S. Donatus. 2 SARRO H.Donatus Martirer und Patron wider Hagl und Ungewiffer. Jos. Ant Schmid Cath. Sc. A. Leben des Seil. Donatus, glorreichen Blutzeugen, besondern Schüßers in fürchterlichen Witterungen der Luft, aus und der französischen Sprache in die deutsche überseßet und ins Kurze gezogen von einem Verehrer desselben. Zweyte Auflage. Mit Genehmbaltung der Obern. Augsburg, zu haben bey Johann Jacob Mauracher katholischen Buchhandler, 1771. GG 856 Vidi alterum Angelum. habentem fignum Dei vivi:& clamavit voce .. dicens. magna quatuor Angelis. Nolite nocere terræ& mari, neque arboribus. Apoc. C. VII.. 2.&. 3. Ich sah einen andern Engel:... der hatte das Zeichen des lebendigen GOttes: er schrie mit großer Stimme zu den vier Engeln,.... und er sprach. thut keinen Schaden weder der Erder noch dem Meere; weder den Bäumen. Univ.- Bibl. Giessen 9. ( 5) CUALNliate! Erster Theil. Leben und Marter des Heiligen Donatus. S aum nahme die Abgötterey zu Rom ab, da finge das Christenthum an zu blühen. Die aufgehende Kirche Chrifli trate auf einmahl glänzender, als die Sonne, aus dem Schooß ibrer Morgenröthe, Herfür, und beftrahlte die weit entlegene Völker mit dem Licht des chriftlichen Glaubens. Aber die reinste Lehren, welche dieser wahre Glaube seinen Lehrlingen einflößt, kamen der Bosheit, und der allgemeinen Vers derbniß der Sitten unerträglich vor; daher verschwuren sich beede gleichfalls mit einander, und bothen alle Kräften auf, um entweder dies scheinbare Gestirn zu verdunkelen, oder den gånzlichen Umsturz dem Christenthum beyzubringen. Ihre schreckX2 ( 6) schrecklichen Anfälle wurden dennoch vereitelt, ihre anhaltenden Bemübungen fruchtlos: denn je beftiger sie ihre Verfolgungen betrieben, desto größer, und anfehnlicher wurde die Zahl der Gläubigen. Es geschahe dies aus besonderer Anordnung Gottes, welcher allen Völkern andeuten wollte, daß dieser Glaub der einzige wahre Glaub seye, der sich nur mit Leiden und Blutsvergießungen schüßte. In diesem Zeitpunct ungefähr gegen Ende des zweyten Jahrhunderts, unter der Regierung des Kaisers Antonin blickte das Weltlicht an unser große Heiliger Donatus. SI Wunderfame Begebenheiten vor der Geburt des Donatus. Eine Geburt ware vergesellschaftet mit allen Zeichen, welche große, und erhabene Seelen kennbar machen, und i berhaupt jene, welche GOtt auserkiefen bat, um das Heil des Nächsten zu beföre dern. Er wurde gebohren zu Rom. Sein Vas ter nennte sich Fauftus, und weil er von bohem, und wohlverdientem Geschlechte war, ( 7)* war, wurde ihm vom Kayfer aufgetragen, das Römische Kriegsbeer anzuführen. Die Mutter Flaminia benamset, war ein Sproß des Adelichen Geschlechts Lamias, und beeiferte sich, ihren Ebeherrn Faustus an fittlichen Zugenden weit zu übertrefs fen. Dieser auferbauliche Lebenslauffeuerte fie täglich mehr, und mehr an zum chriftlichen Glauben. Deshalben fuchte Flaminia die Gelegenheit, mit dem H. Gervasius zu sprechen, dessen fürchtreffliche Tugenden, und scheinbare Heiligkeit zu Mayland besonders angepriesen wurde. Kaum hatte sie mit dem großen Diener Gottes einige Gespräche geführet, da erbrannte sie für Eifer, eine Chriftinn zu werden, und sagte mit berzrübrenden Worten: Ach wie glücklich schätte ich mich, wo du Gervasius mich würdig achteft, eine Christinn zu werden Ich verlange desto sehnlicher dies unschäßbare Glücke, weil ich vernehme, daß der Chris sten GOtt die Sünden verabscheue, ohne daß er aufhöre die Sünder zu lieben. Widerfährt mir diese Gnade, so mache ich mir Hoffnung, nicht allein meine Seligkeit zu wirken, sonderen auch die Genesung mei21 3 nes ( 8)* nes Eheberrns, und einen Erben zu erbits ten. Gervasius entdeckte in Flaminia Chriftliche Gesinnungen, und erkannte, daß fie ein von GOtt auserwähltes Gefåß ſeye, um den christlichen Nahmen in dem Römischen Reich inskünftige auszus breiten. Dahero munterte der Hocherleuchtete Mann Gervasius Flaminiam auf, und sprach: Eraue nur auf den Schöpfer Himmels und der Erden, wels cher dein Gebeth, und Seufzen schon erboret bat. Du wirst bald mit ihm versöhnt, und in ChriftoJEfu getauft werden. Dein Eheherr soll genesen, und du wirst einen Sohn gebähren, welcher bey der Welt, und noch höher bey GOtt wird angesehen feyn. Dieser wird eine Stüße des Chris ftenthums, und deines Geschlechts werden. Es ereignete sich auch in der That, was der H. Mann Gervasius vorgesagt hatte: denn Faustus wurde gegen alles Bermus then von dem Gichtbruch befreyet, welcher ihn seit vielen Jahren her zu allen Geschaften untauglich gemacht hatte. Flaminia, welche die wunderwirkende Hand GOttes klar erkannte, begehrte von Gers vasius ( 9) 4 vasius getauft zu werden: Sie empfinge nach vorhergegangener Unterrichtung die Taufe zu Mayland unter der Regierung des Landvogts Artafius im Jahr 159. Es scheint der Himmel diese wundersame Bekehrung beschleiniget zu haben, weilen die Frucht, so Flaminia gebähren würde, zu einer hohen Vollkommenheit gedeihen sollte. S. II. Donatus wird geboren. Je neubekehrte Flaminia gebahre endlich nach einem Jahre den von GOtterbethenen Sohn, welchen sie gleich taufen, und Donatus nennen ließe; um biedurch zu erkennen zu geben, daß die Genesung ihres Eheberrns Fauftus, und die mit einem Sohn begünstigtebe überzeugende Proben der großen Liebe Gottes waren, welche alle Dankbarkeit verdien ten. Daher opferte sic dies Söhnlein, gleich einer Anna Mutter des Samuels dem HErrn auf, und widmete ihn zu seis nem heiligen Dienste, 214 S. III, 2( 10) S. III. Donatus wird chriftlich erzogen, und geht in den Krieg. Se Erziehung des jungen Donatus wurde mit standmäßiger Aufsicht, und Fleiß betrieben. Er war der alleinige Erb eines der ansehnlichsten Häuseren in Welschland. Seine Elteren verabsaumten auch nichts, von allem dem, was seinen Geist zur Bekleidung Hoher Würden im Reiche geschickt machen konnte. Aber je mehr d e Welt sich bemühete, diesen jungen Helden zu ihren eitlen Absichten, und Diensten zu bereiten, desto mehr war die H. Mutter besorget, ihm die wahre Tugenden einzupflanzen, So bald nun Donatus die kindliche Jahre zurück gelegt hatte, gienge sein Vas ter Faustus mit Tod ab. Dieser Verlust war sehr empfindlich, und hätte kaum können ersetzt werden, wenn nicht der vors fichtige GOtt seine fromme Mutter beym Leben erhalten hatte, welche ihn in wahren Andachtsübungen, und in der Furcht GOttes befestigen, und alles aus dem Wege raumen sollte, woran seineUnschuld einen Schiffbruch leiden könnte. Fla 26( 11)* Flaminia, welche ihr einbildete, daß Donatus keine Würde mit größern Vorzügen, und Verdiensten vertreten könnte, als in dem Kriegswesen, in welchem Stan de er bey den untergebenen Kriegsmåns nern ein Apostel, bey den betranaten Neubes febrten ein Schüßer abgeben würde, stellte ihren Sohn dem Kayser Marcus Aurelius vor, welcher ihn auch mit ftandmäßiger Hochachtung, und gebührender Aufmerk. famkeit zu seinen Diensten annahme. Der