Gb 847 | Elisabetha Wimmer M. 107. wwwww Dieses thut zu meinem Andenken u. ºº, 19. 1913489806 56. IACOR વીઆ Eigenthum u. Verlag von G.J.Manz in Regensburg. Jefus, unsere Liebe, im allerheiligsten Altars- Sakramente, als Opfer, das wir darbringen, als Speise, die wir genießen, als Freund, den wir besuchen. in Unterrichts-, Gebet- und Erbauungsbuch für fromme Liebhaber und Anbeter dieses hochheiligen Geheimnisses, und für Alle, die es werden wollen. Von K. Zwickenpflug, d. 3. Domkapitular und geistlichem Rathe in Regensburg. Mit Gutheißung geistlicher Obern. Sechste, einzig rechtmäßige, Auflage. Mit einem Stahlstiche. Regensburg, 1850. Verlag von Georg Joseph Manz. G& 1847 180) # pilisärsile miplmmaido2-210lE ondepand for- hd- coimiin Hingisda meilisdchod Spelta giliml 0881 @aln Univ.- Bibl. Giessen, gar 37007708 big monjina middenmi@ moodul! ashid sdn dru ind and mand mung nipid og andsia chuo ul bd mpolul of im shuna of smo), mdl Vorwort. hon spoljulk and Jesus im allerheiligsten Altarssakramente ist ein Opfer, das wir darbringen, eine Speise, die wir genießen, ein Freund, den wir besuchen sollen. Alle Heiligen waren zärtliche Liebhaber und innige Anbeter dieses hochheiligen Geheimniſses;- in demselben, durch dasselbe und vor demselben haben sie Licht, Feuer und Gnade erhalten; Licht, wodurch ihr Geist erleuchtet, Feuer, wodurch ihr Herz entflammt, Gnade, wodurch ihre Seele geheiliget worden ist. Auch du, christliche Seele! wirst diese Wirkungen in dir erfahren, wenn du oft und andächtig diesem göttlichen Opfer beiwohnen, diese göttliche Speise genießen, diesen göttlichen Freund besuchen wirst. Die vollständigsten Belehrungen, Gebete und Betrachtungen, geschöpft aus der lautersten Quelle der Lehren und Schriften des alten und neuen Bundes, der Kirche, der Heiligen und anerkannt frommer IV Vorwort. Diener Gottes, bietet dir zu diesem dreifachen Ziel und Ende dieses Andachtsbuch dar. Hat dasselbe in den fünf ersten Auflagen durch Jesu so manche Seelen gewonnen, so hofft man dieses unter demselben Einan dieses un flusse auch wieder von dieser sechsten und jeder folgenden Auflage, nachdem für abermalige Vervollkommnung des Werkes Sorge getragen worden iſt. Ich füge auch dieser Auflage den Wunsch an: ,, Möchte Jedermann, möchte vorzüglich unsere Jugend sich der Liebe und Andacht zu Jesus im allerheiligsten Altarssakramente ergeben! Man würde zu wahrer Seligkeit hier und dort inne werden, wie liebevoll und süß der Herr in diesem hochheiligen Geheimnisse iſt. Alle unreine Liebe insbesondere, diese Quelle so vielen Unheiles, würde verschwinden; wir würden einen Himmel auf Erden sehen." den Segen des Himmels — Der Verfasser. i shilitog opidomiood 110 fri 989 dmr anda meminth figion du minul nd am going andmund the end mijhne dat und nipling 90 Vorwort Inhalts- Anzeige. Erste Abtheilung. Lehrreiche und anmuthige Unterhaltungen über das allerheiligste Altarssakrament. Erste Unterhaltung. Ueber die Einsetzung des allerheiligsten Altarssakramentes. 3 Zweite Unterhaltung. Ueber die Liebe, welche uns Jesus Christus in dem allerheiligsten Altarssakramente bezeigt Dritte Unterhaltung. Die Wirkungen des allerh. Altars sakramentes Vierte Unterhaltung. Liebreizende Einladung Jesu Chrifti zur heil. Kommunion. Fünfte Unterhaltung. Antwort auf die Einwendungen derjenigen, welche sich von der öfteren Kommunion entschuldigen Sechste Unterhaltung. Die Herrlichkeit des Abendmahles unsers Herrn Jesu Christi Siebente Unterhaltung. Von den Tugenden, die uns Jesus Christus in dem allerheiligsten Altars sakramente lehrt Achte Unterhaltung. Von unsern Verbindlichkeiten gegen die seligste Jungfrau, dafür, daß sie uns bei der heiligen Kommunion ihren Sohn schenkt Neunte Unterhaltung. Ueber die Litanei vom heiligen Namen Jesus, dienlich als Vorbereitung zur heiligen Kommunion und als Danksagung nach derselben.. Zehnte Unterhaltung. Wichtige Unterweisung, die heilige Kommunion recht und gut zu empfangen Gilfte Unterhaltung. Von der geistlichen Kommunion 3wölfte Unterhaltung. Von den Besuchungen des allerheil. Altarssakramentes. Dreizehnte Unterhaltung. Von der Würde, Hoheit und Vortrefflichkeit des heiligen Meßopfers Vierzehnte Unterhaltung. Von den Früchten und Wirkungen des heiligen Mesopfers Fünfzehnte Unterhaltung. Von der Art und Weise, dem heiligen Meßopfer mit Andacht beizuwohnen Seite. ... III. Erster Abschnitt. Morgen- und Abend- Andachten. Gewöhnliche Morgen- Andacht Zweite Abtheilung. Andachts Uebungen vor oder zu dem allerheiligsten Altars sakramente. Besondere Morgen- Andacht an Kommunion- Tagen. Gewöhnliche Abend- Andacht. Besondere Abend- Andacht an Kommunion- Tagen * : 3 weiter Abschnitt. Meß- Andachten. Erste Meß Andacht. = nungs- und Bittopfer Zweite Meß Andacht. Die heilige Meffe als Bittopfer Dritte Meß- Andacht. Die heilige Messe als Dankopfer Vierte Meß Andacht. = Die heilige Messe als Lobopfer Die heilige Messe als Lob-, Dank-, insgemein . 7 12 18 23 30 34 40 44 58 73 76 81 89 .- 101 115 118 126 . 131 Versöh... 135 insbesondere 149 insbesondere 155 insbesondere 160 VI Seite Fünfte Meß- Andacht. Die heilige Messe als Versöhnungsopfer insbesondere 166 Die heilige Mesſe als Versöhnungsopfe Sechste Meß- Andacht. Die heilige Messe als Denkmal der Liebe, des Leidens und des Todes Jesu Christi insbesondere 13.172. Siebente Meß- Andacht. Die heilige Mesſe als Opfer für die Lebendigen und 178 Abgestorbenen insbesondere Achte Meß- Andacht. Meßgebete für die Abgestorbenen insbesondere.. 183 Neunte Meß- Andacht. Gebete bei einer Messe vom allerheil. Altarssakramente 190 Besondere Meß- Andachten an Kommunion- Tagen. D Meß- Andacht vor der heiligen Kommunion Meß- Andacht nach der heiligen Kommunion 199 213 Dritter Abschnitt. Beicht- und Kommunion- Andachten. Vorläufige andächtige Betrachtung am Vorabende der heiligen Kommunion; besonders für Seelen, welche diesem göttlichen Sakramente seltener naben 219 Beicht- Andachten. Erste Beicht= Andacht 228 232 238 243 250 261 Zweite Beicht- Andacht Dritte Beicht- Andacht. Kommunion- Andachten. Erste Kommunion- Andacht Zweite Kommunion- Andacht Dritte Kommunion- Andacht Besondere Kommunion- Andachten für die heiligen Zeiten und an den Festtagen des Herrn Kommunion Gebete für die heilige Adventzeit 101 " 11 " 7 11 " 1 = " 1 " 1 Inhalts- Anzeige. 11 290 am Fefte der Himmelfahrt unsers Herrn Jesu Chrifti 293 am heiligen Pfingstfeste 296 am Feste der allerheiligsten Dreieinigkeit 299 am heiligen Frohnleichnamsfeste 302 " 312 Besondere Kommunion- Andacht an den Festtagen der allerfeligsten Jungfrau 309 Besondere Kommunion- Andacht an den Festtagen der Heiligen Besondere Kommunion- Andachten für einige besondere Verhältnisse. Kommunion Gebete einer Seele in innerlicher Trockenheit 317 320 323 326 328 " 1 11 " 1 17 am Fefte der Geburt unsers Herrn Jesu Chrifti am Feste der Beschneidung unsers Herrn Jesu Christi am Fefte der Erscheinung unsers Herrn Jesu Christi in der Passions- Woche am heiligen grünen Donnerstage am Feste der glorreichen Auferstehung unsers Herrn Jeſu Christi... • Ablaßgebete. Allgemeines Ablaßgebet Gebet, den Ablaß für sich zu gewinnen 272 11 Kommunion Gebete einer frommen Seele in großen Trübfalen indoon Gebete bei der heiligen Kommunion, welche auf Weise der letzten Wegzehrung verrichtet wird sad Aufopferung der heiligen Kommunion für Lebendige Aufopferung der heiligen Kommunion und des Ablasses für Verstorbene Kommunion- Lieder. Die Kommunion 11 Gespräch der Seele mit Jesus 261 Das Gastmahl der Liebe 001 Der lebendige Flammenquell 275 279 282 285 287 329 331 333 . 335 . 337 3 5 B 1 3 1 Inhalts- Anzeige. Liebesklage 218 Wonnelied Fromme und heilsame Gedanken an Kommunion- Tagen. Fünfter Abschnitt. Die üblichsten nachmittägigen Andachten. Vesper Andacht von dem allerheiligsten Altarssakramente Besondere Vesper- Andacht an Kommuniontagen Tagzeiten von dem allerheiligsten Altarssakramente Rosenkranz von dem allerheiligsten Altarssakramente Litanei von dem allerheiligsten Altars sakramente.. Kreuzweg- Andacht auf das allerheiligste Altars sakrament Vierter Abschnitt. Besuchungen des allerheiligsten Altarssakramentes. Erste Reihe von Besuchungen auf ein ganzes Monat über die vorzüglichsten Namen und Eigenschaften Jesu Christi 350 Zweite Reihe von Besuchungen auf ein ganzes Monat über verschiedene Gegenstände der Gottseligkeit 423 Besondere Kreuzweg- Andacht an Kommuniontagen = Sechster Abschnitt. Andachts- Uebungen vor dem allerheiligsten Altarssakramente in den Fastnachtstagen. Unterricht über die Frohnleichnams- Feierlichkeit Vorabend des heiligen Frohnleichnams- Festes Der heilige Frohnleichnamstag Vorbereitung Siebenter Abschnitt. Andachtsübungen während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. VII Seite 17/485 1.495 Unterricht über die Fastnachtsluftbarkeiten 542 Kürzere Andacht vor dem allerheiligsten Altarssakramente in den Fastnachtstagen 545 Andacht vor dem allerheiligsten Altarssakramente in den Fastnachtstagen, wie solche von der heiligen Gertraud geübt worden ist Andächtige Seufzer den Tag hindurch 338 341 344 501 510 514 . 518 528 Gebet zum heiligen Segen Meß- Andacht. = Beim heiligen Segen nach der heiligen Messe Frohnleichnams- Procession Nachmittägige Andacht am heiligen Frohnleichnamsfefte und die ganze Oktav hindurch Achter Abschnitt. Vermischte Andachts- Uebungen. Die Betstunde.. I. Glaubensakt II. Gebet um die Gnade, diese Anbetungsstunde heilig zuzubringen III. Gespräch mit Jesus Christus IV. Abbitte vor dem Hochwürdigsten Gute V. Aufopferung 547 548 549 550 551 552 Besuchungen des allerheiligsten Altarssakramentes am Frohnleichnams- Vorabende, am heiligen Frohnleichnamsfeste und an den nachfolgenden Tagen der Oktav 575 574 598 .. 599 ..1600 . 601 .610 .611 Inhalts- Anzeige. VI. Gebet um die Gnade, im Leben jederzeit auf eine heilige Weise zu kommuniciren; sammt der geistlichen Kommunion VII. Gebet um das Glück, vor dem Tode die letzte Wegzehrung zu empfangen VIII. Gebet um die Ueberwindung einer Versuchung oder Leidenschaft IX. Der Lobgefang: Pange lingua X. Litanei von dem allerheiligsten Altarssakramente XI. Umschreibung des 83ten Psalmes VIII ften Gute. XV. Gebet zur seligsten Jungfrau XVI. Gebet zu Ende der Betstunde - XII. Gebet für Alle, für welche man zu beten verbunden ist XIII. Gebet für die Verbrüderten zur ewigen Anbetung des hochwürdigsten Gutes XIV. Heilige Seufzer, oder Anmuthungen des Herzens vor dem hochwürdigumschrieben und erklärt XVII. Lobgesang auf das allerheiligste Altarssakrament Lobgebet auf das allerheiligste Altarssakrament Uebung der Haupttugenden vor dem allerheiligsten Altarssakramente Geistliche Kommunion Kürzeres Gebet vor dem allerheiligsten Altarssakramente zur Zeit einer allgemeinen schädlichen Trockne oder Nässe der Erde Andachtsübungen vor dem allerheiligsten Altarssakramente zur Zeit eines Ungewitters Andachtsübungen vor dem allerheiligsten Altarssakramente zur Zeit eines besonderen Anliegens Zufluchts Gebet zu Jesus im allerheiligsten Altarssakramente Gebet zu Jesus im allerheiligsten Altarssakramente, die Verzeihung aller sündlichen Gedanken, Worte und Werke zu erlangen Die sieben Vußpsalmen Gebet in Bersuchungen Gebet um die Gnade vollkommener Keuschheit Gebet um Tugenden Gebet um die Gnade, in Allem Gottes Wohlgefallen zu vollbringen Kurzes Gebet, wenn der heilige Segen gegeben wird Ganz kurze Andacht vor dem allerheiligsten Altarssakramente 635 Andachtsübung vor dem allerheiligsten Altarssakramente für die Bekehrung der Heiden und Sünder. Anmuthungen vor dem allerheiligsten Altarssakramente zur Zeit einer allgemeinen Noth Memento mori, oder Vorbereitung zum Tode in gesunden Tagen Kranken Gebete = Gebet in schwerer Krankheit Ein anderes Gebet.. Gebet, dem Sterbenden vorzubeten Letzte Seufzer. Seite 624 . 627 . 628 629 Liebesseufzer Von der Freude und Herrlichkeit des himmlischen Reiches Sehnsucht der Seele nach Gott und dem Himmel Sterbe Gebete Neunter Abschnitt. Memento mori: Kranken- und Sterbe= Ge= bete des frommen Liebhabers und Anbeters des allerheiligsten Altarssakramentes. 613 614 615 616 618 619 622 623 632 634 637 642 644 646 648 650 $ 650 658 659 660 . 665 666 667 669 670 671 Erste Abtheilung. Lehrreiche und anmuthige MateCOOKEMMYCE über das allerheiligste Altarssakrament. 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe ic. 1 QUE STRIRSIN. Spidin# 901131618 animoviajernill offpflisdrallo nd Erste Unterhaltung. In Form eines Gespräches, über die Einseßung des allerheiligsten Altarssakramentes. Der Lehrjünger. 10 ion „ Ich will mit meinem Herrn reden, wiewohl ich nur Staub und Asche bin."( Genes. 18, 27.) mein Gott! wie bewunderungswürdig ist deine Weisheit! wie tief sind deine Anschläge, und wie hoch erhaben sind deine Gedanken über die unsrigen! Woher kommt es, daß du auf Erden geblieben bist, da nun dein Leib unsterblich ist, und die himmlische Herrlichkeit genießt? Soll der edelste Leib nicht über den Sternen schweben? Und da dein Thron im Himmel ist, ist es nicht gänzlich wider alle Ordnung, daß du noch auf Erden bleibst? Ein König, wie du, und der größte aller Könige, soll ja in seinem Pallaste seyn, und nicht in einem Gefängnisse. Christus, der Lehrmeister. Ich bin auf Erden geblieben, meiner Liebe Genüge zu thun. Ich verweile unter den Menschen, ihr Verlangen zu ersättigen. Ich bin bei meinen Lehrjüngern, sie zu trösten. Ich befinde mich in Mitte meiner Schafe, sie zu beschüßen. Ich habe mich meiner Kirche geschenkt, ihr zum Opfer zu dienen. Ihr würdet keine Religion haben, wenn ihr kein Opfer hättet; und da die alten Opfer aufgehoben sind, so muß ich 1* 4 Erste Unterhaltung. In Form eines Gespräches, bis an's Ende der Welt zur Ehre meines Vaters geopfert werden, indem es kein anderes, Seiner würdiges, Schlachtopfer gibt, als mich. Mein Leib ist im Himmel, als in seinem natürlichen Aufenthalte; er ist aber auch auf Erden, als in einem sakramentalischen Aufenthalte. Ich habe den Himmel nicht verlassen, da ich auf die Erde herabgestiegen bin; und eben so habe ich auch die Erde nicht verlassen, da ich wieder in den Himmel hinaufgestiegen bin. id där est Der Lehrjünger.dralia and Dieser Gedanke tröstet mich, und macht es mir einleuchtend, daß du nothwendig auf Erden bleiben mußteft, um uns als Schlachtopfer zu dienen. Allein, warum, o Herr! stellest du dich nicht sichtbar unsern Augen vor? Warum verbirgst du dich unter diesen sakramentalischen Gestalten, da du doch geliebt werden willst? Die Liebe kommt durch die Augen in das Herz; ließest du dich sehen, wie du bist, so würdest du alle Herzen an dich ziehen, alle Laster verhindern, alle Keßereien ausrotten, alle Elenden trösten, alle Sünder bekehren, alle Menschen selig machen. Der Lehrmeister. filmm Ich bin ein verborgener Gott; man kann mich nicht sehen, man sterbe denn zuvor. Ich habe meine Gottheit unter der Gestalt eines Menschen verborgen; und nun verberge ich meine Menschheit unter der Gestalt des Brodes. Euer Leben ist ein Stand des Glaubens; darum muß hier mein Leib verborgen seyn; euer Leben ist ein Stand der Verdienste; darum muß hier euer Geist gedemüthiget werden. Adam hat im irdischen Paradiese dem Worte der Schlange mehr Glauben beigemessen, als meinem Worte. Zur Verbess serung dieses Vergehens, und zur Bestrafung dieses Vorwißes muß nun der Mensch mehr meinem Worte beipflichten, welches ihm sagt, daß dieß mein Leib ist, als dem Worte des Satans, welcher ihn bereden will, es sey dieß mein Leib nicht. Der — 3 I e 1 1 ng Der Lehrmeister. Meine Weisheit würde nicht unendlich seyn, wenn sie nicht unbegreiflich wäre; sie würde nicht bewunderungswürdig seyn, wenn sie erfaßlich wäre. Die Güte muß sich offen zeigen, um geliebt, die Weisheit hingegen muß sich verbergen, um bewundert zu werden. Die eine liebt den Tag, die andere die Nacht. Was gibt es Unziemliches für den, welcher liebt? Ist es nicht noch seltsamer und ungeziemender für einen Gott, in Ge- stalt eines Menschen zu erscheinen, als für einen Menschen, in Brodesgestalt zu erscheinen? Ich bin die Wahrheit, welche die Vorbilder in Erfüllung bringen muß. Das Osterlamm, das Himmelbrod in der Wüste, die Schaubrode, waren die Vorbedeutung meines Leibes und die3 5 3 über die Einsetzung des allerh. Altarssakramentes. Glaube heiliget euren Geist, und macht ihn aus unchriftlich christlich. Der Glaube macht euch das Unbegreifliche begreiflich; er erhebt eure Erkenntnisse über die Gränzen eures Verstandes; er demüthiget euren Hochmuth und bringt euch zur Unterwürfigkeit. Man muß glauben, um zu schauen. Der Glaube ist der Ursprung des Verdienstes und die Grundfeste der Herrlichkeit. Wie hättet ihr den Glauben, wenn ihr sehen würdet, was ihr glauben sollet, da doch der Glaube seinem Wesen nach nothwendig dunkel ist? pi Der Lehrjünger. Thus 10 O mein Herr! ich erkenne, daß deine Menschheit eben so, wie deine Gottheit, der Gegenstand unsers Glaubens seyn, und daß also sowohl die eine, als die andere verborgen seyn muß. Aber warum unter der Gestalt des Brodes? Ist wohl dieser Stand geziemend- für einen Menschen, für einen König, für einen Gott? Ist es nicht billig, daß wir dich auf Erden verehren? Und wer kann dich in diesem Stande und unter dieser Gestalt verehren? Sieh nur, welche Unbilden man dir zufügt, und wie viel deine Ehre dabei leiden muß, daß du deiner Liebe haft Genüge leisten wollen! Erste Unterhaltung. In Form eines Gespräches, 2c. ses göttlichen Sakramentes. Wem soll es, da man die Vorbilder genossen hat, seltsam vorkommen, daß man die Wahrheit genieße? Ich habe euch durch meinen Tod ein göttliches Leben mitgetheilt, welches eben sowohl Nahrung bedarf, wie das Leben des Leibes. Da nun die Nahrung eben so beschaffen seyn muß, wie der, welcher sie nimmt, bedarf nicht der Geist, welcher ein göttliches Leben lebt, auch einer göttlichen Nahrung? bilme Wenn ihr mein Fleisch nicht esset, so werdet ihr weder das Leben der Gnade in dieser Welt, noch das Leben der Herrlichkeit in der andern Welt haben. Dieß ist das Gebot, welches ich euch gegeben habe, und welches alle Menschen verbindet. Darum muß ihnen mein Fleisch unter der Gestalt einer Nahrung dargereicht werden, welcher sich Jedermann bedienen kann. Der Geschmack ist bei jedem Menschen verschieden; jedoch liebt Jedermann das Brod. Das Brod ist gleichsam der König der Speisen, und die natürlichste Nahrung des Menschen. Ich mußte also dieſe Gestalt annehmen, um ohne Abscheu, ja sogar mit Lust genossen zu werden. Ich habe mich zu eurer Nahrung gemacht, um in's Innerste eures Herzens einzugehen, euch meinen Geist mitzutheilen, euren Leib zu heilen und zu heiligen, die Hitze eurer Begierlichkeiten zu dämpfen, euer Blut zu reinigen, und eurem Fleische die jungfräulichen Eigenschaften meines Fleisches mitzutheilen. 6 Ich habe die Brodesgestalt angenommen, um euch durch die. Wirkungen, welche das Brod im Leibe hervorbringt, zu zeigen, was mein Leib in eurer Seele wirkt. Das Brod ersättiget; und ich will, daß auch Alle, die mich genießen, dadurch ersättiget werden. 17 Das Brod verwandelt sich in den, der es genießt, und ich, der ich edler bin, als ihr, ich verwandle euch in mich. Wie ich durch den Vater lebe, so wird auch der, welcher mich ist, durch mich leben."( Joh. 6, 58.) pun x ryd Der Lehrjünger.sid nið hềeté be s O göttlicher Lehrmeister! wie bewunderungswürdig ist deine Weisheit! wie wunderbar sind deine Rathschlüsse! wie erstaun 3weite Unterhaltung. Ueb. d. Liebe, welche uns Jesus Christus 2c. 7 lich ist dein Benehmen! Ja, wahrhaftig! du bist ein verborgener Gott, der Heiland Israels! Welches Brod! Welches Gastmahl! Welche Tafel! Welche Hochzeit! O, wie sehr bin ich dir verbunden, daß du bei uns geblieben bist, und diese Gestalt angenommen hast, um uns in dich umzuwandeln! Was soll ich thun, um dir für diese so große Güte zu danken? odsi Weil du bei mir bleibst, so will auch ich bei dir bleiben. Weil du dich für mich demüthigest, so will ich mich für dich demüthigen. Weil du alle Tage für mich stirbst, so will auch ich alle Tage für dich sterben. Weil du so große Dinge thust, um dich mit mir zu vereinigen, so will auch ich mein Möglichstes thun, um mich mit dir zu vereinigen. Amen! handspied gang id qu R gitar Zweite Unterhaltung. Ueber die Liebe, welche uns Jesus Christus in dem allerheiligsten Altarssakramente bezeigt. engisugal soldei mapin hisle the hing Unter allen Namen, welche die heiligen Väter diesem göttlichen Sakramente gegeben haben, ist wohl der geeignetste und passendste der Name:, Sakrament der Liebe;" denn hier sißt die Liebe gleichsam auf ihrem Throne, und leuchtet in aller ihrer Größe und Herrlichkeit. Alle anderen Vollkommenheiten unsers Erlösers sind da gleichsam verborgen; nur seine Liebe stellt sich ganz offen dar. Es ist ein Sakrament der Liebe, weil es von Liebe stammt, die Liebe befriediget, Liebe erzeugt. pillangst bude do thin I. Dieses Sakrament stammt von Liebe; denn der Sohn Gottes hat es am Vorabende seines Todes eingeseßt, als Judas mit den Juden unterhandelte, ihn zu Grunde zu richten und aus der Welt zu schaffen. Er hat sich seiner Kirche hinterlassen, 8 Zweite Unterhaltung. Ueber die Liebe, welche und stisurę um bei ihr zu verbleiben bis an's Ende der Welt, und hat ihr durch leßztwilliges Vermächtniß seinen Leib und sein Blut übergeben, als das letzte Unterpfand seiner Liebe. Sein Vater hatte ihm befohlen, zu sterben; aber nirgends lesen wir, daß er ihm befohlen habe, dieses große Geheimniß einzuseßen; nur die Liebe hat ihn dazu bewogen. Aus Gehorsam ist er in den Himmel hinaufgestiegen; aus Liebe aber ist er auf der Erde geblieben. Er hat nicht gewartet, bis sich seine Feinde seiner bemächtigten; er ist ihrer Gewaltthätigkeit zuvorgekommen, und hat sich selbst übergeben, damit nicht der Haß seine Liebe überträfe, und sich rühmete, er habe das erste Opfer unserer Erlösung dargebracht. Sein Vater hatte ihm also hierzu nicht den Befehl ertheilt; noch viel weniger aber verdienten die Menschen diese Gnade; ja sie hatten sich derselben der Beleidigungen, Unbilden, Verachtungen, Verfolgungen und üblen Behandlungen wegen, die er von seiner Geburt an bis zu diesem Augenblicke von ihnen zu erleiden hatte, durchaus unwürdig gemacht. Er sah, daß ste sich wider ihn verschworen, daß sie ihn gleich einem Sklaven geißeln, und gleich einem Ulebelthäter kreuzigen würden. Er sah, daß ihm die Juden nach seiner Auferstehung und Himmelfahrt in der heiligen Hostie alle erdenkliche Schmach anthun, daß ihn die Ketzer mit Füßen treten und den Hunden vorwerfen, daß ihn die Zauberer zu ihren Zauberwerken mißbrauchen, und daß ihn die Christen zum Gegenstande ihrer Verdammniß machen werden, indem sie ihn in ihr Herz, wie in eine Hölle, hinablassen, und diese göttlichen Geheimnisse durch gräulichen Gottesraub entheiligen. Nichts desto weniger hält ihn dieß Alles nicht ab, sich uns durch lehtwilliges Vermächtniß zu schenken. Und das ist eben der offenbarste Beweis seiner Liebe; denn wer ohne letzte Willenserklärung stirbt, hinterläßt seine Güter seinen Erben, die wenig dafür erkenntlich sind, weil er sie nothwendig hat verlassen müssen; wer aber seine lettwillige Anordnung trifft, und über seine Güter zu Gunsten eines Freundes verfügt, der C e C I = = 1 II. C Wie dieses Sakrament von Liebe stammt, so befriediget es auch die Liebe auf's Vollkommenste; denn die Liebe hat nur das einzige Verlangen, sich mit dem geliebten Gegenstande zu vereinigen. Der Sohn Gottes bewerkstelliget in diesem gött■ lichen Geheimnisse zwei wunderbare Vereinigungen, eine mit e den sakramentalischen Gestalten, die andere mit dem, der ihn empfängt. Jene erste Vereinigung ist so erstaunlich, daß sie von einigen heiligen Vätern jener Vereinigung der heiligen Menschheit mit dem ewigen Worte verglichen wird. Und was soll man von der Vereinigung mit uns denken, da der Endzweck noch ohne Vergleich edler ist, als die Mittel, und da der Sohn Gottes das Brod nur in seinen Leib verwandelt, um uns in sich umzuwandeln? = 1 = Jesus Christus in dem allerh. Altarssafram. bezeigt. kein Recht auf seine Erbschaft hat, gibt ihm dadurch sichere Beweise seiner Zuneigung. Dieß hat der Sohn Gottes am Vorabende seines Todes gethan. Er hat seine letztwillige Verfügung getroffen, und die Menschen zu Universalerben aller seiner Güter, nämlich seines Leibes und Blutes, eingesetzt, die er ihnen bis an's Ende der Welt zur Speise übergeben hat. Er hat nicht bis nach seinem Tode gewartet, ihnen Gutes zu thun; er hat sie noch bei seinen Lebzeiten in den Besitz dieser kostbaren Erbschaft gesetzt. Wer sieht nicht, daß er uns aus Liebe dieses Geschenk gemacht hat? e Aus allen Vereinigungen ist die Vereinigung der Speiſe mit dem, der sie genießt, die stärkste und innigste. Sie ist die stärkste; denn Niemand, als Gott, kann die Nahrung von der Wesenheit dessen trennen, der sie genossen und verdaut. Sie ist die innigste; denn die Speise kommt nicht nur in den Magen, sondern sie vertheilt sich durch den ganzen Leib, vereiniget sich wesentlich mit allen seinen Theilen, durchdringt alle Poren ( Schweißlöcher) und Gebeine, und vermischt sich mit dem We= sen dessen, der sie genoffen hat, dergestalt, daß, wie ich gesagt - 9 1 Zweite Unterhaltung. Ueber die Liebe, welche uns habe, nur Gott allein sie davon scheiden kann. Die Nahrung und der, welcher sie genossen hat, wird Ein Fleisch, Ein Leib, www cut of Eine Person. 