ohne Tadel lebt? Allein, ich darf an Jesum denken, der mich in seinen Tod begräbt: so komm ich an den Lebens- Port, und Jesus ist mein letztes Wort. 5. Mein Jesus hat den Tod bezwungen, als er am Kreuze selbst verschied. Da ward mein Tod zugleich verschlungen, er ist mein Haupt, ich bin sein Glied: was Jesus hat, daß hab' ich dort, drum sei er auch mein letztes Wort. 2. Was fragt ihr viel nach meinem Glauben? Ich glaube, daß mich Je- 6. Gedentet nicht an sus liebt. Rein Tod soll mir die Freude rauben, wenn Jesus Trost und Le ben giebt. Ich fahre wohl und weiß den Ort, denn Jesus bleibt mein letztes Wort.stbin in dit eitle Sachen, der Höchste forget für die Welt: befehlt es ihm, er wird's wohl machen, daß Licht und Recht den Platz behält. nehme allen Jammer fort durch Jesum, der mein leptes Wort. 8 Gott hat 3. Die Hoffnung mich nie betrogen; ich bin auf seinen Tod getauft: da hab' ich Jesum angezogen, da hat er mich vom Tod erfauft. Drum Jesus bleibt mein Heil und Hort, sein Name set mein lettes Wort ging al Liebe spricht: Kind des Vaters zittre nicht! na Ernst Morig Arndt( 1769-1860). mots sidhit Eigene Melodie. 581.6⁰ ott Lob, es geht nunmehr zum Ende, der schwerste Kampf ist nun vollbracht: mein Jesus reicht mir schon die Hände, mein Jesus, der mich selig macht! Drum laßt mich gehn, ich reise fort: mein Jesus ist mein lettes Wort. Sred and 7. Nun freuet euch, es geht zum Ende: Mein Je sus bleibt mein letter Ruhm. Wie schlag ich froh in meine Hände! Wo bleibst du doch, mein Eigenthum? Ach Jeju, jei lid mein lettes Wort. Nun 990) ERV s X s X s P s ispiso Sterbe- und Begräbnißlieder. 524 schweig' ich still und fahre fort. bon Chrift. Weise( 1642-1708). 4. Die schweren Sorgen von mir treib', mit deinem Geist stets bei mir bleib', wenn sich die Seel' vom Leibe trennt, so nimm ste, Mel. Vater unfer im Himmelreich. 582.err Sesu, wah. Herr, in deine Händ'! Der rer Mensch und Leib hab' in der Erde Ruh; einst kommt der jüngste Tag herzu. 5. Dann fröhlich Auferstehn verleih, mir im Gericht Fürsprecher sei und meiner Sünden nicht gedenk', aus Gnaden mir das Leben schenk'. Ja, was du zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, so sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht, den Tod auch schmecken ewig nicht; und ob er gleich hier zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt! Fes Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir des Vaters Huld erwarbst: ich bitt' durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnoth und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht, und meine Zunge nicht mehr spricht, und mir vor Angst mein Herz zerbricht; dd 3. Wenn mein Verstand sich nichts besinnt, und mir all' menschlich' Hilf' zerrinnt: so komm, Herr Christ, dich zu mir wend' zur Hilfe mir bei meinem End', und führ' mich aus dem Jammerthal, verkürz' mir auch des Todes Qual! hilf uns ja gnädiglich! 7. Vielmehr will ich mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band' und zu mir nehmen in mein Reich, da soll er dann mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich!" Dazu Sterbe- und Begräbnißlteder. 525 8. Ach, Herr, vergieb all| die Schmerzen im Sterben unsre Schuld; huf, daß noch gesund. dsg disg wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub' ftets wader sei, dein'm Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen seligItch! 19 Paul Eber( 1511-1569). 6. Dein Blut hat mich gereinigt; trennt Leib und Seele sich, so werden ste vereinigt zum Seligsein bany durch dich. 7. Nach deiner Gnade Größe nimm nur den Geist zur Hand, es reiße oder löse der Tod des Leibes Band. 1: Mel. Chriftus, der ist mein Leben. 583. meine err! Leibeshütte sinkt nach und nach zu Grab; gewähre mir die Bitte und brich ste stille ab. 2. Gieb mir ein ruhig Ende; der Augen matten Schein und die gefalt'ten Hände laß sanft entfeelet sein. 3. Laß meine Athemzüge am End' zu schwer nicht sein und gieb, daß ich so liege, als schlummerte ich ein. no me 761 4. Doch es gescheh' dein Wille! Ich scheide leicht dahin im Kämpfen oder stille, wenn ich nur selig bin! 5. Bleibst du mir in dem Herzen, dein Name mir im Mund, so sind mir auch 8. Ich werde auferstehen, da geht's zum Himmel ein; ich werde Jesum sehen, er wird mir gnädig sein! d Philipp Hiller( 1699-1769). Eigene Melodie. oder: Gottes Sohn ift tommen. 584. err, nun laß in 4 den Lebensmüden, deinen Diener fahren zu den Engelschaaren selig und im stillen, doch nach deinem Willen! di sais 2. Gerne will ich sterben und den Himmel erben; Christus mich geleitet, welchen Gott bereitet zu dem Licht der Heiden, das uns seßt in Freuden. 3. Hier hab' ich gestritten, Ungemach erlitten, ritter 99/70 s X s X s P s Xris Sterbe- und Begräbnißlieder. 526 Itch gekämpfet, manchen Feind gedämpfet, Glauben auch gehalten richtig mit den Alten. tglais 9. Dieser Leib soll leben und in Klarheit schweben, wenn die Todten werden aufstehn von der Erden; Christum werd' ich schauen, darauf kann ich trauen. 10. Shm will ich lobsingen, Lob und Ehre brin gen, rühmen seine Güte mit Seel' und Gemüthe, preisen seinen Namen ohn' Aufhören. Amen.. 4. Unter vielen Thränen und in Angst und Sehnen hab' ich viel erfahren in der Christen Schaaren, mußte Trübsal tragen, über Sünde klagen. 5. Nunmehr soll sich's wenden, Kampf und Lauf sich enden, Gott wird mich Dab. Behme( 1605-1657). erlösen bald von allem desdis Bösen; es soll besser wer.on- bon Unit den, als es war auf Erden. sie Eigene Melodie. 6. Frieden werd' ich fin. 585. erzlich thut mich den, ledig sein von Sünden und auf allen Seiten nicht mehr dürfen streiten; himmlisch Freudenleben soll mich ganz umgeben.de verlangen nach einem sel'gen End', weil ich hier bin umfangen mit Trübsal und Elend; ich hab' Luft abzuscheiden von 7. Wo man Palmen dieser argen selt, sehn' träget, ist mir beigeleget mich nach ew'gen Freuden: schon zum Gnadenlohne o Jesu, komm nur bald! eine schöne Krone, die zum 2. Du hast mich ja er. ew'gen Leben mir der Herr löset von Sünde, Tod und wird geben. dhöll, es hat dein Blut gefoftet: drauf ich mein Hoffnung stell'. Warum sollt' mir denn grauen vor Teufel, Tod und Sünd'? Weil ich auf dich kann bauen, bin i 8. Mein Erlöser lebet, der mich selber hebet aus des Todes Kammer: weg ist aller Jammer; in die Stadt der Frommen werd' ich aufgenommen. setch ein selig Kind. Sterbe und Begräbnißlieder. 527 3. Wenn süß gleich ist| Tod kann scheiden, anrühren das Leben, der Tod sehr feine Bein.inddrac bitter mir, will ich mich 7. Muß ich auch hinter. doch ergeben, zu sterben lassen betrübte Waisen hier willig dir. Ich weiß ein- ste fammern mich ohn' beffer Leben, zu dem mein Maßen das Herz will bre. Geist zieht hin, das willst chen mir- doch will ich du, Herr, mir geben: Ster gerne sterben und trauen ben ist mein Gewinn. meinem Gott, er läßt ste nicht verderben und hilft aus aller Noth. - 4. Der Leib, der in der Erden zum Staube wieder kehrt, wird auferwecket werden durch Christum schön verklärt, wird leuchten wie die Sonne und leben ohne Noth in Himmelsfreud' und Wonne; was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt gleich reizet, zu bleiben länger hier, und mir auch immer zeiget Ehr', Gut und all ihr' Zier, doch ich das gar nicht achte, es währt nur kurze Zeit; nach Himmlischem ich trachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Und wenn auch gleich das Scheiden von Freunden wehe thut, daß ich und sie viel leiden, doch tröstet meinen Muth, daß wir in großen Freuden beisammen werden sein, wo uns kein 8. Was wollt ihr denn verzagen, seid ihr auch früh verwaist? Sollt' der die Hilf' versagen, der doch die Raben ipeist? Den Wittwen und den Waisen will er in set. ner Treu' sich immerdar erweisen, das glaubet ohne Scheu! asist sig and 9. Gott segne euch, ihr Lieben, behüt' euch Gott, der Herr! Und laßt euch nicht betrüben, mein Schei. den allzusehr. Steht fest im Gottvertrauen, bis wir nach kurzer Zeit einander wiederschauen dort in der Ewigkeit.ism out 10. Und wenn ich ganz mich wende zu dir, Herr Christ, allein: gieb mir ein selig Ende, send' mir die Engel dein; führ' mich ins s X s X s X s X rrip.50 528 Sterbe- und Begräbnißlieder. ew'ge Leben, daß du er- und mit Sorgen des Herzens worben hast, da du dich zugebracht. dus and hingegeben für meine Sündenlaft.in stiinted mojol 11. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Chrift, den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frift. Hilf ritterlich mir ringen, halt' mich durch deine Macht, daß ich mög' fröhlich singen: Gott Lob, es ist vollbracht! pag 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt, manch Wetter tam entgegen und hat mir Angst erwedt; Verfolgung Haß und Neiden, ob ich's gleich nicht verschuld't, hab' ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. Christoph Knoll( 1563-1621). 196gnis de sort ist Mel. Herzlich thut mich berlangen. 586.7 ch bin ein Gast auf Erden und hab' hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier wall' ich bis zum Grabe; dort in der ew'gen Ruh' ift Gottes Gnaden gabe, die schließt all' Arbeit zu. gala 4. So ging's den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad' wir uns noch täglich halten, wenn's fehlt an gutem Rath. Sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod ste wieder legt' in des Grabes Schooß. mish 5. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Weh'; was will ich beffer leben, als ich an ihnen seh'? Es muß fa durchge. drungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freude ein. an als Müh' und Noth 6. So will ich zwar nun gewesen? So lang' ich denken kann, hab' ich so manchen Morgen, so manche treiben mein Leben durch die Welt; doch denk' ich nicht zu bleiben, in diesem liebe Nacht mit Kummer fremden Zelt. Sch wandre 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend 1 Sterbe- und Begräbnißlieder. 529 meine Straße, die zu der| Haus; wenn meine Zeit Heimath führt, da mich in durchmessen, so tret' ich vollem Maße mein Vater dann hinaus; und was ich trösten wird. hier gebrauchet, das leg' ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so senkt man mich ins Grab. 7. Mein' Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar den großen Herr scher loben und preisen immerdar, der alles kräftig träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, wie es ihm wohlge fällt. 8. Zu ihm steht mein Verlangen, da wollt' ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ich's fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wen'ger find' ich Freud', die meinem Geist gefalle; das Meist' ist Herzeleid. 11. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du ziehst mich wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ew'gen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleichwie die helle Sonne, mit andern leuchten soll! Tradnite 10. Was ich bisher be sessen, ist nicht mein rechtes 12. Da will ich immer wohnen, und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausge. schmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun, und frei von eitlen Dingen in meinem Erbtheil ruhn. 9007 9. Die Herberg' ist zu böse, der Trübsal ist zu viel; ach. komm, mein Gott, und löse mein Herz, Paul Gerhardt( 1606-1676). wenn dein Herz will; mist bi misur irsgoed komm, mach' ein selig met. Herzlich thut mich verlangen. d Ende mit meiner Wander- 587. heiden, mein Ich habe schaft, und was mich fränkt, das wende durch deines Armes Kraft. Sinn geht aus der Welt, ich sehne mich mit Freuden nach Zione Rosenfeld. Weil aber uns die Stunde des 34 doe 530 Sterbe- und Begräbnißlieder. Abschieds keiner nennt: so| erfreuen kann. Wenn Leib hört aus meinem Munde und Seele scheiden, tragt mein letztes Testament. mich in Jesu Schooß: so bin ich voller Freuden und aller Thränen los. 2. Gott, Vater, meine Seele befehl' ich deiner Hand: aus dieser dunklen Höhle führ' ste ins Vaterland. Du hast sie mir gegeben, so nimm ste wieder hin, daß ich im Tod und Leben nur dein alleine bin. 3. Was werd' ich, Jesu, finden, das dir gefallen fann? Ach, nimm du meine Sünden als ein Vermächtniß an! Wirf ste kraft deiner Wunden ins Meer der Gnad' hinein; so hab' ich Heil gefunden und schlafe selig ein. 4. Dir, o du Geift der Gnade, laß ich den letzten Blick: zieh' ich des Todes Pfade, so steh auf mich zurück. Ach, fleh' in meinem Herzen, wenn ich kein Glied mehr rühr', und stell' in meinen Schmerzen nichts, als Jesum, für! mir 5. Jhr Engel, nehmt die Thränen von meinen Wangen an: ich weiß, daß euer Sehnen sonst nichts 6. Euch aber, meine Lieben, die ihr mich dann beweint, euch hab' ich was verschrieben: Gott, euren besten Freund. Drum nehmt den letzten Segen: daß wir auf Zions Wegen es wird gewiß geschehn, einander wiedersehn. 7. Zuletzt set dir, o Erde, damit dir wieder werde, mein blaffer Leib vermacht, mach' ihn zu Asch' und was du zu mir gebracht: Staube, bis Gottes Stimme ruft: denn dieses sagt mein Glaube: er bleibt nicht in der Gruft. 8. Dies ist mein letzter Wille: Gott drückt das Siegel brauf. Nun wart' ich in der Stille, bis daß ich meinen Lauf durch Christi Tod vollende: fo geh' ich freudig hin und weiß, daß ich ohn' Ende des Himmels Erbe bin. Benj. Schmold( 1672-1797). Sterbe- und Begräbnißlieder. 531 Mel. Herzlich thut mich verlangen.| Weg noch heute nehmt alle wohl in acht: in Gottes Fried' und Freude fahrt mir bald alle nach. Joh. Leon( geft. 1597). 588. Jh hab mich Gott ergeben, dem liebsten Vater mein: hier ist kein ewig Leben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht mel. Wer nur den lieben Gott läßt. schaden, er ist nur mein 589. Jeinem Fuß im Gewinn: in Gottes Fried' und Gnaden fahr' ich mit 1500179JN Freud' dahin. 2. Mein Weg geht jest vorüber: o Welt, was acht' ich dein? Der Himmel ist mir lieber: da trachte ich hinein, darf mich nicht mehr beladen, weil ich wegfertig bin; in Gottes Fried' und Gnaden fahr' ich mit Freud' dahin. Grabe, es ist um einen Schritt gethan, so sinkt die Hütte, die ich habe, die nichts als als Schwachheit bergen kann. Drum sei mir stets ein Wort bewußt: bedente, daß du sterben mußt. 3. Ach, sel'ge Freud' und Wonne hat mir der Herr bereit't, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nur schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried' und Gnaden fahr' ich mit Freud' dahin. 2. Dem Menschen ist ein Ziel geseßet und kommt nichts anderes heraus, wenn man am sichersten sich schäßet, so ist der Lebensseiger aus. Drum schreib' ich stets in meine Brust: bes denke, daß du sterben mußt. 3. Wie mancher ist vor. angegangen! Wer weiß, wenn ich ihm folgen muß? Der Tod giebt oft den frischen Wangan, ganz unverhofft den kalten Kuß. Drum weg, mein Herz, mit eitler Lust: bedenke, daß du sterben mußt. 84* 4. Gesegn' euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen: ich weiß von teiner Qual. Den rechten do do 9979 532 Sterbe- und Begräbnißlieder. 4. Wohlan, so will ich| wehn. Das höchste Glüd täglich sterben, daß ich ist mir beschieden, kein nicht ewig sterben muß. Sterblicher kann es verEin Weiser fliehet das stehn. Der Himmel ist Verderben und macht sich mir aufgethan, ich schau' diesen festen Schluß: o und bete Jesum an. Mensch, in allem, was du thust, bedenke, daß du sterben mußt. Venj. Schmold( 1672-1797). Jin Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. und 4. Jch lieg' und schlafe ganz im Frieden, wie süß wird doch die Ruhe sein dem Herzen, das sich oft hienieden gemüht, der Ruhe sich zu freun, dem, der gehofft und sich gesehnt, das Aug` im stillen oft gethränt! 590. schlafe ganz im Frieden, wenn einst mein Stündlein kommen ist; was mich bedrückt, beschwert hinieden, das alles dann mein Herz vergißt. Ich lieg' und schlafe fröhlich ein, um droben bei dem Herrn zu sein. 5. Wann lieg' und schlaf' ich ganz im Frieden? Wann nimmst du mich, mein Jesu, hin?- Wann wird der Tag mir sein beschieden. da ich darf in die Heimath ziehn Jesu, komm, und führe du mich bald hinein zur ew'gen Ruh'! Emanuel Langbeder( 1792-1849). 2. Jch lieg' und schlafe ganz im Frieden, mir ist das Grab nicht schauerlich; ich bleibe nicht von dem geschieden, der durch sein mel. Wer weiß, wie nahe mir 2c. Blut werfe mich Grabesnacht ist er mein Licht; zu ihm steht meine Zuversicht. ut erfaufte mich. Sn 591. Teine ande, 3. Ich lieg' und schlafe ganz im Frieden, wie laut auch Stürme mich umach, treuer Vater, halt' mich fest, verlaß den nicht an seinem Ende, der ewig sich auf dich verläßt. Du bist mein Gott von Jugend Sterbe und Begräbnißlieder. 533 auf, beschließ' auch meinen| Sprich mir Trost, Muth Lebenslauf. und Freude zu, mach' Ende, Herr, bring mich zur Ruh. 2. Du hast nach deiner Vatergüte beständig wohl an mir gethan. Erhör' auch meine letzte Bitte: nimm, Gott, mich dort zu Ehren an. Ach, Vater, ach, noch eins ist noth: ein guter Schluß, ein fel'ger Tod. 6. Shr todten Güter dieser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer; zurück! jest will ich selig werden, ich brauch' und acht' euch nun nicht mehr. Wer droben alles erben kann, sieht schlechte Dinge nicht mehr an. 3. Du hast mich je und Mabu te geliebet, versorgt, ge- 7. Jch übergebe dir die stärkt, beschüßt, regiert, mit Luft erquickt, mit Kreuz geübet, oft wunderbar, stets wohl geführt. Wohin ich ging, wohin ich sah, gingst du mit mir, warst du schon da. Meinen, du Vater der Barmherzigkeit; luß ihnen stets dein Trostlicht scheinen und bleib' ihr Gott zu aller Zeit. Beschüße sie vor Ungemach und bringe ste mir selig nach. Ehrenfried Liebich( 1718-1780). 4. Tritt jeßt zu meinem Sterberette steh meine Noth erbarmend an, ver- Mel. Wer nur ben lieben Gott läßt. binde, lindere, errette! Du 592. Ich will dich noch im Tod es, mir helfen kann. Beschüße den, der an dich glaubt, daß deine Treu' im Tode bleibt. 5. Komm, Heiland, fomm, vertreib das Bangen, bestege meinen legten Feind! Im Tod laß meinen Blick ich hangen an dei nem Opfer, Seelenfreund. noch nah am Grabe preis' ich dich; zum Segen gabst du mir das Leben; du segnest auch im Sterben mich. Mein Leben sucht' ich dir zu weihn; mein Tod soll auch dir heilig sein. 2. Gott, welche feierliche Sterbe- und Begräbnißlieder. 534 Stunden, wenn du mich nun der Erd' entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung stehst; Allmäch tiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlöstem nicht. 3. Der Leib wird schwach, die ird'sche Hütte, der Glies der morscher Bau zerfällt; schon gehen meine müden Schritte den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin getroft und zage nicht; denn Gott ist selbst mein Heil 593.Jn Christi Bunden und Licht. schlaf' ich ein, die machen mich von Sünden rein; ja, Christi Blut- Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid; 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, da du für Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbst? Er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst; wie du ihn sahst, will ich ihn sehn, wie du, so werd' ich auf erstehn. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mir die letzten Schrecken drohn; du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen, durch dich darf ich den Tod nicht scheun; so nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah dem Ziele sint' ich nicht. 6. Ich will dich noch im Tod erheben, noch nah am Grabe preis' ich dich, denn ewig werd' ich vor dir leben. Wie segnest du, mein Vater, mich! O Tod! o Sterben, mein Gewinn! Wohl mir, daß ich erlöset bin. Johann Eschenburg( 1748-1820). 798151 Mel. Herr Jesu Chrift, mein's Lebens Licht. 2. Damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd' eingehn; mit Fried' und Freud' fahr' ich dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. 3. Dank hab', o Tod, du förderst mich; ins ew'ge Leben wandre ich, durch Chrifti Blut von Sünden rein. Herr Jesu, stärk' den Glauben mein! Paul Eber( 1511-1889). Sterbe und Begräbnißlieder. 535 Eigene Melodie. Mel. Meinen Jefus laß ich nicht. 594.aßt mich gehn,:: 595.$ iebster Jesu, laß Jesum MAIGH mich nicht, schau' auf mich, wie ich muß streiten; wenn der Tod die Glieder bricht, laß mich deine Liebe leiten und durch deinen Kreuzestob überwinden alle Noth! möge sehn! Meine Seel' ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu umfangen und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht,:,: Sonne, die durch Wolfen bricht! D, wann werd' ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau' dein holdes Angesicht? 3. Ach wie schön:: ist der Engel Lobgetön'! Hätt' ich Flügel, hätt' ich Flügel, flög' ich über Thal und Hügel heute noch nach Zions Höhn. 4. Wie wird's sein,:,: wenn ich zieh' in Salem ein, in die Stadt der goldnen Gassen, Herr, mein Gott! ich kann's nicht fassen, was das wird für Wonne sein. 5. Paradies,:,: wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen: bring' uns, Herr, ins Paradies. - Guft Knat( 1806-1878). T 2. Treuer Jesu, laß mich nicht, denn du bist ein Arzt der Schwachen; ja, du hast dich mir verpflicht't, daß du willst mich selig machen. Meine Kräfte neigen sich: o, mein Jesu, stärke mich! 3. Starter Jesu, laß mich nicht, weil ich doch an dir nur hange! Mich erschreckt zwar das Gericht und die Günde macht mir bange; aber dein Verdienst und Huld decket alle meine Schuld. 4. Süßer Jesu, laß mich nicht, wenn du stehst, ich soll gesegnen; führe mich, du bist mein Licht, laß die Engel mir begegnen daß ste mich zur süßen Ruh tragen nach dem Himmel 3u! 5. Treuer Jesu, laß mich 997 536 Sterbe- und Begräbnißlieder. und schau mit Ehren mein Antlig auf dem Thron." nicht! denn ohn' dich will zu hören: Komm, Kind, ich nicht sterben. Niemand, wie dein Mund selbst spricht. kann ohn' dich den Himmel erben; darum bleib', ach, bleib' in mir, daß ich selig sterb' in dir. 4. Nein, nein, das ist kein Sterben, dem Hirten nachzugehn! Er führt das Lamm zu Freuden und wird dich ewig weiden, wo Lebensbäume stehn. 6. Jesu, laß auch diese nicht, die dann bitter um mich weinen; laß dein gnädig Angesicht ihnen stets mit Trost erscheinen; zieh' ste aus dem Ungemach endlich in den Himmel nach! Bachar. Herrmann( 1643-1717). un str phim gol uris atent 8 Mel. O Jesu, mein Vergnügen. 596.ein, nein, das ist kein Sterben, zu seinem Gott zu gehn, der dunkeln Erd' entfliehen und zu der Heimath ziehen in reine Sternenhöhn! 2. Nein, nein, das ist kein Sterben, ein Himmelsbür ger sein, beim Glanz der ew'gen Kronen in süßer Ruhe wohnen, erlöst von Kampf und Pein. 3. Nein, nein, das ist tein Sterben, der Gnadenstimme Ton voll Majestät 5. Nein, nein, das ist tein Sterben, mit Herrlichkeit gekrönt zu Gottes Volk sich schwingen und Jesu Sieg befingen, der uns mit Gott versöhnt. 6. O nein, das ist kein Sterben, du Heil der Kreatur! Dort strömt in ew'gen Wonnen der Liebe voller Bronnen; hier sind es Tropfen nur. Cäfar Malan( 1786-1884). Mel. Nun ruhen alle Wälder. 597. Welt, ich muß dich lassen, ich ziehe meine Straßen ins ew'ge Vaterland. Den Geist will ich aufgeben, dazu set Leib und Leben gesetzt in Gottes gnäd'ge Hand. 2. Mein Lauf ist nun vollendet, der Tod das Le Sterbe- und Begräbnißlieder. 537 Bahl, nod ben endet: Sterben ist| Verdienst, nach Wahl, noch mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, das Ew'ge muß mir werden, mit Fried' und Freud' fahr' ich dahin. 3. Ob mich die Welt be trogen und oft von Gott gezogen durch Sünden man cherlei: will ich doch nicht verzagen, ich will im Glauben sagen, daß meine Schuld vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antlit will ich schauen, ich hoff's durch Jesum Christ, der auch für mich gestorben, des Vaters Huid erworben, und der mein Mittler worden ist. 5. Die Sünd' mag mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gnaden umsonst durch Christi Blut. Nicht Werkdienst kann mir frommen, will ich zu Gnaden kommen. Der wahre Glaub' allein es thut. co 6. Jch rede nicht vom Lohne, sag' nur: zu dei nem Throne kommt ein unnüßer Knecht. Das ew'ge, sel'ge Leben willst du umsonst mir geben, nicht nach Recht. 7. Drauf will ich fröh. lich sterben, das Himmel reich ererben, das Jesus mir erwarb; hier mag ich nicht mehr weilen, mit Freuden will ich eilen hinauf zu dem, der für mich starb. 8. Damit fahr' ich von hinnen. Welt, du mußt zerrinnen, darum besinne dich: auf! dich zu Gott bekehre und von ihm Gnad' begehre, daß er auch dein erbarme sich. 9. Die Zeit ist schon vor. handen: laß ab von Sünd' und Schanden und richt' dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen; laß alle ird'sche Sachen und fang' ein göttlich Leben an. 10. Fahr' wohl! In Got tes Hände befehl' ich dich am Ende, dahin steht mein Begehr. Hüt' dich vor Bein und Schmerzen, nimm meinen Tod zu Herzen; mein's Bleibens ist jetzt hier nicht mehr. Job. Heß( 1490-1547). 538 TA TAXA Sterbe- und Begräbnißlieder. Elgene Meloble. ins Himmels Schloß, und in deinem Schooß. 598. alet will ich dir ewig ist genesen, wer bleibt geben, du arge, falsche Welt; dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen. Hinauf steht mein Begier: da wird Gott ewig lohnen dem, der ihm dient allhier. 5. Schreib' meinen Nam'n aufs beste ins Buch des Lebens ein und bind' mein' Seele feste ins schöne Bündelein der'r, die im Himmel grünen und vor dir leben fret: so will ich ewig rühmen, daß treu dein Herze sei. Valerius Herberger( 1562-1627). 2. Rath' mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Chrift, davon! Verkürz' mir alles Leiden, stärk meinen blöden Muth, laß seltg mich abscheiden, seß' mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam' und Kreuz allein funrelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein: er schein' mir in dem Bilde zum Trost in meiner Noth, wie du dich, Herr, so milde geblutet haft zu Tod. 4. Verbirg mein' Seel' aus Gnaden bei dir vor allem Leid! Rüd' ste aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist hier wohl gewesen, wer kommt hism Fist Eigene Meloble. Lev 599. enn mein vorhanden ist, daß ich fahr' meine Straße, geleit' du mich, Herr Jesu Chrift, mit Hilf' mich nicht verlaffe! Die Seel' an meinem letzten End' befehl' ich dir in deine Händ': du wollst ste mir bewahren. 2. Die Sünde wird mich fränken sehr, mich mein Gewissen nagen; denn ihr'r ist viel, wie Sand am Meer, doch will ich nicht verzagen, will denken, Herr, an deinen Tod, an deine heil'gen Wunden roth: die werden mich erhalten. Sterbe- und Begräbnißlieder. 539 3. Jch bin ein Glied an| standen bist, werd' ich im deinem Leib, des tröft' Grab nicht bleiben; mein ich mich von Herzen; von höchster Troft dein' Auffahrt dir ich ungeschieden bleib' ist, kann Todesfurcht verin Todesnoth und Schmer- treiben; denn wo du bist, zen. Wenn ich gleich sterb', da komm ich hin, daß ich so sterb ich dir: ein ewig stets bei dir leb' und bin: Leben hast du mir durch drum fahr' ich hin mit deinen Tod erworben. Freuden. 4. Weil du vom Tod erin UST Nil. Hermann( geft. 1561). ipi Bred III. Lieder beim Tode Angehöriger, er Begräbnißlieder. R Mel. Nun tomm, der Heiben ic. ober: Jesu, tomm doch selbst orbista zu mir. 4. Manches Herz, das nicht mehr da, geht uns freilich innig nah; doch, 600.ller Gläub'gen Liebe, wir sind dein, und o du willst uns alles sein. Sammelplaß ist da, wo ihr Herz und Schaß, wo thr Heiland Jesus Chrift und ihr Leben hier schon ist. 2. Eins geht da, das a, das andre dort in die ew'ge Heimath fort, ungefragt, ob die und der uns nicht hier noch nüßlich wär'. 3. Doch der Herr fann nichts versehn; läßter etwas denn geschehn, hat man nichts dabei zu thun, als zu schweigen und zu ruhn. Vers 2 von Christian Gregor ( 1723-1801), bie übrigen von Nit. Graf Binzendorf( 1700-1760). Mel. Chriftus, ber ist mein Leben. 601.m Grabe ſtehn wir stille und säen Thränensaat, des lieben Pilgers Hülle, der aus. gepilgert hat. 2. Er ist nun angekommen, wir pilgern noch das hin; er ist nun angenommen, der Tod war ihm Ge winn, CA X X X PAPAT Sterbe- und Begräbnißlieder. 540 3. Er schaut nun, was wir glauben, er hat nun, was uns fehlt, ihm kann der Feind nichts rauben, der uns versucht und quält. 4. Jhn hat nun als den Seinen der Herr dem Leid entrückt, und während wir hier weinen, ist er so hoch beglückt. 5. Er trägt die Lebenskrone und hebt die Palm' empor, und singt vor Gottes Throne ein Lied im höhern Chor. 6. Wir armen Pilger gehen hier noch im Thal umher, bis wir ihn wieder sehen und selig sind, wie er. Karl Spitta( 1801-1859). 03 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist! Gelobt sei'n eure Schritte, du friedevoll befreiter Geist, du jetzt verlaffne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn, dir glänzt der Morgenstern; euch, Glieder, deckt mit sanfter Ruh der Liebe stiller Schatten zu. madd the 3. Wir freun uns in Gelaffenheit der großen Offenbarung; indessen bleibt das Pilgerkleid in heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß in Jesu Arm und Schooß! Die Liebe führ' uns gleiche Bahn, so tief hinab, so Hoch hinan! Nit. Graf Zinzendorf( 1700-1760). Mel. Der lieben Sonne Licht und Pracht. 602. Die Christen gehn 603. ampf hab Ci 1992 Eigene Melodie. inen guten von zu Ort durch mannigfait'gen Jammer, und kommen in den Friedensport und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf in seinen Armen auf; das Weizenkorn wird in sein Beet auf Hoffnung schöner Frucht gesät. ich auf der Welt gekämpfet: denn mein Gott hat gnädiglich all mein Leid gedämpfet, daß ich meinen Lebenslauf selig nun vollendet und die Seele himmelauf Chrifto zugesendet. 2. Forthin ist mir beigelegt der Gerechten Krone Sterbe- und Begräbnißlieder. die mir wahre Freud' erregt in des HimmelsThrone; nun geschieht, daß jenes Licht, dem ich hier vertrauet, nämlich Gottes Angestcht, meine Seele schauet. 3. Dieser schnöden, bösen Welt fummervolles Leben mir nun länger nicht gefällt, hab' mich drum ergeben meinem Herrn, bei dem ich bin jetzt in lauter Freuden; denn sein Tod ist mein Gewinn, und mein Trost sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr, meine Freund', alle meine Lie ben! Alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben diesen Schritt, den ich jest thu' in die Erde nieder: schaut, die lieb Sonne geht zur Ruh, kommt sich ich doch morgen wieder. Heinrich Alberti( 1604-1651). Hond Mel. Nun sich der Tag geenbet hat. 604. Ci i wie fo fanft doch 541 2. Sein Leiden hat dich frei gemacht von aller Augst und Pein; sein letztes Wort: es ist volloracht!" das singt dich lieblich ein. 3. Du läßt dich zur Verwandelung in dies Gefilde sä'n, mit Hoffnung und Versicherung: viel schöner aufzustehn. Tora merst du nach manchem schweren Stand, und liegst nun da in süßer Ruh in deines Heilands Hand! 4. Verbirg dein liebes Angesicht im kühlen Erdenschooß! Wer hier gelebt in Christi Licht, der erbt ein selig Loos. 5. Wir hoffen, daß dein Seelenfreund, der ewig treue Hirt, der's hier mit dir so wohl gemeint, dich schön empfangen wird. 6. Er führe, was ihm und werth, und was zu ihm hält, als seine und auserwählte Heerd' auch vollends durch die Welt! Gottfried Neumann( 1688-1782). Mel. Nun ruhen alle Wälder. 605. Serr, wenn wir in den Särgen die Fing Unsern flagend bergen, wenn Gram das Herz uns bricht, wie sollten wir's ertragen, und wie nicht 29760 542 Sterbe- und Begräbnißlieder. ganz verzagen, wenn du zum Verzicht; du gabft nicht sprächest: weine nicht. 2. Die Liebsten, die wir haben, die süßten Himmelsgaben sind ein verlöschend Licht. Die wir noch heut umfangen, find morgen schon gegangen, wir suchen sie und finden nicht. und nahmest wieder, du nimmst und giebst uns wieder. Wir glauben, Herr, und weinen nicht. 7. Fahrt wohl, ihr Herzgeliebten, um die wir uns betrübten weil ihr so früh verblicht; ruht aus in euren Kammern von allen Erdenfammern, der Herr, der Herr sagt: weinet nicht. 3. Das thut der Sold der Sünde, auf daß er uns verkünde dein zürnend Strafgericht. Der Menschheit traurig Erbe, es wäre allzuherbe, wenn du nicht sprächest: weine nicht. Victor v. Strauß( geb. 1809). rom 606. Mel. Jesus, meine Zuversicht. eute mir und morgen dir! So hört man die Glocken klingen, wenn wir die Verftorbnen hier auf den Gottesacker bringen. Aus den Grüften ruft's herfür: heute mir und morgen dir. 5. Herr über Tod und Leben, dein Werk hat fundgegeben, daß dein Mund Wahrheit spricht. Du sprachst, und Todt' erstan2. Heute roth und morgen todt! Unser Leben eilt auf Flügeln, und wir ha ben täglich Noth, daß wir uns an andern spiegeln. den, du selbst, aus Todes. Bald ergeht des Herrn Gebanden auffahrend, sagst uns: weinet nicht. bot: heute roth und morgen todt. 6. Das präg' in unsre 3. Einer folgt dem anHerzen, vertreib' die bittern dern nach. Keiner kann Schmerzen und stärk' uns den andern retten; und 4. Weint nicht, euch ist vergeben, die Todten sollen leben vor meinem Angesicht. Laß sie die Gruft bedecken: ich werde ste er wecken und euch mit ihnen. Weinet nicht. Sterbe- und Begräbnißlieder. 543 was Adam einst verbrach,| mein Erlöser lebt, der, wird ins Grab uns alle wird der Leib zu Staube, betten. Jedem wird sein Schlafgemach, einer folgt dem andern nach. 4. Mensch, es ist der alte Bund, ach, der Tod zählt keine Jahre; bist du heute noch gesund, denk' an deine Todtenbahre. Morgen fällt, wer heute stund, Mensch, es ist der alte Bund. 5. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Ich will sterben, eh' ich sterbe: so wird mir die leßte Noth, wenn ste kommt, doch nicht so herbe. Rüfte mich dazu, mein Gott, ach, wer weiß, wie nah mein Tod. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 6. Selig, wer in Chrifto 608. Herz, fei ein banges ftirbt! Denn ihm wird der Tod zum Leben. Wer in Christo Gnad' erwirbt, kann den Geist getroft aufgeben, weil er nicht im Tod verdirbt. Selig, wer in Christo stirbt. Benj. Schmold( 1672-1737). den Geist zu sich erhebt. 2. Ich weiß, an wem ich hange, wenn Alles wankt und weicht, der, wird dem Herzen bange, die Rettungshand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertraue; und, wenn das Auge bricht, daß ich ihn ewig schaue, ihn selbst von Angesicht. 607. wen 4. Er trodnet alle Thränen so tröstend und so mild, und mein unendlich Sehnen wird nur durch ihn gestillt. August Niemeyer( 1754-1828). stille! Es war des Vaters Wille; der Vaters Will' ist gut. Was seine Hand geliehen, darf ste das nicht entziehen? Und darfst du tadeln, was sie thut? 2. Wer wohl den Lauf vollbrachte, der kommt oft, Wiel. Chriftus, ber ist mein Leben. eh' er's dachte, an seiner ( ch Er ich glaube, denn in Vaterhänden; ihn herr 997, s X s X s T P 544 Sterbe- und Begräbnißlteder. lich zu vollenden, entrückt| verloren, um die die Thräne ihn Gott dem weltgewühl. fließt. Hier trübten eure Freuden doch Sorgen oft und Leiden; wir suchen noch, was ihr genießt. 8. Wer weiß, wie bald zum Scheiden von allen Erdenfreuden für uns die Stunde schlägt! Drum trocknet, Wehmuthszähren! Es wird nicht lange währen, daß man auch uns zur Ruhe trägt. August Niemeyer( 1754-1828). 3. Des Lebens Freud' und Kummer löst sich im sanften Schlummer des Todes endlich auf. Der Tod kommt, uns zu retten von allen unsern Ketten; frei steigt der Geist zu Gott hinauf. questr 4. Schwer ist der Trennung Stunde, tief ist der Seelen Wunde; ach, fast erliegt der Geist, wenn alles nun verschwindet, was Herz an Herzen bindet, das letzte Band der Tod zerreißt. 5. Doch konnt' es ewig dauern? Es mußte einer trauern; denk', daß dich Gott erfor'. Gehorsam seinem Willen fühl' deinen Schmerz im stillen und schaue gläubig dann empor. 6. Sprich: was du mir gegeben, Herr über Tod und Leben, es war mein höchstes Glück; doch blieb es doch das Deine; ob ich auch flag' und weine, geb' ich's doch willig dir zurück. 7. 3um Himmel früh erforen, seid ihr uns nicht Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 609.un bringen wir den Leib zur Ruh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Asche werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch' und Staub, nicht immer der Verwesung Raub, er wird, wenn Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; schau' hier, was unser Leben ist. Nach Sorge, Furcht und Begräbnißlieder. mist at binn mancher Noth kommt end. lich noch zuletzt der Tod. 4. Schnellschwindet unsre Lebenszeit; auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier ange wandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. is 5. Es währen Reichthum, Ehr' und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, turze Zeit. 6. O sichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: ich bitt', o Gott, durch Christi Blut, mach's doch mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns findlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm' jeder seiner Geele wahr! die sp 9. Wenn unser Lauf voll endet ist, so sei uns nah, 812 545 sfied an Herr Jesu Chrift! Mach' uns das Sterben zum Gewinn, zieh unsre Seele zu dir hin. 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn und dort dein Antlit ewig sehn. Ehrenfried Liebich( 1713-1780). dupie Mel. Wer weiß, wie nahe mir ic. 610.un ist der Kreuzberg überstiegen, mein Tabor hab' ich nun erlangt, nachdem in schmerzlich langem Liegen ich hingestechet und gefranft. Jetzt werde ich in einer Stund' auf einmal frisch und ganz gesund. 2. Zuvor stieg ich auf schwachen Füßen mühselig nur empor zur Höh', mein Gott, wie hab' ich klimmen müssen! Gottlob, daß ich nun oben steh'! Nun ist der Kreuzberg hinter mir: ach Gott, wie schön ist alles hier.1,72 3. Jhr, meine Liebsten auf der Erde, die ihr mich herzlich habt geliebt, thr 85 996 xxx s 546 Begräbnißlieder. 151 1 wißt am besten die Be 7. Ich konnte faft kein schwerde, die mich gedrücket und betrübt, bis mir im Tod das Herzebrach, kommt, seht mir jetzt mit Freuden nach. Ta Wort mehr sprechen, doch rief ich immer: Jesus! aus, es wollten mir die Augen brechen, da sah ich schon ins Hochzeitshaus, wie schön war da der Freudenort, und Jesus war mein letztes Wort. 4. Besehet doch mein Grabgeschmeide, hier ist fein Gold, fein Diamant, hier fragt man nicht nach Sammt und Seide, das Ird'sche ist nur Staub und Sand. Ich habe jenen Schmuck ererbt, den ihr erst schauet, wenn ihr sterbt. 5. Die Seel' ist in dem Hochzeitssaale, da sind die Tafeln schön gebedt, da sett man sich zum Abendmahle, da alles nach dem Himmel schmeckt. Da seh' und hör' ich stimmen an, was auch kein Paulus sagen fann. 6. Wer rechnet mir es nicht zum Glücke, daß ich nun darf bei Jefu sein! Denkt, meine Lieben, nur zurücke, wie ich nur Haut noch und Gebein; kein Arzt, fein' Heilung war für mich, bis Jesus sprach: ich heile dich. di idsling 8. Nun ist's erfüllt, ich bin genesen: wie wohl ward mir an meinem End'! Nichts ist mein letzter Wunsch gewesen, als daß ich schneller sterben könnt', doch machte mich im Tod erfreut der Vorschmack mei. ner Seligkeit. 