17 Gb 704 Susanna Kleinberger gestorb. Voorb. am 27. Mai 1902. einer lieben, verstir. benen Großmama geerbt. Mitzi Hocken Don. 533 Staten Hamawiton INKI Vollständiges Christkatholisches Gebetßbuch. Von Michael Hauber, Königl. Bayerischen Hofprediger und Hofkaplan, Neueste Auflage, vermehrt mit einer Sammlung, der in den E. E. österreichische Staaten eingeführten Kirchen Gesängen und Litaneyen mi Gebethen. Mit Bewilligung des Fürsterzbischöflichen Ordinariats zu Wien, de Fürstbischöflichen Seckauer Ordinariats zu Gräß, der hochwü digsten General Vicariate der Erzbisthümer München, Freysin und Bamberg, und der Bisthümer Augsburg, Eichstädt und R gensburg. = 90.0006 Grätz, gedruckt bey Joh. Andr. Kienreich. GG 704 Univ.- Bibl. Giessen V Vorwort an den frommen Bether, des recht oft betrachtet und beherziget werden soll. Was heißt bethen? Bethen im Geiste und nach der Anleitung Jesus Seißt, sich im Geiste über die wirkliche Welt hinweg, zum Göttlichen und Ewigen emporschwingen, und sich In Gemeinschaft mit Gott seßen, und von Ihm Licht Rath und Trost, und alle guten Gaben zu empfangen, die allein von Oben kommen Bater des Lichtes. Die bethende Seele spricht Init ihrem Schöpfer und Heilande aus der Tievom ihrer Nichtigkeit, ihrer Ohnmacht und ihres Elendes, und seufzet- anbethend oder dankend, oder flebend- zu Ihm auf; und ihr Schöpfer und Heiland pricht gegenseitig zur Seele, und leitet den Strom einer Gnaden-je nach ihrem Bedürfnisse und ihfer Empfänglichkeit- in fie herab. Sie sehnt sich nach Ihm und athmet in Ihm auf; Er theilt sich hr mit, und ergießt seinen Geist in sie, der Dann selbst wieder in Ihr bethet mit unaussprechlichen Seufzern. Wo aber der Geist Gottes bethet, wer möchte da im Erfolge des Gebethes zweifeln? Was wird der Bater und Sohn dem bethenden Geiste in der Menchen- Seele( seinem geheiligten Tempel) versagen onnen? in der Menschen- Seele, die der Bater schuf u seiner Verherrlichung, und für welche der Sohn ein Leben gab, um sie vom Tode zu retten!- D venn das bethen heißt, wer möchte nicht gern he - Vorwort then? wer sich nicht glücklich preisen, bethen zu kön ner, und nicht die Augenblicke des Gebethes für di schönsten und seligsten seines Lebens.halten? Aber wer lehrt uns also bethen? Gott selbst durch Jesus Christus, und seine heilige Kirche. Da lernen wir im Nahmen Gottes die Sprache Gottes zu Gott reden. IV Der Mensch spricht so gern, selbst vor Got die Sprache seiner Eigenliebe; er bethet i seinem eigenen Nahmen, ohne zu wissen, was e thut; er kommt über diese Welt und sich selbst nich so leicht hinweg; er verlangt immer weniger nad Gott, als nach seinen zeitlichen Gaben; ja, bethent ahnet er oft kaum, was ihm eigentlich Noth thut Daher kommt es, daß sein Gebeth häufig unnü bleibt, und daß er über Mangel an Gebeths- Erho rung klaget. Sein Bethen ist thöricht; e will Gott Gewalt anthun. Das wahre Ge beth trägt seine Erhörung schon in sich. Christus selbst spricht:» Um was ihr immer den Ba ter in meinem Nahmen bitten werdet das wird Er euch geben. Wenn ihr, di ihr doch böse seyd, wisset, euern Kinder gute Gaben zu geben, so wird ja and Gott seinen guten Geist denen geben die Shu darum bitten. Und wenn ihr i diesem Geiste- wollte der Heiland sagen- imme bitten werdet; so ist auch immer die Erhörung ge wiß. Die geistigen Gaben, die dann immer unse Erstes sind: die Sündenvergebung, die Heiligung die Einigung mit Gott, kurz die Umwandlung Geistes nach Gottes Willen, theilen sich und ar das wahre Gebeth zum Theile schon wirklich i theils machen wir uns derselben würdig und empfäng lich; und die leiblichen Gaben folgen immer en ge stigen nach Gottes ewiger Ordnung- schon vo selbst nach. Auch dieses versichert Christus ausdrüc Chat norerst das Reich Gotte an den frommen Bether. und seine Gerechtigkeit; das Ulebrige wird euch als Zugabe zu Theil werden. Die Erfüllung der göttlichen Gebothe erfüllt auch das Haus mit dem Segen der zeitlichen Nothdurft. Was den Ueberfluß betrifft, so ist er dem Menschen nicht immer zum Segen; und wer möchte sich denselben auch nur wünschen, wenn Gott ihn versagt, weil Er unser gegenwärtiges und künftiges Leben zugleich im Auge hat?-Vor Gott gibt es in Bezug auf uns nur Ein wahres Gut- unser ewiges Heil; alles Uebrige ist nur in so ferne gut, als es zu unserm ewigen Heile( zu unserer Besserung und geistigen Vervollkommnung) beyträgt, und wird ein liebel, sobald es uns in Rücksicht auf dasselbe hinderlich wird. Darum Fönnen äußere Glücksumstände, Reichthum, hohe Würden, und selbst die Gesundheit, allerdings groBe Uebel für die Menschen werden; und wirklich scheinen sie einem großen Theile derselben mehr zum Falle, als zur Auferstehung zu dienen. Denn der irdisch gesinnte Mensch sieht sie mehr als 3 weck, denn als Mittel an, und wenn er um sie thörichter Weise zu Gott bethet, so will er nichts anders, als seine Thorheit Gott selber aufbürden, und Ihn zum Theilnehmer derselben machen. Lassen wir uns von einem so gewöhnlichen Wahhe heilen, und bethen wir nimmermehr anders, als zuerst um das eine Nothwendige:» Bater! dein Nahme werde geheiliget; dein Reich komme zu uns, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden!« dann erst um unsern täglichen Unterhalt. In diesem Geiste ist gegenwärtiges Gebeth- und Erbauungs- Buch abgefaßt. Damit nun auch dein Herz, frommer Bether! von diesem Geiste beseelet verde, so erhebe es öfters mit möglichster Andacht zum Vater der Lichter, von welchem alle guten Gaben und alle vollkommenen Geschenke herabkommen, und sprich folgendes VI Vorwort Gebeth, als Anweisung, wie man bethen soll. Ueberall bist Du bey mir, mein Gott! zu jeder Stunde gibst Du mir, Gehör. Auch außer der Kirche, mitten in meinen Geschäften, zu Hause und auf frenem Felde, wenn ich meine Wege gehe, oder mich) zur Ruhe lege; wenn ich zu Zische sitze, oder davon aufstehe; wenn ich zu Nachts oder Morgens erwache; wenn ich allein, oder bey Andern bin; in fröhlichen oder traurigen Stunden kann ich meine Gedan= ken zu Dir erheben. Alles, ja Alles kann und soll mich an Dich erinnern, zum Lob und Dank, und Vertrauen gegen Dich ermuntern. Wenn ich etwas anfange, so sey mein erster Gedanke, ob es vor Dir auch recht und gut ist; und dann gehe ich mit Muth daran, im Vertrauen auf deinen Beystand und Segen. Ist es vollendet, so sey's Dir gedankt und heimgestellt. Gehet es mir wohl, so preise ich Dich dafür, und freue mich Deiner. Stehet mir Gefahr und Noth bevor: warum soll ich zagen? Du, Gott mein Vater! bist ben mir. Du verlangst keine langen Gebethe, weil mein schwacher Geist bald ermattet und zerstreuet wird. Du willst nicht einmahl, daß ich viele Worte brauchen soll. Desto öfter und inniger aber soll sich mein Herz zu Dir erheben, und in kindlicher Einfalt mit Dir reden. Ich darf nicht erst auf Worte finnen, sondern darf mit Dir reden, wie ein Kind mit seinem Vater, wie ein Freund mit dem andern. Und das sollte mir schwer ankommen? Dir, mein bester Bater, Wohlthäter und Freund! sollte ich nichts zu sagen wissen? Dir nicht meine Hochschätzung und an den frommen Bether. Liebe bezeugen können?- Habe ich Dir denn nicht zu danken? nichts abzubitten? nichts von Dir z Hoffen? Habe ich Dir kein Anliegen vorzutragen keinen Trost ben Dir zu suchen? - VI O Gott! wie muß ich mich schämen, daß ich so wenig Lust am Bethen habe; daß ich oft nur aus 3wang, aus Gewohnheit dem Scheine nach bethe, aber mit den Gedanken ganz anderswo bin, und selbst nicht weiß, was ich sage; oder Dir meine Gebethe gleichsam vorzähle, und mehr darauf sehe, wie viel, als wie gut ich gebethet habe. Ach! ich erkenne und liebe Dich eben noch allzuwenig, mein himmlischer Vater! Deiner täglichen Wohlthaten bin ich schon gewohnt, die größten Gnaden, die wahren Güter, die Du mir bereitest, weiß ich nicht genug zu schätzen, und fühle auch nicht viel Verlangen darnach; was mir das Angenehmste seyn soll, ist es mir oft am wenigsten; es dringt immer nur das Zeitliche, das Gegenwärtige vor. Darum wird es meinem Herzen so schwer, sich von der Erde zegen den Himmel, vom Sichtbaren zu dem Unsichtaren zu erheben: darum hat es so wenig Eifer zum Bebethe, so wenig Andacht daben. Wann werde ich doch einmahl diese Trägheit berwinden! Mit deinem Beystande, o Gott! ird es mir gelingen, wenn ich Dich mir allzeit als egenwärtig vorstelle, und wohl bedenke, was thue, wenn ich bethe; mit wem ich rede: ie groß, wie gut, wie heilig Du bist. ieß wird mich mit Ehrfurcht, Zutrauen und Liebe üllen, und vor dem Frevel bewahren, Dir etwas 1 Vorwort d porzusagen, daß mir nicht von Herzen ginge; etwas u versprechen, was ich nicht zu halten gesinnt wäe- um Güter zu bitten, die ich mir nicht ernstlich erwerben und zu Nußen machen wollte. TII Zerstreuungen, die mir selbst unlieb sind, rechnest Du mir nicht zur Schuld. Ich will nur, sobald ich fie merke, meine Gedanken sammeln, und sie wieder auf das richten, was ich bethe. Wenn es mir gleich nicht allzeit von statten gehet, wenn ich schon den süßen Trost des Gebethes oft nicht empfinde; so soll mich das nicht abwendig machen. Du siehst auf den guten Willen; und es kommt Alles darauf an, wie Du diesen ben mir findest. Kraft und Frucht des Gebethes. O Gott! Du heißest mich bethen. Ich werde so oft dazu ermahnt; und ich erkenue es auch selbst gar wohl, wie gut und nothwendig es ist. Aber die wahre Absicht und Kraft des Gebethes bedenke ich noch allzuwenig; und darum habe ich so geringenEifer dazu, und so selten rechten Nußen davon. Ich bethe oft nur, um zu bethen, des Gebrauches wegen, und weil es seyn muß, um Dir gleichsam die schuldige Aufwartung zu machen, um einen Dienst zu entrichten, den Du mir wieder vergelten solltest; oder es treibt mich die Noth zum Gebeth, weil ich dadurch gleichsam zu erzwingen hoffe, was ich wüns sche. Aber das ist oft ein unverständiges Gebeth, das Du nicht erhören kannst; und dann klage ich doch noch, daß ich umsonst gebethet habe. Du, o großer Gott! branchst zu deiner Verherrlichung mein armes Gebeth nicht. Du darfst nicht so, wie ehrgeizige oder hartherzige Menschen, erst durch wehmüthige Bitten bewegt werden. Aus eigewwüte bist Du immer geneiat zum Erbarmen und an den frommen Bether. Wohlthun; Du kommst so oft unsern Wünschen mit Liebe zuvor, und thust uns unzählig viel Gutes, ohne daß wir's erkennen und erbitten; Du weißt, was ich will, ehe ich Dir's sage; und ehe ich Dich anrufe, ist mir schon Hülfe bereit, wenn es nur an mir selbst nicht fehlt. Also bloß zu unserm Besten willst Du angebethet seyn, damit wir ein kindliches Herz zu Dir bekommen, Dir immer fester anhängen, und Deiner nie vergessen sollen. Durch mein Gebeth lege ich das tägliche Bekenntniß ab, daß ich alles Gute Dir zu verdanken, von Dir zu erwarten habe. Sollte ich einen so guten Gott und Vater nicht über Alles lieben, Ihm nicht willig gehorchen, mich Ihm nicht mit vollem Zutrauen ergeben?- Sollten meine guten Vorsätze, die ich vor deinen Augen gefaßt habe, nicht dadurch mehr Dauer und FestigFeit erhalten? Je öfter ich mich mit Dir, dem Besten und Heiligsten, unterhalte, um so besser und heiliger muß auch ich selbst dadurch werden. Je tiefer ich im Gebethe das Andenken an deine Gegenwart meinem Herzen einpräge; um so weniger werde ich zur Stunde der Versuchung Deiner vergessen. Du siehst, stärkest, belohnest mich. 1 - IX Ich nenne Dich im Gebethe meinen Vater im Himmel. Es muß also dort meine wahre Heimath, mein wahres Vaterland seyn; dieses Leben ist mir eine Reise, eine Vorbereitung zu jenem Himmilischen. Wenn ich das bedenke, so kommt mir alles Zeitliche ganz anders vor, so daß ich mich über nichts mehr ausschweifend erfreuen, noch kleinmüthig betrüben, noch etwas zu ängstlich verlangen, oder befürchten mag. Ich erhebe mich über die Kleinigkeiten dieser Erde, und strebe nach meinem höhern Ziele- zu Dir hinauf. Wenn ich in meinem Gebethe das Gute, das ich besiße und erlange, als deine Gabe, und als Mittel zum Wohlthun betrachte, so lerne ich es erst recht schäßzen, gut anwenden, und dankbar froh genießen. So werde ich im Wohlstande nie leichtsinnig und übermüthig werden. Und wie X Vorwort DO Fönnte ich gegen meinen Nächsten Hartherzig, nei-. disch und feindselig werden, wenn ich bedenke, wie " mild Du gegen mich bist. ce er Mit heiterem Muthe gehe ich vom Gebethe an meine Arbeit und Pflicht, aufgemuntert durch den Gedanken, daß Du sie mir angewiesen hast, und mich dafür belohnen willst, wenn ich sie auch nach deinem Willen thue. Will sie mir zu schwer werden, so schaue ich zu Dir hinauf, wie Du auf mich a herabsiehst; und schöpfe neue Kraft.-Du wirst n meinen wohlüberlegten und gutgemeinten Unterneh mungen einen guten Ausgang geben, und die Mittel angedeihen lassen, die ich dazu nach deiner Anordnung gebrauche. So ist auch dein zeitlicher Segen eine Frucht des Gebethes, wenn es so beschaffen ist, daß ich dadurch fleißig und rechtschaffen werde, und also meinen Mitmenschen mich schäßbar mache. t In Anliegen und Leiden wende ich mich zu Dir, o Gott! ben Dir suche ich Zuflucht und Trost. Du bist mein Vater, Dir vertraue ich, Dir ergebe ich mich, Dir überlasse ich, was nicht in meiner Macht steht. O gewiß! Du wirst Alles recht machen, und zu meinem Besten lenken. Ja es ist schon besser um mich, wenn ich recht gebethet habe. Ist es doch schon Erleichterung, wenn man einem Freunde seine Noth klagen kann? Welcher Trost für mich, daß Du o Gott! meine Klagen und stillen Seufzer hörest, daß ich mein Herz vor Dir ausschütten, und meines Kummers mich entladen kann! So wird es mir dann leichter um's Herz, heiterer im Gemüthe; ich werde beruhigt, gestärkt, und auf Alles gefaßt, was Du, mein Gott! mit mir machen wirst, und ich fasse neuen Muth. Soll auch das, um was ich bitte, gleich nicht geschehen können; so weiß ich doch, daß Alles nach deinem Willen gehen muß, und der ist immer der beste.- Selbst Jesus, mein Erlöser, konnte mit fei an den frommen Bether. nen. Aber wie gestärkt stand Er vom Gebethe auf; wie standhaft ging er seinem Leiden entgegen; und wie selig war der Ausgang desselben! Dieß sen auch mein Trost, wenn ich nicht gleich und allezeit Hülfe erlange, wie ich es wünsche. O wie groß ist die Wohlthat und Kraft des wahren Gebethes! wie tröstend und stärkend ist es! Es soll mich immer besser, und edler gesinnt, zufriedener und deiner Gaben würdiger machen; darum hast Du es zum Mittel und zur Bedingniß verordnet, viele deiner Gaben und Wohlthaten zu erhalten. Kann mir wohl das Bethen noch eine beschwer. liche Pflicht seyn? Muß ich es nicht für mein größtes Glück schäßen, daß ich armes Geschöpf mit Dir, meinem Schöpfer, mich so nahe bekannt machen, so vertraulich umgehen, und von meinen Angelegenheiten reden kann, wie ein Kind mit seinem Vater. O laß mich daben nur die wahre Absicht und Weife zu bethen, nie verfehlen, damit ich auch Frucht und Nußen davon habe. Jedes Gebeth bringe einen guten Vorsatz in mir hervor, oder bestärke mich darin. So werde ich erfahren, was das Gebeth vermag. Gebeth. zur Anweisung, um was man bethen soll. O Gott! mein Herz liegt vor Dir offen; Du fichst meine Wünsche, ehe ich sie als Bitten Dir vortragen will. O möchten sie auch so beschaffen seyn, daß fie Dir gefallen; und erfüllet werden können! xi Herr! Du hast gesagt:» Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgethan.« Ja, alles wahre Gute, dessen ich bedürftig und fähig bin, kann ich von deiner weisen Güte erwarten, wenn ich es mit ernftli II XII Vorwort pohem Willen verlange, auf den rechten Wegen suche, und mit anhaltendem Eifer mich darum bestrebe. e er Nur durch Tugend, Rechtschaffenheit und Bessegrung kann ich wahrhaft glückselig werden. Das ist auch dein Wille, o Gott! das soll mein eifrigstes TVerlangen, und der Hauptinhalt all' meines Gebefithes seyn. Ich wünsche es wohl auch, und bitte Dich a herzlich darum. Aber meine Wünsche und Bitten n müssen zugleich ernstliche, gute Vorsäße seyn. t t Wenn ich zu Dir rufe: Herr! erleuchte, be Fehre, regiere mich; verleihe mir Guade, gib mir Weisheit und Tugend; mache mich fromm, zufrieden und selig; laß mich nicht fündigen; laß mich geduldig, sanftmüthig, keusch seyn; bewahre mich vor Thorheit und Laster; erlöse, rette mich vom Verderben: so bekenne ich durch dieses Gebeth, daß ich ohne Dich nichts vermag; daß alles Gute und alle Kraft, Und das es zu vollbringen, von Dir herkommt. bestärket mich im Vertrauen auf Dich, und macht mir neuen Muth. Aber fern sen es von mir, mich so darauf zu verlassen, daß Du alles allein thun, ohne mein Wollen und Bestreben, durch ein Wunder deiner Gnadenkraft mich zum Heiligen umschaffen, und mich mit Gewalt in den Himmel ziehen werdest. Nein, meine Trägheit und meinen Leicht= finn unterstüßest Du nicht; ohne meine ernstliche Mitwirkung kannst und willst Du mich weder heilig noch selig machen; nur mit meinem freyen Willen, mit Anstrengung meiner eigenen Kräfte muß ich es werden. Nur unter dieser Bedingniß kann ich auf Dich vertrauen und hoffen. - ( istance an den frommen Bether. XIII Du erlaubest mir auch, mein Vater! um mein zeitliches Wohl Dich zu bitten. Aber da habe ich erst wohl zu bedenken, ob das, was ich wünsche, auch wahrhaft gut ist, ob es mir schon jetzt und in der Zukunft ersprießlich seyn wird, ob es mich selbst besser machen kann; denn wie oft werde ich vom Scheine geblendet, wie oft schon hat mich meine Einbildung und Erwartung betrogen! Und wie dürfte ich etwas verlangen, das zwar mir vors theilhaft, aber meinem Nächsten nachtheilig seyn könnte, der auch dein Kind ist, wie ich; und für den Du auch, wie für mich, väterlich sorgest? Vielmehr soll ich ja nur darum meinen Zustand zu verbessern suchen, damit ich auch Andern dadurch nüßlich werden möge. -- - Aber auch bey der besten Meinung und Absicht darf ich von Dir nicht Wunder fordern, noch erwar ten, daß Du meinetwegen von deiner weisen Ordnung, nach welcher Du den Gang der Dinge eingerichtet hast, abgehen sollst, obwohl dein Arm nicht abgekürzt ist, und Du als Herr der Natur auch den Elementen gebiethest. Das hast Du mir niemahls verheißen, sondern Du hast mir Vernunft gegeben, um nachzudenken, wie ich mir erst selbst helfen, oder wo ich Hülfe suchen soll, welche Mittel und Vorsicht ich anzuwenden, welche Hindernisse ich zu überwinden, welche wahrscheinliche Aussichten ich vor mir habe; damit ich mich nicht mit vergeblichen Wünschen und Hoffnungen aufhalte und quäle. - - Bater! nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Dieß Gebeth deines Sohnes sey auch Vorwort an den frommen Bether. TIKII un ce er othe allezeit das meine. Es ist das beste, das ſicherste, das tröstlichste. Kein Eigensinn, keine Kleinmath, keine Ungeduld mische sich darein. Ich bin ein kurzfichtiges Kind, das oft selbst nicht weiß, was es begehrt. Du, Vater! verstehst und meinst Alles auf's Beste; Dir überlasse ich getrost den Erfolg, wenn ich mein Möglichstes gethan habe. Grhatte ich nicht, was ich suche, seßen sich meinen redlichten Bemühungen Hindernisse entgegen, die ich nich vorhersehen, noch heben kann, so will ich doch nich murren, noch zagen, sondern mich dadurch beruhigen, daß Du, o Gott! es nicht gewollt, nicht für gut gefunden hast;- daß es mir vielleicht wenigste: s jetzt noch nicht nüßlich, oder nicht möglie war;- daß Du mir dafür ein größeres Glück bereitest, wenn ich mich durch fortgesetzte Besserung, Fleiß und Tugendübung dazu fähig b mache;- daß endlich unter deiner weisen Regierung auch aus dem Uebel Gutes entsteht, und daß Du denen, die Dich lieben, Alles zu ihrem Besten b zu lenken weißt. F L 11 es tu ian TV si th a he nm d t F( gi XIV 11 t So unterwerfe ich meine Wünsche und Bitten 1 mit kindlicher Ergebung deinem heiligsten Willen; und so hoffe ich nach der Anweisung Jesus, auf eine Dir gefällige und mir heilsame Weise gebethet zu haben. Amen. 79 1 Gesänge, Litaneyen und Gebethe, welche in den E. E. österreichischen Staaten jum Gebrauche beym kirchlichen Gottesdienste eingeführt sind. 1 - 1 - ( stanae 1 1. Predigtlieb. 1. In Gott des Vaters und des Sohns,-und fines Geiftes Nahmen, fprecht hier am Fuße seines Throns, Chris sten! freudig: Amen; fprecht Amen, und bereitet euch, nach eures Meisters Lehren,- den Bater in dem Himmelreich- mit Bitten zu verehren. 2. D Vater unser! der Du bist im Himmel und auf Ere dent, Dein Nahme, der so liebvoll ist, soll stets geheiligt werden! Dein Reich, vom Anbeginn der Welt,- bereitet allent- Frommen, das laß', wenn dieser Staub zerfällt, uns auch einstens kommen. - für 3. So wie auf jeden Wink von Dir die Himmelsgeister feben, fo foll aud) unter Menschen hier Dein Wille stets geschehen. Das Brot, das uns're, Seele nährt, um Dir, o Gott! zu leben, auch jenes, was der Leib begehrt,- fen täg lich uns gegeben. - die wir vor Dir bes 4. Bergib uns, Bater! jede Schuld, reuen, so wie wir alles mit Geduld den Schuldigern verzeis hen; ersticke wenn Bersuchung droht, in uns des Bösen Sa. erlös une jeßt und einst, o Gott!- von allem Hebel, - men; Amen. Sammlung der 1 I. Gefänge. - - - - 1 - T 7 A M *( t 1 0 2. Meß Ii è D. Eingang. 1 1. Wir werfent uns darnieder, vor Dir, Gott Sabaoth! -erhöre uns're Lieder, da wir nach dem Geboth- Dir dieses Opfer bringen;- verleihe nun, daß wires andachtsvoll befin gen, und wohlgefallen Dir. Sammlung. Kirchen2. Den Tag vor Jesu leiden,- beym leßten Abendmahl,- hat er indem er wollte scheiden- aus diesem Jammerthal, das Brot gebrochen, und ausgetheilt den Wein,- gesegnet » Dieß thut und denket mein.< 3. Er sprach:» Nehmt hin und effet, und gesprochen: dieß ist mein Fleisch und Blut, damit ihr nicht vergesset, was meine Liebe thut. Mich opfernd will ich sterben- am Kreuz zum Heil für - euch! wer an mid) glaubt, soll erben mit mir das II - - - - Kath, hat. - Himmelreich. 4.0 Herr! dieß Opfer steige- zu Dir mit Wohlgeruch, damit Dein Herz sich neige- zu Deines Volks Gesuch.-Wir nein! wie Aaron hat gethan; opfern nicht mehr Kälber, - der uns versöhnen kann. Jefum Christum selber, Gloria. - 1 Lob, Ruhm, und Dank und 1. Gott Vater! Dir gehöret Ehr'; - was uns're Rube störet verstatte nimmermehr.- Auf Erden laß uns grünen- den Frieden jederzeit, Dir fröhlich dienen, von Furcht und Angst befreyt. daß wir 2. Der Du der Menschen Sünden gebüßt am Kreuzes= ftamm, laß uns Erbarmung finden,- o Jesu, Gottes Lamm! -Gelobt mit Mund und Herzen seyst Du, Gott heil ger Geist!- der Du in Ungst und Schmerzen Trost verleih'st. -den Frommen - L L 1 - - Svend Evangelium. auf 91. Aus Gottes Munde gehet- das Evangelium; diesem Grunde stehet- das wahre Christenthum.- Gett felber hat's gelehret, der nicht betriegen kann;- wohl dem, der's und es nimmt willig an. gerne höret, 2. Sein Wort zeigt uns die Wege zum Himmelreiche an; - es weifet uns die Stege, zu gehen diese Bahn.- Herr! daß wir zur drücke Deine Worte tief in die Herzen ein, Himmelspforte zu kommen würdig seyn. Credo. 1. Wir glauben, und bekennen, - — - - - - - 1 - — - Gott, den wir Vater nennen, - daß aus höchst weisem die Welt erschaffen Von ihm ist ausgegangen- sein Sohn, der Jesus heißt, der ward als Mensch empfangen durch Gott den heil'gen Geist. 2. Maria hat geboren als Jungfrau dieses Kind;Er litt wir, die wir Sünder sind. sonst wären wir verloren, an Leib und Seele,- schloß sterbend seinen Lauf,- stand aus des Grabes Höhle am dritten Tage auf. 1 - 3. Er ward hinauf genommen- Gottes rechter Hand;ist uns zwar nicht bekannt. wann er wird wieder kommen, Doch kommt er einst zu rächen,- und wird von seinem Thronzur Strafe und zum Lohn. ein billig Urtheil sprechen,- - — - - - Gefänge. - daß eine Kirche fen; 4Wir glauben nicht alleine, wir stinen der Gemeine der Heiligen auch bey.- Die Sünde wirvergeben durch Christi Diener bier; ber Leib steht geht ein zur Himmelsthür. auf zu Leben,- - - - Offertorium. - das Herr! laß doch diese Gaben- Dir wohlgefällig seyn,- die wageopfert haben. Es ist zwar Brot und Wein;- doch in Christi Fleisch und Blut; wird verwandelt werden ist u hier auf Erden und den Verstorb'nen gut. Herz und Gedanken auf; 2. Wir opfern Dir den Willen, in unserm Lebenslauf,- was af uns, daß wir erfüllen- nimm zu thun befohlen hast; Duins, Deinen Kindern, nimm weg die Sündenlast. we was uns kann hindern, 3. Wir legen Dir zu Füßen- aud) unser Hab und Gut ,. -und was wir hier genießen, das Leben, Leib und Blut. uns bald kühlen Regen, bald warmen Sonnenschein, - die Felder fruchtbar seyn. ud laß durch Deinen Segen 1 Santtu 8. - zum Helfer in der 1. Last uns geg'n Himmel schwingen, dem Herrn Gott Cas Soth, und drey Mahl heilig singen. sind voll von Deis laoth. Herr! Himmel und auch Erde nem Ruhm:-hilf, daß bekehret werde- das blinde Heidenthum. - - - - - — - - - - 1 2. Daß wir hernach zusammen- Dir uns're Herzen weih'n, und voll von Liebesflammen-- Dir in Hosanna schrey'n. Herr! der in Deinem Nahmen-- Somnt, sen gebenedeyt!- die Engel sagen: Amen, jeßt und in Evigkeit. - - - - Nach der Wardlung. an; - than, 1. Hier beth' ich auf den Knier, verborg'ner Gott Dich - das, was Du hier geich will mich nicht bemühen durch Sinne zu begreifen- Dein Wort muß mir allein, um hier nicht auszuschywejen,- der Grund des Glaus bens seyn. Dieß Denk2. Die Gottheit war bedecket allein am Kreuzaltar,- hier aber ist verstecket- die Menschheit auch sogar. dieß wahe Himmelsbrot, mahl Deiner Güte, Gemüthe, o Herr! an Deinen Tod. erinnert mein - - - - - o Jesu! durch Dein 3. Wasch' mich von meiner Sünden, Blut, und laß uns Gnade finden,- Du allerhöchstes Gut! -Laß bald den Vorhang falen,- erschein' im vollem Licht; und zeige mir und Allen- Dein glänzend' Angesicht. Agnus Dei, 1. Erfreut euch fremme Seelen!- ein Wunder ist gescheh'n: - der Herr will sich verhehlen,- kein Auge kann ihn seh'n; ist Jesu Fleisch und Blut in Brots- und Weinsgestalten auf dem Atar enthalten dieß größte Seelengut. A 2 - 2. Berdeckt ist hier zu finden, das wahre Gotteslamm, fo aller Menschen Sünden- getilgt am Kreuzesstamm,- Es ift der Seelen Speise, wie uns der Glaube lehrt;- si nährt uns auf der Reise,- und wird dech nicht verzehrt. 3. Wenn wir das Leben schließen, und dieses Himmelsbrot- red) t wohl bereit genießen, so kann der bitt're Toduns Christen nicht erschrecken: es ist ein Unterpfand, daß Gott uns wird bedecken- mit feiner starken Hand. - 4. Herr Jesu! Deiner Liebe- sey Ehre Lob und Dank, weil Du nach ihrem Triebe- zur Speise und zum Trank,- Dein Fleisch und Blut gegeben in Brotsgestalt verhüllt,— daraus für uns das Leben und reine Freude quillt. 5. Entzünd' in uns Verlangen nach diesem Sacrament;- Herr! laß es uns empfangen, wenn sich die Seele trennt. Laß uns in Frieden fahren,- von allen Sünden rein,- zu Deinen Engelscharen, und ewig bey Dir seyn. - - M - -Compting - - - Segen des Priesters. 1. Da wir nunmehr gehöret die Messe, wie man soll,- so sey auch Gott geehret,- er mach' uns segensvoll,- und laß es sich gefallen, was wir allhier gethan; was wir allhier gethan; er bleibe bey uns Allen, so sind wir wohl daran. 1 2. Gott wolle uns behüthen, daß uns an diesem Tag des bösen Feindes Wüthen nicht schädlich werden mag, laß uns ohne Sünden- einst stehen vor Gericht, Gnade finden vor semem Angesicht. - - - 17 - 1 Eingang. -- 1. Hier liegt vor Deiner Majestät im Staub die Chris stenschar, das Herz zu Di, o Gott! erhöht, die Augen zum Altar. Schenk' uns, o Later! Deine Huld, vergib uns uns're Sündenschuld.- Gitt! von Deinem Angesidit- vers O stoß uns arme Sünder nicht!- verstoß- uns- nicht!- verstoß uns Sünder nicht! - 2. Wir haben, Herr! Dan Gut verschwend't wie der verlorne Sohn; die Sünde lat uns so verblend't. Doch schau von Deinem Thron- miteidig her auf unsern Schmerz, - verwirf nicht ein zerknirichtes 3erz.- Entzieh die Baterhuld uns nicht, und sende uns Dein Gnadenlicht!- Dein Gna den licht! dein göttlich's Gradenlicht! - - 3. Wir sind ja Deiner Hände Werk, der Schöpfung un terthan; o gib uns Schwachen Kraft und Stärk'!- sieh uns in Gnaden an. Hier bringen wir auf dem Altar- Dir ein Versöhnungsopfer dar.- O Got! der Werth des Bluts ist groß, das einst Dein Sohn für uns vergoß,- für uns goß, am Kreuz für uns vergoß. ver 3. Amt Iied. - - - - Er damit wir - I Gett foll gepriesen werden, fein Nahm gebenedent- im - Lob, Ruhm, Himmel und auf Erden, jegt und in Ewigkeit. und Dank und Ehre- sey der Dreyeinigkeit, die ganze Welt vermehre, Gott! Deine Herrlichkeit. Evangelium. Aus Gottes Munde gebet- das Evangelium; fem Grunde stehet- das wahre Christenthum. der's uns lehret, der Weis und Wahrheit ist, Lehren höret, wie glücklich) ist der Christ! - - Hand; pfand. - - - - - Credo. 1. Allmächtiger! vor Dir im Staube- bekennt Dich Deine Creatur. Gott und Vater! ja ich glaube- an Dich, Du Schöpfer der Natur! Auch an den Sohn, der ausgegangen, von Dir geboren ewig war, den, von dem heil'gen Geist empfangen, die reinste Jungfrau uns gebar. 2. Und Jesus Christus ist gekommen, daß er versöhne uns und litt mit Gott; er hat die Schuld auf sich genommen, für uns den Kreuzestod;-erstand, besiegte Tod und Hölle,- fuhr zu des Vaters Rechten auf, und wird als Richter jeder Seele einst prüfen unfern Lebenslauf. 3. Ich glaube, Gottes Geist regieret die wahre Kirch' und Christenheit; ein büßend' Schaf, das sich verirret,-flieht hin zu der Barmherzigkeit. Am großen Tag wird's Fleisch erstehen. daß wir mit euch zum -Jest, Heil'ge, belft uns insgemein,- Leben gehen,-Miterben Christi ewig seyn. Defange. Gloria - - - - - - L 1 und Noth, soll dieß ein Opfer werden nem Brot. Offertorium. 1. Nimm an, o Herr! die Gaben aus deines Priesters wir, die gesündigt haben, weih'n Dir dieß LiebesFür Sünder hier auf Erden, in engiten, Kreuz aus Wein und rei- 1 - - - auf dies Gott selbst ist, der seine - - - - 2. Nimm gnädig dieß Geschenke, dreyeinig großer Gott!- Sein erbarm' Dich unser, denke- an Christi Blut und Tod. Wohlgeruch erschwinge sich hin zu Deinem Thron,- und dieses Opfer bringe- uns den verdienten Lohn. - Sanctus. 1 1. Singt: Heilig, heilig, heilig ist unser Herr und Gott! fingt mit den Engeln: Heilig- bist Du. Gott Sabaoth!- Im Himmel und auf Erden foll Deine Herrlichkeit- gelobt, gepriesen werden, jeßt und in Ewigkeit. 2. Wir singen froh zusammen, Der kommt in des Herrn Nahmen, von ganzer Seel erfreut: der sey gebenedeyt!- Ho FU sanna in der Höhe! Gott geschehe sein Lob von Meer zu Meer. Nach der Wandlung. - - - COM 1. Sieh, Vater! von dem höchsten Throne, sieh gnädig her auf den Alltar!- wir bringen Dir in Deinem Sohne ein wohlgefällig's Opfer dar. Wir fleh'n durch ihn, wir, Deine Kinder, und stellen Dir sein Leiden vor; er starb aus Liebe für uns Sünder;- noch hebt er's Kreuz für uns empor. 2. Er hat für uns sid) dargegeben,- für alle Menschen insgesammt; beym Bater, daß wir ewig leben, vertritt er jeßt. das Mittleramt.- Jesu! höre uns're Bitte, steh' uns'rer Schwachheit immer bey, auf daß Dein Leiden, Deine Gütean uns niemahls verloren sey. gepriesen fey der Herr!- dem großen - - - - - - JY Agnus Dei. Betrachtet ihn in Schmerzen, wie er sein Blut vergießt; seht, wie aus Jesu Herzen der letzte Tropfen fließt.- Er nahm hinweg die Sünden;-er trug all' uns're Schuld;- bey Gott läßt er uns finden den Frieden, seine Huld. - - Communion. O Herr! ich bin nicht würdig,- zu Deinem Tisch zu geh'n; Du aber mach' mich würdig,- erhör' mein kindlich Fleh'n. O stille mein Verlangen, Du Seelenbräutigam!-im Geist Dich zu empfangen, Dich, wahres Osterlamm! Befdhluß. Nun ist das Lamm geschlachtet, das Opfer ist vollbracht; - wir haben jest betrachtet, Gott! Deine Lieb' und Macht. Du bist bey uns zugegen; aus Deinem Gnadenmeer ström' uns Dein Vatersegen-durch dieses Opfer her. - 1 - L - - - - 4. Adventlieder. Erstes. Zum Rorate. 1. Maria sey gegrüßet,- du lichter Morgenstern!- der Glanz, der dich umfließet, verkündet uns den Herrn.- Bon jeder Makel rein, sollst du zum Menschenheile- des Höchsten Mutter seyn. — 2. Dein Gott, zu dir gewendet,- ertheilet den Befehl;- es eilt, von ihm gefendet, der Engel Gabriel.- Er spricht:» 0 gnadenvoll, Gesegnet' unter Weibern!- der Herr bedenkt dein Wohl!«. - 3. Dieß konntest du nicht faffen, und batheft ihn dabey, dich recht versteh'n zu lassen, was diese Bothschaft sey.- Maria! zitt're nicht; denn du hast Huld gefunden- por Got tes Angesicht. 4. Er will, du sollst empfangen, gebären einen Sohn,- der wird durch ihn gelangen- auf Davidsvaterthron. Des - - - - - 1 - Höchsten Sohn zugleich, und Jesus soll er heißen; unendlid) ist sein Reich. 5. Wie soll denn dieß geschehen? ich kenne feinen Mann. was Gottes Allmacht kann. Jungfrau! du wirst sehen, -Er sendet seinen Geist; der wird dich überschatten, das mit du Mutter seyst. kann auch Elisabeth 6. In ihren alten Tagen seinen Wundern sagen, die nun gesegnet geht. jwar unfruchtbar;- doch dem ist nichts unmöglich, wird, ist und war. - ich bin des Höchsten 7. Da sprachst du tief geneiget, Magd! was du mir angezeiget, das sey, wie du gesagt. O freudenvolles Wort! Der Bothe Gottes eilte- mit seinem Auftrag fort. - - - - 1 - - - - - - -- - 8. Von seines Vaters Freuden- kam jest das Wort herab, für Sünder hier zu leiden, zu suchen Tod und Grab, Es wählte deinen Leib,- mit Fleische sich zu kleiden,- nedeytes Weib! - 1 1 9. Den Schaß, den du empfangen,- o bring' ihn bald zur denn er ist jener Held, Welt! wir warten mit Verlangen; der uns're Bande bricht, und ans des Todes Schatten uns rufet in das Licht. 10. Dieß Lied sey dir gesungen, - des Heils Gebärerinn! mit dir ergeb'nen Zungen, mit dir ergeb'nem Sinn. Dein hochgelobtes Pfandführ' uns auf deinen Fürspruch hinauf ins Vaterland! - - - - - 3 weytes. 1. Thauet, Himmel! den Gerechten, Wolken, regnet ihn berab! Also rief in langen Nächten- einst die Welt, ein weites Grab! In von Gott verfluchten Gründen- herrschten Satan, Tod und Sünden,- fest verschlossen war das Thor zu des Heiles Erb' empor. 1 - daß er uns zu retten 2. Doch der Vater ließ sich rühren, fann, und den Rathschluß auszuführen,- trug der Sohn sich kehrte mit der freudig an. Gabriel flog schnell hernieder, Antwort wieder; Sieh, ich bin die Magd des Herrn, was er will, erfüll' ich gern. - - - volt Sie hieß der seytt - - - - gebe= und 3. Dein Gehorsam ist mein Leben,-Jungfrau, demuthsvoll und keusch!- Gottes Geist wird dich beschweben, des Vaters Wort wird Fleisd). Menschen bethet an im Staube! Web' der Höll und ihrem Raube! aber Adamskindern wohl!- weil ein Heiland kommen soll. Brüder, wacht vom 4. Einen Zuruf hör' ich schallen: Nacht Schlummer auf! denn es naht das Heil uns Allen, ist weg, der Tag im Lauf.- O dann fort mit allen Thaten,- die die Nacht zur Mutter hatten!- künftig ziehe Jedermann nur des Lichtes Waffen an! F 5. Last uns wie am Tage wandeln, nicht in Fraß und Trunkenheit; nicht nach Fleischbegierden handeln;-weit ver bannt sey Bank und Neid! Jenem gänzlich nachzuarten, deffen Ankunft wir erwarten, dieses ist nun uns're Pflicht;- so wie sein Apostel spricht. - S 6. Welterlöser! ich erfülle deines treuen Knechtes Rath; komm in meines Fleisches Hülle, wie Dein Both verkündet hat. Komm und bringe mir den Frieden!- Menschen ist er nur befchieden, die von gutem Willen sind;göttlich Kind! - komm, ich bin es, - - - 5. Weihnachtslied, - 1. Dieß ist der Tag von Gott gemacht! ich will mich herzlich freuen;- auch mich hat heut der Herr bedacht, ich will ihm Lieder weiben: das Heil, das aus der Jungfrau Schoofbeut allen Adamskindern sproß, ist auch für mich geboren. Vor seine Krippe sink ich dann,- und bethe meinen Heiland an, in Wonne ganz verloren. -- 2. In meiner Bildung liegt er hier, den keine Nahmen nennen! o Gott: o Kind! geläng' es mir,- die Gutthat ganz zu kennen!- Du steigest von dem Thron herab,- den Dir mit sich) Dein Vater gab, um hier für mich zu leiden!- Du wähltest, mir zu nüßen heut,- für Ueberfluß die Dürftigkeit, den Stall für Himmelsfreuden. - 3. Du weinst, mein Jesu! sey gegrüßt, o gnadenreiche Bähre! sey mir mit Ehrfurcht aufgeküßt,- o Tropfen aus dem Meere! das einstens blutig strömen soll, für mein und aller Sünder Wohl,- sey auch für mich geweinet! Erwärs - me kalter Christenberg, das ihres Heilands ersten Schmerz- nicht zu empfinden scheinet. -- wallen. 4. Das meine foll Dein Wohnplaß fenn, Geliebtester aus Allen!- es foll, wie neu geschaffen, rein von Engeltrieben Komm aus der Krippe, komm zu mir! bring' echte Frömmigkeit mit Dir,- und wahre Christensitten.- O, noch nicht Richter, noch ein Kind!- dieß macht mich hoffen: Kine der sind ja leichter au erbitten. - 5. Du febreft einst in Majestät,- vom Engelbeer umrine get, wenn diese Welt zu Trümmern geht,- der Staub aus Gräbern dringet, Alldann muß auch ich hin ins Gericht, weifer! vor Dein Angesicht, mit Furcht und Angst durchdrune gen.sprich dann: Ich erkenne dich; Du hast vor meiner Krippe mich mit Inbrunst einst besungen. - - - manys n wimmung.mtgen- - - - - - --- S — -- - 6. Am#este des heiligen Rahmens Jefus. Gelebt sey Jesus Christus. Beym frühen Morgenlicht- Erwacht mein Herz und spricht: Gelobt sey Jesus Christus! Mit heiliger Gewalt:- Gelobt Die Feyerglocke schallt sey Jesus Christus! Was tönt der schönste Klang?- Der lieblichste Gesang?- Gelobt sey Jesus Christus! Sprech' ich vor allem aus: In Gottes heil'gem Haus Gelobt sey Jesus Christus! Ihm, meinem höchsten Gut- Sing' ich in Liebesglut; Gelobt sey Jesus Christus! Ben jedem Unbeginn Gelebt sey Jesus Christus! Ruf' ich mit Herz und Sinn: - Ich spreche froh dabey: - Und was mein Werk auch fey ,. Gelobt sey Jesus Christus! Die schönsten Früchte bringt fingt: Gelobt sey Jesus Christus! Das Herz, das freudig Bey Speise und bey Trank- Ist dieß mein frommer Dank: Gelobt sey Jesus Christus! So sing ich früh und spät- Bey Arbeit und Gebeth: Gelobt sey Jesus Christus! der wunderfüße Gruß: Ge= Wenn Traurigkeit mid) plagt, So ruf ich unverzagt:- Gelobt fey Jesus Christus! It mir die Welt erbost,- So gibt das Lied mir Trost: Gelobt sey Jesus Christus! 1 Nie wecket Ueberdruß lobt sey Jesus Christus! B - - - - - - — - In Noth und bittern Schmerz- Sing ich mit Mund und. Herz:-Gelobt fey Jesus Christus! - Bedrückt mich Sündenschuld Seuff' ich zu Jesu Huld: Gelobt sey Jesus Christus! Die Macht der Hölle flieht-Bor diesem füßen Lied:- Gelobt sey Jesus Christus. Ist in des Himmels Höh'n: Das lieblichste Getön Gelobt sey Jesus Christus! Des Vaters ew'gem Wort- Ertönet ewig dort:- Gelobt sey Jesus Christus! Singt laut im Jubelschall: Ihr Menschenkinder all' Gelobt sey Jesus Christus! Rings auf dem Erdenkreis Gelobt sey Jesus Christus! - - - - - 1 - Ertöne ihm zum Preis:- Und bey des Tages Schluß- Sep dieß der leßte Gruß; Gelobt sey Jesus Christus! - 1 Die Finsterniß wird Licht- Wenn fromm die Zunge spricht: Gelobt sey Jesus Christus! Mein Herz, das schlummernd wacht,- Seufit in der tiefen Nacht: Gelobt fey Jesus Christus! = Ja, meine Seele spricht- Noch, wenn das Herz schon bricht: Gelobt sey Jesus Christus! Singt Himmel, Erd und Meer, Und aller Engel Heer: Gelobt sey Jesus Christus! Es schalle weit und breit,- In alle Ewigkeit:- Gelobt sey Jesus Christus! 7, Fastenlied. 1. Laß mich Deine Leiden singen, Dir des Mitleids Opfer bringen, unverschuldtes Gotteslam, das von mir die Sünde nahm. Jesu! Herzen; Tode seyn! - 1 - - - 2. Ins Gericht für Menschen treten, zum erjürnten Vater bethen, seh ich Dich mit Blut bedeckt, auf dem Dehle berg hingestreckt. - 3. Dich zu binden und zu schlagen, zu beschimpfen und u plagen,-nahet sich der Feinde Schar,- und Du gibst Dich willig dar. Did) - Chor nach ieder Strophe: drücke Deine Schmer, en- tief in aller Christen Trost in meinem laß mir Deines Todes Pein - - 4. Von den Nichtern, die Dich haffen ,. überlassen, strömet Dein unschuldig Blut Geißeln Buth. 5. Unter lautem Spott und Hohne- seh' ich eine DörnerFrone, die, mein Heiland! scharf gespißt, Deine Stirne schmerzlich rißt. an das Opferholz ge= 6. Wundenvoll, erblaßt, entkräftet, heftet,-feb' ich wie ein Gottmensch stirbt, und den Sündern Heil erwirbt. 7. Heiland! meine Missethaten daben Dich verkauft, veran dem Kreuze Dich ráthen, Dich gegeißelt und gekrönt, verhöhnt. 8. ch! es reuet mich von Herzen;- laß, mein Heiland! Deine Schmerzen, Deines Mittlertodes Pein verloren seyn. nicht an mir 1 -T - - - - - - - - - — Chor: tief in aller Christen Jesu! drücke Deine Schmerzen Herzen; laß mir Deines Todes Pein- Trost in meinem Lode seyn! - 8. fterlied, befreyt von Todesbanden, 1. Der Heiland ist erstanden - der als ein wahres Osterlamm- für mich den Tod zu leiden kam. Alleluja! 2. Nun ist der Mensch gerettet, der Tod hat keinen Stachel mehr, Grab ist leer. Alleluja! 3. Der Sieger führt die Scharen, die lang gefangen wadas Adam sich und in seines Vaters Neich empor, mir verlor. Alleluja! ren, 4. O! wie die Wunden prangen, gen. Wie schallt der Engel Siegsgefang den Tod bezwang. Alleluja! 74 - - wilden Kriegern unter frecher - - - - und Satan angekettet; der Stein ist weg, das die er für mich empfandem Starken, der 5. Mein Glaube darf nicht wanken, Een! Ich werde durch sein Aufersteh'n nem Grabe geh'n. Alleluja! 6. Die Nacht, die mich dort decket, bis mid) der Engel ins Reich), wecket, ist kurz; dann ruft mein Heiland mich) wo niemand stirbt, zu sich. Alleluja. O - - - - 7. Meer der Seligkeiten! ein'n Ort mir zu bereiten, ging mein Erlöser hin vor mir; Erstandener! id) folge Dir. Alleluja. 8. Ja durch ein neues Leben will ich zur Höhe streben, wo Du mit Deinem Vater thronst, und jede gute That belohnst. Alleluja! - L L - - - -o tröftlicher Gedangleich ihm aus mei- 9. Dann werd' ich im Gerichte, vor Deinem Angesichte, - von Deinem Blute glänzend steh'n,- und zu des gammes Hochzeit geh'n. Alleluja! 10. Alleluja! Alleluja! Alleluja! Wie Du vom Tod' er= standen bist, laß uns ersteh'n, Herr Jefu Chrift! Alleluja! - - 1 — - 9. An Bitt: Tagen. 1. Blick, o Herr! mit Wohlgefallen - Auf die Flur, die wir durchwallen,- Unser Herz erweitert sich, denn es fühlt als Vater Dich).-( Deine milde, Hand gibt Segen- Gibt uns Sonnenschein und Regen.) - 2. Freudig streuten wir den Samen, Denn wir streuten ihn im Nahmen.- Deffen, der mit einem Ruf Erde, Sonn' und Pflanzen schuf!-( Dein, o Vater, ist der Segen, Dein ist Sonnenschein und Regen.) - - 1 1 3. Sä'n und Pflanzen hilft noch wenig, Das Gedeihen gibt kein König;- Keiner hat mit aller Macht- Nur ein Blatt hervorgebracht.-( Geht! von oben kommt der Gegen,-Kommt uns Connenschein und Regen.) 4. Der so schön die Blumen Fleidet, Der so mild die Bögel weidet, Alles nährt im Feld' und Hain, Wird für uns Gibst aud) Bater seyn.-( Ja dem Frommen gibst du Segen, ihm Sonnenschein und Regen.) 5. Laß mit Frucht den Baum sich schmücken,- Reich an Korn den Halm sich bücken,- An der Rebe Trauben glüh'n ,Wiefen für die Herde blüh'n.-( Ueberall auf unsern Wegen,. Gib uns, Bater. deinen Segen.) - 6. Schone, Vater, in Gewittern, Schone, wenn wir flehend zittern; Ruf in der Gewitter Nacht- Mit der Stim- me deiner Macht.( Uns zurück von bösen Wegen- Auch dein Donner bringt uns Segen.) 7. Ruhen lassen wir den Samen In des Allbelebers Nahmen, Der den Leib in Gräber sä't, Bis er glorreich) aufersteht.( Alle Frommen führt sein Segen, Einst dem Erntetag' entgegen.) - - - - - - - XII 10. 20 fingstlied. 1. Komm, beiliger Geist! o dritte Person! von einer Natur mit Vater und Sohn, Der Du von seiner Sündene last- so manches Herz befreyet hast.- Komm, heiliger Geist! erwünschtester Gast! 1 - 2. Komm, heiliger Geist! auf uns jest herab, so wie Dich einst Gott den Gläubigen gab, als ihre noch geringe Zahl, versammelt im verschloffnen Saal,- fich sehnte nach Dir, Du göttlicher Straß!! - - 3. Komm, beiliger Geist! ein Tröster genannt,- es werde durd) Dich der Rummer verbannt, der uns verstört in uns'rer. wenn Du uns Pflicht. Die Trägheit überwind' uns nicht, entflammit, o mächtiges Licht! 4. Komin, heiliger Geist! Du Lehrer der Welt, die StraBe des Heils wird niemahls verfehlt,- wenn man sich nicht an Cecten kehrt, die Kirche, die Dein Einspruch lehrt,- mit kindlicher Treu' als Mutter verehrt. - 1 - Cammtung. Kirchen- - — - - 5. Komm, heiliger Geist! pom himmlischen Thron!- Dir werde zugleich mit Vater und Sohn, in unzertheilter Wesenheit, von nun an bis in Ewigkeit,- Anbethung und Dank, und Jubel geweiht. - 11. Frohnleichnamslieder, Lied jum allerheiligsten Altars Sacramente. 1. Rommet, lobet ohne Ende- das heiligste Sacrament ,welches Jefus eingesetet, uns zum Testament, 2. Hier ist Jesu Fleisch und Blut, und das allerhöchste keine Seele geht verloren Gut; unter seiner ut. 3. ey gelobt, gebenedeyt, Du Trost in der Bitterkeit! in der Kriegszeit, Pest und Hunger, wahre Sicherheit. 4. Segne uns, o großer Gott! wundervolles Himmels= brot! ach bewahre und errette- uns aus aller Noth. - 1 - - - - - - - - 5. Gib stets wahre Buß und Reu'.- spreche uns von Sünden frey; mach', daß Glaube, Lieb' und Hoffnung Ende sey. bis an's - - 1. Komm, o fromme Christenschaar-Wirf dich nieder am Altar!( Denn es stellt in Brotsgestalten land dar.) Sich dein Hei - - 2. Hier ist Jesu Fleisch und Blut- Hier das allerhöchste ( Keine Seele geht verloren Unter seiner Huth.) 3. Tey gelobt, gebenedeyt- Trost in Widerwärtigkeit!- ( Aller, die sich Dir vertrauen, Wahre Sicherheit!) Gut. Gefange. 4. Gib uns Segen, großer Gott!- Wundervolles Hime ( Hilf den Deinen, und bewahre Sie vor aller melsbrot, Noth.) — 5. Gib uns wahre Buß und Reu',- Mach' uns von den ( Daß nach) Glauben, Hoffen, Lieben- Unser Sünden frey: Trachten sey!) 6. Ist nun unsre Pflicht gethan lind vollend't des Lebens Bahn.- dann nimm zu Deinen Freuden- Unfre Seelen an.) 7. Sey gelobt, gebenedent- Heiligste Dreyeinigkeit( Jes su Preis im Sacramente Bis an's End' der Zeit!) - 1 1. Preiset, o ihr Menschenzungen!-as geheimnisvolle Gut! Der Frohnleichnam sey besungen, und gelebt das theure Deine Frucht, o edler - Blut! das der König aller Völker, - Schooß! für das Heil der Welt vergoß. Lo 2. Uns geboren, uns gegeben von der Jungfrau keusch und rein, kam er an, mit uns zu leben, guten Samen auss zustreu'n. Und mit jener Wunderhandlung, jest erneu't, schloß er seines Hierseyn's Zeit. die sich eben 3. Als die Zwölf mit ihm gekommen, zu dem letzten Abendwas Gott im Geset der vereinten - ― - 11 1 - mahl, und genau in Acht genommen, befahl; reicht er selbst mit eig'nen Händen Jüngerschar sich als eine Speise dar. 4. Er, das Wort, im Fleisch auf Erde, will durch seines Worts Gewalt, daß sein Fleisch aus Brote werde, gibt sein Blut in Beinsgestalt. Täuscht dieß gleich die schwa= chen Sinne:- für die Täuschung uns rer Sinn'- reicht der bloße Glaube hin. - - - - - — - - - - - - - - ment, 5. Lasset uns denn würdig ehren ein fo großes Sacras nach dem neuen Bund uns kehren, da der alte sich geend't. Was man nicht mit Händen greifen, noch mit Augen sehen kann,- sehen wir in Glauben an. 6. Laßt den Vater uns erheben mit dem eingebornen Sohn; Preis und Jubel sey gegeben- Beyden auf dem höchsten Thron;- dem aud), der von ihnen beyden,- von Ewigkeit, werde gleiches Lob geweiht. ausgeht, Gott - - - - -- L 1 12. Frauenlieder. ohr 3,000 the; Mutter Gottes! hochbelohnt von Jefu deinem Soh e, glänzender als Sonn' und Mond, in deiner Himmelskrone, von deinem Glücke sing' ich hier- mit Herzenss lust auf Erde; o daß mein guter Wille direin süßes Opfer werde! - - — 1 2. Was kann ich sonst, als oft an Dich und deine Größe denken, dich findlich lieben, täglich) mich dir, o Maria! fdyenken? Was kann dir sonst ein Adamskind- im Jammerthale 1 1 - XII Na last erw einf ver gött dur SPA entf Be ei Find wer beit und well Gui -P brot den End Alta land XIV und deinen schmückten, die waren es insonderheit, 3. Die Demuth und die Reinigkeit, die deine Seele die dich so sehr be glückten. Durch diese wählte Gott dein Freund,-zur Mutter dich vor Allen. Wer diese Tugenden vereint, wird ihm und dir gefallen. - 4. Du höreft jetzt an seiner Hand-det Seraphinen Lieder, und blickest freundlich auf das Land der Sterblichen hiernieder. milde Jungfrau! darf ich dir- mit Inbrunft wiederhohlen, was dir dein Jesus auch von mir am Kreuze noch empfohlen? 5. Zwar weiß ich, ich verdiente nicht, bisher dein Kind zu heißen, doch will ich mich nach Kindespflicht- es werth zu seyn befleißen.-Du gib auf meiner Pilgerfahrt mir dei nen Muttersegen;- so geh ich Feinden aller Art- mit Christenmuth entgegen. 1 geben, Thron umschweben? - - 1 Gut that; ( All - Sammlung. Kirchenwenn Engel selbst dir dienstbar sind, - - - - - - - - 6. Besonders in der leßten Noth,-wenn Menschen mich verlaffen, wenn Tod erschreckt, Hölle droht,- laß mich das Kreuz umfassen, das Kreuz, an dem du leidend stund'st- bey deines Jefu Sterben, und führe mich durch seine Gunst zu seines Reiches Erben. - - - 1 1. Gnadenquelle! fen gegrüßt, Quelle, die beständig fließt; -Erost der Christen! o Maria!- Jungfrau, sey gegrüßt! 2. Sey gegrüßt zu jeder Stund', Mund; Alles mache deine Würde, in dem Herzen, mit dem - deine Gnaden kund. — - 3. Liebste Mutter! wir sind dein, zeig' dich Mutter stets zu seyn; schreib' uns alle deinem Herzen- unauslöschlich ein. 4. Du warst noch zu jeder Zeit- Urfach' unfrer Fröhlich keit; sey es bis zum Lebensende- und in Ewigkeit. 5. Mutter! es ist unerhört, daß dein Sohn dir nicht ges währt, was du deinen treuen Dienern- gütig haft begehrt. 6. Wenn Gefahr der Seele droht, in des Lebens jeder Noth, rettet uns in deinem Nahmen der verföhnte Gott. 7. Schreckt der Sünden schwere Last, sey zu dir Vertrau'n gefaßt;- die du dich der Sünder Zuflucht- fiets ge zeiget haft. - - - 1 — 114 - - - - 1 8. Wer dich in Betrübniß bath.-fand bey. dir, Maria! Rath; Trost, wer immer dir als Mutter- sich emps en hat. 9. Auch zu streiten bis aufs Blut um des nmels großes Gut, bringst du, Reinste! den Versuchten- neue Kraft und Muth. 10. Groß ist uns'rer Feinde Zahl- hier in diesem Thränens rette, Mutter! deine Kinder von dem Sündenfall. 11. Und wann Seel und Leib sich trennt, nur nocy schwad) das Herz dichy nennt, dann bitte, Mutter! bitte- sum ein felig End'. Gefänge. 12. Nach vollbrachytem leßten Streit- führ' uns in die Ewigkeit;-milde Jungfrau! zeig' uns Jesum- in der Herrlichkeit. nen, Das Lob Maria. 1. Dich Maria! loben wir,-Gottes Mutter wir dich ténHimmelsgeister selbst in dir Ja! der ganze Schöpfungskreis Preis. 2. Jungfrau! deine Mutterschaft- Staunen an die Chez rubinen, Deiner Gottesliebe Kraft- Weichen auch die See raphinen; Alles ruft dir ohne Rub;- Selig, felig, felig ju. 3. Ganz umstrahlt vom Himmelslicht- Zieret dich ein Meer der Sterne,- Dein fo glänzend Angesicht- Schimmert in der Welten Ferne,- Selbsten die Dreyeinigkeit Krönet dich mit Herrlichkeit. 4. Patriarchen alle dich- Und Propheten hoch verehren Die Apostel sehnen sichy- Deinen Ruhm stets zu vermehren ,Der Blutzeugen Helden- Chor- Hebt dein Lob entzückt empor. 5. Der Jungfrauen Liljenschar, Der Bekenner große Menge Stimmen an dir immerdar Neue Ehr- und Loba gesänge, Weil du Mutter dessen bist, 6. Uud) die Kirche hier auf Erd' 1 - - - - - - 11 - - P - - - Der der Welterlöser ist. Mit den Kleinen und den Großen Dich juerst nach Gott verehrt; Denn aus dir ist der entsproffen, Durch den das verlorne Heil- Evens Kindern ward zu Theil. - 7. Ewig auserwählte Braut!- Weil du engelrein gewesen, War dir Gottes Sohn vertraut, Da er kam uns zu erlöfen; 21s seine erste Dienerinn- Sey auch uns're Mittlerinn. 8. Deines Sohnes Jesu Tod- Hat besiegt die Höll und Sünden,-Darum können wir bey Gott- Durch dich ihre Tilgung finden; Mutter! ach verlaß uns nicht- wenn das Aug' uns bricht. Jetzt, und verlaß und nic - ― - Ihre Königinn erkennen j Gibt dir Ehre, Lob und - - - - - 9. Steh uns deinen Dienern bey,- Du vermagst bey Gott erbitten, Daß wir von den Feinden frey, Löwen wüthen, Nach dem Bunde in der Tauf fern Lebenslauf. Welche wie die Enden uns 10. So wie heut und allezeit Hingestreckt zu deinen Fü Mutter der Barmherzigkeit! Wir dich alle kindlich) Und empfehlen dir zugleich- Unsern Kaiser und - - XV 1 Ben, grüßen, sein Reich. - 11..! Wir bitten flebentlich,- Schüß uns Christen, deine Kinder, Madhy', daß Gott erbarme sich auch der sonst verlornen Sünder;- denn ganz fest auf dich nach) Gott- Hof. fen wir in jeder Noth. — -- - - 12. Mutter! sieh uns gütig an,- Laß dein mildes Herz bewegen, Tritt vor deines Sohnes Thron, Und erbitt' uns feinen Segen; Hilf, daß wir durch) Buß' und Flehen- Gott und dich im Himmel sehen. XII Na last erw einf ver göt dur PA ent Be kin we bei un we & br e de E 201 lal G ( mtung. Kirchen Welange. 13. Bas Te Deum Laudamus. 1. Großer Gott! wir loben Dich,-Herr! wir preisen deiBor Dir neigt die Erde sich, Und bewundert ne Stärke, deine Werke; Wie Du warest vor der Zeit,- So bleibst Du XVI in Ewigkeit. 1 phinen, 1 dienen, 2. Alles, was Dich preifen kann, Cherubin und Seras Stimmen Dir ein Loblied an;- Alle Engel, die Dir Rufen Dir stets ohne Ruh:- Heilig, heilig, heilig zu. 3. Heilig! Herr Gott Sabaoth!- Heilig! Herr der Kriegesheere, Starker Helfer in der Noth; Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt mit deinem Ruhm Alles ist dein Eigenthum. 4. Der Apostel Christi Chor, Der Propheten große Menge Schickt zu deinem Thron empor- Neue Lob und Dankgefänge; Der Blutzeugen große Schar preist Dich immerdar. Lobt und 5. Auf dem ganzen Erdenkreis Loben Große und auch Kleine Dich Gott Vater Dir zum Preis- Singt die heilige Gemeine, Sie ehrt auch auf Seinen Thron deinen einges bornen Sohn. 6. Sie verehrt den heil'gen Geist, welcher uns mit seinen Lehren- Und mit Troste kräftig speift, Dir o König voller Der mit Dir, Herr Jesu Chrift!- Und dem Bater Ehren! ewig ist. - 7. Du des Vaters ew'ger Sohn, Haft die Menschheit angenommen; Du bist auch von deinem Thron Zu uns auf die Welt gekommen; Gnade hast Du uns gebracht,- Von der Sünde frey gemacht. 8. Nunmehr steht das Himmelsthor Allett, welche glaus ben, offen; Du stellst uns den Väter vor Wenn wir kinds lich auf Dich hoffen.- Endlich kommst Du zum Gericht;- Zeit und Stunde weiß man nicht. 9. Steh' Herr! deinen Dienern bey,- Welche Dich mit Demuth bitten, Die dein Blut einst machte frey,- Als Du für uns haft gelitten;- Nimm uns nach vollbrachten Lauf zu Dir in den Himmel auf. - 10. Sieh dein Volk in Gnaden an; Hülf uns, segne, Herr! dein Erbe. Leit' es auf der rechten Bahn, Daß der Feind es nicht verderbe. Bülf, daß es durch Buß und Flehit Dich im Himmel möge sehn! Alle Tage wollen wir 11. Dich und den Nahment Und zu allen Zeiten Dir- Ebre, Lob und Dank er Gib, daß wir von Sünden heut Und von Lasterit - - 1 -- 1 - dein Segen! pflegen. loren seyn. - -4 - - - - TU - 3 - - owing 1 Bi - - - - - - preifen. weisen, feyn befreyt. 12. Herr erbarm, erbarme Dich! Uteber uns, Berr! fey Deine Güte zeige fich- So wie wir zu hoffen Auf Dich hoffen wir allein,-- Laß uns nicht ve - - - - Sammlung von Litaneyen mit Geberhen. 1. Litaney zur Verehrung aller Heiligen. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! -Herr, erbarme Dich unser!- Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! - II. Litaneyen mit Gebethen. Anting Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser!- Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser!- Heilige Dreyfaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser Heilige Maria, bitt für uns!- Heilige Gottesgebärerinn, bitt für uns!- Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, bitt für uns! Heiliger Michael, bitt für uns! Heiliger Gabriel, bitt für uns! Heiliger Raphael, bitt für uns! - Alle heiligen Engel und Erzengel, bittet für uns! heiligen Chöre der feligen Geister, bittet für uns! Heiliger Johannes der Käufer, bitt für uns! Heiliger Jos seph, bitt für uns! - Alle heiligen Patriarchen und Propheten, bittet für uns! Heiliger Petrus, heiliger Paulus, heiliger Anheiliger Johannes, heiliger Thomas, heiliger Jacob, heiliger Philippus, dreas, heiliger Jacobus, - - heiliger Bartholomäus, heiliger ger Simon, heiliger Thaddäus, heiliger Barnabas, Marcus. Alle heiligen Apostel und Evangelisten, bittet für uns!- Alle heiligen Jünger des Herrn, bittet für uns! Alle heiligen unschuldigen Kinder, bittet für uns! - 1 - - — - heiliger Lucas, - - 1 Matthäus, heiliheiliger Mathias heiliger - XVII 10 — - - Alle 1 B - Heiliger Stephanus, bitt für uns!- Heiliger Laurentius, bitt für uns! Heiliger Vincenz, bitt für uns! 1 Heiliger Fábianus und Sebastianus, bittet für uns!- Heiliger Johannes und Paulus, bittet für uns! Heiliger Cosmas und Damianus, bittet für uns! Heiliger Gervasius und Protasius, bicyst für uns!- Alle heiligen Märtyrer, bittet für uns! Bitt für uns! Heiliger Sylvester, bitt für uns!- Heiliger Gregorius, bitt für uns! Heiliger Ambrofius, bitt für uns! Heiliger Auguftinus, bitt für uns! Heiliger Hieronymus, bitt für uns!- Heiliger Martinus, bitt für ans! Heiliger Nicolaus, bitt für uns! XII Na last ern ein ver göt dur SPA ent Be kin we hei un we bre det En 201 Ian Q XVI XVIII Alle heiligen Bischöfe und Beichtiger, bittet für uns! Alle heiligen Kirchenlehrer, bittet für uns! - Heiliger Antonius, bitt für uns! Heiliger Benedictus, bitt für uns! Heiliger Bernardus, bitt für uns!- Hei= liger Dominikus, bitt für uns!- Heiliger Franziskus, bitt für uns! Alle heiligen Priester und Leviten, bittet für uns!- Alle heiligen Mönche und Ei siedler, bittet für uns! Heilige Maria Magdalena, bitt für uns! Heilige AgaHeilige Lucia, bitt für uns! tha, bitt für uns! Heiz lige Agnes, bitt für uns! Heilige Cäcilia, bitt für uns!- Heilige Katharina, bitt für uns! Heilige Anastasia, bitt für uns! Ordena - Camminna Kirchan Sammlung von Litaneyen - - - Alle heiligen Jungfrauen und Witfrauen, bittet für uns! Alle Heiligen Gottes, bittet für uns! Sen uns gnädig, verschone uns, o Herr!- Sey uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Von allem Ulebel von aller Sünde von Dei: nem Borne vom gähen und unversehenen bösen Tode von den Nachstellungen des Teufels von Zorn, Haß und allen bösen Willen - von dem Geiste der Un keuschheit- von Bliß und Ungewitter von dem ewigen Tode, durch Durch das Geheimniß Deiner heiligen Menschwerdung! durch Deine Geburt durch Deine Ankunft Deine Taufe und beilige Fasten durch Dein Kreuz und Leiden durch Deinen Tod und Deine Begräbniß- durch Deine heilige Auferstehung durd) Deine wunderbare Himmelfahrt durch die Ankunft des heiligen Gei stes, des Trösters, Am Tage des Gericht, erlöse uns, o Herr! - Grima - - - - - - 1 - - 1 - Wir arme Sünder, daß Du unser verschonest, daß Du uns die Sünden verzeihest, daß Du uns zur wahren Buße bekehrest, daß Du Deine heilige Kirche regieren und erhalten wolleft, daß Du den apostolischen ober. sten Hirten und alle geistlichen Stände in der heiligen Religion erhalten wolleft, daß Du die Feinde der heiligen Kirche demüthigen wollest, daß Du den christlichen Königen und Fürsten Friede und wahre Einigkeit verleihen wolleft, daß Du uns in Deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wolleft, daß Du unsere Gemüther zu himme lischen Begierden erhebest, daß Du alle unsere Wohl thäter mit den ewigen Gütern belohnest, daß Du unfere und unserer Brüder Freunde und Gutthäter Seelen von der ewigen Verdammniß erledigest, Früchte der Erde geben und erhalten wolleft, - - Glutine - - Gtime daß Du die daß Du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewige Rube verleihen wolleft, daß Du uns erhören wollest, o Sohn Gottes! erlöse uns, o Herr! wir bitten Dich, erhöre uns! mit Gebethen. O Du Lamm Gottes, welches Du hinweg nimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich) unser, o Herr!- O Du Lamm Gottes, welches Du hinweg nimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr!- O Du Lamm Gottes, welches Du hinweg nimmst die Sünden der Welt. erbarme Dich unser, o Herr! 11 Christe, hore uns!- Chiuste, erhöre uns!- Herr, erbars me Dich unser!- Christe, erbarme Dich unser! Herr, ers barme Dich unser! Vater, unser 20. Und führe uns nicht in Bersuchung; fondern erlöse uns von dem Uebel. Amen. - 14 - Der 69. Psalm nebst Gebeth. O Gott, merke auf meine Hülfe! Herr, eile mir zu helfen! Schamroth und zu Sanden müssen werden, die meiner Seele nachstellen. Sie müssen zurückweichen und in Schanden stehen, die mir Uebels wollen. Sie müssen bald schamroth abtreten, die meiner Trübfal spottett, -- XIX Aber Alle, die Dich suchen, müssen frohlocken, und sich in Dir erfreuen; und die Dein Heil lieben, müssen immerdar sagen: Hochgelobt sey der Herr! Ich aber bin elend und arm, o Gott! stebe mir bey; denn Du bist mein Helfer und Erlöser, o Herr! säume mit Deiner Hülfe nicht. Ehre sey dem Bater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste. Wie im Anfange, jeßt und allzeit, und zu ewigen Zeiten. Amen. Mache Deine Diener selig, die auf Dich hoffen, mein Gott! Sen uns, Herr, ein starker Thurm- wider unsere Feinde. Laß den Feind nichts vermögen wider uns; und das Kind der Bosheit schade uns nicht. Herr! handle nicht mit uns nach unsern Sünden.- Und vergelte uns nicht nach unsern Bosheiten. Laffet uns bitten für unsern obersten Hirten N.- Der Herr erhalte ihn, verlängere sein Leben, mache ihn glückselig auf Erden, und übergebe ihn nicht in die Hände seiner Feinde. Laffert uns bitten für unsere Wohlthäter!-Herr, Du wollest allen unfern Wohlthätern um Deines Nahmens willen das ewige Leben geben! -- Laffet uns bitten für alle abgestorbenen Chriftgläubigen!-- Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen! Laß sie ruben in Frieden! Amen. Laffet uns auch bitten für unsere abwesenden Brüder! O mein Gott! mache Deine Diener selig, die auf Dich hoffen. Herr, sende ihnen Hülfe von Deinem Heiligthume, vor Sion beschüße ne. und Herr, erböre mein Gebeth!- und laß mein Rufen zu Die kommen! B 9 Ic el V 8 di 9 el ti JU 5 C b 2 C Sammlung von Litaneyen Gebeth. Gott! deffen Eigenschaft ist, allzeit Dich unfer ju erbar. men, und unser zu verschonen: nimm an unfer flehentliches Gea beth, daß uns und alle Deine Diener, die wir mit den Ketten der Sünden stark gebunden sind, die Erbarmniß Deiner Güte gnädig auflöse. Wir bitten Dich, o Herr! nimm an unser demüthiges Gebeth, und schone derer, die ihre Sünden bekennen, daß wir beydes, die Verzeihung und den Frieden nach Deiner Güte erlangen. Berr! erzeige uns gnädig Deine unaussprechliche Barm herzigkeit, daß Du uns von unsern Sünden auflösest, und von der Strafe, die wir für diefelbe verdienen, errettest. O Gott! der Du durch die Sünde beleidiget, und durch die Buße versöhnet wirst, sieh gnädig an das Gebeth Deines demü thigen Volkes, und wende ab die Geißel Deines Zornes, welche wir für unsere Sünden verdienen. Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme Dich Deines Dieners N., unsers obersten Hirtens, Deines Statthalters auf Erden, und leite ihn nach Deiner Milde auf dem Wege des ewigen Heils, daß er durch Deine Hülfe, was Dir gefällig ist, begehre und kräf tig vollbringe. O Gott! von welchem die heiligen Begierden, guten Anfchläge und gerechten Werke entspringen; gib Deinen Dienern einen solchen Frieden, welchen die Welt nicht geben kann; damit unsere Herzen Deinen Gebothen ergeben, und gegenwärtige Zeis ten durch Deinen Schuß von des Feindes Furcht versichert und friedsam seyen. D Herr! entzünde unsere Nieren und Herzen mit dem Feuer Deines Geistes, daß wir mit keuschem Leibe Dir dienen, und mit reinem Herzen gefallen mögen. Gott! ein Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, verleihe den Seelen Deiner Diener und Dienerinnen Verzeihung aller Sünden, damit sie die gnädige Nachlaffung, welche sie allzeit ge wünschet haben, durch die gottfelige Fü.bitte erlangen. Herr! wir bitten Dich), Du wollest unserm Thun und Laffen mit Deiner Gnade vorkommen, und dasselbe durch Deine Hülfe fortseßen, daß all unser Gebeth und Werk von Dir jederzeit anfange, und, durch Dich angefangen, geendis get werde. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du herrscheft über die Le bendigen und die Todten, und Dich Aller erbarmest, welche Du aus den Glauben und den guten Werken für die Deinen erken= nest; wir bitten Dich demüthig, daß die, für welche wir uns vorgenommen haben, unser Gebeth auszugießen, die entweder noch in dieser Welt am Leben, oder davon abgeschieden sind, auf die Fürbitte aller Deiner Heiligen, nach Deiner Güte Verjeibung aller ihrer Sünden erlangen mögen, durch unsern Herrn mit Gebethen. Jefum Chriftum, Deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieet in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebeth für den Landesfürsten. O Gott! Du Beschüßer aller Reiche, und besonders des chriftlichen Kaiserthums; verleihe Deinem Diener, unserm Kais ser N., daß er Deine Macht, durch welche er sieget, erkenne und verehre; damit, weil er durch Deine Anordnung Landesfürst ge= worden ist, er auch durch Deinen Schuß allezeit mächtig sey. Durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebeth für das allgemeine Anliegen der ganzen Christenheit. Ullmächtiger, ewiger Gott! Herr, himmlischer Vater! siehe an mit den Augen Deiner grundlosen Barmherzigkeit unfern Jammer, Elend und Noth. Erbarme Dich über alle Christgläubige, für welche Dein eingeborner Sohn, unser Herr und Heiland Je-= sus Christus, in die Hände der Sünder williglich gekommen, und aud) sein kostbares Blut am Stamme des heiligen Kreuzes vers goffen hat. Durch diesen Herrn Jesum wende ab, gnädigster Bater! die wohlverdiente Strafe, gegenwärtige und zukünftige Gefährlichkeiten, schädliche Empörung, Kriegsrüstung, Theuerung, Krankheiten und betrübte armselige Zeiten. Erleuchte auch) und stärke in allem Guten geistliche und weltliche Obersten und Regenten; damit sie alles befördern, was zu Deiner göttlichen Ehre, ju unserm Heile, und um gemeinen Frieden und Wohlfahrt der Christenheit dienen mag. Berleihe uns, o Gott des Friedens! rechte Vereinigung im Glauben ohne Spaltung und Zertrennung. Bekehre unsere Herzen zu wahrer Buße und Besserung unseres Lebens. Zünde in uns an das Feuer Deiner Liebe. Gib uns einen Hunger und Eifer zu aller Gerechtigkeit, damit wir als gehorsame Kinder im Leben und Sterben Dir angenehm und wohlgefällig seyen. Wir bitten auch, wie Du willst, o Gott! daß wir bitten sollen, für unsere Freunde und Feinde, für Gesunde und Kranke, für alle betrübte und elende Christen, für Lebendige und Abgestorbene. Dir sey einmahl empfohlen, o Herr! all unfer Thun und Lassen, unser Handel und Wandel, unser Leben und Sterben. Laß uns nur Deine Gnade, hier genießen, und dort mit allen Auserwählten erlangen; daß wir in ewiger Freude und Sefigkeit Did) loben und Ehren mögen. Das verleihe uns, Herr, himmlischer Bater! durch Jesum Christum, Deinen lieben Sohn, unsern Herrn und Heiland, welcher mit Dir und dem heiligen Geiste, gleicher Gott, lebet und regieret in Ewigkeit. Amen.. Für die allgemeinen Bedürfnisse. Fünf Vater unser und fünf Ave Maria. uinumung von Vitaneyen Kriegsgebeth. O Gott! der Du die Kriege jernichteft, und die Feinde der jenigen, welche auf Dich vertrauen, mit Deinem mächtigen Schuße zerstreuest; komm Deinen Dienern zu Hülfe, die Deine Barmherzigkeit anflehen; damit die Wuth ihrer Feinde ersticket werde, und wir Dir unaufhörlich danken, und Dich preifen mör gen. Durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 2. Lauretanische Litaney zur Ehre der seligsten Jungfrau Maria. Herr, erbarme Dich unser!- Christe, erbarme Dich unser! -Herr, erbarme Dich unser!- Christe, höre uns!- Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser!- Gott Sohn Erlöser der Welt, erbarme Dich unser!- Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreyfaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, heilige Jungfrau aller Jungfrauen, der göttlichen Gnaden, - Du allerreinste Mutter, du allerkeuschefte Mutter, du ungeschwächte Mutter,- du unbefleckte Mutter, du liebliche Mutter, du wunderbarliche Mutter,- du Mutter des Schöpfers, du Mutter des Erlösers, du weifeite Jungfrau,- du ehrwürdige Jungfrau, du lobwürdige Jungfrau, du mächtige Jungfrau,- du gütige Jungfrau, du getreue Jungfrau,-du Spiegel der Gedu Siß der Weisheit, du Ursache unse. du geistliches Gefäß, du ehrwürdiges Ge fäß, du vortreffliches Gefäß der Andacht,- du geistliche Rose, du Thurm Davids, du elfenbeinener Thurm, du goldenes Haus, du Urche des Bundes, rechtigkeit, res Heils, du - du Heil der Krandu Trösterinn der Himmelspforte, du Morgenstern, ken, du Zuflucht der Sünder, Betrübten, du Hülfe der Christen, du Königinn der Engel, du Königinn der Patriarchen,- du Königinn der Propheten, du Königinn der Apostel,- du Königinn der Märtyrer,- du Königinn der Beichtiger, - du Königinn der Jungfrauen, du Königinn aller Heiligen, - - - - - - - - - - — 1 - Gottesgebärerinn, heilige Mutter Christi, Mutter - 1 - - - - bitt für uns! - Du Lamm Gottes, welches Du hinweg nimmst die Süns der der Welt, verschone unser, o Herr!- O Du Lamm Gottes, welches Du hinweg nimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! Du Lamm Gottes, welches Du hinweg nimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr! mit Severgen. Christe, bore uns! Christe, erhöre uns!- Herr, er. barme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser!- Herr, erbarme Dich unser! -- — Gegrüßest seyst Du Maria ic. Unter deinen Schuß und Schirm fliehen wir, heiligste Gottesgebärerinn! Verschmähe nicht unser Gebeth in unseren Nöthen, sondern erlöse uns jederzeit von aller Gefahr; o Du glorwürdige und gebenedeyte Jungfrau! unsere Frau! unsere Mittlerinn! unsere Fürsprecherinn! Versöhne uns mit deinem Sohne. Empfehle ans deinem Sohne. Stelle uns vor deinem Sohne. Bitt für uns, heiligste Gottesgebärerinn! daß wir würdig werder der Verheißungen Christi. Wir bitten Dich, o Herr! gieß Deine Gnaden aus in unfere Herzen, damit wir, die wir durch die Verkündigung des Engels die Menschwerdung Christi, Deines Sohnes, anerkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung gebracht werden, durch Christum unsern Herrn. Amen. - Bitt für uns, seligster Joseph!- daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Wir bitten Dich), o Herr! daß uns durch die Verdienste des Bräutigams Deiner heiligsten Gebärerinn geholfen werde; damit, was unser Vermögen nicht erhalten kann, durch seine Fürbitte uns geschenket werde; der Du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit ju Ewigkeit. Amen. Salve Regina. Gegrüßet seyst du, Königinn! Mutter der Barmherzigkeit, des Lebens Süßigkeit, und unsere Hoffnung sey gegrüßt! Zu dir schreyen wir elende Kinder Eva's; zu dir seufzen wir Traus ernde und Weinende in diesem Thal der Zähren. Eja, unsere Fürsprecherinn! wende deine barmherzigen Augen zu uns, und nach diesem Elende zeige uns Jesum, die gebenedente Frucht deines Leibes; o gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! Bitt für uns, o heilige Gottesgebärerinn!- daß wir würdig werden der Verheißungen Chrifti. Gebeth. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du den Leib und die Seele der heiligen Jungfrau und Mutter Maria zu einer würdigen Bohnung Deines Sohnes, durch Mitwirkung des heiligen Geiftes vorbereitet hast; gib, daß, die wir uns an ihrer Gedächtniß erfreuen, durch ihre milde Fürbitte von den bevorstehenden Uebeln und von dem ewigen Tode befreyet werden. Durch denselben Jefum Chriftum unsern Herrn. Amen. meting von Enameyen mit Severgen. Uebung der göttlichen Zugenden. Der Glaube. Ich glaube an dich, wahrer, dreyeiniger Gott, Vater, Sohn, und heiliger Geist, der du alles erschaffen hast, der du alles er hältst und regiereft, der du das Gute belohnest, und das Böse bestra fest. Ich glaube, daß der Sohn Gottes Mensch geworden ist, um uns durch seinen Tod am Kreuze zu erlösen, und daß der heilige Geiß durch seine Gnade uns heiliget. Ich glaube und bekenne alles, was Jesus Christus gelehret hat, was die Apostel geprediget haben, und was die heilige römisch katholische Kirche uns zu glauben vorstellet. Dieses alles glaube ich, weil du es, o Gott, geoffenbaret hast, der du die ewige Wahrheit, und unendliche Weisheit bist, welcher weder betrie gen, noch betrogen werden kann. Gott, vermehre meinen Glauben. Die Hoffnung. Ich hoffe und vertraue auf deine unendliche Güte und Barm herzigkeit, o Gott, daß du mir durch die unendlichen Verdienste deines eingebornen Sohnes Jesu Christi in diesem Leben die Erkenntniß wahre Reue und Verzeihung meiner Sünden ertheilen, nach dem Lode aber die ewige Seligkeit geben, und verleihen wirst, dich von Angesicht zu Angesicht zu sehen und zu lieben, und ohne Ende zu ge nießen. Ich hoffe auch von dir die nöthigen Mittel, alles dieses zu er langen. Ich hoffe es von dir, weil du es versprochen hast, der du all. mächtig, getreu, unendlich gütig und barmherzig bist. Gott, stärke meine Hoffnung. Die Liebe. O'mein Gott! Ich liebe dich aus meinem ganzen Herzen über alles, weil du das höchste Gut, weil du unendlich vollkommen, und aller Liebe würdig bist; auch darum liebe ich dich, weil du gegen mich und alle Geschöpfe höchst gütig bist. Ich wünsche von ganzem Her zen, daß ich dich eben so lieben möchte, wie dich deine treuesten Diener lieben und geliebet haben; mit deren Liebe vereinige ich meine unvoll. kommene Liebe, vermehre sie in mir, o gütigfter Herr, immer mehr unt mehr. Weil ich dich nun aufrichtig und innigst zu lieben wünsche, und es zu thun mich ernstlich) bestrebe, so ist es mir von Herzen leid, daß ich dich, mein höchstes Gut, welches ich über alles liebe, meinen Schöpfer Erlöser und Heiligmacher erzürnet babe; es schmerzet mich), daß ich gefündiget, daß ich dich, meinem besten Vater, meinen allmächtigen Herrn, und gerechten Richter beleidiget habe. Ich nehme mir ernstlich vor, alle Sünden fammt allen bösen Gelegenheiten zu meiden, die begangenen Miffetbaten mehr und mehr zu bereuer, die Bosheit der Sünde öfters zu betrachten, und niemahls wider deinen heiligsten Willen zu handeln; nimm mich wieder zu deinem Kinde auf, und gib mir die Gnade zur Erfüllung dieses meines Vorfaßes. Darum bitte ich dich durch die unendlichen Verdienste deines göttlichen Sohnes unsers Herrn und Erlösers Jesu Christi. Amen. Erster Abschnitt. Tägliche Andachten. Morgenandacht. Beym Erwachen. 8 segne mich mein Gott und Vater, und wasche und reinige mich mit dem Blute Jesus, und heilige mich durch die Gnade des heiligen Geistes. Amen. Beym Anziehen und Waschen. O Gott! dieß Kleid erinnert mich an das Kleid der Unschuld, mit dem unsere ersten Weltern vor ihrer großen Sünde bekleidet waren. Sie hatten ein köstliches Kleid des Frie dens, der Liebe Gottes und der Seligkeit. O barmherziger Gott! Du hast uns dieses reine Kleid der Unschuld, das unsere Stammältern im Paradiese schon verloren hatten, in deinem Sohne Jesus Christus wieder gebracht. Zieh es meiner Seele an, denn der irdische Leib ist es jetzt nicht werth; aber wenn die Auferweckungsstim me vom Himmel herab ertönnt, dann wirst Du ihn al nen unverweslichen, geistigen Leib, mit deiner Herrk bekleidet, aus dem Grabe hervor rufen, das glaube hoffe ich nach deinen Worten. Wie ich mich jetzt äußerlich mit Waffer wasche, also, lieber Gott! wasche Du mein Herz und meine Seele mit dem Blute des Lammes Jesus Christus, auf daß ich vor Dir rein sey, als dein Kind Dir wohlgefalle, und einen Ekel und Abschen bekomme an aller Falschheit, Unreinig 1 t e F E b d 2 K C I. Abschnitt. feit, Lüge, Hoffart, Geiz, Neid, Zorn, und an Allem, was Dir, o Gott! mißfällig ist. Faffe mich in deine Arme als dein liebes Kind, und gib mir deine Gnade, daß auch ich dich innig umfasse mit den Armen des Glaubens und der vertrauenden Liebe. O Gott! heiliger Geist! laß mich einhergehen und wandeln in deiner Kraft. Dein heiliger Engel, den Du mir zum Schußze gegeben hast, leite mich durch Jesus Chris stus unsern Herrn. Amen. Lieber Vater! ich lobe und preise Dich für diese Nacht, die Du mich haft überleben lassen, und danke Dir für diesen Tag, den mir deine Güte wieder geschenket hat. Laß das reshte göttliche Leben, das aus Dir ist, durch die Gnade des heiligen Geistes in mir neu werden, damit nicht ich lebe, sondern Christus in mir. Laß mich im Glaus ben des Sohnes Gottes stets erneuert werden, damit ich als eine Pflanze der Gerechtigkeit grüne, blühe, und lebendige Früchte trage, die Dir wohlgefällig, und meinem Nächsten nüglich und heilsam sind. Ich übergebe mich Dir auf's Neue, mein Vater! mache mir, was Dir wohlgefällt; reinige, heilige und bewah, daß ich ein rechtschaffener Christ werde, und ein Mitglied der heiligen Kirche Gottes, über wele nd Barmherzigkeit waltet. Ich begehre keine , als deine Kindschaft; keinen andern als die Gerechtigkeit Jefu Chrifti; Wonne und Lust, als die gnadenreiche Auch für ng des heiligen Geistes. jes wirst Du sorgen. Denn Du haft gesagt: h nicht als Waise lassen, noch versäumen. nd standhaft will ich aber auch mit deiner väfere mitwirken. Von ganzem Herzen will ich den als den Anfang aller Lafter verabscheuen und flies und aus Liebe zu Dir will ich die Arbeiten und rrichten, die Du mir heute anweiseft; und wenn Berzagtheit oder Unzufriedenheit mit meinent ne Seele beunruhigen sollte, so will ich mit kindli ng zu Dir, o himmlischer Vater! aufblicken, mei nit dem Deinigen vereinigen, alle Mühe und Ar 2 Tägliche Andachten. beit Dir aufopfern, und mich auf den großen Feyerabend freuen, an welchem ich in die Freude des Herrn eingehen werde, wenn ich als ein guter und getreuer Knecht mit den empfangenen Talenten und Kräften Haus gehalten habe. 3 Deine Barmherzigkeit breite sich aus über alle menschen, und deine Güte über alle deine Geschöpfe. Sey Du felbst eine ewige Vergeltung allen denen, die mir Liebe bes weisen. Meine Beleidiger sich mit erbarmenden Augen an, und vergib ihnen, gleich wie ich ihnen von Herzen vergebe. Alle meine Verwandten lege ich in deine Bater- Urme. Alle Vorsteher der heiligen katholischen Kirche, alle Obrigkeiten und Unterthanen empfehle ich Dir, mein Gott! Ach, sich an den elenden Zustand in allen Ständen; mache Dich auf, und hilf uns, daß deine Ehre gerettet werde, und das gottlose Wesen ein Ende nehme. Hilf den Armen und Elenden, die zu Dir schreyen..- Gib den Verstorbenen die ewige Ruhe, und laß ihnen leuchten das ewige Licht, welches ist Jesus Christus unser Gott und Heiland. Amen. Wenn du die Kammer verlasseft, um an dein Tagwerk zu gehen, so nimm Weihwasser, und bethe: Himmlischer Vater! t, ich bezeichne meine Stirn mit dem heiligen Kreuze, zum Zeichen, daß ich Dir alle meine Gedanken übergebe. Schenk' mir einen lebendigen Glauben. Olieber Heiland, Jesus Christus!+ ich bezeichne meinen Mund mit dem heiligen Kreuze, zum Zeichen, daß ich Dir meine Zunge übergebe, damit sie bewahret werde vor allen sündhaften Reden. Schenk' mir allzeit freudige Hoffnung. O Gott, heiliger Geist!+ ich bezeichne mein Herz mit dem heiligen Kreuze, zum Zeichen, daß ich Dir alle meine, Begierden, Wünsche und Neigungen übergebe. Schenke mir deine göttliche Liebe. Heilige Maria, Mutter Gottes, und ihr Engel und Heilige alle, bittet für mich armen Sünder jetzt und in der Stunde meines Absterbens! Amen. Wenn man die Stunde schlagen hört. Jeßt und in meiner Todesstunde segne und behüthe mich der allmächtige Gott, der+ Bater, und der Sohn und & der+ heilige Geist. Amen. 1* I e t 8 t e f 1. Aschnitt. Gemeinschaftliches Morgengebeth einer gottesfürchtigen Familie. Im Nahmen Gottes des Vaterst, der uns erschaffen; des Sohnes †, der uns erlöset; und des heiligen Geiſtes †, der uns geheiliget hat, wollen wir diesen Tag anfangen. Wir fallen jetzt nieder auf unsere Knie, und bethen Dich an, Du großer allmächtiger Gott, Schöpfer und Herr des Himmels und der Erde! Dein Geschenk ist der heutige Tag, den Du uns wieder gesund haft erleben lassen. Du hast durch den Schlaf unsere müden Glieder gestärkt, und uns neue Kräfte zu deinem Dienste verlichen. Mancherley Unglücksfälle hätten uns während der Nacht treffen können, wenn sie deine Güte nicht so gnädiglich abgewendet hätte. Dafür danken wir Dir von ganzem Herzen, und preisen deine Güte, die sich mit jedem Tage an uns erneuert. Amen. Vater unser 20 Vorsatz. Du hast uns zu deinem Dienste erschaffen, und deinen heiligen Willen uns geoffenbaret. Wir wollen Dir heute mit allem Eifer dienen, und deinen heiligen Wil len recht fleißig befolgen. Wir wollen sorgfältig Acht haben, daß wir nichts denken, nichts reden, nichts thun oder zulassen, was Dir mißfallen, und Dich beleidigen könnte. Den Gelegenheiten zur Sünde wollen wir, so viel es mögist, ausweichen, und den Versuchungen herzhaft mit er Gnade widerstehen. 4 Du, o Allgegenwärtiger! bist unsichtbarer Weise all bey uns. Du kennst unser ganzes Thun; auch eimsten Gedanken und Wünsche unsers Herzens sind enbar. Laß uns, o Gott! dieses nie vergessen, das durch diesen Gedanken an deine unsichtbare Gegen dem Bösen bewahrt, und zum Guten kräftig er rt werden. h dein allerheiligstes Beyspiel, mit welchem Du geleuchtet hast, o göttlicher Erlöser! und die Liebe, Du Dich am Kreuze für uns fündige Menschen fert haft, schwebe uns stets vor Augen, und sey die nur unsers Lebens. Amen. Vater unfer zc. itte. Wir bitten Dich, o liebreicher Bater! nimm ich heute wieder in deinen göttlichen Schuß auf, segne Arbeit, gib uns den nothdürftigen Unterhalt, und Lugliche Andachten. wende Schaden und Unglück gnädig von uns ab. Solltest Du aber nach deiner unerforschlichen Weisheit es für gut finden, uns mit Unglück und Leiden heimzusuchen, so ge= schehe dein Wille! Wir bitten Dich nur um die Gnade zur Geduld, daß wir standhaft ohne Murren aushalten, unser Vertrauen auf Dich nicht verlieren, sondern durch Leiden gebessert, noch inniger mit Dir vereinigt, und der ewigen Seligkeit würdig werden. Vor allem aber bitten wir Dich um deinen heiligen Geist, der uns zu allem Guten erleuchte, zum Kampfe gegen die Sünde stärke, im Unglücke trőste, und das Feuer der göttlichen Liebe in unsern Herzen entzünde. Amen. Vater unser. ic.. Heilige Maria, Mutter Gottes! Heiliger Schußengel und ihr auserwählten Freunde Gottes! Bittet für uns bey Gott, daß wir euch hier im Leben treulich nachfolgen, und einst dort im Himmel eurer Seligkeit theilhaftig werden. Amen. In deinem Nahmen, o Herr! gehen wir jetzt zur Arbeit, wohin uns dein Wille ruft. Uus Gehorsam und aus Liebe zu Dir wollen wir sie mit allem Fleiß und mit aller nur möglichen Geduld verrichten, und deine unsichtbare Gegenwart stets vor Augen haben. Wir opfern die auf all unser Thun und Lassen, unsere Worte und Werke, Schritte und Tritte. Alle bethen zusammen: Also soll geschehen, o mein Gott und Herr! Dir zu Lieb und zu deiner Ehre. Ehre sey Gott dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste! wie sie war im Anfang, jeßt und allzeit, und in Ewigkeit! Amen. Tägliche Hingabe an den dreyeinigen Gott. ( Nach dem beil. Augustin.) Herr! mein Gott! mein Herz, meine ganze Seele fehnet sich nach Dir, und suchet Dich; denn du hast uns für Dich geschaffen, und unser Herz ist unruhig, bis es Ruhe findet in Dir. Su Dir allein ist Friede und Freude, Leben und Seligkeit. Gib mir heute die Guade, daß ich dich suche, finde und liebe, aus eb zu Dir meine Sündenschuld abtrage, und die verziehene nic wieder erneuere. Herr! mein Gott! erwecke in meinem Herzen die Genija der Neue! gib meinem Geiste Zerknirschung; fcß meine Augen d [ 1. Abschnitt. wie eine Quelle von Thränen überfließen, und meine Hände zu guten Werken sich öffnen. Mein Regierer! lösche in mir aus die Gelüste des Fleisches, und entzünde das Feuer deiner Liebe. Mein Erlöser! nimm von mir den Geist des Stol zes, und verleih mir gnädig den Schaß deiner Demuth. Mein Heilig macher! nimm von mir die beftigen Begierden zum Zorn, und gib mir in deiner Liebe den Schild der Duldfamkeit, und den süßen Frieden eines sanften Geistes, Verleih mir, gütigster Bater! einen unerschütterlichen Glauben, eine zuversichtliche Hoffnung, und eine unwandelbare Liebe. Wende ab von mir alles Eitle, die Unbeständigkeit des Gemüthes, die Zer= streuungen des Herzens, die unbedachtsame Geschwäßigkeit des Mundes, und das lasterhafte Schmähen und Verleumden meines Mitmenschen. Wende ab, o mein weisefter Regierer! das Herumschweifen meiner Augen, die eitle Neugierde, Rechthabe: rey, Ehrsucht, und das Gift der Schmeicheley; wende ab von mir die unmäßige Begierde nach Reichthum, allen Geiz, und jegliche Ungerechtigkeit. O, mein Erschaffer! nimm jede unbedachtsame Leichtfertig keit von mir, allen Starrsinn, und alles ruhestörende Betragen, nimm von mir Müßiggang, Schläfrigkeit, Trägheit, Blödigkeit des Gemüthes, Blindheit des Herzens, Eigensinn des Kopfes, und Rohheit des Betragens. O mein Erschaffer! nimm von mir allen Ungehorsam zum Guten, stolze Selbstklugheit, Zügellosigkeit der Zunge, Hintergehung der Armen, Unterdrückung der Schwachen, Anschwärzung der Unschuldigen, Vernachlässigung der Untergebenen Härte gegen Hausgenoffen, Lieblofigkeit gegen Freunde, und Hartherzigkeit gegen den Nächsten. O mein Gott! mein Erbarmer! durch deinen geliebten Sohn bitte ich dich: laß mich die Werke der Barmherzigkeit und der Gottseligkeit ausüben, und Mitleid haben mit den Bedrängten, die Irrenden belehren, den Hülflosen beystehen, den Armen auf= helfen, die Weinenden trösten, meinen Schuldnern nachlassen, Beleidigungen verzeihen, meine Feinde lieben, Böses mit Gutem vergelten, Niemand verachten, sondern Jedermann ehren, nachahmen den Guten, und wider die Bösen auf der Huth seyn, h jeder Tugend streben, und das Böse verabscheuen und entin Widerwärtigkeiten laß mich geduldig, und im Glücke feyn; über den Mund und über jedes Wort, das über kommt, wachen; alles Irdische unter die Füße trenach dem Himmlischen dürsten, durch Jesus Chris Serrn. Amen. Geistreiche Anmuthungen zu Jesus Christus auf alle Tage im Monathe. ( Aus den Schriften der Heiligen und gottseliger Seelen.) 0 r r e d e. Aus dem Briefe des heil. Up. Paulus an die Philipp. II. 5. 5. 11. V. Seyd Alle so gesinnt, wie es Christus Jesus war! Obschon Er in der Gestalt Gottes( Gott gleich) war, so erniedrigte Er sid) doch selbst, nahm die Gestalt eines Knechytes an, ward den Menschen ähnlich, und dem äußerlichen nach wie ein Mensch befunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward bis zum Tode ge= horsam, und zwar bis zum Tode am Kreuze. Darum erhöhte Ihn auch Gott, und gab Ihm einen Nahmen, der über alle Nahmen erhaben ist, daß sich alle Knie im Himmel, auf Erden, und unter der Erde im Nahmen Jesus beugen, und jede Zunge bekenne, daß Jesus Christus der Herr sey, in der Herrlichkeit des Vaters. 1. Nur dein Angesicht zeige mir, o Jesus! und mir wird alles Heil; nur mit deiner Nähe erfreue mich immer; dann sind meine besten Wünsche erfüllt. Komm, ach Du lieblicher Friedensfürst!- komm herab in mein Herz, und nimm Herberge in demselben; denn Du bist der ewig neue Gegenstand meiner Liebe, meines Suchens, und all' meiner Sehnsucht. Nach Dir durfte ich, nach Dir seufzet und schmachtet mein ganzes Wesen. S. Anselm. 1 2. Es gibt keine größere Beseligung, als mit Dir, o Jesus! seyn, und Dir anhangen, und Dich suchen, der du Dich so gern finden läßt.- In Dir haben wir alles. Drückt mich die Last der Sünden, so bist Du- der Gerechte zugleich mein Erbarmer und Versöhner. Bin ich hilfsbedürftig, so bist Du meine Zuflucht. Schaudert mir vor der Finsterniß dieses Lebens, so finde ich in Dir den ebenen und sichern Weg dahin. Quält mich der Hunger, so sättigest Du mich mit dem Brote des Lebens. Macht mir Todesfurcht bange, so bist Du meine Stärte und mein Leben, Regt sich schmerzliche Sehnsucht nach der Heimath dort Oben in meiner ermudeten Seele, so finde ich in Dir den ebenen und sichern Weg bahin. S. Ambros. 3. Wer Dich in sein Innerstes aufnimmt, der genießt die höchsten Bergnügen und die erhabensten Freuden; denn wo Du wohnest, da ist Leben und Seligkeit. Darum bitte ich Dich, o Jesus! laß mir nichts ließlich, nichts wohlgefällig feyn ohne Dich, nichts koftbar, nichts reizend ohne Dich). Was Dix juris der ist, laß mich haffen, und was Dir gefällt, darnach la mich unaufhörlich verlangen. Du, der Eine, bist mein Glaube, meine Zuversicht, meine Liebe, mein Alles, S. Ambrosius et Augustinus. - A K 1 ******* 1. Avsiymit. Gettretche anmurhungen 4. Willst Du o Jesus! in deinen Acker in mein Herzguten Samen aussäen, so muß die Hand deiner Liebe erst die Dörner meiner Sünden ausrotten. Umhülle daher mein süne denvolles Leben mit deinen Verdiensten. Laß mein Leben mit dem deinigen vereiniget seyn, damit dadurch alles Unreine in mir rein, und alles Unvollkommene, vollkommen werde. Mache mich durch deine Liebe von aller Eigenliebe frey. Sey Du mein Denken und Trachten- Du meine einzige Freude und Seligkeit. In Dir, o Jesus! laß mich leben und wirken, leiden und sterben. Deine Liebe reinige, heilige und vereinige mid) mit Dir. Schreib das heilige» Bergiß mein nichts mit unaustilgbaren Zügen in mein Herz, damit kein fleischlicher, kein unedler Gedanke mich entweihe, und jede Bewegung des Geistes, jede Anmuthung des Herzens nur Dich zum Gegenstande habe, Du allerliebenswürdigstes Gut, mein Gott, mein Herr! S. Ambrosius. - - 5. Wenn id) manches Mahl glaube, in der Tugend fest zu stehen, so sinke ich schnell wieder in Sünden und Vergebungen herab. Was kann, was soll ich) thun? Wohin soll ich- ich Sünder, ich Gefangener von der Sünde mich wenden?- Wer wird mich befreyen von diesem Todesleibe?- Nur Deine Gnade, o Jesus!- Sey mir also nahe, o Du treuer Hirt meiner Seele! und erfreue mich) mit deiner Gegenwart. Vers leih mir die göttliche Waffenrüstung! die Lanze sey dein Wort, das Schwert der Glaube, der Harnisch die Liebe, der Schild die Geduld. Und so bring mich an der Hand der Demuth immer vorwärts auf der Tugendbahn, und laß mich nie zurück gehen. Den Tag über sey Du mein Augenmerk; fey mein Gefühl im Schlafe; zu Dir bethe oft mein Geist, und eine Unterredung mit Dir sey mein schönster Feyerabend. S. Anselm.- S. Brigitta. - 1 6. Ich bitte Dich, Du meine Hoffnung! bey all de'ner Liebe, vergib mir meine Missethaten; und durch deinen heil. Nahmen laß mich gern deine Gebothe hören. Meine volle Zuversicht und meine ganze Hoffnung ruht auf deinem kostbaren Blute, o mein Erlöser! das Du um unsers Heiles willen vergoffen hast. Du bist das wahre unbefleckte Lamm, das die Sünden der Welt hinwegnimmt. Du hast durch dein Sterben unsern Tod zerstört, und durch deine Auferstehung uns das Leben wieder gebracht. Ich danke mit Herz und Mund und aus allen Kräften deiner unendlichen Barmherzigkeit, mit der Du uns in der Sünde Verlorne erlöset und selig gemacht hast. S. Augustinus. 7. O Jesus! unsere Erlösung, Liebe und unser Verlangen! Komm in meine Seele; bereite sie nach deinem Wohlgefallen, und reinige sie von aller Makel, Heilige mich durch und durch, und erfülle mein Herz mit deiner unaussprechlichen Liebe und der immerwährenden Erinnerung an Dich, daß ich Dich ent zu Jesus Christus. 9 gegen liebe, und im Verlangen nach Dir ablege die Last aller fleischlichen Begierden, und die so schwere Bürde irdischer Gelüste, die meine arme Seele anfechten und niederdrücken, damit ich frey werde, und laufe, und nicht ermüde, bis ich zur sättigenden Anschauung deiner Schönheit gelange. S. Augustin. 8. Wie so wunderbarlich ist die Süßigkeit deiner Gegenliebe, die Du denen zu genießen gibst, die außer Dir nichts lieben, nichts suchen, nichts wünschen. Es wäre mir besser, gar nicht zu seyn, als ohne Jesus. Beffer nicht zu leben, als seyn ohne das wahre Leben. Gütigster Jesus! verfahr mit mir armen Sünder nicht nach deiner Gerechtigkeit, sondern sey gegen dein Geschöpf deiner Güte eingedenk! Jesus! was bist Du anders, als der Seligmacher? Darum komm mir zu Hülfe, und sprich zu meiner Seele:» 3d) bin dein Heila- S. Augustin. 9. Liebster Jesus! wasch meine Seele in deinem kostbaren Blute rein von aller Sünde. Tilge alle meine Misfethaten.- O du Reinster, Heiligster! Alles, was Dir an meiner Seele noch mißfällt, zerstöre das alles in mir. Mein einziger und erster Wunsch ist der,- Dir zu gefallen, und Dich zu lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und aus allen Kräften. Schmücke mich mit den Verdiensten und Tugenden deiner heiligen Menschheit. Gib meiner Seele Ruhe und Himmelsheiterkeit. Wecke in mir die Inbrunst reiner Liebe. O laß Himmelsluft in meine Teele wehen; dann schmilzt in mir das Eis, und die Segnungen deiner Gnade erfüllen mein Herz. Blosius. 1 - 10. Jesus, meine Freude! Du bist das ewige Licht, die unendlich glänzende Schönheit. Erleuchte meine Seele, erhelle sie in Dir. Laß mich) froh werden in deinem Lichte; nac) Dir lechzet meine Seele; nie sollen mich) umfassen des Todes Finsternisse. Herr! sieh, mein Innerstes verlangt nach deiner Liebe; bilf meiner Schwäche, und laß mich die lebendige Kraft deiner Liebe ers fahren. Du bist meiner Seele Leben, Ehre, Trost und einziges Gut! Mac mich gänzlich zerfließen in heiliger Liebe, damit ich ein Dir angenehmes Opfer, und deines Wohlgefallens Gegenstand werde.- Blosius. 11. Mein Herr! Dir sey alle Anbethung, Ehre und Ruhm und alle Berherrlichung. Du bist die Zierde und Freude der Himmel. Dir übergebe ich mich ganz. Du bist meine Zuversicht. Dir opfere ich mich ganz auf: Du bist meiner Hoffnung Fels. Du bist mein einziges Heil. Ich lege mich ganz in die Arme deiner Liebe; erleuchte, leite und besige mich ganz.- Blosius. 12. Herr! deine Vaterliebe höre deines Kindes Flehen. Um Liebe zu Dir flehe ich nur, damit mein ganzes Leben ein Leb gesang( deiner Erbarmungen) werde.- Jesus, Kraft Gottes, Grundfeste der Ewigkeit! wer Dich liebt, besieget den Tod. O belebe mich mit deinem Geiste, befestige mich in der Vereinigung mit Dir. Du selbst hast gesagt, Du feyest gekommen, Feuer zu 11 b I. Abschnitt. Geistreiche Anmuthungen. senden, und es sey dein einziger Wunsch, daß es gewaltig entbrenne; nun sieh da mein Herz, entzünde es mit diesem Feuer, Blosius. damit ich Dich liebe und lobe aus ganzer Seele 13. Herr! laß mich nirgends Rube, nirgends Freude, nirgends Trost suchen- als nur in Dir. Gib mir die Gnade. überall und allezeit vor deinem Angesichte zu wandeln, und Dich im Herzen, im Munde und Auge zu haben; damit die unheilige Liebe nie ein Pläßchen in mir findet. Ja, Dich liebe ich, und fühle nun keine andere Lust mehr, als Dich zu lieben, und immer mehr zu lieben. O schenke mir eine solche Kraft der Liebe, die mich zu deinem Ebenbilde, und zu einem Dir angenehmen Brandopfer auf ewig mache.- Blosius. 14. Wo mein Schaß ist, dort muß auch mein Herz seyn. Mein Schaß bist Du, liebenswürdigster Jesus! mir theurer als alle Geschöpfe; und Du sißest zur Rechten des Vaters; für mich wurdest Du Mensch, und für mich Mitherrscher mit dem Bater. Du gabst mir das Beyspiel auf Erden, und harrest meis ner im Himmel als mein Lohn. Auf Dich sind meine Augen, und nach Dir alle meine Schritte gerichtet. Zieh mich nach Dir, damit ich eifrig anfange, nach Dir zu laufen. Ich bedarf des mächtigen Zuges deiner Gnade; denn mein irdischer Mensch zieht mid) immer zur Erde nieder, und ohne diese göttliche Hülfe kann ich nicht weiter kommen, ja nicht einmahl einen Schritt vorwärts machen- Th. v. Kempis. 15. Du eine wahre Lebensfonne für Alle, die irren und suchen! Strahle mir immer, kehre mit deinem holden Lich te in meiner Hütte ein, bis mir im himmlischen Jerusalem der ewige Tag aufleuchtet... Das schwache Andenken an Dich gibt mir jetzt schon so großen Trost, o welche Seligkeit wird mir erst deine herrliche Gegenwart geben!- 10 - - Wie gern ich bey Dir wäre, das weißt Du, o Jesus!- Allein ich will geduldig warten, und all' mein Verlangen in deine Hand legen, Willst du meine Wanderschaft verlängern, so will ich unter deinem göttlichen Beystande noch länger hiernieden kämpfen und harren; damit ich es aber williger thue, will ich stets gen Himmel schauen, wo mein Vaterland ist, und Friede, Freude und feliges Leben in Ewigkeit.- Th. v. Kempis. 16. Ohne Licht kann ich freplich nicht sehen; wenn ich aber mit verschloffenen Augen, am hellen Mittage nicht sehe, so ist es, wahrlich meine Schuld, und nicht etwa der Fehler von der Sonne, deren helles Licht alles beleuchtet. Den Weg des Heils hast Du uns gezeigt, Jesus Christus! Was für einen Weg? Den Weg der Unschuld, der Herzensreinheit, Keuschheit, Demuth, Liebe, Heiligkeit. Da kommt man in's ewige Leben. 17. Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben; deiner Lehre muß man also glauben, Dir nachfolgen in Liebe, und in froher Hoffnung auf diesem Wege dem ewigen Leben entgegen zu Jesus Christus. gehen. Dir wollen wir nachfolgen o Du ewiges Licht!- und nie den Tag vergessen, den unsere Väter wandelten; sie waren weise, heilige Männer, deren Nahmen aufgeschrieben sind im Buche des Lebens. Thomas von Villa nova. 18. Jesus! Du liebevollster Heiland Aller, die an Dich glauben, und sich von Dir wollen heilen lassen! Du hast uns ohne Maß geliebt, auch wir follen Dich ohne Maß entgegen lieben. Du hingst für uns am Kreuze, war das nicht eine unermeßliche Liebe? Du Allerunschuldigster starbst für Schuldige den schmachvollsten Tod der Verbrecher am Kreuze, war das nicht eine unermeßliche Liebe? Allein was mein ist, liebe ich; Du, o ewige Liebe bist mein, und ich sollte Did) von meiner Liebe ausschließen?- Du bist mehr, als Alles, mein, und ich wollte Dich am wenigsten lieben?- du unendliche Liebe! O lehre mich lieben. Thomas von Villa nova. - 19. Erhebe mich zu Dir, daß mich die Sehnsucht nach Dir auf die Eitelkeiten der Welt ganz vergessen mache.- Dem Men= schen, der in deiner Gerechtigkeit lebt, ist so himmlisch wohl; dem aber, der die eitle Welt und das Fleischliche lieb hat, laffen Angst und Verwirrung nimmer wohl werden. Dauernde Ruhe findet das Menschenherz nur bey Dir. Wer mit Dir sich vereiniget, der wandelt in der Freude seines Herrn. O so beflügle meinen Geist, daß er empor fliege wie ein Adler, ohne müde zu werden; immer aufwärts, bis er gelange zu der Herrlichkeit deines Hauses. S. Anselm. 20. Mein Herz ist gleich einem wogenden Meere, nur in Dir, o Friedengeber! findet es Ruhe. Wenn mir die Gorgen wegen der zeitlichen Dinge beiß machen, so flich meine Seele unter den Schatten deiner Flügel, und wenn sie da der göttlichen Kühlung genießt, so singe sie freudig:» In diesem Frieden will ich schlafen und ruhen für und für!<< Für mich gibt es keine rechte Annehmlichkeit, als das» bey Dir seyn.« To lange ich fern von Dir seyn muß, fühle ich der Sehnsucht Schmerz. 21. Quelle der Liebe! liebe Du meine Geliebten. Rühre ihre Herzen, daß sie Dich über Alles lieben, und nur das wollen, was Dir gefällt, und was Du zu ihrem Besten leiten willst. Nimm, o Du treuer Hirt! die Meinigen in deinen Schuß, und füh re fie auf rechter Bahn, damit sie hinkommen, wo sie mit mir, und ich mit ihnen, uns freuen der Herrlichkeit, die ewig dauert. Du versöhnende Liebe am Kreuze! gib meinen Feinden alles das, was ich ihnen nach deiner Lehre und nach deinem Beyspiele wünschen soll. Ewiges Licht! erleuchte ihre Blindheit; nimm ihnen den Irrthum, ewige Wahrheit! belebe ihre Seelen, Du ewiges Leben!- S. Anselm. -10 - - - — - 1 11 22. Leite, o göttliches Licht! meine Schritte im dunklen Thale dieses Pilgerlebens zum heiligen Ziele, und verleih, daß ich zum Angesichte deiner Herrlichkeit gelange. Dein Kreuz und E d 2 I C 1. Abschnitt. Geistreiche Anmuthungen Tod seyen mir der höchste Troft, o Christus! Erlöser der Welt und König der Herrlichkeit! Berleih mir den Geist des Gehors sams, der Ehrerbiethung und Zuversicht, damit ich in allen meinen Nöthen und Gefahren zu Dir, wie ein Kind zu seinem Vater fliehe. Sey Du allein mein Friede, meine Freude und mein Trost. Bleib Du in mir, und zieh mich nach Dir, damit ich mich niemahls von deiner Gnade trenne, sondern Eins mit Dir in heiliger Liebe Dir allzeit anhange, der Du uns der Weg, die Wahrheit und das Leben bist, in welchem allein unser Heil ist, und unsere Auferstehung. Umen, Petr. Canisius. 12 mein 23. Ach wie konnte ich weichen von Dir, o Jesus höchstes Gut! Wie konnte ich wohnen im Elende ferne von Dir? Sieb, ganz elend und stockblind bin ich ohne Dich, Jesus erbarme Dich meiner. Ich bin eine unfruchtbare, dürre Erde, schaffe Du mich zum fruchtbaren und Wafferreichen Lande um. Die Kräfte meiner Seele sind gebrochen und verdorben; ergänze und heile Du sie, mein Jesus! durch die Kräfte deiner heiligsten Seele. Nur zwey Gnaden verlange ich von Dir- vollkommenen Haß gegen meine böse Begierlichkeit, und volls kommene Liebe gegen Dich. - - - 24. O holder Jesus! Du meine Hoffnung und meine Zuflucht, Du meine Liebe! Du bist meines Herzens Wonne, und das Leben meiner Seele. Wann doch lebt nichts mehr in mir, als dein Bille und Du? Wann doch bin ich ganz Liebesflamme, ganz wie verschmolzen in Dich? O hätte ich doch niemahls die Wirkungen deiner Gnade in mir gehemmt! Wo wäre ich jest, hätte ich deinem äußern und innern Rufe allemahl ge= folgt? Blosius. - - - - 25. Immer wie Du willst, nicht wie ich will! Sollte es Dir gefallen, so will ich mit Dir in Armuth und Leiden leben! Ich will gern der Mindeste unter deinen Kindern seyn! Wegen meiner Sünden will ich mich unter alle Creaturen verdemüthigen. Alle Menschen will ich mir vorziehen; um Deinetwillen Allen dienen. Meinen Feinden schenke ichy- aus Liebe zu Dir meine Liebe, und meinen Verfolgern mein Herz. Keine Eitelkeit, kein Bergnügen- das nicht aus Dir ist, ver lange ich, keinen Eigenwillen, keine Sinnenlust!- Alles, was nicht Du bist, und was mich zu Dir nicht führet, verlaffe und verschmähe ich ganz. Du bist mein Einziges ewiglich)! Und fieh! da hast Du mich ganz! Sieh, ich bin bereit, um deiner Ehre willen zu dulden alle Unbild, allen Schimpf, alle Verachtung, allen Spott, alle Trübsal, allen Schmerz.- Blosius. 26. Herr! es ist schon Erquickung für mich, wenn ich an die Geligkeit denke, die ich durch deine Gnade dort Oben zu genießen hoffe. Ach wie spät lebet meine Liebe für Dich auf! ach für Dich), der Du mit ewiger Liebe mich liebtest, und fo frühe zu Dir locktest! Halt mich fest durch Furcht, feßle - zu Jesus Christus. 13 mich durch Liebe an Dich, und besänftige mich durch deinen Frieden. Ich bitte Dich, laß mir wieder geben das Kleid der Liebe, den Ring des eifervollen Glaubens, und meinen Füs ßen anziehen die Schuhe der Hoffnung, die mich erhebe und bes festige. Mein Herz werde ganz Eins mit Dir! Ich will nichts wissen, nichts lieben, nichts begehren, als nur Dich, Je= sus Christus, und zwar den Gekreuzigten. S. Theresia. 27. Jesus! du bist das rechte Leben unserer Herzen. Wer Dir, mein Heiland! nicht leben will, ist des Todes schuldig- ist schon wirklich todt. Wer für Dich keinen Sinn hat, ist- unsinnig. Wie die Seele das Leben des Leibes ist, so, bist Du das Leben der Seele. Durch dein heiliges Geboth der Liebe hast Du uns zwey Flügel gegeben; der rechte Flügel ist- Liebe Gottes, der linke Liebe des Nächsten; nur mit Einem von diesen zwey Flügeln kann Niemand in den Himmel fliegen. Liebvollster Gott! verleih mir die Gnade, daß ich nur liebe, was Dich ergeßt, den Versuchungen männlich) widerstehe, und deiner Nähe mich freue. Gib mir Licht in die Seele, damit idy das Gute recht erkenne, und erfülle mich ganz mit Kraft von Oben, damit ich das Erkannte vollbringe, und im Vollbringen S. Bernardus. nimmer ermüde alle Tage meines Lebens. 28. O Du, der Du alle unterstüßest, die ihre Zuversicht auf Dich gründen und bauen, verlaß mich nicht; deine Gnade herrsche in mir. Du ludst mich zu Dir ein, hilf mir doch vors wärts. Mein Gott! ich flehe zu Dir, gib mir Erkenntniß Deis ner, und Liebe zu Dir, und Freude an Dir. Wer an Dich glaubt, der geht zu Dir, der hat Dich. Und Dich haben, heißt das ewige Leben haben. Du sprachst: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Damit willst Du mir sagen: Willst du wandeln? Ich bin der Weg. Willst Du nicht irren?- 3ch bin die Wahrheit. Willst Du nicht sterben? Ich bin das Leben. Du bist uns der Weg geworden, und wir sollten zweifeln, an das Ziel zu kommen? S. Anselm.- S. Augustin. 29. Erbarme Dich meiner; denn Du hast Dich für alle ver blutet! Laß deine Braut, die katholische Kirche, in ihren Bea drängnissen Gnade vor deinem Angesichte finden. Ach der elenden Sünder! führe Du sie zu Dir zurück. Die Irrgläubigen rufe zurück in den Schooß deiner Kirche, ihrer Mutter, die sie verließen, und noch mißkennen und lästern. So viele schmachten noch in Finsterniß, wissen nichts von Dir; holde Sonne, geh' auch über ihnen auf!-So viele Elende jammern, o Herr! erhöre sie!- Jesus! dein Blut sey aud) mein Bittopfer für Alle! Möchten dochy Alle Dich kennen, Alle Erlöser Dich nennen, immer Dich suchen mit inniger Liebe, immer Dir flammen voll heiliger Triebe. Blosius. 30. Mache mich zum Kinde, zu deinem Lieblinge mein Leben lang. Mache mein Herz unfähig, sich stolz zu erheben. Beuge - - - 1 — - 8 14 I. Abschnitt. Andacht zu Jesus Christus. mein Innerstes nieder, damit ich auf meinem Wege nicht irre und sicher zu Dir hinkomme. Lächelt das Glück mich an, leite Du mich); drückt Trübsal mich nieder, richte Du mich auf; habe ich) Freude, bewache mich; habe ich Traurigkeit, tröste mich! Dich fürchte meine Seele, und scheue sich vor Günde, wie vor Schlangenbiß: Nichts ewiglich nichts müsse mir lieber seyn, als Du! Blosius. - 31. Was wäre mir des Himmels Herrlichkeit, liebte mich der Eine nicht!- Ohne Ihn ist finster, selbst das Licht, und selbst die Freude Traurigkeit. Ja, ohne Ihn starrt das Paradies, wie eine Mitternacht voll Finsterniß. Werd' id) mandmahl mü de auf meinem Tugendpfade, so erquickt mich deine Gnademich unterstüßt dein Friede. All' mein Leben bist Du; ohne Dich nur Tod. Meine Nahrung bist Du; ohne Dich nur Noth. Meine Freude bist Du; ohne Dich nur Leid. Meine Ruhe bist Du; ohne Dich nur Streit. Gelobt feyst Du, Jesus Christus! Dir sey Dank, Ehre, Ruhm und Macht in Ewigkeit. Amen. Hedlog giver - - Christliche Stundenuhr. besonders für arbeitsame Leute, damit sie unter ihren Geschäften gottselige Gedanken fassen, und ihre Arbeit verdienstlich für den Himmel machen können. 1 I. U hr. 1 Die Uhr hat Eins geschlagen- und mir Gottes Einheit verkundet. Es ist also Ein Gott, Ein Herr, Ein Schöpfer.- Himmel und Erde, und alle Geschöpfe rufen uns zu: Er hat uns gemacht, nicht wir selbst haben uns hervorgebracht; alle vers künden uns seine Allmacht, Weisheit und Güte. Diefen Gott, - allein dienen.. meinen Herrn, soll ich anbethen, und ihm Das ist mein erstes, mein größtes, mein wichtigstes Geschäft auf Erden: das ist das einzig Nothwendige, wovon Alles abe hängt. Gott dienen, macht meine ganze Zufriedenheit und Se ligkeit schon in diesem Leben, und meine ewige Glückseligkeit einst in dem andern Leben aus.- Habe ich aber nicht in meinem Herzen so vielen falschen Göttern Altäre errichtet, als ich Sünden begangen habe? Habe ich nicht durch die Sünde meis nen Willen dem Willen Gottes vorgezogen? und Gott selbst den Geschöpfen nachgefest? Jenen Gott, der die Güte selbst ist, habe ich verlassen, und zu dem besten Herrn habe ich, wo nicht init Worten, doch durch meine bösen Thaten gesagt: Ich will Dir nicht dienen. Aber reuevoll und zerknirscht fehre ich Dir zurück, o Du mein Gott und mein Herr! Du wirst deinen Knecht, der Dich um Barmherzigkeit anflehet, in Gnaden ansehen, und Dich meiner nach deiner großen Barmherzigkeit erbarmen. -So will ich denn wenigstens meine übrigen Lebenstage in deis zu - --— Chriftliche Stundenuhr. nem Dienste eifrigst zubringen. Ich werde Dir allein dienen; Dir alle meine Gedanken, Worte und Werke heiligen; alle böfen Neigungen bekämpfen, und alles Gute Dir auf= opfern. Dir allein werde ich hinfür leben, o Du mein Einziger liebreicher Herr! mein Anfang und Ende! II. U br. 3 wey Gebothe sind es, die Gott durch seinen Sohn uns aufgelegt hat; nur zwey Gebothe, die aber alle übrigen und das ganze Geseß enthalten. Das Erste, welches das größte ist, betrifft die Liebe Gottes: Liebe den Herrn deinen Gott aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele und aus allen deinen Kräften. Das Undere, welches dem Ersten gleich ist, betrifft die Liebe des Nächsten: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Das ist nun Alles, was der Herr von seinen Knechten fordert. Konnte er weniger fordern, Er, der der Herr ist, dem Alles, was wir sind und haben, vermög seiner wesentlichen Oberherrschaft zuges böret? Und doch, wie wenig habe ich vielleicht dieses Wenige beobachtet? Wie vielmahl habe ich sein heiligstes Gseß, das lauter Liebe ist, übertreten? Wie oft habe ich Ihn durch meinen Ungehorsam beleidiget? Ach! ich bekenne meine Schuld, meine überaus große Schuld. Boll der bittersten Reue und Beschämung bekenne ich), o mein Gott! daß ich deine heiligen Gebothe übertreten, das Joch deines Gehorsams abges worfen habe; jenes Joch, welches mir durch deine Gnade ein fanftes Joch und eine leichte Bürde war. Aber künftig will ich weiser werden. Ich will Dich lieben, o Gott! aus ganzem Herzen und mit ungetheiltem Gemüthe. O daß ich Dich lieben fönnte, wie Du es würdig bist, geliebt zu werden, mit einer unendlichen Liebe! Auch den Nächsten will ich lieben, und zwar wegen Deiner, wie mich selbst, mit aufrichtigem und uneigennüßigem Herzen will ich ihn lieben ihm Gutes wünschen, Gutes gönnen, Gutes thun so viel ich kann- ihn mit Geduld ertragen bey seinen Fehlern, und Mitleiden haben gegen seine Schwachheiten, wie ich es mir auch von Andern wünsche. Sogar auch meine Feinde will ich Deinetwegen lieben, ihnen von Herzen alle erlittenen Unbilden verzeihen, das mit auch Du mir meine Sünden verzeihest. Nur so verdiene ich den Nahmen eines wahren Christen. - 1 III. U hr. Drey Personen sind in der Gottheit, der Vater, der Sohn und der heilige Geist, und diese drey sind Eins. Der Vater hat mich erschaffen, der Sohn hat mich) erlöset, und der heilige Geist geheiliget. Vor so vielen tausend Undern hat mich der Vater aus Nichts hervorgezogen, mir sein göttliches Ebenbild eingeprägt, das erhabenste Ziel und Ende mir vors gesteckt. Habe ich mich wohl dem göttlichen Vater für diese 1 - 1. Abschnitt. unaussprechlichen Wahlthaten dankbar erzeiget? bin ich meinem Ziel und Ende nachgekommen? habe ich sein schönes Bildniß in meiner Seele unbefleckt erhalten, felbes durch ünde nicht zerstöret. Der göttliche Sohn hat aus Liebe meiner die menschliche Natur angenommen, aus Liebe meiner im menschlis chen Fleische gelitten; sein Blut, sein Leben, Alles hat Er für mich hingegeben; für mich it Er am Kreuze in der allerschreck lichsten Marter; von Himmel und Erde verlaffen, gestorben.- Habe ich diesem meinem Erlöser die schuldige Gegenliebe erzeigt? Habe ich nicht vielmehr durch meine Günden sein Leiden ere neuert, ihn oft auf ein neues gekreuziget, die Früchte seines Leidens an mir zernichtet?- Der heil. Geist hat mich ge heiliget, mich zu seinem Tempel eingeweihet, zu einem Kinde Gottes und Erben des Himmels gemacht. Dwie oft habe ich seine Gnade mißbrauchet, feinen Eingebungen mich widerset= zet, aus einem Kinde Gottes mich zum Sclaven des Teufels ge= macht? Aber von nun an soll es in Ewigkeit nicht mehr ge= schehen. Dem drepeinigen Gott will ich nun die drey Kräfte meis ner Seele für clezeit widmen; den Verstand, damit er nur Gott und Gottesgeseße erkenne; das Gedächtniß, damit es sich immer der Wohlthaten Gottes, und der Werke seiner Liebe erinnere; den Willen, damit er in 2llem den Willen Gots tes erfülle; seinen heiligsten Willen in Haltung der Gebothe; seinen gerechtesten Willen in geduldiger Uebertragung des zuges fchickten Leidens. An diesen dreyeinigen Gott will ich forthin glauben, auf Ihn mit Zuversicht hoffen, Ihn über Alles von ganzem Herzen lieben. 16 - - IV. 11 hr. dem Es sind vier letzte Dinge des Menschen: der Tod, welcher gewiß ist in einer ungewissen Stunde; das Gericht, welches auch die größten Heiligen zittern gemacht hat; die Hölle, welche zwar einen Eingang, aber keinen Ausgang hat; und der Himmel, der für alle Menschen ist erschaffen worden, aber nur jenen zu Theil wird, die in Furcht und Zit tern ihr Heil wirken.- Erschütternde Gedanken! Hätte ich mich doch ihrer allezeit erinnert, ich würde niemahls gesündiget haben.Das Erste unter den vier leßten Dingen ist der Tod, sich auch die Gerechten nicht ohne Furcht nähern, weil sie nicht wissen, ob sie der Liebe oder des Hasses würdig sind; wie schreck lich muß der Tod erst den Sündern seyn, besonders da sie keinen Augenblick davor sicher sind, jeden Augenblick davon können überfallen werden. Und Gott, Gott wird mein Rich ter seyn; jener Gott, der allwissend, allmächtig und unende licy gerecht ist; jener Gott, dessen Gericht den frommen Job in solchen Schrecken verseßte, daß er sich wünschte, in den tie festen Abgrund begraben zu werden, bis das Gericht des Herrn, der auch die Gerechtigkeiten richtet, vorbeygegangen; jener — - Gott, der Leib und Seele zugleich in die Hölle stürzen kann, in die Hölle, einen Ort der Peinen, der den Sündern be reitet ist, wo das entseßlichste Feuer mit der schrecklichsten Finsterniß. ein ewiger Tod mit einem immerwährenden Leben ver= einbart ist: wo kein Strahl der Hoffnung binleuchtet: wo der Jammer ohne Linderung, die Schmerzen ohne Mitleiden, die Thränen ohne Frucht, die Qualen ohne Ende sind.- Endlich der Himmel, der Wohnsiß der Heiligen, der Inbegriff aller Glückseligkeit, wo der unendliche Gott mit seiner ganzen Allmacht, Weisheit und Güte seine getreuen Diener ewig belohnt, wo diese ewig trinken werden aus einem Strome der süßesten Freude und Seligkeit, die kein Auge gesehen, kein Ohr gehöret, und keines Menschen Herz jemahls empfunden hat.- Ist es möglich, daß ich dieser leßten Dinge gedenke, und nur noch ein einziges Mahl mehr sündige? 22 V. 15 r. de. Fünf Sinne habe ich von meinem Schöpfer empfangen; habe ich selbe aber auch zu seiner Ehre angewendet?- Ihr, meine Augen, habt ihr wohl den Schöpfer in seinen Geschöpfen jederzeit aufgesucht? habt ihr euch von der Erde zum Himmel, dem wahren, ewigen Vaterlande, oft erhoben, oder hat euch die Begierlichkeit nur an irdische, eitle, vergängliche, fünde bafte Gegenstände geheftet? habt ihr euch niemahls durch freche Blicke verunreiniget, und send aus Werkzeugen Gottes, Werkjeuge des Satans geworden?- Ach)! freylid) sind oftmahls Sünde und Tod durch die Augen, wie durch Fenster, in das Herz gedrungen; freylich waren sie mir oft Führer zur SünAber von nun an will ich einen Bund mit meinen Augen schließen. Ich werde sie nicht nur zwischen den Schranten der Ehrbarkeit halten, ihnen nicht nur nichts Unerlaubtes gestatten, sondern auch manches Erlaubte versagen; sie sollen mir ihre vorige Freyheit und Frechheit mit heißen Bußthränen abwafdjen. Und du, meine 3unge! hast du dich zur Ehre Gottes und Erbauung des Nächsten allzeit gelöset? Ach! wie vielmahl hat sich diese unbändige Zunge, die einem wilden Thiere gleich war, gegen die Heiligkeit Gottes mit Fludhen, gegen die Gerechtigkeit Gottes mit Murren, gegen die Liebe mit Schmähreden, gegen die Unschuld mit schalkhaften und ärgerlichen Zweydeutigkeiten verfündiget? Ich werde sie aber künftig nicht nur alle Worte genau abwägen lehren, fondern sie soll mir immerhin ihre Freyheiten mit reumüthigen Seufzern abbüßen; ich werde sie zu einem strengen Stillschweis gen verdammen, zum öftern Gebethe, zum Lobe Gottes und jur Danksagung für seine Wohlthaten, zum Bekenntniß meiner Sünden, zur Bertheidigung der Ehre und Erbauung des Nebenmenschen anhalten. Ihr meine Ohren! habt ihr mit Bes 2 000 1 '— gierde das Wort Gottes aufgenommen? oder vielmehr zu den Gesprächen der Sünde euch gewendet, an verführerischen Re den wider Glauben und Gottseligkeit euer Bergnügen gefunden? David der König umzäumte seine Ohren mit Dornen, die Gesprä che der Sünder nicht zu hören; die ersten Christen verstopften die Ohren, sobald sie nur das Lispeln eines Sünders hörten, und flohen vor seinen Gesprächen, wie vor dem Gezische der Schlange. In der That sind solche Reden gefährlicher als Schlangenbisse; denn von diesen kann nur der Leib getödtet werden; von jenen aber wird die Seele getödtet, wird Glaube und Gottesfurcht ersticket. Aber künftighin will ich meine Ohren zu verführerischen Gesprächen gleichsam taub machen, will davor fliehen, und sollte ich körperlich nicht fliehen können, so werde ich mich wenigstens in andere gute Gedanken vertiefen, und auf diese Weise dem Ger müthe nach mid) entfernen. Auch den Geschmack, den Geruch, mich und alles Gefühl will ich mit deiner Gnade o Gott! abtödten, den Leib kreuzigen, und das Fleisch der Bothmäßigkeit des Geie stes unterwerfen, damit ich dem Leibe und der Seele nach dem Herrn diene, weil Leib und Seele vom Herrn und für den Herrn sind. VI. U br. - Es ist die sechste Stunde*) gewesen, da Du Dich, mein Jesus! müde von der Reise bey dem Jakobsbrunnen niedergeseßt, und mit dem Weibe von Samarien Dich in ein Gespräch einges laffen hast. Sie war eine Sünderinn, die fünf Männer gehabt, und mit dem sechsten verbothenen Umgang gepflegen hat: und doch hast Du selbe nicht verstoßen; Du hast sie vielmehr als ein verirrtes Schäflein aufgesucht, bist ihr nachgegangen, und hat ihr Verzeihung ihrer Sünden und das Wasser des ewigen Lebens angebothen. Dunaussprechliche Liebe! was werde ich von dieser Liebe nicht hoffen dürfen? denn auch ich bin ein Sünder, ein verirrtes Schäflein. Wirst du mich wohl verstoßen? barmherzigster Heis land! wirst du mich nicht auch, wie jenes Weib, gnädig aufneh men, der ich Dir reuevoll über meine Sünden entgegenseufje, und nach Dir, meinem Hirten, rufe: Ich bin müde gewor den auf dem Wege der Sünden: alle meine Ge beine sind ausgetrocknet, und jetzt leide ich den bitter: sten Durst; ich dürfte nach Dir o Quelle des Lebens! nach Dir, o Jesu! dürfte ich. Wirst Du mir wohl das versagen, was Du selbst diesem Weibe von Samarien so gnädig angebothen hast, einen Trunk aus der Lebensquelle? Bist Du nicht auch mein Jesus, mein Erlöser und Seligmacher! Ist nicht das Blut aus deiner Seite auch für mich gefloffen?- ja! ich hoffe es vont O deiner unendlichen Barmherzigkeit; denn du bist gekommen zu suchen und selig zu machen Alles, was verloren war. *) Nach jüdischem Zeiger wird hier die Stunde bemerkt, 6 VII. Uhr. Sieben Sacramente sind es, aus denen uns, als aus fo vielen Lebensquellen die Gnaden Gottes, und alles Heil zuflieBet. Kaum hatte ich das Licht der Welt erblicket, so ist mir schon das erste der heiligen Sacramente zu Theil geworden. In der Günde empfangen und geboren, konnte ich nichts anders seyn, als ein Gegenstand des göttlichen Hasses, ein Kind des 3orns, ein Sclave der Hölle. Kaum aber floß das Waffer der heiligen Taufe über mein Haupt, so verwandelte sich der Haß in Liebe, der Zorn in Gnade; der heilige Geist kleidete meine Seele mit der Unschuld, und ich war ein Gegenstand des göttlichen Wohlgefallens, ein Kind und Erbe Gottes, ein Glied und Miterbe Jesu Christi, ein geheiligter Tempel der göttlichen Dreyfaltigkeit.- Habe ich auf die Ehre dieser Kindschaft geachtet, und das Kleid der Unschuld ohne Makel er= halten?- Gott! wie bald war sie verloren diese Unschuld, der größte Schaß des Menschen. Meine Bosheit hat bald das Alter übertroffen; in meiner zarten Jugend war ich vielleicht schon ein großer Sünder, und nachdem ich einmahl Furcht und Schamhaftigkeit verscheuchet hatte, fündigte ich frech fort, vers wundete meine Seele tödlich, scherzte noch dazu, und seßte sie der erschrecklichen Gefahr des ewigen Todes aus. Aber auch da hast du mich nicht verlassen, barmherziger Gott! deine Gnade erleuchtete und rührte mich auf ein Neues, und durch das heilige Sacrament der Buße hat sie mich vom Tode in's Leben zurückgeführt.- Noch mehr hast Du gethan, unendlich liebenber Gott! in dem heiligen Sacrament des Altars hast Du mir einen Tisch) bereitet, wo du mich wider alle meine Feinde, und sogar wider meine eigene Schwachheit, als den stärksten von allen meinen Feinden, schon so oft gestärket.- Werde ich denn nicht auch einmahl anfangen, ein göttlicher Mensch zu werden, da ich durch Empfangung der heiligen Sacramente so genau und innigst mit Gott vereiniget werde?- Werde ich nicht endlich als ein neuer Mensch in Christo wandeln, und auf Erden ein himmlisches Leben führen? - - VIII. Uhr. Um achten Tage ist der göttliche Knabe von Bethlehem Jesus genannt worden. D! der Nahme meines Jesus! der süßeste Nahme! diesen Nahmen will ich in mein Herz einschreiben, und selben niemahls aus meinen Gedanken entlassen; diesent Nahmen will ich an meiner Stirne tragen, und mich) einzig und allein in dem Nahmen meines Jesus rühmen. Dieser Nahme sey in meinen Händen, damit ich alles, was ich thue, ju seiner Ehre thue. Dieser Nahme sey das Gewürz meiner Speisen, er fey mein Trost, meine Freude, mein Leben, möchte dieser Nahme meines Erlösers, der Ihn sein Blut gekostet hat, in mein O 2 Herz, wie in das Herz des heiligen Martyrers Ignatius von der Liebe mit brennenden Buchstaben eingeäßet werden! Dieser Nahme, der die Höhe mit Jubel, die Erde mit Freude, die Tiefe, mit Schrecken erfüllet, sey meine einzige Zuflucht im Leben, mein einziger Trost auf dem Sterbebette: Wenn alsdann meine Augen brechen, und sich verfinstern, so sey mein Licht, Du heiligster Nahme Jesus! Wenn meine Ohren nichts mehr hören, so laß Dich in meinem Herzen hören, o Du liebreicher Nahme Jesus! Wenn mir der bittere Tod den Mund vergallet, sen meine Erquickung, o Du süßer Nahme Jesus! Wenn sich die Todesschwäche aller Glieder bemächtiget, sey Du meine Stärke, o ermun ternder Nahme Jefus! Wenn mich der rasende Höllenfeind mit aller feiner Macht bestürmet, da sey Du mein Schild, o stärkender Nahme Jesus! Wenn ich endlich die große Reise in die EwigFeit antrete, da sey Du mein Wegweiser, Du mein Licht und mein Heil, o Jesus! und führe mich dahin, wo dein Nahme ewig gebenedent wird, IX. Uhr. Um die neunte Stunde schrie Jesus: O Gott, o mein Gott, warum hast Du mich verlassen?- O Süne de! welchen Leidensstrom hast du über das Haupt der Unschuld ausgegoffen? Ich, ich habe verdient wegen meinen so vielen Sünden von Gott verlassen, ewig von seinem Angesichte verstoßen zu werden. Ich, der ich durch die Sünde Gott verlaffen, ich habe verdient von Ihm verlassen, und allem Elende überlaffen zu werden, um zu empfinden, wie bitter es sey, Gott verlassen zu haben. Was thut aber die Liebe meines Er löfers? Um mich von dieser erschrecklichsten Sündenstrafe, von dieser Verlaffenheit Gottes zu befreyen, unterwirft er sich freywillig derselben. Zwischen Himmel und Erde am Kreuze hangend, alles Trostes beraubt, ruft er vor Ulebermaß des Leidens laut auf: Mein Gott, mein Gott! warum hast Du mich verlassen? Und ich, ich Sünder will nichts meinem Jesus zu Liebe leiden? Kaum, daß eine kleine Widerwärtigkeit, die geringste Unpäßlichkeit, ein plößliches Unglück mich überfällt, so klage ich schon, als wenn ich ganz und gar von Gott verlassen wäre. 215 nein, mein Gott! ich werde künftighin nicht mehr klagen, daß Du mich verlassen habest; nur weinen, bitterlich weinen werde ich, daß ich Dich so oft verlaffen habe. Ich werde bey allem meinem Leiden mit dem heiligen Augustin rufen: O Herr! hier brenne, hier schneide, hier verschone meiner nicht; nur dort in der Ewigkeit verschone meiner, und verlaß mich nicht! - ( 1 X. Uhr. Zehn Jungfrauen waren es, unter deren Bild Jesus Chris Alle sind zum ftus feine gläubige Kirche auf Erden vorstellt. hochzeitlichen Gastmahle eingeladen, alle zur ewigen GlückseligLeitj berufen; aber nur fünf erlangen diese Seligkeit: nähm Cyriunge unvenyt. lich die Weisen, die ihre Lampen mit hinlänglichem Dehle versehen hatten, und so bereitet, die Ankunft des Bräutigams er= warten: nur diese gehen mit Ihm hinein in den HochzeitSaal, und darauf ward die Thür zugeschlossen. Die fünf übris gen waren so thöricht und unklug, daß sie aus UnvorsichtigFeit nid) t Dehl genug für ihre Lampen hatten, und erst dann bey der Ankunft des Bräutigams sich selbes zu verschaffen hingingen; indeffen aber kommen sie zu spät: sie finden den hochzeitlichen Gaal schon verschloffen, auf ewig für sie verschloffen. Unter welche Zahl gehöre ich? bin ich nicht etwa auch so unklug und thöricht, wie diese leßtern waren? verschiebe ich nicht auch meine Bekehrung, die Besorgung meines Heils, den Erwerb der Liebe und Freundschaft Gottes, welche unter dem Dehle verstanden werden, von Tag zu Tag, vielleicht gar bis in's Tedbett? Wehe mir, wenn der Herr unversehens kommt, und michy in die Ewigkeit unbereitet abfordert; wie erschrecklich würde alsdann mein Loos seyn! und bin ich wohl einen Augenblick davor gesichert? kann ich nicht jeden Augenblick sterben?