10 Eben dieß wirkt der Sohn Gottes fast auch in der Seele dessen, der ihn würdig empfängt. Er gibt sich ihm in Gestalt einer Speise, und vereiniget sich auf diese Weise mit ihm so stark und innig, daß dadurch gewissermassen aus Beiden nur Eine Person wird. Was du siehst, ist nach der heiligen Kom munion zwar von Außen ein Mensch; aber inwendig ist's ein Gott. Man sieht zwar nur die Gestalt eines Sünders; aber eine sakramentalische Gestalt deckt und verbirgt einen Gott. Es ist ein lebendiges Sakrament, eine geheiligte, und in Jesus Christus verwandelte Hostie.„ Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir;" so kann Jener sprechen, der sich würdig dem heiligen Tische genahet hat. D! wie wird die Liebe durch eine so große, edle und innige Vereinigung befriediget! LATNICI. III. Endlich erzeugt dieses Sakrament Liebe. Die Seele ſieht da ihren Geliebten; sie erfreut sich seiner Gegenwart; sie nimmt ihn in ihr Herz auf; sie wird da mit seinen Gutthaten überhäuft; sie bereichert sich da mit seinen Verdiensten; sie genießt da seine Süßigkeit und seine Tröstungen; sie hält ihn fest, umfängt ihn, redet mit ihm, hört ihn an; sie wird sogar in ihn umgewandelt. Die Erkenntniß erzeugt Liebe; die Gegenwart nährt diese Liebe; die Gutthaten fesseln sie; die Wonne umfängt sie. Und wie sollte eine Seele Jesum in diesem göttlichen Sakramente nicht lieben, wo er sich sehen, fühlen, genießen läßt, wo er so vertraulich mit ihr umgeht, ihr seine Zuneigung bringt, sein Herz öffnet, sie seiner Gottheit theilhaftig macht, mit ſeinen Gnaden überhäuft? IV. Wenn dieses Sakrament von Liebe stammt, die Liebe befriediget, und Liebe erzeugt, ach! woher kommt es Jesus Christus in dem allerh. Altarsfakram. bezeigt. doch, daß ich ein lauteres Eis bin, da ich kommunicire? Das Herz kann zwar dem Hasse sich widersetzen; aber der Liebe muß es sich ergeben. Wer liebt das Brod nicht, welches ihn nährt? Welches Schaf liebt nicht seinen Hirten? Welcher Kranke nicht seinen Arzt? Welcher Freund nicht seinen treuesten Freund? Welche Braut nicht den liebenswürdigsten Bräutigam? O unerhörte Sache! ein lauteres Eis seyn- im Feuerofen der Liebe! Mein Herz! welcher Natur bist du? Sieh! du bist von Liebe ganz umgeben; und du weißt nicht, was" lieben" ist? Sieh -da! Liebe vor meinen Augen, Liebe in meinem Munde, Liebe in = meinen Eingeweiden, Liebe im Innersten meiner Seele; sie redet mit mir, sie liebkoset mich, sie umfängt mich, ste nährt mich, ste erwärmt mich, sie entzündet mich, und ich weiß nicht, was =„ lieben" ist! 11 Woher diese Unempfindlichkeit? Ach! sie kommt davon her, weil ich die Welt zu sehr liebe, meine Begierlichkeiten nicht ertödte, meinen Leidenschaften nicht Gewalt anlege, zu zärtlich und sinnlich, zu eitel bin, weil mein Herz an einem Geschöpfe hängt, weil ich übel mit meinem Nächsten umgehe, weil es mir an Treue mangelt, weil ich nichts geben will, da ich Alles = empfange.im di V. Meine Seele! wirst du gegen einen so großen Gutthäter stets undankbar und gegen die Reize einer so außerordentlichen #Liebe stets unempfindlich seyn? Wirst du dir niemals das Herz e abgewinnen lassen? Wirst du niemals einen Gott lieben, der - dich so sehr liebt? einen Gott, der den Himmel verläßt, um sich bei dir aufzuhalten? einen Gott, der sich dir zur Speise gibt? einen Gott, der dich sucht? einen Gott, der dir nachgeht? einen 7 Gott, der aus Liebe zu dir sich in den Tod hingibt, und noch alle Tage sich für dich opfert? ho Nein! ich kann dieser Liebe nicht länger mehr widerstehen; ich kann mich nicht länger mehr dieser liebreichen Nachstellun3gen erwehren; ich will Jenen lieben, der mich liebt. Da dieß Dritte Unterhaltung. ein Sakrament der Liebe ist, so will ich mich nicht mehr aus Furcht davon ferne halten, sondern mich demselben mit Vertrauen und Liebe nahen. Da Christus sich mir schenkt, so will auch ich mich ihm schenken. Da er ganz mein ist, so will auch ich ganz sein seyn. Amen. 12 Dritte Unterhaltung. Die Wirkungen des allerheiligsten Altarssakramentes. Die heiligen Väter und Kirchenversammlungen nennen das heilige Abendmahl den Schatzkasten aller Gnaden und Gutthaten Gottes. Deine Andacht zu unterhalten und zu vermehren, sollen hier einige dieser Gnaden und Gutthaten angegeben werden. spaino tous thig ustobjusdienomis ide sê, nismīksu nid hilsulinuj das one Die erste, und die Quelle aller übrigen ist der anbetungswürdigste Leib unsers Herrn Jesu Christi, welcher uns in die sem Sakramente mit seinem kostbaren Blute, und mit den Verdiensten seines Leidens gegeben wird. Er gibt uns hier auch seine allerheiligste Seele mit allen ihren Tugenden, so wie nicht minder seine Gottheit, welche von seiner Menschheit unzertrenn lich ist. In andern Sakramenten theilt er uns seine Gnade durch Geschöpfe mit, welche die sichtbaren Zeichen derselben sind, wie z. B. das Wasser, das Del und der Balsam; allein in diesem Sakramente gibt er sich selbst, und ertheilt uns seine Gnade durch sich selbst, folglich eine ohne Vergleich größer Gnade, als in den übrigen Sakramenten. Welches Glück, Jesum in seine Arme schließen, wie der heilige Simeon! ihn in Mund und Herz aufnehmen! sogar das Herz mit ihm wedh seln, indem er uns das unsrige nimmt, und das seinige gibt! Welcher Arzt, der sich selbst in Gestalt einer Arznei seinem Kran 3 1 1 : Die Wirkungen des allerheiligsten Altarssakramentes. ken darreicht, um ihn zu heilen, der in seinen Magen sich hinabläßt und alle Kräfte seiner Seele heimsucht, um ihn wieder gesund zu machen! www S 13 III. Auch die Hoffnung wird durch den Gebrauch dieses heiligen Sakramentes wunderbar gekräftiget; denn der Sohn Gottes gibt sich hier als Speise, und als lettwilliges Vermächtniß; als Speise, deren Eigenheit es ist, daß sie stärkt; als leßtwilliges Vermächtniß, welches zur Erbschaft berechtiget. Unsere Sünden jagen uns billig Furcht ein, und stürzen uns nicht selten in ein gewisses Mißtrauen in Ansehung unsers Heiles; aber dieses göttliche Geheimniß vertreibt alle Furcht, und kräftiget unsere Hoffnungen durch die Verheissungen, welche der Sohn Gottes im heiligen Evangelium denjenigen macht, die demselben würdig nahen. Wer dieses Brodißt," spricht mer, der wird ewig leben."" Wer mein Fleisch ist, und mein Bluttrinkt, der bleibt in mir, und ich in ihm. Gleichwie ich durch den Vater lebe, der mich gesandt hat, so wird auch der, welcher mich ist, durch mich leben; er wird weder mehr Hunger, noch Durst haben; er wird nicht sterben, sondern ewig leben. Er hat das ewige Leben, und ich werde ihn am jüngsten Tage erwecken."( Joh. 6.) 11 II. Nebst der heiligmachenden Gnade, welche er ansehnlich vermehrt, theilt er auch der Seele die Gabe des Glaubens mit, indem er ihren Geist erleuchtet, dieses große Geheimniß zu glauben, und sie kosten läßt, was sie nicht begreift. Je mehr man der Sonne nahet, desto mehr Licht empfängt man von ihr. Die zwei Jünger, welche nach Emmaus gingen, erkannten Jesum Christum, ihren göttlichen Lehrmeister, nur am Brodbrechen. Geh hin zu diesem Tische, iß von diesem Brode, und die Augen deines Geistes werden je mehr und mehr erleuchtet werden! Du wirst Jesum am Brodbrechen erkennen. Dritte Unterhaltung.gill sic Welches auch noch so niedergebeugte Gemüth soll durch diese Worte des Sohnes Gottes nicht ermuthiget werden? Wird wohl Jener, welcher das Mehrere gibt, das Wenigere verwei gern? Und wird Jener, welcher sich selbst dargibt, seine Güter versagen? Wenn derjenige, der dieses Brod der Engel genießt, nicht selig wird, wie werden die Worte des Sohnes Gottes sich erwahren, welcher versichert, daß ein solcher nicht sterben werde? nämlich den ewigen Tod; denn leiblicher Weise stirbt der, welcher kommunicirt, ebenfalls; es muß also die Verheisſung des Sohnes Gottes das ewige Leber betreffen. Aus dieser Ursache nennt die Kirche dieses Sakrament- das Unterpfand unsers Heiles.„ Jene," spricht sehr schön ein geistlicher Lehrer, welche in diesem Leben durch den Gebrauch dieses heiligen Sakramentes mit unserm Herrn vereini getsind, werden auch im andern Leben nicht von ihm geschieden werden." atlar qurm 14 IV. Allein die vorzüglichste Wirkung dieses Sakramentes der Liebe ist, wie schon gemeldet worden, daß es in dem Herzen dessen, der es empfängt, Liebe erzeugt; denn es ist dessen eigent liche Wirkung, daß es die Liebe, den Eifer und die Andacht vermehrt, und die Seele auf eine von den übrigen heiligen Sakramenten ganz verschiedene Weise mit den Gaben des heiligen Geistes, und mit den eingegossenen Tugenden bereichert. Wel ches Herz soll durch die Erkenntniß der Güte eines Gottes nicht erweicht werden, welcher den Himmel verläßt, um mit ihm zu verkehren, es zu umfangen, zu heilen, zu trösten und mit seiner Gottheit zu vereinigen? Ein Haus, welches im Feuer steht, zündet jenes an, welches daneben steht; und das Herz Jesu, welches eine lautere Liebe ist, soll, da es in unser Herz kommt, dasselbe nicht mit seiner Liebe entzünden? Welches Eis müßte nicht vor diesem göttlichen Feuer schmelzen, das uns durchdringt, und allenthalben umgibt? O! wenn wir bei der 11 Die Wirkungen des allerheiligsten Altarssakramentes. heiligen Kommunion kalt und lau sind, so ist die Ursache hiervon, weil wir die Güte Jesu nicht erkennen, zu seinem Empfange uns nicht gehörig vorbereiten, untreu sind, und in unserm Herzen irgend eine eitle Liebe nähren. nied as this is 11 y V. DÜSER ? 8 Unser furchtbarster Feind ist der Satan. Er versucht uns zu allen Zeiten, auf alle mögliche Weise, mit einem unversöhnlichen Hasse, indem er auf alle unsere Schritte und Tritte lauert, und uns allenthalben Fallstricke legt. Allein dieses göttliche Sakrament macht uns gleichsam unverletzbar, und verschafft uns 8 den Sieg über alle seine Bemühungen; denn da er ein hochmüthiger Geist, und durch das Kreuz überwunden worden ist, 8 so kann er auch die Vorstellung desselben nicht ertragen, welche in diesen göttlichen Geheimnissen erneuert wird. Jesus gebietet bei seinem Eintritte in's Herz den Winden, zu schweigen, stillt die Stürme und vertreibt durch ein einziges Wort die erschrecklichsten Ungewitter. Und was ist das für ein Wort? Der Friedesey mit euch; euer Herz soll nicht verwirrt werden; ich bin's, fürchtet euch nicht!" Noe erhielt alle Thiere, die in der Arche waren, im Frieden; und wie? Jesus soll deine Leidenschaften nicht besänftigen und stillen können? O mein Gott!" ruft der heilige David,„ du hast mir einen Tisch zubereitet- wider jene, die mich plagen und verfolgen." An diesem Tische wurden die Martyrer geistlicher Weise trunken, hier erhielten sie Kraft und Muth, über ihre Peiniger obzustegen. 15 - VI. cbttn fillor Auch alle deine bösen Neigungen sind lauter Satane, die dich stets versuchen; die gefährlichste aus allen ist jedoch die Neigung zu den sinnlichen Wollüsten. Die Sünde Adams hat sowohl unserer Seele, als auch unserm Leibe tiefe Wunden ge8 8 schlagen. Die übrigen heiligen Sakramente sind eingesetzt, die Wunden der Seele zu heilen; der vorzüglichste Endzweck des immastan Dritte Unterhaltung. heiligen Abendmahles aber ist, die Wunden des Leibes zu hei len, welche wir Begierlichkeit nennen. Darum wird der Tag welchen die Kirche zur Verehrung dieses großen Geheimnisse bestimmt hat, das Fest des Frohnleichnams Jesi Christi" genannt. Dieses allerreinste Fleisch theilt unsern Fleische seine jungfräulichen Eigenschaften mit; dieses aus de reinsten Jungfrau Maria entnommene Blut reiniget unser un reines, und durch die Sünde verdorbenes Blut; dieser Wei macht, anstatt das Feuer der Begierlichkeit zu entzünden, jene die ihn trinken, zu Jungfrauen. O! wenn du öfter kommuni ciren würdest, du würdest gewiß nicht so versucht werden, wi du wirklich versucht wirst, oder wenigstens der Versuchung nich unterliegen, wie es wirklich geschieht! juni VII. 16 T Dieses heilige Sakrament heilt nicht nur die Wunden de Seele und des Leibes, sondern es nährt und stärkt auch di Seele, und verschafft derselben Wachsthum, eben so, wi das Brod den Leib nährt und stärkt, und ihm Wachsthum ver schafft. Und wie das Brod den Leib ersättiget, so ersättige auch dieses heilige Sakrament die Seele mit einem Ueberfluss von Gnaden, womit es selbe erfüllt,- und mit einer himm lischen Süßigkeit, welche ihr an allen irdischen Vergnügunge Eckel einflößt. Das Himmelbrod hatte allen möglichen Wohl geschmack; aber nicht alle Israeliten empfanden ihn, sonder nur die frommen aus ihnen. Wenn du die Süßigkeiten diese himmlischen Brodes nicht schmeckest, so ist sehr zu fürchten, di seyest krank, und habest einen verdorbenen Geschmack. Dennod sollst auch du dieses Brod essen, um dich zu heilen; denn es i eine überaus köstliche Nahrung für die Gesunden, und ein überaus heilsame Arznei für die Kranken. VIII. oldNebst allen diesen Wirkungen, welche dem, der kommuni cirt, Frieden, Freude, Gesundheit und Heilung verschaffen, ha 1 Die Wirkungen des allerheiligsten Altarssakramentes. i e e dieses heilige Sakrament noch zwei andere, welche Jesum Christum und unsern Nächsten betreffen. Was unsern Herrn betrifft, so vereiniget er sich mit uns, wie bereits gemeldet worden, in Gestalt einer Speise; und dieß ist aus allen die höchste, kräftigste, innigste, beständigste und unzertrennlichste Vereinigung, so zwar, daß wir ganz Eines mit ihm, und ganz in ihn umgewandelt werden, gleichwie das Brod in den umgewandelt wird, -i der es ist, und gleichwie ein Tropfen Wasser, mit Wein veremischt, ganz in Wein umgewandelt wird, oder gleichwie zwei i Stücklein Wachs, die man zusammenschmilzt, nur mehr Ein Di Wachs sind. Dieser Gleichnisse bedienen sich die heiligen Väter. Wir wandeln dieses Brod nicht in unser Wesen um, wie ge= schlachtetes Fleisch, das wir essen, sondern Jesus wandelt uns in sich um, weil er lebendig und stärker ist, als wir.„ Ich bin," spricht er zu dem heiligen Augustin,„ die Speise der Großen; du wirst mich nicht in dich umwandeln, sondern ich werde dich in mich umwandeln." IX. ht Was den Nächsten betrifft, so macht dieses heilige Sakrament aus sämmtlichen Gläubigen, die es empfangen, Einen Leib, Eine Seele, Ein Herz und Einen Geist, gleichwie das Brod aus mehreren Getreidkörnern, und der Wein aus mehreren Weinbeeren besteht. Darum essen sich Jene, welche dieses Brod genießen, und dabei noch Haß im Herzen nähren, ihr Gericht hinein, und Jene, welche nach der Kommunion nicht sanftmüthiger und liebreicher sind, geben mit Grund Anlaß, zu fürchten, daß sie keine gute Kommunion verrichtet haben. Die i Vereinigung mit dem Nächsten muß der Kommunion stets vorangehen, und darauf folgen; sie ist eine Vorbereitung dazu, und eine Frucht davon. el Del Si si et ge 17 O Herr Jesu! wie lieblich ist dein Herz! Deinen Kindern deine Lieblichkeit zu zeigen, ersättigest du Jene, die nach dieser göttlichen Speise hungern, und lasseft die Reichen, welche Zwickenpflug, Jesus, unsere Liebe ic. 30 2 18 Vierte Unterhaltung. mit Eckel deinen Tisch verschmähen, leer und hungrig.„ Aller Augen warten auf dich, o Herr! und du gibst ihnen ihre Speise zu gelegener Zeit; du thust deine Hand auf, und erfüllest alles Lebende mit Gut thaten."( Ps. 144, 15.) din sitpida O meine Seele! wirst du immerhin Eckel an Gott, und Hunger nach den Geschöpfen haben? Was kannst du auf Erden Besseres und Erwünschlicheres verlangen, als diese Speise, welche dir das Leben gibt und erhält, dich mit Gnaden erfüllt, wider alle Versuchungen stärkt, dir das Unterpfand deines Hei les gibt, alle deine Krankheiten heilt, dir zum Wachsthume und zum Fortschreiten in der Vollkommenheit verhilft, deinen Geif erleuchtet, dein Herz erquickt und ersättiget, deine Leidenschafter stillt, dir Eckel an den falschen Vergnügungen der Erde ein flößt, dich in Jesus Christus umwandelt, und dich liebevoll mi allen Menschen vereiniget? O! so is denn oft am Tische des sen, der dich einladet, und vergiß nicht, mit dem hochzeitlicher Kleide der Gnade und Liebe dabei zu erscheinen, auf daß di nicht von dem Gastmahle ausgeschlossen, an Händen und Füßer gebunden, in die äußersten Finsternisse hinaus geworfen wer dest, wo Heulen und Zähneknirschen ohne Trost und Erlösung seyn wird! Sunt bi Vierte Unterhaltung. rom Liebreizende Einladung Jesu Christi zur heiligen Kommunion. I. Ihr Töchter von Jerusalem! saget meiner Geliebten, da ich Tag und Nacht auf sie warte, und vor Liebe fast ve schmachte! Saget ihr, daß ich den Himmel verlassen, un Liebreizende Einladung Jesu Christi zur h. Kommunion. 19 t meine Wohnstätte auf Erden genommen habe, um ihr das Herz II abzugewinnen; daß ich die Gestalt des Brodes angenommen habe, ste zu nähren; daß alle meine Freude darin besteht, bei ihr zu seyn; daß ich mich am Altare mit ihr vermählen und so enge verbinden will, daß fast kein Unterschied mehr ist zwischen mir und ihr, gleichwie kein Unterschied ist zwischen mir und meinem Vater, zwischen dem Brode und dem, der es genießt! Warum doch flieht sie mich? warum verachtet sie mich? antonind td t₁ Ei II. Ich bin Brod, nicht aber Gift. Ich habe diese Gestalt an71 i genommen, um ihr das Leben zu geben, nicht aber den Tod; um geliebt, nicht aber um gefürchtet zu werden; um genossen, nicht aber, um etwa nur geehret zu werden. pid pod en mice Ihren Leib zu reinigen, gebe ich ihr mein Fleisch; ihre Seele zu beleben und zu heiligen, gebe ich ihr meinen Geist; sie mit meiner Gottheit zu vereinigen, gebe ich ihr meine Menschheit. Warum doch flieht sie mich? warum fürchtet sie mich? en DI er 0 - III. Ich habe unendlichen Aufwand gemacht, dieses Gastmahl zu veranstalten; ich habe nichts gespart, ihr Beweise meiner zärtlichen Zuneigung zu geben. Was Himmel und Erde Köftliches hat, das ist ihr alles vorgesetzt. Das Brod, welches sie da genießt, ist das Brod der Engel, und ein wahres Himmelbrod, welches allen Wohlgeschmack enthält. So oft sie kommunicirt, erfülle ich sie mit meinen Gnaden, übermache ihr meine Verdienste, bereichere sie mit meinen Gütern, belebe sie mit meinem Geiste, vermähle mich mit ihr im Angesichte meiner Kirche; vereinige sie mit meiner Gottheit, und berechtige sie zu meiner Erbschaft. Woher kommt es doch, daß sie so selten kommunicirt? IV. IV. et Ich lade Alle zu diesem Gastmahle ein; die Kranken, sie zu heilen; die Schwachen, sie zu stärken; die Blinden, sie zu 2* Vierte Unterhaltung. erleuchten; die Traurigen, sie zu trösten; die Sünder, sie zu heiligen; die Gerechten, sie zu vervollkommnen. Warum fürchtet fie fich? Etwa, weil man im Stande der Gnade Gottes seyn muß? Könnte ich aber wohl mit Recht als nothwendige Vorbereitung zum Empfange dieses Sakramentes fordern, was nur der Endzweck und die Frucht desselben ist? Diese erforderliche große Reinigkeit des Leibes und des Geistes ist der Endzwed der heiligen Kommunion, und die Wirkung, welche sie hervor bringt. Warum doch zieht sie sich von meiner Tafel zurück? wat hindert ste, dabei zu erscheinen? 20 V. Saget ihr, daß sie Hungers sterben werde, wenn sie nicht von diesem Himmelbrode ist; daß sie weder Gnade, noch Kraft noch Gesundheit, daß sie kein Leben, keinen Frieden haben, daß sie heftig werde versucht werden, und daß sie der Versuchung unterliegen werde! VI. Saget ihr, daß sie, wenn sie fortfährt, sich zu entschuldi gen, und es immer aufschiebt, an meiner Tafel zu speisen, nie mals daran speisen wird, weder im Himmel, noch auf Erden weder im Leben, noch beim Sterben! Saget ihr, daß ich di Blinden und Lahmen an ihren Plaß setzen will! Saget ihr end lich, die Furcht sey zwar gut, die Liebe aber besser; daß sie, anstat mich zu ehren, mich verachte, anstatt mich zu trösten, mid betrübe, anstatt mir zu gefallen und mich zu befriedigen, mit beleidige! - - - VII. Blue 5107 O Brod der Engel, das du vom Himmel herabgestiege bist! darf ich es wohl wagen, dich in mein Herz aufzunehmer welches schon so lange die Wohnung der bösen Geister, und ei Pfuhl aller Arten von Lastern ist? Kann ich dich empfanger da ich weiß, wer ich bin? kann ich dich empfangen, da il weiß, wer du bist? Kann ich hinzutreten, da ich deine Heilig Liebreizende Einladung Jesu Christi zur H. Kommunion. 21 11 keit erkenne? Kann ich mich entfernen, da ich meine Dürftigkeit et erfenne? n It O göttlicher Liebhaber, der du uns zu deiner Hochzeit ein- ladest, und so liebreizend einladest! gib diesem verlornen Sohne, welcher, durch Schwelgereien ganz erschöpft und aufgezehrt, zu dir zurückkehrt, das hochzeitliche Kleid! Ich bekenne vor Himdmel und Erde, daß ich nicht werth bin, unter deine Knechte gezählt zu werden, noch viel weniger, an deinem Tische zu speisen; es gebührete sich, mich meine noch übrigen Lebenstage hindurch von meinen Thränen zu nähren, und für immer außer der Gemeinschaft der Heiligen zu seyn. Allein, o Herr! weil du mir befiehlst, deinem heiligen Tische zu nahen, und mir mit deinem Zorne drohest, wenn ich dein Fleisch nicht effe, und dein Blut nicht trinke, so will ich nicht so fast meine Unwürdigkeit, als deinen Willen in's Auge fassen, und mit Vertrauen deinem Tische nahen, da du mich so gütig dazu einladest. 