9. Ihr Lieben, die ich hier verlasse, lebt wohl, ich treff' im Himmel an den Heiland, den ich nun umfasse, bei dem ich selig leben kann. Bei Gott werd' ich fürs Kreuz ergößt. Bleibt all' im Glauben unverletzt. 10. Schaut mein Begräb. niß hier auf Erden, die ihr mit mir zu Grabe geht, denkt, daß ihr auch müßt Asche werden, die ihr bei meinem Grabe steht, und dan emir ist isons Begräbnißlieder. folget endlich alle nach in| zu heitern Sternenlüften, dieses kühle Schlafgemach. wo der Erlösten Jubelchor sein heilig! heilig! heilig! singt, das in die Gräber niederklingt. 3. Von dort bringt einst unsterblich Leben uns unser Gottesheld herab, der uns das höchste Pfand gegeben, der Sieger über Tod und Grab. Er spricht: von dem, was hier zerstäubt, schaut hin auf das, was ewig bleibt. Opdr 4. 3um Licht empor! ins Reich der Frommen, ins Heimathland emporgeschaut! Von oben wird, sinin birbird ist die Freude kommen, wenn's Mel. Wer nur ben lieben Gott läßt walten. 612. S o tragen wir den Staub zum Staube, dies ist des Erdenlaufs Geschick; doch aus dem Staube hebt der Glaube zu seinem Himmel auf den Blick, wo das jetzt selig liebt und lebt, was hier im Staub so oft gebebt. Verfaffer unbekannt. 301 Mel. Es ist genug. 611. S o ruhe wohl! Gott hat an dich gedacht, und alles wohl gemacht. Schlaf', müder Leib; schlaf' wohl zu guter Nacht, weil Jesus dich bewacht. Verschlafe die er littnen Schmerzen, wir schließen dich in unsre Herzen.:: So ruhe wohl!:,: Benj. Schmold( 1672-1737). 2. Dort über Särgen, über Grüften ruft uns der Glaube zu: empor! Empor 547 auch hier unten bebt und graut. Zu mir empor! Empor zum Licht! Empor das Herz, das Angesicht! 5. So decken Erde wir mit Erde und wanken in dem Glauben nicht, daß alles Wahrheit sei und werde, was unser Heiland zu uns spricht! O weint um das nicht, was zerstäubt, freut euch mit dem, was ewig bleibt! 1971 Ernst Mor. Arndt( 1769-1860). 13 22 1792 35* Rhy go 548 Indiana Begräbnißlieder. Mel. Ich hab' mein' Sach Gott 2c.| für Gottes Volk vorhan. den ist. 613.oblauf, wohl an zum letzten Gang, kurz ist der Weg, die Ruh ist lang, Gott führet ein, Gott führet aus: wohlan hinaus! Kein Bleiben ist im Erdenhaus. 6. selig, wer das Heil erwirbt, und in dem Herrn, dem Mittler, stirbt! D felig, wer vom Laufe matt die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat. his 2. Du Herberg' in der Wanderzeit, du gabest Freuden, gabst auch Leid, schließ nur getrost die Pforte zu, was trauerst du? Dein Gast geht hin zur ew'gen Ruh! 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und eins ist noth. Die Welt beut ihre Güter feil: denk' an dein Heil und wähl' in Gott das beste Theil! - - 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, ihr Lieben, folgt ihm segnend nach, nun gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdgewühl; nun gute Nacht! Die Nacht ist kühl. 4. Ein Schmuck ist auch das Leichentuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph! Der Herr macht gute Bahn, sein Kreuz voran: das winkt und deutet himmelan. 9. Mit Gott bestell' dein Haus bei Zeit, eh' dich der Tod an Todte reiht, fie rufen: gestern war's an mir. Heut ist's an dir! Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 5. Jhr Glocken, tönt hochfestlich drein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags kurzer 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg' und Bett in Sarg und Frist durch Jesum Christ Grab, wann, wie und wo? 8. Was sorgft du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Luft und Schmerz. Schau himmelwärts, da wo dein Schatz, da sei dein Herz. Begräbnißlieder. 549 Schlag'| hier schließt die Wallfahrt Du mußt sich. Ihr Schlafenden im Mensch! du Friedensreich, gönnt allzuSund gleich auch ihm ein Räumlein neben euch. od int 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort, bereitet ist die Stätte schon am Gnadenthron, bereitet uns durch Gottes Sohn. ift Gott bewußt! an die Brust! von dannen, mußt. 11. Da ist kein Sig zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Wangenroth: im Finstern droht der Tod und überall der Tod. se dir 12. Ach banges Herz, im Thränenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist's, Herr, der mit Gottesmacht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Wort, Herr, klingt so hoch und hehr: wer an mich glaubt, stirbtis nimmermehr. Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt; er zeugt und spricht: ich komme bald. Ja, komm, Herr Jesu, führ' uns ein! Wir harren dein: Amen, dein laß uns ewig sein. Christian Sachfe( 1785-1860). 14. Wohl dem, der sich, mit dir vertraut, schon hier die ew'gen Hütten baut! Er steht das Kleinod in der Fern' und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. 15. Nun, Thor des Friedens, öffne dich! Hinein! Statio Beim Tode der Gattin. och 614.h, Gott, ich muß in Traurigkeit mein Leben nun beschließen, weil jetzt der Tod von meiner Seit' so eilends hat gerissen mein treues Herz, der Tugend Schein, des og muß ich nun beraubet sein, wer kann mein Elend wenden? adol) sind om Mel. Wenn mein Stündlein vorhanden. CN 550 CAD Begräbnißlieder. isha 11 2. Wenn ich an ihre| wie Gott dir alles Kreuz Freundlichkeit gedenk' in gewandt in höchste Freud' meinem Herzen, die ste mir doch zu jeder Zeit in Freud' und auch in Schmerzen erwiesen unveränderlich, dann mehrt mein Kreuz und Weinen sich, vor Weh' möcht' ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? Der größte Theil nicht Glauben hält, die Treu' will gar verschwinden. Ich glaub' und red' es ohne Scheu: die best' ist doch getraute Treu', der muß ich jeßt entrathen. 4. Fürwahr, es geht ein scharfes Schwert mir jetzt durch meine Seele, die abzuscheiden oft begehrt aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, o Herr Jesu Christ, in solchem Kreuz mein Tröster bist, muß ich in Leid verzagen. 5. O treu geliebtes, selig Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, will die Gedanken senden zu dir und deinem jeß'gen Stand, und Wonne. 6. Kein' Angst und Trübsal, Weh' und Noth kann feßt dich noch verlegen. Sm Himmel wird der liebe Gott mit Liebe dich ergößen. Die Seele schaut mit Lust und Freud' die heilige Dreifaltigkeit mit allen Auserwählten. 7. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Leben, ich aber komm hinauf zu dir. Da werd' ich mit dir schweben in höchster Freude, Wonn' und Luft, die deiner Seele stets bewußt, drauf ich mich herzlich freue. 8. mit wie großer Freudigkeit woll'n wir einander kennen! Da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trennen. Ach, welche Freude wird das sein, wann ich dich, die ich jetzt bewein', mit Freuden werd' umfangen. 9. Das will ich stets in meinem Leid mir zu Gemüthe führen, erwarten in Begräbnißlieder. 551 Geduld die Zeit, wie Chri-| verschläft's im stchern Zelt; sten will gebühren. Gott alles Trostes, steh' zu mir und mich durch deinen Geist regier' zu deines Namens Ehren. wißt, Eltern, ihr, was Bitt. res ihm gedroht in dieser argen Welt? Jetzt mag der rauhe Winter stürmen, derschwüle Sommer Wetter thürmen;:: das Mägdlein schläft.:: Johann Heermann( 1585-1647). 4. Das Mägdlein schläft; nur eine kurze Nacht verschläfts im Kämmerlein; owenn es einst vomSchlummer auferwacht, daß wird ein Morgen sein! Der eintrat in Jairus' Kammer, der stillet dann auch euren Jammer.:: Das Mägdlein schläft.:: Beim Tode von Kindern. Mel. Es ist genug. 615. Das as Mägdlein schläft; ihr Eltern jammert nicht. Gönnt ihm die süße Ruh. Sein blasser Mund, sein friedevoll Gesicht es spricht euch tröstlich zu: ein lieblich Loos ist mir beschieden, ich lieg' und schlafe ganz in Frieden: das Mägdlein schläft.:,: 2. Das Mägdlein schläft; wie selig schlief es ein in seines Hirten Arm; noch war sein Herz vom Gift der Sünde rein, drum starb es ohne Harm; ein schuldlos Herz, ein gut Gewissen das ist ein ruhig Sterbekiffen. Das Mägdlein schläft.:,: 3. Das Mägdlein schläft; all Erdenweh' und Noth Nach Karl Gerof( geb. 1815) all por 616. Stund ist Mel. Nun ruhen alle Wälder. ott Lob, die kommen, da ich werd' auf. genommen ins schöne Paradies! Jhr Eltern, dürft nicht klagen; mit Freuden sollt ihr sagen: dem Höch. sten sei Lob, Ehr' und Preis! 2. Kurz ist mein irdisch Leben; ein beffer's wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd' tch o p 552 Begräbnißlieder. nicht mehr sterben, in kei-| sich bald lindern aller ner Noth verderben; mein Schmerz. 28 sid dinds Leben wird sein lauter Freud'. 3. Gott eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in diesem Thränenthal. Ein schnell und selig Sterben heißt schnell und glücklich erben des schönen Himmels Ehrensaal. 4. Wie oft wird doch verführet manch Kind, an dem man spüret recht schaffne Frömmigkeit! Die Welt voll List und Tücke legt heimlich ihre Stricke bei Tag und Nacht zu jeder Beit. et pot 7. Gott zählet alle Stunden, er schlägt und heilet Wunden, er kennet federmann. Nichts ist jemals geschehen, was er nicht vorgesehen, und was er thut, ist wohlgethan. 8. Wenn ihr mich werdet finden vor Gott, frei aller Sünden, in weißer Seide stehn, und tragen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herren Ruhm und Lob erhöhn: 9. Da werdet ihr euch freuen; es wird euch herz lich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu erfüllen und ihm sich in Geduld ergiebt! 2 5. Ihr Neß mag sie nur stellen, mich wird sie nun nicht fällen, und wird mir thun fein Leid. Denn wer kann den verlegen, 10. Lebt wohl nun, feid den Christus will ver gesegnet! Was euch zur sehen ins Schloß vollkomm- Stund' begegnet, ist anner Sicherheit? bindern auch geschehn. Viel' 6. Zuvor bracht' ich euch müssen's noch erfahren. Freude, jeßt, da ich von Nun Gott woll' euch beeuch scheide, betrübt sich wahren! Dort wollen wir euer Herz; doch wenn ihr's uns wiedersehn. J recht betrachtet und, was Gott thut, hochachtet, wird Joh. Heermann( 1585-1647). bi milde 2.8 60 drose or more Ja Begräbnißlieder. 553 Eigene Melodie.jmich gesund gemacht, was 617. wär' es hr Nacht! Mein:: Darum nur gute Nacht!:: allzuschneller Tod hat frei- 5. Befehlt nur in Gelich euch gemacht viel Schmerzen, Angst und Noth, doch laßt das Trauern fahren; mein Gott hat mich gebracht zu auserwählten Schaaren. Ihr Eltern, gute Nacht!:,: mi dol 2. Betrübt euch nicht zum sehr, daß ich entriffen bin; bedenket nur vielmehr, es merl. O Gott, du frommer Gott. duld dem Höchsten euer Leid, so wird desselben Huld einst eure Traurigkeit mit lauter Lust bedecken, wenn von des Todes Macht mich Jesus wird erwecken.:,: Indessen gute Nacht!:: Verfasser unbekannt. 199 Nacht! Nun ſei ſo Gottes Sinn, der 618. Jhr Eltern, gute mich für euch geliebet und so gar wohl bedacht, daß mich dort nichts betrübet. :: Ihr Eltern, gute Nacht!:,: 3. Ich war zwar eure Lust, so lang ich weilt' bei euch, nun hab' ich fort gemußt in Gottes Freudenreich und kann dafür dort oben in voller Zier und Pracht stets meinen Jesus loben.:: Ihr Eltern, gute Nacht!:,: moslalsti 4. Die Welt hat nichts als Pein. Es muß hier durch den Tod doch einst geschieden sein; und hätt' auch gleich mich Gott noch lassen jetzt genesen und Juri geht es an ein Scheiden. Ich fahr' zu Jesu hin in seine Himmelsfreuden, zu Jesu, welcher mich so freundlich stets anlacht. Ach, weinet, weinet nicht, ihr Eltern, gute Nacht! 2. Ihr Eltern, gute Nacht! hört auf, um mich zu klagen, da jetzt mein zarter Leib wird in das Grab getragen. Wißt, daß die Seele ist zur Himmelsruh gebracht. Ach, weinet, weinet nicht, ihr Eltern, gute Nacht! Tung 3. Ihr Eltern, gute Nacht! Sehr herrlich ist's, zu woh 997/9 Gedste laps Begräbnißlieder. 554 kami d nen im schönen Himmels- sollt nicht so traurig ftehn. schloß, wo prangend stehn Was wollt ihr euch beviel Kronen, die Gott den trüben? Mir ist gar wohl Frommen hat aus Gnaden geschehn. bus chil zugedacht. Ach weinet, 2. Fahrt hin, o Angst weinet nicht, ihr Eltern, und Schmerzen! Fahrt gute Nacht! 4. Jhr Eltern, gute Nacht! Muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Herzenslust umfassen, wenn eurer Wallfahrt auch Gott einst ein Ende macht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern, gute Nacht!#D shimmer, immer hin! Sch freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin. Ich leb' in tausend Freuden in meines Schöpfers Hand, mich trifft und rührt kein Leiden, das dieser Welt befannt. 5. Jhr Eltern, gute Nacht! Die Angst und Marterstunden, ste sind in dieser Welt nun völlig überwunden. Mein Leib schläft sanft im Grab, indes mein Geist erwacht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern, 4. Schmüct meinen Sarg gute Nacht! 19 3. Die noch auf Erden 1 wallen in irrthumsvoller Zeit, vermögen kaum zu lallen von froher Ewigkeit. Viel besser, wohl gestorben, als in der Welt gelebt; die Schwachheit ist verdorben, worinnen ich geschwebt.de Gist mit Kränzen, wie sonst ein Sieger prangt. Aus jenen Himmelslenzen hat meine Seel' erlangt die ewig grüne Krone; die werthe Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht.bibialy chan 5. Noch netet ihr die Wangen, ihr Eltern, härmt Gotthard Schufter( geb. 1673). ano a moparis Mel. Herzlich thut mich verlangen. 619. So hab' ich obgesteget; mein Lauf ist nun vollbracht. Ich bin gar wohl vergnüget; zu tausend guter Nacht! Ihr aber, meine Lieben, Begräbntglieder. 555 Heil dein frühes euch nicht, euch hat das| frühes Leid umfangen, daß fast Grab. Das ist es; bricht das Herz euch bricht. Des uns gleich der Schmerz Vaters treue Liebe steht um deinen Tod das treue sehnlich in mein Grab; die Herz. Mutter stehet trübe und fehrt die Augen ab. 196. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit. Will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin das Leid und sprecht: Gotthat's gegeben, Gott nimmt's, er hat das Recht; bei ihm steht Tod und Leben; der Mensch ist Gottes Knecht. 2. Nach wenig heißenThränenstunden entfloh dein unbefleckter Geist, vonSchmerz und Sterblichkeit entbunden, zu dem, der Todte leben heißt; ein Engel füßte deinem Mund das Leben weg; du wardst gesund. 7. Daß ich mein Grab muß sehen, zeigt unsern schwachen Stand. Daß es sobald geschehen, thut Gottes Vaterhand. Gott wird das Leid euch stillen; ich sterbe nicht zu jung; wer ist. stirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt genug. Gottfried Sacer( 1635-1699). Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. 620.$ º o sei denn dem zurückgegeben, der dich, du holdes Kind, uns gab! Dein Tod ist Übergang ins Leben, und 3. Er trug mit himmlischem Gefieder dich, sanfte Unschuld, froh empor zu Gottes Throne, zu der Brüder und Schwestern unschuldsvollem Chor, wo man der Erde Leid vergißt, rein und unsterblich alles 4. Dort wird das Aug' dich wieder finden, daß Thränen hier um dich vergießt. Da werden alle Schatten schwinden, wo Licht von Gottes Stuhle fließt; dann drückt dich mit der reinsten Lust, wer Gott und dich liebt, an die Brust. mub nes 5. Dort wirst du mir k 9978 Xp Xs Pro or Begräbnißlieder. entgegengehen, gereift an ren, so hat er viel erfahren, Einsicht und Verstand; erstaunend werd' ich vor dir stehen dort, in der Allvollendung Land. Da beten wir dann ewig an, die Liebe, die nur lieben kann. Johann Labater( 1741-1801). Frank Bau dise das ihn noch heute fränkt und unter so viel Stunden oft wenige gefunden, an die er mit Vergnügen denkt. 5. 3war, wer in seiner Jugend den Weg zu wahrer Tugend durch Jesum Christum find't und sich den ersten Glauben hat niemals laffen rauben, der lebt und stirbt auch wie ein Kind. 6. Allein wo sind die Reinen, die jetzt noch so erscheinen, wie ste das Wasserbad vor Gottes Augen stellte und die die hurd Welt nicht fällte, nicht schon in ihrem Netze hat? 7. Sich Jesu ganz vers schreiben und in der Welt zwar bleiben, doch von der Welt nicht sein, erfordert höh're Kräfte als menschliche Geschäfte: das muß allein uns Gott verleihn. 8. Wie leicht geht nicht bei Kindern von uns erwachsnen Sündern das sünd'ge Wesen an! Sind sie der Welt entriffen, dann können wir erst wissen, daß ste kein Tod mehr tödten 556 Mel. Nun ruhen alle Wälder. 621. enn kleine Himmels erben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben beim Vater auf gehoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Chriftum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden: was sollt' es ihnen schaden, daß Jesus fte zu sich entbeut? 3. Der Unschuld Glück verscherzen, stets kämpfen mit den Schmerzen, mit so viel Seelennoth, im Angstgefühl der Sünden das Sterben schwer empfinden: davor bewahrt ein früher Tod. 4. Ist einer alt an Jah- kann. Tim and Begräbnißlieder. 557 9. D wohl auch diesem| erlangt; ich bin an einen Kinde! Es stirbt nicht zu Ort gebracht, da mir das geschwinde. Zieh hin, du Herz vor Freude lacht.. liebes Kind! Du geheft ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind.id nur Joh. Rothe( 1688-1758). dish 4. Wie lieblich wohnt sich's in dem Himmel, wie süß spricht mir mein Jesus zu! Hier schrecket mich fein Weltgetümmel, ich wohne hier in stolzer Ruh und habe für ein kurzes Leid erlangt den Schaß der Ewigkeit. in ind Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. 622. pie kurz ist doch der Menschen Leben! wie eilend wird es hingerafft! Wir sind mit Sterblichkeit umgeben. Wie bald verwelkt des Lebens Kraft! Wir blühen auf und fallen ab, wir steigen aus der Wieg' ins Grab. 9000 2. Wohl aber dem, der al, o stirbet, daß ihn sein Sterben nicht betrübt, den Gott entrückt, eh' er verdirbet und ihm ein beffer Leben giebt, ein Leben in der Herrlichkeit, von Jammer und von Noth befreit. 3. Ach, weinet nicht, daß ich gestorben, ich habe ja nun ausgefrankt; was mir mein Jesus hat erworben, das hab' ich in dem Tod 5. Je weiter ich von euch gewichen, je näher bin ich nun bei Gott, bin ich auch tung und früh verblichen, ich schlafe nur und bin nicht todt. Gott hat mir Sicherheit verschafft und mich vorm Unglück weg. gerafft. 6. O gönnt mir, daß ich leb' im Glücke, das größer ist, als ihr es denkt; ents haltet euch der Thränenblicke und eure Herzen aufwärts lenkt! Ach, mäßigt doch das bittre Leid. Ich bin in großer Herrlichkeit. 7. Wie wohl bin ich doch aufgehoben! Wie wohl hat mich doch Gott versorgt! Ich will dafür ihn ewig loben, denn ich war euch 558 Begräbnißlieder. doch nur geborgt: mein| 2. Zieh hin, mein Kind! Gott hat mich der Welt Der Schöpfer hat dich mir entwandt und mir den Himmel zuerkannt. 8. Verwelkt der Leib gleich in der Erden, er wird doch künftig wieder blühn, von Jesu schön verfläret werden, der wird ihm seinen Glanz anziehn; da werd' ich als ein Engel sein, des wird sich euer Herz erfreun. and nur für die Zeit geliehn. Die Zeit ist weg, darum beftehlt er dir nun wieder fortzuziehn. Zieh hin! Gott hat es so versehen; was dieser will, das muß geschehen::: Zieh hin, mein Kind!:: 9. Ich bin der bösen Welt entflogen, in welcher ihr euch noch betrübt; mich hat der Herr zu sich gezogen, der mich viel mehr als ihr geliebt; ich schaue Jesu Angesicht, daran gedenkt und weinet nicht. 3. Zieh hin, mein Kind! Fm Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott iſt wahre Freud' und Ruh, kein Schmerz mehr, der uns plagt. Hier müssen wir in Ängsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben::: Zieh hin, mein Kind!: Bach. Herrmann( 1643-1717). Miel. Es ist genug. del 623. Zieh hin, mein Kind! Denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlass' ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: :: Zieh hin, mein Kind!:,: 4. Zieh hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, sobald es Gott gefällt. Du eiltest fort, eh' dir das Ungemach verbittert diese Welt. Wer lange lebt, ist lang' im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude::: Zieh hin, mein Kind!:,: 5. Zieh hin, mein Kind! Die Engel warten schon auf deinen frommen Geist! 300 Lieder vom ewigen Leben. 559 Nun stehest du, wie Gottes| im Herren überwunden: lieber Sohn dir schon die:: Zieh hin, mein Kind!:,: Krone weist. Vorüber sind Gottfrieb Hoffmann( 1658-1712). die Leidensstunden, du hast IV. Auferstehung und ewiges Leben. Eigene Melodie.| thume zu seines Namens 624. Auferstehn, ja Ruhme. Halleluja! auferstehn Fr. Gottl. Klopstock( 1724-1803). wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh! Unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn werd' ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben, uns ein, die in ihm starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du, meines Gottes Tag! Wenn 1017 4. Wie den Träumenden wird dann uns sein; mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden; der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler. Dann leb' ich im HeiligMer. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 625. D ju stehst, o Mensch, wie ich am Grabe genug ge- 2. Bedenk' es weislich schlummert habe, erweckst du mich. in der Zeit. Flieh allen Schlaf der Sicherheit und bleide stündlich wacker! Wie's jetzt ist, also bleibt es nicht, bald trägt man, wo dir scheint kein Licht, dich auf den Gottesacker. 3. Wir werden aus den Gräbern gehn und alle vor Gericht einst stehn, das Christus selbst wird hegen, fort und fort der eine hier, der andre dort uns gute Nacht muß geben. Der Tod hält keinen andern Lauf. Er sagt zuleßt die Wohnung auf uns allen, die wir leben. C11001010.pubị ng de glans mod adsl2 Lieder vom ewigen Leben. TOO STU 560 wann auf der Engel Feld-| Heiles unbewußt, zum angeschrei die Glut das große dern Tod erkalte. SHOTS, Weltgebäu wird in die d Simon Dach( 1605-1659). Asche legen. 4. Alsdann wird erst der ganzen Welt ew'ge Vergeltung zugestellt, die Sünder werden büßen und sich ohn' allen Trug und Schein felbft Kläger und auch Richter sein, verdammt durch ihr Gewissen. Mel. Valet will ich bir geben. ihr Frommen, 626.& rmuntert euch), zeigt eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein; es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht; auf, betet, kämpft und wachet! Bald ist es Mitter. nacht. 5. Stell' ich, Herr, mir das Urtheil vor, so steigen mir die Haar' empor, mein Herz faßt Angst und Schrekfen! Jhr hohen Hügel, heb' ich an, ihr Berg' und was da stürzen kann, fallt nieder, mich zu decken! 6. Ach Jesu, meine Zuversicht, laß mir dein strenges Erdgericht an jenem Tag nicht schaden; bereit' mich wohl auf jenen Tag, damit ich selig hören mag den süßen Spruch der Gnaden. Inis rid o 7. Gieb, daß ich mich bei klarem Sinn, so lang' ich noch bei Kräften bin, zum Sterben fertig halte und nicht, verstrict in Sündenlust, des ew'gen Bräut'gam ist nicht weit. 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und und mit Schalle zum frohen Engelchor! Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit: auf, auf, ihr Reichsgenossen! Der 2. Macht eure Lampen fertig und füllet ste mit Öl, und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel, die Wächter Zions schreien: der Bräutigam ist nah! Begegnet ihm in Reihen und singt: Halleluja! Lieder vom ewigen Lebent. $ 561 4. Er wird nicht lang'| dort der Tod erschlagen; verziehen, drum schlafet hier schenkt man Freudennicht mehr ein. Man steht wein.de od 1 die Bäume blühen, dert 8. Hier ist die Stadt der schönste Frühlingsschein ver. Freude, Jerusalem, der heißt Erquicungszeiten, die Drt, der Schäflein grüne Abendröthe zeigt den schö- Weide, und hier der sichre nen Tag von weitem, da Port; hier sind die goldnen vor das Dunkel weicht. Gassen, hier ist das Hochzeitsmahl, hier soll sich niederlassen die Braut im Rosenthal.dailog daft 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Gebärden und seid nicht mehr be- 9. O Jesu, meine Wonne, trübt! Es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie über wunden, die Krone nun vertraut. jare 19 komm bald und mach' dich auf! Geb auf, ersehnte Sonne, und fördre deinen auf! O Jesu, mach' ein Ende und führ' uns aus dem Streit! Wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Tok Laurentius Laurenti( 1660-1722). stboxisglu gore bon 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Plagen in Freuden sonder Leid mitleben und regieren und vor des Lam- ng Eigene Melodie. mes Thron mit Jauchzen 627. 8 ist gewißlich triumphiren in eurer Siegeskron'.ibil so an der Zeit, daß Gottes Sohn nun komme in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös' und Fromme, wer wird alsdann vor ihm beftehn, wenn alles wird durchs Feuer gehn, wie uns sein Wort bezeuget? bin 7. Hier sind die Sieges palmen, hier ist das weiße Kleid, hier singt man Freudenpsalmen im Frieden nach dem Streit; hier schweigen alle Klagen, hier grünen die Gebein', die 36 996) go bogo 562 Tieder vom ewigen Leben. 19 2. Posaunen wird man| Feind' gericht't und meine hören dann an aller Wel. Schuld bezahlet. ten Ende; da werden alsbald auferstehn die Todten gar behende; die aber noch am Leben dann, die wird der Heiland von Stund' an verwandeln und er 6. Herr Jesu, mein Fürs sprecher sei, wenn du nun wirst erscheinen und ließ mich aus dem Buche frei, darinnen stehn die Deinen, auf daß ich sammt den Brüdern mein mit dir geh' in den Himmel ein, den du uns hast erworben. 7. O Jesu Christ, du machst es lang' mit deinem jüngsten Tage, den Menschen wird auf Erden bang' ob vieler Noth und Plage. Ach komm, ach komm, du Richter groß, und mache uns in Gnaden los von allem Übel! Amen.9.2013 Barth. Ringwaldt( 1530-1598). nopole omn mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 628. 8 ist noch eine neuern. 3. Ein Buch wird man verlesen bald, darinnen steht geschrieben von allen Menschen, jung und alt; ob sie Gott treu geblieben. Da wird dann hören federmann, was alles er zuvor gethan in seinem ganzen Leben. sant du som 4. D weh dem Menschen, der hier hat des Herren Wort verachtet und nur auf Erden früh und spät nach großem Gut getrachtet, der wird fürwahr gar schlecht bestehn und mit den Bösen müssen gehn von Christo in die Hölle. 5. Jesu, hilf zur sel ben Zeit durch deine heilgen Bunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd' eingezeichnet funden, we ran ich denn auch zweifle nicht, denn du hast ja den den; auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzest hier in deinen Banden, und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, daß dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden; wirf hin die Last und eil' herzu. Bald ist Lieber vom ewigen Leben. ber heiße Kampf geendet,| Ruhestatt er hat! bald, bald der schwere Lauf vollendet, so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott außertoren, die Ruhe, die fein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch ge boren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Der Heiland wollte darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; er ruft, er lodet weit und breit: ihr müden Seelen und ihr Frommen, verfäumet nicht, heut einzu. fommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit! 3. So fommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt; eilt, eilt aus euren Kum merhöhlen, geht nicht mehr traurig und gebückt! Jhr habt des Tages Last ge tragen; dafür läßt euch der Heiland sagen: ich selbst will eure Ruhstatt sein. Ihr seid sein Volf, gezeugt von oben: ob Sünde, Welt und Teufel toben, seid nur getrost und gehet ein! 4. Wie labend ist es einem Kranken, wenn seine Po 563 Wie wird der Wanderer es danfen, wenn er, von langem Wandern matt, am Ziele sich darf niederseßen, am frischen Trunk die Lippen neßen, wie ist er dann so hoch vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhestunden: es wird noch eine Ruh gefunden, da man auf ewig ftille liegt. 5. Da wird man Freudengarben bringen, denn unsre Thränensaat ist aus. D, welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Tod nnd alle Leiden, sie müssen fliehen und uns meiden; wir wer den unsern Heiland sehn. Er wird beim Brunnquell uns erfrischen, die Thränen von den Augen wischen: wer weiß, was sonst noch wird geschehn! 6. Kein Durst, noch Hun. ger wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da, die Sonne wird uns nicht mehr stechen, das Lamm ist seinem Volke nah. Es will selbst über 36* PA 564 Lieder vom ewigen Leben. ihnen wohnen und ihre| kommnes schaut. Hinweg, Treue wohl belohnen mit was irdisch heißt! Mein Licht und Trost, mit Ehr' Herz und ganzer Geift und Preis. Der Baum flieht von hinnen, ergreift des Lebens grünet ihnen, dies Wort und ist schon der große Sabbath ift er dort an jenem sel'gen Freuschienen, da man von feiner denort. 9o Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig sorgenlos; ach, faffet dieses Wort, ihr Müden, legt euch dem Heiland in den Schooß! Ach, Flügel ber! wir müssen eilen, nicht länger mehr hienieden wei len, bort wartet schon die frohe Schaar: fort, fort, mein Geift. zum Jubiliren, umgürte dich zum Triumphiren, auf, auf, es tommt das Ruhejahr. ISHT 35. Kunth( 1700-1779). Bill Mel. Wachet auf, ruft und ic. 629. mag bieshaus, das von der Er den, nun immerhin zer brochen werden; ein andres Haus wird uns erbaut: Gott selbst will diesen Bau vollführen, mit ew'ger Himmelsklarheit zieren, bran man nichts Unvoll. 982. Da wird kein Vorhang angetroffen, das Allerhei ligste steht offen: o seligste Bufriedenheit! Hier läßt sich inniglich begrüßen, giebt sich in Wonne zu genießen die heiligste Dreieinigkeit. Es schenkt sich uns allhier der Engel schöne Zier; alle Frommen umfaffen sich recht brüderlich; o Herz und Seele, freue dich! 3. Hier ist nur lauter Licht und Freude, die Seele prangt im weißen Kleide der allerreinsten Heiligkeit: wir tragen alle goldne Kronen, wir sißen hier auf goldnen Thronen, hier än dert sich nicht mehr die Zeit. Hör' auf, mein blö der Sinn, wo willst du endlich hin? Stille, stille. Geh' ruhig ein, wo Gott allein wird alles und in allem sein. Jat. Baumgarten( 1668-1722), 565 Lieder vom ewigen Leben. Del. Jefus, meine Bubersicht. teine Sicherheit mir das 630.wig, ewig! heißt rechte Ziel verschränken, Wort, das eh' ver läuft, nicht die Ewigkeit ergreift! hi nid 2. wir wohl bedenfen müssen. Zeitlich hier und ewig bort: das ist, was wir alle wissen; 6. Ewig, ewig! Süßer denn nach dieser kurzen Schall, wenn man hier Beit folgt die lange Ewig. hat fromm gelebet! Ewig, feit. sanninn li tim ewig! Schreckenshall, wenn man Gott hat widerstrebet, steh' mir, Gott, in Gnaden bei, daß das Wort mir Jubel sei! 179 2. Es wird endlich alle Zeit von der Ewigkeit verschlungen: diese bringet Freud und Leid, wie man hier danach gerungen. Was wir in der Zeit gethan, schreibt die Ewigkeit uns an.splied time on 631. 3. Ewig wird das Erbe sein derer, die an Christum glauben und ohn' allen Heuchelschein treu in seiner Liebe bleiben: für das Let den dieser Zeit frönet sie die Ewigkeit. i pol geben. loca 4. Ewig aber ist verflucht, wer die Zeit in seinem Leben zu verschwen. den nur gesucht und sich eitler Luft ergeben: diesem bringt die Ewigkeit endlich ein unendlich Leid. 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn! Du bist allmächtig. Drum ist dein Licht sool schön. Könnt' ich an diesen hellen Thronen:: doch schon von heute an ewig wohnen!:: 3. Nur bin ich fündig, der Erde noch geneigt: das hat mir bündig dein heil ger 5. Mein Gott, laß mich in der Zeit an die Ewigfeit gedenken und durch sid.41 Benj. Schmold( 1672-1737). 190111 sydda dan, 7206n qui Mel. Nun preiset alle. 631.h hab von ferne, Herr, deinen Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausge. schickt, und hätte gern meir müdes Leben,:,: Schöpfer der Geister, dir hinge. 9911 Lo spir 566 Lieder vom ewigen Leben. Geift gezeigt. Ich bin 2. D schöner Tag und noch nicht genug gereinigt, :: noch nicht ganz innig mit dir vereinigt.:: noch viel schön're Stund', wann wirst du kommen, wann? da ich mit Luft, mit freiem, freud'gen Mund die Seele geben kann in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß ste mit Heil anlande bei fenem Vaterland! 3. Im Augenblick wird Firmament, wenn sie so ste erheben sich bis an das sanft, so stark entringet sich der Stätt' der Gle ment, fährt auf Elias Wagen mit heil'ger Engel Schaar, die ste in Händen tragen, umgeben ganz und gar. 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann er schreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdect. Ich will mich noch im Leiden üben:,: und dich zeit. lebens inbrünstig lieben.:,: 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn' Ermüden will ich ihr näher gehn und ihre ihr näher gehn und ihre hellen, goldnen Gassen :: lebenslang nicht aus den Augen laffen.:,: Joh. Thimotheus Hermes ( 1738-1821). ism in da bodi Eigene Melodie. 632. Jerusalem, bu hochgebaute Stadt, wollt' Gott, ich wär' in dir! Mein sehnend Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg' und Thale, weit über bla. ches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. idag im 4. D Ehrenburg, nun sei gegrüßet mir, thu' auf die Gnadenpfort'! Wie lange Zeit hat mich ver. langt nach dir, eh' ich bin fommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das Erb' der Ewigkeit. igar sid toning 5. Was für ein Volk, welch eine eble Schaar kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Aus, Lieder vom ewigen Leben. 567 erwählten war, trägt nun| viel mehr, wie von Anfang die Ehrenkron', die Jesus mir entgegen vom Himmel hat gesandt, da ich auf fernen Wegen noch war im Thränenland. gesungen des Himmels felig Heer. ou bitlg busti Jadi Joh. Meyfart( 1590-1642). 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die einst getragen treu des Kreuzes Joch und der Tyrannen Bein, schau' ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl 7. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradies, von höchfter Freud' erfüllet wird der Sinn, der Mund voll Lob und Preis. Das Halleluja singet man dort in Heiligkeit, das Hostanna flinget ohn' End' in Ewigfeit. Mel. Wer nur ben lieben Gott ic. einer Prü 633.a fung furzer die Tage erwartet uns Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. www 2. Wahrist's, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind nur ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. bim 093 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald 8. Mit Jubelklängen und das Geräusche dieser Welt, mit Harfen schön in Chören bald kämpft in seinem ohne Zahl, daß von dem eignen Herzen ein Feind, Schall und lieblichen Getön der öfter stegt, als fällt, sich regt der Freudensaal, bald sinkt er durch des mit hunderttausend Zun- Nächsten Schuld in Kum gen, mit Stimmen noch mer und in Ungeduld. ad is so 568 Lieder vom ewigen Leben. 4. Hter, wo die Tugend mit Preis und Dant die öfters leidet, das Laster Schidung im Zusammen ung t öfters glücklich ist, wo man hang.mod magegine zim den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt: hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. DMN nurrben 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart, ein heilig, heilig, heilig singen dem Lamme, das erwürget ward: und Che rubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden! Dort werd' ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth: den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. nachnam 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Got tes 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu millionen mich erfreun. Dann Malen noch segnen, daß läßt Gewinn stets auf Ge- er mir ihn wies; da find' winn mich fühlen, daß ich ich in des Höchsten Hand ewig bin. id blats and den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sei dir, denn du haft mein Leben, die Seele mir 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge. schab; da denkt mein Geist 9. Da werd' ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird in mein Heil, mein Glück ihr jedem Augenblick ihr Heil Glück. Lieder vom ewigen Leben. 569 gerettet, bu! D Gott, wie auch niemals enden. Nie muß das Glüd erfreun, stirbt ihr Wurm, wie Je der Retter einer Seele sein! sus spricht, erlöschen wird ihr Feuer nicht. rout 12. Was seid, ihr Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die offen. bart an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augen blick voll Müh'! Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1789). 3. DEwigkeit, du machst mir bang! Dewig, ewig ist zu lang'! Hier gilt für. wahr kein Scherzen. Drum, wenn ich diese lange Nacht zusammt der großen Bein betracht', erschreck' ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so * 190 00 Sportbilde schrecklich, als die Ewigkeit. 791Eigene 4. Ach Gott, wie bist du Ewigkeit, bu so gerecht, wie strafeft du Donnerwort, 151710 Meloble. 634. o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz er schrocknes Herz erbebt, wenn mir dies Wort dem Sinn vorschwebt. 7 ton den bösen Knecht mit un erhörten Schmerzen! Auf turze Lüfte dieser Welt haft du so lange Pein bestellt. Ach, nimm dies wohl zu Herzen und merke drauf, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind! 5. Wach' auf. o Mensch, vom Sündenschlaf. er. muntre dich, verlornes Schaf, und und beßre bald dein Leben! Wach' auf, denn es ist hohe Zeit, es fommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Bielleicht ist heut der letzte 16 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das mit der Zeit nicht endlich fällt, das sich nicht müßte wenden. Die Ewigkeit nur hat kein Ziel; ihr mächt'ger Strom steht nimmer still und wird 570 Lieder vom ewigen Leben. Tag: wer weiß, wie man| Noth heißet unser täglich noch sterben mag! Brot. 6. Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großerTraurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Himmelszelt.de Job Rift( 1607-1667). Dis Mel. Jefu, ber bdu meine Seele. 635. wie fröhlich, o, , wie selig wer den wir im Himmel sein! Droben ernten wir unzählig unsre Freudengarben ein. Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen; dort ist Tag und keine Nacht, dort, wo man nach Thränen lacht. 4. Da wird unser Aug' berblicken, was ganz unvergleichlich ist, da wird unsern Mund erquicken, was aus Gottes Herze fließt, da wird unser Ohr nur hören, was die Freude kann ver. mehren, da empfindet un ser Herz lauter Labsal ohne Schmerz. 1980 5. D, wie werden wir so schöne bei der Klarheit Gottes sein! wie wird uns das Lobgetöne seiner Engel. schaar erfreun, wie wird unsre Krone glänzen, bet so vielen Siegeskränzen, wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! 