- Aber nein, o Gott! so thöricht will ich nicht mehr seyn; ich will meine bisherige Thorheit beweinen, und jeßt, da es noch Zeit ist, mich bessern; ich will wachen und immer bereitet auf deine Ankunft warten; ich will mich) im Stande deiner Gnade forgfältig bewahren; und mich mit dem Dehle der göttlichen Liebe, und mit guten Werken auf die große Reise in die Ewigkeit versehen. Alsdanu darf ich hoffen von deiner unendlichen Barmherzigkeit, in den himmlischen Hochzeit Saal, in die ewige Glückseligkeit, eingelaffen zu werden. XI. 11 hr. Der Hausvater, von dem das heilige Evangelium meldet, ging früh und spät aus, Arbeiter in seinen Weinberg zu dingen; auch um die eilfte und legte Stunde kam Er noch auf den Markt, fand einige müßig dastehen, und schickte sie in seinen Weinberg. Als der Abend dem Arbeiten ein Ende machte, ließ Er jedem den versprochenen Lohn auszahlen; die Letzten wie die Ersten, erhielten einen Zehner. Welcher Trost für mich, o mein Gott! der ich so spät in deinen Dienst getreten bin! 3war schmerzt es mich unaussprechlich: und, o könnte ich zurückrufen die im Dienste der Welt verfloffenene Zeit! wie wollte ich Dir von ganzem Herzen und aus allen Kräften dienen! Aber nun ist die Zeit dahin, auf immer dahin, und ich komme sehr spät; vielleicht erst in der eilften, leßten Stunde, erst in meinen letzten Lebensragen zu Dir. Ach! wirst Du mich wohl verschmähen? Du, der Du dem Mörder am Kreuze noch in der letzten Stunde das Paradies versprochen hast. Auch dieser ist ſpät gekommen, aber nicht zu spät für deine Barmherzigkeit. Eben diese deine liebevolle Barmherzigkeit ruft mir ja felbft zu: - - 1 int Cyrimmage Crunvenugr. In dem Augenblicke, wo der Sünder fich beleh: ren wird, werde ich aller seiner Misfethaten nicht mehr gedenken. daß ich von einem zweyfachen Eifer angeflammt würde, um jenes wieder hereinzubringen, was ich versäumt habe! o daß ich mit desto größern, ja verdoppeltey Schritten meinem Ziele zueilte, je später ich angefangen habe; und so die verlorne Zeit und Stunden wieder einlöfte. Herr! um deine absonderliche Gnade hierzu bitte ich Dich. XII. U hr. - 3wölf Stunden hat der Tag. Eine gute Zeit, wenn sie gut angewendet wird!! hätten die Verdammten nur eine einzige dieser Stunden: nur eine einzige; sie würden in selber alle ihre Schulden austilgen, sich der schrecklichsten Eclaverey worin sie seufzen entledigen, und ihre feurigen Ket ten gegen unverwelkliche Kronen verwechseln. Nun zerschmelzen fie in den bittersten aber unfruchtbaren Thränen: dürfen an keine Erbarmung und Verzeihung denken, weil ihrer Reue, ihren Thra nen, der Werth der Zeit abgebet. Die Zeit der Gnade, der Are beit, der Verdienste, hat bey ihnen ein Ende, ist immer und ewig vorben. Und diese Zeit, von welcher der mindeste Theil, jeder Augenblick, wie der heilige Hieronymus sagt, ein Preis ist, wofür die Ewigkeit kann eingehandelt werden; diese Zeit, welche so viel als Gott felbst gilt, weil die Anschauung Got tes nicht anders, als durch gute Anwendung der Zeit kann er langt werden; diese unschätzbare Zeit ist noch in meinen Händen. Wehe mir, wenn ich selbe nicht anwende, meine Sünden abzubüßen, neue Gnaden zu erlangen, und den Himmel zu verdienen; denn die Zeit führe zur Ewigkeit, welche glücklich oder unglücklich seyn wird, nachdem jene ist angewendet worden. Ihr Verlust ist unersetzlich: fie kehrt nicht mehr aus dem Abgrund der Ewigkeit zurück.- Und wie lange werde ich die Zeit dieses Lebens, diese einzige zur Erlangung der Seligkeit verliehene Zeit noch genießen?- Bin ich wohl von einem Tage, von einer Stunde, ja nur von einem Augenblicke in Zukunft versichert?- Ach! wie thöricht handle ich also, wenn ich diese kostbare Zeit, Stunden und Augenblicke unnüß verliere; wenn ich mir in dieser Zeit Schäße und Reichthümer für den Himmel durch gute Werke sammle; denn nur diese gehen mit mir in die Ewigkeit; alles Uebrige verläßt mich am Rande des Grabes: nur meine guten Werke ver laffen mich nicht; und diese begleiten mich zum Richterstuhle Gottes; und wenn der Richter die zum Zeugniß aufgerufene Zeit für mich wird reden hören, daß ich sie gut angewendet habe; dann wird ein ewiger Ruhetag, ein ewiger Freudentag, eine ewige Glückseligkeit für mich folgen. - 1 - Herr! laß doch durch deine Gnade diese großen Wahrheiten tief in meiner Seele eingeprägt bleiben! Laß fie mich keinen Tag meines Lebens vergessen! Laß mich durch treue Bes folgung derselben endlich einst zu Dir, meinem einzigen Ziel und Ende, glücklich gelangen. Amen. And a ch t bey Vollbringung des heiligsten Meßopfers. Vorerinnerung. Die feyerlichste Verehrung, welche wir Gott bezeigen können, bestehet darin, daß wir Ihm ein Opfer bringen, und dadurch unsere gänzliche Abhängigkeit von ihm öffentlich bekennen. Wer Gott opfert, der bekennt Gott- als das höchste Wesen, als den Schöpfer und Herrn aller Dinge, als den Urheber alles Guten, Dem wir Lob, Dank, Ehre und Unbethung schuldig sind. - Welche Gaben, welche Geschenke können wir Dem, der die Quelle aller guten Gaben, der Geber aller vollkommenen Geschenke ist, darzubringen; vor Dem wir Staub, vor Dem wir Sünder sind? Ein Opfer, und nur Ein Einziges haben wir, welches dem ewigen Vater unendlich werth und angenehm seyn muß, weil es in der Darbringung Desienigen bestehet, an welchem Er das innigste Wohlgefallen hat; und dieses reinste, heiligste, Gott wohlgefälligste Opfer legte uns die Liebe Jesu in die Hände. Alle Opfer des alten Bundes waren nur Vorbilder dieses einzigen Opfers, und nur in so fern Gott angenehm. Jesus Christus, der eingeborne Sohn Gottes des allmächtigen Baters, ist selbst dieses Opfer. Er der Gott gleid), ja selbst Gott war, entäußerte sich selbst, nahm Knechtesgestalt an, und ward seinem himmlischen Vater gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. Der Allerhöchste, Reinste und Heiligste wird selbst die Opfergabe für das Heil der Welt, eine Opfergabe von unendlichem Werthe, wie Gott unendlich ist. Jesus Christus, der eingeborne Sohn des himmlischen Baters, wird am Altare des Kreuzes felbst das Opferlamm, das hinwegnimmt die Sünden der Welt das Lamm Gottes, das durch seinen unaussprechlich verdienstlichen Tod der ewigen Gerechtigkeit für unsere Sünden genug thut, und die durch unsern Ungehorsam beleidigte Majestät Gottes versöhnt. 1 - L - Seine Liebe ließ es aber dabey nicht bewenden. Er wollte auch noch, um unserer sinnlichen Natur zu Hülfe zu kommen, daß dieses ewig gültige Opfer immerfort auf eine sinnliche Art erneuert, und hierdurch das Andenken an seine unendliche Liebe ewig erhalten und fortgepflanzt werden sollte. In dieser Absicht nahm er beym teßten Abendmahle, das Er mit seinen Jüngern hielt, und wodurch Er bey seinem bevorstehenden Tode von ihnen Abschied nahm, Brot und Wein in seine heiligen und ehrwürdigen Händ-, fegnete es, theilte es ihnen mit, und hieß fie davon effen und trinken. Dieß ist, sprach Er, mein Leib, der für euch hingegeben; dieß ist mein Blut, das für euch vergoffen wird, zur Vergebung der Sünden; was ihr mich da thun sehet, das thut auch ihr in Zukunft zu meinem Andenken. Nach diesem Auftrage Jesu an seine Apostel und ihre Nachfolger- Bischöfe und Priester- wird nun eben dieselbe heilige Handlung, die Jesus beym Abendmahle verrichtete, und wodurch Er Brot und Wein wahrhaft und wesentlich in seinen Leib und in sein Blut verwandelte, seit den Zeiten der Apostel noch immerfort von der katholischen Kirche gefeyert in dem Geheime nisse der heiligen Messe und in der heiligen Communion, welche immer, wenn sie gleich in der Zeit getrennt sind, als verbun den, und als eine zusammenhängende Handlung angesehen werden müssen. C Da es im Christenthume kein Opfer gibt, als das Opfer Jesu Christi am Kreuze; so kann das, was in der heiligen Messe in Brotes- und Weines Gestalt dem allmächtigen Vater geopfert und genossen wird, nur Jesus Christus selbst sein Leib, der für uns hingegen ist, und sein Blut seyn, das für uns vergeffen wurde zur Bergebung der Sünden. Das ist der uralte und allgemeine, durch die unverwerflich) sten Zeugnisse erprobte Glauben der kathol. Kirche, überaus tröstlich, wirksam und fruchtbar, wenn gleich unbegreiflich für unser beschränktes Erkenntnißvermögen, bis wir einst im Lichte himmlischer Klars heit schauen, was wir hier in Demuth gläubig anbethent. Was die heilige Schrift bezeuget, daß sich Christus, nachdem Er sich am Kreuze für uns hingeopfert hat, noch immerfort dem himmlischen Bater für uns darstelle, das wird in der heilte gen Messe durch die heilige Handlung des Priesters versinnLichet, indem er nach dem Auftrage Jesu, so wie Er es beym legten Abendmahle that, Brot und Wein zum Leib und Blut Jesu Christi, des ewigen hohen Priesters, opfernd weihet und zum Genuße austheilt. Leib und Blut waren Bestandtheile des neuen Opfers, als des Urbildes, des Wesens. Das heilige Mesopfer ist also kein neues, eigenes, für sich bestehendes Opfer, sondern eines und ebendasselbe mit dem Kreuzesopfer- eine immerwährende Darstellung und wesentliche Erneuerung desselben, auf unblutige Weise, nach der Ordnung Melchisedechs, e'n reines Opfer dargebracht, an allen Orten, vom Anfange der Sonne, bis zum Niedergange, ein Opfer, worin der Mensch gewordene Sohn Gottes selbst mit Leib und Seele, mit Fleisch) und Blut, mit Gottheit und Menschheit geopfert und genoffen wird, ein Opfer, unendlich heiliger, vortrefflicher und Gott wohlgefälliger, als alle Opfer des alten Bundes. Dieses einzige unschäßbare Opfer ist zugleich ein Anberbungsopfer, wodurch die höchste Majestät Gottes 1 1 - www www P unendlich geehrt, würdig gepriesen, schuldig angebethet wird; ein Versöhnungs- und Genugthuungsopfer für der ganzen Welt Sünden;- ein Dankopfer für alle von Gott empfangene Gnaden und Wohlthaten; endlich ein Bittopfer, für die Lebendigen und Verstorbenen, um dadurch von Gott in Ansehung seines geliebtesten Sohnes, der da geopfert wird, alle Hülfs- und Heilsmittel, alle Gnaden und Gaben zu erhalten, die zur Wohlfahrt der Seele und zur Erlangung des ewigen Lebens so nothwendig sind. - Diese hohen Begriffe von dem heiligsten Opfer sollen unsere Seele erfüllen, und uns ermuntern, mit möglichster Andacht demselben beyjuwohnen; sollen in uns Glauben und Ehrfurcht wecken, unsere Hoffnung beleben und unsere Liebe entzünden, so daß wir uns in Vereinigung mit den Verdiensten Jesu Christi durch Ihn, dem himmlischen Vater aufopfern. Erste Meßandacht. Vorbereitungsgebeth. Jesus Christus, ewiges Wort des Vaters! der Du das allerheiligste Sacrament deines Leibes und Blutes am letzten Abendmahle eingesetzt, und deinen Gläubigen befohlen hast, dasselbe zum Andenken an dein bitteres Leiden und Sterben feyerlich im heiligen Mesopfer zu wiederhohlen, ich bitte Dich, mache mich der Verdienste und Güter, die Du uns durch deinen Tod am Kreuze erworben, und in diesem geheimnisvollen Opfer hinterlegt hast, theilhaftig, und verleihe mir die Gnade, daß ich mit innigster Undacht, mit lebendigem Glauben, mit fester Zuversicht und mit feurigster Liebe demselben jetzt beywohne. O mein göttlicher Herr und Heiland! in tieffter Demuth opfere ich Dir diese heilige Messe zum Andenken an dein Leiden und Sterben, zur Ehre deiner seligsten jungfräulichen Mutter Mariä und aller lieben Heiligen, zur Nachlaffung und Vergebung meiner Sünden, zum Heil meiner armen Seele, zur Wohlfahrt der ganzen katholischen Kirche, und zum Trofte der abgestorbenen, chriftglaubigen Seelen, die noch gereiniget werden, wie das Gold im Gluthofen, damit sie deiner allerfeligsten Anschauung bald würdig werden. Erhöre, o Herr, Jesus Christus! mein demüthiges Flehen, und laß allen den Deinigen zum Heile gereichen, was Du zu ihrer Erlösung eingesetzt hast. d Zum Anfange der heiligen Messe. Zu deinem heiligen Altare will ich also hinzutreten, ewiger, allmächtiger Gott! Du meine Freude von Jugend auf. Dich hab ich erwählet als meinen Schuß und Schirm; zu Dir eile ich, bey Dir suche ich Hülfe gegen alle Feinde meis ner Seele.- Warum bist du aber so traurig, meine Seele? Overzage nicht, und laß deine Hoffnung nicht wanken; Er ist ja dein Gott und Herr, und läßt dich nicht zu Schanden werden. Aber was siehst Du Gutes, was Verdienstliches an mir, o mein Gott und Vater! daß Du Dich meiner erbarmest, und mich mit Liebe umfängst?- Ach nichts findet dein heiliges Auge an mir, als Ungehorsam, Undank, Sünde und Elend! O wie könnte, wie dürfte ich zu Dir auf schauen? Ferne stehen will ich, und in Demuth und Neue gleich dem Zöllner meine Sünden bekennen. - Allmächtiger Vater! Vor Dir, vor allen Heiligen, vor dem Priester am Altare und vor der hier versammelten Ge meinde der Gläubigen, bekenne ich reumüthig, daß ich ein großer- daß ich- ach- der größte Sünder bin. Deß halb klopfe ich an mein fündiges Herz, und spreche mit dem öffentlichen Sünder:» O Herr! sey gnädig mir ar men Sünder l«- Erbarme Dich meiner, o allgütiger und barmherziger Vater! Zur Vergebung meiner und aller Welt S nden, zur Erlangung deiner heiligmachenden Gna de und des ewigen Lebens, opfere ich Dir das Leben, Leiden und Sterben deines eingebornen Sohnes, sammt den VerDiensten seiner seligsten Mutter und aller lieben Heiligen auf. Göttlicher Heiland, Jesus Christus! erbarme Dich meis ner, und mache mich deiner Verdienste theilhaftig, damit ich in Liebe mit Dir, wie der Rebzweig mit dem Weinstocke, vereiniget, und von deiner Gnade erfüllet, Frucht bringe; Durch treue Nachfolge Dir immer ähnlicher, und deiner feligen Verheißungen immer würdiger werde. Heiliger Geist! Du Tröster der Gläubigen! erbarme Dich meiner! Erleuchte meinen Verstand, rühre mein Herz, und stärke meinen Willen, daß ich die Wahrheit erkenne, die Lüge haffe, und alles unheilige böse Wesen verabscheue und haffe. Verleihe mir zweifellosen GlauGlassen ben, feste Hoffnung, vollkommene Liebe und willigen Ges horsam, daß ich mich auf dem Wege der Gebothe stets von Dir leiten und führen lasse die Wege des Heils. Lob, Ehre und Unbethung sey Dir- dreyeiniger Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist! jetzt und allezeit, und in Ewigkeit. Amen. Von dem Kirchengebethe bis zur Aufopferung. Almächtiger, ewiger Gott! sieh herab- wir bitten Dich- auf uns, deine Kinder, und nimm gnädig auf die frommen Gebethe deiner Kirche.-Nach deiner unend lichen Barmherzigkeit verzeihe uns unsere Sünden, reinige unsere Herzen, und heilige Dir unsere Seelen und Leiber; gib uns unser täglich Brot, und laß es uns in Frieden genießen. Erhalte in Einigkeit die Gläubigen; befehre die Irrenden; zernichte die Unschläge der Gottlosen, und laß dein heiliges Reich die wahre Religion Jesu Christi immer weiter unter uns verbreitet werden.- Segne die Verkündigung des heiligen Evangeliums, welches dein geliebter Sohn vom Himmel gebracht, und seine Apos fel geprediget haben, damit es in den Herzen der Gläubigen sich immer mehr und mehr als eine Kraft Gottes zeige, felig zu machen Alle, die daran glauben. Ente zünde unsere Herzen mit Liebe und Frömmigkeit, mit Kraft und Vertrauen, damit wir Gott ergeben im Leiden, froh in der Hoffnung, selig im Tode werden, und im Leben und Sterben Dich verherrlichen, und Den, den Du uns gesendet hast, Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn; der mit Dir, o himmlischer Vater! und mit dem heiligen Geiste, gleicher Gott lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. -- — 1 Zur Opferung. Heiligster Vater, allmächtiger ewiger Gott! mit dem unbefleckten Opfer, welches Dir der Priester jetzt auf dem Altare darbringt, opfere ich Dir auch alle Gaben und Woh thaten, die ich von deiner Güte bis auf diese Stunde empfangen habe, und vereinige dieses mein Dankopfer mit jener unaussprechlichen Liebe, die deinen eingebornen Sohn bewogen hat, den Schooß seiner Herrlichkeit zu verlassen, die menschliche Natur und die Gestalt eines Knechtes an Tod am zunehmen, und Dir gehorsam zu werden, bis zum Kreuze. Sieh mit gnädigem Auge auf dieses ewige Lobopfer, und auf die unendlichen Verdienste deines Eingebor. nen, die ich vereint deiner unendlichen Majestät in tiefster Unbethung darbringe. Du, o himmlischer Vater! verlangst vor allem mein Herz. In Demuth und Neue lege ich es auf deinen Altar; aber aches ist so verkehrt, so von Dir weggewendet, so befleckt mit Sünden, daß Du unmöglich ein Wohlgefallen daran haben kannst! ich will es daher in den Kelch unsers Heils versenken, in welchem der Wein jetzt in das wahre Blut unsers Herrn Jesu Christi verwandelt werden wird, damit es abgewaschen, gereiniget und geheiliget werde durch die Kraft dieser unerschöpflichen Quelle des Lebens und der Seligkeit. In Vereinigung der Liebe und Bereitwilligkeit, mit wele cher Jesus Christus alle Leiden und Mühseligkeiten gedul dig ertragen und Dir aufgeopfert hat, lege auch ich alles Kreuz und Leiden, was deine Baterhand zu meinem und aller Menschen Besten uns sendet, auf den Alltar, und bitte. Dich, Du wollest zugleich mit dem Opfer der heiligen Messe auch dieses Opfer unserer treuen Ergebenheit in deinen heis ligen Willen gnädig aufnehmen, und zu unserm Seelenheile gedeihen lassen. Alle meine Gedanken und Begierden, alle meine Worte und Werke, meine Ruhe und mein Gebeth- Alles, was ich bin und habeopfere und weihe ich Dir zu deinem Dienste und zur Verherrlichung deines allerheiligsten Nahmens. Nimm mich, gleich dem verlornen Sohne, wieder auf in die Arme deiner unermeßlichen Barmherzigkeit, und laß mich) ewig nicht mehr von Dir geschieden werden. Im Vertrauen auf deine Baterliebe, die das demüthige Opfer meiner Gegenliebe nicht verschmähen, sondern um der Verdienste Jesu willen, gnädig annehmen wird, wage ich es, in den himmlischen Lobgesang aller seligen Geister einzustimmen, und in tiefster Abethung zu rufen: Heilig! heilig! heilig! ist der Herr, der Gott der Heerscharen! Himmel und Erde sind voll deiner Herrlichkeit! Hosanna in der Höhe! Gepriesen sey, der da kommt im Nahmen des Herrn. Hosanna in der Höhe! Vor der Wandlung. mo ng Höchster Priester und Erlöser der Welt, Jesus Christus! Du hast dein kostbares Blut am Altare des Kreuzes als ein wahres, vollgültiges Opfer für unsere Sünden dem himmlischen Vater freywillig dargebracht. Sey gepriesen, Du Sohn des lebendigen Gottes! Du hast uns im allerheiligsten Altars sacrament deinen Leib und dein Blut als ein ims merwährendes Unterpfand deiner Liebe, als ein heiliges Andenken an deinen blutigen Versöhnungstod, und als eine geistliche Nahrung der Seele zum heiligen, ewigen Leben hinterlassen. Sey gepriesen Jesus Christus, Sohn des les bendigen Gottes! Du hast das Opfer, das am Altare von den Priestern dargebracht wird, eingesetzt, und befohlen, daß es bis an's Ende der Welt in deiner Kirche gefeyert wers den soll.- Jesus von Nazareth! der Du um unserer Sünden willen gestorben bist, sey mir und allen Sündern gnädig, und gib, daß uns die Kraft dieses Opfers an Leib und Seele zur Reinigung und Heiligung diene. Fürbitten. Erbarme Dich unser! die wir ohne deine Gnade nichts vermögen, und komm deiner heiligen Kirche, welche über den ganzen Erdkreis ausgebreitet ist, zu Hülfe, damit deine Gläubigen durch Dich den Frieden haben, und unter allen Nationen sich deines Schußes erfreuen. Seße über deine Herde wahrhaft apostolische Hirten, und unterstüße die Obrigkeiten in ihrem Umte, daß sie nach deinem Willen den Staaten vorstehen, und das wahre Wohl der Unterthanen redlich befördern. Bekehre, o Herr! die unglücklichen Brüder, welche im Glauben sich verirrt haben, damit sie unter deiner Leitung auf den Weg der Wahrheit wiederkehren. Erleuchte die Uns gläubigen, tröste die Bedrängten, heile die Kranken, und komm den Elenden und Armen zu Hülfe.- Beschüße uns fere Weltern; erhalte die Anverwandten, Wohlthäter und Freunde, daß sie treu in ihrem Glauben verharren, ihr Leben darnach einrichten, und einst die Krone der Seligkeit erlangen. Was Dir aber an uns mißfällig ist, das entferne gnäs dig, und gib uns Kraft, das Böse zu meiden und das Gute VELLIME zu üben, damit wir deinem Willen und unserm Berufe treu nachleben. Nimm dieses heilbringende Opfer, welches Dir die Priester der Kirche darbringen, zur vollen Versöh nung unserer Sünden und zur Danksagung für alle empfan genen Gnaden und Wohlthaten auf; erfülle uns ganz mit deiner allerheiligsten Gegenwart, damit wir ungezweifelt glauben, was wir nicht sehen, und suchen, was uns erhalten und nähren kann, zum ewigen Leben. Amen. Während der Wandlung. Ich bethe Dich an, o Herr Jesus Christus, unser König und hoher Priester! und preise Dich, der Du durch dein bits teres Leiden und Sterben die Welt erlöset, und durch das Opfer deines Leibes und Blutes uns Verlorne mit Gott dem Vater wieder versöhnet hast. Sey gepriesen, jetzt und in Ewigkeit! Jesus, sey mir gnädig; o Jesus, sey mir barms herzig; o Jesus, verzeihe mir meine Sünden! Sen gegrüßt, o allerheiligstes Blut Jefu Chrifti! das ich in diesem Kelche des neuen und ewigen Bundes anbethe. Reinige mich von allen meinen Sünden! Stärke mich wi der den Rückfall in die Sünde, und erquicke meine Seele, weil sie ohne Dich, wie dürres Erdreich vor Dir ist. Jesus Dir leb' ich! Jesus, Dir sterb' ich! Jesus, dein bin ich todt und lebendig! Amen. - Anbethung Jesus im allerheiligsten Altars sacramente. ( Aus den Schriften des erleuchteten Ludwigs von Granada.) - Jesus Christus! lieben will ich Dich,- Du, mein Gott, und mein Alles! lieben will ich Dich, Du, meine Stärke! lieben will ich Dich, Du Kraft meiner Seele! im merdar will ich Dich lieben, Du unaussprechliche Freude meines Herzens! Nicht mir, Dir will ich die ganze Zeit meines Lebens leben, welches Du, als es durch mein großes Elend verloren war, durch deine Barmherzigkeit erneuert haft. Mein Erneuerer bist Du; denn Du erneuertest die menschliche Natur, welche durch die Sünde von Grund aus geschwächt und verderbt war. Du bist mein Be freyer; denn durch die Fesseln, mit welchen Du selbst Dich binden ließest, befreyest Du mich von der Tyranney der Sünde, des Todes, der Hölle und des Teufels, des grau samsten aller Tyrannen. Du bist mein Erlöser; denn um den Preis deines, alle Schäße überwiegenden, hoch. heiligen Blutes hast Du aus der Gefangenschaft mich erlös't, in welche ich durch die Sünde gerathen war. Du bist mein König; denn durch deinen Geist kennest du mich); für mich kämpftest Du, und errettetest mich aus den Häns den meiner Feinde. Du bist mein Priester; denn Du flehtest, und noch flehest Du vor dem Untlig deines ewigen Vaters unablässig für mich. Du bist mein Opfer; denn Dich selbst opfertest Du für mich auf dem Altare des Kreuzes, damit Du liebreich meine Verbrechen fühntest. Du bist mein Mittler; denn Du bist Gott und Mensch; als wahrer Mensch bist Du ein Freund der Menschen, als eins geborner Sohn Gottes allvermögend bey Gott, und deßs halb auch allein fähig, als Mittler zwischen Gott und die Menschen zu treten. Du bist mein Haupt, und das Haupt der ganzen Kirche; denn als wahres Haupt ertheilest Du ihr und allen ihren Gliedern Kraft, Leben und geistis gen Sinn. Du bist meine Ehre und mein Ruhm; denn für mich wurdest Du Mensch, und machtest zu deinen Brus der mich, den Du zum Gefährten deiner Natur erhobest. Gelobt und angebethet sey Jesus Chris stus im allerheiligsten Altare sacrament in Ewigkeit. Amen. Zur Communion. - O.Du allerheiligstes, Du unschuldigstes für uns getödte tetes Gotteslamm! Du wolltest aus höchster Liebe zu uns den bittersten Tod sterben- damit wir das ewige Leben ere hielten! Du bist aufgeopfert worden, weil Du selbst ges wollt hast; um deiner unendlichen Liebe willen erbarme Dich unser, und schenk uns deinen Frieden. Verborgner Gott und Seligmacher Jesus Christus! von ganzem Herzen glaube ich an deine wesentliche Gegenwart unter der Brots gestalten, und bethe Dich in tieffter Demuth an.-- Ob ich schon ein Sünder und nicht würdig bin, daß Du in mein Herz eingehest; so hoffe ich dennoch wegen deiner uns endlichen Güte, die noch weit größer als meine Unwürdige feit ist, Du werdest mich Unwürdigen des geistigen Empfanges dieser süßesten Mahlzeit durch deine unendliche Gnade würdig machen, und mir etwas davon zu Theil werden lassen, weil auch die Hündlein von den Brosamen essen, die vom Tische ihrer Herren herabfallen. Unsere Väter ha 11 ben das Manna oder Himmelsbrot in der Wüste gegessen, und sind doch gestorben; wer aber dieses Engelbrot mit gläubiger Andacht isset, wird leben in Ewigkeit.- Ach! wenn die bloße Berührung des Saumes von deinem Kleide die körperlichen Krankheiten heilte, lieber Jesus! was wird nicht die Berührung deines heiligen Leibes vermögen, sey es auch bloß in einem brennenden Verlangen? Herr! sich, wie der Hirsch nach der Wasserquelle sich sehnt, so schmachtet meine Seele nach) Dir, daß sie im Geiste von deinem Fleische gespeiset, und von deinem Blute getränket werden möge. So komm denn, o mein Herr und mein Gott! komm, o höchstes Gut! mit deiner Gnade und Liebe in mein Herz, zu mir reumüthigen und bußfertigen Sünder. Milder Heiland! komm und nimm mich, wie der vom Mitleiden gerührte Vater den verlornen Sohn, in Deine Urme auf. Sey mir der barmherzige Samariter! gieß den stärkenden Wein deiner Gnade, und das heilende Dehl deiner allerbarmenden Liebe in mein durch die Sünde verwundetes Herz ein, und sprich aus das Wort des Les bens:» Sey getrost, deine Sünden sind dir vergeben!<*) Stelle Dir jetzt vor, als wenn die heiligste Hostie dir zum Em pfange dargereicht würde, dann sprich mit innigster Andacht: Jesus Christus! Sohn des lebendigen Gottes! Allerheiligster Herr und Seligmacher! Du- in mir, Dumit mir! Ich bethe Dich an, und danke Dir. Dich, o süße. fter Gast meiner Seele, Dich liebe ich nunmehr über Alles, und das ist mein größter Schmerz, daß ich Dich nicht allzeit so geliebet; daß ich dich vielmehr ad so oft durch die Sünde betrübet habe. O könnte ich doch endlich Dich recht ja aus ganzem Herzen und aus ganzer Sees le- über Alles- lieben, Du höchstes, Du allerliebens Sieh! mein armes, sündhaftes würdigstes Gut! Herz lege ich zum Fuße deines Kreuzes. Du hast verspro chen:» Wenn Ich am Kreuze erhöhet seyn werde, will Ich Alles nach Mir ziehen la- O ziehe mein Herz nach Dirziehe mich ganz zu Dir, und halte mich fest in den Armen deis ner Liebe, daß es der Welt, dem Fleische und dem Satan nicht mehr gelinge, mich von Dir loszureißen. Dein Eigen thum bin ich, dein Eigenthum will ich bleiben für Zeit und Ewigkeit, o mein Gott! mein Ruhm, meine Hoffnung, 1 - - mein ganzer Reichthum, mein Alles! Es fegne, bekräfe tige und beilige diese meine Vorfäße der allmächtige und barmherzige Gott, Vatert, Sohnt, und heiliger Geist+! Umen. Zum Ende der heiligen Messe. Ewiger Vater: nimm das unblutige Opfer der Messe ju Ehren deines Nahmens, und zum Heile der Welt eben so gnädig und erbarmend an, wie du das blutige Opfer Jesus aufgenommen hast, das Er Dir am Kreuze zur Vergebung unserer Sünden dargebracht hat, und in Ansehung desselben sich huldvoll auf deine heilige Kirche und ihre Vorsteher, auf unser Vaterland und dessen Regenten; erbarme Dich aller Lebendigen und Verstorbenen, unserer Unvers wandten und Wohlthäter, unserer Freunde und Feinde, vorzüglich derjenigen, für die wir diese heilige Messe deiner unermeßlichen Majestät aufgeopfert haben. Laß uns die Früchte der Erlösung Jesu ewig genießen, damit wir hier und dort deine Erbarmungen anbethen, loben und preisen, durch denselben Herrn Jesum Chriftum, deinen Sohn, der mit Dir in Einigkeit des heiligen Geistes Gott lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. - - - 11 Zweyte Meßandacht. ( Aus den Schriften des göttseligen Thomas von Kempis.) 1. Barmherzigster Vater! sich herab von deinem Hei ligthume, vom hohen Himmel- auf dieses Opfer, das Dir so sehr angenehm ist; sieh herab auf dieses heilige Opfer deines Eingebornen, das Er selbst für uns vor deinem Angesichte darbringt. Er selbst ist der hohe Priester, und Er selbst legte sich auf den Kreuzaltar hin, um für das Leben der Welt geopfert zu werden. Um dieses heilbringenden Opfers willen sey heute mir Sünder gnädig! Sen nicht unerbittlich gegen mich Schwachen und Hinfäl ligen, der ich, meiner Sünden wegen, nicht würdig bin, gen Himmel zu schauen, und nicht mehr verdiene, daß mich die Erde trage. Ach! ich habe Dich oft beleidigt, indem ich frech und unbesonnen wider deine Gebothe handelte, redete und dachte. Darum wäre es billig, wenn Du über mich zur nen, und die ganze Natur sich wider mich empören würde, 3 - Denn es ist billig, daß die Natur dem nicht diene, der Dich beleidiget und hintangesetzt hat. Aber, allmächtiger Gott Du Gott des Trostes! erbarme Dich meiner! sieh, Neue und Schmerz zerknirschet mein Innerstes. Erbarme Dich dessen, der aus Nichts erschaffen, und in Sünden ges zeugt, als gebrechlicher Mensch abermahl in Sünden fiel. Schone meiner, o Herr! und gehe mit mir nicht zu Ges richt. Vergib dem verschwenderischen Sohne, der jetzt von dem Elende der Sünde zurückkommt, und im Staube liegend vor dem Throne deiner Herrlichkeit, vom frühen Morgen bis in die späte Nacht deine Barmherzigkeit anfleht, so lange anflehet, bis der Gnadenthau und der Segen des himmlischen Trostes herabfällt in das Erdreich meines Herzens, das schon verdorret, und von meiner Sündenlast in den Staub gedrückt ist. Um deiner Selbst willen neige dein Ohr zu mir, und erhöre mein Flehen. Berherrliche in mir deine Barmherzigkeit, die Alle beseliget, die auf Dich hoffen; nur um deiner Güte willen, nicht meiner Verdienste we gen( wenn ich doch welche haben sollte), wirst Du Dich an mir verherrlichen. Verdienste kann ich Dir keine vorhal ten, als die deines liebsten Sohnes, der für uns am Kreuze starb, um die Sünden Uller durch sein Leiden zu tilgen. 2. Gütigster Vater! erinnere Dich seiner unschäßbaren Liebe, wie Er sein Leben dem Tode Preis gab, um seinem Volke das Leben zu geben. Er schonte sich in keinem Stücke, um der Schuldigen ewig zu schonen.- Erinnere Dich seines bittersten Leidens. Welchen Leiden, welchen Unbilden unterzog Er sich! Wie hatte Er Mühe, von der Krippe an, und Leiden aller Art, bis zu seinem Hinscheiden am Kreuze! Sein vergossenes Blut schrie um Versöhnung der Kinder mit dem Vater. Er machte aus Feinden Freunde, und nahm Flüchtlinge zu Söhnen auf. Heiligster Vater! ich stelle Dir heute die Zeichen der Leiden deines Eingebornen vor, und vereinige damit unser Flehen und die Fürbitte aller seligen Blutzeugen, die Jesus in seinem Leiden nachgefolget sind, und freudig um seines Nahmens willen den Martertod erduldet haben. Sieh seine Todesangst und seinen blutigen Schweiß, die Backen streiche und Geißeln, die Dornenkrone und den Purpurs mantel, die Nägel und das Kreuz, und die Lanze, welche das - vey won yo po allerliebevollste Herz durchstach. Diese Zeichen des Leis dens waren der kostbare Schmuck und die königliche Fahne, womit dein Eingeborner hervortrat, die feindlichen Mächte der Hölle zu besiegen. Diese Waffen waren es, wodurch der Tod zerstöret, und das Menschengeschlecht wieder hergestellt wurde. Um dieser herrlichen Siegeszeichen we gen, Vater! verzeihe mir meine Sünden, und erbarme Dich meiner. Sie sollen mir seyn ein Schild wider alle Sünden, und eine Schußwehr wider alle Versuchungen. Dein bitteres Leiden und Sterben o Jesus! sen der heiligste Gegenstand meiner Liebe, und der süßeste Trost meiner Seele. - 3. Heiligster Vater! nimm dieß Dir so angenehme Opfer deines Sohnes- für uns an; Du selbst hast es Dir vorbereitet, damit es das Opfer der ewigen Versöhnung fey, und unendlich hinreiche zur Tilgung aller unses rer Sünden. Nimm aber mit diesem Opfer zugleich auch mich Unwürdigen an. O dieß göttliche Opfer ist das heis ligste und kostbarste! Täglich wird es Dir durch die Häns de der Priester mit heiliger Ehrfurcht für die Lebendigen und Abgestorbenen dargebracht. Dieses Opfer sey daher die Quelle des Segens für mich und Alle, die meinem Ges bethe empfohlen sind, und deren Bedürfnisse und Glauben Du kennst. Ihr Flehen und der Wohlgeruch ihrer Undacht steige bis zu deinem Throne empor, und ihnen wirke mit zum ewigen Heile die unaussprechliche Kraft dieses Geheimnisses, das der Mensch eben darum, weil Du es eingesetzt hast, nicht durchforschen, sondern mit Andacht verehren, mit inniger Huldigung anbethen, fest glauben, und bis an's Ende der Welt erneuern soll. O unendlich kostbares, unendlich wohlgefälliges Opfer! das Dir, ewiger Vater! dein einziger Sohn für uns darbrachte, indem Er selbst das wahre, Eine, vollkommene Opfer wurde; Er, der allein der unbefleckte, heilige und ganz sündenfreye Priester war, und nicht nöthig hatte, erst für sich selber zu bethen und zu opfern, sondern nur einmahl starb als Mittler für uns, des Todes Schuldige, die wir nichts hatten, und in der ganzen Schöpfung nichts fanden, das wir für unsere Sünden hätten erstatten können. Nun, verzweifle ich nicht mehr, und nimmer, so oft 3* 1. austulit.< InvaUYE mein Gewissen gegen meine, obgleich aufrichtigen Vorsäge und eifrigen Bestrebungen, wieder wund werden sollte, werde ich aufhören, Heilung zu hoffen. Denn ich habe gefunden die Quelle, zu der ich gehen darf, um mich rein zu waschen; ich habe gefunden den Arzt, zu dem ich zurückeile, um wieder geheilt zu werden. Ich weiß, wo meine Hoffnung und all mein Trost ist; die Leiden und die Wunden Jesus sind die überfließende Quelle meines Heils, der ewig unerschütterliche Grund meiner Hoffnung. Meine Seele preise deinen Nahmen für diese unermess lichen Wohlthaten, die mir von deiner gütigsten Vaterhand zuflossen; diese Wohlthaten müssen mein Herz stets entzünden, Dir und deinem geliebten Sohne allen nur möglichen Dank zu erwiedern. 4. Heiliger Vater! wie soll ich aber nur anfangen, da ich in mir nichts Würdiges finde, das ich für deine Gnaden Dir darbringen könnte? Ich weiß zwar wohl, Du bedarfst unserer Geschenke nicht, aber dochy hast Du daran Wohlgefallen, wenn Du weißt, daß sie aus Liebe und reiner Huldigung Dir dargebracht werden. Hätte nur Jemand Herz genug, sich Dir vollkommen, und ohne Wans kelmuth zu schenken, wahrhaftig, Du würdest dafür Dich felbst entgegengeben, und das Wort, welches dem Munde Jesus, unsers Hauptes, entfloß, ging in Erfüllung: >> Gebet, so wird euch gegeben werden.« Würdigst Du Dich nun, meine kleine Gabe anzunehmen, so opfere ich Dir mich selbst, und überlasse deiner Anordnung Seele und Leib mit gänzlicher Zuversicht. Auch auf meinen eiges nen Willen die größte Gabe, die ein Mensch geben kann, verzichte ich von dieser Stunde an auf immer ganz bereitwillig, wie dein geliebter Sohn, Jesus Christus, unser Herr, seinen Willen Dir heimstellte, damit Er durch feine Selbstverläugnung uns das Heit erwerben, und seinen getreuen Nachfolgern in dem kurzen aber sinnvollen Worte den Kern seiner Lehre geben möchte:» Vater, nicht wie Ich will, sondern wie Du willst;-dein Wille geschehe!«<- 5. Durch dein holdes Beyspiel ermuntert, und von deinem Geifte angetrieben und gestärkt, gebe ich mich Dir von neuem hin, und beurlaube mich von allem, was die Welt Böses und Eitles hat. Alle schnöden Gelüste ver abscheue ich vom Herzen; Satans Werfe und Einges bungen verachte ich; mit Ullem, was ich bin und habe, weihe ich mich deinem heiligen Dienste. Die Tage meines Lebens durch getreue Erfüllung meiner Pflichten heis ligen, Eins mit Dir seyn,- das ist mein Wunsch, und das größte Geschäft, woran ich von diesem Augenblicke an meine Hand lege. Um deinem Willen vollkommener Genüge zu leisten, bin ich bereit, den meinen zu verläugnen durch wahren Gehorsam, den ich Dir in meinen Obrigkeiten und Vorges seßten zu erweisen schuldig bin; denn ihnen gehorchen, heißt Dir gehorchen. Ich beuge mich unter ihre Hand, und gehorche, wenn es mich auch schwer ankommt, ihnen willig aus Liebe zu Dir. Das thue ich als ein Wiedergeborner in Christo, der sich, obgleich Gott Mensch, des müthig unter die Hände seiner menschlichen Weltern, feines Täufers, und sogar unter die Hände seiner Feinde beugte. Selbst den Nath und die Ermahnungen von meines Gleis chen werde ich( so fern Klugheit und Ordnung dasselbe gestatten, mit Herzens Demuth und zärtlicher Liebe bes folgen; warum sollte ich das nicht thun, da ich sie gern für weiser und besser halte, als ich bin. S 6. Du fennest meine Unvollkommenheit, und ich flage mich mit Kindersinn vor Dir, meinem Vater an, daß meine Seele noch voll Wunden ist. Im Gefühle der Zers knirschung bitte ich Dich um die nothwendigen Mittel zur vollkommenen Genesung; deine gütigste Baterhand heilet ja jede Wunde, und stärket die Ohnmacht; möge sie sich auch von mir Armseligen nicht abziehen! Amen. Es fegne mich der allmächtige Gott, Vater t, Sohnt, und heilige Geist t, Amen. S Gebeth nach der heiligen Messe. Liebvollster Vater! ich danke Dir aus kindlichem Herzen, daß Du mich an dem Liebesmahle Jesu, und an der Gedächtnißfeyer seines Todes hast Theil nehmen lassen.. Verzeihe mir alle dabey begangenen Fehler der Lauigkeit und der Zerstreuung. Ich fasse vor deinem allerheiligsten Angesichte den festen Entschluß, dem Beyfpiele deines Eingebornen in Ullem nachzufolgen, und Ihm, so viel meine ******** www Kräfte erlauben, ähnlich zu werden, um so die Früchte die ses großen und heiligen Opfers zu erlangen. Verleihe mir die Gnade, diesen Vorsatz zu halten, durch eben diesen un fern Herrn Jesus Christus deinen Sohn. Haus Messe, oder Erhebungen des Herzens während des Gottesdienstes, für diejenigen, welche gehindert sind, in der Kirche dem heiligen Mejopfer beyzuwohnen. I. Herzliches Verlangen, am heil. Meßopfer Theil zu nehmen. Allerheiligste Dreyeinigkeit! Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! allmächtiger Ursprung aller Dinge; Du mein bester Vater, barmherziger Erlöser, Quelle meiner Heiligung und Seligkeit! ich, dein unwürdiges Ge schöpf wage es, vor Dir zu erscheinen, um Dir, meinem wahren Gott und Erschaffer, alle Ehre, Unbethung und zu versichtsvolle Ergebung zu erweisen; Dir zu danken für die zahllosen Wohlthaten, die ich von Dir empfangen; deine Herrlichkeit zu preisen, weil ich zu deinem Lobe erschaffen bin; deine Erbarmungen anzuflehen, und deine Gerechtig keit zu verföhnen, weil ich so viel und schwer wider Dich gefündiget habe. Dieses Alles kann ich nicht würdiger und vollkommener thun, als durch andächtige und gläubige Un hörung des heiligen Meßopfers. Denn in demselben wird Dir geopfert das höchste Lob- und Dankopfer, das kräftigste Bitte und Versöhnopfer, das allerwürdigste Genugthuungss opfer, das wirksamste Opfer des Heils für Lebende und Abgestorbene. Weil ich aber heute der heiligen Messe leiblicher Weise nicht beywohnen kann, so will ich wenigstens im Geis sie mich vor den Altar hinstellen, wo nun Jesus Christus une blutiger Weise sich Dir, o himmlischer Vater! zum Opfer darbringt. Ich vereinige mein gegenwärtiges Gebeth mit diesem herrlichen Opfer; ich verlange inbrünstig, vereinigt mit dem Sohne Gottes, Dich, o himmlischer Vater! auf die kräftigste Weise zu loben, zu lieben, zu bitten, Dir zu dane fen, alle zugefügte Unbild und Schmach abzutragen, und Alles, was durch die heilige Messe kann ausgewirkt werden, auf das Vollkommenste auszuwirken. Verleihe mir dazu Deine göttliche Gnade, und gib, daß ich dieß Alles mit herzlicher Andacht verrichten möge. Amen. - опу иин упи смотрит II. Reue über die Sünden, mit Glauben und Vertrauen auf Jesus Christus, und Opferung seiner kostbaren Verdienste. Heiligster Vater! ich bekenne reumüthig, daß ich Dir höchst selten mit ungetheiltem Herzen gedient, sondern vielmehr Dich sehr oft beleidiget, und durch meine Trägheit und Nachlässigkeit bey Dir eine unendlich große Sündenschuld gemacht habe. Darum nehme ich meine Zuflucht zu den Verdiensten deines geliebten Sohnes, welcher jetzt auf dem Altare gegenwärtig ist, und uns seine Huld und Gnade so frengebig anbiethet und ertheilet. Im Opfer der heiligen Messe bringt Dir Jesus für mich die höchste Ehre und Liebe, das vollkommenste Lob, den herzlichsten Dank und die gütigs ste Versöhnung dar. Zur vollkommenen Verzeihung meiner Sünden opfere ich Dir auf, o himmlischer Bater! das gane ze bittere Leiden und Sterben Jesu Christi, welches jetzt auf dem Altare unblutiger Weise erneuert wird. O gütigster Vas ter! auch für mich armen Sünder hat dein Sohn gelitten, und ist zur Vergebung meiner Sünden gestorben. Mit dankbarer Liebe bring' ich Dir die unendlichen Verdienste seis nes Leidens und Sterbens zur kostbaren gefälligen Opfergabe. Ich vertraue fest, Du wertest mir um dieses unschäßbaren Opfers deines Sohnes willen meine Schulden nachlassen, und in mir reichlich deine Gnade vermehren. Amen. O Vater der Barmherzigkeit, Gott alles Trostes! bey Dir suche ich Hülfe und Gnade, Ach, sich doch meinen Jammer und mein Glend mit gnädigen Augen an, und laß mein Flehen zu Dir kommen! Damit ich gewisser erhöret werde, erscheine ich vor dem Throne deiner Gnade, welcher im heiligen Meßopfer zu unserm Heile errichtet worden ist, und wo das unschuldige Lamm Gottes auf geheimnißvolle Weise Dir, heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott! durch die Hände der Priester, zur Vergebung der Sünden geopfert wird. Um dieses allerheiligsten Opfers willen bitte ich Dich, Du wollest dessen Unschuld anschauen, und um Seinetwegen mir Barmherzigkeit erzeigen. O mein Heiland! wie groß war deine Liebe zu mir, welche Dich antrieb, so viele und so bittere Peinen und den Tod für mich zu leiden, um für meine Sünden genug zu thun, und die Huld deines Vaters mir zu erwerben. wie groß ist auch jetzt deine Liebe zu mir, wel. che Dich antreibet, deinen Versöhnungstod in allen heiligen MU Messen unblutiger Weise zu erneuern, auf daß Du mir deine Verdienste zueignen und mittheilen könnest. Aus gan. zem Herzen danke ich Dir für diese deine große Liebe; und von Grund meiner Seele bitte ich Dich, Du wollest mich aller Früchte derselben theilhaftig machen, und mich durch die Gnade des heiligen Geistes stärken und befestigen, daß ich die Sünde und alles unheilige Wesen verabscheue, mein Fleisch mit seiner Begierlichkeit freuzige, mich selbst verläugne, und in deine Fußstapfen eintrete und Dir hachfolge, damit all mein Denken und Reden, Thun und Lass fen ein lebendiger Gottesdienst und ein Gott wohlgefällis ges Opfer werde. Wie Du dem himmlischen Vater Dich aufgeopfert haft, so nimm auch mich in die Arme deiner Liebe und Barmherzigkeit, und bring mich armen verirrten Sünder deinem Vater zum Opfer dar, und laß mich nie mehr von seiner Liebe geschieden werden. Amen. III. Anbethung des allerheiligsten Leibes und Blutes Jesu Christi unter den Gestalten des Brotes und Weines. O gütigster Jesus! vor Dir knien die himmlischen Chöre und bethen an; mit ihnen erhebe ich meine Stimme, und rufe: Heilig! heilig! heilig! bist Du, o Gott der Heerscharen; Himmel und Erde ist voll deiner Gnade und Herrlichkeit! Du bist gegenwärtig, o mein Jesus! unter den Gestalten des Brotes und Weines. Höre, ach höre mein Gebeth! Ich schlage auf meine Brust, und bekenne meine Unwürdigkeit; aber mit festem Vertrauen bitte ich, o Jesus! sey mir barm berzig; o gütigster Jesus! verzeihe mir meine Sünden. O heiliges Blut! wasche mich von meinen Sünden. O theures Blut Jesu, o gnadenreiches Blut Jesu! schreye für mich zum Himmel um Barmherzigkeit. Allerheiligster Gott! nimm dieses kostbare Blut sammt aller Liebe, mit welcher dasselbe ist vergossen worden, nimm es als ein Opfer meiner Liebe und meines Dankes zu deiner höchsten Ehre, zur Verzeihung meiner Sünden, zur Genugthuung für meine verdienten Strafen, zur Abwaschung meiner Sündenmafeln, zum Erfaße meiner Versäumnisse, und zur Tilgung aller aus Unwissenheit oder Schwachheit begangenen Sünden; wie auch zum Trofste der Betrübten, zur Bekehrung der Sün der zum Heile der Kranken und Leidenden, zur Stärkung www der Sterbenden und zur Erquickung, Reinigung und Erlös jung aller abgestorbenen Seelen im Fegfeuer. Amen. IV. Unerschütterliches Vertrauen auf Jesus wwww Christus. Zu Dir, o gütigster Jesus! erhebe ich meine Augen und mein Herz! Uch wende auch Du dein huldvolles Angesicht und deine treue Liebe zu mir; sieh an, o Herr! meine äußerste Noth und größte Gefahr meiner Seele. Ach! nimm Dich meiner an, als mein einzig treuer Mittler und Helfer! sey nun Du durch das Opfer der heiligen Mesfe mein Heil, und erwirb mir vollkommene Verzeis hung meiner Sünden. O stelle deinem Vater vor, wie schmerzlich Du für uns gegeißelt, gekrönet, gefreuziget und getödtet worden seyest, und versöhne dadurch mich armen Sünder mit der strengen göttlichen Gerechtigkeit. Güs tigster Jesus! ich bitte Dich, laß mir deine Verdienste reichlich zukommen, damit ich theilhaftig werde deiner Ehre und Seligkeit im Himmel. Umen.( Bater unser u. s. w.) V. Wer im Nahmen Jesus bittet, der wird empfangen. — Du Lamm Gottes! welches Du für uns arme Sünder gelitten haft; ach! erbarme Dich meiner, und opfere Gott dem Vater dein Leiden zur Verzeihung meis ner Sünden. Du Lamm Gottes! welches Du für uns arme Süns der gestorben bist; ach! erbarme Dich meiner, und opfere Gott dem Vater deinen Tod zur Zahlung meiner Süns denschulden. - O Du Lamm Gottes! welches Du für uns arme Sünder Dich selbst geopfert hast, erbarme Dich meiner, und opfere Gott dem Vater dein heiliges Blut zur Reinigung meiner Seele. Himmlischer Bater! ich bringe Dir dar diese kosts bare höchstwerthe Opfergabe. Meiner Sünden sind zwar mehr als Haare auf meinem Haupte; aber lege, gerechter, barmherziger Gott! dieß theure Opfergeschenk auf die eine, und meine Sünden in die andere Wagschas le; so wird ja jenes diese meine Schulden weit überwägen. O barmherziger, heiliger Gott! fegne mich, ach segne mich noch, ehe ich mein Gebeth schließe; und durch diesen Se— TEAMMUN way. gen laß mir die Gnade zukommen, daß ich sogleich anfange mein Leben zu bessern, und Allem zu entsagen, was Sünde ist, und Dir mißfällt. Deine Wahrheit sey mein Licht; deine Verheißungen meine Freude und Hoffnung; deine Liebe mein Leben. Unterstüße mich in meiner Schwachheit; bewahre mich vor Sünden; stärke mich, wenn Versuchungen mich anfechten, und laß mich deine Nähe nimmer vergessen. O kostbarer Tag, aber vielleicht der letzte meines Lebens! o glückseliger Tag, wenn er mich beffer machen wird. Heilige Mutter Gottes, Maria! heilige Engel und Freunde Gottes! bittet für mich, und leitet mich auf dem Wege der Wahrheit. Gott! gib deine Liebe den Lebens digen, und deinen Frieden den Abgestorbenen. Amen. 21 bend and a cht. Es fegne mich der dreyeinige ewige Gott, der Vater, der Sohn f, und der heilige Geist+. Amen. Ich lobe und preise deinen heiligen Nahmen, daß Du mich erhöret, und nicht verschmähet hast mein Gebeth, das ich heute in der Morgenstunde vor dein heiliges Anges sicht gebracht habe. Zwar ist mir deine wunderbare Güte wegen meiner Kurzsichtigkeit noch größten Theils verborgen; darum kann ich Dich nicht so völlig und kräftig loben, als ich's schuldig bin, ja, als ich's durch deine Gnade wünsche und verlange. 1 Doch preise ich Dich mit meinen Lippen, so viel ich dieß mit deiner Gnade vermag, sowohl für die erkannten, als unerkannten Wohlthaten, bis ich einst dahin gelange, daß ich sie alle erkennen, und Dich selbst von Angesicht zu Angesicht schauen werde. Weil ich noch da bin, will ich Dich insbesondere prei sen für das liebe Kreuz, welches Du mir täglich als einem Jünger Chrifti auflegst, damit meine Seele von den Lüften dieser Welt weg, und zu Dir hingewöhnet werde. Nun ist die Last dieses Tages überwunden, und so ein Schritt nach dem andern von diesem mühseligen Pils gerleben zurückgelegt, und wir sind wieder näher gekome men der ewigen Herrlichkeit. venyt. Indessen hast Du, lieber Vater! Geduld mit uns, und vergibst uns täglich und reichlich alle unsere Sünden; darum habe ich auch freyen Zutritt zu Dir in dem Blute Jesus, welches mich abgewaschen und gereiniget hat von allen meinen Sünden.- Wie groß ist deine Liebe, daß Du mich aus Gnade schon jetzt in der Hoffnung selig gee macht hast! Mein Vater! ich lasse diese Hoffnung nicht fahren, ob ich wohl meine Gebrechen und Untugenden erfenne. Du weißt, daß es meines Herzens Verlangen ist, völlig davon befreyt zu werden, und daß mich deßwegen dieser sterbliche Leib am meisten drücket, weil ich von ihm gehindert werde, mich recht aufzuschwingen zu Dir, und mich völlig mit Dir zu vereinigen. 1 Doch laß mir nur diese Gnade widerfahren, mein Vater! daß mein Christenthum thätig sey im Werke, und daß ich deine Gnade nicht vergebens empfange zu meinem täglichen Wachsthum im Guten. Laß mich nun ruhen, lieber Vater! ich lege mich in deine Arme. Schließ. Du meine Augen zu durch deine Vaterliebe, und bleib während des Schlafes vereiniget mit meinem Geiste, daß der Satan nichts über mich vers möge. Denn Du bist ja der Hüther und Wächter Israels, der nicht schläft noch schlummert. Du wollest meinen Leib und meine Seele, und Alles, was Du mir gegeben hast, gnädiglich behüthen und bewahren; dann auch Dich erbarmen aller meiner Brüder, Freunde und Feinde, der Lebens den und der Verstorbenen; laß sie der Früchte meines are men Gebethes mitgenießen. Endlich öffne am Morgen meine Augen zu einem neuen Leben, und erfülle meinen Mund auf's Neue mit deinem Lobe, damit ich Dich so lange preise, und Dir zur Ehre lebe, bis herankommt der Abend dieses zeitlichen Lebens, nach welchem ich mich so herzlich sehne, und Du mich in's Grab zur Ruhe legest, und mich wieder auferweckest an dem rechten Ruhe und Freudentage deiner Kinder, da mir die Sonne ewig nicht mehr untergehen wird; sondern ich in ewiger Wahrheit und Klarheit vor Dir, Allerheiligster! leben werde. Amen. Gemeinschaftliches Nachtgebeth einer gottesfürch tigen Familie. Gott Vater! Sohn und heiliger Geist, dreyeiniger Gott! Du höchstes Gut! in deinem Nahmen haben wir den heutigen Tag angefangen; in deinem Nahmen wollen wir ihn wieder beschließen. Sieh! wir fallen jegt am Ende dieses Tages nieder auf die Knie, und danken Dir für alles Gute, das Du uns den ganzen Tag hindurch erwiesen, und für alles Ulebel, welches Du so gnädig von uns abgewendet haft. Wir erkennen es mit dankbarem Herzen, daß jeder Bissen Brot, ja sogar jeder Athemzug ein Geschenk deiner väterlichen Güte ist. Wie haben wir aber deine Wohlthaten angewendet? Haben wir keine Sünde begangen?- O verzeih, barmherzigster Vaz ter! wenn wir Böses gethan, Gutes unterlassen, oder dasselbe schlecht oder nachlässig verrichtet haben. Es reuen uns diese und alle Sünden unsers ganzen Lebens, weil wir Dich, o höchstes, liebenswürdigstes Gut! o bester, lieb ster Bater! beleidiget, und deine Wohltbaten so schlecht vergols ten haben. Habe Geduld mit unsern Schwachheiten und Feh lern, und verzeih uns um Jesus, deines Sohnes willen, der sein kostbares Blut für unsere Sünden vergossen hat. Wir wollen uns diese Nacht hüthen von bösen Gedanken, und von allen Werken der Finsterniß; und morgen wollen wir Dir wieder mit neuem Eifer dienen, und unaufhörlich an unserer Besserung arbeiten. Bater unser 2c. Wir begeben uns nun bald zur Ruhe; aber Du, o Gott! wacheft über uns, auch wenn wir schlafen. Wir bitten Dich, beschüße uns diese Nacht vor allen Gefahren des Leibes and der Seele. Wende von uns ab Krankheiten, Feuersbrünste und alle Angriffe boshafter Menschen. Laß uns diese Nacht in Frieden ruhen, und morgen wieder froh und gesund zu deinem Dienste aufstehen, wenn dieß anders deinen weisesten Rathschlüssen und unserm Seelenheile nicht zuwider ist. - - www. In deiner Hand, o Gott! stehet Leben und Tod. Du allein weißt es, ob wir morgen noch leben; in deine Hände empfehlen wir unsern Geist! Bater unser 20. - Heilige Maria! Mutter Gottes! und ihr lieben Engel uno Heiligen! Erseßet durch Eure Fürbitte, was unserm unwürdigen Gebethe, abgebet, und erbittet uns den Schuß und Beystand des allmächtigen Gottes! Du Gott der Barmherzigkeit! verzeihe den Seelen der Vers storbenen, was sie aus menschlicher Schwachheit gesündiget has ben, und laß sie bald zur ewigen Seligkeit gelangen. Wir bitten Dich durch die Verdienste unsers Herrn Jefus Christus unsers Erlösers, welcher für sie, wie für uns, sein kost. bares Blut vergoffen hat. Amen. 3 weyter Abschnitt. Sonntägliche Andachten. Von der Heiligung der Sonn- und Feyertage. Jeder katholische Christ muß nach den Gebothen Gottes, und nach den Forderungen seiner heiligen Religion den Sonntag, und die von der katholischen Kirche gebothenen Feyertage, als Tage der Andacht, und des öffentlichen Gottesdienstes, mit guten Gedanken und gottseligen Werken zubringen; dieß heißt den Feyertag heiligen. Dahin soll schon früh Morgens unser ernstlicher Vorfaz gerichtet seyn. Es soll zwar das ganze Leben des Christen Gottesdienst seyn; denn Gott dienen, heißt: Gott gehorsamen, thun, was Gott haben will. Insbesondere aber nennt man die öffentlichen Andachtsübungen in der Kirche den sonn- und feyertäglichen Gottesdienst. Diesem sollst du also, mein Chrift! fleißig beywohnen, denn du bist schuldig: 1) auch äußerlich und öffentlich zu zeigen, daß dur Gott ehrest und anbethest, und 2) daß du Andern ein gutes Beyspiel gebeft; 3) du wirst auch selbst mehr zur Andacht aufgemuntert, wenn du den Eifer und die Andacht der übrigen Mitchriften siehest. Ja der Ort selbst, wo Gott auf eine besondere Weise gegenwärtig, und eine ganze Gemeinde bey dem Gebethe vereiniget ist, trägt Bieles zur wahren innerlichen Andacht bey. Allein, mit dem Gottesdienste in der Frühe endiget sich noch der Sonn- oder Feyertag nicht. Es ist auch Nachmittag und auf den Abend och Feyertag; und diese Zeit sollst du gut zubringen. Auch zu Hause sollst du an diesen Tagen entweder von geistlichen Sachen reden, oder was Nüßliches lesen, und Andern vorlesen; daher sind auch eigene AbendBethstunden und Andachten für alle Zeiten und Feste in diesem Buche enthalten. Ferner sollst du Kinder unterweifen, einen Kranken besuchen, einen Betrübten trösten, um nach deinen Umständen Gutes zu thun, und jenes hereinzubringen trachten, was du die Woche hindurch wegen zeitlicher Geschäfte nicht thun konnteſt. Vorzüglich aber sollst du an diesen Tagen dem öffentlic chen Gottesdienste, nähmlich dem Amte und der Predigt, oder der christlichen Lehre in deiner Pfarrkirche beywohnen; denn sie ist deine Mutterkirche; von ihr aus fließen dir alle geistlichen Gnaden, Wohlthaten und Segnungen zu, durch welche dein ewiges Heil von der ersten Kindheit an, bis hin zum Grabe befördert wird. In deiner Pfarrkir che bringt dein Seelenhirt an Sonn- und Fevertagen auh für Dich, für dein Seelenheil unsern göttlichen Erlöser Jesus Christus dem himmlischen Vater zum angenehmen Opfer dar, verkündet dir das heilige Evangelium, und ist bereitet, deinem Bußeifer und Verlangen nach Vereinigung mit Jesus durch Ausspendung der heil. Sacramente zu Hülfe zu kommen. Wie kann er einst vor dem ewigen Richter für deine unsterbliche Seele Rechenschaft ablegen, wenn du den Besuch deiner Pfarrkirche, dieser heiligen Stätte, die dir der Herr zu dei ner Belehrung, Besserung und Heiligung angewiesen, an Sonn- und Feyertagen vernachlässigest, und auf fremder Weide Nahrung für deine Seele sucheft, oder wohl gar allen christli chen Unterricht vernachlässigest? Wenn der Herr deine See le von ihm fordert, wird er alsdann sagen:» Herr! ich ken ne sie nicht.< - 71 Zwar verlangt Gott nicht von dir, daß du an diesen Tagen unausgesetzt bethest, oder den Andachts llebungen oblie: gest; du darfst dich auch erhohlen, von deinen wochenlangen Arbeiten ausruhen, eine unschuldige Freude und er laubte Ergeßlichkeit genießen; doch soll dieses nicht zu lans ge, und alles mit Mäßigung, Ehrbarkeit und Bescheidenheit geschehen. Also ist es nicht gefehlt, wenn du besonders, in fo fern du vom ärmern Stande, oder ein Dienstbothe bist, auch ap Sonn- oder gebothenen Feyertagen für dich und die deinigen etwas arbeitest, flickest oder nähest, nachdem du den übrigen Tag gut und zu deinem Seelenheile angewendet hast. Auch wenn es die Noth fordert, das ist, wenn du eine Arbeit ohne deinen, oder deines Nächsten großen Schaden nicht verschieben kannst, so arbeite ohne Bedenken und Ge wissens- Scrupel, so lange es nöthig ist. Endlich, an Sonn- und Feyertagen hast du mehr Zeit, dein Gewissen, und den Zustand deiner Seele länger und genauer zu durchforschen, über dich selbst nachzudenken, und zu sehen, ob du auf dem Wege der Tugend vorwärts oder rückwärts gegangen bist, und neue Vorsäge für die Zukunft zu machen. Indessen geschieht es leider! nur gar zu oft, daß an eben diesen heiligen Tagen die meisten und schwersten Sünden bes gangen werden. Viele glauben, wenn sie nur einer heiligen Messe beygewohnt haben, so sey das Kirchengeboth schon erfüllt; den übrigen Tag dürfen sie dann ganz nach ihrem Belieben verwenden. Da sind dann diese Leute oft mehr als den halben Tag müßig, und bringen ihn mit Nichtsthun ju; oder im Müßiggange verfallen sie gar auf sündhafte Gedanken und Werke. Viele berauschen sich, siten halbe Tage, oft noch bis in die späte Slacht hinein, im Wirthshause; es wird lange, und theuer gespielt, leichtfertig und üppig getanzt; oft wird bey der Zeche, ben allerley Besuchen und nächtlichen Zusammenkünften, unkeusches Gespräch geführt, und der größte Muthwillen und die frechste Ausgelassenheit getrieben. So werden die größßten Festtage, und der heilige Sonntag selbst, unverantwortlich entheiliget. Und wer macht sich wohl ein Gewissen daraus! wer klagt sich deßwegen im Beichtstuhle an?- Mit einem Worte: Aus dem, wie einer die Feyertage hält, kann man am besten den guten oder schlechten Christen kennen lernen. Bon Anhörung der Predigt. Die Predigt, oder der öffentliche christliche Unterricht, macht, wie ich schon gesagt habe, einen Haupttheil des Gottesdienstes und der Sonntagsfeyer aus; und man soll sie eben so wenig ohne wichtige Ursache verfäumen, als die heilige Messe. Diejenigen haben also unrecht, welche lieber mehrere Messen, als die Predigt hören, oder während derselben bethen, sich zur Beicht vorbereiten, oder etwas anderes vornehmen. Da kannst du nichts besseres thun, als fleißig aufmerken. Im Gebethe redest du mit Gott, und in der Predigt redet gleichsam Gott selbst mit dir, denn die christliche Wahrheit, die da verkündiget wird, ist Gottes Wort; und eben aus Bernachlässigung der Pres digten und des göttlichen Wortes entstehet beut zu Tage die schreckliche Unwissenheit, oder wenigstens Vergessenheit der vornehmsten Heils Wahrheiten, auch bey so vielen erwachsenen Leuten. Wer aus Gott ist, fagt Christus, wer Gottes Kind seyn will, der höret sein Wort gern an; darum möget ihr es nicht hören, weil ihr nicht aus Gott seyd. Aber es kommt nur darauf an, wie du es anhörest, merkest, und auf dich selbst anwendest. Höre jede Predigt nur aus der redlichen Absicht, etwas Gutes daraus zu lernen, und dadurch besser zu werden. Es ist keine Predigt so schlecht, aus der du nicht etwas lernen könntest; und die beste Predigt ist dir unnug, wenn du sie dir nicht selbst zu Nugen machen willst. Darum sollst du dir aus jeder Predigt das herausnehmen, was dich besonders angehet. Was du jetzt nicht brauchest, kannst du für die Zukunft merken. Denke oft an das Gleichniß vom Samen, der nur dann reichliche Frucht bringt, wenn er auf einen guten wohlbereiteten Acker fällt. www. 1. Heilige Gedanken an einem Sonntage. Heute ist der Tag des Herrn; darum ermuntere dich, mein Geist! es ist ein Tag, den du heiligen, das ist, den du anders, als gemeine Tage begeben sollst. Ziere dich vor allem andern mit heiliger Andacht, und denk' an die Wohlthaten Gottes. Schaff Ruhe deiner Seele und deinem Leibe; denn es ist ein von Gott geordneter Ruhetag.- Wende dich mit Bethen zur Sonne der Gerechtigkeit; denn es ist ein beiliger Sonntag. Gott will heute dein Herz allein haben für alles Gute, das er dir die ganze Woche über geschenkt hat; schlag' es Ihm nicht ab. Er will in deiner Seele ruhen; o störe Ihn nicht, sondern sprich vielmehr: wwwwwww/ v Jesus! Du König des Himmels und der Erden! heute ist der Tag, da deine Unterthanen zu Dir in den Tempel kommen, um Dich zu loben und anzubethen. Ich bin unter ihrer Zahl. Ich will heute den Kelch des Heiles nehmen, und des Herrn Ruhm verkündigen. - Heute feyern wir Christen den, Ruhetag, den Du am Anfang der Welt geordnet hast. Heute denk' ich an deine Güte, da Du in sechs Tagen Alles, was wir sehen und haben, aus Nichts gemacht, und bis auf den heutigen Tag zu deiner Ehre und zu unserm Nußen und Heile fo gnädig erhalten hast. Heute ist der Tag, an welchem Du, Herr Jesus Chris stus! nach Ueberwindung des Todes und der Hölle, aus dem Grabe hervorgegangen bist. Dank, ewiger Dank für deine unaussprechlich große Gnade! Das ist der Tag, den uns der Herr im neuen Testamente gemacht hat. Halleluja! An diesem Tage ging die Predigt der Apostel in die ganze Welt aus, da der heilige Geist über sie ausgegossen ward.- Darum will ich auch heute mit Freude und Bes gierde Gottes Wort hören. Gib, heiliger Geist! daß es in mein Herz, als in ein gutes, fruchtbares Erdreich, falle, darin wurzle, und Früchte in Geduld bringen möge. Aber was kann ich ohnmächtiger armer Sünder, ohne Dich? Herr! der Du das Wollen und Vollbringen im Menschen wirkest, fang' Du in mir an, und führe es herrlich hinaus; sey Du, o Jesus! der Anfang, das Mit tel und das Ende, ja Alles und alles in mir. - www/ Glaube, Liebe, Hoffnung und Andacht sind Dir, mein Gott! die angenehmsten Dinge, die Du von mir verlangest. So soll denn durch deine Gnade dem Glauben mein Herz, der Liebe mein Mund, der Hoffnung meine Augen, der Undacht meine Ohren, Dir aber, mein Herr! Alles' ergeben seyn. Vater unser 2c. II. Gebeth bey dem Eintritt in den Tempel des Herrn. Ich bin jetzt in deinem heiligen Tempel, o mein Gott! um Dich, den Ewigen und Allmächtigen, mit der höchsten Ehrfurcht anzubethen; um Dir für deine Wohlthaten zu danken, die Du mir vom ersten Augenblicke meines Lebens bis auf diese Stunde erwiesen hast; um Dich zu bitten, daß Du mir meine Missethaten und meine vielfältigen Ulebertretungen nach deiner großen Barmherzigkeit erlasseft, und zugleich alle jene Gaben mittheilest, die mir an Leib und Seele nöthig sind. Vater der Barmherzigkeit! o so unterstüße mich also mit deiner Gnade, daß ich recht andächtig, rechtgläubig und vertrauensvoll zu Dir bethe. Laß mich es bedenken, wie groß die Gnade ist, daß ich armer unwürdiger Mensch zu Dir, dem Unendlichen, dem Gott der höchsten Majestät, treten darf, und daß Du mich mit väterlicher Huld anhörest. Laß mich es bedenken, daß Du allein es bist, der meine ganze Liebe verdient, Du allein, von dem ich mit freudiger Zuversicht Hülfe und Trost in allen meinen Ans liegen erwarten darf. Laß mein Gebeth kindlich, innig, und Dir wohlgefällig seyn, und erhöre mich nach deiner Güte, im Nahmen und um der Verdienste unsers Herrn und Heilandes Jesus Christus willen. Amen. III. Ben der Segnung des Weihwassers. Wir flehen zu Dir, allmächtiger ewiger Gott! segne durch die Hand des Priesters dieses Salz und Wasser, auf daß es allen Gläubigen ein Heilmittel für Leib und Seele werde. Um dieses bitten wir durch Jesus Christus unsern Herrn, der da kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten, und die Welt, durch das Feuergericht. Amen. Besprenge mich mit Hysop, Herr! Erbarme Dich, Barmherziger! und wasche mich von Sünden rein, laß meine Schuld getilget seyn!- Ehre sey dem Vater zc. Zeige uns, Herr! deine Barmherzigkeit; und kröne uns mit deinem Heile. Herr! erhöre mein Gebeth; und laß mein Rufen zu Dir kommen. Der Herr sey mit uns! und mit unserm Geiste. ve Gebeth. Allmächtiger, ewiger Gott und Vater! wir bitten demüthig, Du wolleft uns, die wir in diesem Tempel als deine Kinder zu Dir rufen, den heiligen Geist vom Himmel herabsenden, damit Er uns Arme mit seinem göttlichen Besuche erquicke, tröste, beschirme und bewahre vor allen Gefahren des Leibes und der Seele, vorzüglich aber von der Sünde und dem ewigen Tode, durch unsern Herrn Jesus Christus. Amen. IV. Gebeth vor der Predigt. Liebster Jesus! der Priester geht nun auf die Kanzel, und verkündiget uns in deinem Nahmen das göttliche Wort. Neinige seine Lippen, wie dem Propheten Isaias; lege ihm dein Wort in seinen Mund, und erleuchte sein Herz mit dem heiligen Geiste, daß er nichts rede, was deinem heiligen Worte entgegen sey. Eröffne auch unsere Herzen und Ohren, daß wir Acht haben auf die Predigt des Evangeliums. Hilf, lieber Vater im Himmel! daß dieser dein Ges fandter mit uns allen möge selig werden, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. V. Nach der Predigt. Sohn Gottes, Jesus Christus! Du hast Worte des ewigen Lebens, und dein Diener hat sie uns jetzt durch deis nen Beystand erklärt. Ich danke Dir dafür von ganzem Herzen, und preise deinen heiligen Nahmen. Hilf, allmächtiger Gott! daß ich nicht nur ein Hös rer, sondern auch ein Thäter deines Wortes seyn möge, auf daß ich mich nicht selbst betriege. Gib, daß dieser Unterricht mir nüglich werde zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung und zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, daß ich vollkommen werde, und tüchtig zu allen guten Werken. Gib, daß ich deinem Evangelium treu nachwandle, und deinen Nahmen nicht schände durch ein unchristliches Leben. Verstehe ich noch nicht Alles, so offenbare Du mir, wessen ich sonst noch bedarf, um zur vollständigen Erkenntniß deines heiligen Willens zu gelangen, damit ich fruchts bar sey in guten Werken, und gestärket werde mit deiner Kraft in aller Geduld und Langmuth; damit ich endlich in der Stunde meines Absterbens erfahre, daß ich wirklich von Dir empfangen habe Worte des ewigen Lebens, durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen. VI. Unter dem Hochamte. Wie lieblich ist deine Wohnung, Herr der Heerscharen! Ich sehne mich ja meine ganze Seele schmachtet nach deinen Vorhöfen. - Früh tomm' ich daher zu Dir, o Gott! Dich anzus bethen in deinem heiligen Tempel, und in der heiligen Messe dem geheimnißvollen, unblutigen Opfer beyzuwohnen, das einst dein lieber Sohn, unser göttlicher Herr und Heiland Jesus Christus, Dir auf Golgatha darbrachte, da Er seinen Leib in den Tod hingab, und sein Blut vergoß, zur Vergebung unserer Sünden. Erleuchte meinen Verstand, und belebe meinen Glaus ben! Rühre und zerknirsche mein Herz, daß ich diesem heiligen Opfer der Liebe mit den Empfindungen der Undacht, der Neue und Gegenliebe, der Dankbarkeit und Hoffe nung beywohne, dadurch der Früchte des Leidens und Todes Jesus theilhaftig werde, und Verzeihung der Sünden, Gnade zum Guten, und das ewige Leben erlange. Nimm dieses Opfer, o heiligster Vater! das ich vere eint mit dem Priester Dir darbringe, gnädig auf, zum Lob' und Preis deines Nahmens, zum Heile meiner Seele, für die heilige katholische Kirche, für alle Gläubige, damit sie im wahren lebendigen Glauben gestärkt, für alle Frrende und Ungläubige, damit sie zum wahren, lebendigen Glauben bekehret werden, für die Lebendigen und für die Verstorbenen, besonders für jene, für die ich zu bethen vers pflichtet bin, und die in mein Gebeth sich empfohlen haben, damit sie von deiner unendlichen Vatergüte Alles era langen, was sie gut und selig machen kann. Über darf ich es wagen, Allerheiligster! deinem Als tare mich zu nahen, und der Feyer dieses geheimnisvollen 4* - wwww 1 wwwww/ v Opfers beyzuwohnen? Uch! meine Sünden und mein Elend drücken mich bis in die Tiefe meines Nichts vor deinem Angesichte hinab; mit Betrübniß und Neue fühle ich meine große Unwürdigkeit, und demüthig will ich von Fers ne stehen, gleich dem bußfertigen Zöllner, an meine Brust schlagen, und mit Glauben und Vertrauen rufen: O barmherziger, heiliger Gott! erbarme Dich über mich. Sieh mich an mit den Augen deiner Barmherzigkeit, wie Du ansahest jenen Zöllner, der da sprach: Herr Gott, sey mir armen Sünder gnädig! Sieh mich an, so wie du den verlornen Sohn angesehen hast, da er sprach: Ich bin nicht werth, daß ich dein Sohn heiße, halte mich als einen deiner Taglöhner. Ich bin der fündige Zöllner, ich der vers irrte, verarmte, von Dir gewichene vertorne Sohn; aber ich bin wieder zurückgekommen, und darf nun vertrauens voll sprechen: Du bist mein Gott, mein Herr und mein Bater; so sich mich denn an, als ein gütiger, milder und liebevoller Vater, und vergib mir völlig alle meine Sün den. Herr erbarme Dich meiner! Christus erbarme Dich meiner! Herr erbarme Dich meiner! majald asked Gloria. Seele erlöfete, begnadigte Seele! Schwinge dich himmelan, und stimme mit begeisterter Liebe ein in den Lobgefang der englischen Heerscharen. Ehre sey Gott in der Höhe. Und Friede auf Erden den Menschen, die eines guten Willens sind! Wir loben Dich, wir preifen Dich, wir bethen Dich an. Wir verherrlichen Dich, wir danken Dir wegen Deiner großen Herrlichkeit! Herr, Gott, himmlischer König! Gott, Vater, Allmächtiger! Herr, einges borner Sohn, Jesus Christus! Herr, Gott, Lamm Got tes, Sohn des Vaters! der Du hinwegnimmst die Sünden, der Welt, nimm unser Flehen an! der Du sigefst zur Nechten des Vaters, erbarme Dich unser; denn Du allein bist heilig. Du allein bist der Herr. Du allein bist der Höchste, Jesus Christus! mit dem heiligen Geiste in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen. - Kirchengebeth. Gott! Du Stärke Aller, die auf Dich bauen, erhöre gnädig unser Flehen. Ohne Dich vermag die Ohnmacht der Sterblichen nichts. Darum schenke uns den Bey stand deiner Gnade, daß wir deine Gebothe tren beobachten, und hierdurch unser Wille und unser Wandel Dir gefällig werdedurch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn! der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott- von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ur Epistel. 368 Allmächtiger, ewiger Gott, unser Herr und Vater! Wie weise und gütig hast Du zu allen Zeiten die Menschen - deine Kinder- geleitet und geführet!- Mit den Ure vätern redetest Du wie ein Freund mit seinem Freunde. Dem Volke Israel gabst Du Moses und die Propheten. Deinem Christenvolke sendetest Du die Apostel und ihre Jünger! Wir lesen und hören die heiligen Schriften des alten und neuen Bundes. Alle weisen sie auf Einen hin, Der da ist der Anfang und das Ende; durch Den allein zu Dir gelan< gen kann, wer zu Dir gelangen will. O gib, daß ich diesen lange verheißenen, sehnlich Erwarteten, von Dir gesendeten- Jesus Christus stets suche, den Gefundenen festhalte, und in seiner Vereinigung Leben und Seligkeit finde, durch denselben Jesus Christus. Amen. Zum Evangelium. ― Jesus Christus! o Du anbethungswürdigster Wohl thäter der Menschen, du einziger guter Lehrer, den wir hören, Du erhabenstes Vorbild, dem wir nachfolgen sollen! wie kann ich Dir feurig, wie innig genug danken, daß Du uns dein heiliges Evangelium, die frohe Bothschaft unserer Erlösung und Heiligung, vom Himmel herabgebracht hast. O! laß es nicht bloß in meinen Ohren erschallen, sondern tief in mein Herz eindringen, und würdige Früchte der Bes kehrung und Gerechtigkeit wirken, damit es sich auch an mir offenbare als eine Kraft Gottes, selig zu machen Alle, die daran glauben. Du Abglanz der Wahrheit und Heiligkeit des Baters! Laß das Licht deines heiligen Evangeliums allen denen leuchten, die noch in den Finsternissen der Unwissenheit und in den Schatten des Todes sitzen, damit sie in das Reich der Wahrheit und der Gerechtigkeit versetzt werden, und durch Dich zum Vater, und beym Vater zum Genuße des ewigen Lebens gelangen. Amen. 14 II. aut. ontagitare 3 nm Credo. Ich glaube an Gott den Vater u. s. w. 3um Offertorium. Heiliger Bater, allmächtiger ewiger Gott! Nimm auf das unbefleckte Opfer, das ich Unwürdiger durch die Hände deines Priesters Dir darbringe, meinem lebendigen und wahren Gott, für meine unzählbaren Sünden, Uebertretungen und Nachlässigkeiten, für alle Anwesenden, und für alle gläubigen Christen, Lebendige und Abgestorbene, daß es mir und ihnen zum Heile gereiche in Ewigkeit! Amen. Mit diesem Opfer des Brotes und Weines, das da foll verwandelt werden in den Leib und das Blut unsers Herrn Jesus Christus, opfere ich Dir, o himmlischer Va ter! mich selbst und Alles, was ich bin und habe. Wie Jesus mit Dir Eins ist, so laß auch mich durch die heilige Liebe Eins seyn mit Jhm. Das Blut Jesus, deines Sohe nes, reinige mich von meinen Sünden! das Feuer deiner göttlichen Liebe vertilge an mir Alles, was böse, und Dir mißfällig ist! dein heil. Geist führe mich in alle Wahrheit und Gerechtigkeit, damit mein ganzes Leben ein Dir wohl gefälliges Dank- und Lobopfer werde, durch Jesus Christus, unsern Herrn! Amen. Im Geiste der Demuth und mit zerknirschtem Herzen flehe ich zu Dir, sieh gnädig her auf den Altar, und laß Dir unser Opfer gefallen um Jesus, deines Sohnes willen, der sich für uns am Kreuze geopfert hat. Komm, o Heiligmacher, allmächtiger ewiger Gott! und segne dieses Opfer, das wir zur Ehre deines heiligen Nahmens zubereitet haben. Nimm, heilige Dreyeinigkeit! nimm dieses Opfer gnäs dig auf, das wir Dir darbringen zum Andenken des Leis dens, der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi, un sers Herrn; zur Ehre der heiligen Jungfrau Maria, und des heiligen Täufers Johannes, und der heiligen Apostel Petrus und Paulus, und dieser und aller Heiligen, daß es ihnen gereiche zur Ehre, und uns zum Heile, und daß dies jenigen für uns im Himmel unsere Fürbitter werden, deren Andenken wir auf Erden feyern, durch denselben Jesus Christus, unsern Herrn! Umen. Allmächtiger Gott und Vater! nimm das Opfer von den Händen des Priesters gnädig auf, und laß es zum Lobe und zur Verherrlichung deines Nahmens, auch zu unserm Nußen und zum Besten deiner ganzen heiligen Kirche gereichen; durch Jesus Christus, unsern Herrn! Amen. Zur Präfation. Und so mich hingebend in Gehorsam und Liebe, erheb' ich Herz und Hände zum Himmel, und bethe dankerfüllt deine unendliche Batergüte an. Ja- würdig und gerecht ist es, billig und heilsam, daß wir immer und überall Dir danken, o Heiligster, allmächtiger Bater, ewiger Gott und Herr! durch Christus unsern Herrn. Durch Jhn loben deine Majeftät die Engel, bethen an die Herrschaften, und beben in heis liger Ehrfurcht die Mächte.- Durch Ihn preisen Dich die Himmel, und die Kräfte der Himmel, und die Seraphin und Cherubin im vereinten Jubelchore. Laß uns, wir bitten Dich, mit ihren Unbethungen auch unsere Stimmen vereis nigen, indem wir zugleich mit ihnen in tiefster Ehrfurcht ausrufen: Heilig! heilig! heilig ist der Herr, der Gott der Heerscharen! Himmel und Erde sind deiner Herrlichkeit voll! Hosanna! in der Höhe! Hochgelobt sey, der kommt im Nahmen des Herrn! Heil Dir in der Höhe! Vor der Wandlung. Dich, gütigster Vater! bitten wir durch Jesus Christus, teinen Sohn, unsern Herrn, und flehen zu Dir in tiefster Demuth. Nimm gnädig an, und segne das heilige und unbefleckte Opfer, welches wir Dir darbringen, vorzüglich für deine heilige allgemeine Kirche! Neinige und erhalte sie auf dem ganzen Erdkreise in Einigkeit der Liebe und des Friedens; segne mit der Fülle deines Segens deinen Diener, unsern Papst N., und unsern Oberhirten N., und alle Bekenner des wahren, allgemeinen und apostolischen Glaubens. Gib den Königen und Fürsten, und allen Obrigkeiten Fries den und Eintracht, gib ihnen Weisheit, daß sie die Völker der Erde nach deinem heiligen Willen leiten, damit dein Reich auf Erden immer weiter verbreitet werde! Gedenke auch, o Herr! deines Priesters, welcher Dir am Altare opfert, und aller Gegenwärtigen, deren Glauben und Undacht Dir bekannt ist; insonderheit empfehle ich Dir aber alle diejenigen, für welche ich aus Dankbarkeit und aus Lies be zu bethen schuldig bin- meine Weltern, Wohlthäter, Geschwister, Freunde und Bekannte. Tröste alle Betrübte und Hülfsbedürftige, bekehre die Sünder, stärke die Gerechten, nimm die Sterbenden in deine Gnade auf. Wende alle Gefahren des Leibes und der Seele von uns ab! Jhr Heiligen und Auserwählten Gottes im Himmel! deren Gedächtniß wir auf Erden feyern, vereiniget euere Fürbitten mit meinem Flehen, durch Chris stus unsern Herrn. Amen. Bey der Wandlung. O Jefus! Du Sohn des lebendigen Gottes! ich glau be, daß Du hier unter der Gestalt des Brotes wahrhaftig gegenwärtig bist! Ich bethe Dich an! Laß die Verdienste deines Leidens und deines Todes an mir armen Sünder nicht verloren seyn!-Jesus, sey mir gnädig! Jesus, sey mir barmherzig! Jesus, verzeih mir meine Sünden! O du wahres, lebendiges Blut meines Herrn und Gre lösers Jesus Christus, einst am Kreuze für unsere Versöh nung gefloffen! ich bethe Dich an mit allen Engeln und Heiligen! Wasche ab meine Sünden, und stärke meine Sees. le, daß dein Leben, deine Liebe, deine Kraft in mir sey, in mir wachse, und endlich mich unzertrennlich mit Dir einige im ewigen Leben! Jesus, Dir lebe ich!-Jesus, Dir sterbe ich!-Jesus, Dein bin ich todt und lebendig! Amen. Nach der Wandlung. Jesus Christus!-O Du ewige Liebe!- Du mein Erlöser, mein Heiland, mein Seligmacher! bis zu dem Ende der Tage, bis Du wieder kommen wirst, soll deine Christens heit feyern das Andenken deiner unbeschreiblichen Liebe und deines heilbringenden Todes; dazu setztest du das heilige Altars- Sacrament ein, das in der heiligen Messe als das große Versöhnungsopfer des neuen Testamentes dem Allmächtigen dargebracht, und den Gläubigen als eine geistige Nahrung und als ein Unterpfand der zukünftigen Auferstehung und des ewigen Lebens ausgespendet wird. Eins follen wir mit Dir seyn in heiliger Liebe, und unser Geist soll sich mit deinem Geiste auf's Innigste vereinigen. Oso werde denn die Nahrung meines Geistes und meis nes Herzens! Laß mich eines Sinnes und Willens mit - Dir werden; so daß ich mit dem Apostel sagen kann:» Ich lebe zwar noch; aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Ob ich zwar schon im Körper noch lebe, so lebe ich doch im Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt, und sich selbst für mich hingegeben hat.«( Gal. II. 20.) Dein Glaube, o Jesus! soll mein Glaube dein Vers trauen, dein Gehorsam, deine Geduld und Demuth sollen mein Eigenthum- deine Liebe die Seele aller meiner Hande lungen werden! - Diesen treuen Jünger- Sinn- leg' ihn- o göttlicher Heiland! in mein Herz, und laß ihn in meinem ganzen Les ben sichtbar werden, daß es ein reines, Gott wohlgefälliges Opfer werde, wie das Opfer rein, heilig und unbefleckt war, das Du am Kreuze ihm brachtest. Im Geiste der Liebe erinnern wir uns vor Dir, Du alle mächtigster Freund der Menschen! auch unserer abgestore benen Brüder und Schwestern, besonders unserer Weltern und Wohlthäter; sie sind auch deine Erlöfeten, o Herr! erbarme Dich ihrer. Neinige sie von den Fehlern, die sie bey dem Eintritte in die Ewigkeit noch nicht abgebüßt haben; vollende ihre Tugend und Glückseligkeit nach deiner weisen Güte, und führe uns endlich Alle nach überstandener Prüs fungszeit in die Wohnungen der Auserwählten, in den Himmel, ein, zu deinem Vater und zu unserm Vater, zu deinem Gott und zu unserm Gott, an den ich mich jetzt gläubig wende, indem ich das Gebeth an Ihm richte, das Du uns selbst gelehret haft: Water unser 2c. Zum Agnus Dei. O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erbarme Dich unser-und schenk uns deinen Frieden.( Dreymahl.) Jesus Christus! unser Herf und Heiland! der Du zu deinen Aposteln gesprochen haft: Ich hinterlasse euch den Frieden, ich gebe euch den Frieden; sich nicht auf meine Sünden, sondern auf den Glauben deiner Kirche, und erhalte sie nach deinem Willen in Friede und Einigkeit: der Du als Gott lebeft und regierest in alle Ewigkeit! Amen. Jesus Christus! Sohn des lebendigen Gottes! der Du nach dem Willen des Vaters, unter der Mitwirkung des www heiligen Geistes, durch deinen Tod der Welt das Leben gegeben hast, befreye mich durch diesen deinen allerheiligsten Leib, und durch dein allerheiligstes Blut, von allen meinen Sünden und von allen Uebeln. Gib, daß ich immer deinen Gebothen nachlebe, und laß mich nie von Dir geschieden werden. O mein Heiland! laß den Genuß deines Leibes, den ich Unwürdiger jetzt geistiger Weise zu empfangen wage, mir nicht zum( Berichte und zur Verdammniß gereichen, sondern gib nach deiner Güte, daß er mir zum Schuße für Seele und Leib, und zum Heilmittel meiner Schwachheit werde. Und so öffne ich Dir- ach ich Sünder- mein Herz, und rufe, von Reue durchdrungen, mit Demuth und Inbrunst: Herr! ich bin nicht würdig, daß Du eingeheft unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gefund.( Dreymahl.) Der Leib und das Blut unsers Herrn Jesus Christus bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Amen. Nach der Communion des Priesters. Was soll ich Dir, e mein Gott und Heiland! was soll ich Die erwiedern für deine erbarmende Güte, nach welcher Du uns dein Fleisch und Blut zum Unterpfand der ewigen Seligkeit gegeben hast?- Mein Herz will ich Dir opfern mit allen Kräften meiner Seele; ich will aus Liebe zu Dir meine Begierden und Neigungen unter dein heiliges Gefeß beugen. Nimm dieses Dankopfer gnädig an, und lass mich nimmermehr Dir untreu werden. Rüste mich mit höherer Kraft aus, damit ich meine Leidenschaften bezähme, und den Neizungen der Sünde widerstehe. Gib mir Lust und Freude am Guten, und einen standhaften Abscheu vor der Sünde. Zerstöre in mir alle Anhänglichkeit an das, was deinem heiligsten Willen zuwider ist, und flöße mir Gesinnungen ein, die deines Schülers und Nachfolgers würdig sind. Verleihe mir deinen Beystand, daß ich Gott über Alles, und meinen Nächsten wie mich selbst liebe; daß ich alle irdischen Vortheile, die ich durch Uebertretung deines Ge seges erhalten könnte, verschmähe, und durch standhaftes Fortschreiten auf dem Wege der Tugend für jene Seligkeit mich empfänglich mache, deren Unterpfand Du uns in dem heiligsten Altars- Sacramente gegeben haft, Anvacyren. Schlußgebeth. Die Theilnahme an dem allerheiligsten Sacramente deines Leibes und Blutes gewähre uns Reinigung von unfern Sünden, und Vereinigung mit Dir, o Gott! durch Jesus Christus 2c. Jy Aufopferung. O allerheiligste Dreyeinigkeit! nimm gnädig das Opfer an, daß wir deiner Majestät durch die Hand des Priesters dargebracht haben, damit es uns und Allen, die wir deiner unendlichen Barmherzigkeit in unserm Gebethe anempfohlen haben, zur Versöhnung und zum Heile gereiche, durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen. Es segne uns der allmächtige Gott, der Vater, der Sohnt und der heilige Geist. Amen. Zum letzten Evangelium. Ewiges Wort des Baters! durch welches alle Dinge erschaffen sind, Du ewiges, selbstständiges Leben, Du voll. kommenster Abglanz der Gottheit, Leben und Licht der Menschen! In tieffter Ehrfurcht bethe ich Dich an, und danke Dir für die Früchte deiner Erlösung. Du bist erschienen in Menschengestalt, bist Fleisch geworden, hast unter uns gewohnet, und uns zu Kindern Gottes gemacht. Wer kann deine Liebe begreifen! wer deine Erbarmungen- ermessen! O erleuchte mich, mein Sott! daß ich Dich als meinen Herrn durch thätige Liebe ehre, und so den Nahmen eines Kindes Gottes verdiene! Du wandeltes unter den Menschen voll Gnade und Wahrheit; gib mir, daß ich dieses Bild, an dem Himmel und Erde Freude batten, durch meinen Wandel so vollkommen als möglich ausdrücke. Sohn Gottes! sey gelobt, gepriesen und gebenedeyt, mit dem Vater und heiligen Geiste, jetzt, zu allen Zeiten und in Ewigkeit! Amen. VIII. Vefper Andacht = Un den Sonntagen und Festtagen des Herrn und seiner Heiligen. Vorbereitungs= Gebeth. O göttlicher heiliger Geist! erleuchte meinen Verstand, reinige mein Herz, öffne meinen Mund, und entzünde meinen Eifer, daß ich andächtig und aufmerksam mein Gebeth verrichte. Erhöre mein Flehen, Vater im Himmel! Ich bitte Dich im Nahmen deines Sohnes, im Nahmen Jesus! Amen. Sey bedacht, o Herr! auf meine Hülfe. Herr, eile, mir zu helfen. Ehre sey dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, gleich wie sie war vom Anfange, jetzt und allzeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. - - I. Pfalm. Der Lobe den Herrn, meine Seele! und was in mir ist, seinen heiligen Nahmen.- Lobe den Herrn, meine Seele! und vergiß nicht, was Er dir Gutes gethan hat: Der dir vergibt alle deine Sünden, und alle deine Gebrechen heilet. dein Leben vom Verderben erlöset; der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Der deinen Mund fröhlich macht, daß du wieder jung wirst, wie ein Adler. Der Herr schaffet Ges Barmher rechtigkeit und Gericht Allen, die Unrecht leiden.- zig und gnädig ist der Herr, geduldig, und von großer GüteEr handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergilt uns nicht nach unserer Missethat.- Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so Ihn fürch ten. Denn Er tennet, welch ein Geschöpf wir sind, Er ge denket daran, daß wir Staub sind. Ein Mensch) ist in feis nem Leben wie Gras; wenn der Wind darüber geht, so ist es nimmer da. Die Gnade des Herrn aber währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über alle, die seinen Bund halten. 1 - - - 1 L wwwwwww II. pfal m. Dich will ich erhöhen, mein Gott, mein König! deinen Nahmen in Ewigkeit preisen. Kein Tag soll verfließen, ohne daß ich Dich preise. Groß ist der Herr, ja unermeßlich seine Größe. Alle Geschlechter werden deine Werke loben, o Herr! und verkünden deine Macht. Sie werden denken an deine Der Milde, und frohlockend besingen deine Gerechtigkeit. Herr ist gnädig und barmherzig, langmüthig und reich an Erbarmen. Gütig ist Er gegen Alle, und seine Gnade erstreckt sich über alle Geschöpfe. Alle deine Werke, Herr! sollen Dich loben, und die Dir geheiliget sind, sollen Dich preisen.- Dein Reich ist ein ewiges Reich, deine Herrschaft währt von Geschlecht auf Geschlecht. Der Herr haltet, die im Fallen begriffen sind, und richtet auf, die der Fall beschädiget hat.- Alle Augen ware ten auf Dich, und Du gibst ihnen ihre Nahrung zu rechter Zeit. Du öffnest deine Hand, und ersättigest Alles, was da lebt, mit deinem Segen. Der Herr ist gerecht in Allem, was er vornimmt, heilig in seinen Werken ist Er. Der Herr ist Allen Er erfüllet die Wünsche nahe, die Ihn aufrichtig anrufen. derer, die ihn findlich fürchten, Er erhöret ihr Flehen, und er löset sie. Ehre sey dem Bater 2. - - - 1 1 A -- III. pfa I m. Das ist mir lieb, daß der Herr meine Stimme höret; darum will ich Ihn anrufen mein Lebenlang.- Ich kam in Jammer und Noth, aber ich rief zum Herrn, und Er errettete meine Sees le. Der Herr ist gnädig und gerecht, und barmherzig ist unser Gott. Die Herzenseinfältigen behüthet der Herr; Er hilft mir, wenn ich unterliege.- Sey nun wieder zufrieden, meine Seele! denn der Herr thut dir Gutes. Ich will wandeln vor dem Herrn, in der Gemeinde der Lebendigen. Ich glaube, darum rede ich, wenn ich auch oft sehr heimgesucht werde. Wie soll ich dem Herrn vergelten alle seine Wohlthat, die Er an mir thut? Ich will annehmen den heilsamen Kelch, und anrufen den Nahmen des Herrn. Ehre sey dem Vater 2c. - www/ - L IV. Pfalm. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr der Heerscharen! Meine Teele ist voll Sehnsucht nach ihnen. Mein Herz und mein Leib frohlocken vor Liebe des lebendigen Gottes. lig sind, welche in deinem Hause wohnen. Ewig, Herr! werden fie Dichy preisen. Herr der Heerscharen! erhöre mein Gebeth; erhöre mich gnädig, mein Gott!- Gott der Herr, der unsere Sonne und unser Schuß ist, und Barmherzigkeit und Wahrheit liebet, Er wird jenen, die unschuldig leben, kein wahres Gut abgehen lassen. Herr der Heerscharen! selig ist der Mensch, der auf Dich vertraut. Ehre sey 2. - - Ange - - - - V. pfa I m. Lobet, ihr Diener des Herrn, lobet den Nahmen des Herrn!Gelobt sey der Herr von nun an bis in Ewigkeit, vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergange.- Der Herr ist hocherhaben über alle Völker der Erde; seine Ehre geht, so weit der Hime mel reicht. Wer ist so, wie der Herr, unser Gott? Welcher wohnet in der Höhe, und siehet dennoch herab auf das Niedrige; Der den Geringen und Armen aus dem Staube zieht und erhöht, und ihn neben den Fürsten seines Volkes seget.- Ehre 2. - Hymnus. Unser Gebeth steige zu Dir hinauf, c Herr! und über uns strôme herab deine Barmherzigkeit! 1. Preis Ihm! Er schuf und Er erhält mit Macht und Güte seine Welt. Du sprachst; da wurden, Herr! auch wir; wir leben und sterben Dir. Hallelujah! 2. Preis Ihm! Er liebt von Ewigkeit; Er wird ein Mensch, stirbt in der Zeit. Erlöst, erlöst hast Du uns Dir; Dir leben und Dir sterben wir. Hallelujah! 3. Preis Ihm! Er führt des Himmels Bahn, Er führt den schmalen Weg hinan. Geheiliget hast Du uns Dir; Dir leben und Dir sterben wir. Hallelujah! - Kapitel( 2. Corinth, 1, 3) Gelobt sey Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit, der Gott des Trostes, der uns tröstet in aller Trübfal. Magnificat. Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist frohlocket in Gott meinem Heilande.- Denn Er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen; sieh, von nun an werden mich selig preifen alle Geschlechter. Denn Er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig, und dessen Nahme heilig ist.- Seine Barmherzigkeit währet immer, für und für, bey denen, die ihn fürchten.- Er übet Gewalt mit seinem Arme, und zerstöret, die in ihrem Hers zen hoffärtig sind. Die Gewaltigen stößt Er vom Throne, und erheber die Niedrigen. Die Hungrigen fegnet Er mit Gütern, und läßt leer die Reichen. Er gedenket seiner Barmherzigkeit, Wie Er verheißen hat unsertt und hilft seinem Volke Israel. Vätern, Abraham und seinen Nachkommen ewiglich. Ehre 2. Gebeth. O allerheiligste Dreyeinigkeit! wir liegen im Staube unserer Unwürdigkeit vor dem Throne deiner Majestät, bethen Dich an, und flehen: Sieh gnädig auf uns Erlös'te, und führe uns durch dieses gefährliche Jammerthal, daß wir durch das kostbare Blut deines Sohnes gereiniget, und durch seinen Geist geheiliget, in das ewige Reich der Herrlichkeit eingehen mögen. Das gib uns, Bater! durch Jesus Christus deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. - Laß, o Gott! die Seelen der abgestorbenen Gläubigen ruhen in Frieden. Vater unser u. f. w.- Gib uns, o Herr deinen Frieden, und das ewige Leben! Amen. Schlußgebeth zur feligsten Jungfrau Maria. O Mutter mit dem Himmelskinde, das jedes Leiden uns verfüßt, und uns erlös't von Tod und Sünde- sey, milde Jungfrau, uns gegrüßt. Sieh aus dem Himmel deiner Freuden auf uns herab mit Mutterblick, die wir im Thal der Thränen leiden, uns sehnend nach des Himmels Glück! Bitt', daß nach deinem schönen Bilde, stets heilig unser Wandel sey, voll Unschuld, Demuth, Sanftmuth, Milde; in Allem Gottes Willen treu. Dann zeigst Du freundlich uns einst droben im Vaterlande deinen Sohn; und Er, der Dich so hoch erhoben, reicht dann auch uns die Siegeskron'. Gebeth. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du den Geist und das Herz, den Leib und die Seele der feligsten Jungfrau Maria durch die Kraft des heiligen Geistes zu einer würdigen Wohnung deines geliebten Sohnes bereitet hast; verleihe uns, die wir ihr Andenken mit heiliger Freude feyern, daß wir durch ihre mütterliche Fürbitte von den uns drohenden Uebeln, und von dem ewigen Tode befreyet werden, durch denselben Christus, unsern Herrn. Amen. Gottes Schußz sey und bleibe bey uns! Amen. Dritter Abschnitt. Buß- und Communion- Andachten. Bußand achten. Morgengebeth am Beichttage. Himmlischer Vater! Du hast mich heute einen besonders wichtigen Tag erleben lassen. Es soll ein Tag der strengen Selbstprüfung, des reumüthigen Sündenbekenntnisses, und der aufrichtigsten Buße, aber auch ein Tag ausgezeichneter Erfahrungen deiner Gnade werden. Erleuchte mich mit dem Lichte deines heiligen Geistes, daß ich mein Innerfles ganz so sehen möge, wie es vor deinen, Alles durchschauenden Blicken, Dir offenbar ist. Was nüßt es mich, wenn ich aus Eigenliebe oder ges heimer Anhänglichkeit der Sünde, mich anders sehen wollte, ale ich bin!- Betrachte ich Dich nur als den Alls wissenden, Heiligen und Gerechten, so zittere ich vor deiner Größe. Aber wohl mir! Ich kenne Dich zugleich durch Jesus, deinen eingebornen Sohn, meinen Herrn und Heiland, als verzeihenden Vater. Du kommst meiner reumüthigen Beicht mit dem holden Worte der Gnade entgegen:» Sey getrost! deine Sünden sind dir vergeben!«< Du willst nicht, daß jemand verloren gehe; sondern daß jeder Sünder sich bekehre und lebe. Laß auch mich heute durch die Gnade des heiligen BußSacramentes hiervon auf's Neue versichert werden. Erhöre dos Flehen der Demuth und des Glaubens, um Jesus Chris ftus, deines Sohnes, unsers Herrn und Heilandes willen! der mit Dir, o himmlischer Bater! und mit dem heiligen Geiste gleicher Gott, lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigfrit! Amen. - www wwwp Eine heilsame Betrachtung, um den Geist der Buße in sich zu erwecken. ( Vom ehrwürdigen Vater Johann Crasset.) I. Der verlorne Sohn ist ein Bild des Sünders, der das Haus Gottes, seines Vaters, verläßt, um allen Ausschweiz fungen sich zu überlassen. Er entfernte sich aus der Gegenwart Gottes, und entsagt den Ansprüchen auf die göttliche Kindschaft. Ferner verschwendet er in seiner Zügellosigkeit alle Gaben der Natur und der Gnade, die Gott ihm verliehen hatte. Dieß habe ich gethan, als ich Gott verließ. Fern wandelte ich aus seiner Gegenwart, und sagte von seiner Leitung mich los. Alle Schäße der Gnade und Verdienste, die ich erlangt hatte, verschwendete ich! O wer gibt mir Thränen, diesen Verluft zu beweinen! Wie große Rechenschaft wird Gott von mir fordern, wenn seine Barmherzigkeit mir nicht hilft. II. Bedenke, o Chrift! die unglückliche Lage, in die jener verlorne Sohn gerieth, als er seine Habe verschwendet hatte, und plößlich eine große Hungersnoth entstand, die ihn zwang, Dienste bey einem Herrn zu nehmen, deffen Schweine er hüthen mußte! So elend war er, und so sehr quälte ihn der Hunger, daß er sogar das Futter gern gegessen hätte, welches man den Schweinen vorwárf; allein Niemand gab es ihm. Wie kräftig ist hier der Stand der Seele geschildert, die ih ren Gott verließ! denn da es an allem himmlischen Troste ihr gebricht; da die göttlichen Sacramente sie nicht mehr nähren ,. nimmt sie Dienste bey dem bösen Feinde, der ihr Schweine ju hüthen und zu weiden gibt, nähmlich thierische Leidenschaften, die sie in seinem Dienste stillt. Gern möchte die edle und geistige Seele mit sinnlichen Lüsten sich ersättigen; doch nimmermehr vermag sie dieß; denn nicht dieß ist ihre Nahrung. welcher bittere Wechsel, welch ein tiefes Elend! der Mensch nach dem Bilde Gottes erschaffen, ward ähnlich dem vernunft: losen Bieb; grafet gleich den Thieren, und wälzt gleich ihnen sich im Schlamme!- Was thust du, meine Seele? Was suchest, was verlangst du? Glaubst du, daß solche schändliche Lüste dich ersättigent werden? Nahrung für Thiere sind sie; eine Seele, die fähig ist, Gott selbst zu erfassen, kann auch nur durch Gott allein gesättiget werden. - - III. Als der unglückselige verlorne Sohn sah, wie kläglich sein Zustand war, kehrte er in sich selbst zurück, und rief feufs zend aus:» Ach, wie viele Taglöhner im Haufe meines Ba ters haben Brot im Ueberflusse, und ich muß hier Hungers fter: ben! Auf denn! fest ist mein Entschluß; verlassen will ich dies Land, und zu meinem Vater zurückkehren. Sprechen will ich zu ihm: Bater! ich habe gesündiget gegen den Himmel und vor dir, ich bin es nicht werth, dein Kind genannt zu wer wwwww den; laß mich aus Gnaden wie einen deiner Taglöhner feyn!« Er sprach's, und stand sogleich auf, und machte sich ungesäumt auf den Weg. Also wirkt die Trübfal dahin, daß wir in uns selbst heimkehren. Immer besuchte Gott durch seine Gnade die Seelen, die Er mit Trübfal heimsucht. Er erleuchtet ihren Verstand, rührt ihren Willen, zeigt ihnen das tiefe Elend, wohin die Sünde führet, und spricht in ihrer Betrübniß zu ihrem Herzen: Sieh nun, was es heißt, mich beleidigen! Was hast du nun gewonnen, daß du mich verlassen haft? Was für Freuden hast du nun von den Geschöpfen? Hast du je Rube gefunden, seit du meiner väterlichen Leitung dich entriffen hast? War es billig, daß du so schändlicher, so kurzer und verächtlicher Lüste wegen, deinen Gott verließest, dem Himmel entsagtest, meine Gnade und die Ruhe des Gewissens verlorest? Kehre zurück, mein Sohn! kehre zurück zu deinem Vater! Und dieß sollst denn auch du, Sünder! nach dem Beyspiele des verlornen Sohnes thun. Ohne zu zögern, sollst du zu deiner Bekehrung schreiten; denn sonst geht die Gnade vorüber, und der Borsaß erkaltet. Gott, der heute dich ruft, ruft vielleicht morgen dich nicht wieder; sicherlich aber wirst du morgen schwerer denn heute dich bekehren. IV. Kaum sieht der Vater den verlornen Sohn von weitem, so geht Er, von Mitleid gerührt, ihm entgegen, küßt, und umarmt ihn, und gibt ihm nicht Zeit, sid) zu entschuldigen: Er läßt ihm alsbald ein neues Kleid anziehen, steckt ihm einen Ring an seinen Finger, und befiehlt, das gemästete Kalb zu einem festlichen Gastmahle zu schlachten. - Also nimmt Gott den Sünder auf, der zur Buße zurücke kehrt. Er kommt ihm zuvor, und gibt ihm den Kuß des Friedens; vergißt feiner Missethaten, nimmt auf's Neue in seine Gnade ihn auf, erfüllt sein Herz mit süßem Troste, und alle heiligen Engel nehmen Theil an seiner Freude. Gebeth. O Gott der Güte und der Erbarmungen! der Du den Sündern mit so väterlicher Zartheit begegnest, sich hier den größten aus allen zu deinen Füßen, und erbarme Dich sei- s ner! Ich bin jener verlorne Sohn, der dein Vaterhaus verließ, aus deiner Gegenwart sich entfernte, deine liebreichen Sinflößungen verachtete, und deine Wohlthaten auf das Undankbarste verschwendete! Ganz arm bin ich nun, und in der tiefsten Noth seufze ich auf zu Dir! Kein frommer Gedanke ist mehr in meinem Gemüthe, feine fromme Neis gung mehr in meinem Herzen! In einem schändlichen 5 VU Pfuble bin ich versenkt, und vermag es nicht, daraus zu entkommen, wenn nicht Du deine Hand mir reichest! Ach, wo ist jene Zeit, da ich im Frieden und in der Freyheit der Kinder Gottes lebte; wo ich die süße Luft des Paradieses einathmete, wo ich das Brot der Engel genoß, und im innerlichen Gebeth und der heiligen Communion Den süßesten Trost empfand!- Ach, sie ist nicht mehr- jene Zeit! Die Macht der Sinnlichkeit hat mich zum Thiere herabgezogen, und so suche ich- ach so oft nur die Lust der Thiere! Soll ich denn ewig in so großem Elende schmachten? Nie diesem Verderben mich entreißen? Ohne Unterlaß ein Sclave meiner Leidenschaften seyn?- fort und fort ein verwundetes Gewissen umbertragen? ima merdar ein Feind meines Gottes seyn, und im Stande der Verdammniß leben? Ach, wie sehr verabscheue ich ein folches Leben! feine Freude kann ich mehr finden bey hins fälligen Geschöpfen, die wahren Trost mir versprechen, und mein Herz mit Bitterfeit erfüllen!- - Sup - Auf denn, meine Seele! verlaß dieß Land des Fluches und der Missethat, verlaß die Gesellschaft unreiner Thiere, und kehre zu deinem Gott zurück. Sieh, schon ruft Er Dich; sieh, schon harret Er deiner, und breitet seine Vaters arme dir entgegen. Bethe daher im Geiste der Demuth und mit zerknirschtem Herzen: Heiliger, gerechter Gott! wenn ich mein Herz und mein Leben mit deinem Gesetze vergleiche, so bemerke ich Abweis chungen ohne Zahl. Ich bin ein Sünder- ein großer Sünder; Thorheiten, Schwachheiten, Verschuldungen und Fehltritte aller Art belasten meine Seele. Ich hänge noch so sehr an der Welt und ihrer Eitelkeit, und trachte so wenig nach deinem Reiche und nach dem Einen Nothwendigen. Ja ich liebe Dich, mein einziges, höchstes Gut! so wenig über Alles, daß ich Dir vielmehr gar oft einen geringen, zeitlichen Vortheil, eine kurze sinnliche Lust vor. ziehe, und deine heiligsten Gebothe übertrete! Ich thue täglich, was ich nicht thun soll, und unterlaffe, was meine Pflicht wäre. Ich rede so viel Unnüßes, Liebloses und Sündhaftes, was nie in den Mund eines wahren Christen kommen sollte. Ich verweile oft mit meinen Gedanken ben Dingen, bey denen ich keinen Augenblick verweilen,- und vergesse dagegen das, was mir unvergeßlich seyn sollte Dich, o mein Gott! deine Allwissenheit und Güte, dein heiliges Geseß, und meine Bestimmung und Pflicht. Mein Herz ist voll thörichter, eitler, oft schändlicher Wünsche, Begierden und Absichten, die ich keinen Vertrauten sagen dürfte, ja, die ich mich schämen würde, einem wohlgefits teten Menschen zu gestehen, deren Genuß erniedrigt und entehrt. - Ich bin ein Sünder- ach ein vielfacher Sünder und doch denke ich so selten ernsthaft genug an meine Vers schuldungen. Meine Eigenliebe, mein Stolz, meine Flate terhaftigkeit, halten mich von der ernften Betrachtung meines tiefen Verderbens ab, und bedecken den Abgrund, an dem ich stehe, damit mein Gewissen nicht erwache, und mich zur Buße treibe. So lebe ich denn fortwährend in einem heimlichen Verständnisse mit der Sünde, und mein schwaches Hers will nicht daran, die ganze Schändlichkeit und Verkehrtheit eines solchen Verständnisses einzusehen. O ich Verblendeter- ich Treulofer! Ich kann mich ja unmöglich bessern, wenn ich nicht klar einsehe, wie verderblich für mich, und wie schändlich, o Gott! in deinen Augen die Sünde ist. Darum wende ich mich nun gläubig zu Dir, o Du ewiges Licht! erleuchte meinen verfinsterten Vers stand, und erwärme mein faltes Herz; erlöse mich aus dem Zustande der Lauigkeit; wecke mich aus dem Todesschlafe der Gewissenslosigkeit, daß ich vor Dir, Allwissender! streng und unpartenisch mein Gewissen erforsche, meine Sünden erkenne und bereue, und endlich mich einmahl vom Grund aus bessere. P Ja- ich muß einmahl, o mein Gott! gang und auf eine dauerhafte Weise mich zu Dir bekehren. Wie oft habe ich nun schon das heilige Sacrament der Buße empfangen, und immer fiel ich wieder entweder in meine alten, oder in neue und noch größere Sünden zurück. Es fehlte mir also immer am wahren Bußgeiste; ich rottete meine bösen Ges. wohnheiten nicht von der Wurzel qus; ich floh die Geles genheiten nicht furz- ich wollte der Welt und ihren bösen Gelüsten nicht Abschied geben, um mit ungetheilter Seele Dich zu lieben und Dir allein zu dienen. Deßwegen 5 - wp wurden die verdächtigen, kaum halb aufrichtigen Vorfäße so leicht wieder vergessen und gebrochen; deßwegen unters lag ich wieder den geringsten Reizungen, und sank so von Jahr zu Jahr, von Tiefe zu Tiefe, in's sinnliche, irdische Leben, so, daß ich nach so vielen Scheinbußen bald Ursache habe, an einer jemahligen, aufrichtigen und vollständigen Bekehrung zu verzweifeln. Während diesem Während diesem- o ewige, grundlose Barmherzigkeit! fahrest Du fort, mich mit Wohlthaten zu überhäufen, fristest mir fortwährend mein unwürdiges Leben, und siehst langmüthig zu, ob ich nicht doch einmahl in mich gehen, und einsehen werde, was mir zum Heile dient. Oder Schändlichkeit! O des schwarzen Undankes! Verdiente ich etwas anders, als von Dir verlassen und verworfen zu werden? Ich lebe täglich und stündlich von deiner Erbarmung, und vergelte hienieden die Gaben deiner Liebe unermüdet mit Beleidigungen über Beleidigungen. Ich genieße sie nach meiner Willkühr, und vergeude sie wohl auch mit dem sträflichsten Leichtsinn, als hätte ich Dir nie darüber Rechenschaft zu geben, ja als wären sie von mir selbst, und nicht von Dir. So ging mir die Eitelkeit dieser Welt über mein höchstes Gut, die Erde über den Himmel, die Zeit über die Ewigkeit! Wie lange, o mein Gott! wird etwa deine Geduld mit mir noch dauern? Vielleicht hast Du in diesem Augenblicke deine Hand schon gegen mich aufgehoben, vielleicht ist dies ses die letzte Beicht, in der Du noch so väterlich warnend und liebreich einladend zu meinem Herzen sprichst. Liebreichster Vater! von diesem Augenblick an will ich Dich nicht länger mehr versuchen, und mich der augenscheinlichen Gefahr aussetzen, der Verstockung preis geges ben zu werden. Ich will nicht mit Gewalt dein Gericht über mich herabrufen, und in deiner Ungnade jener ewis gen Nacht entgegen gehen, wo sich nichts mehr wirken läßt, und jeder ernten wird, was er gefäet hat. Hente will ich mich aufmachen, und mit dem verlornen Sohne in's Vas terhaus auf immer einkehren. O wenn ich mit denselben Gefühlen der Neue und Zerknirschung, mit demselben gebesserten Sinne vor Dir, o Gott! erscheine, so wirst Du mir auch dieselbe gnädige Aufnahme angedeihen lassen. - — WAY Verleihe mir darum die Gnade der tiefsten Betrübniß über meine Verirrungen und Missethaten; laß mich mein ganzes Elend recht erkennen; laß mich es in seiner Quelle auffinden, und diese dann auf immer verstopfen! Beichtspiegel. Wider das erste Geboth. 1 In Glaubenssachen zweifeln, ohne um Erläuterung nachzusuchen. Bücher lefen, die in der Religion irre machen.- Sich zu einer falschen Lehre ernstlich oder aus Furcht bekennen. Religiöse Dinge, Ceremonien der Kirche verachten, oder schimpflich davon reden.- Gich mit Uberglauben, Zaubereyen und dergleichen abgeben, Andern dazu rathen. Sich wahrsagen lassen. An der Barmherzigkeit Gottes verzweifeln.- Bermessen auf Gottes Barmherzigkeit fündigen.-Sich freywil lig in gotteslästerlichen Gedanken aufhalten. L wwwwwwwwww - Wider das zweyte Geboth. - Ohne Noth oder auch falsch schwören. Etwas verfluchen.- Einen Schwur in billigen Dingen, ein Gelübde nicht halten. Wider Gott murren, Gott lästern.- Den Nahmen Gottes, die hil. Schrift oder religiöse Dinge aus Muthwillen gebrauchen. Wider das dritte Geboth. An Sonn- und Feyertagen die Gottesdienste, die Predigt versäumen, Andere davon abhalten, oder ihnen andachtslos beywohnen; zu spät dabey erscheinen. An diesen Tagen unnöthige Arbeit vornehmen. Sie mit Schwelgereyen und fündhaften Ergeßlichkeiten entheiligen. Wider das vierte Geboth. Aeltern oder Obrigkeiten erzürnen, betrüben, ihnen ungehore sam seyn. - T - - Wider das fünfte Geboth. Feindschaft und Haß wider den Nächsten haben lange oder turze Zeit, oder solche bey Undern anstiften.- Rachgierig seyn in großen oder kleinen Dingen. Verwünschungen, Schimpfworte, Zänkereyen, Verleumdungen fich erlauben. Den nes benmenschen schlagen oder ihm Schaden zufügen.- Alergerniß geben, oder wie immer den nächsten zur Günde reizen. Wider das sechste und neunte Geboth. Unreine Gedanken nachlässig ausschlagen; Bergnügen darüber haben; in sie willigen. Sich mit unanständigen Blicken, Worten, Anhören, Betasten, verfündigen. Zu dergleichen Undern Gelegenheit geben. Auf was immer für eine Art Unkeuschheit treiben. 1 — - - Wider das siebente und zehnte Geboth. Einem mit Gewalt etwas nehmen. Etwas entfremden. Seinen Mitmenschen betriegen. Fremdes Eigenthum befißen, annehmen, nicht zurückgeben, Entwendetes, wissentlich kaufen.- 70 III. Abschnitt. BußDem Mitmenschen in feinem Eigenthum Schaden thun, durch Den Dienst Wucher oder andere Ulebervortheilungs= Arten.- bothen ihren Lohn entziehen. Wünschen, fremdes Gut entfremden zu können, oder dazu helfen. Wider das achte Geboth. Vor Gericht und vor der Abrigkeit fälschlich etwas bezeugen; Lügen reden. Andern den guten Nahmen rauben, durch EhrVerleumder gern an abschneidung oder Verleumdung. Ungegründeten Argwohn haben; lieblos oder fälsch - hören. lich urtheilen. - Wider die Gebothe der Kirche. An verbothenen Tagen Fleisch effen. Die Faftrage nicht halten.- Nicht ju rechter Zeit beichten und die Communion empfangen. Sündhaft die heil. Sacramente empfangen. Durch die sieben Hauptsünden. Stolzen, eiteln Gedanken zc, nachhangen: Andere verach. ten. Ruhmsüchtig seyn in Worten, in bösen Sachen.- Hof= fart in Werken äußern. Aus Neid sich freuen über des Näche sten Unglück; ihm sein Glück mißgönnen. Unmäßig essen, trinken, mit Verlust des Gebrauchs seiner Vernunft; Andere dazu verleiten. Zorn haben, und ihn zeigen.- Träg, faul, nachlässig seyn in geistlichen Dingen. - - - - - Einige Hauptfragen. Hast du Gott aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele- über alles geliebi? Hast du aus Liebe zu Gott deine Standespflichten willig, treu und vollkommen erfüllt; auch wenn sie beschwerlich waren und Selbstverläugnung forderten? Hast du nie etwas gedacht, geredet, gethant oder unterlaffen, was dem Nebenmenschen an seinem leiblichen oder wohl gar att seinem geistlichen Wohl schädlich war? Hast du die Leiden und Widerwärtigkeiten, die dich getroffent haben, mit kindlicher Ergebung in Gottes Willen getragen, und zu deiner Besserung und Heiligung angewendet? Welche Sünde würdest du am schmerzlichsten bereuen, wenn du jest sterben müßtest? Welche Sünde begehst du am öftesten? Welche Beranlassungen, Gelegenheiten, Orte, Personen reizen dich gewöhnlich zu dieser Sünde? Worüber mußt du dich zuerst und vorzüglich vor dem Stellvertreter Gottes im Beichtstuhle anklagen? Gebeth nach beendigter Gewissenserforschung. O mein Gott und mein Vater! Gesündiget habe ich vor Dir meinem Gott! und bin es nicht werth, dein Kind genannt zu werden; denn nicht geehret habe ich Dich, als meinen Vater; nicht gedient habe ich Dir, als meinem Herrn; dennoch, mein Gott! flehe ich zu Dir: Nimm als einen deis ner Knechte mich auf, und handle mit mir wie mit einem deis ner Taglöhner. Sieh die größte Bitterfeit meiner Seele, daß ich Dich, als das höchste und liebenswürdigste Gut, bes leidiget, und mich von Dir entfernt habe! Erbarme Dich meiner, o Gott der Güte und Barmherzigkeit! und nimm noch ein Mahl in dein väterliches Haus mich auf! Gib mir den Kuß des Friedens! Sieh, fest steht mein Entschluß, Dich nie mehr zu verlassen. Mit unwandelbarer Treue will ich Dir dienen, so lange ich noch in diesem Leben athme, und alle Vergehungen durch wahre Buße fühnen. Nur Dich allein sucht jetzt mein Herz; Alles, was Du nicht bist, o mein Vater! will ich nicht anders als nach deinem Willen, und wegen Dir lieben. Diese Liebe wird mich mit deiner Gnade vor jedem Rückfall bewahren. Mehre, o Vater der Liebe! die heilige Liebe in mir, und gib, daß nichts mehr nicht meine eigene Gebrechlichkeit, nicht das böſe Beyspiel der Welt, weder die Neize noch die Trübsal der Erde, weder Leben noch Tod mich von deiner Liebe scheiden mögen! Mein einziges Verlangen, meine Freude, mein Trost fey nur mehr, dein heiliger Wille- dein göttliches Gesetz! Rene- Gebeth zu Jesus Christus. www. ( Nach Blostus.) Und nun wende ich mich zu Dir, p mein göttlicher Heis land, Jesus Christus! zu Dir- Du Zuflucht der Sünder, Du Heil der Büßer, und flehe um Gnade und Vergebung. Ach, wie schwer habe ich mein Leben hindurch Dich beleidiget! Ich häufte Undank auf Undank; deiner so lieblich in mir wirkenden Gnade that ich vielfältigen Widerstand; ach, Sünden thürmte ich auf Sünden! Schauerlich, welch eine Menge und Größe meiner Missethaten! Doch was ist fie gegen die Menge und Größe deiner Erbarmungen!- Du, o Jesus! bist meine Zuversicht, Du der Erbarmungen Quelle, der feinen Unreinen, der zu Ihm flieht, von sich stößt, sondern ihn rein wäschet. Sieh! ich komme- durch meine Sünden so tief gefunfen- komme ich zu Dir; nichts fann ich deinen heiligen Augen vorweisen, als meine Sündenbürde. Heiland! Sündenvergeber! ich falle zu deinen Füßen hin, und flebe deine Baterliebe um Erbarmung an; rette mich, o mein Erlöfer! um deines Nahmens willen rette mich! Ich glaube feft, fein Verbrechen sey so groß und ungeheuer, daß es durch die Vers dienste deiner heiligsten Menschwerdung, deines Lebens, Leidens und Sterbens, nicht könne getilget werden. Jesus! Quelle unsers Heiles, und selbst unser einziges Heil! Zur vollkommenen Tilgung aller meiner Sünden opfere ich Dir also auf alle Geheimnisse unserer Erlösung, deine Menschwerdung und Geburt, deinen Wandel, dein Leiden, deinen Tod. So auch Ulles, was Dir an deiner glorreichsten Mutter, Maria, der Jungfrau, und an jedem deiner lieben Heiligen wohlgefällt. - - Holder Jesus! deine unübertreffliche Unschuld sey dem Vater Ersaß für meine Sündenschulden. Umhülle mein sündenvolles Leben mit deinen Verdiensten. Laß mein Leben mit dem Deinigen vereiniget seyn, damit ich durch Dich rein und vollkommen werde. Du bist ja noch ebenderselbe gute, barmherzige Gott, der die Zöllner und Sünder angenommen, die sich zu Dir bekehret haben. Solltest Du mich allein von deiner Gnade vers stoßen?-dieser kleingläubige Gedanke sey ferne von mir! deine Barmherzigkeit währet immer von Ewigkeit zu Ewigkeit, und deine Hüte hat nie ein Ende. Du bist meine Hoff nung und mein Trost, meine Beruhigung und meine Zuversicht! Sünden vergeben ist deine höchste Freude, und Bes gnadigen deine Lust! Du wirst mir meine Sünden vergeben, wie Du deinen Kreuzigern ihre Sünden vergeben hast. Gib mir, o Du huldreicher Begnadiger! deinen göttlichen Beys, stand, daß ich vor dem Priester, deinem Stellvertreter, ein reumüthiges Bekenntniß aller meiner, seit der letzten gültigen Beicht begangenen Sünden ablege, daß ich seiner väters lichen Leitung mich willig überlasse, seine Ermahnungen treu befolge, und aus seinem Munde dein Wort der Begnas digung vernehme: Sey getrost! deine Sünden sind dir vergeben! Amen. *) Anstatt des vorhergehenden Gebethes kann auch das nachfolgende gebethet werden. Busseufzer eines wahrhaft zerknirschten Herzens. ( Nach dem heiligen Augustin.) Herr Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes! der Du am Kreuze mit ausgestreckten Händen, um alle Menschen zu erlösen, den Kelch des Leidens getrunken haft; wende Dich doch heute mit deiner Hülfe zu mir! Sieh, ich Armer komme zu Dir Reichen; ich Armseliger zu Dir Barmherzigen; laß mich nicht leer oder trostlos von Dir gehen. Ach! ich schmachte nach Gnade, nach Erquickung von Dir: o richte mich auf, sättige mich aus dem unerschöpflichen Reichthum deiner Barmherzigkeit!- Vor Allem bekenne ich, o gütigster Jesus! meine Undankbarkeit gegen Dich. Sieh, o Herr! in Sünden war ich empfangen und geboren, Du hast mich abgewaschen und geheiliget, und ich?- ich habe mich nachher mit noch größern Sünden befleckt! Denn in der Erbfünde war ich geboren; aber ich walzte mich nachher in freywilligen Sünden. Aber Du, o Herr! erbarmtest Dich meiner, entrisfest mich dem Verderben der Sünde, und gabst es mir in den Sinn, ich soll Dir mit dem Geschlechte derjenigen nachfolgen, die dein Angesicht suchen( Pf. 3, 6.), ich soll auf den Wegen des Heiles wandeln, wohnen unter den Lilien der Keuschheit, und mit Dir im Saale der höchsten Unmuth zu Tische sigen. Und ich?- ach, ich bin für so viele Wohlthaten undankbar gewesen; ich habe die Gnade der heiligen Taufe durch so viele Sünden und Vergehungen verscherzt, das Kleid der Unschuld befleckt, und, anstatt nach Bekehrung und Besserung zu ringen, häufte ich ' bielmehr eine Sünde auf die andere. - — - Sieh, o Herr! meine Missethaten sind mir über mein Haupt gewachsen, und sie drücken mich, gleich einer schweren Bürde, tief darnieder( Pf. 37, 5.). Und wenn Du, ewig Barmherziger! meiner nicht schonest, und mich mit deiner Gnade nicht unterstüßest, so muß ich jämmerlich in den Abgrund hinabsinken. Sieh her auf mich, mein Herr und Gott! denn Du bist heilig; sich, wie mein Feind meiner spottet, indem er spricht: Sein Gott hat ihn verlassen. Ich will ihm nachstellen und ihn ergreifen; denn es ist Niemand, der ihn rettet( Pf. 70, 11.). Wo verweilest Du, o Herr?-Wende Dich zu mir, und er tette meine Seele! Heile mich um deiner Barmherzigkeit willen ( Pf. 6, 5.). Erbarme Dich deines Sohnes, den Du mit grosen Schmerzen wieder neu geboren hast; wende dein Angesicht von meinen Sünden weg, und laß mich Barmherzigkeit erfahten. Wo ist ein Vater, der nicht seinen Sohn befreyt? oder wo ein Sohn, den nicht oft der Vater mit der bessernden Zuchtruthe strafen muß?- Ja!- obgleich ein Sünder, bin ich dennoch dein Sohn, und Du bist mein Vater! denn Du hast mich erschaffen und wieder geboren. Bessere mich Sünder, und so mich deine Strafruthe gebessert hat, laß Gnade für Gerechtigkeit ergehen. Kann wohl eine Mutter ihres Kindes vergessen? Und könnte sie dessen auch vergessen, so wirst Du, o Bater! meiner nicht vergessen. Du hast mich jetzt wieder erweckt vom Schlafe der Sünde, und meine Missethaten alle mir vor meine Augen gerückt. O, welch' ein Erwachen- Was soll ich Armseligster sagen oder thun? Weh mir! von welch' einem großen Glück bin ich in ein so großes Uebel gefallen! Wo wollte ich hin, und wohin bin ich gekommen? Wo bin ich, und wo sollte ich seyn? Wor rach verlangte ich, und in welchem Zustande seufze ich jetzt?- Ich suchte Klarheit und Frieden, und sieh, da ist lauter Verwit rung und Elend! Weh mir Erbarmungswürdigen! wenn der Tag des Gerichtes kommen wird, die Bücher des Gewissens geöffnet werden, und von mir gesagt werden soll: Sehet den Menschen mit allen seinen Werken! Was soll ich dann thun? mein Herr und mein Gott! wenn die Himmel meine Missethaten offenbaren, und die Erde wider mich aufstehen wird!( Job 20, 27.). Sieh! ich werde nichts zu antworten wissen; mit niedergeschlagenem Haupte werde ich zitternd und zaghaft in Schande vor Dir dastehen! Weh mir Elenden mir von Gott Losgetrennten! das Verderben nahet dann, und Jesus erkennt mich nicht als den Seinigen! Es wäre mir besser, gar nicht zu seyn; als ohne meinen Heiland zu seyn! Besser nicht zu leben, als seyn ohne das wahre Leben! O du Lamm Gottes! das die Sünden der Welt hinweg nimmt, Du bist auch für mich geschlachtet worden! Zu deinen ewigen Erbarmungen flüchte ich; Du wirst mir nicht bis an's Ende zürnen. Erbarme Dich meiner, und wende dein Angesicht nicht von mir ab, das Durum auch mich zu erlösen, von denen nicht abgewendet hast, die Dich gelästert, und die in dasselbe gespien haben( Isa. 50, 6.). Ich bitte Dich, gütigster Erlöser! rechne mir insbesondere meine Jugendfünden nicht mehr auf, und gehe nicht zürnend mit mir zu Gericht; sondern nach der Größe deiner Erbarmungen sey mir gnädig und vernichte meine Missethaten! Und wenn ich schon so viel verschuldet Fabe, daß ich verworfen zu werden verdiente; so wirst Du, ewis ger Erbarmer! mich doch nicht verwerfen. Nein, Herr! Du 11 und Comm olanowayton. willst nicht den Tod des Sünders, und hast kein Wohlgefallen am Verderben der Gottlosen..... Ja, noch mehr! Du bist gestorben, daß die Todten wieder leben sollten. Dein Tod hat denTod der Sünder getödtet. Ich bitte Dich also, o Herr! daß ich, weil Du lebest, nicht sterbe des ewigen Todes. Reiche mir deine Hand von der Höhe, und befreye mich von der Gewalt der Feinde meines Heils, daß sie nicht über mich frohlocken, und sagen: Wir haben ihn verschlungen( Pf. 34, 25.). Barmherziger Gott! ich flehe abermahl zu Dir, verfahre mit mir Sünder nicht nach deiner Gerechtigkeit, sondern sey gegen dein Geschöpf deiner Güte eingedenk! Bergiß den Sünder, der Dich zum Zorne aufforderte, und schaue auf den Elenden, der zu Dir um Hülfe ruft. Jesus! was bist Du anders, als ein Seligmacher? darum komm mir zu Hülfe, und sprich zu meiner Seeles Ich bin dein Heil( Pf. 34, 3.). Viel, o Herr! hoffe ich von deiner Güte, weil Du uns selbst lehrest, daß wir bitten, suchen und anklopfen sollen. Ermuntert durch dein Wort, bitte, suche und klopfe ich an. Herr! der Du uns bitten heißest, mache auch, daß ich erhört werde; der Du zu si chen rathest, gib auch das Finden; der Du mich anklopfen lehrst, öffne dem Klopfenden. Stärke mich Schwachen, rette mich Verlornen, erwecke mich Todten, und regiere und leite meine Sinne, Gedanken und Werke nach deinem Wohlgefallen, damit ich in Zukunft Dir allein diene und lebe, und mich Dir ganz überlasse. Mein Herr und Gott! ich weiß wohl, daß ich dein Geschöpf und dein Erlöster, und Dir also weit mehr schuldig bin, als ich zu leisten vermag. Was könnte ich Dir aber geben, was nicht ohnehin schon Dein ist? und wenn ich mich selbst Dir aufopfern und weihen will; so mußt Du dazu. das Wollen und das Vollbringen geben; denn ohne Dich vermag und kann ich nichts. So ziehe Du mich selbst zu Dir, daß ich durch Nachfolgung und Liebe dein sey, wie ich durch Natur und Erschaffung dein bin, der Du lebest und regierest in Ewigkeit! Amen. Gebeth nach der Beicht. Ich erfreue mich, Du gnädigster Gott! über deine Güte, daß Du mein Elend ansiehest. Laß leuchten dein Angesicht über mich.- Wie groß ist deine Güte, die Du erzeigest denen, die Dich fürchten, und auf Dich vertrauen. Gelobt sey U144 wpder Herr, daß Er seine wunderbare Gnade an mir bewiesen; denn ich sprach in meiner Angst: ich bin von deinen Augen verstoßen, und doch hörtest Du die Stimme meines Flehens. Wie theuer ist deine Güte, o Gott! daß Du Sünden vergibst, den heiligen Geist schenkest, und die Gerechten un ter dem Schatten deiner Flügel bewahrest. Sie werden voll von den Gütern deines Hauses; Du tränkest sie mit himmlischer Wonne, wie mit einem lebendigen Strome. Herr, mein Gott! groß sind deine Wunder;- ich will fie verkündigen, obschon sie nicht zu zählen sind. Nur deine Barmherzigkeit wende von mir nimmer ab, und deine Güte und Treue behüthe mich allzeit. Es müssen sich freuen und fröhlich seyn Alle, die nach Dir fragen, und dein Heil lieben; sie müssen sagen immerdar: Hochgelobt sey der Herr! denn ich bin arm, und elend, der Herr aber forget für mich.<< Ja, Du bist mein Helfer und Erretter, mein Gott, der nicht vers weilet mit seiner Güte, Treue und Hülfe. Mein Herz ist bes reitet, o Gott! daß ich singe und lobe; denn deine Güte ist, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wols ken gehen. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an Dich; wenn ich erwache, so rede ich von Dir; denn deine rechte Hand hält mich, und meine Seele hanget an Dir. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sün den, und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. So hoch der Himmel über der Erde ist, läßt Er seine Gnade walten über Alle, die ihn fürchten; so weit der Abend vom Morgen ist, so weit läßt Er unsere Uebertretung von uns seyn. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so Ihn fürchten.