CONT CO GB 2102 8 【 果 旅 益 源流 添 添 添 添, SA Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; Niemand kommt zu dem Vater, als durch mich. Joh. 14,6. then bi C. Buchholz. Solus, das Heilder Wel P GEBETHI 11110 Erbauungsbuch für katholische Christen. allen Ständen. Von JOH.MICHAEL LEONHARD, Bifchof von Alalia, Weihbifchof und General- Vicar in Wien. Zweite Auflage. Sey getröstet, meine Tochter! dein Glaube hat dir geholfen. Matth. 9, 22. WIEN, bei Franz Riedl's k k Bof- und bürgl. Buchbinders, feel Wittwe& Solm im Schottenhofe No 136. NAVN Gb 2102 K PECHER Nicht mit Unrecht wird von manchem frommen Chriften die Klage wiederhohlt, daß in mehreren neueren Gebethbüchern nicht jene Kraft und Salbung herrsche, durch welche sich die meisten älteren Gebethbücher so vortheilhaft auszeichnen, wodurch sie das Gemüth des Bethers so mächtig anregen, und es zur Undacht und frommen Rührung, zu guten Vorsätzen und heiligen Entschlüssen so kräftig bewegen und ermuntern. Vorrede. Der Grund jener kraft- und salbungsvollen Gebethe liegt wohl offenbar darin, daß in den älteren Gebethbüchern die positiven Wahrheiten der katholischen Religion in ihrer vollen Lebendigkeit und Wirksamkeit dargestellt, und in einer kräftigen Sprache mit Wärme dem Gemüthe nahe gelegt werden, so daß Rührung und Bewegung des Willens nothwendig daraus erfolgen; während viele der neueren Ge1 134 - -- II- bethbücher die positiven Glaubenslehren der katholischen Kirche weniger berücksichtigen, und mit bloßen moralischen Deductionen und Abhandlungen das Gemüth des Bethers zu befriedigen suchen. Die Lehre: Jesus ist wahrer Gott und wahrer Mensch zugleich; Er hat durch seinen Tod am Kreuze den Tod und die Sünde überwunden; Er hat uns erlöset aus der Knechtschaft der Sünde und der Hölle; Er hat der Heiligfeit und Gerechtigkeit Gottes für unsere Sünden genug gethan; Er ist der Urheber der heiligen Sacramente, und von. Ihm haben sie ihre Kraft und Heiligung; Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben, Niemand fommt zum Vater, als durch Ihn; nur in sei= nem Nahmen ist Heil und Seligkeit;- diese Lehren sind der Grundstein, auf welchen Jesus seine Kirche erbauet hat. Ohne diese Lehren kann die Religion Jesu nicht bestehen; sie müssen daher auch in jedem katholischen Gebethbuche vorkommen, und Geist und Leben, Kraft und Salbung den Gebethen verleihen. So bewährt sich auch hier, daß das Wort Gottes eine Kraft sey für alle, die an dasselbe glauben. III- Auch die Sprache in einem solchen Gebethbuche muß lebendig, ganz in dem positiven Glauben der Kirche gewurzelt seyn, wenn sie kräftig und salbungsvoll auf unser Gemüth einwirken soll. Wer von den positiven Wahrheiten der katholischen Kirche lebendig überzeugt ist, der wird auch eine diesem positiven Glauben entsprechende, lebendigere Sprache sehr wohlthätig und heilsam finden, um dadurch seine religiösen Gefühle zu erwecken und zu beleben, ohne welche das Gebeth doch immer nur eine falte moralische Betrachtung bleibt, die wenig auf das Gemüth einwirket, und den Willen nicht zu bewegen im Stande ist, um den Vorschriften und Forderungen der Religion auch jederzeit gemäß zu handeln. Diese Überzeugung ist es, welche mich bewogen hat, das alte Gebeth- und Tugendbuch vom P. Alexander Wille aus der Gesellschaft Jesu, welches viele Auflagen erlebet hat, der Bearbeitung dieses Gebethbuches zum Grunde zu legen. Lieber Chrift! dieses Buch soll dir nun zu einem frommen, kraft- und salbungsvollen Gebethe Anleitung geben. Bethe eifrig in der Kir DANA - IV - — che aus diesem Gebethbuche, lese darin auch zu Hause fleißig zu deiner Erbauung, und bestrebe dich, im Geiste desselben fromm und Gott wohlgefällig zu werden. Du wirst geistliche und himmlische Güter, und wenn es dir heilsam ist, auch leibliche Gaben und Wohlthaten, du wirst Trost und Frieden der Seele, einen seligen Hingang in die Ewigkeit, und die ewigen Freuden im Himmel von Gottes Güte und Gnade dadurch erlangen. Gedenke in deinem frommen Gebethe auch des Verfassers. Morgenandacht. Es ist für jeden Christen, der den Tag zur Ehre Gottes und zu seinem Seelenheile nüßlich zubringen will, überaus wichtig, daß er denselben gut und mit Gott anfange; denn wie der Morgen ist, so ist gewöhnlich der ganze Tag. Wird der Tag nicht mit Gott angefangen, wird das Morgengebeth vernachlässiget; so sind die den Tag hindurch vorfallenden Werke nicht selten umsonst, weil man da sehr leicht aus bloßer Gewohnheit, ohne Rücksicht auf Gott arbeitet, wofür man wenig Lohn im Himmel zu erwarten hat, und auf Erden wenig Glück und Segen zu hoffen ist. Ja, jeder Tag ist verloren, der nicht mit Gott anfängt, und Gott nicht geweihet wird. Daher unterlasse ja niemahls dein Morgengebeth, lieber Christ; sondern gewöhne dich auch bey dringenden Geschäften in der Morgenstunde dein Herz in Andacht zu Gott zu erheben, und die Arbeiten und Geschäfte des Tages ihm zu heiligen. Sobald du des Morgens erwachest, bezeichne dich andächtig mit dem Zeichen des heil. Kreuzes, und sprich: Im Nahmen meines gekreuzigten Herrn Jesu Christi, der mich mit seinem kostbarsten Blute erlöset hat, stehe ich auf; derselbe wolle mich durch sein heiliges Leiden und Sterben an Leib und Seele DASAY NOVE -0. segnen, mich vor allen Gefahren und Übeln bewah. ren, mich zu allem Guten leiten, führen und regieren. Amen. - Während des Anziehens bethe. Dich liebt o Gott, mein ganzes Herz; Daher ist dieß mein größter Schmerz, Daß ich erzürnt dich, höchstes Gut! Ach, wasche mich in deinem Blut. Ich danke dir, o gütiger Gott, daß du mich diese Nacht in deiner Gnade bewahret hast, in wel cher so viele Menschen gestorben, und manche vielleicht eines gähen und unversehenen Todes gestor ben sind. Jesu zu Liebe will ich diesen Tag anfangen; Jesu zu Liebe will ich alles thun und leiden, was mir heute zu thun und zu leiden obliegt; Jesu will ich leben und sterben. Amen. Beym Besprengen mit dem Weihwasser sprich: Durch dieses gesegnete Wasser, und durch das beiligste Blut Jesu Christi reinige mich, o Gott, von meinen Sünden, und behüthe mich vor allem Übel des Leibes und der Seele. Amen. Hierauf, um dein Morgengebeth zu verrichten, knie nieder vor einem Crucifip- Bilde. Das Morgengebeth bestehe aus einer Danksagung für die Gnaden und Wohl thaten der verflossenen Nacht, und des angefangenen - 7- 1 Tages. Erwecke eine vollkommene Reue über deine Sünden, damit du nicht des Verdienstes deiner Arbeiten und deiner Werke vor Gott beraubet werdest. Verrichte eine gute Meinung, alles aus Liebe und zur Ehre Gottes zu thun und zu leiden, damit deine Werke verdienstlich wer= den zum ewigen Leben. Endlich opfere Gott auf deinen Leib und deine Seele, alle Leiden und Arbeiten des ganzen Tages, alle deine Gedanken, Worte und Handlungen. Kurzes Morgengebeth. Mein Gott und Herr! zu deinem Dienste bin ich erschaffen, damit ich dich erkenne, ehre, liebe, anbethe, und dir gehorsame. Ich lobe und preise dich mit allen Heiligen, und sage dir herzlichen Dank für alle mir erwiesenen Wohlthaten; insbesondere aber danke ich dir, daß du mich und meine Angehö rigen diese Nacht vor allen Übeln des Leibes und der Seele bewahret, und dir zu dienen, uns diesen Tag gnädig verliehen hast. Es reuet mich vom Grunde meines Herzens, daß ich dich, meinen Gott, das höchste und liebenswürdigste Gut, jemahls beleidiget habe. Ich nehme mir festiglich vor, jede Sünde, insbesondere dieſe N. N. sorgfältig zu meiden, und jeder Gelegenheit zur Sünde auszuweichen. Ich widerfage allen Ge danken, Worten und Werken, welche deinen heiligen Gebothen entgegen sind, und will in deinem Dienste leben und sterben. - 8. 1 O mein Gott! ich ergebe mich deinem heiligsten Willen mit Leib und Seele. Alle meine Gedanken, Worte und Werke des ganzen Tages will ich dir zu Liebe und zu deiner Ehre verrichten, und wenn mich Leiden und Trübsale treffen, will ich solche dir zu Liebe tragen und erdulden. Gib mir dazu deine Gnade und deinen mächtigen Beystand. MORE In deine heiligen Wunden, o Jesu! empfehle ich mich und alle meine Angehörigen; du wollest uns vor allem Übel des Leibes und der Seele bewahren, und uns mit allen Gaben und Gnaden erfüllen, deren wir bedürfen, um diesen Tag in Frömmigkeit und Gottesfurcht zu vollenden. O heilige Maria, Mutter der Gnaden, Mutter der Barmherzigkeit! Unter deinen Schuß und Schirm fliehe ich; verlaß mich nicht in meiner Noth. O heiliger Schußengel! leite, führe, beschüße, vertheidige mich. Jetzt gehe ich zu meinen Geschäften im Nahmen Jesu; der wolle mich und meine Arbeit segnen, mich stets bewahren, und zum Himmel führen. Amen. Vater unser. Gegrüßest seyst du, Maria. Größeres Morgengebeth. Dallerheiligste Dreyeinigkeit! Bater, Sohn, und heiliger Geist, ein einiger Gott! Jch, dein unwürdiges Geschöpf, beuge meine Knie vor dem Angesichte deiner göttlichen Majestät, und bekenne mit - 9- - festem Glauben, mit vollem Vertrauen, mit kinds licher Liebe dich, meinen Herrn und Gott. Ich sage dir den innigsten Dank für alle mir Unwürdigen erwiesenen Wohlthaten; insbesondere danke ich dir, daß du mich und meine Angehörigen diese Nacht vor allen Gefahren des Leibes und der Seele bewahret, und diesen Tag, dir wieder zu dienen, und unser ewiges Heil zu wirken, uns gnädig verliehen hast. Zur Dankbarkeit für diese Gnaden und Wohlthaten opfere ich dir auf die unendlichen Verdienste des Leidens und Sterbens unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi, die Verdienste der seligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen, mit welchen ich meine Gebethe und geringen guten Werke vereinige, damit sie dir wohlgefällig, und mir verdienstlich werden. zum ewigen Leben. Amen. Schwer drückt mich die Schuld meiner Sünden. Doch im Vertrauen auf unseren Mittler und Erlöser, der sein kostbarstes Blut als Lösegeld für unsere Sünden hingegeben hat, rufe ich aus der Tiefe zu dir um Gnade und Barmherzigkeit. Es reuet mich vom Herzen, daß ich dich, meinen Gott, meinen besten Vater, das höchste, unendliche Gut, jemahls mit einer Sünde beleidiget habe. Ich mache vor deinem göttlichen Angesichte, und vor allen Engeln und Heiligen den festen Vorsatz, dich nicht mehr durch irgend eine Sünde wissentlich oder freywillig zu beleidigen. Ganz vorzüglich will ich diese N. N. Sünde vermeiden, und vor dieser N. N. Gelegen. DANA 添 益 不 益 不 益 添, 10 heit zur Günde mich hüthen. Ich widersage feyerlich allen bösen Gedanken, Begierden, Worten und Handlungen, wenn ich heute in solche aus Unachtsamkeit oder übereilung fallen sollte, und will in dieselben keineswegs einwilligen. Vielmehr opfere ich dir auf, o Gott! alle meine Gedanken und Begierden, alle meine Worte und Werke, Gebethe und Vorsätze des heutigen Tages und meines ganzen Lebens. Alles will ich thun zu deiner größeren Ehre, und aus Liebe zu meinem gekreu zigten Heilande; alles will ich leiden aus Gehorsam gegen deinen heiligsten Willen, zur Abbüßung meiner begangenen Sünden. Ich will mich auch üben in allen mir obliegenden christlichen Tugenden, be sonders in der Demuth, Sanftmuth, Geduld, Keuschheit, Liebe, und vorzüglich in dieser N. deren Ausübung mir so schwer fällt. Und hast du, o höchst gütiger Bater, beschlossen, mich mit Drangfalen und Widerwärtigkeiten heimzusuchen; so will ich dieselben mit Ergebung und Geduld annehmen, und sie vereinigen mit dem bittern Leiden und Sters ben Jesu Christi. Du Gott, bist der Herr, ich dein Unterthan. Handle mit mir, wie es dir wohlgefällig ist. Ich will alles, was, wie, und wann du willst: gib mir nur Gnade und Geduld, deinen Willen stets zu erfüllen. Denen, die Gott lieben, dienen alle Dinge zum Besten. - Ich empfehle demnach, o gütigster Gott! mich und meine Angehörigen deinem väterlichen Schuße - 11- 1 und Schirm; strecke aus, o milder Bater! deine gnadenreiche Hand, segne alle meine Arbeiten und Unternehmungen, und lasse deine himmlischen Gaben über mich herabströmen.- Herr Jesu! In deine heiligen Wunden empfehle ich mich; bewahre mich vor Unglück und Schaden, insbesondere vor einem gähen und unversehenen Tode. Durch dein kostbarstes Blut, welches du am Stamme des hei ligen Kreuzes für uns vergossen hast, bitte ich dich, lasse nicht zu, daß ich heute, oder jemahls dich durch eine Sünde beleidige.- Gott heiliger Geist! sende einen Strahl deines göttlichen Lichtes über mich herab, und entzünde mein Herz mit dem Feuer deiner Liebe, damit ich den Weg der göttlichen Gebothe wandle, und in deiner Gnade standhaft bis an das Ende meis nes Lebens verharre. O seligste Jungfrau und Mutter Gottes Maria! In deinen mütterlichen Schuß empfehle ich mich und meine Angehörigen mit Leib und Seele, und bitte durch deine unbefleckte Empfängniß, du wollest ben deinem göttlichen Sohne uns Beständigkeit im Glauben, Reinigkeit des Gewissens und die göttliche Gnade zu allem Guten erwirken.- Ihr heiligen Engel! Begleitet und bewahret uns auf allen We gen, beschüßzet uns gegen alle sichtbaren und unsichtbaren Feinde. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Vater unser. Gegrüßt seyst du, Maria. 33 BROAFORRETN - 12 1 Ein anderes Morgengebeth. allerheiligste Dreyeinigkeit, ein einiger Gott! Ich, dein unwürdigstes Geschöpf, falle nieder vor dem Throne deiner göttlichen Majestät, und bethe dich an als meinen Herrn, Schöpfer, Vater und Erlöser, als das höchste und liebenswürdigste Gut. Ich glaube alles, was du uns geoffenbaret hast, und was die heilige katholische Kirche uns zu glauben vorstellet, weil du die ewige, unfehlbare Wahrheit bist. Ich hoffe mit kindlichem Vertrauen Verzeihung meiner Sünden und die ewige Seligkeit, weil du, o mein Gott! aus deiner unendlichen Güte und Barmherzigkeit mir dieselbe verheißen hast. Ich liebe dich über alles, weil du, o mein Gott, das allerhöchste und vollkommenste Gut, aller Liebe würdig bist. Ich danke dir für alle mir erwiesenen Wohlthaten, vorzüglich aber dafür, daß du mich in keine schwere Sünde fallen, oder doch in einer solchen nicht sterben ließest, sondern mich zur Buße und Besserung bewogen, und mich wieder zu Gnaden aufge= nommen hast. Ich danke dir, daß du mich diese Nacht vor allem Übel des Leibes und der Seele bewahret, und den heutigen Tag, dir zu dienen, mir gnädig verliehen hast. O es reuet mich von ganzem Herzen, daß ich dich, meinen Gott, das höchste, unendliche Gut, jemahls beleidiget, dir so träge und nachläffig ge= dienet, deinen vielen mir erwiesenen Wohlthaten 13 mich so undankbar bewiesen, und Gutes mit Bösem vergolten habe. O daß ich nie gesündiget, daß ich nie deine göttliche Majestät beleidiget hätte! Ich verabscheue und hasse jede Sünde, weil sie deinem göttlichen Willen, deinen heiligsten Gebothen ent= gegen ist; ich will auf das sorgfältigste jede Übertretung deines heiligen Gesetzes vermeiden, insbe sondere mich vor dieser N. N. Sünde hüthen, und jeder Gelegenheit zur Sünde, vorzüglich dieser N. N. ausweichen. So will ich denn ablegen jeden Hang, jede Neigung zur Sünde; ich will ablegen allen Zank, Haß und Neid gegen jene, die mir Übels gethan, ich will allen denen vom Herzen verzeihen, die mich beleidiget haben, und ihnen alles zeitliche und ewige Gute aufrichtig gönnen und wünschen. Zugleich bekenne und erkläre ich im Angesichte meines Herrn und Erlösers Jesu Christi, in Gegenwart seiner jungfräulichen Mutter Mariä, meines lieben Schußengels und aller Heiligen Gottes, daß alle Gedanken, Einbildungen, Neigungen und Begierden, die wider die Liebe Gottes und des Nächsten, wie der den Glauben, wider die Hoffnung, Keuschheit, Geduld, Gerechtigkeit, Mäßigkeit, oder andere Tugenden seyen, und mich anfechten, mir gänzlich mißfallen, daß ich sie verabscheue und hasse. Und wenn ich denselben doch aus Unachtsamkeit, Leicht= sinn, oder Trägheit nicht so, wie es meine Pflicht wäre, widerstehen sollte; so erkläre ich abermahl - 添 旅 14- feyerlich, daß ich in dieselben durchaus vorsätzli. cher Weise nicht einwilligen, daß ich an denselben kein Wohlgefallen haben, ja, daß ich lieber sterben wolle, als dich, meinen Herrn und Gott, mit irgend einer Sünde beleidigen. Dazu stärke mich durch deine göttliche Gnade in jeder Stunde, vorzüglich aber zur Zeit einer Versuchung. Nun aber, o mein Gott! weil du das allere höchste Gut, weil du aller Liebe und Anbethung würdig bist, erfreue ich mich über deine unendliche Majestät und Herrlichkeit; ich wünsche und verlange von ganzem Herzen, daß du von mir und allen Menschen erkannt, angebethet, gefürchtet, geliebet, ge= lobet und gepriesen werdest, wie es deinen höchsten Vollkomnienheiten gebührt, und die Engel und Auserwählten im Himmel dieses thun in alle Ewigkeit. In dieser Absicht opfere ich dir, meinem Gott, auf alle meine Gedanken, Worte und Werke, alle Neigungen meines Gemüthes, alle meine Mühen und Arbeiten, alle meine Gebethe und Andachten, alle Leiden und Widerwärtigkeiten des heutigen Tages und meines ganzen Lebens. Ich will nur allein deine Ehre in Allem befördern, nur dir allein wohlgefällig werden, und deiner Liebe und Gnade mich stets würdig erhalten. Daher nehme ich mir fest vor, nie mehr wis sentlich und vorsäßlich eine Sünde zu begehen, den bösen Neigungen und sinnlichen Begierden standhaft zu widerstehen, alle meine Pflichten genau zu 15 erfüllen, in den standesmäßigen Tugenden mich eifrig zu üben, in der christlichen Liebe stets zu wachs sen, in deinem heiligen Dienste immer zuzunehmen, und auch Andere durch meine Reden und Hande lungen zu erbauen, und zum Guten zu ermuntern. Die Leiden und Widerwärtigkeiten, die mir begeg nen, will ich demüthig von deiner Vaterhand ans nehmen, und sie im Geiste der Buße zur Tilgung der verdienten Strafen, zur Genugthuung für meis ne vielen Sünden reumüthig ertragen. - Bewahre nur, o gütigster Gott! mich und alle meine Angehörigen vor allen Gefahren und übeln des Leibes und der Seele; ertheile uns deinen himme lischen Segen, um vor dir stets wohlgefällig zu wan= deln; beschüße uns vor einem gähen und unversehe nen Tode, und gib uns die Gnade, daß wir am Ende unseres Lebens mit allen heiligen Sterb- Sacramenten versehen, in deiner Liebe selig entschlafen, und dort der ewigen himmlischen Glorie theilhaftig werden. Das verleihe uns, höchst barmherziger Va ter, durch Jesum Christum, deinen Sohn, der mit dir und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Vater unser. Gegrüßet seyst du, Maria. Ich glaube an Gott den Vater u. s. w. Ehre sey Gott dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste, wie es war vom Anbeginn, jeßt und allezeit, und zu ewigen Zeiten. Amen. 1 . 16. Gebeth, täglich zu sprechen. Ich bethe dich an, heiligste Dreyeinigkeit, Vater, Sohn und heiliger Geist: drey Personen, ein einis ger Gott! Ich werfe mich vor dem Anblicke deiner göttlichen Majestät in den Abgrund meiner Nichtigkeit. Ich glaube fest, und bin tausend Mahl für die Wahrheit dessen zu sterben bereit, was du uns durch die heilige Schrift geoffenbaret, und durch deine heilige Kirche zu glauben vorgestellt hast. Nur du allein, o Allgütiger und Allmächtiger! bist es, auf den ich alle meine Hoffnung, mein ganzes Vertrauen seße, und alles, sowohl geistliches als leibliches Gute, was ich in diesem irdischen Leben und jenseits des Grabes nöthig habe, erwarte und hoffe ich einzig von deiner Hand, o mein Herr und mein Gott! Heute und in Ewigkeit übergebe ich dir, allmächtiger Schöpfer, meinen Leib und meine Seele, alle Kräfte und Vermögen meines Geistes, mein Gedächtniß, meinen Verstand, meinen Willen, alle meine Gedanken, Empfindungen und Vorsäße. Ich gelobe und verspreche, unterstüßt von deiner Gnade, in Nichts zu willigen, was deinem heiligsten Willen zuwider, deiner göttlichen Majestät mißfällig wäre. Fest und unerschütterlich bin ich entschlossen, 17- mein ganzes Leben und alle meine Kräfte deinem Dienste, deiner Ehre zu weihen, und ich bin bereit, alle Leiden und Mühseligkeiten von deiner Vaterhand geduldig und gelassen anzunehmen. Ich wün sche aus ganzer Fülle meines Herzens, mich ganz deinem Dienste zu opfern, und daß alle Menschen dir dienen, dich, ihren Gott und Schöpfer loben und preisen mögen. Heißer Dank durchdringt mein Herz für die unzähligen Wohlthaten, mit welchen du mich und alle Menschen überhäufest, und die wir jeden Tag, jede Stunde, ja jeden Augenblick von deiner unendlichen Güte empfangen. Ich liebe dich, o mein Gott! um deiner selbst willen, weil du das höchste, liebenswürdigste Gut, von dir selbst das allervollkommenste Wesen bist. Ich wünschte, dich eben so lieben zu können, wie dich die Engel und Heiligen im Himmel lieben, mit deren Liebe ich meine unvollkommene Liebe vereinige. Deiner göttlichen Majestät opfere ich auf Jesu bitteres Leiden, und seinen schmerzhaften Tod, den er für meine und aller Menschen Sünden erduldete, und sein kostbarstes Blut, welches er am Stamme des Kreuzes für unsere Missethaten vergoffen hat. Erbarme dich, o barmherziger Gott! auch jener Seelen, die zur Tilgung ihrer zeitlichen Strafen, zur Abbüßung ihrer kleineren Sünden im Orte der Reinigung schmachten, die um Hülfe rufen, und in die 2 - 18 ewigen Himmelsfreuden einzugehen wünschen, um deiner Anschauung zu genießen. Ganz durchdrungen ist mein Herz, o Vater der Erbarmungen! von wahrer Reue über meine Güne den. Ich verabscheue dieselben als das größte Übel, und bin fest entschlossen, dich nicht mehr zu beleidigen. O, unterstüße mich mit deiner Gnade, und verzeihe mir alle meine bisherigen Vergehungen. In deine Wunden empfehle ich mich, o mein Jesu! Beschüße mich heute und immer, bis ich das Glück genieße, dort dich zu sehen, und in alle Ewigkeit zu lieben. Auch du, o seligste Jungfrau Maria! sey meine Beschüßerinn, meine Mittlerinn, meine Fürsprecherinn, jeßt, und in der Stunde meines Hinscheidens. Amen. Abend and ach t. Gleichwie der Tag, wenn er vor Gott angenehm und wohlgefällig seyn soll, nothwendig mit Gott angefangen werden muß; also muß er auch mit Gott beschlossen werden. Am Abende sollen wir insbesondere an die Gedanken, Reden und Handlungen des Tages uns erinnern, und unser Gewissen prüfen, ob wir nicht auf irgend eine Weise Gott beleidiget haben. Der Schlaf wird mit Recht ein Bild des Todes genannt. Wie viele tausend Menschen haben sich des Abends schlafen gelegt, und der Mor 19- gen hat sie todt gefunden! Und wer hat dir den morgigen Tag versprochen? Daher erforsche.täglich vor dem Schlafe dein Gewissen, erwecke eine vollkommene Reue über deine Sünden, mache einen festen Vorsatz, dich zu bessern, und bey erster Gelegenheit deine Sünden reumüthig zu beichten, damit du der Gefahr des ewigen Verderbens entgehest. Lasse dich daher durch kein Hinderniß davon abhalten, wenn dir anders dein ewiges Seelenheil lieb und theuer ist. - Kurzes Abendgebeth. Allgütiger, allbarmherziger Gott! ich falle vor dir in tiefster Demuth nieder, und sage dir den innigsten Dank für alle, mir Unwürdigen heute, und die ganze Zeit meines Lebens hindurch erwiesenen Wohlthaten. Nimm an zur Danksagung meine wenigen guten Werke, die ich zu deiner Ehre verrichtet, und alle meine Leiden, die ich mit dem Leiden Jesu vereinigt habe. O es reuet mich von ganzem Herzen, daß ich dich, das höchste und liebenswürdigste Gut, heute wieder beleidiget habe. Ich will bey erster Gelegen: heit meine Sünden aufrichtig und reumüthig deinem Stellvertreter, dem Priester beichten, und das für Buße wirken. Ich nehme mir auch ernstlich vor, lieber tausend Mahl zu sterben, als[ dich, o mein Gott! mit einer Sünde mehr zu beleidigen. Gib mir die Gnade dazu durch die unendlichen Verdienste * 20 deines göttlichen Sohnes, unsers Herrn und Erlöfers Jesu Christi. O mein gekreuzigter Heiland! ich verberge mich mit kindlicher Zuversicht in deine heiligen Wunden; beschüße und bewahre mich in denselben vor allen Gefahren des Leibes und der Seele. Wende ab von mir alle bösen Träume und Anfechtungen; lasse mich in keine Sünde fallen, noch eines schnellen bösen Todes sterben. O Maria, Mutter der Barmherzigkeit! neige zu mir deine mitleidigen Augen, wenn die meinigen sich beym Schlafen schließen; wache für mich, und bitte für mich diese Nacht, und in der Stunde meines Todes. O heilige Engel Gottes! Bittet für mich armen Sünder; behüthet mich vor allem Unglücke und allen Gefahren des Leibes und der Seele, insbesondere aber vor jeder Sünde, damit ich in der Gnade und Liebe Gottes bleibe, und mir Gott einst die ewige Glorie verleihen wolle. Amen. Herr! gib allen verstorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. Herr! lasse sie ruhen im Frieden. Amen. Vater unser. Gegrüßt seyst du, Maria. Ich glaube an Gott den Vater. — 21- Ein längeres Abendgebeth. Allmächtiger, ewiger Gott! ich dein unwürdiges Geschöpf falle nieder vor dem Throne deiner göttlichen Majestät, und sage dir den innigsten Dank für alle mir erwiesenen Wohlthaten; insbesondere danke ich dir, daß du mich nach deinem göttlichen Ebenbilde erschaffen, daß du mich durch das kostbarste Blut deines geliebten Sohnes so theuer erlöset, daß du mich durch die heilige Taufe in die Zahl deiner Kinder aufgenommen hast, und mir das unschäßbare Glück des wahren, katholischen Glaubens zu Theil werden ließest. Ich danke dir, e höchst gütiger Gott, daß du mich von so vielen Gefahren des Leibes und der Seele befreyet, von dem Wege der Sünde abgewendet, und durch himmlische Einspre= chungen und Ermahnungen auf den Pfad der Tu gend hingeführet hast. Ich danke dir, o allbarmherziger Gott, daß du mich, obschon ich so oft durch die Sünde dich beleidigte, durch die Buße wieder zu Gnaden angenommen, und mir Verzeihung ertheilet, daß du mich durch dein Fleisch und Blut im heiligsten Altars Sacramente so oft liebvoll gespeiset, und zum ewigen Leben gestärket hast. Ich danke dir, daß du mich und meine Angehörigen vor Unglück und Schaden bewahret, und uns mit unzähligen Gaben des Leibes und der Seele erfreuet hast. Ich opfere dir auf zur schuldigsten Dankbarkeit - 22 1 für alle mir erwiesenen Gnaden und Wohlthaten meine, obschon unvollkommenen, unwürdigen WerEe, alle meine Arbeiten, Mühseligkeiten und Leiden, in Vereinigung mit den unendlichen Verdiensten meines Herrn und Heilandes Jesu Christi. Amen. Erleuchte jeßt meinen Verstand, o heiliger Gott! mit einem Strahle deines göttlichen Lichtes, damit ich deutlich erkenne, wie ich mich heute gegen dich, meinen gütigsten Herrn und Vater, verhalten, und womit ich mich gegen dich versündiget habe. Erforschung des Gewissens.. überdenke und durchforsche dein Verhalten des ganz gen Tages von Stunde zu Stunde, und frage dich bey jedem deiner Werke, wie du dich dabey gegen Gott, gegen dich selbst, gegen deine Mitmenschen verhalten; was du den Tag hindurch gedacht, begehret, geredet, gethan habest; was im Hause, was außer dem Hause, was allein, was in Gesellschaft mit Andern geschehen sey. Bollkommene Reue. Oich Undankbarer! wie schäme ich mich vor dem Angesichte meines allgütigen Herrn und Gottes! Meine begangenen Sünden und Unvollkommenhei= ten klagen mich an vor dem Throne der göttlichen Majestät. O wie würde ich bestehen, wenn mich Gott jetzt vor seinen strengen Richterstuhl fordern wür de! Ach, o allbarmherziger Gott! gehe nicht in das Gericht mit deinem Diener. Ich gestehe es mit Reue und Beschämung; ich habe gesündiget, mit Gedans 23 ken, Worten und Werken habe ich gesündiget, und Böses gethan. Dir allein, o Gott, habe ich gesündiget! Alle diese, und meine übrigen Sünden, mit denen ich jemahls Gott beleidiget habe, bereue ich vom Herzen, nicht darum, weil ich dadurch zeitliche und ewige Strafe verdienet habe, sondern weil ich dadurch dich, meinen Herrn und Gott, das höchste und liebenswürdigste Gut, erzürnet, und wider deis nen heiligsten Willen gehandelt habe. O Vater! ein Bater der Güte und Barmherzigkeit! nimm dein undankbares, aber jetzt büßendes Kind wieder zu Gnaden an. O mein Gott! ich liebe dich aus ganzem Herzen, und liebe dich über alles, weil du aller Liebe höchst würdig bist. Ich will in Zukunft durch deine göttliche Gnade dich stets über alles, von gane zeu Herzen lieben, dir allezeit auf das getreueste dienen, und dich nimmermehr beleidigen. Sieh da, o allbarmherziger Vater! die unendlichen Verdienste deines göttlichen Sohnes, die er am Stamme des Kreuzes uns Sündern erworben hat. Diese opfere ich dir auf fammt seinem schmerzvollsten Tode zur Genug: thuung und Vergebung aller meiner Sünden. O gekreuzigter Heiland! ach, strecke deine von stumpfen Nägeln durchbohrten Hände über mich und meine Angehörigen huldvoll aus, segne uns mit denselben, beschüße und bewahre uns, und laß daraus über uns strömen deine Gnade und unser ewi 24. - ges Heil. O Jesu! o für uns am Kreuze schmerzlich sterbender Jesu! Ich bitte dich durch dein Kreuz und Leiden; ich bitte dich durch deinen bittersten Tod, wende von mir und meinen Angehörigen gnädig ab alle Gefahren der Sünde, alles Übel an Leib und Seele, besonders aber einen gähen, unbußfertigen Lod. O du seligste und übergebenedeyte Jungfrau und Mutter Gottes Maria! reiche uns deine gnádige Mutterhand; unter deinen Schuß und Schirm fliehen wir, elende Kinder Evens! O liebreichste Mutter! dir empfehle ich mich und meine Angehörigen diese Nacht, und lasse nicht zu, daß deinen Kindern etwas Übels widerfahre. O heiliger Schußengel und alle Heiligen Gottes! Wachet über mich, wenn ich schlafe, und behüthet mich und meine Angehörigen vor Sünde, Krankheit und jeder Noth, insbesondere aber vor einem schnellen, bösen Tode. Gib, o Herr! allen abgestorbenen christgläubigen Seelen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. Herr! lasse sie ruhen im Frieden. Amen. Vater unser. Gegrüßt seyst du Maria. Ich glaube an Gott den Vater. Was man bey dem Schlafengehen zu beobachten habe. Vor dem Auskleiden schließe deine Schlafkammer zu, und beobachte vor dir selbst alle Ehrbarkeit und 25 Schamhaftigkeit. Erinnere dich dabey der Gegenwart Got tes und deines heiligen Schußengels. Stelle dir vor Augen den göttlichen Heiland in seinen Leiden, hangend am Kreuze. Gedenke, wie du nach dem Tode, aller irdischen Güter beraubt, vor dem strengen Richter erscheinen werdest. Beherzige wohl, wie viele Menschen in dieser Nacht in der ganzen Welt sterben werden, und Gott allein weiß, ob du unter denselben seyest; daher bethe: Vor einem geschwinden, bösen Tode befreye mich, Jesu! durch die Fürbitte deiner seligsten Mutter Maria, deines Nährvaters Joseph, und der heiligen Barbara. - - Gedenke auch der armen Seelen im Fegefeuer, und bethe für sie. Hierauf besprenge dich mit dem Weihwasser, und sprich: Durch dieses gesegnete Wasser und das kostbarste Blut Jesu reinige mich, o Gott! von allen meinen Sünden, und beschüße mich wider alle sichtbaren und unsichtbaren Feinde. Im Nahmen meines gekreuzigten Herrn Jesu, der mich mit seinem kostbarsten Blute erlöset hat, will ich mich schlafen legen; der wolle mich segnen, vor allem Übel bewahren, und führen zum ewigen Leben. O mein Jesu! an dich glaube ich, auf dich hoffe ich, dich liebe ich über alles. Im Frieden, unter deinem Schuße will ich schlafen und ruhen. In deine heilige Wunden empfehle ich meinen Leib und meine Seele. Jesus, Maria, Joseph. Wenn dir des Nachts böse Gedanken und Anfechtungen vorkommen, so sprich: 3 20 O Jesu! Lieber sterben, als fündigen. Jesus, Maria, Joseph, bleibet bey mir. - O gütiger Jesu! erhöre mich; In deine Wunden verberge mich; Von dir laß nimmer scheiden mich. Dich liebt, o Gott! mein ganzes Herz; Daher ist dieß mein größter Schmerz, Daß ich erzürnt dich, höchstes Gut! Ach, wasch' mich rein in deinem Blut. Dir, o Jesu! will ich leben, dir will ich sterben; Dein will ich seyn im Leben und im Sterben. Amen. Ein Morgen- und Abend- Segen. Die allerheiligste Dreyeinigkeit, Gott Vater, Gott Sohn, und Gott heiliger Geist; der Friede und Segen unsers Herrn Jesu Christi, und die Kraft seines heiligen Leidens, das Zeichen des heiligen Kreuzes, die Fürbitte der unbefleckten und glorwürdigsten Mutter Gottes Mariä, der Beystand der heiligen Schußengel, die Fürbitte aller Heiligen, die Verdienste und das Gebeth aller Auserwählten wollen mich und alle meine Angehörigen segnen und be schirmen, uns vor der Sünde und allem Übel an Leib und Seele bewahren, uns gegen alle sichtbaren und unsichtbaren Feinde beschüßzen, jetzt, und in der Stunde des Todes. Amen. Von den täglichen Werken. Art und Weise, wie ein Christ seine täglichen Urbeiten und Geschäfte Gott heiligen, vor Gott verdienstlich und des ewigen Lebens würdig machen könne. 27- Ein frommes christliches Leben, besonders im weltlichen Stande, besteht eben nicht im vielen Bethen; sondern in einem kräftigen, oft erneuerten und beständigen Willen, alles zu thun, was Gott angenehm und wohlgefällig ist, alles zu unterlassen, was den göttlichen Willen entgegen ist, alles zu leiden und zu dulden, was Gott will und zuläßt nach seinen heiligsten unerforschlichen Rathschlüfsen. Daher soll man öfter des Tages den Vorsatz machen: O mein Gott! weil du bist das höchste und liebenswürdigste Gut, will ich dich nimmermehr wiss sentlich und vorsätzlich beleidigen. Weder Fleisch noch Blut, weder Ehre noch Berachtung vor der Welt, weder Gewinn noch zeitlicher Nachtheil, nichts soll mich von der Liebe Gottes trennen. Wenn aber unsere täglichen Werke Gott angenehm. und für uns zum ewigen Leben verdienstlich seyn sollen so müssen wir dieselben verrichten in der Gnade Gottes, mit einer guten Meinung, vor den Augen und in Gegenwart Gottes, und sie müssen Gott dargebracht und aufgeopfert werden. 1 — — „ Der Gottlose und seine Gottlosigkeit ist ein Gräuel vor Gott." Weish. 14. Der Gottlose wird wegen seiner Bosheit ver WANAW 28 worfen werden, der Gerechte aber hat Hoffnung in seinem Tode." Sprichw. 14. - - Dieß ist eben die Ursache, warum alle Werke, welche im Stande einer Todsünde geschehen, vor Gott keine Gnade, und auch den Himmel nicht verdienen. Obschon Gott zuweilen aus Barmherzigkeit solche Werke zeitlich belohnet; so ist es doch klar, daß jene Menschen einen unwiederbringlichen Schaden sich zufügen, welche eine längere Zeit, oft Monathe in einer Todsünde fortleben, und während dieser Zeit sich nichts für den Himmel verdienen. Diesem Übel vorzubeugen, übe öfter eine vollkommene Reue, welche nicht aus Furcht der Strafe, noch aus der Hoffnung der Belohnung, auch nicht wegen empfangener Wohlthaten, sondern aus der Liebe Gottes herrühret. Eine solche vollkommene Reue mit dem ernstlichen Vorsake, seine Sünden so bald als möglich zu beichten, erwirbt uns die Gnade Gottes, und unsere guten Werke werden vor Gott angenehm, und für uns verdienstlich zum ewigen Leben. Daher sprich öfter in deinem Herzen: O mein Gott! alle meine begangenen Sünden sind mir vom Herzen leid, weil ich dadurch dich, meinen höchsten Herrn und Gott, meinen besten Vater, den ich über alles liebe, beleidiget habe. Ich will lieber tausend Mahl sterben, als dich, o mein Gott! mit einer Günde wissentlich und vorsäßlich mehr beleidigen. Gib mir die Gnade zur Erfüllung dieses meines Vorsatzes. Darum bitte ich dich durch die unendlichen Verdienste deines göttlichen Sohnes, unsers Herrn und Erlösers Jesu Christi. 29 Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz; Daher ist dieß mein größter Schmerz, Daß ich erzürnt dich, höchstes Gut! Ach, wasch' mich rein in deinem Blut. - Nicht deßwegen bereue ich meine Sünden, weil ich mir dadurch zeitliche und ewige Strafe zugezogen, weil ich dadurch Habe und Gut, Ehre und Gesundheit verloren, sondern weil ich dadurch dich, das höchste, unendliche Gut erzürnet habe, welches ich über alles zu lieben schuldig bin.- Jesu! reinige meine Seele von jeder Makel der Sünde, und gib mir deine göttliche Gnade, dich allezeit zu lieben, und nie wieder zu beleidigen. Die gute Meinung, mit der wir unsere täglichen Werke Gott aufopfern, ist die Seele und gleichsam das Leben derselben. Die fromme Meinung gibt allen unsern guten Werken den Werth vor Gott. Je reiner, Gott wohlgefälliger diese Meinung ist, desto verdienstlicher ist das Werk. Das Bethen, Fasten, Almosengeben aus eitler Ehre, um von den Menschen gesehen und gerühmt zu werden, verliert allen Werth und Lohn vor Gott. Alle unsere Arbeiten und Geschäfte ohne gute Meinung sind weder vor Gott angenehm, noch verdienstlich für den Himmel. O wie viele tausend Menschen, die ein hohes Alter erreicht, und im Schweiße ihres Angesichtes ihr Leben zugebracht haben, werden am Todbette wenig Verdienste für die Ewigkeit aufzuweisen im Stande seyn, weil sie ihre Arbeiten und Geschäfte nicht Gott aufge= opfert, dieselben nicht aus Liebe zu Gott verrichtet haben. Es ist zwar die gute Meinung, die wir bey dem Morgengebethe machen, und wodurch wir Gott alle 30 Verrichtungen und Beschwerden des ganzen Tages aufopfern, sehr heilsam und nüklich. Weil aber der Mensch den Tag hindurch gar oft von eiteln, lieblosen, sünd. haften Gedanken versucht, und seine gute Meinung, der fromme Aufblick zu Gott, die Gott gefällige Stimmung seines Gemüthes dadurch geschwächt und vermindert wird; so ist es nothwendig, diese gute Meinung öfter des Tages zu erneuern und zu beleben. Worin diese gute Meinung bestehe, lehrt der heilige Apostel Paulus, indem er sagt:„ Ihr möget essen, oder trinken, oder etwas anderes thun, so thuet alles zur Chre Gottes." I. Kor. 10.- Alles, was ihr thut mit Worten oder Werken, das thut im Nahmen unseres Herrn Jesu Christi." Kolosser 3. Also alles sollen wir thun zur Ehre Gottes, aus Liebe zu Jesu. Und kann etwas heilsamer seyn, als diese gute Meinung, diese Nichtung unseres Herzens zu Gott? Woher mag manches Unglück in einem Hause kommen, als daher, weil man in demselben ganz auf Gott vergißt, und nur der Welt, der Hoffart, dem Geize, oder andern Leidenschaften dienet. Wie kann ein solches Haus von Gott gesegnet werden? Geschähe alles zur Ehre Gottes, im Nahmen Jesu, würde man alle Leiden und Widerwärtigkeiten Gott aufopfern, und im Geiste der Buße ertragen; so würde auch alles von Gott geſegnet werden, und alles Unheil und Übel, in so weit es nicht zu unserem Heile wäre, von uns entfernt bleiben, wie die ewige Wahrheit sagt:„ Alles, um was ihr den Vater in meinem Nahmen bitten werdet, das wird er euch geben." Joh. 16. Alle Arbeiten und Geschäfte aus Liebe zu Jesu thun, ist eben so viel, als den Segen sich dazu erbitten im Nahmen Jesu. Gott sieht ben allen unseren Arbeiten und Bemühungen, Leiden und Drangsalen vorzüglich auf die Mei - 31 nung, auf die Stimmung des Gemüthes, mit welcher wir dieselben verrichten und erdulden. Jene Witwe im Evangelio hat nach dem Ausspruche Jesu mit zwey HelEin lern mehr geopfert, als alle übrigen. Luc. 21. Trunk Wassers, den wir im Nahmen Gottes, aus Liebe zu Jesu reichen, wird im Himmel nicht unbelohnt bleiben. Ja, jeder Schritt, jede Bewegung der Hand, jeder Schweißtropfe, mit einer frommen Meinung Goit aufgeopfert, wird uns verdienstlich für die Ewigkeit. Daher sprich öfter in deinem Herzen: - - Alles Gott zu Ehren; alles Jesu zu Liebe. Dieses Werk, welches ich jetzt verrichte, will ich thun zu deiner größeren Ehre, o Gott! aus Liebe und Gehorsam gegen dich, und zu meinem Seelenheile. O Gott, du Gott meines Herzens! Dieses will ich thun, um dir zu gefallen, damit ich dich zeitlich und ewig lobe und preise, liebe und vers Herrliche. O mein Gott! dieses Werk will ich verrichten nicht so sehr wegen eines zeitlichen Gewinnes, nicht wegen des Lobes der Menschen; sondern damit ich deine Liebe und dein Wohlgefallen mir erwerbe, dir gehorsame, dein heiliges Geboth erfülle, und ewig selig werde. So oft ich meine Hände oder Füße bewege, so oft ich athme oder rede, will ich meinen Heiland von Herzen lieben und loben. Alle meine Leiden will ich geduldig ertragen aus Liebe zu Gott, mit kindlicher Ergebung in seinen 32 heiligsten Willen, in Vereinigung mit den Leiden meines Erlösers, zur Genugthuung für meine Sünden, zum Heile meiner Seele, zum Troste der armen Seelen im Fegefeuer. - - Alle unsere Werke sollen wir vor dem Angesichte Gottes verrichten, und stets vor seinen Augen wandeln. Daher erinnere dich öfter, lieber Ghrift! wie Jesus, unser Muster und Vorbild, in den mannigfaltigen Verhältnissen des Lebens sich betragen, wie er gedacht, ge= redet, gehandelt hat. Erwäge, wie du wünscheft, gesprochen und gehandelt zu haben, wenn dieser Tag der letzte deines Lebens wäre. Betrachte den Himmel, und denke an den Ausspruch des heiligen Apostel Paulus: Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehöret, und keines Menschen Herz hat es noch empfunden, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben." I. Kor. 2. Denke öfter daran, daß Gott überall zugegen sey, und alles sehe und bemerke, was du thuest. Die frommen Patriarchen haben stets vor Gott gewandelt, und der königliche Prophet David bekannte von sich selbst: Meine Augen habe ich jederzeit zu Gott gewandt. Pfal. 24. Daher sollen wir vor jedem unserer Werke diese oder ähnliche Gesinnungen in uns erwecken: - - Sieh, o mein Gott! dieses Werk gnädig an, welches ich zu deiner Ehre, aus Liebe zu dir verrichten will, und führe es zu einem dir wohlgefälligen Ende! Gott! ich will alles aus Liebe zu dir, alles zu deiner Ehre thun. 33 In einer Gefahr zu fündigen. Wie könnte ich dieses Übel thun, und vor Gott meinem Herrn fündigen? - In Betrübniß. Wenn ich auch mitten in den Schatten des Todes wandeln sollte, so will ich mich doch nicht fürchten, weil du, o Gott, bey mir bist. Wenn wir irgend eine Arbeit vollendet, ein Geschäft verrichtet haben, so sollen wir es Gott aufopfern, und bekennen, daß wir es Gott zur Ehre, Gott zu Liebe gethan, und sein Wohlgefallen dadurch zu verdienen gestrebt haben. Ist der Erfolg davon günstig ausgefallen, so sollen wir sprechen: Nicht mir, o Gott! nicht mir, sondern deinem Nahmen sey Ehre. Oder nach überstandenen Leiden. Liebster Jesu! ich opfere dir auf alle meine Drangsale, und bitte, daß du dieselben mit deinem kostbarsten Leiden vereinigen, und sie zur Genugthuung meiner Sünden, zum Heile meiner Seele annehmen wollest. Von dem öfteren Gebethe während des Tages. Der heil. Apostel Paulus ruft uns zu: Bethet ohne Unterlaß. Bu einem Gott wohlgefälligen Gebethe werden aber folgende Stücke erfordert: 1) Ein reines Herz, ein unsträfliches Gewissen, oder doch ein lebendiger Bußgeist; denn Gott erhöret unbußfertige Sünder nicht. - - 34- 2) Ein fester Glaube, ein lebendiges Vertrauen. Darauf muß jedes Gebeth gegründet seyn. Wer bethet, de: glaube und vertraue, und zweifle nicht. Wer zweifelt, der denke ja nicht, daß er in seinem Gebethe werde erhöret werden. 3) Eine herzliche Liebe zu Gott; denn diese entzündet und entflammt die Andacht unsers Herzens. 4) Eine ungeheuchelte Demuth und lebhafte Anerkennung unserer Unwürdigkeit vor Gott. 5) Eine geduldige Beharrlichkeit im Gebethe, und eine Ausdauer, die nicht ermüdet, wenn Gott auch nicht gleich erhöret. 6) Eine vollkommene Gleichförmigkeit mit dem Willen Gottes, eine kindliche Ergebung in seinen Willen, wel: che Gott überaus wohlgefällig ist, und stets erhöret wird. Denn wenn Gott auch nicht das gibt, um was wir bitten, so gibt er uns dafür andere, bessere Güter, nüßlichere Gaben. Wenn Morgens, Mittags und Abends zum englischen Gruße geläutet wird. Der Engel des Herrn brachte Mariä die Bothschaft, und sie empfing von dem heiligen Geiste. Gegrüßet seyst du, Maria u. s. f. Sieh, ich bin eine Magd des Herrn; mir ge schche nach deinem Worte. Gegrüßet seyst du, Maria. Und das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnet. Gegrüßet seyst du, Maria. Vater unser. Gegrüßet seyst du, Maria. Herr! gib den Seelen der Abgeschiedenen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. Herr! laffe sie ruhen im Frieden. Amen. 35 Vor dem Essen. Aller Augen warten auf dich, o Herr! und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. Du öffnest deine milde Hand, und erfüllest alles, was da lebt, mit Segen. - Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste; als er war im Anfange, jest und alleweg, und zu ewigen Zeiten. Amen. Herr! erbarme dich unser. Christe! erbarme dich unser. Herr! erbarme dich unser. Vater unser. Herr! segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner Freygebigkeit empfangen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Nach dem Essen. Wir danken dir, allmächtiger Gott! für alle deine Wohlthaten, der du lebest und regierest in alle Ewigkeit. Amen. Herr! erbarme dich unser, u. s. w. Vater unser. Der Nahme des Herrn sey gebenedent. Von nun an bis in Ewigkeit. Du wollest, o Herr! allen unsern Wohlthätern um deines Nahmens willen das ewige Leben geben. Der gütige Gott wolle uns an der himmlischen Tafel ewiglich ersättigen. - 36 - Und die christgläubigen Seelen mögen durch die Barmherzigkeit Gottes ruhen im Frieden. Amen. Vor einer Reise. Im Nahmen Jesu begebe ich mich auf den Weg; der wolle mich segnen, beschüßen, bewahren und führen zum ewigen Leben. Amen. Jesu! der du für mich drey und dreyßig Jahre auf Erden gewandelt hast; begleite mich auf dieſer Reise, verleihe einen guten Ausgang allen meinen Geschäften, führe mich wieder zurück ohne Unglück, beschüße und bewahre mich vor allen Gefahren des Leibes und der Seele, und laß mich endlich nach der mühseligen Pilgerschaft dieses Lebens den ewig bleibenden Wohnplaß im Himmel finden. Amen. Der heilige Schußengel wolle mich führen und leiten, und mich beschüßzen und bewahren, daß ich ohne Unglück, froh und gesund zu den Meinigen zurückkehre. Vater unser. Ave. Während einer beschwerlichen Arbeit. Dich liebt, o Gott! mein ganzes Herz; Daher ist dieß mein größter Schmerz, Daß ich erzürnt dich, höchstes Gut! Ach! wasch' mich rein in deinem Blut! Oder: O mein gekreuzigter Jesu! ich opfere dir auf all mein Thun und Lassen, all mein Kreuz und Leiden; ich empfehle mich mit Leib und Seele in deine heiligen Wunden. - 37 Oder: O Jesu! der du so oft für mich Müdigkeit, Leiden und Drangsale erdulden wolltest; ich bitte dich um deines Leidens willen, laß mich am Ende meines Lebens jene süßen und trostreichen Worte hören: Selig sind die Todten, die in dem Herrn sterben; von nun an, spricht der Geist, werden sie ruhen von ihren Arbeiten, denn ihre Werke folgen ihnen nach. - Oder: Herr Jesu! ich bitte dich durch deine fünf Wunden, welche du aus Liebe zu uns dir schlagen ließest, segne unsere Arbeit, und gestatte nicht, daßß ich, oder meine Angehörigen dich jemahls beleidigen. In deinen Schuß und Schirm empfehle ich mich, o allerseligste Jungfrau und Mutter Gettes Maria! Alles zur größeren Ehre Gottes! Alles aus Liebe zu Jesu! 3ur Zeit einer Anfechtung. O Jesu! hilf.- O Jesu! steh mir bey; denn ich leide Noth. Wie kann ich ein so großes Übel thun, und sündigen wider Gott meinen Herrn? Soll ich wegen eines zeitlichen Gewinnes, wegen eines geringen Verlustes, wegen einer sinnlichen Lust mich in Gefahr sehen, ewig von Gott verstoßen zu werden? Nein, o Gott! lieber sterben, als fündigen. 38 O Jesu! in deine heilige Wunden verberge --- ich mich. O gütigster Jesu! erhöre mich, von dir. laß nicht mehr trennen mich. Wer die Gefahr liebt, wird in der Gefahr umkommen. Kurze Freude bringt ewiges Leid. Jesus und Maria! stehet mir bey; bleibet in meinem Herzen. Nach einer begangenen Sünde. O Gott! was habe ich gethan? Ach, ich habe gefündiget, und dich meinen Gott, das allerhöchste, liebenswürdigste Gut beleidiget. Ich bin nicht werth, o Vater im Himmel! dein Kind zu heißen. Ich habe gefündiget, o liebreicher Jesu! und dich, meinen Heiland, auf das neue gekreuziget. O ich Undank barer! In der größten Betrübniß meines Herzens nehme ich, armseliger Sünder, zu dir, o gekreuzigter Heiland, meine Zuflucht; denn deine heiligen Wunden, die du am Kreuze für mich erduldet hast, flößen mir Muth und Vertrauen ein; dein kostbarstes Blut verkündiget mir Gnade und Vergebung. O Jesu! sey mir armen Sünder gnädig. Es reuet mich von ganzem Herzen, daß ich dich, meinen besten Bater, beleidiget, daß ich die unendliche Liebe Jesu, meines Erlösers, mit Undank vergolten, daß ich der Gnade des heiligen Geistes entgegen gehandelt habe. Ich verabscheue diese, und 39 alle meine übrigen Sünden, die ich jemahls begangen habe, weil sie deinem heiligsten Willen entgegen sind. Ich nehme mir festiglich vor, diese Sünde bey nächster Gelegenheit zu beichten, und sie nach Kräften gut zu machen; ich will jede Gelegenheit zur Sünde meiden, mein Leben bessern, und nie wieder wissentlich und vorsätzlich sündigen. O Jesu! ich bitte durch dein kostbarstes Blut, welches du für uns Sünder am Kreuze vergossen hast, ich bitte durch dein bitteres Leiden und Sterben, ich bitte durch deine unendliche Liebe und Barmherzigkeit, erbarme dich meiner, verzeihe mir diese begangene Sünde, vertilge meine Missethat, und gib mir die Gnade, nimmermehr zu fündigen. Amen. Zur Zeit einer großen Widerwärtigkeit. Der heil. Apostel Paulus sagt: II. Timoth. 3. Alle, die in Christo Jesu fromm und gottselig leben wollen, werden Verfolgung leiden." Also Niemand ist davon ausgenommen; nicht die liebsten Freunde Gottes, nicht die seligste Jungfrau Maria, nicht der eingeborne Sohn Gottes. Hier in diesem Thränenthale kann es nicht anders seyn, als daß man Verfolgungen, Leiden und Widerwärtigkeiten aller Art erduldet. Der Kreuzweg ist der einzige Weg zum Himmel. Wer nicht leiden will, ist ausgeschlossen aus der Zahl der Kinder Gottes. Mußte nicht Jesus selbst leiden, und so in seine Herrlichkeit eingehen? Und wer mit Jesu leidet, wird mit ihm verherrlichet werden. Daher, lieber Chrift! nimm die Leiden geduldig an, - 40- - die dir begegnen. Leide aber alles aus Liebe zu Gott, damit du nicht vergebens leidest! leide in Vereinigung mit dem Leiden Jesu, damit du dir dadurch Verdienste für die Ewigkeit sammelst; leide mit Geduld und mit voller Ergebung in den göttlichen Willen, und du wirst. mitten im Leiden getröstet und gestärket werden. Geduld im Kreuz und Leiden um der Liebe Gottes willen, weil es Gottes Wille ist, vertreibet die Traurigkeit und Kleinmüthigkeit, verhüthet alles Klagen und Murren wider Gott und den Nebenmenschen. Geduld um der Liebe Jesu willen bringt Trost und Frieden und Freude in das Herz, vermindert die Bitterkeit des Leidens, die Schwere des Krenzes, und gibt Kraft und Stärke in der Widerwärtigkeit. Geduld um der Liebe Gottes, um der Liebe Jesu willen löschet aus das Fegefeuer, und eröffnet den Himmel. Geduld in Leiden und Widerwärtigkeiten ist eine Freude der Engel, eine Freude der Heiligen, ein Gott überaus angenehmes Opfer, und führet hin zur Vereinigung mit Gott. Wer wollte also nicht gerne leiden um der Liebe Gottes willen? - Die Leiden und Drangsale mögen kommen, woher sie wollen; sie bleiben immer Fügungen oder Zulassungen Gottes. Wir müssen sie daher jederzeit von der Hand Gottes mit Bereitwilligkeit, mit Ergebung und Geduld annehmen. Wenn dich daher Leiden treffen, so klage nicht: O Gott! du strafest mich zu hart; mein Kreuz ist mir zu schwer, ich kann es nicht länger ertragen. Warum leide ich mehr, als Andere? Ich weiß nicht, womit ich es verschuldet habe. Ach, es dauert viel zu lange. Es scheint, Gott habe mich ganz verlassen u. s. w. Nicht so, mein lieber Christ. Dieß hieße, wider. - 41- Gott murren, und ihn nicht versöhnen. Denke dir vielmehr, du habest noch viel größere Leiden durch deine Sünden verdienet. Stelle dir Jesum am Kreuze hangend vor, der dich so anredet: Sieh, ich habe unaussprechliche Peinen und Schmerzen, ja den schmählichsten und bittersten Kreuzestod für dich, zu deinem Heile ausgestanden, und du willst nicht einmahl ein geringes Leiden mir zu Liebe erdulden? Knie nieder vor einem Crucifirbilde, und bethe eines oder das andere der folgenden Gebethe. 