Kayser, welcher schon von andern die sels tenen Gemüthsgaben des Donatus in Er fahrung gebracht hatte, machte sich große Hoffnung, daß er dem Römischen Reiche zu seiner Zeit aufrichtige, und große Dienste im Kriege leisten würde. Er gab ihm eine Stelle in der Melitinischen Legis on, welche also genennet wurde, weil die Kriegsmanner zum größten Theil Chris ften, und auf der Insel Maltha angewors ben waren. Donatus war hiemit wohl zue frieden, weil er vielleicht unter den abergläubischen Völkern keinen Dienst anges nommen hatte, aus Furcht, daß seine annoch zarte Jugend von wilden und ehrloA5 fen ( 12) 48 sen Männern zum ewigen Verderben angeführt werden könnte. Er hatte das sechszehende Jahr erreichet, als er diesen Stand antrate, in welchem er sich mit sols cher Klugheit, und männlichen Großmuth betragen bat, daß er in wenigen Jahren oben gemeldeter Legion, als Obrister vors gesetzet wurde. S. IV. Kriege der Barbaren. Unter der Regierung des Kayſers Marcus Aurelius wurde ganz Welschland von den Nordischen Völkern, die theils aus Hungersnoth, theils wegen ansteckender Seuchten ihre Länder verlassen hatten, gleich einem reißenden Fluß überschwems met, und durch blütigeTreffen, welche diese ausländische Völker den Römern lieferten, mit dem Untergange bedrohet. Der Kayser, welcher sich in sehr verwirrten Umständen sabe, bediente fich aller Mitteln, welche der blinde Aberglaube ausfündig machen konnte. Dahero gabe er sich Mühe, die Gunst der falschen Götz teren auf alle Art zu gewinnen. Die Göt zenpfaffen, welche er wegen dem bevorstehenden ( 13) henden Schicksale um Rath fragte, antworteten ihm, daß er die Christen als ges schworne Feinde des Reichs verbannen, oder vertilgen müßte, wenn er die Götter auf seiner Seiten, und einen beglückten Ausschlag in den sehr gefährlichen Ums ständen haben wollte. Der Kayser, wels cher diesen unmenschlichen Vortrag båtte verabscheuen sollen, ließ sich von dem Aberglauben überführen, und gabe die schärfeste Befehle, welche man an den unfchuldigen Christen genau vollziehen sollte. Da finge das Wüten, und Toben an, die Christen wurden auf allen Dertern ergriffen, mit Ketten, und Banden belegt. Man errichtete Mordbühnen, und Scheiterbaufen, auf welchen diese Schlachtopfer sollten verzehret werden; und bald darnach sabe man nichts als schreckbare Blutsvergießungen. Allein durch diese Opfer konnten nicht die falsche Götter bes friediget werden, denn dieses Blutbad diente nur alleinig den wahren Gott zu verbitteren, und gegen jene aufzuhäßen, welche diese Niederlagen angesponnen hatten. Die barbarische Völker fuhren indessen A 6 fort, ( 14) fort, die Römer zu bekriegen. Sie sengten, und brennten aller Orten; Feuer, und Schwert, Schrecken, und Tod waren von ihnen nur zu gewarten. Sie nahmen endlich die Ueberband, und wo nicht die Rdmer die Verfolgung der Christen einges stellt hätten, so würde Rom bald unter die Bothmäßigkeit der Barbaren gekommen seyn. Dieses alles truge sich zu aus Verbångniß GOttes, welcher das unschuldig vergossene Blut der Chriften an diesem Fürsten, und dessen Unterthanen rächen wollte. S. V. Verwirrter Zustand des Römischen Kriegsheers. ausgefallenen Treffen im Jahre Chrifti 176 lagerten sich die Römer zwischen das Gebirge bey der Stadt Carnut an den ungarischen Grängen, um von den Barbaren einen sicheren Rücken zu haben, sie wurden aber von der großen Anzahl derfelbigen fo fest eingesperret, daß sie nirgendwo heraus kommen konnten. Das Kriegsheer war mit schädlichen Krankheiten 24( 15) ten angesteckt: Es giengen ihnen die nothige Lebensmitteln ab, weil der Feind sich aller Wegen bemächtiget hatte: wodurch die Römer dergestalten abgemattet wurden, daß die Feinde sich die Hoffnung machten, alle ohne Blutvergießen zu Gründe zu richten. In diesem so elenden Zustande truge der Obriste Julius Capitolinus dem Kays ser vor, daß in der zwölften Legion ein Regiment Chriften seye, welche von ihrem GOtt alles, was sie begehrten, zu erlangen pflegten, wenn sie nur ihn darum anriefen. Er sollte deshalben befehlen, daß, weil die Römische Götter unerbittlich zu seyn schienen, jene von ihrem Chriftus, daß unter andern abgehende Wasser bes gebren sollten. Der Kayser genehmiget diesen Vortrag und giebt Befehle. Kaum hatten sich die Christen auf ihre Kniee niedergeworfen, so fienge der Hims mel schon an sich mit schwarzen Wolken zu überziehen; es erhube sich unter Donnern, und Blißen ein heftiger Sturmwind worauf ein starker Plaßregen erfolgte, welcher das Lager des Römischen Kriegsbeere überschwemmete, und also auf eine 2 7 febr 2( 16) sehr seltsame Weise Menschen, und Viehe erquickte. Hingegen aber fielen zur selbigen Zeit auf der Barbarenkager Donners Feile, Feuer, und ein entseßlicher Hagel, wovon viele getödtet, und die übrige in solchen Schrecken, und Todesfurcht gericthen, daß sie in größter Unordnung, und Verwirrung die Flucht ergriffen, sich in höchster Uebereilung selbsten tödteten, ihr eigenes Feldlager mit aller Habschaft den Römern zurück ließen, welche sie alsdann verfolgten, und auf der Flucht eine große Anzahl niedersåbelten. Die Wahrheit dieser sehr denkwürdigen Begebenheit bezeuget sattsam der Brief des Kaysers M. Aurelius an das Römische Volk, und an den Rath folgenden Inhalts. Der Kayser M. Aurelius faget dem Römischen Volk, und Rath seinen Gruß. Kaum hatten die Christen der Melitis nischen Legion sich auf die Erde geworfen, und ihr Gebeth zudem wahren GOtt, den ich nicht kennete, abgeschicket; da fiele ein Bäufiger, und sehr erquickender Regen vom Himmel über unser Kriegsbeer, da inzwischen ein entseglicher, und mit Feuer vers 2( 17) 48 vermischter Hagel über unsere Feinde, sich ergossen. Diese denkwürdige Begebenheit bekräftigte Apollonius Römischer Rathsherr, und Martyrer, welcher unter der Regierung des Kaysers Commodus lebte, Julius Capitolinus, obschon er ein Heyd war, tactantius, und andere, welche anmerken, daß GOtt dies Wunder auf Bitten des Donatus, und der Melitinischen Legion gewirket habe, welche von der Zeit an die blig und donnernde Legion genennet worden. S. VI. Donatus gelobet GOtt die Keuschheit. es Donatus sahe, daß der Himmel das feinige und der übrigen Christen Gebeth erhöret, und die Wahrheit des Glaubens durch dieses Wunderwerk befestiget håtte, stattete er GOtt dem HErrn die erkänntlichste Dankbarkeit ab, welche hierin bestunde, daß er selbigem auf eine besondre Art das werthefte und kostbareste, was er besaße, nåbmlich seine Seele, und Leib mit allem Recht aufgeopfert habe. §. VII. ( 18) s S. VII. Die Heiligkeit des Donatus wird erkennet, und erhöhet. Gleichwie nun durch dieſen wunderbaren Sieg der Kayser, und das Römische Reich ihren vorigen Glanz, und Ünseben überkommen hatte; also wurden auch die Verdiensten, und Zugenden des Donatus viel glänzender. Alle schätten ihn hoch; aber am mehresten war er vom Kayser geehret. Dieser große Fürft ließe keine Gelegenheit