-- Vater! deine Gnade befelige mich von Ewigkeit zu Ewigkeit, durch deinen Sohn Jesus Christus, unfern Herrn. Amen. 11 Ein anderes Gebeth nach der Beicht. Im Geiste der Demuth bitte ich Dich, ewiger barmherziger Gott! laß Dir diese meine verrichtete Beicht gnädig gefallen, und verleihe mir noch ferners deine göttliche Gnade, daß mein alter Mensch mit Jesus, deinem lieben ohne, gekreuziget sey, auf daß ich der Sünde hinfort nimmer diene, fondern, errettet aus der Hand meiner Feinde, Dir, meinem liebsten Gott und Vater, in Heiligkeit und Gerechtigkeit alle die Tage meines Lebens allein dienen möge. Feyerlich hab' ich Dir angelobt, o Gott! und Du, Here zenskenner, weißt, wie aufrichtig ich mein Versprechen zu ers füllen entschlossen bin; ich habe es Dir angelobt, von nun an die Geseße deiner Gerechtigkeit mit gewissenhafter Treue zu beobachten, um Dich, meinen liebenswürdigsten Vater, mit feiner Sünde mehr zu beleidigen. Ach, wie wäre es auch möglich, daß ich Dich je wieder beleidigte, nachdem Du so großer Gnaden mich gewürdiget haft? Nie nimmermehr will ich mich von Dir trennen! Nimmermehr will ich mich durch eine vorfäßliche Sünde deiner Gnade unwürdig machen; wachen will ich über meine Begierden und Neigungen; jede Gelegenheit zur Sünde vermeiden, und wandeln vor deinem heiligen Auge, in Selbstverläugnung und Demuth, als ein treuer Nachfolger Jesus. Uber, o Herr! vor dem mein ganzes Herz offen steht, Du ennest auch meine Hinfälligkeit und Schwäche; Du weißt, wie veränderlich und unftät mein Wille ist. Ach! wie oft schon habe ich die nähmlichen Vorfäße gefaßt, und sie dennoch nicht gehalten! Wie bin ich so unvermögend, aus mir selbst das geringste Gute zu denken, und es auszuüben! All' unfere Kraft kommt von Dir; Du gibst Beydes- das Wollen und das Vollbringen des Guten. - Darum bitte ich Dich, im Nahmen und durch die Verdienste meines göttlichen Erlösers Jesus Christus, stärke und befestige meinen Willen durch die allvermögende Kraft deiner Gnade. Gib mir einen so tiefen Abscheu vor der Sünde, und einen so beharrlichen Eifer in der Vollziehung deines heiligen Willens, daß nichts mehr von deiner heiligen Liebe mich trenne, daß ich im Besitze deiner Gnade und Freundschaft bis an's Ende meines Lebens beharre. Ach! nimm mich nicht weg, bis mich deine göttliche Huld, welche mir dein geliebter Sohn durch seinen Gehors sam bis zum Tode am Kreuze erworben, tüchtig und geschickt gemacht hat, zum Erbtheil der Heiligen im Lichte der Ewigfeit zu kommen, und nach diesem elenden Leben die ewige Freude und Seligkeit zu erlangen, durch die reichen Vers dienste deines einigen Sohnes, Jesus Christus! Amen. Gebeth zur Jesus Christus. Freund und Begnadiger der reumüthigen Sünder, Jesus Christus! der Du in die Welt gekommen bist, zu suchen und selig zu machen, was verloren war. Du weißt es, welchen Gefahren und Anfechtungen ich in dem nothwendigen Verkehre mit einer Welt, die ihren Gott so we nig kennt und liebet, stets ausgesetzt bin. O Du treuer Hirt! steh mir unter den vielfältigen Versuchungen bey; wache über mich; ermahne mich, führe mich und stärke mich durch deinen heiligen Geist, daß ich nimmermehr in das Elend der Sünde zurückfalle, aus welchem deine Erbarmungen mich heute errettet haben. Heilige Maria! und ihr Heiligen Gottes alle, bittet für mich am Throne des Höchsten um die Gnade der Beharrlichkeit im Guten, damit ich einst, nach meinem Hinscheiden aus diesem Leben, seine Güte und Barmherzigkeit ewig mit euch im Himmel loben und preis sen möge! Amen. Vater unser zc. Kirchengebeth. Gott! Der du keinen Sünder, auch den größten nicht, der sich mit zerknirschtem Herzen zu Dir nahet, zurückweisest, sons dern Milde, Erbarmung und Versöhnung finden laffest- sieh mit dem Blicke der Gnade herab auf mein Flehen, daß ich im Gefühle meiner Niedrigkeit darbringe, und erleuchte mein Herz, daß ich mächtig werde, deine Gebothe zu erfüllen. Gib mir, o Herr! Beständigkeit im Glauben an Dich, und Beständigkeit im aufrichtigen Wandel vor Dir, damit mein Gemüth in der göttlichen Liebe fest ge gründet, und die Vollkommenheit dieser Liebe durch keine Versuchung geschwächt werde. Durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn! Amen. Zweyte Bußandacht. Gebeth vor der Erforschung des Gewissens. O Vater der Lichter! o mein Gott! der Du die Geheime nisse der Menschen kennest, und ihre verborgensten Gedan fen weißt, erleuchte die Finsternisse meines Geistes, damit ich mich selbst recht unparteyisch erkenne; daß ich meine Sünden, Schwachheiten und Gebrechen einsehe, wahre Neue darüber habe, sie aufrichtig deinem Priester bekenne, mit wahrer Buße mich selbst dafür bestrafe, und den festen Vorsatz faffe mein fehlerhaftes Leben zu ändern, meine bőfen Gewohnheiten abzulegen, und Dir, meinem ewigen Gott und Herrn, von jetzt an beständig bis an mein Ende zu dies nen und treu zu bleiben, durch Jesus Christus, unsern Herrn! Amen. ( Beichtspiegel, fieh Seite 69.) Gebeth nach beendigter Gewissenserforschung. Ich bin mit mir selbst zu Gericht gegangen, o Gott! Ich habe mein Gewissen und die geheimsten Falten desselben mit Fleiß und Aufrichtigkeit, wie ich glaube, durchforschet. Darf ich mir aber deswegen schmeicheln, Alles entdeckt zu haben, was fündhaft in mic ist, und mich deiner Gerechtigs feit verantwortlich macht? Das Herz des Menschen ist ein Abgrund! Wer anders durchblicket es, als Du, o Herr! der Du Herzen und Nieren durchforschest? Wie sehr fürchte ich, daß in dem meinigen noch Vieles verborgen liege, daß Dir mißfällt, und das eine unglückselige, geheime Eigenliebe mich vielleicht zu erkennen hindert, oder entschuldiget. O Gott! Du bist lauter Liebe und Gnade. Bedecke, ich bitte Dich, durch deine grenzenlose Barmherzigkeit Alles, was strafwürdig in mir ist. Reinige mich von den Sünden, die ich nicht dafür erkenne, und verzeihe mir diejenigen, die ich vielleicht aus dem Ges dächtnisse verloren habe. Der Mangel einer vollständigen Erkenntniß meiner Sünden beunruhiget mich jedoch weniger, o Gott! als der Kaltsinn, die Gleichgültigkeit meines Herzens bey dem Unblicke der vielfältigen Vergehungen, die ich wirklich in mir entdeckt und erkannt habe. Diesen Kaltsinn, diese Gleichgültigkeit, womit will ich sie entschuldigen? Ich bin so ge fühlvoll für Alles, was die Sinne reizet; für Vergnügungen, Dinge und Geschöpfe, die meiner Tugend fast immer Nachtheil bringen, oder doch gefährlich sind. Der Wunsch, ihnen zu gefallen, beschäftigt mich; die Zuneigung und Liebe, die sie mir erweisen, reißet mich hin; ich fürchte nichts so sehr, als den Verlust ihrer Gunst, ihrer Liebe, ihrer Freundschaft! Und dein Miffallen, o Schöpfer, Herr und Gott und Vater! der Verlust deiner Liebe und Freundschaft rührt mich nicht macht keinen Eindruck, wenigstens feinen bleibenden Eihe druck auf mich)! O Gott! der Du aus harten Felsen, wenn es Dir gefällt, Quellen lebendigen Wassers hervorrufeft; Du allein kannst auch dieses, gegen Dich so kaltsinnige, ge fühllose Herz erweichen und zu Thränen einer aufrichtigen Neue bewegen. Alle unsere Kraft kommt von Dir her; und ich bekenne es zur Ehre deines allerheiligsten Nahmens, daß kein Mensch, wer er auch immer seyn mag, aus sich selbst und ohne einen besondern Beystand deiner Gnade zu seinem Heile sich betrüben und seine Sünden aus Liebe zu Dir bereuen könne. So verleihe mir denn diese heilige Traurigkeit, diese übernatürliche Neue. Rühre, bewege, erweiche mein Herz. Durchbohre dasselbe mit heilsamer Furcht vor deinen Ge richten, oder vielmehr entflamme es ganz mit dem Feuer deiner heiligen Liebe, daß es seine Sünden aufrichtig beweis ne und verabscheue, und dadurch zur unschätzbaren Gnade der Versöhnung mit Dir gelange und darin verharre. Rene über seine Sünden und Vorsatz der Besserung. Gütigster Gott! ich glaube von Herzen deiner unende lichen Weisheit und Wahrheit; glaube Alles, was Du und deine heilige katholische Kirche zu glauben vorstellest. Ich glaube, daß bey Dir Vergebung der Sünden zu hoffen sey, und daß Du deßwegen das heilige Sacrament der Buße eingesetzt hast. Ich hoffe, o treuer Gott! auf deine unendliche Barmherzigkeit, und daß Du durch die Verdienste meines Erlösers, deines Eingebornen, alle meine Sünden vergeben werdest. Auch liebe ich Dich aus ganzer Seele, aus ganzem Herzen, aus allen meinen Kräften, liebenswürdigstes Wesen! Und aus diesem Glauben, dieser Hoffnung, dieser meiner Liebe zu Dir entspringt meine allgemeine herzs liche und übernatürliche Reue über meine Sünden und Verirrungen; ich verabscheue sie, nicht nur weil ich wegen ihrer bea deine Züchtigung verdiente, und deiner Belohnungen raubt wurde, sondern weil ich Dich liebe, o Du mein Gott, mein Vater, mein Erbarmer! Laß mich Gnade finden vor Dir! nimm mit väterlicher Huld den verlornen Sohn wieder auf, der mit gedemüthigtem zerknirschtem Herzen zu Dir zurückkehrt; durch die Verdienste Jesus, meines Erlösers, durch seine Wunden, sein Blut, seinen Tod, hab' Erbarmen mit mir. Daß meine Neue aufrichtig, meine Liebe redlich und Communion undaaten. und herzlich sey, will ich dadurch zeigen, daß ich alle Sünden verabscheue, daß ich mich bessern, die böse Gelegenheit meiden, und sorgfältig über mein Herz und meine Sinne wachen will; daß ich standhaft auf dem Wege des Guten ges hen, und mich nicht mehr durch die falschen Reizungen der verführerischen Sünde von Dir abwendig machen lassen will. Verleihe mir dazu deine nothwendige Gnade, damit ich standhaft ausführe, was ich Dir jetzt aufrichtig und von ganzem Herzen verspreche! Amen. Kurze Gemüthserhebung vor der heiligen Beicht. 1. Gott! Vater im Himmel! erbarme Dich meiner, und gib mir Gnade, meine Sünden recht zu bekennen. Gott Sohn! Erlöser der Welt, erbarme Dich meiner, und gib mir Gnade, meine Sünden recht zu bereuen. Gott heiliger Geift! erbarme Dich meiner, und nimm mich wieder auf in deine Gnade. : 81 2. Jesus, Du Sohn David's! erbarme Dich meiner; Jesus! sey mir armen Sünder gnädig und barmherzig!Jesus! laß dein bitteres Leiden und Sterben an mir nicht verloren seyn!--Jesus! gib mir ein zerknirschtes und des müthiges Herz, und verwirf mich nicht vor deinem Angesichte. O Du Lamm Gottes! welches Du hinnimmst die Sünden der Welt, erhöre mich, schone, erbarme Dich meiner! Nimm hinweg von mir alle meine Sünden, womit ich Dich während meiner Lebenszeit beleidiget habe. 3. Un Dich, o ewige Wahrheit! glaube ich; auf Dich, o unendliche Barmherzigkeit! hoffe ich; Dich, o allerhöch ftes Gut! liebe ich von Herzen über Alles. Ach, hätte ich Dich allzeit von ganzem Herzen und über alles geliebt! 4. Dir allein habe ich gefündiget, o Gott! und vor Dir habe ich Böses gethan. Ich habe gefündiget gegen den Himmel und wider Dich, o himmlischer Vater! Ich bin nicht mehr würdig, dein Kind zu heißen. Dennoch bitte ich durch das kostbare Blut Jesus, sey mir Sünder gnädig und barmherzig! 1 5. Mein Herr und mein Gott! es schmerzet, es reuek mich vom Herzen, daß ich Dich jemahls beleidiget habe. Lieber sterben, als noch einmahl in eine Sünde willigen! Keine Sünde mehr, o Gott! feine Sünde mehr! gib mir deine Gnade! 0 in. Abschnitt. Buß6. Liebreichster Jesus! der Du die große Sünderinn Magdalena nicht verstoßen, der Du den Petrus, welcher Dich verläugnete, wieder mit gnädigen Augen angesehen; der Du den mit Dir gekreuzigten Mörder zu Gnaden auf genommen hast, verstoße auch mich nicht; sieh auch mich wieder mit gnädigen Augen an; nimm auch mich wieder in deine Gnade auf; sey mir ein Jesus- Erlöser, Seligmacher,-und reinige mich von meinen Sünden; verdamme mich nicht, mache mich selig, daß ich Dich ewig anbethen, loben und preisen kann! A 82 Wenn du in den Beichtstuhl trittst, so bezeichne dich mit dem heil. Kreuz und sprich: Sch danke Euer Hochwürden für den empfangenen Gegen, und bekenne Gott, dem Allmächtigen, Marid, seiner lieben Muts ter, und Ihnen, Priester an Gottes Statt, daß ich seit meiner letzten Beicht, welche geschehen ist vor N. Wochen, oft und viel gesündiget habe. Insonderheit aber gebe ich mich schuldig, daß( Nun bekenne deine Sünden.) Nachdem du Alles, so weit du es dir bewußt bist, bekannt hast, so schließe deine Beicht mit folgenden Worten: Diese und alle meine Sünden sind mir leid von Grund meines Herzens, weil ich Dich, o Gott! das höchste Gut, dadurch beleidiget habe; ich nehme mir ernstlich vor, mich zu bessern, und bitte um eine heilsame Buße und die Lossprechung. At 1. Gebeth nach der Beicht. Unbethung, Preis und Dank sey Dir, o Gott der Güte und der Barmherzigkeit! Du hast meine Neue nicht vers schmäht, sondern mit Baterliebe mich wieder aufgenommen, und durch das heilige Sacrament der Buße mir alle meine Sünden vergeben. Nun sind die Bande der Sünde, die mich an das ewige Verderben fesselten, zerriffen; nun bin ich wie der in die Freyheit deiner Kinder gestellt, und mit deinem Himmelsfrieden befeliget; meine Sünden sind mir vergeben! Preise, o meine begnadigte Seele! preise den Herrn und Alles, was in mir ist, lobe seinen not end 141 heiligen Nahmen! 1 Wie unverdient ist die Gnade, die ich von Dir, o Alls gütiger! empfangen. Wie liebreich hast Du in meinen Verirrungen mir nachgesehen, wie väterlich mich zur Rückkehr und Besserung eingeladen! Und nun, nachdem ich, wie der verlorne Sohn, reumüthig und aufrichtig meine Sünden vor Dir, und vor meinem Stellvertreter, dem Priester bes und Communion anvachten. fennt habe, wie schnell, wie huldvoll haßt Du Dich erbarmet, und mein Glend von mir genommen!- O Gott! Du bist die Liebe, und Erbarmen und Befelis gen ist deine Freude! Nicht den Tod des Sänders willst Du, sondern seine Bekehrung, damit er leben möge ewiglich!- O Du ewige, Du unaussprechliche Liebe! durchdringe meine Seele und entflamme mein Herz, daß ich Dich entgegen liebe, und aus Liebe zu Dir die Sünde und alles Böse hasse und verabscheue. Ja-- von diesem Augenblicke an, o mein Erbarmer! will ich Dich ewig lieben, und, so gut es mir möglich ist, durch meinen Eifer, durch wahre Nechtschaffenheit, durch findlichen Gehorsam, durch immerwährendes Andenken an Did), durch fromme Ergebenheit in deinen heiligen Vaterwillen, durch sorgfältige Wachsamkeit über mich, und durch treue Erfüllung meiner Pflichten das ersetzen, was ich in meiner bisherigen unglücklichen Verblendung versäumte. Du siehst in mein Herz; Du weißt alle Dinge, o Herr! Du weißt, auch, daß ich Dich liebe, daß ich aufrichtig nach Besserung und Heiligung meines Lebene ringe: o, komm meiner Schwachheit zu Hülfe; unterstüße mich im Kampfe gegen die Sünde; rüste mich aus, daß ich Gewalt brauche, das Himmelreich an mich zu reißen; erhebe meine Seele, daß ich das fuche und nach dem trachte, was Oben ist; gib mir, o Du unerschöpfliche Quelle aller guten Gaben! gib mir Beharrlichkeit im Guten, damit ich in treuer Liebe Dir dienen möge ewiglich). Amen. 2. Zu Gott dem Vater. Barmherziger Vater! ich danke Dir von ganzem Hers zen, daß Du mich aus dem Wuste meiner Sünden, aus der Grube des ewigen Verderbens herausziehest, und in den herrlichen Stand deiner lieben Kinder und Auserwählten verseßzest. was soll ich Dir, mein Erbarmer! für alle deine Wohlthaten vergelten, die Du mir erwiesen. Meine Seele, und Alles, was in mir ist, preise deinen heiligen Nahmen und deine unendliche Güte. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, also erbarmst Du Dich meiner, und bist mir gnädig. Ich will Dir danken dafür mein Leben hindurch, und Dir, meinem Gott, lobsingen, so lange ich 6 m 111. TII. Abschnitt. Buß bin. Aber ich bitte Dich demüthigst, befestige das, was Du jetzt in mir angefangen, und durch das heilige Sacrament der Buße zu meinem Heile bewirket hast; gib mir Stärke, wider die Versuchungen zu streiten; laß mich weder durch Glück noch durch Unglück von deiner Liebe und väterlichen Gnade getrennt werden. Durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn! Amen. 3. 3n Gott dem Sohne. O gütigster Jesus! Du verstoßest keinen von denen, die Dich suchen; und deine unermeßliche Liebe, durch die Du am heiligen Kreuze haft wollen erhöhet werden, ziehet Alles zu Dir und hat auch mich jetzt zu Dir gezogen; darum glaube ich fest und zuversichtlich, daß Du mir meine Sün den vergeben habest. Vermehre in mir, o mein Erbarmer! dieses Vertrauen, und entzünde zugleich in mir eine innige Begierde, mich zu befleißen, durch wahre Reinigkeit mich fest an Dich zu halten. Verleihe mir, daß ich Dich durch Günden nicht mehr auf's Neue betrübe; sondern durch die Kraft der Berdienste deines Leidens, meine vorigen Verirrungen recht beweine und abbüße, allen Versuchungen widerstehe, und im Guten beständig bleibe. Dir will ich leben und sterben; in deine Hände empfehle ich mein Thun und Lassen, mich sammt allen den Meinigen, meine Freun de, Wohlthäter und Feinde, Lebendige und Verstorbene. Erbarme Dich meiner, o Jesus! Du Sohn Davids! erbar. me Dich über mich und über uns Alle; hilf uns die Sünden meiden, gerecht leben, deinem Willen in Allem gehorchen, Dir zum ewigen Lobe, uns aber zur Seligkeit. Amen. 4. 3n Gott dem heiligen Geiste Oheiliger Geift! Du liebevollster Erbarmer der Süns der, Du Tröster aller Betrübten! Dir sey Dank, daß Du mir die Verdienste Jesus Christus in dem heiligen Sacramente der Buße haft mitgetheilet, daß Du mein Gewissen beruhiget, und mein Herz wieder zu deiner Wohnung bereitet hast. Durch deine Gnade, durch deine Liebe, die Du in meine Seele gegeben, bitte ich Dich, mache mich ganz, nen Leib und meine Seele zu deinem heiligen Tempel, zu deiner Wohnung, und gib mir Stärke, daß ich alles Böse meide, den Versuchungen, die wahrscheinlich mich wieder bestürmen werden, standhaft entgegen streite, und nicht mei: uny Comm on annayten. mehr in die Sünden zurückfalle, die ich jetzt bereue, und dem Priester bekannt habe. Feft nehme ich mir vor, diese Geles genheit N. sorgfältig zu fliehen! denn ich weiß es, wer die Gelegenheit nicht meidet, meidet auch die Sünde nicht; und wer die Gefahr liebt, wird in ihr zu Grunde gehen: Du aber hilf mir, leite mich durch deinen göttlichen Rath, gib mir Kraft durch die wohlthätigen Gaben, deren Quelle Du bist, nähmlich durch Gottesfurcht und Gottesliebe, durch Weisheit und kluges Betragen so zu leben, daß ich von Tag zu Tag an Vollkommenheit zunehme, und mich deiner Liebe und deines Schußes würdiger mache. Amen. 5. Trostgründe für bekümmerte Christen, die es ihrer Sunden oder Anfechtung wegen sind. 1. Gott wird sich unser erbarmen, unsere Misfethat tilgen, und unsere Sünden in die Tiefe des Meeres werfen.( Mich. 8.) 2. Wenn auch eure Sünden so roth wären, wie Scharlach, so sollen sie so weiß werden, wie Schnee; und wenn sie auch) blutroth wären, sollen sie doch weiß werden, wie Wolle.( Ifai. 1.) 3. So wahr ich lebe, spricht der Herr, dein Gott, ich habe keinen Gefallen an dem Tode des Gottlosen, sondern ich will, daß er sich bekehre und lebe.( Ezech. 38.) 4. Also hat Gott die Welt geliebt, daß Er seinen eingebornen Sohn dahin gab, daß Alle, die an Ibn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.( Job. 3.) 5. Der Gottlofe verlaffe seine Wege, und der Ulebelthäter seine Gedanken, und bekehre sich zum Herrn; so wird Er sich feiner erbarmen.( Isai. 55.) 6. Wo die Sünde mächtig geworden, da ist die Gnade noch viel mächtiger.( Röm. 5.) 7. Gott ist getreu; Er wird euch nicht über euere Kräfte versuchen lassen, sondern Er wird die Versuchung so einrichten, daß ihr sie ertragen könnet.( I. Cor. 10.) 8. Der Herr weiß die Gottseligen aus der Versuchung zu erlösen.( I. Petr. 2.) 9. Das Blut Jesus reiniget uns von allen Sünden. ( l. Joh. 1.) 10. In Christus haben wir die Erlösung durch sein Blut, nähmlich die Vergebung der Sünden.( Ephef. 1.) 11. Christus hat uns geliebt, und uns von unsern Sünden gewaschen mit seinem Blute.( Offenb. 1.) 12. Er hat uns erlöset vom Fluche des Gesetzes, indem Er selbst ein Fluch für uns ward.( Galat. 3.) 13. Ist Gott für uns, wer mag wider uns seyn?- Der auch seines eigenen Sohnes nicht verschonet, sondern Ihn für Wtymun uns Alle in den Tod dahin gegeben hat, wie sollte Er uns mit Ihm nicht alles schenken.( Röm. 8.) 14. Send also nicht so furchtsam, ihr Kleingläubigen! Christus ist die Versöhnung für unsere Günden, nicht nur für unsere, sondern für die Sünden der ganzen Welt.( I. Joh. 2.) 15. Darum bitte ich an Christus Statt: Laffet euch verföhnen mit Gott!( II. Cor. 5.) estil 6. Abendgebeth an Beichttagen. O Gott! mit findlichem Danfgefühl erhebt sich mein Herz noch ein Mahl zu Dir, in dieser stillen Abendstunde zu Dir, der Du reich bist an Gnade und Barmherzigkeit. Du hast mich, dein reumüthiges Kind, auf's Neue, umder Verdienste Jesus willen, deiner Liebe versichert; ich dagegen habe mich Dir auf's Neue zum vollkommensten Gehorsam verpflichtet. Befestige diese heilige Entschließung nach deinem Wohlgefallen zu wandeln, und segue mir zur Befördes rung der Beharrlichkeit im Guten den Genuß des Himmele brotes, dem ich sehnsuchtsvoll entgegen sehe. Ich überlasse mich der Freude eines mit seinem besten Vater ausgeföhnten Kindes, und erwarte, daß ich morgen am heiligen Tische, wo Jesus in mein Herz eingehen, in mir wohnen, und ganz in meinen Geist übergehen will, die Stärfung zum Guten finden werde, wonach sich mein Herz sehnet. Segne, o Vater! die nächtliche Ruhe, und vertilge in meinem Gemüthe alle noch übrigen Reste sündhafter Eins drücke, daß ich mit neuer Freude an deinem heiligen Gefeße, mit neuer Liebe zu Dir erwache, und durch deine Gnade in mir finde, was ich mir nicht selbst geben kann, den Hune ger und Durst nach der Gerechtigkeit, dem Du berrliche Sättigung zugefaget und bereitet hast, durch Jesus Chris stus, unsern Herrn! Amen. Das allerheiligste Sacrament des Altars. Morgengebeth am Communiontage. Zu einem ausgezeichnet festlichen Tage hast Du mich an diesem Morgen erweckt, lieber himmlischer Vater! denn auf's Feyerlichste, Wohlthätigste und Rührendste soll ich heute von deiner Liebe versichert werden, die Dich bewogen hat, deinen Eingebornen für uns Alle in den Tod dahin zu geben. Verleihe mir deine Gnade, daß ich alle Gedanken und Empfindungen meiner Seele auf das heilige Opfer richte, welches ich genieße, um mit Dem in innigste Vereinigung zu kommen, an welehem Du dein größtes Wohlgefallen haft. Bewahre mich vor allen Zerstreuungen, damit ich es tief zu Herzen nehme, welches Glück es sey, zu den Tischgenossen Jesus zu gehören. Göttlicher Herr und Heiland, Jesus Christus! erfülle an mir das Wort der Verheißung: So jemand meine Stims me hören und sein Herz mir aufschließen wird, zu dem werde Ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten. Der Genuß deines heiligen Fleisches und Blutes sey mir gesege net zur Stärkung meines Glaubens, zur Beförderung der Gottseligkeit, zur Geduld im Leiden, und zur seligen Hoffnung des ewigen Lebens. Amen. - Erste Communion- Andacht.. Erwäge, mein Chrift! folgende Gedanken zur Beförderung der Andacht bey dem Tische des Herrn: llm Gott anschauen zu können, wird ein reines Herz erfordert; wie viel mehr, um an seinem heiligen Tische aufgenom men zu werden! Gey rein, sey demüthig und friedfertig, damit Jesus ben dir wohnen könne!« » Wer Jesus genießen will, kann nicht zugleich die Welt genießen, sondern muß der Welt gekreuziget und getödtet seyn.«< » Du jammerst so oft über die Verschlimmerung dieses Zeitalters. Wohlan! Suchst du ein Verwahrungsmittel gegen diefelbe? Das kräftigste ist die heilige Communion. Sie gewährt dir bey der Zerstreuungssucht der Weltkinder- Samme lung des Geistes; bey ihrer Sinnlichkeit- Erhebung über das Irdische; bey ihrem Unglauben- Befestigung im Glauben; bey ihrer Selbstsucht Erweiterung der Menschenliebe; bey ihrer Gewaltthätigkeit Beruhigung; bey ihrer Beschränkung auf das irdische Leben- Unsterblichkeit. Was soll dich trösten unter den Drangsalen der gegenwärtigen Zeit?- Was die ersten Christen in ihren Widerwärtigkeiten getröstet hat- der Tisch des Herrn. Mögen Zweifelsucht, Unglaube und Gefühllosig= keit Alles um uns her an die Erde feffeln, uns eröffnet sich eine beffere Welt; denn wir stehen an der Pforte des Himmels, so oft wir am Altare des Herrn Ihn selbst, als die unentbehrliche Nahrung unseres geistlichen Lebens, in uns aufnehmen.« - » Zwey Zeitpuncte in dem Leben des Menschen sind von unaussprechlicher Wichtigkeit: der Zeitpunct des herannahenden Todes; denn da soll der Mensch vor seinem Nichter erschei und der Zeitpunct der heiligen Communion; denn da will der Mensch seinen Richter bey sich beherbergen. Ben nen; 41000 dem Gerichte offenbart Jesus seine Gerechtigkeit; bey dem Abendmahle das llebermaß seiner Liebe. Die beste Vorbereitung zum Erscheinen vor dem göttlichen Richter ist die gute Aufnahme desselben in der heiligen Communion. Genieße da her dieses geheimnisvolle Engelbrot mit einer solchen Vorberei tung, als sen es deine letzte Wegzehrung! Jeder Communion Tag sen für dich ein Zeitpunct, wo du dir selbst abstirbst, um nur für Jesus, und in Ihm zu leben!< Männlich ernst ruft Er in schweren Leiden, lieblich sanft bey ungehofften Freuden, laut, auf der Versuchung glattem Pfade, leise, bey des heil'gen Mahles Gnade:» Freund und Jünger! liebst du mich?« Möchte doch dein Herz, o Christ! Möchte doch dein ganzes Leben Ihm die frohe Antwort geben:» Herr! Du weißt's, ich liebe Dich!« - Wenn du zum heiligen Abendmahle gehest, so bedenke, daß der Herr aller Herren dort gegenwärtig sey; denn er ist dort wahrhaftig gegenwärtig, und sieht und erkennt, was in jedes Menschen Herzen ist.( Der heilige Joh. Chrysostomus.) * Empfindungen vor der heiligen Communion, Jesus Christus! Du Heil aller Menschen, Du guter, getreuer Hirt meiner Seele! der Du gesagt haft: Ich bin das lebendige Brot, Jch, der ich vom Himmel herabgekommen bin. Wer von dies sem Brote essen wird, der wird ewig leben. Das Brot, das Ich geben werde, ist mein Fleisch, das Jch für das Leben der Welt ges ben werde... Fürwahr! Ich sage euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht es sen, und sein Blut nicht trinken werdet, fo werdet ihr das Leben nicht in euch haben. Wer aber mein Fleisch ist, und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und Ich werde ihn am jüngsten Tage auferwecken.Er wird in Mir, und Ich in ihm bleiben.> Auch die verworfensten Menschen werden in ihrer Todesangst gelabt und erquickt; aber Jhn, den gemarterten und gequälten Menschensohn, haben sie vergessen und verlassen! Er selbst mußte die hart. herzigen und grausamen Menschen erinnern und laut klagen:» Mich dürstete Allen Leidenden, Vergessenen und Verlassenen zum Troste und Vorbilde, wie auch sie sich mit Gelassenheit in solche Leiden ergeben und Alles von der Hand ihres Gottes geduldig annehmen sollen.. » Mich dürftet!" Der Durst, den Jesus im Geiste hatte, war viel größer, als der leibliche, den Er litt. Er kostete nur, da Jhm Effig gereicht wurde, und redete nur, daß die Schrift erfüllet würde. Jesus dürftete nach der Verherrlichung des Vaters; die Menschheit hatte Ihn durch Ungehorsam entehrt; Er- der Menschensohn- wollte Ihn durch seinen Gehorsam bis in den Tod wieder voll. kommen ehren.- Jesus dürftete nach dem Heile und nach der Erlösung der Menschen, daß sie, von der Gewalt der Finsterniß errettet, nur dem wahren Gott dienten, und in diesem Dienste selig würden. Jesus düra stete und sehnte sich darnach, daß Er bald unzählbare Scharen von geretteten Sündern bey sich sehen möchte, die sich ihrer Erlösung erfreue ten, wie der begnadigte und erfreute Schächer am Kreuze; daß bald an vielen Tausenden seine Begierde, ihr Heiland zu seyn, gestillt werden möchte. Da nun Jesus so sehr auch nach meinem Heile dürftet, soll ich nicht mein Heil bey Jhm suchen? soll ich nicht mit Freude zu Ihm eilen, und mich von Ihm selig machen lassen? und eben so freudig an dem Seelenheile meines Nebenmenschen arbeiten? O mein göttlicher Herr und Heiland! verleih mir die Gnade, daß ich mir deinen geheimnisvollen Durst aneigne, damit auch ich fünftighin einen wahren Durst, ein inbrünstiges Verlaugen nach Dir, nach deiner Gerechtigkeit, und nach meinem und meiner Brüder Heile haben möge, daß auch ich alle mir dadurch verursachten Bitterkeiten, alle mir beschiedenen Leiden willig, 232 V. Abschnitt. als von deiner Hand annehme, und den vergifteten Süßigkeiten der unordentlichen Lüste und sündhaften Weltfreuden vollkommen entfage. Ich bethe Dich an 2c. 36% Kirchengebeth. Allmächtiger Gott! unsere Schwachheit unterliegt fast der Menge der Widerwärtigkeiten; gib also, daß uns durch das Leiden und Sterben deines eingebornen Sohnes Hülfe und neues Leben zukomme. Gekreuzigter zc.der - 36. Dinstag. Christus hat für uns gelitten zc. » Es ist vollbracht!" Joh. 19, 30. Nun hat Jesus aus unendlicher Liebe für uns Menschen Alles vollbracht, Alles gewirkt, Alles getragen, Alles geleistet, was Gott zum Heile der Menschen forderte, und was zu unserer Erlösung nothwen. dig war. Es ist vollbracht!- Durch Jesus haben die Menschen ihre vorige Würde, ihren vorigen seligen Stand wieder erlangt; sie stehen nun wieder in der Reihe der von Gott geliebten Grschöpfe; der Weg ist ihnen gebahnt, der zum Leben führt, die Thür zum Himmel geöff net, die Seligkeit erworben. Es ist vollbracht. O ja, mein Heiland! es ist von deiner Seite Alles vollbracht! aber ach, ich bitte, vollbringe auch, oder hilf mir vollbringen, was noch von meiner Seite zu vollbringen ist! Bollende mein Heil, es ist dein Werk; es hat Dich schon zu viel gekostet, um es unvollendet zu lassen. Ich weiß es, daß mir dein Leiden, so vollkommen es an sich ist, im Augenblicke meines Todes den Himmel nicht öffnen wird, wenn ich Tir nicht ähnlich seyn werde; wenn ich mir die Verdienste deines Leidens nicht zueigne, wenn ich nicht nach der Lehre deines Apostels, das selbst in meinem Flei sche erfülle, was deinem Leiden übrig geblieben ist; wenn ich nicht an meinem Leibe durch Abtödtung und Selbstverläugnung deine Bundmahle trage. Ich muß nach dem Beyspiele dieses Apostels meinen Glauben an Dich rein bewahren; ich muß ihn durch Werke lebendig erhalten, ich muß einen guten Kampf kampfen, meine Laufbahn vollenden, damit ich dorthin gelange, wo mir die Krone der Gerechtigkeit von Dir, meinem gerechten Richter, aufbewahret ist; ich muß am Ende, wie eu, mein Jesus! sagen können:» Es ist vollbracht!« Allein dieß kann ich nicht ohne Dich; es ist das Werk deiner Gnade. Um diese Gnade bitte ich Dich durch alle deine Wunden, durch all' dein vergossenes Blut Fasten Andachten. 233 Mein Gott und Erlöser! Du hast mir durch dein Blut diese Gnade verdient; o laß sie mir aus deinen heiligen Wunden zufließen; diese siegreiche Gnade, die Gabe der endlichen Beharrlichkeit, welche die kostbarste unter allen deinen Gaben ist, damit Eu an mir vollbringest, was Du selbst angefangen hast. Ich bethe Dich an 2c. 2 de 3 Kirchengebeth. Allmächtiger, ewiger Gott! verleihe, daß wir die Geheimnisse des Leidens und Sterbens unsers Herrn Jesus Christus also begehen, daß wir Bergebung unserer Sünden. erlangen. Gekreuzigter Herr Jesus Christus: 20.412) -- 2013@ 1152154 s sie mit 37. Mittwoch. Christus hat für uns gelitten zc. » Vater! in deine Hände empfehle ich meinen Geist!« Luk. 23, 45. Unmittelbar vorher, ehe Jesus verschied, empfahl Er mit lauter Stimme seine heilige Seele in die Hände des Vaters, und mit ſeiner Seele übergab Ee Jhm auch die Seelen aller Menschen, für die Er starb. tball 130 740294512 hileash. him Ja, mein Gott und Heiland! da Du deinen Geist in die Hände deines Vaters empfiehlst, forgest Du auch für meinen Geist; o vereinige ihn unzertrennlich mit dem deinigen, um ihn mit demselben deinem himmlischen Vater zu übergeben, denn ich bin nun durch Dich zum Kinde Gottes angenommen, weil Cu mein Bruder geworden bist. Mit doppeltem Rechte darf ich Dich meinen Vater nennen. Ich empfehle und übergebe darum Dir meinen Geist, in der Ueberzeugung, daß er sich in deinen Händen unendlich besser befindet, als in den meinigen, und durch Dich auch in den Händen deines Baters ist; denn Du und der Vater seyd Eins. ihr $ 12 the Erleuchte diesen meinen Geist mit deinent Lichte; stärke ihn mit deiner Kraft, heilige ihn durch deine Gnade, und nimm ihn dann, wenn er von diesem Leibe scheiden wird, zur Herrlichkeit auf, die Du ihm durch deinen Tod erworben hast, daß er Dich, den Vater und den heiligen Geist unterdessen liebe, lobe und verehre, bis Tu einst auch diese irbische Hülle erweckest und verklärest, um, mit ihm wieder vereiniget, ewig an seiner Seligkeit Theil zu nehmen. Ich bethe Dich an 2c. Kirchengebeth. Allmächtiger Gott! noch immer büßen wir unsere Ulebertretungen; laß uns also durch das Leiden deines Eingebornen baldige Erlösung zu Theil werden. Gekreuzigter Herr Jesus Christus: c. - 234 V. Abschnitt. 38. Gründonnerstag. Christus hat für uns gelitten zc. » Jesus neigte das Haupt, und gab seinen Geist auf." 3ob. 19.30. Erreicht hat Jesus das äußerste Ziel seiner Wallfahrt im Fleische, alle Bitterkeiten des menschlichen Lebens bat Er verkostet, und sie alle bis auf den letzten Tropfen versucht, auch den Tod versucht für alle Menschen. Er war dem Vater gehorsam bis zum Tode am Kreuze, und am heutigen beiligen Tage setzte Er im allerheiligsten Altars- Eacramente ein immerwährendes Denkmabl seines Verschnungstodes ein, das sich in seiner Kirche fortpflanzen sollte bis an's Ende der Tage. Jesus starb! Sein Tod war das Gott wohlgefällige Sühnopfer für die Sünden der Welt. So wie Er, konnte kein Sterblicher, so Fein Sünder sterben. Auf jeden Sünder hatte der Tod ein Recht; auf den Alleinreinen durchaus nicht; denn der Tod ist die Strafe der Sünde. Ebristus aber hatte nie gesündiget; Er hatte keine eigene Schuld zu bezahlen, und das ewige Leben war in Ihm. Sein Tod war also im erhabensten Sinne cin Opfer für Andere, ein Opfer für uns Sünder. 3a, unsere Sünden trug Er an seinem Leibe auf dem Kreuzbolze. Er der Gerechte- starb um der Ungerechten wil len- und im Tode noch neigt Er mit unendlicher Liebe sein Haupt ju denen, für die Er gestorben ist die Ihn getödtet haben; sein letzter Blick ist auf Diejenigen gerichtet, die Er erlöset hat, die Er bes feligen will! d and the haluasurman ndi opiniousy ofist - - O Liebe- sterbende Liebe! fegne mich mit dem Verdienste deines heiligen Todes, und entzünde mein Herz mit der feurigften Gegenliebe, daß ich nicht mehr mir, sondern Dir lebeTir sterbe- dein Eigenthum bleibe ewiglich. Lamm Gottes, das geschlachtet ward, Du bist würdig, zu empfangen Preis und Ehre und Anbethung von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Ich bethe Dich an 2c. - - Kirchengebeth. Gott! von dem Judas die Strafe für seinen schändlichen Verrath, der gekreuzigte Mörder aber wegen seiner bußfertigen Reue die Krone des Lebens empfangen hat; laß uns die Früchte seiner unermeßlichen Erbarmungen jufließen, damit unser Herr Jesus Christus, so wie Er beyden die ihren ver fchiedenen Verdiensten angemessene Vergeltung während seines Leis dens angeordnet hat, auch uns von dem Irrthume des alten Berderbens heile, und uns die Gnade seiner Auferstehung verleihen möge, der mit Dir und dem heiligen Geiste, als ein einiger Gott, lebt und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.- Gekreuzigter Herr Jesus Christus 26. Fasten Andachten. heiligen Mef f.e. e Vorbereitungs- Gebeth. advi Jesus Christus! mein Gott, mein Herr und Heiland! der Du die Deinigen, die an Dich glaubten, liebteft bis an's Ende; deine Kirche fevert heute jenen heiligen Abend, an welchem Du das Geheimniß deiner unbes schreiblichen Liebe und deines heilbringenden Todes- das wundervolle Mahl der Erlösung eingesetzt, und uns allen ein ewiges Denkmahl deiner Gnade, und ein llnterpfand des ewigen Lebens hinterlassen hast. Du nahmst das Brot in deine heiligen und ehrwürdigen Hände, blickteft auf, und, dankend deinem himmlischen Bater, segnetest Du das Brot, brachst es, und sagtest: Nehmet hin und effet, dieß ist mein Leib!« Deßgleichen nahmst Du auch den Kelch in deine heiligen und ehrwürdigen Hände, danktest und sege netest denselben, gabst ihn deinen Jüngern, und sagtest: » Nehmet hin, und trinket Alle daraus; dieß ist mein Blut, welches für euch und für Viele wird vergoffen werden zur Vergebung der Sünden. Das thut zu meinem Andenken. Dieß ist also das herrliche Abendmahl des Erlosers, die Gedächtnißfeyer des großen Todes, in welchem die ganze Menschheit ihre Seligkeit findet; dieß ist das heilige Liebes mahl, wo wir Alle knien vor dem Tische des Herrn, und öf fentlich bekennen, daß wir an den hier gegenwärtigen Jesus glauben, in Ihm und durch Ihn allein Verzeihung, Gnade und ewiges Leben suchen, und Alle, die mit uns Theil nehs men an dem Einen Himmelsbrote, als unsere Brüder aners fennen und lieben. 285 Sum 3 ur 3ur 1. D Herr! mache mich durch die fromme Theilnahme an dem heiligen Meßopfer dieser Gnade würdig, damit meine Seele gesund, und ich erlöset werde von allem Uebel. Ich fehne mich, an deinem Tische gespeiset zu werden, ach, verlaß mich nicht; denn ich bin blöd und schwach. Komm mir in als ler Armuth zu Hülfe. Ich bethe Dich an; ich ehre und lobe Dich, und glaube, daß Du ganz und wahrhaft zugegen feyeft in dem heiligen Sacramente des Altars. Herr! vers zeihe mir, wenn ich nicht würdig genug zu deinem Tische gehe. D Herr! bewahre mich, daß ich nicht nachher wieder treulos werde, und anfange, wider Dich zu fündigen. Laß mich nicht 236 V. Abschnitt. von Dir losgeriffen werden, sondern behalte mich in deiner Liebe und Gnade.#risisdate 14 Ehre und Preis sey Dir, der Du das heiligste Sacrament heute eingesetzt, und uns so gnädig dazu eingeladen hast. O Du Reiniger der Seelen! mache mich rein von meinen Sünden, daß ich Dich würdig empfangen möge; wasche mich, wie Du heute die Füße der Jünger gewaschen, und bleibe mir nahe mit deiner Gnade; denn ohne deine Hülfe ges he ich in diesem Jammerthale zu Grunde. Berlaß mich nicht, sondern lehre mich gehen den rechten Weg in deinen Fußstapfen. Du haft uns gebothen, Dir nachzufolgen, aber keiner vermag es aus eigener Kraft, wenn Du ihn nicht- unterstützest, zu thun, was Du befiehlst. Erlöse mich von aller meiner Unvollkommenheit, daß ich Dir, meinem Vors bilde und Begleiter, nachfolgen möge. Wie Du Dich in Liebe mit uns, vereinigeft, und uns in der heiligen Commu nion nähreft zum heiligen, ewigen Leben, so will ich mich mit deiner Gnade bey dem unblutigen Opfer der heiligen Meffe auf's Neue mit Dir, und durch Dich mit dem himmlischen Vater und dem heiligen Geiste vereinigen ewiglich. Amen. ( Die Meßgebethe werden aus der zweyten Meßandacht am Weih. nachtsfeste, Seite 141, von Nro. II. angefangen, genommen.) Abendbethstunde am Gründonnerstage. ddd 1979 dom Eingang. Ich bin das Brot des Lebens, das vom Himmel herabgekommen ist.( Job. 6, 51.) Herr, öffne meine Lippen, und mein Mund wird dein Lob verkündigen.- Gott! denk' auf meine Rettung; Herr, Bila ain eile mir zu helfen! Ehre sey dem Vater ic. and no mat dan mant 20 I. 2nbethung. Ten eingebornen Sohn Gottes und Mariä, das wahre Himmelsbrot, das der Vater uns gegeben hat, bethe, o meine Seele! in tiefster Demuth and chi chu the slee Unserm Herrn Jesus Christus, der uns sein heiliges Blut im wunderbaren Geheimnisse des allerheiligsten Altars- Sacramentes heute gegeben hat, bring', o meine Seele! ewiges Lob und unendlichen Dank. Unserm verborgenen Gott, Jesus Christus, der uns durch seinen heiligen Leib und durch sein kostbares Blut das ewige Leben gibt, bring', o meine Seele! das Dankopfer der innigsten Liebe, und stimme in den Lobgesang aller Engel und Heili gen ein: Heilig! heilig! heilig ist der Herr, der allmächtige Gott! 237 Fasten- Undachten. der Herr der Heerscharen! Himmel und Erde sind seiner Herrlichkeity Majestät und Ehre voll! Ehre sey dem Bater sc. he ist blote an sidoines II. Gemüthserhebung. d O unendliches Geheimniß, an welches der heutige Festtag uns erinnert; o Wunder der Allmacht und Güte, daß ein armer fündiger Mensch den höchsten Herrn und Gott genießen soll! Mein Gott und Heiland! wie unbegreiflich hoch sind die Beweise deiner Liebe. Mit deinem eigenen Leib und Blute willst Du uns ein Föstliches, ein himmlisches Gastmahl bereiten, und Dich selbst als eine Speise zum ewigen Leben uns dargeben.-O lebendiges und unendlich heiliges Brot, das uns das Leben der Seele ertheilet! in tiefster Unbethung sinke ich vor deinem heiligen Altare nieder. Jesus, mein Leben und mein Alles! nach Dir seufzt mein Herz; nach Vereinigung mit Dir sehnt sich mein Geist! Erfülle meine Seele mit dem Lichte des Glaubens, mit dem Feuer der Liebe, und mit der Stärke des Vertrauens, daß ich in dieser Bethstunde die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes mit inniger Andacht verehre und anbethe, damit diese heilige Speise mir jederzeit das Leben der Seele, eine beständige Gefundheit des Gemüthes, und eine stärkende Kraft in meiner Schwachheit werde. Jesus! sey mir gnädig; verzeih mir alle meine Sünden, und führe mich zum ewigen Leben! Amen. - III. Danksagung für die Einsetzung des aller=" heiligsten Altars- Sacramentes, CO Jesus! mein Herr und mein Gott! Du- mein höchster Wohlthäter und Freund meiner Seele! Du mein Retter und mein einzig wahres Gut! Du hast die Deinigen, die auf der Welt waren, immer geliebt, Du hast sie bis an's Ende geliebt, und am heutigen Abende, bevor Du hingingst, für uns zu sterben, damit wir ewig leben möchten, das allerheiligste Sacrament des Altars eingesetzt, als ein Denkmahl deiner unaussprechlichen Liebe, und als ein Unterpfand des ewigen Lebens. Unbethungswürdiger Gottmensch! ich danke Dir für deine Huld, daß Du mitten unter uns wohnen, uns immerwährend segnen, und unsere Seelen nähren willst zum heiligen, seligen Leben. Wer könnte ein solches Wunder der Liebe glauben, wenn Du es nicht selbst gesagt hättest!- Du bist die Wahrheit und das Leben; darum glaube ich nach deinem eigenen Worte, mit der fø V. Abschnitt. tholischen Kirche, deine wahre und wesentliche Gegenwart in al lerheiligsten Altars Geheimnisse, mit Fleisch und Blut, mit Leib und Seele, mit Gottheit und Menschheit. Meine ganze Seele bethet Dich an; mit Entzücken darf ich rufen: Wo ist ein andes res Volk, dem der Herr so nahe ist, als Er uns ist? 238 " Preis und Ehre sey Dir, Du Gott der Majestät und der ewis gen Erbarmungen! Himmel und Erde sind deiner Herrlichkeit voll. Preis und Ehre sey Dir, Sohn des ewigen Vaters! der Du wie ein Vater unter Kindern, wie ein Freund unter seinen Vertrauten, wie ein theurer Wohlthäter unter hülfsbedürftigen Urmen wohnest. Wie voll der frohesten Zuversicht darf mein Herz gegen Dich seyn, unendliche Liebe! denn Du hattest ja kei ne andere Absicht bey der Einsetzung dieses heiligen Sacramentes, als daß wir uns dankbar erinnern sollten, wie viel Gutes Du an uns gethan, und mit welcher treuen Liebe Du fortfahren werdest, uns zu segnen und zu erfreuen. Darum wohnest Du in unserer Mitte, o Du erbarmungsreicher Heiland! daß wir bey Dir Rath in unsern Verlegenheiten, Schuß in Gefahren, Stärke wider Versuchungen, Trost unter Thränen und Leiden, und Hülfe in allen Nöthen finden. Im eigentlichen Sinne willst Du es an uns Allen wahr machen, was Du zu deinen Freunden einst gesagt hast:» Ich bin bey euch bis an das Ende der Welt!« O mein Wohlthäter! Du Gott der reinsten, heiligsten Liebe! sieh, ich weihe Dir mein armes Herz; es liebt Dich, und es ist nur deßwegen bekümmert, weil es Dich nicht jederzeit geliebet, und noch jetzt Dich nicht so innig und kindlich liebt, als ich es wünsch te. Laß mich immer mehr von deiner treuen Baterliebe und Batersorgfalt überzeugt und durchdrungen werden, damit ich Dich immer dankbarer, treuer und beständiger entgegen liebe, damit ich hasse, was Du hasfest und was mich elend macht die Sün de; und liebe, was Du liebest, und was mich selig macht das Gute. Darin besteht der Dank, den Du für deine aufopfernde Liebe von mir forderst, und den ich Dir ach wie gern- bringen möchte. Allwissender! dem die geheimsten Gedanken und Empfindungen meines Herzens bekannt sind, Du siehst meinen aufrichtigen Willen, gut zu werden, in deine Fußstapfen einzus treten, und Dir nachzufolgen; Du kennst aber auch die Schwachheit, die Verführbarkeit und die Unbeständigkeit meines Herzens, - 11 Fasten. Undachten. 239 und wirst mich nicht verlassen. Ich vertraue auf Dich, und Du hilfft mir, und unterstüßest mich. Gegne meine redlichen Vorsätze, o Du liebreicher Mittler! und laß diese Gebethstunde den Anfang meines neuen Lebens, eine Stunde des freudigsten Segens seyn. Was ich denke, rede, handle, sey Dir geheiligt. Nichts soll mich mehr von Dir trennen. Ich lebe, aber nicht mehr ich; Du, Jesus! lebst in mir; Du bist mein Leben, und Sterben ist dann Gewinn für mich. Amen. IV. Dankbarer Rückblick auf das Leben, Leiden und Sterben Jesus Christus. Anbethung, Preis und Ehre bring ich Dir, o Du Unfänger und Bollender unserer Seligkeit, Du unser größter Wohlthäter! Du nahmst die menschliche Natur an, und wandeltest unter den Menschen als ein Beyspiel der erhabensten Gottes- und Nächstenliebe, und der reinsten Tugend. Freundlich und sanftmüthig, helfend und erfreuend, erschienest Du überall im Lande, wie die Sonne, und verbreitetest Segen und Wohlthaten. Meine Freude foll es seyn, Dich zu loben, und nach deinem heiligen Willen zu leben. Ich will Dich preisen, großmüthiger Menschenfreund! für mich gabst Du Dich in die Hände deiner ungerechten Feinde; für mich floß dein Blut am Dehlberge, unter den Geißelstreichen, unter den Dornen, und aus den schmerzlichen Bunden am Kreuze; für mich duldetest Du unaussprechliche Qualen; für mich rannen deine Thránen, für mich stieg dein Gebeth zum ewigen Erbarmer in den Himmel, Du bist mein Versöhner, mein Retter, mein größter Wohlthäter. Mein ganzes Leben hindurch will ich Dich preisen, o göttlicher Erlöser; denn nie, nie hörst Du auf, mir Gutes zu thun. An dein liebendes Bruderherz darf ich mich im heiligsten Geheimnisse des Altars wenden, und Dir meine Noth klagen, und der gütigsten Erhörung versichert seyn; felbst in meine Seele willst Du kommen, damit ich Eins mit Dir werde, und Du mich um so vertrauter hinleiten kannst ins Land des Friedens. O führe mich hin, mein Erbarmer! Dort will ich Dich unaussprechlich, dort will ich Dich ewig preifen. Amen. V. Jefus am efie am Dehlberge. >> Meine Seele ist betrübt bis in den Tod!« So sprachst Du, o mein göttlicher Erlöser! als Du dem Garten zugingst, in wel 240 V. Abschnitt. chem Du Dich zum Heile der Menschen deinen Feinden in die Hände überliefern wolltest. Deine Seele ist betrübt bis in den Tod. Ach! die Gerichte des Allmächtigen nahmen ihren Anfang; Er sah in Tir jetzt einzig noch das freywillig sich hingebende Opferlamm für die Sünden der Welt; was wir Sünder verschuldet hatten, das duldetest Cu uns zu Liebe. O mein Erbarmer! ich danke, ir, ich liebe Dich wegen deiner edelmüthigen Liebe; Du bist mein Gott, der Gott meines Herzens. Vater unser c. » Vater! wenn es möglich ist, daß dieser Kelch vorüber gehe, 830202 so nimm ihn von mir; doch geschehe nicht mein Wille, sondern der deine.<< So bethest Du, o Jesus! während dein edles Herz unter den heftigsten Gefühlen der Angst ringet. Ach! laß dein großes Beyspiel einen tiefen Eindruck auf mich machen; gib auch mir unter den Leiden und Widerwärtigkeiten dieses Lebens jene from. me Ergebenheit in den Willen des himmlischen Vaters, mit der Du Dich hingegeben hast, um für uns Alle zu leiden und zu sterben. Vater unser 2c. » Jesus warf sich auf sein Antlig nieder und bethete, und fein Schweiß war wie Blutstropfen, die auf die Erde niederrannen.« O mein Wohlthäter! die Sünden aller Menschen, auch die meis nen, waren die entsegliche Last, die dein Blut aus den Adern drängte. Gott, mein Erbarmer! vor Dir bereue ich meine Missethaten. Durch deine Todesangst, durch dein inniges Gebeth, durch deinen blutigen Schweiß bitte ich Dich, vergib mir, was ich fündigte; ich will mich bessern; ich will von dieser Stunde an id dein treuer Jünger werden. L Ach verlassen hab' ich Dich, Heiland meiner Seele! treulos verlassen hab' ich Dich; aber sieh, ich eile zu Dir zurück; verstock den Unwürdigen nicht; nimm mich auf, unendliche Güte! und hilf mir, daß ich wache und bethe, damit ich in der Versuchung nicht falle, sondern treu Dir nachfolge im Leben und im Tode. Amen. Bater unser zc. VI. Litaney vom Leiden und Sterben Jesu Christi( S. Seite 190.), 39. Am heiligen Charfreytage. Christus hat für uns gelitten, und uns ein Beyspiel hinterlassen, daß wir seinen Fußstapfen nachfolgen sollen, Fasten- Undachten. 241 Joseph nahm den Leichnam Jesus, wickelte Ihn in feine Leinwand ein, und legte Ihn in sein neues Grab." Matth. 27, 58-59. So hattest Du denn endlich, erhabener Anfänger und Vollehder unserer Versöhnung und Beseligung- den lange erseufzten Punct der Ruhe im Grabe erreicht! So bereitete dein Gott, dem Du deine reine Seele empfohlen hattest, auch deinem Leichnam eine ehrenvolle Stätte der Ruhe! So fing sich also gleich nach deinem Tode deine Verherrlichung an, und selbst durch dein Begräbniß sollte die Schrift er= füllet werden, die sagt: ,, Bey Missethätern ward Jhm sein Grab bestimmt; Er fand aber seine Grabstätte bey einem Reichen."( Jfai. 53,9.) Joseph von Arimathäa, einer der reichsten und ansehnlichsten Juden, und Mitglied des hohen Rathes, der nicht in den Anschlag wider Jesus eingewilliget batte, und als ein wahrer Gläubiger auf die Erlösung Israels wartete, eilte, vom heiligen Mutbe beseelt, zu Pilatus, und verlangte von ihm den Leichnam Jesus. Er erhielt, was er verlangte. Das Schönste, Reinste, Heiligste, was die Schöpfung hatte, ward sein Eigenthum, und nun that er den heiligen Leichnam so viel Ehre an, als ihm möglich war. Er lich dem Herrn sein eigenes Grab, welches in einem Garten lag. 1 - In einem Garten soll sich das Unheil endigen, das im Garten seinen Anfang genommen. Das Grab ist in einem Felsen gehauen, und Niemand ist noch in demselben gelegen.- Es geziemt sich ein neues Grab für einen neuen Menfchen, der durch seinen Tod und seine Auferstehung die Gestalt der ganzen Erde erneuert hat. Auch bey mir, o mein göttlicher Heiland! dauert es nur noch eine kurze Zeit, dann hat alles Leiden, jeder Kampf ein Ende, und ich komme zur Ruhe, zur ewigen Ruhe. Auf dein Beyspiel, Du Heerführer zur Seligkeit, will ich beständig sehen, und ausharren im Streite, bis Du mich endlich zur Ruhe bringst. Sie kommt gewiß- die Stunde der Ruhe; dann bin ich ungestört im Frieden Gottes, in Ruhe und Freude, die mir Niemand mehr nehmen kann. Und nun dank' ich Dir, und bethe Dich an im Staube für deis ne unbegreiflich große Liebe, womit Du so unermüdet mein Heil gesucht und gewirkt hast, oJesus, Du unschuldiges Gottes- Lamm! Ich danke Dir für alle deine Leiden, für das Blutvergießen, für die ausgestandene Marter an Seele und Leib, für den bittern Tod, den Du gelitten hast, zu unserer Erlösung. Ich bitte Dich, fegne mich mit dem ganzen Verdienste deines bittern Leidens und Sterbens. Laß an mir geschehen und erfüllet werden, was Dut durch die Aufopferung deines Lebens gesucht hast. Schenke mir einen recht lebendigen Glauben an Dich, und eine recht innige Liebe und feste Zuversicht zu Dir! Verleihe mir Bergebung meis 16 242 V. Abschnitt. ner Sünden, Frieden des Herzens, Gehorsam gegen Dich, Wandel vor Dir, mit Dir, und selige Gemeinschaft mit dem Va ter! Schaffe mich durch deinen heil. Geist zu einem wahren Kinde Gottes um, bring mich in dein Reich, und führe mich in's ewige Leben. Jesus! mein Heiland, mein Erlöser! mein Herr, mein Gott und Seligmacher! Amen.- Ich bethe zc. Kirchengebeth. Wir bitten Dich, Herr! sieh gnädig auf diese deine Gemeinde herab, für welche unser Herr Jesus Christus sich den Händen der Sünder überlassen, und am Kreuze sterben wollte. Gekreuzigter Herr Jesus zc. - Vorbereitungs- Gebeth zur heiligen Messe. Heiliger, als irgend ein Tag, sey mir, o mein Hert! o mein Gott und Heiland! dieser Tag des Andenkens an dein unbeschreibliches Leiden, und an deinen geheimnißvollen Tod für das sündige arme Menschengeschlecht. Dein heil. Geist entzünde in meinem Herzen die innigste, die heis ligste Gegenliebe und Treue für deine unaussprechliche Lies be und Gnade bis in den Tod. O dieser Tag unserer Erlösung von der Sünde und von der ewigen Verdammniß, dieser Tag unseres Heis les und unserer wiedererlangten Seligkeit, welch' ein schrecke licher Tag war er für Dich, Du allerheiligste Unschuld!- Leiden drängten sich an Leiden, Mißhandlungen an Mißhandlungen, Marter an Marter! Ich bethe Dich an, o Du ewige, o Du allerreinste Lies be! auch für mich ewig verlornen Sünder ertrugst Du freywillig alle diese Peinen; aus deinen Wunden floß meine Nettung und mein Heil auf ewig! Nichts soll mich mehr von Dir, o Du ewige Liebe! scheiden. Jch bethe Dich an, still duldendes Gotteslamm, das zur Schlachtbank sich führen ließ, ohne seinen Mund zu öffnen! Dir will ich nachahmen, und geduldig und gottergeben die Beschwerden und Leiden dieses Lebens ertragen. Jch bethe Dich an, allergehorsams ster Sohn des himmlischen Vaters- gehorsam bis zum Tode, ach, und zu welchem Tode! zum allerschimpf lichsten, gewaltsamsten und allerschmerzlichsten Tode zum Tod am Kreuze!-- Jch bethe Dich an, wegen deines Gehorsams, jetzt über alles erhöheter Sohn Gottes! in dessen Nahmen sich jedes Knie beugt, und in dessen Nahmen allein Heil ist, und Leben und Seligkeit!- - - Fasten- Undachten. 343 ODu Wohlgefallen des Vaters, Du Freude des Him mele, Tu Ehre der Menschheit! O Du meine Zuflucht in allen Leiden, meine Hoffnung im Sterben; mein Heil in Ewigkeit! Ich will- o gib meinem Wollen Kraft und Ausdauer- ich will von nun an die Sünde, die Dich an's Kreuz brachte, als das allergrößte Ulebel verabscheuen! Ich will der Sünde absterben, weil Du für die Sünde gestorben bist, und Dir gehorsam seyn bis in den Tod, wie Du deinem himmlischen Vater gehorsam warst bist zum Tod am Kreuze!-Segne, o gekreuzigter Heiland! fegne meinen Vorsatz, und verleih mir deine Gnade, daß ich deinen heiligen Todestag würdig begehe, und der Früchte deines bittern Leidens und Sterbens theilhaftig werde. O Du allerreinstes Lamm Gottes, das hinweggenommen hat die Sünden der Welt! Für alle Menschen bist Du gestorben; Alle sind sie deine Erlöften;- Alle sollen sie selig werden. Darum richte ich jetzt mit gläubigem Vertrauen in deinem Nahmen die allgemeinen Fürbitten der heil. katholischen Kirche für alle Stände an das versöhnte Vaterherz Gottes. 1. Gebeth für die heilige Kirche Gottes, daß unser Herr und Gott sie auf dem ganzen Erdkreise im Frieden erhalten, vereinigen und bewahren;- daß Er alle Fürsten und Mächte in ihren seligmachenden Schooß einführen, uns aber ein ruhiges und friedliches Leben gewähren wolle, damit wir Gott den allmächtigen Vater loben, preisen und verherrlichen mögen. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du deine Herrlichkeit allen Völkern in Christus fund gemacht hast, bewahre und schirme die Stiftung deiner Barmherzigkeit, damit deine Kirche sich durch die ganze Welt verbreite, und standhaft in dem Glauben und in dem Bekenntnisse deines Nahmens vers harre, durch denselben Jesus Christus, deinen Sohn une sern Herrn, der mit Dir und dem heil. Geiste, als ein einziger Gott, lebet und regieret von Ewigkeit. Amen. 2. Gebeth für Seine päpstliche Heiligkeit N. N., daß unser Gott und Herr, der ihn zum obersten Hirtenamte berufen hat, ihn seiner heiligen Kirche gesund erhalten, und ihm Kraft verleihen wolle, das heil. Volk Gottes zu regieren. 16 V. Abschnitt. Allmächtiger, ewiger Gott! auf dessen Anordnung alle Dinge gegründet sind, sieh gnädig herab auf unser demüthiges Gebeth, und erhalte durch deine Güte unsern Papst, den Du uns zum obersten Bischofe erwählest hast, damit das christliche Volk, welches durch Dich regieret wird, unter einem so erhabenen Vorsteher im Glauben wachse, und an Verdiensten reich werde, durch Jesus Christus. Amen. 244 3. Gebeth für Bischöfe, Priester und Alle, die geistliche Aemter verwalten, für alle Bekenner, Jungfrauen und Witwen, und für das gesammte heil. Volk Gottes. Allmächtiger, ewiger Gott! durch dessen Geist die ganze Gemeinde der Kirche geheiliget und regieret wird, erhöre uns, die wir für alle Stände bitten, und verleihe uns deine Gnade, damit wir Dir in allen Ständen treu dienen mögen, durch Jesus Christus. Amen. 4. Gebeth für unsern aller christlichsten König N.( Kaiser N.) daß unser Gott und Herr seine Regierung segnen, uns aber einen immerwährenden Frieden schenken wolle. Allmächtiger, ewiger Gott! laß deinen Diener, unsern König N., der nach deiner Anordnung die Regierung des Reiches übernommen hat, nun auch in allen Fürstentu genden wachsen und gedeihen, die als seine unsichtbare Krone- ihn schmücken und stärken, daß er Alles, was böse ist, meiden, und zu Dir, der Du der Weg, die Wahrs heit und das Leben bist, durch die Fülle deiner Gnade ge langen möge, durch Jesus Christus. Amen. 116 5. Gebeth für unsere Catechumenen, daß unser Herr und Gott ihre Ohren und ihre Herzen öffnen, und das Thor der Gnade erweitern wolle, damit sie durch die Wiedergeburt der heiligen Taufe Vergebung aller ihrer Sünden' erlangen, und Heil und Seligkeit finden, in Christus Jesus unserm Herrn.. -- Allmächtiger, ewiger Gott! der. Du deine Kirche zu allen Zeiten mit neuen Zweigen befruchtest; vermehre den Glauben und erleuchte den Verstand aller Derjenigen, die sich in unserer heiligen Religion unterweisen laffen, damit sie durch das Wasser der heiligen Taufe wieder geboren, und in die Zahl der Kinder Gottes aufgenommen werden, durch Jesus Christus. Amen. 245 Fasten- Andachten. 6. Gebeth zu Gott dem allmächtigen Vater, daß Er die ganze weite Welt von allem Irrthume reinige; die Krankheiten heile, Hunger und Theuerung abwende, die Kerker öffne, die Banden und Ketten löse, den Reisenden eine glückliche Heimkunft, den Kranken eine dauerhafte Gesundheit, den Schif fenden einen sichern Hafen verleihe!- Allmächtiger, ewiger Gott! Du Trost der Betrübten! Du Kraft der Schwachen und Müden! Erhöre alle Hülf losen und Nothleidenden, die in ihrer Angst zu Dir rufen! Höre erhöre ihr Gebeth, damit Alle sich in ihren Drangs salen deiner hülfreichen Barmherzigkeit erfreuen mögen, durch Jesus Christus. Amen. 7. Gebeth für die Ketzer, und für alle von der Einheit der heiligen Kirche Getrennte, daß unser Gott und Herr sie von allem Irrthume retten, und in den Schooß unserer heiligen Mutter, der katholischen und apostolischen Kirche, durch das Licht seiner Gnade zurückführen wolle! Allmächtiger, ewiger Gott! der Du Allen deine Hülfe biethest, und nicht willst, daß Jemand verloren gehe; erbarme Dich der betrogenen, durch satanische List verführten Seelen, damit sie das Verderben ihres Abfalls einsehen, dem Irrthume entsagen, ihr Herz bessern, und zur Einigkeit der Kirche zurückkehren, durch unsern Herrn Jesus Christus. Amen. 8. Gebeth für die treulosen Juden, daß unser Gott und Herr die Binde der Blindheit löse, welche ihre Herzen fesselt, damit auch sie Jesus Christus unsern Herrn ers kennen mögen. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du auch die hartnäcfigsten Juden von deinen Erbarmungen nicht ausschließeft; erhöre unser Gebeth für dieses verblendete Volk, damit sie das Licht deiner Wahrheit, welche Christus ist, erkennen, und aus ihrer Finsterniß erlöset werden. Durch denselben Jesus Christus 2c. 9. Gebeth für die Heiden, daß der allmächtige Gott Frevel und Unrecht aus ihrem Herzen verbanne, damit sie ihren Gößendienst verlassen, und sich bekehren zu dem lebendigen wahren Gott, und zu seinem einigen Sohne Jesus Christus, unserm Gott und Herrn. V. Abschnitt. Allmächtiger, ewiger Gott! Du willst nicht den Tod der Sünder, sondern, daß sie sich bekehren und leben; nimm unser Gebeth gnädig auf, und befreye die in heidnischer Unwissenheit schmachtenden Völker von dem Joche des Göt zendienstes, und vereinige sie mit deiner heiligen Kirche, zum Preise und zur Ehre deines Nahmens, durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen. 246 ( Bey der Aufdeckung und Aufhebung des heil. Kreuzes bethe mit der allertiefsten Demuth und Liebe den Anbethungswürs digsten an, der für uns Sünder am Kreuze starb, und sprich mit Andacht drey Mahl:) Betrachte, o meine erlöste Seele! das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen ist, und sink' nieder in den Staub, und bethe an!- Ich rühme mich des Kreuzes unsers Herrn Jesus Christus. Er ist unser Heil, unser Leben und unsere Auferstehung. Durch Ihn sind wir geheilet und erlöfet.- Vergegenwärtige dir jetzt den sterbenden Erlöser, und beherzi. ge die Klagen, die ihm das Erbarmen und die Liebe über den Undank der Sünder auspreßt. Klagen des sterbenden Erlöfers an sein Volk, und an das Herz eines jeden Sünder§. Christus. Mein Volk! Was that ich dir, oder wie hab' ich dich betrübet? Antworte mir. Ich habe dich aus Aegypten( aus der Knechtschaft der Sünde) geführt, und du hast deinen an das Kreuz genagelt! Seele. Jesus Christus! Aus Liebe zu mir hast Du die Herrlichkeit des Vaters verlassen, Dich erniedriget, und Knechtesgestalt angenommen, um mich zu erhöhen, und aus einem Gegenstande des göttlichen Zorns, zu einem Kinde Gottes mich umzugestalten; und ich- ach! ich vergelte Dir deine Liebe mit Undank, und verharre freywillig in der Knechtschaft der Sünde! Heiliger Gott! heiliger Starker! heiliger Unsterblicher! er. barme Dich meiner! Christus. Mein Volk! Vierzig Jahre führte ich dich durch die Wüste, ich nährte dich mit Manna, ich gab dir ein schönes fruchtbares Land, und du hast deinen Retter gekreuziget! Seele. Jesus Christus! Du hast mir das Wort des Lebens verkündet, und den Rückweg in's himmlische Vaterland mir gezeigt; und ich ach! ich liebe die Finsterniß noch immer mehr als das Licht, und wandle frevelnd auf der breiten Straße, die zum Verderben führt. Heiliger Gott! Heiliger Starter! Heiliger Unsterba licher! erbarme Dich meiner! - -- - Yapten anvuytens Christus. Mein Volk! Was sollte ich dir noch weiter thun; und was that ich nicht? Ich pflanzte dich als meinen herrlichen Weinberg; und du hast mich mit Bitterkeit überhäuft; denn mit Esfig tränktest du meinen Durst, und durchbohrtest die Brust deines Erlösers mit einer Lanze. Seele. Jesus Christus! Du hast mir ein Beyspiel des Gehors sams gegen den himmlischen Vater gegeben, und zwar bis zum Tode am Kreuze, um für meinen Ungehorsam genug zu thun; und ich- ach! ich bleibe ungehorsam, und vereitle dadurch die Frucht deines Gehorsames; ich habe nur Ohren für die Stimme der Sinnlichkeit, nur Augen für das verderbliche Beyspiel der Welt! Heiliger Gott! 2c. Christus. Mein Volk! wegen deiner geißelte ich Aegypten und tödtete seine Erstgeburt, und du hast mich gegeißelt, hast mich in die Hände meiner Feinde zum Tode hingegeben. Seele. Jesus Christus! Du verachtetest die hinfällige Gestalt dieser Erde, und hattest nicht so viel, wo Du dein Haupt hinlegen konntest, um mich von der unordentlichen Anhänglichkeit an das Irdische zu heilen; und ich- ach, ich hange mit ganzem Herzen an dieser Welt; ich liebe den Schein mehr, als die Wahrheit, die Zeit mehr, als die Ewigkeit! Heiliger Gott! 2c. 1 Christus. Mein Volt! Ich führte dich aus Aegypten, versenkte den Pharao in's rothe Meer, und du hast mich den hohen Priestern überliefert. Seele. Jesus Christus! Wunderbar hast Du so viele Kranke gefund gemacht, und Todte zum Leben erweckt, um mir zu zeigen, daß Du Macht habest, Sünder zu begnadigen, und das ewige Leben zu ertheilen; und ich- ach! ich habe Augen und sehe nicht, Ohren und höre nicht, um ja nicht geheilt und gerettet zu werden!- Heiliger Gott! 2c. Christus. Mein Volk! Ich öffnete das Meer, theilte die Fluthen vor dir, und du öffnetest meine Seite mit einer Lanze! Seele. Jesus Christus! Du bist jeden Augenblick bereitet, mir meine Sünden zu vergeben; Du ladest mich unablässig ein, zu Dir zu kommen, und im heiligen Buß- und Altars- Sacramente mich zu erquicken, zu stärken und zu beseligen; und ich- ach! ich finde da zu keine Zeit, oder ich empfange zwar die äußerlichen Zeichen, ohne der innerlichen Gnade mich theilhaftig zu machen!- Heiliger Gott 2c. Christus. Mein Volk! In der Wolkensäule ging ich ber vor dir, und du hast mich in den Gerichtshof des Pilatus geführt. Seele. Jesus Christus! Unermüdet arbeitetest Du für mein Heil; Du ertrugst Hunger und Durst, Hitze und Kälte, Undank und Verachtung, Schmach und Verfolgung von der Krippe an bis υμίνιο zum Kreuze; und mir- ach, mir ist für Dich Alles zu schwer, je. der Kampf zu abschreckend. Für mich, für meinen Leib, oft für die eitelsten und beweinenswerthesten Dinge, was thue ich nicht alles? Nur für Dich, o Du erbarmende Liebe, nur für das Reich Gottes und meine Seligkeit thue ich nichts, weniger als nichts ich häufe Schuld auf Schuld! Heiliger Gott 2c. Christus. Mein Bolk! Ich stärkte dich in der Wüste mit Manna, du aber hast mich mit Backenstreichen und Geißeln mißhandelt. Seele. Jesus Christus! Du kämpftest um meiner Sünden wil. len am Dehlberge den heißesten Kampf mit dem Tode; Du übergabst Dich freywillig in die Hände deiner Peiniger und Mörder; Du ließest Dich von einem Richter zum andern schleppen, deinen heis ligen Leib mit Geißeln zerfleischen, dein ehrwürdiges Haupt von Dörnern durchstechen, mit Schmach und Spott Dich bedecken, und fo- keinem Menschen mehr gleichsehend dem Volke darstellen, um seinen Fluch zu vernehmen: An's Kreuz mit Shm!"- Du trugst dann selbst dein Kreuz zur Richtstätte, ließest Dich in Mitte zweyer Missethäter erhöhen, und, zwischen Himmel und Erde hän. gend, von Gott und Menschen verlassen, duldetest Du die nahmenlosesten Schmerzen an Leib und Seele, deren die menschliche Natur fäbig ist, bis Du endlich langsam zum Tod gemartert- die letzten Worte ausrufen konntest: ,, Es ist vollbracht! Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist!" mich aber, mich rühret Alles dieses nicht! Die Felsen spalteten sich, die Natur hüllte sich in Trauer; einige der Mörder gingen in sich und schlugen an ihre Brust; mich- ach, mich nur rührt Alles dieses nicht! Härter, als die Felsen, unempfindlicher, als die leblose Natur, verblendeter noch, als die Kreuziger, bin ich! Was, o ewige Liebe! was wirst Du noch für mich thun müssen, mich zu retten, mich zu bewegen, mich zu erleuchten, zu bekehren, und selig zu machen?!-Heiliger Gott 2c. Christus. Mein Volk! Aus der Felsenquelle tränkte ich dich mit heilsamen Wasser, du aber hast mich mit Galle und Essig getränkt! Seele. Jesus Christus! So groß war die Liebe und Erbarmung deines himmlischen Vaters, daß Er Dich, seinen eingebornen Sohn, dahin gab um meinetwillen;- und mir- ach! mir lohnt es nicht einmahl der Mühe, dieses recht zu Herzen zu nehmen!-Heiliger Gott 2c. - TO - - 1 - - 1 - - Christus. Mein Volk! Für dich erschlug ich die Könige der Chananäer, und du hast mein Haupt mit einem Rohre geschlagen. Seele. Jesus Christus! So groß war deine Liebe zu mir, daß Du um meinetwillen dein Leben ließest; und ich ach! ich lasse nicht die Sünde um Deinetwillen; o nein! vielmehr erneuere ich unaufhörlich die Ursache deiner Leiden und deines Todes. Mein yapen- Andachten. 249 sündhaftes Leben spricht noch immer: An's Kreuz mit Ihm- an's Kreuz mit Shm!"- Heiliger Gott zc.. Ebristus. Mein Volk! Ich gab dir den königlichen Zepter; du aber hast eine Dornenkrone auf mein Haupt gesetzt. Seele. Jesus Christus! Von dem Eintritte in die Welt bis zum letzten Athemzuge suchte deine treue Hirtenstimme das verlorne Schäflein, und rief ihm liebreich zu: O, daß du es einsehen würdest, was dir zum Frieden diente!" Ich aber- ach! ich floh bis zur Stunde von Dir, o Du ewiger Erbarmer! wie vor einem reißender reißenden Wolfe, wie vor einem Todfeinde. Heiliger Gott! 2c. Christus. Mein Volk! Ich habe dich mit großer Kraft erhöhet, und du hast mich am Kreuze erhöhet! Mein Volk! was that ich dir? oder wo habe ich dich betrübt? Antworte mir! Seele. Ach mein Heiland! immer und immer setzte ich der Stimme, den Einflösungen deines heiligen Geistes Verachtung und Verstockung entgegen. Ich selbst sammle mir aus eigener Schuld das Gericht und den ewigen Tod über meinem Haupte, und wenn ich nicht umwende und zu Dir mich bekehre, jetzt, da mich deine verzeihende Stimme vom Kreuze herab einladet, so wird mich die Zeit übereilen, wo ich Dich suchen, aber nimmermehr finden, wo ich von der Sünde das Verderben einernten werde! Heiliger Gott! Heiliger Starker! Heiliger Unsterblicher! erbarme Dich meiner! Herr! ich verehre dein Kreuz in tiefer Ehrfurcht; ich lobe und preise deine heilige Auferstehung. Denn sieb, dieß Holz bat Freude verbreitet über die ganze Welt. Gott sey mir gnädig! segne mich und laß dein Antlitz mich erleuchten; erbarme Dich meiner! Amen. 3 ur Procession. - - - - Hymnus. 1. Das Kreuz, des Königs Fahne, glänzt geheimnisvoll durch Finsterniß und Nacht. Das Leben stirbt am Kreuz; in seinem Tode leben wir. 2. Aus heißen Wunden strömt vom Kreuz fein Blut- des Gottversöhners Blut. Mit stumpfem Frevelfinne durchbohrt des Knechtes Lange seine Brust. 3. Entwaffnet ist der Hölle Spott. Es ist erfüllt- es ist erfüllt, was David einst den Völkern sang: Bom Holz hat Er die Welt regiert. - 4. Des Königs Purpur glänzt an Dir, Du Baum des Lebens! Mächtig strahlt aus deinen Zweigen Gottes Heil, Versöhnung, Friede, Seligkeit. 5. Gefesselt ist des Todes Macht. Vom Kreuze fließt der Liebe Born; vom Kreuze tönt durch Nacht und Tod der Gnade Ruf:» Es ist vollbracht!« V. Abschnitt. 6. Du, der für uns am Kreuze starb, Du Hoffnung aller Sterblichen! Gib deinen Frommen Trost und Licht; vergib den Sündern ihre Schuld. 250 7. Gib uns im Himmel einst den Lohn, den uns dein Sieg am Kreuze erwarb! Gelobt seyst Du, Barmherziger, Unendlicher, Dreyeiniger! Amen. Nach der Proceffion, während der h. Meffe. Zu Gott dem Vater; Aufopferung der Leiden und des Todes Jesus. Allmächtiger Bater! fieh vom Himmel herab auf deinen eingebornen, duldenden, huldvollen, geliebtesten Sohn, unter welchen Schmerzen Er am Kreuze gehangen, wie Er sein kostbares Blut für die Sünden der Menschen so reich lich vergossen hat. Sieh fein heiliges Haupt, o Vater! wie es mit Dornen durchstochen, vor großem Wehe ohnmäch tig gesenket! sieb, wie sein freundliches Angesicht verunreis niget und zerschlagen ist, daß man keine Menschengestalt mehr daran erkennet! sich seine eingefunkenen Augen, feine zerrissenen Wangen; seine Arme sind ausgespannt, feine Brust verwundet, seine Hände und Füße mit eisernen Nä. geln durchgraben. Erinnere Dich dieses schrecklichen Leis dens deines Eingebornen, o gütigfter Vater! und denke, daß dieses dein lieber Sohn sey, an dem Du von Ewigkeit her dein Wohlgefallen hattest. Er hat Alles für uns gethan. Ihn und den unendlichen Werth deines Leidens opfere ich Dir zur Genugthuung aller meiner begangenen Missethas ten, und der dadurch verdienten Strafen. Nimm dieses theure Opfer zugleich mit meiner Neue huldreich an, liebes voller Vater! und erbarme Dich meiner nach deiner großen Barmherzigkeit hier auf Erden und dort in Ewigkeit. Amen. 3u dem gekreuzigten Erlöser. Reue über die Sünden. An dieses Kreuz also, o Jesus! haben Dich deine Liebe zu mir, und mein Undank und meine Sünden gebracht! Du leidest, Du blutest, Du stirbst des qualvollsten Todes, weil ich die ernste Gerechtigkeit des Allerhöchsten gereizt, und den Tod verdient habe. Liebe, die keine Grenzen fennt! werde ich noch ferner die Sünde lieben, und ein gefühlloses Herz gegen Dich ha 201 Fasten Andachten. ben können? Nein! ich vereinige meinen Schmerz über meine Sünden mit deinem Leiden; so wie dein Blut und deine Wunden für mich zum himmlischen Vater um Vergebung rufen, so rufe auch ich zu Jhm, und sage: Gott der Barmherzigkeit! vor deinem heiligen Angesichte und vor meinem für mich sterbenden Erlöser bereue ich herzlich und aufrichtig alle meine Sünder und Missethaten, und fasse den festen Entschluß, der Sünde abzusterben, wie Er für unsere Sünden gestorben ist, und ein neues, Dir wohlges fälliges Leben mit deiner Gnade anzufangen. Habe Mitleid mit dem Verirrten! Dein eingeborner Sohn hat mich aufgesucht, und mich gefunden; und nun steh ich vor Dir, o mein Gott! voll Reue und voll Beschämung. Verzeih mir meine Sünden; tilge meine Schulden durch Jeſus Verdienste; schaff' in mir ein neues und ein reines Herz; wasche mich im Blute des Lammes, das für uns am Altare des Kreuzes geschlachtet worden. Amen. Cra Dankgebeth zu dem Erlöfer am Kreuze. Ich wäre verloren gewesen, o mein gütigster Erbare mer, Jesus Christus! wenn du nicht ein göttliches Mitleid mit meinem traurigen Zustande gehabt hätteft. Aus Liebe zu mir verließest Du die Herrlichkeit des Himmels, nahmst die Gestalt des Knechtes an, und führtest drey und dreyßig Jahre ein armes und beschwerliches Leben; aus Lies be zu mir warst Du deinem Vater gehorsam, bis in den Tod, um für meinen Ungehorsam genug zu thun, und gabst Dich freywillig als ein Opfer für meine und aller Menschen Sünden hin. Du duldeteft die grausamsten Mißhandlungen deiner Feinde, um mich von den Qualen einer unglückfeligen Ewigkeit zu retten; Dein Blut erfaufte mich aus der furchtbaren Knechtschaft der Sünde; Dein Tod wurde mein Leben. Du warst es, der das Himmelreich mir öffnete, der mich zu seinem Bruder, zum Miterben seiner Herrlichs feit annahm; Du erwarbst mir die Liebe deines himmlischen Vaters, und erhobst mich zur Würde seiner Kinder. Du bist meine Hoffnung und meine Zuversicht; o wie soll, wie fann ich Dir genug für deine Liebe danken?- Du selbst haft es mir gesagt, wie ich Dir danken soll:» Derjenige, der meine Gebothe hält, der liebt mich auch.< Sieh, göttlicher Heiland! ich eile zu deinem Kreuze; ich V. Abschnitt. rühme mich in demselben; ich will leben, wie Du es von mir verlangst; ich will meine bösen Neigungen zähmen und Gutes thun. Sen der Weg der Tugend auch ein Dor nenpfad; genug für mich, daß Du ihn gingst, und daß er zum Himmel führt. Du haft für mich gelitten und mir ein Beyspiel hinterlassen; verleihe mir auch die Gnade, daß ich in deine Fußstapfen eintreten, und Dir nachfolgen, und so Dir für dein Leiden und Sterben danken kann. Amen. 40 mlu 232 Bethstunde vor dem heil. Grabe Jesus. I. Um die Gnade, stets an das Leiden und Sterben des Herrn zu denken, und mit Ihm zu leiden." ( Thomas von Kempis.) Bedenket, daß ihr nicht mit etwas Vergänglichem, mit Silber und Gold; sondern mit dem kostbaren Blute Christus, des un schuldigen und unbefleckten Lammes, von euerm sündhaften Bandel erlöset worden sevd. 1. Petr. 1,418, ole ong Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes, mein Herr und Heiland! Du bist in die Welt gekommen, für mich zu leiden, und am Kreuze zu sterben; präge doch dieß dein Leiden und Sterben tief in meine Seele ein, und verleih mir die Gnade, daß ich in deine Fußstapfen eintrete, und Dir nachfolge,-- daß ich alle Leiden und Unbilden- wie von deiner Hand annehme, und mich inniglich freue, auch für Dich etwas zu leiden. Würden mich alle Menschen mit allen erdenklichen Lästerungen überhäufen, was wäre es auch gegen dasjenige, was Du für mich littest? und jetzt sollte es mir zu viel seyn, ein rauhes Wörtchen, oder irgend ein unangenehmes Betragen, ohne innere Erbitte: rung zu dulden? Ferne sey von mir jede Klage, aller Unwille lege sich. Kein Argwohn empöre sich; in holder Geduld und füßer Herzensdemuth will ich bey jeder Gelegenheit bekennen, daß meine Sünden ungleich mehreres verdient haben, als mit je ein Mensch anthun kann. Ich habe die rechte Liebe nicht, wenn ich meinen Beleidigern nicht ganz und gar vergebe, nicht mit ihnen Mitleid habe, für sie mein Gebeth vor Dir ausgieße, und sie vor Dir und vor den Menschen entschuldige, und Dir Dank fage, daß Du mir Gele genheit gabst, Schäge der Geduld zu sammeln. Gib mir doch die rechte Liebe, die dieß Alles gern thut. Ich habe Dir noch so vieles abzutragen, wenn ich für meine beweinenswerthen Misse Fasten- Undachten. thaten genug thun will. Das ausgenommen, was deine Gnade oft auch über meine Kräfte in mir wirkt, habe ich nichts als niederdrückende Schuldenlast von meinen vergangenen und noch täglichen Sünden; und in was darf ich mehr Zuversicht, die Sünden abzutragen, setzen, als in die Geduld, in die Vergebung der Unbilden, und in die demüthige Fürbitte für meine Widerfacher? Du, die Unschuld am Kreuze, bethend für die, welche Dich freuzigten, gibst mir das Beyspiel der rechten Liebe. Obethe auch für mich Sünder zum Vater, daß Er die wohlverdiente Strafe mir erlasse. Du bist unser gerechter und treuer Fürspres cher beym Bater; Du hast uns mit deinem Blute erkauft, und durch dein heiliges Beyspiel eingeladen, Dir in vollkommener Demuth, Sanftmuth und Geduld nachzufolgen. - 253 Am Tage der Trübsale halte Du mich, daß ich vom Geduldwege nicht abgehe, so viele Dörner auch immer auf ihm liegen. Mache, daß ich über die Dörner zu Dir eile, und mich bald wies der freue, in Dir Hülfe und Rettung gefunden zu haben. Ach, wie viele Dörner liegen auf unserm Wege, wer möchte da wandeln, ohne den Muth zu verlieren? Ich einmahl verliere ihn gar bald, das siehst Du, so oft Du mich auch nur durch Kleinigkeiten prüfest. Deffne mir den Schaß deiner Erbarmungen, und enthülle mir das wundervolle und erhabenste Geheimniß deiner Leiden, in welchem jeder Schwache und jeder Leidende Kraft und Stärkung findet, und aus welchem die Anfänger in der Zugend Innigkeit, und der Irrige großen Trost schöpfet. Mein Jesus, Quelle der Gnaden! führe mich ein in die Bitterkeit deines Leidenskelches, welcher mir alles Bittere versüße. Durchbohre mir Hände und Füße mit den Nägeln deiner Liebe, damit weder. in meinem Neußern, noch in meinem Innern etwas Eitles oder Fleischliches lebe. Lebe Du in mir, und mache, daß ich in Dir lebe, und laß, o Barmherzigster! nichts mehr zwischen uns treten, was uns trennen könnte. Weder irgend ein Wohl, noch irgend ein Wehe scheide mich von deiner Liebe; Du magst mich entweder zum Tode oder zum Leben führen, ich folge in deinem Nahmen, wohin Du mich immer rufft. Dein Kreuz sey mir so beseligend, daß mir das meinige zur Lust werde. Bereits habe ich dieses freywillig auf mich genommen, in Hinblick auf das ewige Leben; aber sieh, ich sinke unter dem Kreuze, wenn 254 V. Abschnitt. mich deine Hand nicht immerhin hält; und hält und führt sie mich, so ist mir deine Bürde leicht, und der Dornweg wird mir zum Rosenpfad. Holder Jesus! diese Stunde bey Dir ist nun wieder eine selige Stunde; o, gründe mich in dieser Stunde recht tief und fest in deinem göttlichen Worte. Entzünde mich ganz in dem Andenken an dein Leiden, und zieh mich innigst in Dich hinein, damit ich die Süße der innigen Liebe immer mehr schmecke, in deinem Lobe nicht ermüde, und in meinem Wandel als dein Ebenbild glänze! Amen. 20 II. Um die Gnade einer fruchtbaren, heilbringenden Betrach ( Thomas von Kempis.) tung des Leidens Jesus. Du! mein göttlicher Herr und Heiland, Jesus Christus! blutetest für mich am Kreuze; sieh, ich liege im Staube vor deinem Kreuze. Eines bitte ich Dich- laß mich innigstes, heilbringen. des Mitleid mit Dir und mit deiner geliebtesten SchmerzensMutter empfinden; laß mich mit Johannes unter dem Kreuze Ströme von Thränen an dem Fuße deines Kreuzes vergießen, an dem dein Blut für mich herunter strömt. O Du, von dem alle gute Gabe kommt, erfülle dieß mein Verlangen zu deiner Verherrlichung. Du, o meine Liebe! am Kreuze und deine Mutter und dein Liebling Johannes neben dem Kreuze, ihr müsset mir stets im Herzen seyn, und mein Herz erweitert sich immer mehr in der Liebe zu euch, meine Empfindungen müssen immer mehr Eins mit dem eurigen, und mein Leben dem euren immer gleicher werden. Deine Kreuzigung fey meine Betrach tung, und die Schmerzen deiner Mutter seyen für mich ein Trost; die Thränen deines Lieblings sollen auch für mich fließen. Wie könnte mein Auge deinen schaudervollen Tod ansehen, ohne daß mein Auge in Schmerzen zerfließen sollte?- Go oft ich dein Leiden betrachte, deine letzten Worte und Seufzer höre, oder Dich am Kreuze sehe; laß mich jene innigsten Gefühle des Mitleids, der Liebe und des Gehorsams empfinden, die Dufo vielen Frommen gabst. III. Borsag, der Sünde abzusterben, wie Christus für die Sün de der Welt gestorben. ( Nach einem Gebethe des heiligen Augustin.) Was hast Du verwirkt, holdseligster Jesus! daß man Dich so verurtheilt? Was hast Du gesündiget, liebenswürdigster Je Supen- andaryten. sus! daß man Dich so grausam behandelte? Was war denn deine Schuld, dein Verbrechen, was die Ursache, daß man Dich zum Tode der größten Verbrecher verdammite? Ich- ja ich bin die Ursache deiner Leiden, ich die Schuld deiner Ermordung? Ich bin der Sünder, für den Du gestorben bist, auf mir lastete das Verbrechen, das durch deinen Tod gerächt werden mußte! Ich habe deine Wunden geöffnet, und Dir alle deine unaussprechlichen Wunden bereitet. - 11 Ich habe das Unrecht begangen, und Du leidest die Strafe. Böses habe ich gethan, und au Dir wird es gerächt. Ich habe das Verbrechen verübt, und Du unterziehest Dich der Strafe. Ich war stolz, und Du hast Dich für mich erniedriget; ich war hochmüthig, und Du wirst meinetwegen vernichtet; ungehorsam war ich, und Du hast durch Gehorsam dieß Bergehen von mir wieder abgewaschen; ich folgte meinen bösen Begierden, und verließ Dich, Du folgtest dem göttlichen Zuge deines liebevollen Herzens, und ließest Dich für mich an's Kreuz schlagen; ich war unmäßig, und Du verschmachtetest am Kreuze; ich sättigte meine Begierden, Du trankst für mich bittere Galle; ich mißbrauchte meinen Leib zur Sünde, Du ließest ihn für mich mit Nägeln durchbohren; ich lebe freywillig in der Knechtschaft der Sünde, Du starbst am Kreuze, um mich von der Sünde und dem ewigen Verderben zu erlösen. Herr der Herrlichkeit! wie hell erscheint hieraus meine Bosheit und deine Barmherzigkeit; wie liegt meine Ungerechtigkeit und deine Gerechtigkeit am Tage? O mein Herr und mein Gott! womit kann ich Dir die Werke deiner Liebe vergelten, die Du alle für mich vollbracht hast? ( Psalm 115, 12.) In dem menschlichen Herzen kann wohl nichts gefunden werden, was dem Opfer einer solchen Liebe gleichgesetzt, und der menschliche Verstand kann nichts erdenken, was mit der Barmherzigkeit Gottes verglichen werden könnte. Unvergeltbar sind deine Erbarmungen, o Gott! ich kann nur verstummen, anbethen, und, wenn dein Geist meinem Unvermös gen zu Hülfe kommt, und deine Gnade mein Herz durchdringt, das Fleisch mit seinen Begierden undLüsten kreuzigen( Gal. 5,24.) und hinfort Dir leben, Dir das Kreuz nachtragen, Dir sterben; weil auch Du Dich bis zum Kreuztode für meine Sünden erniedriget hast. V. Abschnitt. ODu ewiger Erbarmer! trâufle dieses himmlische Heilmittel in mein wundes Herz herab, damit das Schlangengift der Sünde darin seine Wirkung verliere, und meine Seele wieder ihre ursprüngliche Gesundheit erhalten möge. Erfülle mich mit inniger Gegenliebe, damit ich die eitle Lust der Welt von ganzem Herzen verachte, und die Sünde als das größte Uebel verabscheue. Ich bitte Dich, o Jesus! laß mir nichts lieblich, nichts wohl. gefällig, nichts reizend seyn ohne Dich. Ich bitte Dich inständig, laß mich ohne Dich Alles für gering und unrein ansehen! Was Dir zuwider ist, laß mir verhaßt seyn, und was Dir gefällt, laß mich unaufhörlich verlangen. Eine Freude ohne Dich sey mir Schmerz, und für Dich zu leiden, mache mir Freude. Dein Nahme sey mir Erquickung, und die Erinnerung an Dich mein Trost. Das Geseß deines Mundes laß mir lieber seyn, als Schäße von Gold und Silber. Nichts laß mir angenehmer seyn, als Dir zu gehorchen, und nichts verabscheuungswürdiger, als Dir zu wi derstehen. 250 Ich bitte Dich, Du meine Hoffnung! bey all' deiner Liebe, vergib mir meine Missethaten, und durch deinen heiligen Nahmen laß mich gern deine Gebothe hören; bewahre mich vor Stolz, das mit ich nie meine Fehler mit betriegerischen Worten entschuldige, und laß mich vom Beyspiele der Gottlofen nicht verführet werden, sondern Dir treu bleiben im Leben und Sterben. Jao Jesus! Dir will ich leben; mit deiner Gnade Dir sterben ,Dein verbleiben im Leben und im Tode. Amen. IV. - Dank für das Leiden Jesus. ( Thomas von Kempis.) Christus ist mein Leben, Sterben mein Gewinn." Phil. 1, 21. Ewiger Dank und Preis sey Dir, Reinster unter den Menschenkindern! Wie theuer muß ich Dir seyn, da Du für mich das Kostbarste- Dich selbst hingegeben hast! Jede deiner Wunden ist ein Zeichen deiner inbrünstigsten Liebe zu mir, und jede sey meinem Herzen tief eingedrückt. O dein Kreuz! wie ward es zum Baume des Lebens, der Ehre und Seligkeit, und welche Tröstungen fließen von ihm herab in das verwundete, leidende Menschenherz. Unter dem Kreuze will ich stehen, wo Maria und Johannes standen, und schauen und er wägen mit frommer Trauer, was Du, mein Gott und Heiland! 257 für mich gelitten hast- und nach Berähnlichung mit Dir- dem Leidenden, trachten. Fasten Undachten. : Dein Angesicht, einst so schön, und nun So entstellt, und nicht mehr fennbar!- Es war die Lust der Engel, es glänzte auf Tabor heller als die Sonne; und jetzt ist alle Farbe und Schönheit verschwunden und dieß darum, damit ich dein göttliches Angesicht ewig schauen könnte. Du bist aller Dinge, selbst deiner Kleider entblößt worden, damit ich mein Herz von aller unordentlichen Liebe und Anhänglichkeit an irdische Güter entblößen, und so ganz Dir nachfolgen, und mit dem Gewande der ewigen Herrlichkeit geschmückt würde. Du wurdest verspottet und verachtet, damit Du mich Elenden wieder zu Ehren brächtest. Du wurdest angeklagt, damit ich an Dir einen Mittler erlangte. Du würdest verurtheilt, um mich der ewigen Verdammniß zu entreißen; gebunden, um mich von meinen Sündenfesseln zu lösen; gegeißelt, damit ich nicht mit den Berworfenen gepeiniget werden möchte. Deine Krone war von Dornen, auf daß einst eine unverwelkliche Krone auf meinem Haupte glänze, wenn ich anders hier die Dernenkrone der Leiden Dir geduldig nachtrage. - - Man führte Dich aus Jerusalem, um Dich zu kreuzigen; dadurch sollte ich zurückgeführt werden in das himmlische Jerusalem, um dort mich ewig zu freuen. Du trugst dein Kreuz, damit ich mich selbst verläugne, mein Kreuz trage, und Dir nachfolge. Sie hefteten Dich an's Kreuz, damit mir die Welt, und ich ihr gekreuziget werde. Dein Leib wurde hoch über der Erde erhoben, damit sich mein Herz erhebe zum Himmlischen. In der bittersten Todesangst fühltest Du Dich von deinem Vater sogar verlassen, damit ich an Dir in allem Anliegen und im Tode einen allversuchten barmherzigen hohen Priester haben möchte. Dein Herz zerfloß in Mitleid gegen deis ne Mutter und den treuen Johannes, um mich Mitleid zu lehren. Du bathst für deine Kreuziger, damit ich meinen Beleidigern von Herzen vergebe, und Dir alles Gericht überlasse. Du vollbrachtest das Werk der Erlösung, um auch mir Verzeihung, Gnade und ewiges Leben zu erwerben. Du ließest dein Herz durchstechen, damit dein Herzblut mich von dem ewigen Verderben bes freyete, und das Wasser, das herausfloß, mich reinigte von allen Sünden. Du neigst dein Haupt, o Erbarmer! Neige es auch zu mir herab, zum Zeichen deiner Liebe; mein Herz walle 290 ** zu Dir auf, zum Zeichen meiner innigsten Gegenliebe. Ohne Dich- kann ich nicht leben; mit Dir sterben ist mein Gewinn. An deinem heiligen Grabe, o Du anbethungswürdigster Erlöser der Menschen! will auch ich den alten Menschen, und alle Liebe zur Sünde, und alle Lust am Bösen ertödten und begraben; Dir will ich, o stärke meinen schwachen Willen mit deiner heiligmas chenden Gnade,- Dir will ich in meinem Herzen eine Wohnung bereiten, damit durch Dich der neue Mensch in mir erweckt wer de, mit Dir vom Tode aufstehe, und im neuen Leben einer feligen Ewigkeit entgegen wandle. Amen. V! Herr! erbarme Dich meiner, um der Versöhnung deines Sohnes willen. ( Nach dem heil. Augustin und heil. Unselm.) *.*** » Gott war in Christus, und verföhnte die Menschen mit sich, und vergab ihnen ihre Sünden.. Versöhnet euch daher mit Gott; denn Er hat Denjenigen, der sich keiner Sünde bewußt war, für uns zum Sündenopfer gemacht, damit wir durch Ihn vor Gott gerecht würden." 2. Corinth. 5, 19-21. 200 Allmächtiger Gott und Vater! Ich flehe zu Dir durch die Liebe, die dein allmächtiger Sohn zu Dir trägt, und die Duzu Ihm trágst; sieh herab auf mich armen Sünder, und erbarme Dich meiner. Das Köstlichste in deinen Augen, und das Herrlichste, was der Himmel und die Erde gesehen haben, bringe ich Dir in Demuth dar- deinen geliebten Sohn Jesus Christus, meinen Fürsprecher, meinen Vermittler zwischen Dir und mir, meinen Fürbitter, durch den ich Berzeihung zu erhalten hoffe. Bater! sieh huldvoll den Sohn, den Du erzeugt, und den Knecht, den Du erlöset hast. Schau hin auf den Erlöser, und stoße nicht von Dir seinen Erlös'ten. Umarme in deiner Liebe den Hirten, und schaue mit Barmherzigkeit auf das Schäflein, das Er Dir auf eigenen Schultern zutrug.( Luc. 15.) Dieser ist der getreue Hirt, der das lang verirrte Schaf auf schroffen Bergspigen und gefährlichen Abgründen, in Thälern mit unzähligen Mühseligkeiten aufsuchte. Es starb schon, und Er- hocherfreut über das Gefundene- schmiegte sich innig an dasselbe, wärmte es an seinem liebenden Herzen, hob es auf, da es schon dem Tode nahe war, umarmte es zärtlich, und trug das verlorne Eins zu den andern Neun und Neunzigen heim. Sieh, mein Herr und mein König! allmächtiger Gott! sieh, der gute Hirt bringt zu Dir, was Du ihm anvertraut hast. Auf deinen Rathschluß hat Er es auf sich genommen, den Menschen zu erlösen, und Dir ihn rein von aller Schuld durch seine Verdienste wieder zurück zu bringen.- Ja, dein geliebtester Sohn hat dein ferne verirrtes Geschöpf wieder mit Dir versöhnet. Er hat den treulosen Knecht wieder vor dein Angesicht zurück geführet, den das böse Gewissen flüchtig gemacht hat, damit er durch die Versöhnung dieses treuen Hirten Verzeihung seiner Sünden ers halten, und, obwohl er die Höllenstrafe verdient hatte, wieder Vertrauen fassen konnte, durch so einen Geleitsmann auch noch in die Heimath des Himmels zu gelangen.... Heiliger Vater! um der unaussprechlichen Verdienste dei nes eingebornen Sohnes Jesus willen, erbarme Dich meiner, und verzeihe mir die Schuld meiner Sünden. Laß nun meine Gottlosigkeit durch seine Heiligkeit, meine Unbändigkeit durch seine Zucht, meinen Hochmuth durch seine Demuth, meinen Ungehorsam durch seinen Gehorsam versöhnet werden.- Verleihe, daß ich statt meiner Hoffart seine Niedrigkeit, statt meiner Hartherzigkeit seine Güte, statt meiner Trägheit zum Guten seine Willigkeit, statt meiner Uuruhe seine Gelassenheit, statt der Bitterkeit meines Herzens seinen süßen Frieden, statt meines Zornes seine Sanftmuth, und statt meiner Feindseligkeit seis ne Liebe mir erwerben, und durch treue Nachfolge einst von Ihm als sein Jünger anerkannt, und in deine Wohnungen, o himmlischer Bater! eingeführt werden möge, durch denselben Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. VI. Litaney vom heiligen Leiden und Sterben Jesus Christus. ( Siche ben ber Bethstunde in der Basten S. 190.) 40. Charsamstag. Christus hat für uns gelitten 2c. » Sie gingen bin, befesten das Grab mit Wächtern, und versiegelten den Grabstein.« Matth. 27, 66. Das war der Anschlag der Hölle: Satan wollte Jesus ermorden, und Ihn in's Gros verschließen, daß Er da verwese, und sein Nahme vergessen werde auf Erde. Und dazu halfen die blinden, verstockten und beshaften hohen Priester und Pharisäer. Aber was kann die Hölle, was kann die ganze Welt gegen Gott? Wer kann Gott hindern in Ausführung seines heiligen Willens? Es ist ein eitles 17 200 va thörichtes Unternehmen, sich Gott widerseh n zu wollen. Denn der getödtete, in's Grab verschlossene Jesus gebt frev hervor; der bätte verwesen sollen, lebt neu, himmlisch wirksam, und göttlich kraft. voll; der hätte vergessen werden sollen, wird gepredigt in der gan O meine Seele! danke und zen Welt, wird auch uns geprediget. bethe Gott an, daß sein Wort auch zu dir gekommen. Schätze und ehre das Evangelium Jesus, welches auch dir verkündiget wird. Frene dich, daß auch dir geprediget wird sein Tod, seine Auferstebung, sein Leben bey Gott, und die Erlösung und Seligkeit durch Ihn. Tausende hören nicht, was du vernimmst, und leben in der Welt, in Finsterniß und Kummer, und gehen aus ihr ohne diesen Trost.- Sey aber nicht zufrieden, es zu hören und zu wissen; sondern lebe auch darnach. - O treuer Hirt meiner Seele! von ganzem Herzen will ich mit deiner Gnade dem Worte Gottes glauben; suchen und er greifen will ich mein Heil in Dir, Jesus Christus! das Du auch mir anbiethest, und mich dazu rufft und einladest. O zieh mich nach Dir, und erfülle ganz mein Herz, und lebe in mir, daß es dem Satan nicht gelinge, deine Gnade in mir zu tödten, und Dich aus meinem Herzen auszuschließen. Erhebe mich aus dem Tode der Sünde, und lebe und wirke kräftig in mir, daß ich durch meinen Wandel Dich verherrliche, und einst durch Dich und mit Dir ewig selig werde. Amen. Christus unser Osterlamm ward für uns geopfert. Alleluja. Zur heiligen Messe. a) Feuerweihe. O Gott! der du den Gläubigen durch deinen Sohn, als den Eckstein, das Feuer deiner Liebe mitgetheilt hast, heilige diefes aus Kieselsteinen neu entzündete Feuer zu unserm künftigen Ge brauche und Nußen, und verleihe uns, daß wir durch diese Osterfeyer zu himmlischen Begierden entflammt werden, damit wir zum Feste der ewigen Klarheit mit reinem Gemüthe gelangen mögen, durch denselben Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. Herr, Gott, allmächtiger Bater! Da unerlöschliches Licht, der Du alle Lichter erschaffen haft; segne dieses Licht, welches von Dir geheiliget und geweihet ist, der Du die Welt ers ganze leuchtet hast, damit wir von diesem Lichte entzündet, und durch das Feuer deiner Klarheit erleuchtet werden, und, wie Du den Moses erleuchtet hast, als er aus Aegypten zog, so erleuchte auch Fasten Andachten. unsere Sinne, damit wir zum Lichte des ewigen Lebens kommen mögen, durch Christus, unsern Herrn. Amen. Das Licht Christus leuchte uns! Gott sey Dank, 3 201 b) Lobgesang jur feyerlichen Einweihung der Osterkerze. Frohlocket, ihr heiligen Engel! frohlocket, ihr Chöre des Himmels! Frohlocket, ihr hohen Geheimnisse Gottes! Tönet, ihr Posaunen des Friedens! ertönet im festlichen Klange! verkündet den erhabenen Triumph des siegreichen Königs! Freue dich, Erde! bestrahlet vom himmlischen Feuer, vom Lichtglanze des ewigen Königs umflossen! Freue dich, du wunderselige Welt, die Binde der Blindheit ist deinen starren Augen entfallen! Freue Dich, du Mutter der Frommen, du heilige Kirche! Dir leuchtet die Flamme der göttlichen Wahrheit; dir strahlet die Hoffnung des ewigen Lebens! Lobsinget, ihr Völker, lobsinget dem Herrn, lobsinget mit fröhlichem Schalle. Und du, meine Seele- mache dich auf, und erflehe die Erbarmung der göttlichen Allmacht, damit Er, der mich aus unverdienter Huld in die Zahl seiner Gläubigen aufgenommen hat, mein Herz mit der ewigen Flamme seiner Liebe berühre, und meinen schwachen Lobgesang zu seinem Ruhme belebe und vollende, durch Jesus Christus 2c. O erlös'te, begnadigte Seele- erhebe dich anbethend und dankend zu Gott, deinem Herrn, dem allmächtigen Bater, und zu seinem eingebornen Sohne, unserm Herrn Jesus Christus! Bethe an, danke, preise Ihn aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, und mit freudiger Stimme- Jhn, der Adams Schuld dem ewigen Vater für uns löset, und den Pfandbrief der alten Schande mit seinem Blute auslöschet. Denn dieß ist jene Osterfeper, wo das wahre Gotteslamm geschlachtet ward, mit dessen Blute die Herzen der Gläubigen gereiniget, und zum Bunde des ewigen Lebens eingeweihet sind. Dieß ist jene Nacht, in welcher die Feuersäule- das Licht des Herrn- den Weg der Finsterniß und des Todes beleuchtet. Dieß ist jene Nacht, in welcher Christus die Seinen auf dem ganzen Erdboden den Thorheiten der Welt und den Irrwegen der blinden Günde entreißt. Dieß ist jene Nacht, die uns in das Reich der Gnade und der Heiligkeit zurück führet; jene Nacht, in welcher Christus 262 V. Abschnitt. die Bande dest Todes zernichtet, und vom Grabe als Sieger über die Hölle emporsteigt. Jeht erst hat unser irdisches Leben Werth und Heiligkeit, weil wir erlöset, und zum Erbe des ewigen Lebens durch Chri stus berufen sind. O wie wunderbar sind die Beweise deiner Erbarmung ge gen uns! O du unaussprechliche Liebe meines Gottes! Um den Knecht zu erlösen, gibst Du den Sohn hin zum schmählich sten Tode! Gibst seinen Leichnam hin in die Nacht des Gras bes! Aber diese heiligen Glieder sollen die Verwesung nicht sehen! Christus ersteht neubelebt vom Grabe; die Nacht wird hell, wie der Tag. O diese heilige Auferstehungs- Nacht ist meine Leuchte auf dem Wege der Freuden. Sie hat den Wohnsiß des Lasters zer störet; sie hat alle Flecken des Verderbens abgewaschen, alle Schuld versöhnet. Christus ist erstanden! dem gefalle nen Sünder biethet Er Unschuld und Frieden; dem Bedrängten Trost und Freude. Verbannt sind nun Haß und Feindschaft. Liebe und Eintracht kehren zur verföhnten Erde zurück, und Christus jener himmlische Morgenstern, der nie untergeht, der aus der Nacht des Grabes erstanden ist, winkt dem Menschengeschlechte nun freundlich entgegen, und leuchtet ihm voran auf der Bahn zum ewigen Leben. Durch Ihn- unsern Heiland und Erlöser Jesus Christusflehen wir daher zu Dir, o Herr! führe, schirme und bewahre uns, deine Diener, deine Priester, und das andächtige Volk. Gib uns in diesen Tagen der Freude, in dieser festlichen Osterzeit, gib uns Ruhe und Frieden! Segne die apostolischen Hir ten, unsern Papst, den heiligen Vater N. N., und unsern Bischof N.; leite und erhalte sie unter deinem ewigen Schuhe. Sieh auch gnädig herab auf deinen andächtigen Verehrer, unsern Kaiser N.. Du kennest, o Gott! Du kennest feine sehna lichsten Wünsche. Die Fülle deiner unermeßlichen Gnade und Barmherzigkeit ströme auf ihn. Dein Friede begleite ihn auf allen seinen Wegen; verleihe ihm und seinem ganzen Volke den unvergänglichen Sieg deiner ewigen Herrlichkeit, durch denselben Jesus Christus, deinen Sohn. Amen. - - CER c) Die aufweihe. ( Xus den Kirchengebethen.) „ So wie der Hirsch nach frischen Quellen schmachtet, so schmachtet meine Seele, Gott! nach Dir." Psalm 41, kat Allmächtiger, ewiger Gott! sieh gnädig herab auf die Ans dacht deines zur Wiedergeburt berufenen Volkes, welches, wie ein Hirsch, nach der Quelle deines Wassers schmachtet, und verleih, daß der Durst des Glaubens ihren Leib durch das Geheimniß der Taufe heilige. Allmächtiger, ewiger Gott! steh uns bey, wenn wir die Geheimnisse deiner unendlichen Barmherzigkeit feyern, und deine Sacramente empfangen, Gende den Geist der Liebe und Gnade zur Freude der Völker, vorzüglich deiner neuen Kinder, welche Dir durch das Wasser der Taufe geboren werden, durch Jesus Christus 2c. Erhebe dich, o mein Herz! zu Gott, und danke dem Herrn, denn es ist höchst billig und heilsam, daß wir Ihn zu allen Zeiten und an allen Orten dankbar und würdig preifen. Heiliger Gott, allmächtiger Bater, ewiger Gott! der Du durch deine unsichtbare Allmacht die heilende Kraft deiner Sacramente wunderbar ertheilest; Du entziehest, obwohl wir uns würdig sind, diese erhabenen Geheimnisse zu empfangen, uns doch die Gaben deiner Gnade nicht, und neigest dein Ohr gütig zu uns, wenn wir unsere Hände zu Dir falten. O Gott! dessen Geist schon bey der ersten Schöpfung der Welt über dem Wasser schwebte, damit die Natur des Wassers schon damahls jene Kraft der Heiligung empfangen sollte; o Gott! der Du die Sünden und Laster der Welt durch Wasser abwaschest, und die Wiedergeburt schon durch die allgemeine Sündfluth bezeichnet hast, damit in der geheimnisvollen Bestimmung des nähmlichen Elementes das Laster seinen Untergang, die Tu gend aber ihren Ursprung finden sollte;- sieh, o Gott! sich gnádig herab auf die Gebethe und Thränen deiner Kirche! Bewirke Deine Wiedergeburt, vermehre Glauben, Hoffnung und Liebe in uns. Du erquickest deine heilige Gemeinde mit dem lebendigen Wasserstrome deiner Gnade, Du öffnest die Quellen der Taufe, um alle Völker auf dem ganzen weiten Erdboden zu erneuern, damit nach dem Gebothe deiner Majestät die Gnade deines eingebornen Sohnes durch den heiligen Geist auf sie herabströme. Belebe, o Geist des Herrn! belebe dieses Wasser, welches zur geistlichen Wiedergeburt der Menschen geweihet wird, durch den Hauch deiner Gottheit, und befruchte es mit deiner unsichtbaren Kraft, damit es durch deine Heiligung eine göttliche Quelle werde, welche die Menschen zu einem himmlischen Volke erhebe, und als Kinder und Erben der Gnade Alle vereinige. Deine Kraft, o heiliger Geist! ergieße sich über die Fülle dies ses Wassers. und erhebe sie zu einer befruchtenden Quelle der Wiedergeburt.- Hier soll die Schuld aller Sünder ausgelöschet werden. Hier soll die Natur, welche nach Gottes Ebenbild er schaffen ist, sich wieder zu ihrer ursprünglichen hohen Bestim mung erschwingen, und Leben und Seligkeit soll aus diesem heiligen Sucramente auf alle Menschen herabströmen, damit sie zu einer neuen Kindheit, und zur wahren Unschuld wiedergeboren werden, durch Jesus Christus ic. Litaney zu allen Heiligen Gottes. Herr, erbarme Dich unfer! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich) unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater von den Himmeln! Eibarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöfer der Welt! Erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist! Erbarme Dich unser! Heilige Maria! Bitt für uns! Heilige Gottesgebärerinn, 2c. Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Heiliger Michael, Heiliger Gabriel, Heiliger Raphael, Alle heiligen Engel und Erzengel! Bittet für uns! Alle heiligen Chöre der feligen Geisler, Heiliger Johannes der Täufer! Bitt für uns! Heiliger Joseph, Alle heiligen Patriarchen und Propheten! Bittet für uns! Heiliger Petrus! Bitt für uns! Heiliger Paulus, Heiliger Andreas, Heiliger Jacobus, Heiliger Johannes, Heiliger Thomas, Heiliger Jacobus, Heiliger Philippus, Heiliger Bartholomäus, Heiliger Matthäus, Heiliger Simox! Bitt für uns! Heiliger Thaddäus, Heiliger Mathias, Heiliger Barnabas, Heiliger Lucas, Heiliger Marcus, Alle heiligen Apostel und Evangelisten! Bittet für uns! Alle heiligen unschuldiaen Kinder, Heiliger Stephanus! Bitt für uns! Heiliger Laurentius; Heiliger Vincentius, Heiliger Fabianus und Sebastianus! Bittet für uns! Heiliger Cosmas und Damianus, Heiliger Gervasius und Protasius, Alle heiligen Märtyrer, Heiliger Sylvester! Bitt für uns! Heiliger Gregorius, Heiliger Ambrofius, Heiliger Augustinus, Heiliger Hieronymus, Heiliger Martinus, Heiliger Nikolaus, Alle heiligen Bischöfe und Bekenner! Bittet für uns! Alle heiligen Kirchenlehrer, Heiliger Antonius! Bitt für uns! Heiliger Benedictus, Heiliger Bernardus, Heiliger Dominikus Heiliger Franziskus, Alle heiligen Priester und Leviten! Bittet für uns! Alle heiligen Mönche und Einsiedler, Heilige Maria Magdalena! But für uns! Heilige Agatha, Heilige Lucia, Heilige Agnes, Heilige Cäcilia, Heilige Katharina, Heilige Anastasia, Alle heiligen Jungfrauen und Witfrauen! Bittet für uns! Alle Heilige und Heiliginnen Gottes, Sey uns gnädig, Verschone uns, o Herr! Sey uns gnädig, Bon allem Uebel, Von aller Sünde, Von deinem Zorne, Erhöre uns, o Herr! Erlöse uns, o Herr! 2. Von einem gähen, unversehenen Tode, Von heimlichen Nachstellungen des Teufels, Von Born, Haß und allem bösen Willen! Erlöse uns, o Herr! Vom Geiste der Unkeuschheit, Vom Blig und Ungewitter, HEVOS Vom ewigen Tode, Durch das Geheimniß deiner heiligen Menschwerdung, Durch deine Zukunft, Durch deine Geburt, Durch deine Taufe und dein heiliges Fasten, Durch dein Kreuz und Leiden, Durch deinen Tod und Begräbniß, Durch deine heilige Auferstehung, Erlöse uns, o Herr! Durch deine wunderbare Himmelfahrt, 20. Durch die Ankunft des heiligen Geistes, des Trösters, Am Tage des Gerichtes, Wir armen Sünder! Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du uns verschonest, Daß Du uns verzeihest, Daß Du uns zur wahren Buße bekehren wolleft, Daß Du deine heilige Kirche erhalten und regieren wolleft, Daß Du den apostolischen Oberhirten und alle geistlichen Stän de in der heiligen Religion erhalten wollest, Daß Du die Feinde der heiligen Kirche erniedrigen wollest, Daß Du den christlichen Königen und Fürsten Frieden und wahe re Einigkeit verleihen wollest, Daß Du dem sämmtlichen christlichen Volke Frieden und Eins tracht schenken wollest, Daß Du uns in deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wollest, Daß Du unsere Gemüther zu himmlischen Begierden erhebest, Daß Du alle unsere Gutthäter mit ewigen Gütern belohnest, Daß Du unsere und unserer Brüder, Freunde und Gutthäter Seelen von der ewigen Berdammniß befreyest. Daß Du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest, Daß Du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wolleft, Daß Du uns erhören wollest, Du Sohn Gottes, O Du Lamm Gotttes, welches ic. Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Gloria. Seele erlöfete, begnadigte Seele! Schwinge dich Himmelan, und stimmte mit begeisterter Liebe ein in den Lobe gefang der englischen Heerscharen. Ehre sey Gott in der Höhe. Und Friede auf Erden den Menschen, die eines guten Willens sind. Wir loben Dich, wir preisen Dich, wir be W 267 then Dich an. Wir verherrlichen Dich, wir danken Dir wes gen deiner großen Herrlichkeit! Herr, Gott, himmlischer König! Gett, Vater, Allmächtiger! Herr, eingeborner Sohn, Jesus Christus! Herr, Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters! der Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, nimm unser Flehen an! Der Du sigest zur Rechten des Vaters, erbarme Dich unser! t.nn Du allein bist heilig. Du allein bist der Höchste, Jesus Chriftus! mit dem heiligen Geiste in der Herrlichkeit Gottes des Vaters! Amen. Fasten Andachten. # Kirchengebeth. Gott! der Du diese hochheilige Nacht durch die herrliche Auferstehung unsers Herrn, Jesus Christus, beleuchtest, erhalte in uns den heiligen Geist, welchen Du heute auf den neuen Sproffen deiner Gemeinde, die Kinder Gottes, ausgegoffen hast; damit wir an Leib und Seele erneuert, Dir mit reinem Herzen dienen mögen. Durch denselben Jesus Chris stus. Amen. S Ofter Ermahnung aus dem Briefe des heil. Apostels Paulus an die Christen zu Koloß JII. 1. Brüder! Seyd ihr nun mit Christus auferstanden, so suchet, was droben ist, wo Christus zur Rechten Gottes figet. Strebet nach den Himmlischen, und nicht nach dem Irdischen! Denn ihr seyd- der Sünde gestorben, und euer Leben ist mit Christus in Gott verborgen. Wenn aber Christus, euer Leben, erscheinen wird, dann werdet auch Ihr mit Ihm in der Herrlichkeit erscheinen. Gott sey Dank! Alleluja! Danket dem Herrn, denn Er ist freundlich, ewig währet seine Güte. Lobet den Herrn, ihr Völker alle! Preiset Ihn alle Nationen! denn seine Güte waltet über uns, und seine Treue währet ewig. Evangelium unsers Herrn, Jesus Christus, nach der Erzählung des beiligen Evangelisten Matthäus XXVIII. 1. Spät am Sabbathe aber, als schon der erste Tag der Woche anbrach, kam Maria Magdalena, und die andere Maria, das Grab zu besuchen. Und sieh, ein großes Erdbeben war entstanden. Denn der Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg, und setzte sich darauf. Sein Angesicht aber glänzte wie der Bliz, und sein Gewand war weiß, wie Schnee. Die Wächter aber erschracken aus Furcht vor ihm, und wurden wie todt. Der Engel aber antwortete, und sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht; denn ich weiß, daß ihr Jesus den Gekreuzigten suchet. Er ist nicht hier; denn Er ist aufe V. Abschnitt. erstanden, wie Er gesagt hat. Kommet, und seher den Ort, wo der Herr hingelegt war! Gehet, eilet, und saget feinen Jüngern, daß Er von den Todten auferstanden ist; und Er geht vor euch her in Galiläa; dort werdet Ihr Ihn sehen. Sehet, ich hab' es euch vorgesagt. 268 Nach der Aufopferung. Herr! wir bitten Dich, nimm die Gebethe und Opfer: gaben deines Volkes an, damit sie durch die Geheimnisse der Osterfeyer eingeweihet, uns zum Heilmittel und zum ewigen Leben durch deine Gnade gedeihen; durch Jesus Christus 2ç. Vor dem Sanctus. Erhebet euere Herzen zu Gott, und danket dem Herrn! denn es ist eine höchst billige und heilsame Pflicht, daß wir Dich, o Herr! zu allen Zeiten, besonders aber in dieser heil. Nacht, würdig loben und preifen; da Christus unser Ofterlamm geschlachtet ward. Denn Er ist das wahre Lamm, welches die Sünden der Welt hinweggenommen hat; der die Herrschaft des Todes durch sein Sterben zerstörte, und den Sieg des Lebens durch seine Auferstehung befestigte. Daher befingen wir mit den Engeln und Erzens geln, mit den Thronen und Herrschaften des Himmels, mit allen Scharen der seligen Geister deine Herrlichkeit, indem wir unaufhörlich mit ihnen rufen: Heilig! heilig! heilig zc. ( wie beym Hochamte Seite 55. bis zum letzten Kirchengebeth.) Kirchengebeth. Herr! sende uns den Geist deiner Liebe, damit Alle, welche Du mit deinem Gehenniffe in dieser feftlis chen Osterzeit gesättiget hast, durch deine Gnade in wahrer Eins tracht vereiniget werden; durch Jesus Christus 2c. ( Segen und Evang. Johann. wie beym Hochamte Seite 59.) Zur Auferstehungsfeyer unsers Herrn Jesus Christus. Betrachtung.( Nach dem heil. Ambrosius.) » Unser Wandel ist im Himmel.« Phil. 3, 20. Göttlicher Erlöser, Jesus Christus! was kann ich an deinem heiligen Grabe, aus welchem Du ben deiner Auferstehung Leben und Unsterblichkeit für uns gebracht hast, was kann ich Frucht bareres betrachten und erwägen, als die Seligkeit derjenigen, bie in Dir, o Herr! sterben. Gegne diese Betrachtung mit - zug deiner Gnade, damit mein Wandel hier schon im Himmel sey, den ich um deiner Verheißungen und Verdienste willen jenseits ab warte. Amen. Wer hienieden die Sünde verläßt, kommt dem Tod zuvor; er erhebt sich zu den Frenden der Ewigkeit, und wohnt schon zegt in jener himmlischen Höhe, auf welcher Paulus wandelte, da ihn das Leben noch auf Erden zurück hielt; denn sonst hätte er nicht sagen können:» Unser Wandel ist im Himmel!« Dort war sein Denken und Wandel der Seele, dort sein Sinn, für welchen der Leib zu enge, die Erde zu niedrig war. Die Wahrheit und Seligkeit, welche dort oben thronet, läßt sich mit dem leiblichen Auge nicht sehen, nicht fassen mit den Händen; die sichtbaren Güter gehören der Erde an, und sind vergänglich; die unsichtbaren Güter sind uns im Himmel aufbehalten, und erfreuen ewig. Darum ist es wohl besser, wir richten unsern Blick nicht auf das Bergängliche, sondern auf das Unsichtbare, das ewig beseliget. Unser Wandel sey im Himmel; und unsere höchste Sorge und unser eifrigstes Streben fen das zu suchen, was Oben ist.... Das Leben des Menschen auf Erden, ist es nicht eitle Versuchung? In Mühe und Verdruß, in Trug und Falschheit schleppet es sich dahin. Keine Festigkeit in den Gesinnungen, kein Bestehen in den Entschlüssen. In der Mühe des Tages wünschen wir uns die Ruhe der Nacht, und im Dunkel der Nacht sehnen wir uns nach der Helle des Tages. Unser Brot wird mit Thránen bereitet, und unsere Speisen werden ( sehr oft) mit Seufzern genossen. Dort rinnen Zähren, hier drücken Schmerzen; dort beugt Furcht, hier verzehret Kummer; die Stürme des Lebens lassen nicht ruhen, die Mühseligkeiten gönnen kein Pläßchen zur Rast; oftmahls stürmen Zorn und Wuth wie der rauhe Winter. Wie sollte nun der Tod noch ein llebel seyn? Er tilgt ja nicht unser eigentliches Leben, er tödtet nicht unsere Seele. Dieß unser Gut bleibt nach dem Tode, und wird erhöht durch Jesus, der die Auferstehung und das Leben ist. Die Seele, entlastet vom sterblichen Leibe, kann dann um so freyer wirken. Wie gut ist also der Tod, der die Seele befrent, der die Sünde aufhören macht? Er ist ja nur Uebergang von der Verwesung zur Unverweslichkeit, von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit, von der Verwirrung zur Ruhe. Und der fromme Weise sehnt sich ja nach der Ruhe, die ihn nach vieler - - - 1 Mühe in ihren Schooß legt; er sehnet sich nach dem Zustande, we ihn kein Ulebel mehr drückt, wo ihn keine Schranke mehr trennt von seinem höchsten und liebenswürdigsten Gute..... O meine erlös'te Seele! fürchte also nicht den ersten Tod, den Tod deines Leibes. Du glaubst ja an Christus; und dies ser Christus entriß dem leiblichen Tode seinen tödtlichen Stachel, als Er am Kreuze sein Haupt neigte und starb. Du glaubst an Christus; und dieser Christus benahm dem Grabe die Schrecken der Verwesung, als sein entseelter Leichnam begraben ward. Er der Sohn des lebendigen Gottes- brachte aus dem Tode das Leben, und aus dem Grabe die Auferstehung für alle, die an Ihn glauben. Er, der Sieger Jesus Christus, verschlang den Tod in seinem Siege. Danke also, o meine Seele! Danke deinem Gott, der uns den Sieg verliehen hat durch unsern Herrn Jesus Christus, und wandle muthig, wenn dir der Herr auch ein Kreuz auflegt, die schmale steile Bahn, daß du durch die enge Pforte zum Leben eingehen mögest. Auch Christus mußte durch Kreuz und Leiden in seine Herrlichkeit eingehen.- Dein Wandel sey is Himmel.- Dann wird der Tod ein Bothe, und das Grab Eingang zum Himmel werden. - 1 - Vor dem zweyten- vor dem ewigen Tode- aber fürchte dich, o meine Seele! und zittere; denn von diesem ist kei ne Auferstehung und kein Leben mehr zu hoffen; denn der Tod ist der Sünde Sold. Meide daher die breite Straße der sinnlichen Begierlichkeit, und sollte sie auch mit den Rosen der Freude bestreut seyn, und den bösen Gelüsten des Fleisches noch so sehr schmeicheln;- sie führt zum ewigen Verderben, und bereitet dem Sünder hier schon ein elendes Leben in beständiger Todesfurcht; denn der Tod ist dem unbußfertigen Sünder ein Bothe des göttlichen Strafges Wie der Tod richts, und das Grab eine Thür zur Hölle. also dem Gerechten ein Port zur Ruhe, so ist er dem Sünder ein Schiffbruch zum Verderben... - Jesus Christus, an den ich glaube!- Jesus Christus, den ich hier im allerheiligsten Altars- Sacramente anbethe! Jesus Christus, Du meine Auferstehung und mein Leben! höre und segne die frommen Gelübde, die ich Dir hier an deinem heil. Grabe mit dankbarer Liebe darbringe:» Mein > Wandel sey im Himmel, und mein Leben verborgen in open anvachten. 271 » Gott! Nicht mehr ich, sondern Du, Jesus Chriftus! lebe » forthin in mir. Ob ich zwar schon im Körper noch lebe, so » lebe ich doch im Glauben des Sohnes Gottes, der mich ge» liebt, und sich selbst für mich hingegeben hat.«( Gal. 3, 20.) Und so freue ich mich dem Tode entgegen. » Süß ist seine Rube, und der Herr weckt die Rubenden auf. » Er selbst ist die Auferstehung, und wie der Tod durch einen » Menschen kam, so kommt auch die Auferstehung durch Einen. » Wie Alle durch den Adam sterben, so werden Alle durch Christus » wieder lebendig.( 1. Korinth. 15, 21.) Auf, mein Geist, himmelwärts!- Eile- eile zum Leben, und suche Den, der lebt und belebet; suche Ihn nicht im Grabe des Irdischen, sonst möchte auch dir gesagt werden:» Warum fuchet ihr den Lebendigen unter den Todten? Er ist nicht hier sondern auferstanden. Er selbst sagt es, wo Er hingegangen ist, wo Er gesucht werden soll, und wo auch die Seinigen einst hinkommen werden, bey seinem Vater und bey unserm Bater, bey seinem Gott und bey unserm Gott.( Joh. 20, 17.) » Im Himmel sey mein Wandel!« da will ich den Lebenden beym Lebenden, den Sohn beym Bater suchen; da seine Füße umfassen, und Ihn anbethen, damit auch ich von Ihm höre das tröstende Wort:» Fürchte dich nicht!«( Matth. 28, 5.) Fürchte dich nicht vor den Sünden dieser Zeit, nicht vor den Un gerechtigkeiten der Welt. Ich bin die Vergebung der Sünden. Fürchte dich nicht vor dem Tode; ich bin das Leben. Wer immer zu mir kommt, wird ewig nicht sehen den Tod; denn ich lebe, und du sollst auch leben. Jesus Christus! o Du- die Auferstehung und das Les ben! reinige, heilige, belebe Du mein Leben, damit mein Wandel hier und dort im Himmel sey. Amen. Gebeth nach dem heil. Augustin. O Jesus, mein huldreicher, unendlich gütiger Herr! Du hast Dich gewürdiget, wegen unserer Sünden zu sterben, und bist wegen unserer Rechtfertigung auferstanden. Ich bitte Dich durch deine glorreiche Auferstehung, wecke mich aus dem Grabe aller meiner Vergehungen und Sünden auf; reiche mir Armseligen deine liebevolle Hand, laß mich zu Dir kommen, und durch Dich, lebendiges Himmels brot! erquicket werden, damit ich neue Kraft erhalte, auf den 272 V. Abschnitt. Flügeln heiliger Sehnsucht erhoben, aus diesem Thränen. thale zu deinem himmlischen Reiche mich zu erschwingen. O wann werde ich Dich sehen im Lande der Lebendis gen! denn in diesem Lande der Sterblichen kann Dich mein irdisches Auge nicht sehen. So lange wir uns in diesem Leibe aufhalten, sind wir von Dir weg, o Herr! verreis set; wir haben hier feine bleibende Stätte, sondern wir su chen die zukünftige auf, die in dem Himmel ist. Glücklich jene, deren einzige Hoffnung Du bist, o Herr! die noch im hinfälligen Leibe eingeschlossen, in etwas deine Süßige feit verkosten können. d! ich bitte Dich durch deine heilbringenden Wunden, die Du am Kreuze für unsere Rettung haft empfangen wols len, aus denen jenes kostbare Blut, der Preis unserer Er lösung, berausgeflossen ist, verwunde meine fündige Seele, für die Du aus Liebe gestorben bist, verwunde sie mit deiner feurigen, mächtigen Liebe, damit sie zu Dir sagen kann: Ich bin aus Liebe zu Dir verwundet!« daß aus dieser ses genvollen Wunde bey Tag und Nacht reichliche Thränen hers vorquellen, aus Sehnsucht nach deinem herrlichen Anblicke. Ich will in diesem Erdenleben keinen Trost annehmen, bis ich der Gnade gewürdiget werde, Dich, o meine Liebe. mein Gott und Herr, mein einziges Heil und Leben! in der Herrlichkeit zur Rechten des Vaters zu erblicken, und mit denen, welche Du Dir auserwählt hast, deine Majestät in Demuth anzubethen. Dann will ich voll unaussprechlicher, ewiger Himmels wonne, mit Allen, die Dich lieben, ausrufen:» Preiset mit mir die Erbarmungen des Herrn! Ich sehe, habe und besitze den Gegenstand meines Verlangens, meiner Hoffnung und Sehnsucht. Ich bin mit Dem vereiniget, an Den ich auf Erden geglaubt, Den ich geliebt habe. Ich lobe, preise und betbe an meinen Gott, der da lebet und herrschet von Ewigs keit zu Ewigkeit!«< Amen. Pfalm 144. Mein Gott und König! Dich will ich erheben, und deinen Nahmen ewig preisen. Täglich preise ich Dich, und lobe deinen Nahmen ewig. Groß ist der Ewige, und unerforschlich seine Größe! Ein Geschlecht rühmt dem andern deine Werke, und macht deine 2llmacht Fund. Die Pracht und Schönheit deiner Majestät und yapten Andachten. 375 deine Wunderthaten will ich singen. Alles spricht von Ehrfurcht deiner Allmacht, auch ich will deine Herrlichkeit verkünden. Alles fingt ein Denkmahl deiner großen Güte, und rühmt deine Allge= rechtigkeit. Allgütig, allbarmherzig ist der Herr, langmüthig und von großer Güte. Allen ist der Herr wohlthätig, und erbarmet sich aller seiner Werke. Herr! Dir danken deine Werke alle; Dir benedeyen deine Heiligen. Sie besingen deines Reis ches Majestät und bewundern deine Allmacht. Sie verkünden den Menschen deine Allmacht, und die Weisheit und Schönheit deines Reiches. Dein Reich ist ewig, und deine Herrschaft währet für und für. Der Herr ist treu in seinen Versprechen und hei= lig in allen seinen Thaten. Die Fallenden erhält der Herr, und die Gebeugten richtet er auf. Aller Augen sehen zu Dir auf, und Du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit. Allmilde öffnest Du deine Hand, und sättigest was lebt mit Wohlthun. Auf allen seinen Wegen ist der Herr gerecht, in allen seinen Thaten heilig. Der Herr ist nahe Allen, die ihn rufen, Allen, die aufrichtig Ihn anrufen. Er thut, was Gottesfürchtigen frommt, erhört ihr Fleben und rettet sie. Er schüßzet Alle, die Ihn lieben, und rottet alle Frevler aus. Mein Mund soll das Lob des Ewis gen singen, und alles Fleisch lobsinge feiner Herrlichkeit immer und ewig. Ehre sey dem Vater, dem Sohne, und dem heiligen Geiste! Bon allen Menschen, ießt, und zu allen Zeiten und in Ewigkeit. Amen. Psalm 145. Den Ewigen lobe meine Seele! Ich lobe meinen Gott so lang' ich lebe. Mein Saitenspiel ertönt dem Ewigen, so lang' ich bin. Vertraut nicht auf Fürsten, nicht auf ein Menschenkind, das wenig helfen kann. Der Geist verlaßt ihn, dann kehrt er wieder hin zu seiner Erde. Aus ist es mit seinen weisen Entwürfen. Wohl dem, der Jakobs Gott zur Hülfe hat; der auf den Herrn seinen Gott vertraut. Er hat Himmel und Erde und Meer, und Alles, was in ihnen ist, erschaffen. Er hält seine Treue und Wahrheit ewig, und verschafft den Unterdrückten Recht. Er gibt Speise den Hungrigen! Er der Ewige löset die Gebundenen. Der Ewige macht Blinde sehend; der Ewige richtet die Gebeugten auf. Der Ewige liebt gerechte Männer; der Ewige schützt die Fremdlinge! Er nimmt die Witwen und die Waifen auf; und führt auf trummen Pfad die Frevler. Der Herr regieret ewiglich; ewig regieret dein Gott, o Zion! Ehre sey dem Vater und dem Sohne, und dem heiligen Geiste. Von allen Menschen, jest, und zu allen Zeiten und in alle Ewigkeit. Umen. GMA Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Himmel und Erde freuen sich der Auferstehung unsers Herrn Jesus Christus. Alleluja! Herr, erhöre mein Gebeth, und laß mein Rufen zu Dir dringen. 18 No aut Supens anvachten. Gebeth. Guter Hirt! fieh mit Wohlgefallen auf deine Herde herab, die Du mit deinem kostbaren Blute erlöset haft! Rette deine Schafe von den Verfolgungen und von der Macht des Verderbens! der Du mit Gott dem Vater und mit dem heil. Geiste lebeft und regiereft von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 474 Erstes Responsorium. Erstanden ist der gute Hirt, der sein Leben für seine Schafe gab, und für das Heil seiner Herde sterben wollte! Alleluja! Christus unfer Osterlamm ward für uns geopfert, Alleluja. Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste! Alleluja! do 3 weytes Responsorium. n Erhebet, ihr Thore, das Haupt! Erweitert die ewigen Pforten! und lasset Ihn einziehen,-den König der Herrlichkeit! Wer ist der König der Herrlichkeit? Der Herr! denn Er ist mächtig und siegreich; der Herr ist siegreich im Streite. Drittes Responsorium. Als der Sabbath verflossen war, kauften Maria Magdalena, Ma. ria, die Mutter Jakobs und Salome, Spezereyen, und sie gingen hin, den Leichnam Jesus zu salben. Alleluja! Und am ersten Tage der Woche kamen sie sehr früh zum Grabe, da die Sonne aufging, um den Leichnam zu salben. Alleluja! Ehre sey dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste! Alleluja! Antiphone. Sehet, Christus, unser Osterlamm, durch den uns Heil und Segen kam! Gefesselt ist durch seine Macht der Tod, die Hölle und die Nacht. Gelobet seyst Du, Jesus Christ', der Du vom Grab erstanden bist! Dir, heilige Drepeinigkeit, sey Lob und Preis in Ewigfeit. Amen. Der Herr ist vom Grabe erstanden, der für uns am Holze des Kreuzes starb! Alleluja! Gebeth. O Gott! der Du uns durch die Auferste hung unsers Herrn Jesus Chriftus, und durch die jährliche Ofterfeyer erfreueft; verleihe gnädig, daß wir durch die Vermittlung des heiligen Geheimnisses, welches wir fests lich begehen, zu den ewigen Freuden gelangen, durch dens felben Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn, der mit Dir lebt und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Sechster Abschnitt. Andachtsübungen für die heilige Oſterund Pfingstzeit. Osterfonntag. 31d Morgen. Empfindungen. Der Herr ist vom Grabe erstanden, Alleluja! der für uns am Holze des Kreuzes starb! Alleluja! Er ist auferstanden.« Matth. 28, 6. Alleluja! Jesus lebt! Es ist der herrlichste und glücks lichste von allen Tagen angebrochen, die je gewesen sind; Alleluja! Die Sünde ist getilget; die Hölle und der Tod besiegt; Alleluja! Jesus erscheint im Triumphe; Er läßt feine Macht zur Beschämung aller seiner Feinde erscheinen; Alleluja! Er hat den Tod im Tode besiegt. Der lebendis ge Tempel der Gottheit, den die Grausamkeit der Juden zers störet, ist wieder aufgebaut. Alleluja! Der göttliche, vom Himmel gekommene Lehrer, hat seiner heiligen Lehre das letzte Siegel der Wahrheit aufgedrückt. Alleluja! Die Seele des Gottmenschen ist aus der Vorhölle zurückgekome men, in der sie die Väter getröffet mit der nahen Erlösung. Alleluja! Der heilige Leichnam ist wieder beseelt; Er hat sich von den Banden des Todes befreyet, und das Grab verlass fen. Alleluja! Und als Siegeszeichen prangen nun am verklärten Leibe die unlängst so schmählichen Wunden. Alles luja! Erstanden ist der Herr! Der Fels erbebte; ein Engel vom Himmel wälzte den Stein von der Deffs nung, und die Wächter waren vor Schrecken wie todt. Al leluja! Das Grab ist leer. Nur das Schweißtuch und die übrigen Leintücher finden sich noch darin. Erstanden ist der Herr. Alleluja! Jesus hat sein glorreiches Leben anges treten, an dem auch wir einst, nach unserer Auferstehung Theil nehmen werden; wenn wir hier Theil nehmen an der Schmach seines Kreuzes. Alleluja! 18 1 - - та корошни. anonayten. Betrachte aufmerksam diefe Wunder, meine Seele! die für dich eine Quelle des Lebens, der Gnade und himmlischer Selig Feit find. Uleberlaß dich einer heiligen Freude, und wünsche Je sus, deinem Heilande, Glück, zum neuen Leben, und zu dem doppelten Siege, den Er über den geistlichen und leiblichen Tod davon getragen hat. Geselle Dich heute zu den frommen Frauen, die Jesus im Grabe suchen; frage mit ihnen den Engel des Herrn, und höre es aus seinem Munde:» Er ist auferstanden, und nicht mehr hier.« Sieh, so hat sich die Schmach in Ehre verwandelt. So hat fein Tod das Leben bewirkt. Das Kreuz ist nun der herrliche Zepter Dessen, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erde gegeben ist; die Schädelstätte ist zum Schauplaße der Ehre, das Grab zum herrlichen Siegesmahle, und der trauernde Leichenzug zum festlichen aller Triumphe geworden. Verstorbene Heilige er stehen zum Leben, um die Auferstehung des Ersten unter den les benden zu feyern. Die zerstreuten Apostel sammeln sich wieder, und werden mit Erscheinungen beglückt. Die verhärteten Juden gerathen in Unruhe. Die Teufel zittern; denn ihr Reich ist zer stört. Die Engel Gottes frohlocken; denn die Erlösung der Menschen ist vollendet. Sollte wohl, nach diesem Triumphe Jesus über Tod und Hölle, der Tod noch schreckbar seyn für den Christen? Nein! der Gerechte stirbt nicht. Am Ziele seiner Wanderschaft legt er die irdische Hülle ab, und geht zu einem bessern, unsterblichen Leben über, an dem einst auch sein Leib, der unterdessen in Frieden schlummert, durch Gottes Stimme aufgewecket, Antheil nehmen wird. Wenn der Tod des Gottlosen eine wahre Strafe für seine Sünden ist, weil er ihn in den Abgrund des Verderbens stürzt, so ist jener des Gerechten ein feliger Uebergang in's ewige, selige Leben, welches uns Jesus Christus durch seinen Tod und seine Auferstehung erworben hat, der angebethet, gelobet und gepriesen sen ewiglich, Wo ist nun, Tod, dein Stachel hin?- Soll ich vor dir noch beben? Nein, Christus ist mein Leben,- und sterben ist für mich Gewinn. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht hat! Lasset uns heute frohlocken, und fröhlich seyn! Kirchengebeth. Gott! der du der Welt durch das Ofterfest die Mittel zur Seligkeit verliehen haft; wir bitten Dich, fegne dein Volk mit himmlischen Gaben, damit es zur vollkommenen Freyheit der Kinder Gottes, und zum ewigen Leben gelangen möge, durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn, Amen. Erstanden ist der gute Hirt, der sein Leben für seine Schafe gab, und für das Heil seiner Herde geben wollte. Alleluja!- Bater unser 26. für das heilige Osterfest. Zur Wasserweibe. Von Ostern bis Pfingsten. Aus Gottes Tempel fließt ein Strom, der sich ergießt durch's Heiligthum, mit süßem Schall, lebendig rein, wie Krystall. Alleluja! Un ihm stehn' Lebensbäum', und blüh'n für Alle, die der Welt entflieh'n. Er tränkt die Schmachtenden, er labt die Fliehenden. Alleluja. 277 Psalm 117. Danket dem Herrn; denn er ist freundlich: Ewig währet seine Güte! Ehre sey dem Vater, dem Sohne, und dem heiligen Geiste! Ehre sey Dir, Allmächtiger, Ewiger, Gott, von allen Menschen, und zu allen Zeiten! Amen. Aus Gottes Tempel fließt u. s. w.