Gb 901 Katholisches Gesangbuch für das Bisthum Speyer. + Prets ungebunden: 36 Kreuzer. Priest Speyer, 1842. Gedruckt bei Daniel Kranzbühler. Gb 901 jos t 9167 SIGIL SCOPATUS * Univ.- Bibl. Giessen SPIRENSIS Geliebte im Herrn! Seit Wiedererrichtung des altehrwürdigen Bisthums Speyer ist das Bedürfniß eines für alle Pfarreien bestimmten deutschen Gesangbuches gefühlt und mehrfach ausgesprochen worden. Die von früherer Zeit her üblichen Gesangbücher waren theils vergriffen, theils bedurften sie einer genauen Durchsicht. Zudem ist der Vorrath an katholischen Kirchenliedern, wie er sich in den verschiedenen Gesangbüchern vorfindet, so reichhaltig, daß es, nach dem Ausspruche des Heilands, räthlich schien, gleich einem Hausvater Neues und Altes aus dem vorhandenen Schaße hervorzuholen. Das forgfältige Sammeln, Sichten und Verbessern alter und das umsichtige Auswählen neuer Kirchenlieder, sowie die nach dem Plane des 11 Gesangbuches, in so weit daffelbe die wichtigsten Religionswahrheiten enthalten sollte, nothwendig gewordene Zugabe einiger neu verfaßten Lieder erheischten indeß eine durch längere Zeit erwogene und gereifte Bearbeitung. Durch die oberhirtliche Sorgfalt Unseres um das Wohl des Bisthums Speyer Hochverdienten Vorgängers, Johannes, des hochwürdigsten Herrn Erzbischofs- Coadjutors von Cöln, ift das neue Gesangbuch, welches Wir hiermit als Diözesangesangbuch Euch übergeben, angefangen, und vollendet worden. Indem wir nun fraft Unseres bischöflichen Amtes anordnen und verfügen, daß feine andere Gesangbücher fernerhin zum gottesdienstlichen Gebrauche in dem Bisthume Speyer eingeführt werden, sondern vielmehr die in den verschiedenen Pfarrsprengeln bestehenden Gesangbücher, nach Ginübung der in diesem neuen Gesangbuche enthaltenen Lieder, außer Gebrauch gesetzt werden sollen; erklären Wir zugleich Unsern bestimmtesten Willen dahin, daß in keiner Pfarrgemeinde der deutsche Gesang den, noch im Allgemeinen oder an einzelnen Festen und III bei besondern Andachten üblichen, lateinischen Gesang verdrängen dürfe. Aus dieser Absicht sind auch die lateinischen Meß- und Vespergesänge und andere übliche Lieder dem deutschen Gesangbuche beigegeben. Der Zweck des Kirchengesanges ift, die Andacht in den Gemüthern zu wecken und zu pflegen, damit Gott würdig verehrt werde, und dieser Zweck soll nach Möglichkeit, sey er in deutschen oder lateinischen Gefängen erreichbar, erstrebt werden. Da aber nicht jeder Chrift die Gabe oder stets die Stimmung hat, an den Gesängen beim Gottesdienste thätigen Antheil zu nehmen und auch nicht immer ein besonderes Gebetbuch besitzen oder zur Hand haben wird, doch aber eines geeigneten Beförderungsmittels der Erbauung sich bedienen möchte: so ist durch einen Anhang, in welchem die zum Gebrauche in der Kirche nothwendigsten Gebete enthalten sind, Vorsehung getroffen. Möge Euer ganzes Leben, Geliebte im Herrn, ein wahrer, Eures christlichen Berufes würdiger Gottesdienst seyn, indem Ihr, nach der Mahnung des heil. Apostels Paulus IV ( Koloff. 3, 17) Alles was Ihr thuet in Wort oder in Werk, im Namen des Herrn Jesu Chrifti thuet, und Gott und dem Vater durch ihn banket. Möge aber dieser Euer das ganze Leben umfassender Gottesdienst seine rechte Begründung und Bekräftigung in dem großen Geheimnisse der Gottseligkeit erhalten, wovon der heil. Paulus an seinen Jünger Timotheus( I. 3, 16) schreibt, und das Ihr stets in allen Cuern Gebeten und Gesängen findet und beherzigen sollet, in dem Geheimnisse, welches geoffenbart ward im Fleische, gerechtfertigt im Geiste, geschaut von Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in Herrlichkeit. Das ist das Geheimniß der Menschwerdung des Sohnes Gottes und seines großen Werkes der Erlösung des fündigen Menschengeschlechtes, welches Geheimniß der Gottseligkeit sich immerbar vergegenwärtiget in der Kirche durch das hochheilige Meßopfer, als die unblutige Vergegenwärtigung des am Kreuze blutig voll V brachten Opfers. Alle gottesdienstliche Uebungen beziehen sich auf dieses große Geheimniß der Gottseligkeit, auf das Geheimniß der Menschwerdung, des Lebens, Leidens, Sterbens und der Verherrlichung unsers göttlichen Erlösers Jesus Christus, durch den wir allein Zutritt zum Vater im Himmel haben, und durch den, in Vereinigung mit seinem allerheiligsten Opfer, alle unsere Gebete und die Fürbitte der Heiligen Gott dem Vater dargebracht werden, auf daß wir mit Zuversicht hinzutreten können zum Throne der Gnade, um Barmherzigkeit zu erlangen und Gnade zu finden, wenn wir Hülfe nöthig haben. Die heiligen Gesänge, welche Ihr in diesem Buche erhaltet, sollen aber nicht blos dazu dienen, daß Ihr in dem Hause Gottes bei dem heil. Meßopfer und bei andern Andachtsübungen mit Herz und Mund den Herrn lobpreiset, sondern sie werden Euch auch, wenn Ihr wahrhaft frommen Gemüthes seyd, oft eine willkommene Aufmunterung seyn, die christliche Freude und den findlich frommen Dank Gures Herzens in geistlichen Liedern VI zur besondern und gemeinsamen Erbauung fund zu geben. Die Gnade unsers Herrn Jesu Chrifti, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heil. Geiftes sey mit Euch Allen. Amen. Speyer, am Feste Allerheiligen 1842. + Nicolaus, Bischof. Inhaltsverzeichniß. Beim Austheilen des Weihwassers Predigtlieder: Allgemeine Besondere. Beim heiligen Segen. Meßgefänge. Hier liegt vor deiner Majestät Wir werfen uns darnieder Gott, vor dem die Engel stehen Gott, vor desfen Thron mit Beben Herr, auf dein Wort erscheinen wir Gott, überall bist du zugegen Meßgesang abwechselnd mit Gebeten. Weihnachtsfestkreis. Meßgefang für die Adventssonntage zum Rorate 11 Adventslieder Meßgefang auf das Weihnachtsfeft Weihnachtslieder Auf das Fest der Beschneidung Auf das Neujahrsfest Meßgesang auf das Fest der Erscheinung Lieder auf dieses Fest Seite 1 2 4 7 9 14 20 24 28 32 37 44 48 52 . 61 Lieder auf die Sonntage nach der Erscheinung des Herrn .66 .81 . 83 85 90 93 VIII Lieder am Aschermittwoche Meßgefang für die Fastenzeit Fastenlieder Am Palmsonntage Am grünen Donnerstage Am Charfreitage Meßgesang auf Oftern Ofterlieder. Osterfestkreis. Am weißen Sonntage Lieder während der österlichen Zeit In der Bittwoche Meßgesang auf Chrifti Himmelfahrt. Lieder auf dieses Fest Meßgesang auf Pfingsten Pfingstlieder Meßgesang am Fefte der heil. Dreieinigkeit Lied auf dieses Fest Meßgesang am Frohnleichnamsfeste Pfingstfestkreis. Lieder vom allerheil, Altarssaframent Kommuniongesänge C Feste der Heiligen. Die Feste der allerfeligsten Jungfrau Maria: Meßgesang. • 11 Auf Maria Empfängniß Maria Reinigung Maria Verkündigung Maria Heimsuchung 11 Lieder. Maria Himmelfahrt Maria Geburt Allgemeine Marianische Lieder Seite 104 107 111 123 126 141 163 1.70 177 188 197 209 214 218 223 228 232 234 240 264 274 278 280 283 285 286 288 289 Auf die Feste der heil. Engel Meßgesang auf das Fest Allerheiligen Auf das Fest des heil. Stephanus 11 Besondere Feste der Heiligen. 11 11 11 der unschuldigen Kinder des heil. Joseph des heil. Täufers Johannes " 1 " 1 der heil. Apostel Peter und Paul Allgemeine Feste der Heiligen. Auf das Fest Allerheiligen Meßgesang am Kirchweihfeste Lieder auf dieses Fest. Besondere Gesänge. 11 11 17 des heil. Evangelisten Johannes 11 Die Kirche.. Die heil. Sakramente Bei Ausspendung der Firmung Bei einer Primiz 17 Die vorzüglichsten Gebete Morgenlieder Abendlieder Lieder bei besondern Anliegen. Die letzten Dinge des Menschen 337 339 341 345 Beim Empfange des heil. Sacranientes der Che 346 Bei Einweihung einer Kirche. 347 11 eines Kirchhofes einer Glocke. Für die Verstorbenen. IX Meßgesang. Zweiter Meßgesang Gesänge für die Verstorbenen Bei Begräbnissen Seite 304 310 313 315 316 317 319 320 322 329 331 334 349 351 353 356 359 361 377 385 579 389 395 X Vespergesänge. Sonntägige Vespern Hymnen für die verschiedenen Zeiten des Kir: chenjahres Die Marianischen Antiphonen.. Festtags- Vespern. Auf Weihnachten. 11 11 " Pfingsten. Oftern Christi Himmelfahrt das Frohnleichnamsfest Hymnen ic. auf die Feste der seligsten Jungfrau, Allerheiligen, der heil. Engel, der Kirchweihe... Seite Maige bet Während der Frohnleichnamsoctave Besondere Betstunde. Lateinische Gesänge 400 424 432 435 441 446 451 457 462-466 Abendandachten. An den Samstagen während des Jahresa Am Silvester- Abend In der Fastenzeit Am grünen Donnerstage Am Charfreitage. Am Charsamstage 480 49 489 49 49 497 Anhang. Die nothwendigsten Gebete zum Gebrauche in 2 der Kirche 525 Lieder beim Austheilen des Weihwassers. Von Dreifaltigkeits- Sonntag bis Ostern. Mel. 1. 1. Bespreng' mit Hyssop mich, o Herr! Erbarme dich, Barmherziger! Herr, wasche meine Seele rein, Laß meine Schuld getilget seyn. 2. Erschaff' in mir ein reines Herz, Geläutert durch der Neue Schmerz. Bild' einen rechten Geist in mir, Zieh' von der Erde ihn zu dir. 3. Dir, Gott, den Erd' und Himmel preis't, Dir, Vater, Sohn und heil'ger Geist, Dir, heiligste Dreieinigkeit, Sey Lob und Preis zu jeder Zeit. 2 Beim Austheilen des Weihwassers. Von Ostern bis Dreifaltigkeit. Mel. 2. 1. Aus Gottes Heiligthume fließet Ein Wasser, das sich rein ergießet, Den Flehenden zum Heil; Alleluja. Und die in Demuth es empfangen, ind Und reines Herzens sind, erlangenAn Gottes Segen Theil. Alleluja. 2. Lobsingt mit freudigem Gemüthe Dem Herrn für seine große Güte, Sie währt in Ewigkeit. Alleluja. Lob sey dem Vater und dem Sohne, Lob sey dem Geist auf gleichem Throne, Jetzt und in Ewigkeit. Alleluja. Vor und nach der Predigt. Allgemeine Predigtlieder. Mel. 3. 1. Komm', o Geist der Heiligkeit, Komm' in uns're Seelen, Daß wir willig und bereit Stets das Gute wählen. Gib, daß wir nach deinen Lehren Auf den Nuf der Wahrheit hören, Predigtlieder. Eifrig uns bestreben, Ihr gemäß zu leben. 2. Gott, an diesem hehren Ort Ward uns jetzt erkläret Deiner Lehre heil'ges Wort, Das uns Heil gewa Laß es in die Herzen dringen, bringen? Gib das Wollen und Vollbringen, Mit dem Thau der Gnaden mon Nähr' des Wortes Saaten. Mel. 4. 1. Herr, laß uns jetzt die Lehren Des Evangeliums Mit wahrer Andacht hören, Laß uns des Christenthums Gebote recht verstehen, Erleuchte den Verstand, Die Wahrheit einzusehen, Und laß, was wir erkannt, Uns treu vollbringen. 2. Laß deines Wortes Saamen Nicht fruchtlos in uns seyn, Laß deinen heil'gen Namen Uns freudig benedei'n, Wenn auf dem Erdenkreise 3 4 Predigtlieder. Der Heil'gen Zahl sich mehrt, Die dich in rechter Weise In deiner Kirche ehrt, Durch wahren Glauben. Besondere Predigtlieder. Im Advent. Mel. 5. 1. Komm', heil'ger Geist, des Vaters Licht, Entflamm' für Wahrheit uns und Pflicht, Mach' uns durch deines Priesters Mund Den Rathschluß deiner Weisheit fund. 2. Komm', heil'ger Geist, mit Gottes Kraft, Die in uns neue Herzen schafft, Erfülle uns mit heil'gem Sinn, Führ' uns zum Quell des Lebens hin. 3. Noch wirkest du durch Jesu Wort Zu unserm Heile mächtig fort, gib, daß diesem Worte treu, Stets heilig unser Wandel sey. In der Weihnachtszeit. Mel. 6. 1. Laß das Wort, das hier erschallt, Vater, gute Früchte bringen, Und mit göttlicher Gewalt Tief in uns're Seelen dringen. Predigtlieder. Laß es unsern Sinn erneu'n, Und des Irrthums Nacht zerstreu'n. 2. Heiland, Glanz der Herrlichkeit! Licht vom Licht, aus Gott geboren, Mensch geworden in der Zeit, Hast du uns zum Heil erforen, C Sey uns Führer auf dem Pfad, Den dein Wort beleuchtet hat. In der Fastenzeit. Mel. 7. 1. Die ernste Trauerzeit ist da, Der Tag des Opfertodes nah', Die Menschen zu versöhnen. Bald wird vom hohen Kreuzesthron 151 Das Gnadenwort ertönen. Spu inlf 2. Hört, Menschen! was der Heiland sprach: Nehmt euer Kreuz und folgt mir nach, Dann wandelt ihr im Lichte, Ihr lebet fromm und zittert nicht Vor Gottes Strafgerichte. fino 3. Komm', heil'ger Geist, in unser Herz, Erweck' in ihm der Reue Schmerz, Zum Tugendkampf gib Stärke. Durch deine Gnade gib uns Kraft Zur Uebung guter Werke. 5 6 Predigtlieder. In der Osterzeit. Mel. 8. 1. D, Auferstand'ner! deine Lehre Hat sich als Gottes Wort bewährt, Steht einem Felsen gleich im Meere, Den keiner Woge Macht zerstört. Ich höre sie mit hoher Wonne, Sie leuchtet auf dem dunkeln Pfad Mir als des ew'gen Lebens Sonne, Wo herrlich reift der Tugend Saat. 2. Wie kann ich dankbar dich erheben, Für deines Wortes Trost und Licht? Mein Gott! dir einzig will ich leben, Dir, meiner Seele Zuversicht. Mein höchstes Gut ist, Herr, dein Glaube, Dein Wort bezeugt mir, daß du lebst, Und mich dereinst vom Erdenstaube has Zu deiner Herrlichkeit erhebst. mandate In der Pfingstzeit. Mel. 9. ST 1. Geist der Wahrheit, Geist der Liebe, Den der Herr den Jüngern gab, Läut're jeden uns'rer Triebe, mos s Geist der Liebe! mimi Geist der Wahrheit, komm' zu uns herab. 2. Geist der Liebe, Geist der Wahrheit, OjUG Komm', erleuchte unsern Pfad Durch das Licht der Himmelsklarheit, Beim heiligen Segen. Geist der Wahrheit, Geist der Liebe, sey uns Licht und Rath. 3. Gieße, reine Troftesquelle, Balsam in der Seele Schmerz; Dämpf der bösen Neigung Welle; D! erhelle Geist der Lieb' und Wahrheit unser Herz. Beim heiligen Segen. 1913 Mel. 10. 1. Wir beten an dich, wahres Engelbrød, Du Segensquell im Leben und im Tod! Heilig, heilig, heilig, Du bist allzeit heilig, Sey gepriesen ohne End In dem heil'gen Sacrament. 2. D guter Hirt! der für die Sünder starb, Durch seinen Tod Verzeihung uns erwarb. Heilig 2c. asic fron 3. D Lebensbrod! das die Gerechten nährt, Zur Tugend stärkt und Seligkeit gewährt. Heilig zc. 7 4. Erbarmungsquell, dem ew'ges Heil entfließt! Erquicke uns, wenn einst das Aug' sich schließt. Heilig ic. maging and misd w 8 Beim heiligen Segen. Mel. 11. 1. Jesus Christus, hier zugegen Im hochheil'gen Sacrament, Schenke deinem Volk den Segen, Das in Ehrfurcht dich bekennt, Stärk' uns auf der Tugend Wegen Bis zu unserm Lebensend. 2. Jesus, unser Trost und Leben, Bleibe bei uns für und für, Laß uns nach dem Himmel streben. Tief gebeuget rufen wir, Deine Gnade zu erheben, do Preis und Dank sey ewig dir. Mel. 12. 1. Christen, seht die Engelspeise, Die uns wunderbarer Weise Jesus auf der Pilgerreise Dieses Lebens hat geschenkt. pe Janoris 2. Längst in Isaaks Gang zum Tode, In des Osterlamms Gebote, In der Väter Mannabrode War ihr Vorbild dargestellt. 3. Guter Hirt, nähr' uns're Seelen, Laß sie zu den deinen zählen, Die du einst dir wirst erwählen, Zu dem Erb' der Heiligen. Meßgesänge. Mel. 13.3 Du, unser Schirmer, Jesus Chrift! Besiege uns'rer Feinde Lift, Erhalte uns in deiner Hut, Die du erkauft mit deinem Blut. olul Meßgefänge. Erster Meßgesang.me 10 Ond Introitus. Mel. 14.08 1. Hier liegt vor deiner Majestät Im Staub die Christenschaar, Das Herz zu dir, o Gott! erhöht, Die Augen zum Altar. Schenk' uns, o Vater! deine Huld, Vergib uns uns're Sündenschuld, D Gott! vor deinem Angesicht Verstoß' uns arme Sünder nicht, Verstoß' uns nicht, Verstoß' uns Sünder nicht. 2. Wir sind Geschöpfe deiner Hand, Ach! sieh' uns gnädig an, Weil Jesus, den du uns gesandt, Für uns genug gethan. Ihn bringen wir auf dem Altar Dir zum Versöhnungsopfer dar. 09 10 Meßgesänge. O Gott! der Werth des Bluts ist groß, Das er am Kreuz für uns vergoß, Für uns vergoß, Am Kreuz für uns vergoß. Gloria. Mel. 15. Gott soll gepriesen werden, Sein Nam' gebenedeit, Im Himmel und auf Erden Jetzt und in Ewigkeit. Lob, Ruhm und Dank und Ehre Sey der Dreieinigkeit; il mi Die ganze Welt vermehre, Gott! deine Herrlichkeit. THER our ribo Vor dem Evangelium. Mel. 16. Wir sind im wahren Christenthum, D Gott! wir danken dir, Dein Wort, dein Evangelium, Bekennen gläubig wir; t Die Kirche, deren Haupt du bist, s Lehrt einig, heilig, wahr, l Für diese Wahrheit stirbt der Christ, Und gibt sein Leben dar. spil monniro nd Meßgesänge. Credo. Mel. 17. 1. Allmächtiger! vor dir im Staube He Bekennt dich deine Creatur, l! D Gott und Vater! ja ich glaube An dich, den Schöpfer der Natur, Und an den Sohn, der ausgegangen, Von dir gezeuget, ewig war, Den, von dem heil'gen Geist empfangen, Die reinste Jungfrau uns gebar. 2. Ich glaube: Jesus ist gekommen, Uns zu vereinigen mit Gott, Die Schuld hat er auf sich genommen, Für uns gelitten Kreuzestod. Erstanden aus der Grabeshöhleni Fuhr er zum Thron des Vaters auf, Und wird als Richter jeder Seele Einst prüfen unsern Lebenslauf. 3. Ich glaube: Gottes Geist regieret ver Die wahre Kirch' und Christenheit; Durch Reueschmerz zu Gott geführet, Erlangen wir Barmherzigkeit. Die Todten werden auferstehen, si Gerechte geh'n zum Leben ein. Vereinigt, Fromme! euer Flehen, si Um ewig dann bei Gott zu seyn. and n'doll 758R wind inding fald malo dulf 11 12 19 20 Meßgesänge. Offertorium. Mel. 18. Nimm an, o Herr! die Gaben Aus deines Priesters Hand; Wir, die gesündigt haben, Weih'n dir dieß Liebespfand. Sein Wohlgeruch erschwinge Sich hin zu deinem Thron, Und dieses Opfer bringe Uns den verheiß'nen Lohn. Sanctus. Mel. 15. Singt: heilig, heilig, heilig Ist unser Herr und Gott, Singt mit den Engeln: heilig Ju Bist du, Gott Sabaoth! Im Himmel und auf Erden Soll deine Herrlichkeit Gelobt, gepriesen werden, Jetzt und in Ewigkeit. l! Nach der Wandlung. Mel. 19. 1. Sieh', Vater! von dem höchsten Throne, Sieh' gnädig her auf den Altar, Wir bringen dit in deinem Sohne Ein unbeflecktes Opfer dar. Wir fleh'n durch ihn als deine Kinder, Und stellen dir sein Leiden vor; Meßgesänge. Er starb aus Liebe für uns Sünder; Noch hebt er s'Kreuz für uns empor. 2. Er hat für uns sich dargegeben, Für alle Menschen insgesammt, Beim Vater, daß wir ewig leben, Vertritt er jeßt das Mittleramt. Wir fleh'n mit gläubigem Gemüthe, Steh' Mittler! unsrer Schwachheit bei, Daß nicht dein Leiden, deine Güte, An uns, o Herr! verloren sey. 21 Agnus Dei. Mel. 18. Betrachtet, wie in Schmerzen Der Herr sein Blut vergießt; Seh't, wie aus seinem Herzen Der legte Tropfen fließt. Er nimmt hinweg die Sünden, Trägt alle uns're Schuld, Läßt uns beim Vater finden Verzeihung, Frieden, Huld. 22. 13 Communion. Mel. 18. D Herr! ich bin nicht würdig, Zu deinem Tisch zu geh'n, Du aber mach' mich würdig, Erhör' mein kindlich Fleh'n. 14 Meßgesänge. O stille mein Verlangen, Du Seelenbräutigam! Im Geiste zu empfangen Dich, wahres Gotteslamm. 23. Schluß. Mel. 20. Nun ist das Lamm geschlachtet, Das Opfer ist vollbracht, Wir haben jetzt betrachtet, Gott, deiner Liebe Macht. Bleib stets bei uns zugegen, Aus deinem Gnadenmeer Ström' uns dein Vatersegen Durch dieses Opfer her. 108 Zweiter Meßgesang. 24. Introitus. Mel. 21. 1. Wir werfen uns darnieder Vor dir, Gott Sabaoth! Dich preisen uns're Lieder, Lobsingend Jesu Tod. Nach seiner Vorschrift feiern Wir hier sein Liebesmahl, Das er uns zu erneuern Aus Liebe anbefahl. se Meßgesänge. 2. Wir opfern hier das Größte, Dem nichts an Werthe gleicht, Den Sohn, der uns erlöste, Dem jedes Knie sich beugt. Durch dieses Opfer schenke Uns deiner Gnade Kraft, 1 Zu unserm Heile lenke Den Kampf der Pilgerschaft. and UR 25. Gloria. Mel. 22. Anbetung, Dank und Ehre Sey, ew'ge Gottheit! dir, Dir dienen Engelchöre, Dir huldigen auch wir.. In jedem deiner Werke, In jeder Creaturing ni. Erglänzet deine Stärke, Aku me Und deiner Liebe Spur. Tuki 26 Vor dem Evangelium. Mel. 21. Auf festem Grunde stehet Das wahre Christenthum, Aus Gottes Munde gehet Das Evangelium. Wir nehmen seine Lehren Mit froher Ehrfurcht an, 15 16 Meßgesänge. Weil wir die Wahrheit hören, Die uns nicht täuschen kann. Credo. Mel. 23. 1. Wir glauben und bekennen, Daß Gott nach seinem Rath, Er, den wir Vater nennen, Die Welt erschaffen hat. Von ihm ist ausgegangen Der Sohn von Ewigkeit, Vom heil'gen Geist empfangen, Geboren in der Zeit. 2. Er trug der Leiden Plage, Schloß sterbend seinen Lauf, Und stand am dritten Tage Vom Tode wieder auf. Zum Himmel aufgefahren, Ging in sein Reich er ein, Umringt von Engelschaaren Wird er einst Richter seyn. 3. Der Glaube ist uns Bürge, Daß Gottes Geist regiert Die allgemeine Kirche, Die uns zum Heile führt. Dem Büßer wird vergeben, Durch Jesu Tod versöhnt; 28 29 Meßgesänge. Das Fleisch ersteht zum Leben, Wann die Posaun' ertönt. Offertorium. Mel. 23. Nimm an der Gaben Weihe ,. Herr, aus des Priesters Hand; Sie sey ein Bund der Treue Und unsrer Liebe Pfand. O laß uns dir ergeben, Gleich diesem Opfer rein, Im Tode wie im Leben Nur dir geheiligt seyn. Sanctus. Mel. 21. Laßt uns das Herz erschwingen Empor zum Himmelszelt, Und dreimal heilig singen Dem Gott und Herrn der Welt. Es stimm' die ganze Erde Zum hohen Jubelton, Und ruf': geheiligt werde Dein Nam', o Gottessohn! Nach der Wandlung. Mel. 24. 1. Mit Gnade, Heil und Segen Bist du jetzt wunderbar 17 18 Meßgesänge. Als Gott und Mensch zugegen, O Herr! auf dem Altar. Im Staube, auf den Knieen Bringt dir die Christenschaar, In frohem Dankerglühen, Des Herzens Opfer dar. 2. Im Kampf des Kreuzestodes Warst du als Gott verhüllt; Hier deckt der Schein des Brodes Sogar dein Menschenbild. Wo Sinne nichts empfinden, 31 Nichts der Verstand erreicht, Da sind wir aus den Gründen Des Glaubens überzeugt. Agnus Dei. Mel. 24. Das Loos, das ich verschuldet, Hast du, o Gotteslamm! Getragen und erduldet Am harten Kreuzesstamm. Zugleich als Lamm und Hirte Wardst du das Pfand für mich. Durch deines Kreuzes Bürde O Herr! erbarme dich. 32 + Meßgesänge. Communion. Mel. 24. 1. Nicht würdig bin ich Armer, Mich deinem Tisch zu nah'n, Doch siehe, mein Erbarmer! Mein Sehnen gnädig an. Ein Wort aus deinem Munde Erlabet schon mein Herz, Es heilt der Seele Wunde Und tilgt der Sünde Schmerz. 2. So komm' denn du, mein Leben, Komm', wahres Himmelsbrod; Nur du kannst Kraft mir geben, 3u halten dein Gebot. O stille mein Verlangen, Ertheil' die Gnade mir, Dich würdig zu empfangen Und eins zu seyn mit dir. 33 Schluß. Mel. 22. Nimm deines Todes Feier, O Mittler! gnädig an; Ja, ewig sey uns theuer, Was du für uns gethan. Erhalte deine Heerde In deiner Huld, o Herr! Und deiner Liebe werde Sie täglich würdiger. 2* 19 20 Meßgesänge. Dritter Meßgesang. 34 Introitus. Mel. 25. 1. Gott, vor dem die Engel stehen, Sieh' herab von deinen Höhen, Segne, was dein Priester thut, Der in Jesu Namen handelt, Welcher Brod und Wein verwandelt In sein eignes Fleisch und Blut. 2. Uns zum Heil, zu deinem Ruhme Weiht sich jetzt im Heiligthume, Vater, dir dein eigner Sohn. Mit des hehren Opfers Weihe Nimm, o Gott! auch uns're Treue Gnädig auf an deinem Thron. 35² Gloria. Mel. 26. Gott sey Ehre in der Höhe Und auf Erden Ruhm geweiht, Wie im Himmel, so geschehe Hier sein Wille jederzeit. Lasset uns das Lamm erheben, Welches uns're Schuld versöhnt, Und in jener Liebe leben, Welche uns mit Freuden krönt. 36 Meßgesänge. Vor dem Evangelium. Mel. 25. Jesus, Wahrheit, Weg und Leben, Du hast uns dein Wort gegeben, Welches Licht und Wahrheit ist. Führ' uns auf dem Weg der Wahrheit Zu dem Leben ew'ger Klarheit, Das du, Heiland! selber bist. 37 Credo. Mel. 26. Wir bekennen unsern Glauben Ohne Scheu mit Herz und Mund; Nichts soll diesen Schatz uns rauben, Denn er ist der Tugend Grund. Halte durch des Glaubens Stärke Uns von jedem Irrthum frei, Gib, daß er belebt durch Werke Dir, o Gott! gefällig sey. Offertorium. Mel. 25. Wie von Abels Opferlamme Dir der Treue heil'ge Flamme, Ew'ger Gott! gefällig war; Also, was wir sind und haben, Nimm mit deines Priesters Gaben Von des Herzens Brandaltar. 21 22 34 Meßgesänge. Sanctus. Mel. 27. Stimmt zum Chor der Seraphinen, Singet hochentzückt mit ihnen: Heilig ist des Weltalls Gott; Heilig, der in seinem Namen Zu uns kommt, Hosanna, Amen, Heilig ist Gott Sabaoth. Nach der Wandlung. Mel. 25. Christen, tiefgebeugt zum Staube Betet an, lebend'ger Glaube, Lieb' und Dank belebe euch; Denn in Brods- und Weinsgestalten Ist mit Fleisch und Blut enthalten Jesus, Gott und Mensch zugleich. 41 Agnus Dei. Mel. 25. Lamm, mit uns'rer Schuld beladen, In dem Quell des Bluts der Gnaden Wasch' uns rein von unsrer Schuld; Mit Barmherzigkeit gedenke Deines Opfertods, und schenke Frieden uns nach deiner Huld. 42 3ur Communion. Mel. 25. 1. Gott, aus Liebe zu uns Armen Wardst du Mensch, und aus Erbarmen Meßgesänge Gabst du dich für uns im Tod; Gibst uns Pilgern selbst zur Speiſe Dich in wunderbarer Weise Hier im wahren Himmelsbrod. 2. Tiefgebeugt von meinen Sünden, Unwerth, dir mich zu verbinden, Ruf' ich demuthsvoll zu dir: Sprich dein Gnadenwort und heile Meine Wunden, komm' und weile, Mich beglückend, stets in mir. 3. Glaubend steht das Herz dir offen, Dir entgegen eilt das Hoffen, Und die Liebe harret dein; Komm' und zeige deine Güte Meinem seufzenden Gemüthe, Kehre huldvoll in mir ein. Schluß. Mel. 27. Nimm das Opfer für die Sünden, Laß uns seine Kraft empfinden Jeßt und in dem letzten Streit; Hier laß uns nach Tugend streben, Dort, o Herr! gib uns das Leben In der ew'gen Seligkeit. 23 24 Meßgesänge. Vierter Meßgesang. 44 Introitus. Mel. 28. 1. Gott, vor dessen Thron mit Beben Selbst der Seraph niederfällt, Du hast dich einst dargegeben Für das Heil der ganzen Welt; Wirst das Liebesmahl erneuern, Selbst das Opfer wieder feiern, Das du an dem Kreuz vollbracht. 2. Laßt voll Andacht hin uns treten Zu dem heiligen Altar, Um den Mittler anzubeten Im Verein der Engelschaar; Laßt des Lammes Lob uns singen, Ihm der Reue Opfer bringen, Ihm bekennen uns're Schuld. 45 Gloria. Mel. 29. Gott sey in den Höhen Ehre, Friede herrsche in der Welt, Wie im Zelt der Engelchöre Herrsche hier, was ihm gefällt. Ehre sey dem Gotteslamme, Welches uns am Kreuzesstamme Heil und Frieden hat gebracht. 46 47 Meßgesänge. Credo. Mel. 30. Gott, du wohnst in einem Lichte, Dort, wohin kein Auge dringt; Doch du gibst zum Unterrichte Uns dein Wort, das Kenntniß bringt; Eifrig laß es uns betrachten, In dem Glauben hoch es achten, Und in Liebe es vollzieh'n. Offertorium. Mel. 31. Mit emporgehob'nen Händen Weiht der Priester Brod und Wein, Laß das Opfer ihn vollenden, Laß es dir gefällig seyn; Gott, von dem wir Alles haben, Leben, Leibs- und Seelengaben, Segne uns und sey uns mild, Heilige dein Ebenbild. 48 Sanctus. Mel. 32. 1. Heilig, heilig, heilig nennen Dich die Engel, großer Gott! Mit den Menschen, die dich kennen, Heilig Herr, Gott Sabaoth! Himmel, Erde sind erfüllet Von dem Glanz, der dich umhüllet, Hosianna in der Höh'. 25 Meßgesänge. 2. Lasset ihn uns benedeien, Der im Namen kommt des Herrn, Ihm des Dankes Palmen streuen, Alle Christen, nah' und fern; Dir, im Tod des Lebens Gründer, Dir, dem Todesüberwinder, Hosianna in der Höh. 26. 49 Nach der Wandlang. Mel. 33. 1. Jesus, du mein Heil und Leben! In dem Geiste seh' ich dich Sterbend an dem Kreuze schweben, In dem Tode Heil für mich. Mich zu retten vom Verderben, Wolltest du in Schmerzen sterben, Heiland, o wie danket dir Je mein Herz genug dafür. 2. Schrecklich waren jene Stunden, Unbeschreiblich jammervoll, Da, o Heiland, deinen Wunden Ach! dein letztes Blut entquoll. Wasche mich von meinen Sünden, Laß in dir mich Gnade finden, Und zum Guten Kraft und Muth, Lebensquelle, heil'ges Blut! Univ.- Bibl Giessen Meßgesänge. Agnus Dei. Mel. 33. D Lamm Gottes, das du büßest Für die Sünden aller Welt, Und das Siegelbuch erschließest, Das in sich das Leben hält: D erbarm' dich uns'rer Seelen, Die wir deiner Huld empfehlen, Gib uns deinen Friedensfuß. Communion. Mel. 33. O wie wünscht' ich zu empfangen, Jesus, jetzt dein Fleisch und Blut; Komm' und stille mein Verlangen, Meiner Seele höchstes Gut. Doch nicht würdig bin ich Sünder Dieses Brods der Gotteskinder: Sprich ein Wort, so bin ich heil, Und dein Trost wird mir zu Theil. 52 Schluß. Mel. 29. Vater, sieh mit Huld hernieder Auf das Opfer deines Sohns, Segne seiner Kirche Glieder Von der Höhe deines Throns; Laß im Glauben sie beständig, Laß in Hoffnung sie lebendig, 27 28 53 Meßgesänge. Laß in Lieb', o Gott! fie dein, Jesu wahre Jünger seyn. Fünfter Meßgesang. Introitus. Mel. 34. 1. Herr, auf dein Wort erscheinen wir Am heiligen Altar; Vereint als Brüder stellen hier Sich deine Kinder dar. Du, der nach deinem Bild uns schuf, Wir folgen deiner Liebe Ruf, Zieh' unser Herz ganz zu dir hin, Und gib uns Jesu Christi Sinn, Zieb' Geist und Sinn Zu dir, o Vater! hin. 2. Des Himmels Geister beten dich In tiefster Demuth an; Doch dürfen schwache Menschen sich Auch dir, dem Reinsten nah'n; Gebeugt von uns'rer Sündenschuld Vertrau'n wir deiner Vaterhuld; Du bist ein Vater, der verzeiht, Und jedes Herz mit Trost erfreut, Das dir sich weiht, Und seine Schuld bereut. Meßgesänge. Gloria. Mel. 35. Singet mit dem Engelheere: Gott sey ewig Preis und Ehre, Erd' und Himmel stimmet ein. Auch der Sohn, den er gesendet, Welcher Geist und Leben spendet, Soll gelobt, gepriesen seyn; Daß sein Reich verbreitet werde, Friede herrsche auf der Erde, Kehrt der Heiland in uns ein. Vor dem Evangelium. Mel. 36. Herr, die Worte, die wir hören Hier aus deines Priesters Mund, Sind des höchsten Glückes Lehren, Deine Liebe macht sie fund. Ruh' im Leben, Trost am Grabe Bringt dein Evangelium; Ewig sey für diese Gabe Ehre dir und Dank und Ruhm. Credo. Mel. 37. An dich glaub' ich, auf dich hoff ich, Gott, von Herzen lieb' ich dich. Nimmer soll mir meinen Glauben Weder Tod, noch Hölle rauben. 29 30 57 Meßgesänge. Wann dereinst mein Herz wird brechen, Soll mein letzter Hauch noch sprechen: An dich glaub' ich, auf dich hoff' ich, Gott, von Herzen lieb' ich dich. 58 Offertorium. Mel. 24. Das Opfer dieses Brodes, Das wir dir, Vater, weih'n, Soll deines Sohnes Todes Gedächtnißfeier seyn. Er trug der Menschen Bürden, Nichts war zu schwer für ihn, Damit sie selig würden, Gab er sein Leben hin. Sanctus. Mel. 38. Heilig, heilig, unaussprechlich heilig, Bist du, Vater, Sohn und Geist, Welchen Erd' und Himmel preißt: Heilig, heilig, unaussprechlich heilig. Sy Nach der Wandlung. Mel. 39. 1. Mittler, König, Gott! wir glauben, Daß du hier zugegen bist, Der du Kranken, Blinden, Tauben Heilung warst und Lebensfrist, Meßgesänge. Der du in der Todten Glieder, In der Sünder Seele wieder Neue Kraft des Lebens riefft. 2. Heiland, spend' auch unsern Seelen Neues Leben, neues Licht, Und in Nöthen, die uns quälen, Sey uns Trost und Zuversicht; Mach' uns rein von allen Sünden, Laß uns jenen Frieden finden, Den die Welt nicht geben kann. 31 60 1. Alle, deren Herz beklommen, Ladest du mit Liebe ein, Alle sollen zu dir kommen, Du willst ihre Labung seyn, Du willst selbst mit ihren Seelen Dich als Bräutigam vermählen, Und das Herz zum Himmel weih'n. 2. Komm' denn Jesus, mein Verlangen, Sey mein höchstes Seelengut; Laß in Liebe mich empfangen Dich, dein wahres Fleisch und Blut. Ganz in deinen Geist verwandeln Soll sich dann mein Sinn und Handeln, So wie du mir Vorbild bift. Communion. Mel. 39. 32 61 Meßgesänge. Schluß. Mel. 40. Vater, mit dem Sohn verbunden, Opfern wir uns dir nun auf; Gib, daß uns're Lebensstunden Gleichen seinem Lebenslauf; Stärke uns durch deinen Segen, Daß wir wandeln auf den Wegen, Die er uns zum Himmel zeigt. Sechster Meßgesang. Introitus. Mel. 41. 1. Gott, überall bist du zugegen, Und spendest deine Gaben aus, Die ganze Schöpfung ist dein Haus; Durch alle Zeiten wirkt dein Segen. Doch, daß wir, Unsichtbarer! dein, Wie wir's bedürfen, uns erfreu'n, Geh'n wir zum Tempel ein. 62 2. Da rührst du, Milder, alle Herzen, Sie einiget des Glaubens Band; Sie trennt nicht Leidenschaft, nicht Stand; Ihr Gram vergißt hier seine Schmerzen. O segne, Gött, uns väterlich, Dein Geist ergieß' in Alle sich, Und stimm' uns brüderlich. Meßgesänge. 3. In deinem Reich sind alle Glieder, donk! Der König wie der Knecht, dein Kind; Die lebten und einst leben, sind dull In dem Erlöser uns're Brüder. Drum bitten wir für Alle hier, Für uns're Feinde bitten wir, Und lieben sie in dir. 63 Gloria. Mel. 42.. 3.5 1. Schwing' dich, Herz, zu Gott empor;, Sonne, Mond, die Welten alle, Stürme, Blig und Donnerhalle, Und der sel'gen Geister Chor Preisen Gottes Hoheit, Pracht, Gottes Weisheit, Lieb' und Macht. 2. Seele, Gottes Ebenbild, 18 18#C Nicht ein Raub der finstern Gråber, Juble hoch dem Allbeleber, Ganz von Lieb' und Dank erfüllt, Hör' in dir den Ruf der Pflicht, Der als Gottes Stimme spricht. 1580 64 alat sid. Credo. Mel. 43. onra 10001 1. O Vater wir verehren dich Mit freudigem Gemüthe, Du herrschest unveränderlich) Mit Weisheit und mit Güte, and Q 3 YER 33 34 Meßgesänge. Unendlich groß ist deine Macht, sind s Die Liebe, welche uns bewacht, Und väterlich regieret. 2. O Jesus Christ, des Höchsten Sohn, Dich, seinen Eingebornen, Dich fandte Gott vom Himmelsthron Zur Nettung der Verlornen; Du Mittler zwischen uns und Gott, Hilf uns im Leben und im Tod, Erbarm' dich unser Aller. 3. O heil'ger Geist, du Geist von Gott, Erleuchte, beffre, tröste, Die Jesus Christ durch seinen Tod di Für's Himmelreich erlös'te; Auf deinen Beistand hoffen wir, Verlaß uns nicht, so sind wir hier e Und dort einst ewig selig. me 65 Offertorium. Mel. 44. 1. Gott, was kann der Mensch dir schenken, Dir, dem Herrn der ganzen Welt, Dir, durch den die Geister denken, Der das All schuf und erhält. Willst du unser Gut und Leben? Freudig sey es hingegeben; Dein Geschenk ja ist es nur, Bater der Natur. Meßgesänge. 2. Doch von Allem, was wir haben, Willst du unser Herz allein, Mit des Priesters Opfergaben Soll es dir geheiligt seyn. So wie Jesus dir sich weihte, Der dein Bild in uns erneu'te, Also, Vater, opfern wir Unsern Willen dir. OSTAT Sanctus. Mel. 45. 66 1. Heilig, heilig, heilig, Unaussprechlich heilig, Ist des Ew'gen höchster Geist, Welchen Erd' und Himmel preift, Unaussprechlich heilig. 2. Voll von deiner Ehre Singen tausend Chöre, Hoch von dir entzückt, wie wir: Heilig, heilig, heilig dir! Preis dir, Dank und Ehre. 35 3* @ 2 67 Nach der Wandlung. Mel. 46. 1. Der bis zum Tod die Menschen liebte, QUE Und was sein Mund zu thun befahl, Zuerst als unser Vorbild übte, Der stiftete das Liebesmahl; Daß wir voll liebe sein gedenken, Meßgesänge. Zum Opfer unser Herz ihm schenken, Getreu dem Schöpfer der Natur, Ein Herz und eine Seele nur.d 1500 2. Der Liebe Band soll uns verbinden, Wie Gottes Huld die Welt umfaßt; Am Sünder seyen uns die Sünden, Doch nie der Mensch in ihm verhaßt. Bei des Erlösers Angedenken Geloben wir, ihn nie zu fränken, Durch Wohlthun Andre zu erfreu'n, Und gegen Feinde mild zu seyn. 3. An jenem schauervollen Tage, Wo Herr wie Knecht vor Gott erscheint, Wägt jeden so des Richters Wage, Wie er gerichtet Freund und Feind. Der Menschenfreund allein, der Gute, Tritt vor's Gericht mit frohem Muthe; Er gehet ein in Jesu Neich, Und leuchtet dort der Sonne gleich. 36 68 Schluß. Mel. 47. Laß dir das Opfer der Andacht gefallen, Das wir, o Gott! dir gebracht; Mehre zum Guten die Lieb' in uns Allen, Die uns dir ähnlicher macht, Führ' uns, o Herr! den Vollendeten gleich, Einst in dein Reich. Meßgesänge. 37 Siebenter Meßgesang. ( Abwechselnd mit Gebeten.) Vorbereitungsgebet. Allmächtiger, ewiger Gott! sieh' gnädig herab auf den Altar, auf dem wir dir das Opfer bes neuen Bundes darbringen, jenes Opfer, welches dein eingeborner Sohn, unser Herr und Heiland, zur Versöhnung am Kreuze vollbracht hat. Wir opfern dir dasselbe auf zum öffentlichen Bekenntnisse deiner höchsten Herrschaft über uns und alles Erschaffene, zum schuldigen Danke für alle von dir empfangenen Gnaden und Wohlthaten, zur Genugthuung für unsere vielfältigen Sünden und die dadurch verdienten Strafen, zur Erlangung der zu unserm Heile nothwendigen Gnaden, zum geistlichen und leiblichen Wohle aller derjenigen, für die wir zu beten schuldig sind. Laß dir, o Gott! diese unsere gute Meinung wohlgefällig seyn und schenke uns deinen Beistand, daß wir deinen heiligen Geheimnissen mit Andacht beiwohnen; verzeihe uns unsere Sünden, die wir jetzt von Neue durchdrungen bekennen vor dir und deinen Auserwählten, damit wir der unendlichen Früchte des allerheiligsten Opfers theilhaftig werden, durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 38 69 Introitus. Mel. 6. DILD Jesus, Mittler, unser Herr, Vor dir werfen wir uns nieder; Sohn des Vaters, Ewiger! doved pidh Höre unfre Dankeslieder, and Laß uns deines Tods uns freu'n, dup asser Unsern Bund mit dir erneu'n. do 2. Dankbar soll das Herz zu dir, Mein Erlöser, sich erheben, Glaubensvoll verkünden wir balls dad Deinen Tod als unser Leben, WETR Die am Kreuz getilgte Schuld Laß uns nach in deiner Huld. 1. Meßgesänge. 70 Gloria. Mel. 15. Lobsinget Gottes Werke, Bringt seinem Namen Ehr'; Vor ihm geh'n Pracht und Stärke In seinen Wundern her. Preis't freudig sein Erbarmen In Jesus, seinem Sohn, Den er zum Heil uns Armen Gesandt von seinem Thron. mobil d Gebet. Höre an, o himmlischer Vater! das Gebet deiner heiligen Kirche, mit welchem sie deine gött Meßgesänge. liche Majestät im Namen unsers Herrn Jesus Christus demüthig anflehet, und deinen Beistand in allen Nöthen ihrer Kinder begehret. Wende dein väterliches Angesicht von uns nicht ab, sondern sieh' uns mit gnädigen Augen an, auf daß wir, von allem Uebel befreit, dir gefällig leben, selig sterben und zu deinem Reiche und deiner Herrlichkeit gelangen mögen, durch Christus unsern Herrn. Amen. Dopias ole 7² Vor dem Evangelium. Mel. 8. Wer Jesu Lehre freudig übet, Wer Gott im Geist durch Thaten ehrt, Wer seinen Nächsten innig liebet, Und Liebe auch im Werk bewährt, Der wird im festen Glauben leben, Daß Jesu Wort vom Himmel stammt, Empor zum Himmel wird ihn heben, Was in des Herzens Tiefe flammt. 39 351082 Tag Gebet. Göttlicher Heiland, Jesus Christus! wie groß war deine Liebe, daß du selbst als Lehrer auf die Erde kommen wollteft, um uns durch das wohlthätige Licht des Evangeliums zu erleuchten und den Weg zum Himmel zu zeigen! Gib uns die Gnade, daß wir jene Wahrheiten, die du gelehret hast, mit Demuth anhören; erleuchte unsern Ver Meßgesänge. stand, daß wir sie erkennen, erneuere und regiere unser Herz, daß wir sie lieben und befolgen. hd Verleihe uns deinen göttlichen Beistand, daß wir uns deines heiligen Evangeliums niemals schämen sondern dasselbe mit Worten und Werken bekennen, und dadurch die Seligkeit erlangen mögen, die Allen verheißen ist, welche die heiligen Vorschriften desselben beobachten, der du lebest und regierest in alle Ewigkeit. Amen. Ich glaube an Gott Vater 2c. oder: Ich glaube an Gott Vater, der Alles erschaffen, Alles mit unendlicher Weisheit und Güte erhält und regieret. Ich glaube an Jesus Christus, seinen Sohn, unsern Herrn, der aus Liebe zu uns Mensch geworden, am Kreuze gestorben, nun mit dem Vater lebt und regieret, und einst als Richter kommen wird, Jedem nach seinen Werken zu vergelten. Ich glaube an den heiligen Geist, der uns erleuchtet und zum Guten antreibt und stärket. 40 30/201 Offertorium. Mel. 48. sid HD our Dein bin ich, Herr, gib, daß ich dir Mich ganz zum Opfer gebe, dur Stets rein und heilig für und für Vor deinen Augen lebe. Wie könnt' ich eines Andern seyn? anlad spor mod Meßgesänge. Ich bin ja durch die Schöpfung dein, id no Und dein durch die Erlösung. sprac 41 Präfation. Allmächtiger Gott! reiße uns jetzt los von den irdischen Dingen, und ziehe unser Herz selbst zu dir, auf daß wir deine Macht und Güte würdig loben und preisen mögen. Gütigster Vater, der du das Flehen deines Kindes hörest, verschmähe nicht unsern guten Willen; laß dir gefallen, daß wir unsere schwache Stimme mit dem Lobgesange der himmlischen Geister vereinigen, und in diesem Thränenthale wiederholen, was sie droben in deiner herrlichen Wohnung unaufhörlich singen: Smdile mimodal onestlisted Sanctus. Heilig, heilig, heilig 2c.: Seite 35. 307 b) ja Während der Wandlung.ble ast Gebet. fod ne O mein Jesu, sey mir gnädig! o mein Jesu, sey mir barmherzig! o mein liebster Jesu, verzeihe mir meine Sünden! O mein Jesu! durch dein heiliges Blut reinige mich von meinen Sünden, durch dein göttliches Blut wasche mich von meinen Missethaten, durch dein gnadenreiches Blut verleibe mir Gnade und Barmherzigkeit. O Jesu! ich glaube E Meßgesänge. an dich; o Jesu! ich hoffe auf dich; o Jesu! von Herzen liebe ich dich. 42 74 Nach der Wandlung. Mel. 49. Ein heil'ges Denkmal deiner Liebe Hast du gestiftet, Jesus Christ! Es läutert alle Herzenstriebe Dem, der es andachtsvoll genießt, Dir seine Gegenliebe schenkt, Und dankbar deines Tods gedenkt. Gebet. sloch Laß dir, o Gott! das Opfer wohlgefallen, das wir dir mit dem Priester zum Andenken des Leidens und Sterbens, der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu darbringen, und verleihe uns, daß deine heiligen Geheimnisse, die wir in dem heiligen Meßopfer feiern, für jetzt und für die Zukunft ein wahres Mittel zu unserm Heile werden mögen. Jesus Christus, ewiger Hoherpriester! du hast dich für uns Sünder in den Tod des Kreuzes hingegeben, um uns von dem ewigen Tode zu erretten; sollten wir nicht bereit seyn, dir zu Liebe Alles zu thun und zu leiden? Deine heilige Liebe, dein Gehorsam, deine Geduld und Standhaftigkeit, deine letzte Bitte für die Feinde, soll tief in unser Herz geprägt seyn und uns stets als Muster vor Augen Meßgesänge. schweben. Nie wollen wir vergessen, was wir bir, o göttlicher Erlöser! schuldig sind. 75 Communion. Die Seele Christi heil'ge mich, Der Leib des Herrn errette mich, Das Blut des Heilands tränke mich, Sein Seitenwasser wasche mich, Das Leiden Christi stärke mich, O Herr voll Huld, erhöre mich, In deinen Wunden berge mich, Von dir laß nimmer scheiden mich, Vor Feindesgrimm bewahre mich, Im letzten Streit berufe mich, Und laß zu dir gelangen mich, Daß ich mit deinen Heil'gen dich, Mein Jesu, preise ewiglich. Amen. 43 Schluß. Mel. 50. Heiland, deines Tods Vermächtniß, Uns von dir aus Huld geweiht, Bleibe stets uns im Gedächtniß Gegenstand der Dankbarkeit. Laß, so oft wir sein gedenken, Unser Herz zu dir sich lenken, Unser Leben dir allein, Gütigster, geheiligt seyn. 44 Im Advent. Weihnachtsfeftkreis. Meßgesänge. Für die Adventssonntage. 70 Introitus. Mel. 36. COMING 1. An dem öden Jordansstrande, - 17 Wo das Volk in Sünden schlief, Trat in härenem Gewande Einst Johannes auf und rief: Israel! die Zeit der Gnade Und des Heiles naht heran, Ebne deines Gottes Pfade, Und verlaß der Sünde Bahn. 2. Sieh', schon nahet der Gerechte Nach des ew'gen Vaters Huld; Er erniedrigt sich zum Knechte, Daß er tilge unfre Schuld. d Komm und stille unser Sehnen, Herr, wir bitten flehentlich, d Sieh' auf unsrer Buße Thränen Gnädig, und erbarme dich. Credo. Mel. 48. Der Gottgesandte kommt und spricht: Aus Grabesnacht der Sünden Im Advent. Erwacht, ihr Schlafenden, zum Licht, Des Irrthums Schatten schwinden. Durch seines ew'gen Sohnes Mund Macht Gott uns seinen Willen fund; Wir glauben seiner Lehre. -78 - 1. Der Erde verheißen, Vom Himmel gesendet Offertorium. Mel. 51. Erscheint der Messias, Der Leben uns spendet; Kommt, Christen, bringt Liebe zum Brandopfer dar. 2. Er fommt, um den Irrthum Der Welt zu zerstören, 45 Und Weisheit und Tugend Die Menschen zu lehren; Kommt, bringt ihm Gehorsam zum Friedopfer dar. 3. Er fommt, um zu lösen Der Schmachtenden Ketten, guld Uns sterbend am Kreuze Vom Tode zu retten; Kommt, Christen, bringt Neue zum Sühnopfer dar. 79 Sanctus. Mel. 3. Heilig preisen dich, o Gott! Aller Engel Chöre, 81 46 Im Advent. Heilig, Herr, ist das Gebot err Deiner Himmelslehre, Darum kommst du auf die Erde, Q Daß die Menschheit heilig werde. Drum sey unser Streben, Heilig stets zu leben. Nach der Wandlung. Mel. 52. 1. O Jesu, Welterlöser, O Jesu, du Lamm Gottes! Welches du hinnimmst die Sünden der Welt. nd Jesu! ich glaub' an dich, Jesu! ich hoff' auf dich, Jesu, von Herzen lieb' ich dich. 2. O Jesu! Heil der Sünder, O Jesu! Lebensgründer, Deffne dein Herz uns zur Quelle des Heils. O Jesu! ich glaub' an dich, 2c. Ein anderes Lied nach der Wandlung. Mel. 53. 1. Komm, o Jesu! Licht der Heiden, Retter, säume länger nicht; Quelle aller Seligkeiten, Ach! du weißt, was uns gebricht. Schon auf unserm Pilgerpfade Stärkst du uns mit deiner Gnade, Im Advent. Und dein Segen, Gottessohn, Labet unsre Seelen schon. 2. 3war verborgen unsern Blicken Re Nahmst du in der Brodsgestalt, Die Bedrängten zu erquicken, Bei den Menschen Aufenthalt; Bist auf wunderbare Weise Uns zum Trost, zur Lebensspeise Hier, an Macht und Liebe reich, Wahrer Gott und Mensch zugleich. 3. Vater, dir sey Dank und Ehre, Der uns Jesum Christum gab, Denn mit ihm und seiner Lehre Kommt uns Licht und Trost herab. Einstens wird er wieder kommen; Gib, daß wir mit allen Frommen Freudig ihm entgegen geh'n, Im Gericht vor ihm besteh'n. 82 1. O Herr! wer deinem Tisch Sey willig und bereit, Dir nachzuwandeln, deinen Pfad, Den Pfad zur Heiligkeit. Denn nur ein Herz von Sünden rein, Kann dir zur Wohnung würdig seyn. Communion. Mel. 54. 47 sich ch ſich naht, naht, 48 83 Im Advent. Drum lasset uns bemüh'n, dafl Die Sünde stets zu flieh'n. sta 2. Wer Zwietracht noch und Groll und Neid In seinem Herzen hegt, Der säume nicht, er werde heut' Zum Friedensschluß bewegt, Denn nur ein Herz, das Liebe nährt, Ist, Jesu, deiner Nähe werth; Drum schließe Herz und Mund Der Eintracht treuen Bund. pare Schluß. Mel. 53. Lasset uns im Lichte wandeln, Schließen wir den Friedensbund; Glaube lenke unser Handeln, Liebe leite Herz und Mund. Jesu Beispiel nachzuleben, Nach Gerechtigkeit zu streben, So wie sein Apostel spricht, Sey uns Luft und höchste Pflicht. 84 Zum Norate. Introitus. Mel. 53. Thauet, Himmel, den Gerechten, Ind Wolken, regnet ihn herab, Im Advent. Rief das Volk in bangen Nächten, Dem Gott die Verheißung gab; Deffne deinen Schoos, o Erde, Sproß' hervor, o Heiland, werde Unser Trost und unser Licht, Das die Finsterniß durchbricht. 15 Gloria. Mel. 33. 1. Singt des neuen Bundes Lieder, Hochentzücket betet an; Gnade strahlt vom Throne nieder Wunderbar nach Gottes Plan. Seinen Sohn will er uns geben, Und durch ihn das ew'ge Leben. Bringt ihm mit der Engel Schaar Ehre, Preis und Jubel dar. 2. Er, der Sohn des ew'gen Vaters, Wird der reinen Jungfrau Sohn, Er verläßt den Thron des Vaters, Steigt von seiner Hoheit Thron, Kommt zu uns zur Erde nieder, Nennt uns Menschen seine Brüder, Will als Mensch bei Menschen seyn, Ganz der Menschen Heil sich weih'n. 86 Vor dem Evangelium. Mel. 5. 1. Es naht das Licht von Gott gesandt, Vor dem die Finsterniß verschwand, 449 50 Im Advent. Erhellet ist die dunkle Nacht, Zum Glauben sind wir neu erwacht. 2. Die Tauben hören, Blinde seh'n, Die Lahmen wandeln, es ersteh'n Die Todten selbst aus ihrer Gruft, Da sie des Heilands Stimme ruft. 3. Anbetend sinket vor ihm hin, Bahnt ihm den Weg und höret ihn, Er lehrt euch fromm und heilig seyn, Und euer Herz der Tugend weih'n. 87 Credo. Mel. 55. Glaube zierte stets dein Leben, Der Jungfrauen Königin, Gläubig warst du Gott ergeben, Als sein Engel dir erschien. Gottes Wille soll geschehen, Sprachst du, ich befolg' ihn gern, Seine Wege will ich gehen Als demüth'ge Magd des Herrn. Offertorium. Mel. 48. Schon eilt des Bundes Gnadenzeit Heran auf Engelsschwingen, Der Heiland kommt, wir sind bereit,' Ihm Opfer darzubringen; Er bringt das wahre Himmelslicht; go Im Advent. Wir leisten des Gehorsams Pflicht, Und bringen Lieb' und Treue. 89 Sanctus. Mel. 5. Im Chor der Engel singen wir: Gott, heilig, heilig, heilig dir; Sey stets von deiner Christenheit Geliebt, gelobt, gebendeit. Nach der Wandlung. Mel. 56. 1. O Gott, an den ich glaube, Was war's, das dich bewog, Das dich zum Erdenstaube, Zu uns herniederzog? Dein göttliches Erbarmen, Ja, du, o Jesu! haft Mit mitleidsvollen Armen Die ganze Welt umfaßt 2. Damit du mich befreitest, Gabst du dich, Herr, für mich, Mich zu erretten weihtest Du, Seligmacher, dich. Dein Name, Heil der Sünder, Ist meine Zuversicht; O Freund der Menschenkinder, Verwirf mich Armen nicht. 51 52 Im Advent. 3. Darf ich dich nicht empfangen, Du Heil der Sterblichen, Du Freude und Verlangen. Der Trostbedürftigen? O komme mir entgegen, Mein Herz verlangt nach dir, Führ' mich auf deinen Wegen, Und wohne stets in mir. 91 Schluß. Mel. 48. Nimm unfre Dankgefühle an, Die wir dir, Vater, weihen, Dein Sohn wies uns die Tugendbahn, Den Himmel seinen Treuen. Ja ewig, ewig Dank sey dir; Belehrt durch Jesus können wir Uns unsers Heiles freuen. Während der Adventszeit. Die Sünde und ihre Folgen. 92 Mel. 5. 1. Durch Adams Fall, durch Satans Macht Versant die Welt in Sündennacht, Erfüllt mit Elend, Angst und Noth, Verdammt zu Kummer, Qual und Tod. Im Advent. 2. Der Weltenschöpfer war verkannt, Die Tugend aus der Welt verbannt, Die Unschuld frech mit Stolz verhöhnt, Das Laster war mit Ruhm gekrönt. 3. Die ganze weite Erde war Ein Gößenthron und Blutaltar; Und Bruderhaß und Sinnesluft Entzündete der Menschen Brust. 4. Beherrschet von der Sünde Stab, Und vor dem Blick das finft're Grab, Erbebt mit blasfem Angesicht Die Menschheit vor dem Strafgericht. 53 5. Gedrängt an dieses Abgrunds Rand, Wer bietet uns die Rettungshand, Durch wessen Güte, Huld und Macht Wird Hülfe uns und Heil gebracht? 6. Der erste Mensch gebar der Welt " Den Tod; das Urtheil war gefällt; Der zweite Adam, Gottes Sohn, Bringt Rettung uns vom Himmelsthron. 7. Er ist das wahre Gotteslamm, Das an dem harten Kreuzesstamm Zum Sühnungsopfer dar sich stellt, Und tilgt die Sünden aller Welt. 8. Gepriesen feyst du, Jesus Christ, Der uns zum Heil erschienen ist, Den mit dem Vater und dem Geist Der Ewigkeiten Jubel preift. 54 Im Advent. Der verheißene Erlöser. 93 Mel. 33. 1. Ach! wann wird sie endlich kommen Die schon längst ersehnte Zeit, Die das Harren aller Frommen In dem Heil der Welt erfreut. O Verheiß'ner der Propheten, Den die Völker längst erflehten, Unser Heiland, Trost und Licht, Komm', verweile länger nicht. 2. Gottes Gnade war verloren Durch die Schuld im Paradies, Als sogleich, vom Weib geboren, Seinen Sohn der Herr verhieß, Der der Schlange List und Trügen, Grimm und Bosheit soll besiegen, Und mit Satans Macht zugleich Stürzen wird der Sünde Reich. 3. Schon in Isaaks Opferweihe, Prüfend des Gehorsams Pflicht, Lohnet Gott des Vaters Treue, Segnet Abraham und spricht: Glänzend, gleich den Sternenheeren, Soll sich dein Geschlecht vermehren, Und aus deinem Stamm entsprießt, Der der Völker Segen ist. Im Advent. 4. Als nach seiner Jahre Fülle Jacob bald verscheidend lag, Deckt er ferner Zukunft Hülle Mit Begeist'rung auf und sprach: Juda's Glanz wird nicht erbleichen, Und sein Scepter wird nicht weichen, Bis der Retter, längst ersehnt, Kommt und die Erwartung frönt. 5. Aus der Wurzel Jesse gehet Einst ein junges Schoß hervor, Und aus diesem Zweig entstehet Eine Blum' und blüht empor. Gottes Geist wird sie beleben, Ueber sie wird niederschweben Weisheit, Rath, Verstand und Kraft, Gottesfurcht und Wissenschaft. 6. Bethlehem, in Juda's Lande, Künftig bist du nicht mehr klein, Wann aus dir der Gottgesandte Wird hervorgetreten seyn. Er, der mit der Lehre Wahrheit, Mit dem Strahl der Himmelsklarheit, Israel, mein Volf, regiert Und des Friedens Scepter führt. 7. Endlich an dem Jordanflusse Wie ein Engel, gottgefandt, Rief Johannes: Wirket Buße, 55 56 Im Advent. Löst der Sünde Sclavenband; Ebnet eures Gottes Pfade; Denn es naht die Zeit der Gnade; Der mir folget in der Zeit Ist vor mir von Ewigkeit. 8. Der Propheten Seherworte Sind in Christus klar enthüllt, In der Zeit, dem Stamm, dem Orte Seiner Herkunft treu erfüllt. Juda hat den Thron verloren, Und zu Bethlehem geboren, Herrscht der armen Jungfrau Sohn Ewig auf des Vaters Thron. 9. Ja, erhört ist unser Flehen, In der vorbestimmten Zeit Haben wir das Heil gesehen Im Gewand der Sterblichkeit. In Gesinnung ihm ergeben, Durch ein tugendhaftes Leben Laßt uns seiner uns erfreu'n, Seiner Gnade würdig seyn. Die Verkündigung des Engels. 94 Mel. 53. 1. Thauet, Himmel, den Gerechten, Wolken, regnet ihn herab, Im Advent. Rief das Volk in trüben Nächten, Dem Gott die Verheißung gab; Deffne deinen Schoos, o Erde, Sproß' hervor, o Heiland, werde Unser Trost und unser Licht, Das die Finsterniß durchbricht. 2. Und er kommt in Menschenhülle, Wie der Seher Mund versprach; Segen, Licht und Gnadenfülle Folget seinem Tritte nach. Schon erscheint im Morgenrothe Uns des Heiles Himmelsbote, Kündet uns den Heiland an, Und bereitet ihm die Bahn. 3. Von des Himmels Höhe schwebet Gottes Engel, schön und mild, Hin zur Hütte, wo sie lebet, Sie der reinsten Unschuld Bild. Aus des Himmelsboten Munde Hört erstaunend sie die Kunde, Höret, daß sie gnadenvoll Gottes Sohn gebären soll. 4. Und die Reine ohne Mängel, Sie, des Allerhöchsten Magd, Spricht voll Demuth zu dem Engel: Mir gescheh' wie du gesagt. Erde, jauchze nun in Wonne, 57 58 Im Advent. Von dem Morgenstrahl der Sonne Fernhin bis zum Niedergang Werde alles Lobgesang. 5. Dein Gehorsam ist uns Leben, Jungfrau, demuthvoll und feusch, Gottes Geist wird dich umschweben Und des Vaters Wort wird Fleisch. Menschen, betet an im Staube, Tod der Höll' und ihrem Raube, Aber Adams Kindern Heil, Denen Rettung wird zu Theil. 6. Ja, der Sohn der Gottgeweihten Ift Gott selbst, Emmanuel, Er erscheint, das Licht der Heiden Und der Ruhm von Israel; Und des Todes Schatten schwinden, Und es stürzt das Reich der Sünden, Und der Schuld'gen Sclavenband Bricht der Herr in Knechtsgewand. 7. Auch zu uns mit Licht und Segen Kommt der Herr der Herrlichkeit; Kommt, ihr Christen, ihm entgegen In der Unschuld reinem Kleid. Stürzt der Sünde Götzen nieder, Weiht der Tugend eure Glieder, Es erschwing' sich euer Herz Frei von Fesseln himmelwärts. Im Advent. S. Welterlöser, wir erfüllen Des Apostels heil'gen Rath; Komm' nach deines Vaters Willen, Wie dein Bot' verkündet hat. Komm' und bringe uns den Frieden, Menschen ist er nur beschieden, گاه Welche guten Willens sind, Komm' wir sind's, o göttlich Kind! Vorbereitung zur Ankunft des Erlösers. me Mel. 57. 1. Ein Ruf ertönt am Jordansstrand, Johannes ruft im Bußgewand: Wacht, Völfer, auf, bereitet euch, Wacht auf, es naht das Himmelreich. 59 2. Was längst der frommen Väter Schaar Erharrt, und ihr Verlangen war, Des Himmels Wahrheit, Licht und Heil Wird Adams Kindern nun zu Theil. 3. Die Hügel schleift zur eb'nen Bahn, Und füllet alle Thäler an, Was frumm ist, werde jetzt gerad', Was ungleich ist, werd' eb'ner Pfad. 4. Die Art ist an den Baum gelegt, Der Baum, der keine Früchte trägt, Im Advent. Wird umgehauen und verbrannt. So fällt der Sünde eitler Tand. 5. Vom Sündenschlafe wachet auf, Der Tugend weiht des Lebens Lauf; Nur auf dem schmalen Pfad der Pflicht Entrinnet ihr dem Strafgericht. 60 6. Legt ab, und scheucht aus eurer Brust Haß, Feindschaft, Stolz und Sinnesluft; Weiht euer Herz, von Sünde rein, Dem Nahenden zum Tempel ein. 7. In Allem übt Gerechtigkeit, Zur that'gen Liebe seyd bereit, Brecht mit den Armen euer Brod, Seyd hülfreich in des Bruders Noth. Bitte zu Jesus. Mel. 58. 96 1. Welch Geheimniß! Gottes Sohn Kam herab von seinem Thron, Sprach: es werde Licht auf Erde! Sieh, da ward den Finsternissen Alle Welt durch ihn entrissen. 2. Falsche Gößen stürzen um Durch sein Evangelium. Alles höret, Und verehret Zur Weihnachtszeit. Seine Stimm'; in allen Landen Wird der Wahrheit Wort verstanden. 3. Sey willkommen, Preis sey dir, Komm, o Jesu! auch zu mir. Auf dem Pfade Deiner Gnade Laß mich durch das Leben wallen, Dir nur immer wohlgefallen. 4. Laß mich, wie dein Wort gebot, Gott vertrauen in der Noth, Ihn nur lieben, Gutes üben; Laß mich Dürft'ge nicht verlassen, Niemals meine Feinde haffen. 5. Tröste, Jesu, meinen Sinn, Weil ich schwach und elend bin, Daß ich merke Deine Stärke, 97 Einst dir froh entgegen gehe, Im Gericht vor dir bestehe. Zur Weihnachtszeit, Meßgesang. Introitus. Mel. 59. 1. Ein Kind ward heute uns geboren, Gegeben ward uns heut' ein Sohn, 61 62 Zur Weihnachtszeit. Zur Herrschaft ist er auserforen Und alle Welten sind sein Thron. Ihn werden Macht und Ruhm begleiten; Sein Nam' ist Wunderbarer, Held, Und Gott, und Vater fünft'ger Zeiten, Des Friedens Fürst, und Heil der Welt. 2. Die Himmel, und die sie bewohnen, Verkünden ihn im Preisgesang; Sein Nam' ertönt in allen Zonen, Ihm schallt der Schöpfung Jubelflang. Lob sey dem Vater und dem Sohne, Lob, Ehre sey dem heil'gen Geist, Ruhm sey der Gottheit auf dem Throne, Wie sie der Engel Hymne preis't. 98 M- 204 Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich! Christus, erbarme dich! 99 Gloria, Mel. 6. 1. Auf, mein Geist, erhebe dich Aus dem Staube dieser Erde, Gottes Sohn erniedrigt sich, Daß der Mensch erhöhet werde. Gott sey Ehre, Preis und Ruhm In dem hohen Heiligthum. Zur Weihnachtszeit. 2. Du aus deines Vaters Schoos Vor dem Morgenstern gezeuget, Hast, gerührt durch unser Loos, Dich zur Sterblichkeit gebeuget. Dir sey Ehre, Preis und Ruhm In dem hohen Heiligthum. for Bor dem Evangelium. Mel. 60. 1. Zu Bethlehem, im dunkeln Ort, Erglänzt ein Licht, des Vaters Wort, Des Kindes unberedter Mund Macht uns des Höchsten Willen fund. Alleluja. 2. Ein Gott, verhüllt in Knechtes Kleid, Verdammt des Menschen Eitelkeit, Und lehrt, entblößt für fremde Schuld, Die Pflicht der Demuth und Geduld. Alleluja. 101 Credo. Mel. 55. 1. Ewig wahrer Gott, ich glaube, Daß der Heiland, Jesus Christ, Sich erniedrigt bis zum Staube, Mensch für uns geworden ist; Und voll Liebe, voll Erbarmen, Suchte, was verloren war, Und noch jetzt mit Freundesarmen Treu umfängt die Büßerschaar. 63 64 Zur Weihnachtszeit. 102 Offertorium. Mel. 61 1. Der ew'ge Sohn des Vaters spricht: Du willst der Gaben Opfer nicht; Drum sieh, ich komme, deinen Willen Als Mensch, o Vater! zu erfüllen. 2. Der du zu uns aus Liebe kamst, Auf dich der Sünde Strafe nahmst, Nimm unsers schwachen Opfers Weihe, Des Mundes Dank, des Herzens Treue. 103 Sanctus. Mel. 62. 1. Des Vaters Sohn, von Ewigkeit, Ward Mensch, geboren in der Zeit, Und eine Sterbliche gebar Den Gott, der seyn wird, ist und war, Und dessen Nam' ist heilig. 2. Die Seraphim und Cherubim Und alle Engel dienen ihm, Ihn preiset der Erlöften Schaar, Du Gott bist heilig, wunderbar, Hosanna in der Höhe. 104 Nach der Wandlung. Mel. 63. 1. Alle Glieder Beugt euch nieder Vor dem Kind im Hirtenstall. Zur Weihnachtszeit. Denn ihm dienen Seraphinen, Ihm gehorcht der Welten All. Ja, das Kind im Loos der Armen Ist der Heiland, deß' Erbarmen Von des Satans Dienstbarkeit Uns befreit. 2. Daß der Erde Friede werde, Kamst du, Gott, in's Thränenthal, Und das Leben Uns zu geben Littest du des Todes Qual. Unter Brods- und Weinsgestalten Willst du jetzt mit Liebe walten, Gibst du uns dein Fleisch und Blut, Höchstes Gut. 3. Wehet, Lüfte, Weihrauchdüfte Hin zum Thron des Herrn der Welt; Frei von Sünde Bringt dem Kinde, Menschen, dar, was ihm gefällt. Andacht, Liebe, Dank und Ehre Bringet dem, ihr Engelchöre! Den die Jungfrau uns gebar, Freudig dar. 65 66 Zur Weihnachtszeit. Schluß. Mel. 59. Gib uns, Erlöser, in dem Segen, Den am Altar der Priester spricht, Auf allen unsern Lebenswegen Zur Tugend Muth und Kraft und Licht; Der Liebe Band soll uns verbinden, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Und liebend werden wir uns finden, Zu dir erhöht am ew'gen Thron. 106 Weihnachtslieder. Mel. 63. 1. Erde singe, Daß erklinge Laut und stark dein Jubellied; Himmel alle Singt zum Schalle Dieses Liedes jauchzend mit; Singt ein Loblied euerm Meister, Preist auch ihr ihn, Himmelsgeister; Was er schuf, was er gebaut, Preis ihn laut, 2. Der das Leben Euch gegeben, Und unsichtbar euch erhält, Der euch führet, Zur Weihnachtszeit. Euch regieret, Tritt heut sichtbar in die Welt; Aber statt auf gold'nen Thronen Will in niederm Stall er wohnen, Eine Krippe, arm und klein, Schließt ihn ein. 3. Daß die Erde Schöner werde, Stieg er von dem Himmelszelt; Uns vom Bösen Zu erlösen, Kam als Kind der Herr der Welt; Daß die Schöpfung sich verkläre, Ward er selbst uns Licht und Ehre; Drum ihr All', die ihr ihn schaut, Preist ihn laut. 4. Weht ihr Winde, Weht dem Kinde Lob und Dank und Jubel zu; Bringt ihr Lüfte Blumendüfte, Schmückt mit Blüthen seine Ruh'; Wehet leise, säuselt linde, Bald ja droht dem Gotteskinde Auf der Schädelstätte Höh'n Sturmesweh'n. 5* 67 68 Zur Weihnachtszeit. 5. Meereswellen, Ström' und Quellen, Bringt ihm euern Jubel dar, Grüne Wälder, Au'n und Felder, Schmückt des Neugebornen Haar; Kränzt mit Blumen seine Wiege, Daß er weich gebettet liege, Bis die Dornenfron' ihn drückt, Blutig schmückt. 6. Mond und Sonne, Gießt mit Wonne Euer Licht in diesen Stall, Himmelssterne, Nah' und ferne, Sendet euern schönsten Strahl; Bald ja werdet trüb ihr trauern, Wenn am Kreuz in Todesschauern Seiner Augen Himmelslicht Sterbend bricht. 7. Kreaturen, Auf den Fluren Huldigt ihm mit Jubelruf; Ihr im Meere, Preist die Chre Dessen, der aus Nichts euch schuf; Was auf Erden ist und lebet, Zur Weihnachtszeit. Was in hohen Lüften schwebet, Lob' ihn, er ja haucht allein Leben ein. 8. Erdensöhne, Freudentöne Bringt dem Kinde nah' und fern; Singet Lieder, Knieet nieder An der Krippe euers Herrn; Wer kann seine Lieb' ergründen, Ach, zur Sühnung unsrer Sünden Trug er uns're Schmach und Noth Bis zum Tod. 9. Nationen, Die da wohnen Auf dem weiten Erdenrund, Lob laßt schallen, Denn mit Allen Schloß er den Erlösungsbund; Um uns Alle zu erretten, Trug er selber uns're Ketten, Ging durch Tod die Himmelsbahn Uns voran. 10. Jauchzt und finget, Daß erklinget Laut ein allgemeines Lied; Wesen alle, 69 I 70 Zur Weihnachtszeit. Singt zum Schalle Dieses Liedes jubelnd mit; Singt ein Danklied euerm Meister, Preist auch ihr ihn, Himmelsgeister; Was er schuf, was er gebaut, Preis ihn laut. 102 Mel. 64. 1. Sey uns gegrüßt, du heil'ge Nacht, Die den Erlöser uns gebracht; Du sel'ge Stunde sey gegrüßt, Da uns das Heil geboren ist. 2. Der Fluch, den einst durch Satans Lug Der Eltern Sünde auf uns trug, Der ward getilgt in dieser Nacht, Und Rettung uns zurückgebracht. 3. Wir faßen All' in Nacht und Tod, Da kam der Retter aus der Noth; Den, als die Zeit erfüllet war, Die reinste Jungfrau uns gebar. 4. Das Wort ward Fleisch, uns zu befrei'n; Als Kind erschien es, arm und klein, Nur eine Krippe ist sein Thron; Doch dieses Kind ist Gottes Sohn. 5. Ein König ist es aller Welt;-) Des Friedens Fürst, ein starker Held, Zur Weihnachtszeit. Der Völker Heil und Gnadenquell, Sein Nam' ist Gott, Emmanuel. 6. Also hat Gott die Welt ge liebt, Daß er den eig'nen Sohn uns gibt; Zum Heile uns auf Erden wallt Der Gottessohn in Knechtsgestalt. 7. Arm kommt er, alles Schmuckes baar; Doch fündet ihn der Engel Schaar Mit Lobgesang und Freudenruf Als den, der Erd' und Himmel schuf. 8. Glücksel'ge Sünde, die fortan Solch einen Heiland sich gewann; O fel'ge, hochgeweihte Nacht, Die solchen Retter uns gebracht. 9. Drum weih', o Christ! ihm Herz und Sinn, Knie vor des Heilands Krippe hin, Da fühlst du dich der Gottheit nah', Du bist erlöst, Halleluja. 10. Stimm' ein in's Lied der Engelschaar: Dem Herrn sey Ehre immerdar, Und Friede jeder Menschenbrust, Die guten Willens sich bewußt. 71 11. Bitt' ihn in Demuth treugesinnt: EC Du armes, reiches Gotteskind, Sey Allen uns ein Gnadenquell, Erlös auch uns, Emmanuel. Zur Weihnachtszeit. 12. O tilge uns're Sündenschuld, Laß diese Nacht voll Gnad' und Huld Uns eine wahre Weihnacht seyn, Weih' uns für deinen Himmel ein. 72 103 Mel. 65. 1. Staune Himmel, staune Erde Meeresgrund und Sternenfeld, 3 Daß er uns Versöhner werde, Kam als Knecht der Herr der Welt. In des Himmels hohe ChöreD Stimmet, Christen: Gott sey Ehre! In der Geister Harfenklang Töne unser Lobgesang. 2. Aller Himmel Feste bebet, Und der Engel sel'ge Schaar, Die zur Erde niederschwebet, Bringt des Heiles Botschaft dar. In des Himmels hohe Chöre zc. 3. Gottes Wort ist Fleisch geworden, d Nach des Paradieses Fall Deffnen sich des Himmels Pforten In dem niedern Hirtenstall. In des Himmels hohe Chöre 2c. 4. Gott von Gott, und Licht vom Lichte Scheint er in die Dunkelheit, Zur Weihnachtszeit. Lehrt des Ewigen Gerichte, Zeigt den Weg zur Seligkeit. In des Himmels hohe Chöre 2c. 5. Alle Finsterniffe weichen Mit dem Geisterheer der Nacht; Vor des Heilands Licht erbleichen Aller Thorheit Glanz und Pracht. In des Himmels hohe Chöre zc. 6. Eingehüllt in uns're Glieder Will er unser Bruder seyn, Schließt er uns als seine Brüder In den Bund der Liebe ein. In des Himmels hohe Chöre 2c. 7. Arme Hirten, Seraphinen Künden es: der große Held Ist als Friedensfürst erschienen, Bringt den Frieden in die Welt. In des Himmels hohe Chöre 2c. 8. Menschenvater, der Verlornen Hast du liebevoll gedacht, Hast uns in dem Eingebornen Deines Geistes Trost gebracht. In des Himmels hohe Chöre 2c. 9. Sey gegrüßet, o Gerechter! Heiliger, Emmanuel, Licht der menschlichen Geschlechter, 73 74 Zur Weihnachtszeit. Heil und Ruhm in Israel. In des Himmels hohe Chöre zc. 104 Mel. 66. 1. Vom höchsten Thron Ist Gottes Sohn Zu uns herabgekommen, Und hat aus Huld Zum Pfand der Schuld Die Menschheit angenommen. 2. O welch ein Loos! Arm, nackt und blos, Ein schwaches Kind auf Erden, Ist er bereit In Niedrigkeit Dein Heil, o Mensch! zu werden. 3. Er, der die Welt Erschuf und hält, Den nicht die Himmel fassen, Der weint, im Bild Des Knechts verhüllt, Verachtet und verlassen. 4. Und schon beginnt Er als ein Kind Zu dulden und zu büßen, Bald wird sein Blut Zum Seelengut Für uns am Kreuze fließen. Zur Weihnachtszeit. 5. Die Siegesbahn Tritt er jetzt an Auf seinem Krippenthrone. Einst siegt der Held Zum Heil der Welt Im Schmuck der Dornenfrone. 6. Im Stall verkannt, An's Kreuz gespannt, Willst du die Schuld vernichten; Doch du erscheinst, D Herr! dereinst, Und wirst die Sünder richten. 7. In Ewigkeit Gebenedeit Sey, Jesus, in der Krippe; Dein Ruhm erschall' All überall Von jeder Menschenlippe. 105 Mel. 67. 1. Auf, Christen, singt festliche Lieder Und jauchzet mit fröhlichem Klang, Es schalle auf Erden laut wieder Süß tönender Jubelgesang. Im Stalle bei Bethlehems Thoren Hat dürftig zur nächtlichen Zeit Maria, die Jungfrau, geboren Den Heiland, der Alle erfreut. ne 75 76 Zur Weihnachtszeit. 2. Dies Wunder der menschlichen Kinder Ist Gott, in der Sterblichen Kleid; Es hat sich zum Mittler der Sünder Aus zärtlicher Liebe geweiht. Dies große Geheimniß erklären Die Engel den Hirten im Feld, Sie singen dem Schöpfer zu Ehren, Sie singen vom Frieden der Welt. 3. O laßt uns in ihre Gesänge minor Uns mischen mit fröhlichem Ton, Laßt alle mit Jubelgepränge Uns singen dem göttlichen Sohn; Die Krippe kniefällig umringen, In welcher der Heiligste liegt, Ihm Opfer der Dankbarkeit bringen, Sey unsere heiligste Pflicht.. 4. Du ewiger, himmlischer König, Du, der du die Wesen erschusst, Ist's denn für die Menschen zu wenig, Daß du sie zum Leben berufst? Must selbst du als Gott dich noch neigen Zur niedrigen Knechtesgestalt? Wer konnte mehr Liebe erzeigen, Wunder der Liebesgewalt. 5. O nie zu erforschendes Wesen, Das selbst nicht der Cherub erreicht, Eh' Sonne und Sterne gewesen, Zur Weihnachtszeit. Warst du von dem Vater gezeugt. Vom Vater, dem ewigen Lichte, Strahlt uns nun das göttliche Licht; Erhaben sind deine Gerichte, Selbst Seraphim fassen sie nicht. 6. Du, der du allmächtig die Blize Hinschleuderst mit schrecklichem Schall, Du steigest vom glänzenden Sige Und wohnest im finsteren Stall; 0 Du bist es, der Scepter und Kronen Den Fürsten und Königen gibt; Doch hat dir's auf Erden zu wohnen In knechtlicher Hülle beliebt. 00. 7. So machst du die Hoffart zu Schanden, In welcher die Menschen sich bläh'n, Und lehrest, was Menschen nicht kannten, Den göttlichen Rath sie versteh'n. Du bist so demüthig und milde, Holdfelig, barmherzig und treu, Und zeigst uns im eigenen Bilde, Daß Demuth Gott angenehm sey. 77 8. Du wähltest, mit Schwächlichen schwächlich, Mit Sterblichen sterblich zu seyn, Du zeigst dich gleich Menschen gebrechlich, Bei Kleinen erscheinest du klein. Du willst, um das Elend zu heilen, Selbst fühlen, wie elend wir sind, 78 Zur Weihnachtszeit. Um unsere Armuth zu theilen, Wirst du in der Armuth ein Kind. 9. Wir ehren, wir preisen und loben Dich, Bater, auf himmlischem Thron,' Du sandtest uns Menschen von Oben Den ewigen, göttlichen Sohn. Gib, daß wir auch dankbar erkennen, Wie dieser, dein Sohn, uns geliebt, Gib, daß wir vom Bösen uns trennen, Und meiden, was Jesus betrübt. 106 Mel. 68. 1. Geboren ist zu Bethlehem Bethlehem.. Dein Heil, frohlock' Jerusalem. Alleluja. 2. Er, dessen Thron ist überall,"" überall" Liegt arm und nackt im niedern Stall. 3. Er weinet, arm im Mutterschoos, 2. Und macht uns reich und schuldenlos. 4. Uns von der Knechtschaft zu befrei'n, Hüllt er in Knechtsgestalt sich ein. 5. Zu öffnen uns das Himmelreich, 2c. Ward er im Fleisch den Sündern gleich. 6. Gelobet feyst du, Jesus Christ, Daß du ein Mensch geboren bist. 7. Wie mit dem Vater und dem Geist Im Himmel dich der Seraph preist. 107 Zur Weihnachtszeit. Mel. 69. 1. Ihr Hirten erwacht Vom Schlummer der Nacht, Vergeffet die Leiden Im Strahle der Freuden, Die heut euch der Engel zur Kunde gebracht. 2. Der Himmlische spricht: Jauchzt, fürchtet euch nicht, Ich fünde euch Freude, Erschienen ist heute Im finsteren Thale das göttliche Licht. 3. Die Zeit ist erfüllt; Im sterblichen Bild, Zum Troste der Frommen Ist endlich gekommen Der Heiland der Völker in Windeln gehüllt. 4. Verlasset das Feld, 79 Der Schöpfer der Welt Ist dürftig geboren, Und ihr seyd erforen, Das Opfer zu weih'n, das dem Heiland gefällt. 5. Die Lüfte durchdrang Der Jubelgesang Seraphischer Chöre: Dem Schöpfer sey Ehre! Wie Harfen ertönt der entzückende Klang. 80 Zur Weihnachtszeit. 6. Der Friede soll euch Und Gnade zugleich, Ihr Frommen und Treuen, Auf Erden erfreuen: Der Gottessohn gründet ein friedliches Reich. 108 Mel. 70. 1. Heiligste Nacht! Heiligste Nacht! Erste der Nächte für Menschen hienieden, Heiligste, ewig uns heilige Nacht! Engel erscheinen, verkünden den Frieden, Allen wird fröhliche Botschaft gebracht; Nun ist die große Verheißung erfüllt, Endlich die Sehnsucht der Väter gestillt. Staunet! der Ewige Hat sich in sterbliche Glieder verhüllt. 2. Heiligster Tag! heiligster Tag! Würdig mit Wonne besungen zu werden, Wie ihn das englische Loblied besang: Ehre sey Gott in der Höh', und auf Erden Friede den Menschen! Zum himmlischen Klang, In das erhab'ne, süßtönende Lied, Stimmet, ihr Christen, von Andacht durchglüht, Welche das Herz erhebt, Heiligt und neu belebt, Himmelwärts zieht. Beschneidung des Herrn. 3. Christen bedenkt, Christen bedenkt! C Zitternd vor Kälte, in Windeln gebunden, Fühlet ein Gott der Gefallenen Noth; Er wird am Kreuze bedecket mit Wunden, Schuldlos erduldend der Schuldigen Tod. Sehet, ihr Menschen, der Sünde Gericht, Lernet, was Gottes Erbarmen verspricht. Sehet des Menschen Schuld, Seht des Erbarmers Huld, Sündiget nicht. 81 4. Göttliches Kind, göttliches Kind! Allen zum Lehrer und Heile geboren, Sey es, so lange ich lebe, auch mir! Dann bin ich nicht für die Tugend verloren, Sondern ich finde den Himmel in ihr; Werde mich freuen, dein Jünger zu seyn, Werde zum Opfer mein Leben dir weih'n, Leben, dir Göttlicher, Sterben, Barmherziger, Dir nur allein. Auf das Fest der Beschneidung. Messgesang wie auf Weihnachten. год Der Name Jesu. Mel. 48. 1. O süßester der Namen all', Die Menschenzungen nennen, 6 114 82 Beschneidung des Herrn. O du, der Himmel Wiederhall, od Dem tausend Herzen brennen; Dir neigen uns're Herzen sich, O Jesu Christ, dem ewiglich Der Engel Schaar sich beuget. 2. Gottessohn, der uns befreit Von Sünde, Tod und Schmerzen; Wer, aller Menschen Heiland, freut Sich deiner nicht von Herzen? Dein Nam' ist Hilfe, Heil und Huld, Vor dir verschwindet Tod und Schuld: Wo ist wie du ein Name? 3D Name, der die Hölle schreckt, Vor dem die Himmel schweigen, Durch den die Todten auferweckt, Aus ihren Gräbern steigen; Der von dem Himmel ward gebracht, Und durch die Engel fund gemacht: O Name, sey gepriesen. 4. O heil'ger Name, dessen Ruhm Kein Menschenlob erreichet, Vor dessen hohem Heiligthum Entzückt die Kniee beuget, Was droben Gottes Thron umschwebt, Auf Erden, in der Hölle lebt: O Name, sey gepriesen. Beschneidung des Herrn. 5. Ein and'rer Name ist uns nicht Im Erdenthal gegeben, Der uns gewährte Trost und Licht Und Heil in unserm Leben. Er nimmt dem Tode seine Qual, Und streuet seines Lichtes Strahl In's Reich der dunkeln Gräber. 6. Sey, Name, meine Zuversicht, Mein Schild und Siegeszeichen; Sobald die Zunge" Jesus" spricht, Muß Sünd' und Hölle weichen. Sey meines Lebens Licht und Kraft Auf dieser Erde Pilgerschaft, Im Leben und im Tode. 7. Mach', heil'ger Name, mich bereit, Hier Schmach für dich zu leiden, Dann wird mir jede Bitterfeit Ein Quell von Himmelsfreuden; Ich trage dann mein Kreuz mit Muth, Bereit, zu opfern Gut und Blut Für dich, der mich erlöste. Auf das Neujahrsfest. 110 Mel. 64. 1. Dahin ist abermal ein Jahr, Dir bringen Dank und Preis wir dar, 6* 83 84 Beschneidung des Herrn. Der du, o Gott, voll Gütigkeit Von Noth und Unglück uns befreit. 2. Sey unser Führer fernerhin, Zum Guten lenke Herz und Sinn, Zum Wollen leite uns dein Rath, Zum Heile segne Wort und That. 3. Streck' aus, o Herr! die milde Hand Auf uns und unser Baterland, Vor Krieg, vor Pest und Theurungszeit Erhalte Land und Volk befreit. 4. Die Obrigkeit, von dir bestellt, Beschüße, segne, Herr der Welt, Gieß' über unsers Königs Haus Die Fülle deines Segens aus. Cute G 5. Die Kirche, unsers Glaubens Hort, Beschütze stets nach Jesu Wort, Gib, daß die Hirten wach und treu, Die Heerde immer folgsam sey. 6. Bewahre uns in diesem Jahr Vor Seelen und vor Leibsgefahr, Hilf deinem Volke väterlich, Erbarme der Verlass'nen dich. 7. O gib, daß wir, von Sünden rein, Uns deiner Gnadenhuld erfreu'n, Daß wir im Glauben fest besteh'n, Und stets den Pfad der Tugend geh'n. Erscheinung des Herrn. 8. Wir fangen nun, Herr Jesus Christ, Der du zum Heil gekommen bist, Dies Jahr in deinem Namen an, Sey Licht und Stab auf unsrer Bahn. Auf das Fest der Erscheinung Jesu Christi. 111 Meßgesang. Introitus. Mel. 71. 1. Tief in Nacht verhüllt erkannte Noch die Welt den Schöpfer nicht, Da erscheint im Morgenlande Wunderbar ein Himmelslicht. Und der Stern der Gnade leitet Könige zum Hirtenstall, Und des Lichtes Glanz verbreitet Kraft und Leben überall. 2. Stürzet um, ihr Blutaltäre, Sink' in Staub, o Heidenthum!. Siegend bis zum fernsten Meere Dringt das Evangelium, Und wo seine Strahlen schimmern, Wird der Tugend Reich erblüh'n, Auf der Gößentempel Trümmern Wird ein neues Opfer glüh'n. 85 86 8/12 Erscheinung des Herrn. Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich! int Christus, erbarme dich! Gloria. Mel. 33. affer Lobet Gott, ihr Völker alle, Preiset laut des Weltalls Herrn, Eures Dankes Lied erschalle Freudig für den Wunderstern, Der des höhern Lichtes Fülle, Gottes Sohn in Menschenhülle, Auf der dunkeln Lebensbahn Aller Welt hat fund gethan. Vor dem Evangelium. Mel. 72. 1. Verhüllet lagen Recht und Pflicht, Da sprach der Herr: Es werde Licht! Da schwand die Nacht des Heidenthums Im Licht des Evangeliums. 2. Es hellt den Geist, erwärmt das Herz, Bringt Labung uns für jeden Schmerz, Es zeigt, umstrahlt vom Himmelsglanz, Im Kampf der Tugend Siegeskranz. Erscheinung des Herrn. 114 Credo. Mel. 73. 1. Ein Wunderstern, von Gott gesandt, Hieß einst die frommen Weisen, Aus schäßzereichem Morgenland Zu fernen Völkern reisen. Er leitet sie zum heil'gen Ort, Wo, in Maria's Armen, Der Heiland ruht, das ew'ge Wort, Voll Gnade und Erbarmen. 