vorbeygehen, ohne ihm seine Wohlgewogenheit zu beweisen. Obe wohl diese große Gnaden des Fürsten seine Tugend barten Versuchungen ausseßten; hat er dennoch über selbige glücklich gefieget, und ist dadurch viel herrlicher worden. Es ware M. Aurelius entschlossen, sich mit diesem jungen Herrn in die engste Freundschaft einzulassen; er ließe ihn nach Rom berufen, und machte ihn zum Obriften seiner Leibwache, um ihn jeder zeit bey seinem Hofe zu haben: seine Begünstigung gienge noch weiter: Er hatte ihn zu seinem Nachfolger im Reiche bestimmet, ( 19)* stimmet, und ihm seine Enkeln, die Fürs stinn Alexandria, Tochter des Cassius, zur Gemahlinn ausgesehen. Es wäre der. gleichen Wahl von so großen Fürsten vermögend und reizend genug gewesen eine mittelmäßige Tugend zum wanken, und zu einem solchen Entschluß zu bringen. S. VIII, Donatus weigert sich diese Ehren anzu nehmen. elein einem Donatus waren derglei chen Vortheil zu geringschäßig. Er dankte und schluge diese ihm anerbothene Gnaden mit größter Bescheidenheit ohne Berachtung dem Kayser ab. Er entschuldigte sich sehr fittsam, daß er sich nicht könnte dazu entschließen: sintemalen er erachtete, daß es seiner Seele vortheilhafter seve, beständig seinem gethanen Ges lübde der Keuschheit nachzuleben, als den Vortheilen, welche die Welt anbiethet, nachzustreben. S. IX. ( 20) S. IX. Flaminia muntert ihn auf zur Reuschheit. Da nun M. Aurelius alle seine Mühe, ihn mit der gedachten Prinzeßinn zu vermählen, fruchtlos sabe, wendete er sich zu der Flaminia, welche Donatus, ihren Sobn, zärtlich liebte, und von Zeit des Todes ihres Eheherra, des Fauftus, bey ihm wohnte. Der Kayser lebte der geficherten Hoffnung, daß Donatus seiner liebwerthesten Mutter sich nicht w.dersets zen, und auf andere Gesinnungen kommen würde. Aber umsonst dieſe in der That großmüthige, und christliche Mutter, an statt des Kaysers#bsichten zu bes fördern, an statt ihren Sohn zu dergleis chen sehr engen, und gefährlichen Verbindnissen mit der Welt zu bewegen, fuchte vielmehr ihn in dem Fürsag, die Gott geschenkte Keuschheit zu halten, und denfelben darinu zu stärken; ja sie ermahnte ihn viel chender fein Blut für Christum aufzuseßen, als in seinem Versprechen untreu zu werden. Denmächst kehrte Flaminia zurück zu dem Kayser, auf den ihr aufgetragenen Befehl zu antworten. Sie gabe 24( 21) gabe ihm demüthigst zu verstehen, daß Donatus von keinen Heyraths Vorschlägen das geringste hören wollte; sondern daß er sich glücklich schäßte, seine größte Ehre, und Ruhm in den Diensten seines Fürften zu suchen, und für höchft denselben sein Leben dazugeben. Der Kayser, da er dieses vernommen, erkannte wohl, daß dieses alles aus der Lehre, und Grundsäßen des Christenthums herrühre, und wollte sich nicht weiter damit eins lassen; sondern überließe die Sache seiner Enklin. S. X. Donatus wird heftig versucht, aber auch wunderbarlich beschützt. Lexandria, welche in den Donatus sehr verliebt war, griffe nach allem dem, was dessen Gegenlicb zu gewinnen hinlånglich zu seyn schiene. Es fehlete dieser Fürstinn auch nicht an Mitteln, und Waffen, ein hartes ja eisernes Herz zu lenken, und zu besiegen. Sie ware fürstlichen Standes, in ihrem blühenden Alter von einer ausbündigen Schönbeit, reizenden Gebärden, und leutseligen Umgange. Die *( 22) Die Vereinbarung der höchsten Ehrens stellen, und zeitlichen Freuden, welche ein junges Herz beglücken könnten, schwebten ihr allezeit für Augen. Großer GOtt! was für Versuchungen! Eine einzige derselben ware ja schon überflüßig, ein standhaftes Herz auf andere Gedanken zu bringen. Allein es bliebe dabey noch nicht: Alexandria bediente sich dabey neben anderer listigen Erfindungen, um ihn mit Liebsfesseln zu binden, und ins Reg zu bringen. Aber die göttliche Fürsichtigkeit ware Donatus ein Schuß, und Schild, womit diese Reizungen vereitelt wurden. Es bliebe nichts mehr übrig der verblens deten Fürstinn, als Verschämung und Verzweiflung diesen Gegenstand ihrer rasenden Liebe nimmermehr zu besitzen. So gnådig ist GOtt für diejenige, so ihm jederzeit treu verbleiben. S. XI. Traurige Wirkungen der unreinen Liebe. Je gemeinste Wirkungen der unreinen Liebe find Verblendung der Vernunft, und Verstockung des Herzens, des sen ( 23) 45 fen uns Alexandria ein trauriges, und klas res Beyspiel vor Augen legt. Diese unglückselige Fürstinn fubre fort in ihrer Hartnäckigen Blindheit, und ließe ihren unordentlichen Anmuthungen den völligen Baumschießen. Sie ware schlüßig ihre Liebe weiter zu treiben, oder in Donati Blut sich zu fühlen. Die Unsinnigkeit und Ungestüme der Liebe wüteuten um einander. Diese Furien trieben sie an, jes nen, welchen sie nicht zum Ehegemahl haben konnte, für sich zum Schlacht, und Rachopfer vom Kayser zu begehren. Wohltraurige Wirkung des Irrthums, und zugleich der Unlauterkeit! Alexandria, um ihrem mörderischen Schluß einen Vorwand zu suchen, bedachte sich auf alterhand Mittel, wie sie den Donatus strafbar machen könnte, damit es nicht schiene, als werde er unschuldig zum Tode verdammet. Da fie nun an diesem Zugendſpiegel nicht das geringfte ausftellen konnte, vers fuchte fie das Christenthum anzufeinden und zu beschuldigen. Um diesen gottlosen Entschluß werkfiellig zu machen, barge fie für Donatus ihren Zorn, Haß, und Vers Bitterung; stellte sich gegen ihn ganz freunds ( 24) freundlich, lieblich, und holdselig an. Sie ließe Tonatus zu sich rufen, unter dem Borgeben, eine kleine Unterredung mit ihm zuhalten, in der Zhat beyderfeits dem Jupiter Weihrauch zu opfern. Donatus, der aus Großmüthigkeit, die Kayserliche, ihm anerbothene Gnaden auszuschlagen, und den Anlockungen einer in ihn verliebs ten Prinzeßinn widerstanden hatte, verabscheuete dergleichen unerlaubtes und feiner Chriftenlehre entgegen gesettes Dpfer zu vollbringen. S. XII. Donatus wird angeklagt. Donatus immer standhaftig weigerte ihr unsinniges Begehren zu befriedigen, eilete Alexandria zum Kayser, Donatus, als einen Spötter, und Berachter ihrer Götter, anzugeben. Sie ließe nicht nach, bis sie den Kayfer mitAnhalten, Klagen, und Weinen, so lang überredet, und dahin bewogen hatte, daß M. Aurelius endlich Donatus den Richtern überantwortete. Nach gebabter Einwilligung des Kayfers triebe sie die Nichter an, über jenen das 2( 25) 5 das Todsurtheil zu sprechen, der des Kayfers, und des Reichs Erretter gewesen ware. S. XIII. Donatus wird getödtet. Onatus( wer sollte es glauben?) wird zum Tode verdammet; er mußte sterben; sein Haupt mußte dieser unmenschlichen Liebhaberinn zum Rachopfer dies nen. Aber wo? Ihr eigener Pallaft mußte die Schaubühne seyn dieser grausamen Mordthat, um ihre rachgierige Augen an diesem traurigen Spectakul, und Vergiefung des unschuldigen Bluts zu ersättigen. Unterdessen kame diese traurige Nachricht der frommen Flaminia zu Ohren, welche sich gar nicht darüber entfeßte; sondern den Martertod ihres einzigen Sohns mit einer