1. Gebeth. O mein gekreuzigter Jesu! zur Erinnerung, zur Dankbarkeit und zu Ehren deines bitteren Leidens, auch um der Liebe willen, mit welcher du zu meinem Heile an das Kreuz genagelt werden wolltest, nehme ich von deinen verwundeten Händen bereitwillig an dieses gegenwärtige Kreuz. Ist es mög= lich, und zu meinem ewigen Heile, so bitte ich in tiefster Demuth durch die unendliche Liebe deines heiligsten Herzens um gnädige Befreyung von diesem Leiden. Willst du aber, daß ich leiden soll, und ist es zu meinem ewigen Heile; so will ich alles gerne leiden und dulden, weil es dein und deines himmlischen Vaters heiligster Wille ist. Ich will es ge= duldig leiden, damit ich für meine vielen Sünden genug thue, und die Schuld derselben nach Möglichkeit abbüße. Ich will es gehorsam leiden, damit ich deiner Lehre und deinem Beyspiele nachfolge. Ich will es freudig leiden, damit ich dadurch an den un 42 endlichen Verdiensten deines Leidens Theil haben möge. Ich will es standhaft leiden, damit ich meine Liebe und Treue gegen dich zeige, und die Kron: der Beharrlichkeit im Himmel dafür empfange. Amen. 1 - 2. Gebeth. Gütigster Vater! Obschon mich diese Widerwärtigkeit schwer drückt, so danke ich dir doch dafür tausend Mahl; denn weit größere Übel und zeitliche Strafen hätte ich meiner Sünden wegen verdient; deiner unendlichen Barmherzigkeit hat es aber gefal len, dieselben in das gegenwärtige Leiden zu verändern. Ich nehme diese Widerwärtigkeit als ein Köstliches Kleinod deiner erbarmenden Vatergüte an, die mich nur verwunden will, um mich zu heilen. Ich schäße dieses Leiden als ein Zeichen deiner Gnade gegen mich, als ein sicheres Unterpfand meiner ewigen Seligkeit, und sage dafür den innigsten Dank. Ja, hier schneide, hier brenne, hier züchtige mich; wenn du mich nur in Ewigkeit verschonest. Ehre sen Gott dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste von nun an bis in Ewigkeit. Amen. 3. Gebeth. Jesu, der du uns Menschen bis in den Tod, ja bis in den Tod des Kreuzes geliebet hast, und noch liebest; wer sollte dich nicht von ganzem Herzen, über alles lieben? Weil ich dich nun aus ganzem Gemü - 43 the, über alles liebe, und ewig lieben werde, nehme ich von deiner für mich durchbohrten Hand mit voller Bereitwilligkeit dieses Leiden an. Ich küsse diefes Kreuz mit aller Demuth, als wäre es dein heiliges, mit Blut gefärbtes Kreuz. Ich verehre es, als wäre es ein Theil, oder eine Reliquie deines gnadenreichen Kreuzes, und spreche mit aller Ergebung: Sen gegrüßt, o heilsames, gnadenreiches Kreuz; nimm mich auf zum Jünger dessen, der für mich am Kreuze gehangen und gestorben ist, und uns dadurch von der Gewalt der Hölle und der Sünde erlöset hat. O göttlicher Heiland! laß mein Leiden mit deinem heiligsten Leiden vereiniget werden, und verleihe mir die Gnade, dir zu leben, dir zu leiden und zu sterben, und durch deine unendlichen Berdienste ewig selig zu werden. Amen. 4. Gebeth. O mein Gott! Alles kommt von dir, Gutes und Bitteres, Glück und Unglück, Leben und Tod. Jetzt hat mich dieses Übel getroffen; von deiner gnadenvollen Hand nehme ich es demüthig und bereits willig an. Willst du noch überdieß, daß ich Krankheit- Noth- Verfolgung- Verleumdung leide, so geschehe dein Wille, o Herr! Willst du Schande und Schmach über mich kommen lassen; Herr, dein Nahme sey gebenedeyt. Willst du, daß ich diese Leiden und Widerwärtigkeiten länger ertrage, bis an meinen Tod ertrage; thue, was dir gefällt. Es ist - - 44 zwar herbe und bitter dieses Leiden; dennoch, Herr! dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Ich will mich ganz und gar in deinen heiligsten Willen ergeben; verwunde, peinige, tödte mich, wenn du nur meine Seele rettest, und sie bewahrest zum ewigen Leben. Ich will stets in deiner Hand seyn, und begehre nichts anders, als daß dein götts licher Wille an mir jederzeit erfüllet werde. Ich bitte flehentlich, o gütigster Jesu! laß nur einen Tropfen von deinem kostbarsten Blute in mein bedrängtes Herz fließen, damit die Bitterkeit meines Leidens versüßt, und ich dadurch gestärkt werde. Allein weil du, o allgütigster Gott! uns diese so tröstlichen Worte zurufest: Kommet alle zu mir, die ihr mühselig und mit Leiden beladen seyd, und ich will euch erquicken; so nähere ich mich mit kindlicher Zuversicht dem Throne deiner unendlichen Barmherzigkeit. O mein Gott! du nennest dich ja einen Vater der Armen, einen Tröster der Betrübten, ei nen Helfer der Nothleidenden. Ich darf dir ja nicht erst meine Noth klagen. Du weißt mein Kreuz und Leiden, du kennest alle meine Nöthen, du siehst meine von Kummer niedergedrückte Seele. Auf allen Seiten umgeben mich Drangsale. O ich bitte, allgütiger und allbarmherziger Gott! zeige an mir, daß du seyest ein Vater, Tröster und Helfer der Leidenden und Bedrängten. Wie lange willst du noch mit deiner Hülfe verweilen? O gekreuzigter Heiland! ich Armer, Elender, 45 Dürftiger, falle nieder vor deinen Füßen. O lieb. reicher Jesu! verstoße nicht denjenigen, welchen du bis in den Tod geliebet hast. Ach, neige dein Gnadenohr zu den Bitten meines bedrängten Herzens. Wende dein gnädiges Angesicht mir zu, und erbarme dich meiner. O süßester Jesu! zeige an mir Elenden, daß du seyest mein Heiland und Erlöser. Ich will mich nicht von deinem Kreuze entfernen, bis ich Gnade und Erbarmung finde, wenn es anders dein heiligster Wille, und mir heilsam und ersprießlich ist zum ewigen Leben, und ich will deine Barm= herzigkeit rühmen ewiglich. Amen. Verhalten ben zugefügten Beleidi- - - gungen. >>> Nichts fällt dem Menschen, und selbst dem Christen beschwerlicher, als Beleidigungen übertragen, und denen verzeihen, welche uns Unrecht und Böses zufügen. Und doch wird uns ausdrücklich gebothen: Matth. 5. Liebet enre Feinde; thut Gutes denen, die euch hassen, und bethet für die, welche euch beleidigen und verfolgen." Wer hat dieses gebothen und anbefohlen? Die ewige Wahrheit, Jesus Christus. Er hat es mit Worten gelehret, und in der That in seinem Leben, und am Kreuze erwiesen. Ja, damit ein so wichtiges Geboth nicht in Vergessenheit komme, hat der göttliche Heiland dem Vater unser folgende Bitte einverleibt: Vater, vergib uns unsere Schulden, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Was heißt diese Bitte anders, als: Vater! wie ich Andern vergebe, wollest du mir auch vergeben; wenn ich meinen Beleidigern und Feinden nicht verzeihe, - 46 -- - sollst du mir auch nicht verzeihen; weil ich meinen Ne benmenschen, der mich beleidigte, nicht begrüße und liebe, und ihm nicht Gutes thue, so sollst auch du, himmlischer Bater, mich nicht gnädig ansehen, mein Gebeth nicht erhören, mir nicht Gnade erweisen. Christliche Seele! Du erschrickst zwar vor diesen Worten; allein es wird dir in der That so ergehen, wenn du deinen Beleidigern und Feinden nicht vom Herzen vergibst, wenn du als ein ungehorsames Kind dem Beyspiele des Heilandes nicht nachfolgest, welcher sterbend am Kreuze uns zur Nachahmung ausrief: Bater! vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie thun. Ja, der himmlische Vater wird dein Gebeth nicht erhören, er wird sein Angesicht von dir abwenden, und nach der Strenge seiner Gerechtigkeit mit dir verfahren, wenn du nicht auch vergeben willst. Liebe daher deinen Feind, thue ihm Gutes, und bethe für ihn, damit auch du Gnade und Barmherzigkeit vor Gott finden mögest. Wenn du von deinem Feinde sprichst: Er ist der Strafe noch nicht entronnen; Gott wird ihn schon finden, und ihm vergelten. Ich hasse ihn nicht; aber ihn anreden und begrüßen kann ich nicht, damit er nicht in seiner Bosheit gegen mich bestärkt werde. In sein Haus gehen, ist wider meine Natur; mein Blut wallet auf, wenn ich ihn nur ansehe. Wie sollte ich für ihn bethen, und ihm Gutes thun können? Ich habe meinem Gewissen genug gethan, wenn ich ihn nur nicht hasse, ihm nichts Böses wünsche und thue, mich an ihm nicht zu rächen suche.-O lieber Christ! heißt das, wie Christus befohlen hat: Liebet eure Feinde, thuet ihnen Gutes, bethet für sie?- Willst du der Lehre Jesu nachleben, so sollst du von deinen Beleidigern und Feine den nie Übels reden, ihnen nie Böses wünschen und - - 47 thun, sie nicht lästern, alle rachgierigen Gedanken wider sie aus deinem Herzen verbannen, sie begrüßen und lieben, und ihnen willig und vom Herzen die Werke der christlichen Liebe erweisen. - Gebeth für Beleidiger und Feinde. O unschuldig verschmähter und ungerecht verurtheilter Erlöser! Sieh, dieses Unrecht, diese Uns bild ist mir zugefügt worden. Ich opfere dir diese mir zugefügte Kränkung und Beleidigung auf. Dir zu Liebe, deinem Gebothe und Beyspiele nachzukommen, die Schuld meiner Sünden abzubüßen, und Gnade und Barmherzigkeit vor deinem Angesichte zu finden, will ich dieses Unrecht gern ertragen, und denen, die es mir zugefügt haben, vom Herzen verzeihen. mein gekreuzigter Heiland! du leidest am Kreuze die bittersten Schmerzen unschuldig, und stirbst wie ein Lamm geduldig unter dem Gespötte deiner Feinde, und öffnest deinen Mund nur, um diejenigen zu segnen, welche dich tödteten, um ihnen Berzeihung von deinem himmlischen Vater zu erflehen. Und ich ein Sünder, der ich nicht nur zeitliche Strafe, sondern sogar die ewige verdienet habe, will nichts leiden, will nicht verzeihen? O wie muß ich mich vor dem Angesichte meines sanftmüthigen Jesu schämen! Will ich mit dir, o mein Heiland! keine Unbild ertragen, will ich nicht mit dir Unrecht leiden, und dem Beleidiger verzeihen; so kann und werde ich 48 auch nicht selig werden. Daher will ich diese Verleumdung dieses Unrecht- diese Verfolgung-- dir zu Liebe, o Jesu! geduldig ertragen, und um deines Nahmens willen allen meinen Beleidigern und Feinden vom Herzen verzeihen, gleichwie ich wünsche und bitte, daß du mir jetzt und in meiner Todesstunde meine Sünden verzeihest. Ich wünsche ihnen alles Gute, was ich mir selbst wünsche. Ich bitte auch, o Jesu! du wollest sie nach dem, was sie mir Böses thaten, nicht richten und strafen, son dern ihnen die Gnade geben, daß sie sich bekehren und bessern; ich bitte, du wolleft ihnen hier auf Erden deinen Segen und einen tröstlichen Tod, dort aber im Himmel die ewige Freude und Seligkeit ertheilen. Amen. - - Von der heiligen Messe. Gleichwie die heilige Messe das vortrefflichste und Gott wohlgefälligste Opfer ist; also ist es auch Gott überaus angenehm, der heiligen Messe andächtig benzuwohnen. Die Anhörung der heiligen Messe verschafft uns auch unaussprechlichen Segen, unzählige Gnaden, Trost und Freude und Stärke zu allem Guten. In der heiligen Meſſe eröffnet uns Jesus den Schatz seiner unendlichen Verdienste, und läßt uns an denselben Theil nehmen. Das her sollen wir an keinem Tage, wenn es unsere Berufsgeschäfte erlauben, die Anhörung der heiligen Messe verfäumen, um Gottes Segen und Gnade für uns und J.N.R.J. S. v. Perger dob. J. Blavohrnce se. Im Traum' erscheint, o Jesu schon, dein bittres Leiden dir. 49 unsere Angehörigen dadurch zu verdienen. Wir müssen aber der heiligen Messe jederzeit beywohnen in ehrerbiethis ger Stellung und mit aller Ehrfurcht, mit Demuth, mit reumüthigem und bußfertigem Herzen, andächtig, ohne alle Zerstreuung des Geistes, mit lebendigem Glauben, mit kindlichem Vertrauen, mit innigster Liebe. - Aufopferung der heiligen Messe. O mein Gott! diese heilige Messe will ich in deiner Gegenwart mit aller Andacht anhören, damit ich dich mit allen Engeln und Heiligen anbethe, lobe und preise; damit ich dir danke für alle Gnaden und Wohlthaten, die du mir und allen Menschen erwiesen hast, und noch täglich erweisest; damit ich Vergebung meiner Sünden erlange, und für die Schuld meiner Sünden genug thue; damit ich jene Gnaden, die mir am Leibe und an der Seele nö thig sind, erbitte und erlange; damit ich an den unendlichen Verdiensten des Leidens und Sterbens Jesu theilhaftig werde, und für die Seelen der verstorbenen Christgläubigen Gott bitte. Gebeth vor der heiligen Messe. Allmächtiger, ewiger Gott! Herr, himmlischer Bater! ich, dein unwürdigstes Geschöpf, opfere dir auf in tiefster Demuth und mit innigster Liebe das heiligste Opfer des Leibes und Blutes, Jesu Christi, welches jetzt von dem Priester im Nahmen Jesu gefeyert wird. Ich opfere es dir auf in Vereinigung desjenigen Opfers, welches Jesus Christus, dein 5 A 50 eingeborner Sohn, dir, seinem himmlischen Vater, bey dem letzten Abendmahle und am Altare des Kreuzes aufgeopfert hat. Ich opfere es dir auf zur größeren Ehre, zum Lobe und zur Verherrlichung deiner unendlichen Vollkommenheit und Oberherrschaft über alles im Himmel und auf Erden; zum öffentlichen Bekenntnisse des allein selig machenden katholischen Glaubens; zum ewigen Andenken des bittern Leidens und Todes Jesu Christi; zur Danksagung für die mir erwiesenen Wohlthaten und Gnaden, ins besondere für die Einseßung des hochheiligen AltarsSacramentes; zur Genugthuung meiner, und aller Lebendigen und Abgestorbenen Sünden und Schulden. Ich opfere es dir auf zur Erhöhung und Verbreitung der heiligen katholischen Kirche, zur Erhaltung des Friedens und der Einigkeit zwischen den christlichen Fürsten und Mächten; zur Bekehrung aller Irr- und Ungläubigen. Ich opfere es dir auf für alle meine geistliche und weltliche Obrigkeiten, für meine Ältern, Freunde und Wohlthäter, für alle, die sich meinem Gebethe empfohlen haben, und für weiche ich zu bethen verpflichtet bin; auch für diejenigen, die mich beleidiget haben, so wie für die, welche ich gekränkt und betrübet habe. Ich opfere es dir endlich auf für alle unbußfertigen Sünder, damit sie zu dir bekehret werden mögen, und für alle, die in Todesnöthen sich befinden. - O gütiger und gnädiger Gott! insbesondere bitte ich flehentlich durch die Kraft dieses heiligen 51 Mesopfers, ich bitte durch den unschäßbaren Werth des heiligsten Sacramentes des Leibes und Blutes Jesu Christi, gib mir dasjenige, wofür ich diese heilige Messe anzuhören mir vorgenommen habe. Gib mir und Allen Trost, Hülfe, Segen und Gnade an Leib und Seele. Gib uns, was jedem nüßlich und heilsam ist zum ewigen Seelenheile. Gib uns ein frommes Leben und einen seligen Tod. Gib uns endlich die ewige Seligkeit im Himmel. Amen. 3um Confiteor, oder Sündenbekenntnisse. Barmherziger und gerechter Gott! ich armer, fündiger Mensch fürchte mich meiner vielen und großen Missethaten wegen, vor dem Angesichte deiner göttlichen Majestät zu erscheinen, und deine Güte und Barmherzigkeit zu loben und zu preisen, weil die Sünde und der Sünder vor dir ein Gräuel sind. - - Daher bekenne ich beym Anfange dieser heiligen Messe vor dir, allwissender und gerechter Gott, vor Maria, der seligsten Jungfrau, vor allen lieben Engeln und Heiligen, daß ich leider! von meiner Jugend an bis auf diese Stunde oft und schwer gesündiget habe. Alle diese Sünden, wissentliche und unwissentliche, reuen und schmerzen mich vom Herzen nicht aus Furcht zeitlicher oder ewiger Strafe, die ich dafür verdienet habe, sondern bloß allein darum, weil ich dadurch dich, o mein Gott, das höchste und liebenswürdigste Gut, beleidiget habe. Doch * N 52 fasse ich jetzt den festen Vorsatz, dich, o bester Bater, nicht mehr zu beleidigen, sondern dich von nun an über alles zu lieben, und dir von ganzem Herzen zu dienen. - - Mit diesen Gesinnungen und Entschlüssen trete ich zu dem Altare, werfe mich nieder vor deinem göttlichen Angesichte, und bitte mit aller Zerknirschung meines Herzens: Zeige mir, o Herr! deine Barmherzigkeit, und gib mir um der unendlichen Verdienste Jesu willen Vergebung, Gnade und Beharrlichkeit im Guten. Ich flehe zu dir, o Gott! nicht vertrauend auf meine Gerechtigkeit, sondern auf deine unendliche Barmherzigkeit. D Herr! erhöre mein Gebeth, und lasse mein Geschrey zu dir kommen; denn du, o Gott! wirst ein reumüthiges Herz nicht verstoßen, und das Gebeth eines Demüthigen nicht verwerfen. 3um Gloria. Ehre sey Gott in der Höhe, und Friede auf Erden den Menschen, die eines guten Willens sind. Wir loben dich, wir benedeyen dich, wir bethen dich an, wir preisen dich, wir danken dir, wegen deiner großen Herrlichkeit. Herr Gott, himmlischer König! Gott, allmächtiger Vater! Herr Jesu Christe, du eingeborner Sohn! Herr Gott! du Lamm Gottes, Sohn des Vaters, der du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser! der du hinwegnimmst die Sünden der Welt, nimm an unser - 53 Gebeth! der du sißest zur Rechten des Vaters, erbarme dich unser! denn du allein bist heilig, du allein bist der Herr, du allein bist der Allerhöchste, Jesu Christe, mit dem heiligen Geiste, in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen. Zur Collecte. Ich danke dir, o gnädiger und allbarmherziger Gott, für alle Gnaden und Wohlthaten, die ich von deiner milden Güte schon empfangen habe, und noch empfangen werde. Ich opfere dir dafür auf meinen Leib und meine Seele; auch alles, was ich je Gutes gethan, oder Schmerzliches erduldet habe. Weil aber das alles viel zu gering ist, und ich nicht im Stande bin, dich würdig zu loben und preisen, und für die empfangenen Wohlthaten dir würdig zu danken: so opfere ich dir auf alles das, was Jesus Christus für uns gethan und gelitten hat. Ich bitte demüthig, du wollest diesen unendlichen Schatz der Verdienste Jesu annehmen als das dir wohlgefälligste Dankopfer. — Zugleich bitte ich durch die unendlichen Verdienste unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi, du wollest mir alle jene Gnaden erweisen, welche mir heilsam und ersprießlich sind zum ewigen Leben. Von den leiblichen Wohlthaten und Gütern wollest du mir nach deiner unendlichen Weisheit so viel mittheilen, als ich zur Erhaltung meines Lebens bedarf, damit ich dir stets dienen, und in deiner Liebe und Gnade verharren möge. Amen. Fi - 54. - Zum Evangelium. Mein Herr und mein Gott! der du allwissend, höchst weise und höchst wahrhaft bist, und höchst getreu in deinen Verheißungen. Ich glaube und bekenne alles, was du uns geoffenbaret hast, was uns Jesus Christus gelehret hat, was uns die Apostel geprediget haben, und was uns die heilige katholische Kirche zu glauben vorstellet. Ich will lieber das Leben verlieren, als etwas thun, was gegen das öffentliche Bekenntniß des heiligen katholischen Glaubens wäre. In diesem Glauben will ich leben und sterben. Weil aber der Glaube ohne die guten Werke todt ist; so verleihe mir die Gnade, daß ich auch stets die Lehren des Evangeliums befolge, und darnach lebe. Durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 3um Credo. Ich glaube an einen Gott, den allmächtigen Bater, Schöpfer Himmels und der Erde, aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und an einen Herrn Jesum Christum, den eingebornen Sohn Gottes, der aus dem Vater von Ewigkeit geboren ist: Gott von Gott, Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gott, geboren, nicht erschaffen, Einer Wefenheit mit dem Vater, durch welchen Alles erschaffen ist. Der uns Menschen zu Liebe, und um unseres Heiles willen vom Himmel herabgestiegen ist, und durch den heiligen Geist aus Maria der Jungfrau Fleisch angenommen hat, und Mensch gewor 55 den ist. Der auch für uns gekreuziget wurde, unter Pontius Pilatus gelitten hat, und begraben worden ist. Und er ist wieder auferstanden von den Todten am dritten Tage nach der Schrift, und ist aufgefahren in den Himmel, und sizzet zur rechten Hand des Vaters, und wird wieder mit Herrlichkeit kommen, zu richten die Lebendigen und die Todten, und seines Reiches wird kein Ende seyn. Ich glaube an den heiligen Geist, den Herrn, der lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohne ausgehet, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebethet und geehret wird, der durch die Propheten geredet hat. Ich glaube auch an eine heilige, allgemeine und apostolische Kirche. Ich bekenne eine Taufe zur Vergebung der Sünden, und erwarte die Auferstehung der Todten, und das Leben der zukünftigen Welt. Amen. ― — Zur Opferung. Heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott! nimm wohlgefällig an dieses unbefleckte Opfer des Brotes und Weines aus den Händen des Priesters. Erneuert soll dadurch werden jenes kostbarste Opfer, welches Jesus Christus am Altare des Kreuzes zur Versöhnung und Genugthuung für unsere Sünden dargebracht hat. Ich bringe dir dieses Opfer dar für meine unzähligen Sünden, Vergehungen und Nachlässigkeiten, für alle lebenden und abgestorbenen Christgläubigen, damit es mir und ihnen nüße zum Heile und ewigen Leben. 50 Ich opfere dir auch zugleich auf, o himmlischer Bater! meinen Verstand und mein Gedächtniß; ich bitte, du wollest beyde erleuchten, daß sie künftig nichts anders erkennen und denken, als dich, o mein Gott, und was du uns geoffenbaret hast. Ich opfere dir auch auf meinen Willen, und will ihn so fest mit dem deinigen vereinigen, daß ich nichts mehr suche, als dich, nichts mehr liebe ohne dich, nichts mehr begehre und wünsche, als was, wie, und wann du willst. Ich opfere dir auf meinen Leib und meine Seele, alles, was ich habe und vermag. O Gott! dein will ich seyn von nun an bis in Ewigkeit. Dir will ich leben, dir will ich sterben; ach laß mich ewig nicht verderben. Amen. - - 3 ur Präfation. Lasset uns unsere Herzen erheben zu Gott dem Herrn, und ihn loben und preisen, und ihm danEen für alle seine Wohlthaten. Ja, es ist recht und billig, daß wir dir ohne Unterlaß und an allen Orten Dank sagen, heiliger Herr! allmächtiger Vater! ewiger Gott! durch Christum unsern Herrn. Durch ihn loben die Engel deine Majestät; durch ihn verherrlichen dich mit tief: ster Ehrerbiethung alle himmlischen Kräfte. Die Seraphim preisen dich, und stimmen in das allge: meine Frohlocken ein. Erlaube auch uns fündigen Geschöpfen, daß wir mit diesen himmlischen Geistern unseren Lobyesang vereinigen, und voll Demuth und Ehrfurcht rufen dürfen: 57 Heilig, heilig, heilig ist der Herr Gott Sabaoth! Himmel und Erde sind deiner Herrlichkeit voll. Hosanna in der Höhe! Gebenedeyet sey, der da kommt im Nahmen des Herrn! Hosanna in der Höhe! — 3um Memento für die Lebenden. Allmächtiger, ewiger Gott! Herr himmlischer Bater! sich an mit den Augen deiner unendlichen Barmherzigkeit unseren Jammer, unser Elend, unsere Noth. Erbarme dich aller Christgläubigen, für welche dein eingeborner Sohn, unser Herr und Heiland, Jesus Christus, in die Hände der Sünder freywillig gekommen ist, und sein kostbarstes Blut am Stamme des heiligen Kreuzes vergossen hat. Durch diesen Herrn Jesum wende ab, gnädigster Vater! die wohlverdiente Strafe, gegenwärtige und zukünftige Gefahren, schädliche Empörung, Kriege, Theuerung, Krankheiten und betrübte, arm= felige Zeiten. Erleuchte auch, und stärke in allem Guten geistliche und weltliche Obrigkeiten und Regenten, damit sie alles befördern, was zu deiner göttlichen Ehre, zu unserem Heile, und zum allge= meinen Frieden der Christenheit gedeihen mag. Verleihe uns, o Gott des Friedens! eine wahre Vereinigung im Glauben, ohne alle Spaltung und Zertrennung. Bekehre unsere Herzen zur wahren Buße und Besserung des Lebens; zünde in uns an das Feuer deiner Liebe; gib uns Hunger und Eifer 58 zu aller Gerechtigkeit, damit wir als gehorsame Kinder im Leben und Sterben dir angenehm und wohlgefällig seyen. Wir bitten auch, wie du willst, daß wir bitten sollen, für unsere Freunde und Feinde, für Gesunde und Kranke, für alle betrübte und leidende Christen. Dir sey für immer empfohlen, o Herr! all unser Thun und Lassen, unser Handel und Wandel, unser Leben und Sterben. Laß uns nur deine Gnade hier genießen, und dort mit allen Auserwählten erlangen, daß wir in ewiger Freude und Seligkeit dich loben und ehren mögen. Dieß verleihe uns, Herr himmlischer Bater! durch Jesum Christum deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland, welcher mit dir und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. — — Zur Wandlung. Herr Jesu Christe! ich glaube festiglich, daß du hier gegenwärtig bist als wahrer Gott und Mensch. Ich bethe dich an als meinen Gott und Herrn, als meinen Erlöser und Seligmacher. Ich glaube an dich, o unfehlbare Wahrheit. Ich hoffe auf dich, o unendliche Güte. Ich liebe dich über alles, der du uns fündige Menschen bis zum Tode des Kreuzes geliebet hast. Dir lebe ich, o Jesu! dir sterbe ich, o Jesu! dein bin ich todt und lebendig. Amen. Herr Jesu Christe! der du uns mit deinem kostbarsten Blute erlöset hast. O lasse es für mich nicht vergebens geflossen seyn! Reinige, stärke, begna 59 dige und bewahre meine Seele zum ewigen Leben, welche du so theuer erkaufet hast. O Jesu! sey mir gnädig. O Jesu! sey mir barmherzig. O Jesu! stärke mich zu allem Guten an Leib und Seele. Amen. - 18 Nach der Wandlung. Liebreichster und barmherzigster Bater! ich bitte dich, du wollest jetzt nicht mehr mich armen Sünder ansehen, sondern denjenigen, der meine Sünden auf sich genommen, und für dieselben deiner Heiligkeit und Gerechtigkeit genug gethan hat, deinen vielgeliebten Sohn, unsern Herrn und Hei land Jesum Christum, der hier auf dem Alltare, im heiligsten Altars Sacramente wirklich und wahrhaftig gegenwärtig ist als Gott und Mensch, mit Leib und Seele, als Mittler zwischen dir und uns armen Sündern, als unser Erlöser, Vertreter und Fürsprecher. Sieh daher gnädig und wohlgefällig an, o güz tigster Bater! den unendlichen Werth des Leibes und Blutes Jesu Christi. Vergib uns durch die Kraft ſeis nes Leidens und Sterbens die Schuld und Strafe unserer Sünden, und erfülle uns durch die wundere bare Wirkung dieses heiligsten Opfers mit allen himmlischen Gaben und Gnaden. 3um Memento für die Verstorbenen. Sen auch gnädig und barmherzig, o Herr! deinen Dienern und Dienerinnen N. N., welche mit dem Schilde des Glaubens vor uns aus dieser Welt 60 abgeschieden sind, und im Frieden ruhen. Wir bitten dich, o Herr! verleihe, daß sie und alle, welche in Chrifto ruhen, an den Ort der Erquickung, des Lichtes und der Freude gelangen, durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn. - - Nimm an zur Bezahlung ihrer Schulden die überfließende Genugthuung, welche dein vielgeliebter Sohn am Kreuze für unsere Sünden geleistet hat. Laß nur ein einziges Tröpflein seines kostbarsten Blutes aus dem priesterlichen Kelche ihnen zu gute kommen, und lösche damit aus das Feuer ihrer Reinigung, und nimm sie zu dir auf in die ewigen Freuden. Amen. 3um Vater unser. Vater unser! Vater der Barmherzigkeit, ein Gott alles Trostes! Vater! der du aller Ehre, alles Lobes, aller Liebe über alles würdig bist. Va ter! dessen Eigenschaft es ist, sich allezeit zu erbarmen und zu verschonen. Du bist ein Vater aller Men= schen; denn du erschaffest, erhältst, versorgest, und regierest Alles. Aber ganz vorzüglich dürfen wir zu dir rufen: Vater unser, weil du uns in der heiligen Taufe zu deinen Kindern und zu Erben des Himmels angenommen hast. Vater unser! der du bist in dem Himmel. Du bist zwar überall gegenwärtig; denn du erfüllest Himmel und Erde. Aber vorzüglich offenbarest du dich im Himmel deinen Engeln und Auserwählten, - 61 und zeigst dich ihnen von Angesicht zu Angesicht. Bater! zu dir sind unsere Augen und Herzen gerichtet; ach, erbarme dich deiner verlassenen Kinder Evens, die in diesem Thale der Thränen seufzen und weinen. D — Vater! dein Nahme werde geheiliget! deine Glorie und Herrlichkeit, deine Größe und Majestät, deine Macht und Güte, deine Heiligkeit und Gerechtigkeit soll von allen Menschen, von den Sündern und Gerechten, Gläubigen und Ungläubigen anerkannt, verehret, angebethet und gepriesen werden. Geheiliget werde dein Nahme in allen unsern Gedanken, Worten und Werken, damit wir alles in deinem und deines Sohnes Nahmen thun und leiden. Bater! zukomme uns dein Reich. Dubist allein unser Gott, Herr und König; ein Gott unserer Herzen. Verleihe uns deine Gnade, damit wir aus unserem Herzen vertreiben die Begierlichkeit des Fleisches und der Augen, und die Hoffart des Lebens. Bleibe in uns, herrsche in uns nach deinem Wohlgefallen. Vermehre in uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe, entzünde in uns ein eifriges Verlangen nach allem, was deinem heiligsten Willen gemäß ist, und führe uns durch den Weg deiner Gebothe zu deinem ewigen Reiche im Himmel, zur ewigen Glorie und Herrlichkeit. Wir bitten auch, daß das Reich deines einges bornen Sohnes Jesu Christi, das Reich deiner Kir 02 che immer mehr unter den Menschen ausgebreitet und befestiget, das Reich der Sünde und des Unglaubens aber immer mehr vermindert und ausgerottet werde. Wir bitten, daß alle Menschen dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesum Christum recht erkennen, und ewig selig werden. — Bater! dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Dein Wille geschehe, es mag Glück oder Unglück, Leben oder Tod deine höchst weise Vorsehung über uns zu unserem ewigen Besten verhängen. Gib, daß deine heiligen Gebothe von uns eben so gern und genau vollzogen werden, wie dieß die Engel und Heiligen im Himmel thun. Bater! Gib uns heute unser tägliches Brot. Auf dich, auf deine väterliche Hand sehen und hoffen wir alle. Offne deine mildreiche Hand, sättige uns, und erfülle alles, was da lebet, mit Freude. Segne unsere Arbeiten und Geschäfte, und gib, daß wir das Zeitliche also suchen, damit wir darüber das Ewige nicht verlieren. Vater! Vergib uns unsere Schulden, als auch wir vergeben unsern Schuldi gern. Ach, gehe mit uns armen Sündern nicht ins Gericht, strafe uns nicht nach der Strenge deiner Gerechtigkeit; wer könnte vor dir bestehen? Mit reumüthigen und bußfertigen Herzen nahen wir uns dem Throne deiner unendlichen Barmherzigkeit; vers - 03 zeihe uns die Menge unserer Sünden, ehe wir aus dieser Welt scheiden; verzeihe uns, wie auch wir vom Herzen denen verzeihen wollen, die uns beleidiget haben. Bater! Führe uns nicht in Versuchung. Wenn Anfechtungen und Gefahren der Sünde uns drohen, und wir leicht von dem Wege deiner heiligen Gebothe abweichen könnten; so stehe uns mit deiner Gnade bey, damit wir überwinden. Stärke und beschüße uns, damit wir aus allen Gefahren und Versuchungen glücklich entkommen, und stets in der Tugend verharren, und in deiner Liebe. Bater! Erlöse uns von allem Übel. Erlöse uns von allen zeitlichen und leiblichen Übeln, wenn sie nicht zu unserem Heile nothwendig sind. Aber vor allem erlöse uns von der Sünde, dem größ= ten aller Übel, und von dem ewigen Tode. Darum bitten wir dich, o Bater! durch deine unendliche Barmherzigkeit, der du nicht den Tod des Sünders willst, sondern daß er sich durch wahre Buße zu dir bekehre, und ewig lebe. Das verleihe uns durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geiz stes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. - 3ur Communion. Ich bethe dich in tiefster Demuth an, Herr Jesu Christe! der du unter den Gestalten des Broe tes und Weines hier wahrhaft und wirklich gegen 64 wärtig bist als Gott und Mensch, mit Fleisch und Blut, so wie du auf Erden gewandelt bist, und nun sißest zur rechten Hand Gottes, deines allmächtigen Baters. Ich werfe mich nieder vor deinem Angesichte voll Reue und Zerknirschung. Ach, es ist mir vom Herzen leid, daß ich dich, meinen Herrn und Gott, das höchste, unendliche Gut! jemahls erzürnet und beleidiget habe. Ich widersage allen Sünden und allen bösen Gelüsten der Welt; ich verbanne cus meinem Herzen alle sündhaften Neigungen und Begierden, damit ich dir, meinem Herrn und Heilande, eine würdige Wohnung in meinem Herzen bereite. Weil ich aber nicht würdig bin, dein Fleisch und Blut so oft wirklich zu genießen; so stelle ich mich mit jenem Sünder im Tempel zu Jerusalem von ferne hin, und bitte um Gnade und Barmherzigkeit, du wollest dein mildes Angesicht mir zuwenden, und geistlicher Weise, durch deine Gnade in mein Herz kommen. O süßer, o liebreicher Jesu! komm zu mir mit deiner Liebe und Güte, mit deiner Milde und Barmherzigkeit, und erfülle meine Seele mit himmlischen Gaben und Tugenden. O Jesu, du Trost und Freude meines Herzens! entzünde mein Herz mit dem Feuer deiner Liebe, damit alles in mir verzehret und vertilget werde, was sündhaft, weltlich und eitel ist. O Jesu, du Stärke meiner Seele! befestige mich durch deine Gegenwart in allem Guten, damit ich in deiner Liebe standhaft verharre. O Jesu, du Herrscher meiner - - 65 Seele! dir steht offen mein Herz; dir ist bekannt mein Kreuz, mein Anliegen; du weißt, was mir heilsam und nüglich ist. Gib mir, was dir wohlgefällig, und mir ersprießlich ist zum ewigen Leben. Dir empfehle ich mich und meine Angehörigen mit Leib und Seele; dir übergebe ich alles, was ich habe und bin. Schaffe damit nach deinem Wohlgefallen. Mein herzlichster Wunsch ist, daß dein heiligster Wille an mir und meinen Angehörigen in allen Dingen jederzeit geschehe, und vollkommen erfüllet werde. O göttlicher Heiland! gestatte nicht, daß ich, oder meine Angehörigen dich heute mit einer Sünde beleidigen; sondern verleihe uns die Gnade, daß wir in den christlichen Tugenden uns fleißig üben, dir zu Liebe alles thun und leiden, nur dich allein suchen und lieben; daß wir gottselig leben, gottselig sterben, und ewig selig werden. Amen. — — Zum Segen des Priesters. Es fegne uns Gott der Vater; es beschüße uns Jesus Christus; es erleuchte uns der heilige Geist. Es stärke uns die Kraft des bittern Leidens und Sterbens Jesu, und behüthe uns durch die Fürbitte aller Heiligen vor aller Sünde und vor allem Übel. Amen. Gebeth nach der heiligen Messe. O gütiger und gnädiger Gott! ich opfere dir auf diese heilige Messe, und alle übrigen heiligen Meßopfer, welche heute in der ganzen Welt dir darge= bracht werden, denen ich mit aller Andacht des Her 6 66 zens beyzuwohnen wünsche und verlange, und an deren Segen und Gnaden ich theilhaftig zu werden hoffe und vertraue, weil ich glaube an eine Gemeinschaft der Heiligen. Ich opfere dir auf diese meine Andacht zum Zeichen meiner innigsten Dankbarkeit und Liebe zu dir, und bitte durch das Kreuz und Leiden, durch das Blut und den Tod Jesu Christi, du wollest mir alle meine Nachlässigkeit, Lauigkeit und Trägheit, deren ich mich in deinem Dienste schuldig gemacht habe, gnädig verzeihen, dieses heilige Meßopfer aus den Händen meines gekreuzigten Herrn und Heilandes Jesu Christi wohlgefällig annehmen, und es zu meinem und aller Men= schen ewigen Heile, insbesondere aber zur Erlangung dieser Gnade N. angedeihen lassen. Amen. - Gebeth für seine Angehörigen. Herr Jesu Christe! blicke von deinem Gnaden= throne auf mich und meine Angehörigen barmherzig herab, für welche du dein kostbarstes Blut vergossen, den bitteren Tod gelitten hast. Bezeichne uns mit deinem heiligen Blute, beschirme und bewahre uns mit deinem heiligen Kreuze, erfülle uns mit deinem heiligen Segen, und erhalte und befestige uns in deiner Gnade und in allem Guten. Amen. - 67- Ein anderes Meßgebeth, zur dankbaren Erinnerung des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Vor dem Anfange der heiligen Messe. Diesem heiligsten Meßopfer will ich andächtig beywohnen, und es in Vereinigung mit dem Priester Gott dem höchsten Herrn darbringen zum Gedächt= nisse und zur Danksagung des bittern Leidens und Sterbens Jesu Christi; zur Vergebung und Nachlassung aller meiner Sünden und der dafür verdienten Strafe; zur Stärkung meiner Seele in Kreuz und Leiden; zur Erlangung der Gnade, stets nach Gottes Wohlgefallen zu leben, und selig zu sterben. Amen. O Mutter voll der Schmerzen, Maria! die du unter dem Kreuze bey deinem leidenden und sterbenden Sohne gestanden, und mit ihm unausspreche liche Peinen gelitten hast; ich bitte, du wollest mich ben dieser heiligen Messe, die ich zum dankbaren Gee dächtnisse des bittern Leidens und Sterbens deines göttlichen Sohnes anhören will, mit liebreichen, mütterlichen Augen ansehen, mein kaltes Gebeth und meine laue Andacht mit dem Feuer deiner Liebe zu Jesu entzünden, mein Gebeth mit deiner Füre bitte unterstützen, und mich deinem göttlichen Sohne empfehlen, damit er die unendlichen Verdienste seines Leidens und Sterbens mir zuwenden, und ders 68 selben mich theilhaftig machen wolle. Auch bitte ich flehentlich, daß durch dieses heiligste Mesopfer den Ungläubigen die Erkenntniß des wahren Glaubens, den Sündern Vergebung der Sünden, den Betrübten Trost, den Nothleidenden Hülfe, den Sterbenden ein seliges Ende, den armen Seelen im Fegefeuer Linderung und Erlösung zu Theil werden möge. Amen. - 1 3um Staffelgebethe. Erinnere dich der Traurigkeit und Betrübniß, des Gebethes, und des Blutschweißes Jesu im Öhlgarten. Bis zum Tode betrübter Jesu! ich bitte dich durch die Angst und Betrübniß deines hart bekümmerten Herzens; bewahre mich in allen Gefahren und Anfechtungen, damit ich nie in eine Todsünde einwillige. Stehe mir bey in Leiden und Nöthen, und tröste und erquicke mich. Insbesondere verlaß mich nicht in letter Noth, wenn die Todesängsten mich umringen, und ich von dieser Welt vor deinen göttlichen Richterstuhl abgerufen werde. O bis zum Tode betrübter, bis zur Erde verdemüthigter Jesu! Uch, meine Sünden haben dich so sehr betrübet, und bis zur Erde gebeugt. O es reuet mich von ganzem Herzen, daß ich durch meine Sünden meinen Herrn und Gott, meinen Schöpfer und Erlöser jemahls beleidiget habe. Opfere, o Jesu! deinem himmlischen Bater zur Genugthuung meiner Sünden dein Gebeth auf, welches du kniend auf dem Ohlberge verrichtet hast, und verleihe mir die Gnade, 69 daß ich künftig in Allem Gottes Willen genau vollziehe, und nie mehr wissentlich und freywillig Gottes Gebothe übertrete. - - O Jesu, der du für uns Sünder Blut geschwi Bet hast! unaussprechlich ist deine Liebe zu uns, und wir, ach wir Undankbaren! wollen nichts thun, um uns deiner Liebe würdig zu machen; wir wollen uns nicht die geringste Gewalt anthun, um der Sünde abzusterben, und dir zu leben. Jesu! reinige meine Seele mit deinem Blute, nähre und stärke mich mit deinem Blute, heilige mich mit deinem Blute, damit ich an jenem Tage des Gerichtes vor deinem Ungesichte würdig erscheine, und von dir erkannt, unter die Auserwählten aufgenommen werde. Amen. Zum Gloria. Betrachte, wie Christus gefangen in die Stadt geführt wurde, viele Schläge und Backenstreiche erduldete, und im Hause des Caiphas schimpflich verspottet wurde. O sanftmüthiger Jesu, der du durch die Hände der Gottlosen gleich einem Übelthäter gefangen genommen, gebunden, und geführt werden wolltest! ich küsse und verehre andächtig die Bande, mit wel chen deine heiligen Hände gebunden wurden. Obinde mit den Banden deiner Liebe meine Hände und Füße, alle meine Kräfte des Leibes und der Seele, damit ich dir fest anhange, und durch nichts mehr deiner Liebe getrennt werden möge. O geduldiger Jesu! ich bitte dich durch die Schläge und Backenstreiche, welche du meinetwegen 70 ausgestanden haft; befreye mich von der zeitlichen und ewigen Strafe meiner Sünden. Wenn es aber deine Heiligkeit und Gerechtigkeit, und mein See, lenheil fordert, daß ich Leiden und Züchtigungen ertragen solle; so bitte ich, o Jesu! du wollest mich durch deine Gnade also stärken, daß ich reumüthig und bußfertig ausrufen möge: Herr! hier schneide, hier brenne, hier züchtige mich, wenn du mich nur in Ewigkeit verschonest. - - O langmüthiger Jesu! ich bitte dich durch die Backenstreiche und Mißhandlungen deines heiligen Angesichtes, durch die Lästerung und Verspottung, welche du in dem Hause des Caiphas von Bösewichtern erfahren, und mit bewunderungswürdigem Stillschweigen erduldet hast; verzeihe mir alle Beleidigungen deines heiligsten Nahmens, und gib mir die Gnade, damit ich alle Bewegungen des Zornes, des Hasses und der Rachgierde unterdrücke; gib mir die Gnade, damit ich die mir zugefügten Schmähungen und Unbilden um deiner Liebe willen geduldig und stillschweigend ertrage. Amen. Zum Evangelium. Stelle dir Jesum, den Unschuldigsten und Heiligsten vor, wie er fälschlich angeklagt, verunehret, und des Todes schuldig ausgerufen wurde. O sanftmüthigster Jesu! du warest unschuldig, unbefleckt, ohne alle Sünde. Du konntest deine ärgsten Feinde auffordern: Wer aus euch kann mich ei= ner Sünde beschuldigen? Und doch bist du fälschlich — - 71 angeklagt worden. Ach, meine Sünden sind immer wider mich, und klagen mich an bey deiner Heiligkeit und Gerechtigkeit. O wehe mir Sünder! ewig gehe ich verloren, wenn deine Barmherzigkeit mich nicht rettet. Daher werfe ich mich nieder zu deinen Füßen, und flehe: O Jesu! erbarme dich meiner nach deiner großen Barmherzigkeit; erbarme dich meiner. O ehrwürdigster Jesu! du bist vor deinen lieblosen und ungerechten Richtern entehrt und gelästert worden, und hast dennoch eben da die Ehre deines himmlischen Vaters mit Gefahr des Todes bekannt und vertheidiget. O starkmüthigster Jesu! verleihe auch mir eine solche Starkmüthigkeit, daß ich deine und deines Vaters Ehre in keiner Gelegenheit verletze, daß ich weder Fluchen, noch irgend eine Got: teslästerung gestatte, daß ich alles zur Ehre Gottes thue, und dieselbe überall und allezeit zu befördern strebe.inc) O unschuldigster Jesu! du, der Heiligste, bist des Todes schuldig ausgerufen worden, da ich durch meine Sünden so oft den ewigen Tod verdienet habe. O barmherzigster Jesu! ach gehe mit mir armen Sünder nicht in das Gericht, sondern sey mir um deiner Unschuld und Heiligkeit willen gnädig und barmherzig. Deine innigst betrübte Mutter, mein heiliger Schußengel, und alle lieben Heiligen Gottes werden für mich bitten, und mir bey dir einen gnädigen Urtheilsspruch erwirken. Amen. 1 72 — Bey der Opferung. Erwäge, wie Jesus gegeißelt, gekrönet, und zum Tode verurtheilet wurde. Oreinster und keuschester Jesu! wie grausam bist du gegeißelt worden. Nichts Gesundes vom Haupte bis zum Fuße wurde an deinem zarten Leibe gefunden. Ach, ich hätte durch meine bösen Lüste und unreinen Begierden die Geißelstreiche und Schläge verdient, die du, unschuldigster Heiland, für mich Schuldigen so geduldig ertragen hast. O himmlischer Va ter! sich an die Wunden deines vielgeliebten Sohnes, und nimm an sein kostbarstes Blut als Lösegeld für meine Sünden. Oblutender Jesu! gib mir einen reinen Sinn und ein keusches Herz, und verleihe mir die Gnade, daß ich nie etwas thue, oder ge statte, was der Keuschheit meines Standes im Geringsten zuwider wäre. Jesu, du mein gekrönter König und Heiland! dir gebührt die Krone der Glorie und Herrlichkeit, und mir gebühret wegen meiner Hoffart, wegen meines Stolzes und Hochmuthes die dörnerne Krone. O Jesu, du König der Schmerzen und der Liebe! drücke deine dörnerne Krone tief in mein eitles und fündiges Herz, und gib mir die Gnade, daß ich doch endlich nach deinem Beyspiele sanftmüthig und vom Herzen demüthig werde. O du unschuldig zum Tode verurtheilter Jesu! welche bange Furcht und Angst wird mich überfallen, 73 wenn nach meinem Tode der Urtheilspruch über mich wird ausgesprochen werden. O Jesu! ich bitte dich durch dein Blut und deine Wunden, verleihe mir die Gnade, daß ich allen Werken der Sünde und allen Lüsten der Welt gänzlich entfage, und nur dir und deiner heiligen Lehre allein lebe, damit ich einst aus deinem Munde die liebliche Stimme höre: Komm her, du getreuer Knecht! gehe ein in die Freude deines Herrn. Amen. - Bom Sanctus bis zur Wandlung. Beherzige, wie Christus sein Kreuz auf sich genommen, und getragen habe, und wie er an dasselbe genagelt wurde. Sen gegrüßt, o edles, schönes Kreuz! du hast deine Zierde, deinen Werth, und deine Verherrlichung von dem Leibe meines Heilandes, der darauf gehangen hat, von seinem kostbarsten Blute, welches darauf vergossen wurde, erhalten. Dich verehre ich demüthig, dich umfange ich herzlich, dich lege ich freudig auf meine Schultern. Lege, o mein Jesu! lege darauf Armuth und Noth, Schmerzen und Krankheit, Lästerung und Verfolgung; lege darauf, was dir gefällt. Mit dir, o Kreuztragender Jesu! und durch dich gestärkt, hoffe ich alles geduldig und ergeben bis in den Tod zu ertragen. O wundermächtiges Kreuz! dich küsse und verehre ich. Du sollst mir eine Waffe seyn, womit ich alle sichtbaren und unsichtbaren Feinde meines Hei les besiege und überwinde. O süßes Kreuz! du sollst 7 - 74 - mir ein Baum des Trostes und des Lebens seyn, unter dessen Schatten ich in Leiden und Drangsalen Erquickung und Labung finde, durch dessen süße Früchte mein Herz genähret und gestärkt werde zum Kampfe und Siege wider die Sünde. O gnadenreiches Kreuz! du sollst mir eine Himmelsleiter seyn. Im Leben und im Tode will ich dich umfassen, und auf deinen blutigen Sprossen zum Himmel empor steigen. O mein gekreuzigter Jesu! hefte mich mit den Nägeln der Furcht und Liebe Gottes an dein heiliges Kreuz, damit ich nicht mehr weiche von dem Wege deiner Gebothe. Drücke dein blutiges Kreuz wie ein Siegel auf mein Herz, damit alles daraus entfernt werde, was dir mißfällig, und deinem heiligsten Willen entgegen ist. Mein einziger Wunsch und meine dringendste Bitte ist, daß ich mit Jesu leben und sterben möge. Amen. Wann die heilige Hostie emporgehoben wird. Stelle dir Jesum am Kreuze erhöhet vor. Jesu, mein Gott und Heiland! Ich glaube fest und unerschütterlich nach deinen klaren und unfehlbaren Worten; daß du in diesem heiligen Sacramente eben derselbe gegenwärtig seyest, der du für das Heil der Menschen am Kreuze erhöhet worden bist. Ach, ziehe mich von der Welt ab, und zu dir hin, o Jesu! umfange mich mit den Armen dei 75 ner Liebe, verschließe mich in deine heilige Wunden, und verleihe mir, daß ich stets in deiner Liebe und Gnade verharre, der Sünde und der Welt absterbe, und nur dir allein lebe. O gütigster Jesu! erhöre mich; von dir laß nimmer scheiden mich. Wann der Kelch erhöhet wird. Stelle dir vor, wie das Blut Christi von seinem heiligen Leibe und vom Kreuze floß. - - Jesu! dieses ist dasselbe Blut, welches aus allen Wunden deines heiligen Leibes vom Kreuze zu unserer Erlösung und zu unserem Heile herabfloß. Oliebreicher Jesu! Ach, lasse doch dein kostbarstes Blut für mich armen Sünder nicht vergebens geflossen seyn; sondern gib, daß solches mir, allen Lebendigen und Abgestorbenen zur Vergebung der Sünden und zur ewigen Seligkeit gereiche. Amen. Von der Wandlung bis zum Vater unser. Erinnere dich der Leiden und Schmerzen, die Jesus am Kreuze ausgestanden hat. O Herr Jesu Christ! durch jene Bitterkeit, wels che du für mich am Stamme des heiligen Kreuzes, besonders in der letzten Todesangst gelitten hast, da deine Seele vom Leibe sich trennte; erbarme dich meiner in der Stunde des Todes, wann meine Seele scheiden wird von dem Leibe. O Jesu, der du überaus schmerzlich am Kreuze 76 gelitten hast! durch die unendlichen Verdienste deines Leidens und Sterbens, wodurch die Sünden der Welt hinweggenommen wurden, verzeihe mir alle meine Sünden und Bergehungen, und tilge durch den unendlichen Werth deines kostbarsten Blutes die Schuld und Strafe meiner Missethaten. O Jesu, der du in der bittersten Todesangst am Kreuze verlassen hingest! all mein Vertrauen und meine ganze Zuversicht beruht auf deinem Leiden. Dein Kreuz ist meine Zuflucht, mein Heil und mein Leben. Ich darf nicht verzweifeln wegen der Menge meiner Sünden, wenn ich an deine bittere Todesangst gedenke. Darum wolltest du ja am Kreuze hangen, darum wolltest du so erschreckliche Peinen und Martern leiden, daß der Sünder sich bekehre und ewig lebe, und nicht ewig verderbe. - Jesu! ich umfange vertrauend dein Kreuz; deine Wunden sind auch für mich geöffnet, dein Blut ist auch für mich geflossen. Mit Hülfe deines Kreuzes will ich die Feinde meines Heiles besiegen; deine heiligen Wunden werden mir Gnade und Barmherzigkeit vor deinem strengen Richterstuhle erwirken; dein kostbarstes Blut wird meine Seele reinigen und heiligen, damit ich nach wahrer Buße und Besserung des Lebens der ewigen Himmelsfreuden theilhaftig werden möge. Amen. - 77 Vom Vater unser bis zur Communion. Gedenke der sieben Worte Jesu am Kreuze. O barmherziger Jesu! du hast am Kreuze unter den beftigsten Schmerzen, unter dem Gespötte deiner Feinde für deine Mörder gebethet: Vater! vergib ihnen; sie wissen nicht, was sie thun.-Ach, vergib auch mir alle meine Sünden, und verleihe mir ein versöhnliches Herz, damit auch ich um deiner Liebe willen allen denen vollkommen verzeihe, die mich jemahls beleidiget haben. O gütigster Jesu! du hast zu dem reumüthigen und bußfertigen Missethäter am Kreuze die Trostworte gesprochen: Heute wirst du noch bey mir im Paradiese seyn. O gib mir die Gnade einer vollkommenen Reue und Buße, gib mir die Gnade, so zu leben, daß auch ich in der Stunde meines Todes aus deinem göttlichen Munde die tröstlichen Worte hören möge: Heute wirst du noch bey mir im Paradiese seyn. - Oliebreichster Jesu! Hangend am Kreuze, und unter den entseglichsten Qualen konntest du dennoch deiner göttlichen Mutter nicht vergessen; sondern voll zarter Sorgfalt und Liebe riefst du aus: Weib, sieh da deinen Sohn! und zu dem geliebten Jünger sprachst du: Sieh da deine Mutter! Ich bitte mit kindlichem Vertrauen, du wollest deine schmerzhafte Mutter auch mir zu einer Mutter geben, durch ihre Fürbitte mich von allem Übel befreyen, in deiner Liebe 78 und Gnade mich befestigen, und einen seligen Tod mir verleihen. - O leidender Jesu! du hast in der Bitterkeit deiner Schmerzen am Kreuze ausgerufen: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen? - Ich bitte dich durch diese deine äußerste Verlasfenheit, stehe mir bey in allen meinen Nöthen, und verlasse mich nicht in der Stunde meines Absterbens. O duldender Jesu! du hast unter den heftigsten Qualen und Schmerzen ganz ermattet ausge= rufen: Mich durstet.- Ogib mir die Gnade, daß auch ich, wie ein Hirsch nach der Wasserquelle, nach dem Brunnen des lebendigen Wassers verlange, wel ches hinüberströmt in das ewige Leben, und daß meine letzte Labung und Erquickung sey dein Fleisch und Blut im heiligsten Altars- Sacramente. O gehorsamster Jesu! kurz vor deinem Tode hast du mit lauter Stimme ausgerufen: Es ist vollbracht.- Ich bitte dich, göttlicher Heiland! laß mich nicht eher sterben, bis auch ich alles gethan und vollbracht habe, was dir wohlgefällig, und zu meinem ewigen Heile nüglich und nothwendig ist. Osterbender Jesu! du hast mit gebrochener Stimme gerufen: Bater! in deine Hände empfehle ich meinen Geist.- Ich bitte flehentlich, verleihe mir die Gnade, daß ich stets so lebe, damit auch ich in meiner Todesstunde mit Ergebung und Ruhe sprechen könne: Vater! in deine Hände empfehle ich meinen Geist. O Jesu, dir lebe ich; o Jesu, dir 79.- - sterbe ich; o Jesu, dein will ich seyn im Leben und im Tode. Amen. 3ur Communion. Betrachte Jesum am Kreuze hangend, und stelle dich mit Maria Magdalena und dem geliebten Jünger Johannes hin zum Kreuze.. O gekreuzigter Jesu! wie lieb- und gnadenreich hangst du für mich am Kreuze. Dein Haupt hast du geneigt, um mich zu rufen; die Arme hast du ausgespannt, mich zu umfangen; die Füße sind angenagelt, um meiner mit Langmuth zu warten; das Herz ist eröffnet, um mich zu lieben; dein Blut und Leben gabest du hin, um mich zu erlösen. Deine Wunden rufen uns zu: Kommet alle zu mir, die ihr mühselig und mit Leiden belastet seyd; und ich will euch erquicken. Sieh, ich komme zu dir, o barmherzigster Jesu! ich komme aber zu dir mit der Büßerinn Magdalena, und werfe mich hin zu deinen Füßen. Ich bereue und beweine meine Sünden aus reiner Liebe zu dir, weil ich dadurch dich, meinen höchsten Herrn und Gott, das liebenswürdigste Gut beleidiget habe. Ich komme mit dem festen Borsage, mein Leben zu bef= sern, den alten Menschen abzulegen, und einen neuen anzuziehen, der nach deiner Heiligkeit und Gerechtigkeit gebildet ist. Ich kommne zu dir, o liebreichster Jesu! mit dem geliebten] Jünger Johannes, und bitte, du 80 wollest mein kaltes Herz mit dem Feuer deiner Liebe entzünden, damit es nichts suche und liebe, als dich, und nichts begehre und verlange, als deinen heiligen Gebothen zu gehorchen. Laß, o Jesu! meinen Willen mit dem deinigen, mein Herz mit dem deinigen so vereiniget werden, daß nicht ich mehr lebe, sondern du in mir, bis ich endlich dir sterbe, dir ewig lebe, dich ewig liebe, lobe und preise. Mein Gott und mein Herr! mein Heiland und Seligmacher! In deine Wunden verberge ich mich; in deinen Wunden bewahre mich; durch deine Wunden beschirme und heilige mich; von dir laß nicht mehr scheiden mich, sondern führe mich ein in das ewige Leben. Amen. ― - Zum Schlusse der heiligen Messe. Betrachte den Leichnam Jefu Chrifti auf dem Schooße Marià. O du betrübteste und schmerzhafteste Mutter Maria! Ich bitte dich durch das Schwert, welches dein mütterliches Herz durchstochen hat, als du neben dem Kreuze standest, an welchem dein vielge: liebter Sohn seinen Geist aufgegeben hat; ich bitte dich durch den unbeschreiblichen Schmerzen, der deine Seele durchdrungen hat, als du deinen vom Kreuze abgenommenen Sohn auf deinen mütterlichen Schooß geleget hast; du wollest diese meine Andacht und mein Gebeth mit deinen Thränen und Schmerzen vereinigen, und deinem vielgeliebten Sohne aufopfern, 81 und mir das, was ich begehre, wenn es Jesu wohlgefällig und zu meinem ewigen Heile ersprießlich ist, durch deine kräftige Fürbitte erwirken. Amen. Schmerzhafte Mutter Maria! bitte deinen innigst geliebten Sohn, daß er mich und meine Angehörigen, und alles das, was wir heute thun und unternehmen werden, segnen, uns mit seinem Kreuze bezeichnen, und gegen alle Feinde des Leibes und der Seele beschützen wolle. Bitte für uns deinen vielgeliebten Sohn, daß Er uns vor jeder Todsünde bewahre, und uns stets in seiner Gnade erhalte. Bitte für uns, daß Er durch sein Leiden und Sterben die wahre Demuth, Geduld, Liebe, Keuschheit und andere christliche Tugenden in uns erwecken und vermehren wolle. Bitte für uns, daß alle Mühe und Arbeit, alle Leiden und Widerwärtigkeiten, die wir aus Liebe zu Jesu erdulden, in Vereinigung mit seinem Leiden für uns verdienstlich werden zum ewigen Leben. Bitte für uns deinen innigst geliebten Sohn, daß Er durch seine bittere Todesangst uns von einem unvorgesehenen Tode befreyen, und uns allen einen seligen Tod und die ewige Glorie im Himmel verleihen wolle. Amen. Beichtgebethe. Borerinnerung. Nichts ist auf Erden häßlicher, gefährlicher und verderblicher, als eine schwere Sünde; denn sie tödtet das Leben der Seele, die Gnade Gottes, daher sie auch Tod 82 sünde genannt wird; sie beleidiget Gott, und ist ein Ungehorsam, eine Undankbarkeit, eine Auflehnung gegen Gott; sie vernichtet alle Verdienste des vorigen Lebens für das ewige Seelenheil; sie macht, daß alle guten Werke, als Bethen, Fasten, Almosengeben, die man in dem Zustande einer Todsünde verrichtet, unwürdig des ewigen Lebens, nicht verdienstlich für den Himmel seyen; fie macht den Sünder der ewigen und zeitlichen Strafe schuldig; sie raubet uns die Ruhe des Gewissens; sie macht uns aus einem Kinde Gottes zum Sclaven der Hölle; sie beraubet uns des Rechtes zum Himmel, welches wir in der heiligen Taufe erlangt haben; sie ist die Ursache eines unglückseligen Todes und der ewigen Verdammung. Das alles lehret uns der heilige katholische Glaube. Erkenne daraus, lieber Christ! wie gefährlich und schrecklich es sey, Gott den Herrn durch eine Tod. fünde zu beleidigen, und daß man öfter ausrufen solle: Herr! lieber sterben, als fündigen. - - Erkenne aber auch daraus die unendliche Huld und Güte unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi, der uns in dem heiligen Sacramente der Buße ein Mittel gegeben hat, wodurch wir, wenn wir so unglücklich waren, nach der heiligen Taufe in eine schwere Sünde zu fallen, wieder Vergebung und Gnade von Gott erlangen können. Das Sacrament der Buße besteht aus fünf Stücken: aus der Erforschung des Gewissens, aus einer wahren Reue, aus dem festen Vorsaße der Besserung, aus der Beicht oder dem Sündenbekenntnisse, und aus der Genugthuung. Wie der verlorne Sohn im Evangelio nachdachte über seine Sünden und Vergehungen; wie er seine Missethaten alle in der Bitterkeit seines Herzens überdachte und wahrhaft bereuete; wie er den festen Borsaß faßte, 83 aufzustehen von seinem Sündenelende, zurückzukehren zu seinem Vater, und ein neuer, besserer Mensch zu werden; wie er seinem Vater zu Füßen fiel, seine Sünden reumüthig und aufrichtig bekannte und ausrief: Bater! ich habe vor dem Himmel und vor dir gesündiget, ich bin nicht werth, dein Sohn zu heißen; wie er zur Strafe und Abbüßung seiner Sünden und Missethaten, gleich dem geringsten Taglöhner im Hause seines Vaters gehalten seyn wollte; so soll und muß auch jeder Sünder sein Gewissen sorgfältig prüfen, und nachdenken über die Sünden seines Lebens; er muß eine wahre Neue über alle feine Sünden erwecken; er muß einen festen Vorsatz der Besserung fassen; er muß seine Sünden alle aufrichtig und reumüthig dem dazu verordneten Priester beichten, und für seine Sünden nach Möglichkeit genug thun. Wenn wir diese Bedingungen erfüllen, so wird Gott uns wieder in seine Baterarme aufnehmen, das Recht der Kindschaft Gottes uns gewähren, und alle guten werden Werke, die wir in diesem Zustande verrichten, wieder für uns verdienstlich zum ewigen Leben. Vor allem rufe den heiligen Geist an, damit er deia nen Verstand erleuchte, und dir zu erkennen gebe, was du feit der letzten Beicht Böses gethan, und Gutes unterlasfen habest. Erforsche genau dein Gewissen, ob du wider die zehn Gebothe Gottes, wider die fünf Gebothe der Kirche, wider die Pflichten deines Standes gehandelt has best. Erforsche dein Gewissen, ob du in Gedanken, mit Begierden, mit Worten, oder in Werken gesündiget, ob du das Gute, was du zu thun schuldig wärest, oder wozu du Gelegenheit hattest, unterlassen habest, u. s. w. Nachdem du die Größe und Zahl deiner Sünden erkannt, und deren Strafwürdigkeit und Abscheulichkeit vor Gott erwäget hast; so folgt die Reue über dieselben. Die Reue ist zweyfach: die vollkommene und unvoll- - - 84 - kommene. Die unvollkommene Reue besteht darin, wenn man seine Sünden deßhalb bereuet, weil man dadurch des Himmels beraubet, und mit zeitlicher und ewiger Pein dafür bestraft wird; weil man dadurch Gott erzürnet hat, der unser Schöpfer, und größter Wohlthäter ist. Die vollkommene Reue besteht darin, wenn man seine Sünden deßhalb bereuet, weil man dadurch Gott beleidiget, welcher das höchste, unendliche Gut, und daher aller Liebe höchst würdig ist; wenn man seine Sünden bereuet, wenn auch kein Himmel und keine Hölle, keine Belohnung und keine Strafe wäre, wenn man auch keine Wohlthaten und Gnaden von Gott empfangen hätte. Diese vollkommene Neue soll man nicht bloß vor jeder heiligen Beicht, sondern auch öfter in seinem Leben, vorzüglich aber täglich vor dem Schlafengehen andächtig erwecken, weil sie mit dem Vorsake, seine Sünden bey nächster Gelegenheit dem Priester zu beichten, uns Vergebung unserer Sünden und Gottes Gnade erwirkt, und die Stelle der heiligen Beicht vertritt. Diese vollkommene Neue besteht aber nicht bloß in Worten, in Thränen, im Brustklopfen, sondern in dem innerlichen Schmerz über die Beleidigung Gottes, in dem aufrichtigen Wunsche, daß man Gott niemahls beleidiget hätte, und in dem festen, entschlossenen Willen, lieber alles zu leiden, ja eher zu sterben, als Gott mit irgend einer Sünde wissentlich und vorsätzlich mehr zu beleidigen.. Wenn du dich dem Beichtstuhle nahest, so warte mit Geduld, bis die Reihe an dich kommt. Unehrerbiethig bey dem Beichtstuhle stehen, allda reden, oder ungeduldig sich vordrängen, würde beweisen, daß du keine wahre Reue in deinem Herzen habest. Bethe indessen, mache dir gute Vorsätze, stelle dir Beyspiele von wahren Büßern vor, denke an den reumüthigen David, an den 85 verlornen Sohn, an die büßende Magdalena, an den weinenden Petrus, und wünsche dabey, daß du eben. solche Neue empfinden mögest, wie diese frommen Büßer gehabt haben. - Im Beichtstuhle selbst bekenne deine Sünden, wie sie geschehen sind; verschweige keinen wichtigen Umstand, der die Sünde vergrößert oder verkleinert, noch weniger irgend eine Sünde. Eine solche üble Schamhaftigkeit macht die ganze Beicht ungültig, verursacht eine stäte Unruhe des Gewissens, und stürzt nicht selten in Verzweiflung. Die Beicht oder das Bekenntniß deiner Sünden vor dem Priester als Stellvertreter Gottes sey demüthig ohne Heucheley, offenherzig ohne Beschönigung, kurz ohne übereilung, klar und verständlich, schamhaftig ohne Frechheit, bußfertig ohne auffallende Geberden, vollständig ohne Verschweigung, geduldig ohne Widerwillen gegen längere Ermahnungen des Priesters, gehorsam in Vers richtung der Bußwerke. Wirst du während der Beicht von dem Priester über einen oder den andern Punct derselben befragt, so ant worte mit aller Aufrichtigkeit. Wisse, daß der Priester im Beichtstuhle ein Richter, ein Seelenarzt, ein Vater und Rathgeber sey, und eben darum im Gewissen schuldig ist, die Sünde, die Zahl und die nöthigen Umstände derselben, und den Gemüthszustand des Beichtkindes ges nau zu erforschen. Wenn du nun unvollkommen, ohne Angabe der nöthigen Umstände und der Zahl der Sünde beichtest, bald unverständlich redest, oder alles durch einander wirfst; so muß er ja dich näher befragen. Wie könnte er sonst recht richten, die Wunden heilen. recht rathen und leiten? - Nach erhaltener Lossprechung gehe ehrerbiethig aus dem Beichtstuhle, knie nieder vor dem Altare, wo das - - 86 - allerheiligste Altars- Sacrament aufbewahret, oder eine heilige Messe gelesen wird, und verrichte langsam, andächtig und reumüthig deine Buße. Glaube aber nicht, daß nach erhaltener priesterlicher Lossprechung und verrichteter Buße auch schon alles vollendet sey. Nun muß der Sünder erst durch einen frommen Lebenswandel zeigen, daß er ein wahrer Büßer sey; nun muß er erst seinen ernstlichen Vorsatz der Besserung durch die Werke zeigen. Manche Sünden gibt es insbe sondere, welche nach verrichteter Beicht noch die Schuldigkeit auferlegen, das Übel gut zu machen, welches man durch die Sünde Andern zugefüget hat. Der Diebstahl, der Betrug, die Ungerechtigkeit, der Wucher, die Beschädigung des Nächsten an seinen Gütern und Rechten sind Sünden, welche nebst einer wahren Buße fordern, daß man das fremde Gut zurückstelle, das ungerecht Er worbene wieder zurückgebe, den zugefügten Schaden gut mache. Ehrabschneidung und Verleumdung, Beschädigung des guten Nahmen des Nächsten sind Sünden, welche nicht nachgelassen werden, wenn man sich nicht be mühet, die verletzte Ehre des Nächsten wieder gut zu ma chen, den guten Nahmen desselben nach Möglichkeit wieder herzustellen.