6. Manna wird und dor. ten thauen, wo Gott selbst 2. Es ist doch um dieses Leben nur ein jämmerliches Thun, und die Noth, die uns umgeben, läsfet uns gar selten ruhn. Von dem Abend bis zum Morgen tämpfen wir mit lauter Sorgen, und die überhäufte bill 8pm 3. Ach, wer wollte sich nicht sehnen, dort in Zion bald zu stehn und aus diesem Thal der Thränen an den Freudenort zu gehn, wo das Kreuz sich einst in Palmen, unser Klage. lied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt und das Jauchzen ewig währt! Lieder vom ewigen Leben. 571 den Tisch gedeckt, auf den Tod zu Gott gekommen! immergrünen Auen, die Ihr seid entgangen aller kein Gifthauch mehr be- Noth, die uns noch hält fledt; Wonne wird, wie gefangen. Ströme, fließen, und wir werden mit den Füßen nur auf lauter Rosen gehn, die in Edens Garten stehn. 7. Ach, wann werd' ich dahin kommen, daß ich Got tes Antlit schau'! Werd' ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Berlen gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wundervolle Pracht alles Gold beschämet macht? 8. Nun, so stille mein Verlangen, o du großer Lebensfürst! Laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst. Unterdeffen laß auf Erden schon mein Herze himmlisch werden, bis mein Loos in jener Welt auf das Aller schönste fällt. Benj. Schmold( 1672-1737). Eigene Meloble. 636. wiefeligseid ihr doch, ihr From men, die ihr durch den 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben: was wir hier kennen, ist nur Müh' und Herzeleid zu nennen. si donn 3. Shr hingegen ruht in eurer Kammer sicher und befreit von allem Jammer: kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 750 4. Christus trodnet alle eureThränen, ihr habt schon, wonach wir uns erst sehnen; euch wird gesungen, was in feines Ohr hier ist ge. drungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben! Wer hier noch weilen und nicht freudig zur Vollendung eilen! 6. Komm, o Jesu, komm, uns auszuspannen, lös' uns führ' uns bald von dannen! Bei dir, 9, auf 572 Lieder vom ewigen Leben. Sonne, ist der frommen| der Himmel schweigt, und Seelen Freud' und Wonne. alle Völker hören erwar tungsvoll und tiefgebeugt: kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar, doch die, die widerspenstig war, heißt er nun von sich wei. chen.$ rout pr Simon Dach( 1605-1659). Mel. Wenn mein Stündlein thod 15 vorhanden. 637. 5. D Herr, mit welcher Majestät wirst du dies Ur. theil fällen! Die Sünder, die dich hier verschmäht, gehn dann gewiß zur Höl len. Dort trifft sie uner forschte Bein: wer wird dann noch ihr Retter sein? Ihr Warten ist verloren. 6. Sie, die Gerechten, leuchten dann so, wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmst sie zu Ehren an: o welch ein froh Ge tümmel! Nun sehn ste mit erstauntem Blick, daß Glaub'undLieb' das höchste Glück aus Gottes Gnad' ererben. anh ful 7. Sie gehn nun in das sel'ge Reich, das Gott für sie bereitet, und sehn auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohlfein ausgebreitet. Das Stückwert wird Vollkom. chon ist der Tag von Gott bestimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er tommt, des MenschenSohn! Erfommt, und Wolken sind sein Thron, den Erdenkreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, hier stehn die Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar wie am Meer der Sand: hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen; hier, wo das Recht die Wage hält, wird feine Sünde stegen! Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr Betrug und Lift, hier gilt fein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht, Lieder vom ewigen Leben. 4673 menhelt; kein Kummer,| Morgen neue Plagen, feine Traurigkeit stört ihre Kreuz, das schwerer als ew'ge Freude. der Lod, drohet hier nur Christi Schafen, doch die Todten ruhn und schlafen. 18. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke meine Zuversicht, wenn mich die Leiden fränten, es reize mich, gewissenhaft und eingedent der Rechenschaft nach deinem Wort zu wandeln. mal 4. Nur die Leiber ruhn im Grabe, doch den Seelen schafft Gott Luft, schenkt den Frommen das zur Gabe, was tein Aug' und Ohr gewußt und belohnt ihr Kämpfen, Ringen, das er selber half vollbringen 5. Selig, selig sind die Todten, die am Grabe wohl bestehn und mit welchen Gottes Boten, Engel, selbst zu Grabe gehn, die von Chrifto, wenn sie sterben, Wohnung, Heil und Leben erben. Christ. Aug. Freyberg( 1884-1743). lism and tistibil Mel. Wachet auf, ruft uns die sc. 639. elig find des Himmels Er. ben, die Todten, die im Herren sterben, zur Aufer. stehung eingeweiht. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt 3. Arbeit, Elend, Angst Entzücken: folgt Vonne und Klagen, Jammer, Weh- der Unsterblichkeit. Im muth, große Noth, alle Frieden ruhen ste, los von Joh. Diterich( 1721-1797). and up listed bus taile Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 638. elig, felig sind die Todten, die am Ende wohlbestehn und mit welchen Gottes Boten, Engel, selbst zu Grabe gehn, die von Chrifto, wenn fie sterben, Wohnung, Heil und Leben erben. 2. Shre Seligkeit und Freude hat den Anfang, dem wenn der Geist von Leibe, von dem Leide zu den reinen Geistern reist, wenn er auf Elias Wagen wird in Abrah'ms Schooß getragen. 0901 674 Lieder vom ewigen Leben. Eigene Meloble. vor Gottes Thron zu set. 640.pachet auf, ruf der Erden Müh'. Hostanna!| nem Sohn begleiten ihre Werke ste. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weis heit, ewig, ewig Ehre sei dir, Versöhner, Jesu Chrift! Shr, der Überwinder Chöre, bringt Dant, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sant, wie wir, ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen! Er hat's vollbracht! Nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herr lichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkel, nicht von fern. Nun weinen wir nicht mehr; das Alte ist nicht mehr. Halleluja! Er sant hinab, wie wir, ins Grab, er ging zu Gott, wir folgen ihm. 19d 1 uguns Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem Mitternacht heißt diese Stunde! Sie rufen une mit hellem Munde: wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräut'gam kommt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu den Hochzeit: ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz will ih vor Freuden springen, ste wachet und steht eilent auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheitmächtig: ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron', Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all' zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen und Fr. Gottl. Klopftod( 1724-1803). mit Engelszungen, mit Lieder vom ewigen Leben. 575 hism med wieder. Harfen und mit Cymbeln| ihn mein Herz sich doch, schön. Von zwölf Perlen glaubt und erhebt sich sind dir Thore an deiner Jesus Christus, Stadt: wir stehn im Chore laß mich sterben, dir zu der Engel hoch um deinen leben, dir zu sterben, dei Thron. Kein Aug' hat nes Vaters Reich zu erben. je gespürt, fein Ohr hat je gehört solche Freude; drum fauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist! er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; ins Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh ist unvergänglich, überPhilipp Nicolai( 1656-1608) 019 schwänglich; die Erlöften wird sie unaussprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eh' ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgeftam. melt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen, deinen treuen Vaterhänden.es 5. Vielleicht sind meiner Tage viel, ich bin vielleicht noch fern vom 3tel, an dem die Krone schimmert. and and 190 Mel. Wie schön leucht't uns ber Morgenstern. 641.ie wird mir dann, o dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde, von feiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde. Freu' dich, Seele, stärfe, tröfte dich, Erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch: so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder. Der Herr erleichtert mir mein Joch; es stärkt durch SPA Lieder vom ewigen Leben. lagruis 576 Bin ich von meinem Ziel sein, wenn, was der Lob noch weit, die Hütte met ner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmert: laß mich, Vater, reiche Saaten guter Thaten dann beglei ten vor den Thron der Ewigkeiten! genommen, uns wird ent gegen kommen und fauch. zend holen ein; wenn man wird froh umfassen, was thränend man verlaffen? Wird das nicht Freude sein? 6. Wie wird mir dann, ach, dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde, von feiner Sünde mehr entweiht, ein Mit genoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! 4. Wird das nicht Freude Heilig, heilig, heilig singen wir bir, bringen Preis und Ehre dir, der war und sein wird, Ehre! 3. Wird das nicht Freude sein, wenn alles liegt be zwungen, womit man hier gerungen? Gott dienen engelrein, von Schmerzen, Leid, Verdrießen nicht das Geringste wissen, wird das nicht Freude sein? sein? Was unaussprechlich, hören, des Höchsten Lob vermehren, mitEngeln stim. men ein, wenn sie mit süßem Klingen ihr dreimal heilig singen, wird das nicht Freude sein? dyst innle Fr. Gottl. Klopstod( 1724-1803). 5. D, das wird Freude sein! Weg Güter dieser Erden, ihr Ehren voll Beschwerden, ihr Freuden auf den Schein! Gehabt euch wohl, ihr Lieben; muß ich euch jeßt betrüben, denkt, dort wird Freude sein! Hans von Schweinig( 1645-1722). fastbising d ne machin 5( bo2 mism sida maniad#g Elgene Meloble. 642.ird das nicht Freude sein, nach gläubigem Vertrauen dort selbst den Heiland schauen in Salems goldnem Schein? mit seinen holden Blicken und Worten sich erquicken, wird das nicht Freude sein? 2. Wird das nicht Freude JA Jasmin Sri gtufang gumt Gefangbuch für evangelische Gemeinden Schlesiens. παλαριώτ διαμονής, ο Breslaut. Verlag von Wilh. Gottl. Korn Inhalt. 1. Liturgie 2. Litanei. Erste Abtheilung. 1. Morgen- und Abendgebete. 2. Fest- Gebete 3. Buß-, Beicht- und Communiongebete 4. Gebete für Kranke und Sterbende. Zweite Abtheilung. . . . Seite. 3 ● . 3. Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi 4. Verzeichnis der Evangelien und Episteln 5. Katechismus Luthers.. . 15 34 49 53 54 56 82 86 Erste Abtheilung. I. Morgen- und Abendgebete. Dr. Juthers Morgensegen.| diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele, und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht über mich habe. Amen. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geift! Amen. h danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet haft, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Uebel, daß dir all mein Thun und Leben se prodit Dr. Luthers Abendsegen. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geift! Amen. Tian com Sonntag Morgen. gefalle. Denn ich befehleh danke dir, gütiger Gott mich, meinen Leib und Seele, und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht über mich habe. Amen. Jesu Christi, daß du mich diese Nacht so gnädig und väterlich behütet und bewahret und mich abermals diesen Tag haft erleben laffen, an welchem ich von aller Arbeit meiner Hände ruhen, deine schönen Gottesdienste besuchen, dein seligmachendes Wort anGemeine rühmen und preisen soll. Wie freue ich lieben Sohn, daß du mich mich dessen, daß wir werden himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen 1 Morgen- und Abendgebete. Amen. In Jesu 4 ins Haus des Herrn gehen, voll! Amen. wo du uns weideft auf Namen, Amen. grüner Au und hinführst zum frischen Wasser. Ach, Sonntag Abend. nicht allein heilig anfangen, es will Abend werden sondern auch heilig fort und der Tag hat sich gesehen und heilig vollenden. neiget. Ddu lebendiger, Mein Gott und Vater, thue allmächtiger Gott, wie un Allen, die heut dein Wort begreiflich sind deine Werke, hören, das Herz auf. Gieb wie unaussprechlich ist deine den Lehrern und Dienern Güte, welche du den Mendeines Amtes die Gabe schenkindern erzeigeft! Ich deines Geistes, und salbe kann von Gnade und Wahrdie Lippen, die deines Na- heit, von Liebe und Barmmens Ehre verkündigen. herzigkeit sagen, indem du Laß das Wort der Predigt den vergangenen Tag mir nicht wieder leer zurück. viel Gutes an Leib und kommen, sondern ausrich. Seele erwiesen hast. ten, wozu du es sendest. hast meine Seele gespeiset Mehre die Zahl deiner mit dem Brot des Lebens, Gläubigen aller Orten, in- und mir aus der lebendigen sonderheit in dieser Ge- Quelle zu trinken gegeben; meinde. Laß allen den dein Wort ist meinem lieben Meinigen den heuti- Munde süßer gewesen, als gen Tag zu einem ewigen Honig und Honigseim. Ach, Segen werden. Tröste die, laß dein Wort mein gan. so heut in Einsamkeit und zes Leben hindurch ein Traurigkeit leben müssen, Licht auf meinen Wegen deren Seele vergeblich sich bleiben, daß ich darnach sehnet nach deinen Vor- meinen Gang richte, so höfen. Bringe ste und alle, werde ich nicht straucheln die deinen Namen lieb oder aus deiner Gnade haben, dahin, daß wir dein fallen. Du bist auch mein Angesicht ewiglich schauen Erretter, mein Beistand und mit den Engeln immer im Leiblichen gewesen, daß dar singen: Heilig, heilig, ich gesund diesen Abend heilig ist der Herr Zebaoth, erreicht habe. Ich bin nicht alle Lande sind seiner Ehre werth aller Barmherzigkeit, 5 ame bekümmert sei. Ich sehe mich, mein Gott, nach meiner Ruhestatt um, ich liege und schlafe ganz mit Frieden, denn allein du, Herr, hilft mir, daß ich sicher wohne. Also werd' ich auch ruhen in meinem Grabe, bis du mich an dem frohen jüngsten Tage zum ewigen Leben erwecken wirst. Dahin, zu dieser Ruhe, die du deinem Volke bereitet hast, wollest du mich voll. bereiten, stärken, kräftigen, gründen, um deiner Gnade willen. Amen. Morgen- und Abendgebete. die du an mir gethan haft. Wenn sich nun meine Glie der zur Ruhe legen, so tritt du, o mein Hüter, mir zur Seiten; hab acht auf mich und schließe mich in deinen Schuß ein. Wende Feuersund Wassersnoth und alles Unglüd von mir und den Meinigen ab, und laß alle Betrübten, Kranken und Sterbenden deine reiche Gnade genießen: so soll morgen früh unser aller Mund deines Ruhmes voll sein, und wir wollen er zählen, was du Gutes uns an Leib und Seele gethan haft. Verzeihe, wenn ich Montag Morgen. nicht mit solchem Eifer birerater, ich danke bir Gott, himmlischer heute gedienet, wie ich billig gejollt, und nimm deswegen deine Gnade nicht von mir. Laß in der neuen Woche alles neu an mir sein, schenke mir neue Liebe und Verlangen nach dir, neuen Trieb, dir zu dienen und zu gehorchen: laß mich die in der vorigen Woche begangenen Sünden meiden und fliehen, damit jeder mann erkenne, daß ich den Sonntag nicht vergebens hingebracht habe. Hilf, daß ich fleißig erwäge, daß ich eine unsterbliche Seele habe, damit ich mehr um die Seele, als um den Leib durch Jesum Christum deinen lieben Sohn, für allen Schuß und Schirm und für alle Wohlthaten, die du mir hast bisher angedeihen lassen, und befehle mich für diese Woche, die ich jest antrete, mit Leib und Seele und alle dem, darin zu wirken du mich geseßet haft in meinem Berufe, in deinen Schuß und gnädige Obhut. Set du der Anfang meines Sinnens und Trachtens und alles Thuns, und wirke du in mir, daß ich alles zum Lobe deines Namens beginne 6 Morgen- und Abendgebete. und, dem Nächsten zu die-| mir diesen Tag hätte benen, in deiner Liebe voll- gegnen können; ich bitte bringe. Erhalte mir deine dich herzlich und kindlich: Gnade in Christo, und gieb vergieb mir alle meine mir ein fröhliches Gemüth Sünde, die ich diesen Tag deinen Willen zu treiben. begangen habe mit GedanDein heiliger Geist regiere ken, Worten und Werken. mich nun im Anfange die Ach sei mir gnädig, mein ser Woche und immerdar Gott, sei mir gnädig! bis an mein letztes Ende, Segne meinen Schlaf, wie und sei in mir das Wollen, den des Erzvaters Jakob, Wirken und Vollbringen. da er im Traum die Him. Amen. melsleiter sah und die heiligen Engel, und den Segen empfing; daß ich von dir rede, wenn ich mich zu Bette lege, an dich denke, wenn ich erwache; daß dein Name und Gedächtniß in meinem Herzen bleibe, ich wache oder schlafe. Siehe, der uns behütet, schläft nicht; stehe. der Hüter 8raelschläft, noch schlummert nicht! Sei du, o Gott, mein Schatten über meiner rechten Hand. Laß deine heiligen Wächter mich behüten, und deine Engel sich um mich lagern. Wecke mich morgen zu deinem Lobe und Preise, daß ich mit neuen Kräften dir dienen möge. Wenn aber diese Nacht nach deinem unerforschlichen Rathschluß die letzte sein sollte, und mein Stündlein vorhanden ist, so verleihe mir einen Montag Abend. armherziger, gnädiger Gott und Vater, ich lobe und preise dich, daß du mich durch deine göttliche Gnade und Schuß den vergangenen Tag haft vollenden, und seine Last und Plage hast überwinden lassen. Du hilfft ja immer eine Last nach der andern ablegen, bis wir endlich zur Ruhe und zu dem ewi gen Tage kommen, da alle Plage und Noth aufhören wird. Ich danke dir von Herzen für alles das Gute, das ich diesen Tag von deiner Hand empfangen habe. Ach, Herr, ich bin zu geringe aller deiner Barmherzigkeit, die du täglich an mir thust. Ich danke dir auch für die Abwendung des Bösen, das Morgen- und Abendgebete. seligen Schlaf und eine felige Ruhe in Jesu Christo, meinem Herrn. Amen. 9 nicht liebe, mein Gott, und mich deines gnädigen Wohl. gefallens nicht erfreuen darf. Alles, was auf Erden ist, ist binfällig; auf dich nur kann ich mich gänzlich verlassen; du bist mein Trost, du bist mein höchstes Gut. Bei dir suche ich denn auch in dieser Abendstunde Ruhe für meine Seele, und gelobe dir aufs neue, mein ganzes Leben nach deinem Willen einzurichten. Bin ich auch heute in Gedanken, Worten und Werken von deinen Wegen abgewichen, so verzeihe, allgütiger Vater! Befestige selbst in mir den Vorsatz, unsträflicher vor dir zu wandeln, treuer in der Nachfolge meines Hetlandes zu werden, und mich ernstlicher auf die Ewigfeit vorzubereiten. Laß mich in deiner Liebe, und in der Gemeinschaft mit dir und deinem Sohn Jesu Christo mein höchstes Glück suchen und mit zufriedenem und gelassenem Sinn alles aus deiner Hand annehmen. Regiere mich durch deinen guten Geist, daß ich auf dem Wege des Glaubens und der Gottseligkeit dem himmlischen Vaterland zu. eile, und einst nach dieser Dienstag Morgen. err, unser Gott, der du den Schlummer der Nacht von uns verscheucht, nimm an unser Gebet und Flehen, und schenke uns Glauben, der nicht zuSchan, den wird, zuversichtliche Hoffnung und ungeheuchelte Liebe; segne unsern Ein gang und Ausgang, unsere Gedanken, Worte und Werke, und laß uns diesen Tag beginnen unter Lob und Preis deiner unaus sprechlichen Güte.Geheiliget werde dein Name dein Reich komme, das Reich des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Dienstag Abend. ob und Preis sei dir gesagt, mein Schöpfer und Herr, mein gütigster Wohlthäter und Vater, für den Reichthum deiner Gnade, womit du mich bisher erfreuet, und in diesem mühevollen Erdenleben so oft erquidket hast. Wie wenig fann alles Frdische und Vergängliche meine Seele befriedigen, wenn ich dich obbe Morgen- und Abendgebete. jala Prüfungszeit bei dir mit| thum, als die Gerechtigkeit den reinen Freuden der vollendeten Gerechten ewig er quickt werde! Amen. Jesu Chrifti, feine Freude, als die gnadenreiche Einwohnung des heil. Geistes. Für mein Leibliches wirst du wohl sorgen, denn du haft gesagt: Ich will dich nicht verlassen, noch versäumen. Bewahre mich vor Müsstggang. Laß mich arbeiten, nicht aus Getz, sonsern aus herzlicher Liebe Laß das rechte göttliche, gegen meinen Nächsten. Laß geistliche und himmlische deine Barmherzigkeit sich Leben, das aus dir ist, durch ausbreiten über alle menden Geist der Gnaden in schen, die auf dem ganzen mir neu werden, damit nicht Erdboden wohnen, und deiich lebe, sondern Christus ne Güte über alle deine Gein mir, und ich im Glau- schöpfe. Gedenke deiner Kin ben des Sohnes Gottes stets der, die dich kennen und in erneuert werde, als eine der Einigkeit des Geistes Pflanze der Gerechtigkeit zu verbunden sind als leben. grünen und zu blühen, dir dige Glieder an ihrem hochzum Preise und auszu gelobten Oberhaupte Jesu brechen in lebendige und Chrifto. Laß unser aller dir wohlgefällige Früchte Gebet ein Gebet jein vor des Geistes, meinem Näch dir durch Christum, in welsten zu Nuß und Dienst. chem du uns dir selbst anIch ergebe mich dir aufs genehm gemacht hast. Sei neue, o Vater: mache mit du selbst eine ewige Vermir, was dir wohlgefällt. geltung allen denen, die Reinige, läutere und be mir Liebe beweisen. Meine währe mich, daß ich ein Beleidiger stehe mit erbarrechtschaffener Christ sei und menden Augen an und verzu dem Israel Gottes ge- gieb ihnen, gleich wie ich höre, über welchem istFriede ihnen von Herzen vergebe. und Barmherzigkeit. Ich Alle meine Anverwandte begehre feine Ehre, als deine lege ich in deine Liebes. Kindschaft, keinen Reich- arme. Kirchen und Schulen, 8 Mittwoch Morgen. teber himmlischer Vater, ich lobe und preise dich auch für diese Nacht, die du mich überleben und für diesen Tag, den du mich haft erleben laffen. Morgen- und Abendgebete. Obrigkeit und Unterthanen befehle ich dir, mein Gott. Ach, stehe an den elenden Zustand in allen Ständen, mache dich auf und hilfuns, daß deine Ehre gerettet und des gottlosen Wesens ein Ende werde. Hilf den Armen und Elenden, die zu dir schreien. Herr, mein Gott, verschmähe mein Gebet nicht, sondern erhöre mich um Jesu Christi willen. Amen. Mittwoch Abend. jer Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht, was können mir Men schen thun? Also spreche ich jest, du gnädiger und liebreicher Gott, in dieser Abendstunde, und sage dir demüthigen Dank, daß du mich diesen Tag unter deinem väterlichen Schuß und Segen haft vollenden lassen. Herr, deine Güte ist groß, und deine Barmherzigkeit hat kein Ende. Der Herr ist nahe allen, die ihn an. rufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen; er thut, was die Gottesfürchtigen begehren, er höret ihr Schreien und hilft ihnen. 9 abgeschossen, so geschwind verfließen unsre Jahre. Darum lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. Siebe meine Tage sind eine Hand breit vor dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Ach mein Gott, wie geschwind gehet doch ein Tag bahin; wie ein Pfeil wird Wir müssen ja alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, daß ein jeder empfahe, nachdem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei Gutes oder Böses. Darum richte ich mich selbst und frage: meine Seele, wie hast du heute den Tag hingebracht? Hast du auch etwas Gutes gedacht? Ist Gott heute mit dir vereinigt geblieben, oder hast du ihn mit vorsätzlichen und wissentlichen Sünden von dir gestoßen? Mein Mund, was hast du heute geredet? Hast du gesprochen, was ehrbar, was feusch ist, was wohl lautet? Ist das Lob Gottes von dir ausgebreitet worden, oder bist du von schandbaren Worten übergeflossen? Welchen Weg ist heut dein Fuß gewandelt? Was habt ihr verrichtet und verübet, ihr Hän. de? Was habt ihr gehöret, ihr Ohren? Ihr Augen, 97168 r 10 wonach habt ihr gesehen? Was ist heute dein Verlangen, Dichten und Trachten gewesen, mein Herz? Morgen- und Abendgebete. deiner ewigen Güter. Ge. denke, Herr, nach der Menge deiner Erbarmungen dei nes ganzen Volkes, aller Ach mein Gott, wenn die mit uns beten, und ich auf alle diese Fragen aller unserer Brüder, die antworten soll, wie werde zu Lande oder zu Wasser ich bestehen? Ach Herr, deiner Gnade und Hülfe nimm weg mit dem ent- bedürfen, und schütte über weichenden Tage meine ste alle aus den Reichthum Uebertretungen. Jesu! deiner Barmherzigkeit; auf tilge meine Sünden mit daß wir, erlöset nach Seele deinem heiligen Blut. und Leib, unwandelbar in heiliger Geist! versichere mich der Vergebung aller meiner Sünden, ehe ich noch einschlafe, daß ich nicht, wenn diese Nacht die letzte sein sollte, verloren werde. Amen. festem Glauben, deinen heiligen und wunderbaren Namen rühmen mögen. Amen. $ er Donnerstag Morgen. err, unser Gott, der du das Licht scheinen läsfest aus der Finsterniß, der du uns erquict durch den nächtlichen Schlaf und wieder aufgeweckt haft, deinen Ruhm zu preisen und deinen Namen anzurufen: nimm jetzt von uns an nach deiner grundlosen Barmherzigkeit das Opfer unserer Anbetung und unsers Dankes und gewähre uns alle uns heilsamen Bitten. Richte uns zu, o Herr, zu Kindern des Lichts und des Tages und zu Erben Donnerstag Abend. elobet fet Gott, der Vater, durch Jesum Christum im heiligen Geiste, der durch seine mannigfal tige Güte und Barmherzigfeit mich wieder heut diesen Tag gnädig bewahret hat. Herr, deine Güte retchet so hoch der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen. Du bist gnädig und barmherzig; alle deine Werke sind löblich. Ich bitte dich, huldreicher Gott, du wolleft mir aus Gnaden verzeihen alles, was ich heut wider dich gethan habe, es sei mit Werken, Worten oder Gedanken. Wollest auch Morgen- und Abendgebete. deine Barmherzigkeit auf mich richten und mich die Nacht lassen einschlafen und ruhen, daß ich dich, der du bist die ewige Ruhe, nun und nimmermehr verlasse, sondern in dir bleibe durch den Glauben und unter deinem Schirm sicher wohne, auf daß sich ein Feind nicht dürfe zu mir nahen und mir keinen Schaden könne zufügen. Herr, du bist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Du bist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? Auf dich verläfset sich mein Herz, und mir ist geholfen. Du bist mein Trost und gewaltiger Schutz, deine rechte Hand stärke mich, deine rechte tröste mich. Siehe, mein Gott, des Tages rufe ich, so antwortest du mir, und des Nachts schweige ich auch nicht, und du erhörest mich. Wenn ich mich zu Bett lege, so 11 Wenn ich im Finstern size, so ist doch der Herr mein Licht und mein Heil. D gütiger Gott, verleihe mir Gnade, daß, wenn mein Sterbestündlein herzunahet, ich ins Todtenbett ewigen Ruhe mich soll niederlegen, daß ich durch deine Hilfe im rech ten, festen Glauben getroft und unverzagt möge selig zum ewigen Leben einschlafen. und zur Indes stärke mich, Herr, daß ich allezeit wache, nüchtern und mäßig lebe, und in christlicher Bereit. schaft erfunden werde, sinte. mal ich nicht wissen kann, zu welcher Stunde du, unser Gott, kommen wirst und mich von hinnen abfordern, auf daß ich würdig werde, zu stehen vor des Menschen Sohn, und nicht zuSchanden werde in seinem Gericht, der da sei hochgelobet in Ewigkeit! Amen. Freitag Morgen. denke ich an dich; wenn Der Tag, den wir durch deine rede ich von dir; denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel ruhe ich; meine Seele hanget dir an, deine rechte Hand erhält mich. lischer Vater, beginnen, er innert uns vor allem an das große Werk der Erlösung des ganzen fündigen Menschengeschlechts, das du durch deinen Sohn, Jesum REPAR to donde FR Morgen- und Abendgebete. 01 03 12 DAL 199 Chriftum, ausgeführt haft. Dunendliche Liebe, also Freitag Abend. it gerührtem Herzen du deinen eingeborenen Sohn dahingabft, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Was können wir dir vergelten, o Gott, für deine Barmherzigkeit? Wie sollen wir dich loben und dir danken? Erhaben über alles Erkennen ist deine grenzenlose Liebe. Ver nimm in deiner Herrlich feit das Stammeln unseres Mundes und die schwachen Seufzer unserer Seele, die wir dir darbringen für alle deine Erbarmungen, wodurch du uns in deinem Sohne, unserm Heilande, zu Hilfe kamst. Du starbst für unsere Sünden, Herr Jesu, und standest auf zu unserer Rechtfertigung, und herrschest nun in Ewigkeit zur Rechten deines Vaters und bittest für uns. ist alle Gewalt gegeben, daß in deinem Namen sich alle Kniee beugen, und alle 3ungen bekennen sollen, auch am Abend dieses Tages an deine Liebe, womit du, Herr Jesu, unser göttlicher Erlöser, uns bis zum Tod am Kreuz geliebet haft. An diesem Tag haft du uns sterblichen Sündern durch deinen Versöhnungstod Trost, Licht und Hoffnung im Leben, Leiden und Sterben errungen. Gesegnet sei uns das Andenken an dein göttliches Mittlerverdienst, an dein Leiden und Sterben. Du hast es um uns verdient, daß wir dich als unsern Heiland und Herrn, als unsern Retter und Versöhner, als den Urheber des Friedens und und der ewigen Seligkeit, mit dankbarem Herzen verehren. Ja dich wollen wir von ganzer Seele lieben, auf dich unser Vertrauen seßen, denn du bist uns alles in allem. Deiner Leitung wollen wir uns hingeben, denn du bist der treueste Führer, die kräftigste Stüße. Gieb uns daß du der Herr seiest, zur selbst eine recht innige Ehre Gottes des Vaters. Gelobet sei dein heiliger Name in Ewigkeit! Amen. Dir Liebe zu dir ins Herz, und hilf uns deinen Ge boten, die nur auf unsere Zufriedenheit und Selig. id Morgen- und Abendgebete. 13 teit abzweden, willig ge-| gefund haft laffen von horchen. Gieb, daß unser Wandel dein Evangelium in allen Stücken ziere; lehre uns auf dein Vorbild unser Auge unverrückt heften und in dem Be. streben, bir mit jedem Tage ähnlicher zu werden, nicht ermüden. meinem Lager aufstehen und meinen Leib vor Scha den und meine Seele vor Sünden bewahret haft. Wie groß ist deine Güte, Herr, daß Menschen unter dem Schatten deiner Flügel trauen und unter demselben so mächtigbewahretwerden. Ich schaue nach der Finster. niß wiederum das Sonnen. licht. Gieb mir Gnade, daß ich diesen ganzen Tag in deinem Lichte wandle und alle Werke der Finster. niß fliehe. Ich achte den Tag für verloren, an welchem ich der Welt ge dient und mich nach der Welt Gewohnheiten und Thorheiten gerichtet habe, wofür ich einst vor deinem Gericht eine schwere Rechenschaft geben muß. opfre mich hingegen ganz zu deinem Dienst mit Leib und Seele. Laß mich nichts wollen, nichts vornehmen und gedenken, auf daß der ganze Tag dir möge geheiligt sein. Ja, laß mich allezeit so leben, reden und thun, als ob ich heute noch sterben müßte. Und da ich nach der finstern Nacht, darin ich als ein Kind in deinen Armen gedu, Dein guter Geift befestige in uns alle guten Vorsätze und Gesinnungen. der du im Himmel lebst, du, den Engel und Men schen anbeten, blicke vom Throne deiner Herrlichkeit herab auf uns, laß uns deine segenvolle Nähe empfinden; laß uns fühlen, wie selig wir sind, wenn wir mit dir in Gemeinschaft stehen. Verleihe uns, Vater Jesu Chrifti, und durch ihn auch unser Vater, in dieser Nacht deinen gnädigen Schuß! Amen. eide Sonnabend Morgen. Vache auf der du schläfft, auf von den Todten, so wird dich Christus erleuchten. Odu barmherziger Gott, deffen Güte und Treue alle Mor gen neu ist: ich sage dir mit Herz und Mund Lob und Dank, daß du mich diesen Morgen wiederum Ich dir OP OБPA 50 60 50, SPASOда Morgen- und Abendgebete. 14 legen, nun wiederum von neuem lebe, so weiß ich nirgends hin als zu dir. Ich klopfe an deine Gnadenthür, ich wende mich wieder zu der Segensquelle, aus welcher ich nehme einen Segen nach dem andern, eine Hilfe nach der andern; denn was du, Herr, segnest, das ist gesegnet ewiglich; wenn du deine Hand auf thuft, so wird alles gesättigt mit Wohlgefallen. Gieb mir guten Rath, wenn ich Rath bedarf, richte meine Anschläge und Vornehmen nach deinem Willen. Entzünde in mir die Flamme deiner göttlichen Liebe, daß ich diesen Tag meinen Glauben in den Werken zeige, und in wahrer Liebe gegen dich und den Nächsten verharre, auf daß ich ohne Gewissenswunden den Abend erreiche. Wenn ich rufe zu dir, Herr, mein Gott, so schweige mir nicht. Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich die Hände aufhebe zu deinem heiligen Chor. Laß das Gebet der Elenden, Traurigen, Kranken und auch das Gebet der Meinigen und aller Frommen vor deinem Gnadenstuhl Erhörung finden. Amen. daß Sonnabend Abend. gütiger, barmherziger Gott, ich danke dir, du mich den letzten Tag dieser Woche hast er. reichen lassen und in meinen Sünden mich nicht hast weggerafft. Denn ich muß mich schuldig geben, daß ich viel Gutes unterlassen, viel Böses begangen, dir und dem Nächsten nicht, wie ich sollte, gedienet habe. Ich sehe das übel und den Gräuel der Sünde neben der Strafe, fann mich aber selbst nicht davon erretten. Darüber bin ich betrübt und traurig, verzage ganz an mir und meinem Vermögen, und kann nichts, als daß ich mich dir ganz und gar ergebe und bitte, du wolleft mich nach deiner Zusage aufnehmen und erquicken mit delnem Geist und Troft. Oheiliger Gott, erwecke in mir ein herzliches Verlangen nach dem heiligen Ruhetag, damit ich dein Wort als die wahre Ruhe und Freude unserer Seelen betrachte und in Gebet und Andacht mich recht übe. Zeige mir die Wonne deines Hauses; laß mich Jefu Stimme hören, und Festgebete. 15 bereite du mein Herz durch| tag in lauter göttlicher Demuth, Glauben und Freude, dir zu Ehren und Liebe, ihn zu empfangen mir zum Wachsthum in und alle meine Lust an der Gottſeligkeit nach deiihm zu haben, und also nem Willen anzufangen den bevorstehenden Feier- und zu vollenden. Amen. II. fest. Gebete. Am Anfange des Kirchen-| niß und Weisheit, und haft uns durch deine Gottes. fraft gestraft und gezüchtigt, aber auch getröstet, gestärkt und erbauet. D vergieb uns um Jesu Christi willen, daß wir noch so wenig rechtschaffene Früchte der Buße gebracht haben, und erwecke uns heute zu einem neuen Eifer und Ernst im Werke des Glaubens und der Gottseligkeit. Segne uns auch fernerhin mit allerlei geistlichem Segen in himm. lischen Gütern durch Christum. Rüfte unsern Kaiser aus mit Kraft aus der Höhe, deine Kirche zu schirmen und ihr Gedeihen zu fördern. Salbe die Diener deines Wortes mit dem Geiste der Weisheit und der Liebe und hilf jahres. wiger Gott, himmlischer Bater! Wir loben deinen heiligen Namen, daß du uns heute ein neues Kirchenjahr in Frieden antreten lasseft. Deiner Güte haben wir es zu danken, daß der Leuchter deines heiligen Wortes unter uns noch aufrecht steht, und deiner theuer erlösten Gemeinde durch die heiligen Sakramente aus dem Reich thum deiner herrlichen Gnade göttliche Kraft und göttliches Leben dargereicht wird. Du hast nach deiner großen Treue und Barmherzigkeit auch in der verfloffenen Zeit nicht aufge. hört dein Evangelium reichlich unter uns wohnen zu laffen in aller Erkennt po 16 Feftgebete. ihnen, mit freudigem Auf-| werde auf die Zukunft thun thres Mundes dein unseres Herrn Jesu Christi. Heil verkündigen. Laß Getreu bist du, der du uns unter uns immer mehrere berufen haft, du wirst es zu der Zahl derjenigen auch thun, zum Preise deines hinzukommen, die da glaus heiligen Namens, um Jesu ben und selig werden. Chrifti willen! Amen. Wecke auf, die im Schlafe der Sicherheit liegen und Advent. die geistlich Todten rufe erater, wir danken Gott, himmlischer zum Leben. Laß denen, die sich reich und fatt zu ſein dünken, ihre Armuth und Blöße offenbar werden. Führe wieder herzu die untreu gewordenen Seelen, die die Kräfte der zukünftigen Welt ge schmedet, aber diese Welt wieder lieb gewonnen haben. Vollende dein Werk in denen, in welchen deine Gnade einen Anfang der Buße und des Glaubens gewirkt hat. Stärke die Schwachen, tröste die Traurigen, gieb Sieg den Kämpfenden, bewahre die Treuen und bereite zu einem seligen Sterben, die das Ende dieses Kirchenjahres nach dem Rathe deiner Weisheit nicht erleben sollen. deiner Gnade, daß du uns deinen Sohn gesandt haft und ihn gefest gefeßt zum König der Gerechtigkeit, und zu unserm Heilande und Erlöser, der uns aus dem Reiche der Finsterniß errette und uns Gerechtig. keit, Heil und Seligkeit ver. leihe. Wir bitten dich aber auch: erleuchte uns in seiner Erkenntniß und stärke und im rechten, wahren, chrift. lichen Glauben, daß wir ihn für unsern König und Seligmacher halten, annehmen und loben, und mit unsern Gaben und Kräften, mit allem, was wir von dir Gutes haben und vermögen, ihm unterthansein und dienen mögen, und er seine Wohnung unter uns und in uns habe, und wir allezeit in seinem Reiche und in set. nem Gehorsam und Dienste bleiben. Neige der Fürsten O du Gott des Friedens! Heilige uns alle durch und durch, damit unser Geist ganz, sammt Seele und Leib, unsträflich behalten Festgebete. und Gewaltigen Herz und Willen, daß ste dem König aller Könige und Herrn ihre Pforten und Thore, laß ihn einziehen in ihre Lande, Städte und Kirchen, daß er seine Herberge bei ihnen habe, und mit seinem Wort und Geist regiere und herrsche. Steure dagegen und wehre allen denen, die Christo die Pforten zuschließen und ihm den Eingang wehren, oder ihn gar vertreiben und von sich stoßen. Mache ihr böses Vornehmen und ihre Anschläge zunichte. Beweise deine Macht und Barmherzigkeit an den ar men Menschen, die noch in den Banden des Aberglau bens und in der Trostlosigfeit des Unglaubens, in Abgötterei und allerlei gottlosem Wesen und falscher Lehre gefangen sind, daß Christus auch zu ihnen komme, und sein Reich des Lichts, der Wahrheit und Gerechtigkeit bei ihnen auf richte, und du ewiger Vater, sammt demselben, deinem einigen Sohn, und dem hetligen Geiste mit Lob und Preis und Anbetung deines heiligen Namens gerühmet und geehrt werdeft. Amen. Weihnachten. 17 Ullmächtiger Gott und unsers Herrn Jesu Christi, gelobt sei dein heiliger Name immer und ewiglich! Du hast Großes an uns gethan, des bin ich fröhlich; denn uns ist heute der Heiland geboren, wel. cher ist Christus, der Herr. Ich danke dir von Herzen, daß du solche Liebe uns er. zeigt und deinen eingebornen Sohn gegeben hast, auf daß wir nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Preis und Ehre set dir, Herr Jesu! Du bist ein Menschenkind geworden, auf daß wir Gottes Kinder würden; du bist arm geworden, auf daß wir reich würden; du haft dich zur Knechtsgestalt er. niedriget, auf daß wir zunt Bilde Gottes erneuert und zum Himmel erhoben würden. Wir saßen alle in Finsterniß und Schatten des Todes; da bist du uns die Sonne der Gerechtigkeit geworden, haft uns zuge wendet die herzliche Barmherzigkeit Gottes; hast Frieden und Freude her. niedergebracht, und läsfest uns Gnade um Gnade nehmen aus deiner Fülle. 