( Wie oben b. z. Psalm.) Herr, segne uns aus der Fülle deiner Barmherzigkeit, und gib uns das Heil deiner Gnade. Alleluja! Herr, erhöre mein Gebeth, und laß mein Rufen zu Dir dringen! Erhöre uns, o Herr! heiliger, allmächtiger Bater, ewiger Gott! und sende deinen heiligen Engel vom Himmel, der alle Bewohner deiner christlichen Gemeinde erhalte, bewahre, schirme, erleuchte, und schüße durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. Meßandacht von Ostern bis Himmelfahrt. Vorbereitungs. Gebeth. Christus ist vom Tode erstanden! Uleberwunden hat der Löwe vom Stamme Juda. Nun ist der alten Schlange der Kopf zertreten. Dank sey dafür dem Höchsten, der uns den Sieg gegeben hat. Lod, wo ist jetzt dein Stachel! Hölle, wo ist dein Sieg? Christus hat dem Tode die Macht genommen, und das unvergängliche Leben an's Licht gebracht. Auferstandener, Geber der Uns sterblichkeit, Verherrlicher der Menschheit! Du warst todt, und nun lebst Du von Ewigkeit zu Ewigkeit, und haft die Schlüffel des Todes und der Hölle. Gott hat nicht zuges geben, daß deine verehrungswürdigste Menschheit die Vers wesung erfahre, sondern er hat ihr die herrliche Auferstes hung ertheilet. Alleluja! Jetzt weiß ich es gewiß, wenn ich der traurigen Erbschaft Adams, der Sünde, absterbe, und an Dich, die Auferstehung und das Leben, glaube, so werde ich unsterblich durch Dich, Jesus Chris ftus. Alleluja! Deine Auferstehung, o Du allmich tiger Todtenerwecker, ist das Siegel auch meiner Aufrstes hung; denn Du selbst hast das Lebenswort ausgesprogen: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer a mich glaubt, der wird leben, wenn er auch schon gestoren ist. - 278 VI. Abschnitt. Andachten. Und jeder, der lebt, und an mich glaubt, der wird ewig nicht sterben.<< Alleluja!- Dein Leben, o Du verherrlich, tes Haupt der Menschheit! ist auch mein Leben; denn Du selbst haft uns ja die Verheißung gemacht:» Ich lebe, und auch ihr sollet leben.<< Alleluja! Mit allen Engeln, Heiligen und Auserwählten bethe ich Dich in der Herrlichkeit deiner Auferstehung an, zu deren würdigen Verehrung die Kirche heute Dir, und deinem Bater, und dem heiligen Geiste das Lobs und Dankopfer darbringt. Reiche mir deine Rechte, und führe mich aus dem Grabe meiner Lauigkeit, worin meine Seele so lange schlummert, heraus, erwecke mich zu einem neuen frommen Leben, reinige und heilige mein Herz, damit es durch deine Verdienste und die Fürbitte aller lieben Heiligen ein wohls gefälliges Opfer werde, das ich dem himmlischen Vater jetzt mit den Gaben des Priesters auf deinen heiligen Altar nie derlege. Eingang. Ich bin erstanden, und bleibe noch bey Dir. Alle luja! Du hast deine Hand auf mich gelegt! Wunderbar ist dein Wissen! Alleluja!-Herr! Du erforschest mich, und kenneft mich, ich sige, oder stehe auf; Dir ist es bekannt. Ehre sey dem Va ter zc. Ich bin erstanden 2c.( Wie oben.) Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser!- Herr, erbarme Dich unser! 23232 Gloria( wie oben Seite 52). Gebeth. Gott! der Du an dem heutigen Tage durch deinen eingebornen Sohn den Tod besieget, und uns den Eingang zur ewigen Seligkeit geöffnet haft; befördere und erfülle durch deinen allmächtigen Beystand die frommen Wünsche, welche deine Gnade in uns erwecket und belebet, durch denselben Jesus Christus, deinen Sohn, unfern Herrn zc. Epistel. I. Br. Paul. Korinth. 5, 7. Brüder! schaffet den alten Sauerteig fort, und werdet ein neuer Teig, was ihr bereits seyn solltet, da unser Osterlamm, Christus, für uns geschlachtet ist. Lasset uns also unser Osterfest nicht bey dem Sauer tine der Bosheit und des Lasters, sondern bey dem Süßteige der Aufrich igkeit und Wahrheit feyern. Graduale. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht hat! Laffet uns heute froble en und fröhlich seyn! Danket dem Herrn. Denn er ist freundich, und ewig währet seine Güte. Alleluja! Christus un fer Oft lamm ist geschlachtet. Sequenz. 1. Singt dem Herrn! singt frohe Psalmen! Jesus Christus bat gesiegt! Singt dem Retter! singt dem Lamme; das für uns geopfert ift!2. Blutend sank sein Haupt am Kreuze, blutend in des Todes Nacht! Blutend starb Er, der Versöhner, für die Sünden aller Welt!- 3. Furchtbar ringen Tod und Leben; wunderbar ist Todeskampf. Siegreich herrscht der Fürst des Lebens; lebend steigt Er aus dem Grabe. 4. Bey den Todten Ihn zu finden, ging Maria weinend hin. Weine nicht! Er ist erstanden, wie Er uns verheißen hat.5. Rede, was hast du gesehen?- Sahst du nicht das leere Grab? Sahst du nicht die Engel Gottes, nicht den Glanz der Herrlichkeit?- 6. Nicht das Grabtuch, nicht die Zeugen dessen, der erstanden ist? Geht Er nicht in Galiläa freundlich vor den Jüngern her? 7. Auferstanden, auferstanden ist der Herr von Tod und Grab. Nacht und Hölle sind entwaffnet, wie er uns verheißen hat.8. O Du Quelle alles Lebens, Sieger über Tod und Grab; unsre Hoffnung, unser König, Herr, erbarm' Dich über uns!- Amen. Alleluja! Evangelium unsers Herrn Jesus Christus, nach der Erzählung des heil. Evangelisten Markus 16, 1. In derselben Zeit kauften Maria Magdalena, Maria, die Mutter Jakobs, und Salome Spezereyen, und gingen hin, den Leichnam Jesus zu salben. Sie kamen den ersten Tag nach dem Sabbath in der Frühe, da die Sonne aufging zum Grabe, und sprachen unter einander: Wer wird uns aber den Stein von der Deffnung des Grabes wegwälzen? Indessen, da sie hinsahen, wurden sie gewahr, daß der Stein schon weggewälzt wäre; er war sehr groß. Sie gingen also in das Grab hinein, und sahen einen Jüngling in einem langen weißen Kleide fißen. Darüber entsetzten sie sich. Er aber sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Ihr suchet Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist aufs erstanden, und ist nicht hier. Sehet da den Ort, wo sie Ihn hingelegt hatten. Gehet aber hin, faget es seinen Jüngern, und dem Petrus: Er werde euch nach Galiläa vorangehen; dort werdet ihr Ihn sehen, wie Er euch gesagt hat. Lob und Ehre sey Dir, Jefus Christus! Credo. Ich glaube an Gott Vater u. f. w. Offertorium. Die Erde bebt, und schweigt. Gott erhebt sich zum Gerichte. Alleluja! Heiliger Bater, allmächtiger, ewiger Gott! zc. ( Seite 54 bis zur Präfation Seite 55.) Herr! wir bitten Dich, nimm die Gebethe und die Opfergaben deines Volkes gnädig an, damit sie durch die Geheimnisse dieser hohen Osterfeyer geheiliget werden, und durch deine Mitwirkung uns zum Heilmittel der ewigen Geligkeit gedeihen, durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn zc. Präfation. Mit diesen Opfergaben erheben wir nun auch unsere Herzen zu Gott, und danken dem Herrn; denn es ist eine höchst billige und heilsame Pflicht, daß wir Dich, o Herr! zu allen Seiten, vorzüglich aber an diesem feft. lichen Tage, würdig loben, preisen und verherrlichen, da Christus, unser Ofterlamm, für uns geopfert ward. Denn Er ist das wahre Lamm, welches die Sünden der Welt hins wegnahm; der die Herrschaft des Todes durch sein Sterben zerstörte, und den Sieg des Lebens durch seine Auferstehung befestigte. Daher befingen wir mit den Engeln und Erzens geln, mit den Thronen und Herrschaften des Himmels, mit allen Scharen der seligen Geister den Ruhm deiner Herre lichkeit, indem wir unaufhörlich mit ihnen rufen: Heilig! heilig! heilig ist der Herr, der Gott der Heerscharen! Hims mel und Erde find deiner Herrlichkeit voll. Hosanna in der Höhe! Hochgelobt sey der da kommt im Rahmen des Herrn! Heil Dir in der Höhe!- Vor der Wandlung. Wie oben S. 55 bis S. 58. Schlußgebeth. Herr! sende uns den Geist deiner Liebe, damit Alle, welche Du mit deinem heiligen Sacras mente in dieser feftlichen Osterzeit gesättiget haft, durch deis ne Gnade in wahrer Eintracht vereiniget werden, durch Jes sus Chriftus 2c.! Die Aufopferung und das legte Evangelium wie oben S. 59. Bethstunde für die heilige Osterzeit. I. ingang. Der Herr ist wahrhaft auferstanden! Alleluja. Und dem Sis mon( Petrus) erschienen! Alleluja. Herr! öffne meine Lippen, und mein Mund wird dein Lob verkünden. Mein Gott, hilf mir bethen! Eile, Herr, mir beyzustehen! Ehre sey dem Vater zc. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht! Laffet uns heute frohe locken und fröhlich seyn! Alleluja. Pfalm 94. 1. Kommt! laßt uns dem Ewigen jauchzen, frohlocken un Tur vas genge perfent. ferm Herrn und Retter, mit Danksagung vor ihm erscheinen, beym Saitenspiel Ihm laut frohlocken! Dieß ist der Tag 2c.( wie oben.) 281 2. Der Ewige ist ein großer Gott! ein großer König über alle Götter. Der Erden Schäße sind in seiner Hand, der Berge Gipfel sind sein. Alleluja. 3. Sein ist das Meer, er schuf es, das Trockene ist seiner Hände Werk. Anbethen laßt uns, niederfallen, binknien vor dem Herrn, unserm Schöpfer! Er ist unser Gott; wir sind sein Volk, Schafe seiner Herde. Dieß ist der Tag 2c. 4. Noch heute, wenn ihr seine Stimme höret, verstockt nicht eure Herzen, wie am Tage der Versuchung in der Wüste, da eure Väter mich versuchten, mich prüften, obschon sie meine Thaten sahen. Alleluja. 5. Bierzig Jahre warnte ich dieß Geschlecht, und sprach: es ist ein hartsinnig Volk, will meine Wege nicht erkennen. In meis nem Zorn schwur ich da: nie gehen sie in meine Ruhe ein. Dieß ist der Tag 2c. 6. Ehre sey dem Vater zc. Dieß ist der Tag 2c. II. 2 ob gefang. 1. Auferstanden, auferstanden bist Du, Herr! der uns verföhnt! Dich hat nach des Todes Banden Gott mit Herrlichkeit gekrönt; deine Leiden Dir vergolten und beschämt der Feinde Schar, die Dich, Herr! vertilgen wollten, Dich- der seyn wird, ist, und war. - 2. Deine Freunde, Jünger, Brüder, Alle sah'n lebendig Dich, Sie berührten deine Glieder, deine Wunden, freuten sich, konnten keine Worte finden, keinen Nahmen ihrer Freud'; und ihr Schauer ward Empfinden, ihr Empfinden, Seligkeit. 3. O wie freuen sich die Deinen, Jesus! deines Lebens einst, wenn Du ihnen, die jest weinen, herrlich, brüderlich erscheinst; wenn Du sie dem Grab entreißest, wenn sie Dir zur Rechten steh'n, Du sie deine Brüder heißest, sie Dich nah' und ewig seh'n. 4. Jesus! diese hohe Freude, Dich zu sehen, wünsch' ich mir. Was ist alles, was ich leide, wenn ich einst, erweckt von Dir, mich kann Himmelan erheben, Dich zu preisen ewiglich?- Uch! zu jenem bessern Leben führe, mein Erlöser, mich!- III. Wer ist der König der Herrlichkeit? 1)» Deffnet euere Thore, ihr Fürsten! Erweitert euch, ihr ewigen Pforten, lasset Ihn einziehen, den König der Herrlichkeit! Wer ist dieser König der Herrlichkeit?"- Psalm 23. » Ich bin der Erste und der Letzte.« Offenb. Joh. 1. 17. So groß, so unermeßlich, so göttlich erhaben ist Jesus Christus, der vor achtzehnhundert Jahren als ein kleines, 282 VI. Abschnitt. Undachten zartes, dürftiges Kind in einer Krippe zu Bethlehem lag- der vor dem Mordschwerte eines versunkenen Wollüstlings nach Aegyp. ten auf dem Arme der Mutter entfloh- der dreyßig Jahre still und ungekannt in einer kleinen Hütte eines kleinen verachteten Städtleins lebte, und im Schweiße seines Angesichtes sein Brot gewann, der drey Jahre mit verachteten Zöllnern und Fischern berumzog, und nicht hatte, da er sein Haupt hinlegte; der, als ein Ulebelthäter gefangen genommen, gebunden, vor Gericht gestellt, falsch verklagt, und unschuldig zum Tode verurtheilet, gegeißelt, mit Dörnern gekrönt, durch Jerusalems Gassen hingeschleppt, auf Golgatha zwischen zwey Mördern gekreuziget, auf's bitterlichste verböhn't, von Gott und Menschen verlassen- sein Haupt neigte, und starb. Dieser bis zum Kreuztode gehorsame Sohn- ist der Er ste und der Letzte; vor Allem ist Er, und Alles besteht, Ul. les lebt und webet nur in Ihm, was im Himmel und auf Erde ist. Sichtbares und Unsichtbares, Thronen, Herrschaften, Fürstenthümer, Gewalten Alles ist durch Ihn, ohne Ihn ist nicht Eines geschaffen von Allem, was geschaffen worden ist. Ihm haben alle Besen, vom ersten Engel am Throne Gottes, bis jum Wurme, bis zum leßten Stäubchen, auf welchem der Wurm kriecht, ihr Daseyn zu danken; Er trägt Alles mit seinem kráfti gen Worte; die ganze Fülle der Gottheit wohnt in Jhm.- Und wenn Alles veraltet, wie ein Kleid, und verwandelt wird,- wenn die Erde vergeht, deren Grund er von Unbeginn gelegt, und die Himmel zusammen fallen, die seine Hand gebildet,- Er bleibet, der Er ist, sein Thron steht Ewigkeiten fest, seiner Jahre ist keine Zahl- gestern, beute und ewig derselbe Jesus Christus in jeglichem Sinne der Erste und der Letzte. - - — - Welche Liebe, welche Erbarmung des himmlischen Va ters- daß er diesen Ersten und Letzten, diesen Eins zigen, lnvergleichbaren, für eine Welt voll Sünder und Todes- Sclaven dahingab in solche Trübfal, solche Schans de, solch' bittern Tod!-O wie nahe, wie unendlich theuer müffen wir seinem Vaterherzen seyn! Zu welch' einem felis gen Leben, zu welch' einer Herrlichkeit muß er uns erheben wollen! Kann irgend eine Macht mich von dieser ewigen Lies be scheiden? Kann irgend etwas zu groß, und zu theuer seyn, was ich nicht mit der fühnsten Zuversicht von dieser Liebe erbitten und erwarten dürfte? Da uns der Vater fei nen Sohn gegeben, sollte er uns durch Ihn nicht auch jede andere Gabe geben wollen? Und wenn Er, dieser Erste und Letzte, für mich ist, wer kann denn wider mich - -- für das heilige Osterfest. 283 feyn! Wenn Er mich liebet, wenn Er mein Freund ist, wenn Er mich retten, mich erfreuen, befeligen will, was kann's schaden, wenn auch alle Welt mich haßte und mich elend machen wollte?- O meine Seele! verzage also in keinem Leiden deiner Lage, laß in feiner Dunkelheit, in keinem Mangel, in keis nem Gedränge den Muth sinken! Wenn alle Fluthen der Trübfal auf mich einstürmen- wenn alle Kräfte der Bos heit sich zu deinem Intergange zusammenrotten fürchte dich nicht! Der Erste und der Letzte, Jesus Christusist dein Heil und dein Schutz; sein Arm rettet dich aus der Tiefe der Trübfal, seine Hand führet dich auf ebener Bahn, feine Liebe nimmt dir alle Mühseligkeiten und Beladenheit ab, gibt dir Ruhe, Friede und Seligkeit. - Owie gut ist's, dem Herrn sich anvertrauen, und fromm auf feinen Wegen wandeln! - 2)» Deffnet euere Thore, ihr Fürsten! Erweitert euch, ihr ewigen Pforten! Lasset Jbn einziehen, den König der Herrlichkeit! Wer ist dieser König der Herrlichkeit?- Psalm 23. » Ich war todt, und, siche, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit!« Offenb. Joh. 1. 17. - Jesus war todt. Er hatte die Macht sein Leben hinzugeben, keine Gewalt konnte es Ihm nehmen; Er gab es freywillig hin aus Gehorsam und Liebe. Er ließ sich hinführen, wie ein Lamm zur Schlachtbank- neigte sein Haupt, und verschied- ward ein entfeelter, kalter Leichnam, von heißen Schmerzensthränen ver= waister Freunde und Freundinnen beneßt, in's Todtengewand eingehüllt, begraben. Aber unmöglich war's, daß der Heili ge Gottes die Verwesung sehe, daß der Sündenlose und Ge= rechte, der Urquell des Lebens, vom Tode behalten werde. Er hatte Gewalt, sein freywillig gelassenes Leben wieder zu nehmen. Und Er nahm es wieder. Am dritten Tage stand er von den Todten auf und lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Jefus lebt, und konnte es feinen Freunden nicht unbewiesen lassen, daß Er lebe!- Magdalena stand vor dem Grabe, und wünschte die Thränen der Reue und Liebe noch einmahl auf die heilige Leiche ihres Begnadigers niederweinen zu können; sie klagt dem Himmel ihr Leid, daß fie den Herrn vom Grabe genommen haben, und indem sie umher blickt, ob sie nicht etwa eine Spur von denen sähe, die die Leiche weggenommen hätten, da siebt sie den Lebendigen und kennt Ihn nicht, redet mit Ihm, und kennt Ihn nicht:» Herr! hast du Ihn weggenommen, fag' es mir doch, wo du Ihn hingelegt bast; dann will ich Ihn hohlen.«<- Jetzt spricht der Herr, um ihren Schmerz in Ju- 204 VI. Abschnitt. Andachten bel zu verwandeln, das Wort: Maria! Dieß Wort öffnete ihr das Auge, daß sie in dem vermeinten Gärtner den neuerstan. denen Heiland erkennt, und mit dem einzigen Wort: Mein Meister! anbethend zu seinen Füßen sinkt. Jesus lebt, und läßt seinen Freunden durch Magdale na zuerst die Bothschaft bringen:» Geh' zu meinen Brü dern, und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Bater, und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu euerm Gott, und dann kommt Er selbst nach, tritt zu seinen Jüngern in den Saal, grüßte sie mit dem Frie densgruße, zeigte ihnen seine Hände und seine Seite- die glänzenden Bundmahle redet mit ihnen, ist mit ihnen, und weiß ihr Herz von dem ersten Schrecken zur Entzückung, und von der Entzückung zur dauerhaften Freude und Zuversicht zu bringen. Sie sehen, zweifeln, glauben- bethen an und frohlocken. 1 Jesus lebt, und geht den zwey Jüngern nach Emaus nach, und hohlt sie ein, und redet mit ihnen als ein Reisender mit Reisenden, erklärt ihnen die Schrift, daß ihnen das Herz im Leibe brannte, läßt sich nöthigen, mit ihnen in einer Herberge einzukehren, nimmt das Brot, und bricht und gibt es ihnen- da fehen sie in dem Fremdlinge den neuerstandenen Hei land, und Er verschwand, aber ihr Herz glaubte, und jubelte in diesem Glauben. Jesus lebt, und besucht seine versammelten Jünger wieder, grüßt zuerst die Jünger alle, dann geht er auf Thomas zu, der nicht glauben wollte, bis er seine Hand in die Seite, und seine Finger in die Nägelmahle des Gekreuzigten gelegt hatte, und spricht zu ihm:» Reiche deinen Finger her, und leg' ihn in meine Hand; reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite, und sey nicht mehr ungläubig, fondern gläubig.«- Thomas glaubte nicht bloß, sondern er schwamm in einem Meere von Glaubensfreude, und konnte, von Entzückung und Demuth übermannt, nur diese Worte stammeln: Mein Herr und mein Gott!« Jesus lebt, und beweiset sein Leben auf mancherley Weise seinen Freunden, und bequemet sich in jeder Erscheinung nach den Bedürfnissen seiner Lieben. Ungekannt läßt Er sie am Morgen, da sie noch fischten, und in der ganzen Nacht nichts gefangen hatten, das Neß zur rechten Seite des Schiffes auswerfen, und fie fingen so viel, daß sie das Neß vor Menge der Fische nicht mehr ziehen, und andere Jünger zur Hülfe rufen mußten, um das Neg an das Ulfer zu bringen, um die hundert drey und fünfzig Fische zu sammeln. Johannes erkannte den Herrn am ersten:» Der Herr ist's«. fie kamen nun alle zu Jesus hin; keiner durfte fragen: Wer bist Du?- denn sie kannten Ihn alle. Jesus reicht ihnen Brot und Fische, und ist mit ihnen. So bereitet der Herr den Fischern einen segenvollen Fischfang, um den künftigen fur was gegepersen. Menschenfischern den Glauben an seine Auferstehung unauslöschlich in ihre Seele zu graben. Jesus lebt, und zeigte sich einmahl fünfhundert BrüdernJüngern, die sich Brüder nannten, wie Jesus sich ihren Bruder nannte, und von diesen fünfhundert Brüdern lebten noch mehrere, als Saulus den Herrn auch schon zu sehen bekommen hatte. Noch vierzig Tage blieb Jesus nach seiner Auferstehung, bey seiz nen Jüngern, und redete mit ihnen von dem Reiche Gottes; dann ging Er, wie Er es vorher gesagt batte, zu seinem Gott und Bater, der auch unser Gott, unser Vater ist. - Großer, erquickender Gedanke: Jesus Christus lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und so lange Er lebt, so liebt Er auch- oder ist sein Leben etwas Anderes, als Liebe, die reinste, treueste, innigste Liebe? Und so lange Er liebt, fegnet, tröffet, rettet, belebt und befeliget Er auch; oder ist seine Liebe im Grunde nichts anders, als Gegnen, Trösten, Retten, Beleben und Befeligen? Achtzehnhundert Jahre sind verflossen seit dem Sonn tag Morgen, da Gottes Herrlichkeit über dem Grabe des Gefreuzigten erschien, der Fels bebte, die Hüther erstarrs ten, und Jefus mit neuem Leben, mit Himmelsglanz bekleis det hervorging als Lebensfürst, als Todesüberwinder. Aber heute lebt Er noch, wie vor achtzehnhundert Jahren und liebet noch, und segnet, tröftet, rettet, belebt und beseliget noch, wie dortmahls, und von Ewigkeit zu Ewigkeit ist Er, was Er heute ist, lebendig, liebend, fegnend, belebend! E - - L Das sey mein Troft und meine Erquickung auf die bange bittere Stunde des Scheidens von meinen Geliebten, Freuns den, Kindern. Wenn sie dann meiner Liebe, meines Tros stes, meines Rathes, meiner Hülfe, oder ich der ihrigen ents behren, einsam und verlassen den dunkeln Pfad fortwans delnd.- der jetzt lebt und liebt, und sich erbarmet und hilft, wo Niemand helfen kann- der jetzt viele tausend Witwen und Waisen, Einfame, Verlaffene und Trauernde beschützt, und leitet, verforget und tröstet- Der lebt auch dann noch, wenn ich, wenn meine Freunde, Tröster, Bes schützer todt find.- Er lebt und liebt, Er erbarmet fich, und hilft und beseliget von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wenn A ble von mir scheiden- Einer scheidet doch nicht von mir! 1 V 1. m. Anouchin Freudenbothschaft! wärest du meinem Herzen doch eine recht innig empfundene Wahrheit!- Einer scheidet doch nicht von mir; Einer, der mehr ist, und inniger liebt und kräftiger tröstet und erquicket, als Vater und Mutter, als Freund und Bruder, der auch da trösten und erquicken, helfen und retten kann, wo Bäter und Mütter, Freunde und Brüder in ohnmächtiger Liebe nur weinen können. Jesus Christus lebt von Ewigkeit zu Ewigs feit! 200 - 3),» Deffnet eure Thore, ihr Fürsten! Erweitert euch, ibr ewigen Pforten Laffet- ibn einziehen, den König der Herrlichkeit! Wer ist dieser König der Herrlichkeit?"- Psalm 23. - » 3, Jesus habe die Schlüssel der Hölle und des Todes." Offenb. Joh. 1, 18. Ich bin der Herr, mächtig und siegreich, fieg reich im Streite.& Dem, der todt, war, der aus Gehorsam und Lies be fich aufopferte- Jesus Chriftus ist alle Ge walt übergeben im Himmel und auf Erde! der König aller Künige, der Beherrscher aller Herrschenden ist Er; erhöht über Alles zur Rechten der göttlichen Majestät muß jedes Knie sich vor Ihm beugen, und jede Zunge seine Obers herrschaft bekennen. Alle Feinde und Verderber seines erlösten Menschens geschlechtes, die schrecklichsten sogar- den Tod und die Verwesung besiegt Er.- Er führt aus der Finsterniß des Grabes zum Lichte des ewigen Lebens, aus dem Schauer der Verwesung zur himmlischen llnsterblichkeit. Alleluja! * Auch meinen irdischen, sterblichen Leib wird Er einst wieder felig machen, und mit Unsterblichkeit bekleiden. Er wird den Albezwinger, den unerbittlichen Würger des Mens fchengeschlechtes- den Tod- bezwingen, und seine Beute ihm entreißen; ausschließen wird Er die Hügel der Vers wefung, und aus dem Staube neues Leben schaffen. Dann- o erlös'te Seele, juble, liebebethe andann werden sich mit nahmenlosen Entzückungen wieder fins den, die hier der harte Tod einander vom blutenden Herzen wegriß, und keine Furcht der Trennung wird das Licht ihrer Wonne mehr trüben; Unsterblichkeit wird ihrem Antlige entstrahlen, und Friede und Freude ihrem Fußtritte ents - 7 blühen. Sie werden leben von Ewigkeit zu Emigkeit. Möchte doch diese selige Hoffnung auf meinem Lebensa weg berableuchten! Möchte ich's doch am Sterbebette meis ner Geliebten, und an meinem Sterbebette recht lebendig glauben, recht innig fühlen:» Jesus Christus ist der Erste und der Letzte, der Lebendige, der todt war, und lebendig if von Ewigkeit zu Ewigkeit, und hat die Schlüffel der Hölle und des Todes!« Amen. Alleluja! 3:#fu: 09 But and 100 2 IV. Der ambrofianische Lobgefang. 201 10 usdruch pad tun Herr Gott! Dich loben wir. Herr Gott! wir danken Dir. Jehova ist von Ewigkeit! Er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preist Dich, Vater, Sohn und beil'= ger Geist. Die Cherubim, die Seraphim, und alle Engel singen Shm: Heilig, beilig, beilig ist unser Gott, der Herr Gott Sas baoth! Weit über alle Himmel weit, geht deine Macht und Herrlichkeit! Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Bos then Schar, des Mittlertodes Märtyrer, sie preisen ewig Dich, o Herr! Am Grabe noch, noch in der Zeit, preist Dich auch deis ne Christenheit; Dich Bater, auf der Himmel Tbron! Dich Jez fus Christus, Gottes Sobn! Dich, beil'ger Geist, Dich, deffen Kraft in Sündern neues Leben schafft! Dich, der für uns, gebluz tet hat, Du starbst für unsere Misfethat. Du hast Dich, Herr!! uns, Gott zu weib'n, erniedriget, ein Mensch zu seyn. Dem Tode nahmst Du seine Macht; zum Himmel hast Du uns gebracht. Zur Rechten Gottes sigest Du; mit deinem Vater herrschest Du. Im Grabe läsfest Du uns nicht! Du kommst, Du kommst und hältst Gericht! Einst sey im Himmel unser Theil, sey unfer Lohn, und unser Heil! Hilf deinem Botke Jesus Christ, und segne, was dein Erbtheil ift! Bewahre uns vor Sünden, Gott! verlaß uns nicht in uns'rer Noth! Herr, Du bist uns're Zuversicht, verlaß uns nicht, verlaß, uns nicht, und leite uns durch Welt und Zeit, zum Bichte deiner Ewigkeit! nollo82 nd the of Gebeth. Gott! der Du der Welt durch das Osterfest die Mittel zur Seligkeit verliehen haft; wir bitten Dich, segne dein Volk mit himmlischen Gaben, damit es zur volllommenen Freyheit der Kinder Gottes, und zum ewigen Leben gelangen möge, durch Jesus Christus, unfern Herrn. Amen. Es fegne und bewahre uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Bater, der Sohn und der heilige Geist. Amen. Gottes Hülf' und Gnade sey und bleibe ime mer mit uns! Amen. men VI. pagmitt. anvachten Kirchengebethe auf die Sonntage nach Ostern. 1. Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß wir, die wir die Osterfeyer nun vollendet haben, sie mit deiner Gnade an unsern Sitten und Lebenswandel fortwähren lassen. 580 2. Gott! der Du in der Demuth deines Sohnes die hin sinkende Welt wieder empor gehoben hast, verleihe deinen Gläubi gen immerwährende Freude, damit Du diejenigen, welche Du den Gefahren des ewigen Todes entriffen hast, auch zum Genusse der unvergänglichen Freude gelangen laffest. Durch unsern Herrn Jes sus Christus 2c. 3. Gott! der Du den Irrgegangenen, damit sie wieder auf die Bahn der Gerechtigkeit zurückkehren können, das Licht der Wahrheit zeigest, gib allen, welche nach dem chriftlichen Glauben benannt werden, daß sie verabscheuen, was diesen Nahmen ent ehret, und nach dem streben, was sich für ihn ziemet. 4. Gott! der Du die Gesinnungen deiner Gläubigen ein. trächtig machest, gib, daß deine Völker lieb haben, was Du ge= beutst, und verlangen, was Du verheißest, damit sich unter dem Wechsel der irdischen Dinge unsere Herzen dorthin heften, wo die wahrhaftigen Freuden sind. GTS 1 5. Gott! von dem alles Gute herkommt, verleihe deinen Bittenden, daß wir unter deiner Einsprechung denken, was recht ist, und unter deiner Leitung thun, was wir für recht erkannt haben. 1996. 20mächtiger, ewiger Gott! wirke in uns, daß wir alle: zeit einen Dir ergebenen Willen haben, und deiner Majestät stets mit reinein Herzen dienen mögen. 346 mesen der Bittwoche. Adam Animo onundasan daryti Jum Zur Procession. In meiner Trübsal rief ich den Herrn an, und bethete zu meinem Gott. Er hörte meine Stimme in seinem heiligen Tem pel, vor sein Ohr kam mein Gebeth.( Psalm 17; 7.) Gott! deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Die Erde ist voll von deiner Güte; Du bist freundlich, und deine Güte währet ewiglich. Wie sich ein Vater über seine Kinder er barmet, so erbarmnet sich der Herr über uns. Ehre sey 2c. Gebeth. on Allmächtiger Vater! auf dessen Güte wir in allen Anliegen unser Vertrauen setzen, gib, daß wir unter deinem Schutze vor allen Widerwärtigkeiten stets bewahret, oder daraus zu rechter Zeit wieder errettet werden, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. in der Bittwoche. 289 ( Hier bethe die Litaney von allen Heiligen, wie sie S. 267 enthalten ist, alsdann die nachfolgenden Gebethe.) Hilf deinen Dienern, welche auf Dich, mein Gott! vertrauen. Sey uns, o Herr! eine sichere Festung gegen den Feind. Nichts soll uns der Feind anhaben, und nimmermehr soll der Ungerechte uns schaden. Verfahre nicht; o Herr! mit uns nach unfern Sünden, und vergilt uns nicht nach unfern Miffethaten. Laßt uns bethen für unsern Papst N. Der Herr bewahre ihn, und erhalte ihm das Leben; Er mache ihn glückselig auf Erden, und übergebe ihn dem Willen seiner Feinde nicht. Laßt uns bethen für unsere Wohlthäter. Vergilt allen, o Herr! die uns Gutes thun, um deiner Güte willen, mit dem ewigen Leben. Laßt uns bethen für die verstorbenen Gläubigen. Gib ihnen, o Herr! die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. Laß sie im Frieden ruben. Amen. Laßt uns bethen für unsere abwesende Brüder. Hilf, o Herr! deinen Dienern, die auf Dich vertrauen. Sende ihnen Hülf', o Herr! aus deinem Heiligthum", und unterstüße sie aus Sion. Herr! erhöre mein Gebeth, und laß mein Rufen zu Dir kommen. Gebeth. Gott! Die ist stets Erbarmen und Vere schonen eigen; nimm unser demüthiges Bitten gnädig an. Durch deine mitleidsvolle Güte löse uns, und alle deine Diener von den Banden auf, mit welchen uns die Sünde gefesz felt hat. Erhöre, o Herr! wir bitten Dich, das Nufen der Flehenden, vergib ihnen die Sünden, welche sie Dir bekennen, und so werde uns allen durch deine Barmherzigfeit Nachlaß und Friede zu Theil.. - Gib uns, o Herr! deine unaussprechliche Barmherzigkeit zu erkennen; mach' uns von allen Sünden los, und entledige uns von allen Strafen, die wir durch unsere Sünden verdienen. Gott! - Sünde beleidiget Dich, Buße verföhnet Dich; sieh gnädig auf dein Volk, das zu Dir flehet; wende von uns die Strafen deines Zorns, den wir durch unsere Sünden gereizet haben, gnädig ab. Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme Dich über deinen Diener, unsern Papst., leite ihn nach deiner Mildthätigkeit auf den Weg des ewigen Heils, gib, daß er nach 19 290 VL Abschnitt. Andachten dem trachte, was Dir gefällig ist, und selbes mit allen Kräf. ten vollziehe. Gott! deine Gaben sind heilige Begierden, weise Unschläge und gerechte Werke. Gib deinen Dienern jenen Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen deinem Gefeßze ergeben, und unsere Lebenstage frey von Furcht und Feindseligkeiten, ruhig unter deinem Schuts ze dahinfließen. Durchglühe, o Herr! unser Inneres durch das Feuer des heiligen Geistes, damit wir Dir in Keuschheit des Leibes dienen, und in Reinheit der Seele gefallen. Gott! Du Schöpfer und Erlöser aller Gläubi gen! verleih' den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Nachlaß aller ihrer Sünden; laß sie auf unser frommes Bitten die sehnlich gewünschte Erlösung finden. Komm uns, o Herr! in Allem, was wir thun, mit deiner Gnade bevor, und hilf uns mit deinem mächtigen Segen weiter fort, damit all' unser Bethen, und all' unser Thun durch Dich angefangen, und durch Dich vollendet werde. Allmächtiger, ewiger Gott! Herr der Lebendigen und der Todten, voll Erbarmens gegen Alle, die Du als die Deinen durch Glauben und Werke vorerkennest: zu Dir flehen wir, laß Alle, für welche wir uns vorgenommen haben, zu bethen, und die entweder noch auf dieser Welt wandeln, oder durch den Tod in die andere schon sind übersetzt worden; laß sie alle durch die Fürbitte deiner Heiligen nach deiner liebvollen Mildthätigkeit Vergebung aller ihrer Sünden erlangen, durch Jesus Christus deinen Sohn, unsern Herrn 2c. Amen. Der allmächtige und barmherzige Gott erhöre uns! Den Seelen der Gläubigen sey durch Gottes Barmherzigkeit Ruhe im Frieden. Amen. — - Meß and a ch bey Bethstunden und während einer heiligen Bittmesse zu bethen. ( Vom Eingang bis zur Aufopferung.) Ullmächtiger, ewiger Gott! Herr, himmlischer Bater! dein eingeborner Sohn Jesus Christus hat uns die Vers sicherung ertheilt, daß Du uns Alles geben wolleft, um was wir Dich in seinem heiligen Nahmen bitten. Mit findlicher Zuversicht wende ich mich jetzt bey dem Opfer der heiligen Messe, das auch ein wahres, fruchtbares Bittopfer ist, an dein liebendes Vaterherz, und trage Dic im Nahmen Jesus meine Gebethe, meine Bitten und Für in der Bittwoche. 291 bitten vor. Ewiger! Jch bethe Dich an, erfülle mich mit deiner Gnade, daß ich Dich im Geiste und in der Wahrheit anbethe. Ich glaube Alles, was dein göttlicher Geist seiner Kirche geoffenbaret hat. Stärke meinen Glauben, und hilf mir demselben gemäß zu leben. Ich hoffe auf Dich, auf deine Barmherzigkeit, und auf deine Verheißungen. Unterstütze meine Hoffnung, und laß meinen Wandel im Himmel seyn. Ich liebe Dich über Alles; denn Du bist das höchs ste, liebenswürdigste Gut. Reinige, heilige meine Liebe immer mehr, damit ich nichts wolle, nichts thue, als was Du willst, damit nicht ich lebe, sondern Du in mir. Barmherziger! Du willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und ewig lebe. Gib mir den Geist der Buße, ein reines Herz, und sey mir armen Sünder gnädig. Stärke meinen Willen in der Ausübung des Guten; ordne mein Thun und Lassen durch deine Weisheit; siege über meine bösen Gewohnheiten durch deine Heiligkeit; sey das Leben meiner Seele, das Licht meines Verstandes, die Nichtschnur meiner Gedanken, und der einziger Gegenstand meiner Wünsche. Erfülle meine Seele mit Eifer für deine Ehre, mit Verehrung gegen deine Religion, mit Treue gez gen meine Freunde, mit Wohlwollen gegen meine Feinde; laß mich alles Mögliche dazu beytragen, daß Rechtschaffenheit und Glückseligkeit auf Erden ausgebreitet werden. Laß mich immer mehr der Menschheit zum Segen, und Dir zur Freude leben. Bewahre mich vor gefährlichen Krank heiten und Unglücksfällen, vor Verfolgung boshafter Menschen, vor Lästerung böser Zungen, vor Armuth und Schande. Solltest Du jedoch eines dieser llebel, als eine väterliche Züchtigung über mich verbängen, so gib mir Geduld, Starkmuth und vertrauende Liebe, daß ich Alles mit kindlicher Ergebung aus deiner Vaterhand annehme, und durch kein Leiden mich von Dir trennen lasse. S Dein heiliger Geist leite mich in alle Wahrheit; Er stärke mich zu jeder Tugend; Er unterstüße mich in jedem Leiden; Er erheitere mich in jeder Dankelheit; Er führe mich auf ebener Bahn, daß ich durch den Glauben an Jes 19 39% VI. Abschnitt. Undachten auf daß fus Christus, und durch meine freue Mitwirkung gelangen moge zur ewigen Seligkeit. Umen. Christliche Fürbitten. Alle Menschen auf Erden, Vater! sind deine Kinder. Geschwister sind wir Alle; Liebe, die gern hilft, und Fürs bitte, wo die Liebe nicht helfen kann, gefällt Dir wohl, ist dein Wille; darum bethe ich! Jesus Christus! Du betheteft für Nahe und Ferne, für Freunde und Feinde, und lehrtest uns Dir nachbethen, und an die Erhörbarkeit unferer Gebethe glauben; darum bethe ich! Ich bitte Dich, Vater der Menschen! erwecke Du selbst mich durch deinen Olehre Geist zur kräftigen Fürbitte für meine Brüder. fie Alle Dich erkennen, Dich lieben, und in Dir selig seya! Leite sie Alle durch Jesus Christus zu Dir, und durch deis nen Geist zu Jesus Christus. Erwecke immer mehr Mens schen, denen es Ernst ist, dein Reich auf Erden zu verbreiten, und Dir Seelen zu gewinnen. Erbarme Dich aller Unwissenden, und erleuchte sie! Aller Frrenden, und führe sie auf den rechten Weg! Erbarme Dich aller Bösen, und erwecke sie zu guten Gesinnungen! Erbarme Dich aller Schwachen, und gib ihnen Kraft und Muth zur Erfül lung ihrer Pflichten! - Tröste alle Trauernden! Erheitere alle Angefochtenen! Erquicke alle Schmachtenden! Stärke alle Leidenden! Labe alle Kranken! Stärke den Glauben und die Hoffnung aller Sterbenden! Laß den Guten ihre frommen Bemühungen gelingen! Flöße Muth ein allen Bekennern der Wahrheit! Segne alle Freunde des Rechtes und der Tugend! Nimm die mißkannte, leidende Unschuld in deinen Schuß! Stärfe das Vertrauen der Urmuth, und erfreue sie durch wohlthä tige Herzen! Laß alle Witwen und Waisen deiner besons dern Fürsorge empfohlen seyn! Nimm Dich jener an, die sich in Gefahren befinden! Erwecke sie, zu Dir ihre Zuflucht zu nehmen! Erbarme Dich aller Gefangenen, daß sie ihre Vergebungen recht erkennen, herzlich bereuen, und deiner Begnadigung empfänglich werden! Erbarme Dich aller Verfolgten und Unrechtleidenden, aller Bedrängten und Aller, die ihres Kummers keinen Ausweg wissen; sey Du ihr Troft, ihr Helfer und ihre Stärke! Gib Jedem, alle was jeder bedarf! Leite alle Lehrer zur Wahrheit — - Ver det hela Regenten zur Gerechtigkeit alle Regierten zum Gehore fame! alle Obrigkeiten zur gewissenhaften Treue- alle Reiche zur Barmherzigkeit Alle Alle zu deiner Erfenntniß, und zum ewigen Leben, welches uns erworben hat Jesus Christus, unser Herr und Seligmacher. Amen. - Der allmächtige und barmherzige Gott erhöre uns, und verleihe den Seelen der verstorbenen Gläubigen Ruhe im Frieden. Amen. ( Vom Offertorium bis zum Schluß, fiebe Gonntagsmesse Seite 54.) Das Fest der Himmelfahrt Jesus. - - - a higid Meßandach t. Vorbereitungs- Gebeth. Jesus Christus! Du Liebe meiner Seele, Du Freude und Heil der ganzen Erde, Du allmächtiger Siez ger und Lebensfürst, ich bethe Dich an! Du zur Rechten des Vaters Erhöhter, meine Seele feyert gerührt den Tag deiner glorreichen Himmelfahrt, den Tag deines Triumphes über alle Mächte des Todes und der Hölle! Du starbst des peinlichsten und des erhabensten To= des starbst aus Liebe für uns, damit wir ewig leben möchs ten; Dir gebührt Preis, Chre und Anbethung von allen Sterblichen. Du vollendetest mit göttlicher Huld und Gnade das große Geschäft unserer Erlösung von der Sünde, und von dem ewigen Verderben, und warst zur Genugthuung für unsern Ingehorsam, gehorsam bis zum Tod' am Kreuze! Dir gebühret Preis und Ehre und Unbethung auf Erden und im Himmel! Die Bosheit versenkte Dich in Schmach und Tod und Grab- und Gottes Gerechtigkeit frönte Dich mit Herrlichkeit und Ehre! Die helle Wolke fank vom Himmel nieder, und nahm Dich auf in ihren Schooß. Du erhobest Dich von der Erde, die früher dein Blut tranf. hinauf zum Bater, und die Deinigen sanken nieder auf die Erde, Dich an- und Dir nachzubethen. Die Himmel feyerten deine Annäherung und alle Chöre der Engel bereiteten sich zu frohen Jubelgesängen. Tausend Mahl Tausend jubelten:» Das Lamm, das ges schlachtet ist, ist würdig zu empfangen Preis und Reichthum und Ehre und Herrlichkeit und Kraft von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie kann ich diesen Triumph, diesen Sieg, diese Herrs lichkeit und Würde genug rühmen, preisen und anbethen? Dwie kann ich mich je genug freuen, daß Du, Erstgeborner des ewigen Vaters, unser Bruder, der zweyte Stammvater des Menschengeschlechts, unser Sachwalter und Stellvertreter im Himmel bist! O wie kann ich je genug danken, daß Du hingingest, uns eine Stätte im Vaterhause zu reiten, je genug danken, daß Du wieder kommen wirst, uns zu Dir zu nehmen, auf daß wir seyen, wo Du bist bes — Eins mit Dir, wie Du Eins mit dem Vater. Zu Dir, o Du ewiger hoher Priester! erhebe ich mein Herz; zu Ehren deiner glorreichen Himmelfahrt, und zur Bezeugung meiner herzlichen Freude, daß Du heute in Gegenwart deiner Geliebten deine verherrlichte Menschheit durch die Lüfte über alle Himmel und Engel auf den Thron der Gottheit erhoben hast, will ich jetzt dieser heiligen Messe, in der das Andenken deiner Auffahrt feyerlich bes gangen wird, mit innigster Andacht beywohnen, und Dich felbst im allerheiligsten Ultars. Sacramente, und mit Dir auch mein schwaches immer noch so sehr an die Erde und an die Sünde gefesseltes Herz dem himmlischen Vater aufopfern und weihen. 14 - - 1 Verherrlichter Menschensohn! Du herrschest als höchfter Gewalthaber im Himmel, und wohnest durch den Glauben in den Herzen der Glaubenden, und ziehest sie durch die Kraft deiner Gnade, Huld und Liebe an Dich. O! den ich Bruder nennen darf, Anfänger und Vollender meiner Seligkeit, zieh auch mich an Dich, daß ich nur auf Dich sehe, und Dir nachfolge; daß mein Leben zwar auf Erde, mein Wandel aber im Himmel sey, daß ich mit ganzer Kraft der Seele das fuche, nach dem trachte, und das erlange, was Oben ist, wo Du sitzest zur Rechten des Vaters, und lebeft und regierest in Ewigkeit. Amen. 1 Eingang Ihr Männer von Galiläa! was staunet ihr an? Warum erhebet ihr eure Augen gegen Himmel? Alleluja! Dieser Jesus, der von euern Augen weg in den Himmel aufges nommen ward, der wird so, wie ihr Ihn auffahren sahet, wiederkommen. Alleluja! yelt ver pummelaget f Frohlocket ihr Völker mit Mund und mit Händen. Jauchzet Gott mit fröhlichen Gesängen. Ehre sey dem Vater zc. ayu Kyrie und Gloria.( Wie in der Sonntagsmesse S. 51.) Gebeth. Allmächtiger Gott! wir glauben fest, daß am heutigen Tage dein Eingeborner, unser Herr und Erlös fer, in den Himmel aufgefahren ist! Verleih uns, wir bits ten Dich, die Gnade, daß auch wir( hier schon himmlisch wandeln) und einst eine selige Wohnung in dem Himmel finden, mögen, durch denselben Jesus Christus zc. Amen. - Epistel. Apostel- Geschichte 1, 1. Buerst schrieb ich Dir, o Theophilus! Alles, was Jesus that und lehrte, und segte die Erzählung fort, bis auf den Tag, da Jesus in den Himmel fuhr, nachdem Er seinen durch den heiligen Geist gewählten Aposteln seine Verhaltungs: Befehle ertheilet hatte. Diesen hat er sich auch nach seinem Leiden durch viele Beweise selbst lebendig ge= zeigt, da Er ihnen vierzig Tage durch erschienen, und mit ihnen vom Reiche Gottes sprach. Er aß mit ihnen, und befahl ihnen sich von Jerusalem nicht zu entfernen; sondern die Verheißung des Baters zu erwarten, die ihr( so sprach Er) aus meinem Munde gehört habt. Johannes bat mit Wasser getauft; aber ihr wers det nach wenig Tagen mit dem heiligen Geiste getauft werden. Die Versammelten fragten Ihn: Herr! wirst Du jetzt das Reichs Ifraels wieder herstellen? Er sprach: Euch kommt es nicht zu, die Zeitpuncte zu wissen, welche der Vater nach seiner Macht bestimmt hat. Aber die Kraft des heiligen Geistes werdet ihr empfangen, der sich euch mittheilen wird. Ihr werdet zu Jerufalem, in Samaria, und bis an die Grenzen des Erdbodens meine Zeugen seyn. Nachdem Er dieß gesagt hatte, ward Er vor ihren Augen in die Höhe gehoben, und eine Wolke entzog Ihn ihren Blicken. Indem sie Ihm, da Er so in den Himmel fuhr, nachschau'ten, siehb! da standen zwey weiß gekleidete Männer neben ihnen, die zu ihnen fagten: Ihr Männer aus Galiläa! warum stehet ihr da, und sebet gegen den Himmel hinauf? Eben dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen ward, der wird eben so wieder kommen, wie ihr Ihn in den Himmel Gott sey Dank! binauf fahren fahet. lleluja! Aleluja! Gott ſtieg unter Jauchzen, und der Herr unter Posaunenschall hinauf. Alleluja! der Herr ist unter ihnen; wie Er majestätisch auf Sinai war. Du steigst zum hohen Wohnsiß empor, und nimmst die Gefangenschaft gefangen mit Dir fort. Evangelium. Mark. 16, 14. Zu derselben Zeit erschien Jesus den Eilfen, da sie gerade am Tische saßen, und verwies ihnen ihren Unglauben, und ihr hartes Herz, weil sie denen nicht geglaubt hatten, die Ihn als auferstanden gesehen hatten. anvuwyret dus was Er sprach zu ihnen: Gebet hin in die ganze Welt, und pres diget allen Menschen das Evangelium. Wer glauben und sich taufen lassen wird, der wird selig werden. Wer aber nicht glau ben wird, der wird verdammt werden. Ber denen, die glauben, wird man folgende Zeichen gewahr werden: In meinem Nahmen werden sie die bösen Geister austreiben, neue Sprachen reden, Schlangen aufheben( ohne daß ihnen der Biß derselben schadet), und wenn sie etwas Tödtendes trinken, so wird es iha nen nicht schaden. Den Kranken werden sie die Hände aufles gen, und sie werden sich wohl befinden. www Nachdem der Herr Jesus dieß zu ihnen gesprochen hatte, ward Er in den Himmel aufgenommen, wo Er zur Rechten Gottes figt. Sie aber reifeten fort, und predigten allenthalben. Der Herr wirkte mit, und bestätigte ihre Lehre durch darauf folgende Bunderzeichen.- Lob und Ehre sey Dir, Jesus Christus!- Credo.( Wie in der Sonntagsmesse S. 54.). Offertorium. Gott stieg unter Jauchzen, und der Herr unter dem Schalle der Posaunen hinauf. Alleluja! Heiliger Vater zc.( aus der Sonntagsmesse S. 54. bis zur Präfation.) - Secreta. Nimm, o Herr! die Opfer in Gnaden auf, die wir Dir am Tage der Auffahrt deines eingebornen Soh nes darbringen, und verleih uns gnädigst, daß wir von den Gefahren des gegenwärtigen Lebens errettet werden, und zum ewigen Leben gelangen mögen, durch Jesus Chris stus 2c. Amen. Präfation. Mit diesen Opfergaben erheben wir nun auch unsere Herzen zu Gott, und danken dem Herrn; denn es ist eine höchst billige und heilsame Pflicht, daß wir Dir, heiligster Herr! allmächtiger Vater! ewiger Gott! zu allen Zeiten, und an allen Orten Danksagen durch Jesus Christus unsern Herrn, der nach seiner Auferstehung allen feinen Jüngern sichtbar erschien, und vor ihren Augen in den Himmel fuhr, daß Er uns seiner Gottheit theilhaftig machen konnte. Wir preisen Dich also mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Herrschaften; wir singen mit allen himmlischen Scharen deiner Herrlichkeit einen immerwährenden Lobgesang, und rufen ohne Unterlaß: Heilig! heilig! 2c.( Aus der Sonntagsmesse S. 55 bis zum Schlußgebethe S. 58.) Schlußgebeth. Verleih uns, o allmächtiger, barmherziger Gott! daß wir das, was wir durch die sichts baren Geheimnisse geistlicher Weise genossen, auch durch Seft ver immerfaget Jefus. 297 ihre unsichtbaren Wirkungen in uns empfinden, durch Jesus Christus ac. Amen. Aufopferung.( Aus der Sonntagsmesse S. 59.) Bethstunde. I. Eingang. Gott fuhr unter Jauchzen in den Himmel, und unter dem Schalle der Posaunen Alleluja! Herr öffne zc.( Wie am Osterfeste S. 280 Nr. I.) II. obgefang. 1. Jauchzet Gott mit frohem Schalle! der ganze Erdkreis wiederballe, und preise Ibn! der Herr fährt auf! Wir im Staub' anbethend, seben dem Sieger nach, und zu den Höhen, zu denen Er uns führt hinauf! Ueberwinder, Dir, Dir Jesus, folgen wir! Alleluja!- Nicht zum Gericht, jum Erb' im Licht führt Er uns vor sein Angesicht! 2. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger bier noch streiten, gingst Du voran in's Vaterland; herrlich wirst Du wieder kommen, und zu Dir all' deine Frommen versammeln in dieß Vaterland. Geweiht hast Du uns Gott und Dir durch deinen Tod! Alleluja. Wo Du jetzt lebst, und Gott mit Dir, da sollen wir auch leben für und für! III. Uleber die Himmelfahrt Jesus. ( Aus den Schriften bes heil. Augustin.) Er ist auferstanden, um uns ein Beyspiel unserer Auferste= hung zu zeigen; Er ist aufgefahren, um uns von oben herab zu schüßen. Wie müssen wir unserer menschlichen Natur Glück wünschen, daß sie durch die Himmelfahrt Jesus so hoch erhoben worden; denn Er hat seine verherrlichte Menschheit in die Unsterblichkeit des Himmels aufgenommen, und zur Rechten des Vaters gesetzt. Wir haben also einen Herrn und Heiland- einen Gottmenschen im Himmel, der erst am Kreuze bing, und jetzt im Himmel thronet. 211s Er am Kreuze hing, gab Er den Preis für uns; jetzt aber, da Er im Himmel thronet, sammelt Er uns ein, die Er durch sein Blut erkaufet hat,( damit auch wir seyen, wo Er ist.) Wird Er Alle eingesammelt haben, die Ihm der Vater durch alle Zeiten hindurch gegeben hat, dann wird Er wieder kommen am Ende der Tage,( und mit Ihm die Bergeltung.) Wo ist nun seiner Feinde höhnende Forderung:» Wenn Du Gottes Sohn bist, so steige vom Kreuze herab?« Er hat mehr gethan, als die Höhnenden gefordert hatten. Welch' eine Herrs lichkeit ist es, in den Himmel empor steigen, und sißen zur Rechten des Baters! HE - - - Mit Ihm steige auch mein Herz empor, nach der Ermahnung des Apostels:» Seyd ihr auferstanden mit Chris itus, fo fuchet, was oben ist, wo Christus fitzet an der Rechten des Baters, für das, was oben ist, yu VI. avt. Anvarten auf das habet Sinn, nicht für das, was auf Erden ist! Koloff. 3, 2. Er ist aufgefahren, ohne von uns zu weichen; so sind auch wir dort oben mit Ihm; obschon die Verheißung noch nicht an unserm Leibe erfüllet ist. Er ist erhoben über die Himmel, und ruft uns zu:» Wollet ihr in den Himmel aufsteigen, so send meine Glieder!« Dieser dein Zuruf, o Jesus! stärke mich indessen, und entflamme alle meine Sehnsucht. Das sey auf Erde meine Betrachtung,( und mein Trost,) daß ich in dem Himmel eine Wohnung habe. Einst werde ich ablegen das Fleisch der Sterblichkeit, so will ich jetzt ablegen den alten Mens schen mit seiner Sünde. Leicht wird dann der Leib erhoben werden in die Höhen des Himmels, wenn der Geist die Last der Sünden nicht niederdrückt. Amen. IV. Sehnsucht nach dem Himmel. ( Nach dem heil. Augustin.) m Wie der Hirsch nach der Wasserquelle verlangt. so, o Herr verlangt meine Seele nach Dir. Sie dürftet nach Dir, Waffer des Lebens. Wann werde ich zu Dir gelangen, und vor deinem Angesichte erscheinen! Psalm 61, 2. O Du beseligende Queile des Lebens! wann werde ich von der öden, unwegsamen und dürren Erde zu deinen süßen Waf fern gelangen, daß ich da deine Kraft und Herrlichkeit jehe, und von den Wassern deiner Erbarmungen meinen Durst lösche! Ich dürfte, o Herr! ich dürfte nach Dir, Du Brunn des Lebens! O wann werde ich zu Dir gelangen; wann, o Herr! vor deinem Angesichte erscheinen? Wann werde ich jenen Tag sehen- je nen Tag der Lust und Freude, den der Herr gemacht hat, daß wir an Ihm frohlocken und uns erfreuen sollen? O herrlicher, schö er Tag, der von keinem Abend weiß, und nie untergeht! an dem ich die Stimmen des Lobes, des Jubels und des Dankes hören an dem ich hören werde das Wort der Beseligung: Geh' ein in die Freuden deines Herrn in das Haus deines Herrn und Gottes, wo du Ihn siehest von Angesicht zu Angesicht, und Ihn vollkom men kennen, wirst, wie Er Dich kennt. Geh' ein in die ewige Freude ohne Traurigkeit, wo all' dein Sehnen und Wünschen ges st It wird; wo ein wahrhaftes, süßes, seliges, ewiges Leben, wo kein zu bekämpfender Feind und keine fündliche Bersuchung seyn wird, sondern die vollste, sichere Ruhe und Freude, eine fes lige Ewigkeit, ein ewiges Heil, und ein heiliges Anschauen der dreyeinigen Gottheit. Dieß ist die Freude des Herrn, in die wir eingehen sollen. - unübertrefflichste Freude, außer der keine wahre Freude ist! Wann werde ich eingehen zu Dir, um meinen Gott und Heiz Det er melaget S * 299 land zu seben, der in Dir wohnet!- Ach, daß mein Hierseyn noch verlängert wird, daß ich warten, noch immer warten muß auf Jesus Christus, der den Leib unserer Niedrigs keit nach dem Vorbilde feines verherrlichten Leibes erneuern wird.( Philipp. 3, 21.). O komm, Herr Jesus Christus! fomm, und besuche uns mit deinem Frieden! komm, und fübre uns Gefangene heraus aus dem Kerker, damit wir uns mit Dir aus ganzem Herzen erfreuen können; komm, unser Retter! komm, Du Verlangen der Völker! zeige uns dein Angesicht, und wir werden selig seyn! Komm, mein Licht, mein Erlöser! und führe meine Seele aus dem Gefängnisse zur Verherrlichung deines heiligen Nahmens. Oder, wie lange soll ich Elender auf den Wellen meiner Sterblichkeit noch berum geworfen werden, und ohne Erhörung ju Dir rufen? Erhöre den, der aus diesem großen Meere voll Ge fahren zu Dir ruft, und führe mich zum Hafen der ewigen Seligkeit. - Selig, die den Gefahren dieses Meeres entronnen, und schon ju Dir, o Gott- in deine Ruhe gelangt sind! wahrhaf tig felig, die aus den Fluthen an das llfer, aus der Verweisung in das Baterland, und aus dem Kerker in die Freyheit verseßt sind; die nun schon die gewünschte Rube beseliget, weil sie den Siegeskranz der ewigen Herrlichkeit, nach welchem sie hier durch viele Drangfalen strebten, bereits errungen haben, und sich des fen im felfgen Frohlocken ewig erfreuen. Dewiges Reich! wo ein unauslöschliches Licht leuchtet, und der Friede Gottes herrschet, der allen Begriff übersteiget, in welchem die Seelen der Heiligen ruhen, über deren Häuptern eine ewige Seligkeit ist! Freude und Frohlocken ist ihr Leben, und Schmerz und Klage sind fern von ihnen; sie sind mit Licht, wie mit einem Kleide umgeben, und tragen auf ihren Häuptern Kronen von Fostbaren Steinen.( Psalm 10, 4.) O Reich ewiger Seligkeit, wo Du, o Herr! hier die Hoff nung der Frommen, und dort die Krone ihrer Herrlichkeit, von Angesicht zu Angesicht von ihnen gesehen wirst, und sie allenthalben mit deinem Frieden beseligest! dort ist Freude ohne Ende, Froblocken ohne Traurigkeit, ein Leben ohne Plage, ein Licht ohne Finsterniß, ein Leben ohne Tod, und lauter Gutes obne irgend ein Uebel. Die Jugend wird dort niemahls alt, niemahls welket dort eine Schönheit; die Liebe bleibt ewig neu, und nie verfällt die Gesundheit. Selig daher jene, welche bereits verdienet haben, aus dem gegenwärtigen schiffbrüchigen Leben zu folcher Freude zu gelangen! 2ch, unglückselig und elend find dagegen wir, die wir noch mit unserm Schiffe durch die Wogen und stürmischen Schlünde dieses weiten Meeres dahin arbeiten, unwissend, ob wir den Hafen des Heils zu erreichen vermögen! Ja, unglückselig sind wir, deren Aufenthalt im fremden Lande, teren Weg gefahrvoll, deren Ende zweifelhaft ist, indem wir wegen der Berderbenheit unsers Herzens immer in Gefahr find, 300 VI. Abschmitt. Andacht auf das Fest der Himmelfahrt Zejus. von Dir abzufallen, und das Maß unserer Bergehungen noch mehr anzufüllen. unser Baterland! Du Vaterland der Ruhe! wir sehen noch von ferne nach dir! von diesem Meere aus preisen wir dich, aus dem Thal des Jammers seufzen wir nach dir, und bemühen uns unter Thränen, wie möglich, zu dir zu gelangen! Jesus Christus! Du Hoffnung des menschlichen Geschlechts, Gott von Gott, unsere Zuflucht und Stärke, dessen Licht von Ferne, gleich einem durch düstere Nebel auf Meereswellen leuch tenden Stern, auf unsere Augen einfällt, um uns zum Hafen zu leiten: Du, Herr! lenke mit deiner Rechten, mit dem Steuerruder deines Kreuzes unser Fahrzeug, damit wir in den Fluthen nicht zu Grunde gehen; daß uns der Sturm nicht versenke und nicht der Abgrund verschlinge( Psalm 68, 16); sondern rette uns durch die Kraft des Kreuzes aus diesem Meere zu Dir, Du einziger Trost, den wir von hier aus an dem Gestade des himm lischen Baterlandes mit unsern weinenden Augen kaum wahr zunehmen vermögen, wo Er unser, als der wahre Morgenstern und als die ewig leuchtende Conne der Gerechtigkeit, wartet. Sieb, wir Erlöf'te, die Du so theuer durch dein Blut erkauft haft, rufen aus diesem fremden Lande zu Dir: Erhöre uns, 0. Herr, unser Heil und unsere Hoffnung von Unbeginn! laß uns Eins feyn mit Dir in heiliger Liebe, so lange wir noch im sterb Nchen Leibe wandeln müssen, und sind wir einmahl aufgelöst von den Banden desselben, so laß uns bey Dir seyn, Jesus Christus, in der Herrlichkeit deines und unsers Baters. Amen. V. Der Ambrofianische Lobgesang. ( Siehe Seite 283. dann folgt:) OKönig der Herrlichkeit, Herr der Kräfte! der Du heute als ein Tieger über alle Himmel aufgefahren bist, laß uns nicht waise, sondern sende den von dem Vater verheißenen Geist der Wahrheit auf uns berab. Alleluja. Gelobt seyft Du, Herr Jesus Christus! Der Du der Weg zum Himmel bist. Gebeth. Allmächtiger Gott! wir glauben fest, daß am heutigen Tage dein Eingeborner, unser Herr und Erlöfer, in den Himmel aufgefahren ist. Berleihe uns, wir bitten Dich, die Gnade, daß auch wir hier schon himmlisch wandeln, durch den felben Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Selig macher. Amen. Es fegne und bewahre uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Bater, der Sohn und der heilige Geist. Amen. Gottes Hülf und Gnade sey und bleibe immer bey uns. Amen, Das heilige Pfingstfest. Meßanda ch t. Borbereitunge Gebeth. Gott heiliger Geist! der Du von Gott dem Vater und von Gott dem Sohn ausgehest, und als ein Einiger Gott mit Beyden lebest und regiereft von Ewigkeit zu Ewigkeit! ich bethe Dich an, und bekenne Dich als meis nen Heiligmacher, als meinen Lehrer, Erleuchter und Begnadiger. Ich glaube Alles von Dir und durch Dich, was mich gut und selig machen kann; denn Du bist es, der die Herzen der Gläubigen erleuchtet und reiniget; Du famst am heutigen Tage über die Jünger Jesus in Sausen des Sturmwindes, und im Glanze milder Feuerflammen herab, und sie wurden neue erleuchtete, mit Glauben, Kraft und Liebe beseelte Menschen, die den Nahmen Jesus allen Nationen verkündeten, und für Ihn lebten und wirks ten, litten und starben. F Heiliger Geist, Gott alles Trostes, Geist der Wahrheit! der Du deine Kirche zu allen Zeiten bis an's Ende der Welt mit dem Lichte der Wahrheit erleuchtest, und mit dem Feuer der Liebe entzündest: nimm aus den Händen des opfernden Priesters dieses heilige Opfer gnädig an, wel ches ich zur Unbethung und zum Wohlgefallen deiner gött. lichen Majestät, und zur würdigsten Bergeltung aller Gaben und Wohlthaten, aller heiligen Einsprechungen und innerlichen Untriebe, die ich deiner unendlichen Liebe zu danken habe, jetzt mit feurigster Undacht anhören will. Damit ich aber diesem geheimnißvollen Opfer des neuen Testamentes würdig beywohnen könne, so entzünde in meinem Herzen das Feuer der Andacht und Liebe, und hebe meinen Geift zu Dir empor, daß ich) aus reiner Gegenliebe 303 VI. Abschnitt. Andachten mit den Gaben des Priesters mich selbst Dir zum Opfer bringe, und heilige, durch Jesus Christus 2c. Amen. Eingang. Der Geist des Herrn füllet den Umkreis des Erdbodens aus. Alleluja! Er enthält Alles in sich, und weiß alle Worte. Alleluja! Gott stehet auf; seine Feinde werden zerstreuet. Fliehet vor Ihm ihr, die ihr Ihn hasset. Ehre sey dem Vater 2c. - O Kyrie und Gloria.( Wie zur Sonntagsmesse Seite 51.) Gebeth. Gott! der Du am heutigen Tage die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des heiligen Geistes unterwiesen hast: Verleihe auch uns die Gnade, daß wir in demselben Geiste, was recht ist, verstehen, und seines Trostes uns allezeit erfreuen mögen, durch Jesus Christus 2c. Amen. Epistel. Apostelgeschichte 2, 1. 211s die fünfzig Tage nach Ostern vorüber waren, und das Pfingstfest einfiel, waren alle Jünger zugleich an einem und eben demselben Orte beysammen; da erhob sich plöglich ein Sau sen vom Himmel her, so wie sich ein gewaltiger Windstoß erhebt, und das Haus, worin sie saßen, ward davon voll. Es erschienen ihnen flammenförmige Zungen, die sich zertheilten, und sich auf jeden von ihnen niederließen. Da wurden sie Alle voll des heiligen Geistes, und fingen an verschiedene Sprachen zu reden, je nachdem sie ihnen der heilige Geist zu sprechen eingab. Es hielten sich aber damahls gerade Juden von allen Nationen der Erde zu Jerusalem auf, die gottesfürchtige Männer waren. Da nun dieses Getöse erscholl, kam eine Menge Leute zusam men und gerieth darüber in Verwirrung. Denn jeder hörte sie in seiner eigenen Landessprache reden. Sie erstaunten Alle, verwunderten sich und sagten: Sehet, sind denn nicht alle diese, die so reden, Galiläer? Wie kommt es denn, daß wir sie alle unsere Muttersprache reden hören? Die Parther, Meder, Elamiten, die Einwohner von Mesopotamien, Judäa, Kappadocia, Pontus, Asien, Phrygien, Pamphylien, und dem Theile Libyens und Cyrene herum, und die Fremdlinge von Rom, die Juden sowohl als die Profelyten, die Kretenser und Uraber. Alle hörten wir sie in unserer Muttersprache von Gottes herr lichen Thaten reden. Gott sey Dank! 1 1Alleluja! Du hauchest deinen Odem aus, und Alles steht neu erschaffen da; die Gestalt des Erdballs ist verjüngt. Alleluja! Komm, heiliger Geist! erfülle die Herzen der Gläubigen, und zünde in ihnen das Feuer der göttlichen Liebe an. Sequenz. Komm zu uns, o heiliger Geist! und sende herab deines Lichtes belebenden Strahl. Komm, Du auf das heil. Pfingstfest. 303 Vater der Armen! Du der Himmelsgaben Quelle und der Menschenherzen Licht, o komm zu uns! bester Tröster füßer Gast der Seele, Erquickung unsers Geistes, komm zu uns! Du bist unsere Ruhe bey des Lebens Mühe; Labfal in dem heißen Kampfe, und weinen wir unser Trost!- Erfülle, o wonnevolles, seliges Licht, erfülle mit deinem Glanze die Herzen deiner Gläubigen!-Ohne deinen Beystand vermag die menschliche Schwachheit nichts, ohne Dich ist in uns nid ts als Sünde. O so reinige, was unrein ist; das Dürre feuchte an, und das Wunde heile Du. Beuge, was noch widerstrebt; das Erkaltete erwärme, und das Verirrte, ach bring' es zurück!- Schenke deiner Segnungen Fülle den Gläubigen, die auf Dich vertrauen. Gib zum frommen Leben Kraft, in der Todesstunde Trost, und dort das unvergängliche Heil in Ewigfeit. Amen. 1 1 Evangelium Joh. 14, 23. In derselben Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten. Mein Vater wird ihn lieben. Zu Ihm werden wir kommen, und bey Ihm wohnen. Wer mich nicht liebt, der hält auch mein Wort nicht. Die Rede, die Ihr gehöret habet, ist nicht meine Rede, sondern die Rede des Baters, der mich gesandt hat. Dieß habe ich nun gesagt, da ich noch ben euch bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, den der Vater an meiner Statt senden wird, der wird euch in Allem unterrichten, und Er wird euch Alles eingeben, was ich euch gesagt habe. - Ich hinterlasse euch den Frieden. Meinen Frieden gebe ich euch. Ich gebe ihn euch nicht so, wie ihn die Welt gibt. Es werde euer Herz nicht bestürzt, und fürchte sich nicht. Ihr habet gehört, daß ich zu euch gesagt habe ich gehe zwar, aber, ich komme wieder zu euch. Liebtet ihr mich, so würdet ihr euch darüber freuen, daß ich zum Vater gehe, weil der Vater größer ist, als ich bin. Nun habe ich es euch gesagt, ehe es geschieht, daß ihr's glaubet, wenn es einmahl geschehen seyn wird. Jetzt werde ich nicht viel mehr mit euch reden; denn der Fürst dieser Welt kommt, er hat aber nichts an mir, sondern daß es die Welt erkenne, daß ich den Bater liebe, und thue, was Er mir aufgetragen hat. Ehre sey Dir Jesus Christus!- Credo.( Wie in der Sonntagsmesse Seite 54.) Offertorium. Befestige in uns, o Gott! was Du in uns gewirket haft. Könige werden Dir in deinem heiligen Tempel ju Jerusalem Geschenke bringen. Alleluja! Heil. Bater*.( Aus der Sonntagsmesse S. 54. bis zur Präfation.) VI. Abschnitt. Andachten Secreta. Heilige, o Herr! die Gaben, die wir Dir geopfert haben, und reinige unsere Herzen durch das Licht deines göttlichen Geistes, durch Jesus Christus 2c. Amen. Práfation. Mit diesen Opfergaben erheben wir nun auch unsere Herzen zu Gott, und danken dem Herrn; denn es ist eine höchst billige und heilsame Pflicht, das wir Dir, heiligster Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott! zu allen Zeiten und an allen Orten Dank sagen, durch Je sus Christus, unfern Herrn, der nach seiner Auffahrt zur Nechten des Vaters den versprochenen heiligen Geist am heutigen Tage über seine, wieder zu Gnaden aufgenomme nen Kinder ausgegoffen hat, worüber der ganze Erdkreis in heiliger Freude jubelt, und das ganze himmlische Heer Lobgesänge anstimmet, und in immerwährender Anbethung ausruft: Heilig! heilig! 2c.( Wie in der Sonntagsmesse S. 55 bis zum Schlußgebethe S. 58.) Schlußgebeth. Der heil. Geist gieße sich, o Herr! in unsere Herzen aus, und befruchte sie mit dem Thaue der himmlischen Gaben, durch Jesus Christus 2c. Amen. Aufopferung.( Aus der Sonntagsmesse S. 59.) 304 Bethstunde. I. Komm, heil'ger Geist! mein Trost, mein Licht! mein Lehrer, meine Zuversicht! Gott hat Dich uns zum Heil gefandt; Du bist der frommen Liebe Pfand! Komm, heiliger Geist! verlaß uns nicht! Komm, heil'ger Geist! belebe uns mit deiner Kraft, und führe uns den wahren Weg zur Heiligkeit, zur Weisheit und Gerechtigkeit! Komm, heiliger Geist! erhöre uns! Komm, beilger Geift! zu uns herab. Die Wahrheit, die uns Jesus gab, kann ohne Dich nicht fruchtbar seyn; tomm, mache uns von Sünden rein! Komm, heiliger Geist, ju uns herab! Dir, heil'ger Geist, sey Preis und Dank! Dir tönet unser Lobgefang! Dir, der uns stets mit Troft erquickt, wenn Leiden, Angst und Noth uns drückt; Dir, heiliger Geist! sey Lob und Dank! Komm, beil'ger Geist! Du Geist von Gott! Du Freund im Leben und im Tod! beleuchte uns den Pfad des Les bens, sen uns Licht und Rath. Komm, heiliger Geist! verlaß uns nicht! was www young pushte Komm, beil'ger Geist! wir flehen zu Dir, und harren deiner Ankunft hier! Komm, und führe uns an deiner Hand, in unfer himmlisch Baterland! Komm, heiliger Geist! verlaß uns nicht! II. Komm heiliger Geist! Gott sey Dank! wir haben die angenehme Zeit erlebt, die Zeit des neuen Bundes, da die lebendigen Wasser des heiligen Geistes in die Herzen der Gläubigen strömen, und sie mit heiligen Gaben erfüllen. Wir haben erlebt, wornach die lieben Patris archen, die frommen Propheten und Könige geseufzet haben. Heute hat der heilige Geist ein großes Wunder himmlischer An= dacht gewirkt, da er in sichtbarer feuerigen Gestalt über die vers fammelten Apostel und Jünger des Herrn herabgekommen ist, und sie zum andächtigen Lobe Gottes in mancherley Sprachen erweckt hat. Jetzt ist wahrhaft die angenehme Zeit, der Tag des Heils. Jeßt weidet der Hirt seine Schafe auf grünen Auen, und führet sie zum frischen Wasser des Lebens. Alleluja! Denn, Du, o Jesus Christus! Sohn des lebendigen Gottes!- Du hast verheißen, deiner Jüngerschaft den heiligen Geist zu senden, der sie in alle Wahrheit leiten würde- und Du erfülltest auf die allervollkommenste Weise das große Wort der Verheißung am heiligen Pfingst feste. Einmüthig waren die Deinigen versammelt, und dein buldreiches Auge blickte auf sie herab; sie flebeten zu Dir, und da sie noch betheten, wurden sie erhöret. Der heilige Geist, der über Dich bey deiner Taufe niedergestiegen war- kam auf sie im Sausen des Sturmwindes und im Glanze milder Feuerflammen, die über ihn schwebten, herab, und sie wurden neue Menschen- sie wurden Lehrer der Welt, aus ungelehrten Fischern, muthige Helden, aus furchtsamen Berläugnern, kraftvolle Wunderthäter, aus ohnmächtigen Menschen! In allen Sprachen verkündeten sie deine Größe, dein Leben, deine Herrlichkeit, und Vergebung der Sünden, Gnade zum Guten, und das ewige Leben durch Dich. Ihrem Geiste, ihrer Weisheit konnte Niemand widerstehen; was sie redeten, war Geist und Leben; was sie schrieben, war Wahrheit und Kraft, die die Herzen von Tausenden durchdrang und weckte, so, daß sie, bekümmert um ihr Heit, nach Dir fragten, an Dich glaubten, und durch den heiligen Geist deiner Gemeinde einverleibt wurden. Alleluja! Du ewig treuer, Du unendlich gütiger Jesus! wie kann ich würdig genug Dir danken, danken, daß Du den heiligen Geist vom Vater deinen Jüngern sandteft, und daß Er- ben deiner beiligen Gemeinde bleiben soll, bis an das Ende der Lage! O Du allmächtiger, unendlich barmherziger Gott und Vater unsers Herrn Jesus Christus! wie kann ich demüthig genug Dich anbethen, für diese unermeßliche, allbeseligende Gabe, die Du uns durch Jesus Christus gesendet hast. Mit diesem Geiste haben dei20 1 300 VI. pag. 2110 achten ne Kinder auf Erden Alles empfangen, was sie bedürfen, um zu Dir in den Himmel zu kommen! Mit diesem Geiste erfüllet nen: nen sie Dich mit Kindeszuversicht Abba- lieber Vater! Abbalieber Vater! Geber des heiligen Geistes! ich flehe vertrauens. voll im Nahmen Jesus zu Dir; verleihe deinen heiligen Geist auch mir; schaffe in mir, wie in den Jüngern einen neuen Sinn und ein neues Herz, daß ich, wie sie, von nun an nur Dir lebe und Dir diene! - Komm, o tomm, heiliger Geift! erfülle mich mit deinen Gaben; entflamme mein Herz mit deiner Liebe, daß es Dir geheiliget- deine Wohnung, dein Tempel werde. - Geist der Wahrheit! Eröffne mir den Baterwillen Gota tes, und lehre mich sein heiliges Gefeß- Geist des Lichtes! Bewahre mich vor jeder Gefahr des Irrthums!-Geist der Andacht! Bethe Du selbst in mir mit unaussprechlichen Seuf. zern! Geist der Stärke! Rüste mich aus mit deiner Gna de, daß ich in der Versuchung zur Sünde nicht unterliege!- Geist der Heiligung! Mach' mir jede schwere Tugend leicht, jede harte Pflicht angenehm, jedes Opfer der Selbstverläugnung füß; verkläre Jesus in mir!- Geist des Troftes! stärke mich im Leiden, richte mich auf in der Trübsal! gib mir den Fries den Gottes in jeder Noth! Geift der Hoffnung! lenke mein Auge und mein Herz von der Erde weg nach Oben, daß ich das suche, nach dem ringe, und das erlange, was ewig und un vergänglich ist. Wirke in mir Beydes- das Wollen und Boll bringen des Guten! Heute ist der Tag, an welchem sowohl das Geseß auf dem Ber ge Sinai, als das Evangelium durch Ausgießung des heiligen Geistes zu Jerusalem ist gegeben worden. O du göttliches Licht! schreibe dieses lebendige Wort in mein Herz, daß es im Glauben mir leuchte, im Leben meine Richtschnur, in Widerwärtigkeiten mein Stab, und im Tode mein Leben sey. Im alten Testamente mußte man Gott an diesem Feste die Erstlinge opfern. Hier, mein Heiland! sind die Erstlinge meiner Andacht, so gut sie durch Dich auf meines Herzens Grunde gewach sen sind. Hier sind die Erstlinge deines Glaubens, der dein Ge schenk ist; die Erstlinge meiner Liebe, die von Dir entzündet ist; die Erstlinge meiner Hoffnung, die auf Dich gegründet ist. I opfere Dir dein Eigenes, liebster Herr! weil ich nichts Eigenes has be, das gut ist, sondern Alles, was etwa an mir Gutes ist, das hast Du mir gegeben. Ach erhalte mein Herz bey diesem Gedanken; erhalte es in reiner und beiliger Andacht; erhalte es vornehmlich in meiner leb ten Sterbestunde auf Erde, da mir, Du höchster Tröster! nichts mehr nothwendiger seyn wird, als dein Beystand. Laß mich deine heiligmachende Gnade genießen, dann weiß ich gewiß, daß ich Früchte des Geistes, Früchte der Liebe, der Freude und des Frie: auf das heil. Pfingstfest. 307 dens bringe, und nach dem Tode zum Leben aufgeweckt werde. Denn wenn der Geist deffen, der Jesus von den Todten auferweçket hat, in mir wohnet, so wird eben so der, der Jesus auferweca ket hat, auch meinen sterblichen Leib lebendig machen, um deßwils len, weil sein Geist in mir wohnet. Amen. III. Komm, heiliger Geist! ( Ein Gebeth nach dem heiligen Augustin) O heiliger Geist! Du Liebe des göttlichen Wefens! Du heilige Gemeinschaft mit dem allmächtigen Bater und dem einges bornen Sohne, Du mildester Tröster der Betrübten! Romus mit deiner mächtigen Kraft in das Innerste meines Herzens, und ers freue als Inwohner alle versinsterten Winkel deines in mir vernachläffigten Tempels mit dem hellen Scheine deines glänzenden Lichtes, und mache Alles, was nun seit lange dürr und verschmach= tet gewesen, durch deine Heimsuchung mit der Fülle deines Thaues wieder fruchtbar. Verwunde mein Innerstes mit dem Pfeile deiner göttlichen Liebe; entzünde mein laues Herz mit deiner heilbringenden und durchdringenden Flamme; durchleuchte es mit dem heiligen Feuer deiner Inbrunst, daß Geist und Leib ganz davon entzündet werden.» Tränke mich mit dem Strome deiner Seligkeit( Psalm 35.), daß es mir ekelt vor dem süßen Gifte ver= gänglicher Dinge. Richte mich, o Herr! und trenne meinen Wandel von dem unheiligen Volke.«( Psalm 42, 1.)» Lehre mich nach deinem Willen thun; denn Du bist mein Gott.«( Psalm 142, 10.) Ich glaube, daß Du, wenn Du in einem Menschen wohneft, darin zugleich dem Vater und dem Sohne eine Wohnung ers bauest!» Selig, wer das Seinige thut, um Dich beherbergen zu können; denn durch Dich nimmt der Vater und der Sohn in ihm Wohnung.«( Joh. 14, 23.) So komme denn, ja komme, mildester Tröster betrübter Seelen! Du Beschüßer in Nöthen, Du Helfer in Widerwärtigkeiten! Romm und reinige mich von meinen bösen Begierden, und heile meine Wunden. Komm, Du Stärke der Schwachen, der Du die schon Wankenden wieder aufrichtest! Komm, Du Lehrer der Des müthigen, Du Erniedriger der Hoffärtigen! Komm, Du getreuer Vater der Waisen, Du mildester Richter der Witwen! Komm Du Hoffnung der Armen, Du Erquicker der Schmachtenden! Komm, Du Leitstern der Schiffenden, Du sicherer Hafen der Schiffbrüchigen! Komm, du auserwählte Zierde der Lebenden, Du einziges Heil der Sterbenden! Ja, komm o heiliger Geist! komm, und erbarme Dich meiner! Bilde mich nach deinem Wohlgefallen, und stehe mir gnädig ben, auf daß meine Geringigkeit defner Größe, meine Schwäche deiner Stärke nach der Fülle deiner Erbarmun20 308 VI. Abschnitt. Andachten gen gefallen möge, durch Jesus Christus, meinen Erlöser, der mit dem Vater in Einigkeit mit Dir lebt und regieret von Ewige keit zu Ewigkeit. Amen. IV. Litaney von dem heiligen Geiste. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! 2c. Gott Vater im Himmel! Erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt! 26. Gott heiliger Geist! Heilige Dreyfaltigkeit, einiger Gott! Geist der Wahrheit und der Weisheit! Geist des Verstandes und der Stärke! Geist der Andacht und des guten Raths! Geist der heiligen Furcht und der Liebe! Geist der Freude und des Friedens! Geist der Geduld und der Güte! Geist der Langmuth und der Sanftmuth! Geist des Glaubens und der Zuversicht! Geist der Enthaltsamkeit! Geist der Demuth und der Klugheit! Geift des Lebens und des Heils! Geist aller Tugenden! Geist der heiligmachenden Gnade! Geist der Kindschaft Gottes! Reiniger unserer Seelen! Heiliger und Regierer der katholischen Kirche! Durchschauer der Gedanken und Anschläge des Herzens! Ausspender der himmlischen Gaben! Tröster in allen Trübsalen! Süßigkeit aller Anfangenden im Guten! Stärke aller Zunehmenden! Krone aller Vollendeten! Jubel der Engel! Licht der Patriarchen! Begeisterung der Propheten! Mund und Weisheit der Apostel! Sieg der Märtyrer! Wissenschaft der Bekenner! Reinigkeit der Jungfrauen! Salbung aller Heiligen! Sen uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sen uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Bon allem llebel, erlöse uns, o Herr! Von aller Sünde, Bon aller Versuchung der Hölle, CHR www FITTO Ven aller Bestreitung der erkannten Wahrheit, erlöse und sc. Bon aller Mißgunst der göttlichen Gnade, Von aller Verstockung und Unbußfertigkeit, Bon aller Nachlässigkeit und Trägheit, an aller Unreinigkeit des Geistes und des Leibes, Bon aller Spaltung und Irrlehre, Bon allen bösen Gesinnungen, Bon dem ewigen Lobe, Durch dein Hervorgehen aus dem Vater und Sohne, Durch deine Erscheinung bey der Taufe, Durch deine Ankunft am Pfingstfeste, ad int aby Zhity Am Tage des letzten Gerichts, Wir armen Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du alle Glieder der Kirche lebendig machen und heiligen wollest, wir bitten 2c. 2 Daß Du alle Völker in dem Einen heiligen Glauben vereinigen wolleft, Daß Du uns mit deiner heiligen Gnade überall bevorkom, men, begleiten und unterstüßen wollest, wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du uns die Gabe der Undacht und Gottseligkeit schenken wollest, 20. Daß Du alle unsere Gedanken, Worte und Werke zu Dir emporrichten, und durch Dich heiligen wolleft, Daß Du uns in aller Demuth und aller Tugend gründen wolleft, Daß Du die himmlische Sanftmuth und Geduld in uns pflanzen wollest, Daß Du in uns den Hunger und Durst nach der wahren Geden, würdig und stark machen wollest, Daß Du uns in der Gnade befestigen wolleft, 10. rechtigkeit erregen wollest, Daß Du uns zu Gefäßen deiner Liebe machen wolleft, Daß Du einen reinen Geist, und ein reines Herz in uns erschaf fen wollest, Daß Du uns den Frieden des Gewissens, und die Festigkeit des Herzens schenken wollest, Daß Du uns um der Gerechtigkeit willen Verfolgungen zu leis Heiliger Geist, höre uns! Heiliger Geist, Du Kröfter! erhöre uns! Daß Du uns in die Zahl deiner Auserwählten aufnehmen wollest, Daß Du uns erhören wollest, Geist Gottes, wir bitten dich, erhöre uns! Du Lamm Gottes, daß Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, gieß deinen heiligen Geist in uns aus! O Du Lamm Gottes, daß Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, sende uns herab den versprochenen Geist des Vaters! Du Lamm Gottes, daß Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, gib uns deinen heiligen Geist! uit. anvachten auf das yeu, Prighters. Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 26. Gieß deinen heiligen Geist über uns aus, und alles wird neu ges schaffen werden, und Du wirst die Gestalt der Erde erneuern; Schaffe in uns ein neues Herz, und nimm deinen heiligen Geist nicht mehr von uns. Herr, erhöre unser Gebeth! und unser Rufen komme zu Dir! Laffet uns bethen: Gott! Heute hast Du in die Seelen der Gläubigen durch die Erleuchtung des heiligen Geistes die rechte Erkenntniß ( und den Eifer der Liebe Gottes) kommen laffen: Laß nun auch in unsere Seelen durch den nähmlichen Geist die Er fenntniß der Wahrheit und Freude an seinen Eröftungen kommen. Gott! jedes Herz steht offen vor deinem Blicke, und jeder Wille ist Sprache für dein Ohr; das Geheimste ist fein Ges heimniß für Dich! sende den heiligen Geist in unser Herz, und reinige alle unsere Gedanken, damit wir fähig werden, Dich vollkommen zu lieben, und nach Würde zu preiſen. Sende Ihn, Allmächtiger! fende Jhn, den heiligen Geist, und laß unser Flehen nicht müde werden, bis wir Ihn erfleht haben, damit uns feine Gnade Nachlaß aller begane genen Sünden verschaffe, und von allen Versuchungen zu neuen Sünden frey mache, durch Jesus Christus, unfern Herrn. Amen. Die Gnade unfers Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sey mit uns Allen. Amen.( II. Cor. 13, 13.) Und die Seelen der verstorbenen Chriftgläubigen sollen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden ruhen. Amen. Vater unser 2c. Ich glaube in Gett Vater zc. F Siebenter Abschnitt. Andachtsübungen d auf das Fest der Dreyeinigkeit, und des Frohnleichnams unsers Herrn Jesus Christus. Das Fest der allerheiligsten Dreyeinigkeit. Meßanda ch t. ( Auch für alle Sonntage nach Pfingsten bis zum Udvent. Sochamt S. 51.) Bethstunde. ( Auch für alle Sonntage von Pfingsten bis zum Advent.) I. Unrufung der allerheiligsten Dreyeinigkeit. Gott der Vater fegne und behüthe uns als seine Kinder! Gott der Sohn erleuchte uns durch seine Gnade, und schenke uns seinen Frieden! Gott, der heilige Geist besuche, ers quicke, tröfte und heilige unsere Herzen, und laffe uns Gottes Herrlichkeit sehen und genießen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Vater unser 2c.( drey Mahl.) II. Erkenntniß Gottes in seiner Einheit und Dreyeinigkeit. ( Aus den einsamen Gesprächen des heil. Augustin frey bearbeitet.) Ich danke Dir, Vater der Lichter! durch dessen Erleuchtung ich Dich erkannt habe! In wiefern aber? Ich habe Dich erkannt als den Einzigen, lebendigen und wahren Gott, meinen Schöpfer. Ich habe Dich erkannt als den Ere schaffer des Himmels und der Erde, aller sichtbaren und uns fichtbaren Dinge; als den wahren; allmächtigen, unsterb lichen, unsichtbaren und unbegrenzten, als den ewigen, uns begreiflichen und unveränderlichen, als den unermeßlichen und unendlichen Gott!.... deffen Herrlichkeit nie einen Ans fang genommen, dessen Herrlichkeit sich auch in Ewigkeit nie enden wird. Ich habe Dich erkannt, als einen einzigen, az amitt. anvdayten wahren und ewigen Gott, Vater, Sohn und heiligen Geist, zwar dreyfach in den Personen, aber von einer Wefenheit, einer durchaus einfachen, unzertrennlichen Natur; den Va ter von keinem, den Sohn allein vom Vater und den heilis gen Geist von beyden ausgehend, ohne Anfang, allezeit und ohne Ende;... als ben Einen Ursprung und Schöpfer aller sichtbaren und unsichtbaren, geistigen und körperlichen Ges fchöpfe. Dieß glaube ich zur Rechtfertigung mit dem Herzen, und bekenne es mit dem Munde zur Seligkeit.( Rom, enne es mit 10, 10.) Ich habe Dich erkannt als wahren Gott und unfern Herrn Jesus Christus, den eingebornen Sohn Gottes, meis nen und des ganzen menschlichen Geschlechtes Schöpfer, Heiland und Erlöser; darum glaube ich auch fest, und bes kenne wahrhaft, Du feyest der Eingeborne vom Vater von Ewigkeit, Gott von Gott, Licht vom Lichte, wahrer Gott von dem wahren Gott, nicht erschaffen, sondern geboren, und eines Wesens mit dem Vater und dem heiligen Geifte von gleicher Ewigkeit, durch den Alles vom Anfange her. vorgebracht worden ist; eben so fest glaube, und so wahrhaft bekenne ich, daß du Eingeborner Gott, Jesus Chriftus, nach dem gemeinschaftlichen Beschlusse der heiligen Drepeis nigkeit, zur Rettung der Menschen selbst die menschliche Nas tur angenommen hast, und aus Maria, der allezeit unbes fleckten Jungfrau, durch die Kraft des heiligen Geistes em pfangen, ein wahrer Mensch geworden bist, und zwar aus unendlicher Liebe zu uns fündigen Menschen, für die Du, Sohn Gottes! leiden, für die Du sterben wolltest, um fie durch die unendlichen Verdienste deines bittern Leidens und Sterbens von dem ewigen Lode zu befreyen, weil Du deiner göttlichen Natur nach weder leiden noch sterben konnteft, so nahmst Du die menschliche Natur an, wurdest uns in Allem( die Sünde ausgenommen) gleich, wahrer Mensch, und leistetelt am Kreuzholze der ewigen Gerechtigkeit eine vollkommene Genugthuung für die Sün den der Welt. O Du Lamm Gottes, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt, erbarme Dich unser! ein 14 - Ich glaube fest und bekenne, daß Du zur Vorhölle, wo unsere Bäter in Finsterniß faßen, hinabgestiegen, am dritten Tage aber als glorreich er Sieger von den Todten wieder auf प्रण soup are vingettes erstanden bist, indem Du an diesem Tage, nach der Vorhers fagung der heiligen Schrift, deinen heiligen Leib, der für unsere Sünden starb, und im Grabe lag, wieder angenoms men und verkläret hast, um ihn zur Rechten deines Vaters im Himmel zu setzen, wo die Quelle des Lebens, das unzus gängliche Licht und der Friede Gottes ist, der allen Berstand übersteigt, und wohin all' die Deinigen einst von Dir aufges nommen und ewig selig gemacht werden sollen.ast Darum bethen wir Dich, Jesus Christus! als wahren Gott und Menschen an, und glauben und bekennen, daß Du der Eingeborne des Vaters fepeft, und erwarten Dich von daher am Ende der Welt als Richter, um die Lebendigen und Todten zu richten, und den Guten und Bösen nach ihren Werken zu vergelten, entweder mit Belohnung oder Strafe, je nachdem Jemand der Ruhe oder der Qual würdig ist; denn an jenem Tage werden alle Verstorbenen, von deiner mächtigen Stimme geweckt, in dem Körper, den sie hier bes wohnten, wieder auferstehen, damit der ganze Mensch nach feinen Werken entweder die Geligkeit oder das Verderben empfange. Du, Herr Jesus Christus! bist unser Leben und unsere Auferstehung, den wir als unfern Heiland erwarten, und der unsern verächtlichen Leib nach dem Vorbilde seines verherre lichten Leibes erneuern wird.( Philipp. 3, 20.) Ich habe Dich erkannt als wahren Gott und einigen heiligen Geift des Vaters und Sohnes, der von Beys den ausgeht, gleich ewig und einer Wefenheit mit dem Vas ter und Sohne ist, als unfern Tröster und Fürsprecher, der Du über unsern Gott und Herrn Jesus Christus in der Gestalt einer Laube herabgestiegen, und über den Aposteln in feurigen Zungen erschienen bist; der Du alle Heiligen und Auserwählten Gottes vom Anfange durch die Mittheilung deiner Gnade gelehrt, und den Mund der Propheten zur Verkündung der Wunder deines Reiches eröffnet haft; der Du von allen Heiligen Gottes mit dem Vater und Sohne zugleich angebethet und verherrlichet wirst. Auch ich preife, als der Sohn deiner Magd, aus ganzem Herzen deinen Nah. men, weil Du mich erleuchtet haft.- Denn Du bist das wahre Licht, das Feuer Gottes und der Lehrer der Geifter, der Du uns durch deine Salbung alle Wahrheit lehreft. Du - inson bist der Geist der Wahrheit, ohne weiche Niemand Gott gefällt;... Du gehest vom Vater der Lichter und von seinem Sobne unserm Herrn Jesus Christus aus, und lebst und herrscheft, mit Ihnen gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ich habe Dich erkannt als den Einen, wahren, lebendis gen Gott, Vater, Sohn und heiligen Geist; als den Eins fachen in der Natur, und den Dreyfachen in den Pere sonen; als den Einen Schöpfer, Erhalter, Regierer, Vers forger und Beherrscher alles dessen, was erschaffen ist, außer dem weder im Himmel noch auf der Erde ein anderer Gott ist.. Als solchen hab' ich Dich erkannt, Herr mein Gott, der Du mich ganz durchschau'ft! Ich erkenne Dich durch den Glauben, den Du mir eingeflößt haft, o mein Licht, Du Licht meiner Augen! Herr, mein Gott! Du Hoffnung aller Enden der Erde! Du Quelle meiner Freudel und Du höch. ftes Gut! das mein Alter unterstützt; denn in Dir, Herr! ruft frohlockend mein Gebein: Herr, wer ist Dir gleich! Die Götter der Heiden von Silber und Gold sind ein Werk der Menschenhände.( Psalm 113, 4.) Brand So ein Gott bist Du nicht, allmächtiger Schöpfer der Menschen! Alle Götter der Heiden find böfe Geifter; aber der Herr hat die Himmel geschaffen.( Psalm 59, 5.) Götter, die den Himmel und die Erde nicht geschaffen haben, müffen von Himmel und von der Erde vertilget werden.( Jerem. 10, 11.) Den Gott aber, der den Himmel und die Erde erschaf fen hat, soll Himmel und Erde preifen in Ewigkeit. Amen. III. Gebeth ¡ um dreyeinigen Gott. Allerheiligste, anbethungswürdigste Dreyeinigkeit! Gott Bater, Sohn und heiliger Geist! einfach in deiner Wefene heit, dreyfach in den Personen! in allertieffter Demuth bring' ich Dir das Opfer meiner Verehrung und Anbethung dar, und stimme ein in den Lobgefang der himmlischen Heer scharen: Heilig, heilig, heilig bist Du, Gott, Sabaoth! Himmel und Erde sind deiner Herrlichkeit voll! Ich kann zwar dieses allerheiligste Geheimniß nicht er forfchen, nicht begreifen: das kann kein erschaffener Vers stand; denn Du, Ewiger, Inbegreiflicher! wohnest in einem unzugänglichen Lichte; die Cherubim und Seraphim vers ang fot hüllen ihr Angeficht vor Dir, und lassen nur die Inbrunft ihrer Liebe mit Dir reden. Aber Du hast mich ja nicht ers schaffen, um Dich zu begreifen, sondern um Dich zu lieben, deine Gebothe zu halten, und in Dir selig zu werden; darum lehret dein heiliges Wort mich Alles, was mir von der uners gründlichen Tiefe deiner Gottheit zu meiner Beseligung zu wiffen nothwendig ist. Dreyeinigkeit! o Du erhabenstes aller Geheimniffe! Je weniger mein Geift Dich faffet, mit desto größerer Ehre furcht und inniger Liebe umfängt mein Herz eine Wahrs heit, die aus untrüglichem Munde gefloffen ist. In ihr finde ich den Grund meines Dafeyns, den Troft meiner Erlösung, die Quelle meiner Heiligung. Drepeiniger Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist! ja, mit festem, unerschütterlichem Glauben halte ich Alles für gewiß und für wahr, was Du von deiner eigenen Wesenheit in der Zeit für uns geoffenbas ret hast. Ich glaube, daß Du in Wahrheit Vater bist, der rechte Vater über Alles, was Kind heißt im Himmel und auf Ers den. Auf deinen Nahmen, o Vater! bin ich getauft; Lob und Dank sey Dir, das Du mich, als dein Kind, zum neuen Leben durch das heil. Sacrament der Taufe eingeweiht haft! Ich glaube, daß Du, Jesus Christus! der eingeborne Sohn des himmlischen Vaters, an Kraft und Herrlichkeit Eins mit Ihm, in Allem Jhm gleich, in der Fülle der Zeit Mensch geworden bist, um zu suchen und selig zu machen, was verloren war. Auf deinen Nahmen, göttlicher Erlöfer, bin ich getauft: Lob und Dank sey Dir, daß Du mich aus der Sclaverey der Sünde zur wahren Freyheit der Kinder Gottes gebracht, und mir Verzeihung der Sünden, Gnade zum Guten und das ewige Leben erworben haft! Ich glaube, daß Du, o heiliger Geift! ausgehest und ges fandt werdest vom Vater und Sobne, gleicher Gott mit Beya den, und uns macheft zu Zempeln und Wohnungen Gottes, indem Du uns erleuchtest, heiligeft und tröstest. Auf deinen Nahmen bin ich getauft; Lob und Dank sey Dir, daß Du mich Unwissenden und Schwachen in diesem Sacramente zur Theilnahme an deiner Weisheit und Stärke berufen, und zur Erbschaft des ewigen Lebens eingeweihet hast. pr uwajen Durch die Taufe bin ich Dir, o mein Gott! geheiliget; ich will nun gänzlich und auf immer Dir angehören. Nie, nie will ich aus deinen Urmen, o bester Vater! in die Arme der Verführung entfliehen, nie will ich aus der Freyheit der Kinder Gottes, die Du, göttlicher Heiland, uns erworben haft, in die Knechtschaft der Sünde zurück kehren; nie will ich das Leben, nach dem Geifte Gottes mit dem Tode des bloß sinnlichen Lebens nach dem Geiste der Welt vertauschen. O mein Herr und mein Gott! Du weißt alle Dinge, Du weißt, daß ich Dich liebe; Du kennst aber auch meine Schwäche und Gebrechlichkeit. Unterstütze mich Schwachen, stärke und befestige mich Gebrechlichen, und gib mir das Wollen und Vollbringen, damit ich jetzt auf Erden in treuer Liebe Dir dienen, und einst in deinem Reiche mit deis nen Engeln und Auserwählten Dich, den Vater voll uners meßlicher Majestät, deinen verehrungswürdigen, wahren und einzigen Sohn, und den Tröster, den heiligen Geist, ewig loben und preifen möge! Amen. IV. Citaney zur allerheigsten Dreyeinigkeit. Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr erbarme Dich unser! Heiligste Dreyeinigkeit, erhöre uns! Heiligste Dreyeinigkeit, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel! Erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt! 2c. Gott beiliger Geift! 2c. Heilige Dreyfaltigkeit ein einiger Gott! Gott, einfach in der Natur! Gott, dreyfach in den Personen! Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist! Gott Vater, Du allmächtiger Schöpfer! Gott Sohn, Du liebender Erlöser! Gott heiliger Geist, lebendigmachender Tröster! lingezeugter Vater, Eingeborner Sohn, Heiliger, aus Beyden hervorgehender Geist, Unermeßliche Ullmacht des ewigen Vaters, Unerforschliche Weisheit des göttlichen Sohnes, Kräftige Güte des heiligen Geistes, Heiliger, heiliger, heiliger Herr Gott Sabaoth! Heiliger Gott, starker Gott, heiliger unsterblicher Gott! Gott! in welchem wir leben, weben und sind, D Gott, aus dem, in dem, und durch den Alles ist, auf das Felt der Dreyenngren. Der Du warest, bist, und ewig seyn wirft, Der Du deine Hand öffnest, und Alles was lebt, mit Segen erfülleft, Deffen Auge heller als die Sonne ist, Gott! den die Himmel der Himmel nicht umfaffen, Sen uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sen uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Von aller Sünde, 2c. Von Stolz und Einbildung, Von Unmäßigkeit und Anhänglichkeit an das Irdische, Von Unglauben und Aberglauben, Von Trägheit in deinem Dienste, Durch deine unermeßliche Allmacht, Durch deine unendliche Weisheit, Durch den Reichthum deiner Güte, Durch die Ewigkeit deiner Herrlichkeit und Majestät, erlöse uns, o Herr! Durch die Höhe deiner Allwiffenheit und Vorsehung 2c. Durch die unaussprechliche Größe deiner Liebe und Erbarmung, Durch deine unergründliche Gerechtigkeit und furchtbaren Ges richte, Um Tage des Gerichtes, Wir armen Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns! Daß wir unser ganzes Leben hindurch Dir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, 2c. Daß wir Dich, unsern Herrn, anbethen, und Dir allein dienen, Daß wir deinen heiligen Nahmen nie eitel nennen, Daß wir die heiligen Tage des Herrn heilig und zu deiner Ehre zubringen, Daß wir unsern Ueltern, Vorgesetzten und Obrigkeiten Ehrfurcht und Gehorsam erzeigen, Daß wir Niemands Leben oder Ehre, aus Zorn, Haß oder Neid beschädigen, Daß wir Niemand übervortheilen, und keinem Menschen wehe thun, Daß wir unsere Herzen verwahren vor allen unerlaubten Begierden des Fleisches, und unreinen Bewegungen des Gemüthes, Daß wir nie den nächsten vermessentlich beurtheilen, oder Lügen sprechen, Daß wir des Nächsten Gut nicht begehren! Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß wir Dich, unsern Gott, aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, und aus allen Kräften lieben möchten, Daß wir Dich über alles, und den Nächsten wie uns selbst, we gen Dir lieben möchten, Daß wir niemanden etwas thun, was wir nicht wollen, daß auch uns gethan werde, INKO 318 VII. Abschnitt. Undachten Daß wir nie den Reichthum deiner Güte, Geduld und Lang muth verachten, Daß wir unsere Leiber zu einem lebendigen, heiligen und gottgefälligen Opfer weißen, Daß Du uns in dein ewiges Reich einführen wollest, Du Lamm Gottes, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt! Versöhne uns mit deinem Vater! O Du Lamm Gottes 2c. Begnadige uns arme Sünder! Gib uns deinen heiligen Geist! Du Lamm Gottes 2c. Du selige Dreyfaltigkeit, höre uns! Du gebenedeyte Dreyfaltigkeit, erhöre uns! u. f. w. Gebeth, Allmächtiger, ewiger Gott! der Du deinen Dienern die Glorie der ewigen Dreyfaltigkeit in dem wahs ren Glaubens Bekenntnisse zu erkennen, und die Einigkeit in deiner herrlichen Macht anzubethen gibst, verleih, daß wir durch die Festigkeit dieses Glaubens wider alle Widers wärtigkeiten verwahrt werden. D Gott! Du Wiederhersteller und Liebhaber der Uns schuld, lenke die Herzen deiner Diener zu Dir, daß wir, ers füllet von dem Eifer deines Geistes, im Glauben standhaft und in den Werken thätig erfunden werden, durch unsern Herrn Jesus Christus zc. Gebeth des heiligen Augustin. Dich, Gott Vater! den Ulnerzeugten, Dich, Sohn Got tes! den einzig Erzeugten, Dich, heiliger Geist! den Trös fter, Dich, heilige ungetheilte Dreyeinigkeit! bekenne, lobe und preise ich mit Herz und Mund. Ehre sey dem Vater, der mich erschaffen hat; Ehre dem Sohne, der mich erlöset hat; Ehre dem heiligen Geiste, der mich geheiliget hat. Ehre sey der höchsten und unzertheilten Dreyeinigkeit, meinem Gott und meinem Herrn durch alle Ewigkeit. Amen. B Kirchengebethe auf alle Sonntage nach Pfingsten. 1.( Sonntag nach Pfingsten.) O Gott! Du Stärke Uller, die auf Dich hoffen, erzeige dich gnädig unserm Flehen, und weil ohne Dich die menschliche Schwachheit nichts vermag, so verleihe uns deine hülfreiche Gnade; daß wir in Erfüllung deiner Gebothe sowohl durch unsern Willen, als durch unser Thun, Dir wohlge fällig seyn. 2. Wirke in uns, o Herr! daß wir eine mit Liebe gepaarte immerwährende Furcht vor deinem heiligen Nahmen haben, weil Du nie deine Leitung denjenigen entziehest, welchen Du Festigkeit in deiner Liebe ertheilet hast. and was a ver Diepeningiem. 19" 3. O Gott! Du Beschußer aller auf Dich Hoffenden; ohne Den nichts stark, nichs beilig ist; vervielfältige über uns deine Barmherzigkeit, damit wir unter deiner Leitung und unter deinem Schuße so durch die zeitlichen Güter hindurch gehen, daß wir dars über die ewigen nicht verlieren. 4. Lenke, wir bitten Dich, o Herr! tenke fortwährend alle Weltbegebenheiten zu unserm Heile und Frieden, und verleihe, daß insbesondere deine Kirche durch ungestörte Undacht erfreuet werde. 5. O Gott! der Du denen, die Dich lieben, unsichtbare Güs ter zubereitet hast; gieß in unsere Herzen wirksame Liebe zu Dir, damit wir Dich in allen Dingen und über alle Dinge lieben, und deiner Verheißungen, die über alles Verlangen groß sind, theilhaftig werden. 6. O Gott! von dem alle Tugendkräfte und Alles, was wahrs haft gut ist, herkommt; flöße in unsere Herzen die Liebe deines Nahmens, und vermehre die Gottseligkeit in uns, damit, was gut ist, durch Dich ernährt, und das von Dir genährte Gut durch un= fer gottesfürchtiges Bestreben von Tag zu Tag vermehret werde. 7. Gott! deffen Vorsicht in allen ihren Anordnungen nicht getäuscht werden kann; demüthig fleben wir zu Dir, daß Du als les Schädliche entfernen, und alles Heilsame uns gewähren wollest. 8. Verleihe uns, wir bitten Dich, o Herr! den heiligen Geist, stets zu denken und gern zu vollbringen, was recht ist, damit wir, die wir ohne Dich nicht seyn können, ganz nach Dir leben können. 9. Laß, o Herr! die Ohren deiner Barmherzigkeit den Bitten der Flehenden offen stehen, und damit wir gewiß erhalten, was wir verlangen, so leite Du unser Flehen, daß wir nur das verlangen, was Dir wohlgefällt. 10. Gott! der Du am herrlichsten deine Allmacht durch Schonen und Erbarmen offenbareft; vermannigfaltige über uns deine Barmherzigkeit, damit wir nach dem Ziele deiner VerheiBungen muthig forteilen, und der himmlischen Gaben durch Dich theilhaftig werden. 11. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du in deiner übers fließenden Mildigkeit den Flehenden jederzeit mehr gibst, als sie verdienen und wünschen; gieß über uns aus deine Erbarmungen, damit du uns vergebest, was unser Gewissen schreckt, und uns schenkest, was unser kühnes Flehen sich kaum zu hoffen getraut. 12. Allmächtiger, barmherziger Gott! von deffen Gnade es kommt, daß Dir von deinen Gläubigen würdig und wohlgefällig gedient wird; laß auch uns diese Gabe zu Theil werden, daß wir ohne anzustoßen, deinen Verheißungen zueilen. 13. Allmächtiger, ewiger Gott! laß uns an Glaube, Hoff nung und Liebe stets zunehmen, und, damit wir fähig werden, VEL. M das zu erlangen, was Du verheißest, so laß uns von Herzen lie. ben, was Du gebiethest. 14. Wir bitten Dich, o Herr! schüße deine Kirche mit immers währender Gnade, und weil ohne Dich der sterbliche Mensch hins fällig ist, so laß ihn stets durch deinen Beystand sowohl vom Schädlichen abgezogen, als zum Heilsamen hingelegt werden. 15. Laß, o Herr! deine Kirche durch die Fortdauer deiner Er barmungen gereiniget, und beschüßet werden, und weil sie ohne Dich nicht unverlegt bestehen kann, so laß sie allezeit unter deis ner Aufsicht regieret werden. 16. Wir bitten Dich, o Herr! laß stets deine Gnade vor uns hergehen, und uns folgen ,, und uns allezeit auf gute Werke be dacht machen. 17. Verleih, o Herr! deinem Volke, allen teuflischen Vers führungen auszuweichen, und Dir, dem einzigen Gott! mit reis nem Herzen anzuhangen. 18. Deine allvermögende Erbarmung, o Herr! sey stets die Leiterinn unsers Herzens, weil wir ohne Dich Dir nicht gefallen können, darum bitten wir Dich, durch Jesus Christus 2c. 19. 20mächtiger und barmherziger Gott! wende gnädig alles Widrige von uns ab, damit wir gefund an Leib und Seele, was dein Wille ist, mit freyem Geiste vollbringen. 20. Verleih deinen Gläubigen, o Herr! gnädige Vergebung und Frieden, damit sie zugleich von Allem, was Dir mißfällig ist, gereiniget werden, und Dir mit heiterer Seele dienen mögen. 21. Deine unwandelbare Baterliebe, o Herr! beschüßze dein Volk, damit es unter deinem Schuße von allen Widerwärtigkeiten befreyet, und in guten Werken deinem Nahmen ergeben sey; darum bitten wir, durch Jesus Christus 2c. 22. O Gott! Du unsere Zuflucht und Stärke, erhöre die from men Gebethe deiner Kirche; Du Urquell der Frömmigkeit, vers leih, daß wir das wirklich erhalten, um was wir gläubig bitten. 23. Vergib, o Herr! wir bitten Dich, die Uebertretungen deiner Völker, damit wir von den Schlingen unserer Sünden, die wir in unserer Schwachheit geknüpfet haben, durch deine Güte bes freyet werden. 24. Wir bitten Dich, o Herr! erwecke die Herzen deiner Gläubigen, damit sie die Früchte deines göttlichen Erlösungs- Wer kes williger zu erlangen suchen, und deine geheimnisvollen wirk samen Heilmittel von deiner Baterhuld empfangen mögen. 321 Am Feste des Frohnleichnams unsers Herrn Jesus Christus. Bethstunde am Vorabende. Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes! Herr! öffne meine Lippen, und mein Mund wird dein Lob verkünden. Gott! denk auf meine Rettung. Herr! eile mir zu Hülfe. Ehre sey dem Vater 20. Alleluja. I. 2 n bethung. Das allerheiligste Sacrament des Altars, bethe, o meine Ceele! in tieffter Demuth an. Unsern Herrn, Jesus Christus, der das Brot des Lebens ist, bethe, o meine Seele! in tiefster Demuth an. Christus den König, der über die Völker herrscht, und den jenigen, die Ihn genießen, Stärke des Geistes gibt, bethe, o meine Seele! in tiefster Demuth an. Dir, o Jesus! lebendiger Gott im heiligsten Altars- Sacramente, bringe ich das Opfer einer ewigen Anbethung, Lob, Ehre, Liebe und Danksagung, und stimme in den Lobgefang aller Engel und Heiligen im Himmel ein: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der allmächtige Gott, der Herr der Heerscharen! Himmel und Erde sind seiner Herrlichkeit voll! Ehre sey dem Vater, dem Sohne, und dem heiligen Geiste zc. II. Lobgesang. 1. Preiset Lippen das Geheimniß seines Leibs voll Herrlichkeit; feines Bluts, dem Schäße weichen, das zum Lösegeld der Welt Er, der holden Mutter Sprosse, Er, der Völker Herr! vergoß! 2. Uns geschenket, uns geboren aus der reinen Jungfrau Schoop, wandelt Er voll Huld auf Erden, streut des Wortes Samen aus; krönt mit wundervoller Stiftung seiner edlen£ age Schluß. 3. In der Nacht des letzten Mahles, sigt von Brüdern Er umringt, kostet des Gesetzes Speisen, und erfüllet das Gesetz; reichet dann des neuen Bundes höh're Speis den Zwölfen dar. 4. Er nahm Brot, und sprach mit Segen:» Effet, denn dieß ist mein Leib!« nahm den Kelch, und sprach mit Gegen:» Trinkt mein Blut im neuen Bunde, und gedenket Mein, ihr Freunde! stets bey euerm Liebesmahl!«< 5. Laßt uns dann voll Ehrfurcht feyern, dieß erhab'ne Sacrament! Hier sind keine alten Bilder; neu ist unser Liebesmaht, und der Glaube muß enthüllen, was dem schwachen Sinn entgeht. 21 VII, avsum. 6. Dir, o Vater in den Himmeln! Dir, o eingeborner Sohn! Euch sey Lob, Preis, Dank und Ehre! Kraft und Segen ftrömt von Euch! Geist des Vaters und des Sohnes! Dir ge bührt ein gleicher Ruhm! Amen. Antiphon. 322 - Dallerheiligstes Abendmahl! in welchem wir Jefus Chri. stus wahrhaft empfangen, das Andenken seines Leidens verehrt, die Seele mit Gnade erfüllet, und uns ein Pfand des ewigen Heils mitgetheilt wird. Sen angebethet, gelobt, geliebt und gebenedeyt von mir und von allen Geschöpfen, an allen Orten und zu allen Zeiten, in Ewigkeit. Amen. Kirchengebeth. O Gott! der Du uns unter diesem wunderbaren Sacramente ein Denkmahl deines Leidens hinterlassen haft; wir bitten Dich, verleih uns, die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so zu verehren, daß wir die Früchte deiner Erlösung an uns felbst erfahren mögen. Der Du lebest und regiereft mit Gott dem Vater in Einigkeit mit dem heiligen Geiste gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. III. Pfalm. Bitte um wahre Andacht. Gott, unser Herr! wie wunderbar ist dein Nahme auf Erde; deine Herrlichkeit ist über alle Himmel erhoben. Was ist der Mensch, daß Du ihn als Freund und Vater besuchst, ihn selbst als das lebendige Himmelsbrot speisest? Du hast ihn nur et was geringer als die Engel gemacht, mit Ehre und Herrlichkeit hast Du ihn gekrönet. In Dir will ich mich freuen, und frohloce ken; immer will ich mit Dank die Wunder deiner gütigen Allmacht erheben. Lobe aus allen Kräften, meine Seele! deinen Herrn und Gott; denn Niemand ist Ihm gleich an Gnade, und väterlicher Huld. Vergiß des Guten nicht, das du von deinen ersten Tagen an von Ihm erhalten hast, und täglich noch an Leib und Seele erhältst. Er rettet dich vom ewigen Verderben, und krönet dich, fein Kind, voll des Erbarmens. Er verzeiht dir der Sünde Schuld, Er erläßt dir die Strafen, Er heilet deine Gebrechen und Wunden. Mit seinen Gütern überhäuft Er dich, und gibt dir neue Lust und Kraft zum Guten. Er stellet dir der Unschuld Schönheit wieder her; Er erwirbt dir wieder das ver lorne Erbe des Himmels. Unendlich gütig und barmherzig ist der Herr, langmüthig und geduldig gegen Alle. So, wie ein Ba ter seiner Kinder sich erbarmet, erbarmet Er sich nach seiner Milde unser. Er straft uns nicht nach unserer Missethaten Zabl; Er vergilt uns nicht nach der Menge unserer Sünden. Er weiß, wir sind Staub, wir sind dem schwächsten Rohre gleich: ge fchwinde lassen wir im Guten nach, verüben das Böse. Er ist des veuevollen Sünders Zufluchtsort, der Schwachen Stab, der Gerechten Stüße. Er hat des Vaters Willen uns geoffenbatet: den Weg zum Himmel hat Er uns gezeigt. Hier hat Er mitten Frohnleichnams Andachten. unter uns den Thron seiner Gnade errichtet, und dort eine Woh nung für uns bey seinem Throne bereitet. Herr, unser Gott! wie wunderbar, wie groß ist deine Güte: Kein Engel,( kein Sterblicher) kann sie ermeffen. Was Odem hat, lobe den Herrn! erhebe voll Freude seine Güte und Gnade. Lobet den Herrn ihr Engel und alle seine Geschöpfe! Meine Seele und Alles, was in mir ist, lobe den Herrn. Ehre sey dem Vater zc. IV. Glaube an die Gegenwart Jesus im heiligsten Altars= Sacramente. Jesus Christus, mein Gott und mein Erlöser! wie wuns derbar offenbaret sich deine Allmacht, Weisheit und Güte, in der Einsegung dieses hochheiligen Sacramentes, in wel chem Du deine Gottheit und Menschheit, dein ganzes Wesen verborgen hast! Durch den heiligen Glauben bin ich verfichert, daß Du in diesem göttlichen Geheimnisse des Altars wesentlich und wahrhaft gegenwärtig seyest. Kein irdisches Brot, sondern Du selbst, mein göttlicher Erlöser! bist hier gegenwärtig. Ich glaube dieses mit fester Zuversicht, obe gleich ich Dich mit den Augen meines Leibes nicht sehe. Ich unterwerfe meinen Verstand und die Sinne dem Gehorsam des Glaubens, und fest an dein Wort mich haltend, das Du einst zu dem Zweifler Thomas gesprochen:» Selig, die nicht gesehen, und doch geglaubet haben!« rufe ich anbethend mit ihm:» Mein Herr und mein Gottle Sehet! das ist mein Heiland! der große und heilige Gott.- Gebeth. Erleuchte, o Herr! meine Augen mit dem Lichte des wahren Glaubens, und entzünde mein Herz mit dem Feuer deiner Liebe, daß ich, von heiliger Ehrfurcht durchdrungen, Den im Geiste und in der Wahrheit anbethe, wel chen ich hier gegenwärtig glaube, unsern Herrn und Heis land, Jesus Christus, der mit Dir lebt und regiert in Ewigs keit. Amen. Bater unser 2c. Gelobt und gepriesen sey ohne End' Jesus, in dem heiligsten Altars Sacrament. 3 323 V. Unbethung Jesus im heiligsten Ultars: Sacramente. Ich bethe Dich an in allertieffter Ehrfurcht und Demuth, o Jesus! Du König meines Herzens! Ich sinke nieder in den Staub vor dem Throne deiner unendlichen Maje21 324 VII. Abschnitt. stät, welche ich hier gegenwärtig bekenne, und aus dem Abgrunde meines Nichts anbethe mit allen Engeln und Außere wählten des Himmels. Jch bethe Dich, o Jesus! hier un ter der Brotgestalt als meinen lebendigen Gott, als den Herrn des Himmels und der Erde an, in dessen Hand mein Leben und Tod, und mein ganzes Wesen ist. Nimm gnädig, o Herr! meine Unbethung, meine Demuth und Zernichtung auf. Jesus, mein Herr und mein Gott! Leib und Seele, und Alles, was ich bin und habe, ist ein freyes Geschenk deiner Gnade; Dir opfere ich Alles- Alles das Meine auf, mein Leben, und mein Herz, Dich ewig anzubethen und zu lieben. Herrsche, mein Gott! herrsche über mich nach dei nem heiligsten Willen; denn Du bist mein Herr! Gott, une ser Herr, ist groß, und seine Macht ist unendlich. Gebeth. Gott! der Du aus erstaunungswürdiger Liebe in dem Geheimnisse des Altars verhüllet, bey uns hast wohnen wollen; verleih, daß alle Gläubigen, welche deine göttliche Majestät hier betrachten und anbethen, immer einen neuen Wachsthum an Tugend und Heiligkeit erlan gen, der Du ein Gott mit dem Vater und dem heil. Geiste, lebest und regierest in alle Ewigkeit. Amen. Vater unser ic. Gelobt und gepriesen zc. 11 Vİ. Liebe zu Jesus im heiligsten Altars- Sacramente. O Jesus, meine Liebe im allerheiligsten Altars- Sas cramente! Du bist für mich am Kreuze gestorben! Du haft mich erlöset durch den Werth deines heiligen Blutes, und dieses heilige Geheimniß als ein Unterpfand deiner ewigen Liebe zu meinem Heile eingesetzt. O unendlich liebenswür diger Heiland, wie vieles hast Du für mich gethan und gelitten! welch' ein undankbares, steinhartes Herz müßte ich haben, wenn ich Dich nicht entgegen liebte? Jesus! Du wahrer Liebhaber der Seelen, für welche Du dein Leben, aufgeopfert haft! verschmähe nicht mein armes Herz, das ich Dir schenke, und deiner Liebe immerdar widme. Ich verlange Dich zu lieben in Ewigkeit, o Du ewige Liebe! Denn Du hast durch deine unaussprechlichen Gutthaten mein Herz verwundet; ach! es seufzet nach Dir, und will ohne deine Liebe nicht leben. Gott meines Herzens! mein wahres Leben, meine unaussprechliche Seligkeit, Sevymeraguino anewayto mein höchstes Gut, Jesus! ich liebe Dich aus ganzem Herzen, und über Alles, weil Du mein Gott, mein Heiland, mein Seligmacher bist, und mich geliebet haft bis in den Tod. Da Jesus die Seinigen geliebet, so hat Er sie auch bis an das Ende geliebet. Gebeth. Gott! der Du uns unter diesem wuns derbaren Sacramente ein Denkmahl deines Leidens hinterlassen hast, wir bitten Dich, verleihe uns, die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so zu verehren, daß wir die Früchte deiner Erlösung an uns selbst erfahren mögen! der Du lebest und regiereft zc. Amen. Bater unfér ze. Gelobt und gepriesen 2c. VII. Hoffnung auf Jesus im heiligsten Altars- Sacramente. Jesus, mein Gott und Heiland! obwohl unsichtbar, rufest Du doch meinem gläubigen Herzen aus dem heiligften Sacramente zu:» Komm zu mir in aller de is ner Mühseligkeit und Beladenheit, ich will dich erquicken!«- Ich erkenne, o Herr! meine Ohnmacht, und mein tiefes Elend, und rufe deine unermeßliche Barmherzigkeit an; denn auf Dich setze ich all' mein Vertrauen und meine Hoffnung; weil Du mein unendlich gütiger Erlöser bist!- Ich fühle mich unwürdig, vor deiner heiligen Gegenwart zu erscheinen; denn ich bin ein Sünder, und nicht werth, dein Sohn genannt zu werden, nicht würdig, mein Auge zu Dir zu erheben. Aber Du bist im heiligsten Sacramente der wahre barmherzige Samaritan, der sich meiner erbarmet; Du bist der Urheber unsers Heils; in Dir sind alle Schäße der Gnade, alle Reichthümer der göttlichen Barmherzigkeit vereiniget, durch Dich erlangen wir Verzeihung, Gnade und ewiges Leben, das Du uns durch deinen Kreuzes- Tod erworben haft! Und ich sollte nicht hoffen auf dein heiliges Kreuz und Leiden, auf dein kostbares für mich vergoffenes Blut, auf deine unendlichen Verdienste? - Jesus! dein heiliges Blut reiniget mich von allen Sünden: aus deinen Wunden fließt mir die Fülle der Gnaden 34, aus deinem göttlichen Herzen empfange ich die wahre VII. 40 min. Liebe; dein heiliger Tod wird mir das ewige Leben geben! Jesus! meine Hoffnung und meine Stärke! mein Erlöfer und mein Seligmacher! mein Gott und Alles! erfüllet mit dieser Hoffnung, will ich deine Gnade und Barmherzigkeit loben, preisen und anbethen jetzt und in Ewigkeit. Amen. Jesus, Du Sohn Davids, erbarme Dich meiner! Jesus, Du Sohn Mariä, erhöre mein Gebeth! Jesus, Du Sohn Got tes, gedenke meiner in deinem Reiche. Vater unser 2c. Ge lobt und gepriesen 2c. - Schlußgebeth. Liebreichster, in diesem anbethungswürdigen Geheims niffe immer gegenwärtiger Heiland! deine Augen sehen mein Elend, dein Herz erbarmet sich meiner, und deine ganze Allmacht ist hier gegenwärtig, mir zu helfen. Wie könnte ich von Dir weichen, und Dich verlassen, o Jesus! meine einzige Hoffnung und meine Liebe? Ich beschließe zwar jetzt diese Bethstunde; aber mein Herz soll bey Dir bleiben, das ich an dem Fuße des Altars niederlege, mit dem feyerlichen Versprechen, es nie mehr Dir zu entziehen, nie mehr der Sünde einzuräumen. Dare um erneuere ich meine demüthige Bitte für das Anliegen der ganzen Christenheit, für das Wohl des Vaterlandes, für geistliche und weltliche Obrigkeiten, für alle meine Wohls thäter, Freunde, Feinde und alle Menschen, Lebendige und Abgestorbene. Jesus! ertheile mir und Allen deinen göttlichen Segen! Deine Ullmacht stärke uns! Deine Weisheit erleuchte une! Deine Gnade wende von uns ab alles Ulebel, damit wir in deiner Liebe verharren, und Dich endlich im Himmel mit allen Engeln und Heiligen ewig anbethen mögen. Amen. Gelobt und angebethet sey ohne End' das heiligste Altars Sacrament, von nun an bis in Ewigkeit! Amen. Und die See len aller Christgläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden. Amen.- Vater unser 2c. Morgenandacht am hl. Frohnleichname- Feste. Göttlicher Herr und Heiland, Jesus Christus! sieh gnädig herab auf den feyerlichen Triumph ,. welchen Dir heute deine heilige Kirche bereitet. Erneuere, reinige, beis lige mein Herz, und mache mich würdig, an dieser heiligen Freude Theil zu nehmen. Frohnleichnams= anouchten. Wir feyern das Gedächtniß jener geheimnißvollen Leis dens- Nacht, in welcher Du mit deinen Jüngern das Osters lamm des alten Bundes zum letzten Mahle aßest, und Du selbst das Osterlamm des neuen Bundes wurdest. Wir preisen das Wunder deiner Liebe, welche Brot in deinen wahren Leib, und Wein in dein wahres Blut verwandelte. Dadurch bereitetest Du für die Deinigen alle ein himmlisches Gastmahl, und stiftetest ein ewiges Denkmahl deines Lebens, Leidens und Todes. Wir bekennen laut und feyerlich unsern Glauben an deine wahre wesentliche und wirklis che Gegenwart in diesem allerheiligsten Sacramente; wir bringen Dir öffentlich das Opfer unserer Anbethung und Lobpreisung dar; wir freuen uns mit hoher Freude des Sieges, den das himmlische Licht deines Evangeliums über die Finsternisse des Unglaubens und der Unwissenheit davon trug; wir freuen uns der Verherrlichung deines Nahmens, der über die ganze Welt ausgebreitet ist, vor dem sich die Knie von Millionen beugen, die Dir heute Triumphe bereiten, und dadurch das Bekenntniß ablegen: Du seyest Chris stus der Herr in der Herrlichkeit des Vaters. Sm feyerlichen Schmucke erscheinen deine Priester, o Herr! und die Gläubigen alle; unter heiligen Lobgesängen und Anbethungen, unter dem fröhlichen Schalle der Musik, und unter lieblichem Glockengeläute wird das allerheiligste. Altars- Sacrament in feyerlichem Zuge umbergetragen; die Wege sind mit Blumen bestreuf, und voran wehen die Siegesfahnen des Kreuzes, das einst den Juden ein Aera gerniß, den Heiden eine Thorheit war; jetzt aber deinen Gläubigen ein Zeichen des Heiles, des Lebens und der Seligkeit geworden ist. Du- o Erhabenster, König aller Kös nige, Herrscher aller Herrschenden, Du bedarfst wohl dies ses äußern Gepränges nicht. Ein reines Herz ist dein Altar, und Gehorsam Dir angenehmer, als Opfer. Ein demüthiges Gebeth aus findlichem Gemüthe ist Dir der angenehms ste Wohlgeruch, und Werke der Barmherzigkeit sind die nie verwelkenden Blumen, die wir vor Dir, o Du ewige Liebe, ausstreuen sollen. Glaube, Hoffnung und Liebe, welche ganz die Seele des Christen erfüllen, sind das wahre Feyers kleid, in welchem wir uns unserm Gott und Herrn nahen follen. 31 30V[ 9llite Aber Du, o liebreichster Menschenfreund! verwarfest auch nicht den Jubel frommer findlicher Seelen, welche Dich im Triumphe in die Thore Jerusalems, als den lang ersehnten Messias, einführten, indem sie Palmzweige in den Händen trugen, ihre Kleider auf den Weg streuten, und Lobgesänge Dir anstimmten. Darum, o Du ewiger König des himmlischen Jerusalems! verleihe, daß unsere Undacht nicht bloß äußerlich, sondern der Ausdruck des innern Glaubens und der unsichtbaren Liebe sey, die in unsern Here zen lodert! Laß dein heiliges Sacrament, in welchem wir heute laut und feyerlich deine wahre, wirkliche Gegenwart bekennen und anbethen, uns Kraft und Trost im Leben und Tode gewähren, und führe uns durch deine Gnade so durch dieses Pilgerleben, daß wir würdig werden, Dich einst ohne Hülle im Himmel zu sehen, und mit dem Vater und dem heiligen Geiste anzubethen und zu preifen von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Meßanda ch t. ( Auch unter dem Jahre bey ausgesetztem hochwürdigsten Gute zu bethen.) Vorbereitungs Gebeth. Jesus! Du ewiger Priester nach der Ordnung Mel chisedech! Ich bethe Dich an. Jesus! Du treuer hoher Priester! vor Gott zur Vers söhnung unserer Sünden! Ich bethe Dich an. Jesus! Du wahres und unendlich würdiges Opfer in dem allerheiligsten Altars Sacramente! Ich bethe Dich an, und opfere jetzt deinen hochheiligen Leib, den Du für uns in den Tod hingegeben, und dein kostbares Blut, das Du zur Vergebung unserer Sünden vergoffen hast, mit dem Priester in der heiligen Messe dem himmlischen Vater als ein vollkommenes Lob- und Dankopfer, als ein reines Bittund Versöhnopfer auf. 8 = A Ewiger, barmherziger Gott! Vater unsers Herrn Jes fus Christus, und auch unser Vater! mit dem Priester und durch den Priester, opfere ich deiner unendlichen Majestät, von deinen Gaben ein reines, heiliges und unbeflecktes Opfer, das heilige Brot des ewigen Lebens, den Kelch des ewigen Heiles, den Leib und das Blut Jefu Chrifti, deines Soh Frohnleichnams Andachten. 329 nes. Nimm es wohlgefällig auf, und sey mir armen Sün. der gnädig.- —— : Im Geiste der Demuth, und mit zerknirschtem Herzen bekenne ich Dir, allmächtiger Gott! Maria, der allezeit reis nen Jungfrau, und allen Heiligen, daß ich oft und viel ges fündiget habe, mit Gedanken, Worten und Werken. Ich erkenne meine Schuld, meine größte Schuld! und bitte Dich, barmherziger Vater! um Gnade und Verzeihung nach der Völle deiner Erbarmungen durch die Verdienste Jes sus Christus, und die Fürbitte aller lieben Heiligen. Umen. Eingang. Bey dem letzten Abendmahle nahm Jesus das Brot, brach es; gab es feinen Jüngern, und sagte: Nehmet hin und effet, das ist mein leib. Darauf nahm Er den Kelch mit Wein, dankte, gab denselben seinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin, und trinket, dieß ist mein Blut des neuen und ewigen Bundes. Ehre sey dem Vater 2c. Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser!- Gloria.( Wie in der Sonntagsmesse S. 52.) Gebeth. Herr! erhöre mein Gebeth, und mein Flehen dringe an dein Vaterherz!- - - Gott! der Du uns unter diesem wunderbaren Sas cramente ein Denkmahl deines Leidens hinterlassen haft! Wir bitten Dich, verleih uns, die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so zu verehren, daß wir die Früchte deiner Erlösung an uns selbst erfahren mögen! der Du lebest und regierest mit Gott dem Vater, Eins mit dem heis ligen Geiste, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Gelobt und angebethet sey Jesus Christus im heiligsten Altars Sacramente jetzt und in Ewigkeit; denn durch Ihn, mit Ihm und in Jhm ist Gott, dem allmächtigen Vas ter in Einigkeit des heiligen Geistes Unbethung, Preis und Ehre in Ewigkeit! Amen. 11 I. Das Lobopfer. Allmächtiger, ewiger Gott, himmlischer Vater! zur Berehrung und Anbethung deiner unendlichen Hoheit, Größe und Herrlichkeit; zur demüthigen Bezeugung meis ner Unterwürfigkeit und gänzlichen Nichtigkeit vor dem Throne deiner göttlichen Majestät, opfere ich Dir mit dem Priester am Altare auf, Jesus Christus, deinen eingebornen 330 VII. Abschnitt. Sohn, unsern Herrn; ich opfere Dir auf den heiligen Leib und das kostbare Blut des unschuldigen Lammes; ich opfere Dir auf sein heiliges Leben, Leiden und Sterben, fammt allen seinen Verdiensten. Nimm auf, o himmlischer Vater! dieses unendlich würdige Opfer, zu deinem ewigen Wohlgefallen; wie Du gnädig aufgenommen haft die Gaben Abels, deines heiligen Dieners, und das Opfer des Pas triarchen Abrahams, und Melchifedechs, des hchen Pries sters. Die Opfergabe ist ja dein geliebter Sohn, in wels chem Du dein innigstes Wohlgefallen hast. Du aberallerheiligster Friedensfürst- Verföhner einziger Mitt ler, Jesus Christus! opfere Du selbst dem ewigen Vater deinen Leib und dein Blut, deine unendlichen Verdienste, und unser demüthiges Gebeth auf, damit wir Alle, die wir von dem heiligen Geheimnisse des Altars genießen, mit der Fülle der himmlischen Gnade gesegnet werden! Amen. II. Das Gedächtnißopfer. Himmlischer Vater! wir erinnern uns jetzt deines Sohnes Jesus Christus, der auf dem Altare des Kreuzes sich selbst blutiger Weise für uns geopfert, und unsere Erlősung vollendet hat. In dieser dankbaren Erinnerung opfere ich Dir diese heilige Messe, und in derselben Alles auf, was Jesus für mich gelitten hat; alle seine Schmach und Schmerzen, seine Geduld und Liebe ,, seine Angst und Vera laffenheit, seine Wunden, seinen Gehorsam bis in den Tod am Kreuze. 14 Du, o barmherziger Heiland, Jesus Christus! haft uns ein Andenken deiner Wunder hinterlassen, und uns durch deinen Tod am Kreuze Verzeihung, Gnade und ewiges Leben erworben: Laß dein heiliges, reines und un blutiges Opfer auf dem Altare auch für mich das Unters pfand deiner Liebe, laß deinen Leib auch für mich das Brot des ewigen Lebens, dein Blut auch für mich den Kelch des Heiles werden! Amen. - — III. Das Dankofer. Herr, heiliger Vater, allmächtiger Gott! es ist billig und recht, pflichtmäßig und heilsam, daß wir deiner unends lichen Güte allezeit und allenthalben Dank sagen für deine unzählbaren Wohlthaten. Darum opfere ich Dir auf das Frohnleichnams Andachten. 331 unblutige Opfer des neuen Testaments, das Christus Jesus am Abende vor seinem Leiden und Tode eingesetzet hat. Ich opfere Dir durch den Priester eben denselben Jesus, deinen geliebten Sohn, mit allem Lob und Dank, womit Er Dich auf Erden verherrlichet hat, und noch) immerhin in dem heiligen Altars, Sacramente verherrlichet; nimm auf dieses unendlich kostbare Opfer zu einer würdigen Danksagung für alle Gnaden und Wohlthaten, mit denen deine Batergüte mich bisher gesegnet und erfreuet hat. Dir, himmlischer Vater! sey ewige Danksagung durch Jesus Christus deinen Sohn, unsern Herrn! 3 16 Jesus Christus! dein heiligstes Opfer ist der süßeste Wohlgeruch vor dem Angesichte deines Vaters: ersetze die Unvollkommenheit meiner Danksagung, und laß deinen heiligsten Leib und dein kostbares Blut den Werth meiner Dankbarkeit seyn bis an das Ende! Amen. IV. Das Bittopfer. Allmächtiger, ewiger Gott! ich opfere Dir auf das heilige unbefleckte Opfer der heiligen Messe, mit der demüthigsten Bitte, daß es vor dem Angesichte deiner göttlichen Majestät für mein und der ganzen Welt Heil mit einem lieblichen Geruche aufsteige. Komm, allmächtiger, ewiger, segnender, heiligmachender Gott! segne dieses Opfer, das zur Ehre deines heiligen Nahmens zubereitet wird, und nimm es zu meinem Heile und zur Wohlfahrt deiner ganzen heiligen Kirche mit gnädigem Wohlgefallen auf. Sieh an meinen Glauben und meine Andacht, mit welcher ich Dir die unendlichen Verdienste Christus vorstelle, und erhöre um dieser Verdienste willen mein unwürdiges Gebeth; erfülle mein Herz mit heiligen Begierden zu Dir, ewiger, lebendiger und wahrer Gott! und erhöre mein demüthiges Flehen für die Erlösung meiner Seele von allem Ulebel, und für die Hoffnung meines zeitlichen und ewigen Heils. Gebenedeyt seyst Du Gott und Vater unsers Herrn Jesus Christus, der Du uns durch Ihn mit allem geistli chen und himmlischen Segen erfülleft. Jesus Christus! Du erscheinest vor dem Angesichte des Vaters; Du wohnest in dem heiligen Altars Geheimnisse mitten unter uns als unser Mittler, um für uns zu bitten, und diejenigen, die durch Dich zum Vater hinzutreten, selig zu machen. Laß, o VII. 40 hnitt. Du mein einziger Seligmacher! die Stimme deines Blus tes in diesem heiligen Opfer für mich reden; zeige deine hei ligen Wunden, und wiederhohle die Bitte der Liebe:» Vater, verzeih' ihnen!« die Du auch für mich armen Sünder, am Kreuze zum Vater gemacht hast, damit ich Gnade, Barmherzigkeit und Hülfe erlange! Umen. V. Das Versöhnopfer. Heiliger, und gerechter Gott! mit zerknirschtem Herzen opfere ich Dir auf das heilige Opfer der Versöhnung in der heiligen Messe, und den unendlichen Werth des bittern Leis dens und Sterbens Jesus Christus, deines Sohnes, für meine und der ganzen Welt Sünden. Himmlischer Bas ter! sieh an das Blut meines göttlichen Erlösers, das für mich um Gnade schreyet, und erzeige mir deine Barmhers zigkeit. Bekehre uns, o Herr! durch unsern Heiland Jesus Christus, und wende von uns ab deinen Zorn. Jesus Christus! Du bist die Versöhnung für meine und aller Menschen Sünden; Du bist in das Heiligthum eingegangen, und hast unsere Erlösung bewirket; verleihe, daß ich durch dein unendlich verdienstliches Opfer vollkommene Verzeihung, und das ewige Leben erhalten möge! Amen. 3 ur Wandlung. Heilig! heilig! heilig bist Du, Jesus, Mensch und Gott, als das wahre Lebensbrot, bey uns ohne End' in dem heil'gen Sacrament. Heilig! heilig! heilig stellst Du Dich auf dem Altar für uns als ein Opfer dar! Und es fließt dein Blut uns zum Heil, o höchstes Gut! Heilig! beilig! heilig Jefus durch den Kreuzestod hast Du dem gerechten Gott selbst geopfert Dich, als ein Opfer, auch für mich. Heilig! heilig! beilig! Andacht, Glaube, Jünger treu', und die zarte Liebestreu' der Ersatz soll seyn für so große Schmach und Pein. Heilig! heilig! heilig! Jesus in der leßten Noth stärk uns mit dem Lebensbrot, an dem Lebensend' mit dem heil'gen Sacrament! Vater unser 20. - Allmächtiger Gott! ich bitte Dich durch dieses hei ligste Opfer des Leibes und Blutes deines Sohnes, unsere Frohnleichnamis- undächten. Herrn und Heilandes, Jesus Christus, erlöse uns von allen Uebeln, von vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen, und schenk' uns nach deiner unendlichen Güte durch die Fürbitte der seligen und glorwürdigen Jungfrau und Gottesgebärerinn Maria und aller Heiligen Friede und Ruhe in unsern Tagen, damit wir durch die Hülfe deiner Barmherzigkeit von der Sünde fren bleiben, und vor aller Verirrung sicher seyn mögen, durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen. O Du Lamm Gottes, das hinwegnimmt zc. Geistliche Communion. 333 O Herr, Jesus Christus! Sohn des lebendigen Gottes! Du hast nach dem Willen des Vaters in der Kraft des heiligen Geistes durch dein Sterben der Welt das Leben ertheilet; erlöse mich durch diesen deinen hochheilis gen Leib und dein Blut von allen meinen Sünden und von allen Ulebeln, und gib mir Gnade, daß ich deinen Gebothen stets anhänge, und von Dir nimmermehr geschieden werde, der Du lebest und regierest in Ewigkeit! Amen. Jesus, mein liebreichster Heiland! ich glaube feftiglich an deine wahre und wesentliche Gegenwart in dem allerheiligsten Sacramente des Altars. Ich bethe Dich in diesem wunderbaren Geheimnisse in tiefster Demuth an, und verehre Dich in diesem heiligen Denkmahle deines Leidens und Todes am Kreuze. Unsterblichen Dank fage ich deiner Liebe, daß Du Dich gewürdiget hast, für mich zu leiden, für mich zu stérben, und mich von der Sünde und dem ewigen Tode zu erlösen. Eben darum erkenne ich aber auch meinen Undanf, und meine Bosheit, daß ich nach so vielen und großen Gnaden Dich, meinen Herrn und Gott, mit so vielen Sünden beleidiget habe. Bor Dir, o Du ewige Liebe! verdemüthige ich mich in den Abgrund meiner Armseligkeit, schlage reumüthig an mein fündiges Herz, und spreche mit dem öffentlichen Sünder:» Herr, mein Gott! sey mir armen Sünder gnädig! und bekräftige meinen schwachen Willen, daß ich in aufrichtiger Liebe und Treue mich zu Dir bes fehre und lebe.