- Lebest du in Haß und Feindschaft mit dem Nächsten, so gehe zuvor hin, versöhne dich mit dei nem Bruder, und dann erst kannst du Vergebung deiner Sünden von Gott hoffen; denn wer seinem Nächsten nicht vom Herzen vergibt, dem wird auch Gott nicht vergeben. -Hast du Jemanden zu einer Sünde verführt, ihm Unschuld und Tugend geraubet, verderbliche Grundsätze ihm bengebracht; so ist es deine Pflicht, ihn von dem Wege der Sünde abzubringen, ihn zur Tugend und Frömmig keit zurückzuführen, durch gute Lehren und Beyspiele ihn im Guten zu befestigen, und den Schaden, den du dem Nächsten an seiner Seele zugefüget hast, so viel möglich 87 wieder gut zu machen. Nur auf diese Art darfst du hoffen, daß die priesterliche Lossprechung auch vor Gott wirk sam und gültig, und daß alles das auch im Himmel gelöset sey, was der Priester auf Erden gelöset hat. Damit du endlich nicht mehr in deine vorigen Sün. den zurückfallest, so mache täglich bey dem Morgengebes the den festen Vorsaß, wissentlich und freywillig Gott nicht mehr zu beleidigen, und bitte Gott um seine Gnade dazu. Erneuere öfter des Tages diesen Vorsatz. Meide forgfältig alle Gefahren und Gelegenheiten zur Sünde. Erwecke öfter des Tages eine vollkommene Reue. Betrachte zuweilen die vier letzten Dinge des Menschen: den Tod, das Gericht, die Hölle, das Himmelreich. Wandle stets in der Gegenwart Gottes und vor seinen Augen. Bedenke öfter, daß Gott überall gegenwärtig sey, daß er alles sehe, höre, wisse, was du denkest, redest und thuest; daß die Finsterniß vor ihm Licht sey. Erinnere dich öfter des Leidens und Sterbens Jesu. Empfange öfter mit würdiger Vorbereitung die heiligen Sacramente der Buße und des Altares. — - Erwähle dir einen frommen Beichtvater, und dies sem sollst du dich ganz anvertrauen, damit er dich auf dem Wege des Heiles führe und leite. Laufe ja nicht von einem Beichtvater zum andern, sondern bleibe beständig bey demselben. Auch wenn du tief gefallen wärest, und schwer gesündiget hättest, so überwinde jede Scheue, und offenbare es ihm, ohne etwas zu verschweigen, aus Liebe zu Gott und zu deinem Seelenheile. Denn es wäre ein Zeichen einer geringen Neue und eines schwachen Vorsaßes der Besserung, wenn du dich schämen wolltest, deinem bestimmten Beichtvater deine Sünden zu bekennen, der am besten dir helfen und rathen, dich belehren und bessern kann. 88 1 Gebeth vor der Beicht. O mein Gott! an dich glaube ich festiglich. Ich glaube, daß du allezeit, ohne Anfang gewesen bist, und auch bleiben wirst ewiglich. Ich glaube, daß du einig in der Wesenheit, und dreyfach in den Personen bist, unendlich gütig, allmächtig, weise, höchst heilig, gerecht und barmherzig. Ich glaube, daß du das Gute mit übernatürlicher himmlischer Freude belohnest, die Sünde aber ewig bestrafest. Ich glaube, daß ich von dir eine vernünftige, unsterbliche Seele empfangen habe, und daß ich ohne deine Gnade nichts Gutes und Verdienstliches zum ewigen Leben wirken könne. Ich glaube, daß Gott Vater mich erschaffen habe, daß Gott Sohn für mich Mensch geworden, am Kreuze gelitten, und durch seinen Tod mich von dem ewigen Tode erlöset habe; daß Gott der heilige Geist mich heilige. Dieses alles, und was du mir noch durch die heilige katholische Kirche zu glauben vorstellest, nehme ich vom Herzen an, und glaube es festiglich, weil du, o Gott, alles dieses mir geof= fenbaret haft, der du die ewige Wahrheit und Weisheit bist. O Gott! stärke meinen Glauben. O mein Gott! auf dich und deine Verheißungen hoffe ich sicherlich. Ich hoffe und vertraue, daß du mir durch die unendlichen Verdienste deines eingebornen Sohnes Jesu Christi bey wahrer Buße und Besserung meines Lebens Verzeihung meiner Sün= den ertheilen, und mir die Gnade der Beharrlich 89 keit geben wollest, wenn ich mit deinem göttlichen Beystande eifrig mitwirke. Ich hoffe von dir die ewige Seligkeit im Himmel, und die Mittel, dieselbe zu erlangen. Ich hoffe alles dieses von dir, was du, o Gott, aus deiner unendlichen Güte und Barmherzigkeit mir versprochen hast, weil du höchst wahrhaft in deiner Zusage und höchst getreu in deinen Verheißungen bist. O Gott! stärke meine Hoffnung. O mein Gott! Ich erfreue mich wegen deiner höchsten Herrlichkeit und unendlichen Vollkommenheit. Ich wünsche und verlange sehnlichst, daß ich dir stets würdig diene, dich stets lobe und preise, und deinen heiligsten Nahmen überall verherrliche. Ich liebe dich von ganzem Herzen, über alles im Himmel und auf Erden, und begehre und wünsche, dich hier im Leben und dort in der Ewigkeit über alles zu lieben, weil du bist das allervollkommenste Wesen, das höchste und liebenswürdigste Gut. Aus dieser innigsten Liebe komme ich armer Sünder zu dir, o Gott! und flehe um Gnade und Barmherzigkeit, weil ich dich so oft und schwer beleidiget habe. Ich verabscheue alle Günden meines ganzen Lebens, und nehme mir fest vor, dich, meinen Gott, nicht mehr zu beleidigen. 1 Gebeth um Erleuchtung. Oheiliger Geist, der du die Herzen und Nieren der Menschen prüfest, und alles erforschest! Erleuchte meinen Verstand und mein Gedächtniß, das 8 90 mit ich richtig erkenne, was ich Böses gethan und Gutes unterlassen, was ich gesündiget habe mit Ge danken, Begierden, Worten und Werken; damit ich nicht von meiner Eigenliebe geblendet, meine Fehler und Sünden entschuldige oder beschönige. Bewege meinen Willen, damit ich alle meine begangenen Sünden auch herzlich bereue, sie vollständig beichte, und mein Leben wahrhaft bessere. - - Nun erforschedein Gewissen, und denke nach, durch welche Günden du seit der letzten Beicht Gott beleidiget habest. Reue und Leid. O mein Gott! alle meine begangenen Sünden sind mir vom Herzen leid, weil ich dadurch dich, meinen höchsten Herrn und besten Vater, beleidiget habe. Ach, hätte ich doch nie gesündiget, und deinem heiligsten Willen nie entgegen gehandelt. Doch ich nehme mir fest vor, künftig nicht mehr zu fündigen, und lieber zu sterben, als dich, o mein Gott, mit einer Sünde mehr zu beleidigen. Gib mir die Gnade zur Erfüllung dieses meines Vorsages. Darum bitte ich dich durch die unendlichen Verdienste deines göttlichen Sohnes, unsers Herrn und Erlösers Jesu Christi. Gebeth zu Gott dem Vater. Allmächtiger, gütiger, barmherziger Bater, der du aller Ehre, Anbethung und Liebe höchst wür - 91- - dig bist! Dich habe ich so oft, so schwer beleidiget, deinem heiligsten Willen habe ich so oft durch meine Sünden widerstrebet. Ach, könnte ich nur durch mei ne Bußthränen die Schuld meiner Sünden auslöschen! Könnte ich nur meine Missethaten durch wahre Zerknirschung des Herzens recht bereuen. Es schmerzen mich meine Sünden nicht so sehr, weil ich das durch den Himmel verloren, und die Hölle verdienet habe; sondern weil ich dich, o Gott, das höchste, ewige, unendliche, liebenswürdigste Gut! beleidiget und erzürnet habe. Ach, hätte ich doch nie gefündiget, nie wider die Gebothe meines Herrn und besten Vaters gehandelt! Ich bereue, ich widerrufe, ich hasse und verabscheue alle meine wissentliche und unwissentliche Sünden, weil sie Gott mißfallen, und seinen Gebothen und höchsten Vollkommenheiten ents gegen sind. Ognädiger Gott, o barmherziger Vater! Ich flehe wegen meiner vielen Missethaten zu deiner unendlichen Barmherzigkeit. Ach, verzeihe mir armen Sünder; höre das kostbarste Blut deines eingebornen Sohnes Jesu Christi, welches für mich um Gnade bittet. O Vater der Erbarmungen! Öffne deine väterlichen Urme, und nimm mich, deinen vorhin ungerathenen Sohn, wieder in Gnaden an, der ich voll Reue und Beschämung, voll Schmerz und ZerEnirschung zu dir zurückkehre. Ich mache vor dir den festen Vorsatz, alle meine Sünden demüthig und reumüthig deinem Stellvertreter, dem Priester zu 92 beichten, mein Leben durch deine Gnade ernstlich zu bessern, und dich hinfür nicht mehr zu beleidigen. Ich nehme mir fest vor, dir, meinem Gott, künftig mit aller Treue und Ergebung zu dienen, dich von ganzem Herzen über alles zu lieben, weil du bist das höchste, liebenswürdigste Gut in alle Ewigkeit. Amen. - - Gebeth zu Gott dem Sohne. Ich habe gesündiget; ach, viel und schwer habe ich gesündiget, und Böses vor deinen Augen gethan, o Jesu, mein Gott und Heiland! Ich habe- gesündiget wider deine höchste Güte, die mich von Ewigkeit her geliebet hat. Ich habe gesündiget wider deine große Barmherzigkeit, die mir Undankbaren so oft vergeben hat. Ich habe gesündiget wider deine unendliche Liebe, die mich bis in den Tod geliebet bat. O Jesu! mein Erlöser und Seligmacher! Ich habe gesündiget wider dein Leiden und Sterben, wel ches ich durch meine Sünden erneuert und verunehret habe. O wehe mir Sünder! Ich bin nicht würdig deines Angesichtes, nicht würdig der Vergebung und Gnade! Ich verdiene von dir verstoßen zu werden.. Doch, ich darf, ich will nicht an deiner Gnade und Huld verzweifeln, o gütigster, o langmüthigster Jesu! Deine Schmerzen und Wunden, dein kostbarstes Blut, dein Tod der Versöhnung am Kreuze, geben mir Trost und Hoffnung der Vergebung, wenn ich mit Reue und Zerknirschung zu dir zurückkehre, - 93 und wahre Buße wirke. Deine Barmherzigkeit ist unendlich größer, als meine Sünden! Dein Blut ist viel kostbarer, als meine Schuld! Daher will ich nicht verzagen wegen der Menge und Größe meiner Sünden, sondern im Vertrauen auf die unendlichen Verdienste deines Leidens und Sterbens Versöhnung und Gnade von dir, o Jesu! hoffen, wenn ich nur wahrhaft meine Günden bereue und büße, und dich wieder vom Herzen liebe. Dein gnadenreiches Kreuz umfange ich als das kostbare Werkzeug meiner Begnadigung und Erlösung, und bitte, du wollest dein Leiden und Sterben an mir nicht verloren seyn laffen. Jesu! o süßester Jesu! ich sage dir tausend Mahl Dank, daß du mich nicht in Sünden hast sterben und ewig verderben lassen. Ich bereue jetzt alle meine Sünden aus dem Grunde meiner Seele, und wünsche sie so zu bereuen, wie nur je ein Büßer seine Sünden bereuet hat. Ich bereue sie darum, weil sie dir, o heiligster Erlöser! mißfallen, und dich beleidigen. O daß ich nie gesündiget hätte! Ich nehme mir jetzt vor, mit dem Beystande deiner Gnade mein Leben zu bessern, und dich, meinen liebreichsten Heiland, mit keiner Günde freywillig mehr zu beleidigen. Mit dieser Reue und Zerknirschung will ich hingehen zu deinem verordneten Priester, demselben nach deiner Anordnung aufrichtig und reumüthig alle meine Sünden bekennen, mit der demüthigsten Bitte, du wollest, o mildreichster Jesu! — 94 - mir alle meine Missethaten vergeben, und durch deinen Stellvertreter, den Priester, die Trostworte mir zurufen: Sey getrost, mein Sohn! deine Sünden sind dir vergeben; gehe hin in Frieden, aber fündige nicht mehr. Gebeth zu Gott dem heiligen Geiste. O gütiger und langmüthiger Gott! Sieh, ich undankbarer Mensch, komme wieder mit meinen vorigen, so oft wiederhohlten Sünden zu deinem Gnadenthron, und flehe um Gnade und Barmherzigkeit. Ich bin zwar unwürdig einer neuen Gnade; dennoch flößen mir deine unendliche Barmherzigkeit und mein büßendes Herz Vertrauen ein, vor deinen Gnadenthron abermahl zu treten, und flehentlich zu bitten: 0 Gott, o barmherziger Gott! sey mir armen Sünder gnädig. Alle Sünden, welche ich vom ersten Gebrauche meines Verstandes an bis auf diese Stunde aus menschlicher Schwachheit, aus Nachlässigkeit, aus Trägheit, oder aus Bosheit begangen habe, bereue ich aus dem innersten Grun de meines Herzens mit aller möglichen Reue, nicht wegen der Strafe, welche ich dadurch zeitlich und ewig perdienet habe, sondern vorzüglich darum, weil ich dadurch dich, das allervollkommenste Wesen, das höchste und liebenswürdigste Gut, erzürnet habe. O daß ich nie gesündiget, nie deine göttliche Majestät beleidiget hätte! Ich entsage daher für jetzt und allezeit allen iv 95 dischen Ehren, allen Gelüsten und Reichthümern der Welt, die mich bisher so oft zur Sünde angelocket haben. Ich hasse und verabscheue jede Sünde als das größte Übel, und mache einen festen und kräftigen Vorsatz, mein Leben gänzlich zu bessern. Ich will auch vom Herzen allen denen so vergeben und verzeihen, die mir Übels gethan haben, wie ich jetzt und in der Todesstunde wünsche, Vergebung und Gnade von dir, o Gott! zu erlangen. Ich will auch alles erstatten und zurückgeben, was ich schuldig bin, oder entfremdet habe. Ich will allen Schaden gut machen, den ich Undern an ihrer Seele, an ihrer Ehre, an ihren Gütern und Rechten zugefüget habe. Ich will jede Sünde und alle Gelegenheiten zur Sünde sorgfältigst meiden; jene Gesellschaft- diese Person- jenen Ort- diese Gefahr zur Sündeso viel möglich fliehen. Ich will meine fünf Sinne, vorzüglich meine Augen- meine Ohren- bezähmen und verwahren; jener sündhaften Gewohnheit ganz entsagen und absterben; dieser Versuchung standhaft widerstehen. Zu dem Ende will ich dem Priester alle meine Sünden und bösen Neigungen in der Bitterkeit meines Herzens und in Gegenwart Gottes offenbaren; ich will seine Ermahnungen und Bestrafungen gern und gehorsam annehmen, und ich will eher sterben, als nochmahls vorsäßlich eine Sünde begehen. - - - Aber ach! dieses Versprechen habe ich schon öf ter gemacht, diesen Vorsatz öfter gefaßt, und leis 96 der! ihn nicht gehalten. Darum flehe ich zu dir, o heiliger Geist, ein Gott der Stärke und der Gnade. Ohne deinen göttlichen Beystand vermag ich nichts; durch dich und mit deiner Gnade vermag ich alles. O so stärke mich, heiliger Geist! in meinem Vorsaße; vermehre in mir den Glauben, bekräftige die Hoffnung, zünde an die Liebe, und der du mir das Wollen gegeben hast, gib auch das Thun und Vollbringen. Und siehest du vielleicht vor, daß ich wieder in eine Todsünde fallen werde, so bitte ich, laß mich, o heiliger Geist! zuvor in deiner Gnade sterben. Amen. - - Gebeth kurz vor der Beicht. Dich armseliger, verlassener Sünder! Himmel und Erde klagen mich der wiederhohlten Undankbarkeit gegen meinen Herrn und Schöpfer an. Ach, wohin soll ich fliehen, als allein zu dir, o mildreichster Erlöser, der du keinen reumüthigen Sünder von deinem Gnadenthrone zurückweisest? So komme ich nun mit jener Büßerinn Magdalena, steige hinauf auf den Calvarien- Berg, stelle mich mit ihr zu deinem blutigen Kreuze, und bereue und beweine meine Sünden. Ach Gott! Meine Seele, die du nach deinem Ebenbilde erschaffen, und mit vie len Gnaden und Gaben gezieret hast, habe ich mit meinen Sünden beflecket. Das Siegel der göttlichen Kindschaft, welches du mir in der heiligen Taufe eingedrücket hast, habe ich leichtsinnig gebrochen, und - 97 das Heil meiner Seele um augenblickliche Lüste des Fleisches, um irdische Ehre, um zeitlichen Gewinn hingegeben. O Jesu! o gütigster Jesu! Es reuet mich vom Herzen, daß ich dich, meinen Erlöser, Heiland und Seligmacher, meinen Gott, das höchste Gut beleidiget habe. Erbarme dich meiner, o Jesu! wie du dich der büßenden Magdalena erbarmet, und ihr viele Sünden nachgelassen hast. Ich komme mit dem büßenden David, und rufe mit ihm aus: Ach, ich habe wider den Herrn gefündiget; dich, meinen Gett, das höchste Gut, habe ich erzürnet. Erbarme dich meiner, o Gott! erbarme dich meiner nach deiner großen Barmherzigkeit. O Gott! dessen Nahme Barmherzigkeit, und dessen Natur lauter Güte ist, der du nicht willst den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und ewig lebe. Vergib, vergib mir armen Günder; ach, Herr! erhöre mich, laß dich versöhnen um deiner selbst, um deines heiligsten Nahmens willen. Gott! mein Herr und König! dem ich alle Liebe und allen Gehorsam schuldig bin, dich habe ich beleidiget, dir habe ich die beschworne Treue gebrochen; dir, dem Herrn aller Herren, habe ich den Gehorsam verweigert; dir, meinem größten Wohl= thäter, habe ich Gutes mit Undank vergolten. Wer gibt meinen Augen genug Thränen, um meine Sünden hinreichend zu beweinen? O, daß ich niemahls 9 98 gesündiget hätte! Was ich von meiner Jugend an bis auf die gegenwärtige Zeit Böses gedacht, geredet, gethan habe, das alles widerrufe ich jetzt; ich basse und verabscheue alle Sünden meines ganzen Lebens über alles; ich wünschte, sie alle vernichten und ungeschehen machen zu können, und dieses darum, weil ich dich, meinen Gott, das höchste, unendliche Gut dadurch beleidiget habe. Von nun an will ich dich lieben, o mein Gott! von ganzem Herzen, aus ganzem Gemüthe, aus ganzer Seele, aus allen Kráften; ich liebe dich über Himmel und Erde; ich liebe dich um deiner selbst willen, weil du das höchste Gut und aller Liebe würdig bist. Ich will dich beständig so lieben, und lieber Gut und Blut, Leib und Leben, ja alles verlieren, als dich, meinen Gott, jemahls wieder zu beleidigen. Um dieser Liebe willen bin ich auch bereit, allen meinen Feinden und Beleidigern vom Herzen zu verzeihen, und bitte, o Gott! du wollest auch mir hier zeitlich und dort ewig gnädig seyn. - Mit diesem festen Vorsaße gehe ich nun zu deinem Versöhnungs- und Gnadenstuhle; dort will ich demüthig und reumüthig, aufrichtig und vollständig meine Sünden beichten, voll der tröstlichen Zuversicht, du, o allbarmherziger Gott! wollest mich durch die Lossprechung des Priesters, deines Stellvertreters, von allen Sünden gnädig lossprechen, und mir um der unendlichen Verdienste Jesu willen die 99 Gnade ertheilen, mein Leben zu bessern, und hinfort nicht mehr zu fündigen. Amen. In dem Beichtstuhle knie nieder, mache das heilige Kreuzzeichen, und sprich: Ich bitte Euer Ehrwürden um den heiligen Segen, damit ich meine Sünden recht und vollständig beichten möge. - Ich armer, fündiger Mensch, beichte und be kenne Gott, dem Allmächtigen, Mariä, seiner seligsten Mutter, allen lieben Heiligen und euch Pries ster anstatt Gottes, daß ich seit meiner letzten Beicht, welche vor- geschehen ist, oft und vielmahl gefündiget habe, mit Gedanken, Worten und Werken, und mit Unterlassung vieler guten Werke; insbe= sondere aber gebe ich mich schuldig Nach vollendetem Sündenbekenntnisse - sprich: Diese und alle übrigen, mir bekannten und unbekannten Sünden, welche ich entweder selbst begangen habe, oder von welchen ich Ursache war, daß sie von Andern sind begangen worden, sind mir herzlich leid, weil ich dadurch Gott, das höchste und liebenswürdigste Gut beleidiget habe. Ich nehme mir ernst. lich vor, nicht mehr zu sündigen, und alle Gelegenheit zur Sünde zu vermeiden. Ich bitte Euer Ehrwürden um die priesterliche Lossprechung und um eine heilsame Buße. Während der Priester die Losspre 100 chung bethet, klopfe an deine Brust, und sprich: O Gott! sey mir armen Sünder gnädig. - - Das Leiden unseres Herrn Jesu Christi, und die Verdienste der seligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen Gottes, gereichen mir zur Vergebung meiner Sünden, zur Vermehrung der Gnade und zum ewigen Leben. Amen. Gebeth nach der Beicht. Barmherziger und gnädiger Gott! aus allen Kräften meiner Seele sage ich dir Dank, daß du mich durch dieses heilige Sacrament der Buße von allen meinen Sünden befreyet hast. Verzeihe mir alle Fehler und Nachlässigkeiten, die ich dabey begangen habe. Zur Genugthuung aller meiner Sünden und Strafen nimm gnädig an diese meine geringe und unvollkommene Buße. Zur vollkommenen Genugthuung opfere ich dir auf die unendlichen Verdienste des Leidens und Sterbens Jesu Christi, die überflüssig das erseßen, was unsere Bußwerke nicht vermögen. Gib mir, o gütigster Gott! durch die Kraft des kostbarsten Blutes Jesu die Gnade, daß ich deine göttliche Majestät hinfort nicht mehr beleidige, in allen christlichen Tugenden und Werken mich übe, fromm und gottselig lebe, und in deiner Liebe von dieser Welt scheide. Amen. O süßester Jesu! o gütigster Erlöser! Ich danke dir vom Herzen, daß du mich nicht, wie ich wohl 101 - verdienet hätte, in meinen Sünden wolltest sterben und verderben lassen, sondern von allen Sünden mich barmherzig durch den Mund des Priesters losgesprochen habest. Was meiner Reue und Beicht aus menschlicher Schwachheit an Vollkommenheit abgeht, das wollest du nach deiner großen Barmherzigkeit nachsehen, und durch dein kostbarstes Blut die Schuld meiner Sünden tilgen. Dir, o Gott! will ich von nun an treu und beständig dienen, stets auf dem Wege deiner Gebothe wandeln, und lieber sterben, als noch einmahl vorsäßlich fündigen. Weder irdische Ehre, noch zeitliches Gut, weder Freuden, noch Leiden dieser Welt, weder Leben noch Tod, noch irgend ein Geschöpf soll mich von deiner Liebe trennen. Amen. Bitte um den Segen. O gütigster Jesu! der du bey deiner Auffahrt in den Himmel deine lieben Jünger gesegnet, und in der Gnade befestiget und gestärket hast; gib auch mir diesen heiligen Gegen, damit ich im Frieden hingehen, mein Leben künftighin bessern, nimmermehr fündigen, und in deiner Gnade sterben möge. Amen. Weil die sieben Buß- Psalmen vor oder nach der Beicht gewöhnlich gebethet werden, so werden dieselben hier beygefüget. - 102 Die sieben Buß- Psalmen. Der erste Buß- Psalm.( Psalm 6.) Herr! strafe mich nicht in deinem Zorne, in deinem Grimme züchtige mich nicht. Erbarme dich meiner, o Herr! denn ich bin schwach; heile mich, Herr! denn meine Gebeine sind zerschlagen. Meine Seele ist voll Angst. Und du, o Herr! wie so lange? Kehre dich zu mir, Herr! rette meine Seele; hilf mir um deiner Güte willen. Denn Todte preisen dich nicht; in der Hölle wer lobet dich? Ich bin vom Seufzen müde; die ganze Nacht hindurch beneße ich mein Bett mit Thränen, mein Lager wird von Thränen naß. Mein Auge vergeht vor Gram; ich bin veraltet unter allen meinen Feinden. Weichet von mir alle, die ihr Ungerechtigkeit übet; denn der Herr hat die Stimme meines Weinens erhöret. Der Herr hat mein Flehen erhöret; der Herr hat mein Gebeth angenommen. Beschämt und bestürzt müssen alle meine Feinde werden; sie müssen zurückweichen und zu Schanden werden. Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und 103 dem heiligen Geiste; wie es war im Anfange, jest und alleweg, und zu ewigen Zeiten. Amen. ― Zweyter Buß- Psalm.( Psalm 31.) Heil dem, welchen die Missethaten vergeben, dessen Sünden bedeckt sind. Heil dem Menschen, dem der Herr die Übertretungen nicht zurechnet, in dessen Geiste kein Falsch ist. Denn da ich es verschweigen wollte, veraltete mein Gebein vor meinem beständigen Angstgeschre Tag und Nacht war deine Hand schwer auf mir: mein Saft vertrocknete, wie in dem heißen Sommer., Ich habe gesündiget; ich will es dir bekennen, und meine Verbrechen nicht bedecken. Ich will, sprach ich, meine Missethaten dem Herrn bekennen. Und du vergabst mir meiner Sünden Schuld. Darum werden dich alle Frommen bitten, zur Zeit, wo Gnade noch zu finden; dann wird sie die große Wasserfluth, wenn sie kommt, nicht erreichen. Du bist meine Zuflucht, du wirst mich vor Noth bewahren, du wirst Freudenlieder wegen meiner Rettung um mich schallen lassen. Ich will dich unterweisen, den Weg dir zeigen, den du wandeln sollest; ich will dir rathen, und Aufsicht auf dich haben. Send nicht dem Rosse und Maulthiere gleich, die keinen Verstand haben. Zaum und Gebiß in 104- ihrem Munde muß sie bändigen, sonst laß sie dir nicht nahe kommen. Viele Plagen hat der Sünder; wer aber auf den Herrn vertraut, wird allenthalben Barmherzigkeit finden. Erfreuet euch im Herrn, und frohlocket ihr Gerechten; freuet euch alle, die ihr aufrichtig send im Herzen. Ehre sey dem Vater zc. - Dritter Buß- Psalm.( Psalm 37.) Herr! strafe mich nicht in deinem Zorne, und züchtige mich nicht in deinem Grimme. Denn deine Pfeile sind in mich gefahren; mich drücket deine Hand. Nichts Gesundes ist an meinem Leibe vor deis nem Zorne; kein Friede in meinen Gebeinen um meiner Sünden willen. Denn meine Missethaten gehen über mein Haupt, und wie eine schwere Last drücken sie mich nieder! Meine Wunden stinken und eutern um meiner Thorheit willen. Gekrümmt und sehr gebeugt bin ich; ich gehe stets im Trauerkleide. Meine Lenden verdorren ganz; an meinem Leibe ist nichts unversehrt. Ich bin zermalmet und gedemüthiget; aus Herzensangst heule ich. 105 Herr! dir sind alle meine Begierden bekannt, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen. Mein Herz wird hin und her bewegt; meine Kraft hat mich verlassen; meiner Augen Licht verschwindet. Meine Freunde und Vertrauten stehen ferne von meiner Plage; selbst meine Verwandten haben mich verlassen. Die mir nach dem Leben streben, legen mir Schlingen, und die mein Unglück suchen, drohen mir den Untergang, und sinnen täglich auf List. Ich aber höre nicht, gleich einem Tauben; ich bin wie ein Stummer, der seinen Mund nicht öffnet. Ich bin wie ein Mensch, der nicht höret, und der nicht widersprechen kann. Denn auf dich, o Herr! vertraue ich; du, mein Herr und Gott, wirst mich erhören. Ich bethe: Laß meine Feinde nicht über mich frohlocken. Würden meine Füße wanken, so würden sie sich über mich erheben. Denn ich bin zur Plage bestimmt, und mein Schmerz schwebt immer vor mir. Ich bekenne meine Missethaten, und meine Sünden kränken mich. Meine Feinde aber leben, und sind mächtig; de ren sind viele, die mich unbillig hassen. Für Gutes vergelten sie Böses, und sind mir feind, weil ich dem Guten nachjage. 106 Berlaß mich nicht, Herr mein Gott! sey nicht ferne von mir. — ― snio Eile mir zu Hülfe, Gott mein Erretter. Ehre sey dem Vater 2c. Vierter Buß- Pfalm.( Psalm 50.) Erbarme dich meiner, o Gott! nach deiner großen Barmherzigkeit, und nach der Menge deiner Erbarmungen tilge meine Ungerechtigkeit. Wasche mich immer mehr von meiner Missethat, und reinige mich von meinen Sünden. Denn ich erkenne meine Übertretungen; und meine Sünde schwebt immer mir vor Augen. Dir, dir allein bekannt, beging ich meine Sün de; in deiner Gegenwart that ich das Böse. Dein Richterausspruch ist daher gerecht, und dein Gericht ist auch gerecht. Sieh, in Ungerechtigkeit bin ich geboren, in Sünden empfing mich meine Mutter. Wahrheit hast du geliebet; verborgene Dinge und die Geheimnisse deiner Weisheit hast du mir geoffenbaret. Entsündige mich mit Yssop, daß ich rein werde, wasche mich, so werde ich weißer als Schnee. Laß mich Freude und Trost hören; erquicke wieder die Gebeine, die du zerschlagen hast. Wende ab dein Angesicht von meinen Sünden, und tilge aus alle meine Missethaten. 107 Schaffe in mir, o Gott, ein reines Herz, und erneuere in mir einen aufrichtigen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte, und deinen heiligen Geist nimm nicht von mir. Gib mir wieder die Freude deines Heiles, und ein williges Herz verleihe mir. Die Ungerechten will ich deinen Willen lehren, daß die Sünder sich zu dir bekehren. Befreye mich von den Blutschulden, Gott, du Gott meines Heiles; meine Zunge soll deine Güte rühmen. Herr, öffne meine Lippen, daß mein Mund dein Lob verkündige. Hättest du Lust an Opfern, so würde ich sie dir gern geben; allein Brandopfer gefallen dir nicht. Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerknirsche ter Geist; ein zerknirschtes und gedemüthigtes Herz wirst du, o Gott! nicht verwerfen. Handle, o Herr, gnädig mit Sion, damit die Mauern Jerusalems aufgebauet werden. Alsdann wirst du annehmen das Opfer der Ges rechtigkeit, Gaben und Brandopfer. Dann wird man Kinder auf deinen Altar legen. Ehre sey dem Vater 2c. Fünfter Buß- Psalm.( Psalm 101.) Herr! erhöre mein Gebeth, und laß mein Geschrey zu dir kommen. Verbirg dein Angesicht nicht vor mir zur Zeit 108 der Noth; neige zu mir dein Ohr, wenn ich rufe; eile mir zu helfen. de Denn wie der Rauch verschwinden meine Ta ge, und meine Gebeine vertrocknen wie dürres Holz. - Mein Herz verschmachtet; wie Gras verdorret es; denn ich vergesse mein Brot zu essen. Vor meines Seufzens Stimme, klebt mein Ge bein an meiner Haut. Ich bin gleich dem Pelikan in der Wüste, gleich der Nachteule in wüsten Ortern. Ich wache, und bin wie ein einsamer Bogel auf dem Dache. Täglich lästern mich meine Feinde, und die meis ner spotten, haben wider mich geschworen. Asche esse ich für Brot, und mische meinen Trank mit Thränen. Und das vor deinem Grimme und Zorne; weil du mich in die Höhe hobest, und zu Boden warfest. Meine Tage sind dahingegangen, wie Schatten, und ich verdorrte wie Gras. Du aber, Herr! bleibst ewig, und dein Gedächtniß von einem Geschlechte zum andern. Bald wirst du dich über Sion erbarmen; denn die Zeit es zu erretten ist da, und die Stunde ist gekommen. Denn auch an seinen Trümmern haben deine Diener ein Wohlgefallen; auch an seinem Staube erfreuen sie sich. 109 Damit die Völker den Nahmen des Herrn fürchten, und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit. Wenn der Herr Sion wieder erbauet, und in seiner Herrlichkeit erscheinet. Er achtet auf das Gebeth der Demüthigen, und verschmähet ihre Bitte nicht. Das werde für das nachkommende Geschlecht geschrieben, damit das Volk, welches erst soll geboren werden, den Herrn lobe. Denn er sieht von seiner heiligen Höhe herab; der Herr schaut vom Himmel auf die Erde. Um das Seufzen der Gefangenen zu hören, um die Bande der Kinder des Todes zu lösen. - - Damit man des Herrn Nahmen in Sion preise, und sein Lob verkündige zu Jerusalem. Wenn die Völker und Könige sich versammeln werden, den Herrn zu verehren, ihm zu dienen. Meine Kraft ermattet auf dem Wege; meiner Tage Zahl ist kurz. Ich bethe: Nimm mich, mein Gott! nicht weg in der Hälfte meiner Tage, du, dessen Jahre von Ewigkeit zu Ewigkeit sind. Du hast, o Herr! im Anfange die Erde gegründet, und der Himmel ist deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, du aber wirst bleiben; wie ein Kleid veralten sie alle, wie ein Kleid verwandelst du sie, und sie werden verwandelt. Du aber bleibest Derselbe, und deine Jahre nehmen kein Ende. CAXIAS 110 Die Nachkommen deiner Verehrer werden bleiben, und ihre Abkömmlinge werden jederzeit bey dir bestehen. Ehre sey dem Vater zc. - Sechster Buß- Pfalm.( Psalm 129.) Aus der Tiefe rufe ich, Herr! zu dir. Herr! erhöre meine Stimme. Neige deine Ohren zur Stimme meines Flehens. Uch Herr! willst du die Sünden ahnden, Herr, wer wird vor dir bestehen? Doch bey dir ist Vergebung, damit man dich verehre. Ich harre auf den Herrn. Meine Seele vertrauet auf ihn. Auf seine Berheißung verlasse ich mich. Meine Seele harret auf den Herrn, mehr als Wachende auf den Morgen. Israel vertraue auf den Herrn; denn bey ihm ist Barmherzigkeit und überflüssige Erlösung. Er wird auch Israel erlösen von allen seinen Sünden. Ehre sey dem Vater zc. Siebenter Buß- Psalm.( Psalm 142.) Herr, erhöre mein Gebeth; vernimm mein Fle ben um deiner Treue willen. Erhöre mich nach deiner Güte. dhe Und gehe nicht ins Gericht mit deinem Diener; denn vor deinem Angesichte kann sich kein Lebendiger rechtfertigen. 111 Denn der Feind verfolgt mich, schlägt mein Leben zu Boden, und versetzt mich in Finsterniß, wie die längst Verstorbenen. Daß mein Geist in mir beängstiget, mein Herz in mir betrübet ist. - Ich erinnere mich der alten Tage, ich betrachte alle deine Thaten, und erwäge deiner Hände Werke. Ich breite meine Hände zu dir aus. Mein Herz ist vor dir, wie das Erdreich ohne Wasser. Eile, Herr! mich zu erhören; mein Geist verschmachtet. Wende dein Angesicht nicht von mir, da mit ich nicht gleich werde denen, die in die Grube fahren. Laß mich frühe hören von deiner Barmherzigkeit; denn auf dich vertraue ich. Zeige mir den Weg, auf dem ich wandeln soll; denn zu dir erhebe ich mein Herz. Errette mich, o Herr, von meinen Feinden; denn auf dich hoffe ich. Lehre mich thun, was dir gefällt; denn du bist mein Gott. Dein guter Geist wird mich führen in das rechte Land. Leite mich auf ebener Bahn. Um deines Nahmens willen, Herr! mache mich lebendig; nach deiner Barmherzigkeit errette meine Seele aus der Angst. Nach deiner Güte laß meine Feinde verstum nen; du wirst alle stürzen, die mich beängstigen, denn ich bin dein Knecht. Ehre sey dem Vater 2c. - 11 Von der heiligen Communion. Vorerinnerung. Die heilige Communion ist das heiligste, wichtigste, vortrefflichste Werk eines Christen, weil bey derselben nicht bloß die Gnade Gottes, sondern Gott selbst, der Ursprung und die Quelle aller Gnaden empfangen wird. Daher ist es billig, meine Seele, daß du öfter mit wür diger Vorbereitung zum Tische des Herrn hinzutrittst; denn der Nußen der heiligen Communion ist desto gröser, je öfter und andächtiger du dieses heiligste Sacrament empfängst. - 112 Durch eine öftere und würdige heilige Communion wird die Strafe der Sünde vermindert, oder gar nachgelassen. Die bösen Begierden werden geschwächt und unterdrückt. Die Neigung zur Sünde wird vermindert, und der Mensch wider alle Anfechtungen und Ge fahren zur Sünde gestärkt und bewaffnet. Wir wer den dadurch von zeitlichen Übeln befreyet, wenn dieses Gottes Wille, und zu unserem ewigen Heile nüßlich ist, und mit verschiedenen himmlischen Gaben gesegnet und begnadiget. Wir werden jederzeit getröstet, gestärkt, und innerlich erfreuet. Unser Herz wird zu einem frommen christlichen Wandel erweckt, und zur Geduld, zur Keuschheit, zur Demuth, zur Sanftmuth, zur völligen Ergebung in Göttes Willen angetrieben. Wir wer den zur Liebe Jesu entflammt, von der Welt und allen irdischen Dingen abgezogen, und zum Himmel und Besite ewiger, himmlischer Güter angezogen. Eine öf tere würdige heilige Communion ist eine Vorbereitung zu einem seligen Tode; sie ist eine innige Vereinigung mit Jesu, unserem Herrn und Gott, und mit seinem - - - - 113 Willen; sie ist ein Unterpfand der ewigen Seligkeit, und ein Vorgeschmack der ewigen Himmelsfreuden. Laß dich daher durch keine menschliche Rücksicht, nicht durch Nachlässigkeit oder Lauigkeit, nicht durch Trägheit oder sträfliche Schamhaftigkeit, nicht durch Ängstlichkeit wegen deiner Unwürdigkeit, nicht durch unnöthige Geschäfte von dem öfteren Empfange der heiligen Communion abhalten. Sey vielmehr versichert, daß du, je seltener, desto weniger würdig, je öfter, desto verdienstlicher zum Tische des Herrn hintreten werdest. Nur bedenke wohl, daß der vornehmste Nußen und Segen der heiligen Communion aus der würdigen Vorbereitung dazu herrühre. Je größer, je eifriger, je andächtiger die Vorbereitung zum heiligsten Altars- Sa cramente seyn wird, desto größer wird auch der Nußen davon für dein Herz seyn. - - Vorbereitung zur heil. Communion. Schon am Abende des vorigen Tages soll man sich zu diesem heiligsten und wichtigsten Geschäfte unseres Lebens sorgfältig vorbereiten. Dieß soll geschehen durch Enthaltung von allen zerstreuenden Sorgen und Geschäf ten; durch Enthaltung von sonst erlaubten Ergötungen und Belustigungen; durch sorgfältigere Wachsamkeit über sich selbst und über seine Reden und. Handlungen; durch Nüchternheit, Abbruch in der Nahrung, Abtödtung, und unbefleckte Reinigkeit des Leibes und der Seele; durch eine andächtige Erinnerung des Leidens und Sterbens Jesu, und durch eine aufmerksame Betrachtung des wunderbaren und liebreichen Geheimnisses des heiligsten AltarsSacramentes. Auch wird es sehr gut seyn, wenn Zeit und Geschäfte es gestatten, aus dem vierten Buche der Nachfolgung Christi von Thomas von Kempen ein oder 10 114 das andere Gapitel Abends, oder Morgens vor der heitigen Communion zu lesen. - - Erweckung des Verlangens nach der heiligen Communion. Gleichwie ein Hirsch verlanget nach der Was serquelle, also verlanget meine trost- und hülfbedürftige Seele nach dir, o Jesu, als der wahren Quelle des ewigen Lebens. Erfreue dich, meine Seele! heute wird noch deinem Hause Heil widerfahren. Jesus, dein Hei land und Erlöser, Jesus, deine Hoffnung und Stärke, Jesus, deine Freude und Liebe, Jesus, dein Gott und Alles, will bey dir einkehren. Gnade über Gnade! Wunder der Gnade! O unendlicher, und zugleich liebreichster Gott! gib, daß ich dir eine würdige Wohnung in meinem Herzen bereite. O Gott meines Herzens! wann werde ich mit dir vollkommen vereiniget werden? wann werde ich die unaussprechliche Gnade genießen, daß du eingehest in mein Herz? O Jesu, liebster Jesu! komm und bereite dir selbst eine würdige Wohnung in meinem Herzen. Aufopferung der heiligen Communion. O allerheiligste Dreyeinigkeit! ich dein unwürdiges Geschöpf, falle nieder vor dem Throne deiner göttlichen Majestät, und opfere dir demüthig auf 115 diese meine Andacht und heilige Communion, durch die gnadenreichen Hände meines Herrn und Erlösers Jesu Christi: - 1 Zu einem dir wohlgefälligen Lob- und Dank opfer für alle mir Unwürdigen von Jugend auf erwiesenen Gnaden und Wohlthaten, insbesondere aber für die Einsetzung dieses hochheiligsten Sacramentes. Zum Versöhnungsopfer für die Sünden der Welt, damit du, o gnädiger Gott! hierdurch bewogen werdest, mir alle meine wissentliche und unwissentliche Tünden barmherzig zu verzeihen, und deren wohlverdiente Strafen nachzulassen. Zur Erlangung aller mir nöthigen himmlischen Gaben und Gnaden für Leib und Seele; insbesondere aber, um diese Gnade N. zu erhalten, um jenes Übel N. abzuwenden. Zu einem ewigen Bunde zwischen dir und mir, vermöge welchen ich mir fest vornehme, dich, o mein Gott! nie mehr gröblich zu beleidigen; mit der inbrünstigen Bitte, du wollest mir hierzu deine göttliche Gnade ertheilen. Diese meine Andacht opfere ich dir insbesondere auf, o allergütigster Jesu! zum Andenken deines bitteren Leidens und Sterbens; diese heilige Communion vereinige ich mit jenem blutigen Opfer, welches du als ein Hoherpriester auf dem Altare des Kreuzes, im Feuer deiner unendlichen Liebe anges ¡ ündet, deinem himmlischen Vater zum Lob, Danke, - 116 OVE Bitt- und Versöhnungsopfer für uns fündige Men=schen aufgeopfert hast. Und gleichwie du damahls, o mein Jesu! von deinem himmlischen Vater erhöret worden bist, so wollest auch du diese meine Andacht gnädig aufnehmen, und dieselbe zu deiner größeren Ehre und zum Heile meiner Seele gereichen lassen. Amen. übung des Glaubens. O Jesu! mein Gott und Heiland! ich glaube fest und unerschütterlich, weil du, die ewige Wahrheit, es geoffenbaret hast, daß du in dem hochheiligsten Sacramente des Altars mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut, als Gott und Mensch, eben derselbe wahrhaft gegenwärtig bist, der du für mich am Stamme des Kreuzes gehangen, jest sisest zur rechten Hand Gottes des allmächtigen Vaters, und daselbst von dem ganzen himmlischen Heere geehret, gelobet und angebethet wirst. Gleichwie ich nun dieses glaube, so kann ich nicht begreifen, sondern nur bewundern und preisen, daß du, o Gott, ein Schöpfer, Herr und König aller Geschöpfe, daß du, o Gott, höchst heilig, ewig, höchst selig, daß du, o Gott, die höchste Weisheit, unbegreisliche Hoheit und unerschöpfliche Güte, dich würdigen willst, mit deiner ganzen Gott- und Menschheit, deiner unendlichen Herrlichkeit und Majestät heute zu mir zu kommen, und mich mit dem Brote der Engel, 117 mit deinem eigenen Fleische und Blute zu speisen, zu nähren und zu erquicken. Amen. Übung der Demuth. O Gott, o Wundergott in der Liebe gegen mich! o Jesu! wer bist du, und wer bin ich? Du bist der eingeborne Sohn Gottes, und ich ein armseliges, sündhaftes, elendes Kind Evens. Du bist der große Gott und Herr Himmels und der Erde, vor dem die Engel zittern, und ich ein undankbarer Mensch und Sünder, der sich so oft wider deine göttliche Hoheit aufgelehnet, und deine unendliche Güte beleidiget hat. O Jesu! gehe weit von mir hinweg; denn ich bin nicht würdig, daß du eingehest in meine fündige Seele. - Dennoch, weil du, o liebender Jesu! zu meimem Troste und Heile in diesem heiligsten Sacramente gegenwärtig bist; weil du mich auch so freundlich einladest, und mir zurufest: Kommet alle zu mir, die ihr mühselig und mit Arbeit beladen seyd; ich will euch erquicken; ja weil du mich sogar unter Androhung der ewigen Strafe antreibest, zu dir zu komindem du sagest: Wer mein Fleisch nicht ist, und mein Blut nicht trinkt, der wird das ewige Leben nicht haben: so komme ich zu dir, o liebreichster Jesu, und verlange mit sehnsuchtsvoller Begier de, dich in mein Herz aufzunehmen. men, Ich komme aber als dein geringstes! Geschöpf, mit tiefster Demuth und möglichster Ehrerbiethig 118 keit, und werfe mich nieder vor deinem Angesichte. Ich erkenne und bekenne meine große Unwürdigkeit und deine unermeßliche Hoheit. Ich bethe dich auch an als meinen Gott und höchsten Herrn; ich lobe und preise deine unergründliche, unaussprechliche, unbegreifliche Gottheit mit der Menschheit im hei= ligsten Altars Sacramente, und wünsche und be gehre, daß du darin von allen Menschen, Engeln und Heiligen ohne Unterlaß verehret, gepriesen, gelobet und angebethet werdest. Amen. - - Übung der Reue. Weil aber das Lob eines Sünders dir nicht wohlgefällig seyn kann, so bereue und beweine ich alle meine Sünden, weil sie deinem göttlichen Willen zuwider sind, und deiner unendlichen Heiligkeit mißfallen. Ich will jede Sünde hinfort auf das sorgfältigste meiden, und dafür nach allen meinen Kräfe ten genug thun. Erbarme dich meiner, o Jesu! nach deiner großen Barmherzigkeit vertilge alle meine Missethaten, lösche aus die Schuld meiner Sünden durch dein kostbarstes Blut, und nimm mich Büßenden wieder zu Gnaden an. Damit ich dieser Gnade desto würdiger seyn möge, o liebreichster Jesu! so will ich redlich und vom Herzen, nach deinem Befehle und deinem Bey spiele, und um deiner Liebe willen allen denen verzeihen, welche mich oder meine Angehörigen betrübet, gekränket oder verfolget haben. Ich wünsche 119 ihnen alles Gute, und bitte, du wollest sie dafür, daß sie mir Böses gethan haben, nicht richten, noch strafen, sondern ihnen alles gnädig verzeihen, sie durch deine kräftige Gnade zur Buße und Besserung bewegen, und sie mit himmlischen Gaben erfüllen. Amen. 1 - Übung der Hoffnung. Zwar hoffe ich dich, meinen Herrn und Hei land, meinen Gott und Alles, würdig zu empfane gen. Weil ich aber in mir den Grund und die Ursache dieser Hoffnung nicht finde; so setze ich all mein Vertrauen auf deine unendlichen Verdienste, auf den unendlichen Werth deines kostbarsten Blutes, deines bitteren Leidens und schmerzlichsten Todes, und auf deine unfehlbare Verheißung. Deßhalb wollest du mir die nöthige Reinigkeit und Würdigkeit gnädig verleihen, um dein allerheiligstes Fleisch und Blut verdienstlich zu genießen; auch hoffe ich durch deine liebreiche Gegenwart die kräftige Hülfe und überflüssige Gnade zu erlangen, fromm zu leben, gottselig zu sterben, und der ewigen Seligkeit theilhaftig zu werden. Amen. Übung der Liebe. O Jesu! der du meine Seele bis in den Tod geliebet, und aus dieser unendlichen, unbegreiflis chen Liebe das heiligste Altars- Sacrament eingeseßet hast. Wie freundlich und gnadenreich erscheinest du 120 in diesem Sacramente der Liebe! Ach, könnte ich dich nur so lieben, wie du willst von mir geliebet seyn! Ich liebe dich, und wünsche und begehre, dich allezeit zu lieben aus dem innersten Grunde meiner Seele, weil du bist mein Erlöser, mein Gott, mein Alles. Ich erfreue mich wegen deiner unendlichen Glorie und Vollkommenheit; ich wünsche und begehre, daß deine Ehre und Anbethung auf Erden immer mehr und mehr vermehret und verbreitet wer: de. Ich liebe dich, o Jesu! aus allen Kräften des Leibes und der Seele, die ich stets und überall nach deinem heiligsten Wohlgefallen anwenden und gest brauchen will. Ich liebe dich, o Jesu! um deiner selbst willen, über alles, weil du bist mein Gott, das höchste Gut. Ich liebe dich, und verlange dich zu lieben ohne Maß und ohne Ende, jetzt im Leben, im Tode, in alle Ewigkeit. Amen. - - Gebeth zu Gott dem Vater. O himmlischer Vater! ein Vater der Güte und Barmherzigkeit! Ich bitte dich, inniglich durch die unbegreifliche Liebe, mit welcher du deinen eingebornen Sohn von Ewigkeit her geliebet, und ihn für uns Sünder in den Tod dahin gegeben hast; ich bitte dich durch die Fülle der Gnaden, mit welcher du die seligste Jungfrau Maria gezieret, und zur Würde einer Mutter deines göttlichen Sohnes erhoben hast; verleihe mir die Gnade, daß ich eben diesen deinen vielgeliebten Sohn, meinen Erlöser — - 121 1 und Seligmacher, in dem heiligen Altars- Sacramente nicht zu meinem Gerichte, sondern zu meiner Stärkung und Heiligung, zum Troste und Heile meiner Seele würdig empfangen möge. Amen. Gebeth zu Gott dem Sohne. Jesu, der du meine und aller Menschen Seelen bis in den Tod liebtest! Ich bin nicht würdig, dich, meinen Herrn und Gott, zu empfangen. Das her komme ich zu dir, und bitte mit tiefster Demuth, ich bitte durch die höchste Liebe, mit welcher du den Thron der ewigen Herrlichkeit verlassen, die menschliche Natur angenommen, und den Tod am Kreuze zu unserer Erlösung und Heiligung erwählet hast, du wollest mein Herz zu einer würdigen, dir wohlgefälligen Wohnung bereiten, damit ich dich, meinen Heiland, meinen Gott, mein höchstes Gut, mit englischer Reinigkeit und möglichster Andacht zum ewigen Heile meiner Seele genießen möge. Amen. Gebeth zu Gott dem heiligen Geiste. Gott heiliger Geist! ohne dessen Gnade in dem Menschen nichts Reines, nichts Heiliges, nichts Gott Wohlgefälliges seyn kann. Ich bitte dich durch die Fülle der Gnaden, mit welcher du die Seele der jungfräulichen Mutter Mariä erfüllet hast; komm auch jetzt mit deiner Gnade mir zu Hülfe, damit ich meinen Herrn und Heiland, Jesum Christum im heiligen Altars Sacramente mit solcher Reue und 11 122 Demuth, mit solcher Andacht und Liebe, mit fol cher Reinigkeit und Ehrerbiethigkeit empfangen möge, wie es die Heiligkeit und Wichtigkeit dieser Handlung von mir fordert. Amen. 1 - Gebeth zu Maria, der seligsten Jungfrau. O glorwürdigste Jungfrau und übergebenedeyte Mutter Gottes Maria! nach dem Empfange deines göttlichen Sohnes Jesu verlange und sehne ich mich. Jesus ist die einzige Freude, Liebe, Süßigkeit und Stärkung meiner Seele. So zeige mir denn, o gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria, zeige mir Jesum, die gebenedeyte Frucht deines Leibes, und bitte für mich deinen göttlichen Sohn, damit er mein Herz tröste und erquicke, stärke und heilige, damit er meine Seele hier zeitlich mit seiner Gnade erfülle und bereichere, und dort im Himmel mit der ewigen Seligkeit mich erfreue. Amen. Andacht zu Jesu vor der heiligen Communion. So komm nun, o mein Jesu! Gott meines Herzens! mein höchstes Gut und Alles! nach dir allein verlange ich, dich allein begehre ich, nach dir allein sehne ich mich; denn du allein bist mein Trost in Trübfalen, meine Freude in der Traurigkeit, meine Hülfe in der Noth, mein Leben in dem Tode. So 123 - komm bald, o liebreichster Jesu! in mein Herz, und erfülle es mit deinen Segnungen. Aber, o mein Jesu! wie lange wirst du noch verweilen? Mein Herz ist bereitet, dich zu empfangen. Ich opfere es dir gänzlich auf zu einem lebendigen Brandopfer. Und sollte noch irgend eine Neigung zur Sünde, oder etwas dir Mißfälliges darin verborgen seyn; so wollest du es mit dem Feuer deiner Liebe verzehren und vertilgen, damit mein Herz ein würdiger Tempel deiner Gegenwart, eine wür- s dige Wohnung sey, in welcher du, Gott meines Herzens! bleibest ewiglich. Komm dann, o gütigster, o liebreichster Jesu! sieh, mit tiefster Demuth und Erniedrigung meiner selbst trete ich hin zu deinem Gnadenthrone; ich komme mit dem festen Glauben deiner wirklichen und wahrhaften Gegenwart in dem allerheiligsten AltarsSacramente, gegründet auf die unfehlbare Wahrs heit deiner Worte; ich komme mit der zuversichtli chen Hoffnung, gestüßt auf deine untrügliche Verheißung, mit dir und durch dich alles zu erhalten, was mir zum ewigen Heile dienet. Ich komme mit vollkommener Reue und Zerknirschung meines Herzens, weil ich dich so oft und schwer beleidiget habe; ich trete hin zu deinem heiligen Tische mit der möglichsten Ehrerbiethigkeit gegen deine göttliche Hoheit und Würde; ich komme mit inbrünstiger Andacht, mit möglichster Reinigkeit, mit brennendem Eifer, wie es die Heiligkeit des Sacramentes erfordert, in 124 welchem du gegenwärtig bist als Gott und Mensch, als mein Herr und Erlöser. So komm, o süßester Jesu! sich, mein Herz ist unruhig, bis es ruhet in dir; denn du bist mein Trost und meine Hülfe, meine Ehre und mein Reichthum, meine Stärkung und Heiligung, mein Leben und Heil, mein Gott und Alles. - - Ach, wie lange willst du, o Jesu! du einzige Freude meiner Seele! wie lange willst du noch ver weilen? An dich, o Jesu! glaube ich; auf dich, o Jeſu! hoffe und vertraue