19 IG 78 VIII. dr chi modni aingia DiDeine Heiligen sagen mir, daß lieben besser sey, als sich te fürchten; gehorsamen sicherer, als Mißtrauen haben. Dieß hast en du selbst deinen auserwählten Freunden versichert. So will ich di denn durch Gehorsam und Demuth ersetzen, was mir an Uni schuld und Reinigkeit abgeht. Ach! was wird ein Kranker ana fangen, der seinen Arzt flieht? Wie werde ich streiten und arbeii ten können, wenn es mir an Kräften gebricht? Und wo werde ich diese Kräfte hernehmen, wenn nicht von diesem heiligen Sakramente, welches die Nahrung der Seelen ist? Werde ich wohl reiner seyn, wenn ich mich sechs Monate lang nicht gewaschen ge habe? Und wenn ich mich auch ein ganzes Jahr lang werde er vorbereitet haben, werde ich würdig seyn, zu kommuniciren? ei Wann werde ich dich empfangen dürfen, wenn ich warten will, er bis ich dessen würdig bin? Welcher Hochmuth, sich für würdig i halten, einen Gott zu empfangen! Wie werde ich diese Reinigi feit erlangen können, wenn ich wieder in meine vorigen Sün 22 Vierte Unterhalt. Liebreizende Einlad. Jesu Christi zur h. Kommunion. den falle? Und wie soll ich nicht wieder in dieselben fallen, wenn ich mich dieser göttlichen Nahrung beraube, welche un Kraft gibt, der Sünde zu widerstehen, und die Tugend zu üben! Heißt dieß das Brod in Ehren halten, wenn man es verschim meln läßt, und nicht genießt? IX. A. O mein Heiland! ich finde in deinem Evangelium nit gends, daß du einen Sünder übel behandelt hast. Was kam tröftlicher seyn, als die Antwort, welche du den stolzen Phari säern gegeben haft, die sich ärgerten, daß du mit Sündern um gingest, und sogar mit ihnen aßest? Warum soll ich mich als fürchten, und mich von deinem heiligen Tische entfernen? X. PIET ilm dmu Wahr ist es, ich bin ein Sünder; aber ich will hinfür nich 3, tay put e mehr fündigen; und darum nahe ich diesem göttlichen Sakra mente, indem ich weiß, daß uns durch dasselbe alle Gnaden zu fließen, welche uns den Sieg über unsere Versuchungen ver schaffen. XI. n! Ich habe zwar keine fühlbare Andacht; aber ich weiß aud gar wohl, daß ich sie nicht verdiene, und daß sie zu einer gute Kommunion nicht nothwendig ist; daß das Gefühl seiner Un würdigkeit, begleitet von Demuth und Gehorsam, besser ist, al alle Zärtlichkeiten der Andacht.m her doar dif sis silmh3 21.00u #bingop thin gnol sinnet XII. Der Satan will mich abschrecken; aber dein Wort:„ Kom met zu mir, ihr Alle, die ihr mühselig und be laden seyd, und ich will euch erquicken!" gibt mi alle Zuversicht. Da du Alle ohne Ausnahme einladest, un ich aus Allen am Meisten Versuchung leide, mit Miſfethate beladen, von Armseligkeiten darnieder gebeugt bin, so will it Fünfte Unterhaltung. Antwort auf die Einwendungen 2c. 1₁ mit Vertrauen dir nahen, dich mit Ehrfurcht empfangen, mit Liebe umfangen, dir in Demuth danken, mit Freuden zu deiner Hochzeit gehen, mit Lust an deinem Tische speisen, dir mein Herz frei eröffnen, dir von nun an mit größerer Treue dienen, und dich im Himmel mit deinen Engeln durch alle Ewigkeit lobpreisen. Amen! T [ 1 t 0 11 -D 23 1 e Fünfte Unterhaltung. Antwort auf die Einwendungen derjenigen, welche sich von der öfteren Kommunion entschuldigen. Apa Die Furcht ist gut; die Liebe aber ist besser. Man geht nicht trauernd zur Hochzeit, sondern munter und fröhlich; nicht zitternd, sondern hüpfend und springend. Der Sohn Gottes hat die Gestalt des Brodes nicht angenommen, daß man ihn d fürchte, sondern damit man ihn liebe, nach ihm verlange und ihn esse. Wenn du dich fürchtest, zu diesem heiligen Tische zu gehen, fürchtest du dich nicht davon wegzubleiben, da der Sohn Gottes betheuert, daß Jene, deren Entschuldigungen so ziemlich billig schienen, als, z. B., sich verehelichen, nie mehr zu seinem. Gastmahle werden zugelassen werden? m ma 10190 II. Wie ist es möglich, oft und würdig zu kommuniciren? Ist nicht Gefahr vorhanden, daß man sich mit Gott zu gemein mache?" ost indiaidhin Man verachtet die Menschen, je näher man ihnen kommt, und je mehr man sie kennen lernt, weil man eine Menge I. du apmalise Warum kommunicirest du so selten? ufo felten Antwort:„ Ich fürchte, die heilige Kommunion unwürdig zu empfangen." 24 Fünfte Unterhaltung. Antw. auf die Ginwendungen derjenigen, Fehler entdeckt, die man bei ihrer Abwesenheit und Entfernung nicht bemerkt. Bei Gott ist's aber anders; je mehr man ihm nahet, desto mehr schäßt man ihn; je mehr man ihn kennen lernt, desto mehr liebt man ihn, weil man stets neue Vollkom menheiten an ihm entdeckt, welche Geist und Herz an sich ziehen. Ist es nicht eine gräuliche Gotteslästerung, zu behaupten, der Umgang mit Gott mache die Menschen nur boshafter, und man müsse sich von Gott entfernen, um heilig zu werden? Kann wohl die vollkommenste Religionsübung der Ehrfürcht zuwiderlaufen, welche man diesem heiligen Sakramente schuldig ist? Oder wann übt man Glauben und Hoffnung, Liebe, Anbetung und Demuth, wenn nicht bei der heiligen Kommunion? Kann wohl die Kirche befehlen oder verlangen, was böse ist? Sie hat vor Zeiten die öftere Kommunion befohlen und sie verlangt, und empfiehlt dieselbe noch in dem heiligen Kirchenrathe von Trient. III. dsp no „ Ich habe bei der Kommunion feine Andacht.' Zwischen Andacht und dem Fühlen der Andacht ist ein großer Unterschied. Man kann viele Andacht haben, ohne daß man sie fühlt. Die fühlbare Andacht ist eben nicht die wahr Andacht; sie ist vielem Truge und vielen Täuschungen unter worfen. Sie hängt auch nicht immer von unserm Willen und Eifer ab. Gott gibt sie, wem er will. Wenn sie nothwendig wäre, so dürften Jene, welche sie während der österlichen Zeit nicht haben, auch nicht kommuniciren, wiewohl es die Kirch befiehlt; und Jene, die sie gar niemals haben, wie es denn auch solche gibt, dürften gar niemals kommmuniciren. Man muß also, wie das Buch von der Nachfolge Christi sagt, sich demüthigen, wenn man sie nicht hat, nicht aber zu rückbleiben. Die wahre Andacht, welche man bei der heiliger Kommunion haben soll, besteht darin, daß man diesem Ge heimnisse mit Demuth, Vertrauen und Liebe nahet; daß man in welche sich von der öfteren Kommunion entschuldigen. Willens ist, unsern Herrn zu ehren, sich auf's Innigste mit ihm zu vereinigen, ihn in seinem Herzen herrschen zu lassen, sein -Verlangen zu befriedigen, seiner Liebe Genüge zu thun, von ihm wider seine Uebel Hilfe zu begehren, und dadurch das Leben zu 7. empfangen. Wenn die fühlbare Andacht zur würdigen Kommunion nothwendig wäre, so wäre das Mittel, sie zu erlangen, die öftere Kommunion; denn dieses heilige Sakrament vermehrt ja, gemäß der Lehre des heiligen Thomas von Aquin und aller Gottesgelehrten nach ihm, die Liebe, und erzeugt in Eg der Seele eine geistliche Freude, welche das Verlangen darnach vermehrt. Ist es nicht wahr, daß du um so weniger Begierde =?. nach der heiligen Kommunion hast, je seltener du sie empfängst? und im Gegentheile, mußt du nicht bekennen, daß du um so te mehr Begierde nach diesem Himmelbrode hast, je öfter du es genießest? Warum bleibst du also davon zurück? DE = g m IV. in 76 H 25 „ Ich bin der heiligen Kommunion unwürdig; denn ich sündige immerhin, und schreite in der Tugend nicht vorwärts." r Wenn du, wie bereits gemeldet worden, mit der Kommunion warten willst, bis du nicht mehr sündigest, so wirst du sie wohl niemals empfängen. Du sagst: du seyest schwach, du feyest krank; aber eben darum mußt du oft den Arzt rufen, dich zu heilen, und gute Nahrung zu dir nehmen, dich zu stärken. Kannst du ohne die Gnade Gottes deine Fehler verbessern? Und woher wirst du sie nehmen, wenn nicht von diesem heiligen Sakramente, welches die Quelle derselben ist? Hat nicht der Sohn Gottes den Pharisäern, welche sich ärgerten, daß sie ihn mit Sündern essen sahen, geantwortet, daß er nicht der Gesunden, sondern der Kranken wegen gekommen sey? Weißt du nicht, was die Kirche in dem Kirchenrathe von Trient lehrt, e daß das heilige Abendmahl eine Speise und Arznei sey? eine Speise für die Gesunden, und eine Arznei für die Kranken? 21 26 Fünfte Unterhaltung. Antw. auf die Einwendungen derjenigen, Du mußt dich also nicht davon enthalten, weil du Unvollkom: menheiten an dir haft, sondern sollst im Gegentheile dieſe Arz nei oft nehmen, um Kraft zu erlangen, dieselben zu verbessern. Wenn dich irgend etwas von diesem heiligen Tische zu: rückhalten sollte, so wäre es entweder die Natur dieses heiligen Sakramentes, oder weil du ein armseliger Mensch bist. Allein es darf dich die Natur dieses heiligen Sakramentes nicht zurückhalten; denn es ist ja unter der Gestalt des Brode eingesetzt, welches zum Genusse, und zwar zum täglichen Genusse bestimmt ist. Es darf dich der Umstand nicht zurück halten, daß du ein armseliger Mensch bist; denn sonst dürften nur die Engel kommuniciren. Es darf dich auch dieses nicht zurückhalten, daß du ein Sünder bist; denn es sind ja alle Menschen fündig, und der Sünder wegen ist ja de Sohn Gottes in die Welt gekommen. Hast du nur deine Sünden reumüthig und aufrichtig gebeichtet, und den festen Vorsatz, nicht mehr zu sündigen, so darfst du ohne weiters fommuniciren.no 0 32 V. Thors „ Aber," heißt es, es wird doch zur würdiger Kommunion eine so große Heiligkeit erfordert! Verstehst du unter Würdigkeit eine Heiligkeit, welche de Heiligkeit dessen gleichkommt, den man empfängt, so ist ſelbs die seligste Jungfrau niemals würdig gewesen, die heilig Kommunion zu empfangen. Verstehst du darunter eine gam mackellose Reinigkeit, so waren auch die Apostel derselben un würdig, weil sie Unvollkommenheiten an sich hatten; und noch viel mehr die ersten Christen, welche doch alle Tage kommuni cirten. Verstehst du unter dieser Würdigkeit eine nothwendig oder genugsame Vorbereitung, so erklärt die Kirche, die noth wendige Vorbereitung bestehe darin, daß man keine wissentliche noch ungebeichtete Todsünde auf dem Gewissen habe. Zut rathsamen und vollkommenen Vorbereitung aber fordert sie, da Univ.- Bibl, Giessen welche sich von der öfteren Kommunion entschuldigen. 27 man sich auch von den läßlichen Sünden reinige, und den aufrichtigen Willen habe, seine Fehler zu verbessern. Was hält dich also von der heiligen Kommunion zurück? Wann wirst du wohl ohne Fehler und Unvollkommenheiten seyn? Ist's nicht dieses heilige Sakrament, das uns heiliget, und unsere Schwachheiten heilt? Ist's nicht dieses Brod, das, wie der heilige Bernhard sagt, die Empfindlichkeit in den kleinen Versuchungen mindert, und uns von der Einwilligung in größere Versuchungen abhält? DUY S Andächtige Seele! bilde dir ja nicht ein, als ob der Sohn Gottes( ich kann dir dieses nicht oft genug wiederholen) als Vorbereitung zum Empfang' eines heiligen Sakramentes fordere, was die Frucht, die Wirkung und der Endzweck desselben ist, so wenig, als man, um ein Heilmittel zu nehmen, als Vorbereitung dazu fordert, daß Jemand gesund sey, indem ja die Gesundheit die Frucht und die Wirkung des Heilmittels ist. Diese große Heiligkeit und Reinigkeit der Seele ist erst die Wirkung und der Endzweck dieses heiligen Sakramentes, wie dieß die versammelte Kirche in dem heiligen Kirchenrathe von Trient ausspricht. Dieses heilige Sakrament ist jene göttliche Speise, welche die Hitze der Begierlichkeit dämpft, die Leidenschaften zähmt, und uns vor der Todsünde bewahrt. Große Unbilligkeit ist es also, dieß als nothwendige Vorbereitung zum Empfange dieses heiligen Sakramentes zu fordern. Ach! wer dürfte wohl auch zu Ostern kommuniciren, wenn diese Heilig1 feit dazu nothwendig wäre? in 1 500 1 1 J 23₁ VI. motion bla, bomosiomspilled „ Ich möchte wohl öfter kommuniciren; allein ich fürchte, einen Gottesraub zu begehen.olud Man will nicht, was man fürchtet. So lange du fürchteft, einen Gottesraub zu begehen, so wirst du ihn nicht begehen wollen; und du wirst niemals eine Sünde begehen, wenn du nicht willst. 28 Fünfte Unterhaltung. Antw. auf die Ginwendungen derjenigen, od„ Ich fürchte, nur aus Gewohnheit zu kommu niciren." sfor Ist denn die Gewohnheit in guten Sachen böse? Soll man denn unterlassen, alle Tage die heilige Messe zu hören, aus Furcht, man höre sie aus Gewohnheit? und alle Tage zu Gott zu beten, aus Furcht, man bete aus Gewohnheit? , „ Ich schöpfe aus dem aus dem Empfang' der heiligen Sakramente wenig Frucht." Dieß ist ein Zeichen, daß du oft schwere Sünden begehst. Wenn du keine schweren Sünden begingest, wie könntest du sa gen, daß du aus der heiligen Kommunion keine Frucht schöpfest? Ist denn nicht das eine Wirkung dieses heiligen Sakramentes, daß es uns vor der Todsünde bewahrt? Wer fällt wohl häufiger in schwere Sünden, Jene, welche oft, oder Jene, welche selten kommuniciren? VII. nd die noe leidiger Betrug des Satans! unsre Stammeltern hat er überredet, daß sie, in Anhoffnung des Lebens, von der tödt lichen Frucht aßen; und nun macht er die Christen vom Ge nusse der Frucht des Lebens abwendig- durch die Furcht, fi möchte ihnen den Tod bringen! Sag' mir doch, warum kom municirest du nicht öfter? Du antwortest: Weil ich's nicht würdig bin. Allein wirst du's wohl jemals würdig seyn! Wenn du darauf wartest, so wirst du niemals kommuniciren Gibt es denn eine bessere Vorbereitung zum Empfange dieses heiligen Sakramentes, als wenn man sich desselben für unwür dig hält? Betheuerst du dieses nicht am heiligen Tische, ehe du kommunicirest? Gestehe die Wahrheit, nicht das Gefühl deiner Unwürdigkeit hält dich von der heiligen Kommunion ab sondern deine Anhänglichkeit an dieses oder jenes Laster, dai du nicht ablegen willst. Du entschuldigest dich von der Kom munion, weil du nicht beichten willst. www.or - 1 welche sich von der öfteren Kommunion entschuldigen. ì 6 29 IX. parlody O Jesu, mein Erlöser! welche Ursache habe ich, dich zu fürchten, und auf deine Güte Mißtrauen zu setzen? Hast du je wohl einen Sünder verstoßen oder übel behandelt, der sich zu dir gewendet hat? Hast du dir nicht eine Freude daraus gemacht, mit Sündern zu essen und umzugehen, um Gelegenheit zu haben, sie zu bekehren? Haben es dir die Schriftlehrer und Pharisäer nicht zum Verbrechen angerechnet? Warum soll ich über ihr Gerede unruhig werden? Warum soll ich ihr Murren fürchten, da du die Sünder vertheidiget, und erklärt hast, daß du, um sie zu suchen, in die Welt gekommen bist? Ich bekenne, daß ich ein Sünder bin; aber ich will hinfür feiner mehr seyn. Darum nahe ich deinem heiligen Tische; denn wohin soll sich ein Kranker wenden, als zu seinem Arzte? - und wo soll ich Gnaden schöpfen wollen, als in diesem heiligsten Sakramente, welches die Quelle der Gnaden ist? VIII. no si noil mi a schreckliche Drohung, welche der Sohn Gottes über Jene ausspricht, die sich entschuldigen! Sie werden niemals an meinem Tische essen," spricht er. Es wird die Zeit kommen, wo du in den Hochzeitsaal eingehen willst, und er wird dir verschlossen seyn. Es wird die Zeit kommen, wo du kommuniciren willst, und nicht kannst. Der König, über deine Weigerung erzürnt, wird sein Kriegsheer wider dich aussenden, welches dich vertilgen, und deine Stadt in Brand stecken wird. Verlurst zeitlicher Güter, Krankheiten und Tod sind eben so oft die Züchtigungen für die Verachtung, wie für den Mißbrauch dieses heiligsten Sakramentes. X. mil Ich habe zwar keine fühlbare Andacht; allein dieß ist eine Gnade, die du mittheilest, wem du willst, und die ich nicht verdiene, und die auch nicht zu unserm Verdienste gehört. Ich Sechste Unterhaltung. will lieber im Gefühle meiner Unwürdigkeit, als in eitler Einbildung von Heiligkeit kommuniciren. Gibt es wohl eine größere Hoffart, als wenn man sich für würdig hält, einen Gott zu empfangen? Mögen Andere aus ihren langen und außerordentlichen Vorbereitungen Vortheil schöpfen; ich meines Theils will auf meine Demuth und meinen Gehorsam rechnen. Fasse ich meine Unwürdigkeit in's Auge, so spreche ich:„ Ich darf deinem heiligen Tische nicht nahen;" höre ich aber dein Wort, daß Jener, welcher dein Fleisch nicht ist, das Leben nicht haben werde, so spreche ich:„ Ich will leben; folglich muß und will ich kommuniciren." 50 Sechste Unterhaltung. bi sdod so Die Herrlichkeit des Abendmahles unsers Herrn plads Jefu Chrifti. Jefu Chrifti. ndi mah dous Sind d vid I. Ein Mensch, spricht unser Herr, veranstaltete einst ein großes Abendmahl, und lud Viele dazu ein. bin whindi Dieses Abendmahl ist die heilige Kommunion, wozu Gott alle Menschen einladet, und wo er sie mit unendlicher Herr lichkeit bewirthet. II. 50. mpi Dieses Abendmahl ist groß des Urhebers wegen, wel cher es veranstaltet, und auf dessen Zubereitung unendlicher Aufwand gemacht hat; denn ein Gott ist's, der uns bewirthet, und als Gott bewirthet. Er vermag uns bei aller seiner un endlichen Weisheit nichts Größeres und Vortrefflicheres geben, als er uns wirklich gibt. Er vermag uns bei allen seinem unendlichen Reichthume nimmer mehr zu geben, als a uns wirklich gibt. Er kann uns bei aller seiner Allmach - Die Herrlichkeit des Abendmahles unsers Herrn Jesu Christi. 31. nichts Kostbareres geben, als er uns wirklich gibt. Was werde ich dem Herrn vergelten für so viel Gutes, daß er mir erwiesen, für das Abendmahl, welches er mir zubereitet,- für die Speise, welche er mir gegeben, und für die Güte, womit er mich zu einem so ehrenvollen und köstlichen Gastmahle eingeladen hat? 20 10p 3T od dos tiple rige this mist Dieses Abendmahl ist groß- der Speise wegen, welche man da genießt; denn es ist der Leib, das Blut, die Seele, die Gottheit und Menschheit unsers Herrn Jesu Christi mit allen seinen Verdiensten, Gnaden, Bemühungen und Arbeiten, die uns bei dieser Tafel vorgeseßt sind. Unser Fleisch nähret sich," wie Tertullian sagt, von seinem Fleische, und unsere Seele wird stark von seiner Gottheit." Alle jungfräulichen Eigenschaften dieses allerreinsten Fleisches gehen in unser Fleisch über, um es zu reinigen. Alle Tugenden seiner allerheiligsten Seele gehen in unsere Seele über, um sie zu heiligen. Was fann man auf Erden Größeres und Nüßlicheres verlangen, als dieß? III. IV. Dieses Abendmahl ist groß der Wirkungen wegen, welche es hervorbringt; denn, nichts zu melden von jenen Wirkungen, wovon eben gesprochen worden, heilt es alle unsere Krankheiten, stärkt uns wider alle unsere Versuchungen, verschafft uns den Sieg über alle unsere Feinde, bereichert uns mit dem Schaße aller Tugenden, erfüllt uns mit Gnaden, überhäuft uns mit Ergöglichkeiten, vereiniget uns auf's Innigste mit der Gottheit und Menschheit Jesu, gibt unserer Seele und 1 unserm Leibe das ewige Leben. Die Juden haben in der Wüste das Himmelbrod gegessen, und sind dennoch gestorben; wer aber dieses Brod essen wird, der wird ewig leben." Wer liebt das Leben nicht? 17 siné Sechste Unterhaltung. bad thicilment Woher kommt es nun, daß ich dieses Himmelbrod nicht liebe wodurch mir doch ein ewiges Leben zu Theil werden wird? 32 V. Dieses Abendmahl ist groß- seines Umfanges wegen denn diese göttliche Tafel nimmt die ganze Erde ein. Es gib keinen Theil der Erde, wo man diese heiligen Geheimnisse nich feiert, dieses göttliche Lamm nicht opfert, dieses Brod der Enge nicht genießen kann. Wenn der Arme dem Reichen so seh schmeichelt, welcher ihm das Brod der Erde gibt, wie soll id erst meinen Gott lieben, und meinem Gott dienen, welcher mi das Brod des Himmels gibt! dui schitis VI. mDieses Abendmahl ist groß seiner Dauer wegen; dem es währet, so lange es Menschen auf Erden gibt. Jene Mahl zeit des Königs Assuerus dauerte nur hundert und zehn Tage dieses Abendmahl aber wird stets in der Kirche dauern bi an's Ende der Welt. Jesus wird sich uns als Speise dar geben, bis er kommen wird, uns zu richten. Glückselig Jener der ihn vor seinem Hinscheiden empfangen wird; unglückseli- Jener, der bei seinen Lebzeiten ihm nicht den Eingang in sen 1 Herz gestatten will! Ach! wie sehr ist zu befürchten, daß eauf ewig von der Gemeinschaft der Heiligen ausgeschlossen werde 1 r moor VII. der S t Dieses Abendmahl ist groß-- wegen der Menge der gel ladenen Gäste; denn alle Menschen ohne Unterschied sind daß eingeladen, Große und Kleine, Arme und Reiche, Männer un Weiber, Gesunde und Kranke, Gerechte und Sünder, wenn s nur im Stande der Gnade Gottes, und mit dem hochzeitliche Kleide angethan sind. Die Reichen entschuldigen sich. Nu die Armen speisen am Tische Jesu. O meine Seele! we fürchtest du dich? Bist du arm? Bist du frank? Bist d Die Herrlichkeit des Abendmahles unsers Herrn Jefu Christi. 33 e blind? Bist du armselig? Das sind ja eben jene, die man gleichsam zwingt, in den Hochzeitsaal einzugehen, das sind ja eben die Gäste. Für die Armen, Kranken, Blinden und Lahmen ist ja eben dieſes Abendmahl zubereitet. Hans me mod dal stanza VIII.15 giliran I b + O Jesu! verzeihe mir, wenn ich mich unterstehe, deinem Altare zu nahen, und mich an deinen Tisch zu setzen! Ich erWESTY HEST idi kenne es, daß ich dessen unwürdig bin; aber deine Diener haben mich gezwungen, herein zu gehen, und sie haben mich mit dem Tode bedroht, wenn ich mich, unter dem Vorwande meiner Unwürdigkeit, mit dir zu speisen weigern würde.„ O bewunderungswürdiges Abendmahl, Jesum Christum empfängt,- wo das Andenken seines Leidens erneuert wird, wo die Seele mit Gnade erfüllt wird, wo sie das Unterpfand e des ewigen Lebens empfängt!" wo man Di IX. at sipa@ Auf, meine Seele! fürchte dich nicht! geh' ein in das Haus des Herrn, und speise an seinem Tische; denn er ladet i uns dazu ein,- er trägt darnach das sehnsüchtigste Verlangen, - wir können ihm keine größere Freude machen, T er droht -e uns mit seinem Zorne, und mit einem erschrecklichen Tode, wenn wir uns weigern, mit ihm zu speisen, er verheißt uns das Paradies und das ewige Leben, wenn wir würdig dieses geheiligte Brod essen, welches er uns darreicht! n fi el 1 0: Zwickenpflug, Jejus, unsere Liebe sc. - 3 34 Siebente Unterhaltung. Von den Tugenden, die uns non ald thì Thủy bị thi on aslands Son Siebente Unterhaltung. sid mada 118 datil toutouniors amorebiv dil ond dan nodilu Von den Tugenden, die uns Jesus Christus in de allerheiligsten Altarssakramente lehrt. AC Jesus in diesem heiligen Sakramente ist ein Lehrmeiste der uns alle Tugenden lehrt. Ich will einige derselben aut heben, die da ganz vorzüglich hervorleuchten. 