18 Feftgebete. Darum frohlocket auch| Wohlthaten an Leib und meine Seele und singet: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohl. gefallen! O lieber Herr und Heiland! Biebe nun ein in mein Herz, das nach dir verlangt, und erfülle es mit allen Gaben deiner Güte und Barmherzigkeit. Regiere mich mit deinem heiligen Geiste, und heile mich vom Elende derSünde. Verleihe mir Troft in allem Leide, Hilfe in aller Noth, Kraft zum Widerstande in allen Anfechtungen des bösen Feindes, Beständigteit in allen Versuchungen der argen Welt und meines sündlichen Fleisches, und endlich Sieg im letzten Kampfe. Erbarme dich mit deiner Heilandsliebe über mich und alle, die dein eigen sind, und gieb uns beinen Frieden, o Jesu! Amen. Am Jahresschluffe. Umächtiger Gott, himm. sagen dir von Herzen Lob und Dank, daß du uns durch deine väterliche Güte und Treue dieses zu Ende eilende Jahr hast überleben und uns in demselben deine Seele reichlich haft widerfahren lassen. Ach. Herr, wir sind zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an uns gethan. Aber mit herzlicher Rene bekennen wir dir, daß wir den Reichthum deiner Liebe nicht immer nach Gebühr erkannt, sondern vielfältig mißbraucht, und mit Ge danken, Worten und Werken schwer und mannigfaltig wider dich in diesem Jahre gesündiget, und dadurch deine gerechten Strafen wohl verdienet haben. Darum bitten wir dich mit tiefer Demuth um Ver. gebung aller unserer Sün, den; und weil wir morgen nach deinem Willen ein neues Jahr beginnen, jo wellest du deine väterliche Huld und Treue gegen uns erneuern. und deinen hei ligen Geist uns schenken, damit wir mit dem alten Jahre alle alten Sünden, bösen Lüfte und Begierden ablegen, und mit dem christliches Leben anfangen und dir darin mit neuer Willigkeit dienen. Segne uns, Herr, unser Gett, und hilf und die flüchtigen Tage unserer Wallfahrt geftgebete. 19 in deiner Furcht hinbringen.| dein feien, tobt oder leben Wir wissen nicht, wann du dig. Mache uns, o Jesu. auch uns von unserm Tage ewig selig! Amen. werk abrufen und der Zahl derer anreihen wirst, die Neujahr. in dieſem Jahre ihren Lauf Ullmächtiger. haben. mit heiligem Ernst ihr Ende anschauen und nur um so mehr Fleiß anwenden, was wir hier noch leben im Fleisch, zu leben im Glauben deines Sohnes, der uns geliebet hat und sich felbft für uns dargegeben. Rufe aber auch den Betrübten und Leibtragenden unter uns das Wort des Troftes und der Hoffnung zu, daß selig sind die Todten, die in dem Herrn sterben, denn sie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach. Herr Jesu! du bist dazu gestorben und wieder lebendig geworden, auf daß du über Todte und Lebendige cin Herr feiest. So er. halte uns in der Gemeinschaft des Geistes mit allen, die in dir selig entschlafen sind und bewahre uns fest bis ans Ende, daß weder Tod, noch Leben uns aus deiner Hand reißen dürfe. Leben wir, so laß uns dir leben, sterben wir, so laß uns dir sterben, damit wir ewiger & Gott, barmherziger. lieber Vater, wir haben jeßt abermals ein Jahr unseres Elends und Pil. gerschaft in diesem irdischen Leben zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach Herr und Gott, wie groß ist deine Güte, die du uns bisher aus väterlichem Herzen so unzählig bewiesen hast, da wir doch mit un. sern Sünden nichts als Strafe bet dir verdtenet haben. Dein heiliges Wort hast du uns sammt dem rechten Gebrauch der heiligen Gatramente rein er halten, friedliches Regiment beschert, tägliche Nahrung gegeben, unsre Herzen mit Freude und Speise erfüllt, allerlei Unglück von uns gnädiglich abgewendet, un ser Haus und Hof vor Feuersnoth und mancherlei übel behütet. Und wie können wir alle deine große väterliche Wohlthat zählen! Du hast uns zwar gezüchtiget um unserer viel. fältigen Sünden willen, 2° 9947 e sh 20 Feftgebete. aber deine Gnade hast du| Mutter, regiere Kinder und nicht von uns gewendet: Gesinde, bewahre uns vor für solche deine Barm- Krieg und Blutvergießen, herzigkeit sagen wir dir wende ab Pest und TheueLob und Dank und bitten rung, kröne das Jahr mit dich demüthig: rechne uns deinem Gut, gieb Frieden nicht zu unsre vorige und im Lande, unserm Herzen alte Sünde, damit wir dich Freude, unserm Letbe Geso oft erzürnet haben, son- sundheit, unserer Gemeinde dern vergieb sie uns um Einigkeit, segne unsre Nahunsers Herrn Jesu willen. rung, fördere das Werk Regiere uns, daß wir keine unserer Hände, bekehre die alte Missethat in das neue Sünder, bekräftige Jahr bringen, sondern den Frommen, bringe zurecht alten Menschen aus- und die Irrigen, erleuchte unsre den neuen anziehen, der Feinde, wehre allen Vers nach Gott geschaffen ist; folgern, schüße Witwen fange an, lieber Vater, und Waisen, versorge die uns aufs neue zu segnen. Armen, speise die HungriGieb uns neugeborne Her gen, erlöse die schuldlos zen, verneuere deine väter- Gefangenen, pflege die liche Liebe und Treue an Kranken, bewahre die Reiuns, gieb heiligen Muth senden, sei bei den Sterund rechte Werke. Nimm benden, durch Jesum von uns alles Herzeleid Chriftum, deinen lieben und wohlverdiente Strafen, Sohn, unsern Heiland und und halte deine Gnaden- Erlöser. Amen. hand väterlich über uns. Barmherziger Gott und Vater, erhöre unser Gebet, erbarme dich aller Menfchen, erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger, er baue Kirchen und Schulen! Behüte uns vor falscher Lehre, stärke alle treue Regenten, förbere guten Rath und That, segne Vater und Epiphanias. ob und Dank let bir du dich unsern heidnischen Vorfahren durch das Licht deines Evangelii so gnädig geoffenbaret haft, also daß deine Herrlichkeit nun helle scheinet über uns. Du wolleft uns auch ferner das theure Geschenk deines Feftgebete. 21 Wortes unverdorben er-| Licht schauen und fröhlich halten und den Leuchter werden in dem Glanze, der desselben nimmer von sei über ihnen aufgeht. Sei ner Stätte wegnehmen Schuß und Schirm, Stärke laffen. Gleichwie es die und Hilfe derer, die den Weisen aus dem Morgen Leuchter deines Wortes lande herbetzog, dich anzu hierhin oder dahin tragen, beten und ihre Gaben dir und gieb ihnen einen Sieg darzubringen, also ziehe es über die Finsterniß nach nun auch mich weg von der dem andern. Mich selbſt in deinem Welt, die fern von dir ist, behalte feſt hin zu deiner Klarheit, Wort und Glauben bis an daß ich dir allein dienen, mein Ende, und bringe und mich mit allem, was mich dahin, wo wir deine ich habe und bin, dir zu Herrlichkeitschauen werden, eigen gebe. Verschmähe die dir der Vater gegeben nicht mein geringee Opfer, hat, ehe die Welt war. du König der Ehren! Das verleihe mir um deiEiehe, ich bringe dir dar ner ewigen Liebe willen! mein Herz in Buße, in Amen. Glauben, in Liebe. Heis lige cs dir zum ewigen Eigenthum; wenn ich es behalten wollte, würde es verderben zeitlich und ewig. Weil wir dir aber dienen sollen an den Geringsten deiner Brüder, so mache mich willig und gern bereit, meine Hände aufzu thun, um jeder Noth, in fonderheit der geiftlichen, nach Kräften abzuhelfen. Brette dein Reich immer weiter aus, und laß alle Heiden und Juden an der Welt Enden und inmitten deiner Christenheit recht bald dein seligmachendes аболею Passionszeit. 1. err Jesu Christ, du heiliges, unbeflecktes Lamm Gottes, der du trägst die Wir Sünde der Welt! danken dir von Herzen für dein heiliges Leiden und Sterben, für deine große Traurigkeit, da deine Seele betrübt war bis in den Tod. Wir danken dir auch für dein kräftiges Gebet, da du in Gethsemane auf dein Angesicht fielest, und dich dem Willen deines himmlischen Vaters opferteft. exterio 22 Feftgebete. Wir danken dir für deine| du von Dornen zerriffen! Bande, da du dich, um Du heiliges Angesicht, wie unseretwillen als ein Übel- bist du entstellet! Thr thäter binden ließest, auf sonnenklaren Augen, wie daß du uns von den Banden seid ihr so matt. Shr des ewigen Todes erlösetest. Ohren, welche Lästerworte Wir danken dir für die müsset ihr vernehmen! Schläge, die du um unseret Ihr hülfreichen, gebene. willen gelitten, für die deiten Hände, wie seid ihr Geißelung, für die große durchgraben! Ihr Füße Geduld, Sanftmuth und des Friedens, wie seid ihr Demuth, damit du unsern durchbohrt! Du reiner, Ungehorsam, Hoffart und zarter Leib, heiliger Tempel Ehrgetz, Born und Rach- Gottes, wie bist du entgier gefühnet hast. Wir blößet und voll blutiger danken dir, daß du dich Wunden! Ja, heiliger, um unseretwillen zum gerechter Vater, du hast schmählichen Kreuzestode deines eingebornen Sohhaft verurtheilen lassen, nes nicht verschonet, auch und uns dadurch von dem nicht mit dem geringsten strengen Gerichte Gottes Schmerze, auf daß er vollund schrecklichen legten Ur- fommen eintrat an unsrer theil erlöset hast. Wir Statt. Gott, wie ist danken dir für deineDornen dein Ernst wider die Sünde trone, die du uns zu gute so groß! O Christe, wie getragen, auf daß du uns ist deine Liebe so groß, die Krone der Ehren er- daß du an unsrer Statt würbest. Wir danken dir mit Leib und Seele schmeckfür deine willige Kreuzi- test des Todes und der gung, da du ein Fluch ge Hölle Bitterfeit. Dafür worden am Holz, auf daß danken wir dir von du von uns den ewigen Herzens Grund. Herzlich Fluch nähmest. danken wir dir auch für deine liebreiche Fürbitte für die, welche dich gefreuziget haben. Ach, wir haben dich ja gefreuziget mit unfren Sünden, und du Du heiliges Opfer, du unbefleckter Leib; du reines, jartes Herz, wie haben dich unsere Sünden zerschlagen und gefränfet! Du ehrwürdigel Haupt, wie bist haft für uns gebetet. Wir Feftgebete. 23 danken dir für das tröst-| Wort am Kreuz: Vater, liche Wort: du mit mir im Paradiese sein!" Wir bitten dich Herr, gedenke auch an uns in deinem ewigen Reiche; er. öffne und zeige uns das Paradies in unserer letzten Noth. Wir danken dir für das Wort, da du sprachest zu Johanne: Siehe, das ist deine Mutter." Du wirst ja auch für uns sor. gen und uns in unserm Kreuz trösten. Nimm Heute wirst in deine Hände befehle ich meinen Geist!" D beftehi du selbst auch unsern Geist auf ewig in deine Händel Wir danken dir für die Wun. de in deiner Seite, daraus der theure Schaß deines heiligen Blutes gefloffen, welches ist das Löjegeld und die vollkommene Be zahlung für unsere Sünde. Amen. 8. unsern herzlichen Dank für ch Herr, du ewiger und die Nacht in deiner Seele, gütiger Gott unb da du riefest: Mein Gott, Vater, siehe doch an deinen mein Gott, warum haft lieben Sohn, was er für du mich verlassen!" Ach, große Schmerzen meinet verlaß uns nicht in unsrer halben hat müssen leiden! letzten Noth, sondern laß Ach Vater, stehe doch, wer es uns empfinden, daß du solches leidet, und gedenke unser Gott seist auch in doch gnädig, für wen er den größten Nöthen. Wir leidet. Ist nicht dae, ach danken dir für deinen hei treuester Vater, dein Sohn, ligen Durst, da dich nach das unschuldige Lamm unserer Seligkeit gebürstet Gottes, bas du für den hat. Stille unsern Durst Knecht gegeben haft? Ist mit dem Wasser des Lebens, nicht das der Herr der und sei uns ein Brunn, Ehren und des Lebens, der in das ewige Leben der wie ein Lamm zur quillet. Wir danken dir Schlachtbank geführet und inniglich, für das tröstliche dir bis in den Tod geWort: Es ist vollbracht!" horsam gewesen, ja den dadurch alles erfüllet wor, allerschmählichsten Tod auf den ist, was zu unserer sich genommen h- t? Ach Seligfeit gehöret. Wir gedente doch, o Gott, der danken dir für dein letztes du der Welt Leben be. J Velo 24 gehreft, dein geltebter und einiger Sohn ist's, den du Feftgebete. Am Karfreitage. aus deinem Herzen ge- err, himmlischer Vater, boren und meiner Schwach heit theilhaftig gemacht hast, und welcher unsere Sünden getragen hat. Ach Herr, wende deine Augen auf dieses große Werf deiner Gnade und Gütig, feit. Siehe an deinen lieben Sohn, wie er an seinem ganzen Leibe ausgedehnt und ausgespannt ist. Siehe an seine Hände, wie das Blut daraus wie aus einer Quelle fließet, und vergieb mir gnädiglich die Missethat, die meine Hände be gangen haben. Siehe an, Herr, wie seine Seite durch stochen ist, und erquide mich mit dem Blute, das daraus gefloffen. Siehe an seine Füße, die doch nicht auf dem Wege der Cünde gegangen sind, sondern allezeit in deinem Gefeß gewandelt sind, wie dieselben mit Nägeln durch graben sind, und verleihe mir Gnade, daß meine Füße in deinen Wegen gehen; thue weg von mir den Weg der Bosheit, und laß mich allezeit auf deiner Bahn wandeln, Amen. allmächtiger, ewiger Gott, der du der armen sünd. haften Welt dich erbarmet und um ihretwillen deines eingebornen Sohnes nicht verschonet, sondern ihn für alle in den Tod gegeben hast, auf daß wir durch ihn wiederum möchten ewig leben und selig werden: Dank sei dir für diese deine wunderbare Gnade und Barmherzigkeit, daß du den, der von feiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht hast, auf daß wir in ihm würden die Gerech. tigkeit, die vor Gott gilt. liebster Heiland, Jesu Christ, du warest der Al. lerverachtetste und Un wertheste, voller Krank, heit und Schmerzen. Denn der Herr warf unser aller Sünde auf dich, und also trugest du unsere Krant heit und ludest auf dich unsere Schmerzen; du bist um unserer Misfethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen worden. Die Strafe lag auf dir, auf daß wir Frieden hätten und durch deine Wunden sind wir geheilet. Darum, 1901 Feftgebete. 25 daß dieselben dermaleinst mögen eingehen zum ewigen Leben. Im übrigen beschere uns allezeit ein geduldiges Herz nach deinem Vorbilde, unser Kreuz auf uns zu nehmen und dir willig nachzufolgen, auf daß, so wir mit dir leiden, wir auch mit dir zur Herrlichkeit mögen werden. erhoben Amen. so sei nun auch gelobet| heiligen Wunden und durch immer und ewiglich du uns zu Gute dies alles gethan und deinem himmlischen Vater gehorsam geworden bist bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuze. Erbarme dich noch ferner über uns, deine Erlöseten, und hilf, daß unser feiner verloren werde. Hast du doch dein Leben für uns zum Schuldopfer gegeben; so gieb nun auch deinen heiligen Geist zu unserer Bekehrung, und mache uns gerecht durch deine Er fenntniß, nachdem du unsere Sünde getragen. Wir haben dir Arbeit gemacht in unseren Sünden und Müthe in unseren Missethaten. Hilf aber nun, daß wir nicht ohne Buße sterben oder mit unserem fündhaften Leben dich von neuem freuzigen und durch ungläubige Verachtung dein Blut mit Füßen treten, welches uns reinigen soll von unseren Sünden. Vielmehr aber verleihe uns, daß wir mit geängftetem Geiste und zerschlagenem Herzen dein Leiden und Sterben täglich betrachten, in wahrem und feftem Glauben unsere Zuflucht nehmen zu deinen Dstern. err Jesu Chrift, du starter Löwe vom Stamm Juda, du unüberwindlicher Held, du mächtiger Siegesfürst, du Sündentilger, überwinder des Todes, du Zerstörer der Hölle! Ich sage dir herzlichen Dank für deine steghafte, fröhliche Auferstehung, dadurch du dem Tode die Macht genommen und ewiges, unvergängliches Wesen wieder ans Licht gebracht. Du hast dich bewiesen als ein all. mächtiger Herr, der da hat die Schlüssel der Hölle und des Todes der da auf schließt und niemand zu schließt. Du warest todt. und stehe nun lebest du von Ewigkeit zu Ewigkeit Du hast dein Volf vom 26 Feftgebete. ewigen Tode errettet und aus der| Auferstehung und das LeHölle erlöset. Tod, wo ist ben. Wer an dich glaubt, dein Stachel? Hölle, wo wird leben, ob er gleich ist dein Sieg? Dir sei stirbt. Du bist der GläuDank, daß du uns den bigen Leben, darum können Sieg gegeben hast. Du ste nimmermehr sterben. haft den Tod verschlungen Denn du, ihr Leben, stirbst ewiglich, und alle unsere nicht, darum können sie Thränen von unsern Augen abgewischet. Darum freuet sich mein Herz, und meine Seele ist fröhlich. Denn Gott hat deine Seele nicht in der Hölle gelassen und nicht zugegeben, daß sein Heiliger die Verwesung sehe. Du bist eine Fleine Zeit von Gott verlassen gewesen, aber nun mit Ehren und Schmuck gefrönet. Du bist aus der Angst und Gericht hinweggerissen, wer will deines Lebens Länge ausreden? Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein worden; und das ist vom Herrn ge schehen, und ist ein Wunder vor unsern Augen. Man finget mit Freuden in den Hütten der Gerechten: die rechte Hand des Herrn ist erhöhet, die rechte Hand des Herrn behält den Sieg. Ich werde nicht sterben, sondern leben, und des Herrn Werk verkündigen. Du bist wahrhaftig die ihr Leben nicht verlieren. Ach, mein Herr, du bist hervorgebrochen, wie die schöne Mörgenröthe. Nun giebst du deinen Gläubig deinen Frieden, welcher alle himmlischen Güter in sich begreift, Gottes Huld und Gnade, Vergebung der Sünden, Gerechtigkeit, Sieg, Trost, ewige Freude, ewiges Leben. liebreicher, holdseliger, tröstlicher, lebendiger, ewis ger Friede, du eble Frucht der Auferstehung Jesu Christi: fomm in mein Herz, erfreue meine Seele. Denn über diesen Frieden wird man sich freuen, wie man sich freuet in der Ernte; wie man fröhlich ist, wenn man Beute austheilt. Laß uns auch, Herr, mit dir durch wahre Buße auferstehen. Stehe du in uns auf, lebe du in uns, stege und überwinde in uns die Welt, Sünde, Tod, Teufel und Hölle. Tröste unsre Feftgebete. 27 Seele in Angst und Trau-| vielfältigen, schweren Sünrigkeit durch dein Wort den. Unsere Sünden reuen und den Geist des Friedens. uns von Herzen, und weil Erwede auch am jüngsten du unser aller Vater und Tage durch die Kraft dei liebreicher Gott bist, der ner Auferstehung meinen du dich in deinem Worte Leib zum ewigen Leben. also erklärt haft:„ So wahr Ja, Herr, da wirst du jagen: als ich lebe, ich habe keinen Wachet auf und rühmet, Gefallen am Tode des die ihr schlafet unter der Gottlosen!" so fliehen wir Erde! Denn mein Thau zu deiner inbrünstigen und ist ein Thau eines grünen herzlichen Barmherzigkeit Feldes. Alsdann wird mit demüthiger Bitte: du mein nichtiger, verweslicher, wollest nicht gedenken der sterblicher Leib anziehen Sünden unserer Jugend, Unverweslichkeit, Unsterb- noch aller unserer über. lichkeit, Kraft und Ehre, tretung, sondern vielmehr und wird ähnlich sein eingedenk sein deiner grund. deinem verklärten Leibe; losen Güte, Gnade und denn unser Leben ist in Barmherzigkeit. Ach Vater dir verborgen. Wenn du und Herr! strafe uns nicht aber, unser Leben, wirst in deinem 3orn, züchtige offenbar werden, so werden uns nicht in deinem Grimm. wir auch mit dir offenbar Ach, Herr, sei uns gnädig! werden in der Herrlichkeit. verstoße uns nicht von deiAmen. nem Angesicht, und laß es nicht mit uns gar aus sein: sondern wie sich ein Vater über seine Kinder er barmet, also erbarme du dich auch über uns. Erweise uns deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die auf dich hoffen, und laß uns nicht zu Schanden werden. Sei du unsere Hilfe in den großen Nöthen, die uns betroffen. Ach, Herr Gott Zebaoth, sei du mit Buß- und Bettag. armherziger, ewiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, du Herr Himmels und der Erden: wir arme, elende Sünder bekennen vor deinem allerheiligsten Angesichte, daß wir leider mit unsern Vätern gesündigt, daß wir mißgehandelt und gottlos gewesen mit unsern 28 uns; ach Gott, set du unser Gott! Mache dich auf zu richten, und hilf allen Elenden und Bedrängten auf Erden. Gestatte ja nicht, getreuer Gott und Vater, daß dein Weinberg, den du unter uns gepflanzet haft, verwüstet werde. Stehe auf, Herr, und hilf uns mit deiner starken Hand und allmächtigem Arm, thue wohl diesem und allen anderen Landen, in welchen du mit deinem Wort deine Wohnung hast. lieber Herr und Gott, sei und bleibe du bei und unter uns. Stärke und erweitere dein Reich, das du aufgerichtet hast, denn es ist dein Werk. Erhalte uns und unsere lieben Nachkommen bei reiner, gesunder Lehre und bei gewünschtem Frieden. Verschone unser, o treuer Gott und Vater, mit Krieg, Aufruhr und Empörung, mit Pestilenz und anderen gefährlichenSeuchen. Wende ab alle Theuerung, Mißwachs, schädliches Gewitter und andere Plagen. Erleuchte unsere Herzen, daß wir rechtschaffene, wahre Buße thun, alle wiffentliche und vorsätzliche Sünde fliehen und meiden, hinFeftgebete. gegen dich und dein heiliges Wort stets vor Augen haben, und also dem wohl. verdienten Verderben zeitlich und ewiglich entgehen mögen. Das alles wollest du thun, o treuer, barm. herziger Gott und Vater, um des theuern Verdien, tes und der kräftigen Fürbitte deines geliebten Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn und Heilandes willen. Amen. Himmelfahrt. Heiland, der du aus Liebe zu uns dich aller deiner Herrlichkeit entäußert und Knechtsgestalt angenommen hatteft, und gehorsam worden warest bis zum Tode am Kreuz, dem aber auch Gott einen Namen gegeben hat, der über alle Namen ist, o laß die Kraft deiner Herrlich. feit unsern Herzen bekannt werden, damit auch wir in deinem Namen uns beuger und dir, unserm Könige, dienen und anhangen. Wir danken dir, Herr Jesu, daß du durch deine Himmelfahrt uns den Weg zum Himmel gebahnt unt deines Vaters Herz und aufgeschlossen haft. Dv 3,6 dodon Festgebete. 29 fizest zur Rechten der Kraft, D Herr, vergteb um Gottes, damit dir alle deiner Liebe willen, daß Herzen als ihrem recht- wir so oft von dir und mäßigen Könige unterthan werden sollen. Siehe, hier sind Herzen, worüber du als Herr, als triumphiren- unseren Herzen erfahren der König herrschen und haben. daß wir dir regieren sollst; ach, sende die Ehre geben und uns einen Blick deiner Freund deinem allmächtigen Scep, lichkeit auf uns herab. ter unterwerfen möchten! von deiner Auffahrt zur Herrlichkeit gehört und noch so wenig ihre Kraft in Herr Jesu, gieb uns ein himmlisches Herz, und laß uns durch deine Gnade bewahret werden vor allen eitlen irdischen Gedanken; sammle uns in deiner Gegenwart; stille unser Gemüth durch deine gnadenreiche Mittheilung; laß uns vor deinem Angesichte gesegifet sein. Herr, der bu den rechten Schlüssel der Erkenntniß haft, schließe durch die Salbung deines heiligen Geiftes unsere Augen auf, daß wir sehen mögen die Größe deiner Herrlichkeit und die über schwenglichkeit deinerLiebe; damit wir anfangen mögen, mit ganzem Herzen, Sinn und Gemütbe gen Himmel zu wandeln, vor deinem Angesichte heilig zu leben und dich zu lieben, der du uns so hoch geliebt haft und unendlich liebenswürdig bist. Verherrlichter Jesus, ver. herrliche dich an unseren Herzen. Werde erkannt in deiner Größe, werde geehrt und geliebt von uns, und ziehe ein in unsere Herzen. Laß ste deine Werkstatt sein; schleuß ste auf, daß wir mögen ermuntert werden, dir getroft nachzuwandeln, wie du uns vor angegangen bist und das Ziel erreicht haft. Erhöre unser schwaches Seufzen, o großer Hoherpriester zur Rechten Gottes; erwirb uns fraft deiner Verdienste ein kräftiges Ja und Amen. Amen. Pfingsten. Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen so gnädig und reichlich mit beinem heiligen Geiste am Feste der Pfingsten besucht und begabet haft; geuß auch diesen deinen Geist 80 Feftgebete. und gnädigen Regen über| sammt heiligen Händen, unsere dürre, verschmachtete zu Gott mögen erheben Herzen, erquide doch dein und dich in allen Nöthen Erbtheil und labe die anrufen: und da wir nicht Elenden. Komm, o hei wissen, was wir bitten liger Geist, und ziere uns sollen, noch wie sich's ge. mit deinen so vielfältigen bühret, ach, so vertritt du Gaben, daß wir auch die uns als unser treuer Fürgroßen Thaten Gottes, die sprecher mit unaussprechdurch Jesum Christum ge- lichem Seufzen. Sei unser schehen, wahrhaftig er Schuß und Schatten in kennen und preisen, daß der Noth, unsere Hilfe wir mit neuen Zungen in Trübsal, unser Trost dein Wort reden, rühmen in aller Widerwärtigkeit. und ausbreiten mögen. Komm, du starker Gott, Entzünde uns mit dem und stärke die Schwachen, Feuer deiner heiligen Liebe, lehre die Elenden deinen brenne aus allen sündlichen Weg, hilf auf denen, die Willen, sammt allen an- gefallen sind, bringe zurecht deren fleischlichen Lüsten die Frrenden und erhalte und Begierden: zünde an sie bei deiner rechten Hand. das Licht deiner Wahrheit, Amen. daß wir im Geist und Glauben inbrünstig mit Am Erntefest. rechtem Ernst und Eifer a. Nach reicher Ernte. unſerm Gotte dienen mögen. D du Gott des Friedens, verbinde unsere Herzen mit deinem Bande des Friedens, daß wir in Sanft. muth und Demuth, in Friede und Einigkeit bei einander bleiben und leben. mächtiger Gott, Vater aller Gnade! Wir bringen heute vor deinen Thron unsern demüthigen Dank für deine ewig reiche Liebe, womit du auch in diesem Jahre deine milde Hand über uns aufgethan du Gott der Geduld, und alles, was da lebet, gieb uns Geduld in Leidens mit Wohlgefallen gesättiget zeit und bis ans Ende hast. Deine Güte reicht, Beständigkeit. O du Geist so weit der Himmel ist, des Gebets, erwede unsere und deine Wahrheit, so Herzen, damit wir ste, weit die Wolken gehen. Feftgebete. 31 Du haft vom Himmel uns| von und forderst, wes wird Regen und fruchtbare Bei sein, das wir gesammelt ten gegeben, den Segen haben? D so hilf uns reich unserer Felder uns treulich werden in dir, unserm Gott; behütet und unsere Herzen laß deine Güte uns zui erfüllet mit Speise und Buße leiten und höre nicht Freude. Du hast Großes auf, uns zu segnen. Gieb an uns gethan, des sind ferner fruchtbare Zeiten; wir fröhlich und sagen dir bewahre uns väterlich vor von Grund unseres Herzens Mangel und Theurung und Lob und Dank dafür. Herr, laß uns deinen Segen in was ist der Mensch, daß Frieden und guter Gesunddu sein gedenkest, und des heit genießen. Menschen Kind, daß du dich seiner also annimmst! Dich sollen wir finden und fühlen in deinen Wohlthaten; aber mit tiefer Beschämung müssen wir bekennen, daß wir deiner Gaben nicht werth sind, daß wir deiner oft vergessen, oft ängstlich gesorgt und gezagt, oft den Reichthum deiner Güte verachtet oder mißbraucht haben. Vergieb uns, o Vater, unsere Sünden! Bewahre uns vor dem Leichtsinn, der deine Gebote vergißt, vor der Trägheit, die deine Gnade versäumt, vor der Unmäßigkeit, die deine Güter mißbraucht, vor dem Geiz, der Herz und Hand dem Bruder verschließt. Dein Segen allein machet reich, und niemand lebet davon, daß er viel Güter hat. Wenn du unsere Seele Du machest fröhlich, was da lebet: o so erfreue nach dem Reichthum deiner Liebe auch die Herzen aller Armen, Verlassenen und Betrübten und laß ste inne werden, daß keins vergessen sei von dir. Hilf uns durch beine Gnade, daß wir nicht auf das Fleisch säen, sondern cuf den Geist, damit wir vom Geiste das ewige Leben ernten und in der himmlischen Freudenernte dich reiner und freudiger loben durch Jesum Chri stum, unsern Herrn. Amen. b. Nach Mißernte. Ach gnädiger Gott, lieber Vater in dem Himmel, der du reich bist über alle, die dich anrufen, wir demüthi. gen uns vor dir in wahrer Buße über den Schaden, Love Festgebete. 32 der die Frucht unserer Felder und Bäume dieses Jahr betroffen und so viele Dürftige unter uns in großen Jammer geseget hat, wo bei wir uns einig und allein deiner Erbarmung über lassen. Dank sei deiner ewi gen Treue, die uns immer noch so viel der Güter übrig gelassen, auch so vielen Armen bisher durchgeholfen hat, daß sie nicht verschmachtet sind. Ach, hilf noch ferner um Jesu Christi willen und gieb, daß wir nur alle sammt durch deine Güte und Ernst zu dir gezogen werden. Behüte und vor Sünde und Undant, insonderheit vor Untreue in dem Zeitlichen und vor Mißbrauch deiner Gaben, da durch wir deinen Segen von uns stoßen, und thue uns auch wieder Gutes daß das Land sein Gewächs gebe. Laß keine Theuerung, auch die Unbarmherzigkeit der Menschen nicht über handnehmen. Gieb uns Geduld und stärke unser Vertrauen auf dich, unsern himmlischen Vater, der gesagt hat: Ich will dich nicht verlassen, noch versäumen. Vermehre unsern Eifer nach dem einzig Nothwendigen, davon man lebet, und laß uns im Himmel ewiglich gesättiget werden. Amen. Todtenfest. für! err Gott, der du bist unsere Zuflucht für und Ehe denn die Berge waren, und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigteit zu Ewigkeit, der du die Menschen läsfest sterben und sprichst: Kommet wieder, Menschenkinder! Wir gedenken heute derer, welche du im vergangenen Kirchenjahre aus diesem Leben ab. gerufen hast. Du hast dich, so lange ste auf Erden wan delten, an keinem unter ihnen unbezeugt gelassen, sondern Großes an ihnen allen gethan; nun aber haft du jeden an seinen Ort gehen lassen und giebst ihm nach seinen Werken. Ach lehre uns doch, daß auch unser Leben ein Ende hat, daß du auch uns gar bald vor dein Gericht stellen wirst. Denn unser Leben fährt schnell dahin, als flögen wir davon. Un. sere Jahre sind wie ein Schatten, der bald vergehet. Der Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume auf dem Felde, wenn der Wind da. rüber gehet, jo ist ste nim. Feftgebete. abmer da, und ihre Stätte fennet sie nicht mehr. Wir sind wie ein Gras, das da frühe blühet und bald welk wird und des Abends gehauen wird und verdorret. Es ist nur ein Schritt zwischen uns und dem Tode. Ach, lehre uns doch das bedenken und zeige uns täglich unsere Bergänglichkeit und laß dein Gericht alle zeit vor unsern Augen stehen, auf daß wir flug werden und nicht leben, als ob wir allezeit hier auf Erden zu bleiben hätten, und fein Tag der Rechenschaft wäre. Die Seelen derer, die im vergangenen Jahre in dir und deiner Gnade gestorben sind, sind nun in der Ruhe. Wir aber schweben noch auf dem Meere dieser Welt, umgeben allezeit und überall von Wellen und Klippen. Führe uns sicher hindurch und laß uns auch zu dir gelangen. Gedenke nicht unserer Cünde, sondern vergieb uns um Jefu Chrifti willen und mache unsere Herzen sol. cher deiner Gnade gewiß, auf daß wir dir dienen ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigfeit, die dir gefällig ist. Bewahre uns vor dem Ende der Ungläubigen und UnORGON 83 bekehrten und laß uns nicht aussäen auf das Fleisch, sondern auf den Geist, denn wer auf das Fleisch fäet, der wird von dem Fleische das Verderben ernten: wer aber auf den Geist jäet, der wird vom Geiste das ewige Leben ernten. Verleihe, o barmherziger Vater, daß feiner unter uns ohne Buße sterbe und ohne den selig. machenden Glauben an Je sum Christum, deinen Sohn, der sein Leben zum Löse, gelde für uns gegeben hat und unser Friede ift. Rei. nige uns durch deinen heiligen Geist von allen Wer. ken des Fleisches und er wecke und stärke uns täg, lich zu neuem Eifer in der Heiligung, auf daß wir, wenn du uns rufeft, bereit sein mögen. Mache uns alle zu treuen Knechten und Mägden, die auf ihren Herrn warten. Laß dann, o Gott, deinen heiligen Geist un serer Schwachheit aufhelfen und uns vertreten aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen, der du es alles versteheft, denn du erforschest die Herzen. Dein Licht erleuchte uns, deine Barmherzigkeit führe uns, deine Hand schüße uns, deine Gnade helfe uns und 34 Buß-, Beicht- und Communiongebete. schenke uns den Eingang| dich und in der Liebe zu zu deiner Herrlichkeit. Sei mit uns, o Jesu, wenn der lebte Augenblick nun da ist, und erscheine unsern See len, wie du für uns gelitten, und unsre Sünden getragen hast. Hilf uns, daß wir einen guten Kampf kämpfen und Glauben halten, auf daß wir die Krone des Lebens empfangen. Er halte uns im Glauben an dir und stärke uns auch, gern um deines Namens willen in der Welt zu leiden, so wirst du uns auch, mit dir herrlich sein laffen. Mache uns treu und erfülle dann an uns die Verheizungen, die du den Deinen gegeben hast, daß ste sein sollen, wo du bist, und deine Herrlichkeit sehen. Amen. III. Buß., Beicht- und Communion. gebete. Buße und Beichte. 1. erecht bist du, o Herr, und recht ist dein Gericht. Alle deine Gerichte find gerecht und wahr. Das rum flehe ich zu dir in Demuth, daß du mir nicht thueft nach meinen Sünden, die deine Strafe verdienen, sondern nach deiner großen Barmherzigkeit, die allen Reuigen verzeihen will. Er barme dich meiner und hilf mir nach der Liebe, womit du mich in Jesu, deinem Sohne, geliebet hast, und würdige mich deiner Gnade in dem Verdienste meines Heilandes. Ich bekenne dir meine Ungerechtigkeit und verschwetge nicht, wie die Sünde auf mir laftet. Meine Fehltritte kann ich nicht zählen, und meiner Vergehungen sind viel. Wo soll ich hingehen, mein Gott, wenn du dich nicht zu mir wendest? Wo soll ich mich verbergen, wenn du mir nicht gnädig bist und dich meiner annimmft? Züchtige mich, aber vergieb mir; strafe mich, aber laß mich nicht verloren gehen. Kann auch eine Mutter CON Buß-, Beicht- und Communiongebete. 35 vergessen des Sohnes ihres| Vergebung gewiß sein. DaLeibes, so willst du, o Vater, rum komme ich zu dir und doch mein nicht vergessen. sebe meine Zuversicht auf Darum rufe ich zu dir, und dich und hoffe auf deine fomme vor dein Angesicht, helfende Gnade. und meine Klage hofft Erhörung. Ich habe gesündigt und mein Gewissen verdammet mich, und meine Reue fann nicht genug thun deiner Gerechtigkeit. Ich kann nicht bestehen an jenem Tage, da du alle Werke der Menschen vor Gericht bringest und einem jeglichen geben wirst nach seinen Werken. Dann werde ich verstummen müssen, und meine Sünde wird wider mich zeugen, und meine Ungerechtigkeit wider mich aufstehn. Dann ist all mein Rühmen eitel, und wollte ich mich selbst rechtfertigen, so würde das Beugniß deiner Allwissenheit mich verdammen. Dich soll ich suchen, o Herr, und du willst dich von mir finden lassen. Wenn ich dich rufe, hast du Erhörung zugesagt. Siehe, ich klopfe an, daß du mich aufnehmest und mir dein Angesicht leuchten laffeft. Sei mir gnädig, wenn ich mich deiner Hand übergebe. Benn ich mich dir nahe mit allen meinen Sünden, so verwirf mich nicht. Nimm mich auf und ziehe mich zu dir, daß ich dein sei und bleibe, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Dir, o Vater, befehle ich mich und dem gnädigen Walten deines heiligen Geis stes. Wache über meine Sinne und Gedanken, vertilge alle Hoffart in mir und gieb mir Demuth und Beugung des Herzens.Lehre mich thun nach deinem Willen und laß mich erkennen die Tiefe deiner Güte. Stehet deine Kraft bei mir, so lebe ich, denn ohne dich kann ich nichts thun. Heilest du mich, so wird meine Seele gesund, und sendest du mir dein 3* Doch du, o Herr, willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich befehre und lebe. Du sandtest je fum Chriftum, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. In seinem Tode sollen ste aufleben und Versöhnung empfangen und der PERIPI SO 36 Buß-, Beicht. und Communiongebete. Licht, so wird mich die Fin-| Gewissens und durch ernst. sterniß nicht überwinden. Schaue herab auf mich, o Herr, von der Wohnung deiner Herrlichkeit und lağ alles Dunkel meiner Seele vor dem Strahl deines Glanzes verschwinden. Erfülle mich mit heiliger Liebe und thue mir auf die Schäße deiner Erkenntniß. Alle meine Begierde ist dir be kannt; darum vollende, was du begannst, und was du mich durch die Erweckung deines Geiftes bitten ließest. Ich suche dein Angesicht: wende dein Angesicht zu mir und enthülle mir deine Herrlichkeit. Dann wird meine Sehnsucht gestillt, dann wird meine Freude vollkommen sein. Amen. 2. gütiger, ewiger Gott und tiefer Beschämung und reuerfülltem Herzen trete ich vor dein heiliges Angesicht, um allein in der Gnade Jesu Christi Troft und Kraft zu suchen. Ach, wie vergeblich wähnte ich, durch meine eigene Gerechtigkeit in den Himmel und zu deinem Wohlgefallen zu gelangen. Wie thöricht glaubte ich, burch die Reinheit meines liches Streben vor dir ge recht zu erscheinen. Wohl mochte ich von der Welt rechtschaffen und tugendhaft gepriesen werden, und mein Leben mochte den Schein des Guten in der äußern That zeigen, mancherlei Liebe, Aufopferung, Pflichttreue dem Namen nach von mir geübt werden. Aber, erbarmender Vater, wenn ich im Lichte deines Wortes, wenn ich nach den innersten Triebfedern meines meines Herzens mein Thun prüfe, o wie steht's da gar anders aus! Es war oft nur eitle Selbstsucht, die mich leitete; es war der Drang äußerer Nothwendigkeit; es war der gute Ruf und die Ehre, die ich bei der Welt nicht verlieren wollte, was mich bar aufzuopfern oder zu vollbringen, was doch nur mit Unmuth und Widerwillen meiner Seele von mir gemieden oder geübt ward. Es war nicht Liebe zu dir, nicht Liebe zu meis nem Heilande, nicht lautere, uneigennüßige Liebe zu den Brüdern. Dagegen wohnte Lohnsucht und brennende Begierde nach irdischem Buß-, Beicht- und Communiongebete. 37 Best in meiner Brust.| als nur von deiner Gnade Die Tugend, die christliche Frömmigkeit, war oft auf meinen Lippen, aber nicht in meinem Herzen, das mit irdischen Begierden angefüllt war. Ach, vergieb, lieber himmlischer Vater, vergieb die tiefe Selbsttäuschung, vergieb die schnöde Heuchelet, zu der ich mich verführen ließ. Nun erkenne ich die Wahrheit von dem, was dein Wort sagt: In mir, in meinem Fleisch wohnet nichts Gutes; Wollen habe ich wohl, aber Vollbringen das Gute finde ich nicht." und deinem Verdienst. Laß mich, wie Paulus, von nichts wissen, denn allein von dir, meinem gefreuzigten Heilande. Sei du allein mir Kraft, Hetligung und Gerechtigkeit. Demüthige mein Herz. Laß nicht ab, mich vor allem eignen Verdienst zu entblößen, bis allein dein Name dein Leben, meine Kraft, meine Liebe, meir Troft ist. Erbarme dich deines verirrten Kindes. Der du dich ja stets der Sünder so freundlich und gnädig angenommen, du fannst, du wirst auch mein Flehen nicht unerhört lassen, du mein Herr, mein Licht, meine Wahrheit, Wahrheit, mein ewiges Heil. Amen. Nur dein Geist, nur du, mein Heiland und mein Gott, kannst mir die wahre Liebe geben, ohne die nichts wahrhaft Gutes vollbracht werden fann; nur du den himmlischen Sinn, der dir wahrhaft und mit Freuden nachfolgt. Aber mein eignes Wort ist nichtig, meine Kraft ohnmächtig, was Tugend scheint, nur Böses, denn es ward von der Selbstsucht erzeugt. Bange daher und verloren, tann mein Herz allein in deiner Gnade. allein in deiner Gerechtigkeit o mein Jesu, Ruhe finden. Darum laß mich von nichts rühmen, 3. err mein Gott, ich seufze und flage zu dir, daß ich noch immer so fleischlich und weltlich gesinnt bin, so wenig frei von Leidenschaften, so voll von Regungen der bösen Luft, so unbewacht gegen Schmeichelei der Sinne, so ergeben vielen eitlen Träumereien; so sehr geneigt zum äußern, so nachlässig in Rücksicht auf - - Ps xs s P o P 50.50 Buß-, Beicht- und Communiongebete. 38 das Innere;- so schnell| Geift nicht aufgelegt zur Freude und Zerstreuung, so schwer zu bewegen zur Reue und Zerknirschung; so bereit zur Gemächlichkeit und Fleischeslust, so träge zur Verleugnung meiner selbst und zur Tugendübung; so begierig Neues zu hören und Schönes zu sehen, so - - so schnell Geift nicht von mir. Heiltge mich, reinige mich, und schaffe den schaffe den neuen Menschen, der in Gerechtigkeit und Heiligkeit vor dir wandle. Das thue um deiner Güte willen. Amen. Vor dem heiligen Abendmahl. 