ich; dich, o Jesu! liebe ich; dir, o Jesu! übergebe ich mich. Gib mir nur deine Gnade, daß ich mit reiner Liebe dich, meinen Gott und Herrn, im heiligsten Altars- Sacramente empfange, der Welt absterbe, dir allein lebe, und dich allein überalles liebe. Amen. O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich meiner! Herr! ich bin nicht würdig, daß du eingehest unter mein Dach; sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund. Herr! ich bin nicht würdig, daß du eingehest unter mein Dach; sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund. Herr! ich bin nicht würdig, daß du eingehest unter mein Dach; sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund. Der Leib unsers Herrn Jesu Christi bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Amen. 125 Die Secle Christi heilige mich. Der Leib Christi erlöse mich. Das Blut Christi tränke mich. Das Leiden Christi stärke mich. O gütigster Jesu, erhöre mich. In deine Wunden verberge ich mich. Bon dir laß nimmer scheiden mich. Vor dem bösen Feinde beschirme mich. In der Stunde meines Todes rufe mich, Und laß zu dir kommen mich, Daß ich mit deinen Heiligen lobe dich, In alle Ewigkeit. Amen. Nach der heiligen Communion. Übung der Andacht zu Jesu. Sen gegrüßet in meinem Herzen, o Jesu, mein Herr und Gott, mein höchstes Gut und Alles! Ich glaube an dich und an deine wirkliche Gegenwart, o unfehlbare Wahrheit. Ich hoffe auf dich, o höchste Güte und Barmherzigkeit. Ich liebe dich über alles wegen deiner unendlichen Vollkommenheit und Liebenswürdigkeit. Ich bethe dich an, o unbegreifliche Gottheit. Ich ehre und preise dich, o gnadenreiche Menschheit. Ich erniedrige und verdemüthige mich vor dir, o höchste Majestät und Herrlichkeit. Ich bereue meine Sünden mit voller Zerknirschung, weil sie deinem heiligsten Willen entgegen sind. Ich danke demüthigst für alle deine Wohlthaten, o unerschöpfliche Gütigkeit. Ich erflehe von dir alle mir nöthi: - 126 gen Gnaden und Gaben, o liebreichste Freygebigkeit. Ich übergebe mich dir ganz mit Leib und Seele, o höchst weise Vorsichtigkeit. Amen. - Übung der Anbethung. Ich bethe dich an, o allerheiligste Dreyeinig: keit, Gott Vater, Sohn, und heiliger Geist, ins dem du dich gewürdiget hast, mein Herz mit deiner Gnadengegenwart zu erfüllen. Ich bethe dich an, der du in meinem Herzen gegenwärtig ist, o Jesu! ich bethe dich an als meinen Schöpfer, Erhalter und Regierer, als meinen Heiland und Erlöser, als meis nen Erretter und Seligmacher. Ich bethe an deine allerheiligste Gottheit, vereiniget mit der Menschheit. Ich bethe demüthigst an dein gnadenreiches Fleisch und Blut. Ich bethe in tiefster Ehrfurcht an dich, o Jesu! denn du bist mein Herr und Gott, das Leben meiner Seele, mein Heil und Theil in Ewigkeit. O freue dich, meine Seele, und frohlocke. Jesus, die Freude der Engel, die Seligkeit der Außerwählten, die Quelle und der Ursprung aller Gnaden ist in dir. Q Gnade über Gnade! Jetzt will ich dich, meinen Herrn und Gott, loben und preisen von ganzem Herzen. Dich will ich benedeyen und eh ren aus allen Kräften; denn du bist mein Heiland! du bist mein Jesus! deinen Nahmen will ich rühmen und anbethen in alle Ewigkeit. O ihr Cherubinen und Seraphinen! vereiniget euch mit meinem Lobe; ihr Auserwählten und Heiligen Gottes, prei 127 set mit mir; Himmel und Erde und alle Geschöpfe, heifet mir anbethen den, der da sitzet zur rechten Hand Gottes des allmächtigen Vaters, der alle Gewalt ha: im Himmel und auf Erden, und der einst kommea wird zu richten die Lebendigen und die Todten. Übung der Demuth und Hoffnung. - - Aber, o unendlich gütiger und liebender Jesu! wie kummt es, daß du dich würdigtest, in meinem unwürdigen Herzen Wohnung zu nehmen? Wer bist du, um wer bin ich? Du bist mein Schöpfer, Herr und Bater; ich bin dein ungehorsamer Sohn. Du bist mein freygebigster Wohlthäter; ich bin dein undankbarer Interthan. Du bist mein Erlöser, mein Gott, mein höchstes Gut; ich bin ein elender Mensch, ein Sünder, der sich oft deiner Gnade widerseßet. Ich kann die Größe deiner Huld und Gnade nicht begreifen; ich kann nur anbethen und preisen, daß du mich Unwirdigen deiner göttlichen Gegenwart gewürdiget, und mein armes Herz zu deiner Wohnung erwählet hast. Ich weiß, o gütigster Jesu!, warum du mich mit so großer Gnade gewürdiget hast; ich weiß, warum du zu mir gekommen bist. Du willst meines Herzens Gott und König seyn; du willst in meiner Seele wohnen und herrschen, und alles Unheilige daraus verbannen; du willst, daß nicht mehr ich, sondern daß du lebest in mir. Hoffe nun, meine Seele, und vertraue auf dei24 128 nen Heiland; denn Jesus ist in deinem Herzer, welcher ist der Urheber aller Gnaden, die unerschöpf liche Quelle der Freude, des Trostes, der Ruhe, der Seligkeit. Die Welt mit ihren Gütern, Ehren ind Freuden vergeht; wer aber Jesu anhängt, der bleibt in Ewigkeit. Ich verlange nichts im Himmel, und nichts auf Erden außer dir, o Jesu! mein Herrund Gott, mein Theil in Ewigkeit! Amen. 1 1 Bitte um Reinigkeit des Herzens. Weil du, o Jesu! ein Herr und König meines Herzens seyn willst, so bereite es nach deine Wohlgefallen. Sieh, mein Herz ist ein unreites Herz; ach, reinige es durch das kostbarste Blit, welches du am Altare des Kreuzes vergossen hast. Mein Herz ist ein finsteres Herz; ach, erleuchte es mit den Strahlen deiner Gnade, damit ich dich, meinen Gott, recht erkenne und liebe; denn du bist das Licht der Welt, welches in diese Weit gekommen ist, um alle Menschen zu erleuchten. Mein Herz ist ein ungehorsames Herz, voll böser Neigungen und Be gierden; treibe hinaus, o Jesu! alle Neigung zur Sünde, alle Begierlichkeit des Fleisches und alle Hoffart des Lebens, allen Haßß und Zorn, allen Neid und alle Mißgunst, alle Ungeduld und alle Trägheit. Weil aber zu befürchten ist, daß mein Herz sich bald wieder zum Bösen hinlenken lasse; so bitte ich, o Jesu, du wollest mir ein neues Herz verlei 129 hen, ein Herz nach deinem Herzen, in welchem stets sey und bleibe der Eifer deines Geistes, die Reinigkeit und Innigkeit deiner Liebe, aufrichtige Theilnahme gegen den Nächsten, Standhaftigkeit in Leiden, Geduld in Widerwärtigkeiten, Demuth im Glücke, das Verlangen und Streben nach dem Him: mel. Gib mir auch, o süßer Jesu! Redlichkeit in meinen Absichten, Bedachtsamkeit in den Worten, Billigkeit und Gerechtigkeit in den Werken, Ehrbarkeit in den Sitten, Behuthsamkeit in der Gesellschaft, eifriges Trachten nach der Tugend, Beharrlichkeit in allem Guten; damit ich mit Wahrheit sagen könne: Nun lebe nicht mehr ich, sondern Jesus lebet in mir. Amen. - Aufopferung seiner selbst. O Jesu, du Gott meines Herzens! Gleichwie du in diesem heiligsten Altars- Sacramente dich ganz mit Leib und Seele, mit deiner Gottheit und Menschheit, mir gegeben hast: also opfere ich dir wieder auf meinen Leib und meine Seele, meinen Verstand und meinen Willen, alle meine Kräfte und Fähigkeiten, alles, was ich habe, und bin, und vermag. Du, o Jesu! sey ein Gott und König meines Herzens. Regiere und beherrsche mich nach deinem göttlichen Wohlgefallen; alles, was du mir zu= schicken wirst, es sey angenehm oder unangenehm, Glück oder Unglück, soll mir willkommen seyn. Ich will nichts verlangen, als dich, nichts suchen, als 24 130 dich, nichts lieben, als dich; denn ich habe nichts im Himmel und nichts auf Erden, außer dir, o Jesu! mein Gott und Herr! mein Heil und Erbtheil in Ewigkeit. Amen. - Reue und Vorsaß. Weil du nun heute dich gewürdiget hast, o liebreichster Jesu! in meinem Herzen deine Wohnung zu nehmen, und es zu deinem Gnadenthrone zu ers wählen; so ist es mir vom Herzen leid, daß ich dich, meinen Herrn und Gott, meinen Heiland und Seligmacher, so spät erkannt, so wenig geliebet, so oft und schwer beleidiget habe. Ach, könnte ich die Zeit zurückrufen, in welcher ich dich nicht erkannt, nicht geliebet habe; könnte ich jeden Augenblick vernichten, in welchem ich dich jemahls erzürnet, und deinem heiligsten Willen entgegengehandelt habe. Doch von jetzt an soll es nimmermehr geschehen; ich will lieber Ehre und Gut, Blut und Leben verlies ren, als dich, meinen Gott und Heiland, mit einer Sünde wissentlich und vorsätzlich mehr beleidigen. Amen. Erweckung der Liebe. Nun so bitte ich dich, liebreichster Jesu! durch die Liebe deines göttlichen Herzens, verleihe mir die Gnade, daß ich dich von nun an liebe aus meinem ganzen Herzen, daß ich dich liebe über alles, daß ich dich liebe um deiner selbst willen, wegen dei - 131 ner höchsten Vollkommenheit und Liebenswürdigkeit. Verleihe mir, o Jesu, du liebe meiner Seele! daß mein Gedächtniß, mein Verstand und Wille, alle meine Sinne und Kräfte bloß auf dich gerichtet seyen, daß du allein senest das Ziel und Ende aller meiner Wünsche und Bemühungen, und meines ganzen Lebens. Verleihe mir, o Gott meines Herzens! daß ich in allem meinem Thun und Lassen, in Kreuz und Leiden zu dir rufe: Dir allein zu Liebe, o Jesu! Gib mir endlich, die Gnade, o mein Gott und Alles! daß ich in allen Versuchungen und Anfechtungen, allen Feinden des Heiles, welche die Liebe zu dir aus meinem Herzen reißen wollen, mit aller Standhaftigkeit widerstehe, und daß ich lieber mein Leben verliere, als von deiner Liebe weiche. O Jesu! entzünde mein Herz mit dem Feuer deiner Liebe und stärke mich, daß weder Freuden noch Leiden, weder Ehre noch Verfolgung, weder Reichthum noch Armuth, weder Leben noch Tod mich von dir trennen mögen; denn du allein, o Jesu! bist meine Ehre und meine Freude, mein Reichthum und mein Trost, mein höchstes Gut und meine ewis ge Seligkeit. Amen. Bitte zu Jesu. gütigster Jesu! ich besitze dich jetzt in meinem Herzen, und mit dir alles, was ich nur immer wünschen und verlangen kann. Deshalb nehme ich dich nach dem Beyspiele des alten Simeon auf meine 132 Arme, und lobe und preise dich. Aber auch mein Elend und meine Sorgen klage ich dir. Du weißt ja, wie sehr mich diese Anfechtung N. beängstiget, diese böse Neigung N. beunruhiget, dieses Kreuz N. beschweret, diese Noth N. drücket. Du, o Jesu! kannst helfen, wenn du willst. Und du bist bereit zu helfen; denn eben darum hast du in diesem heiligsten Sacramente der Liebe dich mir dargegeben, zum Troste und zur Hülfe meiner bedrängten Seele. Blicke also mit gnädigen Augen auf mich; sey eingedenk deiner Güte und deiner Versprechungen, und erbarme dih meiner. Ertheile mir diese Gnade Nhilf mir nach dieser Tugend N- ringen; befreye mich von diesem Übel N.- alles, wie es deinem göttlilichen Willen gemäß, und meinem ewigen Seelenheile förderlich ist. Amen. - 1 Danksagung zu Jesu. Gebenedeyt seyst du, o süßer Jesu! daß du dich gewürdiget hast, in meiner fündigen Seele einzukehren. Gebenedeyt seyst du, o gütigster Jesu! daß du mich mit deinem allerheiligsten Leibe und Blute gespeiset und gestärket hast. Gebenedeyt senst du, o liebreichster Jesu! daß du mich in diesem heiligsten Sacramente mit so vielen Gnaden überhäuft, und dich mit mir in deiner Gnade und Liebe auf das Innigste vereiniget hast. O Jesu! wie soll ich dir diese übergroße, unbegreifliche Liebe und Huld vergelten? Wenn ich schon mein ganzes Leben hindurch - 133- mit allen Kräften des Leibes und der Seele dich lo ben und preisen würde, so würde ich dennoch nicht würdig genug dich benedeyen. Daher rufe ich zu Hülfe alle Engel und Heiligen, und vorzüglich dich, o seligste Jungfrau und Mutter Gottes Maria, das mit ihr mit mir Lob, Ehre und ewigen Dank faget dem göttlichen Heilande für die gnadenreiche EinseBung des hochheiligen Altars Sacramentes. Preis und Ehre, ewiger Dank und Unbethung sey dir dafür, o Jesu! daß du meine sündige Seele heute mit deiner Gegenwart erfreuet, getröstet, gestärket und geheiliget haft zum ewigen Leben. Amen. Gebeth um den göttlichen Segen. Jesu! du hast überall, wo du während deiner irdischen Lebenszeit einzukehren dich würdigtest, Hülfe, Gnade und Segen ausgespendet. Heute hast du dich gewürdiget, auch in mein Herz zu kommen. Ich habe, den meine Seele liebet, und ich werde dich nicht hinweglassen, bis du mich gesegnet hast. So öffne deine segenreiche Hand, o gütigster Jesu! er= fülle meine arme Seele, mein Haus und alle meine Angehörigen mit himmlischen Gaben. Vertreibe aus meinem Herzen und aus meiner Wohnung allen Haß und Zorn, allen Zank und Hader, alles Mißtrauen und allen Neid. Wende gnädig ab alles Übel, welches uns an Leib oder Seele schaden, und für unser ewiges Seelenheil verderblich werden könnte. O liebreichster Jesu! laß mir und meinen An 134 — gehörigen durch deine Gegenwart Gnade, Trost, Friede, Heil und Gegen widerfahren. Ich übergebe dir gänzlich mich, meine Angehörigen und alles, was ich habe. Schalte und walte damit nach deinem Wohlgefallen. Dieß bitte ich allein, o liebender Seelengast, Jesu Christe! gib mir und meinen Angehöri gen die tägliche Nahrung, gib Frieden und Einige keit, gib Geduld in Widerwärtigkeiten, gib Beständigkeit und Eifer in deinem Dienste, gib wahre Reue und Leid über die begangenen Sünden, gib die Gnade, daß wir durch dieses heilige Sacrament gestärkt aus dieser Welt scheiden, und nach einem seligen Tode dich in der Gesellschaft der Heiligen und Auserwählten ewig anschauen, lieben und genießen mögen. Amen. Schlußgebeth nach der heiligen Communion. O holdseligster Jesu! ich empfehle dir diese meine Andacht mit der demüthigsten Bitte, du wol lest meine heilige Communion mit deinem blutigen Opfer am Kreuze vereinigen, und mich der unendlichen Früchte desselben theilhaftig machen. Nimm es wohlgefällig an zum Lobopfer, um dich meinen Gott und Herrn würdig zu loben, zu preisen und anzubethen; zum Dankopfer für alle mir erwiesenen Gnaden und Wohlthaten; zum Versöhnungsopfer; um dadurch Vergebung der Sünden und Nachlassung der verdienten Strafen zu erlangen; und zum Bitt - 135 opfer, um dadurch alle nöthigen Gnaden und Wohle thaten für Leib und Seele zu erhalten; zum Bundesopfer, um mit dir, meinem Herrn und Gott, innigst vereiniget zu werden, und beständig in deis ner Liebe zu verharren. Gib mir die Gnade, daß ich künftig nichts mehr suche, und nichts mehr eifri ger liebe, als dich, meinen gekreuzigten Heiland, mein höchstes Gut und Alles. Daher bitte ich nur noch um dieses: O gütiger Jesu! erhöre mich, von dir laß nimmer scheiden mich. Trenne und scheide mich von der Welt, und allen ihren irdischen Gütern und Freuden; trenne mich, wenn es dir wohlgefällig ist, von der Ehre und Gunst der Menschen, von Freunden und Bekannten, von Freude und Trost; trenne mich von allem, was im Himmel und auf Erden ist. Nur um das bitte ich: O gütig ster Jesu! erhöre mich; von dir laß nimmer scheiden mich. - Jetzt entferne ich mich zwar aus deinem heilis gen Tempel, o liebreichster Jesu! aber nicht ohne dich. O du einzige Hoffnung, du Trost und Freude meiner Seele! ich empfehle mich deiner unendlichen Liebe; die wolle mich stets in der Gegenliebe befes ftigen. Ich empfehle mich deiner übergroßen Barme herzigkeit; die wolle mich vor allen Sünden gnädig bewahren. Ich empfehle mich deiner gränzenlosen Güte, die wolle mich mit allen mir nöthigen Gaben des Leibes und der Seele erfreuen. Ich empfehle mich deiner weisesten Vorsichtigkeit, die wolle mich 136 in allen meinem Thun und Lassen nach deinem Wohlgefallen führen und leiten. Ich empfehle mich endlich deiner ewigen Allmacht; die wolle mich in allem Guten, und in deiner Gnade stets erhalten, mich in meinem Todeskampfe stärken, und nach dem Tode mich einführen in die ewigen Himmelsfreuden. Amen. - - Vier Gebethe, um den vollkommenen Ablaß zu gewinnen. 1) Um Erhöhung der heiligen, katholischen Kirche. Sütigster Herr Jesu Christe! du hast die katholische Kirche dir zu einer Braut auserwählet, und sie so sehr geliebet, daß du dein Leben für sie hingegeben, und dein kostbares Blut für sie vergossen hast. Ich bitte dich flehendlich mit allen frommen Kindern der katholischen Kirche, du wollest sie beschüßen und beschirmen, sie gegen die Pforten der Hölle vertheidigen, sie vor allem Irrthume und jeder Spaltung gnädig bewahren, sie mit himmlis schen Gaben und Gnaden erfüllen, sie in der Andacht, Gottesfurcht und Liebe um deines heiligsten Nahmens willen befestigen, ihr Reich vergrößern und erhöhen, auch alle Christgläubigen zu deinem heiligen Dienste führen, sie darin erhalten, und ewig selig machen. Amen. Vater unser. Gegrüßet seyst du, Maria. 2c. 137 - 2) Um Bekehrung der Irrgläubigen. Mildreichster Jesu! du Brunnquelle aller Güte und Barmherzigkeit! du Gott alles Trostes! du willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre, und ewig lebe. Daher bitte ich demüthigst, du wollest alle Irrgläubigen und Sünder zu dem wunderbarlichen Lichte des allein seligmachenden katholischen Glaubens berufen, damit sie zur Erkenntniß deines heiligsten Nahmens, zu deiner Liebe und Gnade gelangen. O gekreuzigter Jesu! gedenke, daß du den bittern Tod auch für sie gelitten, und dein kostbares Blut auch für sie vergoffen hast. Ach, laß diesen unendlichen Werth deines Leidens und Sterbens an ihnen nicht verloren gehen. Gestatte nicht, daß die Hölle siege und triumphire, sondern gib, daß das Reich deiner heiligen Kirche sich immer weiter ausbreite, und befestige. O barmherziger Jesu! bewege durch die Kraft deines wun= derthätigen Kreuzes die hartnäckigen Gemüther aller Irr- und Ungläubigen zur Erkenntniß des heiligen katholischen Glaubens, demüthige und unterwirf ihre widerspänstigen Herzen unter das süße Joch deiner Lehre, damit sie an dich glauben, auf dich hoffen, und dir mit ewiger Liebe ergeben bleiben. Amen. Vater unser. Gegrüßet seyst du, Maria. sc. 12 - 138 - 3) Um Friede und Einigkeit der christ lichen Mächte. O mein gekreuzigter Heiland und Seligmacher, Jesu Christe! der du durch deinen Kreuzestod die Erde mit dem Himmel wieder vereiniget, und Gott mit den Menschen versöhnet hast. Sieh doch an das unschuldige Blut der Christen, welches so häufig ohne Frucht vergossen wird. Höre, es ruft von der Erde zu dir um Barmherzigkeit. O barmherzigster Jesu! Oliebreichster Friedensfürst! Ich bitte dich durch deine heiligen fünf Wunden; ich bitte dich durch dein Friede und Versöhnung bringendes Blut; du wollest die entzweyten Gemüther der christlichen Fürsten vereinigen, mit wahrer Liebe sie verbinden, und uns einen beständigen Frieden verleihen, damit wir desto freyer und sicherer, desto fleißiger und ungehinderter deinem göttlichen Dienste uns ergeben, und dich im Frieden lieben, loben und preisen mögen. Verleihe uns diese Gnade, o gütigster Jesu! und wir werden deine Barmherzigkeit ewig rühmen. Amen. Vater unser. Gegrüßet seyst du, Maria. x. 4) Um den Ablaß den Seelen im Fege feuer fürbittweise zuzuwenden. Jesu! mein Gott und Heiland! Ich bitte deine unergründliche Güte und deine unendliche Barmherzigkeit, du wollest diese meine Andacht und 139 den vollkommenen Ablaß dieser Seele N. zu Gute kommen lassen, damit sie bald aus ihren Peinen erlöset werde, und dich vor dem Throne deiner göttlichen Glorie und Herrlichkeit würdig lobe und prei: se, damit sie auch für mich bethe, und mir diese Gnade von dir erwirke, daß ich noch hier auf Erden für meine Günden vollkommen genug thue, und durch einen seligen Tod den Auserwählten im Himmel zu= gesellet werde. Amen. Vater unser. Gegrüßet seyst du, Maria. zc. - Kern aller Gebethe. Die ie Danksagung legt unsere eigene Ehre vor Gottes Angesicht nieder, und gibt ihm Ehre, Lob und Preis für alles, was wir haben. Pf. 103, 1. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mit ist, seinen heiligen Nahmen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. 1) O du ewiger, starker, gewaltiger Gott! Wie unerforschtich ist deine Weisheit, wie groß ist deine Gnade? Wie unendlich ist deine Liebe? Wie überschwenglich deine Güte? Wie unergründlich deine Barmherzigkeit? Wie duldend deine Langmuth? Wie herrlich deine Gerechtigkeit? Wie lauter deine Wahrheit? Und wie unbegreiflich deine Allmacht, die du an mir erwiesen hast? 2) Ja, Herr! ich erkenne meine Niedrigkeit - 140 und deine Hoheit, meine Nichtigkeit und deine Vortrefflichkeit, meine Unwürdigkeit und deine Majestät. 3) Ich bin Nichts und du bist Alles; ich bin elend und du bist barmherzig; ich bin unverständig und du bist weise; ich bin ein Sünder und du bist gnädig; ich bin ungehorsam und du bist geduldig; ich bin arm und du bist freygebig; ich bin schwach und du bist stark. Ach! ich bin unwürdig aller Wohlthaten, die du an mir getyan hast. 4) Wunderbar sind deine Werke, schrecklich sind deine Drohungen, mächtig deine Strafen, gnä: dig deine Züchtigungen, wahrhaft deine Verheißungen, treu deine Zusagen, und deine Liebe ist über Alles; denn sie ist höher als der Himmel, breiter als die Erde, tiefer als das Meer. 5) Ich bin dein Geschöpf und du bist mein Schöpfer; ich bin dein Kind und du bist mein Bater; ich bin dein Knecht( Magd), und du bist mein Herr; ich bin dein Schuldner und du bist mein Wohlthäter; denn von dir habe ich Alles, und ohne dich habe ich nichts. 6) Darum so sey nun gelobet, mein Gott, himmlischer Vater! daß du mich erschaffen hast, da ich nichts war, daß du mich zu deinem Ebenbilde gemacht, daß du mir einen gefunden Leib und eine vernünftige Seele gegeben, und daß du mich in dem Schooße deiner heiligen katholischen Kirche von christlichen Altern so wunderbar auf diese Welt hast laf sen geboren werden. 141 - 7) Sen auch ewig gepriesen, daß, als das ganze menschliche Geschlecht verloren war, du dich meiner und aller Menschen erbarmtest, der Gefallenen dich angenommen, deinen Sohn uns geschenket, den Himmel wieder aufgeschlossen, und diesen gnädigen Willen der gläubigen Welt hast verkündigen lassen. 8) Habe Dank, allerliebster Jesu! du ewiger Sohn Gottes! daß du mein Freund, mein Bruder, mein Fürsprecher, Erretter, Erlöser, Heiland, Seligmacher, Mittler und Emanuel geworden bist. 9) Habe Dank, allerholdseligster, allerfreundlichster, allerliebreichster, allermildester, allerbester Jesu! Habe Dank für deine Liebe und Treue, für deine Menschwerdung und Geburt, für deine Lehre und Thaten, für deine Angst und Noth, für deinen Hohn und Spott, für deine Striemen und Wunden, für dein Kreuz und deinen Tod, für deine Auf= erstehung und Himmelfahrt. 2 10) Ach, wie erfreulich ist dein Evangelium, wie tröstlich sind deine Zusagungen, wie theuer ist deine Erlösung, wie heilsam sind deine Wunden, wie kräftig ist dein Blut. 11) Darum sage ich noch einmahl: Habe Dank, daß du den Rath deines himmlischen Baters mir ge offenbaret, daß du mich mit Gott versöhnet, daß du mich von der Hölle erlöset, daß du mich durch die Taufe in deine Kirche aufgenommen, und daß du mich noch immer in deinem Heiligen Abendmahle 1 142 - mit deinem Leibe speisest und mit deinem Blute tränkest. 12) Und du, Gott heiliger Geist! werther Tröster in der Noth! Dich bethe ich an, dich rühme ich, dich lobe ich, dich preise ich, dir danke ich. $ 13) Von dir habe ich alles Gute, was ich den ke, rede, thue; von dir bekomme ich beydes, das Wollen und das Vollbringen; und du allein machst mich geschickt zum ewigen Leben. 14) Du rufest mir, ehe ich es thue; du wartest, bis ich es thue; du hilfst mir, daß ich es thue. 15) Sehr mild sind deine Gaben, sehr reich ist dein Trost, sehr erfreulich ist deine Güte, sehr kräftig ist deine Gemeinschaft. 16) Demnach sen gelobet in alle Ewigkeit, daß du mich armen, verlornen Menschen aus meinem Elende gerissen, durch das Wort des heiligen Evans geliums berufen, durch das Bad der heiligen Taufe wiedergeboren, meine unwissende Seele erleuchtet, mein unreines Herz geheiliget, meine verlornen Kräfte erneuert, und mich also zu einem neuen Menschen, zu einem Christen, zu einem Mitgliede deiner katholischen Kirche, zu einem Kinde Gottes und zu einem Erben des ewigen Lebens gemacht hast. 17) O heilige, hochgelobte Dreyeinigkeit! Wir. loben alle mit einander deine unendliche Güte, und danken dir für alles, was du uns an dem Leibe und an der Seele Gutes gethan hast; daß du unsere Kir che ben der reinen Lehre, unsere Regierung in Fries 143 den und Ruhe, und alle Stände im guten Wohlers gehen erhalten hast. 18) Wir danken dir, daß du auch unser Ba terland bisher vor Krieg und Blutvergießen, vor Zwietracht, Haß und Streit, vor Theuerung und Hungersnoth, vor Pest und ansteckenden Seuchen, und sonst vor allerley Übel verhüthet hast. 19) Deine Treue macht es, daß wir noch sind; denn du lassest deine Sonne alle Morgen noch auf gehen über uns, du gibst uns früh und spät fruchtbaren Regen; du segnest das Land, daß es sein Ges wächs gibt, und lassfest nicht aufhören Saat und Ernte, sondern bescherest uns noch immer unser tage liches Brot. - 20) Nun, o mein Gott! wie viel bin ich die schuldig? Du hast mich von meiner Jugend an bis auf diesen gegenwärtigen Tag recht mächtig erhalten, recht väterlich versorget, recht wunderbar ge= führet, aus mancher Noth errettet, in mancher Angst beschüßet, vor manchem Unglücke behüthet, von mancher Gefahr erlöset, in manchem Kummer getröstet, in mancher Widerwärtigkeit versorget, und mir in mancherley Anliegen geholfen. 21) Wann ich krank gewesen bin, so hast du mich wieder gesund gemacht. Wann ich geirret habe, hast du mir wieder zurecht geholfen; wann ich gefündiget habe, hast du Geduld mit mir getragen; wann ich Buße gethan habe, hast du mir vergeben; wann ich gebethet habe, hast du mich erhöret; wann L 144 - ich mir etwas vorgenommen habe, hast du es gesegnet. Und wann mich Andere gehindert haben, hast du mir doch fortgeholfen. 22) In der Kindheit hast du schon für mich geforget. In der Jugend hast du mich regieret, und in dem Alter wirst du dich gewiß auch meiner annehmen. 23) Durch deine Hülfe habe ich in der Welt manchen Gönner und Beförderer, in der Fremde manchen guten Freund, und endlich überall mein Bleiben und Auskommen gefunden. 24) Darum, so sey gelobet und gepriesen für alles, was ich jemahls von dir bekommen habe, und noch bekomme; für die Zeit, für das Jahr, für den Tag, für diese gegenwärtige Stunde, die du mich hast erleben lassen; für die sichere Ruhe, die du mir in der vergangenen Nacht verliehen, für das gesunde Leben, welches du mir an diesem Tage gegeben, für alles, was ich heute genossen habe. 25) Habe Dank für den Stand, in welchen du mich geseßet haft; für die Ehre, die du mir ge= geben, für die Mittel, die du mir dargebothen, für alles Glück, das du mir mitgetheilet, für alle Wohlthaten, mit welchen du mich gesegnet, und für alle andere Freuden, die du mir verschaffet hast. ( 26) Ach, lieber Gott! Wie viele Menschen sind heute in dieser Stunde und in diesem Augenblicke, hier und anderswo, elender als ich, ärmer als ich, verlassener als ich, unglückseliger als ich, betrübter als ich. 145 27) Demnach, so sey gelobet und gepriesen für mich und alle die, welchen du Gutes thust, und habe auch endlich dafür Dank, daß du mich solches alles hast erkennen lassen. - 28) Meine Seele soll dich rühmen, mein Geist soll dich loben, mein Herz soll dich preisen, mein Mund soll dir danken. 29) Lobet den Herrn, alle Engel! Lobet den Herrn, alle Heiligen! Lobet den Herrn, alle Völker! 30) Ehre sey Gott dem Vater, der mich erschaffen hat; Ehre sey Gott dem Sohne, der mich erlöset hat; Ehre sey Gott dem heiligen Geiste, der mich geheiliget hat. Ehre sey der heiligen, hochgelobten Dreyeinigkeit, von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Der Herr wird mich erhören, wenn ich zu ihm rufen werde. Pf. 44. Erhöre mich, wann ich rufe, Gott meiner Ge rechtigkeit! der du mich tröstest in Angst, sey mir gnädig, und erhöre mein Gebeth. 1) Allmächtiger, gnädiger, gütiger, barmherziger, wohlthätiger Gott und Vater, Schöpfer aller Dinge, Geber alles Guten, Quelle voller Gnaden, Erhalter dessen, was da ist, und gewaltiger Regierer der ganzen Welt. 2) Sieh, in dieser Stunde komme ich zu dir als ein Armer zu dem Reichen, als ein Schwacher 13 146 zu dem Starken, als ein Verlassener zu dem Nothhelfer, als ein Kind zu seinem Vater. 3) Im Nahmen Jesu Christi, auf deinen Befehl, und wegen deiner Zusage bitte ich dich jetzt um alles, um was du, lieber Gott, gebethen seyn willst. - - 4) So gib mir nun, um was ich bitte, reiche, was ich bedarf, verleihe, was mir gut und heilsam ist. Schicke es in Allem, wie du willst, und sey heute und allezeit, und so lange ich lebe, mein Gott, der mir hilft, meine Stüße, auf die ich vertraue, und mein Licht auf meinen Wegen. 5) Herr Gott Vater, sey mein Gott! deine Weisheit regiere mich, deine Gnade erhalte mich, deine Liebe erfreue mich, deine Barmherzigkeit tröste mich, deine Gerechtigkeit stärke mich, deine Wahrheit beschirme mich, deine Allmacht beschütze mich. 6) Gott Sohn, Jesu Christe! sey mein Heiland; deine Menschwerdung sey meine Freude, deine Lehre sey mein Unterricht, dein Wandel mein Vorbild, dein Leiden meine Erlösung, deine Demuth mein Muster, deine Geduld mein Beyspiel, deine Schmach meine Ehre, deine Unschuld meine Heiligung, dein Gehorsam meine Gerechtigkeit, dein Tod mein Leben, deine Auferstehung mein Trost, deine Himmelfahrt meine Hoffnung, dein letztes Gericht mein Eingang in den Himmel. 7) Gott heiliger Geist, sey mein Trost! Be kehre mich, denn ich bin ein fündiger Mensch; mache mich lebendig, denn ich bin todt; wecke mich auf, 147 denn ich schlafe; wasche mich, denn ich bin unrein, und bereite mich zum ewigen Leben. 8) Erleuchte meinen Verstand, heilige meinen Willen, bezähme meine Begierden, und stärke mein schwaches Vermögen. - 9) Sey, wohne und bleibe bey mir, du hochgelobte Dreyeinigkeit! Erwecke mich alle Tage mit deinem Gesetze, tröste mich durch dein Evangelium, unterweise mich in deinem Worte. 10) Auf daß ich meine Sünden erkenne, den Zorn Gottes stille, vor der Hölle mich fürchte, die Übertretung bereue, an Jesum glaube, seiner un endlichen Verdienste mich tröste, mein Leben bessere, und also ewig selig werde. 11) Rüste mich aus, heiligster Gott! mit allem, was dir wohlgefällt, und mache mein Herz allezeit inbrünstig im Gebethe, fröhlich in der Hoffnung, willig in der Demuth, heilig in der Andacht, eifrig in der Liebe, fertig im Gehorsam, kindlich in der Furcht, und hilf, daß ich stets suche, was im Himmel ist. 12) Pflanze in mein Herz die Lust zu deinem Worte; und wenn ich in der Kirche bin, so erleuchte mich, bereite mich, erbaue mich, erhöre mich, erfreue mich, bes sere mich; und wenn ich zu deinem hochheiligen Abendmahle komme, so laß mich ein würdiger Gast seyn. 13) Laß mich seyn rein in Gedanken, wahrhaft in Worten, verschwiegen in Reden, treu in der That, schamhaft in Geberden, züchtig in Sitten, mäßig in Freuden, bescheiden im Eifer, rechtschaf 148 fen im Thun, fleißig in den Geschäften, glücklich im Vornehmen, und verständig in Allem. 14) Gib mir eine verständige Seele, damit ich überall mich selbst erkenne, und hernach vernünftig handle, vorsichtig wandle, weislich rede, behuthsam frage, das Böse von dem Guten unterscheide, und gründlich von Allem urtheile. 15) Vor allen Dingen laß die Liebe in mir wachsen, und mache mich gerecht, daß ich meinem Nächsten thue, was ich soll, ihm gebe, was ihm gehört, ihm lasse, was er hat, und ihm das gern gönne, was du ihm bescherest. 16) Wende mein Herz zu der Barmherzigkeit, und laß meine Hände freygebig seyn, daß ich der Berlassenen mich annehme. Erleuchte meinen Geist, daß ich den Irrenden recht rathe, die Unwissenden belehre, für die Unmündigen rede. Bewege mein Herz, daß ich den Armen helfe, die Schwachen stärke, die Verschmachtenden erquicke, den Fallenden aufhelfe, die Unterdrückten aufrichte, die Nothdürftigen unterstüße, die Betrübten tröste, und allen mit einander Gutes erweise. - — 17) Mache auch, daß ich versöhnlich sey, und meine Feinde liebe, daß ich segne, die mir fluchen, denen wohlthue, die mich hassen, für die bethe, die mich beleidigen, und derer schone, die sich an mir vergreifen. 18) Ja mache, daß ich sie speise, wenn sie hun gert, daß ich sie tránke, wenn sie durstet, und also das Böse mit Gutem vergelte. 149 19) überhaupt laß mich allen Menschen begeg nen, wie ich soll: ehrerbiethig gegen die Geistlichkeit, gehorsam der Obrigkeit, verträglich gegen den Nachbarn, bey den Hohen demüthig, bey den Niedrigen freundlich, bey meines Gleichen dienstfertig, dankbar gegen die Wohlthäter, aufrichtig unter den Freunden, fröhlich mit den Fröhlichen, traurig mit ben Traurigen, damit meine Liebe rechtschaffen sey, und ich mit Jedermann Frieden haben möge. 20) Jedoch, weil es in der Welt gefährlich ist, so regiere mich in der Gesellschaft, daß ich die Bösen meide, zu den Frommen mich halte, den Guten nachfolge, die Andern erbaue, und also jederzeit als ein wahrer Christ und als ein gehorsames Kind Gote tes befunden werde. - 21) Hernach beschere mir auch, lieber Vater! von deinem zeitlichen Segen so viel, als dein gnädiger, guter Wille ist; und gib mir, so lange ich lebe, einen klugen Verstand, ein fröhliches Herz, einen gefunden Leib. 22) Erhalte, was du mir gegeben hast. Mehre mein Gedächtniß, schärfe meine Sinne, stärke meine Kräfte, bewahre meine Gliedmaßen, und friste mein Leben, so lange es dir gefällt. 23) Wenn ich effe, so segne es mir; wenn ich schlafe, so wache für mich; wenn ich aufwache, so ermuntere mich; wenn ich ausgehe, so führe mich; wenn ich reise, so begleite mich; wenn ich daheim bin, so behüthe mich; wenn ich alt werde, so un 150 terstüße mich, und laß deinen guten Engel allezeit bey mir seyn, an allen Orten und Enden. 24) Sete mich in einen solchen Stand, wie du weißt, daß es mir gut ist. Wenn es Zeit ist, so er hebe mich, und gib mir alsdann so viel Ehre, als mir nüßlich ist, so viel Ansehen, als ich ertragen kann, und so viel Gewalt, als ich zu gebrauchen weiß. 25) Laß mich aber meinen Geschäften wohl vorstehen, und gib mir Lust zur Arbeit, Verstand zur Ausführung, Glück zu den Anschlägen, Geschicklichkeit in allen Dingen, und laß mich, so viel möglich, bey allen Menschen beliebt werden. 26) Im Übrigen segne meine Nahrung, mein Einkommen, und alles, was ich habe, damit ich so viel erwerbe, als ich bedarf, meinen Mund zu sättigen, meinen Leib zu kleiden, die Meinigen zu versorgen, mich in der Noth zu retten, meinem Nächsten zu dienen, den Armen zu helfen, und deine Ehre, o Gott! ju befördern. 1 - 27) Und weil Niemand in der Welt sich allein helfen kann, so verleihe mir auch Gunst bey den Menschen, Gnade bey meiner Obrigkeit, und Liebe bey Allen; damit es mir niemahls mangle an treuen Freunden, an wahren Gönnern, an mächtigen Beförderern; sondern ich allezeit haben möge Rath, wenn ich Rath bedarf, Hülfe, wenn ich Hülfe be darf, Schuß, wenn ich Schuß bedarf. 28) Endlich wird es mir auch nicht am Kreuze fehlen, so lange ich lebe. Darum, so gib mir nur - 151 - Geduld, wenn Trübsal da ist; Demuth, wenn ich verachtet werde; Sanftmuth, wenn ich beleidiget werde; Zufriedenheit, wenn ich Schaden leide. 29) Nimm mich auf, wenn ich verlassen bin; tröste mich, wenn ich betrübt bin; stärke mich, wenn ich schwach bin; erfreue mich, wenn ich traurig bin, und wenn etwas nicht zu ändern ist, so hilf, daß ich mich alles unnüßen Kummers entschlage. 30) Zuleßt, wenn ich krank bin, so sey mein Arzt; wenn ich Schmerzen leide, so lindere sie; wenn ich Mittel brauche, so segne sie; wenn es gut ist, so hilf mir; soll es aber nicht seyn, so beschere mir nach deinem heiligen Willen ein baldiges, und bey guter Vernunft ein feliges Ende. Die Fürbitte steigt auf zu Gott, daß der Segen herabfalle, wie der Regen für alle Menschen. I. Mof. 18, 27. Ach siehe; ich habe mich unterstanden, mit dem Herrn zu reden, wiewohl ich Erde und Asche bin. 1) Gott! der du vormahls deinem Lande gnädig gewesen bist, nimm jetzt die Bitte meines Mundes an, und laß auch andere fromme Christen, und alle Menschen meines Gebethes genießen. 2) Erhalte, beschüße, regiere, führe und vermehre den kleinen Haufen deiner christkatholischen Kirche, und bewahre dieselbe vor falscher Lehre, unseren Oberhirten, den Papst N. vor Verwirrung, - 152 unsere Gemeinde vor Spaltung, unsere Versammlung vor Ärgerniß, und unsere Lehre vor Verfolgung. ( 3) Vermindere die Feinde unseres Glaubens, wehre den Irr- und Ungläubigen, dämpfe alle Keßzereyen, und laß die Ehre deines heiligsten Nahmens in der Welt immer mehr und mehr verbreitet werden. 4) Erleuchte die Irrenden, bekehre die Gottlosen, schone der Sünder, vergib den Bußfertigen, und bekehre deine verwegenen Verächter. 5) Hernach beschüße auch, du starker, allmächtiger Gott! unsere Regierung und unser ganzes Volk, und gib allen Kaisern und Königen, allen Fürsten, Herren, Regenten und Räthen von Davids Gottseligkeit, von Salomons Weisheit, von Samsons Herzhaftigkeit. 6) Laß sie seyn treu gesinnet für die allgemeine Wohlfahrt, bekümmert um deine Kirche, gnädig ge gen ihre Unterthanen, verträglich gegen ihre Nachbarn, siegreich wider ihre Feinde. 7) Pflanze in die Herzen aller Gewaltigen Gedanken des Friedens. Hilf, daß die Edlen nach Gott fragen; gib allen Räthen heilsame Anschläge; verleihe allen Richtern die Gerechtigkeit, und allen Beamten die Barmherzigkeit. 8) Auf daß bey uns und überall das Böse bestraft, das Gute belohnet, dem Übel gesteuert, was löblich ist, erhalten, und ein jeder in seinem Amte treu erfunden werde. 153 9) Deßgleichen regiere alle Unterthanen, daß sie ihre Obrigkeit lieben, ihre Herrschaft ehren, den Gefeßen folgen, und wenn es nöthig ist, Gut und Blut für dein Wort aufopfern mögen. - 1 10) Ja, erhalte unser Vaterland in gutem Flor; mehre seine Einwohner, segne seinen Handel, förs dere seine Handthierung, erhalte den Ackerbau, beschere dienliches Wetter, und gib zu allen Dingen dein Gedeihen. 11) Hingegen behüthe deine ganze Christenheit vor Pest und ansteckenden Seuchen, vor Uneinigkeit, Unruhe, Krieg und Streit; oder wenn wir ja mit unseren Sünden dieses verdient haben, so laß doch deine Gerechten nicht ganz in der Noth um: kommen; sondern erhalte uns in der Pest, sättige uns in der Theuerung, beschüße uns im Kriege, fegne die gerechten Waffen, und gib uns bald wieder den lieben Frieden. 12) Benedeye endlich auch den Hausstand, und verleihe allen Hausvätern und Hausmüttern Friede in ihrer Ehe, Glück in ihrem Hausstande, und Freude an ihren Kindern. 13) Den Kindern gib genauen Gehorsam, wil lige Folgsamkeit, kindliche Furcht, rechtschaffene Demuth, schuldige Ehrerbiethigkeit, herzliche Dankbarkeit, und laß den Segen ihrer Ältern an ihnen reichlich erfüllet werden. 14) Beschere allen Herren und Frauen gute Dienstbothen; allem Gesinde aber verleihe gesunde 154 Gliedmaßen, wachsame Augen, gehorsame Ohren, willfährige Herzen, verschwiegene Lippen, treue Hände, und eine Seele, die sich begnügen läßt. 15) Überhaupt; laß dir alle Menschen empfoh len seyn, und gib einem jeden, was er bedarf. Er nähre die Armen, speise die Hungrigen, tränke die Durstigen, kleide die Nackenden, beschüßze die Verfolgten, erlöse die Gefangenen, tröste die Betrübten, pflege die Kranken, behüthe die Gesunden, schüße die Kinder, führe die Jugend, unterstüße die Alten, hilf den Unmündigen, versorge die Waisen, beschütze die Witwen, stärke die Schwachen, errette die Angefochtenen, wache für die Schlafenden, und zeige deine Wunder an allen Orten. 16) Laß dir, o Gott! insbesondere empfohlen seyn meine Angehörigen, sie mögen seyn, wo sie wollen. Behüthe sie vor allem Übel, und gib ihnen alles Gute. Regiere sie mit deinem heiligen Geiste. Segne meine Wohlthäter, behüthe meine Freunde, vergib meinen Feinden, verzeihe meinen Verfolgern, bekehre meine Lästerer, erleuchte meine Beleidiger, und bringe uns endlich alle mit einander zusammen in das ewige Leben. 1 - 17) Zulegt aber, mein gütiger, barmherziger Gott! erbarme dich aller christgläubigen armen Sees len im Fegefeuer; lindere ihre Schmerzen, tilge ihre Schulden; erfülle ihr Verlangen. Verleihe den Seelen unserer Ältern, Geschwister, Freunde und Gutthäter den ewigen Frieden. Schließe sie nicht 155 länger aus von der gewünschten Anschauung deines göttlichen Angesichtes. Begnadige alle christgläubigen Seelen, deren man auf Erden nicht insbesondere gedenket. Und erlöse sie bald nach deiner grosen Barmherzigkeit von allem Übel. Amen. - - Kurze Zagzeiten h zu der göttlichen Vorsichtigkeit. Zu der Metten. V. Herr, öffne meine Lippen, R. Daß mein Mund dein Lob verkündige. V. Gott! merke auf meine Hülfe, R. Herr! eile mir zu helfen. Ehre sey Gott dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste; als er war im Anfange, jetzt und alleweg, und zu ewigen Zeiten. Amen. Hymnus. Kommt ihr Christen, helft mir preisen, Mit Lobsingen Ehr erweisen Göttlicher Vorsichtigkeit. Gottes Güte soll uns trösten, Der dem Menschen all's zum Besten Weislich liebreich zubereit. Antiph. Gott regiere mich, und es wird mir nichts mangeln. Pſ. 22. V. Herr, erhöre mein Gebeth, R. Und mein Rufen laß zu dir kommen. 156 Gebeth. Allmächtiger ewiger Gott! verleihe gnädiglich, daß ich deine göttliche Vorsichtigkeit jederzeit vor Augen habe; vertreibe aus meinem Herzen alle unnüten Sorgen, daß ich sicher hange an der Güte deiner Vorsehung; richte alle meine Sachen, und leite sie bis an das Ende, wie du weißt, daß es dir gefällig, und mir nüßlich ist. Amen. Zu der Landes. V. Gott! merke auf meine Hülse; R. Herr! eile mir zu helfen. Ehre sey Gott dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste; als er war im Anfange, jetzt und alleweg, und zu ewigen Zeiten. Amen. Hymnus. - 1 Die Gott recht vom Herzen lieben, In dem Kreuz sich nicht betrüben, Das der Himmel auferlegt. Sollten sie auch endlich wanken, Stärkt sie wieder der Gedanken: Daß Gott Torge für sie trágt. Antiph. Gott behüthet und bewahret die, welche ihn lieben. Pf. 144. V. Herr! erhöre mein Gebeth; R. Und mein Rufen laß zu dir kommen. Gebeth. Allmächtiger, ewiger Gott! verleihe gnädiglich, daß ich deine göttliche Vorsichtigkeit jederzeit vor Au3 157 gen habe; vertreibe aus meinem Herzen alle unnüBen Sorgen, daß ich sicher hange an der Güte deiner Vorsehung; richte alle meine Sachen, und leite sie bis an das Ende, wie du weißt, daß es dir gefällig, und mir nüglich ist. Amen. - Zu der Prim. Ima V. Gott! merke auf meine Hülfe; R. Herr! eile mir zu helfen. Ehre sey Gott dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste; als er war im Anfange, jetzt und alleweg, und zu ewigen Zeiten. Amen. Hymnus. Gottes Vorsicht pflegt zu walten. Über uns nach Wohlgefallen, Seßt der Gaben Maß und Ziel. Schickt bald Trost, bald Freud' dem Herzen, Oft auch Trübsal, Krankheit, Schmerzen; Gibt, wem, wo, und was er will. Antiph. Auf dich, o Herr! vertraue ich fest; denn du bist mein Beschirmer vom Mutterleibe an. Pf. 70. V. Herr! erhöre mein Gebeth; R. Und mein Rufen laß zu dir kommen. Gebeth. Allmächtiger, ewiger Gott! verleihe gnädiglich, daß ich deine göttliche Vorsichtigkeit jederzeit vor Augen habe; vertreibe aus meinem Herzen alle uns nüßen Sorgen, daß ich sicher hange an der Güte - 158 deiner Vorsehung; richte alle meine Sachen, und leite sie bis an das Ende, wie du weißt, daß es dir gefällig, und mir nüßlich ist. Amen. Zu der Terz. V. Gott! merke auf meine Hülfe; R. Herr! eile mir zu helfen. Ehre sey Gott dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste; als er war im Anfange, jetzt und alleweg und zu ewigen Zeiten. Amen. Hy m n u છે. Wie viel Unheil und Gefahren Würden täglich wir erfahren, Schüßte uns nicht täglich Gott! Er pflegt Hülfe uns zu senden, Eilt, das Unglück abzuwenden, Und befreyt uns von der Noth. Antiph. Ich will in Frieden schlafen und ruhen, denn du hast mich sonderlich in Hoffnung ge setet. Pf. 40. V. Herr! erhöre mein Gebeth, in R. Und mein Rufen laß zu dir kommen. od Gebeth. - Allmächtiger ewiger Gott! verleihe gnädiglich, daß ich deine göttliche Vorsichtigkeit jederzeit vor Augen habe; vertreibe aus meinem Herzen alle unnütze Sorgen, daß ich sicher hange an der Güte deiner Borsehung; richte alle meine Sachen, und leite sie bis an das Ende, wie du weißt, daß es dir gefällig, und mir nüglich ist. Amen. 159 Zu der Sert. V. Gott! merke auf meine Hülfe; d R. Herr! eile mir zu helfen. Ehre sey Gott dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste, zc. Hymnus. - - Gott läft zwar oft Manchen drücken, Wird doch auch die Waffen zücken, ni Wenn man gar will schmieden d'rauf. Kann in Kreuz uns lang zusehen, Laßt uns doch nicht untergehen; Den Bedrängten hilft Gott auf. Antiph. Ob sich wider mich ein Heer erhebet, soll sich doch mein Herz nicht fürchten; und ob auch ein Streit wider mich entstehet, will ich mich doch auf Gott verlassen. Ps. 25. V. Herr! erhöre mein Gebeth, R. Und mein Rufen laß zu dir kommen. Gebeth. Allmächtiger, ewiger Gott! verleihe gnädiglich, daß ich deine göttliche Vorsichtigkeit jederzeit vor Augen habe; vertreibe aus meinem Herzen alle unnützen Sorgen, daß ich sicher hange an der Güte deiner Vorsehung; richte alle meine Sachen, und leite sie bis an das Ende, wie du weißt, daß es dir gefällig, und mir nützlich ist. Amen. Zu der Non. V. Gott! merke auf meine Hülfe; ul R. Herr! eile mir zu helfen. 160 Ehre sey Gott dem Bater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste, 2. 5060 5 Hymnus. - Wie oft wären wir zu Grund gegangen, Von der Sünd und Höll gefangen, d Hätt' nicht unser Herr und Gott Uns durch seine Gnad bewogen, Uns zur ernsten Buß gezogen, Und errettet von dem Tod. Antiph. Es ist mir gut, daß du mich gedemüthiget hast; damit ich deine Gebothe lerne. Ps. 11. V. Herr! erhöre mein Gebeth. R. Und mein Rufen laß zu dir kommen. Gebeth. Allmächtiger, ewiger Gott! verleihe gnädiglich, daß ich deine göttliche Vorsichtigkeit jederzeit vor Augen habe; vertreibe aus meinem Herzen alle un: nüßen Sorgen, daß ich sicher hange an der Güte deiner Vorsehung; richte alle meine Sachen, und leite sie bis an das Ende, wie du weißt, daß es dir gefällig und mir nüßlich ist. Amen. Zu der Besper. V. Gott! merke auf meine Hülfe, R. Herr! eile mir zu helfen. Ehre sey Gott dem Vater, 2c. Hymnus. Scheint gleich Ulles schon verloren, Und die ganze Welt verschworen Wider unsre Ruh zu seyn, 161 Läßt sich Gott doch noch erweichen, Wird uns seine Hülfe reichen, - - Und der Feinde Macht zerstreu'n. Antiph. Ich habe meine Augen erhoben zu den Bergen, von denen mir Hülfe kommen wird. Meine Hülfe kommt mir von dem Herrn, der Hima mel und Erde erschaffen hat. Pf. 102. V. Herr! erhöre mein Gebeth, R. Und mein Rufen laß zu dir kommen. Gebeth. Allmächtiger, ewiger Gott! verleihe gnädig lich, daß ich deine göttliche Vorsichtigkeit jederzeit vor Augen habe; vertreibe aus meinem Herzen alle unnüßen Sorgen, daß ich sicher hange an der Güte deiner Vorsehung; richte alle meine Sachen, und leite sie bis an das Ende, wie du weißt, daß es dir wohlgefällig und mir nüßlich ist. Amen. Zu dem Complet. V. Bekehre uns, o Gott! unser Heiland! R. Und wende von uns ab deinen Zorn. V. Gott! merke auf meine Hülfe; R. Herr! eile mir zu helfen. Ehre sey Gott dem Vater, zc. Sett de Bat 13 ymnus. Gottes Macht schützt in Gefahren, Und wird gnädig uns bewahren Unter Trübfal und im Streit. 14 162 Ihm dann leg ich all's zu Füßen, Ruhe werd' ich hier genießen, Und alldort die ew'ge Freud. Antiph. Wer unter dem Schuße des Allerhöchsten wohnet, der bleibt unter dem Schirme des allmächtigen Gottes im hohen Himmel. Ps. 90. V. Herr! erhöre mein Gebeth, R. Und mein Rufen laß zu dir kommen. Gebeth. Allmächtiger, ewiger Gott! verleihe gnädiglich, daß ich deine göttliche Vorsichtigkeit jederzeit vor Augen habe; vertreibe aus meinem Herzen alle unnüßen Sorgen, daß ich sicher hange an der Güte deiner Borsehung; richte alle meine Gedanken, und leite fie bis an das Ende, wie du weißt, daß es dir gefällig, und mir nützlich ist. Amen. Litaney 1 zu der göttlichen Vorsichtigkeit. Herr, erbarme dich unser. Christe, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser. Christe, höre uns. Christe, erhöre uns. Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser. Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser. Gott heiliger Geist, erbarme dich unser. 163 Heilige Dreyfaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Gott, unser Beschirmer, Gott, unser Herrscher und Regierer Gott, unsere Hoffnung, Gott, unser Erleuchter, Gott, unser Vorseher, Gott, unser Vater, Gott, unsere Zuflucht, Gott, unsere einzige Liebe, Gott, unsere höchste Freude, Gott, unser Erschaffer, Gott, unser Erhalter und Ernährer, Heiliger Gott, Heiliger starker Gott, Heiliger unsterblicher Gott, Allmächtiger Gott, Allweisester Gott, Unendlich gütiger Gott, Vorsichtiger Gott, Allerliebenswürdigster Gott, O Gott! der du alles, was auf Erden ist, den Menschen zum Dienste erschaffen hast, Der du die Vögel der Luft und alle Thiere wunderbar erhaltest und ernährest, Der du die Lilien und Blumen des Feldes herr- lich bekleidest, Der du den Früchten der Erde Wachsthum und Gedeihen gibst, G erbarme dich unser! 164 Der du alle Haare des menschlichen Hauptes gezählet, daß auch deren keines ohne deinen Willen zu Grunde gehet, 140 Der du Alles dem Menschen zum Besten ordnest und richtest, - Der du auch die zeitlichen Trübfale und Widerwärtigkeiten uns zum Nußen schickest, Der du schlägst, damit du heilest, und tödtest, damit wir durch den Tod von dir nicht ge schieden werden, Der du uns durch Kreuz und Leiden zur wahren Buße und Besserung des Lebens bekehrest, Der du durch die Verfolgung uns von der Welt und allem Irdischen abziehest, und zu der Erkenntniß deiner Hoheit führest, Der du diejenigen, die sich gänzlich deiner göttlichen Vorsichtigkeit überlassen, mitten in Nöthen mit wunderbarer Hülfe segnest, Der du die, welche auf dich hoffen, nicht lassest zu Schanden werden, Sey uns gnädig. Verschone unser, o Herr! Sen uns gnädig. Erhöre uns, o Herr.102 Von allem Übel, erlöse uns, o Herr. Von aller Sünde, erlöse uns, o Herr. A erbarme dich unser! Von deinem Zorne, erlöse uns, o Herr. uns, o Herr. as we Bon allem Mißtrauen auf deine göttliche Vorsich Tad and tigkeit, erlöse uns, o Herr. Bon aller Ungeduld, erlöse uns, o Herr. 165 Bon aller Kleinmüthigkeit im Kreuz und Leiden, erlöse uns, o Herr. Von allem Murren und Klagen wider deine göttliche Anordnung, erlöse uns, o Herr. Von allen verzweifelnden Anfechtungen, sonderlich in der Stunde des Todes, erlöse uns, o Herr. Von überflüssiger Gorge in zeitlichen Dingen, erlöse uns, o Herr. Wir armen Sünder. Wir bitten dich, erhöre uns. Daß du uns verschonest, Daß du in uns ein Eindliches, wahres Vertrauen zu deiner göttlichen Vorsichtigkeit erwecken wollest, - - Daß wir in jedem Glücke und Unglücke deine göttliche Vorsichtigkeit demüthigst anbe: then, Daß wir Alles von deiner väterlichen Hand mit ad Dankbarkeit annehmen, l4 wir bitten dich, erhöre uns. Daß wir unseren Willen jederzeit deinem heihligen Willen gleichförmig machen, is Daß wir im Leiden unsere Liebe zu dir eifriger bezeigen mögen, Daß du in allen Widerwärtigkeiten uns eine 1 starkmüthige Geduld verleihen wollest, Daß du uns erhören wollest, 082 O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt; verschone uns, o Herr. O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt; erhöre uns, o Herr. 166 O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt; erbarme dich unser, o Herr. 1 Christe, höre uns. Christe, erhöre uns. V. Herr! erhöre mein Gebeth. R. Und mein Rufen laß zu dir kommen. Gebeth. O Gott! erleuchte mich, und gib mir die Gnade, daß ich alles Glück und Unglück, so mir begegnen wird, für deine Schickung, für deine weiseste Anordnung erkenne, und als eine Wohlthat von deiner väterlichen Hand annehme. Ich bethe demüthigst dich an, lobe und preise deine göttliche Vorsichtigkeit in allen und jeden Begebenheiten; ich glaube und traue auf deine göttliche Allmacht, ewige Weisheit und unendliche Güte, daß du uns kannst, willst und werdest helfen. Ich bereue vom Herzen, was ich diesem Glauben zuwider gehandelt habe. Verzeihe es mir, o barmherziger Gott! und verleihe mir, daß ich nicht allein hier, sondern auch dort in der himmlischen Glorie deine göttliche Vorsichtigkeit ewiglich loben und preisen möge. Amen. ni us in Andacht zu Jesu, dem Gekreuzigten. Borerinnerung. Die Andacht zu dem leidenden und sterbenden Heilande ist gewiß Gott sehr angenehm, für uns sehr heilsam, verdienstlich und trostreich. Diese Andacht dient dazu uns öfter an das bittere Leiden und Sterben Jesu zu er 167 innern. Und haben wir nicht die Pflicht, dieses Andenken öfter in uns zu erneuern, und den Tod des Herrn zu verkündigen, bis daß er kommt, um die Lebendigen und Todten zu richten? Was ist billiger, als denjeni. gen zu verehren und zu lieben, der aus Liebe zu uns gestorben ist? Kann es ein kräftigeres Mittel geben, der Sünde abzusterben, und der Tugend zu leben, als die öftere Betrachtung des Leidens und Sterbens Jesu? Darf uns irgend eine Mühseligkeit, eine Widerwärtigkeit, darf uns irgend eine Noth oder Trübsal schwer fals len, wenn wir auf den gekreuzigten Heiland hinblicken, und erwägen, was er, der Heiligste, der Unschuldigste, aus Liebe zu uns und zu unserem Heile erduldet und gelitten hat? Daher sollen wir mit dem heil. Apostel Paulus( Br. an die Galat. 6.) ausrufen:„ Es sey weit von mir entfernt, daß ich mich anders rühme, als in dem Kreuze unsers Herrn Jesu Christi," und deßhalb die Andacht zu Jesu, dem Gekreuzigten, fleißig üben. Das Andenken an Jesus, den Gekreuzigten, soll uns den ganzen Tag hindurch begleiten, uns abhalten von allem Bösen, und uns zu allem Guten ermuntern. - - - Wir sollen aufstehen, und uns niederlegen im Nahmen des gekreuzigten Herrn Jesu; der wolle uns bewahren, regieren, und zum ewigen Leben führen. Gebethe zu Jesu, dem Gekreuzigten. übung der Dankbarkeit. Jesu! mein liebreichster und getreuester Heiland! Wie kann und soll ich dir vergelten die un zähligen Wohlthaten, welche du mir Unwürdigen erwiesen hast? Daß du mich mit dem Vater und dem 168 heiligen Geiste aus Nichts erschaffen, und bisher so gnädig erhalten hast, dafür bin ich dir Leib und Leben schuldig. Was aber kann, was soll ich dir da für wieder geben, daß du für mich Knechtes- Gestalt angenommen, und in den allerschmerzlichsten Tod dich hingegeben hast? Ach, ich war ein Sclave der Hölle; und du wolltest für mich gefangen, gebunden, und in den Kerker geworfen werden. Ich hatte Strafe verdient; und du wolltest für mich gegeißelt, und mit Dörnern gekrönet werden. Das Todesurtheil war über mich ergangen; und du bist für mich als Bürge eingetreten. Ich sollte des ewigen Todes sterben; und du hast durch deinen Tod mir das Leben erworben. O liebender Jesu! Womit habe ich dir deine übergroße Liebe bisher vergolten? Wie habe ich dir dafür bisher gedankt? Ja, gütigster Jesu! Dein Haupt hast du dargebothen den Dörnern, dein Angesicht der Berunehrung, deine Wangen den Backenstreichen, deinen Rücken der Geißelung, deine Hände und Füße den Nägeln, deinen ganzen Leib der Kreuzigung, dein Herz der Todesangst, dein Leben dem Tode, deine Seele deinem himmlischen Vater; und dieses alles für mich armen, unglücklichen Sünder.