11 HR inded my OWN OND napus sampgrolf and 1. Die Armuth. Mords 银 dan Die erste Tugend ist die Armuth. Diese ist ein in eine Acter verborgener, allen Menschen unbekannter Schatz. D Sohn Gottes ist gekommen, ihn durch seine Lehre und dur seine Beispiele aufzudecken. Er war arm sein ganzes Leben hi durch; aber von Allem gänzlich entblößt erscheint er auf unse Altären. Er ist da mit der Gestalt des Brodes bekleidet, eine wahrlich sehr geringen und verächtlichen Kleide; es ist ih ganz einerlei, ob er in einer Stadt oder in einem Dorfei und er wohnt eben so gerne in einem Behältnisse von Zin wie von vergoldetem Silber. Er hat im Himmel eine gre Hofhaltung; wer leistet ihm aber Gesellschaft auf Erden? J bin," spricht er durch einen Propheten( Klaglied 3, 1)„ Mann, der ich meine Armuth sehe." Wir sehen auch; aber ach! wir wollen sie nicht nachahmen. Wir woll gute Wohnung, gute Nahrung, gute Kleidung, gute Bedienun Wir wollen im Leben an nichts Mangel leiden, und keine l bequemlichkeit erdulden, gerade als ob der Sohn Gottes sprochen hätte: Selig sind die Reichen, nicht aber die Arme selig sind Jene, welche lachen, nicht aber Jene, welche wein 11 2. Die Demuth. Es ist der Demuth eigen, sich vor Gott zu tiefst erniedrigt seine Armuth und Abhängigkeit zu erkennen, sich für nidu hit mins C Jesus Christus in dem allerh. Altarssakramente lehrt. wollen. et zu halten, sich selbst zu verachten, Verachtung und Verdemüthigung anzunehmen, sie mögen wo immer herkommen, Jedermann zu gehorsamen, die von Gott empfangenen Gnaden zu verbergen, überall den letzten Platz einzunehmen, das Lob der Menschen zu fliehen, und nur von Gott allein gekannt seyn zu Imnoimummot spidibus plaid siar usti! slig stor inDieß thut Jesus Christus in diesem heiligen Sakramente. Er opfert und erniedriget sich selbst zu tiefst für die Ehre seines Vaters, indem er die sakramentalische Wesenheit verliert, die er daselbst hatte. Er hat seine Gottheit und Menschheit unter den geringen Gestalten des Brodes und Weines verborgen, ein Zustand, der noch weit verdemüthigender ist, als jener, worin er sich in der Krippe, am Kreuze, und im Grabe befunden hat, weil da nicht nur seine Gottheit in Nichts verabgründet wird, und weil er von den Gößendieſondern auch ſeine Mens Shriften verachtet wird. Er verbirgt da enern, Keßern und bösen alle seine Schäße, Gaben und Gnaden, seine Macht, seine Herrlichkeit und alle seine göttlichen Vollkommenheiten. Kann er i sich mehr erniedrigen, als es wirklich geschieht, da er in das Haus eines armen Kranken, und in das Herz eines Judas eingeht? Du bist in Wahrheit ein verborgener Gott, o mein Heiland! und ich bin ein Mensch, welcher Aufsehen machen ei will. Du bist ein demüthiger Gott, und ich bin ein hoffärtiger Mensch. Du fliehest die Ehre, und ich suche sie. Du suchest die Verdemüthigungen, und ich fliehe sie. doe busice 35 ISTEN sodag as mind pol 3. Die Geduld. dop 10 moun and star Wiewohl der Leib des Sohnes Gottes unter den Gestalten dieses heiligen Sakramentes nicht leidend ist, so verliert er demungeachtet die Liebe zum Leiden nicht. Er hat es eingeſeßt, um uns ein ewiges Denkmal seiner Geduld zu hinterlaffen; er denkt daran, und will, daß auch wir das Andengken daran bewahren sollen. Sein Leib ist in Wahrheit leidensidunfähig; aber seine göttliche Person fühlt alle Unbilden, die 3* Siebente Unterhaltung. Von den Tugenden, die uns man ihm zufügt. Und wer könnte wohl diese Unbilden alle auf zählen? Gedenk' aller Schmach, die ihm die Gottesläugne Keßzer, Zauberer, und besonders die bösen Christen angethe haben! Welche Sünden und Lafter begeht man in seiner G genwart in den Kirchen! Welche Verunehrungen, Ruchlost keiten, wie viele unwürdige Kommunionen! at Jesu! in welcher vortrefflichen Schule befinde ich mid und welche weise Anleitung zur Geduld gibst du mir stets Aber ach! ich schöpfe daraus wenig Frucht. Ich bin imm zornig und ungeduldig. Ich will weder von Gott noch v den Menschen, weder von meinen Vorgesetzten noch von mein Gleichen, noch von Jenen, die unter mir sind, etwas leide Ich bin mir selbst zur Laft, und doch will ich, daß Jederman mich übertrage. Welche Ungeduld! welche Unbilligkeit! 36 - 4. Der Gehorsam. Der Sohn Gottes ist durch den Gehorsam, den sei jungfräuliche Mutter dem Worte des Engels geleistet hat, a pfangen worden. Er ist im Gehorsame, den er dem Kai geleistet hat, geboren worden. In Gehorsam, den er sein Eltern geleistet hat, hat er gelebt. Im Schooße des Gehorsam den er seinem göttlichen Vater, und den Richtern, die ihn gerechter Weise verurtheilten, geleistet hat, ist er gestorben. U wiewohl er jetzt im Himmel herrscht, so will er doch noch d Menschen gehorsam seyn, und zwar auf eine ganz unerhö Weise; denn er gehorsamet allen Priestern, den bösen sow wie den guten. Er gehorsamet zu jeder Zeit, bei Tag und Nacht. Er gehorsamet augenblicklich; sobald der Priester heiligen Worte gesprochen hat, so ist er schon in seinen Hi den, um mit ihm thun zu können, was ihm gefällig ist. gehorsamet an allen Orten, und in allen Winkeln der Er wo man Messe liest, am Lande, auf dem Meere, in Dörfe in der Stadt, in großen Kirchen, in kleinen Kapellen. Er horsamet in Allem, was man mit ihm thun will; er läßt Jesus Christus in dem allerh. Altarssakramente lehrt. verwahren, genießen, ausspenden, verunehren. Er gehorsamet e ohne Widerstand, ohne Klagen, ohne Murren, ohne irgend meinen Verdruß oder Unwillen über die Unbilden zu zeigen, die man ihm anthut. d sdi 3 t Christliche Seele! gehorsamest du auch so? Gehorsamest du allen deinen Vorgesetzten ohne Ausnahme? jederzeit, bestänEddig? in allen Dingen, ohne Vorbehalt? zu jeglichem Gebrauche, te Vorbehalt? zu jeglichem Gebrauche, t ohne Unterschied, mit Unterwürfigkeit, ohne Widerstand und n Murren? sasil 1919 star 13). et 37 5. Die Abtödtung.enly) briti Das ganze sterbliche Leben Jesu war eine lautere Anleitung zur Abtödtung. Er ist jetzt im Himmel glückselig und glorreich; nichts desto weniger hat er ein Mittel erfunden, uns bis an's Ende der Welt durch sein Beispiel zu lehren, unsern Geist, unsern Willen, unsere innerlichen und äußerlichen Sinne ei abzutödten. Er tödtet seinen Verstand ab, indem er sich ganz a dem Willen des Priesters überläßt, und sich, sowohl aus guter als böser Absicht, hintragen läßt, wohin man will, gerade als ob er blind wäre, und nichts unterscheiden könnte. Er tödtet seinen Willen ab, indem er tausenderlei Dinge erduldet, die u seiner Hoheit, seiner Glorie, seiner Größe, seiner Heiligkeit, feiner Majestät und aller seiner göttlichen Vollkommenheiten unwürdig sind. Wie schwer fällt es ihm, in das Herz eines bösen Menschen einzugehen! Er tödtet seine Sinne ab; denn er ist in der heiligen Hostie gleichsam wie todt; er lebt nur ein geistiges Leben, ohne irgend eine Verrichtung des leiblichen Lebens machen zu können. Er tödtet seine Zunge ab, in5 dem er nicht ein Wörtchen redet, und tiefes Stillschweigen be( obachtet. Er tödtet seinen ganzen Leib ab, indem er ihn mit Eden leblosen Gestalten vereiniget, die Stelle eines unbelebten Wesens einnimmt, sich so behandeln läßt, und gleichsam gebunden und gefesselt in diesem Gefängnisse der Liebe weilet. O meine Seele! welche Vereinigung kannst du mit dem 38 Siebente Unterhaltung. Von den Tugenden, die uns abgetödteten und gekreuzigten Leibe Jesu Christi haben, du die du in Vergnügen und Wollüsten lebest? Dieses heilig Sakrament ist die wiedererneuerte Vorstellung seines Leiden und du verabscheuest das Leiden. Sein Leben ist ganz geistig und das deinige ist ganz sinnlich. sahipd do vintage niso huntes mod. Die Liebe Gottes. din Jesus lehrt uns auch in diesem heiligen Sakramente, w wir Gott lieben sollen, nämlich, daß wir überall seinen heilig Willen thun, alle seine Gebote halten, viel für ihn leiden, m uns seiner Ehre opfern. Thut er dieß nicht auf den Altären Opfert er sich nicht alle Tage und Augenblicke für die Ch seines Vaters, und für das Heil der Menschen auf? Er h das Mittel erfunden, aller Orten und jeden Augenblick zu ste ben, indem er sich zum Schlachtopfer machte, welches geopfe und geschlachtet wird, und das sakramentische Leben verlie welches er unter den Gestalten gehabt hat. Somdratul 6. naila Alle Menschen sollen sich opfern, um ihre Abhängigk von dem höchsten Wesen zu bekennen, ihm für seine unen lichen Gutthaten zu danken, ihre unzähligen Sünden zu fü nen, und wider ihre äußerste Armseligkeit die nöthige Hilfe erlangen. Jesus hat, als das Haupt der menschlichen Natu diese Pflicht auf sich genommen, und opfert sich selbst alle Ta zu den eben angegebenen Ziel und Ende auf. nich Armseliger! welche Beschämung für mich, ein Gott zu sehen, der sich mit meinen Schulden belastet, fe Leben hingibt, mich vom Tode zu erretten,- sich seiner Gü beraubt, um mich zu bereichern, und tausenderlei Verachtung erduldet, um mich seiner Herrlichkeit theilhaftig zu mache Und ich, wiewohl ich Alles dieses erkenne, beleidige ihn, w achte ihn, mache je mehr und mehr Schulden, will für i nichts leiden, mache seinen Tod und sein Leiden fruchtle Welcher Undank! welche Hartherzigkeit! welche Beschimpfun welche Ungerechtigkeit! pinisisschison 1ste onism - 39 Jesus Chriftus in dem allerh. Altarsfakramente lehrt. fpillek bodkriDan and Tim 100 7. Die Liebe des Nächsten. imaß) abin uð Einer der vorzüglichsten Endzwecke der Menschwerdung ist, innige Liebeseinigkeit unter allen Menschen herzustellen. Jesus hat uns diese Liebe ausdrücklich geboten, und er nennt dieses Gebot sein einziges Gebot und das Kennzeichen seiner Jünger. Diese Liebeseinigkeit zu erhalten, hat er uns seinen Leib und sein Blut unter den Gestalten des Brodes und Weines hinterlassen, damit wir, wie wir Ein Brod essen, auch nur Einen Leib und Eine Seele hätten; und weil Jedermann das Leben liebt, und man, um das Leben sowohl der Gnade als der Herrlichkeit zu erlangen und zu erhalten, das Fleisch dieses geschlachteten Lammes effen muß, wie er im Evangelium bes theuert, so befiehlt er allen Gläubigen, zu seinem Tische zu kommen; verbietet es aber unter der Strafe der Verdammniß Allen, die mit ihrem Nächsten in Uneinigkeit sind, bevor sie sich mit ihm wieder versöhnet haben, damit uns das Verlangen, an diesem göttlichen Geheimnisse Theil zu nehmen, und das Leben zu erlangen, nöthige, untereinander unverleßlichen Frieden und unverleßliche Eintracht zu erhalten. Tionit 1 O Jesu, du Liebe Gottes und der Menschen, der du dich aus Uebermaaß von Liebe auf unsern Altären opferst, und uns so sichtbare und zärtliche Beweise deiner Liebe gibst! o liebreichster Hirt, der du deine Schafe so inbrünstig liebeft, daß du, anstatt daß sie dich mit ihrer Wolle bekleiden, und mit ihrem Fleische ernähren sollten, dich selbst entblößeft, sie zu bedecken, und ihnen deinen Leib und dein Blut zur Nahrung darreichest! o Liebe über alle Liebe! was kann ich thun, um die Liebe, die du mir in diesem heiligen Sakramente bezeigest, und die Gutthaten, die du mir da erweisest, zu vergelten? bisl ind Wenn du mich liebest, spricht Jesus, so liebe auch deinen Nächsten, bezahle ihm, was du ihm schuldig bist, und ich will dir Alles nachlaffen! Ich gebe dir über alles Vergangene einen Freibrief, und gewähre dir volle Vergessenheit. Du hast 40 Achte Unterhaltung. Von unsern Verbindlichkeiten von mir das Leben; alle deine Güter sind mein. Was sollte du nicht für mich leiden, da ich so viel für dich gelitten habe und da du mich so oft und schwer beleidiget hast? Daraus daß du deine Nebenmenschen liebest, werde ich erkennen, da du mich liebest. Was du ihnen immer Gutes thust, das wil ich so aufnehmen, als hättest du es mir gethan. Ich will di verzeihen, wenn du ihnen verzeihest; ich will dir in deine Nöthen beistehen, wenn du ihnen beistehst. Das Brod, da du ihnen gibst, ist es so kostbar, wie jenes, das ich dir gebe Die Unbilden, die sie dir zufügen, kommen sie in Vergleich mi jenen, die du mir zugefügt hast? Wenn du sie nicht liebest und ihnen nicht verzeihst, so darfst du nie an meiner Tafe speisen, oder du wirst dir dein Gericht und deine Verdammini hineineffen. nið Hammadis si roasd Achte Unterhaltung. du 491H still I. mind Von unsern Verbindlichkeiten gegen die allerfelight Jungfrau, dafür, daß sie uns bei der heiligen Kommunion ihren Sohn schenkt. G en dat de medell schilttig drur pindi hi and Die allerfeligste Jungfrau ist die Mutter der Gläubigen und ganz besonders der Auserwählten. Sie hat selbe bei de Menschwerdung empfangen, da sie ihren Sohn empfing; fi hat selbe bei seinem Leiden mit vielen und großen Schmerze geboren, da sie ihn sterben fah; sie nährt selbe in der heilige Kommunion mit dem Fleische ihres Sohnes, welches ih Fleisch ist, und gibt ihnen sein Blut, das er aus ihren Ader genommen hat. Das Fleisch Jesu Chrifti," sagt de heilige Augustin, ist das Fleisch Mariä." Er hat di Wesenheit, die er daraus genommen hat, beibehalten, un behält sie noch bei. Wenn du also das Fleisch Jesu genießest bid ud ani dur 11 1 1 41 til gegen die allerfelige Jungfrau.si so genießest du das Fleisch Mariä. Dieser Gedanke hat die Heiligen mit so vieler Andacht entglühet, und deßhalb ist dieſes heilige Sakrament ein unfehlbares Arzneimittel wider die unreinen Versuchungen. Dieses Fleisch theilt, indem es unser Fleisch berührt, demselben seine jungfräuliche Reinigkeit mit; und dieses Blut hebt, indem es in unsere Adern fließt, die Hitze und Verderbtheit unsers Blutes. II. said. mem! Hen Wenn dieses heilige Sakrament das Leben der Seele erciure!! hält, und das Fleisch Jesu- das Fleisch Mariä ist, so nähret dich die allerfeligste Jungfrau, und erhält dir das Leben, so oft du kommunicirest, weil du ihr Fleisch genießeft. Sie schenkt dir auch ihren Sohn, und aus ihren Händen, um so zu reden, empfängst du ihn; denn ein Sohn gehört seiner Mutter zu, und zwar ganz besonders, wenn sie an ihm auch Mutterstelle vertritt, und er kann sich ohne ihre Einwilligung weder verschenken, noch verkaufen. Nun- Jesus ist der Sohn Mariä im Himmel, wie er es auf Erden war, und Maria ist noch seine Mutter, und wird es ewig seyn. Wenn er sich denn für uns auf den Altären opfert, und in der heiligen Kommunion sich uns schenkt, so williget die seligste Jungfrau in diese Schenkung ein. Sie opfert ihn Gott auf, und schenkt ihn den Menschen durch die Hände des Priesters, nicht nur, um sich in unsere Arme zu legen, wie einst in jene des frommen Simeon, sondern auch, um in unser Herz einzugehen, uns zu nähren und uns das Leben der Gnade zu erhalten. ome III. Jesus hat aus der heiligen Jungfrau den Leib nur angenommen, um ihn seinem göttlichen Vater zum Schlachtopfer darzubringen, und den Menschen zur Nahrung zu geben. Dieß sind die zwei vornehmsten Endzwecke der Menschwerdung. Wir Achte Unterhaltung. Von unsern Verbindlichkeiten hatten ein Schlachtopfer vonnöthen, um Gott zu ehren, un unsere Sünden zu fühnen; aber was hätte uns die Wieder einfeßung in seine Gnade genüßt, wenn wir nicht auch da Mittel gehabt hätten, sie zu bewahren? Dieß thut dieses heilig Sakrament, das die geistige Nahrung unsrer Seelen ist, gleich wie das leibliche Brod die Nahrung des Leibes. id da 42 IV. 30 D! wer wird also den Schmerz aussprechen können, de die seligste Jungfrau empfindet, da sie sieht, wie man dieses hei lige Sakrament mißbraucht und verachtet? Denn wenn di Kommunion einer von den Endzwecken der Menschwerdung un des Leidens unsers Herrn ist, so heißt ja, sich derselben entziehen nichts Anderes, als alle Bemühungen des Sohnes und de Mutter fruchtlos machen, den Preis unsers Heiles verachten Gott einer unendlichen Ehre berauben, die man ihm erweise könnte. Es heißt, Jesum, unsern Erlöser, auf's Aeußerste be trüben, der im Laufe seines sterblichen Lebens sich so deutlid 1964 erklärt hat, daß er kein sehnlicheres Verlangen habe, als mi uus dieses Osterlamm zu essen. Es heißt, ihn hindern, di Vermählung zu vollbringen, die er in der heiligen Kommunio mit unsern Seelen eingeht. Es heißt, ihm die Herberge ver weigern, wie einstens die Einwohner von Bethlehem, da e nun ein Fremdling auf Erden ist. Es heißt endlich, ihn au seinem Reiche verjagen, welches unser Herz ist, oder ihn wenig stens am Eintritte, und an der Besignahme desselben verhindern indem er ja eben so viele Reiche erwirbt, als es reine Seele gibt, die ihn empfangen. V. spur Welche Betrübniß für die seligste Jungfrau, wenn sie sehe muß, wie ihr Sohn von seinen Unterthanen mißhandelt un aus seinem Reiche verjagt wird! Welcher Schmerz, wenn s sehen muß, wie seine Arbeiten ohne Frucht, seine Anschläg gegen die allerfeligste Jungfrau.10 ohne Wirkung, sein Leib ohne Ehre, sein Hochzeitmahl ohne Gäste, sein Hof ohne Gefolge, seine Wohlthaten ohne Erkenntlichkeit bleiben! Und im Gegentheile, welcher Trost für sie, wenn sie sieht, wie das große Werk unserer Erlösung vollendet wird, wie wir uns die Verdienste des Todes ihres Sohnes aneignen, wie er die Frucht seiner Arbeiten einsammle, fein Reich erweitere, und durch die Vereinigung und Einverleibung neuer Glieder, worunter alle Gläubigen gehören, welche würdig kommuniciren, seinen sittlichen Leib in Aufnahme bringe! golstad lo and 43 VI. mpuildel sotterie O christliche Seele! wenn du eine Andacht zur Mutter Gottes hast, so hab' sie auch zur heiligen Kommunion, wo du nicht etwa ein geheiligtes Ueberbleibfel von ihren Kleidern, sondern ihr eigenes Fleisch und Blut empfängst, indem das Fleisch Jesu das Fleisch Mariä ist! Dieser Gedanke war der Trost des großen Petrus Damiani, dessen überaus zärtliche Worte also lauten: Meine Brüder! ich bitte euch, be= denket doch, wie sehr wir der seligsten Mutter Gottes verbunden, und welchen Dank wir ihr schuldig sind nach ihrem Sohne; denn wir empfangen am Altare den nämlichen Leib, welchen die heilige Jungfrau gezeugt, in ihrem Schooße getragen, in Windeln eingewickelt hat; und wir trinken ihr Blut in diesem Geheimnisse unsrer Erlösung." Dieser Gedanke erfüllte auch den heiligen Ignazius, den Stifter der Gesellschaft Jesu, am Altare mit Freude, und trieb ihm Thränen aus den Augen. dol opinadal bad mood or fim is also contient ni da notte daha da madharo VII. id pungspris( 1960) újdag heilige Jungfrau! ich danke dir, daß du mir so oft das kostbare Fleisch deines Sohnes zur Nahrung gegeben hast, welches das nämliche Fleisch ist, womit du ihn in deinem feu schesten Leibe bekleidet haft! D! welche Reinigkeit sollte ich Neunte Unterhaltung. Ueber die Litanei haben, um ihn in mein Herz aufzunehmen! Die Kirche ver wundert sich billig, daß er keinen Abschen hatte, in deinen jung. fräulichen Schooß einzugehen; aber welche Verwunderung muß sich ihrer erst bemächtigen, da sie diesen Gottmenschen in ein so unreines und verdorbenes Herz eingehen sieht, wie das meinige ist! Mutter Gottes! suche mich oft heim mit deinem Hei lande, und versag' es nicht, mit ihm in meine Seele einzugehen, da du ja auch in einen Stall haft eingehen, und ihn auf Stroh haft legen wollen! Zur Danksagung für diese Gutthat will ich dich mein Leben lang preisen, und ewig dem Sohne und de Mutter lobsingen. methodni? 44 ( noimmumot nop Neunte Unterhaltung. 0 Ueber die Litanei vom heiligen Namen Jesus, dienlich als Vorbereitung zur heiligen Kommunion, und als Danksagung nach derselben. Weile bei jedem Absaße, wie die Biene auf einer Blume, und ziehe daraus den Honig der Andacht! Geh' nicht weiter, so lange du dich davon angesprochen fühlft! vil" Jesu, du Sohn des lebendigen Gottes." 8##" Jesu, du Abglanz des Vaters 2c.!" Sun COULD Ich bete dich an, o mein Herr Jesu! Ich glaube, daß du der Sohn des lebendigen Gottes bist, und daß du in die Welt gekommen bist, mich selig zu machen, und in meine Seele ein gehst( oder) eingegangen bist, sie zu ernähren und zu beleben. Ich hoffe, daß du mich der Wirkungen dieser zweifachen Ankunft theilhaftig machen wirst, indem du meine Seele selig machest, und ihr dein Leben ertheileft. vbilmin and bobl bi O Jesu, du Sohn des lebendigen Gottes! wie kannst du 45 1 vom heiligen Namen Jesus. deinen Thron verlassen, um dich auf Stroh niederzulassen? Wie kannst du den Schooß deines Vaters verlassen, um in das Herz eines so armseligen Geschöpfes einzugehen? D, wie sehr bin ich dir für eine so große Gutthat verbunden! Wie werde ich's dir vergelten können? Ich kann nichts dir Angenehmeres thun, als daß ich dir dieses Herz opfere, das du so sehr liebest, und das dich so wenig liebt. O Jesu! reinige es durch deine Gnade, entzünde es durch deine Güte, heilige es durch deinen Geist, segne es durch deine Gegenwart, umstalte es durch deine Kraft, besiße es durch deine Liebe in Zeit und Ewigkeit! Amen! „ Jesu, du König der Herrlichkeit!" Ein König kommt, seinen Knecht zu sehen! ein König der Herrlichkeit, einen Leibeigenen der Bosheit zu besuchen! O König der Herrlichkeit! wie bewunderungswürdig bist du im Himmel; aber wie liebenswürdig auf Erden! Ich erwähle dich zu meinem Könige, und erhebe dich über mein Herz, als auf den Thron deines Reiches. O! wie schmerzet es mich, daß ich dich so oft verrathen, verachtet, verlassen und aus deinem Reiche vertrieben habe! Ach! bisher hat der Satan in meinem Herzen geherrscht. D Jesu! ich will hinfür keinen andern König mehr haben, als dich. Nur mehr du allein sollst in meinem Leibe und in meiner Seele, in meinem Geiste und in meinem Willen herrschen. Nichts soll sich in deinem ganzen Reiche regen und bewegen, als nur nach dem Befehle und Antriebe deines Geistes. O mein Gott und König! dein Wille soll geschehen, nicht aber der meinige! Du bist mit Herrlichkeit gekrönet worden, nachIdem du zuvor mit Schmach gekrönet warest; ich will deiner Schmach theilhaftig werden, um einstens auch an deiner Herrlichkeit Antheil zu haben. tin - " Jeſu, du Sonne der Gerechtigkeit!" d vid Stelle dir deinen Herrn vor- als eine schöne Sonne in Mitte deines Herzens! Bete ihn an in aller Unterwürfigkeit 46 Neunte Unterhaltung. Ueber die Litanei der Seele! Erfreue dich, daß du die Sonne des Paradieses den Ursprung alles Lichtes, die Quelle aller Gnaden, den Schöpfe und Erhalter aller Dinge in deinem Herzen besißest und ein schließest! Sprich zu ihm: Ab e Jeſu, meine Sonne! wer hat dich vom Firmamente ge trennt, um dich in eine unflätige Pfüße zu versenken? glanz des Vaters! wer hat dich mit dieser Wolke bedeckt? König der Gestirne! wer hat dich deiner Herrlichkeit beraubt! Deine Liebe hat dieses Wunder gethan. Sie hat dein Angesich mit einem Schleier bedeckt, wie einstens das Angesicht Moysis um dich deinen Brüdern zugänglich zu machen. O Sonne des Lichtes! zerstreue meine Finsternisse! Sonne der Gnade! lösche meine Sünden aus! O Sonne de Liebe! entzünde mich mit dem Feuer deiner Liebe! O Sonn der Gerechtigkeit! sey mir barmherzig! mache mich gerecht um unschuldig vor deinen Augen! Achh! die Sonne strahlt vor mit und ich liege in der Finsterniß. Ich befinde mich in einen Feuer- Ofen der Liebe, und mein Herz ist fälter, als Gis. schöne Sonne! erleuchte mich! O schöne Sonne! erquicke, tröste belebe mich! in 19d ind indeld 1 1dnd mad sdsm ping the monksl siinid lio dhi lupea tbis ading Jesu, du Sohn der Jungfrau Maria!" milli Sieh da meinen Gott und Heiland! Ich halte Jenen in meinen Armen, den die heiligste Jungfrau mit ihrem jungfräu lichen Fleische bekleidet, den sie neun Monate in ihrem keusche Leibe getragen, den sie von dem heiligen Geiste empfangen un in einem Stalle geboren hat. Sieh! Ihn hat sie auf ihre Armen getragen, mit ihrer jungfräulichen Milch ernährt, mit s großer Sorgfalt erzogen, mit so großer Liebe geopfert, mit ſ großem Herzensleide am Kreuze sterben gesehen! O Jesu, du Sohn der Jungfrau Maria! mache mid deiner jungfräulichen Reinigkeit theilhaftig! Laß dein Blut in meine Adern fließen, und reinige dadurch mein Blut! Ich bin dein Knecht