1. TAG und Berachtete mir gefallen err Jesu Christ, mein - - zu lassen; so begierig, viel zu haben, so farg im Geben, so hartnäckig im Behalten; so unvorsich tig im Reden, so wenig bereit, zu schweigen; so schnell zur Ruhe, so langsam zur Arbeit;-so munter zu unnüßem Geschwäß, so schläfrig zu frommer Betrachtung;- so schnell zerstreut, so selten ganz geso plößlich zum Born bewegt, so vorschnell zam Verdammen, so schwer im Vergeben; so über müthig im Glück, so verzagt im Unglück;- so voll frommer Entschlüsse und so arm an guten Werken. Schaff' in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewiffen Geist, verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen getreuer Hirt und Bischof meiner Seele, der bu gesagt haft: Ich bin das Brot des Lebens; wer von mir iffet, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubet, den wird nimmermehr dürften. Ich tomme zu dir und bitte dich demüthig, du wolleft mich durch wahren Glauben bereiten und zum würdigen Gaft machen dieser himmDu lischen Mahlzeit. wollest mich, dein armes Schäflein, heute werden auf deiner grünen Aue und zum frischen Waffer des Lebend führen. Du wolleft meine Seele erquicken und mich auf rechter Straße führen, um deines Namens willen. Du wollest mich würdig machen zu deinem Tisch und mir voll einschenken den Becher deiner Liebe und Gnade. Ich Buß-, Beicht- und Communiongebete. 39 armes Schäflein komme| ber, erleuchte mich; als ein zu deiner Weide, zum Brot des Lebens, zum lebendigen Brunnen. Ach, du wahres, füßes Himmelsbrot, er wede in mir einen geistlichen Hunger und hetligen Durst, daß ich nach dir schrete, wie ein Hirsch schretet nach frischem Waffer. Gteb mir ein demüthiges, versöhnliches Herz, daß ich meinen Feinden von Herzensgrund vergebe.Tilge aus meinem Herzen die Wurzel aller Bitterfeit und Feindseligkeit. Pflanze dagegen in meine Seele Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Nächsten, ja alle Menschen in dir lieb habe. Armer, mache mich an meiner Seele reich; als ein Verlorner, suche mich; als ein Verdammter, mache mich selig. Ach, Jefu, treuester Freund meiner Seele, führe mich von mir selber ab, und nimm mich auf zu dir, fa in dich. Denn in dir lebe ich; in mir selber bin ich todt. In dir bin ich gerecht; in mir bin ich eitel Sünde. In dir bin ich selig; in mir bin ich lauter Verdammniß. In dir habe ich volle Ge nüge, du bist mir alles. Amen. 2. err, in Einfalt meines Herzens, in freudigster fester Zuversicht und auf dein Geheiß nahe ich mich zu dir. Du willst, daß ich dich empfangen und in Liebe mich selbst und dir Darum vereinigen soll. Ach, mein Herr, du haft ja selbst gesagt: die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ach, ich bin frank, ich bedarf deiner, als meines himmlischen Geelenarztes. Du hast ja gesagt: fommt her rufe ich deine Güte ar zu mir alle, die ihr müh- und erflebe mir dazu deine felig und beladen seid, ich besondere Gnade, daß ich will euch erquicken von dir ganz durchglühet Herr, tch komme mit vielen und mit Liebe zu dir erSünden beladen, nimm ste füllet werde und um feinen von mir, erledige mich die andern Trost mich weiter ser großen Bürde. Ich fümmere. Ach, von stch tomme als ein Unreiner, selbst sind unsere Herzen reinige mich; als ein Blin-| talt, hart und ohne AnAch Buß-, Beicht und Communiongebete. 40 dacht; durch dich aber er. langen sie glühenden Eifer, Frische des Geistes und andächtigen Sinn. Denn wer fönnte der Quelle allen Trostes sich nahen, ohne einigen süßen Trost hinwegzutragen? Wer fönnte der himmlischen Glut sich nahen, ohne er wärmt zu werden? Und du bist der Quell, du bist das Feuer. Wenn es mir auch nicht vergönnt ist, die der Quelle 3. ch, mein Herr und Gott, was du dich mir giebeft zur Speise und Trank? Ich bin Erde und Asche und ein unrein Gefäß, und du legest so einen edlen Schaß in mich. schöpfen, so will ich doch an den Saum derselben meinen Mund legen und wenigstens einige Tropfen daraus trinken, um meinen Durst zu stillen, und nicht wie groß ist deine Liebe, ganz zu verschmachten. daß du mir ein solches Und wenn ich auch noch Prand derselben giebst, das nicht ganz himmlisch gesinnt nicht größer sein kann im und vom Feuer der Liebe Himmel und auf Erden! zu dir durchdrungen bin, Das Pfand des Geistes so will ich mich doch be- hast du mir zwar gegeben, mühen, inbrünstig zu sein daran tch erfenne, daß ich und mein Herz vorzube. ein Kind Gottes bin. Aber reiten, daß ich wenigstens im Abendmahl giebst du einen Funken göttlichen mir das Pfand deines Feuers durch demüthigen Leibes und Blutes; daran Genuß deines Saframentes erfenne ich, daß du mein erlange. Was mir aber Bruder bist, mein Fleisch fehlt, heiligster Erlöser, und Blut. Welch einen das thue du hinzu nach herrlichen und großen deiner Güte und Gnade. Zeugen meiner Erlösung der du alle Mübseligen giebst du mir im heiligen und Beladenen zu dir rufft. Abendmahl, nämlich dein Ach ich bin mühselig und finde feinen, der mir helfen könnte, als dich, Herr, mein Gott und Erlöser. Darum will ich mich dir befehlen mit allem, was ich bin und habe, damit du mich beschirmest und zum ewigen Leben leitest. Nimm mich auf zum Lobe und Ruhme deines Namens. Amen. dond 41 nung besser stärken und bekräftigen, als indem du mich mit einer unvergänglichen Speise zum ewigen Leben speisest? Buß-, Beicht- und Communiongebete. Blut, welches auf Erden zeuget von unsrer Erlösung, Denn in deinem Leiden und Tode ist alles, was meine Seele erquicken und wonach ste hungern und dürften kann. Ach, bereite mein Herz würdiglich durch wahren Glauben, durch wahre Buße, Liebe und Demuth, zu empfangen diesen großen Schat. Ach, so schmüce meine Seele mit Andacht, mit Glauben, mit Liebe und Demuth und mit zuversichtlicher Hoffnung, und erseße, was daran noch fehlt, dich würdig zu empfangen, durch deine Gnade; und vermehre alle diese Stücke in mir durch dein geistliches Kommen im heiligen Mahle. Denn wie kann mein Glaube beffer gestärket werden als wenn mir Vergebung der Eünden durch Christi Blut versiegelt und ins Herz Frucht deiner Erlösung geschrieben wird? Wie fann in mir die Liebe Gottes und des Nächsten besser vermehrt werden, ale dadurch, daß mich mein Herr und Heiland durch seinen Leib und Blut mit allen Gläubigen vereinigt, und einen Leib aus uns machet? Wie fannst du mir, o lieber Herr, meine Hoff. Ach. Herr, mein Heiland, ich bitte dich demüthig, weil du mein Fleisch und Blut angenommen hast, so laß mich auch alles, was dir wohlgefällt, lieben, deinen Willen laß meinen Willen sein; was dir zuwider ist, laß auch mir zuwider sein. Laß mich auch durch Kraft deines Fleisches und Blutes wil liger und stärker werden, mein Kreuz zu tragen, ge duldig sein in Trübsal, demüthig in Verachtung. sanftmüthig in Beleidigung. brünstig und beständig in der Liebe, andächtig im Gebet, daß ich die Kraft deines Leibes und Blutes in meinem Leben, und die in meinem Glauben alle. zeit empfinden möge. Amen. 4. $ 3 err, mein Heiland, o mein wie dankt dir Herz, daß du im Abendmahl ein Gedächtniß ge. stiftet haft deiner Wunder. Wie stellt das gesegnete Brot mir deinen Leib vor J os se e 42 Buß-, Beicht- und Augen, den du unter bit tern Todesqualen für mich am Kreuze dahingabft. Und in dem gesegneten Kelch sah ich das Blut, daß du zur Versöhnung meiner Sünden vergossen haft und gedenke so deines schweren Communiongebete. hangen als ein Leib und ein Geist. Thue mir nach deiner Verheißung wer mein Fleisch iffet und trinket mein Blut, der bleibet in mir und ich in ihm." Erfülle mich mit deiner Gerechtigkeit, Liebe Leidensganges, und Wahrheit, daß ich immer mehr btr ähnlich werde, von allen Sünden ablaffe und in deiner Nachfolge fortfahre mit der Heiligung in der Furcht Gottes. Ja hetlige mich durch und durch, daß mein Geist, sammt Seele und Leib, unsträflich behalten werden bis auf den Tag deiner Zukunft. Herr, hilf Herr, laß wohlgelingen! Amen. auf dem jeder Schritt mit Schmerz, Schmach, Qual und Marter verbunden war. was hast du für mich gethan, wie theuer bin ich erkauft durch dein kostbares Blut, wie wunderbar errettet durch deinen Opfertod. Aber noch mehr haft du gethan, tch sollVergebung aller meiner Sünden und ewiges Leben erlangen. laß diese Absicht deiner Liebe auch heute ganz in Erfüllung gehen! Sprich an deinem Gnadentische mich los von aller Schuld und Strafe und mache mich auch innerlich gewiß, daß ich als ein versöhnteß und begnadigtes Kind nichts mehr zu fürchten, alles zu hoffen habe. Mache mir so ein Abendmahl auch zu einer neuen Vereinigung mit dir und mit allen Gliedern deines Letbes, daß wir in herzlicher Liebe und Gemeinschaft zusammen Beim Sinnaben zum Tische des Herrn. 1. Herr Jesu Chrift, ob es wohl wahr ist, daß ich nicht würdig bin, daß du unter mein Dach geheft, so bin ich doch bedürftig deiner Hilfe und begierig deiner Gnaden, daß ich möge selig und fromm werden. Nun komme tch in keiner andern Zuversicht, denn daß ich deine süßer Worte gehöret habe, damit du mich zu deinem Tische Buß-, Beicht- und ladeft und sagest mir Unwürdigen zu, ich soll Vergebung der Sünden haben durch deinen Leib und Blut, so ich esse und trinke in diesem Satrament. D lieber Herr, ich weiß, daß deine göttliche Zusage und Wort wahrhaftig sind, daran zweifle ich nicht, und darauf effe tch und trinke ich mit dir. Mir geschehe nach deinen Worten. Amen. Communiongebete. 4. Herr, dein heiliger Leib, der für mich gebrochen wurde, heilige mich in der Kraft deines Todes an Leib und Seele und nähre mich an dem inwendigen Menschen zum ewigen Leben. Dein heiliges Blut, für mich vergoffen, mache mir zu einem stets offenen Zugang den den Gnadenthron Seines Vaters. 5. err Jefu Chrift, dein Brot spetse mich, bein Blut tränke mich. Vom bösen Feinde errette mich, im wahren Glauben er. halte mich, auf daß ich sammt allen Auserwählten dich lobe und preise hier zeitlich und dort ewiglich. Nach dem heilig. Abendmahl. Heb. 1. 43 2. Ser err so du willst, kannst du mich reinigen. Wahr ist es, übel steht der Schade, den niemand heilt als du allein. Ach aber, ach, gteb Gnade, Gnade, laß mich doch nicht verloren sein. Erbarme dich, erbarme bich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. err unser Heiland, du bist das Brot bes Lebens; mit tiefer Em pfindung meinerUnwürdigfett komme ich zu dir. Stärke und erquide mich durch dein heiliges Mahl. Es sei mir ein Mahl des Lebens, des Troftes bei der Menge meiner Sünden, der Heiligung zur Besserung meines Lebens. retcher Herr Jesu Chrift! dir sage ich von Herzen Dant, daß du mich mit der köftlichen und theuren Speise und dem Trank deines hetligen Leibes und Blutes gespeiset und er quicket hast. Ach, wer bin ich, daß du mich Unwürdigen ge. würdiget hast, von deinem Tische zu essen! Ach, wie tönntest du mir doch ein 44 Buß-, Beicht- und Communiongebete. höheres Pfand geben deiner| der Sünden, und sich selbst Liebe und eine größere unwürdig einer so hohen Versicherung meiner Er lösung, der Vergebung der Cünden und des ewigen Lebens? Gieb, daß ich deine große Ehre? Ach, schmücke und ziere meine Seele mit geistlichem Schmud, mit himmlischer Schönheit, mit starkem Glauben, feuriger Liebe nimmermehrvergeffe, Liebe, brennenderHoffnung, deines heiligen Todes ste tiglich gedenke. Dein hei liger Leib und dein theures Blut heilige und segne meinen Leib und meine Seele, und behüte mich vor allen Sünden. Ach, mein Erlöser und Selig. macher, lebe du in mir und ich in dir, bleibe du in mir und ich in dir. Vertreibe aus meinem Herzen alle Untugend; be halte und beste du allein das Haus meines Herzens. mit tiefer Demuth, heiliger Geduld, brünstigem Gebet, holdseliger Canftmuth, sehnlichem Verlangen nach dir allein und nach dem ewigen Leben, daß ich mit dir allein Gemeinschaft habe, ich effe oder trinke, schlafe oder wache, lebe oder sterbe; daß du bei mir und in mir, und ich bei dir und in dir ewig bleibe, mit dir effe und trinke, von dir rede, finge und sage, ohne Unterlaß an dich gedenke; daß ich möge in diesem Glauben einschlafen, am jüngsten Tage fröhlich auferstehen und in die ewige Freude eingehen. Amen. 2. der allmächtiger, barmher. ziger Gott und Vater, du mich nun abermal um deines Sohnes willen zu Gnaden angenommen und deiner Huld und aller himmlischen Gnadenschätze von neuem im heiligen Meine arme Seele bat sich mit dir verbunden als deine Braut und du hast dich mit ihr verlobet und vereiniget in Ewigkeit, und ist nun eine Königin worden, weil du selbst, der König aller Könige, dich mit ihr vermählet hast. Wie sollte sie sich wieder zur Dienstmagd erniedrigen so vieler Sünden und Ünjauberkeit? Wie sollte ste sich thres Adels wieder verluftig machen durch die Eitelkeit und Richtigkeit Buß-, Beicht- und Communiongebete. 45 Abendmahl versichert haft:, ich mich hinfort nicht mehr wie soll ich doch diese hohen verunreinige mit allerlei Wohlthaten vergelten und Sünden und Lastern und mich gegen dadurch mich selbst ver. erzeigen? werflich mache, sondern daß ich solche Greuel von deinem Angesicht wegthue, meine Hand vom Unrechten fehre und nach deinen Ge. boten wandle. Gieb, daß ich hinfort nicht mir selbst lebe, sondern dir und dei nem lieben Sohne Jesu Chrifto, der für mich ge. storben und auferstanden ist und jetzt wiederum mich mit seinem Fleisch und Blut zu einem neuen Leben gespeiset und getränket hat. Gieb, daß ich an meinem Leib und in meinem Geist dich preise und dir diene die ganze Zeit meines Lebens in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir ge fällig ist. Dazu verleihe mir deine göttliche Gnade und Kraft um Jefu Chrifti willen. Amen. Gebet für Confirmanden. dich dankbar Liebster Vater, du forderst ja nichts von mir, als daß ich dich fürchte und in allen deinen Wegen wandle, daß ich dich liebe, dir von ganzem Herzen und von ganzer Seele diene, deine Gebote halte und dir anhange, auf daß es mir wohlgehe; denn es ist mir ja deutlich gesagt, was gut ist, und was du, Herr, von mir forderst: nämlich dein Wort halten, Liebe üben und demüthig sein vor dir. Gieb mir, o Herr, dein Geseß und deine Furcht in mein Herz, daß ich nicht mehr von dir abweiche, sondern deinem Wort und deiner Stimme gehorche, dir treulich und recht schaffen diene und dir allein anhange. Hilf, daß ich den alten Menschen ablege, des Fleisches Geschäfte tödte, hingegen im Geist meines Gemüths mich erneuere und den neuen Menschen anziehe, der nach dir geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Regiere mich, o Vater, mit beinem heiligen Geifte, daß 1. Abba mein Vater! Den schwaches Kind erhebt seine Stimme und will zu dir beten. Du hast mich in Christo, deinem Sohne, schon geliebt, ehe der Welt Grund gelegt ward, und Pi 46 Buß-, Beicht, und Communiongebete.. alle haft zu deinem Kinde mich| so rasch in Sünde fort. erwählet. Du hast meinen reißt. Wie sich ein Vater Namen in das Buch des über Kinder erbarmt, so Lebens geschrieben. Das erbarmest du dich über die, Loos ist mir aufs lieb- so dich fürchten. Darum lichfte gefallen; mir ist ein erbarme dich auch über schön Erbtheil geworden. mich, dein Kind; denn ich Dunendliche Barmherzig- fürchte deinen Namen. feit! die mich aus einem Wasche und reinige mich Kinde der Sünde zu einem durch das Blut Jesu Chrifti, Kinde der Gnade gemacht und pflanze immer mehr hat. Du hast mir in mein armes, schwaches meine Sünden vergeben Herz kindliche Furcht, kindund ste in die Tiefe des lichen Gehorsam, kindliche Meeres geworfen. Du hast Liebe und findliches Verdas geistliche Leben in mir trauen. Befördere das angezündet. Jch darf dich Wachsthum deines gött. meinen Vater nennen, und lichen Lichtes und alle Gnaweil du mein Vater bist, denkräfte in meiner Seele, so werde ich ewiglich dein damit ich munter fortgehe Kind und Erbe sein. Des von Licht zu Licht, von Kraft freuet sich mein Herz und zu Kraft, von Gnade zu meine Seele ist fröhlich Gnade. Mache mich zu dem über deine Güte. Aber, Ende recht begierig nach der mein Vater! stehe, wie ich vernünftigen, lautern Milch schwach bin! Ach! du hast des Evangelii, und laß mir ein gar schwaches Kind an dein Wort süßer werden, mir. Ich bin schwach an denn Honig und Honigseim. Erkenntniß und Erfahrung. Speise mich, mein Jesu, O mein Vater, wie leicht mit deinem Leib und Blut ist es geschehen, daß ein im heiligen Abendmahl, schwaches Kind fällt und damit ich stark werde in umfommt. Ach! darum deiner Gnade. Habe Geleite mich mit deinen duld mit deinem schwachen Augen, und zeige mir den Kinde, wenn ich mich bei deiWeg, den ich wandeln soll. ner Gnadentafel nicht sover. Vergieb mir doch alle halte, wie ich sollte. Laß meine Uebereilung und mich eine zarte Rebe sein allen Leichtsinn, der mich in dir, dem lebendigen Buß-, Beicht- und Communiongebete. 47 vergaß ich dein Wort und dein Gebet zu dir, mein Vater, mein Heiland voll Wie Liebe und Treue! Weinstod, damit ich reich| bar gegen dich; wie oft an Früchten des Glaubens werde. Dheiliger Geift! rufe du das Abba in mir, und gieb beständig meinem Geiste Zeugniß, daß ich ein Kind und Erbe Gottes sei. Hilf meiner Schwach heit auf und stärke mich nach deinem Wort. Abba, mein Vater! erhöre dein armes Kind; so will ich dich preisen in alle Ewigfeit. Amen. waren deine Ermahnungen, deine Gebote, deine Lehren mir zu ernst, zu heilig; forderten, wie ich meinte, zu viel von mir! Wie vergaß ich der wahren Liebe gegen meine Eltern; wie vergaß ich oft alle Mühe, alle Sorge, allen Kummer, den ich ihnen gemacht! Wie war es bald nur Ehrgeiz, bald Stolz, Neid, Mißgunst gegen andere, vor denen ich mich was hervorthun wollte, mich 2. um erstenmal soll ich heute, o allerheiliger Gott, vor dein Antlig treten an heiliger Stätte, vor deinen Altar, um die zu Thätigkeit und größten Segnungen deiner Fleiß aufregte; wie leicht Liebe zu empfangen, um riß mich Muthwillen und mich dir anzugeloben, um Sinnlichkeit hin, deinen mit dir selbst, mein Er- heiligen Willen ganz zu löser, um mit der Kraft versäumen, wohl gar eitler deines Lebens verbunden Luft zu fröhnen! Erbarzu werden. Welche heilige mender Vater, Herr, mein Stunde, welches Vorgefühl Heiland, gedente nicht der des Himmels, welche un- Sünden meiner Jugend, endliche Gnade willst du, sondern gedenke mein nach mein Heiland, mein Gott, mtr gewähren! In mir willst du leben und ich soll in dir sein. Ach, aber wie fühle ich meine Ünwürdigfeit! Wie kann ich diges Herz zu dir nahen? Wie oft war ich undank deiner großen Barmherzigfeit. Tilge die Macht meiner sinnlichen Lust, laß mich allein im Gehorsam gegen dein Wort meine wahre Ehre, darin mein Lebensglück, im Gefühl durch dich geheiligter Kraft fün. Ser 1 X' s Xs Pro Buß., Beicht und Communiongebete. 48 meine wahre Freude, in dir den Führer, den Leitstern meiner Jugend, meines ganzen Lebens er kennen. Stärke mich, denn du kennst fa am besten meine Schwach heit bei Verführung, bei der Täuschung vermeinter Freunde, die dich nicht fennen. Leite meine Wege in einer Welt voll Gefahren, voll Reize für das wankende Herz des Jünglings, mit der ganzen Kraft deiner Weisheit, deiner Treue; zerstöre mir die Freude, die mich von dir abführen könnte. Deine Herrlichkeit, die Wonne vor deinem Antlik fei mein größtes, mein höchstes Ziel. Almächtiger Erlöser, ziehe deine Hand nicht von mir ab, um deines Namens willen. Amen. Am Confirmationstage. err Gott, lieber himm. lischer Vater. Mit Rührung und Dank erhebe ich an dem Tage, an dem ich meinen Taufbund er neuern soll, meine Seele zu dir. Gott, ich bin nicht werth der Barmberzigkeit und Treue, die du mir von meiner frühsten Kindheit an erwiesen haft. Schon als schwaches hilf. loses Kind, als ich von dir und deinem heiligen Walten nichts wußte, hast du dich meiner liebreich angenom. men und mich mächtig beschirmt. Tausend Gefahren drohten meinem Leben, bu haft sie gütig von mir gewandt. Viele ließest du sterben in frühen Jahren, aber mich ließeft du leben und unter treuer Pflege aufwachsen, in der ich dich meinen Schöpfer und Herrn, meinen Gott und Vater und den du ge sandt, Jesum als den Christ und meinen Erlöser kennen gelernt. Nun weiß ich, an wen ich glaube und auf wen ich schon in den ersten Tagen meines Lebens ge tauft bin. Nun weiß ich, wer mich selig macht und in wessen Nachfolge ich wahres Glück und Seelen. frieden finde. Du bist es, Jejus, mein Heiland und mit dir schließe ich heut den Bund, dir Treue zu geloben bis in den Tod bir nachzufolgen auf dem schmalen Wege, deiner Stimme zu gehorchen unter allen Versuchungen und Lockungen der Welt. Stärke mich, das schwache, strauchelnde Kind, das sich so Gebete für Kranke und Sterbende. 49 vieler Schwächen bewußt: Thorheit und Eitelkeit. ist, das nur die stete Ob. Unwahrheit und Trog oft hut und Fürsorge der mächtig in mir sind. Lehre Eltern vor Zügellosigkeit mich hinankommen zu dem bewahrt hat und das mit rechten Mannesalter in Furcht und Zittern daran Christo, laß much fest werbenkt, daß es bald auf den, denn es ist ein föſtsich selbst gestellt sein lich Ding, daß das Herz sol, in eigener Selbst- fest werde, welches geschieht ständigkeit und Freiheit durch Gnade. Deine Gnade die Pfade jeines Lebens stärke mich, deine Gnade zu gehen. Herr, du weißt, behüte mich und mache wie wentg rechter Ernst den heutigen Tag zu einem und wie viel leichter Sinn Tage bleibenden Gegens. noch in mir wohnt, wie Amen. IV. Gebete für Kranke und Sterbende. In Krankheit. 1 Umächtiger Gott himm. lischer Vater weil du uns geboten haft und gesprochen: Rufe mich an in der Noth, so will ich dich erhören und du sollst mich preisen," deswegen schreie ich zu dir in dieser meiner großen Noth, durch Jesum Christum, deinen lieven Cohn, und vitte dich, du wollest mich armen fündigen Menschen nicht verlassen. So nun dieje meine Krankheit nicht zum Tode ist, so hilf mir auf. daß ich genese, um deiner Barmherzigkeit willen, auf daß ich deine Macht und Kraft an mir verfündige und preise. Wo es mir aber nüßlicher ist, zeitlich zu sterben, denn allhier in diesem Jammerthal und elenden Leben zu bleiben, so geschehe. Herr, dein göttlicher Wille, wie im Himmel also auch auf Erden. Ver leibe mir nur Gnade, daß ich mich in deinen Willen, der allezeit der beste ist, gänzlich ergebe. Erhalte s X i X s T s PP 50 Gebete für Kranke und Sterbenbe. ein mich fest im christlichen| lassen, noch versäumen." Glauben und wahrer Er. Du willst nicht, daß ich fenntniß bis an mein Ende. mein gegenwärtiges Leiden Laß mich von dir nimmer- gering schäßen, oder unmehr abgeschieden werden, empfindlich dagegen sein sondern nimm meine Seele soll. Aber gteb auch, daß zu dir in dein Reich, durch ich dasselbe nicht als deinen lieben Sohn, Jesum Zeichen deines Zornes und Chriftum, unfern Herrn. deiner Ungnade ansehe, sonAmen. dern solches als eine weise 30000 und väterliche Züchtigung, so von deiner Hand kommt, verehre. Laß mich fest überzeuget werden, daß diese Krankheit nach deiner weisen Fügung mein wahres Seelenheil und den christlichen Vorsaß beför. dern muß, am meisten nach dem zu trachten, was droben ist. Gteb mir aber auch den freudigen Trost, daß du zwar Wunden schlägst, sie aber auch wieder heilest, und daß der Lohn derer, die in Trübfal aushalten, groß sein wird. Erwecke mich dabei, immer auf das Vorbild meines Erlösers zu sehen, der dir gehorsam war bis zum Tode, ja bis zum Tod am Kreuz: damit ich nach seinem Erempel wahre Gelassenheit und Geduld beweise, und von dir und deiner Huld nicht geschieden werde. Amen. 2. nendlich gütiger, und barmherziger Gott, der du der Arzt der Kranken, der Trost der Betrübten und die Zuflucht der Verlaffenen bift! Ich bekenne und klage dir mit innigster Reue das Verderben meines Herzens, welches sich bei meiner anhaltenden Krant heit so oft durch Ungeduld, Mißtrauen und Kleinmüthigkeit reget. Vergieb es mir um Chrifti willen, wo ich irgend durch ängstliches Zagen und Murren mich an dir verfündigt habe, und schenke mir die Geduld, die mir so nöthig ist. Laß mich oft an deine Ver heißungen gedenken, und laß mich die Kraft derselben an meinem Herzen erfahren, damit ich mit fester Ueberjeugung glaube: Du werbeft meiner nicht vergessen, du werdest mich nicht ver Gebete für Kranke und Sterbende. BORGO 51 Gott, mein Erlöser. Auf diese laß mich allein leben und sterben in ernster Buße. Fa, laß mich an dich, o Jesu, glauben, damit ich den Tod nicht sehe ewiglich. Amen. Ach löse du, o mein Erlöser, alle Bande meiner Sünden auf, daß ich ritterlich ringe und mit dir frei und getroft eindringe durch den Tod ins Leben. in In Todesnoth. wiger Gott, du barmherziger und getreuer Schöpfer, stehe, ich stehe nun vor der Pforte der Ewigkeit. In wenig Stunden oder Augenbliden bin ich vielleicht schon aus dieser sichtbaren Welt ge schieden. Ach, verlasse mich in doch nicht diesem schweren Durchgang. Ach, ch barmherziger, gütiger sei mein Geleitsmann auf dem Wege zu dir! Ach, Jesu, du Sohn David, erbarme dich mein! Ach, du Lamm Gottes, daß der Welt Sünde trägt und wegnimmt, sei mir gnädig und gieb mir deinen Frie Jesu, bleibe bei mir, den! Ach, thue mir auf die Thüre der Gnaden. Ach, schließ auf dein Paradies, das durch die Sünde verschlossen ist, und nimm mich aus Gnaden ein, wie den belehrten Schächer, denn du haft die Schlüssel der Hölle und des Lodes. meinem Leid und in meiner Todesstunde; o mein Gott, du bist ja allezeit mein gnädiger Gott und mein Beistand gewesen, ach, bleibe es auch jetzt. es will bend werden und der Tag meines Lebens hat sich geneigt. Dwerther, heiliger Geist, stärke mich, erhalte mich in festem Glauben bis an mein Ende, erleuchte mich zum ewigen Leben. Ich will auf Jesu Blut und Wunden sterben: dem lebe ich, dem sterbe ich; auf sein Verdienst verlasse ich mich. Amen. Gebete dem Sterbenden vorzusagen. 1. 2. Ich weiß sonst keine zu. Wie der Hirsch schreiet Zu- nach frischem Wasser, flucht, noch Rath im Him- so schreiet meine Seele, mel und auf Erden, als deine lautere Gnade, o Gott, zu dir, meine Seele dürftet nach Gott, nach 52 Sprüche für Leidende. dem lebendigen Gott; wann| Hand, du leitest mich nach werde ich dahin kommen, deinem Rath und nimmst daß ich Gottes Angesicht schaue? Jesu, du Licht meiner Seelen, wenn meine Augen wollen dunkel werden, so laß in meiner Geele aufgehen die himmlische Klarheit; weiche nicht von mir, wenn meine Augen brechen; zeige mir alsdann deine Gestalt und laß mich sehen dein Bild, wie du dich am Kreuze zu Tode geblutet haft. Ob ich schon wandre im finstern Thal, fürchte ich doch kein Unglück, denn mein Jesus ist mich endlich zu Ehren an.Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß hilf mir, mein Heiland und Herr, ich weiche nicht von dir, ach, bleibe du auch bet mir. Jesu, wenn mein Kampf angeht, so hilf mir ringen, so hilf mir stegen und überwinden; wenn die Angst meines Herzens groß wird, so führe mich aus meinen Nöthen. Ich bin ja dein Eigenthum, darum führe mich durch alle Angst hindurch zur Freude, zur Wonne, zur Herrlichkeit. Bist du mit mir, so fürchte ich mich nicht, so bin ich selig, so werde ich zur Freude eingehen. Amen. et mir. Ja, mein Jesu, pletbe bei mir, stärke mich im Glauben und laß mich dein Eigenthum sein, hie zeitlich und dort ewiglich. Amen. 4. 3. Dennoch bleibe ich stets err Jefu, dir leb' ich Herr Jesu, dir sterb' an dir, denn du hältst tch, Herr Jesu, dein bin mich bei meiner rechten ich todt und lebendig. Amen. Sprüche für Leidende. 1. Sam. 2. Der Herr tödtet und machet lebendig führet in die Hölle und wieder heraus. Sein Rath ist wunderbar und führet es herrlich hinaus. Jef. 28. Math. 10. Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folget mir nach, der ist mein nicht werth. Liturgie. 53 2. Tim. 2. Letbe dich als ein guter Streiter Jesu Christi. So femand auch kämpfet, wird er doch nicht gekrönt, er kämpfe denn recht. Alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünfet uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein, aber darnach wird ste geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen bie dadurch geübt sind. br. 12. Zweite Abtheilung. I. Liturgie. geliebt, daß er seinen ein. gebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glau. ben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Amen!( Oder einen ähnlichen Spruch.)- Geistlicher: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Unsere Filfe sei im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. All Larmherziger Gott und Vater! In tiefer Demuth erkennen und bekennen wir vor dir unsere vielfachen Sünden und Vergehungen. Siehe erbarmend auf uns nieder und vergieb uns Reuigen alle unsere Gün. den, um des Verdienstes deines lieben Sohnes, unfers Heilandes, Jesu Christi willen Amen. Chor: Amen. Geistlicher: Also hat Gott die Welt Höhe! - Chor: Ehre set dem Vater und dem Sohne und dem hei. ligen Geiste. Amen. Geistlicher: Herr, erbarme dich unser und sei uns gnädig! Chor: Kyrie eleison! Chrifte eleison! Kyrie eleison. Geistlicher: Ehre sei Gott in der TAREX ATAT PAPP 54 Mp Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen; Amen. Amen. Amen. Geistlicher: Der Herr sei mit euch! Chor: Und mit deinem Geifte. Liturgie. Geistlicher: Spricht ein Gebet als Einleitung zur Sonntagsepiftel. Chor: Amen. Geistlicher: Verlieft die Sonntagsepiftel. Halleluja. Chor: Halleluja. Geistlicher: Verlieft das Evangelium. Gelobt seist du, o Christus. Chor: Amen. Geistlicher: Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfers Himmels und der II. Die yrie, eleison! Christe, eleison! Kyrie, eleison! Christe, erhöre uns! Erden und an Jesum Christum, seinen eingebor. nen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geiste; geboren von der Jungfrau Maria; gelitten unter Pontio ben und begraben; nie. Pilato; gekreuziget, gestor. dergefahren zur Hölle; am dritten Lage wieder auferstanden VON den Todten, aufgefahren gen Himmel; sthet zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Ich glaube an den heiligen Geist; eine heilige, allgemeine chrift. liche Kirche; die Gemeinschaft der Heiltgen; Vergebung der Sünden; Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Chor: Amen. Amen. Amen. Litanei. Erbarm' dich über uns! Herr, Sohn Gottes, der Welt Hetland, Erbarm' dich über uns! Herr Gott, Vater im Him- Herr Gott, heiliger Geift! mel Erbarm' dich über uns! Ettanet. Sei uns gnädig! Verschon' uns, Herre Gott! Sei uns gnädig! Hilf uns, lieber Herre Gott! Vor allen Sünden, Vor allem Irrsal, Vor allem Hebel, Vor des Teufels Trug und List, lieber Vor bösem, schnellen Tod, Vor Pestilenz und theurer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Feu'r- und Wassersnoth, Vor Hagel und Unwetter, Vor dem ewigen Tod. Behüt' uns, lieber Herre Gott! Durch deine heilige Geburt Durch deinen Todeskampf dond und blut'gen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod, Durch dein heiliges Aufer. stehn und Himmelfahrt, In unserer letzten Noth, Am füngsten Gericht Hilf uns, lieber Herre Gott! Wir armen Sünder bitten, du wollst uns erhören, lieber Herre Gott, Und deine heilige chriftliche Kirche regieren und führen, dastimal 55 Alle Bischöfe, Pfarrherren und Kirchendiener im heilsamen Wort und hei. ligen Leben behalten, Allen Rotten und Aergerniffen wehren, Alle Irrige und Verführte wiederbringen, Den Satan unter unsre Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und BIB. den helfen und trösten: Erhör' uns, lieber Herre Gott! Allen christlichen Königen und Fürsten Fried' und Eintracht geben, Unserm König steten Sier wider seine Feinde gön Unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen, Unsern Rath und Gemeine segnen und behüten: Erhör' uns, lieber Herre Gott! Allen, so in Noth und Ge fahr sind, mit Hilf' erjcheinen, Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangenen los und ledig laffen, Pi Xs Ts Poppe 56 Passion. Alle Witwen und Waisen| O Jesu Thrifte, Gottes Sohn, vertheidigen und ver forgen, Erhör' uns, lieber Herre Gott! Aller Menschen dich er barmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und ste befehren, Die Früchte auf dem Lande ſegnen und bewahren, Und uns gnädiglich erhören. Erhör uns, lieber Herre Gott! stya ug O du Gotteslamm, Sa: der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! D du Gotteslamm, das der Belt Sünde trägt. Verleih uns steten Fried'! Christe, erhöre uns! Kyrie, eleison! Christe, eleison! Kyrie, eleison! Amen! III. Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi nach den vier Evangelisten jur täglichen Erbauung für die gesammte Pafftonszelt geordnet. Erste Woche. L dink Es war aber nahe das Fest der süßen Brote, das da Ostern heißet. Und Jesus sprach zu seinen Jün. gern: Ihr wisset, daß nach zween Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überantwortet wer den, daß er gefreuziget werde Da versammelten sich die Hohenpriester und Schrift. gelehrten und die Aelteften im Volt in dem Balast des Hrhenpriesters, der da hieß Kaiphas, hielten einen Rath und sprachen: Was thun wir? Dieser Mensch thut viel Zeichen. Lassen wir ihn also, so werden sie alle an ihn glauben. So fommen dann die Rö. edend Passion. 57 mer und nehmen und Land sein Haupt, da er zu Tisch und Leute. Einer aber jaß. unter ihnen, Kaiphas, der desselben Jahrs Hoherpriefter war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts, bedenket auch nichts; es ist uns beffer, ein Mensch sterbe für das Volk, denn daß das ganze Volt verderbe. Sol. ches aber redete er nicht von sich selbst, sondern die weil er deffelbigen Jahrs Hoherpriester war, weiß sagte er. Denn Jesus sollte fterben für das Volk; und nicht für das Volk allein, sondern daß er die Kinder Gottes, die zerstreuet waren, zusammen brächte. Von dem Tage an rathschlagten ste, wie ste Jefum mit 2ften griffen und tödteten; denn sie fürchteten sich vor dem Volt Ste sprachen aber: Ja nicht auf das Feft, daß nicht ein Aufruhr werde im Volt. Da das seine Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Was soll doch dieser Unrath? Man könnte dieses Wasser mehr denn um dreihundert Groschen verkauft haben und dasselbe den Armen geben. Und murreten über ste. Da das Jesus merkete, sprach er zu ihnen: Laffet sie mit Frieden, was befümmert ihr das Weib? Sie hat ein gut Wert an mir ge than. Ihr habt allemal Arme bei euch; und wann ihr wollet, fönnet ihr ihnen Gutes thun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat gethan, was sie ge fonnt. Denn daß sie das Wasser hat auf meinen Leib gegoffen, damit ist sie zuvorgekommen, meiner Leichnam zu salben zu mei nem Begräbniß Währlich ich fage euch, wo dies Evangelium gepredigt wird, in aller Welt, da wird mar auch das sagen zu ihrem Gedächtniß. was ste jeßt gethan hat. II. Und da nun Jesus war zu Bethania im Hause Simonts, des Aussäßigen, trat zu ihm ein Wetb, das hatte ein Glas mit unge. fälschtem köstlichen Nardenwasser, und sie zerbrach das Glas und goß es auf III. Es war aber der Satanas gefahren in den Judas, genannt Jscharioth, der da 997 58 Passion. war aus der Zahl der| halten! wo ist das GaftZwölfe. Und der ging hin haus, darinnen ich das und redete mit den Hohenpriestern und mit ben Hauptleuten, daß er ihn verriethe, und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will thn euch verrathen. Da ste das höreten, wurden sie froh und ste boten ihm dreißig Silberlinge, und er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. Osterlamm effen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal zeigen; daselbst bereitet es. Gie gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten bas Ofterlamm. IV. Aber am ersten Tage der süßen Brote, auf welchem man mußte opfern das Ofterlamm, traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und dir bereiten das Osterlamm zu essen? Und er fandte Petrum und Johannem und sprach: Gehet hin in die Stadt; stehe, wenn ihr hineinfommt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wassertrug: folget ihm nach in das Haus, da er hineingehet, und faget zu dem Hauswirth: Der Meister läßt dir sagen, meine Zeit ist herbei kommen; ich will bei dir Ostern V. Und am Abend kam er, und setzte sich zu Tisch mit den zwölf Aposteln, und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlanget, bied Ofterlamm mit euch zu effen, ehe denn ich leide; denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon effen werde, bis daß erfüllet werde im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankete und sprach: Nehmet denselbigen und theilet ihn unter euch; ich werde nicht trinken von dem Gewächse des Weinstocks bis an den Tag, da ichs neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. VI. Und indem sie aßen in der Nacht, da er verrathen ward, nahm der Herr Jesus das Brot, dankete und brach's und gab's den Jün, Passion. gern und sprach: Nehmet, effet; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Deffelbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergoffen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihr's trinket, zu met nem Gedächtniß. Und ste tranken alle daraus. VII. Vor dem Fefte aber der Oftern, das ist, auf den selbigen Abend, da Jesus erkennete, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater; wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er ste bis ans Ende. 59 er von Gott kommen war und zu Gott ging; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, nahm einenSchurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Beden, hob an den Jüngern die Füße zu waschen und trocknete ste mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Betro; und derselbe sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? antwortete und Jesus sprach zu ihm: Was ich thue, das weißest du jetzt nicht; du wirst's aber hernach erfahren. Und nach dem Abendeffen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ficharioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß thm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so haft du keinen Theil an mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße alleine, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle retn. 60 Passton. Da er nun thre Füße, Apoftel größer, denn ber gewaschen hatte, nahm er ihn gesandt hat. feine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wisset thr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr und faget recht daran; denn ich bin's auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollet ihr auch euch untereinander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, was ich euch ge than habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der So ihr solches wiffet, selig seid ihr, so ihr's thut. Nicht sage ich von euch allen; ich weiß, welche ich erwählet habe, sondern daß die Schrift erfüllet werde: Der mein Brot iffet, der tritt mich mit Füßen. Jeßt sage ich's euch, ehe denn es geschiehet, auf daß, wenn es geschehen ist. ihr glaubet, daß ich's bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Bweite Woche. I. Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geist und sprach: Wahrlich wahrlich, ich sage euch, einer unter euch, der mit mir isset, wird mich verrathen. Siehe, die Hand meines Verräthers ist mit mir über Tische. Und die Jünger wurden sehr traurig, sahen sich untereinander an, und ward ihnen bange von welchem er redete. Und ste fingen an zu fragen unter sich selbst: Welcher es es doch wäre unter ihnen, der das thun würde, und sagten zu ihm. einer nach dem andern: Hert, bin ich's? und der andere: Bin ich's? Er antwortete und sprach zu ihnen: Einer aus den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verrathen. Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie es beschlossen Passion. und von ihm geschrieben ist; doch wehe dem Men schen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird. Es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch noch nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ich's Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zuTische saß an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte. Dem winkete Simon Petrus, daß er forschen follte, wer es wäre, von dem er sagte. Denn der felbige lag an der Brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr, wer ist's? Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Biffen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein, und gab ihn Juda Simonis scharioth. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. 61 er den Armen etwas gebe. Da er nun den Biffen ge nommen hatte, ging er so bald hinaus. Und es war Nacht U Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, daß thue bald. Dasselbige aber wußte niemand über dem Tische, wozu er's ihm sagte. Etiche meineten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns Noth ist auf das Fest; oder, daß II. Da aber Judas hinaus. gegangen war, erhob sich ein 3ant unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den Größten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißt man gnädige Herren; thr aber nicht also; sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmite wie ein Diener. Denn welcher ist der Größte? der zu Tische ist, oder der da dienet? It's nicht also, daß der zu Tische sist? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Thr aber seid's. die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich be scheiden, wie mir's mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinten sollt über meinem Tische in meinem Reich, und then auf Stühlen und richter die zwölf Geschlechter Jsrael. REX s Trg 1050 Bafftont. 62 Da spricht aber Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verkläret, und Gott ist verkläret in ihm. Jst Gott verkläret in ihm, so wird ihn auch Gott verflären in ihm selbst und wird ihn bald verklären. Liebe Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich fuchen; und wie ich zu den Juden sagte, wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen. Und ich sage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereinander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß auch ihr einander lieb habet. Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so thr Liebe untereinander habt. mich lassen? Simon, Simon, stehe, der Satanas hat euer begehrt, daß er euch möchte sichten wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, auf daß dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dermaleinst dich bekehrest, so stärke deine Brüder. Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängniß und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Wahrlich, wahrlich, Petrus, ich sage dir, der Hahn wird heute nicht frähen, ehe denn du dreimal verleugnet hast, daß du mich kennest. IV. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: III. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo geheft du hin? Jesus antwortete te keinen. Da sprach er thm: Da ich hingehe, kannst zu ihnen: Aber nun, wer du mir für diesmal nicht einen Beutel hat, der nehme folgen; aber du wirst mir ihn, desselbigen gleichen hernachmals folgen. Petrus auch die Tasche; wer aber spricht zu ihm: Herr, warum nicht hat, verkaufe sein kann ich dir diesmal nicht Kleid und kaufe ein Schwert. folgen? Ich will mein Denn ich sage euch: Es Leben für dich lassen. muß noch das auch vollendet Jesus anwortete thm: werden an mir, das ge Solltest du dein Leben für schrieben stehet: Er ist Bafftont. 63 unter die übelthäter ge-| sterben müßte, wollt' ich rechnet. Denn was von dich nicht verleugnen. mir geschrieben ist, das hat Deffelbigen gleichen sagten ein Ende. Ste sprachen auch alle Jünger. aber: Herr, stehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. VI. V. Solches redete Jesus und hob seine Augen auf gen Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist hier, Und als ste den Lobge- daß du deinen Sohn versang gesprochen hatten, flärest, auf daß dich dein ging Jesus hinaus nach Sohn auch verkläre; gleichjeiner Gewohnheit, über wie du ihm macht haft geden Bach Kidron an den geben über alles Fleisch, Olberg. Es folgten ihm auf daß er das ewige Leben aber seine Jünger nach. gebe allen, die du ihm geDa sprach er zu ihnen: geben hast. Das ist aber In dieser Nacht werdet das ewige Leben, daß ste ihr euch alle an mir ärgern. dich, daß du allein wahrer Denn es stehet geschrieben: Gott bist, und den du gesandt Ich werde den Hirten haft, Jesum Christum erschlagen, und die Schafe tennen. Ich habe dich der Herde werden sich verkläret auf Erden und zerstreuen. Wenn ich aber vollendet das Werk, das du aufstehe, will ich vor euch mir gegeben hast, das ich hingehen in Galiläa. Pe- thun sollte. Und nun ver trus aber antwortete und fläre mich du, Vater, bei sprach zu ihm: Wenn sie dir selbst, mit der Klarheit, auch alle sich an dir ärgerten, die ich bei dir hatte, ehe so will ich doch mich die Welt war. nimmermehr ärgern. Je- sing sus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal frähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich mit dir auch VII. Ich habe deinen Namen offenbaret den Menschen, die du mir von der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du haft ste mir gegeben, und sie haben Po Passion. 64 dein Wort behalten. Nun wissen ste, daß alles, was du mir gegeben hast, hab' ich ihnen gegeben; und ste haben's angenommen und erkannt wahrhaftig, daß ich von dir ausgegangen bin, und glauben. daß du mich gesandt hast. Ich bitte für ste, und bitte nicht für die Welt, sondern für bie, so du mir gegeben hast; denn sie sind dein. Und alles was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verklärt. Und ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt; und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte ste in deinem Namen, die du mir gegeben hast, daß sie Eines feien, gleichwie wir. Dieweil ich bei ihnen war in der Welt, erhielt ich sie in deinem Namen. Die du mir gegeben haft, die habe ich bewahret, und ist feiner von ihnen verloren, ohne das verlorne Kind, daß die Schrift erfüllet würde. Nun aber komme ich zu dir und rede solches in der Welt, auf daß ste in ihnen haben meine Freude vollkommen. Sch habe ihnen gegeben dein Wort, und die Welt haffet sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie denn auch ich nicht von der Welt bin. Sch bitte nicht, daß du ste von der Welt nehmest, sondern daß du ste bewahrest vor dem Uebel. Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige fie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. Gleichwie du mich gesandt haft in die Welt, so jende ich sie auch in die Welt. Ich heilige mich selbst für fle, auf daß auch ste ge. heiliget seien in der Wahr. heit. Dritte Woche. I. Sch bitte aber nicht allein für ste, sondern auch für die, so durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß sie alle Eines seien, gleich wie du Vater, in mir, und ich in dir; daß auch ste in uns Eines seien, auf daß die Welt glaube, du habest mich gesandt. Und ich hab' ihnen gegeben die Paffion. 65 mir| sprach Jesus zu ihnen: ste Seget euch hier, bis daß ich dort hingehe und bete. Und er nahm zu sich Petrum und Jakobum und Jo. hannem, die zween Söhne Zebedäi, und fing nun an zu trauern und zu zitternundzu zagen. Und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibet hier und wachet mit mir; betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf und kniete nieder, fiel aufsein Angesicht auf die Erde und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber ginge, und sprach: Abba,' mein Vater, es ist dir alles möglich, überhebe mich dieses Kelches: doch nicht, was ich will, sondern was du willst. Herrlichkeit, die du gegeben haft, daß Eines seien, gleichwie wir Eines sind. Ich in ihnen und du in mir, auf daß sie vollkommen seien in Eines, und die Welt er. kenne, daß du mich gesandt haft und liebest ste, gleich wie du mich liebest. Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, daß sie meine Herrlichkeit sehen, bie du mir gegeben hast. Denn du hast mich geliebet, ehe denn die Welt gegründet ward. Gerechter Bater, die Welt fennet dich nicht; ich aber kenne dich; und diese erkennen, daß du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen fund gethan und will hinen fund thun, auf daß die Liebe, damit du mich liebest, sei in ihnen, und sich in ihnen. disi? ng bats II Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane. Da war ein Garten, darin ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch; denn Jesus. versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Da 191LUTIS Und er kam zu seinen Jüngern und fand ste schlafend. Und sprach zu Petro: Simon, schläfest du? vermöchtest du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. Zum andernmal aber ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater ,, 5100 X i X s T s P song Passton.d And Histbila@ III.spog Und alsbald, da er noch redete, stehe Judas, der 3wölfen einer, da er nun zusich genommendieSchaar, und Diener der Hohenpriester und Pharisäer, der Aeltesten und Schrifts gelehrten, ging er zuvor der Schaar, und kommt dahin mit Fackeln, Lampen, Schwertern und Stangen. 66 A ist's nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn; so geschehe dein Wille. Und er kam und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafes, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ ste und ging abermal hin und betete zum drittenmale dieselben Worte und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Reich von mir; doch nicht mein, sondern dein Willegeschehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkete ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wieBlutstropfen, die fielen auf die Erde. Und er stand auf von dem Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand ste schlafend vor Traurigfeit. Und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet thr? Es ist genug. Siehe, die Stunde ist kommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände; stehet auf und laßt uns gehen; stehe, der mich verräth, ist nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich füssen werde, der ist's: den greifet. Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen fuchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus spricht zu ihnen: Ich bin's. Judas aber, der ihn verrieth, stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bin's, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Sch hab's euch gesagt, daß ich es sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen. Auf daß das Wort erfüllet Passton 67 rodol würde, welches er sagte:| du, daß ich nicht könnte Ich habe der feinen ver- meinen Vater bitten, daß loren, die du mir gegeben haft. DEC Und Judas nahte sich zu Jesu, ihn zu küssen, und alsbald trat er zu ihm und sprach: Gegrüßet seieft du, Rabbi, und küffete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du kommen? Juda, verräthst du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten ste hinzu und legten die Hände an Jesum und griffen ihn. er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift er füllet? Es muß also ge schehen. Und er rührete sein Ohr an und heilete ihn. IV. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein recht Dhr ab; und der Knecht hieß Malchus. i Jesus aber antwortete und sprach: Laffet ste doch so ferne machen. Und sprach zuPetro: Stecke dein Schwert in die Scheide, denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umfommen. Oder meinest V. duzu der Stunde sprach Jesus zu denHohenpriestern und Hauptleuten des Lempels und den Aeltesten, die über ihn kommen waren: Ihr seid, als zu einem Mörs der, mit Schwerter und mit Stangen ausgegangen, mich zu fahen; ich bin doch täglich gesessen bei euch und habe gelehret im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich gelegt; aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsterniß, auf daß die Schrift erfüllet würde. Das ist aber Alles geschehen, auf daß erfüllet würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jüng ling, der folgete ihm nach, der war mit Leinwand be. kleidet, auf der bloßenhaut; 5* Velo 68 und die Jünglinge griffen ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren und floh bloß von ihnen. VI. Die Schaar aber, und sider Oberhauptmann und die Diener der Juden nahmen Jesum und banden ihn, und führeten ihn aufs erste zu Hannas; der war Kaiphas Schwäher, welcher des Jahrs Hoher priester war. Es war aber Kaiphas, der den Juden mrieth, es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk, Passion. 116. 100 D I. Und der Hohepriester fragte Jesum um seine Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast. Petrus aber stand draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Thürhüterin und führte Betrum hinein.d Es standen aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlfeuer gemacht mitten im Palaft; denn es war kalt, und wärmeten sich. Betrus aber stand auch bei ihnen und wärmete sich, auf daß er sehe, wo es hinaus Und sie führeten ihn zu wollte. Die Magd aber dem Hohenpriester Kaiphas des Hohenpriesters, die ( das ist, zum Fürsten der Thürhüterin, sahe Petrum Priester), dahin alle Hohe- bei dem Licht, da er sich priester und Schriftgelehrten wärmete, und sahe eben und Aeltesten sich versam- auf ihn und sprach: Und melt hatten. Sond VII. du warst auch mit dem Jesu von Nazareth aus Simon Petrus aberfolgte Galiläa. Bist du nicht Jesu nach von fern und auch dieses Menschen Jünein anderer Jünger bis in ger einer? Er leugnete den Palast des Hohen- aber vor allen und sprach: priesters. Derselbige Jün- Weib, ich bin's nicht. Sch ger war dem Hohenpriester kenne ihn nicht, weiß auch bekannt, und ging mit nicht, was du sageft. Vierte Woche. Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete ihm: Ich habe frei öffentlich geredet gogor Passton. vor der Welt. Ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammen kommen, und habe nichts im Winkel geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich geredet habe. Siehe, dieselben wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, Sie dabei standen, Jesu einen Badenstreich und sprach: Sollst du demHohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es böse sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? Und Hannes hatte ihn gebunden gesandt zu dem Hohenpriester Kaiphas. si todo 69 sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er leugnete abermal und schwor dazu und sprach: Mensch, ich bin's nicht, und ich kenne auch den Menschen nicht. II. Simon Petrus aber stand und wärmete stch. Und über eine kleine Weile, nach dem ersten Verleugnen, als er hinaus ging nach dem Vorhofe, frähete der Hahn. Und eine andere Magd sahe ihn und hob abermals an zu sagen zu denen, die dabei standen: Dieser war auch mit Jesu von Nazareth. Da sprachen und über eine kleine Weile, bei einer Stunde, bekräftigte ein anderer mit denen, die da standen, und sprach: Wahrlich, du bist auch der einer, denn du bist ein Galiläer, denn deine Sprache verräth dich. Spricht des Hohenpriesters Knechte einer, ein Gefreun deter des, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sahe ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, frähete der Hahn zum andernmal. Und der Herr wandte sich und sahe Betrum an. Da gedachte Petrus an das Wort Jesu, das er zu ihm gesagt hatte: Ehe denn der Hahn zweimal frähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinete bitterlich. 70 APA XX gsbich Baffton. III. Ich beschwöre dich bei dem Die Hohenpriester aber lebendigen Gott, daß du und Aeltesten und der ganze Rath suchten falsch Beugniß wider Jesum, auf daß ste ihm zum Tode hälfen, und fanden feins, wiewohl viel falsche Zeugen herzu traten; denn ihre Zeugnisse stimmten nicht überein. Bulegt standen auf und fraten herzu zwei falsche Zeugen, und gaben falsch Zeugniß wider ihn und sprachen: Wir haben es gehört, daß er gesagt: Ich fann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, und in dreien Tagen einen anderen bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Aber ihre Zeugnisse stimmten noch nicht überein. uns jageft, ob du seieft Chriftus, der Sohn Gottes. Jesus sprach: Du sagst es; ich bin's. Doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen des Men schen Sohn siten zur rechten Hand der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerris der Hohepriester seine Klei der und sprach: Er hat Gott gelästert; was be dürfen wir weiter 3eugniß? Siehe. jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehört. Was dünft euch? Sie aber verdammten ihn alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Und der Hohepriester stand auf unter ste und fragte Jejum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, daß diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg ftille und antwortete nichts. Hind V. Hamise Die Männer aber, die Sesum hielten, verspotteten ihn und speieten aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber verdedten ihn und schlugen ihn ins Angesicht, besonders die Knechte, und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ist's, der dich schlug? Und viele andere Lästerungen sagten sie wider IV. Da fragte ihn der Hohepriester abermal und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten?| ihn. redigere Passion. 71 VII. Und der ganze Haufe stand auf, und banden Jefum, führten ihn von Kaipha vor das Richthaus, und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato. Und es war noch frühe. 190 Da das Judas sabe, der ihn verrathen hatte, daß er verdammet war zum Tode, gereuete es ihn, und brachte herwieder die dreiBig Silberlinge den Hohenpriestern und Aeltesten und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? Da stehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hob sich davon, ging hin und erhängte sich selbst, und ist mitten entwei geborsten, und sein Eingeweide aus. geschüttet. in idh VI. Des Morgens aber versammelten sich alle Hohepriester, Schriftgelehrte und die Aelteften des Volks, dazu der ganze Rath, und hielten einen Rath über Jesum, daß ste ihm zum Tode hälfen, und führten ihn hinauf vor ihren Rath, und sprachen: Bist du Chriftus? sage es uns. Er aber sprach zu ihnen: Sage ich's euch, so glaubet ihr's nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht und lasset mich doch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen ste alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr saget es, denn ich bin's Sie aber sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugniß? Wir haben's selbst gehöret aus seinem Munde. Fünfte I. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gottestasten legen, denn es ist Blutgeld. 100007001 Woche. in asisid Tek sundi Sie hielten aber einen Rath und fauften um die Silberlinge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, einen Töpfersacker zum Begräb niß der Pilger. Und es ist fund worden allen, die zu 99451670 offlo 72 Passion. Jerusalem wohnen, daß Jesu, welches er sagte, da also derselbe Acker genannt er deutete, welches Todes wird auf ihre Sprache: er sterben würde. MOMEN alforte Hakeldama, das ist, ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie fauften von den Kindern Israel; und haben sie gegeben um einen Töpfersader, als mir der Herr befohlen hat. II. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern die Ostern effen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringet ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gefeß. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand tödten. Auf daß erfüllet würde das Wort III. 19 Da fingen an die Hohenpriester und Aeltesten ihn hart zu verklagen und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet, und verbeut den Schoß dem Kaiser zu geben und spricht: Er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein ins Richthaus und rief Jesus, und fragte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Jesus stand vor ihm und antwortete: Redest du das von dir selbst? oder haben dir andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet; was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darob kämpfen, daß ich den Juden nicht überwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagſt es. Basston. 73 UTA( 94 Ich bin ein König. Ich| Galiläa wäre? Und als bin dazu geboren und in er vernahm, daß er unter die Welt kommen, daß ich Herodes Obrigkeit gehörete, die Wahrheit zeugen soll. übersandte er ihn zu HeWer aus der Wahrheit ist, rodes, welcher in denselben der höret meine Stimme. Tagen auch zu Jeruſalem. Spricht Pilatus zu ihm: war. Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu thnen: Ich finde teine Schuld an ihm! Outkanto2 IV.42 ( bnr Und da er verklaget ward von den Hohenpriestern und Aelteften, antwortete er nichts. Pilatus aber fragte ihn abermals und sprach: Antworteft Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen? Hörest du nicht? Und er antwor tete ihm nicht auf ein Wort mehr, also, daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an, und sprachen: Er hat das Volk erregt, damit daß er gelehret hat hin und her im ganzen füdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hierher. ne V. Da aber Pilatus Galiläa hörete, fragte er, ob er aus Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehört und hoffete, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen und verflagten ihn hart, aber Herodes mit seinem Hofgefinde verachtete und ver spottete ihn, legte ihm ein weiß Kleid an und fandte ihn wieder zu Pilato. An dem Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander; denn zuvor wa ren ste einander feind. VI. Pilatus aber rief die Hohenpriester und Obersten und das Volk zusammen, und sprach zu ihnen: Jhr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das 2.0 Volk abwende. Und stehe, ich hab' ihn vor euch ver X s X r X s X sxsxrro de ca 74 Paffton. höret und finde an dem| priester aus Neid überMenschen der Suchen keine, antwortet hatten. Und da der ihr ihn beschuldiget; er auf dem Richtstuhl saß, Herodes auch nicht, denn schickte sein Weib zu ihm ich habe euch zu ihm ge- und ließ ihm sagen: Habe fandt; und stehe, man hat du nichts zu schaffen mit nichts auf ihn gebracht, das diesem Gerechten; denn ich des Todes werth sei. Da habe heut viel erlitten im rum will ich ihn züchtigen Traum um seinetwillen. und loslassen. Auf das Fest aber mußte der Landpfleger, nach Gewohnheit, dem Volk einen Gefangenen losgeben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonder lichen vor andern; nämlich einen Uebelthäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit den Aufrührerischen war in das Gefängniß geworfen; welcher in dem Aufruhr, der in der Stadt geschah, einen Mord begangen hatte. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, antwortete ihnen Pilatus: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen los gebe auf Ostern. Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barrabam oder Jesum, den König der Juden, den man nennet Christum? Denn er wußte wohl, daß ihn die HohenAber die Hohenpriester und Aeltesten überredeten und reizeten das Volk, daß sie um Barrabas bitten jollten und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll los geben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem und gieb uns Barrabam los. Da rief Pilatus abermals zu ihnen und wollte Jesum los lassen und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, den man Chriftum nennt? Sie schrieen abermal: Kreuzige, freuzige ihn. Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat er denn Hebels gethan? Ich finde keine Ursach' des Todes an ihm; darum will ich ihn züchtigen und los lassen. Aber sie schrieen noch vielmehr und sprachen: Kreuzige ihn. Und sie lagen ihm an mit großem Ge. Bergence Passion. Killer schret und forderten, daß er gefreuziget würde. Und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. VII. aber Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Die Kriegsknechte des Landpflegers führeten ihn hinein in das Richthaus und riefen zusammen die ganze Schaar; und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Krone Sechste Woche. 1. Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erfennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und Purpurfleid. Und er sprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, freuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet thr ihn und freuziget ihn; denn ich finde feine Schuld an ihm. Die Juden antworteten 162 75 von Dornen und setzten sie auf sein Haupt und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand und beugten die Knie vor ihm und spotteten ihn und fingen an, ihn zu grüßen und spra chen: Gegrüßet seiest du, König der Juden, und schlugen ihn ins Angesicht und speieten ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt und fielen auf die Kniee und beteten ihn an. Filoil und ihm: Wir haben ein Geset, und nach dem Gesetz soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch mehr, und ging wieder hinein in das Richthaus und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich macht habe, dich zu freuzigen, und macht habe, dich los zu geben? Jesus ant wortete: Du hättest feine Macht über mich, wenn sie 85 76 dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hat größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn los ließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Läsfest du diesen los, jo bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörete, führete er Jesum heraus und setzte sich auf den Richtstuhl, an der Stätte, die da heißet Hochpflaster, auf Hebräisch aber Sabbatha. Es war der Rüsttag in Ostern um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König. Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem, freuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König treuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. л. ods Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffete, sondern daß ein viel größer Getümmel ward, gedachte er dem Volk genug zu thun, und urtheilte, daß ihre Bitte geschähe, nahm Wasser und Passion. and motsdrot dan isschi wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; sehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und unsre Kinder.abant Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhrs und Mordes willen war in das Gefängniß gewor fen, um welchen sie baten; Jesum aber, gegeißelt und verspottet, übergab er ihremur Willen, daß er gefreuziget würde. III. Da nahmen die Kriegsknechte Jesum, zogen ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an, und führeten ihn hin, daß sie Und er ihn freuzigten. trug sein Kreuz. Und in- d dem sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen, der vorüber ging, von Kyrene, mit Namen Simon, der vom Felde kam, der ein Vater war Alexandri und Ruft; den zwangen ste, daß in er ihm sein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn, daß er's Jesu nachtrüge.d 130 IV. Es folgte ihm aber nach ein großer Haufe Volks, of Passion. 77 und Weiber, die flageten, an der Stätte Golgatha, und beweineten ihn. Jesus und zween Uebelthäter mit aber wandte sich um zu ihm, einen zur rechten und ihnen und sprach: Ihr einen zur linken Hand, JeTöchter von Jerusalem, sum aber mitten inne. Und weinet nicht über mich, die Schrift ist erfüllet, die sondern weinet über euch da saget: Er ist unter die felbst und über eure Kinder. Uebelthäter gerechnet. Und Denn siehe, es wird die es war die dritte Stunde, Beit fommen, in welcher da sie ihn freuzigten. Je man sagen wird: Selig sus aber sprach:( 1) Vater, sind die Unfruchtbaren und vergieb ihnen, denn sie dubie Leiber, die nicht geboren wissen nicht, was ste thun. haben, und die Brüste, die stoff nicht gesäuget haben. Dann werden sie anfangen zu jagen zu den Bergen: Fallet süber uns, und zu den Hügeln: Decket uns. Denn VI. Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift, was man ihm Schuld gab, die Ursache seines Todes, und setzte so man das thut am grü- ste auf das Kreuz oben nen Holz, was will am zu seinem Haupte. of dürren werden? Es wur- war aber geschrieben: Je den aber auch hingeführet zween andere Ulebelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. sus von Nazareth, der Ju den König. Dieſe Ueberschrift lasen viele Juden; denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gefreuziget ist. Und es war geschrieben auf hebräische, griechische und lateinische Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreibe nicht: Der Juden König; son dern, daß er gesagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. V. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißet auf Hebräisch Golgatha, das ist verdolmetscht Schästl delftätte. Und ste gaben ihm Essig und Myrrhen im Wein zu trinken, mit Gallen vermischet; und da er's schmeckte, wollte er nicht trinken. Und ste kreuzigten ihn dejo ele CsXrXsP 78 offint? Passion. 8512 inner VII. Die Kriegsknechte aber, da ste Jesum gefreuziget hatten, nahmen ste seine Kleider und machten vier Theile, einem jeglichen Kriegstnecht einen Theil, dazu auch den Rock. Der Rod aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen ste unter einander: Lasset Siebente sonizil I. Es stand aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, Kleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sahe und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter:( 2) Weib, siehe, das ist dein Sohn. Darsinach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter. Und von der Stunde an nahm ste 29 der Jünger zur sich. andle II. Die aber vorüber gingen, lästerten ihn und schüttelten die Köpfe und uns den nicht zertheilen, sondern darum loosen, wes er sein soll; auf daß erfüllet würde die Schrift, die da saget: Sie haben meine Kleider unter sich getheilet und haben über meinen Rock das Loos geworfen. Und sie saßen allda, und hüteten sein. Solches thaten die Kriegsknechte, und das Volk stand da und sahe zu. 150 Wodhje. OCH BES sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst du den Tempel und bauest ihn in dreien Tagen. Hilf bir nun selber. Bist du Gottes Sohn, so steige herab vom Kreuze. Desselbigengleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander mit den Echriftgelehrten und Aeltesten, fammt dem Volk, und sprachen: Er hat an deren geholfen und kann ihm selber nicht helfen. Ist er Christus, der König in Israel, der Auserwählte Gottes, so helf' er ihm selber, und steige nun vom Kreuze, daß wir es sehen und glauben ihm. Er hat Gott vertraut, der erlöse ihn nun, lüftet es ihn; denn er hat geſagt: moto podo) dum taclolan taffton. dnia 79 Ich bin Gottes Sohn. Das-| Land, bis um die neunte felbe rückten ihm auch auf Stunde, und die Sonne die Mörder, die mit ihm verlor ihren Schein. Und gefreuziget waren, und um die neunte Stunde rief schmäheten ihn. Es ver- Jesus laut und sprach: Eli, fpotteten ihn auch die Eli, lama ajabthani? das Kriegstnechte, traten zu ist verdolmetscht:( 4) Mein ihm und brachten ihm Essig Gott, mein Gott, warum und sprachen: Bist du der hast du mich verlassen? Juden König, so hilf dir Etliche aber, die da stanfelber. den, da sie das höreten, sprachen sie: Er rufet den Elias. III. Aber der Uebelthäter einer, die da gehenfet waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere, strafete ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar wir sind billig darinnen; denn wir em pfahen, was unsere Thaten werth sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm:( 3) Wahrlich, ich fage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein. IV. fondes Und da es um sechste Stunde kam, ward eine Finsterniß über das ganze V. Darnach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: ( 5) Mich dürftet. Da stand ein Gefäße voll Essiges, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm und füllete ihn mit Essig und legte ihn um einen Ysop und steckte ihn auf ein Rohr und hielt es ihm dar zum Munde und tränkete ihn. Die andern aber sprachen: Halt, laß sehen, ob Elias komme und ihn herabnehme. VI. Da nun Jesus den Effig genommen hatte, sprach er: ( 6) Es ist vollbracht. Und abermals rief er laut und sprach:( 7) Bater, ich befehle meinen Geist in deine е безбр брзодбор 80 Baffton. e Hände. Und als er das gefolget und saher das alles. Unter welchen war Maria Magdalena, und Maria, des kleinen Jakobi und Joses Mutter, undSalome, die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm nachgefolget waren, da er in Galiläa war, und gedienet hatten, und viel andere, die mit ihm hinauf gen Jeru. salem gegangen waren. gesagt, neigte er das Haupt und gab seinen Geist auf und verschied. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stüde, von oben an bis unten aus. Und die Erde erbebte und die Felsen zerrissen und die Gräber thaten sich auf, und standen auf viel Leiber der Heiligen, die da schliefen und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stand, ihm gegenüber, und die bei ihm waren und bewahreten Jesum, da ste sahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben und was da geschahe, er schrafen sie sehr und preijeten Gott und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch und Got tes Cohn gewesen. Und alles Volk, das dabei war und zusahe, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. Es standen aber alle dseine Verwandten von ferne, und die Weiber, die ihm aus Saliläa waren nachDie Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben den Sabbath über( denn desselbigen Sab. baths Tag war groß), baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen und abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit ihm gefreuzigt war. Als fie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon ge storben war, brachen ste ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser her. aus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr; und derselbige weiß, daß er die Wahrheit faget, auf daß auch ihr glaubet. Denn suisd ni somiem side sprog Bad Tsd guns of Passion. 81 solches ist geschehen, daß| Jesu gekommen war, und die Schrift erfüllet würde: brachte Myrrhen und Aloen Ihr sollt ihm kein Bein unter einander, bei hunzerbrechen, und abermals dert Pfunden Da nahmen spricht eine andere Schrift: sie den Leichnam Jesu, der Sie werden sehen, in wel- abgenommen war, und chen ste gestochen haben. wickelten ihn in eine reine Leinwand, und banden ihn in leinene Tücher mit Spezereien, wie die Juden pflegten zu begraben. VII Darnach am Abend, die weil es der Rüsttag war, welcher ist der Vorsabbath, Es war aber an der kam Joseph von Arimathia, Stätte, da er gefreuziget der Stadt der Juden, ein ward, ein Garten, und im reicher Mann, ein Raths- Garten ein neu Grab; das herr, ein guter, frommer war Josephs, welches er Mann; der hatte nicht ges hatte lassen hauen in einen willigt in ihren Rath und Fels, in welches niemand Handel, welcher auf das fe gelegt war. Daſelbst Reich Gottes wartete, denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich aus Furcht vor den Juden. Der wagte es und ging hinein zu Pilato und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. hin legten ste Jesum, um des Rüsttags willen der Juden, da der Sabbath anbrach, und das Grab nahe war. Und wälzeten einen großen Stein vor die Thür des Grabes und gingen davon. Es war aber allda Maria Magdalena und Maria Joses, die fetten sich gegen das Grab. auch andere Weiber, die da Jesu waren nachgefolget von Galiläa, beschaueten, wohin und wie sein Leib gelegt ward. Sie fehreten aber um und bereiteten Specerei und Salben; und den Sabbath über waren ste stille nach dem Geseß. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war. und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre. Und als er erfundet von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam Jeju und befahl, man sollte ihm denselben geben. Und Joseph kaufte eine Leinwand. Es tam aber auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu one, de co Lovejo 99401670 Prxs Xs Pr 82 Verzeichnis der Episteln und Evangelien. IV. Derzeichnis der sonn- und festtäglichen Episteln und Evangelien. mamp AR Am 1. Sonntage des Advents. Epist. Röm. 13. v. 11 bis b. 14. Evang. Matth. 21. v. 1 bis b. 9. id sjar Am 2. Sonnt. des Advents. Ep. Röm. 15. v. 4 bis 13. Ev. Luc. 21. v. 25 bis 36. Am 3. Sonnt. des Advents. Ep. 1 Cor. 4. von 1 bis 5. Ev. Matth. 11 v. 2 bis 10. Am 4. Sonnt. des Advents. Ep. Philipp. 4. v. 4 bis 7. Ev. Joh. 1. v. 19 bis 28. 194 Am heiligen Christtage.69 Ep. Tit. 2. v. 11 bis 14. de oder Jes. 9 v. 2 bis 7. Ev. Luc. 2. v. 1 bis 14. Am 2. Weihnachts- Feiertage oder am Tage Steph. des Märtyrers. Ep. Tit. 3. v. 4 bis 7 oder Apost. 6. v. 8. bis cap. 7. v. 2 und folg. v. 51 bis 59. Ev. Luc. 2. v. 15 bis 20. od. Matth. 23. v. 34 bis 39. Am 3. Weihnachts- Feiertage, oder am Jage Johannis, des Apostels. Ep. Ebr. 1. v. 1 bis 12. pd. 119 Sir. 15. v. 1 bis 8 oder 1 Joh. 1. ganz. Ev. Joh. 1. v. 1 bis 14. od. Joh. 21. v. 20 bis 24. Am Sonnt. nach dem Chrifttage. Ep. Gal. 4. v. 1 bis 7. Ev. Luc. 2. v. 33 bis 40. Am neuen Jahrstage. Ep. Gal. 3. v. 23 bis 29. Ev. Luc. 2. v. 21. hs Tour Am Sonnt. nach dem neuen Jahr. Ep. 1 Petr. 4. v. 12 bis 19. oder 1 Petr. 3. v. 20 bis 22. oder Tit. 3. b. 4 bis 7. Ev. Matth. 2. v. 13 bis 23. Oder am Fest der Taufe Chrifti. Ev. Matth. 3. v. 13 bis 17. Am Tage, der Erscheinung Chrifti, oder Epiphanias. Ep. Jes. 60. v. 1 bis 6. Ev. Matth. 