- Wo ist dafür meine schuldige Dankbarkeit? O wehe mir Undankbaren! Das Gute habe ich mit Bösem, die Liebe mit Beleidigung vergolten, und meinen bis in den Tod mich liebenden Heiland fehr oft betrübet und erzürnet. O barmherziger Je1 169 su! verzeihe mir noch einmahl diese meine Undankz barkeit, die ich vom Herzen um deiner Liebe willen bereue und verabscheue. - - Zum Zeichen meiner Dankbarkeit opfere ich dir jetzt alles auf, was ich habe, bin und vermag, meinen Leib und meine Seele, mein Thun und Las sen, mein Kreuz und Leiden, meine Ehre und mein Gut, mein Leben und Blut. Dieses alles übergebe ich dir zu deinem Dienste, o liebreichster Jesu! weil du dein Leben für mich dahin gegeben hast. Ich will der Sünde ganz entsagen, nur dir allein leben, unter dem Schuß und Schirm deines Kreuzes sterben, und in deinem Nahmen ewig selig werden. Amen. Reue und Leid. Mein gekreuzigter Heiland und Seligmacher Jesu Christe! Ich armer, elender Sünder werfe mich nieder zu deinen Füßen, klopfe an meine sündige Brust, erkenne und bekenne meine Sünden und Missethaten. Ich habe gesündiget, und dadurch dein Kreuz und Leiden verunehret. Ich habe gesündiget, und dich, meinen Heiland, von Neuem gekreuziget. Mein fündiges Gewissen wird darüber beäng= ftiget, und bange Furcht überfällt mich. Dennoch will ich nicht verzagen; denn deine Barmherzigkeit ist größer, als meiner Sünden Schuld. Daher nähere ich mich vertrauensvoll, o gekreuzigter Jesu! deinem gnadenreichen Kreuze, und umfange es als das theuere Werkzeug meiner Erlö15 170 sung. Ich bereue und beweine meine Sünden aus ganzem Herzen und aus allen Kräften, weil ich dadurch dich, meinen Gott und Heiland, beleidiget habe. Ich widerrufe alles, was ich je Böses gedacht, geredet oder gethan habe. Ich hasse und verabscheue die Sünde über alles Übel der Welt, und mache den festen Vorfaß, mit deiner Gnade, o Jesu! nie mehr wissentlich und vorsäßlich dich zu beleidigen. - - Geliebtester Jesu! erbarme dich meiner, und verzeihe mir armen Sünder. Ach, verschließe mir nicht dein mit der Lanze durchstochenes Herz, und nimm mich wieder zu Gnaden an. Gib mir durch die Kraft deines heiligen Kreuzes die Gnade, mein Leben zu bessern, und in deiner Liebe bis in den Tod zu verharren. Amen. Übung des Vertrauens. Oliebreichster Jesu! Wenn ich dich ansehe hangend am Stamme des heiligen Kreuzes, mit geneigtem Haupte, mit ausgespannten Armen, mit verwundeten Händen und Füßen, mit geöffneter Seite; so darf ich vertrauensvoll mit dem frommen David ausrufen: Ich werde nicht sterben, sondern le= ben. Ich habe ja dein heilbringendes Kreuz, ich habe dein kostbarstes Blut, ich habe deinen seligmachenden Tod; wie kann ich da unglückselig sterben? wie soll ich da nicht ewig leben, wenn ich mich anders durch eine wahre Buße und Besserung deiner un - 171 endlichen Verdienste theilhaftig zu machen strebe? O gekreuzigter Jesu! dein Kreuz und Leiden, dein Blut und Tod sind mir ein sicheres Unterpfand der ewigen Seligkeit. O gütigster Jesu! mich reiniget und heiliget dein kostbarstes Blut; mich heilen deine Wunden; mich trösten deine Schmerzen, mich stärket dein heiliges Kreuz, mich führet zum Leben dein bitterer Tod. Daher setze ich all mein Vertrauen auf Gott meinen Heiland, und mit kindlicher Zuversicht nähere ich mich dem Angesichte meines himmlischen Vaters, ihn bittend: Bater, verzeihe mir nach deiner unendlichen Barmherzigkeit; erhöre mein Flehen; laß dich dazu bewegen durch das Kreuz und Leiden deines eingebornen Sohnes, dessen kost= barstes Blut für mich um Gnade und Vergebung rufet. — So will ich mich fest halten an das heilige Kreuz meines Erlösers, an die unendlichen Verdienste seines Leidens und Sterbens. Damit will ich bedecken meine Sünden, damit will ich mich beschüßen und bewaffnen gegen alle Gefahren und Anfechtungen zur Sünde; damit will ich mich trösten und stärken in letzter Todesangst; darauf will ich gründen und stüßen meine sichere Hoffnung der Vergebung der Sünden, der Besserung meines Lebens, eines frommen, christlichen Todes, und der ewigen Seligkeit. O gütigster Jesu! tröste mich; von dir laß nimmer scheiden mich. Amen. — 172 - Übung der Liebe. O Jesu! o liebender Jesu! o unendlich liebender Jesu! Deine große Angst und Traurigkeit, die grausamen Peinen und Martern, die blutigen Striemen und Wunden, dein vergossenes kostbarstes Blut, dein bitterer Tod, was sind sie anders, als sprechende Zeichen deiner übergroßen Liebe zu mir? Dieß sind lauter Stimmen, welche mir stets zurufen: Liebe, ach liebe Jesum, den Gekreuzigten. Wie ist es möglich gewesen, daß ich dich, o liebreicher Heiland, bisher nicht von ganzem Herzen geliebet habe? Ach, ich verabscheue jeden Augenblick, in welchem ich Jesum den Gekreuzigten nicht geliebet habe. O entzünde, göttlicher Heiland! entzünde mein kaltes Herz mit dem Feuer deiner ewigen Liebe, und vertilge in mir alles, was irdisch, sinnlich, fleischlich, vergänglich ist, damit ich von nun an nichts mehr und nichts eifriger liebe, als dich, meinen Erretter und Seligmacher. Aus dieser innigen Liebe zu dir, o liebreichster Jesu! bereue ich alle meine Sünden, und entsage gänzlich allen sündigen Gedanken, Begierden, Gelüsten und Werken. Aus dieser Liebe nehme ich mir fest vor, alle Gelegenheiten und Gefahren zur Sünde auf das sorgfältigste zu vermeiden. Aus dieser Liebe will ich von nun an dir treu und eifrig dienen, und alle meine Arbeiten und Geschäfte dir aufopfern. Aus dieser Liebe wünsche ich deine Tugenden, ins - -173 besondere die Tugend der Demuth, der Sanftmuth, der Geduld nachzuahmen. Aus dieser Liebe will ich gern und vom Herzen allen meinen Feinden und Beleidigern verzeihen, und sie lieben, wie mich selbst. Aus dieser Liebe zu dir, und durch deinen Beystand will ich geduldig und freudig leiden Kreuz und Widerwärtigkeit, Unrecht und Verfolgung, Armuth und Noth, Traurigkeit und Verlassenheit, wann, auf welche Art, und wie lange es dir ge= fällt. Aus dieser Liebe will ich endlich nur allein nach deinem Wohlgefallen streben, weil du bist mein Hei land und Seligmacher, meine Freude und Süßigkeit, meine Ruhe und Seligkeit, mein Gott, mein höchstes Gut und Alles. Amen. Nachfolgung Jesu. Jesu! du wahres Vorbild meiner Seele, du nachahmungswürdigstes Vorbild aller Tugenden! O wie ganz ungleich bin ich dir in meinen Gesins nungen und Handlungen. Du hast die Armuth erwählet, und ich suche Reichthum; du hast Verachtung erwählet, und ich Ehre; du hast Leiden erwählet, und ich Freude. Du bist demüthig, und ich bin hoffärtig; du bist sanftmüthig, und ich zornig; du geduldig, und ich voll der Ungeduld. Deine Augen sind schamhaftig, die meinigen frech und vorwißig. Deine Hände und Füße sind mit Nägeln durchbohrt; meine zur Sünde bereit. Dein Haupt ist mit Dörnern gekrönet, meines voll Eitelkeit. Dein Mund 174 ist voll Süßigkeit, der meinige voll Bitterkeit; dein Herz ist voll der reinsten Liebe, meines voll böser Begierden. - Du, o Jesu! liegest im Garten, mit dem Angesichte auf der Erde, im heißen Gebethe; und ich bin lau und kalt im Gebethe. Du schweigest gedul dig zu allen Schimpf- und Spottreden deiner Feinde; und ich kann kein Wörtlein dulden, was meine Ehre kränkt. Du bethest für deine Feinde, und ich kann sie kaum ohne Widerwillen ansehen. Du nimmst mit Ergebung und Freudigkeit das Kreuz auf deine Schultern, und ich fürchte es mit einem Finger zu berühren. Du wirst mit Essig und Galle getränkt, und ich suche nur sinnliche Reize im Essen und Trin ken. Du hangest am Kreuze voll Schmerzen und Wunden, und ich trachte nach lauter Freuden und Vergnügungen. O schäme dich, meine Seele! schäme dich deiner Eitelkeit und Weichlichkeit. Hat Jesus, der eingeborne Sohn des himmlischen Vaters, also leben und leiden müssen, um in seine Herrlichkeit einzu: gehen; wie wird es mir ergehen, der ich sogar nichts dulden und leiden, und so wenig seinen Tugenden nachfolgen will? O mein Jesu! ich bin bereit, deinem Beyspiele nachzufolgen, nach deinen Tugenden meine Gesinnungen und Handlungen einzurichten. Jesu, du schönstes Vorbild meiner Seele! gib mir nur die Gnade, damit ich dir in der Demuth und Sanft 175 muth, in der Keuschheit und Reinigkeit, in der Geduld und Liebe nachfolge, und damit, wann kommen wird der große Tag des strengen Gerichtes, ich von dir erkannt werde, und jene trostreichen Worte aus deinem Munde hören möge: Komm her, du Geliebter meines Vaters, und erbe das Reich, welches dir von Unbeginn der Welt her bereitet ist. Amen. Betrachtung des Leidens Jesu Christi. Ich betrachte: Was litt mein Erlöser!- Du, der Unschuldige, Heilige, der Beste der Menschen, der Sohn Gottes selbst, littest die grausamsten Martern an Leib und Seele. Alles, was am wehesten thut, Undank und Spott, Verlassenheit und Trostlosigkeit, und zuletzt den schmerzhaftesten und schmählichsten Tod littest du. Du littest- als Mensch wie ich, mit gleichem Gefühle für Schmerz; mehr, als irgend ein Mensch ausstehen, oder sich nur vor= stellen kann. Darf ich Sünder klagen, wenn mich einige Leiden oder Beschwerden treffen? Ich betrachte: Warum litt mein Erlöser dies ses Alles? Um meiner Sünden willen littest du, aus erbarmender Liebe zu mir. Welch ein abscheuliches Übel muß die Sünde seyn, weil es nur durch die Leiden des Gottmenschen getilgt, und ausgeföhnt werden konnte! Aber wie unaussprechlich groß war deine Liebe, da du diese schwere Schuld und Strafe freywillig auf dich nahmst, um mich davon zu er— 176 lösen, mir Gottes Gnade, und ewiges Heil zu erwerben! Damit ich sollte selig seyn, littest du für mich so große Pein. Ich betrachte: Für wen litt mein Erlöser? Für alle Menschen littest du, o Jesu! für Unwürdige und Undankbare, für deine Feinde. Deine Liebe hat Alle umfasset. Darf ich Einen von meiner Liebe ausschlie sen, der so theuer erlöset ist, wie ich? Wie groß ist der Werth der menschlichen Seele, für die du, Got: tes Sohn, dein Leben hingegeben hast! Darf ich für die Güter und Freuden des Leibes fernerhin fo eifrig sorgen, und das Heil meiner Seele versäumen, die du nicht mit Gold und Silber, sondern mit deinem kostbaren Blute erkaufet haft? - Ich betrachte: Wie litt mein Erlöser? Mit standhafter Geduld und Ergebung littest du, o Jesu! willig und schweigend, wie ein Lamm auf der Schlachtbank; Gott vertrauend, und Gott gehorsam bis zum Tode; mir ein Beyspiel hinterlassend, daß ich deinen Fußstapfen nachfolgen soll. Wie groß ist die Scham, die mich ergreift, wenn ich mein Betragen im Leiden mit deinem Beyspiele vergleiche! Darf ich fernerhin murren, oder verzagen? Ich betrachte endlich: Was soll die Frucht deines Leidens seyn? Du littest, o Jesu! damit ich der Sünde absterbe, und nur dir lebe, der du für mich gestorben bist; damit ich dir getreu bleibe, und mein Kreuz nachtragend folge;- damit ich gebesfert, zum Guten angeeifert, zur Erfüllung der schwersten Pflich 177 ten gestärkt, gegen meinen Nächsten liebreicher, in Widerwärtigkeiten geduldiger, in allem zufriedener, Gott ergebener, und also endlich der Seligkeit theilhaftig werde, die du mir so theuer erworben hast. - Dadurch nur will ich dir meine dankbare Liebe beweisen. Dieß sey mein Vorsatz, so oft ich dein Kreuz betrachte, oder mich damit bezeichne; dieß soll die Frucht davon seyn! Gib mir Kraft zur Erfüllung meines Borsaßes, und laß deine Gnade in meiner Schwachheit mächtig seyn! Amen. - - Litaney C zu Jesu, dem Gekreuzigten. Herr err, erbarme dich unser. Christe, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser. Christe, höre uns. Christe, erhöre uns. me Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser. Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser. Gott heiliger Geist, erbarme dich unser. Heilige Dreyfaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. mad aga ma d Jesu, der du um dreyßig Silberlinge verkauft worden bist, erbarme dich unser. 13. Jesu, der du mit einem Kusse von Judas verrathen worden bist, erbarme dich unser.hanj 178 Jesu, der du in der blutigen Angst auf dem Öhlberge von dem Engel gestärkt worden bist, Jesu, der du wie ein Übelthäter gefangen und gebunden worden bist, Jesu, der du vor dem shohen Priester Annas mit Fäusten geschlagen worden bist, Jesu, der du im Hause des Kaiphas dreymahl von Petrus verläugnet worden bist, Jesu, der du vor dem Pilatus fälschlich angeklagt worden bist, - 1 Jesu, der du vom Herodes im weißen Kleide verspottet worden bist, Jesu, der du mit Geißeln erbärmlich zerfleischet worden bist, 30 bat#p Jesu, der du mit Speichel verspien, und mit Dörnern gekrönt worden bist, Jesu, der du zum schmerzlichen Tode des Kreuzes unschuldig verurtheilt worden bist, Jesu, der du das schwere Kreuz mit Freude getragen hast, Jesu, der du mehrmahl ohnmächtig unter dem Kreuze niedergefallen bist, Jesu, der du mit Gewalt an das Kreuz angea nagelt worden bist, Jesu, der du am Kreuze den himmlischen Bater für deine Feinde gebethen hast, Jesu, der du am Kreuze dem reumüthigen und bußfertigen Missethäter das Paradies versprochen hast, erbarme dich unser. 179 Jesu, der du am Kreuze mit deiner Mutter Mitleid getragen, und sie deinem Jünger Johannes empfohlen hast, Jesu, der du am Kreuze dich von deinem Bater verlassen beklaget hast, Jesu, der du am Kreuze mit Galle und Essig getränket worden bist, Jesu, der du am Kreuze unsere Erlösung vollendet hast, - 1 Jesu, der du am Kreuze deinen Geist in dief Hände deines himmlischen Vaters empfohlen hast, Jesu, der du bis zum Tode des Kreuzes gehorsam gewesen bist, Jesu, der du durch das Kreuz unsere Feinde überwunden hast, Jesu, der du durch das Kreuz in deine Herrlichkeit eingegangen bist, erbarme dich unser. Sen uns gnädig, verschone unser, o Herr Jesu. Sen uns gnädig, erhöre uns, o Herr Jesu. Bon allem Übel und Unglücke, erlöse uns, o Herr Jesu. Von aller Gefahr und Gelegenheit zur Sünde, erlöse uns, o Herr Jesu. Von aller Sünde und dem ewigen Tode, erlöse uns, o Herr Jesu. Von aller Schuld und Strafe der Sünden, erlöse uns, o Herr Jesu. DACA CA 180 Von aller Bitterkeit des Todes, Von aller Furcht des Gerichtes und der Hölle, Durch dein heiliges Kreuz, Durch deine sieben kläglichen Worte am Kreuze, Durch deine heiligen blutfließenden fünf Wunden, Durch alle Martern und Peinen, welche du für uns am Kreuze gelitten hast, Durch deine Todesangst am Kreuze, Durch deinen bittersten Tod am Kreuze, In der Stunde unseres Todes, Am Tage des Gerichtes, Wir arme Sünder, wir bitten dich, erhöre uns. Daß du uns durch dein heiliges Kreuz alle Sünden verzeihest, - - Daß du uns durch dein heiliges Kreuz vor allen Sünden bewahrest, Daß du das Gedächtniß deines heiligen Leidens und Sterbens in unseren Herzen jederzeit erhalten wollest, Daß du uns die Früchte des Kreuzes gnädig mittheilen wollest, Daß du uns die Gnade verleihen wollest, unser Kreuz dir gern nachzutragen, Daß du uns die Gnade geben wollest, unser Fleisch sammt den bösen Begierden zu kreuzigen, Daß du uns durch dein Kreuz wahre Buße und ein glückseliges Ende verleihen wollest, erlöse uns, o Herr Jesu. wir bitten dich, erhöre uns. 181 Daß du uns durch dein Kreuz in deine Herrlichkeit aufnehmen wolleft. Wir bitten dich, erhöre uns. Daß du uns durch dein heiliges Kreuz erhören wolleft. Wir bitten dich, erhöre uns. O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr. - — O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr. O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr. Christe, höre uns. Christe, erhöre uns. Herr, erbarme dich unser. Christe, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser. Vater unser. Gegrüßet seyst du Maria, zc. Gebeth. O gekreuzigter Jesu! der du dein heiliges Kreuz als das vornehmste Werkzeug unserer Erlösung erwählet, dasselbe durch dein kostbarstes Blut geheiliget, und es auch als ein Zeichen der Versöhnung und Begnadigung uns vorgestellet hast: wir bitten dich durch die Peinen und Martern, und durch den bittern Tod, welchen du darauf gelitten hast, du wollest uns durch dein heiliges Kreuz Vergebung un serer Sünden, Besserung des Lebens, Trost und Hülfe in unseren Nöthen und Widerwärtigkeiten, TAT 182 Beharrlichkeit in allem Guten, und die ewige Seligkeit gnädig verleihen. Der du lebest und regierest mit Gott dem Vater, in Einigkeit des heiligen Gei-: stes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. - - Andacht zu Jesu im heiligsten Altars Sacramente. Vorerinnerung. Christliche Seele! Verrichte öfter diese Andacht zu deinem göttlichen Heilande im heiligsten Altars- Sacramente, der da wahrhaft und wirklich gegenwärtig ist als Gott und Mensch, mit Leib und Seele, wie er auf Erden gewandelt hat, und wie er jetzt sitet im Himmel zur rechten Hand Gottes des allmächtigen Vaters. Verrichte diese Andacht, 1) um deinen Gott und Heiland im heiligsten Sacramente anzubethen, zu loben und zu preisen; 2) um ihm zu danken für die unzähligen Wohlthaten und Gnaden, insbesondere für die unendliche Liebe, die er am Stamme des heiligen Kreuzes, und in diesem heiligsten Sacramente gegen uns am deutlichsten offenbaret; 3) um Vergebung deiner Sünden, und Zuwendung seiner unendlichen Verdienste für dich zu erflehen; 4) um Segen und Gnade für Leib und Seele von seiner unendlichen Güte und Barmherzigkeit zu erlangen; 5) um ihn demüthigst zu bitten, daß du dieses heis ligste Sacrament jederzeit würdig empfangest, und vors güglich in der Stunde deines Todes dadurch getröstet und gestärkt, geheiliget und beschirmet, gottselig im Herrn entschlafest. h 183 Kurze Zugendübung zu Jesu im allerheiligsten Altars- Sacramente. Sen gegrüßet, mein Gott und Heiland, Jesu Christe! du ewiges Wort des Vaters, du Sohn der Jungfrau, du Lamm Gottes, du Heil der Welt, du Freude des Herzens, du Leben der Seele, du Brunnquelle aller Gnaden, du höchstes Gut und Alles. Sen gegrüßet, o heilige Hostie, du wahrer lebendiger Leib, du wahres lebendiges Blut, für mich am Stamme des Kreuzes aufgeopfert. Du bist ein Brot der Engel, eine himmlische Speise der Seelen, eine Stärkung der Schwachen, ein Trost der Betrübten, eine Genugthuung der Sünder, eine Wegezehrung der Sterbenden, ein Unterpfand der ewigen Seligkeit. Jesu! du ewige Wahrheit; ich glaube fes stiglich, daß du mit Leib und Seele, mit deiner Gott- und Menschheit in diesem hochheiligen Sacramente des Altars zugegen seyest, weil du es ge= offenbaret hast, der du allwissend und höchst wahrhaft bist. O gütigster Jesu! Ich hoffe hier vor deinem Gnadenthrone Verzeihung meiner Sünden, Trost und Hülfe in meinen Nöthen, Gnade und Beystand in meinem Tode, und nach diesem Leben die ewige Seligkeit von dir zu erlangen, weil du es FREEI WANA 184 versprochen hast, der du allmächtig, höchst wahrhaft und getreu bist in deinen Verheißungen. Oliebreichster Jesu! du wolltest dich in diesem Sacramente der Liebe mit Fleisch und Blut, mit allem, was du hast und bist, uns Menschen zu Liebe dargeben. Ich liebe dich dafür aus ganzem Her zen, ich liebe dich ohne Ende, ich liebe dich über alles; ich liebe dich wegen deiner höchsten Vollkommenheit, und weil du gegen uns arme Menschen höchst gütig und barmherzig bist. O barmherzigster Jesu! wegen dieser Liebe sind mir alle meine Sünden vom Herzen leid, weil ich dich, meinen Gott, dadurch erzürnet habe, der du wegen deiner höchsten Majestät und deiner unendli. chen Güte aller Liebe höchst würdig bist. Ich nehme mir kräftig vor, dir hinfort treu zu dienen, und dich nie mehr mit einer Sünde zu beleidigen. O aller Ehre und Anbethung würdigster Jesu! Ich lobe und preise dich in diesem heiligsten Sacramente mit dem Lobe aller Menschen, aller Heiligen und Engel; denn dir gebühret Lob und Ehre und Anbethung in alle Ewigkeit. Ich erfreue mich wegen deiner Gott- und Menschheit, die hier gegenwärtig ist, und bethe dich an mit tiefster Demuth und Erniedrigung als den ersten Ursprung und das Ziel und Ende aller Dinge, als den Anfänger und Vollender unseres Heiles. - - O freygebigster Jesu! dich selbst, deine Gott. und Menschheit gibst du mir im heiligsten Altars 185 Sacramente. Zur schuldigen Dankbarkeit und Liebe übergebe ich mich dir mit Leib und Seele, meine Sinne, mein Gedächtniß, meinen Verstand und meinen Willen, mein Gut und Blut, und alles, was ich habe und bin. Dir allein, o Jesu! will ich leben, dir zu Liebe will ich alles thun und leiden; in deinem Nahmen will ich sterben, und ewig selig werden. - - O gütigster Jesu! deiner Weisheit und Vor: sichtigkeit, deinem heiligsten Willen übergebe ich mich allen Dingen, dir überlasse ich getrost alle meine Schicksale, weil du am besten weißt, und auch jederzeit willst, was mir heilsam und förderlich ist. Verfüge und ordne daher mit mir und mit dem Meinigen, wie es zu deiner höchsten Ehre und zu meinem Seelenheile nützlich und heilsam ist. O mildester Jesu! deine Weisheit regiere und leite mich; deine Barmherzigkeit tröste mich; deine Liebe erfreue mich; deine Gnade erhalte mich; deine Allmacht beschüße mich, deine Gegenwart im heiligsten Altars Sacramente mache selig mich. Oheiligster Jesu! laß deine Menschwerdung seyn meine Freude, deine Lehre meine Unterweisung, deinen Wandel mein Vorbild, deine Demuth meinen Spiegel, deine Geduld und Sanftmuth mein Beyspiel, deine Unschuld meine Heiligung, deine Liebe im heiligsten Altars Sacramente mein Trost und meine Hülfe. O gnadenreichster Jesu! dein heiliges Kreuz laß 16 W 186 meine Hoffnung, deine heiligen Wunden laß meine Zuflucht seyn; deinen heiligen Leib laß meine Speise und Stärkung, dein kostbarstes Blut meine Labung seyn; dein Leiden laß mir zur Vergebung der Sünden, deinen Tod laß mein Leben, deine Auferstehung laß meinen Trost, deine Himmelfahrt laß meine Zuversicht, deine letzte Ankunft zum Gerichte laß meinen Eingang in den Himmel seyn. Du selbst, o Jesu! wollest meine ewige Freude und Seligkeit seyn. Amen. - Gebethe zu Jesu im allerheiligsten Altars, Sacramente. O barmherziger Jesu! sieh, ich stehe hier vor dir, meinem Herrn und Gott, in dem heiligsten 2tars- Sacramente als ein armer Sünder. Ach, gehe nicht ins Gericht mit deinem tief verschuldeten Knechte; sondern erbarme dich meiner nach deiner großen Barmherzigkeit. Erinnere dich, o Jesu! deiner blutigen Wunden, die du dir zu unserem Heile schlagen ließest; sich an dein Herz, zu unserer Begnadigung durchstochen; und verzeihe mir alle meine Sünden, die ich wegen deiner göttlichen Liebe und unendlichen Güte vom Herzen bereue, und mir fest vornehme, künftig nicht mehr zu begehen. O gütigster Jesu! ich liege als ein kranker, und durch die Sünde tief verwundeter Mensch vor deinem Gnadenthrone. O Jesu! du wahrer Samaris 1 187 — tan, voll der Güte und Erbarmung! gedenke, daß du um des Heiles der Menschen willen vom Himmel auf die Erde herabgestiegen bist, und dein kostbarstes Blut vergossen hast; wende zu mir Elenden dein gnädiges Angesicht; heile die Wunden meiner Seele, erquicke und stärke mein Herz durch dein heiligstes Sacrament, damit ich der Sünde ganz absterben, und nur dir allein leben und sterben möge. on mildreichster Jesu! sieh, arm und dürfe tig, verlassen und hülflos knie ich da vor dir, der du in dem heiligsten Altars Sacramente uns eine unerschöpfliche Quelle aller Gaben und Gnaden eröffnet hast. Mit tiefster Demuth und kindlichem Vertrauen flehe ich zu dir, du wollest deine liebeund segenreiche Hand über mich ausstrecken, und aus dem unerschöpflichen Reichthume deiner Barmherzigkeit mir Armen und Trostlosen mittheilen, was mir an Leib und Seele nöthig, und heilsam ist zum ewigen Leben. = O freygebigster Jesu! sieh, ich komme zu dir, als ein treuer Unterthan zu seinem Herrn und Könige. Ich übergebe mich dir ganz zu deinem Dienste, so lange ich lebe. Ich hoffe und vertraue daher auf deine große Güte und Barmherzigkeit, und bitte, du wollest mir, deinem Diener, die tägliche Nahrung, und was mir nothwendig ist zur Erhaltung meines Lebens, gnädig geben, insbesondere aber mir die Gnade verleihen, mich öfter mit deinem heiligsten Fleische und Blute zu erquicken und zu stär 188 ten, und mir in meiner letzten Krankheit dieses heiligste Sacrament zu einer heilsamen Wegezehrung würdig empfangen lassen. Oliebreichster Jesu! ich als dein trost- und hülfloses Kind komme zu dir, meinem besten Vater; ich offenbare und klage dir die Noth meines hart bekümmerten Herzens. Wenn du willst, kannst du mir helfen, und du willst auch helfen, weil du mit unendlicher Liebe uns geliebet hast, ehe wir dich noch lieben konnten, und weil du uns aus diesem hochheiligen Altars Sacramente freundlich zurufest: Kommet alle zu mir, die ihr mühselig, und mit Kummer. und Arbeit beladen seyd; ich will euch erquicken. O so wende, liebreichster Jesu! dein Gnadenangesicht zu mir; stehe mir bey in dieser Noth N.- gib mir diese Gnade N. und laß mich in deiner Obhut und Gnade leben und sterben.dria = - - O gnädigster Jesu! Sieb, ich, wie ein liebendes Kind, nähere mich dir, meinem liebreichsten Bater, und bitte dich in diesem heiligsten Ultars- Sacramente mit kindlichem Vertrauen, du wollest mir deinen väterlichen Segen, deine' väterliche Hülfe, Huld und Liebe gnädig verleihen. Und wenn ich auch sehr oft meiner kindlichen Pflicht nicht nachgekommen bin, und dich durch Sündigen beleidiget habe; so hast du dennoch deine väterliche Liebe und Güte mir nicht ganz und auf immer entzogen. O Jesu! laß mich nur deine väterliche Huld und Liebe recht erkennen, und derselben mich stets würdig beweisen. 189 Laß mich jederzeit dein gehorsames, dein dich liebendes Kind seyn und bleiben; erhalte mich beständig unter deinem väterlichen Schuße, und laß mich endlich der ewigen Erbschaft im Himmel theilhaftig werden. Amen.me nečes - - übung des Glaubens. Mein Erlöser und Seligmacher, Jesu Christe! ich glaube fest und unerschütterlich, daß du hier in dem allerheiligsten Altars- Sacramente unter der Gestalt des Brotes mit deiner Gottheit und Menschheit wahrhaft gegenwärtig seyest, mit eben derselben Vollkommenheit und Heiligkeit, wie du jetzt sißest im Himmel zur rechten Hand Gottes, deines himmlischen Vaters. Hier ist dein Leib, der am Kreuze für uns gestorben ist; hier ist dein Blut, welches du am Kreuze für die Menschen zur Vergebung der Sün= den vergossen hast. Hier ist deine Seele, voll Gnade und Weisheit; hier ist deine Gottheit, mit dem Vater und Sohne gleicher Wesenheit und Natur. Ich glaube, daß Jesus ganz als Gott und Mensch gegenwärtig sen, und wenn diese heiligste Hostie zer= theilet wird, so glaube ich, daß auch in dem kleinsten Theile derselben Jesus, mein Gott und Herr, ganz Augegen sey. Dieß glaube und bekenne ich, und was die heilige katholische Kirche mehr zu glauben befiehlt; und ich glaube es darum, weil du, o Gott, es geoffenbaret hast, der du die ewige Wahrheit und Weisheit bist. Weder Eigendünkel, noch ZweifelLAT 190 sucht, weder Irrthum noch Betrug, weder Gut noch Blut, weder Marter noch Tod sollen mich von diesem Glauben trennen. Um dieß bitte ich noch, o Jesu, gib mir die Gnade, daß ich in diesem Glauben fromm leben, und selig sterben möge. Amen. - Übung der Reue. Jesu Christe, mein Herr und Gott! ich falle nieder vor dir als dein geringstes und undankbarstes Geschöpf. Ich bekenne mit reumüthigem Herzen, daß ich deine göttliche Hoheit und Majestät so oft und vielmahl beleidiget habe. Ich bin daher unwürdig, vor deinem göttlichen Angesichte zu erscheinen, und hätte vielmehr verdienet, wegen meiner Sünden von dir verstoßen zu werden. O Jesu, mein Erlöser und Seligmacher! Wie konnte ich so undankbar, so leichtsinnig, so böse seyn, und dich erzürnen und beleidigen, der du mich mit ewiger Liebe, und damahls schon geliebet hattest, ehe ich noch war? Darf ich wohl noch Vergebung und Gnade von dir hoffen? O allgütigster Jesu! deine überfließende Barmherzigkeit flößt mir Vertrauen ein, und deßhalb nähere ich mich deinem Gnadenthrone im heiligsten Altars Sacramente. Ich erkenne und bekenne mai ne Undankbarkeit und Bosheit, und ich bereue e von ganzem Herzen, weil ich dich, meinen höchsten Herrn und liebreichsten Erlöser, den ich über alles hätte lieben sollen, beleidiget habe. Ich hasse und verabscheue alle Sünden meines ganzen Lebens mit - 191 jenem Abscheu, mit welchem du am Stamme des Kreuzes die Sünden der Welt getragen und getilget hast. Durch deine Leiden und Mißhandlungen, durch deinen blutigen Schweiß, durch deine bitter: sten Schmerzen am Kreuze, durch deine Todesangst, durch dein kostbarstes Blut, durch deinen Versöhnungstod bitte ich dich, du wollest mir armen Sünder gnädig seyn, und die ungeheure Schuld meiner Sünden mir barmherzig nachlassen. Ich nehme mir fest vor, mein Leben wahrhaft zu bessern, und dich nicht mehr zu beleidigen. O Jesu, gib mir deine Gnade dazu, und stärke mich in meinem Vorsage. Amen. - Übung der Hoffnung. Jesu! mein Trost, meine Hoffnung, meine gänzliche Zuversicht! welche Wunder der Liebe hast du in dem allerheiligsten Altars Sacramente vers borgen! Da finde ich deine unendliche Liebe und Güte, die jederzeit helfen will; da glaube ich an deine Allmacht, die jederzeit helfen kann; da höre ich die tröstliche Einladung und Verheißung: Kom met alle zu mir, die ihr mühselig, und mit Kume mer und Leiden beladen seyd; ich will euch erquiz cken. Da ist dein kostbarstes Blut, welches Tag und Nacht zu Gott dem Vater für den reumüthigen und bußfertigen Sünder um Gnade und BarmherzigEeit rufet. Ich werfe mich daher voll Vertrauen und Zu 192 versicht in die Arme deiner Barmherzigkeit, o Jesu! du allein bist meine Hülfe, mein Trost, mein Heil; auf dich allein hoffe ich, und diese Hoffnung läßt mich nicht zu Schanden werden. Von dir, o Jesu! hoffe ich vollkommen Bergebung meiner Sünden, durch dich, o Jesu! hoffe ich die beständige Gnade, nie wieder zu fündigen; von dir, o Jesu! hoffe ich Trost und Hülfe in meiner Widerwärtigkeit; mit dir, o Jesu! hoffe ich alle jene Tugenden zu erwerben, welche mir nach meinem Stande und Berufe noth: wendig sind; mit dir, o Jesu! hoffe ich fromm zu leben, gottselig zu sterben, und durch dich hoffe ich ewig selig zu werden. Amen. Übung der Liebe.it - - Jesu Christe! mein höchstes, liebenswürdigstes Gut! meine einzige Freude und Seligkeit, mein Gott und Alles! Hier in diesem heiligsten Altars: Sacramente thronest du, und spendest allen die Schäge deiner unendlichen Verdienste aus, welche mit reinem, oder doch bußfertigem Herzen sich dir nahen, und um Gnade und Barmherzigkeit flehen. Da gibst du dich mir ganz aus Übermaß deiner Liebe. Und ich sollte dich nicht wieder lieben? Ach ja, ich liebe dich, o mein Gott und Alles! und ich verlange, dich immer mehr und mehr zu lieben. Ich liebe dich, dessen Nahme Erlösung und Begnadigung, dessen Natur Allmacht, dessen Wille Liebe und Güte, des sen Werk Barmherzigkeit ist. Von dir hat alle Schön- - 193- - heit ihre Zierde; von dir hat alles Licht seine Klarheit; von dir hat alle Ehre ihre Herrlichkeit; von dir hat alles Gute seine Gütigkeit, und ich sollte dich nicht lieben? Du, o Jesu! bist mein Reichthum, du bist meine Ehre, du bist meine Freude, du bist mein Trost, du bist mein Leben, du bist meine Seligkeit, du bist mein Gott, mein Alles. Und ich sollte dich nicht lieben? Ja, ich liebe dich über alle Güter und Schätze der Erde; ich liebe dich über alle Freuden und Vergnügungen der Welt; ich liebe dich über Leben und Blut; ich liebe dich über Himmel und Erde; ich liebe dich über alles, weil du bist mein höchstes Gut. Ich liebe dich, o Gott! wegen deiner unendlichen Güte und Vollkommenheit, die ich in dir lobe und preise. Ich liebe dich, o mein Gott! um deiner selbst willen, und wünsche dich immer inniger zu lieben. Ich verlange dich so zu fieben, wie alle frommen und gerechten Seelen auf Erden, und wie die Engel und Heiligen im Himmel dich lieben. Ich begehre dich zu lieben jetzt, alle= zeit, und in alle Ewigkeit, weil du bist mein Jesus, mein Gott, mein höchstes Gut. Amen. Bitte zu Jefu im heiligsten AltarsSacramente. Jesu! du Bruanquelle aller Gnade und alles Segens! wie gnädig und liebreich erscheinest du uns in dem heiligsten Altars Sacramente! Versöhnung, Friede und Freude strahlet uns daraus 17 TAO 194 entgegen. Deine beständige Gegenwart in demselben ist ein Zeugniß deiner höchsten Liebe. Alles verkündet uns da Gnade und Barmherzigkeit. Daher komme ich arm, dürftig und elend, voll der Schwä che und Gebrechlichkeit, zu dir in dem heiligsten Altars- Sacramente, und bethe dich an als meinen Herrn und Gott. Ich werfe mich nieder vor dem Throne deiner Barmherzigkeit, und getraue mir kaum meine fündigen Augen zu dir, meinem Erlöfer und Heilande zu erheben; ich bitte mit einem von Reue ganz zerknirschten Herzen, du wollest mich von deinem Angesichte nicht verstoßen, sondern mich gnädig aufnehmen, und mir diese Bitte N. gewäh mir diese Gnade N. ertheilen, mich von diesem Übel N. befreyen, wie es dir wohlgefäl lig, und mir heilsam ist. ren, Ich übergebe mich dir, o Jesu! ganz mit Leib und Seele. Meine Ehre und mein Gut, mein Leben und Blut, sammt allem, was ich habe, und bin, und vermag, ist dein. Thue mit mir, was dir wohlgefällig ist. Nichts wird mir schwer seyn, zu deiner Ehre zu thun, oder dir zu Liebe zu erdulden und zu leiden. Nur um dieß bitte ich allein, o süßester Jesu! daß dein heiligster Wille jederzeit an mir erfüllet werde, daß ich in deiner Gnade beständig ver harre, daß ich nach empfangenem heiligen AltarsSacramente sterbe, und endlich in dir, meinem höch sten Gute, mich ewig erfreue. - - - 195 Gebeth zu Jesu um seinen Segen. O Jesu! ein Gott der Liebe und Barmherzigkeit! du hast versprochen, in diesem heiligen Sacramente ben uns zu seyn und zu bleiben bis an das Ende der Welt, um uns immer zu segnen, und mit himmlischen Gaben zu erfüllen. Ich bitte daher flehentlich mit kindlichem Vertrauen, du wollest die heilige katholische Kirche, welche du auf dem Felsen des Calvarie Berges gegründet und erbauet, und durch dein wundermächtiges Kreuz befestiget hast, erweitern, erhöhen, und in deinem heiligen Dienste erhalten. Ich bitte demüthigst, du wollest die Feinde deines heiligsten Nahmens erniedrigen, und die Gemüther der christlichen Fürsten in Frieden und Einigkeit erhalten. Ich bitte flehentlich, du wollest alle Un- und Irrgläubigen zum wahren Glauben bewegen, alle Sünder zur wahren Buße bekehren; du wollest auch die Witwen und Waisen beschützen, die Bedrängten und Berlaffenen trösten, die Sterbenden mit deiner Gnade stärken, die armen Seelen im Fegefeuer aus ihren Peinen erlösen. Ich bitte endlich, o mildester Jesu! du wollest deine gnadenund segenreiche Hand über mich ausstrecken, mich and meine Angehörigen an Leib und Seele segnen, einen Arbeiten und Geschäften Gedeihen verschaffen, und mich fortan unter deiner Obhut erhalten und bewahren. Daher bitte ich: Herr Jesu! dein Segen komme über mich, über meine Angehörigen, über uns alle, und bleibe bey uns ewiglich. Amen. 1 — TAT - 196 Litaney — 1 von dem süßen Nahmen Jesu. Herr, erbarme dich unser. Christe, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser. Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser. Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser. Gott, heiliger Geist, erbarme dich unser. Heilige Dreyfaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Jesu, du Sohn des lebendigen Gottes, Jesu, du Sohn Davids, Jesu, du Sohn der Jungfrau Mariä, Jesu, du Allerheiligster, Jesu, du Allmächtigster, Jesu, du Allerstärkester, Jesu, du Allervollkommenster, Jesu, du Allerglorwürdigster, Jesu, du Allerwunderbarster, Jesu, du Allergütigster, Jesu, du Allerliebreichster, Jesu, du Allerdemüthigster, Jesu, du Allersanftmüthigster, Jesu, du Allergeduldigster, Jesu, du Allergehorsamster ,. Jesu, du Heiland der Welt, erbarme dich unser 197 Jesu, du Mittler zwischen Gott und den Menschen, Jesu, ein Liebhaber der Keuschheit, Jesu, unsere Freude und Liebe, Jesu, ein König des Friedens, Jesu, ein Spiegel des heiligen Lebens, Jesu, ein Muster aller Tugenden, Jesu, ein Eiferer der Seelen, Jesu, unsere Zuflucht und Stärke, Jesu, du Vater der Armen, - - Jesu, ein Tröster der Angefochtenen, Jesu, ein guter Hirt seiner Schafe, Jesu, du Stern des Meeres, Jesu, du wahres Licht der Welt, Jesu, du ewige Weisheit, Jesu, du unendliche Güte und Barmherzigkeit, Jesu, du Freude der Engel, Jesu, du König der Patriarchen, Jesu, du Fürst der Propheten, Jesu, du Meister der Apostel, Jesu, du Lehrer der Evangelisten, Jesu, du Stärke der Märterer, Jesu, du licht der Beichtiger, Jesu, du Bräutigam der Jungfrauen, Jesu, du Krone aller Heiligen, Sen uns gnädig, verschone uns, o Jesu. Sen uns gnädig, erhöre uns, o Jesu. Von allem Übel, erlöse uns, o Jesu. Von aller Sünde, erlöse uns, o Jesu. erbarme dich unser. 1 198 - Von aller Gefahr, Von deinem Zorne, Von den Nachstellungen des Teufels, Von Pest, Hunger und Krieg, Von Übertretung deiner Gebothe, Von der Gewalt aller Feinde, Durch deine heilige Menschwerdung, Durch deine heilige Ankunft, Durch deine heilige Geburt, Durch deine Taufe und dein heiliges Fasten, Durch deine Geißlung und Krönung, Durch deinen Tod und dein Begräbniß, Durch deine heilige Auferstehung, Durch deine heilige Himmelfahrt, Durch deine himmlische Glorie und Herrlichkeit, Durch die Fürbitte deiner heiligen Mutter und Jungfrau Maria, 350 Durch die Fürbitte aller lieben Heiligen, erlöse uns, o Jesu. O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt. Verschone unser, o Jesu. O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt. Erhöre uns, o Jesu. O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt. Erbarme dich unser, o Jesu. Jesu Christe, höre uns. Jesu Christe, erhöre uns. Herr, erbarme dich unser. Christe, erbarme dich unser. 199 Herr, erbarme dich unser. Vater unser 20. V. Und führe uns nicht in Versuchung. R. Sondern erlöse uns von dem Übel. Amen. V. Lobe den Herrn, meine Seele. R. Und alles, was in mir ist, seinen heiligen Nahmen. - V. Der Nahme des Herrn sey gebenedent. R. Von nun an, bis in Ewigkeit. V. Unsere Hülfe stehet in dem Nahmen des Herrn. R. Der Himmel und Erde erschaffen hat. V. Herr, erhöre mein Gebeth. R. Und laß mein Rufen zu dir kommen. Gebeth. Allmächtiger, ewiger Gott! richte unsere Werke nach deinem Wohlgefallen, damit wir im Nahmen deines geliebten Sohnes verdienen, im Guten immer zuzunehmen. Verleihe uns, o Herr! daß wir deinen heiligen Nahmen zugleich fürchten und lieben, weil du nicht aufhörst, diejenigen zu leiten und zu regieren, welche in deiner Liebe beständig verharren. O Gott der Tugenden! dem das, was das Beste ist, ganz eigen ist; säe und pflanze in unsere Herzen die Liebe deines heiligen Nahmens, und laß die Furcht Gottes stets in uns vermehret werden, damit alles, was gut ist, durch deine Gnade in uns 200 ernähret, und durch die Furcht Gottes bewahret werde. - 1 Reinige und bewahre, o Herr! deine Kirche durch deine immerwährende Erbarmung, und weil sie ohne dich nicht rein und fest bestehen kann, so verleihe, daß sie allezeit durch dich regieret werde. O Gott! der du den glorwürdigsten Nahmen Jesu, deines Sohnes, unseres Herrn, allen Gläubigen lieblich und trostreich, den bösen Geistern aber fürchterlich gemacht hast; verleihe gnädig, daß alle, welche diesen Nahmen Jesu auf Erden andächtig verehren, die Süßigkeit deiner Tröstung in diesem Leben genießen, und dort die ewige Freude und Seligkeit im Himmel erlangen mögen, durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unseren Herrn. Amen. Gebeth zu Gott dem heiligen Geiste. Heiliger Geist! ohne dich bin ich zu allem Guten unfähig. Wenn du mich nicht belebest, ist meine Erkenntniß von der Religion todt, mein Glaube unthätig, mein Herz eitel, mein Trost schwach, meine Hoffnung im Leben und Sterben schwankend und ungewiß. Diese Wahrheit erinnert mich an die vies len und großen Wohlthaten, die du bisher meiner armen Seele erzeiget hast. In Unglauben und Blindheit würde ich herumirren, hättest du nicht durch das Licht des göttlichen Wortes meinen Verstand erleuch-. tet, und mich zur Erkenntniß der seligmachenden - 201 - Wahrheit gebracht. Noch immer würde mein von Natur verderbtes Herz der Wohnsitz abscheulicher Lüste seyn, hättest du nicht bessere Gesinnungen in mir gewecket. Daß ich zur Einsicht meines Unvermö gens und meiner Strafwürdigkeit gekommen, daß ich die Sünde zu meiden und Gottes Gebothe getreu zu halten entschlossen bin, habe ich deinem heilsamen Einwirken zu danken. Du hast die Widerspän stigkeit meines Willens besieget, die Abneigung ge gen Gott aus meinem Herzen vertilget, und es mit guten Gesinnungen und Vorsätzen erfüllet. Ohne deine Hülfe würde ich keine Versuchung überwunden, keiner Reizung der bösen Lust Widerstand ge= leistet haben. Du hast mich durch die Erinnerung an deine göttlichen Gebothe gewarnet, hast mich in zweifelhaften Fällen den rechten Weg geleitet, hast mich in meiner Schwachheit gestärkt, und wenn ich strauchelte, mir wieder aufgeholfen. Du hast mich unter den Leiden, die mich trafen, nicht ohne Trost gelassen, hast mein Herz in den Stunden der Kleinmuth und Verzagtheit mit Hoffnung und festem Vertrauen aufgerichtet. Preis, Lob und Dank sen dir dafür, göttlicher Geist! Ach! hätte ich nur im mer deinen Einsprechungen gefolgt, hätte ich dein yeiliges Geschäft nicht durch viele Nachlässigkeit und unzählige Sünden vereitelt! spilled re Höre jedoch nicht auf, an meinem undankbaren Herzen so lange anzuklopfen, bis es sich dir aufthut; schaffe in mir ein neues, dir ergebenes Herz. Ich TEAT - 202 - - bin auf deinen Nahmen getauft, zu deiner Verehrung eingeweiht und verpflichtet; nimm mich hin, und heilige mich zu einem Tempel Gottes. Erweite: re meine Einsichten in die Lehren des Christenthums, errege in mir das Gefühl meines Elendes und Unvermögens, damit ich voll Hunger und Durst werde nach der Gerechtigkeit in Christo, und nach dem Frieden mit dir. Nimm alle Zweifel an deiner Gnade aus meinem Herzen, und befestige mich in der Hoff nung der Verzeihung aller meiner Sünden. Gieße deine göttliche Liebe in meinem Herzen aus, damit ich deinen Willen allen meinen Wünschen und Freu: den vorziehe, und alle meine Begierden zu dir hin richte. Erhebe meine Gesinnungen über die sichtbare Welt, damit ich an göttlichen Dingen, an den erhabenen Eigenschaften und Werken meines Schöpfers mich erfreuen lerne, und in der Gemeinschaft mit meinem geliebten Erlöser von der Welt unbefleckt seyn und bleiben möge. Stärke mich in der Vollbringung meiner Pflichten, und im Streite wider meine bösen Begierden. Erhalte ein aufrichtiges Wohlwollen gegen alle Menschen in mir, damit ich geneigt sey, jedem Mitmenschen gerne zu dienen, nachgiebig zu seyn, und das Band des Friedens nie zu zer reißen.se Du, heiliger Geist! bist das Pfand des ewigen Erbes, o erfülle ganz und gar mein sich nach dir sehnendes Herz; bleibe in mir von nun an, immer und allezeit; und bethe in mir, wenn ich nicht mehr be 203 then kann. Unterstüße mich einst, wenn ich meine letzten Seufzer gen Himmel schicke, im Kampfe des Todes, und mache mich fähig, mit Gott ewig vereinigt zu bleiben. Amen. - - Gebeth nach der heil. Firmung, und öf ter zur Erinnerung zu sprechen. Heiliger Geist, wahrer Gott! Ich habe das heil. Sacrament der Firmung empfangen, und du haft meiner Seele ein unauslöschliches Zeichen dei ner Gnade eingedrückt. Dafür danke ich dir, lobe und preise dich! O laß mir die Kraft dieses heiligen Sacramentes ganz angedeihen! Erhalte mich in dem wahren, von Gott geoffenbarten Glauben, stärke mich in der christlichen Hoffnung, entzünde in mir das Feuer deiner Liebe, damit ich treu bleibe den Pflichten eines wahren Christen, die Sünde meide, und eifrig seyn möge zu allem Guten. In Versuhungen steh mir bey, in Leiden und Widerwärtigkeiten sey mein Tröster und Helfer, und verlaß mich nicht im letzten Streite. Deinen heiligen Einspre: chungen Gehör in geben, deinem Rathe zu folgen, und so mit deiner Gnade getreulich mitzuwirken, nehme ich mir vor, und gelobe es durch Jesum Chrium, der mit dir und dem Vater gleicher Gott lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. Vater unser 2c. 20. 1 204 - Andacht zu der seligsten Jungfrau Maria und zu den Heiligen Gottes. Borerinnerung. Gott ist die Quelle aller Gnaden, der höchste und erste Gegenstand unserer Verehrung, ihm allein gebühret Anbethung. Die Heiligen stehen mit uns in der Gemeinschaft der Liebe, befinden sich am Throne Gottes, bitten für uns, ihre kämpfenden Brüder, und genießen schon die Selig keit des Himmels, nach der wir ringen. Wir sollen sie als vollendete Freunde Gottes verehren, und um ihre Fürbitte bey Gott anrufen. Die Verehrung der Heiligen soll uns ermuntern, Gott zu loben und zu preisen, daß er nach seinem Wohlgefallen so viele Heilige zur Heiligkeit und Seligkeit be rufen und geführet hat. Gott ist es, der sie heiliget, und verherrlichet. Sie folgten der Gnade Gottes, gingen durch dieselbe gestärkt, den Weg der Buße und des Kreuzes, und erhielten aus der Hand Gottes die Krone der ewigen Belohnung.. Wir sollen uns erinnern, daß wir zu gleicher Heiligkeit und Seligkeit berufen sind; wir sollen daher dem Beyspiele der Heiligen nachfolgen, und wie sie, mit der Gnade Gottes eifrig mitwirken. Die beste Verehrung der Heiligen ist die Nachahmung ihrer Tugenden; denn das ist thr heißester Wunsch, daß auch wir heilig und fei werden, und mit ihnen zur Anschauung Gottes gelangen follen. Sie lieben uns, und bitten für uns bey Gott. Wir sollen daher den Heiligen unsere Anliegen mit vertrauensvoller Liebe vortragen, und sie bitten, daß sie ihre Fürbitte mit unserem Gebethe vereinigen, uns mit 205 ihren Bitten unterstüßen, und mit uns gemeinschaftlich den Vater im Himmel anflehen, von dem allein alle Hülfe kommt. Eben so sollen wir in zeitlichen Nöthen und Bedürfnissen nur bedingt die Heiligen um ihre Fürbitte anrufen, und sie vor allem in geistlichen Anliegen, und um ewige und himmlische Güter bitten. Wir sollen beherzigen, daß die katholische Kirche Heilige jedes Alters und jedes Standes zur Verehrung uns darstellet, um uns zu überzeugen, daß man in jedem Alter und in jedem Stande sein Seelenheil wirken, und nach Heiligkeit streben könne. Nicht auf den Stand, in welchem man lebt, sondern auf die Art, wie man lebet, kommt alles an. Nicht außerordentliche Thaten, sondern Treue in unserem Berufe, und eifriges Streben nach der Liebe und dem Wohlgefallen Gottes wird von uns gefordert. 1 Wir sollen öfter unseren Geist erheben zur freudigen Betrachtung des seligen Zustandes, den die Heili gen jetzt in der Anschauung Gottes genießen. Dadurch sollen wir uns ermuntern zum standhaften Kampfe gegen die Sünde, zur Geduld in Leiden, zur willigen Ertragung der Beschwerden um des Nahmens Jesu willen. Die Bilder und Reliquien der Heiligen sollen uns an sie erinnern, wir sollen dabey betrachten ihre Tugenden und guten Werke, wir sollen uns dadurch zu gleicher Frömmigkeit und Heiligkeit ermuntern, und uns zu allem Guten stärken. Maria, die seligste Jungfrau, verdienet vor allen Engeln und Heiligen verehret zu werden; denn sie ist die Königinn aller Engel und Heiligen, sie ist die Mutter des eingebornen Sohnes Gottes, und auch unsere Mutter, unsere Mittlerinn und Fürsprecherinn bey ihrem göttlichen Sohne. In Gefahr, in Noth, in Drangsalen, in Versuchungen flieh unter den Schuß Mariä, 206und rufe sie an um ihre Fürbitte. Laß sie nie weichen aus deinem Herzen; laß ihr Lob nie verstummen in dei nem Munde. — Gebeth e zu Maria, der seligsten Jungfrau. Maria, eine Zuflucht der Sünder. allerfeligste Jungfrau und Mutter Gottes Maria! Keinen Sünder, der seine Zuflucht zu dir ge nommen, dich um Hülfe angerufen, und dich um deine Fürbitte angeflehet hat, hast du jemahls un getröstet von dir gelassen. Daher suche auch ich armer und elender Sünder bey dir Hülfe und Bey stand, o Zuflucht der Sünder! Ich bitte, du wolleft mein reumüthiges und demüthiges Flehen nicht verschmähen, sondern mein Rufen gnädig erhören. Es schmerzet mich vom Herzen, daß ich deinen geliebten Sohn, meinen Herrn und Gott, jemahls erzürnet habe; doch von nun will ich ihm treu dienen, und ihn über alles lieben. O barmherzige Mutter! nach Gott meine Hoffnung und Zuversicht! Laß dein mütterliches Herz über mich erweichet werden, da von dir kein reumüthiger Sünder jemahls verstoßen wurde. Du bist die Hoffnung aller Verlassenen, die Trösterinn aller Betrübten. Wie wäre es möglich, daß du mich BüBenden zurückweisen, mich unerhört und ungetröstet von dir lassen solltest? 207- — Maria, du Zuflucht der Sünder! Deine Holdfeligkeit kann Niemanden verschmähen, deine Güte Niemanden zurückweisen, deine Barmherzigkeit keinen Sünder verstoßen. Daher hoffe auch ich auf deine Barmherzigkeit, und vertraue auf deine mächtige Fürbitte ben Gott, meinem strengen Richter. Du, o Maria, kannst die strafende Hand des erzürnten Baters einhalten; du vermagst durch deine Fürsprache den verlornen Sünder mit deinem göttlichen Sohne zu versöhnen. So zeige, o Maria, Mutter der Gnaden, Mutter der Barmherzigkeit! zeige jetzt an mir, armen Sünder, daß du seyest eine sichere Zuflucht der Sünder. O getreueste Mittlerinn Maria! ich bitte durch dein mildes Herz, stelle mich vor deinem Sohne, versöhne mich mit deinem Sohne, empfiehl mich deinem Sohne, und erwirke mir Verzeihung aller meiner Sünden. Erlange mir auch die Gnade, mein Leben wahrhaft zu bessern, würdige Früchte der Buße zu bringen, deinem göttlichen Sohne bis in den Tod getreu zu dienen, und ewig selig zu werden. Amen. Maria, eine Mutter der Christen. allerfeligste Jungfrau Maria! Ich verehre dich als die auserwählte Mutter Gottes, und bitte flehentlich, daß du auch seyest meine Mutter. Ich hoffe mit kindlichem Vertrauen von deiner Barmherzigkeit, du wollest mich, verlassenes Kind Evens, als dein Pflegekind annehmen, mir beystehen in mei 208 nen Nöthen, in den Gefahren des Heiles mich nicht verlassen, mich leiten auf dem Wege der Gebothe Gottes, und mich hinführen zur ewigen Seligkeit. Oliebreichste Mutter Maria! Ich empfehle mich deinem mütterlichen Schuße, behüthe meinen Leib und meine Seele vor allen Gefahren, bewahre mich vor allem Übel, beschüße mich wider alle sichtbaren und unsichtbaren Feinde. Ich bitte dich, du wollest mich in allem meinen Thun und Lassen also leiten und führen, daß ich nie anstoße, noch in irgend eine Sünde falle; du wollest mich ermuntern, deinem Tugendbenspiele nachzufolgen, damit ich durch Demuth und Sanftmuth, durch Keuschheit und Reinigkeit des Herzens, durch Geduld und Erge bung in den göttlichen Willen dir ähnlich werde. O Mutter der Barmherzigkeit! Wende deine gnädigen Augen mir zu, wenn ich in Todesnöthen mich befinde; nimm mich auf in deine mütterlichen Arme, wenn ich von dieser Welt scheide, und zeige mir Jesum, die gebenedeyte Frucht deines Leibes. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! Umen. - Maria, eine Trösterinn der Betrübte O Maria, du seligste Jungfrau! Der eingeborne Sohn des ewigen Vaters, der Heiland der Welt, Jesus Christus, ist von dir geboren, und du bist uns dadurch eine Trösterinn der Betrübten, und die Pforte des Himmels geworden. Was kann 209 aus der unerschöpflichen Quelle deiner Liebe und Güte anders hervorquellen, als Trost, Hülfe und Gnade? Durch deine mächtige Fürbitte erhält ja der Kranke Gesundheit, der Betrübte Trost, der Verlassene Hülfe, der Sünder Vergebung, der Gerechte Gnade, durch dich empfangen Alle Alles, was zu ihrem zeitlichen und ewigen Heile ersprieß lich ist. - Daher wende, o Trösterinn der Betrübten! deine mitleidigen Augen mir zu. Ich flehe und seufze zu dir, o Helferinn der Nothleidenden! Dieses Leiden N. drücket mich schwer. Du, o Mutter der Güte! erkennest meine Noth und meine Widerwärtigkeit, in der ich mich befinde, und unmöglich ist es, daß du mein Leiden wissest, und dich meiner nicht erbarmest. Du kannst auch helfen; denn du vermagst alles bey deinem göttlichen Sohne, wenn es anders seinem heiligsten Willen gemäß, und meinem ewigen Seelenheil förderlich ist. Gedenke, o Maria! deines Nahmens, die du heißest eine Trösterinn der Betrübten, daß du seyest eine Mutter der Nothleidenden, denen du Hülfe und Trost gewährest. Komm daher mir zu Hülfe in dieser Noth, und erwirb mir von deinem geliebten Sohne die Gnade, deren ich jetzt so sehr bedarf. O gütige, o süße Jungfrau Maria! nächst Gott meine Zuversicht, mein Trost und meine Hülfe. Erweise an mir deine Barmherzigkeit. Auf dich habe ich meine Hoffnung gesetzt; ach, laß mich nicht zu Schan18 210 den werden. Du hast noch Niemanden trostlos von gewiesen, der dich in seinen Nöthen mit Vertrauen angerufen hat. So erbarme dich meiner in dieser gegenwärti gen Noth, o Maria, du Trösterinn der Betrübten, du Zuflucht aller bedrängten Seelen, du Hülfe der Christen, du Mutter der Barmherzigkeit, meine Mittlerinn, meine Fürsprecherinn! Erbarme dich meiner, und errette mich aus dieser Widerwärtigkeit; oder wenn das Leiden für mich heilsam ist, so erhalte mir die Geduld in meinem Kreuze, und die kindliche Ergebung in den göttlichen Willen. Erfülle mein trostloses Herz mit Vertrauen und Zuversicht, du werdest mich Elenden nicht verlassen, sondern gnädig erhören, und mir gewähren, was zu mei nem zeitlichen und ewigen Heile dienlich ist. Amen. Maria, eine Fürsprecherinn im Tode. - - O gebenedeyte Mutter Maria! Ich flehe zu dir als einer Beschüßerinn in Todesnöthen. Gedenke je: ner traurigen Stunde, da du auf dem CalvarienBerge neben dem Kreuze bey deinem sterbenden Sohne gestanden, und das Schmerzen- Schwert dein mütterliches Herz durchbohret hat; stehe mir bey in meiner Sterbestunde mit deiner mächtigen Fürbitte; stärke mich in dem gefährlichen Todeskampfe, und hilf mir streiten gegen alle Versuchungen des bösen Geistes. O schmerzenvolle Mutter Maria! Ich bitte dich 211 durch das kostbarste Blut, welches dein vielgeliebter Sohn zum Heile der Menschen am Kreuze vergossen hat, erwirke mir durch deine viel vermögende Fürbitte vor meinem Hinscheiden ein zerknirschtes Herz, vollkommene Reue über alle meine Sünden, Vergebung meiner Missethaten, das Fleisch und Blut deines Sohnes Jesu im heiligsten Altars- Sacramente zur heilsamen Wegezehrung, Trost in meiner Todesangst, und die Gnade, daß meine legten Worte seyen: Jesus! in deine Hände empfehle ich meinen Geist! O Mutter der Schmerzen, und Königinn der Märtyrer! Ich bitte dich durch die Pein und Marter, welche dein vielgeliebter Sohn Jesus durch dren Stunden am Kreuze ausgestanden hat, und insbesondere durch seine Todesangst, da er mit geneigtem Haupte seine Seele in die Hände seines himmlischen Baters empfohlen hat; du wollest deine barmherzigen Augen mir zuwenden, wenn ich in den letzten Zügen liegen, und den letzten Todeskampf kämpfen werde; du wollest mir die Gnade erwerben, daß ich alsdann das Bildniß meines gekreuzigten Heilandes mit herzlicher Liebe umfasse, und mit zuversichtlichem Vertrauen auf seine unendlichen Berdienste aus dieser Welt scheide. Amen. 1 212 1 Erklärung des englischen Grußes. Gegrüßet feyst du, Maria! Ich erkenne und verehre dich als die Mutter Got tes, meines Heilandes. Ich erkenne und verehre dich als meine mächtige Fürsprecherinn bey dem Throne meines Gottes, und empfehle mich deinem Schuße und deiner Fürbitte. Du bist voll der Gnaden. Gott hat dich mit seinen Gnaden erfüllt. Er hat dich unbefleckt erhalten, hat dich mit allen jenen Tugenden und Vollkommenheiten, die einer Mutter Gottes eigen seyn mußten, ausgezieret. Der Herr ist mit dir. Gott war stets mit dir, und nie hat eine Sünde dich von ihm getrennet. Er war dein ganzes Les ben mit seinem Schuße und seiner Gnade mit dir; und er ist noch jetzt, und durch alle Ewigkeit in der Fülle seiner Glorie und Herrlichkeit mit dir. Du bist gebenedeyet unter den Weibern. Gott hat dich gebenedenet, und aus Allen deines Geschlechtes zur Mutter desjenigen erwählt, durch den alle Völker gesegnet werden sollten. Und gebenedeyt ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Durch Jesum wurdest du gebenedeyet, wir benedeyen ihn mit dir, und benedeyen dich um seinetwillen. Glückselig ist der Leib, der ihn getragen hat! Glückselig sind die Brüste, die ihn gesäuget 213 haben! Noch weit glückseliger aber bist du, die du ihn stets geliebt und gehört, und das Wort Gottes in deinem Herzen getreu bewahret hast. Heilige Maria, Mutter Gottes. - - Die du Jesum Christum, der wahrer Gott ist, empfangen und geboren hast! Deine Fürbitte vermag alles bey deinem Sohne, dem Allmächtigen; und deine Güte gegen die Menschen gleicht deiner Macht im Himmel. Bitt für uns. Erbitte uns bey Gott alle Gnaden, deren wir bedürfen, um ihm wohlgefällig zu seyn; und erwirb uns durch deine Fürbitte, daß wir Zutritt zu ihm haben, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Heiland und Erlöser. Arme Sünder. Unserer Sünden wegen sind wir unwürdig, uns unmittelbar zu Gott zu wenden, und die uns so unentbehrlichen Gnaden zu erflehen. Erbitte du uns die Gnade wahrer Buße, und Verzeihung unserer Missethaten. Jeht und in der Stunde unsers Absterbens. Erbitte uns die Beharrlichkeit im Guten bis an unser Ende, und die Gnade, mit Gott vollkommen ausgeföhnt, und durch einen würdigen Genuß des heiligen Altars- Sacramentes gestärkt, gottselig im Herrn zu sterben. Amen. 214 Empfindungen vor dem Bilde der heiligen Gottesmutter. - - Hochgebenedente! Von keiner Sünd' Entweihte! Maria, sen gegrüßt! Dir glühen unsre Triebe, Die du der schönen Liebe Erhabne Mutter bist. Wie ruht auf deinen Armen, O Mutter voll Erbarmen! Dein Jesus sanft und mild! Sein Aug, wie deines, blicket Auf uns. O wie entzücket Dieß himmelvolle Bild! Ach! daß auf deinen Händen Auch wir ein Pläßchen fänden Beym lieben Jesuskind! Du lassest Plaß uns finden, Wenn wir nur rein von Sünden, Und fromme Kinder sind. Dein Kind winkt allen Frommen, Durch dich zu Ihm zu kommen. Sie hören deine Stimm': Hört, was euch Jesus lehret, „ Thut, was von Ihm ihr höret, „ Und folgt in Liebe Ihm!" 215 Wie ist dein Wort voll Milde! Ach! hier vor deinem Bilde - - Sey der Entschluß gefaßt: Wir wollen Jesum lieben, Und seine Lehren üben, Wie du geübt sie hast. Dir Mutter will ich mich ergeben; O sey mein Trost in aller Noth! Maria, schütze mich im Leben, Und steh mir bey in meinem Tod. Amen. Litaney von der schmerzhaften Mutter Maria. Herr! err! erbarme dich unser. Christe! erbarme dich unser. Herr! erbarme dich unser. Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel! Erbarme dich unser. Gott Sohn, Erlöser der Welt! Erbarme dich unser. Gott heiliger Geist! Erbarme dich unser. Heilige Dreyfaltigkeit, ein einiger Gott! Erbarme dich unser. Heilige Maria, bitt für uns. Heilige Gottesgebärerinn, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, bd sit h Durch deine Armuth und deine Schmerzen im Stalle zu Bethlehem, bitt für uns. 216 Durch deine Schmerzen bey der Beschneidung] Jesu, Durch deine Schmerzen bey Simeons Weissa1 1 gung, Durch deine schmerzliche Flucht nach Ägypten, Durch das schmerzliche Suchen deines im Tempel zu Jerusalem zurückgebliebenen Sohnes, Durch deine großen Schmerzen, da dein gött: licher Sohn von dir Urlaub nahm, und hinging zu seinem Leiden, Durch die bitteren Schmerzen, als du hörtest, daß dein Sohn unschuldig wie ein Mörder gefangen genommen und gebunden wurde, Durch die große Angst und Betrübniß, als du hörtest, daß dein Sohn unschuldig von den hohen Priestern wie ein Übelthäter des Todes schuldig erkannt wurde. Durch die Betrübniß deiner Seele, als dein lieber Sohn von den Knechten verspien, mit Fäusten geschlagen, und mißhandelt wurde, Durch die schmerzliche Wunde, welche deinem mütterlichen Herzen durch die grausame Geißelung und Krönung deines göttlichen Sohnes geschlagen wurde, Durch die heißen Thränen, welche du weintest, als dir dein zum Tode verurtheilter Sohn mit dem schweren Kreuz beladen begegnete, J bitt für uns, 217 - Durch die Angst deines Gemüthes, als man deinen geliebten Sohn mit stumpfen Nä-| geln an das Kreuz heftete, Durch die schmerzlichen Seufzer deines Herzens, als du deinen göttlichen Sohn zwischen zwey Mördern am Kreuze hangen sahest, Durch dein Herzenleid, da man deinen am Kreuze hangenden Sohn mit Hohn- und Spottreden lästerte, Durch die Bitterkeit deines Schmerzens, als man deinen verschmachtenden Sohn am Kreuze mit Essig tränken wollte, Durch das Schwert, welches dein Herz durchbohrte, als dein dich zärtlich liebender Sohn am Kreuze unter den entsetzlichsten Qualen dich der kindlichen Sorgfalt und Pflege seines geliebten Jüngers Johannes empfahl, Durch deine großen Schmerzen, als du sahest, daß dein leidender Sohn nicht so viel hatte, wo er sein sterbendes Haupt hinlegen konnte, Durch die Angst und Betrübniß deines Herzens, als dein göttlicher Sohn unter lautem Rus fen seinen Geist in die Hände seines himmlischen Vaters empfahl, Durch dein großes Leiden, als man deinem göttlichen Sohne am Kreuze das Herz mit einer Lanze durchbohrte, 19 bitt für uns, - 218 1 Durch den erbärmlichen Anblick, da man den Leib deines gekreuzigten Sohnes vom Kreuze herabnahm, Durch die große Betrübniß deines Herzens, als du den entseelten Leib deines Sohnes in deinen mütterlichen Schooß aufnahmest, und ihn mit Thränen benetztest, Durch deine heftigen Schmerzen, als man den Leib deines geliebten Sohnes in das Grab legte, Wir arme Sünder, wir bitten dich, erhöre uns. Daß du durch das Gefängniß deines göttlichen Sohnes uns die Erlösung von den Banden unserer Sünden erbitten wollest, Daß du durch die schmerzliche Geißelung deines Sohnes die ewige Geißelung von uns abwenden wollest, Daß du durch die schmerzliche Krönung deines Sohnes die Krone der ewigen Herrlichkeit uns erlangen wollest, Daß du durch das ungerechte Urtheil, welches über deinen göttlichen Sohn ausgesprochen wurde, uns am strengen Gerichtstage einen gnädigen Richterausspruch erwirken wollest, Daß du durch die schwere Kreuztragung deines göttlichen Sohnes Geduld und Er gebung in unseren Leiden uns erhalten wollest, bitt für uns, wir bitten dich, erhöre uns. - 219 Daß du durch die Annagelung deines geliebten Sohnes die Vereinigung unseres Her izens mit dem göttlichen Willen erwirken wollest, - Daß du durch den bittern Kreuzestod deines Sohnes uns eine glückselige Sterbstunde Herfleben wollest, Christe, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser. O schmerzenvolle Mutter! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone unser, o Herr. O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr. S O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr. Christe, höre uns. Christe, erhöre uns. Herr, erbarme dich unser... wir bitten dich, erhöre uns.. Carl Vater unser. Gegrüßet seyst du, Maria. Gebeth. Nimm auf, o schmerzhafte Mutter Maria! dieses Gebeth, welches ich jetzt zur dankbaren Erinnerung deiner Leiden und Schmerzen andächtig ver richtet habe. Ich bitte dich durch das Mitleiden, welches du mit deinem göttlichen Sohne auf Erden ges tragen hast, du wollest dich jetzt auch meiner erbar: men, und mir in meiner gegenwärtigen Noth zu Hülfe kommen. O Trösterinn der Betrübten! O - 220 - Helferinn der Nothleidenden! O'Mutter der Barmherzigkeit! die du niemahls einen Betrübten ungetröstet von dir entlassen hast; ach, laß auch mich armen Sünder nicht ohne Trost von dir hinweggehen, sondern erquicke, tröste, erfreue mich mit deiner mächtigen Fürbitte bey deinem göttlichen Sohne. O gütige, o milde, o süßeste Jungfrau Maria. Amen. Maria unter dem Kreuze. Christi Mutter stand voll Schmerzen, Trauernd, mit beklommnem Herzen Bey dem Kreuz, an dem er hing; Er, ihr Sohn, ihr Trost, ihr Leben. Ach, wer kann durch Worte geben, Welch ein Schwert durchs Herz ihr ging? Herber Schmerz hat sie durchdrungen, Von dem Simeon gesungen; O, ein tief verwundend Schwert Hat ihr Mutterherz durchschnitten, Als ihr heil'ger Sohn gelitten; Wer begreift des Leidens Werth? Wer soll bey so großen Peinen Keine Mitleidsthräne weinen? Wer nicht fühlen ihre Noth? Wer erwäget ohne Schauer Der verwaisten Mutter Trauer Über ihres Sohnes Tod? - 221 Ihn für freche Sünder büßen, Ströme Bluts aus Wunden fließen, Hülflos sterben sah sie ihn; Sah den Sohn am Kreuz verlassen, Überhäuft von Schmach, erblassen, Und sein Leben von ihm flieh'n. - Heilge Mutter, Quell der Liebe! Daß ich mich, wie du, betrübe, Weine so um ihn, wie du; Daß ich Jesu Lieb' erkenne, Gegen ihn vor Liebe brenne, O, erbitt mir Kraft dazu! Möcht' ich Schmerz und Reu' vereinen, Über meine Sünden weinen, Für sie büßen lebenslang; Oft im Geist zum Kreuze gehen, Mit dir unterm Kreuze stehen, Ganz erfüllt von Lieb' und Dank! Hilf mir flehen, Gnad' erwerben, Daß mir, wenn es kommt zum Sterben, Heil und Segen widerfährt, Daß Gott mein, als Richter schone! Was kannst du von deinem Sohne Bitten, das er nicht gewährt? Hilf nach überstandnen Leiden Mir zu jenen Himmelsfreuden, Wo die auserwählte Schar 222 Deines Sohnes Thron umringet, Ihm ein ewig Loblied singet. Amen! Dieses werde wahr! — - Gebeth zu dem heiligen Schußengel. O heiliger Schußengel! mein getreuester Füh rer und Beschützer von Jugend an! Ich sage dir den herzlichsten Dank für alle Wohlthaten, welche du mir bis auf diesen Augenblick erwiesen hast. Du hast für mich Tag und Nacht gewacht, mich aus vielen Gefahren des Leibes und der Seele errettet, mich stets beschüßet und bewahret; du hast mich sehr oft vor dem Bösen gewarnet, vor dem Falle behüthet, und nach der Sünde mich zur Buße und Bef ferung ermuntert. Dir muß ich nächst Gott danken, daß ich von der Sünde wieder aufgestanden bin, und mich der Gnade Gottes erfreuen darf. O heiliger Schutzengel! wie soll ich dir alles das vergelten, was du mir Gutes erwiesen haſt? Ich will den festen Vorsatz fassen, deinen Einsprechungen in allem zu gehorchen, und stets in deiner Gegenwart zu wandeln. Höre nicht auf, für mich fortwährend Sorge zu tragen, und mich vor allem Übel des Leibes und der Seele zu bewahren. Werde ich betrübt, so tröste mich; werde ich verfolgt, so beschüße mich; komme ich in Gefahr, so errette mich; bin ich in Nöthen, so hilf mir. In der Un wissenheit lehre mich; in zweifelhaften Dingen un 223 - terweise mich; in meinen täglichen Geschäften leite mich, damit alles zur größern Ehre Gottes geschehe, und ein erwünschtes Ende erreiche. Oheiliger Engel, du getreuester Hüther meiner Seele! du bester Führer meines Lebens! entferne von mir alle Anfechtungen und Bersuchungen, alle unreinen Einbildungen und Begierden; ermuntere mich stets zur Tugend und Frömmigkeit; leite mich an zu einem christlichen Wandel; gestatte nicht, daß ich jemahls in eine Todsünde einwillige. Meine Gebethe und Anliegen bringe vor den Thron Gottes, und erwirke mir durch deine mächtige Fürbitte alles dasjenige, was mir heilsam und ersprießlich ist zum ewigen Leben. Insbesondere erwirb mir bey Gott die Gnade, daß ich aus diesem Leben nicht scheide, ohne bey vollem Verstande und mit würdiger Vorbereitung die heiligen Sacramente der Sterbenden empfangen zu haben; daß ich in dem letzten Streite nicht verzage, sondern standhaft in der Liebe Gottes verharre; daß ich dort einen gnädigen Urtheilspruch aus dem Munde meines göttlichen Heilandes und Richters hören, und Gott in alle Ewigkeit loben und preisen möge. Amen. Gebeth zum heiligen Joseph. O glorwürdigster Nähr- und Pflegevater Jesu Christi, und keuschester Bräutigam der Jungfrau 224 Mariä, heiliger Joseph! ich erfreue mich vom Herzen wegen deiner Heiligkeit, und wegen der Ehre, deren du gewürdiget worden bist. Dir hat Gott der Bater seinen eingebornen Sohn sammt dessen jungfräulichen Mutter gnädigst anvertraut; dich hat er zum Vorsteher und Verwalter seines heiligen Hauses erwählet. Ich als ein verlassenes Kind Evens erwähle dich zu meinem liebreichsten Vater und Herrn über alles, was ich habe und bin. Dir vertraue ich an meinen Leib und meine Seele; dir übergebe ich mich und meine Angehörigen. Leite und regiere uns, erhalte uns in Frieden und Einigkeit, bewahre uns vor allem Übel, und führe uns zu allem Guten. Daher werfe ich mich vertrauensvoll in deine Arme, klage dir meine Nöthen und Bedürfnisse, und bitte dich durch die Fülle der Gnaden, womit dich der höchst gütige Gott begabet hat, du wolleft meine wehmüthigen Seufzer gnädig anhören, und durch deine Fürbitte mir die Gnade erwerben, diejenigen Tugenden in mein Herz zu pflanzen, in wel chen du uns in deinem Leben vorgeleuchtet hast, und in deinen Armen gottselig zu sterben. Amen. Gebeth 1 zu der heiligen Mutter Anna. Sen gegrüßet, du hochgebenedente Mutter, heilige Anna! du bist selig, weil du Mariam geboren hast, die voll der Gnade ist, und von welcher unser Herr und Heiland entsprossen ist. Ich erfreue 225 mich wegen deines Nahmens Anna, der so viel als Gnade bedeutet. Durch die Gnade Gottes hast du Mariam, die Gnadenvolle geboren, und durch sie den Ursprung aller Gnaden, Jesum Christum, uns erworben. 1 1 Ach, wir elende Kinder Evens vermögen gar nichts ohne die Gnade Gottes. Von der Gnade Gottes hängt unser Heil und Segen, unsere Tugend und Frömmigkeit, unsere ewige Seligkeit ab. Ognadenreiche Mutter Anna! ich bitte dich daher flehentlich, du wollest mir bey Jesu die Gnade erwerben, daß ich in allen meinen Gebethen und Anliegen von ihm gnädig erhöret werde, so oft es Gottes Wille, und mir heilsam ist zum ewigen Leben. O auserwählte Mutter Anna! zu dir flehe ich, du wollest mich und meine Angehörigen unter deinen besondern Schuß nehmen, wie eine liebende Mutter für uns Sorge tragen, und nicht zulassen, daß uns an Leib oder Seele ein Schaden zugefüget werde; du wollest uns die Gnade erwerben, daß wir in der Liebe Jesu und Mariä stets zunehmen, all unser Thun und Lassen zur Ehre Jesu und Mariä einrichten, und alle unsere Leiden und Widerwärtigkeiten aus Liebe zu Jesu und Mariä geduldig ertragen. Endlich bitte ich dich, du gnadenvolle Mutter Anna! du wollest mir, meinen Angehörigen, und allen Menschen die Gnade erwirken, daß wir alle in der Gnade Gottes sterben, und der ewigen Anschauung Gottes theilhaftig werden. Amen. - 220 - Gebeth zum heiligen Ignatius. Glorwürdiger Bater Ignatius! ein Mann nach dem Willen und Herzen Gottes! der du mit großer Liebe und brennendem Seeleneifer entflammt, alle Menschen zu der Erkenntniß und Liebe Gottes zu bringen beslissen warest; dich erwähle ich mir jetzt zu meinem Fürsprecher und Beschüßzer, mit der flehentlichen Bitte, du wollest mich als dein Pflegkind annehmen, durch deine Fürbitte mich in dem wahren Glauben erhalten, mich zur Erkenntniß meiner selbst, zur wahren Reue und Buße führen, mich zu einem frommen, christlichen Wandel ermuntern, mein Herz von der Liebe der Welt abziehen, und es zur Liebe Gottes und des Nächsten bewegen. Oheiliger Vater Ignatius! dessen Herz stets von der Liebe zu Gott entflammet war, dessen Mund fast nichts anderes, als den süßen Nahmen Jesu aussprach, und der alles zur größeren Ehre Gottes that und duldete! erhalte mir von Gott die Gnade, daß ich durch dein Beyspiel ermuntert, nichts anders wisse, suche und liebe im Himmel und auf Erden, als Jesum, meinen Herrn und Heiland. Entzünde durch deine Fürbitte mein kaltes Herz mit dem Feuer der göttlichen Liebe, und mache, daß auch ich den süßen Nahmen Jesus stets im Herzen und Munde trage, und alles thue und leide zur größeren Ehre Gottes. Hilf mir, daß ich, von dem Feuer der 227 - göttlichen Liebe entzündet, und mit dem heiligsten Nahmen Jesu bezeichnet, nichts anderes denke, wünsche, rede und thue, als was Gott wohlgefällig ist, und zu seiner größeren Ehre gereichet. Nun ge= traue ich mir, durch Jesu Nahmen gestärkt, alles Kreuz und Elend, alle Noth und Angst, alle Widerwärtigkeiten und Verfolgungen mit Ergebung in den göttlichen Willen, mit Freudigkeit und Stand: haftigkeit um des Nahmens Jesu willen zu ertragen. Oheiliger Ignatius! dessen Herz und Wille jederzeit mit dem Willen Gottes vollkommen vereiniget waren, so daß sie überall und jederzeit Gottes Ehre zu befördern suchten; erhalte auch mir die Gnade, daß ich recht oft mit dir seufze: O mein Gott! o einzige Liebe meines Herzens! wie wenig achte ich der Welt, wenn ich den Himmel anschaue! O daß doch, o Gott! dich alle Menschen recht erken= neten; daß doch alle dich von ganzem Herzen und über alles liebeten! mein Gott und Herr! Ich übergebe dir meinen Verstand, meinen Willen, meine Freyheit; denn alles, was ich habe, und bin, hast du mir gegeben; daher übergebe ich dir alles, um mich ganz nach deinem Wohlgefallen zu leiten und zu regieren. Gib mir nur deine Liebe und deine Gnade, damit ich hier auf Erden stets nach deinem heiligsten Willen lebe, dort aber im Himmel mich ewig deiner Anschauung erfreuen möge. Amen. - 228 1 Gebeth zum heiligen Antonius von Padua. Heiliger Antonius, ein Spiegel der Tugend, ein getreuer Fürsprecher in allen Nöthen und Bedrängnissen! erwirke mir durch deine mächtige Fürbitte von Gott Trost und Hülfe in meiner Widerwärtigkeit, in welcher ich sehr beängstiget werde. Mit großem Vertrauen trage ich dir mein gegenwärtiges Anliegen vor; erhöre die Seufzer meines hart bedrängten Herzens, und bitte für mich bey Gott, daß er mich bald aus dieser Gefahr errette, aus dieser Noth mich befreye, und ich werde die Wunder seiner Güte rühmen und preisen, und sein Lob jederzeit verkündigen. Sollte es aber Gott wohlgefällig, und mir zum ewigen Seelenheile ersprießlich seyn, daß ich dieses Leiden länger trage, so geschehe sein heiligster Wille. Nicht mein, sondern Gottes Wille geschehe.. Was Gott thut, ist recht gethan. Insbesondere aber erwirke mir, o heiliger Antonius! von Gott die Gnade, daß ich mit eben sol cher Reinigkeit, Andacht, Demuth und Liebe, wie du, Jesum recht oft in dem heiligsten Altars- Sacramente empfange; daß ich in der legten Krankheit durch eine würdige heilige Communion gestärkt, die Bitterkeit des Todes überwinde, und durch alle Ge fahren des Heiles sicher zur himmlischen Glorie geführet werde, um mich mit dir und allen Engeln 229 und Heiligen Gottes ewig in Jesu zu erfreuen. Amen. - - Gebeth zum heiligen Franciscus Xaverius. Oheiliger Franciscus Xaverius! du großer Apostel der Indier! ich grüße und verehre dich herzlich, und erfreue mich wegen deiner großen Tugend und Heiligkeit und Gnade bey Gott, durch welche du so viele tausend Ungläubige zum christlichen Glauben bekehret hast, und die alte und neue Welt mit une zähligen Wundern erleuchtest. O heiliger Xaverius! deine mächtige Fürbitte bey Gott rühmen so viel bes drängte Menschen, welche dadurch aus ihren Nöthen sind errettet worden. Daher komme auch ich mit großem Vertrauen zu dir, der du eine sichere Zuflucht aller trostlosen und verlassenen Seelen bist. Ich wende meine gefalteten Hände zu dir, und bitte flehentlich, du wollest mich dem gnadenreichen Herzen Jesu empfehlen, und mir von demselben die Er hörung meiner Bitte erwirken. Heiliger Xaverius! der du jederzeit eine beson dere Andacht und Liebe zu Jesu dem Gekreuzigten in deinem Herzen getragen hast; ich bitte dich durch deine Mühe und Arbeit, durch deine beständigen Verfolgungen und Todesgefahren, welche du um der Liebe Jesu willen ausgestanden hast, erhalte mir durch deine Fürbitte bey Jesu die Gnade, daß er mich aus gegenwärtiger Noth N. errette. - 230 — Sollte es aber Gott gefallen, und meinem Seelenheile nützlicher seyn, daß ich mein Kreuz noch länger trage; so bitte ich, du wollest mir die Gnade erwirken, daß ich mit Geduld und Standhaftigkeit dieses Übel, diese Widerwärtigkeit aus Liebe zu meinem gekreuzigten Heilande übertrage; daß ich dir auch in der Keuschheit und in der Liebe Gottes und des Nächsten nachfolge; daß ich endlich wie du, unter Anrufung des süßesten Nahmens Jesu, und in den Armen des gekreuzigten Erlösers gottselig sterbe. Amen. Gebeth zur heiligen Barbara. Sen gegrüßet, o heilige Barbara! du Spiegel der jungfräulichen Reinigkeit, du Muster der christ lichen Starkmüthigkeit! du hast nach der Erkenntniß des Evangeliums dein Herz dem göttlichen Heilande ganz übergeben, und dich mit ihm so fest vermählet, daß weder irdische Hoheit und Ehren der Welt, noch die Schmeicheleyen und Drohungen deines grausamen Vaters dich von der Liebe Jesu trennen konnten, bis du endlich nach vielen unaussprechlichen Martern von deinem leiblichen Vater selbst enthaup tet wurdest, und die doppelte Siegeskrone der Marter- und Jungfrauschaft im Himmel erkämpfet hast. O glorwürdige Jungfrau und Märterinn Barbara! ich bitte flehentlich, du wollest durch deine Fürbitte mir die Gnade von Jesu erwirken, daß ich 231 in der Treue und Liebe Jesu standhaft verharre; daß ich nie von der Begierlichkeit der Augen, von den Lüsten des Fleisches, von der Hoffart des Lebens bethöret und verführet werde, und von Gott, meinem höchsten Gute abweiche. Erbitte mir auch die christliche Starkmüthigkeit, damit ich mit Geduld und Standhaftigkeit alle Leiden, Widerwärtigkeiten und Verfolgungen dieser Welt aus Liebe zu Gott überwinde, und die Krone der ewigen Herrlichkeit er lange. O christliche Heldinn, heilige Barbara! du bist eine besondere Beschüßerinn der Sterbenden! ich bitte dich daher durch dein für Christus vergossenes Blut, du wollest mir von ihm die Gnade erhalten, daß ich nicht ohne würdigen Empfang des heiligsten Altars- Sacramentes von dieser Welt scheide, sondern daß ich in meiner letzten Krankheit mit Jesu in der Gnade und Liebe vereiniget, selig im Frieden entschlafe. Amen. Gebeth zur heiligen Apollonia.. O glorwürdige Jungfrau und Märterinn Apol lonia! du hast mit einer wunderbaren Geduld und heldenmüthigen Standhaftigkeit unaussprechliche Peinen und Schmerzen durch Zerbrechung der Zähne und Kinnbacken an deinem Leibe erlitten, und endlich in den Flammen des Feuers deine unbefleckte Seele in die Hände deines himmlischen Bräutigames Jesu 232 übergeben. Ich bitte dich durch eben diese grausamen Martern; du wollest mir von der göttlichen Barmherzigkeit die Gnade erwerben, daß ich durch deine Fürbitte vor den Schmerzen der Zähne und des Leibes bewahret, und davon befreyet werde, oder dieselben nach deinem Beyspiele standhaft und geduldig ertrage, so lange es Gott wohlgefällig seyn wird. 1 - Ich bitte dich aber vorzüglich, du wollest durch deine Fürbitte das Feuer der vollkommenen Liebe Gottes in meinem kalten Herzen anzünden, damit ich durch die ganze Zeit meines Lebens nichts anderes wünsche, suche und verlange, als meinem Hei lande Jesu täglich mehr und mehr zu gefallen, und seines Umganges ewig mich zu erfreuen. Amen. Gebeth zu dem heiligen Nahmens- Patrone. Oheiliger Nahmens Patron N.! ich freue mich herzlich wegen deiner Freude und Herrlichkeit, wel che du jetzt in dem Himmel genießest. Ich wünsche vom Grunde meines Herzens, daß du auch von den Menschen auf Erden würdig geehret und geliebet werden mögest. Ich empfehle die mit kindlichem Ver trauen meinen Leib und meine Seele, ich übergebe mich ganz deinem Schuße und deiner Fürsorge, und nehme mir kräftig vor, dich allezeit bis in den Tod als meinen erwählten Beschützer und Fürsprecher bey Gott zu verehren und zu lieben. 233 So nimm mich also an zu deinem Pflegkinde; setze mich in die Zahl derer, welche du besonders liebest, und höre nimmer auf, den lieben Gott für mich zu bitten. Tröste mich in der Widerwärtigkeit, stärke mich in der Anfechtung und Versuchung, be= schütze mich in den Gefahren, und stehe mir bey in dieser gegenwärtigen Noth. 1 - Dein heiliges Leben sey mir ein Vorbild der Nachahmung; deine Starkmüthigkeit sey mir ein Antrieb zur christlichen Geduld; deine Reinigkeit er muntere mich zur Keuschheit des Leibes und der Seele; deine Andacht erwecke mich zum Eifer im Gebethe; deine Liebe entflamme mein Herz, Gott, das höchste Gut, über alles zu lieben. All' mein Thun und lassen, mein Kreuz und Leiden, meine Arbeiten und Geschäfte des heutigen Tages, und meines ganzen Lebens, opfere ich dir auf; du wollest sie alle mit den Thaten und Leiden Jesu vereinigen, und dem himmlischen Vater zu seiner größeren Ehre und zu meinem Seelenheile darbringen. Wenn endlich die Stunde meines Todes herannahet, so empfehle ich dir meine Seele mit der zuversichtlichen Hoffnung, du werdest sie, die durch das Blut Jesu so theuer erkauft ist, sorgfältig be= wahren, und sie gegen alle Gefahren und Feinde meines Heiles beschüßen. Sobald aber meine Seele vom Leibe wird geschieden seyn, wollest du sie auf nehmen, und zu Gott ihrem Schöpfer im Himmel hinführen. Amen. 20 - 234 - Andacht für die leidenden Seelen im Fegefeuer. Vorerinnerung. Diejenigen Seelen, welche zwar in der Gnade Gottes aus dieser Welt hinwegscheiden, aber doch noch kleinere läßliche Sünden auf sich haben, oder für ihre begange nen Sünden noch nicht hinreichend genug gethan, und daher manche zeitliche Strafen dort noch abzubüßen haben, kommen nach der Lehre unserer heiligen katholischen Kirche in das Fegefeuer. Der höchst barmherzige Gott wird solche Seelen nicht auf ewig von sich verstoßen; aber auch in den Himmel können sie nicht eingelassen werden, bis sie vollkommen von aller Makel der Sünde gereiniget sind, und die noch übrigen zeitlichen Strafen ganz abgebüßt haben; denn nichts Unreines, wie die heilige Schrift sagt, kann in das Himmelreich eingehen. Es ist daher von Gottes Barmherzigkeit und Gerechtigkeit ein Mittelort, das Fegefeuer bestimmt und angeordnet worden, wo diese Seelen ihre Reinigung ganz volls enden, und für ihre noch übrigen Strafen büßen können. Die Leiden, welche die Seelen zu ihrer vollkommenen Reinigung und Abbüßung dort zu erdulden haben, sind groß und schmerzlich, und insbesondere leiden sie dadurch überaus viel, daß sie der Anschauung Gottes noch beraubt sind, wornach sie sehnsuchtsvoll verTangen. Wir stehen mit den leidenden Seelen im Fegefeuer in heiliger Gemeinschaft, und sind mit ihnen durch das Band der Liebe und Fürbitte verbunden. Unter den leidenden Seelen sind vielleicht auch unsere Ältern, Geschwi 235 ster, Blutsverwandte, Freunde und Wohlthäter, denen wir eine besondere Liebe und Dankbarkeit schuldig sind. Wer sollte nicht sehnlichst wünschen und verlangen, diesen leidenden Seelen Trost und Hülfe gewähren, und ihnen auch dort noch Liebe und Dankbarkeit erweisen zu können? — Die Mittel, welche uns die heilige Religion darbiethet, den leidenden Seelen im Fegfeuer zu Hülfe zu kommen, sind: Das heiligste Meßopfer, wenn wir es zum Troste und zur Hülfe der leidenden Seelen Gott dem himmlischen Vater im Geiste der Liebe aufopfern; das Gebeth; Almosen zum geistlichen Troste und Verdienste derselben austheilen; Fasten, oder andere Abtödtungswerke für sie verrichten, und Gott aufopfern; Kreuz und Widerwärtigkeiten Jesu zu Liebe leiden, und das Verdienst der Genugthuung für sie Gott darbringen; die von der heiligen Kirche verliehenen Ablässe zu gewinnen suchen, und dieselben für die leidenden Seelen fürbittweise Gott darbringen. Damit wir aber selbst dem Fegefeuer entgehen mö gen, so sollen wir stets fromm und gottselig leben; wir follen unsere bösen Neigungen und Begierden bezähmen und unterdrücken; für die begangenen Sünden der götte lichen Gerechtigkeit nach Kräften genug thun; alles Kreuz und Leiden im Geiste der Buße geduldig ertragen, und es zur Genugthuung für die verdienten zeitlichen Strafen Gott aufopfern; wir sollen Werke der Nächstenliebe und Barmherzigkeit ausüben, und dadurch unsere Sünden gut zu machen suchen; wir sollen manche Werke der Abtödtung und Selbstverläugnung auf uns nehmen, und dadurch die Schuld und Strafe unserer Sünden abzubüßen trachten; endlich sollen wir alle Beschwerden und Mühseligkeiten dieses Lebens geduldig ertragen, in der 236 Absicht, Gottes Gnade und Barmherzigkeit dadurch zu verdienen. ▬▬▬▬ - Gebethe für die leidenden Seelen im Fegefeuer. Gebeth zu Gott dem Vater. O himmlischer Vater! ein Vater der Erbarmungen! dessen Barmherzigkeit Himmel und Erde erfüllet! ach lasse doch diese deine Barmherzigkeit auch über die Seelen im Fegefeuer sich verbreiten, welche da große Angst und Schmerzen zu leiden haben. Sieh an diese armen Seelen, die du nach deinem Ebenbilde erschaffen hast. Dein- eingeborner Sohn hat für sie am Stamme des heiligen Kreuzes den bittersten Tod gelitten, und mit seinem kostbarsten Blut die Schuld ihrer Sünden getilget. Nimm gnädig an diesen theueren Preis ihrer Erlösung, o liebster Bater, und erbarme dich aller armen Seelen, insbesondere dieser N. nach deiner großen Barmherzigkeit. Amen. Gebeth zu Gott dem Sohne. O Jesu! du unerschöpfliche Quelle der Gnade und Barmherzigkeit! erbarme dich der leidenden Seelen im Fegefeuer; denn sie sind eben dieselben, für welche du Mensch geworden bist, und dich erniedri get hast bis zur Knechtesgestalt; für welche du unaussprechliche Peinen und Martern gelitten; für wel che du am Kreuze dein kostbarstes Blut vergossen 237 hast. O mildreichster Jesu! ach lasse doch die unendlichen Früchte deines Leidens und Sterbens allen leidenden Seelen im Fegefeuer, insbesondere dieser N. zu Gute kommen, und gewähre ihnen eine baldige Erlösung aus dem qualvollen Orte ihrer Reic nigung und Abbüßung. Amen. - - Gebeth zu Gott dem heiligen Geiste. O heiliger Geist! ein Gott der Liebe und des Trostes! ach, viele Seelen befinden sich in dem Fegefeuer, und leiden große Qual. O Vater der Armen! höre das Flehen dieser leidenden Seelen, erfülle sie mit dem Troste und der Hoffnung ihrer baldigen Erlösung, und komm ihnen mit deiner Gnade zu Hülfe in ihrer großen Noth. O heiliger Geist! du Tröster aller Bedrängten! es sind ja dieselben Seelen, die du in der heiligen Taufe geheiliget hast, wodurch sie zu Kindern und Erben Gottes angenommen wurden. Erquicke sie daher mit deinem Gnadenthaue in der Gluth ihrer Peinen, errette sie bald aus ihrem Kerker, und führe sie zu dem göttlichen Throne, wo sie ohne Ende dich anbethen, loben und preisen werden. Amen. Gebeth zur seligsten Jungfrau Maria. O Maria, Mutter der Barmherzigkeit! siehe an die Seelen deiner Diener und Dienerinnen, die durch das kostbarste Blut deines göttlichen Sohnes so theuer erlöset sind; sie seufzen und rufen zu dir 238 aus ihrem feurigen Kerker. Erbarme dich ihrer, und zeige ihnen Jesum, die gebenedeyte Frucht deines Leibes, damit sie bald aus diesem Orte der Qualen erlöset werden, und zur Anschauung Gottes gelangen mögen. Durch Jesum Christum unseren Herrn. Amen. - - Gebeth zu den heiligen Schußengeln. O ihr heiligen Schußengel, denen Gott das Heil der Seelen anvertrauet hat! Sehet, in dem Orte der Reinigung befinden sich viele euch anvertraute Seelen, die des Trostes und der Hülfe beraubt seufzen. Sie rufen um Hülfe und Trost, und brennen vor Verlangen und Sehnsucht, bey euch zu seyn. O ihr heiligen Engel! bittet für sie bey Gott, damit er ihnen die noch rückständigen Etrafen ihrer Sünden gnädig nachlasse; erwirket ihnen in ihren Peinen Erquickung, Trost und Stärkung, und füh ret sie bald in die ewigen Himmelsfreuden, wo sie Gott ohne Ende anschauen, lieben und genießen wer den. Amen. Gebeth zu den Heiligen Gottes. ihr auserwählten Freunde Gottes! Erbarmet euch der Seelen eurer Brüder und Schwestern, welche in dem Orte der Reinigung leiden und seufzen, und sehnsuchtsvoll nach Erlösung schmachten. Sie gehören in eure Gesellschaft, sie sind durch das Band der Liebe mit euch verbunden, und sie wer - 239 - den nur wegen ihrer Sündenschuld, die sie noch nicht ganz getilgt und abgebüßt haben, in dem Orte der Peinen zurückgehalten. O ich bitte, tretet vor den Thron der hochheiligsten Dreyeinigkeit, bringet Gott dar die unendlichen Verdienste des Leidens und Sterbens feines eingebornen Sohnes, vereiniget eure Bitte mit meinem unwürdigen Gebethe, und erwirket ihnen eine baldige Befreyung aus dem qualvollen Kerker, damit sie in eurer Gesellschaft sich in Gott ihrem Heile ewig erfreuen mögen. Amen. Aufopferung der heiligen Messe zum Troste der Seelen im Fegefeuer. Herr Jesu Christe! der du das Opfer der heis ligen Messe zum Heile der Lebenden und Abgestorbenen eingesetet hast. Ich flehe zu dir mit meinem unwürdigen Gebethe, du wollest die Kraft dieses heiligsten Meßopfers für alle Seelen, welche im LinFegefeuer zu büßen haben, gereichen lassen zur derung ihrer großen Peinen, zur völligen Tilgung ihrer Sündenschuld, zur Erlangung ihrer baldigen Erlösung, und gib auch mir die Gnade, daß ich noch vor meinem Tode alle zeitlichen Strafen meiner Sünden tilge und abbüße, und nach demselben bald zur Anschauung Gottes gelangen möge. O allergütigster Jesu! Ich bitte, du wolleft dieses heilige Meßopfer, und alle Fürbitten der Engel und Heiligen in Vereinigung mit deinem blu 240 tigen Versöhnungsopfer am Kreuze deinem himmli schen Bater darbringen, damit durch den unendlichen Werth deines kostbarsten Blutes alle armen Seelen, insbesondere diese N. aus dem Orte ihrer schmerzlichen Reinigung bald mögen erlöset werden. Amen. — 1 Gebeth für verstorbene Brüder, Freunde und Wohlthäter. Psalm 129. Aus der Tiefe rufe ich, Herr! zu dir. Herr! erhöre meine Stimme. Neige deine Ohren zur Stimme meines Flehens. Ach, Herr! Willst du die Sünden ahnden, Herr, wer wird vor dir bestehen? Doch bey dir ist Vergebung, damit man dich verehre. Ich harre auf den Herrn. Meine Seele vertrauet auf ihn. Auf seine Verheißung verlasse ich mich. Meine Seele harret auf den Herrn, mehr als Wachende auf den Morgen. Israel vertraue auf den Herrn, denn bey ihm ist Barmherzigkeit, und überflüssige Erlösung. Er wird auch Israel erlösen von allen seinen Sünden. V. Herr! gib ihnen die ewige Ruhe. R. Und das ewige Licht leuchte ihnen. 241 Gebeth. O Herr! der du Versöhnung und Gnade uns verleihest, und willst, daß alle Menschen selig wer den sollen; wir flehen zu deiner Barmherzigkeit, daß du unsere Brüder, Freunde und Wohlthäter, welche aus diesem Leben bereits abgeschieden sind, durch das Leiden und Sterben deines eingebornen Sohnes, durch die Fürbitte der seligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen Gottes zur Gemeinschaft der ewigen Seligkeit gelangen lassen mögest. O Gott! Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen! verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Verzeihung aller ihrer Sünden, damit sie die gnädige Nachlassung, welche sie allezeit gewünschet haben, durch gottseliges Fürbitten erlangen. Der du lebest und regierest mit Gott dem Vater, in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 1 - V. Herr! gib ihnen die ewige Ruhe; R. Und das ewige Licht leuchte ihnen. V. Von den Pforten der Hölle; R. Errette, o Herr, ihre Seelen. V. Und die Seelen aller abgestorbenen Christgläubigen lasse durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden ruhen. R. Amen. 21 242 - Am jährlichen Gedächtnißtage der Verstorbenen. An des Gerichtes großem Tage, Nach Davids und Sibyllens Klage, Versinket einst in Asche diese Welt. O, welch ein Schrecken wird entstehen, Wenn wir den Richter kommen sehen, Der nun Gericht von unserm Leben hält. Wenn der Posaune Schall erklinget, Der in die tiefsten Gräber dringet, Wird kein Geschöpf des Richters Aug entgeh'n. Der Tod und die Natur wird beben, Wenn alle Menschen zu dem Leben, Und zu der strengen Rechenschaft erſteh'n. Dann wird ein Buch von allen Tagen, Von allen Werken aufgeschlagen, Nach dem der Erdenkreis gerichtet wird. Dieß wird auch die geheimsten Thaten dit Vor seinem Richterstuhl verrathen; Nichts bleibet ungerächt, nichts unberührt. Was werd' ich dann, ich Armer, sagen, Da die Gerechten selber zagen? Zu wem werd' ich um Schuß und Beystand fleh'n? Furchtbarer König! Quell der Gnaden! Der nur aus Güte mich geladen, Erbarmer! laß mich nicht zu Grunde geh'n! 243 O Jesu! denk, daß du das Leben Für mich genommen, und gegeben; Berdamme mich nicht einst zur Höllenpein! Du gingest müde, mich zu suchen, Du ließest dir am Kreuze fluchen; Laß diese Mühe nicht verloren seyn! — Gerechter Richter unsrer Sünden! Laß uns bey dir Vergebung finden, Noch vor dem Tag der strengen Rechenschaft! Ich seufze, von der Schuld geschrecket, Das Angesicht mit Scham bedecket, Verschon', o Gott, gib meinen Bitten Kraft! Du hast der Sünderinn verziehen, Dem Schächer Gnad' am Kreuz verliehen! Dieß ist, was mir auch Trost und Hoffnung bringt. Ich bin's zwar unwerth, weh' mir Armen! Doch mach', o Herr! durch dein Erbarmen, Daß mich nicht einst der Hölle Gluth verschlingt. Laß mich zu deiner Rechten stehen, Mich unter deinen Schafen sehen, Und stelle mich nicht zu den Böcken hin. Wenn wider sie dein Zorn entflammet, Dein Urtheil sie zur Pein verdammet; Gib, daß ich bey den Auserwählten bin! Zerknirscht, mit reuigem Gemüthe, Fleh' ich zu deiner Vatergüte, Laß dir mein End', o Gott, empfohlen seyn! 244 Und führe, die im Glauben starben, Die Seligkeit noch nicht erwarben, Zur Himmelsfreud' und ew'gen Ruhe ein! - - Heiligung der Sonn- und Feyertage. Borerinnerung. Die Die Heiligung der Sonn- und Feyertage besteht nicht darin, daß man an diesen Tagen eine heilige Messe und eine Predigt höre, und die übrige Zeit des Tages mit Müßiggang, üppigkeit, Spielen, Essen und Trinken zubringe, wie dieß leider! öfter geschieht. Die Sonnund Feyertage gehören Gott zu, und dem Heile unse rer Seele. Die Pflicht des Christen besteht also darin, daß er an Sonn- und Feyertagen 1) der heiligen Messe mit An dacht beywohne, und die Predigt mit Aufmerksamkeit anhöre; 2) daß er auch seine Angehörigen, und insbesondere seine Dienstleute zur Anhörung der heiligen Messe und der Christenlehre anhalte; 3) daß er den nachmittägigen Gottesdienst nach Möglichkeit besuche, und seine Hausgenossen dazu verhalte; 4) daß er zu Hause einige Zeit mit Lesung geistlicher Bücher zubringe, oder mit den Seinigen fromme Gespräche führe; 5) daß er seine Kinder und Hausgenossen in den Wahrheiten der Religion unterweise, sie darüber befrage, und zur Befolgung derselben aneifere; 6) daß er sie auf ihre Fehler auf merksam mache, ste zur Besserung ermahne, und belehre, wie sie tugendhaft und Gott wohlgefällig wandeln sollen; 7) daß er an diesen Tagen die heiligen Sacramente der Buße und des Altars empfange, und auch seine Angehörigen dazu ermuntere; 8) daß er Arme und 245 Nothleidende unterstüße, Betrübte tröste, Kranke besuche, oder sie verpflege, und andere Werke der Nächstenliebe und Barmherzigkeit ausübe. 9) Endlich soll er eine Gewissensprüfung vornehmen, ob er in der zurückgelegten Woche seine Pflichten genau erfüllet, ob er nichts Gutes unterlassen, ob er kein Geboth Gottes übertreten habe, ob er den engen Weg zum Himmel stets gegangen sey. Fragen, welche man an Sonn- und Feyertagen an sich stellen soll. 1) Meine Seele! du bist von Gott erschaffen, um hier auf Erden ihm allein zu dienen, ihn stets zu lieben und zu ehren, und dadurch ewig selig zu werden. Sage, wie hast du diesem Ziele nachgestrebet? Ach, unnüß sind deine Lebenstage verflos sen. Gleich der Spinne hast du viel gearbeitet, aber wenig genützet, weil du deine Arbeiten nicht aus Gehorsam und Liebe zu Gott verrichtet hast, sondern bloß aus irdischen Absichten. Fasse daher den Borsaß, und sage zu dir selbst: Heute will ich anfangen, Gott recht zu dienen, vor allem nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit streben, alles thun und leiden aus Liebe zu Gott und zum Heile meiner Seele. - 2) Meine Seele! Allen Menschen ist bestimmt, einmahl zu sterben, darnach aber gerichtet zu wer: den. Auch dir wird einst die Stimme von oben ankündigen: Du sollst sterben, und nicht mehr leben. 246 Wann? das weiß Gott allein; vielleicht bald, und gewiß eher, als du es vermuthest. Daher thue jetzt, was du auf dem Todbette wünschest, gethan zu haben. Lebe so, damit du zum Eterben allezeit bereit seyest. - — 3) Meine Seele! was mußt du thun, um das ewige Leben zu erlangen? Halte die Gebothe Gottes. Du sollst Gott deinen Herrn lieben über alles, und den Nächsten, wie dich selbst. Weder die Unkeuschen, noch die Diebe, weder die Geizigen, noch die Trunkenbolde, weder die Verleumder, noch die Räuber werden das Reich Gottes besitzen. Willst du also zum ewigen Leben eingehen, so verläugne dich selbst, nimm dein Kreuz auf dich, folge dem göttlichen Heilande nach, und halte seine Gebothe; denn Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, als durch ihn. - 4) Meine Seele! Du verlangest ewig selig zu werden. Und das ist auch, was sich alle Menschen wünschen, und Jesus allen seinen treuen Anhängern verheißen hat. Aber welchen Weg hat Jesus zur ewigen Seligkeit gezeigt? Was führet uns dahin? Nicht Sinnenlust und irdische Freuden, nicht Ehre und Beyfall der Welt, nicht Reichthum und Schätze der Erde; sondern Jesus sagte: Selig sind die Armen im Geiste; selig sind die Sanftmüthigen, selig sind die Friedfertigen; selig sind, die nach der Gerechtigkeit hungert und durstet; selig sind, die da trauern und weinen; selig sind, die um der Ge - 247 rechtigkeit willen Verfolgung leiden; selig sind, die eines reinen Herzens sind. Und Jesus, die ewige Wahrheit, kann nicht irren. Hinweg also mit der Welt und ihren betrieglichen Gütern und Freuden. Die Welt mit ihrer Lust vergeht; wer aber den Willen Gottes thut, der bleibt in Ewigkeit. So will ich von nun an Gott in Allem eifrig dienen, Gott vom Herzen über Alles lieben, und seine heiligen Gebothe stets genau beobachten, und in Gott meinem Herrn ewig mich erfreuen. Amen. - Verschiedene Tugendübungen, die täglich, vorzüglich aber an Sonn- und Feyertagen vorzunehmen sind. Am Morgen. Mein Herr und Gott! Ich danke dir für die in dieser Nacht, und für alle mir erwiesenen Wohl= thaten. Es reuet mich vom Herzen, daß ich dich, mein höchstes, liebenswürdigstes Gut, jemahls erzürnet habe. Ich will mich heute und jederzeit vor der Sünde, und vor aller Gefahr zu fündigen, sorg: fältig büthen, und ich bitte, du wollest mich eher in deiner Gnade sterben, als in eine Todsünde fallen lassen. Ich erkläre vor dem Angesichte meines gekreuzigten Heilandes, in Gegenwart der seligsten Jungfrau Maria, meines heiligen Schußengels und aller 248 Heiligen Gottes, daß ich alle Gedanken, Einbildun gen, Neigungen und Begierden, welche gegen den Glauben und die Hoffnung, gegen die Liebe Got tes und des Nächsten, gegen die Keuschheit, Geduld und andere Tugenden sind, und mich in Versuchung führen könnten, verabscheue, daß sie meinem Willen ganz entgegen seyen, und daß ich nie in dieselben einwilligen werde. Ich bitte daher, o göttlicher Heiland! du wol fest mir wider alle Anfechtungen und Gefahren der Sünde deine Gnade verleihen, und mich in meinem Vorsate stärken, lieber zu sterben, als dich, mei nen Gott, das höchste Gut, mit einer schweren Sünde mehr zu beleidigen. O Gott, der du aller Liebe und Anbethung höchst würdig bist! Ich opfere dir demüthig auf alle meine Gedanken, Wünsche, Worte und Werke, alles Kreuz und Leiden, alle Beschwerden, Unbilden und Verfolgungen, alle Gebethe und Verrichtungen des heutigen Tages und meines ganzen Lebens, und erkläre, daß ich alles, was deinem heiligsten Willen daran mißfällig ist, vom Herzen verabscheue und verwerfe. Ich übergebe dir meinen Leib und meine Seele, meinen Verstand und mein Gedächt= niß, meinen Willen und alle meine Sinne; denn dir allein, o Gott! will ich in Allem dienen, dich allein jederzeit lieben, dein Wohlgefallen allein mir erwerben. Amen. - - - 249 - 2[ n be t Dung. Ich bethe dich an, o allerheiligste Dreyeinig. keit, Vater, Sohn, und heiliger Geist; drey Pers fonen, ein einiger Gott, erster Ursprung, und leßztes Ziel und Ende aller Dinge! Ich werfe mich nieder mit der tiefsten Demuth vor dem Angesichte deis ner göttlichen Hoheit und Majestät. Ich erfreue mich, daß du feyest, der du bist, mein Herr und Gott, unendlich vollkommen an Allmacht, Güte, Weisheit, Heiligkeit und Herrlichkeit. Und weil ich dich, o mein Gott! über alles ver chre, daher liebe ich dich auch über alles; nicht bloß darum, weil du gegen mich höchst gütig bist, sondern weil du von dir selbst das allervollkommenste Wesen, und deßhalb aller Liebe und Anbethung höchst würdig bist. Gib nur, o großer Gott! daß ich und alle Menschen dich hier auf Erden recht erkennen, dir eifrig dienen, dich über alles lieben, dir in Allem gehor. sam seyn, und uns deiner Gnade und deines Segens würdig machen, nach diesem Leben aber uns ewig deiner Anschauung erfreuen mögen. Amen. übung des Glaubens. O mein Gott und Herr! du bist allwissend im Erkennen, höchst wahrhaft in deinen Aussagen, und unfehlbar in deinen Offenbarungen. Ich glaube fest und unerschütterlich, daß du von Ewigkeit her bist 250 und bleiben wirst der Herr Himmels und der Erde, ein Belohner des Guten, ein Bestrafer des Bösen, der mich nach seinem Ebenbilde mit einer unsterbli chen Seele erschaffen hat, ohne dessen Gnade ich nichts Gutes zu wirken vermag. Ich glaube auch, daß du, o Gott! einig seyest in der Gottheit, dreyfach in den Personen; daß Gott Vater mich erschaf fen habe; daß Gott Sohn aus Liebe zu uns Menschen und zu unserem Heile Mensch geworden sey, und am Kreuze uns erlöset habe; daß Gott der heilige Geist uns heiliget. Dieses alles, was du uns geoffenbaret hast, und durch die heilige katholische Kirche zu glauben vorstellest, nehme ich mit ganzem Herzen an, und glaube es, weil du, die unendliche Wahrheit und Weisheit, es mir zu glauben vorgeschrieben hast. - - Alles, was diesem Glauben im Geringsten zu wider ist, will ich jetzt und allezeit verabscheuen und verwerfen. Ich bitte, du wollest, o Gott! diesen Glauben in mir stets vermehren, und bis an mei nen Tod in mir bewahren und erhalten; du wollest mir die Gnade geben, eher Gut und Blut, Leib und Leben hinzuopfern, als diesen Glauben zu verläugnen, oder demselben entgegenzuhandeln. übung der Hoffnung. O Gott! dessen Natur Güte und Liebe, dessen Wille Allmacht, dessen Zusage Treue, dessen Werk Barmherzigkeit ist; ich, obschon deiner Güte und 251 Gnade ganz unwürdig, hoffe und vertraue fest auf dich, der du bist mein höchstes, ewiges Gut. Ich hoffe von dir Vergebung meiner Sünden, Hülfe und Trost in allen Nöthen, Beystand zu allem Guten, Tegen zu allen Unternehmungen. Ich hoffe von dir die Gnade, fromm zu leben, gottselig zu sterben, und nach diesem Leben der ewigen Himmelsfreuden theilhaftig zu werden. Ich hoffe es, weil du nach deiner unendlichen Güte und Barmherzigkeit mir es versprochen hast, der du allmächtig, höchst getreu und unendlich gütig bist; folglich erfüllen kannst und willst, was du verheißen hast. - - O Gott! mein Trost, meine Freude, mein Theil in Ewigkeit! ich bitte deine unendliche Güte, du wollest diese meine Hoffnung stärken in allen Gefahren und Widerwärtigkeiten, sie erhalten in allen Ereignissen des Lebens, sie bekräftigen im Tode, und mir das ewig mittheilen im Himmel, was du mir hier auf Erden zu hoffen verliehen hast. Übung der Liebe. O mein Gott und Alles! ich liebe dich aus meinem ganzen Herzen, in Vereinigung jener Liebe, mit welcher dich die Engel und Heiligen im Himmel lieben. Ich liebe dich, o Gott! über alle Freuden, Ehren und Reichthümer der Welt; ich liebe dich über Himmel und Erde, und was ich außer dir liebe, 252 - liebe ich nur deinetwegen, aus Liebe zu dir. Ich liebe dich, wenn auch kein Himmel und keine Hölle wäre; ich liebe dich bloß darum, weil du bist die Höchste Vollkommenheit, das höchste Gut, um deiner selbst willen aller Liebe würdig. Gib, o liebreichster Gott! daß alle meine Ge danken und Wünsche, Worte und Werke, Leiden und Freuden lauter Übungen deiner Liebe seyen; daß ich dich durch mein ganzes Thun und lassen stets liebe in der Zeit und in alle Ewigkeit. Amen. O gütiger, langmüthiger Jesu! deinem Befehle und Beyspiele gemäß liebe ich meinen Nächsten wie mich selbst, und ich bin bereit, diese Liebe jedem Menschen im Werke nach Gelegenheit und Möglich keit zu erweisen. Ich verzeihe auch, o barmherzigster Jesu! um deinetwillen allen denjenigen, die mich je betrübet, gehaffet, verfolget, mir an meinen Gütern, oder an meiner Ehre geschadet haben, oder es noch thun. Ich will ihnen, o Jesu! eben so vergeben, wie ich jeßt, und in meiner Todesstunde Vergebung meiner Sünden von dir wünsche und verlange. Ich will ſie nicht hassen, wenn sie mich auch haffen; ich will sie begrüßen und ansprechen; wenn sie auch still und ohne Antwort vorübergehen sollten. Auch hierin will ich mich um deiner Liebe willen überwinden. Ich will vom Herzen allen meinen Feinden und Beleidigern verzeihen, und aus dem Grunde meiner Seele 253 bitten, du wollest sie deßhalb, weil sie mir Böses thun, nicht richten und nicht strafen, sondern ihnen barmherzig ihre Sünden vergeben, und ihnen die Gnade geben, sich wahrhaft zu bessern. Ich bitte auch, du wollest sie an Leib und Seele segnen, ih nen einen seligen Tod, und die ewige Seligkeit im Himmel verleihen. Amen. - - Reue und Leid. O mein Gott! du allerhöchstes Gut, welchem Lob und Preis, Dank und Anbethung gebühret! du allein verdienest, von allen Geschöpfen über alles geliebet zu werden. Es ist mir daher von ganzem Herzen leid, daß ich dich jemahls beleidiget habe. Ich widerrufe alle meine Sünden, und wünsche, daß ich sie nie begangen hätte. Ich bereue sie mit allem möglichen Abscheu, nicht bloß deßwegen, weil du als mein gerechter Richter mich dafür hier auf Erden mit Leis den und Widerwärtigkeiten strafen, nach dem Tode aber in die Hölle verstoßen könntest; sondern vorzüglich darum, weil sie deinem heiligsten Willen entgegen sind, und deiner unendlichen Heiligkeit mißfallen. Ich nehme mir fest vor, bey nächster Gelegenheit alle meine Sünden aufrichtig und reumüthig zu beichten, auch diese Gelegenheit zur Sünde N. zu meiden, den Umgang mit dieser Person N. zu flies hen 2c., und lieber zu sterben, als wieder vorsäßzlich zu fündigen. Ich bitte dich, o göttlicher Heiland! 