2. Uns strahlt des Glaubens ew'ges Licht Auf dieses Lebens Pfaden; Es sendet, wenn uns Muth gebricht, Uns immer neue Gnaden, Es leitet uns durch's Todesthal Auf schön're Lebensauen, Läßt dort uns Freuden ohne Zahl Bei dir, o Jesus! schauen. سلماد 87 Offertorium. Mel. 59. 1. Vor dir, o Heiland! liegen Weise Anbetend tief zum Staub gebeugt, Und opfern dir zum Lob und Preise, Was ihre Heimath Edles zeugt: Gold, Myrrhen, Weihrauch sind die Gaben, Die ehrfurchtsvoll ihr Herz dir weiht, Doch mehr als diese Opfergaben Ist's ihre Liebe, die dich freut. 88 Erscheinung des Herrn. 2. D Gott! im Geiste jener Weisen Laß dir von reinem Brod und Wein, Dich dank- und liebevoll zu preisen, Dies Opfer wohlgefällig seyn. Dir weih'n wir unser Thun und Leben, Zu wandeln, wie dein Wort gebeut; Nach deinem Reiche nur zu streben, Sey uns're Freud' und Seligkeit. 116 Sanctus. Mel. 48. Erlöser, wahres Licht der Welt, Dich preisen Engelchöre, Dir bringen, durch dein Wort erhellt, Wir Menschen Preis und Ehre. Das dreimal heilig schallet dir Durch alle Welten für und für, Die deinen Namen kennen. 117 Nach der Wandlung. Mel. 71. 1. Werd' erleuchtet, Volk der Heiden, Werde Licht, Jerusalem, Sucht die Quelle reinster Freuden da In dem kleinen Bethlehem; Sucht das Licht mit frommen Blicken, Denn euch ruft der neue Stern: Kommt, und sehet mit Entzücken Badk Mensch geworden euern Herrn. Erscheinung des Herrn. 2. Dort berief zum dunkeln Orte Heiden des Erbarmers Licht, Hier berufen Jefu Worte Uns zur Gnadenquell'; er spricht: Kommt, die ihr auf finstern Pfaden Ohne Licht und trostlos seyd, Sucht beim Sacrament der Gnaden Wahrheit, Troft und Seligkeit. 8. Laßt uns in der Andacht Flamme, Mit den Weisen tiefgebeugt, Huldigen dem Gotteslamme, Das uns hier der Glaube zeigt. Laßt der Liebe Gold uns bringen, Und der Buße Myrrhen weih'n; Aufwärts soll das Herz sich schwingen Und ein reines Rauchwerk seyn. 118 Schluß. Mel. 20. Erfüllt mit Trost und Freude Vollbrachten, Jesu, wir Die Feier deines Todes ,. Und danken freudig dir. Führ' durch den Stern der Gnade Zu dir uns, Jesu, hin, Laß dir zum Dankesopfer Des Herzens Liebe glüh'n. 89 Erscheinung des Herrn. Lieder auf dieses Fest. 119 Mel. 61. 1. Erfüllt ist, was der Seher spricht: Aus Jakob glänzt ein Gnadenlicht, Es ruft vom fernen Meeresstrande Die Weisen hin zum Judenlande. 90 2* Es fündet den Erlöser an; Sie folgen treu des Führers Bahn, Der Glaube leitet ihre Tritte, Und führt sie zu des Heilands Hütte. 3. Dort blendet nicht des Glanzes Schein, Sie seh'n nicht Gold, nicht Edelstein, Und statt des Goldpalastes Schimmer Nur eines Knechtes dunkles Zimmer. 4. Ein König weint in Dürftigkeit, Die Windeln sind sein Purpurkleid; Und doch vor seinen mächt'gen Siegen Wird bald die Welt im Staube liegen. 5. Doch, o wie mild erscheint der Held Vor andern Siegern dieser Welt, Die nur nach eiteln Lorbeern ringen; Sein Ruhm ist, Herzen zu bezwingen. 6. Vom Morgen bis zum Abend hin Erglänzt sein Sieg, die Laster flieh'n; Die Gößen fallen hin zum Staube, Und auf den Trümmern siegt der Glaube. Erscheinung des Herrn. 7. O unbekanntes Bethlehem! Erhab'ner als Jerusalem, Vor dir muß Rom den Scepter beugen, Muß aller Städte Glanz erbleichen. 8. Du sah'st der Hirten Andacht glüh'n, Nun siehst du Fürsten auf den Knie'n, Zwei Völker aus verschied'nem Lande Vor einem Gott, in einem Bande. 9. Ein schwaches Kind nur zeigt der Stern; Sie beten an des Weltalls Herrn, 91 Und bringen ihm aus reinem Triebe Zum Opfer Ehrfurcht, Preis und Liebe. 10. Durch Myrrhen wird der Mensch verehrt, Der König durch des Goldes Werth, Den Gott bekennt des Rauches Weihe Und bringt ihm Huldigung und Treue. 11. Laßt büßend uns die Myrrhe streu'n, Und Liebe statt des Goldes weih'n; Laßt, wenn des Rauches Wolken steigen, Vor Gott uns betend niederbeugen. 120 Mel. 74. 1. D kleines Bethlehem, du wirst Vor andern Städten prangen, Denn segnend ist der Friedensfürst Aus dir hervorgegangen. Es ward, nachdem die Zeit erfüllt, 92 Erscheinung des Herrn. Der Gottessohn in Fleisch gehüllt, Im Stall vor deinen Thoren Zum Heil der Welt geboren. 2. Ein Stern, der aus den Wolfen bricht Und neuen Glanz verbreitet, Und dessen wunderbares Licht Selbst mit der Sonne streitet, Verkündiget durch seine Pracht, Hellfunkelnd in des Irrthums Nacht, Daß Gott zum Trost der Frommen Die Menschheit angenommen. 3. Drei Weisen zieh'n aus Morgenland, Vom Wunderstern begleitet, Sie werden an der Vorsicht Hand Zum wahren Stern geleitet; Sie beten an das Gotteskind, di Weil sie von Gott erleuchtet sind, Und opfern Herzentreue Mit edler Gaben Weihe. 4. Bei des Erlösers Tauf erschien Der Geist, so lehrt's der Glaube, Er schwebte über Jesus hin Im Bilde einer Taube; Der Vater sprach vom Wolkenthron: Dies ist mein vielgeliebter Sohn, Auf den ich von der Höhe Mit Wohlgefallen sehe. 201 Nach der Erscheinung des Herrn. 5. Zu Kana wird zum Erstenmal Der Herr als Gott verkläret, Da er dortselbst im Hochzeitsaal Die Wundermacht bewähret. Verwandelt wird durch seine Kraft Das Wasser in den Traubensaft; Veränderte Naturen Sind seiner Gottheit Spuren. 6. Du, dessen Macht und Herrlichkeit Die Wunder offenbaren, O Jesu! sey gebenedeit Von allen Völkerschaaren: Der Vater mit dem heil'gen Geist Sey, wie den Sohn der Glaube preift, Gelobt zu allen Zeiten, Jeßt und durch Ewigkeiten. se 93 Auf die Sonntage nach der Erscheinung des Herrn. ( 21 Die Jugend Jesu. Mel. 75. 1. Jesus wuchs heran als Knabe An des treuen Pflegers Hand, Reich an jeder schönen Gabe, Reich an Tugend und Verstand; 94 Nach der Erscheinung des Herrn. In der Mutter dürft'gen Hütte, In der grauen Lehrer Mitte, In des Tempels heil'gem Ort, Heilig stets in That und Wort. 2. Weisheit war der Schmuck der Pfade Seiner schönen Jugendzeit, Und im Glanz der Himmelsgnade Strahlte er, nur Gott geweiht, Und bereit, des Höchsten Willen Und der Eltern zu erfüllen, War er stets der Unschuld Bild Und mit Gottes Kraft erfüllt. 3. In des Tempels heil'ge Hallen Zum Gebet und Unterricht Sah man mit der Schaar ihn wallen, Nach der Vorschrift heil'ger Pflicht. Und die stolzen Schriftgelehrten, 296 Die des Kindes Worte hörten Und der Wahrheit Fülle sah'n, Staunten seine Weisheit an. 1 4. Komm' und schaue, zarte Jugend, Dies erhab'ne Muster an, Sieh die Blüthen jeder Tugend Auf des Heilands edler Bahn. Lerne hier die Eltern lieben, Lerne hier das Gute üben, Nach der Erscheinung des Herrn. Schuldlos, fromm und weise seyn Und der Tugend ganz dich weih'n. Jesus, der göttliche Lehrer. / 22 Mel. 37. 1. O Jesu! wahres Licht der Welt, Du leuchtest uns'rer Erde, Auf daß sie, durch dein Wort erhellt, Des Vaters Tempel werde; 319 Du sprichst und lehrst, o Gottessohn! Die Weltgelehrten schweigen; Es muß vor deiner Weisheit Thron Der Weisen Ruhm sich beugen. 2. Das Reich der herrlichen Natur War deiner Lehre Spiegel, Die Lilie auf der bunten Flur, Die Stadt auf hohem Hügel, Der Vogel in der Lüfte Raum, Die Perl', der Fels im Meere, Das Feld, das Saamenkorn, der Baum War Gleichniß deiner Lehre. 3. Zum Himmel lehrest du uns schau'n Und dort den Schöpfer kennen, 19 Du lehrft mit findlichem Vertrau'n Ihn unsern Vater nennen; Du lehrst, wie er auf weitem Feld 95 96 Nach der Erscheinung des Herrn. Mit Pracht die Blumen kleidet, Den Vogel in der Luft erhält, Die Erdenthiere weidet. 4. Du lehrfl: seyd nicht den Heiden gleich Voll Kümmerniß und Sorgen, Vor Allem suchet Gottes Reich Und zaget nicht für Morgen. So laß uns, wie dein Wort uns lehrt, Mit Aengsten uns nicht quälen, Und dem, der Thier und Pflanze nährt, Vertrauend uns empfehlen. 5. Du lehrest uns: das Werk der Pflicht Soll reiner Sinn beleben, Den Heuchlern droht dein Strafgericht, Die nur nach Beifall streben. Erhab'ner Lehrer, Gottessohn, Laß nie uns Tugend heucheln, Und so zu deiner Lehre Hohn Dem Geist der Lüge schmeicheln.n3 6. Wir sollen, lautet dein Gebot, Gleich uns den Nächsten lieben, Bereit seyn, bei des Bruders Noth Barmherzigkeit zu üben, Wir sollen deren Freunde seyn, Die feindlich uns begegnen, Beleidigern sogleich verzeih'n, Und, die uns fluchen, segnen. Nach der Erscheinung des Herrn. 7. O Heiland! wir geloben dir, Dep Nächsten nie zu hassen, Selbst uns're Feinde wollen wir Mit Liebe stets umfassen; Wir wollen, wie dein Beispiel zeigt, Der Leidenden und Armen Und Aller, die der Kummer beugt, Uns mitleidsvoll erbarmen. s. Die Lehre, die du uns gebracht, Ist Leben, Geist und Wahrheit, Ihr Licht verdrängt der Erde Nacht Und bringt uns Himmelsklarheit; Sie lenkt zur Tugend unsern Lauf Und stärket unser Streben, Sie schließet uns den Himmel auf Und führt zum ew'gen Leben. 9. Du Gottessohn, von Gott gesandt, Erhab'ner Tugendlehrer, O fändest du, doch recht erkannt, Nur würdige Verehrer. Verleih', daß wir, von Irrthum frei, Im Licht des Glaubens wandeln, Und immer deiner Lehre treu, In deiner Liebe handeln. 7 97 98 123 Nach der Erscheinung des Herrn. Die Wunder Jesu. find Mel. 76. 1. O Jesus Christus! sey gegrüßt Durch alle Ewigkeiten, Der du zu uns gekommen bist, Um Wahrheit zu verbreiten; Dich preiset, durch dein Wort beglückt, Die Christenheit und ruft entzückt: Geheiligt sey dein Name. 2. Sie betet dich in Demuth an Und glaubet deiner Lehre, Auch die Natur, dir unterthan, Verkündet deine Ehre; Dir, dessen Allmacht sie erschuf, Schallt bebend nah' und fern ihr Ruf: Gelobet sey dein Name. 3. Ein Sturm empört und treibt das Meer, Die Woge schäumt und steiget, Du winkst, da wird es still umher, Und Sturm und Woge schweiget. So schweigt der Sturm der Leidenschaft, Wenn deines Wortes Gnadenkraft Des Menschen Herz durchdringet. 4. Du labtest durch der Liebe Macht Mit Wunderbrod die Schaaren, Die eifrig bis zur dritten Nacht Nach der Erscheinung des Herrn. Dir nachgefolget waren. Wen hungert nach Gerechtigkeit, Den sättigt hier Zufriedenheit Und Seligkeit im Himmel. #t 5. Du winkst, der Mund der Stummen spricht, Das Wort erschallt den Tauben, Der Blindgebornen Nacht wird Licht, Die dir, o Heiland! glauben. Laß uns durch dich den Vater seh'n, Dein Wort vernehmen und versteh'n, Und deine Güte preisen. 6. Der Arme, der um Hilfe fleht, Fühlt deiner Wunder Stärke, Der Kranke nimmt sein Bett und geht, Und preiset deine Werke. Du rufft auch uns: Kommt her zu mir! Dir gläubig nahend, bitten wir: Erbarme, Herr, dich unser. 99 7. Dein Ruf ertönt im Todtenreich Dem Leichnam: Lebe wieder! Und neues Leben kehrt sogleich In die erstarrten Glieder. Laß uns, wenn einst dein Wort uns ruft, O Herr! verklärt aus uns'rer Gruft Ersteh'n zum ew'gen Leben. 8. Die Wahrheit, die du- uns gelehrt, Hat alle Welt durchdrungen, 100 Nach der Erscheinung des Herrn. Sie hat, durch deine Macht bewährt, Den Geist des Trugs bezwungen. Sie wanket nicht beim Sturmesweh'n, In Ewigkeit wird sie besteh'n, d Und deine Macht verkünden. 9. O Gottessohn! du wahres Licht, Du Wahrheit, Geist und Leben, Dich kann des Menschen Zunge nicht Nach Würdigkeit erheben. O Herr! eröffne unsern Mund, Damit er würdig mache fund Das Loblied deiner Güte. Jesus, das Muster der Tugend. Mel. 77. 12.4. 1. Welch schönes Beispiel gabst du mir, D Jesu! durch dein Leben, Sollt' ich nicht gerne mit Begier Es nachzuahmen streben? Nicht geh'n den Weg, den du betratft, Und thun, was du mit Freude thatst? 2. Dein Herz, von keiner Sünd' entweiht, War rein, wie deine Lehre, Dein ganzer Wandel Heiligkeit, Dein Ziel war Gottes Ehre. Erkennet man denn auch an mir Der Gottheit Züge, wie an dir? Nach der Erscheinung des Herrn. 101 3. Du trugt mit Schonung und mit Huld Die Schwachheit deiner Freunde, Auch Sünder trugst du mit Geduld, Und flehtest für die Feinde; O möcht' ich doch dem Feind verzeih'n Und stets wie du versöhnend seyn. 4. Der Kummervollen Trost zu seyn, Zu wehren jedem Leide, Stets wohl zu thun und zu erfreu'n, War deine Sorg' und Freude. O fühlte doch der Brüder Schmerz Und Glück so liebend auch mein Herz. 5. Du bliebst in Freuden und in Leid Dir gleich und Gott ergeben, Gabst, selbst zum Kreuzestod bereit, Für uns dahin dein Leben; Und ich, ich bringe meiner Pflicht So oft das kleinste Opfer nicht. 6. Das schönste Beispiel hast du mir, O Jesu! hinterlassen; Vor dem Altare schwör' ich dir, Es stets in's Aug' zu faſſen, Und stets zu wandeln auf dem Pfad, Den deine Bahn bezeichnet hat. Jesus, der Sohn Gottes. Mel. 78. 125 1. Mein Herr und Heiland, tief im Staube Bet' ich als Gottessohn dich an, Nach der Erscheinung des Herrn. Ich glaub' an dich, weiß wem ich glaube, Als Gott hast du dich fund gethan. Du kamst, ein Volk dir zu erlesen, Wardst Mensch, geboren in der Zeit, Doch eh' die Zeiten sind gewesen, Warst du bei Gott von Ewigkeit. 2. Im Anfang, längst vor allen Zeiten, Warst du bei Gott, o ew'ges Wort! Du selbst warft Gott, durch Ewigkeiten Besteht dein Daseyn immerfort. Durch deinen Allmachtsruf: Es werde! Entstand der Welten Zahl und Pracht, Und ohne dich ist auf der Erde Und in dem Himmel nichts gemacht. 102 3. Schon deiner heil'gen Tugendlehre, Mit Lebensheiligkeit gepaart, Entstrahlet deiner Gottheit Ehre, Du selbst hast sie geoffenbart. Es sprach dein Mund: Wer mich erblicket, Der sieht den Vater selbst in mir. Dies weiß der Christ und spricht entzücket: Mein Herr und Gott! und glaubet dir. 4. Drei Jünger seh'n voll Kraft und Wahrheit Den Meister auf des Tabors Höh'n, Umstrahlt von Gottes Glanz und Klarheit, Im Lichtgewand des Himmels steh'n, Und hören eine Stimm' erschallen: 103Nach der Erscheinung des Herrn. Mein vielgeliebter Sohn ist er, An ihm hab' ich mein Wohlgefallen, Gebt seiner Lehre stets Gehör. 5. Nun zeiht man ihn der Sünde schuldig Und schleppt den Heil'gen vor Gericht Man spottet sein, er schweigt geduldig; er Man martert ihn, er redet nicht. Jeßt aber fragt voll bittern Spottes Der Priester, ob er Christus sey, Der Sohn des Allerhöchsten Gottes? Ich bin es, spricht er laut und frei. 6. Du stirbst, mein Gott, die Felsen splittern, Die stillen Gräber öffnen sich, Die Erde bebt, die Mörder zittern, Die finstre Sonne predigt dich. Natur und selbst der Tod beweisen, Du seyft der wahre Gottessohn, Wie dich die sel'gen Geister preisen Am Glanz umstrahlten Himmelsthron. 7. Wer vor der Welt dich, Gott, verläugnet, Den fennst du vor dem Vater nicht; Wer dich bekennt, der wird bezeichnet Als dein vor seinem Angesicht. O gib, daß ich dich treu bekenne, Verachtend stets der Frevler Spott; Dich gläubig und mit Ehrfurcht nenne Und dir vertrau' als meinem Gott. In der Fastenzeit. Ofterfest kreis. In der Fastenzeit. 41 Am Aschermittwoche. 126 104 Beim Austheilen der Asche. Mel. 79. 1. Weg, o Chrift! vom Weltgewühle, Blick, o Mensch! nach deinem Ziele, Sieh' das Bild des Todes hier, Staub und Asche sagen dir: Was geboren ist auf Erden, Muß zu Staub und Asche werden. 2. Vom Altar in die Paläste Drängt es sich zum Jubelfeste; Mitten unterm heitern Mahl Ruft es in den Königssaal: Was den Scepter führt auf Erden, Muß zu Staub und Asche werden. 3. Wo Trophäen sich erheben, Sieger jauchzen, Völker beben, Tönt es aus der Ferne dumpf In den schallenden Triumph: Was den Lorbeer trägt auf Erden, Muß zu Staub und Asche werden. 4. Sieh' durch diese Tempelhallen Mann und Greis und Jüngling wallen, In der Fastenzeit. Und die Mutter, die entzückt An das Herz die Kleinen drückt; Was da blüht und reift auf Erden, Muß zu Staub und Asche werden. 5. Staub sind Tausend', welche kamen, Wer gedenkt noch ihrer Namen? Ach! ihr moderndes Gebein Deckt, uns warnend, längst ein Stein; Was geboren ist auf Erden, Muß zu Staub und Asche werden. 6. Sieh' das Kreuz auf dem Altare, Sieh' die schwarz umhüllte Bahre, Und die graue Asche spricht: Aller harrt das Weltgericht; Unser Reich ist nicht hienieden, Tugend nur gibt Seelenfrieden. 7. Drum tritt' her, o Christ! bestreue Dich mit Asche und bereue Deine Schuld; die Zeit beginnt. Eh' das Stundenglas zerrinnt, Wirf dich in dem Geist der Buße Nieder zu des Kreuzes Fuße. 105 127 Mel. 80. Qul 1. O Christ! beginn' die Fastenzeit, Das Haupt mit Asche überstreut, Das Herz erfüllt mit Neue. 106 In der Fastenzeit. Der Vater ruft den Kindern, Der Heiland beut den Sündern Verzeihung dar und Gnade. 2. Einft fasteten mit Neu' erfüllt, In tiefe Trauer eingehüllt, Die Christen vierzig Tage; Sie wachten und erflehten In nächtlichen Gebeten Vergebung und Erbarmen. 3. Nun ist die Zeit der Trauer ba, Der Tag des großen Opfers nah', Das Gottes Sohn vollbrachte; 1lm aus der Sünden Ketten Erbarmend uns zu retten, Ward er an's Kreuz geschlagen. 4. Betrachtet, was auf Golgatha Am Kreuz zu unserm Heil geschah, Mit tief gerührter Seele. Der Gottessohn in Schmerzen Bewege eure Herzen Zur Wehmuth und zur Reue. 5. Die Worte, die der Heiland sprach: Nehmt euer Kreuz und folgt mir nach Laßt uns in That erfüllen; Laßt uns der Lust entsagen, Das Kreuz geduldig tragen, Und Jesu Beispiel folgen. In der Fastenzeit. 133 Meßgesang. 128 Introitus. Mel. 81. 1. Die Kirche flagt im Bußgewand, Sie ruft in Trauertönen: Verlaß, o Christ! den eitlen Tand, Laß dich mit Gott versöhnen. Jeßt ist die Zeit des Heiles da, Bereue deine Sünden; Der Gottmensch stirbt auf Golgatha, Um dort dein Heil zu gründen. 129 2. Das Opfer, das am Kreuze dort Der Herr im Blut gefeiert, Das wird, nach seinem ew'gen Wort, Unblutig hier erneuert. Noch immer weiht sich Gottes Sohn Dem Vater für die Kinder; Drum rufen wir zum Gnadenthron: Erbarm' dich, Gott, der Sünder. 107 Vor dem Evangelium. Mel. 81. Ein Herz von Eigenliebe fern, Fern von des Stolzes Triebe, Geheiligt durch die Furcht des Herrn, Durch demuthsvolle Liebe; Dies ist's, was Gott von uns verlangt, Wie uns sein Wort verfündigt, 108 In der Fastenzeit. Wer wie der Pharisäer prangt, Wird nicht vor Gott entsündigt. 130 Credo. Mel. 82. 1. Laß uns gläubig deinem Throne nah'n, Sohn des Vaters, Welterlöser, Ing Der du einst am Kreuze starbst, Und uns Armen Mit Erbarmen Wieder Gnad' und Heil erwarbst. Mit Vertrauen 2. Aus der Tiefe ruf ich, Herr, zu dir; Darf ich bauen Auf dein Wort, das Wahrheit ist, and Mir verzeihen, Huld verleihen Wirst du, da du Vater bist.er auc — 131 Offertorium. Mel. 83. 1. Zur Versöhnung unsrer Schulden Mußtest du Verachtung dulden Gleich dem Sünder, Herr der Welt. Nimm zum Opfer unsre Herzen; Denn ein Geist, voll Neueschmerzen Ist's, was tir, o Gott! gefällt. 2. Daß wir gut und selig würden, Trugst du uns'rer Sünden Bürden, Gabst dich selbst am Kreuzaltar. Dir, erfüllt von Dank und Treue, Bringen wir zur Opferweihe Unser ganzes Leben dar. In der Fastenzeit. 109 132 Sanctus. Mel. 57. Hochheilig ist Gott Sabaoth, Seyd heilig, lautet sein Gebot.com Laß uns, o Gott! die Schuld bereu'n, In Wort und Werken heilig seyn. 133 Nach der Wandlung. Mel. 52. 1. O Jesu! sey mir gnädig, O Jesu! sey mir barmherzig, Gütigster Jesu, verzeih' mir die Sünden. Jesu! ich glaub' an dich, O Jesu! ich hoff auf dich, Jesu, von Herzen lieb' ich dich. 2. O Jesu! Welterlöser, Jesu! du Lamm Gottes, Welches du hinnimmst die Sünden der Welt. O Jesu! ich glaub' 2c. 3. O Jesu! Heil der Sünder, Jesu! Lebensgründer, Deffne dein Herz uns zur Quelle des Heils. D Jesu! ich glaub' 2c. 134 Agnus Dei.. Mel. 84. 1. D Gotteslamm!- Am Kreuzesstamm Hast du für uns dein Leben, Und dein Blut zum Sündenfold a Liebend hingegeben. 110 In der Fastenzeit. 2. Mit Gnadenhuld - Vergib die Schuld, Erbarme dich der Sünder; Neuvoll nahen deinem Thron, pe Vater, deine Kinder. 135 Ein anderes Lied nach der Wandlung. Mel. 85. 1. O Gottessohn!- Der Bosheit Hohn Hat dich an's Kreuz geschlagen, Und sterbend haft- Du alle Last Der fünd'gen Welt getragen. Jesus, dir leb' ich, Jesus, dir sterb' ich, Dein bin ich todt und lebendig. 2. Die Schrift der Schuld- Hast du mit Huld Am Kreuzespfahl zernichtet, Der Hölle Trug- Und Satans Lug Haft sterbend du gerichtet. Jesus, dir leb' ich 2c. SUNCE 3. D Kreuz des Herrn! Du bist der Stern, Der uns das Heil verkündigt, Der Opferthron, Wo Gottes Sohn - - Die ganze Welt entsündigt. Jesus, dir leb' ich 2c. 4. O Siegspanier! Wir huld'gen dir, Sey uns des Friedens Zeichen; In der Fastenzeit. Durch deine Kraft Und Bürgeschaft Laß uns das Heil erreichen. Jesus, dir leb' ich zc. - 5. O heil'ges Kreuz!- Der Sünde Reiz Laß uns an dir verdammen. O - Gnadenholz! Beug' unsern Stolz, Lösch aus der Feindschaft Flammen. Jesus, dir leb' ich 2c. 111 136 Erlöser, guter Hirte, Der du das Schaf umarmst, Das sich von dir verirrte, Des Schächers dich erbarmst. Der Menschen Missethaten Vertilgt dein Kreuzestod: O nimm uns auf in Gnaden, Erbarmungsvoller Gott. Fast en lieder. Schluß. Mel. 23. Nothwendigkeit zu fasten. 137 Mel. 83. 142 1. Fastet! riefen die Propheten Zu dem Volk in großen Nöthen Und in drohender Gefahr, Gottes Strenge zu verkünden, 112 In der Fastenzeit. Wenn für aufgehäufte Sünden Er als Rächer nahe war. 2. Und der Herr ließ sich bewegen, Sandte Gnade, Trost und Segen Wieder auf das Volk herab, Das in wahrer Herzensreue Und in schuld'ger Kindestreue Sich dem Vater wieder gab. 3. Jesus, der zum Thun und Leiden Einsam sich will vorbereiten, Fastet vierzig Tage lang; Denn er wollte uns belehren, Daß er selber durch Entbehren Des Versuchers List bezwang. 4. Fasten, Beten, gute Werke Bieten unserm Geiste Stärke Und des Heiles Waffen dar, Um der Sünde Lust zu dämpfen Und um siegreich zu bekämpfen Selbst der bösen Geister Schaar. 5. Doch, wer noch der Sünde fröhnet fröhnet Und sich nicht mit Gott versöhnet, Go Fastet mit des Heuchlers Schein; Wenn wir Buße thun und fasten,. Jene lieben, die wir haßten, Dann wird Gott uns gnädig seyn. In der Fastenzeit. Der Zweck des Fastengebotes. 138 Mel. 78. 113 1. Zur stillen Trauer winkt uns Allen Die feierliche Fastenzeit, Der Priester flagt, in Tempelhallen Ertönt der Ruf der Traurigkeit. Allein umsonst sind Trauertöne, Womit ihr Gottes Tempel füllt, Wenn nicht mit euers Auges Thräne Die Thräne aus dem Herzen quillt. 2. Die Asche, auf das Haupt gestreuet, Hilft nichts, nichts das zerriff'ne Kleid, Wenn ihr die Sünden nicht bereuet Und nicht zerknirscht von Herzen seyd. Mit Thränen in dem Angesichte Laßt uns versöhnen unsern Gott, Der uns im rächenden Gerichte Für uns're Schuld zu strafen droht. 3. Vor deines Richterstuhles Fuße Fleht, Gnade suchend, unser Schmerz, Du gibst uns Allen Zeit zur Buße, O gib uns auch ein büßend Herz. Verleih' uns Allen neue Kräfte, Mit deiner Gnade steh' uns bei, Daß mit dem Buß- und Heilsgeschäfte Das Fasten uns auch heilsam sey. 114 139 In der Fastenzeit. Die Neue. Mel. 81. 1. Ich Armer wende mich zu dir Mit reuevollem Herzen, O Gott! erweise Gnad' an mir Und sieh' auf meine Schmerzen. Ich übertrat durch Wort und That, Obgleich mir Strafe brohte, Doch ungerührt und leicht verführt, Die heiligsten Gebote. 2. D Herr! daß ich mich schuldig weiß, Drückt schwer auf meinem Herzen; Was ist der Sünde Lohn und Preis? Scham, Reue, Furcht und Schmerzen. Ich konnte dein, und glücklich seyn, Wenn ich gehorchen wollte, Gewiß, daß ich auch einst durch dich Mich ewig freuen sollte. 3. Gott, wie viel Gutes thatst du mir, Es ist nicht zu ermessen; Wie dankte dir mein Herz dafür, Bald deiner Huld vergessen? Du gingst mir nach, mein Gott, und, ach! Ich hab' es nicht geachtet, Selbst die Geduld der Vaterhuld Aus Leichtsinn oft verachtet. 4. Und doch du hast so väterlich Dich meiner angenommen, In der Fastenzeit. Du riefft zu deinem Reiche mich, Zum Heile deiner Frommen; Du suchtest, Gott, durch Glück und Noth Zur Beff'rung mich zu führen; Ich suchte nicht dein Angesicht, Und ließ mein Herz nicht rühren. 5. Doch, Vater, öffne mir dein Herz, Vollende Deine Liebe, Hilf, daß, gewarnt burch meinen Schmerz, Ich mich im Guten übe. Dies laß mich thun und eifrig nun, Was dir verhaßt ist, meiden, Und führ' mich einst, wenn du erscheinst, In deine Himmelsfreuden. Das Sündenbekenntniß. Mel. 82. 115 140 1. Mit Beschämung, Vater, lieg' ich hier, Und der Sünde Schauergründe Schweben immerdar vor mir; Liebster Vater, Liebster Vater, Ach, verstoß' mich nicht von dir. 2. Vater, öffne du des Kindes Mund, Daß mit Reue, ohne Scheue, Mein Vergeh'n ich mache fund; Liebster Vater, Liebster Vater, Schließ' mit mir den Gnadenbund. 8* In der Fastenzeit. 3. Sieh' mit Huld auf mich, ich bin bereit, Mein Vergehen zu gestehen, Schenke mir Barmherzigkeit, 116 Liebster Vater, Liebster Vater, Der so gern' die Schuld verzeiht. 4. Ach, mein Gott und Schöpfer, viel zu groß Sind die Flecken, die mich decken, Doch du schonest grenzenlos, Liebster Vater, Liebster Vater, Deffne deiner Gnade Schoos. 5. Ach, ich hab' vor deinem Angesicht Mich verfündigt, so verkündigt Selbst der Sünder dein Gericht. Liebster Vater, Liebster Vater, Strafe nach der Schuld mich nicht. 6. Statt der Opfer, die nicht würdig sind, Nimm der Reue Opferweihe, Und vergib mir meine Sünd'. Liebster Vater, Liebster Vater, Ach, verstoße nicht dein Kind. Gott verzeiht dem Sünder. Mel. 86. 141. 1. Gott, du willst des Sünders Leben, Seine Seele ist dir werth, Gnädig willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. In der Fastenzeit. Mitten auf dem Sündenwege Zeigst du ihm dein Strafgericht, Machest sein Gewissen rege, Mahnest ihn an seine Pflicht. 2. Liebreich suchst du den Verirrten, Schenkst ihm deiner Gnade Blick, Trägst ihn, gleich dem guten Hirten, Zu des Friedens Au'n zurück. Das Gemüth, mit Angst beladen, Labest du mit Himmelsruh', Und der Segen deiner Gnaden Strömet ihm in Fülle zu. 3. Zu den off'nen Vaterarmen Fliehet der verlor'ne Sohn, Freudethränen im Erbarmen Sind des Heimgekehrten Lohn. Sünder, von dem Pfad der Sünde Wende reuevoll den Lauf, Komm' zurück, es schließt dem Kinde Schon des Vaters Herz sich auf. 4. Weinend sinket Magdalene Zu des Heilands Füßen hin, Liebe glänzt in ihrer Thräne, Und die Schuld ist ihr verzieh'n. Christen, zu des Kreuzes Füßen Weinet in der Buße Schmerz, Thränen, die aus Neue fließen, Deffnen des Erbarmers Herz. 117 118 In der Fastenzeit. 5. Bald verscheidend klopft der Schächer Bei dem Thron der Liebe an, Und dem reuigen Verbrecher Wird der Himmel aufgethan. Mensch, zerreiß' der Sünde Bande, Staune, Gottes Gütigkeit Ist, dir an des Lebens Rande Zu verzeihen, noch bereit. 6. Auch nach mir hast du die Hände, Heiland, sterbend ausgestreckt, Und, damit ich Gnade fände, Alle mein Schuld bedeckt; Ja, du wolltest im Erblassen Alle Sünder zu dir zieh'n, Wolltest zärtlich die umfassen, Die zu deinem Kreuze flieh'n. 7. Herr, mit dankbarem Gemüthe Fleh' ich sehnsuchtsvoll zu dir, Ich erkenne deine Güte, O wie tröstlich ist sie mir. Künftig will ich dir nur leben, Meiner Wünsche Ziel seyst du, Dir zu dienen, sey mein Streben, - Gib die Gnade mir dazu. In der Fastenzeit. Die Leiden Jesu der Croft bei unsern Leiden. 142 Mel. 87. 1. Laß mich mit gerührtem Herzen Denken deiner Pein und Schmerzen, Unverschuldtes Gotteslamm, Das von uns die Sünden nahm. Sente, Jesu, diese Schmerzen Tief in der Erlösten Herzen, Laß uns deines Todes Pein Trost in unserm Tode seyn. 2. In's Gericht für Sünder treten Und zu deinem Vater beten, Seh' ich dich, mit Angst bedeckt, Dort am Delberg hingestreckt. Sente, Jesu, diese Schmerzen Tief in der Erlös'ten Herzen, Laß uns deine Angst und Pein Trost in unsern Aengsten seyn. 3. Dich zu binden, dich zu schlagen, Zu beschimpfen und zu plagen, Naht sich deiner Feinde Schaar, Und du gibst dich willig dar. Senke, Jesu, diese Schmerzen Tief in der Erlöften Herzen, 119 Laß uns dieser Schande Pein Trost in der Verfolgung seyn. 120 In der Fastenzeit. 4. Vor den Richtern, die dich hassen, Rohen Knechten überlassen, Strömet dein unschuld'ges Blut Von den Streichen ihrer Wuth. Senke, Jesu, diese Schmerzen Tief in der Erlösten Herzen, Laß uns deiner Geißlung Pein Trost in jedem Schmerze seyn. 5. Unter lautem Spott und Hohne Seh' ich deine Dornenkrone, Dich, des bösen Haufens Spiel, Dich, des frechsten Hohnes Ziel. Senke, Jesu, diese Schmerzen Tief in der Erlös'ten Herzen, Laß uns dieses Spottes Pein Trost bei Schadenfreude seyn. 6. Wundenvoll, entblößt, entfräftet, An das Kreuzholz angeheftet, Seh' ich, wie der Heil'ge stirbt Und uns Sündern Heil erwirbt. Senke, Jesu, diese Schmerzen Tief in der Erlös'ten Herzen, Laß uns deiner Todespein Eingedenk und dankbar seyn. 7. Herr, ach, meine Missethaten Haben dich verkauft, verrathen, Dich gefesselt, dich gekrönt, In der Fastenzeit. In dem Tode dich verhöhnt. Ach, sie reuen mich von Herzen; Laß, o Heiland! deine Schmerzen, Deine letzte Todespein Nicht an mir verloren seyn. 121 Liebe zu dem leidenden Erlöser. Mel. 33. 143 1. Jesus, dich lieb' ich von Herzen, Dich, du Quell der Gütigkeit, Wie in Freuden, so in Schmerzen Sey mein Herz nur dir geweiht; Aus den allerreinsten Trieben Dich aus ganzer Seel' zu lieben, Heischt die Pflicht der Dankbarkeit. 2. Da ich in der Schuld geboren, Mit der ganzen Menschenschaar Ohne Hoffnung schon verloren Und zur Höll verdammet war, Bist vom Himmel du gekommen, Hast dich meiner angenommen, Dich gestellt zum Bürgen dar. 3. Deinen Glanz hast du verborgen, Nach der ew'gen Liebe Plan, Hast in Knechtsgestalt und Sorgen, Wallend auf der Erdenbahn, Drei und dreißig Jahr gestritten, 122 In der Fastenzeit. Pein und Marterqual gelitten, Und für uns genug gethan: 4. Wardst gelästert und gebunden, Deiner Todesfeinde Wuth Schlug dir viele tausend Wunden, Und es floß für mich dein Blut; Wardst geschlachtet, ohne Klagen Wie ein Lamm an's Kreuz geschlagen, Starbst für mich, o höchstes Gut! 5. Du hast dich für mich gegeben, Bist mein Freund in jeder Noth, Bist mir Speis und Trank im Leben Und mein Erbtheil nach dem Tod. Gnaden, welche hier uns fließen, Güter, die wir dort genießen, Sind von dir, mein Herr und Gott. 6. Sollte ich aus ganzem Herzen Dich nicht lieben ewiglich? Doch bekenne ich mit Schmerzen, Defters schon betrübte ich Deine Liebe, deine Treue, Jesu, aber meine Neue Ist nur Liebe gegen dich. 7. Ich verachte Welt und Kronen Und des Glückes falschen Schein; Nur bei Jesus will ich wohnen, Seiner Liebe würdig seyn. In der Fastenzeit. Dich, o Heiland! will ich lieben, Nie mehr will ich dich betrüben, Du bist mein und ich bin dein. Am Palmsonntage. Prozession nach der Palmweihe. Mel. 88. 144 1. Singt dem König Freudenpsalmen, Völker, ebnet seine Bahn, Salem, streue deine Palmen, Sieh', dein König naht heran. Dieser ist von Davids Saamen, Göttlich und von Ewigkeit, Der da fommt in Gottes Namen, Dieser sey gebenedeit. Chor: Jesu, König, unser Herr, Sey auch uns Begnadiger. 123 2. David sah im Geist entzücket Den Messias schon von fern, Der die ganze Welt beglücket, Den Gesalbten, unsern Herrn. Tochter Sion, streu' ihm Palmen, Breite deine Kleider hin, Sing' ihm Lieder, sing' ihm Psalmen, Der zum Heile dir erschien. Chor: Jesu, König 2c. 2. In der Fastenzeit. 3. Sieh', Jerusalem, dein König, Wie voll Sanftmuth kommt er an. Völker, seyd ihm unterthänig, Er hat Allen wohlgethan. Den die Himmel hoch verehren, Dem der Chor der Engel singt, Dessen Ruhm sollst du vermehren, Da er dir den Frieden bringt. Chor: Jesu, König 2c. c. 124 4. Geister, die im Himmel wohnen, Preis't den Herrn der Herrlichkeit, Und ihr Völker aller Zonen, Singt: er sey gebenedeit! Hosianna in den Höhen, Hosianna, Gottessohn; Mögen Welten einst vergehen, Ewig fest besteht sein Thron. Chor: Jesu, König 2c. 2c. 5. Aus des Säuglings Mund erschallet Schon das Lob, das dir gefällt, Auch der Jugend Loblied wallet Heut zu dir, o Herr der Welt! Singet, Christen, seinem Namen, Preiset seine Herrlichkeit, Alle Engel, sprechet Amen Mit der ganzen Christenheit. Chor: Jesu, König 2c. 2c. In der Fastenzeit. ke 125 Mel. 89. 1. Lob und Ehre sey dir, Gesalbter, König, Erlöser, Dem der Hosannagesang jauchzender Knaben erscholl. Du, der gesegnet im Namen des Herrn als König einherziehst, Davids erhabener Sohn, Israels König und Gott. 2. Droben erhebt dich vereinigtes Lob der seligen Geister; Hier der verwesliche Mensch, alles Erschaff'ne mit ihm. Lob 2c. 3. Ifrael drang dir im festlichen Zug mit Palmen entgegen; Sieh', wir erscheinen, o Herr! singend und flehend zu dir. Lob 2c. 4. Israel zollte dir feuriges Lob, da Leiden dir nahten, Dir, dem Verherrlichten, singt froh dein erlösetes Volk. Lob 2c. 5. Jener Gesang war Wonnelaut dir, du gütiger König, Du, dem, was gut ist, gefällt, höre auch unsern Gesang. Lob 2c. 126 In der Fastenzeit. Am grünen Donnerstag. Die Einsetzung des h. Abendmahls. Mel. 90. 146 1. Düster sank der Abend nieder Zu dem stillen Cedronsthal, In dem Kreis geliebter Brüder Saß der Herr beim Liebesmahl. Liebreich floß die legte Stunde Unter Trostgesprächen hin, Jedes Wort aus seinem Munde Hatte hehren Liebessinn. 2. Labung ist es meinem Herzen, Sprach er, da die Stunde kam, Daß ich unter süßen Schmerzen Essen kann mit euch das Lamm. Liebe herrscht bei unserm Mahle, Liebe ist auch mein Gebot, In der Liebe heil'gem Strahle Wandelt, Brüder, bis zum Tod. 3. An des Mahles nahem Schlusse Nahm er segnend Brod und Wein, Segnet Beides zum Genusse Und zum Liebesdenkmal ein. Nehmet, sprach er, Tischgenossen, Meinen Leib, genießet ihn, Nehmt, es wird für euch vergossen, Auch mein Blut zum Tranke hin. In der Fastenzeit. 4. Diesen Leib, den ihr genießet, Geb' ich dar zum Heil der Welt; Dieses Blut, das bald entfließet, Zahlt der Sünde Lösegeld. Zum Gedächtniß meines Leidens Seget fort, was ich gethan, Ehrt den Abend meines Scheidens, Denkt in Liebe stets daran. 5. Christen, rührt euch Jesu Liebe, Und verehrt ihr sein Gebot? O so kommt aus reinem Triebe, Kommt, und feiert seinen Tod. Jesus ist in uns'rer Mitte, Jesus bricht uns heut das Brod, Bringet in des Todes Hütte Uns des Himmels Morgenroth. 6. D so komm' in unsre Herzen, Göttlicher in Brodsgestalt, Stille du der Sehnsucht Schmerzen Durch den süßen Aufenthalt. Seht, schon steigen Engel nieder, Jesus naht voll Huld heran; Fallet hin in Staub, ihr Brüder, Fallet hin und betet an. 127 In der Fastenzeit. Die Einsetzung des h. Mesopfers. 147 Mel. 91. 1. Melchisedech trat auf, Um nach des Priesters Pflichten Zum Dank, mit Brod und Wein, Ein Opfer zu entrichten; In dieser Weise setzte Aus reinem Brod und Wein Der ew'ge Priester, Christus, Das höchste Opfer ein. 128 2. Ein Lamm bringt Abel dar Mit findlichem Gemüthe, Auch Noe opfert Gott Und dankt dem Herrn der Güte, Hochflammend steigt das Opfer Des Abraham empor; So steigt des Glaubens Treue. Aus frommer Brust hervor. 3. Um Gottes Herrlichkeit Und Größe zu verkünden, Zum Bitt- und Dankgebet, Zur Sühnung seiner Sünden, Erglühten Moses Opfer, Es floß der Thiere Blut, Und hoch zum Himmel wallte Der Rauch aus ihrer Gluth. In der Fastenzeit. 4. Doch endlich sprach der Herr: An euern Opfern allen, An Gaben und an Brand Hab' ich kein Wohlgefallen; An jedem Ort, vom Morgen Bis zu dem Abend hin, Soll künftig weinem Namen Ein reines Opfer glüh'n. 5. Nun ward die Zeit erfüllt, Es fiel die Bundeslade, Die Synagoge wich Dem Heiligthum der Gnade; Die Opfer endeten Mit Aarons Priesterschaar, Es stellt' der höchste Priester In Gottes Sohn sich dar. 6. Dort, zu Jerusalem, Saß er im Speisesaale, In seiner Jünger Kreis, Beim letzten Abendmahle. Ihr Menschen staunt, und störet Die Feierstille nicht, Vernehmet, was der Heiland Aus Liebe thut und spricht. 7. Er segnet Brød und Wein, Und spricht sodann: Genießet Hier meinen Leib, mein Blut, Das bald am Kreuze fließet. 129 130 In der Fastenzett. So oft ihr dies verrichtet, Sprach er, gedenket mein, Und setzte so das Opfer Des neuen Bundes ein. 148 s. Und wo das Kreuz erglänzt Weithin an allen Orten, Beim Auf- und Niedergang, Vom Süden bis zum Norden, Besteiget jetzt der Priester Den heiligen Altar, Und bringt an Jesus Stelle Das hehre Opfer dar. 9. So oft wir am Altar Bei'm Opfer dein gedenken, Lamm Gottes, wollest du Uns dein Erbarmen schenken. Erhöre uns're Bitte Und unser Danfgebet, Durch deines Sohnes Opfer, O höchste Majestät! Zum Umgange, da das hochwürdigste Gut zur Anbetung ausgestellt wird. Das Pange lingua. Mel. 11. 1. Sing' von des Frohnleichnams Gute Im Geheimniß dargestellt, In der Fastenzeit. Zunge, fing' vom theuern Blute, Das der Friedensfürst der Welt Uns mit göttlich hohem Muthe Gab am Kreuz zum Lösegeld. 2. Uns geboren, uns gegeben Aus dem Schoos der reinen Magd, Als er in der Welt sein Streben Und des Wortes Saat vollbracht, Schloß der Herr sein Erdenleben Durch ein Wunder seiner Macht. 3. Bei dem letzten Mahl im Kreise Saß er mit der Brüderschaar, Als nach des Gesetzes Weise Schon das Lamm genossen war, Reicht den Zwölfen er zur Speise Sich mit eig'nen Händen dar. 201 4. Denn es ward in dieser Stunde Brod sein Fleisch, sein Blut der Wein, Beide weiht zum Liebesbunde Durch sein Wort der Gottmensch ein; Zu des treuen Herzens Kunde Dient der Glaube hier allein. 5. Betend laßt uns niederbeugen 131 Vor dem heil'gen Sacrament, Und der alte Bund muß weichen Vor dem Gnadentestament, 9* 132 In der Fastenzeit. Wo die Sinne nichts erreichen, Ift's der Glaube, der bekennt. 6. Dir, o Vater! auf dem Throne, Dir, o Sohn! sey Herrlichkeit, Ehre, Heil im Jubeltone, donde Gegensruf zu jeder Zeit; Geist vom Vater und vom Sohne, Dir sey gleiches Lob geweiht. Jesus am Delberge. Mel. 92. 1. Als einst im Angstgebete, Herr, deine Seele rang, Und immer heißer flehte, So tief gebeugt, so bang: Da fandst du keinen Trost, kein Licht, Da schwebte nichts als Marter Vor deinem Angsicht. 149 2. Die schaudervollen Stunden Des Leidens sind jetzt da, h Du siehst nur Blut und Wunden, Das Kreuz auf Golgatha; Jedoch vertrauensvoll und still Flehst du nur: Es geschehe, Was Gott, mein Vater, will. 3. Herr, heilig sey dein Wille Auch mir in Leid und Schmerz, In der Fastenzeit. Nur gib mir Muth und stille Ergebenheit in's Herz. Laß mich, wenn Angst und Trübsal droht, Wie du, mein Heiland, leiden, Dir treu seyn bis zum Tod. 133 4. Die Jünger, die entschlossen Und männlich dich bekannt, Sind muthloß und verdroffen, He Vom Schlafe übermannt; Da sprichst du mahnend: Betet, wacht! Alsdann nur überwindet Ihr der Versuchung Macht. 3. O rette, Herr, mich Schwachen, Wenn Stolz und Sicherheit Den Geist verdrossen machen; 200 Gib Kraft und Muth zum Streit, Flöß meinem Geiste Stärke ein, Sprich: Seele kämpfe, bete, Bald ist die Krone dein. 150 Die Leiden Jesu. Mel. 81. 1. Gethsemane, wer ist's, der dort In schauerlicher Stille, min Zum Staub gebeugt, die Hände ringt, Das Haupt in Trauerhülle? Ihm rollt der Schweis wie Blut berab 134 In der Fastenzeit. Vom blassen Angesichte, Durch seine Seele schauern schon Der Sünde Strafgerichte. 2. Laß, Vater, wenn es möglich ist, Den Kelch vorübergehen, So ruft er aus, doch nicht wie ich, Wie du willst, soll geschehen. In Ohnmacht sinkend liegt er da, Ein Engel schwebt hernieder, Bringt Kraft zum schweren Todeskampf In des Gebeugten Glieder. 3. Schwarz wie die Nacht, die ihn umhüllt, Erscheinet der Verrähter, Schon nahet er dem Menschenfreund, Gleich einem Missethäter; mű Ihm folgt der frechen Häscher Schaar Mit Fackeln, Schwerdtern, Stangen, Und nimmt auf des Verräthers Kuß Den Gottessohn gefangen. 4. Unsel'ger Judas, du verräthst Den Herrn, der dich erforen, Dich unter seine Jünger nahm: O wärst du nicht geboren. Verkauft durch dich, zum Heil der Welt, Wird nun dein Meister sterben, Dich aber stürzt des Blutes Sold od In's ewige Verderben. In der Fastenzeit. 5. Den Sündern reicht die Hände dar Der Heilige, Gerechte, Der Herr der Welt steht vor Gericht, Ihn richten nied're Knechte. Er, der die Welt durch seine Macht Mit einem Wink regieret, Gehorchet, und wird wie ein Lamm Zur Schlachtbank hingeführet. 6. An's Kreuz mit ihm! so ruft das Volk, So sprechen falsche Zeugen, Man gibt ihn der Mishandlung Preis Und harten Geißelstreichen. Ein schwaches Rohr trägt seine Hand, Sein Haupt die Dornenkrone; Im Purpur steht der König da, Dem Volk zum frechen Hohne. 135 7. Wer steigt den Hügel dort hinan, Von wilder Schaar begleitet, Wer ist es, der zur Erde finft, Und Spott und Marter leidet? Es ist des ew'gen Vaters Sohn, Beladen mit dem Kreuze, Er trägt die Schuld der ganzen Welt, Die Sünd' und ihre Neize. s. Die Töchter Sions weinen laut, Gerührt von seinen Plagen, Vom Cedronsthal auf Golgatha 136 In der Fastenzeit. Ertönen ihre Klagen. R O Frauen, weint, weint über euch, Weint über eure Kinder! Das Kreuz, das den Erlöser drückt, Verdammet einst die Sünder. 9. Jetzt liegt es auf dem Brandaltar Das Opfer unfrer Sünden, Zum Himmel steigt das Kreuz empor, Um Heil uns zu verkünden. Der Heiland fleht zum Vater noch, Der Schuldbrief ist zernichtet, Der Heil'ge stirbt, der Sünder lebt, Die Liebe hat gerichtet. 10. Erlösungstod, durch deine Macht Ward die Natur durchschauert; Sie klagt, der Sonne Glanz erbleicht, In Nacht gehüllt und trauert. Des Tempels Vorhang spaltet sich, Der Erde Gründe beben, Und aus den off'nen Gräbern steh'n Die Todten auf und leben. 11. Aus deinem Tode fließe mir, Heiland! dein Erbarmen, Laß mich auf deiner Dornenbahn Dein heil'ges Kreuz umarmen.. Durch deine Wunden, durch dein Blut Vertilge meine Sünden, In der Fastenzeit. Und deiner Gnade Trost und Kraft Laß mich im Tode finden. Mel. 93. L 157 1. Ach sieh' ihn bulden, bluten, sterben, 137 Und sing' ihm, Seele, deinen frommen Dank, Dem Sohne Gottes, der den herben, Den bittern Kelch des Leidens für dich tranf. Wo ist ein Freund, der je was er gethan, Der so wie er für Sünder sterben kann? 2. Was fühltest du in jenen Stunden, D Herr, da sterbend du am Kreuze hingst; Wie quoll das Blut aus deinen Wunden, Eh' du in's Heiligthum als Mittler gingst. Dies Blut ruft aller Welt ermunternd zu, Daß Gott sie liebt und, liebster Jesu, du. 3. Ja, uns zum Trost und dir zur Ehre Gereicht dein ganzer Kampf, dein Kreuzestod, Bestätigt ist nun deine Lehre, Ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig littest du für uns allein, Für uns die Schuld'gen trugst du Qual und Pein. 4. Herr, dies dein Beispiel soll mich lehren, Der Unschuld und der Tugend mich zu weih'n; Gern will ich deine Stimme hören, lind dir, auch wenn ich leide, folgsam seyn. Die Dankbarkeit, o Herr! dringt mich dazu; Wer hat es mehr um mich verdient, als du? RESTORANT In der Fastenzeit. 5. Nie will ich mich an Feinden rächen, Auch dies lern' ich an deinem Kreuze hier; Nie Gottes Führung widersprechen, Wär' gleich mein Weg jeßt noch so dunkel mir. Auf Dornen gingst du selbst zum Ziele hin; Ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. 6. Nimm hin den Dank für deine Leiden, Den Dank, den dir die treu'ste Liebe bringt, Bis einst dort in des Himmels Freuden, 138 D Herr! dich würdiger mein Lob befingt. Dann stimmen alle Engel mit mir ein, Und werden Zeugen meines Dankes seyn. Die schmerzhafte Mutter beim Kreuze. 152 Mel. 83. 1. Seht die Mutter voller Schmerzen, s Wie sie mit zerriss'nem Herzen An dem Kreuz des Sohnes steht; Wie fie traurig, seufzend ringet, Tiefes Wehe sie durchdringet, Durch die Seel' ein Schwert ihr geht. 2. O wie traurig, grambeladen Stand die- sonst so reich an Gnaden- Mutter des Erlösers da. Wie sie zittert, wie sie zaget, Um den Eingebornen flaget, ud Den so sehr sie leiden sah. si@ In der Fastenzeit. 3. Wessen Auge kann der Zähren Bei dem Jammer sich erwehren, Der die Mutter Christi drückt? Wer nicht innig sich betrüben, Der die Mutter mit dem licben Sohn in solcher Noth erblickt? 4. Für die Sünden seiner Brüder Sieht sie, ach! wie Jesu Glieder Schwerer Geißeln Wuth zerreißt; Sieht den lieben Sohn erblassen, Trostberaubt, von Gott verlassen, Still verathmen seinen Geist. 139 5. Gib, o Mutter! Quell der Liebe, Daß ich mich mit dir betrübe, Mich erschüttere dein Weh'. Laß mich stets mit heißen Trieben Meinen Gott und Heiland lieben, 01 Daß er gnädig auf mich seh'. 6. Drück', o Heilige! die Wunden, Die dein Sohn für mich empfunden, Tief in meine Seele ein; Ach, das Blut, das er vergossen, Ist für mich dahingeflossen, Laß mich theilen seine Pein. 7. Laß mit dir mich herzlich weinen, Mich durch's Kreuz mit dir vereinen, Sterben all mein Lebenlang. 140 In der Fastenzeit. Unter'm Kreuz mit dir zu stehen, Unverwandt hinaufzusehen, Sehn' ich mich mit Liebesdrang. 8. Jungfrau, aller Frauen Krone, Bitt für mich bei deinem Sohne, Daß ich theile deinen Schmerz. Lasse mich mit Christus leiden, Seine Todesangst, sein Scheiden Fühle tiefgerührt mein Herz. 9. Laß auch mich mir Wunden schlagen, Und das Kreuz mit Jesus tragen, Durch Geduld mit ihm vereint, Daß mein Herz in Liebe flamme Und der Herr mich nicht verdamme, Wenn er im Gericht erscheint. 10. Gegen aller Feinde Stürmen, Laß mich Christi Kreuz beschirmen, Seine Gnade leuchte mir. Deckt des Grabes finstre Höhle Meinen Leib, so nimm die Seele, Herr, in's Paradies zu dir. In der Fastenzeit. Charfreitag. Während der Adoration des Kreuzes. 153 Mel. 94. 1. O heil'ges Kreuz der Liebe, Gebeugt zu deinen Füßen Laß küssend uns dich grüßen. 2. O Schußaltar der Sünder, Worauf mein Gott sein Leben Zum Opfer dargegeben. 3. O schönster Baum des Lebens, Der Welt zum Heil entsprossen, Mit Jesu Blut umflossen. 4. Das Wort, das alle Weisheit Und Tugend uns verkündigt, ad Hat uns an dir entsündigt. 5. Du haft im Siegesglanze Der Hölle Macht bezwungen, Die Krone uns errungen. 6. D Kreuz! mit deinem Zeichen Laß uns die Welt bezwingen, Des Heiles Sieg erringen. 7. O laß uns dich umfassen, 141 Mit Schauer und Entzücken An uns're Brust dich drücken. 142 In der Fastenzeit. 8. Von dir soll nichts uns scheiden, Hier soll bei Jesu Füßen Sich unser Leben schließen. dishes 9. Laß, Heiland, bei dem Sterben, Das Kreuz in unsern Händen, Uns selig einst vollenden. Mel. 95. 1. O du mein Volk! was hab' ich dir Zu Leid gethan? antworte wir, Wie hab' ich dich betrübet? Hab' ich dir denn nicht jederzeit Erwiesen Huld und Gütigkeit, Dich ohne Maaß geliebet. 2. Dich sucht' mein Herz ohn' Unterlaß, Doch du belohnist mit Spott und Haß All' meine Lieb' und Treue. Ja Liebe ist's zu dir allein, 8 zu b Daß ich erdulde Schmach und Pein, Und auch den Tod nicht scheue. 3. Für dich trug ich das Kreuz herauf, Und opfert' mich dem Vater auf, Für deine Schuld zu büßen. Mein Blut vergoß ich all für dich, Mein Herz eröffnet sterbend sich, Mit dir den Bund zu schließen. In der Fastenzeit. m 4. Willst du dem Tod denn nicht entgeh'n, Willst du das Leben nimmer seh'n, Und in der Sünde sterben? O sieh', noch harrt dein Heiland hier, Er streckt die Arme aus nach dir, sibel Will dir dein Heil erwerben. 155 5. Wär' deine Sünd' auch roth wie Blut, Wär' dein Vergehen Purpurgluth, Nein sollst du wieder werden. Zu mir nur wende Herz und Sinn, Ich bin, um dich an mich zu zieh'n, Erhöhet von der Erden. 6. Komm' doch, o fomm' und säume nicht, Komm', wend' zu mir dein Angesicht, Eh' wir auf stets geschieden. Wer treu mich liebt, hält mein Gebot, Ihn führ' ich siegreich durch den Tod In meinen süßen Frieden. 5497 143 Beim Hingang zum h. Grabe. Mel. 96. 1. Trauert, ihr Chöre der Engel, und weinet, Weinet in unseren Trauergesang, Ihm, der am Kreuze sich opfernd erscheinet, Töne die Harfe den tiefesten Klang. Himmlische rühret die menschlichen Herzen, Sagt es den Völkern, dem Sternengezelt, 144 In der Fastenzeit. Blutend am Kreuz, in unnennbaren Schmerzen Stirbt der Erlöser zum Heile der Welt. 2. Christen, des Ewigen heilige Rechte Fordern mit Strenge die Sühne der Schuld, Und der Erbarmer schickt Adams Geschlechte Einen Versöhner aus göttlicher Huld. Sterbliche Menschen, unsterbliche Geister, Staunt des Erbarmenden Führungen an. Staunet! Es weiht für denknecht sich der Meister; Wo hat ein Freund dies dem Freunde gethan? 3. Sünder, du siehst an dem Kreuze ihn hangen Deinen Erlöser noch sterbend verhöhnt, Siehst die erblassenden, blutigen Wangen, Siehest den Scheitel mit Dornen gekrönt. Dürstend, verschmachtend, vom Bater verlassen, Neigt er zum Tod sein ermattendes Haupt; Stolzes Jerusalem, sieh' ihn erblassen, Siehe, du hast ihm das Leben geraubt. 4. Höre, so lauten des Leidenden Klagen: Ich war es, dessen allmächtige Hand Pharao, deinen Verfolger, geschlagen, Der dich gerettet am sicheren Strand, Der dich geführt in der leuchtenden Säule, Der dich erquickt hat mit himmlischem Brod; Alles, mein Volf, that ich dir nur zum Heile, Und du verdammst mich zum schmählichen Tod. In der Fastenzeit. 5. Mich, die lebendige, labende Quelle, Hast du mit Gall' und mit Effig getränkt, Hast mich, im grausamen Bund mit der Hölle, Noch mit Verhöhnung und Läst'rung gefränkt; Rufend: An's Kreuz mit ihm! ohne Erbarmen Mich der Mißhandlung der Mörder geweiht; Sieh', und ich war, dich mit Huld zu umarmen Und zu erlösen, zu sterben bereit. 6. Kreuz des Versöhners, vor dir will ich weinen, Reuvoll, in Demuth begrüße ich dich, Wirst du einst glänzend am Himmel erscheinen, Dann sey das Zeichen der Gnade für mich. Herr, aus dem Kelche der bitteren Leiden Strömt für die büßenden Sünder das Heil, Hier laß mich dulden mit dir, an den Freuden Deiner Verklärung gib droben mir Theil. 156 Mel. 97. 1. Des Königs Banner weht hervor, Hellfunkelnd ragt das Kreuz empor, An dem im Tod das Leben starb Und Leben uns im Tod erwarb. 145 2. Es ist das Kreuz, dem wundervoll Der Gnaden reichster Born entquoll, Als dort auf seinem harten Stamm Geopfert ward das Gotteslamm. 3. Dort als des Heilands Auge brach, Die Lanze seine Brust durchstach, 10 In der Fastenzeit. Da floß sein Herzblut purpurroth, Zu tilgen alle Schmach und Noth. 4. Was David sang, ward offenbar: " Am Baum ist Gottes Herrschaft klar"; Der einst am Baum durch Trug gesiegt, Am Baum durch Blut jeßt unterliegt. 146 5. Zertreten ist das Schlangenhaupt, Der Tod gibt heim, was er geraubt; Der Hölle Band, das uns umfängt, Hat des Erlösers Macht zersprengt.. 6. Was einst der Sünde sich verkauft, Im Blute wird es rein getauft, Und All', die Adam einst verlor, Zieht Gott an's Kreuz zu sich empor. 7. Wie bist du, Wunderbaum, beglückt, Mit Königspurpur hochgeschmückt; Du trägst, ein blutgefärbter Thron, Im Sieg und Tod den Gottessohn. 8. An deinen Armen ausgespannt Hängt der, den Gott herabgesandt; Du zeigst empor zum Himmelszelt Den Lösepreis für eine Welt. 9. O heil'ges Kreuz, voll Gnad und Leid, Du Trost in dieser Leidenszeit, Du mahnest uns an Sünd' und Schuld, Sey auch uns Pfand der Gnad' und Huld. In der Fastenzeit. 10. Du, der am Kreuz uns machte frei, Steh' uns im Kreuzeskampfe bei, Und gib auch uns, du Gottessohn, Nach Kreuz und Kampf des Kreuzes Lohn. 147 Die Liebe des leidenden Heilandes. 157 Mel. 98. 1. Ermuntre dich, du laues Herz, Und sey nicht träge, Dein Meister harrt in Pein und Schmerz Am Leidenswege. Mit Purpurkleid und Dornenkron Steht müd und wund der. Gottessohn, Und rufet dir voll Liebe. Ich höre deiner Stimme Ton, Ach Herr, mein Herr, ich komme schon, Du Herr der treuen Liebe. 2. Ach! wie umgeben sonder Zahl Dich bittre Peinen; Wie sollt' ich nicht zu solcher Qual Von Herzen weinen. Zerfleischt hat dich der Geißeln Wuth, Gefärbt mit Striemen und mit Blut, Zum Dank für deine Liebe. Mir steigt in's Antlig rothe Glut, Denk' ich an meinen Uebermuth, Denk' ich an deine Liebe. 10* In der Fastenzeit. 3. Dein göttlich Haupt, von Dornen wund, Zur Erd' sich neiget, 148 Der höchsten Weisheit Purpurmund Erbleicht und schweiget. Vom Schimpfgewande halb bedeckt, Von böser Rotte Wuth geneckt, Siehst du mich an voll Liebe. Wenn mich dein furchtbar Leiden schreckt, Dein Aug' mich neu zur Hoffnung weckt, Dein Aug' voll süßer Liebe. 4. Dein Auge spricht zu mir voll Huld: Sey unbeklommen, Durch mich wird dein' und Aller Schuld Hinweg genommen. Nun nimm dein Kreuz auch unverwandt, Und folg' mir nach in's Vaterland, In's Land der ew'gen Liebe. Ach Herr! von des Verderbens Rand Führ' uns hinweg mit starker Hand, Du Herr der starken Liebe. 5. Laß mich, o Herr! von deinem Schmerz Hier nimmer scheiden; Verwund' auf immer mir das Herz Mit deinen Leiden; Mit Purpurkleid und Dornenfron Gingst du voran, o Gottessohn! Berufst uns All' in Liebe. In der Fastenzeit. Wir hören deine Stimme schon, Wir folgen gern, groß ist der Lohn, Der Lohn der treuen Liebe. 6. Es helfe, wenn Versuchung droht, Dein Kreuz uns siegen, Und laß uns in der letzten Noth Nicht unterliegen. Herr, eil' uns dann zu helfen gleich, Wend' ab den ew'gen Todesstreich, Kraft deiner großen Liebe; Führ' uns dann gnädig in dein Reich, Wo mit dem Vater du zugleich Regierst in ew'ger Liebe. 149 Der leidende Heiland das Opfer unserer Sünden. 158 Mel. 99. 1. Tief in ihrem Eingeweide Wankt die Erd' und bebt empor, Und im schwarzen Wolkenkleide Klagt der Himmelslichter Chor. Mit gesenktem Trauerflügel Schweben Engel, hochbedrängt, Um den blutbeneßten Hügel, Wo der Gottmensch sterbend hängt. 2. Sieh', wie die Natur, erschüttert, Der Gefeße Schranken bricht, 150 In der Fastenzeit. Wie die Erde trauernd zittert, Mensch, und du nur zitterst nicht. O wenn je in deinem Herzen Noch ein Mitleidsfunke glimmt, Wecke ihn, denn Jesu Schmerzen Und sein Tod sind dir bestimmt. 3. Leidend unsrer Sünden Schmerzen, Unfrer Schulden Strafgericht, Fiel er mit betrübtem Herzen Zagend auf sein Angesicht. Ströme Bluts, die ihm entflossen, Zeugten, was er da empfand; Doch er trank den Kelch entschlossen, Mensch, aus deines Richters Hand. 4. Jetzt von rohen Henkersknechten Frech verspieen und verhöhnt, Und ein Rohr in seiner Rechten, Mit dem Dornenschmuck gekrönt, Wund von Geißeln, schwer von Ketten, Trug er deiner Sünden Schuld, Dachte nur, dich zu erretten, Suchend dich mit treuer Huld. 5. Sieh', wie sich das Kreuz erhebet Auf dem Hügel Golgotha, Zwischen Erd' und Himmel schwebet Gottes Sohn, dem Tode nah.A Aber fühle! selbst im Sterben In der Fastenzeit. Fleht er seinen Vater an, Dir Verzeihung zu erwerben, Fühle, was die Liebe kann. 6. Seine off'nen Wunden gießen Balsam in der Seele Schmerz, Dir den Himmel aufzuschließen, Deffnet er sein brechend Herz. Wie die Henne mit den warmen Flügeln ihre Jungen deckt, Also find, dich zu umarmen, Seine Hände ausgestreckt. 7. Ja, mein Jesus, deiner Liebe, Die im Tode mir sich weiht, Weihe ich aus reinem Triebe Meiner Liebe Dankbarkeit. Herr, ich fall' vor deinem Kreuze, Treue dir gelobend, hin, Flieh'n will ich der Sünde Reize, Nur für dich in Liebe glüh'n. 8. Theures Blut, das für die Sünden Armer Adamsfinder fließt, Kann ich deinen Werth ergründen, Der sich auch auf mich ergießt? Nein, ich kann nur staunen, beben, Nur der Neue Thränenblick Hoffnungsvoll zu dir erheben, Fühlen der Erlösung Glück. 151 152 In der Fastenzeit. 9. Mann der Schmerzen, deine Leiden Schweben fünftig stets vor mir; Reizen mich verbot'ne. Freuden, Gläubig eil' ich dann zu dir, Und besiegle mit dem Zeichen Deines Kreuzes meinen Sinn; Welt und Fleisch und Satan weichen, Durch das Kreuz besiegt, dahin. Jesus am Kreuze, der Erlöser von der Sünde. 159 Mel. 100. V 1. Heiland, an des Kreuzes Armen Hast du sterbend uns umfaßt, Weggenommen mit Erbarmen Uns'rer Schulden schwere Last. 2. In des Elends Schauergründe Stürzte uns des Satans Neid, Und befleckt durch Adams Sünde Waren wir dem Tod geweiht. 3. Seufzend in der Sünde Ketten, In der Hölle Sclavenstand, Wer erbot, uns zu erretten, Sich zum theuern Sühnungspfand? 4. Sieh', der Gottmensch wollte dulden, Sterben für das Heil der Welt, In der Fastenzeit. Gab, zur Tilgung uns'rer Schulden, Uns sein Blut zum Lösegeld. 5. Schwer hat sie sein Leib empfunden, Unf'rer Sünden Straf' und Pein. Durch die Male seiner Wunden Wurden wir geheilt und rein. 6. Am Altar des Kreuzesstammes, Wo er sich zum Opfer gab, In dem Blut des Gotteslammes Wusch er uns're Sünden ab. 7. Jesus, laß zu deinen Füßen Unser tiefgerührtes Herz Jetzt in Wehmuth sich ergießen, Sich ergießen unsern Schmerz. 153 s. Ach, die Bosheit unfrer Thaten War es, die dein Körper trug, Die mit Schmach und Hohn beladen, Dorngekrönt, an's Kreuz dich schlug. 9. Gott, wir bitten, deine Knechte, Geh' mit uns nicht in's Gericht, Straf nach deinem strengen Rechte Und nach unsrer Schuld uns nicht. 10. Gott, mit Zähren überfüllet, Gott, in Pein und Todesnoth, Gott, am Kreuz in Nacht gehüllet, Rette uns durch deinen Tod. 154 In der Fastenzeit. 11. In dem Kampf der Todesstunde Reiche uns des Kreuzes Schild. Deffne uns die Herzenswunde, Welcher Trost und Muth entquillt. Jesus am Kreuze das Opfer der Liebe. 160 Mel. 91. 1. Wie soll mein Schmerzgefühl In Trauer sich ergießen? Die Thränen, die so heiß Aus meinen Augen fließen, Ersticken mir die Worte Und meines Liedes Klang. O Gott! nimm meine Thränen Zu deinem Lobgesang. 2. So hat die Welt geliebt, Der in dem Himmel thronet, Daß er zum Heil der Welt Des Sohnes nicht verschonet; Und, wie der Vater wollte, So war der Sohn bereit: Er stieg, um sich zu opfern, Vom Thron der Herrlichkeit. 3. Das unbefleckte Lamm Stirbt gleich dem Missethäter, Es wird der Heiligste Der Schuldigen Vertreter: In der Fastenzeit. Ein Gottmensch ist das Opfer, Das Kreuz ist der Altar, Der Sünder wird gerettet, Der schon verloren war. 4. Uns strömet Leben zu Von seinem Todeshügel, Mit Huld umarmen uns Des Kreuzes Gnadenflügel; Noch schlägt das Herz in Liebe, Noch quillt das Blut und fließt Als Lösegeld, das Sündern Ein Paradies erschließt. 5. Jeßt neigt der Herr sein Haupt, Er stirbt in Qual und Schmerzen. Vom Lanzenstoß durchbohrt, Entströmet seinem Herzen Mit Blut vermischet Wasser, Das uns zum Heile floß, Und bis zum letzten Tropfen In Liebe sich ergoß. 6. Auch mich, o Herr! hast du Zur Seligkeit erforen, In deinem Blut dein Kind Zum Leben neugeboren. Noch zeigst du mir die Wunden Und deinen Todesschmerz, Noch öffnest du dem Sünder Dein liebevolles Herz. 155 156 In der Fastenzeit. 7. Noch willst du ausgespannt Dein ármes Kind umfassen, Und sterbend für die Welt Auch mir die Schuld erlassen. Für diese Liebe, Jesu, Von Herzen dank' ich dir; Oneig' bei meinem Sterben Einst auch dein Haupt zu mir. Jesus am Kreuze das Muster der Tugend. 161 Mel. 101. 1. Mein Blick erhebet sich zu dir, O Heiland meiner Seele! In deinem Leiden sey du mír Das Muster, das ich wähle. Gib, daß ich im Thränenthal Deine Leiden, Angst und Qual In That und Dulden ehre. 2. Laß Vater, sollt' es möglich seyn, Den Kelch vorübergehen, So betest du; doch, Herr, nicht mein, Dein Wille soll geschehen. Also, Gott, wenn Kreuz und Noth Und des Unglücks Sturm mir droht, Laß mich getröstet beten. 3. Beladen mit der Feinde Spott, In namenlosen Schmerzen, In der Fastenzeit. Ist standhaft dein Vertrau'n auf Gott Und Labung deinem Herzen. In der Trübsal, Angst und Pein Laß mich Gott ergeben seyn, Und stets auf ihn vertrauen. 4. Wie liebreich tröstest, Herr, du nicht Die tiefgebeugten Freunde, Du betest, eh' das Herz dir bricht, Zum Vater für die Feinde. Solch ein Herz, das Mitleid trägt, Selbst für Feinde warm noch schlägt, Verleihe mir, o Jesu. 5. Dich schrecket nicht des Todes Nacht Nach deinem heil'gen Leben, Die Stunde naht, es ist vollbracht, So rufft du Gott ergeben, Rufft noch an des Lebens Rand: Herr, in deine Vaterhand Empfehl' ich meine Seele. 157 6. O Heiland! möcht' ich doch wie du Mein Leben hier vollenden, Und sterbend noch mit Seelenruh' Den Blick zum Vater wenden. Wer am Tag der Lebenszeit Trauernd gute Saaten streut, Wird froh den Abend feiern. 158 In der Fastenzeit. Das heilige Kreuz. 162 Mel. 96. 1. O bu hochheil'ges Kreuze, Daran der Herr gehangen In schwerem Todesbangen; O du hochheil'ges Kreuze, Daran mein Gott gestorben Und uns das Heil erworben. 2. Du heil'ges Siegeszeichen, Daran der Herr gerungen, Im Tod den Tod bezwungen; Du Fahne sonder Gleichen, Auf der zum Heil uns Allen Besiegt der Sieg gefallen. 3. Du Wunderbaum, deß Krone Kostbare Frucht sieht ragen, Wie sie kein Baum getragen; Du Edens Palmenkrone, Die das verlor'ne Leben Uns hat zurückgegeben. 4. Du Brunnquell höchster Güte, Aus dem in Jesu Wunden Fünf Gnadenström' entstunden; Du Paradieses Blüthe, Aus deren Kelch und Sproffen Erlösungsblut geflossen. In der Fastenzeit. 5. Du Denkmal wärmster Liebe, Daß Gott für uns gestritten, Für uns den Tod gelitten; Du Stern, der in die trübe Verwesungsnacht dem Staube Als Hoffnung glänzt und Glaube. 6. Hochheil'ges Kreuz den Heiden Ein Wahn, den Judenrotten Zum Haß, daß dein sie spotten; Uns bist du Quell der Freuden, Uns heilig sonder Gleichen, Uns der Erlösung Zeichen. 159 7. Bist uns ein Baum der Gnade, In dessen Schutz die Thronen Und Völker friedlich wohnen; Bist Führer auf dem Pfade, Der uns den Weg bereitet, Uns treu zur Heimath leitet. 8. Bist uns Panier, im Blute Des Herrn uns vorgetragen, Daß wir im Kampf nicht zagen; Bist Schwerdt dem starken Muthe, Ein Helm und Schild den Treuen, Daß sie des Siegs sich freuen. 9. Bist Rettungsanfer Allen, Die gläubig mit Vertrauen Auf dich im Sturme schauen; * 160 In der Fastenzeit. Bist durch das Erdenwallen Ein Pilgerstab den Müden, Führst sie zu Gottes Frieden. 10. Bist uns die Todesbrücke, Auf der durch Grabesbangen Zum Vater wir gelangen; Bist unserm letzten Blicke, Wenn wir von hinnen scheiden, Ein Strahl der Ewigkeiten. 11. Durch dein hochheil'ges Kreuze Wollst, milder Jesu, hören All', die dein Kreuz verehren; Laß dein hochheil'ges Kreuze Uns Gnadenschatz auf Erden, Einst Himmelsleiter werden. Begräbniß Jesu. 163 Mel. 78. 1. Wie öde bist du, Todeshügel, Wie trüb ist es um dich herum; Nur rauschen noch des Todes Flügel, Sonst bist du einsam, still und stumm. Todt hängt in nächtlich schwarzer Wolfe Der Mittler von dem Kreuz herab, Getödtet von dem Judenvolke Harrt seiner nur das finstre Grab. In der Fastenzeit. 2. Vollendet ist das Werk der Feinde, Der Hölle Bosheit tobt nicht mehr; Nicht Mörder, Jünger nur und Freunde Steh'n nun beschäftigt um ihn her. Es wird von diesen treuen Frommen Das letzte Liebeswerk erfüllt, Der Leichnam wird vom Kreuz genommen, Gesalbt, in Leinwand eingehüllt. 3. Von Golgotha's bethränten Höhen Geht nun der Zug dem Grabe zu; Der die Verwesung nicht wird sehen, Den bringen sie zur Grabesruh'; Es folget voll von Todesschauer Die Frauenschaar im Thränenflor, Lobsingend, doch in tiefster Trauer, Begleitet sie der Engelchor. 4. So ruhe denn im Todesschlummer, Du Quell des Lebens, Jesus Chrift, Umschweben soll mein Geist voll Kummer Dein Grab, bis du erstanden bist. Drei trübe Jammertage gehen Noch über deinem Grabe hin, Vom Tode wirst du dann erstehen, Wie ich durch dich belehret bin. 11 161 162 In der Fastenzeit. Jesus im Grabe. 164 Mel. 84. 1. Es ist vollbracht, des Grabes Nacht Bedeckt nun deine Glieder, Mittler, sieh', an deiner Gruft Sink ich Armer nieder. 2. Grab meines Herrn, ich weile gern In deinem heil'gen Schauer, Ströme gern in Seufzern aus Klagen meiner Trauer. 3. Um's Grab herum ist Alles stumm, Die Zeugen Gottes schweigen; Engel seh' ich nur, die sich Betend niederbeugen. 4. Sie liegt und ruht, erstarrt im Blut Die dorngewund'ne Krone; Ach! die stumme Zeugin spricht Laut von deinem Hohne. 5. Nun zuckt nicht mehr des Knechtes Speer In deine heil'ge Seite, Friede frönt, o Herr! dich nun Nach dem heißen Streite. 6. Doch solltest du nach kurzer Ruh' Nicht die Verwesung sehen, Sondern bald aus eig'ner Kraft Aus dem Grab erstehen. Zur Ofterzeit. 7. Ich weiß, du wirst, o Lebensfürst! Auch mich vom Tod erwecken; Sterbe ich mit dir, so wird Mich das Grab nicht schrecken. 8. Erbarme dich, erbarme dich, Der du für mich gelitten, Nimm mich zu den Freuden auf, Die du mir erstritten. Ofterfest Preis. Das Osterfest. 165 Meßgesang. 163 170 Introitus. Mel. 102. 1. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; Erschallet Jubellieder: Alleluja! aus Grabesnacht Erstand der Heiland wieder. Verklungen ist der Hölle Sieg, Die Todtengruft ist leer; Der Gottmensch, der dem Grab entstieg, Er lebt und stirbt nicht mehr. Alleluja. 2. Er lebt und hat sein Wort bewährt, Es sieget unser Glaube; 11* 164 Zur Ofterzeit. Er lebt, auch wir ersteh'n verklärt Einst aus des Grabes Staube. Lob sey dem Vater und dem Sohn, Lob sey dem heil'gen Geist, Den, gleichen Gott auf gleichem Thron, Der Engel Loblied preift. Alleluja. 98 Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! err, erbarme dich! Christus, erbarme dich. 166 Gloria. Mel. 103. Dir, großer Gott, sey Ehre Und Dank sey dir, o Sohn! Durch Himmel, Erd' und Meere Im hohen Jubelton. Du hast den Sieg errungen, Du Held auf Golgotha, Dich preis't in allen Zungen Die Welt: Alleluja. 167. Vor dem Evangelium. Mel. 104. 1. O tönt, ihr Jubellieder, tönt; Die Schafe hat das Lamm versöhnt; Geschlachtet ward das Osterlamm, Das von der Welt die Sünden nahm. Zur Ofterzeit. 2. Es rang im wunderbaren Streit Das Leben mit der Sterblichkeit, Es lebet, der gestorben ist, Der Fürst des Lebens, Jesus Chrift. 3. D Magdalena! fünd' uns an, Was staunend deine Augen sah'n: Ich sah das Grab vom Tod befreit Und des Erstand'nen Herrlichkeit. 165 4. Ich sah, wie an des Grabes Rand Im Lichtglanz Gottes Engel stand, Das Kleid, das Leichentuch im Grab, Mit dem man seinen Leib umgab. 5. Erstanden ist er aus dem Grab Der Heiland, meiner Hoffnung Stab, Er geht nach Galiläa hin, Dort, Jünger, eilt, dort seht ihr ihn. 6. Wir wissen, daß der Herr erstand Und Tod und Hölle überwand. O Sieger, König! sende du Uns allen dein Erbarmen zu. 168 Credo. Mel. 17. 1. Allmächtiger, all' deine Werke, Der Himmel und das Erdenrund, Thun deine Weisheit, Macht und Stärke Und deine Freundlichkeit uns fund; Doch schöner noch, im höhern Glanze 166 Zur Osterzeit. Ward heute deine Macht verklärt, Der Heiland mit dem Siegeskranze Hat dich und sich als Gott bewährt. 2. Der Hölle schwarze Siegesfahne Stand über seinem Grabe schon, Die Finsterniß in eitlem Wahne Sprach ihm und seiner Lehre Hohn. Und läg' er noch in Grabesbanden, So wanfte unsers Glaubens Grund, Nun aber ist er auferstanden, Und Wahrheit sprach sein Gottesmund. 3. Die Bosheit mochte niederreißen Den Tempel, deines Leibes Bild; Was du, o Heiland! einst verheißen, Das hat dein Siegstriumph erfüllt. Er ward zerstört, nun steht er wieder Am dritten Tag verherrlicht da; Du lebst, es leben deine Glieder Belebt durch dich. Alleluja. 169 Offertorium. Mel. 105. 1. Durch den, der an dem Kreuzespfahl Für uns das Opfer war, Bringt, Christen, Gott im Oftermahl Des Dankes Opfer dar. Entfernt der Sünde Sauerteig, Mit Treue, Wahrheit schmücket euch, Zur Ofterzeit. Es schwinge sich das reine Herz Zum Opfer himmelwärts. 2. Welterlöser, Jesus Christ, Gott, der du uns erlöst, Dich schloß die Grube, doch du bist Im Staube nicht verwest. Dein Tod hat uns von Schuld befreit, Dein Sieg bringt uns Unsterblichkeit: Drum laß uns, Gott, von Sünden rein Dir unser Leben weih'n. Sanctus. Mel. 106. 1. Triumph! der Sünde Stolz erliegt, Der Herr ist heilig; Er hat der Hölle Macht besiegt. Allel. Singt, Christen: Alleluja. 2. Wo ist dein Sieg, dein Stachel, Tod? Im Sieg verschlungen: Allmächtig ist Gott Zebaoth, Allel. Und heilig. Alleluja. 167 3. Laß uns, o Herr! im Kampf besteh'n Und heilig le f Mit dir verkläret aufersteh'n, Allel. Und leben. Alleluja. 168 157 Zur Osterzeit. Nach der Wandlung. Mel. 39. 1. Um die Menschen zu versöhnen, Kam der Gottessohn herab, Starb, um uns mit Heil zu krönen, Stand er auf aus seinem Grab. Weiche Tod, durch ihn bezwungen, Leben, durch den Herrn errungen, Siege, Christen, fingt, erhebt Eure Häupter, Jesus lebt. - 2. Er, der sich hat hingegeben In den martervollen Tod, Lebet, aller Todten Leben, Hier, das wahre Himmelbrod, Gibt uns in der Schwachheit Stärke, Kraft zu jedem Lebenswerke. Christen, jauchzet und erhebt Eure Häupter, Jesus lebt. - 3. Zur Verwesung wird gefäet In des Grabes stille Nacht; Unverwesliches erstehet Durch des Auferstand'nen Macht. Alle, die in Adam starben, Werden einstens reif zu Garben, Durch das Himmelsbrod belebt. Christen jauchzet, Jesus lebt. - Zur Ofterzeit. 152 I. Schluß. Mel. 72. Dir, der sich opfernd uns versöhnt, Und siegend uns're Hoffnung krönt, Erstand'ner, dir erschalle heut Der Jubel der Unsterblichkeit. 153 II. Schluß. Mel. 103, 1. Für uns zum Osterlamme Gab sich der Heiland dar; Noch glüht die Opferflamme Empor auf dem Altar, Noch lebt für die Erlöften Das ew'ge Gnadenwort, Es lebt, um uns zu trösten, Der Heiland ewig fort. 2. Er tröftet Millionen, Da aus der Todtengruft Zu ew'gen Siegeskronen Sie seine Stimme ruft. Nun grünt auf unserm Hügel Das Kreuz, ein Lebensbaum, Sein Wort ist uns das Siegel, Der Tod ein nicht'ger Traum. 3. Er spricht zu den Gefährten: Der Friede sey mit euch, Und pflanzet so auf Erden Des Friedens hehren Zweig. 169 170 Zur Osterzeit. 4. Den Blick emporgehoben, Die Fahne in der Hand, Zeigt er die Palme droben Im ew'gen Vaterland. Oster I i e eder. Die Geschichte der Auferstehung. Mel. 104. 1. Wie herrlich strahlt das Morgenroth, Das Leben siegt, es flieht der Tod, Das Grab ist leer, die Wache weicht, Der Seraph jubelt, Satan schweigt. 2. Die ganze Schöpfung ist entzückt, Da sie den Menschensohn erblickt, Wie er, der starr im Grabe lag, - Mit Macht des Todes Fessel brach. 3. Wie strahlen seine Wunden nun, Des Himmels hohe Chöre ruh'n Auf Purpurwolken in den Höh'n, Der Auferstehung Glanz zu seh'n. 4. Schon eilen, eh' der Tag erschien, Die heil'gen Frau'n zum Grabe hin, Um liebevoll mit Spezerei'n Den Leichnam Jesu einzuweih'n. 5. Und sieh', bei'm off'nen Grabe stand Ein Himmelsbot' im Lichtgewand; Zur Ofterzeit. Er sprach: den Todten suchet ihr? Erstanden ist er, ist nicht hier. 6. Geht, sagts, was euer Auge sah: Der Heiland lebt, Alleluja! Das Werk der Bosheit unterliegt, Der Löw' aus Juda hat gesiegt. 7. Dein Sieg ist unsers Glaubens Hort, Und ewig bleibt, o Herr! dein Wort; In deinem Glauben sterben wir, Und ewig leben wir in dir. Die Auferstehung Jesu der Grund unsers Glaubens. 185 Mel. 102. 1. Das Grab ist leer, der Held erwacht, Befreit von Todesbanden, Der Gottmensch ist durch eig'ne Macht Und glorreich auferstanden; Ihm fonnte weder Grab, noch Stein, Noch Siegel wiedersteh'n, Schloß ihn die Hölle selber ein, Sie muß ihn siegreich seh'n. 171 2. Der Christen Glaubensleuchter steht Auf festem Felsengrunde, Der Wahrheit Siegesfahne weht Empor zum Christenbunde. 172 Zur Ofterzeit. Die Lehre, die zum Heil der Welt Durch dich ward offenbar, Erscheint in dir, erstand'ner Held, Bestätigt, göttlich, wahr. 3. Ja, unser Glaube ist gestützt Auf deiner Wunder Werke; Und wer Vertrau'n auf dich besigt, Der fühlt im Glauben Stärke. Die Lehre der Unsterblichkeit, Vom Himmel uns gebracht, Ist nun der Trost der Christenheit In Tod und Grabesnacht. 4. Belebe uns, o Gottessohn! In diesem frohen Glauben, Laß nie durch Welt- und Höllenhohn Uns dieses Kleinod rauben; Dann macht die Hoffnung uns bereit, Den Dornenweg zu geh'n, Die Liebe wird uns Seligkeit, Wenn wir vom Grab ersteh'n. Die Auferstehung Jesu der Grund unserer Hoffnung. 156 Mel. 6. 1. Jesus lebt, mit ihm auch ich. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Jesus lebt und wird auch mich Zur Ofterzeit. Von den Todten auferwecken. Er verflärt mich in sein Licht, Dies ist meine Zuversicht. 173 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich Ueber alle Welt gegeben; Mit ihm werd' auch ich zugleich Ewig herrschen, ewig leben. iz Gott erfüllt, was er verspricht, Dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, Lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, Daß der Sünder sich befehre. Gott verläßt die Seinen nicht, Dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein, Sein sey auch mein ganzes Leben; Neines Herzens will ich seyn Und den Lüsten widerstreben. Er verwirft die Schwachen nicht, Dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß. Nichts soll mich von Jesus scheiden, Keine Macht der Finsterniß, Keine Herrlichkeit, kein Leiden; Er gibt Kraft zu jeder Pflicht, Dies ist meine Zuversicht. 174 Zur Ofterzeit. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod Mir ein Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth Wird er meiner Seele geben? Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Jesus, meine Zuversicht. Die Auferstehung Jesu der Grund unserer Auferstehung. 157 Mel. 72. 1. Bring', Seele, Preis dem Höchsten dar; Dein Heiland, der getödtet war, Geht siegreich aus dem Grab hervor, Und schwingt sich im Triumph empor. 2. Die Erde bebt, die Wächter flieh'n, Erfreut seh'n seine Jünger ihn; Sie, die ihn erst so heiß beweint, Erfennen ihren Herrn und Freund. 3. Er hat erfüllt, was er verhieß, Eh' er für uns das Leben ließ: Drei Tage sollen nicht vergeh'n, So werdet ihr mich lebend seh'n. 4. Ich lebe, sprach er, und auch ihr Sollt leben, Gläubige, mit mir. Auch dies erfüllet Jesus Christ, Der selbst vom Tod erstanden ist. Zur Ofterzeit. 5. Gelobt sey Gott, mein Leib wird nun Nur kurze Zeit im Grabe ruh'n; Er weckt ihn auf, und ewig Heil Wird allen Frommen dann zu Theil. 6. Er führet nach des Grabes Nuh' Mir wieder meine Lieben zu. Erwachen werden wir, zugleich Uns wiederseh'n in seinem Reich. 7. Wer sollte nun den Tod noch scheu'n, Sich nicht der Auferstehung freu'n, Nicht freu'n, daß du, o Jesus Christ! Vom Tode auferstanden bist. 175 8. O gib, daß wir im Glauben rein Und treu im frommen Wandel sey'n, Dann führst du einst an deiner Hand Uns heim ins bess're Baterland. Die beseligenden Früchte der Auferstehung. 158 Mel. 59. 1. Er lebt, die Todesleiden waren Für ihn und uns die Himmelsbahn Er lebt, o seht, erlöfte Schaaren, Den Weltversöhner gläubig an; Er lebt für alle franfen Sünder, Die er mit Gnaden heilen will; 176 Zur Osterzeit. Er lebt, der sanfte Trostesgründer, Sein Friedenskuß macht Herzen still. 2. Er lebt für jede Magdalene, Da er den Suchenden erscheint; Er lebt für jede Petrusthräne, Die bitterlich um Gnade weint; Er lebt mit der verklärten Seite, Wohin des Thomas Sehnsucht blickt; Ein Anblick, der in Glaubensfreude Das kampfesmüde Herz entzückt. 3. Er lebt, der reiche Freudenbringer In Kummer, Kreuz und Erdennoth; Er lebt für alle seine Jünger Im Lebenskampfe und im Tod; Er lebt, und zeigt in seiner Wonne Sich treuen Kämpfern nach dem Lauf; Er lebt, und seine Freudensonne Geht müden Pilgern ewig auf. Mel. 107. 1. Seele, dein Heiland ist frei von den Banden, Glorreich und herrlich vom Tode erstanden; Freue dich, Seele, die Hölle erbebt; Jesus, dein Heiland, ist Sieger und lebt. 2. Freue dich, Seele, die Hölle erlieget, Sünde und Satan und Tod sind besieget; Der im Triumphe vom Grab sich erhebt, Jesus, dein Heiland, ist Sieger und lebt. Zur Ofterzeit. 3. Fasse dich, Seele, sey tapfer im Streite, Jesus ist mit dir und kämpft dir zur Seite; 3age nicht, wenn auch der Tod dich umschwebt, Jesus, dein Heiland, ist Sieger und lebt. 4. Hast du dann standhaft mit Jesus gestritten, Hast du den Tod, wie dein Heiland gelitten, Glaube, daß Jesus vom Grabe dich hebt; Jesus, dein Heiland, ist Sieger und lebt. 5. Laß dich, o Seele! vom Tode nicht schrecken; Jesus wird, wie er sich weckte, dich wecken; Hoffe, daß Jesus vom Grabe dich hebt, Jesus, dein Heiland, ist Sieger und lebt. 177 Am weißen Sonntage. 160 Beim Eingange in die Kirche. Mel. 108. 1. Du Geist des Vaters und des Sohns, Komm von der Höhe deines Throns Herab auf diese Kinderschaar, Begleite fie zum Festaltar. 2. Führ' sie der Gnadenquelle zu, Und zünde, Gnadenspender, du, Noch eh' sie sich dem Heiland nah'n, Die Lieb' in ihrem Innern an. 3. Mach' du die jungen Herzen rein, Weih' sie zu Gottes Tempel ein; 12 178 Zur Ofterzeit. Es leite fie dein Gnadenstrahl Zum wundervollen Liebesmahl. 16.1 Mel. 109. 1. Herr, deine Kinder nah'n Vertrauensvoll heran, In deine Hallen, Zu Jesus, der da spricht: O! wehrt den Kindern nicht, Die zu mir wallen. 