2. v. 1 Lis 12. Am 1. Sount. nach Epiphanias. Ep. Nöm. 12. v. 1 bis 6. Ev. Luc. 2. v. 41 bis 52. Am 2. Sonnt. nach Epiphanias. Ep. Röm. 12. v. 7 bis 16. Ev. Joh. 2. v. 1 bis 11. Am 3. Sonnt, nach Epiphanias. Ep. Röm. 12. v. 17 bis 21. Ev. Matth. 8. v. 1 bis 13. Am 4. Sonnt. nach Epiphanias. Ep. Röm. 13. v. 8 bis 10. Ev. Matth. 8. v. 23 bis 27. Am 5. Sonnt. nach Epiphanias. Ep. Col. 3. v. 12 bis 17.0 Ev. Matth. 13. v. 24 bis 30. reabigat Verzeichnis der Episteln und Evangelien. 83 Am Tage Mariä Reinigung. Ep. Maleach. 3. v. 1 bis 4. Ev. Luc. 2. v. 22 bis 32. Am 6. Sonnt. nach Epiphanias. Ep. 2 Petr. 1. v. 16 bis 21 od. Col. 3. v. 18 bis cap. 4. b. 1. ad Ev. Matth. 17. v. 1 bis 9. Am Sonnt. Septuagefimä. Ep. 1 Corr. 9. v. 24 bis cap. 10. v. 5. 6 Ev. Matth. 20. v. 1 bis 16. Am Sonnt. Sexagefimä. Ep. 2 Cor. 11. v. 19 bis cap. 12. v. 9. Ev. Luc. 8. v. 4 bis 15. 1900 Am Sonnt. vor der Fasten, Quinquagefima, oder Estomihi. Ep. 1 Cor. 13. von Anfang bis zum Ende. Ev. Luc. 18. v. 31 bis 43. Am 1. Sonnt. in der Fasten. Invocavit. Ep. 2 Cor. 6. v. 1 bis 10. Ev. Matth. 4. v. 1 bis 11. Am 2. Sount. in der Fasten, Reminiscere. Ep. 1 Theff. 4. v. 1 bis 7. Ev. Matth. 15. v. 21 bis 28. Am 5. Sonnt. in der Fasten, Judica. Ep. Ebr. 9. v. 11 bis 15. Ev. Joh. 8. v. 46 bis 59. Am Tage der Verkündig. Mariä. Ep. Jef. 7. v. 10 bis 16. Ev. Luc. 1. v. 26 bis 38. Am 6. Sonnt. in der Fasten, Palmarum. of Ep. Phil. 2. v. 5 bis 11. oder 1 Cor. 1. b. 23 bis 32. Ev. Matth. 21. v. 1 bis 9. Am grünen Donnerstage. 11. b. 23 bis Ep. 1 C 32. oder 2 Mos. 12. v. 1 bis 13. Ev. Joh. 13. v. 1 bis 15. Am Charfreitage. Die Passionshistorie. 53. Am heiligen Ostertage. Ep. 1 Cor. 5. b. 6. 7. 8. Ev. Marc. 16. v. 1 bis 8. Am 3. Sonnt. in der Fasten, altalimis Oculi. D Am Osterdienstage. Ep. Apost. 13. v. 26 bis 33. Ev. Luc. 24. v. 36 bis 47. Am 1. Sount. nach Ostern, Quasimodogeniti. Ep. Ephes. 5. v. 1 bis 9. Ev. Luc. 11. v. 14 bis 28. Ep. 1 Joh. 5. v. 4 bis 10. Ev. Joh. 20. v. 19 bis 31. Am 2. Sonnt. nach Ostern, Misericordias Domini. Am 4. Sonnt. in der Fasten, Lätare. Gp. Gal. 4 D. 21 bis 31. Ep. 1 Betr. 2, v. 21 bis 25. 2. Ev. Joh. 10. v. 12 bis 16. Ev. Joh. 6. v. 1 bis 15. 6° Am Ostermontage. Ep. Apoft. 10. v. 34 bis 41. Ev. Luc. 24. v. 13 bis 35. gleg P 84 Verzeichnis der Episteln und Evangelten. Am 3. Sonnt. nach Ostern, Jubilate. Ep. 1 Petr. 2 v. 11 bis 20. Ev. Joh. 16. v. 16 bis 23. Am 4. Sonntage nach Ostern, Cantate. Ep. Jac. 1. v. 16 bis 21. Ev. Joh. 16. v. 5 bis 15. Am 5. Sonnt. nach Ostern, FA Rogate. Ep. Jac. 1. v. 22 bis 27. Ev. Joh. 16. v. 23 bis 30. Am Tage der Himmelfahrt Chrifti. Ep. Apost. 1. v. 1 bis 11. Ev. Marc. 16. v. 14 bis 20. Am Sonnt. nach der Himmelfahrt Chrifti, Exaudi. Ep. 1 Petr. 4. v. 8 bis 11. Ev. Joh. 15. v. 26 bis cap. 16. D. 4. Am heiligen Pfingsttage. Ep. Apost. 2. v. 1 bis 13. Ev. Joh. 14. v. 23 bis 31. Am Pfingstmontage. Ep. Apost. 10. v. 42 bis 48. Ev. Joh. 3. v. 16 bis 21. Am Pfingstdienstage. Ep. Apoft. 8. v. 14 bis 17. oder Ap. 2. v. 29 bis 36. Ev. Joh. 10. v. 1 bis 11. Am Sonntage Trinitatis. Ep. Röm. 11. v. 33 bis 36. Ev. Joh. 3. v. 1 bis 15. Am 1. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 1 Joh. 4. v. 16 bis 21. Ev. Luc. 16. v. 19 bis 31. Am 2. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 1 Joh. 3. v. 13 bis 18. Ev. Luc. 14. v. 16 bis 24. Am 3. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 1 Petr. 5. v. 6 bis 11. Ev. Luc. 15. v. 1 bis 10. Am Tage Johannis des Täufers. Ep. Jes. 40. v. 1 bis 5.0 Ev. Luc. 1 v. 57 bis 80. Am 4. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Röm. 8. v. 18 bis 23. Ev. Luc. 6. v. 36 bis 42. Am dage Mariä Heimsuchung. Ep. Röm. 12. v. 9 bis 16. oder Jef. 11. v. 1 bis 5. oder Hohel. 2. v. 8 bis 17. Ev. Luc. 1. v. 39 bis 56. Am 5. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 1 Petr. 3. v. 8 bis 15. Ev. Luc. 5. v. 1 bis 11. Ain 6. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Röm. 6. v. 3 bis 11. Ev. Matth. 5. v. 20 bis 26. Am 7. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Röm. 6. v. 19 bis 23. Ev. Marc. 8. v. 1 bis 9. Am 8. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Röm. 8. v. 12 bis 17. Ev. Matth. 7. v. 15 bis 23. Am 9. Sonnt, nach Trinitatis. Ep. 1 Cor. 10. v. 6 bis 13. Ev. Luc. 16. v. 1 bis 9. Am 10. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 1 Cor. 12. v. 1 bis 11. Ev. Luc. 19. v. 41 bis 48. go do do Verzeichnis der Episteln und Evangelien. Am 11. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 1 Cor. 15. v. 1 bis 10. Ev. Luc. 18. v. 9 bis 14. Am 12. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 2 Cor. 3. v. 4 bis 11. Ev. Marc. 7. v. 31 bis 37. Am 13. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Gal. 3. v. 15 bis 22. Ev. Luc. 10. v. 23 bis 37. Am 14, Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Gal. 5. v. 16 bis 24. Ev. Luc. 17. v. 11 bis 19. Am 15. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Gal. 5. v. 25 b. cap. 6. v. 10. Ev. Matth. 6. v. 24 bis 34. Am 16. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Eph. 3. v. 13 bis 21. Ev. Luc. 7. v. 11 bis 17. S7 Am Michaelistage. Ep. Offenb. Joh. 12. v. 7. bis 12. Ev. Matth. 18. v. 1 bis 11. Am 17. Sonnt, nach Trinitatis. Ep. Eph. 4. v. 1 bis 6. Ev. Luc. 14. v. 1 bis 11. Am 18. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 1 Cor. 1. v. 4 bis 9. Ev. Matth. 22. v. 34 bis 46. Am 19 Sonnt, nach Trinitatis. Ep. Eph. 4. v. 22 bis 28. Ev. Matth. 9. v. 1 bis 8. SONG 85 Am 20. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Eph. 5. v. 15 bis 21. Ev. Matth. 22. v. 1 bis 14. Am 21. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Eph. 6. v. 10 bis 17. Ev. Joh. 4. v. 47 bis 54. Am 22. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Phil. 1. v. 3 bis 11. Ev. Matth. 18. v. 23 bis 35. Am 23. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Phil. 3. v. 17 bis 21. Ev. Matth. 22. v. 15 bis 22. Am 24. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Coloff. 1. v. 9 bis 14. Ev. Matth. 9. v. 18 bis 26. Am 25. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 1 Theff. 4. v. 13 bis 18. Ev. Matth. 24. v. 15 bis 28. Am 26. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 2 Petr. 3. v. 3 bis 14 oder 2 Theff. 1. v. 3 b. 10. Ev. Matth. 25. v. 31 bis 46. Am 27. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 1 Theff. 5. v. 1 bis 11. oder 2. Theff. 1. v. 3 bis 10. oder 2 Petr. 3. v. 3 bis 7. oder Röm. 3. v. 21 bis 28. Ev. Matth. 25. v. 1 bis 13. oder Matth. 24. v. 37 bis 51. oder Matth. 5. v. 1 bis 12. mada 86 2.449 49 of I V. Der fleine Katechismus Luthers. 0.100 I sid or Da bid v Erstes Hauptstück. Die zehn Gebote Gottes, wie sie ein Hausvater seinen Kindern und Gesinde einfältiglich vorhalten soll. Das erste Gebot. bin der Gott. Du sollst nicht an. dere Götter haben neben mir. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lief en und vertrauen. Das andere Gebot. Du sollst den Namen deines Gottes nicht unnüßlich führen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Lan --X 18 0 oder trügen, sondern denselben in allen Nöthen anrufen, beten, loben und danken. Mon Jano Das dritte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbe heilig halten, gerne hören und lernen. Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dir's wohlgehe und du lange lebest auf Erden. Busch Was ist das? Was ist das?. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht Wir sollen Gott fürchten verachten, noch erzürne und lieben, daß wir bei sondern sie in Ehren halten, seinem Namen nicht fluchen, ihnen dienen, gehorchen, schwören, zaubern, lügen sie lieb und werth haben. Erstes Hauptstid. Das fünfte Gebot. Du sollst nicht tödten. ad Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben. daß wir unſerm Nächsten an seinem Leibe feinen Schaden, noch Leid thun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöthen. nau Das sechste Gebot. 75 Du sollst nicht ehe brechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir teusch und züchtig leben in Worten Onderde 887 Das achte Gebot. Du sollst nicht falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen, afterreden oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen und Gutes von ihm reden, und alles zum Besten kehren. 19 his tid 190. sia Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.jsd darle stisia und Werken, und ein feg- ds Was ist das? Todo licher sein Gemahl lieben und ehren. Anu jedista Das siebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. limfast 900 x - Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gutsdian thin day nicht nehmen, noch mit falscher aare oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Wir follen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen und mit einem Schein des Rechts an uns bringen, sondern ihm, dasselbe zu behalten, för derlich und dienstlich sein. 1108 Das zehnte Gebot.of Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib. Knecht, Magd, Vieh, oder alles, was sein ift. so 88 per 3wettes Hauptstüd. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen, sondern dieselben anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Was saget nun Gott von diesen Geboten allen? Er saget also: ch der Herr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins britte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausendste Glied. und vertrauen, und gerne thun nach seinen Geboten. 3weites Hauptstück. Der driftliche Glaube, wie ein Hausvater densel. bigen seinen Kindern und Gesinde aufs einfältigfte vorhalten soll. Der erste Urtifel. Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott, den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Was ist das? Gott geschaffen hat ſammt Ich glaube, daß mich allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält, dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter, mit aller Nothdurft und Nahrung dieses Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wider alle Fährlichkeit beschirmet und vor allem Uebel behütet und bewahret;- und das alles aus lauter väterlicher, göttWas ist das? Gott bräuet zu strafen alle, die diese Gebote über treten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Born und nicht wider folche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten; darum sollen wir ihn auch lieben| licher Güte und Barmher Zweites Hauptstüd. 89 zigkeit, ohn alle mein Ver-| allen Sünden, vom Tode dienst und Würdigkeit; des alles ich ihm zu danken und zu loben, und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, theuren Blut und mit seinem un schuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen set, und in seinem Retche unter ihm lebe, und thm diene in ewiger Ge rechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebet und regieret in Ewigfeit. Das ist gewißlich wahr. Der andere Urtifel. Von der Erlösung. Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, un fern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Bontio Pilato, gefreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von denTodten, aufgefahren gen Himmel, sigend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten. Was ist das? Ich glaube, daß Jesus Christus, wahrhaftigerGott vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahr haftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr,- der mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, er worben, gewonnen, von co SONG - Der dritte Urtifel. Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige, christliche Kirche, die Ge meine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auf erstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn, glauben zu ihm kommen oder sondern der heikann; tlge Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben gehet. 97866 As A TAX Drittes Hauptstüd. 90 liget und erhalten;-gleich wie er die ganze Christen heit auf Erden berufet, sammelt, erleuchtet, hei liget und bei Jesu Christo erhält im rechten einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergiebt, und am jüngsten Tage mich und alle Todten auferwecken wird und mir, sammt allen Gläubigen in Christo, ein ewiges Leben geben wird. Daß ist gewißlich wahr. a Drittes Hauptstück. Das Gebet des Berrn, oder das heilige Vater unser, wie ein Hausvater dassel bige seinen Kindern und Gesinde aufs einfältigste dans vorhalten soll.ds Die Anrede. is Vater unser, der du bist im Himmel. dran Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben follen, er sei unser rechter Vater, und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. sind Die erste Bitte. Geheiliget werde dein Name. Was ist das? PORO Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns heilig werde. SU Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes darnach leben. Des hilf uns, Wer aber anders lehret lieber Vater im Himmel! und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes. Da behüte uns vor,( lieber) himmlischer Vater! 8013 Die andere Bitte. Dein Reich komme. 19 Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohn unser Gebet von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns tomme. na Drittes Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geift giebt, daß wir jei nem heiligen Wort durch seine Gnade glauben, und göttlich leben hier zeitlich und dort ewiglich.. Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Asid dr Was ist das? Gottes guter, gnädiger Wille geschieht wohl ohn unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe.. Wie geschieht das? Wenn Gott allen höjen Rath und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist, des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille, sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger, guter Wille. Die vierte Bitte. Unser täglich Brot gieb uns heute. SPAG Hauptstüd. 91 Was ist das?£ 8 Gott giebt täglich Brot auch wohl ohn unsre Bitte allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er uns erkennen laffe und mit Danksagung empfahen unser täglich Brot. Was heißt denntäglich Brot? 30 Alles, was zur LeibesNahrung und Nothdurft gehört, als: Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und treue Oberherrn, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und des gleichen. dolg Die fünfte Bitte. Und vergieb uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern. Was ist das? ded Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünden und um derselben willen solche Bitten nicht versagen: denn wir sind der feines werth, lesleg! 1 Telefo 92 Biertes Hauptstüd. das wir bitten, haben's Himmel von allerlei Nebel auch nicht verdienet; son dern er wolle es uns alles aus Gnaden geben: denn wir täglich viel fündigen und wohl eitel Strafe verdienen; so wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben und gerne wohlthun denen, die sich an uns verfündigen. Leibs und Seele, Guts und Ehre erlöse, und zu leßt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende bescheere und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Die sechste Bitte. Denn dein ist das Reich Und führe uns nicht in und die Kraft und die Versuchung. Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Was ist das? Gott versucht zwar nie. mand; aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schanden und Laster, und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich ges winnen und den Sieg behalten. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Wie lautet der Beschluß? Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, als in der Summa, daß uns der Vater im Was ist das? Daß ich soll gewiß sein, solche Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm und erhöret; denn er selbst hat uns geboten also zu beten, und verheißen, daß er uns will erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, ja, es soll also geschehen. as Sakrament der heiligen Biertes Sauptstück. Taufe, wie daffelbige ein Hausvater seinen Kindern und Gesinde soll einfältiglich vorhalten. 3um ersten: Was ist die Taufe? Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern profe Viertes Hauptstück. 93 fie ist das Wasser in Gottes| Gottes, so mit und bet Gebot gefaffet, und mit dem Wasser ist, und der Gottes Wort verbunden. Glaube, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe; aber mit dem Wort Gottes ist es eine Taufe, das ist ein gnadenreich Waffer des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geift; wie Sankt Paulus faget zu Tito im dritten Kapitel: Gott macht uns selig durch das Bad ber Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausges gossen hat über uns reichlich, durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben sein des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewiß lich wahr. 3um vierten: bedeutet denn solch Wassertaufen? Was Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Matthäi am lesten: Gehet hin in alle Welt, lehret alle Heiden und taufet ste im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Bum andern: Was giebt oder nüßet die Taufe? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tode und Teufel, und giebt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißungen Gottes lauten. Welche sind solche Worte und Verheißun gen Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Marci am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. Zum dritten: Wie kann Wasser solch große Dinge thun. Wasser thut's freilich nicht, sondern das Wort Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden und sterben mit allen Sünden und böfen Lüften, und wie. derum täglich herauskommen und auferstehn ein neuer Mensch, der in Ge 99% 107 i dos des 94 Fünftes Hauptstück. rechtigkeit und Reinigkeit auch die wir nicht erkenvor Gott ewiglich lebe. vampio nen, wie wir im Vater unser thun. Aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden belennen, die wir wissen und und fühlen im Herzen. moble Wo stehet das ge trok schrieben? 2 Sankt Paulus zu den Römern am sechsten spricht: Wir sind sammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist von den Todten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. ODES Fünftes Hauptflück. Don der Beichte und dem Amt der Schlüffel. Wie man die Einfältigen soll lehren beichten. Was ist die Beichte? Die Beichte begreift& wei Stücke in stch: eins daß man seine Sünden bekenne, das andere: die Absolution oder Vergebung vom Beichtiger empfahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifele, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Smite mollo Ting Welche Sünden soll an denn beichten? Vor Gott soll man aller Sünden sich schuldig geben, Welche sind die? CHEST Da stehe deinen Stand an nach den zehn Geboten, ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht, Dagd seieft: ob du ungehorsam, untreu, unfleißig gewesen seieft, ob du jemand Leid gethan haft mit Worten oder Werken, ob du gestohlen, Schaden gethan haft. versäumet, verwahrlost oder Wie pflegeft du zu to beichten? bla Dallmächtiger Gott, barmherziger Vater! ich armer, elender, sündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missethat, womit ich dich je. mals erzürnet und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich durch deine grundlose Barm herzigkeit und durch das Sechstes Hauptstud. 95 heilige, unschuldige, bittere| Günden erlaffet, denen Leiden und Sterben deines lieben Sohnes, Jesu Chrifti, du wollest mir armen, sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein. Amen. sind sted erlassen, und welchen ihr ste behaltet, denen sind sie behalten. dog du Antisl Sechstes Hauptstück.*) Darauf spricht der Beichtiger die Absoda tution. Auf solch ein Bekenntnik verkündige ich dir die Gnade Gottes und aus dem Befehl unsers Herrn Jesu Christi vergebe ich dir deine Sünden im Namen des Vaters und des Es ist der wahre Leib Sohnes und des heiligen und Blut unsers Herrn Geistes. Amen. Gehe hin JesuChrifti, unter dem Brot in Frieden! 1 pound Wein uns Chriſten zu Wo ist die Lehre von der essen und zu trinken von Absolution oder den Christo selbst eingesetzt. Schlüsseln des Himmelreichs begriffen? Matth. 16 spricht Chriftus zu Betro: Ich will dir des So schreiben die heiligen Himmelreichs Schlüssel Evangelisten: Matthäus, geben. Alles, was du auf Markus, Lukas und Erden binden wirst, soll St. Paulus: od ilmin auch im Himmel gebund den sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel los fein. Joh. 20. Jesus blies seine Jünger an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geift. Welchen ihr die ERSTE Das Sakrament des Alfars, wie ein Hausvater dasselbige seinen Kindern und Gesinde einfältiglich vorrschalten soll. Was ist das Sakrament des Altars? Wo stehet das geschrieben? *) In mehreren Ausgaben bes luth. Ratechismus zählt dieses Hauptstüd als das fünfte, indem bas Hauptstüd von der Beichte ungezählt bleibt, obwohl es Luther felbst berfaßt und bereits im Jahre 1531 zwischen Taufe und Abendmahl gestellt hat. Nur die Schlußfrage: Wo ist die Lehre ic. und ble hier aufgenommene Beichtformel find späteren Ursprunge. dodo da es TAXA XAX 96 Sechstes Hauptstück. Unser Herr Jesus Christus,| Wie kann leiblich Essen in der Nacht, da er ver rathen ward, nahm er das Brot, bankete und brach's, und gab's seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin, esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbengleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete und gab ihnen den und wer denselbigen sprach: Nehmet hin, und und Trinken solch große Dinge thun? Effen und trinken thut's freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen:„ Für euch gegeben und vergoffen den;" welche Sorte sind zur Vergebung der und Trinken als das Haupts neben dem leiblichen Essen ftüd im Sakrament; und Worten Sün. glaubet, der hat, was sie fagen und wie ste lauten, nämlich: Vergebuna der Sünden." trintet alle daraus; dieser Kelch tft das Neue Tefta ment in meinem Blut, das für euch vergossen wird, zur Vergebung der Sünden. Colches thut, so oft thr trinkt, zu meinem Gedächtniß. tider on Was nütet denn solch Essen und Trinken? Das zeigen uns die Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Verge bung der Sünden;" nämlich daß uns im Saframent Bergebung der Sünden, Leben und Seligfeit durch solche Worte gegeben wird, denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben- und Seligkeit.| bige Herzen. TR Wer empfähet denn solch Sakrament wür. diglich? 63 Faften und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine, äußerliche Zucht; aber der ift recht würdig und wohl geschickt, wer den Glauben hat an diese Worte. Für euch gegeben und vergoffen zurVergebung derSünden." Wer aber diesen Worten nicht glaubet oder zweifelt, der ist unwürdig und unge. schickt; denn das Wort Füt euch" fordert eitel gläu 1110 191 1988 Drud von W. G. Rorn in Breslau. isque jod( blootiott 97 Dichter- Verzeichnik. • Gottlob Adolph, geb. 1685 zu Niederwiese in der Oberlausit, seit 1727 Prediger in Hirschberg, starb 1745. Heinrich Alberti, geb. 1604 zu Lobenstein im Fürstenthum Reuß, seit 1631 Organist zu Königsberg, Musiker und Dichter, Mitglied des Königsberger Dichterbundes( s. Simon Dach), dort gest. 1651. Johann Albinus, geb. 1624 i. Unterneffa b. Weißenfels, fett 1657 Pastor in Naumburg, dort geft. 1679. Johann Allendorf, geb. 1693 zu Johbach in Hessen, unter France in Halle gebildet, Hosprediger in Köthen, dann Consistorialrath von Wernigerode, gest. 1773 als Pastor in Halle. Johann Altenburg, geb. 1584 in Alach bei Erfurt, Prediger zu Erfurt, gest. 1640 daselbst. 20140 Hieronymus Annoni, geb. 1697 in Basel, starb als Prediger in Muttenz bei Basel 1770. Wilhelm Arends, gest. als Pastor in Halberstadt 1721. Ernst Moris Arndt, geb. 1769 auf Rügen, be fannter Patriot und Sänger aus den Freiheitskriegen, Professor der Geschichte in Greifswald und Bonn, wo er 1860 starb. Gottfried Arnold, geb. 1666 in Annaberg im sächs. Erzgebirge, Kirchengeschichtsschreiber und Verfasser mystischer Schriften, geft. 1714 als Pfarrer zu Perleberg( Brandenburg). Christoph Aschenfeldt, geb. 1792 in Kiel, Propft und Consistorialrath zu Flensburg, dort gest. 1856. Anmerkung: Die mit einem Sternchen versehenen Dichter find Schlesier. Anhang. 7 R 50 SP бриро 98 Dichter- Verzeichniß. Christian Baehr, geb. 1795 in Atterwasch bet Guben, Pfarrer in Oppach und Weigsdorf bei Baußen, geft. 1846 zu Weigsdorf. Jonathan Bahnmeter, geb. 1774 zu Oberstenfeld bet Marbach( Württemberg), von 1815 Professor der Theologie in Tübingen, seit 1819 Dekan in Kirchheim unter Teck, daselbst gest. 1841. Karl Johann Barthel, geb. 1817 zu Braunschweig, Privatlehrer in Braunschweig, daselbst gest. 1853. Jacob Baumgarten, geb. 1668 zu Wollmirstedt bei Magdeburg, Inspektor des Halleschen Pädagogiums, von 1701 Pfarrer zu Wollmirstedt, 1713 Prediger in Berlin, dort geſt. 1722. Cornelius Beder, geb. 1561 in Leipzig, Professor der Theologie in Leipzig, dort gest. 1604. Martin Behemb( Behm), geb. 1557 zu Lauban, Oberpfarrer daselbst, gest. 1622. ungdo? • David Behme, geb. 1605 zu Bernstadt( Schlesien), feit 1638 Consistorialrath zu Bernstadt, wo er 1657 gestorben ist. lock Johann Betichius, geb. 1650 zu Stedby in Anhalt, Pfarrer in Zerbst, bort gest. 1722. Johann Daniel Bidel, geb. 1737 zu Altweilnau in Hessen- Nassau, gest. 1809 als Consistorialrath in Usingen bei Nassau. Caspar Bienemann, geb. 1540 zu Nürnberg, als Generalsuperintendent in Altenburg gest. 1591. Sigmund v. Birken, geb. 1626 zu Bildenstein bei Eger, Mitglied und später Leiter des Nürnberger Dichterbundes, genannt Blumenorden, vom Kaijer Ferdinand III. wegen seiner Gedichte in den Adelstand erhoben, gest. 1681 zu Nürnberg. Carl Heinr. v. Bogatty, geb. 1690 zu Jankowe bei Militsch( Schlesien), studirte in Halle unter Herm. A. France Theologie, war aber durch Kränk lichkeit am Predigen verhindert. Verfaßte das goldene Schazkästlein und andere Erbauungsschriften; lebte meist in Schlesten, geft. 1774 in Halle. anf Dichter- Verzeichniß. 99 Albrecht Markgraf zu Brandenburg, geb. 1522, bekannt aus den Kriegen der Reformationszeit, an der Seite Moriß von Sachsen und dann im Kriege gegen ihn, in der Verbannung geft. 1557. Louise Henriette Kurfürstin von Branden. burg, geb. Prinzessin von Oranien, geb. 1627, Gemahlin des großen Kurfürsten, geft. 1667. David Bruhn, geb. 1727 zu Memel, seit 1754 Prediger an der Marienkirche in Berlin, dort geſt. 1782. Johann Buchfa, geb. 1705 zu Arzberg( Oberfranken), Conrector und Hülfsprediger zu Hof, daselbst gest. 1752. Samuel Bürde, geb. 1753 zu Breslau, starb ale preußischer Hofrath u. Kanzleidirektor in Berlin 1831. Franz Joachim Burmeister, geb. zu Lüneburg. Freund und Gehülfe Joh. Rist's, von diesem zum Dichter gekrönt. Todesfahr unbekannt. Matthias Claudius, geb. 1740 zu Reinfeld( Holstein), Verfasser des Wandsbecker Boten, gest. 1815 in Hambg. Tobias Clausniger, geb. 1618 zu Thum bei Annaberg( Königr. Sachs.), schwedischer Feldprediger, zuleßt Pfarrer in Pergstein und Weyden( Oberpfalz), geft.1684. Johann Andreas Cramer, geb. 1723 in Jöhstadt ( sächs. Erzgebirge), Freund Gellerts und Klopstocks, Hofprediger in Kopenhagen, wegen seines Freimuths entsetzt, später vom Könige von Dänemark nach Kiel als Professor der Theologie berufen, hier gest. 1788. Bartholomäus Crasselius, geb. 1677 zu Wernsdorf bei Glaucha( Königr. Sachsen), seit 1708 Pfarrer in Düsseldorf, daselbst gest. 1724. Simon Dach, geb. 1605 zu Memel, erst Conrector an der Domschule zu Königsberg, dann Professor der Poeste ebendaselbst, Haupt der Königsberger Dichterschule, geft. 1659. Cung Christian Dann, geb. 1758 in Tübingen, geft. als Stadtpfarrer zu Stuttgart 1837. Hermann Daniel, geb. 1812 zu Köthen, Inspektor am Pädagogium in Halle, Hymnologe und Herau geber eines Gesangbuchs, gest. 1871 zu Leipzia. 7* bles et eboo XsXs TAPA 100 Dichter- Verzeichniß. Nicolaus Decius, ursprünglich Mönch, evangelisch geworden, wirkte er als Lehrer in Braunschweig und Prediger in Stettin, hier gest. 1541. David Denice, geb. 1603 zu Zittau, Jurist und Consistorialrath in Hannover, daselbst gest. 1680. Vgl. Just. Gesenius. wildomai) Wolfgang Deffler, geb. 1660 zu Nürnberg, ur. sprünglich Juwelier, dann Theologe, wegen Kränklichkeit am Predigen gehindert, wurde er Lehrer in Nürnberg, dort gest. 1722. Johann Diterich, geb. 1721 zu Berlin und dort als Pastor an der Marienkirche gest. 1797.990 Carl Döring, geb. 1783 zu Alsvensleben bei Magdeburg, Mitbegründer des Vereins für Verbreitung von Erbauungsschriften im nördlichen Deutschland, gest. als Prediger in Elberfeld 1844. Adam Drese, Kapellmeister erst in Weimar und Jena, dann in Arnstadt, wo er mit Speners Schriften befannt wurde, seit dem viel verfolgt wegen seines Pietismus, geft. 1718. Paul Eber, geb. 1511 zu Kitzingen( Unterfranken) Freund Melanchthons, nach dessen Tode sein Nachfolger, starb 1569 als Generalsuperintendent in Wittenberg an gebrochnem Herzen. Johann Eschenburg, geb. 1743 zu Hamburg, Schüler Gellerts, Professor der schönen Wissenschaften zu Braunschweig, bort gest. 1820. Friedrich Fabricius, geb. 1642 in Stettin, dort gest. 1703 als Senior an St. Nicolai. Jakob Feddersen, geb. 1736 zu Schleswig, Prediger an mehreren Orten, zuletzt in Altona, wo er 1788 starb. Ludwig Eberhard Fischer, geb. 1695 zu Aichel. berg bei Schorndorf( Württemberg), Oberhofprediger und Consistorialrath in Stuttgart, Vertheidiger der politischen Freiheiten gegen die Willkür des Herzogs Carl, gest. 1773. donde se de Dichter- Verzeichniß. 101 Paul Flemming, geb. 1609 zu Hartenstein im Königreich Sachsen, Dichter aus der Schule von Opiß, erlag 1640 den Beschwerden einer Reise nach Persten. Johann Frand, geb. 1618 zu Guben und daselbst erst Rechtsanwalt, dann Bürgermeister, Schüler Simon Dachs, gest. 1677. Salomo Frand, geb. 1659 in Weimar und dort Nachfolger Georg Neumarks als Bibliothekar und Hofpoet, gest. 1725. Hermann August France, geb. 1663 zu Lübeck, neben Spener Hauptvertreter des Pietismus, deshalb aus Leipzig und Erfurt vertrieben, seit 1692 in Halle als Prediger und Professor, Gründer des Halleschen Waisenhauses, gest. 1727. Christian Freyberg, geb. 1684 zu Stolpen bet Dresden, deutscher Schulmann, Rektor der Armenchule zu Dresden, gest. 1743 zu Dresden. 12 Johann Freylinghausen, geb. 1670 in Gandersheim( Braunschweig), Franckes Gehülfe und Nachfolger in Halle, gest. 1739. Johann Freystein, Hof- und Justizrath in Dresden, dort mit Spener in Verbindung, gest. 1720. Johann Ludwig Frickert nicht näher bekannt. Gottfried Funt, geb. 1734 zu Hartenstein im Königreich Sachsen, Erzieher im Hause Johann Cramers, mit diesem, so wie mit Gellert und Klopstod in regem Verkehr; eine Verpflichtung auf die sym. bolischen Bücher scheuend, wird er Rektor in Magdeburg, dort geft. 1814. Carl Garve, geb. 1763 zu Jeinsen bei Hannover. verwaltet zuerst eine Lehrerstelle am Pädagogium zu Niesky, von dort abgerufen, weil er Kantsche Zweifel der Jugend mittheilte; dann an verschiedenen Brüdergemeinden als Prediger thätig, julegt in Herrnhut geft. 1841. Als Dichter angeregt durch Klopstod. 20 srs Pres 100 102 iluminism Dichter- Verzeichniß. Lampertus Gedice, geb. 1683 zu Gardelegen in der Altmark, Theologe aus der Schule H. A. Frances, geft. 1735 als Feldpropst in Berlin. Christian Fürchtegott Gellert, geb. 1715 zu Hainichen bei Leipzig, Professor der Philosophie zu Leipzig, beliebter Fabeldichter, giebt 1757 seine geistlichen Oden und Lieder beraus, gest. 1769. Paul Gerhardt, geb. 1606 zu Gräfenhainichen bet Halle, 1651 Propst in Mittenwalde bei Berlin, 1657 Diakonus in Berlin, vom groß. Kurfürsten 1667 abge feßt, weil er sich nicht Vorschriften über den Kanzel gebrauch( Polemik gegen die Reformirten) gefallen laffen will, seit 1668 in Lübben, dort gest. 1676. Carl Gerof, geb. 1815 zu Stuttgart, durch Gustav Schwab in der Poeste angeregt, seit 1849 Prediger, feßt Prälat und Oberhofprediger in Stuttgart, am bekanntesten durch seine Lieder: ,, Palmblätter". Justus Gesenius, geb. 1601 zu Esbed im Lauenburgschen, Schüler Georg Calixt's, wegen seiner Vermittelungstheologie in erbitterte Streitigkeit verwickelt, Domprediger in Hildesheim, dann General. fuperintendent in Hannover, gab ein Reformgesang. buch heraus, wo zuerst die alten Lieder überarbeitet sind, gest. 1673. Ludwig Gotter, geb. 1661 zu Gotha, Hofrath zu Gotha, Dichter aus der Franceschen Schule, gest. 1735. Johann Graumann( Poliander), geb. 1487 zu Neustadt an der Haardt, Rektor in Leipzig, bei der Disputation Luthers mit Eck des letzteren Schreiber, trat bald darauf zur Reformation über und wurde neben Speratus Pfarrer in Königsberg in Preußen, dort gest. 1541. Johann Greding, geb. 1676 zu Weimar, Rektor in Hanau( Hessen), später Prediger in Altheim bei Hanau, gest. 1748. Christian Gregor, geb. 1723 zu Dirsdorf bei Nimptsch( Schlesten), seit 1742 im Dienst der Brüdergemeinde erst als Organist, später in mehreren geistlichen Aemtern, zuleßt Bischof, gest. 1801. Dichter- Verzeichniß. • Andreas Gryphius, geb. 1616 zu Groß- Glogau, dort als Syndifus geft. 1664, berühmter weltlicher Dichter, der nur einige geistliche Lieder gedichtet hat, Freund Johann Heermann's. didenga Cyriacus Günther, geb. 1649 zu Goldbach bei Gotha, Lehrer am Gymnasium zu Gotha, dort gest. 1704. Johann Hängschel, geb. 1707 zu Seifhennersdorf bei Zittau, Prediger zu Zittau, gest. 1748. Michael Hahn, geb. 1758 zu Altdorf( Württemberg), unstudirter Laienprediger von theosophischer Getstesart, geft. 1819. 103 Friedrich v. Hardenberg( Novalis), geb. 1772 zu Wiederstedt( Prov. Sachsen), gleich begabt für philosophische Spekulation als Poeste, der geistliche Dichter der Romantif, gest. 1801 an der Schwindsucht. Claus Harms, geb. 1778 zu Fahrstedt( Holstein), hervorragender Prediger, seit 1816 in Kiel, dort zu leßt Kirchenpropst bts 1849, wo er in Folge von Er. blindung sein Amt niederlegte, gest. 1855. ndog Carl Harttmann, geb. 1743 zu Adelberg( Württemberg), tiefsinniger Theologe, aus der Schule Detingers, Lehrer Schillers an der Karlsschule, zuletzt Prediger in Lauffen am Neckar, gest. 1815 in Tübingen. Loutse v. Hayn, geb. 1724 zu Jostein( HeffenNassau), Mitglied der Brüdergemeinde, gest. 1782 zu Herrnhut. Heinrich Heder, geb. 1699 zu Hamburg, Pfarrer in Meuselwiß in Sachsen- Altenburg, daselbst geft. 1743. • Johann Heermann, geb. 1585 zu Raudten bet Wohlau, bedeutendster geistlicher Dichter der ersten schlestschen Dichterschule, erfuhr in der Jugend den Einfluß von Valerius Herberger, seit 1611 Prediger in Köben bei Steinau, 1636 wegen Kränklichkeit in den Ruhestand getreten, geft. 1647 in Liffa. • Heinrich Held, aus Guhrau( Schlesten), dort Rechtsanwalt, geft. gegen 1659. go Christian Henrict, geb. 1700 zu Stolpen bei Dres den, Oberpostkommissarius in Leipzig, gest. 1764. Pixs X i Xx0,9 104 Dichter- Verzeichniß. Valerius Herberger, geb. 1562 zu Fraustadt, Prediger in seiner Vaterstadt, dort gest. 1627. ad Nicolaus Hermann, Cantor in Joachimsthal am Erzgebirge, wirkte daselbst neben dem Prediger Matheftus, gest. 1561. Johann Gottfried Herrmann, geb. 1707 zu AltJeßnik( Königr. Sachsen), 45 Jahre lang OberHofprediger in Dresden, als solcher gest. 1791. .Zacharias Herrmann, geb. 1643 zu Namslau, Pastor in Lissa u. Generalsenior über die evangelischen Kirchen Großpolens, gest. 1717. Johann August Hermes, geb. 1736 zu Magdeburg, geft. 1822 als Consistorialrath zu Quedlinburg. * Johann Timotheus Hermes, geb. 1738 zu Pepnik bet Stargard( Pommern), beliebter Romanschrift, steller, Pastor prim. der Reihe nach an den 3 Hauptund Pfarrkirchen zu Breslau, geſt. 1821. Johann Herrnschmidt, geb. 1675 zu Bopfingen ( Württemberg), feit 1715 Prof. der Theologte in Halle und Subdirektor des Waisenhauses, France's Mitarbeiter, geft. 1723. Johann Herzog, geb. 1647 zu Dresden, Rechtsanwalt in seiner Vaterstadt, daselbst gest. 1699. ● Johann Heß, geb. 1490 zu Nürnberg, erster evangelischer Prediger in Schlesten und Reformator Breslaus, dort seit 1523 an Maria Magdalena, geft. 1547. Wilhelm Hey, geb. 1789 zu Leina bet Gotha, be liebter Jugendschriftsteller, seit 1827 Hofprediger in Gotha, gest. als Superintendent in Jchtershausen 1854. Philipp Hiller, geb 1699 zu Mühlhausen( Württem, berg), Prediger in Steinheim bei Nördlingen, verlor 1751 die Stimme, seitdem um so thätiger als Schrifts steller, geft. 1769. Gottfried Hoffmann, geb. 1658 zu Löwenberg ( Schlesten), in Leipzig mit Frande bekannt, 1688 Rektor in Lauban, hier gest. 1712.90 ad donde, be Dichter- Verzeichniß. 105 Ernst Homburg, geb. 1605 zu Mühla bei Eisenach, Rechtsconsulent zu Zeiß( Pr. Sachsen), schon als weltlicher Dichter bekannt, bevor er durch geistliche Liederdichtung sich einen Namen machte, geft. 1681. Wilh. Hülsemann, geb. 1781 zu Soest( Westfalen), zuerst Prediger in der Grafschaft Mark, dann Pfarrer und Superintendent zu Elfey bet serlohn, dort geft. 1865. Christian Reimann, geb.1607zuPankratz( Böhmen). Sein Vater ein Schlester. Erst Conrektor, dann Rektor des Gymnasiums zu Zittau, Verfaffer von Schulkomödien und gereimten Peritopen, gest. 1662.. Christian Kern, geb. 1792 zu Söhnstetten( Württemberg), 1824 Professor am theol. Seminar in Schönthal, 1829 Pfarrer zu Dürrmenz bei Pforzheim, dort gest. 1835. • Abraham Klejel, geb. 1636 zu Fraustadt( Posen), Prediger in der Nähe von Fraustadt und Steinau, zuleßt Oberpfarrer in Sauer, geft. 1702. isl Friedrich Klopstod, geb. 1724 in Quedlinburg, beberühmter Dichter des Messtas" und der Öden, gest. 1803 zu Hamburg. Gustar Knat, geb. 1806 in Berlin, seit 1850 Goffners Nachfolger an der Bethlehemkirche zu Berlin, daselbst gest. 1878. Albert Knapp, geb. 1798 zu Tübingen, Freund Ludwig Hofacters, von 1836 ab Prediger an verschie. denen Kirchen Stuttgarts, daselbst gest. 1864. • Christoph Knoll, geb. 1563 zu Bunzlau, Diakonus in Sprottau, gest. 1621 daselbſt. . Christian Knorr, Freiherr v. Rosenroth, geb. 1636 zu Alt- Raudten bei Wohlau, Minister beim Pfalzgrafen zu Sulzbach, von Kaiser Leopold in den Freiherrnstand erhoben, zur jüngeren schlesischen Dichterschule gehörig, gest. 1689 zu Sulzbach ( Oberpfalz). sord Cs P A P s X s 106 Dichter- Verzeichniß. Christian Koitsch, Inspektor am Pädagogtum in Halle, seit 1705 Rektor des Gymnasiums zu Elbing, das. geft. 1735. Michael Kongehl, geb. 1646 zu Kreußburg( Provinz Preußen), Dichter aus der Schule Simon Dach's, gest. als Bürgermeister von Königsberg 1710. Moris Kramer, geb. 1646 zu Ammerswurth( Holstein) Pfarrer zu Marne, daselbst gest. 1702. * Jonathan Krause, geb. 1701 zu Hirschberg, Pfarrer an der Peter Paulkirche in Liegniß, daselbst gest 1762. Friedrich Adolf Krummacher, geb. 1768 zu Tecklenburg( Westphalen), am bekanntesten durch seine Parabeln, ein Theologe von Herder'schem Geist, 1800 Prof. der Theol. zu Duisburg, 1812 Oberhofpred. in Bernburg( Anhalt), seit 1824 an der Ausgarikirche zu Bremen, daselbst gest. 1845. Elieser Küster, geb. 1732 zu Watum( Braunschweig), als Generalsuperintendent von Braunschweig gest. 1799. Johann Kunth, geb. 1700 zu Liegniß, 1737 Pfarrer zu Löwen bei Brieg, 1743 Pfarrer in Dorf Baruth ( Königreich Sachsen), daselbst geft. 1779. Peter Ladmann, Schüler France's, Oberpfarrer zu Oldenburg( Holstein), das. gest. 1713. Friedrich Lampe, geb. 1683 zu Detmold( Lippe), hervorragender reformirter Theologe, eine Zeit lang Professor der Theologie zu Utrecht, gest. als Prediger in Bremen 1729. Emanuel Langbeder, geb. 1792 zu Berlin, Hof. staatssekretär des Prinzen Waldemar, geft. 1843. Joachim Lange, geb. 1670 zu Gardelegen( Altmark), Freund und College H. A. Frande's, 1698 Reftor in Berlin, dann Pastor daselbst, 1709 nach Halle als Professor der Theologie berufen, dort gest. 1744. Dichter- Verzeichniß. 