«- Ich liebe Dich, mein Gott und Heiz land! ich liebe Dich! und mein Herz seufzet nad) Dir in jarter Hoffnung auf deine Gnade; ich wünsche, Dich im 334 VII. Avsnitt. heiligsten Sacramente, zum Troste meiner Seele, zu em pfangen, und durch den Genuß deines heiligsten Leibes und Blutes gestärket, mit Dir in heiliger Liebe immer mehr vereiniget zu werden. Da ich aber dieser himmlischen Gnade nicht würdig bin, so laß mich doch die kostbaren Früchte deiner Erlösung genießen, und mich empfinden die Kraft des heiligen Sacramentes, damit sie mich in allem Guten erhalte, und von allem Bösen abwende. Dieser geistliche Genuß deines Leibes, o Herr Jesus Christus! werde mir Unwürdigen keine Ursache des Ge richtes und der Verdammniß, sondern gereiche mir viel mehr nach deiner Güte zu einem mächtigen Schuße, und zu einer heilsamen Arzney des Leibes und der Seele. Amen. Der Leib und das Blut unsers Herrn Jesus Christus bewahre meine Seele für das ewige Leben, damit in mir keine Makel der Sünde verbleibe, nachdem mich dieß reine, heilige Sacrament erquicket hat. Amen. Anmuthungen zu Jesus, nach der geistlichen Communion. Jesus! mein Gott und Erlöser! dein heiliges Sa crament ist das Pfand deiner Liebe, und das Denkmahl deines schmerzvollen Leidens und Sterbens für mich.- Hochgelobt sey Jesus, mein Heiland, im heiligen Sacramente! O Jesus! Du setzest deine unendliche Liebe immer fort durch deine beständige Gegenwart in diesem wunderbaren Ge heimniß. Hochgelobt sey Jesus, meine Liebe, im heiligen Sacramente! -- - Jesus! mein Gott! in Dir, als dem Ursprunge alles Guten und als dem höchsten Inbegriffe aller Vollkommenheit, erkenne ich alle Schönheit, alle Lieblichkeit, alle Seligkeit.- Hochgelobt sey Jesus, mein höchstes Gut, im heiligen Sa cramente! Jesus! meine Liebe! ich weihe Dir mein Herz, herrsche in demselben durch deine Gnade, durch deine Liebe, und laß mich ganz Dein eigen seyn.- Hochgelobt sey Jesus, meine Sü Bigkeit, im heiligen Sacramente! Jesus! mein gekreuzigter Heiland! wie kann ich Dir vergelten deine Schmerzen, deinen Ted, deine Liebe! Die Ins brunst meines liebenden Herzens soll Dir ewigen Dank erstats ten. Hochgelobt sey Jesus, meine einzige Freude, im heiligen Sacramente! - devyniviagname- waswajudi O Jesus! Du verborgener Gott unter so geringen Brotsa gestalten, wie sehr hast Du Dich mir zu Lieb erniedriget! mein Herz und meine Seele frohlocken in deiner heiligen Gegenwart. - Hochgelobt fey Jesus, mein Troft und Alles, im heis ligen Sacramente! Jesus! mein ewiges Wohlgefallen, mit Demuth und Liebe küffe ich im Geiste deine heiligen Wunden, aus welchen auch für mich das Blut der Versöhnung geflossen ist.- Hochgelobt sey Jesus, meine verwundete Liebe, im heiligen Sacramente! O Jesus! Du liebvoller König der Herzen, zieh mich nach Dir! meine Seele ist verwundet von Liebe zu Dir! und ich fühle ein heftiges Verlangen, Dich immer mehr zu lieben.-Hochgelobt sey Jefus, das wahre Leben meiner Seele, im heiligen Sacramente! Jesus! Du Gott der Liebe! Obschon voll reinster Ehr urcht, bin ich doch nicht würdig, Dich zu empfangen! Darum werfe ich mich mit der liebenden Büßerinn Magdalena zu deinen heiligen Füßen. Ach, daß die Thränen der Neue aus Liebe das Feuer deiner Liebe in mir vermehrten. Hochgelobt sey Jesus, meine reinste Seligkeit, im heiligen Sacramente! O Jesus! Du süßeste Ruhe meines Herzens! in Dir finde ich meine heiligste Freude, meinen süßesten Trost und mein vollkommenes Vergnügen, bis ich dein heiliges Angesicht im Hims mel werde anschauen können.-Hochgelobt sey Jesus, meine ewige Liebe, im heiligen Sacramente! Gelobt, geliebt und angebethet sey ohne End' das allerheilige fte Sacrament. O Herr Jesus Christus! der Du auf dem Altare des Kreuzes in deinem schmerzlichen Tode das blutige Opfer für die fündige Welt entrichtet, und zu deffen Erinnerung bey dem letzten Abendmahle das allerheiligste, unblutige Opfer deines Leibes und Blutes in dem heiligen Altars: Sacramente eingesetzt, und den Priestern die Vollmacht und den Auftrag ertheilet hast, dasselbe dem bimmlischen Vater darzubringen, und den Gläubigen auszuspen= den: Verleihe uns die feurigste Andacht zu diesem anbethungswürdigen Geheimnisse, damit wir, deines bittern Leidens und Sterbens eingedenk, die Früchte unserer Erlösung, und die Kraft dieses unendlich verdienstlichen Opfers im Leben und im Sterben genießen mögen. Amen. Durch die Verdienste unsers Herrn Jesus Christus, und durch die Kraft des heiligen Meßopfers segne uns der allmächtige Gott, Vater, Sohn und heilige Geist. Und die Geelen als ler Christgläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden. Amen. 1 VII. 40 mill. Andachtsübungen ben der feyerlichen Procession. Erwägung und Gebeth bey dem ersten Evangelium. Jesus, wahrer Mensch. 550 Jesus Christus, obschon Er Gott gleich, ja felbst Gott war, fo erniedrigte Er sich doch, uns armen, durch die Sünde zu Grunde gerichteten Menschen zu Liebe, so tief, daß Er selbst Mensch werden, und sich unter die Sünder zählen lassen wollte. Er wollte uns erlösen, durch einen schmerzhaften Tod am Kreuze erlösen; Er wollte uns den Weg des Himmels lehren, - durch seine Beyspiele lehren. Als wahrer Gott hätte Er nicht leiden, uns nicht menschliche Beyspiele hinterlassen können. Er ward also Mensch, nahm aus der reinsten Jungfrau Maria einen wahren menschlichen Leib an, wandelte drey und dreyßig Jahre auf Erde, lehrte, zeigte den Weg der Tugend zum Him mel, und starb endlich am Kreuze für uns. Mit diesem noch nicht zufrieden, hinterließ Er uns auch im heiligsten Sacramente des Altars zum Unterpfande feiner dauernden Liebe seinen heiligen Leib und sein heiligstes Blut. - Dank sey Dir, Herr Jesus Christus! daß Du für uns Mensch geworden bist, uns deine heiligen Lehren verküns det, uns zu Liebe Dich am Kreuze geopfert, und deinen heiligsten Leib, dein heiligstes Blut zurückgelassen hast. Wie sollen wir Dir diese Liebe vergelten? 3war begehen wir heute feyerlich dein Andenken, wir begleiten Dich), und bekennen öffentlich unsern Glauben an deine Gegenwart im heiligsten. Sacramente. Allein Du begnügest Dich nicht mit äußerlichen Ehrenbezeigungen Du willft uns, und zwar ganz- besigen, uns, denen Du Dich gleichs falls geschenket, welche Du mit deinem Blute Dir erfaus fet hast. Ja Herr! ohne allen Vorbehalt übergeben wir uns Dir; denn Du allein verdienst als das höchste Gut, alle Liebe. Segne dieß Opfer unserer Herzen; erfülle fie mit deiner Liebe, stärke sie mit deiner Gnade, damit wir durch Unbethung und Verehrung dieses heiligsten Sacramentes an deine Tugenden und Leiden kräftig erinnert, zur Anhörung deiner Lehre, und Befolgung deiner Beyspiele ermuntert, und deiner unverhüllten Anschauung von Angesicht zu Angesicht einst ewig theilhaftig werden. Amen. Gebeth.( Nach jedem Evangelium.) O Gott! der Du uns unter diesem wunderbaren Altars- Sacramente ein Denkmahl deines Leidens hinterlassen haft! Wir bitten Dich, verleih uns, die heiligen Geheims 1 Frohnleichnams Andachten. 337 niffe deines Leibes und Blutes so zu verehren, daß wir die. Früchte deiner Erlösung an uns selbst erfahren mögen! Der Du lebest 2c. adid Herr! Du bist unser Bater; wir Alle sind das Werk deiner Hände. Bürne nicht, Herr! und gedenke nicht unserer Miffethat. blicke auf uns herab; wir Alle sind dein Volk. Herr! verfahre nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergilt uns nicht nach unserer Bosheit. a Lasset uns bethen: O Herr! der Du durch die Sünde beleidiget, durch die Buße aber besänftiget wirst, sieh gnädig auf das Gebeth deines vor Dir auf die Knie hingewor= fenen Volkes, und wende von uns ab die Geißel deines Zorns, die wir unserer Sünden wegen verdienen, durch Christus unsern Herrn. Amen. 3um Segen: Der Nahme des Herrn sey gebenedeyt. Von nun an bis in Ewigkeit. Unsere Hülfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes komme über uns, über diesen Ort, und über die Früchte der Erde, und bleibe im. mer bey uns. Amen. Erwegung und Gebeth beym zweyten Evangelium. Jesus unser Erlöser. Die Einwohner von Judäa und Jerusalem ließen sich im Jordanflusse von Johannes taufen, und bekannten ihre Sünden. So ehrten sie den heiligen Borläufer des Messias, fo fchickten sie sich auf seine Predigten zur Besserung des Lebens an. Heute steht mitten unter uns ein höherer Prophet, der wahre Messias, unser liebevoller Erlöser; Er, dessen Schuhriemen aufzulösen Niemand würdig ist. Schon hat er an uns erfüllet, was Johannes von Ihm gesagt hatte, daß Er mit dem heiligen Geiste taufen würde. Wir sind in seinem, und seines Baters, und des von Beyden ausgehenden heiligen Geistes Nahmen getauft worden. Durch den Werth seines Blutes sind wir von der Sünde befreyet, und wieder Kinder Gottes, und Erben des Himmels geworden, und noch versichert Er uns der Verzei hung, wenn wir je für unsere wirklichen Sünden wahre Buße thun wollen. Laßt uns also heute, wie ehedem die Juden dem Johannes jugingen, unserm Jesus entgegen ziehen, und Ihn mit Herz und Mund preisen; laßt uns vor Ihm gleichfalls unsere Verbrechen bekennen, bereuen und sagen: 22 VII. Abschnitt. Jesus! gütigster Erlöser! Du haft uns in der heiligen Taufe mit der Liebe deines Vaters das Recht zum Himmel wieder geschenkt, und uns zu Mitgliedern deiner heiligen Kirche gemacht. Wir danken Dir von Herzen für diese Wohlthat. Hätten wir uns doch immer derselben würdig betragen! Wir bekennen voll Reue unsere Sünden. Lamm Gottes! das Du die Sünden der Welt durch deinen Tod am Kreuze wegnimmst, erbarme Dich unser! Wir entsagen auf's Neue heute wieder der Welt, dem Fleische und dem Teufel; wir verabscheuen jede Sünde, und wollen sie ernstlich, wie ihre Gelegenheiten, meiden; wir schwören zu deiner Fahne, zur Fahne des Kreuzes; stärke uns im Kampfe gegen jede Versuchung zum Bösen, laß die Kraft deines heiligen Geistes zu allem Guten in uns wirksam seyn, damit wir unsern bösen Neigungen, und der Welt abgestor. ben, Dir leben, und ewig mit Dir als unserm Erlöser vers einiget bleiben. Amen. Gebeth.( Wie nach dem ersten Evangelium.) Gott! der Du uns 2c. 338 Herr gib uns deinen Frieden in unsern Tagen, weil Nie mand für uns streitet, als Du unser Gott! Friede sey in deinem Nahmen, und Ueberfluß in deinen Häusern. Lasset uns bethen: O Gott! von dem heilige Begier: den, heilsame Rathschläge und gerechte Werke herkommen; verleihe deinen Dienern jenen Frieden, welchen die Welt nicht geben kann, daß wir von ganzem Herzen deinen Ge bothen gehorsamen, und, nach verschwundener Furcht vor unsern Feinden, unsere Tage unter deinem Schuße ruhig fortleben mögen, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. Zum Segen. Der Nahme des Herrn sey gebenedeyt: c. ( Wie beym ersten Evangelium) Erwägung und Gebeth beym dritten Evangelium. Jesus unser Seligmacher. Der fromme Zacharias opferte am Altare das RauchwerkHerz und Sinn im eifrigsten Gebethe zu Gott erhoben, daß Er fich würdige, den Messias auf die Welt zu schicken. Das gute Bolk bethet indeß gleichfalls, und vereiniget sich mit dem Fle Frohnleichnams Andachten. • ben des frommen Mannes. Gott würdigte fich, durch einen En gel anzudeuten, daß der Vorläufer des Messias geboren werden follte, der den Auftrag habe, wie einst Elias, die Israeliten zu Gott zu bekehren, und so dem Herrn eine vollkommene Gemeinde zu bereiten. Ulles dieß ist nun erfüllet. Johannes wurde geboren, und bereitete die Juden zur Ankunft des Messias vor, Jesus der wahre Messias und Seligmacher, brachte sein gnadenreiches Gefeß auf die Welt. Er lehrte uns in Gott selig und zufrieden werden, und, damit wir dieses geistige Leben im Ueberfluße hätten, gibt Er sich selbst uns zur Speise und zum Trank, wodurch Er uns seine Liebe zum Guten einflößt, damit wir als eine Ihm und seinem Vater wohlgefällige Gemeinde, ewig selig werden können. Jesus! göttlicher Heiland und Seligmacher aller Men. schen! sieh, heute sind die Priester deiner katholischen Kirs che mit ihrem gläubigen Volke im Gebethe zu Dir begrife fen, Dir die schuldige Anbethung zu erweisen, und ihre Angelegenheiten vorzutragen. Erhöre gnädig ihr demüs thiges Flehen, vermehre unsern Glauben, befestige unsere Hoffnung, entzünde unsere Liebe zu Dir und dem Nächsten; flöße uns Gehorsam gegen deine heiligsten Gebothe ein; einige, heilige, vervollkommne deine Gemeinde, beschüße deine heilige Kirche, leite alle geistlichen und weltlichen Obrigkeiten, gib uns Allen deine Gnade, schenk uns den Geist der wahren Buße, und Verzeihung der Sünden. Laß uns allezeit mit Nußen, besonders in der Stunde des Todes, von deinem heiligen Tische gespeiset werden. Gib uns unser tägliches Brot; Alles, was uns zur Erhaltung unsers Lebens vonnöthen ist; wende gnädig Alles ab, was unsere zeitliche Wohlfahrt störet, damit wir durch getreue Anhänglichkeit Dir wohlgefällig werden, und Dich als un fern Seligmacher ewig preisen mögen. Amen. Gebeth.( Wie nach dem ersten Evangelium.) Gott! Der Du uns u. f. w. Dieses ist das Brot, welches vom Himmel gekommen ist, das Brot, welches der Seele das Leben mittheilet. Wer von diesem Brote ist, wird ewig leben. Der Herr wird uns seine Gnade schenken, und unser Land wird fruchtbar seyn. Laßt uns bethen: Allmächtiger Gott! wir flehen demüthig und voll Vertrauen zu deiner Batergüte, daß Du 22 VII. Abschnitt. 340 Dich würdigest, mit deinem Segen zu beglücken, und mit wohlthätigem Regen zu erfreuen die Feldfrüchte und Gren zen deiner Diener, schädliche Ungewitter abzuwenden, Ueber. schwemmungen Einhalt zu thun, eine gesunde Luft zu verleihen, und von allen feindlichen Verheerungen im Frieden uns zu schüßen, welche Du durch den Leib und das Blut deines Sohnes erlöset hast. Durch eben denselben Jesus Christus unsern Herrn, welcher mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 3um Segen. Der Nahme des Herrn sey gebenedeyt. ( Wie beym ersten Evangelium.) Erwägung und Gebeth beym vierten Evangelium. Jesus wahrer Gott. Das wahre Licht, das alle Menschen auf den Wegen des Heiles erleuchtet, kam auf diese Welt. Das Wort ist Fleisch geworden, d. h, der Sohn Gottes ist Mensch geworden; Er wandelt als Gottmensd) auf Erden, und wohnet noch im heis ligsten Sacramente unter uns. Er bewies durch viele Wunder, daß Er der wahre Sohn Gottes fey, und zeigte an sich eine Herrlichkeit, welche Ihm als den Eingebornen des Vaters gebührte. Wir erkennen, o Jesus! und wir bekennen Dich als den wahren Sohn des lebendigen Gottes, den Er von Ewigkeit gezeuget, und der Einer Natur und Wesenheit mit Ihm ist. Du bist das Leben, die Wahrheit und das Licht, das alle Menschen erleuchtet, welche in diese Welt kommen. Erhalte uns die Gabe des heiligen Glau bens, und gib, daß deine heilige Lehre allen un- und irrgläubigen Menschen auf Erden bekannt, daß dein Nahme von Allen geheiliget, und das Vertrauen und die Hoffnung auf Dich, o Jesus! gestärket, und die heilige Liebe gegen Dich in uns entzündet werde. Du bist hier unter uns als wahrer Gott, und als wahrer Mensch zugegen, um Alle zu erquicken, welche mit Mühe und Arbeit beladen sind. Du kennest unsere Schwäche; unterstüße uns mit deiner allmächtigen Hülfe, würdige Dich, uns zu erleuchten, damit wir uns niemahls von den Neizungen der Verführer, oder von der Sünde verblenden, und durch keine unserer 341 Frohnleichnams Andachten. Neigungen auf die breite Straße des Verderbens irre füh ren lassen. Wir sind durch Dich Kinder Gottes geworden, erhalte uns diese Würde, und verleih, daß wir durch willis gen Gehorsam gegen deinen himmlischen Vater, durch herzliche und thätige Liebe gegen Freunde und Feinde, vorzüge lich aber durch Nachfolge deiner Sanftmuth und Demuth deine Jünger werden, und in deinem Lichte wandeln, bis wir Dich in der Herrlichkeit deines Vaters als Erben seines Reiches, als deine Brüder und Miterben durch die ganze Ewigkeit preisen; der Du mit demselben und dem heiligen Geiste als wahrer Gott lebest und herrschest, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebeth.( Wie nach dem ersten Evangelium.) O Gott! der Du uns u. f. w. O heiliges Gastmahl, in welchem Christus als Speise genossen, das Andenken seiner Leiden erneuert, das Herz mit Gnade erfüllet, und uns das Unterpfand der ewigen Herrlichkeit gegeben wird. Alleluja! Herr! laß uns deine Herrlichkeit erfahren, und schenfe uns deine Hülfe. Lasset uns bethen: Verschone, o Herr! verschone dein Volk, und laß uns, durch den kostbaren Leib und das Blut deines Sohnes Erlösete, nicht durch Drangsale, Kriege, Krankheiten, Ungewitter und andere Ulebel geplagt werden. Durch eben denselben Jesus Christus unsern Herrn, welcher mit Dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. -- Gebeth bey dem letzten heiligen Segen. Göttlicher Heiland! der Du uns deinen heiligsten Leib, und dein fostbarstes Blut in dem Sacramente des Altars hinterlassen hast; ich bethe Dich an, ich hoffe auf Dich, ich liebe Dich, und bereue meine Sünden mit dem ernstlichen Vorsage, mich wahrhaft zu bessern. Ich danke Dir für dieses Opfer deiner unerschöpflichen Liebe, und da Du, die Quelle des Segens, hier zugegen bist, so bitte ich Dich, ers theile deinen göttlichen Segen mir, und Allen denen, für welche ich die Meinung habe, gleiche Gnade zu erbitten. Segne mich mit demselben Segen, mit welchem Du deine Mutter und Jünger in der Stunde deiner wunderba 349 VII. Abschnitt. ren Himmelfahrt gesegnet haft! zieh mein Herz an Dich, damit ich durch alle meine Begierden, durch meinen ganzen Wandel dort wohne, wo ich Dich ewig zu loben hoffe und verlange. Segne mich) mit deinem Segen, der mich zu eis nem andern Menschen mache, der mich mit Dir auf's in nigste vereinige, der mich mit deinem Geiste erfülle, und mir ein Unterpfand desjenigen Gegens werde, den Du deinen Auserwählten in jenem Leben vorbehalten hast. Segne meinen Leib, und meine Seele. Segne meine Augen und Ohren, und wende sie von dem Unschauen und Anhören aller eitlen, besonders unerlaubter Gegenstände ab. Segne meine Zunge, und lege den Finger deiner Gnade auf mei nen Mund, daß aus ihm feine unanständigen Worte hers vorkommen. Segne mein Gedächtniß, daß ich nichts gedenfe, als Dich; meinen Verstand, daß ich in allen Geschöpfen nichts betrachte, als Dich; meinen Willen, daß ich nichts liebe und verlange, als Dich, oder wegen Dir. Segne all' mein Thun und Lassen, mein ganzes Leben, und das Ende desselben. Darum bitte ich Dich durch deine heiligste Menschwers dung, durch deinen bittersten Tod am Kreuze, durch deine fegenvolle Gegenwart in diesem allerheiligsten Sacramente. Sieh, mit heißester Sehnsucht erwarte ich deinen Ses gen, und spreche mit gebeugten Haupte: Der Segen des allmächtigen Gottes des Vaters, des Sohnes+ und des heiligen Geistest, komm herab über mich( über diesen Ort, über meine Wohnung, über alle die Meinigen, und über die Früchte der Erde), und bleibe allezeit unter uns. Amen. Abendbethstunde am heiligen Frohnleichnams- Feste. Das glaubende Herz vor dem hochwürdigsten Gut. Eingang. Du bist Christus, der Sohn des lebenden Gottes. Herr! öffne meine Lippen, und mein Mund wird dein Lob verkündigen.- Gott! denk auf meine Rettung; Herr! eile mir zu helfen.- Ehre sey dem Vater zc. Anbethung. Jesus Christus, den Urheber des Glaubens, der aus dem Schooße des Vaters in diese Welt gekommen ist, das helle Licht des Glaubens anzuzünden, bethe, o meine Seele! in der Völle des Glaubens an,» Unserm Herrn Jesus Christus, der die Herrlichkeit des dreyeinigen Gottes den Finsternissen der Unwiffenheit leuchten gemacht, bring', o meine Seele! ewi ges Lob, und unendlichen Dank.< - - Frohnleichnams Undachten. 343 Jesus Christus, den getreuen Beugen, den Erstgebornen der Todten, den Fürsten der Könige dieser Erde, der sein herrliches Reich des Glaubens in der Völle der Zeiten errichtet hat, bethe, e meine Seele! in tiefster Demuth im allerheiligsten AltarsGeheimnisse an, und stimme in den Lobgefang aller Engel und Heiligen im Himmel ein: Heilig! heilig! heilig ist der Herr, der allmächtige Gott! der Herr der Heerscharen! Himmel und Erde sind seiner Herrlichkeit, Majestät und Ehre voll.- Ehre sey dem Vater zc. ● I. 2obgesang. Die Liebe hat Dich uns gegeben, geheimnisvolles Himmelss brot! zu unsrer Seele höherm Leben, zur Rettung von dem ew'gen Tod. Kommst Du nicht in mein Herz hinein, so kann in mir kein Leben seyn. komm, des Himmels beste Speise, recht oft in meine Gees le, Du, sey mir auf meiner Pilgerreife Erquickung, Stärke, Trost und Ruh. Ach! Heil und Leben wünsch' ich mir; d'rum sehn' ich mich so sehr nach Dir. Doch soll ich, was ich suche, finden, sollst Du mir Brot zum Leben seyn, so sey vom Unrath aller Sünden, mein Herz durch wahre Buße rein; weil zum Gericht und Tod Du bist, dem, der unwürdig Dich genießt. Antiphon. Für wahr! für wahr! ich fage euch, wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht effet, und sein Blut nicht trinket, werdet ihr das Leben nicht in euch haben.- Wie ich durch den Vater lebe, so wird auch der, der mich ist, durch mich leben. Joh. 6, 54, 58. Wer unwürdig ist und trinkt, der ist und trinkt sich das Gericht hinein, weil er den Leib des Herrn nicht unterscheidet. Paulus 1. Korinth. 11, 29. Gebeth. Herr Jesus Christus! so oft ich Unwürdis ger es wage, deinen heiligen Leib zu empfangen, laß diesen Genuß mir nie zum Gerichte und zur Verdammniß gereis chen, sondern laß ihn mir vielmehr nach deiner Güte einen mächtigen Schutz und eine heilsame Arzeney des Leibes und der Seele werden, der Du mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes lebeft und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. II. Glaubens psalm. Jesus! Du Sohn des lebendigen Gottes, Du Sohn der ses ligsten Jungfrau Maria! Jesus! unser Gefeßgeber, Erlöser und Heiland, Du wahrer Gott und Mensch zugleich! In tieffter USALLAL 344 VII. Abschnitt. Demuth beugen wir unsere Knie vor Dir, und liegen voll Ehrfurcht vor deinem heiligsten Throne. In deinem heiligsten Nahmen versammeln wir uns, im Geiste und in der Wahrheit Dich anzubethen. In unsern Kirchen bist Du mit Gottheit und Menschheit zugegen; zu, deinem Andenken hast Du vor deinem Leiden dieses Geheimniß gestiftet. Immer sollte dieses Denkmahl deiner Liebe bestehen, Du erneuerst es täglich auf unsern Altären. Im= mer haben wir deinen heiligsten Leib, und dein kostbares Blut gegenwärtig vor uns, welches Du für uns am Kreuze geopfert haft. In diesem heiligsten Sacramente gibst Du uns Dich selbst zu ge nießen; Du selbst wirst uns Unterpfand des ewigen, seligen Les bens. In voller Unterwerfung des Verstandes glauben und bes kennen wir dieses; denn Du redest nur Worte der Wahrheit und des ewigen Lebens. Jesus! wer kann dieses Wunder deiner Allmacht und Liebe begreifen! Deine Barmherzigkeit währet von Geschlecht zu Geschlecht. Ihr Christen kommet, laffet uns niederfallen, Jesus anzubethen; laffet uns bey dem ewigen Worte, das uns erschaffen hat, weinen vor Freuden. Junge und Alte, Reiche und Urme! preiset voll Dankbarkeit seine göttliche Liebe, verkündet laut die Hoheit seines heiligsten Nahmens. In seinem Heiligthume ist Herrlichkeit und Heiligkeit! die Chöre der Engel umgeben voll Ehrfurcht seinen heiligsten Thron. In ihrer Mitte laffet uns Ihn loben und preisen; erhebet Herz und Hände voll Undacht zu Ihm. Ihm schenket voll Freuden euere Herzen zum wohlgefälligen Opfer; denn Er ist unser Gott, und ewiger König. Jesus! erhalt und vermehre in uns den Glauben; jeßt, und in Ewigkeit, gebühret Dir Anbethung und Liebe. Die Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste, wie sie war im Anfange, jegt und allezeit und zu ewigen Zeiten. Amen. III. Gütigster Heiland, Jesus Christus! ich erkenne deine Gnade, daß Du mich zum wahren Lichte des Glaubens berufen, und in das Reich deiner Liebe aufgenommen hast. Gepriesen sey in Ewigkeit deine unendliche Güte, die mich) von dem Schatten des Todes bewahret, und auf den rech ten Weg des Lebens geleitet hat. Ich sage Dir ewigen Dank für die unschäßbare Gnade des Glaubens, und bekenne mit Herz und Mund, was Du durch deine Apostel in der Welt hast verkünden lassen. Ich glaube an Gott dem Vater, allmächtigen Schöpfer 2. Dieß ist jener Glaube, den Du, mein Herr und Gott! geoffenbaret hast, den die Apostel gelehret, und die Kirche allezeit gehalten hat; freywillig bekenne ich diesen Glaus Frohnleichnams Andachten. 345 ben, und will ihn mit deiner Gnade, o mein Heiland! standhaft bewahren bis zum letzten Hauche meines Lebens; denn Du, o Jesus! bist die ewige Weisheit, der nichts verborgen ist; Du bist die unfehlbare Wahrheit, welche nicht irren, und nicht betriegen kann. Auf dein beiliges Wort, auf deine Offenbarung gründet sich mein Glaube, in welchem Du mich) standhaft erhalten wolleft bis in den Tod.. Ich lebe in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebet, und sich selbst für mich dargegeben hat. Bater unser zc. Gelobt und angebethet sey ohne End', Jesus in dem heiligsten AttarsSacrament. IV. Unergründlich sind deine Geheimnisse, Jesus Christus! welche Du in deiner Kirche hinterlegt und eingeseßet hast; erleuchte meine Augen durch das Licht des Glaubens, damit ich erkenne die Hoffnung des Berufes, und den Reichthum der herrlichen Erbschaft der Heiligen. Oheilige Kirche! wie glorreich hat Dich mein Heiland gemacht, wie herrlich ist der Glanz, der aus deinen hohen Geheimnissen hervorz leuchtet; mit dir bekenne ich den einzigen und dreyeiniger Gott, und bethe Ihn als den allmächtigen Schöpfer, Herrn und Erhalter des Himmels und der Erde in tiefster Demuth an, und liebe und preise Ihn als die unversiegbare Quelle aller guten Gaben und aller vollkommenen Geschenke. Ich erhebe meine Augen zu Dir, o Jesus! Du Sohn des ewigen Vaters! Von Ewigkeit warst Du beym Bater. Uns Menschen zu lieb' hast Du Dich erniedris get, und bist Mensch geworden aus Maria der Jungfrau. Dem Heile der Menschen hast Du dein Leben auf Erden gewidmet, und für sie die Bitterkeit des Leidens und Sterbens erduldet. Auf einen Felsen hast Du deine Kirche erbauet, und ihr nach, deiner Himmelfahrt in Petrus und seinen Nachfolgern ein sichtbares Oberhaupt gegeben. Und damit deine Verdienste uns immer zu Theil würden, haft Du die sieben heiligen Sacramente, als heilbringende Quel len deiner Gnade eingesetzt, durch welche wir die Nachlaffung der Sünden, die Kraft, gottselig zu leben, die seiligmachung unserer Seelen, und das ewige Leben empfan UTILIMLA 346 VII. Abschnitt. gen in dem Reiche, wo wir ewig mit allen Engeln und Heiz ligen Dich, o Jesus! unsern Herrn und Gott mit dem Vas ter und dem heiligen Geiste loben, preisen, ehren und ans bethen werden in Ewigkeit! Vater unser 2c. Gelobt und angebethet sey ohne End' Jesus in dem heiligsten Altars Sacrament! = V. Göttlicher Heiland! unbegreiflich ist deine Liebe, und unaussprechlich deine Huld und Gnade, mit welcher Du deiner Kirche Dich selbst wahrhaft und wesentlich im allerheiligsten und anbethungswürdigsten Altars- Sacramente hinterlassen hast. O Jesus! ich glaube unges zweifelt, und bekenne feyerlich dieses große Geheimniß; ich halte mich mit fester Ueberzeugung an die Lehre, welche die katholische Kirche von diesem wundervollen Sacras mente allezeit geglaubt hat, und bis an das Ende der Welt glauben wird. Von Dir, göttlicher Lehrmeister! und von deinen heis ligen Aposteln hat sie diesen Glauben empfangen, und vom heiligen Geiste, der sie in aller Wahrheit unterrichtet, hat sie diese Lehre erhalten. Ich danke Dir, o Jesus! von gans zem Herzen danke ich Dir für dieses gnadenreiche Sacras ment, in welches Du die Schäße deiner Liebe niederges legt haft; ich glaube, daß Du, o Jesus! unter den Ges stalten des Brotes und Weines, nach der Wandlung, mit Gottheit und Menschheit, mit Leib und Seele, ganz und unzertheilt; wahrhaft und wesentlich gegenwärtig bist; ich glaube, daß ich in der heiligen Communion deinen wahren Leib, den Du am Kreuze für uns hingeopfert, und dein wahres Blut, das Du zur Vergebung unserer Sünden vergoffen haft, wirklich empfange, und voll dieses Glaubens bethe ich deine höchste Majestät in diesem Sacramente in tiefster Ehrfurcht an. - Oheiliges Sacrament! in welchem der Urheber aller Heiligkeit, Jesus Christus, wahrhaftig enthalten ist; Du bist das heilige Denkmahl seiner Wunder, welches Er uns gegeben hat zur Erinnerung seines Todes; du bist eine geifte liche Speise der Seele, und ein Gegenmittel wider die täg lichen Sünden; du bist ein Unterpfand der künftigen Herrs lichkeit, und der ewigen Seligkeit. O Jesus! möchten doch 347 Frohnleichnams Andachten. alle Menschen einmahl zum seligen Glauben an deine wahre und wirkliche Gegenwart im allerheiligsten Altars- Sacramente kommen, damit sie Alle jener himmlischen Gaben und Segnungen theilhaftig würden, die Du denen mittheilest, die einen lebendigen Glauben an dieses wundervolle Geheimniß haben. Erhalte mich, o Jesus! in diesem Glauben; heilige mein Herz, damit ich jederzeit würdig zu diesem heiligen Sacramente hinzutrete, und genähret und gestärket werde zum heiligen, ewig seligen Leben. 3 Vater unser 2c. Gelobt und angebethet sey ohne End' Jesus in dem heiligsten Altars Sacrament! VI, - - Du, o Jesus! bist der Anfänger und Vollender meines Glaubens; Du hast jetzt mein Herz ganz eingenome men; deine erhabenen Geheimnisse erheben meinen Geist über alles Frdische, und mein Auge ist nur auf Dich ges richtet. Großer Gott, unendliches Wesen! einfach in der Natur, dreyfach in den Personen; ich bethe Dich an, und weihe mich auf's Neue deinem Dienste. Höchstes Gut! uneingeschränkte Allmacht, ewige Weisheit, unergründliche Liebe! meine Seele verlieret sich in deiner Schönheit, und mein Herz gelobet Dir auf's Neue ewige Gegenliebe. Allmächtiger Schöpfer des Himmels und der Erde! ich bin das Werk deiner Hände, und in deiner Gewalt ist mein Daseyn und mein Heil. Kindliche Ehrfurcht durchdringt mein Gemüth, und mein Geist gelobet treuen Gehorsam gegen deinen heiligen und gerechten Willen. Je= sus! Du Sohn des lebendigen Gottes! Du Lehrer der Wahrheit! an Dich glaube ich, Du hast Worte des ewigen Lebens, und dein Evangelium ist eine Kraft Gottes, se= lig zu machen Alle, die daran glauben.-Jesus, mein Erlös ser! der Du für mich gestorben bist, und mich erlöset hast, ich danke deiner Güte in Ewigkeit, und weihe deiner zarten Liebe mein freylich unreines und unwürdiges Herz daß Du in demselben wohnest und lebest, der Du für mich gestorben bist.Jefus, Du Stifter der heiligen Sacramente, die Du zu meinem Heile eingeseßet hast, ich übergebe mich gänzlich dem mächtigen Zuge deiner Gnade, das - - 348 VII. Abschnitt. mit ich im wahren Glauben verharre, und in Liebe vor Dir wandeln möge, bis an das Ende Jesus! meine unendliche, immer neue Liebe im heiligsten Sacramente des Alltars! was fann ich Dir erwiedern für deine erbarmende Güte, nach welcher Du mir dein Fleisch und Blut zum Un terpfande der ewigen Seligkeit gegeben haft? Mein Herz, mit allen seinen Wünschen und Neigungen, will ich Dir opfern. Nimm dieses Dankopfer an, und laß es nie durch irgend einen Feind meines Heiles Dir entriffen werden.- Jesus! unsichtbares Haupt der Kirche, der Du den heiligen Geist, als den Tröster und Lehrer aller Wahrheit, gesens det hast, mit kindlichem Glauben und demüthigen Gehors sam halte ich mich an diese Mutter und Grundfeste der Wahrheit, und in diesem Glauben will ich leben und sterben. Jesus! verherrlichter Sohn Gottes auf dem Throne zur Rechten des Vaters! zu Dir erhebe ich mich, nach Dir sehnet sich meine Seele, wie sich ein Hirsch nach der Wassers quelle sehnet, zieh mich nach Dir, und verleihe mir nach deis ner unendlichen Barmherzigkeit, um deiner Verdienste wil len, das ewige Leben.-Jesus! Du künftiger Nichter der Lebendigen und der Todten, erbarme Dich meiner, und gehe mit mir nicht in das Gericht, sondern laß mich aufers stehen in der Herrlichkeit, und rufe mich mit den Gesegneten deines Vaters in die ewige Seligkeit. Bater unser 2c. Gelobt und angebethet sey ohne End' Jesus in dem heiligsten Altars Sacrament! - — VII. Jesus Christus, mein Gott und Erlöser! den ich im Geiste des Glaubens in diesem heiligen Sacramente anbes the, mit kindlichem Vertrauen knie ich hier vor dem Thros ne deiner Gnaden. Ach, erhöre mein Gebeth, das ich deis ner Liebe aufopfere. Du hast die Macht, die Sünden nach zulassen; denn Du bist der Sohn des lebendigen Gottes und unserer Versöhnung. Berleihe mir ein reumüthiges Herz, und wahre Buße; verzeihe mir, und wasche mich ab in meinem Blute von allen meinen Sünden, damit ich rein vor deinem heiligen Angesichte erscheine, und deiner Liebe immer fähiger werde. Jesus! Du bist für mich ge storben; laß mich deiner Erlösung theilhaftig werden, daß ich durch deinen Tod das ewige Leben erlange. Ertheile mir 349 Frohnleichnams Andachten. deine göttliche Gnade, die mich von dem Bösen abhalte, zu allem Guten stärke, und die beharrliche Treue bis an's Ende in mir wicke. Jesus! im heiligen Sacramente vers borgener Gott! erleuchte mein Herz mit dem himmlischen Lichte des Glaubens, daß ich dieses hohe Geheimniß jederzeit mit zarter Andacht verehre. Jesus, mein theurer Heiland! erhalte in mir die Hoffnung, daß ich an deiner Barmherzigkeit niemahls zweifle, und den Muth nicht sinken lasse, wenn ich in der Angst des Todes das Urtheil deiner heiligen Gerechtigkeit für die Ewigkeit erwarten werde. Jefus, meine Liebe und mein Alles! Ich verlange Dich aus ganzem Herzen zu lieben, ich seufze inbrünstig nach deiner Liebe. Ach! ziehe mein Herz zu Dir, und vereinige es mit Dir durch das zarte und starke Liebesband, welches weder ein Geschöpf, weder mein eigener Wille, weder der Tod zerreißen möge. Jesus! deine Liebe schenke mir in der Zeit, damit ich Dich lieben könne in Ewigkeit. Bater unser 2C. Beschluß. Jesus Christus! das Brot, das Du und gegeben hast, ist dein Fleisch für das Leben der Welt. Es ist das große Geheimniß des Glaubens, den ich in dieser Stunde bekennet, und für mein ganzes übriges Leben ers neuert habe. Laß Dir gefallen meine Andacht, und meine dankbare Liebe. Uch! daß sie würdig wäre, von deinem liebevollen Herzen aufgenommen zu werden. Nie wird die Welt Dich genug loben und preisen können für dieses unergründliche Liebesgeheimniß. Ewiger Dank sey deiner Barmherzigkeit, die ich preifen will in Ewigkeit. Die Kraft dieses hohen Sacramentes, und der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des heil. Geistes, komme über mich, über meine Freunde und Gutthäter, über geistliche und weltliche Obrigkeiten ,, über alle Menschen, über unsere Fluren und Felder, und über die Früchte der Erde, und bleibe über uns ewiglich). Amen. Ungebethet sey ohne End' das heiligste Altars- Sacrament. Herr! erhöre mein Gebeth, und mein Rufen komme zu Dir! Laßt uns den Herrn benedeyen! Gott sey Dank! Und die Seelen aller Christgläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden. Amen. Vater unser zc. USILLMURO JJ9 Y 11. 400. Abendbethstunde am Freytag in der Frohnleichnams- Octav. Das hoffende Herz vor dem hochwürdigsten Gute. Eingang. Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Herr! öffne meine Lippen, und mein Mund wird dein Lob verkünden. Gott! denk' auf meine Rettung! Herr! eile mir zu Hülfe. Ehre sey dem Vater 2c. 2 n h e t b ung. Jesus Christus, den einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen, der sich selbst zur Erlösung für Alle dargegeben hat, bethe, o meine Seele! mit unbeweglicher Hoffnung an. Unserm Herrn Jesus Christus, dem göttlichen Lamme, wel ches für die Sünden der Welt an dem Kreuze geschlachtet wor den, bring', o meine erlöste Seele! das schuldige Opfer der Danksagung und des ewigen Lobes dar. : Jesus Christus, unsern theuern Erlöser, in dessen Nahmen und durch dessen heiliges Blut wir allein das Heil zu hoffen has ben, bethe, o meine Seele! im heiligen Altars Sacramente mit zartem Vertrauen auf seine Liebe und Barmherzigkeit an, und stimme in den Lobgesang aller Engel und Heiligen im Himmel ein: Heilig! heilig! heilig ist der Herr, der allmächtige Gott, der Herr der Heerscharen! Himmel und Erde sind seiner Herre lichkeit voll.- Ehre sey dem Vater 2c. I. Lobgesang. Mein Gott! von vielerley Gebrechen ist meine Seele schwach und wund; o heile meine großen Schwächen, und mach' mich Kranken ganz gesund. Gib durch dein heilig Fleisch und Blut, Gesundheit mir, und Kraft und Muth. vi Ich soll das Böse immer meiden! doch täglich wächst die Sünde schuld. Ich soll im Kreuz geduldig leiden; und ach)! mit fehlt es an Geduld. Stets Gutes thun ist meine Pflicht; allein ich üb' das Gute nicht. Doch, gehe ich zu deinem Mahle, dann wird die Sünde mit verhaßt; dein Fleisch macht mir die Leiden alle zu einer süßen leichten Last; es stärkt und treibt die Seele an, daß sie das Gute wirken kann. Antiphon. Kommet zu mir, ihr Alle, die ihr mit Mühseligkeiten beladen seyd, und ich will euch erquicken.- Jesus bey Matth. 11, 18. Gebeth. Allmächtiger, erbarmender Gott! wir bitten Dich, reinige uns durch dieses heilige Sacrament, und laß es uns nicht zur Strafe; sondern zur Vergebung gereis chen; es wasche uns rein von unsern Sünden; es stärke uns in unsern Schwachheiten; es bewahre uns vor allen Froyntetanams anvuyteil. Gefahren der Welt, und sey den lebenden und den verstorbenen Gläubigen zur Verzeihung aller ihrer Sünden, durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen. II. Hoffnungspsalm. Eilet herben, die ihr mit Mühe und Drangsalent beladen seyd! hier ist euer Gott; er will euch erquicken. Er gab uns ja selbst das Versprechen:» Um was ihr den Vater in meinem Nahmen bitten werdet, das das wird Er euch geben." Eifrig, voll Demuth, Vertrauen und Reue wollen wir bethen; Jesus ist unser mächtigster Fürsprecher bey seinem und unserm Vater. Erlöser! wir vertrauen auf deine Allmacht, Güte und Treue, und hoffen durch deine Gnade und unsere Mitwirkung das ewige Leben. Erhören wolle dein Vater um deines heiligen Nahmens willen unser kindliches Flehen, wir bitten um tägliches Brot für Seele und Leib. Es liegen unsere Sünden schwer auf uns; aber durch dein heiliges Blut hoffent wir Verzeihung zu erhalten. Es floß am Kreuze zur. Tilgung unserer Sünden, und noch ruft es um Gnade und Verzeihung für uns. Ermuntere dich, meine Seele! warum bist du traurig? Hoffe auf den Herrn, und harre auf die Gnade deines Heilandes. Es leidet das Himmelreid) bis an's Ende große Ge= walt! aber wir können Alles in Ihm, wenn Er uns stärket. Effet mein Fleisch! spricht Er; trinket mein Blut! ihr werdet dadurch zum ewigen Leben gestärket. Ewiger Dank fey Dir, o Jesus! Du hast Dich mir selbst geschenket. Ist wohl eine Gnade, die ich von Dir nicht sicher erwarten könnte? Ewig werde ich nicht zu Schanden werden; denn ich habe auf Dich gehoffet. Du bist meine Zuflucht, Du meine einzige Stüße. Eitelkeit ist die Hülfe der Menschen; Thorheit ist das Vertrauen auf sie. Es haben mich die Gottlosen durch ihre sündhaften Werte verwirrt, Drangfale haben mich von allen Seiten umrungen. Eile mich zu retten, bleib mir zur Rechten, damit ich den Kampf mit meinen Feinden zu meinem Heile bestehe. Erlöser! sey Du mein Licht im Leben, mein Heil im Tode; nimm uns einst Alle in deine Seligkeit auf. Erhöhen wollen wir dann in Ewigkeit deinen heiligen Nahmen, voll Dankbarkeit preisen die uns erwiefene Gnade und Huld. Erfreuen sollen sich alle, die auf Dich hoffen, und Du wirst Dich ihnen nahen, und sie werden ewig frohlocken. Ehre sey dem Vater 2c. III. Verzeihung der Schuld. Jesus Christus, Du erbarmender Gott und liebreicher Heiland! welche große Hoffnung, welchen süßen Trost empfinde ich in meinem Herzen, wenn ich das Glück und die Gnade betrachte, die dem verlornen Sohne wi VII. Abschnitt. derfahren ist. Leichtsinnig hatte er das väterliche Hauß verlassen; muthwillig die Gaben des Vaters verpraffet, und dadurch gegen den Himmel und wider den Vater ges fündiget. Und doch, wie liebreich wurde der reumüthig widerkehrende Sohn aufgenommen! O Vaterherz, o Barmherzigkeit! er umarmt den Büßer, und gibt ihm den Friedenskuß. Das neue Kleid, der Ning an der Hand, und das Freudenmahl zeigen die Güte und Liebe des Vaters. 332 1 O Jesus! was soll ich nicht hoffen von deiner Barmherzigkeit, welche in diesem Vater abgebildet ist! Ich erscheine wieder vor deinem heiligen Altare, und mit reumü thigem Herzen seufze ich: Bater! ich habe gesündiget ges gen den Himmel und vor Dir! O ich unwürdiges, undanks bares Kind! verzeihe mir meine vielfältige Sündenschuld! Ach, deine Liebe tröstet mein gebeugtes Herz, und zuvere sichtlich hoffe ich die Gnade der Versöhnung. Du gibst mir den Kuß des Friedens, und nähreft meine schmachtende Seele sogar mit deinem heiligsten Leibe und Blute. Jesus! wie gnädig bist Du. O Trost für mein füns diges, aber büßendes Herz! nie will ich kleinmüthig were den, sondern in Reue und Liebe zu Dir auf dem Wege deiner Gebothe zurück kehren, und Verzeihuug und Ruhe in deiner Liebe suchen. Aus den Psalmen Davids. Erbarme Dich meiner, o Herr! und sieh herab auf meine Demuth. Zu Dir habe ich meine Seele erhoben; gedenke deiner Erbarmungen. Um deines Nahmens willen wirst Du mir meine Sünden verzeihen; deine Barmherzigkeit habe ich immer vor meinen Augen. Du kennst meine Sehnsucht nach Dir; und meint Seufzen ist Dir nicht verborgen. Wasche mich von meinen Gün den. Erschaff', o Gott! ein reines Herz in mir. Erbarme Dich meiner, o Gott! erbarme Dich meiner; denn auf Dich vertraut meine Seele. Ehre sey dem Vater 2c. Herr! zeige mir deine Barmherzigkeit, und laß mich dein Heil erfahren. Gebeth. Laß Dich, o Herr! versöhnen, und verleihe mir die Nachlassung meiner Sünden, damit ich zugleich von allen Makeln gereiniget werde, und mich forthin deiz nem Dienste freudig ergebe, der Du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Frohnleichnams Andachten. 353 O Jesus! Du bist das unblutige Opfer auf dem Kreuze Altare für die Sünden der Welt. Vater unser zc. Gelebt und angebethet fen ohne End' Jesus in dem heiligsten Altars Sacrament. : 2 IV. Nachlaffung der Strafe. Liebvollster Heiland! welchen Trost gibt mir die büBende Magdalena, die zu deinen Füßen die vollkommene Nachlaffung ihrer Sünden erhalten hat. Viele Sün, den wurden ihr nachgelaffen, weil sie viel geliebt hat. Ach! daß ich in meinen Herzen auch vernehme deine huldreiche Lossprechung:» Dein Glaube hat dir geholfen: deine Sünden sind dir vergeben, geb' in Frieden. Wie Magdalena, glaube ich, daß Du mein Gott und Erlöser bist; wie Magdalena, bereue ich meine Sünden aus dem innersten Grunde meines Herzens, und liebe Dich, o Du allerliebenswürdigstes Gut! und wünsche Dich immer mehr zu lieben, wie Magdalena. O Ach, mein Jesus! kann und soll ich nicht auch hoffen, daß Du mir die verdiente Strafe gnädig nachsehen werdest?- barmherziger Heiland! gedenke der Schmerzen, die Du für mich gelitten, deines Blutes, das Du für mich vergossen, deines Todes, den Du für mich erduldet hast. Diesen unendlichen Werth deiner Genugthuung opfe. re ich deiner Gerechtigkeit auf, und lege zugleich auf den Altar deiner Gnaden mein büßendes Herz hin, abgeschälet von der Sinnlichkeit, ganz rein von aller Anhänglichkeit an die Sünde. Mein Leben soll forthin deiner Liebe und deinem heiligen Dienste gewidmet seyn, und so hoffe ich auch die Nachlaffung der Sündenstrafen. Herr! Du wirst mich nicht züchtigen in deinem Zorne! Aus dem Lobgefange des Propheten Isaias. Ich will Dir danken, o Herr! denn Du bist erzürnet über mich gewesen: Dein Zorn aber hat sich gestillet, und Du hast mich getröstet. Sieh! Gott ist mein Heiland, ich will Ihm trauen, und mich nicht fürchten. Der Herr ist meine Stärke und mein Ruhm: Er ist mein Heiland. Herr! Du wirst uns den Frieden geben: Du wirst dein Volk verschonen. Ehre sey dem Vater zc. Wir haben Jesus, den Mittler des neuen Bundes; und sein Blut redet für uns kräftiger, als das Blut Abels. Gebeth. Gott! Du willst Dich lieber d.rer, die auf Dich hoffen, erbarmen, als über sie erzrünen; gib mir 23 SINAA 354 VII. Abschnitt. deine Gnade, daß ich die Sünden, die ich begangen, von Herzen beweine, und dadurch fähig werde, die Gnade deiner Tröstungen zu erfahren. Der Du lebst zc. Jesus im heiligsten Sacramente! dein heiligstes Blut reinige uns von aller Sünde. Vater unser 2c. Gelobt und angebethet zc. V. Gnade zum Guten. Jesus! Du bist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren war. Das Licht und die Lieblichkeit deiner Gnade sind das Mittel, durch welches Du die Hers zen der Menschen an Dich zieheft. Wie liebreich und sie gend hat sie den sündigen Zachaus zu einem wahren Sohne Abrahams gemacht! Der Gnadenblick, mit dem Du ihn auf dem Baume angesehen haft, deine liebevolle Einladung, und deine Gegenwart in seinem Hause haben ihn bekehrt und sein Heil gewirket. Jesus! ich bin un vermögend, Gutes zu thun, und das Heil zu erlangen, ohne die Kraft deiner Gnade. Aber ich hoffe sie von deiner Liebe, und erwarte sie von deiner Barmherzigkeit. Du hast sie durch dein heiliges Leiden und Sterben für mich verdienet: fie liegt in deinen Händen. So wahr Du heute und gestern und in Ewigkeit Jesus mein Heiland bist, so wahr wird auch aus deinen heiligen Wunden, aus deinem liebevollen Herzen, aus deinen heiligen Sacramen ten die Hülfe deiner Gnade über mich kommen, die mich kräftiget und stärket, fromm zu leben, und selig zu sterben. Jesus! auf deine unendliche Güte und Barmherzigkeit feße ich mein ganzes Vertrauen. issue 11 910.00 Aus dem Lobgefange der Mutter Samuels, Hanna. Mein Herz frohlocket in dem Herrn; und in Dir, als meis nem Heilande, bab' ich mich erfreut. Niemand ist so heilig, als unser Herr; und keiner ist so stark, als unser Gott. Der Bogen der Starken ist zerbrochen, und die Schwachen sind mit Stärke umgeben worden. Der Herr macht arm und reich. Er erniedris get und erhöhet. Er zieht den Dürftigen aus dem Staube, und erhebet den Armen von der Erde. Er wird die Schritte feiner Hei ligen bewahren. Niemand wird durch seine eigene Stärke mächtig werden. Ehre sey dem Bater 20. Die Gnade wirke in mir, und führe mich zum ewigen Leben durch Jesus Christus unsern Herrn. Gebeth. Gott! Du Beschützer derer, die auf Dich hoffen, ohne welchen nichts mächtig, nichts heilig Frohnleichnams- Undachten. 355 ist; gieß über mich aus deine Barmherzigkeit und deine Gnade, damit ich durch dieselbe zur ewigen Seligkeit ge lange, durch Jesus Christus unsern Herrn. O Jefus! im heiligen Sacrament zeige den überflüssigen Reichthum deiner Gnade über mir in aller Gerechtigkeit. Va ter unser zc. Gelobt und angebethet 2c. VI.£ rest im Leiden. Dich selbst, o gütigster Heiland! hast Du uns vorgebildet, da Du die Barmherzigkeit des guten Samari tans gegen den armseligen halbtodten Menschen vorges stellet hast. Du erbarmest Dich über unser Unliegen und Leiden, und deine Liebe tröstet die Bedrängten. Du gießest. Wein und Dehl in unsere Wunden, die Krankheiten unserer Seelen zu heilen. Wie oft erweckest Du gute Herzen, welche uns zu Hülfe kommen, und Sorge für uns tragen. 08 Oliebvolles Herz Jesus! es ist deine Wonne, Dich unser zu erbarmen, und jenen zu helfen, die auf Dich hof fen. Du hast Dich erbarmet der Hung'rigen, und ihnen zu Lieb wenig Brote wunderbarlich vermehret. Du haft Dich erbarmet der Kranken, und sie geheilet. Du hast Dich erbarmet der Betrübten, und zu ihrem Troste die Todten zum Leben auferwecket. Du hast Dich erbarmet ver Bedrängten und sie von der Gewalt des Satans erlöſet. Jesus! Du bist die Liebe und Gütigkeit selbst, und ladest alle Mühseligen und Beladenen zu Die ein, um sie zu erquicken. Ach, nur ein verblendetes Herz kann an deiner Liebe und Barmherzigkeit zweifeln! In allen meinen Leis den setze ich mein unveränderliches Vertrauen auf deine erbarmende Liebe und Güte, und ich weiß es, an wen ich glaube, und bin fest überzeugt, daß Trost, Hülfe und Heil von Dir kommt, o Jesus! Aus dem Lobgefange des Propheten Jonas. D Aus meiner Trubsal hab' ich zu Dir, o Herr! gerufen, und Du hast mich erhöret. Ich schien vor deinem Angesichte verwor fen zu seyn, aber ich werde deinen heiligen Tempel wieder sehen. Da meine Seele in mir beängstiget war, hab' ich deiner, o Herr! gedacht. Mein Gebeth wird zu Dir aufsteigen, und deine Barmberzigkeit will ich nicht verlaffen. Lob und Ruhm will ich Dir opfern, und für mein Heil Dir meinem Gott meinem Gott- danken. Ehre sey dem Vater 26. 23 VII. Abschnitt. Jefus! Du bist ein gütiger und barmherziger Gott, geduldig und voll Erbarmung. 356 Gebeth. Allmächtiger Gott! Du Stárke Aller, die auf Dich hoffen, erzeige Dich gnädig meinem Fleben, und weil ohne Dich die menschliche Schwachheit nichts vermag, so verleih mir deine bülfreiche Gnade, daß ich in treuer Liebe Dir anhange, damit mich weder Versuchungen noch Leiden und Widerwärtigkeiten von Dir trennen, durch Jesus Chris stus, unsern Herrn. Amen. Jesus, im heiligsten Sacramente! Du bist den Menschen gleich geworden, und hast unsere Schwachheiten selbst getragen. Vater unser 2c. Gelobt und angebethet zc. VII. Ewiges Leben. In Wie groß ist deine Barmherzigkeit, göttlicher Heiland! auch einem Mörder hast Du das Paradies versprochen, da er an Dich am Kreuze geglaubet, auf Dich gehoffet, und zärtlich Dich geliebt hat. Du schließest Niemand aus, we der von deiner Liebe, noch von deinem Reiche. Wenn ich gefündiget habe, so ist deine erbarmende Güte immer bes reitet, mich in Gnaden aufzunehmen, sobald ich an Dich glaube, meine Sünden von ganzem Herzen bereue, und wahre Buße wirke. Jesus! dein heiliges Kreuz, an dem Du für mich gestorben bist, wird mir den Himmel eröffnen; dein heilis ges Blut, das Du für mich vergoffen hast, wird mir das Heil geben; dein heiliger Tod, den Du für mich gelitten hast, wird mir das ewige Leben erwerben. Daß ist meine zuversichtliche Hoffnung. Auch in der bangen Stunde des Todes will ich diese Hoffnung mit deiner Gnade nicht vers laffen, sondern unverrückt auf Dich sehen, der Du die Aufers stehung und das Leben bist, und auch mir das ewigen Leben geben wirst, wenn ich im wahren werkthätigen Glauben ausharre bis an's Ende. Aus dem Lobgefange des heil. Zacharias. Gepriesen sey der Herr, der Gott Israels; denn Er hat sein Volk heimgesucht und erlöset. Aus dem Hause Davids, feines Dieners, hat Er uns unsere Erlösung geschaffet; damit wir Ihm in Heiligkeit dienen alle Tage unsers Lebens, und damit Er denen leuchte, die in der Finsterniß, und im Schatten des Todes sißen, und unsere Füße auf dem Wege des Friedens leite. Ehre sey dem Bater 26. 357 Frohnleichnams. Undachten. Gebeth. O Gott! der Du in der Demuth deines Sohnes die hinsinkende Welt wieder emporgehoben hast, verleih' mir den beständigen Schuß deiner Gnade, damit ich durch Dich den Gefahren des ewigen Todes entrissen, auch zum Genusse der unvergänglichen Freuden gelangen möge, durch denselben Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. O Jesus, im heiligsten Sacrament! wer dein Fleisch ist, und dein Blut trinkt, hat das ewige Leben. Vater unser zc. Gez lobt und angebethet zc. Beschluß. Jesus Christus, mein liebreichster Heiland! dein gans zes Leben auf Erden, alle deine Geheimnisse, alle Wunder deiner göttlichen Gnade überzeugen mich von deiner Güte und Barmherzigkeit. Und ich sollte nicht hoffen auf Dich, der Du mein einziger und getreuer Erlöser bist? Du bist der gute Hirt, der nicht allein das irrende Schäflein suchet, und auf den Schultern zur Herde zurück trägt, sondern auch seine Seele für selbes einsetzet, und sein kostbares Blut vergießet;- und ich sollte nicht hoffen auf Dich, der Du mein einziger, mein barmherziger Heiland bist? Unschuldiges Lamm! deine Liebe hat Dich zum Opfer gemacht für den armen Menschen, und auch für mich hast Du sterben wollen, um mir das Leben zu geben, und ich sollte nicht hoffen auf Dich, der Du mein einziger, mein allliebender Seligmacher bist? — 11 C O Jesus! Du bist reich an Erbarmungen, und deine Liebe ist unermeßlich. Hier im allerheiligsten Altars- Sacramente ist der wunderbare Gnadenthron, wo ich Verzeis hung der Sünden, Nachlassung der Strafen, Gnade zum Guten, Troft im Leiden, und das ewige Leben erhalte, wenn ich in Glaube, Liebe und Hoffnung treu bleibe meinem Jesus bis an's Ende. Oheiliges Gastmahl! in welchem Christus genossen, das Andenken seines Leidens erneuert, das Gemüth mit Gnade erfüllet, und ein Pfand der künftigen Herrlichkeit uns mitgetheilet wird; in Dir ruht meine ganze Hoffnung, und so komme denn die Kraft dieses hochheiligen Sacraments und der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes über mich, über meine Freunde und Gutthäter, über geistliche und weltliche Obrig USILLML 358 VII. 2bschnitt. feiten über alle Menschen, über unsere Fluren und Fel der, und über die Früchte der Erde, und bleibe über uns ewiglich, Umen.ws b sita amma Ungebethet sey ohne End' das heiligste Ultars Sacrament! Herr! erhöre mein Gebeth, und mein Rufen komme zu Dir. Laßt uns den Herrn preisen! Gott sey Dank! Und die Sees len aller Christgläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden, Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet seyst Du u. Abendbethstunde am Samstag in der Frohnleich nams- Octav. Das liebende Herz vor dem hochwürdigsten Gute. Eingang. Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, Herr, öffne meine Lippen, und mein Mund wird dein Lob verkündigen. Gott! denke auf meine Rettung. Herr! eile mir zu Hülfe. Ehre sey dem Vater 2c. 20 n B e t b ung. Jesus Christus, das allerheiligste Gut, den unendlichen voll kommenen Gott der Liebe im beiligsten Sacramente, bethe, o meine Seele! mit feurigster Gegenliebe an. stad Jesus Christus, der uns seine zärtliche Liebe durch unzählige Gutthaten in seinem Leben und Tode bewiesen hat, bring', o meine Seele! ein gottseliges Dank- und Liebesopfer dar. Jesus Christus! der das allerheiligste Sacrament eingesett hat, um die Herzen der Menschen durch das llebermaß seiner Liebe an sich zu ziehen, liebe, o meine Seele! aus allen Kräften, und stimme in den Lobgesang aller Engel und Heiligen im Him mel ein: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der allmächtige Gott, der Herr der Heerscharen: Himmel und Ehre sind seiner Majes stät, Ehre und Herrlichkeit voll. Ehre sey dem Vater 20. I. obgefang. Geliebt hast Du die Menschenkinder, o Jesus Chriftus! bis an dein End' und noch liebst Du uns arme Sünder; dieß zei: get mir dein Sacrament. Ich seh', wie's deine Freude ist, daß Du hier bey uns Menschen bist. Herr und Schöpfer aller Welten! durch den ein Mensch, ein Christ ich bin; ich soll Dir deine Lieb' vergelten durch treuer gebnen Liebessinn; doch meine Seele lau und kalt; kennt nicht der Liebe Allgewalt!- Wer wird der Kälte mich entheben, die mir zur Last, jum Ekel ist? Wer wird mir treue Liebe geben zu Dir, mein Heiland Jesus Christ? O'dieß dein heilig Fleisch und Blut, gibt und erhält der Liebe Gluth. — Antiphon. Gleichwie mich mein Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt: bleibet in meiner Liebe. Wenn ihr meine Gebothe bala Vivyne Jesus bey ten werbet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben. Joh. 15, 9, 19. Gebeth. O Gott! der Du uns durch deine Sacramente und Gebothe nach deinem Bilde erneuerft; erhalte unfern Wandel auf deinen Wegen, und verleih, daß wir die Gabe deiner Liebe, die Du uns hoffen laffest, durch deine Gnade auch wahrhaft annehmen mögen; durch Christus unsern Herrn. Amen. II. pfa I m. Sehet an den Himmel; er verkündet die Herrlichkeit unsers Gottes. Alles hat der Herr nur uns zu Liebe erschaffen. Seinen eingebornen Sohn schenkte Er uns als Erlöser und Heiland: so sehr hat Er uns in Sünden geborne Menschen geliebt. Sein Cohn ward uns zu Liebe Mensch, um als Gottmensch für unsere Sünden durch seinen Tod genugthun zu können. Seines Gefeßes Inhalt ist einzig nur Liebe:» Liebe Gott über Alles, und wegen Gott den nächsten, wie dich felbst,« so heißen seine Gebothe. So lange Jefus auf Erde wandelte, zeigte Er immer die thätigste Liebe. Aus Liebe zum Bater, aus Liebe zu uns, gab Er am Kreuze sein Leben. Sein Tod ist unser Leben, seine Verdienste sind unser Reichthum; durch Ihn erhalten wir Verzeihung der Sünden. Sein Undenken zu erhalten, hinterließ Er uns sein eigenes Fleisch und lut. Er stärket uns dadurch zum ewigen Leben. Sehet! hier quf unsern Altären ist Er unser tägliches Opfer, und Er hat seine Freude, unter uns Menschenkindern zu wohnen. Sehet hinauf zum Himmel! dort ist Er unser Fürbitter und Mittler beym Vater; durch Ihn sollen wir Miterben seiner Hertlichkeit seyn. Statt Seiner schickte Er uns vom Vater den heiligen Geist, den Geist des Trostes, den Geist der göttlichen Liebe. Sollte es möglich seyn, einen so liebenden Gott nicht zu lieben? Ihn zu vergeffen, zu beleidigen? Geligkeit, Lust und Freude finde. ich in Dir allein, o Jesus! denn Du bist das vollkommenste, liebenswürdigste Gut. So wie die Sterne, so unzählbar sind deine mir erwiesenen Wohlthaten. Mein Gott! Von ganzem Herzen liebe ich Dich über alle erschaffenen Dinge. Sohn Gottes, Erlöser und Heiland! Du starbst für mich; wie soll ich Dir diese Liebe vergelten? Sorgfältig will ich deine Gebothe und Beyspiele beobachten. Gott meines Herzens! dein Geseß ist mein Antheil in Ewigkeit. So wie mich selbst, liebe ich Deinetwegen den Nächsten; denn Du bist ohne Unterschied für Alle gestorben. Eterbend hast Du am Kreuze deinen Peinigern verziehen: Aus Liebe zu Dir verzeihe ich von Herzen Allen, die mich beleidiget baben. Co begierig der Hirsch nach der Wasserquelle sich sehnet, so sehnet sich meine Seele, o Jesus! nach Dir. Sieh! mein Herz schenke ich Dir! entzünde es mit deiner beiligsten Liebe: Was kann ich außer Dir im Himmel und auf Erde begehren? - - Celig sind, die Dich von Herzen aufrichtig lieben, sie werden vom Uleberflusse deines Hauses ersättiget werden. Ehre sey u. III. Jesus! verborgener Gott im heiligsten Sacramente! In den Abgrund meiner Niedrigkeit verfunken, fnie ich) mit innigster Ehrfurcht anbethend und liebend vor deis nem heiligsten Sacramente nieder, o mein Gott und liebe reichster Heiland! ich das letzte deiner Geschöpfe, und doch dein Erlöster, der Preis deines vergoffenen Blutes! Den Strömen deiner Barmherzigkeit, die aus diesem wunderbaren Geheimnisse deiner Liebe entspringen, nahe ich mich; ich nahe mich dem Urquell der Gnaden, der wahren Sonne der Gerechtigkeit, deren Strahlen durch das ganze Weltall sich ergießen, und freygebig Allen sich mittheis len, welche die Augen des Herzens ihr nicht verschließen. Du selbst hast ja dieses heilige Sacrament der Liebe eingefeßet, unsere Herzen an Dich zu ziehen, und durch die Liebe mit Dir zu vereinigen. Es ist ein immerwährendes Opfer, deiner Liebe, daß Du am Kreuze vollbracht, und den Men. schen geschenket hast. Ach, Jesus! ich knie vor diesem wundervollen Liebese geheimnisse, und bitte Dich flehentlich um die unschätzbare Gnade der Liebe. Du bist der Gott meines Herzens, mein Alles, reiß mich los von aller unordentlichen Anhänglich, keit an das Irdische, damit mein Herz ganz dein Eigenthum sey, und Dich über Alles liebe, o Du unerschaffene Liebe! Vater unser 2c. Gelobt und angebethet zc. IV. O Jesus! vermenschter Gott im heiligsten Sacramente! Wohl ist die Vermessenheit groß, daß ein so unwür diges Geschöpf nach deiner hocherhabenen Liebe verlangt, und allerdings würde ich bey dem Bewußtseyn meiner Niedrigkeit nach geringerem verlangen; doch was soll ich Nermster thun, da Du selbst mir befiehlst, daß ich Dich liebe? Erschaffen hast Du mich, daß ich Dich liebe, und drobeft mit deinem ewigen Zorne mir, wenn ich Dich nicht liebe. Dustarbst aus Liebe zu mir, und gebiethest mir drin gend, Liebe von Dir zu verlangen; ja so sehr verlangst Du nach meiner Liebe, daß Du meine Lieblosigkeit wohl eiken Stogneranams anvangren. Lies nend, ein wunderbares Sacrament einfeßteft, das zur be mich entflammen sollte. O mein Erlöser! was bin ich Dir, daß Du mir bes fiehlst, Dich zu lieben, und daß Du um dieser Liebe willen so viele wunderbare Mittel und Wege suchtest? Was gab ich) Dir anders, als Trübfal, Leiden und Marter des Kreuzes? und was gabst dagegen Du mir, als Heil, Frieden und jedes wünschenswürdige Gut? Wenn also Du mich liebteft, der ich in allen nur Leid und Schmerz Dir gab, wie soll ich Dich nicht lieben, v Quell' meines Heils und meiner Seligkeit! Vater unser ic. Gelobt und angebethet zc. 301 V. Jesus! Du ewiger Gegenstand meiner Liebe und Sehnsucht im heiligsten Sacramente. Im Vertrauen auf so viele Pfänder deiner Liebe, auf jenes milde Geboth, kraft dessen Du bis an's Ende des Lebens so liebreich zu deinem heiligen Tische mich einladest, und mir befiehlst, in heiliger Liebe mich mit Dir zu vereinigen, flehe ich um eine andere Gnade zu Dir, daß Du- o Quelle alles Guten, und Geber aller Gaben mir die Liebe selbst verleihest, die Du von mir verlangst; denn nimmermehr vermag ich Dich zu lieben, wenn Du nicht selbst dieses reine, heilige Feuer in meinem Herzen entzün dest. Nicht würdig bin ich, Dich zu lieben; doch Du bist ja aller Liebe werth. Nimmer wag' ich es daher, Dich zu bitten, daß Du mich liebest, sondern daß Du mir gestattest, Dich zu lieben! Was kann ich anders sagen, was seufzen, als: 0 mein Jesus! mein Gott und Alles, ich liebe Dich! OSú. Bigkeit meines Herzens! O Leben meiner Seele! O süße Ruhe meines Geistes! Ounerschaffenes Feuer! wann werd' ich Dich genug lieben können? Wann wirst Du mich durch die brennenden Flammen deiner Liebe ganz reinigen, heilis gen, in dein Wesen verwandeln? Wann wird sich der Schatten dieser Sterblichkeit verlieren, und der Tag der Ewigkeit aufgehen, damit ich noch mehr liebe? Vereinige mich mit Dir, o mein Gott! o meine Liebe! dringe noch mehr in mein Innerstes, damit ich nur Dich, und Dich über Alles liebe. Amen.« Vater unser: c. Gelobt und angeb. zo. - - 302 USILL VII. Abjanit. VI. Jesus! Du himmlisches Manna im hl. Sacramente! Lieben will ich Dich, o Gott! mein Heiland und meine Stärke! lieben will ich Dich, Du Kraft meiner Seele! immerdar will ich Dich lieben, Du unaussprechliche Freude meines Herzens! Nicht mir, Dir will ich die ganze Zeit meines Lebens leben, welches Du, als es durch mein großes Sünden- Elend verloren war, durch deine Barmherzigkeit erneuert hast. Lieben will ich Dich, o mein Heiland, Ers löser und Seligmacher! lieben mit innigster und glühendster Liebe. Alle Gefühle und Begierden meines Herzens will ich, gleich eben so vielen Armen ausstrecken, Dich mit Liebe zu umfassen, o unendlich geliebter Bräutigam meiner Seele, von dem ich alles Gute erwarte! So fest und innig umschließt der Epheu den Baum, um welchen er sich wins det, daß all' seine Fibern Arme scheinen, mit welchen er denfelben umklammert; denn nur also gestüßt, erhebt er sich zum Gipfel, und erreicht seine Vollkommenheit. Um welchen Baum soll aber ich mich schlingen, daß ich wachse und zur Vollkommenheit gelange, die mir gebricht, als um Nimmer wachDich, o mein Heiland! meine Stüße! set der Epheu so sehr, nimmer bringt er auch, wiewohl um seinen Baum geschlungen, so schöne Zweige hervor, als die Seele, welche Dir sich inniglich vereiniget, an Tus genden und Gnaden wachset. - Warum also löset nicht mein ganzes Gefühl sich in Liebe auf, Dich zu umfangen? Warum, ach warum liebe ich Dich nicht aus ganzer Seele, aus ganzer Kraft, und aus innigstem Grunde meines Herzens? Hilf mir, o Gott, o mein Erlöser! zieh mich hinauf zu Dir, da die Laft des sterblichen Fleisches mich unablässig in die Tiefe zieht! Du, o Herr! ließest Dich am Baume des Kreuzes erhöhen, daß Du Alles an Dich zögest; Du verbandest in unaussprechli cher Liebe zwey so ganz verschiedene Naturen zu Einer Pers fon, daß Du Eines mit uns wurdest; oso vereinige denn mein Herz kraft eines so unauflöslichen Bandes mit Dir, daß es Eins sey mit Dir; speise, nähre, erquicke, o Du himmlisches Manna! meine Seele, für ein ewiges, seliges Leben. Amen. Vater unser zc. Gelobt und angebethet Frohnleichnams- Undachten. VII. Jesus! Du anbetbungswürdigster im heiligsten Sacramente! Gottmensch Du Labsal meines Lebens, Licht meiner Augen, Trost in meinen Trübfalen, Hafen, nach welchem meine Sehns sucht strebt, Wonneparadies meines Herzens, Unterpfand meiner Herrlichkeit, Gefährte meiner Pilgrimschaft, geiste liche Nahrung in der Wüste dieses Lebens, Arzney meiner Wunden, milder Bestrafer meiner Sünden, Lehrer meiner Unwissenheit, Führer auf meinem Wege, süße Stätte, wo meine Seele Ruhe findet, Spiegel, in welchem sie sich erfehauet, Stab, auf welchen sie bauet, und köstlicher Schaß ihrer Glorie. Jesus Alles in Allem, Jesus, dem sich alle Knie beugen, im Himmel und auf Erde, und unter der Erde, Jesus, den alle Zungen preisen und preis send bekennen; daß Du der Eingeborne in der Herrlichkeit Gottes, des Vaters seyest, Jesus, im seligen Jubel meines liebenden Herzens lade ich alle deine Geschöpfe ein, Dich, o Du ewige anbethungswürdigste Lies be im heiligsten Sacramente! mit mir zu loben, zu lieben, und zu verherrlichen in Ewigkeit. Lobgefang. - - - 363 So lobet denn alle wunderbaren Werke des Herrn! Jesus, den Sohn des lebendigen Gottes, lobet, liebet und verherrlichet Ihn in Ewigkeit. Ihr Engel und Erzengel! lobet Jesus, den Gegenstand eurer ewigen Freude, und liebet und verherrlichet Ihn in Ewigkeit. Ihr Regenten und Herrschaften, ihr Fürstens thümer und Mächte, lobet Jesus, das getödtete Lamm, das nun auf dem Throne sißet, und würdig ist zu empfangen Preis, Ehre, Ruhm und Macht in alle Ewigkeit.- Lobet, liebet und verherrlicher Ihn in alle Ewigkeit. Ihr seligen Thronen, auf welchen der Herr sißet, und die Welten richtet, ihr Cherubim und Seraphim, die ihr von Liebe zu eurem Schöpfer flammet, lobet Jesus, dem alle Macht gegeben ist, im Himmel und auf Erde, liebet und verherrlichet Ihn in Ewigkeit. Ihr Patriarchen und Propheten, zu denen der Herr geredet, lobet Jesus, euern König, und euern Erleuchter, lobet, liebet und verherrlichet Ihn in Ewigkeit. Ihr Apostel und Evangelisten, erlauchte Bekenner der heiligen Kirche Christus: lobet Jesus, euern Meister und euern Lehrer, liebet und verherrlichet IJhn in Ewigkeit. D glorreiches Heer der Märs tyrer und heiligen Bekenner, lobet Jesus, eure Stärke USILLMU RO VII. Abschnitt. und euer Licht! lobet, liebet und verherrlichet Ihn in Ewigkeit. Ihr frommen und keuschen Jungfrauen, und alle Bewoh, ner der heiligen Sion, lobet Jesus Christus, euern Bräu tigam, und euere Krone, liebet und verherrlichet Ihn in Ewigkeit. Lobe, meine erlöfte Seele! fobe, liebe und verherrliche Jes fus im heiligsten Altars Sacramente, und stim. me zum Preise feiner Liebe den Lobgefang der ganzen Schöpfung an. Gebenedeyt bist Du, o Herr! Du Gott unserer Väter! und lobenswürdig und herrlich! und überaus bocherbas ben in Ewigkeit. Und gebenebent ist der heiligste Nahme Jes sus, und lobenswürdig und über alles hocherhaben in alle Ewigkeit. Du bist gepriesen im beiligen Tempel deiner Herrlichkeit, gepriesen auf dem Throne deines Reiches, gepriesen im allerheis ligsten Sacramente, und lobwürdig und über alles herrlich in Ewigkeit. D allerheiligster Jesus, bist gebenedent, der Du die Abgründe durchschaueft, und über den Cherubinen throneft, und lobwürdig und über alles herrlich in Ewigkeit. Du allermächtigster Jefus, bist gepriefen am Firmamente, des Himmels, und lobwürdig und herrlich in Ewigkeit. Ulle Geschöpfe des Herrn im Himmel und auf Erde! preiset Jesus, euern Schöpfer, im heiligsten Sacramente, lobet, liebet und erhebet Jbn über Alles in Ewigkeit. Ihr Engel des Herrn, preis fet Jesus, den Glorwürdigsten, im heiligsten Sacramente, vor dem ihr aus Ehrfurcht euere Angesichter bedecket: Lobet, liebet 2c. Ihr Himmel und alle Gewässer über dem Himmel: preiset Jesus, den Allervollkommensten, im heiligsten Sacramente: Lobet, liebet 2c. Sonn und Mond, alle Sterne und Kräfte des Himmels! preiset Jefus, den Allerwunders barlichsten, im heiligsten Sacramente: Lobet, liebet zc. Negen und Thau, ihr Stürme und Winde! preiset Jesus, der euch mit seinem Machtworte gebothen hat: Lobet, liebet zc. Feuer und Hige, Kälte und Wärme! preiset Jesus, den Liebreichften, im heiligsten Sacramente: Lobet, liebet 2ç. Eis und Frost, Reif und Schnee! preiset Jefus, den Weifeften, im heiligsten Sacramente: Lobet, liebet sc. Nächte und Tage, Licht und Finsterni preiset Jesus, den Allerehrwürdigsten, im heiligsten Sacramente: Lobet, liebet zc. Blige und Wolken! preiset Jesus, den Allerbarmherzigsten, im heis ligsten Sacramente: Lobet, liebet 2c. Auch du, o Erde, mit allen deinen Geschöpfen, preise Jesus, den Demüthigften, in heiligsten Sacramente, der auf dir in Menschenges stalt einherwandelte: Lobe, liebe und erhebe Ihn über Alles in Ewigkeit. Ihr Menschenkinder alle! preiset Jesus, euern Herrn und Gott, im heiligsten Sacramente, wo Er seine Freude hat, bey den Menschenkindern zu seyn: Lobet, liebet c. Christliches, auserwähltes Volk! preise Jesus, den Mitt ler zwischen Gott und den Menschen, im heiligsten Sacramente: Lobet, liebet 2c. Ihr Priester des Herrn, ihr Frohnleichnams. Audachten. 365 Ausspender dieses Geheimnisses! preiset Jefus, den barmberzigen hohen Priester im heiligsten Sacramente: Los bet, liebet 2c. Ihr Geister und Seelen der Gerechten; ihr Heis lige und von Herzen Demüthige! preiset Jesus, euern Heiland und Seligmacher, im beiligten Sacramens te: Lobet, liebet 2c. Preiset Jesus, denn Er ist gut. Seine Barmherzigkeit dauert ewig. Ihr Sünder! preiset Jesus, euern Begnadiger im heiligsten Sacramente, wodurch Er euch so liebevoll zur Buße Kraft ertheilen will: Lobet, liebet zc. Ihr Gottesfürchtigen preiset alle den Herrn, den Gott der Göta ter; preiset, liebet und danket Jbm, denn seine Barmherzigkeit dauert ewig. Preise, o meine Seele! deinen Gott und Heiland im heiligsten Sacramente; lobe, liebe und danke Ihm jetzt und in Ewigkeit. Amen. Beschluß. Jesus Christus! der Du die Deinigen bis an's Ende geliebet haft; dein ganzes Leben auf Erden war eine immers währende llebung der Liebe, und noch jetzt in der Herrlichkeit des Himmels bist. Du unser barmherziger hoher Priester, unser Fürsprecher beym Bater, und unser Seligmacher. Ach! daß ich doch von ganzem Herzen Dich ents gegen lieben, auf dem Wege, den Du uns vorangegangen bist, dir nachfolgen, und endlich die Seligkeit des Hima mels erlangen möchte, die Du mir erworben hast. Herr! Du weißt alle Dinge; Du weißt auch, daß ich Dich liebe. Odurchdringe mein ganzes Wesen mit dem göttlichen Feuer deiner Liebe, damit nichts mehr mich trennen möge von deis ner Liebe, damit ich mit Dir und in Dir lebe und sterbe. — Mit dieser Bitte um Liebe schließe ich diese An dachtsstunde, und so komme denn die Kraft dieses hochheis ligen Sacramentes und der Segen des Allmächtigen 2c. ( Wie in der vorigen Betrachtung Seite 333 bis zum Ende.) Abendbethstunde am Sonntage in der Frohnleichnams- Octav. Das anbethende Herz vor dem hochwürdige sten Gute. Eingang. Du bist Christus, der Sohn 2c.( Wie oben S. 334.) I. Anrufung um die Gnade des Gebethes.. Ich unterstehe mich, mit Dir, o Herr! zu reden, wiewohl ich nur Staub und Asche bin. Herr, neige deine Ohren 366 VII. Abschnitt. zu mir, und erhöre mich! denn ich bin elend und schwach, von Dir aber wird auch der Arme nicht verlassen. Ich liege vor Dir mit meinem aufrichtigen Gebethe, nicht auf meine Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigfeit fest vertrauend. Das Gebeth des Elenden hörest Du, o Herr! und das zerknirschte Herz ist gewiß, daß Du dein Angesichte ihm zuwenden werdest. Ach, Herr! lehre Du mich bethen, denn ich weißt nicht, wie und was ich bethen soll. Dein heiliger Geist wolle meiner Schwachheit helfen, und mich auf's Beste bey Dir vertreten. Herr! höre mein Wort; denn ich will vor Dir bethen, loben will ich meinen Herrn Jesus Christus mit ganzer Seele. Unbethen ist meine Lust, und Gott lobsingen meine Freude. Jesus! ich habe den Ort geliebt, den deine Herrlichkeit bewohnet. Gib, daß ich würdig vor deinem Angesichte bey deinem Alltare erscheine, und da im Geiste unablässig verbleibe, damit auch Du in den Tagen meiner Wanderschaft und in der Ewigkeit bey mir verbleiben mögest. ** II. Lobgefang. Noch trägst Du unsichtbar die Wunden, die Du, o meiner Seele Gast! am Kreuz in deinen Leidensstunden auf Golgatha empfunden haft; womit dein Blut, o Gotteslamm! die Sünden von uns Menschen nahm. Noch stellest Du auf den: Altären um unsre Sünden zu unblutig zwar zum Opfer Dich zerstören, versöhnend deinem Vater dar. Dieß Sacrament der Liebe spricht:» Ich denke eurer Sünden nicht.«- Jesus; ewig meine Liebe! Ach, daß durch dein verföhnend Blut nicht eine Sünde in mir bliebe! O wäre ich gang rein und gut!( Sib, rein zu seyn, mir Reu' und Schmerz, und, gut zu seyn, ein treues Herz. - - Antiph. Dieß ich mein Leib, der für euch gegeben wird. Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blute, welches für euch wird vergossen werden.( Luk. 22, 19. 20.) Gebeth. Herr! wir bringen Dir dieses Opfer zu deiner Verherrlichung und zu unserer Versöhnung dar, damit Du durch deine Erbarmung uns von allen Sünden entledigen, und unsere wankelmüthigen Herzen leiten, und in Dir befestigen mögest, durch Christus unsern Herrn. Amen. III. 2 n bethungspfalm. unser Gott und Heilig, heilig, heilig ist Jesus Christus Herr! unser Hirt, wir die Herde seiner Weide, die Werke seiner Hand.-Heilig, heilig, heilig ist Jesus Christus- un- Frogmetanams undachten. 367 fer Gott und Herr! unser Haupt, wir Glieder feines Leibes, wir, feine Gemeinde, seine Auserwählten.- Heilig, heilig, heilig ist Jesus Christus- unser Gott und Herr!- der gesegnete Weinstock; wir seine Reben, gepflanzt von der Hand des Baters wir leben von seinem Gnadensafte. Heilig, heilig, heilig ist Jesus Christus- unser Gott und Herr! Ehre fey Ihm, dem geschlachteten Lamme, das hinwegnimmt die Sünden der Welt! Preis sey dem Auferweckten vom Grabe! Unbethung sey dem Sißenden zur Rechten des Vaters! Unbethung sey dem Wieders kommenden, zu richten die Lebendigen und die Todten. Heilig, heilig, beilig ist Jesus Christus- unser Gott und Herr! Ibnlobe Alles unter der Erde; Ihn rühme Alles über der Erde; Ihn preise Alles auf der Erde; Ibn bethe die ganze Schöpfung an! - Heilig, heilig, heilig ist Jesus Christus unser Gott und Herr! Ihm neige sich jedes Haupt; Jhm beuge sich jedes Knie! Ehre nur Ihm allein! Heilig, heilig, heilig ist Jesus Christus unser Herr! T - IV. adian Four Jobs Jesus Christus, Wort des Vaters, Einziger Eingeborner Gottes, ewiger Sohn Gottes! Ich erkenne es und freue mich, daß Du bist, und Sohn Gottes biſt. Du bist der Glanz des unsichtbaren Gottes. Du bist das Bild seiner Herrlichkeit. Durch Dich ist Alles gemacht, was gemacht ist, und ohne Dich ist nichts gemacht, was gemacht ist. Das sündige Menschengeschlecht ist durch) Dich erlöset, und ohne Dich ist Keiner erlöset. Du bist der Heiland der Mittler, der Erlöser der Welt; dein Blut ist gefloffen für Alle. Dir ist alle Gewalt gegeben im Hims mel und auf Erde; Du bist der Hirt der Schafe; durch dein Sterben hast Du fie Alle erkauft; durch deine Allmacht und Güte nähreft, führest, erziehest Du sie zum ewigen Les ben. Dir ist das Gericht übergeben, Du bist der Richter der Lebendigen und der Todten. In deinem Rahmen wird Alles felig, was selig wird; außer deinem Nahmen ist kein Heil. Dir ist ein Nahme über alle Nahmen gegeben, alle Knie im Himmel, auf Erden und unter der Erde müssen sich vor Dir beugen. Du fißest zur Rechten des Vaters, Dein ist das Reich und die Herrlichkeit; Dein sey ewig alle Unbes thung von Allem, was anbethen kann. Du bist unser Herr, unser König, unser Gott. Dich erkennen und deinen Vater, Dich anbethen und deinen Vater, Dir dienen und unserm Bater, sey ewig unser Thun, unser Leben, unsere Seligkeit. 368 USALIMU VII. Abschnitt. V. a Die Seele Christi, jene, mit allen Gaben und Gnaden des göttlichen Geiftes gezierte Seele, heilige mich durch den Glauben, die Hoffnung und die Liebe! O edle Seele Jesus Christus! sey durch deine guadenreiche Vereinigung auch mit mir, und heilige meine Seele mit gottseligen Gedanken und Wünschen! Sen Du die Liebe und das Leben meiner Seele; denn ohne Dich gibt es kein wahres Leben. Der Leib unsers Herrn Jesus Christus, jener, für mein ewiges Heil an's Kreuz geheftete, und im heil. Altars Geheimnisse zur geistlichen Nah rung und Arzney gewordene Leib, erlöse mich. O götte liches Haupt, mit aller Weisheit erfüllet, leite mich auf al len meinen Wegen! Oihr freundlichen, mit Thränen des zärtlichsten Mitleidens beneßte Augen, erfreuet mich mit eis nem Gnadenblicke! O fraftvolle und mit den Worten des ewigen Lebens begabte Zunge, unterweise mich in der Weisheit meines Heiles! O ihr allmächtigen Hände, die ihr den Blinden das Gesicht, den Tauben das Gehör, den Lahmen den Gebrauch ihrer Glieder, den Kranken die Gesundheit, und den Todten das Leben wieder gabet, nehmet von mir alle Schwachheiten hin, die meiner Seele schaden! Ounermüdete Füße, die ihr so viele tausend Schritte machtet, um die verlornen Schafe des Herrn zu suchen, laffet mich euch umfangen, mit Reuezähren beneßen, und demüthig Füssen; denn vor euch, in Reue hingeworfen, hoffe ich gänz liche Nachlassung meiner Sünden zu erlangen. O du mile des und liebevolles Herz! du würdige Wohnung der Gotte heit! du herrlicher Altar jenes Brandopfers der unendlichen Liebe! neige dich zu meinem Herzen, und entzünde es ganz mit göttlichem Feuer, damit ich Dich allein, o Gott meines Herzens! beständig und über Alles liebe. Das Blut un fers Erlösers Jesus Christus, jenes für mich so häufig vergossene Blut tránke mich, daß meine Seele nach den schädlichen Gewässern der schnöden Weltfreuden und unlautern Fleischeslüsten ewig nimmer dürste! O daß es mich mit Geistesmunterfeit und Muth erfülle, daß ich jes den Augenblick bereit sey, eher mein Blut zu vergießen, als das Gesetz meines Gottes zu übertreten. Das Waffer der Seitenwunde Christi wasche mich mehr Frohnleichnams Andachten. 369 und mehr von meinen Sünden, und reinige mich von allen ileberbleibfeln derselben, damit ich frey von aller Makel durch die Deffnung dieser heiligen Seite in dein liebevolles Herz, o Jesus! eingelaffen werde. Das Leiden Chris fti, das Gott mit uns ausgeföhnet hat, stärke mich in allen Widerwärtigkeiten dieses sterblichen Lebens, und verfchaffe mir Stärke, für den Nahmen Jesus Schmach und Inbild mit Freuden zu leiden. 8 O gütigster Jesus! o nie verfiegende Quelle alles Guten! erhöre mich in Allem, was ich zu deiner Ehre, und zu meinem Heile verlange und begehre. 3war bin ich ein großer Sünder, aber deine Milde und Güte verleiht auch dem demüthigen Flehen der Sünder geneigtes Gehör. O gütiger Jesus! erhöre mich. In deine heiligen Wunden, in jene sichere Zufluchtsstatt aller Sünder, verbirg mich, auf daß ich meinen Feinden nicht zum Raube werde, oder in die Hände deiner Gerechtigkeit falle, die ich, leider! durch meine Misfethaten, so oft zum Strafen gereizt habe. In deinen Wunden, o Jesus! will ich wohnen. Da foll meine Ruhe zu ewigen Seiten seyn; da will ich deine Erbarmnisse in Ewigkeit preisen. Laß mich wegen Menge und Schwere meiner Sünden von Dir nicht getrens net werden! Um diefe Gnade bitte ich Dich durch deine heis ligen Wunden, die Du aus Liebe zu mir empfangen; durch dein kostbares Blut, das Du für mein Heil vergoffen; durch dein bitteres Leiden und Sterben, das Du für mich am Kreus ze vollbracht hast. Vom bösen Feinde, der wie ein brüllender Löwe herumgeht und sucht, wen er verschlinge, bes schütze mich, damit er sich niemahls rühmen möge, er habe mich überwältiget. In der Stunde meines Zos des, wann ich, von Allen verlaffen, aus dieser Welt in die Ewigkeit übergehen werde, ruf mich nach deiner unende lichen Güte, und laß das Werk deiner Allmacht nicht zu Grunde gehen. Und heiß mich zu Dir, meinem höchsten Gute, kommen; Du, der Du Alle so freundlich zu Dir eine ladest. Wann, o Jesus! wann werde ich vor deinem hei ligen Angesichte erscheinen? Wann werde ich deine liebliche Stimme hören:» Komm, und laß dich frönen!« damit ich Dich, meinen Herrn, meinen Gott, meinen Erlöser, mit allen 24 370 VII. Abschnitt. Heiligen in Ewigkeit loben und preifen, und in jener glücklis chen Gesellschaft unaufhörlich fingen möge:» Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, welcher allezeit war, welcher ist, und immer seyn wird! dem Besitzer des Thrones, und dem Lamme, das für uns auf dem Altare des Kreuzes ist geschlachtet worden, gebühret Lob und Ehre, Macht und Herrlichkeit zu ewigen Zeiten.« Amen. VI. de him Mit innigster Empfindung fagte; o Jesus! dein heiliger Apostel Thomas zu Dir:» Mein Gott. und mein Herr! da er seine Finger in deine Hände, und seine Hand in deine Seitenwunde legte. Er glaubte nicht, ehe er sah; ich sehe nicht, und glaube, daß Du hier auf diesem Altare unter den Gestalten des Brotes gegenwärtig bist. O wie schätzbar ist das Christenglück. Viele wiffen nicht, was sie anbethen; wir wissen es. Wir erkennen Dich, und das ist das ewige Leben, daß wir Dich, der Du allein wahrer Gott bist, und den Du gesandt hast, Jesus Chriftus, erkennen. Anbes thungswürdigster! ich bethe Dich in tiefster Ehrfurcht an. Ich will deinen heiligen Nahmen preisen. Die Erde ganze ist voll der Wohlthaten und Wunderwerke; die größte aber deiner Wohlthaten und das erhabenste deiner Wunder ist, daß Du uns so nahe, daß Du für uns in deinem heiligen Sacramente des Altars gegenwärtig bist. O mein größter Wohlthäter! mein Herr! mein Gott! verstoß mich nicht vor deinem Angesichte. Laß mich die Früchte der Liebe hier, und dort die Belohnungen genießen, die Du denen zubereis tet haft, die Dich im Geiste und in der Wahrheit anbethen. Overmenschter Gott! vor dessen Angesicht ich knie, an den ich, ohne Ihn zu sehen, feftiglich glaube, auf den ich mein ganzes Vertrauen setze, und den ich von ganzem Herzen liebe; nimm Alles von mir hin, was deinem heiligen Auge an mir mißfällt, und gib mir Alles, wodurch ich Dir wohl gefälliger werden mag! Du bist das ewige Feuer, das auf dem Altare der Liebe niemahls erlöscht. O daß dieses heilige Feuer von deinem göttlichen Herzen ausgehe, und mein kale tes Herz entzünde. Gieß' deine heilige Inbrunfi über mich aus, auf daß mein Herz vor deinem Altare wie ein Dir ane genehmes Rauchwerk brenne, und wie Wachs vor Dir zers schmelze. Gib mir, o Jesus! daß ich deinen heiligsten Wile Frohnleichnams Andachten. 371 len erkenne, und vollkommen erfülle; und gleichwie Du auf Erde einzig zum Wohlgefallen deines Baters lebtest, also auch ich allein nach deinem Wohlgefallen lebe, bis ich Dich im himmlischen Vaterlande preise und anbethe, wo Du mich durch die klare Anschauung deines Angesichtes mit vollkommener Seligkeit ewig erfreuen wirft. Amen. VIL Dem Könige der Ewigkeiten, dem Unsterblichen, dem Unsichtbaren, dem einzigen Gott sey Ehre und Ruhm von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Dem Seligen und Allge. waltigen, dem König der Könige, dem Herrn der Herrschens den, der allein die Unsterblichkeit hat; der da wohnet in einem Lichte, zu welchem Niemand kommen kann, dem sey Ehre und ewige Kraft. Amen. Herr! Du bist würdig, Herrlichkeit, Ehre und Kraft zu empfangen; denn Du hast alle Dinge erschaffen, und durch deinen Willen waren sie und sind erschaffen worden. Dem, der ist und war, und kommen wird, und Jesus Christus, der ein treuer Zeuge und der Erstgeborne aus den Todten, und der Fürst aller Könige der Erde ist, der uns geliebet, und mit seinem Blus te von unsern Sünden gewaschen, und uns zu Königen und Priestern feinem Gott und Vater gemacht hat, dem sey die Herrlichkeit und die Kraft von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Das Lamm, das geschlachtet worden, ist würdig zu empfans gen, Kraft und Reichthum, und Weisheit und Stärke, und Ehre und Herrlichkeit, und Preis von Ewigkeit zu Ewigs keit. Amen. Beschluß. Gekreuzigter! belebe mich, daß ich mich deines Sterbens dankbar erinnere. Du starbst für mich; laß den Werth deines Sterbens an mir kräftig seyn! O wäre doch das Andenken deiz nes Todes so mächtig, in mir, daß ich von nun an der Sünde vollkommen stürbe, und Dir allein lebte. Jesus, Du Erlöser von der Sünde! reinige mein Herz von Allem, was sündlich ist, daß ich rein und unbefleckt vor deinem Ungefichte erscheinen kann. Reinster! reinige mich! Heiligster! heilige mich! Jesus, lebendiges Himmelsbrot, wahre Seelenspeise! stärke mich, daß ich Dir,-Dir allein lebe. Nähre meis nen Glauben an dein Wort, mein Vertrauen auf deine Treue, meine Liebe gegen deine Liebe. Schwach ist meine Tugend, mächtig deine Gnade; unterstütze meine Schwachheit mit deiner Gna24* VILLAL HO 372 VII. Abschnitt. de, daß ich im Kampfe nicht unterliege, daß mein Glaube nicht wanke, daß meine Hoffnung nicht sinke, daß meine Liebe nicht erkalte. Jesus, Haupt deiner Gemeinde, Seelenfreund! Du willst Eins mit uns seyn, Du willst bleiben in uns; vereinige uns mit Dir. Erleuchte unsern Verstand, daß wir hoch schäßen, was Du hoch schätzest, daß wir für nichts achten, was Du für nichts achtest. Zieh unser Herz zu Dir, daß wir lieben, was Du liebest. Dein Licht und deine Kraft sey stets bey uns, daß unsere Gedanken, unsere Worte, unsere Handlungen nach der Richtschnur deines Evangeliums, nach dem Wohlgefallen deines Baters eingerichtet seyen. Gey Du in uns, wie wir in Dir. Erlöser aller Menschen, Regierer aller Menschen, Ernährer aller Menschen! sende den Geist der Liebe in unser Herz, daß wir Alle wie Glieder deines Leibes einander schäßen, und einander beyste= hen. Dein Leib ward hingegeben für Alle, dein Blut vergoffen für Alle; laß uns alle, die wir an deinem Tische effen, unters einander ein Herz und eine Seele seyn. Ich glaube, was Du gesagt haft:» dieß ist mein Leib, dieß ist mein Blut.« Ich hoffe, was Du verheißen haft:» Wer mich ißt, wird durch mich leben.« Ich liebe Dich über Alles, weil Du mich zuvor geliebet hast. Ich schenke Dir mein ganzes Herz, weil Du Dich für mich dahingabst. Ich verlange, daß Du in inir bleibest, und ich in Dir. Du bist die Freude meines Her zens. O erfreue dich, meine Seele! Jesus Christus ist dein Herr; Du wirst Ihn einst sehen, wie Er ist, zur Rechten des Vaters; Du wirst Ihn ewig seben in der Herrlichkeit, die Ihm der Vater gegeben; du wirst Ihn ewig anbethen, mit unaussprechlicher Freude, wie Ihn anbethen alle Auserwählte von Ewigkeit ju Ewigkeit. Amen. Die Kraft dieses hochheiligen Sacramentes, und der Segen des Allmächtigen Gottes, des Vaters, des Sohnes, und des heiligen Geistes, komme über mich 2c. ( Wie in der Samstags- Betrachtung Seite 354, bis zu Ende.) ― Abendbethstunde am Montag in der Frohnleichnams- Octav. Das im Geifte und in der Wahrheit bethende Herz vor dem hochwürdigsten Gute. Eingang. Du bist Christus 2c.( Wie oben bis zur Anbethung.) Unbethung. Jesus Christus, anbethungswürdigster Gott! höchster Gebies ther des Himmels und der Erde, und zugleich mein liebreichster Heiland! in tieffter Demuth meines Herzens werf' ich mich nieder vor diesem heiligen Alltare, als vor deinem Throne, voll des lebendigen Glaubens, voll innigfter Liebe und Hoffnung, und bethe Dich an als meinen Herrn und meinen Gott. Oveywvwwwwwww www O hochheiliges Sacrament! du himmlische Urquelle aller Wunder der göttlichen Liebe und Barmherzigkeit! ich bethe Dich an im Geiste und in der Wahrheit. Aber wie kann, wie darf ich es wagen, Dir, o Jesus! mich zu nahen?- O Jesus! Du bist die Allmacht, Weisheit und unendliche Güte, ich aber bin die Schwachheit, die Unwissenheit und Verkehrtheit; ach, ich bin ein lauteres Nichts; mit Demuth und Reue bethe ich Dich an. Jesus! Du bist mein Gott und Herr; ich aber bin dein Geschöpf und dein Diener; mit Liebe und Gehorsam bethe ich Dich an! O Jesus! Du bist mein König und mein Erlöser; ich aber bin dein Unterthan und dein Eigenthümer; mit Reue und Ergebenheit bethe ich Dich an!- O Jesus! Du bist die Heiligkeit, Barmherzigkeit und Liebe; ich aber bin lauter Sünde, Elend und Verwerfung; voll Glauben bethe ich Dich, mein göttlicher Erlöser! im heiligsten Sacramente an, und rufe:» Herr! wenn Du willst, kannst Du mich reis nigen!« Jesus! Du bist der Urheber aller Gnas den; ich aber bin die Armseligkeit; voll Hoffnung bethe ich zu Dir im heiligen Sacramente, mein liebreicher Heiland! Sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gefund. Jesus! Du bist mein höchstes Gut, mein höchstes Ziel und Ende! und ich bin der verlorne elende Sohn. Voll Liebe bethe ich zu Dir, mein ewiger Seligmacher im heiligen Sacramente: » Mein Vater! ich bin nicht werth, dein Sohn genannt zu werden; aber erbarme dich meiner nach der Menge deiner Erbarmungen!« Jesus! Du Sohn Gottes und Menschensohn! ich bethe Dich an im heiligsten Sacramente! Mit allen Seraphinen, mit allen Engeln und Heiligen im Himmel stimme ich in den Lobgefang ein: Heilig, beilig, heilig ist der Herr, der allmächtige Gott, der Herr der Heerscharen! Himmel und Erde sind deiner Majestät, Ehre und Herrlichkeit voll! Ehre sey dem Vater 2c. Lobgesang. Du gabst, o Liebender! für Alle dein Leben an dem Kreuze her; auch hier bey deinem Liebesmable trägst Du mit gleichem Liebessinn, von deinen Christen Jedermann zur Speise und zum Trank Dich an. Ach! Liebe gegen unsre Brüder hat uns dein Wort an's Herz gelegt; die Liebe hat auf's Neue wieder dein Kreuzestod uns eingeprägt. Selbst dieses dein Geheimniß fpricht: Vergieß der Nächstenliebe nicht! Stets will ich dein Geboth erfüllen, das mir dein Wort und Beyspiel gibt, o Herr! um deiner Liebe willen sey Jedermann von mir geliebt. Mach Du mein Herz dem deinen gleich, an Lieb' zu allen Menschen reich. Antiphon. Der Kelch, wenn wir ihn segnen, ist er nicht Mittheilung des Blutes Christi? das Brot, das wir brechen, ist es nicht Mittheilung des Herrn? Weil für uns nur ein Brot ist, so sind USILAMURO 974 VIL, 210mt. wir Biele mit einander nur Ein Leib, wir Alle, die wir Antheil am nähmlichen Brote nehmen. Paulus 1. Korinth. 10, 16. 17. Gebeth. Herr! gieß den Geist deiner Liebe unfern Herzen ein, und laß uns Alle, die Du mit deinem Himmels. brote speisest, durch deine Erbarmung und Eintracht leben durch Chriftus unsern Herrn. Amen. Gebethpfalm. So ganz nur aus Liebe, o Jesus! verweil'st Du bey uns. Wie sollen wir Dir diese Wohlthat vergelten?» Shenke mir,« fagst Du Jedem aus uns,» schenke mir dein Herz! Ich will es in meiner Liebe entzünden.« So laß Dir, o Heiland! mein Opfer gefallen. Mein Herz, mein ganzes Herz schenk ich Dir. So wie Du Dich am Kreuze für mich geopfert hast, so übergebe ich Dir meinen Leib und meine Seele. Segne, o Herr! meine Ges danken, Worte und Werke, alle sollen zu deiner Ehre gereichen. Sieb huldvoll auf dieses Opfer meines Dankes berab, nimm es zur Genugthuung für meine Bergehungen hin. Schenke mit dein Licht, das Gute zu erkennen, stärke meinen Willen mit Freude und Liebe zur Tugend. Sollten schwere Drangsalen mich treffen, ich bin bereitet dazu; dein Wille geschehe. Schaffe mir Muth, mit Dir das Kreuz geduldig zu tragen, und in deiner Nachfolge bis zum Ende zu verharren. Süß ist dein Joch, leicht ist deine Bürde; nur Du, Gekreuzigter! lebe in mir. Sollte der heuti ge Tag der letzte meiner Pilgerschaft seyn, so laß mich in deiner Gnade und Liebe, Dir sterben. Schenke, o Jesus! auch allen den Meinigen deine Gnade, befördere aller Menschen zeitliches und ewiges Wohl. Segne, o Gesalbter des Herrn! alle unsere Geschäfte, und leite sie nach deinem heiligsten Willen. Schaff uns Arbeit, und Kräfte, mit deinem göttlichen Segen uns, die Unfrigen, und unsere armen Brüder ernähren zu können. Stets erhalte in uns das Andenken an deine heilige Gegenwart; jeder Augenblick dès Lebens fließe uns in Erfüllung unserer Standes pflichten mit Verdiensten zum Himmel dahin. So wollen wir in deiner Liebe stets leben, in deiner Liebe einst sterben, in deis ner Liebe uns ewig freuen. Schenke allen verstorbenen Christen die ewige Ruhe, besonders jenen, für welche wir zu bethen vers pflichtet sind. So oft unser Puls schlägt, sen diese Meinung wie derhohlt; so oft sey'st Du gepriesen, so oft sen hochgelobt und gebenedeyt das allerheiligste Sacrament des Altars! Ehre sey dem Vater 26. 1. Lob. Barmherziger und liebevoller Heiland, Jes sus Christus! der Du bist in dem Himmel zur Rechten in der Herrlichkeit des Vaters! Du selbst haft uns bethen ges lehrt; nimm also das Gebeth, das Du uns vorgebethet haft, und das ich Dir jetzt im Geiste und in der Wahrheit nachbethen will, gnädig auf, und erhöre uns. Geheiliget werde dein Nahme. O Jesus! der Du nicht allein im Himmel, sondern auch hier auf dem Altare in dem allerheiligsten Sacras mente des Altars wesentlich, wahrhaft und lebens dig gegenwärtig bist, verleihe uns deine kräftige Gnade, daß wir deinen heiligsten Rahmen allezeit ehren, Dich als unsern Herrn und Gott demüthig anbethen, Dich loben und preisen, und dein wunderbares Sacrament mit innigfter Andacht bis in den Tod verehren. Ach, daß Dich, Du ale lerhöchstes und allerliebenswürdigftes Gut! die ganze Welt erkennen, lieben und anbethen möchte!- Vater unser zc. Gelobt und angebethet ac. Deinem Nahmen, o Jesus! werde Lob gebracht in allen Ens den der Erde. Lobet Jesus, unsern Gott! im heiligsten Sacramente, ihr, feine Heiligen! und ihr Alle, die ihr Gott fürchtet, preiset seinen heiligen Nahmen. II. Demuth. O Jefus, Du König der Engel! wie erhaben ist deine Hoheit! wie unaussprechlich deine Würde! wie unermeße lich deine Gnade, Barmherzigkeit und Liebe!-Ich armer fündiger Mensch verdemüthige mich vor deiner unendlichen Majestät. Ich erkenne mich ganz unwürdig vor deiner hier verborgenen Gottheit, vor deinem heiligen Angesichte zu ers scheinen. Wie klein bin ich vor Dir, Du Hocherhabener! Wenn ich deine Gnade und Barmherzigkeit, die Du mir ers weiseft, betrachte, kann ich nur in den Abgrund meiner Nich tigkeit mich versenken, Dich verehren, anbethen, und rufen: Zukomme uns dein Reich. O Jesus! der Du in dem heiligflen Altars Sacras mente als Gott und Mensch zugegen bist, ertheile mir deine Gnade, damit ich das Reich Gottes zuerst und aus allen Kräften suche; stärke mich, daß ich Gewalt brauche, durch Selbstverläugnung und Selbstbeherrschung einst das Himmelreich an mich zu reißen. Herrsche Du in meinem Herzen durch den lebendigen Glauben, und durch deine heis ligmachende Gnade, damit ich einen guten Kampf kämpfe, im Glauben standhaft verharre, und das selige Ziel erreiche. Jefus, mein Gott und Heiland! laß mir zukommen das 1 Himmelreich, zu welchem ich erschaffen bin; ach! nimm mich auf in das ewige Leben, welches Du mir durch dein bitteres Leiden und Sterben verdienet, und als dessen fiches res Unterpfand Du mir deinen hochheiligen Leib und dein kostbares Blut im heiligen Sacramente hinterlassen hast, Ach, mache uns selig, Jesus Christus unser Erlöser, durch die Kraft des heiligen Kreuzes, erbarme Dich unser zum ewis gen Leben. Vater unser zc. Gelobt und angebethet zc. Wann werde ich kommen auf den Berg Sion! und eingehen in die Stadt des lebendigen Gottes, in das himmlische Jerusalem! Wie lieblich sind deine Wohnungen, o Herr! Meine See le sehnet sich und seufzet nach denselben. III. - Liebe. D liebenswürdigstes, höchstes Gut! was ist in dem Himmel, oder auf der Erde, außer Dir,- was, o Gott meines Herzens! das ich mehr, das ich inniger lieben sollte, O Jesus! Du hast mich an Dich gezogen, nicht allein da Du am Kreuze erhöhet, sondern auch da Du Dich in dem heiligen Sacramente verborgen hast. Soll es möglich seyn, daß ich Dich nicht liebe von ganzem Herzen, Dich meinen Gott und Heiland, meine Liebe und mein Alles! Du hast ja gesagt:» Wo euer Schatz ist, wird auch euer Herz seyn; in Dir, o Jesus! find' ich Alles, was zur Liebe entflammen kann; liebenswürdigstes Gut, unendliche Liebe! verborge ner Gott! O mein Jesus! ich liebe Dich, und will Dich lieben in Ewigkeit. Das wunderbare Geheimniß deines Leibes und Blutes, dieses ewige Denkmahl deiner unaus fprechlichen Liebe, wecke, nähre, stärke und vermehre in mir das himmlische Feuer der treuesten Gegenliebe, damit ich in Liebe mit Dir vereiniget werde, und vereiniget bleibe in Ewigkeit. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden! Jefus! der Du in dem heiligen Altats- Sacramente mit der ganzen Fülle deiner erbarmenden und befeligenden Liebe zugegen bist, verleihe mir deine Gnade, daß ich den Willen deines himmlischen Vaters, den Du uns bekannt gemacht hast, mit eben der Freude vollbringe, wie die Engel und die Heiligen im Himmel, und im kindlichen Gehorsam Dir nachfolge, wie Du dem Vater gehorsam warft bis zum Lode am Kreuze. Stärke meine Schwachheit zur Geduld in allen Drangfalen, zur Ergebenheit in allen Zufällen, und zur Gleichförmigkeit mit deinem göttlichen Willen in allen Anordnungen deiner väterlichen Vorsicht. Ach, daß doch die ganze Welt- als eine Familie in heiliger Liebe vereinis get nach deinem ewigen, heiligen und gerechten Wohlges fallen lebte!- Bater unser zc. Gelobt und angebethet zc. Herr! regiere unsere Herzen, daß wir Dich ehren; und deinen Willen erfüllen mit redlichem Herzen und freudigem Gemüthe. Lehre mich deinen Willen erfüllen, denn Du bist mein Herr und Gott. IV. Danksagung, Gütigfter Gott und Heiland! ich erkenne deine unenda liche Huld und Gnade, welche Du uns armen hülfsbedürf tigen Menschen in diesem heiligen Sacramente erzeigeft. Ach, ich bin viel zu schwach und gering, als daß ich Dir würdig genug danken könnte für deine beständige Gegens wart auf unsern Altären, für deine Geduld und für so viele heilige Communionen, in welchen Du meine Seele erquicket, und mit Gnaden überhäufet haft?- O Jesus! Himmel und Erde sollen Dich loben, und die Wunder deiner Liebe preifen ohne Ende. Was soll ich Dir, o mein Herr und mein Gott! erwiedern für alle die unzähligen Gnaden und Wohlthaten, die Du mir erwiesen hast?- Ach, ich habe nichts als mein armes Herz, und mich selbst; mein Herz und Alles, was ich bin und habe, sey Dir gewidmet in Ewigkeit. - Gib uns heut' unser tägliches Brot. O Jesus! der Du in dem heiligsten Altars- Sacramente mit Leib und Seele zugegen bist, ernähre und stärke meinen Geist mit dem Brote des Lebens, durch die Gnade der innerlichen Erleuchtung, und durch den Antrieb zu allem Guten, Dein heiligstes Sacrament sey mir das wahre Himmelsbrot zur kräftigen Nahrung meiner schwachen Seele. O Jesus! verleihe mir die Gnade, daß ich est jes derzeit würdig empfange. Ertheile mir aber auch alles Nothwendige zur Erhaltung dieses fierblichen Lebens, das mit ich Dir dienen möge in wahrer Gottfeligkeit bis an mein Ende. Göttlicher Heiland und Erquicker der Mühse= ligen und Beladenen! erbarme Dich der Armen, Elenden Y 11. 4. 970 und Dürftigen, und laffe sie deiner Eröftungen und Hülfe theilhaftig werden.- Vater unser zc. Gelobt und zc. Du hast in deiner Milde, o Gott! den Armen das Roth. wendige bereitet, und wie ein Vater über seine Kinder, so erbarmest Du Dich jener, die Dich fürchten. Meine Seele preise den Herrn, und vergesse nicht aller seiner Gutthaten. V. Hoffnung. Jesus Christus, mein barmherziger Erlöser! Du vers laffeft nicht Diejenigen, die ihre Hoffnung in Dich setzen; sondern wegen deiner Milde erbarmest Du Dich Aller, wels che mit vollem Vertrauen zu Dir kommen. Auf den Grund deiner göttlichen Liebe und Erbarmung senke ich den Anker meiner christlichen Hoffnung, und halte mich fest im Glauben und in der Liebe an Dir, bis ich eingehen werde in das Heiligthum, welches Du mir mit deinem heiligen Blute erworben haft. Auf Dich, o Jesus! und auf den unendlichen Werth deiner Verdienste hoffe ich; ewiglich werde ich nicht zu Schanden werden. Vergib uns unsere Schulden, als auch wir vers geben unsern Schuldigern. Jesus! der Du in dem heiligen Altars- Sacramente zu unserm Heile gegenwärtig bist; ich weiß und bes fenne meine großen und vielen Schulden, die ich durch meis ne Sünden auf mein Gewissen geladen habe. Ach, um deis nes Rahmens willen, o barmherzigster Jesus! verzeih mir meine Sünden, die ich von ganzem Herzen bereue und vers abscheue, weil ich Dich, meinen liebreichsten Heiland, bes leidiget, und deine Freundschaft und Liebe verloren habe. Aus Liebe zu Dir will auch ich allen denen verzeihen, die mich beleidiget, oder mir wehe gethan haben. Göttlicher Erlöfer! ich will Dich lieben, und nicht mehr fündigen. Sey mir gnädig, und laß auch mich das Wort der Versöhnung in meinem Innersten empfinden:» Sey getroft! dein Glaube hat dir geholfen; deine Sünden sind dir vergeben. Ach, daß doch die Sünde, die das Verderben des Menschen ist, getilgt, und in der Welt nicht mehr herrschen würde! Bater unser 2c. Gelobt und angebethet zc. - Jefus! Du liebeft die Seelen, für welche Du dein Blut vergoffen hast, und schoneft ihrer, weil sie dein Ei Frohnleichnams- Andachten. 379 genthum sind. Herr! verleihe mir die Gnade, würdige Früchte der Buße zu wirken, und durch die enge Pforte in den Himmel einzugehen. VI. Glauben. O Jesus! mein Gott und mein Heiland! der Du wahrs haft in diesem heiligen Sacramente gegenwärtig bist, ich bethe Dich als den allmächtigen Herrn des Himmels und der Erde in tiefster Demuth an. Unergründlich ist deine Allmacht und Weisheit in der Einfeßung dieses allerheilige ften Geheimnisses deiner Liebe. Aber Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben; darum glaube ich auf dein uns trügliches Wort hin, daß Du, o mein Heiland! unter dies fen Brots, Gestalten mit Gottheit und Menschheit, mit Fleisch und Blut, mit Leib und Seele, so, wie Du am Kreuze gehangen, und nun zur Rechten des Baters sizzest, gegenwärtig bist.- Meine beschränkte Vernunft faßt freplich nicht dieses Wunder der Liebe, und mein leibliches Auge kann Dich hier nicht sehen; aber das fromme Herz nimmt Dich gläubig auf, und hält so zuversichtlich an deiz nem Worte, als wäreft Du sichtbar zugegen. Und so bes kenne ich denn mit Herz und Mund: Du hier gegenwärtis ger Gottmensch- bist das lebendige Brot, welches vom Himmel gekommen ift. Führe uns nicht in Versuchung. Jesus! der Du in dem heiligen Altars- Sacramente immer Tag und Nacht gegenwärtig bist, ich bitte Dich flehentlich um deine göttliche Gnade, daß ich im Kampfe ges gen das Böse nicht überwunden werde. Vielen Versuchun gen bin ich ausgesetzt; die Sinnlichkeit des sterblichen Leis bes, das eitle Wesen der Welt, und der Betrug des Satans legen mir so viele Fallstricke. Ach, mein liebster Heiland! laß mich nicht fallen; erhalte mich in deiner Liebe, vorzüge lich im Tode; stärke mich im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe, damit ich niemahl von Dir getrennt wer de. Ach, daß ich doch nach überwundenen Feinden die Kros ne der Gerechtigkeit im Himmel erlange! Vater unfer zc. Gelobt und 2c. Jefus! mein starker Gott! laß mich nicht vom Wege des Heiles abweichen, damit ich durch die Gerechtigkeit zum *** V ewigen Leben gelange. Ertheile mir die Beharrlichkeit in deinem Dienste, und die ewige Krone, die Du verheißen haft. VII. 3uflucht. D Jefus! mein Gott und einziger Troft im heiligsten Sacramente! in so vielen Gefahren, die mich umgeben, wo foll ich Hülfe und Sicherheit suchen, als bey Dir?Barmherziger Heiland! erbarme Dich meiner armen Sees le, die Du mit deinem Blute erlöset hast. Stärfe mich, daß ich im Kampfe gegen die Versuchung zur Sünde nicht unterliege, sondern im Gedanken an Dich, Allmächtiger! die Luft der Augen und des Fleisches, und den Bauber der eitlen Ehre überwinde, und vom allergrößten llebel- von der Sünde- frey bleibe.- Eröfte mich, daß keine Kleins muth mein Herz verzagt mache. Erhalte mich in deiner Gnas de, damit ich nicht von Dir ewig verstoßen werde. Erlöse uns von dem Uebel. DJesus! der Du in dem heiligen Altars- Sacramente bis an das Ende der Welt gegenwärtig bist; deine beständige Gegenwart ist mein Trost; ich komme zu Dir, als zu meinem liebreichen Erlöser; ach, erlöfe mich von allem Hlebel! Erlöse und bewahre mich von Allem, was mir an Leib und Seele schaden kann! Erlöfe mich von aller Vers wirrung, von der Sünde, und von der ewigen Verdammniß. Jesus! dein heiliges Blut sey an mir nicht verloren. Dir will ich leben, Dir will ich sterben.- Vater unser 2. Gelobt und angebethet zc. Gebenedent sey Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Chriftus, ein Vater der Barmherzigkeit, und ein Gott alles Trostes! Er wird mein Gebeth erhören, und meine Seufs zer gnädig aufnehmen. Beschluß. Göttlicher Herr und Heiland, Jesus Christus! Es tröstet mich dein liebreiches Versprechen, daß wir alles erlangen wer den, um was wir den Vater in deinem Nahmen bitten. Sieb! nicht im Vertrauen auf deine Gerechtigkeit, sondern im Glau ben an deine Verdienste und unendlichen Erbarmungen habe ich mein unwürdiges Gebeth auf deinen Altar niedergelegt. Erhöre meine flehentlichen Bitten, die Du mir selbst in das Herz und in den Mund gegeben hast. Wer gläubig und vertrauend zu Dir bethet, wird in Freuden aufgenommen werden, und sein demü Frohnleichnams Andachten. 381 thiges Gebeth wird die Wolken durchdringen; denn Du haft an dem Gebethe der Demüthigen dein Wohlgefallen. Durch deine unendlichen Verdienste ertheile mir deine Gnade und deine mächtige Hülfe, damit ich in diesem sterblichen Leben deinen Nahmen heilige, deinen heiligsten Willen freudig erfülle, in den Versuchungen standhaft im Guten verharre, und nach vollkommener Nachlaffung aller Sündenschulden von allem llebel erlöset, in das ewige Reich der Seligkeit eingehe. Mein Herr und mein Gott! ich verlasse Dich nicht, bevor Du mich fegnest.- So komme denn die Kraft zc.( Wie in den vori gen Betrachtungen.) Abendbethstunde am Dinstag in der Frohnleichnams- Octav. Das bittende Herz vor dem hochwürdigsten Gute. Eingang. Du bist Christus ic.( Wie oben.) I. Anbethung. Das hochheilige Sacrament des Altars, das freubenvolle und glorreiche Geheimniß unsers Heilandes Jefus Christus besuche, o erlöfte Seele! und bethe es ewig an. Jesus Christus, dem eingebornen Sohne Gottes, der für uns Mensch geworden ist, gelitten hat, und gestorben ist, bring', o erlöf'te Seele! ewig's Lob und Dank. Jesus, den lleberwinder der Sünde und des Todes, den Urheber der Gnade und des ewiz gen Lebens im heiligen Sacramente, bethe an, o erlöfte Seele! liebe, lobe, ehre und danke Jhm, und stimme in den Lobgefang aller Engel und Heiligen im Himmel ein: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der allmächtige Gott, der Herr der Heerscharen, Himmel und Erde sind seiner Majestät, Ehre und Herrlichkeit voll. Ehre sey dem Vater ic. Alleluja! II. Lobgefang. Du willst schon hier auf dieser Erden, aus deiner Liebe Uebers maß, Eins mit uns Menschenkindern werden; und wie, o Herr! geschieht wohl das? Dieß Sacrament ift's, das zum Bande der Einigung dein Herz erfand. Du bist der Weinstock, wir die Res ben; wir müssen Dir vereinet seyn: es kommt uns Saft und Frucht und Leben aus diesem heiligen Verein. Getrennt, o Herr! getrennt von Dir, vertrocknen und verderben wir. Mein Heiland! zieh durch deine Liebe zur Einigung mit Dir mich an, das mit aus vollem Herzenstriebe mit Paulus ich stets sagen kann: Ich lebe!« Doch ich leb' nicht mehr; nur Du lebst in mir, Gott und Herr! Antiphon. Wer mein Fleisch ist, und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich in ihm. Joh. 6, 57. Gebeth. Herr Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes! Du hast nach dem Willen deines Vaters, unter 383 VII. Abschnitt. der Mitwirkung des heiligen Geistes, durch dein Sterben der Welt das Leben ertheilt; erlöfe mich durch deinen allers heiligsten Leib und dein Blut, von allen meinen Sünden und allen llebeln. Gib mir Grade, daß ich deinen Gebos then stets nachlebe, und laß mich niemahls von Dir geschieden werden; der Du mit demselben Gott Vater, und dem hei ligen Geiste gleicher Gott, lebest und regiereft von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. III. Psalm um wahre Andacht. Hier ben Jesus ist unser Himmel auf Erden; weidet euere Augen in der Anschauung Gottes, ihr Reinen im Herzen! Wer Durst nach Tugend hat, der komme herbey, mit Freuden wird er aus der Gnadenquelle des Heilandes schöpfen. Fürwahr, o Jesus! Du bist der wahre hier verborgene Gott der Christen, Du unser Beyspiel, Lehrer und Wegweiser zum Himmel. Du kamst vom Himmel auf die Erde, uns die Wege der Tugend zu lehren; Du gingst von der Erde zum Himmel, uns den Weg dahin zu erleichtern. Erfülle die Wünsche der Frommen, erhöre ihr Flehen, nach deinem Beyspiele zu wandeln, von Tugend zu Tugend sich zu erschwingen. Hier öffnest Du liebevoll die Schäge deiner Gnade, und bietheft sie mit väterlicher Güte jedem Bittenden an. Du thatest einst auf Erde so viele Wunder zum Besten der Menschen; erneuere sie, Heiland und göttlicher Arzt der Seele! an mit. Deffne mir Blinden die Augen, die Menge und Größe meiner Fehltritte zu erkennen, und die Wege des Himmels ohne Verirrung zu gehen. Deffne mir Tauben die Ohren, deine Einsprechungen zu vernehmen, dein heiliges Wort zum Nußen meiner Seele zu hören. Gib mir Stummen die Sprache wieder, meine Sünden aufrichtig zu bekennen, und be sonders bey meinen Untergebenen den heiligen Glauben und sei ne Lehre nach Kräften zu verbreiten. Richte auf mich Lahmen, meine Trägheit im Guten abzulegen, und meinen Beruf durch gute Werke, da es noch Zeit ist, hurtig zu sichern. Heile mich Kranken vom Aussage der Sünden, stärke mich, alle Versuchung zum Bösen zu überwinden. Laß mich werden, wie Du, geduldig und sanftmüthig von Herzen, ein Opfer der Liebe gegen Gott und den nächsten. Stärke mich, Gutes zu denken, ju wollen, zu üben, wie Du; erhalte mir dieß geistige Leben, die Vereinigung mit Dir. Wie ein Hirsch nach der Wassers quelle, so sehnet sich meine Seele nach Dir und deiner heili gen Liebe. Zieh' mein Herz, o Quelle der Liebe! an Dich, Du allein kannst felbes erquicken, Du allein seine Wünsche erfüllen. Ich habe Dich jetzt gefunden, Dich, den ich allein liebe. Was foll von deiner Liebe mich trennen? Deine Menschwerdung war ein Wunder deiner Allmacht und Liebe, dein Leiden und Led Frohnleichnams Andachten. 383 Uebermaß deiner unendlichen Erbarmnisse. Am engsten verbandest Du Dich mit uns armen Menschen, da Du Dich selbst zur Speise und zum Trank uns schenktest. Was hättest Du mehr thun können, deine Liebe zu zeigen; wahrhaft, Du konnteft den Menschen nicht mehr, als Dich selbst schenken. Zwar verbirgst Du hier dein Angesicht, aber Du deckst dafür deine Liebe auf. Dein Herz steht offen, mich zu lieben; ausgestreckt sind deine Arme, mich zu umfangen. Ich komme, o Jesus!. zu Dir, wie ein Kind zu seinem Vater, wie ein Kranker zum Arzte. Nue eine Gnade gewähre mir, in deiner Liebe zu leben, in deiner Lie be zu sterben. Wann werde ich vor deinem Angesichte erscheis nen? Ich will Dich auf ewig besitzen, Du bist mein Erbtheil in Ewigkeit. Ewig will ich Dich in deinem heiligen Tempel an bethen, und deinen heiligen Rahmen wegen deiner Liebe erheben. Ehre sey dem Vater ic. IV. Jesus Christus, mein Gott und Heiland! Deine liebe reiche Gegenwart in diesem hohen Geheimnisse, deine wuns derbare Güte, mit der Du mich zum Empfange desselben einladeft, flößt mir das Vertrauen ein, an dein göttlich lies bendes Herz meine demüthigen Bitten zu richten. O Gott meines Herzens, meine Hoffnung, mein einziger Troft und meine höchste Liebe! höre an mein findliches Flehen, und erfülle die Bitten, die ich voll Glauben und Vertrauen Dir vortrage. Ich erinnere mich so vieler Bitten, die Du in deinem Leben erhöret; so vieler Gnaden, die Du auf Erde ertheilet; so vieler Wunder, die Du den Menschen zum Tros ste gewirket hast. Göttlicher Menschenfreund! Du bist ja auch in diesem Liebesgeheimnisse der unendlich gütige Gott, und der liebreichste Heiland, und haft Trost und Hülfe allen denen versprochen, die in ihrer Roth glaubend zu Dir kome men; auf dein heiliges Wort hin komme ich in meiner Mühseligkeit und Beladenheit zu Dir, o Gott meines Heis les! Du hast mich erschaffen, geliebt, und mit deinem Blus te erlöset; Du wirst mein demüthiges Flehen nicht uners hört lassen. 1. Jesus! Du geliebter Sohn des Vaters, an welchem Er fein innigstes Wohlgefallen hat; ich bitte Dich mit dem demüthigen Johannes: sich muß von Dir getauft werden!« sende deinen heiligen Geist über mich herab, damit die Unschuld meines Herzens erneuert werde. Reinis ge mich mit deinem heiligen Blute von allen meinen Süns 384 VII. Abschnitt. den, damit ich deinen reinen Augen wohlgefällig werde. Entferne von mir Alles, was Dir mißfällt, damit ich alle Gerechtigkeit erfülle, und in deiner Liebe verharre bis an's Ende. Vater unser 2c. Gelobt und angebethet 2c. - 2. Jesus! Du Lamm Gottes, welches Du hins wegnimmst die Sünden der Welt. Ach, ich erkenne meine Sünden, und bereue sie von ganzem Herzen. Um deiner Liebe und deiner Verdienste willen hoffe ich Gnade und Ver. zeihung, und vollkommene Nachlaffung der Schuld und der Strafe. Erbarmer! der Du gekommen bist, zu suchen und selig zu machen, was verloren war, suche, trage, belebe und beselige mich. Bater unser 2c. Gelobt und anges bethet 2c. - - 3. Jesus! Du haft auf die vertrauensvolle Bitte deiner liebsten Mutter zu Cana das Wasser in Wein verwandelt. Mache meine Thränen der Reue kräftig, daß meine Lauig keit in die zärtlichste Liebe verwandelt werde.-Ach, deine Liebe ist mein Verlangen. Du, o Jesus! kannst mein fals tes Herz entzünden. Nach deiner Liebe seufze ich, ach Jes fus! daß ich Dich immer mehr liebte.-Wirke Du, alls mächtiger Gott der Liebe, daß meine undankbare Seele in eine durch die Liebe Dir ergebene Seele verwandelt werde, daß ich Dich ohne Unterlaß liebe, und von Dir geliebt wers de. Vater unser 2c. Gelobt und angebethet zc. 4. Jesus! Du wurdest am Kreuze erhöhet, damit Alle, die an Dich glauben, das ewige Leben erlangen. Ich glaube an Dich, Du bist der Sohn Gottes und der Heiland der Welt; soll es möglich seyn, daß ich in diesem lebendigen Glauben das ewige Leben nicht erlange?- Nein, Herr! ich glaube; belebe immer mehr diesen Glauben. Du haft für mich den schmerzlichen Kreuzestod gelitten, und diefes heilige Sacrament, dieses Brot des ewigen Lebens mir fo oft gereicht, und Du solltest mich nicht beseligen wollen? Ja, mein Herr, mein Gott! Du willst mich selig machen, und wünscheft nichts sehnlicher, als mich selig zu machen; o so komm meiner Schwachheit zu Hülfe, nimm mich in deine väterliche Zucht, und herrsche immer mehr mit dei nem heiligen Geifte in mir! Bater unser 20. und angebethet 2c. Gelobt - Frohnleichnams Andachten. a 385 V. 5. Jesus! Du haft der Samariterinn an dem Jakobsbrunnen das lebendige Waffer deiner Gnade, deine Trös ftungen verheißen. Herr! gib auch mir dieses lebendige Waffer, damit mich nicht mehr dürfte nach irdischen Eitel keiten, sondern daß ich durch selbes zum ewigen Leben stärket werde. Erleuchte die Finsternisfe meines Verstans ges des; erwecke und entzünde meinen schwachen Willen durch deine Gnade! dein heiliges Sacrament, diefes lebendige Wasser des Heiles werde mir eine unerschöpfliche Quelle der Gnaden. Jesus! den ich jetzt im Geiste und in der Wahrheit anbethe, herrsche in meinem Herzen, und er theile mir den wahren Geist, Dich ewig zu lieben, und mit frommer Seele anzubethen.- Bater unser sc. Gelobt und angebethet 2c. 6. Jesus! vor deinem heiligen Angefichte erscheine ich mit Ehrfurcht und Liebe; ich habe Dir findliche Treue vers sprochen, und mein Herz ist mit Dir vereiniget; aber ich ers kenne die vielen Gefahren, meine Gebrechlichkeit, meinen Leichtfinn, welche mich auf's Neue wieder in Sünden stürzen, und Dir untreu machen können. Ach, laß nicht, o Du erbarmende Liebe! laß nicht zu, daß meine Seele durch die Sünde jemahls sterbe! durch deine unendliche Liebe wende dieses allergrößte, dieses einzig wahre Ulebel von mir ab, und erhalte mein Leben in Dir!- Vater unser ic. Gelobt zc. 7. Jesus, mein Gott und Heiland im heiligsten Sacramente! im demüthigen Gefühle meiner Gündhaftigkeit und Gebrechlichkeit seufze ich zu Dir mit dem Kranken am Schwemmteiche zu Jerusalem:» Herr! ich habe keis nen Menschen, der mir hälfe,«- der mir helfen fann; Du allein haft die Kraft, mich zu heilen; Du als lein haft die Liebe, Dich meiner zu erbarmen! Sieh! mit feftem, unerschütterlichem Vertrauen liege ich vor Dir! Du fenneft das Innerste meiner Seele! trofte mich in meinen Nengsten; erquicke mich in meinen Schwachheiten; unterstüße mich in meinen Kämpfen; heile die Krankheiten meis ner Seele! Du bist meine einzige Hoffnung, meine höchste Liebe! und von Dir allein erwarte ich Hülfe. Bater unser zc. Gelobt und angebethet zc. - VII. Abschnitt 8. Jesus! das gläubige Vertrauen auf deine unendliche Güte hast Du immer herrlich belohnet. Du hast jene Toche ter gesund gemacht, die auch nur den Saum deines Kleides gläubig berührte. Was darf ich nicht von deiner Liebe hoffen, da mir erlaubt ist, Dich mein Gott! im heiligsten Sacramente so oft in mein Herz zu empfangen? Als ein Unreiner und Kranker erscheine ich vor Dir, o göttlicher Heis land! wenn Du willst, so kannst Du mich rein und gefund machen. Darum rufe ich mit kindlichem Vertrauen zu Dir: sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gefund, und mein Mund wird lobpreifend die Wunder deiner Liebe verkünden. Vater unser zc. Gelobt und angebethet zc. 386 1 - VI. 9. Jesus! Du haft deine Allmacht und Güte in der Auferweckung der Tochter des Jairus auf das allertröstlichfte gezeigt. O mein göttlicher Heiland! wirke auch an mir ein ähnliches Gnadenwunder, daß ich von meiner Lauigkeit zum eifrigen Leben der Liebe erstehe, und das Leben meines Glaubens in treuer Befolgung deiner Lehre und in der Nachahmung deines Beyspieles zeige. Reiche mir deine Hand, und erhebe mich aus dem eitlen Wesen der Sinnlichkeit, daß mir nichts mehr gefalle, als Du, und daß mich nichts erfreue, als deine Liebe. Jesus! ich seufze zu Dir, weil ich Dich über Alles zu lieben verlange!- Vater unser 2c. Ge lobt und angebethet ic. 10. Jefus! mein liebreichster Heiland! wie trofifreich sind deine Worte, mit denen Du deinen Jüngern alle Furcht bes nommen, als Du sagtest:» Habet Vertrauen, ich bin es, fürchtet euch nicht!« Ich erkenne Dich, wahrlich gegens wärtig in diesem heiligsten Sacramente. Ja, Du, o ewiger Erbarmer! Du bist es, den ich hier anbethe. Du bist es, mein göttlicher Erlöfer, der mich bis in den Tod geliebet hat, und jetzt noch sich selbst mir zur Speise gibt. Und ich follte mich fürchten, wenn deine unendliche Liebe und deine unbegreifliche Güte mich beschützen? Jesus! Du bist meis ne Hoffnung in allen Gefahren, meine Stärke in allen Schwachheiten, meine 3uversicht in allen Nöthen; nimm das Vertrauen meines findlich ergebenen Herzens gnädig auf, da ich bey Dir allein Trost und Hülfe suche.- Vater unser ic. Gelobt und angebethet ac. Frohnleichnams Andachten. 387 11. Jesus! Du hast Dich jener gläubigen Schar ers barmet, welche aus Begierde nach deiner Lehre drey Tage bey Dir in der Wüste geblieben ist, ohne eine Nahrung zu haben, indem Du fie mit wenigen Broten wunderbar ges speiset hast, damit sie gestärkt nach Hause gehen konnten und nicht verschmachteten auf dem Wege. Erbarme Dich auch meiner, gütigster Heiland! da ich dein heil. Sacras ment mit kindlichem Vertrauen befuche, und erquicke mich durch die Kraft dieses wundervollen Himmelsbrotes..-Jes fus! laß meine hungrige Seele empfinden die Gnadenwire kungen dieses allerheiligsten Geheimnisses, damit ich nicht auf dem Wege in die Ewigkeit erliege, sondern genährt wers de zum ewigen Leben! Bater unser 2c. Gelobt und anges bethet zc. 12. Jesus! Du bist der höchste Herr über Alles, was erschaffen ist; denn Dich hat Gott zum Erben aller Dinge gesetzt; durch Dich hat Er auch die Welt erschaffen. Laß mich als dein Geschöpf zu deiner Ehre wandeln! Jesus! Du bist der Sohn des lebendigen Gottes; den Du bist der Glanz der Herrlichkeit und das Ebenbild des Wesens des Vaters! Dich will ich ehren, lieben und anbethen, wie ich den Vater ehre, liebe und anbethe! Jesus! Du bist mein Erlöser; denn Du hast uns von unsern Sünden gereinis get, und fitzest zur Rechten der Majestät im Himmel! Auch ich will der Sünde absterben, wie Du für die Sünde ges storben bist, und zum neuen Leben in der Gerechtigkeit auf erstehen. Jefus! Du bist mein heiliges Vorbild; denn wer an Dich glaubet, und Dir nachfolgt, der hat das ewige Leben. Du haft uns ein Beyspiel hinterlaffen; als dein treuer Jünger will ich in deine Fußstapfen eintreten, und Dir nachfolgen. Jesus! Du bist mein Heiland; denn Du bist unser Fürsprecher bey dem Vater, und die Versöhnung für die Sünden der Welt. Du bist der Mittler zwischen Gott und dem Menschen, der Du Dich selbst zur Erlösung für Alle in den Tod hingegeben haft. Ich will Dich lieben, o Herr, meine Stärke! Du bist meine Zuflucht und mein Erlöser. Ich lebe zwar noch; aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Ob ich zwar schon im Körper noch lebe, so lebe ich doch im Glauben des Sohnes Gottes, 25 388 VII. Abschnitt. der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.Bater unser ic. Gelobt und angebethet zc. - VII. Besch I u ß. Jesus Christus, mein Gott, meine unbegreifliche Liebe!- den ich im heiligen Sacramente des Altars demüthig anbethe, nimm die Bitten, die ich Dir in dieser Bethstunde mit gläubigem und vertrautem Herzen vorgetragen habe, gütig auf, und gieß deine göttliche Gnade in mein Herz, daß ich aller Sünde und allen Eitelkeiten der Welt absage, und zuerst und vor allem nach dem Reis che Gottes, und nach den unsichtbaren Gütern jenes Lebens trachte. Weil ich aber deine Liebe so oft beleidiget, und deiner Wohl= thaten mich unwürdig gemacht habe, so laß mich deine unentlis chen Erbarmungen mit aufrichtiger Reue, mit redlichem Bußeis fer umfangen; ertheile mir Nachlassung meiner Sünden; heile meine Schwachheit, und zieb mein Herz durch deine Liebe so fest an Dich, daß ich) jener ewigen Verheißungen, welche allen Begriff übersteigen, theilhaftig werden möge. Die Kraft dieses hochheiligen Sacraments, und der Gegen des allmächtigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes komme über mich zc.( Wie oben.) Abendbethstunde am Mittwoch in der Frohnleichnams- Octav. Das fürbittende Herz vor dem hoch. würdigsten Gute. ( 2 uch an Ablaßtagen ju sprechen.) Eingang. Du bist Christus, der Sohn 2c.( wie oben.) Anbethung. Zu dem Throne Jesu Christi, des allmächtigen Gottes im heiligsten Sacramente des Altars, dessen Herrlichkeit über alle Völker der Erde herrscht, will ich hinzutreten, und in tiefster Ehrerbiethung seine unendliche Hoheit und Macht anbethen. Vor dem Throne der weiseften Vorsehung, deren Unordnungen und Führungen lauter Liebe sind, will ich im festen Vertrauen alles Heil und Glück erflehen. Vor dem Throne der liebreichen Barmherzigkeit, welche aus dem göttlichen Herzen Jesus im heiligsten Sacramente in alle Welt sich ergießt, will ich auf die Knie niederfallen, und ewiges Lob, Ehre und Danksagung abstatten. Anbethend stimme ich in den Lobgefang aller Engel und Heis ligen im Himmel ein:» Heilig, heilig, heilig ist der Herr! der allmächtige Gott! der Herr der Heerscharen! Himmel und Erde find seiner Majestät, Ehre und Herrlichkeit voll. Ehre sey dem Vater 20. Frohnleichnams Andachten. 3 Lobgesang. O laß mich Dich einst noch genießen! Du beißersehntes Liebesmaht! bevor ich werde wandeln müssen durch's schaudervolle Todesthal; sey mir in meinem letzten Streit noch Stärkung für die Ewigkeit. 389 O nicht mehr fürchte ich zu sterben! bist Du im Todbett noch mein Saft! denn durch Dich hoffe ich zu erben das Reich, das Du versprochen haft. Zum Unterpfand der Geligkeit hast ja dieß Brot Du eingeweih't. Dann rufe ich: O Herr! im Frieden entlaffest deinen Knecht Du jetzt, weil mir das Beste ist beschieden, weil Heiland! Dich mein Herz besitzt, den meine Seele bald wird sehen, durch den mein Leib wird auferstehen. Wer mein Fleisch ist, und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und Ich werde ihn erwecken am jüngsten Tage. ( Jesus bey Joh. 6, 55.) Gebeth. Flehend wenden wir uns zu deiner Barma herzigkeit, laß uns deine Diener durch die Kraft dieses heis ligen Sacramentes in deiner Gnade befestiget werden, daß in unserer Todesstunde der Feind nichts wider uns vermöge, sondern daß wir mit deinen Engeln zum ewigen Leben hina über wallen konnen, durch Jesus Christus, unfern Herrn. Amen. - Fürbittepfalm. Dank sey Dir, o Jesus! Du haft uns zum wahren Glauben berufen; Du hast uns durch die heilige Taufe zu Mitgliedern der heiligen Kirche gemacht.- Gedenk' an deine Gemeinde, welche Du von Ewigkeit beseffen haft; beschüße sie wegen der Ehre deines heiligen Nahmens. Ulebergib, nicht die Seelen deiner Bekenner der Wuth deiner Feinde, und nimm von uns die Gabe des heiligen Geistes nicht weg.- Sieb auf deinen Bund: die Erde ist mit Unglauben erfüllet, der Hochmuth derer, die Dich baffen steigt immer. Steh auf, o Herr! richte deine eigene Sache, heb deine Hand auf, ihrem Hochmuth ein Ende zu machen. Du bist unser Gott, unterstüße nach deinem Versprechen deine beilige Kirche, daß sie von den Mächten der Hölle nicht überwältiget werde.- Erfülle den römischen Papst und alle Bis schöfe mit deinem heiligen Geiste, daß sie, was Dir gefällt, vers langen, und kräftig vollbringen.- Gib allen Priestern und Dienern der heiligen Kirche apostolischen Eifer und Wandel, deinem Nahmen zur Ehre, zum Heile der Gläubigen.- Verbinde alle Christen zur Einigkeit des Glaubens durch das Band der thätigsten Liebe; erhalte und stärke uns Alle in deinem beis ligen Dienste.