2. So treten sie herein Beim hellen Kerzenschein, Im wahren Glauben. Erhalte dieses Licht, Herr, laß es ihnen nicht Im Leben rauben. 3. In Unschuld find sie hier Erschienen, Herr, vor dir, Dich zu empfangen. O! sprich ein Gnadenwort, Und laß sie hier und dort Zu dir gelangen. 162 Meßgefang. Introitus. Mel. 110. An dieses Tages Morgenfeier Neigt sich der Engel reiner Chor, Zur Osterzeit. Der Christen Herz erschwingt sich freier Mit Dank und Fleh'n zu Gott empor: O Vater! fieh' mit Wohlgefallen In deines Tempels heil'gen Hallen Herab auf diese junge Schaar, Und weih' ihr Herz dir zum Altar. Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! 163 Gloria. Mel. 71. Herr, du hast dir Ruhm gegründet Auf dem weiten Erdenrund, Und dein Jubellied verkündet Laut des Säuglings reiner Mund. Lieblich bis zu deinem Throne Steigt der Kinder Lobgesang, Mit der Unschuld reinem Tone Stimmt der Engel Harfenklang. 164 Credo. Mel. 111. Wir im Glaubenslicht bekennen Dich, o Vater! Sohn und Geist, Laß uns dich mit Ehrfurcht nennen, Den das Weltall jubelnd preist. Herr, belebe uns're Jugend Durch dein Evangelium, 12* 179 180 Zur Ofterzeit. Und bewahre in der Tugend Ihres Glaubens Heiligthum. Offertorium. Mel. 112. 1. Nimm an die Opfergaben, Die wir, o Gott! dir weih'n, Auch was wir sind und haben, Soll dir geopfert seyn. Die Herzen dieser Kleinen, Die dir in Liebe glüh'n, Die Thränen, die sie weinen, Nimm, Herr, zum Opfer hin. 2. Dir brennen ihre Kerzen, Der reinen Unschuld Bild, Dir flammen ihre Herzen, Mit Lieb' und Dank erfüllt. Ihr ganzes frommes Sehnen, O Gott! ist nur nach dir; Mit Freude sie zu krönen, Sprich: Kinder, kommt zu mir. 3. Uns mahnet deine Lehre: Nur wer, den Kindern gleich, Entsagt der eiteln Ehre, Geht ein in's Himmelreich. Drum fleh'n auch wir, wir Sünder, Verleih' uns, Herr der Welt, Zur Ofterzeit. Den reinen Sinn der Kinder, du Der dir allein gefällt. 181 166 Sanctus. Mel. 113. Anbetend laßt uns niederfallen, Da sich das Herz zu Gott erschwingt, Laut laßt das Jubellied erschallen, Das hochentzückt der Seraph singt: Der Herr ist heilig, heilig, heilig, Der Herr ist unaussprechlich heilig! So schalle laut der Hochgesang Vom Ausgang bis zum Niedergang. 167 Nach der Wandlung. Mel. 114. 1. Jesus, du haft dein Blut und Leben Einst für die Sünden aller Welt Am Kreuzesstamm zum Lösegeld Und zur Versöhnung hingegeben. O Jesu! jetzt auf dem Altar Gibst du als Opfer dich und Speise dar. 2. Nach dir, o Gott! ist mein Verlangen; Wie nach dem Quell der Hirsch mit Glut Sich sehnt, so seufzt, o höchstes Gut! Mein Herz, dich würdig zu empfangen. O Jesu! ach, komm' bald zu mir, O komm' und weih' mein Herz zum Tempel dir. Zur Osterzeit. 3. Die Schuld erfüllet mich mit Beben, Das Lebensbrod macht mich gesund; D! nur ein Wort aus deinem Mund, Ach, sprich es aus, dann werd' ich leben. O Jesu! ach komm' 2c. 182 4. Ach, komm' zu mir, mein Herz steht offen, Es glaubt an dich, es hofft auf dich, Dir weiht es ganz in Liebe sich; O komm', beglücke du mein Hoffen. Jesu! ach komm' bald zc. 168 Pater noster. Mel. 53. 1. Zum Gedächtniß seiner Leiden, Eh' auf Golgotha er starb, Und zum Vorgefühl der Freuden, Die er sterbend uns erwarb, Will der liebste Freund der Kleinen Jeßt mit ihnen sich vereinen, Wählet unter Brodsgestalt Sich ihr Herz zum Aufenthalt. 2. Großer Heiland, deine Liebe Flehen wir in Demuth an, Laß, entflammt vom Andachtstriebe, Sie dem Gnadenmahle nah'n, Tugendhaft und ohne Mängel, Unschuldvoll und rein wie Engel, E Laß ihr Herz in Lieb' erglüh'n, Führ' zum Lebensquell sie hin. Zur Ofterzeit. 3. Schwingt euch auf der Andacht Flügeln Von der Erde himmelwärts, Euern Bund mit Gott zu siegeln, Weiht in Liebe ihm das Herz. Also, Freunde, Schwestern, Brüder, Werdet Jesu Christi Glieder, 169 Geht, empfangt das Himmelsbrod, Jesum, werdet eins mit Gott. Bei der h. Communion. Mel. 115. 1. Sündenrein, im Schmuck der Tugend, Naht sich jetzt der zarten Jugend Auserwählte, fromme Schaar, Um mit Andacht und Verlangen Ihren Heiland zu empfangen, Hin zum festlichen Altar. 2. Nicht auf Donnerwolken schwebend, Wie ihn einstens Moses bebend Auf dem heil'gen Berge sah; Nein, mit Liebe, mit Erbarmen, Wie ein Vater zu umarmen, Ist der Herr den Kindern nah'. 3. Er, vor dem sich Thronen neigen, Und vor dem Orkane schweigen, Rufet jetzt mit Zärtlichkeit: Laßt die Kleinen zu mir kommen, Denn es ist für solche Frommen Meine Gnadenhuld bereit. 183 184 Zur Ofterzeit. 4. Nun, so kommt, ihr frommen Kleinen, Kommt, mit Gott euch zu vereinen Durch das wahre Himmelsbrod; Engel mögen euch begleiten Zu des Mahles Seligkeiten, Zu dem liebevollen Gott. 5. Vater, sieh' von deinen Höhen, Vater, höre unser Flehen, Freund der reinen Seelen du. Führ' sie stets so fromm wie heute, Ueberströmt von Himmelsfreude, Deinem Gnadenmahle zu. 6. Sie sind deines Bluts Erkaufte, Heiland, auf dein Wort Getaufte, Nimm sie zu der Deinen Zahl; Gib, daß diese uns're Brüder Werden deines Leibes Glieder Durch dein heil'ges Liebesmahl. 7. Sie sind Lämmer deiner Heerde, Gib, daß feins verloren werde, Guter Hirt, an deiner Hand, Fern von der Verführung Schlingen, Auf der Gnade heil'gen Schwingen Führe sie zum Vaterland. Zur Ofterzeit. Nach der h. Communion. Mel. 18. 170 Du hast dich uns gegeben Im wahren Himmelsbrød, Du lebst in uns, wir leben In dir, o großer Gott! Erbarmer, diese Stunde Soll unvergeßlich seyn, Laß uns im Gnadenbunde Nur leben dir allein. 171 Schluß. Mel. 20. 1. Laß diese heil'ge Stunde, O Gott! gesegnet seyn, Laß uns und diese Kinder Dir Herz und Leben weih'n. Ja, blick' mit deinem Segen, O Gott! auf sie herab, Und laß sie den Gelübden Getreu seyn bis in's Grab. 2. Laß, Herr, den Tag des Heiles Sie freudig wiederseh'n, Und oft voll heißen Dankes Zu deinem Mahl sie geh'n; Was heute sie versprachen, O! gib dazu die Kraft, So enden sie einst selig Des Lebens Pilgerschaft. 185 186 Zur Ofterzeit. Zur Erneuerung des Taufgelübdes. Vor der Ermahnung. Mel. 36. 1. Laßt die Kleinen zu mir kommen, 172 Sprachst du, bester Kinderfreund! Und im Feierschmuck der Frommen Wurden sie mit dir vereint. Laß sie nimmer von dir scheiden, Bleibe stets ihr Erbetheil. Nicht für Kron' und Erdenfreuden Sey ihr Herz dem Laster feil. 2. Nur für dich und für die Tugend Laß die reinen Herzen glüh'n, Auf der Frühlingsbahn der Jugend Laß sie die Gefahren flieh'n, Wo Versuchungslift und Schmeicheln Sich zu ihrem Fall vereint, Wo Verführer Tugend heucheln, Und besorgt ihr Engel weint. 3. Vater, du hast sie erwählet, Sprich voll Liebe: sie sind mein; Mit dem Bräutigam vermählet Sind in deinem Sohn sie dein. Laß ihr Herz für dich nur schlagen, Bis es einst im Tode bricht. Sie sind dein; du wirst sie tragen, Vater, wir verzagen nicht. Zur Ofterzeit. Nach der Schlußßermahnung. Mel. 6. 172 1. Kinder, denket ernstlich nach Ueber dieses Tages Feier, Was jetzt euer Mund versprach, Sey euch unverbrüchlich theuer; Kinder, ach vergesset nicht Eure hohe Christenpflicht. 2. Kinder, ehret diesen Bund; Ihm, der Alles weiß und richtet, Habet ihr mit Herz und Mund Euer Leben heut verpflichtet, Bleibet, stets von Sünde frei, Euerm Gott in Liebe treu. 3. Die Verführung drohet schon In des Lebens Frühlingsjahren, Welt und Fleisch, der Spötter Hohn, Deffnen überall Gefahren. Seyd im Glauben auf der Hut, Kämpfet mit der Hoffnung Muth. 4. Wache, Vater, über sie, Leite sie auf ihren Wegen, Und entziehe ihnen nie Deinen Geist und deinen Segen, Daß der Sünde Tyrannei Ihre Seele nie entweih'. 5. Gott, durch deiner Gnade Kraft 2 Siegle heute ihr Versprechen, 187 188 Zur Ofterzeit. Daß sie in der Pilgerschaft Nie den Bund der Treue brechen; Laß sie oft von Sünden rein, Deines Mahls Genossen seyn. 6. Auf dem Weg der Christenpflicht, An dem Stabe deiner Gnade Wandeln sie alsdann im Licht Sanft des Lebens rauhe Pfade; Friede wird hienieden schon Ihrer Tugend schöner Lohn. 7. Einst an ihres Lebens End' 174 Stärke sie zum sanften Tode, Gott, dein heil'ges Sacrament, Und des Himmels Friedensbote Führ' sie in die ew'ge Ruh' Deinem Freudenmahle zu. Lieder in der österlichen Zeit. Jesus erscheint seinen Jüngern. Mel. 72. 1. Erschienen ist der Siegestag, Der Heiland, der im Grabe lag, Der Herr und Gott hat triumphirt, Ist auferstanden und regiert. 2. Die Jünger seh'n ihn, glauben nicht, Daß er es sey; doch Jesus spricht: Zur Ofterzeit. Ich bin's, und ihre Traurigkeit Wird Wonne, Jubel, Seligkeit. 3. Zwei Jünger, deren Herz entbrannt, Obschon ihr Aug' ihn nicht erkannt, Erkennen ihn, und zweifeln nicht, Da er das Brod zu Emaus bricht. 4. Sieh' meine Nägelmahle hier, Spricht er zu Thomas, glaube mir; Und Thomas ruft: mein Herr und Gott, Du bist's, du bist's, mein Herr und Gott. 5. Er lebt, er lebt, die Hölle liegt Zu seinen Füßen, Jesus siegt, 189 Der Sprosse Davids überwand, Der für uns starb und auferstand. 6. Wie furchtbar auch das Grab uns droht, Wir fürchten nicht mehr Grab und Tod; Zerstöret ist des Todes Macht, Das Leben hat der Herr gebracht. 7. Das Leben steigt aus Todesnacht, Und aus Verwesung Frühlingspracht, Und glorreich im verklärten Kleid Ersteht der Leib zur Herrlichkeit. Jesus, der gute Hirt. Mel. 116. 175 1. Ihr Christen, preis't den guten Hirten, arou In dessen Brust nur Liebe schlägt, 190 Zur Ofterzeit. Und dessen Güte die Verirrten Mit Mühe sucht, mit Freude trägt; Dem seinen sanften Hirtenstab Die treue Hirtenliebe gab. 2. Der gute Hirt kennt seine Schafe, Er schützt sie vor des Wolfes Wuth, Sein Auge hütet sie im Schlafe, Er stirbt für sie mit Heldenmuth; Die Seinen hören stets ihn an, Und folgen ihm auf seiner Bahn. 3. Hat von den blumenreichen Fluren Ein Schaf in Wüsten sich verirrt, O dann verfolgt er seine Spuren, Und ruft ihm nach, der gute Hirt; In Wald und Auen, überall, Erschallt der Stimme Wiederhall. 4. Die warme Liebe gibt ihm Flügel, Er läßt die Heerde nun zurück; Er stürzt in's Thal, besteigt die Hügel, Und trägt zu Fernen seinen Blick, Und Wehmuth füllt sein edles Herz, Des Schafes Elend ist sein Schmerz. 5. So, Sünder, wird dein Gott nicht müde, Er sucht und ruft dich fort und fort, Jetzt in den Zeichen seiner Güte, Jeßt durch der Drohung Donnerwort, Zur Ofterzeit. Bald in dem gold'nen Thau der Flur, Bald in den Schrecken der Natur. 191 6. Er straft dich nicht in seinem Grimme, Er bietet dir zur Buße Zeit; O Mensch! verkenne nicht die Stimme Der göttlichen Barmherzigkeit. Er ruft; verscherze nicht dein Glück; Er sucht; o fehr' zu ihm zurück. 7. Der Hirt umfängt sein Schaf mit Freude Und trägt es froh der Heimath zu, Dort findet es auf grüner Weide, An frischen Quellen Kraft und Ruh'; Es nährt und labt sich sorgenlos Im Hirtenschutz und Friedensschoos. 8. So gibt uns auf dem Heilsgestade, Am Born, aus dem das Leben quillt, Gott seinen Leib, das Brod der Gnade, Den Kelch mit seinem Blut gefüllt; Dort schöpft in Jesu Fleisch und Blut Der Geist des Frommen Trost und Muth. 9. Leit' uns, o Hirt! mit deinem Stabe, Nimm uns in deines Kreuzes Hut, Sey unser Führer bis zum Grabe, Und reich' uns oft dein Fleisch und Blut, Und zähl' uns zu den Lämmern einst, Wenn du als Richter uns erscheinst. 192 Zur Osterzeit. 10. D! laß uns in den Friedensauen 176 Der Himmelsweide einst uns freu'n, Dein Hirtenantlig dort zu schauen, Wird uns're ganze Wonne seyn, Dort, wo dich deine Heerde kennt, Und niemals mehr von dir sich trennt. Bitte zu dem guten Hirten. Mel. 117. 1. Guter Hirte willst du nicht Deines Schäfleins dich erbarmen, Und es treu, nach Hirtenpflicht, Tragen heim auf deinen Armen? Willst du nicht mich aus der Qual Holen in den Freudensaal? 2. Sieh', wie ich verirret bin In den Wüsten dieser Erde; Komm, mein Hirte, führ' mich hin, Hin zu deiner lieben Heerde, Wo die heil'gen Lämmer sind, Nimm mich auf, dein treues Kind. 3. Mich verlangt, dich mit der Schaar, Die dir lieb ist, anzuschauen, Die nun, sicher vor Gefahr, Weidet auf den Himmelsauen, Die beim guten Hirten steht, Nimmer in der Irre geht. Zur Osterzeit. 4. Aber hier, ach! wie bedrängt, Wie in Sorgen muß ich leben, Rings von Feinden eingeengt, Die mit Lockung mich umgeben, In die Irre wollen zieh'n, Daß ich niemals sicher bin. 5. Guter Hirte, laß mich nicht In des Wolfes Macht gerathen, Wahre mich, nach Hirtenpflicht, Vor Verirrung und vor Schaden, Zu den Lämmern stelle mich, Die du liebest ewiglich. Die Gründung der Kirche. 77 Mel. 33. 1. Bauen will ich meine Kirche Auf des Felfen festen Grund, Sprach der Herr, sein Wort ist Bürge, Ewig währt des Glaubens Bund. Tobet selbst die Macht der Hölle, Nimmer weicht sie von der Stelle, Sturm und Wogen troßet sie Jederzeit und wanket nie. 2. Um den Bund vereint zu halten, Steht ein Oberhirt voran, Der im Namen Jesu walten, Lösen, oder binden fann; 13 193 194 Zur Ofterzeit. Und daß nichts die Einheit störe, Daß der Schmuck der reinen Lehre Nimmer werde ihr geraubt, Sorgt das treue Oberhaupt. 3. Fest, auf der Apostel Grunde, Den der Stifter selbst gelegt, Auf dem weiten Erdenrunde Steh'n die Säulen unbewegt; Aus dem Blut der Glaubenszeugen, Aus der Saat der heil'gen Leichen Wächst empor das Tempelhaus, Breitet stets sich weiter aus. 4. Wie er stand vom Anbeginne, Steht der Bund der Christenheit Immer noch in einem Sinne Wahrer Glaubenseinigkeit; Folgt dem ew'gen Oberhaupte, Dem sie schon von Anfang glaubte, Ewiglich die feste Stadt, Die noch nichts erschüttert hat. 5. Einig ist sie in der Lehre, Jeder Ort und jede Zeit Preiset ihres Stifters Ehre, Huldigt ihrer Heiligkeit. Von des Christenthumes Wiege Strahlet sie im steten Siege Zur Osterzeit. Durch das Wort, das sie erhält, Bis zum Ende dieser Welt. 6. Gottes Macht und Wort bewähret Ihre Kraft und ihren Muth, Und ihr Gnadenleben nähret Selbst des Heilands theures Blut. Glaube ist des Tempels Schwelle, Liebe strömt aus seiner Quelle, Er ist selbst der Hoffnung Hort Und des Heiles Gnadenport. 7. Und der Heilige, der Große, Der sie sich zur Braut erfor, Rufet aus der Kirche Schoose Glaubenshelden stets hervor. Und der Heil'gen reiner Schimmer Kündet es der Welt noch immer: Unbeflecket ist die Braut, Die der Herr sich angetraut. 8. Selig, wer sie Mutter nennet, Gerne ihre Stimme hört, Welcher, nie von ihr getrennet, Sich als treues Kind bewährt. Mögen Glaubensfeinde stürmen, Mächtig wird sie ihn beschirmen; Gott, laß mich im Glauben rein, Stets ein treues Kind ihr seyn. 13* 195 Zur Ofterzeit. Die Verheißung des heil: Geistes. Mel. 33. 1. Gehet hin, ihr treue Zeugen, Sprach der Herr zur Jüngerschaar, Pflanzet auf in allen Neichen Eures Meisters Kreuzaltar; Streuet aus der Lehre Samen, Taufet, machet meinen Namen Auf dem ganzen Erdenrund Weithin allen Völfern kund.. 196 198 2. Nur noch eine kleine Weile Wird mich euer Auge seh'n, Trauernd, doch zu euerm Heile, Seht ihr mich zum Vater geh'n; Nach der Trennung kurzer Dauer Wird zur Freude eu're Trauer, Denn aus meines Vaters Reich Strömet Heil und Trost auf euch. 3. Selbst bis an der Tage Ende Laß ich nimmer euch verwaist, Ich bin stets bei euch, und sende Euch den Tröster, Gottes Geist, Der, vom Vater ausgegangen, Von dem Meinen wird empfangen; Was bisher euch dunkel war, Wird durch ihn euch offenbar. In der Bittwoche. 4. Geht, die Welt wird euch verdammen, Euch bedroh'n mit Hochgericht, Euer Loos sind Schwert und Flammen, Doch ihr steht, und wanket nicht; Denn mein Geist wird mit euch streiten, Wunder werden euch begleiten, Und durch euer Marterthum Siegt das Evangelium. 197 Die Bittwoch e. Meßgesang. 179 Aus den allgemeinen Meßgesängen. Anrufung des heiligen Geistes. Mel. 108. Du Geist des Vaters und des Sohns, Komm' von der Höhe deines Throns, Mit Gnade segne das Gebet Des Volks, das findlich zu dir fleht. 180 Litanei. Mel. 118. 1. Vater aller Menschenkinder, Sohn des Vaters, Heil der Sünder, Und du Geist der Heiligkeit, Heiligste Dreifaltigkeit. Gott, erbarm' dich über uns! 198 In der Bittwoche. 2. O du Hochgebenedeite, Du von aller Schuld Befreite, Du, die uns das Heil gebar, Königin der Engelschaar. O Maria, bitt' für uns! 3. Reine Geifter, ohne Mängel, Thronen, Mächte, Fürsten, Engel, Die ihr Gottes Loblied singt, Schutz und Heil den Menschen bringt. Bittet Gott, den Herrn, für uns! 4. Ihr Apostel, Heilsverkünder, Ihr, des Gottesreiches Gründer, Blutgekrönte Märtyrer, Treubewährte Beichtiger. Bittet Gott, den Herrn, für uns! 5. Jhr, in Unschuld Gott Geweihte, Ihr, des Lammes reine Bräute, Strenge Büßer aller Zeit, Mönche in der Einsamkeit. Bittet Gott, den Herrn, für uns! 6. Vor Versuchung und Gefahren Mögst du uns, o Gott! bewahren; Von des Satans List und Neid, Von dem Geist der Sinnlichkeit. Gott und Herr, erlöse uns! 7. Von Verlegung der Gebote, Von dem unverseh'nen Tode, Sey uns gnädig im Gericht; Und verstoß' uns Sünder nicht. Gott und Herr, erlöse uns! In der Bittwoche. 8. Schenk' uns, Vater, deine Gnade, Stärk' uns auf dem Tugendpfade, Gib im Leiden uns Geduld, Und vergib uns uns're Schuld. Gott erhöre gnädig uns! 9. Schenk' dem Volfe deinen Segen, Gib uns Sonnenschein und Regen, Segne Saaten, Flur und Land, Segne uns mit milder Hand. Gott erhöre gnädig uns! 10. Gottes Lamm, du Pfand der Gnaden, Lamm, mit unsrer Schuld beladen, Das du an dem Kreuze starbst, Rettung uns und Heil erwarbst. Herr, erbarm' dich über uns! 199 Die Güte Gottes in der Natur. 181 Mel. 117. 1. Herr und Gott der ganzen Welt, Schöpfer aller Kreaturen, Auf der Erd', am Himmelsfeld Leuchten deiner Allmacht Spuren, Himmel, Erde, Tag und Nacht Predigen uns deine Macht. 2. Du, o Vater! bist's allein, Der so schön die Blumen fleidet, Alles nährt in Feld und Hain, Und so mild die Thiere weidet, 200 In der Bittwoche. Der die Pflanze werden heißt, Welcher Thier' und Menschen speis't. 3. Uns'rer Wiesen Hoffnungsgrün, Jeder Baum mit Frucht geschmücket, Und der Gärten buntes Blüh'n, Jede Aehre, die sich bücket, Aller Fluren Frühlingspracht Sind das Loblied deiner Macht. 4. Du erwachende Natur, Und du blühendes Gefilde, Reiche Thäler, bunte Flur, Preiset eures Schöpfers Milde, Regen, Thau und Sonnenschein, Stimmet in den Jubel ein. 5. Deines Segens Ueberfluß Gabst du, Schöpfer, uns zu nähren, Laß uns, dankbar im Genuß, Würdig deine Huld verehren, Laß uns preisen jederzeit Deine Macht und Gütigkeit. 182 Mel. 48. 1. Das Land, das erst erstorben lag, Erwacht und blüht nun wieder; Es strömt mit jedem neuen Tag Der Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, Der Vogel, der in Lüften schwebt, Erfreut sich seines Lebens. In der Bittwoche. 2. Der Erde Antlig ist verjüngt, Erheitert glänzt der Himmel, Gebirg und Thal und Wald erklingt Vom freudigen Getümmel, Und voll Erbarmen schaut herab, Der Allen Seyn und Leben gab, Auf seiner Schöpfung Werke. 3. Der kleinste Halm auf unsrer Flur Ist seiner Weisheit Spiegel, Dein Loblied, Vater der Natur, Sind Felder, Thal und Hügel. Du bist's, der Alles schafft und hält, Und ohne deinen Willen fällt 201 Kein Sperling von dem Dache. 4. Selbst wenn des Donners Stimme dräut, Erschreckt die Länder zittern, Strömt Stärkung, Regen, Fruchtbarkeit Aus Nacht und Ungewittern; Dann bricht die Sonne neu hervor, Und Alles jauchzt zu dir empor, Vor dem die Wetter schweigen. 5. Du rufft die Wolken über's Land Und tränfest deine Erde, Daß mit den Gaben deiner Hand Der Mensch gesättigt werde; Thau, Regen, Sonnenschein und Wind, Die deiner Allmacht Diener sind, Erzählen deine Güte. 202 In der Bittwoche. 6. D Herr! wie schön ist deine Pracht In allen Kreaturen; Wo finde ich von deiner Macht Nicht wunderbare Spuren? Dir tönt der große Lobgesang Vom Aufgang bis zum Niedergang: Herr, dir sey ewig Ehre. 7. Lobsinget ihm, Gott ist uns nah', Singt alle seine Heere; Der Herr ist allenthalben da, Im Himmel, Land und Meere. Ich preise dich und singe dir, Denn wo ich bin, bist du bei mir Mit Allmacht und mit, Güte. An Gottes Segen ist Alles gelegen. Mel. 119. 183 1. Wie schön, wie blühend war die Erde, Da ihr die erste Sonn' aufging, Als frei von Schuld noch und Beschwerde Der Mensch an seinem Schöpfer hing; Da, Vater, gabst du deinen Segen, An dem allein es war gelegen, Daß deinen Kindern hier auf Erden So lieblich Alles konnte werden. 2. Der Mensch genoß durch Gottes Güte Noch ohne Müh' und sorgenlos In der Bittwoche. Der Bäume Frucht, den Duft der Blüthe, Den Segen aus dem Erdenschoos. Du gabst, o Vater! deinen Segen, An dem allein es war gelegen, Daß für den Menschen hier auf Erden Zur Labung Alles fonnte werden. 203 3. Allein nachdem der Mensch gesündigt Und übertreten dein Gebot, Da hast du, Gott, ihm angekündigt Fluch, Elend, Jammer, Angst und Noth. Du nahmst ihm, Vater, deinen Segen, An welchem Alles ist gelegen, Und ließest Alles hier auf Erden Voll Dornen und voll Disteln werden. 4. Er mußte nun sein Brod erringen Im Schweiße seines Angesichts, Die Erde mußt' er mühsam zwingen, Sonst trug sie ihm zur Nahrung nichts. Du, Vater, nahmst ihr deinen Segen, An dem es immerdar gelegen, Und ließest Alles hier auf Erden Voll Arbeit und voll Kummer werden. 5. 3war pflanzen wir mit Müh', und bauen Die Erd' und neßen sie mit Schweiß, Doch würden Felder, Wiesen, Auen Nie grünen ohne dein Geheiß. O Vater! gib uns deinen Segen, In der Bittwoche. An dem allein es ist gelegen, Daß uns zur Nahrung hier auf Erden Die Felder mögen fruchtbar werden. 6. Gott, wenn du sprichst in Ungewittern, Wenn's aus den Wolken blißt und fracht, Wenn wir vor deiner Stimme zittern, Und bebend fühlen deine Macht: Dann, Vater, gib uns deinen Segen, An dem allein es ist gelegen, Daß wir, daß auch die Frucht auf Erden Von Schaden frei erhalten werden. 7. Wenn Stürme durch die Lüfte brausen, Wenn Hagel uns Verderben droht, Wenn Fluthen durch die Felder sausen, 204 Verkündet Frost uns Theurungsnoth: O Vater! dann gib deinen Segen, Gebiete Stürmen, Frost und Regen; Denn dir ist's möglich, daß auf Erden Noch Alles kann erhalten werden. 8. Dann aber, wenn die Fluren schmachten Verwelft auf wasserlosem Land, Wenn sie, die vorher grünend lachten, Versengt schon schwinden in den Sand: Verleihe, Vater, deinen Segen, Laß träufeln deinen sanften Regen, Damit die Früchte hier auf Erden Erquickt und neubelebet werden. In der Bittwoche. 184 Mel. 120. 1. Blick', o Gott! mit Wohlgefallen Auf die Flur, die wir durchwallen, Unser Herz erweitert sich, Denn es fühlt als Vater dich; Deine milde Hand gibt Segen, Gibt uns Sonnenschein und Regen. 2. Freudig streuten wir den Samen, Denn wir streuten ihn im Namen Dessen, der mit einem Ruf Erde, Sonn' und Pflanzen schuf. Dein, o Vater! ist der Segen, Ist der Sonnenschein und Regen. 3. Sä'n und pflanzen hilft nur wenig; Das Gedeihen gibt kein König, Keiner hat mit aller Macht Je ein Blatt hervorgebracht. Nur von oben kommt der Segen, Kommt uns Sonnenschein und Regen. 205 4. Laß mit Frucht den Baum sich schmücken, Reich an Korn den Halm sich bücken, An der Rebe Trauben glüh'n, Wiesen für die Heerden blüh'n; Ueberall auf unsern Wegen Walte väterlich dein Segen. 5. Schone, Vater, in Gewittern, Schone, da wir flehend zittern, 206 In der Bittwoche. Ruf' in der Gewitternacht Mit der Stimme deiner Macht Uns zurück von bösen Wegen; Auch dein Donner bringe Segen. 6. Ruhen lassen wir den Samen In des Allbelebers Namen, Der den Leib in Gräber sät, Bis er glorreich aufersteht. Alle Frommen führt sein Segen Einst dem Aerntetag entgegen. Bitte um eine gesegnete Aernte. Mel. 121. 1. Streck' aus, o Gott! die Vaterhand, Und segne gnädig Leut' und Land; Dein Segen gibt ja nur allein Den Erdenfrüchten ihr Gedeih'n. Erbarm' dich unser, o heiliger Gott, Unsterblicher und starker Gott! 2. Von Menschenhänden wird das Feld Mit saurer Mühe zwar bestellt; Vergebens aber rinnt ihr Schweiß, Wenn du nicht segneft ihren Fleiß. Erbarm' dich unser 2c. 3. Wir streu'n die Saat mit reger Hand Voll süßer Hoffnung in das Land, In der Bittwoche. Vertrauend deiner Schöpfermacht, Durch die der Saaten Keim erwacht. Erbarm' dich unser 2c. 4. Durch dich, den Schöpfer aller Welt, Durch dich nur grünen Flur und Feld, Und jede Blume rufet laut: Mich hat der Herr so schön gebaut. Erbarm' dich unser 2c. 5. Im schönsten Schmucke steht der Baum, Und pranget in der Lüfte Raum, Du hast mit Blüthen ihn bestreut, Dein Name sey gebenedeit. Erbarm' dich unser 2c. 6. O guter Vater! lasse nun Auf uns dein Auge segnend ruh'n, Zur Aernte laß die Saat gedeih'n, Und deiner Güte uns erfreu'n. Erbarm' dich unser c. 7. Verleih' uns unser täglich Brod, Bewahr' vor Theurung uns und Noth, Drum flehen wir zu deinem Thron Durch Jesus Christus, deinen Sohn. Erbarm' dich unser 2c. 186 Mel. 105. 1. Allwissender, auf dein Geheiß Wird unser Feld gebaut, 207 208 In der Bittwoche. Es blüht, wenn mit des Landmanns Schweiß Dein Segen es bethaut; Drum bitten, flehen, seufzen wir Mit frommem Kindersinn zu dir, Du Herr und Schöpfer der Natur, O segne uns're Flur. 2. Laß, Gott, nach deiner Gütigkeit Die Erde fruchtbar seyn, Und sende uns zur rechten Zeit Thau, Regen, Sonnenschein; Frost, Nässe, Dürre, Hagelschlag, Und was den Früchten schaden mag, Entferne von uns, Ewiger, Du bist ja Gott und Herr. 3. Wenn wir um diese Güter fleh'n, Gib, was dein Nath erwählt; Dein Wille nur soll stets gescheh'n, Der's Beste nie verfehlt; Du weißt, o Vater! was uns nüßt, Du bist der Helfer, der uns schützt, Wenn Sturm und Wetter uns umtobt; Dein Name sey gelobt. 4. Der du den Vögeln Speise gibst, Du siehst auf unsre Noth, Und reichst den Kindern, die du liebst, O Vater! täglich Brod. Ja, du verläß'st die Deinen nicht, Christi Himmelfahrt. Drum rufen wir mit Zuversicht Um deine Huld zu dir, Auf dich vertrauen wir. 5. Laß uns, o Vater! beim Genuß Des Segens dankbar seyn, Und mit der Gaben Ueberfluß Die Dürftigen erfreu'n; 30 Denn was den Brüdern wir gethan, Siehst du als dir erwiesen an, and Und zeigst uns bei dem Weltgericht Dein gnädig Angesicht. 209 6. Laß auch des Geistes Früchte blüh'n Bei deiner Christenheit; Herr, stärke, segne das Bemüh'n Nach wahrer Frömmigkeit. Was nüßet uns die ganze Welt, Wenn uns're Seele dir mißfällt, Drum laß uns streben jederzeit Nur nach Gerechtigkeit. Christi Himmelfahrt. 187 Meßgesang. Introitus. Mel. 48. 219 1. Nun, Heiland, ist dein Lauf vollbracht, Vollbracht der Kampf der Leiden, 14 210 Chrifti Himmelfahrt. Du steigst empor mit Herrschermacht Zum Throne deiner Freuden; Dich trägt der Wolke helles Licht, Noch schaut auf uns dein Angesicht Mit gnadenvollem Blicke. 2. Dort stellst du dich dem Vater vor Für alle Menschenkinder, Dort hebst du noch dein Kreuz empor, Die Zuflucht aller Sünder; Dort bringest du dein Blut noch dar, Das du am hohen Kreuzaltar Aus Liebe haft vergossen. 188 Gloria. Mel. 122. Lob, Ehre, Preis und Dank sey dir, Erhab'ner Held und König, Denn deiner Macht sind für und für Die Völker unterthänig. Zur Rechten Gottes schwingst du dich, Und deine Feinde beugen sich Zum Schemel deiner Füße. 189 Vor dem Evangelium. Mel. 104. 1. Geht, ſprach der Herr, und lehrt die Welt: Wer glaubt und meine Worte hält, Der soll nicht kommen in's Gericht, Den Tod auch ewig schmecken nicht. Der Herr erfüllt, was er verspricht. Chrifti Himmelfahrt. 2. O Christe! an dich glauben wir, Dir leben und dir sterben wir; Du bist der Fels, auf den wir trau'n Und uns're ganze Hoffnung bau'n, Laß uns dereinst dein Antlig schau'n. Credo. Mel. 54. 1. Der Sieger führet in sein Reich Die frommen Schaaren ein; Dort, wo der Hirt ist, soll zugleich Auch seine Heerde seyn. Er ist der treuen Glieder Haupt, Wer seinem Worte thätig glaubt, Dem blüht an seinem Thron Der Tugend Himmelslohn. 2. Er ist's, durch den im Andachtssaal Der heil'ge Geist erschien, Er führte Saul durch seinen Strahl Zur Heilesquelle hin; Er schüßt die Kirche, seine Braut, Das Haus, auf Felsengrund gebaut, Bestrahlt sein Gnadenlicht, Sein Glanz erlöschet nicht. 191 Offertorium. Mel. 72. 1. Der Heiland in des Vaters Neich Ist Priester uns, und wird zugleich 14* 211 212 Chrifti Himmelfahrt. Als Opfer, das dir, Gott, gefällt, Auf dem Altare dargestellt. 2. Durch ihn, der dir zur Rechten sitzt, Als Mittler uns versöhnt und schüßt, Nimm, Vater, uns vereint durch ihn Zum wohlgefäll'gen Opfer hin. 193 192 Sanctus. Mel. 3. Mit den Engeln rufen wir, Rufen alle Welten: alle Welten: Heilig, heilig, heilig dir, Dir, dem Siegeshelden, Der du mit den frommen Schaaren Bist zum Himmel aufgefahren, Und am Vaterthrone Trägst die Siegeskrone. Nach der Wandlung. Mel. 30. 1. Heiland, dem im Engelkreise Stets der Himmel Jubel singt, Hör' das Loblied, das zum Preise Deiner Gläub'gen Schaar dir bringt; Der du hier im Sacramente Bis zu aller Zeiten Ende, Gott und Mensch, zugegen bist, Sey gepriesen, Jesus Christ. Chrifti Himmelfahrt. 2. Dort, in deines Vaters Reiche, Denkst du liebreich unsrer Noth, Daß sich deine Huld uns zeige, Weilst du hier, das Himmelsbrod; Um in Schwachheit und Beschwerden Unser Heil und Trost zu werden, Stellst du hier auf dem Altar Dich zum Lamm und Priester bar. 3. Einen Ort uns zu bereiten, Gingst du in das Heimathland; In des Mahles Seligkeiten ton Gibst du dich zum Unterpfand, Daß wir einst zum ew'gen Leben Aus den Gräbern uns erheben, 3 Laß uns hier beim Mahle rein, Dort bei dir einst selig seyn. 194 Schluß. Mel. 36. 219 1. Satans Jubel ist verklungen, Tief gestürzt der Sünde Thron, Mit dem Siegeskranz umschlungen Herrscht der mächt'ge Gottessohn. Lob und Ehre seinem Namen! Gögen fallen, er ist Held. Laut erschall' es: Amen, Amen! Durch die ganze weite Welt. 213 Chrifti Himmelfahrt. Lieder auf dieses Fest. 9: 0 195 Mel. 113. 1. Zu sterben für das Heil der Sünder Kamst du, o Herr! zu uns herab, Und stiegst, des Todes Ueberwinder, Verkläret wieder aus dem Grab; 214 Jeßt schwingst du dich nach vierzig Tagen, Von einer Wolf' emporgetragen, In dein und und unser Vaterland, Zu deines Vaters rechter Hand. 2. Dort, wo die Welt, durch dich versöhnet, Dich leiden, bluten, sterben sah, Dort wird mit Ruhm dein Kampf gekrönet, Dort ruft dein Volk: Alleluja! Gleich einem Freund vor seinem Ende Erhebst du segnend noch die Hände, Und die erstaunten Jünger seh'n Dich schwebend zu den lichten Höh'n. 3. Dir öffnet sich des Himmels Pforte, Dir folget der Gerechten Chor, e Du führst sie aus dem finstern Orte Erlöft zur Seligkeit empor. dos Wir aber seufzen als Verbannte 0 Noch in dem öden Pilgerlande, ². Wir tragen noch der Sünde Noth, Umringt von Trübsal, Angst und Tod. Chrifti Himmelfahrt. 4. Doch ließest du im Thal der Thränen, D Herr! nicht troftlos uns zurück, Zu dir, nach dem wir stets uns sehnen, Erhebt sich uns'rer Hoffnung Blick. Im Himmel schaut dich dein Erlöster, Dort bist du Mittler ihm und Tröster, Und uns'rer Hoffnung Zuversicht Vor deines Vaters Angesicht. 5. Die Menschheit auf dem Vaterthrone, OWürde, welcher keine gleicht! Im demuthvollen Gottessohne Hat sie dies hohe Ziel erreicht. O fliehe, Welt, mit deinem Tande, Wir sind in Jesus Gottverwandte; Als Mensch, gekrönt mit Majestät, Hast du, o Herr! auch uns erhöht. 6. Du gingst durch Trübsal, Todesleiden In deines Vaters Glorie ein, Dort einen Ort uns zu bereiten Und unsers Kampfes Lohn zu seyn, Ja, dort vereinst du deine Glieder Mit dir, dem treuen Haupte, wieder; Du gingst ja auf der Dornenbahn Zu deinem Ziele uns voran. 7. Will uns die Welt zur Sünd' verleiten, Dann fliehen hoffend wir zu dir, Du hilfft mit deiner Macht uns streiten, 215 Chrifti Himmelfahrt. In deinem Siege fiegen wir. Uns haben wir mit bir gerungen, Mit bir bes Feinbes Lift bezwungen, Dann wintet bort an beinem Thron Nud uns bes Rampfes ew'ger Lohn. 8. Menn uns ber Rummer niederbeuget, Dann schwingt zu bir die Seele fich, Den Reich, ten und der Bater reichet, 216 Den trinfen wir, gestärkt durch dich. Du jeight bas Ziel vom Dornenpfade, Dem Schiffenben tas heilsgeftate, Dem Pilger nach der Prüfungszeit Das Band der angen Sefigfrit 9. Mag immerhin bas bifre Granen Der Tobenacht das Ang' umzieh'n, Da wir das Licht der Zukunft ſchapen, So muß die Nacht bes Grabes flieh'n. Wenn wit, gestärkt im Glauben, hoffen, Dann sieht uns schon der Himmel offen; In deinem Trofte fierben wir, Und leben ewig einst bei dir. 196 Mel. 104. 1. Ihr Jünger Jesu freuet euch, Der Herr fährt auf zu seinem Reich, Sein Wert auf Erden ist vollbracht, Zerstöret ist des Todes Macht. e Christi Himmelfahrt. 2. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, Und Gott hat ihn mit Ruhm gekrönt, Weit, über alle Himmel weit, Geht seine Macht und Herrlichkeit. 3. Er herrscht in alle Ewigkeit, Und schüßzet seine Christenheit; Er ist ihr Haupt, lobsinget ihm, Ihr Christen mit den Seraphim. 4. Wohl uns, o Gottessohn! bei dir Steht Kraft und Macht, und dein sind wir; Am Kreuz erwarbst du uns das Heil, Gibst uns an deiner Glorie Theil. 5. Nach treu vollbrachtem Pilgerlauf Nimmst du uns in den Himmel auf; die Du hältst die Stätte uns bereit, Wo wir dich schau'n in Ewigkeit. 217 6. Laß suchen uns, was droben ist, Wo du, verklärter Heiland, bist; Und laß uns gläubig dir vertrau'n, Bis wir verklärt dein Antlig schau'n. 7. Dann werden wir uns ewig dein, Erhöhter Menschenfreund, erfreu'n; Dann singen wir im Heiligthum Ein neues Lied zu deinem Ruhm. A 218 Zur Pfingstzeit. Pfingstfeftkreis. Zur Pfingstzeit. 197 Meßgesang. Introitus. Mel. 71. 1. Dem von Gott erwählten Volke, Das am Berge zitternd stand, Ward aus schwarzer Donnerwolke Einst des Herrn Gesetz bekannt. Heute kommt beim Sturmestoben Gottes Geist in Flammenglut, Bringt den Jüngern Licht von Oben, Weisheit, Kraft und Glaubensmuth 2. Gottes Geist! erfüllt von Reue, Flehen wir im Heiligthum, Komm' zu uns herab und weihe Uns zu deinem Tempel um; Komm', der Seele Lebenssonne, Zünd' in uns die Liebe an, Gib ans deiner Tröftung Wonne. Auf der Tugend Dornenbahn. 198 Gloria. Mel. 55. Geist vom Vater und vom Sohne, Der uns Licht und Trost verleiht, ndys 199 Zur Pfingstzeit. Unter jeder Himmelszone Danket dir die Christenheit; Deine Wunderthaten feiert Hochentzückt der Erdenkreis, Und durch deine Kraft erneuert, Bringt die Welt dir Lob und Preis. Vor dem Evangelium. Mel. 61. 1. Du Geist des Vaters und des Sohns, Komm' von der Höhe deines Throns, Du, aller guten Gaben Quelle, Du machst die Geister rein und helle. 219 2. D fomm', der Armen Vater, du, Du bringst dem Friedelosen Ruh', Haft Balsam für der Seele Wunden, Weh'st Kühlung uns in heißen Stunden. 3. Schenkst bangen Herzen Trost und Freud', Und trüben Augen Heiterkeit; Komm', allerfreuend Licht, und stille Den Durst nach dir mit Lichtes fülle. 4. Was unrein ist, mach', Reinster, rein, Was sich verirrt, lenk' wieder ein, Was noch im Staube friecht, erhebe, Was schon verborret ist, belebe. 5. Entzünde neu das falte Herz, Und was der Sünde Todesschmerz 220 Zur Pfingstzeit. Zerrissen hat, das heile wieder, Vereine die zerstreuten Glieder. 6. Dann werden wir an Tugend reich, Das Leben wird ein Himmelreich; Dann macht zu Engeln uns das Sterben, Die Ewigkeit zu Gottes Erben. 200 Credo. Mel. 75. 1. Göttlich hat der Herr vollendet 12 Seiner Liebe großen Plan, Segnend öffnet er, und endet Blutend seine Leidensbahn. Er zersprengt des Grabes Bande, Bahnt den Weg zum Vaterlande, Und der Geist, den er verspricht, Nahet, Jesus täuscht uns nicht. 2. Herr, wir glauben deinen Lehren Unerschüttert, felsenfest; Nie soll Irrwahn uns bethören, Der uns zweifelnd sinken läßt. Nur in deinem Wort ist Wahrheit, Nur dein Geist bringt Himmelsklarheit; Er sey uns're Zuversicht, Denn er täuscht uns ewig nicht. Zur Pfingstzeit. 201 Offertorium. Mel. 110. 1. Nimm, großer Gott, der Gaben Weihe Zum Lob- und Dankesopfer an, Zum Pfande uns'rer Lieb' und Treue Für das, was du für uns gethan. Dein Geist der Wahrheit und der Liebe, O Vater! heil'ge uns're Triebe, TAILOR! Laß uns mit diesem Brod und Wein Ein angenehmes Opfer seyn. 2. Gib uns zum Heiligungsgeschäfte, i Sn In Demuth, Vater, flehen wir, Durch deinen heil'gen Geist die Kräfte, Dann leben einzig wir nur dir. Dir, Herr, sey unser Seyn und Leben Zum Opfer freudig hingegeben, BIZ Wir wurden durch die Taufe dein, Dein wollen wir auf ewig seyn. Sanctus. Mel. 3. STED OR Heilig, heilig fingen wir GRANTES LUE Dir, o Weltenmeiſter! NONO Heilig, Welterlöser, dir, Mit dem Geist der Geister: Der, vom Himmel uns gesendet, Uns des Himmels Schäße spendet, Liebend uns umschwebet Und mit Kraft belebet. 221 222 Zur Pfingstzeit. Nach der Wandlung. Mel. 108. 1. Gott, heil'ger Geist, dein Gnadenlicht Enthüllet, was dem Sinn gebricht, Und zeigt uns hier das höchste Gut, Des Vaters Sohn mit Fleisch und Blut. 203 2. In deiner Liebe heil'gem Strahl Laß uns dem heil'gen Liebesmahl C Im Glauben und in Demuth nah'n, Und tiefgebeugt es beten an. 3. Komm', mach uns All' von Sünden rein, Und gieß' uns wahre Liebe ein, Damit im Leben und im Tod Uns stärke dieses Engelbrod. 204 Schluß. Mel. 59. Geist Gottes, segne uns're Werke, Und nimm dich unsrer Schwachheit an, Verleih' uns Muth, verleih' uns Stärke, Zu wandeln auf der rechten Bahn; Dann wird bei uns der Friede wohnen, Es schwindet Feindschaft, Groll und Neid, Du reichst uns dann des Friedens Kronen Im Reiche ew'ger Seligkeit. Zur Pfingstzeit. Pfingstlieder. Wirkungen des heil. Geistes. Mel. 72. 208 1. Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt, Mit Wahn und Gößendienst erfüllt, Da kam des Höchsten Licht herab Durch seinen Geist, den er uns gab. 2. Er schwebte auf der Jünger Schaar, Die Glauben voll versammelt war, Das ihr verheiß'ne Licht zu schau'n, Und dann des Siegers Reich zu bau'n. 3. Vom Sturm erzitterte das Haus, IN Da goß auf sie der Geist sich aus; Dein Wunder, Gott, soll sichtbar seyn, Drum weihst du sie mit Flammen ein. 4. Die Freunde Jesu gingen gern, Zu sammeln Schüler ihrem Herrn, Vom Aufgang bis zum Niedergang Ward Alles Licht und Lobgesang. ind 5. Es öffnet sich der Zeugen Mund, Und macht die Thaten Gottes fund In Sprachen, die sie nie gehört, Und die der heil'ge Geist sie lehrt. 223 6. Wer nur in ihrem Schatten weilt, Der Kranke wird durch sie geheilt, and 224 Zur Pfingstzeit. Wenn der Apostel Mund gebot, Entfloh bezwungen selbst der Tod. 7. Gott stärket fie, ſie zittern nie, Das Joch des Mittlers tragen sie Zu jeder fernen Nation, Und Aller Heil wird Gottes Sohn. HORDS THE Sel 8. Noch dauert dieser Segen fort, Noch siegt, o Ewiger! dein Wort, Und daß wir glauben, danken wir, O Geist der ew'gen Wahrheit! dir. 9. Erhalt' uns deiner Lehre treu, Mach' uns vom Wahn und Irrthum frei, Und wenn uns Kraft und Muth gebricht, Dann schenke uns dein Gnadenlicht. tipo ne 10. du, der uns der Welt entreißt, Des Vaters und des Sohnes Geist! Zur Liebe Chrifti flamm' uns an, Dann wandeln wir die Himmelsbahn. zob Bitte zu dem heil. Geiste. Mel. 123. 1. Komm', heil'ger Geist, der du die Liebe bist, Komm', Tröster, fuch' uns heim, die wir nach Labung schmachten, Durch deiner Salbung Kraft laß uns nach Tisu natog dem nur trachten, Was Gott gefällt und uns auch heilsam ist. Zur Pfingstzeit. 2. Weih' unser Herz zu deinem Tempel ein, Laß uns in Unschuld stets vor deinen Augen wandeln, 225 In reiner Liebe nur nach deinem Willen handeln, 11nd nie dem Geist der Welt Gehör verleih'n. 3. Komm', heil'ger Geist, du wahres Seelenlicht, Damit uns nicht der Geist der Finsterniß bethöre, Erleuchte unser Herz durch Jesu Christi Lehre, Und zeige uns bie Bahn der Christenpflicht. 4. Wenn uns der Muth in Kümmerniß entfällt, So kannst nur du das Herz mit deinem Trost erquicken; Wird uns'rer Seele bang, so laß sie mit Entzücken Die Krone schau'n in jener höhern Welt. 5. Komm', heil'ger Geist, wenn in der Pilgerschaft Wir auf dem Tugendpfad die Kraft, den Muth verlieren, Wenn Hölle, Welt und Fleisch zur Sünde uns verführen, 6. m Dann steh' uns bei mit deiner Gnade Kraft. Todeskampf, wenn bald das Herz uns bricht, Komm', Geist der Heiligkeit, des Trostes und der Gnade, Daß uns der Fürst der Welt an unserm Heil nicht schade; O heil'ger Geift! verlaß uns Sünder nicht. 15 226 Zur Pfingstzeit. 247 Mel. 104. 1. Komm', heil'ger Geist, du Himmelslicht, Du Lehrer, Trost und Zuversicht! Gott hat dich uns zum Heil gefandt, Du bist der frommen Liebe Pfand, 4 Komm', heil'ger Geist, verlaß' uns nicht. 2. Komm', heil'ger Geist, zu uns herab, Die Wahrheit, die uns Jesus gab, Kann ohne dich nicht fruchtbar seyn; Komm', mach' von Sündenschuld uns rein, Sey unser Führer, Licht und Stab. 3. Komm', heil'ger Geist, mit Gotteskraft, Die neu in uns das Herz erschafft, Entflamme uns mit deiner Glut, Gib uns zum Guten Kraft und Muth, Behalte stets uns tugendhaft. 4. Komm', heil'ger Geist, du Geist von Gott, Du Freund und Trost in jeder Noth, Erleuchte uns des Lebens Pfad, EDICE Komm', sey uns Tröster, Schutz und Rath In unserm Leben und im Tod. 5. Komm', heil'ger Geist, bich bitten wir, Und harren deiner Ankunft hier, Komm', führe uns an deiner Hand In unser himmlisch Vaterland G Zum Vater, Sohn und, Geist! zu dir. Zur Pfingstzeit. 6. Lob, Preis und Dank sey dir geweiht, Dir, der mit Ruh' das Herz erfreut, Dir, der uns stets mit Troft erquickt, Wenn Leiden, Angst und Noth uns drückt, Sey Ruhm und Ehr' in Ewigkeit. 227 Die Ausbreitung des Evangeliums. 208. Mel. 8. 1. Apostel, laufet eure Bahnen, Wohin euch eures Meisters Ruhm Und aller Völker Wohlfahrt mahnen, Dort lehrt das Evangelium. Eilt hin zu euern blinden Brüdern, Entreißet sie der Finsterniß, Theilt ihnen mit von seinen Gütern, Und macht sie ihres Heils gewiß. 2. Kaum fündet ihr nach den Befehlen Des Herrn ihn als Messias an, So nehmen schon dreitausend Seelen Das Wort des Lebens gläubig an. Gott wirkte mit zu euern Saaten, Damit durch Wachsthum und Gedeih'n Sie reiften und zur Aernte nahten, Um euch als Schnitter zu erfreu'n. 3. Doch euer Seeleneifer schränkte in Sich nicht mehr auf Judäa ein, Der, welchen Gott zum Heiland schenkte, 15* Dreifaltigkeitsfest. Sollt' aller Menschen Netter seyn. So weit der Sonne Strahlen glänzen, Soll eurer Siege Schauplaß geh'n, Bis an der Erde fernste Grenzen C Soll Jesu Kreuz verherrlicht steh'n. 4. Bald sank dahin in Staubes Trümmer Der falschen Götter Tempelpracht, Es schwand der eiteln Weisheit Schimmer Vor euerm Wort in Todesnacht. Was immerhin auch die Tyrannen In ihrer Lift und Grausamkeit Zum Druck des Christenthums erfannen, Ward euch zur Sieges Herrlichkeit. 5. So schuf des Geistes mächt'ge Gnade Die alte Welt zur neuen um, Und lichtete des Irrthums Pfade 228 Zur Wahrheit durch das Christenthum. D Geist des Herrn! durch deine Liebe, Die uns nach Jefu Bild erneut, Entflamm' auch unsers Herzens Triebe Zur Liebe und Gerechtigkeit. Das Fest der h. Dreifaltigkeit. zog Meßgefang. Introitus. Mel. 124. 1. Zu Sions Höh'n, zum Thron der Majestät, Schwingt sich mein Geist empor; Dreifaltigkeitsfeft. Am Hochaltar, vereinigt im Gebet, Weiht sich der Christen Chor Mit Herz und Mund dem Opferbund, Der lieb und gnadenvoll Für uns erneuert werden soll. 2. Dreieiner Gott, o Vater, Sohn und Geist! Erhab'ne Einigkeit, Die tiefgebeugt der Chor der Engel preist, Sey hochgebenedeit. Hier liegen wir im Staub vor dir, Und bitten flehentlich, O Gott! erbarme uns'rer dich. 210 Gloria. Mel. 117. Vater, Sohn und heil'ger Geist, Einz'ger Gott in drei Personen, So wie dich der Jubel preist Aller, die im Himmel wohnen, So erschall' auf Erden hier Ehre, Preis und Jubel dir. 229 21 Gredo. Mel. 125. 1. Schöpfer, deiner Allmacht Spiegel Ist die Ceber und der Halm, Auen, Meere, Thal und Hügel Sind dein Loblied und dein Psalm; Allmacht ruht auf deinen Wegen, 230 Dreifaltigkeitsfest. Weisheit ist dein Lichtgewand, Und der Liebe reicher Segen Strömt aus deiner Vaterhand. 2. Unzählbare Wesen nennen Uns den Vater auf dem Thron, Und in Wunderthaten kennen Wir den mächt'gen Gottessohn. Taube, Blinde und die Lahmen Predigen uns seinen Ruhm, Und des Geistes heil'gen Namen Nennt das ganze Christenthum. 212 Offertorium. Mel. 105. Laß dankbar dir, Dreieiniger, Aus reinem Brod und Wein, Zu deines Namens Ruhm und Ehr', Der Liebe Denkmal weih'n; So wie der Herr beim Abendmahl Es that, und uns zu thun befahl, Eh' er sich opfernd gab mit Huld Für unsrer Sünden Schuld. 213 Sanctus. Mel. 45. 1. Heilig, heilig, heilig, Singt dem Vater: heilig! Uns hat seines Wortes Macht Aus dem Nichts hervorgebracht. Singt ihm: heilig, heilig. Dreifaltigkeitsfest. 2. Heilig, heilig, heilig, Singt dem Sohne: heilig! Da das Heil verloren war, Gab er sich zum Opfer dar. Singt ihm: heilig, heilig. 3. Heilig, heilig, heilig, Singt dem Geiste: heilig, Der durch seiner Gnade Kraft Allen Menschen Heil verschafft. Singt ihm: heilig, heilig. 281 214 Nach der Wandlung. Mel. 126. 1. Deffnet euch, ihr Himmelspforten, Deffnet euch den Wunderworten, Die aus Priesters Munde geh'n, Daß zur neuen Bundeslade Gläubig wir den Herrn der Gnade, Gnade sendend, Leben spendend, Zu uns niedersteigen seh'n. 2. Christen, fallt anbetend nieder, Bringt dem Heiland eure Lieder, Voll des wärmsten Dankes, dar. Daß er sichtbar bei uns wohne, Steigt Gott selbst von seinem Throne, Uns zur Speise auf der Reise, 12 Jetzt herab auf den Altar. 3. Herr, laß deine Gnade walten, i Du, den sichtbar die Gestalten, 232 Lied Dreifaltigkeitsfest. 2) 5 Schluß. Mel. 36. 1. Nimm, o Vater! mit dem Sohne Gleicher Kraft und Wesenheit, Mit dem Geist auf gleichem Throne, Unsers Herzens Dankbarkeit. Laß uns durch des Sohnes Segen, Durch des Geistes Gnadenlicht, Nach durchwallten Tugendwegen, Schauen einst dein Angesicht. 2. Laß das Opfer deiner Güte, 216 Unsichtbarer, hüllen ein. Weck' uns aus dem Sündentode, Speif uns mit dem Engelbrode; Laß die Seele, rein von Fehle, Dir Altar und Wohnung seyn. 240 Gott, uns unvergeßlich seyn, Laß mit dankendem Gemüthe Stets uns deinem Dienste weih'n; In dem Lichte deiner Klarheit Führ' uns auf der dunkeln Bahn Zu der Quelle deiner Wahrheit Und der Tugend himmelan. Hoy e auf das Dreifaltigkeitsfest. Mel. 127. 1. Wir beten drei Perſonen 241 In einer Gottheit an, d Dreifaltigkeitsfest. Die in dem Lichte wohnen, Dem Niemand nahen kann, Und unzertrennt im Wesen, An Eigenschaften gleich, Un Weisheit unermeſſen, An Macht und Güte reich. 2. O großer Gott! ich preise Die unumschränkte Macht, Die wunderbarer Weise Die Welt hervorgebracht. Mit dankendem Gemüthe, Mit süßem Freudenruf Erheb' ich deine Güte, Die mich aus Nichts erschuf. 3. Sohn Gottes, den Erbarmen Zur Welt vom Himmel zog, Und für das Heil des armen Verlornen Volks bewog, Den Kreuzestod zu leiden, Erlöser, durch dein Blut. Laß mich die Sünde meiden, Zur Tugend gib mir Muth. 4. Geist Gottes, o entzünde Mit Liebe meine Brust, Gib Abscheu vor der Sünde, Zur Tugend gib mir Lust, Daß ich von ihr nicht weiche, 233 234 Frohnleichnamsfeft. Daß ich nach dieser Zeit, Durch dich geführt, erreiche Die ew'ge Seligkeit. Das Frohnleichnamsfest. 242 Meßgesang. 217 Jutroitus. Mel. 90. 1. Liebend gab der Herr sein Leben, Uns vom Tode zu befrei'n, Um des Lebens Kraft zu geben, Will er ewig bei uns seyn; Gibt im heil'gen Sacramente Sich mit Fleisch und Blut uns dar, Ist bis zu der Zeiten Ende Priester, Opfer und Altar. 2. Seht die neue Bundeslade, Christen, seht das Himmelsbrod, In dem Sacrament der Gnade Feiert Jesu Opfertod; Preis't mit freudigem Gemüthe Des Erlösers Fleisch und Blut, Bringt dem Denkmal ew'ger Güte Eurer Liebe Herzensglut. Frohnleichnamsfeft. Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! 218 Gloria. Mel. 75. Wo die Sonne sich erhöhet Aus des Morgens Purpurschoos, Wo sie wieder untergehet, Ist des Höchsten Name groß; Fern vom Süden bis zum Norden Tönt sein Ruhm, an allen Orten Bringt die Welt, nur ein Altar, Ihm ein reines Opfer dar. 214 Vor dem Evangelium. Mel. 128. 1. Sion, preise deinen Lehrer, Deinen Heiland und Ernährer, Der dich weidet, schüßt und führt; Wag's, nach Kräften ihn zu loben, Denn er wird doch nie erhoben, Wie es seinem Ruhm gebührt. 2. Neuer Jubel soll erheben Dieses Brod, das lebt und Leben, Muth und Kraft der Seele beut, Das beim heil'gen Mahl im Kreise Der erwählten Schaar zur Speise Selbst der Herr hat eingeweiht. 235 236 Frohnleichnamsfest. 3. Tönet, laute Freudenklänge, Froh empor im Festgepränge, Jauchze, Seele, hochentzückt; Denn es wird der Tag gefeiert, Der das Liebesmahl erneuert, Das uns nähret und erquickt. 4. Durch das Mahl im neuen Reiche Sind des alten Bunds Gebräuche Mit den Ostern abgestellt; Altes weicht der neuen Klarheit, Schatten schwinden vor der Wahrheit, Da das Licht die Nacht erhellt. 5. Was von Christus dort geschehen, Sollen wir nach ihm begehen Zum Gedächtniß seiner Huld; Und wir weih'n auf sein Geheiße Brod und Wein zur Lebensspeise Und zum Opfer uns'rer Schuld. 6. Nach den heil'gen Glaubenslehren Ist das Brod, das wir verehren, Chrifti Fleisch, sein Blut der Wein; Was dem bloßen Aug' entschwindet, Was nicht der Verstand ergründet, Sicht des Herzens Glaube ein. 7. Und die beiderlei Gestalten, Die das Heiligste enthalten, Sind nicht Wesen, nur noch Schein; Frohnleichnamsfest. Blut ist Trank, das Fleisch ist Speise, Doch schließt Christus gleicher Weise Ganz in jedem Bild sich ein. 8. Im Genusse nicht versehret, Nicht gebrochen, nicht zerstöret, Wird uns Christus ganz gewährt; Einer, Tausende empfangen, Der empfängt, was die erlangen, Und das Mahl wird nicht verzehrt. 9. Mit verschied'nem Loose kommen Auch die Sünder mit den Frommen, Die zum Leben, die zum Tod; Diesen bringt es Lebensfrüchte, Jenen wird es zum Gerichte, So verschieden wirkt dies Brod. 10. Selbst beim Brechen der Gestalten Laßt für wahr und fest uns halten, Durch den Glauben fromm beseelt, Hall Daß auch unter jedem Theile Christus eben so verweile, Wie das Ganze ihn enthält. 11. Seht, das Engelbrod, die Speise, Die auf wunderbare Weise Kinder nährt auf dieser Reise, Und den Sündern nicht gehört; Schon in Isaak's Gang zum Tode, In des Osterlamms Gebote, 237 238 Frohnleichnamsfest. In der Väter Mannabrode * Ward es bildlich vorerklärt. 12. Guter Hirt, erbarmend leite Uns auf deines Friedens Weide, Schüße uns im Erdenstreite, Schenke uns der Tugend Freude In dem Land der Sterblichkeit. Laß uns, Jesus, hier auf Erden Deines Mahls Genossen werden, Zähl' uns unter die Gefährten Und Genossen der Verklärten In dem Reich der Seligkeit. 220 Credo. Mel. 17. Erhab'ner, deiner Allmacht Stärke Verkündet laut uns die Natur, Und Millionen Wunderwerke Bezeichnen deiner Gottheit Spur. Drum sey auch standhaft da mein Glaube, Wo sich dein hoher Glanz verhüllt, Bekennen will ich dich im Staube Auch in des Brodes niederm Bild. 221 Offertorium. Mel. 115. 1. Nicht mehr rauchen die Altäre, Ferner dampft zu Gottes Ehre Nicht mehr Thier- und Menschenblut; Frohnleichnamsfest. Reiner lodert hier die Flamme, Jesus wird zum Opferlamme, Liebe ist des Opfers Glut. 2. Christen, kommt, beseelt von Liebe, Bringet Abels reine Triebe, Abrahams Gehorsam dar; Bringt, Gerechte, eure Treue, Sünder, bringt des Herzens Neue Und euch selber zum Altar. 222 Sanctus. Mel. 10. Mit Cherubim, mit Davids Harfenklang, Mit Seraphim stimmt an den Lobgesang: Heilig, heilig, heilig, Unaussprechlich heilig! Laut erschall' es nah' und fern, Lob und Ehre sey dem Herrn. 223 Nach der Wandlung. Mel. 129. 1. O heil'ge Seelenspeise! Auf dieser Pilgerreife, O Manna, Himmelsbrod! Du labest sanft die Müden Mit Gottes stillem Frieden, Und stärkest uns zum Tod. 239 2. Du hast für uns dein Leben, O Jesu! hingegeben, 240 Frohnleichnamsfest. Und gibst dein Fleisch und Blut Zur Speise und zum Tranke; Wer preis't mit würd'gem Danke, Was deine Liebe thut? 3. O süßes Mahl der Liebe, Erstick' in uns die Triebe Verbot'ner Sinnlichkeit; Und laß in deinem Frieden, D Gott! uns schon hienieden Uns freu'n der Ewigkeit. 224 Schluß. Mel. 18. Denkmal wahrer Liebe! Sey unvergeßlich mir, Sey mir ein Quell der Gnade Zur Tugend für und für; An deiner heil'gen Flamme Erwärme sich mein Herz Für Gott zur Bruderliebe, Und schwing' sich himmelwärts. Lieder von allerh. Sacrament. Die Einsetzung des h. Abendmahls. 225 Mel. 115. 1. Deinem Heiland, deinem Lehrer, Deinem Hirten und Ernährer, Frohnleichnamsfeft. Christenschaar, stimm' Hymnen an; Dankend preise seine Würde; Denn dir schenkte dieser Hirte, Was nur Liebe schenken kann.. 2. Dort, beim letzten Abendmahle, Saß der Herr im Speisesaale, 241 Aß das Lamm nach Moses Sinn, Gab sodann mit eig'nen Händen, Liebevoll sich zu verpfänden, Seiner Leib zur Speise hin. 3. Nehmet hin, sprach er, und effet Dieses Brod, und o vergesset Ewig meiner Liebe nicht; Denn dies ist mein Leib, zum Leben Aller Menschen dargegeben Vor des Vaters Angesicht. 4. Dann, nach ausgesproch'nem Danke, Reicht er auch den Kelch zum Tranke, Sprechend: trinkt, dies ist mein Blut, Das zum Opfer sich ergießet, Für die Schuld der Sünden fließet: Denket mein, so oft ihr's thut. 5. Was von Jesus dort geschehen Uns zum Heile, das begehen Jetzt die Priester immerfort In des heil'gen Opfers Handlung Durch die wunderbare Wandlung, Nach des ew'gen Priesters Wort. 16 242 Frohnleichnamsfeft. 6. O! so laßt uns niederbeugen, Jesus Lob und Dank erzeigen In dem heil'gen Sacrament; Dankbar wollen wir uns üben, In den Brüdern ihn zu lieben, Bis dereinst der Tod uns trennt. 7. Guter Hirt, gib deiner Heerde Deinen Segen, daß sie werde Deinem heil'gen Bilde gleich; Jesus Christus, wahre Speise, Stärk' uns auf der Pilgerreise, Führ' uns in dein himmlisch Reich. Die Gegenwart Jesu im allerheil. Altarssacramente. zib Mel. 130. 2. In Demuth glaubend, bet' ich dich, O Jesu! an, in Brodsgestalten Bist du verhüllt, doch wesentlich Mit Gottesfülle ganz enthalten. 2. Dir unterwirft mit Freuden sich Mein Herz, verborgen unsern Blicken! Der Geist versinkt, betracht' ich dich, In tiefes Staunen und Entzücken. 3. Hier täuscht Gefühl, Geschmack, Gesicht, Nur dem Gehöre wird die Klarheit. Ich glaube, was der Gottmensch spricht, Aus seinem Munde geht nur Wahrheit. 243 Frohnleichnamsfest. 4. Am Kreuz verbarg die Gottheit sich, Die Menschheit auch birgt diese Stätte; Doch Beides glaubend, flehe ich, Was einst der gute Schächer flehte. 5. Zwar seh' ich nicht, was Thomas sah, Die Mahle deiner Füße, Hände, Und doch bist du, mein Gott, mir nah' In diesem heil'gen Sacramente. 6. Die Seele glaubt, der Mund bekennt: Mehr' meinen Glauben und mein Hoffen, Und halte, nie von dir getrennt, Mein Herz in Liebe, Herr, dir offen. 7. O Denkmal von des Heilands Tod, Du Lebensquelle, Engelspeise, Des neuen Bundes Himmelsbrod, Du Stärkung auf der Pilgerreise! 8. Laß deines Heiles Lieblichkeit Im Leben hier mich stets empfinden, Laß mich am Rande dieser Zeit In dir Kraft, Trost und Ruhe finden. 9. Du wollest mir, o Gottessohn! Die Sünden durch dein Blut verzeihen; Von ihm genügt ein Tropfen schon, Die Welt von Sünden zu befreien. 10. Einst zeig' dich mir im vollen Licht, Herr, jetzt im Bilde mir verhüllet, Dort leuchte mir dein Angesicht, Dann ist mein Sehnen ganz gestillet. 16* 244 Frohnleichnamsfeft. 227 Mel. 131. 1. O Chrift! bemerk' mit Glaubensstärk Dies große Werk, Dies Liebespfand aus Gottes Hand Für's Pilgerland. Christe Jesu, wahres Manhu, Heilig bist du! Dich benedeit die Christenheit In Ewigkeit. 2. Du, Mensch und Gott, gabst dieses Brod. Vor deinem Tod, Im Speisesaal zum Trostesmahl Im Thränenthal. Christe Jesu 2. 3. Beug' Herz und Knie, Gott selbst ist hie, Siehst du nicht wie: O zage nicht, des Glaubens Licht Gibt Zuversicht. Christe Jesu zc, 4. Von Brod und Wein seh'n wir allein Gestalt und Schein. In diesem Bild ist sanft und mild Der Herr verhüllt. Christe Jesu zc. 5. Der Heiland nennt dies Sacrament Sein Testament; Gebeugt vor dir, lobpreisen wir Dich, Gott, dafür. Christe Jesu 2c. 6. Der ist uns nah', den Golgotha Einst sterben sah, Stellt wunderbar auf dem Altar Zum Lamm sich dar. Christe Jesu zc. Frohnleichnamsfeft. 7. Kommt her zu mir, spricht Jesus hier, Sucht Trost, die ihr Mit Angst und Leid und Dürftigkeit Beladen seyd. Christe Jesu 2c. 245 8. D Jesu Christ! glückselig ist, Wer dich genießt, Von Sünden rein, mit dir allein Vereint kann seyn. Christe Jesu zc. 9. Der Liebe Band knüpft dieses Pfand Im Erdenland, Mit ihm vereint wird auch der Feind Versöhnt und Freund. Christe Jesu zc. 10. Vor meinem Tod reich' mir, o Gott! Dies Himmelsbrod; Bleib' dann bei mir, o Herr! und führ Mich heim zu dir. Christe Jesu zc. Die Vorbilder des allerheiligsten 228 Altarssacramentes. Mel. 132. . dur 1. Hochheil'ges Sacrament, dich bet' ich an! D wär' es mir vergönnt, Dich bis zum Lebensend' Zu beten an. 2. Du bist das Osterlamm, deß Gnadenhuld Uns zu erretten fam, Erbarmend von uns nahm Der Sünde Schuld. Frohnleichnamsfeft. 3. Du bist das Himmelsbrod, das uns ernährt, Uns stärkt in Seelennoth, Und selbst im bittern Tod Noch Trost gewährt. 246 4. Du bist der gute Hirt, deß Zärtlichkeit Auf Gnadenweide führt, Und selbst uns Speise wird Zur Seligkeit. 5. Den Vätern gab einst Gott zu Moses Zeit Zur Speise Mannabrod; Doch wurden von dem Tod Sie nicht befreit. 6. Wie glücklich ist der Christ, da Jesus spricht: Wer dieses Brod genießt, Aus dem das Leben fließt, Stirbt ewig nicht. 7. Herr, laß uns jederzeit, dies bitten wir, Von aller Schuld befreit, In Herzensreinigkeit Uns nahen dir. 8. Reich' uns dies Sacrament im Pilgerland, Und an des Lebens End', Wann Seel' und Leib sich trennt, Zum Lebenspfand. Frohnleichnamsfest. Das allerheiligste Sacrament das Geheimniß der Liebe Jesu. Mel. 133. 229 1. O Engel Gottes! eilt hernieder, Und stimmet ein in uns're Lieder, Der Tag ist festlich uns und euch. Das Himmelsbrod, das wir verehren, Mit dem wir uns're Seelen nähren, Dies macht den Menschen Engeln gleich. 2. O Abgrund unbegriff'ner Gnade, War's nicht genug auf Erdenpfade Zu steigen von des Himmels Höh'n; Die Zeit von mehr als dreißig Jahren Verachtet, arm und in Gefahren Mit Undankbaren umzugeh'n? 247 3. War's nicht genug, die Kranken hellen, Gefunden Rath und Trost ertheilen, Uns höchster Weisheit Lehrer seyn; Für uns in frechen Henkers Händen Des Lebens Lauf in Qualen enden, Uns von dem Untergang befrei'n? 4. O nein, es walten neue Triebe Der ewig uns verheiß'nen Liebe In unsers Heilands treuer Brust; Sie lehren ihn das Mittel finden, Sich uns noch enger zu verbinden, Bei Menschenkindern sucht er Luft. Frohnleichnamsfeft. 5. Was keinem Volk geschah hienieden, Das Heil allein ist uns beschieden, Der Vater ist den Kindern nah'; Um uns Verzeihung anzukünden, Mit uns sich liebend zu verbinden, Ift Gott in uns'rer Mitte da. 6. Noch trägt er unsichtbar die Wunden, Die er auf Golgotha empfunden, Da er für uns das Opfer war; Noch stellt er sich auf den Altären, Uns Heil und Leben zu gewähren, Unblutig seinem Vater dar. 7. Er will bis an den Schluß der Zeiten Bei uns sich einen Sig bereiten, 248 Uns seine Neigung darzuthun; Den Glanz der Gottheit einzuhalten, Verhüllt er sich in Brodsgestalten, Und will in unsern Herzen ruh'n. s. Drum preise dich, o guter Hirte! Gesang und Saitenspiel und Zierde, Das Rauchfaß hauche süßen Duft; Die Priesterschaft im Feierkleide Verkünde laut der Kirche Freude, Hoch schall' die Glocke in die Luft. 9. So wie der Engel Millionen, Die in dem hohen Himmel wohnen, Dem Heiland Lobgesänge weih'n: So hall' der Ton der Freudenlieder Frohnleichnamsfeft. Auf Erden, in dem Tempel wieder, Und stimm' in Seraphs Jubel ein. 10. Wie in die Luft des Weihrauchs Wolke, So steig' zu ihm vor allem Volke Auch unser Lob- und Dankgesang; Und was ihm uns're Lippen lallen, Soll ihm zum Preise wiederhallen, Im Wandel unser Lebenlang. TE 249 Das allerheiligste Sacrament die Speise der Seele. 230 Mel. 134. 1. In Brods- und Weinsgestalten Ist Jesu Fleisch und Blut Auf dem Altar enthalten, Das höchste Seelengut. Gelobt, gebenedeit Soll seyn zu jeder Zeit Dies heiligste Geheimniß, Jetzt und in Ewigkeit. 2. Wir seh'n, wo Sinne schweigen, Im Glauben Gottessohn, Wir beten an und beugen Uns tief vor seinem Thron. Gelobt, gebenedeit u. s. w. 3. Hier ist die Seelenspeise, Wie uns der Glaube lehrt, Die auf der Lebensreise 250 Frohnleichnamsfeft. Uns stärket und ernährt. Gelobt, gebenedeit u. s. w. 4. Dein Fleisch zum Gnadenleben, Dein Blut zum Seelentrank Hast du uns, Herr, gegeben, Dir sey Lob, Preis und Dank. Gelobt, gebenedeit u. s. w. 5. Gestärkt von diesem Brode, Besiegt der Christ die Welt, Im Leben und im Tode Bleibt er ein Tugendheld. Gelobt, gebenedeit u. s. w. 6. Wann wir das Leben schließen, Und dieses Engelbrød Mit frommer Luft genießen, Dann leben wir im Tod. Gelobt, gebenedeit u. s. w. 7. Der Tod kann uns nicht schrecken; Hier ist das Unterpfand, Daß Gott den Leib wird wecken Zum ew'gen Vaterland. Gelobt, gebenedeit u. s. w. 8. Herr, wenn am Lebensende Einst unser Abend naht, Dann bleib' im Sacramente Bei uns mit deiner Gnad'. Gelobt, gebenedeit u. s. w. 9. Verborg'ner, hier zugegen, Frohnleichnamsfest. Beglücke jeden Stand, Umström' mit deinem Segen Das ganze Vaterland. Gelobt, gebenedeit u. f. w. 251 Die Vereinigung mit Jesus im allerh. Sacramente. Mel. 6. 231 1. Seht das wahre Himmelsbrod, Jesus selbst ist hier zugegen; Hilf und Trost in unsrer Noth, Leben strömt von ihm und Segen; Seht, wie sehr der Herr uns liebt, Der sich selbst zur Speise gibt. 2. Aller Gnaden Quell ist hier: Wer mein Fleisch und Blut genießet, Spricht der Herr, der bleibt in mir, Ich in ihm, und Leben fließet In des Schwachen Seele hin, Meine Speise stärket ihn. 3. Wie des Weinstocks edler Saft Leben bringt dem Schoß' der Neben, So erhält in Jesus Kraft Und der Seele Gnadenleben, Wer bei seinem Mahl erscheint, Würdig sich mit ihm vereint. 4. Wir, die auf des Herrn Gebot Theilen dieses Brod, sind Viele, 252 Frohnleichnamsfeft. Alle nur ein Leib, ein Brod, Effen hier zu einem Ziele; Daß wir so mit Herz und Mund Schließen einer Liebe Bund. 5. Eins mit Gott im Liebespfand Sind wir eines Leibes Glieder, Hier vereint in einem Band Sind der Fürst und Bettler Brüder; Hier erscheint nicht arm, nicht reich, Alle find in Jesus gleich. 6. Laßt in Liebe unter uns In dem Heiland uns vereinen, Und zum Siegel dieses Bunds Oft an seinem Tisch erscheinen. Eins mit Gott und Brüdern seyn: Welch ein seliger Verein. Die äußeren Zeichen des allerheil. Sacramentes. 232 Mel. 135. 1. Frohe Jubellieder bringen Wir, o Herr! dir heute dar, Große, Kleine, Arme, Reiche Drängen sich um den Altar; Mächtig klingen Orgeltöne, Festlich hallt der Glockenklang, Mächtiger und feierlicher Töne unser Lobgesang. Frohnleichnamsfeft. 2. Tempel und Altäre zieren Frische Blumen, junges Grün; Schöner, herrlicher noch schmücke Uns ein reiner, frommer Sinn. Wie des Weihrauchs Duftgewölke Lieblich steiget himmelwärts, So erhebe rein und freudig Sich zum Himmel jedes Herz. 3. Was der Herr im Kreis der Jünger. Einst befahl in jener Nacht, Feiert festlich seine Kirche 253 Mit Triumph und Siegespracht. Und es ehren ganze Völker Jesum mit gebog'nen Knie'n, An des Altars Stufen legen Könige die Kronen hin. 4. Lieblich sind, o Herr! die Zeichen, Die du liebend auserwählt, Brod und Wein, durch welche Gaben Gott des Leibes Kraft erhält; Doch die äußerliche Hülle Schließet ein Geheimniß ein, Lehrt, was du dem Geist willst werden, Und was wir uns sollen seyn. 5. Wie die Frucht der gold'nen Nehren Unsern schwachen Leib ernährt, Wie der Wein dem schwachen Kranken Neue Lebenskraft gewährt: 254 Frohnleichnamsfest. So bist du uns Brod vom Himmel, Das der Seele Leben schenkt, Du der Weinstock, der mit Labfal Uns're franken Herzen tränkt. 6. Wie der gold'nen Körner Menge In dem Brode Eines ist, Wie der Purpurbeeren Fülle Sich zu einem Wein ergießt: Also seyen deine Jünger Nur ein Herz und nur ein Sinn, Eins in Liebe mit dem Vater, Und mit dir ein Herz, ein Sinn. 7. Laßt des Jubels Lied erschallen, Jauchzet, Christen, himmelan; Gott mit uns hat uns vor Allen Seine Liebe fund gethan. Angestimmt von allen Zungen Töne seiner Majestät Laut der Psalm der Huldigungen Und des Herzens Dankgebet. Die Verherrlichung Jesu im allerheiligsten Sacramente. 233 Mel. 136. 1. Es fommt der Herr, der Heiland naht Im Lebensbild des Brodes, Es kommt im Lenz, in grüner Saat Der Sieger alles Todes. Frohnleichnamsfeft. Was köstlich unsre Erde beut, Zu seinem Einzug sey's bereit; Mit Blumen streut den Weg, Bekränzet jeden Steg, Und schmückt sein irdisch Haus Mit Gold und Demant aus; Grüßt ihn mit Sang und Hochgeleit. 2. Der Herr und König naht; ihn grüßt, Ihm singt im Festgewande, Deß' Reich die Sterne all' umschließt, Er kommt in seine Lande. Er kommt, so Kraft als Milde ganz, Der Völferhirt im Friedenskranz: Empfang' ihn Glockenschall, Begrüß' ihn Liederhall, Geleitet, Fürsten, ihn, Ihm huldigt auf den Knie'n, Folgt alle seinem Strahlenglanz. 255 3. Der Opferfürst, der Priester naht, Er kommt im Opferbrode, Ein Opferlamm, nach Gottes Rath, Gab er sich selbst zum Tode. Er rief zum Mahl die Jüngerzahl, Er segnet Brod und Opferschaal', Theilt liebend Brod und Wein: Nehmt hin und denket mein, Es ist mein Leib, mein Blut, 256 Frohnleichnamsfeft. Es komme euch zu gut, Sey meiner Lieb' ein ewig Mahl. 4. Der Lehrer kommt, der Meister naht, Er lehrt zu Gottes Ehre, Und Liebe war, in Wort und That, Der Inhalt seiner Lehre. So horchet denn dem Gotteswort, Altäre baut in Süd und Nord, In Oft und Westen auf, Gleich seiner Boten Lauf, Es werde Allen kund Das Wort im neuen Bund, Das unser Heil und unser Hort. 5. Es kommt der Herr, der treue Hirt, Und wir sind seine Heerde; Er sucht, hat sich ein Lamm verirrt, Es auf der ganzen Erde. Ein Felsenhaus hat er bereit Voll Himmelslicht und Sicherheit, Das gibt der Heerde Schuß, Das beut der Hölle Truß, Das dehnt sich allerort In alle Fernen fort ,. Das fasset All' in Ewigkeit. 6. Es kommt der Herr, der Mittler naht, Der Erd' und Himmel einet, Der zwischen Gott und Menschen trat, Selbst Gott und Mensch vereinet. Frohnleichnamsfeft. Er führte Gottes Sühnerhand, Knüpft zwischen Gott und uns ein Band, Das einet so gelind Dem Vater- Gott das Kind, 257 Das eint den Gottessohn Uns hier als Bruder schon, Das macht uns ihm und Gott verwandt. 7. Es kommt der Herr, der Gottessohn, Er ist in uns'rer Mitte; Wir steh'n um seinen Gnadenthron Mit Sang und Preis und Bitte. Er, dem die Welt ist unterthan, Er fam in seiner Macht heran, Es kam in Brodsgestalt Die göttliche Gewalt, Und beut in Erdenkost Uns aller Himmel Troft Und Fried' und Heil und Segen an. Aufforderung zum Lobe des allerheiligsten Sacraments. 234 Mel. 137. 1. Brich frohe Morgenröthe an, Verkünderin der Sonne, Entfalte deine Purpurbahn Zur neuen Festeswonne, Und bringe uns den schönsten Tag Auf deinen Rosenwegen. 17 258 Frohnleichnamsfest. Dir folgt des Himmels Zierde nach, Der Erde Heil und Segen. 2. Reich deiner Blüthen Zierde dar, Du lachendes Gefilde! Es prange Tempel und Altar Im bunten Frühlingsbilde. our Es soll sich heut zum holden Duft Der Blumen Kelch enthüllen, Und Wohlgeruch die Himmelsluft Mit Weihrauchdampf erfüllen. 8. Ihr Straßen, überstreut mit Grün, Verwandelt euch in Gärten, Es soll Palast und Hütte blüh'n, Des Heilands Tempel werden; Der Kerzen Flamme strahl' hervor In Millionen Sternen, Die Fahne schwinge sich empor In blaue Himmelsfernen. 4. Es tön' der hohe Festgesang In neuen Melodieen, Es stimm' der Glocken Feierklang In seine Harmonieen. Und aus der Orgel starkem Mund Soll Jesn Lob erschallen, Und seine Güte mache fund Der Stücke Donnerknallen. 5. Der bunten Vögel Flötenton, In seinen tausend Weisen, Frohnleichnamsfest. Erklinge um den Blumenthron, Den Gottessohn zu preisen. i Mensch, Thier und Pflanze, Wald und Flur, Vereinigt euch in Chören; Du, ganze blühende Natur, Laß deine Jubel hören. 259 6. Verborg'ner Gottmensch, höchstes Gut, Dir fallen wir zu Füßen, Zum Staub gebeugt, dein Fleisch und Blut Anbetend zu begrüßen; O Himmelsbrod! o Lebenspfand! Erlabe uns beim Sterben, Und mache uns im Vaterland Zu deines Reiches Erben. نام 23 Mel. 75. 1. Kommt herab, ihr Himmelsheere, Cherubim und Seraphschor, Zu des Heilands Ruhm und Ehre Schalle euer Lied empor! Singt, der Sel'gen Millionen, Fürsten, Mächte, Himmelsthronen: Hochgelobt sey ohne End' Jesus Christ im Sacrament. 2. Daß doch auch von Menschenzungen, Wie im hohen Heiligthum, Würde nach Gebühr besungen Deiner Güte Preis und Ruhm, 17* 260 Frohnleichnamsfest. Jesus, der du Blut und Leben Für uns Menschen haft gegeben, Sey gelobet ohne End' Im hochheil'gen Sacrament. 3. Tretet in vereinte Chöre, Ihr vom niedern Erdenkreis, Mit den Engeln singt die Ehre, Singet des Erlösers Preis. Also, wie im Himmel droben, Sey auf Erden hoch erhoben Jesus Christus ohne End' Im hochheil'gen Sacrament. 4. Auf dem weiten Erdenrunde Preise jede Nation, Bald vereint im Glaubensbunde, Den vermenschten Gottessohn; Von den Erdbewohnern allen Möge laut der Ruf erschallen: Hochgelobt sey ohne End' Jesus Christ im Sacrament. 236 Mel. 138. 1. Ihr Engel insgesammt ,Laßt uns, von Lieb' entflammt, Den Herrn erheben; Ihn ehre Lob und Dank, Der sich zur Speif, zum Trank Hat dargegeben. Frohnleichnamsfest. 2. Ihr Engel ohne Zahl, Preis't Gott im Abendmahl Durch Jubelchöre, Wie euer Preisgefang Zu Bethlehem erklang: Gott sey die Ehre. 3. Ihr Engel alle schwebt Vom Himmel, und belebt Der Menschen Lieder. Das Heilig schalle Gott, Dem Herrn Gott Sabaoth Im Tempel wieder. 4. Ihr Engel abermal, Laßt über Berg und Thal Das Loblied steigen; Singt Ruhm dem Himmelsbrod, Dem Sünde, Höll' und Tob Besieget weichen. 5. Laß uns, du heil'ge Schaar, Mit dir des Herrn Altar Voll Dank umgeben, Bis wir das Sacrament Einst preisen ohne End Im ew'gen Leben. 237 Mel. 139. 1. Kommet, lobet ohne End' Das hochheil'ge Sacrament, 261 262 Frohnleichnamsfeft. Welches Jesus eingesetzet Uns zum Testament. 2. Er, der einst am Kreuzaltar Uns'rer Sünden Opfer war, Stellt sich jetzt als Brod des Lebens Uns zur Speise dar. 3. Sey gelobt, gebenedeit, Denkmal der Barmherzigkeit, Pfand des Lebens, Pfand des Friedens, Pfand der Seligkeit. 4. Sey gegrüßt, des Lebens Pfand, Du, der reinsten Liebe Band, Labsal auf der dunkeln Neise In das Heimathland. 5. Schenke, Herr, zu jeder Zeit Deiner ganzen Christenheit In dem Glauben, in der Liebe Fried' und Einigkeit. 6. Deine Kirche, deine Braut, Die du auf den Fels gebaut, Schüße vor der Höllenpforte, Wie sie dir vertraut. 7. Und ist uns're Pflicht gethan, Und durchwallt des Lebens Bahn, D! dann nimm' zu deinen Freuden Uns're Seele an. Frohnleichnamsfeft. Dank für die Gnaden des allerh. Sacramentes. 263 238 Mel. 140. 1. Herr, der du am Kreuzesstamm Unschuldvoll, wie ein Lamm, Dich zum theuern Lösegeld Für die Schuld der ganzen Welt, Uns zum Heil willig haft dargestellt; Der Erlösten Schaar bringt am Sühnaltar Ihre Liebe dar. Blick', o Heiland! gnadenvoll R Auf die Armen hin, die im Danferglüh'n Dir jetzt weih'n des schwachen Opfers Zoll. 2. Und mit deinem Fleisch und Blut Nimmst du jetzt, höchstes Gut, Dem der Engel Lied erschallt, In der Brods- und Weinsgestalt, Liebevoll uns zum Trost, Aufenthalt. Wenn des Müden Kraft in der Pilgerschaft Sinket und erschlafft, Dann wird er durch dieses Brod Wieder neu belebt, muthvoll und erhebt Sich als Sieger über Sünd und Tod. 3. Dir erschalle Lobgesang, mine Preis und Nuhm, Jubelklang, Dir, der hier uns Heil gewährt, Unser Fleh'n mit Huld erhört, Durch sein Fleisch und sein Blut uns ernährt. Frohnleichnamsfest. Herr, dir leben wir, Herr, wir sterben dir, Und sind für und für Dein im Leben und im Tod; Laß uns dir allein unser Leben weih'n, Dann besiegt uns feine Erdennoth. Kommuniongesänge. 264 239 Mel. 141. 1. Herr, du unerschaff'nes Wesen, Unbegreiflich hohes Gut, Wer kann je die Macht ermessen, Die in deinen Werfen ruht? Großer Gott! dich einzuschränken, Sind die Himmel selbst zu klein, Und dich schließt, wer fann's gedenken? Die Gestalt des Brodes ein. 2. Allmacht, Liebe, ach! die Erde Und der Himmel staunt dich an; Daß er deiner würdig werde, Was hat je der Mensch gethan? Um des Sünders Noth zu heilen, Steiget Gott in's Erdenthal, Und um stets bei ihm zu weilen, Stiftet er das Liebesmahl. Glaube. 2 3. Dort in kleinen Brobsgestalten Birgt der Gottheit Fülle sich, andin Frohnleichnamsfeft. Was dem Sinne vorenthalten, Lehrt der fromme Glaube mich. Ja, ich glaube fest die Wahrheit: Hier ist Gott durch Gottes Macht, Leben ist sein Wort und Klarheit, Und er selbst hat es gesagt. Hoffnung. 4. Hier steht uns die Quelle offen, Der des Lebens Kraft entfließt, Gnade lohnt des Büßers Hoffen, Der vom heil'gen Mahl genießt. Ja, verborg'ner Gott, ich wende, Gnade hoffend, mich zu dir, Denn im heil'gen Sacramente Bist du Trost und Leben mir. Liebe. 265 5. Aus dem Uebermaaß der Güte Gibst du mir dein Fleisch und Blut; Drum mit dankendem Gemüthe Lieb' ich dich, o höchstes Gut! Möcht' ich stets von ganzem Herzen Liebend dir ergeben seyn, Glück und Unglück, Freud' und Schmerzen, Alles dir zum Opfer weih'n. Bitte. 6 Jesus! oft und frei von Sünden Laß mich deinem Tische nah'n, Laß in dir mich Stärke finden 266 Frohnleichnamsfest. Auf der steilen Tugendbahn, Und an meines Lebens Ende, Vor der dunkeln Pilgerschaft, Sey im heil'gen Sacramente Meiner Seele Troft und Kraft. 240 et& C Mel. 54. 1. Kommt alle Kreaturen her Vom hohen Firmament, f. Bringt, Weltgestirne, Lob und Ehr' Dem heil'gen Sacrament. Was auf der weiten Erde lebt, Im Meere schwimmt, in Lüften schwebt, Lobpreise ohne End' Das heil'ge Sacrament. 2. Ihr glanzumstrahlte Cherubim, Vereint im hohen Chor, Ihr liebentflammte Seraphim, Hebt eure Stimm' empor; Erhebt mit heil'gem Harfenklang Den himmlischen Triumphgefang, Singt: heilig ohne End' Dem Herrn im Sacrament. 3. Ihr Patriarchen, stimmet ein Mit der Prophetenschaar, Mit den Aposteln im Verein, Bringt euer Loblied dar. Bekenner, die der Herr erfor, Frohnleichnamsfest. Du seliges Jungfrauenchor, Lobpreiset ohne End' Das heil'ge Sacrament. 4. Kommt, feiert hier der Liebe Bund, In Demuth betet an, Macht, Christen, allen Völfern fund, Was uns der Herr gethan. Er, der die ganze Welt erfüllt, Ist hier, in Brodsgestalt verhüllt, Vis an der Zeiten End' Bei uns im Sacrament. 5. In Liebe feiert Jesu Tod, Wie sein Apostel spricht, Genießet würdig dieses Brod, Und nicht zum Strafgericht. Nur wer gerecht beim Mahl erscheint, In Liebe sich mit Gott vereint, Dem wird des Lebens Heil Am Tisch des Herrn zu Theil. 6. O Jesu! Quell der Seligkeit, Hör' unser Flehen an, Laß uns, von aller Schuld befreit, di Stets deinem Tische nah'n, Laß alle brüderlich vereint, Wie du es willst, o Menschenfreund! Dem Ziel entgegen geh'n, Wo wir dich selber seh'n. 7. O Jesus, unsre Zuversicht, 267 Frohnleichnamsfeft. Und Trost in jeder Noth, Wenn einst das Herz im Tode bricht, Dann reich uns dieses Brod Zur Wegzehr in die Ewigkeit, Zum Unterpfand der Seligkeit; Sey an des Lebens End' Uns Trost im Sacrament. 241 Mel. 133. 1. O Gott! du wohnst in einem Lichte, Das dich vor unserem Gesichte 268 Verbirgt, Glanz ist dein Gloriekleid; Nur körperlose Geister können Dich fühlen, sich dir nah'n, dich nennen, Dich sehen, Gott der Herrlichkeit! 2. Doch, welche Liebe, welch Erbarmen Erzeigest du, o Gott! mir Armen, Du, Gott und Herr der Ewigkeit! Du wolltest mich zu dir erheben, Und mir dich zu erkennen geben, Drum nahmst du Fleisch an in der Zeit. 3. Um meine Speise hier zu werden, Bist du, o Gott und Mensch! auf Erden Im heil'gen Sacramente hier; Der Engelchor, der dies erblicket, Liegt liebentflammt und hochentzücket Und tief anbetend, Herr, vor dir. 4. Darf ich zu dir mein Aug' erheben, Frohnleichnamsfeft. Muß nicht vor dir ich Sünder beben, Vor dir, dem Gott der Reinigkeit? Ach, Herr! wie kann ich mich getrauen, Von Ferne nur dich anzuschauen? 