gleichfalls angestamme ten Großmuth, und Freude empfunde. Je größer der Unwillen, und das Grausen wider das treulofe, und grausame Verfahren Alexandria ware; desto mehr Vers gnügen, und Troft empfunde sie über den beglückten Zustand ihres Sohns. Sie gienge mit einigen frommen Matronen B nach 26( 26)*** nach dem Pallaft dieser grausamen Prin zeßinn, den kostbaren Leichnam ihres geliebten Sohns hinweg zu nehmen; und nachdem sie ihn mit köstlichen Specereyen balsamiret, ließe sie ihn ehrbietig, und standmäßig auf den Kirchhof einlegen, der hernach der Kirchhof der H.Jungfrau, und Martyrinn Agnes genennet wurde. Sie starbe auch einige Zeit nach dem Tode ihres Sohns, und wurde theilbaftig jener Freuden, welche der gerechte Gottfrommen Seelen versprochen hat. Siehe, diefe ist die kurze, dennoch Chrund Ruhmvolle Lebensverfassung des 5. Martyrers Donatus.. Univ. Bibl. Giessen Zwey ( 27) 1 AZALAZAALALALANIAYAAZANIA I AALAALALAYALA Zweyter Theil. Unterricht vom Ursprunge der Andacht gegen den H. Donatus, als besondern Schützer gegen die Ulngewitter, Donner, Bliß, und Sagel. S. I. Der Leib des 5. Donatus wird gefunden, und dem Collegium der Gesellschaft Jesu zu Münstereifel geschenket. S Bwoblen ben jenen traurigen Verfolgungszeiten vieler H. Martyrer herrliche Thaten, gleich ihren H. Gebeinen, in Vergessenheit gekommen; so ist dennoch der Zugendvolle Wandel, die glorreiche Marter dieses so trefflichen Bekenners JEfu Chrifti, jenem Schicksale nicht unterworfen gewesen: fintemalen GOtt dessen H. Gebeine insonderheit bewahret, und den heiligen Leib nach dem Rathfchluße seiner göttlichen Vorsichtigkeit B 2 25( 28) 25 ungefähr um das Jahr 1646 baterfinden laffen, um gedachte H. Gebeine auf uns fern Altären zur öffentlichen Verehrung zu erheben, auf daß er uns ein mächtiger Beschüßer wider Blit, Hagel, Sturmwinde, und andere bösen Witterungen seyn möchte. Der Cardinal Martius Ginettus, da er die Stelle des allgemeinen Statthalters, des Pabsts Innocentius des Xten vertrate, licße sich besonders die Erhebung, und Sammlung der H. Ges beinen zu Herzen gehen. Unter andern Mithelfern einer so heiligen Arbeit war auch P. Balthasar Ballonus, Priester der Gesellschaft JEsu, dem gedachter Cardinal wegen seiner großen Mühe, und Fleiß, den er in Aufsuchung der H. Reliquien angewendet, den Leib des H. Donatus ( welchen er in dem Kirchhofe der H. Agnes gefunden) geschenket hat. Da nun P. Balthasar zu Rom mit Tod abgegangen, hat P Florentius von Montmorenci, General Vicarius der Gesellschaft JEſu, ( welchem als Obern die Berordnung über gedachten H. Leib zustunde) mit selbigem das Collegium zu Münstereifel beebret im Jahre 1649.. S. IL. ( 29) §. II. Ueberbringung der Reliquien des 5. Martyrers nach Münstereifel. SAM m Ende des Monaths May im Jahre 1652 kame der H. Leib von Rom auf die jülchische Gränzen an: von dannen ist selbiger nach Münstereifel gebracht, und in der Kirche der Gesellschaft JEsu mit allen Pracht, Herrlichkeit und möglichster Andacht ausgefest worden. Nachdem man in Gegenwart mehrern Zeugen, ges maß den Kirchenfaßungen, den Kasten, worinn die H. Reliquien verschlossen waren, eröffnet, so befunden sich in demselben ein Brief des P. General Vicarius der Gesellschaft Jesu, ein öffentliches Instrument des Cardinals, Martius Ginettus, eigenhändig unterschrieben, und beygesesten Infiegel versehen, ferner das ganze Haupt des H. Donatus, an dessen Kinne backennoch 5 ganze Zähne, und ein halber feft waren, sieben große nebst mehreren Fleinen Gebeinen, und vieler Aschen, so aus den zermahlten H. Gebeinen hergekommen. Weiters waren in selbigem Kaften eine steinerne Ampel auf Muscheln 33 art ( 30)* art gestaltet, eine in der Mitte zerbroches ne glåserne Flasche, mit dem Blute des H. Martyrers befärbet, drey eiserne Ringe; noch ein anderes Gefäß, eine gebogene Handhab, und ein Zettul, worauf jenes geschrieben stunde, was auf des H. Donaz tus Grabmaal eingehauen war, nåhmlich: Sancti Donati Martyris. Die Grabe ftatt des 5. Donatus, Martyrer, mit beygefeßter Zusammenfügung eines Palmzweigs, und eines Schwerts, welche Denkmaale nach Zeugniß alter Scribenten nur den Personen beygelegt wurden, welche nicht allein ihr Blut Chrifto zu lies be vergoffen; sondern anbey eines vohen Herkommens, und durch ihre ansebuliche Aemter fürtreffliche Männer( worunter gewißlich der H. Donatus, wie oben ers wiesen worden) gewesen sind. S. III. Seltfame Begebenheiten, wo Iche durch die Fürbitte des 5. Donatus geschehen find. Se viel dieser große Heilige bey GOtt gelte, und wie angenehm ihm die Verehrung desselbigen seye, hat er in vies len denk- und wunderwehrten Begebenheis ( 31)* heiten zu erkennen gegeben. Nachdem der Postbare Leib, wie oben gemeldet, das júl chische Gebiet erreichet, so sendete der P. Rector den V. Heerde nach Euskirchen dem H. Leibe entgegen. Gleich darauf schickte er noch zwey andere aus der Gefellschaft JEfu nach Weingarten, um alle dorten den H. Leib zu erwarten, und also mit größerer Herrlichkeit, und Pracht denselben mit dem P. Heerde nach Münstereifel zu begleiten. Um Vorabende, da man den H. Leib von Euskirchen nach Münstereifel bringen sollte, finge der Himmel an fit mit schwarzen Wolken zu bebecken, welche die ganze Nacht sich vermehrten, mehr und mehr die Luftverfinsteeten, und ein schweres Gewitter vorbedeateten. Bey anbrechenden Tage, der zur Ueberbringung unsers Heiligen bes stimmt war, erbube sich unter dem entseße lichen Donnern, und Blißen, und mit Feuer gräulich vermischten Sturmwins den eine erschreckliche Luftsänderung. Es fiele ein solcher Vlaßregen, daß alles im Wasser stunde. Man hätte gesagt, alle Elemente waren aus ihren Schranken ges treten; ja die Hölle schiene Erlaubniß be34 Fom ( 31)€ 5 kommen zu haben, alle ihreBosheit anzus wenden, um den Ebrendienst und die Andacht, so man zu diesem Heiligen tragen würde, zu verhindern, welcher schon vom Himmelerwählet ware die traurige Wire kungen der erzörnten Elementen durch seine Fürsprache von uns abzukehren. Mitlerweile nahm das Ungewitter zu, und wurde augenblicklich wütbender. Das Bligen, die Donnerschläge verdoppelten sich, die Wolken zerrissen, das Feuer fiele vom Himmel herab, und der Blis gleich feurigen Kugeln floge in der Luft herum. Alle Menschen erstarreten, und saben mehr Zodten als Lebendigen gleich. P. Heerde lase indeffen beherzt gar frühe in der großen Martinskirche die erste Meß, und kehrte sich um, den H. Segen zu geben, welchen er auch, ohne Schrecken den H. Donatus im Herzen immer anrufend, vollendet; indessen schiene die Kirche ganz in Flammen zu stehen. Die große Quadersteine löfeten sich wirklich von den Fenstern ab; der Tish des Altars brach entzwey; der Schleyer eines Mutter GOttesbild fiele zu Boden, das Altare tuch, und übrige Kirchenleinwand wurden 2( 33) den vom Feuer entzündet. Noch mehr: ein Donnerkeil verbrennete des frommen Paters Meßgewand, die Alb sammt den