und der Sohn deiner Magd. O, laß ein Kind 47 vom heiligen Namen Jesus. deiner Mutter nicht zu Grunde gehen! Heiligste Jungfrau! danke deinem Sohne für mich! Erhalte mir die Gnade, in seinen und deinen Armen zu sterben, und in eure Hände meinen Geist aufzugeben! his mind and nist di dun Jesu!" he sistim! suis bi daud krü suivin ud and nishid, Bewunderungswürdiger chMein Gott und Herr! wie groß und bewunderungswürdig ist dein Name über der ganzen Erde! Was ist der Mensch, daß du dich würdigest, seiner zu gedenken, und der Sohn des Menschen, daß du dich würdigest, ihn heimzusuchen? O Jesu! wie bewunderungswürdig bist du im Himmel! wie bewunderungswürdig auf Erden! wie bewunderungswürdig am Kreuze! wie bewunderungswürdig auf unsern Altären! O bewunderungswürdiges Gastmahl, wo man Jesum Christum genießt, wo man das Andenken seines Leidens erneuert und bewahrt, wo die Seele mit Gnaden erfüllt wird, und das Unterpfand ihres Heiles empfängt! Te mr dom sor sid tilgjer nod „ Jesu, du starker Gott! astig en& unt Ist es wohl glaublich, daß Gott mit den Menschen ummen for gehen wolle, und sich würdige, ihre Nahrung zu werden, und ME COOL 10 H in ihren Herzen zu wohnen? Ist es möglich, daß sich die Houta heit mit der Niedrigkeit, die Allmacht mit der Ohnmacht, die Heiligkeit mit der Bosheit vereinigen wolle? O Jesu, mein Heiland! ich glaube, daß du mich mit deiner Hand erschaffen, und mit deinem Blute erlöset hast. Ich bete deine heiligen Wunden an, die du aus Liebe zu mir empfangen hast. Ach! ich sehe dein Herz durch diese Deffnungen, und deine Gottheit durch diese blutigen Wunden, die man deiner Menschheit geſchlagen hat. Erlaube mir, daß ich sie mit einem deiner Jünger berühren darf, um mit ihm rufen zu können: Mein Herr und mein Gott!" allo ni bine stisk liv Ja! ich kann sie nicht nur berühren, sondern auch nach Belieben küssen; ich kann meinen Mund an die Wunde seines 48 Neunte Unterhaltung. Ueber die Litanei Herzens legen, und daraus ein himmlisches Getränk und Lebens geift saugen. Sieh hier- meinen Gott und Heiland! wa habe ich wohl zu fürchten? und was soll ich nicht hoffen? ma O Jesu! mein Heiland! gedenke, daß du mein Gott bif und ich dein Geschöpf; daß du meine Stärke bist, und ich ein lautere Schwachheit; daß du meine Heiligkeit bist, und ich ein lautere Bosheit! Vereinige deine Stärke mit meiner Schwad heit, deine Heiligkeit mit meinem boshaften Willen, auf daß i heilig und allmächtig werde, wie du bist! Bekämpfe meine un deine Feinde! verhilf mir zum Siege über meine Leidenschafter denn nicht mein Arm und meine Kraft, sondern deine Stärk o Jesu! macht mich zum Obsieger. jun gidil „ Jesu, du Vater der glückseligen Ewigkeit!" O du König der Ewigkeiten, Unsterblicher, Unsichtbare dir, der du allein mein Heiland bist, sey Ehre und Herrlichke von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Du bist der Vater all Zeiten, besonders aber jener glückseligen Zeit, die wir nach w serm Tode hoffen und erwarten. Du hast sie Jenen, die de Fleisch essen, und dein Blut trinken, versprochen. O Jesu! g denke deiner Verheißung, und laß nicht zu, daß wir nach unser Tode von dir geschieden werden, nachdem wir im Leben so en doigne mir dir vereiniget gewesen sind! Jesu, du Engel des großen Rathes!" Du bist die unerschaffene Weisheit Gottes; darum kom es dir zu, uns zu unterweisen und zu rathen. Rede, o Her denn dein Diener hört! Engel des großen Rathes! was ve langest du von mir? Du kennest die Leiden und Zweifel mein Geistes; tröste mich in meinen Leiden, unterweise mich in me den nen Zweifeln, leite mich in allen meinen Unternehmungen; Niemand ist Herr seiner Wege, und kann zu dir kommen, d durch dich! vom heiligen Namen Jesus. „ Jesu, du Mächtigster!" Allmächtiger und barmherziger Gott, der du deine Macht durch deine Erbarmung sichtbar werden lassest! verzeihe mir alle meine Sünden, und gib mir deine Gnade, um die ich in Demuth zu dir flehe! Welche Ehre wäre es für deine Allmacht, einen Erdwurm zu vertilgen? Aber sie wird unendlich glänzen, da sie die Unbilden erduldet und vergißt, die ihm das schlechteste aus deinen Geschöpfen zufügt. Weit ehrenvoller ist es für dich, daß du vom Himmel herabgestiegen, als daß du hinaufgefahren bist; daß du die Sünder selig machest, als daß du sie verdammeſst. O mächtigster Jesu! zeige deine Kraft, dadurch, daß du mir verzeihest, und mich selig machest; denn dieses ist das höchste Werk deiner Macht, daß du dem boshafteſten und undankbarsten aus allen Sündern Gnade erzeigest! monid „ Jesu, du Geduldigster!" i ist simmerine meilied majid al find spille Bewundere die unendliche Liebe und Geduld deines Erlösers, daß er sich dir schenkt nach so vielen Unbilden, die du ihm zugefügt, und nach so vielen Treulosigkeiten, die du wider ihn begangen haft! findliar mad ud finnst sint. Inabi 9 I O sanftmüthigster und geduldigster Jesu! ich verlange keinen andern Beweis deiner Güte, als die Geduld, womit du mich an deinem Tische überträgst. Welche Ausschweifungen in meinem Geiste! Welche Kälte in meinem Willen! Welcher Aufruhr unter meinen Leidenschaften! Welche Leichtfertigkeit und Unanständigkeit in allen meinen sinnlichen Kräften! O Gott der Stärke! schone meiner Schwachheit! O Gott der Liebe! erwärme meine Kälte! O Gott der Erbarmung! verzeih' mir meine Sünden! O Gott der Geduld! übertrage meine Fehler! Und ich will von nun an, zur Vergeltung einer so großen Gutthat, deine Geduld nachahmen, und mit Sanftmuth alle Fehler meines Nächsten übertragen. 31 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe ic. - 49 4 50 Neunte Unterhaltung. Ueber die Litanei „ Jesu, du Gehorsamster!" ho Jeſu, gehorsam bis in den Tod, und zwar bis in de Tod des Kreuzes! aus Gehorsam bist du auf die Erde heral und an das Kreuz hinaufgestiegen; aus Gehorsam steigst noch täglich auf unsere Altäre herab, und gehst in unsere Herze ein. Du gehorsamest der Stimme des Priesters, und thust a genblicklich, was er verlangt. s 911 nd O unerhörtes Wunder! Gott gehorsamet der Stimme d Menschen, und der Mensch will der Stimme Gottes nicht g horsamen. O gehorsamster Jesu! wie schäme ich mich, daß mich so lange deinem Willen widerseßt habe! In Zukunft ab will ich dir und allen Geschöpfen gehorsamen aus Liebe dir bis in den Tod des Kreuzes. böd ond fil bolid w froðlítodhu qar, nofibijodood v " Jesu, du Sanftmüthiger und von Herzen Demüthiger!" - ** Dieß ist's, was mich ermuthiget, mit Vertrauen deine Altare zu nahen. Du bist in diesem heiligen Sakramente fe strenger Richter und gebieterischer Monarch, sondern das san müthigste Lamm und der von Herzen demüthigste Hirt. O Jesu, sanftmüthigster und demüthigster aus allen Me schen! wie kannst du den wildesten und hoffärtigsten aus all Sündern übertragen? Ich verlange kein anderes Merkmal dein Sanftmuth, als die Güte, womit du mich an deinem Tist speisen lassest. O Jesu! mache mich sanftmüthig und demüth von Herzen, wie du bist, und laß nicht zu, daß ich lebe wie d Wolf, da ich doch so oft das Fleisch eines Lammes effe! da ich doch ſo Jesu, du Liebhaber der Keuschheit!" Du liebest die Reinigkeit, und theilest sie uns mit,— du dieses heilige Sakrament. Um die Wunden zu heilen, well die Sünde Adams unserm Fleische geschlagen hat, und die Hir der Begierlichkeit zu dämpfen, gibst du uns dein Fleisch zu esse f Dein jungfräulicher Leib macht Jene zu Jungfrauen, die i isoi vom heiligen Namen Jesus. 10 heeper niih berühren und essen; und dein allerreinstes Blut, das aus deinen Adern fließt, reiniget unser stockendes und verdorbenes Blut. nisutud lisar nadnit ihin ndi mol Wer dürfte es wagen, deinem Tische zu nahen, wenn er von dieser Wahrheit nicht überzeugt wäre? D, wie sehr bin ich dir verbunden, daß du mir ein so kräftiges Heilmittel gegeben haft! Herr! ich bekenne es zu deiner Ehre, daß, wenn ich von diesen Versuchungen nicht bestritten werde, ich es deinem heiligen Leibe zu verdanken habe. So vermenge denn dein Blut mit dem meinigen! mache aus meinem und deinem Fleische Ein Fleisch, und ich werde im Fleische leben, als ob ich kein Fleisch hätte! si@ Impal di slangall sid 51 mis Jesu, unsere Liebe! wind find aften sund, mapid ning nem tud ( 934) ug Andächtige Seele! koste sie, diese süßen Worte! Kannst du sie mit Wahrheit aussprechen? Ist Jesus deine Liebe? Ist er nicht vielmehr ein Gegenstand deiner Abneigung oder wenigstens deiner Furcht? is jod mad hingi nad Jesu, meine Liebe! weil du mich so zärtlich geliebt haft, so nenne ich dich füglich meine Liebe, auch wenn ich dich nicht liebe. Du bist meine Liebe im Himmel und auf Erden; du bist meine Liebe in diesem heiligen Sakramente; denn die Liebe bewegt dich, diese Gestalt anzunehmen; um deiner Liebe genug zu thun, hast du dieses Sakrament eingesetzt; um unsere Herzen zu gewinnen und sie mit deiner Liebe zu entzünden, lasseft du dich genießen. E Mein Gott, meine Liebe! welche Freude für mich, dich zu besitzen! O, wie sehr verlange ich, mich mit dir zu vereinigen, und mich ganz in dich umzugestalten! Immer neue, und stets alte Schönheit! entzünde mich mit deiner Liebe! Laß nicht zu, daß mein Herz irgend einem Geschöpfe anhange! O Jesu! du sollst hinfür meine Liebe, meine einzige Liebe seyn! sad vid sol 52 Neunte Unterhaltung. Ueber die Litanei un and Jesu, du Gott des Friedens! dig do Mein Herz hat in den Geschöpfen den Frieden gesucht, un konnte ihn nicht finden, weil du, mein Schöpfer! allein ih denselben geben kannst. d get vid mas ni Jesu, mein Mittler! ich glaube, daß du ein Gott de Friedens, der Mittelpunkt und Ursprung des Friedens biſt. D haft zwischen Himmel und Erde Frieden gemacht, und d Menschen mit Gott, deinem Vater, versöhnet. O, wie ist mei Herz so voll Unruhe! Welche Ungewitter in meinem Geist Welche heftige Stürme in meinen Leidenschaften! Herr! sprit nur Ein Wort, und alsbald werden die Winde schweigen, un die Ungewitter sich legen! Die tiefste Ruhe wird in meine See kommen. Du hast deinen Jüngern befohlen, beim Eintritte in el Haus zu sprechen: Der Friede sey in diesem Hause!" un du hast versprochen, daß er auch darin ruhen werde, wenn si daselbst ein Kind des Friedens befinde. O Jesu! ich bin ni würdig, daß du in mein Haus eingehest; doch du bist schon d So sprich denn bei deinem Eintritte: Der Friede sey in diese Hause!" und alle meine geistigen und sinnlichen Kräfte werd im Frieden seyn. Befiehl meinen Leidenschaften, zu schweige und sie werden alsbald gehorchen! di sist punop ads" „ Jesu, du Urheber des Lebens!" id agga Liebreichster Vater! ich danke dir für diese unschätzbe Gnade. Wo ist der Hirt, der seinen Schafen sein Flei zu essen, und sein Blut zu trinken gibt? Jesu, du Urheb des Lebens! du hast Jenen, die dich essen werden, versproche daß sie durch deinen Vater leben werden. So erfülle de deine Verheißung; und weil ich dich gegessen habe, so the mir dein Leben mit! O mein Vater und mein Leben! erha das Leben, welches du in mir hast, und laß nicht zu, daßi dir dasselbe durch eine schwere Sünde raube! Laß nicht| daß ich mehr, als acht Tage, dahinbringe, ohne dieses Hi K 53 tvom heiligen Namen Jesus. ins melbrod zu genießen, aus Furcht, ohnmächtig zu werden, und auf dem Wege aus Mangel an Nahrung zu verschmachten! dinds must di di al vid sid slose suism stindre " Jesu, du Vorbild der Tugenden!" Meine Seele ist ganz entzückt, wenn sie die Tugenden betrachtet, die du in diesem heiligen Sakramente übest, und lehrest! Welche Sanftmuth! welche Liebe! welche Freigebigkeit! welche Barmherzigkeit! welche Geduld! welche Demuth! welche Armuth! welche tiefste Erniedrigung! MEHMET O Jesu! du bist der Gott der Tugenden. Was du uns 195 durch dein Beispiel lehrest, das machest du uns durch deine Gnade üben. Drücke dich als ein Siegel auf mein Herz, und mache mich zu einem vollkommenen Bilde deines Lebens! Die 1112 Speisen theilen denjenigen, die sie genießen, ihre Eigenschaften mit. Ach! wie ist es möglich, daß ich, da ich den Gott der MICULE DE Tugenden genieße, anstatt ein Spiegel der Tugenden zu seyn, um und um voll Laster bin? Herr! vertilge in meiner Seele dieses Bild des Satans, und drücke ihr das deinige ein! Vernichte meine Bosheit, und gib mir deine Heiligkeit! Seju, on Gifered ver Be ti" Jesu, du Eiferer der Seelen!" nag Wenn du für das Heil meiner Seele so beeifert bist, welche Ursache habe ich, mein Heiland! Mißtrauen in dich zu sehen, dich zu fliehen und dich zu fürchten? Wahr ist es, ich bin ein Sünder; aber bist du nicht der Sünder wegen in die Welt gekommen? Bist du nicht an's Kreuz hinaufgeſtiegen, sie selig zu machen? Hast du nicht mit ihnen gegeſsen? = Hast du dir nicht eine Freude daraus gemacht, mit ihnen umzugehen? Was hast du nicht gethan, um eine Samariterin zu gewinnen! ugalų chim sid om tidlat istis od O Jesu, du großer Eiferer unserer Seelen! sich hier meine Seele, die ich dir für immer übergebe und schenke! Sie ist ein Schäflein, das lange Zeit verirret war. Hast du es nicht aller Orten gesucht? Nimm es auf deine Schultern, Neunte Unterhaltung. Ueber die Litanei o guter Hirt! trag es in deinen Schafftall! Gib deine Freunden ein Freudenmahl,- befiehl den Engeln, sich dar über zu erfreuen! Erhalte meine Seele, die dir so theuer ist und laß nicht zu Grunde gehen, was du mehr als dein Lebe geliebt haft! 64 „ Jesu, unser Gott!" Mein Gott und Heiland! was suche ich in der Welt, un PANDOR was kann ich außer dir verlangen? Mein Gott und Alles wie glücklich schätze ich mich, daß ich dich in meinen Arme halten, und in meinem Herzen ruhen lassen kann! Nun, Herr! laffest du deinen Diener nach deinem Worte im Friede scheiden; denn meine Augen haben den Heiland gesehen, de du ihm gibst; mein Mund hat ihn geküßt; meine Arme habe ihn getragen; mein Herz hat ihn empfangen und umfanger Ich glaube, daß du mein Gott und mein einziger Seligmache bist; und weil du dich mir so freigebig in diesem Leben schen kest, so hoffe ich, daß du dich mir auch nach dem Tode schen ken werdest. 2105 11090 Jesu, unsere Zuflucht!" Gedrückt von Armseligkeiten, beladen mit Arbeiten, be stürmt von den bösen Geistern, unaufhörlich von Versuchunge geplagt, verrathen von meinen Freunden, verfolgt von meine Feinden, aller menschlichen Hilfe beraubt, selbst verfolgt vo der Gerechtigkeit deines göttlichen Vaters- wende ich mit zu dir, o gütigster Jesu! als zu meiner einzigen Zuflucht. It werfe mich in deine Arme, und flüchte mich in dein Herz, al in die Freistätte der Armseligen. duong suis thin vid ud To ni Herr! du haft vor meinem Angesichte ein Mahl zub reitet wider Jene, die mich plagen.( Psalm 22, 5.) Wenn i schon mitten im Schatten des Todes wandle, und mich vo meinen Feinden umzingelt sehe, so will ich doch kein Ueb fürchten, weil du bei mir bist, und ich bei dir, o mein Got und meine einzige Zuflucht!( Psalm 22, 4.) olla thin 21 11 11 „ Jesu, du Vater der Armen!"" Jesu, du Schaß sjid i sidst der Gläubigen!" bu Gardner a dn Bist du der Vater der Armen, so kann ich mich dein Kind nennen, weil ich aus allen Menschen der ärmste bin. O mein Vater und mein Gott! dein Name werde geheiliget! Dein Reich komme zu uns! Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden! Gib uns heute unser tägliches Brod, welches ist dein heiliger Leib, die Nahrung unserer Seelen und der Schatz der Armen! O, welches Brod! welcher Schatz! ich bin nicht mehr arm, sondern unendlich reich, da ich den Schaß des Paradieses be site. Herr Jesu! bereichere meine Armuth mit dem Schatze deiner Gnaden und Verdienste! Gib mir deine heilige Liebe, und ich bin zufrieden! Besitze ich sie, so reich genug, Chan 81 II bin ix und verlange außer ihr nichts mehr. 0 bretiy - vom heiligen Namen Jefus. -01 bi 53 plamanio Jesu, du guter Hirt!" pinschì sim Ja! du bist wahrhaftig der gute Hirt, weil du deine Seele und dein Leben für deine Schafe gibst. O! mit welcher Wonne bedenke ich stets wieder, und richte ich an dich die 5 Worte deiner heiligen Kirche:" guter Hirt! wahrhaftes Brod! erbarme dich unser! uns, beschüße uns, laß uns die himmlischen Güter im Lande der Lebendigen sehen! Du, der du Alles i weißt und Alles kannst, der du uns in diesem sterb lichen Leben nährest! laß uns an deiner Tafel im Himmel speisen, und mache uns der Glückseligkeit der Heiligen theilhaftig!" nofola estind big mr- find amidon d mada „ Jesu, du wahres Licht!"„ Jesu, du ewigend Weisheit!" in moda? and stor and Ich grüße dich, unerschaffenes Licht, das du den schönen Tag der Ewigkeit hervorbringst! Ich grüße dich, ewige Weisheit, die du den Geist der Heiligen mit unendlichen Glanze Neunte Unterhaltung. Ueber die Litanei erfülleft! Wie glücklich bin ich, dich in mein Herz zu schließen s O wahres Licht, das du alle Menschen erleuchtest, die in die v Welt kommen! erleuchte auch mich mit deiner Erkenntniß, un laß mich die Eitelkeit der Geschöpfe sehen! O ewige Weisheit die du die ganze Welt regiereft! regiere auch diese kleine We meiner Seele und meines Lebens, und überlaß mich nie mein geme COMPAR eigenen Leitungen sind sun do máið jne hun o 56 Jesu, du unendliche Güte!" fi bach t 190 Ja! deine Güte muß wohl unendlich seyn, um so überau To Se CHE gen. viele und große Sünden zu verzeihen, und durch die Fülle un g endlicher Gnaden über meinen überaus großen Undank obzusie Herr! so groß auch meine Bosheit seyn mag, so wir sie doch nie deiner Barmherzigkeit gleich kommen; denn mein Bosheit ist endlich, deine Güte aber unendlich. Ich bin davo überzeugt durch die Gnade, die du mir erweisest, daß du did mir schenkest. Ist nicht eine Güte ohne Maaß nothwendig um sich dem größten Sünder zur Nahrung zu geben? DO Wun der über Wunder! der arme und schlechte Kned empfängt und ist seinen Herrn!" bisinded RO Jorded t Jeſu, unſer Weg und unſer Leben!" b iWeil du mein Weg bist, o Jesu! so leite mich! Weil v mein Leben bist, o Jesu! so belebe mich! Du bist der Weg, de ich wandeln muß. Du bist das Leben, das ich lieben mus Du bist der Weg für meinen Geift. Du bist das Leben für mei Herz. Wenn ich dir nicht folge, so werde ich den Weg de Heiles verlassen. Wenn ich dich nicht esse, so werde ich dal Leben der Gnade verlieren; denn du versicherst uns, wenn wi dein Fleisch nicht effen, und dein Blut nicht trinken, so we den wir das Leben nicht in uns haben. and „ Jesu, du Freude der Engelx.!" 1101 apie Freude der Menschen und der Engel! warum ist mein Emison vom heiligen Namen Jesus. Il sings Herz so traurig, und verzehrt sich vor Betrübniß? weil es zweifelsohne etwas Anderes liebt, als dich. 57 Darum, Lehrmeister der Apostel, und Lehrer der Evangelisten! warum bin ich so unwissend und dumm? Darum, weil ich dein Lehrjünger nicht bin, weil ich dein Evangelium nicht glaube, weil ich dein Wort nicht höre, weil ich deinen Beispielen nicht folge. Stärke der Martyrer! gib mir die Gnade, über die Tyrannen obzusiegen, die mich dahin bringen wollen, den Glauben abzuschwören, und deinen Dienst zu verlassen! Licht der Beichtiger! zerstreue die Finsternisse meines Unglaubens, und mache, daß, wenn ich für dich kein Martyrer werden kann, ich wenigstens dein Bekenner sey! hier sid mad Neinigkeit der Jungfrauen! reinige meine Seele und meinen Leib! ias mu nis lapidton bibin sannind Krone aller Heiligen! ich lobe dich, ich bete dich an, ich preise dich, ich danke dir, daß du willst, ich soll aus der Zahl deiner Heiligen seyn. Du bist meine Ehre in diesem Leben, und wirst ewig meine Krone im andern Leben seyn. O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Verzeih' mir die Sünden, die ich begangen habe! O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Nimm meine Sünden auf dich, und besänftige den Zorn deines, mit Recht wider mich erzürnten, Vaters! dall du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern! Stradid Jesu, höre uns! Jesu, erhöre uns! van dna pillidnu, ſjþöðman pimmedian sin totuning tauh on thung oid bom hot shid aids onde todasrotllo shid Jolo sado dist sid dunj odsif dan adent studiilor shid samt suda, tinigil કાવ કૌો ફ rit) કાળેય છ in pilomijo band si castrimin napilied toppid inspuntu 58 Zehnte Unterhaltung. Wichtige Unterweisung, G inglists or the age dine girmesi walred Whid oladil tidul enants and libong sing murnar Lushllspane? and seras dan Jefjock and roll istanda 2 d Teadmisi Zehnte Unterhaltung.ush ble lison dunig bin milyom misd hi ser id fhin a F Wichtige Unterweisung, die heilige Kommunion gidd recht und gut zu empfangen, st sul md nalloar monid nigod him sidnegoiugda nan n In Ansicillina I. distöorghjuzda 2 diri ullDas heilige Abendmahl ist das größte und heiligste unt t allen heiligen Sakramenten, und sohin auch der Genuß desse d ben die wichtigste Handlung unsers Lebens. Eine einzige gm i Kommunion wäre zureichend, einen Heiligen zu machen; un 1 es ist beinahe nichts nöthig, als ein guter Wille, um die Kom n munion gut zu machen.biol millogroll sort 100 ad un No] hillud ad aid stund bl de mipid ni or Iamiampiling e E II. Jene, die, um diesem heiligen Sakramente nahen zu dir 1 fen, eine vollkommene Heiligkeit verlangen, machen es, wäl s rend sie es hoch zu ehren wähnen, verächtlich, und entehren e denn sie machen es unnüß- sowohl für Jene, die es empfa gen, als auch für Jene, die es nicht empfangen. In der Tha was sonderlich Gutes geht mir noch durch dieses heilige Safn ment zu, wenn ich schon eine vollendete Heiligkeit habe? U wann werde ich es empfangen, wenn ich dazu dieser Heiligke bedarf? III. in druipe Höchst unbillig und unvernünftig ist es, zum Empfang eines Sakramentes als nothwendige Vorbereitung zu forden was die Frucht und der Endzweck desselben ist. Diese Reinig keit ohne Makel, diese Vollkommenheit ohne Fehler, diese He ligkeit ohne Sünde, diese vollendete Gnade und Liebe sind d Wirkungen dieses heiligen Sakramentes. Sie durch oftmalige die h. Kommunion recht und gut zu empfangen. Genuß desselben in unsern Herzen hervorzubringen, ist es eingesetzt. Ist es also nicht unbillig, diese Heiligkeit als nothwendige Vorbereitung zum Empfange desselben zu fordern? dunip 59 IV. 72 all snied still a d d und pfo mipy and Eine erschreckliche Vermessenheit ist es, sich für würdig odhe halten, einen Gott zu empfangen, wie man sich dazu auch immer vorbereiten mag. Wollen wir unsere Würdigkeit nach der Vortrefflichkeit dieses heiligen Sakramentes ermessen, so werden wir nie kommuniciren; wollen wir sie nach unserer Bedürftigkeit ermessen, so werden wir täglich kommuniciren. Jesus ist nicht in diesem heiligen Sakramente, um gefürchtet, sondern um geliebt zu werden. Das Brod ist nicht eine Speiſe, die man im Jahre etlichemal, sondern eine Speise, die man alle Tage genießen soll. Wozu das Annehmen dieser Gestalt, wenn er nicht will, daß er gegessen werde? Würde er, wenn er wollte, daß ihn die Menschen fürchten sollten, nicht eine ansehnlichere und majestätischere Gestalt angenommen haben? Weil wir dieses heilige Sakrament nicht entbehren können, darum hat der Herr Jedermann den Genuß desselben, und den Zutritt dazu leicht gemacht. So nahe denn dem Lichte, und es wird dich erleuchten! nahe dem Feuer, und es wird dich erwärmen! nahe Jesu, der dein Rath, deine Gerechtigkeit und deine Heiligung ist; aber nahe ihm ohne Furcht, und er wird dich lieben, unterweisen, reinigen, heiligen.pin muut ans sido na od odunlp nd mustr 1969 V. isteilis suistando das ng silidmaan mordadis Tomb m Ein Haupthinderniß, daß man aus der heiligen Kommunion keine rechte Frucht zieht, ist mitunter dieses, weil man dieses Himmelbrod nicht mit Hunger und Luft genießt. Wie kann man demselben mit Liebe nahen, wenn das Herz voll Furcht ist? Und wer soll sich nicht fürchten, wenn er glaubt, es heiße dieses heilige Sakrament mißbrauchen, wenn man beim Empfange desselben nicht eine englische Reinigkeit besitzt? - Zehnte Unterhaltung. Wichtige Unterweisung, l is és fimpairdground VI. urojmu ni nadlajjad Aum es Chriftliche Seele! bereite dich wohl dazu vor; aber glaube sicherlich, die allerbeste Vorbereitung dazu ist die kenntniß deiner selbst, deiner Armuth und Bedürftigkeit der festen Hoffnung, daß der Herr durch seine Güte deine l würdigkeit erseßen werde! Beeifere dich nicht so fast, wie Mart den Herrn wohl zu bewirthen; erwarte vielmehr von ihm, Magdalene, in Ruhe und Stillschweigen die Nahrung dei Seele, und die Erquichung deines Herzens! i bilo in then si ti potpunibison up hinal hight VII.dhat af 60 Entziehe dich dem heiligen Tische nicht aus Eckel of Aengstlichkeit! Eine Seele, welche die Lust nach dieser Spe verloren hat, ist offenbar krank. Das Heil hängt oft von ein einzigen Kommunion ab. Weißt du es, ob es nicht gen diese ist, die du unterlassest? 