269 Wär' dies nicht schon Vermessenheit? 5. Doch nein, du rufest ja den Sündern, Du machest sie zu Gottesfindern, Wenn sie zu dir um Gnade schrei'n. So tilg' erbarmend meine Sünde Und seße mich zu deinem Kinde Durch deine Gnade wieder ein. 6. Dich, meinen Gott, hab' ich entehret, Mich wider dein Gesetz empöret: Vor dir bekenn' ich meine Schuld. Sieh', wie mein Herz, in Reu' entzündet, Die Schwere seiner Schuld empfindet, Vergib, erzeig' mir deine Huld. 7. Herr, jederzeit hast du verziehen Und Gnade durch dein Blut verliehen, Dem, der dich um Verzeihung bat; Ich hoffe nun auf deine Treue, Auf deine Güte, die der Neue Barmherzigkeit versprochen hat. 8. Ich bin nicht werth, dich zu genießen Und in mein Herz dich einzuschließen, O du mein Gott der Herrlichkeit! Doch, weil du selbst mich haft geladen, So ziere mich mit deinen Gnaden, Frohnleichnamsfest. Gib meiner Seel' ein Hochzeitkleid. 9. Ihr Engel, die ihr tiefgebeuget Dem Sohne Gottes Ehr' erzeiget, Entzündet mich mit eurer Glut, In eurer Liebe heil'ger Flamme; O! laßt mich nah'n dem Gotteslamme, Genießen Jesu Fleisch und Blut. 10. Nun, meine Seele, geh' entgegen Dem Bräutigam, der deinetwegen Sich hier in Brodsgestalt verhüllt; Empfange ihn, er ist die Speise, Die dich auf wunderbare Weise Ernährt und deine Sehnsucht stillt. 11. Gleich wie der Hirsch zur Quelle rennet, Wenn ihn des Durstes Hiße brennet, So eilt, o Gott! mein Herz zu dir; Es dürftet, schmachtet vor Verlangen, Dich, meine Liebe, zu empfangen, Dich, meine Hoffnung und Begier. 12. Mein Herr, mein Gott, du meine Liebe, Still' meines Herzens heiße Triebe, Und komm' in deiner Huld zu mir. Komm', Jesus, Quell' der Seligkeiten, Komm', Spender wahrer Himmelsfreuden, Mein ganzes Herz verlangt nach dir. 242 270 Mel. 142. 1. Jesu, Jesu, fomm' zu mir, O wie sehn' ich mich nach dir, Frohnleichnamsfest. Du, der Seele Trost und Freund, Wann werd' ich mit dir vereint? 2. Leben ohne dich ist Pein, Du nur kannst das Herz erfreu'n, O wie seufzt mein Herz nach dir, Jesus Christus, komm' zu mir. 3. Keine Lust ist in der Welt, Die mein Herz zufrieden stellt, 105 Deine Liebe, Herr, allein Kann für mich Erquickung seyn. 4. Darum sehn' ich mich nach dir; Eile, Jesu, komm' zu mir, Flöß' in Traurigkeit und Schmerz Deinen süßen Trost in's Herz. 5. Ach! du gingst für mich zum Tod, Gibst dich jetzt im Himmelsbrod Mir zur Speise und zum Trank; Dir sey ewig Lob und Dank. 6. Ach, o Herr! ich bin nicht rein Und nicht werth, dein Gast zu seyn; Doch ein Wort aus deinem Mund, Und die Seele ist gesund. 7. Herr, verzeih' mir meine Schuld, Komm' zu mir nach deiner Huld; Einst in meiner Todespein Führ' mich dann zum Leben ein. 271 272 Frohnleichnamsfest. 243 Mel. 143. 1. Erfreut euch, fromme Seelen, Ein Wunder ist gescheh'n, Von Engeln zu erzählen, Im Geiste nur zu seh'n: In Brods- und Weinsgestalten Ist Jefu Fleisch und Blut Auf dem Altar enthalten, Der Seele höchstes Gut. 2. Verhüllt ist hier zu finden Das wahre Gotteslamm, Das aller Menschen Sünden Getilgt am Kreuzesstamm. Es ist die Lebensspeise, Das wahre Himmelsbrød, Es nährt uns auf der Reise, Und stärket uns im Tod. 3. Du gibst dich uns aus Liebe, O Herr! zur Speis, zum Trank, Geweiht aus reinem Triebe Empfang' des Herzens Dank; Entzünd' in uns Verlangen Nach deinem Fleisch und Blut, Laß uns in dir empfangen Der Seele Kraft und Muth. 4. O Heiland! komm' und stille Die Sehnsucht uns'rer Brust, Durch deine Gnad' erfülle Frohnleichnamsfeft. Das Herz mit Himmelslust. Ermuth'ge uns zum Streiten, Zum Siegen. gib uns Kraft, Gib Trost uns in dem Leiden Der Erdenpilgerschaft. 5. Sey in des Todes Schrecken Uns einst das Unterpfand, Daß Gott uns wird erwecken Zum ew'gen Vaterland. Sey Führer uns beim Scheiden Aus diesem Thränenthal, Laß Engel uns begleiten Zum ew'gen Freudenmahl. 273 244 Mel. 6. 1. Meinen Jesum laß ich nicht, Er hat sich für mich gegeben; Sollt' ich nicht aus Dank und Pflicht Ihm anhangen, ihm nur leben? Er ist meines Lebens Licht, Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, Durch Gehorsam, den ich übe Gegen das, was er gebeut, Halt' ich fest an seiner Liebe; Trauend dem, was er verspricht, Laß ich meinen Jesum nicht. 3. So ist er mein Theil und Ruhm 18 274 Die Feste der Jungfrau Maria. Bis an meines Lebens Ende, Ihm geb' ich zum Eigenthum Ganz mich hin in seine Hände; Er ist meine Zuversicht, Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Hier auf Erden kann nichts seyn, Was des Herzens Wünsche stillet, Du, v Jesu! bist's allein, Der sie hier schon ganz erfüllet; Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Wenn mein Auge bald erlischt, Wang' und Lippe sich entfärben, Mich kein Labsal mehr erfrischt, Alle Sinne mir ersterben, Wenn das matte Herz dann bricht, Laß ich dich, o Jesu! nicht. Feste der Heiligen. Die Feste der allerfeligsten Jungfrau Maria. 270 Meßgesang. Introitus. Mel. 36. 1. Jungfrau, Mutter, dich beglückte Jeder Gnade Sonnenglanz, Die Fefte der Jungfrau Maria. Und dein reines Leben schmückte Jeder Tugend Palmenkranz. Schmuck des Himmels, Trost der Erde, Die du uns're Zuflucht bist, Holde, Reine, Unversehrte, Maria, sey. gegrüßt! 2. Heilig preisen alle Wesen Ihn, der von dem Himmel fam, Und um uns're Schuld zu lösen, Fleisch von deinem Fleische nahm. An der Seite seines Thrones Steh' uns, Jungfrau, bittend bei, Daß das Opfer deines Sohnes Uns'rer Seele heilsam sey. Gloria. Mel. 75. Lieblich aus Maria's Munde 275 Tönte, Gott, dein hohes Lob, Wenn sie in der Andachtsstunde Ihr Gemüth zu dir erhob. Wenn auch wir, dir Ruhm zu bringen, Heut Maria's Lob besingen, Höre dann, o Herr! wir fleh'n, Unser Lied in deinen Höh'n. 27 Credo. Mel. 23. 1. Dich, Jungfrau, preiset selig Das gnadenreiche Wort, 18* 276 Die Fefte der Jungfrau Maria. Du glaubtest, und der Glaube War deines Lebens Hort. Er war auf dunkeln Wegen Dir stets ein Lichtesstrahl, Er gab dir Muth und Stärke In deiner Leiden Qual. 2. O Glaube! Licht des Himmels, Ein Stern in finst'rer Nacht, In Trübsal und Gefahren Der Seele Trost und macht! Eröffne uns zum Frieden Die stille Tugendbahn, Erhebe uns im Kampfe Ermuthigt himmelan. 273 Offertorium. Mel. 144. 1. Reinste Jungfrau, Gottes Willen Und Gesege zu erfüllen, Stellst du dich den Priestern dar, Opferst Jesum am Altar; Tief gebeugt, gleich andern Frauen, Opferst du, und dein Vertrauen Lohnet Gott im Tempel schon Durch den frommen Simeon. 2. Unbefleckte, reich an Gaben, Ueber Engel hoch erhaben, Gibst du Gott die Ehr allein, Und willst seine Magd nur seyn. Die Fefte der Jungfrau Maria. Laßt uns, Christen, stets bestreben, Wie Maria fromm zu leben, Und dem Herrn, von Sünden rein, Unser Herz zum Opfer weih'n. 274 Sanctus. Mel. 3. Heilig, Herr, Gott Sabaoth, Ruhm sey dir und Ehre, Dreimal heil'ger, starker Gott! Singt, ihr Himmelsheere, Ihm, der kommt in Gottes Namen, Singet: Halleluja, Amen, Singet, Christi Glieder, In der Engel Lieder. 27 Nach der Wandlung. Mel. 75. 1. Jesus Christ ist hier zugegen, Der für uns am Kreuze starb, Er, der Völker Heil und Segen, Der uns Seligkeit erwarb. Laßt uns ihm die Kniee beugen, Unser Haupt zur Erde neigen, Unfre Herzen dankbar weih'n, Seiner ewig uns erfreu'n. 2. Gottes Sohn in unsrer Mitte, Schenk' uns deiner Liebe Huld, Höre deiner Mutter Bitte Und vergib uns uns're Schuld; 277 278 Die Fefte der Jungfrau Maria. Daß wir deine Wege wandeln, Nach der Mutter Vorbild handeln, Laß uns deines Todes Pein Ewig unvergeßlich seyn. 3. Mutter, mit betrübtem Herzen, Das der Leiden Schwert durchdrang, Standhaft in des Sohnes Schmerzen, Da er mit dem Tode rang: In des Lebens Bitterfeiten Lehre uns geduldig leiden, Auf des Sohnes Dornenbahn Führe uns zum Heil hinan. 4. In der Tugend treu Bewährte, Höre, Jungfrau, unser Fleh'n, Bitt', daß wir den Kampf der Erde Siegreich einst gleich dir besteh'n; Führ' mit deines Sohnes Segen Uns dem sel'gen Ziel entgegen, Wo den Kampf die Krone lohnt, Und der ew'ge Friede thront. Lieder auf die besondern Feste der allerfeligsten Jungfrau. Maria Empfängniß. 276 Mel. 133. 1. O Gott, du einz'ger Quell der Güter, Wie reichlich schüttest du hernieder Die Feste der Jungfrau Maria. Die Schäße deiner Gütigkeit! Du hast vor jedem Adamsfinde Maria von der Schuld der Sünde Aus großer Gnadenhuld befreit. 2. Der Rose gleich ist zwar ihr Leben, Mit Sünden- Dornen ganz umgeben, 279 Doch fühlt sie deren Stachel nicht. Beschüßzet mit dem Gnadenschilde Erscheinet sie im reinsten Bilde Vor ihres Schöpfers Angesicht. 3. Die Lilie schmückt die Unversehrte, Und die in Heiligkeit Verklärte Ein Kranz von Sternen um das Haupt. Die wir als Gottes Mutter grüßen, Die Schlange frümmt sich ihr zu Füßen, Die uns der Unschuld Schmuck geraubt. 4. Und alle gläubigen Geschlechter, D Heiligste der Erdentöchter! Lobpreisen deine Heiligkeit; Und selbst des Himmels reinste Chöre Bekennen dich, der Menschheit Ehre, Im schönsten Schmuck der Reinigkeit. 5. O Heil'ge, Hochgebenedeite, O du von aller Schuld Befreite, Du, deren Engel sich erfreu'n! Verschmähe nicht das Fleh'n der Sünder, Erbitt', daß deine Pflegefinder Stets unbefleckt im Wandel sey'n. 280 Die Feste der Jungfrau Maria. Maria Reinigung. 277 Mel. 145. 1. Staunet, Völker, Gott wird heute Gott zum Opfer dargestellt, Dem Gesetz gehorcht mit Freude, Der Gesetze gibt der Welt; Der wird ausgelöst durch Gaben, Der die Welt erlösen soll; Gottes Mutter, hoch erhaben, Kommt zum Tempel demuthsvoll. 2. Wie durch Moses vorgeschrieben, War in Unterwürfigkeit Sie vom Tempel fern geblieben, Sündern gleich erscheint sie heut'. Jungfrau, du bist unversehret, Das Geseß erreicht dich nicht, Aber dein Gehorsam lehret Uns der Unterwerfung Pflicht. 3. Dein gedenkt in frommer Sitte Immer noch die Christenheit, Jeder Mutter erste Tritte Sind zum Tempel Gott geweiht. Ihm, der ihr das Kind gegeben, Bringet sie mit Dank es dar, Schuß erflebend für sein Leben Tritt sie betend zum Altar. 4. Sey auch uns zum Musterbilde, Reinste von der Jungfrau'n Chor, Die Fefte der Jungfrau Maria. Dein Gehorsam, deine Milde Leuchte uns als Beispiel vor; Bitt', daß unser ganzes Leben, Deines Sohnes Lehre treu, Gottes Willen stets ergeben, Ein gefäll'ges Opfer sey. 5. Dreifach flammt des Opfers Weihe Hier auf einem Hochaltar, Du, in frommer Muttertreue, Bringst der Jungfrau Ehre dar; Gott dem Herrn wird dargegeben Schon als Kind der Gottessohn, Und getröstet weiht sein Leben Der beglückte Simeon. 6. Welche Schwert', o Frau! durchbohren Einst dein frommes Mutterherz, Du, zu unserm Trost erforen, Fühlest bald der Leiden Schmerz; Und das Blut von diesem Lamme, Das du heut' geopfert hast, Fließt dereinst am Kreuzesstamme, Bis dein Kind im Tod erblaßt. 7. Gott dem Vater und dem Sohne Sey in seinem Heiligthum Mit dem Geist auf gleichem Throne Ehre, Lob und Preis und Ruhm. Ja, von aller Menschen Zungen, Heute und zu jeder Zeit, 281 282 Die Fefte der Jungfrau Maria. Sey dir Preis und Ruhm gesungen, Heiligste Dreieinigkeit. 278 Mel. 146. 1. Das wahre Licht der ganzen Welt Wird heut' im Tempel dargestellt, Zu Aller Heil erschienen. Ihr Heiden kommt, kommt her von fern, Ihr sollt mit Israel dem Herrn In einer Kirche dienen. 2. D Herr! der du uns alle liebst, Und deiner Gnade Licht uns gibst, Laß uns im Lichte wandeln; Daß jeder, deinem Lichte treu, Ein Licht für and're Menschen sey, Und pflichttreu Alle handeln. 3. Wie hochbeglückt ist Simeon, Er darf den wahren Gottessohn In seinen Armen tragen; Jetzt ist sein frommer Wunsch erfüllt, Die heiße Sehnsucht ist gestillt In seinen letzten Tagen. 4. Des Judenvolkes Glück und Ruhm, Das Licht im finstern Heidenthum, Der Heiland ist gekommen; Was er gehofft, ist ihm gescheh'n, Er geht, da er das Heil geseh'n, Getröstet zu den Frommen. Die Fefte der Jungfrau Maria. 5. O fönnt' ich diesem Greise gleich, Im Glauben und an Tugend reich, Dereinst die Augen schließen; Dann würde in der Sterbezeit Den Tod und seine Bitterfeit Mein Jesus mir versüßen. 283 Maria Verkündigung. 279 Mel. 55. 1. Adamsfinder, stillt die Klagen, Hemmt die Seufzer, weint nicht mehr, Freudig ist vor allen Tagen Dieser Festtag hoch und hehr. Tief gefallen sind wir Alle Durch der Eltern Missethat, Doch der Retter von dem Falle Kommt, wie Gott beschlossen hat. 2. Bald erfüllet das Verlangen Gottes Sohn, das Heil der Welt; Wunderbar ihn zu empfangen, Ist Maria auserwählt. Einen Himmelsboten sandte Gott der Herr voll Huld zu ihr, Welcher gnadenvoll sie nannte Und sie grüßte: Gott mit dir. 3. Jungfrau, ja, du sollst gebären, Jesus nennen deinen Sohn, Und sein Reich wird ewig währen 284 Die Feste der Jungfrau Maria. Auf des Vaters Davids Thron. Staune nicht, sey nicht bestürzet, Gottes Macht ist nicht beschränkt, Und der Arm ist nicht verkürzet, Welcher alle Dinge lenkt. 4. Und der Herr der Welt erfüllte Sein Versprechen, sie gebar Den, der Aller Sehnsucht stillte, Der das Licht der Heiden war. Gott, von Ewigkeit gezeuget, Kommt und trägt der Menschen Loos, Wird, da er vom Throne steiget, Mensch in dieser Jungfrau Schoos. 5. Sie zertritt den Kopf der Schlange; Der aus ihr geboren ist, Rettet uns vom Untergange Siegend über Satans List. Was uns Eva hat verloren, Gottes Gnade, unser Heil, Ward durch ihn, den sie geboren, Wieder unser Erbetheil. 6. Mutter, deine Demuth nennet Dich nun Gottes Dienerin, Doch die Christenheit bekennet Dich als Himmelskönigin. Vor den Thron des Sohnes trage Uns're Noth und Dürftigkeit, Bitt' daß wir die Lebenstage Gott zu weihen, sey'n bereit. Die Fefte der Jungfrau Maria. 285 Maria Heimsuchung. 280 Mel. 147. 1. Ihr Engel kommet und bereitet Den Pfad für eure Königin, Beeilet euern Flug, begleitet Bis zu Elisabeth sie hin. Kommt, traget zum ersehnten Ort Auf euern Händen sanft sie fort. 2. Doch nein, von Gottes Geist getrieben, Bedarf sie eurer Hilfe nicht, Sie will der Demuth Tugend üben, Sie folgt dem Ruf der Freundschaftspflicht. Schon eilt die Mutter unsers Herrn, Geführt durch seinen Gnadenstern. 3. Wie ist Elisabeth beglücket, Da sie die Gottesmutter grüßt. Auch du frohlocke hochentzücket, Der du noch nicht geboren bist, Du, Gnadenkind, erfreue dich, Dein Freund und Heiland nähert sich. 4. Vor allen Weibern sey gesegnet, Gesegnet deines Leibes Frucht, Und wie ist mir das Heil begegnet, Daß Gottes Mutter mich besucht? So spricht die Freundin hocherfreut Zur Mutter unsrer Seligkeit. 5. Der Gott der Güte blickt hernieder Mit Huld auf Zacharias Haus Die Fefte der Jungfrau Maria. Und gießt auf dessen fromme Glieder Den Segensstrom des Himmels aus, Er lohnt mit Liebe den Verein Und kehrt mit Gnade selbst dort ein. 6. Wenn Glaube uns're Tritte leitet, Ist Gott das Ziel des Freundschaftsbunds, Ist's Liebe, die das Wort begleitet, Dann ist, uns segnend, Gott mit uns, Wir werden uns im Herrn erfreu'n, In Jesus wahre Freunde seyn. 286 Maria Himmelfahrt. 256 Mel. 75. 1. Wer erschwingt vom Erdenthale Dort sich zu des Himmels Höh'n, In der Morgenröthe Strahle, Gleich dem Monde mild und schön, Auserforen wie die Sonne? Zu der ew'gen Glorie Wonne Eilt die Gottesdienerin, Nun der Engel Königin. 2. Himmelsbürger, jubiliret, Singet lauten Lobgesang, Ihr, die heute triumphiret, Schall' der Erde Freudenklang; Hoch empor auf Seraphsflügeln Schwebt sie zu den ew'gen Hügeln, Nach bestand'ner Prüfungszeit, Die Fefte der Jungfrau Maria. Hin zum Reich der Ewigkeit. 3. Jungfrau! ja, du stiegst zur Krone, Nach dem Erdenkampf, empor, Gingst zu dem geliebten Sohne. Der Apostel hoher Chor Senft vor dir die Bluttrophäen, Und der Mart'rer Palmen wehen Dir zum Ruhm, die Jungfrauschaar Bringt dir ihre Lilien dar. 4. Mitgefährtin seiner Leiden, Bist du nun beim Sohn beglückt, Mit dem Kranze ew'ger Freuden Ist dein heil'ges Haupt geschmückt. Engel, die den Thron umschweben, Menschen, die auf Erden leben, Rufen dir frohlockend zu: Frau, wie groß, wie mild bist du! 5. Gottesmutter, hoch erhaben, Wie voll Kraft ist dein Gebet, Welche hohe Himmelsgaben Hast du uns nicht schon erfleht! Du holdseligste der Frauen, Demuthvoll und mit Vertrauen Wenden wir zu dir uns hin: Sei uns stets Fürsprecherin. 6. Preis dem Vater auf dem Throne, Der die Jungfrau hoch erhob, Laut erschalle ihrem Sohne 287 288 Die Feste der Jungfrau Maria. Gleiche Ehre, gleiches Lob; Ihm, der sie zur Braut erwählte Und mit Gotteskraft beseelte, Auch dem Geist der Heiligkeit Sei Lob, Ehr' und Preis geweiht. Maria Geburt. 200247 Mel. 148. 1. Laßt, Christen, uns besingen heut' Den Morgen uns'rer Fröhlichkeit, Den Tag, der uns das Heil verspricht: Wer freut und rühmt sich seiner nicht! 2. Der Tag, der uns die Jungfrau bringt, Der ist's, dem auch das Heil entspringt; Denn er verspricht uns Gott zugleich, Den Netter aus dem Himmelreich. 3. Nicht wie ein andres Adamskind, Deß Erbtheil Sündenschulden sind; Maria tritt von Makeln rein In dieses Erdenleben ein. 4. Die Gott zur Mutter sich erkor, Tritt wie die Lilie rein hervor. Drum ist der Tag uns feierlich, Und seiner freu'n die Engel sich. 5. Die Weisheit bauet sich ein Haus, Und schmückt's mit Edelsteinen aus; So ist Maria gnadenvoll, Die Gottes Tempel werden soll. Die Feste der Jungfrau Maria. 289 6. Wie viele Tugendkeime sind Verschlossen in dem Gnadenfind; Bald zeigt die Rose sich im Flor, Und blüht mit Wohlgeruch empor. 7. Du Wunder aller Herrlichkeit, O Jungfrau, sey gebenedeit! Dich lieben, loben, preisen wir, Denn feine Makel ist in dir. 8. Erfleh' uns Gnade bei dem Herrn, Führ' uns als lichter Gnadenstern, Durch deinen Sohn mit Gott versöhnt, Zu ihm, der dich mit Freude krönt. Allgemeine Marianische Lieder. 248 Mel. 148. 1. Vor dem der Himmel und die Welt Im Staub anbetend niederfällt, Der Weltbeherrscher, mächtig, groß, Der ruhet in Maria's Schoos. 2. Vor dem sich Mond und Sonne neigt, Dem Alles dienstbar sich erzeigt, Den schließt die Jungfrau, feusch und rein, Vom Geiste überschattet, ein. 3. Den Schöpfer, der die ganze Welt In seiner Hand umfaßt und hält, Den trägst, durch seine Huld beglückt, Du auf cem zarten Arm entzückt. 4. Du, die der Engel selig preift, Umschattet von dem heil'gen Geist, Du Glückliche, die den gebar, Der aller Welt Verlangen war. 19 290 Die Feste der Jungfrau Maria. 5. D Jungfrau! du der Jungfrau'n Lust, Du nährtest den an feuscher Brust, Der dich erschuf, den Herrn der Welt, Der dich jest frönt im Himmelszelt. 6. Du, die du Gottes Wort geglaubt, . Du bringst, was Eva uns geraubt, lins wieder durch dein Kind hervor, Und öffnest uns das Himmelsthor. 7. Du Gnadenquell der Christenheit, O Mutter der Barmherzigkeit! Mach uns von unsern Sünden frei, Und steh' im Todesfampf uns bei. 8. Dir, Herr, der du dereinst mit Macht Die ganze Welt hervorgebracht, Im Schoos der Jungfrau Fleisch annahmst, Durch sie zum Heil der Menschen kamst; 9. Dir, Jesu, bringen Preis wir dar, Dir, den die Jungfrau uns gebar; Auch dich, des Sohnes Vater, preift Dein gläubig Volf mit deinem Geist, zsg Mel. 149. 1. Sey gegrüßt, die auserforen Unter allen Weibern war, Die den Heiland uns geboren, Jhn, der seyn wird, ist und war. Jungfrau, deren Schoos die Sonne Der Gerechtigkeit empfing, Mutter, deren Blick mit Wonne An dem ew'gen Sohne hing. 2. Wie der Engel dich begrüßte, Grüßet dich die Christenheit, Die Feste der Jungfrau Maria. Denn das Kindlein, das dich füßte, Ist der Herr der Herrlichkeit. Den du oft mit sanften Armen An die Mutterbruft gelegt, Ist der Herr, der mit Erbarmen Aller. Himmel Himmel trägt. 3. Ach! im Stroh des niedern Stalles, Von den Menschen, die er schuf.. Unbemerkt ,. lag er, der Alles: Werden hieß auf seinen Ruf. Sieh', in einer Krippe weinet Er, vor dem die ganze Welt, Wann als Richter er erscheinet, Wie ein Buch zusammenfällt. 4. Deren, Brüste er gesogen, Deren lied in Schlaf ihn sang, Die in Armuth ihn erzogen, Deren Seel' ein Schwert durchdrang. Als im Angesicht der Sonne Finsterniß die Erd' umfing, Weil er, aller Himmel Wonne, Schmerzenvoll am Kreuze hing. 5. Heil'ge Mutter Gottes, bete Du mit uns bei deinem Sohn, Daß er mächtig uns vertrete 291 Vor des ew'gen Vaters Thron, Daß er Gnad' um Gnad' uns spende, Daß er seinen heil'gen Geist Auch in uns're Herzen sende ,. Der aus Lieb' in Liebe fleußt. 6. Dir, Dreieiniger, sey Ehre, Dir, Dreieiniger, allein, Stimmet in der Himmel Chöre, Christi Brüder, freudig ein. 19* 292 Die Fefte der Jungfrau Maria. Singet heilig, heilig, heilig Mit des ganzen Himmels Schaar Gott, denn er allein ist heilig, Er, der seyn wird, ist und war. 260 Mel. 149. 1. Heil'ge, Hochgebenedeite, Die am Thron der Seraph preist, Du von Ewigkeit Geweihte, Mutter durch den ew'gen Geist! Schau mit Mutterliebe nieder, Himmlische, von deinen Höh'n, Hör' auch uns're Jubellieder, Höre deiner Kinder Fleh'n. 2. Du, die über Wolken thronet, Hoch in Gottes Herrlichkeit, Milde, die den herrlich lohnet, Der sich deiner Huld geweiht; Laß uns feiern deine Feste, Rein, durch feine Sünd' entweiht, Laß uns, deines Sohns Erlöfte, Preisen deine Herrlichkeit. 3. Reine Jungfrau, voll der Gnade, Die der Geist auf dich ergoß, Du, des neuen Bundes Lade, Die das Heiligthum umschloß, Du umfingst mit Mutterarmen Den, der Welten werden hieß, Zeigteft den auf deinen Armen, Den der Mund der Väter pries. 4. Reine, die fein Nebelschleier Schnöder Erdenlüfte trübt, Die, beseelt vom heil'gen Feuer, Stets der Liebe Werke übt. Die Fefte der Jungfrau Maria. Gleich der Nose auf der Aue, Wie die Lilie in dem Thal, Blühest du im Himmelsthaue Und der Gnade Sonnenstrahl. 5. Neuverklärte nah' am Throne, Den des Ew'gen Licht umfleußt, Fleb' für uns zu deinem Sohne, Daß er sende seinen Geist; Daß wir, wenn wir ausgestritten, In verklärter Lichtgestalt Kommen zu des Friedens Hütten, Wo der Strom des Lebens wallt. 261 Mel. 150 1. O allseligste, mildholdseligste, Hohe Jungfrau Maria! Du lichter Morgenstern, Du Mutter unsers Herrn, Hör' uns're Bitte, Maria. 2. O mildthätige, huldreichgnädige, Süße Hoffnung der Armen! Mutter der Gnad' und Huld, Zur Tilgung uns'rer Schuld Fleb' uns des Sohnes Erbarmen. 3. D allgütige und starkmüthige Mutter unendlicher Leiden, Wende dein Aug' auf uns, Maria, bitt' für uns, Wenn wir vom Irdischen scheiden. 4. O du Heilige, stets Jungfräuliche, Dreimal Hochgebenedeite! Der Engel Königin, Der Menschen Retterin, Führ' uns zur himmlischen Freude. 293 294 Die Fefte der Jungfrau Maria. 262 Mel, 151. 1. Wunderschön prächtige, hohe und mächtige, Liebreich holdselige, himmlische Frau, Der ich mich ewiglich weibe herzinniglich, Leib dir und Seele zu eigen vertrau', Gut, Blut und Leben will ich dir geben, Alles, was immer ich hab', was ich bin, Geb' ich mit Freuden, Maria, dir hin. 2. Schuldlos Geborene, Einzigerforene, Du Gottes Tochter und Mutter und Braut, Die aus der Reinen Schaar Reinste, wie keine war, Selber der Herr sich zum Tempel gebaut, Du makellose Lilienrose, Krone der Erde, der Himmlischen Zier, Himmel und Erde sie hultigen dir. 3. Du Treubewährete und Hochverklärete, Bist auf dem Meer uns ein leitender Stern, Du Hocherhobene, Strahlenumwobene, Du bist die nächste am Throne des Herrn; Dich schuf die Milde zum Gnadenbilde, Drum auch, wasHimmel und Erde umschließt, Mutter der Gnaden, Maria, dich grüßt. 4. Gottesgebärerin, Heilandernährerin, Mutter an Freuden und Schmerzen so reich, Welche der Schuldigen wär' dir geduldigen Mutter an Reinheit und Tugend wohl gleich? Du gottgeweihte, hochbenedeite Mutter und Jungfrau, du schuldlos allein, Woll' eine Mutter uns Sündern auch seyn. 5. Allzeit Sanftmüthige, milde, grundgütige, Mutter des Heilands voll Gnade und Huld, Bitt' für uns fündige Menschen, verfündige Du uns vom Sohne Verzeihung der Schuld, Die Feste der Jungfrau Maria. 295 Steh', wenn wir scheiden, du uns zur Seiten, Sühne den furchtbaren Richter uns du, Führe dem göttlichen Sohne uns zu. 263 Mel. 144. 1. Königin der Jungfrau'n, große Mutter, die in ihrem Schoose Einst den Herrn des Himmels trug, Dich erhebt kein Lob genug. Aller Seraphinen Chöre Nennen dich der Menschheit Ehre; Wer ist's, der den Sohn erkennt, Und nicht dich mit Ehrfurcht nennt? 2. O du Heilige, du Reine, Fromme, wie der Frommen keine, Schönste Blum auf Gottes Flur,' Auserwählteste Natur! Mutter Chrifti, dürfen Sünder, Dürfen schwache Menschenkinder Dir wohl auch ein Loblied weih'n, Da sich Engel deiner freu'n? 3. Dein ist alles Edle, Schöne Der Maria Magdalene, Martha's Glaube wohnt in dir Und Maria's Heilsbegier.. Nicht im Himmel, nicht auf Erden Willst du zwar verherrlicht werden, Ewig, wie du selbst gesagt, Bleibst du Gottes nied're Magd. 4. Ach! durch welche Dunkelheiten, Welche herbe Bitterfeiten Führte dich des Höchsten Hand Hin, wo nie ein Engel stand. 296 Die Fefte der Jungfrau Maria. Zahllos waren deine Schmerzen, Doch du bliebst von ganzem Herzen In des Leidens tiefster Noth Treu ergeben deinem Gott. 5. Du beim Kreuze Tiefbetrübte, du liebendste Geliebte, Zeugin einst von Jesu Pein, Seiner Liebe Wiederschein! Nun bei dem geliebten Sohne Schmücket dich die Himmelskrone, Nun sind deiner Freuden mehr, Als der Sterne zahllos Heer. 6. Alle, die im Glauben lesen, Was du sterblich einst gewesen, Freu'n sich in den lichten Höh'n Bei dem Sohn dich einst zu seh'n. Jeder, der die Wahrheit ehret, Tugend lernt und Tugend lehret, Ruft dir nie vergebens zu: Wär' ich fromm und rein wie du. 264 Mel. 27. 1. Schmuck des Himmels, Troft der Erde, Holde, Reine, Unversehrte, Die du uns're Zuflucht bist; Stern des Friedens, Tugendsonne, Aller Engel Freud und Wonne, O Maria! sey gegrüßt. 2. Tiefbewegt von deiner Milde, Blickt zu deinem Mutterbilde Die bedrängte Menschheit auf, Deine Liebe, deine Gnade Schmücket unf're Lebenspfade, Stärket uns zum Pilgerlauf. Die Feste der Jungfrau Maria. 3. Du, von Sünden frei geboren, Bist zum Heil für uns erforen, llnd mit dir ist Gott vereint. Aller Geister Psalmen tönen Ewig dir, der ewig Schönen, Die als Braut des Herrn erscheint. 4. Sieggeschmückte, Mafellose, Die aus feuschem Jungfrau'nschoose Einst den Heiland uns gebar; Dir, der Frauen Ehrenfrone, Bringen wir zu deinem Throne Preis und Benedeiung dar. 5. Heilig preisen alle Wesen Jhn, der, uns're Schuld zu lösen, Fleisch von deinem Fleische nahm. Heilig ist, der dich geweihet, Heilig und gebenedeiet Jesus, das Versöhnungslamm. 6. D Maria! Kampfbewährte, Die den Leidensbecher leerte, Und der Schlange Kopf zertrat; Mutter, groß in Freud' und Schmerzen, Spende Trost dem wunden Herzen, Das sich dir in Demuth naht. 7. Sieh' des Kummers Zähren fließen, Sünder fleh'n zu deinen Füßen, 297 Sünder, reuevoll und arm; Laß uns deine Hilfe schauen, Segne, die auf dich vertrauen, Schirm' uns All' mit mächt'gem Arm. 8. Bitte Gott, daß er hienieden Unfrer Buße Hoffnungsblüthen Reifen lasse und gedeih'n; 298 Die Fefte der Jungfrau Maria. Bitte Gott, daß wir auf Erden Fromm, gerecht und würdig werden, Erben seines Reichs zu seyn. 9. Und im bangen Todesstreite Weile schüßzend uns zur Seite, Bis der legte Hauch entfloh'n, Daß wir auf des Glaubens Schwingen Das ersehnte Ziel erringen Dort, bei Jesus, deinem Sohn. 265 Mel. 152. 1. Maria, dich loben die Engel am Thron, Auf den dich erhoben der göttliche Sohn; Dort finget dir Psalmen der Seligen Schaar, Und reicht dir die Palmen der Tugenden dar. 2. Jungfräuliche Nose auf Nazareths Feld, Du trugst in dem Schoose den Heiland der Welt, Du wardst mit der Würde der Mutter beglückt, Und bliebst mit der Zierde der Jungfrau geschmückt. 3.O selig Verklärte! dich zieret mit Glanz Als Tugendbewährte von Sternen ein Kranz; Verschmäh' die Verehrung der Sterblichen nicht, Erbitt' uns Erhörung und Gnade und Licht. 4. Du Zuflucht der Sünder nimm unser dich an, Und bitt' für die Kinder auf irdischer Bahn, Des Sohnes Erbarmen erflehe uns du, Send' Tröstung uns Armen vom Himmelsthron zu. 5. Laß tief uns empfinden der Büßenden Schmerz, Das Unglück der Sünden laß fühlen das Herz, Verscheuche die Mängel, die Sünden daraus, Du Herrin der Engel, du goldenes Haus. Die Feste der Jungfrau Maria. 299 6. Du Pforte der Himmel, du schüßender Thurm Im Erdengetümmel; durch Fluthen und Sturm Leit' uns durch die Gnade des göttlichen Sohns. Zum Freudengestade des ewigen Lohns. 266 Mel. 36. 1. Heiligste! von Engelchören Stets geehrt, gebenedeit, Wirst du wohl das Loblied hören, Das der fünd'ge Mensch dir weiht? Doch, sind wir nur deinem Bilde Gleich zu werden stets bemüht, Dann, du Gütige und Milde! Dann gefällt dir unser Lied. 2. Reinste! ftets war dein Gemüthe Rein, wie Gottes Engel sind, Unbefleckt wie Lilienblüthe, Schuldlos, wie dein göttlich Kind. D! der Tugend Wange schmücke Stets der Unschuld reines Roth, Unschuld führt zu Heil und Glücke, Macht uns lieb und werth vor Gott. 3. Sittfamstel nicht Edelsteine Zierten dich, nicht Pracht der Welt, Dein Schmuck war die stille, reine Seele, die dem Herrn gefällt. Unsern Sinn bethöre nimmer Goldesglanz und Kleiderpracht; Tugend nur, nicht eitler Schimmer Ist's, was Gott gefällig macht. 4. Mildeste! nur Huld und Güte, Sanft verklärt von Himmelslicht, War dein freundliches Gemüthe, War dein holdes Angesicht. 300 Die Feste der Jungfrau Maria. D! bes wilden Zorns Geberden, Haß und Neid und Zank zu flieh'n, Dir an Sanftmuth gleich zu werden, Sey uns tägliches Bemüh'n. 5. Demuthvollse! reich an Gaben, Gabst du Gott die Ehr' allein, Ueber Engel hocherhaben, Wollt'st du seine Magd nur seyn. Stolz und eitle Ehrbegierde Bleib' von unserm Herzen fern, Demuth nur bringt wahre Zierde, Demuth nur gefällt dem Herrn. 6. O Geduldigste! in Schmerzen, In des Leidens tiefster Noth Bliebst du doch von ganzem Herzen Treu ergeben deinem Gott. Laßt auch uns geduldig leiden, Wenn des Vaters Hand uns schlägt, Denn das Leiden bringt einst Freuden, Wie der Dornstrauch Rosen trägt. 7. Seligste! dem Leid entronnen, Stehst du nun an Gottes Thron, Leuchtest herrlicher als Sonnen, Und dich schmückt der Tugend Kron; Auf zum Himmel mit den Blicken! Wer wie sie hier gut und rein, Wird im ewigen Entzücken Dort mit ihr sich Gottes freu'n. 267 Mel. 27. 1. Stern auf diesem Lebensmeere, Mutter Gottes, holde, hehre, Reinste Jungfrau, sey gegrüßt Hoch beglückte Himmelspforte, Die Fefte der Jungfrau Maria. 301 Du hast durch des Engels Worte Eva's Namen uns versüßt. 2. Gib den Sündern Gottes Frieden, Löse uns're Schuld hienieden, Gib den Blinden Troft und Licht; Was uns Böses droht, verhüte, Und erfleh' durch deine Güte, Was uns nüßt, verlaß uns nicht. 3. Schönstes Muster aller Tugend, Hilf dem Alter, hilf der Jugend, Mach' uns schuldlos, keusch und rein, Hilf uns, Schwachen, durchzudringen, Wenn wir mit Gefahren ringen, Und zu Gott um Hilfe schrei'n. 4. Lehr' uns leben, lehr' uns sterben, Führe uns als Himmelserben Einst in deines Sohnes Reich. Gott der Vater, sey gepriesen, Ehre sey dem Sohn erwiesen, Und dem heil'gen Geist zugleich. 268 Mel. 153. 1. Alle Tage fing' und sage Von Maria's Herrlichkeit; Die vor Allen Gott gefallen, Preise, Seele, jederzeit. 2. Nach der Gnade hohem Rathe Ward erhöht die niedre Magd, Und hat Leben uns gegeben, Durch den Sohn uns Heil gebracht. de 3. Schuldbeladen, ohne Gnaden Weinten wir durch Adams Sünd'; 302 Die Fefte der Jungfrau Maria. Schuldbefreiung, Gnadverleihung Brachte uns der Jungfrau Kind. 4. Eva's wegen wich der Segen Gottes von der Menschen Haupt; Durch Marien ward verliehen, Was uns Eva's Schuld geraubt. 5. Sie begabte und erlabte. Uns mit himmlischen Gewinn, Uns verklärend, uns gewährend Gottes Huld, die Königin. 6. Drum, ihr Lieder, rühmt die Güter, Die die Jungfrau uns verlieh'n, Sie erwähle jede. Seele Hoffend zur Beschüßerin. 7. Schmuck der Frauen, voll Vertrauen Und in Demuth bitt' ich dich, Mit dem Schilde deiner Milde, Deiner Macht beschüße mich. s. Bitt' beim Sohne, daß er schone, Meiner Schuld gedenke nicht, Mit dir Reinen laß erscheinen Mich vor Gottes Angesicht. 9. Huldvoll watte, daß ich halte Deines Sohnes heil'ges Wort; Wann ich scheide, hilf im Streite Mir, daß ich ihn schaue dort. 269 Mel. 154. 1. O Jungfrau Maria! du himmlische Zier, Dich loben, dich preisen, dir huldigen wir, Aller Mund mache fund aus Herzensgrund Dein Loblied; es schalle im christlichen Bund. Die Feste der Jungfrau Maria. 303 2. Du edelste Blume im Jungfrauen Flor, Die sich der Sohn Gottes zur Mutter erfor, Königin, Helferin, Siehe, wir flieh'n Mit findlichem Sinn und Vertrau'n zu dir hin. 3. Erwählte aus Allen zur göttlichen Braut, Der hoffend das menschliche Herz sich vertraut, Immerfort Gnadenpført, und Friedenshort! Erflehe uns Heil durch dein mächtiges Wort. 4. Dein Beispiel ist stets uns ein leuchtender Stern, Es leitet und führt uns zur Gnade des Herrn, Mufterbild, das so inild die Demuth büllt, Im Wandel der Tugend sey Licht uns und Schild. 5. O Mutter der Liebe! schau gnädig und hold Herab auf dein Pflegkind, das Liebe dir zollt; Hilf, wenn Noth mich bedroht, und in dem Tod Erstehe mir Hilfe und Stärke bei Gott. 6. Gekrönte beim Sohne im himmlischen Zelt, Verehrte bei allen Geschlechtern der Welt! Feierlich preise ichy Königin dich, Im Leben und Tode empfehl' ich dir mich. Litanei- Gesang. 270 Mel. 155. 1. Dich, Maria, grüßen, dich verehren wir, Fallen dir zu Füßen, suchen Trost bei dir. 2. In des Himmels Höhen bitte Gott für uns, Höre unser Flehen, Mutter, bitt' für uns. 3. Zuflucht aller Sünder, bitte Gott für uns, Bitt' für deine Kinder, Mutter, bitt' für uns. 4. Daß uns Gott verzeihe, bitte Gott für uns, Daß er Gnad' verleihe, Mutter, bitt' für uns! 304 Die Fefte der heil. Engel. 5. Daß wir christlich wandeln, bitte Gott für uns, Daß wir pflichttreu handeln, Mutter, bitt' für uns! 6. Daß wir Gutes üben, bitte Gott für uns, Und den nächsten lieben, Mutter, bitt' für uns! 7. Daß wir nie uns rächen, bitte Gott für uns, Nie den Frieden brechen, Mutter, bitt' für uns! 8. Daß den Feind wir segnen, bitte Gott für uns, Liebreich ihm begegnen, Mutter, bitt' für uns! 9. Daß wir Mitleid zeigen, bitte Gott für uns, Dürft'gen Hilfe reichen, Mutter, bitt für uns! 10. In den Theurungstagen bitte Gott für uns, Auch bei Landesplagen, Mutter, bitt' für uns! 11. Bei dem Sturm der Leiden bitte Gott für uns, Wenn von hier wir scheiden, Mutter, bitt' für uns. heil. Engel. Die Feste der der heil. Schöpfung und Bestimmung der Engel. Mel. 59. 27) 1. Wir werfen uns im Staube nieder, Vor dir, o Gott der Herrlichkeit! Erhör' die Lob- und Dankeslieder, Die jetzt dir uns're Zunge weiht. Unendlich groß ist deine Stärke, Groß deine Weisheit, Kraft und Macht; Groß, wunderbar sind deine Werke, Die du aus Nichts hervorgebracht. 2. Der schönsten Engel Legionen 3og deine Hand aus Nichts hervor, Der edlen Geister Millionen Erhob dein Allmachtswort empor. Die Fefte der heil. Engel. O wundervolle Creaturen, Die du mit Schönheit ausgeziert! Sie sind der Hoheit helle Spuren, Der Majestät, die dir gebührt. 305 3. Wie selig sind sie, die da stehen, Umstrahlt von deines Glanzes Licht, Wie selig sind sie, die da sehen, Von Lieb' entflammt, dein Angesicht. Dir heilig, heilig, heilig fingen, Ist ihre Lust zu jeder Zeit, Dir immer neues Lob zu bringen, Ist ihr Geschäft in Ewigkeit. 4. Du willst daß diese Geisterchöre, Die stets sich deinem Dienste weih'n, Auch uns, zu deiner größern Ehre, Beschüßzer, Wächter, Führer sey'n. Du sendest sie zu uns hernieder, Daß sie uns lehren dein Gebot; Sie sollen uns, die schwächern Brüder, Beschützen, wenn Gefahr uns droht. 5. Laßt mit dem Herzen uns erschwingen Hinauf bis zu der Engelschaar, Und heilig, heilig, heilig fingen Dem Gott, der seyn wird, ist und war. Der durch die Engel uns beschüßzet, Wie groß ist seine Gütigkeit! Ihm, der durch sie uns unterstüzet, Sey Lob und Dank zu jeder Zeit. 6. Wenn wir des Tugendwegs verfehlen, So führt uns auf den rechten Pfad; Wenn wir verführt das Böse wählen, Entdecket uns die Missethat. Ermüdet nicht, uns zu begleiten, Ihr Engel, steht mit Kraft uns bei, 20 306 Die Fefte der heil. Engel. Was Gott mißfällt, lehrt uns vermeiden, Erhaltet uns von Sünden frei. 7. Wenn einst an unsers Lebens Nande Uns überfällt die legte Noth, Wenn unsers Körpers schwache Bande Einst lösen wird der bitt're Tod: Helft, daß wir mit dem Heiland sterben, Im Glauben, in Ergebenheit, Und dann von Gott, dem Vater, erben Die Lebensfron der Ewigkeit. 272 Mel. 156. 1. Ihr heil'gen Engel, die ihr dort, An Gottes Thron, Den Allerhöchsten immerfort Mit Jubel preiset, ihm Ehr' erweiset, Hört unser Fleh'n. 2. Ihr habt von Sodoms Strafgericht Einst Loth befreit, Und den Tobias in dem Licht Der Himmelsgnade, auf sicherm Pfade Zum Heil geführt. 3. Ihr habt der Welt einst fund gemacht Des Höchsten Rath, Vom Himmel habt ihr Trost gebracht Den frommen Herzen, die längst mit Schmerzen Nach Heil geseufzt. 4. Euch hat der Herr in Gütigkeit Uns beigesellt, Daß überall und jeder Zeit Ihr uns begleitet, zum Guten leitet, Zum Schuß uns seyd. 5. Da überall Verführung droht, Erfleht uns Kraft, Die Feste der heil. Engel. Daß wir in der Versuchung Noth Den Reiz der Sünden zu überwinden, Den Kampf besteh'n. 6. Schmal ist der Weg, der unfehlbar Zum Leben führt, Breit ist die Bahn, auf der die Schaar Hier zum Verderben, und nach dem Sterben Zur Strafe eilt. 7. Schwer ist der Kampf auf dieser Welt, Schwach ist das Fleisch; Der Mensch, aus Staub gebildet, fällt Tief, eh' er's meinet, indem er scheinet Noch fest zu steh'n. 8. Erhalt uns, Gott, in deiner Gnad', Daß wir getrost Den schmalen, doch den sichern Pfad Der Tugend wandeln, und pflichttreu handeln Bis in den Tod. 307 9. Dann hoffen wir einst mit Vertrau'n Im sel'gen Chor Der Engelschaaren dich zu schau'n, O Herr! und droben dich stets zu loben- In Ewigkeit. 273 Mel. 157. 1. Wer zählt der Engel Heere, Die du zu deiner Ehre, Herr aller Welt, erschufft? Sie freu'n sich, deinen Willen Gehorsam zu erfüllen, Wenn du zu deinem Dienst sie rufft. 2. Sie eilen, vor Gefahren Den Frommen zu bewahren In seiner Pilgerzeit; 20* Die Fefte der heil. Engel. Sie freu'n an deinem Throne Sich innig seiner Krone Gleich ihrer eig'nen Seligkeit. 3. Bekehren sich die Sünder, Und werden deine Kinder, Die dir dein Sohn gewinnt: Dann jauchzen ihre Lieder, Daß ihre neuen Brüder Der Sünde Fluch entrissen sind. 308 4. In dieser Geifter Chören Dich ewig zu verehren, Welch eine Seligkeit! Einst wird sie der empfinden, Der hier, entwöhnt von Sünden, Sich ihnen gleich zu werden freut. 5. Drum laß mich schon auf Erden Den Engeln ähnlich werden, So weit ich, Schwacher, fann; Dann bet' ich mit den Engeln, Ganz rein von allen Mängeln, Dich würdiger im Himmel an. Bitte zum heil. Schußengel. 274 Mel. 153. 1. Du, mein Schußgeist, Gottes Engel, Weiche, weiche nicht von mir, Leite mich durch's Thal der Mängel Bis hinauf, hinauf zu dir. 2. Laß mich stets auf dieser Erde Deiner Führung mich erfreu'n, Daß ich immer besser werde; Nie darf mich ein Tag gereu'n. 3. Wandle schüßend mir zur Seite, Wenn mir die Verführung winkt, Die Fefte der heil. Engel. Steh' mir bei im letzten Streite, Wenn mein müdes Leben sinkt. 4. Sey in dieser Welt der Mängel Stets mein Freund, mein Führer hier; Du, mein Schußgeist, Gottes Engel, Weiche, weiche nicht von mir. Das Fest des h. Erzengels Michael. 275 Mel. 158. 1. Wer ist wie Gott, wer darf ihn schmäh'n, Wer darf dem Höchsten widersteh'n, Wer ist dem Allgewalt'gen gleich, Wer stört des Ew'gen sel'ges Reich? 2. Als Luzifer, von Stolz bethört, Sich wider seinen Gott empört, Da stürzte durch des Höchsten Macht Ihn Michael zur ew'gen Nacht. 309 3. Die Palm' gebühret dir, o Held! Denn der Verführer aller Welt, Der alte Drache, Satan, liegt Im Abgrund, durch dein Schwert besiegt. 4. D Sieger! hilf uns in dem Streit, Wenn einst des Drachen blasser Neid Sich wider uns're Seel' empört, Und stolz den heil'gen Frieden stört. 5. Wenn uns Gefahr, Verführung droht, Und in dem Kampfe mit dem Tod Vertreib' den Feind, daß unser Geist Sich siegend seiner Macht entreißt. 6. Hilf, daß wir einst der Tugend Lohn Empfangen bei des Lammes Thron, Wo uns, die Palme in der Hand, Einst schmückt das weiße Siegsgewand. 310 Die Fefte der Heiligen. Das Fest Allerheiligen. 276 Meßgesang. Introitus. Mel. 159. 1. Welch ein herrliches Gepränge Stellt sich in der Heil'gen Menge, In der Auserwählten Schaar, Heute unserm Auge dar. Siegreich ist ihr Ziel errungen, Mit dem Palmenkranz umschlungen, Aernten sie an Gottes Thron Ihrer Werke hehren Lohn. 2. Lieben, segnen, kämpfen, bluten, Ringen durch der Trübsal Fluthen, War ihr Wirken, Gott geweiht War der Helden Lebenszeit. Gott, laß uns den Staub verachten, Nur nach Himmelsgütern trachten, Hier mach' uns zum Kampf bereit, Dort gib uns die Seligkeit. 277 Gloria. Mel. 159. Schallet hoch, Triumphgesänge, Stimmet ein, ihr Liederklänge, Mit der Auserwählten Chor Zu dem hohen Thron empor. Glücklich sind sie überwunden Ihres Kampfes heiße Stunden, Und ihr hohes Lied ertönt Dem, der ihre Thaten frönt. 278 Credo. Mel. 17. 1. Gib, Heiland, meinem Glauben Leben, Sich über diese Welt und Zeit Die Feste der Heiligen. Vom Erdenstaube zu erheben Zu dir und deiner Herrlichkeit, Wo du durch deinen Tod am Kreuze Für jeden, der die Weltluft hast, Die Sünde flieht und ihre Reize, Den Tugendkranz gewunden hast. 2. Wirst du als Richter wieder kommen, Um dann den Urtheilsspruch zu thun: Geht hin, gebenedeite Frommen, Von euerm Kampfe auszuruh'n: Ogib, daß wir dann werden hören Das Wort, das dein Erbarmen spricht: Kommt, tretet zu der Sel'gen Chören, Vor eures Vaters Angesicht. 279 Offertorium. Mel. 55. 1. Gott, die schönste Opfergabe Weihte dir der Heil'gen Schaar, Brachte dir mit aller Habe 311 Fleckenlose Herzen dar. An den Strahlen ew'ger Freuden Ward entflammt ihr hoher Muth, Alles, Herr, für dich zu leiden, Dir zu opfern selbst ihr Blut. 2. Herr, ihr Beispiel soll uns Spiegel In dem Kampf des Lebens seyn, Soll zum Geistesschwung uns Flügel, Und zur Tugend Kraft verleih'n. Der du mit den Heil'gen allen Uns beriefst zur Heiligkeit, Laß den Weihrauch dir gefallen, Den der Fromme gläubig streut. 312 Die Fefte der Heiligen. 280 Sanctus. Mel. 160. Erhebt das Herz zu Gott empor, Und singet mit der Engel Chor; Sie rufen: heilig immerdar, Der Herr, der seyn wird, ist und war, Ist in den Heil'gen wunderbar. 27 Nach der Wandlung. Mel. 53. 1. Uns zur Heiligkeit zu heben, Stiegst du, Herr, zum Staub herab, Gabft für uns bein theures Leben, Sanfft für unser Heil in's Grab; Und in deiner Glorie Höhen Stellst du jetzt die Siegstrophäen Der gekrönten Heldenschaar Als den Preis der Tugend dar. 2. Hier, zum Born der Himmelsgnade Ludst du einst die Pilger ein, Riefft: Verlaßt die Kummerpfade, Ich will euer Labsal seyn; Schenkteft ihnen Glaubensstärke, Muth und Kraft zum Tugendwerke, Troft im Leben, Kraft im Tod In dem wahren Himmelsbrod. 3. Immer noch für die Erlöf'ten Bist du bier, im Liebesmahl, Uns zu stärken, und zu trösten In Versuchung, Kampf und Qual. Rufft noch: ihr, mit Angst beladen, Kommt zur Quelle aller Gnaden, Schöpft in meinem Fleisch und Blut, Wie die Heil'gen, Kraft und Muth. Die Feste der Heiligen. 313 282 Schluß. Mel. 59. Laßt gleich den Heiligen uns streiten, Mit Muth den Tugendkampf besteh'n, Bei Menschenhaß, im Sturm der Leiden, Soll unser Muth nicht untergeh'n. Wie bald, wie bald ist nicht verschwunden Der Erdenprüfung furze Zeit, Schon ist der Siegeskranz gewunden Im Lande der Ünsterblichkeit. Besondere Feste der Heiligen. Das Fest des heil. Stephanus. 288 Mel. 161. 1. Der erste Glaubenszeuge trat, Umstrahlt vom Himmelslichte, Und wie ein Engel vor den Rath Der Frevler zum Gerichte. Sie lästern, Stephan zittert nicht, Verkläret wird sein Angesicht Im Aufschwung zu dem Himmel. 2. Entzückt ruft er im Jubelton: Ich seh' den Himmel offen, Zur Rechten Gottes Gottes Sohn, Und troftvoll darf ich hoffen, Er werde mich nach dieser Zeit In seine ew'ge Herrlichkeit, Wie er's verhieß, erhöhen. 3. Nun knirscht die Feindesschaar vor Wuth, Und drohet ihm Verderben; Des Glaubenskämpfers edles Blut Soll ihre Steine färben. 314 Die Feste der Heiligen. Schon wallt sein Seufzen hoch hinauf: Nimm meinen Geist, Herr Jesus, auf! Dann sinket er zur Erde. 4. Ein Steineregen stürzet schwer Zermalmend auf ihn nieder; Nach Jesu Beispiel betet er Im Tod für seine Brüder. Er hebt die Hand empor und spricht: Gedenk', Herr, ihrer Sünde nicht! So sprach der erste Zeuge. 5. Nun schließet sich sein Auge zu, In sanften Schlaf versenfet, Nun ist der Leib in süßer Ruh', Nie wird er mehr gefränket. Sein Geist schwingt sich zu Gottes Thron, Um dort des Glaubenskampfes Lohn Vom Vater zu empfangen. 6. Wenn bald mein Herz im Tode bricht, Erbarmer, darf ich hoffen, Daß dann die Seele troftvoll spricht: Ich seh' den Himmel offen? Kann ich gleich nicht mit meinem Blut, So will ich doch mit Christenmuth Dich in dem Tode preisen. 7. Und, Bater, wenn ich sterben muß, Wenn mir die Augen brechen, So laß mich noch wie Stephanus Für meine Feinde sprechen; Mein letztes Wort sey seinem gleich: Nimm, Jesu, in dein Himmelreich, Zu dir, Herr, meine Seele. Die Feste der Heiligen. Das Fest des h. Evangel. Johannes. Mel. 162. 1. Den Lieblingsjünger preisen wir, Den Jesus zärtlich liebte, Weil seiner reinen Seele Zier Kein Makel jemals trübte; Johannes hielt durch Gottes Kraft Die engelreine Jungfrauschaft Durch seinen ganzen Lebenslauf. 2. Johannes, welche Himmelslust Ward dir vom Herrn gewähret! Du lagst an deines Meisters Brust, In Liebe ganz verkläret; Dort schöpftest du die Wissenschaft Des Heiles und der Liebe Kraft, Die du uns, Christen, mitgetheilt. 3. Das Herz, aus dem die Liebe quillt, Gab Liebe deinem Herzen, Du bliebst von Jesu Lieb' erfülit In Freuden und in Schmerzen; Auf Thabor hast du Freudigkeit, Auf Golgotha das schwerste Leid Mit Jesus, deinem Herrn, getheilt. 4. Du standst bei Jesu Kreuzespfahl In mitleidsvoller Trauer, 315 Dein Herz durchströmte Schmerz und Qual Und banger Todesschauer. Vom Leibe riß dein Herz sich los Und hing am Kreuz in Jesu Schoos. So lang der Herr am Kreuze hing. 5. Vom Kreuze sprechen hörst du ihn: Bald endet sich mein Leben, Nimm du feßt meine Mutter hin, Dir sey sie übergeben. 316 Die Feste der Heiligen. Weil selbst du eine Jungfrau bist, Wird sie, die eine Jungfrau ist, Dir zur Beschüßung anvertraut. 6. Für dich, Johannes, Jesu Knecht, O welche Freudenquelle! Du trittst mit süßem Kindesrecht An Jesu Christi Stelle. Für ihren Sohn erkennet dich, Als eine Mutter zeiget sich Die große Himmelskönigin. 7. O Heil'ger! möchte doch, wie dich, Mich Jesu Lieb' beleben, O möchte doch ich immer mich In Liebe ihm ergeben. Vom Gott der Lieb' erflehe mir, Daß ich ihn liebe für und für, Wie ihn dein Herz geliebet hat. Das Fest der unschuldigen Kinder. Mel. 59. 310 1. Herodes hört mit Angst und Zagen: Geboren ist ein Königssohn, Der Juda's Herrscherstab wird tragen, Und sigen wird auf Davids Thron. Schon muß die Unschuld sterbend fallen, Der Rachel Söhne sind nicht mehr; Der Mütter Klagen wiederhallen Auf Rama's Höhen weit- umher. 2. Was nüßt dich wohl bein vieles Morden? Vergieße nur, o Bösewicht! Der Unschuld Blut an allen Orten, Den Heiland trifft dein Mordschwert nicht. Was strebst du auch nach Jesu Leben? Er ist nicht Erdenfürsten gleich, Die Fefte der Heiligen. Er, der das Himmelreich kann geben, Der suchet hier kein Erdenreich. 3. Gegrüßt send ihr, der Märt'rer Blüthen, Euch raubt das erste Lebenslicht Der Feind des Herrn, wie Sturmeswüthen Die schönen jungen Rosen bricht. Doch nur kann er die Erde röthen Mit euerm Blut, das er vergießt, Die Unschuld selbst kann er nicht tödten, Die nun des Himmels Glück genießt. 4. Die ihr zuerst für Christus fielet, Der Hingewürgten funge Schaar, Die ihr so findlich froh jetzt spielet Mit Kranz und Palmen am Altar, Ihr zarte Helden, Himmelserben, Für uns vereinet euer Fleh'n, Daß wir für Jesus leben, sterben, Und einst mit euch sein Antlig seh'n. Das Fest des heil. Joseph. 2.86 Mel. 163. 1. O heil'ger Joseph! keusch und rein, Du warst von Gott erforen, Deß Pflegevater einst zu seyn, Der Mensch für uns geboren. Ihn, dessen Macht die Welten trägt, Den Erd' und Himmel ehret, Den haft mit Liebe du gepflegt, Geschüßet und genähret. 2. Den andern wird das Morgenroth Erst nach der Nacht enthüllet, Sie werden erst nach ihrem Tod Mit Herrlichkeit erfüllet; Dir ist im Pilgerthale schon Vergönnt, den Herrn zu sehen, 317 318 Die Fefte der Heiligen. Und mit des Allerhöchsten Sohn Vertraulich umzugehen. 3. So warst du denn gebenedeit Hienieden schon auf Erden, Doch sollte auch durch schweres Leid Dein Geist geprüfet werden; Du mußtest in ein fernes Land Schnell mit Maria fliehen, Um Gottes Sohn, das theure Pfand, Dem Mordschwert zu entziehen. 4. Verloren war das Kind, wie bang Ward dir in deinem Herzen, Du suchtest es drei Tage lang Mit Sehnsucht und mit Schmerzen. Doch Freude folgt der Trauerzeit, Das Kind ward jetzt gefunden, Und alle deine Bangigkeit, O Joseph! war verschwunden. 5. Bei Freuben und beim Mißgeschick Blieb Gottes Nath dein Wille, Du wandeltest mit heiterm Blick In frommer, heil'ger Stille; Zu Gott gerichtet blieb dein Sinn, Stets ungestört von Sorgen; Drum war auch Sterben dein Gewinn, Ein Schlaf zum frohen Morgen. 6. So lasset uns gesinnet seyn, Und immer Gottes Willen, Beim Wohlergeh'n, in Angst und Pein, Wie Joseph stets erfüllen. O Heil'ger! hilf beim höchsten Thron Die Gnade uns erfleben, Daß wir durch Jesus, Gottes Sohn, Den Weg zum Himmel gehen. Die Feste der Heiligen. 7. Wenn uns're letzte Stunde graut, Wenn wir das Leben schließen, Laß mit Maria, deiner Braut, Uns freudig dich begrüßen. Mit Jesus steh' uns hilfreich bei, Wenn uns're Augen brechen; Jesus, Maria, Joseph sey Das letzte, was wir sprechen. 319 Das Fest des h. Taufers Johannes. 287 Mel. 116. 1. Von allen heiligen Propheten, Die den Messias und sein Reich Weissagten und von Gott erflehten, Ist keiner dir, Johannes, gleich. Sie alle zeigten nur im Bild, Was du dem Volke klar enthüllt. 2. Was soll aus diesem Kinde werden? Seht, sichtbar ist mit ihm der Herr! So fragten staunend die Gefährten Der frommen Mutter, die bisher Unfruchtbar und verachtet war, Als sie den größten Sohn gebar. 3. Johannes predigt Buße, Liebe Und Wahrheit und Gerechtigkeit, Mit strengem Ernst straft er die Triebe Des Lasters und der Sinnlichkeit; Er leuchtet wie der Morgenstern Und bahnt die Wege seines Herrn. 4. Er sieht den Heiland zu sich kommen, Und spricht: Seht hier das Gotteslamm, Durch welches wird hinweggenommen Die Schuld der Welt am Kreuzesstamm. Die Feste der Heiligen. Er war, eh' ich gewesen, schon: So zeuget er vom Gottessohn. 5. Er spricht die Wahrheit ohne Beben, Er scheut nicht das gekrönte Haupt: Mit deines Bruders Weib zu leben, Ist dir, Herodes, nicht erlaubt. So spricht er, und das Wort der Pflicht Bereitet ihm das Blutgericht. 320 6. Mit hohem Muthe starb Johannes Für Wahrheit und Gerechtigkeit, Drum feiert dieses heil'gen Mannes Gerächtnißtag die Christenheit. Es fodert uns sein Lebenslauf Zur Wahrheit und zur Tugend auf. 7. Laßt uns mit ihm das Lamm verehren, Das blutend für die Menschheit starb, Damit wir einst in frohen Chören Dem Retter, der uns Heil erwarb, Lobsingen in der Ewigkeit, Wo sich in Gott Johannes freut. Das Fest der h. Apostel Peter u.Paul. Mel. 75. 1. Hochverehret sollt ihr werden, Ihr Apostelfürsten, heut, Deren Siegesfest auf Erden Froh begeht die Christenheit. Ganz von Gottes Geist entzündet, Habt ihr Gottes Wort verfündet, Seine Wunder fund gemacht, Und den Völkern Heil gebracht. 2. Liebe zu dem Herrn erhöhte Euern Muth und stärkte euch, Die Fefte der Heiligen. Sie entflammte eure Rede, Machte euch an Thaten reich. Keine Trübsal, keine Leiden Konnten euch von Jesus scheiden, Nicht Verfolgung, Angst und Noth, Nicht Gefahr, nicht Schwert, nicht Tod. 3. Petrus, Hirt der Christenheerde, Stirbt getroft am Kreuzespfahl, Paulus, der die Völfer lehrte, Blutet durch des Schwertes Stahl. Nun sind sie in Gott entzücket, Mit der Marterfron geschmücket, Die im Reich der Seligkeit Treuen Kämpfern Gott verleiht. 4. Petrus, stell' beim Hirt der Hirten Für die Heerd' dich bittend dar, Daß er suche die Verirrten Und sie schüße vor Gefahr. Dir, auf den die Kirch' gebauet, Ist die Heerde anvertrauet, Weide sie nach Jesu Wort, Sey ihr Hirte, sey ihr Hort. 5. Lehre, Paulus, großer Lehrer, Uns im Glauben thätig seyn, Unermüdeter Befehrer, Gieß' uns deinen Eifer ein; Jede böse Lust zu dämpfen, Einen guten Kampf zu kämpfen, So wie du für Jesu Ruhm Und sein Evangelium. 6. Zeigt und lehret uns doch Allen, Ihr Apostelfürsten, hier Immer Gottes Wege wallen, Euerm Beispiel folgen wir; 231 21 322 Die Feste der Heiligen. Lehret uns, zu allen Zeiten Standhaft für den Glauben streiten, Und beim Spott und Hohn der Welt Das nur thun, was Gott gefällt. Allgemeine Feste der Heiligen. Das Fest cines h. Apostels. 289 Mel. 161. 1. Ihr Auserwählte unsers Herrn, Von seinem Geist entzündet, Habt ihr den Völkern nah' und fern Sein heil'ges Wort verkündet; Von ihm gesandt that euer Mund Die Wunder seiner Liebe fund Dem menschlichen Geschlechte. 2. Wie mächtig waret ihr in Gott, Ihr achtetet nicht Schande, Vergebens warf man euch mit Spott In Ketten und in Bande; Ihr starbet selbst mit hohem Muth, Besiegeltet mit euerm Blut Die Wahrheit curer Botschaft. 3. In alle Welt ging euer Schall Bis an der Erde Enden, Man sah die Herzen überall Sich zum Erlöser wenden; Es schwand des alten Irrthums Nacht, Zertrümmert fiel des Lasters Macht, Und Heil und Segen blühten. 4. Noch dauert dieser Segen fort, Noch hat der Herr Verehrer, Die Feste der Heiligen. Noch jetzt erschallt an uns sein Wort, Noch sendet er uns Lehrer, Die uns mit Kraft, mit Wort und That Der Tugend und des Heiles Pfad Statt der Apostel führen. 5. Erleuchte, Herr, mich, daß ich gern Der Wahrheit Worte höre, Und in der Wahrheit dich, den Herrn, Und deine Boten ehre; Fern sey von mir der Frevel, Gott, Durch Undank, Kaltsinn, oder Spott Sie jemals zu betrüben. 6. D stärke mich, daß ich dir treu In Glaube, Hoffnung, Liebe Und reich an guten Werken sey, Und deinen Willen übe; Dann führ' mich durch den Lichtesstrahl Der Gnade zu dem Hochzeitmahl, Zu dem du mich geladen. 323 Das Fest eines H. Märtyrers. 290 Mel. 75. 1. Unter der Verfolger Peinen Bebten Christi Zeugen nie, Seine Lehre zu verneinen, Zwang nicht Droh'n, nicht Folter sie; Auf den harten Todeswegen Gingen sie dem Sieg entgegen, Gaben hin mit Heldenmuth Siegend selbst im Tod ihr Blut. 2. Jesus ging durch Todesleiden Seiner Zeugen Schaar voran, Selbst im Tod erfüllt mit Freuden, Folgten sie auf seiner Bahu. 21* 324 Die Feste der Heiligen. Ja, es starben Millionen, Schmückten sich mit Siegeskronen Vor der Würger Angesicht Muthig auf dem Hochgericht. 3. Wenn die Menge der Verächter Meinen Tugendsinn verlacht, Meinen Glauben zum Gelächter, Mein Gebet verächtlich macht: Dann, o Herr! durch deren Bitten, Die durch dich den Sieg erstritten, Hör mein Fleh'n, verlaß mich nicht, Stärke mich in meiner Pflicht. 4. Nicht nur streiten, überwinden Muß, wer nach der Krone strebt, Siegeskraft läßt Gott empfinden Den, der sich zu dir erhebt. Muth und Kampf sind nicht vergebens, Zeichnen den in's Buch des Lebens, Dessen Muth im Kampf nicht sinft, Der im Glauben Sieg erringt. 5. Herr, du haft mit Kraft von oben Sie zum Kampfe stark gemacht, Sie zu deinem Thron erhoben, Wo fein Feind mehr ihrer lacht. Hilf auch uns den Kampf bestehen, Gib uns Sieg von deinen Höhen, Hilf uns, Christus, hilf uns hier, Gläubig fleht das Herz zu dir. Das Fest eines h. Bischofs. 291 Mel. 163. 1. O Welterlöser! Jesus Chrift, O bu der Hirten Krone, Die Feste der Heiligen. Der du der Hirt der Hirten bist, Blick' her von deinem Throne; Da wir dich heute tiefgebeugt In deinem Diener ehren, Du Glanz der Heil'gen, sey geneigt, llns gnädig zu erhören. 2. Der fromme Bischof, der sich dir Und seiner Pflicht geweihet, Der deiner Lehre Samen hier Mit Eifer ausgestreuet, Der ist es, den die Christenheit Alljährlich heute preifet, In ihm mit Geistesfreudigkeit Die Ehre dir erweiset. 3. Zum Leuchter vor der Christenwelt, Zum Führer deiner Heerde Hast du, o Herr! ihn aufgestellt, Daß Aller Heil er werde. Ihn stärkte zu der hohen Pflicht Gebet, Betrachtung, Wachen; So ward er denn der Blinden Licht, Ein fich'rer Stab den Schwachen. 4. Er hat die Freuden dieser Welt Mit edlem Muth verachtet, Und was den Sinnen nur gefällt Nicht seiner werth geachtet. Nun ist er dort, wo du im Glanz Der höchsten Glorie thronest, Und mit der ew'gen Freuden Kranz Der Treuen Dienst belohnest. 5. Erhör', o Jesus! unser Fleh'n, Verleih' uns deine Gnade, Daß wir mit gleichem Muthe geh'n Auf seinem Tugendpfade; 325 326 Die Fefte der Heiligen. Zeig' uns die Größe deiner Huld, Auf Bitten des Gerechten Erbarm' dich, Herr, erlaß die Schuld Uns Sündern, deinen Knechten. Das Fest eines H. Bekenners. 292 Mel. 116. 1. Willst du den Heil'gen recht verehren, Deß Angedenken wir begeh'n, So mußt du stets auf seine Lehren Und seines Wandels Beispiel seh'n; Du mußt wie er beflissen seyn, Dein ganzes Leben Gott zu weih'n. 2. Betracht' ihn im Besitz der Güter, Der Ehr' und Hoheit dieser Welt, Des Herren Wort ist sein Behüter, Daß er durch sie nicht wanft und fällt; Kein Erdengut ist ihm ein Reiz Zu Ueppigkeit, zu Stolz und Geiz. 3. Gerührt durch Mitleid und Erbarmen, Beim Anblick seiner Brüder Noth, Zeigt er sich hilfreich, mild den Armen, Und bricht den Hungrigen sein Brod; Er schmeckt die hohe Seligkeit, Womit das Wohlthun stets erfreut. 4. Wirf einen Blick auf ihn, wenn Leiden Und Trübsal ihn zu Boden drückt: Mein Vater, spricht er, hat durch Freuden In bessern Tagen mich erquickt, In Trübsal fenn' ich seine Huld, Die Prüfung trag' ich mit Geduld. 5. Schau' bin, wenn an des Lebens Ende Dem Tagwerk ihn der Tod entreißt; Die Feste der Heiligen. Mein Gott, spricht er, in deine Hände Befehl' ich sterbend meinen Geist; Du bist mein Trost in Todesnacht, Gelobt seyst du, es ist vollbracht! 6. Nun spendet ihm der Gott der Güte Den Lohn, den er sich hier errang, Dort ist sein Leben ew'ger Friede, Dem Schöpfer ew'ger Lobgesang; Von dort neigt er zu uns sein Ohr, Trägt unser Fleh'n dem Vater vor. Das Fest einer h. Jungfrau. 293 Mel. 164. 1. Jesus, Krone der Jungfrauen, In den lichten Himmelsauen, Unter Lilien wandelst du, Schenfest dort den gottgeweihten, Unbefleckten heil'gen Bräuten Deiner Seligkeiten Ruh'. 2. In den auserwählten Chören, Deren Lieder dich verehren, Bist du groß und wunderbar. Um die Weisen zu beschämen, Um der Starfen Muth zu lähmen, Stärktest du die schwache Schaar. 3. Bei dem Reiz der Schmeicheleien, Selbst im Sturm der Tyranneien, Siegte ihre Reinigkeit. Mit dem Lamm, das sie erwählet, Blieben stets fie treu vermählet, Von der Sünde nie entweiht. 4. In der reinen Liebe Flamme Folgten fie dem Gotteslamme 327 328 Die Feste der Heiligen. Auf dem blutgefärbten Gang; Nun sind sie mit Ruhm gekrönet, Und dem Bräutigam ertönet Immerdar ihr Lobgesang. 5. Huldvoll auf der Jungfrau'n Flehen Blick', o Herr! von deinen Höhen In das Thal der Sterblichkeit, Daß entfesselt von der Erde Unser Geist dir ähnlich werde, Schenke uns die Reinigkeit. Das Fest einer heiligen Frau. 244 Mel. 163. 1. Des starken Weibes Heldenmuth Last uns mit Freuden singen, Und Gott, der durch sie Wunder thut, Ein Lobesopfer bringen. Ihr Blick hing stets und unverwandt Am Heil im ew'gen Leben; Den steilen Weg zum Vaterland 3u geh'n, war all ihr Streben. 2. Sie war bemüht, in Dienstbarkeit Dem Geist den Leib zu bringen, Durch Fasten jede Lüfternheit Des Herzens zu bezwingen. Den Geist hat sie stets durch Gebet Gestärket und genähret; Im Himmel ist sie nun erhöht Zur Ruh', die ewig währet. 8. Herr Jesus, König, groß an Macht, Der Schwachen wahre Stärke, Durch dich hat dieses Weib vollbracht So heldenmüth'ge Werke. Die Feste der Heiligen. Auf ihre Fürsprach' sey geneigt, Uns Schwache zu erhören, Und uns, wir bitten tiefgebeugt, Die Stärke zu vermehren. Das Fest Allerheiligen. 295 Mel. 75. 1. Droben in des Himmels Höhen, In der Sel'gen Lichtesglanz, Wo die Engel betend stehen, Schmücket euch der Palmenkranz; Auserwählte, eure Leiden Krönen jetzt des Himmels Freuden, Und an eures Gottes Thron Aerntet ihr der Tugend Lohn. 2. Hier, in unsern Pilgerhütten, Hier, im niedern Gräbertbal Habt auch ihr gewohnt, gelitten Bittern Kummer, heiße Qual; In des Kampfes schwülen Tagen Habt ihr Jesu Joch getragen; Drückend war die Bürde, doch Süß ist auch des Heilands Joch. 3. Wer für Gott und Wahrheit lebet, O! der stirbt im Tode nicht, Wer nach Recht und Tugend strebet, Steigt empor von Licht zu Licht. Was wir Gutes fühlten, dachten, Was wir Edles hier vollbrachten, Ift für's Ewige gefät, Schein und Erdentand vergeht. 4. Wer wie Jesus thätig liebet, Den Geringsten nicht verschmäht, Und an dem Erbarmen übet, 329 330 Die Feste der Heiligen. Der um seine Hilfe fleht, Wird in deinen Hütten wohnen, Er empfängt des Himmels Kronen, Der da heilig ist und rein, Er, nur er wird selig seyn. 5. Die ihr jetzt im Schmuck der Krone Jubelnd Gottes Loblied singt, Uns're Opfer zu dem Throne Gott in gold'nen Schalen bringt, Traget heute unser Sehnen, Unfrer Liebe heiße Thränen, Unser Opfer und Gebet Hin vor Gottes Majestät. 6. Blickt auf uns von jenen Höhen, Wo der Strom der Wahrheit quillt, Wo der Tugend Palmen wehen, Wo die Gottheit sich enthüllt. Unser Herz schlägt euch entgegen, Nur auf euren Himmelswegen Blüht des Herzens stille Nuh', Freundlich wehet sie uns zu. 296 Mel. 158. 1. Ihr Freunde Gottes, heil'ge Schaar, Ihr Engel dort am Thronaltar! Helft uns in diesem Jammerthal, Daß bei des Lammes Hochzeitsabl Wir uns erfreu'n in eurer Zahl. 2. Ihr Patriarchen, die ihr Gott Im Glauben dientet bis zum Tod! Helft uns u. s. w. 3. Propheten, deren weiser Mund Des Herrn Verheißung machte fund! Helft uns u. s. w. Das Kirchweihfeft. 4. Apostel, ihr vom Herrn gesandt, Das Heil zu fünden jedem Land! Helft uns u. f. w. 5. Ihr Märtyrer, die ihr mit Muth Für Gott vergoffet euer Blut! Helft uns u. s. w. 6. Du hochgeweihtes Priesterchor, Das Gott zum heil'gen Dienst erfor! Helft uns u. s. w. 7. Ihr Beichtiger, die ihr so gern Getragen habt das Joth des Herrn! Helft uns u. f. w. 8. Jhr Jungfrau'n keusch, in Reinigkeit Dem ew'gen Bräutigam geweiht! Helft uns u. f. w. 9. Jhr All', die ihr am Gottesthron Genießet eures Kampfes Lohn! Helft uns u. s. w. 10. Lob, Ehre, Stärke, Preis und Macht, Und Dant sey dir, o Herr! gebracht, du, der seyn wird, ist und war, Der du, o Gott! bist wunderbar In deiner Auserwählten Schaar! 331 Das Fest der Kirchweihe. 297 Meßgesang. Introitus. Mel. 59. Der Tempel ist des Himmels Pforte, Dem Beter wird sie aufgethan, An diesem dir geweihten Orte Fleh'n wir dich, Gott, in Demuth an. 332 Du wohnest hier in uns'rer Mitte, Die frommen Herzen sind dein Thron; Erhöre hier der Kinder Bitte Durch Jesum Christum, deinen Sohn. Gloria. Mel. 3. Herr, dein Tempel und dein Thron Sind die Sternenheere, Aller Wesen Jubelton 248 Das Kirchweihfest. Preiset deine Ehre. Doch du hörst in diesen Hallen Mit besonderm Wohlgefallen Der vereinten Brüder Lob- und Dankeslieder. Credo. Mel. 17. Der frommen Väter Felsenglaube Zertrümmerte der Gößen Wahn Und hob auf der Zerstörung Staube Die Tempel Jesu himmelan. Mög' dieser Glaube uns beleben, Das Herz zum Gottestempel bau'n, Dann werden wir im Sturm nicht beben, Im Leiden stets auf Gott vertrau'n. Offertorium. Mel. 110. 294 Hier öffnet sich der Gnaden Quelle, Der Priester opfert Brod und Wein, Und Jesus will an dieser Stelle Der Priester und das Opfer seyn. Nimm, Herr, das Opfer auf mit Güte, Das bir mit banfendem Gemüthe 3.01 Dein Volk, dich freudig lobend, bringt, Bis es dein Lob im Himmel singt. Sanctus. Mel. 165. Heilig, heilig, heilig! Rufen alle Welten dir, Das Kirchweihfeft. Heilig, heilig, heilig! Ruft in deinem Tempel hier Aller Christen froher Chor Hoch zu dir, o Gott! empor. 302 Nach der Wandlung. Mel. 166. 1. Wie lieblich ist die heil'ge Hütte, Wo Gott mit seiner Gnade thront, Wo Jesus in der Seinen Mitte, Bei uns, als seinen Kindern wohnt. An dieses Heiligthumes Schwelle Gibt er den Müden Seelenruh', Und strömt aus reicher Gnadenquelle Uns Lebenstrost und Stärke zu. 2. Hier hören wir der Andacht Lieder Wie Throngesang vom Engelchor, Und beugen wir uns betend nieder, So hebt der Glaube uns empor; Hier, vor des Kreuzaltares Stufen 333 Fällt tief zum Staub der Sünder hin, Und hört der Gnadenstimme Nufen: Getrost, mein Sohn, dir ist verzieh'n! 3. Es tritt der Christ mit bangem Zagen Oft weinend in das Heiligthum, Und da verstummen seine Klagen Und wandeln sich in Jubel um; Und tief in Demuth hingesunken, Zu dir, o Mittler! hingewandt, Nimmt er den Kelch, den du getrunken, Ergeben aus des Vaters Hand. 4. Hier geben sich die treuen Brüder Als Kinder eines Vaters fund, Hier schließen mit dem Haupt die Glieder Der reinsten Liebe ew'gen Bund. Kommt, Christen, knüpft mit reinem Triebe Das Kirchweihfest. Beim Liebesmahl das heil'ge Band, Und windet hier den Kranz der Liebe Zum Freudenfest in Sions Land. 5. Stets theuer seyst du meiner Seele, D Haus! so lang ich hier noch bin, Nimmt einst des Grabes dunkle Höhle Den Staub des Erdenpilgers hin: O daß alsdann mit der Gemeine In Sions hohem Heiligthum Mein Geist auf ewig sich vereine, Und singe seines Schöpfers Ruhm. 334 303 Festgesänge. Mel. 167. 1. Heilig, heilig wir dich preisen, Hohes, gottgeweihtes Zelt! Seine Huld uns zu erweisen, Thront in dir der Herr der Welt. Hier ist Wahrheit, Kraft und Leben, Hier, auf des Altares Thron, Wird dem Vater dargegeben Durch den Priester Gottes Sohn. 2. Moses schaut im öden Lande Einen Dornbusch staunend an, Welcher brennend nicht verbrannte, Schon will er dem Wunder nah'n. Moses! eh' du weiter gehest, So erscholl des Höchsten Wort, Zieh' die Schuhe aus, du stehest Hier an einem heil'gen Ort! 3. Wie sollst du von Ehrfurcht beben, Christ, wenn du zur Kirche gehst, Wie muß Andacht dich beleben, Wenn du hier um Gnade flehst? Denn an diesem heil'gen Orte Das Kirchweihfest. Stellt sich deinem Glauben dar Gottes Haus, des Himmels Pforte, Ja Gott selbst auf dem Altar. 4. Oza stirbt im Augenblicke, Als die Lade er berührt, Dagon sinkt, zerfällt in Stücke, Da, wo sie ward hingeführt; Und der Sünder sollt' es wagen, Tretend von des Lasters Bahn, Ohne Ehrfurcht, ohne Zagen Sich dem Herrn der Welt zu nah'n. 5. Heilig, heilig, reich an Segen Ist das gottgeweihte Haus, Gott, mit Liebe hier zugegen, Spendet seine Gnaden aus; Hier wird Gottes Wort verkündet, Das uns tröstet und belehrt, Büßer werden hier entfündet Und mit Himmelsbrod genährt. 6. Hier sey dein Erbarmen offen, Wenn, o Gott! zu dir wir fleh'n, Sey uns Allen, die wir hoffen, Stets bereit, hier beizusteh'n. Tragen da wir in Beschwerden Bittend uns're Nch dir vor, Daß wir dann getröstet werden, Neige uns dein Vaterohr. 7. Komm', o Jesu! Manna thaue, Gottes Lamm, o fomm' zu mir, Du, dem ich mich anvertraue, Komm', vereine mich mit dir. Hier, vor deiner Bundeslate, Laß mein Herz dein Tempel seyn, Wie Zachäus, Gott der Gnade, Führe mich zur Glorie ein. 335 336 Das Kirchweihfeft. 304 Mel. 161. 1. O du des Höchsten ew'ger Sohn, Du kommst zu uns auf Erden, Du steigest von des Vaters Thron, Ein Mensch, gleich uns, zu werden; Du fehrst in unsern Kirchen ein, Um deinen Brüdern nah' zu seyn, Um stets bei uns zu wohnen. Wir singen dir mit Cherubim, Wir preisen dich mit Seraphim, Mit Kräften und mit Thronen. 2. Gib, daß an diesem Ort dein Licht, O Himmelskönig! scheine, Wend' her dein holdes Angesicht Zur betenden Gemeine; Sey deinem Volke hier geneigt, Da es dir seinen Dienst erzeigt, Und findlich dich verehret. Schenk' Allen deiner Gnade Kraft, Die neue Herzen in uns schafft, Und Himmelstrost gewähret. 3. Wie einst dein Diener Salomon Die Händ' emporgehoben, So fleh'n wir, Gott, zu deinem Thron: Sieh' mild herab von oben, Da wir, wenn Krieg und Hungersnoth, Wenn Krankheit uns Verderben droht, Hier unser Herz ergießen, Da laß uns deine Hilfe seh'n, Da, Vater, laß von deinen Höh'n Die Gnadenquelle fließen. 4. Laß hier, o Herr! bei Tag und Nacht Die Augen offen stehen, Laß fühlen deiner Güte Macht, Die hier vertrauend flehen. Besondere Gesänge. In diesem deinem Gnadenhaus Theil' ihnen deine Güter aus, So lang sie hier noch leben Bis du sie nach der Pilgerzeit Zur Freude deiner Herrlichkeit Im Himmel wirst erheben. Besondere Gesänge. Die Kirche. 305 Mel. 168. 1. Ein starker Fels ist unser Hort, Der Fels nicht weicht und windet, Ihn hat des Heilands Gnadenwort Im Meeresgrund gegründet. Auf Christus unzertrennt Sein ew'ges Fundament, Hebt er durch Nebeldüfte Sein Haupt in freie Lüfte; Und ob auch Stürme ihn umweh'n, Die Fluthen ihn umkreisen, Der Fels bleibt unerschüttert steh'n, Wie es der Herr verheißen. 2. Und auf dem Fels steigt hoch empor Der Kirche Domgebäude, D'raus tritt der Glaube licht hervor In unbeflecktem Kleide; Darreicht der Liebe Muth Den Kelch mit Gottesblut, Und aus dem Fluthgetümmel Weis't Hoffnung auf zum Himmel. Die Kirche baute gnadenvoll Der Herr, gab ihr den Segen: Die Höllenpforte selber soll Nichts wider dich vermögen. 22 337 338 Besondere Gesänge. 3. Und auf der Kirche steht ein Kreuz, Hell leuchtet's in die Wogen; Es find Jahrhunderte bereits An ihm vorbeigezogen, Es hat die Fluth ohn' End' Das Felsenfundament Tagtäglich hart zerschlagen, Doch sieht das Kreuz man ragen; Ob brandend auch der Zeitenstrom Den Fels erbost umwüthet, Feft stehen Fels und Kreuz und Dom Ihm, der dem Meer' gebietet. 4. Noch steht der Fels in Wogenwuth, Ob sie auch spalten, trennen, Der Fels bleibt Fels, der Uebermuth Mag d'ran die Stirn' zerrennen; Wenn bis zum Zinnenkranz Der Wogen wilder Tanz Kreuzstürmend aufgestiegen, Doch mußten sie erliegen; Mocht auch die Fluth von Jahr zu Jahr Im Zorn sich überbieten, Macht' allweg sie nur offenbar Der Höll' ohnmächtig Wüthen. 5. Den Fels sie müssen lassen steh'n, Er ist zum Tragstein worden, An ihm verbraus't der Stürme Weh'n, Zerbrechen Höllenpforten; Und Hoffnung, Glaub' und Lieb Des Domes Hüter blieb; Ob auch der Bau gezittert, Der Fels blieb unerschüttert; Er ist fürwahr ein starker Hort, Der nimmer weicht und windet, Ihn hat des Himmels Allmachtswort Im Meere selbst gegründet. Besondere Gesänge. 6. Sanct Petrus ist der Felsenmann, Es trägt aus Erdenschranken Sein Felsenhaupt hoch himmelan Die Kirche sonder Wanken; Zu ihm sprach Jesus Chrift: Simon, du Petrus bist, Auf dich will mit Vertrauen Ich meine Kirche bauen. Drum soll'n den Fels sie lassen steh'n Wie auch die Hölle wüthet, Fels, Dom und Kreuz wird nie vergeh'n; Der Heiland selbst fie hütet. Die heil. Sacramente. 306 Mel. 59. 1. Eröffnet sind uns sieben Quellen, Aus welchen sich das Licht ergießt, Die Nacht des Lebens zu erhellen, 339 Aus denen Kraft und Labung fließt; In welchen Jeder Stärke findet, Der sich im Geist' der Liebe naht; Von Jesus selbst sind sie gegründet Auf unser's Lebens Pilgerpfad. 2. Geht hin in alle Welt, zu lehren, So ward das Wort den Jüngern fund, Und weihet Alle, die euch hören, Sie taufend ein zum Gnadenbund. Jetzt macht schon an des Lebens Schwelle Die Kirche uns von Sünden rein, Und weiht uns in der Taufe Quelle Zu neuen Himmelserben ein. 3. Wie Gottes Geist im Flammenbilde Sich liebend den Aposteln gab, Und sie mit Muth und Kraft erfüllte, So fommt er auch zu uns herab. 22* Besondere Gesänge. Die Firmung gibt uns Glaubensstärke, Sie gibt uns der Erkenntniß Licht, Und Kraft, daß wir mit Wort und Werke Im Kampf besteh'n für Gott und Pflicht. 4. Beim Abendmahl vor seinem Tode Nahm Jesus segnend Brod und Wein, Und segte so aus Wein und Brode. Sein Fleisch und Blut zum Denkmal ein, Und gibt auf unfrer Pilgerreise Uns immer noch sein Fleisch und Blut Als Opfer und als Seelenspeise, Uns ihm zu heil'gen Kraft und Muth. 5. Wem ihr die Schuld erlaff't, der lebet, Begnadiget durch Gottes Huld; Wem ihr die Sünden nicht vergebet, Der bleibt fortan in Sündenschuld: So sprach nach sanftem Friedensgruße Der Herr zu der Apostelschaar, Und beut im Sacrament' der Buße Verzeihung uns und Gnade dar. 340 6. Wenn unser's Leibes Kraft ermattet, Wenn bald das trübe Auge bricht, Wenn uns des Todes Nacht umschattet, Auch dann verläßt der Herr uns nicht; Er spendet mit des Heiles Dele Und durch das gläubige Gebet Dem Leibe Kraft und Trost der Seele Des Kranken, der im Glauben- fleht. 7. Daß wir, geführt durch seine Gnade Und durch sein Evangelium, Nicht wanken auf dem Tugendpfade Gab Jesus uns das Priesterthum. Der Priester bietet uns die Lehre Der Kirche Gnadenschäße dar, Verrichtet zu des Höchsten Ehre Für uns das Opfer am Altar. Besondere Gesänge. 8. Schon an der Menschheit Lebensmorgen Gab selber Gott dem Mann ein Weib, Damit sie theilten Glück und Sorgen, Vereinet zwei zu einem Leib. Zum Sacrament der Lieb' und Treue Erhob der Heiland diesen Stand, Und knüpft mit hoher Gnadenweihe Der Ehe gottgeweihtes Band. Bei Ausspendung der h. Firmung. 307 Mel. 169. 1. Wie mich zur Welt mein Vater fandte, So, meine Jünger, send' ich euch; Geht muthvoll hin in alle Lande, Verkündet überall mein Reich; Tauft alle Völker, lehrt den Willen Des Vaters sie in Freud' und Leid; Der heil'ge Geist wird euch erfüllen Und bei euch seyn in Ewigkeit. 341 2. So sprach der Herr, und schwang zur Klarheit Des Himmels leuchtend sich empor; In Demuth harrt, dem Wort der Wahrheit Vertrauend, der Apostel Chor; Still betend figen sie beisammen, Da weiht den gläubigen Verein Der heilge Geist mit Feuerflammen Zu Boten Gottes taufend ein. 3. Und durch die neue Feuertaufe Von Kraft und hohem Muth entflammt, Beginnt der kleine treue Haufe Begeistert sein Apostelamt; Es weiht zu allem guten Werke Der heil'ge Geist den Gottesbund, Der Himmel selbst gibt Kraft und Stärke Durch der Apostel Hand und Mund. Besondere Gesänge. 4. Wird bei dem heil'gen Gottesworte Die junge Christenschaar besteh'n? Schon tobt erzürnt die Höllenpforte, 342 Das Kreuz soll schmachvoll untergeh'n. Zum Rathe schleppt man Christi Zeugen, Beladet sie mit Spott und Hohn, Ihr Blut fließt unter Ruthenstreichen, Und schmachvoll stößt man sie davon. 5. Doch fröhlich geh'n sie vom Gerichte, Sie tragen Züchtigung und Spott Mit freudestrahlendem Gesichte, Sie litten ja für ihren Gott. Der selber sprach aus ihrem Munde; Der heil'ge Geist, der sie erwählt, Er war's, der in der Prüfungsstunde Mit Kraft und Weisheit sie beseelt. 6. Doch ob mit treuem Todesmuthe Sie auch das Gotteswerk gekrönt, Noch ist in der Apostel Blute Die Höllenpforte nicht versöhnt. Das Reich des Heilands zu zerstören, Entbeut sie alle Macht und Lift, Und die Gewaltigen verschwören Sich wider Gott und seinen Christ. 7. Der falschen Götter Schmach zu rächen, Straft man die Christen insgesammt, Es werden, ihren Muth zu brechen, Zu harten Qualen sie verdammt. Doch freudig leiden ohne Zagen Sie alle, was ihr Loos auch sey; Der heil'ge Geist hilft ihnen tragen, Und die Bekenner bleiben treu. 8. Umsonst erfinnet alle Leiden Die Höllenmacht, sie unterliegt, Vergebens raft die Wuth der Heiden, Besondere Gesänge. Das Kreuz und seine Lehre siegt; Denn Männer, Greise, Kinder, Frauen, Der Jünglinge und Jungfrau'n Schaar, Sie alle bieten ohne Grauen Für Gott das Leben freudig dar. 9. Für Jesu Lehre will ich sterben, Er ging ja auch für mich zum Tod; Den Leib zwar möget ihr verderben, Doch meine Seele rettet Gott. So gegen der Tyrannen Toben Hat sie der heil'ge Geist beseelt, Er hat durch Leiden sie erhoben Zur Marterkrone sie erwählt. 