- Führe die Irrenden auf den Weg der Wahrheit zurück; laß alle Menschen die wahre Lehre deiner heiligen Kirche erkennen. Bekehre die Sünder, verzeihe den aufrich- 395 VII. Abschnitt. tigen Büßern, stärke die Schwachen, ermuntere die Frommen. Geheiliget werde dein Nahme, zukomme uns dein Reich, dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erde.- Gib Königen und Fürsten Weisheit und Tugend, daß sie das Gute erkennen, verordnen und vollziehen. Gib allen Obrigkeiten Eifer und Handhabung der Ordnung und Ruhe; stärke sie mit Liebe zur Gerechtigkeit, gegen ihre Untergebenen ihre Pflichten zu erfüllen. Flöße den Unterthanen Liebe, Gehorsam und Treue gegen ihre geistliche und weltliche Obrigkeit ein, und laß. sie die Früchte ihrer Ergebung in stiller Ruhe genießen.- Schenke den Königen und Fürsten Eintracht und wahre Liebe zum Frieden, jum Besten des Staats und der heiligen Kirche. Erhalte unter dem christlichen Volke den Geist der heiligen Liebe und Eintracht; leite es ferne vom Laster auf dem Wege der Tugend.- Laß uns Alle als gehorsame Kinder deiner heiligen Kirche leben und sterben, damit wir Dich mit deinen Heiligen und Auserwählten in Ewigkeit preifen und ehren mögen.- Höre gnädig unsere allgemeinen Bitten, welche wir aus Antrieb der Liebe vor deinem Gnadenthrone niederlegen. Segne das Baterland, den Handel, den Ackerbau und alle rechtlichen Ge werbe; laß die Unternehmungen des Guten durch deine Hülfe gedeihen. Segne unsere Felder, Gärten, Wiesen und Bäume, und gib den Früchten der Erde Wachsthum, und erwünschtes Gedeihen. Erhalte und vermehre durch deinen Segen die Thiere, welche Du zu unserm Nußen erschaffen hast. Segne die Haushaltungen und Dienstbothen, heilige die Bäter und Mütter, gib ihnen Friede in der Ehe, Treue in der Liebe, und an ihren Kindern Freude. Laß die Kinder in deiner Furcht zu frommen Christen, zu guten Bürgern des Vaterlandes, zu würz digen Erben des Himmels heranwachsen.-Segne unsere Wohls thäter, fegne alle Freunde und Bekannte; vergilt ihnen das ers wiesene Gute mit himmlischen Gütern.-Wende ab alles Ulebel von unsern Feinden, lebre sie das erwiesene Unrecht bereuen.Erbarme Dich über alle Kranke und Bedrängte; tröste und stärs ke sie, errette fie gnädig aus ihrem Elende.- Ernähre die Armen, unterstüße die Witwen und Waisen; schenke allen Sterbenden die dliche Gnade.- Wende gnädig ab Krieg, Hunger und Pest, und andere wohlverdiente Strafen der Sünde. Um dies fes, o Jesus! bitten wir Dich, durch deine heiligsten Wunden, durch deine liebevolle Gegenwart im heiligsten Sacramente des Altars. Heilige Jungfrau Maria! du Helferinn der Chris sten, bitt für uns bey deinem göttlichen Sohne, jegt und in der Stunde unsers Todes. Unterstüßet unser Gebeth durch eure Fürbitte, ihr Heiligen Gottes und auserwählte Bürger des Hims mels! bittet für uns.- Ehre sey dem Vater zc. - - 1 1 - - - - — 1 Frohnleichnams Andachten. I. Gebeth für alle frommen Berehrer Jesus im allerheiligsten Altars Sacramente. wys Dallerheiligstes Sacrament des Altars! du wunders volle Bundeslade, in welcher nicht die Gefeßtafeln, sondern der Gesetzgeber selbst, nicht das Manna, sondern Jesus, das wahre Lebensbrot, nicht der Stab Aarons, sons dern Christus, der hohe Priester nach der Ordnung Melchis sedeck, wahrhaft und wesentlich gegenwärtig ist.- Höchs ftes Heiligthum! in welchem alles Heilige und Kostbare enthalten ist. Du hast dieses Gotteshaus ganz eigentlich zu deiner Wohnung erwählet. O unschätzbare Gnade! unser Gott und Heiland wohnt immer in unserer Mitte! Ich bethe Dich an, o mein Gott! und verdemüthige mich ganz vor deiner unendlichen Majestät. Jesus Chrisius! Du hast uns auserwählet, daß wir vor deinem Angesichte heilig und unbefleckt seyn sollen in der Liebe, daß wir als deine Erlös'ten in guten Werken wandeln, und in deine Fußstapfen als deine treuen Jünger eintreten sollen; ich) beuge meine Knie vor Dir, und bitte Dich, daß Du uns nach den Reichthümern deiner Herrlichkeit verleihest, durch deinen heiligen Geist, dem innerlichen Menschen nach, kräftig gestärkt zu werden, damit Du, o Jesus! durch den Glauben in unsern Herzen wohneft, und wir in der Liebe eingewurzelt und gegründet bleiben. Verleih uns die Gnade, daß wir einen, unfers Berufes würdigen Lebenswandel führen; in aller Demuth, Sanfimuth und Geduld; daß wir einander liebreich ertras gen, und forgfältig auf die Einigkeit der Gemüther, im Bande des Friedens halten. Denn wir Alle, die wir an deine wirkliche Gegenwart unter uns glauben, und in treuer Liebe an Dir halten, machen einen Körper und einen Geist aus, weil wir Alle dieselben Hoffnungen und denselben Bes ruf haben. Heilige uns Alle, göttlicher Heiland! in der Wahrheit, daß wir den alten Menschen, jenen nähmlich, der durch die verführerischen Gelüste verdorben ist, ablegen; daß wir eines ganz neuen Sinnes werden, und einen neuen Menschen anziehen, der nach Gottes Bilde, nach der Ges rechtigkeit und Heiligkeit erschaffen ift.- Deine mächtige Gnade wolle in uns wirken, daß wir Dir nachfolgen als liebe Kinder, und wandeln in der Liebe, gleichwie Du uns geliebt, und Dich selbst für uns zum Sühnopfer Gott dar - yet. gegeben haft.- D Du Gott des Himmels und Herr aller Creaturen! erhöre meine demüthige Bitte, die ich im festen Vertrauen auf deine unendliche Barmherzigkeit hier vor deinem Gnadenthron ausspreche.- Laß deine Erbarmuns gen über uns, deine gläubigen Verehrer, herabkommen, daß wir in deiner Herrlichkeit verbleiben; verleih uns Muth und Standhaftigkeit, Alles zu verachten, was uns von deiner Liebe trennen will; gib uns Kraft, Alles zu erfüllen, was die wahre Gottseligkeit, und unser hoher Beruf von uns fordert.- Bater unser 2c. Gelobt c. II. Gebeth um Erhaltung und Aufnahme der heiligen katholischen Kirche. Heilige Kirche, welche Jesus Christus, nach seinem una trüglichen Versprechen, auf einen Felfen gegründet, du bist das glückselige Paradies des Herrn, von Ihm mit eigener Hand gepflanzt, und mit seinem kostbaren Blute angefeuch tet. Du aber, o anbethungswürdigstes, allerheiligstes Ale tars Sacrament! Du bist der Baum des Lebens, in der Mitte dieses Paradieses; deine Frucht ist das ewige Les ben, und die wunderbare Kraft und Stärkung zur Heiligung des zeitlichen Lebens. Du bist der Mittelpunct der wahren Gottseligkeit und der echten Religion. Jesus Chriftus! ich bethe Dich an auf dem Altare, als meinen Gott, an den ich glaube; als meinen Heiland, auf den ich hoffe; als mein höchstes Gut, das ich liebe; als meinen Herrn, dem ich huldige; als den göttlichen Lehrer, dessen Evangelium ich bekenne; als das hellglänzende Licht der Welt, dem ich danke für die Gnade des wahren Glaubens, Jesus! Du unsichtbares, höchstes Haupt der Kirche! une sterblichen Dank fage ich deiner unendlichen Güte für die unschätzbare Gnade des wahren Glaubens, in welchen Du uns aufgenommen und erhalten haft.-Doch, göttlicher Heiland! dein auserwähltes Geschlecht, dein königliches Priesterthum, dein Volk, das Du durch dein Blut als dein Eigenthum Dir erworben hast, leidet viele Nachstellungen von dem Geiste der Falschheit, von der Bosheit der Welt, und von dem Fürften der Finsterniffe. O Jesus! erbarme Dich, und erhalte deine Gläubigen in deinem Nahmen, in deiner Lehre, in deinem Bekenntniffe, in deiner Liebe, damit fie kein Betrug der Jrrlehren von dem Wege der Wahrheit Frohnleichnams Undachten. 393 abführe, keine Drohung schrecke, keine Schmeicheley vers wirre; sondern daß fie als Kinder des Lichtes wandeln in aller Frömmigkeit, und feinen Theil nehmen an den gott lofen Werken der Finsterniß. Erbarme Dich, unendlich gütiger Erlöser! jener irrenden Seelen, welche zwar mit deinem kostbaren Blute erlöset wurden, aber leider noch in dem Schatten des Todes und in der Finsterniß sitzen. Ach! Du ewiges Licht der Wahrheit! erleuchte sie durch die Strahlen deiner göttlichen Gnade, damit sie ihren schäde lichen Irrthum erkennen. Bewege ihren schwachen und zaudernden Willen, damit sie mehr ihr ewiges Heil, als die zeitlichen Güter lieben, und deinem hellen Gnaden- und Glaubenslichte nachgehen. Wirke, o guter Hirt! daß dieſe irrenden Schäflein zu deiner Herde zurückkehren, damit endlich ein Schafftall und ein Hirt werde, und wir alle mit einem Herzen und einem Munde Dich bekennen und ewig anbethen. O heilige Stadt Sion, daß doch deine Pfors ten eröffnet, und deine irregehenden Kinder zu Dir zurücks geführet würden! daß sie doch den Rath, der nicht aus Gott ift, aufgeben, und den Weg verließen, welcher sie nicht zu deinem Heile führet! O Gott der Erbarmung! säume nicht länger, Dich ihrer zu erbarmen! Leite fie auf den Weg, der zum ewigen Leben führet. Ach, daß doch durch deine Gnade der alte Irrthum wiche, und die wahre Einigkeit hergeftellet würde!- Deine Ehre, o Jesus! und das Heil so vieler verführten Seelen ist die fromme Begierde meiner Seele! Deine Hülfe ist mächtig, alle diese Finsternisse zu zerstreuen, und jene zu erleuchten, die Dich noch nicht ers kennen. Träufle den Thau deiner Gnade in ihre Seelen berab, daß fie an Dich glauben, und im Glauben an Dich felig werden.- Bater unser 2c. Gelobt und angebethet zc. SAVING - • III. Gebeth um die Bekehrung der Sünder. Ogroßer Gott! Du hast nach der Sündfluth den Res genbogen am Firmamente ausgespannt, als ein Zeichen deiner Milde und Barmherzigkeit, und deiner Ausföhnung mit der fündigen Welt; und das allerheiligste Sacrament des Altars ist ja auch ein ewiges Unterpfand deiner Güte und deiner Liebe, in welchem Du dem Sünder Verzeihung, Gnade und ewiges Leben anbietheft. Und doch wandeln noch so viele, die sich deine Jünger nennen, als Feinde dei. 394 VII. Abschnitt. nes Kreuzes; laffen ihre von Dir erlöf'ten Seelen zu Grunde gehen, und effen und trinken sich in deinem heiligen Sacras mente, anstatt des Lebens, den Tod und das Gericht hinein. Jesus! der Du auf diese Erde herabgekommen bift, zu fus chen und selig zu machen, was verloren war: erbarme Dich nach der Größe deiner Barmherzigkeit aller Derjenigen, die leichtsinnig auf der breiten Straße der Sünde dem ewigen Verderben zueilen. Erleuchte sie durch dein Gnadenlicht; erweiche in deinem heiligen Blute ihre harten Herzen, rede zu ihrer Seele durch deine kräftigen Antriebe, stärke ihre Schwachheit, damit sie das Elend und die Gefahr der Sün de erkennen, und durch wahre Buße sich mit Dir ausföhnen. Tilge, o Herr! alle Bosheit, daß nicht die Sünde unter uns herrsche; sondern die wahre Gottseligkeit und Andacht, der Eifer für deinen heiligen Dienst, und die Auferbaulichkeit der guten Sitten, die chriftliche Tugend und Heiligkeit, das mit unser Vaterland Dir lieb und angenehm und deines väs terlichen Gegens immer würdiger werde.- Vater unser zc. Gelobt und angebethetic. IV. Gebeth um Friede und Einigkeit. Jesus Christus! Du Urheber und Liebhaber des himms lischen Friedens, welchen Du deinen Jüngern gegeben und hinterlaffen haft; Du bist herabgekommen auf die Erde, um uns den Friedenszweig vom Vater mitzubringen, wie die Taube einen Dehlzweig dem Noah in die Arche ges bracht hat. Dein heiligstes Abendmahl ist das Geheimniß der Liebe und der Einigkeit, in welchem die Gemüther der Gläubigen eines Sinnes, und eines Willens werden sollen. Wir effen Alle von einem Brote und trinken von einem Kelche, dein heiligster Leib und dein kostbares Blut ertheis len uns die Liebe zum Frieden, und vereinigen unsere Hers zen; denn Du bist der Fürst des Friedens, und dein Versöh nungstod am Kreuze vereinigte die Erde wieder mit dem Himmel. Du haffest alle Spaltung und Uneinigkeit, weil aus derselben nur Unruhe und Inheil hervorgeht, und ein in sich zertheiltes Reich nicht bestehen kann. Herrsche daher mit deiner Gnade in uns, damit dein Friede, der allen Begriff übersteigt, unsere Herzen bewahre, und wir, durch das Band der Liebe vereiniget, in Ruhe und Eintracht Dich loben und anbethen mögen. Ach! entferne von deiner - Frohnleichnams Andachten. 395 Erbschaft alle 3wiftigkeit, allen Streit und Unfrieden, alle Verwirrung und Uneinigkeit. Laß nicht zu, daß unter deis nem Volke gefunden werde ein Mensch des Haders, ein Mann des 3ankes, der die Einigkeit und den Frieden störe; sondern es regiere durch deine Gnade die Liebe und der Friede, die Geduld und die Freundlichkeit, die Sanftmuth, Güte und Langmuth, damit Jedermann erkenne, daß Du Jesus, Du Gott des Friedens, in unserer Mitte wohneft, und das Heil des Vaterlandes sepest.- Vater unfer 2c. Gelobt ic. V. Gebeth um Ubwendung der verdienten göttlichen Strafen. Jesus Christus! Du eingeborner Sohn des Vaters, wie Du einst deinem frommen Diener Moses als eine Feuerflamme im brennenden Dornbusche erschienen bist, um dein Volk aus der harten Sclaverey Aegyptens zu erretten, so erscheinest Du uns auch im heiligen Sacrament der Liebe als ein barmherziger hoher Priester, und als das wahre Ofterlamm, um dein auserwähltes Volk zu erlöfen. Um dieser deiner Liebe und um deines Leidens und St rbens willens bitte ich Dich, o mein Heiland! gedenke nicht an die vielfältigen Beleidigungen und Unbilden, die Dir von uns zugefügt werden, sondern an deine unendliche Liebe und Barmherzigkeit! wende gnädig ab von unserm Baterlande alle verdienten Strafen; bewahre dein Volk, o gütigster Jes sus! vor Unfruchtbarkeit der Erde, vor schädlichem Ungewits ter, vor Theurung und Mangel, vor Feuer und Wassers noth, vor Armuth und Hunger, vor bösen Seuchen und Krankheiten, vor llnruhen und Krieg und vor allem llebel. Du bist gnädig, barmherzig und von großer Güte! firafe uns nicht nach unfern Sünden, und vergilt uns nicht nach unfern Missethaten; sondern um deines Nahmens willen ers barme Dich unser, o Herr! D Jesus, verschone uns! o Jesus, erhöre uns! o Jefus, erbarme Dich unser! damit wir unter dem Einfluffe deines göttlichen Gegens, im Ges nuffe deiner Gaben und Wohlthaten, dieses zeitliche Leben in deinem heiligen Dienste, zu deiner Ehre, mit dankbarem Herzen führen mögen. Du, o Allgütiger! haft deine Wohnung mitten unter uns aufgerichtet: Du bist unser Gott, und wir sind dein Volk, sieh mit gnädigem Auge auf uns herab, und laß deine Milde über uns herrschen! Laß die Erde ihre Gewächse hervorbringen, und die Bäume mit -- 1 —— 396 VH. Abschnitt. Früchten angefüllt werden! Laß uns dein Brot in Freude essen, und ohne Furcht unter deinem Schuße wohnen. Bater unser 2c. Gelobt zc. - VI. Gebeth um die göttliche Gnade. O großer Gott! Du haft das israelitische Volk durch eine feurige Wolkensäule erleuchtet, und in das Land der Verheißung geführt. Deine gläubige Gemeinde aber erleuchtest und begnadigest Du in dem allerheiligsten Altars Sacramente auf dem Wege zur seligen Ewigkeit. Hier in diesem Denkmahle deiner unendlichen Liebe haft Du alle Schäße der göttlichen Gnade hinterlegt. Darum wende ich mich an diesen Gnadenthron, und bitte Dich für unser liebes Vaterland. Träufle, o liebreichster Heiland! deinen himmlischen Gnadenthau auf selbes herab, damit es blühe wie eine Lilie, die Zweige seiner Tugenden, gleich den Aesten eines Dehlbaumes, ausbreite, und der Geruch seiner Fröms migkeit sey wie von einer Ceder des Libanons!-- Segne deine heilige Kirche mit allem geistlichen Segen und mit als len himmlischen Gaben, damit sie rein und ohne alle Mas kel erfunden werde vor deinem Angesichte in der Liebe. Die Erlösung und Vergebung der Sünden haben wir empfangen durch dein Blut, nach dem Reichthum deiner Gnade; laß nun auch dein göttliches Licht und die Wirkung deiner Gnas de über dein Volk kommen; gib Allen einen weisen und ers leuchteten Geist in deiner Erkenntniß, und ein gläubiges frommes Herz, damit fie allzeit der Zugend und Gottfeligkeit nachstreben, und nicht wandeln nach dem verkehrten Geifte dieser Welt.- O Jesus! Anfänger und Vollender unserer Seligkeit! um deiner großen Liebe willen, mit der Du uns geliebt hast, verleihe uns deine mitwirkende befeligende Gnade; erhalte die Gottesfürchtigen in der Frömmigkeit; eis fere die lauen Gemüther zur heiligen Liebe an; tröfte die Kleinmüthigen; stärke die Angefochtenen, und bekehre die Sünder. Deine Gnade sey unser Licht, unsere Stärke und unser Troft, damit wir Dich anbethen und lieben in Ewigkeit - Vater unser zc. Gelobt zc. - VII. Seufzer um Segen für das Baterland. Jesus Chriftus! mein Herr und mein Gott im heiligs ften Sacramente! ich fnie vor deinem Gnadenthrone, und Frohnleichnams Andachten. 397 flehe Dich an um deinen heiligen Gegen, ohne diefen, wie könnte ich diese heilige Stätte verlaffen!- Gegne, o götts licher Heiland! mich schwaches und hülfebedürftiges Mens schenkind, damit ich mit Leib und Seele Dich allzeit anbethe, und in Dir ewig glückselig werde! Segne, o liebreichster Erlöfer! alle deine frommen Anbether im heiligsten Sacrae mente, damit sie in wahrer Heiligkeit Dir lieb und anges nehm seyen! Von Dir allein, o Jesus! kommt alles Heil und aller Segen, und es ist kein anderer Nahme unter der Sonne gegeben, in dem wir selig werden können, als dein heiligster Nahme; segne dein Volk, das Du erschaffen, ers löset und geheiliget haft!- Ewiger Gott! der Du bis an's Ende der Welt im hochheiligen Sacramente unter uns bleis ben willst, fegne deine Erbschaft, welche Du Dir durch dein Blut erworben haft! Alwissender Gott! dem nichts verborgen ist, obwohl Du deine Majestät unter den Brotess gestalten verhülleft, segne dein Land, über welches deine Vorsehung herrschet, und mild und weise Alles anordnet! Almächtiger Gott! deffen Gewalt Niemand widerstehen kann, segne unser Vaterland, damit Alles weiche, was die Ruhe stören oder den Wohlstand hemmen möchte! Barm. berziger Gott! deffen Eigenschaft ist, erbarmen und vers schonen; fegne alle Einwohner, damit sie unter dem Einfluß deiner Gnade im Frieden leben!- Heiliger Gott! vor dem auch die Seraphim ihr Angesicht verhüllen, segne diese Versammlung deiner Gläubigen, damit fie Dir ewigen Dank fagen möge!-Liebevoller Gott! in dem alle Schäße der Gnade enthalten sind, segne uns Alle, und laß uns die Wirkungen deiner Liebe genießen;-Vater unser 2c. Ge1 lobt und angebethet 2c. ( litaney vom allerheiligsten Altars- Sacramente siehe S. 113.) - a - Tagzeiten von dem allerheiligsten Frohnleichnam Jesu Chrifti. Vorbereitung. Ich bethe Dich an, vermenschter Gott! in Brot'sgestalt zugegen. Du bist das wahre Himmelsbrot: verleih', mir heil und Segen. Ich glaub', ich hoff', ich liebe Dich, ich fluche meinen Sünden, mit deinem Blute heile mich; ach! laß mich Gnade finden. VII. Abschnitt. 3 ur metten. Gelobt sen Jesus ohne End' im heiligsten Altars. Sacrament.. Jesus! öffne meine Lippen, und mein Mund wird deine Liebe verkünden. Jesus! merke auf meine Hülfe; Jesus! eile mir zu helfen. Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste; wie sie war im Anfange, jegt und allezeit, und zu ewigen Zeiten. Amen. 398 1 Jesus hinterläßt uns fein heiligstes Fleisch und Blut. Am letzten Abendmahle, die Nacht vor seinem Tod', nahm Jesus in dem Saale, Gott dankend, Wein und Brot; nehmt, sprach Er, trinket, effet, das ist mein Fleisch und Blut, damit ihr nie vergesset, was meine Liebe thut. O! laßt uns Ihm ein Leben, von jeder Sünde rein, ein Herz, Jhm gan; ergeben, zum Dankesopfer weih'n! und wie Er uns geladen, zu seinem Tische geh'n, das Denkmahl seiner Gnaden mit Würde zu begeh'n. Antiph. Dieses ist mein Leib, der für euch hingegeben wird; dieser Kelch ist das Testament in meinem Blute, welches für euch wird vergossen werden. Luc. 22, 19. 20.- Der Herr gab uns das Himmelsbrot, der Mensch genießt das Brot der Engel. Gebeth. O Jesus! der Du uns dein heiligstes Fleisch und Blut zum Andenken deines Todes hinterlassen haft: gib, daß wir deine Liebe immer im Gedächtnisse erhalten, und im Herzen, wie in der That, uns dafür dankbar bezeigen; der Du mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes als wahrer Gott lebeft und herrscheft in Ewigkeit. Amen. Zu den Laudes. ment! helfen. Gelobt sey Jesus ohne End' im heiligsten Altars- SacraJesus! merke auf meine Hülfe; Jesus! eile mir zu Ehre sey 20. Jesus wohnet und bleibet im heiligsten Sacras mente unter uns. Er, der uns arme Sünder, erlös't durch seinen Tod, liebt uns, wie seine Kinder, wohnt bey uns, unser Gott. Hier ist Er lauter Güte; hier ist sein Gnadenthron; kaum hört' Er uns're Bitte, und Er gewährt sie schon. Erlöfer! tief im Staube, weil Du die Wahrheit bist, be kennt Dich unser Glaube, verbeugt sich Dir der Christ. Blick' freundlich auf uns nieder, wir bringen beym Altar, wir deine Kinder, Brüder, Dir uns're Bitten dar. Antiphon. Es ist kein Gott, der sich seinem Volke so nähert, wie sich unser Gott uns Christen nähert. Sehet, ich - - - Frohnleichnams+ Undachten. 399 bin ben euch alle Tage, bis an das Ende der Welt; darum bringt mir eure Herzen zum Opfer dar. Gebeth. Gewähre uns, o Jesus! die Gnade, daß alle geit unsere Gebethe in deinem Nahmen entrichtet, und nach deinem Versprechen erhöret werden. Schenke uns durch dieses heiligste Sacrament den wahren Geist der Buße, flöße uns Furcht vor aller Gefahr der Sünde, und Liebe zu allem Guten ein; stärke uns in der Versuchung und Drangs fal, einige uns, heilige uns vorzüglich in der Stunde des Todes, schenke allen Verstorbenen die ewige Ruhe, damit wir Alle der erwünschten Früchte unsers Vertrauens theilhaftig werden, der Du mit Gott dem Vater in Einigkeit des heilis gen Geistes als wahrer Gott herrscheft von Ewigkeit zc. 3 ur Prim. Gelobt 2c.( wie oben). Jesus im allerheiligsten Sacramente erquicket uns. Hier will bedrängter Armen Erretter Jesus seyn; o, ruft Er voll Erbarmen, stellt eure Klagen ein; eilt, wenn euch Leiden drücken, mir, eurem Heiland zu; ich will euch ganz erquicken ich geb' euch Trost und Ruh'. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte! Flagt nicht mehr; jagt nicht in eurem Schmerzen, als ob kein Helfer wär'. O fehet auf! ihr habet den besten Helfer nah', der eure Seele labet, der treu'ste Freund ist da. Antiphon. Kommet zu mir, ihr Alle, die ihr mit Mühseligkeit beladen seyd, ich will euch erquicken. Matth. 11, 28. Du hast uns, o Jesus! einen Tisch bereitet, zur Stärkung gegen Alle, welche uns plagen. Gebeth. O Jesus! Du einziger Helfer in allen Nöthen! ertheile uns von deinem Altare Stärke wider alle Feinde unserer Seele, erlöse uns von unsern Anliegen des Leibes, oder gib uns wenigstens Gnade, mit Geduld in demselben auszuharren, damit wir von Dir erquicket auf dem Wege des Streites und Kreuzes zu Dir gelangen, der Du mit Gott dem Vater und dem heiligen Geifte als gleic cher Gott lebeft und regierest von Ewigkeit zc. 3 ur Terz. Gelobt zc. Jesus im heiligsten Sacramente nähret uns're Seele. Christen! welche Ehren erweis't uns unser Gott! Er gibt, um uns zu nähren, sich selbst als Himmelsbrot. In Brot's 400 VIL. Abschnitt. und Weines Hülle erfüllt sein Fleisch und Blut Sas Herz mit Gnaden- Fülle, erhält der Liebe Gluth. IAKO Du hast uns eingeladen, Erlöser! Dir zu nah'n; so nimm uns denn in Gnaden ats deine Gäste an. Gib, daß wir wahrhaft büßen, und heil'ge Herz und Sinn, damit wir Dich genies Ben, mit Seligkeits- Gewinn. Antiphon. Der gesegnete Kelch des Herrn, wie wir ihn fegnen, ist Er nicht Mittheilung des Blutes Christi? Das Brot, welches wir brechen, ist es nicht Mittheilung des Leibes des Herrn? Also, wer unwürdig ist und trinkt, der ist und trinkt sich das Gericht hinein. Wer mein Fleisch würdig ist, und mein Blut würdig trinkt, der wird durch mich das Leben haben. Gebeth. Gütigfter Jesus! laß mich doch recht oft aber allezeit mit gehöriger Reue über meine Sünden, nach aufrichtiger Beicht, und mit vollkommener Andacht des Hers zens, deinen heiligsten Frohnleichnam empfangen, damit er mir nicht zur Verdammniß, sondern zur Nahrung der Seele und zum ewigen Leben gereiche, der Du mit Gott dem Vas ter in Einigkeit des heiligen Geistes gleicher Gott, lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 3ur Sert. Gelobt 2c. Jesus im heiligsten Sacramente vereinigt sich mit uns. Nicht nur der Seele Leben hat Jesus uns gewährt! Er ift's, der uns gleich Reben, mit Gnadensaft ernährt. Sein Geist macht uns auf Erden durch innigsten Berein, damit wir selig werden, von Herzen fromm und rein. So sey denn Du mein Leben, du wahres Himmelsbrot! nur Du kannst Kraft mir geben, zu halten dein Geboth. O stille mein Berlangen, ganz Eins zn seyn mit Dir; den Himmel zu erlangen; o lebe ganz in mir! Antiphon. Wer mein Fleisch ist, und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und Jch in ihm. Ich bin der Weinstock, ihr send die Zweige; wer in mir bleibt, und Ich in ihm, der bringt viele Frucht. Gebeth. Flöße uns, o Jesus! beym Empfange dies ses Sacramentes deinen Geist ein, damit wir eben so heilig denken, reden und handeln wie Du, und auf solche Weise mit Dir Eines werden, daß wir mit Wahrheit sagen köns nen: Nicht mehr wir leben in uns, sondern Du, dessen Tu genden wir angenommen haben, der Du mit dem Vater und heiligen Geift gleicher Gott, lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Frohnleichnams- Undachten. 401 3ur Non. Gelobt zc. Bur 21. Jesus opfert sich unblutiger Weise auf dem Altare für unsere Sünden. 1910101 Du, Jesus! lad'st uns Sünder zur Buße liebvoll ein; wir follen Gottes Kinder, des Himmels Erben seyn. Damit wir Gnas de finden, gibst Du auf dein Altar, jur Tilgung unsrer Sünden, Dich stets zum Opfer dar. Ohöre unser Fleben, Du Gott der Vaterhuld! Vergib uns 1997511, e die Vergehen, vergib uns Straf und Schuld. Wie kannst Du uns verstoßen? Sieb! deines Sohnes Blut, das einst für uns geflossen, als unser Lösegeld. en nie B Antiphon. Jesus ist die Versöhnung für unfre Sünden; ja nicht allein für die unsrigen, sondern für die Sünden der gans zen Welt. Ihr send mit einem großen Werthe erkaufet worden; mit dem Blute Jesu Christi. Jefu Christi. 100 006909 Gebeth. Laßuns, o Jesus! so oft wir der heil. Meffe beywohnen, der Liebe eingedenk seyn, womit Du am Kreuze für unsere Sünden dein Blut und Leben gabst, aber eben daraus den Gräuel der Sünden erkennen, damit wir sie ernstlich bereuen, und meiden, als wahre Opfer uns deinem Dienste widmen, bis an's Ende Dir getreu verbleiben, und dann in alle Ewigkeit die Wirkung deiner Erlösung an uns empfinden mögen, der Du lebest und herrschest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Slle drup had sul pia ze. 100 Zur Beſper. Gelobt dan in@ we aid Jesus im heiligsten Sacramente das Opfer der Liebe zu den Menschen. Du, der die Nächstenliebe zum Hauptgeboth uns gab, laßt Dich mit aller Liebe so tief zu uns berab. Du gabst Dich einst für Alle am Kreuz zum Opfer hin, und zeigst in diesem Mahle denselben Liebessinn. and all art que Die Lehre zu erfüllen, die mir dein Beyfpiel gibt, fey, Herr!! um deinetwillen mir Freund und Feind geliebt. Ich will von ganzem Herzen wie Du dem Feind verzeih'n; wie Du, im Glück und Schmerzen dem Nächsten Bruder seyn. Antiphon. Das ist mein Geboth, daß ihr einander liebet. Ich habe euch ein ich gethan habe. Sepspiel gegeben, daß auch ihr thut, wie Gebeth. Jesus! der Du uns durch das Geboth der Nächstenliebe wie am Kreuze, so auch im heiligsten AltarsSacramente, durch dein Beyspiel vorzüglich lehrest, gib uns die Gnade, wie Du, herzlich und thätig alle Menschen, selbst 26 unsere Feinde zu lieben, damit wir durch die Liebe als deine Jünger auf Erden erkannt, und einst ewig mit Dir zum Lohs ne derselben vereiniget werden im Himmel, der Du lebest und herrschest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Zur Komplet. Bekehre uns, o Jesus, unfer Heiland! und wende deinen Zorn von uns ab. Gelobt zc. Jesus stärket uns im heiligsten Sacramente in unserm Tode. Seht, wie bis an das Ende uns Jesus innigft liebt, und noch im Sacramente zur Stärkung uns sich gibt. Er wird in legten Zügen uns Pfand der Geligkeit, und hilft uns glücklich siegen im Kampf zur Ewigkeit. laß mich doch genießen Dich, theuerstes Liebesmaht! Eh' ich soll wandern müssen durch's finst're Todesthal. Gib, daß mir diese Speise zur Stärkung meiner Treu', zur Labung auf die Reise in's Himmelreich gedeih'. Antiphon. Wer mein Fleisch ist, und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn erwecken am jüngsten Tage. Joh. am 6, 25. Ich bin die Auferstehung und das Lez ben; wer an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Gebeth. Gütigster Jesus! verlaß mich in dem so wich tigen Augenblicke des Todes doch nicht, sondern verleih', daß ich durch würdigen Empfang deines heiligsten Sacramentes gestärket, alle Anfälle des Satans besiege, und in deiner Liebe sterbe, damit ich ewig lebe durch Dich, und in Dir, der Du als wahrer Gott lebest und herrschest von Ewige keit zu Ewigkeit. Amen. Beschluß. Du willst als Opfergaben, o Jesus! beym Altar hier uns're Herzen haben; wir bringen sie Dir dar. Hilf doch, daß sie unschuldig, von jeder Sünde rein, sanftmüthig und geduldig, ja, ganz Dir ähnlich seyn. in Guds n Wir fleh'n zu deinen Füßen: gib Ernst zur Besserung, laß Gnade auf uns fließen, schenk' Kraft zur Heiligung. Laß uns die Bahn der Leiden recht frohen Muthes geh'n, bis wir in Himmels Freuden Dich unverhüllet seh'n. ( Hierauf bethe die Litaney vom allerheiligsten Sacramente, S. 113.) - Antiphon. O heiliges Gastmahl, in welchem Christus genoffen, und das Andenken an sein Leiden erneuert wird; hier wird die Seele mit Gnaden erfüllet, und wir empfangen das lin terpfand der zukünftigen Herrlichkeit. auf das Fest der heil. Kirchweihe. 403 Ein Gedächtniß seiner Wunder hat der gnädige und barmhers zige Herr gemacht. Er hat Speise gegeben denen, die Ihn fürchten. Herr! erhöre unser Gebeth;- und laß unser Rufen zu Die kommen. Gebeth. Oherr! wir bitten Dich, gib uns einen lebe haften Glauben, eine zuversichtliche Hoffnung, und eine brennende Liebe, damit wir in Anbethung und Genießung deines allerheiligsten Sacramentes mit den unaussprechlichen Ergeßlichkeiten deiner Gnade überströmt, und in der Stunde des Todes zu jenem großen Abendmahle berufen werden, wo sich deine Heiligen von deiner Glorie ersättigen, und Dich von Angesicht zu Angesicht ewig genießen, der Du lebest und regierest 2c. Amen. Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters, des Sohnes, und des heiligen Geistes, komme herab über uns, über unser Baterland, über die Früchte der Erde, und verbleibe allezeit mit uns! Amen. Gelobt und angebethet zc. Herr! erhöre mein Gebeth, und mein Rufen komme zu Dir! Laßt uns den Herrn preisen! Gott sey Dank! Und die Seelen aller Christgläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden! Amen. Am Feste der heiligen Kirchweihe. Meßand a cht. Eingang. Mit heiliger Freude begehen wir heute die Gedächtnißfeyer desjenigen Tages, an welchem diese Kirche zum Dienste Gots tes eingeweihet worden ist, damit wir hier in gemeinsamer Erbauung Gott im Geiste und in der Wahrheit anbethen, das Wort Gottes in der Predigt und Christenlehre anhören, und in einem guten Herzen bewahren; dem Opfer der heiligen Messe mit frommer Theilnahme beywohnen, und die heiligen Sacramente zur Erlangung und Vermehrung der göttlichen Gnade und des ewigen Lebens würdig empfangen sollen. O, wie fürchterlich erhaben und heilig ist dieser Ort! Nichts anders ist er, als das Haus Gottes, und die Pforte des Himmels. Der Berg Gottes heißt er. Wie lieblich sind deine Wohnungen, o Herr der Heerscharen?- Meine Sees 20* 404 VII. Abschnitt. Undachten le verlangt und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn. Ehre sey dem Vater se. Nimm also, o himmlischer Vater, allmächtiger ewiger Gott! in dieser deiner heiligen Wohnstätte die frommen Gebethe und Gelübde, die ich jetzt, vereint mit dem Gebethe und mit den Gaben des Priesters, auf deinen heiligen Altar lege, gnädig auf, und laß mich der unendlichen Verdienste und Gnaden des hochheiligen Opfers deines Sohnes theilhaftig werden, damit meiner Seele jenes Heil widerfahre, welches 3achaus durch die freudenvolle Aufnahme Jesus in sein Haus, und durch seinen aufrichtigen Bußeifer erlanger hat. Herr! erbarme Dich meiner- Christus! erbarme Dich meis ner.- Herr! erbarme Dich meiner. did& loria. Ehre, Preis und Unbethung sey Dir dreyeiniger Gott! in der Höhe, und Friede- Vergebung, Gnade und ewiges Leben allen Menschen auf Erden, die einen guten Willen haben; Friede und Freude durch Dich, Jesus Christus, eingeborner Sohn des Vaters! Lamm Gottes! das hinwegnimmt die Sünden der Welt, und mein demüthiges Flehen nicht verschmähen wird. Jesus Christus! Du allein bist der Heilige, der Herr, der Allerhöchste, mit dem heiligen Geiste in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen. Gebeth. O Gott! der Du uns alle Jahre den Gedächtnißtag der Einweihung dieses deines heiligen Tempels wiederbringest, und uns an deinen Geheimnissen frohen Untheil gewährest! erhöre die Bitten deines Volkes, und verleih, daß-- wer immer in diesen Tempel eingeht, um Gnaden zu erflehensich auch einer gnädigen Erhörung erfreue! Während der Epistel und des Evangeliums. Allmächtiger, ewiger Gott! Herr des Himmels und der Erde! Du bist und wirkest überall; überall vernimmst Du unsere Gebethe und Wünsche; die ganze Welt ist dein Tems pel, und jedes fromme Herz dein Altar. Deine allmächtige Kraft ist nicht innerhalb dieser Wände eingeschlossen, und doch würdigest Du Dich aus unendlicher Liebe zu uns Menschen, A E DEL YER. Willysis. in unfern Tempeln auf eine besondere Weise zu wohnen, und deine Erbarmungen und Segnungen hier im vorzüglichen Maße über uns auszugießen. So wird das Gebäude, das Menschenhände errichteten, durch deine heiligende Gnadeein Gotteshaus! Du wohnest unter uns--bist unser Gott, und wir sind dein Volk! 454 1 - Heute feyern wir mit dankerfüllter Seele das Andenken jenes Freudentages, an dem dieses heilige Haus, in weldhem ich jetzt Dich anbethe, durch das Gebeth und die Sege nung des Bischofs eingeweiht wurde zu deinem Tempel, zum Orte der Undacht und des Unterrichts, und zur ehre würdigen Stätte, in welcher die heiligen Geheimnisse des neuen Bundes begangen und ausgespendet werden; jenes Freudentages, an welchem das unblutige Opfer auf diesen Altären das erste Mahl Dir dargebracht wurde- jenes Freudentages, an welchem dein göttlicher Sohn hier, wie einst in dem Hause des Zachaus, sich würdigte, einjukehren, und sogar seinen immerwährenden Aufenthalt zu nehmen. Unübersehbar ist der Segen, unzählbar sind die Wohlthaten, welche sich von deiner heiligen Wohnung aus über deine Gemeinde verbreiten sollen, und wo sich in diesen heilis gen Hallen mein frommer Blick hinwendet, findet er herzere hebende Erinnerungszeichen deiner unendlichen Vaterliebe, die so groß war, daß sie Dich bewog, dein Liebstes, deinen eingebornen Sohn, in den Tod hinzugeben, damit feiner, der an Ihn glaubt, verloren gehe, sondern das ewige Leben habe. Das Kreuz des Erlösers zeigt mir Den, in wels chem allein Heil ist, und Leben und Seligkeit! Jener Taufstein ruft mir in das Gedächtniß den heiligen Bund, den ich mit Gott und seiner heiligen Kirche eingegangen habe! Jene geheiligten Richterstühle der Büßer- wie oft verließ ich sie mit Thränen innigster Rührung, und voll von heilsamen Entschlüssen und Vorsäßzen! Jener Tisch des Herrn theilt mir so oft mit von dem Brote des Lebens! Von diesem Lehrstuhle erschallet fortwährend, und dringt zu meinem Herzen die Lehre des Heiles. Die Bildnis fe und Statuen der Heiligen und Auserwählten Gottes führen mir so viele heilige Begebenheiten, so viele Beyspiele einer heldenmüthigen Tugend zu Gemüthe, und fordern mich auf zur treuen Nachahmung! VIL 40jquit. mochten --- Wie wohlthätig und heilsam, o Gott! Fönnte und sollte der Besuch deiner geheiligten Wohnung auf mich und alle meine Brüder wirken! Und wie oft habe ich durch meine Schuld diese heilsamen Wirkungen an mir und vielleicht auch an Undern vereitelt! Vergib mir, o Gott! jede freywillige Zerstreuung, jede Ausschweifung, jede unehrerbiethige Geberde und Stellung, mit welcher ich jemahls dein Haus ents weihet, und die Anwesenden geärgert over gestört habe! Ach, verleihe mir deine Gnade, daß ich mich bessere. Durchdringe mein Herz mit heiliger Ehrfurcht und Andacht, so oft ich vor deinem Altare, o Herr! erscheine, damit ich niemahls aus dem Hause des Gebethes einen Marktplaß, oder noch etwas Schlimmeres mache. Erhalte, belebe, befestige den Gedanken in mir, daß auch ich ein Tempel des heiligen Geiftes bin, und daß Du in mir wobnest; daß alle Ges rechten und Auserwählten eben so viele lebendige Steine sind, die da sollen aufgebauet werden zum lebendigen Tempel Gottes, dessen oberster Schlußstein Jesus Christus ift. Reinige daher, o Heiligfter! reinige unsere Herzen von Allem, was Dir mißfällig ist, und was uns hindert, zur Vereinigung mit Dir zu gelangen! Bereite Dir selbst unsere Herzen zu einer würdigen Wohnung vor, auf daß wir eingehen mögen in dein himmlisches Vaterhaus. 400 Gott der Erbarmung! es gibt so viele laue NahmenChristen, die deinen Tempel scheuen, und keine Freude haben an deinem Worte, und die Schäße der Gnade, die uns Jesus in den heiligen Sacramenten anbiethet, verachten; so Viele, die nur den Schein eines Lebens, aber nicht das wahre Leben aus Dir haben; rüttle sie aus ihrer Trägheit und Sorglosigs keit; mehre ihren Eifer, gib ihnen eine heilige Sehnsucht nach dem Orte deiner Wohnung, und laß sie erkennen, was zu ihrem Heile dient. Es gibt noch viele Völker, die ganz gar in der Finsterniß und im Schatten des Todes sißen, o laß auch ihnen das Licht des heiligen Evangeliums aufs gehen, daß sie Dir huldigen in deinem Tempel, und am Altare der Versöhnung Verzeihung ihrer Sünden, Gnade und ewis ges Leben empfangen, damit endlich ein Schafftall und eine Herde, und ein Hirt werden möge, durch Jesus Christus 2c. Amen. und Credo. Ich glaube an Gott, den Vater ic. - - auf das Fest der heil. Kirchweihe. Offertorium. Mein Herr, und mein Gott! ich weiß, Du prüfest die Herzen. Du liebst die Redlichkeit. Deßwegen opfere ich Dir auch alles mit Freuden und mit aller Nedlichkeit des Hers zens, was ich bin und habe. Auch dieses dein Volk, das hier gegenwärtig ist, opfert mit großer Freude seine Gaben. Er halte, o Gott! diesen guten Willen in unsern Herzen auf immer. Unser Gemüth sey von Ehrfurcht gegen Dich ganz durchdrungen. Alleluja. 407 Heiliger Vater**.( Seite 64.) Secreta. Wir bitten Dich, o Herr! erhöre unser Ges beth, und laß uns Dir durch eine wahre Andacht und volls kommene Unterthänigkeit des Leibes und der Seele gefällig seyn, da wir uns in diesem deinen heiligen Tempel versammelt haben, das jährliche Andenken seiner Einweihung zu feyern. Wir tragen Dir jeßt unsere Bitten vor, komm uns zu Hülfe, und laß uns zu den ewigen Belohnungen gelangen, durch Jesus Christus 2c. ( Prafation, bis nach der heiligen Communion bethe aus der Sonntags- Mese Seite 55-58.) Nach der heiligen Communion. Mein Haus ist ein Bethhaus, spricht der Herr. Wer darin um etwas bittet, der empfängt es. Wer suchet, der findet, und wer anklopfet, dem wird die Thür geöffnet. Gebeth. O Gott! Du bereitest aus lebendigen und auserlesenen Steinen deiner Majestät eine würdige Wohnung; verleihe deinem flehenden Volke, daß deine Kirche in dem Maße, als sie am förperlichen Umfange gewinnt, auch geistia gen Zuwachs erhalte, durch Christus, unsern Herrn! Amen. Befluß. Hor' deiner Kinder Fleh'n, o Gott! dein Sohn hat uns durch Kreuz und Tod erlöset! steure jeder Noth, und laß uns Hülfe finden! Erhebe, segne uns, o Gott! Bewahre uns vor Sünden, und führe uns zur Seligkeit, als Erben deiner Herrlichkeit! Dort loben wir in Ewigkeit Dich, Vater der Barmherzigkeit! Amen. Bater unser 26. Vesper Andachten. ( Wie am Sonntage, Seite 59.) Andachtsübungen auf die der allerJungfrau Mutter Achter Abschnitt. Maria, lieben Festtage feligsten und Gottes ppphund der Heiligen. Borerinnerung, Bot Gam wie man Maria und die Heiligen verehren soll. Unsere heilige Kirche lehrt, daß es gut, lobenswürdig und heilſam fen, die Heiligen zu verehren, sie um ihre Fürbitte anzurufen, und sich ihrem Schutze zu empfehlen; dabey aber ja nie die thörichte Meinung zu haben, als könnten die Heiligen aus eigener Kraft und macht uns helfen, oder als wollten sie uns etwas gewähren, das dem heiligsten Willen Gottes nicht angemessen wä re. Alle Hülfe kommt von dem Herrn; Er is die eins jige, unversiegbare Quelle aller guten Gaben und aller vollkommenen Geschenke; Er ertheilt aber diesen Segen gern, wenn Ihn feine liebsten Freunde, feine verdienstvollen Kinder im Himmel, vereint mit uns bitten. Darum richtet auch die Kirche alle ihre Gebethe an Gott selbst, fleht Ihn durch die Fürbitte der Heiligen und Auserwählten Gottes um Erhörung an, und schließt diesel. ben durch Jesus Christus, der unser Herr und Heiland ist. Betrachte daber, andächtiger Bether! die Heiligen als deine glorreich vollendeten Brüder, die nun in der Herrlichkeit Gottes sind, die von dem höchsten Wesen geehrt werden, und auf deren Fürbitte Er vielen von seinen Kindern auf Erden seine Wohlthaten erweiset. Betrachte die Heiligen als deine aufrichtigsten himm lischen Freunde, die, wenn du sie um ihre Fürbitte anrufest, sich gern mit deinem Gebethe vereinigen, und zum allgemeinen Vater bitten, und deine Unwürdigkeit unterstützen. Auch ist es sehr gut und beilsam, diese Helden der Tugend, diese gekrönten Bürger des Himmels zu verehren; aber wisse, daß die ihnen angenehmste Verehrung darin bestehe, daß du dich Aanvachten auf das gest warta empfanguip. 409 bemühest, ihrem schönen Zugendvorbilde nachzufol gen. Bedenket daber öfters, was sie auf Erden gethan, und ihrem Gott zu lieb erduldet haben. Sie waren Menschen, wie du Mensch bist, Schwachheiten, böfen Trieben, Leidenschaften und Versuchungen unterworfen, wie du. Die nähmlichen Gefahren und Mühseligkeiten, unter denen du seufzeft, ertrugen auch sie. Betrachte nur wie sie gelebt, gearbeitet und gekämpft haben, um das Himmelreich an sich zu reißen. Sie schälten ihr Herz los von den Eitelkeiten dieser Welt; fie fetten auf zeitliche Güter, Ehren, Reichthümer und Freuden keinen größern Werth, als der ihnen zukommt, nähmlich einen ge= ringen; dafür aber eiferten sie für treue Pflichterfüllung, für Gerechtigkeit, Mäßigkeit und findliche Ergebung in den Willen des Höchsten, für reine Gottes und Menschenliebe, und für wahre Nachfolge Christi auf dem schmalen Wege, der zum Himmel führt. Sie wandelten- als treue Diener des Herrn vor Gottes Au= gen, fie riefen dringend, kindlich, mit aller Herzlichkeit um seine Hülfe: fe weibeten Ihm jeden Tag ihres Lebens; sie flohen böse ' Gelegenheiten; sie lebten streng und enthaltsam, um stets wider die Lockungen der Sünde und wider die Macht der schlechten Beyspiele gerüstet zu seyn; sie waren geduldig im Leiden, verföhnlich gegen Feinde, und voll christlicher Liebe gegen Lästerer und Verfol= ger; sie arbeiteten unermüdet an dem wahren Wohle ihrer Mitmenschen; sie vertrauten, glaubten, liebten ihren Gott, und was ren innigst mit Christus, wie der Rebzweig mit dem Weinstocke, vereinigt, so daß sie alle mit Paulus fagen konnten:» nicht ich lebe, sondern Christus lebt in mir.< Beherzige - - diese Beyfpiele, und folge ihnen nach, wie sie Christus nachgefolgt sind; dann wird deine Verehrung der Heiligen eine löbliche, vernünftige, Gott wohlgefällige Andacht seyn, welcher jeder fromme und erleuchtete Christ seine Zustimmung nicht versagen kann, und welche gewiß ein vorzügliches Beförderungsmittel der Tugend seyn wird.- Sey besonders recht kindlich gegen die allerfeligste Jungfrau und Mutter Gottes, Maria, gesinnt; betrachte ihren gottergebenen Wandel, und ihre erhabenen Tugenden, und bemübe dich, die Allerseligste recht innig ju lieben. Wenn du Maria wahrhaft ehrest und liebest, dann mußt du auch das Berlangen haben, ihr ähnlich, das ist, gut und fromm zu werden. Willst du einmahl dieses, dann sey auch versichert, daß du keine mächtigere Freundinn, keine treuere Beschügerinn, und keine liebreichere Mutter haben kannst, als Maria. - I. Auf das Fest Mariä Empfängniß. I. O Maria! wir ehren dich mit andächtigen Herzen. Wir danken heute Gott mit großer Freude, daß Er sich in dir eine VIII. Abschnitt. Undachten A Stätte bereitet hat, welche würdig war, feinen Eingebornen aufzunehmen. Glückselige Ueltern, Joachim und Unna! heute ist euer Gebeth über alles Erwarten erhört; das kostbarste Gut ist euch anvertraut. Nun ist das Heil nicht mehr fern, denn es wird durch euch gebaut der Tempel, in welchem es geoffenbaret werden soll; nun muß die helle Sonne der göttlichen Liebe, Jesus Christus, bald aufsteigen, denn die Morgenröthe- Maria- ist erschienen. Freuet euch, und frohlocket, ihr Christen alle, denn heute ist empfangen worden Maria, die erste reine, makellose Blume, die auf dieser Erde geblühet hat. Der Mensch ist zwar tief gefallen und sehr entstaltet worden durch die Sünde, doch es blieb noch ets was übrig von seiner vorigen Schönheit und Würde. An Maria finden wir diesen Rest der zerfallenen menschlichen Neinheit und Glückseligkeit. In ihr haben sich zusammenge. fügt die Trümmer des herrlichen Adels, der dem Menschenges schlechte nach dem Falle noch geblieben ist. Wie sehr sollen wir frohlocken und uns erfreuen vor Gott, der den abtrünnigen Menschen nicht vollends verderben ließ, sondern an ihm retten und befreyen will, was gerettet und befreyet wers den kann. Billig erfreuen wir uns über die nahe Ankunft Mariä, dieser von Gott hochbegnadigten neuen Eva, d. h. der Mutter der Lebendigen. Nimm also, o Maria! gütig auf unsere Begrüßungen, mit denen wir deine heilige Empfängs niß feyern wollen. 410 II. unbefleckte Jungfrau! wie freudig danke ich dem Schöpfer, daß Er dich von aller Makel der Sünde befreyet hat! Wie herzlich wünschte ich, daß alle Menschen dieses große Vorrecht an dir erkennten! Du stehst ohne Makel vor dem Ungesichte des Herrn. O! würdige dich, deine mitleis digen Augen auf mein unreines Herz zu werfen. Bitte bey Gott für mich, ich bin ja nicht nur in Sünden empfangen und geboren worden, sondern ich habe auch, nach empfanges ner heiliger Taufe, meine Seele auf's Neue mit vielen Sünden befleckt; ich habe mir so wenig Mühe gegeben, das Kleid der Unschuld unbefleckt vor den Richterstuhl Gottes zu brine gen. Wird dir Gott, der dich zur Gesegnetsten unter allen deines Geschlechtes erhoben, und deßwegen vor jeder auf das Fest Marta Empfangniß. 411 Makel bewahret hat, je eine Gnade versagen! Reinste Jungfrau! du kannst, du willst, du wirst mir die Gnade erbitten, daß ich mich durch eine wahre Buße von den Flecs fen der Sünde reinige, und so mein Heil ernstlich wirke. Möchte ich oft genug an dich denken; o möchtest auch du meiner nie vergessen! Bitt für mich, daß ich so gläubig, fo demüthig, so liebvoll, so gehorsam, so geduldig, so tugendhaft, so rein, so vollkommen werde, wie du warest, um die gegründete Hoffnung hegen zu dürfen, einst an deiner Ses ligkeit Theil zu nehmen. Oglücklicher Augenblick, an wel. chem ich dich im Himmel sehen, loben und ewig lieben werde, dich du meine Mutter, unbefleckte Jungfrau Maria! Kirchengebeth. Wir bitten Dich, o Herr! ertheile deinen Dienern das Geschenk der himmlischen Gnade, damit uns, denen die Geburt der seligsten Jungfrau zum Anfange des Heiles gereichte, die Feyerlichkeit ihrer Empfängniß den Frieden vermehre, durch unsern Herrn zc. Lagzeiten zur Ehre der seligsten Jungfrau Maria. ( Eine nüßliche Undachtsübung an allen ihren Festtagen.) Erheb' dich, Seele! um zu loben die Mutter der Barmherzigs keit, die, über Engel weit erhoben, in himmlisch froher Herrlichkeit, im Himmel sist bey ihrem Sohne, auf einem glanzumgeb's nen Throne, und voller Milde niederschaut, auf Jeden, der auf sie vertraut. Ehr' sey dem Vater und dem Sohn', und Dir, o Geist! von Beyden, und uns des Himmels großer Lohn, einst durch die Ewigkeiten. Lobgefang an die Jungfräuliche. So rein von Sünden und von Mängeln, trat'st Du hervor aus Gottes Hand, als wie der schönste von den Engeln, am Tage seiner Schöpfung stand. Boll Unschuld war dein holdes Leben, der Gottheit Tempel deine Brust, zu dir hinauf durft' sich nicht heben, der Schlangenzahn der bösen Luft. O reine Jungfrau! pflanz' die Liebe zur Keuschheit unsern Seelen ein, daß wir mit edelmüth'gem Triebe, wetteifern, um dir gleich zu feyn. Gib, daß wir muthig und entschloffen dem Reiz der Wollust widersteh'n, und standhaft, treu und unverdroffen der schönen Unschuld Wege geh'n. auserwählt, daß sie in Antiphon. Gett hat sie besonders feinem Heiligthume wohne. 111. Asymmt. anoacyren Gebeth. O Gott! der Du durch die unbefleckte Em pfängniß der heil. Jungfrau Maria deinem lieben Sohne eine würdige Wohnung bereitet hast, laß uns, die Du durch das Leiden und den Tod Jesus geheiliget haft, auch durch ihre gütige Fürbitte in Reinheit und Unschuld vor Dir wan deln, und einst zu Dir in dein Reich gelangen, durch unsern Herrn Jesus Christus 2c. Zu der Prim. Erheb dich, Seele sc.( wie oben.) 415 Lobgefang an die Demüthige. Wie unter niedrigen Gesträuchen hebt sich die Palme schön emper; so stehst du unter deines Gleichen in edler Größe weit hervor. Doch bist du sanft und mild, bescheiden; die stille Demuth muß entzückt die Schar der Tugenden begleiten, die dich, o hohe Jungfrau! schmückt. O laß auch uns den Hochmutb bassen; er ist der Thorheit Eigenthum; der Stolze wird von Gott verlassen, er bleibt in Sünden und bleibt dumm. Laß uns die Demuth herzlich lieben; der Tugend Schmuck ist sie allein; nur die an ihrer Hand sie üben, die können Gott gefällig seyn. Antiphon. Sieh! ich bin eine Magd des Herrn; mir ge schehe nach deinem Worte. Gebeth. O Gott! der Du 2c.( wie oben.) Zu der Terz. Erheb' dich, Seele zc.( wie oben.) Lobgefang an die Gottergebene. Zu wandeln stets nach Gottes Willen, und unter seinem Unge: sicht, und treulich sein Geseß erfüllen, hieltst du für deine erste Pflicht. Er sandt' dir Kummer oder Freude, so war dein Herz nur ihm geweiht; du gingest nie von seiner Seite, und priesest Ihn voll Dankbarkeit. O bilf uns auch so gläubig leben, uns unserm Vater innig weih'n, bilf uns, fo fromm, so gottergeben, so dank bar gegen Ihn zu seyn. Daß wir in frohen Glückestagen nie weg von seinen Wegen geh'n, und in dem Unglück ohne Zagen auf Ihn, als unsern Vater, seh'n. Antiphon. Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen; der Nahme des Herrn sey gebenedeyt. Gebeth. O Gott! der Du zc. Lobgefang an die Mutter. Dich wählt der große Herr der Heere, dich unter Tausenden allein, zur unaussprechlich hohen Ehre, die Mutter seines Sohns zu seyn. Ihn nennst Du deinen Eingebornen, dich nennet Mutter jener Gott, der uns, den Sündern und Verlornen, Erlösung bracht' durch seinen Tod. O nimm auch uns zu deinen Kindern, du gnadenvolle Mutter an, und bitte jenen, der aus Sündern Gerechte, Fromme schaffen kann, daß wir voll Eifer uns bestreben, zu jur feligsten Jungfrau Maria. 413 thun, was uns dein Sohn gebeut; daß Er uns reich', nach dies sem Leben, die Krone der Unsterblichkeit. Antiphon. Maria, siehe da deinen Sohn! Sohn, siehe da deine Mutter! Gebeth. O Gott! der Du zc. Zu der Non. Erheb' dich meine Seele 2c.( wie oben.) Lobgefang an die Leidende. Maria weint der Wehmuth Thränen, ein scharfer Dolch dringt ihr durch's Herz; sie siebt die Sünder Jesus höhnen, sieht Ihn in heißem Todesschmerz. Er hängt am Kreuz, von Gott verlassen, aus weiten Wunden quillt sein Blut, und trostlos sieht sie Ihn erbiaffen, den theuern Sohn, ihr einzig Gut. O Mutter! laß dein hartes Leiden, und Jesus Blut und seinen Tod, uns Rettung, Gnad' und Huld bereiten, bey dem durch ihn versöhnten Gott. Gib heil'gen Abscheu uns vor Sünden, und wegen ihrer wahre Reu'; daß wir auch weinen, bis wir finden, daß Gott mit uns versöhnet sey. Antiphon. Meine Augen sind von Thränen angeschwollen; und meine Wangen sind eingefunken vor Gram. Gebeth. O Gott! der Du 2c. 3ur ef.per. Dein Ende naht, mit frommem Triebe verlangest du bey Gott zu seyn; und Jesus lad't mit farter Liebe, die reine Mutter zu sich ein. Dein Auge schließt sich, und die Seele empfängt der Engel Jubelchor, dein Leib verläßt des Grabes Höble, und schwingt zum Himmel sich empor. Hilf, Mutter! daß wir gut und weise für Edelthaten uns bemüh'n; daß wir auf dieser Lebensreise, stets standhaft nach dem Himmel zieh'n. Und wenn uns einst des Todes Grauen, in schwarzer Mitternacht befällt, laß uns dein freundlich Antlig schauen, und führ' uns in die beff're Welt. Antiphon. Köstlich ist vor dem Angesichte des Herrn der Tod seiner Heiligen. Gebeth. O Gott! der Du 2c. Zu der Komplet. Erheb' dich, Seele 2c. Lobgefang an die Triumphirende. Nun rub'st du, Hochgebenedente! geschmücket mit der Ehre Kranz; an deines lieben Sohnes Seite, dein Kleid ist reiner Sons nenglanz. Der Himmel und die Erde tönen, dein Lob in Ewigkeis ten hin; und alle Gaben Gottes krönen, dich Jungfrau, Mutter, Königinn! Mutter! die wir kindlich ehren; o Mutter, voller Lieb' und Treu'! sieb ber auf uns in's That der Zähren, und steb uns immer huldvoll bey. Erbitt' uns Nachlaß unsrer Sünden 414 VILL, Ubahnitt. Andachten den Frieden Gottes, Himmelsrußb'; hilf uns jegt streiten, übers winden, und führ' uns einst dem Himmel zu! Antipbon. Sie wird erhöhet, die Mutter des Erlösers, über die Chöre der Engel, in Gottes Reich. Gebeth. O Gott! der Du zc. Schluß. Nimm, Mutter Jesus! unsre Bitte, mit gnädigem Erbarmen an; hilf uns nach deiner großen Güte, da deine Macht uns hel fen kann. Erbitt uns Gottes reichen Segen, um tugendhaft, wie du, zu seyn; zu wandeln stets auf seinen Wegen, unschuldig, fromm, und gut und rein. Und wenn sich unsre Tage enden, mach' uns des Todes Nahen süß, und führ' an deinen Mutterhänden, uns hin in Gottes Paradies. Antiphon. Heilig bist du empfangen und geboren; und nie hat die Sünde einen Theil an dir gehabt.- Mutter Jesus! bitt für uns Gott den Bater, dessen lieben Sohn du geboren hast. Gebeth. O Gott! der Du 2c. Antiphon. In Demuth bethend, Herr! vor Dir lag der Jungfrauen schönste Zierde; der Engel kommt, verkündet ihr der Mutter Gottes hohe Würde. Die reinste, die wie Engel rein, wird Mutter und auch Jungfrau seyn. Maria, Frau der ganzen Welt, von Gottes Rathschluß auserkoren, Den, der zur Mutter dich gewählt den Schöpfer selbst hast du geboren. Frau, o Mutter unsers Herrn! o Himmelspfort', o Gnadenstern! Komm uns zu Hülf, erhör das Fleh'n der schwachen und gefallnen Sün der; laß deines Sohnes Gnad' uns seh'n! erbarm dich über deine Kinder! Wir bitten dich durch Jesus Christ, die du die beste Mutter bist. Litaney zu der seligsten Jungfrau. Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christus 2c.( wie in der ersten Litaney.) Heilige Maria! Bitt für uns! Heilige Gottesgebärerinn, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Du Mutter Jesus Christus, Du glorwürdigste Jungfrau, Du liebreichste Jungfrau, Du demuthigste Jungfrau, Du reinste Jungfrau, Du keuscheste Jungfrau, Du mildeste Jungfrau, Du wohlthätigste Jungfrau, Du schönes Beyspiel aller Tugenden, Du gottergebenste Jungfrau, Du sanftmüthigste Jungfrau, Du Freundinn der Menschen, Du Mutter der Armen, 2014 Du Trößerinn der Betrübten, Bitt für uns! Du Zuflucht der Sünder, Du Helferinn der Sterbenden, Du gnadenvollste Jungfrau, Du Beschützerinn reiner Seelen, Du Freude des ganzen Himmels, Du liebreichste Mutter deiner Verehrer, Du Mutter der heiligen Liebe, Durch deine erhabenste Würde, Durch die Güte deines edlen Herzens, Durch deine himmlische Güte gegen deinen eingebornen Sohn, Durch deine Liebe, mit der du Theil nahmst an allen Schicksalen. Sesus, Durch deine Schmerzen, die du bey seinen Leiden empfandest, Durch deine Muttertreue, als du unter seinem Kreuze standest, Durch deine innige Freude, als du den Auferstandenen erblickteft, Durch deine wehmuthsvolle Wonne, als Er segnend in den Himmel fuhr, Durch deine Freude, als der seligste Tod sich dir nahte, Durch dein Entzücken, als du zum ersten Mahle eintratst in die Seligkeit, Durch jene Liebe, mit der dein Eingeborner dich empfing, Durch deine ewige Herrlichkeit, Durch deine mutterliche Liebe gegen uns! Heilige Maria! 5 Du Lamm Gottes 2c.( wie in der ersten Litaney.) Antiphon. Unter deinen Schuß und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerinn! verschmähe nicht unser Gebeth in un fern Nöthen, sondern erlöse uns allezeit von aller Gefahr. O die glorwürdige und gebenedente Jungfrau, unsere Frau, unsere Mitts lerinn, unsere Fürsprecherinn! verföhne uns mit deinem Sohne, empfehle uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne! Bitt für uns! 2.n muthung. ( Vom heil. Anselm.), Wie lieblich bist du, Maria! liebenden Herzen! Wie heitert das Andenken an dich das Gemüth derer auf, die kindlich zu die flehen! Durch dich nehme uns Der auf, der uns durch dich ist ges geben worden. Deine Unschuld deckt unsere Schulden, deine Demuth unsere Hoffart. Die Fülle deiner Liebe erwirke bey dem Quell der Liebe auch für uns ein reiches Maß von Verdiensten. Du bist die Zierde der Menschheit, die Perle des Christenthums, die Königinn der Welt. Mein Herz ist mit Disteln und Dörs nern bewachsen; möge das Feuer vom Himmel sie sämmtlich verbrennen! Meine Wunden sind schon zu Eiter geworden, aber ich habe einen weisen Arzt, der sie immer noch heiten kann und heilen will. Er kann mich aus dem Grabe meiner Sünden emporteben, wie Er einst den Lazarus, der schon den vierten Tag im Grabe lag, mit der Stimme der Ullmacht aus der Fäulniß hervorrief. Lege, barmherzige Mutter! bey diesem Arzte dein Fürwort für mich ein.- Würdig bist du, daß dich jeder einzeln verehre, und - - 410 VIII. avamitt. Andachten würdig bist du aller feyerlichen öffentlichen Berehrung. Selbst die Engel im Himmel lobpreisen dich. Dich nicht lieben wollen- heißt, die Liebe passen. Gebeth. Aus zarter Liebe und der reinsten Hingebung seufze ich zu dir, o Maria, meine Mutter! um Liebe. Okönne te ich dich würdig lieben! Lehre mich, unbefleckte Jungfrau, wie ich dich stets gebührend ehren soll. Möchte meine Seele gegen dich so entflammt werden, daß mein Leib durch die Liebe zu dir und durch dich zu deinem Sohne ganz verzehrt würde! Mein Gemüth soll dich ewig nach Würde ehren; mein Herz soll dich, deinen ausgezeichneten Eigenschaften gemäß, lieben! Meine Seele foll Dir wohlgefällig zu wers den trachten, und dadurch Gottes Ehre fördern, alle Tage meines Lebens. Amen. II. Auf das Fest der Verkündigung Maria. Maria die seligste Jungfrau, ein Vorbild für Alle.( Vom heil. Ambrosius.) Was gibt es Erhabeners, als die reinste Jungfrau? was Herra licheres, als die der Glanz des Ewigen umstrahlt, und hoch erho ben hat? was Preiswürdigeres, als die unbefleckte Gebärerinn der Menschheit Jesus? Sie war Jungfrau, nicht nur dem Leibe, sondern ihrer ganzen Seele nach, in die keine Unmuthung schlich, die ihren heiligen, ungetrübten Sinn befleckt hätte. Ihr Herz war reine Demuth, ihr Wort war voll Würde, ihr Geist voll Klugs heit, sparsam war ihre Rede, Lesen und Betrachten ihre Luft. Sie bauete nicht auf dasllngewisse der Reichthümer ihre Hoffnung, sondern auf das Gebeth der Armen, die sie nach Vermögen unterstützte. Bey ihren Verrichtungen war sie die Aufmerksamkeit selbst, sie war voll Sittsamkeit in ihren Geberden, sie suchte nicht irgend einen Menschen, sondern Gott zum Zuschauer alles dessen, was in ihrer schönen Seele lebte und webte. Sie that Niemanden web; Allen war sie hold; Ueltern bezeigte sie alle Ehrfurcht; gegen Gleiche fühlte sie nie den Stachel des Neides. Hochmuth kam nicht in ihre Seele, die in allem der Vernunft folgte, und Got tes Geboth übte. Wann sab man eine unkindliche Miene gegen ibre Aeltern auf ihrem englischen Angesichte? Wann hörte man die Sanfteste mit ihren Verwandten janken? Wann sab sich ein Niedriger verachtet von der Demüthigsten, wann ein Schwacher verlas chet von der Mitleidvollsten? Welcher Dürftige sab je diese holde Liebe vor ihm fliehen? Sie fab nur dann Männer, wann ihre wohl thätige Liebe nicht erröthen durfte, und ihre jungfräuliche Schüchternheit nicht beleidigt wurde.-Kein Troß in ihrem Tauben- Auge; kein ergerniß in ihrer Rede; keine Ausgelassenheit in ihrer Geberde; auf das Fest der Verkündigung Maria.. 417 - nichts Unanständiges in ihrer Stellung, nichts Muthwilliges in ihrem Gange oder in ihrer Stimme, so daß schon ihr ganzes NeuBeres der schönste Ausdruck ihrer himmlischen Seele und das les bendigste Bild ihrer gottfeligen Tugend war. Des Hauses Vortrefflichkeit kündigt schon der Eingang an, wenn er den Eintretenden versichert, im Innern sey Alles licht. So soll unser Geist, vom Körper ungehindert, durch unser Neußeres durchleuchten, wie das Licht durch die Laterne.- Was soll ich erst sagen von ihrer Mäßigkeit in Nahrung, von ihrer Andachtsfülle und von ihrem Diensteifer? Sie suchte nur das Nothwendigste, nicht Nahrung für die Sinnlichkeit. Ihr thätiger Geist geſtattete der Natur selbst den Schlaf nur zur Noth, und indeß der Leib ruhte, wachte der Geist. Sie ging selten aus ihrer Wohnung, außer in das Haus Gottes, und da nicht unbegleitet. Die sicherndste Begleiterinn war sie aber sich selbst. Ehrwürdig in Gang und Unsprache schien sie mit jedem Schritte einen erhabenern Tugendschritt zu thun. Maria richtete ihre Augen auf Alle, um von der Tugend Aller angemahnet zu werden; sie erfüllte aber alle Tugendpflichten so, daß sie Allen die Tugendlehrerinn war.-So ward sie vom Engel angetroffen, so vom heiligen Geiste auserwählt.- Sie schien sich weniger allein zu seyn, wenn sie ale lein war; denn da waren vor ihr die heiligen Schriften und die Propheten. Gegen ihre Verwandten war sie voll zärtlichster Liebe. Da sie sich zur Gottesmutter gewählt sab, demüthigte sie fich noch tiefer, eilte auf's Gebirge jur Base, und blieb drey Mos nathe bey ihr.- Wunder folgten auf Wunder; die unfruchtbare Elisabeth ward Mutter, die Jungfrau empfing vom heil. Geiste, der stumme Zacharias sprach im Tone der Propheten, die Weisen betheten an, Simeon jubelte über die Erfüllung seiner Erwar tung. Kein innerer Stol; erhebt sich in der wunderschauenden und selbst wundererfüllten Maria;» dieß Alles bewahrte Maria betrachtend in ihrem Herzen.« Schon Mutter des Herrn, ist sie doch voll Verlangen, die Forderungen des Herrn zu wissen; Sie, die Sott gebären sollte, wollte Gott auch erkennen.- Jährlich ging sie mit Joseph nach Jerusalem, den großen Ostertag mit zu feyern. Eine Jungfrau muß nie ohne Geleitschaft der Tugend und der Schamhaftigkeit seyn. Wo diese nicht ist, kann auch die Jungfrauschaft nicht bestehen. Nicht einmahl zum Tempel ging Maria ohne Sicherheit für ihre Reinheit. Die Eine Maria ist das Muster für Alle. Welche Tugend und welche Tugendhöhe läßt sich noch denken, die in ihr nicht glänzet?- Welch herrlicher Jungfrauen Schar wird sie entgegen kommen, wie wird sie jede umarmen, und zum Herrn führen.» Diefe,« wird die Erhabenste sprechen, shielt meinem Sohne unverlegliche Treue, ihr bräutliches Herz blieb Ihm unverleßt. Der Herr felbst wird sie so dem Vater empfehlen:» Diese, heiliger Vater! sind es, die Ich Dir bewahrte; Ich will nun, daß sie mit Mir seyn, wo Ich bin. Gerechter Bater! die Welt hat mich nicht erkannt, diese 27 - -- - - 65 -- 418 VIII. Abschnitt. Andachten aber haben Mich) erkannt, und wollten von der fündigen Weit nichts wiffen." In Maria ist so viel Größe, als der Gottesmutter geziemt. In uns Allen lebe der Geist Mariens, der Gott preise und in Ihm frohlocke! ― 1. Wohl dir, daß du geglaubet hast, Maria, die du einst im Staube hier wandeltest, und die der Glaube zur Mutter unsers Herrn erhob. 2. Wer hätte wohl in Nazareth, in Hütten, wo die Armuth wohnte, wo Unschuld nur und Tugend thronte, die Mutter un sers Herrit gesucht? 3. Wie konnte deine Demuth dir wohl jeden stillen Wunsch gewähren: Ach! wär's ich doch, die einst gebären wird den Retter unsers Volkes? 4. Der Engel kam. Du glaubtest nun. Du ftandst auf der Erwählung Höhe, und sprachst:» Nach deinem Wort geschehe mit mir; ich bin die Magd des Herren,« 5. Wohl dir, daß du geglaubet haft! Wir wandeln zwar noch jeßt im Staube. Doch Kindersinn und frommer Glaube erringen uns auch Seligkeit. Gebeth. O Maria, Demüthigste und Erhabenste unter allen Geschöpfen! Dank sey dem Allerhöchsten, daß Er Dich zur Würde der Mutter seines Sohnes auserkoren hat! Ich staune, und freue mich über deine wunderbare Vereinigung mit Gott. Ach! ich elendes, und bey so vielen Sünden doch noch stolzes Geschöpf, sollte es gar nicht wagen, vor Dir, die Du bey den größten Vorzügen so demüthig wareft, zu er scheinen; und doch möchte ich Dich mit dem Gruße des Engels ehren: Gegrüßt feyst Du, Maria! du bist voll der Gnaden! Erlange auch mir einen Theil derselben. Der Herr, der Urheber aller Freuden, der Seligmacher, der starke Gott, der Fürst des Friedens ist mit Dir. Er war mit Dir, schon vom ersten Augenblicke deiner Erschaf fung; jetzt ist Er, als dein Sohn, noch näher mit Dir. Du bist gebenedeyt unter den Weibern. O bring' auch mir Segen von Gott! Gebenedeyt ist die Frucht deines Leibes. Glückselige Pflanze, die der Welt eine so edle und heilige Frucht gebracht hat! Heilige Maria, Mutter Gottes! Ja, Maria, das bist Du! Du bist die Mutter Gottes; diese Wahrheit glaube ich feft. Bitt für uns arme Sünder! jetzt, bey so vies — zu der schmerzhaften Mutter. 419 len Gefahren, vorzüglich aber in unserer letzten Stunde um einen seligen Tod. Dann wollest Du uns, feligste Mutter, zum Sohne; gnadenvolle Tochter, zum Vater; auserwählte Braut, zum Bräutigam führen, der gebenedeyt ist in Ewigkeit! Amen. III. Auf das Fest der Menschwerdung Jesu Christi. Wie können wir, Vater der Menschen! Dir danken? Wie preiset Dich würdig, Gott! unser Gesang? Groß ist deine Liebe, fie kennt keine Schranken; nimm, gütigster Bater! den herz lichsten Dank. Du fandtest, durch Liebe bewogen, den Sohn; den Heiland der Welt vom göttlichen Thron. Voll Liebe kam Jefus zur Erde hernieder, um Lehrer und Retter der Menschen zu seyn; Er nannte, als Sterblicher, Sterbliche Brüder; und wollt uns von Irrthum und Sünde befrey'n. Er, welchem der Himmel mit Ehrfurcht sich beugt, Er hat sich herab zu der Erde geneigt. göttliche Liebe, wo ist deines Gleichen? Wer bringet, wer singet Dir würdigen Dank? Nie kann Dich die Spra che der Engel erreichen; bringt, Christen, ein heiliges Leben zum Dank! Für Menschen dem schmählichsten Tode sich weih'n!- So liebte nur Jesus, nur Jesus allein. Dir, Menschenfreund! ähnlich die Mensdjen ju lieben; uns Alle dem großen Berufe zu weih'n; mit edlen, durch Tugend geläuterten Trieben, für Menschenwohl eifrig und thätig zu seyn; ja, heilig sey deinen Vers ehrern die Pflicht. Wer Menschen nicht liebet, verehret Dich nicht. Gebeth. O Gott! der Du gewollt hast, daß dein Wort auf die Verkündung des Engels von dem Leibe der seligsten Jungs frau Fleisch annehmen sollte; verleih unsern flehentlichen Bitten, daß uns, die wir sie wahrhaft als Gottesgebärerinn erkennen, durch ihre Fürbitte bey Dir geholfen werde, durch eben denselben unsern Herrn Jesus Christus, der mit Dir lebt und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. ( Die übrigen Andachtsübungen aus der Bethstunde im Advente.) Anmuthungen zu der schmerzhaften Mutter. Iter Schmerz Mariä, bey der Weisfagung Simeons. Ach), liebe Mutter! wie oft habe ich als Sünder dein Herz verwundet. Nicht dir, sondern mir gebühren Leiden und Stras fen für meine begangenen Sünden. Weil du aber aus Liebe zu mir so viel haft ausstehen wollen, o! so erlange mir durch deine 27 420 VIII. Abschnitt. Undachten Verdienste eine recht bittere Reue über alle meine Günden; er lange mir die Geduld in Widerwärtigkeiten, die allemahl gering sind, wenn ich bedenke, daß ich durch meine schweren Sünden die Hölle verdient habe. Ilter Schmerz Mariä, bey der Flucht nach Aegypten. O göttliche Mutter! auch ich bin Einer von den Unglücklichen, die durch ihre Sünden deinem Sohne und dir Wunden geschlagen und aufgerissen haben. Mutter der Barmherzigkeit! erhalt' mir die Gnade, meinen Undank zu beweinen. Durch 21les, was du auf deiner mühvollen Flucht geduldet hast, bitte ich dic), laß mir auf der so gefährvollen Reise in die Ewigkeit deinen Schuß und Beystand angedeihen, damit ich am Ende meiner Tage in das Land der Lebendigen komme. Amen. Illter Schmerz Maria, bey dem Verluste Jesus im Tempel. Maria! du liebtest nichts so sehr als Jefus. Wie seufztest du nach Ihm, da du Ihn' verloren hattest! Wie so voll Sorge fuchtest du Ihn! Das sollten alle großen Sünder, das sollte ich thun, der ich Ihn durch meine schweren Beleidigungen verloren habe. Liebste Mutter! mache doch, daß ich ihn finde. Ich weiß es, daß Er sich von denjenigen finden läßt, die ihn aufrichtig fuhen.» Der Herr ist gut... der Seele, die Ihn sucht.« Ere bitt' mir die Gnade, daß ich Ihn suche, wie ich sollte, damit ich Ihn gewiß finde. - IVter Schmerz Maria, bey der Begegnung Jesus mit dem Kreuze. O schmerzhafte Mutter! durch das Verdienst dieses Schmerzens bring' mir die Gnade zuwege, daß ich, nach dem Beyspiele Jesus, das mir auferlegte Kreuz mit Geduld ertrage, und in seiner und deiner Gesellschaft bis zu meinem Tode in Geduld ausz barre. O reinste Mutter! durch deine Fürbitte hoffe ich den nöe thigen Beystand. Vter Schmerz Mariä, bey dem Tode Jesus. So starb Er denn, dein göttlich geliebter und dich zärtlichst liebender Sohn, du schmerzhafteste aus allen Müttern! Wie folltest du nicht auf's Tiefste trauern? Doch- Er hat ja durch seinen Tod die Hölle besiegt, den so lange verschlossenen Himmel geöffnet, und das große Werk der Erlösung vollbracht. Bom Kreuzbolze herrscht er über die Herzen derjenigen, welche, durch feine Liebe besiegt, sich als Diener des Kreuzes bekennen werden. 2ch! erbitt' mir einen innerlichen, recht heftigen Schmerz über die vielfältigen Sünden, durch die ich Jesus, deinen Sohn, meinen Herrn und meinen Gott, beleidiget habe. Ich hoffe durch feinen Tod und durch dein Leiden Bergebung derselben, und die ewige Geligkeit zu erlangen. Amen. VIter Schmerz Mariä, bey der Deffnung der Seite Jesus. schmerzhafte Jungfrau! du bist gleich groß im Wirken und zu verpassen m Leiden. Ich habe Gott oft und sehr schwer beleidiget. Trag' Mitleiden mit mir! bitt für mich um Verzeihung meiner Sünden, und um wahre Liebe gegen Gott, meinen Herrn. Wer kann mir diese erlangen, als du, Mutter der Schmerzen, Mutter der heiligen Liebe, Zuflucht der Sünder. 7310 VIIter Schmerz Mariä, bey der Begräbniß Jesus. O schmerzhafte Mutter! erhalt' mir ein stetes Andenken att das Leiden Jesus und an deine Leiden. Erbitt' mir die Gnade, daß ich es dankbar erwäge, und zu meinem Heile benuße. Dadurch hoffe ich für meine Sterbftunde Vertrauen und Kraft, daß ich bey dem Anblicke meiner Sünden nicht in Kleinmuth oder Verzweiflung gerathe. Ich bitte did, erlange mir Vergebung derselben, die Gabe der Behartlichbeit im Guten, und das ewige Leben, wo ich) mid) sodann mit dir freuen, und Gottes Erbar mungen ewig preisen werde. Amen, Antiphon. Es stand bey dem Kreuze Jesus seine Mutter. Bitt für uns, du schmerzhafteste Jungfrau! auf daß wir würdig werden der Verheißungen Chrifti. 191 Gebeth. baausdint TE Herr! da Du den Kelch deines Leidens aus tranfest, ward die Vorhersagung Simeons erfüllet; die wehmuthvolle, zarte Seele deiner Mutter hat das Schwert des Schmerzens durchstochen. An dieses ihr Leiden erinnerit wir uns heute, und stärken uns durch das Andenken ihrer Schmerzen zur Geduld in den unsrigen. Wir ehren Dich im Andenken an das Leiden deiner Mutter; darum laß uns, Herr! die gesegneten Wirkungen deines Leidens erfahren! Die Heiligen, die einst unter deinem Kreuze standen, bittent für uns; erhöre ihr Flehen, und laß uns ihre Fürbitte heils sam seyn, daß wir die Kraft deines Leidens stets an uns empfinden. Amen. HE O Maria! du Mutter der Schmerzen, Königinn der Märtyrer! ich bitte dich bey deinen unaussprechlichen Peinen, erbitt eine wahre Neue über meine Sünden, und eine standhafte Besserung meines Lebens. Ich würde nicht zu deinem Troste, sondern nur zu deiner Betrübniß beytragen, wenn ich deinem Sohne durch Verharren in meinen Sün den fortwährend neue Unbilden zufügte. Weit entfernt von mir seyen ärgerliche Reden, unanständige Geberden, böse Gesellschaften, ungültige Beichten, unwürdige Communionen! Erlange mir die Gnade eines seligen Todes! steh mir in jenem entscheidenden Augenblicke bey! Ich bitte 422 VIII. Abschnitt. undachten. dich darum bey jenem Schmerzen, den du empfunden haft, da dein göttlicher Sohn sein Haupt neigte und starb. O! verlaß mich dann nicht! Sollte ich in jenem wichtigsten Zeite puncte nicht mehr im Stande seyn, deinen heiligen Nahmen auszusprechen, so rufe ich schon jetzt um deine Fürsprache, o Maria! Zu Dir aber, o göttlicher Heiland! um die felis gen Wirkungen deines bittern Leidens und Todes zu erfah. ren, rufe ich: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! V. Am Feste der Himmelfahrt Mariä. I. O Maria! du hast die Erde verlassen, und deinen Sit im Himmel eingenommen. Dein Mitleid aber gegen uns nimmt deßwegen nicht ab; es nimmt vielmehr zu. Du empfingst für die Reinigkeit deines Wandels ein unvergång. liches Leben; für deine Demuth die Erhöhung über alle Ges schöpfe; für deine Frömmigkeit die Anschauung Gottes; für deine Hingabe in seinen heiligen Willen den Genuß der ewigen Seligkeit; für deine bittern Leiden unnennbare Freu den; für deine Treue in der Bewahrung der Gnaden Gote tes das Recht, auch jenen deiner Verehrer, die dein Leben nachzuahmen streben, und ihr Vertrauen auf deine mächtige Fürsprache setzen, Gnade zu erbitten. O! blicke gnädig auf uns herab. Du siehst die Gefahren, mit denen wir unaus. gefeßt zu kämpfen haben; hilf uns kämpfen und siegen! Du bist zunächst bey Gott; du befindest dich im Reiche des Herrn und sättigest dich an Gottes Herrlichkeit; wir aber leben fern, im Lande der Vergänglichkeit. Wir bitten Dich um deine Fürsprache bey Gott; damit wir nie vergessen, daß wir hier keine bleibende Stätte haben, sondern die künftige fuchen; daß wir uns vor dem Irdischen stets mehr losreis Ben; in der Liebe Gottes wachsen, glücklich sterben und an den Ort unserer Bestimmung gelangen, wo wir dir für deine Güte danken, und mit dir und allen Heiligen Gott ewig bes fißen, loben und preifen werden. Amen. II. Heilige Maria, Mutter Gottes, Mutter der Gläubis gen! Du bist die Heiligste und Seligste unter den Menschenkindern, du bist die Auserwählte Gottes; dich grüßt der Engel als die Gnadenvolle; dich verehrt die ganze heis Auf DA DET VEL TH fige Kirche als die Königinn Himmels und der Erde. Wer follte dich nicht verehren, da dich Gott selber ehret, wer follte dich nicht lieben, da dich Gott selber liebet, wer sollte nicht Vertrauen auf deine mütterliche Liebe und Fürbitte seßen, da Gottes Geist selber dich zur Mutter des göttlichen Sohnes eingeweihet hat? Darum heilige, gnadenvolle Mutter unsers Heilandes! bitte deinen und unsern Gott um Gnade für uns Sünder. Du treue Magd! bitte deinen und unsern Herrn, damit wir uns in Demuth und Treue seinem heiligen Dienste widmen. Du gottergebene Jungfrau! die sein Wort in ihrem Herzen erwogen hat, bitte für uns Schwache und Unerleuchtete um lebendigen Stauben. Du standest unter dem Kreuze deines Sohnes, und der Dolch der Schmerzen durchbohrte, nach der Weifsagung Simeons, dein Mutterherz; bitte daher auch für uns Leis dende auf Erden, damit wir die Widerwärtigkeiten so gottgefällig wie du ertragen mögen. Du auf Erden vollendete, in den Himmel aufgenommene, und neben deinem Sohne nun verherrlichte Mutter der Gläubigen, bitte für uns Sünder um Vollenduug im Guten, bitte für uns um ein seliges Hinscheiden aus dieser Welt, um das Erbtheil der Kinder Gottes im Himinel, das uns durch deine gesegnete Leibesfrucht versprochen und hinterlegt ist, damit wir deinen und unsern Gott, der so herrliche Dinge an mir gethan hat, in Ewigkeit mit Dir loben, preisen und genießen möa gen. Amen. In VI. Am Feste der Geburt Mariä. I. Oheiliges Kind! fostbares Geschenk des Himmels, Mutter des großen Gottes und jenes Lammes, welches die Sünden der Welt hinwegnimmt, Fürbitterinn elender Süns der, erbarme dich meiner! Du bist das erhabenste aus allen Geschöpfen; durch deine Geburt ist dem fündigen Menschengeschlechte der erste Strahl der Hoffnung aufgegangen; du bist die Gnadenvolle, die bestimmt war, den Heiland der Welt zu gebären, der die Fesseln der Sünde zerbrach: komm mir zu Hülfe; denn ich habe durch meine Sünden die Gnade Gotttes verloren. Erbitt mir von Gott, daß ich ein wahrer Büßer, daß ich eine neue Creatur und von der Liebe Gottes ganz entflammt werde. Erzeige dich mir als eine mächtige Fürsprecherinn bey Dem, der dich so groß, so mächtig, so mits leidsvoll gemacht hat! Ich getröste mich einer gnädigen Erhörung, denn dein göttlicher Sohn verschmäht dein Fürwort nicht. Jhm sey Preis in Ewigkeit! Amen. II. Die Rose blüh't in Unschuld auf. Die Lilie entfaltet sich in Reinigkeit. Doch reiner steht die Heilige, die Ihn gebar den Menschenfreund, in Sittsamkeit und Unschuld da. Sey uns gegrüßt, Holdselige, durd) Frömmigkeit und Tugend schön! Du Königinn der Heiligen, sey uns gegrüßt! Sie ging voran in Reinigkeit! Sie ging voran mit Muth und Kraft uns Sterblichen! Sie duldete und murrte nicht. Ich bin, sprach sie, die Magd des Herrn, nach seinem Wort, geschehe mir! Sey uns ges grüßt, Erhabene, Begnadigte, du Seligste, du Königinn der Mars tyrer, sey uns gegrüßt! Sie gab Ihn hin, den Einzigen, und murrte nicht und weinte still! Wohl drang ein Schwert durch ihre Brust, als Er voll Blut am Kreuze hing! Sie blickte still zum Himmel auf, und duldete! Sey uns gegrüßt, du Licht und Trost der Leidenden! O zeige uns die Herrlichkeit des Göttlichen, den du gebarst! Gebeth. O Gott! der Du aus Liebe die Welt mit Dir haft verföhnen wollen, gib, daß wir, die wir mit heili ger Freude die Geburt Mariä, der seligsten Jungfrau und Mutter Jesu Christi unsers Erlösers feyern, durch ihre Fürbitte das Heil erlangen, welches uns ihr göttlicher Sohn durch sein Blut verdienet hat. Wir bitten Dich darum, durch eben denselben Jesus Christus, deinen Sohn, der mit Dir lebt und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. III. Laßt uns die Tugenden befingen, die Zierden an Mariä Bild! Laßt uns mit ihr nach Gnade ringen, nach Ehre, die im Himmel gilt: Es muntre uns ihr Lebenslauf, zur Freude und zur Tus gend auf. Als Kind schon war sie sanft, bescheiden, war fromm und folgfam, hörte gern, die guten Lehren, that mit Freuden, der Ueltern Willen, hielt sich fern von Eitelkeit und Eigensinn!Schon früh war Tugend ihr Gewinn. Als Jungfrau war sie keusch und züchtig, in Mienen, Reden, Thun und Blick. Nur Gott und Tugend war ihr wichtig, sie strebte nach dem höchsten Glück, nach Unschuld und nach Frömmigkeit, der Tugend schönsten Ehrenkleid. Uis Gattinn lebte sie zufrieden; ihr Herz und ihres Mannes Herz war Eins; was ihr der Herr beschieden, das theilte fie in Freud' und Schmerz; und ging an ihres Mannes Hand, geduldig nach Aegypten- Land. Auch lernen Mütter von Marien, wie echte Liebe sich) beweißt; was Kinder tugendhaft erziehen 446 257 was Mutterpflicht und Treue heißt. D'rum, Mütter! folgt dem schönen Pfad, den sie als Mutter einst betrat. Ats Christinn hörte sie mit Freuden, die schönen Lehren ihres Herrn; war voll Geduld im schwersten Leiden, und that des Heiland's Willen gern. Sie gab im demuthsvollen Sinn, sich ganz zu seinem Opfer hin. Nun stimmt sie dort in jenen Höhen, mit allen Himmels- Bürgern ein; was sie geglaubt, das wird sie sehen; sie wird dort ewig selig seyn. Wer selig werden will, wie sie, vergesse ja ihr Beyspiel nie. Gebeth. O Maria! ehrwürdige Mutter Jesus und aller Gläubigen! in deinen Schuß, in deine Fürbitte em pfehle ich mich und alle die Meinigen, besonders aber in der Stunde meines Absterbens. O allergütigste Jungfrau! du liebest, die dich lieben, und hilfft Allen, die dir vertrauen; du Trösterinn der Kleinmüthigen, du Zuflucht der Bedränge ten! zu dir trete ich, und stelle mich als ein armer Sünder mit Seufzen vor dein Angesicht; verschmähe nicht meine Wore te, o Gebärerinn des ewigen Wortes! höre und erhöre gnädig mich armseligen in diesem Jammerthale zu dir rufenden Sünder. Stehe mir mit deiner Fürbitte bey in allen meinen Nöthen, jetzt und allezeit, und sonderlich in der Stunde meines Todes. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! Maria! du Mutter der Gnaden und Barmherzigkeit, laß mich deinen Beystand erfahren! Im festen Vertrauen auf deine mütterliche Liebe hoffe ich von deiner Fürbitte Befestigung im Glauben, Ergebung in den göttlichen Willen, ausharrende Geduld, stets zunehmende Lies be, und endlich einen glückseligen Eingang in die himmlis schen Freuden. Amen. dy VII. Am Feste des heiligen Josephs. Sen mir gegrüßt, du Mann nach dem Herzen Gottes, he iliger Joseph! Dich hat der liebe Gott gerecht gefunden auf Erden, und auserwählet zum Bräutigam der allerreinsten und gnadenvollsten Jungfrau, und zjum Pflegevater feines eingebore nen, geliebten Sohnes. Dir hat er die Sorge über die heiligsten Personen auf Erden, über Jesus und Maria, anvertraut; zu dir sandte Er seinen Engel, um dir die wunderbaren Geheime niffe der Menschwerdung des Sohnes Gottes, und die unerforsch= lichen Wege göttlicher Führung zu offenbaren. Viele Gnaden hait du von Gott empfangen, viele Freuden empfunden im Umgange mit den heiligsten Personen, aber auch mit ihnen bey der Arbeit jufrieden, in Armuth, Leiden und Kummer geduldig und gottergeben gelebt. Willig und genau hast du, o heiliger Joseph! jeden amit. nouayten Wink von Gott befolgt; mit ganzem Vertrauen hast du dich auch in den betrübtesten und kummervollsten Umständen auf seine väterliche Fürsorge verlassen und Gott hat Alles mit dir so geordnet, daß du jederzet seine weise Borsehung dankbar anerkannt und freudig angebethet hast. So wird Gott auch für mich sorgen, wenn ich jest nad seinem heiligen Willen lebe und leide, wenn ich nur auf Ihn sehe, nur Ihm zu gefallen fuche, nur nach seinem Reiche trachte, und nach) feinem Frieden frage. An dich, o heiliger Joseph! will ich denken, wenn es mir schwer wird, der Tugend und meiner Pflicht getreu zu bleiben: auf Gottes Beystand will ich sehen, und dir nachfolgen in der Gerechtigkeit, damit ich einst wie du, gelegnet von Jesus, den Tod des Gerechten sterben möge. Nun bist du bey Jesus, und Maria im Himmel verherrlichet. Darum, heiliger Pflegvater Joseph! pflege auch meine Seele, nimm dich in Liebe ihrer an, führe sie auf dem Wege Gottes ihrem Ziele zu. Erbitte mir frommen Glauben und herzliches Anhangen an Gott in diesem Leben, Treue, Gerechtigkeit und Eifer in meinem Berufe, und stille Ergebenheit in Gottes Führung ben allen Um. ständen dieses irdischen Lebens. Besonders beweise deine Liebe und Sorgfalt gegen mid) in meiner leßten Lebensstunde; da komm mit Jesus und Maria mir zu Hülfe, damit ich Antheil nehme an der vollendeten Erlösung der Kinder Gottes, und mit dir den Gott Ifraels und seinen Sohn, Jesus Christus, unsern Erlöser, in Ewigkeit loben und preisen möge. Amen. Gebeth. O Gott! der Du die Kindheit Jesus, deines Sohnes, und seiner heiligen Mutter, der Sorgfalt und Pflege deines frommen Dieners Joseph anvertraut, und dadurch seine Tugend und Treue auf das herrlichste beloh: net hast; verleih auch mir, seinem Verehrer, die Gnade, daß ich in dem Berufe, den Du mir angewiesen hast, mit Treue und Gehorsam Gutes wirke, und durch Nachahmung seines. heiligen Tugendwandels einst der ewigen Seligkeit theilhaf tig werde, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. Gebeth zu Jesus, Maria und Joseph: als eine Anweisung zur stillen Tugend und wahren Heiligkeit. Jesus, Maria, Joseph! Ihr lebtet auf Erde, als gemeine, arbeitsame Leute, unbekannt und unangesehen vor der Welt, im niedrigen Stande, in ruhiger Stille bey einander, und waret die heiligsten Personen auf Erde. Un euch sehe ich, daß die Heiligkeit nicht in jonderbaren, oder großen Thaten, welche viel Aufsehen machen, nicht bloß einzig im vielen Bethen, nicht im traurigen Kopfhängen, auf das Fest des heil. Josephs. 427 sondern darin bestehe, daß ich nach euerm Beyspiele Got tes Willen, und die Pflichten meines Standes getreulich erfülle, Gutes nach meinen besten Einsichten und Kräften thue, und mich vor Sünden hüthe. So kann ich auch in meinem niedrigen Stande euch nachahmen und Gott gefals len. Jede nüßliche oder nothwendige Arbeit, jeder Pflichts oder Liebesdienst wegen Gott, ist zugleich ein Gottesdienst. Die häusliche Geschäftigkeit kann mit der Andacht und Frömmigkeit gar wohl bestehen! bethen und arbeiten hins dern einander nicht, sondern gehören und helfen vielmehr zusammen. Die Hand sey bey der Arbeit, das Herz bey Gott. Ich will dabey denken: Mein Gott! ich thue das weil und wie es dein Wille ist. Wird's mir auch schwer, und vielleicht wenig erkannt und schlecht belohnt; Du siehst, stärkest und belohnest mich. Dir opfere ich alle meine Mühe auf, Du wirst sie segnen. Wenn ich so denke und bethe, dann geschieht Alles mit mehr Muth und Fleiß, und es gehet mir auch besser von Statten. Auf solche Weise kann ich zugleich Gott und den Menschen dienen und gefallen; mein tägliches Brot und zugleich den Himmel gewinnen. Jesus, Maria und Joseph! an euch sehe ich auch, daß Reichthum, hohes Ansehen und Wohlleben die wahre Glückseligkeit nicht ausmachen; denn das alles hat euch Gott, so lieb ihr Jhm gewesen seyd, nicht gege ben. Vielmehr hattet ihr oft Mangel und Ungemach, Trübs fal und Verfolgung zu leiden. Und doch waret ihr vergnügt, zufrieden und glückselig. Das kann dann auch ich seyn, wenn ich ein gutes Gewissen und findliches Vertrauen auf Gott habe- wenn ich gern arbeite, mit dem, was mir Gott durch meinen Fleiß schicket, zufrieden bin, und dort das Bessere hoffe; wenn ich den Frieden liebe, und durch Sanft muth, Klugheit und Dienstfertigkeit mich meinen Mitmenschen lieb und achtungswerth mache. . Jesus, Maria und Joseph! Euer schönes Tur gend. Beyspiel sen allen Kindern und Aeltern, allen Eheleuten nnd allen euern Verehrern vor Augen, und muntere uns zur Nachahmung auf, damit uns auch euer Nahme einft im Sterbebette trostreich seyn möge. Liebe und Eintracht herrsche in allen Häusern, gleichwie ihr Ein Herz und Eine Seele waret. So wird auch überall Glück und Segen seyn, 440 VIII. Abschnitt. Andachten bis wir endlich im Himmel zu euch kommen, und ewig glück. lich seyn werden. Amen. VIII. Am Festtage des heiligen Johann des Täufers. Gebeth. Jesus Christus, o Du Hoffnung aller Zei ten, Heil der Welt, das die Gerechten seit Jahrtausenden sehnsuchtsvoll erwartet haben! Du hast deinen Vor läufer Johannes mit dem Geiste der Demuth, der Selbstverläugnung, der Treue und der unerschrockensten Wahrheitsliebe ausgerüstet; verleihe mir deinen Beystand, daß ich seine Tugenden nachahme, und den Weg bereite, der durch Glaube und Buße zu Dir führet, o Du ewi ges Heil! Du aber, heiliger Vorläufer Jesus Christus! erlange mir die Gnade, daß ich treu der Wahrheit, treu mei nen Pflichten, weder das Lob der Welt suche, noch ihren Tadel achte, sondern einzig und allein dir zu gefallen trach. te, und Den mit Wort und That bekenne, den du angeküns diget haft als den Heiland und als das Lamm Gottes, wel ches hinwegnimmt die Sünden der Welt- Jesus Chris stus, unsern Herrn! Amen. - th Kirdengebeth. O Gott! der Du uns den gegenwärtigen Tag durch die Geburt des heiligen Johannes ehrwürdig gemacht hast; verleihe deinem Volke die Gnade der geistigen Freuden, und leite die Seelen aller deiner Gläubigen auf den Weg des Heiles und des ewigen Friedens, durch Christus unsern Herrn! Amen. Betrachtung über drey wichtige Aussprüche des heiligen as di dus Johannes. ( Uus den Schriften des ehrwürdigen P. Ludwig von Granada.) I.» Ich habe euch mit Wasser getauft; aber Er wird euch mit dem beiligen Geiste taufen.« Marc. 1, 8. O Herr! was ist doch der Mensch, daß Du seiner eingedenk bist, oder des Menschen Sohn, daß Du Dich seiner annimmst? Du bast ihn fast den Engeln gleich gemacht, und ihn mit Glanz und Ehre gefrönet.( Psalm 8, 5, 6.) Preis Dir und inniger Dank, o mildester, huldreichster Gott! daß Du durch das heilige Sacrament der Taufe zu deinem Kinde mich aufgenommen hast! Denn was fruchtete es mir, daß ich erschaffen war, wenn ich durch dieses Sa crament nicht wäre zur Gnade wiedergeboren worden. Keis ne Erlösung, kein Heil wäre dann für mich; denn Du selbst, o ewige Wahrheit! haft es ausgesprochen:» Wer nicht aus dem Wasser und dem heiligen Geiste von Neuem geboren auf das Fest des heil. Johannes des Täufers. 439 wird, kann nicht in das Reich Gottes eingehen.« Aus der Fülle meines ganzen Herzens danke ich daher Dir, o Herr! für dieß erhabene Geschenk. Der Tag meiner Taufe war mein wahrer Geburtstag; ein Tag der heiligen Weihnacht, wo der Sohn Gottes in meiner Ceele geboren wurde. Ein froher Ostertag war er mir, wo ich vom Tode erstand, und in's Leben kehrte; ein festlicher Pfingsttag, wo ich den heiligen Geist empfing. Der Tag meiner Taufe war mein wahrer Heiligungstag; denn an diesem feyerlichen Tage nahm der himmlische Vater mich sterblichen Menschen an Sohnes- Statt auf, der Sohn Gottes erkannte mich als Bruder, und der heilige Geist weihete mich zu seinem Tempel ein; an dies sem Tage nahmen mich die Engel als Gefährten auf; alle Heilin gen erkannten mich jubelnd als ihren Mitbürger im Reiche der Herrlichkeit, und mein Nahme ward in das Buch des Lebens eingetragen. II.» Bringet würdige Früchte der Buße.« Luc. 3, 8. Deine allerheiligste Milde, o Jesus! begnügte sich nicht, daß sie nur das Eine Sacrament der Taufe einsetzte; mehs rere andere Quellen der Gnade eröffnete sie mir, aus wel chen mir Verzeihung der Sünde, Kraft zum Guten und ewiges Leben hervorströmt. Ich will jegt, o mein Herr und mein Gott! die übrigen heiligen Sacramente übergehend, nur jenes wunderbare Sacrament betrachten, dem Du die besondere Kraft verliehen hast, die Sünden zu tilgen. » Wer kann Sünden nachlaffen, außer Gott?« Denn was ist die Sünde anders, als eine Beleidigung Gottes, eine Beschimpfung, die ihn selbst trifft, und worüber Er der Richter ist, in defsen Gewalt es steht, zu rächen oder zu verzeihen? Und Du, o Herr! verleihest die Gewalt, diese Schuld nachzulaffen, einem andern Menschen, der, Sünder wie ich, in meiner Nähe wohnt, und dem ich, wenn ich gesündiget, und durch meine Schuld aus dem himmlischen Vaterlande verbannt und aus dem Buche des Lebens vertilgt zu werden, meine Sünden nur bekennen, Neue darüber erwecken, Besserung meines Lebens ihm verheißen darf, um auf's Neue in deine Gnade aufgenommen und neuerdings in das Buch des Lebens eingeschrieben zu werden. Welcher Gänge bedarf es, wie vieler Arbeit muß man sich unterziehen, welche Fürbitter vermitteln, daß ein Mensch, welcher einen andern beleidigte, Verzeihung von demselben erhalte? Wie weit leichter wird diese Verzeihung von dem ewigen Gott gewährt?- Weldhe Martern müssen wir von Aerzten und Wundärzten uns gefallen laffen, daß nur ein einzelnes Glied unsers Körpers geheilt werden könne? Und die tödliche Wunde unserer Seele zu heilen, be darf es bloß aufrichtiger Reue über begangene Sünden, einer ge- 11 430 VIII. Abschnitt. Andachten linden Buße, eines ernstlichen Borsaßes, sein Leben zu bessern, und das Bekenntniß der Schuld im verschwiegenen Hause des Heiles. O wunderbare Huld, o erstaunenswürdige Freygebig. feit! o Vaterherz voll unendlicher Erbarmung! Doch woher dieß Alles? Von Dir, o göttlicher Erlöser! von deis ner Genugthuung, von der überflüssigen Buße die Du für unsere Sünden gethan haft. Wenig verlangt man von mir, weil Du so reichlich für mich bezahlt hast, und weil, noch ehe ich fündigte, dein himmlischer Vater bereits Genugthuung meiner Schuld von Dir empfangen hatte. Aber, o Ver stockung und fluchwürdiger Undank der Söhne Adams, welchen auch dieser geringe Preis für die Nachlassung ihrer Schuld noch zu hoch ist! Konnte die göttliche Gerechtigkeit weniger von uns verlangen, als daß sie für aufrichtige Bes fenntniß und für wahre Sündenreue sich verpflichtete, die Schuld uns zu erlassen? Denke doch, o meine Seele! an die Drohung des Bußpredigers Johannes:» Die Urt ist schon an die Wurzel der Bäume gelegt. Jeder Baum, der keine gute Frucht trägt, wird umgehauen, und in das Feuer geworfen.«( Luc. 3, 9.)» Er hat die Wurfschaufel in seiner Hand, und wird seine Tenne säubern. Sein Ges treide wird Er in seine Speicher sammeln; die Spreu aber in einem unauslöschlichen Feuer verbrennen,«( Luc. 3, 17.) und bringe würdige Früchte der Buße, jetzt, da es noch Tag ist, damit dich nicht die Nacht des Todes überrasche, wo du gerichtet wirst nach deinen Werken, und entweder Leben oder Tod empfangest! - III.» Sehet das Lamm Gottes, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt!" Joh. 1, 29. Groß und unendlich wichtig sind die Gnaden, die in dem Sa cramente der Buße dem Menschen zugewendet werden; doch, was sollen wir von dem Quell der unendlichen Liebe fagen, der aus dem heiligen Sacramente des Altars quillt?- Nimmermehr wird die Zunge eines Menschen, nimmer die Sprache aller Engel, die hocherhabene Würde desselben verkünden. Was ist je wunderbarer, als daß der Herr der Majestät, deffen Thron die Himmel der Himmel sind, dessen Fußschemel die Erde ist, dessen Gesandten die Erzengel sind, dem die Cherubinen dienen, und zu dessen Gebothe alle Wesen stehen, daß dieser Hocherhabene bey uns, in diesem Thale der Thränen wohnet, unser Gefährte wird, und in unsern Kirchen ruhet, auf daß er durch seine Gegenwart unsere kalten Herzen erwärme, unser Flehen, unsere Seuffer und Thränen empfange, und uns bedeute, wie Er nicht minder bereit auf das Fest des heil. Johannes des Käufers. 431 ist, im Himmel uns zu erhören, da Er auf Erde so nahe bey uns weilet. Auf unsern 21tären thronet Der, auf den fein heilis ger Borläufer als auf das verföhnende Gotteslamm hingewiesen hat, daß du, so oft es dir gefällt, von Angesicht zu Angesicht dich mit Ihm besprechest, deine Trübfale und deine Noth Ihm eröffe nest, und dein Herz vor Ihm ausschütteft. Er ist in deinem from= men Gebethe bey Dir, und mit den Augen des Glaubens siehst dus Ihn, der nicht minder mild, denn mächtig ist, aus jeder Trübfal dich zu erretten. O Geheimniß aller Anbethung würdig, o Schatz der. Liebe, unaussprechlicher Dankbarkeit werth! O wüßten die Menschen deine Erbarmungen würdig zu erkennen, Gott der Gnade! daß sie aus inniger Seele Dir dankten, und für so unendliche Huld würdig Dir dienten! Aber was verblendet wohl uns Elende, welcher Nebel verfinstert wohl unsere Augen so sehr, daß wir Dich) nicht erkennen, der Du doch in unserer Mitte wohneft? O erfenneten wir doch die Gabe Gottes, und wüßten wir, wer Derjenige ist, der mitten unter uns sich aufhält! mit welcher Ehrfurcht wür den wir in seiner Gegenwart weilen; mit welcher Inbrunft und Treue unsere Gebethe Jhm darbringen; mit welcher feurigen Andacht in die Kirche eilen, und mit welcher Nei. nigkeit unsere Seelen vorbereiten!-Uber- ower gibt Thränen unsern Augen, daß wir den Leichtsinn, die Nachs lässigkeit unserer Zeit, und die so ganz und gar geringe Ehrfurcht derjenigen beweinen, die vor deinem heiligen Altare ungerührt und leichtsinnig vorübergehen! Herr! weßhalb erkennt die Welt Dich nicht? Du kamst in die Welt, und, die Welt hat Dich nicht erkannt; auch jetzt bist Du in der Welt, und kaum erkennt Dich die Welt. Die Juden vers dammen wir, daß sie Dich nicht erkannten, als Du in Mens schengestalt mitten unter ihnen wandeltest; uns selbst aber tadeln wir nicht, daß wir Dich nicht erkennen, der Du in Brotesgestalt mitten unter uns wohneft. O mein Herr und Heiland! verleihe mir die Gnade, daß ich mich der großen Volksmenge doch nicht beygeselle, die mit so großer Gleichs gültigkeit und so geringer Ehrfurcht vor ihrem Gotte wana delt; sondern vielmehr so viele Heilige nachahme, die ihre höchste Wonne darin fanden, vor dem geheimnisvollen Altare mit den heiligen Engeln dem Herrn der Engel zu hule digen, seine Liebe, die Ihn für uns in den Tod führte, in der 432 VIII. Abschnitt. Andachten pis heiligen Messe anzubethen, und mit seinem allerheiligsten Opfer sich selbst dem himmlischen Vater aufzuopfern. Kann ich noch etwas anderes, als Liebe fühlen für meinen Heiland, der nicht nur auf unsern Altären weilt, sondern uns Mühselige und Beladene auch einladet, Ihn zu em. pfangen!- O unermeßliche Barmherzigkeit, o Wunder der Liebe, o unaussprechliche Vereinigung! der König der Engel, dem die ganze Welt als Wohnung zu enge ist, läßt sich herab, dich, meine Seele, nicht nur täglich zu besuchen, sondern sogar in deine Hütte einzukehren, das Abendmahl mit dir zu feyern, seine Wonne bey dir zu haben, und die Reichthümer seiner Gnaden dir mitzutheilen. O mildes ster Heiland, getreuester Hirt, o freundlichster Bruder, lieba reichster Gefährte unserer Pilgrimschaft! Wie kann ich Dir so überaus große Wohlthaten vergelten; wie Dir würs dig genug danken; wie Dich feurig genug entgegen lieben, da Du mich Unwürdigen, mich Sünder, zuerst auf eine fo unbegreifliche Weise geliebet hast?! Du liebevoller Begnadiger der Sünder! öffne in Eile die Pforten meines Herzens, damit ich Dich mit Glaube, Liebe und Vertrauen empfange, der Du gekommen bist, zu su chen und selig zu machen, was verloren war. Amen. 11 IX. Am Gedächtnißtage der heiligen Apostel Petrus und Paulus, und aller heiligen Apostel. Gebeth. Ihr getreuen Freunde des Herrn, die Er in feinem Leben auf Erde zu seinen Jüngern, Gefährten und Aposteln auserwählet hatte; im heiligen Jubel preiset die ganze Christenheit den himmlischen Vater, und seinen eingebornen Sohn, Jesus Christus, für das Heil, welches die Welt durch euch erlanget hat. Ihr wurdet seines nähern vertrauten, heiligen Umganges gewürdiget; ihr waret Ohrenzeugen seiner göttlichen Lehre, Augenzeugen seiner wuns dervollen Thaten, und fahet, wie Er im Lande umber ging, und allenthalben Gutes wirkte, und Sünden vergab, tro frete, belehrte und beseligte. Ihr waret Zeugen seines Lei dens und Todes, seiner Auferstehung und Himmahrt, und ausgerüstet mit den Gaben des heiligen Geistes, am Gedächtnißtage der heil. Apostel Petrus und Paulus. 433 ginget ihr aus in die ganze Welt, das Evangelium die Freudenbothschaft, von dem himmlischen Reiche, von der Vaterliebe Gottes, von dem ewigen Heile in Jesus, zu verkünden, und in seinem Nahmen zu taufen und die Sünden zu vergeben. Nicht ihr lehrtet und wirktet, sondern Chris stus in euch.- Christus, der durch euch heilte, was in der menschlichen Natur krank, belebte, was todt, erleuchtete, was finster, und entzündete, was kalt war; Christus, der euch zum Segen der Menschheit machte. Die Liebe Gottes, die durch den heiligen Geist in eure Herzen auss gegossen war, machte euch die Seligkeit der Menschen, für die Jesus Christus sein Leben hinopferte, unendlich theuer und wichtig!» Wenn nur Christus geprediget wird,« das war der Wahlspruch eures Lebens und Wirkens, den ihr muthig und standhaft mit eurem Blute versiegelt habt!-Christus war euer Leben, sterben euer Gewinn! so send ihr nun in ewiger Seligkeit vereiniget worden, mit eurem göttlichen Meister und Heis land, Jesus Christus, von dessen Liebe euch schon im Leben weder Trübsal noch Angst, weder Hunger noch Blöße, weder Gefabr noch Verfol gung und Schwert scheiden konnte! 1 - Allmächtiger, ewiger Gott! Ehre, Preis und Dank sey Dir für das Licht des Evangeliums, das durch deine heiligen Apostel der ganzen Welt aufgegangen ist! Erhalte, beschüße, verbreite deine heilige Kirche, welche Du durch sie gegründet haft; erwecke den heiligen Geist, der sie beseelte, in allen Vorstehern der Kirche; mir aber gib ein gelehriges Herz, daß ich dein göttliches Wort gläubig aufnehme, das mit es Früchte bringe zum ewigen Leben. Erschaffe in mir einen wahren Eifer zur Tugend, und verleihe mir Standhaftigkeit, daß ich mich weder durch böse Beyspiele, noch durch Spottereyen, oder durch irgend eine anstoßende Bes schwerniß von der Lehre des Evangeliums abwendig machen lasse; sondern dieses vielmehr selbst durch einen frommen, christlichen Wandel öffentlich verkündige, und bis an mein Ende mit unverletzter Treue ausübe, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. 28 434 VIII. Abschnitt: Andachten Kirchengebeth zu den heiligen Aposteln Petrus und Paulus. O Gott! der Du den heutigen Tag durch den Märtyrertod deiner heiligen Apostel, Petrus und Paulus, geheiliget hast, verleih deiner Kirche, daß wir in allen Stücken der Lehre Ders jenigen nachleben, durch die deine heilige Religion ihren Anfang nahm, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. Kirchengebeth zum Andenken an alle heiligen Apostel. Allmächtiger, ewiger Gott! verleih deinem Volke die Ge dächtnißtage deiner heiligen Apostel mit wahrer Andacht zu begeben, und, gleichwie durch ihre Lehre der ganze Erdkreis in dem Glauben an die Dreyeinigkeit unterwiesen wurde, so möge er auch durch ihre Verdienste und Fürbitten Dir, dem dreys einigen Gott, treu dienen, durch Christus, unsern Herrn. Amen. - Wie lieb und verehrungswürdig ist uns Jesus Christus, als unser göttlicher Lehrer. Keiner vor und nach Ihm war Ihm gleich. Durch Ihn ging der Welt das wahre Licht auf. Durch Ihn hast Du Dich, o Gott! uns deutlicher geoffenbaret, als durch alle deine Werke. Durch Ihn kennen wir Dich, als unsern Vater, der nur durch willigen Gehorsam und thätige Liebe geehrt seyn will: durch Ihn haben wir kindliches Vertrauen zu Dir und deiner väterlichen Fürsorge. Er sagte uns, wie wir gute, fromme Menschen werden, und uns dadurch deines Wohlgefallens und einer ewis gen Glückseligkeit würdig machen sollen, und durch Besserung die Verzeihung unserer Sünden erlangen können. Er führet uns von unsern Verirrungen auf den rechten Weg zurü f. Seine Lehre ist Anweisung und Aufmunterung zu allem Guten: sie dringt auf eine Tugend, die nicht bloß darin bestehet, daß wir einen vor der Welt unsträflichen ehrbaren Lebenswandel führen, sondern daß wir auch unser Herz von sündhaften Neigungen und eitlen Absichten rein erhalten: sie verbiethet alle bösen schäds lichen Lüste, und gibt uns dafür die reinen beständigen Freuden der Seele, des guten Gewissens und Wohlthuns, der Zufriedenheit und der tröstenden Hoffnung. Sein Joch ist sanft, und seine Bürde leicht; denn sein Gesetz ist Liebe, und die Belohnung so groß, als gewiß. Zu deiner Ehre denn, o göttlicher Lehrer! will ich die Wahrheit lieben und suchen, damit ich den Werth und 130 am Gedächtnißtage der heil. Apostel Petrus u. Paulus. 435 die Wahrheit deiner Lehre erkennen und schäßen lerne. Zu deiner Ehre will ich sie mit größter Aufmerksamfeit als Gottes Wort zu Herzen nehmen, und so auf mich selbst anwenden, daß mein Verstand dadurch erleuchtet, mein Herz gebessert, mein Leben geleitet und mein Gemüth beruhiget werde. Zu deiner Ehre will auch ich mein Möglichstes beytragen, daß deine feligmachende Lehre auch von andern befolget, und auf die Nachkommenschaft forts gepflanzt werde. Zu deiner Ehre glaube ich an die Wahrheit deiner Aussprüche, wenn ich gleich keine Wunder sehe, mit welchen Du sie einst bekräftiget haft; ich be darf keiner Wunder mehr für die Göttlichkeit deiner Lehre; ich kann mich aus eigener Erfahrung überzeugen, wie götte lich sie ist, wenn ich sie treulich befolge. ie lieb und verehrungswürdig ist uns Jesus Christus, als das vollkommenste Tugendmuster. Den Weg, den Er uns zeigte, ging Er selbst voran. Sein ganzes Leben war eine beständige Ausübung der innigsten Gottes- und Menschenliebe. Deinen Willen zu thun, o Gott! war sein einziges Geschäft auf Erde. Durch standhaften Gehorsam bis in den Tod, durch festes Vertrauen, auch in der größten Verlassenheit, ehrte Er Dich als dein wahrer Sohn, an dem Du dein Wohlgefallen hattest. Um Deinetwillen, o Bater! liebte Er die Menschen als deine Kinder, und seine Brüder, wie noch keiner fie geliebt hat. Den Mühseligen rief Er zu: Kommet zu mir, ich will euch erquicken! Keiner ging trostlos von Ihm weg. Seine Wunderkraft wandte Er nur zum Wohlthun an. Wie liebreich nahm Er die Sünder auf, und führte die Irrenden auf den rechten Weg zurück! Unermüdet war sein Eifer, aber mitleidig und fanft; nur den Heuchlern und Verführern furchtbar. Der hartnäckigste Widerstand ermüdete seine Liebe doch nicht; zu den empfindlichsten Beleidigungen schwieg Er, oder wenn er auch nicht schweigen konnte, so blieb Er doch gelassen und sanftmüthig, und vergalt Böses mit Gutem.- Freywillig führte Er ein armes, beschwerliches Leben, und verzehrte seine Kräfte in rastloser Mühsamkeit zum Besten der Menschen. Mitten in einer vers derbten Welt lebte Er so heilig, daß Ihn auch seine Feinde keine 28* 14 436 VIII. Abschnitt. Undachten Sünde vorwerfen konnten. Er hat nichts als Gutes gethan; und wo ist eine Tugend, wovon Er uns nicht das schönste Beyspiel gab? Zu deiner Ehre, heiligster Jesus! sey mir dein schönes Beyspiel als Muster zur Nachahmung stets vor Augen, und die Welt soll mich daran als deinen Verehrer und Nachfolger erkennen, daß ich Dich liebe, wie Du geliebet hast. Zu deiner Ehre will auch ich Undern ein gutes Beyspiel geben, meinen Eifer für's Gute zuerst an mir selbst ausüben, ihn bey Undern durch Klugheit leiten, und durch Sanftmuth mäßigen. Zu deiner Ehre will ich die Gaben und Kräfte, die mir Gott verliehen, nach seiner Absicht, zum Nußen meiner Mitmenschen anwens den, und im stillen täglichen Wohlthun mich üben. Nicht große, sondern gute Thaten verlangst Du von mir. Zu deiner Ehre will ich mich von den verderbten Sitten der Welt defto gewissenhafter enthalten, je gefälliger ich mich in erlaubten und billigen Dingen erzeigen will. Zu deiner Ehre will ich stets so gesinnt seyn, wie Du gesinnt warest; so reden, denken und handeln, wie Du in meis nen Umständen gedacht, geredet und gehandelt haben würdest, damit Dir die Aufführung deines schwachen Nachfols gers zur Ehre gereiche. Wie lieb und verehrungsswürdig ist uns Jefus Christus, als unser Erlöser! Du hast Ihn uns, o Gott! zum Erlöser gegeben, der uns von den Sünden und ihren bösen Folgen befreyen, vom Verderben retten, und durch Besserung und Tugend zur ewigen Glückseligkeit führen sollte. Das bewirkte Er nach seiner unendlichen Liebe durch seine göttliche Lehre, durch sein allerheiligstes Beyspiel, und ganz vorzüglich durch seinen geheimnißvollen Bersöhnungstod. Freywillig nahm Er, der Unschuldige! die Strafe der Verbrecher auf sich, und stellte sich als Versöhnungsopfer für unsere Sünden dar, um uns die troftvolle Versicherung zu verschaffen, daß Du, o Gott! dem gebesserten Sünderverzeihen und gnädig seyn wollest. Wie Er aber um unserer Sünden willen stqrb, so lebt Er nun zu unserm Trost und Heil. Er hat uns von der Furcht des Todes befreyt, und den Eingang zum Himmel uns eröffnet. Dort ist Er im Besitze seines ewigen Reiches, wohin Er auch alle feine treuen Nachfolger aufnehmen will, wenn Er als Richter am Gevacytmptage auer yemyen enge.. kommen wird. Noch ist Er unsichtbarer Weise bey uns mit seinem Beystande und Segen. 401 Zu deiner Ehre, o göttlicher Erlöser und Seligmacher! will ich mir Alles, was Du für mich gethan und gelitten hast, was Du uns bist, und ewig seyn wirst, so zu Herzen faffen, daß ich dadurch vom Sündigen abgehalten, auf dem Wege der Besserung und Tugend fortgeleitet, und endlich jener Seligkeit theilhaftig werde, welche Du uns zu verschaffen, auf die Welt kamst, starbst, und nun ewig lebst und regierest. Zu deiner Ehre will ich Dir meine dankbare Liebe, und meine ehrerbiethigste Ergebenheit durch getreuen Gehorsam beweisen, und meinen Glauben an Dich, durch ein frommes Leben bekennen, damit ich Dir einst, als meinem Richter, getroft entgegen kommen möge. Wieselig wirst Du mich machen, wenn ich Dir getreu folge; wie ſelig! Amen. X Am Gedächtnißtage aller heiligen Engel. Gebeth. Herr des Himmels und der Erde, Schöpfer aller Menschen und aller Engel! Wie groß ist deine Güte gegen uns Sünder, und wie hoch haft Du uns erhoben, daß Du deine heiligen Engel zu unserm Schußze und Dienste bestimmt haft! Du haft ihnen befohlen, daß sie uns schützen sollen auf allen unsern Wegen, und dein heiliger Apostel lehret uns, daß alle Engel dienstbare Geister sind, ausgefendet zum Dienste derjenigen, welche das Erbe des Heils erlangen sollen. Nach deinem Willen, Allgütiger! verwenden sich diese seligen Geister mit all' ihrer Weisheit, Kraft und Liebe zu unserm Besten; sie machen und sorgen besonders für uns ser ewiges Heil; sie schüßen uns vor sichtbaren und unsichte baren Gefahren und Feinden; sie helfen uns mächtig, jedes Hinderniß der Tugend und Seligkeit überwinden, und führen uns durch alle Versuchungen und Kämpfe zum Siege. Sie bringen überdieß uns nahe, was unsern Glauben beleben, unsere Liebe entflammen, unsere Hoffnung erhöhen, unfern Muth stärken, unsere Erkenntniß vervollkommnen, und was uns überhaupt zum Ziele unserer hohen Bestime mung führen kann. Sie freuen sich über die Bekehrung der - VIII. Abschnitt. Undachten Sünder, und überbringen unsere Gebethe, wie ein gefälli ges Rauchwerk, vor deinen Thron. Ihre Liebe zu uns fing mit unserm Leben an, und dauert in Ewigkeit fort. Welche Wohlthat, o himmlischer Vater, hast Du uns durch den Schuß der Engel erwiesen!- Verleih uns deine Gnade, daß wir sie nie betrüben, daß wir rein vor ihren Augen wandeln, und deinen Willen allezeit so freudig erfüllen, wie er von ihnen im Himmel vollzogen wird. Gib uns den Geist der christlichen Liebe, daß wir auch als Engel unter den Menschen wandeln, und unsere Freude gleich ihnen, darin suchen, Unwissende zu belehren, Verführte dem Verder= ben zu entreißen, Gefallene aufzurichten, Irrende zurecht zu weisen, Schwache zu stärken, und Unterdrückte in Schutz zu nehmen. Jede Mahnung des Gewissens, jede heilsame Warnung oder Belehrung, jede lehrreiche Begebenheit oder nügliche Erfahrung sey uns die Stimme eines Engels, welchen Du, o Vater! zu uns sendest, um uns auf den Weg des Heiles zu leiten. Laß, o Herr! unser irdisches Les ben eine unausgefeßte Vorbereitung zu jenem himmlischen Leben seyn, in welchem wir Dich, mit deinen heiligen Ens geln von Angesicht zu Ungesicht sehen, loben und preisen werden in Ewigkeit. Amen. 450 Kirchengebeth. O Gott! der Du Alles wunderbar orde nend den Engeln und Menschen ihre Dienste anweiseft: vers leih gnädig, daß diejenigen, welche im Himmel immer dienstfertig vor Dir stehen, auch auf Erden zu unserm beständigen. Schuße bereitet seyn mögen: durch Christus, unsern Herrn. Amen. Tägliches Gebeth zu dem heil. Schutzengel. - Treuer Freund und Gefährte auf dieser Lebensreise, heiliger Engel, von dem himmlischen Vater zu meinem Schuße bestimmt! ich ehre und liebe in dir Denjenigen, der dich und mich nach seinem Ebenbilde erschaffen, und dich mir zum unsichtbaren Führer und Beschüßer gegeben hat. Ich danke Dir für alle Liebe und Sorgfalt, mit welcher Du über mein Seelenheil wacheft. Ich rufe dich an: sey du mein besonderer Fürbitter bey Gott! Bewahre mich durch die Kraft, welche dir Gott verliehen hat, vor allen Gefahren des Leibes und der Seele; schüße mich gegen die Feinde meines Heiles; erlange mir die Gnade, daß ich stets in der Furcht und in der Gegenwart Gottes wandle; mache am Sevamimpinge w mich wachsam und vorsichtig, daß ich weder durch Worte noch durch Werke Einen von jenen Kleinen ärgere, welche an Jesus glauben, und deren Engel im Himmel immer das Antlig des göttlichen Vaters schauen! Steh mir bey in Kreuz und Leiden, daß ich nicht kleinmüthig werde! mache mich siegreich in den Versuchungen zur Sünde! Stärke mich im letzten Kampfe des Todes, und führe meine Seele Gott ihrem ersten Ursprunge und legten Ziele! Amen. zu Kirchengebeth. O Gott! wie unaussprechlich liebevoll ist deine Vorsehung. Du würdigest Dich, deine heiligen Engel zu unserm chuße, als dienstbare Geister auszufenden; erhöre uns ser Flehen, und laß uns allezeit die Macht ihres Schußes erfahren, und dann auch die Freude ihrer Gesellschaft ewig genießen; durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. 1 XI. Am Gedächtnistage aller Heiligen Gottes. Gebeth. Allerheiligster Gott! Herr des Lebens und der Selige feit! Deine streitende Kirche auf der Erde feyert heute das Gedächtniß der triumphirenden Kirche im Hime mel, und lehret uns, Ulug' und Herz himmelan zu erheben, wo Du bist, wo die Deinigen sind, wo auch wir einst hin kommen sollen. O unser Vater, der Du bist in dem Himmel, dort bey Dir, im wahren Vaterlande befins den sich deine Auserwählten, vereint mit Dir in ewiger Lies be, in ewiger Seligkeit! dort, wo keine Trennung, kein Leiden, keine Thräne, keine Sünde, kein Tod mehr ist!- Sie besigen Dich, und werden erfüllet von dem Ueberflusse deines Hauses, und Du tränkeft sie mit einem Strome deis ner Seligkeit. Denn bey Dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen sie das Licht. Dort sehen sie Dich und ihren göttlichen Herrn und Heiland, dem sie hier in Liebe und Demuth nachgewandelt sind, von Angesicht zu Angesicht; seine heiligen Wundmahle glänzen und strömen ihnen Liebe, Leben und Seligkeit zu- und ihr einziges, se liges Geschäft ist- Dich zu loben, deine Erbarmune gen zu preisen, deine Liebe anzubethen, und für uns ihre streitenden Brüder auf Erden- zu bitten. Dort glänzen deine Auserwählten wie die Sterne am wolkenlosen 11 Himmel selig durch deine Gnade überschwenglich selig in deiner Liebe! Sie waren einst unsere Brüder, schwach und arm, und eines Erlösers bedürftig, wie wir. Sie haben einen guten Kampf gekämpfet; den Glauben gehalten,- und selig vollendet Alles durch deine Gnas de, und ihre treue Mitwirkung. Nun sind sie uns eben so viele Zeugen, daß wir mit deiner Gnade deine Gebothe halten, und gut und selig werden können, wie sie. Nun sind fie eben so viele Fürbitter für uns bey Dir, o Jesus! und bey deinem himmlischen Vater, weil sie die Liebe mit uns vereiniget. - - - - Höre, o Gott! erhöre unsere Bitten und Gebethe, die wir jetzt vor deinem Gnadenthrone niederlegen, und erba- me Dich unser!- Ihr aber, himmlische Bürger und Hausgenoffen Gottes! ihr Engel und Heiligen alle, deren Nahmen im Buche des Lebens verzeichnet sind, und deren Tugenden uns zur Nachahmung vorleuchten, unterstüßet unser schwaches Gebeth durch eure mächtige Fürbitte, und was unsere Ohnmacht allein nicht vermag, das wirket durch eure kräftige Mithülfe. Obittet für uns Alle, die wir in diesem Thale der Thras nen leben, das uns Gott verleihe, den Weg zu wandeln, den ihr uns vorgewandelt seyd, damit auch wir dereinst, nach ei tem frommen Leben, zu eurer Gemeinschaft gelangen, wo wir mit einem Munde und Herzen die Liebe, Gnade und Erbarmungen des dreyeinigen Gottes loben und preisen in Ewigkeit! Amen. Erweitertes Kirchengebeth. Allmächtiger, ewiger Gott! es ist Dir wohlgefällig, daß deine Kirche auf Erde das Andenken an alle Heiligen, die einst auf Erden gekämpfet haben, feyerlich begehet; laß die Fülle deiner Erbarmungen auf uns herab thauen, da sich viele tausend Fürbitter im Himmel für deine Kinder auf Erde ver= einigen. Laß uns erfahren, daß Du Vater bist, und daß die Wünsche deiner Auserwählten bey Dir gelten. Erleuchte, erwärme, stärke und reinige uns, daß die Anzahl deiner treuen Kinder auf Erde immer größer, und die Wohnungen der Seligen im Himmel immer mehr bevölkerter werden, durch Den, der uns den Weg zum Himmel gezeiget, und uns die Gnade erwor ben hat, auf demselben zu wandeln, zu Ihm, unserm Herrn und Heilande Jesus Christus, der mit Gott dem Vater und dem auer pelligen. 441 heiligen Geiste lebet und regieret Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Noch ein Gebeth am Gedächtnißtage aller Heiligen. Auserwählte Heilige Gottes! mit frommer und ehr furchtsvoller Freude bring' ich euch heute, an eurem Gedächtnißtage, die Opfer meiner innigsten Hochachtung und Verehrung, Preis und Anbethung sey dem Allerhöchsten, der mit der Fülle seiner Gnaden euch gesegnet hat, daß ihr Kraft hattet, duf Erde zu seiner Ehre zu leben, standhafte Freunde der Tugend zu seyn, Gutes zu wirken, das Glück euerer Mitmenschen zu befördern, allen Versuchungen zu widerstehen, im Wohlstande bescheiden, in Widerwärtigs keiten voll christlichen Starkmuthes zu seyn, und uns die schönen Beyspiele eines edlen und thatenvollen Wandels zurückzulassen. Send mir gesegnet, ihr ehrwürdigen Apostel und Freunde des Herrn! ihr begeisterten Verküns der des Evangeliums Jesu Chrifti! euren Arbeiten, euren großen Bemühungen, euren Heldentugenden verdanken wir unsere heilige Religion und die Kenntnisse der wichtig. sten und trostvollsten Wahrheiten. Bittet für uns, daß wir nach den himmlischen Vorschriften, die ihr uns gelehret habt, leben, dainit wir in Glaube, Hoffnung und Liebe ausharren bis an's Ende, und die Krone der ewigen Seligkeit erlangen, die ihr besißet. Mit begeisterter Liebe preise ich euch selig, ihr glorreichen Heldenseelen tyrer! die ihr auf Erde zur Ehre Gottes, und zur Verherrheilige März lichung unserer heiligen Religion willig euer Vermögen, Blut und Leben aufgeopfert habt! Großmüthige Zeugen der Wahrheit! die höchste Grausamkeit wüthete gegen euch, um eure Standhaftigkeit zu erschüttern; aber ihr wanktet nicht; euere Seelen waren zu Jesus, eurem Vorbilde, und dem Unfänger und Vollender eurer Seligkeit gerichtet, während eure Leiber alle Qualen erduldeten. Ihr habt überwunden; jetzt schmücken die Palmen des Himmels euch; die Thränen sind nun ausgeweint, die Stunden des Leidens durchgekämpft, die Versuchungen geendigt, und ewig sind nun eure Triumphe, eure Seligkeiten.-Bittet für uns, daß der Allmächtige uns Stärke sende, unter allen Leiden und Trübsalen dieses Lebens unerschütterlich der Tugend — - 1 - 443 VIII. Abschnitt. Gedächtniß treu zu seyn; daß auch wir zuerst und aus allen Kräften nach dem Neiche Gottes und seiner Gerechtigkeit trachten, und uns Schäßze sammeln für die Ewigkeit, und lieber alles Jrs dische hinopfern, alles Angenehme entbehren, und alles Schmerzliche leiden, als Christus und seinem heiligen Evans gelium untreu zu werden. Send mir gesegnet, ihr heilis gen Freunde Gottes- heiligen Bekenner- die ihr auf Erde durch Lehren und Beyspiele der Menschen zur Tugend geführt, und durch frommen Wandel den Vater gepriesen habt, der im Himmel ist. Send mir gesegnet, ihr himmels vertrauten Seelen, die ihr mit entschlossenem Muthe Alles, was euer Herz von dem Himmlischen abziehen konnte, vers schmähet, und die Güter dieser Erde zum Wohlthun und zum Segen für eure Mitmenschen gebrauchtet; ihr wahren Jünger Jesus! bey denen der Weinende Trost, der Arme Hülfe, der Verlaffene Rettung fand; die ihr die Frrenden zur Tugend zurückführtet, den Strauchelnden vor dem Falle bewahrtet, und dem Gefallenen die treue Bruderhand zum Aufstehen darbothet;- send mir gesegnet, ihr wahren Ebenbilder Jesus, dessen Nahmen ihr hier vor den Menschen verherrlichet habt, und der nun euch verherrlichet vor seinem Vater im Himmel! Seyd innig von mir gepriesen, ihr unentweihten, einen Wesen! ihr Kinder des himmlischen Vaters! jungfräuliche, edelmüthige Herzen! die ihr in frommer Unschuld mitten unter den Sündern wandeltet, und die Reize der verbothenen Lust verschmähetet! Oihr Bräute des Himmels, die ihr eure Neigungen und Triebe dem heiligen Gesetze des Geiftes unterwarfet, die Sinnlichkeit mit ihren wilden Forderungen freuzigtet, und die Lockungen und Anreizungen zur Sünde durch den glaus bigen Aufblick zum Herrn überwandet; send mir gesegnet, Engel in Menschengestalt, in denen Christus lebte. Kronen von Lilien, unsterbliche Schönheit und alle Wonnen des Himmels schmücken und beglücken euch,- und wohin das reine Lamm Jesus Christus im himmlischen Jerusalem geht, dahin folgt ihr Jhm nach. Send mir alle ges priesen, ihr ewig Glücklichen, meine innigst geliebten und verehrten Brüder! Ihr seyd am Ziele, ihr habt überwuns den. Was der Himmel Herrliches, was die Gottheit Ges genvolles hat, ist nun euer Theil. Bittet, o ihr auserwähl - - 114 - 14 aller Heiligen. 443 ten Himmelsbürger! bittet für mich, für alle meine Mitmenschen bey der unendlichen Güte, daß sie auch uns stärke, auch uns mit der mächtigen Gnade rüste, über alle Hinders nisse der Tugend zu siegen, alle Beschwerden des Lebens mit christlicher Geduld zu tragen, und euren gottfeligen Beyspielen zu folgen. Unterstüßet unsere Wünsche; denn wir wollen nichts, als was unser Vater im Himmel selbst will, euch gleich werden, ihr Gesegneten des Herrn! und fromm und gut seyn, wie ihr hier gewesen. Wir wünschen jenen lebendigen Glauben, jenes unerschütterliche Vertrauen, jene redliche, ausdauerndste, thatenvolle Liebe, die euch beseelte; wir bitten um Freude zur Erfüllung unserer Pflichten, um Muth im Leiden, um Stärke in Versuchungen, und um die Gnade, daß wir die Güter dieser Erde so gebrauchen, daß sie uns Beförderungsmittel zur Tugend und zu unserm wahren Glücke seyen. Wir bitten um das Eine Nothwendige, was euch gut und selig machte, um den Himmelssinn was allein auch uns gut und felig machen kann.- Vereiniget euer Gebeth mit dem unsrigen, und der ewig gnädige und barmherzige Gott wird auch uns segnen, daß wir euch nachfolgen können, wie ihr Christus nachgefolget seyd, und endlich jener himmlischen Freuden theilhaftig werden, die ihr in Ewigkeit genießet, durch die Verdienste eures und unsers Seligmachers, Jes sus Christus. Amen. - Litaney von allen Heiligen. ( Sieh die Litanen am Charsamstage Seite 264.) XII. Am Gedächtnißtage aller verstorbenen Christgläubigen. 1.( Sieh die Undachtsübungen im 12. Ubschnitt, Seite 531.) 444 Neunter Abschnitt. Andachtsübungen für verschiedene Stände und Verhältnisse des Lebens. 1. Gebeth für die Kirche. Wir bitten Dich, o Herr! nimm das Gebeth deiner Kir. che gnädig an, damit sie nach überstandenen Widerwärtigs feiten und besiegten Irrthümern, Dir sicher und frey diene, durch unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 2. Gebeth für den Papst. Jesus, unsichtbares Haupt der Kirche! Du hast deine Kirche auf einen Felsen gebaut; selbst die Pforten der Hölle vermögen nichts wider sie; erhalte und leite den Papst, ihr sichtbares Oberhaupt. Laß ihn uns alle deine Wege in dei nem Geifte führen; laß ihn endlich sammt seiner Herde zum ewigen Leben gelangen. Amen. 3. Gebeth für den Bischof. Jesus, Fürst der Hirten, Hirt und Bischof unserer Sees len! gib dem Bischofe unseres Kirchensprengels alle jene Tugenden, die zu seiner und zu unserer Heiligung nothwen dig sind. Laß ihn über sich selbst und über die ganze Herde, über die ihn dein heiliger Geist gesetzt hat, wachen. Sey Du selbst ihm das Muster, nach welchem er sich bilde, damit auch wir uns nach ihm bilden können. Erfülle ihn ganz mit deinem Geiste; gib ihm Glauben, Liebe, Weisheit und Kraft; schicke ihm treue Mitarbeiter in dem wichtigen Ges schäfte der Leitung unserer Seelen; mache ihn zu einem Hirs ten nach deinem Herzen, der nur für sein Amt lebt, der nichts hofft und nichts fürchtet, als Dich, damit, wenn Du kommen wirst, die Hirten und ihre Herde zu richten, wir seine Krone und seine Freude seyen, er aber die unverwelkliche Krone des ewigen Lebens erlange. Amen. 4. Gebeth für die Seelsorger. Jesus! Du hast deiner Kirche Seelsorger gegeben, da mit sie die Gläubigen zur Vollkommenheit führen. Gib ih IX. Abschnitt. Andachten für verschiedene Stände. 445 nen die Gnade, daß sie die Wichtigkeit ihres Dienstes erkens nen, und dein Wort uns eifrig verkündigen. Laß sie unsere Fürsprecher bey Dir werden, die durch ihr Gebeth und ihr frommes Leben deinen Zorn von uns abwenden. Laß sie als Muster der Tugend uns vorleuchten; gib, daß wir ihre guten Beyspiele nachahmen; segne sie und belohne sie für ihre Arbeiten hundertfältig. Sie wachen über unsere Seelen, und müssen Dir für selbe Rechenschaft ablegen. Laß uns also ihre Lehren, als deine Lehren, zu deiner Ehre, zu ihrem Troste und zum Heile unserer Seelen befolgen. Amen. 5. Gebeth für den Beichtvater. Gott! laß meinen Beichtvater mir das seyn, was Unanias dem Saulus war, damit ich sehe, was ich thun soll, und den heiligen Geist empfange. Laß ihn bey meiner Leis tung durchaus den Grundsäßzen des Evangeliums folgen. Gib ihm Geduld mit meinen Schwachheiten; aber auch festen Sinn, um sich meinen unordentlichen Reigungen zu widerseßen. Mir aber flöße Ehrfurcht, Gelehrigkeit, Des muth und das nöthige Zutrauen zu ihm ein. Laß mich an seiner Person Dich selbst betrachten, und von ihm glücklich zu Dir geführt werden. Ich bitte Dich darum durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen. 6. Gebeth an Quatembertagen um gute Priester. Göttlicher Heiland und Hirt deiner Gemeinde, Jefus Christus! Du gestern und heute- ewig derselbe! Du hast schon die Ifraeliten, dein auserwähltes Volk, deine Kirs che, mit mächtiger Hand aus der Dienstbarkeit Aegyptens herausgeführt; Du bist als Heerführer vor ihr hergezogen in der Feuer- und Wolkensäule, und hast ihr mit großer Majestät dein heiliges Gesetz vom Berge Sinai gegeben; Du haft ihre Feinde vor ihr gedemüthiget, und sie in das Land der Verheißung eingeführt: Du bast deinem Volke schon im alten Bunde Heerführer und Könige nach deinem Herzen gegeben, und es durch deine heil. Propheten so vielmahl deiner Liebe versichert, und die Verirrten wieder zu Dir gelockt; haft sie zwar mit Schmach, Gefangenschaft und harter Ty. rannen bestraft, aber die Demüthigen immer wieder aufges nommen, und durch Männer, vom Geiste Gottes erfüllt, wieder befreyt. Ja, Du ewiges Wort, Sohn Gottes! Du TX TX, Abschnitt. Andachten 440 bift felbft herabgestiegen auf die Erde, haft die verlornen Schäflein wieder gesucht, um sie in den himmlischen Schafstall zurück zu bringen; Du hast sie erlöset und erkauft durch dein Blut am Kreuze zu deinem Eigenthum.. Und nachdem Du auferstanden, und zum Vater heimgegangen bist, hast Du deine Kinder nicht waise gelassen, hast deinen heil. Geist über die Apostel ausgegossen, und sie ausgefandt in die ganze Welt, damit sie an deiner Statt Lehrer, Hirten, Väter, Priester deiner Gemeinde seyn mögen. Uber, göttlicher Heiland! Du bist auch heute noch der Bräutigam deiner Kirche, das Haupt deines Leibes auf Ers de, der Eckstein des von Dir gegründeten Hauses, der Hirt deiner erkauften Herde, unser Mittler und Fürsprecher beym Vater. Da Du auf Erde warest, jammerte es Dich, als Du das Volk sahst, verschmachtend und zerstreut, wie Schafe, die keinen Hirten haben, und sprachst:» Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter; darum bittet den Herrn, daß Er Urbeiter in seinen Weinberg sende.