Kleidern bis auf die Haut. Er wurde an vielen Orten des Leibes von diesen Blißstrahlen verwundet; er empfinge eine große Wunde an der Brust; über den Elenbogen seines rechten Arms, und über die Sohlen seines linken Fußes war eine blutige Strieme zu sehen. Seine Füße waren dermaßen verzehret, und zerschmolzen, daß sie einem weichen Wachs ähnlich waren. Es errichtete dannoch P. Heerde seine zerschlagene Kräften, und betrangtes Herz zu GOtt, rufte Maria, Joseph, und den H. Donatus an Und fies he! nicht allein bat ihn der Finger GOttes, und der H. Donatus, den er anflebete, wider den Lauf der Natur beym Leben erhalten; sondern er ist auch schier in dems selben Augenblicke von allem diesem Ungemache genesen worden. So stark ist der Arm GOttes auch in den Heiligen. Der Troft und freudenvolle Pater eilete sogleich ohne einige Labung zu nehmen der Procession nach, erreichte dieselbige, und mit Erstaunung aller Gegenwärtigen, B5 wel 2( 34) welche ihn für todt, oder wenigstens in der äußersten Lebensgefahr zu seyn vermeynten, begleitete er den Leib des H. Dos natus bis nach Münstereifel. Dieses erste Wunderwerk begabe sich im Jahre 165 durch die Fürbitte des H. Donatus bey Ueberseßung dessen H. Leib nach Münstereifel in Gegenwart einer schier unzahlbaren Menge Volts, welche denn diese wunderbarliche Begebenheit in dem ganzen Niederdeutschlande auss breitete, auch dadurch die Andacht zu unferm Heiligen also beförderte, daß man von selbiger Zeit an diesen Heiligen mit größtem Eifer geehret, zu ihm, als Beschüßer, seine Zuflucht genommen, auch Schuß und Hilfe jederzeit gefunden habe. So bald Jhro Durchlaucht, Pring Ferdinand, Fürst von Bayern, Erzbischof, und Churfürst von Cölln diese seltsame Begebenheit gehöret, haben höchst dieselbe ein köstliches Geschenk vonGold zu dem $. Donatus nach Münstereifel geschickt, und eine kleine Particul, wie auch einige Zettuln, so diesen H. Leib berühret batten, begehret, welche seine Durchlaucht empfan ∞( 35)* pfangen haben, und also dieses Wunderwerk bekräftiget. Gleich auf dieses von Euskirchen folgten mehrere. Wir rucken deren etwelche bey. I Herr Foft, Schwager des gedachten P. Heerde, da er seine Behausung in aus gen cheinlicher Gefahr in die Aschen gelegt zu werden, sahe, thate ein Gelübd zu Gott, daß, falls er durch Fürbitted$ H. Donatus, selbige unbeschädigt, gnädigst erbalten würde, er ein Geschenk in Gold zu demselben nach Münstereifel vermachen wollte. Gott nimmt dieses Gelübd gütigst an, und um des H. Donatus Lob zu verbreiten, bewahrt er die Behausung uns verlegt, ob gleich die auf beyden Seiten gelegene Häuser verbrennet wurden. II. Nicht lange hernach hat ein Ackersmann aus vollem Vertrauen ein kleines Bild des H. Donatus auf seine Låndereyengeseßt, diesenHeiligen inständig bittend, auf daß er bey Gott sein Fürsprecher seyn möchte, damit seine Aecker unbeschädigterhalten würden. Seine Bitte ist erböret worden; seine Felder blieben von allem 36 Scha ( 36) 2 Schaden frey; und die Aecker seiner Nachbarn sind gånzlich vom Donnerwetter zers schlagen worden. III. Im Jahre 1664 drohete ein erschreckliches Ungewitter dem adelichen Kloster Schweinheim den Untergang. Die geiftlichen Fräulein thun ein Gelübd, daß, wein GOtt sie durch die Fürbitte des H. Donatus von dieser augenscheinlichen Gefahr behütete, fie ihm sonders dankbar seyn wollten. Alsbald zoge sich das Gewitter hinweg wider alles Vermuthen, und äußerlichen Schein, nach ihrem Wunsche, und gabe diesen erschrockenen Geistlichen die vorige Ruhe. IV. Jim Jahre 1669 erhube sich ein gros Bes Ungewitter mit wiederhohlten Donnerschlägen in einer Pfarr des Niederdeutschlandes. Der Pfarrberr eilte zu der Kirchen. Kaum hatte er die Glocke zum Lauten angezogen, da fiele ein Feuerballe mitten auf den Glockenthurn. Die gute Pfarrkinder, ganz erschreckt über das Schicksal ibres frommen Hirten, laufen zu der Kirche; allein er gienge ihnen frisch, ge= ( 37) gesund, und mit heiterem Gesichte entgegen, sprechend: Lasset uns, meine liebe Pfarrkinder! GOtt danken, lasset uns den H.Donatus anrufen, und hieraus lernen, wie mächtig seine Fürbitte bey Gott seve. Seine Bildniße, so ich Tag und Nacht bey mir trage, ware das einzige Schild wider dieses fürchterliche Ungewitz ter, und dessen gefährliche Schläge und Feuer, welches vor meinen Füßen matt niedergefallen ist. Dabero denn geschehen, daß im Jahre 1681, in welchem Jahre die Ungewitter und Sturmwinde mehr, denn sonsten, gemein und schädlich waren, nicht allein der gemeine Mann, sondern auch Fürsten und Personen vom ersten Range, vom Rom, und aus Ungarn sich beeiferten Zettulu zu erhalten, welche die Gebeine des H. Donatus zu Münstereifel berühret hatten. V.Im Jahre 1683, verwüsteten die Ungewitter die von Münstereifel entfernte Landschaften; die aber, so fich mittlerweis le unter den Schuß des H. Donatus beges ben hatten, sind von allem Unheile befreyet geblieben. VI, 337 ( 38)* VI. Das Collegium der Gesellschaft JEsu zu Münstereifel hat selbst im Jahre 1700 den Schuß seines H Patronen hand. greiflich gespüret. Es entstunde bey der Nacht eine Feuersbrunst in einem Stalle des besagten Collegium. Ein heftiger Wind triebe mit größter Macht die Feu crsflammen zu den übrigen Wohnungen; das Feuer bedrohete dem ganzen Gebäude mit dem Untergange. Als aber die H. Reliquien des H. Donatus herbevgebracht, und dargegen sind gestellt worden, wendete fich augenblicklich der Wind zur andern Seite, dergestalt, daß weder das Collegium, weder die Kirche einen merklichen Schaden gelitten hat. VII. Im Jahre 1709 entstunde in der Stadt Mün ereifel eine ungemeine Feu. ersbrunst. Je mehr man sich bemühete felbige zu löschen; desto mehr äußerte sich selbige; alle menschliche Befliffenheit schiene ein neuer Zunder zu seyn; alles war verzweifelt. Indessen hat man geeilet die H. Gedeine unsers Wundermannes herbeyzu hohlen. Man gabe den Ses gen, und siehe! die Benediction war noch nicht 9( 39)** nicht vollendet, da zerfiele das Feuer und ward erlöscht, gleich als hätte sich der größte Regenguß darüber gestürzet. Es begunten die gute, und von Schrecken ganz überfallene Bürger sich in etwas zu erhohlen; für Verwunderung und Freu de hörte man sie mit einhelliger Stimme schreven: ist sehen wir mit unsern Augen, und erfahren in der That den Schuß und Schirm unsers H. Patronen Donatus. VIII. Herr Schnehagen, Schöpf zu Hambach, hat im Jahre 1736 berichtet, daß an dasigen Orten die Donnerwetter jederzeit großen Schaden verursachten: unter andern habe ein erschrecklicheres, als gewöhnlich, sich zu einer Zeit erhoben, und einen unglücklichen Streich angedrohet: daß es nicht anders geschienen, als wollte die tobende Luft die Häuser, sammt den Kirchen augenblicklich umwerfen, die Felder verwüsten, Menschen und Viehe erschlagen. In so bedrangten Umständen habe er seine Zufluchtzu seinem Patronen, dem H. Donatus, dessen Bildniß er bey fich true, genommen, und