107 Laurentius Laurenti, geb. 1660 zu Husum( Schleswig), zum Spenerschen Dichterfreis gehörig, 1684 Musikdirektor am Dom in Bremen, daselbst gest. 1722. Johann Lavater, geb. 1741 zu Zürich, zur Poeste durch Bodmer und Breitinger angeregt, seit 1769 Prediger in Zürich, starb an einer von einem französischen Soldaten erhaltenen Verwundung 1801. Johann Lehmus, geb. 1707 zu Rothenburg an der Tauber, daselbst seit 1762 Superintendent, gest. 1788. Johann Leon, aus Ohrdruff bei Gotha, Pfarrer in Königsee( Schwarzburg Rudolstadt), später GroßMühlhausen, zuleßt in Wölfis bei Ohrdruff, geft. 1597. 16 Ehrenfried Liebich, geb. 1713 zu Probsthayn ( Liegniß), Mitherausgeber der Hirschberger Bibel, von Gellert zum Dichten ermuntert, seit 1742 Pfarrer in Lomniß bei Hirschberg, daselbst gest. 1780. nad Salomon Liscov, geb. 1640 zu Niemitsch( Niederlaust), gest. 1689 als Diafonus in Wurzen. Valentin Löscher, geb. 1673 zu Sondershausen ( Schwarzburg), eifriger Gegner des Pietismus, seit 1709 Superintendent in Dresden, daselbst gest. 1749. Matthäus Appelles v. Löwenstern, geb. 1594 in Poln.- Neustadt( Oppeln), Staatsrath des Herzogs von Münsterberg, vom Kaiser Ferdinand III. in den Adelstand erhoben, gest. 1648 zu Breslau. Martin Luther, geb. 1483 zu Eisleben, daselbst gest. 1546. Von thm theils Üeberarbeitung älterer Gesänge, theils Originaldichtungen. · Joachim Magdeburg, geb. 1525 zu Gardelegen( Altmart), Prediger an vielen Orten, 1581-83 in Efferding in Desterreich, späterer Aufenthaltsort unbekannt. Cäsar Malan, geb. 1786, Prediger in Genf, daselbst geft. 1864. Johannes Mathesius, geb. 1504 zu Rochliß bei Leipzig, erst Rettor, dann Pastor zu Joachimsthal( Böhmen), daselbst gest. 1565. et goefe 9978 X i X i Xs PsXs Propose 108 Dichter- Verzeichniß. Samuel Marot, geb. 1771, Oberconsistorialrath, Prediger an der Neukirche in Berlin, geft. 1865. Christoph Metster, geb. 1738 zu alle, geft. 1811 als Pastor und Gymnastaldirektor in Bremen. Johann Menger, geb. 1658 zu Jahmen bei Görlig, Freund Schwedlers( f. d.), seit 1696 Pfarrer in Kemniß, daselbst geft. 1734. Johann Meyfart, geb. 1590 in Jena, Direkt. des Gymnasiums in Koburg, dann Professor der Theologie zu Erfurt, wegen seiner Schriften über Sittenreform auf den Universitäten viel angefeindet, geft. 1642. Friedrich de la Motte Fouqué, geb. 1777 34 Brandenburg, romantischer Sänger aus den Freiheits friegen von 1813, geft, 1843 in Berlin. Johann Georg Müller, geb. 1651 zu Jauer ( Schlesten), 47 Jahr Pfarrer in Limbach bei Chemnitz, von Kaiser Karl VI. zum Dichter gefrönt, gest. 1745 in Limbach. Johann Mülmann, geb. 1573 zu Pegau bei Leipzig, Professor der Theologie und Prediger zu Leipzig, geft. 1613. Balthasar Münter, geb. 1735 zu Lübed, Prediger in Gotha, seit 1765 in Kopenhagen, hier in Verkehr mit Klopstod und Cramer, geft. 1793. Caspar Nachtenhöfer, geb. 1624 zu Halle, Paftor in Koburg, daselbst geft. 1685. Joachim Neander, geb. 1650 zu Bremen, früh mit Spener bekannt, erster bedeutender Dichter der deutsch- reformirten Kirche, zuerst Rektor in Düsseldorf, hier wegen der von ihm gehaltenen Privat. erbauungsstunden viel verfolgt, seit 1679 Prediger in Bremen, hier gest. 1680. Christoph Neander, geb. 1724 zu Eckau( Kurland), Dichter der Aufklärung, Anhänger der Kantschen Philosophie, Probst in Gränzhof( Kurland), hier gest. 1802. Dichter- Verzeichniß. 109 David Nerreter, geb. 1649 zu Nürnberg, erst Prediger in Baiern, gest. als Consistorialrath in Stargard 1726. Caspar Neumann, geb. 1648 zu Breslau, daselbst seit 1679 Diafonus bei Maria Magdalena, gest. 1715 als Pfarrer zu Elisabeth, Kirchen- und Schulen. inspektor und Professor der Theologie zu Breslau. Gottfried Neumann, geb. 1688, von dem pietisti. schen Separatismus, dem er anfangs zugethan war, durch Graf Zinzendorf geheilt, wirkte er in der Brüdergemeinde, gest. 1782. Georg Neumark, geb. 1621 zu Langensalza( Provinz Sachsen), unter der Einwirkung Simon Dach's in Königsberg, Bibliothekar und Hofpoet in Weimar, daselbst gest. 1681. Erdmann Neumeister, geb. 1671 in Uechteriß bei Weißenfels( Pr. Sachsen), eifriger Gegner des Pietismus, Oberhofprediger in Sorau( Brandenburg), seit 1715 Pastor in Hamburg, daſelbst gest. 1756. * Johannes Neunherz, geb. 1653 zu Waltersdorf bei Kupferberg( Schlesten), Pfarrer in Lauban und seit 1709 in Hirschberg, daselbst gest. 1737. Heinrich Neuß, geb. 1654 zu Elbingeroda( Harz), seit 1690 Prediger in Wolfenbüttel, von dort wegen pietistischer Bestrebungen verdrängt, fand er in Wernigerode 1696 Zuflucht, dort gestorben als Superintendent 1716. Philipp Nicolai, geb. 1556 in Mengeringhausen ( Waldeck), Verfasser polemischer Schriften gegen die Calvinisten, Prediger im Waldeckschen in Westphalen zuleßt in Hamburg, daselbst gest. 1608. August Niemeyer, geb. 1754 zu Halle, Enkel Frey. linghausens, Oberconsistorialrath und Professor der Theologie in Halle, daselbst geſt. 1828. Johannes Olearius, geb. 1611 zu Halle, Superintendent in Querfurt( Pr. Sachsen), wurde 1643 Oberhofprediger in Halle, gest. 1684 in Weißenfels ( Pr. Sachsen). pa do desejo 9975 as X s Ts Ts Prix Pige speich 110 Dichter- Verzeichniß. Johann Gottfried Olearius, geb. 1635 zu Halle, ein Sohn von dem Bruder des Johannes Olearius Diaconus in Halle, seit 1668 Superintendent in Arnstadt, daselbst geft. 1711. Johann Paßfe, geb. 1727 zu Selow bet Frankfurt a.O., seit 1762 Prediger in Magdeburg, daselbst gest. 1787 Joachim Pauli, geb. um 1636 zu Wilsnack( Mark) Freund Paul Gerhardts, ein Theologe, über dessen Lebensgang wenig bekannt. Christoph v. Pfeil, aus einem altschlesischen Rittergeschlecht, geb. 1712 zu Grünstadt bei Worms, Staatsmann erst in Württembergischen Diensten, dann im Dienst Friedrichs des Großen, gest. 1784. Michael Praetorius, geb. 1571 zu Kreuzburg( Eisenach), Hoflapellmeister zu Wolfenbüttel, daselbst geſt. 1621. jaits Samuel Preiswert, geb. 1799 zu Rümlingen( Basel), Prediger zu Basel, Antistes der Basler Kirche. Christian Puchta, geb. 1808 zu Cadolzburg( Mittel franken), mit dem Dichter v. Platen befreundet, von Schleiermacher und Schelling angezogen, 1839 Prof. der Phil. u. Theol. zu Speyer, nach kurzer Krankheit ( Trübsinn) Pfarrer in Eyb bei Ansbach, seit 1852 Pfarrer in Augsburg, daselbst gest. 1858. MONT Johann Jacob Rambach, geb. 1693 zu Halle, Prof. der Theol. und Vrediger daselbst, aus der Franceschen Schule, doch unter Einwirkung der Wolfschen Philo. sophie, später in Gießen, dort geft. 1735. Johann Reche, geb. 1764 zu Lennep( Rheinproving), Pfarrer in Mühlheim a. Rh., der kantischen Philosophie zugethan, gest. 1835. Andreas Rehberger, geb. 1716 zu Nürnberg, Mitglied des Nürnberger Dichterordens, als Prediger in Nürnberg geſt. 1769. * Reichard Reiber, geb. 1744 zu Bernstadt( Schles.), gest. als Pfarrer zu Dirsdorf bei Nimptsch 1817. GYORIE Dichter- Verzeichniß. 111 • Eleonore Fürstin Reuß, geb. Gräfin Stolberg. Wernigerode, 1835 zu Gedern am Vogelsberge geb., lebt in Jänkendorf bei Niesty. Christian Friedr. Richter, geb. 1676 zu Sorau ( Pr. Brandenburg), Arzt am Halleschen Waisenhauſe, Dichter, Componist u. Erbauungsschriftsteller, gest.1711. Bartholomaeus Ringwaldt, geb. 1530 zu Frankfurt a. D., Pfarrer in Langfeld in der Neumark, geft. um 1600. Martin Rinkart, geb. 1586 zu Eilenburg in Prov. Sachsen, daselbst als Prediger geft. 1649, Freund und Trübsalsgenosse Joh. Heermanns. Johann Rist, geb. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, Stifter des Elbschwanenordens, von Kaiser Ferdinand III. zum Dichter gekrönt und in den Ade!. stand erhoben, 32 Jahre lang Pfarrer in Wedel bei Hamburg, dort geft. 1667. Samuel Rodigast, geb. 1649 zu Gröben( Thüringen), unter Georg Neumart gebildet, Rector an dem Gymnasium zum grauen Kloster in Berlin, dort geſt. 1708. Johann Andreas Rothe, geb. 1688 zu Liffa bei Görlig, durch Zinzendorf 1722 nach Berthelsdorf berufen, wirkt in der Brüdergemeinde bis 1737, von da ab Gegner des Herrnhutianismus, erst Pfarrer zu Hermsdorf bei Görlig, dann zu Thommendorf bei Bunzlau, daselbst gest. 1758. Karl Rothe, geb. 1812 zu Marienwerder, erst Prediger an der Elisabethkirche zu Berlin, dann Irwingianerprediger daselbst. Johann Rothen, geb. 1797 zu Neueneck( Bern), Lehrer in Basel. ni 19010073 Friedrich Rüdert, geb. 1789 in Schweinfurt( Kgr. Bayern), berühmter Dichter, Prof. in Erlangen und Berlin, gest. 1866 zu Neuses bei Coburg.de Johann Ruopp, Adjunct der theol. Facultät in Halle, daselbst gest. 1708. 0002 wind Sainono i P i Ps Presse 112 Dichter- Verzeichniß. Martin Rutilius, geb. 1550 zu Düben( Pr. Sachsen), gest. als Archidiaconus in Weimar 1618. Gottfried Sacer, geb. 1635 zu Naumburg, Mitglied des Elbschwanenordens( s. Rist), vom Kaiser zum Dichter gekrönt, Rechtsgelehrter zu Braunschweig und Wolfenbüttel, daselbst geft. 1699. Christian Sachse, geb. 1785 zu Eisenberg( SachsenAltenburg), Consistorialrath und Hofprediger zu Altenburg, gest. 1860. Christian Scriver, geb. 1629 zu Rendsburg, Prebiger in Stendal, Magdeburg und Quedlinburg, Verfasser des Seelenschaßes", geft. 1693. Johann Schade, geb. 1666 zu künsdorf( Reuß- Schleiz), durch France für den Pietismus gewonnen und des. halb in Leipzig hart angefeindet, erhielt er einen Ruf an die Nicolaikirche zu Berlin, dort der College Speners, gest. 1698. Martin Schalling, geb. 1532 in Straßburg, Schüler Melanchthons, Hofprediger in Amberg, wegen Verweigerung der Unterschrift unter die Concordienist formel abgeseßt, zuletzt Prediger in Nürnberg, da felbst gest. 1608. Johann Scheffler, geb. 1624 zu Breslau, durch Facob Böhme's Schriften zur Mystik hingezogen, geräth in Folge seiner mystischen Anschauungen als Hofmedicus in Dels in Conflict mit der lutherischen Kirche und tritt 1653 zur kath. Kirche über. Be deutendster tiefsinniger Dichter der 2. schles. Dichter. schule. In Breslau gest. 1677 als fathol. Priester. Hartmann Schent, geb. 1634 zu Ruhla bei Eisenach, Prediger in Oftheim vor der Rhön, daselbst gest. 1681. Mar v. Schenkendorf, geb. 1784 zu Tilsit, Dichter dider Freiheitsfriege, geft. als Regierungsrath zu Coblenz 1817. Daniel Schiebeler, geb. 1741 zu Hamburg, dort Canonicus beim Domcapitel, geft. 1771. task Dichter- Verzeichniß. 113 Michael Schirmer, geb. 1606 zu Leipzig, feit 1636 Subrector, jeit 1651 Conrector am Gymnastum zum grauen Kloster in Berlin, Freund Paul Gerhardts, geft. 1673 in Berlin. Levin Schlicht, geb. 1681 zu Kalbe a. d. Mulde ( Altmark), unter Frances Einfluß, Prediger an mehreren Orten der Mark, zuletzt an der Georgens firche zu Berlin, geft. 1723. Johann Schlipalius, geb. 1719 zu Dels( Schle. sten), gest. als Prediger zu Dresden 1764. Johann Adolf Schlegel, geb. 1721 zu Meißen, Freund Gellerts und Cramers, Vater der bekannten Dichter August Wilhelm und Friedrich v. Schlegel, gest. als Generalsuperintendent in Kalenberg( Hannover) 1793. Ludwig Schlosser, geb. 1663 zu Darmstadt, Lehrer und Prediger in Frankfurt a. M., dort geft. 1723. Johann Eusebius Schmidt, geb. 1669 zu Hohens 1sfelden bei Erfurt, befreundet mit H. France, Pfarrer in Giebleben bei Gotha, daselbst gest. 1745. * Benjamin Schmold, geb. 1672 zu Brauchitsch. dorf( Liegniß), durch Gottfr. Hoffmann zum Dichten angeregt, feit 1704, wo seine heil. Liederflammen" erscheinen, bewunderter und über Schlesiens Grenzen beliebter Dichter, durchlief in Schweidniß die kirchl Aemter vom Diaconus bis Pastor prim., dort gest 1737. Johannes Schneesing, geb. zu Frankfurt a. M., Pfarrer in Friemar b. Gotha, dort gest. 1567. Johann Schrader, geb. 1684 zu Hamburg, Propst zu Tondern( Schleswig), Herausgeber eines Ge fangbuches, das wegen der Weitherzigkeit seines Standpunktes ihm viel Verfolgungen zuzog, gest. 1737. Johann Schröder, geb. 1666 zu Hallerspringa ( Hannover), durch France erweckt, jeit 1696 Pfarrer zu Möseburg( Magdeburg), nach 3 jähriger Amts thätigkeit geft. 1699. 8 Anhang. Greg XsXs Pres 114 Dichter- Verzeichniß. Christian Schubart, geb. 1739 zu Oberfontheim ( Württemberg), begeisterter Anhänger Klopstocks, nach einem wüsten, unsteten Leben wegen eines Spottgezichts auf den Herzog Carl v. Württemberg auf Hohenasperg 10 Jahr gefangen gehalten, starb 1791 als Hof- und Theaterdichter in Stuttgart. Gotthard Schuster, geb. 1673, Prediger zu Zwickau dort noch 1736. Aemilte Juliane Reichsgräfin v. Schwarzburg. Rudolstadt, geb. 1637 auf der Heidecksburg b. Rudolstadt, Gemahlin des Grafen Albert Anton v. Schwarzburg- Rudolstadt, in Verkehr mit dem Dichter Ahasverus Fritsch, geft. 1706. 10 Johann Schwedler, geb. 1672 zu Krobsdorf bei 19Friedeberg a. Q., Prediger in Niederwiese b. Greiffenberg, stand in Verbindung mit der Brüdergemeinde, von Zinzendorf hochgeschätzt, geft. 1730. Hans v. Schweinig, geb. 1645 zu Crain bei Liegniß, Landesältester im Görlißer Kreise, geft. 1722 in Laube. L choud Johann Schüß, geb. 1640 zu Frankfurt a. M., Advocat daselbst, treuer Anhänger Speners, gab den Anstoß zu den pietistischen Privaterbauungsstunden, zuletzt aus der Kirche ausgeschieden, gest. 1690. Nicolaus Selneccer, geb. 1530 im Nürnberg'schen, ein Schüler Melanchthons, dessen Lehre er sich nur zum Theil aneignete, daher von den Melanch. thonianern bald ebenso verdächtigt, wie von den strengen Lutheranern. Aus Leipzig, wo er als Superintendent berufen war, durch Kanzler Crell vertrieben, fehrt er nach Erell's Tode dahin zurück, daselbst gest. 1592. DSATTS DUE ( 1900) Julius Sinz( um 1799), soll Candidat des Predigt. amts gewesen sein. ecol jpg siglinar Dichter- Verzeichniß. 115 Faul Speratus( von Spretten), geb. 1484 in Schwaben, kommt nach vielen Verfolgungen in Würzburg, Salzburg, Wien und Iglau zu Luther nach Wittenberg, der ihn nach Königsberg empfiehlt, gest. 1554 in Marienwerder als Bischof v. Pomesanien. Carl Spitta, geb. 1801 zu Hannover aus ciner französischen Familie( de l'Hôpital), an verschiedenen Orten in Hannover Prediger, zuleßt Superintendent in Burgdorf, daselbst gest. 1859. Josua Stegmann, geb. 1588 zu Sulzfeld bei Meiningen, Prof. der Theol. zu Rinteln( Pr. Hessen) und Ephorus der Grafschaft Schaumburg, nach dem Restitutionsedict durch Benedictinermönche zu Tode gefränkt, gest. 1632. Johannes Steuerlein, geb. 1546 zu Schmalkalden, Stadtschultheiß zu Meiningen, daselbst gest. 1613. Ewald Stier, geb, 1800 zu Fraustadt( Posen); eine Lehrerstelle in Basel giebt er wegen Kränklichkeit auf, wird Pfarrer in Frankleben bei Merseburg, barauf in Wichlinghausen bei Barmen, legt 1847 sein Amt nieder, tritt 3 Jahre später wieder in das firchliche Amt ein, zulett Superintendent in Eisleben. Geistvoller theologischer Schriftsteller, gest. 1862. Heinrich Stodfleth, geb. 1643 zu Alefeld bei Hil desheim, Generalsuperintendent zu Mönchsberg, ( Königr. Bayern), dann Gymnasialdirector zu Bayreuth, Mitglied des Nürnberger Dichterordens, Herausgeber eines Reformgesangbuchs mit Tertveränderung, gest. 1708. Victor v. Strauß und Torney, geb. 1809 zu Bückeburg, Wirkl. Geheimer Rath und Bundestagsgesandter zu Frankfurt, in den österreichischen Adelsstand erhoben, kirchlicher Schriftsteller und Dichter; lebt in Dresden. ( romboc Christoph Sturm, geb. 1740 zu Augsburg, Prediger in Halle, Magdeburg und Hamburg, hier Hauptgogogo goo 1 X i Xs Pres 116 Dichter- Verzeichniß. pastor an der Petrikirche, beliebter Erbauungsschriftsteller, Gründer des Hamburger Krankeninstituts, wegen freier Ansichten von Pastor Göte in Ham burg angegriffen, gest. 1786. Julius Sturm, geb. 1816 zu Köstriß( Fürstenthum Reuß), zuerst Pfarrer in Göschitz b. Schleiz, dann Professor und Kirchenrath, seit 1857 zu Köstriß, zum Dichten angeregt durch des Knaben Wunderhorn", die ersten Gedichte erschienen 1850. Christian Taddel, geb. 1706 zu Rostock, Hofrath daselbst, geft. 1775. Gerhard Tersteegen, geb. 1697 zu Mörs( Rheinproving), größter Dichter der reformirten Kirche, von dem Kaufmannsberuf abgehend, führt er als Bandweber in Mühlheim ein einsiedlerisches Leben, mystischer Beschaulichkeit ergeben, aus der seine Lieder und Erbauungsschriften hervorgingen, er hielt auch Erbauungsstunden, in denen er die Leute der Kirche zuführen wollte, gest. 1769. Valentin Thilo, geb. 1607 zu Königsberg, Prof. der Beredsamkeit zu Königsberg, Dichtergenosse von Sim. Dach, geſt. 1662. . Christoph Titius( Tieße), geb. 1641 zu Wilkau ( Breslau), erhält seine Bildung in Nürnberg, im Nürnberger Gebiet Prediger, zuletzt in Hersbruck Oberpfarrer, geft. 1703. Heinrich Tode, geb. 1733 zu 3ollenspeicher bei Hamburg, Pfarrer zu Prißier bei Wittenberg( Mecklenburg), dann Hofprediger zu Schwerin, hier gest. 1797. * Gottfried Tollmann, geb. 1680 zu Lauban, gest. als Pfarrer zu Leube 1769. Joh. Mich.- Uhlich, geb. 1713 zu Gelenau( Königr. Sachsen), gest. als Superintendent in Bitterfeld( Pr. Sachsen) 1774. Caspar v. Warnsdorf, schlesischer Landeshauptmann zu Schweidniß und Jauer, geft. 1634. Dichter- Verzeichniß. 117 Johann Weber, geb. 1768 zu Barby( Pr. Sachsen), gest. als Pastor zu Barby 1851. to do be 1150 90 00 Carl Wehrau( 1761-1808). Hradinie Josua Wegelin, geb. 1604 zu Augsburg, daselbst Prediger, in Folge des Restitutionsedicts zweimal aus der Stadt vertrieben, das zweite Mal stedelt er nach Preßburg( Ungarn) über, wo er 1640 starb. Wilhelm II. Herzog zu Sachsen- Weimar, geb. 1598 zu Altenburg, heldenmüthiger Vorkämpfer der Evangelischen im 30fährigen Kriege, Beförderer der Dichtkunst( f. Georg Neumark), gest. 1662. Sigismund Weingärtner, Prediger in Franken um 1600. Christian Weise, geb. 1642 zu Zittau, einflußreicher Lehrer der Poeste, erst Prof. zu Weißenfels, dann Rector zu Zittau, dort Lehrer von Gottfried Hoffmann( f. o.), geſt. 1708. Johannes Weißenborn, geb. 1644 zu Camburg ( Thüringen), Gymnasialdirector in Hildesheim, dann Oberpfarrer zu Erfurt, zuletzt Superintendent und Kirchenrath zu Jena, daselbst gest. 1700. Georg Weissel, geb. 1590 zu Domnau( Preußen), Pfarrer in Königsberg, Vorläufer von Simon Dach, geft. 1635. Georg Werner, geb. 1589 zu Preußisch- Holland ( Pr. Preußen), Diaconus zu Königsberg, gest. 1643. Johann Wilhelmi, Regierungsadvokat und Stadt. syndicus zu Gießen um 1700. Johann Winkler, geb. 1670 zu Luda( Sachsen. Altenburg), aus der France'schen Schule, Dom prediger in Magdeburg, wegen seiner Förderung der Unionsabsichten Friedrich I. von Preußen viel an gefeindet, gest. 1722. 39 e Cs P A P A P A P s P sPrxer 118 Dichter- Verzeichniß. Ernst v. Wobeser, geb. 1727 zu Luckenwalde( Brandenburg), ursprünglich Major zu Neuwied, durch die Eindrücke der Brüdergemeinde bewogen, tritt er aus dem Militairdienst aus und wird Diaconus der Brüderkirche, dann Director der Unitätsanstalten zu Niesky, gest. 1795. 1795. 40019 Jacob Wolf, geb. 1684 zu Greifswald, Professor der Rechte zu Halle, daselbst geſt. 1754. * Ernst Woltersdorf, geb. 1725 zu Friedrichsfelde bei Berlin, Stifter des Bunzlauer Waisenhauses, gest. 1761 als Prediger in Bunzlau. Ernst Albert Beller, geb. 1804 zu Heilbronn, praktischer Arzt zuerst in Stuttgart, dann Director der Frrenanstalt zu Winnenthal( Württemberg), geft. 1877. 0031 Johann Zimmermann, geb. 1702 zu Langenwiesen bei menau( Weimar), Superintendent zu Uelzen ( Hannover), Ueberarbeiter der alten Kirchenlieder aus der Gottsched'schen Schule, geft. 1783. Nicolaus Graf v. 3inzendorf, geb. 1700 zu Dresden, im Pädagogium in Halle unter France gebildet, Hof- und Justizrath in Dresden, später im Dienst der von ihm gegründeten Brüdergemeinde, gest. 1760 zu Herrnhut. Christian Renatus Graf v. 3inzendorf, Sohn des Nicolaus G. 3., geb. 1727 zu Herrnhut, gest. 1752. Johannes 3wid, geb. 1496 zu Constanz, reformirter di Dichter, erst Jurist, dann eifriger Prediger der evangelischen Sache, seit 1526 in Constanz, geft. 154 dont du inloads debgonasipsie in misli indo 00T mu je 001 shunad usinea) h ma@ pinde n 196 9010 1911 in laid ou da mod cbridol do na 1511182 macd02 10( 192 E ni spidsed notch drenginli 198 150758 xx gubit- rods: billions OST bing and sedusid MAX 194 and 194 fuiste e d 392 38 808 390# com 12 801 801 791 who ann and og ter 038 1150 mot med 30 IAA ism a) No no di prodamy red quæ EOS eos Alphabetisches Lieder- Verzeichniß.R 849 T 9 194 195 108 402 Sisters Nr. Augenugsam Wesen Allmächtiger ich hebe THUTES 256 486 229 45 Am Ende ist's doch 335 Am Grabe stehn wir Am Kreuz erblaßt Anbetungswürd'ger An dein Bluten und 247 An dir allein, an dir 263 Auf, auf, ihr Reichsg. Auf Christi Himmelfahrt Nr. 178 080 Ach bleib bei uns Ach bleib mit deiner 134 Ach, Gott, ich muß in 614 Ach Gott und Herr 261 Ach, Gott, verlaß mich 449 Ach Gott vom Himmel 336 Ach, Jesus lebt in mir Ach, mein Herr Jesu Ach, mein Jesu, steh Ach sagt mir nichts Ach, steh ihn dulden Ach, wär' ich schon Ach, wiederum eind 29 Ach, wie die Jahre 30 Ach wie heilig ist der 369 Ach, wundergroßerd Ade, ich muß nun Allein Gott in der Allein zu dir, Herr 262 Alle Menschen müssen 574 Aller Gläub'gen 600 572 624 373 306 standen Auferstehn, ja Auf Gott und nicht Auf, ihr Streiter Auf meinen lieben 374 Auf, schicke dich, recht 15 573 Aus trdischem Getüm. 230 126 Aus meines Herzens 460 Aus tiefer Noth schrei' 264 100 TOCK 10790 Auf diesen Tag Auferstanden, aufer372 601 74 101 102 B. Alles ist an Gottes 371 Bedenke, Mensch, das 560 199 459 Befiehl du deine Wege 375 Bei dir, Jesu, will ich 167 Bescheer' uns unser 510 Amen! Amen! lauter 200 Amen! deines Grabes 75 Betgemeinde, heil'ge 135 120 Alphabetisches Lieber- Verzeichniß. Nr. 168 35 Der du, Herr Jesu Der du noch in der Der du uns als Vater Der du zum Heil Der heil'ge Christ ist Der Herr, der aller Der Herr, der einft auf Der Herr ist gut Der Herr ist mein Der Leib verlangt Der Mond ist 48 Der Sabbath ist 50 Der Tag ist hin: mein 48 Des Jahres schönster 55 Dich, dich, mein Gott 46 Dich, Jesu, laß ich 41 Dich preif' ich lauten 37 Dich seh' ich wieder 46 Die auf der Erde 56 169 Bis hierher hat mich Bleibt bet dem, der Bleibt, Schäfletn Brich an, du schönes 461 Bringt her dem Herren 414 Bringt Preis und 1 81 Brunn alles Heils 136 337 46 Christe, du Beistand Christe, du Lamm Christi Blut und Christ ist erstanden Chriftus, der ist mein 575 Christ, wenn die 284 82 444 D. Dank sei Gott in der 462 Danke dem Herren, 513 Das alte Jahr 36 Das äußre Sonnenlicht 463 Das Jahr geht still zu Das Jahr ist nun zu Das ist eine sel'ge Das ist ein theuer Das Mägdlein schläft; 615 Das walte Gott, 31 285 464 Dein Jesus rufet dich 265 Dein König kommt in Dein Wort, o Herr, bringt 131 Dein Wort o Herr, ist 2 138 139 milder Thau Dem Herrn sei Ehre 83 Dennoch bleib ich stets 376 Dennoch ist ein schönes 377 Der am Kreuz ist 47 Der du das Loos von 415 32 137 N 7 33 10 35 1 20 24 20 20 48 Die Christen gehn von 60 Die Ernt' ist nun zu 55 Die Gnade sei mit Die Gnade wird doch 28 Die goldne Sonne 28 46 Die helle Sonn' leucht't 46 Die Herrlichkeit der Die schönen Sonntags56 stunden 50 Dies ist der Tag, den 1 Dies ist die Nacht, da 1 Die stillen Abendstunden49 Die Sünden sind 28 Die wir uns allhier 14 Die Woche geht zu 50 Dir, dir, Jehovah will 41 Du, bester Trost der 55 Du bist das Licht, von 23 Du, dem ich angehöre 41 oor de dor Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Nr. Du, des sich alle 450 Du, des Zukunft einst 3 Du gehest in den 48 Du großer Zionskönig 357 Du, Herr, von meinen 531 Du flagst und fühleft 534 Du, meines Lebens 49 Du stehst, o Mensch, 625 Du sollst glauben, o du 289 Du Vater deiner Du weinest um 205 50 19 603 Ehre sei Gott in der Ein Christ kann ohne 379 Eine Heerde und ein 358 Einen guten Kampf Einer ist's, an dem Einer nur ist ewig Eines wünsch' ich mir Ein' feste Burg ist Ein Lämmlein geht Einer neuer Tag, ein 485 Ein neues Jahr ist 37 Ein reines Herz, Herr, 307 Eins hätten wir von 141 Eins ist noth! Ach Eitle Welt ich bin 51 233 5.6 359 232 249 339 380 Ei wie so sanft doch Empor zu Gott, mein Endlich bricht das Endlich, endlich muß 381 Ergrünt, ihr Siegesp. 103 Erhalt uns deine Erhalt' uns, Herr Erhebe dich, o meine 469 Erhör', o Gott, das 170 Erinnre dich, mein 340 341 Anhang. 604 20 121 go go Rr. Erlöser, der du selbst 179 Ermuntert euch, ihr 626 Erneure mich, o ew'ges 308 Es baut, o Gott, auf 548 Es eilt der letzte von 563 Es glänzet der Christen 309 Es hat uns heißen S470 Es ist das Heil uns 290 Es ist ein' Ros' 21 Es ist genug, so nimm 577 Gs ist gewißlich an der 627 Es ist in keinem andern 234 Es ist nicht schwer, ein 310 Es ist noch eine Ruh 628 Es ist noch Raum in 291 Es ist noch Raum! Mein292 Es ist vollbracht, das Es ist vollbracht! Gott 578 52 s fennt der Herr die 257 Gs fostet viel, ein Es mag dies Haus 311 Es saß ein frommes Es wird mein Herz Es wolle Gott uns Ew'ge Liebe, mein 206 Ewig, ewig bin ich 171 Ewig, ewig! heißt das 630 629 109 479 360 Fahre fort, Zion, fahre 342 Fall' auf die Gemeinde 53 Fortgekämpft und Freu' dich, Seele 382 180 Freu' dich sehr, o meine 579 Freuet euch der schönen 546 Fröhlich soll mein Herze 22 84 Für alle Güte jet 491 9 yo go s X s T s P s XP Pro 122 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Nr. Str. 386 Gott und Vater, nimm 163 Gott Vater, aller Gott Vater, höre unsre Gott, vor desfen Gott will's machen Gott woll' uns hoch Größter Morgen, der Großer Gott, von alten 480 Großer Gott, wir loben 419 Großer Mittler, der 258 543 85 G. 23 521 511 112 H. Geh aus mein Herz 547 Geht hin, ihr gläubigen 207 Geht nun hin und 580 Geist der Wahrheit 110 Geist vom Vater und 111 Gekreuzigter! zu deinen 54 Gelobet sei der Herr, 127 Gelobet jeist du, Jesu Geschlossen ist nun Gesegn' uns, Herr, Gieb deinen Frieden Gieb dich zufrieden 383 Habe deine Lust am Gieb Frieden, Herr Salleluja! Jejus lebt Gott, deine Güte Halleluja, Lob, Preis Gott, der du mich als 208 Halleluja, schöner Gott der Tage, Gott 492 Salt' an mein Herz Gott des Himmels 471 Halt' im Gedächtniß Gott, du läsfest Treu' 545 Harre, meine Seele Gottes Stadt steht 343 Heiland, deine Gott, gieb einen 114 Heil'ger Jesu Gott ist gegenwärtig Got ist getreu! Sein Gott ist mein Hort Gott ist mein Lied Gott ist und bleibt 113 451 142 209 143 370 164 211 212 86 128 Herr, der durch der Herr, der du vormals 481 387 235 388 250 251 55 Held Gottes, ach um Herr, auf Erden muß 104 Herr, deine Kirche 344 210 Herr, dein Name sei 559 384 Herr, dein Wort, die 144 385 Herr, der du mir das 493 552 Gott lebt, wie kann Gott Lob, die Stund' 616 Gott Lob! die Zeit Gott Lob! ein neues Gottlob! ein Schritt Gott Lob! es geht Gott Lob! ich schließe 527 Gott Lob! nimm ist 4 33 581 538 Gott rufet noch; sollt' 266 Gott ruft der Sonn' Gott, Schöpfer aller Gott sei Dank durch 38 514 5 517 539 56 Herr, der mit so Herr, du blickst in 181 Herr, du haft für alle 182 Herr, du hast in deinem 133 Herr, es ist ein Tag 482 Herr, es ist von meinem 494 Herr Gott dich loben 540 wir für HerrGott dich loben wir 420 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Nr. Herr höre, Herr 145 42 584 Herr Jesu Christ! dein 293 Herr Jesu Christ, dich 146 Herr Jesu Christ, du 183 Herr Jesu! der du selbst 366 Herr Jesu, Gnadensonne 312 Herr Jesu, Licht der Herr Jesu, wahrer Herr! meineLeibeshütte Herr, nun laß in Herr, öffne mir die 147 Herr, stärke mich, dein 57 Herr, unser Gott, laß 345 Herr, von dir hab' ich 533 Herr von unendlichem 213 Herr, vor deinem Herr, wenn wir in Herzenskündiger, du Herzlich lieb hab' ich Herzlich thut mich 585 Herzliebster Jesu, was 58 Herz und Herz vereint 149 Heute mir und morgen 606 Hier ist der Herr 184 Hier ist mein Herz 268 Hier legt mein Ginn Hier liegt vor deiner Hilf', Herr Jesu, laß Himmelan geht unsre Bahn 148 605 267 421 313 185 39 582 583 314 315 Hindurch, hindurch Hinunter ist der Sonne 495 Hirte deiner Schafe Hochheilige Dreieinig. feif 496 129 115 24 Ja fürwahr! uns führt 214 Jauchzet, ihr Himmel ch armer Mensch 270 Jch bete an die Macht 422 ch bin bei Gott in 294 ch bin ein Gast auf 586 Ich bin ein kleines ch bin getauft auf Ich danke dir für ch folge dir, mein Ich geh' zu deinem Ich habe Lust zu Ich habe nun den ch hab' in Gottes ch hab' in guten Ich hab' mich Gott Ich hab' von ferne h halte Gott in Ich klopfe an zum ch komme, Heil der Ich komme, Herr, und 187 h komme vor dein 452 Ich komm' jetzt 7 186 188 ch lieg' und schlafe 590 ch preise dich, o Herr 189 ch jag' es jedem Ich finge dir mit Herz 216 ch steh' mit einem 88 589 564 523 h sterbe täglich und ch und mein Haus ch weiß, an wen ich glaube, denn mein Ich weiß, an wen ich 607 296 glaube, ich weiß Ich weiß, mein Gott 535 Ich weiß von feinem 297 Höchster Tröster Hostanna! Davids 6 Hüter, wird die Nacht 269 Pelo 123 Nr. 172 59 243 87 587 295 215 389 588 631 390 9978 124 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Nr. 632 190 Ich werfe mich in 591 Ich will dich lieben 423 Ich will dich noch im 592 Ich will von meiner 271 Je größer Kreuz, je 391 Jerusalem, du Jesu, deine Passion Jeju, deine tiefen Jesu, Freund der Jeju, geh' voran auf 316 Jesu, großer Wunderst. 43 Jesu, hilf stegen, du 317 Jesu, meine Freude Jesu, meines Lebens Jesu, Seelenfreund Jesus ist kommen 89 Jesus lebt, mit ihm Jesus, meine Zuversicht 90 Jejus nimmt die 298 Jesus schwebt mir in 425 Jesus soll die Loosung 40 Ihr armen Sünder 272 Ihr aufgehobnen Ihr Eltern, gute Nacht! 617 Ihr Eltern, gute Nacht! Nun 618 In allen meinen Thaten 392 In Christi Wunden In Gottes Namen In unsers Königs Ift Gott für mich 105 593 K. Kehre wieder, fehre König, dem kein König der Könige, sei König Jesu, streite Komm, du werthes 192 Komm, heiliger Geift Komm herein Haupt Komm mein Herz Komm, o komm, du Kommt, Kinder, laßt 319 Kommt, laßt euch den 244 60 Kommt, laßt uns Gott 553 61 Kron' und Lohn 117 245 Nr. 116 191 63 594 Lasset uns mit Jesu Laß dich, Herr Jesu 424 Laß mich dein sein 62 Laß mir die Feier 150 Laßt mich gehn, daß 25 Licht, das in die Welt 152 483 Licht vom Licht Liebe, die du mich zum 253 Liebster Heiland, nahe 153 Liebster Jesu, hier 165 Liebster Jesu, in den 299 Liebster Jesu, laß mich 595 Liebster Jeju, wir sind 154 Lobe den Herren, den 426 Lobe den Herren, o Christengemeinde Lobe den Herren, o 346 273 259 252 522 151 meine Seele 427 536 Lobsinge, meine Seele 91 318 Lobt Gott, ihr Christen 26 393 8 361 9 M. Mache dich, mein Geift 320 10 Macht hoch die Thür Macht weit die Pforten 362 Mag über uns dein 274 Man lobt dich in der 428 608 Mein banges Herz ar Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. 125 Nr.| Nr. 431 302 429 155 77 Meine Lebenszeit Meine Seele senket Meinen Jesus laß Mein erst Gefühl sei 472 Meine Seel' ist stille 394 Meines Herzens reinste 397 Meine Sorgen, Angst 396 Mein Gott, ich klopf' 453 Mein Gott, ich weiß 566 Mein Gott, wie bist 217 Mein Herz, gieb dich 398 Mein Jesu, dem die 300 Mein Jesu, der du Mein Jesus lebt! wie 92 Mein Jesus stirbt Mein Leben ist ein 321 Menschenfreund, nach 445 Mir ist Erbarmung 301 Mir nach, spricht 322 Mit Ernst, o Menschenk. 11 Mit Gott will ich's 473 Mitten wir im Leben 567 Morgenglanz der 565 Nun danket all und 395 Nun freut euch, lieben Nun geh uns auf, du Nun gingst auch du Nun ist der Kreuzberg g 610 Nun jauchzet all ihr Nun laßt den Herrn Nun laßt uns gehn Nun lob', mein' Seel' Nun, matter Leib Nun preiset alle Gottes 433 Nun ruhen alle Wälder 498 Nun sich der Tag 499 Nur frisch hinein! es 399 193 64 474 N. 173 446 Nach einer Prüfung Nach meiner Seelen Nein, nein, das ist Nicht eine Welt, die Nicht Opfer und nicht Nicht um ein flüchtig 454 Nie bist du, Höchfter 218 Nimm hin, mein Herz 275 Noch läsfest du dich 541 Nun bitten wir den Nun bricht die finstre 506 Nun bringen wir den 609 Nun danfet alle Gott 430 118 12 554 41 633 323 D Gott, o Geist, o 596 Gott, von dem 432 497 D. D Chrift, erhebe Herz 324 , daß doch bald dein 363 daß doch bei der O daß ich tausend Ddu allersüßte Freude D du Liebe meiner 555 434 119 Durchbrecher aller DEwigkeit, du Gott, du frommer Gott! es steht 69 325 634 455 549 120 515 326 70 D großer Gott, du Haupt voll Blut heil'ger Geist, kehr' 121 heilige Dreifaltigkeit 475 Jesu Christe, wahres 347 Jesu, dir sei ewig 194 Jesu, einig wahres 348 Jeju, Herr der 367 O Jesu, Jesu, Gottes 236 Jesu, meine Wonne 195 126 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. D Jesu, süßes Licht DRönig, deffen O komm, du Geist O Lamm Gottes 2000 Lehrer, dem kein O Liebesglut, wie soll Oselig Haus, wo Traurigkeit, o Ursprung des Vater der Vater, steh mit 277 166 Welt, ich muß dich 597 Welt, steh hier 72 Owie fröhlich, o wie 635 O wie selig seid ihr 636 P. Preis dem Todesüberwinder N. Reich des Herrn Ringe recht, wenn Rüstet euch, ihr Ruhe ist das beste Ne 476 Seele, was ermüd'ft 276 Geht, welch ein 122 Geid eingebent! D 71 Sei Lob und Ehr' Sei mir tausendmal Selig sind des 246 Selig, selig sind die Selig, wer dich ewig Sende, Vater, deinen Schaffet eure Schaffet, schaffet Schatz über alle Schmücke dich, o liebe Schmückt das Fest Schönster Herr Jesu Schon ist der Tag Seele, geh auf Seele, mach' dich Seelenbräutigam 219 524 78 327 93 349 328 329 220 435 196 123 Br 238 67 174 436 68 639 638 175 130 106 500 456 156 501 502 619 447 509 350 400 nicht singen 221 Sollt' ich meinem Gott nicht trauen 401 Sorge doch für unsre 528 So ruhest du, o meine 79 611 620 237 637 65 Siegesfürst und Sieh, es will schon Sieh, hier bin ich Sieh uns fertig Sint' ich einst in So fliehen unsre Tage So hab' ich obgesteget So jemand spricht So ist die Woche So ruhe wohl! Gott 278 So sei denn dem So tragen wir den 330 So wahr ich lebe So lange Jesus Sollt' es gleich Sollt' ich meinem Gott Speise, Vater, deine Stark ist meines Steil und dornicht Strahl der Gottheit Such', wer da will 66 T. 331 Theures Wort aus 612 279 512 402 332 124 239 158 Alphabetisches Thut mir auf die Tretet her zum Tisch 197 11. Lieder- Verzeichniß. V. Valet will ich dir Vater, fröne du mit Vater, meine Seele Vater unser im Verlaß mich nicht Verleth uns Frieden Verwirf mich nicht Verzage nicht, du Häuflein klein Verzage nicht, du kleine Schaar 127 Nr. Nr. 96 404 157 Walte, walte nah und 365 Wandle leuchtender Warum sollt' ich mich Was freut mich noch Was Gott thut, das ist wohlgethan! es Was Gott thut, das ist 131 405 wohlgethan, so denken 557 Was Gott zusammenfügt Überwinder, nimm die 94 Umgürte die, o Gott 368 Unsern Ausgang 162 Unser Sabbath geht 507 Unter tausend frohen 240 Unwiederbinglich schnell 34 Urquell aller 457 598 544 222 458 403 542 532 351 352 27 Vom Himmel hoch 176 Von des Himmels Von dir, du Gott der 518 Vor dir, Todesüberwinder 177 uses W. 364 Wach auf, du Geist der ersten Zeugen Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin Wach auf, mein Herz, und singe Wacbet auf, ruft uns 640 95 477 Was macht ihr, daß Was mein Gott will Was wär' ich ohne Was willst du dich Weicht ihr Berge 519 537 406 254 407 223 530 408 Weil ich Jesu Schäflein Weine nicht! Gott Wenn alle untreu Wenn Christus seine Wenn der Herr, der Wenn doch alle Seelen Wenn ich einst von Wenn ich ihn nur habe 438 Wenn ich, o Schöpfer 224 Wenn kleine Himmels478 erben 621 Wenn mein Stündlein 599 Wenn mich die Sünden 73 Wenn uns die Feinde 448 Wenn wir in höchsten 280 Wer das Kleinod will 333 Wer Gott vertraut Werde munter, mein Wer ist wohl wie du Wer nur den lieben Wer weiß, wie nahe Wie fliegt dahin der 569 Wie Gott mich führt 411 568 437 353 97 303 409 503 439 410 128 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Nr. 412 260 241 Wie groß ist des Allm. 225 Wie hat's die Seele Wie herrlich ist's ein Wie herrlich strahlt Wie könnt' ich sein Wie kurz ist doch der Wie schön ist's doch Wie schön leucht't uns Wie selig, wer von Wie's Gott gefällt Wie sicher lebt der Wie Simeon Wie soll ich dich Wie sollt' ich meinen Wie wird mir dann Wie wohl ist mir, o Wir danken Gott für Wir danken, treuer Wird das nicht Freude Wir glauben all an Wir kommen, deine Wir liegen hier zu Wir Menschen sind Wir singen dir Wo findet die Seele 20 198 622 525 242 Wollt ihr wissen, was 304 Womit soll ich dich 442 Wo soll ich fliehen hin 282 Wo willst du hin 98 Wunderanfang, herrlich 226 413 Wunderbar ist Gottes 227 570 Wunderbarer König 443 334 44 Ne Wohlauf, wohlan zum 613 Wohl dem Menschen, 161 Wohl einem Haus, da 526 Wo ist göttliches 255 13 440 641 441 516 3. 3aget nicht, wenn 228 Beige dich uns ohne 484 Zieh ein zu meinen 125 Zieh hin mein Kind 159 642 3ich uns nach dir 3ton, gieb dich nur 132 3ion flagt mit Angst 556 3ions König ist 281 Bu dir, Herr Jesu 160 Bu dir ist meine Seele 305 28 3ween Jünger gehn 571 3wei Hände wollen 283 99 520 623 107 354 355 14 Druck von W. G. Korn in Breslau. гуй точ гог 169 грз 163 204 172 218 219 187 220 221 190 222 191 208 год 146 223 224 192 210 144 225 193 226 194 227 195 228 196 229 230 198 205 2ть 157 202 166 enses 216 182 217 183 211 212 338 2/3 0 214 179 БРАЛАФЗО gelo Po dо а 231 261 246 249 гы 232 247 262 233 262 243 280 гоз 234 264 246 281 264 235 265 250 282 265 50 257 256 266 236 23 A 238 183 253 252 199 262 268 239 269 254 230 26 240 2704 255 284 2 го 241 271 256 285 27 202 272 242 276 257 202 243 277 258 416 233 244 278 259 286 274 245 232 215 295 276 291 439 291 277 298 292 260 293 113 229 393 294 441 235 2уу 281 295 25 246 229 2 93 282 300 292 372 294 283 429 298 295 284 301 299 285 302 3'ю зов гдз 435 го зоч 297 287 331 302 233 7 296 288 239 313 308⁰ зоди 424 289 2.54 304 309 290 303 305 310 XIX i X 62 Inches 1 Centimetres Blue 2 ¹3 4 Cyan 2 5 de 6 LOONEY 7 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 19 4 10 Red 1₁5 4₁ 12 11 13 Magenta 14 6 15 White 16 | 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8