10. So hat der Herr denn überwunden, Und treu erfüllte sich sein Wort, Den Kämpfern ward in Prüfungsstunden Der heil'ge Geist ein Schuß und Hort. Daß auf dem schweren Tugendpfade Der Mensch treu harre bis zum Tod, Stärft ihn des heil'gen Geistes Gnade, Des Trösters in Gefahr und Noth. 11. Er war's, der in die dunklen Nächte Der Völker Licht und Wahrheit goß, Der von Geschlechte zu Geschlechte 343 Die Kirche trug in seinem Schoos; Er ist's, der von des Himmels Höhen Das Herz zum Gottestempel macht; Was Gutes, Großes je geschehen, Es ward allein durch ihn vollbracht. 12. Auch jetzt noch leuchtet seine Helle, Hält uns zur Ankunft Christi wach, Auch jetzt noch strömt die Gnadenquelle Des heil'gen Geistes siebenfach; Auch uns wird seine Gnadenspende, Er redet durch des Bischofs Mund, Besondere Gesänge. Und weihet heut' durch dessen Hände Zum Kampf und Siege unsern Bund. 13. Du Geist, der du von Ewigkeiten Beim Vater und beim Sohne thronst, Der du dem Christen Kraft zum Streiten Verleih'st und seinen Sieg belohnst; O komm' herab, in Prüfungstagen Halt uns der Tugend stets getreu, Daß wir nicht fallen, nicht verzagen, Steh' du mit deiner Gnad' uns bei. 344 14. Du Geist der Weisheit, Geist der Stärke, Halt' uns von Sünd' und Irrthum rein, Laß uns're Worte, uns're Werke Dir immer wohlgefällig seyn! Führ' uns durch's Leben, Geist der Wahrheit, Bleib' stets uns Schuß und Führer du, Und führ' uns Alle einst der Klarheit Des ew'gen Himmelreiches zu. 308 Mel. 72. 1. O sel'ger, heil'ger Augenblick, Der uns gewährt das große Glück, Daß Gottes Geift neu uns're Brust Erfüllet mit des Himmels Luft. 2. Wie Gottes Geist im Flammenbild Einst der Apostel Herz erfüllt, So senft er sich mit heil'ger Gab Im Sacrament auf uns herab. 3. Er spendet uns des Glaubens Muth, Erfüllt uns mit der Liebe Glut, Er gibt uns der Erkenntniß Licht, Und lenkt uns auf den Weg der Pflicht. 4. Und fehlt dem schwachen Herzen Kraft; Er ist's, der Stärkung ihm verschafft, Besondere Gesänge. In Gottesfurcht und Frömmigkeit Wird er uns Pfand der Seligkeit. 5. Sein Trost erfüllet unser Herz, Zieht uns im Leiden himmelwärts; So führt der Tröster Himmelsruh' Uns in des Lebens Mühen zu. 6. Er geht als Führer uns voran, Und leitet uns auf rechter Bahn, Und so geführt von seiner Hand Geh'n wir zum ew'gen Vaterland. 7. Gib uns, o Vater! diesen Geist, Den Jesus uns zum Trost verheißt, Durch ihn laß uns von Sünden rein Stets seine heil'ge Tempel seyn. зод Bei einer Primiz. Mel. 36. 1. Gott! in dieses Tempels Hallen Leuchtet deiner Gnade Strahl, Heil'ge Freudenlieder schallen; Denn es bringt zum erstenmal Dir das Opfer deines Sohnes Demuthvoll ein Priester dar; Zu der Höhe deines Thrones Steig' sein Opfer vom Altar. 2. Zur Versöhnung unsrer Sünden, Sey sein Opfer dir gebracht, Lob und Dank soll es verkünden Für die Güte deiner Macht; Denn du führst in uns're Mitte Einen Neugeweihten ein; Laß auch uns auf seine Bitte Deiner Güte würdig seyn. 3. Und des Priesters Herz belebe Mit der Weihe hoher Kraft, 345 346 Besondere Gesänge. Daß er immer aufwärts strebe, Daß sein Eifer nie erschlafft. Leite allzeit sein Beginnen, Seinen Wandel treu und rein, Laß ihn Seelen dir gewinnen, Und sein Amt gesegnet seyn. 4. Auf sein Pflanzen und Begießen Laß, o Herr! von oben her Allzeit das Gedeihen fließen, Laß zu deines Namens Ehr' Ihn das Priesteramt verwalten, In Erfüllung seiner Pflicht Weisheit, Liebe, Muth entfalten, Leuchtend sey er uns ein Licht. Bei dem heil. Sacramente der Ehe. Mel. 148. 1. Von dir, o Gott der Einigkeit! Ward einst der Ehe Bund geweiht, O segne dieses neue Paar, Das Treue schwur am Hochaltar. 2. Sie seyen zwei in einem Fleisch, Nur eins in Liebe, treu und keusch; Das Bündniß, welches Gott verband, Das trenne nicht des Menschen Hand. 3. Wie Christus liebend seiner Braut, Der Kirche, sich hat angetraut, So gebe sich der neue Bund Durch treubewährte Liebe fund. 4. Ihr Haus soll Gottes Tempel seyn; Dort bringe im Gebetsverein Der Gatten Eintracht am Altar Der ewigen Treue Opfer dar. 5. Dein Engel, Herr! begleite fie, Dann straucheln in Gefahr sie nie, Besondere Gesänge. Sie ruhen in des Friedens Schoos, Und Glück und Wohlfahrt ist ihr Loos. 6. Willst du mit Kindern sie erfreu'n, So gib zur Kinderzucht Gedeih'n, Daß sie als Christen sich bemüh'n, Dem Himmel Bürger zu erzieh'n. 7. Der Kinder Tugend, Heil und Glück Fall' segnend noch auf sie zurück; Es winde einst der Enkel Glanz Noch um ihr Haupt den Ehrenkranz. 347 8. Und haben sie in Glück und Noth Sich treu bewähret bis zum Tod, So führ', o Gott! nach dieser Zeit Sie ein in deine Seligkeit. Bei Einweihung einer Kirche. 338/ Mel. 170. 1. Sieh' Gottes Wohnung hier, Hier will der Schöpfer thronen, Er, den die Welt nicht faßt, Will unter Menschen wohnen, Hier will er uns, sein Volk, Als unser Gott regieren, Und uns mit Gnadenhuld Zum ew'gen Heile führen. 2. Drum sey, o güt'ger Gott! Dir Preis und Dank gesungen; Wir aber vom Gefühl Der Andacht tief durchdrungen, Wir wollen hier vereint Uns deiner Liebe freu'n; Drum weiben wir dies Haus Zu deinem Tempel ein. 348 Besondere Gesänge. 2. Anbetend dir sich nah'n, Dich ehrfurchtsvoll erheben, Wie süß ist diese Pflicht, Wie heilsam für das Leben. Oft schwinge zum Gebet, Zum Dank, zu deinem Ruhm Sich unser Herz vor dir, In diesem Heiligthum. 4. Hier sollen wir den Sinn Der Lehre Christi fassen, Und zur Befolgung uns, Zur Treu' ermuntern lassen; Hier strahlt dem Geiste Licht, Hier strömt dem Herzen Ruh', Hier spricht dein Wort, o Gott! Geduld und Trost uns zu. 5. Hier wird mit Danfgefühl Das Kind in früher Jugend Geweiht dem Kinderfreund, Dem Vorbild jeder Tugend; Hier tritt es in den Bund Der Kirche Gottes ein; Hier stärkt die Firmung uns, Gott ewig treu zu seyn. 6. Das Kreuzesopfer wird Unblutig hier erneuert, In Jesu Fleisch und Blut Auf dem Altar gefeiert Zur Sühnung und zum Lob, Zur Bitte und zum Dank; Hier gibt der Herr sich selbst Zur Speise und zum Trank. 7. Hier tritt der sünd'ge Sohn, Von Neue tiefgebeuget, Zum Vater, der so gern Besondere Gesänge. Erbarmen ihm erzeiget. Da er mit Herz und Mund Die Sünden treu erklärt, So wird Verzeihung ihm Und Gnade hier gewährt. 8. Hier treten wir vereint Beim Liebesmahl zusammen, Und sollen in dem Herrn Zur Liebe uns entflammen; Hier wohnt der Mittler selbst, Der auf der Liebe Bahn Durch Leben und durch Tod Uns muthvoll ging voran. 9. Hier sollen am Altar Sich dir, du Gott der Liebe, Die Neuvermählten nah'n, Dir heil'gen ihre Triebe, Vor deinem Angesicht Sich schwören Lieb' und Treu', Damit ihr Leben dir Stets wohlgefällig sey. 10. Laß dieser Wohlthat Werth Uns, Vater, stets erwägen, Und dieses Hauses Zweck Mit Nugen überlegen;" Dann wird der Weihetag Ein Tag des Segens seyn, Und seiner wird sich noch Die späte Nachwelt freu'n. 349 Bei Einweihung eines Kirchhofs. 339 Mel. 116. 1. Wir weiben diese ernste Stätte Den Schlafenden zum Wohnungsort, Besondere Gesänge. Hier ruh'n sie in des Grabes Bette, Bis fie erweckt das Allmachtswort; Hier ruht von Gott gesät die Saat, Bis sich der Tag der Aernte naht. 2. Hier schweigen aller Sünde Reize, Vergraben in der Erde Schoos; Das Grab, geschmückt mit einem Kreuze, Spricht: sich', o Sterblicher! dein Loos, Gedenke stets der Ewigkeit, Und nüße wirksam diese Zeit! 350 3. Hier, wo das Schmerzgefühl dem Staube Der Liebe heiße Thräne weiht, Da hebt den Geist der heil'ge Glaube Zur Hoffnung der Unsterblichkeit Im Worte, welches Jesus spricht: Wer an mich glaubt, stirbt ewig nicht. 4. Am Kreuz, deß Bildniß hier errichtet, Hat diesen Trost der Herr gebracht, Hat er den Schuldenbrief zernichtet, Und uns vom Tode frei gemacht; Vom Kreuz, dem Lebensbaum, herab Strömt Leben in das dunkle Grab. 5. Das Schimmern dreier Lichter deutet Auf Jesus hin, das Licht der Welt, Das auf der Erde sich verbreitet, Und auch des Grabes Nacht erhellt, Und dort als ew'ges Licht zugleich Uns leuchtet in der Sel'gen Reich. 6. Wenn tiefgebeuget von Beschwerde Des Lebens Freude uns entflieht, Und nirgends auf der ganzen Erde Das Herz noch Rath noch Ausgang sieht, Dann tönet hier ein Engelswort: Hier ist die Saat, die Äernte bort. Besondere Gesänge. 7. Belebe uns, o Hoffnung! immer, Wenn Freud', wenn Leid das Herz bewegt, Umglänze uns wie Morgenschimmer, Wenn Nacht auf unsern Pfad fich legt, Und drück' es den Gebeugten ein: Der Geist aus Gott wird ewig seyn. 8. Gib unsern Brüdern, Herr! wir flehen, Die hier einst schlummern, ew'ge Ruh', Laff sie verkläret auferstehen, Ünd führe sie den Sel'gen zu; Vor deinem heil'gen Angesicht' Umstrahle sie das ew'ge Licht. Bei Einweihung einer Glocke. Mel. 163. 1. Die Glocke, die wir heute weih'n, Soll eine Stimm' von oben, Und stets ein ernster Ruf uns seyn, Gott, unsern Herrn, zu loben; Sie deut' im schnellen Lauf der Zeit Die Kürze unser's Lebens, Und mahn' uns an die Ewigkeit, Das Ziel des Menschenstrebens. 2. Den Tag des Herrn verkünde fie Der christlichen Gemeine, Daß sie sich nach der Arbeit Müh' Zum Gottesdienst' vereine, Und in der Andacht frohem Chor, Vom Staube dieser Erde, Ein jedes Herz erfreu't empor Zu Gott gehoben werde. 351 3. Ihr Morgenruf: Mit Gott fang' an! Weck' uns zum neuen Tage; Ihr Ton heb freudig himmelan, Drückt uns der Erde Plage. 352 Besondere Gesänge. Den Feierabend fünde fie Dem treuen Knecht hienieden, Und ruf ihn nach des Tages Müh' Zur Ruh' in Gottes Frieden. 4. Wie uns umfangt ihr Feierklang Am ersten Lebenswege, So folgen auch zum letzten Gang Uns ihre Trauerschläge. Sie stimmt in uns're Freuden ein In Glück, an Festestagen, Und will, dem Herzen Trost zu seyn, Mit den Betrübten klagen. 5. So schall' denn, freudiger Gesang, Zum Himmel steigt, Gebete, Wenn feierlicher Glockenklang Ertönt von heil'ger Stätte. Erhebt euch, Kinder dieser Zeit, Hört, wie dem Erdensohne Die Stimme der Unsterblichkeit Erschallt im Glockentone. Das Gebet des Herrn. 341 Mel. 163. 1. In Goit des Vaters und des Sohns Und seines Geistes Namen, Sprecht hier am Fuße seines Throns, O Christen! freudig: Amen; Sprecht: Amen, und bereitet euch Nach eures Meisters Lehren, Den Vater in dem Himmelreich Mit Bitten zu verehren. 2. O Vater unser, der du bist Im Himmel und auf Erden, Dein Name, der so lieblich ist, Soll stets geheiligt werden. Besondere Gesänge. In's Reich, von Anbeginn der Welt Bereitet allen Frommen, Laß auch, wenn dieser Leib zerfällt, Uns einstens Alle kommen. 3. Sowie auf jeden Wink von dir Die Himmelsgeister sehen, So soll auch unter Menschen hier Dein Wille stets geschehen; Das Brod, das uns're Seele nährt, Gib uns, um dir zu leben, Auch werte, was der Leib begehrt, Von dir uns heut' gegeben. 4. Vergib uns, Vater, uns're Schuld, Die wir vor dir bereuen, So wie wir Alles mit Geduld Den Schuldigern verzeihen. Ersticke, wenn Versuchung droht, In uns des Bösen Samen, Erlöf uns jegt und einst im Tod Von allem Ulebel. Amen. Der englische Gruß. 342 Mel. 144. 1. O Maria, voll der Gnaden, Mit der Sünde nie beladen, Sey gegrüßt! Gott ist mit dir, Sieh' auf uns, dich preisen wir. Welche Würde, welche Ehren, Jungfrau, will dir Gott gewähren; Keine gleicht dir in der Zeit, Keine in der Ewigkeit. 2. Preis der Frucht, die dir entsprießet, Die dein reiner Leib umschließet, Preis sey Jesus, Gottessohn, Der dich wählt zu seinem Thron. 23 353 354 Besondere Gesänge. Heil'ge Mutter Gottes, flehe, Daß uns Sündern Heil geschehe, Bitt für uns in jeder Noth, In der letzten Stund', im Tod. Das Glaubensbekenntniß. 343 Mel. 48. 1. Nur einen Gott verehren wir, Den wir auch Vater nennen, Den Albeherrscher der Natur; Wir glauben und bekennen, Daß er durch seines Wortes Macht Das All aus Nichts hervorgebracht, Und weise stets regieret. 2. Auch glauben wir an Jesus Chrift, Des Vaters Eingebornen, Den Herrn der Welt und unsern Herrn, Und Retter der Verlornen, Der mit dem Vater ist und war, Und den die Jungfrau uns gebar, Vom heil'gen Geist empfangen. 3. Ihm ward durch das erwählte Volk, Das er zu Gott geleitet, Da Bosheit ihm das Urtheil sprach, Der Leidenskampf bereitet. Er ward gegeißelt und gefrönt, An's Kreuz geheftet und verhöhnt, Er starb und ward begraben. 4. Zum Trost der frommen Hoffenden Stieg er zur Hölle nieder, Und glorreich an dem dritten Tag Erstand vom Tod er wieder; Dann stieg empor, der Gottessohn, Zu des Allmächt'gen Vaters Thron, Und sitzt zur Rechten Gottes. Besondere Gesänge. 5. Auch wird er einst am letzten Tag Im Glanze wieder kommen, Dann sammelt der Posaunenton Die Bösen und die Frommen; Und er, der unser Heiland war, Stellt sich als strenger Richter dar Der Lebenden und Todten. 6. Wir glauben an den heil'gen Geist, Den uns der Herr gesendet, Und der zum schweren Kampf der Pflicht Uns Trost und Stärke spendet; Und eine Kirche, deren Hand Um Alle schlingt das heil'ge Band Des Glaubens und der Liebe. 355 7. Auch glauben wir mit Zuversicht Vergebung unsrer Sünden, Und daß, wenn wir die Schuld bereu'n, Vor Gott wir Gnade finden; Daß, wenn des Grabes Nacht uns deckt, Wir einst vom Sohne auferweckt, Ersteh'n zum ew'gen Leben. Die göttlichen Tugenden. 344 Mel. 37. 1. An dich glaub' ich, auf dich hoff' ich, Gott, von Herzen lieb' ich dich. Wahr ist, was du haft gelehret, Denn du haft's als Gott bewähret; Drum soll mir den theuern Glauben Weder Welt noch Hölle rauben: In dem Leben, in dem Tode Glaube ich an dich, o Herr! 2. An dich glaub' ich, auf dich hoff ich, Gott, von Herzen lieb' ich dich. 23* 356 Besondere Gesänge. Nie hast du dein Wort gebrochen, Stets erfüllt, was du versprochen; Hoffend will ich dir vertrauen, Stets auf Jesu Gnade bauen. Ja im Leben und im Tode Hoffe ich auf dich, o Herr! 3. An dich glaub' ich, auf dich hoff' ich, Gott, von Herzen lieb' ich dich. Liebend hast du mir das Leben, Mir zum Heil den Sohn gegeben; Gott! dich über Alles lieben, Freudig deinen Willen üben, Sey im Leben und im Tode Meine ganze Seligkeit. 4. An dich glaub' ich, auf dich hoff ich, Gott, von Herzen lieb ich dich. Wenn dereinst ich werd' erblassen, Wenn mich Alles wird verlassen, Wenn ich mit gebroch'nem Herzen Liege in den Todesschmerzen, Ach! dann stärk', o Gott! im Glauben, In der Lieb', im Hoffen mich. Morgenlieder. 345 Mel. 164. 1. Auf, mein Geift, fang an zu loben Deinen Gott im Himmel droben, Von dem Morgen bis zur Nacht; Lobe Gott mit Werk und Worten, Denn dich schützt an allen Orten Seiner Güte Huld und Macht. Alles dir, o Gott! zu Ehren, Deine Stimme will ich hören In der Arbeit, in der Ruh'. Leib und Seel, mein ganzes Leben Besondere Gesänge. Will ich dir mit Freude geben, Gott! gib Gnade mir dazu. 2. Vater, dir und deinem Sohne Jesus auf dem Himmelsthrone, Und dem heil'gen Geist sey Lob! Du erschufft und nährst uns Alle, Du bist's, der uns nach dem Falle Durch die Gnadenhand erhob. Alles dir, o Gott! u. f. w. d 3. Heilig bist du, heilig werden Soll der Mensch, dein Bild, auf Erden, Und im Himmel selig seyn. Laß das Eitle mir entschwinden, Nur in dir mich Freude finden, Mich zu deinem Tempel weih'n. Alles dir, o Gott! u. f. w. 4. Gib mir Freuden oder Leiden, Nimmer will ich von dir scheizen, Denn du bist mein höchstes Gut. Der am Kreuz ist meine Liebe; Wenn ich mich im Guten übe, Gibt er mir zum Kampfe Muth. Alles dir, o Gott! u. s. w. 5. Erdenfreuden sind so nichtig, Unser Leben kurz und flüchtig, Alles lauter Eitelkeit. Wenn ich Gottes Freundschaft habe, Freu' ich mich der besten Gabe In der Zeit und Ewigkeit. Alles dir, o Gott! u. f. w. 6. Gib mir deinen Vatersegen, Sey mein Stab auf allen Wegen, Sey mein Schuß in jeder Noth; Mögest du mich vor Gefahren, Vor der Sünde stets bewahren, 357 358 Besondere Gesänge. Mit mir seyn bis in den Tod. Alles dir, o Gott! u. s. w. 7. Deine Augen, deine Hände Flehend zu dem Sohne wende, Mutter voll der Gütigkeit! Und du Schußgeist, mir gegeben Auf dem Weg durch's Pilgerleben, Steh' mir bei im letzten Streit. Alles dir, o Gott! u. s. w. 346 Mel. 163. 1. Wach' auf, mein Herz, ermuntre dich Durch frohe Morgenlieder, Und weihe Gott herzinniglich Die neugestärkten Glieder. Da jetzt des neuen Tages Licht Verdrängt die dunkeln Schatten, So sey bereit, den Dank nach Pflicht Dem Schöpfer abzustatten. 2. Ja, Vater der Barmherzigkeit, Voll Gnade, voll der Güte, Hier steh' ich, dir zum Dienst bereit, Mit dankendem Gemüthe. Von ganzem Herzen dank ich dir, Da tausend And're weinen, So läsfest du zur Freude mir Die Sonne wieder scheinen. 3. Gib, daß an diesem Tag die Welt Mein Herz nicht überwinde, Und wenn es deinem Rath gefällt, Daß ich ein Leid empfinde: So hilf mir, daß ich mit Geduld, Wenn du mich prüfest, leide, Und jede neue Sündenschuld Durch deine Gnade meide. Besondere Gesänge. 4. Entzünde doch mein kaltes Herz, Gib, daß es dir nur brenne, Und daß mich weder Angst noch Schmerz Von deiner Liebe trenne. Auf dich laß stets gerichtet seyn Mein Reden und mein Denken! Du bist mein Gott, nach dir allein Soll sich mein Wille lenken. 359 5. Herr, führ' mich auf die rechte Bahn In meines Jesus Namen, Und fange ich mein Tagwerk an, Sprich du dazu das: Amen. Du Gott der Güte, Huld und Macht, Gib heut' mir deinen Segen, Dann werd' ich mich in fünft'ger Nacht Getroft zur Ruhe legen. Abendlieder. Mel. 85. 1. Ich glaub' an Gott in aller Noth, Ich hoff' auf seine Güte; Ich liebe Gott bis in den Tod Mit freudigem Gemüthe. Jesus, dir leb' ich, Jesus, dir sterb' ich, Dein bin ich todt und lebendig. 2. Das Heil allein kann sicher seyn In meines Jesu Wunden; Das Leben wird, o guter Hirt! In deinem Tod gefunden. Jesus, dir leb' ich u. s. w. 3. Ein büßend Herz in Reueschmerz Soll nimmermehr verzagen; Durch wahre Reu' von Sünden frei, Darf ich zu Jesus sagen: Jesus, dir leb' ich u. s. w. Besondere Gesänge. 4. D eitle Welt! was dir gefällt, Will allzeit ich verachten; Nur Gott allein mein Herz zu weih'n, Sey stets mein ganzes Trachten. Jesus, dir leb ich u. s. w. 360 5. Am Lebensend' in deine Händ' Will meinen Geist ich geben, Stets will ich dein, o Jesus! seyn, Dir will ich ewig leben. Jesus, dir leb' ich u. s. w. 348 Mel. 171. 1. Das Tagwerk ist vollbracht, Die Sonne senkt sich wieder, Die Finsterniß der Nacht Steigt auf die Erde nieder. Dir, Gott, sey Preis und Dank, Daß du in Gütigkeit Mit Leben, Speis und Trank Mich abermal erfreut. 2. Ich weiß, daß ich dich nicht Als treues Kind geliebet, Und nicht nach meiner Pflicht Das Gute ausgeübet; Ich weiß, daß ich vor dir Des Bösen viel gethan; Doch, Herr, verzeihe mir, Sieh' meine Reue an. 8. Barmherz'ger Gott, vor dir Bekenn' ich mein Vergehen, Erzeige Gnade mir, Erhör' tes Kindes Flehen, Das gleich dem Publikan Der Sünde Schuld bereut; Es flopft vertrauend an Beim Vater, der verzeiht. Besondere Gesänge. 4. O Jesu! höchstes Gut, Der du für mich gestorben, Und durch dein theures Blut Mir Gnade haft erworben; Dem Kind, das seinen Schmerz Vor deinem Kreuz ergießt, Eröff'ne mild das Herz, Aus dem Verzeihung fließt. 5. Jesu! bleib bei mir, Du Schüßer meiner Seele, Die ich vertrauend dir In dieser Nacht empfehle; Mein letzter Trost sollst du, O güt'ger Jesu! seyn, Dann schlaf zur sanften Ruh' In deinem Schuß ich ein. Vertrauen auf Gott. 349 Mel. 172. 1. Auf Gott und nicht auf meinen Rath Will ich mein Glück stets bauen, Und dem, der mich erschaffen hat, Von ganzer Seel' vertrauen. Er, der die Welt allmächtig häft, Wird mich in meinen Tagen Als Gott und Vater tragen. 10 361 2. Er sah von aller Ewigkeit, Wie viel mir nüßen würde, Bestimmte meine Lebenszeit, Mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? kann auch ein Schmerz Bei diesem festen Glauben Mir Muth und Ruhe rauben? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, 362 Besondere Gesänge. Mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, Wenn's seine Weisheit litte: Er sorgt für mich stets väterlich Nicht was ich mir ersehe; Sein Wille stets geschehe. 4. An dem, was wahrhaft glücklich macht, Läßt Gott es feinem fehlen: Gesundheit, Reichthum, Ehr' und Pracht Sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, Der wird in Gott den süßen Erquickungstrost genießen. 5. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ift's überwunden! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern; Seyd fröhlich, ihr Gerechten. Der Herr hilft seinen Knechten. Trost im Leiden. Mel. 116. 1. Sey standhaft, Christ, in deinen Leiden, Das Kreuz geht vor der Krone her; Die Schifffahrt zum Gestad der Freuden Geht allzeit durch der Trübsal Meer; Zum Siege und zur Glorie führt Die Fahne, mit dem Kreuz geziert. 2. Die Tugend ist mit Kreuz verbunden, Und Dornen find, wo Rosen blüh'n; Auf rauhem Pfad, in trüben Stunden Gelangen wir zum Ziele hin; Drum sey, mein Christ, zum Kampf bereit, Und trag dein Kreuz mit Willigkeit. Besondere Gesänge. 3. Ergebe dich bei deinen Kreuzen, Denn nur durch Trübsal, frommer Christ, Wirst du bewährt, ein reiner Waizen, Von dem die Spreu gesondert ist, Die Noth bringt Neue, tilgt die Schuld, Drum trag' dein Leiden mit Geduld. 4. Nur aus gepreßter Traub' ergießet Zur Labung sich der edle Wein; Nur in der Glut des Feuers fließet Das Gold geläutert flar und rein; So geht der Christ durch Kreuz und Pein Mit Jesus in den Himmel ein. 5. Wie sollst du in dem Kreuz verzagen, Das hier dir auferleget wird? Das Schwerste hat dir vorgetragen Der Heiland, deiner Seele Hirt; Er selbst ging auf der Leidensbahn 3u ew'gen Freuden dir voran. 6. Der Vater handelt stets aus Liebe, Da er sein Kind nur darum beugt, Damit er in Geduld es übe, Der Tugend, die stets Trost erzeugt, Damit er, was der Herr verhieß, Erkenne: Jefu Joch ist süß. 363 7. Wenn dich der Kummer niederdrücket, Erscheint die Prüfung dir zu schwer: Verzage nicht, der sie geschicket, Der schickt auch Trost vom Himmel her; Vertraue, seine Gnade trägt Die Laft, die er dir auferlegt. 8. D Herr! der du an deinem Kreuze Mein eig'nes Kreuz geheiligt haft, Damit mich nicht die Sünde reize, Nicht schrecke deine süße Last; Im Erdenkampf gib Stärke mir, Und einst der Kämpfer Lohn bei dir. 364 Besondere Gesänge. 354 Mel. 173. 1. Weine nicht, Gott lebet noch, Du betrübte Seele, Drückt dich gleich ein schweres Joch In der Trauerhöhle. Nur Geduld, Gottes Huld Gibt dir nach dem Leiden Wieder Trost und Freuden. 2. Weine nicht, Gott denft an dich, Hat man dein vergessen, Und er hat schon längst bei sich, the Was dir nützt, ermessen. Ch' zerfällt selbst die Welt, Eh' er dich fann hassen, Und in Noth verlassen. 3. Weine nicht, Gott siehet dich, Ist er gleich verborgen, Trage nur geduldiglich Deine Last der Sorgen. Ach! er läßt, glaub' es fest, Endlich nach dem Weinen Seine Sonne scheinen. 4. Weine nicht, Gott liebet dich, Mag die Welt dich hassen, Mögen Menschen wider dich Bösen Anschlag fassen; Väterlich wird er dich, Wenn auch Feinde stürmen, Als sein Kind beschirmen. 5. 2Beine nicht, wenn Krankheit dich Oder Unglück quälet, Wenn der Armuth Kummer sich Hart mit dir vermählet: Deine Noth sieht dein Gott, Besondere Gesänge. Den ergeb'nen Armen Schenkt er sein Erbarmen. 6. Weine nicht, der Herr gewährt Nahrung auch den Raben; Der den Wurm im Staube nährt, Wird dir feine Gaben Nicht entzieh'n; hoff' auf ihn, Nie läßt er die Seinen Lange trostlos weinen. 6. Weine nur aus Neu' und Leid lleber deine Sünten, Dann wirst du, in Gott erfreut, Trost und Frieden finden. Gott wird dich inniglich Als ein Vater lieben, Nichts wird dich betrüben. Bei schädlicher Witterung. Mel. 174. 1. Strenger Richter aller Sünder, Treuer Vater deiner Kinder, Der du in dem Himmel wohnst, Drohest, strafest und belohnst, Höre gnädig uns're Bitten, Wende ab von uns'ren Hütten, Trübfal, Mangel, Hungersnoth, Gib uns unser täglich Brod. 2. Du gibst Sonnenschein und Regen, Läsfest unter deinem Segen Samen sprossen, Fluren blüh'n, Und die Frucht zur Reife glüh'n. Höre gnädig u. f. w. 3. Blitz und Hagel, Fluthen, Stürme, Dürre, schädliches Gewürme, 365 366 Besondere Gesänge. Wende gnädig von uns ab, Blicke mild auf uns herab. Höre gnädig u. s. w. 4. Höre deiner Kinder Flehen! Wegen unserer Vergehen, Allerbarmer, wende nicht Von uns weg dein Angesicht. Höre gnädig u. f. w.. 5. Fruchtbarkeit hast du verliehen Einst dem Volk, hast ihm verziehen Die begang'ne Miſsethat, Weil für sie Elias bat Höre gnädig u. s. w. 6. Da wir uns're Schuld beweinen, Im Gebet vor bir erscheinen, Vater, der du gnädig bist, Höre uns durch Jesus Christ! Höre gnädig u. f. w. 7. Gott, der du die Blumen schmückest, Vögel, auch den Wurm erquickest, Du versäumst den Menschen nicht; Dies ist unfre Zuversicht. Höre gnädig u. s. w. 8. Sieh', auf deine Güte bauen Bir mit findlichem Vertrauen; Deffne teine milde Hand Ueber uns und unser Land. Bitte um Negen. Mel. 175. 1. Gott, von großer Macht und Güte, Deine Hilfe suchen wir, Mit beängstigtem Gemüthe Schauen wir empor zu dir; Besondere Gesänge. Der du weißt, was uns gebricht, Tröste uns, verlaß uns nicht. 2. Schenk' uns wieder deinen Segen, Gott, Gebieter der Natur, Und erquic' mit sanftem Regen Uns're welfe, dürre Flur; Hoffnung geben kannst nur du, Sprich, dann fließt uns Hilfe zu. 3. Du wirst unserer gedenken, Da du unser Vater bist, Wirst uns Thau vom Himmel schenken, Wenn's zu unserm Besten ist; Du, der helfen will und kann, Nimmst dich uns'rer gütig an. 4. Laß auf uns're Seele fließen Von dem Thaue deiner Gnad', Laß in deinem Segen sprießen Deiner Lehre heil'ge Saat, Laß uns in der Prüfungszeit Reifen für die Ewigkeit. Bitte um heiteres Wetter. 354 Mel. 176. 1. Trauernd unter Regengüssen, Die dem Lande Theurung droh'n, Werfen wir uns dir zu Füßen, Himmelsvater, dessen Thron Weisheit, Macht und Güte ziert, Welchem Lob und Dank gebührt; Höre deines Volkes Klagen, Heile gnädig seine Plagen. 2. Ach! der überhäufte Regen, Der aus schwarzen Wolken bricht, Raubet uns den Himmelssegen, Den das reiche Feld verspricht. 367 Besondere Gesänge. Vater, laß des Landmanns Fleiß, Laß der Mühe sauern Schweiß Die gehofften Früchte sehen, Höre gnädig unser Flehen. 3. Gott, Beherrscher aller Dinge, Wir bekennen zwar vor dir: Diese Strafe ist geringe Gegen das, was oft schon wir Wider dein Gebot gethan, Aber sieh' die Reue an; Herr, gedenke nicht der Sünden, Laß uns feßt Erbarmung finden. 4. Wir erheben uns're Blicke Voll Vertrau'n zu dir allein, Segne uns're Saat, erquicke Uns're Flur durch Sonnenschein. Du regierst der Wolfen Lauf, Sprichst: dann höit der Regen auf, Aus dem Blicke deiner Sonne Strahlt uns wieder neue Wonne. 368 5. Mit dem Strahle deiner Gnaden Wärme das gebeugte Herz, Von der Sünde Last entladen, Hebe du es himmelwärts. Laß in Lieb' zu dir es glüh'n, Laß es reich an Tugend blüh'n, Daß es einst am Aerntetage Reife Lebensfrüchte trage. Zur Zeit der Theuerung. Mel. 37. 1. Gott des Himmels und der Erde, Dir ist Alles unterthan, Du bist Herr von unserm Leben, Kannst es nehmen, kannst es geben, Besondere Gesänge. Kannst die Sünder, die dich hassen, Deine Straf' empfinden lassen; Aber Sünder, die dich suchen, Hörest du stets liebreich an. 2. Dieses stärkt uns im Vertrauen, Richtet unser Haupt empor; Läßt mit Zuversicht uns wagen, Unsre Trübsal dir zu klagen, Läßt uns hoffen, unser Singen Werde durch die Wolken dringen; Laß uns nicht zu Schanden werden, Neig' uns, Herr, dein Gnadenohr. 3. Schau herab von deinem Himmel, Sieh' wie Theurung uns bedroht, Wie die Erde nichts erzeuget, Wie der Preis der Nahrung steiget, Wie die Armen und die Kleinen Schmachten und vor Hunger weinen, Wie sie rufen: Menschenvater, Gib uns unser täglich Brod! 4. Schöpfer! ohne deinen Willen Fällt kein Haar von unserm Haupt; Du bist's, der die Wiefen kleidet, Nahrung jedem Thier bereitet; Bist du deinem Ebenbilde Minder als den Vögeln milde? Nein, du sorgest für die Menschen, So hat Jesus selbst gelehrt. 5. Gib auch unsern theuern Seelen Ihre Nahrung jederzeit;. Schüße sie mit deiner Gnade, Daß kein Unheil ihnen schade; Speif uns, Herr, mit deinem Worte Bis an unsers Todes Pforte, Mit dem Engelbrod gestärket, Führ' uns dann zur Seligkeit. 24 369 Besondere Gesänge. Bei einer Wallfahrt. Mel. 148. 1. In Gottes Namen wallen wir, Um Gnade flehen wir zu dir, Oheiligste Dreifaltigkeit! Erbarme dich der Christenheit. 370 2. In Gottes Namen wallen wir, Gott Vater, Aile fleh'n zu dir; Daß uns die Wallfahrt heilsam sey, Steh' uns mit deinem Segen bei. 3. In Gottes Namen wallen wir; Gottessohn! wir fleh'n zu dir Durch deine Leiden, Kreuz und Tod Erhöre uns in uns'rer Noth. 4, In Gottes Namen wallen wir; Gott, heil'ger Geist, wir fleh'n zu dir, Gieß aus auf uns're Pilgerschaft Die Fülle deiner Gnadenkraft. 5. In Gottes Namen wallen wir; Maria, rufen wir zu dir: Erflehe, was uns heilsam ist, Bei deinem Sohne Jesus Christ. 6. In Gottes Namen wallen wir; Vereinet rufen wir zu dir, Der Auserwählten heil'ge Schaar Bringt unser Fleh'n dem Höchsten dar. 7. In deinem Namen wallen wir, Und opfern alle Schritte dir, Der Wanderschaft Beschwerlichkeit Sey deinem Dienst, o Gott! geweiht. 8. In deinem Namen wallen wir, Und suchen Hilf und Troft bei dir, Laß deine Hilf, wie wir vertrau'n, D Gott! am Gnadenort uns schau'n. Besondere Gesänge. 9. In deinem Namen wallen wir, Und unser Ziel ist nur bei dir, Nimm nach des Lebens Pilgerlauf Zu dir uns in den Himmel auf. 3.57 Mel. 174. 1. Auf, ihr Christen, laßt uns wallen, Lobeslieder laßt erschallen, Laßt uns Gottes Schöpfung seh'n, Tief anbeten, herzlich fleh'n. Liebster Jesu, Sündentilger, Stärk' uns müde Erdenpilger, Sey uns Reif'gefährte hier, Nimm im Tod uns heim zu dir. 2. Wir sind Pilger hier auf Erden, Durch des rauhen Wegs Beschwerden Matten uns're Glieder ab, Bis wir sinken in das Grab. Liebster Jesu u. s. w. 3. Jesu Kreuz vorangetragen Soll uns lehrreich seyn und sagen: Nur das Kreuz führt himmelwärts, Himmelsweg ist Kreuz und Schmerz. Liebster Jesu u. s. w. 4. Wehend steigt empor die Fahne, Daß sie uns zum Streit ermahne; Nur den Helden schmückt die Kron', Kampf erringt des Himmels Lohn. Liebster Jesu u. s. w. 5. Vater, höre uns're Bitten, Bib uns Liebe, fromme Sitten, Sende uns den heil'gen Geist, Der den rechten Weg uns weist. Liebster Jesu u. s. w. 24* 371 Besondere Gesänge. 6. Daß in Leiden und Beschwerden Niemals mehr wir trostlos werden, Stärke uns mit deiner Gnad' Auf des Kreuzes Dornenpfad. Liebster Jesu u. s. w. 372 7. Daß im Kampf wir nicht erliegen, Ueber Sünd' und Hölle siegen, Zeige uns den Siegeskranz In dem Reich des Vaterlands. Liebster Jesu u. s. w. Bitte um den Frieden. 331 Mel. 161. 1. D ew'ger Gott! wir bitten dich, Gib Frieden unsern Tagen, Daß wir dir dienen ewiglich, Befreit von Angst und Plagen; Denn es ist ja kein Anderer, Der streite hier für uns, o Herr! Als du allein, o Vater! 2. Allmächt'ger Gott, wir bitten dich, Gib Frieden unserm Leben, Verleih' uns Hilfe gnädiglich, Dem Feind zu widerstreben; Denn niemand ist in dieser Welt, Der Frieden gibt, den Sieg erhält, Als du allein, o Vater! 3. Allgüt'ger Gott, wir bitten dich, Gib Frieden unserm Herzen, Laß uns denselben ewiglich Durch Sünden nicht verscherzen; Gib allzeit uns Zufriedenheit, Und mit den Brüdern Einigkeit In dir allein, o Vater! Besondere Gesänge. 4. Barmherz'ger Gott, wir bitten dich, Du wollest doch nicht rächen, Daß wir so oft und freventlich Mit dir den Frieden brechen. Sieh', wir bekennen uns're Schuld, O schenk' uns deiner Gnade Huld, Du kannst's allein, o Vater! 5. Allgnäd'ger Gott, wir bitten dich, Laß uns in Frieden sterben, Bewahr' uns alle väterlich Vom ewigen Verderben; Dorthin, wo ew'ger Friede ist, Führ' uns; drum fleh'n durch Jesus Christ Wir stets zu dir, o Vater! Für den Landesvater. 332 Mel. 161. 1. Für unsern König beten wir, Er sey dein Bild hienieden, Beschützt, gesegnet, Gott, von dir, Regier' er uns in Frieden. Ihm, welchen du uns haft gesandt, Gib Licht und Kraft, daß er das Land Mit Weisheit stets regiere. 373 2. Laß ihn mit uns der Zeiten Ruh', Des Friedens Glück genießen, Leg' seinen Jahren Jahre zu, Die segensvoll verfließen; Dein Schild, o Herr! beschüße ihn, Laß Tugend, Glück und Wohlfahrt blüh'n Am Thron und in dem Reiche. 2. Laß walten die Gerechtigkeit Zum Schrecken der Verbrechen, Den Frevel, der das Recht entweiht, Laß durch Bestrafung rächen; 374 Besondere Gesänge. Nie wird die Unschuld dann verhöhnt, Die Tugend wird nach Pflicht gekrönt, Die Gottesfurcht wird siegen.d 4. Gott, gib, daß die Religion Den Fürsten stets beseele, Und daß er sich dem höchsten Thron Mit Fleh'n und Dank empfehle; Dann wird vor deiner Majestät Die über alle Hoheit geht, Mit ihm das Volk sich beugen. An einem Dankfeste. Mel. 59. 1. Dir, Gott, erschallen Danfgesänge, Der du an uns mit Liebe denkst, Uns Gaben oft in großer Menge Und deiner Gnaden Fülle schenfft; Dein ist die Macht, was du behütest, Dem darf sich kein Verderben nah'n; Die Sonne scheint, wenn du gebietest; Dich beten alle Wesen an. 2. Dein Segen ruht auf Thal und Hügeln Und in des Firmamentes Pracht, Und wir sind unter deinen Flügeln Gesegnet, ruhig, sanft bewacht. Drum preiset dich das Lied der Auen, Der Baum, das Gras, der reiche Halm; Drum preiset dich jetzt mit Vertrauen Auch unsers Dankes Lied und Pfalm. 3. Dich preise Wohlthun und Erbarmen, Wo wir die Noth des Bruders seh'n, Es sollen fernerhin die Armen, Die Leidenden umsonst nicht fleh'n; Durch Trost die Trauernden beglücken, Durch Hilfe, Kleidung, Speis und Tranf, Besondere Gesänge. Die Dürft'gen ungesäumt erquicken, Sey unsers Herzens Preis und Dank. 4. Dein Loblied sey ein frommes Leben! Gib, daß wir stets von Sünden rein, Wenn wir das Herz zu dir erheben, Auch frommen Sinn zum Opfer weih'n. Ja, Vater, dieses Dankes Lieder Sind dir der schönste Lobgesang, Er ballt an deinem Throne wider Mit deiner Engel Jubelklang. 334 Mel. 177. 1. Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preifen deine Stärke, Vor dir neigt die Erde fich Und bewundert deine Werke; Wie du warst vor aller Zeit, So bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen Stimmen dir ein Loblied an; Alle Engel, die dir dienen, Rufen dir stets ohne Ruh': Heilig, heilig, heilig zu. 3. Heilig, Herr, Gott Sabaoth, Heilig, Herr der Kriegesheere, Starker Helfer in der Noth! G Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt von deinem Ruhm, e Alles ist dein Eigenthum. 4. Der Apostel Christi Chor, 375 Der Propheten große Menge Schickt zu deinem Thron empor Neue Lob- und Dankgesänge, Besondere Gesänge. Der Blutzeugen große Schaar Lobt und preift dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erdenkreis Ehrt die heilige Gemeine Dich, Gott Vater, singt dir Preis Mit den Engeln im Vereine; Sie ehrt auch auf seinem Thron Deinen eingebornen Sohn. 376 6. Sie verehrt den heil'gen Geist, Der uns stärkt mit seinen Lehren, Und als Tröster sich erweist, Der, o König voller Ehren! Eins mit dir, Herr Jesus Christ, Eins auch mit dem Vater ist. 7. Du, des Vaters ew'ger Sohn, Hast die Menschheit angenommen, Du bist auch von deinem Thron Zu uns auf die Welt gekommen, Gnade hast du uns gebracht, Von der Sünde frei gemacht. 8. Nunmehr steht das Himmelsthor Allen, welche glauben, offen; Du stellst uns dem Vater vor, Wenn wir findlich auf dich hoffen; Endlich im verklärten Licht Kommst du, Herr, zum Weltgericht. 9. Herr, steh' deinen Dienern bei, Welche dich mit Demuth bitten, Die dein Blut dort machte frei, Als du für uns haft gelitten; Nimm uns nach vollbrachtem Lauf Zu dir in den Himmel auf. 10. Sieh' dein Volk in Gnaden an, Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe, Die letzten Dinge. Leit' uns auf der rechten Bahn, Daß der Feind uns nicht verderbe; Hilf, daß wir durch Buß und Fleh'n Dich im Himmel mögen seh'n. 11. Alle Tage wollen wir Dich und deinen Namen preisen, Und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen; Gib, daß wir von Sünden heut' Und von Lastern sey'n befreit. 12. Herr, erbarm', erbarme dich! Ueber uns sey, Herr, dein Segen, Deine Güte zeige sich, So wie wir zu hoffen pflegen. Auf dich hoffen wir allein, Laß uns nicht verloren seyn. Die letzten Dinge des Menschen. Der To d. 335 Mel. 178. 1. Des ersten Menschen Schuld Verscherzte Gottes Huld, Und brachte uns die Sünde; Nun liegt, wie Paulus spricht, Des Todes Strafgericht Auf jedem Menschenkinde. 2. O schreckenvoller Tod! Wie streng ist dein Gebot, Wo deine Macht regieret, Und uns mit falter Hand Zum feuchten Grabesrand 377 In's Reich des Moders führet. 3. Der Sterbeglocke Ton Dringt bis zum gold'nen Thron 378 Die letzten Dinge. Durch des Palaftes Hallen; Es gilt nicht arm, nicht reich, Der Fürst dem Bettler gleich, Muß zu dem Grabe wallen. 4. Der Tod, o Sünder! ruft Dir mahnend aus der Gruft; Vernimm den Ruf der Gnade: Heut' schlug die Stunde mir, Und morgen schlägt sie dir, Verlaß der Sünde Pfade. 5. Vom Schauplatz dieser Welt Geht, wie es Gott gefällt, Ein Pilger nach dem andern, Der geht zum Leben ein, Der and're wird zur Pein Des ew'gen Feuers wandern. 6. Wir wissen weder Tag, Noch auch den Stundenschlag, Wann wir die Welt verlassen; Drum, Menschen, betet, wacht, So wie ein Dieb der Nacht Kann uns der Tod erfassen. 7. Glückselig, wer alsdann Im Herrn entschlafen kann, Er wird nicht ängstlich zagen; Nach einem sanften Tod Wird ihm das Morgenroth Des ew'gen Lebens tagen. 8. O ew'ger, großer Gott! Laß uns stets an den Tod Mit Furcht und Zittern denken; Dann sind wir jederzeit Zum Augenblick bereit, Der uns in's Grab wird senken. Die letzten Dinge. Bitte um einen seligen Lod. Mel. 57. 1. Herr Jesu, wahrer Mensch und Gott, Du littest Marter, Angst und Spott, Als du für mich am Kreuze starbst, Und mir des Vaters Huld erwarbst. 2. Ich bitte dich durch deine Pein, Du wollest dann mein Beistand seyn, Wenn ich in meiner legten Noth Einst ringen werde mit dem Tod. 3. Wann mir das Auge sterbend bricht; Und meine Zunge nicht mehr spricht, Dann, Jesus Christ, sey du mein Licht, Verschmähe meine Seufzer nicht. 4. Wann sich das Blut kaum noch bewegt, Das matte Herz nur langsam schlägt, Dann sende, mein Erlöser, du Mir deiner Tröstung Leben zu. 5. Wann mein Verstand verdunkelt irrt, Und Menschenhilfe kraftlos wird, Dann steh' mit deiner Lieb' und Treu', Herr Jesu, mir im Tode bei. 6. Verkürze mir des Kampfes Qual, Und führ' mich aus dem Jammerthal, Laß deinen Geist dann bei mir seyn, Und seinen Trost mein Herz erfreu'n. 7. Wann sich vom Leib die Seele trennt, Nimm du sie auf in deine Händ', Der Leib erstehe aus der Gruft 3um Leben, wenn dein Tag ihm ruft. Die Auferstehung. 30% Mel. 66. 1. Die Auferstehung und das Leben Ist Jesus Christ, der selbst erstand; ER 379 380 Die letzten Dinge. Der Asche wird der Leib entschweben, Wenn ihn auch schloß des Grabes Band. Einst wird das Gräberreich durchbeben Der mächtige Posaunenton, Und alle Todten werden leben, Belebet durch den Gottessohn. 2. Der Baum entkleidet sich der Aeste, Und wirft im Herbst die Blätter hin, Schmückt dann zum fünft'gen Frühlingsfeste Sich jugendlich mit neuem Grün; Die Saat verweset in der Erde, Sie feimt und sproßt belebt hervor, So steigt aus Moder der verklärte, Der neubelebte Mensch hervor. 3. Der Wurm, der sich im Staub verkriechet, Schläft in dem Sarge ruhig ein; Er wacht im Frühling auf und flieget, Ein Vogel, durch den Blüthenhain; So bleibt des Menschen Leib nicht immer Im Tode von dem Staub bedeckt, Einst steigt er im Verklärungsschimmer Empor, wenn Gottes Ruf ihn weckt. 4. Verweslich wird dem Schoos der Erde Des Menschen kalter Leib geweiht, Damit er umgewandelt werde Dereinst in Unverweslichkeit. Es ruhet Sterbliches verborgen In stiller, feuchter Grabesnacht, Bis es am Auferstehungsmorgen Unsterblich aus dem Schlaf erwacht. 5. Nun will ich an dem Sarg nicht flagen, Der meines Freundes Asche schließt, Will troftlos selbst auch dann nicht zagen, Wenn mich der Todesengel grüßt. Die letzten Dinge. Mich stärkt der sel'ge, heil'ge Glaube: Die Welten werden zwar vergeh'n, Ich aber werde aus dem Staube Zum neuen Leben aufersteh'n. Das letzte Gericht. Mel. 48. 1. Schon ist der Tag von Gott bestimmt, Da, wer auf Erden wandelt, Sein Loos aus Gottes Händen nimmt, Nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt der Gottessohn, Er fommt und Wolken sind sein Thron, Er kommt, die Welt zu richten. 381 2. Er kommt, es flieht der Sonnen Heer, Und alle Sterne fallen; Die Erde glüht, ein Feuermeer, Posaunentöne schallen; Dann schwebt, wo jetzt die Sonne glänzt, Vom Himmelsgeisterchor umkränzt, Der Thron des Weltenrichters. 3. Er sendet aus die Engelschaar, Die Todten aufzurufen: Und Alles lebt, und stellt sich dar Vor seines Thrones Stufen. Was wird das Loos des Sünders seyn? Sie rufen: Berge stürzet ein, Vergrabt uns in der Tiefe! 4. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, Hier steh'n die Millionen, Die seit dem ersten Tag der Zeit Auf dieser Erde wohnen, Entlarvt, gekannt von aller Welt; Des Richters Urtheil wird gefällt Zum Leben und zum Tode. Die letzten Dinge. 5. Das Kreuz, das einst die Welt versöhnt, Erscheint in lichten Flammen; Des Welterlösers Wort ertönt, Die Sünder zu verdammen. Entfernet, ihr Verfluchten, euch Von mir in's ew'ge Flammenreich, In's Reich verworf'ner Geister! 382 6. Herr, mit den Strahlen deines Lichts Erleuchte uns're Pfade, Und von dem Thron des Weltgerichts Sprich aus das Wort der Gnade: Kommt, Auserwählte, freuet euch, Besitzet eures Vaters Reich, Das Reich der sel'gen Geister. 7. O Heiland! laß uns dein Gericht Mit stetem Ernst bedenken, Es stärke uns're Zuversicht, So oft uns Leiden kränken; Es lehre uns gewissenhaft, Und eingedenk der Rechenschaft, Nach deinem Worte handeln. Die Hölle. 339 Mel. 81. 1. Erkaufter Christ durch Jesu Blut, Erwäg' in deinem Herzen Den Ort der ew'gen Feuergluth, Der Qualen und der Schmerzen, Wo für der schweren Sünde Schuld Einst Alle ewig leiden, Die nach verscherzter Gnadenhuld Von dieser Erde scheiden. 2. Entfernt von Gottes Angesicht, Der Quelle aller Freuden, Die letzten Dinge. Dort, wo dich nie bestrahlt ein Licht, Wirst du, o Sünder! leiden. Nie löschet deines Feuers Brand, Dein Wurm erstirbt dort nimmer, Das Gute, das du hier verkannt, Wird dir zur Qual auf immer. 3. Weil du den Bruder nicht gelabt, Taub gegen seine Klagen, Das Pfund, mit dem dich Gott begabt, Gewinnlos hast getragen; Weil du gestrebt nach Erdenlust, Drum leidest du in Flammen, Und wirst, der eig'nen Schuld bewußt, Dich ewig selbst verdammen. 4. Ja, niemals wird an diesem Ort Das Leidenmaß zerrinnen, Die Marter währet immerfort, Wird allzeit erst beginnen; Und niemals glänzt ein Hoffnungsstrahl In diesen Finsternissen, Und allzeit straft mit eig'ner Qual Die Sünde das Gewissen. 5. Erbarme dich, erbarme dich, O Jesu, Lebensgründer! Durch deine Huld bewahre mich Vor diesem Loos der Sünder; Der du mich durch des Todes Pein Erkauft zum Himmelserben, O laß mich meine Schuld bereu'n, Und nicht in Sünden sterben. Der Himmel. Mel. 112. 1. Empor von dieser Erde Erhebe dich, mein Herz, 383 384 Die letzten Dinge. Vergiß des Kampfs Beschwerde Und schaue himmelwärts, Dorthin, zu jenen Zelten, Wo Gott, die Liebe, thront, Und gnädig im Vergelten Das Tugendwerk belohnt. 2. Kein Ohr hat's je vernommen, Kein Auge fe erblickt, In Keines Herz ist kommen, Wie Gottes Huld beglückt Die Treuen, die ihn lieben, Und halten sein Gebot, Im Glauben Gutes üben, Verharrend bis zum Tod. 3. Wer hier in Trauertagen Der Tugend Saat gestreut, Wird dort die Garben tragen In ew'ger Aerntezeit. Dort gibt der Allgerechte, Wie Jesus selbst verheißt, Den Freudenlohn dem Knechte, Der sich getreu beweist. 4. Jhr, die ihr mit Erbarmen Des Bruders hier gedacht, Dem Fremdling, Nackten, Armen Habt Hilf und Trost gebracht, Kommt, ihr Gebenedeite, So ruft der Heiland euch, Genießet ew'ge Freude In meines Vaters Reich. 5. Dort will bei den Erlös'ten Der Heiland ewig seyn, Die Trauernden zu trösten, Die Dulder zu erfreu'n; Gedächtniß der Verstorbenen. Dort, wo die treuen Glieder Das treue Haupt erkennt, Dort seh'n sich Freunde wieder, Wo nichts sie wieder trennt. 6. Dort trüben keine Thränen Den fummerfreien Blick, Das Schau'n des ewig Schönen Erhöht der Sel'gen Glück. Dort fliehen alle Sorgen Wie vor dem Licht die Nacht, Wo stets ein neuer Morgen, Ein ew'ger Tag uns lacht. 7. Drum laßt uns muthig streiten, Im Kampfe Gott vertrau'n, Und standhaft hier im Leiden Empor zum Himmel schau'n. Bald naht der Tag der Tage, Der keine Nacht mehr bringt; Dort schweiget jede Klage, Wo Jubel stets erflingt. Für die Verstorbenen. Meßgesang. Introitus. Mel. 81. 1. O Gott und Vater, voll der Huld, Sieh' gnädig auf die Deinen, Die wegen ungebüßter Schuld In jener Welt noch weinen, Sie sind dein Bild, o höchstes Gut! Dich anzuschau'n, erforen; Es sey der Werth von Jesu Blut An ihnen nicht verloren. 25 385 Gedächtniß der Verstorbenen. 2. Die Kirche flebt, in deren Schoos Sie durch die Taufe tamen, Sie schieden, als ihr Aug' sich schloß, Herr! in deinem Namen. 386 Barmherz'ger Vater, laß sie nun, Nach ausgestand'nen Peinen, In deinem Frieden ewig ruh'n, Dein Licht laß ihnen scheinen. 374. 342 Vor dem Evangelium. Mel. 179. 1. Schreckenstag und Trauerstunde! Da die Erd' im Feuerschlunde Glühen wird nach Davids Munde. 2. Welch ein Grau'n wird seyn und Beben, Wird der Nichter niederschweben, Strenge Prüfung zu erheben. 3. Die Posaun' im Wundertone Schallt durch Gräber jeder Zone; Alles muß zum Richterthrone. 4. Tod, Natur, ihr werdet beben, Da, erweckt zum neuen Leben, Rechenschaft der Mensch wird geben. 5. Und ein Buch wird vorgehalten, So das Ganze wird entfalten Ob der Welt Gericht zu halten. 6. Wenn der ernste Richter schlichtet, Und der Herzen Dunkel lichtet, Bleibt nichts Böses ungerichtet. 7. Was soll denn ich, Armer, sagen, Wen kann ich nach Hilfe fragen, Da Gerechte selber zagen? 8. König auf dem Schreckensthrone, Nur aus Huld gibst du die Krone, O du Quell der Gnade, schone! Gedächtniß der Verstorbenen. 9. Guter Jesus, sey beschworen, Auch für mich bist du geboren, Gib, daß ich nicht sey verloren. 10. Herr, die Mühe deines Strebens, Und das Opfer deines Lebens, Sey an mir doch nicht vergebens. 11. Richter, mit gerechter Wage! Tilge meiner Sünden Klage Vor dem strengen Rechnungstage. 12. Das Gewissen quält mit Bangen, Röthe färbt des Schuld'gen Wangen; Gott, laß Gnabe mich erlangen! 13. Du, der einst die Schuld Marien Und dem Schächer selbst verziehen, Haft auch Hoffnung mir verliehen. 14. Zwar nicht würdig ist mein Flehen, Doch laß Huld an mir geschehen, Nett' mich von den ew'gen Wehen. 15. Abgesondert von den Schlechten, Mit den Schaaren der Gerechten Stelle mich zu deiner Nechten. 16. Wenn die Bösen von dir scheiden, Der Verdammten Qual zu leiden, Rufe mich zu deinen Freuden. 17. Laß mich mit erhob'nen Händen Herzzerknirschet zu dir wenden, Laß versöhnt mich selig enden. 18. Herr, erbarme dich, und schone Beim Erlöser, deinem Sohne, Ew'ge Ruhe gib zum Lohne. Offertorium. Mel. 57. 1. Einst brachte dir, o Herr der Welt! Im alten Bund ein tapfrer Held 387 388 Gedächtniß der Verstorbenen. Für die gefall'ne Kriegerschaara Ein wohlgefäll'ges Opfer dar. 2. Was wir jetzt mit dem Priester weih'n, Laß heilsam, Gott, den Brüdern seyn, Die büßend in der Trauerzeit Sich sehnen nach der Seligkeit. 3. Sie sind ein Werk von deiner Hand, Für sie gab Jesus sich zum Pfand; Laß sie durch ihn das ew'ge Licht Bald schau'n vor deinem Angesicht. Sanctus. Mel. 33. Droben nur ist wahres Leben, Millionen stehen schon, Ihren Retter zu erheben, Selig dort vor seinem Thron; Engel und Berklärte singen, Lob und Dank ihm darzubringen: Heilig, heilig, heilig ist Der Erbarmer, Jesus Christ. 744 345 Nach der Wandlung. Mel. 81. 1. D Gott der Huld! wir opfern heut* Dir Jesu Christi Leiden Für die Verstorb'nen, laß ihr Leid Verwandeln sich in Freuden; Zu dir, Erbarmer, flehen wir Mit tiefgebeugtem Herzen, Errette sie, nimm sie zu dir Aus Angst und Noth und Schmerzen. 2. Herr Jesu, durch dein theures Blut, Das tu für sie vergoffen, Erlöse fie aus ihrer Glut Für sie ist's auch geflossen. C Gedächtniß der Verstorbenen. Auf Golgotha starbft du für sie, Du kamst, auch sie zu nähren Mit deinem Fleisch, ach! Jesus, sieh' Ihr Leiden, uns're Zähren. 3. Mit deinem Fleisch, mit deinem Blut Hast du sie einst hienieden. Gespeiset, die, o höchstes Gut! Von uns nun sind geschieden. Erquicke sie auch jetzt bei dir, In jenem bessern Leben, Mit Himmelswonne, bis auch wir Zu ihnen uns erheben. Schluß. Mel. 180. 346 347 Gib den Verstorb'nen ew'ge Ruh', Ihr Heil und Licht, o Herr! sey du, Und führe sie, von Schuld befreit, Zum Frieden deiner Seligkeit. Sey gnädig, Herr, Barmherziger Erbarme dich! Gesänge für die Verstorbenen. Mel. 82. 389 1. Herr, ich rufe tiefgebeugt zu dir! Ja, mit Sehnen und mit Thränen Seufzt mein Herz zu dir empor, Mein Begehren zu erhören, Deffne, Herr, dein Vaterohr. 2. Will dein Aug' auf uns're Sünden seh'n, Willst du rächen die Verbrechen, Wer wird dann besteh'n, o Gott! Doch ich traue fest und baue Auf dein Wort und dein Gebot. 3. Hoffend auf dein Wort, o Vater! preist Mein Gemüthe deine Güte, 390 Gedächtniß der Verstorbenen. Und vertrauet deiner Macht Seine Sorgen von dem Morgen Bis zur stillen Mitternacht. 4. Ja, der Herr der Güte ist bereit, Sich der Armen zu erbarmen, Ifrael wird seine Hand Gnädig retten aus den Ketten, Die um es die Sünde wand. 5. du Gott der Liebe und Geduld! Wir empfehlen dir die Seelen Der Verstorb'nen, führ' sie du Aus den Leiden in die Freuden Deiner ew'gen Himmelsruh'. Bitte für die Seelen im Fegfeuer. Mel. 83. 1. Wie der Hirsch in schwülen Tagen, Bei des heißen Durstes Plagen, Nach der frischen Quelle schreit, Also seufzen nach dem Scheiden Die Gerechten in den Leiden Nach des Himmels Seligkeit. 2. Leidend, noch von Gott getrennet, Dem ihr Herz in Liebe brennet, Rufen sie empor zu uns: Ihr, die ihr noch lebt auf Erden, Könnet unfre Tröster werden Durch die Kraft des Glaubensbunds. 3. Ihr doch wenigstens, ihr Freunde, Liebend einst mit uns Vereinte, Ach! erbarmt, erbarmet euch! Wenn für euch zu Gott ihr betet, Wenn zum Liebesmahl ihr tretet, Denfet unser auch zugleich. Gedächtniß der Verstorbenen. 4. Ja, wir fleh'n zu dir und rufen, Gott, vor deiner Gnade Stufen, Lind're unsrer Brüder Schmerz; Wohl sind sie vor dir noch Sünder, Doch sie sind auch deine Kinder, Und du haft ein Vaterherz. 5. Jesus, treuer Freund der Frommen, Laß sie zu dem Erbe kommen, Das du ihnen selbst erwarbst, Als du, sie von allem Bösen, Aller Sünde zu erlösen, An dem Stamm des Kreuzes starbst. 6. Sie sind deiner Heerde Schafe, Milder Hirt, laß bald die Strafe Ihrer Schuld vollendet seyn; Führe sie zu jener Weide, Wo des Himmels reine Freude Ewig grünt und blühet, ein. 7. Stärk' auch uns, die wir noch leben, Daß wir unermüdet streben, Stets zu thun, was dir gefällt. Tröste uns bei unserm Scheiden, Nimm den Geist nach kurzem Leiden In die Nuh' der bessern Welt. 391 Klagen der Seelen im Fegfeuer. Mel. 178. 3491. Wie schwer muß deine Hand, O Gott! im Trauerland Der Büßer noch empfinden! Dort quält und martert ihn Der Feuerflamme Glüh'n' Für die geringsten Sünden. 2. An diesem Läut'rungsort Muß man für jedes Wort, 392 Gedächtniß der Verstorbenen. Das nuglos war, noch leiden; Dort folget bitt'rer Schmerz Dem unerlaubten Scherz, Und Pein den eitlen Freuden. 3. Dort hält des Kerkers Nacht, Wie uns der Heiland sagt, Die Schuldner noch in Qualen; Dort müssen sie die Schuld In Leiden und Geduld Zum letzten Heller zahlen. 4. Heil dem, der auf der Welt Gelebt, wie's Gott gefällt, Und seine Schuld bereute; Nun leuchtet ihm das Licht Vor Gottes Angesicht, Am Born der ew'gen Freude. 5. Wie sehr verlangen wir, 331 Gott und Herr! nach dir, Du aller Freuden Quelle, Und finden dich noch nicht, Doch fündigt uns dein Licht Von Ferne Himmelshelle. 6. Jhr, die ihr uns gekannt Und in dem Pilgerland pi Noch sorglos wirkt und lebet, 12 Werft einen Mitleidsblick Auf jene Nacht zurück, Die düster uns umschwebet. 7. Schwingt euch zu Gott empor, Tragt ihm die Bitte vor, Daß er zu sich uns rufe; Daß wir in ihm uns freu'n, Ihn ewig benedei'n An seines Thrones Stufe. Gedächtniß der Verstorbenen. 8. Bedenkt es inniglich, Daß fromme Liebe sich Auch über's Grab erstrecke; Daß sie das treue Herz Zum Mitleid mit dem Schmerz Der Abgeschied'nen wecke. 9. Es ist der Klageton Von Vater, Bruder, Sohn, Die um Erbarmung flehen; da Ach! betet zu dem Herrn, Der liebevoll und gern Erbarmung läßt geschehen. 10. Bringt Gott auf dem Altar Für uns das Opfer dar, Das heiligste und legte, Das Jesus einst gebot, Als er vor seinem Tod Sich opfernd niedersetzte. 11. Beim heil'gen Abendmahl Gedenket uns'rer Qual, Im wahren Gotteslamme Genießt das Himmelsbrod Zur Tilgung unfrer Noth In unsrer Läut'rungsflamme. 12. Es fomm' des Heilands Blut Versöhnend uns zu gut, Und ende unser Leiden, Damit wir einst mit euch Gott preisen in dem Reich Der ew'gen Himmelsfreuden. 350 Aufruf um Fürbitte. 393 ( I y @ Mel. 181. 1.D christliche Herzen! erwäget die Schmerzen Der Seelen, die dort in der Ewigkeit Nacht Gedächtniß der Verstorbenen. Die Strafen der Schulden gehorsam erdulden, Die sie auf der Laufbahn des Lebens gemacht. 394 2. Die Böses nicht liebten und Unrecht nicht übten, Und welche geschrieben im Lebensbuch steh'n, Die scheidenden Reinen nur fönnen erscheinen Vor Gott, und sind würdig, sein Antlig zu seh'n. 3. Betrachtet mit Schauer die Strenge und Dauer, Die Straf', in der selbst der Gerechte noch büßt, Bevor er den Frieden, der Frommen beschieden, Und ewige Freude im Himmel genießt. 4. Vereint euch, ihr Frommen, zu Hilfe zu kommen Den Seelen, die für das vergebliche Wort, Für jeden Gedanken, für jegliches Wanken Zum Bösen noch büßen im Läuterungsort. 5. Ihr Eltern, Verwandte, Geliebte, Bekannte, Sie rufen zum Mitleid, zur Hilfe euch auf: Löft ihnen die Ketten, ihr könnet sie retten, Ach! sendet Gebete zum Himmel hinauf. 6. Ihr Heil'gen dort oben, zur Freude erhoben, Zum Jubel vereint mit dem englischen Chor, D blickt auf die Brüder, die leidenden, nieder, Blickt bittend für sie zu dem Throne empor. 7. Verleih' dein Erbarmen, o Jesu! den Armen, Die du, an dem Kreuze dich opfernd, versöhnt; Du Krone und Tröster getreuer Erlöster, O nimm sie dort auf, wo jetzt Glorie dich krönt. 8. Laß weise uns handeln, o Gott! denn wir wandeln Von Tage zu Tage der Ewigkeit zu; Hilf', ebe wir sterben, das Heil uns erwerben, Denn Tugend nur frönst du mit ewiger Nuh'. Gedächtniß der Verstorbenen. Geistliches Testament. Ahol 357 Mel. 182. 1. Mein Testament am Lebensend' Sey: Jesus Christ, dir leb' ich! Mein letztes Wort am Schmerzenort: O Jesus Christ, dir sterb' ich! Mein Troft und Leid in Traurigkeit: Dein, Jesus, bin ich lebend! Bei mir verweil', mein Schuß und Heil, Dein, Jesus, bin ich sterbend. 395 2. Mein letztes Wort, mein Schirm und Hort, Jesus, Maria, Joseph! Umgebet mich, dies bitte ich, Jesus, Maria, Joseph! Schenkt mir Geduld beim Druck der Schuld, Jesus, Maria, Joseph! Führt mich die Bahn zum Himmel an, Jesus, Maria, Joseph! 3. Herr, ich empfehl' dir meine Seel', Jesus Christ, dir leb' ich! Ruft mich hinab das finstre Grab, Herr Jesus Christ, dir sterb' ich! Führ mich der Ruh' des Himmels zu, Dein, Jesus, bin ich lebend! Wo dann mein Geist dich ewig preist, Dein, Jesus, bin ich sterbend. 32 Bei Begråbrißen. Mel. 183. 1. Das Schicksal wird feinen verschonen, Der Tod verfolgt Scepter und Kronen, Eitel, eitel ist zeitliches Glück; Alles, Alles fällt wieder zurück. Gedächtniß der Verstorbenen. 2. Der Leib, von der Erde genommen, Gebt dorthin, woher er gekommen, 396 Reichthum, Schönheit und glänzende Macht, Alles decket die ewige Nacht. 3. Die Zeder verfault wie die Staude, Gleich Rosen verwelket die Raute; Alles unter der Sonne vergeht, Nur die einzige Tugend besteht. 4. Auch dich wird der Tod noch absodern, Auch du wirst im Grabe vermodern; Heute war nun die Reihe an mir, Morgen ist sie vielleicht auch an dir. 5. Jeßt wird mich die Erde bedecken, Vis mich die Posaunen erwecken; Ich erwarte das letzte Gericht, Ich erhoffe das ewige Licht. du 6. Ich bleib' nicht dem Tode zum Naube, Dies lehrt mich der heilige Glaube; Denn die Seele vereiniget fich Mit dem Staube; wie glücklich bin ich. 7. Was weinet ihr Freunde und Brüder? Wir sehen einander bald wieder An dem Tage des legten Gerichts: Fürchtet Gott nur und fürchtet sonst nichts. 8. Die Thränen sind Zeichen der Liebe, Doch sind sie natürliche Triebe, Nur um Eines, um Eines bitt' ich: Betet täglich, ach! betet für mich. 353 Mel. 171. 1. Es neigt zum Ende sich Gar bald mein Erdenleben; In deine Händ' werd' ich, O Herr! den Geist aufgeben. Gedächtniß der Verstorbenen. 397 O Jesu, Mensch und Gott! Wann einst das Herz mir bricht, In meiner legten Noth Verlaß mich, Sünder, nicht. 2. Ach! wie wird dann mir seyn, Wenn auf dem Sterbebette Ich, voller Angst und Pein, Nichts sehe, was mich rette; Wenn Freunde dann betrübt Und weinend um mich steh'n, Und die mich treu geliebt, Zum letzten Mal mich seh'n. 3. Wenn ich voll Wehmuth nun Mich von den Meinen trenne, Und, was sie mir noch thun, Mit stummem Dank erkenne; Wenn falter Schweiß mir rinnt Vom blaffen Angesicht, Dann geh' mit deinem Kind, D Herr! nicht in's Gericht. 4. Wenn in der starren Hand Die Sterbeferze brennet, Und nun das legte Band Die Hand des Todes trennet, Ach! dann erbarme dich, Erlöser, Jesus Christ, Der du dereinst für mich Am Kreuz gestorben bist. 5. Um was ich oft dich bat, Da ich noch konnte sprechen, re Ach! laß in deiner Gnad' Mein armes Herz einst brechen. Dann scheid' ich mit Vertrau'n In jene Ewigkeit, Weil ich dort werde schau'n, Dich, Quell der Seligkeit. 398 Gedächtniß der Verstorbenen. Am Grabe eines Kindes. Mel. 116. 352 1. Der Tod ist nah', selbst bei den Wiegen; Kaum sieht das zarte Kind die Welt, So muß es seiner Macht erliegen, So wie beim Sturm die Blüthe fällt. Er naht, die Blume wird sein Raub, Sie sinkt entblättert in den Staub. 2. Doch selig ist der Kleinen Sterben, Nach kurzem Kampfe frönt sie Ruh', Sie wandern, früh' des Himmels Erben, Dem ew'gen Vaterlande zu, Und schau'n des Vaters Angesicht; Drum, theure Eltern, weinet nicht. 3. Auch uns ruft einst der Tod, wir wandeln Als Erdenpilger hin zur Gruft, Drum laßt uns fromm und redlich handeln, Bis einst der ew'ge Vater ruft. Ist hier nach Christus unser Sinn, Dann ist auch Sterben uns Gewinn. 4. Dann finden wir uns droben wieder, Dort, wo man nicht mehr Thränen weint, Wo Eltern, Kinder ,. Freunde, Brüder Der Liebe beil'ges Band vereint; Wo Liebe keinen Schmerz mehr kennt, Wo nichts die Liebenden mehr trennt. Mel. 66. 1. Wie schrecklich droht dein Pfeil, o Tod! Dem Pilger hier auf Erden; Der Mensch aus Staub verwelft wie Laub, Um wieder Staub zu werden. 2. In Asche sinkt, wenn Gott ihr winkt, Des Leibes morsche Hülle, Gedächtniß der Verstorbenen. Und oft schon ruft der Tod zur Gruft Des Lebens Kraft und Fülle. 3. Der Sturm erreicht den Baum und beugt Ihn nieder gleich dem Halme; Die Stunde schlägt, der Sieger legt Zum Hirtenstab die Palme. 4. Wir geh'n in's Grab, wie sich hinab In's Meer der Bach ergießet, Von welchem er dann nimmermehr Zurück im Laufe fließet. 5. Der Herr erscheint, eh' man's vermeint, Zur Hochzeit uns zu laden; Drum, Christen, seyd doch stets bereit Im reinen Schmuck der Gnaden. 6. Doch trauert nicht im Glaubenslicht Wie, die nicht Hoffnung haben; Nicht immerfort im düstern Ort Bleibt unser Leib begraben. 7. Wir wurden All' durch Adams Fall Dem Tode Preis gegeben, Doch Christus starb, und er erwarb Uns Gnade, Trost und Leben. 8. Nun wissen wir, wird auch dahier Des Leibes Hütt' zerstöret, Gott baut uns dort im Freudenort Ein Haus, das ewig währet. 9. Drum haltet auf der Klagen Lauf, Nach sanftem Todesschlummer Fließt flar und hell ein Freudenquell Aus jedem Tropfen Kummer. 399 3. 10. Wer Gutes thut, deß Seele ruht Die Dereinst in Gottes Händen; Glückselig wir, wenn wir in dir, and doet Herr! dereinst vollenden. Vespergesänge. Vespergefänge. 400 Sonntägige Vespern. Erste Vesper. 388 Erster Pfalm. Mel. 184. Gottes Eigenschaften. 1. Kommt, ihr Christen, laßt uns freudig fingen, Kommt, lobsingt mit Dank des Höchsten Wesenheit! 2. Laßt uns Ehre, Ruhm und Preis ihm bringen, Laut erschall' ihm Lob in seiner Herrlichkeit! 3. Auf sein Wollen, durch sein Wort: Es werde! Rief er aus dem Nichts hervor die Kreatur; 4. Wurden Sonn' und Mond. das Meer, die Erde, Engel, Mensch und Thier, die Pflanzen auf der Flur. 5. Weisheit spiegelt sich in seinen Wegen, Gütig zeigt er den Geschöpfen ihre Bahn; 6. Ihm zum Preis und Ruhm und uns zum Segen, Ordnet überall er Alles weislich an. 7. Nicht im tiefen Thal, nicht in den Höhen, Nirgends kann ich dir, mein Gott, entflieh'n; s. lleberall wird mich dein Auge sehen, Nie kann ich mich dir, Allwissender, entzieh'n. 9. Gott ist's, der uns Güte stets erweiset, Er ist Vater uns und Schirmer immerfort; 10. Treu erfüllt er, was er uns verheißet, Wahr ist all sein Thun und Wahrheit ist sein Wort. 11. Heilig und gerecht ist Gott in seinen Thaten, Er, der Jeglichem nach seinem Werk vergilt; 12. Doch den Büßer nimmt er auf in Gnaden, Weil er voller Huld, barmherzig ist und mild. Vespergesänge. 13. Güt'ger Gott, auf dich will stets ich bauen, Denn du forgst für mich, du zählst des Hauptes Haar; 14. Deiner Fürsicht will ich fest vertrauen, Bist nur du für mich, so schreckt mich nicht Gefahr. 15. Ehr' dem Vater, Ehr' auch sey dem Sohne, Ehr' dem heil'gen Geift, in gleicher Wesenheit. 16. Ehre, Lob und Ruhm im Jubeltone, Dir Dreieinigkeit in alle Ewigkeit. Antiphone. Matth. 5, 48. Ihr sollet vollkommen seyn, wie auch euer Vater im Himmel vollkommen ist.- O Gott! deffen Vollkommenheiten unendlich sind, und der du willst, daß auch wir, die du nach deinem Ebenbilde erschaffen hast, vollkommen werden sollen, verleihe uns die Gnade, daß wir durch Nachahmung deiner göttlichen Eigenschaften, die wir jetzt betrachtet haben, dir immer ähnlicher, und so der Theilnahme an deiner Glückseligkeit würdig werden mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn, Amen! Bweiter Pfalm. Mel. 185. Ewigkeit Gottes. Gott! du bist von Ewigkeit, Noch eh' die Sonne glänzte; 1. 2. Du warst, bevor noch in der Zeit Das Meer die Erd' umgrenzte. 3. Beschränkt von feinem Jahreslauf Ift deines Reichs Bestehen; 401 4. Es dauert fort und hört nicht auf, Wenn Welten untergehen. 5. D großer Gott! es ist bei dir Kein Gestern und kein Morgen; 26 402 Vespergesänge. 6. Die Zukunft liegt verhüllt vor mir, Dir ist sie nicht verborgen. 7. Es ist vor deinem Angesicht Ein Kreis von tausend Jahren 8. Wie eines furzen Tages Licht, Der schnell dahin gefahren. 9. Stets sind die Geister, doch ich weiß, Sie haben angefangen; 10. Die Engel sind auf dein Geheiß Aus Nichts hervorgegangen. 11. Nur du, o Gott! warst vor der Welt, Vor allem Lauf der Zeiten; 12. Du bleibst, wenn die Natur zerfällt, Durch alle Ewigkeiten. 13. Laß uns auf deine Ewigkeit Hier stets, o Gott! vertrauen; 14. Und, nach vollbrachter Pilgerzeit, Dein Antlitz ewig schauen. 15. Der heiligsten Dreieinigkeit Sey Lob und Ruhm erwiesen; 16. Sie sey durch alle Ewigkeit Gelobet und gepriesen! Antiphone. Psalm 89, 1-5. Herr, unsere Zuflucht bist du geworden von Geschlecht zu Geschlecht. Ehe denn die Berge wurden und gebildet ward, die Erbe und ihr Umkreis, bist du, Gott, von Ewigkeit. Denn tausend Jahre sind vor deinen Augen wie der gestrige Tag, der vers gangen, und wie eine Wache der Nacht.- O Gott! der du von Ewigkeit bift und regierest, zu dir wenden wir uns bei dem Wechsel aller vergänglichen Vespergesänge. Dinge, denn du allein bist unser Trost, unsere einzige Hoffnung! Du bist es aber auch, von dem die Unsterblichkeit ausgebet, und auch uns bast du nach deinem Bilde zur Unsterblichkeit erschaffen. D laß uns demnach als Unsterbliche hier wandeln, damit wir dort in der ewigen Seligkeit dich loben und preisen, durch Jesum Chriftum, unsern Herrn. Amen! Dritter Pfalm. Mel. 186. Allgegenwart Gottes. 1. Nie bist du, Gott und Schöpfer, von uns fern; Du wirkst an aller Welten Enden. 2. Wo ich nur immer bin, Herr aller Herrn, Bin allzeit ich in deinen Händen. 3. Sollt' ich zum fternbesäten Himmelsfeld Empor auf Adlersschwingen steigen; 4. Auch dort, wie in der tiefsten Unterwelt, Wird mich dein Auge stets erreichen. 403 5. Rein Ort, o Herr! entzieht mich deiner Hand, Kein Thal, kein hoher Berg, kein Hügel; 6. Und trüg' mich bis zum fernsten Meeresstrand Der Morgenröthe schneller Flügel. 7. Was immer ich nur denke, Gott, weißt du, Du prüfft das Innre meiner Seele; 8. Du bist nicht ferne, wenn ich Gutes thu', Du siehst es, wenn ich irrend fehle. 9. Du siehst in der verborg'nen Einsamkeit Des Kummers heiße Thränen fließen; 10. Du siehst und hörst das Herz, in dir erfreut, In Dank und Wonne sich ergießen. 11. An dieser Wahrheit, Herr, laß immerhin Mein Herz zum Guten sich erbauen; 26* Vespergesänge. 12. Sie lehre mich, der Sünde Reize flieh'n, Und allzeit deiner Huld vertrauen. 404 13. Dem Vater auf dem hohen Himmelsthron Sey Ehre, Lob und Dank erwiesen; 14. Mit ihm und mit dem eingebornen Sohn Sey auch der heil'ge Geist gepriesen! Antiphone. Pfalm 32, 13-14 und Jerem. 23, 24. · Vom Himmel schauet herab der Herr; er fiehet alle Menschenkinder; von dem Orte seines Sizes schaut er auf alle, die auf Erden wohnen. Kann Jemand sich verbergen im Verborgenen, daß ich ihn nicht sehe, spricht der Herr,- Erfülle ich nicht Himmel und Erde? spricht der Herr. D Gott! der du Himmel und Erde erfüllest, dessen Verstand Alles umfasset, und dessen allsehendem Blicke nichts entgehen kann, laß uns bei allen unsern Gedanken, Worten und Werfen deine Allgegenwart und Allwissenheit stets vor Augen haben, und im Herzen erwägen, damit wir, durchdrungen von dieser Vollkommenheit, von Allem, was dir mißfällt, abgeschreckt, und zu Allem, was dir wohlgefällig ist, angetrieben werden, durch Jefum Chriftum, unsern Herrn. Amen! Bemerk. Die Hymnen, Kapitel und Gebete für die verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres und das Magnificat befinden sich am Schlusse der Psalmen. Zweite Vesper. Erster Psalm. Mel. 185. Allmacht Gottes. 1. Singt unserm Gott und Herrn ein Jubellied, Er ist der Herr und Gott der Stärke; Vespergesänge. 2. Die ganze weite Welt ist sein Gebiet, Und groß sind alle seine Werke. 3. Herr, alle Wesen zeigen deine Pracht, Vom Engel bis zum niedern Wurme; 4. Verkündet wird uns deiner Wunder Macht In Frühlingsluft und in dem Sturme. 5. Gott gibt die Sonnenstrahlen seiner Welt, Er gibt dem Mond von ihrem Lichte; 6. Er ist es, der mit Macht den Erdkreis hält, Und fort bewegt in seinem Gleichgewichte. 7. Er hält den Bligesstrahl in seiner Hand, Beherrscht der schwarzen Wolfen Heere; 8. Mit Segen überströmet er das Land, Mit Segen füllt er auch die Meere. 405 9. Groß ist er, wenn die Nacht die Erd' umhüllt, Uns groß, wenn seine Sonn' entzücket, 10. Groß, wenn des Meers erzürnte Woge brüllt, Groß, wenn die Quelle sanft erquicket. 11. Ein Loblied schalle hoch und weit und breit Zu seines großen Namens Ruhme; 12. Lob, Ehre, Preis und Dank sey ihm geweiht, Das Herz zum frommen Heiligthume. 13. Dem Vater auf dem hohen Himmelsthron Sey Ehre, Lob und Preis erwiesen; 14. Mit ihm und mit dem eingebornen Sohn Sey auch der heil'ge Geist gepriesen. Antiphone. Sirach 39, 21, 23, 41. Die Werke des Herrn sind alle sehr gut.- Er gebeut und es geschieht, was ihm gefällt: und wo er hilft, fehlt es an Nichts. Lobet also mit gan Vespergesänge. zem Herzen und Munde, und preiset den Namen des Herrn! 406 D Gott! auf dessen Wort die Welt aus dem Nichts hervorgegangen ist, und dessen Ruhm die Himmel und die Erde verfündigen, gib, daß wir dich aus deinen Werken immer vollkommener erkennen, und durch diese Erkenntniß zur Anbetung deiner Allmacht, zum lauten Preise deiner Größe, und zur Liebe gegen dich beweget werden, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! Bweiter Pfalm. Mel. 187. Weisheit Gottes. 1. Ihr Christen, preift den Herrn der Welt, Seht seiner Weisheit Spuren; 2. In Berg und Thal, in Wald und Feld, In Wiesen und in Fluren. 3. Seht, wie er alles, was er schafft, Mit Weisheit stets regieret; 4. Wie seinen Rathschluß er mit Kraft 3um besten Ziele führet. 5. Nichts läßt er durch ein Ungefähr, Nichts ohne Zweck geschehen; 6. Sein Wink ruft die Geschöpfe her, Sein Wink läßt sie vergehen. 7. Nur er vertheilt der Kräfte Gang; In Menschen, Thier und Pflanzen 8. Herrscht Ordnung und Zusammenhang Zum sichern Wohl des Ganzen. 9, In Allem, was er will und thut, Wird nie der Zweck verfehlet; 10. So wie die Zwecke sind auch gut Die Mittel, die er wählet. Vespergesänge. 11. Und trifft uns auch ein Unglück hier, Ift uns sein Rath verborgen; 12. Es ist zu unserm Wohl, wenn wir Nur seinem Wink gehorchen. 13. Der Herr, der Welten Herr allein, Läßt unsern Plan gelingen; 14. Gibt Kraft, der Tugend treu zu seyn, Und Gutes zu vollbringen. 15. Gott, was bein Nath mir nüßlich fand, Mag immer mir begegnen; 16. Mein Schicksal steht in deiner Hand, Ich weiß, du willst mich segnen. 17. In feiner Lage soll mein Herz An deiner Huld verzagen; 18. Zu meinem Heil ist selbst der Schmerz, Wie sollt' ich jemals flagen? Dem Vater auf dem Himmelsthron Sey Lob und Ehr erwiesen; Mit ihm zugleich sey auch der Sohn Und heil'ge Geist gepriesen! Antiphone. 407 Römer 11, 33-16, 27. O Tiefe des Reichthumes, der Weisheit und Er. fenntniß Gottes! Wie unbegreiflich sind seine GeDem richte, und wie unerforschlich seine Wege! allein weisen Gott sey Ehre und Preis durch Jesum Christum von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen! - O Gott! der du Alles mit Weisheit gemacht haft, in deinen Rathschlüssen unerforschlich bist, und alle Zuschickungen zu unserm Besten wendest, verleihe uns die Gnade, daß wir in Betrachtung dieser Wahrheit unsern Willen deinen Anordnungen stets gehorsam Vespergesänge. unterwerfen, und in allen unsern Handlungen nur jene Weisheit zur Richtschnur nehmen, welche vom Himmel gekommen ist und zum Himmel führet durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! Dritter Pfalm. Mel. 184. Borsehung Gottes. 1. Gott sorgt für mich; was soll ich sorgen? Er sorgt als Vater für sein Kind; 2. Er sorgt für Heute, sorgt für Morgen, So daß die Spuren sichtbar sind, 3. Wie seine Liebe väterlich 408 Für Alles sorgt: Gott sorgt für mich. 4. Er sorgt für mich nach Baterweise, Indem er Leib und Seele nährt, 5. Er gibt sein Wort zur Seelenspeise, Und für den Leib wird Brod gewährt. 6. Drum, Chrift, vertraue ihm und sprich: Ich zage nicht: Gott sorgt für mich. 7. Gott sorgt für mich bei Landesplagen, Wenn Mißwachs, Krieg und Krankheit droht; 8. Er sorgt für mich in Theurungstagen, Er hilft und stärkt in jeder Noth. 9. Dies glaub' ich unerschütterlich, Vertraue feft: Gott sorgt für mich. 10. Der Schöpfer, der die Lilien fleidet, Und ohne den kein Sperling fällt; 11. Der Vater, der die Vögel weidet, Die Pflanze und den Wurm erhält, 12. Der sorgt gewiß, o Mensch! für dich, Drum sprich getroft: Gott sorgt für mich. 409 Vespergesänge. 13. Er sorgt für mich in schweren Leiden, Die seine Hand mir auferlegt; 14. Er führet oft durch Dunkelheiten Zum Freudenlicht, und wenn er schlägt, 15. So schlägt er allzeit väterlich Zu meinem Wohl: Gott sorgt für mich. 16. Er sorgt für mich auch in dem Sterben, Er gibt dem Leib im Grabe Ruh; 17. Der Geist geht zu des Himmels Erben, Gott führt ihn ew'gen Freuden zu; 18. Dort lebt er fort und freuet fich In seinem Gott: Gott sorgt für mich. 19. Dem Vater mit dem ew'gen Sohne Sey mit dem Geifte Lob geweiht; 20. Gepriesen sey im Jubeltone Die heiligste Dreieinigkeit. 21. Ihr Lob erschalle ewiglich, Der mich erschuf, er sorgt für mich. Antiphone. Matth. 6, 31, 32. Sorget euch nicht ängstlich, und saget nicht, was werden wir essen, was werden wir trinken, oder womit werden wir uns bekleiden. Denn euer Vater weiß, daß ihr alles deffen bedürfet. Gott! der du deine Allmacht zum Wohle deiner Geschöpfe gebrauchest, und die Menschen deiner besondern Fürsehung würdigest, flöße uns ein solches Vertrauen zu dir ein, daß wir in allen Vorfällen dieses Lebens, im Unglücke wie im Glücke, dasjenige von beiner Güte zuversichtlich erwarten, was uns zum Heile gereichet, durch Jesum Chriftum, unsern Herrn. Amen! 410 Vespergesänge. Dritte Vesper. Erster Pfalm. Mel. 188. Güte Gottes. 1. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte, Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? 2. Der mit verhärtetem Gemüthe Den Dank vergißt, der ihm gebührt? 3. Nein, seine Liebe zu ermessen, Sey ewig meine größte Pflicht; 4. Der Herr hat mein noch nie vergessen, Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 5. Er rief mich zu des Daseyns Lichte, Mir strömt der Segen der Natur; 6. Für mich sind Blüthen, Blumen, Früchte, Der reiche Schmuck der bunten Flur. 7. Daß sie mir dienen, mich erfreuen, Zeigt er den Thieren ihre Bahn, 8. Füllt Meere, Luft und Wüsteneien Und Fluren mit Bewohnern an. 9. Nun, schau, mein Geist, in jenes Leben, Zu welchem du geschaffen bist, 10. Wo du mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig seh'n wirst, wie er ist. 11. Du darfft sie hoffen höh're Freuden, Durch Gottes Güte sind sie dein; 12. Selbst Jesus Christus wollte leiden, Damit du solltest selig seyn. 13. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren, Und seine Güte nicht versteh'n; 14. Er sollte rufen, ich nicht hören, Den Weg, den er mir zeigt, nicht geh'n? Vespergesänge. 15. O Gott! laß deine Huld und Liebe Mir immerdar vor Augen seyn; 16. Sie stärk' in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weih'n. 17. Lob sey dem Vater auf dem Throne, Den hoch das ganze Weltall preist; 18. Lob, Ehre sey dem Gottessobne, Und Ruhm sey auch dem heil'gen Geist. Antiphone. 411 1. Joh. 4, 8. 9. Apostelgesch. 14, 16. Gott ist die Liebe- Er hat sich nicht unbezeugt gelassen, indem er Wohlthat spendete vom Himmel aus, Regen und fruchtbare Zeiten gab, und mit Speise und Freude erfüllte unsere Herzen. Dadurch hat sich Gottes Liebe gegen uns geoffenbaret, daß Gott seinen eingebornen Sohn in die Welt gesandt, damit wir durch ihn leben. Gott und Vater! aus Liebe zu uns hast du deine Allmacht in der Schöpfung geoffenbaret, aus Liebe zu uns hast du sogar deinen eingebornen Sohn gesandt, damit wir hier zeitlich und dort ewig glücklich werden sollen. O laß uns diese deine unendliche Huld mit gerührtem Danfe erkennen, durch Erfüllung deiner heiligen Gebote uns derselben würdig machen und bei unserm Verhalten gegen den nächsten dieselbe nachzuahmen uns bestreben, durch Jesum Chris stum, unsern Herrn. Amen! Bweiter Psalm. Mel. 189. Gerechtigkeit Gottes. 1. Gott ist gerecht, gerecht ist sein Gericht; Vor dies muß alle Welt sich stellen. 2. Dem Frommen, wie dem frechen Bösewicht Wird einstens er das Urtheil fällen. Vespergesänge. 3. Gott segnet des Gerechten stille Bahn Auf Erden schon mit Seelenfrieden; 412 4. Er nimmt mit Vaterhuld sich seiner an, Und liebend führt er ihn hienieden. 5. Siehst du, mein Christ, in Mammons Ueberfluß Nach Uleppigkeit den Prasser jagen, 6. Und den entblöf'ten, franken Lazarus Zu seinen Füßen weinend flagen; 7. Beneide doch die Gottvergeff'nen nie Auf ihren stolzen Ruhebetten; 9. Bie Blumen und wie Gras verwelten sie, Und niemand kennt mehr ihre Stätten. 