eine handgreifliche Hülfe von demselben verspüret; fin temal ( 40) temal er felbft sammt seinen Feldern, welche einen fruchtbaren Regen empfangen zu haben schienen, ganz allein verschonet geblieben, da doch ringsum alle andere Früchte der Hagel zerschmetteret. Seine Erkenntlichkeit zu bezeugen, ließe er zu Ehren des H. Donatus eine herrliche Kapelle an diesem Orte erbauen. IX. Seit dem dieBruderschaft zu Ehren des H. Donatus in Arlon bey den Ehrw. Patren Capucineru gestiftet ift; hat man jederzeit den Schuß dieses H. Martyrers gespüret. Im Jahre 1736 fiele ein großer Hagel über dieses Kloster, und Stadt. Die Wolken waren so dick und schwarz, daß man geglaubt hätte, der jüngfle Tag wäre vorhanden. Alles war erschreckt, für Furcht, und Angst erstarret. Die from men Geistlichen verfügten sich in die Kirs che, als ihre Freystadt wider die von Gott zubereitete Strafen; sie warfen sich sämmtlich auf ihre Kniee, richteten ihre Augen, und Herzen zu der Bildniß des H. Donatus; fie fleheten ihn demüthig an, seine mächtige Fürbitte bey der Barmher jigkeit GOttes für sie, und die Stadt ein311 ( 41) zulegen. Siebe Wunder! wie Fräftig ift das Gebetb frommer Seelen bey Gott! diefer fürchterliche Hagel, welcher gleichsam alles verderben wollte, verursachte keinen Schaden, verzoge fich, als hätte der gåtige GOtt durch seine allmächtige Hand dessen Ungestüme gehemmet. X. Eben also von der Zeit an, da die PP. der Gesellschaft JEsu in ihrer Kirche zu Mons die Reliquien des H. Martyrers Donatus, welche sie von Münstereifel ems pfangen, zur Andacht der Chriftgläubigen ausgefehet, obgleich vol daselbst mehrere Donnerwetter entstanden, so die Mens schen in Furcht, und Schrecken; in gro Be Verberungen die umliegende Orteseß, ien, bliebe ie Hauptstadt jederzeit gleich auf wunderbarliche Art, wider dergleis chen traurige Wirkungen behütet. XI. Im Jahre 1751 und 1752 haben die gewaltige, verdoppelte drey, und vierfache Schlage des Donners, die zunehmende Blige, die große Feuerballen, welche aus brennenden Schmetzofen heraus geflossen zu seyn shienen, und durch die Luft Wirbel= ( 42) belweise herum getrieben wurden, auch die großmüthigsten, und standhaftigsten Gemütber in Furcht, und Schrecken ges feßt Die einzige Zuflucht ware die Kirche der P. P.der B. J.j.dermann liefe derfelben zu, um bey den Gebeinen des H. Donatus eine unfehlbare Hülfe wider das so raufam wüthend, und tobende Ungewi er zu erbitten. Man riefe mit inbrüne stiger Andacht Gott, und den H. Donatus an; man wurde auch erhöret. Der allmächtige Ott, so dem Meer, und Winden gebietet, zerstreuete, und triebe die Wolken auseinander, stellte die Ruhe wieder her, und vertriebe aus den beangftigten Gemüthern die Furcht, und Schrecken. Aus welchem Wunder denn die Andacht, und das Bertrauen zu uns fermH.Donatus dergeftalt zugenommen; daß man dessen Bildnißen machen ließe, und nachdem sie die H. Gebeine angerübret, auf die Altäre zur Andacht der Chriftgläubigen selbige aufseßte. Andere fas men Proceßionsweise die H. Meß, so ihre Pfarrberrn an dem Altare der H. Neliquien hielten, anzuhören: andere endlich versaben sich mit Zertuln, und Bildern, wel= *( 43)* welche die H. Reliquien berühret, als eis nem kraftigen Schuß wider die Ungewits ter. So viele Wunderzeichen, und dergleichen noch mehrere, die wir Kürze balber mit Stillschweigen vorbeygehen, wo von der authentische Beweis in dem Aschiv der P. P. G. J. zu Münstereifel zu sehen ist, welche alle durch die kräftige Fürsprache des$. Donatus geschehen sind, haben Anlaß gegeben den Christgiaubigen, selbigen bey einfallenden, und bes vorstehenden Don erwettern demüthigst anzurufen, und seinem Schuß, und hilfreicher Macht sich anzubefehlen. Dritter Theil. Anweisung. Wie man den 5. Donatus verehren solle. So In jeglicher, welcher die mild und hilfreiche Hand des H. Martyrers Donatus erfabren will, solle das Fest dieses großen Heiligen( so den zweyten Sonntag in Heumonat einfällt) mit ( 44)* mit aller möglicher Andacht begehen, oder einen andern Tag währender Octav dazu erwählen. Am Vorabend dessen Festtags folle man sich durch GOttgefällige Werke dazu bereiten; vor allem aber sein Herz durch eine wahre Reue, und aufrichtige Beicht von allen Sünden reinigen. Am hohen Festtage begebe man sich zur Kirche, allwo das Fest dieses Heiligen feyerlich tegangen wird. Nach angebörter H.Meß, und nach geschehener andächtigen H.Communion danke man dem höchsten Gott, daß er diesem unserm Heiligen die Ongde, und Stärke verliehen, fein Blut für den wabren Glauben zu vergießen, und zur Erhaltung, daß der gütigste GOtt dies fen großen Heiligen ihm, als einen machtigen Beschüßer gegen das Ungewitter, und andre bösen Ungestumigkeiten der Luft geben wolle. Es wird allen treulichst gerathen, daß fie zum Beweise ihrer Andacht, und Vertrauen zu dem H. Donatus die Bildniß dieses Heiligen, oder ein Zettul, so an defe sen H. Gebeine berühret, jederzeit bey sich tragen sollen, gegen viele gefährliche Zufålle. Es solle auch zur heilsamen Lehre dies 2( 45) dienen, keinen Tag vorbeygeben zu lassen, ohne daß man zur böchsten Glorie GOttes, und zu Ehren dieses großen Heiligen untergeseßte Litaney, oder einige aus den beygefeßten Gebethern, oder wenigstens ein Vater unser, und englischen Gruß spreche, oder ein anderes gutes Werk verrichte. Damit aber der Gegen GOttes, und der Schuß des H. Donatus jederzeit bey. behalten werde, soll man ein frommes Les ben führen: denn dieses ist der rechte Weg GOtt zu gefallen, und seine Heilige zu ebren; es ist das einzige Mittel, so uns in diesem Leben alle Furcht benimmt, und endlich eine fefte Hoffnung zur ewigen Glückseligkeit machet. Zur größern Undacht kommen einige Se. bether, und Gesänge hinzu. Gebeth. Armherziger ewiger GOtt! der du alle Elementen, und alle Geschöpfe in deiner Hand hast, und nach deinem Woble ges ( 46) gefallen alles anordnest: wir bitten did balte ein, und zernichte alle höllise Macht, und durch die Fürbitte des f Martyrers Donatus wende anådig a die erschreckliche Donnerschläge, un schädliche Feuerstrablen der Ungewitte Gieb deinen göttlichen Segen über uns Hauser, Necker, Weinstöcke, Wi fen, Går ten, und Baume, wider alle teuflischeBo beit, damit wir durch die Fürbitte des f Donatus von allem Ungewitter befreye bleiben, und deinen H. Namen loben, un preisen mögen. Durch Christum unser HErrn, Amen.. Andachtsübung zu Ehren de HH. fünf Wunden Christi mit An rufung des H. Donatus, um Abwendung der schädlichen Ungewitter. 1.V. Esu durch die H. Wunde deines linken Fußes, und durch die Für JE bitte des H. Donatus! R. Erbarme dich unser. Vater unser, 20 Gegrüßet 2c. 2. V. JEsu durch die H. Wunde deines rechten 5( 47)** rechten Fußes, und durch die Fürbitte des H. Donatus! R. Erbarme dich unser. Vater unser, 2c. Gegrüßet, 2c. 3. V. JEsu durch die H. Wunde deiner linken Hand, und durch die Fürbitte des H. Donatus! R Erbarme dich unser. Bater unser, 2c. Gegrüßet, 2c. 4. 