254 durch jene Liebe, welche dich bewogen hat, für uns Sünder am Kreuze zu sterben, du wollest mir die Gnade verleihen, nimmermehr zu fündigen, über die begangenen Sünden wahre Buße zu wirken, und vollkommen gebeffert, in deiner Liebe aus dieser Welt zu scheiden. Oliebreichster Heiland Jesu Christe! wenn ich dich am Stamme des Kreuzes hangend betrachte, wenn ich betrachte dein zu mir geneigtes Haupt, deine aus gespannten Hände, deinen verwundeten Leib, dein durchstochenes Herz; so darf ich wegen meiner vielen und schweren Sünden nicht verzweifeln, sondern kann mit Zuversicht die Trostworte mir zurufen: Gott will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre, und ewig lebe. - - O mildester Jesu! Blicke mich armen Sünder mit den Augen deiner unendlichen Barmherzigkeit an, und opfere auf deinem himmlischen Vater zur Genugthuung meiner Sünden dein bitteres Leiden, dein kostbarstes Blut, deinen schmerzlichen Tod. Tilge aus die Schuld und Strafe meiner Missethaten, reinige meine Seele immer mehr; und wenn schon Gottes Heiligkeit und strenge Gerechtigkeit von mir Genugthuung fordern, so werden dein Leiden, dein Blut, dein Versöhnungstod mir Verzeihung meiner Sünden und Gottes Gnade erwirken. Amen. 255 übung der Demuth. O wundergroßer Gott! dir gebühret alle Ehre und Herrlichkeit, mir Erniedrigung und Verdemüthigung. Ich bin ein armes, unvermögendes Geschöpf; ich kann ohne dich nichts Gutes und Verdienstliches zum ewigen Leben wirken. Ich kann, mir selbst überlassen, nur Böses thun, und fündigen, und ich verdiente deßhalb von deinem heiligsten Angesichte auf immer verstoßen zu werden. Ach, wie bin ich dennoch so eitel, so hoffärtig, so stolz, und suche nicht dir, o Gott! in Allem die Ehre zu geben, die doch dir allein gebühret? Jesus, mein göttlicher Heiland, fordert mich zur tiefsten Erniedrigung meiner selbst auf, indem er sagt: Lernet von mir sanftmüthig, und vom Herzen demüthig seyn; indem er jene selig preiset, die arm im Geiste sind. Fort also von mir mit aller Eitelkeit und Hoffart der Welt, fort mit allem Streben nach eitler Weltehre, nach dem Lobe und Beyfalle der Menschen, fort mit allem Stolze und Hochmuthe. Von nun an will ich meinem Heilande folgen, der sich bis zum Tode am Kreuze erniedrigte, und demüthig seyn vom Herzen. Jesu! o demüthigster Jesu! der du alle Schmach und Verachtung der Welt zur Heilung unseres Stolzes geduldig ertragen hast; gib mir die Gnade, daß ich nach deiner Lehre der Eitelkeit und Hoffart der Welt, dem Lobe und Wohlgefallen der -- 256Menschen entsage, daß ich nach deinem Beyspiele bereit sey, verdemüthiget, erniedriget, verachtet zu werden. Dir zu Liebe, o Jesu! will ich mittelst deiner Gnade alle Unbilden, Verleumdungen und Lä sterungen geduldig und freudig ertragen, und nur nach deiner Ehre und nach deinem Wohlgefallen stre ben. Amen. - - Furcht vor der Sünde. Herr! gehe nicht in das Gericht mit deinem Knechte; denn vor deinem Richterurtheile bin ich in banger Furcht. Nichts ist dir verborgen; du hörest alles, du siehst alles, du weißt alles; und du belohnest alles, und bestrafest alles nach deiner Ge rechtigkeit. Wer wird vor dir bestehen? Wie erschrecklich ist es, in die Hände des allmächtigen Gottes zu fallen? Wie kommt es nun, daß ich dennoch so leicht: sinnig und verwegen fündige? Selbst deiner Engel hast du, o Gott! nicht verschonet, sondern sie ihrer Hoffart wegen zur Hölle verstoßen. O strenger Gott! wie wird es mir ergehen, der ich bisher so oft und schwer gesündiget, der ich mich nicht gefürchtet habe, von dir ewig verdammet zu werden? O gütigster Jesu! ich falle nieder vor dir am. Kreuze, und seufze: Dich, meinen Gott, habe ich so oft beleidiget, dich so oft vom neuen gekreuziget, dein kostbarstes Blut, welches du zu meiner Versöhnung vergossen hast, so gering geachtet; und den 257 noch hast du mich, verwegenen Sünder, geduldet, mich nicht sogleich gestraft, sondern auf meine Bes ferung mit Langmuth gewartet. Soll ich nun böſe seyn, weil du so gütig bist? O Jesu! o unendliche Liebe! verzeihe mir noch einmahl meine Missethaten, gib mir die Gnade einer vollkommenen Buße und Besserung, erhalte mich stets in deiner Liebe, und wenn du vorsiehst, daß ich dich noch einmahl mit einer Todsünde beleidigen werde, so laß mich zuvor in deiner Gnade gottselig sterben. Amen. - — Übung der Geduld. Allgütigster, gnädigster Gott! der du, wenn du uns Tünder auch mit zeitlichen Drangsalen heim. sucheft, und uns züchtigest und strafest, dich nicht nur gerecht, sondern auch barmherzig erweisest; ich übergebe mich dir ganz, und bin bereit, alles geduldig anzunehmen und zu leiden, was du immer mir zuschickest, oder zuläsfest, daß es mir von Andern auch unbilliger Weise zugefüget werde. Ich will alles, insbesondere dieses Leiden N. stillschweigend, ohne Murren, ja geduldig und bereitwillig ertragen, weil es dir, meinem Herrn und Gott, also wohlgefällig ist, damit ich dadurch nach Möglichkeit für meine vielen Sünden genug thue, damit ich dem Beyspiele meines gekreuzigten Heilandes nachfolge, und mein Kreuz mit seinem Leiden und Tode vereinige. Nur flehe ich zu deiner unerschöpflichen Güte 22 258 und Barmherzigkeit, o Jesu! und bitte dich durch deine dreystündige Todesangst am Kreuze, du wollest mich in meinen Leiden durch deine Gnade stärken, und mir gnädig verleihen, daß meine Geduld weder in Widerwärtigkeiten und Drangsalen, noch bey Unbilden und Verfolgungen, weder in Krankheit und Schmerzen, noch in den Todesnöthen jemahls vermindert werde. Amen. - Ergebung in den göttlichen Willen. O mein Gott! der du in deinen Anordnungen und Fügungen niemahls fehlest; ich unterwerfe mich und all das Meinige ganz dir als meinem höchsten Herrn und weisesten Vater. Ich preise und verehre in allen Ereignissen und Begebenheiten meines Lebens deine unergründliche Weisheit und deine unerforschlichen Rathschlüsse. Ich empfange von deiner Vaterhand mit voller Ergebung, was mir zukommt, Glück oder Unglück, Freude oder Leiden, Trost oder Verlassenheit, Wohlstand oder Armuth, Leben oder Tod. Ich übergebe mich dir ganz mit Leib und Seele, und betheuere, daß ich durchaus nichts anderes wünsche und verlange, als was, wann, und wie es dir gefällt, und dieß bloß darum, weil dein Wille bie einzige Regel meines Lebens, und dasjenige immer das Beste ist, was demselben am gleichförmigsten ist. Ich bitte daher deine höchst weise Vorsichtigkeit, du wollest mich nach deinem göttlichen Willen stets 259 führen, leiten und regieren, daß ich weder im Glüde und Wohlstande, noch in Leiden und Trübsalen von demselben abweiche, sondern demselben gemäß, jederzeit fromm lebe, gottselig sterbe, und der ewigen Himmelsfreuden theilhaftig werde. Amen. - Aufopferung seiner selbst. Dir, o Gott! übergebe ich meinen Leib und meine Seele, mein Gedächtniß, meinen Verstand, meinen Willen, meine Sinne, alle meine Gedanken und Begierden, alle meine Worte und Werke, alle meine Arbeiten und Geschäfte, meine Leiden. und Beschwerden. Alles will ich thun und leiden, jeßt und künftig zu deiner größeren Ehre, zum Lobe deines heiligsten Nahmens, aus Liebe zu dir; zur Danksagung für alle mir erwiesenen Wohlthaten; zur Genugthuung für alle meine Sünden; um Erwirkung dein ner Gnade und deines Segens; in Vereinigung mit dem Leben und Leiden Jesu. Du, o gnädiger Gott! wollest alle meine Werke und Leiden durch die Hände meines göttlichen Heilandes mit Wohlgefallen annehmen, und sie zu deiner höchsten Ehre, zu meinem zeitlichen und ewigen Heile gereichen lassen. Amen. Bitte um Reinigkeit des Herzens. Jesu! ein König der Jungfrauen, ein Liebhaber aller reinen Herzen! ich erkenne, daß ich ohne 260 deine besondere Gnade in der fündigen Welt nicht keusch und unschuldig leben könne. Ich bitte dich daher flehentlich, du wollest mein Herz vor allen unordentlichen Neigungen und Begierden, vor je: der unreinen Liebe, und vor aller Unkeuschheit gnádig bewahren. 11 Um dieser Gnade mich würdig zu machen, nehme ich mir fest vor, meine Sinne fleißig zu bezäh= men und zu bewachen, jene Gesellschaft N. zu mei den, dem Umgange mit jener Person N. zu entſagen, dieser Anfechtung tapfer zu widerstehen, und weder aus Lust, noch wegen eines zeitlichen Nußens, noch um irgend einer Person gefällig zu werden, etwas zu thun, oder zuzulaffen, was der Reinigkeit und Keuschheit im Geringsten zuwider wäre; ja lieber zu sterben, als durch irgend eine Unkeuschheit beflecket zu werden. Du, o Jesu! erfülle mein Herz mit deiner heilsamen Furcht; verwandle alle Lüste und Freuden der Welt in Bitterkeit; wende von mir ab alle Ges fahren und Anfechtungen; gib mir endlich deine kräftige Gnade, die Keuschheit meines Standes und die Reinigkeit meines Herzens sorgfältig zu bewahren, und bis in den Tod unverleßt zu erhalten. Amen. Bitte um jeitlichen Segen. Himmlischer Bater! Allmächtiger Gott! du hast durch deine höchst weise Borsehung mich in einen 201 solchen Stand geseßet, in welchem ich für das Zeitlic che sorge und arbeiten muß. Ich unterwerfe mich gern deiner göttlichen Anordnung, und überlasse mich und all das Meinige deiner väterlichen Vorsorge und Obhut. - - Ich verlange in keinem Dinge Überfluß und Reichthum, weil solches vielleicht zu meinem ewigen Seelenheile nicht gereichen würde. Ich bitte nur um so viel, als meinem Stande gemäß, und zur Erhaltung meines Lebens nothwendig ist. Daher opfere ich dir auf alle meine Sorgen, Arbeiten und Geschäfte, und wünsche nur durch Alles und in Allem deine Ehre zu befördern, deinen Nahmen zu verherrlichen, und deine Liebe und Gnade zu verdienen. Zugleich bitte ich demüthigst, du wollest mit deiner gnadenreichen Hand mich und all das Meinige nach deinem heiligsten Willen segnen, und vor allem Übel gnädig bewahren. Wenn aber zeitliche Wohlfahrt mir nicht heilsam wäre, so geschehe an mir und an meinen Angehörigen dein göttlicher Wille. Nur um dieß bitte ich allein, du wollest uns die Gnade verleihen, daß wir unsere Herzen in das Irdische nicht vertie: fen, noch deiner jemahls vergessen, sondern so das Zeitliche suchen, daß wir darüber das Ewige nicht verlieren. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 1 262 1 Bitte um einen seligen Tod. O Gott Vater! ein Vater der Barmherzigkeit! o Jesu, du Ursprung aller Erbarmungen! o heiliger Geist, ein Tröster der Betrübten! Ich bitte dich um deines heiligsten Nahmens willen, laß, o Bater, deine väterliche Güte mich stets erkennen und preisen, so oft ich dich Bater nenne. Laß mich, o Jesu! deine Gnade und Barmherzigkeit erfahren, wenn ich dich, meinen Heiland und Erlöser, am Kreuze hangend grüße und verehre. Laß, o heiliger Geist! stets deines Trostes und deiner Liebe mich erfreuen, wenn ich dich, meinen Tröster und Heiligmacher, anrufe, und zu dir flehe. Dann aber wollest du mir, o dreyeiniger Gott! am kräftigsten beystehen, wenn ich mit dem Tode ringe, und den Pforten der Ewigkeit mich nähere. Verleihe mir die Gnade, daß ich in dieser gefahrvollen Zeit mit den heiligen Sacramenten der Sterbenden versehen, durch das heilige Kreuz gestärkt, von mei nem heiligen Schutzengel beschüßzet, durch die Fürbitte der Heiligen getröstet, unter dem Schirme der seligsten Jungfrau Maria, in wahrer Buße und vollkommener Liebe Gottes, selig aus diesem Leben scheiden möge. Amen. - 203 - Danksagung für die erhaltenenlig Wohlthaten. O gütigster, barmherzigster Gott! von deiner Liebe, Güte und Milde kommt alles her, was ich bin und habe, was ich kann und vermag. Ich sage dir den innigsten Dank für die unzähligen und gro Ben Wohlthaten, die du aus unverdienter Gnade mir, dem Unwürdigsten, bisher erwiesen hast. Zur Danksagung für alle erwiesenen Gnaden und Wohlthaten opfere ich dir auf all mein Thun und Leiden, meinen Leib und meine Seele. Ich danke dir mit allen lieben Engeln; o daß ich mit ihrer Liebe dich stets lieben möchte! Ich preise dich mit den Patriarchen und Propheten; gib, daß ich stets, wie sie, vor deinem Angesichte in deinen Gebothen wandle. Ich ehre dich mit den Aposteln; mit ihrem Eifer und nach ihrem Beyspiele will ich alle meine Untergebenen von der Sünde abmahnen, sie zu allem Guten ermuntern, und deine Ehre in Allem und bey Allen zu vermehren trachten. Ich rühme dich, o mein Gott! mit den Beichtigern, und will mich bemühen, in allen Tugenden ihnen nachzufolgen. Ich lobe dich mit den Jungfrauen; gib, daß ich durch ihre Fürbitte und deine Gnade die meinem Stande angemessene Keuschheit unverleßt bewahre. Ich liebe dich endlich mit allen Märtyrern, und bin bereit, nach ihrem Beyspiele 204 Gut und Blut, Leib und Leben für deine Ehre hinzugeben. Amen. - - Am Abende. Mein gütigster Jesu! Ich sage dir herzlichen Dank für alle mir heute und jemahls erwiesenen Wohlthaten, und opfere dir auf zur Danksagung alle meine guten Werke und ausgestandenen Leiden in Vereinigung mit den unendlichen Verdiensten des Leidens und Todes Jesu. Es ist mir vom Grunde meines Herzens leid, daß ich dich, meinen Gott, das höchste, unendliche Gut jemahls beleidiget habe. Ich verspreche mit deiner Gnade wahre Besserung, und betheuere, daß alle fündhaften Gedanken, Begierden und Einbil. dungen jederzeit gegen meinen Willen seyn und bleiben werden. Ich empfehle mich und meine Angehörigen dem Schuße der heiligen Engel, der Fürbitte der seligsten Jungfrau Mariä, und deinen heiligen Wunden, o Jesu! Durch die Kraft derselben wollest du mich segnen und beschüßen, vor allem Übel bewahren, mich von einem unversehenen bösen Tode er= lösen, und in deiner Liebe und Gnade stets erhal ten. Unter dem Schuße des heiligen Geistes will ich sicher leben, ruhig schlafen, und endlich gottselig sterben. Jesus, Maria, Joseph seyen und bleiben ben mir. Amen. 1 205 Litaney von allen Heiligen. Herr, erbarme dich unser. Christe, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser. Christe, höre uns. Christe, erhöre uns. Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser. Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser. Gott heiliger Geist, erbarme dich unser. Heilige Dreyfaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerinn, Heiligste aller Jungfrauen, Heiliger Michael, bitt für uns. Heiliger Gabriel, Heiliger Raphael, Alle heilige Engel und Erzengel, bittet für uns. Alle heilige Chöre der seligen Geister, bittet für uns! Heiliger Johannes der Täufer, bitt für uns! Heiliger Joseph, bitt für uns! Alle heiligen Patriarchen und Propheten, bittet für uns! Heiliger Petrus, bitt für uns. Heiliger Paulus, bitt für uns. 23 - 266 — Heiliger Andreas, Heiliger Jacobus, nello no Heiliger Johannes, Heiliger Thomas, Heiliger Jacobus, Heiliger Philippus, Heiliger Bartholomäus, Heiliger Matthäus, Heiliger Simon, Heiliger Thaddäus, Heiliger Mathias, Heiliger Barnabas, Heiliger Lucas, Heiliger Marcus, Alle heilige Apostel und Evangelisten, bittet für uns. Alle heilige Jünger des Herrn, bittet für uns! Alle heilige unschuldige Kinder, bittet für uns. Heiliger Stephanus, bitt für uns. Heiliger Laurentius, bitt für uns. Heiliger Vincentius, bitt für uns. Heiliger Fabianus und Sebastianus, bittet für uns. Heiliger Johannes und Paulus, bittet für uns. Heiliger Kosmas und Damianus, bittet für uns. Heiliger Gervasius und Protasius, bittet für uns. Alle heilige Märtyrer, bittet für uns. Heiliger Sylvester, bitt für uns. Heiliger Gregorius, bitt für uns. Heiliger Ambrosius, bitt für uns. bitt für uns. 207 Heiliger Augustinus, bitt für uns. Heiliger Hieronymus, bitt für uns. Heiliger Martinus, bitt für uns. Heiliger Nicolaus, bitt für uns. Alle heilige Bischöfe und Beichtiger, bittet für uns. 1 Alle heilige Lehrer, bittet für uns. Heiliger Antonius, Heiliger Benedictus, Heiliger Bernardus, Heiliger Dominicus, Heiliger Franciscus, ap89 erhöre uns, o Herr! erlöse uns, o Herr! Alle heilige Priester und Leviten, bittet für uns. Alle heilige Mönche und Einsiedler, bittet für uns. Heilige Maria Magdalena, Heilige Agatha, Heilige Lucia, Heilige Agnes, Heilige Cäcilia, Heilige Katharina, Heilige Anastasia, Alle heilige Jungfrauen und Witwen, bittet für uns. Alle Heilige Gottes, bittet für uns. Sen uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sey uns gnädig, Bon allem Übel, Bon aller Sünde, erlöse uns, o Herr! Von deinem Zorne, erlöse uns, o Herr! bitt für uns. thre bitt für uns. 268 Vom gähen und unvorgesehenen Tode, Von den Nachstellungen des Teufels, Vom Zorne, Haß und allem bösen Willen, Von dem Geiste der Unreinigkeit, e Vom Blitze und Ungewitter, Von der Pest, dem Hunger und dem Kriege, Von dem ewigen Tode, de spitish Durch das Geheimniß deiner heiligen Menschwerdung, 1 — erlöse uns, o Herr! Durch deine Ankunft, Durch deine Geburt, Durch deine Taufe und dein heiliges Fasten, Durch dein Kreuz und Leiden, Durch deinen Tod und dein Begräbniß, Durch deine heilige Auferstehung, Durch deine wunderbare Himmelfahrt, Durch die Ankunft des heiligen Geistes des Trösters, Am Tage des Gerichtes, Wir arme Sünder, wir bitten dich, erhöre uns. Daß du unser verschonest, Daß du uns verzeihest, Daß du uns zu wahrer Buße bringen wollest, Daß du deine heilige Kirche regieren und er halten wollest, Daß du den obersten Hirten und alle Stände der Kirche in der heiligen Religion erhal ten wollest, wir bitten dich, erhöre uns. 269 Daß du die Feinde der heiligen Kirche demüthigen wollest, Daß du den christlichen Königen und Fürsten Frieden und wahre Einigkeit geben wollest, Daß du dem ganzen christlichen Volke Friede und Einigkeit verleihen wollest, Daß du uns selbst in deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wollest, Daß du in unsern Gemüthern himmlische Begierden erregest, on Daß du alle unsere Gutthäter mit den ewigen Gütern belohnest, o cü Daß du unsere und unserer Brüder, Freunde und Gutthäter Seelen vor der ewigen Ver dammniß bewahrest, Daß du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest, Daß du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihest wollest, Daß du uns erhören wollest, O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! - Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr! erbarme dich unser! * 9 wir bitten dich, erhöre uns! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr! 270 Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! 1 Vater unser zc. 1 und in Ewigkeit. Amen. id ud And Psalm 69. O Gott, sey bedacht mir beyzustehen! Herr, eile mir zu helfen! oikein digi Beschämt und zu Schanden sollen werden, die meiner Seele nachstellen. specs medicin Sie sollen zurückweichen, und in Schanden stehen, die mir Übels wollen.andninë ngark, mi Sie sollen bald beschämt abtreten, die meiner spotten, und mir Hohn sprechen. d Aber alle, die dich suchen, sollen frohlocken, und sich über dich freuen, und die deine Hülfe wünschen, sollen immer sagen: Hochgelobet sey der Herr! P. Rette deine Diener. abour nopids Ich aber bin bedürftig und arm: o Gott! stehe mir bey. Denn du bist meine Hülfe und meine Ret tung; o Herr! verweile nicht zu lange! Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste. Wie es war im Anbeginne, jetzt und allezeit, V. Die auf dich hoffen, mein Gott! P. Sey uns, Herr, ein starker Thurm. 271 V. Wider unsere Feinde. P. Laß den Widersacher nichts vermögen wider uns. - V. Und der Böse schade uns ferner nicht. P. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden. V. Und vergilt uns nicht nach unsern Übelthaten. P. Lasset uns bethen für unsern obersten Hirten N. V. Der Herr erhalte ihn, verleihe ihm Leben und Heil auf Erde, und übergebe ihn nicht den Händen seiner Feinde. P. Lasset uns bethen für unsere Wohlthäter. V. Herr! gib allen unsern Wohlthätern um deines Nahmens willen das ewige Leben. P. Lasset uns bethen für alle abgestorbenen Christgläubigen. V. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. P. Laß sie im Frieden ruhen. V. Amen. P. Lasset uns auch bethen für unsere abwes senden Brüder. V. O mein Gott! rette deine Diener, die auf dich hoffen. P. O Herr! sende ihnen Hülfe von deinem heiligen Site. B. Und von Sion beschüße sie. 272 P. Herr! erhöre mein Gebeth. V. Und laß mein Rufen zu dir kommen. Gebeth*). O Gott! dem das Erbarmen und Schonen im mer eigen ist, nimm unser flehentliches Gebeth an, damit wir, und alle deine Diener, die wir in Ket= ten der Sünde liegen, durch deine erbarmende Güte von denselben gnädig befreyet werden. Wir bitten dich, o Herr! erhöre unser demüthiges Gebeth, und verschone uns, die wir dir unsere Sünden bekennen, damit wir zugleich Verzei hung und Frieden durch deine Güte erlangen. 1 Herr! erzeige uns gnädig deine unaussprechliche Barmherzigkeit, durch welche wir zugleich von allen unseren Sünden befreyet, und von der Strafe, die wir für solche verdienen, gerettet werden. O Gott! der du durch die Sünde beleidiget, und durch die Buße versöhnet wirst, siehe gnädig auf das Gebeth deines um Gnade flehenden Volkes, und wende die Geißel deines Zornes; welche wir für unsere Tünde verdienen, von uns ab. Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme dich deines Dieners N., unsers obersten Hirten, und leite ihn nach deiner Milde auf dem Wege des ewigen. Heiles, damit er durch deine Hülfe, was dir gefällt, begehre, und mit allem Eifer vollbringe. *) Dieses und die nachstehenden Gebethe werden von dem Priester allein mit lauter Stimme gebethet. 273 O Gott! von welchem fromme Wünsche, gute Vorsätze und gerechte Werke entspringen, gib deinen Dienern jenen Frieden, welchen die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen deinen Gebothen ergeben, und gegenwärtige Zeiten durch, deinen Schuß vor Feindes Furcht gesichert und ruhig seyn. Herr! entzünde unser Innerstes mit dem Feuer deines Geistes; damit wir dir mit keuſchem Leibe dienen, und mit reinem Herzen gefallen mögen. O Gott! Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen! verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Verzeihung aller Sünden, damit sie die gnädige Nachlassung, welche sie allezeit gewünschet haben, durch gottseliges Fürbitten erlangen. O Herr! wir bitten, komm unsern Handlungen durch deine Einsprechungen zuvor, und begleite selbe mit deiner Hülfe, damit all unser Bethen und Handeln von dir jederzeit anfange, und wie es durch dich angefangen hat, also auch durch dich geendet werde. Allmächtiger, ewiger Gott! der du über die Lebenden und Abgestorbenen herrschest, und dich aller erbarmest, welche du aus dem Glauben und den Werken für die Deinigen erkennest; wir bitten dich demüthigst, daß die, für welche wir uns vorge: nommen haben, unser Gebeth zu verrichten, sie möge nun noch auf dieser Welt im Leben, oder bereits davon abgeschieden seyn, durch die Fürbitte aller deiner Heiligen nach deiner Gütigkeit Verzeihung — - 274 aller ihrer Sünden erlangen mögen; durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Gei: stes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. - 1 Gebeth für den Landesfürsten. Jel O Gott! du Beschüßzer aller Reiche, verleihe deinem Diener, unserm erbländischen österreichischen Kaiser N., daß er deine siegreiche Macht erkenne und verehre, damit er durch deinen Schuß jederzeit mächtig sey, so wie er durch deine Anordnung Landesfürst geworden ist. Durch Jesum Christum deinen Sohn, der mit dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 19 18 Gebeth. für das allgemeine Anliegen der Christenheit. Allmächtiger, ewiger Gott! Herr, himmlischer Bater! siehe mit den2lugen deiner unendlichen Barmherzigkeit auf der Deinigen Jammer, Elend und Noth. Erbarme dich aller Christgläubigen, für wel che dein eingeborner Sohn, unser Herr und Heis land Jesus Christus, in die Hände der Sünder freywillig gekommen ist, und sein kostbares Blut am Kreuze vergossen hat. Durch diesen unsern Herrn Jesum wende ab, gnädiger Vater! die wohlverdiente Strafe, gegenwärtige und zukünftige Gefahren, schädliche Empörung, Kriege, Theurung, Krankheiten, und betrübte mühselige Zeiten. Er 275 leuchte und stärke in allem Guten geistliche und weltliche Obrigkeiten, damit sie Alles befördern, was zu deiner göttlichen Ehre, zu unserm Heile, und ins gemein zum Frieden und zur Wohlfahrt der Christenheit gedeihen mag. Verleihe uns, o Gott des Friedens! echte Vereinigung im Glauben, ohne alle Spaltung und Zertrennung. Lenke unsere Herzen zu wahrer Buße und Besserung des Lebens. Zünde in uns das Feuer deiner Liebe an. Erfülle uns mit eifrigem Verlangen nach allem, was Recht ist, da mit wir als gehorsame Kinder, im Leben und Sterben, dir angenehm und wohlgefällig seyn. Wir bitten auch, wie du willst, o Gott! daß wir bitten sollen, für unsere Freunde und Feinde, für Gesunde und Kranke, für alle betrübte und leidende Christen, für die Lebendigen und für die Verstorbenen. Dir sey auf immer empfohlen, o Herr! all' unser Thun und Lassen, unser Handel und Wandel, unser Leben und Sterben. Laß uns nur deine Gnade hier ger nießen, und dort mit allen Auserwählten erlangen, daß wir in der ewigen Freude und Seligkeit dich loben und ehren mögen. Dieß verleih uns, Herr himmlischer Vater! durch Jesum Christum deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland, welcher mit dir und dem heiligen Geiste, gleicher Gott lebt und regieret in Ewigkeit. Amen. - - ( Für die allgemeinen Bedürfnisse fünf Vater un. fer und fünf Ave Maria.) 276 Litaney zu Ehren der seligsten Jungfrau Maria, wie selbe an Samstagen und Frauentagen, anstatt der an den übrigen Tagen vorgeschriebenen Litaney von den alle anda Heiligen, zu bethen ist. ( Sammt einer Erläuterung.) Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christe, höre uns! lear Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser. Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme dich unser! Heilige Dreyfaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser! Heilige Maria, bitt für uns! Heilige Gottes- Gebärerinn, Heiligste aller Jungfrauen, Mutter Christi, PERE C Mutter der göttlichen Gnade( Mutter desjenigen, der uns Gottes Gnade gebracht hat), Du reinste Mutter, Du kenschefte Mutter, Du ungeschwächte Mutter, Du unbefleckte Mutter, bitt für uns. 1 277Du liebenswürdige Mutter on oid bitten Du bewunderungswürdige Mutter( die du durch: ein Wunder der Allmacht die Mutter unsers Erlösers wardt), - Du Mutter des Schöpfers, Du Mutter des Erlösers, Du weiseste Jungfrau, Du ehrwürdige Jungfrau, Du lobwürdige Jungfrau, Du mächtige Jungfrau( durch deine Fürbitte bey Gott viel vermögende Jungfrau), Du gütige Jungfrau, Du getreue Jungfrau( die du getreu mit der Gnade Gottes wirktest), Du Spiegel der Gerechtigkeit( du Muster der erhabensten Tugend), Du Sit der Weisheit( Jungfrau, die du in deinem geheiligten Schooße Jesum, die ewige Weisheit, trugst), Du Ursache unserer Fröhlichkeit( Mutter desienigen, über dessen Geburt wir uns freuen), Du geistliches Gefäß( Wohnung des heiligen Geistes), Du ehrwürdiges Gefäß( auserwähltes Geschöpf, das durch die Menschwerdung des Sohnes Gottes besonders ehrwürdig ward), Du vortreffliches Gefäß der Andacht( du mit seliner Frömmigkeit gezierte Jungfrau), Du geistliche Rose( Jungfrau, die du durch dein bitt für uns. 278 Beyspiel die Tugend liebenswürdig machest, wie die Rose ihren lieblichen Geruch um sich herum verbreitet), R Du Thurm Davids( durch deine Fürsprache mächtige Beschützerinn gegen unsere Feinde.), Du elfenbeinener Thurm( Jungfrau, die du deinen Leib und deine Seele von den Sünden rein erhalten hast), Du goldenes Haus( Jungfran, deren Ruhm dem reinsten Golde gleichet), N Du Arche des Bundes( Mutter des Gesetzge= bers des neuen Bundes), Du Pforte des Himmels( Gebärerinn desjenigen, der uns den Eingang in den Himmel öffnete), Du Morgenstern( Jungfrau, die du unter den Menschen durch Tugend und Frömmigkeit, wie der glänzende Morgenstern unter den Sternen leuchtest), Du Heil der Kranken( Jungfrau, die du Kranken die Gesundheit erbittest), Du Zuflucht der Sünder( Jungfrau, auf deren Fürsprache die Sünder von Jesu die Nachlafsung ihrer Sünden erhalten), Du Trösterinn der Betrübten, Du Hülfe der Christen, Du Königinn der Engel, Du Königinn der Patriarchen, Du Königinn der Propheten, bitt für uns. 279 Du Königinn der Apostel, Du Königinn der Märterer, Du Königinn der Beichtiger( derjenigen, wel= che sich bereit zeigten, ihr Leben für den wahren Glauben hinzugeben), Du Königinn der Jungfrauen, Du Königinn aller Heiligen, O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone unser, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! - O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns. bitt für uns. Vater unser, Ave Maria. Unter deinen Schuß und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerinn! Verschmähe nicht unser Gebeth in unsern Nöthen, sondern erlöse uns allezeit, von allen Gefahren. O du glorwürdige und gebenedente Jungfrau! unsere Frau, unsere Mittlerinn, unsere Fürsprecherinn! versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns deinem Sohne vor. P. Bitt( für uns, o heilige Gottesgebärerinn! V. Damit wir der Verheißungen Christi würdig werden. - 280 Gebeth. Wir bitten dich, o Herr! du wollest uns deine Gnade ertheilen, damit wir, die wir durch des Engels Bothschaft Christi, deines Sohnes, Menschwerdung erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung ge führet werden. Durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. P. Bitt für uns, o heiliger Joseph!= 0 V. Damit wir der Verheißungen Christi würdig werden. ALL Gebeth. Wir bitten dich, o Herr! daß uns die Verdienste des Bräutigams deiner heiligsten Gebärerinn zu Hülfe kommen, damit uns durch seine Fürbitte dasjenige gewähret werde, was wir durch unsere Kräfte zu erhalten nicht vermögen. Der du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Salve Regina. Sey gegrüßet du Königinn! Mutter der Barmherzigkeit, Trost in unserm Leben, und unsere Hoffnung, sey gegrüßet! Zu dir rufen wir, verwiesene Kinder Evens; zu dir seufzen wir trauernd und weinend in diesem Thale der. Thränen. O wende, du 281 unsere Fürsprecherinn, deine mitleidigen Augen uns zu, und zeige uns nach diesem Elende Jesum, die gebenedente Frucht deines Leibes, o gütige, o milde, o liebenswürdige Jungfrau Maria! P. Bitt für uns, o heilige Gottesgebärerinn! V. Damit wir der Verheißungen Christi würdig werden. Gebeth. Japiais Allmächtiger, ewiger Gott! der du den Leib und die Seele der heiligen Jungfrau und Mutter Maria zur würdigen Wohnung deines Sohnes, durch Mitwirkung des heiligen Geistes vorbereitet hast; gib, daß wir, die wir uns ihres Andenkens erfreuen, durch ihre milde Fürbitte von den bevors stehenden Übeln und von dem ewigen Tode gerettet werden. Durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Hierauf wird das Gebeth für den Landesfürsten, das Gebeth für das allgemeine Anliegen der Christen. heit, wie oben, dann 5 Vater unser, und 5 Ave Maria für die allgemeinen Bedürfnisſe gebethet. 24 - 282 Allgemeines Gebeth, welches an den vier Quatemberfonntagen und in allges meinen Anliegenheiten, vor dem ausgesetzten hochwürdigsten Altarssacramente verrichtet wird. Die drey göttlichen Zugenden. Glaube. Ich glaube an dich, wahrer, dreyeiniger Gott! Bater, Sohn, und heil. Geist! der du Alles erschafs fen hast, der du Alles erhältst und regierest; der du das Gute belohnest, und das Böse bestrafest. Ich glaube, daß der Sohn Gottes Mensch geworden ist, um uns durch seinen Tod am Kreuze zu erlösen, und daß der heilige Geist durch seine Gnade uns heiliget. Ich glaube und bekenne Alles, was du, o Gott! geoffenbaret hast, was Jesus Christus gelehret, was die Apostel geprediget haben, und was die heilige römische Kirche uns zu glauben vorstellet. Dieses Alles glaube ich, weil du, o Gott! die ewige und unendliche Wahrheit bist, welche weder betriegen, noch betrogen werden kann. O Gott! vermehre meinen Glauben! Hoffnung. Ich hoffe und vertraue auf deine unendliche Güte und Barmherzigkeit, o Gott! daß du mir durch die unendlichen Verdienste deines eingebornen 48 283 Sohnes Jesu Christi in diesem Leben die Erkenntniß meiner Sünden, wahre Reue und Verzeihung ertheilen, nach dem Tode aber die ewige Geligkeit geben, und verleihen wirst, dich von Angesicht zu Angesicht zu sehen und zu lieben, und ohne Ende zu genießen. Ich hoffe auch von dir die nöthigen Mittel, alles dieses zu erlangen. Ich hoffe es von dir, weil du es versprochen hast, der du allmächtig, getreu, unendlich gütig und barmherzig bist. O Gott! stärke meine Hoffnung. - Liebe. O mein Gott! ich liebe dich aus meinem gan zen Herzen über Alles, weil du das höchste Gut, weil du unendlich vollkommen, und aller Liebe würdig bist; auch darum liebe ich dich, weil du gegen mich und alle Geschöpfe gütig bist. Ich wünsche von ganzem Herzen, daß ich dich eben so lieben möchte, wie dich deine treuesten Diener lieben, und geliebet haben. Mit ihrer Liebe vereinige ich meine unvollkommene Liebe; vermehre sie in mir, o gütigster Herr! immer mehr und mehr. Weil ich nun dich aufrichtig und innigst zu lieben wünsche, und es zu thun mich ernstlich bestrebe, so ist es mir vom Herzen leid, daß ich dich, mein höchstes Gut, welches ich über alles liebe, dich, meinen Schö pfer, Erlöser und Heiligmacher, erzürnet habe; es schmerzet mich, daß ich gesündiget, daß ich dich, meinen allmächtigen Herrn, meinen besten Vater, 284 beleidiget habe. Ich nehme mir ernstlich vor, alle Sünden sammt allen bösen Gelegenheiten zu meiden, die begangenen Missethaten mehr und mehr zu bereuen, und niemahls gegen deinen heiligsten Willen zu handeln. Nimm mich wieder zu deinem Kinde auf, und gib mir die Gnade zur Erfüllung dieses meines Vorsatzes. Darum bitte ich dich durch die unendlichen Verdienste deines göttlichen Sohnes, unsers Herrn und Erlösers Jesu Christi. 1 Gebeth für den Landesfürsten, wie oben. Vor dem Rosenkranze der heiligen Dreyeinigkeit. Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser. Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unfer. Gott heiliger Geist, erbarme dich unser. Heilige Dreyfaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Allmächtiger, ewiger, unaussprechlicher Gott, Bater, Sohn und heiliger Geist, du unzertheilte einige Dreyfaltigkeit, höchster Herr Himmels und der Erde! vor dem alle Cherubim und Seraphim, ja alle Macht der Engel mit Furcht und Zittern stehen; wenn wir bedenken deine göttliche Herrlich keit, und unsere Nichtigkeit, so erschrecken wir billig. Denn, o mein Gott! was sind wir doch anders, als zum Bösen geneigte Geschöpfe? Und wir sollten dich, den König aller Könige, den ewigen Gott, das höchste Gut anreden, und mit allen Engeln an 285 bethen? Wir fallen demnach nieder vor dir, als arme Sünder vor ihrem Richter, als schuldige Unterthanen vor ihrem Fürsten, ja als Staub und Asche vor ihrem Erschaffer. Siehe an die Herzen deiner Diener und Dienerinnen, mit welchen sie dich auf Erden so loben und preisen möchten, wie es alle Engel und Heiligen im Himmel thun. Du aber, o seligste Jungfrau und Mutter Gottes Maria! sammt allen Heiligen Gottes, helfet uns unsern großen Gott und Herrn anbethen, auf daß wir auch einmahl, in eurer Gesellschaft, seiner Herrlichfeit und Freuden in dem Himmel theilhaftig wer: den. Amen.c - Nach dem Rosenkranze der heiligen macht die Dreyeinigkeit.co P. Lasset uns loben den Vater und den Sohn mit dem heiligen Geiste. 228 V. Lasset uns ihn loben und erhöhen zu allen Zeiten.d Allmächtiger, ewiger Gott! der du deinen Dienern die Gnade gegeben hast, durch das Licht des wahren Glaubens die Herrlichkeit der ewigen Dreyeinigkeit zu erkennen, und in derselben die Einheit deiner höchsten Natur anzubethen; gib, daß wir durch das feste Anhängen an diesen Glauben in allen Widerwärtigkeiten jederzeit gestärket werden. Erbarme dich auch, allerheiligste Dreyeinigkeit! deines Dieners, unsers Kaisers, der ganzen katholischen Kirche, und aller Diener und Dienerin - 286 — nen. Erhöre sie in ihrem Anliegen, verzeihe ihnen alle ihre Sünden, strecke deinen göttlichen Arm aus, sie zu beschüßen und selig zu machen. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen einigen Sohn, der mit dir lebt und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Litaney von den Heiligen, wie oben. Gebeth für das allgemeine Anliegen der Christenheit, wie oben. Geheimnisse. Die fünf freudenreichen: 1. Den du, o Jungfrau! empfangen hast. 2. Den du zu Elisabeth in deinem Leibe getragen hast. 3. Den du, o Jungfrau! geboren hast. 4. Den du im Tempel aufgeopfert hast. 5. Den du im Tempel gefunden hast. 1514 Die fünf schmerzhaften. 1. Der für uns Blut geschwitzet hat. 2. Der für uns gegeißelt worden ist. 3. Der für uns mit Dörnern gekrönet worden ist. 4. Der für uns das Kreuz getragen hat. 5. Der für uns gekreuziget worden ist. Die fünf glorreichen. 1. Der von den Todten auferstanden ist. 2. Der in den Himmel aufgefahren ist. 287 3. Der den heiligen Geist gesandt hat. 4. Der dich in den Himmel aufgenommen hat. 5. Der dich im Himmel gekrönet hat. 1 - Gebeth nach dem Rosenkranze. O Gott! der du unsere Zuflucht und Stärke bist, höre gnädig an das gottselige Bitten und Fle: hen deiner Kirche, du, der du sie, diese Andacht zu halten, angetrieben hast, und verleihe durch deine Barmherzigkeit, daß wir dasjenige erlangen, um was wir dich mit einem lebendigen Glauben bitten. Durch unsern Herrn Jesum Christum deinen Sohn, welcher mit dir lebt und regieret in Einigkeit des heil. Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Wenn die Stunde noch nicht zu Ende ist, und noch eine geraume Zeit abgeht, so kann die lauretanische Li. taney sammt; den dazu gehörigen Gebethen und Versikeln gebethet werden. Gebeth um den Frieden. Gott des Friedens! du läsfest Uneinigkeiten und Kriege auf Erden zu, damit wir den wahren und ewigen Frieden, der nur im Himmel zu finden ist, desto inniger suchen. Verleihe uns, wir bitten dich, den Frieden. Wir zittern bey der bloßen Vorstellung von den traurigen Folgen, welche Kriege nach sich ziehen. Du hast die Herzen der Könige in deiner Hand; lenke die kriegführenden Mächte zur Einigkeit. Und wenn Friede wird, so gib uns die Gnade, denselben zu unserer Besserung zu gebrauchen. Laß 288 nicht zu, daß wir in Mitte des Friedens durch Uneinigkeit oder Widerseßlichkeit uns gegen dich verfündigen. Laß uns unsere Ruhe und den Frieden nur gebrauchen, dich, den wahren Gott, besser zu kennen, zu lieben, und dir zu dienen. Allmächtiger! steh uns ben, beschüßze und rette uns. Um dieß bitten wir dich durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. - - Gebeth um Regen., 1914 Gott, dem wir Leben, Bewegung und Daseyn zu verdanken haben! Herr der Natur! Regen und Connenschein stehen dir zu Gebothe, mit dem einen wie mit dem andern kannst du uns Menschen beglücken oder strafen. Die trockne Witterung gereichet uns nun schon zum Schaden, deßwegen rufen wir zu dir um Regen. Wir sind zwar Sünder, und haben deine Ungnade verdient. Doch sieh! wir er kennen und bereuen unsere Tünden. Erhöre unser Flehen, verzeih uns unsere Sünden, und segne das Land mit einem wohlthätigen Regen, damit die nach Erfrischung schmachtende Erde Früchte zur Nahrung hervorbringe. Dankbar wollen wir diese Gnade von dir empfangen, mit desto größerm Vertrauen. wollen wir um die Erlangung der ewigen Güter bitten, und dich dafür preisen; durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Gebeth um heiteres Wetter. Gott, himmlischer Bater! wie Kinder rufen wir zu dir um Hülfe und Rettung. Pflanzen, Thiere 289 und Menschen leiden durch diese unfreundliche Witterung. Erbarme dich unser; erhöre unser Gebeth; gebiethe den Wolken, daß sie sich zertheilen; halte den Regen ein, und schenke uns wieder eine heitere, fruchtbare Witterung. Erbarme dich, und erquicke uns und die Erde durch die wohlthätigen Strahlen der Sonne. Wir haben zwar gesündigt, aber wir sind bereit uns zu bessern. Zeige dich uns gnädig; laß uns wieder erfahren, daß deine Erbarmungen größer sind, als unsere Sünden, und daß du deinen Kindern Segen ertheilest, wenn sie dich mit Vertrauen darum bitten; durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 1 - Gebeth um gute Priester. ( In den Quatember.Bethstunden.) O Gott! der du zur Erhaltung und Verbreitung deiner Kirche das Priesterthum eingesetzet haft, wir bitten dich, gib uns würdige Priester. Herr der Ernte! du weißt, wie groß die Ernte ist, und wie wenig Arbeiter sind. Sende Arbeiter in dieselbe. Laß Keinen aus ihnen unberufen zuni Hirtenamte ge= langen. Bilde und bereite du selbst durch deine Gnade diejenigen vor, welche du zu dem so wichtigen Umte eines Dieners deiner Kirche wählest. Laß sie jetzt schon ihre Freude im Nachdenken über dein heil. Wort finden; laß sie recht tief in den Geist deines beil. Gefeßes eindringen. Laß sie einst nur deine heil. Lehre uns vortragen; laß sie Tugend mit Wif25 290 senschaft verbinden; flöße ihnen Liebe zu dir und deiner Kirche ein; gib, daß sie unermüdet in deinem Weinberge arbeiten; erfülle sie mit klugem, ausharrendem Eifer; gib ihnen Demuth, Sanftmuth und Mitleid gegen Irrende und Schwache; laß sie durch Worte, durch Beyspiele und durch das Gebeth ihrer Herde nüßlich werden. Um dieß bitten wir dich durch den höchsten Hirten unserer Seelen, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 1 — Gebeth um das Gedeihen der Erdfrüchte. Gott! unser Vater! wir suchen zuerst dein Reich, Wahrheit und Tugend. Wir bitten dich, laß alle Menschen dich erkennen, und Jesum, den du gesandt hast. Gib uns Allen Licht, Kraft, Liebe, Gnade und Seligkeit. Wir unterwerfen uns von ganzem Herzen deinem heiligen, weisen und mächtigen Willen. Gib unserm Geiste und Herzen Nahrung durch dein Wort und das wahre Himmelsbrot. Wir erwarten von dir auch die zeitliche Nahrung. ohne uns ängstlich darum zu bekümmern; du willst aber, daß wir dich darum bitten. So bitten wir dich nun, Bater! öffne deine Hand, erfülle die Erde mit Segen, damit sie reichlich Früchte trage. Richte Wärme, Kälte, Regen und Thau nach deiner Weisheit ein. Wir bitten dich um die Güter dieser Erde bloß, weil wir sie zur Erhaltung des Lebens nöthig haben. Wir wollen sie durch deine Gnade mit fro: hem, mäßigen und dankbaren Herzen genießen, und 291 unserer dürftigen Brüder dabey nicht vergessen. Um dieß bitten wir dich durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 1 - Dankgebeth. O Gott! dessen Barmherzigkeit ohne Zahl, und dessen Güte ohne Maß ist; wir danken deiner liebreichesten Majestät für die verliehenen Gnaden, und bitten immer deine Milde, daß du, der du die Bitten derer, die dich anrufen, gewährest, sie niemahls verlassen, sondern zum ewigen Lohne zubereiten wollest. Durch unsern Herrn Jesum Christum deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste gleicher Gott, lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebeth für die Kaiserinn. Erhalte und segne, o Gott! unsere Kaiserinn, belohne sie für ihre Frömmigkeit, wie du es den Gottesfürchtigen verheißen hast. Laß sie stets ein Beyspiel aller Tugenden für die Welt seyn. Laß unsere allerhöchste Landesherrschaft stets deiner Liebe und Fürsorge empfohlen seyn. Laß sie es erfahren, daß du deinen Gesalbten hilfst. Laß uns unter ihrem Schuße ein ruhiges und frommes Leben führen, in aller Gottesfurcht und Rechtschaffenheit. Erhöre uns durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. R 292 Andacht zu den heiligen sieben Zuflüchten. - 1 1. Zu der allerheiligsten Dreyeinigkeit. O allerheiligste Dreyeinigkeit! Allmächtiger, ewiger, unaussprechlicher Gott! Vater, Sohn und heiliger Geist! Nicht begreifen, nur anbethen kann ich mit tiefster Demuth das hochheiligste Geheimniß, und mit innigster Dankbarkeit die unendlichen Wohlthaten überdenken und preisen, die du, unzertheilter dreyeiniger Gott, von dem ersten Augenblicke meines Lebens bis auf diese Stunde mir er wiesen hast. Du, o himmlischer Bater! haft mit unendlicher Liebe mich erschaffen, nach deinem Ebenbilde hast du mich erschaffen, eine vernünftige, unsterbliche Seele hast du mir gegeben, und mich zur ewigen Geligkeit bestimmt. Du, o göttlicher Sohn! haft mich mit deinem kostbarsten Blute am Stamme des heiligen Kreuzes von dem ewigen Verderben der Sünde erlöset, mir Gnade und ewiges Seelenheil wieder erworben, und mich mit unendlicher Liebe geliebet. Du, o heiliger Geist! erleuchte die Finsternisse meines Verstandes durch einen Strahl deines göttlichen lichtes, erwärme mein Herz mit dem Feuer deiner göttlichen Liebe, und verleihe mir deine Gnade, damit ich auf dem Wege der Gebothe Gottes standhaft verharre, und so der ewigen Seligkeit theilhaftig werden möge. Dir, o allerheiligster 293 dreyeiniger Gott! sey Ehre, Preis und Dank von Ewigkeit zu Ewigkeit. Umen. Vater unser. Gegrüßet seyst du Maria. 2. Zu dem allerheiligsten Sacramente des Altars. O göttlicher Heiland und Erlöser! Deiner unendlichen Liebe zu uns armen fündhaften Geschöpfen war es nicht genug, dich zur Vergebung unserer Sünden in den schmerzlichsten Tod hinzugeben, und dein kostbarstes Blut zu unserer Versöhnung und Begnadigung am Kreuzesstamme zu vergießen. Nein, du wolltest sogar ein ewiges und bleibendes Denkmahl deiner unendlichen Liebe uns hinterlas sen, deinen heiligen Leib und dein heiliges Blut unter den geheimnisvollen Gestalten des Brotes und Weines zur geistlichen Nahrung und Stärkung unserer Seelen uns darreichen, und dich so mit uns innigst vereinigen. O anbethungswürdigstes Wunder der göttlichen Liebe! Möchte ich doch, liebevollster Jesu, recht oft und mit würdiger Vorbereitung hintreten zu diesem göttlichen Gnadenmahle, welches du uns mit unendlicher Huld und Liebe in dem heiligsten Altars Sacramente bereitet hast, dem ich mich zu nähern nicht getraute, wenn du nicht mit unaussprechlicher Huld mich dazu einladen, und mir zurufen würdest: Kommet alle zu mir, die ihr mühselig und mit Drangsalen beladen seyd; ich will euch erquicken. Laß mir insbesondere die Gnade zu - - 294 Theil werden, diese himmlische Speise in der Stunde des Todes als letzte Wegezehrung würdig zu empfangen, damit ich dadurch gestärkt und getröstet, versöhnt und begnadiget, vor deinem göttlichen Rich terstuhle erscheinen möge. Amen. Vater unser. Gegrüßet seyst du Maria. — - 3. 3u Jesu Christo, dem Gekreuzigten. O gekreuzigter Herr Jesu! Wie könnte ich deine unaussprechlichen Leiden und Schmerzen, und den bittersten Tod betrachten, den du aus Liebe zu uns Sündern am Stamme des heiligen Kreuzes erduldet hast, ohne von Reue und Schmerzen über meine begangenen Sünden durchdrungen zu werden! Meine Sünden und Missethaten haben dich an das Kreuzesholz genagelt, und deine heiligen Wunden dir geschlagen. Und ich sollte nicht jede, auch die kleinste Sünde über alles hassen und fliehen? Ich sollte nicht der Sünde absterben, für die du so viel, so unauss sprechlich viel gelitten hast? Ich sollte dich, o göttlicher Heiland, nicht innigst lieben, da du mich bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuze geliebet, und mich schon damahls geliebet hast, als ich dich noch nicht lieben konnte? Ich sollte meine Seele, die du mit deinem kostbarsten Blute erkaufet, und so hoch geachtet hast, mit einer Sünde nochmahls beflecken und entheiligen, und dir deine unendliche Liebe mit Undank vergelten? Nein, göttlicher Hei land! Ich will es tief meinem Herzen eindrücken, ( 295 und oft mich daran erinnern, wie viel du für mich Sünder gethan und gelitten hast. So oft ich nun dein Bild am Kreuze erblicke, will ich aufrichtige Reue über meine begangenen Sünden erwecken, und den Borsa in mir erneuern, der Sünde ganz abzusterben, und nur dir, o Jesu, zu leben, dir zu sterben, und dein zu seyn im Leben und im Tode. Amen. - - Vater unser. Gegrüßest seyst du Maria. 4. Zu der seligsten Jungfrau und Mutter Gottes Maria. O hochgebenedeyte, gnadenvolle und allerreinste Jungfrau Maria! ich bitte dich, erwirb mir bey Gott alle zur Erlangung meines Seelenheiles nöthigen Gnaden, und unterstüße mich mit deiner viel vermögenden Fürsprache, damit ich deinem göttlichen Sohne durch genaue Befolgung seiner heiligen Lehre wohlgefällig, und ewig selig werde. Sey du meine Mutter, meine Fürsprecherinn, meine Zuflucht in allen Nöthen und Widerwärtigkeiten des Leibes und der Seele. Mit Eindlichem Vertrauen nähere ich mich dir. O wende deinen Gnadenblick mir zu, und bitte für mich insbesondere in der Stunde meines Todes, damit ich dort an deinem Sohne einen gnädigen Richter finden möge. Ich gelobe dir, seligste Jungfrau und Mutter Gottes Maria, daß ich mich eifrig bemühen wolle, den Willen deines göttlichen Sohnes in allem eifrig zu erfüllen, und 296 ihn über alles zu lieben, weil du ja nur diejenigen erhörest, die deinen göttlichen Sohn lieben, und seine Gebothe befolgen. Amen. Vater unser. Gegrüßet seyst du Maria. - - 5. Zu den heiligen Engeln. de ihr seligen himmlischen Geister und Diener des Allerhöchsten, die ihr den Thron Gottes umge: bet, und stets bereit seyd, seine Befehle und Ge bothe genau zu vollziehen; die ihr mit Liebe und Sorgfalt auch für unser Seelenheil wachet, uns liebreich warnet vor allem, was böse und sündhaft ist, uns liebreich ermuntert zu allem Guten, und auf dem gefahrvollen Wege unseres Heiles uns liebreich leitet und beschüßzet. Mit gerührtem Herzen danke ich euch, ihr heiligen Engel, und bitte, daß ihr mich ja nicht verlasset, wenn Gefahren der Sün de mir drohen, wenn Verführer sich mir nähern, und mich in die Fallstricke des Lasters und Verderbens locken, sondern daß ihr mir jederzeit gnädig benstehet, damit ich den Versuchungen und Anreizungen zur Sünde muthig widerstehe, auf dem Wege der Gebothe Gottes standhaft verharre, und einst würdig seyn möge, in eurer Gesellschaft Gott ewig zu loben und zu preisen, und der Liebe und Anschauung Gottes ewig zu genießen. Amen. Vater unser. Gegrüßet seyst du Maria. 297 - 6. 3u allen Heiligen im Himmel. Dihr auserwählten Freunde Gottes! ihr habet hier auf Erden mit Hülfe der göttlichen Gnade standhaft gekämpfet gegen alle Reize und Versuchungen zur Sünde, und alle Gefahren des Heiles glücklich überwunden. Ihr seyd nun bey Gott und unserem göttlichen Heilande Jesu, ihr seyd nun gekrönt und verherrlichet mit der Glorie des Himmels, ihr seyd nun in der Gesellschaft der heiligen Engel, und genießet ohne Ende der Anschauung Gottes. O bittet für mich, ihr auserwählten und verherrlichten Freun de Gottes! damit auch ich von der Gnade Gottes unterstüßt, unablässig und standhaft kämpfe gegen alles Böse, euren schönen Tugendbenspielen und guten Werken nachfolge, und einst in eurer Gesellschaft der himmlischen Freuden theilhaftig werden möge. Amen. Vater unser. Gegrüßet seyst du Maria. 7. 3 u den armen Seelen im Fegefeuer. ihr lieben Seelen im Fegefeuer! ihr seyd zwar mit der Gnade und Freundschaft Gottes aus dieser Welt hinweggegangen; aber doch habet ihr dort noch manche sehr empfindliche Schmerzen zu leiden, um auch die kleineren Fehler ganz abzulegen, um die noch übrigen zeitlichen Strafen der begangenen Sünden ganz abzubüßen, und so ganz rein und geheiliget vor Gottes Angesichte zu erscheinen, weil - 298 — nichts Unreines in den Himmel eingehen kann. Las fet meine Seele und alle meine Anliegen und Nöthen euch empfohlen seyn. Auch ich will mein zwar unwürdiges, aber doch herzliches und kindliches Gebeth zu dem Throne der Barmherzigkeit Gottes für euch emporschicken, und euch der Liebe und Güte des jenigen empfehlen, der euch und mich geheiliget, der euch und mir die Gnade gegeben hat, durch die heis lige Taufe zu Kindern Gottes und zu Erben des ewigen Lebens aufgenommen zu werden. O höchst barmherziger Gott! erbarme dich aller Seelen im Fegefeuer, befreye sie bald aus dem Orte der Schmerzen, lasse sie bald dein göttliches Angesicht schauen, und deine Liebe ewig genießen. Erhöre mein Ge beth, welches ich ir im Geiste der christlichen Liebe für alle leidenden Seelen im Fegefeuer darbringe, und gib ihnen Trost, Linderung und baldige Erlösung. Du wirst gewiß dieses mein Gebeth nicht verschmähen, der du uns ja gelehret, und uns befohlen hast, für einander zu bethen, damit wir alle selig werden. Insbesondere lasse dir, o allbarmherziger Gott! die Seelen meiner Altern, Geschwister, Freunde, Wohlthäter und aller derjenigen empfohlen seyn, denen ich besondere Liebe und Dankbarkeit schuldig bin, die mir viele und große Wohlthaten erwiesen haben, und denen ich meine Liebe und Dankbarkeit nicht anders beweisen kann, als daß ich sie deiner Liebe und Gnade empfehle, und für sie mein Gebeth dir darbringe, damit du ihnen alles das dort 299 reichlich vergelten mögest, was sie mir hier auf Erden Gutes erwiesen haben. Ich bitte dich durch Jeſum Christum, unsern Herrn und Heiland, welcher mit dir und dem heiligen Geiste, gleicher Gott, lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Bater unser. Gegrüßet seyst du Maria. Ich glaube an Gott den Vater. Ehre sey Gott dem Vater, und dem Sohne, und dem heil. Geiste, wie es war im Anfange, jetzt und allezeit, und in Ewigkeit. Amen. - - Lesung und Betrachtung für Personen ledigen Standes. Kein Stand ist mehreren und größeren Gefahren ausgesetzt, als der ledige Stand. Die jugendliche und blühende Gestalt, die Kraft und Fülle der Gesundheit, die Gesellschaft und der Umgang, sind lauter Gefahren und Gelegenheiten, der Jugend den allerkostbarsten Schak, die Unschuld und jungfräuliche Reinigkeit zu rauben. Um sich vor diesen Gefahren zu verwahren, sollen Jünglinge und Mädchen wohl beherzigen: 1) daß es kein Föstlicheres Kleinod gebe, daß nichts ihren Stand mehr ziere, daß nichts sie vor Gott und den Menschen angenehmer mache, als die Unschuld und Keuschheit; 2) daß die Unkeuschheit das abscheulichste Laster sey, daß sie ihre Sclaven um Ehre, Gut, Gesundheit, um Gottes Gnade und Liebe, und um den Himmel bringe; daß sie wie ein fressender Krebs stets um sich greife, alles verderbe und vergifte, und sehr schwer geheilet werde. Daher ruft uns der heilige Apostel Paulus zu: Fliehet die 300 Unkeuschheit. Ja, fliehen sollen wir alles, was auch nur zur Leichtfertigkeit und Frechheit verleiten könnte. 