9. Oft wird die Tugend, die in Niedrigkeit Und dürftigem Gewande wohnet, 10. Mit Seelenruh' und mit Zufriedenheit Hienieden schon von Gott belohnet. 11. Und bleibet auch der weise Rath des Herrn In diesem Leben uns verhüllet; 12. Und scheint uns Gottes starke Hand auch fern, So wird doch einst sein Wort erfüllet. 13. Denn nicht beschränkt auf diese furze Zeit Ist sein Gericht und sein Vergelten; 14. Sein Urtheilsspruch gehört der Ewigkeit, Die Straf' und Krone andern Welten. 15. Des Frommen Hilfe ist des Ew'gen Huld, Befiehl, o Mensch ihm deine Wege; 16. Vertraue ihm und harre mit Geduld, Dein Glück und Heil sind seine Wege. 17. Dem Vater auf dem hohen Himmelsthron Sey Ehre, Lob und Preis erwiesen; 18. Mit ihm und mit dem eingebornen Sohn Sey auch der heil'ge Geist gepriesen! Vespergesänge. 413 Antiphone. Römer 2, 6-8. Gott wird Jedem vergelten nach seinen Werken, und zwar denen, welche mit Beharrlichkeit in guten Werken nach Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichfeit streben, mit dem ewigen Leben; denen aber, die widerspenstig sind und der Wahrheit nicht beipflichten, sondern der Ungerechtigkeit sich hingeben, mit Zorn und Ungnade. Ewiger, allmächtiger Gott! laß uns durch das zeitliche Glück der Gottlosen und die vorübergehenden Trübsale der Frommen nicht irre geleitet werden, sondern verleihe uns die Gnade, daß wir im Hinblicke auf beine unveränderliche Gerechtigkeit, die Jedem nach seinen Werken vergilt, der Sünde entsagen, die Tugend beharrlich üben, und dadurch deiner Tröstungen und der Krone beiner Vergeltungen in der Ewigkeit würdig werden, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! Dritter Pfalm. Mel. 190. Barmherzigkeit Gottes. 1. Wie oft, versenkt ins irdische Gewühle, Hab' ich dich schwer beleidiget, o Herr! 2. Der Wassertropfen in dem Meer sind Viele, Doch meiner Sünden sind nicht weniger. 3. Im Innern flagt und firafet das Gewissen, Die Sünde schwebet immerdar vor mir; 4. Des Herzens Angst in meinen Kümmernissen Ruft laut: Gefündigt hab' ich, Herr, vor dir. 5. Wie tröstlich ist es nun für meine Seele, Daß du der Schuld nicht immerfort gedenkst, 6. Und mir, der ich so schwer und häufig fehle, Zur Buße Zeit und dein Erbarmen schenkst. Vespergesänge. 7. Ach! wärst du mir nicht Bater in dem Sohne, Und hätte nicht der Sohn sich dargestellt; 414 8. Dann wäre längst vor des Gerichtes Throne Schon über mich der Urtheilsspruch gefällt. 9. So weit der Abend von dem hohen Morgen, Der Himmel von der Erd' entfernet ist; 10. So weit entfernest du des Büßers Sorgen, Da du nicht eingedenk der Sünden bist. 11. Sowie ein Vater hocherfreut der Kinder Mit Zärtlichkeit und Liebe sich erbarmt; 12. So, Herr, erbarmest du dich auch der Sünder, Da deine Huld sie väterlich umarmt. 13. Noch rufet mir auf meinem Sündenpfade Die Baterstimme des Erbarmers zu: 14. Geh' reuevoll zurück zum Quell der Gnade, Und such Vergebung dort und Seelenruh'. 15. Ich will, o Herr! auf deine Stimme hören, Den Ruf, der Gnade mir und Heil verspricht. 16. Zerknirscht will ich zu dir zurücke kehren; BVerstoß dein armes Kind, o Vater! nicht. 17. Ehr' sey dem Vater auf dem hohen Throne, Den immerdar das große Weltall preis't; 18. Mit ihm und mit dem eingebornen Sohne Sey Ehr' und Ruhm zugleich dem heil'gen Geist. Antiphone. Joel 2, 12. So spricht der Herr: Befehret ench zu mir von euerm ganzen Herzen mit Fasten und Beinen und Klagen, Befehret euch zu dem Herrn, euerm Gott; denn er ist gütig und barmherzig, geduldig und von großer Erbarmung. - - Vespergesänge. O Gott! dem es eigen ist, sich allzeit zu erbarmen und zu verschonen, rühre unsere Herzen und verleihe, daß wir durch die Güte deiner Langmuth im Vertrauen gestärket und zur Buße erwecket, und durch die Gnade deiner Barmherzigkeit von unsern Sünden befreiet werden; darum bitten wir dich durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen! Vierte Vesper. Erster Psalm. Mel. 191. Liebe zu Gott. 415 1. Allgüt'ger Vater deiner Kinder, Der du die Liebe selber bist; 2. Du, dessen Herz auch gegen Sünder Voll Mitleid und Erbarmung ist! 3. Gib, daß ich als ein Kind dich liebe, Der du mich als ein Vater liebst, 4. Und so gesinnt zu seyn mich übe, Wie du dazu mir Vorschrift gibst. 5. Der du den Sohn haft dargegeben, Um mich vom Tode zu befrei'n; 6. Wie sollt' ich nicht mein ganzes Leben Nur dir und meinem Heiland weih'n? 7. Vertilg' in mir durch deine Liebe Den Hang zur Liebe dieser Welt, S. Und lenfe alle meine Triebe Nach dem, was dir, o Gott gefällt. 9. Laß mich um deines Namens Willen Gern thun, was mir dein Wort gebeut; 10. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, So sieh' auf meine Willigkeit. 416 Vespergesänge. 11. Aus Liebe laß mich standhaft leiden, Was mir dein weiser Rath bestimmt; 12. Das Leid führt den zu ew'gen Freuden, Der gern von deiner Hand es nimmt. 13. In deiner Liebe laß mich sterben, Dann wird der Tod selbst mein Gewinn; 14. Dann werd' ich deinen Himmel erben, Wo ich dir ewig nahe bin. 15. Ehr' sey dem Vater auf dem Throne, Wo ihn der Seraph ewig preis't; Mit ihm und mit dem Gottessohne Sey Lob und Ruhm dem heil'gen Geist. 16. Antiphone. Math. 22, 37-38. Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, und aus deiner ganzen Seele, und aus deinem ganzen Gemüthe. Dieß ist das größte und das erste Gebot. O Gott! der du die Liebe selber und die Urquelle alles Guten bist, gib daß wir, durchdrungen von deiner Liebenswürdigkeit, dich, o bester Vater! über Alles lieben, in dieser Liebe immer nach deinem allerheiligsten Willen handeln und deinen göttlichen Anordnungen uns allzeit unterwerfen; wir bitten dich darum, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland. Amen! Bweiter Pfalm. Mel. 192. Liebe zu uns selbst. 1. Dein Wille ist's, o Gott! daß wir uns selber lieben; O laß uns diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben. 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, Daß ich das Gute thu', das Böse ernstlich scheue. 417 Vespergesänge. 3. Kein nied'rer Eigennuß beherrsche meine Seele, Gib daß zu meinem Glück das Gute stets ich wähle. 4. Auf Wahrheit und auf Recht laß mich in Allem schauen, Und nie mein Wohlergeh'n auf And'rer Elend bauen. 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer, Die Welt mit ihrer Lust vergeht doch einst auf immer. 6. Was hilft uns Geld und Pracht, was helfen eitle Freuden? Sie können niemals Glück, nur Kummer uns bereiten. 7. Ein gottergeb'nes Herz, ein fleckenlos Gewissen Gewährt allein uns Trost in Erdenkümmernissen. 8. Dies bleibt uns auch im Tod, es folgt uns nach dem Sterben, Es führt zu Gott und macht uns einst zu Himmelserben. 9. O selig, wer darnach mit heil'gem Eifer trachtet, Und für sein höchftes Gut, Gott, deine Gnade achtet. 10. Der liebt allein sich recht, der findet schon hienieden Die wahre Seelenruh' und droben ew'gen Frieden. 11. Dem Vater, Sohn und Geist sey Ehr' und Lob erwiesen, In Ewigkeit seyst du, dreiein'ger Gott, gepriesen. Antiphone. Lucas 9, 25. Was nüßte es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnen, sich aber verlieren und an sich Schaden leiden würde? Liebreicher Gott, der du die Liebe zu uns selbst uns eingepflanzet und durch deinen Sohn Jesus Christus anbefohlen haft, steh' uns bei mit deiner Gnade, daß wir Alles meiden, wodurch unsere Seele Schaden leidet, und nur nach solchen Gütern trachten, 27 Vespergesänge. die uns zeitlich und ewig glücklich machen können, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! 418 Dritter Pfalm. Mel. 188. Liebe zu dem Nächsten. 1. Wer nicht nach Pflicht den nächsten liebet, Und dennoch spricht: ich liebe Gott. 2. Wer nicht die Lieb' im Werke übet, Der treibt mit Gottes Liebe Spott. 3. Der Heiland selbst befiehlt, daß ich Den Nächsten lieben soll wie mich. 4. Seh'n wir den armen Bruder leiden, Und helfen ihm nicht in der Noth; 5. Wenn wir den Nackten nicht bekleiden, Nicht freudig theilen unser Brod: 6. So ist uns fremd die erste Pflicht; Wir kennen Gottes Liebe nicht. 7. Wer liebreich seinem Feind begegnet, Wer dem Beleidiger verzeiht; 8. Wer selbst den Fluchenden noch segnet, Und dem Verfolger Sanftmuth beut; 9. Wer seine Lieb' in That beweis't, Der handelt in des Heilands Geist. 10. Wie lieblich ist's, wenn wir als Brüder Anbetend vor dem Vater steh'n; 11. Wenn wir, als eines Leibes Glieder, Um Segen für einander fleh'n. 12. Doch muß auch jeder, wie er bat, Den Nächsten lieben in der That. 13. Wie tröstlich ist es, Mitleidsthränen Den Armen und Bedrängten weih'n, Vespergesänge. 14. Und die, so sich nach Hilfe sehnen, Mit Beistand und mit Trost erfreu'n. 15. Aus heißen Thränen fließt der Dank Für den gereichten Labetrank. 16. Das Gute, das aus edlem Triebe Dem dürft'gen Bruder wir gethan, 17. Das nimmt der Gottessohn mit Liebe Als selber ihm geleistet an; 18. Ein Engel trägt's vor Gottes Thron, Dort wird es uns zum Himmelslohn. 19. Ehr' sey dem Vater auf dem Throne, Wo ihn der Seraph ewig preis't; 419 20. Mit ihm und mit dem Gottessobne Sey Lob und Ruhm dem heil'gen Geist. Antiphone. Johannes 13, 34-35. Ein neues Gebot geb' ich euch, daß ihr euch einander liebet, wie ich euch geliebt habe. Daran werden Alle erkennen, daß ihr meine Jünger seyd, wenn ihr euch lieb habet untereinander. Gott und Vater der Liebe, gib uns die Gnade, daß wir die erhabene Pflicht, welche uns dein Sohn, Jesus Christus, als sein eigenes Gebot verkündet und durch sein Leben vorgebildet hat, nach seinem heiligen Beispiele treu erfüllen, unsern Nächsten nicht nur mit dem Munde und mit Worten, sondern in der That und Wahrheit lieben, und auch unsern Feinden Gutes thun, damit wir würdige Jünger seyen deines Sohnes, unsers Herrn und Heilandes. Amen! 27* 420 Vespergesänge. Fünfte Vesper. Erster Psalm. Mel. 185. Die Sünde. 1. Gedenk', o Mensch! bei allem Streben An Tod, Gericht und Ewigkeit, 2. Dann wirst du frei von Sünden leben, Der Tugend bleibt dein Herz geweiht. 3. Was ist auch wohl die Lust der Sünde, Was ist sie mehr als leerer Traum? 4. Sie flieht, ein Wölkchen, vor dem Winde, Wie auf dem Meer der leichte Schaum. 5. Wie bald, wie schnell ist hingeschwunden, Was blendend hier die Sinne reizt? 6. Und Niemand hat noch Heil gefunden, Der nur nach Ruhm und Freuden geizt. 7. Oft füllet der Genuß der Freuden Mit Reue und mit Angst die Brust; s. Ein ganzes Meer von Bitterfeiten Entströmt dem Becher eitler Luft. 9. Des Sünders Geist wird ewig leben, Sein Loos wird Qual und Jammer seyn; 10. Nur Finsterniß wird ihn umschweben Und ewig des Gewissens Pein. 11. Gott, rette du mich vom Verderben, Und halte meine Seele rein; 12. Dann werd' ich einst im Frieden sterben, Und deines Reichs Genosse seyn. 13. Ehr' sey dem Vater auf dem Throne, Wo ihn der Seraph ewig preist; 14. Mit ihm und mit dem Gottessobne Sey Lob und Ruhm dem heil'gen Geist. Vespergesänge. 421 Antiphone. Sprichwörter 4, 19. Sirach 21, 2. Der Weg der Gottlosen ist finster; sie wissen nicht, wo sie fallen. Flieh' vor der Sünde wie vor einer Schlange; denn, wenn du dich ihr nahest, fasset sie dich.- Heiligster Gott, der du Gerechtigkeit liebeft und das Unrecht verabscheuest, flöße uns stets einen solchen Abscheu vor der Sünde ein, daß wir den Neizen derselben standhaft widerstehen und im Kampfe gegen dieselbe den Sieg erringen, durch Jesum Chriftum, unsern Herrn. Amen! Bweiter Psalm. Mel. 188. Die Tugend. 1. Die Tugend stehet fest, sowie in Ungewittern Gebirge Gottes hoch und mächtig steh'n; 2. Ihr Maaß ist Ewigkeit, kein Sturm wird sie erschüttern, Und keine Zukunft wird sie sterben seh'n. 3. Drum nicht um Gold und Glück und nicht um eitle Ehre, Nicht um Vergnügen bitt' ich, Vater, dich; 4. Wenn ich auf hohemThron ein Weltbeherrscher wäre, Und lebte ohne Gott, wie arm wär' ich. 5.D gib die Gnade mir, dich, Gütigster, zu kennen, Dann findet Troft und Kraft in dir mein Herz; 6. Denn so im Unglück wie im Glück dich Vater nennen, Ist Linderung und Trost für jeden Schmerz. 7. Wenn ich in Allem bir ergeben bin mit Wonne, Und stets bereit, dem Nächsten wohlzuthun, 8. Dann strahlt in trüber Nacht mir deines Himmels Sonne, Im Schatten deiner Huld werd' ich dann ruh'n. 422 Vespergesänge. 9. Wenn die Versuchung winkt, laß mich nicht unterliegen, Mit deinem Beistand hilf, o Herr! mir auf; 10. Gib mir zum Kampfe Muth, gib Stärke mir zum Siegen, Und dann die Krone nach vollbrachtem Lauf. 11. Dem ew'gen Vater und dem ew'gen Gottessohne Sowie dem heil'gen Geist sey Lob geweiht; 12. Es schalle laut empor zum hohen Gottesthrone Das Lob der heiligsten Dreieinigkeit. Antiphone. Matthäus 6, 19. 20. Ihr sollet euch auf Erden keine Schätze sammeln, wo sie der Rost und die Motten verzehren, und wo fie die Diebe ausgraben und stehlen: sondern sammelt euch Schäße im Himmel, wo sie weder Rost noch Motten verzehren, und wo sie die Diebe nicht ausgraben noch stehlen. Gütiger, gerechter Gott! der du die Gerechten auf Erden schon mit deinem Schutze und im Himmel mit ewigen Freuden belohnest, gib daß wir in Erfüllung deiner Gebote standhaft verharren, damit wir hier deines Trostes und dort der Belohnung würdig werden, welche du den Frommen aufbewahret hast, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! Dritter Psalm. Mel. 186. Glaube, Hoffnung und Liebe. 1. Ich glaube, o mein Gott! mit Zuversicht, Was beine heil'ge Kirche lehret; 403 2. Es sey uns aufgeschrieben, oder nicht; Du hast es durch dein Wort bewähret. Vespergesänge. 3. Du, der du selbst die ew'ge Wahrheit bist, Du kannst und willst nur Wahrheit geben; 4. In diesem Glauben lebt und stirbt der Christ, Und gehet ein zum ew'gen Leben. 5. Ich hoffe, o mein Gott! durch deinen Sohn Verzeihung aller meiner Sünden; 423 6. Ich hoffe Heil und Gnade vor dem Thron Des Weltenrichters einst zu finden. 7. Denn er, der uns're einz'ge Hoffnung ist, Hat sich für uns am Kreuz gegeben; 8. In dieser Hoffnung lebt und stirbt der Chrift, Und gehet ein zum ew'gen Leben. 9. Ich liebe dich von Herzen, o mein Gott! Dir weihe ich mein ganzes Leben; 10. Ich liebe dich im Leben und im Tod, Du bist mein Ziel, mein ganzes Streben. 11. Nur du, der du die Liebe selber bist, Kannst uns zu dir, o Gott! erheben; 12. In dieser Liebe lebt und stirbt der Christ, Und gehet ein zum ew'gen Leben. 13. Dem Vater auf dem hohen Himmelsthron Sey Ehre, Lob und Preis erwiesen; 14. Mit ihm und mit dem eingebornen Sohn Sey auch der heil'ge Geist gepriesen. Antiphone. 1. Corinth. 13, 13. Jetzt aber bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei: aber das Größte unter diesen ist die Liebe. O mein Gott! ich glaube an dich als an die ewige Wahrheit, ich hoffe auf dich, als die unendliche Barmherzigkeit, ich liebe dich, weil du die Liebe selber bist. Belebe meinen Glauben, stärke meine Hoffnung und entzünde meine Liebe, damit ich dir treu ergeben bleibe im Leben und im Tode. Amen! 424 Vespergesänge. 404 In der Adventszeit. Hymuns. Mel. 5. 1. Die Ankunft des Erlösers naht, Bereiten wir dem Herrn den Pfad; Es sey der gnadenvollen Zeit Von uns ein Dankeslied geweiht. 2. Es singe dem, der kommen soll, Die ganze Erde freudenvoll; Es grüße den, der sie erschuf, Der Weltgestirne Freudenruf. 3. Der Sohn des Vaters, hehr und groß, Verschmähet nicht der Jungfrau Schoos; Er hüllt in Knechtsgestalt sich ein, Uns von der Knechtschaft zu befrei'n. 4. Der König kommt mit Huld und Heil, Durch ihn wird Tröstung uns zu Theil; Den Frieden bringt der Friedensfürst, Den du, o Mensch! empfangen wirst. 5. Bald kommt auf heller Wolfen Licht Als Richter er zum Weltgericht, Und führet seiner Frommen Chor Zum Himmel im Triumph empor. 6. Gepriesen seyft du, Jesus Chrift, Der uns zum Heil erschienen ist, Den mit dem Vater und dem Geist Der Ewigkeiten Jubel preist. Kapitel. Römer 13, 12. Die Nacht ist vorüber, der Tag aber hat sich genabet: laßt uns also ablegen die Werte der Finsterniß und anziehen die Waffen des Lichtes! Gott sey Dank 1973 staid Vespergesänge. 425 Magnificat. ( Wird jedesmal im Tone des ersten Psalmes der Vesper gesungen.) 1. Mach' groß den Herrn, o Seele! hochentzücket, Frohlockend schwinge dich zu Gott, mein Geist! 2. Lobpreise den, der dich mit Heil beglücket, Und Gnade dir mit großer Huld erweist. 3. Der Herr verschmäht der Fürsten Glanz und Kronen, Sah gnädig seiner Dienstmagd Demuth an; 4. Nun preisen selig mich die Nationen; Denn Großes hat der Heil'ge mir gethan. 5. Er zeigte von Geschlechte zu Geschlechte Barmherzigkeit den Frommen immerdar; 6. Mit Kraft und Ruhm erhebend seine Rechte Zerstreute er mit Macht der Stolzen Schaar. 7. Die Mächt'gen stürzte er vom Thron hernieder, Und hob die Niedern aus der Nacht zum Licht; 8. Die Hungernden erquickten seine Güter, Die Reichen würdigt er der Gaben nicht. 9. Wie er verheißen Abrahams Geschlechte, Gedenkend seiner Huld in Ewigkeit, 10. So gab er Ifrael, dem treuen Knechte, Den Fürstenthron und Glanz der Herrlichkeit. 11. Ehr' sey dem Vater auf dem Himmelsthrone, Den immerdar das große Weltall preis't; 12. Mit ihm und mit dem eingebornen Sohne Sey Ruhm und Ehre auch dem heil'gen Geist. V Der Herr sey mit euch! Re Und mit deinem Geiste! Laßt uns beten! Allmächtiger Gott! wir bitten dich, laß uns das Geheimniß der Ankunft deines Sohnes auf Erden Vespergesänge. so betrachten, daß wir, von deiner Weisheit und Liebe gerühret, dich dankbar preisen, und durch bußfertige Gesinnungen unsere Herzen zu einer würdigen Wohnung zubereiten deinem Sohne, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen! 426 405 In der Weihnachtszeit. Hymnus. Mel. 64. 1. Du, unser Heiland, Jesus Christ! Allmächtig, wie der Vater ist, Dein Name sey gebenedeit Von nun an bis in Ewigkeit! 2. Der Himmel und das Meer begrüßt, Und Alles, was auf Erden ist, Lobpreisend dich und hocherfreut Als Gründer uns'rer Seligkeit. 3. Auch wir, durch deine Huld gefrönt, Und durch dein heil'ges Blut versöhnt, Lobsingen dir im Jubelton, O neugebor'ner Gottessohn! 4. Du bist des Vaters Licht und Glanz, In dir ruht uns're Hoffnung ganz: Mert auf das Fleh'n, das weit und breit Erschallet in der Christenheit. 5. Gedenke, daß du zu uns famst, Und Fleisch von unserm Fleische nahmst, Damit Versöhnung, Gnad' und Heil Uns werde durch dein Blut zu Theil. 6. Den heut Maria uns gebar, Dir, Jesu, bringen Dank wir dar Mit Gott dem Vater und dem Geist, Die Gott mit dir der Seraph preist. Vespergesänge. Kapitel. 1. Johannes 4, 9. Dadurch hat sich Gottes Liebe gegen uns geoffenbaret, daß Gott seinen eingebornen Sohn in die Welt gesandt, damit wir durch ihn leben. Gott sey Dank! Das Magnificat S. 425. V Der Herr sey mit euch! Re Und mit deinem Geiste! Laßt uns beten! Wir bitten dich, allmächtiger Gott, verleihe, daß wir, welche die alte Knechtschaft in den Banden der Sünde festhält, durch die neue Geburt deines Eingebornen im Fleische befreiet werden, durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! In der Fastenzeit. Hymnus. Mel. 57. 1. Nach deinem Beispiel widmen wir, Herr, diese vierzig Tage dir; Erbarmer, höre das Gebet Der Kirche, die mit Thränen fleht. 427 2. Du, der dem Tode uns entreißt, Allgegenwärtiger, du weißt, Wie schwach die Kraft des Menschen sey; Verzeih' den Büßenden, verzeih! 3. Beschämt bekennen wir die Schuld, Ach! wir mißbrauchten deine Huld; Gott, nimm von uns der Sünde Last, Der du die Sünd' besieget hast. 4. Der Fasten und der Buße Frucht Sey des bezähmten Fleisches Zucht, Vespergesänge. Damit das Herz von Knechtschaft frei, Und heilig unser Wandel sey. 5. Du Quelle aller Seligkeit, O heiligste Dreieinigkeit! 428 Laß uns're Fasten fruchtbar seyn, Und mache uns von Sünden rein. Kapitel. Isaia 55, 6. Suchet den Herrn, da er zu finden ist, rufet ihn an, da er nahe ist. Der Gottlose verlaffe seinen Weg und der Ungerechte seine Gedanken: er bekehre sich zu dem Herrn, so wird er sich sein erbarmen, zu unserm Gott; denn er ist reich an Erbarmung. Gott sey Dank! Das Magnificat S. 425. V Der Herr sey mit euch! R Und mit deinem Geiste! Lasset uns beten! Gott! der du deine Kirche durch die Beobachtung einer jährlichen vierzigtägigen Fasten reinigest, verleihe deinen Gläubigen, daß sie das, was sie durch Enthaltsamkeit von dir zu erhalten streben, durch gute Werke vollziehen mögen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen! In der Osterzeit. Hymnus. Mel. 72. 1. 3um königlichen Lammesmahl Kommt weiß umgürtet allzumal! Wir sind geführt durch's rothe Meer; Dem Führer, Christus, bringet Ehr'. Vespergesänge. 2. Mit Blut bezeichnet sind wir frei; Der Todesengel geht vorbei. Das Meer, das uns den Durchgang gab, Stürzt über unsern Feind hinab. 3. Der Herr ist unser Osterlamm, Das Lamm, das weg die Sünde nahm, Der Weltversöhnung hoher Preis, Der reinen Seele reine Speis'. 4. D Opfer von dem höchsten Werth! Du haft der Hölle Macht zerstöri, Gelöfet der Gefang'nen Band, Geschenkt des Lebens Unterpfand. 6. Du Sieger fommst in voller Pracht, Besiegt hast du der Hölle Macht, Besiegt der Finsterniß Tyrann; Den Himmel hast du aufgethan. 6. O Jesu! mache uns befreit Vom grausen Tod der Sündlichkeit, Damit du dem erlös'ten Geist Einst ew'ge Osterfreude seyst. 429 7. Dir, Herr, der aus dem Grabe stieg, Sey Herrlichkeit, sey Ruhm und Sieg, Mit deinem Vater und dem Geist Ein Gott, den Alles ewig preift. Kapitel. Apostelgeschichte 1, 3. Jesus stellte sich den Aposteln nach seinem Leiden als lebendig bar durch viele Beweise, indem er vierzig Tage hindurch ihnen erschien, und vom Reiche Gottes redete.- Gott sey Dank! Das Magnificat S. 425. V Der Herr sey mit euch! Re Und mit deinem Geiste! Vespergesänge. Laffet uns beten! Wir bitten dich, o Gott! laß uns durch das Andenken an die Auferstehung deines eingebornen Sohnes in uns den frommen Entschluß erwecken, der Sünde gänzlich abzusterben, und nach seinem heiligen Vorbilde einzig dir zu leben, damit wir einst einer frohen Auferstehung und der ewigen Seligkeit würdig werden, durch denselben Jesum Chriftum, deinen Sohn, unsern Herrn, welcher mit dir und dem heiligen Geifte lebet und regieret in Ewigkeit. Amen! 430 Für die Sonntage nach Pfingsten. Hymnus. Mel. 48. 1. Preis ihm! er schuf und er erhält Mit Macht und Güte seine Welt. Du sprachst: da wurden, Herr! auch wir; Wir leben und wir sterben dir. 2. Preis ihm! er liebt von Ewigkeit, Er wird ein Mensch, stirbt in der Zeit; Erlös't, erkauft hast du uns dir; Dir leben und dir sterben wir. 3. Preis ihm! er zeigt des Himmels Bahn, Er führt den schmalen Weg hinan; Geheiligt hast du, Herr, uns dir; Dir leben und dir sterben wir. 4. Schallt Lieder, Freudethränen fließt, Singt: heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Herr; o Schöpfer! dir, Dir leben und dir sterben wir. Kapitel. Ephefer 1, 3. 4. Gelobt sey Gott und der Vater unsers Herrn Vespergesänge. Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen, mit himmlischen Gaben in Chrifto, sowie er uns in ihm erwählet hat vor Grundlegung ber Welt, daß wir heilig und untadelhaft seyen vor ihm in Liebe.- Gott sey Dank! 431 Das Magnificat S. 425. V Der Herr sey mit euch! R Und mit deinem Geiste! Lasset uns beten! O Gott, Vater, Sohn und heiliger Geift! verleihe uns, die wir in dieser Andacht deine Größe und Liebe, unsere Pflichten und Bestimmung betrachtet haben, daß das erhabene Bild deiner Vollkommenheiten uns stets gegenwärtig vorschwebe, damit wir uns deiner freuen, nach deinem Willen leben und dadurch würdig werden, dich einst auch im Himmel mit deinen Heiligen ewig zu loben und zu preisen. Amen! Zur Abwechslung folgendes Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott! der du deinen Dienern verliehen hast, im Bekenntnisse des wahren Glaubens die Herrlichkeit der ewigen Dreieinigkeit zu erkennen, und in der Allmacht deiner Majestät die Einheit anzubeten; wir bitten dich, beschüße uns durch die Festigkeit in diesem Glauben von allen Widerwärtigkeiten, und gib uns die Kraft, durch ihn die Welt und ihre Eitelkeit zu überwinden, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! 432 Vespergesänge. Die Marianischen Antiphonen. Vom ersten Adventssonntage bis Marià Lichtmeß. Mel. 146. 1. O hehre Mutter unsers Herrn, Du Himmelspforte, Meeresstern! Dem Volk, das schuldbeladen Erliegt und wünschet aufzusteh'n, Komm doch zu Hilfe durch dein Fleh'n Beim Throne aller Gnaden. 2. Den Heiland, der dein Schöpfer war, Gebarst du, Jungfrau, wunderbar Zum Heil der Adamsfinder. O Mutter nach des Engels Wort, Und reine Jungfrau immerfort, Erbarme dich der Sünder! V Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft. Re Und sie empfing vom heiligen Geist. Lasset uns beten! Wir bitten dich, o Herr! gieße deine Gnade in unsere Herzen, auf daß wir, die wir durch des Engels Verkündigung die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt haben, durch dessen Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung geführt werden durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen! Gebet von Weihnachten bis Lichtmeß.d V Nach der Geburt bist du eine unverlegte Jungfrau geblieben. Re Du Gottesgebärerin bitte für uns! Laffet uns beten! O Gott! der du turch die fruchtbare Jungfrau Vespergesänge. schaft Mariä dem menschlichen Geschlechte die Freuden des ewigen Heiles bereitet hast, verleihe, daß wir der Fürbitte derjenigen theilhaftig werden, durch welche wir würdig geworden sind, zu empfangen den Urheber des Lebens, Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen! 433 Von Maria Lichtmeß bis zum grünen Donnerstage. Mel. 193. 1. Maria, du des Himmels Königin, Sey uns gegrüßt, der Engel Herrscherin! Wurzel, der das Heil ersprießt, Des Lichtes Pforte, sey gegrüßt! 2. Erfreue dich, denn du bist gnadenreich, Und kein Geschöpf ist dir an Zierde gleich. Ach! bitt' für uns am Gnadenthron Bei Jesus Christus, deinem Sohn. V Mache mich würdig, dich zu loben, heiligste Jungfrau! Re Gib mir Kraft gegen deine Feinde! Lasset uns beten! Barmherziger Gott! komm unserer Schwachheit zu Hilfe, auf daß wir, da wir das Andenfen an die heilige Gottesgebärerin begehen, durch die Hilfe ihrer Fürbitte von unsern Sünden auferstehen, durch Jefum Christum, unsern Herrn. Amen! Von Ostern bis zum Dreifaltigkeitsfeste. Mel. 194. Sey. Himmelskönigin, erfreut! Der, den du trugst am Herzen, Der dich erfüllt mit Traurigkeit Durch seines Totes Schmerzen, 434 Vespergesänge. Er schwang, wie er vorausgesagt, Bom Tod' sich auf zum Leben. Bitt' Gott, daß aus der Grabesnachten Der Sünd' wir uns erheben. V Freue dich und frohlocke, Jungfrau Maria, Alleluja! R Weil der Herr wahrhaft erstanden ist, Alleluja! Laffet uns beten! Gott, der du durch die Auferstehung deines Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, die Welt erfreuet haft, verleihe gnädig, daß wir auf die Fürbitte feiner jungfräulichen Mutter Maria die Freuden des ewigen Lebens erlangen, durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen! Vom Dreifaltigkeitsfeste bis zum Advent. Mel. 19. 1. Sey, Mutter der Barmherzigkeit, Sey, Königin, gegrüßet, Du Quell, aus dem der Christenheit Des Heiles Hoffnung fließet. Zu dir, o Mutter! rufen wir Aus diesem Thränenlande; Wir Evensfinder fleh'n zu dir In unserm Elendsstande. 2. So wende denn dein Angesicht Auf uns vom Himmelsthrone, Versag' uns deine Fürbitt' nicht Bei Jesus, deinem Sohne. Bei ihm sey unfre Mittlerin, Sey uns zum starken Schilde; Nach diesem Leben zeig uns ihn, O Gütige, o Milde! Vespergesänge. V Bitt' für uns, heilige Gottesgebärerin! R Auf daß wir würdig werden der Berheißungen Christi. Lasset uns beten! Allmächtiger, ewiger Gott, der du durch Einwirfung des heiligen Geistes den Leib und die Seele der glorwürdigen Jungfrau und Mutter Maria zur würdigen Wohnung deines Sohnes bereitet hast, gib, daß wir auf die milde Fürbitte dieser Jungfrau, deren Gedächtniß wir freudevoll begehen, von allen bevorstehenden Üebeln und dem ewigen Tode befreiet werden, durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen! Vespern auf die Festtage. Auf Weihnachten. Erster Psalm. Mel. 185. 1. Lobt den Herrn, ihr Himmelschöre, Lobt ihn dort in jenen Höhen! 2. Lobt ihn alle seine Engel, Lobt ihn alle seine Heere! 435 3. Lobe ihn du Mond und Sonne, Lobt ihn alle Lichtgestirne! 4. Lobt ihn alle Himmelskreise, Ihr Gewässer in den Wolfen! 5. Alles lobe seinen Namen. Er gebot, sie wurden Alle; 6. Stellte feft sie nach Gesetzen, Die sie nimmer überschreiten. 7. Lobt den Herrn, ihr von der Erde, Meereswunder, Tiefen alle! 28* 436 Vespergesänge. 8. Blig und Hagel, Schnee und Nebel, Stürme, die sein Wort vollstrecken. 9. Alle Berge und ihr Hügel, Fruchtbelad'ne Bäum' und Cedern! 10. Was im Feld und Walde lebet, Würm' im Staub und hoch die Adler; 11. Alle Völker und Regenten, Fürsten und der Erde Richter! 12. Jüngling' und ihr Jungfrau'n alle, Und ihr Greise mit den Kindern! 13. Alles lobe Gottes Namen; Er allein ist hocherhaben. 14. Macht verleiht er seinem Volfe, Ehre allen seinen Frommen. 15. Ehr' dem Vater und dem Sohne, Ehre sey dem heil'gen Geiste! 16. Wie im Anfang, jeßt und immer Und zu ew'gen Zeiten. Amen! Antiphone. Lucas 2, 10. 11. Den Hirten, welche in der Gegend von Bethlehem auf dem Felde waren, erschien ein Engel; der sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; denn siebe, ich verfündige euch eine große Freude, die allem Volfe widerfahren wird: denn heute ist euch in der Stadt Davids der Heiland geboren worden, welcher Christus, der Herr, ist.- Gott und Heiland, der du, um dem gefallenen Menschengeschlechte Frieden, Freude und Erlösung zu bringen den Thron deiner Herrlichkeit verlassen haft und als ein schwaches Kind unter uns erschienen bist, fomm mit deiner Gnade in unsere Herzen, damit Vespergesänge. wir die frohe Botschaft des Engels mit Freude empfangen und der seligen Früchte deines Erscheinens auf Erden würdig werden. Amen! 437 Bweiter Pfalm. Mel. 188. 1. Mein Geift ergießet sich in Liedern, Dem neuen Weltbeherrscher weih' ich sie; 2. Dem edelsten der Menschenfinder, Des ew'gen Vaters Sohn in Knechtsgestalt. 3. Von seinem Angesicht strahlt Würde, Um seine Lippen fließt Holdseligkeit. 4. Er ist des Vaters Wohlgefallen Und wird der Segen seines Volkes seyn. 5. Besiegen wird er Tod und Hölle, Befreien von der Sünde Knechtschaft uns; 6. Er wird ein neues Reich begründen; Sein Thron fteht unerschütterlich durch Gott. 7. Auffordern wird er alle Völfer: Wer Wahrheit liebt, der wird sein Unterthan. 8. Er liebt die Tugend, basset Frevel, Gerechtigkeit ist Scepter seines Reichs. 9. Durch ihn wird Fried' und Heil den Menschen, Die eines reinen guten Willens sind. 10. Drum werden ihm die Völker danken, Sein Stamm wird ihnen ewig heilig seyn. 11. Dem Vater und dem. Sohn sey Ehre, Und Ehre sey dem heil'gen Geist geweiht. 12. Sowie im Anfang, jetzt und immer, So auch in alle Ewigkeit. 438 Vespergesänge. Antiphone. Luca 2, 12. Und der Engel sprach: Dies soll euch zum Zeichen seyn: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln eingewickelt und in einer Krippe liegend. Liebreicher Gott, der du, in Schwachheit, Niedrigkeit und Armuth geboren, uns gelehret haft, daß nicht irdische Güter und Macht, sondern nur die Selbstverläugnung dem Menschen wahren Werth, wahre Glückseligkeit bringen, steh' uns bei mit deiner Gnade, daß wir nach der Lehre, die du uns heute von der Stätte deiner Erniedrigung verkündeft, die irdische Eitelkeit verachten und nur in dir und der Erfüllung deiner heiligen Gebote unsere Größe und Glückseligkeit suchen. Amen! Dritter Pfalm. Mel. 184. 1. Dich, Ewiger, preist meine Seele, Mein Herz erfreut sich deiner Gnad' und Huld. 2. Du sahst herab vom Heiligthume, Du sahst in Knechtschaft uns und Sündenschuld. s. Du willst uns gnädiglich erretten, Wie unsern Vätern einst verhieß dein Wort, 4. Damit wir ohne Furcht dir dienen, Mit Kindessinn dir dienen fort und fort. 5. Du hast uns deinen Sohn gesendet, Den du, o Gott! von Ewigkeit gezeugt, 6. Der Alles, was da ist, erschaffen, Vor dem in Ehrfurcht sich das Weltall beugt; 7. Ein Licht, uns Menschen zu erleuchten, Wenn unsern Pfad des Todes Nacht umhüllt; 8. Ein Licht zu leiten uns're Tritte Zum Lebensborn, wo Heil und Friede quillt. Vespergesänge. 9. Uns von der Sünde zu erlösen, Verließ er seine ew'ge Herrlichkeit, 10. Erniedrigte sich zu uns, Sündern, Ward Mensch, für uns zum Tod zu geh'n bereit. 11. So sehr hat Gott die Welt geliebet, Daß er für uns den Eingebornen gab, 12. Damit er alle, die da glauben, Zum Leben führe aus der Sünde Grab. 13. Dem Vater, der den Sohn gegeben, Sey Ehre, Herrlichkeit in seiner Macht; 14. Dem Sohn, geboren uns zum Leben, Sey mit dem Geiste gleiches Lob gebracht. Antiphone. 439 Lucas 2, 13. 14. Und sogleich war bei dem Engel eine Menge himmlischer Heerschaaren, welche Gott lobten und sprachen: Ehre sey Gott in der Höh', und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens find.- Göttlicher Erlöser! so sehr du dich erniedriget, so wurde doch deine Größe, Macht und Herrlichkeit burch das Loblied der Engel geoffenbaret. Selbst der Himmel verfündete der Erde, daß du derjenige seyft, der gesendet worden, Gott auf Erden zu verherrlichen, und den Frieden zwischen ihm und den Menschen wieder herzustellen. Im Gefühle ber Dankbarkeit fallen wir mit den frommen Hirten vor deiner Krippe nieder, beten dich an und preisen dich als den Eingebornen des Vaters in Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit. Amen! 179072 212 Hymnus. Mel. 64. 1. Gelobet seyft du, Jesus Chrift, Daß du uns Mensch geboren bist; st paid om bor Vespergesänge. Gelobet mit der Engelschaar, Die deiner Ankunft Zeuge war. 2. Er, dessen Diener Engel sind, Liegt in der Krippe als ein Kind. In unserm Fleisch, in unserm Blut Erscheinet Gott, das höchste Gut. 440 3. Den nie der Weltenkreis umschloß, Der ruhet in Mariens Schoos, Es wurde Fleisch das ew'ge Wort, Wohnt unter uns, des Friedens Hort. 4. Der Sohn des Vaters, Gott von Gott, Erträgt des Sünders Noth und Spott, Und macht uns nach der Prüfungszeit 3u Erben seiner Herrlichkeit. 5. Der uns des Vaters Fülle gab, Kam arm und schwach zu uns herab; Ein Kind entblößt, dem Knechte gleich, Macht uns an ew'gen Gütern reich. 6. Gelobet feyst du, Jesus Chrift, Daß du uns Mensch geboren bist;.dep Dein freue sich die Christenheit, Und danke dir in Ewigkeit. Kapitel. Titus 2, 11. Allerliebste! die Gnade Gottes, unsers Heilandes, ist allen Menschen erschienen, und lehret uns, daß wir der Gottlosigkeit und den weltlichen Lüften entsagen, sittsam, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, indem wir erwarten die selige Hoffnung und die Ankunft der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Chrifti, welcher sich selbst für uns hingegeben hat, damit er uns von aller Ungerechtigkeit erlöse, und sich ein Volk rein darstelle, das Vespergesänge. er sich zu eigen nehmen könne, das guten Werken nachstrebet. Re Gott sey Danf! Magnificat Seite 425. Der Herr sey mit euch! Und mit deinem Geiste! Das V Re Lasset uns beten! Allmächtiger Gott, der du heute das neue Licht deines Fleisch gewordenen Wortes über uns verbreitest, verleihe, daß dieses Licht, welches durch den Glauben unserm Gemüthe leuchtet, in unsern Werken wiederstrahle, durch denselben Jesum Chriftum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen! Die Marianische Antiphone nebst Gebet S. 432. Auf Ostern. Erster Psalm. Mel. 188. 1. Singt neues Lob dem Höchsten, finget, Die ihr bewohnt den Erdenkreis! 441 2. Singt Lob dem Herrn, preif't seinen Namen, Verfündet Tag für Tag sein Heil! 3. Erzählet seinen Ruhm den Völkern, Von seinen Wundern überall; 4. Denn groß ist Gott und hochgepriesen, Hoch über allen Göttern er. 5. Der Heiden Götter sind nur Gößen, Die Himmel schuf allein der Herr. 6. Glanz ist vor seinem Angesichte, Und Ruhm in seinem Heiligthum. 7. Bringt Gott, ihr Völkerstämme, Ehre, 8. Und seinem Namen Preis und Ruhm! Kommt, betet an im heil'gen Schmucke; Es fürchte alle Welt den Herrn! Vespergesänge. 9. Sprecht unter Heiden: Gott ist König, Feft steht die Welt und wanket nie. 10. Gerecht wird er die Völker richten, Frohlocke, Himmel, jauchze, Welt! 11. Ihr Meereswellen, brauset freudig, Und Wonne herrsche auf der Flur! 12. Es freu' sich jeder Baunk im Walde Vor unserm Gott, der nahe ist; 13. Er kommt zu richten alle Völker Nach Wahrheit und Gerechtigkeit. 14. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre, Und Ehre sey dem heil'gen Geift; 442 15. Sowie im Anfang, jetzt und immer, Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Antiphone. Matth. 28 ,. 5. 6. Der Engel sprach und redete zu den Frauen: Fürchtet euch nicht, denn ich weiß, daß ihr Jefum suchet, der gefreuziget worden. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat: kommet und sehet den Ort, wo man den Herrn hingelegt hatte.- Das Siegreicher Heiland! sowie deine gnadenreiche Geburt, so ist auch heute deine glorreiche Auferstehung, nachdem du die Sünde, den Tod, das Grab und die Hölle überwunden, durch einen Engel verkündet worden! Gib, daß wir auf die Einsprechung unseres Engels mit den frommen Frauen über deine Auferstehung uns freuen, in dieser Freude der Sünde absterben und die Stätte des Todes verlassen, damit wir dir nachwandeln auf der Bahn des Lebens. Amen! Vespergesänge. Bweiter Pfalm. Mel. 186. 1. Nun dankt dem Herrn, denn er ist gütig, Und ewig währet seine Huld; 2. Es rühmen freudig all' Geschlechter, Daß ewig währet Gottes Huld.. 3. Er rief zu ihm aus der Bedrängniß, Gott hörte und befreite ihn. 4. Da ihn umrangen all' die Heiden, Da stürzt' er sie in Gottes Kraft. 5. In Hütten der Gerechten schalle Der Jubel und Triumphgesang! 6. Die Rechte Gottes hat gesieget, Die Rechte Gottes ihn erhöht. 7. Er stirbt nicht wieder, sondern lebet, Und thut die Werke Gottes fund. 8. Der Herr hat ihn zwar hart gezüchtigt, Doch gab er ihn dem Tod nicht Preis. 9. Der Stein, den die Bauleut' verworfen, Ist nun zum Eckstein eingesetzt. 10. Von Gott dem Herrn ist dies geschehen, Und unsern Augen wunderbar. 443 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht hat, Heut laßt uns jubeln, fröhlich seyn! 12. Preis ihm, der kam in Gottes Namen, Und Segen uns in seinem Sieg! 13. Der Herr ist Gott, und uns erschienen, Schmückt ihm zur Feier den Altar; 14. Laßt dankbar uns dem Sieger dienen, Denn seine Huld währt immerdar. 15. Dem Vater, Sohn und Geift sey Ehre, Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Vespergesänge. Antiphone. Lucas 24, 6. 7. Zwei Engel, welche im Grabe sich befanden, sprachen zu den Frauen: Erinnert euch, wie er zu euch geredet hat, als er noch in Galiläa war, da er sprach: Der Menschensohn muß in die Hände der Sünder überliefert und gefreuziget werden, und am dritten Tage wieder auferstehen. 444 - Sohn des lebendigen Gottes, der du, wie du selbst vorausgesagt, nach schmachvoller Erniedrigung und schmerzlichen Todesleiden heute aus dem Grabe wieder erstanden bist, und dadurch die Wahrheit deiner Lehre bestätiget hast, gib, daß wir in dem Glauben an diese Lehre die Trübsfale dieses Lebens standhaft ertragen und so der Herrlichkeit und Krone deines Kampfes und Sieges würdig werden. Amen! Dritter Pfalm. Mel. 185. 1. Es weihe der Erlösten Chor, Erstand'ner dir ein Siegeslied; 2. Laut schalle ihr Gesang empor, Von Dank und Freude fromm burchglüht. 3. Er, den die Hölle nicht bezwang, Geht siegreich aus der finstern Gruft; 4. Er lebt, und seiner Stimme Klang Erwecket Todte, wenn er ruft. 5. Die Hölle ist des Siegs beraubt; Wo ist dein Stachel, bitt'rer Tod? 6. Wer an den Auferstand'nen glaubt, Den weckt des Siegers Machtgebot. 7. Der selbst dem Tod geopfert war, Der bricht der Todtengrüfte Band, Vespergesänge. 445 8. Entfeffelt folgt der Gläub'gen Schaar Ihm nach in's höh're Vaterland. 9. Wie herrlich schmückt die Siegespalm Den Gründer der Unsterblichkeit, 10. Wie laut ertönt der Jubelpfalm Der hochbeglückten Christenheit! 11. Wie herrlich triumphiret er; Nie war ein Held an Ruhm ihm gleich. 12. Der Menschen und der Engel Herr Ist nun vereint in seinem Reich. 13. Die wir noch ringen nach dem Lohn, Laßt uns zu ihm, dem König, fleh'n, 14. Daß einst an seines Vaters Thron Auch wir im Himmelsglanz ihn seh'n. 15. Ehr' sey dem Vater, Sohn und Geist, Den hoch das ganze Weltall preis't. Antiphone. Matthäus 28, 8. 9. Die Frauen gingen eilends mit Furcht und großer Freude von dem Grabe hinweg, und liefen, um es seinen Jüngern zu verkünden. Und siehe, Jesus begegnete ihnen und sprach: Seyd gegrüßt! Sie aber traten hinzu, und umfaßten seine Füße, und beteten ihn an. Gott und Heiland, der du nach deiner Auferstehung die frommen Frauen durch dein Wiedererscheinen erfreuet und liebevoll gegrüßet hast, wir fallen vor dir nieder, wir beten dich an als unsern Herrn und Gott, und bitten dich um die Gnade, daß wir dereinst, wenn du uns nach unserer Auferstehung als verherrlichter Richter erscheinen wirst, von dir als die Auserwählten deines Vaters begrüßet, und in dein himmlisches Reich aufgenommen werden. Amen! 446 Vespergesänge. Anstatt des Hymnus wird folgende Strophe gesungen: Mel. 60. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht: Sein werd' in aller Welt gedacht! So weit des Siegers Lehre brang, Erschalle freudiger Gesang. Alleluja! Das Magnificat Seite 425. V Der Herr sey mit euch!R Und mit deinem Geiste! Laffet uns beten! D Gott! der du uns durch deinen eingebornen Sohn heute, nachdem er den Sieg über den Tod errungen, die Pforten des Himmels eröffnet haft, unterstüße durch deine Hilfe die Wünsche, welche deine zuvorkommende Gnade in unsere Herzen gelegt hat, durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen! Die Marianische Antiphone nebst Gebet. S. 433. Auf Christi Himmelfahrt. Erster Psalm. Mel. 186. 1. 3u dir, mein Herr, sprach Gott, dein Vater: Sohn, seße dich zu meiner Rechten, 2. Bis überwunden alle Feinde Zum Schemel deiner Füße liegen. 3. Von Sion reicht er dir das Scepter Zur Herrschaft über alle Völfer. 4. Im Schmuck begleiten dich die Schaaren Am Tag des sieggekrönten Kampfes.. 5. Du warst schon vor dem Morgensterne, Als König wirst du ewig herrschen. 6. Du bist der ew'ge hohe Priester, Nach Ordnung des Melchisedech. Vespergesänge. 7. Der Herr, zur Rechten dir, zermalmet Die stolze Schaar am Tag des Zornes. 8. Du richteft über Nationen 447 Und stürzest deine Widersacher. 9. Vom Glanz der Göttlichkeit umstrablet, Wirst du mit Macht dein Haupt erheben. 10. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre, Dem heil'gen Geist auf gleiche Weise; 11. Sowie im Anfang, jetzt und immer, Und auch in alle Ewigkeiten. Antiphone. Lucas 24, 50. 51. Jesus führte seine Jünger nach Bethanien hinaus; da hob er seine Hände auf und segnete sie. Und es geschah, während er sie segnete, schied er von ihnen, und fuhr auf in den Himmel. Jesus Christus, der du heute glorreich in den Himmel aufgefahren bist und der Erde den Segen der vollbrachten Erlösung hinterlassen hast, segne die Glieder deiner streitenden Kirche, damit sie den Kampf hienieden im Glauben bestehen, und also würdige Genossen der triumphirenden Kirche in deinem Reiche werden mögen. Amen! Bweiter Pfalm. Mel. 184. 1. Frohlocket hoch, ihr Völker alle, 19 Und preiset Gott mit Jubelliedern; 2. Denn er, Jehova, ist der Höchste, Der ganzen Erde großer König. 3. Er unterwirft sich alle Völker, Legt Nationen sich zu Füßen; 4. Er wirbt für uns ein reiches Erbe, Das schöne Land der Auserwählten; 448 Vespergesänge. 5. Beim Jubel und Posaunenklange Steigt auf der Herr zum Heiligthume. 6. Singt, Völker, ihm mit Hochgesängen, Singt Preis und Ruhm dem großen König. 7. Hoch thront er über allen Völkern, Ihn preisen auserles'ne Lieder. 8. Gott herrschet über Nationen, Er sißt auf seinem hohen Throne; 9. Versammelt sind der Stämme Fürsten, Und all sein Volk, den Herrn zu loben. 10. Sie sind erhöht zu seinem Dienste, Sie sind erhöht zu unserm Schutze. 11. Dem Vater und dem Sohn sey Chre, Dem heil'gen Geist auf gleiche Weise; 12. Sowie im Anfang, jetzt und immer, So auch in alle Ewigkeiten. Antiphone. Apostelgeschichte 1, 10. 11. Als sie ihm nachschauten, wie er in den Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißem Gewande, welche auch sprachen: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr da und schauet gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden, wird eben so wieder fommen, wie ihr ihn sabet hingehen in den Himmel. Göttlicher Erlöser, der du nach deiner dornenvollen Laufbahn die Krone der ewigen Herrlichkeit empfangen hast, gib, daß wir auf dem Wege des Kampfes und der Trübsale dir standhaft nachfolgen, damit wir, wenn du einst wiederkommen wirst, würtig gefunden werden, einzugehen in das Reich, das du uns durch deinen Hingang zum Vater bereitet hast, dort, wo du regierest mit dem Vater und dem heiligen Geiste von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen! Vespergesänge. Dritter Pfalm. Mel. 189. 1. Laut schalle unser Lobgesang, son Ertöne hoher Lieder Klang! 2. Der Herr, der siegend uns befreit, Steigt heut' empor zur Herrlichkeit; 3. Und aller Himmelsbürger Schaar Bringt Huldigung und Preis ihm dar. 4. Mit unverwandten Blicken seh'n Die Jünger zu des Himmels Höh'n, 5. Und seh'n im Geist ihn hocherfreut, Im Glanze seiner Herrlichkeit. 6. Zur Rechten Gottes fitt er dort, Ist Mittler uns und Friedenshort, 7. Und stellt am ew'gen Thronaltar Sich stets für uns als Opfer dar, s. Bis er als Richter aller Welt Den Sterblichen das Urtheil fällt. 9. Bricht dieser große Tag heran, Dann sieh', o Herr! uns gnädig an. 10. Laß uns gerecht vor dir besteh'n, Und zu den Auserwählten geh'n. 11. Zeig' uns des Baters Angesicht, Mach' selig uns in seinem Licht. 12. Ehr' sey dem Vater, Sohn und Geist, Den hoch das ganze Weltall preist. 449 Antiphone. Lucas 24, 52. 53. Als Jesus in den Himmel aufgenommen ward, da beteten ihn seine Jünger an und fehrten nach Jerusalem mit großer Freude zurück. Und sie waren immer im Tempel und lobten und priesen Gott. Amen. 29 Vespergesänge. Heiland der Welt! wir vereinigen uns mit deinen Jüngern, welche nach deinem glorreichen Hingange zum Vater Gott im Tempel Lob und Preis dargebracht haben, und bitten dich um die Gnade, daß wir auf Erden durch Wort und Wandel deinen Namen preisen, und dereinst im Himmel mit den Chören der Engel unaufhörlich rufen: Das Lamm, das geschlachtet worden, ist würdig zu empfangen Macht und Gottheit, und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis, und Lob, in alle Ewigkeit. Amen! Hymnus. Mel. 72. 450 1. Besiegt hast du des Todes Macht, O Heiland! und dein Werk vollbracht; Nun fehrst du zu des Himmels Glück, Woher zu uns du kamst, zurück. 2. Dich trägt der Wolfe helles Licht, Noch weilt auf uns dein Angesicht, Dir folgt an dem Erlösungstag Die Schaar aus ihrem Kerfer nach. 3. Schon öffnet sich des Himmels Thor, Es staunt der Engel hoher Chor, Da du, des Vaters ew'ger Sohn, Empor dich schwingst zum Lichtesthron. 4. Dort bist du Mittler uns und Hort, Und hoher Priester immerfort, Und bringst für uns dein Blut noch dar, Das hier einst floß am Kreuzaltar. 5. Von dort aus zierst du deine Braut, Der du dein Heil hast anvertraut, Bon deinen Höh'n herab verleih'ft Du ihren Gliedern deinen Geist. 6. Du hältst die Kirche, bist bereit, Ihr beizusteh'n in ihrem Streit, Vespergesänge. Gibst ihr im Kampf des Sieges Glanz, Der Siegenden den Palmenkranz. 451 7. Wo du regierft, am Vaterthron, Dort winkt auch uns der Tugend Lohn; Auf deiner blutbesprengten Bahn Führ', Heiland! uns zu dir hinan. Kapitel. Hebr. 4, 14. Da wir nun einen so großen Hohenpriester haben, der die Himmel durchdrungen, Jesum, den Sohn Gottes, so lasset uns festhalten am Bekenntnisse. Gott sey Danf! Das Magnificat Seite 425. V Der Herr sey mit euch! R 11nd mit deinem Geiste! Lasset uns beten! Allmächtiger Gott! wir glauben, daß dein eingeborner Sohn, unser Erlöser, heute in den Himmel aufgefahren ist, so erhöre unsere Bitte, und verleihe, daß auch wir auf Erden schon mit Herz und Gemüth im Himmel wohnen mögen, durch denselben unsern Herrn Jesum Chriftum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen! Die Marianische Antiphone nebst Gebet. S. 433. Am hohen Pfingstfeste. Erster Psalm: Mel. 191. 1. Preis' im Jubel Gott, bu ganze Erde, Weihe hocherfreut den Dienst dem Herrn. 2. Kommt vor ihn mit Lob- und Preisgesängen, Kommt mit Jubel vor sein Angesicht; 29* Vespergesänge. 3. Tretet danferfüllt durch seine Thore, Und mit Preis in seinen Tempel ein; 452 4. Huldigt ihm als euerm Gott und Schöpfer; Nur durch ihn und nicht durch uns sind wir. 5. Kommt und preiset seinen heil'gen Namen, Denn voll Huld und Güte ist der Herr; 6. Seine Gütigkeit und fein Erbarmen Dauert fort in alle Ewigkeit. 7. Von Geschlechte zu Geschlechte währet Seines, Wortes Treue für und für. 8. Lobt den Herrn in seinem Heiligthume, Lobt ihn in der Feste seiner Kraft. 9. Lobet ihn in seinen Wunderthaten, Lobet ihn nach seiner Herrlichkeit! 10. Lobet ihn im Klange der Posaunen, Lobt mit Psalter ihn und Harfenklang! 11. Cobt mit Pauken ihn und Jubelchören, Lobt mit Orgeln ihn und Saitenspiel! 12. Lobe hoch den Herrn der Macht und Güte Alles, was da lebt und Odem hat! 13. Ehre sey dem Vater und dem Sohne Und dem heiligen Geist in Ewigkeit. Antiphone. Apostelgeschichte 2, 1-3. Als der Tag des Pfingstieftes angekommen war, waren alle beisammen an demselben Orte. Da entstand plöglich vom Himmel ein Brausen, gleich dem eines daherfahrenden gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen. Und es erschienen ihnen zertheilte Zungen, wie Feuer, und es ließ sich auf einen Jeden von ihnen nieder, und Alle wurden mit dem heiligen Geiste erfüllet. Vespergesänge. Heiliger Geist! der du an diesem hochfeierlichen Tage über die im Gebete versammelten Bekenner Jefu ausgegossen worden, und sie mit Weisheit und Stärke erfüllet hast; auch wir flehen vereint im Gebete zu dir: komm' herab auf uns mit deiner Gnade, damit wir im Lichte derselben das Gute erkennen, und durch sie gestärket dasselbe vollbringen mögen. Amen! 453 Bweiter Pfalm. Mel. 189. 1. Mein Gott! tich will ich immer rühmen, Dein Lob soll stets in meinem Munde seyn! 2. Denn du bist treu in deinen Worten, Was je dein Mund versprach, erfülleft du. 3. Den Geist, den Jüngern einst verheißen, Du sandteft auf die Schwachen ihn herab, 4. 3u rüsten sie mit Kraft von oben, Um Zeugen deines heil'gen Worts zu seyn. 5. Hehr, in Gestalt von Flammenzungen Kommt, Bater, deines Geistes Licht und Kraft 6. Und es verkündet Gottes Thaten Der Zeugen kräft'ges Wort in aller Welt. 7. Auch uns gibst du des Geistes Fülle, Durch ihn ergießet Liebe sich in uns, 8. Und Zeugniß gibt des Geistes Stimme, Daß wir von nun an Gottes Kinder sind; 9. Durch ihn sind unsers Leibes Glieder Fortan zu Gottes Tempel eingeweiht. 10. Des Geistes Frucht ist Freude, Liebe Und Milde, Fried' und Güte und Geduld, 11. Ist Sanftmuth, Mäßigkeit und Treue, Enthaltsamkeit und hei'lge Reinigkeit. Vespergesänge. 12. Daß Gottes Geist in uns dann wohne, So sey der Wandel auch durch ihn geweiht! 13. Ehr' sey dem Vater und dem Sohne; Ehr' sey dem heil'gen Geist in Ewigkeit! Antiphone. 454 Apostelgeschichte 8, 14-17. Als die Apostel, die in Jerusalem waren, hörten, daß Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie den Petrus und Johannes zu ihnen. Da diese gekommen waren, beteten sie für sie, daß fie den heiligen Geist empfangen möchten; denn er war noch über keinen derselben gekommen, sondern sie waren nur getauft im Namen des Herrn Jesu. Da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den heiligen Geift. Komm', göttlicher Geist! vermehre in uns das Licht des Glaubens, welchen wir durch dich schon früher in der heiligen Taufe empfangen haben, damit wir uns von dem Geiste des Truges nicht irre leiten lassen, sondern auf der Bahn der Wahrheit dorthin gelangen, wo du throneft in der Herrlichkeit des Vaters und des Sohnes in Ewigkeit. Amen! Dritter Pfalm. Mel. 185. 1. Dich, Gottes Geist! und deine Kraft zu loben, Fühlt mächtig heut sich unser Herz erhoben. 2. Die Zeugen, die der Meister sich erwählet, Hast du zum großen Werk mit Kraft beseelet. 3. Du hast dich flammend auf ihr Haupt ergoffen; Da ward ihr Geist mit Licht und Trost umflossen. 4. Sie lehrten nun das Heil mit hohem Muthe, Besiegelten ihr Wort mit ihrem Blute. 5. Entflamme uns, o Geist! mit deinem Feuer, Dann bleibt auch uns des Meisters Lehre theuer. • Vespergesänge. 455 6. Du selbst des heil'gen Gottes reine Liebe, Du ohne den das Herz erkaltet bliebe, 7. O schent' uns Glauben, zeig' uns Gottes Willen; Und gib uns Kraft, ihn standhaft zu erfüllen! 8. Im Sünder wecke du der Reue Schmerzen, Gieß' der Vergebung Trost in bange Herzen! 9. Besieg' den Irrthum, daß der Wahrheit Lehren Wir freudig und mit off'nen Herzen hören! 10. Und führ uns in des Glaubens lichtem Strahle Von Lieb' entflammt zum ew'gen Freudenmahle! 11. Ehr' sey dem Vater und dem Gottessohne, Ehr' sey dem heil'gen Geist auf gleichem Throne! Antiphone. 2. Corinth. 1, 21. 22. Gott ist es, der uns sammt euch in Chrifto befestiget, und der uns gesalbet hat, der uns auch das Siegel aufgedrückt, und das Pfand des Geistes in unsere Herzen gegeben hat. Komm', heiliger Geist! bewahre in uns die Gnade, dessen Pfand du uns in der heiligen Fire mung verliehen haft, damit wir im standhaften Befenntnisse des Glaubens hienieden deiner Tröftungen und jenseits deiner ewigen Freuden würdig werden, durch Jefum Chriftum, unsern Herrn. Amen! Hymnus. Mel 108. 1. Komm, Schöpfer, Geist, in unsre Brust, Komm, du der Seelen Himmelsluft, Erfüll' mit Gnaden, süßer Gaft, Das Herz, das du erschaffen haft! 2. Du bist es, der mit Trost erfüllt, Der Strom, aus dem das Leben quillt, Des Himmels Gabe, Liebesglut. Du Salbung, Quell von Kraft und Muth, Vespergesänge. 3. Du siebenfaches Gnadenpfand, Du Wunderkraft der Allmachtshand, Du machst beredt der Jünger Mund," Du machst das Wort des Vaters fund. 4. Entzünd' in unserm Sinn ein Licht', In's Herz gieß Lieb', die ihm gebricht. Durch deine Macht, die Alles schafft, Gib auch dem schwachen Leibe Kraft. 456 5. Den Feind verscheuche weit und breit, Gib uns des Friedens Freudigkeit, Daß wir, geführt durch dich, fortan Nie wandeln auf der Sünde Bahn. 6. Zeig' uns den Vater auf dem Thron, Erkennen laß uns auch den Sohn, Dich, Geist von Beiden, hehr und wahr, Stell' uns im Glaubenslichte dar! Kapitel. Tit. 3, 5-7. Nach seiner Barmherzigkeit hat uns Gott gerettet burch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er reichlich auf uns ausgegossen hat durch Jesum Christum, unsern Heiland, daß wir gerechtfertiget durch seine Gnade Erben würden nach der Hoffnung des ewigen Lebens. Das Magnificat Seite 425. V Der Herr sey mit euch! Ry Und mit deinem Geiste! Lasset uns beten! O Gott, der du an diesem feierlichen Tage deine Gläubigen durch die Erleuchtung des heiligen Geistes gelehret hast, gib daß wir durch eben denselben Geist verstehen, was Recht ist, und seiner Tröstungen uns Vespergesänge. immerdar erfreucn mögen, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen! Die Marianische Antiphone nebst Gebet S. 433. Am Frohnleichnamsfeste. Erster Psalm. Mel. 184. 1. Gott ist mein Hirt, mir wird nichts mangeln, Er lagert mich auf grüner Flur, 2. Er leitet mich zu stillen Bächen Und labet bort mein mattes Herz. 3. Er führt um seines Namens willen Auf sichern Lebenspfaden mich. 4. Und wandelt' ich in Todesschatten, Mich schreckte nichts du bist mit mir; 5. Dein Hirtenstab und deine Stüßze, Sie sind mir Tröstung immerdar. - 6. Du hast ein Gastmahl mir bereitet In meiner Feinde Angesicht; 7. Du hast mein Haupt mit Del gefalbet, Dein Labungsfelch erquicket mich. 8. In allen meinen Lebenstagen Begleitet dein Erbarmen mich. 9. Wie soll ich sie, o Herr! erwiedern, Die Gnade, die du mir erzeigst? 10. Ich will den Kelch des Heils ergreifen, Verkünden deines Namens Ruhm; 11. Jch bringe dir des Dankes Opfer, Und rufe deinen Namen an. 457 12. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre, Und Ehre sey dem' heil'gen Geist; Vespergesänge. 13. So wie im Anfang, jegt und immer, Von Ewigkeit zu Ewigkeit! Antiphone. 458 Lucas 22, 19. 20. Jesus nahm das Brod, dankte, brach es, gab es ihnen nnd sprach: Dieses ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Dieses thut zu meinem Andenken. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahle, und sprach: Dies ist der Kelch, der neue Bund in meinem Blute, das für euch wird vergossen werden. Heiland der Welt, der du das Geheimniß deines Fleisches und Blutes eingefeßet hast, um bis an das Ende der Tage unter uns zu wohnen, gib, daß wir dich als Gott und Mensch unter den Gestalten des Brodes und Weines gläubig bekennen, in dankbarer Liebe anbeten, und dereinst dorthin gelangen, wo wir dich in deiner Herrlichkeit von Angesicht zu Angesicht sehen werden. Amen! Bweiter Pfalm. Mel. 185. 1. Von Herzen, Gott! will ich dich preisen In der Gemeine deiner Frommen. 2. Groß, Ewiger! sind deine Werke, Sie dienen deinen hohen Zwecken. 3. Von deinem Thron strahlt Kraft und Schönheit, Und Güte strömt von deinem Antlig. 4. Du haft ein Denkmal deiner Wunder Für ew'ge Zeiten uns gestiftet; 5. Haft hier zu deinem Angedenken Ein Mahl den Frommen zubereitet, 6. Für höh'res Leben sie zu nähren, Zu stillen ihrer Seele Hunger; 459 Vespergesänge. 7. Haft einen Bund mit uns geschlossen, Daß wir dir unser Leben weihen. 8. Dein Name ist uns allen heilig, Mit Ehrfurcht nennt ihn unsre Zunge. 9. Lobsinget ihm, ihr Völker alle! Unwandelbar ist seine Treue. 10. Lobpreiset ihn, ihr Erdbewohner! Denn seine Huld hat keine Grenzen. 11. Dem Vater und dem Sohn sey Ehre, Dem heil'gen Geist auf gleiche Weise. 12. Stimmt, Christen, in der Engel Chöre Dem heil'gen Sakrament zum Preiſe! Antiphone. Malach. 1, 11. Bom Aufgange der Sonne bis zum Untergange wird mein Name groß werden unter den Völkern, und an allen Orten wird meinem Namen geopfert und ein reines Opfer dargebracht werden: denn groß wird mein Name werden unter den Völkern, spricht der Herr der Heerschaaren. O Jesu! wir glauben und bekennen, daß du durch Einsegung des Geheimnisses deines Fleisches und Blutes das Andenken an deinen Kreuzestod und die Fortbauer des Opfers deiner Liebe für ewige Zeiten gestiftet hast; erfülle unsere Herzen mit dem Geiste der Buße und der Dankbarkeit, daß wir diesem Opfer immer würdig beiwohnen und der Früchte besselben theilhaftig werden. Amen! Dritter Pfalm. Mel. 188. 1. Singt des Erlösers Huld in Dankespfalmen, Preist, Christen! seine Liebe hocherfreut! 2. Er stiftete ein Denkmal seiner Wunder, Denn sein Erbarmen währt in Ewigkeit. Vespergesänge. 3. Er wohnt als Gott und Mensch in unsrer Mitte, Er hört das Fleh'n der Frommen jederzeit. 460 4. Er ruft uns zu: Kommt, ich will euch erquicken, Denn sein Erbarmen währt in Ewigkeit. 5. Er reicht den Sündern Heil vom Gnadenthrone, Verzeiht dem Büßer, der die Schuld bereut, 6. Er gibt sein Fleisch und Blut zur Seelennahrung, Denn sein Erbarmen währt in Ewigkeit. 7. Dem Schwachen gibt er Kraft im Himmelsbrode Und Licht in seines Lebens Dunkelheit; 8. Wer ihn genießt, der wird mit ihm vereinet, Denn sein Erbarmen währt in Ewigkeit. 9. Sein Bundesmahl vereinet auch die Glieder, In ihm zur heil'gen Liebe eingeweiht. 10. Sein Mahl ist Kraft und stärfet uns im Tode, Denn sein Erbarmen währt in Ewigkeit. 11. Wer würdig ihn genießt, wird ewig leben, Und wird Genoff' der ew'gen Seligkeit. 12. Dem Vater, Sohn und heil'gen Geist sey Ehre; Denn sein Erbarmen währt in Ewigkeit. Antiphone. Psalm 110, 4. 5. Ein Gedächtniß stiftete er in seinen Wundern, der gnädige und barmherzige Herr. Speise gab er denen, die ihn fürchteten, ist eingedenk ewiglich seines Bundes. Göttlicher Heiland! du geheimnisvolles Brod, das vom Himmel gekommen ist, damit alle, die es würdig genießen, das ewige Leben erlangen; dich anzubeten und zu preisen vereinigen wir unsere Stimmen mit dem Lobgesange der himmlischen Geister, und rufen: Heilig, heilig, heilig! bist du, o Herr der Heerschaaren, Himmel und Erde sind erfüllt von beiner Herrlichkeit. Amen! Vespergesänge. Hymnus. Mel. 61. 1. Vom Himmel fam der Gottessohn Und blieb doch auf des Vaters Thron, Vollzog das Tagwerk seines Strebens, Und kam zum Abend seines Lebens. 2. Eh' seines Jüngers Truggemüth Den Feinden ihn zum Tod verrieth, Reicht er auf wunderbare Weise Den Jüngern sich zur Lebensspeise. 461 3. In zwei Gestalten, Brod und Wein, Seßt er das Mahl der Liebe ein, Damit er Speis' und Trank gewähre, Und so den ganzen Menschen nähre. 4. Als Mensch wollt' er uns Bruder seyn, Als Mitgenoff' zum Mahl sich weih'n; Gab sterbend sich zum Sündenlohne, Gibt herrschend sich zur Siegeskrone. 5. D lamm, von dem das Heil ersprießt, Das uns des Himmels Thor erschließt, Stets drohen uns der Feinde Kriege; Hilf uns im Kampf, gib Kraft zum Siege! 6. Der uns mit seinem Fleische nährt, Der gute Hirte sey geehrt! Dem Vater auch sey Ruhm erwiesen, Mit ihm sey auch der Geist gepriesen! Kapitel. 1. Corinth. 11, 23. Ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch überliefert habe, daß der Herr Jesus in der Nacht, in welcher er verrathen wurde, das Brod nahm, und dankte, es brach und sprach: Nebmet bin und esset, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird: dieses thut zu meinem Andenken! 462 Vespergesänge. Desgleichen nahm er nach dem Nachtessen auch den Relch, und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute; thut dies, so oft ihr trinket, zu meinem Andenken! denn so oft ihr dieses Brod effet und diesen Kelch trinket, sollet ihr den Tod des Herrn verfündigen bis er fommt. Das Magnificat Seite 425. V Der Herr sey mit euch! R Und mit deinem Geiste! Laffet uns beten! D Gott, der du uns in dem wunderbaren Saframente ein Denkmal deines Leidens hinterlassen hast, verleihe, daß wir die heiligen Geheimnisse deines Fleisches und Blutes also verehren, daß wir der Früchte deiner Erlösung immerbar theilhaftig werden mögen, der du lebeft und regiereft mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen! Die Marianische Antiphone nebst Gebet S. 434. Auf die Feste der heil. Jungfrau. Hymnus. Stern auf diesem Lebensmeere u. f. w., siehe S. 300. Kapitel. Lucas 11, 27. 28. Es erhob ein Weib unter dem Volfe ihre Stimme, und sprach zu Jesus: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen haft! Er aber sprach: Ja freilich sind selig, welche das Wort Gottes hören und dasselbe beobachten. Nach dem Magnificat. V Der Herr sey mit euch! R Und mit deinem Geiste! Vespergesänge. Lasset uns beten! Wir bitten dich, o Herr! vergib deinen Dienern ihre Sünden, damit wir, da wir durch unsere eigene Werke dir nicht gefallen können, durch die Fürbitte der Gebärerin deines Sohnes, unsers Herrn, gerettet werden, durch denselben Jesum Christum, der mit dir lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen! Auf das Fest Allerheiligen. Hymnus. Mel. 196. 1. Herr, gib, daß die Erlösten Sich deiner Hilfe trösten; Schüß' uns in jeder Noth! O Jungfrau, voll der Güte! Gib, daß uns Gott behüte Vor Sünd' und bösem Tod: Hör', Mutter, deine Kinder! 2. Ihr heil'gen Engelchöre, Ihr heil'gen Gottes Heere, Die ihr den Thron umringt, Und euerem Gebieter Stets Lob- und Danfeslieder In frohen Weisen singt, Erfleht den Sündern Gnade! 3. In Tugend treu Bewährte Und nun bei Gott Verklärte, Vereinigt euer Fleh'n! Erbittet uns die Gnaden, Daß wir auf euern Pfaden 463 Den Weg zum Himmel geh'n, Und Gott mit euch einst loben! 4. Dem Vater und tem Sohne, Dem Geist auf gleichem Throne, Sey Lob und Dank geweiht. 464 Vespergesänge. Wie dort der Heil'gen Chöre, So fingen deine Ehre Hier, o Dreieinigkeit! Auch wir zu allen Zeiten. Kapitel. Hebräer 12, 22. Ihr seyd hingetreten zum Berge Sion, zur Stadt des lebendigen Gottes, zum himmlischen Jerusalem, zu der Menge vieler tausend Engel, zur Gemeinde der Erstlinge, welche in den Himmeln aufgezeichnet sind, zu Gott, dem Nichter Aller, zu den Geistern der vollendeten Gerechten, und zu Jesu, dem Mittler des neuen Bundes. Gott sey Dank! Nach dem Magnificat. V Der Herr sey mit euch! R Und mit deinem Geiste! Lasset uns beten! Allmächtiger, ewiger Gott! der du uns das Andenken aller deiner Heiligen an Einem Tage- feiern läsfest! Verleih' uns, daß, wie du die Zahl der Fürbitter für uns so groß gemacht hast, wir auch die ganze Größe deiner Erbarmungen an uns erfahren mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn, deinen Sohn, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret, Gott, in alle Ewigkeit. Amen! Auf das Fest der heiligen Engel. Hymnus. Mel. 148. 1. D Jesu, du des Vaters Nuhm! Die Herzen sind dein Eigenthum, Die Engel sind dir unterthan; Nimm auch von uns ein Loblied an! 2. Unzählig ist die heil'ge Schaar, Die uns beschüßet in Gefahr; Vespergesänge. Sie trägt im Kampf das Kreuz voran, Und führt uns auf des Heiles Bahn. 3. Laß uns der Engel Schuß uns freu'n, Und ihrer Leitung folgsam seyn: Dann siegen wir im Erdenstreit Zur Krone in der Ewigkeit. 4. Gelobet sey in Gottes Reich Der Vater, Sohn und Geist zugleich, Gott, der die Engel zum Geleit Uns sendet, sey gebenedeit. 465 Kapitel. 2. Mof. 23, 20. Siehe ich sende meinen Engel, daß er vor dir herziehe und dich bewahre auf dem Wege, und dich führe an den Ort, den ich bereitet. Hab Acht auf ihn und höre seine Stimme, und gedenk nicht ihn zu verschmähen; denn wenn du fündigeft, wird er dir nicht verzeihen, und mein Name ist in ihm. Wenn du aber seine Stimme höreft, und Alles thaft, was ich sage, so will ich der Feind deiner Feinde seyn, und schlagen, die dich schlagen. Nach dem Magnificat. V Der Herr sey mit euch! Re Und mit deinem Geifte! Laffet uns beten! D Gott! der du mit unaussprechlicher Vorsichtigkeit deine heiligen Engel zu unserm Dienste aussendest, verleihe uns auf unser Flehen, daß wir durch die Beschirmung derselben bewahret werden, und ihrer Gesellschaft uns ewig erfreuen, durch unsern Herrn, Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir lebt und regieret in Einigkeit des h. Geistes, Gott, in Ewigkeit. Amen!. 30 466 Vespergesänge. Auf das Kirchweihfest. Hymnus. Mel. 197. 1. Du bist uns zum Heil gegeben, Friedensstadt, des Himmels Thor; Aus lebend'gen Steinen heben Deine Mauern sich empor; Engel, die dich stets umschweben, Preisen Gott im Jubelchor. 2. Perlen schmücken deine Pforten, Von des Goldes Widerschein Schimmerst du, an allen Orten Glänzt der Tugend Edelstein; Jesus Christ, nach seinen Worten, Will ihr Eckstein selber seyn. 3. Jesus Christus selbst regieret Dich, o Haus! zu deinem Ruhm, Deine Huld und Gnade zieret Deines Innern Heiligthum, Und zum heil'gen Sion führet Uns sein Evangelium. 4. Immer offen steh'n uns Allen Deine Pforten, hehr und schön; Doch wer durch die heil'gen Hallen Will zum ew'gen Zelte geh'n. Muß durch Glauben Gott gefallen, Und im Tugendkampf besteh'n. 3. Vater, den die Welt verkündet, Dir sey Lob und Preis geweiht, Der die Kirche hat gegründet, Sohn, du seyft gebenedeit, Mit dem Geist, der uns umwindet Mit dem Band der Heiligkeit. Abendandachten. 467 Kapitel, 2. Paralip. 7, 16. Ich habe diesen Ort erwählet und geheiliget, daß mein Name da ewiglich sey, und meine Augen und mein Herz sollen da bleiben alle Tage. Nach dem Magnificat: V Der Herr sey mit euch! Be Und mit deinem Geiste! Laffet uns beten! O Gott! der du uns alljährlich den Einweihungstag dieses deines heiligen Gotteshauses erneuerft, und uns würdigeft, deinen heiligen Geheimnissen beizuwohnen, erhöre das Gebet deines Volkes und verleihe, daß alle, welche in diesem Hause, um deine Gnade zu bitten, sich versammeln, der Erhörung sich erfreuen mögen durch unsern Herrn, Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regieret in Ewigkeit. Amen! Abendandachten. An jedem Samstage während des Jahres. Eingangslied. Mel. 144. Mutter Chrifti, hocherhoben, In dem schönen Himmel droben, Aller Engel Königin, Uns're Frau und Mittlerin! Bitt' bei Jesus, deinem Sohne, Daß er gnädig uns verschone, Daß uns Gott barmherzig sey, D Maria! steb' uns bei! 30* Abendandachten. Die lauretanische Litanei siehe im Anhange. Die Marianische Antiphone Seite 432 u. f. w. Der englische Gruß. V Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft. R Und fie empfing vom heiligen Geiste. V Gegrüßet seyst du u. s. w. Re Heilige María u. s. w. 468 V Maria sprach: Sieh', ich bin eine Magd des Herrn. Re Mir geschehe nach deinem Worte. V Gegrüßet seyst du u. s. w. Re Heilige María u. s. w. V Und das Wort ist Fleisch geworden. By Und bat unter uns gewohnet. V Gegrüßet seyft du u. s. w. Re Heilige Maria u. s. w. Am Silvesterabend. 3um Gegen: Tantum ergo u. s. w. Nach dem Segen folgendes Lied. Mel. 161. 1. Gott! du bist der Herr der Zeit, Und Herr der Ewigkeiten, laß mich jetzt mit Freudigkeit Dein hohes Lob verbreiten. Ein Jahr ist abermal bahin; Wem dank ich's, Gott, daß ich noch bin, Als deiner großen Güte? 2. Laß mich benügen meine Zeit Nach deinem Wohlgefallen, Laß mich die Bahn zur Ewigkeit In deiner Huld durchwallen. Des Lebens Laft erleicht're mir, Bis meine Ruhe bort bei dir Kein weit'rer Wechsel störet. Abendandachten. 469 Die Litanei von der göttlichen Vorsehung s. im Anhange. Lasset uns beten! Herr unseres Lebens! durch deinen väterlichen Willen haben wir auch den letzten Tag dieses Jahres erlebt. Wie viele Wohlthaten hast du uns im Laufe dieses Jahres erwiesen, vor wie vielen Gefahren uns bewahret; aber wie oft haben wir, deiner Güte uneingedenk, dich vergessen und beleidiget. O siehe gnädig auf unsere Reue und verzeihe uns unsere Sünden. Nimm an unsern Dank für Alles, was du uns geschenket, für die Leiden, mit welchen du uns heimgesuchet, für alle guten Gedanken, die du in uns erwecket, für alle Einsprechungen, durch welche du uns belehret, gewarnt, ermuntert, getröstet und gestärket haft. Stärke unser Vertrauen auf deine unwandelbare Treue, gib Kraft und Festigkeit unserm heutigen Vorsage und feierlichen Gelübde, unsere Fehler abzulegen, die Tugenden aber zu mehren. Gib zum Wollen auch das Vollbringen, daß wir frei von Sünden dieses Jahr beschließen und das neue anfangen im Namen und in der Liebe Gottes, Jesu Christi, deines Sohnes, unsers Herrn. O Gott und Vater! in der Scheidestunde dieses Jahres laß die Sünder gebeffert, die Feinde verföhnet, die Betrübten getröstet, die Wittwen und Waisen geschüßet, die Noth der Armen gelindert, die Kranken erquickt, die Irrenden auf rechte Bahn geführet, die Sterbenden selig vollendet, und uns alle dereinst in dein Reich aufgenommen werden. Großer Gott, Seite 375. Die Versifel und Drationen siehe im Anhange. 3um Segen: Genitori, Genitoque. 470 Abendandachten. In der Fastenzeit. 3um Gegen: Tantam ergo etc. 50. Pfalm. Mel. 187. 1. Erbarm' dich meiner, Gott, und sey mir gnädig, Nach defner Güte tilge meine Schuld! 2. Herr, wasche mich von meinen Missethaten, Und reinige von meinen Sünden mich; 3. Denn reuevoll erkenn' ich mein Vergehen, Und meine Sünde schwebet ftets vor mir. 4. Vor dir, o Gott! allein hab ich gesündigt, Was bös vor deinen Augen ist, gethan. 5. Gerecht, o Herr! und rein mußt du erscheinen, Wenn über mich dein Strafgericht ergeht. 6. Doch sieh', in Sünbe schon ward ich geboren, Im Hang zum Bösen ward empfangen ich. 7. Du liebst des Herzens Reblichkeit und Wahrheit, Und Weisheit thut mir das Verborg'ne fund. 8. Bespreng' mit Hyssop mich, daß rein ich werde, Und ich gereinigt weißer sey, als Schnee. 9. Laß mich das Wort der Freud' und Wonne hören: Vergeben sey dir deiner Sünden Schuld. 10. Daß mein Gebein, von Sündenschuld zerschlagen, Auf's neu' frohlock' in diesem Freudenwort. 11. Verbirg bein Angesicht vor meinen Sünden, Und lösche meine Missethaten aus! 12. Erschaff' in mir ein Herz, das rein von Sünde, Und einen festen Geist schaff' neu in mir! 13. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte, Und deinen heil'gen Geift nimm nicht von mir. 14. Gib wieder mir die Wonne deines Heiles, Und unterstüße mich mit rechtem Geift. Abendandachten. 471 15. Die Sünder will ich deine Wege lehren, Daß sie von neuem wenden sich zu dir. 16. Befrei' von Blutschuld mich, o Gott des Heiles! Und deine Güte preise Herz und Mund. 17. Mein Herr und Gott! eröffne meine Lippen, Dann wird verkündigen mein Mund dein Lob. 18. Nicht Opfer willst du, sonst würd' ich sie bringen, Brandopfer sind vor dir nicht angenehm. 19. Das Opfer, das du liebst, ist wahre Reue, Und ein zerknirschtes Herz verwirft Gott nicht. 20. Gib Gnade uns, o Gott! nach deiner Güte, Unb ftelle rein die Herzen wieder her. 21. Dann nimmst du auf gefällig wieder Opfer; Wir bringen dann dir Dank und Treue bar. V Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden! B Und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. V Herr, erhöre mein Gebet! Re Und laß mein Rufen zu dir kommen! V Der Herr sey mit euch! R Und mit deinem Geiste! Laffet uns beten! O Gott! dem es eigen ist, sich allzeit zu erbarmen und zu verschonen, nimm unser Flehen gnädig auf, und laß uns und alle deine Diener, die mit den Banden der Sünde gefesselt find, durch deine unendliche Barmherzigkeit von denselben erlöset werden. Wir bitten dich, o Herr! erhöre unser demüthiges Gebet, und verschone diejenigen, die ihre Sünden reumüthig bekennen, damit wir von deiner Güte Verzeihung der Sünden und zugleich den Frieden erhalten. O Gott! ber bu durch die Sünde beleidiget und burch die Buße versöhnet wirft, sieh' an das de 472 Abendandachten. müthige Gebet deines Volkes und wende ab die Geißel deines Zornes, die wir durch unsere Sünden verdienen; wir bitten dich durch Jesum Christum, unsern Herrn, deinen Sohn, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen! Die heiligen fünf Wunden. Mel. 198. 1. Jesu Chrifte, für uns am Kreuz gestorben; durch die heilige Wunde deiner rechten Hand, erbarme dich unser! Vater unser 2c. Gegrüßet zc. 2. Jesu Christe, für uns am Kreuz gestorben; durch die heilige Wunde deiner linken Hand, erbarme dich unser! Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. 3. Jesu Christe, für uns am Kreuz gestorben; durch die heilige Wunde deines rechten Fuß's, er= barme dich unser! Vater unser ic. Gegrüßet 2c. 4. Jesu Christe, für uns am Kreuz gestorben; durch die heilige Wunde deines linken Fuß's, erbarme dich unser! Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. 5. Jesu Christe, für uns am Kreuz gestorben; durch die heilige Wunde deiner heiligen Seit', erbarme dich unser! Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. Da Pacem. Mel. 199. Verleihe Frieden uns, o Herr! In unsern Lebenszeiten; Es ist ja doch kein Anderer, spe Abendandachten. 473 Der für uns könnte streiten. Als du, o Gott und Vater! Laffet uns beten! O Gott! von dem die heiligen Begierden, guten Anschläge und gerechten Werke entspringen, gib deinen Dienern den Frieden, den die Welt nicht geben fann, damit unsere Herzen sich deinen Geboten ergeben, wir durch deinen Schuß von der Furcht der Feinde befreit, und unsere Zeiten ruhig seyn mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! W In der Passionszeit. Mel. 97. Oheil'ges Kreuz, voll Gnad' und Leid, Du Trost in dieser Leidenszeit, Du mahnest uns an Sünd' und Schuld; ass Sey uns auch Pfand der Gnad' und Huld. Bum Segen: Defensor etc. Genitori genitoque etc. Am grünen Donnerstage. Mel. 200. 