7. JEsu durch die H. Wunde deiner rechten Hand, und durch die Fürbitte des Donatus! R. Erbarme dich unser. Vater unser, te. Gegrüßet, 20 5. V. JEsu durch die H. Wunde deiner Seite, und durch die Fürbitte des H. Donatus! R. Erbarme dich unser. Vater unser, 2c. Gegrüßet, c. Litaney von dem 5. Donatus zur Zeit des Ungewitters, und sonsten zu sprechen. 2 PYrie eleison. Chrifte eleison. Kyrie eleison. Christe höre uns. Chrifte ers höre uns. GOtt Vater vom Himmel, erbarm dich unfer.. Gott ( 48) GOtt Sohn Erldser der Welt, erbarm dich unser. GOtt heiliger Geist, erbarm dich unser. H. Dreyfaltigkeit, ein einiger GOtt, erbarm dich unser. H. Maria, H. GOttes Gebårerinn, H. Jungfrau aller Jungfrauen, H. Donatus, du glorreicher Martyrer, $. Donatus, du Schußpatron gegen die Ungewitter, H. Donatus, du Auserwählter des himmlischen Vaters, $. Donatus, du theucrer Blutzeuge des Sohnes Gottes, $. Donatus, du geistlicher Tempel des H. Geiftes, $. Donatus, du tapferer Verfechter der Ehre GOttes, $. Donatus. du starker Kämpfer für den Glauben Chrifti, $.Donatus, du großer Beschüßer der Kirchen GOttes, H. Donatus, du große Zierde der erften Christenheit, H. Donatus, duglorreicherleberwinder des Satans, Bitt für uns. H. Doz ( 49)* $. Donatus, du geschworner Feind der Abgötterey, $. Donatus, du GOtt gefälliges Schlachtopfer des Glaubens, und der Liebe, H. Donatus, du glückseliger Ein wohner des Himmels, $. Donatus, du unser Fürsprecher und Patron bey dem lieben Gött.) In allen Gefahren schädlicher Ungewits tern, hilf uns O H. Donatus. In allen Leibs, und Seel Gefahren, In allen unsern Nöthen, In der gefährlichsten Stunde unsers Todes, Durch deinen lebhaften Glauben an Gott, Durch deine fefte Hoffnung auf Gott, Durch deine inbrünftige Liebe gegen Gott, Durch deine große Liebe zu dem Nächsten, Durch deine Geduld im Leiden, Durch deine glorreiche Marter, Durch dein vergossenes Blut, Durch deinen glorwürdigen Zod, Durch deine himmlische Glorie, C Bitt für uns. Hilf uns, S. Donatus. Durch ( 50) 品 Durch deine hohe Verdiensten bey Gott, Hilf uns, D H. Donatus. Durch deine treue Fürbitte, Hilf uns, D H. Donatus. Deine Schußkinder, Daß du bey GOtt unser Fürsprecher seyn wolleft, Daß du uns in deinen Schuß gnädig aufnehmen wolleft, Daß du uns in deinem Schuß beståndig erhalten wolleft, Daß du denen, die dich ehren, deine Liebe und Wohlthaten erweisen wolleft. Daß du uns zur Nachfolgung deiner Tugenden antreiben wolleft, Daß du uns eine wahre Liebe GOttes, und des Nächsten erwerben wolleft, Daß du uns Gnade, und Berzeibung unserer Sünden erbitten wolleft, Daß du uns in allem Guten die Beharrlichkeit erhalten wollest, Daß du uns in Abstellung aller bösen Gewohnheiten treulich bepstehen wolleft, Daß du denen, die deine Hülfe anrufen, jederzeit gütig willfahren wolleft, Daß Wir bitten dich: erhöre uns. ( 51) Daß du unsern Guttbåtern zeitlichen und ewigen Gegen von GOtt erbitten wolleft, wir bitten dich: erböre uns. Daß Gott uns verschonen wolle, S. Donate, bitt Gott für uns, Daß er uns von aller Sünde bewahren wolle, Daß er uns von schädlichen Unge wittern, und Einschlagen des Donners bewahren wolle, Daß er die Früchten der Erden geben, und erhalten wolle Daß er uns von den bösen, und unverfehenen Tode behüten wolle, Daß er den erschrecklichen Genteng der ewigen Verdammniß von uns gnädigst abwenden wolle, Daß er uns Zeit der wahren Buße verleihen wolle, Daß er uns in seiner Gnade bis ans Ende beharrlich machen wolle, Daß er uns nach diesem Leben das ewige geben wolle, DH. Donatus, bitt GOtt für uns. DH. Donatus, glorreicher Martyrer, bitt GOtt für uns. € 2 H. Donate! bitt GOtt für uns. D 25( 52)* D H. Donatus, unser Schußpatron, bitt Gott für uns. Ops O du Lamm GOttes, welches du hinnimmst die Sünde der Welt, verschone unser O HErr! D du Lamm GOttes, 2c. erhöre uns HErr. O du Lamm GOttes, 2c. erbarm dich unser D HErr! Chrifte höre uns, Chrifte erhöre uns. Kyrie eleison, Chrifte eleison, Kyrie eleis son: Vater unser, 2c. Gegrüßet, 2c. V. HErr erböre meine Stimme! B. Und mein Geschrey komme zu dir. V. Bitt für uns H. Martyrer Donatus, R. Damit wir von Donner, Bliß, und Ungewitter befreyet werden. Gebeth. Gütiger und barmherziger GOtt! D liebreichster, und mildefter Vater! der du jederzeit wegen deiner Kinder Wohlseyn sorgfältig gewesen bist, der du nicht derselben Verderben, sondern vielmehr ihr Heil sucheft; fiche mit einem Blicke deiner Erbarmnißvollen Augen auf uns in dieser uns drobenden Gefahr, bey ( 53) bey diesem erschrecklichen Donnern, so über uns wütet, und tobet, bey diesem entfeßlichen Blißen, und Grimmen deis ner göttlichen Gerechtigkeit, wodurch unsere Herzen mit tödlichen Schrecken überfallen sind. In dieser äußersten Noth O HErr! Komme uns zu Hülf; wir nehmen unsere Zuflucht zu deiner grundlosen Barmherzigkeit. Strecke deine zu helfen geneigtefte Hand gegen uns aus; sprich nur ein Wort, befehle allein, so werden die erzürnten Elementen deiner Stimme Gehorsam leiften. Vertreibe diese erschreckliche Gefahr von deinen Dienern, und Dienerinnen, von uns, von unsern Eltern, Freunden, und Feinden. Entferne selbe von allen Früchten der Erden, die du zu unserm Gebrauch mildvåterlich erschaffen haft. Behüte uns, O Vas ter der Gnaden! In gegenwärtiger Noth, und Angst vor dem zeitlichen, und zu gleich ewigen Feuer. Entzünde vielmehr in uns das Feuer deiner göttlichen Liebe, welches niemal erlöschen, sondern uns von oller Sünde abhalten, und ewig glückselig machen möge. Diese Gnade begehren wir von dir, O gütiger Gott! € 3 Durch ( 54) durch die Fürbitte deines getreuen Dieners, und glorreichen Martyrer Donatus, den du uns aus besondrer Güte gegeben haft, den wir auch zu unserm Pas tronen wider die Ungewitter, Blig, und Donner erwählet haben, gleichwie du in Ueberbringung seines S. Leibs gnugsam zu erkennen gegeben haft. Verleihe gnås diglich, daß wir seiner Beständigkeit im Glauben, seinem festen Vertrauen auf dich, seinen übrigen großen Zugenden und frommen Lebenswandel also nachfolgen mögen, damit wir hier zeitlich von allem Unheil befreyet, dich ewig mit ihm im Himmel preisen mögen. Durch unsern HErrn Jesum Chriftum deinen Sohn, der mit dir in Einigkeit des H. Geiftes lebt, und regieret, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebeth zu dem 5. Donatus bey zuneh. menden Ungewitter. Heiliger Donatus, glorreicher Martyrer, unser Patron, Beschüßer, und Fürsprecher gegen Donner, Bliß und alles Ungewitter! der du vom hohen Himmel herabsicheft die augenscheinliche Gefabr 2( 55) fabr, worinn wir sind, Leben und alle unsere Haabschaften, die wir befißen, zu verlieren; verleihe uns deine mächtige Fürbitte bey dem liebenGOtt, der dich vor so vielen tausend Heiligen uns zu erbalten, in unsern Nöthen zu helfen, in den obschwebenden Gefahren zu schüßen besonders erwählet hat. Wir seufzen zu diesem barmherzigen GOtt, wir schicken zu ihm