35. And ligt ichin so m il sid nii and sillem 20 VIII.joms bil nodod mimoman Unser Herr ist in diesem heiligen Sakramente nicht 1 die Nahrung, sondern auch die Arznei unsrer Seelen. Er ni ret uns als Speise; er heilet uns als Arznei. We du also krank bist, so mußt du dazu hingehen, nicht aber d davon entfernen. Heißt das dieses heilige Brod ehre wenn man es nicht ist? heißt das einen Bräutigam liebe wenn man ihn flicht, und ihm nicht zu nahen wagt? Well Ehre erweisest du unserm Herrn, wenn du glaubest, daß Seiner entbehren, und ohne seine Gnadenhilfe zur Heiligh gelangen könneft? Wie wirst du ohne Stärke den V suchungen widerstehen können? Und woher wirst du di Stärke nehmen, als von diesem göttlichen Sakramente? ps and tusdon sori i dhimed man al 15 mar IX. Hojas da Ed dill Bitte den Sohn Gottes um Verzeihung wegen der V achtung, die du ihm, unter dem Vorwande, ihn zu ehren, b 1 T 11 51 el di CO 3₁ Si die h. Kommunion recht und gut zu empfangen. zeigt haft! Beweine den Verlurst der Gnaden, den du erlitten hast; denn sie fließen nur vermittelst der heiligen Sakramente, und besonders dieses heiligen Sakramentes, welches die Quelle der Gnaden ist, in unsere Seelen! Mache den Vorsatz, hinfür lieber deinen Leib Hungers sterben zu lassen, als deiner Seele ihre Nahrung zu versagen! dised ud for Sillier napal comiad' un moitoldbjim 8131 and 3 Sandis ng Hoimummon X. < lgum douad Hd fulull als mijodin, ng pamimrollier& Du kommunicirest oft, fagst du. Thust du es aber würdig? Gehst du nicht zum heiligen Tische im Stande der Todsünde? Wenn du sie nicht erkennest, so wird die Kommunion sie auslöschen; erkennest du sie, so wird dich deine Kommunion verdammen; denn unwürdig kommuniciren, heißt sich sein Gericht hineinessen, und man kommunicirt unwürdig, wenn man fommunicirt- wissend, daß man nicht im Stande der Gnaden ist. Wenn du lieber sterben, als im Stande der Todsünde kommuniciren wolltest, so kannst du füglich glauben, daß du nicht unwürdig kommunicirest. and no id And illet dsg munumo isgiliad ang 61 ale arbife fille), and De Man kann die Hauptwirkung dieses heiligen Sakramentes, nämlich die heiligmachende Gnade, empfangen, ohne alle übrigen Früchte zu empfangen, die es hervorbringt. Um den Zuwachs der Gnade zu empfangen, muß man von der Todsünde frei seyn; um alle Früchte desselben zu empfangen, darf man auch keine freiwillige Neigung zur läßlichen Sünde haben. Und ist's nicht eben dieses, was die Wirkung deiner Kommunionen verhindert, und dich so schwach und kraftlos macht? shin nd naghit napad sim thin smutin rainum Ting XII. XII. und andın old dine suis Es ist sehr gut, sich an's Gute zu gewöhnen; man nehme sich aber wohl in Acht, daß man das Gute nicht aus Gewohnheit, das heißt, ohne Meinung, Ueberlegung und Aufmerksamkeit thue! Bereitest du dich, wie es sich gebührt, wenn du Be 62 Zehnte Unterhaltung. Wichtige Unterweisung, fommuniciren sollst? Thust du es nicht aus menschlichem spekte, oder aus Furcht? Genießest du dieses Himmelbrod= Lust, oder genießest du es mit Unlust, wie jene sinnlichen J den, denen am Brode der Engel eckelte, und die Gott so sch bestrafte? Hast du keine Gewohnheitssünde, die du nicht a legen willst? Wärest du bereit, beim Hintritte zur heilig Kommunion zu sterben? Bist du stets entschlossen, an dein Vervollkommnung zu arbeiten, welche Unlust du darob empfi den mögest? Ist dieses, so kannst du kommuniciren; denn di ses heilige Sakrament setzt, wie bereits gemeldet worden, ni etwa eine schon vollkommene Seele voraus, sondern gibt die Kraft, zur Vollkommenheit zu gelangen. O mein Gott spricht der heilige David, Jene, die sich von dir entfe nen, werden zu Grunde gehen."( Psalm 72, 27.) G zu bestimmten Zeiten zur heiligen Kommunion, und wenn eine geistliche Person bist, so halte dich an die Ordnung dein Gemeinde! Gott will, daß du deine Regel halten, und fol lich, daß du an den durch die Regel vorgeschriebenen Tag zur heiligen Kommunion gehen sollst. Nichts als lauter Ta schung ist's, was dich an diesen Tagen daran verhindert. ontlompilist aspic pauliengung sid nunt noile siydit sun sudo dopuniqums XIII.) odusthomegilled sid( hilm Alle Tage die heilige Messe lesen, und dadurch nicht frör mer werden, oft zur heiligen Kommunion gehen, und dab nur schlimmer werden, ist ein Zeichen, daß man von diese heiligen Geheimnisse keinen guten Gebrauch macht. Jeda halte noch nicht dafür, daß du immer schlimmer werdest, w du starke Neigungen zum Bösen empfindest! Die heilige Kon munion nimmt nicht alle bösen Neigungen hinweg; ste la eine und die andere davon in uns zurück, um uns im Mi trauen in uns selbst, und in der Abhängigkeit von der Gnad zu erhalten. Wenn sie die Empfindung nicht verhindert, verhindert sie doch die Einwilligung, wie der heilige Bernha sagt. Wolltest du wohl eine Todsünde begehen? Warum fag - die h. Kommunion recht und gut zu empfangen. du also, daß du von der heiligen Kommunion keine Frucht ziehest? Könntest du dich ohne die heilige Kommunion von der Todsünde enthalten? thin ignid si mus: pidmation apilis sharp Togo) si and is thin sing to dni dn bin XIV. and mig og menn 63 To vie Die demüthigen Seelen glauben, anstatt besser, schlimmer zu werden, anstatt vorwärts, rückwärts zu gehen. Man muß aber den Fortgang nicht nach der Empfindung, die man davon hat, beurtheilen. Es ist gut, daß du dich für das schlimmste und untreueste Geschöpf hältst; und wenn du es auch wirklich seyn solltest, so verhindert dich dieses doch nicht, zu kommuniciren, wenn du nur wahre Buße wirkest, und den aufrichtigen Willen hast, dich zu bessern; denn wie wirst du dieß ohne Gnade zu Stande bringen? und wo wirst du die Gnade hernehmen, als aus diesem heiligen Sakramente, worin der Urheber der Gnade ist? Wenn du aber an deiner Vervoll. kommnung nicht arbeiten, deine Fehler nicht bessern, die Bande, welche dich fesseln, nicht zerbrechen willst, so rathe ich's nicht, be ich's nicht, daß du zur heiligen Kommunion hingehest. dimaid adsign dnu duime sid this msgidum schsige sid; namamll sujor an idig XV. ogillad med nog on too sm icon63 Vermenge nicht die Empfindung des Bösen mit der Einwilligung in's Böse! Du kannst böse seyn, wiewohl du starke Neigung zum Guten haft; du kannst ein Heiliger seyn, wiewohl du mächtige Neigung zum Bösen hast, wenn du nur nicht darein verwilligest. Die Versuchungen sollen dich demnach von dem heiligen Tische nicht abhalten; im Gegentheile sollst du eben darum hinzugehen, um dort Kraft und Mittel dagegen zu erhalten. Sich nicht wärmen wollen, weil man Frost leidet,- nicht essen wollen, weil man Hunger hat, keine Arznei nehmen wollen, weil man krank ist, sind das Entschließungen eines Vernünftigen, welcher leben, oder eines Verzweifelnden, welcher sterben will? 3 Seve Zehnte Unterhaltung. Wichtige Unterweisung, big thang saint noinummo XVI. - round and oilo Die fühlbare Andacht ist zu einer guten Kommunion nit nothwendig; denn sie hängt nicht immer von unserm Will ab, und es geschieht nicht selten, daß sie sogar große Heil an den größten Festen des Jahres nicht haben, wie dieses d heiligen Theresia am heiligen Ostertage begegnete, sey e weil sich die Seele an diese kleinen Süßigkeiten hängt, ob weil sie selbe aus ihren eigenen Kräften zu haben wähnt. I deß sey's, wie immer! die wahre Andacht besteht nicht in di sen Zärtlichkeiten, sondern in einem hurtigen und standhaft Willen, zu thun, was Gott will, und nicht zu thun, was verbietet. Thu, was du mit Gottes Gnade thun kannst; seze durch deine Demuth, wie der heilige Bernhard sprich was dir an der Liebe ermangelt, und du wirst auf's Bes vorbereitet seyn! ingilisd mshid on olnud 517397 loan nind in min trd son 151 130901!! odnosid, molted thin walay mind stipdan thin pun Es gibt verschiedene schöne Vorbereitungen zur heilig Kommunion. Die bessere ist, meines Erachtens, nach der ra müthigen Beicht die Demuth und Begierde. Die Demu gibt uns unsere Unwürdigkeit zu erkennen; die Begierde unsere Bedürftigkeit. Jene entfernt uns von dem heilig Tische; diese treibt uns zu demselben hin. Die eine legt u die Worte des Hauptmannes in den Mund:, Herr! F bin nicht würdig"( Matth. 8, 8.); die andere drängt un mit Petrus, da die übrigen Jünger sich von ihrem Meiß zurückzogen, zu sprechen: Herr! zu wem sollen w gehen? Du hast ja die Worte des ewigen Lebent ( Joh. 6, 69.) ité du nord mod u adopunid su dial forum Biswallout manier thin ouden anglaial and XVIII. XVII. ut allout 64 - 11 Um sich vor unserm Herrn zu demüthigen, darf m nur diese zwei Worte bedenken: Wer bist du, mei Gott! und wer bin ich?" Um die Begierde zu erwede 11 C die h. Kommunion recht und gut zu empfangen. ihn zu empfangen, muß man die Ehre und den Vortheil betrachten, welche uns zu Theil werden, wenn wir an seinem Tische speisen; die unendliche Liebe, welche Jesus Christus zu uns trägt; sein Verlangen, mit uns dieses Osterlamm zu eſsen, in unsere Herzen einzugehen, und uns sein Leben mitzutheilen; die äußerste Armseligkeit, worin wir uns befinden; das Bedürfniß seiner Gnade und Stärke, welches wir haben. Die Begierde ist ein Kind der Armuth. Eine Seele, welche ihre Dürftigkeit erkennt, trägt das größte Verlangen nach der heiligen Kommunion, um sich zu nähren und zu stärken. XIX. Glaube ja nicht, daß du, du magst dich, so gut immer, zur heiligen Kommunion vorbereitet haben, je würdig seyest, diefelbe zu empfangen! Dieser Gedanke ist vermessen, und würde dich unwürdig machen, an diesen göttlichen Geheimnissen Theil zu nehmen. Gründe alle deine Würdigkeit, wenn du je eine haben kannst, auf deine Demuth! Betheuere vor Himmel und Erde, daß du einzig auf die Güte Gottes, auf das Verlangen unsers Herrn, und auf den Gehorsam bauest, den du deinem Beichtvater schuldig bist! XX. Tolle San Reinige deine Meinung! Nahe dem heiligen Tische, um Gott zu ehren, seinem heiligen Willen zu folgen, seine Absichten zu erfüllen, dich mit Jesus Christus zu vereinigen, ihm in deinem Herzen das Leben zu geben, dir die Verdienste seines Leidens anzueignen, dich mit seinen Gnaden zu bereichern, deine Seele zu nähren und zu stärken, irgend eine Tugend zu erlangen, irgend ein Laster auszurotten, zum Troste deiner noch lebenden und schon abgeschiedenen Freunde, und aus irgend einer anderen ähnlichen Absicht! spiniguste 191 65 XXI. Sey nicht zu emsig in deinen Andachtsübungen! Glaube 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe zc. 5 3ehnte Unterhaltung. Wichtige Unterweisung, sicherlich, sich demüthigen und in Ruhe harren, ist Allesi Allem! Vermagst du, einen Gott zu empfangen? Kannst! den dazu erforderlichen Aufwand bestreiten? Bitte unse Herrn, er wolle sich selbst seine Wohnung zubereiten, und zw seiner Jünger voranschicken, um Alles in Ordnung zu bringe Verhalte dich, wie die weisen Jungfrauen, die in aller Stil und Ruhe auf die Ankunft des Bräutigams warteten! 66 XXII. sipin E AGILIT Man kann auf vielerlei Weise seinen Geist beschäftige und seine Andacht erwecken, ehe man die heilige Kommuni empfängt. Einige bedienen sich dazu dieser Gedanken:„ W bin ich, o mein Gott! und wer bist du? Wozu kommst du BOHE mein Herz? Welche Vortheile erwachsen mir durch deinen E pfang? Warum gehe ich zur heiligen Kommunion?" d's -XXIII. Andere durchgehen das Leben unsers Herrn, und verweil bei jenem Geheimnisse desselben, das sie am Meisten anspric Zum Beispiele:„ Ich will den Sohn Gottes empfangen," sa eine gute Seele ,, der auf dem Throne seines Vaters sigt, w den Engeln angebetet wird, sich im Leibe der seligsten Jungfr mit meinem Fleische bekleidet hat. Ich will seine Menst werdung erneuern, ihm ein neues Leben in mir gebend.£ welche Ehre für mich! welche Gnade! welche Huld! Ifti nicht eben so groß, wie jene, die er der heiligen Jungfraue wiesen hat? Ach! ich bin nicht heilig, wie sie; und doch soll ich's seyn, weil der nämliche Sohn Gottes in mein Herz ei geht, und sich durch die heilige Kommunion weit vollkommen mit mir vereiniget, als er sich durch die Menschwerdung m ihr vereiniget hat, wenn je wahr ist, was ins gemein gelehr wird, nämlich, daß der Sohn Gottes auch aus einer fündig Mutter hätte geboren werden können." Iss die h. Kommunion recht und gut zu empfangen. XXIV. sidflllay aspinjans Spricht dich auch dieser Gedanke nicht genugsam an, so geh' zu einem andern über, und bedenke, daß du denjenigen empfangen willst, der in einem Stalle geboren worden, den die Hirten besucht, die Könige angebetet haben, den der fromme Simeon im Tempel in seine Arme genommen hat; denjenigen, der in der Wüste versucht, auf dem Berge Thabor verklärt worden ist; denjenigen, der so viele Wunder gewirkt, so viele Blinde erleuchtet, so viele Kranke geheilet, so viele Todte zum Leben erweckt hat; denjenigen, der nie in ein Haus eingegangen ist, ohne Beweise seiner Güte zurückzulassen! Erwecke in dir eine sehnliche Begierde, ihn zu empfangen, und eine feste Hoffnung, daß er deine Seele heilen, heiligen und mit seinen Schäßen bereichern werde! n 67 XXV. 102 Hierauf geh' zu seinem heiligen Leiden über, und betrachte, daß du denjenigen empfangen willst, der am Vorabende seines Todes dieses heilige Sakrament eingesetzt, im Delgarten Blut geschwitzt, im Nichthause des Pilatus aus allen Adern seines heiligen Leibes Blut vergossen, und am Kreuze noch den letzten Tropfen seines Blutes hingegeben hat; und daß nun dieses nämliche Blut dein Herz erwärmen und in deine Adern fließen wird! XXVI. Gedenk' ferner, daß derjenige, den du nun empfangen willst, dich so zärtlich liebt, daß er sogar für dich hat sterben wollen; daß er nun kommt, dir die Frucht seines Leidens und Todes mitzutheilen; daß er es ist, der in ein Grab gelegt worden ist, und nun in dein Herz hinabsteigen will, als stiege er vom Kreuze in's Grab; daß er es ist, der dich in der Hölle gesucht hat, und glorreich auferstanden ist; daß du nun den nämlichen Leib mit den nämlichen anbetungswürdigen Wunden 5* 68 Zehnte Unterhaltung. Wichtige Unterweisung, empfangen willst, die er von seinen Jüngern hat berühre laffen; daß er dir seine Seite eröffnen und dich in sein He aufnehmen will! XXVII. Songte Endlich betrachte, daß du denjenigen empfangen will der in den Himmel aufgefahren ist; der kommen wird, richten die Lebendigen und Todten, und der dich dafür k lohnen wird, daß du ihn beherberget hast, als er ein Frem ling auf Erden war! Hast du da nicht Stoff genug, dich beschäftigen, und Andacht in dir zu erwecken? - XXVIII. Noch Andere durchgehen die Litanei von dem heilige Namen Jesus, und verweilen bei dem Titel, der sie a Meisten anspricht; als:„ Ich will den Sohn des lebendig Gottes empfangen. Ich will den König der Herrlichkeit en pfangen. Ich will die Sonne der Gerechtigkeit, den Gott d Friedens, den Vater der Armen, u. s. w., empfangen;" w aus diesem Titel entnehmen sie Beweggründe zur Demuth, Liebe, zum Vertrauen, wie dieses in der neunten Unterhaltun gezeigt worden iſt. - XXIX. Wie es höchst wichtig ist, sich vor der heiligen Komm nion wohl vorzubereiten, so ist es auch nothwendig, die Z nach der heiligen Kommunion gut zu verwenden. Die Spei fruchtet nicht, sie werde denn gut verdaut. Das Feuer der Lie und Andacht wandelt uns in unsern Herrn um, nachde wir ihn empfangen haben. O Jerusalem! möchtest du de erkennen den, der dich heimsucht, und die Vortheile, d du aus dieser Heimsuchung schöpfen kannst! Allein- weil d sie dir nicht zu Nußen gemacht hast, so wirst du strenge gestr werden. die h. Kommunion recht und gut zu empfangen. 69 XXX. Weißt du, wie du dich mit unserm Herrn unterhalten ſollst? Wie höflich würdest du dich gegen einen König benehmen, der sich würdigen würde, dich zu besuchen und mit dir zu speisen! Welchen Dank würdest du ihm abstatten! Welche Bitten würdest du für dich und deine Freunde an ihn stellen! XXXI. Wenn dir Jesus Christus bei seiner Einkehr fühlbare Zeichen seiner Gegenwart gibt, und das Herz erweicht, so benüße diese kostbaren Augenblicke! Bist du zerstreut, ausschweifend, lau und trocken, werde darum nicht verwirrt, sondern bitte unsern Herrn, daß er deiner Schwachheit abhelfen, und in deinem Herzen zu Stande bringen wolle, was ihm gefällig ist! Die Speise wird in deinem Magen verdaut, ohne daß du daran denkest, wenn du nur die Wirkung der Natur nicht verhinderst. Laß die Gnade das Ihrige thun! Verhinderst du sie nur nicht durch freiwillige Zerstreuungen an ihrer Wirkung, so wird sie, um mich dieses Ausdruckes zu bedienen, diese himmlische Speise verdauen, und dich in Jesus Christus umwandeln. Jesus ist ein König des Friedens, der im Frieden wohnt. Störe seine Ruhe nicht, und er wird dir seinen Frieden geben! XXXII. Gut ist's, wenn du unmittelbar nach der heiligen Kommunion in Ruhe und tiefem Stillschweigen harrend auf unsern Herrn horchest, oder ihn vielmehr in deinem Herzen thun laffest, was ihm gefällig ist. Schließe nicht auf die Wirkung der heiligen Kommunion- aus dem Gefühle, welches du davon haft; denn gerade die vollkommensten Wirkungen Gottes sind gewöhnlich am Wenigsten fühlbar. Ist der Bräutigam in dein Herz eingegangen, so schließe die Thüre desselben, und ruhe auf seinem Schooße! sat diddoro - 70 Zehnte Unterhaltung. Wichtige Unterweisung, XXXIII. Die Liebe ist beredtsam; man darf sie, zu reden, nicht e lehren. Ist sie jung, so redet sie viel; ist sie aber schon; Kraft und Reife gelangt, so schweigt sie. Redet viel, zärtlit Seelen! bittet, begehret, weinet, seufzet; horchet aber auch a daß, was euch der Herr sagen wird! XXXIV. Was die vollkommenen Seelen betrifft, so sollen sie fi PE gänzlich seiner Liebe überlassen, und in süßer Wonne sich d Gegenwart ihres Geliebten hingeben. Wollen sie reden, mögen sie sich mit diesen zwei Wörtlein begnügen:„ Mei Gott und Alles!" Ja! schon dieses ist zu viel; denn all Fleisch soll in Gegenwart des Herrn schweigen. - 011 wi diet sih ud on XXXV. in Jene, welche nicht Fertigkeit genug besißen, sich mit unser Herrn zu unterhalten, können die nämlichen Betrachtungen| Hilfe nehmen, welche als Vorbereitung zur heiligen Kommuni angerathen worden sind. Sie dürfen nur statt der zukünftig Zeit die gegenwärtige gebrauchen, und sprechen:„ Sieh da da jenigen, der in einem Stalle geboren worden ist!" Verwei hierbei!„ Sieh da denjenigen, der am Kreuze gestorben ist Verweile hierbei und erwecke einen Act der Liebe, der Dan sagung, und so fort das Uevrige! Auch kannst du die Litan vom heiligen Namen Jesus durchgehen, wie bereits angegeb nd mind worden ist. XXXVI. Es gibt auch Einige, deren Hölle es ist, bei Gott zu sey Ihre größte Pein ist, sich in seiner Gegenwart zu befinder faum ist er zu ihnen gekommen, so kehren sie ihm den Rüde um sich mit den Geschöpfen zu unterhalten. Wahrlich, ein Grobheit, die nicht ihres Gleichen hat! Du weißt nicht, w die h. Kommunion recht und gut zu empfangen. du mit Gott reden sollst? Laß ihn reden! Du fannst nicht lieben? Kannst du dich nicht demüthigen? Weile bei seinen = Füßen, wie Magdalene, und bitte alle Heiligen, ihm anstatt deiner zu danken! Verrichte wenigstens einige mündliche Gebete, und bewirthe deinen Gast, so gut du kannst! thic bed hought und ummon sid sun modul 16 m S XXXVII. d ni esdoodlemmid 11 Kaum hatte Judas die Kommunion empfangen, so fuhr der Satan in seinen Leib, und trieb ihn an, sich davon zu machen. Er fürchtete nämlich, sagt der heilige Cyrillus von Alexandria, der Sohn Gottes möchte durch seine Gegenwart das Herz dieses Unglücklichen rühren, und ihn zur Reue bewegen. So lange ich in der Welt bin," spricht Jesus, „ bin ich das Licht der Welt." Ist er, so lange er in einer Seele ist, nicht die Sonne dieser Seele? Ja! unmöglich ist es, sich sittsam in seiner Gegenwart zu halten, ohne daß man irgend einen Strahl seiner Gnade und Liebe bemerke. Ach! du fliehest, wie Kain; aber Alles, was dir immer aufstößt, wird dir den Tod geben. issad dalis med bil House to 11 C ei en e zi 00 71 of Gine XXXVIII. ndod Eine gute Mahlzeit, die man gehalten, empfindet man den ganzen Tag hindurch. Wer am Tische des Herrn gut gegessen that, fühlt am Tage, wo es geschehen ist, und auch an den folgenden Tagen eine Fülle von Süßigkeit, Gnade und Salbung, welche seine Seele durchdringt, ersättiget, mit Freude überhäuft, und in ihr Eckel an allen eitlen Vergnügungen der Erde erweckt. Jene, welche Jesum lieben, und die ihnen erwiesene Ehre zu schätzen wissen, daß er vom Himmel herabgestiegen ist, sie zu besuchen, vergessen dieser Wohlthat nicht sobald; sie bewahren das Andenken daran, und fühlen, oft sogar in ihrem Munde, den Geschmack eines göttlichen Honigs und eines himmlischen Brodes, wovon sich nur Jene eine Vorstellung zu machen vermögen, die es selbst erfahren haben. Sie sind ganz erfüllt von - 72 Zehnte Unterhaltung. Wichtige Unterweisung ic. dem Wohlgeruche, welchen Jesus in ihre Seele ausgegoſſen ha und der sie mit süßer Gewalt an sich zieht. se si XXXIX. Diese Gnaden werden aber nicht Jedermann zu Thei Wie unter den Juden nur die Frommen den Wohlgeschmack v Himmelbrodes in der Wüste empfanden, so gibt Jesus auch m den wahrhaft reinen, abgetödteten Seelen die unaussprechliche Süßigkeiten des Brodes zu kosten, das er ihnen mittheilt. XL. - Suche diese Süßigkeiten nicht; und wenn du sie mid kostest, so glaube darum noch nicht, daß du die heilige Komm nion nicht gut empfangen habest! Bringe den Tag hinin möglichster Sammlung des Gemüthes, und in jenen A muthungen, denen sich der heilige Simeon überließ, nachdem! im Tempel das Kind Jesus in seine Arme genommen hatte!Was that er den übrigen Tag hindurch? Er dachte nur an de genossene Glück, den Heiland der Welt, den Erlöser Israels, de so lange erwarteten und so sehnlich verlangten Messias an sei Herz geschlossen zu haben. Er lobpreisete Gott für diese Gn den, und seufzte nach dem Tode, in diese Worte sich ergießend „ Nun, o Herr! lassest du deinen Diener im Friede scheiden; denn ich habe den Heiland gesehen un auf meinen Armen getragen, den du in diese Wel gesandt hast." Du nimmst bei der heiligen Kommunic den nämlichen Heiland nicht etwa in deine Arme, sondern i dein Herz. Gedenke dieser Gnade den ganzen übrigen Tag hin durch! Verlange auf Erden außer ihm nichts mehr zu sehen! Seufze nach dem Tode, und harre seiner im Frieden!