1. Wie liebreich zeigst du dich, o Herr! im Speisesaal, In deiner Jünger Kreis beim letzten Abendmahl; Du seßest dort mit Brod und Wein Dein Fleisch und Blut zum Denkmal ein, Um liebend uns dich zu verpfänden, Um ganz in Liebe zu vollenden, Gehst du in den Olivengarten, Willst dort den Leidensfelch erwarten, Den dir der Vater reichen wird. Gebet. O Jesu! du haft die Deinigen, die auf der Welt waren, geliebet, bu haft sie bis an's Ende geliebet, und am heutigen Abend, bevor du hingingst, für uns zu sterben das allerheiligste Sakrament des Altares Abendandachten. eingeseget als ein Gedächtnißmahl deiner unendlichen Liebe, als die immerwährende Darstellung deines Opfertodes am Kreuze, als die Speise unserer Seele uud als ein Unterpfand des ewigen Lebens. Göttlicher Heiland! in jener feierlichen Stunde ber herannahenden Leiden, wo Menschen nur auf sich selbst bedacht sind, hast du deiner vergessen, um unserer zu gedenken. Oso verschmähe denn nicht unsere Dankbarkeit, für diese deine unendliche Erbarmung, mit welcher du deine liebevollen Handlungen so wunderbar geschlossen und deine Leiden so liebevoll angefangen hast. Verleihe uns, daß durch gläubige Anbetung des allerheiligsten Sacramentes, durch öftern und würdigen Genuß deines Fleisches und Blutes und durch Nachahmung deiner Geduld das Andenken deiner Liebe und deiner Leiden bankbar begehen und deiner Liebe immer würdiger werden mögen. Amen! Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. dreimal. 474 2. Am Thron beschloß der Herr das Söhnungswerk der Welt, Wo aber ist der Preis, der dir o Gott! gefällt? Du willst der Gaben Opfer nicht, Es stellt der Sohn sich dar und spricht: Du gabft mir einen Leib von Erde, Damit ich Söhnungsopfer werde. Und sieh' ich komme, deinen Willen, Wie du verlangeft, zu erfüllen; Er spricht's, und trägt der Sünder Schuld. Gebet. O Jesu! mit tiefer Rührung betrachten wir den Gang zum Delberge, welchen du, nachdem du dich als freiwilliges Opfer für die Sünden der Welt dargestellt, angetreten haft, um uns von dem Wege der Sünde und bes ewigen Berderbens zurückzu Abendandachten. führen. Wir danken dir für diese deine unendliche Liebe und bitten dich um die Gnade, daß wir in Betrachtung deiner Leiden am Delberge, den Weg der Sünde verlassen und die Bahn betreten mögen, die du uns vorgezeiget und durch deine Gnade bereitet hast. O führe du uns selbst auf den Pfad des Heiles zurück, damit wir in dankbarer Liebe vor dir wandeln alle Tage unseres Lebens, und dereinst eingehen mögen in die Herrlichkeit, welche du uns durch dein Leiden erworben haft. Amen! Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. dreimal. 475 3. Nun überströmet ihn ein ganzes Leidenmeer; Es schwebt die Dornenfron', das Kreuz, des Mörders Speer, Der Ungerechten Strafgericht, Vor des Gerechten Angesicht. Für Sünder muß der Heil'ge büßen, Für Frevler Schweiß wie Blut vergießen; Die Söhnung muß der Gottmensch dulden, Die wegen aller Menschen Schulden Der allgerechte Gott verlangt. Gebet. Mit gerührtem Herzen erwägen wir, o göttlicher Heiland! wie du bei dem Anblicke unserer Sünden von tiefer Wehmuth ergriffen worden, und im blutigen Angstschweiße den Kampf für unser Heil begonnen haft. Gib uns zu erkennen, daß unsere Missethaten die Gerechtigkeit Gottes aufgefordert und dir diese Leiden bereitet haben, damit wir die Größe der Sünde erkennen und dieselbe von Herzen bereuen und verabscheuen mögen. Durch deinen blutigen Schweiß lösche aus die Flecken unserer Sünden, durch deine Angst und dein Leiden tröste uns in der Stunde der Trübsale, befreie uns von den Schrecken des Gerichtes und den Abendandachten. Qualen der ewigen Verdammniß, gib uns Trost im Tode und die ewige Seligkeit! Nimm an von uns Allen den innigsten Dank für die große Liebe, mit welcher du dich um unsertwillen so tief erniebriget hast, und laß unser ganzes Leben ein immers währendes Danfopfer für diese Liebe seyn. Amen! Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. dreimal. 476 - 4. Versammle dich, mein Geist, vereine dein Gebet Mit Gottes ew'gem Sohn, der jetzt zum Vater fleht; Sieh' hin, wie er zum Staub sich beugt, Da ihm den Kelch der Vater reicht. Er ruft mit hochgerung'nen Händen: Kann, Vater, sich das Loos noch wenden, So laß den Kelch vorübergehen; Doch nicht wie ich will soll geschehen, Nein, so wie du, o Vater! willst. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott! lenfe unsern Geist auf die Leiden deines eingebornen Sohnes, unsers Erlösers und Seligmachers, und laß uns wehmuthsvoll erwägen, wie er am Delberge niedergebeugt in dreimaligem Gebete zu dir gerufen hat. Um dieses seines Gebetes willen sey uns armen Sündern gnädig, und laß uns den reichen Segen desselben zu Theil werden. Gib uns die Gnade, daß wir so beten, wie dein göttlicher Sohn gebetet, daß wir alle unsere Wünsche und Anliegen deinen göttlichen Rathschlüssen unterwerfen, und sprechen mögen wie dein Sohn gesprochen hat: Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe, damit wir deines Wohlgefallens und der Erhörung würdig werden, durch ebendenselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! Vater unser 2c. Gegrüßet zc. Abendandachten. 477 5. Der Vater schaut herab, er sieht des Sohnes Leid; Er sendet Trost ihm zu und Kraft zum schweren Streit; Ein Seraph kommt vom Himmel her, Den Mittler stärkt ein Endlicher. Sonst mußten, um ihn anzubeten, Gebeugt vor ihn die Engel treten; Jegt läßt er sich von ihnen stärken, Nimmt Trost von seiner Hände Werken: So tief erniedrigt leidet Gott. Gebet. Barmherziger Gott und Vater, der du deinen betenden Sohn im Kampfe seiner Leiden durch einen Engel gestärket und getröstet und dadurch uns die Versicherung gegeben hast, daß, wenn wir recht beten, wir auch bei dir Erhörung finden und uns deiner Tröstungen zu erfreuen haben. Stärke uns im Vertrauen auf die Verheißungen deines Sohnes; erhöre unser Gebet durch die Verdienste unsers Erlösers; tröste uns in unsern Leiden, und wenn die Stunde des Todes herannahet, so sende uns den Engel der Stärke. Erquicke uns durch das allerheiligste Sacrament des Fleisches und Blutes Jefu Chrifti; darum bitten wir dich durch eben diesen deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland. Amen! Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. dreimal. 6. Dir, Jesus, Mittler, Gott, sey Lob und Dank und Preis Für deine Todesangst, für deinen blut'gen Schweiß. Da ich dir sonst nichts leisten kann, So nimm des Mitleids Zähren an. Wenn ich in Todesschatten sinke, Und aus dem Schmerzenkelche trinke, Dann laß, wann sich mein Auge schließet, Den Troft, der deinem Kelch entfließet, Das Labsal meiner Seele seyn. Abendandachten. Litanei. Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Jesu Christe, höre uns! Jesu Christe, erhöre uns! Gott, Vater im Himmel, Gott, Sohn, Erlöser der Welt, Gott, heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, einiger Gott, Jesu, der du am Delberg die blutige Todesangst ausgestanden! 478O Jesu, der du in deiner Angst voll Vertrauen und Ergebung zu deinem Vater gebetet! O Jesu, der du dein inbrünstiges Gebet dreimal wiederholet haft! D Jesu, ber du den bittern Kelch willig aus der Hand deines himmlischen Vaters genommen! O Jesu, der du in deiner Angst durch einen Engel vom Himmel gestärkt worden! O Jesu, der du deine Jünger dreimal zum Beten und Wachen ermahnt haft! Jesu, der du deinem Verräther mit warnender Liebe begegnet bist! D Jesu, der du dich aus Liebe zu uns haft zum Tode führen lassen! Sey uns gnädig! Verschone uns, o Herr! Sey uns gnädig! Erhöre uns, o Herr! Von aller Sünde, Erlöse uns, o Herr! Von aller Undankbarkeit gegen deine unaussprechlich große Liebe; Bon aller Ungeduld in Kreuz und Leiden; Von aller Abneigung zum Gebete; Von aller Lauigkeit und Zerstreuung im Gebete; jaajun piq suv qi Erlöse uns, o Herr! Abendandachten. Von Leichtsinn und Sorglosigkeit bei den Versuchungen zum Bösen; Von Lieblosigkeit und Rachgier gegen unsere Feinde; Von aller falschen Todesfurcht; Durch die Liebe, mit der du für uns den bittersten Leidensfelch hingenommen; Durch die unaussprechliche Erbarmung, mit der du dich für unsere Sünden zum Opfer dargebracht; Wir arme Sünder; Wir bitten dich, erhöre uns! Daß du unser Herz mit dankbarer Liebe gegen dich erfüllen wolleft; Daß du uns im Leiden ein wahres Vertrauen auf Gott verleihen wolleft; Daß du in uns wahre Andacht und frommen Eifer im Gebete erwecken wolleft; Daß du uns wachsam und standhaft in Versuchungen machen wolleft; 479 Daß du uns Liebe gegen Freunde und Feinde ins Herz geben wolleft; Daß du uns im Leiden und im Tode nicht verlassen wolleft; Erlöse uns, o Herr! Wir bitten dich, erhöre uns! Daß du einst in unserer Todesangst uns einen Trostesengel senden wolleft; Daß du uns nach einem seligen Tode zu dir nehmen wolleft; O Jesu, du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Verschone uns, o Herr! O Jesu, du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erhöre uns, o Herr! O Jesu, du Lamm Gottes, das du hinwegnimmft die Sünden der Welt! Erbarme dich unser, o Herr! Jesu Christe, höre uns! Jesu Christe, erhöre uns! u. s. w. 480 Abendandachten. Gebet. O Jesu, der du durch deine Todesangst am Delberge uns deine unendliche Liebe zu erkennen gegeben, und uns ein Beispiel der Ergebung in den Willen des himmlischen Vaters, der Geduld und der Liebe zu den Menschen vor Augen gestellt haft, wir bitten dich, verleihe, daß wir dich von ganzem Herzen wieder lieben, die Sünde, um deren willen du so vieles gelitten, verabscheuen und meiden, in den Leiden und Versuchungen unsere Zuflucht zum Gebete nehmen, und in Allem unsern Willen mit dem Willen deines himmlischen Vaters vereinigen, bis wir einst im Himmel, in ewiger Seligkeit, vereiniget werden mit dir, der du lebest und regiereft mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen! Am Charfreitage. Ueber die sieben Worte Jesu am Kreuze. Lied. Mel. 7. 41. 1. Bereite, Jesus, unser Herz, Daß wir, was du in Todesschmerz Am Kreuze sprachst, erwägen, Und deine letzten Worte tief In uns're Seele prägen. 2. Du, Heiland, trugst der Mörder Spott, Und riefft für sie hinauf zu Gott Mit liebevollem Flehen. Vergib, sprachst du, fie wissen nicht, Was sie an mir begehen. 3. Flöß, Herr, uns deine Sanftmuth ein, Laß unsern Feinden uns verzeih'n, Mit Liebe sie umfangen! Wie wir vergeben ihre Schuld, Laß Gnad' auch uns erlangen. Abendandachten. i ebet. Heiland der Welt, Jefu Chrifte, der bu um ber Sünder willen den Schoos des himmlischen Vaters verlassen, Knechtsgestalt angenommen, und am Stamme des heiligen Kreuzes dein kostbares Blut zu unserer Versöhnung vergossen; der du sogar in der Marter des Todes für deine eigenen Mörder zu Gott, beinem himmlischen Vater, gebetet haft mit den liebreichen Worten: Vater, verzeihe ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun! O Christe, barmherziger Gott und Heiland! wir werfen uns mit Reue und Zerknirschung zu deinen allerheiligsten Füßen und bekennen unsere mannichfaltigen Sünden und Vergehungen. Verzeihe uns um deiner Wunden, um deines vergossenen Blutes, um deines bittern Todes willen, und schenke uns Gnade, daß wir von nun an unser Leben bessern, alle Tugenden, die du uns gelehret hast, eifrig üben, und in den Wegen deiner heiligsten Gebote wandeln, damit das unendliche Verdienst deines bittern Leidens und Sterbens an uns nicht verloren gehen möge. Amen! Vater unser 2c. Gegrüßet zc. dreimal. 4. Der Schächer fleht um beine Huld, Und schon bist du bereit, die Schuld Ihm liebreich zu verzeihen, Sprichst: Heute wirst du dich bei mir Im Paradiese freuen. 481 5. Auch uns, o Herr! verstoße nicht, Und stärf uns, wenn das Auge bricht, Mit deinem Gnadenworte; Eröffne, nach verzieh'ner Schuld, Uns deines Reiches Pforte. Gebet. Barmherziger Gott und Heiland, der du nicht willst den Tod des Sünders, sondern daß er sich 31 482 Abendandachten. bekehre und lebe; der du den bußfertigen Schächer am Kreuze noch vor seinem Hinscheiden haft vernehmen lassen die trostvollen Worte: Heute wirst du bei mir im Paradiese styn! Bewahre uns bei allen unfern Fehltritten und Missethaten vor den Versuchungen der Kleinmüthigkeit und Verzweiflung! Laß uns, wenn wir unsere Sünden aufrichtig be reuen und wieder nach deinen Geboten wandeln, mit Trost und Zuversicht dein heiliges Kreuz umfassen und zu dir rufen: Jesu, du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser! Bewahre uns aber auch, gütigster, barmherzigster Heiland, vor aller Vermessenheit im Sündigen und vor dem schrecklichen Mißbrauche deiner Gnade, daß wir wegen Aufschub der Buße und Bekehrung durch einen plößlichen, unglückseligen Tod nicht überfallen, und vor dem strengen Richterstuhle Gottes um unserer Verstockung willen nicht ewig verworfen werden. Amen! Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. breimal. 6. Die Mutter, Sohn, empfehl' ich dir, Sieh deinen Sohn, o Mutter! hier, Sprichst du in Todesschmerzen; Verleihest also Trost und Schuß nil Den tiefbetrübten Herzen. 7. Der du auch uns vom Kreuz herab Die, welche dir das Leben gab, Zur Mutter haft gegeben, Gib, daß wir unter ihrem Schuß In deiner Liebe leben. 94 Gebet. Jesu, du Vorbild und Muster aller Tugenden, ber bu mitten in der Qual des Todes bich beiner unter dem Kreuze stehenden Mutter und deines ge Abendandachten. liebten Jüngers erinnerft, und sie durch die holdseligste Fürsorge im äußersten Schmerze über deinen Abschied zu trösten und aufzurichten suchest, o laß uns nie vergessen, daß du mit mehr als Bater- und Mutterliebe jederzeit auch für unser Heil und Bestes bebacht gewesen, daß du uns alle als beine Kinder bis in den Tod geliebt und durch dein Blut theuer erkauft hast. Laß uns in dankbarer Betrachtung dieser deiner Güte bir treu ergeben seyn bis zum Ende unsers Lebens. Laß uns die allerfeligste Jungfrau Maria, beren mütterlichem Schuße du uns mit zärtlicher Liebe anempfohlen hast, als würdige Pflegefinder lieben und verehren, damit wir uns durch die Fürbitte derselben deiner fortwährenden Gnade im Leben und Sterben erfreuen mögen. Amen! on Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. breimal. 8. Nach unserm Heile sehnst du dich, Du rufest aus: Es dürftet mich! Du rufft's mit trüben Blicken; Kein Labetrant, ein Essigschwamm Muß grausam dich erquicken. 9. Lamm Gottes, unserm Heil geweiht, Dein Durft ist uns're Seligkeit, maid 483 Und unser Trost dein Sehnen; Vor Lauigkeit befreie uns, Gib uns der Buße Thränen. 10 Gebet. DJesu! der du in der herannahenden Stunde deines Todes, damit die heilige Schrift erfüllt würde, ausgerufen: Es dürftet mich! und dadurch zugleich deinen geheimnisvollen Durst nach unserm Heile ausgesprochen hast, laß uns dieses dein liebevolles Verlangen mit tiefer Rührung beherzigen, laß uns aber auch unsern Kaltsinn in Demuth bereuen und be31* 484 Abendandachten. weinen. Gott und Heiland! du flagest den brennendsten Durst, um durch Erfüllung der Weissagung die Rathschlüsse deines himmlischen Baters zu verherrlichen, und wir sind so wenig bestrebt, dem Willen Gottes gehorsam nachzukommen; du verlangst, daß deine Leiden, dein vergossenes Blut, dein Tod zu unserer Erlösung gereichen mögen, und wir zeigen so geringen Eifer durch Beobachtung deiner Gebote und durch Geduld im Leiden deiner Verdienste theilhaftig zu werden; du sehneft dich nach unserm Heile, und wir sind so oft nicht bestrebt, für unser eigenes und unserer Mitbrüder Heil zu sorgen. O nimm doch weg von uns diese Gleichgültigkeit! Steh' uns bei mit deiner Gnade und entzünde in uns ein inbrünstiges Verlangen nach dir, nach deiner Gerechtigkeit und nach unferm Heile! Durch deine Leiden stärke uns, daß wir die Beschwerden und Bitterfeiten, die uns die Sorge für unser Seelenheil verursachet, geduldig von deiner Hand annehmen; durch dein heiliges Blut lösche aus in uns die Begierde nach dem Irbischen, und laß uns in diesem dürren Lande nur dürften nach der lebendigen Quelle, nach dir, unserm Gott, bis wir kommen, dein allerheiligstes Angesicht anzuschauen. Amen! Vater unser 2c. Gegrüßet zc. dreimal. 10. Zum Herzen, alles Troft's beraubt, Senkt sich dein dorngekröntes Haupt, Bald wird's im Tod erblassen; Du rufest aus: Mein Gott, mein Gott! Wie haft du mich verlassen! 11. Wenn uns der falte Schweiß bedeckt, neb Des nahen Todes Macht erschreckt, Laß uns nicht troftlos ringen, Laß uns durch deiner Gnade Kraft Die bange Furcht bezwingen. Abendandachten. Gebet. Sohn des allmächtigen Gottes, der du dich, um uns gefallene Menschen zu erlösen, allen Schwachheiten und Armseligkeiten unserer Natur freiwillig unterworfen; der du beim Antritte deines Leidens mit Bangigkeit erfüllet, auf dein heiligstes Angesicht in Staub niedergesunken, den blutigen Schweiß vergoffen, und in der Todesangst am Kreuze sogar zu Gott, deinem himmlischen Vater, jammernd ausge rufen: Mein Gott, mein Gott! wie hast du mich verlassen! O erbarmender Erlöser! um dieser beiner ausgestandenen Marter und Verlassenheit willen im legten Todeskampfe flehen wir zu dir, laß uns nie unter der Laft der Trübsale, die der weise Gott über uns verhängt, kleinmüthig niedersinken, sondern den Kelch der Bitterfeit, den wir für unsere Sünden verdienen, von der göttlichen Hand jederzeit willig annehmen, mit Geduld und Gelassenheit für unsere Missethaten im Leben büßen, damit du unser nach dem Tode in der Ewigkeit verschonen mögest. Amen! Bater unser 2c. Gegrüßet 2c. dreimal. 12. Gesiegt hat deiner Liebe Macht, O Gottessohn! Es ist vollbracht! So rufft du im Ermatten; Dein Angesicht umhüllen schone Die finstre Todesschatten. Gaz 13. Mit Werken der Gerechtigkeit, Herr, fröne uns're Lebenszeit 485 Und unsern Kampf hienieden; Dann rufen wir: Es ist vollbracht! Und scheiden einft im Frieden. Gebet. Jesu, der du das große Werk der Erlösung, wozu du von deinem himmlischen Vater in diese Welt 486 Abendandachten. gesandt worden, mit unsäglicher Mühe und zulegt burch einen martervollen Tod vollendet hast, mit welchem Rechte fonnteft du sagen: Es ist vollbracht! Ja, o Heiland! du haft den BVater auf dieser Erde verherrlichet, du hast seinen Namen bekannt gemacht. Die Weifsagung und das Geseß sind erfüllt, und nun rufest du: Es ist vollbracht! Ach möchten wir am Ende unserer Laufbahn auch den Trost haben und von und sagen können, daß wir alle Pflichten und Obliegenheiten, wozu uns der weise Gott, unser liebreicher Vater, auf diese Welt berufen hat, treu und eifrig erfüllt haben. Möchten wir doch den Glauben, den du gelehret hast, bewahren und in Werken lebendig erhalten, in Nachahmung deines heiligen Beispieles einen guten Kampf kämpfen, und endlich bei Vollendung der irdischen Laufbahn, im letzten Kampfe, mit rubigem Gewissen noch sprechen fönnen: Es ist vollbracht! Dies, o Gott! vermögen wir nur durch deine Gnade. 11m diese Gnade bitten wir dich durch alle deine Wunden, durch all bein vergoffenes Blut, damit du an uns vollbringest, was du selbst angefangen bast. Amen! Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. 14. Besiegelt ist der Liebe Bund; Noch einmal ruft bein blaffer Mund: In deine Vaterhände 110 Empfehl', o Gott! ich meinen Geist! Wie göttlich ist dein Ende! 15. D Gottmensch, Heiland, Jesus Christ! Der du für uns geopfert bist, In deines Herzens Wunde Empfehlen wir dir unsern Geift Im Kampf der letzten Stunde. Gebet. Oliebreicher Gott und Heiland, Jesu Christe Abendandachten. 8487 der du selbst die Schrecken und den Stachel des Todes empfunden, und mit lautem Rufen deine scheidende Seele in die Hände deines himmlischen Vaters empfohlen hast, erbarme dich unser alsdann, wenn alle menschliche Hilfe an uns verloren ist. Laß uns durch Ausübung aller Tugenden, die du uns gelehret hast, täglich zu unserm Abschiede aus der Welt uns vorbereiten, damit wir alsdann mit Trost und Freudigkeit der Stunde unserer Auflösung entgegen sehen, und unsere Seele in deine gebenedeiten Hände übergeben mögen! Der du am Kreuz, Herr Jesus Christ, Drei Stunden lang gehangen bift, Mit liebreich ausgestreckten Händen, Zu dir will ich die Augen wenden. Du hast mich durch dein Blut erworben, Du bist für mich am Kreuz gestorben; Durch deine Marter, Angst und Pein Wirst du im Tod mir gnädig seyn. Die Litanei vom Leiden Jesu Christi stehe im Anhange. Gebet. Wir bitten dich, o Herr! siehe gnädig herab auf diese deine Familie, für welche sich unser Herr, Jesus Christus, mit muthvollem Entschlusse hingegeben in die Hände der Sünder und die Marter der Kreuzigung ausgestanden hat. Zum Schluffe. nd heil'ges Kreuz der Liebe ic. Seite 141.00 idin mod ud 279 Am Charsamstage. Bagi 3um Umgange.on mydingt Seele, dein Heiland ist frei u. f. w. siehe S. 176. got dy Oder Folgendes: Mel. 201. im nd 1. Chriftus ist erstanden! l Erfreut euch, Christen, er erhebt o Aus seinem Grabe sich und lebt, 488 Abendandachten. Er lebet ewig, stirbt nicht mehr; Ihm bringet Lob und Dank und Ehr'. Alleluja! 2. Christus ist erstanden! Hoch schalle der Triumphgesang Dem Starfen, der den Tod bezwang, Der einst auch uns aus uns'rer Gruft 3um ew'gen neuen Leben ruft. Alleluja! 3. Christus ist erstanden! Kommt, betet froh den Helden an, Und folgt ihm auf der Siegesbahn, Frohlockt vom Sündenjoch befreit, Am Fefte der Unsterblichkeit. Alleluja! sergisg de 4. Christus ist erstanden! Wie du vom Tod erstanden bist, Laß uns erstehen, Jesus Christ! Laß uns nach sel'gem Aufersteh'n Dich ewig in der Freude seh'n. Alleluja! Großer Gott u. f. w. siehe S. 375. 1000 V Lasset uns preisen den Vater und den Sohn mit dem heiligen Geifte. Be Caffet uns ihn loben und erheben in Ewigkeit. Laffet uns beten! Gott, dessen Erbarmen ohne Maaß und dessen Güte ein unerschöpflicher Schatz ist, wir sagen deiner huldreichen Majestät Dank für alle uns erwiesene Wohlthaten, indem wir demüthig dich anflehen, daß du, der nicht müde wird zu geben, was wir begehren, auch in Zukunft nicht von uns ablassen, sondern uns vorbereiten wollest zu dem ewigen Lohne, durch unsern Herrn, Jesum Christum, deinen Sohn, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen! O Gott! der du uns in dem wunderbaren Sacramente ein Denkmal deines Leidens hinterlassen Abendandachten. hast, verleihe, daß wir die heil. Geheimnisse deines Fleisches und Blutes also verehren, daß wir der Früchte deiner Erlösung immerdar theilhaftig werden mögen, der du lebest und regiereft mit Gott dem Vater in Einigkeit des heil. Geistes, gleicher Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen! 3um Segen: Genitori etc. Maigebet. Ti An jedem Sonntage während des Monats Mai. Zum Segen: Tantum ergo etc. Lied. Mel. 118. 1. Der du hoch im Himmel thronest, Nach Verdiensten strafft und lohneft, Doch mit Menschen trägst Geduld, Büßern gern verzeihst die Schuld, Gott, erbarm' dich über uns! 489 2. Wir bekennen unfre Sünden; Laß vor dir uns Gnade finden! Ach, verlaß uns nicht in Noth; Gib uns unser täglich's Brod! Gott, erbarm' dich über uns! 3. Leit uns auf der Tugend Wegen, Schent uns deinen milden Segen; Segne uns und unser Land, Reich' uns schirmend deine Hand! Gott, erbarm' dich über uns! Die Litanei vom heil. Namen Jesu oder von der göttlichen Vorsehung stehe im Anhange. Gebet. D Herr, unser Gott, wir glauben fest, daß du allmächtig, unendlich heilig und weise bist, und daß du alles weißt, was für uns an Leib und Seele in diesem und im kommenden Leben heilsam ist. Uns ( 490 Abendandachten. geschehe demnach, wie du willst.- Deiner Vorsehung überlassen wir Alles, deiner Liebe empfehlen wir Alles, von deiner Erbarmung hoffen wir Alles. So unwürdig wir auch deiner Barmherzigkeit waren, so hast du uns bisher dennoch so viel Gutes gethan, daß wir mit Zuversicht hoffen, du werdest uns auch künftighin mit Batergüte leiten, und uns deinen Segen nicht entziehen. In diesem Vertrauen bitten wir dich vor Allem, vergib uns unsere Sünden und tilge alles Böse in uns, damit wir alle Tage unseres Lebens bir mit reinem Herzen dienen und nach diesem Leben die Freude der ewigen Seligkeit ers langen mögen, durch Jesum Chriftum, unsern Herrn, Amen! Lied. Mel. 202. 1. Menschen pflanzen und begießen, Das Gedeih'n gibt Gottes Hand; Was wir ärnten und genießen, Ist von Gott uns zugesandt. 2. Ja, o Herr der Elemente Deine Macht erkennen wir, Und erheben Herz und Hände Flebend und mit Dank zu dir. V Aller Augen warten auf dich, o Herr! und du gibst ihnen Speise zu rechter Zeit. Ry Du thust deine milde Hand auf und segnest Alles mit Wohlgefallen. V Preiset den Gott des Himmels, denn seine Barmherzigkeit währet ewig! R Ohne Nahrung läßt er feines feiner Geschöpfe; denn seine Barmherzigkeit währet ewig. ud ad modu Laffet uns beten! Herr, allmächtiger Gott! unser Vater, Ernährer und Erhalter! dein eingeborner Sohn, Jesus Christus, unser Erlöser und Seligmacher, hat uns in seinem Abendandachten. 491 heiligen Evangelium die tröstliche Versicherung ertheilt: Alles was ihr den Vater in meinem Namen bitten werdet, das wird er euch geben. D du Bater der unaussprechlichen Liebe und Barmherzigkeit! mit findlicher Ehrfurcht bitten wir dich, segne die Früchte unserer Felder, die durch der Menschen Hände zwar mit Mühe und Arbeit gebaut worden, aber ohne deinen göttlichen Willen und Segen weder Wachsthum, noch Gedeihen erhalten werden. In deiner Macht und Gewalt steht es allein, ob günstige oder schädliche Witterung unsere Hoffnung beglücken oder niederschlagen, ob die Sonne zu rechter Zeit scheinen und Felder und Fluren beleben und erquicken, oder Alles versengen und verdorren, ob Thau und Regen wohlthätig vom Himmel fallen und das Wachsthum der Früchte fördern, oder ob Frost und Hagel, Sturm und Ungewitter, Wolfenbrüche und Plagregen, oder schädliche Thiere Alles zu Grunde richten und verheeren sollen. Herr und Gebieter aller Elemente! Wir erkennen vor dir unsere Ohnmacht und Armseligkeit. Was wir mit aller menschlichen Vorsicht und Anstrengung aller unserer Kräfte in vielen Tagen mühsam ausgeführt und zu Stande gebracht, zerstört ein einziger Angenblick, wenn deine Allmacht winket und deine Vorsehung ein Anderes über uns beschlossen hat. In der allertiefsten Demuth beten wir dich an als den unumschränkten Herrn der Natur und der ganzen Schöpfung; aber um Jesu Christi willen bitten wir dich, laß uns durch deine Gnade als tugendhafte und fromme Menschen deine Geseße beobachten, damit wir als gehorsame Kinder unser tägliches Brod und unsere Nahrung von deiner väterlichen Huld erhalten, und mit dankbarem Herzen deine überschwengliche Güte, die alle lebendige Kreaturen nährt und segnet, loben und preisen mögen. Amen! 3um Segen: Defensor etc. Genitori etc. 492 Abendandachten. Während der Frohnleichnamsoctave. 3um Segen: Tantum ergo etc. Einige Strophen von einem der sacramentalischen Lieder. [ f Die Litanei vom Allerheiligsten Altarssacramente nebst Gebet fiebe im Anhange. Die Marianische Antiphone S. 434. Zum Segen: Genitori etc. Ordnung bei besondern Betstunden. 86400 Chemist Zum Eingange werden einige Strophen von einem in auf das besondere Anliegen, in welchem die Betustunde gehalten wird, passenden Liede gesungen. Der heil. Rosenkranz. Ich glaube an Gott Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geiste, geboren aus Maria, der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gefreuziget, gestorben und begraben; abgestiegen zu der Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Todten, aufgefahren in den Himmel, siget er zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Baters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige, fatholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Nachlassung der Sünden. Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen! VEhre sey dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste. 515 medias Besondere Betstunde. Re Wie er war im Anfang, so jetzt und allzeit und in alle Ewigkeit. Amen! Vater unser, der du bist in den Himmeln, geheiliget werde dein Name, zu uns komme dein Reich, dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden. Unser tägliches Brod gib uns heute, und vergib uns unsere Schulden, wie wir vergeben unfern Schuldigern, und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Uebel. Amen! Gegrüßet seyst du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenebeit unter den Weibern und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, Der den Glauben in uns mehren wolle! 493 Heilige Maria, Mutter Gottes, bitt' für uns arme Sünder jegt und in der Stunde unseres Todes. Amen! Gegrüßet u. s. w. Jesus, Der die Hoffnung in uns stärken wolle! Heilige Maria u. s. w. Gegrüßet u. f. w. Jesus, Der die Liebe in uns entzünden wolle! Heilige Maria u. f. w. Ehre sey dem Vater u. s. w. Anmerk. Jede der folgenden Abtheilungen bildet eine vollständige in dem Rosenkranze bestehende Andacht, bei deffen Abbetung am Schlusse jedes Absatzes die passende Liedesstrophe gesungen wird. Erste Abtheilung. Die gnadenreichen Geheimnisse, vom ersten Adventsfonn: tage bis zur Fastenzeit. Den du vom heiligen Geist empfangen hast! 451 Lied. Mel. 203. 1. Der Freuden- Nosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. 494 Besondere Betstunde. Maria von des Höchsten Thron Empfing als Magd den Gottessohn. O Freuden- Rosenkranz! daug Den du zu Elisabeth getragen haft. id 2. Der Freuden- Rosenkranz- mindsor til Juu Strahlt schön im hellsten Glanz. Boll Jubel mit dem Kinde geht Maria zu Elisabeth. 1 and uchu Freuden- Rosenkranz! dua< masgidhuc Den du als Jungfrau geboren haft. 11 dol 3. Der Freuden Rosenkranzinnig Strahlt schön im hellsten Glanz. jebad Den Welterlöser uns gebar dins d Maria, die voll Demuth war. md na TO Freuden- Rosenkranz! Doil agiline Den du im Tempel geopfert haft. tat non sines 4. Der Freuden- Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Sie trug das Kind zum Tempel hin, Und opfert es mit heil'gem Sinn. O Freuden- Rosenkranz! d C Gigase Den du im Tempel wieder gefunden hast. 5. Der Freuden- Rosenkranzic Strahlt schön im hellsten Glanz. Nis ihr der liebe Sohn entschwand, Al ઠ Sie ihn im Tempel wiederfand. O Freuden- Rosenkranz! Cine der im Anhange befindlichen Litaneien, je nach dem Zwecke der Betstunde. Die Marianische Antiphone S. 432 u. f. w. Die Schlußstrophen des zum Eingange angefangenen Liedes. Zweite Abtheilung. Die schmerzhaften Geheimnisse, während der Fastenzeit. Der für uns Blut geschwißet hat. 1. Der Schmerzen- Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Besondere Betstunde. dan Entflammt von reiner Liebesgluth nors Schwißt Jesus Christus für uns Blut. O Schmerzen- Rosenkranz! Der für uns gegeißelt worden. Im d m 30. 2. Der Schmerzen- Nosenkranz is 495 Tup! Strahlt schön im hellsten Glanz. Zum Söhnungsopfer sich zu weih'n, Ertrug er selbst der Geißel Pein. Schmerzen- Nosenkranz! O Der für uns mit Dornen gefrönt worden. 116 3. Der Schmerzen- Rosenkranz da in Strahlt schön im hellsten Glanz. Mit Dornen hat man ihn gekrönt, Als König spottend ihn verhöhnt. O Schmerzen- Rosenkranz! Der für uns das schwere Kreuz getragen hat. 4. Der Schmerzen- Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Für uns're Sünden bleich und matt Er selbst das Kreuz getragen hat. O Schmerzen- Rosenkranz! Der für uns ist gefreuziget worden. 5. Der Schmerzen- Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Zulegt schlug man mit frechem Stolz Ihn frevelnd noch an's Kreuzesholz. O Schmerzen- Rosenkranz! Das Uebrige wie in der ersten Abtheilung. Dritte Abtheilung. Die glorreichen Geheimnisse, von Ostern bis zum ersten Adventsonntage. Der von den Todten auferstanden ist. 1. Der Sieges- Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. 496 Besondere Betstunde. Den Tod der Heiland überwand Und glorreich aus dem Grab erstand. O Sieges- Rosenkranz! Der in den Himmel aufgefahren ist. 2. Der Sieges- Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Verklärt, im hellsten Sonnenschein, 3og er ins Haus des Vaters ein. O Sieges- Rosenkranz! Der uns den heiligen Geist gesandt hat. 3. Der Sieges- Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Der Heiland ließ uns nicht verwais't, Er sandte uns den heil'gen Geist. O Sieges- Rosenkranz! Der bich, o Jungfrau! in den Himmel aufgenommen hat. 4. Der Sieges- Nosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Dann nahm er nach vollbrachtem Lauf and Die Jungfrau in den Himmel auf. O Sieges- Rosenkranz! Der dich, o Jungfrau! in dem Himmel gekrönt hat. 5. Der Sieges- Rosenkranz Strahlt schön im hellsten Glanz. Von Jesu Christo selbst bekränzt, ods Thront nun Maria, hell umglänzt, O Sieges- Rosenkranz! Das Uebrige wie in der ersten Abtheilung. Lateinische Gesänge. Beim Austheilen des Weihwassers. Vom Dreifaltigkeits- Sonntage bis Ostern. Asperges me Domine hyssopo et mundabor, lavabis me et super nivem dealbabor. Ps. Miserere mei Deus secundum magnam misericordiam tuam. Gloria Patri et Filio et Spiritui sancto; Sicut erat in principio et nunc et semper te in sæcula sæculorum. Amen. Von Ostern bis Pfingsten. Vidi aquam egredientem de templo a latere dextro, alleluja! Et omnes, ad quos pervenit aqua ista, salvi facti sunt et dicent, alleluja! alleluja. Ps. Confitemini Domino, quoniam bonus, quoniam in sæculum misericordia ejus. Gloria Patri etc. Nach dem Umgange. V. Ostende nobis Domine misericordiam tuam, ( in der österlichen Zeit wird hinzugesetzt: Alleluja.) R. Et salutare tuum da nobis. V. Domine! exaudi orationem meam, R. Et clamor meus ad te veniat. V. Dominus vobiscum, R. Et cum spiritu tuo. 32 498 Zum Segen. Zum Segen. Tantum ergo Sacramentum Veneremur cernui, Et antiquum documentum Novo cedat ritui: Præstet fides supplementum Sensuum defectui. Genitori, Genitoque Laus et jubilatio. Salus, honor, virtus quoque Sit et benedictio. Procedenti ab utroque Compar sit laudatio. Ecce panis angelorum, Factus cibus viatorum; Vere panis filiorum, Non mittendus canibus. In figuris præsignatur, Cum Isaac immolatur, Agnus paschæ deputatur, Datur manna patribus. Bone pastor, panis vere, Jesu nostri miserere: Tu nos pasce, nos tuere, Tu nos bona fac videre In terra viventium. Defensor noster aspice, Insidiantes reprime, Guberna tuos famulos, Quos sanguine mercatus es. Meßgesänge. Meßgesänge. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. Gloria in excelsis Deo, et in terra pax hominibus bonæ voluntatis. Laudamus te. Benedicimus te. Adoramus te. Glorificamus te. Gratias agimus tibi propter magnam gloriam tuam. Domine Deus Rex coelestis, Deus Pater omnipotens! Domine Fili unigenite, Jesu Christe. Domine Deus, Agnus Dei, Filius Patris. Qui tollis peccata mundi, miserere nobis. Qui tollis peccata mundi, suscipe deprecationem nostram. Qui sedes ad dexteram Patris, miserere nobis. Quoniam tu solus sanctus, tu solus Dominus, tu solus altissimus, Jesu Christe! Cum sancto spiritu in gloria Dei Patris. Amen. 499 Credo in unum Deum, Patrem omnipotentem, factorem coeli et terræ, visibilium omnium et invisibilium; Et in unum Dominum Jesum Christum, Filium Dei unigentium, et ex Patre natum ante omnia sæcula; Deum de Deo, lumen de lumine, Deum verum de Deo vero; Genitum non factum, consubstantialem Patri, per quem omnia facta sunt. Qui propter nos homines et propter nostram salutem descendit de coelis. Et incarnatus est de Spiritu Sancto ex Maria Virgine; et Homo factus est. Crucifixus etiam pro nobis sub Pontio Pilato, passus et sepultus est. Et resurrexit tertia die secundum scripturas. Et ascendit in coelum, sedet ad dexteram Patris. Et iterum venturus est cum gloria judicare vivos et mortuos; cujus regni non erit finis. Et in spiritum sanctum Dominum et vivificantem. Qui ex patre filioque procedit. Qui cum patre et filio simul ad oratur et conglorificatur. 32* Meßgesänge. Qui locutus est per prophetas. Et unam sanctam Catholicam et Apostolicam Ecclesiam. Confiteor unum baptisma in remissionem peccatorum. Et exspecto resurrectionem mortuorum, et vitam venturi Sæculi. Amen. 500 Sanctus, Sanctus, Sanctus Dominus Deus Sabaoth. Pleni sunt coeli et terra gloria tua: Hosanna in excelsis. Benedictus, qui venit in nomine Domini, Hosanna in excelsis. Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis. Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis. Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, dona nobis pacem. Für die Verstorbenen. Requiem æternam dona eis Domine; Et lux perpetua luceat eis. Psalm. Te decet hymnus, Deus! in Sion, et tibi reddetur votum in Jerusalem: Exaudi orationem meam, ad te omnis caro veniet. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison. Dies irae, dies illa Solvet sæclum in favilla, Teste David cum Sybilla. Quantus tremor est futurus, Quando judex est venturus, Cuncta stricte discussurus. Tuba mirum spargens sonum Per sepulchra regionum, Coget omnes ante thronum. Liber scriptus proferetur, In quo totum continetur, Unde mundus judicetur. Meßgesänge. oo0 Judex ergo cum sedebit, Quidquid latet apparebit, Nil inultum remanebit. Quid sum miser tunc dicturus, Quem patronum rogaturus, Cum vix justus sit securus. 501 gad Domine Jesu Christe, rex gloriæ! libera animas omnium fidelium defunctorum de poenis inferni, et de profundo lacu: libera eas de ore leonis, ne absorbeat eas tartarus, ne cadant in obscurum, sed Signifer sanctus Michael repræsentet eas in lucem sanctam, quam olim Abrahæ promisisti, et Semini ejus. Sanctus, Sanctus, Sanctus Dominus Deus Sabaoth. Pleni sunt coeli et terra gloria tua: Hosanna in excelsis. Benedictus, qui venit in nomine Domini, Hosanna in excelsis. Pie Jesu Domine, dona eis requiem. Pie Jesu Domine, dona eis requiem. Pie Jesu Domine, dona eis requiem sempiternam. Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, dona eis requiem. Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, dona eis requiem. Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, dona eis requiem sempiternam. Lux æterna luceat eis, Domine, cum Sanctis tuis in æternum, quia pius es. Requiem æternam dona eis, Domine, et lux perpetua luceat eis. Cum Sanctis tuis etc. Libera me, Domine, de morte æterna in die illa tremenda: Quando cœli movendi sunt et terra: Dum veneris judicare sæculum per ignem. Requiem aeternam dona eis, Domine, et lux perpetua luceat eis. Meßgesänge. De profundis clamavi ad te Domine!* Domine exaudi vocem meam. 2 Fiant aures tuæ intendentes,* in vocem deprecationis meæ. 502 Si iniquitates observaveris Domine,* Domine quis sustinebit. 4 Quia apud te propitiatio est, et propter legem tuam sustinui te Domine. Sustinuit anima mea in verbo ejus,* speravit anima mea in Domino, 6 A custodia matutina usque ad noctem,* speret Israel in Domino. manag Quia apud Dominum misericordia,* et copiosa apud eum redemptio. 8 Et ipse redimet Israel,* ex omnibus iniquitatibus ejus. V Requiem æternam dona eis Domine, et perpetua luceat eis. Kyrie eleison. R. Christe eleison. V Kyrie eleison. Pater noster...( bas Uebrige im Stillen.) V. Et ne nos inducas in tentationem, Rr. Sed libera nos a malo. V. A porta inferi, R. Erue Domine auimas eorum. . Domine exaudi orationem meam, Rr. Et clamor meus ad te veniat. V. Dominus vobiscum, Rr. Et cum Spiritu tuo. Jes Miserere mei, Deus,* secundum magnam misericordiam tuam. Et secundum multitudinem miserationum tuarum,* dele iniquitatem meam. Amplius lava me ab iniquitate mea, et a peccato meo munda me. Quoniam iniquitatem meam ego cognosco, et peccatum meum contra me est semper. 503 Meßgesänge. Tibi soli peccavi et malum coram te feci, ut justificeris in sermonibus tuis et vincas cum judicaris. 6 Ecce enim in iniquitatibus conceptus sum, et in peccatis concepit me mater mea. Ecce enim veritatem dilexisti, incerta et occulta sapientiæ tuæ manifestasti mihi. Asperges me hyssopo et mundabor,* lavabis me et super nivem dealbabor. Auditui meo dabis gaudium et laetitiam,* et exultabunt" ossa humiliata. Averte faciem tuam a peccatis meis,* et omnes iniquitates meas dele. Cor mundum crea in me Deus,* et spiritum rectum innova in visceribus meis. 12 Ne projicias me a facie tua, * et spiritum sanctum tuum ne auferas a me. Redde mihi lætitiam salutaris tui,* et spiritu principali confirma me. Docebo iniquos vias tuas,* et impii ad te convertentur. Libera me de sanguinibus, Deus, Deus salutis meæ, * et exultabit lingua mea justitiam tuam. 16 Domine, labia mea aperies,* et os meum annuntiabit laudem tuam.ing! Quoniam si voluisses sacrificium, dedissem utique, holocaustis non delectaberis. cor Sacrificium Deo spiritus contribulatus, contritum et humiliatum, Deus, non despicies. Benigne fac, Domine, in bona voluntate tua Sion, ut ædificentur muri Jerusalem. Tunc acceptabis sacrificium justitiæ, oblationes et holocausta,* tunc imponent super altare tuum vitulos. lute Requiem æternam etc. lise Vespergesänge. Vespergesänge. Für die Sonntage. Dixit Dominus Domino meo* Sede a dertris meis. 504 Donec ponam inimicos tuos* scabellum pedum tuorum. Virgam virtutis tuæ emittet Dominus ex Sion; * dominare in medio inimicorum tuorum. Tecum principium in die virtutis tuæ in splendoribus Sanctorum; ex utero ante luciferum genui te. Juravit Dominus, et non pœnitebit eum:* tu es sacerdos in æternum secundum ordinem Melchisedech. confregit in die ire Dominus a dextris tuis, suæ reges. Judicabit in nationibus, implebit ruinas,* conquassabit capita in terra multorum. De torrente in via bibet,* propterea exaltabit caput. Gloria Patri etc. am.s Confitebor tibi, Domine, in toto corde meo; * in consilio justorum, et congregatione. * Magna opera Domini, exquisita in omnes voluntates ejus. Confessio et magnificentia opus ejus; justitia ejus manet in sæculum sæculi. Memoriam fecit mirabilium suorum, misericors et miserator Dominus: escam dedit timentibus se. et Memor erit in sæculum testamenti sui;* virtutem operum suorum annuntiabit populo suo. Ut det illis hæreditatem gentium:* opera manuum ejus, veritas et judicium. Vespergesänge. Fidelia omnia mandata ejus, confirmata in sæculum sæculi,* facta in veritate et æquitate. Redemptionem misit populo suo,* mandavit in æternum testamentum suum. Sanctum et terribile nomen ejus;* initium sapientiæ timor Domini. 505 Intellectus bonus omnibus facientibus eum; laudatio ejus manet in sæculum sæculi. Gloria Patri etc. Beatus vir, qui timet Dominum, in mandatis ejus volet nimis. Potens in terra erit semen ejus,* generatio rectorum benedicetur. Gloria et divitiæ in domo ejus; et justitia ejus manet in sæculum sæculi." Exortum est in tenebris lumen rectis: misericors et miserator et justus. Jucundus homo, qui miseretur et commodat, disponet sermones suos in judicio:* quia in æternum non commovebitur. In memoria æterna erit justus:* ab auditione mala non timebit. Paratum cor ejus sperare in Domino, confirmatum est cor ejus:* non commovebitur, donec despiciat inimicos suos. Dispersit, dedit pauperibus;* justitia ejus manet in sæculum sæculi: cornu ejus exaltabitur in gloria. Peccator videbit, et irascetur, dentibus suis fremet et tabescet:* desiderium peccatorum peribit. Gloria Patri etc. Laudate, pueri, Dominum:* laudate nomen Domini. Sit nomen Domini benedictum,* ex hoc nunc, et usque in sæculum. Vespergesänge. A solis ortu usque ad occasum,* laudabile nomen Domini. 506 Excelsus super omnes gentes Dominus, et super coelos gloria ejus. talism Quis sicut Dominus Deus noster, qui in altis habitat,* et humilia respicit in coelo et in terra? Suscitans a terra inopem,* et de stercore erigens pauperem. Ut collocet eum cum principibus, cum principibus populi sui. Qui habitare facit sterilem in domo* matrem filiorum lætantem. Gloria Patri etc. In exitu Israel de Aegypto,* domus Jacob de populo barbaro. asustel Facta est Judæa sanctificatio ejus, Israel potestas ejus. Mare vidit et fugit;* Jordanis conversus est retrorsum. Montes exultaverunt ut arietes,* et colles sicut agni ovium. Quid est tibi mare, quod fugisti;* et tu Jordanis, quia conversus es retrorsum? Montes exultastis, sicut arietes,* et colles sicut agni ovium. A facie Domini mota est terra, Jacob. a facie Dei * Qui convertit petram in stagna aquarum, et rupem in fontes aquarum. Non nobis, Domine, non nobis,* sed nomini tuo da gloriam. Super misericordia tua, et veritate tua, nequando dicant gentes: Ubi est Deus eorum? Deus autem noster in coelo:* omnia quæcumque voluit fecit. * Vespergesänge. Simulacra gentium argentum et aurum,* opera manuum hominum. 19 Os habent, et non loquentur;* oculos habent, et non videbunt. Aures habent, et non audient;* nares habent, et non odorabunt. 7153 Manus habent, et non palpabunt; pedes habent, et non ambulabunt:* non clamabunt in gutture suo. Similes illis fiant, qui faciunt ea, et omnes, qui confidunt in eis. Domus Israel speravit in Domino:* adjutor eorum et protector eorum est. Domus Aaron speravit in Domino:* adjutor eorum et protector eorum est. * Qui timent Dominum, speraverunt in Domino: adjutor eorum et protector eorum est. Dominus memor fuit nostri,* et benedixit nobis. Benedixit domui Israel,* benedixit domui Aaron. 507 Benedixit omnibus, qui timent Dominum, pusillis cum majoribus. 12 Adjiciat Dominus super vos, super vos et super filios vestros. Benedicti vos a Domino,* qui fecit coelum L et terram. Colum coeli Domino, terram autem dedit filiis hominum. Non mortui laudabunt te, Domine, neque omnes, qui descendunt in infernum. Sed nos, qui vivimus, benedicimus Domino, ex hoc nunc, et usque in sæculum. Gloria Patri etc. Magnificat* anima mea Dominum; pl Et exultavit spiritus meus* in Deo salutari meo. Quia respexit humilitatem ancillæ suæ:* ecce Vespergesänge. enim ex hoc beatam me dicent omnes generationes. Quia fecit mihi magna qui potens est; sanctum nomen ejus. Et misericordia ejus a progenie in progenies * timentibus eum. Fecit potentiam in brachio suo; dispersit superbos mente cordis sui. • Deposuit potentes de sede, et exaltavit hu508 et miles. > Esurientes implevit bonis; et divites dimisit inanes. Suscepit Israel puerum suum,* recordatus misericordiæ suæ. Sicut locutus est ad Patres nostros,* Abraham et semini ejus in sæcula. Gloria Patri etc. Auf die Festtage. Auf Weihnachten. Die drei ersten Psalmen der Sonntags Vesper. Der 4. Pf. De profundis. S. 502. Fünfter Pfalm. * Memento, Domine, David, et omnis mansuetudinis ejus. Sicut juravit Domino:* votum vovit Deo Jacob: Si introiero in tabernaculum domus meæ, si ascendero in lectum strati mei; * Si dedero somnum oculis meis, et palpebris meis dormitationem, Et requiem temporibus meis; donec inveniam locum Domino,* tabernaculum Deo Jacob. Ecce audivimus eam in Ephrata; invenimus eam in campis sylvæ. Vespergesänge. Introibimus in tabernaculum ejus;* adorabimus in loco, ubi steterunt pedes ejus. 509 Surge, Domine, in requiem tuam,* tu et arca sanctificationis tuæ. Sacerdotes tui induantur justitiam,* et sancti tui exultent. Propter David servum tuum non avertas faciem Christi tui. Juravit Dominus David veritatem, et non frustrabitur eam:* de fructu ventris tui ponam super sedem tuam. Si custodierint filii tui testamentum meum, et testimonia mea hæc, quæ docebo eos. Et filii eorum usque in sæculum* sedebunt super sedem tuam. Quoniam elegit Dominus Sion;* elegit eam in habitationem sibi. Hæc requies mea in sæculum sæculi:* hic habitabo, quoniam elegi eam. Viduam ejus benedicens benedicam* et pauperes ejus saturabo panibus. Sacerdotes ejus induam salutari;* et sancti ejus exultatione exultabunt. Illuc producam cornu David;* paravi lucernam Christo meo. super Inimicos ejus induam confusione: ipsum autem efflorebit sanctificatio mea. Gloria Patri etc. Auf Ostern und Pfingsten die Psalmen der Sonntagsvesper. Auf das Frohnleichnamsfest. Der 1. und 2. Psalm der Sonntags- Vesper. Dritter Pfalm. Credidi, propter quod locutus sum: ego autem humiliatus sum nimis. 510 Vespergesänge. Ego dixi in excessu meo:* omnis homo mendax. Quid retribuam Domino,* pro omnibus quæ retribuit mihi. Calicem salutaris accipiam, et nomen Domini invocabo. Vota mea Domino reddam coram omni populo ejus;* pretiosa in conspectu Domini mors sanctorum ejus. O Domine! quia ego servus tuus, ego servus tuus, et filius ancillæ tuæ. Dirupisti vincula mea;* tibi sacrificabo hostiam laudis, et nomen Domini invocabo. Vota mea Domino reddam in conspectu omnís populi ejus,* in atriis domus Domini, in medio tui Jerusalem. Gloria Patri etc. Vierter Psalm. Beati omnes, qui timent Dominum, ambulant in viis ejus. Labores manuum tuarum, quia manducabis; * beatus es, et bene tibi erit. Uxor tua sicut vitis abundans,* in lateribus domus tuæ. Filii tui sicut novellæ olivarum,* in circuitu qui mensæ tuæ. Ecce sic benedicetur homo,* qui timet Dominum. Benedicat tibi Dominus ex Sion:* et videas bona Jerusalem omnibus diebus vitæ tuæ. Et videas filios filiorum tuorum, * super Israel. Gloria Patri etc. pacem Fünfter Psalm. Lauda, Jerusalem, Dominum:* lauda Deum tuum, Sion. Vespergesänge. Quoniam confortavit seras portarum tuarum; * benedixit filiis tuis in te. 511 Qui posuit fines tuos pacem,* et adipe frumenti satiat te. Qui emittit eloquium suum terræ:* velociter currit sermo ejus. Qui dat nivem sicut lanam,* nebulam sicut cinerem spargit. Mittit cristallum suam sicut buccellas: ante faciem frigoris ejus quis sustinebit? Emittet verbum suum, et liquefaciet ea: flabit spiritus ejus, et fluent aquæ. Qui annuntiat verbum suum Jacob,* justitias et judicia sua Israel. Non fecit taliter omni nationi;* et judicia sua non manifestavit eis. Gloria Patri etc. Vesper für die Abgestorbenen. Erster Psalm. Dilexi, quoniam exaudiet Dominus vocem orationis meæ. Quia inclinavit aurem suam mihi:* et in diebus meis invocabo. Circumdederunt me dolores mortis;* et pericula inferni invenerunt me. 4 Tribulationem et dolorem inveni; et nomen Domini invocavi. O Domine! libera animam meam:* misericors Dominus, et justus, et Deus noster miseretur. Custodiens parvulos Dominus:* humiliatus sum, et liberavit me. Convertere anima mea in requiem tuam: quia Dominus benefecit tibi. * Vespergesänge. 8 Quia eripuit animam meam de morte,* oculos meos a lacrimis, pedes meos a lapsu. Placebo Domino* in regione vivorum. 10 Requiem æternam dona eis, Domine; et lux perpetua luceat eis. 512 Zweiter Pfalm. Ad Dominum, cum tribularer, clamavi,* et exaudivit me. 2 Domine, libera animam meam a labiis iniquis, et a lingua dolosa. Quid detur tibi, aut quid apponatur tibi* ad linguam dolosam? Sagittæ potentis acutæ, cum carbonibus desolaloriis. Heu mihi, quia incolatus meus prolongatus est: habitavi cum habitantibus Cedar:* mulum incola fuit anima mea. Cum his, qui oderunt pacem, eram pacificus: cum loquebar illis, impugnabunt me gratis. Requiem æternam etc. Dritter Pfalm. Levavi oculos meos in montes, unde veniet auxilium mihi. 2 Auxilium meum a Domino,* qui fecit coelum et terram. Non det in commotionem pedem tuum; neque dormitet, qui custodit te. 4 Ecce non dormitabit neque dormiet,* qui custodit Israel. Dominus custodit te, Dominus protectio tua, super manum dexteram tuam. Per diem sol non uret te, neque luna per noctem. * Dominus custodit te ab omni malo;* custodiat animam tuam Dominus. Hymnen. Dominus custodiat introitum tuum, et exitum tuum, ex hoc nunc et usque in sæculum. Requiem æternam etc. Der vierte Psalm De profundis S. 502. Der fünfte Psalm. Confitebor tibi, Domine, in toto corde meo: quoniam audisti verba oris mei. 2 In conspectu Angelorum psallam tibi:* adorabo ad templum sanctum tuum, et confitebor nomini tuo. Super misericordia tua, et veritate tua:* quoniam magnificasti super omne, nomen sanctum tuum. In quacunque die invocavero te, exaudi me: multiplicabis in anima mea virtutem. Confiteantur tibi, Domine, omnes reges terræ: quia audierunt omnia verba oris tui. 6 Et cantent in viis Domini:* quoniam magna est glòria Domini. Quoniam 513 excelsus Dominus, et humilia respicit,* et alta a longe cognoscit. Si ambulavero in medio tribulationis, vivificabis me: et super iram inimicorum meorum extendisti manum tuam, et salvum me fecit dextera tua. Dominus retribuet pro me:* Domine, misericordia tua in sæculum; opera manuum tuarum ne despicias. Requiem æternam etc. Som Das Magnificat S. 507. Hymnen. Auf Weihnachten. 1. Jesu, Redemptor omnium, Quem lucis ante originem Parem paternæ gloriæ Pater supremus edidit. 33 Hymnen. 2. Memento, rerum conditor, Nostri quod olim corporis, Sacrato ab alvo Virginis Nascendo, formam sumpseris. 3. Jesu, tibi sit gloria, Qui natus es de Virgine, Cum Patre et almo Spiritu In sempiterna sæcula. Amen. V Notum fecit Dominus, alleluja. B Salutare suum, alleluja. 514 In der Passions- und Charwoche. 1. Vexilla regis prodeunt; Fulget Crucis mysterium, Qua vita mortem pertulit, F't morte vitam protulit. 2. Impleta sunt, quae concinit David fideli carmine Dicens in nationibus: Regnavit a ligno Deus. do 3. O Crux, ave, spes unica, valodont Hoc passionis tempore Piis adauge gratiam, Reisque dele crimina. dus 4. Te, fons salutis, Trinitas, Collaudet omnis spiritus; Quibus Crucis victoriam Largiris, adde præmium. Amen. Eripe me, Domine, ab homine malo. R A viro iniquo eripe me. int Auf Pfingsten. 1. Veni, Creator Spiritus, Mentes tuorum visita; Imple superna gratia, Que tu creasti pectora. AT Hymnen. 2. Accende lumen sensibus, Infunde amorem cordibus, Infirma nostri corporis Virtute firmans perpeti. 3. Deo Patri sit gloria, Et Filio, qui a mortuis Surrexit, ac Paraclito In sæculorum sæcula. Amen. Loquebantur variis linguis Apostoli, alleluja. B Magnalia Dei, alleluja. Auf das Frohnleichnamsfest. 1. Pange, lingua, gloriosi Corporis mysterium, Sanguinisque pretiosi, Quem in mundi pretium Fructus ventris generosi Rex effudit gentium. 2. Nobis datus, nobis natus, Ex intacta Virgine, Et in mundo conversatus, Sparso verbi semine, Sui moras incolatus Miro clausit ordine. 3. In supremæ nocte cœnæ Recumbens cum fratribus, Observata lege plene Cibis in legalibus, Cibum turbæ duodenæ Se dat suis manibus. 4. Verbum caro panem verum Verbo carnem efficit; Fitque sanguis Christi merum; Et si sensus deficit, Ad firmandum cor sincerum, Sola fides sufficit. 515 33* 516 Hymnen. 5. Tantum ergo Sacramentum Veneremur cernui, Et antiquum documentum Novo cedat ritui: Præstet fides supplementum Sensuum defectui. 6. Genitori, Genitoque Laus et jubilatio. Salus, honor, virtus quoque Sit et benedictio. Procedenti ab utroque Compar sit laudatio. Amen. Panem de coelo præstitisti eis. Alleluja. ROmne delectamentum in se habentem. Alleluja Auf die Feste der allerfel. Inngfrau Marka. 1. Ave Maris stella, Dei Mater alma Atque semper virgo, Felix coeli porta. 2. Monstra te esse Matrem, Sumat per te preces, Qui pro nobis natus Tulit esse tuus. 3. Sit laus Deo Patri, Summo Christo decus, Spiritui Sancto, Tribus honor unus. Amen. V Dignare me, laudare te, Virgo sacrata. By Da mihi virtutem contra hostes tuos. Auf das Fest Allerheiligen. 1. Placare, Christe, servulis, Quibus Patris clementiam. Tuæ ad tribunal gratiæ Patrona Virgo postulat. Litaneten. 2. Apostoli cum Vatibus, Apud severum judicem Veris reorum fletibus Exposcite indulgentiam. 3. Deo Patri sit gloria, Natoque Patris unico, Sancto simul Paraclito In sempiterna sæcula. Amen. V Exultabunt Sancti in Gloria; Re Lætabuntur in cubilibus suis. Fili Redemptor mundi Deus, Spiritus sancte Deus, Sancta Trinitas unus Deus, Sancta Maria, Ora pro nobis! Sancta Dei genitrix, Die Litanei von allen Heiligen. Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Christe, audi nos. Christe, exaudi nos. Pater de coelis Deus, Sancta Virgo Virginum, Sancte Michael, Sancte Gabriel, 517 engt) Miserere nobis! Ora pro nobis! orate pro nobis! S. Joannes Baptista, Ora pro nobis! } S. Joseph, Omnes sancti S. Petre, S. Paule, S. Andrea, S. Jacobe, S. Joannes, Ora pro nobis! Sancte Raphael, Omnes sancti Angeli et Archangeli, orate pro nobis! Omnes sancti beatorum Spirituum Ordines, Patriarchæ et Prophetæ, orate etc. S. Thoma, S. Jacobe, S. Philippe, S. Bartholomae, S. Matthæe, Ora pro nobis! 518 S. Simon, S. Thaddae, S. Mathia, S. Barnaba, S. Luca, S. Marce, S. Stephane, S. Laurenti, S. Vincenti, Omnes Ss. Apostoli et Evangelista, Omnes Ss. Discipuli Domini, Omnes Ss. Innocentes, S. Antoni, S. Benedicte, S. Bernarde, Litaneien. Sancti Fabiane et Sebastiane, Sancti Joannes et Paule, Sancti Cosma et Damiane, Sancti Geryasi et Protasi, Omnes sancti Martyres, S. Silvester, S. Gregori, S. Ambrosi, S. Augustine, S. Dominice, S. Francisce, Ora pro nobis! Sancta Agatha, Sancta Lucia, Sancta Agnes, Sancta Cæcilia, Ora pro nobis! Orate pro nobis! Ora pro nobis! Omnes sancti Pontifices et Confessores, orate etc. Omues sancti Doctores, orate etc. Ora pro nobis! Omnes sancti Sacerdotes et Levitæ,' orate etc. Omnes sancti Monachi et Eremitæ, orate etc. Sancta Maria Magdalena, Orate pro nobis! S. Hieronyme, S. Martine, S. Nicolae, Ora pro nobis! Ora pro nobis! Litaneien. Sancta Catharina, Sancta Anastasia, } Ora pro nobis! Omnes sanctæ Virgines et Viduæ, orate pro nobis! Omnes sancti et sanctæ Dei, Intercedite pro nobis! Propitius esto, parce nobis, Domine! Propitius esto, exaudi nos, Domine! Ab omni malo, libera nos, Domine! Ab omni peccato, Ab ira tua, Ab subitanea et improvisa morte, Ab insidiis diaboli, Ab ira et odio et omni mala voluntate, A spiritu fornicationis, A fulgure et tempestate, A morte perpetua, Per mysterium sanctæ incarnationis tuæ, Per adventum tuum, 519 Per nativitatem tuam, Per baptismum et sanctum jejunium tuum, Per crucem et passionem tuam, Per mortem et sepulturam tuam, Per sanctam resurrectionem tuam, Per admirabilem ascensionem tuam, Per adventum Spiritus sancti paracliti, In die judicii, Peccatores, Te rogamus, audi nos! Ut nobis parcas, Ut nobis indulgeas, Ut ad veram pœnitentiam nos perducere digneris, Ut Ecclesiam tuam sanctam regere, et conservare digneris, Ut Domnum apostolicum, et omnes Ecclesiasticos Ordines in sancta religione conservare digneris, Libera nos, Domine! Te rogamus, audi nos! 520 Litaneien. Ut inimicos sanctæ Ecclesiæ humiliare digneris, Ut Regibus et Principibus christianis pacem et veram concordiam donare digneris, Ut cuncto populo Christiano pacem, et unitatem largiri digneris, Ut nosmetipsos in tuo sancto servitio confortare et conservare digneris, Ut mentes nostras ad coelestia desideria erigas, Ut omnibus benefactoribus nostris sempiterna bona retribuas, Ut animas nostras, fratrum, propinquorum et benefactorum nostrorum ab æterna damnatione eripias, Ut fructus terræ dare et conservare digneris, Ut omnibus fidelibus defunctis requiem æternam donare digneris, Ut nos exaudire digneris, Filii Dei, Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, Parce nobis, Domine! Agnus Dei, etc. Exaudi nos, Domine! Agnus Dei, etc. Miserere nobis! Christe, audi nos! Christe, exaudi nos! Te rogamus, audi nos! Die Lauretanische Litanei. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison, Christe, audi nos! Christe, exaudi nos! Pater de coelis Deus, Miserere nobis! Fili Redemptor mundi Deus, Spiritus sancte Deus, Sancta Trinitas unus Deus, Sancta Maria, ora pro nobis! Miserere nobis! Litaneien. Sancta Dei genitrix, Sancta Virgo Virginum, Mater Christi, Mater divinæ gratiæ, Mater purissima, Mater castissima, Mater inviolata, Mater intemerata, Mater amabilis, Mater admirabilis, Mater Creatoris, Mater Salvatoris, Virgo prudentissima, Virgo veneranda, Virgo prædicanda, Virgo potens, Virgo clemens, Virgo fidelis, Speculum justitiæ, Sedes sapientiæ, Causa nostræ lætitiæ Vas spirituale, Vas honorabile, 521 Vas insigne devotionis, Rosa mystica, Turris Davidica, Turris eburnea, Domus aurea, Foederis arca, Janua coeli, Stella matutina, Salus infirmorum, Refugium peccatorum Consolatrix afflictoChristianorum, Regina Angelorum, Regina Patriarcharum, Regina Prophetarum, Regina Apostolorum, Regina Martyrum, Regina Confessorum, Regina Virginum, Regina Sanctorum. omnium, rum, Auxilium Ora pro nobis! Agnus Dei, qui tollis etc. Parce nobis, Domine! Agnus Dei etc., Exaudi nos, Domine! Agnus Dei, etc. Miserere nobis! Christe, audi nos! Christe, exaudi nos! Die Versikel, welche an den vier Altären bei der Frohnleichnams- Procession gesungen werden. Bei dem ersten Altare wird nach dem Evangelium gesungen: VA fulgure et tempestate, R Libera nos, Domine! 522 Bei der Frohnleichnamsprocession. V Ostende nobis, Domine, misericordiam tuam; REt salutare tuum da nobis. V Dominus dabit benignitatem; R Et terra nostra dabit fructum suum. V Domine, exaudi orationem meam; R Et clamor meus ad te veniat! Ý Dominus vobiscum; B Et cum spiritu tuo. Nach den Collecten. V Adjutorium nostrum in nomine Domini, B Qui fecit coelum et terram. Sit nomen Domini benedictum, B Ex hoc nunc et usque in sæcnlum. Bei dem zweiten Altare nach dem Evangelium: VA peste, fame et bello, B Libera nos, Domine! Fiat misericordia tua, Domine, super nos; B Quemadmodum speravimus in te. V Domine, exaudi etc. B Et clamor etc. Dominus vobiscum. Et cum spiritu tno. Nach den Collecten. V. Adjutorium etc. etc. Beim dritten Altare nach dem Evangelium. A subitanea, improvisa et perpetua morte, B Libera nos, Eomine! Fiat misericordia tua, Domine, super nos; B Quemadmodum speravimus in te. Domine, exaudi etc. B Et clamor etc. V Dominus vobiscum. Et cum spiritu tuo. Nach den Collecten. Adjutorium etc. etc. Beim vierten Altare nach dem Evangelium. V Ab omni malo, B Libera nos, Domine! it Fiat misericordia tua, Domine, super nos; Die Marianischen Antiphonen. 523 Be Quemadmodum speravimus in te. V Domine, exaudi etc. Be Et clamor etc. V Dominus vobiscum. Nach den Collecten. Panem de coelo præstitisti eis, alleluja! Omne delectamentum in se habentem, alleluja! Dominus vobiscum. Et cum spiritu tuo. Et cum spiritu tuo. Adjutorium etc. etc. Die Marianischen Antiphonen. Vom ersten Adventssonntage bis Lichtmeß. Alma Redemptoris Mater, quæ pervia cœli Porta manes, et stella maris, succurre cadenti Surgere qui curat populo, tu quæ genuisti Natura mirante, tuum sanctum Genitorem, Virgo prius ac posterius, Gabrielis ab ore Sumens illud Ave, peccatorum miserere. Vor Weihnachten. Angelus Domini nuntiavit Mariæ; Et concepit de Spiritu sancto. Nach Weihnachten. Post partum Virgo inviolata permansisti. Dei genitrix, intercede pro nobis. Von Lichtmeffe bis Ostern. Ave, Regina Coelorum, Ave, Domina Angelorum; Salve radix, salve porta, Ex qua mundo lux est orta. Gaude, Virgo gloriosa, Super omnes speciosa: Vale, o valde decora, Et pro nobis Christum exora. 524 Die Marianischen Antiphonen. y Dignare me, laudare te, Virgo sacrata. B Da mihi virtutem contra hostes tuos. Von Ostern bis Pfingsten. Regina coeli, lætare, alleluja. Quia, quem meruisti portare, alleluja, Resurrexit, sicut dixit, alleluja, Ora pro nobis Deum, alleluja. y Gaude et lætare, Virgo Maria, alleluja. B Quia surrexit Dominus vere, alleluja. Von dem Dreifaltigkeitssonntage bis zum Advent. Salve, Regina, Mater misericordiæ, vita dulcedo, et spes nostra, salve. Ad te clamamus exules filii Hevæ. Ad te suspiramus gementes et flentes in hac lacrymarum valle. Eja ergo, Advocata nostra, illos tuos miséricordes oculos ad nos converte. Et Jesum, benedictum fructum ventris tui, nobis post hoc exilium ostende. O clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria! V Ora pro nobis, sancta Dei genitrix; B Ut digni efficiamur promissionibus Christi. Meßgebete. Anhang. Die 525 nothwendigsten Gebete zum Gebrauche in der Kirche. Meßgebete. Vorbereitungsgebet. Ewiger, allmächtiger Gott! ich erscheine hier vor beinem Altare, um an dem geheimnisvollen Opfer, welches du als immerwährende Darstellung deines Erlösungstodes am Kreuze eingesetzet hast, Theil zu nehmen. Gib, daß ich diesem Opfer mit lebhaftem Glauben, mit tiefester Demuth, findlichem Vertrauen und innigster Liebe beiwohne, damit es auch für mich eine Quelle der Gnade und des Segens seyn möge.- Ich opfere dir dasselbe auf als das vollkommenste Anbetungs- und Lobopfer zur Verherrlichung deines Namens und zum Andenken an das Leiden und den Tod Jesu Christi; als ein Sühnopfer für unsere Sünden, daß du uns reinigen und heiligen mögest durch das Blut des unbefleckten Lammes, welches auf dem Altare bargebracht wird. Nimm es an als das würdigste Danfopfer für alle uns von dir erzeigten Gnaden und Wohlthaten, als das kräftigste Bittopfer für die Angelegenheiten der katholischen Kirche, zur Erflehung Deines göttlichen Beistandes in allen geistlichen und leiblichen Nöthen, für alle, für die ich zu beten schuldig bin, für die Lebendigen und Abgestorbenen. Ich bitte dich darum durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! 526 Meßgebete. Eingang. Priester.( am Fuße des Altares). Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen! Psalm 42. Nahen will ich mich dem Altare meines Gottes. Diener. Zu Gott, der meine Jugend erfreut. Priester. Richte mich, o Gott! und entscheide du meine Sache vor dem unheiligen Volke; rette mich von dem gefährlichen und arglistigen Menschen. Diener. Denn bu, o Gott! bist meine Stärke. Warum hast du mich verlassen? und warum geh' ich trauernb nmber, da der Feind mich plaget? Priester. Sende dein Licht und deine Wahrheit: sie werden mich leiten und hinaufführen auf deinen heiligen Berg und in deine Hütten. Diener. Und ich werde mich nahen dem Altare Gottes, zu Gott, der meine Jugend erfreut. Priester. Auf der Harfe will ich dir bekennen, du Gott, mein Gott!- Warum bist du traurig, meine Seele, und warum betrübest bu mich? Diener. Hoffe auf Gott; denn ich werd' ihn noch loben! Er ist das Heil meines Angesichtes und mein Gott. Priester. Ehre sey dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste. the Diener. Wie im Anfange, jetzt und allzeit und in alle Ewigkeit. Amen! Priester. Nahen will ich mich dem Altare Gottes. Diener. Zu Gott, der meine Jugend erfreut. Priester. Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn. Diener. Der Himmel und Erde erschaffen hat. Priest. Ich befenne Gott, dem Allmächtigen, Maria, der allzeit seligsten Jungfrau, dem heiligen Erzengel Michael, dem heiligen Johannes, dem Meßgebete. Täufer, den heiligen Aposteln Petrus und Paulus, allen Heiligen, und euch, ihr Brüder, daß ich mich sehr verfündiget habe, in Gedanken, Worten und Werken, durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine größte Schuld. Darum flehe ich an die heilige, immerwährende Jungfrau Maria, den heiligen Erzengel Michael, den heiligen Johannes, den Täufer, die heiligen Apostel Petrus und Paulus, und euch, ihr Brüder, daß ihr für mich beten wollet zu Gott, unserm Herrn. 527 Dien. Der allmächtige Gott erbarme sich deiner, er verzeihe dir deine Sünden und führe dich zum ewigen Leben. Priest. Amen! Dien.( Die öffentliche Beicht: Ich bekenne 2c. wie oben. Nur statt: euch, ihr Brüder! heißt es: dir, o Vater! und dich, o Vater!) Priest. Der allmächtige Gott erbarme fich eurer, er verzeihe euch euere Sünden und führe euch zum ewigen Leben. Dien. Amen! Priest. Gnade, Nachlaffung und Berzeihung unserer Sünden verleihe uns Allen der allmächtige und barmherzige Gott. Dien. Amen! Priest. Wende dich zu uns und belebe uns, o Gott! Dien. Und dein Volk wird sich in dir erfreuen. Priest. Erzeige uns, o Herr! deine Barmherzigkeit. Dien. Und gib uns dein Heil! Priest. Herr, erhöre mein Gebet! Dien. Und laß mein Rufen zu dir kommen. Dien. Der Herr sey mit euch! Priest. Und mit deinem Geiste! ( Alsdann tritt der Priester hinauf zum Altare und spricht im Hinaufgehen:) 2 528 Meßgebete.. Laffet uns beten! Nimm hinweg von uns alle Missethaten, o Herr! damit wir mit reinem Geiste zu dem Allerheiligsten gelangen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! ( In der Mitte des Altares neigt er sich und betet:) Wir bitten dich, o Herr! durch die Verdienste der Heiligen, deren Gebeine hier ruben, du wolleft mir alle meine Sünden verzeihen. Introitus. ( Der Priester auf der Epistelseite.) Hochgelobt sey die allerheiligste Dreifaltigkeit und die unzertheilte Einigkeit. Wir wollen ihn dankbar preisen( den Allerhöchsten), weil er mit uns nach seiner Barmherzigkeit gehandelt hat. Herr, unser Gott! wie wunderbar ist dein Name auf der ganzen Erde. Ehre sey dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geißle; wie im Anfang, jetzt und allzeit und in alle Ewigkeit. Amen! Pr.( in der Mitte des Altares) Herr, erbarme dich unser! Dr. Herr, erbarme dich unser! Pr. Herr, erbarme dich unser! Dr. Christe, erbarme dich unser! Pr. Christe, erbarme dich unser! Dr. Christe, erbarme dich unfer! Pr. Herr, erbarme dich unser! Dr. Herr, erbarme bich unser! Pr. Herr, erbarme bich unser! Gloria. Pr. Ehre sey Gott in der Höhe, und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens find. Dich loben wir, dich preisen wir, dich beten wir an, dich verherrlichen wir, dir danfen wir wegen deiner großen Herrlichkeit. Herr Gott! König des Meßgebete. Himmels, Gott, allmächtiger Vater. Herr, eingeborner Sohn, Jesus Christus! Herr Gott! Lamm Gottes! Sohn des Vaters! Der du hinnimmst die Sünden der Welt, nimm auf unser Flehen. Der du sigest zur Rechten des Vaters, erbarme dich unser. Denn du allein bist der Heilige, du allein der Herr, bu allein der Höchste, Jesus Christus, mit dem heiligen Geifte in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen! 529 Pr.( Zur Gemeinde) Der Herr sey mit euch! Dr. Und mit deinem Geiste! Pr.( auf der Epistelseite) Laffet uns beten! Allmächtiger, ewiger Gott! der du deinen Dienern die Gnade ertheilet hast, daß sie im Lichte des wahren Glaubens die Herrlichkeit der ewigen Dreifaltigkeit erkennen, und in der machtvollen Majestät die Einheit anbeten: verleih' uns, daß wir durch die Festigkeit eben dieses Glaubens vor allem Uebel jederzeit geschüget werden, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn u. s. w. Laffet uns beten! Gott, du Stärke Aller, die auf dich vertrauen, erhöre gnädig unser Flehen, und schenke uns, weil die menschliche Schwachheit ohne dich nichts vermag, deine Gnadenhilfe, daß wir deine Gebote treu er-= füllen, und hierdurch unser Wille und unser Wandel bir wohlgefällig werde, durch unsern Herrn, Jesum Chriftum, deinen Sohn u. s. w. Epistel. Aus dem Sendschreiben des heiligen Paulus an die Römer 11, 33-36. O Tiefe des Reichthumes, der Weisheit und Erfenntniß Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte, und wie unerforschlich seine Wege! Denn wer 34 Meßgebete. hat den Sinn des Herrn erkannt? Oder wer ist fein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm zuvor etwas gegeben, daß es ihm wieder vergolten werde? Denn von ihm, und durch ihn, und in ihm ist Alles. Ihm sey Ehre in Ewigkeit. Amen! Dr. Gott sey Dank! 530. Pr. Hochgepriesen bist du, o Herr! Abgründe durchschaueft du! Du thronest über Cherubim! Hochgepriesen bist du, o Herr! in der Veste des Himmels, und lobwürdig in Ewigkeit. Alleluja, Alleluja! Hochgepriesen bist du, o Gott, unser Herr, unser Vater, und lobwürdig in Ewigkeit. Alleluja! ( In der Mitte des Altares) Reinige mein Herz und meine Lippen, allmäch tiger Gott, der du mit einer glühenden Koble die Lippen des Propheten Isaias gereiniget hast; so, o Herr! reinige auch mich durch deine liebenswürdigen Erbarmungen, damit ich dein heiliges Evangelium mit Würde verfündigen möge, durch Jefum Christum, unsern Herrn. Der Herr sey in meinem Herzen und auf meinen Lippen, damit ich würdig und auf gebührende Weise sein Evangelium verkündigen möge. Amen! Evangelium. Pr. Der Herr sey mit euch! Dr. Und mit deinem Geifte! Pr. Matth. 28. 18-20. In der Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum gebet hin, und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heil. Geiftes, und lehret sie Alles balten, was ich euch befohlen habe: und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an's Ende der Welt. Dr. Lob sey dir, o Christus! Meßgebete. 531 Credo. Pr.( in der Mitte des Altares) Ich glaube an einen Gott, allmächtigen Bater, Schöpfer Himmels und der Erde, aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und an einen Herrn Jesum Christum, den eingebörnen Sohn Gottes, gezeugt aus dem Vater von Ewigkeit; Gott von Gott, Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht erschaffen, gleicher Wesenbeit mit dem Vater, durch den alle Dinge erschaffen sind; der wegen uns Menschen und um unseres Heiles willen vom Himmel herabgefommen ist, Fleisch angenommen hat durch den heil. Geist aus Maria, der Jungfrau, und Mensch geworden ist. Der für uns unter Pontius Pilatus gefreuziget, gelitten hat und begraben worden ist; am dritten Tage wieder auferstanden, nach den Verheißungen der heil. Schrift, und aufgefahren ist zu dem Himmel, und sißet zur Rechten des Vaters, und wieder kommen wird mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Todten; dessen Reich kein Ende haben wird. Und an den heiligen Geist. unfern Herrn und Urquell des Lebens, der vom Vater und Sohne ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und verherrlichet wird, der geredet hat durch die Propheten. Und eine, heilige, katholische und apoftolische Kirche. Ich bekenne eine Taufe zur Nachlaffung der Sünden, und erwarte bie Auferstehung der Todten und ein fünftiges ewiges Leben. Pr. Der Herr sey mit euch! Dr. Und mit deinem Geifte! Amen! Pr. Gepriesen sey Gott Vater, der eingeborne Sohn Gottes und der beilige Geist, denn die heilige Dreifaltigkeit hat uns Barmherzigkeit erwiesen. Offertorium. ( Bei der Opferung des Brodes.) Nimm hin, heiliger Vater, allmächtiger ewiger 34* Meßgebete. Gott, diese unbefleckte Opfergabe, welche ich, dein unwürdiger Diener, dir meinem wahren und lebendigen Gott darbringe für meine unzähligen Sünden, Beleidigungen und Nachläßigkeiten, auch für alle Umstehende, und für alle gläubige Christen, lebende und abgestorbene, tamit es mir und ihnen zum Heile gereiche in's ewige Leben. Amen! 532 ( Bei der Vermischung des Weines mit dem Wasser.) Gott! der du die Würde der menschlichen Natur wunderbar geschaffen, und noch wunderbarer erneuert hast, verleihe uns, durch das Geheimniß dieses Wassers und Weines an der Gottheit des jenigen Theil zu nehmen, der sich gewürdiget hat, unserer Menschheit sich theilhaftig zu machen, Jesus Chriftus, dein Sohn, unser Herr, welcher mit dir lebet und regieret in Ewigkeit. Amen! Bei Opferung des Kelches. Wir opfern dir, o Herr! den Kelch des Heiles und flehen zu deiner Güte, daß dieses Opfer im Angesichte deiner göttlichen Majestät für unser und der ganzen Welt Heil mit lieblichem Geruche aufsteige. Amen! Möchten wir im Geifte der Demuth und mit zerknirschtem Heren von dir aufgenommen werden, o Herr! und unser Opfer vor deinem Angesichte fo geschehen, daß es dir gefalle, Herr und Gott! Segnung des Opfers. Komm', du Urquelle aller Heiligkeit, allmächtiger, ewiger Gott! und segne dieses Opfer, welches deinem allerheiligsten Namen bereitet ist. Bei dem Händewaschen. Mit den Unschuldigen wasche ich meine Hände, und geb' um beinen Altar, o Herr! zu hören die Stimme deines Lobes, zu erzählen alle beine Wunder. Meßgebete. Herr! ich liebe die Zierbe deines Hauses, und den Ort der Wohnung deiner Herrlichkeit. Laß nicht zu Grunde gehen mit den Gottlosen, o Gott! meine Seele, und mit den Blutgierigen mein Leben; in ihren Händen ist Lafterthat, Bestechung füllet ihre Rechte. Ich aber wandle in Unschuld: rette mich und er barme dich meiner. Auf rechtem Wege fiehet mein Fuß; in den Versammlungen will ich dich loben, o Herr! Ehre sey dem Vater u. s. w. 533 ( In der Mitte des Altares.) Nimm auf, heilige Dreieinigkeit, dieses Opfer, welches wir dir barbringen zum Andenken des Leis dens, der Auferstehung und Auffahrt Jefu Chrifti, unsers Herrn; zur Ehre der seligen, allzeit reinen Jungfrau Maria, des heiligen Johannes des Täufers, der heiligen Apostel Petrus und Paulus, dieser und aller Heiligen, damit es ihnen gereiche zur Ehre und uns zum Heile, und daß diejenigen im Himmel für uns bitten mögen, deren Andenken wir auf Erden feiern, durch Chriftum, unsern Herrn. Amen! ( 3u der Gemeinde.) Pr. Betet, Brüder, daß mein und euer Opfer bei Gott dem Vater, dem Allmächtigen, angenehm werde. Dr. Der Herr wolle das Opfer von deinen Händen in Gnaben annehmen, zum Lobe und zur Verherrlichung seines Namens, auch zu unserm Heile und zur Wohlfahrt seiner ganzen heiligen Kirche. Pr. Amen! Heilige, o Herr! burch die Kraft deines heiligen Namens dieses Opfer, und mache mich selbst dadurch bir zum ewigen Opfer, durch Jefum Chriftum, unsern Herrn. Amen! Laß uns Gnade finden, Vater, und nimm das Opfer, das wir dir dargebracht haben, nach deiner Meßgebete. grenzenlosen Milde an, und schenke uns dafür deinen immerwährenden Schuß, durch Jesum Chriftum, unsern Herrn. 