unser demüthiges Gebeth, und inbrunnstige Wünsche, welche wir mit Furcht, und Schrecken zu wiederholen nicht ablassen. Wir hoffen ohn Unterlaß auf ſeine våferliche Güte. Verdoppele gleichfalls, Ogroßer Heiliger! deine Fürbitte für uns bey dem almächtigen GOtt, die wir uns für die größte Ehre halten, deine Pflegkinder zu seyn. Srage ihm vor unser Begehren, Bitten, und Seufzen, damit wir durch deine kräftige Fürbitte mögen gnädigst ohnverlest bleiben von dem Feuer des Himmels, von allen andern schädlichen Zufällen, hauptsächlich von aller schweren Sünde, und dem ewigen Feuer der Höllen durch die Verdiensten unsers HErrn JEsu Chrifti Amen. Bes € 4 ( 56) Gebeth. Worinn verschiedene Tugendübun, gen enthalten sind und dem Allerhöch. ften zur Zeit des lingewitters mit Reu und Hoffnung vollem Herzen nüglich mögen vorgetragen werden. GOtt Himmels und der Erden, gros Ber, mächtiger, erschrecklicher Gott! vor dessen Majeståt alles zitteret, dem Meer und Winde gehorchen, den Feuer, Hagel und Wellen loben sollen: wir glauben an dich; als die erste, ewige, unfehlbare Weis- und Wahrheit, als unfern GOtt und HErrn, welcher das Bdse straft und das Gute belohnet, die Frommen beschirmet, den Sündern of ters mit heilsamer Furcht und Schrecken Mark und Bein durchdringet. Wir hoffen auf dich als unsern Vater, welcher die Seinigen gleichwie die Henne ihre Jungen, unter seine Flügel sammlet und pertheidiget, als unsern allmächtigen, barmherzigen, unendlich getreuen Gott, der alles geben kann; alles, was er verspricht, gern geben will, auch den Wohlverdienten gewißlich geben wird. Wir lie= 2( 57) lieben dich aus ganzem Herzen nicht als lein als unfern freygebigsten, böchsten Wohlthäter, sondern auch und zwar bauptsächlich, als unser böchftes, schönftes, beftes, vollkommenstes Gut, so als ler Ehre und Liebe würdig ist. Wir fürchten dich, als unsern Gott der Heerschaaren, der all unser Haab und Guth, Leib und Leben in seinen Händen hat, und seine Herrlichkeit uns wirklich zeiget. Wir bereuen, verfluchen und bes weinen in Zerknirschung unsrer Seelen alle jemalen wider dich begangene Sünde und Lafter mit feftem Borsaße uns zu beffern, alle Sünde und Gelegenheit der Sünde ernstlich zu meiden, und den Weg deiner beiligen Gebothen beständig zu wandern. Gott aller Erbarmniß! Wir wissen, daß dir eigen ist jederzeit zu er barmen, und zu schonen: Wir wissen, daß du in deinen Heiligen geehret wirft. Ach höre doch unser Bittgeschrey: wende ab von uns, von unsern Wohnungen, Wäldern und Feldern alle Gefahr. Das rum fleben wir dich an durch die Fürbitte Maria der Jungfräulichen Mutter, des Erzengels Michaels, des H. Fran€ 5 cisci ( 58) cisci Xaverii Indianer Apostels, und besonders unsers heiligen glorreichen Martorers Donati; vornehmlich durch JEfum Chriftum deinen Sohn, unsern HErrn. Amen. Erstes Gesang. 3u Ehren des 5. Donatus. Jm Shon: O JEsu! liebster JEſu. Wir herzlich grüßen dich, Donatus, großer Held! Dein Ruhm erschallen soll: dich preise alle Welt! Groß war dein Muth und Herz In aller Pein und Schmerz, Dich schreckte keine Noth, Ja nicht der blaffe Tod. 2. Donatus! dich erwählt hat GOtt von Ewigkeit, Ein große Zierd zu seyn der ersten Chris ftenheit. Dein Glaub war stark und groß; Dein Hoffen wankenloß: Dein ( 59)* Dein Herz die reinste Lieb Zu GOtt beständig trieb. 3. Dem Tod dich übergab der Seiden tolle Wuth Drauf floge deine Seel zu Gott dem höchsten Guth Sie trug die Marterkron Zum wohlverdienten Lohn Nach folcher Marterqual Im schönen Himmelssaal. 4. Donate! schau auf uns, reich deine starke Hand, Die mächtig Gott gemacht für Leute, Vieh, und Land. Aus trüber Lüftenreich Kehr ab all Donnerstreich; Schüß, wenn das Feuer bedroht: Zustürzen uns in Noth. Die Sturmwind treib ab, nehm uns in deinen Schuß Die Wolkenbrüch halt in der ganzen Höll zum Truß Die ( 60) Die liebe Erdenfrucht An dir den Retter sucht. Den Weinstock benedey, Daß er uns zinsbar sey. 6. Gleichwie der große GOtt dich, starker Glaubensheld! Als unsern Schuppatron, hat gütigft vorgestellt: Damit durch deine Bitt Das Wetter schade nit. Wenn fährt ein Donnerkeil, Leift Sülf in aller Eil. Se un us 7. Dem Volk so bittet dich, steh allzeit treulich bey, Wenn uns GOtt ftrafen will, du unser Schirmer sey. In unsrer Lebenszeit Jm lesten Todesstreit Bey allem Teufelslift Du unser Schüßer bift. 8. Dafür soll jederzeit dein Lob und Ruhm bey allen, 8m ( 61)* Im Himmel und auf Erden, ohn Unterlaß erschallen. Wir dich, o edler Held! Bey GOtt im Freudenfeld Von Herzen preisen all' Mit süßem Wiederhall. Zweytes Gesang. Im Thon: O wie scheinbar Troft von oben. I. anct Donatus, Fürft der Helden, Glanz der ersten Christenheit! Sep erlaubt, dein Lob zu melden, Ritter großer Sapferkeit! Ja dein Vater Faustus kame Aus dem hohen Fürstenstamme. Deiner edlen Mutternahme Kennte man Flaminiam. e 2. Beyde waren auferzogen In dem blinden Heidenthum; GOttes Gnad hat fie bewogen Zu dem Glaub des Christenthum. Im Haupt der Welt du warst gebohrn Uad ( 62)* ** Und allda erzogen bist; Der höchste GOtt dich hat erkohren, Um zu seyn ein heil'ger Christ. 3. Schön dein Tugend hat floriret; Glaub, und Lieb zu GOtt war groß. Du mit jenem Recht gezieret Blühteft, wie die schönste Ros. Schön durch alle Lebensjahren Gab dein Zugend ihren Glanz. Die Stadt Rom bat es erfahren, Daß du GOtt ergeben ganz. 4. Nichts von GOtt dich konnte trennen, Nicht all Glücke dieser Welt, Nicht, was eitel man kann nennen Nicht, was nur dem Fleisch gefällt; Nicht durch all sein Kunst, und Liften Konnt der Satan fällen dich; Du nach Art der frommen Christen Jhn besiegtest ritterlich, 5. Gleich den reinen Lilgen, Rosen, War dein Leben unbefleckt, Noch der Welt, noch Fleisch Liebkosen, Zu ( 63) Zu beflecken dich, erkleckt. Mehr im Himmel, als auf Erden War dein Geift, dein frommes Herz! Weil es ware ohn Beschwerden Obne Last, und Sünden Schwärz. 6. Dein Gemüth allein ergeßte, In dem Fleisch ein Engel seyn. Schon im Leben man dich schäßte Mit den Engeln Engelrein. Als ein eingefleischter Engel Dich erstaunend schaute Rom Ohne alle Sündenmangel: Zeugniß gab der Tyber Strom. 7. Du, D Held! mit Ruhm geftritten, Und gekämpft fürs Himmelreich, Herzbaft, ftandbaft baft erlitten Des geführten Schwertesfreich. GOtt darum hat dich erhoben In des Himmels Freudensaal, Daß du wäreft uns von oben Schuß, und Troft im Zäherthal. 8. Sonderbar mit Gnade gewogen, Gott ( 64) 5 GOtt dich zum Beschüßer stellt, Wenn der Himmel überzogen, Schreckt mit Sturm und Blig dis Welt, Dieses Amt du wohl verwalteft; Gibst uns Schuß ja mehr, und mehr Drum du billig auch erhaltest Allzeit Glorie, Lob, und Ehr. Alles zur größern Ehre GOt tes, der unbefleckten jungfräuli chen Mutter Marid, und uns fers heiligen Blutzeugen Donatus. 3 P 8 ار Inches 1 Centimetres Blue 2 S. Donatus. 3 4 Cyan 2 5 6 17 3 Farbkarte# 13 Green ¹8 Yellow 9 4 | 10| 11 Red 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8