- ip the - — HE or is nog die oond madojn fills de 111 be An 11 I. Mun Nicht jederzeit vermagst du, fromme Seele! dich, wie du wohl wünschen möchtest, durch die wirkliche Kommunion mit deinem liebevollen Heilande zu vereinigen, und höchst willkommen muß dir demnach ein sicheres Mittel seyn, die wirkliche Kommunion einigermaffen zu erseßen. id m hords DO Del nl eli Gilfte Unterhaltung. Von der geistlichen Kommunion. i 73 III. na 10 no Dieſe geistliche Kommunion, oder dieses von demüthiger Liebestreue und Anbetung begleitete sehnsüchtige Verlangen, ist, wenn gleich kein wirkliches Sakrament, dennoch eine gnadenvolle Ausbreitung des Sakramentes, welche die heiligmachende Gnade in dem Maaße vermehrt, wie du dich besser dazu vorbereitest, und größere Liebe und Sehnsucht nach dem Leibe des göttlichen Erlösers hegest. i in en Eilfte Unterhaltung. Von der geistlichen Kommunion. E igr 35d matind II. Dieſes Mittel ist die geistliche Kommunion- die Kommunion der Begierde nach, da deine Seele sehnsüchtig nach der wirklichen Vereinigung mit ihrem Geliebten in dem göttlichen Sakramente verlangt. IV. Wie einst das bloße Wort des Herrn, als er noch sichtbar unter den Menschen wandelte, den Knecht jenes Hauptmannes, die Tochter der Chananäerin und andere Kranke in weiter Ent fernung heilte, so sendet er auch von diesem Sakramente, worin er wesentlich mit seiner Gottheit und Menschheit wohnt, sein lebendiges Wort in dein Herz, wenn es Seiner in Liebe gedenkt, Gilfte Unterhaltung. fill und nach ihm verlangt; und dieses allmächtige Wort wit Alles nach seinem Willen. 74 V. Osim Zwar wird die geistliche Kommunion von Vielen nur Schatten der wirklichen genannt. Indeß sey es zu deine Troste gesagt, daß dieser göttliche Schatten, wenn anders de Glaube fest, und dein Verlangen aufrichtig ist, kräftiger a deine Seele wirke, als einstens der Schatten des Apostels trus auf die Kranken wirkte, denen er die Gesundheit erthe hat; denn hier wirkt nicht der Schatten eines Apostels, sonde der Schatten des göttlichen Meisters aller Apostel. Der Ha He welcher alle Seelen zärtlich liebt, die in heiliger Sehnsu nach ihm verlangen und nach seinem göttlichen Sakramer seufzen, das sie wirklicher Hindernisse wegen nicht empfang können, belohnt ihren guten Willen auf väterliche Wei nimmt ihre Sehnsucht liebreich auf, und vereiniget sich ihnen in dieser geistlichen Kommunion, wenn auch nicht innig wie im wirklichen Sakramente, doch auf eine Wei welche ihr Herz wirksamer den Geschöpfen entlöset, und Gemüth zu ihm erhebt; und sie empfangen darin, wenn sie s anders durch wahres und eifriges Verlangen vorbereitet habe eine Gnade, welche jener der heiligen Kommunion nahe komm und werden dadurch weit stärker, als zuvor, den Versuchung zu widerstehen, und alle Trübsale und Prüfungen männlich tagen. VI. Daher ist auch diese geistliche Kommunion, als ein ural und höchst löblicher Gebrauch, von den heiligen Vätern und sonders von dem heiligen Kirchenrathe von Trient allen Glä bigen als sehr heilsam empfohlen worden; und wunderbar was wir deßhalb von mehreren Heiligen, besonders von heiligen Bonaventura und der heiligen Katharina von Sie ( El ( ( ( 1 11 1 i 11 gl Von der geistlichen Kommunion. und andern lesen, deren flammende Liebe und Sehnsucht nach dem göttlichen Sakramente der Urheber desselben zuweilen auf wunderbare Weise belohnet hat. - 75 VII. VIII. Es ist also die geistliche Kommunion eine sehr löbliche und gottgefällige Uebung, welche die heiligmachende Gnade, den Eifer und die Liebe vermehrt, wenn sonst dein Wille aufrichtig ist, und deine Seele mit Sehnsucht nach dem göttlichen Sakramente verlangt, und die wirkliche Kommunion nicht aus Trägheit und Lauigkeit unterläßt. Nur mußt du aber ja nicht glauben, daß du durch die geistliche Kommunion allein schon genug thuest, wenn du wirklich kommuniciren kannst! Dieß wäre Irrthum und Betrug, besonders, wenn du oft kommuniciren sollst, weil es deine Seele nöthig hat. Du mußt, wenn es seyn kann, die wirkliche Kommunion mit der geistlichen verbinden, à um jene Gnaden zu empfangen, die du aus diesen beiden reichen 1. Gnadenquellen schöpfen kannst. Die geistliche Kommunion wird dich zur wirklichen vorbereiten, und die wirkliche Kommunion wird alle jene Begierden und Wünsche erfüllen, die du bei der DE el Auch ist diese Andachtsübung um so leichter, da ste zu jeder Zeit und an jedem Orte verrichtet werden kann. Ganz vorzüglich aber sollst du an jenen Tagen, wo du die heilige Kommunion nicht wirklich empfängst, während des heiligen Mesopfers mit dem Priester geistlicher Weise kommuniciren, was du sogar auch als krank, oder wenn du der heiligen Messe beizuwohnen rechtmäßig verhindert bist, zum großen Gewinne deiner Seele thun kannst, wenn du dich mit Herz und Gedanken in das unblutige Opfer einschließest, welches stets in der ganzen Christenheit dem ewigen Vater dargebracht wird.- Auch die Zeit der Besuchung des allerheiligsten Altarssakramentes ist hierzu besonders geeignet. 76 3wölfte Unterhaltung. Von den Besuchungen geistlichen erweckt hast. So wirst du deiner Seele eine reit Quelle von Gnaden eröffnen,- von Gnaden, die für sie d sicheres und kostbares Unterpfand der himmlischen Glorie we den. Komm nur, und trinke aus diesem Gnadenbrunnen! mnyaink in Zwölfte Unterhaltung. Von den Besuchungen des allerheiligsten Altarssakramentes. I. O, wie groß ist doch die Liebe Jesu zu uns Menschenki dern! Nicht genug, daß er in diesem heiligen Sakramente sere Seele mit seinem eigenen Fleische und Blute nährt, woh er auch Tag und Nacht bei uns, in unsern Kirchen und auf sern Altären, und erneuert stets an uns den freundlichen Z ruf: kommet zu mir, ihr Alle, die ihr mit Mül seligkeit und Arbeit beladen seyd, und ich will ent erquicken!" II. Der himmlische König ruft; o, so höre! Er ladet dich ein o, so komm! Er will dich suchen; o, so laß dich finden! Komm und besuche diesen Herrn oft in diesem Geheimnisse seiner Lieb und bete ihn an! III. „ Kommet zu mir, ihr Alle!" Wäre es nicht sche der klarste Beweis übergroßer Liebe, wenn dieser himmliſ Herr und König Jene, die sich zu ihm und zu seinen tären flüchten, nicht wegschaffte? oder wenn er ihnen nur e 77 11 b des allerheiligsten Altarefakramentes. laubte, vor sein Angesicht zu treten, und mit ihm in diesem heiligsten Geheimnisse zu reden? Allein er schließt das Uebermaaß seiner Liebe, die ihn ganz verzehrt, dadurch auf, daß er uns zuvorkommt, daß er uns ruft, und uns voll der zärtlichsten Freundschaft einladet: Kommet zu mir, ihr Alle, die ihr mit Mühseligkeit und Arbeit beladen seyd, und ich will euch erquicken!" An allen Tabernakeln stehen diese trostvollen Worte; under ladet Alle ein, ohne Jemand auszuschließen, ohne die Elenden zu verachten, ohne Jemand seine Hilfe zu entziehen. IV. 17 i Kommet zu mir, ihr Alle!" Wenn Menschen, da sie sich Freunde zum Umgange erwählen, und selbe zu sich einladen, unter den Geladenen einen Unterschied machen, so schließt Jesus Niemand aus, und macht keinen Unterschied; sondern wie er ehemals, da er noch sichtbar auf Erden wandelte, Gelehrte und Ungelehrte, Reiche und Arme, Hohe und Niedere, Gerechte und Sünder zu sich einlud, so spricht er noch immer aus den heiligen Tabernakeln: Kommet zu mir, ihr Alle!" Haben wir also wohl Ursache, von diesem so allgemein guten Herrn und Freund uns zu entfernen? Sollen wir nicht zu ihm hineilen, und ihn auf seinen Altären besuchen? Oder meinen wir, er kenne uns nicht? Scheint er nicht unter den Brodesgestalten zu winken, daß wir kommen sollen? Will er uns nicht mit unsern Namen nennen? Wir sind ja in seine Hände geschrieben; wir sind ja in sein Herz eingegraben. V. Oder meinest du, du seyest als ein so elender, niedriger, geringer Mensch nicht würdig, vor das Angesicht Jesu Christi, dieses himmlischen Königs, zu treten? Wenn du so denkst, so bist du der würdigste, zu ihm zu kommen, und die Segens, fülle aus seiner Hand zu nehnien. Sagt er nicht selbst: 78 Zwölfte Unterhaltung. Von den Besuchungen „ Kommet zu mir, ihr Alle!?" Alle, ohne die Elende zu verachten? Ist dieser Herr auf dem Altare nicht der Arzt Der Arzt aber ist nicht gekommen zu den Gesunden, sonder zu den Kranken, sie zu heilen. Ist er nicht der Lehrerd himmlischen Weisheit? Aber der Lehrer sucht, und will U1 wissende bei sich haben, sie zu unterrichten. Ist Jesus nid 3 der Wegweiser? Dieser sucht die Irrenden, damit er i auf den königlichen Weg zurückführe. Ist er nicht der Her der Macht und der Stärke? Dieser ruft die Schwach und Erschöpften, damit er sie mit neuer Kraft belebe. Wit du also wohl vom Besuche eines solchen Herrn wegen deine Elende wegbleiben? Soll dich nicht eben dein Elend erinne und antreiben, eiligst vor seinem Altare mit allem deine Elende zu erscheinen? Fürchtest du, verachtet zu werde da er Alle, die mit Mühseligkeit und Arbeit beladen sind, an der Herzensfülle rust? Fürchtest du, zur ungelegenen Zeit kommen, da er uns immer einladet? Nie, nie kam ihm in se nem Leben ein Mensch, ein Elender zur unrechten Zeit. Kon men und helfen war Eines. Auch wir kommen immer zur red ten Zeit. VI. Holl D Kommet zu mir, ihr Alle!" Niemand entzieht seine Hilfe. Wir wünschen uns Hilfe, und Jesus ertheil Hilfe; wir wollen Hilfe, und Jesus schenkt Hilfe; wir suche Erquickung, und Jesus gibt Erquickung. Redet dafür nicht ſen Leben, wo Wohlthat an Wohlthat sich reihet, fein Sterben wodurch er uns zum Leben erweckt hat, sein Auferstehe wodurch er uns den Himmel aufgeschlossen hat? Nedet nich sein Leben im Himmel und auf Erden, das er nur anwende uns beizustehen und bei Gott für uns zu bitten? 3 14 - VII. Nicht „ Kommet, ich will euch erquicken!" mächtig erquickt ein sanfter Regen das matte Laub, wie ei C des allerheiligsten Altarssakramentes. Hal 79 Wink, eine Gnade Jesu im heiligen Altarssakramente die aus getrocknete, die durch Aengstlichkeiten entkräftete Seele erquickt. Jesus will nur erquicken, was schmachtet,- nur suchen, was verirrt, nur selig machen, was verloren ist. Und da er uns so liebreich ruft, haben wir ihn gehört? da er uns so zärtlich einladet, sind wir zu ihm gekommen? da er uns so väterlich sucht, haben wir uns finden lassen? VIII. Kommet zu mir, ihr Alle, die ihr mit Mühseligkeit und Arbeit beladen seyd, und ich will euch erquicken!" Sünder sind es, Träge und Gerechte, welche Jesus einladet, um sie zu erquicken. Wie werden sie aber würdig zu ihm kommen, und Erquickung erhalten? Sie werden würdig, wenn der Sünder vom Bösen absteht, der Träge das Gute anfängt, der Gerechte in der Tugend fortschreitet. So wird hier Jesus dem Sünder Licht und Stärke, dem Trägen Eifer und Muth, dem Gerechten das Leben seines Lebens, den Geist seines Geistes geben. Und wie? werden wir nicht kommen, und ihn besuchen, da er uns so liebreichs einladet: ,, Kommet zu mir, ihr Alle, die ihr mit Mühseligkeit und Arbeit beladen seyd, und ich. will euch erquicken!?" IX. O, so komm denn, und besuche, und besuche oft deinen Gott und Herrn in dem heiligsten Sakramente! Hast du ein Anliegen, nimm zu ihm deine Zuflucht! Hast du ein Geschäft, komm und empfiehl ihm dasselbe! Hast du einen Zweifel, komm und frage ihn um Rath! Wirst du angefochten, komm und bitte ihn um Stärke! Leidest du innerliche oder äußerliche Trübsale, Kreuz, Widerwärtigkeiten, komm und suche bei ihm Trost und Hilfe! Auf der ganzen Welt wirst du keinen besseren Ort antreffen, wo du in allen Nöthen, Gefahren, +33 30 3wölfte Unterh. Vond. Besuchungen d. allerh. Altarssaframentes. Drangsalen geschwinder und leichter Alles erhalten kannst, wa dir ersprießlich ist, als bei deinem Erlöser, der in diese heiligsten Geheimnisse seinen Gnadenthron und den Woh sig seiner liebevollsten Güte aufgeschlagen hat. Und wen du Jesum liebest, wirst du nicht auch ohnede gerne bei ihm seyn? wirst du nicht jeden Tag ih besuchen? X. di Aber wie sollst du diese gewöhnlichen Besuchunge vornehmen, und womit dich beschäftigen? Erwecke Anfangs einen Act des Glaubens und der A betung, damit du dich in die Gegenwart Jefu stellen möge und mit Ehrfurcht, Liebe und Vertrauen erfüllt werdest! Bitte Jesum um die Gnade, die Zeit, die du ihm v seinem Altare widmen willst, heilig zuzubringen, und sie si wohl zu seiner Ehre als zu deinem Heile nüßlich anzuwenda Vereinige dich dem Gemüthe und Herzen nach mit de heiligen Engeln, die bei dem heiligen Tabernakel, so: reden, auf den Knieen liegen, und sich vor dem unbefleckt Lamme gleichsam in Nichts verabgründen! Die Vereinigun deiner Anbetung mit der ihrigen wird dieselbe angenehmer un verdienstlicher machen. Nun ist es Zeit, dich mit Jesus, mit Gott zu unterhalte Fromme Seelen thun dieß auf mancherlei Weise. Einige wecken vor ihm bald die Haupttugend- Acte; bald durchgehe sie nach und nach die Lebens- und Leidensgeschichte Jeſu, od sie betrachten ihn in seinen verschiedenen Eigenschaften un Titeln, oder sie stellen allerlei Erwägungen über Gegenständ der Gottseligkeit an, und dergleichen mehr. Mache hierbei all zeit gute Vorsäge und heilsame Entschließungen, und lege fiel das göttliche Herz Jesu! S Verrichte auch jederzeit mit Andacht die geistliche Kon r munion! Diese Zeit ist besonders dazu geeignet. 2 Dreizehnte Unterh. Von d. Würde, Hoheit ic. d. H. Meßopfers. 81 17 Ende diese Andacht nie, ohne dich auch zu Maria zu wenden! Der heilige Bernhard sagt, daß dasjenige, was wir zum Lobe dieser Jungfrau vornehmen, eigentlich dem Sohne zukomme. Durch sie suchen wir auch Zutritt bei ihm. Das Brod wird bei jeder Mahlzeit gebraucht; und die Andacht zu Maria kann sehr füglich bei jeder Verehrung ihres Jesu dienen. Ich sehe, das Kind ist nicht ohne Mutter, und die Mutter nicht ohne ihr Kind," sind wieder die Worte des nämlichen Heiligen. pis Che du weggehst, bitte um Verzeihung deiner Zerstreuungen und Nachlässigkeiten! Ueberdieß bitte deinen heiligen Engel, daß er da in deiner Abwesenheit deine Stelle vertreten, Jesum aber, daß er dein Herz, welches du gleichsam bei ihm zurücklaffest, bewahren, erleuchten, regieren, mit seiner Liebe entzünden, nach seinem Wohlgefallen gestalten, demselben seinen Geist, seine Gesinnungen und Grundsäße einflößen, und dir seinen heiligen Segen ertheilen wolle! XI. Glückselig, wer den göttlichen Liebesgefangenen in dem heiligsten Sakramente oftmals auf solche Weise heimsucht! Dieser wird ihm Alles in Allem seyn. 191 Dreizehnte Unterhaltung. Von der Würde, Hoheit und Vortrefflichkeit des heiligen Meßopfers. I. Die heilige Messe ist das unblutige Opfer des neuen Bundes, das immerwährende Denkmal des blutigen Opfers, welches Jesus am Kreuze vollbracht hat. In den alten Zeiten wurden Gott, dem Herrn, Thiere geschlachtet, dadurch 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe ic. 6 Dreizehnte Unterhaltung. Von der Würde, Hoheita theils zu bekennen, daß der sündige Mensch des Todes schu dig wäre, theils vorzubilden, daß die Sünde einst durch& Tod Jesu Christi würde versöhnet werden. Nachdem abert Heiland der Welt am Kreuze gestorben, und das Versöhnung opfer für die Sünden der Welt entrichtet war, hörte das Op des alten Bundes auf; denn es war ja nur Vorbild Kreuzopfers, und, da dieses wirklich vollbracht worden, nit mehr nöthig. Anstatt der alten Opfer wurde nun ein ner eingesetzt, und zwar von unserm Gott und Herrn Jesus Christ selbst. Er opferte, wie der heilige Kirchenrath von Trient sa bei dem letzten Abendmahle in der Nacht, da er überlie ward, seinen Leib und sein Blut Gott, dem Vater, unter 1 Gestalten des Brodes und Weines, und übergab beide un diesen Gestalten Jenen, die er damals zu Priestern des ne Bundes verordnete, damit sie selbe nehmen, d. h., nichts genießen, sondern auch opfern sollten. Dieß thuet zu me nem Andenken!" so sprach er zu ihnen und zu ih Nachfolgern im Priesterstande, d. i., entrichtet dieſes Opfer: Erinnerung und Erneuerung dessen, was ich für euch geth und gelitten habe!.. Mit recht glücklichem Ausdrucke ne deßhalb der heilige Rupertus dieses Opfer das immerwi rende Leichenbegängniß des Heilandes, indem r uns dabei zugleich seines Todes erinnern, und Theil nehm an dem Werthe seines Blutes. 82 II. Ja! bei dem heiligen Meßopfer bekommen wir einen theil an dem Werthe des Blutes unsers Erlösers, oder, w das Nämliche ist, an dem ganzen Erbgute der Verdienste, uns der Gottmensch, Jesus Christus, hinterlassen hat; den wohl gemerkt! die heilige Messe wird ein Opfer genannt, zwar ein unblutiges Opfer. Sie wird ein Opfer genam weil in derselben Gott, dem Allmächtigen, der Leib und Blut Jesu Christi auf dem Altare dargebracht wird. Es Thund Vortrefflichkeit des heiligen Mesopfers. in der heiligen Messe Alles zugegen, was zu einem wahren und eigentlichen Opfer erfordert wird, der recht berufene Priester, die Verwandlung oder Veränderung der Sache, welche geopfert wird, und der Opfertisch.. Sie, die heilige Messe, heißt ein unblutiges Opfer, weil in derselben kein Blut vergossen wird, wie am Kreuze geschehen ist. Jesus Chriftus stirbt nicht mehr wahrhaft und wirklich, da er von Todten, auferstanden ist; es wird also bei Verrichtung der heiligen Messe der Tod, den er am Kreuze erlitten hat, nur vorgestellt. Indeß ist doch die heilige Messe ein eben so wahrhaftes Opfer, wie das des Kreuzes, indem hier in der heiligen Messe sich eben dasselbe Schlachtopfer firdet, nämlich Jesus Christus, der dort am Kreuze gehangen ist. Ja! es wird nichts Geringeres geopfert, als der wahre Leib und das wahre Blut des Erlösers, die zweite Person in der Gottheit, in welcher die Fülle aller Gnaden wohnt, der vielgeliebte Sohn, an welchem der Vater im Himmel sein Wohlgefallen hat, der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seiner Natur, Jesus Christus, der Gottmensch, und mit ihm Alles, was er von dem ersten Augenblicke seiner Empfängniß im Leibe der Jungfrau mit den inbrünstigsten Anmuthungen und Seufzern seines Herzens verdienet, Alles, was er von dem Eintritte in diese Welt als Kind und Knabe zu Bethlehem, in Egypten und nachmals zu Nazareth, wo er seinen Eltern unterthänig war, uns zu Lieb auf sich genommen, Alles, was er während seines heiligsten Predigtamtes und bittersten Leidens gethan und ausge standen hat. alle seine Arbeiten, Gebete und Leiden, Alles, was er immer für uns erworben und gesammelt hat, der ganze Schatz seiner Werke und Verdienste von unendlichem Werthe; dieß Alles, das Allerkostbarste, was je gewesen und noch wirklich zu finden ist, wird in der heiligen Messe Gott, dem Allerhöchsten, als Opfergabe dargebracht. O Gabe, deren Werth weder Menschen noch Engel erfassen können! O Opfer, wo dem großen Gott derjenige geschlachtet wird, der ihm der 6* - 85 Dreizehnte Unterhaltung. Von der Würde, Hoheit göttlichen Natur nach ganz gleich ist, und mit ihm von Ewi keit zu Ewigkeit herrscht! 84 III. Welches Opfer gegen jene Opfer, die dem Herrn d Himmels und der Erde im Gesetze der Natur entrichtet wurde Man ließ die Erstlinge der Früchte im Rauche aufgehen, u legte auf den Altar nur etwas Weniges von dem hin, w Jenem, dem man es gab, ohnehin angehört. Aber auchi alten Bunde brachte das auserwählte Volk dem Allerhöchi nichts als Ochsen, Kälber, Lämmer, Rauchwerk, u. s. w., z Opfer dar, allerlei Thiere, deren Blut, das man fließen li die Gefühle der Religion an Tag legen, und die göttlich Blicke vergnügen sollte. Was sagte Gott von diesen Schlad opfern? Gott, der Herr über die ganze Welt und über All was in derselben ist, Gott, dem die Ochsen und alle Thie welche tausendweise auf den Bergen weiden, ohnehin any hören, achtet diese Opfer nicht, weit entfernt, daß sie ein wi diger Gegenstand seines Wohlgefallens seyn sollten.