« Und auch heute willst Du wieder Arbeiter in deine Ernte senden, und ihnen durch die Handauflegung des Bischofs deinen hei ligen Geist ertheilen. So sieh denn auch heute herab auf uns, deine Kinder, die wir nach dem Beyspiele der ersten Kirche ( Apostelgesch. 13.) mit Fasten zu Dir flehen; laß auch uns nicht waise! sende auch heute über die, welche Du zu der hos hen Würde des Priesterthums auserwählt hast, deinen heiligen Geist, wie Du ihn am Pfingsttage über die heiligen Apostel ausgegoffen hast. Gib ihnen, wenn der Bischof ihnen das Evangelienbuch darreicht, die Kraft uns das Wort Gottes mit apostolischer Salbung zu verkünden! Gib ihnen mit dem heiligen Dehl, womit sie gesalbet werden, den Geist der heiligen Andacht am Altare, und des immerwährenden Gebethes, den Geist der Weisheit und der Liebe, auf zuhelfen den Sünder, und zu trösten den Kranken! Gib ih nen mit dem priesterlichen Gewande Reinigkeit des Herzens und des Wandels, und Kraft, das Kreuz ihres hohen Berufes Dir nachzutragen! Gieß aber auch über uns aus den findlichen Geist, den Geist der Demuth und der Liebe, daß wir sie immer als Ausspender deiner Geheimnisse, als Bothen deiner Barmherzigkeit, als unsere Mittler durch Gebeth vor Dir, als unsere Hir für verschiedene Stände. 447 ten und Väter ansehen, und ihnen Vertrauen und Liebe schenken! Herr! der Du einige zu Aposteln, andere zu Propheten, andere zu Evangelisten, andere zu Hirten und Lehrern bestellt hast, damit wir alle deine Glieder in mancherley Pflichten und Arbeiten doch nur einen Leib ausmas chen; o Christus Jesus! der Du selbst unser Aller Haupt bist, an dem wir 2lle immer mehr und mehr in Gottseligkeit heranwachsen sollen; gib uns, daß wir immer inniger in Dir zu Einem Leibe zusammengefügt und verbunden were den, einander Dienste leisten, wie die Gelenke am Leibe, nach eines jeden Kräften, damit so der ganze Leib, die heilige Kirs che, täglich zunehme, und zwar zunehme in Liebe. O laß uns Alle immermehr Eines seyn unter einander, wie Du Eines bist mit deinem Vater! Gib uns allen, o Du liebevollster Hirt und Heiland, die göttliche Liebe! Amen. 7. Gebeth für den Landesfürsten. Allmächtiger Gott, Herr des Himmels und der Erde, König aller Könige! von dem alle irdische Macht und Oberherrschaft herkommt, und durch dessen Unordnung die Könige und Fürsten der Erde regieren; wir bitten Dich inständig um die Wohlfahrt deines Gesalbten, unsers Landesfürsten und fei nes Hauses. Schenke ihm, da er in deinem Nahmen regiert, auch deinen milden Vatersinn, uns aber findliche, ihm ganz ergebene Herzen. Laß den Geist der Wahrheit, der Gerechtigkeit, der Weisheit und der Güte auf ihn ruhen. Mache ihn zum Vater der Witwen und der Waisen, zum Netter der verleumdeten Unschuld, zum Belohner des Guten, zum Schuße aller guten Unterthanen; aber auch zum Schrecken aller Bösen. Laß durch ihn im ganzen Lande nüßliche Ges seße mit fürstlicher Weisheit bekannt gemacht, mit unerschütterlichem Muthe behauptet, und von allen Unterthanen mit herzlichem Gehorsam befolgt werden. Laß ihn, nach dem Beyspiele heiliger Fürsten, sich weit mehr über das Glück erfreuen, ein Kind deiner Kirche, als ein Fürst so vies ler Unterthanen zu seyn. Laß ihn dein Geseß hochschätzen, damit er Dich liebe und fürchte, und deine Gebothe halte. Segne ihn mit deiner hülfreichen Gnade, daß er alles Gute zur Ausbreitung deines göttlichen Reiches auf Erde beför. dere, seines Volkes Glück väterlich begründe, lange lebe 448 IX. Abschnitt. Andachten und wahres Wohl genieße, einst aber in deinem Reiche ewig selig werde, durch Christus unsern Herrn. Amen. 8. Gebeth für die weltlichen Obrigkeiten. Gott! laß uns unter der Obrigkeit, die Du uns gesetzt hast, gehorsam, ruhig und gerecht leben; gib ihnen Gehors fam, gegen Dich, den höchsten Herrn; laß sie das Ansehen, das sie von Dir empfangen haben, zu seiner Ehre und zu uns serm wahren Wohle gebrauchen. Laß sie nie vergessen, daß fie deine Stelle vertreten, und daß ein strenges Gericht ihrer wartet. Mache sie groß durch die Tugend, und reich an gus ten Werken, damit sie so zur wahren Größe, Dich ewig anzuschauen und zu lieben gelangen, durch Christus unsern Herrn. Umen. 9. Gebeth für Freunde. Gott! Du hast einst die Liebe, durch die Gnade des heiligen Geiftes, den Herzen deiner Gläubigen verliehen; gib auch deinen Dienern und Dienerinnen, für die wir deine Güte anflehen, Alles, was ihnen am Leibe oder an der Seele heilsam ist, damit sie Dich aus ganzem Herzen lieben, und, was Dir gefällig ist, thun und leiden, durch Jesus Chris stus unsern Herrn. Amen. 10. Gebeth für Wohlthäter. Gott! vergilt meinen Wohlthätern das Gute, das sie mir gethan haben und noch thun; tröste und erfreue sie dafür, damit sie sagen: Gelobt sey der Herr, der seinen Dies nern Ruhe und Frieden verschafft hat; ich aber deine Ges rechtigkeit preise, und dein Lob verkündige, durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen. 11. Gebeth für Feindlichgesinnte. O Gott! Du liebst uns Alle, wie ein Vater seine Kins der liebt. Du siehst, wie sehr mich meine Feinde quälen. Dadurch wirst Du beleidiget. Vergib ihnen; sie wissen nicht, was sie thun. Bessere sie durch deine Gnade, und vers zeih' auch mir meine Beleidigungen gegen Dich, durch Jes sus Christus unsern Herrn. Amen. 12. Gebeth bey einer Standeswahl. Mein Gott, mein Vater! mit kindlichem Vertrauen wende ich mich zu Dir. Ich will selig werden. Dieß ist mein sehnlichster Wunsch; und um es zu werden, bin ich bereit, Alles zu thun. Was willst Du denn nun, daß ich thun soll? The tiny Conver Gib mir deinen heiligen Willen zu erkennen. Ich weiß, daß Alles in der Beobachtung deiner Gebothe besteht. Deßwegen bitte ich Dich demüthigst, zeige mir den Stand, den ich wäh len soll. Darauf kommt es ja sehr viel an, daß man eine gute Wahl treffe, wenn man deine Gebothe halten und fein Sees lenheil wirken will. Rede, Herr! ich höre Dich; ich bin bereit, Dir die liebste Neigung meines Herzens zu opfern. Erhöre mich bey diesem so wichtigen Geschäfte durch Jesus Christus. Amen. 13. Gebeth einer christlichen Brautperson. Ich weiß, mein Gott! daß Du mein Vater bist, und daß ich dein Kind bin. Es kommt mir nicht zu, die so wichtige eheliche Verbindung auf eine Art einzugehen, wie sie Heis den eingehen, die das Glück nicht haben, Dich zu kennen. Sey Du selbst der Anfang dieser Verbindung. Laß mich oft an die Worte denken, die dein heiliger Engel dem Tobias sags te: Diejenigen, welche bey ihrer Verbindung nicht an Dich denken, sondern nur ihre sinnlichen Lüfte zu befriedigen sus chen, räumen dem bösen Feinde die Herrschaft in ihrem Hers zen ein. Ich bin fest entschloffen, ganz nach deinem heilis gen Willen zu leben, und Alles zu halten, was ich am Altare vor deinem Angesichte, vor dem Priester und der christlis chen Gemeinde versprechen werde. Gib deinen Segen dazu; laß mich und den von mir gewählten fünftigen Ehegenossen die ganze Kraft des Sacramentes empfangen; laß uns, wie den Tobias und die Sara, in Gottfeligkeit, in Liebe und Freundschaft leben; laß uns Leiden und Freuden mit einans der theilen, und so ein Bild der heiligsten Liebe und der unzertrennlichen Vereinigung Jesus mit seiner Kirche werden. Ich bitte Dich, o Gott! von ganzem Herzen um diese Gnade, durch eben denselben Jesus Christus deinen Sohn, unfern Herrn. Amen. 14. Gebeth für christliche Eheleute. * Lies andächtig den Eingang des heiligen Evangeliums Johannes, alsdann rufe an Jesus Christus, das ewige Wort des Vaters, das aus Liebe zu uns Fleisch geworden, und eine Jungfrau zu seiner Mutter erwählte, damit wir arme Sünder, Nachkommen Adams durch Ihn gebeiliget, wieder mit Gott, mit den Engeln und unter einander zu Einer Familie vereiniget würden; bitte den 29 2731 vjayan. wwwton Heiland, welcher sich durch sein Blut mit der Kirche, als mit einer Braut vermählt hat, dieselbe durch seinen heiligen Geist zu einer fruchtbaren Mutter einer unzähligen Menge von Kindern Gottes macht, und das heilige Sacrament der Ehe eingeseßet hat, damit es ein Vorbild der heiligen, innigen Verbindung Christus mit seiner Kirche werde; ja bitte Ihn, daß alle, die dieses Sacrament empfangen, den Schwur der treuen Liebe halten, und des reichen Segens, den ihnen dieses Sacrament anwünschet, theilhaftig werden. O Gott! der Du kraft deiner Allmacht Alles erschaffen, und aus Nichts das große Weltall gegründet hast, der den Menschen nach deinem Bilde wunderbar erschaffen, und in der ehelichen Vereinigung des Mannes und Weibes das herrs liche Geheimniß der Liebe Gottes zu den Menschen, und der Verbindung Christus mit der Kirche, vorgebildet haft: wir preifen deine herrliche Macht, und flehen zu deiner Güte, daß Du auch jetzt, nachdem der Mensch seinen Bund mit Dir gebrochen, und durch die Sünde so schreckliches Elend über fich und die Seinigen gebracht hat, deinen Gegen allen des nen ertheilen wolleft, die durch das Band der heiligen Ehe vers einiget sind. Sieh gnädig auf alle Brautleute, auf alle Gats ten und Gattinnen, Väter und Mütter herab, gib ihnen bes ständige Liebe und Frieden. Ihr Ehestand sey immer treu und heilig in Chriftus. Gib besonders der Gattinn und Mutter, daß sie eine Nachfolgerinn sey der heiligen Frauen; sie sey liebenswürdig ihrem Manne, wie Rahel; weise, wie Rebels ka; treu bis in's hohe Alter, wie Sara! Nie möge der Urhes ber alles Bösen in ihrem Thun etwas finden, das ihm zu seis nen Absichten diene! Zucht und Bescheidenheit gebe ihr Kraft und Schuß in ihrer Schwachheit; ihre Sittsamkeit flös ke Jedermann Ehrfurcht vor ihr ein. Laß auch den Ehegatten mit ihr fest im Glauben und treu an deinen heiligen Gebos then halten; beyder Verstand sey lenksam durch himmlische Lehre, ihr ganzes Leben sey probhältig und unschuldig, so daß fie Kinder und Kindskinder, die fie in heiliger Gottes furcht erzogen haben, in ungetrübtem Alter sehen, und dann zur Ruhe der Seligen und in's himmlische Reich gelangen mös gen, durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen. Es fegne fie der Vater, der Sohn und der heilige Geift; Er wolle durch sie die Zahl der Gerechten mehren auf Erde, und sie reich machen an Früchten der Gerechtigkeit, daß sie ges für verschiedene Stände. 451 würdiget werden am Tage des Gerichtes, mit allen Gerech ten und Heiligen freudig vor dem göttlichen Richter zu stes hen, der als Gott lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 15. Gebeth der Weltern für ihre Kinder. O Gott! Du bist der Vater meiner Kinder. Du bist ihr Schöpfer und ihr Herr. Ich übergebe fie Dir; sie sind Dein; ich überlaffe fie ganz deiner väterlichen Liebe. Vor Allem bitte ich Dich für sie um dein Reich und deine Gerechtigkeit; das llebrige gib ihnen nach deinem Wohlgefallen. Schenke ihnen Liebe zu Dir und ihrem Nächsten; flöße ihnen den größten Abscheu vor der Sünde ein; bewahre sie vor den bös sen Grundsätzen und Beyspielen der Welt; laß sie jederzeit nach der Lehre des Evangeliums wandeln. Laß nicht zu, daß ich diesen meinen Wünschen durch mein Betragen entgegen handle, und das zu Grunde richte, um was ich Dich jetzt für sie bitte. Wache über mich, damit ich über sie wache; und verleih, daß ich sie in deiner Furcht und in aller Tugend ers ziehe; durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen. 16. Segen, den Aeltern ihren Kindern ertheilen können. Mein Kind! habe Gott alle Lage deines Lebens vor Augen; übertritt feines seiner Gebothe. Der allmächtige Gott segne dich; Er sey dir gnädig! Heiligste Dreyeinigkeit, Bas ter, Sohn und heil. Geist! beschütze mein Kind; bewahre es vor jedem Uebel, besonders aber vor der Sünde, welche das größte aller Uebel ist, damit ich einft fammt ihm vor Dir ers scheine, und Dir ohne Aufhören im Himmel danke. Amen. 17. Gebeth der Kinder für ihre Aeltern. O Gott! Du willst, ich soll meine Aeltern ehren; flöße Du selbst mir Ehrfürcht, Gehorsam und Liebe gegen fie ein. Vergilt ihnen das Gute, das sie mir thun; laß fie lange und glücklich leben, reich an allem Guten werden, und endlich zu Dir gelangen: durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen. 18. Gebeth eines Herrn oder einer Frau. O Gott! Du hast mich über Andere gesetzt. Gib, daß ich sowohl bey ihrer Aufnahme, als während ihres Dienstes, vor Allem auf die Gottesfurcht sehe; daß ich fie, als deine Kin 20 TX, Abschnitt. Andachten der und meine Brüder ansehe; daß ich für ihr zeitliches, noch weit mehr aber für ihr ewiges Wohi Sorge trage; daß ich fie zum Gebethe, zum öffentlichen Gottesdienste, zum öftern Gebrauche der heil. Sacramente, durch Worte und Beyspiele ermuntere! daß ich durchaus gerecht, billig und liebvoll gegen fie handle. Um dieß bitte ich Dich, durch Jesus Christus uns fern Herrn. Amen. 19. Gebeth eines Dienenden. O Gott! Du willst, ich soll mich durch das Dienen heilis gen. Ich bin mit dem Stande, zu dem Du mich berufen haft, ganz zufrieden; nahm doch selbst dein Sohn Knechtes gestalt an. Laß mich meinem Herrn und meiner Frau so gehorchen, als wenn Du selbst mir befähleft; flöße mir eine ehrfurchts. volle Liebe gegen sie ein. Aber nur Dich, meinen höchsten Herrn, laß mich über Alles lieben und fürchten, und eher die Liebe meiner Borgesetzten als die Deinige verlieren. Eaß mich treu gegen sie seyn, und ihr Gut, wie mein eigenes, ansehen und erhalten. Laß mich an ihnen deine Person ehren, und aus Liebe zu Dir ihnen anhängen. Um dieß bitte ich Dich, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. 20. Gebeth eines tugendhaften Jünglings. O Gott! leite mich auf dem gefahrvollen Wege meiner Jugend, daß ich immerdar vor deinen heiligsten Augen wans deln, und Alles sorgfältig meiden möge, was Dir, o liebster Vater! mißfällig ist. Steh' mir bey, daß ich mich vom Müs Biggehen, Lügen, Spielen, Volltrinken, und von allen Güns den hüthe, die so leicht zur Gewohnheit werden, welche man hart, oder gar nicht mehr ablegen kann. Besonders aber bitte ich, o mein Gott! bewahre mich vor dem fürchterlichsten Laster, welches Dir so sehr mißfällt, den Menschen, zumahl den Christen so tief herabsetzt, so ganz ents würdiget, und welches so viele Jünglinge vor der Zeit in das Grab stürzet, ihnen ihre Gesundheit, und nur gar zu oft auch ihre Seligkeit raubt, nähmlich- von dem Lafter der Unzucht. Wie würde ich mich vor Dir, o Allwiffender! schämen müssen, wie würde ichvon meinem Gewissen geängstiget were den, wenn ich etwas thun oder zulassen sollte, was wider die Reinigkeit ift! Finge ich einmahl an, o ich würde mich für verschiedene Stande. schwer mehr bessern: ich würde fortfündigen, die Sünde mir angewöhnen, und in der Sünde sterben. Wie muß dem Unzüchtigen seyn, wenn er vor Dir, o all wiffender, gerechter Richter! erscheinen soll? Und dort in der Ewigkeit, in dem Orte der unaussprechlichen, unaufhörlis chen Peinen! wie wird ihn der Gedanke martern: was habe ich gethan? was habe ich verloren? was muß ich jetzt leiden? und dieß auf ewig- aus eigener Schuld! Ich zittere, wenn ich daran gedenke; soll ich aber nicht noch mehr zittern, wenn ich bedenke, wie leicht ich in dieses Unglück fallen könnte. Erhalte mich, o Gott! in deiner heil. Furcht, daß ich nie etwas begehe, was wider dein Geboth und mein Gewissen ist: ich würde mich zeitlich und ewig unglücks lich machen. Ich will also, so viel ich kann, Alles meiden, was einem feufchen Jüngling unanständig, oder gefährlich ist. Ich will mit meinen Augen, in meinen Reden, in meinem ganzen Thun und Laffen, fittfam und schamhaft seyn. Vorzüglich will ich alle böse Gesellschaft, diefe Pest der Jugend, meiden; keinem Verführer Gehör geben, und mich von Niemanden zu irgend etwas verleiten laffen, was Dir, o mein Gott! mißs fallen müßte. Auch wenn ich allein bin, will ich mich immer an deine unsichtbare Gegenwart erinnern, daß ich ja nichts thue, was mich vor deinen reinsten Augen würde schamroth machen; denn Du siehst und weißt auch die heimlichsten Güns den, und sagst mir durch mein Gewissen, was schändlich und unrecht ist. Aber auf meine guten Vorfäße, auf meine Kräfte allein darf ich mich nicht verlassen. Ich bin schwach, und kann nichts anders thun, als fliehen, wachen und bethen. Ja fliehen und wachen will ich, so gut ich kann; alle Gelegenheit zur Sünde will ich sorgfältig meiden; aber auch zugleich bes then, und zu Dir, allmächtiger, gütigster Vater! meine Zus flucht nehmen; du wirst dein schwaches Kind, das Dir fols gen will, im Guten leiten, schützen und stärken, um dieses bitte ich Dich, dieses hoffe ich durch Jesus Christus deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 21. Gebeth einer tugendhaften Jungfrau. Nur Tugend ist wahre Schönheit und Schambaftigkeit ist die größte Zierde meines Ges schlechtes. Die jugendliche Gestalt wellet wie eine Blu me; und ein schönes Kleid bedecket meine Fehler nicht: auch wenn man mich lobt und sucht, bin ich deßwegen nicht besser. Dir zu gefallen, o mein Gott! foll mein eifrigstes Bestreben feyn; daran ist mir Alles gelegen: in der Kugend will ich meine eigene Ehre und Freude suchen. Ich kann Dir, o mein Gott! nicht gefallen, wenn ich nicht züchtig lebe, und Alles forgfältig meide, was wider die Reinigkeit ist. Da muß ich mich am meisten hüthen, muß wachen und bethen. Bewahre mich, o Gott! vor dem erfien Fehltritte. Ach! er würde gewiß nicht der letzte seyn. Beging ich einmahl eine Sünde wider die Reinigkeit, so würde ich fie durch feine Reue mehr widerrufen, oder ganz austilgen können. Stehe mir zur Zeit der Versuchung bey, daß ich an Dich, allwiffen. der Vater und gerechter Richter! gedenke. Wenn mein Vers brechen auch vor der Welt geheim bliebe; Dir, o Gott! bleibt nichts verborgen; deinem Gerichte würde ich nicht entgehen; einst würde meine Schande vor der Welt offenbar werden, und auf eine augenblickliche Luft würden bittere Thränen, und ewige Vorwürfe des Gewiffens folgen. Erwecke also in mir, o Herr! einen Abscheu gegen Alles, was mich vor mir selbst, und vor deinen reinsten Augen scham roth machen würde, damit ich in Allem meinen Leib heilig halten, und mich nicht selbst entehre. Heilsame Furcht durch. dringe meine Seele, und das Andenken an das Ende aller irs dischen Freuden schrecke mich vor dem Abgrunde zurück, wors ein mich mein Leichtsinn stürzen könnte. Sollte ich wohl je so verblendet seyn, meine Tugend, meine Ehre, mein zeitlis ches und ewiges Glück zu verscherzen! O wie schrecklich werden die Qualen der Ewigkeit seyn, wo der nagende Wurm nicht stirbt, und das verzehrende Feuer nicht auslischt; wodie unreine Seele fich ewig mit den peinvollen Gedanken martern wird: Ich hätte so leicht können selig werden, und habe aus eigener Schuld felbft nicht gewollt; für eine geringe Luft habe ich meine Seligkeit hingegeben, und mir unaufhörliche Qualen dafür eingetauscht. D Gott! wenn ich dieses bedenke, wie kann ich etwas thun oder zulaffen, was im geringsten wider die Reinigkeit ist! Wie kann ich etwas für gering achten, was Dir höchstens - The perfaglevene Chung, mißfallen, und über kurz oder lang, in der Zeit und Ewigs keit so schreckliche Strafen nach sich ziehen muß? Und ich bin doch so schwach! ich bin so vielen Gefahren ausgesetzt! Auch mich könnte so leicht, wie viele Andere meines Standes und Alters, dieses Unglück treffen. Darum, o Gott! will ich Alles thun, um nur meine Reis nigkeit zu erhalten; Alles will ich forgfältig meiden, was ihr gefährlich seyn könnte. Ich will meine Augen in Schranken balten, nichts will ich reden, singen oder anhören, thun oder zulaffen, was wider die Schamhaftigkeit ist. Besonders will ich mich in meiner Kleidung und in meinen Geberden ehre bar und eingezogen aufführen. Fern sey von mir aller eitler und frecher Aufputz, der nur muthwilligen Menschen Anlaß zum Bösen gibt. Schamhaftigkeit und Sittsamkeit soll mich gegen ihre Nachstellungen bewahren. Eine wahrhaft keusche Jungfrau halten sogar böse Menschen noch in Ehren. Vor dir, o Alwissender! faffe ich auch den ernstlichen Vorsaß, daß ich nie verführerischen Schmeicheleyen Gehör geben, und mich durch keine Lustbarkeiten oder Geschenke, noch durch was immer für ein Versprechen einer zukünftigen Versorgung bethören und verführen lassen werde. So viele traurige Beyfpiele follen mir zur Warnung feyn. Aber allen Gefahren kann ich unmöglich ausweichen. Defto forgfältiger will ich über mich selbst machen, desto eifs riger will ich bethen, daß ich nicht in Versuchung falle. Mit festem Vertrauen halte ich mich an Dich, allgegenwärtiger, gütigster Vater! Du wirst meine Schwachheit und mein Uns vermögen durch deine Gnade unterstützen; um dieß bitte ich Dich, das hoffe ich, durch Jesus Christus deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 22. Gebeth einer Witwe. Mein Gott! deiner Weisheit gefiel es, meinen Gatten zu Dir zu nehmen. Das Kreuz, welches Du mir dadurch auflegft, ist wohl schwer; aber Du nennst Dich den Richter der Witwen und den Vater der Waisen. O so hilf mir denn mein Vater! Zieh mich von der Welt, in welcher Alles eitel ist, stets mehr ab. Laß mich nichts so sehr lieben, als Dich; laß mich in deinem Dienste, in stiller Burückgezogenheit, in einer einfachen Lebensart, im Bethen und in guten Werken, meine 14. aug. Anvachten Freude suchen. Laß mich Allen ein Muster der Tugend were den. Ich setze mein ganzes Vertrauen auf Dich. Erhöre mich, durch Jesus Christus. Amen. 23. Gebeth eines Urmen. Mein Gott! ich bin wohl recht arm; aber niedergefchlas gen will ich deßwegen doch nicht seyn. Wenn ich Dich finds lich liebe und fürchte, so bin ich reich. Gib mir nur ein reis nes Herz und ein gutes Gewiffen! das mich deinen Augen wohlgefällig macht. Ich habe bey meiner Geburt nichts in die Welt gebracht, und ich werde beym Zode nichts mitnehs men. Es geschieht nichts ohne deinen heiligen Willen, ohne deine weise Fügung. Dein Nahme sey gelobt! So laß mich stets gesinnt seyn, Bater! ich bitte Dich darum, durch Jesus Christus, unfern Herrn. Amen. ni dhar 24. Gebeth am Geburtstage. Ich danke Dir, o Gott! für das Leben, das Du mir gabst. Du schufft mich aus Liebe, du nährtest mich, Du bes merkteft alle meine Schritte. Wie liebvoll leitetest Du mich bisher! Wie viele frohe Tage schenktest Du mir! Wie oft erhielt ich Glück und Segen von Dir! Wie vielmahl tröftes test Du mich in meinen Leiden! Du dachtest an mich, da ich noch nicht denken konnte; Du warnteft mich oft mit wahrer Batergüte vor Gefahren. Ich fehlte, und Du trugft mich mit Geduld; ich fiel, und Du hobst mich wieder auf; ich ver. ließ Dich, und Du gingst mir nach; und als ich zu Dir zus rück kehrte, nahmst Du mich wie ein liebvoller Vater auf. O was bin ich Dir Alles schuldig! Erwecke mich heute wieder zum Guten. Gibst Du mir ein längeres Leben, so gib mir auch ein Herz, das Dich nie verläßt und immer inniger liebt. Nimm mir Alles, nur deine Liebe nicht, mein Gott und Al. les! Um dieß bitte ich Dich, durch Jesus Christus, unfern Herrn. Amen. Erneuerung des Taufbundes oder auch wenn man bey einer Taufhandlung zugegen ist. Allmächtiger, ewiger Gott! Bater unsers Herrn Jesus Chriftus! der Du uns zum heiligen Glauben berufen, und Allen, die Du durch die heilige Taufe mit Dir verbindest, für verschiedene Stände. 457 die kräftigsten Versicherungen deiner Liebe und Gnade gibst; verleih, daß ich andächtig mich daran erinnere, und für die Beweise dieser großen Liebe, die Du allen, sowohl mir, als meinen christlichen Mitbrüdern in der Taufe ertheilet hast, oder noch ertheilen wirst, dankbar sey. al Nimm und behalte uns unter deinem väterlichen Schuße, ja laß deine gnädige Hand über uns ausgestreckt seyn, so wie der Priester in der heiligen Taufe sie über die Täuflinge auss streckt. Bewahre uns unter dem Schutze des Kreuzes, womit wir in der heiligen Taufe bezeichnet wurden! Heile uns stets mehr von aller Blindheit des Herzens; zerreiße vollends die Stricke des Satans, womit wir gebunden waren, und öffne uns die Thür deiner Barmherzigkeit, damit wir die Reize der Welt verabscheuen, an deinen heiligen Gebothen Geschmack finden, und durch genaue Befolgung derselben Dir freudig in deiner heiligen Kirche dienen. Laß uns mit deiner Weisheit als mit geistlichem Salze gewürzet, immer eifriger in der Andacht, und immer freudiger in der Hoffnung deinem heilis gen Nahmen dienen! Niemahls foll der Satan über uns eine Gewalt bekommen, sondern vielmehr zittern und zurückflies hen vor dem Zeichen des heiligen Kreuzes, das unserer Stirn aufgedrückt wurde. Heiliger Herr, allmächtiger Vater! Du Quell des Lich tes und aller Wahrheit! erleuchte und reinige uns, deine Diener; gib uns die wahre Weisheit, daß wir in der heiligen Lauf- Gnade zu verharren gewürdiget, unbeweglich in der Hoffnung, weise in all' unserm Bornehmen, und treu deiner heiligen Lehre verbleiben, durch Jesus Christus, unfern Herrn. Amen. ( Hier bethe andächtig ein heiliges Vater unser, Ave Maria und ben Glauben; alsdann sprich mit Ernst und wahrem Eifer die Abfagungsformel:) Ich widerfage dem bösen Feind, und aller seiner Hoffart, und allen seinen Eingebungen.( Richte an dich selber die wichtigen Fragen:) Glaubst du an Gott den Vater u. s. w. und antw. von Herzen und fest:» Ich glaube.«-( Dann bethe weiter:) Allmächtiger Gott! Vater unsers Herrn Jesus Christus! Dank sey Dir dafür, daß Du uns aus dem Wasser und heilis gen Geiste wieder geboren werden, und uns Vergebung der Sünden ertheilen ließet! O salbe uns mit der Salbung des Heiles, in Christus Jesus zum ewigen Leben! Du hast uns das 458 IX. Abschnitt, Unbachten Kleid der Inschuld angezogen, so bewahre uns auch vor aller Makel der Sünde, daß wir dasselbe einstens rein bis vor den Richterstuhl unsers göttlichen Heilandes Jesus hinbringen können! Du hast uns das Licht des Glaubens angezündet; laß dasselbe in uns nie mehr verlöschen! Gib uns die heilige Liebe, daß wir deine Gebothe halten, und einstens, wenn Du, Herr! zum Gerichte kommst, mit allen Heiligen von Dir dein liebliches Willkommen hören, und in das ewige Leben einges hen mögen. Amen. 25. Gebeth am Nahmenstage. Gib, o Gott! auf die Fürbitte des heiligen N., deffen( der heiligen N., deren) Nahmen ich trage, daß ich mein Leben nach deinen heiligen Vorschriften einrichte, dem erhabenen Benspiele des( der) heil. N. getreu nachfolge, und in deiner Gnade bis an mein Ende verharre, durch Jesus Christus uns fern Herrn. Amen. rolling i 20 Gebeth um die heilige empfangene Firmgnabe wieder in sich zu erneuern. Auch als Andachtsübung dienlich, wenn man bey einer Ausspendung der beiligen Firmung gegenwärtig ist. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du Dich gewürdiget haft, mich, deinen Diener, durch das Wasser und den heiligen Geift neugeboren werden zu lassen, auch mir die Nachlaffung aller meiner Sünden ertheilet haft, sende über mich herab deis nen heil. Geift, den himmlischen Tröster, den Geist der Weiss heit und des Verstandes, den Geift des Rathes und der Kraft, den Geist der Wissenschaft und der Frömmigkeit. Erfülle mich mit dem Geiste der Gottesfurcht, und drücke mir auf das Beichen des heiligen Kreutzes Jefu Chrifti, der mit Dir und dem heil. Geiste gleicher Gott lebt und regiert ewiglich. Amen. Nun ist meine Stirn gefalbt mit dem heil. Chrysam, und bezeichnet mit dem heiligen Kreuze. Du, o heil. Geift! der Du die heil. Apostel erfüllet haft, und durch ihre und ihrer Nachfolger Hände bis in unsere Herzen herabsteigen wolltest, Du haft auch mein Herz zu deinem Tempel erwählt, zum Streiter für Jesus Christus und seinen heiligen Glauben, uns ter der blutigen Fahne des Kreuzes. Ich danke Dir, o heilis ger Geift! für diese fo große Gnade des heiligen Firm- Sacras mentes, und bitte Dich, verlaß mich nur nicht mehr! Berleihe The verflieven e tande. 459 doch, daß diefer Dir geweihte Tempel, mein Herz, durch deine wirkliche Inwohnung immer mehr geheiliget werde! Mache mich täglich stärker, daß ich dich nie durch Sündigen von mir entferne, oder auch nur durch irgend eine lIntreue betrübe! Du bist es, der die heil. Märtyrer vor den Richterstühlen im Leiden und Tod gestärkt hat, daß fie unerschrocken den Glaus ben an Jesus Christus bekannten. Und auch ich werde in meis nem Leben, wenn schon nicht blutige Verfolgungen, doch wohl die noch gefährlichen Versuchungen der ungläubigen Welt zu bestehen haben. O sey dann mein Licht, wenn verführerische Reden mir die Lehre Jesus zweifelhaft; stärke mich, wenn Hohn und Spott, diese Waffen der Welt, mich im wahren Glauben wankend machen möchten! Laß mich immer auf Je fus sehen, wie Er vor Kaiphas unerschrocken die Wahrheit bekannte, und gelaffen den Spott des Herodes ertrug, damit Er fich einst auch meiner nicht schäme, und mich vor seinem Vater als feinen treuen Streiter bekenne, wenn Er auf den Wolken des Himmels kommen wird, zurichten die Lebendie gen und die Todten. Amen. Gebeth um Segen für die Feldfrüchte, beym Wettersegen an Sonn- und Feyertagen zu gebrauchen. Barmherziger Gott und Bater! Du gütigster Erhalter unsers Lebens! Wir rufen jetzt zu Dir um das tägliche Brot, und um Alles, was wir zu unserm Unterhalte nöthig haben. Gib Wachsthum und Gedeihen unsern Feldfrüchten; sende zu rechter Zeit erquickenden Regen und milden Sonnenschein. Schöpfer und Herr des Himmels and der Erde! Alles steht in deiner Macht. Du kannst uns deinen Segen geben und entziehen. Darum bitten wir Dich, segne die Früchte unserer Felder, und beschütze fie vor Mißwachs, Dürre, Näffe, Reif und verderblichem Hagel. 3war sind wir fündige Menschen deiner Gaben und Gnas den, die Du uns täglich, ja stündlich erweiseft, nicht würdig, aber, o gütiger Vater im Himmel! fieh nicht an unsere Süne den und Missethaten, die wir hier von Herzen bereuen, sons dern erbarme Dich unfer um Jesus deines Sohnes willen, der für uns am Kreuze gestorben ist, und sein kostbares Blut vergoffen hat. LA. Abschnitt. Undachten Wir setzen unser ganzes Vertrauen auf Dich, und gelos ben Dir, daß wir alle unsere Standespflichten treu erfüllen, und im Unglücke wie im Glücke mit deinen weisesten Anordnungen zufrieden seyn wollen. Wir wollen es nie vergessen, daß Du unser Vater bist, und daß Du es gut mit deinen Kin dern meinst, Du magst geben oder nehmen, segnen oder züchtigen. D 400 Wir bitten Dich, o barmherziger Vater! verlaß uns, deis ne armen hülfsbedürftigen Kinder nicht. Erbarme Dich noch ferner über uns, und segne uns mit Gnade und Barmherzigs feit in Allem, was unfer zeitliches und ewiges Heil betrifft. Darum bitten wir Dich, durch Jesus Christus unserm Herrn und Heiland. Amen. 27. Gebeth um Regen. O Gott! in dem wir leben, uns bewegen und find, gib uns einen ersprießlichen Regen, damit wir, mit zeitlichen Gütern hinlänglich versehen, mit desto mehr Zuversicht nach den ewis gen trachten; durch Jesus Christus, unfern Herrn. Amen. 28. Gebeth bey einem Gewitter. Gott! furchtbar offenbart sich deine Macht. Der Done ner ist deine Stimme. Alles zittert vor dieser Stimme. Done ner und Blizze sind deine Bothen, sie gehen den Weg, den Du ihnen gebahnt haft; fie verkündigen deine Herrlichkeit. Unter Donner und Blitz verkündigtest Du einst dein Gesetz auf dem Berge Sinai. Wie im Donner, sprachst Du zu deinem Sohe ne:» Ich habe Dich verherrlichet, und ich werde Dich vers herrlichen.<<- Dich Vater! den jetzt die ganze Natur schwei gend anbethet, Dich bethen auch wir als unfern Herrn an. Vor Dir beugen sich alle Knie. Heiliger Gott! heiliger, starter Gott! heiliger, unsterblicher Gott, erbarme Dich unser! 29. Gebeth nach einem Gewitter. Mein Gott! wir danken Dir, daß Du uns und das Unfris ge behüthet hast. Wir wollen stets auf Dich vertrauen, Du bist unser Gott; Du rettest und hilfft gern. Laß den überstans denen Schrecken unserer Seele heilsam werden. Gegne die Vorsätze, die wir in dem Augenblicke der Gefahr gemacht has ben. Wir wollen uns beffern und dem fürchterlichen Gerichte guvorkommen, von welchem dieses Gewitter nur ein schwaches Bild war. Hat dasselbe irgendwo Schaden gemacht, so ers für verschiedene Stande, 461 wecke Alle, die Du beschützet hast, zum Mitleiden und hülfe reichen Beystand. Wir empfehlen uns und das Unfrige fers ner deinem Schuße und Segen. Um dieses bitten wir Dich, durch Jesus Christus, Amen. 30. Gebeth um heiteres Wetter. Wir rufen zu Dir, o Herr! und bitten Dich demüthig, verleih uns ein heiteres Wetter. Laß uns, die wir für unsere Sünden billig gezüchtiget werden, deine zuvorkommende Barmherzigkeit und Güte erfahren; durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. 31. Gebeth nach einer gesegneten Ernte oder Weinlese. Wir danken Dir, mächtiger Gott! für den reichen Ses gen, mit welchen uns deine väterliche Güte in diesem Jahre beschenkt hat. Verleih, daß wir ihn nach deiner heiligen Abs sicht, zu unserm und unsers Nächsten Besten verwenden, und deiner Wohlthaten ferner würdig- und theilhaftig werden; durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. 32. Gebeth nach einer geringen Ernte. Allmächtiger Gott! nicht so reichlich, wie Du es sonst ges than hast, segnetest Du uns in diesem Jahre mit Fruchtbarkeit. Aber auch das Wenige, was wir von deiner Vaterhand ems pfingen, wird uns genügen, um uns zu erhalten, wenn Du deis nen Segen dazu gibst. Wir danken Dir deßwegen von Her zen für deine wenigere Gaben, und bitten Dich, laß uns diese unter deinem Schußze genießen und treu mit denselben hauss halten, damit wir einst verdienen, über mehreres gesetzt zu wers den, und an den unvergänglichen Gütern des ewigen Lebens Theil zu nehmen; durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. 33. Gebeth von Papst Urban VIII. ( bey einem allgemeinen Anliegen.) Bor deinen Augen, o Herr! bekennen wir die Sünden, die wir begangen, und vergleichen sie mit den Strafen, die wir dadurch verdient haben.-Uleberdenken wir das llebel, wels ches wir verübt haben, so sind die gegenwärtigen Leiden ohne Vergleich geringer, als unsere Miffethaten.-Wir empfine den die Strafen der alten Sünden; und noch lebt die Luft zu neuen Sünden in unfern Herzen.-Deine Züchtigungen treffen unsere Bergehungen, aber unsere Bosheit überwältie 463 IX. Abschnitt. Undachten gen sie nicht.- Traurigkeit überfällt unser Herz; aber den stolzen Sinn des Lasters demüthigt sie nicht.- Bitterer Schmerz nagt an unserm Leben; aber unfern Wandel beffert er nicht.- Wenn Du langmüthig schonft, so achten wir nicht darauf; und wenn Du züchtigst, so halten wir nicht aus.- 3ur Zeit des Unglücks gestehen wir unsere Verbrechen; aber nach deiner Heimsuchung vergessen wir, was wir zuvor bes weint haben.- Hebst Du deine Ruthe gegen uns auf, so thun wir Gelübde der Besserung; senkt sich dein Arm, fo unterlass fen wir alles, was wir versprochen haben. Wenn du schlägst, so schreyen wir zu Dir: Verschone uns! Und wenn Du verzeihst, so sind wir so fehlerhaft, als zuvor. Herr! Du haft an uns Sünder, die es bekennen, daß fie gesündigt haben. Wir wissen, daß, wenn uns deine Barmherzigkeit nicht in Gnaden aufnimmt, wir deiner Gerechtigkeit heimfals len. Allmächtiger Bater! gib uns ohne unser Verdienst das, um was wir zu Dir flehen, Du, der Du uns aus Nichts gemacht hast, daß wir zu Dir bethen können, durch Jesus Chriftus, unfern Herrn. Amen. 1 1 W - 34. Gebeth jur Zeit ansteckender Krankheiten. O Gott, nun zeigst Du was der Mensch ist, und was Du bift. Ach, wie viele Menschen reibt diefe einzige Krankheit auf! Sie versetzt uns alle in Angst und Trauer. Gut ist es zwar, daß Du uns gedemüthigt, und ein so kräftiges Mittel zu unserer Befferung gewählt haft. Möchten aber nur auch durch den Anblick des nahen Todes die Herzen Aller gerührt, zu Dir hingeriffen, und die Sünder gebeffert werden. O Vas ter! sey uns Armen gnädig, nimm diesen bittern Kelch von uns hinweg. Erleuchte die Aerzte, daß sie die Krankheit recht erkennen, und segne die Arzneyen, daß sie den Kranken helfen. Ist es aber dein Wille, daß dieses Ulebel noch länger dauere, und daß noch mehrere Menschen leiden und sterben sollen, so geschehe dein heiligster Wille. Nur um dieses bitten wir Dich, laß feinen unbereitet und in deiner Ungnade sterben. Laß dieses llebel zu unserm Besten gereichen, und, indem es die Leiber tödtet, zur Besserung der Seele beytragen, durch Jes fus Christus, unfern Herrn. Amen.. 35. Gebeth zur Zeit einer Viehseuche. O Gott, Schöpfer aller Dinge! Du hast uns die Thiere unterworfen und sie zu unserm Dienste bestimmt; wir danken pas versionetanve. 403 Dir für deine liebvolle Einrichtung. Aber eine tödliche Kranke heit entkräftet, und raubt uns das so dienstbare und nützliche Vieh. Wir haben zwar dieses Uebel verdient, Du suchst uns mit Recht heim; doch fällt es uns hart und schmerzlich, unsere Hausthiere zu verlieren. O erhalte sie uns! Verschone uns mit deiner Züchtigung. Wir wollen Dir künftig für unser Bieh dankbar seyn; wir wollen es nicht mißhandeln; wir wol len über dasselbe nicht fluchen. Dieß versprechen wir Dir, und bitten Dich um Erbarmung, durch Jesus Christus. Amen. 36. Gebeth zur Kriegszeit. O Gott! der Du die Kriege zernichteft, und die Feinde derjenigen, welche auf Dich vertrauen, mit deinem mächtigen Schußze zerstreueft; komm deinen Dienern zu Hülfe die deine Barmherzigkeit anflehen, damit wir, nach gedämpfter Wuth+ unserer Feinde, Dir unaufhörlich danken, und Dich ewig los ben mögen; durch Jesus Christus, unsern Herrn, Amen. 37. Gebeth nach einem Siege. Dank und Preis sey Dir, Herr der Heerscharen! Du haft uns den Sieg über unsere Feinde ertheilt. Führe sie selbst durch ihr Unglück zu fried samen Gesinnungen; flöße den Sies gern Liebe zu den Besiegten ein; gib den im Kampfe Geblies benen die ewige Ruhe; heile die Verwundeten; hilf Allen, die dabey wie immer gelitten haben. Leite die Herzen der Fürs sten, daß sie nur so lange, als es nothwendig ist, das Schwert zur Vertheidigung gebrauchen. Laß uns auch über alle Feins de unserer Seele fiegen, und einft zum ewigen Leben gelans gen, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. 38. Gebeth um den Frieden. Gott des Friedens! Du laffest Kriege zu, damit wir desto mehr nach dem wahren, nach dem ewigen Frieden trachten. Verleih deiner Kirche und unserm Lande den Frieden. Wir zittern, wenn wir uns die Ulebel vorstellen, welche der Krieg über uns und unsere Brüder herbeyführt. Gib den Völkern, gegen einander streiten, Gedanken des Friedens. Du hast die Herzen der Könige in deiner Hand, und lenkest sie wie Wafferbäche, wohin Du willst. O leite sezur Einigkeit! Und die 464 IX. Abschnitt, Andachten schenkst Du uns dann den Frieden, lo laß ihn uns auch heis lig gebrauchen, und verleih gnädig, daß wir nicht uneinig unter einander leben, oder durch die Sünde uns gegen Dich auflehnen. Um dieß bitten wir Dich, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. 39. Gebeth um das Eine Nothwendige. ( Defters, besonders am Geburtstage, und an andern merk. würdigen Tagen des Jahres zu beherzigen.) Gott, mein Schöpfer und Bater! gib meinem Geiste Flügel, daß er sich über diese Erde emporschwinge, und sich in Dir ver. fammle- zur Stille der Undacht, zur Unterhaltung mit Dir über mein ewiges Heil.- Gott! welche unaussprechliche Gnade, daß ich ein Wurm im Staube ein sündiger Mensch mit Dir reden darf! und doch geschieht es so selten! welche Wonne ist in deinem Umgange verborgen, und ich genieße sie so wenig!- welch ein treuer und sicherer Führer zu meinem Heile wäre das wahre Gebeth, und ich kenne es kaum- ich übe ein so nachlässiges und unvollkommnes Gebeth, als bedürfte ich eines solchen Führers nicht!- Uch! mit Beschämung und unter Seufzern muß ich mein Gebeth beginnen! Was ist es wohl, o mein Gott! was mich so von Dir zurückhält? Mein Wille wäre es oft, Du weißt es, herzlich zu bethen, aber ich bin faum mein eigener Herr! mein Kopf ist immer voll von zeitlichen Geschäften, mein Herz ist so verwirrt, daß ich entweder gar nicht, oder nur mit zerstreuten Gedanken und trockenem Herzen daran komme. So kann ich auch deine Süße, o Herr! nicht kosten, noch die nöthige Frucht aus meiner Andacht schöpfen, und ich kehre wieder zum Zeitlichen zurück, ohne ganz bey Dir gewesen zu seyn. - Daher kommt es auch, daß ich immer der alte, ans Irdische gefesselt, in Sünden verwickelte und unglückliche Mensch bleibe, und auf dem Wege meiner eigentlichen Bestimmung nicht weiter komme. Ich lerne täglich, und werde nicht flüger- ich erwerbe und genieße, und werde nicht satt ich arbeite und kümmere mich hinab, und gewinne damit nichts, als neue Arbeiten und Sorgen. Wohl nähre ich meinen Körper, aber meine Seele verschmachtet; und während ich mich für dieses Leben versorge, verwahrlose ich mich für die Ewigkeit. Ich seufze unablässig nach etwas Besseren, - fur verschiedene Stande. und erlebe nur Schlechteres. Meine Unruhe, mein Elend mehret sich mit meinen Thorheiten und Verirrungen, und ich habe bald Ursache, für mein Schicksal, für das Heil meiner unsterb- 405 lichen Seele zu zittern!- So eilt meine Lebenszeit dahin, meine Kräfte erschöpfen sich, und fammt aller Müdigkeit komme ich von meinem Ziele mehr ab, anstatt mich ihm zu nähern. Je länger ich so fort mache, desto ohnmächtiger werde ich, mich zu bessern. Endlich kann mich der Tod plößlich and unvermuthet überfallen, wie es Tausenden meines Gleichen ergangen ist, und noch ergeht. Wie viele ergreift die kalte Hand des Todes am heißen Mittag ihres Lebens, mitten im Drange irdischer Geschäfte und Entwürfe, während ihr Herz an Gott und Gottes Reich nicht denkt!- Die Welt mit all' dem Ihrigen schwindet die Pforte der Ewigkeit öffnet sich augenblicklich, unvorbereitet werden sie ihrem ewigen Schicksale entgegen geworfen. 1 Gott, welches Entsegen!- Nein, solcher Gefahr will ich mich nimmer weiter aussehen. Heute noch will ich Hand an's Werk legen, und mit deinem Beystande meine Bekehrung beginnen. Wo, o mein Gott! wo lag wohl, seit so langer Zeit, der ei gendliche Grund meiner traurigen Verkehrtheit?- Ach, wo anders, als in meinem Eigensinne, welchen ich immer deinem heiligen Willen entgegensetzte.- Dein Wille ist, daß ich Dir allein dienen und mit ganzer Seele an Dir hängen solle. Ich aber wollte mein Herz theilen zwi schen Dir und der Welt, und dieser zugleich dienen. Tarum hing ich mehr an der Welt, ja ich diente ihr allein Darum suchte ich das Zeitliche als mein höchstes Gut- als meine einzige Glückseligkeit; das Ewige, wie eine bloße Nebensache. Das Blendwerk des irdischen Reichthumes ging mir über den Glanz der himmlischen Herrlichkeit; der Dunst eitler Ehre vor Menschen über den alleinigen Ruhm vor Dir, o Gott! und der augenblickliche Genuß sinnlicher Lust über die ewigen Freuden des Himmels.- diese O Verkehrtheit in meinen Innern zog auch die äußere Verkehrtheit in meinem Wandel nach sich daher alle meine Sünden, daher meine Uneinigkeit mit mir selbst, meine Zwistigkeiten mit meinen Mitmenschen, mein ganzes Elend, das Du wohl weißt, o Gott! Du ewige Quelle alles Guten! wer von deinen Wegen weicht, verirret sich unfehlbar auf die Wege des Verderbens.-Barm30 TA. 400mt. anoacyren herziger Vater! ich danke Dir, daß Du mich dieses jetzt in dieser heiligen Stunde so recht erkennen lassest. Die Erkenntniß meines Elendes ist der erste Schritt zu meiner Rettung. Ach laß nicht ab, dieselbe zu vollenden, und mich aus meinem Abgrunde heraufzus ziehen. 400 - Was muß ich thun, um selig zu werden? Was anders, als gerade das Gegentheil von dem, was ich bis her gethan habe? ich muß meinem Eigensinne absterben und mich deinem heiligen Willen hingeben. Dieses sprach einst mein Hei land klar und rührend aus:» Martha, Martha! Du machest dir Sorge um viele Dinge; nur Eines ist nothwendig. 1 Ja, mein Heiland! nur Eines: mit Maria zu deinen Füßen sigen, und dein heilig Wort hören, und es vollbringen.«- Gleichwie mich bisher tausend unnüße Dinge beschäftigten, die mich weder besser noch glücklicher machten, so soll ich von nun an meine ganze Sorge auf das Eine wenden, das mich allein gut und selig macht. Was die tausend unnüßen Dinge betrifft, belehrt mich dein Wort am besten, oder eines Besseren:» Trachtet vor Allem nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit; das Uebrige wird euch hinzugelegt werden. Der himmlische Vater weiß, was ihr bedürfet.« Wie weit gütiger, o Bater! bist Tu, als ich selbst gegen mich? Du willst mir keine andere Gorge aufladen, als die Einzige- um meine ewige Seligkeit; jede andere- um mein zeitliches Bedürfniß nimmst Du auf Dich. Du kennest auch dieses am besten, und bist reich genug es zu befriedigen. Du hast es schon so in der Welt eingerichtet, daß deine gehorsamen und fleißigen Kinder keinen Mangel leiden können. Du haft selbst für den Unterhalt und die Kleidung der Vögel in der Luft und der Blumen auf dem Felde Fürsorge getroffen, ob sie schon weder säen noch ernten, weder spinnen noch nähen- also kannst Du unmöglich deiner Kinder vergessen. Ich aber, o der Schande! ich habe deine heilige Ordnung umgekehrt, ich blins der ohnmächtiger Mensch, unternahm es, weiser zu seyn, und besser selbst für mich sorgen zu wollen- ich trachtete vor Allem, und oft ganz allein, nach dem Zeitlichen, und setzte hiermit zeitliches und ewiges Wohl zugleich auf das Spiel. - für verschiedene Stände. 467 Genug dieser Thorheit!- ich habe nur zu lange, o mein Gott! deine Langmuth auf die Probe gestellt. Es ist Zeit, daß ich meinen Leichtsinn ablege, und das Versäumte hereinzubringen anfange. Berzeibe, Bater! so lange ich bloß irdisch gesinnt war, verstand ich nicht was des Geistes ist; ich hatte Augen und sah nicht; Ohren, und hörte nicht. Die klarsten und rührendsten Wahrheiten deines heiligen Evangeliums schlugen an mein Ohr, aber brangen nicht in's Herz; oder ich suchte ihrer Eindrücke bald möglichst wieder los zu werden. So machen es die Kinder der Welt, als ob das durch die Wahrheit zur Lüge- das Bergängliche zum Unvers gänglichen würde; oder als ob es besser wäre, blind in's Vers derben zu rennen. Von nun an will ich deinem heiligen Worte, deffen Erkenntniß Du mir aufgeschlossen hast, allein Gehör geben, und in deinem Lichte wandeln, so lange ich lebe. Was Dich bewogen hat, deinen eingebornen Sohn vom Himmel auf die Erde zu senden- und was meinen Heiland auf Erde allein beschäftigte, wofür er lebte, litt und starb, das soll in Zukunft meines Herzens erste und einzige Sorge seyn. Wofür die heiligen Apostel und ersten Jünger des Herrn Alles verließen- wofür sie ihre Habe, ihre Ruhe, ihr Leben opfertendem allein will ich mein Lebenlang nachtrachten. Was die weisesten und edelsten Menschen aller Zeiten mit Liebe umfaßten, worin sie ihren Reichthum, ihren Ruhm, ihren Trost, ihren Frieden auf Erde suchten, und ihr Heil gründeten für die Ewigkeit- dafür will auch ich leben und sterben.. Mögen die Eyoren fortfahren, sich um das nichts der Erde- um die Gößen der Welt, todt ju laufen, bis sie selbst in die Grube finken; ich will mir meine, und des weisen Königs Erfahrung noch zur rechten Zeit zu Nußen machen:» Alles unter der Sonne ist nichts, als die Eitelkeit des Lebens, und Trübsal des Herzens.« - Du o mein Gott! bist meine Liebe- Du mein Erbtheil in Ewigkeit! Für Dich haft Du mich geschaffen; und es ist keine Ruhe für mich als nur in Dir- und keine Seligkeit hier und dort, als in Dir.- Möge immer meine alte Begierlichkeit wiederkehren, und die eingewurzelte sündliche Sorge um vergängliche Dinge mich zum Rückfalle reizen: ich nehme schnell meine Zus flucht zur Betrachtung der noch älteren und kräftigeren Wahrheit, und zu Dir o mein Vater! im heil. Gebethe. So wird mich nichts trennen von Dir weder Erde noch Himmel, weder Gegenwart noch Zukunft.- So wird mich nichts mehr abhalten, mir unvergängliche Schäße zu sammeln, für den Himmel, auf den großen Tag der Ernte. Amen. 30* 468 3ehnter Abschnitt. Andachtsübungen für Leidende und Versuchte. 1. Vorerinnerung. Von der christlichen Geduld in Widerwärtigkeiten. Unser Bater im Himmel, der uns nicht über unsere Kräfte versucht werden laffet, sucht oft die Seinen mit Leiden und Widers wärtigkeiten heim, um sie zu prüfen, zu reinigen, und für den Himmel zu erziehen. Wenn dir daher der liebe Gott Leiden sendet, o Christ! so halte dich an dem Gedanken fest, daß sie aus Got tes Vaterhand kommen, und dir zum Besten gereichen müssen, wenn du Ihn nur von ganzem Herzen liebest.- Was Gott thut ist wohlgethan! Zudem haben die Leiden und Widerwärtigkeiten dieses Lebens gewiß auch neben der bittern eine recht gute Seite. 1) Nichts ist verführerischer, als die Freuden der Sinnlichkeit und der verbothenen Lust; nichts blendender, als die Reichthümer, die Freuden und Herrlichkeiten der Erde. Aber die Widerwärtigkeit zerstört diese gefährlichen Blendwerke, und zeigt ihre Nichtigkeit. Ein thränenvolles Auge sieht den wahren Werth der Dinge besser, als ein lachendes, und urtheilet daher auch richti ger. Die Widerwärtigkeit lernt dich behuthsam wandeln, und nicht allein auf den gegenwärtigen Augenblick achten, sondern auch auf die Folgen merken, die er haben kann. Was dir jetzt ein sinnliches Vergnügen macht, kann bald eine reiche Quelle der Bitterkeiten werden; und auf was du jetzt thörichter Weise dein Vertrauen fegeft, wird dir oft schnell entriffen. Die Gunst der Menschen ist veränderlich; Herzen, die du für die redlichsten hieltest, können dich noch hassen, und feindselig dein Verderben wünschen. Die schnöde Wollust entflieht oft schon, ehe sie noch gesättiget ist, und läßt die Dornen der Gewissensbiffe in deinem elenden Her zen zurück. Wer auf seinen Reichthum übermüthig war, kann in Armuth sinken, und verlaffen, im Elende trauern. Wohl dir, wenn dich fremde Erfahrungen zur Klugheit leiten; oder wenn du wenigstens aus der Hinfälligkeit irdischer Dinge einsehen lernest, daß nichts anderes ein wahres Glück und einen zufriedenen Sinn gewähren kann, als das Bewußtseyn erfüllter Pflichten, und die Tugend, die fest und unerschütterlich dasteht, mitten im Leiden und Trübsal, wie der Fels mitten im Meeressturm. Wohl dir, wenn die Trübsal dich in ihre Zuchtschule nimmt, und dich wegreißt von den blendenden Urmseligkeiten, die A. 40. Anoacylen fur cervene die Welt so groß und wichtig preist, und deinen Wünschen eine andere und edlere Richtung gibt, indem sie dich suchen und streben lehret nach jenen himmlischen Gütern, die kein Diebrauben, keine Motte verzehren, kein Rost fressen, kein Element vernichten kann, weil sie ewig sind. 2) In der Trübsal lernest du dich um so inniger an deinen Gott halten, je verlassener du von den Menschen bist, und je mehr du nach Trost und Hülfe schmachtest. 459 3) Die Trübfal reiniget dein Wesen von den unordentlichen Neigungen und wilden Begierden nach jenen Echätzen, die dich doch nur täuschen, und nach jenen Freuden, die dich doch nur vergiften würden. In die Wohnungen des Kummers wagt sich nicht der Leichtsind, und Wollust und lleppigkeit finden keine Stätte bey der Trauer. Die mächtigste Leidenschaft wird ohnmächtig, wenn der Ernst der Leiden eintritt; und das Unkraut der Ehrsucht, Habbegierde, und des Ulebermuthes, das im Glücke so üppig emporschießt und das wahre Leben in Gott fo vielfältig erstickt, verborret schnell im Gluthofen der Trübfal. - 4) Das Unglück führet dich von den Irrwegen zurück, weckt dich auf von dem Schlafe der Gleichgültigkeit, jeigt dir den Abgrund, an dessen Rand du stehest, und treibt dich zur ernstlichen Sinnesänderung und Besserung deines Lebens an, indem dir ein ruhiges, mit Gott ausgeföhntes Herz nun als das Allerwünschenswertheste erscheint. 5) Das Leiden macht dich fanft und mitleidig mit den Leidenden; weil du nun aus eigener Erfahrung weist, wie weh' Leiden thun, und wie erfreulich der Trost und die Hülfe ist, die man einem Trauernden bringt. - 6) Du lernst auf Jesus sehen, Jhm nachleiden- mit Ihm dulden, dein Kreuz tragen, und- siegen mit Ihm. Im Leiden geht dir erst die ganze Herrlichkeit der Verheißung Christus auf: » Wenn wir mit Ihm leiden, werden wir mit Ihm gekrönet werden.«- Er hat ja so Bieles erduldet, und an Ihm war nicht einmahl der Schatten einer Sünde;- dürftest du dich weigern, von dem Kelche der Bitterkeit zu kosten, den Er bis auf den letzten Tropfen ausgetrunken hat?-- Gott ist eben so gut dein Wohlthäter, wenn Er dir Widers wärtigkeiten sendet, als wenn er dein Herz erfreuet; denn durch sie führt Er dich zu deinem wabren Glücke. Du sollst Jbm also auch jederzeit danken, und dich findlich in seine Fügungen hinges ben, wie Jesus am Oehlberge. Du sollst dich mit gewissenhaftem Eifer bemühen, auch zur Zeit der Trübsale alle die Obliegen= heiten zu erfüllen, zu denen dich deine Religion und deine Vernunft verbindet. Dein kindliches Vertrauen auf Gottes weise Güte, die feste und trostvolle Uleberzeugung, daß Er dich nie werde - 470 A. Avamitt. Andachten finken laffen, erhalte dein Herz frey von llngeduld und Zorn, von Kleinmuth und Alengstlichkeit. Du bist unter den Flügeln des All mächtigen, leide und dulde, aber fürchte dich nicht.- Hänge also dem Kummer nicht zu sehr nach, damit er dich nicht hindere, deine Pflichten treu und standhaft zu erfüllen. Sey vielmehr herzbaft, und bedenke, daß du durch mürrische Berdroffens heit deinen Zustand nicht verbesserst, und daß dein unchristliches Klagen das Gewicht der Leiden nur erschwert, nicht erleichtert. Vertraue auf Gott, und bethe in Leiden und Trübialen zu Ihm nach der Anleitung und dem Beyspiele Jesus; dazu fordert dic) sein liebendes Vaterherz auf, und dazu sind auch die nachfolgenden Gebethe bestimmt. Aber laß dich durch dieses Vertrauen nicht zur Unthätigkeit verleiten. Es ist ja Gottes Wille, daß du in der Noth deine Kräfte anwendest, und die rechtmäßigen Mittel gebrauchest, die dich rets ten können. Er hat dich eben so gut zur Anstrengung und zur Tha tigkeit bestimmt, als Er dir seinen Beystand verheißen hat. Der Träge und Faule wäre feiner Hülfe unwerth; seine väterliche Weisheit hilft nur dem Redlichen, wenn seine Kräfte nicht zureichen, oder wenn er gar keine Kraft mehr hat. Dein erstes und wichtigstes Gebeth in solchen trüben Stun den sey immer: 1. Um christliche Fassung und treue Nachfolge Jesus im Leiden. » Unsere jeßige Trübfal, die zeitlich und leicht ist, schafft in uns eine ewige, und über alle Maßen wichtige Herrlichkeit." 2. Korinth. 4, 1. Hier, wo mich Niemand höret, der meines Kummers mit boshafter Schadenfreude spotten könnte, wo Du, mein mitleidiger und erbarmender Gott! allein mit und bey mir bist, hier will ich für mein beklemmtes Herz Erleichterung, und für meine schmachtende Seele Troft suchen. Wo sollt' ich auch in meinen Leiden mich anders hinwenden, als zu Dir, meinem Gott und Vater, der Du sie am besten kenneft, und, fie zu lindern, alle Macht hast? Herr! Du bist meine Kraft und meine Stärke, und meine Zuflucht am Tage der Trübfal. Ich bethe vor Allem deine Borsehung, und deine heilis gen Fügungen an, Schöpfer und Erhalter der Welt! Tief tief beuge ich mich unter deine mächtige Hand, unter deis ne väterlich züchtigende Ruthe, und erkühne mich nicht zu fragen: Wie hab' ich's verdient? Warum drückt dieses schwere Kreuz gerade mich, und warum nicht einen Andern? Du allein bist Herr, dein heiliger Wille geschehe! Vielleicht haft Du gesehen, daß mein Herz viel zu hart und - -- - The cerveniv leichtfinnig war, als daß es ohne deine Züchtigung gebeffert werden könnte? Vielleicht willst Du mich durch diese bits tere Arzeney vor einer Krankheit bewahren, die meiner Seele tödlich geworden wäre? Vielleicht willst Du mich in diesem Prüfungsstande zu einer höhern Vollkommenheit vorbereis ten, und mich hier leiden laffen, um mich dort herrlicher bes lohnen zu können? Oder andere, mir verborgene Absichten die allzeit nur die weisesten und gütigsten seyn können machten es nothwendig, mir dieß schwere Kreuz aufzulegen. - Nun so will ich es denn mit gänzlicher Selbstverläugnung auf mich nehmen, meinem Heilande geduldig nachfols gen, und unter seinem Kreuze findliche Ergebung in deine heiligsten Fügungen lernen. Warum wollt' ich auf Ros fen gehen, da mein Jesus einen so dornichten Weg für mich betreten hat? Wenn ich Schmach, Schande, Vers leumdung, Spott, Unrecht, Neid, Verfolgung, Armuth, ja den Tod selbst auszustehen hätte, was für eine Ursache hätte ich, zu klagen? Hat nicht mein göttlicher Erlöfer als les dieses auch, und zwar in einem unendlich größern Maße, für mich gelitten, ohne seinen Mund zu Klagen aufzuthun? Der Allerheiligste, der Allerunschuldigfte hat gelitten; und was kannst Du, o mein Gott! mir zu ertragen auflegen, was ich nicht verdient hätte? Wie viele Ulebertretungen in meis ner Jugend fordern deine Gerechtigkeit wider mich auf! Wie manche grobe Bergehungen, in Gedanken, Worten und Werken haben auch nachher mein Herz und meinen Wandel befleckt! Wenn Du nach der Strenge mit mir verführest, könntest Du, o mein Gott! mich nicht noch weit empfindlic cher züchtigen, meinen Leib tödten, und meine Seele dem endlosen Verderben übergeben? Und Du nimmst doch nur die Ruthe eines liebreichen Vaters, der bloß ftraft, um zu beffern. So will ich denn diese immer noch gelinden Streiche zu meiner Befferung gelassen erdulden, und Dich loben, und Dir danken, daß Du mich dadurch von ewigen Qualen erretten willst. Beffer, unendlich beffer hier leiden, als dort! Wie viel Gutes habe ich nicht, mein ganzes Leben hindurch, an Leib und Seele, ohne mein Verdienst, von Dir, o Du Gott der Güte! empfangen! So ist es denn billig, daß ich auch das Leiden, das ich nur zu sehr verdient habe, von Die - ** conewayton geduldig annehme. Geße nur, o mein Gott!- dieß Eins zige bitt' ich Dich mein Herz in die stille, geduldige Vers faffung, in welcher es Dir und Dem wohlgefallen kann, der gesagt hat:» Lernet von mir, denn Ich bin sanftmüthig und von Herzen demüthig,« damit ich Ruhe finde für meine Seele, und dein Joch mir sanft, und deine Bürde mir leicht werde. Und ja, o mein Vater! sie sind nicht unerträglich, die Trübfalen, die Du deinen Kindern auferlegeft. Denn Du hilffi fie auch tragen, indem Du uns Troft und Standhaf. tigkeit einfloßeft, die Bitterfeit unserer Leiden mit himmlis scher Süßigkeit mischest, und uns Augenblicke und Stunden gewähreft, wo wir bey dem Bewußtseyn, daß wir leiden, eine Seelenfreude empfinden, dergleichen uns die glücklichs sten Tage nicht verschaffen können. Und wie wenige find auch diefer traurigen Tage, und wie bald sind sie dahin! Dann öffnet sich der Himmel, uns auf ewig in feinen erquics kenden Schooß aufzunehmen, und erhoben über allen Kummer, über alle Leiden, genießen wir in deinem Besitze, unendlich gütiger Gott! unaussprechliche Seligkeit, ohne Wechsel, ohne Ende. Ja wahrlich! die Leiden dieser Zeit find nicht werth der künftigen Herrlichkeit, die an uns foll offenbar werden. - Dir, o mein Gott! sey es gänzlich anheim gestellt, ob, und wann, und wie Du mich aus dieser Noth erretten wol. left. Du weißt es nicht ich kurzfichtiger und verkehrt den. fender Mensch- was mir nützlich und heilsam ist, und Du wirft es mir auch geben, wenn die rechte Zeit und Stunde kommen wird. Das hoffe ich mit kindlicher Zuversicht von deiner unendlichen Vaterliebe, die für alles Erschaffene die zärtlichste Sorgfalt trägt. Du bist ja nahe bey denen, die bes drängten Herzens find; Du bist bereit, den Demüthigen im Geifte aufzuhelfen. Und habe ich hiervon in meinem Leben nicht schon oft die augenscheinlichsten Beweise erhalten? Wie oft klagte ich am Morgen:» Der Herr hat meiner vergessen!< und ehe noch der Abend kam, mußte ich beschämt gestehen: » Der Herr hat an mich gedacht, und mich gesegnet!<< Ich will also leiden, weil Du es willst, und so lange Du es willst; und auf Dich vertrauen und hoffen, o Du Gott meiner Zuversicht! in allen Nöthen. Wie oft hast Du man. fur Leidende 2c. 473 ches deiner Kinder, durch das finstere Thal der Trübfal, in eine heitere angenehme Gegend des zeitlichen Glückes, der Ehre und Ruhe geführt!-So will ich mich denn deiner Führung gänzlich überlaffen, ohne zu murren, ohne Dir verzuschreiben. Ich will schweigen, und meinen Mund nicht aufthun; Du, Herr! willst es wohl machen mit mir.- Soll te es Dir aber nicht gefallen, meine Traurigkeit hienieden in Freude zu verwandeln; so will ich dennoch nicht verzagen; sondern geduldig leiden, in der Hoffnung, daß auch einst an mir wahr wird:» Die mit Thränen säen, werden mit Frohs locken ernten. Sie gingen hin gingen und weinten, und warfen ihren Samen aus. Aber zur Erntezeit werden fie kommen mit Frohlocken, und ihre Garben tragen.<< Amen. 7 - 2. Die der Herr liebehat, die züchtiget Er. Wenn wir in Glück und Wohlergehen leben, so vergessen wir nur zu leicht den Herrn; sendet Er uns aber eine Trübsal, so fuchen wir Ihn wider auf. Das weiß unser himmlischer Vater, darum sendet Er die Trübfal als einen Bothen, der uns erinnern und sagen soll:» Liebes Kind! dein Vater sendet mich zu dir, als einen Beweis, daß Er dich liebt und selig haben will. Du hast ihn im Glücke verlassen, und vergessen; Er hat aber mit treuer Liebe an dich gedacht, und will nicht, daß du verloren gehest, sondern daß du dich bekehrest und lebest. Darum hat Er dir eine Trübfal gesendet, damit dir die Augen über dein Verderben aufgehen, und du einsehen lernest, jetzt in den Tagen der Heimfu= dung- was zu deinem Frieden dient. Er steht dir durch das Leis den, das er dir sendet, gleichsam in den Weg, und will dich hindern, auf dem Wege des Verderbens fortzuschreiten; Er will dich einladen, umzukehren, und dich in seine Baterarme zu werfen. Dein Leiden, deine Noth, die Er dir schickte, sollen dich gleichsam nöthigen, dich an Ihn du ergeben, alles andere zu verschmähen, und nur Ihm allein anzuhangen. Darum verzage nicht, liebe Seele! denke ja nicht, Gott habe dich in den Tagen der Leiden vergessen, und in der Krübsal verlasfen,-Er baffe dich.» Kann auch eine Mutter ihres Kindes vers geffen? Und könnte sie es, so will ich doch deiner nicht verges fen. Sieh, in meine Hände habe ich dich gezeichnet.» So spricht der Herr. Er ist also nicht über dich erzürnt; Er haffet dich nicht; Er hat dich nicht verstoßen; nein, nein, Er liebt dich; Er sucht dich; Er geht dir nach; Er will es durchaus nicht zugeben, daß du verloren gehen solltest; Er will dich mit Gewalt selig baben. O dar: um falle nieder auf deine Knie, und danke Ihm, daß Er dich nicht schon verworfen hat, sondern dich noch der Züchtigung werth achtet. Bethe daher mit kindlich ergebener Seele: -- 474 X. Abschnitt, Andachten O mein Gott und mein Vater! Du meinst es so gut mit mir, und hast mich so lieb.- Wo würde ich endlich in meis nem Leichtsinne hingekommen seyn, wenn Du Dich nicht über mich erbarmet, und mich durch Leiden wieder an dich gezogen hättest! Ich erkenne deine unbeschreibliche Liebe, und will Dich entgegen lieben, so sehr Du mir selbst gibst, Dich lieben zu können. Kindlich beuge ich mich unter deine züchtis gende Vaterhand; sie scheint mir jetzt zwar schwer und hart zu seyn; aber wenn sie mich durch Züchtigung von meinen Fehlern gereiniget und gebeffert hat, wird sie mir alle Thräs nen wegtrocknen, und alle Wunden heilen, die sie mir ges schlagen hat; sie wird sich mir dann mit solcher Milde öffnen, daß ich von ihr mit allem Reichthum der himmlischen Güter, mit überschwänglicher Freude, und mit einem Frieden ers füllet werde, den keine Vernunft begreifen kann. Dieses alles hat mir dein lieber Sohn, mein göttlicher Herr und Heis land, Jesus Christus, verheißen; darum glaub' ich es, daß Du mich liebest, weil Du mich züchtigeft! Deinem größten Glück entgegen führt dich Gott durch jes de Nacht. Was Er gibt und nimmt, ist Segen. Uleberlaß dich seiner Macht. Sen, o Seele! rubig, freue dich des bes sten Baters Treue. Huld ist, was er spricht und thut, Alles, Alles macht Er gut. 3. Troftgebeth in Leiden. » Alle eure Sorgen werfet auf Ihn; denn Er forget für euch." Warum bist du so kummervoll, meine Seele! als ob du ganz allein und verlaffen wäreft? als ob Niemand sey, der sich um dich annehmen wollte? Ist denn Gott nicht auch dein Gott? Jst denn der Schöpfer und Erhalter, Himmels und der Erde nicht auch dein Schöpfer und Erhalter?- Sorgt denn Der, der für alle Werke feiner Hand sorgt, nicht auch für dich? Hat denn Er, der Vater Aller, der keinen ausnimmt, der keines seiner Geschöpfe verachtet; hat Er denn dich allein ausgenommen von seiner Batertreue und Vaterforge? Ist Er nur gerade dein Vater nicht? Berachtet Er nur gerade dich, da Er doch sonst Niemanden verachtet? Höre doch einmahl, was dein Gott und Vater spricht:» Alle deine Sorge wirf auf Mich; lege mir auf, was dich drückt; klage Mir, was dich ängstigt; begehre von Mir, was dir mangelt; fage Mir, was du fürchtest. Oglaube mir doch, Ich sorge für dich. Ich verlasse dich nicht, gewiß nicht. Ich bin ja dein Vater; und kann nicht aufhören, dein Vater zu seyn; also auch nicht aufhören, für dich zu sorgen. Sen doch nur getrost, bekümmere dich doch nur nicht; du hast an mir einen mächtigen, hülfreichen Ba für Leidende 26. 475 ter; schenk Mir dein Vertrauen, überlaß mir dein ganzes Schickfal. Je kindlicher du gegen Mich bist, desto väterlicher bin Ich gest gen dich. Es ist mir die größte Freude, dir zu belfen. Ja, glaube Mir, Ich will dich allemahl retten; Ich laß dich in deiner Noth gewiß nicht stecken. Ich will dir zeigen, und du wirst es hernach erfahren, daß du nicht umsonst auf Mich vertrauet, nicht umsonst auf meine Hülfe geharret, nicht umsonst deine Sorge auf Mich geworfen hast. Sey doch nicht so sorglich; denn sieb', was kannst du denn mit allen deinen Sorgen ausrichten, ändern oder besser machen? Es ändert sich wegen deiner Gorgen nichts in deinen Umständen. Was aber du und dein Sorgen nicht vermögen, das kann Ich. Meine allmächtige Hand kann Alles ändern, und wird Alles schnell und ganz ändern, sobald die Stunde schlägt, wo es gut seyn wird, dir zu helfen. Deine Seele liegt Mir mehr am Herzen, als dir selbst. Ich sorge weit mehr für dich, als du selbst. Mir ist nicht bang' für dich, denn Ich kann dir helfen. Ich sehe die Hülfe schon, Ich habe sie schon bereitet, sie ist dir nahe. Folge Mir nur, leide nur willig, streite nur fort, bethe ruhig im kinolichen Vertrauen auf Mich, so will Ich dir geben, was dein Herz begehrt.< O des guten liebvollen Vaters! wer sollte Ihm nicht vers trauen? wer ihn noch mit unnügen Sorgen, und mit mißtrauifchem Kummer beleidigen? Weg, weit weg mit allen jagbaften Gedanken, die nur das Herz beschweren- beladen; die nur nehmen, und nichts geben! Vertrauen allein gibt uns Ruhe, Kraft, Muth und Freude. Mißtrauen, Kummer, Sorge nimmt uns, jerstört in uns alle Kraft, alle Freude, alles Leben. Darum wirf dein Vertrauen nicht weg, o Seele! denn es hat eine große Belohnung; sondern bethe im Leiden mit kindlich ergebener Seele zu dem himmlischen Vater: Vater der Leidenden! der aus Liebe zu uns selbst seines Sohnes nicht schonte, sondern Ihn in den Tod hins gab, und durch Leiden und Cod Ihn in die Herrlichkeit eins führte, damit uns Troft, Gnade und Hülfe würde in jedem Leiden. Du allein weißt es, welche Prüfungen und Leiden meiner noch warten, und bist nicht Du es, Vater! der diese Leiden auferlegt? Ist auch ein llebel in der Welt, das ohne Dich über die Deinigen verhängt würde, oder bloßer Zufall und zweckloses Ungefähr wäre? Nein, lieber Vater!- vor deinem Auge leidet jeder Leidende, und an deiner Hand mandelt jeder, der einen schmalen, steilen Dornenpfad hinan zu klimmen hat. -- 11 Abgewogen von Dir, o nie irrende Weisheit! ist das Maß meines Leidens, und mehr trifft mich nicht, als Du 470 X. Abschnitt. Undachten für nothwendig findest, mich zu beffern und zu befeligen; ' über meine Kräfte laffest Du mich nicht versucht werden. Mein ganzes Schicksal liegt in deiner Baterhand, und Du allein weißt, was mir wahrhaft gut und nützlich ist; ich weiß es nicht.- Nundenn, Vater, so gesche he dein Wille!-Dir befehl' ich meine Wege! auf Dich hoffe ich, Du wirst es wohl machen! Je kindlicher ich dulde, desto väterlicher wirst Du meine Geduld belohnen! Laß mich also, Vater! unter der Laft, die Du mir aufs legst, nicht erliegen!-Mein Glaubensblick sey auf Jesus, den Dulder, geheftet!- Immer näher rücke ich dem Ziele; bald ist's errungen, bald bin ich dort,- und habe ich gedul. det mit Jesus, wohl mir, Theil nehmen werde ich auch an seinem herrlichen Reiche, das Er mir erworben hat durch sein Leiden und Sterben! Amen. — - - - 4. Um Abwendung einer Trübsal. » Alle Dinge sind Gott möglich." Aus nichts hat Gott Alles erschaffen; Er spricht und es ge: schiebt; Er gebeut, und es steht da. Nichts ist Gott unmöglich; es ist Ihm also auch leicht, dir zu helfen, so schwer, so unmöglich es dir scheint. Wo dein Auge Unmöglichkeiten und unüberwindliche Hindernisse sieht, da sieht sein Auge keine; da ist's seiner Ba terliebe so natürlich zu helfen, wie es dir natürlich ist zu athmen. Und wo du glaubst, Er wolle dir nicht helfen, Er denke nicht an deine Noth, Er bekümmere sich nicht um dich, da brennt Er vor Be gierde, dich zu retten, und deinen Unglauben zu beschämen. Nein, Er läßt dich nicht stecken in deiner Noth. Er kann und will dich retten. O zweifle keinen Augenblick weder an seiner Macht, noch an feinem Willen. Er kann und will alles Gute. Alleluja! Gott ist Alles möglich! Bethe also in der Trübsal zu Ihm: Gott des Troftes und Vater der Barmherzigkeit! Du sprichst zu allen Leidenden durch den Propheten:» Rufe zu mir in der Zeit der Trübsal, und ich will dich retten.<<- Im Vertrauen auf diese väterliche Zufage komme ich in meinem Leiden zu Dir, und bitte Dich, fieh mich mit so milden Augen an, wie Du auf so manchen Elenden, der zu Dir um Hülfe weinte, niedergesehen haft, und errette mich aus meiner Trübfal und Noth, wenn es deis hem weifeften und heiligsten Willen gefällt, und dem Besten meiner Seele nicht entgegen ist. Mit demüthiger Ergebung bitte ich Dich, o mein Va ter! Dir ist Alles möglich; ist es dein heiliger Wille für Leidende 2c. 477 so nimm diesen Kelch des Leidens von mir; aber nicht mein Wille geschehe, sondern der deine. O Du Gott der Liebe! so flehe ich zu Dir durch das schmerzliche Leiden und Sterben Jesus Christus, daß Du mich aus dieser Noth erretteft, wennes dein Wille ist; ist es aber dein heiliger Wille, daß ich noch länger leiden soll, so verleihe mir Geduld, damit die Bitterfeit dieser Trübfal mich nicht zaghaft und kleinmüthig mas che, sondern daß ich Dir zu Liebe starkmüthig und willig duls de. Denn nie darf ich vergessen, daß diese Erde nicht die Wohnstätte des Vergnügens, sondern vielmehr der Aufents halt der Prüfungen ist. Ich bin nicht im Vaterlande, fons dern auf der beschwerlichen Reise zu demselben. Aber auf Dich, mein bester Vater! darf ich mich verlaffen, daß Du mich führen und unterstützen werdest; und wenn Du es füs gest, daß ich ein Leiden tragen soll, so darf ich Dich auch bitten, es entweder von mir wieder zu nehmen, oder mir die Stärke und den Muth zu geben, es zu deiner Ehre, und zum Besten meiner Seele zu tragen. Hilf mir also nach deiner Weisheit, mein Vater! um Jesus Christus willen. Amen. 5. Zur Zeit der Nahrungssorgen. » Ich bin arm und dürftig; aber der Herr sorgt für mich.« Psalm 39, 18. Gott! Schöpfer und Erhalter Alles deffen, was da ist! Du siehst, wie schwer es mir fällt, mich und die Meinigen zu ernähren, und welche Sorgen deßwegen mein Herz drücken, und mir das Leben verbittern. Ich will mich nicht erkühnen, mit Dir zu rechten, oder nur zu fragen, warum Du mich in Noth schmachten laffest, Andern hingegen an Nahrungsmit teln reichen Uleberfluß schenkest?- Alles ist ja Dein! Du kannst damit nach Wohlgefallen schalten; und so wenig Du mir auch zugetheilet hast, so ist es doch immer mehr, als ich verdiene, oder verdienen kann. Da Du jedoch willst, daß wir in allen unfern Nöthen zu Dir, unserm gemeinschaftlichen Vater, Helfer und Erretter, unsere Zuflucht nehmen, und alle unsere Sorge auf Dich werfen sollen; so wende ich mich im kindlichem Vertrauen und im Gebethe zu Dir, der Du das Rufen der Elenden höreft, und den Thränen der Unglücklichen dein erbarmungsvolles Herz nie verschließeft. Ich weiß es freylich, und bekenne es demüthig und reuevoll, daß ich durch manche Vergehung, durch manche Undanks 478 X. Abschnitt. Andachten barkeit mich deiner Wohlthaten unwürdig gemacht habe; aber doch wage ich es im Nahmen und um der Verdienste Jesus willen, Dich, o barmherzigster Bater! zu bitten, daß Du Dich meiner erbarmen, meine Leiden gnädig lindern, und den bangen Kummer stillen wolleft, der an meinem Hers zen nagt; wenn anders diese Bitte sich mit deiner Weisheit und meinem wahren Wohl verträgt. Herr! neige dein Ohr, und erhöre mich; denn ich bin dürftig und arm. Nicht um Reichthum, nicht um Uebers fluß, nicht um Wohlleben, wobey ich Deiner vergessen und fündigen könnte, bitte ich Dich; sondern nur um mein täge liches Brot, nur um so viel, als mir gedeihlich, und meiner zeitlichen und ewigen Wohlfahrt zuträglich ist. Die Vögel unter dem Himmel fäen nicht, sie ernten nicht, sie fammeln nicht in die Scheune; und Du, mein himmlischer Vater, ernähreft sie doch! bin ich denn nicht viel mehr, als fie? Warum sollte ich also verzagen? warum fürchten, Du were dest von deiner väterlichen Vorsorge mich allein ausschlies ßen, und mich in meiner Dürftigkeit hülflos verschmach ten laffen?. - Nein! diefe Kleinmüthigkeit wäre sträfliche Verfündis gung an deiner Güte und Vorsehung, die mich schon so oft, und aus so mancherley Anliegen liebreich errettet hat. Ich will auf Dich hoffen, und Dir mein Schicksal gänzlich an heim stellen; der Herr ist mein Hirt, mir wird nichts mangeln. Gib mir nur auch, o mein Gott! ein ruhiges und zufriedenes Herz, welches sich ganz deinem Willen überläßt, und alle deine Führungen für weise und selig erkennt. Gib mir überdieß Klugheit und Emfigkeit in meinen Wer ken, um einen erlaubten Vortheil zu gewinnen. Zeige und öffne mir die Wege, auf denen ich zu einem hinlänglichen Auskommen gelangen kann. Segne meine Berufsarbeie ten, und schüße mich gegen die Versuchung, durch ungerechte Mittel meiner Dürftigkeit abzuhelfen. Denn wenn es dein heiliger Wille ist, so will ich tausend Mahl lieber küm merlich mich nähren, als mit Verletzung meines Gewiffens mich von einer Noth befreyen, in die Du- vielleicht um meines Bestens willen- mich verfetzt hast, und die zur Bes förderung meiner Seligkeit beytragen muß, wenn ich Dich aufrichtig liebe, und standhaft auf dem Wege deiner Gebothe Tur vetvence zc. 479 wandle; auch wenn er mit Dornen bestreut ift. Erhalte mir ein gutes Gewissen, 3ufriedenheit mit Wenigem, kindliches Vertrauen auf Dich, und deinen Frieden, der mehr werth ist, als der Besitz einer ganzen Welt. Laß mich immer festhalten an deiner Verheißung: » Sieh! Ich bin bey dir in der Noth; Ich will dich herause reißen und zu Ehren bringen. Ich will dich sättigen mit langem Leben; Ich will dir zeigen mein Heil. Amen. 6. Ben irgend einem empfindlichen Berluste. » Nimm Alles an, was dir zugefügt wird, und sey rubig in deinen Schmerzen, und geduldig in deiner Demüthigung." Sirach.2, 4. O mein Herr und Gott! zu Dir will ich mein Herz, das deine Hand verwundet hat, erheben, damit es wieder ges heilt, und durch findliche Ergebung in deinen heiligsten Wils len, zur gelassenen Ertragung des Verlustes, den ich erlitten, gestärkt werde. Ich erkenne und bethe in tiefster Demuth deine Oberherrschaft über alle Geschöpfe an! Alles ist dein, was ich bin und besitze! Du hast mir etwas davon entzogen: was für ein Recht hätte ich, darüber zu klagen?-Der Herr hat es gegeben; der Herr hat es genommen; der Nahme des Herrn sey gebenedeyt! Du magst geben oder nehmen, so handelst Du allezeit nach den weisesten Rathschlägen, und benimmst Dich im Geben und Nehmen wie ein zärtlich bes sorgter Vater, der seinen Kindern gibt, was ihnen gedeihlich, und entzieht, was ihnen schädlich ist. Mein Herz, das fich noch nicht von allem Irdischen losgearbeitet hat, empfins det zwar den Verlust, der mich getroffen hat, stärker, als daß ich ohne Heucheley fagen könnte, er wäre mir gleichgültig. Aber Du, o mein Gott! wirst die Empfindlichkeit eines schwachen, unverständigen Kindes, das nicht weiß, was ihm gut oder schädlich ist, väterlich nachsehen, und nicht als ein Murren gegen deine Fügungen ahnden; Du wirst vielmehr mich stärken, daß ich mit christlicher Gelaffenheit entbehren lerne, was ich vielleicht länger zu besitzen unwürdig war, oder ohne Gefahr meines Heiles nicht länger besitzen konne te; und so muß ich ja danken, anstatt zu klagen, daß Du mir ein entbehrliches Gut entzogeft, um mir den Besitz des größten, des einzig nothwendigen zu versichern. Ich will mich also meines Verlustes wegen nicht unmäßig betrüben, sondern ihn mit Geduld ertragen, und durch Ergebenheit 480 X. Abschnitt. Andachten und Zufriedenheit mit dem Wenigen, das mir deine Gnade noch gelassen hat, mich deines fernern Wohlwollens und Segens würdig zu machen suchen. Ja, ich bitte Dich sogar, nimm mir noch mehr, o mein Gott! wofern es zu meinem Besten gereicht, weniger zu haben; nimm mir alles, woran mein Herz zu sehr hängt, um Dich allein und über Alles lieben zu können. Erhalt mir nur das Einzige, ohne welches ich zeitlich und ewig elend seyn würde, deine Gnade, den feligen Frieden mit Dir, ein ruhiges Gewissen, und die trös stende Hoffnung des ewigen Lebens, damit ich einst die Welt fammt allen ihren Gütern getroft und freudig verlaffen mös ge, um Dich, den Inbegriff alles Guten, ewig zu besitzen, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. 7. 3ur Zeit einer allgemeinen Drangfal. Wollet ihr auch Alle die Züchtigung noch nicht annehmen, sondern mir entgegen wandeln; so will ich auch euch entgegen handeln, und euch siebenfältig schlagen um eurer Sünden willen." 3. Mos. 26, 23. Gott der Barmherzigkeit! wir suchen Dich am Tage unserer Trübsal, und strecken unsere Hände in der Nacht zu Dir aus; verschließe dein Ohr nicht vor unserm Flehen, und fey uns ferner nicht schrecklich. Du Gott der Geduld und des Trostes! der Du Dich einft über den Jammer deines Volkes erbarmteft, und dem Engel der Strafe, der es züche tigte, sagtest:» Halte deine Hand ein!« erbarme Dich, ach, erbarme Dich über uns! Bieb' deine Hand, die über uns schwer geworden, zurück, und laß das Schwert deiner Straf gerechtigkeit, welches Du über unsere Missethaten gezückt haft, wieder in die Scheide zurückkehren. Wir haben gefüns diget, und Böses vor Dir gethan; aber wende dein Anges ficht weg von unsern Sünden; laß die Thränen unseret Bußfertigkeit, laß das kindliche Flehen der Unmündigen, die deine Strafruthe mit uns fühlen, ob sie gleich keinen Theil an unserer Schuld haben, die Wolken durchdringen, und vor dem Throne deiner Barmherzigkeit Gnade finden. Laß das Antlit deiner Versöhnung über uns leuchten, das mit die Gebeine, die Du zerschlagen hast, wieder fröhlich werden. Verdienen wir aber unserer Bergehungen wegen nicht, daß Du uns erhörest, so sey uns um der Verdienste deines Sohnes, Jesus Christus, und um der Fürbitte der feligsten Jungfrau Maria, und aller lieben Engel und Heis für Leidende 2c. 481 ligen willen, gnädig und barmherzig! Wir geloben Dir auf das Heiligste, uns von ganzem Herzen zu Dir zu bekehren, und deiner Gerechtigkeit durch eine aufrichtige und anhals tende Buße genug zu thun. Dieß ist Dir das angenehmste Versöhnungsopfer; und wir wollen es Dir mit kindlicher Zuversicht, daß Du es nicht verwerfen werdest, darbringen. Nur verschon unser, o Du Gott der Geduld und Langmuth! damit wir mit dankerfülltem Herzen Dich preisen, und in der Freude unserer Herzen ausrufen mögen:» Wie groß ist die Barmherzigkeit des Herrn, und seine Gnade gegen die, so sich zu Jhm bekehren!< Amen. *) Hierauf kannst du, andächtiger Chrift! bie Litaney von allen Heiligen( S. 264.) bethen. 8. Andachtsübungen zu Jesus Christus im Leiden und in der Trübfal. Ihr Alle, die ihr durstig sepd, kommet her zum Wasser." wie lange schmachte ich schon vor Durst! O wie leer und ausgetrocknet ist mein Herz von Trost! Wer kann, wer will mich erquicken? Wo ist die Quelle, aus der ich schöpfen kann? Jst denn Niemand, der mir Labsal für mein Herz gebe? Ja, erlöfte Seele! hier ist Er, nach dem du rufest. Jesus ist hier: und der allein hat Erquickung und Labsal für dich. Sieh dich nicht lange um in der Sandwüste dieser Welt, wo kein Wass fer ist. Da müßtest du zu Grunde gehen. Sie kann dir nicht einen Tropfen Trostes reichen. Sie hat nichts, was deine Seele Iaben kann. O fomm, und eile zu Jesus! komm, du darfst nicht verschmachten, nicht sterben.- Jesus hat Trost genug für dich. Er ist reich genug für Alle, die Ihn anrufen. Gottes Brunnen hat Waffer im Ueberfluffe- ist unversiegbar, und Jes dem zugänglich, der da will. Jesus ist dieser Brunnen, diese Quelle. Er will dir Waffer des ewigen Lebens geben; Er will dein mats tes Herz stärken mit göttlichem Troste; Er will Kraft und Leben, Ruhe und Frieden in deine Seele schöpfen, himmlische Seligs keit in dir ausgießen. Du sollst erfahren, daß Er die lebendige Kraft ist, die Labfal für jeden Schmerz hat, der eine Kraft enta quillt, die alle Wunden heilt, und jeder Schwäche des menschlichen Herzens helfen kann. Komm her zu Jhm, und verlaß Alles, was dich doch nur elend macht, und deinen Durst nach Les ben und Seligkeit nie stillen kann. Sprich mit demüthigem Herzen das nachfolgende Gebeth: ODu lieber, freundlicher Jesus! Du ladest alle Müh. seligen und Beladenen ein, zu Dir zu kommen; aber- ich 31 482 X. Abschnitt. Undachten Sünder- ich getraue mich kaum zu Dir zu kommen. O nimm doch diese Furcht aus meinem Herzen hinweg, die Dich nicht ehrt, und Dir nicht gefallen kann. Du rufest mir ja selbst: Komm zu mir! Was mich daher von Dir wegschreckt und abhaltet, zu Dir zu gehen, ist nicht deine Stimme. Jch aber muß Dich hören, deinem Rufe und deiner Einladung folgen. So will ich denn kommen, und hingehen zu deinem liebevollen Herzen, das allen Mühses ligen und Beladenen, Leidenden und Versuchten sich öffnet, und sie Alle in sich aufnehmen möchte. Aber was willst Du mir denn geben, o Jesus? Ruhe will ich dir geben, o mein Kind! Gerade das ist's, was mir mangelt, o mein Jesus! Unruhe quält mein Herz, so oft ich nur einen Schritt mich von Dir entferne. Uußer Dir finde ich nirgends Ruhe. Wo ich mich hinwende, begegnet mir auf allen Wegen nur Unruhe. Unerträglich wird mir das Leichteste, wenn ich nicht ben Dir bleibe. Unbefriediget läßt mich Alles, was ich außer Dir suche. Nichts kann mein armes Herz befriedigen, nichts mir wahre Ruhe geben, als Du. O so gib mir, was ich verloren habe, gib mir die Ruhe wieder, so will ich Dir dienen, und Dir danken in Ewigkeit. Jesus! Du Sohn Gottes, erbarme Dich meiner! Du bist die unerschöpfliche Quelle der Gnade und Erbarmung. O Jesus! Du bist voll überschwenglicher Kraft und Stärke. Du fannst mir helfen. Was mir fehlt, das hast Du! was ich nöthig habe, das kannst Du geben. Jesus! erbarme Dich meiner, und hilf mir. Allen, die Dir einst zuriefen: Erbarme Dich meiner! standest Du stille, und sagtest huldreich: Was willst du, daß Jch dir thun soll? und halfest jedem, thatest jedem, um was er Dich bath. Tausenden hast Du geholfen; Keinen hast Du unerhört von Dir gelassen. Und mir solltest Du nicht helfen? Mich solltest Du unerhört von Dir wegstos Ben? Dieß von Dir bloß zu denken, würde schon Beleidis gung feyn. Ich glaube, Du hilfft; Du erhörst; Du gibft mir, um was ich Dich bitte; denn ich bitte Dich nur unt Kraft und Stärke, auszuharren bis an's Ende, und Dich im Leiden zu verherrlichen. So erhöre mich denn, stärke mich, reich mir deine Haud; denn sieh, ich fürchte zu versins für Leidende sc. 483 fen. Jesus! erbarme Dich des Wermsten, des Bedürf tigsten, der ohne Dich nichts vermag, und mit Dir Alles! 9. In der Stunde der Versuchung. ,, Das Himmelreich leidet Gewalt, und nur die Gewalt brauchen, reißen es an sich." Es ist wahr, in das Reich Gottes dringt man nicht anders hinein, als mit Gewalt. Es kostet viel Kampf, Leiden und Thränen. Aber laß du dich dadurch nicht muthlos machen. Sieh du nicht bloß auf die gegenwärtigen Leiden, sieb du hinaus auf die Freuden, die deinen Leiden folgen werden. Die Thränen, die du jetzt unter dem Drucke der Leiden weineft, sind ein sicheres Pfand der frohen Ernte, die dir einst werden wird. Die Leiden, die dich jest niederbeugen, sind kurz und vorübergehend, und die zukünftigen Freuden und Herrlichkeiten sind ewig und unvergänglich, sie können mit allen Leiden dieser Zeit nicht verglichen werden. Darum sey muthig, erhebe deinen Blick über die Welt und Vergänge lichkeit aller Freuden und Leiden dieser Erde, verachte alles Irs dische, flieh die Sünde, leide, dulde, schweige und harre aus; denn dein Lohn ist groß in dem Himmel. Je mehr Thränen und Seufe zer du aussäest, desto mehr Freude wirst du ernten. Je heißer dein Kampf, je schwerer die Arbeit, desto größer der Lohn. Dagegen werden die Sünder, die jetzt lachen, einmahl weinen und heulen; die jetzt wohlleben, luftig sind und Gott vergessen, die werden einst trauern und jammern. Kurz und vergänglich ist die Freude und Lust, die sie jest genießen; ewig und ohne Linderung wird die Pein und Qual seyn, die sie einst dafür zu leiden haben werden. Darum bedenke dich nicht lange, wer besser daran ist, du, der du jetzt um Gottes und des Himmelreichs willen eine kurze Zeit leidest, und dann dich ewig mit unaussprechlicher Freude freuen wirst, oder die, welche jeßt einige Tage nur Luft und Freude genießen, die sie doch nie sättigen kann, und die sie ewig bereuen, und ein nie verlöschendes Feuer, eine nie sterbende Plage zur Folge haben wird. O lieber jetzt geweint- Thränen, die der Herr einst trocknen wird; lieber jetzt gelitten, denn hier nimmt Alles ein Ende. Aber dann weinen und heulen müssen, wo des Jammers und Wehklagens kein Ende, wo kein Trost, keine Hoffnung, keine Erlösung, kein Licht, keine Erleichterung, sondern ewige Nacht und Finsterniß, lauter Schrecken und Verzweiflung feyn wird.Gott, was ist das!-Daran denke in jeder Bersuchung, und bethe zu Gott: Heiligster Gott! Du Vater der Erbarmung! der Du uns durch den Mund deines Sohnes gelehret hast, in allen unsern Versuchungen bey deiner stärkenden Gnade Schuß und Rettung zu suchen; ich flehe Dich demnach demüthig 484 X. Abschnitt. Andachten an, Du wollest, meiner Schwachheit eingedenk, mir um Christus willen, mit deinem Geiste zu Hülfe kommen, in mir einen tiefen Abscheu gegen die Sünde erwecken, und mid) kräftig stärken, daß ich die schändliche Sclaverey meiner bösen Neigungen und Leidenschaften abwerfen, und mich Dir ganz heiligen kann. Gott! mein Vater, mein Erretter! der Du mich durch deinen geliebten Sohn von dem ewigen Verderben bes freyet hast, verlaß mich doch mit deiner mächtigen, alle Versuchungen überwältigenden Hülfe nicht. Pflanze in meine Seele den festen Entschluß, alles Böse zu meiden, Dich stets und an allen Orten zu fürchten, das Ende und die Folgen der Sünde bey jeder Versuchung wohl zu erwägen; allen Gelegenheiten, die mich zur Ulebertretung deiner Gebothe verleiten könnten, behuthsam auszuweichen, um mich an Seele und Leib von der Welt und ihren Lüsten unbefleckt zu erhalten. Laß mich bey jeder Regung einer unerlaubten Begierde bedenken, wie elend der Knecht der Sünde ist, wenn sein Gewissen erwacht, wenn er sich selbst verurtheilen, deine Nache fürchten, und überall Böses erwarten muß.- Olaß, wenn die Sünde und das böse Beyspiel reizt, laß es mich recht wahr erkennen, welch' ein kostbares Gut der stille Friede des Herzens, und die entzückende Freude ist, die aus der Liebe zu Dir, und aus dem Bewußtseyn deines väterlichen Beyfalls entspringt. Laß mich-o Gott der Erbarmungen! diese wahre Ehre im Glücke, und diesen höchsten Trost in betrübten Tagen, einer augenblicklichen Lust wegen niemahls verscherzen. Reinige mein Herz und heilige es Dir ganz und gar. Ich bin entschlossen, gegen meine sündhaften Neigungen ohne Unterlaß zu kämpfen, und hoffe unter deinem mächtigen Beystande auch zu siegen, damit wir einst die Krone der Gerechtigkeit, die Du allen denen, die einen guten Kampf kämpfen, verheißen hast, zu Theil werde, durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland. Amen. Seufzer zur Zeit der Anfechtung. 3u Dir erhebe ich meine Augen, der Du in der Höhe wohnest; unfere Hülfe ist im Rahmen des Herrn, der Himmel und Erde er= schaffen hat. Herr! komin mir zu Hülfe! Herr! eile mir beyzus stehen! Der Feind wagt sich an mich, und will meine Seele ver für Leidende 2c. 400 berben. Weich', Satan! ich will meinen Gott anbethen, und Ihm allein dienen. Wie könnte ich Böses thun, und wider meinen Gott sündigen, der alles Böse haffet, und mir so viel Gutes thut? Gott hat seine Augen auf mich gerichtet. Er siebt, was den Menschen verborgen ist; Er durchforschet alle Winkel meis nes Herzens. In seiner Gegenwart könnte ich fündigen?- Auf eine augenblickliche Luft folgt ein ewiges Heulen und Zähnklappern. Herr! mein Geist ist willig; aber mein Fleisch ist schwach. Gey mir ein starker Thurm vor dem Angesichte meines Feindes, daß er mir nicht schade. Ich vermag Alles in Dem, der mich stärkt. Herr! verstoß mich nicht von deinem Angesichte, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Stärke mich! Rette mich! Laß mich nicht fallen! Selig ist der Mann, der die Versuchung mit Geduld überträgt. Denn nachdem er wird geprüft seyn, wird er die Krone des ewigen Lebens erlangen. Jac. 1, 12. 10. Gebeth um Gerechtigkeit gegen Verleumdung. O Gott! meine Zuflucht in allen meinen Nöthen! Dir will ich die bittern Kränkungen, die ich an meinem guten Nahmen erdulde, klagen. Erbarme Dich meiner, o Herr! und sieh, wie sich meine Feinde Mühe geben, meine Ehre zu untergraben und meine Rechtschaffenheit durch verleumderische Beschuldigungen verdächtig zu machen. Du- o mein Vater! weißt es, daß ich Derjenige nicht bin, wofür meine Feinde mich ausgeben. Du bist der Jeuge meiner Une schuld, wie der Zeuge des Unrechtes, des man mir zufügt; und Du wirst, wenn es Zeit und zu meinem Seelenheile nüßlich seyn wird, meine Gerechtigkeit hervorbringen, wie das Licht, und mein Recht, wie den Mittag. Denn Du ere zeigst Barmherzigkeit und Recht Allen, die Unrecht leiden. Darauf will ich im Vertrauen hoffen, in stiller Gelassenheit harren, und nie Diejenigen wieder lästern, die mich lästern. Du, o mein Herr und Vater! wirst es wohl machen. Was ist es denn auch, wenn Menschen mich tadeln und unrecht richten? Schaden können sie mir nur so viel, als Du, o gerechter Gott! ihnen zu gestatten für gut findest. Ihre Schmähungen können zwar die Menschen verleiten, mich zu verachten, mich zu hassen; aber deinen Beyfall vers mögen sie mir nicht zu entziehen, so lange ich mich nicht selbst darum bringe. Es ist mir ein Geringes, von Menschen gerichter zu werden, wenn ich nur vor deinem Richterstuhle nicht verurtheilt werde, und ein reines Gewissen bewahre. O mein göttlicher Heiland! wie muß ich mich meiner Empfindlichkeit schämen, wenn ich mir die himmlische Sanftmuth vorstelle, mit welcher Du ganz unschuldig die allergrößten Beschimpfungen, und die frechsten Lästerungen deiner Feinde erduldet, ja selbst dem ungerechtesten To. desurtheile Dich unterworfen haft? Bin ich wohl so rein, so unschuldig, wie Du es warest? Und ich sollte eine kleine, vielleicht zehnfach verdiente Kränkung meiner Ehre nicht mit Gelaffenheit ertragen? Bist Du nicht mein großes Vorbild, dem ich ähnlich zu werden mich bestreben soll? Ich will Sanftmuth, Geduld und Liebe meiner Feinde von Dir, mein Jesus! lernen, und gleich Dir bethen:» Vater! verzeihe ihnen; denn sie wissen nicht, was sie thun.«- Flöße mir, o mein Jesus! diese Gesinnungen der Sanftmuth und Versöhnlichkeit gegen meine Widersacher ein, das mit ich nicht Böses mit Bösem, nicht Scheltwort mit Schelt. worte vergelte; sondern die segne, welche mir fluchen, und denen Gutes erweise, die mir Böses zugefügt haben, und dadurch mich als ein wahres Kind des himmlischen Vaters beweise, der Sonne und Regen Allen, den Guten wie den Bösen, angedeihen läßt, und keinen von seiner Liebe ausschließt. Laß mich stets der Worte eingedenk seyn, die Du in dieser Absicht zu deinen Jüngern geredet haft:» Selig seyd ihr, so euch die Menschen schmähen und verfolgen, und reden allerley Böses von euch, und sie daran lügen.. Seyd fröhlich und getroft! es soll euch im Himmel ein reichlicher Lohn dafür werden.«- Amen. 11. Aufopferung feiner Leiden. Fordere, o Chrift! hier- im Thale der Zähren, wo jeder Tag feine eigene Plage hat, kein Leben ohne Widerwärtigkeiten. Hier leben wir in einem Zustande der Prüfung, und müssen auf dem Kreuzwege, auf welchem uns Christus in die Herrlichkeit des Baters vorangegangen ist, Jbm demüthig und gottergeben nach folgen; mit Ihm leiden, mit Ihm selig seyn, und alle unsere Leiden kindlich dem Vater aufopfern, wie sie Jesus aufgeopfert hat. Bethe daher: Ewiger, barmherziger Gott! Vater unsers Herrn Jes sus Christus, und auch unser Vater! das Leiden, das Du mir aufgelegt haft, drückt hart auf meine Seele, und ich bin ganz in Kummer versenket; aber Dir zu Liebe will ich es mit Geduld und Gehorsam ertragen. Alles, was mich an Leib und Seele beschwert, opfere ich Dir zu deiner größern Ehre, zum Heil meiner Seele, und zur Genugthuung für meine Sünden auf. Ich vereinige meine gegenwärtige Trübfal mit dem Leiden meines Erlösers, damit es wohlgefällig vor Dir werde. Rüfte mich, o mein Erbarmer! mit Geduld und Standhaftigkeit aus, damit ich alle Unfälle so ertrage, wie ein Christ sie tragen soll. Sich, o mein Gott! große Leis den und Drangsale umringen mich; hilf mir sie erdulden, und unterstüße meine Schwachheit; ich will zu deiner Ehre leiden, und aus Liebe zu Dir dulden und- schweiz gen, wie Du; nur gib mir deine Gnade, daß ich' mich fest an Dich halte, durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 12. Danksagung nach erhörtem Gebethe. Lobe den Herrn, meine Seele! lobe den Nahmen des Herrn! denn Er hat sein Ohr zu meinem Flehen geneigt; und ich habe Gnade vor seinen Augen gefunden. O Gott! unsere Zuflucht und unsere Stärke, unser Erretter aus allen unsern Nöthen! Deine Barmherzigkeit ist an mir offenbar geworden; dessen freuet sich meine Seele, und mein Herz ist voll des kindlichen Dankes.- Jch rief zu Dir in meinem Anliegen, und vertraue auf deine Hülfe; und Du hast Dich meiner angenommen, und mein Gebeth erhöret, wie ein zärte licher Vater die Bitten seiner geliebten Kinder gewährt. So lasfest Du Diejenigen, die auf Dich hoffen, nicht zu Schanden werden! Gott meines Heiles! wenn ich an die unzählbaren Wohlthaten denke, die Du mir vom ersten Hauche meines Lebens an bis auf diese Stunde erwiesen hast, die ich nicht verdient habe- nicht verdienen konnte, und doch ach, so oft- mißbrauchte, und mit Undank vergalt; wie beschämt, wie reuevoll muß ich gerade jetzt vor Dir da stehen, da ich Dir wieder um eine neue empfangene Wohlthat danken will! Nur zu sehr fühle ich es, ich bin viel zu gering aller Barmherzigkeit, die Du mir erwiesen hast, mir- deinem ungehorsamen, undankbaren, lieblosen Kinde!- - - Du, o mein Gott! bleibe demnach immer und allzeit meine Hoffnung, meine Hülfe, meine Zuflucht, und der uns bewegliche Fels meiner Zuversicht und meines Vertrauens, durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Heren. Amen. 13. Tröstende Bibelstellen für leidende und schwermüthige Christen. 1) Vertraue auf Gottes Leitung. Herr! Du bist meine Zuversicht, und meine Hoffnung von meiner Jugend an. Auf Dich habe ich mich verlaffen vom Mutterleibe an.- Meine Seele barret nur auf Gott; denn Er ist meine Hoffnung; Er ist mein Schuß und meine Hülfe, daß ich nicht fallen werde. Wer in der Finsterniß wandelt, und kein Licht hat, der vertraue auf den Nahmen des Herrn, und stüße sich auf seinen Gott, 2) Gott bleibt immer die Liebe, Wie könnte ich fagen: der Herr hat mich verlassen, und mein Gott hat, meinervergeffen? Kann auch ein Weib ihres Kindes vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und wenn sie auch desselben vergäße, so will ich doch deiner nicht vergessen, spricht der Herr. Cieb! in meine Hände hab' ich dich gezeichnet. Fürchte dich daher nicht; denn Ich habe dich erlöset; Ich habe dich bey deinem Nahmen gerufen, du bist mein.-Kleinmüthiger! sieb! des Herrn Hand ist nicht verkürzt worden, daß Er nicht helfen könnte; und feine Ohren sind nicht taub geworden, daß Er nicht höre. - 3) Der Herr zählt deine Thränen. Herr! alle meine Thränen hast Du gesammelt und gezählt. Du kennest meine Sehnsucht, und mein Seufzen ist Dir nicht verborgen.- Selig sind, die da Leid tragen, denn sie werden getröstet werden. 4) Uleberlasse dich Gott. Gib mir, mein Sohn! dein Herz, und laß deinen Augen meine Wege wohlgefallen.- Der Gerechte muß viel leiden; aber der Herr hilft ihm aus Allem. 5) Deine Traurigkeit wird Freude werden. Das weiß ich gewiß, wer Gott dienet, der wird nach der Prüfung ges tröstet, aus der Trübfal erlöset, und nach der Züchtigung findet er Gnade. Die Züchtigung, wenn sie da ist, dünkt freylich nicht Freu de, sondern Traurigkeit; aber darnach bringt sie denen, die das durch geübt sind, eine Frucht der Gerechtigkeit, die lauter Fries de ist. 6) Wandle in Geduld. Es ist etwas Köstliches, geduls dig seyn, und auf den Herrn hoffen. Wenn ihr um des Guten willen leidet und duldet, das ist Gnade bey Gott. Denn daju send ihr berufen; indem auch Christus für uns gelitten hat, der nicht wieder schalt, da Er gescholten ward, und nicht drohete, da Er litt. 7) Gott hilft den Berlaffenen. Gott wendet sich zum Gebeth der Verlaffenen, und verschmähet ihr Fleben nicht. Er wird den Armen erretten, der zu Jhm ruft, und den Elenden, der keinen Helfer hat. Er wird gnädig seyn den Geringen und Armen. Ja das Verlangen der Elenden hörest Du, und bist nahe denen, die ein zerknirschtes Herz haben, und hilfit denen, deren Gemüth betrübt ist.- Keiner wird zu Schanden, der Deiner barret. 14 - - - 8) Der Herr erhört die Frommen. Der Herr thut was die Gottesfürchtigen begehren. Er þöret ihr Rufen, und hilft Tur teldende zc. 489 ihnen. Er behüthet Alle, die Ihn lieben.-Habe daher deine Lust an dem Herrn, so wird Er dir geben, was dein Herz verlangt.- 9) Der Herr ist mit denen, die Ihn lieben. Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen thun?- Und wenn ich auch mitten im finstern Thale wandle, so fürchte ich kein Unglück, denn, der Herr ist bey mir; Er ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten. Er ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? Und wenn sich gleich ein Heer( von Leiden und Trübsalen) wider mich lagert, so fürchtet sich dennoch mein Herz nicht! Und wenn sich Krieg wider mich erhebt, so verlaffe ich mich auf Ihn.- Wars um betrübst du dich also, meine Seele? und bist so unruhig in mir?-Harre auf Gott, und sey versichert; du wirst Ihm noch danken, daß Er deine Hülfe dein Gott ist. 10) Der Herr führt die Seinigen durch leiden zu Freuden. Die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen, und tragen edlen Samen, und kommen mit Freuden, und bringen ihre Garben. Der Herr wischt alle ihre Thränen ab- Gutes will ich also thun, ohne müde zu werden, den zu seiner Zeit werde ich ernten ohne Aufhös ren. Darum will ich es für lauter Freude halten, wenn ich in mancherlen Prüfungen gerathe. Welche der Herr lieb hat, die strafet und züchtiget Er. 11) Warte- Schweige. Ich will schweigen, und meis nen Mund nicht aufthun; der Herr wird's wohl machen.- Meine Seele unterwirft sich stillschweigend dem Herrn, der mir hilft; denn Er ist der Fels meiner Zuversicht. 12) Sieh auf Christus. Laffet uns aufsehen auf Jefus, den Anfänger und Vollender unsers Glcubens, Der, da Ihm Freude zu Geboth stand, das Kreuz erduldete, und die Schan. de nicht achtete. Gedenket an Jhn, der einen solchen Widerspruch von den Gottlofen erduldete, damit ihr den Muth nicht sinken laffet, und nicht unterliegt. Mußte nicht Christus leiden, und also in seine Herrlichkeit eingehen?-Auch wir müssen durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen. 13) Nach dem Kampfe dieses Lebens folgt die Krone der Seligkeit. Selig ist der Mann, der die Prús fung aushält; denn wenn er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott denen verheißen hat, die Ihn lieben. Mit Paulus wird er am Ende seines Lebens sagen können: Ich habe einen guten Kampf gekämpfet; ich habe den Lauf vollendet, und den Glauben gehalten; nun wartet auf mich die hinterlegte Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter an jenem Tage geben wird, nicht aber nur mir, sens dern Allen, die seine Erscheinung lieb haben. - qy!! Eilfter Abschnitt. Andachtsübungen für Kranke, Sterbende, und ihre Freunde und Tröster. 1. Betrachtungen, um sich zu einem seligen Tode vorzubereiten. Der Tod ist gewiß, und man stirbt nur ein Mahl. Man wird allezeit vom Tode überfallen, und so gut man sich auch immer dazu vorbereitet, so stirbt man doch allzeit eher, als man denkt. Nach dem Tode ist keine Zeit mehr übrig zur Buße und zur Vergebung der Sünden. Ein jeder Augenblick kann der legte unsers Lebens seyn. Je länger wir schon gelebt haben, des sto näher sind wir dem Tode. Der Zustand, in welchem wir uns in dem Augenblicke bes Todes befinden, entscheidet unsere Seligs keit oder unsere Verdammniß auf ewig. Wie ernsthaft soll nicht ein Christ so wichtige Wahrheiten betrachten! Sollte er nicht beständig wachen, und alle Augenblicke bereit seyn, aus dieser Welt zu gehen? Die nothwendige Vorbereitung, welcher ein Christ sich gern unterwirft, um sich wohl zum Tode vorzubereiten, kann in dren Zeiten eingeschränkt werden. Die erste, da man gesund ist; die zweyte, da man frank ist; die dritte, da man dem Tode nahe ist. a) 28ie man ſich, sur Sei a) Wie man sich zur Zeit der Gesundheit zum Tode bereiten soll. Die erste nothwendige Vorbereitung zum Tode während der Gesundheit ist diefe, daß man nach den Vorschriften des Evans geliums gut lebe; denn auf ein gutes Leben folgt ein guter Tod. Die zweyte Vorbereitung, welche der Seele sehr große Rube verschafft, besteht darin, daß man alles in Ordnung bringe, was uns in der wichtigen Zeit, in der wir auf nichts anderes mehr, als auf einen glückseligen Tod denken sollen, beunruhigen könnte. Dazu gehört, daß man sein Testament mache, und damit nicht bis auf das Krankenbett warte, wo der Geist schon zu sehr in Unrube ist, um es gehörig machen zu können. Das dritte Mittel, um sich während seiner Gesundheit zum Tode vorzubereiten, ist dieses, daß man sich nach und nach von Allem, was man in der Todesstunde verlaffen muß, losschäle, und sogar die Neigung dazu in sich unterdrücke; darum sollten wir uns öfters den Gebrauch der zeitlichen Dinge und auch ers laubter sinnlicher Freuden versagen, und auf diese Art uns darin üben, gleichsam alle Stunden zu sterben. Viertens, um sich zum Tode vorzubereiten, muß man taglich sein Gewissen erforschen, öfters die heiligen Sacramente der 4 m. anvachten utame. 491 Buße und des Altars empfangen, und die Engel und lieben Heis ligen Gottes öfters um ihre Fürbitte zur Erlangung einer glückfeligen Sterbftunde anflehen. Fünftens follen wir unsere Freunde und Hausgenoffen in ihren Krankheiten besuchen, bey ihrem Hinscheiden gegenwärtig feyn, und sie mit frommen Betrachtungen zum Grabe begleiten. Das leßte Mittel endlich einer guten Vorbereitung zum Tode ist, daß man jährlich einige Tage auswähle, um sich ernstlich auf diese Vorbereitung zu verlegen. Um sich eine richtige Vorstellung von einem guten Tode zu machen, kann man auch die Lebensgeschichten der Heiligen, die uns zum Muster dienen sollen, lesen, und sich besonders die Umstände ihres Todes, ihre legten Tugendhandlungen und Reden zu Ges müthe führen. b) Wie man sich in seiner Krankheit zum Tode vorbereiten soll. Sobald wir die ersten Anfälle der Krankheit empfinden, oder sonst von einem gefährlichen Zufalle getroffen werden, müssen wir uns den Tod zu Gemüthe führen, und mit ruhiger Ergeben. heit das erwarten, was Gott sowohl mit unserm Leben, als mit unsern Schmerzen, und der Dauer des llebels verordnen mag; denn Alles, was Gott thut, ist wohlgethan. Wir mögen le= ben oder sterben, so sind wir des Herrn Eigenthum. Soll also unsere Seele nicht Demjenigen unterworfen seyn, von dem sie ihr Heil erwartet? 2. Unsere Seele muß nun ihr Verlangen höher schwingen, und die Todesnachricht, den die Krankheit anzukündigen scheinet, mit einer innern Freude vernehmen. Mit Paulus müssen wir voll glaubigen Muthes sprechen:» Ich wünsche aufgelöst, und mit Christus vereint zu seyn.< 3. Bevor das Uebel zunimmt, muß man, sobald es möglich ist, sein Gewiffen durch wahre Reue und Beicht zur Ruhe brins gen, und nach guter Vorbereitung die heilige Wegzehrung empfangen, ohne auf die äußerste Noth zu warten, die den Empfang derselben oft unmöglich, oder wenigstens fruchtlos macht. Nachher soll man sich gänzlich Gott überlassen, seine Leiden mit den Leiden Jesus vereinigen, sich dem Beystande der Heiligen empfehs len, und mit dem Gedanken von der Ewigkeit und von der Liebe unsers Herrn sich beschäftigen. Endlich, wenn das Ulebel anhält und gefährlich wird, soll man sich mit wahrer Reue mit dem heiligen Sacramente der letzten Dehlung versehen lassen. 4. Nachdem man die beiligen Sacramente empfangen hat, so muß man die Schmerzen der Krankheit still und gelaffen erdule den, und dem Arzte punctlich gehorchen, welches eine Gott sehr angenehme Buße ist. Statt immer nur Linderung zu wünschen, soll man seine Zeit in stiller Betrachtung von Jesus Leiden zubringen, und nach seinem Beyspiele seinen Feinden von Herzen 492 AL. Abschnitt. Andachten verzeihen, sie um Vergebung bitten, und Allen, die um uns sind, auf jede mögliche Art Beweise der Liebe geben. 5. Zu dieser Zeit hüthe man sich aber vor eitlem Geschwäße, und vielen Besuchen; nur gottesfürchtige Leute, und besonders der ordentliche Seelsorger und Beichtvater, zu denen wir Ver. trauen haben, sollen uns beystehen; Andere beunruhigen uns meistens. In heftigen Schmerzen tröstet ein Blick auf den ge Freuzigten Heiland, der Gedanke an die Marter der heiligen Blutzeugen, und die Peinen, die wir sonst vielleicht jenseits wür den zu leiden haben. c) Für die letzten Stunden des Lebens. Befindet sich der Kranke schon in einem solchen Zustande, daß keine Hoffnung mehr zum Aufkommen da ist, so muß er sich aus allen Kräften ermuntern, und Jesus Christus, der eilends kommt, gleichsam entgegen eilen: Sieh, ich komme geschwind. Man kann aber einem Kranken nicht bestimmen, was für An dachtsübungen er in diesem Zustande vornehmen soll. Ein Jeder soll hierin nach seiner damahligen Gemüthsstimmung und nach dem Rathe deffen, der ihm beysteht, handeln. Insgemein aber ist es sehr nützlich: 1. Sich von Zeit zu Zeit das Leiden unsers Herrn vorles fen, und 2. Sich nach seiner Andacht einige Psalmen vorbethen zu laffen. 3. Die Litaney vom allerheiligsten Nahmen Jesus, von der feligsten Jungfrau und allen Heiligen anzuhören; und sich in stiller Aufmerksamkeit mit dem Priester und andern Bethenden zu vereinigen. 4. Sich von Zeit zu Zeit in der Anbethung der göttlichen Gerechtigkeit und ihres Rathschluffes über uns zu üben; den Glauben, die Hoffnung, die Liebe, und Reu' und Leid zu ers wecken; sich mit Geduld gänzlich in den Willen Gottes zu erges ben, sich vor Ihm zu demüthigen, sich Ihm aufzuopfern, und für alle Gnaden, die man das ganze Leben hindurch von Ihm empfangen hat, Dank zu sagen. 5. Jemehr sich aber der letzte Augenblick unsers Lebens nähert, mit desto größerin Eifer und Vertrauen müssen wir auf Jesus den Gekreuzigten sehen, und die heiligen Empfindungen der Un dacht in uns erwecken, so daß wir unsere letzten Seufzer in den Armen dieses göttlichen Erlösers zu Gott schicken und sagen köns nen: Herr Jesus! nimm meinen Geist auf.( Aus den geistlichen Werken des Pater Lalements.) für Kranke se. Erster Zeitraum. 2. Bethstunde zur Vorbereitung auf einen guten Tod. ( Während der Allerseelen- Octav, am Communion- Tage, oder wenigstens das Monath ein Mahl, besonders am Geburts- Tage mit ernstlichem Nachdenken vorzunehmen.) 493 O Gott! wie schnell vergeht die Zeit! schon wieder ein beträchtlicher Theil meines Lebens dahin. Mit jedem Aus genblicke nähert sich meine letzte Stunde immer mehr! sie wird da seyn, ehe ich es vermuthe. Jugend, Gesundheit und Stärke schützen nicht vor dem Tode. Wie viele plößliche Sterbfälle habe ich schon erlebt! Alles erinnert mich, daß ich einst sterben muß, und bald sterben kann. Sollte ich das Andenken an den Tod scheuen, oder es mir sorglos aus dem Sinne schlagen? welche Thorheit! der Tod würde dadurch keinen Schritt weiter von mir entfernt bleiben, sondern erst schreckhaft werden. Wenn ich den Tod nicht fürchten will, so muß ich mich durch öfteres Andenken mit ihm bekannt machen, und so leben, daß ich allezeit getrost sterben kann. Die einzige beste Vorbereitung auf einen guten Tod ist ein christliches Leben, und ernstliche Besserung. Wie der Mensch lebt, so stirbt er; und wie er stirbt, so fährt er. Sollte ich diese Vorbereitung auf's ungewiffe Sterbebett vers schieben, wo ich vielleicht in Qualen und Ohnmacht, ohne Besinnung da liegen, und zu Allem unfähig seyn werde? Nein, mein Gott! so leichtsinnig will ich meine Seele nicht auf's Spiel feßen. Jeßt, da du mir noch Zeit und Kraft verleiheft, will ich thun, was ich dort gethan zu haben wünschen werde; jetzt mein Gewissen und meine Sache in Ordnung bringen; das Bersäumte und unrecht Geschehene zu erfeßen trachten, und mit allem Ernste an meiner Befferung arbeiten, damit ich nicht unversehens überrascht werde. Jeßt, bey gefundem Leibe will ich an's Sterben denken, wenn idy aufstehe, oder mich zur Ruhe lege, wenn ich den Uhrschlag oder die Sterbeglocke höre. Wenn mich etwas gelüftet, will ich mich fragen, was ich einst im Todbette davon haben, und davon halten werde. Wenn mich meine Arbeit und Pflicht, die Geduld im Leiden die Ausübung des Guten schwer ankommt, so will ich mich durch den Gedanken ermuntern, wie froh ich einst seyn werde, wenn Alles vollbracht und überstanden seyn wird! Nichts, was ich heute thun kann, will ich auf morgen verschieben, weil ich nicht weiß, ob ich es morgen noch können werde, und weil ich morgen, wenn ich noch lebe, was anderes Gutes thun kann. Ich will die kurze Zeit meines Lebens anwenden, um so viel Gutes auszurichten, als mir möglich ist, um mir Schäße für den Himmel zu sammeln. 494 XI. Abschnitt. Andachten Alles, was ich hier besiße, wird mich am Sterbebette verlaffen; nur meine guten Werke werden mich dorthin in die Ewigkeit beglei ten. Wie ich nicht im Unfrieden und Feindschaft sterben wollte, so will ich auch keinen Tag darin leben; sondern ich will verzeihen, wie Du mir zu verzeihen versprochen hast, o Gott! Endlich will ich auch die größten Theils verschuldeten Leiden, zu meiner Besse rung mit Geduld und Ergebung ertragen; denn es ist besser hier büßen, als dort leiden. Sodann kann ich zu jeder Stunde dem Tode heiter und ruhig entgegen sehen. Er führt mich zu Dir heim, o mein Vater! jur ewigen Freude und Ruhe. Ich werde sanft entschlafen, und zum himmlischen Leben erwachen. Herr des le= bens und des Todes! ich stehe in deiner Hand; nimm mich zu Dir auf, wenn es Dir gefällt. Amen. Göttlicher Erlöfer! an dem Kreuze starbest Du für uns, als das Opfer für die Sünden der Welt. Im Undenken an diese deine Liebe, die für uns in den Tod ging, weihe, übergebe und opfere ich mich und mein ganzes Leben Dir zu einem ewigen Dankopfer für die Erlösung. O, vereinige dieß mein geringes Opfer mit dem deinigen, das einen unendlichen Werth hat! Schreibe meinen Nahmen mit deinem vergoffenen Blute in dein liebendes Herz, in das Buch des Lebens ein. Verleihe mir und allen Gläubigen die Gnade- fromm zu leben, und dereinst selig zu sterben. Amen. Eingang. Selig sind alle, die in dem Herrn sterben. Herr! öffne meine Lippen, und mein Mund wird dein Lob verkünden. Gott! denk' auf meine Rettung! Herr! eile mir zu Hülfe; Ehre sey dem Vater! * Um heilige Reue gegen Gott, und Vertrauen auf Jbn zu erwecken, bethe: Gebeth zu Gott dem Vater. Vater der Erbarmungen, Gott alles Trostes, und auch mein Gott und Vater! Ich glaube an Dich, als den Urs sprung und das letzte Ziel und Ende aller Dinge. Ich vers traue auf Dich, denn deine Güte ist groß und währet ewig. Ich liebe Dich, als das höchste Gut, das lauter Liebe, Gnade und Seligkeit ist. Ich preise deinen Nahmen, denn Du bist lauter Vollkommenheit. O wie groß ist deine Gnade und Erbarmung gegen mich, daß Du mich armen Sünder wieder als dein Kind angenom men hast, und ich Dich wieder meinen Gott und Vater nens nen darf! Denn leider! ich habe, wie der verlorne Sohn, dein Haus und deine Zucht, ich habe deine Liebe verlassen, ich habe Sünde auf Sünde, Elend auf Elend gehäuft, und mich der ewigen Verdammniß schuldig gemacht. Aber Du wandtest deinen Gnadenblick nicht von mir ab; deine Liebe für Kranke zc. 495 hohlte mich ein, die Gnade deines Sohnes ergriff mich mitten in der Sünde; da sah ich Dich und mich, Dich in deiner Herrlichkeit, und mich in der Sünde, Dich in deiner Liebe und Seligkeit, und mich in meiner Bosheit und Verdammung. O wie konnte ich fündigen! Uch Herr! sey mir Sünder gnädig; vergib den Undank, mit dem ich deine Gaben, und die Untreue, mit der ich deine Liebe erwiedert habe. So bethete ich, und Du erhörtest mich, und vergabest die Süns de, und schenktest mir wieder deine Gnade und Liebe. Darum, o Gott! da Du wieder mein Vater bist, und ich dein Kind bin, wie kann ich anders als vor Dir mein Herz hinlegen, arm und sündhaft, wie es ist, und alle meine Sünden mit erneuerten Schmerzen bekennen, und Dir mit neuer dankbarer Liebe auch neuen Gehorsam und neue Treue geloben? Gott! Du weißt, wie aufrichtig ich es meine, wie ernstlich mein Vorsatz ist. O nimm weg alle Sünden, nimm weg Alles, was mich von Dir trennet; erwecke in mir die heilige Liebe, belebe mich zu allem Guten, führe mich zu Dir, meinem Ziele und Ende, und laß mich in deinem Reiche mein ewiges Heil finden. Gebeth zu Jesus am Kreuze. Du, o Jesus! bist für uns arme Sünder in den Tod ges gangen, und hast dein Blut für unsere Sünden vergoffen; laß deinen Tod, laß dein vergossenes Blut an uns nicht vers loren seyn! Mit Nägeln an's Kreuz geheftet, voll Wunden und Blut, unter Angst und Schmerzen hast Du dein heilis ges Leben beschlossen, und das Werk der Erlösung voll. bracht. So viel hast Du uns zu Liebe gethan! Darum, o Jesus! nimm unser ganzes Leben in deinen Dienst, hefte uns fern Willen an deinen heiligen Willen, und mit Dir an's Kreuz, verwunde unser Herz mit deiner heiligen Liebe, das mit uns keine Sünde und kein Schmerz mehr von Dir trenne. Laß den Glauben an Dich, und die heilige Liebe gegen Dich, nicht absterben, wenn die Todesnoth auch über uns kommt, wenn Todesangst das Herz drücket, wenn Todesmacht das Leben wegnimmt. Dann erhebe und vermehre Du den Glauben und die Liebe gegen Dich, damit wir in deie nen heiligen Wunden Dich, das Heil der Welt, und in Dir das ewige Leben finden mögen. Reinige unsere Seele von aller Sünde, stärke uns zu allem Guten, heilige uns mit deis 496 XI. Abschnitt. Andachten ner Gnade, damit wir ohne Makel und voll Liebe durch ei. nen seligen Tod in die Gesellschaft deiner Auserwählten mögen aufgenommen werden. Jesus! Dir lebe ich, und Dir sterbe ich! Amen. Uebung der Anbethung. Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Mein Gott und mein Alles! Du bist der Herr Himmels und der Erde, Du bist der Ursprung aller Dinge, Du bist der Gewalthaber des Lebens und des Todes! Dir gebühret Ehre, Lob und alle Unbethung. In dieser Anbethung will ich leben und sterben! Uebung des Verlangens nach Gott. Gott! Du bist mein Ziel und Ende, Du bist das höchste und einzige Gut meiner Seele, Du bist die Freude und das Leben meines unsterblichen Geistes; außer Dir habe ich kein Gut und keine Freude, weder im Himmel noch auf Erde. Nach Dir verlangt meine Seele, und in diesem Verlangen will ich leben und sterben. Ulebung des Glaubens.*) O Gott! an Dich, die ewige Wahrheit, glaube ich; denn Du bist die Wahrheit selbst; dein Wort ist Wahrheit, das Wort Christus ist Wahrheit, die Lehre deiner heiligen Kir che ist Wahrheit. Un diese Wahrheit glaube ich, und in diesem Glauben will ich leben und sterben! Uebung der Hoffnung. Gott! Du bist voll Gnade und Erbarmung und Treue; deine Verheißungen erfüllest Du alle. Du vergibst Sünden, Du gibst Gnade zum frommen Leben, Du schenkeft die ewige Seligkeit. Auf deine unendliche Güte hoffe ich, und in dieser Hoffnung will ich leben und sterben. Uebung der Liebe. Gott! Du bist die ewige Schönheit, Liebe und Selig feit, und das einzige Gut Uller, die Dir angehören. Mache mich Eines mit Dir in Liebe, Eines im Gehorsam gegen deinen heiligen Willen. So will ich Dich lieben, und in dieser Liebe zu Dir will ich leben und sterben! Uebung der Reue. Gott! Du kennest Gutes und Böses; Du hasseft die Sünde, und liebest alles Gute; vor deinem Auge bekenne *) Diese Gebethe können auch beliebig als Andachtsübung in der Kirche oder zu Hause, vorzüglich bey Kranken und Sterbenden, gebraucht werden. für Kranke. 497 ich meine Sünden, vor deiner Heiligkeit verabscheue ich als les Böse; denn es ist Sünde wider Dich. Vor deinem Auge widerrufe ich alle Sünden, und verspreche wahre Bekehrung. Von nun an keine Sünde mehr! Ju dies sem Vorsatze will ich leben und sterben. Uebung der Aufopferung. Gott, Du Herr meines Lebens! Dir opfere ich auf Sees le und Leib zu deiner Ehre, und alle meine Kräfte zu deinem Dienste. Wie sich Christus geopfert hat zu deiner Ehre, fo will auch ich Dir opfern alle meine Gedanken, Worte, Wers fe und mein ganzes Leben. Nur deine Ehre! In dies fer Aufopferung will ich leben und sterben. llebung der Ergebung in Gottes Willen. Gott! Du lautere Weisheit und Liebe in allen deinen Wegen und Anordnungen! Dir übergebe ich Leib und Sees. le, Leben und Seligkeit; laß über mich fommen, was und wie Du willst, für Zeit und Ewigkeit. Vor Dir erneuere ich meinen Taufbund und alle meine frommen Gelübde. Nur dein Wille geschehe! In dieser Ergebung will ich leben und sterben. 1. Chriftliche Fürbitten. a) Für die Verstorbenen. Kirchengebeth. Gott! Du hast die Menschen so lieb, und verzeihest so gern, und ihr Heil liegt Dir so sehr am Herzen; erhöre unser Gebeth, das wir mit den Seligen des Himmels vor Dir verrichten; laß alle Gläubigen, die dieses zeitliche Leben verlassen haben, in die Gemeinschaft mit Dir und allen Heiligen aufgenommen werden, und die ewige Seligkeit mitgenießen. Amen. Vater unser 2c. Ave Maria 2c. - Herr! gib ihnen die ewige Ruhe. Und das ewige Licht leuchte ihnen. Von der Pforte der Hölle errette, o Herr! ihre Seelen. Und die Seelen aller abgestorbenen Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden. Amen. b) Für alle Betagte, Kranke, und solche, die dem Tode nahe sind. Kirchengebeth. Almächtiger und barmherziger Gott! Du haft dem Menschengeschlechte die wirksamsten Heilsmittel bereitet, und die köstlichsten Geschenke des ewigen Lebens zugetheilt. Sieh gnädig herab auf deine schmachtenden Diener( und Dienerinnen), und erquicke und heilige die Seelen, die Du erschaf fen hast, damit sie würdig werden in der Stunde ihres Austrittes aus diesem Leben, rein von aller Sündenmakel, durch die Hände der Engel, Dir, unserm Schöpfer, dargestellt zu werden; 32 598 XI. Abschnitt. Undachten durch Jesus Christus, unfern Herrn. Amen. Ave Maria 2c. Bater unser 20. c) Für alle Menschen, damit sie sich ernstlich auf einen guten Tod vorzubereiten vermögen. - Kirchengebeth. O Gott! der Du die Gläubigen in eis nen Sinn und Willen vereinigest, laß( dein Volk) alle Menschen auf Erden das lieben, was Du gebietheft, und das verlangen, was Du versprichst, damit ihre Herzen bey der Veränderlichkeit der irdischen Dinge dort mögen angeheftet seyn, wo die wahren Freuden zu Hause sind; durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen.- Vater unser 2c. Ave Maria 2c. An d) Für alle frommen Gläubigen. Kirchengebeth. Wir bitten Dich, o Herr! laß Ulles, was sich zu deiner Ehre versammelt, im Guten erneuert, und Alles, was zum Guten gestärkt ist, auch im Guten erhalten wer den; durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen.Bater unser 2c. Ave Maria 2c. e) Für diejenigen, die noch in Sünden befangen sind, und der Buße noch bedürfen. Kirchengebeth. Gott! deffen Eigenschaft ist, sich zu erbarmen und Gnade zu geben; nimm unsere Fürbitte an, und laß uns und deine Diener, die noch mit Sündenbanden verstrickt find, durch die Huld deiner Erbarmung davon aufgelöst wer= den; durch Jesus Christus, deinen Sohn, unfern Herrn. Amen. Bater unser 20. Ave Maria 20. - f) Für die Reichen und Großen der Welt. Damit sie sich keine Schäße auf Erde, sondern Schätze für den Himmel sammeln, welche die Motten nicht fressen, noch der Roft verzehrt, und welche die Diebe nicht ausgraben und stehJERO len. Amen, es geschehe! g) Für die Betrübten und Armen nach dem Evangelium. Damit sie sich in Allem als getreue Diener Gottes erweisen; in Widerwärtigkeiten und in der dringendsten Noth, in der äußerften Betrübniß, in Qualen und Kerkern, Empörungen und Mühfeligkeiten, in Wachen und Fasten, mit vollem Vertrauen und ausharrender Geduld sich fassen, damit sie nach so großem überstandenen Elend dieses Lebens endlich an den Ort des Trostes, der Freude und Glückseligkeit gelangen, und von den Engeln in den Schooß Abrahams übertragen werden. h) Für die verstockten Sünder, und für alle, die noch an die Welt gebunden sind. Herr! der Du gesagt haft:» so wahr ich lebe, will ich den Tod des Sünders nicht, sondern daß er sich bekehre und lebe;« Herr! bekehre die Gottlosen zu Dir, führe sie von den Stegen des Irr thums und der Bosheit, auf welchen sie herumirren, zurück. Schenke ihnen die Gnade, daß sie den Sündenweg verlassen, und für Kranke zc. 499 noch vor ihrem Ende deine göttliche Güte und Erbarmung erkennen, und Buße wirken über ihre Miffethaten. i) Für wohlmeinende und aufrichtige Christen. Herr! wirf deine Augen auf das Gebeth der Demüthigen, und laß sie die Kürze des Lebens erkennen; verleihe ihnen die Gnade der Wachsamkeit und des beständigen Gebeths; mache fie würdig, mit Vertrauen vor dem Sohne des Menschen zu erscheinen. k) Für unsere Verwandten, Freunde und Wohlthäter. Wollte Gott, daß sie ihr Leben weislich einrichteten, das Geseß des Herrn, hielten, und zum Voraus betrachteten, was ihnen in ihren leßten Tagen begegnen foll; Herr! segne sie von der Höhe des heiligen Berges Sion, und laß sie ewig die Güter des himmlischen Jerusalems sehen. Amen. 1) Für unsere Feinde, und für jene, welche uns verfolgen. Herr! rechne ihnen ihre Sünden nicht zu. Ach Herr! verzeihe ibnen, denn sie wissen nicht, was sie thun; vergib uns unsere Schulden, wie wir denen vergeben, die uns beleidigen. Amen. m) Für die Kranken, und für jene, die in den letzten Zügen liegen. Herr! laß die heftigen Schmerzen und Qualen ihres Leibes zur Heilung und Besserung ihrer Seele dienen. Laß sie am Tage des Gerichtes zu deinen Erwählten und lieben Kindern gehören. O mein Gott! mache selig deine Diener, die auf Dich hoffen. Gott des Friedens und Trostes! heilige sie in allen Dingen, das mit sie Ulles, den Geist, die Seele und den Leib ohne Makel bewahren, bis zur Wiederkunft unsers Herrn Jesus Christus. Amen. 2. Litaney für Kranke. ( Sieh die Litaney von dem bittern Leiden Christi, S. 190.) Heile deine Diener, weil sie auf Dich, o Gott! vertrauen. Herr! neige dein Ohr zu uns, und laß uns deine Gnade und Kraft erfahren. Herr! sey uns ein starker Thurm vor dem Eindringen des Feindes. Der Feind soll nichts über uns vermögen; und der Geist der Bosheit uns nichts schaden. Sey unsere Hülfe, und verlaß uns nicht. Du unser Heil verwirf uns nicht. Steh uns bey, o Herr! Du unser Heiland; und erlöse uns zur Berherrlichung deines Nahmens. Herr! erhöre unser Gebeth, 2c. Gebeth. Gott! Du einzige Zuflucht in unserm Elende! sey uns gnädig, und erzeige an deinen franken Dienern die Kraft deiner göttlichen Hülfe, damit sie durch deine grund, 3.2 500 XI. Abschnitt. Andachten lofe Barmherzigkeit deiner heiligen Kirche wieder gefund zurückgegeben werden mögen. O Gott! aus Liebe hast Du das menschliche Geschlecht erschaffen; und aus lauter Barmherzigkeit nach dem Falle durch das Blut deines eingebornen Sohnes wieder erkauft und erlöfet; mache lebendig deine Diener durch die Kraft deis ner Gnade, reiche uns Tiefgebeugten deine hülfreiche Hand, erfülle uns mit Herzensfreude, ja mit geistlichem Jubel! Treibe von uns ab alle Nachstellungen des Feindes, und schic fe uns den Arzt des Heils, den Engel des Friedens, der uns schwer Geängstigte durch deine Kröftungen zu Dir erhebe, und so durch die Erfahrung der gegenwärtigen Hülfe uns bes reite, auch die zukünftige ewige Belohnung zu erlangen. Allmächtiger Gott! demüthig flehen wir deine Barms herzigkeit an; denn sie allein kann die verlorne Gnade uns wieder erwerben, und zu den Leiden, welche uns nun zwar drücken, aber allzeit mit deinem Beystande begleitet find, die Gabe der Geduld verleihen. Allmächtiger, Ewiglebender! Du bist das ewige Leben derer, die an Dich glauben. Sieh! wir bringen unser Fles hen für deine franfen Diener zu deiner helfenden Barmhers zigkeit: erhöre uns, und gib ihnen die Gesundheit wieder, damit fie Dir in deiner Gemeinde dafür danken können. Gott! nach deinem Winke fließen die Zeitpuncte unsers Lebens dahin; laß Dir diese Gebethe und Opfer, die wir für unsere Kranken deiner Barmherzigkeit darbringen, gefällig feyn, damit wir uns über ihre Genesung freuen können, so wie uns jetzt ihre Krankheit bange macht, durch Jesus Christus 2c. Der Herr hat unser Gebeth erhört, und unser Rufen ist vor Ihm gekommen. Preiset den Herrn, und danket unserm Gott. Und auch über den Seelen der gläubig Verstorbenen ruhe Gottes Erbarmung und Friede. Amen. 3. Inbrünstige Gebethe aus der heiligen Schrift für Kranke, um sich zu einem guten Tode vorzubereiten. 