1 - Fliehet daher alle Sünden und Laster, insbesondere den Müßiggang. Wer der Sünde fund dem Laster sich hingibt, wird kaum lange die Keuschheit bewahren; der Müßiggang ist aber ein Ruhepolster des Satans. Müfiggehen und Unzucht treiben, pflegen gemeiniglich bey sammen zu seyn; so wie Hoffart, Eitelkeit, Vorwitz der Augen, Frechheit und Geschwähigkeit, leichtsinniges Scherzen und vertraulicher Umgang die Fesseln sind, womit die Jugend gefangen, geschändet, und an der Seele getödtet wird. Fliehet die Gelegenheiten und Gefahren der Unkeuschheit; denn wer die Gefahr liebet, wird darin um kommen. Gelegenheit macht fallen. Wenn euch daher ets was zugemuthet wird, was eurem Stande, was der Schamhaftigkeit, was der Reinigkeit zuwider wäre, so fliehet; fliehet davon, wie der keusche ägyptische Joseph; fliehet, wenn ihr darüber auch die Gunst des Herrn oder der Frau, den Dienst, einen zeitlichen Gewinn verlieren, wenn ihr deßhalb auch Schaden und Verfolgung leiden sollet. Fliehet die bösen Gesellschaften. Es ist und bleibt ewig wahr: Bey den Gottlosen wirst du gottlos werden. Ja, böse Gesellschaften verderben gute Sitten. Daher sollet ihr mit Personen ungleichen Geschlechtes an verborgenen Orten nicht allein verweilen, zu Belustigungen und Gastmahlen nicht ohne die Ältern, oder andere Begleiter kommen; ihr sollet keiner Person trauen, sie sey, wer sie wolle, an welcher ihr unanständige Mienen, Reden oder Geberden bemerket. Fliehet auch die geringste Unehrbarkeit, und was nur von ferne die Schamhaftigkeit beleidiget. Nicht leicht wird Jemand auf einmahl gottlos. Von dem Kleineren 301 kommt man zum Größeren, und wer das Kleine verachtet, wird endlich fallen, wie die Erfahrung es so oft bestätiget. David, ein Mann nach dem Herzen Gottes, ist in schwere Sünden gefallen, weil er dem Vorwitze der Augen nicht gleich anfangs widerstanden hat. O wie oft ist durch ein unehrbares Wort, durch einen frechen Blick, durch ein leichtfertiges Lied, durch eine ungebühr: liche Berührung, durch einen unbezähmten Vorwit eine unschuldige, engelreine Seele beflecket, und in ein heilloses Verderben gestürzt worden! Ihr Jünglinge und Jungfrauen! Seyd ihr denn stärker als Samson, heiliger als David, weiser als Salomon? Alle drey sind durch die Unbehuthsamkeit gefallen, und ihr wollet der Gefahr euch hingeben? - - Ich bitte euch durch die Liebe Jesu, ich bitte euch durch die Liebe Mariä, der allerreinsten Jungfrau, daß ihr vorsichtig wandeln, und euch vor allem forgfältig hüthen sollet, was nur im Geringsten gegen die Schamhaftigkeit, Ehrbarkeit und Keuschheit ist. Traut ja nicht den Lockungen und Versprechungen, den Schmeicheleyen und Liebkosungen; dieß sind lauter Schlingen, wodurch viele Jünglinge und Mädchen gefangen, und in das Netz der Unzucht und des Satans verstrickt werden. Lasset euch daher von keiner Person irre leiten, thuet und duldet nichts, was eurem Stande entgegen wäre, oder worüber ihr erröthen müßtet, und wenn dergleichen etwas euch zugemuthet, oder von euch verlangt wird, so widerstehet tapfer. Sprechet da mit der keuschen Susanna zu euren Verführern:„ Besser ist es mir, ohne die böse That in eure Hände zu fallen, und zu sterben, als im 1989 Angesichte Gottes zu fündigen." Dan, 13. CANO — 302 1 Mittel, die Unschuld und Keuschheit zu bewahren. Jünglinge und Jungfrauen sollen ihre fünf Sinne, vorzüglich die Augen und Ohren, die Zunge und Hände sorgfältig verwahren und bezähmen; denn durch diese Pforten und auf diesen Wegen pflegt der Geist der Unreinigkeit sich in das Herz einzuschleichen, und die Seele zu tödten. Sie sollen stets die Furcht Gottes in sich erwecken und beleben; denn diese vertreibt jede Sünde. Die Furcht des Herrn aber besteht darin, daß man lebendig glaube, daß Gott alles sieht, höret und erkennet, daß er überall bey uns sey, und daß man fürchte, ihn durch irgend eine Sünde zu beleidigen, der die Sünde verabscheuet, und sie zeitlich und ewig bestraft. Sie sollen sich der Demuth, Zucht, Schamhaftig: keit, des Stillschweigens, und besonders der Eingezogenheit und der Liebe Gottes befleißen. Sie sollen öfter Jesum, die seligste Jungfrau Maria, den heiligen Schutzengel, den heiligen Nahmenspatron anrufen, und in allen Anfechtungen und Gefahren zum Gebethe ihre Zuflucht nehmen. Sie sollen sich hierin nicht zu viele Stärke zutrauen, nicht vermessentlich vertrauen, nichts für gering, für unbedeutend, für unschuldig und unschädlich halten; sie sols len sich sorgfältig vor allen Gefahren und Gelegenheiten hüthen, und sie fliehen. Sie sollen endlich öfter die heiligen Sacramente der Buße und des Altares mit würdiger Vorbereitung empfangen, und sich dadurch gegen die Versuchungen und Gefahren dieser Sünde waffnen und stärken. Sollten sie aber aus menschlicher Schwachheit wider 303 die Reinigkeit und Keuschheit gefehlet haben; so dürfen sie die Beicht nicht verschieben, sondern sie sollen bey erster Gelegenheit mit Aufrichtigkeit ihre Vergehung dem Beichtvater bekennen. Sie dürfen auch nicht von dem bekannten Beichtvater hinweg, zu einem unbekannten gehen, dem die vorigen Schandthaten unbekannt sind. Das hieße nicht einen Menschen, sondern Gott betriegen wollen. Und dieses Laster wird nicht durch Honig ausgerottet; sondern es werden bittere und scharfe Arzeneyen dazu erfordert, um diese fressenden Wunden zu heilen. Gebethe zur Bewahrung der Keuschheit. O Jesu, du König der Jungfrauen! der du die Reinigkeit und Keuschheit vorzüglich liebest und belohnest; tödte durch deine Gnade in meinem Herzen und in allen meinen Gliedern jede böse Anreizung und Begierde, und was der vollkommenen Reinigkeit zuwider ist; erwecke in mir die Liebe zur beständigen Keuschheit, und erfülle mich mit himmlischen Gedanken und Begierden, damit ich dir, meinem Gott, mit unbeflecktem Leibe dienen, und mit reinem Herzen gefallen möge. Amen. O Jesu! du Sohn der Jungfrau! Ich bitte dich durch deine gnadenreiche Gegenwart im heiligsten Altars- Sacramente, und durch die unbefleckte Reinigkeit deiner jungfräulichen Mutter; erschaffe in mir ein reines Herz, und laß mich durch deine kräftige Gnade gestärkt, die Reinigkeit und Keuschheit des Leibes und der Seele dir zu Liebe unbefleckt er halten. Amen. 1 - - 304 - Jesu! du Reinster unter den Menschenkindern! du Beschüßer der keuschen Seelen! dem nur reine Herzen gefallen! Dir empfehle ich die Reinig keit meines Leibes und meiner Seele. In deinen jungfräulichen Händen, o Maria, laß meine Unschuld unverletzt bewahret werden. Alle Gedanken, Begierden und Anreizungen wider die Keuschheit will ich über alles verabscheuen und fliehen, und nie in etwas einwilligen, was nur im Geringsten gegen die Reinigkeit und Ehrbarkeit wäre. In Gegenwart Jesu und Mariä nehme ich mir fest vor, meine fünf Sinne sorgfältig zu bewahren und zu bezähmen, diese Gesellschaft N. jenen Umgang N. zu meiden, allen Anfechtungen standhaft zu widerstehen, nicht das Geringste gegen die Keuschheit an mir zuzulafsen, ja lieber zu sterben, als mit irgend einer Unkeuschheit befleckt zu werden. O Jesu! du Sohn der reinsten Jungfrau! erhalte in mir einen keuschen Sinn, und bewahre in mir ein reines Herz. Erfülle mich mit deiner heilsamen Furcht, und verzehre in mir durch das Feuer deiner reinsten Liebe alle bösen Begierden meines Leibes und meiner Seele, damit ich nichts sehe, höre, rede, thue, oder gestatte, was deinen jungfräulichen Augen mißfallen, meine Reinigkeit beflecken, und mich deiner Gnade und Liebe berauben könnte. Amen. -- 305 - Von der Wahl eines Standes. Die zeitliche und ewige Wohlfahrt und Glückselig= keit hängt größten Theils von der guten Wahl eines Standes ab. Was nicht gut und mit Gott angefangen wird, hat selten ein gutes Ende. Daher sollen Jünglinge und Jungfrauen sich nichts eifriger angelegen seyn lassen, als eine gute Standeswahl, woben sie folgende Regeln beobachten sollen: 1) In Traurigkeit, im Unglücke, zur Zeit einer Freude oder eines Vergnügens soll man keinen Stand wählen, weil zu dieser Zeit das Gemüth unruhig, und nicht fähig ist, richtig zu beurtheilen, welcher Stand für uns der beste sey. Die Wahl eines Standes soll man vornehmen, wenn das Gemüth ganz ruhig ist, nach dem würdigen Empfange der heiligen Sacramente der Buße und des Altares, nach einem andächtigen Gebethe um Gottes Gnade und Erleuchtung. 19 2) Erwäge dann die Pflichten und Beschwerden jenes Standes, zu dem du Fähigkeiten, Talente, Neigung und Beruf fühlest. Durchforsche genau dein Inneres, ob du den Pflichten und Beschwerden dieses Standes gewachsen seyest, und ob du in demselben dein zeitliches und ewiges Wohl am leichtesten und sichersten wirken könnest. 3) Berathe dich darüber mit deinem Beichtvater, mit deinen Ältern, mit erfahrenen, gottesfürchtigen Mena schen, und suche in dieser Zeit durch öfteres Gebeth, und durch andere fromme Übungen dir die Hülfe und den Beystand Gottes dazu zu erwirken. 26 ITAT 306 - aduste Gebethand no EQ um eine glückliche Standeswahl. Jesu! unser Erlöser, Heiland und Seligmacher! der du, um unser Seelenheil zu bewirken, vom Himmel herabzukommen, und Knechtesgestalt anzunehmen dich gewürdiget hast, der du in Armuth und Dürftigkeit, in Verachtung und Verfol gung, unter Leiden und Mißhandlungen deine Tage zugebracht, und endlich am schmachvollen Kreuze dein Leben für uns Sünder dahingegeben hast; ich bitte dich mit größter Inbrunst meines Herzens, ich bitte dich durch dein kostbarstes Blut, ich bitte dich durch deinen bitteren Tod am Kreuze, sende mir von oben herab den Geist des Rathes, daß ich denjenigen Stand und Beruf wähle, in welchem du vorsiehst, daß ich fromm leben, Gutes wirken, und gottselig sterben werde. O Jesu! du weißt es, mein einziger Herzenswunsch ist, dir treu und eifrig zu dienen, tugendhaft und fromm zu leben, und ewig selig zu werden. Sieh da, mein Herz ist bereit, deiner Stimme zu folgen. Ich will, mein Jesu! was du willst; zeige mir deinen Willen, und gib mir die Gnade, demselben in Allem zu folgen, und bis an mein Lebensende in demselben zu verharren. Umen. Wenn du dich, christliche Seele! zum Ehestande berufen fühlest; so thue es nicht ohne den Rath deiner Åltern oder deiner Verwandten, und übereile dich nicht bey 307 einem so wichtigen Schritte. Eile nicht zu diesem Stande aus böser Begierde, aus Eitelkeit, oder aus einem ans deren unedlen Beweggrunde, sondern mit reiner und keuscher Absicht, wie Tobias und Sara. Insbesondere hüthe dich vor aller Vertraulichkeit mit der verlobten Person, und vermeide sorgfältigst alles, was gegen die Ehrbarkeit und Reinigkeit wäre, damit du dich nicht des Segens und Beystandes Gottes unwürdig machest, und den Fluch Gottes dir zuziehest. Nur durch das Opfer der Reinigkeit und Keuschheit wird Gott bewogen, Gnade und Segen den neuen Eheleuten mitzutheilen. du Gebeth für Verlobte. Jesu, mein Gott und Heiland! Ich habe mich zum Ehestande entschlossen. Da aber derselbe ohne deine besondere Gnade nicht würdig eingegangen, noch mit der erforderlichen Gewissenhaftigkeit und Treue gehalten werden kann, so nehme ich meis ne Zuflucht zu dir, und bekenne und gelobe vor deinem göttlichen Angesichte, daß ich weder aus Begier= lichkeit der Augen, noch aus Begierlichkeit des Fleisches, noch aus Hoffart des Lebens, noch aus ans deren eitlen oder unreinen Beweggründen diesen Ehestand antreten, sondern bloß deßhalb in diesen Stand treten wolle, damit ich desto leichter mich ernähren, sicherer unter den vielen Gefahren der Welt leben, treu und eifrig dir dienen, und die Kinder, mit denen du mich vielleicht segnen wirst, zu deiner Ehre fromm und christlich erziehen möge. — - 308 Ich bitte daher flehentlich deine unendliche Güte und Barmherzigkeit, du wollest mir herabsenden den Geist des Rathes, durch dessen Beystand ich einen dir gefälligen, frommen und tugendhaften Ehegat: ten auserwählen möge. Ich bitte dich auch, du wollest mein Herz vor allen bösen Gedanken und Begierden verwahren, und mir die Gnade ertheilen, die Reinigkeit und Keuschheit meines Herzens unbefleckt zu erhalten. Endlich bitte ich dich, du wollest meinen zukünftigen Ehegatten segnen, und uns beyden die Gnade ertheilen, daß wir in Frieden und Einigkeit, in christlicher Liebe und Gottesfurcht dir stets dienen, und nach diesem Leben der ewigen Belohnung im Himmel theilhaftig werden mögen. Amen. 1 - Gebeth der ältern für ihre Kinder. O allgütiger Gott! Ich sage dir den schuldigsten Dank, daß du mich mit Kindern gesegnet hast. Weil du aber sie mir nur darum gegeben hast, daß ich sie zu deinem Dienste und zu deiner Ehre in Frömmigkeit und Gottesfurcht erziehen soll; so will ich für sie stets Sorge tragen, ihre Unschuld, so viel mir möglich ist, zu bewahren suchen, und sie zu aller Tugend anleiten, mit dem aufrichtigen Wun sche, daß ich sie lieber durch den Tod verlieren wol le, als daß sie den Weg der Sünde wandeln sollen. Ich bitte daher deine unendliche Güte und Barm 309 herzigkeit, du wollest meine Kinder, die du mir anvertrauet hast, unter deinen väterlichen Schuß nehmen, sie in deiner Gnade befestigen, und auf dem Wege deiner heiligen Gebothe erhalten, damit wir alle zusammen uns deiner Anschauung im Himmel ewig erfreuen mögen. Amen. - Gebeth, um den Segen für sein Haus zu erlangen. Barmherziger, gütiger Gott! mein bester Bater! In deine gnaden- und hilfreiche Vorsehung, die niemahls irret, empfehle ich mich und meine Ange= hörigen, und alles, was ich habe. Ich weiß, duverläsfest keinen, der auf dich hoffet, und du sorgest väterlich für alle, die auf dem Wege deiner Gebothe wandeln. Es ist auch nie erhöret worden, daß ein gerechter und frommer Mensch von dir sey jemahls gänzlich verlassen worden. O vielgeliebtester Vater! Ich bin zwar nicht gerecht, sondern ein armer Sünder, der vielmehr Strafe, als Segen und Gnade verdienet. Ich werfe mich aber in der tiefsten Demuth meines Herzens zu deinen Füßen, ich bereue aufrichtig alle meine Sünden, weil ich dadurch dich, mein höchs stes Gut, meinen besten Vater, beleidiget habe. Ich verspreche, mein Leben zu bessern, wahre Buße zu wirken, und nimmer mehr wissentlich und vorsätzlich dich, o mein Gott! durch eine Sünde zu beleidigen. Meine vorzüglichste Sorge soll es von nun an seyn, dir eifrig zu dienen, und meine AngehöriTUTTA 310 gen durch Worte und Beyspiele zu deinem Dienste zu ermuntern und anzuleiten. Du, o Gott! sollst allein das höchste Ziel meines ganzen Strebens und Verlangens seyn. Ich wünsche nichts zu erlangen, nichts zu besitzen, was ohne Sünde nicht kann gewonnen und erhalten werden. Ich will lieber in Widerwärtigkeit und Elend, aber mit deiner Liebe und Gnade sterben, als durch Reichthum und Wohl stand, durch Ehre, Macht und Ansehen in Gefahr seyn, ewig zu Grunde zu gehen. Mit diesem Vorsaße werfe ich mich nieder vor dem Throne deiner göttlichen Majestät, und bitte mit kindlichem Vertrauen um deinen väterlichen Segen. Strecke aus, o barmherziger Vater! deine gnadenreiche Hand, und segne uns alle mit den Gütern der Seele. Behüthe uns vor Zorn und Unfrieden, vor Geiz und Ungerechtigkeit, vor Hoffart und Unkeuschheit, vor Fraß und Völlerey, vor aller Sünde, vor jedem Laster. Schenke uns vielmehr Frie: den und Einigkeit, Demuth und Sanftmuth, Keusch heit und Ehrbarkeit, Liebe Gottes und des Nächsten. Strecke aus, o gütigster Bater! deine hülfreiche Hand, und errette uns, wie den Propheten Daniel, aus aller Gefahr; tröste uns, wie den frommen Tobias, in der Noth und Armuth; stärke uns, wie den geduldigen Job, in schweren Leiden und Krankheiten, und in der äußersten Verlassenheit von allen Menschen. Strecke aus, o allmächti ger Bater! deine freygebige Hand, und segne mein - — - 311 - Haus, wie du das Haus Abrahams gesegnet hast; lasse über uns kommen jenen Gegen, welchen du den Kindern Israel versprochen hast, damit wir ges segnet werden zu Hause und außer dem Hause, an Leib und Seele, an Kindern und Vermögen, in allem unseren Thun und Lassen. Also wird gesegnet werden der Mensch, der Gott fürchtet. Amen. Gebeth eines Kranken um Erhaltung der Gesundheit. Jesu! mein gütigster und liebreichster Heiz land. Du bist zum Heile der Menschen vom Himmel auf die Erde gekommen, und durch alle Flecken und Städte gegangen, um gesund zu machen alle, welche mit Leibesgebrechen und Krankheiten behaftet waren. Sieh, ich dein geringster Diener bin von deiner Hand hart getroffen, und eine schwere Krankheit hat mich an das Schmerzenbett geheftet. Daher nehme ich zu dir, o barmherzigster Heiland, meine Zuflucht, und flehe zu dir mit dem größten Vertrauen: Jesu, du Sohn Davids! erbarme dich meiner. Jesu von Nazareth! erbarme dich meiner. O mildester Jesu! Du hast ja der Menschen Leiden auf dich genommen, unsere Schmerzen hast du getragen, um unserer Sünden willen bist du verwundet worden. O so gedenke nicht der vielen Missethaten, welche ich begangen, und wofür ich diese Züchtigung und weit größere Strafen verdienet habe. Ich bereue vom Herzen alle meine Sünden um dei. 312 ner Liebe willen, weil sie deinem heiligsten Willen entgegen sind. O gekreuzigter Jesu! sey eingedenk deines bitteren Leidens, deines kostbaren Blutes, deines schmerzlichen Todes, womit du für unsere Sünden genug gethan hast, und erbarme dich meiner. O Jesu! erbarme dich meiner, und verleihe mir wieder die vorige Gesundheit. Für diese große Gnade will ich dir stets danken, mein Leben bessern, wahre Buße wirken, und die Tage meines Lebens in Frömmigkeit und Gottesfurcht vollenden. Sollte es aber dir nicht gefallen, mir die vorige Gesundheit wiederzugeben, und es auch nicht zu meinem ewigen Seelenheile seyn, so thue an mir nach deinem göttlichen Willen. Nur um das allein bitte ich dich, o süßester Jesu! verleihe mir die Gnade, alle Schmerzen und Ängsten der Krankheit mit Geduld zu ertragen, sie mit deinem bittersten Leiden zu ver einigen, und im Geiste der Buße dir aufzuopfern, damit ich dadurch an der Seele geheilet, dir wohlgefällig, und ewig selig werden möge. Amen. Ein anderes Gebeth. Jesu! du Gott meines Herzens! mein Trost in Ewigkeit! Ich danke dir vom Herzen, daß du mich durch diese Krankheit so väterlich züchtigest, und mir Gelegenheit gibst, die Strafen meiner Sünden schon hier abzubüßen. Ach, es reuet mich über alles, daß ich dich, meinen Gott, das höchste Gut, je mahls beleidiget habe; ich mache auch einen festen - - 313 Vorsak, nie wieder zu fündigen, sondern von nun an treu und eifrig dir zu dienen. Wenn es dir wohl= gefällig, und zu meinem ewigen Seelenheile er sprießlich seyn sollte, so bitte ich dich, o gütigster Jesu! du wollest mir die vorige Gesundheit wieder geben. Aber nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Ist es dir wohlgefällig, daß ich länger leiden soll, so geschehe dein Wille. Ich nehme die Schmerzen der Krankheit mit gänzlicher Ergebung in deinen göttlichen Willen an; vereinige sie mit deinem bitteren Leiden, und nimm sie gnädig an zur Genugthuung für meine Sünden. Dir, o Jesu! will ich leben, dir zu Liebe will ich leiden, dir will ich sterben, dein will ich seyn im Leben, im Leiden, und im Tode. Amen. - - 27 KI 1 314 T Gewöhnliche gottesdienstliche Gesänge. Gesänge zur heiligen Messe. Erster Meßgesang. Zum Introitus. Wir werfen uns darnieder 1. Vor dir, Gott Sabaoth! Erhöre uns're Lieder, Da wir nach dem Geboth Dir dieses Opfer bringen: Verleihe nun, daß wir Es andachtsvoll besingen, Und wohlgefallen dir. 2. Den Tag vor Jesu Leiden, Beym letzten Abendmahl, Indem er wollte scheiden Aus diesem Jammerthal, Hat er das Brot gebrochen, Und ausgetheilt den Wein, Gesegnet und gesprochen: Dieß thut, und denket mein. 3. Er sprach: Nehmt hin und esset, Dieß ist mein Fleisch und Blut, Damit ihr nicht vergesset, Was meine Liebe thut; Mich opfernd will ich sterben Am Kreuz zum Heil für euch; Wer an mich glaubt, soll erben Mit mir das Himmelreich. 4. O Herr! dieß Opfer steige Zu dir mit Wohlgeruch, Damit dein Herz sich neige Zu deines Volks Gesuch. 315 Wir opfern nicht mehr Kälber, Wie Aaron hat gethan, Nein, Jesum Christum selber, Der uns versöhnen kann. - 3um Gloria. 1. Gott Vater! dir gehöret Lob, Ruhm und Dank und Ehr'. Was uns're Ruhe störet, Verstatte nimmermehr. Auf Erden laß uns grünen Den Frieden jederzeit, Daß wir dir fröhlich dienen, Von Furcht und Angst befreyt. 2. Der du der Menschen Sünden Gebüßt am Kreuzes stamm, Laß uns Erbarmung finden, O Jesu, Gotteslamm! Gelobt mit Mund und Herzen Seyst du, Gott heil'ger Geist! Der du in Angst und Schmerzen Den Frommen Trost verleihst. Vor dem Evangelium. 1. Aus Gottes Munde gehet Das Evangelium; Auf diesem Grunde stehet Das wahre Christenthum. Gott selber hat's gelehret, Der nicht betriegen kann; Wohl dem, der's gerne höret, Und es nimmt willig an! 2. Sein Wort zeigt uns die Wege Zum Himmelreiche an; Es weiset uns die Stege, Zu gehen diese Bahn. Herr! drücke deine Worte Tief in die Herzen ein, * 316 Daß wir zur Himmelspforte zu kommen würdig sey'n. - - 3um Credo. 1. Wir glauben und bekennen, Daß aus höchst weisem Rath Gott, den wir Vater nennen, Die Welt erschaffen hat. Von ihm ist ausgegangen Sein Sohn, der Jesus heißt; Der ward als Mensch empfangen Durch Gott den heil'gen Geist. 2. Maria hat geboren Als Jungfrau dieses Kind, Sonst wären wir verloren, Wir, die wir Sünder sind. Er litt an Leib und Seele, Schloß sterbend seinen Lauf, Stand aus des Grabes Höhle Am dritten Tage auf. 3. Er ward hinaufgenommen Zu Gottes rechter Hand; Wann er wird wiederkommen, Ist uns zwar nicht bekannt, Doch kommt er einst zu rächen, Und wird von seinem Thron Ein billig Urtheil sprechen, Zur Strafe und zum Lohn. 4. Wir glauben nicht alleine, Daß eine Kirche sey, Wir stimmen der Gemeine Der Heiligen auch bey. Die Sünde wird vergeben Durch Christi Diener hier, Der Leib steht auf zum Leben, Geht ein zur Himmelsthür. A - 317 3um Offertorium. - 1. Herr! laß doch diese Gaben Dir wohlgefällig seyn, Die wir geopfert haben; Es ist zwar Brot und Wein, Doch wird's verwandelt werden In Christi Fleisch und Blut; Das ist uns hier auf Erden Und den Verstorb'nen gut. 2. Wir opfern dir den Willen, Herz und Gedanken auf, Hilf uns, daß wir erfüllen In unserm Lebenslauf, Was du uns, deinen Kindern, Zu thun befohlen hast; Nimm weg, was uns kann hindern, Nimm weg die Sündenlast. 3. Wir legen dir zu Füßen Auch unser Hab' und Gut, Und was wir hier genießen, Das Leben, Leib und Blut. Gib uns bald kühlen Regen, Bald warmen Sonnenschein, Und laß durch deinen Segen Die Felder fruchtbar seyn. 3um Sanctus. 1. Laßt uns gen Himmel schwingen, Zum Helfer in der Noth, Und dreymahl heilig singen Dem Herrn Gott Sabaoth. Herr! Himmel und auch Erde Sind voll von deinem Ruhm, Hilf, daß bekehret werde Das blinde Heidenthum; 2. Daß wir hernach zusammen Dir uns're Herzen weih'n, 318 Und, voll von Liebesflammen, Dir ein Hosanna schrey'n. Herr! der in deinem Nahmen Kommt, sey gebenedeyt! Die Engel sagen: Amen! Jetzt und in Ewigkeit. - - Nach der Wandlung. 1. Hier beth' ich auf den Knien, Verborg'ner Gott! dich an. Ich will mich nicht bemühen, Ve Das, was du hier gethan, Durch Sinne zu begreifen; Dein Wort muß mir allein, Um hier nicht auszuschweifen, Der Grund des Glaubens seyn. 2. Die Gottheit war bedecket Allein am Kreuzaltar; Hier aber ist verstecket Die Menschheit auch sogar. Dieß Denkmahl deiner Güte, Dieß wahre Himmelsbrot, Erinnert mein Gemüthe, O Herr! an deinen Tod. 3. Wasch' mich von meinen Sünden, O Jesu! durch dein Blut, Und laß mich Gnade finden, Du allerhöchstes Gut. Laß bald den Vorhang fallen, Erschein' in vollem Licht, Und zeige mir und Allen Dein glänzend Angesicht. Zum Agnus Dei. 1. Erfreut euch, fromme Seelen! Ein Wunder ist gescheh'n! Der Herr will sich verhehlen, Kein Auge kann ihn seh'n; 319 In Brot und Weinsgestalten, Ist Jesu Fleisch und Blut Auf dem Altar enthalten, Dieß größte Seelengut. - 2. Verdeckt ist hier zu finden Das wahre Gotteslamm, So aller Menschen Sünden Getilgt am Kreuzes stamm. Es ist der Seelen Speise, Wie uns der Glaube lehrt; Sie nährt uns auf der Reise, Und wird doch nicht verzehrt. 3. Wenn wir das Leben schließen, Und dieses Himmelsbrot Recht wohl bereit genießen, So kann der bitt're Tod Uns Christen nicht erschrecken; Es ist ein Unterpfand, Daß Gott uns wird bedecken Mit seiner starken Hand. 4. Herr Jesu! deiner Liebe Sey Ehre, Lob und Dank, Weil du, nach ihrem Triebe, Zur Speise und zum Trank Dein Fleisch und Blut gegeben, In Brotsgestalt verhüllt; Daraus für uns das Leben Und reine Freude quillt. 5. Entzünd' in uns Verlangen Nach diesem Sacrament; Herr! laß es uns empfangen, Wenn sich die Seele trennt. Laß uns in Frieden fahren, Von allen Sünden rein, Zu deinen Engelscharen, Und ewig bey dir seyn. 1 Zum Segen des Priesters. 320 1. Da wir nunmehr gehöret Die Messe, wie man soll, So sey auch Gott geehret! Er mach' uns segensvoll, Und laß es sich gefallen, Was wir allhier gethan; Er bleibe bey uns Allen, So sind wir wohl daran. 2. Gott wolle uns behüthen, Daß uns an diesem Tag Des bösen Feindes Wüthen Nicht schädlich werden mag. Er laß uns ohne Sünden Einst stehen vor Gericht, Damit wir Gnade finden Vor seinem Angesicht. 3 weyter Meßgesang. - 3um Kyrie. Hier liegt vor deiner Majestät Im Staub die Christenschar, Das Herz zu dir, o Gott! erhöht, Die Augen zum Altar. Schenk uns, o Vater! deine Huld, Vergib uns uns're Sündenschuld, Gott! von deinem Angesicht Verstoß uns arme Sünder nicht! Verstoßnicht. uns Verstoß uns Sünder nicht. - Wir haben, Herr! dein Gut verschwend't, Wie der verlorne Sohn; Die Sünde hat uns so verblend't! Doch schau von deinem Thron Mitleidig her auf unsern Schmerz, Verwirf nicht ein zerknirschtes Herz; 321 Entzieh' die Baterhuld uns nicht, Und sende uns dein Gnadenlicht! Dein Gna- den- licht, Dein göttlich's Gnadenlicht. - - Wir sind ja deiner Hände Werk, Der Schöpfung unterthan, O gib uns Schwachen Kraft und Stärk', Sich uns in Gnaden an! Hier bringen wir auf dem Altar Dir ein Versöhnungsopfer dar. O Gott! der Werth des Bluts ist groß, Das einst dein Sohn für uns vergoß, Für uns vergoß, Am Kreuz für uns vergoß. 3um Gloria. Gott soll gepriesen werden, Sein Nahm' gebenedent, Im Himmel und auf Erden, Jeht und in Ewigkeit. Lob, Ruhm und Dank und Ehre Sey der Dreyeinigkeit! Die ganze Welt vermehre, Gott! deine Herrlichkeit. Bey dem Evangelium. Aus Gottes Munde gehet Das Evangelium; Auf diesem Grunde stehet Das wahre Christenthum. Gott selbst ist's, der uns lehret, Der Weis- und Wahrheit ist. Der seine Lehren höret, Wie glücklich ist der Christ. 3um Credo. Allmächtiger! vor dir im Staube Bekennt dich deine Creatur. 322 O Gott und Vater! ja ich glaube An dich, du Schöpfer der Natur. Auch an den Sohn, der ausgegangen Von dir, geboren ewig war, Den, von dem heil'gen Geist empfangen, Die reinste Jungfrau uns gebar. - Und Jesus Christus ist gekommen, Daß er versöhne uns mit Gott, Er hat die Schuld auf sich genommen, Und litt für uns den Kreuzestod; Erstand, besiegte Tod und Hölle, Fuhr zu des Vaters Nechten auf, Und wird als Richter jeder Seele Einst prüfen unfern Lebenslauf. Ich glaube, Gottes Geist regieret Die wahre Kirch' und Christenheit; Ein büßend Schaf, das sich verirret, Flieht hin zu der Barmherzigkeit. Am großen Tag wird's Fleisch erstehen. Jetzt, Heilige! helft insgemein, Daß wir mit euch zum Leben gehen, Miterben Christi ewig seyn. 3um Offertorium. Nimm an, o Herr! die Gaben Aus deines Priesters Hand; Wir, die gesündigt haben, Weih'n dir dieß Liebespfand. Für Sünder hier auf Erden, In Ängsten, Kreuz und Noth, Soll dieß ein Opfer werden Von Wein und reinem Brot. Nimm gnädig dieß Geschenke, Dreyeinig großer Gott! Erbarm' dich unser, denke An Christi Blut und Tod; Sein Wohlgeruch erschwinge Sich hin zu deinem Thron, 323 Und dieses Opfer bringe Uns den verdienten Lohn. - - 3um Sanctus. Singt: heilig, heilig, heilig Ist unser Herr und Gott! Singt mit den Engeln: heilig Bist du, Gott Sabaoth! Im Himmel und auf Erden Soll deine Herrlichkeit Gelobt, gepriesen werden, Jetzt und in Ewigkeit. Wir singen froh zusammen, Von ganzer Seel' erfreut: Der kommt in's Herren Nahmen, Der sey gebenedeyt! Hosanna in der Höhe! Gepriesen sey der Herr! Dem großen Gott geschehe Sein Lob von Meer zu Meer. Nach der Wandlung. Sieh, Vater! von dem höchsten Throne, Sieh gnädig her auf den Altar! Wir bringen dir in deinem Sohne Ein wohlgefällig's Opfer dar. Wir fleh'n durch ihn, wir deine Kinder, Und stellen dir sein Leiden vor! Er starb aus Liebe für uns Sünder; Noch hebt er's Kreuz für uns empor, Noch hebt er's Kreuz für uns empor. Er hat für uns sich dargegeben, Für alle Menschen insgesammt; Beym Vater, daß wir ewig leben, Vertritt er jetzt das Mittleramt. O Jesu! höre uns're Bitte, Steh' uns'rer Schwachheit immer bey; Auf daß dein Leiden, deine Güte, An uns niemahls verloren sey, An uns niemahls verloren sey. 324 3um Agnus Dei. Betrachtet ihn in Schmerzen, Wie er sein Blut vergießt, Seht! wie aus Jesu Herzen Der letzte Tropfen fließt; Er nahm hinweg die Sünden, Er trug all' uns're Schuld, Bey Gott läßt er uns finden Den Frieden, seine Huld. 1 1 3ur geistlichen Communion. O Herr! ich bin nicht würdig Zu deinem Tisch zu geh'n; Du aber mach' mich würdig, Erhör' mein kindlich Fleh'n. O stille mein Verlangen, Du Seelenbräutigam! Im Geist dich zu empfangen, Dich wahres Osterlamm. Zum Beschlusse der heiligen Messe. Nun ist das Lamm geschlachtet, Das Opfer ist vollbracht; Wir haben jetzt betrachtet, Gott! deine Lieb' und macht. Du bist bey uns zugegen; Aus deinem Gnadenmeer Ström' uns dein Vatersegen Durch dieses Opfer her. 3um Segen. 1. Lasset uns dann würdig ehren Ein so großes Sacrament, Nach dem neuen Bund uns kehren, Weil der alte sich geend't; Was man nicht mit Händen greifen, Noch mit Augen sehen kann, Sehen wir Sehen wir im Glauben an. @ 325 Gott den Vater wir erheben Mit dem eingebornen Sohn, Preis und Jubel sey gegeben Beyden auf dem höchsten Thron; Dem auch, der von ihnen beyden Ausgeht, Gott von Ewigkeit, Werde gleich Werde gleiches Lob geweiht. - 126 12 Predigtlied. 1. In Gott des Baters und des Sohns Und seines Geistes Nahmen, Sprecht hier am Fuße seines Throns, O Christen! freudig Amen. Sprecht Amen, und bereitet euch, Nach eures Meisters Lehren, Den Vater in dem Himmelreich Mit Bitten zu verehren. 2. O Vater unser! der du bist Im Himmel und auf Erden, Dein Nahme, der so liebvoll ist, Soll stets geheiligt werden! Dein Reich, von Anbeginn der Welt Bereitet allen Frommen, Das laß, wenn dieser Staub zerfällt, Für uns auch einstens kommen. 3. So wie auf jeden Wink von dir Die Himmelsgeister sehen, So soll auch unter Menschen hier Dein Wille stets geschehen! Das Brot, das uns're Seele nährt, Um dir, o Gott, zu leben, Auch jenes, das der Leib begehrt, Sen täglich uns gegeben! 326 4. Vergib uns, Vater! jede Schuld, Die wir vor dir bereuen, So wie wir alle mit Geduld Den Schuldigern verzeihen. Ersticke, wenn Versuchung droht, In uns des Bösen Samen! Erlöf uns jetzt und einst, o Gott! Von allem Übel. Amen. 1 - Gesänge zur Advent- Zeit. Erster Gesang. 3um Rorate. 1. Maria! sey gegrüßet, Du lichter Morgenstern! Der Glanz, der dich umfließet, Verkündet uns den Herrn; Von jeder Makel rein, Sollst du zum Menschenheile Des Höchsten Mutter seyn. 2. Dein Gott, zu dir gewendet, Ertheilet den Befehl; Es eilt von ihm gesendet Der Engel Gabriel; Er spricht: O gnadenvoll', Gesegnet untern Weibern! Der Herr bedenkt dein Wohl. 3. Dieß konntest du nicht fassen, Und bathest ihn dabey, Dich recht versteh'n zu lassen, Was diese Bothschaft sey. Maria, zitt're nicht, Denn du hast Huld gefunden Bor Gottes Angesicht. 4. Er will, du sollst empfangen, Gebären einen Sohn, G no Es is dit 327 Er wird durch ihn gelangen Auf Davids Vaterthron! Des Höchsten Sohn zugleich, Und Jesus soll er heißen; Unendlich ist sein Reich. - — - 5. Wie soll denn dieß geschehen? Ich kenne keinen Mann.- O Jungfrau du wirst sehen, Was Gottes Allmacht kann. Er sendet seinen Geist, Der wird dich überschatten, Damit du Mutter seyst. 6. In ihren alten Tagen Kann auch Elisabeth Von seinen Wundern sagen, Die nun gesegnet geht. Sie hieß zwar unfruchtbar, Doch dem ist nichts unmöglich, Der seyn wird, ist, und war. 7. Da sprachst du tief geneiget: Ich bin des Höchsten Magd; Was du mir angezeiget, Das sey, wie du gesagt! O freudenvolles Wort; Der Bothe Gottes eilte Mit diesem Auftrag fort. 8. Von seines Vaters Freuden Kam jetzt das Wort herab, Für Sünder hier zu leiden, zu suchen Tod und Grab. Er wählte deinen Leib, Mit Fleische sich zu kleiden, Gebenedeytes Weib. 9. Den Schatz, den du empfangen, O bring' ihn bald zur Welt! Wir warten mit Verlangen; Denn er ist jener Held, HE We 328 Der uns're Bande bricht, Und aus des Todes Schatten Uns rufet in das Licht. - - 10. Dieß Lied sey dir gesungen, Des Heils Gebärerinn! Mit dir ergeb'nen Zungen, Mit dir ergeb'nem Sinn! Dein hochgelobtes Pfand Führ' uns auf deinen Fürspruch Hinquf in's Vaterland. 3 weyter Gesang. 1. Thauet, Himmel, den Gerechten! Wolken! regnet ihn herab. Also rief in langen Nächten Einst die Welt, ein weites Grab! In von Gott verfluchten Gründen Herrschten Satan, Tod und Sünden. Fest verschlossen war das Thor Zu des Heiles Erb' empor. 2. Doch der Vater ließ sich rühren, Daß er uns zu retten sann; Um den Rathschluß auszuführen, Trug der Sohn sich freudig an. Gabriel flog schnell hernieder, Kehrte mit der Antwort wieder: Sich, ich bin die Magd des Herrn, Was er will, erfüll' ich gern. 3. Dein Gehersam ist mein Leben, Jungfrau demuthsvoll und keusch! Gottes Geist wird dich umschweben, Und des Vaters Wort wird Fleisch. Menschen, bethet an im Staube! Weh' der Höll' und ihrem Raube! Aber Adamskindern wohl, Weil ein Heiland kommen soll. 40 329 4. Einen Zuruf hör' ich schallen: Brüder! wacht vom Schlummer auf! Denn es naht das Heil uns allen, Nacht ist weg, der Tag im Lauf. O dann fort mit allen Thaten, Die die Nacht zur Mutter hatten! Künftig ziehe Jedermann" Nur des Lichtes Waffen an! — - 5. Laßt uns wie am Tage wandeln, Nicht in Fraß und Trunkenheit! Nicht nach Fleischbegierden handeln, Weit verbannt sey Bank und Neid! Jenem gänzlich nachzuarten, Dessen Ankunft wir erwarten, Dieses ist nun uns're Pflicht; So wie sein Apostel spricht. 6. Welterlöser! ich erfülle Deines treuen Knechtes Rath. Komm' in meines Fleisches Hülle! Wie dein Both' verkündet hat. Komm' und bringe mir den Frieden! Menschen ist er nur beschieden, Die von gutem Willen sind, Komm'! ich bin es, göttlich's Kind! Weihnachtlied. 2. Dies ist der Tag von Gott gemacht, Ich will mich herzlich freuen; Auch mich hat heut' der Herr bedacht! Ich will ihm Lieder weihen. Das Heil, das aus der Jungfrau Schooß Heut' allen Adamskindern sproß, Ist auch für mich geboren. Vor seiner Krippe sink' ich dann, Und bethe meinen Heiland an, In Wonne ganz verloren. 28 330 2. In meiner Bildung liegt er hier, Den keine Nahmen nennen. O Gott, e Kind, geläng' es mir, Die Gutthat ganz zu kennen! Du steigest von dem Thron herab, G Den dir mit sich dein Vater gab, Um hier für mich zu leiden! Du wählest, mir zu nuken, heut' Für Überfluß die Dürftigkeit, Den Stall für Himmelsfreuden. 1 - 3. Du weinst, mein Jesu! sey gegrüßt, O gnadenreiche Zähre! Sey mir mit Ehrfurcht aufgeküßt, Tropfen aus dem Meere, Das einstens blutig strömen foll Für mein und aller Sünder Wohl! Sen auch für mich geweinet! Erwärme falter Christen Herz, Das ihres Heiland's ersten Schmerz Nicht zu empfinden scheinet. 4. Das meine soll dein Wohnplak seyn, Geliebtester aus Allen! Es soll, wie neu geschaffen, rein, Von Engeltrieben wallen. Komm' aus der Krippe, komm zu mir! Bring echte Frömmigkeit mit dir, Und wahre Christensitten! O noch nicht Richter, noch ein Kind! Dieß macht mich hoffen; Kinder sind Ja leichter zu erbitten. 5. Du kehrest einst in Majestät, Vom Engelheer umringet, Wenn diese Welt zu Trümmern geht. Der Staub aus Gräbern dringet; Dann muß auch ich hin in's Gericht, Allweiser, vor dein Angesicht, Mit Furcht und Angst durchdrungen. O sprich dann: Ich erkenne dich, 331 Du hast vor meiner Krippe mich Mit Inbrunst einst besungen. - Gesang in der Fastenzeit. 1. Laß mich deine Leiden singen, Dir des Mitleids Opfer bringen, Unverschuld'tes Gotteslamm, Das von mir die Sünde nahm. Jesu! drücke deine Schmerzen Tief in aller Christen Herzen! Laß mir deines Todes Pein Trost in meinem Tode seyn! 2. In's Gericht für Menschen treten, Zum erzürnten Vater bethen, Seh' ich dich, mit Blut bedeckt, Auf dem Öhlberg hingestreckt. Jesu! drücke deine Schmerzen u. s. w. 3. Dich zu binden und zu schlagen, Zu beschimpfen und zu plagen, Nahet sich der Feinde Schar, Und du gibst dich willig dar. Jesu! drücke deine Schmerzen u. s. w. 4. Von den Richtern, die dich hassen, Wilden Kriegern überlassen, Strömet dein unschuldig Blut Unter frecher Geißeln Wuth. Jesu! drücke deine Schmerzen u. s. w. 5. Unter lautem Spott und Hohne Seh' ich eine Dornenkrone, Die, mein Heiland! scharf gespitzt, Deine Stirne schmerzlich rikt. Jesu! drücke deine Schmerzen u. s. w. 6. Wundenvoll, erblaßt, entkräftet, An das Opferholz geheftet, 332 Seh' ich, wie ein Gottmensch stirbt, Und den Sündern Heil erwirbt. Jesu! drücke deine Schmerzen u. s. w. 7. Heiland! meine Missethaten Haben dich verkauft, verrathen Dich gegeißelt und gekrönt, An dem Kreuze dich verhöhnt! Ach, es reuet mich vom Herzen! Laß, mein Heiland, deine Schmerzen, Deines Mittlertodes Pein, Nicht an mir verloren seyn! Gesang zur österlichen Zeit. 1. Der Heiland ist erstanden, Befreyt von Todesbanden, Der als ein wahres Osterlamm Für mich den Tod zu leiden kam. Alleluja! 2. Nun ist der Mensch gerettet, Und Satan angekettet. Der Tod hat keinen Stachel mehr, Der Stein ist weg, das Grab ist leer. Alleluja! 3. Der Sieger führt die Scharen, * Die lang gefangen waren, In seines Vaters Reich empor, Das Adam sich und mir verlor. Alleluja! 4. O wie die Wunden prangen, Die er für mich empfangen. Wie schallt der Engel Siegsgefang, Dem Starken, der den Tod bezwang. Alleluja! 333 5. Mein Glaube darf nicht wanken, O tröstlicher Gedanken! Ich werde durch sein Aufersteh'n Gleich ihm aus meinem Grabe geh'n! Alleluja! 1 6. Die Nacht, die mich dort decket, Bis mich der Engel wecket, Ist kurz; dann ruft mein Heiland mich In's Reich, wo niemand stirbt, zu sich. Alleluja! 7. Meer der Seligkeiten! Ein Ort mir zu bereiten, Ging mein Erlöser hin vor mir. Erstandener! ich folge dir. Alleluja! 8. Ja, durch ein neues Leben Will ich zur Höhe streben, Wo du mit deinem Vater thronst, Und jede gute That belohnst. 9. Dann werd' ich im Gerichte Vor deinem Angesichte, Alleluja! Von deinem Blute glänzend, steh'n, Und zu des Lammes Hochzeit geh'n. Alleluja! Alleluja! Alleluja! Alleluja! Wie du vom Tod erstanden bist, Laß uns ersteh'n, Herr Jesu Christ! Alleluja! 334 Gesang zur Pfingstzeit. 1. Somm, heiliger Geift! o dritte Person! Von Einer Natur mit Vater und Sohn! Der du von seiner Sündenlast - - So manches Herz befreyet hast. Komm, heiliger Geist! erwünschtester Gast. 2. Komm, heiliger Geist, auf uns jetzt herab.. So wie dich einst Gott den Gläubigen gab, Als ihre noch geringe Zahl, Versammelt im verschloss'nen Saal, Sich sehnte nach dir, du göttlicher Strahl! 3. Komm, heiliger Geist! ein Tröster genannt, Es werde durch dich der Kummer verbannt, Der uns jetzt stört in uns'rer Pflicht; Die Trägheit überwind't uns nicht, Wenn du uns entflammst, o mächtiges Licht! 4. Komm, heiliger Geist! du Lehrer der Welt, Die Straße des Heils wird niemahls verfehlt, Wenn man sich nicht an Secten kehrt, Die Kirche, die dein Einspruch lehrt, Mit kindlicher Treu als Mutter verehrt. 5. Komm, heiliger Geist! vom himmlischen Thron! Dir werde zugleich mit Bater und Sohn In unzertheilter Wesenheit, Von nun an bis in Ewigkeit, Anbethung und Dank und Jubel geweiht! Gesang am Frohnleichnamsfeste. 1. Engel Gottes! eilt hernieder, Und menget euch in uns're Lieder. Der Tag ist festlich uns und euch. Das Himmelsbrot, das wir heut ehren, Mit dem sich uns're Seelen nähren, Das Brot macht Mensch und Engel gleich. 335 2. O kommt, so wie ihr einst im Saale, Bey Jesu leztem Abendmahle Erstaunungsvoll zugegen war't. Ihr sahet dort das Brot ihn brechen, Ihr hörtet ihn mit Liebe sprechen: — Dieß nehmt vor meiner Himmelfahrt; 3. Dieß ist mein Leib, den will ich schenken; Es sey zu meinem Angedenken, So oft ihr, Freunde, dieses thut. So oft ihr dieß Geheimniß handelt, Wird Brot und Wein, wie jetzt, verwandat In eures Meisters Fleisch und Blut. 4. Abgrund unbegriff'ner Güte! War's nicht genug, in einer Hütte Für uns das Licht der Welt zu seh'n? Die Zeit von mehr als dreyßig Jahren, Verachtet, arm, und in Gefahren, Mit Undankbaren umzugeh'n? 5. Die Kranken, nicht genug, zu heilen? Trost, Nath Gesunden zu ertheilen? Der Weisheit Lehrer uns zu seyn? Für uns in frecher Henker Händen Das Leben und die Qual zu enden, Uns von der Hölle zu befrey'n? 6. O nein, es wallen neue Triebe Der ewig uns verheißnen Liebe In unsers Heilands trener Brust. Die lehren ihn das Mittel finden, Sich uns noch enger zu verbinden; Bey Menschenkindern sucht er Lust. 7. Er läßt bis an das End' der Zeiten Bey uns sich einen Sit bereiten, Ins seine Neigung darzuthun. Der Gottheit Schimmer einzuhalten, Verhüllt er sich in Brotsgestalten, Und will in unsern Herzen ruh'n. O 336 8. Christen, laßt uns Blumen pflücken, Und Tempel und Altäre schmücken, - Das Rauchfaß hauche süßen Duft. Die Priesterschaft im Feyerkleide Verkündige der Kirche Freude, Die Glocke schalle froh zur Luft. Me 9. Laßt uns mit Dank- und Jubelliedern Der Liebe Wunderwerk erwiedern, Dem dieser Tag geheiligt ist! Preis, Ehre dir im Sacramente, Nach dem sich einst die Vorwelt fehnte, Der du zu uns gekommen bist. 10. Laßt heilig, heilig, heilig, schallen, Dem Welterlöser, der vor Allen Bey seinem Christenvolke wohnt; Dem Lamme, das in Brotes- Hülle Mit aller seiner Gnadenfülle = Auf unsern Prachtaltären thront. 11. Du bist es, Herr, Gott unsrer Väter! Du Brot der Starken, unser Retter! Du bist's, in deines Priesters Hand. Wir fallen, bethen an im Staube; Das Aug' ist blind; doch sieht der Glaube; Dein Wort ist ihm ein Unterpfand. 12. Erbarmer! laß uns nicht erröthen, Wenn wir in Leibs- und Seelen- Nöthen Zu deinem Tabernakel flieh'n! Gib heut' und immer deinen Segen, Laß Fürst und Volk auf ihren Wegen Bor dir in deinem Frieden zieh'n! 13. Sen stets auf dieser Lebensreise Geprüfter Christen Seelenspeise, Gebenedeytes Himmelsbrot; Und dann in deinem Friedenskusse, In deinem seligen Genusse Vollend' uns einstens unser Tod! - 337 Gesang an den Festtagen Mariä. 1. Gnadenquelle ſey gegrüßt, Quelle, die beständig fließt; Trost der Christen, o Maria! Jungfrau, sey gegrüßt!. 2. Sen gegrüßt zu jeder Stund', In dem Herzen, mit dem Mund!! Alles mache deine Würde, Deine Gnaden kund. 3. Liebste Mutter, wir sind dein, Zeig' dich Mutter stets zu seyn; Schreib' uns Alle deinem Herzen Unauslöschlich ein! 4. Du warst noch zu jeder Zeit Ursach' unsrer Fröhlichkeit; Sey es bis zum Lebensende Und in Ewigkeit! 5. Mutter! es ist unerhört, Daß dein Sohn dir nicht gewährt, Was du deinen treuen Dienern Gütig haft begehrt. 6. Wenn Gefahr der Seele droht, In des Lebens jeder Noth Rettet uns in deinem Nahmen Der versöhnte Gott. 7. Schreckt der Sünden schwere Last, Sey zu dir Vertrau'n gefaßt! Die du dich der Sünder Zuflucht Stets gezeiget hast. 8. Wer dich in Betrübniß bath, Fand bey dir, Maria, Nath; Trost, wer immer dir als Mutter Sich empfohlen hat. 29 Just 338 9. Auch zu streiten bis auf's Blut Um des Himmels großes Gut, L Bringst du, Reinste! den Versuchten Neue Kraft und Muth. 10. Groß ist unsrer Feinde Zahl Hier in diesem Thränenthal; Rette, Mutter! Deine Kinder Von dem Sündenfall. 11. Und wenn Seel' und Leib sich trennt, Nur noch schwach das Herz dich nennt, e O dann bitte, Mutter, bitte Um ein selig End'! 12. Nach vollbrachtem letzten Streit Führ' uns in die Ewigkeit; Milde Jungfrau, zeig' uns Jesum In der Herrlichkeit! Gesänge zum heiligen Altars Sacramente. Erster Gefang. 1. Komm, o fromme Christenschar! Wirf dich nieder am Altar! ( Denn es stellt in Brotsgestalten Sich dein Heiland dar). 2. Hier ist Jefu Fleisch und Blut, Hier das allerhöchste Gut, ( Keine Seele geht verlo Unter seiner Huth). 3. Sen gelobt, gebenedent! Trost in Widerwärtigkeit! ( Allen, die sich dir vertrauen, Wahre Sicherheit!) 339 4. Gib uns Segen, großer Gott! a Wundervolles Himmelsbrot! ( Hilf den Deinen, und bewahre Sie vor aller Noth!) - 5. Gib uns wahre Buß und Neu', Mach uns von den Sünden frey, ( Daß nach Glauben, Hoffen, Lieben Unser Trachten sey!) 6. Ist nun uns're Pflicht gethan, Und vollend't des Lebens Bahn, ( O dann nimm zu deinen Freuden Uns're Seelen an!) 7. Sey gelobt, gebenedent, Heiligste Dreyeinigkeit; ( Jesu Preis im Sacramente Bis an's End' der Zeit!) 3 weyter Gesang. Kommet, ommet, 1. lobet ohne End' Das heiligste Sacrament: Welches Jesus eingeseket Uns zum Testament. 2. Hier ist Jesu Fleisch und Blut, Und das allerhöchste Gut; Keine Seele geht verloren Unter seiner Huth. Le 3. Sey gelobt, gebenedent, Du Trost in der Bitterkeit; In der Kriegszeit, Pest und Hunger Wahre Sicherheit! 4. Segne uns, o großer Gott! Wundervolles Himmelsbrot! Ach, bewahre und errette Uns aus aller Noth! 340 5. Gib stets wahre Buß' und Neu', Spreche uns von Sünden frey; ang Mach', daß Glaube, Lieb' und Hoffnung Bis an's Ende sey! 3um Segen. 1. Segne Jesu! deine Heerde, Welche dir zu Füßen fällt, Und die Güter dieser Erde - Nur von deiner Gnad' erhält. Herr, dein theures Fleisch und Blut Ist das größte Seelengut, Welches würdig zu empfangen Wahre Christen stets verlangen. 2. Den die Brotsgestalt bedecket, Der du unser Heiland bist, Den die Liebe hier verstecket, Gib uns Segen, Jesu Christ! Mach' verstockte Herzen weich, Und an wahrer Tugend reich; Stärk' uns auch mit dieser Speise Endlich zu der Himmelsreise. 3. Der du haft für uns gelitten, Uns von Sünden machtest frey, Ach, gewähre, was wir bitten, Segne, Herr! und steh' uns bey., Daß wir in der Todeszeit, In dem allerschwersten Streit Alle Feinde überwinden, Und durch dich das Leben finden. Das Te Deum Laudamus, deutsch. 1. Großer Gott, wir loben dich! Herr! wir preisen deine Stärke. Vor dir neigt die Erde sich, Und bewundert deine Werke. 341 Wie du warst vor aller Zeit, So bleibst du in Ewigkeit. - 2. Alles, was dich preifen kann, Cherubim und Seraphinen, Stimmen dir ein Loblied an; Alle Engel, die dir dienen, Rufen dir stets ohne Ruh': Heilig, heilig, heilig! zu. 3. Heilig, Herr Gott Sabaoth! Heilig, Herr der Kriegesheere! Starker Helfer in der Noth! i Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt mit deinem Ruhm, Alles ist dein Eigenthum. 4. Der Apostel Christi Chor, Der Propheten große Menge Schickt zu deinem Thron empor Neue Lob und Dankgesänge; Der Blutzeugen große Schar Lobt und preis't dich immerdar. safe 5. Auf dem ganzen Erdenkreis Loben Große und auch Kleine Dich, Gott Vater! dir zum Preis Singt die heilige Gemeine; Sie ehr't auch auf seinem Thron Deinen eingebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heil'gen Geist, Welcher uns mit seinen Lehren Und mit Troste kräftig speis't; Der, o König voller Ehren! Der mit dir, Herr Jesu Christ! Und dem Vater ewig ist. 7. Du, des Vaters ew'ger Sohn, Hast die Menschheit angenommen; Du bist auch von deinem Thron, Zu uns auf die Welt gekommen, 342 Gnade hast du uns gebracht, d Von der Sünde frey gemacht. isid o 1 — 8. Nunmehr steht das Himmelsthor Allen, welche glauben, offen; Du stellst uns dem Vater vor, Wenn wir kindlich auf dich hoffen; Endlich kommst du zum Gericht, Zeit und Stunde weiß man nicht. 9. Steh', Herr! deinen Dienern bey, e Welche dich mit Demuth bitten, Die dein Blut dort machte frey, Als du für uns hast gelitten. Nimm uns nach vollbrachtem Lauf Zu dir in den Himmel auf. Ties 10. Sieh dein Volk in Gnaden an; Hilf uns, segne, Herr! dein Erbe; Leit' es auf der rechten Bahn, Daß der Feind es nicht verderbe; Hilf, daß es durch Buß' und Fley'n Dich im Himmel möge seh'n! 11. Alle Tage wollen wir Dich und deinen Nahmen preisen, Und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Gib! daß wir von Sünden heut', Und von Lastern seyn befreyt! 12. Herr, erbarm'! erbarme dich! Über uns, Herr! sey dein Segen!- Deine Güte zeige sich So, wie wir zu hoffen pflegen. Auf dich hoffen wir allein, Laß uns nicht verloren seyn! Inhaltsanzeige. Vorrede Morgenandacht Kurzes Morgengebeth Größeres Morgengebeth Ein anderes Morgengebeth Gebeth, täglich zu sprechen Abendandacht. geläutet wird Gebeth vor dem Effen Gebeth nach dem Essen. Gebeth vor einer Reise. Gebeth während einer beschwerlichen Arbeit Gebeth zur Zeit einer Anfechtung Gebeth nach einer begangenen Sünde Gebethe zur Zeit einer großen Widerwärtigkeit Erstes Gebeth 3wentes Gebeth Drittes Gebeth Viertes Gebeth Verhalten ben jugefügten Gebeth für Beleidiger und Feinde. Von der heiligen Meffe Aufopferung der heiligen Messe Gebeth vor der heiligen Mesſe Gebeth nach der heiligen Messe Seite Beleidigungen 5 Kurzes Abendgebeth Längeres Übendgebeth 19 Was man bey dem Schlafengehen zu beobachten; habe. 24 Morgen- und Abend- Segen Von den täglichen Werken Wie man seine täglichen Werke Gott heiligen könne Von dem öfteren Gebethe während des Tages Wenn Morgens, Mittags und Abends zum Gebethe 8| 8 సేంద్/ సా= ఆమ| ప| పలు జ| 8 8 తపసము లా 8 12 18 34 39 Ein anderes Meßgebeth zur dankbaren Erinne rung des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Vor dem Unfange der heiligen Messe Zum Schlusse der heiligen Messe. Beichtgebethe. Vorerinnerung Gebeth vor der Beicht Gebeth um Erleuchtung. Reue und Leid Gebeth zu Gott dem Vater Gebeth zu Gott dem Sohne. Gebeth zu Gott dem heiligen Geiste Gebeth kurz vor der Beicht Im Beichtstuhle Gebethe nach der Beicht. Die sieben Bußpfalme Vor der heiligen Communion. Vorerinnerung Vorbereitung zur heiligen Communion Erweckung des Verlangens nach der heiligen Commu nion Aufopferung der heiligen Communion übung des Glaubens übung der Demuth übung der Reue Übung der Hoffnung Ubung der Liebe Gebeth zu Gott dem Vater: Gebeth zu Gott dem Sohne Gebeth zu Gott dem heiligen Geiste Gebeth zu Maria, der seligsten Jungfrau Undacht zu Jesu vor der heiligen Communion Nach der heiligen Communion. übung der Undacht zu Jesu Übung der Unbethung Jesu Übung der Demuth und Hoffnung Bitte um Reinigkeit des Herzens Aufopferung seiner selbst Reue und Vorsag Erweckung der Liebe Bitte zu Jesu. Danksagung zu- Jesu Gebeth um den göttlichen Segen Schlußgebeth nach der heiligen Communion Seite 518 80 81 88 89 90 92 94 96 99 100 102 112 113 114. 116 117 118 119 1 120 121 122 125 126 127 128 129. 130 131. 132 133 134 Seite Vier Gebethe, um den vollkommenen Ablaß zu gewinnen 136 Erstes Gebeth, um Erhöhung der heiligen katholischen Kirche ● Zweytes Gebeth, um Bekehrung der Irrgläubigen Drittes Gebeth, um Frieden und Einigkeit der christlichen Mächte ♦ Viertes Gebeth, um den Ablaß den Seelen im Fege feuer zuzuwenden Kern aller Gebethe. Danksagung Bitten Fürbitten Kurze Tagzeiten zu der göttlichen Vorsichtigkeit Litanen zu der göttlichen Vorsichtigkeit Andacht zu Jesu dem Gekreuzigten. Vorerinnerung Gebethe zu Jesu dem Gekreuzigten Übung der Dankbarkeit. Reue und Leid übung des Vertrauens Übung der Liebe Nachfolgung Jesu Betrachtung des Leidens Jesu Christi Litaney zu Jesu, dem Gekreuzigten Andacht zu Jesu im heiligsten Altars- Sacramente. Vorerinnerung Kurze Tugendübungen zu Jefu im heiligsten Ultars: Sacramente. Gebethe zu Jesu im heiligsten Ultars- Sacramente übung des Glaubens Übung der Reue Übung der Hoffnung Übung der Liebe Bitte zu Jesu im heiligsten Ultars Sacramente Gebeth um den Gegen Litaney von dem süßen Nahmen Jesu ♦ ♦ Gebeth zu Gott dem heiligen Geiste Gebeth nach der heiligen Firmung und öfter zur Erinnerung zu sprechen 30 137 138 139 145 151 155 162 166 167 - 169 170 172 173 175 177 182 183 186 189 190 191 192 193 195 196 200 203 Seite Andacht zu der seligsten Jungfrau Maria, und zu den Heiligen Gottes. Borerinnerung. Gebethe zu Maria, der seligsten Jungfrau Maria, eine Zuflucht der Sünder Maria, eine Mutter der Christen 207 Maria, eine Trösterinn der Betrübten Maria, eine Fürsprecherinn im Tode 208 210 Erklärung des englischen Grußes 212 Empfindungen vor dem Bilde der heiligen Gottesmutter 214 Litanen von der schmerzhaften Mutter Maria 215 Maria unter dem Kreuze 220 Gebeth zu dem heiligen Schußengel Gebeth zu dem heiligen Joseph Gebeth zur heiligen Mutter Unna Gebeth zum heiligen Ignatius Gebeth zum heiligen Antonius von Padua Gebeth zum heiligen Franciscus Xaverius Gebeth zur heiligen Barbara Gebeth zur heiligen Apollonia Gebeth zu dem heiligen Nahmens- Patrone ♦ Aufopferung der heiligen Messe zum Troste der Seelen im Fegefeuer Gebeth für verstorbene Brüder, Freunde und Wohlthäs ter Um Gedächtnißtage der Verstorbenen Heiligung der Sonn- und Feyertage. 204 206 Andacht für die leidenden Seelen im Fegefeuer. Vorerinnerung Gebethe für die leidenden Seelen im Fegefeuer Cebeth zu Gott den Vater Gebeth zu Gott dem Sohne. Gebeth zu Gott dem heiligen Geiste Gebeth zur seligsten Jungfrau Maria Gebeth zu den heiligen Schutzengeln Gebeth zu den Heiligen Gottes Vorerinnerung Fragen, welche man an Sonn- und Feyertagen an sich stellen soll Verschiedene Tugendübungen, die täglich, vorzüglich aber an Sonn- und Feyertagen vorzunehmen sind. Um Morgen 2[ nDetbung übung des Glaubens 222 223 224 226 228 229 230 231 232 234 236 237 238 239 240 242 244 245 247 249 übung der Hoffnung Übung der Liebe Reue und Leid Übung der Demuth Furcht vor der Sünde übung der Geduld Ergebung in den göttlichen Willen Aufopferung seiner selbst Bitte um Reinigkeit des Herzens Bitte um zeitlichen Segen Bitte um einen seligen Tod Danksagung für die erhaltenen Wohlthaten Nachmittägige Andacht. Litaney von allen Heiligen sammt den dazu gehörigen Gebethen. Litaney zu Ehren der seligsten Jungfrau Maria sammt den dazu gehörigen Gebethen Gebethe für die Bethstunden an den Quatember- Sonntagen, oder in allgemeinen Anliegenheiten Gebeth um den Frieden Gebeth um Regen. Gebeth um ein heiteres Wetter Gebeth um gute Priester Gebeth um das Gedeihen der Erdfrüchte Dankgebeth für empfangene Wohlthaten Gebeth für die Kaiserinn Andacht zu den heiligen sieben Zuflüchten Gebeth zu der heiligsten Dreyeinigkeit Gebeth zu dem allerheiligsten Ultars Sacramente Gebeth zu Jesu Christo dem Gekreuzigten Gebeth zu der seligsten Jungfrau Maria Gebeth zu den heiligen Engeln Gebeth zu allen Heiligen im Himmel Gebeth für die armen Seelen im Fegefeuer. ● Von der Standeswahl Gebeth um eine glückliche Standeswahl Gebeth für Verlobte Gebeth der Ültern für ihre Kinder . ● Lesung und Betrachtung für Personen ledigen Standes Mittel, die unschuld und Keuschheit zu bewahren Gebethe um Bewahrung der Keuschheit. Gebeth um den Segen für sein Haus Gebeth eines Kranken um Erhaltung der Gesundheit Ein anderes Gebeth Seite 250 251 253 055 256 257 258 259 260 262 263 265 276 282 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 299 302 303 305 306 307 308 309 311 312 A Gewöhnliche gottesdienstliche Gesänge. Erster Meßgesang: Wir werfen uns darnieder 3 weyter Meßgefang: Hier liegt vor deiner Majestät Predigtlied an Sonntagen: In Gott des Va Maria sen ters und des Sohns Zur Udventzeit. Erster Gesang: gegrüßet 3 weyter Gefang: Thauet Himmel den Gerechten Weihnachtsgesang: Dieß ist der Tag von Gott gemacht Gesang in der Fastenzeit: Laß mich deine Lei den singen Gefang zur österlichen Zeit: Der Heiland ist erstanden. Gefang zur Pfingstzeit: Komm, heiliger Geist, o dritte Person Gefang am Frohnleichnamsfeste: Engel Gottes, eilt hernieder Gefang an den Festtagen Mariä: Gnadenquelle sen gegrüßet. me n Gesang zum heiligsten Attars: Sacrame te: Komm, o fromme Christenschar Gefang: Kommet, lobet ohne End'. Gefang zum Segen: Segne, Jesu! deine Heerde Das Te Deum Laudamus: Großer Gott, wir loben dich Seite Gedruckt bey u. Strauß's sel. Witwe. 314 320 325 326 328 329 331 332 334 337 338 339 340 K FECHER K PECHER 米粒 不 痛 不 流 來 流派 * Inches Centimetres Blue 1 3 4 Cyan 2 15 CO 7 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 8 B.I.G. Black