534 Präfation. Pr. Von Ewigkeit zu Ewigkeit! Dr. Amen!Pr. Der Herr sey mit euch! Dr. Und mit deinem Geiste! Pr. Erhebet eure Herzen! Dr. Zum Herrn empor haben wir unsere Herzen erhoben. Pr. Lasset uns dem Herrn, unserm Gott, Dank sagen! Dr. Es ist würdig und gerecht! Pr. Wahrhaftig, es ist würdig und gerecht, billig und heilsam, daß wir dir allzeit und überall Dant sagen; dir, heiliger Herr und Vater, allmächtiger ewiger Gott, der du mit deinem eingebornen Sohne und dem heiligen Geiste Ein Gott und Ein Herr bist; nicht Eins in den Personen, nur Eins in dem Wesen. Denn was wir von deiner Herrlichkeit nach deiner Offenbarung glauben, das glauben wir auch von dem heiligen Geiste, ohne Unterscheidung der göttlichen Natur; damit im Bekenntniffe der wahren und ewigen Gottheit in den Perfonen die Eigenthümlichkeit, in dem Wesen die Einbeit und in der Majestät die Gleichheit angebetet werde. Eben diese Majestät preisen auch alle Engel und Erzengel, alle Cherubim und Seraphim; unaufhörlich und einstimmig ist ihr Lobgesang. Sanctus. Heilig, heilig, heilig bist du, o Herr, Gott Sabaoth! Die Himmel und die Erde sind voll von beiner Herrlichkeit. Hosanna in der Höhe! Hochgelobt sey, der da fommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe! Meßgebete. 535 inglan Stillmesse, 2012 Dich, mildester Vater! bitten wir nun, zu dir fleben wir demüthigst durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, daß du diese Gaben, diese Geschenke, diese heiligen, makellosen Opfer gnädig annehmest und segnest. Vorzüglich das Opfer, bas wir dir barbringen für deine heilige katholische Kirche; gib ihr den Frieden, behüte sie, vereinige und regiere fie auf dem ganzen Erdfreise und mit derselben auch deinen Diener, unsern Papst N. und unsern Bischof N., alle Rechtgläubige und alle Bekenner des katholischen und apostolischen Glaubens. Fürbitte für die Lebenden. S Gedenke, o Herr! auch deiner Diener und Dienerinnen N. N., und aller Gegenwärtigen, deren Glauben du fennest und deren Andacht dir bekannt ist, für welche wir dir opfern, oder welche dir selbst darbringen dieses Lobopfer für sich und die Ibrigen alle, zur Nettung ihrer Seelen, für die Hoffnung ihrer Seligkeit, für ihre Wohlfahrt- und dir, dem ewigen Gott, ihre Gelübde entrichten. the Grinnerung an die Heiligen. Wir, die wir in Gemeinschaft mit den Heiligen stehen, ehren auch das Andenken, vorzüglich das der allzeit glorreichsten Jungfrau Maria, Mutter Gottes, und unsers Herrn Jesu Chrifti, wie auch aller heiligen Apostel und Martyrer, des Petrus und Paulus, Andreas, Jakobus, Johannes, Thomas, Jakobus, Philippus, Bartholomäus, Simon und Thaddäus, Linus, Cletus, Clemens, Xystus, Cornelius, Cyprianus, Laurentius, Chrysogonus, Johannes und Paulus, Cosmas und Damianus, und aller deiner Heiligen, um deren Verdienste und Fürbitte willen du verleihen wolleft, daß wir in Allem durch die Hilfe deines Schußes beschirmt werden, durch denselben Chriftum, unsern Herrn. Amen! 536 Meßgebete. Vor der Confecration. So nimm denn, o Herr! wir bitten dich, dieses Opfer unserer Unterwürfigkeit, sowie deiner ganzen Familie gnädig an, und laß unsere Tage in deinem Frieden vorübergehen; errette uns auch von der ewigen Verdammniß, und laß uns unter die Schaar deiner Heiligen zählen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen! Wir bitten dich, o Herr! verleihe nach deiner Huld, daß dieses Opfer gesegnet, geweiht, genehm, vernünftig und wohlgefällig sey, damit es uns werde der Leib und das Blut deines geliebtesten Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi; der am Abend vor seinem Leiden das Brod nahm in seine heiligen und ehrwürdigen Hände, und die Augen gegen Himmel erhob zu dir, seinem allmächtigen Bater, dir danfte, es segnete, brach und seinen Jüngern gab und sprach: Nehmet hin und effet alle davon: Confecration des Brodes. Denn dies ist mein Leib! Auf gleiche Weise nahm er, nach dem Abendmahle, den vortrefflichen Kelch in seine heiligen und ehrwürdigen Hände, dankte bir ebenso, segnete ihn und gab ihn seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und trinket Alle daraus. Confecration des Weines. Denn dies ist der Kelch meines Blutes, des neuen und ewigen Bundes, das Geheimniß des Glaubens, welches für euch und für Viele wird vergossen werden zur Vergebung der Sünden. So oft ihr dieses thut, so thut es zu meinem Gedächtnisse. Nach der Confecration. Da wir beine Diener und dein geheiligtes Volk, o Herr! uns nun an das seligmachende Leiden, an Meßgebete. bie Auferstehung von den Todten und an die glorreiche Himmelfahrt deines Sohnes, unsers Herrn, des Gesalbten, erinnern: so bringen wir deiner göttlichen Majestät von deinen Gaben und Geschenken bar ein reines Opfer, ein heiliges Opfer, ein mafel loses Opfer, das heilige Brod des ewigen Lebens und den Kelch des ewigen Heiles. Auf dieses Opfer sieh' herab, o Herr! mit dem Blicke der Gnade und des Wohlgefallens, und laß es dir gefällig seyn, wie du einst mit Wohlgefallen herniedersahst auf das Opfer Abels, deines gerechten Dieners, und auf das Opfer unsers Patriarchen Abraham, und auf das heilige, unbefleckte Opfer, welches dir dein Hoherpriester Melchisedech dargebracht hat. 537 Allmächtiger Gott! in tiefster Demuth flehen wir zu dir, laß dieses Opfer durch die Hände deines heiligen Engels, im Antlige. deiner göttlichen Mafeftät, zu deinem erhabenen Altare emporgetragen werden, damit Alle, die an dem heiligsten Leibe und Blute deines Sohnes durch den Genuß dieser Altarsgabe Theil nehmen, mit allen himmlischen Segnungen und aller Gnade erfüllt werden, durch Jefum Christum, unsern Herrn. Amen! Erinnerung an die Verstorbenen. Gebenke auch, o Herr! deiner Diener und Dienerinnen N. N., die uns mit dem Zeichen des Glaubens vorangegangen sind, und nun schlummern im Schlafe des Friedens. Diesen und Allen, die Chrifto ruhen, o Herr! verleibe den Ort der Erquickung, des Lichtes und des Friedens; wir bittendich darum durch eben diesen Chriftum, unsern Herrn. Amen! Bitte in unserer eigenen wichtigsten Angelegenheit. Auch uns Sünder, deine Diener, die wir auf Meßgebete. die Fülle deiner Erbarmungen vertrauen, laß einst Theil nehmen an der Gesellschaft mit deinen heiligen Aposteln und Martyrern: mit Johannes, Stephanus, Mathias, Barnabas, Ignatius, Alexander, Mars cellinus, Petrus, Felicitas, Perpetua, Agatha, Lucia, Agnes, Cäcilia, Anastasia und allen deinen Heiligen.. Nimm uns auf in ihre selige Gemeinschaft, nicht um unserer Verdienste, sondern allein um beiner Barmherzigkeit willen; durch Christum, unsern Herrn. Durch den du alle diese Güter schaffest, heiligest, belebest, segnest und uns gewährest. Durch ihn, mit ihm und in ihm ist dir, Gott, dem allmächtigen Bater, in Einheit des heiligen Geistes alle Ehre und Herrlichkeit durch alle Ewigkeit. Amen! Pater nofter. 538 Pr. Lasset uns beten: Aufgemuntert durch heil same Vorschriften und durch göttliche Anweisung selbft unterrichtet, wagen wir zu sprechen: Vater unser u. f. w. Und führe uns nicht in Versuchungs Dr. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Pr. Amen! Wir bitten dich, o Herr! befreie uns von allen vergangenen, gegenwärtigen und zufünftigen Uebeln, und auf die Fürbitte der seligen und glorreichen unversehrten Jungfrau und Mutter Gottes Maria, deiner heiligen Apostel Petrus und Paulus und Andreas und aller Heiligen schenfe uns nach deiner unendlichen Güte in unsern Tagen den Frieden, damit wir, durch den Beistand deiner Varm herzigkeit unterfügt, frei bleiben von aller Sünde und sicher vor aller Unruhe der Seele, durch Jesum Chriftum, unsern Herrn, deinen Sohn, welcher mit dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geis ftes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Dr. Amen! Meßgebete. Pr.( macht dreimal das Kreuz über den Kelch) Der Friede des Herrn sey immer mit euch! Dr. Und mit deinem Geiste! 539 Pr.( läßt den kleinen Theil der heil. Hoftie in den Kelch fallen) Diese Vermischung und Segnung des Leibes und Blutes unsers Herrn Jefu Chrifti gedeihe uns bei dem Genusse zum ewigen Leben. Amen! Pr. O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme bich unser!, D du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, schenke uns den Frieden! Gebete vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. Herr, Jesu Christe, der du einst zu deinen Aposteln gesagt haft: den Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch, siehe nicht auf meine Sünden, sondern auf den Glauben deiner Kirche, und laß sie nach deinem Willen in Frieden und Einigkeit bes stehen, der du lebest- und regierest in alle Ewigkeit. Amen! Herr, Jesu Christe, Sohn des lebendigen Gottes, der du nach dem Willen des Vaters durch Mitwirfung des heiligen Geistes der Welt durch deinen Tod das. Leben erworben haft, befreie mich durch diesen deinen heiligsten Leib und dein Blut von allen meinen Sünden und allen Uebeln, und mache, daß ich beinen Geboten stets anhänge und nimmermehr von dir geschieden werde. Der du lebest.und regiereßt mit Gott dem Vater und dem heiligen Geifte in Ewigfeit. Amen! Herr, Jesu Christe, laß nicht zu, daß mir, der Genuß deines Leibes und Blutes, den ich Unwür Meßgebete. diger zu nehmen wage, zum Gerichte und zur Verbammung gereiche; er werde mir vielmehr nach deiner Güte zur Beschüßung und zur Arznei des Leibes und der Seele, der du lebeft und regierest mit Gott dem Vater und dem heiligen Geifte in alle Ewigfeit. Amen! 540 Kommunion. Ich will das Himmelsbrod nehmen und den Namen des Herrn anrufen! dreimal O Herr! ich bin nicht würdig, daß du eingeheft unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund. Der Leib unsers Herrn Jesu Chrifti bewahre meine Seele zum ewigen Leben. ( Der Priester nimmt den Kelch und spricht:) Wie kann ich dem Herrn Alles vergelten, was er mir erwiesen hat? Ich will den Kelch des Heiles ergreifen und den Namen des Herrn anrufen. Lobpreisend will ich den Herrn anrufen, und gerettet werde ich seyn von meinen Feinden. Das Blut unsers Herrn Jesu Christi bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Gebet nach dem Genuffe. Was wir mit dem Munde genoffen haben, wollen wir mit reinem Geiste bewahren; und diese Gabe in der Zeit werde uns ein Heilsmittel in der Ewigkeit. Dein Leib, o Herr! den ich genossen, und das Blut, das ich getrunken babe, durchbringe bleibend mein Innerstes, und verleihe, daß in mir keine Sündenmafel zurückbleibe, nachdem mich die reinen und heiligen Sacramente erquicket haben. Dies Meßgebete. 541 wirke in mir, o Gott! der du lebest und regiereft von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen! ( Der Priester auf der Epiftelſeite) Laßt uns dem Herrn des Himmels lobsingen und ihn preisen vor Allem, was lebt; denn er hat mit uns nach seiner Barmherzigkeit gehandelt. ( Der Priester in der Mitte zu der Gemeinde) Pr. Der Herr sey mit euch! Dr. Und mit deinem Geifte! Laffet uns beten! D Herr, unser Gott, verleihe, daß das allerheiligste Sacrament deines Leibes und Blutes, das wir genossen, und das Geheimniß der Dreifaltigkeit und Einheit Gottes, welches wir bekannt haben, uns zur Wohlfahrt des Leibes und der Seele gereiche, durch unsern Herrn, Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir lebet und regieret in Einigkeit bes heil. Geistes von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen! Erfüllt mit so heiligen Gaben flehen wir, o Herr! um die Gnade, daß uns diese Güter zum Heile gereichen, und dein Lob immerbar in unserm Munde seyn möge, durch unsern Herrn u. s. w. Pr. Der Herr sey mit euch! Dr. Und mit deinem Geifte! Pr. Gehet, das Opfer ist vollbracht! Dr. Gott sey Dank! Pr. Heilige Dreifaltigkeit, laß das Bekenntniß meiner Unterwürfigkeit dir gefällig, das Opfer, das ich Unwürdiger vor den Augen deiner Majestät dargebracht habe, dir angenehm, und mir und Allen, für die ich es verrichtet habe, nach deinen Erbarmungen heilsam seyn. ( Segnet das Volk) Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater, und der Sohn und der heilige Geist. 542 Meßgebete. Dr. Amen! Pr. Der Herr sey mit euch! Dr. llnd mit deinem Geiste! Pr. Anfang des heil Evangeliums nach Johannes, Dr. Ehre sey dir, o Herr! Pr. Im Anfange war das Wort, und das Wort war bei Gott, nnd Gott war das Wort. Dieses war im Anfange bei Gott. Alles ist durch dasselbe gemacht worden, und ohne dasselbe wurde nichts gemacht, was gemacht worden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht ter Menschen. Und das Licht leuchtete in der Finsterniß, aber die Finsterniß hat es nicht begriffen. Es war ein Mensch von Gott gesandf, der hieß Johannes. Dieser kam zum Zeugnisse, damit er Zeugniß von dem Lichte gäbe, auf daß Alle durch ihn glauben möchten. Er war nicht das Licht, sondern er sollte Zeugniß von dem Lichte geben. Dieses war das wahre Licht, welches alle Menschen, die in diese Welt fommen, erleuchtet. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht worden, aber die Welt hat ihn nicht erkannt. Er fam in' sein Eigenthum, und die Seinigen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, denen nämlich, die an seinen Namen glauben, welche nicht aus dem Ge blüte, nicht aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnt: und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit als des Eingebornen vom Vater, voll der Gnade und Wahrheit. Dr. Gott sey Dank! Beichtgebete. Beichtgebete. Vor der Beicht. 543 O gütigster Jesu! der du zu deinen Jüngern gesagt: Wem ihr die Sünden vergeben werdet, dem follen sie vergeben seyn, du haft das heil. Sacrament der Buße eingeseget, damit wir arme Sünder dadurch Verzeihung unserer Sünden erlangen mögen. Durch diese deine unbegreifliche Güte und Liebe verLeihe mir die Gnade, dieses heilige Sacrament würdig zu empfangen, und der Wirkungen desselben theilhaftig zu werden.- Jefu, du wahres Licht der Welt, erleuchte meinen Verstand, damit ich die Größe, die Zahl und die Häßlichkeit meiner Sünden recht erkennen möge.- Jefu, du Gott der Liebe, du Gott meines Herzens, bewege, rühre mein Herz, daß ich die Sünden, für welche du am Kreuze gestorben bist, wahrhaft bereue; Jesu, du ewiges Wort des himmlischen Vaters, regiere meine Zunge, damit ich meine Sünden aufrichtig befenne, und so durch deine unendlichen Verdienste Verzeihung derfelben erlangen möge. Gewissenserforschung. Gebet. Großer Gott! dir allein hab' ich gefündiget und Böses vor dir gethan, und wie viel, wie groß sind nicht die Missethaten, die ich begangen. Ich habe mich getrennt von dir, meinem liebevollsten Vater, und bin nicht mehr werth, dein Kind zu heißen; ich habe die Liebe, mit welcher bein göttlicher Sohn am Kreuze sein Blut für mich vergossen hat, undankbar vergessen nnd verachtet; ich habe die Gnaden verscherzet, die du mir so oft und in so mannichfaltiger Weise dargeboten haft. Ach! ich fühle es in der ganzen Bitterfeit meiner Seele, wie schrecklich es Beichtgebete. —- ist, dich zu beleidigen, dein heiliges Gesetz zu übertreten, und dich, die Quelle des lebendigen Wassers, zu verlassen. Doch ich vertraue auf deine unendliche Güte, o Gott! Du bist der Gott der Erbarmungen, du willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich befehre und lebe; dem Neumüthigen haft du Berzeihung verheißen und in den Verdiensten deines göttlichen Sohnes Begnadigung zugesichert. - Ich will mich also aufmachen und zu dir, meinem Vater zurückkehren! 544 Ich bereue und verabscheue alle meine Sünden, weil ich durch dieselben dich, meinen gerechten Nichter, meinen größten Wohlthäter und das liebenswürdigste Gut beleidiget habe. Ich nehme mir fest. vor, durch deine Gnade mich zu bessern, alle Gele genheit zur Sünde zu meiden und lieber Alles zu leiden, lieber zu sterben, als tich, meinen Gott, jemals wieder zu beleidigen. Ich will anfangen, bich wieder zu lieben, und Nichts, fein Erdengut, fein Berlust, keine Trübsal soll mich je wieder schei den von deiner Liebe. In diesem Vorsage schlage ich an mein fündiges Herz und rufe: Gott, sey mir Sünder gnädig! O Jesu! du Sohn Davids, erbarme dich meiner! 1' - - Liebreichster Heiland! der du die große Sünderin Magdalena nicht verstoßen, der du den Petrus mit gnädigem Blicke wieder angesehen, der du den mit bir gefreuzigten Schächer in Gnaden aufgenommen haft: verstoße auch mich nicht, sondern nimm mich wieder auf am Throne deiner Gnabe und Barinherzigkeit. Amen! Uach der Beicht. Lobe den Herrn, meine Seele, und Alles, was in mir ist, lobe seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn und vergiß nicht seiner Wohlthaten! Er hat Beichtgebete. 545 bir alle deine Sünden vergeben und beine Schwachheit geheilet. Wie sich ein Vater über sein Kind erbarmet, so hat er sich über mich erbarmet. Ja, barmherziger Gott! bu hast die Bande meiner Sünden zerrissen und mich wieder in die Freiheit der Kinder Gottes gesetzet; du haft deinen Zorn von mir abgewendet, und meine Missethaten nach gelassen. Groß, o Herr! ist deine Erbarmung und vielfältig beine Barmherzigkeit. Wie soll ich dir nun vergelten, o Gott! für Alles, was du mir erwiesen haft? Abermals bereue ich von Herzen alle meine begangene Sünden, und nimmermehr will ich mich von dir trennen. Nimmermehr will ich durch eine vorsägliche Sünde deiner Gnade mich unwürdig machen. Jede Gelegenheit zur Sünde will ich meiden und in Demuth und Selbstverläugnung vor deinem allerheiligsten Angesichte wandeln. Allwissender Gott, vor dem mein ganzes Herz offen steht, du fennst meine Vorsäge, du kennst aber auch meine Schwachheit, und weißt, wie vielen Gefahren ich ausgesetzt bin. So zeige denn deine Barmherzigkeit auch fernerhin an mir. Stehe mir bei mit der Gnade der Stärke, durch die ich Alles vermag. Bei den Versuchungen und Nachstellungen bes bösen Feindes bewaffne mich mit dem Schilde des Heiles, und in der Gefahr zur Sünde sey mein Netter, mein Beschüßzer! Erwecke in mir einen immerwährenden Abscheu vor der Sünde, einen beständigen Eifer in deinem Dienste, und eine glühende Liebe zu deiner Majestät; darum bitte ich dich im Namen und durch die Verdienste Jesu Chrifti, deines Sohnes, meines Herrn und Heilandes. Freund und Begnadiger der reumüthigen Sünder, Jesus Christus, der du in die Welt gekommen bist, zu suchen und felig zu machen, was verloren war, o du treuer 35 546 Kommuniongebete. Hirt! ftebe mir bei unter den vielfältigen Versuchungen, wache über mich, ermahne mich, führe mich und stärke mich durch deinen heiligen Geist, daß ich niemals mehr in das Elend der Sünde zurückfalle, aus welchem deine Erbarmungen mich heute errettet haben. Heilige Maria, und ihr Heiligen Gottes alle, bittet für mich am Throne Gottes um die Gnade der Beharrlichkeit im Guten. Gott Vater von dem Himmel, erbarme dich meiner und stärke mich in meinem Vorsage! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich meiner und erhalte mich in deiner Gnade! Gott heiliger Geist, erbarme dich meiner, und entzünde mein Herz mit dem Feuer deiner göttlichen Liebe. Amen. Kommuniongebete. Vor der heiligen Kommunion. Gebet des heil. Ambrofius. Du, unser Hoherpriester und Opfer, Herr, Jesus Christus! der du dem Vater dich aufgeopfert haft als das reine, unbefleckte Opfer für uns arme Sünder; der du auch dein geopfertes Fleisch und Blut zur Speise und zum Tranfe uns gegeben, und dies Geheimniß für alle Menschen zu allen Zeiten gestiftet hast, sprechend: Nehmet hin und effet, bas ist mein Leib, der für euch hingegeben; nehmet hin und trinket, das ist mein Blut, das für euch vergoffen wird; dies thut zu meinem Andenken! Mit welcher Zerknirschung und Ehrfurcht, mit welcher Reinigkeit des Leibes und der Seele sollte ich hinzutreten zu diesem göttlichen Sacramente, wo dein Leib und Blut wahrhaft genossen, wo das Niedrigste mit dem Höchsten, das Irtische mit dem Himmlischen, wo der Mensch mit Gott vereiniget wird. Jesus Kommuniongebete. Christus! dein guter Geist komme in mein Herz, reinige es von allen eitlen, sündhaften und ausschweifenden Gedanken, daß ich dies so erhabene Geheimniß mit lebhaftem Glauben, gebührender Ehr-> furcht und herzlicher Andacht empfangen und bie feligen Wirkungen deiner Gegenwart erfahren möge. 547 Gebet des heil. Thomas von Aquin. Allmächtiger, ewiger Vater! fiehe, ich nahe mich dem Geheimnisse deines Sohnes, unsers Herrn Jefu Chrifti. Als ein Kranfer fomme ich zu dem Arzte des Lebens, als ein Unreiner zur Quelle der Barmherzigkeit, als ein Blinder zum Lichte der ewigen Klarheit, als ein Armer und Dürftiger zum Herrn Himmels und der Erde. Ich bitte dich daher, bei der Fülle deiner unermeßlichen Freigebigkeit, du wolleft meine Krankheit heilen, meine Unreinigkeit abwaschen, meine Blindheit erleuchten und meine Armuth bereichern, daß ich dieses Brod der Engel mit einem so reinen und gläubigen Herzen empfange, wie es zum Heile meiner Seele Noth thut. Ich bitte dich, gewähre mir, nicht nur das Sacrament des Leibes und Blutes meines Herrn, sondern auch die Kraft und Wirkung desselben zu empfangen. Barmherziger Vater! laß mich den Leib deines eingebornen Sohnes, unsers Herrn Jesu Chrifti, so genießen, daß ich würdig werde, seinem geistigen Leibe einverleibt und unter seine Glieder gezählet zu werden. Liebenswürdigster Bater! laß mich deinen geliebten Sohn, den ich jetzt auf der Pilgerreise meines Lebens in geheimnißvoller Hülle empfange, einft von Angesicht zu Angesicht ewig schauen. 35* Kommuniongebete. Tugendübungen. Glaube. O mein Jesus! ich glaube festiglich Alles, was du geoffenbaret haft; besonders glaube ich, daß du im allerheiligsten Sacramente des Altares wahrhaft als Gott und Mensch zugegen bist, weil du, o ewige, unfehlbare Wahrheit, dieses gesagt hast. 548 Hoffnung. O mein Jesus! ich hoffe auf dich, ich hoffe von bir zu erlangen fraft dieses heiligen Sacramentes bie ewige Seligkeit, wie auch Alles, was mir dazu nothwendig und nüßlich ist; weil du, allmächtiger, barmherziger und treuer Gott, dieses verheißen hast. Liebe. O mein Jesus! ich liebe dich von ganzem Herzen und über Alles, weil du bist das allerhöchste und liebenswürdigste Gut. Anbetung. O mein Jesus! ich bete dich an in diesem allerheiligsten Sacramente als meinen Herrn und Gott, meinen Erlöser und Seligmacher. Re e ute. mein Jesus! alle meine Sünden bereue ich von ganzem Herzen, weil ich dadurch dich, meinen gütigsten Gott, den ich über Alles liebe, erzürnt und beleidiget habe. Demuth. O mein Jesus! ich bin nicht würdig, daß du eingebeft unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund. Verlangen. O Jefus! mein Heiland und Erlöser, mein Gott und Alles! ich verlange nach dir, fomme, suche mich heim, stärke und erhalte mich in deiner Gnade. Kommuniongebete. Nach der heiligen Kommunion. Tugendübungen. Glaube. O mein Jesus! ich glaube an dich als an die ewige Wahrheit. 549 Hoffnung. O mein Jesus! ich hoffe auf dich als auf die unendliche Barmherzigkeit. Liebe. O mein Jesus! ich liebe dich von ganzem Herzen als das allerhöchste und liebenswürdigste Gut. Demuth. O mein Jesus! woher fommt mir dieses, daß du, mein großer Gott! dich gewürdiget haft, zu mir armen Sünder zu kommen? Anbetung. O mein Jesus! ich bete dich an als meinen Herrn und Gott, meinen Erlöser und Seligmacher. Danksagung. O mein Jesus! ich sage bir unendlichen Dank, daß du mir die große Gnade erwiesen hast, bei mir armen Sünder einzukehren. Aufopferung. O mein Jesus! ich opfere bir auf meinen Leib und meine Seele und Alles, was ich habe zu deinem heiligen Dienste. Anrufung. O mein Jesus! bleibe bei mir mit deiner Gnade, und stärke mich durch die Kraft dieses heiligen Sacramentes jetzt und in der Stunde meines Todes. Die Seele Christi beilige mich, Der Leichnam Chrifti mache selig mich, Das Blut Christi tränke mich, Das Wasser der Seite Christi wasche mich, Kommuniongebete. Das Leiden Christi stärke mich, O gütigster Jesu! erhöre mich, in ug In deine heiligen Wunden verberge mich, Von dir laß niemals scheiden mich, Vor'm bösen Feinde beschirme mich, In meiner Todesstunde berufe mich, 3u bir zu kommen heiße mich, Mit deinen Heiligen zu loben bich In deinem Reiche ewiglich. Amen. Gebet des ehrwürdigen Ludwig von Granada. 550 aid Herr, Jesus Christus! wie soll ich dir die übergroße Wohlthat vergelten, die du heute an mir er wiesen hast? In andern Wohlthaten spendest du uns deine Gaben, in dieser, dem Sacramente deines Leibes und Blutes, gibst du uns das Höchste aller Güter, dich selbst. Die Himmel loben dich über diese Wohlthat und staunen über das Wunder deiner Barmherzigkeit, und der Mensch nimmt es an sich wahr, wie du ihn mit deiner Gnade heimsuchst. Du lebst in mir, o lebe nur bu in mir! Du bist in mir, o sey nur du in mir! Erfülle mich ganz mit deinem Wesen, daß ich von deiner heiligen Gegenwart durchdrungen, dich als Heiligthum bewahre, nichts an- und aufnehme, was dir mißfällt, oder mich verunreinigen könnte. O fönnte ich stets mit beinem treuen Apostel sagen: Ich lebe, doch nicht ich, sondern Christus lebt in mir! Jesu! ich bin in dir, o halte mich fest mit deiner Gnade! Gib, daß ich die Gefahren sehe, durch die ich von dir getrennt werden fann; daß ich die Versuchungen beseitige, bie mich von dir losreißen wollen. Laß mich nur in dir leben, seyn und schweben, damit mein Wandel ein Wandel im Himmel sey. Herrsche in mir, du bift mein König und Herr! Regiere meinen Willen, daß er nichts suche, verlange und wünsche, Kommuniongebete. als was du in mir sucheft, verlangest und wünscheft. Mache du mich würdig deiner Verbeißungen, mit denen du uns in diesem Leben, voll des Kampfes und der Trübsale, trösten willst. Amen. 551 Dankgebet des heil. Thomas von Aquin. Allmächtiger Vater, ewiger Gott! ich danke dir, daß du dich herabgelassen hast, mich unwürdigen Sünder, ohne mein Verdienst, aus bloßer Gnade und Erbarmung, mit dem foftbaren Leibe und Blute deines Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, zu speisen. Ich bitte dich, laß diesen heiligen Genuß mir nicht zur Schuld, sondern zur heilsamen Errettung von allem llebel gereichen. Laß mich in dieser heiligen Kommunion Stärkung meines Glaubens und Kräftigung guter Gesinnungen finden! Reinige mich durch ihre Gnadenwirkungen von meiner Sündhaftigkeit, Begierlichkeit und Lüsternheit, und vermehre in mir die Liebe, Geduld, Demuth, den Gehorsam und alle Tugenden, durch die ich dir allein wohlgefällig werden kann. Laß, o Herr! diese heilige Kommunion mich gegen alle sichtbaren und unsichtbaren Feinde beschüßen, und alle unordentlichen Regungen des Fleisches und Geistes bezähmen; sie schließe mich stets fester an dich und führe mich glücklich zum Ziele. Dann wollest du mich zu jenem unaussprechlichen Gastmahle führen, wo du mit dem Sohne und dem heiligen Geiste deinen Heiligen bist das wahre Licht, die volle Sättigung, die ewige Freude und die vollendete Seligkeit. Amen. Aufopferung. O Jesu! ich opfere dir auf diese heilige Kommunion zur Verherrlichung der allerheiligsten Dreieinigkeit, zum dankbaren Gedächtnisse deines bittern Leidens und Sterbens, zur Danksagung für alle mir jemals erzeigten Wohlthaten; für das Wohl meiner 552 Litaneten. Freunde und Feinde, und für alle diejenigen, für welche zu beten ich verpflichtet bin. Sieh', o göttlicher Erlöser! mit Wohlgefallen herab auf diese meine Gelübde, mache sie würdig und vollbringe fie durch deine Gnade. Amen: Litaneien. Litanet von der Hochheiligen Dreifaltigkeit. Herr, erbarine bich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! Chriftus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Gott, einfach in der Wesenheit, Gott, dreifach in den Personen, Gott Vater, Sohn und heiliger Geißt, Du ungezeugter Vater, Du eingeborner Sohn, Du vom Vater u. Sobne zugleich ausgehender Geist, Gott Bater, du allmächtiger Schöpfer, Gott Sohn, du liebender Erlöser, Gott heiliger Geist, du seligmachender Tröster, Dunermeßliche Allmacht des ewigen Baters, Dunerforschliche Weisheit des göttlichen Sohnes, O unerschöpfliche Güte des beil. Geistes, D Gott und Herrscher der Heerschaaren, D Gott und Richter der Menschen, O Gott und Heiliger der Gläubigen, Gott Vater, tu Anfang unsers Glaubens, Gott Sohn, du Ursache unserer Hoffnung, Gott heiliger Geist, du Quelle unserer Liebe, Du unsterblicher, unveränderlicher und unbegreiflicher Gott, ¡ aajun piq awaqi Litaneien. Du allwissender, allgegenwärtiger und allmächtiger Gott, erbarme dich unser! Du heiliger, gerechter und barmberziger Gott, erbarmezc. Du höchstes, vollkommenstes Wesen, erbarme 2c. Sey uns gnädig! Erhöre uns, hochheil. Dreifaltigkeit! Vor allem Uebel, 3or allem Zorne, Vor Stolz und Eitelkeit, 553 Vor Verirrungen unsers schwachen Verslandes, Bor Unglauben und Aberglauben, Vor unordentlicher Anhänglichkeit an das Irdische, Vor Trägheit in deinem heil. Dienste, Durch deine unermeßliche Almacht, Durch deine unendliche Weisheit, Durch deine reiche Gürigkeit, Durch die Ewigkeit deiner Herrlichkeit, Durch die Unerforschlichkeit deiner Ratbschlüsse, Durch die Größe deiner Liebe und Erbarmungen, Wir arme Sünder! Wir bitten dich, erhöre uns! Daß wir das Glück, dich zu fennen, stets gehö rig schätzen mögen, og' sun sagvarss¡ sun sights in Daß wir deinen heiligsten Namen immerfort preisen und verherrlichen mögen, Daß wir dir in Wahrheit und Gerechtigkeit dienen mögen, Daß wir deine heil. Gebote gewissenhaft erfüllen mögen, Daß wir dich über Alles und unsern Nächsten wie uns selbst lieben mögen, Daß wir des ewigenReiches theilhaftig werdenmögen Hochheilige Dreieinigkeit! O bu Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes 2c. Erhöre uns, o Herr! D du Lamm Gottes 2c. Erbarme dich unser, o Herr! Heilige Dreieinigkeit, höre uns! 554 Litaneien. Heilige Dreieinigkeit, erhöre uns! Vater unfer 2c. V Preiset den Vater mit dem Sohne u. dem h. Geiste! Lobet u. verherrlichet ihn von Ewigkeit zu Ewigkeit. Lasset uns beten! Allmächtiger, ewiger Gott! der du deinen Dienern die Gnade ertheilet hast, daß sie in dem Bekenntnisse des wahren Glaubens die Herrlichkeit der ewigen Dreifaltigfeit erkennen, und in der machtvollen Majestät die Einheit anbeten, verleihe uns, daß wir durch die Festigkeit eben dieses Glaubens vor aller Widerwärtigkeit beschützet werden. Durch unsern Herrn Jesum Chriftum, deinen Sohn, welcher mit dir lebet und regieret in Einigkeit des heil. Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Litanei vom allerheiligsten Namen Jesu. Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Chriftus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geift, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Jesus, du Sohn des lebendigen Gottes, Jesus, du Sohn Davids, Jesus, du Sohn der Jungfrau Maria, Du heiligster Jesus, Du allmächtiger Jesus, Du vollkommenster Jesus, Du stärkster Jesus, Du glorwurdigster Jesus, Du gütigster Jesus, Du liebster Jesus, Du süßester Jesus, Du wunderbarlichster Jesus, ¡ alun piq siqi Litaneien. Du holdseligster Jesus, Du ehrwürdigster Jesus, Jesus, du Heiland der Welt, Sey uns gnädig! Sey uns gnädig! Von allem Uebel, Von aller Gefahr, Von deinem Zorne, Jesus, du Mittler zwischen Gott und den Menschen, Jesus, du guter Hirt, Comme Jesus, unsere Zuflucht, Du gnädigster Jesus, Du sanftmüthigster Jesus, Du liebreichster Jesus, Jesus, du getreuester Liebhaber, Jesus, du wahres Licht, Jefus, du ewige Weisheit, Jesus, du unendliche Gütigkeit, Jesus, du Eiferer der Seelen, Jesus, du köftliches Kleinod, Jesus, du Spiegel der Vollkommenheit, Jesus, du Vorbild der Tugend, Jesus, du Vater der Armen, Jesus, du Trost der Betrübten, Jesus, du Freude der Engel, Jesus, du König der Patriarchen, Jesus, du Erleuchter der Propheten, Jesus, du Meister der Apostel, Jesus, du Lehrer der Evangelisten, Jesus, du Stärke der Martyrer, Jesus, du Licht der Beichtiger, Jesus, du Bräutigam der Jungfrauen, Jesus, du Krone aller Heiligen, Verschone uns, o Jesu! Erhöre uns, o Jesu! Erlöse uns, o Jesu! 555 Von den heimlichen Nachstellungen des Teufels, Von Pest, Hunger und Krieg, Von Uebertretung deiner Gebote, jaajun piq siqi Erlöse uns, o Jesu! 556 Litaneien. Durch deine Menschwerdung, Durch deine Anfunft, Durch deine Geburt, Durch deine Mühe und Arbeit, Durch dein heiliges Fasten, Durch deine Schmerzen, Durch deine Geißelung, Durch deinen Tod, Durch deine Auferstehung, Durch deine Himmelfahrt, Erlöse uns, o Jesus! Durch deine Freude, Durch deine große Herrlichkeit, Durch die allerfeligste Jungfrau, deine Mutter, Durch die Fürbitte aller Heiligen, D du Samm Gottes u. f. w. Berschone uns, o Jesu! du Lamm Gottes u. f. w. Erhöre uns, o Jesu! du Lamm Gottes u. s. w. Erbarme dich zc. Jesus, höre uns! Jesus, erhöre uns! Herr, erbarme rich unser! Christus, erbarme dich unser! Bater unser u. f. w. Der Name des Herrn sey gepriesen! Von nun an bis in Ewigkeit. V Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn, Der Himmel und Erde erschaffen hat. V Herr, erhöre mein Gebet! B Und laß mein Rufen zu dir fommen! Lasset uns beten! Herr, Jesu! deffen Namen niemand aussprechen fann, als durch den heiligen Geift, wir bitten dich, daß du uns, die wir in demselben heil. Geiste diesen deinen allerheiligsten Namen anrufen, von unsern Sünden gnädig befreien mögest, der du lebeft und regiereft mit Gott dem Vater in Einigkeit des heil. Geistes von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Litaneien. Litanei vom allerheiligsten Altarssacramente. Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater von dem Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Du Brod der Engel, Du lebendiges Brod, das vom Himmel gekommen ist, Du Brod, das alle Süßigkeit in sich einschließt, Du Brod, das der Welt das Leben gibt, Du verborgener Gott und Heiland, Du Frucht vom Baume des Lebens, Du Quelle der Gnaden, Du reines Opfer, Du unbeflecktes Opfer, Du immerwährendes Opfer, Du Schaß der Gläubigen, Du Erquickung gottseliger Gemüther, Du Denkmal der göttlichen Bunderwerke, Du Versöhnung der Sünder, Du Band des Friedens und der Liebe, 557 Du Trost der Betrübten, Du Spise der Hungernden, Du Arznei der Kranken, jaajun( piq suavqi Du Wegzehrung der Sterbenden, Du Unterpfand der künftigen Herrlichkeit, Sy uns gnädig! Verschone uns, o Herr! Sey uns gnädig! Erhöre uns, o Herr! Vom unandächtigen, oder gar unwürdigen Genusse deines heit. Fleisches und Blutes, Erlöse uns, o Herr! 558 Litaneien. Von jeder Entehrung dieses heiligsten Geheimniffes, Von der Begierlichkeit der Augen, Von der Hoffart des Lebens, Von aller Anreizung zur Sünde, Durch das Verlangen, mit welchem du die Ostern in dieser Speise mit deinen Jüngern haft halten wollen, Durch die tiefe Demuth, mit welcher du vor Einsegung dieses heil. Sacramentes deinen Jüngern die Füße gewaschen hast, Durch die brennende Liebe, mit welcher du dieses heiligste. Sacrament am Vorabend deines Leidens eingeseßet haft, Durch dein heiliges Fleisch und Blut, das du uns in diesem heiligsten Sacramente zur Speise gibst, Wir arme Sünder, Wir bitten dich, erhöre uns! Daß du den Glauben nnd die Ehrerbietigkeit gegen dieses heiligste Geheimniß in uns stärken und erhalten wollest, Daß du unsere Seelen mit wahrer Andacht is gegen dieses heiligste Sacrament erfüllen wolleft, Daß du eine große Begierde nach dem öftern Genusfe dieses heiligsten Sacramentes in uns erwecken wolleft, Daß wir dieses heiligste Sacrament nie ohne vorhergegangene sorgfältige Prüfung und Vorbereitung genießen mögen, Daß durch den Genuß dieses heiligsten Sacramentes du, o Jeful in uns, und wir in bir verbleiben mögen, Daß wir fraft dieses heiligsten Sacramentes nicht mehr der Welt, sondern dir allein leben mögen, Erlöse uns, o Herr! Wir bitten dich, erhöre uns! Litaneien. 559 Daß wir einst nicht anders, als mit diesem Brode des Lebens gestärkt, aus dieser Welt abscheiden mögen, Daß wir durch den Genuß dieses heiligsten Sacramentes einst ewig leben mögen, Du Sohn Gottes! O du Lamm Gottes 2c. Verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes 2c. Erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes 2c. Erbarme dich unser, o Herr! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unfer! Bater unfer u. f. w. Der gütige und barmherzige Herr hat ein Denkmal seiner Wunder errichtet. Wir bitten dich, erhöre uns! Be Denen, die ihn fürchten, hat er eine Speise gegeben. V Herr, du haft ihnen Brod vom Himmel gegeben. Das alle Süßigkeit in sich begreift. Herr, erhöre mein Gebet! B Und laß mein Rufen zu dir kommen. Laffet uns beten! D Gott, der du uns in dem wunderbaren Sacramente das Andenten deines Leidens hinterlaffen haft, verleihe, daß wir die heiligen Geheimnisse deines Fleisches und Blutes also verehren, daß wir der Früchte deiner Erlösung immertar theilhaftig werden mögen, der du lebest und regiereft mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Litanei vom Leiden Jesu Chrifti. Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme zc. 560 . Litaneien. Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Du für uns leidender und sterbender Jesus, Du bis in den Tod betrübter Jesus, Du Gott ergebener Jesus, Du gebundener Jesus, Du verhöhnter Jesus, Du unschuldig verurtheilter Jesus, Du gegeißelter Jesus, Du mit Dornen gefrönter Jesus, Du mit dem Kreuze beladener Jesus, Du gefreuzigter Jesus, Durch deine Todesangst am Delberge, Durch deinen blutigen Schweiß, Durch dein dreimaliges Angstgebet zum Vater, Durch deine Geduld mit den schlafenden Jüngern, Durch deine Sanftmuth" gegen Judas, den Verräther, Durch deine ehrwürdige Majestät bei der Gefangennehmung, Durch die harten Bande und Schläge, Durch die Vorstellung bei Annas und Kaiphas, Durch den schmerzlichen Backenstreich, Durch die ungerechte Anklage und Verurtheilung, Durch dein geheimnisvolles Schweigen, Durch dein herrliches Zeugniß für die Wahrheit, Durch die Beschimpfung deines heil. Angesichtes, Durch die Verspoutung deines königlichen Namens, Durch die erduldete Lästerung deiner heiligen Gottheit, Durch deine Verhöhnung vor Pilatus und Herodes, Durch das ungerechte Todesurtheil, Durch deinen willigen Gehorsam bis zum Tode des Kreuzes, Durch die schmerzhaften Wunden deines heiligen Leibes, Erbarme dich unser! Litaneien. Durch die schmerzliche Beraubung deiner Kleider, Durch deine unaussprechlichen Schmerzen bei Anheftung an das Kreuz, Durch deine dreistündigen Leiden am Kreuze, Durch dein vergossenes fostbares Blut, Durch das Gebet der Liebe für deine Kreuziger, Durch deine göttliche Huld gegen den reumüthigen Schächer, Durch die zärtliche Liebe gegen deine Mutter und gegen Johannes, Durch deinen heißen Durst und deine bange Verlassenheit, Durch die bittere Galle und Essig, die man dir darreichte, Durch deinen harten Todeskampf, Durch die siegreiche Bollendung deines Leidens, Durch das sanfte Neigen deines Hauptes, Durch die Eröffnung deiner heil. Seite, Durch die Abnahme vom Kreuze, Durch dein heiliges Begräbniß, Sey uns gnädig! Verschone uns, o Herr! Sey uns gnädig! Erhöre uns, o Herr! Von allem Uebel, Erlöse uns, o Herr! Von aller Sünde, Von einem unglückseligen Lode, Vom Wanken im Glauben, Von Muthlosigkeit im Leiden, Von aller Geringschätzung deines heiligen Leidens und Sterbens, 561 Durch deine heiligen fünf Wunden, Durch deine Liebe zu allen Leidenden, Durch deine Erbarmung gegen reumüthige Sünder, Durch die Wahrhaftigkeit beiner Verheißungen, Wir arme Sünder! Wir bitten dich, erhöre uns! 36 jaajun( piq suavgið jaasco' gun algii 562 Litaneien. Daß du uns durch Betrachtung deines heiligen Leidens und Sterbens Gnade verleihen wollest, Daß du uns in jeder Betrübniß durch deine erlittene Angst trösten wolleft, Daß du durch deine blutige Geißelung die Luft zur Sünde in uns töbten wollest, Daß du uns durch deine unbesiegte Sanftmuth von allem Zorne behüten wolleft, Daß du uns liebe zum Kreuze einflößen wolleft, Daß du uns durch deine heiligen Wundmale vor allen Sünden bewahren wolleft, Daß du uns durch dein Leiden und Sterben von aller Anhänglichkeit an die vergänglichen Dinge losmachen wolleft, Daß du uns im Tode durch dein kostbares Blut erquicken wolleft, O du Lamm Gottes 2c. Verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes 2c. Erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes 2c. Erbarme dich unser, o Herr! Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Vater unser u. s. w. Wir beten dich an und preisen dich, Herr, Jesus Christus! B Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöset. ¡ sun saggis' piq using it Laffet uns beten! Wir bitten dich, o Herr! sieh' gnädig auf diese deine Gemeinde herab, für welche unser Herr Jesus Christus sich den Händen der Sünder überlassen und die Marter des Kreuzes erdulden wollte, der mit dir lebet und regieret in Einheit des heil. Geiftes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Litaneien. Litanei vom heiligen Geifte. Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr erbarme dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater von dem Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Du Geist des Trostes, Du Geift der Weisheit und des Verstandes, Du Geist des Rathes und der Stärke, Du Geist der Erkenntniß und der Gottseligkeit, Du Geift der Furcht des Herrn, Du Geist des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, Du Geist der Wahrheit, Du Geist der beständigen Freude und des Friedens, Du Geift der Geduld und Sanftmuth, Du Geist der Güte und Mäßigkeit, Du Geist der Unschuld und Keuschheit, Du Geist der auserwählten Kinder Gottes, Du Führer und Heiligmacher der Chriftgläubigen, Du Erforscher der menschlichen Herzen, Du Ausspender der Gnaden, Du Tröfter der Betrübten, Du Freude der Engel, Du Erleuchter der Patriarchen, Du Einsprecher der Propheten, Du Lehrer der Apostel, Du Stärke der Martyrer, Du Troft der Beichtiger, Du Reinigkeit der Jungfrauen, Du Freude aller Heiligen, 36* 563 Erbarme dich unser! 564 Litaneien. Sey uns gnädig! Verschone uns, o heiliger Geift! Sey uns gnädig! Erhöre uns, o heiliger Geift! Sey uns gnädig! Erlöse uns, o heiliger Geift! Bon allem Uebel, Von aller Sünde, Von allen Versuchungen des Teufels, Von Vermessenheit und Verzweiflung, Von Widerstrebung gegen die erkannte Wahrheit, Von Neid und Mißgunft, Von verstocktem und unbußfertigem Herzen, Vom Irrthum und Unglauben, Von dem Geiste der Unzucht, Von aller Unreinigkeit des Leibes und der Seele, Von aller Trägheit und allem Verdrusse im göttlichen Dienste, to' sun atgri Von unmäßiger Traurigkeit, Vom gähen und unversehenen Tode, Durch die wunderbare Kraft, mit welcher du die Mutter des Heilandes überschattet haft, Durch die Herabsteigung in Gestalt einer Taube über Jesus, da er getauft wurde, Durch die Ausgießung in Gestalt feuriger Zungen über die Jünger Chrifti, Am Tage des Gerichtes; Wir bitten dich, erhöre uns! Daß du uns verschonest, Daß du die Glieder der wahren Kirche beleben und heiligen wolleft, Daß du uns deine göttliche Gnade verleihen wolleft, Daß du uns in der wahren Gottesfurcht erziehen wolleft, Daß du uns die Gnade des Gebetes und der wahren Andacht ertheilen wolleft, Daß du alle unsere Gedanken zu deiner Ehre richten wolleft, Daß du uns ein demüthiges Herz geben wolleft, Wir bitten dich, erhöre uns! Litaneten. Daß du Geduld und Sanftmuth in uns einpflanzen wolleft, Daß du unser Herz zur mahren Liebe und christlichen Barmherzigkeit neigen wolleft, Daß du einen reinen Geist und ein unbeflecktes Herz in uns schaffen wolleft, Daß du uns in Leiden und Widerwärtigkeiten stärken wolleft, Daß du unserm Gemüthe wahren Frieden und Ruhe geben wolleft, Daß du uns in deiner Gnade bestätigen wolleft, Daß du uns zum ewigen Leben führen wolleft, O du Lamm Gottes 2c. Sende uns den hei ligen Geist!( wird dreimal gebetet) 565 Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Bater unser u. s. w. Sende deinen Geist aus, und Alles wird neu geschaffen werden. B Und du wirst das Angesicht der Erde erneuern. Herr, erhöre mein Gebet! Und laß mein Rufen zu dir fommen! Litanei von der göttlichen Vorsehung. Wir bitten dich, erhöre uns! Laffet uns beten! D Gott! der du die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des heil. Geistes gelehret haft, verleihe uns die Gnade, daß wir in demselben Geifte, was Recht ist, verstehen und seines Trostes uns allzeit erfreuen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Herr, erbarme dich unser! Chriftus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! 566 Litaneten. Gott, allmächtiger Schöpfer Himmels und der Erde, Allwissender und allweiser Gott! Allmächtiger und allgütiger Gott! Langmüthiger und barmherziger Gott! du höchstes und liebenswürdigstes Gut! Der du dich aller deiner Geschöpfe erbarmest, Der du Alles, was da lebt, mit Segen erfüllest, Der du die Lilien und Blumen des Feldes bekleideft, Der du Nahrung dem Vieh, und den jungen Raben Speise bereitest, Der du Alles zum Dienste der Menschen erschaffen haft, Der du Älles mit Weisheit und Liebe erhältst und regiereft, Der du die zeitlichen Trübsale zu unserer Prüfung und Besserung schickest, Der du denen, die dich lieben, alles zum Beßten lenkest, Der du alle Haare unseres Hauptes zählest, Der du die christliche Geduld mit ewigen Freuden belohnest, Gott, unser einziger Tröster und Helfer, Sey uns gnädig! Verschone uns, o Herr! Sey uns gnädig! Erhöre uns, o Herr! Von allem Uebel des Leibes und der Seele, Erlöse uns, o Herr! Von allem Murren und Klagen wider deine heiligsten Anordnungen, Von Kleinmuth und Ungeduld, Von überflüssigen Sorgen für das Zeitliche, Von zu großem Vertrauen auf Reichthum und Menschengunft, Von allem Mißbrauche deiner Gaben und Wohlthaten, ¡ aslun piq suvgqin Von aller Lieblosigkeit gegen den nächsten, Von aller Verhärtung in der Sünde, Von Hagel, Mißwachs und Theuerung, Erlöse uns, o Herr! Litaneien. Wir arme Sünder! Wir bitten dich, erhöre uns! Daß wir immer auf deine göttliche Vorsehung vertrauen, Daß wir im Glücke nicht hochmüthig und gottvergessen werden, Daß wir im Unglücke nicht mißtrauisch und ungeduldig werden, Daß wir allen deinen Fügungen uns findlich unterwerfen, Daß wir deinen Namen preisen, du magst geben oder nehmen, Daß dein Wille wie im Himmel, also auch auf Erden geschehe, Daß du uns gebeft, was wir zur Erhaltung unseres Lebens bedürfen, Daß du in der Betrübniß Troft und Hilfe uns sendest, Daß uns die Trübsale zur Besserung unseres Lebens verhelfen, Daß du uns in allen Widerwärtigkeiten stärkest und zur Tugend führeft, Daß du uns Allen für die zeitlichen Leiden die ewigen Freuden ertheilest, Daß du unsere geistlichen und weltlichen Obrigfeiten mit dem Geiste der Weisheit und Frömmigkeit erfülleft, Daß du unsere Arbeiten und Geschäfte segnest und zu unserm Besten lenkest, Daß wir einst ewig deine heilige Vorsehung im Himmel preisen und loben, O du Lamm Gottes 2c. Erbarme dich unser! 567 ( wird dreimal gebetet) Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Vater unser u. f. w. Isun saggis' piq using t 568 Litaneten. Aller Augen sehen auf dich, o Herr! Und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit und erfüllest Alles, was da lebt, mit deinem Segen. Herr, erhöre mein Gebet! Und laß mein Rufen zu dir kommen! Laffet uns beten! O Gott! dessen Vorsehung in ihren Anordnungen nie irret, in ihren Führungen nie das Ziel verfehlt, wir flehen zu dir, daß du alles Schädliche von uns entfernen und alles Heilsame uns schenken wollest, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Litanei von der allerseligsten Jungfrau. Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater von dem Himmel, Erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme 2c. Gott heiliger Geift, erbarme 2c. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme 2c. Heilige Maria, Bitt für uns! Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Christi, Mutter der göttlichen Gnade, Du reinste Mutter, Du keuschefte Mutter, Du ungeschwächte Mutter, Du unbefleckte Mutter, Du liebliche Mutter, Du wunderbare Mutter, Du Mutter des Schöpfers, Du Mutter des Erlösers, Du allerweisefte Jungfrau, Bitt für uns! Litaneien. Du ehrwürdige Jungfrau, Du lobwürdige Jungfrau, Du mächtige Jungfrau, Du gütige Jungfrau, Du getreue Jungfrau, Du Spiegel der Gerechtigkeit, Du Sig der Weisheit, 569 Du Ursache unserer Freude, Du geistliches Gefäß, Du ehrwürdiges Gefäß, Du vortreffliches Gefäß der Andacht, Du geistliche Rose, Du Thurm Davids, Du elfenbeinerner Thurm, Du golbenes Haus, Du Ärche des Bundes, Du Pforte des Himmels, Du Morgenstern, Du Heil der Kranken, Du Zuflucht der Sünder, Du Trösterin der Betrübten, Du Helferin der Christen, Du Königin der Engel, Du Königin der Patriarchen, Du Königin der Propheten, Du Königin der Apostel, Du Königin der Martyrer, Du Königin der Beichtiger, Du Königin der Jungfrauen, Du Königin aller Heiligen, Ddu Lamm Gottes 2c. Verschone uns, o Herr! Ddu Lamm Gottes 2c. Erhöre uns, o Herr! Bitt für uns! O bu Lamm Gottes 2c. Erbarme dich unser, o Herr! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Herr, erbarme dich unser! Chriftus, erbarme dich unser! Litaneien. 570 Herr, erbarme dich unser! Vater unser u. s. w. y Bitt für uns, o heilige Gottesgebärerin! Auf daß wir würdig werden der VerheißungenChrifti. Laffet uns beten! Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin! Verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöthen, sondern erlöse uns allzeit von aller Gefahr. O du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau, unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin! Versöhne uns mit deinem Sohne, empfehle uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne. Amen. Litanei von allen Heiligen. Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater von dem Himmel, Erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme 2c. erbarme zc. Gott heiliger Geist, erbarme zc. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Heilige Maria, Bitt für uns! Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Heiliger Michael, Heiliger Gabriel, Heiliger Raphael, ¡ sun and ma Alle heilige Engel und Erzengel, bittet für uns! Alle heilige Chöre der seligen Geifter, bittet 2c. Heiliger Johannes der Täufer, bitt' für uns! Heiliger Joseph, bitt für uns! Alle heilige Patriarchen und Propheten, bittet 2c. Heiliger Petrus, bitt für uns! Heiliger Paulus, bitt für uns! Heiliger Andreas, bitt für uns! Litaneien. Heiliger Jakobus, Heiliger Johannes, Heiliger Thomas, Heiliger Philippus, Heiliger Bartholomäus, Heiliger Matthäus, Heiliger Thaddäus, Heiliger Matthias, Heiliger Barnabas, Heiliger Lukas, Heiliger Markus, Bitt für uns! Alle heilige Apostel und Evangeliften, bittet für uns! Alle heilige Jünger des Herrn, bittet für uns! Alle unschuldige Kinder, bittet für uns! Bitt für uns! Heiliger Stephanus, Heiliger Laurentius, Heiliger Vincentius, Heilige Fabianus und Sebastianus, Heilige Johannes und Paulus, Heilige Cosmas und Damianus, Heilige Gervasius und Protasius, Alle heilige Martyrer, bittet für uns! Heiliger Silvester, Heiliger Gregorius, Heiliger Ambrofius, Heiliger Augustinus, Heiliger Hieronymus, Heiliger Martinus, Heiliger Nicolaus, 571 Bittet für uns! Bitt für uns! Alle heilige Bischöfe und Beichtiger, bittet für uns! Alle heilige Kirchenlehrer, bittet für uns! Heiliger Antonius, Heiliger Benediktus, Heiliger Bernardus, Bitt für uns! Heiliger Dominifus, Heiliger Franziskus, Alle heilige Priester und Leviten, bittet für uns! 572 Litaneien. Alle heilige Mönche und Einsiedler, bittet für uns! Heilige Maria Magdalena, bitt für uns! Heilige Agatha, Heilige Lucia, Heilige Agnes, Heilige Cäcilia, Heilige Katharina, Heilige Anaftafia, Bitt für uns! Alle heilige Jungfrauen und Wittfrauen, bittet für uns! Alle Auserwählte Gottes, bittet für uns! Sey uns gnädig! Verschone uns, o Herr! Sey uns gnädig! Erhöre uns, o Herr! Sey uns gnädig! Erlöse uns, o Herr! Von allem Uebel, Von aller Sünde, Von deinem Zorne, Von dem jähen und unversehenen Tode, Von heimlichen Nachstellungen des Teufels, Vom Zorne, Hasse und allem bösen Willen, Vom Geiste der Unkeuschheit, Vom Blige und Ungewitter, Vom ewigen Tode, Durch das Geheimniß deiner heiligen Menschwerdung, Durch deine Anfunft, Durch deine Geburt, Durch deine Taufe und heiliges Fasten, Durch dein Kreuz und Leiden, Durch deinen Tod und Begräbniß, Durch deine heilige Auferstehung, Durch deine wunderbare Himmelfahrt, ¡ aaac a' sun algas Durch die Ankunft des heiligen Geistes, des Trösters, Am Tage des Gerichtes, Wir arme Sünder! Wir bitten dich, erhöre uns! Daß du uns verschonest, wir bitten dich 2c. Daß du uns die Sünden verzeihest, wir bitten sc. Litaneien. Daß du uns zur wahren Buße bekehrest, Daß du deine heilige Kirche leiten und erhalten wolleft, Daß du den apostolischen obersten Hirten und alle geistliche Stände in der heiligen Neligion erhalten wolleft, Daß du die Feinde der heiligen Kirche erniedrigen wolleft, Daß du den christlichen Königen und Fürsten Frieden und Einigkeit verleihen wollest, Daß du deinem ganzen christlichen Volke Frieden und Einigkeit verleihen wollest, Daß du uns in deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wolleft, Daß du unsere Gemüther zur himmlischen Begierde erheben wollest, Daß du alle unsere Wohlthäter mit den ewigen Gütern belohnen wollest, Daß du unsere und unserer Brüder, Freunde und Gutthäter Seelen vor der ewigen Verdammniß bewahrest, Daß du die Früchte der Erde geben und erhalten wolleft, 573 ¡ sun saghas' piq using a Daß du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wolleft, Daß du uns erhören wolleft, Du Sohn Gottes, D bu Lamm Gottes 2c. Verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes 2c. Erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes 2c. Erbarme dich unser, o Herr! Chriftus, höre uns! Christus, erhöre uns! Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Vater unser u. s. w. V Und führe uns nicht in Versuchung, B Sondern erlöse uns von dem Uebel. 574 Litaneien. O Gott! merke auf meine Hilfe: Herr, eile mir zu helfen! Es sollen schamroth und zu Schanden werden, bie meiner Seele nachstreben. Es sollen zurückweichen und beschämt werden, die mir Uebels wollen. Eilends sollen sie mit Schande zurückweichen, die mir höhnisch zureden. Aber frohlocken sollen und sich freuen in dir Alle, die dich suchen, und die dein Heil lieben, sollen immerdar sprechen: Hochgelobt sey der Herr! Ich aber bin arm und elend: Gott, hilf mir! Mein Helfer und mein Erlöser bist du: Herr, säume nicht! Ehre sey dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste! Wie im Anfange 2c. 2c. Hilf deinen Dienern, mein Gott, Die auf dich trauen. V Sey uns, o Herr! ein starker Thurm! B Vor dem Angesichte des Feindes. Laß den Feind nichts an uns gewinnen, B Und der Boshafte schade uns nicht. V Herr, verfahre nicht mit uns nach unsern Sünden, B Und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. Laßt uns beten für unsern obersten Hirten N. Der Herr bewahre ihn und erhalte ihn am Leben; er beglücke ihn auf Erden, und übergebe ihn nicht in den Willen seiner Feinde. Laßt uns beten für unsere Gutthäter! Herr, schenke Allen, die uns Gutes thun, deines Namens wegen das ewige Leben. Amen. V Laßt uns beten für die abgestorbenen Chriftgläubigen! B Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen! Litaneien. Laß sie ruhen in Frieden! 575 B Amen. V Laßt uns beten für unsere abwesenden Brüder! Be Errette deine Diener, o Gott! die auf dich hoffen. V Sende ihnen Hilfe von deinem Heiligthum! B Und von Sion aus beschüße sie. Herr, erhöre mein Gebet! Und laß mein Rufen zu dir fkommen! Lasset uns beten! D Gott! dem es eigen ist, sich allzeit zu erbarmen und zu verschonen, nimm unser Flehen gnädig auf, und laß uns und alle deine Diener, die mit den Banden der Sünde gefesselt sind, durch deine unendliche Barmherzigkeit von denselben erlöset werden. Wir bitten dich, o Herr! erhöre unser demüthiges Gebet, und schone derjenigen, die ihre Sünden reumüthig bekennen, und ertheile uns gnädig Verzeihung und zugleich den Frieden. Erzeige uns, o Herr! deine unaussprechliche Barmherzigkeit, indem du uns von allen Sünden erledigeft, und die Strafe, die wir dafür verdienen, gnädig abwendest. Gott! der du durch die Sünde beleidiget und durch die Buße versöhnet wirst, sieh' an das bemüthige Gebet deines Volfes und wende ab die Geisfel deines Zornes, die wir durch unsere Sünden verdienen. Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme dich deines Dieners, unsers obersten Hirten N., und leite ihn nach deiner Güte auf dem Wege des ewigen Heiles, damit er durch deine Gnade, nach dem, was dir gefällt, trachte, und es mit aller Kraft in's Werk sege. D Gott! von dem die heiligen Begierden, guten Anschläge und gerechten Werke entspringen, gib deis nen Dienern den Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen sich deinen Geboten erge 576 Litaneien. ben, wir durch deinen Schuß von der Furcht der Feinde befreit, und unsere Zeiten ruhig seyn mögen. D Herr! entzünde unsere Herzen und Nieren mit dem Feuer des heiligen Geistes, damit wir dir mit keuschem Leibe dienen und mit reinem Herzen gefallen mögen. D Gott! du Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, ertheile den Seelen deiner Diener und Dienerinnen die Nachlassung aller Sünden, damit sie die Verzeihung, die sie allzeit gewünscht haben, durch das andächtige Gebet erhalten mögen. D Herr! wir bitten bich, du wolleft unferm Thun und lassen mit deiner Gnade zuvorkommen, und dasselbe durch deine Hilfe unterstügen, damit all unser Gebet und unser Wirken von dir jederzeit anfange und durch dich geendigt werde. Allmächtiger, ewiger Gott! der du über die Lebendigen und Tobten herrscheft, und dich aller jener erbarmest, von denen du vorausweißt, daß sie durch den Glauben und die Werke dir angehören werden: wir bitten dich demüthig, daß diejenigen, für welche zu beten wir uns vorgenommen haben, und die entweder noch auf dieser Welt im Fleische sind, oder nach abgelegtem Leibe schon in der fünftigen Welt sich befinden, auf die Fürbitte aller deiner Heiligen, durch deine allgütige Barmherzigkeit, die Nachlaffung aller ihrer Sünden erlangen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn, deinem Sohn, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Der allmächtige und barmherzige Herr erhöre uns! B Amen. Und bie Seelen der Gläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden. B Amen. Allgemeine Gebete. Gebet für das allgemeine Anliegen der Christenheit. Allmächtiger, ewiger Gott, Herr, himmlischer Bater! fieh' an mit den Augen deiner grundlosen Barmherzigkeit unsern Jammer, Elend und Noth. Erbarme dich über alle Chriftgläubige, für welche Dein eingeborner Sohn, unser lieber Herr und Heiland, Jesus Christus, in die Hände der Sünder freiwillig gekommen ist, und sein kostbares Blut am Stamme des heiligen Kreuzes vergossen hat. Durch diesen Herrn Jesum wende ab, gnädigster Vater, die wohlverdiente Strafe, gegenwärtige und zukünftige Gefahren, schädliche Empörungen, Kriegsrüstungen, Theuerung, Krankheiten und betrübte armselige Zeiten. Erleuchte und stärke in allem Guten die geistlichen und weltlichen Vorsteher und Regenten, damit sie alles befördern, was zu deiner göttlichen Ehre, zu unserm Heile, zum Frieden und zur gemeinen Wohlfahrt der ganzen Christenheit gereichet. Verleihe uns, o Gott des Friedens! rechte Bereinigung im Glauben ohne alle Spaltung und Irrung. Bekehre unsere Herzen zu wahrer Buße und Besserung des Lebens. Zünde in uns an das Feuer der Liebe. Gib uns Hunger und Eifer zu aller Gerechtigkeit, damit wir als gehorsame Kinder im Leben und Sterben dir angenehm und wohlgefällig seyen. Wir bitten auch, wie du willst, o Gott! daß wir bitten sollen, für unsere Freunde und Feinde, für Gesunde und Kranke, für alle betrübte und elende Christen; für die Lebendigen und für die Gestorbenen. 577 Dir, o Herr! sey immer empfohlen unser Thun und Lassen, unser Handel und Wandel, unser Leben und Sterben. Laß uns hier deiner Gnade genießen, und dort mit allen Auserwählten erlangen, daß wir in ewiger Freude und Seligkeit dich loben, ehren und preifen mögen. 37 Allgemeine Gebete. Das verleihe uns, o Herr! himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn und Heiland, welcher mit dir und dem heiligen Geifte gleicher Gott lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 578 Das öffentliche Sündenbekenntniß.d Ich armer, fündiger Mensch widerfage dem bösen Feinde, allen seinen Eingebungen, Rath und That. Ich glaube an Gott den Vater, an Gott den Sohn und an Gott den heiligen Geist. Ich glaube auch gänzlich Alles, was die katholische Kirche zu glauben vorstellt. Mit diesem heiligen Glauben beichte und bekenne ich Gott, dem Allmächtigen, Maria, seiner hochwürdigen Mutter, allen lieben Heiligen, und gebe mich schuldig, daß ich von meinen findlichen Tagen an bis auf diese Stunde oft und viel gesündiget babe mit Gedanken, Worten und Werken, und Unterlaffung vieler guten Werke: wie denn solches alles geschehen ist, heimlich oder öffentlich, wissentlich oder unwissentlich; wider die zehn Gebote, in den sieben Hauptsünden, an den fünf Sinnen meines Leibes; wider Gott, wider meinen Nächsten und wider das Heil meiner armen Seele. Solche und alle meine Sünden find mir leid und reuen mich von Herzen. Darum bitte ich demüthig dich, ewigen barmherzigen Gott, du wollest mir deine göttliche Gnade verleihen, mein Leben fristen so lange, bis ich hier alle meine Sünden möge beichten und büßen, deine göttliche Huld erwerben, und nach diesem elenden Leben die ewige Freude und Seligkeit erlangen. Deßhalben flopfe ich an mein fündiges Herz und spreche mit dem öffentlichen Sünder: O Herr, Gott, sey mir armen Sünder gnädig! Amen. Meßgefang. 3 usat. Zweiter Meßgesang für Verstorbene. Introitus. Mel. 83. Die von uns geschied'nen Seelen Dir, o Vater! zu empfehlen, Nahen deinem Throne wir; Tilg', Erbarmer, ihre Sünden, Laß sie Trost und Hilfe finden, Führe sie hinauf zu dir. Vor dem Evangelium. Mel. 57. 1. Wie tröstlich ist, was Jesus lehrt: Wer an mich glaubt und mich verehrt, Der lebt und kommt nicht in's Gericht, Und sieht den Tod auf ewig nicht. 2. Wir glauben freudig an dein Wort; Ja, Herr, wir leben ewig fort. Wie kann der Tod uns schrecklich seyn? Er führt uns ja zum Leben ein. Offertorium. Mel. 78. Dir, Vater, weiben wir die Gaben Von reinem Brod und reinem Wein; Du bist's, von dem wir Alles haben, Laß sie dir wohlgefällig seyn. Mit ihnen steige unser Flehen Für die Entschlafenen empor, Laß sie in Herrlichkeit dich sehen, Dich loben mit der Engel Chor. Sanctus. Mel. 81. Der Himmelschor vereinet fich Mit deiner Kinder Flehen, 579 580 Meßgesang. Und bittet, Herr, durch Jesus dich; Laß fie dein Antlig sehen, Damit sie dort zu deinem Ruhm Bald heilig, heilig singen, Und stets in deinem Heiligthum Dir Lob und Ehre bringen. Nach der Wandlung. Mel. 112. 1. O Jesu, sieh' hernieder Von deines Kreuzes Höh'n, Erbarm' dich uns'rer Brüder, Für die wir liebend fleh'n: Von diesem Erdenpfade Tritt Reiner fleckenlos; Doch deine Lieb' und Gnade Ist ewig reich und groß. 2. Erlöser, noch umschwebet Die Todten deine Huld; In dir, o Heiland! lebet Der Tilger ihrer Schuld. SD wend' mit Wohlgefallen, Zu ihrer Seelen Ruh', Dein Todesopfer Allen In dieser Feier zu. 3. D Heiland! voll Erbarmen, Durch dein vergoff'nes Blut Erlöse bald die Armen Aus ihrer Leiden Glut. Laß fie, befreit von Mängeln, Vor beinem Throne steh'n, Und dort, im Kreis von Engeln, Dein göttlich's Antlig seh'n. Verzeichniß der Meßgesänge, Lieder und Vespern. A. Ach, sieh ihn dulden ic. Ach, wann wird doch endlich kommen ic. Adamskinder, stillt die Klagen 2c. Alle Tage fing' und sage ic. Allgütger Vater deiner Kinder 2c. Allwissender, auf dein Geheiß ic. Als einst im Angstgebete 2c.. An dem öden Jordansstrande 2c. An dich glaub' ich, auf dich hoff ich c An dieses Tages Morgenfeier 2c. Apostel, laufet eure Bahnen 2c. Auf, Christen, laßt uns wallen 2c. Auf, Christen, singt festliche Lieder 2c. Auf Gott, und nicht auf meinen Rath zc. Auf, mein Geift, fang' an zu loben 2c. Aus Gottes Heiligthume fließet 2c. B. Bauen will ich meine Kirche ic. Bereite, Jesus, unser Herz ic. Bestegt hast du des Todes Macht ic. Bespreng' mit Hyssop mich, o Herr 2c. Blick, o Gott! mit Wohlgefallen 2c. Brich, frohe Morgenröthe, an ic. Bring, Seele, Preis dem Höchsten dar ic. Christen, seht die Engelsspeise zc. Christus ist erstanden ic. D. Dahin ist abermal ein Jahr ic. Das Grab ist leer, der Held erwacht ic. Das Land, das erst erstorben war ic.. 581 37 Seite 137 54 283 301 415 207 132 44 355 178 227 371 75 361 356 2 193 480 449 1 205 257 174 8 486 83 171 200 582 Das Schicksal wird keinen verschonen ic Das Tagwerk ist vollbracht ic. Das wahre Licht der ganzen Welt zc. Deinem Heiland, deinem Lehrer 2c. Dem von Gott erwählten Volke zc. Den Lieblingsjünger preisen wir zc. Der du hoch im Himmel throneft ic. Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt Der erste Glaubenszeuge trat c. Der Freuden Rosenkranz 2c. Der Tempel ist des Himmels Pforte ic. Der Tod ist nah.. Des ersten Menschen Schuld ic. ● Des Königs Banner weht empor ic. Des starken Weibes Heldenmuth zc. Dich, Maria, grüßen 2c. Die Ankunft des Erlösers naht zc. Die Auferstehung und das Leben. Die ernste Trauerzeit ist da ic. Die Glocke, die wir heute weih'n 2c. Die Kirche flagt im Bußgewand ic. Dies ist der Tag, den Gott gemacht ic. Die von uns geschied'nen Seelen ic. Dir, Gott, erschallen Dankgesänge ic. Droben in des Himmels Höhen ic. Du bist uns zum Heil gegeben 2c. Du Geist des Vaters und des Sohns x. Du Geist des Vaters und des Sohns ic. Du mein Schutzgeist, Gottes Engel u. Durch Adams Fall 2c. Düfter sank der Abend nieder ic. Du, unser Heiland, Jesus Chrift zc. ♦ Sin Kind ward heute uns geboren ic. Ein Ruf ertönt am Jordansstrand 2c. Ein starker Fels ist anser Hort c. Empor von dieser Erde ic. ◆ Seite 395 360 282 240 219 315 489 223 313 493 331 398 377 145 328 303 424 379 5 351 107 163 579 374 329 466 177 197 308 52 126 426 61 59 337 383 1 Erbarm' dich meiner, Gott.. Erde singe, daß erklinge ic.. Erfreut euch, fromme Seelen ic. Erfüllt ist, was der Seher spricht zc. Erkaufter Chrift durch Jesu Blut Er lebt, die Todesleiden zc. Ermuntre dich, du laues Herz ic. Eröffnet sind uns sieben Quellen ic. ◆ ♦ Erschienen ist der Siegestag c. Es ist vollbracht ic. Es kommt der Herr ic. ◆ Es neigt zum Ende sich ic. Fastet, riefen die Propheten ic. Frohe Jubellieder bringen 2c. Für unsern König beten wir c. Geboren ist zu Bethlehem ic. Gedenk, o Mensch zc. Gehet hin, ihr treue Zeugen 2c. Geist der Wahrheit, Geist der Liebe ic. Gelobet seyft du, Jesus Christ c. Gethsemane, wer ift's, der dort zc. Gott des Himmels und der Erde ic. Gott, du willst des Sünders Leben 2c. Gott, in dieses Tempels Hallen Gott ist mein Hirt, mir wird nichts mangeln Gott, überall bist du zugegen 2c. Gott, von großer Macht und Güte Gott, vor dem die Engel stehen 2c. Gott, vor dessen Thron mit Beben ic. Großer Gott, wir loben dich zc. Guter Hirte, willst du nicht ic.. ♦ $ 5. Heiland, an des Kreuzes Armen zc. Heil'ge, Hochgebenedeite ic. 583 Seite 470 66 272 90 382 175 . 147 339 188 162 254 396 111 252 . 373 78 420 196 6 439 133 368 116 345 c. 457 32 366 20 24 375 192 152 292 584 Heilig, heilig wir dich preisen 2c. Heiligste Nacht zc. Heiligste von Engelchören zc. Herodes hört mit Angst und Beben 2c. Herr, auf dein Wort erscheinen wir xc. Herr, deine Kinder nah'n ic. Herr, der du am Kreuzeßstamm zc. Herr, du unerschaffnes Wesen 2c. Herr, gib, daß die Erlösten 2c. Herr, ich rufe tiefgebeugt zu dir zc. Herr Jesu, wahrer Mensch und Gott ic. → Herr, laß uns jetzt die Lehren 2c.. Herr und Gott der ganzen Welt zc. Hier liegt vor deiner Majestät zc.. Hochheil'ges Sacrament. Hochverehret sollt ihr werden Ich, Armer, wende mich zu dir zc. Ich glaub an Gott in aller Noth ic. Jesu Christe, für uns am Kreuz ic. Jesu, Jesu, komm zu mir ic. + Jesus Christus, hier zugegen 2c. Jesus, dich lieb ich von Herzen 2c. Jesus, Krone der Jungfrauen ic. Jesus lebt, mit ihm auch ich ic. Jesus, Mittler, unser Herr 2c. ♦ Jesus wuchs heran als Knabe ic.. ♦ ◆ ♦ Ihr Auserwählte unsers Herrn 2c. Ihr Christen, preist den guten Hirten ic. Ihr Engel insgesammt ic. Ihr Engel, kommet und bereitet ic. Ihr Freunde Gottes, heilge Schaar zc. Ihr heilge Engel, die ihr dort ic. Ihr Hirten, erwacht zc. Ihr Jünger Jesu, freuet euch In Brods- und Weinsgestalten ic. ♦ Seite 334 80 299 316 28 178 6263 264 463 389 379 3 199 9 245 320 ♦ + 114 359 472 270 48 121 327 172 38 93 322 189 * 260 285 330 306 79 216 249 585 Seite i 242 In Demuth glaubend bet' ich ic. In Gott des Vaters und des Sohns c. 352 In Gottes Namen wallen wir zc. Jungfrau, Mutter, dich beglückte ic. 370 . 274 Kinder, denket ernstlich nach ic. Kommet, lobet ohne End' ic. Komm, heil'ger Geift, der du ic. Komm, heil'ger Geist, des Vaters Licht ic. Komm, heil'ger Geist, du Himmelslicht 2c. Komm, o Geist der Heiligkeit 2c. Komm, Schöpfer, Geift, in unsre Brust c. Kommt alle Kreaturen her ic. ✦ Kommt herab, ihr Himmelsheere 2c. Kommt, ihr Christen, laßt und ic. Königin der Jungfraun, große ic. S Laß das Wort, das hier erschallt 2c. Laß mich mit gerührtem Herzen ic. Laßt, Christen, uns besingen heut zc. Laßt die Kleinen zu mir kommen 2c. Liebend gab der Herr sein Leben 2c. Lobt den Herrn, ihr Himmelschöre zc. Lob und Ehre sey dir Gefalbter ic. M. Mach groß den Herrn ic. Maria, dich loben die Engel zc. Maria, du des Himmels Königin c. Mein Blick erhebet sich zu dir zc. ♦ ♦ ◆ ◆ Meinen Jesum laß ich nicht zc. Mein Herr und Heiland, tief im Staube ic. Mein Testament 2c. Melchifedech trat auf ic. Menschen pflanzen und begießen 2c. Mit Beschämung, Bater 2c. Mutter Chrifti, hocherhoben zc. ♦ 187 261 224 4 226 2 455 266 259 400 295 4 119 288 186 234 435 125 425 298 433 156 273 101 395 128 490 115 467 586 N. Nach deinem Beispiel widmen wir 2... Nun, Heiland, ist dein Werk vollbracht Nur einen Gott verehren wir ic.. D. O allseligste, mildholdseligste ic. O Auferstand'ner, deine Lehre ic.. O Chrift, beginn die Fastenzeit zc. O Chrift, bemerk' ic. O christliche Herzen 2c. O du des Höchsten ew'ger Sohn 2.. du hochheil'ges Kreuze zc.. O du mein Volk, was hab ich dir ic. O Engel Gottes, eilt hernieder 2c. O ew'ger Gott, wir bitten dich 2c. O Gott, du bist der Herr der Zeit ic. D Gott, du eing'ger Quell der Güter c. Gott, du wohnst in einem Lichte 2c. O Gott und Vater voll der Huld xc. D hehre Mutter urfers Herrn ic. Oheil'ger Joseph, keusch und rein ic. Dheil'ges Kreuz der Liebe zc. Jesu, du des Vaters Nuhm ic. O Jesus Christus, sey gegrüßt ic. O Jesu, wahres Licht der Welt zc. O Jungfrau Maria, du himmlische Zier c.. Okleines Bethlehem zc.. O Maria, voll der Gnaden ic. O fel'ger, heil'ger Augenblick ic. O süßester der Namen all ic. O Welterlöser, Jesus Christ ic. ● ♦ Preis ihm, er schuf und er erhält zc. Preis im Jubel Gott, du ganze Erde ic. Schmuck des Himmels, Troft der Erde sc. Schon ist der Lag von Gott bestimmt sc. ♦ 150 Seite 2427 209 354 293 6 105 244 393 336 158 142 247 372 468 278 268 385 432 317 141 464 98 95 302 91 353 344 81 324 430 451 296 381 Seele, dein Heiland ist frei von den Banden 2c. Seht das wahre Himmelsbrod zc.. Seht die Mutter voller Schmerzen zc. Sey gegrüßt, die außerkoren Sey, Himmelskönigin, gegrüßt ic.. Sey, Mutter der Barmherzigkeit zc. Sey standhaft, Chrift rc. Sey uns gegrüßt, du heil'ge Nacht zc. Sich Gottes Wohnung hier ic. Singt dem König Freudenpsalmen 2c. Singt neues Lob dem Höchsten 2c. Singt unserm Gott ein neues Jubellied zc. Sing' von des Frohnleichnams Gute ic. Staune, Himmel, staune, Erde sc.. Staunet, Völker 2c. Stern auf diesem Lebensmeere 2c. Streck aus, o Gott! die Vaterhand ic. Strenger Richter aller Sünder 2c. de Thauet, Himmel, den Gerechten 2c.( Meßgesang) Thauet, Himmel ic.( Lied) Tief in ihrem Eingeweide c. Tief in Nacht verhüllt erkannte ic. Trauernd unter Regengüssen Trauert, ihr Chöre der Engel 2c. 11. ♦ Unter der Verfolger Peinen ic. B. Vater aller Menschenkinder ic. Verleihe Frieden uns, o Herr 2. Vom Himmel fam der Gottessohn Vom höchsten Thron c. Von allen heiligen Propheten. Von dir, o Gott der Einigkeit sc. Vor dem der Himmel und die Welt 2c. 587 Seite 176 251 138 290 433 434 362 70 347 123 441 404 130 72 280 300 206 365 48 56 149 85 367 143 .323 ♦ 197 472 . 461 74 319 346 289 588 W. Wach auf, mein Herz ic. Weg, o Mensch! vom Weltgewühle ic. Weine nicht, Gott lebet noch zc. Welch ein herrliches Gepränge 2c. Welch Geheimniß ic. Welch schönes Beispiel gabst du mir ic. Wer erschwingt vom Erdenthale 2c. Wer ist wie Gott c. Wer zählt der Engel Heere c. Wie der Hirsch in schwülen Tagen ic. Wie groß ist des Allmächtgen Güte ♦ Wie herrlich strahlt das Morgenroth ic. Wie licbreich zeigst du dich zc.. ♦ Wie mich zur Welt der Vater sandte ic. Wie öde bist du, Todeshügel zc. Wie schön, wie blühend war die Erde ic. Wie schrecklich droht zc.. Wie schwer muß deine Hand ic. Wie soll mein Schmerzgefühl ic. Willst du den Heilgen recht verehren c.. Wir beten an ic.. Wir beten drei Personen ic. Wir weihen diese ernste Stätte ic. Wir werfen uns darnieder ic. Wir werfen uns im Staube nieder zc. Wunderschön prächtige zc. 3. Zu dir, mein Herr, spricht Gott 2c. Zum königlichen Lammesmahl zc. Zur stillen Trauer winft uns Allen Zu Sions Höhy'n c. Zu sterben für das Heil der Sünder 2c. • ♦ ♦ 358 104 # 364 310 60 1001 100 ** 287 309 307 390 Seite ♦ 410 170 473 341 160 202 398 391 154 326 7 232 349 14 304 294 446 428 113 228 214 Walter Köster Buchbinderei 3550 Marburg 1000 Berlin 61 Tel. 0 64 21/2 12 77 0 30/7 86 30 10 Inches Centimetres Blue 2 3 2 Cyan 5 14 17 () 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 ( O 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black