1. Jesus, Du Sohn Davids, erbarme Dich meiner! Höre, o Herr! und fey gnädig!- Du bist ein barmherziger Gott, ach! erbarme Dich unser! Vater unsers Herrn Jesus Christus, Vater der Barmherzigkeit, und Gott alles Troftes! Eingeborner Sohn des lebendigen Gottes! heiliger Geist, süßer Trost in der Trübfal, Stärke in unserer Schwachheit: erbarme Dich unser! heiligster, allmächtigster, unendlich barmherziger Gott von THE WWW Dir kommt alles Gute, durch Dich besteht Alles, zu Dir zurück foll Alles; erbarme Dich unser! Heiliger, starker Gott!- Heiliger, unsterblicher Gott! erbarme Dich unser! Du bist der Heiland und Arzt der Kranken. Lebendiger Gott, Schöpfer aller Wesen! Du hast den Tod nicht gemacht, und hast keine Freude an dem Untergange deiner Geschöpfe. Getreuer, wahrhaftiger Gott! laß nicht zu, daß wir über Vermögen versucht werden. Mache uns aber durch jede Prüfung demüthiger und eifriger, und laß uns durch Beharrlichkeit die Krone des Lebens erlangen. Wunderbare Weisheit! laß uns alles Widerwärtige zu unserm Heile gereichen. Herr, mache, daß unsere Schwachheit zu deiner Ehre diene. Büchtige uns, gerechter Gott! Reinige uns durch die Widerwärtigkeit und Trübfal, wie das Gold durch Feuer gereiniget wird. 2. Jefus, Du Arzt unserer Seelen, du Tröster der Betrübten! Du bist gekommen, uns zu heilen, unsere Thränen zu trocknen; ach, erbarme Dich unser! Unsere Plagen sind deine Plagen geworden; Du hast die Bürden unserer Sünden auf deinen Schultern getragen; Du hast Dich freywillig mit unsern Schmerzen und Gebrechlichkeiten beladen; o göttlicher Erlöser! hilf uns in unserer Noth, und erbarme Dich unser. Herr! Du wurdest selbst in deiner Todesangst von einem Engel getröstet; tröste auch uns in unserer Drangsal, und erbarme Dich unser! Unterwirf uns fern Willen dem Deinigen, wie Du deinen Willen dem Willen des ewigen Vaters unterworfen haft. Erlöser der Welt! Du haft am Stamme des Kreuzes dem Schächer versprochen, ihn in dein Reich aufzunehmen; erbarme Dich unser! O Jesus! Du Mann der Schmerzen! der Du wie ein Lamm auf die Schlachtbank ge= führt wurdest; verleihe uns die Gnade, Dir nachzuleiden, und alle Schmerzen unserer Krankheit Dir aufzuopfern. Jesus! Du innigstes Wohlgefallen deines himmlischen Vaters, der Du Ihm gehorsam warst bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuze, stärke uns, daß wir mit treuer Liebe in deine Fußstapfen eintre ten, und deinem Beyspiele nachfolgen. O mein Gott! der Du auf dem Calvarienberge den Fürsten des Todes durch deinen Tod überwunden hast, Du wirst uns nicht zu Grunde gehen lassen. Nein, o Herr! dein Urm hat uns von der Bothmäßigkeit des Teufels befreyt, seine Ketten zerbrochen, und uns in das Reich der Erben und Kinder Gottes überseßet. 3. O Herr! der Du uns erlöset hast, sey uns gnädig; hilf uns, Gott unser Heiland! deinem Nahmen zur Ehre erlöse uns, und vergib uns unsere Sünden. Bersage uns deine Hülfe nicht, o Herr! komm eilends und errette uns, Du allmächtiger Gott! érhöre die Stimme Derjenigen, die allein auf Dich hoffen; erlöse und rette uns von dem llebel, das wir fürchten; neige dein Ohr zu uns und hilf uns, Du unser Schuß und unsere Zuflucht! Bewahre uns vor der Sünde, die zum Tode führet, und vor dem Tode, der in die Hölle stürzet. **** X1. Abschnitt. Andachten 4. Herr! erhöre uns, obschon wir Sünder sind. Gott der Barmherzigkeit! sieh, wir sind Wanderer und Fremdlinge in dieser Welt; wir sind irre gegangen und sehr müde; wandle mit uns, leite unsere Schritte, und verleihe uns neue Kräfte. Wir haben keine bleibende Stätte auf Erden; gib, daß wir die ewige Wohnung im Himmel mit Eifer suchen. Herr! wir rufen zu Dir in den Beschwernissen und Gefahren dieses Lebens; verkürze unsern Lauf, und führe uns ein in die Ruhe, die wir erwarten. Die größten Widerwärtigkeiten sind nichts in Vergleich der Herrlichkeit, die uns verheißen ist. Verleih uns doch diese Herrlichkeit, o Gott! wegen dem Werthe deines kostbaren Todes. O Herr! wenn Du diesen Leib, diese Staubhütte wirst abgebrochen haben, so laß uns im Himmel wohnen, in diesem GlanzPallaste deiner Herrlichkeit; in diesem Pallaste, welchen Verstand der Menschen nicht vorstellen kann, den nicht sterbliche Hände, sondern Gott selber gebaut hat. Kein Auge hat's gesehen, fein Ohr gehöret, in keines Menschen Sinn ist es gekommen, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben. Gib uns Kräfte, um diesen Lauf zu vollenden, verdopple unsern Muth, um den Streit bis an's Ende auszuhalten, damit wir die Krone davon tragen. Herr! wenn wir vollendet haben den Weg dieses zeitlichen Elends und der Trübsal, so thue uns auf die Pforte deines Paradieses. 302 5. Herr! laß in uns immer mehr und mehr den himmlischen Trost durch Jesus Christus wachsen und zunehmen, je mehr dessen Leiden an uns sichtbar wird. Gestatte nicht, o Herr! daß wir je mahls in unserer Widerwärtigkeit oder Krankheit wider deine Anordnungen murren. Haben wir von deiner Hand das Gute empfangen, so laß uns auch willig von deiner Hand das Kreuz annehmen. Herr! nachdem es Dir gefällt, daß wir in deinen Leiden Dir nachfolgen, so gib, daß wir Dich entweder durch die Beschwerden des Lebens, oder durch den Leidenskelch des Todes verherrlichen. Das Andenken an dein Leiden wird unsere Wehre und Stärke seyn wider Sünde und Tod. Herr! wir flehen, erin nere uns an Alles, was wir unser Leben hindurch gethan haben, und erwecke in unsern Herzen eine wahre Reue über Alles, was Dir mißfallen hat. Gib uns ein heißes Verlangen, von den Banden des Leibes, aufgelöfet und mit Dir vereiniget zu werden. Herr! Du hast uns die Waffen des Glaubens in die Hand gege ben; verleihe, daß uns in der letzten Stunde nichts erschüttern könne, und gib uns Muth genug, die Anfälle des bösen Feinded zurückzustoßen. 6. O mein Gott! verleih, daß uns weder Tod noch Leben, we der Gegenwart noch Zukunft, noch irgend ein Geschöpf, jemahls von Dir trenne. Gib, daß Jesus Christus in uns lebe, und daß wir Sterben für unsern Gewinn halten. Herr! wenn der Augenblick kommt, daß wir unsere Augen für diese Erde schließen sollen, so öffne sie uns auf immer in deinem Reiche. Herr! Du bist gü tig, liebreich, geduldig und unendlich barmherzig; handle nicht mit uns nach unsern Sünden, und straf' uns nicht nach unsern Missethaten. Herr! laß uns mit Vertrauen vor deinem Throne erscheinen, und deine Barmherzigkeit erflehen, damit wir die Verzeihung unserer Sünden, deine Gnade, und deinen Beystand in unsern Nöthen erlangen. Die Sünde hat uns getödtet, aber deine Gnade, o Herr! macht uns wieder lebendig; denn Du, o göttlicher Erlöser! hast unsere Sünden an deinem Leibe auf dem Kreuzholze abgebüßt, damit wir den Sünden sterben, und der Gerechtigkeit leben. Durch deine Wunden sind wir geheilet. Wir wollen uns in nichts Underm rühmen, als in dem Kreuze unsers Herrn Jesus Christus, durch welchen die Welt für uns todt und gekreuzigt, und wir der Welt gekreuzigt sind. 7. Herr! stärke uns, damit wir jene nicht fürchten, die nur den Leib tödten; sondern den, der die Seele tödten, und in die Hölle stürzen kann. Herr! wir haben die Glieder unsers Leibes oft zum Dienste der Sünde mißbraucht; reinige sie nun, daß sie kräftig der Gerechtigkeit dienen. Gib uns, o Gott! jenen Haß gegen uns selbst, durch welchen man deine Liebe gewinnt. Lehre uns dieses vergängliche Leben verachten, um das ewige zu erlangen. Wehre, o Herr! daß wir nicht den breiten und lockenden Weg, der zum Tode führt, betreten; leite uns aber auf dem schmalen und steilen Pfade des Lebens. O Gott! Du hast uns den Tag und die Stunde, in der Du anklopfen und uns abrufen wirst, verborgen; so gib uns deine Gnade, daß wir ohne Unterlaß wachen, und stets bereit seyen, Dir die Thür zu öffnen. Wir mögen leben oder sterben, so mache, o Herr! daß wir Dir leben, und Dir sterben. Gekreuzigter Erlöser! mache uns wür. dig, daß wir uns Dir als ein lebendiges Schlachtopfer, als ein heiliges, deinen Augen wohlgefälliges Brandopfer darbringen. Umen. 4. Gebeth zu dem gekreuzigten Erlöser. T Jesus Christus! D Du erster und höchster Gegenstand meiner Anbethung und Liebe! mit dankbarem Herzen erins nere ich mich der bittern Leiden, die Du um meiner Sünden, und um meines ewigen Heiles willen am Kreuze drey Stuns den lang an Leib und Seele erduldet haft. Um deines bittern Leidens und Sterbens willen vergib mir meine Sünden, und sey mir in meiner Todesstunde gnädig. Gelobt fey Jesus Christus in Ewigkeit! Amen. Thu Toit. 5. Fromme Herzenserhebungen zu Jesus. Ich bethe Dich an, o Jesus! Du Sohn des lebendigen Gottes! Du wahrer Gott und wahrer Mensch! Du größter Wohlthäter und Heiland für uns Ulle. Mit vollkommener Ueberzeugung bekenne und glaube ich es, daß Du mein Gott und mein Erlöser bist. Auf Dich, o gütigster und mildester Jesus! setze ich mein ganzes Vertrauen! Du bist die alls mächtige Liebe; Du kannst und willst mir helfen. Wer Dir vertraut, wird nie zu Schanden. Ich danke Dir, o mein göttlicher Heiland! von ganzem Herzen für alle Gnaden und Wohlthaten, die Du mir und allen Menschen erwiesen haft. Durch treue Befolgung deiner Gebothe, und durch Geduld in den Schmerzen meiner Krankheit, will ich mich ftets bemühen, meine Dankbarkeit gegen Dich zu zeigen. Ich liebe Dich, o Du höchstes, Du liebenswürdigstes Gut! aus Liebe zu Dir will ich mich ganz Dir ergeben, und Dir mein Leben mit der kindlichen Bereitwilligkeit aufopfern, wie Du dein Leben für mich armen Sünder am Kreuze vers blutet, und deinem himmlischen Vater aufgeopfert haft. Segne mich o Du ewiger Seligmacher Aller, die an Dich glauben fegne mich auf meinem Krankenlager; gib Abscheu vor der Sünde, Freude zum Guten, und eine recht herzliche Sehnsucht nach Dir und nach deinem Reiche, das mit ich, wie dein heil. Apostel Paulus, aufgelöst, und mit Dir vereiniget zu werden wünsche. Jesus Christus! Du bist mein Leben, und Sterben mein Ge winn! Amen. M 7 6. Ganzliche Ergebung in den göttlichen Willen. O gütigster Gott, liebreichster Bater! die Du lieb haft, züchtigest Du. Diese Krankheit hat deine Liebe mir ges -- Tur Krante 20. fendet; es ist so geschehen nach deinem heiligen, wohlgefäls ligen, vollkommenen Willen. Ich danke Dir von Grund meines Herzens für dieses fichere Kennzeichen deiner Liebe. Durch dieses Leiden soll der Nahme Gottes geheiliget, und mein Seelenheil befördert werden. Deine Vater. güte wird mich tragen, deine Treue wird mich behüthen, deine Gnade wird mich stärken; ich hoffe es von Dir, Du bist mein Vater, mein Heiland! Ich danke Dir, liebster Bater! für das Kreuz, das Du mir sendest; denn es wird mein Leben bessern, meine Sünden tilgen, und mich im Guten stärken. - 505 Jesus hat gelitten, und durch den Tod ist Er in die Herrs lichkeit eingegangen; ich will mit Jesus leiden, der Welt und ihrer Luft abfterben; dann werde ich einst meinen Jesus in feiner Herrlichkeit finden, und durch ihn ewig selig seyn. 7. Gebeth um Geduld. O Du Spiegel der Geduld, Jesus Christus! auš Liebe hast Du unsere Schwachheit auf Dich genommen, und deine Codespein mit Freuden ausgestanden; laß auch mich mit deiner Gnade diefe Krankheit dankbar von deiner liebreichen Hand annehmen, und mit beständiger Geduld bis an's Ende ertragen. Stärke mich, daß ich Dich nicht etwa durch lingeduld beleidige, daß ich nicht im mindesten von deinem göttlichen Willen abweiche. Ich begehre alle meine gegenwärtigen, alle meine zukünftigen Schmerzen mit vollkommener Ges duld zu leiden; unterstütze aber meine Entschließung mit deiner Gnade, damit ich treu darin verharre bis zu ei nem glückseligen Ende. Amen. 8. Jesus Christus! dein Wille geschehe!. O göttlicher Herr und Heiland, Jesus Christus! Du haft die menschliche Natur und ihre Mühseligkeiten und Leis den angenommen; Du bist deinem himmlischen Vater ges horsam geworden bis zum Tode am Kreuze, und haft uns ein Beyspiel hinterlassen, daß wir in deine Fußstapfen eine treten und Dir nachfolgen sollen; ich vereinige daher meine Ergebung mit der Deinigen, und überlaffe mich Dir ganz, daß Du Alles mit mir nach deinem Wohlgefallen fügeft. Dir, o mein Gott! opfere ich meinen Leib und meine Seele; handle mit mir, wie Du willst; dein Wille soll der meine feyn! XI. Abschnitt. Undachten Ich bin überzeugt, daß Du es in allen Dingen väterlich mit mir meineft. Deine heilige Weisheit hat mir dieſe Krankheit zugeschickt; deßwegen glaube ich fest, daß fie zu meinem Besten sey. Mit dankbarem Herzen nehme ich fie von Dir an, und Dir zu lieb, und zur Ehre alles deffen, was Du für mich gelitten hast, will ich sie geduldig ertragen. Gib mir dazu deine Gnade, daß alle meine Leiden zu deiner Ehre und zu meinem Heile gereichen. Amen. 506 Vater der Erbarmungen! segne dein frankes Kind; ich nehme jedes Leiden gern aus deinen Händen, nur verleihe mir auch Geduld; vergib mir meine Missethaten; irfülle mein Herz mit lebendigem Glauben, festem Bere rauen, und treuer Liebe zu Dir, mein Vater! Amen. 9. Uebungen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Glaube. O Jesus! mein Gott und Erlöfer! der Du mich geliebt haft bis in den Tod, und aus Liebe zu mir gestors ben bist, daß ich ewig leben möge; ich glaube an Dich, und glaube Alles fest, was Du mich durch die heilige katholische Kirche zu glauben lehrest; im Glauben und Vertrauen der heiligen katholischen Kirche will ich also deinen heiligsten Nahmen ehren und anrufen. Hoffnung. Jesus! Du unendliche Liebe und Er barmung! der Du Alle zu erquicken verheißen haft, die mit gläubigem Vertrauen zu Dir, ihrem Heilande, ihre Zuflucht nehmen; ich hoffe zuversichtlich durch Anrufung deines heis ligften Nahmens Troft und Hülfe zu erhalten, und von allem Ulebel des Leibes und der Seele erlöset zu werden. Liebe. O Jesus! ich liebe Dich aus ganzer Seele, und bereue aus Liebe Deiner, alle zeitlebens begangene Sün den; ich bin auch fest entschloffen, meine erhaltene Gefund. heit, leibliche und geistliche Gnaden nur allein zu deiner Ehre und meinem Seelenheile anzuwenden. Es segne und bewahre mich vor allen Versuchungen, Uebeln, Krankheiten und Gefahren des Leibes und der Gees le der allmächtige Gott+ Bater, der f Sohn, und der heil. † Geift. Amen. Gelobt, gepriesen und verherrlichet sey der Nahme un fers Herrn Jesus Christus, jetzt und in Ewigkeit. Amen. für Kranke zc. 507 10. Das Gebeth des Herrn, nach der Auslegung des heiligen Bernhard. Vater! allmächtig in deinen Werken, felig in der Lies be, reich in der Gnade. Unser Vater aller Menschen, aller Geister, aller Creaturen Ursprung und Erhalter. Der Du bist in dem Himmel deiner großen Herrlichkeit, in dem Himmel der Engel und Heiligen, in dem Himmel aller frommen Christen Herzen auf Erde. Geheiliget werde dein Nahme, daß er uns sey ein Honig im Munde, ein lieblicher Gefang in den Ohren, ein Freudenschall im Herzen. 3ufomme uns dein Reich, welches eine Freude ohne Leid, ein Friede ohne Krübfal, fichere Rube ohne Störung ist. Dein Wille geschehe wie in Himmel, also auch auf Erden, daß wir haffer, was Du haffeft, lieben, was Du Liebeft, erfüllen, was Di gebietheft. Gib uns heut' unser tägliches Brot das Nothwendige für den Leib, die heilsame göttliche Leh re, und die himmlische Speise des hochwürdigsten Sacra ments. llnd vergib uns unsere Schulden, di wir gethan haben wider Dich, o Herr! wider unsern Näch sten, und wider uns selbst. Als auch wir vergebet unsern Schuldigern, die uns beleidiget haben durd böse Absichten, durch harte Worte und durch lieblose Werke, die uns geschadet haben an dem Leibe, an der Seele, oder, an zeitlichem Gute. Führe uns nicht in Versuchung der Welt, des Fleisches, und des Teufels. Sondern ers löse uns von dem Ulebel, es sey gegenwärtig, vers gangen, oder zukünftig. Amen, es geschehe von Dir, durch Dich, und in mir. 11. Gebeth für einen Kranken. Jesus Christus, liebreichster Freund und Erlöfer der Menschen der Du es so bitter erfahren hast, was Schmerz und Elend sey; um deiner Liebe, um deiner Leiden und Loe desschmerzen willen erbarme Dich dieses armen Kranken, und komm ihm durch deine Gnade zu Hülfe. Verleih ihm standhafte Geduld in seinen Leiden, stärke seinen Glauben und sein Vertrauen auf Dich, erfülle sein Herz mit inniger Liebe zu Dir, laß die Prüfungen, mit denen Du ihm heimfucheft, feine Sünden austilgen und seine Verdienste meh. ren; und wenn es deinem heiligsten Willen gemäß ist, fo 508 XI. Abschnitt. Undachten schenke ihm wieder die vorige Gesundheit. Willst Du aber, daß er sein Lager nicht mehr verlaffen soll, so ertheile ihm eine standhafte Ergebung in deine väterlichen Fügungen; laß ihn ein recht erbauliches Beyspiel des gläubigen Mus thes und der frommen Gelaffenheit seyn, die der wahre Christ in den letzten furchtbaren Stunden des Lebens zeigt; laß ihn Theil nehmen an den wohlthätigen Sacramenten der Sterbenden, und wenn sein Geist die Erde verläßt, so nimm ihn in deine Hände auf. Amen.- Vater unser 2c. 12. Gebeth um Wiedererlangung der Gesundheit. Barmherziger Vater im Himmel! heilig und gerecht ist, pas Du anordnest; dein Wille geschehe auch an mir! Aber fieser Wille wird oft erst offenbar, wenn wir bethen; Du claubeft uns, daß wir zu Dir flehen dürfen, ja Du befiehlst ns zu bethen, damit Du erhören könneft. Es ist vielleicht Dein Wille, daß ich bald wieder gesund berde, wenn ich nur deine Barmherzigkeit gläubig anrufe. Das will ich voll Vertrauen thun. Mein barmherziger Bas er! wenn es Dir wohlgefällig ist, so nimm dieß Leiden von nir; Du kannst es; sprich nur ein einziges Wort, so wird nein Leib und meine Seele gesund. Mit meinem Erlöser, der am Oehlberge zu Dir flehete, bitte auch ich:» Abba, lieber Bater! alle Dinge sind Dir möglich, nimm doch diesen bits tern Leidenskelch von mir. Aber nicht mein, sondern dein Wille geschehe!<< Vater! ich bitte Dich mit dem dreymahligen Gebethe Jes sus am Dehlberge, durch den blutigen Angstschweiß, den dein geliebter Sohn auch für mich vergoß; erlöse mich von der Gefahr des Todes, und verleihe mir die Gesundheit des Leis bes, damit ich Dir noch länger diene, mein Seelenheil wirs fe, meine Sünden büße, und in dieser Gnadenzeit noch mehr Gnade von Dir erlange. D' mein gütigster Heiland! Du haft noch immer die Macht gefund zu machen, die Du, als Du auf Erden wandelteft, an so vielen Kranken, die an Dich glaubten, ausübteft. Ich rufe in eben diesem Glauben zu Dir: Jesus! Du Sohn Davids! erbarme Dich meiner! Du darfst nur wol len, und ich stehe auf, und bin gefund. Erhöre mich nach deiner unendlichen Barmherzigkeit, und schenke mir meine Gesundheit wieder; oder wenn meine Genesung mir schäd für Kranke sc. 509 lich wäre, laß mich mit Dir sterben, auf daß ich mit Dir lebe; laß mich mit Dir leiden, damit ich mit Dir herrsche. Amen. 13. Gebeth nach überstandener Krankheit. Lobe den Herrn, meine Seele! und Alles, was in mir ist, preise seinen heiligen Nahmen!-Ja- ich will den Herrn loben allezeit; denn Er hat das Gebeth seines Knechtes nicht verschmähet. Schmerzen des Todes hatten mich umgeben; ich aber rief in meiner Noth zum Herrn. Ich flehete zu meis nem Gott; und Er hat aus seinem Heiligthume meine Stimme erhöret; und mein Flehen vor seinem Angesichte ist in feine Ohren gedrungen. Herr! mein Gott! ich habe zu Dir gerufen, und Du hast mich gefund gemacht. Ja, Grundgütigster! daß ich von meinem Krankenlager wieder aufgestanden bin, daß ich mein Leben gefristet sehe, und der so edlen Gesundheit wieder zu genießen anfange, dieß habe ich einzig deiner Vatergüte zu danken.-Anbethung, Preis und Ehre sep Dir dafür aus meiner ganzen Seele! Hättest Du nur Gerechtigkeit an mir ausüben wollen, o wahrlich eine noch größere Züchtigung hättest Du über mich verhängen müssen. Was,-o was hätte ich zu erwars ten gehabt, wenn Du mit mir in's Gericht gegangen wäreft! Aber Du bist gnädig und barmherzig und von großer Güte und Treue! Du züchtigest uns zwar, aber Du übergibst uns dem Tode nicht; sondern willst uns durch die Züchtigung bess fern und felig machen. Du verwundeft und heileft wieder; Du schlägst, und deine Hände machen wieder gefund. Dieses hab' ich an meinem Leibe und an meiner Seele schon mehrmahl erfahren. Meine leibliche Gesundheit ist wies der hergestellt, und die überstandene Krankheit hat meine Seele geheilet. Denn durch fie zogst Du, mein Gott und Bater! mich von der Welt, an der ich mit unordentlicher Liebe hing, freundlich zurück, und brachteft mich näher zu Dir, da ich mich von Dir entfernt hatte, und meinen böfen Neigungen und Begierden gehorchte. Du schwächtest den Körper, um die Seele zu stärken. Du lehrtest mich öfter und kräftiger bethen, und brachtest mich zur Erkenntniß, wie eitel und zur Seligkeit unnütz alle Güter der Welt, wie nichtig aller Reichthum und alles Ansehen der Menschen sind, da fie nicht einmahl vor Krankheit schüßen, oder die verlorne Ges - 510 XI. Abschnitt. Andachten fundheit wieder geben können. Kurz, Du lehrtest mich der Welt abfterben, um ein neues, Dir geheiligtes Leben anzufangen. So danke ich Dir denn, o mein Gott! aus ganzem Hers zen für deine väterliche Heimsuchung, und bitte Dich, Du wolleft fie zum Heile meiner Seele gedeihen laffen. Stärke die guten Vorsätze, die ich auf meinem Krankenbette für die Zukunft gefaßt habe, damit ich, was ich Dir feyerlich angelobte, auch erfülle. Laß mich die Welt, ihre Güter und Freuden immer so ansehen, wie sie mir auf meinem Krankenlager ers schienen sind, damit ich gegen ihre Reizungen mehr, als zuvor, auf meiner Huth, und vor ihren Verführungen sicher seyn möge. Ich bin fest entschlossen, o mein Gott! unterstütze meis nen schwachen Willen mit deiner mächtigen Gnade!- fest bin ich entschlossen, Dich feuriger zu lieben, Dir eifriger zu dienen, meinem Berufe emfiger obzuliegen, meine Gesunds heit höher zu schätzen und sorgfältiger zu bewahren, als bis. her. Mein gesunder Leib, meine Sinne, mein Geist, mein Herz, und alle meine Kräfte sollen Dir künftig geheiliget feyn. Gegne diese Entschließungen, o'Du mein gütigster Bater! auf daß ich mit jedem Tage besser, und Dir wohlges fälliger lebe, in deiner Gnade sterben, und ewig bey Dir selig werden möge, durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen. Zweyter Zeitraum. 14. Um Gnade durch das Leiden unsers Herrn Jesus Christus. O Herr Jesus Chriftus! mein einziger Erlöser und Heis land, laß dein heiliges Leiden an mir elenden Sünder nicht verloren werden; durch deine große Schmach, durch deinen bittern Tod und durch dein verwundetes Herz, verleihe mir Gnade, jetzt und am Ende meines Lebens. O gefreuzigter Herr Jesus, aller Welt Heiland! setze deine bittere Marter, deine schmerzlichen Wunden, dein heiliges Sterben und alle deine Barmherzigkeit, zwischen dei: strenges Gericht und meine fündige Seele. O getreuer Hirt, der Du mit deinem theuren Blute deine Schäflein rein waschest und heiligeft; dein Blut und all' dein Leiden komme mir, und allen Sündern zu Hülfe, zum Troft und Heile. O schuld. loses Lamm Gottes! welches Du durch dein Kreuz für Kranke ic. 511 und Leiden hinwegnimmst die Sünden der Welt; durch deine bittere Pein, Noth und Angst, die Du ungeachtet deis ner reinsten Unschuld, am Kreuze gelitten haft, behüthe mich vor deinem strengen llrtheile, und erbarme Dich über die Les bendigen und die Todten. Du gehorsamer Sohn O Gottes! der Du so willig den Kelch des bittersten Leidens getrunken haft, auch mit Galle und Effig getränket worden bist, durch alle deine Schmerzen, Wunden und Pein mach mich geduldig und gehorsam bis in den Tod. O reines und kräftiges Opfer, welches hinreicht, alle Sünder mit Gott zu verföhnen, durch die gnadenreichen Verdienste deines heiligen Lebens, Leidens und Sterbens verschaffe, daß ich dieser Welt absterbe, Dir allein lebe, und im Frieden hinscheide. O Jesus von Nazareth! gekreuzigter König der Juden! dein Sieg und Triumph, den Du wider alle Feinde am Kreuze vollendet haft, behüthe mich vor allen meinen Feinden, bewahre meinen Leib und meine Seele vor aller Gefährlichkeit, gebe deiner Kirche Friede und Einigs keit, verleihe allen Sündern Reue und Gnade, und lasse uns heilig leben und sterben. Amen. 15. Anrufung des allerheiligsten Rahmens Jesus. D Jesus! Du Quelle aller Barmherzigkeit! erbarme Dich über mich Kranken nach deiner großen Barmherzigs feit. allergütigfter Jesus! dein kostbares Blut ist für uns arme Sünder am Kreuzesstamme geflossen. Tilge aus damit meine Miffethaten, und sieh mich an mit den Augen deiner Barmherzigkeit. In deinem heiligsten Nahmen rufe ich um Verzeihung meiner Sünden. Jesus heißt Erlöser, Heiland, Seligmacher. O Jesus! Du füßer, liebreicher, kräftiger Nahme! Um deines Nahmens willen sey mir ein gütiger Jesus, ein Heiland, Retter und Erlöser. O Jesus! Du Heil der Gläubigen; o Jesus! Du Troft der Hoffenden; o Jesus! Du süße Vergebung aller unserer Sünden. O liebenswürdigster Jesus! o hold. feligster Jesus! erfülle mich mit deiner Gnade; verleih mir deine Liebe; ertheile mir Barmherzigkeit; sey mein Trost in Trübfal, Linderung in meinen Schmerzen, Stärke in meinen Todesängsten, und das Heil in meinem letzten Ende. 16. Seufzer zu Jesus. O Herr Jesus Christus! sieh, ein elender, mit schwerer ******* XI. Abschnitt. Andachten Schuld beladener Sünder steht vor dem Throne deiner Barmherzigkeit, und ruft um Gnade. 512 D Herr Jesus Christus! Du Arzt und Heiland der Sees len! wasche, reinige mich, heilige mich, wie den reumüthis gen Schächer am Kreuze in der Quelle deiner unergründlic dhen Barmherzigkeit. O mein Gott! reiß mein Herz los von der Welt, und von allen irdischen Dingen, und erfülle mich mit heiliger Sehnsucht nach Dir. Home 17. Gänzliche Hingabe an Jesus Christus. Du allerliebvollstes für mich verwundetes Herz Jesus! ich opfere Dir mein Herz, damit es von Dir getrös stet werde.- O Jesus! Du Wiederhersteller der Unschuld! ich übergib Dir meine arme, durch die Sünde verunstaltete Seele; präge ihr Dein Bild wieder ein; daß sie Dir ähne lich werde. O Jesus! Du allergehorsamster Sohn des himmlischen Vaters, bis zum Tod am Kreuze! in deine Häns de empfehle ich meinen Geist, wie Du deinen Geist in die Hände deines Vaters empfohlen haft; erquicke, stärke ihn, daß er nicht ermatte im Todeskampfe. O Jesus! mein Gott und meine Liebe! gib, daß ich in allen Tugenden ges stärket werde; zieh mich nach Dir, und vereinige mich mit Dir hier und dort in Ewigkeit. Amen. 301 L — wom - 18. Empfehlung in den Schuß Mariä. O Maria, ehrwürdige Mutter Jesus und aller Gläubi gen! in deinen Schuß, in deine Fürbitte empfehle ich mich und die Meinigen, besonders aber die Stunde meines Ab. sterbens. Dallergütigste Jungfrau! du bittest bey deinem göttlis chen Sohne Jefus für Alle, die dir vertrauen; du Trösterinn der Kleinmüthigen, du Zuflucht der Bedrängten! zu dir trete ich, und stelle mich als ein armer Sünder mit Seufzen vor dein Angesicht: verschmähe nicht meine Worte, o Ge bärerinn des ewigen Wortes! höre und erhöre gnädig mich armseligen in diesem Jammerthale zu dir rufenden Sünder. Ich bitte, siehe mir bey in allen meinen Nöthen, jetzt und allzeit, und sonderlich in der Stunde meines Todes. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! O Maria! du Mutter der Gnaden und Barmherzigkeit, laß mich deinen Beystand erfahren; jetzt in diesem Zustande für Kranke se. 543 meines tiefen Kummers hoffe ich von deiner Fürbitte Befes stigung im Glauben, Ergebung in den göttlichen Willen, ausharrende Geduld, zunehmende Liebe, und endlich einen glückseligen Eingang in die himmlischen Freuden. Amen. 19. Gebeth zu den heiligen Engeln, besonders zu dem heiligen Schußengel. Ihr Engel Gottes, geschaffen zu seiner Ehre und zum Dienste der Menschen, ausgerüstet mit allen Gaben der Gnade des Herrn; ihr stehet immer um Gottes Thron, sehet sein Angesicht und vollziehet seinen Willen; ihr wachet und bethet für die heilige Kirche auf dieser Erde; ihr seydes, wel che die Gebethe und guten Werke der Frommen vor Gottes Thron bringen; ihr seyd es, die dem Menschen in Versuchun gen und Leiden benstehen; ihr freuet euch über die Buße des Sünders; ihr bringet uns Kraft und Trost vom Himmel; ihr begleitet die Frommen durch's Leben; ihr traget die Sees len der Gerechten in den Himmel, wie ihr dort den armen Lazarus in den Schooß Abrahams getragen habt. Darunt empfange Gott von uns Lob und Ehre und Anbethung für euere Erschaffung, für alle von Jhm euch erwiesene Gnade und Liebe; euch aber sey Dank gesagt, und unser Zutrauen geschenkt für alle uns erwiesenen Dienste. Besonders sey Gott Ehre, Anbethung und Dank wegen deiner, du, omein Schußgeist! und dirsey Dank gesagt und mein Zutrauen gewidmet für alle deine mir erwiesene Liebe, Treue, Sorgfalt und Beschüßung. Der liebe Gott vergelte Dir Alles, was du an mir gethan haft. O heiliger Schußengel! wache und bethe ferner für mich, verkündige mir Gottes Willen, erwecke in mir Abscheu gegen jede Sünde, Luft und Liebe zu allem Guten; bring mir Rath und Trost vom Him mel, schüße mich in Gefahren des Leibes und der Seele, vers treib von mir die Nachstellungen des bösen Feindes, führe mich unbefleckt durch dieses Leben, und wenn es einst zum Sterben kommt, so empfang du meine Seele, und überbring fie deinem und meinem Schöpfer, deinem und meinem Gott, damit wir mit einander Gott in Ewigkeit danken, Ihn los ben, anbethen, und in seiner Herrlichkeit uns erfreuen mögen, Amen. XI. Abschnitt.- Undachten 20. Anrufung der Heiligen. alle Heilige Gottes! besonders ihr, meine heiligen Pa tronen N. N., ihr habt den Kampf bestanden, der mir bevors stehet, und ihr triumphiret nun in der himmlischen Glorie; eure Herrlichkeit kann euch ewig nicht mehr entriffen werden. Ach! helfet mir ringen, stehet mir bey in diesem gefahrvollen Kampfe, erhaltet mir meine Kräfte, damit ich ritterlich streis te, die Feinde meines Heils besiege, und endlich nach heilig und glücklich überstandenem Tode mit euch ewig leben und Gott lieben und preisen möge. Amen. Dritter Zeitraum. 21. Gebeth vor der heiligen Communion. O Herr! ich trete mit reumüthiger und liebender Seele ganz demüthig zu dem kostbaren Tische, auf welchem dein heis liges Fleisch und Blut zu unserer Speise bereitet ist, und bitte Dich inbrünstig, Du wollest mir die Gnade verleihen, damit ich Dich mit solcher Ehrerbiethung und Andacht, mit solcher Furcht und Liebe, mit solchem starken Glauben, mit solcher Reinheit und Undacht, mit solchem guten Gewissen, hohem Eifer und tiefer Demuth empfange, daß dein hoher gewaltiger Nahme dadurch gepriesen, und meine arme Seele erquickt und gestärket werde. Schelende und schwache Creatur komme zu Dir, oftarker, weiser, mächtiger Arzt des Lebens. Ich unreines irdisches Geschöpf komme zu Dir, o unerschöpflicher Brunnen der Barmherzigkeit. Ich blindes, verirrtes Schäflein komme zu Dir, o helles Licht der ewigen Klarheit. Ich armer und nothdürftiger Fremdling komme zu Dir, o Herr und Regent Hims mels und der Erde. Ich untreuer Knecht komme zu Dir, o König der Ehren! und bitte Dich von ganzem Herzen, Du wollest mir verzeihen, meine große Schwachheit heilen, meis ne Unreinigkeit wegnehmen, meine Blindheit erleuchten, meis ne Armuth bereichern, meine Blöße bekleiden. O mein ewiger Herr! zünde an in mir das seligmachende Feuer der Liebe, stärke meinen Glauben, mehre meine Hoff nung, lösche aus in mir die bösen Begierden, nimm weg alles Mißtrauen, alle Verzagtheit. Gib mir ein starkes ruhiges Gewissen, erfülle mich mit allen guten Dir wohlgefälligen Tugenden. Besänftige deinen Zorn, den ich wohl verdienet ha für Kranke 26. 515 be; erscheine mir mit holdfeliger Gnade, neige deine Himmel und komme zu mir; weiche nicht von mir, bleibe bey mir, und führe mich, dein Schäflein, auf gute Weide. Laß mich meis nem Feinde nicht zum Naube werden; vertreib alle meine Feinde, die mir schaden wollen. Du ewiges Himmelsbrot, Du Brot der Engel, Du Brot deiner Auserwählten, komm in mein Herz und speise mich, daß ich weder hungere noch dürs ste in Ewigkeit; vereinige mich mit Dir, daß ich mit Dir eint Geist und ein Leib werde. Vertilge alle meine Sünden, erleuchte meinen Verstand, bessere mein Leben, verbittere mir das Zeitliche, versüße mir das Ueberirdische und Göttliche. Gib mir ein gutes Vornehmen, und richte all' mein Thun und Laffen zu deinem Lobe und meiner Seele Seligkeit. Leite alle meine Gedanken auf Dich, und laß mich von Dir nie geschies den werden. Sey und bleibe Du mein Heiland, mein Trost, meine Zuversicht, meine Liebe und meine Freude. Du bist und bleibst meine Speise und mein Trank, das bimmlische Manna meiner Seele. Laß mich nicht trostlos und hungrig von deinem Tische; speise und tränke mich, daß ich möge in Dir bleiben und Du in mir; stärke mich, daß ich durch dieses zeitliche und arbeitsame Leben unaufhaltsam zu Dir mit eiligen muntern Schritten in guten Werken, in deiner Gnade und Liebe fortschreite, und endlich zu deinem ewigen Reiche kommen möge, wo dieses kőnigliche Mahl nicht mehr unter äußerlichen Gestalten von des Priesters Hand gereichet wird, sondern wo wir Dich von Ungesicht zu Angesicht sehen, genießen, und von deinem seligen Anblicke ohne Aufhören gespeiset und ersättiget werden. Dir sey Lob, Ehre und Preis in Ewigkeit. Amen. 22. 3ur letzten Dehlung. Jesus Christus lehrt uns durch seinen heiligen Apostel Jas cobus und durch seine Kirche, daß dieses heil. Sacrament eine be= sondere Kraft enthalte, welche den Kranken als die heilsamfte Leis bes- und Seelen Arzney mitgetheilt wird. Entweder erlangen sie wieder die verlorne Gesundheit, oder doch wenigstens himmlische übernatürliche Gnade, um die Beschwerden der Krankheit zu ertras gen, und den Versuchungen des Teufels zu widerstehen. Ferner er= kennen wir aus der untrüglichen Lehre der katholischen Kirche, daß diefes Sacrament den Glauben belebe, die Hoffnung befestige und die Liebe entflamme; daß es die unbekannten und vergessenen Fehle tritte auslösche, die Ueberbleibsel der Sünden vertilge, und den 33* 5 316 XI. Abschnitt. Undachten Mangel der Buße, die man uns hätte auflegen sollen, oder die wir noch nicht vollständig verrichtet haben, ersebe, daß es uns endlich eine besondere Gnade ertheile, welche in uns zu einer Quelle des geistlichen Lebens wird. So groß aber der Nußen dieses beil. Sacraments ist, so geschieht es doch nur zu oft, daß der Mensch unglücklicher Weise entweder aus fremder oder eigener Nachlässigkeit, unvermuthet vom Tode überfallen, dieser letzten Hülfe beraubt werde; oft geschieht es, daß der Kranke wegen Mattigkeit des Leibes, oder Schwachheit des Geistes sich nicht zu Gott erheben, und sein Gebeth mit dem Gebethe der Kirche nicht mehr vereinigen kann. Deßwegen thue jeßt schon, o lieber Christ! ben gefundem Leibe, in Betreff dieses heil. Sacramentes, was du in deiner Todesnoth zu thun wünscheft! Stelle dir den höchstwichtigen Zustand vor, in welchem du dich auf dem Kodbette befinden wirst, und eigne dir im Voraus die Gebethe zu, deren sich die Kirche zum Troste und zur Heiligung der Kranken und Sterbenden bedient. 23. Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. ( Bethe zuerst die Litaney Seite 190.) Sieh gnädig herab, o Herr! auf deinen Diener, der in seiner Krankheit schmachtet, und erquicke seine Seele, damit er durch deine Züchtigung gebessert werde, und durch deine himmlische Arzeney Heilung erhalte, durch Christus, unsern Herrn. Amen. Durch die Kraft dieser heiligen Salbung, und nach den Verheißungen deiner unendlichen Barmherzigkeit, verzeih mir alle meine Sünden, die ich durch den übeln Gebrauch meis ner Sinne und meiner Leibeskräfte begangen habe! Wie oft wünschte ich zu sehen, um meinem Vorwitze, oder meiner bös fen Augenluft genüge zu leisten! Wie oft habe ich meine Oh. ren mißbraucht, da ich mit Vergnügen unkeusche Scherze und boshafte, oder lieblose- auch feindselige, oder gehässige Verleumdungen anhörte! Wie oft habe ich meinen Mund mißbraucht, da ich frech redete und unmäßig aß! Ach, wie oft habe ich alle Glieder meines Leibes mißbraucht, da ich sie zu Werkzeugen der Ungerechtigkeit und Bosheit machte, an statt sie Dir, o Gott! zu weihen, und in deinem Dienste als Waffen der Gottseligkeit und Gerechtigkeit zu gebrauchen! O mein Gott! ich flehe zu Dir um Verzeihung, und hoffe sie von deiner Güte durch das Gebeth deiner heiligen Kirche zu erlangen. Ullmächtiger, ewiger Gott! der Du durch den Mund deis nes heiligen Apostels Jacobus allen Kranken dieses heilige THE DIFRUTO CUT Sacrament zu ertheilen befohlen haft; verleih mir, deinem Diener, daß ich deine göttliche Heilkraft nicht bloß am Körper, sondern auch am Geiste erfahre, und besonders vor meis nem Tode durch das Sacrament der heiligen Dehlung gereis niget und gestärkt werden möge, durch Jesus Christus, uns fern Herrn. Amen. In deinem Nahmen, o Vatert, Sohn f, und heiliger Geist t, durch die Handauflegung des Priesters( die ich mir gegenwärtig vorstelle) und auf die Fürbitte aller heiligen Ens gel, Erzengel, Patriarchen, Propheten, Apostel, Märtyrer, Bekenner, Jungfrauen und aller Heiligen, werde in mir außgetilgt alle Kraft des Teufels. Segne mich, Gott Vater, der Du mich erschaffen! segne und heilige mich, Gott Sohn, der Du für mich am Kreuze ges litten! segne und erleuchte mich, Gott heiliger Geist, der Du mich in der heiligen Taufe geheiliget haft! bewahre meinen Leib, heile meine Seele, sende deine göttlichen Strahlen in mein Herz, leite meine Sinne, und führe mich in's ewige Leben. Amen. 24. Geistliches Zestament. Im Nahmen Gottes des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes. Amen. Ich** übergebe meine Seele Gott meinem Erschaffer, und meinen Leib der Erde, von der er gebildet ist. Ich verlasse freywillig alle Ergeßlichkeiten dies ses Lebens, und alle irdischen Dinge. Alle Sünden bereue ich von ganzem Herzen. Ich verfluche dieselben und verabscheue fie, weil sie Dir, o liebenswürdigster Gott! mißfallen. Aus Liebe zu Dir, o Gott! verzeihe ich allen meinen Feinden von Herzensgrund. Ich wünsche ihnen alles Gute. Ich glaube an den dreyeinigen Gott, Vater, Sohn und heiligen Geist; me inen Erschaffer, Erlöser und Seligmacher; meinen uns endlich mächtigen, gütigen und weisen Gott und Herrn. Ich glaube feftiglich Alles, was die wahre katholische Kirche mir vorstellt zu glauben. Ich hoffe zuversichtlich von der göttlichen Güte Verzeihung aller meiner Sünden, Gnade zum Guten, und das ewige Leben. Ich liebe meinen Gott aus ganzem Herzen, aus ganzem Gemüthe und aus allen Kräfte. Ich unterwerfe mich ganz und vollkommen dem heiligsten, weisesten,' liebvollsten, allzeit anbethungswürdigsten Willen Gottes. онидан ауруши. Anvachten Ich bin bereit, Alles von Dir, o Gott! anzunehmen; Kranks heit oder Wohlseyn, Leben oder Tod; dein Wohlgefallen, dein heiligster Wille geschehe an mir! Amen. Ich empfehle meinen Leib und meine Seele in die Für. birte der allerglorwürdigsten Jungfrau Maria, meiner liebsten Mutter, des heiligen Josephs, meines heiligen Schußengels und aller Heiligen, welche ich nun demüthigst bitte, daß sie mir beystehen wollen in der Stunde meines Todes. Meine legten Worte seyen:» Jesus, Maria, Joseph! in euern Händen will ich leben und sterben.« Wird mein Mund diese Worte nicht aussprechen können, so soll es mein Herz thun. Weil aber vielleicht in meiner Sterbstunde mein Verstand mir mangelt, so will ich es jest für diesen wichtigen Augenblick thun, und zwar mit allem möglichsten Eifer, tiefster Ehrerbies thung und Demuth:» Jesus, Maria, Joseph!«- o mein Gott! in deine Hände, in deine heiligen Wunden, die Du aus Liebe für mich armen Sünder an deinem heiligen Leibe empfangen hast, empfehle ich meinen Geist, mein Herz und meis nen Leib. O Gott! sey mir armen Sünder gnädig und barmherzig! Amen. 17 25. Heiliges Bündniß mit Gott, welches ein Kranker täglich mit diesen oder andern ähnlichen Worten erneuern soll. Ich bethe an, grüße und lobpreise Dich, o allerheiligste Dreyfaltigkeit! Ich danke Dir herzlich für alle von Dir empfangenen Wohlthaten, besonders, daß Du mich erschaf fen, erlöset, zu dem wahren allein seligmachenden Glauben berufen, und mir großen Sünder solche Gnade und Barmherzigkeit ertheilet hast. - Zur Danksaguug, o Gott! opfere ich Dir auf die Vers dienste unsers Herrn Jesus Christus, seiner werthesten Muts ter Maria, und aller Heiligen Gottes, wie auch alle heiligen Mesopfer, welche heute in der ganzen Welt dargebracht werden. Ich opfere Dir auch auf alle meine Trübsale und Schmerzen, die mir heute von deiner liebevollen Hand gesene det werden. Mein kräftiger Vorsatz ist, Alles willig und Dir zu lieb, und in Vereinigung mit dem Leiden Jesus zu erdulden. Ich verlange, o göttliche Liebe! Dich unaufhörlich zu lo ben, zu preisen, zu verherrlichen, mit Herz und Mund, mit Ge beth in Trost und Trübfal. Ich mache daher diesen Bund vor deiner hochheiligen Gegenwart: Jede Leibesbewegung, jeder Athemzug, jeder Pulsschlag soll für mich rufen:» Gelobt und gepriesen sen die allerheiligste Drepeinigkeit!« oder:» Jefus, Gott, meine meine Liebe! a Jesus, mein Bräutigam! Liebe! Bestätige diesen Bund, o Gott! erhalte mich in meinem Vorsaße, und in deiner Gnade. 1 ich 26. Gebeth eines Sterbenden zu Gott dem Vater. Allmächtiger Bater! steh erbarmend herab auf die Seele, für die dein Sohn gestorben ist, und die jetzt diesen sterblichen Leib verlaffen und zu Dir zurückkehren will. ODu ewige Liebe! nimm mich auf; empfang dein Kind mit väterlicher Huld. Ich werfe mich in die Arme deiner Güte, glaube an Dich mit fester lleberzeugung, und freue mich meis nes Glaubens; ich sebe meine ganze Zuversicht auf Dich, und ich weiß gewiß, Du wirst mich nicht verlassen;-Du vers gibst mir alle meine Schwachheiten; denn, lieber Vater! ich bereue sie,- weil ich Dich liebe, weil ich Dich recht von ganzem Herzen liebe; ich danke Dir für alle Wohlthaten, die ich auf Erde von Dir genossen habe; und bald, o Du mein Vater!-o Du Gott meines Herzens;- bald will ich niederfallen vor Dir,- und Dir danken innig und ewig,- und Dich unaussprechlich lieben. Amen. www - - 1 - 27. Andacht zu Jesus dem Gekreuzigten vor dem Tode. 1) Jesus Christus, mein einziger Heiland! nur durch Dich, nur durch deinen heiligen Tod kann ich einen guten Tod hoffen. Durch dein heiliges Blut erlange ich die Nachlaffung der Sünden, die Gnade der Liebe, und die Bes harrlichkeit im Glauben bis an's Ende. Ich umfange daher dein heiliges Kreuz, an welchem Du dein kostbares Blut vere goffen hast, als den Baum des Lebens, als das Zeichen des Heiles. Du bist für mich am Kreuze gestorben, und hast mir den Weg in den Himmel bereitet.- Jesus, mein Leben und meine Seligkeit! mit Dir geh' ich voll froher Zuversicht in den Tod, und durch Dich in das ewige Leben. Jesus, mein einziger Trost, mein Gott und mein Erlöser! unter dein Kreuz nehme ich armer Sünder meine Zuflucht, und wenn mich schon der Tod schrecket, so ist doch deine Liebe meine Hoffnung. Jesus! ich verlasse dein Kreuz nicht, bis ich mit Dir im Him mel vereiniget bin. Ich glaube an Dich, o gekreuzigte Liebe! und ich sterbe in diesem Glauben. Ich bethe Dich an, mein Gott am Kreuze! und ich sterbe in dieser Unbethung.- Ich hoffe auf Dich, mein gekreuzigter Heiland! und ich sterbe in dieser Hoffnung. Ich liebe Dich, mein Seligmacher am Kreuze! und ich sterbe in dieser Liebe. Ich bereue meine Sünden, und bitte um Gnade und Barmherzigkeit, Dich, o mein Versöhner! und ich sterbe in dieser Liebesreue. Ich rufe Dich an, mein Jesus! erbarme Dich meiner, und laß mich nicht zu Grunde gehen durch dein bits teres Leiden und Sterben. 14 - 2) Jesus! deine heiligen fünf Wunden sind mein Trost! ich füffe fie andächtig, mit zärtlichster Liebe! Laß in meiner letzten Stunde aus denselben mir zufließen deine Barmherzigkeit, deine Gnade, deine Liebe, damit ich selig in Dir, o mein Herr! sterbe. Strecke aus, liebster Jesus! deine allmächtige rechte Hand, welche für mich ist verwundet worden, strecke sie aus über mich in meiner legten Angst und Verlaffenheit; beschüße mich wider meine Feinde, damit ich Dich im Himmel ewig loben möge:» Die Rechte des Herrn hat mich beschützet und erhöhet,« Ewig unselig werden am Tage des Gerichts jene seyn, die zur linken Seite den ewigen Fluch vernehmen. O mein Heiland! ich umfange und küsse jetzt noch deine versöhnende linke Hand; denn sie ist für mich verwundet und bluttriefend, und bitte Dich:» Erbarmer! laß mich nicht in's Verders ben gehen!« Jesus, mein göttlicher Heiland! ich werf' mich zu deinen heiligsten Füßen, wie die liebende Magdas lena, in tiefster Demuth und mit vollem Vertrauen; ich küsse und verehre sie mit gerührter Undacht! Ach, laß mich vor meinem Ende in dem Innersten meines Herzens die troftvollen Worte hören:» Viele Sünden sind dir nachgelassen, weil du viel geliebet hast! Sen ges grüßt, du heilige Wunde des rechten Fußes! durch dein kostbares Blut führe mich auf den Weg des Heiles, damit ich eingehe in's ewige Leben. Sey gegrüßt, du heilige Wune de des linken Fußes! durch dein kostbares Blut erwirb mir Verzeihung aller sündhaften Schritte meines Lebens. Nimmer will ich sie begehen bis in den Tod. Heilige Wunde des göttlichen Herzens Jesus! zu Dir fliehe ich in den Schrecs THE DICHTE AL fen des Todes!- Jefus! dein verwundetes Herz, deine of. fene Seite ist mein Trost! Ich umfange Dich, liebster Heiland! gieß die Liebe deines göttlichen Herzens in mein are mes Herz, und, mit Dir vereinigt, laß mich von der Welt, aber nicht von Dir scheiden. Allerheiligstes Herz! in deinem Blute reinige mich! durch deine Liebe entflamme mich! durch deinen Tod mach' mich selig! 3) Gekreuzigter Heiland! dein Tod ist mein Leben! deine letzten Worte am Kreuz e sollen mein Trost in meinem Tode seyn: 1 - - Vater verzeih' ihnen; denn sie wissen nicht, was sie thun!<< Liebe! Du bethest für deine Feinde. Willig verzeih' ich Allen, die mich jemahl beleidiget haben. Jesus! laß dein Blut, dein sterbendes Herz bey dem Vater für mich um Barme herzigkeit bitten! Ach, verzeih mir meine Sünden, und geh' nicht in das Gericht mit deinem Diener! Wahrlich! ich sage bir: heute wirst du bey mir im Paradiese seyn! 11 931 111 - - Barmherzigkeit! wer soll auf Dich nicht hoffen? auch einem büßenden Mörder versprichst Du das Himmels reich! Jesus! gedenke meiner in deinem Reiche! Uch! in meiner letzten Stunde sieh mich an mit deinen barmherzigen Augen, daß ich wahre Reue gewinne, und einen seligen Tod erlange. Gütigster Jesus! laß mich bey meinem Absterben diese troftvollen Worte hören: heute wirst du bey mir im Paradiese seyn. — » Sieh deinen Sohn! Sieh deine Mutter! O unendliche Güte! Du gibst dem geliebten Jün ger eine solche Mutter.- Jesus! in meiner Todesangst laß mich genießen die mächtige Fürbitte, und den Schuß deiner allerfeligsten Mutter!-Verleih mir, o Du allerzärtlich ster Sohn! ein findliches Herz gegen Maria, sie in meinen Leben so zu ehren und zu lieben, daß sie für mich bitte, und in meiner Sterbftunde sich als eine liebreiche Mutter erzeige. » Mein Gott! mein Gott! warum hast Du mich verlaffen?< Ogöttliche Gerechtigkeit! Du überlaffest Jesus dem Schmerzen und dem Tode für die Sünden der Welt! Jesus in der Angst, in den Versuchungen und Schmerzen des Todes verlaß mich nicht, da mich die ganze Welt verlaſsen wird! Barmherziger Jesus! ich geh' zu Grunde, wenn Du 922 An ana mich verlasseft; Du allein bist meine Zuflucht- Verlaß mich nicht!- in meinem letzten Ende!- tröste und stärke mich! Verbirg meine ächzende Seele in deine Wunden, und laß mich da mein Heil finden. » Mich dürftet!< ansvayten Ouebermaß der Liebe!- Dein liebreicher Durst wird mit Galle und Essig gestillt!- und es dürftet Dich nach dem Heile der Seelen!- Jesus! ich übergeb' Dir meine Seele! mache sie selig durch dein Leiden und Sterben! Liebster Jesus! bewahre mich in meiner Sterbftunde von als daß ich Dir zu ler Ungeduld, und von allem Kleinmuthe, liebe Alles leide, und mit heftiger Begierde nach Dir seufze. * Es ist vollbracht!< - - Gehorsam! bis in den Tod des Kreuzes hast Du den Willen des Vaters erfüllet! Jefus! Du hast das große Werk unserer Erlösung durch deinen Tod vollendet!- Dir sey ewiger Dank!- meine Liebe bis in den Tod soll die Vergeltung feyn! Unendlich liebenswürdigster Jesus! laß mich in dei ner Gnade und Liebe mein Leben vollbringen und alles erfül len, was Du von mir verlangst, damit ich mit Freuden sterbe. » Bater! in deine Hände empfehle ich meinen Geist! s SA Oliebevolles Vertrauen! also hast Du deine heis Jesus! in ligste Seele der Liebe des Vaters überlassen! deine verwundeten Hände, welche Du am Kreuze ausgestreckt haft, mich zu umfangen, empfehl' ich meine arme Seele!- nimm sie auf in die Arme deiner Barmherzigkeit in jenem letz ten Augenblicke!-Sterbender Jesus! mit Dir will ich mein Leben beschließen in den Worten: Vater! in deine Hände empfehle ich meinen Geist!- Jesus! ich sterbe in deiner Liebe, Dich zu loben und zu lieben in Ewigkeit. Amen. 28. Gebeth bey Annäherung des Todes.( 1. Segen.) Die allerheiligste Dreyfaltigkeit segne dich! Der Friede Die Kraft seie unsers Herrn Jesus Christus erfülle dich! Das siege nes bittern Leidens und Sterbens stärke dich! Die hafte Zeichen des heiligen Kreuzes beschüße dich! mütterliche Liebe der allerreinsten Jungfrau Maria erquicke dich!- Der Chor der heiligen Engel beschirme dich!- Die Fürbitte aller Heiligen, Auserwählten Gottes helfe dir! Die heiligen Wunden Jesus Christus und sein kostbares Blut - - - — fur Krante 2c. sey und bleibe bey dir!- Dieß alles verleihe dir der allmächtige barmherzige Gott+ der Vater, und der Sohn, und der heilige Geist. Amen. 335 2. Besprengung mit Weißwaffer. Dein allerliebster Heiland Jesus Christus wolle dich mit dem Ysop seines kostbaren Blutes besprengen, und von allen Sünden reinigen und bewahren. Amen. Der allmächtige Gott wolle dir durch das Gebeth der katholischen Kirche, mit welchem dieses Wasser gesegnet ist, vers leihen: Reinigung von Sünden, Beschüßung vor den Feins den, Linderung der Schmerzen, Trost in Trübsalen, und endlich den Eingang in's ewige Leben, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. 3. Wenn der Sterbende das Bild des Gekreuzigten anfaßt, fest anblickt, und liebend an's Herz drückt. Jesus meine Liebe, ist gefreuziget worden!-Am Kreuze hat Jesus gebethet: Bater verzeih ihner! Am Kreuze hat Jesus mein Heil vollbracht!- Weichet von mir, ihr Feinde meiner Seligkeit, ihr seyd überwunden durch das Kreuz meines Erlösers! Es lebe Jesus! Amen. 4. Beym Hinhalten der Sterbelerze. Liebe, theure Seele! sich an dieses brennende Licht. Es fey dir ein Bild von dem, was Jesus Christus ist, und wie wir Ihm entgegen gehen sollen. Jesus Christus ist unser Licht, unser Leben, und wir sollen ihm mit brennender Liebe entges gen eilen, follen zu Ihm bethen: Jesus Christus, Du bist unser wahres Licht! Un Dich und deine heilige Lehre glaube ich. Erhalte dieses Licht in mir. Erbarme Dich meiner! In deine Hände empfehle ich meinen Geist; ach, deine ehrwürdigen Hände, o Jesus! tragen noch die Wundmahle deiner Liebe, sie strahlen in lauter Licht vers klärt. Du fannst mich nicht verschmähen, mein Nahme ist in deine Hände geschrieben mit deinem Blute. Jesus Christus! Du bist die Quelle ewiger Seligkeit! Auf Dich hoffe ich. Erbarme Dich meiner! In deine Hände empfehle ich meinen Geift! Ach, deine ehrwürdigen Hände, o Jesus! tragen noch die Wundenmahle deiner Liebe; sie strahlen in lauter Licht verklärt. Du kannst mich nicht vers schmähen, mein Nahme ist in deine Hände geschrieben mit deinem Blute. 1 METS AI. Abynitt. Andaayten Jesus Christus! Du bist die ewige Liebe selber. Dich lie. be ich, Dich will ich ewig lieben. Erbarme Dich meiner! In deine Hände empfehle ich meinen Geist. Udh, deine ehrwürs digen Hände, o Jesus! tragen noch die Wundenmahle deiner Liebe; sie strahlen in lauter Licht verklärt. Du kannst mich nicht verschmähen, mein Nahme ist in deine Hände geschrieben mit deinem Blute. 934 Nun entlasfest Du mich in Frieden- nach deinem Wors te; denn meine Augen haben dein Heil gesehen, das Licht zur Erleuchtung der Völker. Das wahre Licht bist Du, und ers leuchtest Jeden, der da in die Welt kommt. Erleuchte mich nun auch jetzt, da ich aus dieser Welt austrete. Erleuchte meine Augen, daß sie Dich sehen in deinem Reiche. 29. Wie man in Abwesenheit eines Priesters dem Sterbenden langsam vorbethen kann. Sen getroft mein Lieber, und barre aus: Wer ausharret bis an's Ende, wird selig seyn. Gott und der Himmel ist Alles werth. Für Gott und den Himmel können wir nicht zu viel leiden. Eine Eurze vorübergehende Trübsal bewirkt eine ewige Herrlichkeit in uns. Freue dich mein Christ! bald wirst du Den in seiner ganzen Schönheit und Liebenswürdigkeit erblicken, den du hier nur im Bilde vor dir siehst. Ower mag die Freude beschreiben, die wir has ben werden, wenn wir hinkommen zu unserm himmlischen Bater, wenn wir von Ungesicht zu Ungeficht sehen werden unsern liebes vollsten Heiland und Erlöser; wenn wir werden kennen lernen all' die heiligen Engel und seligen Geister, wenn wir sehen werden all' die Seelen der Frommen und Gerechten, die uns vorangegangen sind. Sieh', mein Christ! eine so große Seligkeit wartet auf uns, Sen nur getroft und verjage nicht. Nur noch wenige Augenblicke, so ist es ausgelitten auf immer. Bethe noch einmahl mit mir: Mein Gott, Du rufest mich. Ich bin bereit, deinem Rufe zu folgen. Thue, was Dir gefällt. Dein Wille geschehe! Du haft mir das Leben gegeben; Du kannst es mir nehmen; dein Nahme sey gepriesen! Nicht, wie ich will, sondern, wie Du willst! Mein Vater! ich will sterben, weil Du es willst. Ich will sterben, damit ich Dich nicht mehr beleidige. Ich will sterben, um ewig bey Dir zu seyn, Dich zu lieben, und deine Barms herzigkeit ewig zu loben. Ohimmlischer Vater! nimm mein Leben zum Opfer hin. Jch opfere Dir mein Leiden, meine Tos desangst und meinen Tod, in der Vereinigung mit dem Leiden, mit der Todesangst, und mit dem Tode deines Sohnes auf. Befiehl, daß meine Seele in die Wohnungen des Friedens für Krante as. aufgenommen werde. Herr! stärke mich in dieser Stunde! Hilf mir, damit ich nicht zu Grunde gehe! Bater! ich glaube an Dich; vermehre meinen Glauben. Bater! ich hoffe auf Dich, laß mich nicht zu Schanden werden. Vater! Du weißt es, daß ich Dich liebe. Weder das Leben, noch der Tod foll mich von dieser Liebe trennen. Ich liebe alle Menschen aus Lies be zu Dir. Jch verzeih' von Herzen allen meinen Beleidigern. Verzeih' auch mir, mein Vater!- Vater! sey mir gnädig! Vater! sey mir barmherzig! Vater verzeih mir meine Sünden, um des Verdienstes Jesus willen. O, bleib auch jetzt mein Vater! Herr, wie sehne ich mich nach deinem Hause! Ich wünsche aufgelöst zu werden, um bey Dir zu seyn. Laß mich bald vor deinem Angesichte erscheinen! 525 Jesus! ich glaube an Dich, Du ewige Wahrheit. Ich hoffe auf Dich, Du unendliche Barmherzigkeit. Ich liebe Dich, Du allerhöchstes Gut. Aus Liebe zu Dir, bereue ich noch ein Mahl alle Sünden meines ganzen Lebens. O hätte ich nur keine Sünde begangen! Durch dein vergoffenes Blut, e Jesus wasche mich rein von allen Sünden. Laß dein Leiden und Sterben an meiner armen Seele nicht verloren gehen. O mein himmlischer Vater! habe Mitleid mit deinem Kinde, das in den äußersten Nöthen da liegt, o wie ist mir so angst und bange im Herzen. Sohn Gottes, mein Erlöser! erlöfe mich aus diesen qualvollen Zügen. Heiliger Geist! tröste meis ne tief geängstigte Seele mit himmlischem Troste, wie Du einst die Apostel und Märtyrer getröstet hast. Heiligste Dreyeinigkeit, erbarme Dich meiner! Gott! mein Beschützer und meine Zuflucht, Dein bin ich, steh' mir bey. Herr! erhöre mein Gebeth, und laß mein Rufen zu Dir kommen. Jesus! bleib bey mir; denn es will Abend werden, und der Tag meines Lebens hat sich geneiget. Sey Du mein Wegweiser in der finstern Nacht des Todes. Jesus! Du Sohn Davids, erbarme Dich meiner! Heiliger Schußengel! nur jetzt steh mir bey. Nur jetzt vers laß mich nicht in der letzten Stunde. Hilf mir streiten, hilf mir überwinden alle Nachstellungen des bösen Feindes. Heiliger Joseph! du hattest während deines Lebens das Glück, Jesus und Maria recht nahe zu seyn, bitt' auch für mich, daß Jesus und Maria bey mir seyen in der Stunde meis nes Todes. Darum rufe ich: Jesus, Maria und Joseph! flehet mir bey. XI. Abschnitt. Undachten Ihr meine heiligen Patronen! die ich im Leben öfters ane gerufen habe, bittet auch für mich um ein glückseliges Ende, daß ich mit euch den großen Herrn und Schöpfer ewig loben und preisen kann. Komm, o Jesus! verweile nicht lange. Erlöse mich von der Angst des Todes. Meine Seele verlangt nach Dir. In deine Hände empfehle ich meinen Geist. Jesus! Dir lebe ich; Jesus! Dir sterbe ich; Jesus! Dein bin ich todt und lebendig. Jesus, Maria, Joseph! stehet mir bey in meinem letzten Streit. Komm, o Herr Jesus! ach komm. 526 * Wenn die Züge länger anhalten, so verrichte der Priester oder Jemand aus den Umstehenden etwa folgende Gebethe: Gebeth. Herr Jesus Christus! Du Heiland und Erlöser der Welt! wir bitten Dich, durch dein schmerzvolles Leiden und Sterben, besonders durch jene Angst und Traurigkeit, die Du am Oehlberge um unsertwillen gelitten hast, Du wollest Dich dieser in Todesängsten liegenden Seele erbars men, und sie mit deiner Gnade stärken, damit sie standhaft überwinde, und der himmlischen Glückseligkeit theilhaftig werde. Vater unser 2c. Ave Maria. - Gebeth. O Herr Jesus Christus! der Du Dich gewürs diget hast, aus Liebe zu uns Sündern alle Bitterkeit des Sodes selbst zu versuchen, erbarme Dich dieser in Zügen liegenden Seele, und opfere dem himmlischen Vater die Verdienste deines Leidens und Todes für sie auf, damit ihr alle Sünden und Strafen mögen nachgelassen werden, und sie bald deiner seligen Anschauung genießen könne. Amen. Vater unser 2c. Gebeth. O Herr Jesus Christus! der Du mit ewiger Liebe uns geliebet, und mit den Banden der Liebe uns zu Dir gezogen hast, erbarme Dich dieser hinscheidenden Seele, und zieh' sie mit deiner Gnade zu Dir, daß sie durch nichts mehr von Dir getrennt werde, sondern mit Dir sich ewig erfreuen möge. Amen.- Vater unser 2c. 30. Dreyfaches Gebeth, welches von den Umstehenden kann verrichtet werden, während der Kranke mit dem Tode ringt. 1. 211mächtiger Gott! Vater im Himmel! erbarme Dich seiner!( ibrer!) Bater unser zc. Ave Maria. für Kranke zc. 527 Vater und Schöpfer der Menschen, ewiger Gott! Du rus feft jetzt diesen geliebten Sterbenden zu Dir;-Du hast den Tod gesandt, daß er seine Seele von seinem Leibe trenne: era barme Dich seiner; steh' ihm bey in seinem letzten Kampfe; vergib ihm seine Verirrungen; mildere die Schrecken der legs ten Stunde; seine Gnade ruhe auf ihm. Laß ihn enden in deiner Liebe, und belohne ihn für alle Leiden, die er in seinem Leben erduldet hat, mit den Freuden des Himmels. Amen. II. Jesus! Du Erlöser der Menschen! Erbarme Dich seiner!( ihrer!) Bater unser 2c. Ave Maria. Göttlicher Menschenfreund, Jesus Christus! der Du aus Liebe zu uns dein Blut am Kreuze vergossen, und dein Leben für uns geopfert haft; sieh, hier ringt ein geliebter Sterbender mit dem Tode.- Erbarme Dich seiner; heilige seine Seele: er ist auch von Dir erlöst, o Gottmensch! Laß ihn glücks lich enden, und Gnade finden vor deinem Nichterstuhle. Amen. III. Gott! heiliger Geist! erbarme Dich seiner! ( ihrer!) Bater unser 2c. Ave Maria. Geist der heiligen Liebe! Tröster und Wohlthäter der Menschen! Du haft diesen geliebten Sterbenden, der jetzt mit dem Tode ringt, in der Taufe geheiliget, und zu deinem Tempel eingeweihet. Verlaß ihn jest nicht in der bangen Stunde, da Du seine Seele in die Ewigkeit hinüber rufest. Nimm ihn gnädig auf; mache sein Ende sanft; führe seine Seele in die himmlische Wohnung, die ihr der göttliche Erlöser berei tet hat. Heilige Maria, heilige Engel und Erzengel, und alle Hei lige Gottes! bittet für unsern geliebten Sterbenden! Amen. 31. Empfehlung des Sterbenden an den dreyeinigen Gott. Scheide, o christliche Seele! aus dieser gebrechlichen Hüt te, im Nahmen des allmächtigen Gottes des Vaters, der dich erschaffen hat; im Nahmen Jesus Christus, des Sohnes des lebendigen Gottes, der für dich gestorben ist; im Nahmen des heiligen Geistes, der in dir ausgegossen, dich zu seinem Heilig thume eingeweihet hat. Alle Engel und Heilige Gottes N. N. freuen sich deiner Aufnahme in ihrer Gesellschaft. Heute noch werde Friede dir, heute noch werde dir eine Wohnstätte im Hause des Vas ters, durch Jesus Christus unsern Herrn, XI. Abschnitt Undachten Gott! Du die Güte selber, Du tilgst nach der Fülle dei. ner Erbarmungen alle Sünden, die ein reuevolles Herz verabscheut! Sieh auf diese scheidende Seele mit einem Blicke, der lauter Gnade und Erbarmung ist, herab, und erhöre sein gläubiges Flehen um Nachlaß aller seiner Sünden. Erneuere, ergänze, mache wieder gut, was in ihm die Schwäche der. menschlichen Natur verdorben, oder die Macht der Hölle zers rüttet hat, und binde ihn als ein heiliges Glied an dem heilis gen Leibe deiner Erlöfeten ewig fest. Erhöre sein Seufzen, trockne seine Thränen. Ich empfehle dich, liebe Seele! dem allmächtigen Gott, dessen Geschöpf du bist. Dem allmächtigen Gott übergebe ich dich. Kehre wieder zu dem zurück, desa sen Gebilde du bist. Ich empfehle dich, geliebteste Seele! uns ferm Herrn und Heiland, Jesus Christus, der für uns Sünder sich in den Tod hingegeben hat. Mild und voll Gnade ers scheine dir sein Untlig. Er selbst löse dir das Band des Leibes; Er sey dein Licht in der Nacht der Sterbestunde; Er sey dein Leben in der letzten Ohnmacht, die die Welt Tod nennt; Er sey deine ganze Hülfe, indem dich alle sichtbare Hülfe verläßt. Es sollen dir beym Austritte aus dem Leibe die Engel Gottes entgegen kommen, und dich geleiten in die Gemeinschaft der heiligen Patriarchen und Propheten, der Apostel und Blutzeugen des neuen Bundes, aller Bekens ner Christus, aller Mitgenossen des ewigen Lebens.- Ges leite, o heiliger Schußengel! diese scheidende Seele hin in die Gemeinschaft aller Heiligen zum Kusse des ewigen Fries geleite sie in den Schooß der ewigen Liebe! dens 538 - 32. Gebeth nach dem Verscheiden der Seele. *( Wenn der Bruder oder die Schwester überstanden hat den Todeskampf, so bethe mit den Umstehenden diese Litaney und die darauf folgenden Gebetbe.) Herr erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, er. barme Dich unser! Gott Vater vom Himmel! Erbarme Dich ihrer! Gott Sohn Erlöser der Welt! 2c. Gott heiliger Geist! Heilige Maria! Bitte für sie( ihn!) Alle beiligen Engel und Erzengel! 2c. Alle Chöre der seligen Geister! Alle heiligen Patriarchen und Propheten! Alle heiligen Apostel und Evangelisten! Alle heiligen unschuldigen Kinder! Alle heiligen Martyrer! alle heiligen Bischöfe und Beichtiger! für Kranke se. Alle heiligen Kirchenlehrer! Alle beiligen Vriester und Leviten! Alle heiligen Mönche und Einsiedler! Alle beiligen Jungfrauen und Witfrauen! Alle Heilige Gottes! Sey ihr gnädig! Verschone ihrer, o Herr! Een ihr gnädig! Erlöse sie, o Herr! Von den Peinen des Fegfeuers! Erlöfe sie, o Herr! Durch deine Menschwerdung und Geburt! zc. Durch deine Taufe und heiliges Fasten! Durch dein Kreuz und Leiden! Durch deinen Tod und Begräbniß! Durch deine Auferstehung und Himmelfahrt! Durch die Ankunft des heiligen Geistes. Wir armen Sünder! Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du dieser abgeschiedenen Seele verschonest! Ic. Daß Du ihr verzeihest! Daß Du ihr alle noch übrigen Sündenstrafen nachlasses! Daß Du sie aus dem Fegfeuer erlöfest! Daß Du sie zur ewigen Seligkeit aufnehmest! Jesus Du Sohn Gottes! 529 O Ou Lamm Gottes, das Du binwegnimmst die Sanden der Welt! Gib ihr die ewige Ruhe!( wird drey Mahl wiederhohlt.) Vater unser ic. Herr gib ihr die ewige Ruhe! Das ewige Licht leuchte ihr! Herr, laß sie in Frieden ruhen! Amen. Herr, erhöre unser Gebeth! und laß unser Rufen zu Dir kommen. Gebeth. O Gott! Du Erschaffer und Erlöser aller Menschen! verleih' dieser abgeschiedenen Seele vollkommene Verzeihung und Nachlaffung aller verdienten Sün denstrafe, damit sie von der Pein des Fegfeuers befreyt, Dich als ihr letztes Ziel und Ende anschauen, lieben und in alle Ewigkeit loben und preifen möge. Amen. Herr! gib ihr die ewige Ruhe; und das ewige Licht leuchte ihr! Diefe, und die Seele aller Abgestorbenen sole len durch Gottes Barmherzigkeit in Friede ruhen. Amen. Gebeth und Ermahnung an die Umstehenden. Herr des Lebens und des Todes! nun ist die Seele dieses unsers N. zu Dir hingegangen, damit sie empfange, was sie verdient hat. Du richtest se jetzt und dein Urtheil ist das gerechteste. Wir wollen von dem Todten das Beste hoffen; aber uns Lebende erschüttere dieser Fall mit heilsamer Furcht. Auch wir werden, wer weiß wie bald schon, Ulles verlassen müssen. Nichts wird uns mehr helfen, nichts mehr trösten, als deine Gnade; o Gott! und ein gutes Gewissen. Auch wir werden einst so daliegen, wie dieser Verstorbene. Uns Allen ist gesetzt, einmahl zu sterben; und dann folgt das Gericht. 34 v 530 XI. Abschnitt. Andachten für Kranke se. Gedanke des Gerichts! Möchtest du uns oft genug zu Sinn fommen!-Wie, wenn wir jetzt an des Verstorbenen Stelle erscheinen müßten. was hätten wir zu erwarten? non- me Dank sey Dir, o Gott! daß wir noch leben, und Zeit has ben, uns zu bereiten. Aber wir dürfen nicht säumen, sie recht zu benüßen. Noch jeßt, da wir hier knien, versprechen wir Dir, o Gott! uns ernstlich zu bessern, und christlich zu wandeln in dieser Welt, damit wir sie einst getroft verlassen mögen. Wenn dieser Todte sich aufrichten, seinen erblaßten Mund öffnen, seine erstarrte Hand ausstrecken; wenn er auf den Einen oder den Undern aus uns hinzeigen, und rufen würde: Morgen wirst du- und du- und du bey mir seyn. Was würden wir da gethan zu haben wünschen? Dasselbe wollen wir jetzt thun, weil Keiner einen Augens blick sicher ist. Jetzt wollen wir solche Gesinnungen und Ents schließungen fassen, und in's Werk seßen, daß wir ruhig dars über sterben können. Gott! hilf uns, daß wir nicht bald wieder leichtsinnig vergessen, was wir gehört, gesehen und empfunden haben. Drücke das Bild des Todes tief in unser Herz, und laß es auf unser ganzes Leben wirken. Dir wollen wir leben und sterben. Amen. Beym Tode unserer Geliebten. Gott! Du hast jetzt unsern lieben N. zu Dir genommen. Groß ist der Schmerz, den wir darüber empfinden. Sie können Dir nicht mißfallen die Thränen der Wehmuth und der Liebe, die wir um ihn' vergießen. Wir murren nicht, da wir weinen, sondern ergeben uns mit kindlichem Herzen in deinen heiligen Willen. Was Du thust, ist wohlgethan, wenn wir's schon nicht verstehen. Du kannst, und wirst uns den Verlust mit Gewinn erseßen. Stärke unsern Glauben. Wir dürfen beym Tode der Unfrigen nicht troftlos jammern, wie die Heiden, die keine Hoffnung einer bessern Zus kunft haben. Die Seelen der Frommen leben bey Dir, o Gott! ewiglich, und finden dort reichlichen Ersaß für Alles, was sie hier verlassen haben. Sie ruhen aus von aller Mühfeligkeit, empfangen den Lohn ihrer Thaten, und wünschen sich nicht mehr zurück. Einst sollen auch wir zu ihnen kommen, und ihrer Seligkeit theilhaftig werden. Das sey unser Trost. Dahin ziele unser ganzes Trachten. Amen. 531 3wölfter Abschnitt. Andachtsübungen für die Verstorbenen. Abendbethstunde am Allerheiligen- Feste. , auch während einer Vigil für die verstorbenen Chriftgläubigen. Borerinnerung. Selig sind die Todten, die in dem Herrn sterben! Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke für die Verstorbenen bethen, sagt die heilige Schrift, 2. Mach. 12. Der Zustand derjenigen Seelen, die aus diesem Leben noch nicht von allen Sündenmakeln gereiniget dahin scheiden, und also erst in jener Welt dieselben abbüßen müssen, ist gewiß ein trauriger und schmerzlicher Zustand; darum nennt man sie auch arme Seelen, und den Ort ihres Aufenthalts, Fegfeuer, Reinigungsort, weil sie dort gleichsam, wie das Gold durchs Feuer von den anklebenden Flec. ken gefegt, gereiniget werden müssen. Wie man für sie bethen soll, lehren folgende Gebethe: Eingang. Herr!& ffne meine Lippen, und mein Mund wird dein Lob verkündigen. Gott! denke auf meine Rettung. Herr! eile mir zu Hülfe. Anbethung. I. Den König, dem Alles lebet, Jesus Christus, bethe o meine Secle! in tiefster Demuth an. Dem Erstgebornen der Todten, dem Fürsten aller Könige der Erde, der uns geliebt, und von unsern Sünden in seinem Blute uns abgewaschen hat, bring, o Seele! unsterblichen Dank und Ehre. Jesus Christus, dem Richter der Lebendigen und der Todten, welcher die Schlüss sel des Todes und der Hölle hat, stimme, o Seele den himmli schen Lobgesang an: Heilig! heilig! heilig ist Gott 2c. 11. Herr! laß sie in Frieden ruhen. O Vater! voll Lieb' und Huld! erhöre unser Flehen, wenn wir mit bangen Thränen hier auf unsere Gräber sehen, wenn dann das Auge sehnsuchtsvoll an deinem Himmel weilet, und glaubend sich das wunde Herz durch stille Undacht heilet. Du, 34* 532 XII. Abschnitt. Undachten Herr! gabst uns're Lieben uns! Du, Herr! hast sie genommen! Sie wohnen in der bessern Welt, bey Engeln und bey Frommen; Du schüßest sie, sie sind bey Dir, und werden sie durch Leiden vielleicht dort auch geprüft- Du führst sie einst in deine Freu den! Allgütiger! vollende sie! Gib ihnen bald die Krone! Laß sie mit deinen Heiligen dort steh'n vor deinem Throne! Vollende sie in Herrlichkeit! Laß sie dein Untlig sehen, und führe sie, Herr! in dein Licht, wo sie Dich ewig sehen! Herr! erbarme Dich! Laß sie im Frieden ruh'n! Dein Licht erleuchte sie! Amen.. III. Gemüthserhebung. Gott der Liebe und der Erbarmungen! der Du es gern siehst, wenn deine Kinder für einander zu Dir, unserm allgemeinen Vater, bitten, erbarme Dich der leidenden Seelen, die in jener Welt noch nicht ganz gereiniget sind; durch das Blut und die Leiden deines geliebten Sohnes erlaffe ihnen ihre Sünden, und heilige sie. Jesus Christus! Du hast Dich als einen Bürgen für die Sündenschuld der ganzen Welt dem himmlischen Vater dargestellt, und unsern Schuldbrief, der an deinem Kreuze angeheftet war, mit deinem heiligsten Blute getilget; laß durch deine Barmherzigkeit den unendlichen Werth deiner Genugthuung den armen leidenden Seelen im Reinigungsorte zu Theil werden, damit, was sie nicht vermögen, ihnen durch dein heiliges Leiden und Sterben geschenkt werde. Guter Vater deiner Kinder; sende deinen heiligen Ene gel zu diesen leidenden Seelen, der sie erfreue, und ihnen die Erlösung verkünde, nach der sie sich so unaussprechlich fehnen; rufe sie in deinen Himmel, damit sie Dich ewig lies ben. Amen. IV. Das Vater unser, für die leidenden Geelen im Fegfeuer. 1. Vater unser, der Du bist in dem Himmel! Ich bitte Dich demüthig, vergib den leidenden Seelen, die deiner seligen Anschauung jenseits noch) beraubet find; vergib ihnen, daß sie Dich, ihren heiligen, liebenswürdig ften Vater, der Du sie durch deine Güte zu deinen Kindern angenommen, nicht immer, wie sie sollten, geliebet, sondern sich manches Undankes und Ungehorsams gegen Dich schuls dig gemacht haben. Zur Genugthuung für ihre Sünden für die Verstorbenen. 533 opfere ich Dir jene Liebe und Verehrung auf, welche dein theurer Sohn auf Erde Dir allzeit erwiesen, und durch Len die Er für alle unsere Nachlässigkeiten so reichlich genug gethan hat. Amen. Bater unser 2c. - asi 2. Geheiliget werde dein Nahme! Vergib, o ewiger, barmherziger Vater! allen Verstore benen, die noch gereiniget werden von ihren Mängeln und Fehlern, wie das Gold im Gluthofen, vergib ihnen, daß fie deinen Nahmen nicht immer würdig geehrt, nicht stets in heiliger Furcht vor Dir gewandelt, und sich durch öftere Verirrungen des christlichen Nahmens unwerth gemacht haben. Zur Genugthuung für diese Sünden opfere ich Dir die vollkommenste Heiligkeit deines Sohnes auf, mit der Er deinen über Alles gepriesenen Nahmen durch Lehre und Beyspiel so sehr erhöhet, und in allen seinen Handlungen verherrlichet hat. Umen. Vater unser 2c. - 3. Bukomme uns dein Reich! Vergib, o Gott des Friedens! allen Verstorbenen, die noch nicht eingegangen sind in die seligen Wohnungen des Friedens, vergib ihnen, daß sie sich nach Dir und nach deinem Reiche, worin allein Ruhe und ewige Freude ist, nicht immer mit solcher Inbrunst sehnten, noch mit so sorgfälti gem Eifer darnach strebten, als es ihre Pflicht gewesen. Für alle ihre Trägheit im Guten opfere ich Dir die reinen Wünfche deines Eingebornen auf, mit denen er so liebevoll die Herzen der Menschen zu gewinnen suchte, damit sie seine Miterben werden möchten. Amen.-Vater unser 2c. 4. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden! Vergib, o gütigster Bater! allen Verstorbenen, die noch fern von Dir, sich nach deiner väterlichen Nähe sehnen, vergib ihnen, daß sie nicht allzeit deinen heiligen Willen dem ihrigen vorgeseßt, demselben nicht immer gehorcht, sondern sich öfters von ihren Begierden haben hinreißen laffen. Zur Ersegung ihres Ungehorsams opfere ich Dir die findliche Ergebenheit Jesus, und seinen tiefen Gehorsam auf, den Er Dir in den härtesten Prüfungen erwiesen, und durch den Er Dir folgsam war bis zum Tode am Kreuze. Amen.- Vater unser zc.. XII. Abschnitt. Undachten. 5. Gib uns heute unser tägliches Brot! Vergib, o liebreichster Bater! allen Verstorbenen die noch nach der himmlischen Mahlzeit schmachten, and fern von Dir, nach Dir hungern, vergib ihnen, daß sie das gnadenreiche Geheimniß des Altars nicht allzeit mit jenem Glauben, mit jener Undacht und Liebe empfangen haben, mit der sie es hätten genießen sollen, und dadurch ihren göttlichen Erlöser manchmahl in ein unwürdiges Herz aufgenommen haben. Für diese Vergehungen opfere ich Dir jene ins nige Liebe, und jenes unaussprechliche Wohlwollen auf, mit dem Er dieses allerheiligste Sacrament zu unserm Troste und zu unserer Heiligung eingeseßet hat. Amen.- Bater unser 2c. 534 6. Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Ich bitte Dich demüthigst, o unendlich langmüthiger Vater! vergib allen Verstorbenen ihre Missethaten, die sie je in ihrem Leben begangen, und für die sie nicht hinreichend genug gethan haben; vergib ihnen alle zornmüthigen Empfindungen, die sie je gegen ihre Mitmenschen im Herzen getragen. Ich opfere Dir dafür auf das großmüthige, göttliche Gebeth, welches dein allerliebster Sohn am Kreuze für seine Feinde an dein liebendes Vaterherz gerichtet hat. Amen. Bater unser zc. Abyrg 2. Und führe uns nicht in Versuchung. Ich bitte Dich, o gnädigster Vater! der Du keinen über seine Kräfte versucht werden lasseft, vergib unsern verstors benen Mitchriften, daß sie den Versuchungen und bösen Trieben nicht immer widerstanden, sondern sich öfters durch die Neize der betrieglichen, falschen Freuden, durch Augenluft, Fleischeslust und Hoffart des Lebens haben hinreißen lassen, und dadurch ihre Tugend verloren oder befleckt haben. Für alle diese Sünden opfere ich Dir den glorreichen Sieg unfers göttlichen Erlösers auf, mit dem Er die Welt und den bösen Feind überwunden hat, ich opfere Dir seinen ganzen heiligen Lebenswandel, seine Liebe zur Armuth, Reinheit, Demuth, alle feine Mühe und Arbeit, sein bitteres Leiden und Sterben auf. Amen. Bater unser 26. für die Verstorbenen. 8. Sondern erlöse uns von allem Uebel. O ewige Liebe- die nicht den Tod des Sünders will, sondern daß er sich befehre und lebe!- erlöse alle Mitglies der der leidenden und streitenden Kirche von allem Ulebel und aller Strafe, durch die Verdienste deines Eingebors nen, und führe uns zu dem Reiche deiner ewigen Herrlichfeit, in deine seligen Wohnungen. Amen. Ich glaub' an Gott Vater zc. - V. Bitten für unsere im Herrn entschlafenen Unverwandten. » Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu bethen, damit ihnen ihre Sünden ganz verziehen werden. Dieses sagt uns dein heiliges Wort, o Gott der Gnade und Barmherzigkeit! Im festen Vertrauen auf dieses Wort richte ich mein demüthiges Gebeth für meine verstorbenen Lieben an dein huldvolles Vaterherz; denn es ist Dir ja wohlgefällig, wenn wir uns gegenseitig deiner Liebe empfehlen. Sich, o mein Gott! ich rufe zu Dir für meine theuren, redlichen Weltern, denen ich Leben, Erziehung, und so viele Wohlthaten verdanke; die mich so herzlich liebten, und so invigen Antheil an meinem Wohl und Wehe genommen haben. Du hast sie mir entzogen, und so kann ich ihnen meis ne dankbare Liebe nicht anders vergelten, als daß ich Dich bitte, o Herr! vergilt ihnen mit deiner Gnade, mit deinem Erbarmen in der Ewigkeit alles Gute, was ich von ihnen empfangen habe, und unterstüße mich, daß ich sie durch einen rechtschaffenen, gottesfürchtigen Lebenswandel im Grabe noch ehre, und einst mit ihnen in deiner Himmelsseligkeit vereinigt, deine Erbarmungen ewig anbethen und preisen möge. Amen. Ich rufe auch zu Dir, o Vater der Erbarmungen! für die Seelen meiner Unverwandten, Freunde und Wohlthäter. Sie sind heimgegangen in's Land der Vergeltung; ach, ich habe ihre Liebe nicht vergelten können. Mit stiller Wehmuth erinnert sich mein Herz an diese so innig geliebten Personen! Mache sie selig, o Du Erbarmer der Menschen! Laß sie ruhen in deinem Frieden; sende ihnen deinen Engel, der sie tröfte, wenn sie noch einer fernern Reinigung bedürfen. Ich bitte Dich auch für alle Diejenigen, die ich in ihrem 536 XII. Abschnitt. Undachten Leben fannte. Vielleicht sind einige unter ihnen, die mich etwa wie immer betrübt haben; herzlich verzeihe ich ihnen, wie ich hoffe, daß auch Du mir verzeihen werdest. Vielleicht sind auch einige, die ich beleidiget, denen ich ergerniß ges geben habe; segne sie für das, was sie von mir erlitten, und laß mein herzliches, mein aufrichtiges Gebeth einige Vergütung seyn. Segne alle meine Brüder, deren Gebeine im Grabe ruhen. Sey Du ihr Trost und ihr Helfer, und ihre Seligkeit. Um Jesus willen mache sie alle recht selig, Alle für die ich bitte. Sie hatten Schwachheiten an sich, aber sie liebten Dich; sie bereueten ihre Verirrungen; sie schieden in deiner Liebe aus diesem Leben. Sie mußten auf Erden manche Trübfal dulden; o vergilt ihnen nun mit dem ewigen Fries den. Vereinige Alle rings um Dich, und empfang von ihnen die unaussprechlichen Gefühle des Dankes und der Liebe. Das theure Blut unsers göttlichen Erlösers, die Ver. dienste seines Leidens und seines Todes sollen euch reinigen, ihr theuren, geliebten Seelen! Gottes Huld, der Friede und die Liebe des himmlischen Vaters sey über euch! Eure Ges beine ruhen im Schooße der Erde; ein gleiches Schicksal wird auch mich früher oder später treffen. Der Allmächtige erbarme sich über euch und über mich); Er rufe euch zu sich, und heiße auch mich einft in's selige Vaterland kommen, wo wir die Wonne des Wiedersehens empfinden, und ewig in Dir, o Heiland! und mit Dir, und durch Dich selig seyn werden. Amen. VI. Allgemeines Gebetb für die Verstorbenen. Gerechter und heiliger Gott, aber auch zugleich gütigster Vater aller Menschen! Du liebst deine Kinder, und willst, daß wir alle einander lieben sollen. Die Seelen im Fegfeuer sind unsere Mitchristen, unsere Nächsten, unsere Brüder und Schwestern, deine Kinder. Sie haben ihre Wanderschaft auf Erden vollendet, aber sie sind noch nicht ganz am Ziele. Wir bitten Dich, erfülle ihr Verlangen, ihre schmachtende Sehnsucht; reinige, vollende sie ganz; mildere ihre Schmerzen, stärke, tröste erfreue sie. Vater! Du liebst sie mehr, als wir; Du reinigest sie nur aus Liebe, weil es seyn muß, weil es zu ihrer Seligkeit nöthig ist, und für die Verstorbenen. 537 weil deine heilige Gerechtigkeit fordert, daß nichts Unreines in dein Reich eingehe. Unendlich weiser und gütiger Gott! wir haben nicht das mindeste Recht, etwas von Dir zu fors dern; aber bitten dürfen wir aus Liebe zu unsern Brüdern und Schwestern, aus Liebe zu deinen Kindern, daß Du sie aufnehmest in das Reich deiner ewigen Herrlichkeit. Jesus! Du liebreichster Heiland der Menschen! Du haft auch diese Seelen durch deinen Tod erlöset; laß sie bes sonders in jenem heiligsten Opfer, in welchem dein Tod unblutiger Weise erneuert wird, Trost und Erquickung finden; laß fie es ganz erfahren, daß Du ihr Versöhner und Heiland bist. Mir aber soll das Undenken an die Verstorbenen ein heilsamer Gedanke feyn. Nichts Unreines kann in den Himmel eingehen, oder vor deinem Angesicht, o allerheiligster Gott! bestehen. Wie sorgfältig muß ich mich also vor der Sünde hüthen, und alle Makeln, die an mir sind, jetzt noch in diesem Leben nach allen Kräften auszulöschen suchen! Du urtheileft anders, gerechter Gott! als wir Menschen urtheis len. Was werde ich einst selbst von manchen Sünden denfen, die ich jetzt für Kleinigkeiten halte, oder wohl gar nicht als Sünden erkennen will?- Was soll ich schon jetzt davon denken? Wie mangelhaft, wie unvollkommen wers den mir selbst meine eingebildeten Tugenden vorkoms men, wenn Du sie, o Gott! in der Wahrheit untersuchen, richten, und was ich nur aus Gewohnheit, aus Noth und 3wang, ohne gute Absicht, oder wohl gar aus der Absicht, den Menschen zu gefallen, gethan habe, verwerfen wirst? O Gott! ich will mich jetzt selbst öfters richten, auf mein Thun und Laffen zurücksehen, da ich noch Zeit habe, mich zu bessern; ich will jetzt büßen; ich will die Leiden, die Du mir zuschickest, mit Geduld und Ergebenheit ertragen, und die ich mir selbst aus Leichtsinn oder Thorheit zugezogen, zu meiner Besserung anwenden, damit Du dort meiner schonen mögest. Amen. VII. Litaney für die Verstorbenen.( Sieh Seite 190 bis zum Gebethe.) Gebeth. Gott, Schöpfer und Erlöser aller Gläu bigen! neige gnädig dein Ohr zu unserm Gebethe, mit wels 538 XII. Abschnitt. Andachten chem wir deine Barmherzigkeit demüthig anflehen; und führe die Seelen deiner Gläubigen, die Du aus dieser Welt abgerufen hast, in das Reich des Friedens und des Lichtes, und mache sie der Seligkeit deiner Heiligen theilhaftig. Uns Lebenden aber komm mit deiner Gnade zu Hülfe, daß wir uns durch eine wahre Buße immer mehr von Sünden reinigen, der Gerechtigkeit leben, und die ewige Ruhe und Seligkeit, die wir den Verstorbenen wünschen, einst mit ihe nen erlangen, und ewig genießen mögen, durch Jesus Chris stus, unsern Herrn. Amen. Laß, o Herr! alle Verstorbenen im Frieden ruhen. Amen. Verschiedene Gebethe. Für einen abgestorbenen Vater( Mutter). 40 O Gott! der Du uns gebothen hast, Vater und Mutter zu ehren: erbarme Dich gnädig über die Seele meines Vaters N.( oder meiner Mutter N.), und verzeihe ihm( ihr) alle Sünden. Verleih mir auch, ihn( sle) in der Freude der ewigen Klarheit zu sehen, durch unsern Herrn Jesus Chris stus. Amen. Für Brüder, Schwestern, Verwandte und Wohlthäter, die im Herrn entschlafen sind. Gott! Du Ausspender der Gnaden, und Liebhaber des menschlichen Geschlechtes! Wir bitten deine unermeßliche Güte, Du wollest die Brüder, Schwestern, Verwandten und Wohlthäter unserer Gesellschaft, welche aus dieser Welt verschieden sind, durch die Fürbitte der glorreichen Jungfrau Maria und aller Heiligen zu der Gemeinschaft der ewis gen Seligkeit kommen lassen, durch unsern Herrn Jesus Christus 2c. Amen. Bey den Prozession auf dem Gottesacker. Gebeth. hier ( Nach dem 23. Hauptstücke des I. Buches der Nachfolge Christi.) Herr der Lebendigen und der Abgestorbenen! Lehre mich auf dem Gottesacker, wo mich jeder Grabhügel an die menschliche Hinfälligkeit erinnert-lehre mich bedenfen, daß ich sterben muß, damit ich weise wers de. Das ist die wahre Weisheit, die ihren Anfang in der Furcht Gottes hat, daß man die Stunde des Todes immer für die Verstorbenen. 539 vor Augen habe, und sich täglich zum Sterben rüste. Ja, o mein Gott! ich will weise werden, und meine bisherige Thorheit, womit ich sorglos dahin lebte, als dürfte ich nie sterben, im Ernste ablegen. Ich will von nun an Alles meiden, was mir einmahl das große und entscheidende Ereige niß meines Lebens, den Tod, furchtbar machen, oder auch nur erschweren könnte. Im Ernste will ich meine unordentliche Anhänglichkeit an diese Erde bezähmen, und in heilis ger Liebe Dir leben.. Standhaft will ich die Lüfte der Welt verschmähen, in allen Tugenden mit Eifer vorwärts schreis ten, und in strenger Buße, in Verläugnung meiner selbst, und in gottergebener Duldung alles Widrigen um Deinetwillen ausharren dann wird mir der Tod nicht mehr schrecklich noch schwer seyn; vielmehr werde ich ihm mit Muth und heiterer Zuversicht entgegen gehen. So oft ich in Zukunft die Sterbeglocke höre, will ich denken: So wird sie auch mir einmahl, und vielleicht bald, zu Grabe geläutet. Wenn die Morgenstunde kommt, so will ich mit solchen Vorfäßzen den Tag beginnen, als erlebte ich den Abend nicht mehr. Und wenn die Abendstunde heranrückt, so will ich es nicht mehr wagen, mir noch die Morgenstunde zu versprechen; dann kann der Tod mich nicht überraschen- und wenn der Menschensohn zu einer Stunde kommt, wo ich es am Wenigsten erwarte, so findet Er mich auch da nicht un vorbereitet. O Herr! lehre mich bedenken, daß ich ster= ben muß, damit ich weise werde. Jetzt ist die kostbare Zeit des Wirkens; jetzt sind die Tage des Heiles; jetzt ist die Zeit der Gnade; jetzt muß der gute Christenkampf gekämpft, das schöne Ziel erstrebt, die Krone des Lebens errungen werden; denn es kommt- ach, viels leicht schneller, als ich es denke- die Nacht des Grabes, in welcher Niemand mehr wirken kann. Aber wehe mir, - wenn ich mir dort einmahl vorwerfen müßte, daß ich diese Zeit der Heimsuchung, in der ich mir Schäße sammeln konnte für die Ewigkeit, gewissenlos verschleudert und bloß der Sorge um das Zeitliche gewidmet hätte! Oder maß ich es mir nicht wirklich jetzt schon vorwerfen? O des Leichtsinnes und der Gleichgültigkeit gegen mein wahresmein einziges Heil! Vielleicht, o mein Gott! vielleicht - 540 XII. Abschnitt. Andachten werde ich bald um die Frist eines Tages, einer Stunde bitten, um nicht ungebessert dahin sterben zu müssen, und wer weiß, ob ich sie erbitten werde. Herr! lehre mich darum( zur rechten Zeit noch) bedenken, daß ich sterben muß, damit ich weise werde, und gib mir deine Gnade, daß ich den frommen Vorfäßen, welche ich jetzt an dieser ehrwürdigen Ruhestätte der Verstorbenen, vor Dir gefaßt habe, treu nachlebe; daß ich, ehe ich sterbe, allem unheiligen Wesen absterbe, und in Christus ein neues, gottgefälliges Leben anfange- ein Leben für den Himmel! Ich will daher, so lange ich noch lebe, wie ein Fremdling und Gast auf Erden wandeln, die Angelegenheiten der Welt für auswärtige Geschäfte ansehen, die meinen Geist niemahls ordentlich beschäftigen dürfen, und mein Herz frey, in fteter Richtung nach Oben erhalten. Dorthin- in mein wahres Vaterland will ich täglich meine Thränen, Gebethe und Seufzer voraussenden, damit ihnen einst mein Geist, nach dem Tode, sehnsuchtsvoll nachfolgen, und zum Herrn heimgehohlet werden möge. O Herr! lehre mich bedenken- hier unter den Leichnamen meiner verstorbenen Brüder- daß ich stere ben muß, damit ich weise werde! Hier ist wahrs haft der Ucker Gottes, wo die Saat zur Unsterblichkeit verborgen liegt, und das Verwesliche zur Unverweslichkeit reifet. Auch ich werde vielleicht bald hier ruhen; und aus meinem Grabbügel wird emporkeimen, was ich lebend aus. gefäet habe. Am Tage der großen Ernte werden die Schnite ter des himmlischen Vaters einsammeln, die Weizengars ben in seine Scheune bringen, das Unkraut aber in das Feuer werfen. Barmherziger Gott! laß mich dann nicht unter dem Unkrautegib mir die Gnade, meinen hier gefaß ten Vorsätzen getreu zu bleiben, und so zu leben, daß ich einst unter deinem Weizen gefunden werde. Amen. Kirchengebeth. O Gott! der Du das Licht der gläubigen Seelen bist! Erhöre unsere Bitten, und laß deine Diener und Dies nerinnen; deren Leiber hier und überall in Christus ruhen, zur ewigen Erquickung, zur Wonne der Ruhe, und zur Klarheit des himmlischen Lichtes gelangen, durch Jesus Christus, unsern Herrn, Amen. für die Verstorbenen. Z Gebeth am Grabe unserer Aeltern, Freunde oder Wohlthäter. Vater! ohne dessen Willen kein Haar von unserm Haupte fällt! Hier an diesem Grabeshügel, der die sterblichen Ueberreste eines Edlen deckt, der meinem Herzen theuer war, erhebe ich Ulug' und Hände zu Dir, und suche, was nur Du mir geben kannst- Trost bey deinem Vaterherzen! Du kennest die tiefe Wunde welche dieser herbe Verlust meinem Herzen geschlagen hat. Vor Dir fließen meine Thränen vor Dir wird mein Jammer laut; denn Du bist die Liebe, und willst, daß wir alle unsere Sorgen und Leiden in deinen Vaterschooß ausschüt ten sollen. — - 541 O mein Vater! Ich traure tief, aber ich murre nicht! Nein- bey dem Andenken meines zagenden und bis in den Tod betrübten Erlöser am Dehlberge sey es Dir angelobt- nein, ich murre nicht! Du bist ja der allmäch. tige Herr über Leben und Tod der Sterblichen! und wer darf zu Dir sprechen: Warum hast Du das gethan? Du bist ja die weiseste Liebe, die Alles wohl machet, die auch durch Leiden segnet. Wie könnte ich also gegen deine Anordnung murren, o mein Gott!- Dein heiliger Wille sey gepriesen und angebethet! Duo Gott alles Trostes, Du Vater der Erbarmung, wirst Balsam in das verwundete Herz gießen; Du wirst meine Thränen trocknen, und meine Trauer einmahl in Freude verwandeln. So rufe denn- o mein armes, gebeugtes Herz! mit starkem Muthe und gläubigem Vertrauen zu deinem Gott: Du, o Herr! hast es gegeben, Du hast es genommen, Du fannst- ja, Du wirst es wieder geben! gelobt sey dein Nahme, in Ewigkeit! Du hast meinen( Vater, Wohlthäter, Freund 2c.) zu Dir genommen! Du hast ihn auf eine kurze Zeit von mir getrennt, um mich einst ewig mit ihm wieder zu vereinigen! Du hast durch diese schmerzliche Trennung auf ein Neues meine Sehnsucht nach der himmlischen Heimath mächtig erweckt;-haft mein Herz vom Vergänglichen abgezogen, und auf das Ewige hingerichtet! O gib mir deine Gnade, daß mein ganzes Leben eine würdige Vorbereitung zu einem fetigen Ende werde! Gott! der Du nach deiner gnädigen Berheißung, was 542 XII. Abschnitt. Andachten. Du auflegest, auch tragen hilfst, lindere, ich bitte Dich, meinen oft vielleicht übermäßigen Schmerz; ich bin ja ein Christ, wie dürfte ich übermäßig trauern, gleich denjenigen welche keine Hoffnung haben! Ich habe ja das theure Gotteswort Jesus, deines Sohnes: » Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an Mich glaubt, der wird leben, wenn er auch gestorben ist!- Grovo suimis Bater! der Heimgegangene hat an Dich und deinen göttlichen Sohn geglaubt, und ich hoffe es von deiner Erbarmung, daß er in deiner Liebe von hinnen geschieden sey! Deiner Vaterliebe empfehle ich seine Seele! Sieh gnädig herab auf mein Gebeth und Flehen, und handle mit ihm nach deiner unendlichen Erbarmung. Laß seine Sünden in dem Blute Jesus, deines Sohnes, der auch für ihn gestore ben ist, getilget, und die Zeit seiner Reinigung abgekürzet. werden! Endlich verleihe mir die Gnade, daß ich den Geliebten bey Dir in deinem Reiche, nach einem wahrhaft christlichen Leben wieder finde, und in deiner Liebe mit ihm auf ewig vereiniget werden möge, durch Christus, unsern Herrn. Amen. Kirchengebeth für alle im Gottesacker ruhenden Christgläubigen. Jesus Christus, unser Herr und Gott! Du bist die Auferste hung und das Leben; Du bist der ewige Tag, das unauslöschliche Licht, und die immerwährende Klarheit. Du hast deinen Nachfolgern im Lichte zu wandeln befohlen, damit sie der Fins. sterniß der ewigen Nacht entgehen, und zum Vaterlande des Lichtes glücklich gelangen mögen; Du hast als Mensch den Lazarus beweint, und als Gott ihm das Leben wieder gegeben; Du hast das in Sünden dahingesunkene Menschengeschlecht zum Leben zue rückgeführt, und den Eingang zum Himmelreiche, den uns der Ungehorsam unserer Stammältern verschlossen hatte, durch deinen Gehorsam wieder geöffnet. Wir bitten Did) demuthsvoll, daß Diejenigen, welche in diesem Gottesacker ruhen, beym Posaunensch alle der Engel am jüngsten Tage, befreyet von den Banden der Sünde, Did), der Du bist die Auferstehung und das ewige Leben, gnädig und barmherzig finden, und in die Versammlung der Heiligen, in die ewige Seligkeit aufgenommen werden mögen, damit sie mit ihnen, Dich, den Urheber ihrer Erlösung und Seligs keit, ewig loben und preisen; der Du mit dem Vater und dem heie ligen Geiste gleicher Gott, lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. für die Verstorbenen. Gebethe bey dem Mesopfer für die Verstorbenen. Eingang. Herr, allmächtiger Bater! dein göttlicher Sohn Jesus Christus hat um seine heilige Gemeinde, die Er sich durch seine Lehre und durch seinen Tod am Kreuze erworben, das Band der christlichen Liebe geschlungen, und diese Liebe stirbt nicht; über Tod und Grab hinaus verbindet sie, die im Glauben an Christus Lebenden, in eine Gemeinschaft der Heiligen. - 543 Im Geiste dieser heiligen Liebe gedenken wir jetzt bey der Feyer des geheimnißvollen Opfers der heiligen Messe der Vers storbenen, und flehen zu Dir um Gnade und Verzeihung für diese, noch nicht vollendeten, leidenden Brüder und Schwe stern, welche im Reinigungsorte noch einige Schuld abzubüßen haben, bis sie würdig werden deiner seligen Anschauung. Heiligster! Nichts Unreines kann in dein Reich kommen. Deßwegen hat deine Weisheit und Liebe einen Mittelort bestimmt, wo sie so lange geübt und ges prüft werden, bis sie, gleich dem Golde im Glutofen von allen Makeln gereiniget, und vor Dir wohlgefällig ers funden werden. Wir bethen deine geheimnißvollen, weisesten Urtheile im Staube an. Du bist ihr Vater und liebest sie mehr, als wir. Du weißt, was ihnen zuträglich ist. Dein Wille geschehe! Aber der Drang der Liebe, für fie deine Erbarmungen anzuflehen, kommt von Dir, Du haft ihn uns in das Herz gelebt, und willst: daß wir für fie bitten sollen.- Vaterach barmherziger Vater! ers barme Dich ihrer; sie sind im Glauben an Dich und deinen Sohn Jesus verschieden. Laß sie bald die Frucht dieses Glaubens genießen, und ihnen die seligen Wirkungen deiner Erlösung zu Theil werden. Erlasse ihnen alle ihre Schulden, und stille ihr inbrünstiges Verlangen nach der Anschauung deines göttlichen Angesichtes, und nach dem Genusse des ewigen Lebens! 11 M Nimm an, o heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott! mit Wohlgefallen das unblutige Opfer des neuen Bundes, welches jetzt zum Troste der leidenden Seelen entrichtet wird, und erhöre die frommen Gebethe deiner heiligen Kirche! Mir aber laß das Andenken an meine verstorbenen Mitmenschen lehrreich und heilsam werden. Bald werde auch 544 XII. Abschnitt. Undachten ich meine irdische Laufbahn vollendet haben; furz ist unser Leben, und wie oft überrascht uns der Tod plößlich, da wir es am wenigsten vermuthen! Ach, heiliger Gott! wer ist rein vor Dir? Und wenn nichts Unreines vor deinem Auge bestehen, und in deine himmlischen Wohnungen eingehen kann, wie wird es mir leichtfertigen Sünder ergehen? -Wie sorglos um das Ewige, und wie vielbekümmert um die vergänglichen Dinge, habe ich bisher meine Tage ver lebt! wie viele und große Sünden beschweren mein Gewissen! Wie so ganz anders werde ich dort von so manchen Fehltrits ten und Vernachlässigungen urtheilen, die ich jetzt sogar als Kleinigkeiten ansehe, und an mir entschuldige. Gib mir, o Gott! deine Gnade, daß ich in Zukunft die Tage zähle, und besser und weiser werde, da es noch Zeit ist! Erleuchte, und stärke mich, daß ich von jeszt an so zu leben anfange, wie ich einst gelebt zu haben, wünschen werde. Nimm mich, Barmherziger! in deine Zucht. Reinige mich von allen Flec ken der Sünde, welche- stürb' ich in diesem AugenblickeDir mißfallen, und mich von deiner Anschauung entfernen würden! Laß mich hier büßen, damit Du dort meiner scho nen mögeft! Wasche mich ab in dem Blute des Lammes, da mit ich rein vor Dir erscheinen könne! - Ich unterziehe mich bereitwillig jeder Züchtigung und Anordnung, wodurch Du in Zukunft mich für den Himme bilden willst, und küsse mit demüthiger Unterwerfung dein Baterhand, die auch im Strafen nur wohlthun kann. Gott! erbarme Dich meiner! erbarme Dich aller Abge ewi storbenen! und laß ihnen leuchten das ewige Licht in der Gemeinschaft der Heiligen. Amen. Laffet uns bethen: Erbarmungsvoller Herr und Gott! erhöre unser Ge beth für die Seelen deiner Diener( deines Dieners N., de ner Dienerinn N.), deren wir in diesem heiligsten Opfer g denken, wenn sie durch ihre Schuld mit deiner Gerechtigke nicht vollkommen ausgeföhnt seyn sollten, und mache dur deine Gnade ihnen gut, was ihnen von den Folgen mensch licher Schwäche noch ankleben sollte. Rufe sie zur selige Ruhe, und erfreue sie mit dem himmlischen Lichte, durch de nen Sohn Jesus Christus, unsern Herrn, welcher mit D für die Verstorbenen. 545 un dem heiligen Geiste, in einer Gottheit, ewig lebet und herrschet. Amen. Die Epistel, aus 1. Thessal. 4. Brüder! wir wollen euch nicht in Unwissenheit lassen in Ansehung der Entschlafenen, damit ihr nicht traurig seyd, so wie die Uebrigen, die keine Hoffnung haben. Denn, wie wir glauben, daß Jesus gestor. ben und auferstanden ist, so wird Gott auch jene, welche in Christus entschlafen sind, mit ihm führen( zur Auferstehung). Denn das sagen wir euch als ein Wort des Herrn: daß wir, die wir noch leben und übrig seyn werdeh bey der Ankunft des Herrn, den Entschlafenen nicht voreilen werden. Denn der Herr selbst wird unter einem lauten Schall, mit der Stimme des Erzengels, mit der Posaune Gottes vom Himmek herab kommen, und die Todten, die in Christus sind, werden zuerst auferstehen. Dann werden wir, die wir noch leben, und bis dorthine ubrig geblieben sind, zugleich mit ihnen hingerückt werden in den Wolken, Christus entgegen in der Luft, und werden dann allzeit beym Herrn seyn. So tröstet nun einander mit dieser Lehre. Befreye, o Herr! die Seelen aller( Shriftglaubigen von den Strafen ihrer Bergehungen; erlöse sie durch deine mitwirkende Gnade von dem ewigen Tode, und nimm sie auf in die ewigen Wohnungen der Seligen ewiger Klarheit. Amen. in das Reich Das Evangelium, aus Joh. 6. In derselben Zeit sagte Jesus zu den Scharen: Alles, was mir der Bater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir fommt, den werde ich nicht verstoßen; denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht um meinen Willen zu chun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Dieß ist aber der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, daß ich nichts verliere von Allem dem, was Er mir gegeben hat, sondern daß ich's auferwecke am jüngsten Tage. Dieß ist der Wille meines Vaters, der mich gesandt hat, daß ein Jeder, der den Sohn sieht, und an Ihn glaubt, das ewige Leben habe, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Nach dem Evangelium. Jesus Christus, unser Herr! Herr der Herrlichkeit! bes wahre die Seelen aller Gläubigen von Pein und Qual. Der heilige Engel Michael überbringe sie zum himmlischen Lichte, das Du vormahls dem Abraham und seinen Nachkommen versprochen haft. XII. Abschnitt. Undachten Nach der heiligen Communion. Das ewige Licht leuchte den Seelen der Verstorbenen, o Herr! mit deinen Heiligen in Ewigkeit, weil Du gütig bist. Verleih' ewige Ruhe, o Herr! ihnen, und das ewige Licht leuchte ihnen, mit deinen Heiligen in Ewigkeit, weil Du gütig bist. 546 Caffet uns bethen: Das geheiligte Opfer deines Sohnes, welchen Du, o Gott! niemahls ohne Wohlgefallen ansiehest, erwirke den Seelen deiner Diener und Dienerinnen( N. N.) die gewünschte Aussöhnung mit Dir; und wenn ihnen noch ets was von ihren Fehlern ankleben sollte, so reinige sie durch deine Liebe, und vergiß all' ihr Versehen über dem Wohls gefallen an Jesus Christus, deinen Sohn, unserm Herrn, welcher mit Dir und dem heiligen Geiste in einer Gotte heit, ewig lebet und herrschet. Amen. Christliche Gedanken auf dem Gottesacker. Gedenk', o Mensch! daß Du aus Staub bist, Und wieder zu Staub werden wirst. So rufen mir an diesem Orte tausend Stimmen zu, und heißen mich da stille stehen, um von den Todten Weisheit des Lebens zu lernen. Hier ruhen sie, die Gebeine meiner verstorbenen Mitchristen, Ueltern, Brüder und Freunde, und hier wird auch einst meine Ruhestätte seyn. Viele modern schon seit Jahrhunderten hier; viele erst seit Kurzem. Wie viele, die ich wohl gekannt, die mir Gutes erwiesen-- wie viele, die ich vielleicht beleidiget, geärgert, zur Sünde verSie sind mir leitet habe, sah ich hier zum Grabe tragen! vorausgegangen, und erinnern mich, daß ich ihnen folgen, vielleicht bald folgen werde. - O, daß ich hier besser, weifer, frömmer würde! Wie darf ich mich auf die Menschen verlassen, davon mir einer nach dem andern wegstirbt! Wie kann ich sicher dahin leben, da ich keinen Augenblick vor dem Tode sicher bin! Hier sehe ich die Eitelkeit und Vergänglichkeit aller irdischen Dinge. Die Leis ber der Armen und der Reichen liegen hier unter einander, wer unterscheidet sie noch? was ist ihnen von ihrer vorigen Schönheit oder Stärke noch übrig? Nichts als dürre Gebeine, und eine www - — für die Verstorbenen. 547 So wird einst auch mein Leib den Würmern zur Speise und zu Staub werden, woraus er gemacht ist! Aber es wird nicht immer so bleiben; wie das Samens Förnlein im Acker verwesen muß, damit eine reiche Ernte her. vorkomme, so verwesen hier die Leiber der Verstorbenen bis zum Tage der Auferstehung. Hier ist wahrhaftig Gottes Acker, wo der Samen zur Unsterblichkeit verborgen liegt; da wird einst große Ernte seyn: die Engel Gottes, sagt Christus, were den die Guten wie Garben sammeln, und in die himmlischen Scheuern bringen; die Bösen aber, wie das Unkraut in's Feuer werfen. So will ich denn mein gegenwärtiges Leben gut anwenden, damit ich mich einer seligen Auferstehung zu erfreuen habe. Diese Freude und Hoffnung soll mich zur Besserung, zur Geduld, zu allem Guten aufmuntern, dann darf ich den An blick des Grabes nicht scheuen; es wird mir eine sanfte Ruhes stätte seyn, bis die Stimme des Weltrichters die Todten aus ihren Gräbern hervorrufen wird. O Du, der Du auch einst im Grabe lagst, wieder aufere standst, nun ewig lebst, und ewiges Leben gibst, glorreich erstandener Jesus! wie ich Dir jegt im Leben folge, so werde ich Dir auch in der Auferstehung folgen. Dein will ich seyn im Leben und Tod.- Dein in der Ewigkeit. Amen. Vor der Todtencapelle. Antiphon. Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird nach dem Tode leben, und Jeder, der da lebt und an mich glaubt, der wird in Ewigkeit nicht sterben. Eine Stimme höre ich, vom Himmel ruft sie mir: Selig sind die Sterbenden, die sterben in dem Herrn! Ich glaube, mein Erlöser le= bet, am jüngsten Tage werde ich vom Grabe erwecket wieder auferstehen, und meinen Gott und Heiland sehen. Ob dieses Aug'im Tod auch bricht, wird's doch meinen Retter sehen! Ich selbst, ein Fremder nicht, werde meinen Jesus sehen. Tod! wosind nun deine Schrecken? Des Erlösers Bothen wecken einst das schlummernde Gebein, und es wird unsterblich seyn. Friede Gottes schweb' bernieder; einst ersteh'n die Todten wieder. Jesus Christus!- nicht vergebens, gabst Du uns das Bild des Lebens. Aus der Gräber Saat und Feld reift die Ernte jener Welt. Ewig deines Reiches Glieder, seh'n sich Gottes Freunde wieder. Herr! erhöre mein Gebeth, und laß mein Rufen zu Dir - XII. Abschnitt. Undachten Gebeth. Gott! Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen! vers leih' den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Verzeis hung ihrer Sünden, damit sie die Nachlaffung der Strafen, die sie allezeit gewünscht haben, durch fromme Fürs bitte erlangen mögen. Gott! der Du willst, daß alle Menschen selig werden, und ihnen gern verzeihest, wir bitten Dich, Du wolleft unsere Weltern, Brüder und Schwestern, unsere Unverwandte und Wohlthäter, wel che aus dieser Welt verschieden sind, durch die Fürbitte der seligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen, zum Genusse der ewigen Seligkeit gelangen lassen. Durch Chris stus, unsern Herrn. Amen. 548 Herr! gib allen hier Begrabenen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. Herr! laffe sie ruhen im Frieden! Amen. Gedanken des Christen über den Tod. Ich werde gewiß sterben. Mit jedem Jahre, mit jeder Stunde, mit jedem Augenblicke komme ich meinem Grabe näher. Allmählich fällt mein Körper zusammen; und wenn ihn auch nicht eine Krankheit oder ein Zufall zerstört, so wird er endlich doch durch die Last der Jahre selbst erdrückt werden. Ich werde gewiß sterben. O mein Gott! welche Gedanken muß diese Wahrheit in meinem Herzen erregen? Die Erde ist also nicht meine Heimath, wo ich zu bleiben habe; ich bin mehr nicht, als ein Pilger, der flüchtig, und zwar so schnell, als die Zeit selbst fliegt, mit ihr dahin eilt. Wie eitel wären also meine Bemühungen, wenn ich nur bloß für diese Erde les ben wollte? Was nüßten mir die Reichthümer, die ich auf gehäuft, wenn ich sie einmahl doch verlassen muß? Warum soll ich den Wollüsten mich ergeben, da sie mir einmahl ges wiß, vielleicht bald, entrissen werden? Wozu soll ich nach Rang und Ehren begierig seyn, da auch die Großen der Erde, die Herrlichen und die Gewaltigen einmahl von ihren Thronen heruntersteigen, und, dem ärmsten Bettler gleich, sich in ihre kleine Grube schmiegen müssen; wie beweinenswürdig, wie für die Verstorbenen. fo viele meiner verblendeten Brüder, mein ganzes Leben mit Sorgen und Arbeit für die hinfälligen Dinge der Erde, für ihre eitlen Freuden und nichtigen Vortheile zubrächte, für das Beste meiner Seele aber gar nicht, oder nur oberflächlich, bekümmert wäre? Wie entfeßlich müßte meine Reue, wie bitter und fruchtlos meine Thränen seyn, wenn ich einmahl hingeworfen auf mein Sterbelager mit zitternder Angst auf mein vollbrachtes Leben zurückschaute, und Nichts, oder nur Wenig fände, was mich nun trösten, und mir Freude und Zuversicht vor meinem Richter geben könnte? Wenn ich mir sagen müßte: Ich habe so viel gearbeitet, so manche Mühseligkeit erduldet, so viele Aufopferungen gemacht, um den Menschen zu gefallen, um mir bequeme, wollüstige Tage zu verschaffen, um zu glänzen; und für mich, für meine Seele, für meinen Gott habe ich nichts gethan? Ich habe für meinen Körper gelebt, und meine Seele, das Allerwichtigste an mir, habe ich vernachlässigt? Nein, o mein Vater! so thöricht will ich nicht seyn; ich will hinaufschauen auf meine Todesstunde, und sie soll mich antreiben, gut zu seyn; ich will, wenn mir eine Versuchung schmeichelt, eine Sünde mich einladet, eine böse Neigung mich zu unvernünftigen Rasereyen ruft, mein Grab bedenken, und mir sagen: Wie schwer würde diese That auf mich einst drücken, wenn ich sie mir erlaubte? Ich will bey allen Dingen, die ich unternehme, fragen: Wird mir dieses einst auf meinem Sterbebette Trost oder Verzweiflung bringen? Ich will, wenn mich Die Habsucht reizt, die Wollust lockt, die Ehrsucht an sich reißt, mir vorstellen, daß einst nicht Gold, nicht genossene Freuden, nicht Würden, aus den Klauen des Entsegens befreyen; wohl aber werden mich dann gute Werke, tugendhafte, edle, wohlthätige Handlungen erquicken; und das Andenken an vollbrachte Werke christlicher Liebe, ja sogar die Erinnerung an einen Trunk Wasser, den ich einem Dürstenden um Jesus willen reichte, wird mich dort mehr erfreuen, und mir mehr nüßen, als wenn ich Millionen besessen, oder in allen Lüften der Sinne geschwelgt hätte. Dieß soll mich zur Wachsamkeit, zum Eifer, gur Thätigkeit entflammen, daß ich mir, solche Schäße erwerbe, die dann, wenn eine Welt nichts mehr in meinen Augen seyn wird, mich nicht verlassen, mir auch von dem Tode nicht können geraubt werden. Fromm und gut, und christlich will 550 XII. Abschnitt. Andachten ich leben; nur dann darf ich hoffen, daß ich zufrieden sterben werde. Ich werde gewiß sterben; aber der Augenblick meines Todes ist ungewiß. Er kann noch Jahre zögern; aber auch dieser Tag, die nächste Nacht kann meine letzte seyn. mein Gott! ich darf also meine Besserung nicht aufschieben; ich darf nicht säumen, auch nicht einen Augenblick, für das Beste meiner Seele mit allem Eifer bedacht zu seyn; ich darf nicht zögern, mich um Verdienste umzusehen, tugendhafte Hands lungen, wo sich nur eine Gelegenheit zeigt, auszuüben. Ich darf meine Zeit nicht wegwerfen an die Ländeleyen der Erde, noch weniger an ihre eitlen, fündhaften Freuden. Da jeder Tag meines Lebens mein letzter seyn kann, ach! so muß ich mich an jedem fertig halten, meine Rechnung abzulegen, den entscheidenden Schritt in die Ewigkeit zu thun, und vor meis nem Richter zu erscheinen; muß sorgen, daß ich nicht mit vers grabenen oder verschwendeten Talenten, mit leeren Händen vor ihn trete. Meine Todesstunde ist ungewiß! Großer und wichtiger Gedanke! Wie kann mich eine Versuchung überwältigen, wie ein böses Beyspiel, ein Reiz zur Sünde mich verführen, wenn ich bedenke: Ich begehe diese Missethat; und vielleicht in einer Stunde nach ihr stehe ich vor meinen Gott, und muß mich verantworten über sie! Wie dringend muß mich diese Borstellung vielmehr auffordern, ja keine Gelegenheit vorbey zu lassen, wo ich mich besser machen, oder eine neue, verdienstliche Handlung verrichten kann? Wenn die Ernte reif liegt, der Himmel heiter ist, die Sonne niederscheint, welcher Landmann eilt da nicht, sie auf; usammeln, und in sein Haus zu führen, weil Stürme und Ungewitter, Schloßen und Regens güsse folgen können; soll ich, was Menschen für das Zeitliche thun, nicht für meine Seele thun wollen? Heiliger Gott! da mein Tod so gewiß, seine Ankunft so ungewiß ist, ach! laß mich weise werden; laß mich betrachten, wenn rings um mich meine Mitmenschen mit grauen Haaren, und solche, die noch in der Blüthe der Jahre, in der Stärke ihres Lebens sind, meine Bekannten, meine Freunde so unerwartet sterben, daß dieß auch mir begegnen könne, und daß meine Entschuldigung dann fruchtlos und thöricht seyn würde, wenn ich sagen wollte: Das hätte ich nicht gedacht. für die Verstorbenen. 551 Sch werde endlich nur ein Mahl sterben. Gros fer Gott! Das Grab gibt keinen mehr zurück. Der Mensch tritt hinüber in das Haus der Ewigkeit; dort wird er gerichs tet, dort wird er berufen, ewig im Himmel glücklich zu seyn, oder ewig in der Hölle zu verzweifeln. Fest werden die Thos re zugeschlossen, wenn er einmahl durch sie gegangen ist. Er kann nur ein Mahl sterben. Sobald als meine Seele ihren Leib verlassen, so wird ihr Loos in der Ewigkeit entschieden. Wenn der Tod mich in meinen Verirrungen ergreift, meine Seele beladen mit ihren Sünden hinauswirft aus dem Kör per, so wird mir keine Reue, feine Thräne mehr auch nur eine Stunde kaufen können. Ich werde ewig verloren seyn, wenn ich einmahl verloren bin. Gott der Güte und der Erbarmuns gen! wie sehr soll mein Herz bey diesen Gedanken erschüttert werden! Was können die Freuden der Sinne, die Wollüste des Lebens, die Herrlichkeiten der Erde Schönes für mich has Ich will Dir mein Herz ben, wenn ich dieses betrachte! weihen, fromme, himmlische Tugend! ich will mich fest an Dich anklammern, heilige, fatholische Religion! ihr allein Fönnt mich retten; ihr könnt machen, daß ich nicht nur vor der Gewißheit des Todes, vor seiner unbekannten Ankunft nicht gittere, sondern mich auch seiner freue. Weit von mir, o ihr Sünden, und ihr unreinen, flüchtigen, augenblicklichen, ungetreuen Freuden und Schätze der Erde! ich will meinen Bater im Himmel dienen, ich will ein Christ seyn, ich will mit seiner Gnade streiten wider alle Versuchungen, und überwinden; ich will Gutes thun so viel und so eifrig, als ich kann, um mir Verdienste zu sammeln, um den Beyfall meines Gottes zu haben, und um der Bestimmung getreu zu handeln, wegen der Er mich auf diese Erde setzte. Ich will mich yon ym solche Güter bemühen, die mir auch der Tod nicht rauben kann. Dann mag er auftreten, wann er will, er soll mir willkommen seyn; dann ist er nichts für mich, als ein Ruf meines Vaters, der sein treues Kind von der Arbeit zur Ruhe führt. 11 Ja, mein Gott! Bater meiner Seele! Dieser Vorfats foll fest in meiner Seele bestehen; er soll mir Standhaftigkeit ges ben in der Stunde der Versuchung und Krübsal; er soll mir die Sünde verächtlich, ja abscheulich machen; er soll mich auf 334 All. Abschnitt. Undachten für die Verstorbenen. muntern zum Guten, zur Anstrengung aller meiner Kräfte. Ich will Dir dienen, heiliger Gott! für den Himmel arbeiten, und forgen mit Eifer und mit Festigkeit, daß ich einst deiner Huld und Liebe würdig sey. Segne diesen frommen Borsag, bestäs tige ihn durch deine Gnade, daß ich ihm von nun an ewig treu bleibe. Ich muß fromm und christlich leben, dann werde ich gut und und selig sterben. 2 m DINDI OLDTHOLOLOLOK Inhalt. 1. Abschnitt. Tägliche Andachten. Morgenandacht Gemeinschaftliches Morgengebeth Geistreiche Anmuthungen zu Jesus Christus Christliche Stundenuhr ● Andacht bey Vollbringung des heil. Mesopfers Erste Meßandacht Zweyte Hausmesse Abendandacht Gemeinschaftliches Nachtgebeth ») 08009 ● II. Abschnitt. Sonntägliche Andachten. >> ♦ C • Von der Heiligung der Sonn- und Feyertage. Heilige Gedanken an einem Sonntage Gebeth bey dem Eintritt in den Tempel des Herrn vor und nach der Predigt Hochamt und Vesper. III. Abschnitt. Buß und Communion- Andachten. Erste Bufandacht Beichtspiegel Zweyte Bußandacht Das allerheiligste Sacrament des Altars. Morgengebeth am Communiontage Erste Communion- Andacht Zweyte ● ● Seite Nachmittags Andacht Litaney vom allerheiligsten Sacramente des Altars Von Abbüßung seiner Günden und dem Ablaß Ablaßgebethe 4 7 14 23 25 33 38 42 44 45 48 49 50 51 63 69 78 86 87 95 . 106 113 116 118 554 IV. Abschnitt. Andachten auf die Sonne und Festtage des katholischen Kirchenjahres. 1. Advent Bethstunde während der heiligen Adventzeit 2. Auf das Fest der gnadenreichen Geburt unsers ● Herrn und Heilandes Jesus Christus 3ur ersten beiligen Messe zweyten s britten W D Bethstunde oder Nachmittags Andacht Am Feste des heiligen Stephanus Bethstunde am letzten Abende des Jahres Am Neujahrstage Auf das Fest der Erscheinung des Herrn Am Feste der Reinigung Maria( Lichtmes) 2schermittwoche. Meßandacht in der Fasten Bethstunde an den Fastensonntagen Litaney von dem bittern Leiden Christi Am Gründonnerstage. Am heiligen Charfreytage. Bethstunde vor dem heiligen Grabe Um Charsamstage Geite ♥ ● Oftersonntag Bethstunde für die beilige Osterzeit V. Abschnitt. Andachtsübungen auf alle Tage in der Fasten. Der heilige Kreuzweg. Kirchengebetbe und Betrachtungen auf alle Tage in der Fasten In der Bittwoche Das Fest der Himmelfabrt Jesus Das heilige Pfingstfest • ♦ ● 164 . 168 174 • 201 auf die Sonntage in der Fasten. 204 auf den heiligen Palmsonntag. 229 234 * 240 252 259 264 268 Litanev zu allen Heiligen Gottes Auferstehungsfever unsers Herrn Jesus Christus VI. Abschnitt. Andachtsübungen für die heis lige Oster- und Pfingstzeit. 121 129 • 180 183 ● 137 140 147 ● 153 156 190 193 275 280 288 203 301 555 Seite VII. Abschnitt. Undachtsübungen auf das Fest der Dreyeinigkeit und des Frohnleichnams. 12 Das Fest der allerheiligsten Dreveinigkeit. Litaney zu der allerheiligsten Dreyeinigkeit ● Am Feste des Frohnleichnams unsers Herrn Jesus Christus. Bethstunde am Vorabende. Morgenandacht Meßandacht 13 321 326 328 Andachtsübungen bey der feyerlichen Procession 336 Abendbethstunde am heiligen Frohnleichnamsfeste am Freytag am Samstag ● am Sonntag am Montag am Dinstag » ● ● am Mittwoch 388 Tagzeiten von dem allerheiligsten Frohnleichnam 397 Am Feste der heiligen Kirchweihe 403 ♥. Auf das Fest der] Verkündigung Maria Auf das Fest der Menschwerdung Jesu Christi Anmuthungen zu der schmerzhaften Mutter Um Feste der Himmelfahrt Maria der Geburt Mariă " . des heiligen Josephs » des heiligen Johannes des Täufers • Vorerinnerung, wie man Maria und die Heiligen verehren soll. aluf das Fest der Empfängniß Marid Tagzeiten und Litaney ♦ VIII. Abschnitt. Undachtsübungen auf die Festtage der allerfeligsten Jungfrau und Mutter Gottes Maria, und der lieben Heiligen. ● 408 409 . 411 416 419 . * ● ● • 311 316 ● » der heiligen Apostel Peter und Paul. 342 350 358 365 372 381 D Am Gedächtnißtage der heiligen Engel aller Heiligen D aller verstorbenen ChriftgläuБіден ● 422 423 425 428 432 437 439 443 556 IX. Abschnitt. Andachtsübungen für verschiedene Stände und Verhältnisse des Le= bens. D 21 Gebeth für die Kirche. für den Papst. für den Bischof für die Seelsorger für den Beichtvater an Quatembertagen. für den Landesfürsten für die weltlichen Obrigkeiten für Freunde für Wohlthäter für feindlich Gesinnte bey einer Standeswahl. einer christlichen Brautperson für christliche Eheleute der Aeltern für ihre Kinder der Kinder für ihre Weltern eines Herrn oder einer Frau eines Dienenden eines tugendhaften Jünglings einer tugendhaften Jungfrau. cine Witwe eines Armen 25 >> >> A D >> }}) >> D) am Geburtstage am Nahmenstage um die heilige empfangene Firmgnabe um Segen für die Feldfrüchte um Regen bey einem Gewitter bey der Ernte. ber einem allgemeinen Anliegen zur Zeit ansteckender Krankheiten zur Kriegszeit. um Frieden um das Eine Nothwendige • Seite ● ▸ ● ● ● ● ↑ 444 445 ● - 447 448 449. X. Abschnitt. Andachtsübungen für Leidende und Versuchte. 451 - 452 453 455 456 458 - • 461 450 460 462 • 463 - 464 Von der christlichen Geduld in Widerwärtigkeiten 468 11m driftlice Kañuna und trene nachfolge 470 557 Die der Herr lich bat, die züchtiget Gr Trostgebeth in Leiden. pe Um Abwendung einer Trübfal Zur Zeit der Nahrungssörgen Bey einem empfindlichen Verluste Zur Zeit einer allgemeinen Drangsal. Andachtsübungen zu Jesus Christus, in Kreuz und Leiden . 481 ● . 483 484 >>> · In der Stunde der Versuchung. Seufzer zur Zeit der Anfechtung Um Gerechtigkeit gegen Verleumder. Aufopferung seiner Leiden Danksagung nach erhörtem Gebethe Tröstende Bibelstellen für Leidende und schwermüthige Christen Gebeth für einen Kranken 3 weyter Zeitraum. Um Gnade durch das Leiden Jefus. Anrufung des heiligsten Nahmens Jesus Gänzliche Hingabe an Jesus Christus. Empfehlungen in den Schuß Mariä Gebeth zu den heiligen Engeln Anrufung der Heiligen Seite • 473 474 476 477 Dritter Beitraum. ● I. Abschnitt. Undachsübungen für Kranke, Sterbende und ihre Freunde und Tröster. Gebeth vor der heiligen Communion. zur letzten Oehlung Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti Geistliches Testament. Heiliges Bündnik mit Gott Betrachtungen, um sich zu einem seligen Tode vorzubereiten • 490 Erster Zeitraum. Bethstunde zur Vorbereitung auf einen guten Tod 493 Christliche Fürbitten 497 Litaney für Kranke 499 Inbrünstige Gebethe für Kranke 500 4 • 479 480 . ● 485 • 486 487 488 507 um Wiedererlangung der Gesundheit. 508 nach überstandener Krankheit 50g . ● ● 510 . 511 512 ● 14 513 514 515 . 516 517 518 a 558 Gebeth eines Sterbenden zu Gott dem Vater Andacht zu Jesus vor dem Tode Gebeth bey Annäherung des Todes. Wie man in Abwesenheit eines Priesters dem Sterbenden vorbetben kann. Dreyfaches Gebeth von den Umstehenden. Empfehlung des Sterbenden an Gott Gebeth nach dem Verscheiden der Seele Beym Tode unserer Geliebten ● Seite 519 S Allgemeines Gebetb für die Verstorbenen Litaney für die Verstorbenen Verschiedene Gebethe. Für einen abgestorbenen Vater( Mutter). Brüder, Schwestern, Verwandte 2c. A .. 527 528 . 530 XII. 2bschnitt. Andachtsübungen für die Verstorbenen. Abendbethstunde am Allerheiligen Feste 531 Das Vater unser, für die leidenden Seelen im Fegfeuer 532 Bitten für unsere im Herrn entschlafenen Anverwandten ● WALA 522 524 526 535 . 536 537 ● . >> Bey der Procession auf dem Gottesacker Gebeth am Grabe unserer Aeltern, Freunde oder Wohlthäter 538 541 Kirchengebeth 542 Gebethe bey dem Mesopfer für die Verstorbenen 543 Christliche Gedanken auf dem Gottesacker 546 Gedanken des Christen über den Tod 548 Bey F. A. Kienreich in Gräß, und in allen foliden Buchhandlungen ist auch zu haben: ( Die Preise find in Conv. Münze.) Domainko( Johann Eduard) Die ganze christkatholische Lehre in Beyfpielen aus der heiligen Schrift, und aus den Lebensund Leidensgeschichten frommer und heiliger Hirten, Dienstbo then, Bauern und Handwerksleuten; zur Belehrung und Ers bauung für Jedermann. Zweyte verbesserte und um das Vierfache vermehrte Auflage, auf weißem Papier und mit großem Druck. gr. 4. ungeb. 3 fl. - Häusliche Andachten für christliche Familien, auch zum öffentlichen Gottesdienste, vorzüglich bey Bitt- Tagen, Pros ceffionen und Wallfahrten geeignet; aus dem größern Werke, betitelt: Die ganze christkatholische Lehre in Beyspielen. Zum bequemen Gebrauche besonders abgedruckt. gr. 12. 20 kr. Lombez( Umbrosius von) Ueber den innern Frieden. Aus dem Französischen übersetzt, nach der zehnten, von dem Verfasfer verbesserten, vermehrten und beffer geordneten Auflage. gr. 8. ungeb. 1 fl. Kistemaker( Dr. J. H.) Die heiligen Schriften des neuen Testamentes. gr. 8.36 kr. Schritte der vollkommenen Liebe Gottes durch die Vereinigung mit Jesus, sowohl bey der heil. Messe, als in der heil. Communion; oder: Meß- und Communionbuch für fromme Katholiken. Es enthält fünfzehn verschiedene Anweisungen, der heiligen Messe beyjuwohnen, nebst Beichtgebethen und fünf verschiedenen Communionandachten für die höchsten Feste, samme einer Nachmittagsandacht für alle Communiontage, und meh reren anderen Gebethen zum täglichen Gebrauche. Neueste vermehrte Auflage. Mit einem lythographirten Titel- Bilde niß. 8. 30 kr. Meffe, die heilige, an allen Sonn- und Feyertagen des Jahres aus dem Latein ins Deutsche übersetzt, mit einem Anhange von Beicht, Communion- und andern Gebethen. Siebente verbesserte Auflage. gr. 8. 40 fr. Baader( Markus) Gebethbuch, leicht verständliches, für gemei. ne Leute; sowohl vom Bürger- als Bauernstande. gr. 8. 36 fr. Dereser( Thaddäus Antonius) Deutsches Brevier für Stiftss damen, Klosterfrauen, und jeden guten Christen. 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Christkatholisches neu eingerichtetes, verbesser tes, nach dem Römischen Meßbuche berichtigtes, und merklich vermehrtes Unterrichtungsbuch, oder kurze Auslegung aller sonn- und festtäglichen Episteln und Evangelien, sammt daraus gezogenen Glaubens- und Sittenlehren, worin alles dasjenige erkläret wird, was einem rechtschaffenen Christen zur Selige Feit zu wissen und zu thun nothwendig ist. Nebst einer deuts lichen Erklärung der Kirchenceremonien und beygefügten Leis densgeschichte. Zwey Theile mit zwey Titelkupfern. 8. 1 fl. Jais( P. Aegid.) Guter Samen auf gutes Erdreich. Ein Lehrund Gebethbuch sammt einem Hausbüchlein für gutgesinnte Christen, besonders für's liebe Landvolk. Sechste verbesserte, um vieles vermehrte Ausgabe. 8. 30 fr. - Unterricht in der christkatholischen Glaubens und Site tenlehre. Mit einer Vorerinnerung über den Religionsuns terricht. Mit Approbation des bischöflichen Ordinariats zu Würzburg. Neueste Auflage. 8. 15 fr. Katechismus der christkatholischen Glaubens- und Sits tenlehre. 12. 15 Er. - Cailer( Joh. Mich.) Das Buch von der Nachfolgung Chrifti, verfast von Thomas von Kempis, und neu übersetzt und mit einer Einleitung und kurzen Anmerkungen für nachdenkende Christen herausgegeben. Fünfte durchaus verbesserte Ausgabe. Mit dem Porträte des Verfassers. gr. 8. 36 kr. Das Gebeth unfers Herrn für Kinder. In ihrer Spras che und aus ihren Begriffen. 12. 10 fr. Sander( Heinrich) Von der Güte und Weisheit Gottes in der 8. 1 fl. Natur. Achte Auflage. Inches 1 Centimetres Blue 2 3 3 414, ²0 6 Farbkarte# 13 Green Cyan 4 2 5 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 8 B.I.G. Black