„ An eud d. i., an den Priestern des alten Bundes, habe ich kein We gefallen mehr," spricht er durch seinen Propheten( Mala 1, 10.); ich will auch keine Gabe von euren Händen! nehmen. Mein Name ist groß unter den Völkern vom gange der Sonne bis zum Niedergange; an jedem Orte w geopfert, und meinem Namen ein reines Opfer dargebrad Hierunter, sagen alle heiligen Väter, können die Opfer) alten Bundes, an denen Gott künftighin kein Wohlgefall mehr haben wird, gar nicht verstanden werden; es ist also ses reine, unbefleckte und heilige Opfer kein anderes, als i heilige Mesopfer, jenes allein würdige, jenes erhabenste D der Religion, an welchem der göttliche Vater sein Wohlgefall hat, und gegen welches alle anderen Opfer, Tugendwerke Andachtsübungen den Glanz ihres Werthes verlieren, gleichn die Sterne ihr Licht verlieren beim Schimmer der Som und Vortrefflichkeit des heiligen Mesopfers. denn in der heiligen Messe wird den Augen des ewigen Vaters dargestellt sein allerliebster Sohn mit dem Werthe aller seiner unendlichen Verdienste, die er gesammelt, aller seiner schweißvollen Bemühungen, die er uns Menschen zu Lieb auf sich genominen, aller seiner erhabenen Tugenden, der zärtlichsten Liebe, der Ergebenheit, des Gehorsams, der Ehrfurcht, die er gegen den göttlichen Vater bewiesen, aller seiner Bemühungen und aller bittersten Leiden, die er so geduldig ertragen, alles seines Blutes, das er so freigebig vergossen hatte; ein Opfer, dessen Größe eben so unendlich, als kostbar sein Werth und angenehm der Geruch der Lieblichkeit desselben im Angesichte des himmlischen Vaters ist, so, daß weder im Himmel noch auf Erden etwas gefunden werden kann, das diesem herrlichen Opfer ähnlich wäre. Selbst der Himmel staunt, öffnet sich, wenn dieses = Opfer geschlachtet wird, und läßt sich zur Zeit dieser heiligsten Religionsübung auf die Erde nieder; Engel, Erzengel, Mächte, Thronen, Herrschaften des höchsten Himmels machen sich auf, steigen auf die Erde herab, und umschweben den Altar als ehrfurchtsvolle Anbeter und Bewunderer des wundervollen Geheimnisses und Opfers, wo Gott einem Gott dargebracht wird, und zwar selbst von einem Gott. 3 1 1 85 IV. en Glauben wir nämlich ja nicht, daß ein uns gleicher Mensch, der Priester, den wir mit Augen sehen, der eigentliche Opfernde seyy! Nein! der Gesalbte des Herrn, der Priester, der am Altare steht, ist nur der Diener Jesu Christi, für den er nur die Stelle zu vertreten, und dem er seine Hände, seinen Mund und seine Stimme zu leihen hat. Die Priester," sagt der heilige Johannes Chrysostomus, sind nur Diener und Stellvertreter." Der Oberpriester ist Christus selbst, das Oberhaupt der Kirche. Er, der beim letzten Abendmahle das Brod segnete, verwandelte, und sich selbst schlachtete, Er ist's, der opfert und geopfert wird; so reden alle übrigen Kirchenväter, 86 Dreizehnte Unterhaltung. Von der Würde, Hoheit und sie reden nach dem Ausspruche des vierten lateranensische Kirchenrathes, der sich über diesen Gegenstand also ausdrück In der Kirche Gottes ist eben Jener der Opferpriester, der aut das Opfer ist." Noch deutlicher spricht der heilige Kirchenral von Trient: Das Kreuzopfer und das Opfer der heilige Messe ist ein und dasselbe Opfer; es opfert sich auch der Näm liche vermittelst der Priester, der sich am Kreuze geopfert hat Jesus Christus ist von Gott, dem Vater, als Priester, un zwar als ewiger Priester nach der Ordnung Melchisedechs b stellt; jeder Hoherpriester aber, sagt der Apostel, opfer darum ist er Priester. Reihen wir an diesen eben so grün lichen als zweckmäßigen Gedanken noch einen andern! Nat der vorhin berührten Weissagung des Propheten Malachia wird dem Namen des Herrn ein Opfer gebracht, welches ga rein ist von Seite der Gabe und des Gebers, des Opfe und des Opfernden. Unsere Priester und Opfernden stehen leider nicht immer ganz rein am Tische des Herrn; und do sagt der heilige Kirchenrath von Trient:„ Dieß ist jenes rei Opfer, das durch keine Unwürdigkeit oder Bosheit der Opfe diener befleckt werden kann." Warum? weil nicht ein Menst Priester, sondern Jesus Christus selbst der eigentliche Opfe priester ist, der, wie der Apostel bezeugt, ganz heilig, unschul dig, unbefleckt, fein Sünder und über die Himmel erhaben is und der nicht, wie andere Priester, nöthig hat, täglich zuv für seine und des Volkes Sünden zu opfern. Im alten G setze, wo das Opfer in Thieren und irdischen Dingen unvol kommen war, durften auch die Opfernden unvollkommen seyt nicht so im neuen Gesetze, wo Alles vollkommen rein und he lig ist, und wo die Würdigkeit des Opferpriesters mit d Würde und Hoheit des Opfers übereinstimmen muß. Ein Got mensch soll der Opfernde seyn, wie ein Gottmensch das Opf ist. Jesus Christus ist es also selbst, der sich, obgleich auf m sichtbare doch wahrhafte Weise, in dem heiligen Meßopfer se nem himmlischen Vater aufopfert. - mp und Vortrefflichkeit des heiligen Mesopfers. V. = 1 Freuen wir uns also über dieses Opfer, welches uns die allervortrefflichste Religionshandlung des Gnadenbundes vor Augen stellt, wo lauter Geheimnisse, lauter Wunderwerke und die erhabensten Tugendübungen eines Gottmenschen vorkommen, wo der Sohn Gottes in den Händen der Priester, wie ehemals in dem Leibe der Jungfrau, neuerdings Mensch wird, indem er sich würdiget, täglich vom Himmel auf den Altar herab zu steigen, und das Nämliche zu thun, was er am Tage seiner Menschwerdung gethan hat; wo Gott die Welt so sehr liebt, daß er seinen eingebornen Sohn nicht nur einmal, sondern unzähligemal hingibt, und uns mit ihm Alles schenkt; wo Jesus Christus jenes unendlich kostbare Blut, das er während seines heiligsten Leidens und Sterbens vergossen hat, geistlicher Weise bis zum Ende der Welt fließen läßt, und sein Opfer fortsetzt; wo Alles vollkommen, Alles heilig, Alles so erhaben und erstaunenswürdig ist, daß die höchste Majestät im ganzen Umkreise der Welt nichts finden kann, was ihre 3 göttlichen Eigenschaften so göttlich verkündigte, was die göttliche Ehre so förderte, als dieses vortreffliche Opfer, indem ihr ein Opfer dargebracht wird, durch welches sie so viel geehret wird, als sie geehret zu werden verdient, indem ihr ein Rauchwerk angezündet wird, so edel, wie der Thron, zu dem es aufsteigt, - indem ihr ein Anbeter vorgestellt wird, so groß, wie Gott, den er anbetet! Jesus ehret die Gottheit so hoch und vortrefflich, daß seiner Ehrerbietung nichts gleich kommt. Dieser geliebteste Sohn gibt sich als den Eingebornen dar, und betet die Macht seines himmlischen Vaters an. Er schlachtet sich unblutiger Weise für unsere Sünden, und betet dessen unendliche Gerechtigkeit an. Er erniedriget sich unter den priesterlichen Händen, und betet dessen höchste Herrlichkeit an. Er, der einzige Gegenstand des höchsten väterlichen Wohlgefallens, opfert sich und verehrt alle göttlichen Vollkommenheiten in einem Grade, der keine Gränzen kennt. 21 I é # € 87 1 88 Dreizehnte Unterh. Von d. Würde, Hoheit sc. d. h. Mesopfers. VI. sidWie sehr sollen wir nicht hochschäßen- jene Religion übung, wo Gott einem Gott selbst von einem Gott geope wird! Wie sehr sollen wir nicht hochschätzen jenes e Andachtswerk, welches das Ziel und die Vollendung all Opfer ist, die im Gesetze der Natur und des Moyses übli waren, und die nur Kraft hatten und Gott gefielen, in so fen sie dieses Opfer darstellten oder vorbedeuteten! Wie sehr soll wir nicht hochschäßen die Hauptpflicht der Religion und vornehmste Uebung des Gottesdienstes, welche von den heilig Vätern eine beständige Ausübung unserer Erlösung genam wird, die Quelle aller Gnaden, das herrlichste Denkmal, we ches die göttliche Güte auf Erden sich errichtet hat, eine Woh that, die alle übrigen in sich schließt, die erwünschlic Stunde, wo das Geschäft aller Geschäfte, das Glück Aller p sammen und eines Jeden insbesondere abgehandelt wird! We sollen wir mehr achten, als eine Handlung, bei welcher Himmel sich öffnen, die Engel dienen, und alles Göttliche m dem Menschlichen vereinbaret wird; wo der Allmächtige s vor dem Angesichte des Allmächtigen demüthiget, und ein g schlachteter Gott sich dem anbetungswürdigen Gott opfert; w das Gut, welches sich da befindet, alle anderen Güter, die un von Gott verliehen worden sind, durch seine Größe und vo zügliche Würde gleichsam verabgründet? GN - == gondisibilmd anked med sid niyabdammolo moting hendus duu on il mio sist red dur dig n fe 0 -li en The 8 Del Sh go 10 In 00 Von den Früchten und Wirkungen des heil. Meßopfers. Vierzehnte Unterhaltung. Von den Früchten und Wirkungen des heiligen Mesopfers. 89 I. Der Vater will geehret seyn, und ihm gebührt die Ehre. Bei dem Propheten Malachias fragt Gott selbst:„ Wenn ich der Vater bin, wo ist meine Ehre?" In dem heiligen Mesopfer empfängt Gott alle Ehre und Freude. Hier opfert sich dem Vater ein Sohn, der, da er die göttliche Gestalt hatte, es für keinen Raub hielt, Gott gleich zu seyn. Hier erniedriget sich der Sohn des Allerhöchsten freiwillig so sehr, daß er unter den geringen Brodesgestalten Gott im Namen aller Menschen anbetet, lobt, preiset und erhöhet. Hier geht in Erfüllung, was Jesus Christus von sich sagt:„ Ich ehre meinen Vater;" und glauben wir, daß dem Vater durch nichts mehr Ehre zugehe, als durch dieses allerheiligste Schlachtopfer, wo sich die Himmel von Neuem gleichsam öffnen, und die Stimme sich hören läßt:„ Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!" Hier wird der Vater selbst von seinem Sohne in Wahrheit ange= betet, und den Sohn beten bei seiner sakramentalischen Geburt alle seine Engel an, wie sie ihn auf Befehl des Vaters bei der Geburt nach dem Fleische angebetet hatten. Tausend der himmlischen Geister umschweben den Altar, und zehnmal tausend beugen vor Ehrfurcht ihr Angesicht in den Staub. Der heilige Geist überschattet den Priester, und von Neuem stellt er das große Wunder der Menschwerdung Gottes auf, das er im Leibe Mariä gewirkt hat. Seine unsichtbare und ganz unerfaßliche Majestät steigt vom Himmel herab, wie sie ehemals über die Opfer unsrer Väter herabstieg, und er, der Geist Bierzehnte Unterhaltung. Von den Früchten der Liebe, verzehrt durch sein heiliges Feuer unsere Gabe Er, der Schöpfer, der det Er, der Schöpfer, der Geist des Herrn, der heiligmachende un ewige Gott ist es, der bei dem heiligen Meßopfer dun seine Allmacht die Wesenheit des Brodes und Weines vernit tet, und in den Leib und das Blut Jesu Christi verwande „ Komm, o Heiligmacher!" ruft und bittet der opfernde Prieste der deßhalb seine Augen gegen Himmel erhebt, seine Hän dahin ausstreckt, und mit schauendem Blicke dem unsichtbar ka menden göttlichen Geiste im Geiste entgegensieht, ehe er d Kelch und die Hostie mit dem Zeichen des Kreuzes segn „ komm, o Heiligmacher! o allmächtiger, ewiger Gott! seg dieses Opfer, das deinem heiligen Namen zubereitet ist!" 1 endlich große Ehre geht demnach durch das heilige Meßopi dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste, der gan göttlichen Dreieinigkeit zu. 90 II. Auch die lieben Auserwählten im Himmel nehmen& theil an der Freude, welche das heilige Mesopfer verursac nicht als ob ihnen dieses Opfer entrichtet würde oder entricht werden dürfte,( denn jedes Opfer und um so viel mehr heilige Mesopfer darf als wahre und eigentliche Anbetu Gottes nur Gott dargebracht werden,) sondern weil wir dah der Heiligen gedenken, und ste um ihre Fürbitte anrufen, d mit uns in Ansehung ihrer, deren Andenken wir auf En begehen, die Verdienste des Erlösers eher zugewendet werde Innigst erfreut werden die Heiligen durch dieses Opfer, keinen geringen Zuwachs bekommt ihre zufällige Glorie, weld ihnen von Seite der Menschen, die sie auf Erden verehre zugeht, auch schon darum, daß man ihrer bei der Messe feie lich gedenkt, daß man Gott für die Siege, die er ihn über ihre Feinde verliehen, für die Verdienste, zu denen! ihnen geholfen, und für den Sig der Seligkeit, den ihnen im Himmel angewiesen, und wo er sie auf ewig erfre und Wirkungen des heil. Mesopfers. hat, dankt daß man durch andächtige Anrufung ihrer Fürbitte bekennt, wie hoch sie bei Gott in Gnaden stehen und wie mächtig sie durch Gott geworden sind. III. 91 Und welche Ehre, welche Herzensfreude wird nicht dir zugehen, Königin der Heiligen und Mutter unsers Herrn! wenn du die geheimnisvolle Erneuerung jenes unendlich kostbaren Kreuzopfers siehst, welches du mit deinem göttlichen Sohne dem himmlischen Vater zum Heile der ganzen Welt entrichtet haft! Welche Freude für dich, zu sehen, wie dein Jesus, der ehedem aus dir Fleisch angenommen hat, neuerdings in den Händen des Priesters Fleisch wird, wie er unblutiger Weise wieder leidet und sich opfert! zu sehen, wie er seinem Vater auf jene Wunden deutet, die er den Menschen zu Lieb am Kreuze empfangen hat, wie er mit der Stimme seines Blutes bittet, wie er um Gnade und Erbarmung fleht! zu sehen, wie dein Jesus bei diesem Opfer den Menschen wirklich in den Besiß seiner theuren Erlösung eintreten läßt, dessen er bei Entrichtung des blutigen Krenzopfers fähig geworden ist!.. Maria, die Mutter unsers Heilandes, sehnt sich nach nichts so sehr, als nach dem Heile der Menschen; sie wünscht nichts sehnlicher, als daß uns die Früchte der Erlösung reichlich zu Theil werden möchten. Alle ihre Wünsche und ihre ganze Freude sieht sie erfüllt in der heiligen Messe, wo wir, so oft wir zum Andenken Jesu Christi dieses Opfer darbringen, das Werk unsrer Erlösung erneuern; und unendlich vermehrt wird diese Freude, da sie sieht, daß nebst dem Heile der Welt auch die Ehre Gottes, die ihr noch weit mehr am Herzen liegt, durch das Opfer der Messe am Herrlichsten befördert wird. Sie weiß und erkennt mehr als alle Engel und Heiligen, daß der Name Gottes durch dieses Opfer groß unter den Völkern ist ,daß nach der Größe dieses unaussprechlichen Namens auch sein Lob über den ganzen Erdkreis verbreitet wird, daß nur - 92 Vierzehnte Unterhaltung. Von den Früchten durch diese vortreffliche Religionsübung Gott nach Würdez ehret und gelobt werde; und eben deßwegen ist die Fre Mariä des heiligen Mesopfers wegen unendlich groß. IV. Der ganze Himmel wird durch das heilige Meßopfer freuet; und wie? wir sollen ermangeln, dem Vater, uns liebt, dem Sohne, der sich selbst für uns dargege hat, dem heiligen Geiste, dessen Gnade schon in der Taufe i uns ausgegossen wurde, den Engeln, die uns auf all unsern Wegen bewahren, der Königin der Engel, unsrer best und liebsten Mutter, oftmals diese Ehre zu bezeigen, diese Fra zu machen? V. HO Viel vermag ferner überall und zu allen Zeiten das Gel des Gerechten, wenn es mit Eifer, Demuth und Vertran verrichtet wird. Was wird nun jenes Gebet nicht vermöge welches zur Zeit des Opfers der heiligen Messe über die Woll hinaufsteigt, wo zu gleicher Zeit Jesus Christus die Stim seines Blutes erhebt, wo er dem Vater, der ihm nic abschlagen kann, auf seine Wunden deutet, wo er h Rufen seines durchbohrten Herzens in das Heiligthum Erhörung gelangen läßt, wo er mit uns und für bittet, wo er die Thränen, mit denen er am Kreuze! Himmel erweicht hat, abermal geheimnißvoll für uns flics läßt,- wo er sich selbst zum Opfer bringt, und seinem him lischen Vater Alles dasjenige vorstellt, was er für uns geth und gelitten hat, auf daß der Vater in Ansehung seiner Ve dienste uns erhören möge; wo mit Jesus Christus as alle Engel und Auserwählten Gottes für uns bitten, und vereinigtem Flehen dem Herzen des ewigen Vaters liebreid Gewalt anthun;- was wird ein solches Gebet des Gern ten nicht vermögen, mit welchem selbst ein Gottmensch, der - 93 und Wirkungen des heil. Meßrpfers.i dem Altare liegt, und so viele Engel, die den Altar umgeben, sich vereinigen, um mit Nachdruck für uns zu bitten und zu seufzen? Keine Menschenzunge," sagt der heilige Laurentius Justinianus,„ kann aussprechen, welche große Gaben und Gnaden aus dem heiligen Meßopfer entspringen." Wer die heilige Messe im Stande der Gnade andächtig hört, sammelt sich mehr Verdienste, als wenn er aus Liebe Gottes ein anderes überaus mühsames Werk verrichten würde. Nichts ist uns so nüßlich und dienlich, geistliche Reichthümer zu erlangen, als dieses heilige Opfer, mit welchem alle anderen, auch vornehmsten, Tugendübungen gar nicht in Vergleich kommen. Hier, wo von Seite des Schlachtopfers sowohl als von Seite des ewigen Priesters, der dieses Opfer auf dem Altare seinem himmlischen Vater schlachtet, Alles unendlich ist, ehren wir Gott auf eine Weise, wie ihn Himmel und Erde nie zu ehren vermochte, und nie zu ehren vermag. Hier geben wir Gott, was er von uns verlangt; wir bringen für seine Wohlthaten als Dankopfer dar - den wahren Gott selbst; und durch das Blut Jeſu Christi, das wir opfern, und das eben so viel werth ist, als was wir bisher empfangen haben und noch ferner empfangen werden, stellen wir ihm, wie der heil. Johannes Chrysostomus sagt, eben das zurück, was er uns gegeben hat. Wir bezahlen durch seinen eigenen Sohn Alles, und haben nicht zu fürchten, daß wir undankbar werden möchten. Wir erstatten einen Dank, der unsers Gottes allein würdig und seinen Gunstbezeigungen angemessen ist. Welches Wohlgefallen wird der himmlische Vater an dieser Religionsübung nicht haben, und welche Gnadenblicke wird sie uns nicht zuziehen! Mit welcher Zuversicht und Hoffnung werden wir, wenn uns das Gewissen keinen Vorwurf macht, in der heiligen Messe nicht bitten und flehen können, wo, wie schon erwähnt worden und nie genug erinnert werden kann, Jesus Christus, der sich für uns opfert, selbst für uns bittet und unser Anliegen in seinem Namen dem himmlischen Vater vorträgt, dessen Herz allezeit für seinen Sohn mit Liebe 94 Bierzehnte Unterhaltung. Von den Früchten schlägt, und beim Anblicke eines so würdigen Fürbitters nich unerweicht bleiben kann! Die Verdienste des Gottmensche unsers Schlachtopfers, werden gewissermassen die unsrigen, un durch sie werden wir fähig, Alles zu erlangen, was uns Seligkeit ersprießlich ist, Stärke wider so viele Versuchunge Sieg über unsere wüthenden Leidenschaften, Trost in den Trib salen dieses Lebens, Licht bei unsern Zweifeln, Gnade zur B harrlichkeit im Guten, Segen auch in unsern leiblichen un zeitlichen Angelegenheiten, in so ferne sie zu unserm Heile g reichen. - VI. Dieß zum Troste nicht nur der Gerechten, sondern auch de Sünder! Auch sie haben Theil an dem unblutigen Meßopfe wie die Mörder des Gottmenschen aus dem blutigen Kreuzopje Nußen schöpften. Als Jesus sich auf dem Kalvarienberg opferte, bekehrte sich der Mörder; der Hauptmann, welcher Seite des Erlösers mit einer Lanze durchbohrt hatte, sagte fentlich, dieser Gekreuzigte sey wahrhaft Gottes Sohn; viel Andere schlugen reuevoll an ihre Brust; selbst die gefühllo Erde bebte, der Vorhang im Tempel zerriß, und indeß sich hie die Felsen spalteten, öffneten sich dort die Gräber, und di Todten gingen in großer Anzahl aus denselben hervor und e stunden zum Leben. Eine Vorbedeutung, was in der Folge de Zeit geschehen würde, ein Sinnbild der unempfindlichen, felsen harten, verstockten und im Grabe der Laster schon modernde Sünder, die durch die wunderbare Kraft des Opfers der he ligen Messe heilsam erschüttert, von bitterer Reue gleichsam auf gelöset und aus dem Grabe ihres Elendes wieder zum Leben der Gnade erweckt werden. Das Kreuzopfer, welches Jeful Christus für das Heil der Welt auf dem Kalvarienberge entric tet hat, war eigentlich und vorzüglich ein Versöhnungsopfer; und da in dem göttlichen Opfer, welches in der Messe entricht wird, eben jener Christus enthalten ist und unblutiger Wei 95 und Wirkungen des heil. Mesopfers. geopfert wird, der sich selbst am Altare des Kreuzes blutiger Weise geopfert hat, so erklärte der heilige Kirchenrath von Trient, daß das heilige Meßopfer ebenfalls wahrhaft ein Versöhnungsopfer sey, und daß wir dadurch Barmherzigkeit und Gnade bei Gott finden, wenn wir mit aufrichtigem und rechtem Herzen zu ihm hintreten, indem durch die Darbringung desselben der Herr besänftiget wird, uns die Gnade und Gabe der Buße mittheilt, und uns auch die allergrößten Sünden nachläßt. Das heilige Meßopfer und das Opfer am Kreuze ist nämlich ein und dasselbe Opfer; es ist Einer und eben Derselbe, der sich jetzt durch die Priester opfert, und der damals sich selbst am Kreuze geopfert hat. Wie also das Opfer des Kreuzes eine Versöhnung für unsere Sünden war, so ist auch das Opfer der Messe eine Versöhnung. Ja! die eigentliche Wirkung des Mesopfers, sagt der heilige Thomas von Aquin, besteht darin, daß Gott dadurch versöhnet wird, daß die Sünde dadurch zwar nicht unmittelbar nachgelassen wird, was nur durch das Sakrament der Buße geschieht, sondern daß der Sünder selbst durch das Opfer der Messe, dem er andächtig beiwohnt, die Hilfe der kräftigen Gnade erlangt, seine Sünden herzlich zu bereuen und wahre Buße zu wirken. Um dieses fleht in der Messe die Kirche, die in ihren Gebeten so oft um Erbarmung und Verschonung anhält; um dieses flehen die Engel und Heiligen, die ihre Bitten mit der Andacht der Kirche vereinigen; um dieses fleht selbst derjenige, der in diese Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, und der sich in der Messe als Schlachtopfer hingibt, der alle seine Wunden rufen läßt, die ihm der Sünden wegen geschlagen worden sind. Dieser," sagt der Apostel von Christus dem Herrn, ist die Versöhnung für unsere Sünden; aber ja nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die Sünden der ganzen Welt." Daß Gott seinen gerechten Zorn noch nie völlig über die Welt ergossen, daß er nicht von Neuem Feuer vom Himmel geschleudert, daß er die Wuth des Meeres zurückgehalten, daß er so 11 Vierzehnte Unterhaltung. Von den Früchten viele Ruchlose nicht gleich nach ihrer Missethat zur Strafe zogen, sondern ihnen noch Zeit zur Buße und Besserung lan müthig verliehen hat, diese Gnade und Erbarmung haben m dem kostbaren Versöhnungsopfer zu verdanken, das in der he ligen Messe entrichtet und als Vermittlung zwischen der göt lichen Gerechtigkeit und der fündigen Welt aufgestellt wi Jesus Christus, der da auf eine geheimnißvolle Weise stich damit der Sünder ewig leben möge, er selbst ist das Versö nungsopfer für die Sünden aller Menschen, der, wie geschri ben steht, alle Menschen aus allen Stämmen, Sprachen, Vi kern, Nationen erlöset hat, das Schlachtopfer, welches den e zürnten Gott entwaffnet, und dessen Blut einen Strich dun alle unsere Schulden macht. Der Herr sieht auf das Angesit seines Gesalbten, der sich für unsere Missethaten dargibt; 111 legt unser schwaches Vertrauen auf Gott, unsere geringe A dacht und Mitwirkung nichts in den Weg, daß uns die Ve dienste des blutigen Kreuzopfers vermittelst dieses unblutige Opfers zugewendet werden, so können wir uns bei Anhörm einer heiligen Messe eben so von allen Strafschulden befreien wie von allen Sünden reinigen. 96 VII. O mein Gott! wie trostreich ist nicht diese Wahrheit Wohin wir uns immer wenden, sehen wir nichts als The heiten, Unordnungen und Ausschweifungen, Sünden in G danken und Begierden, Sünden der Zunge, des Thuns un der Unterlassung, unzählige Sünden, große Sünden, die sfid mit unsern Jahren vermehren und gleich einer entsetzlichen La über unserm Haupte liegen. Wehe uns der Sünden wegen. Nahen wir aber mit aufrichtigem Herzen und rechtem Glauben mit Furcht und Ehrerbietung, zerknirscht und bußfertig de Opfer der heiligen Messe, so bürgt uns der klare Aussprud der unfehlbaren Kirche, daß wir von Gott Barmherzigkeit a und Wirkungen des heil. Meßopfers. langen, und Gnade finden zur Zeit, wo wir der Hilfe bedürfen. Die Früchte des blutigen Kreuzopfers werden uns im Ueberflusse zu Theil. Der reiche Schaß der unendlichen Verdienste Jesu Christi öffnet sich uns, und wir können so viel daraus nehmen, daß wir alle unsere Schulden abzuführen im Stande sind. In dem heiligen Meßopfer ist derjenige das Versöhnungsopfer selbst, in welchem alle Fülle der Gottheit wohnt, d. i. die ganze vollkommene Gottheit, welche in der Person des Wortes wesentlich mit dem Leibe und mit der Seele Jesu Chrifti vereiniget ist; und dieser Jesus löscht mit seinem Blute, welches er in der Messe geheimnißvoll vergießt, das Urtheil unsrer Verwerfung aus, und heftet es, so zu sagen, an's Kreuz. Also wohl ein kostbares Opfer, und um so mehr, da nach der Lehre der heiligen Väter vermöge der andächtigen Anhörung der heiligen Messe dem Sünder auch die Strafen, welche er wegen den schon verziehenen Sünden noch auszustehen hätte, entweder ganz oder doch zum Theile erlaffen werden! 97 di domd VIII. Ach! warum treten wir nun nicht mit Vertrauen zu dem aufgerichteten Gnadenthrone hin, auf daß wir, wir mögen Gerechte oder Sünder seyn, Gnade und Barmherzigkeit erlangen? Warum tragen wir bei dem heiligen Mesopfer, dieser gelegensten Zeit, von Gott Hilfe und Heil zu erlangen, diesem Gott alles Trostes unsere Nöthen und Anliegen nicht vor? Wissen wir nicht, daß Jesus, welchen sein Vater allezeit erhört, mit und für uns bittet? Wissen wir nicht, daß so vieles Rufen der Verdienste Jesu und seiner Engel und Heiligen in das Heiligthum der Erhörung gelangen muß? Sind wir von der Liebe desjenigen nicht überzeugt, der unser wegen vom Himmel herabgekommen ist, und sein Leben für uns am Kreuze geopfert hat? Wo können wir mit größerer Zuversicht anklopfen, als eben dort, wo Jesus die Reichthümer seiner Liebe gleichsam verschwendet? wo er uns selbst zuruft: Kommet Alle zu mir, 3wickenpflug, Jejus, unsere Liebe 2c. 7 98 Vierzehnte Unterhaltung. Von den Früchten die ihr mühselig und beladen seyd, und ich will euch erquicken! Bittet, und ihr werdet empfangen suchet, und ihr werdet finden; klopfet an, und e wird euch aufgethan! Jeder, der bittet, empfängt ( Wer Durst hat, der komme zu mir, und schöpi mit Freude aus den Brunnen des Heilandes! Hier öffnet er seine Hände, und gibt uns bis zum Ueberfluße: hier werden wir durch ihn in allen Stücken, in allen Gattunge von Gaben und Wohlthaten bereichert; hier wird er unst Liebesgefangener, zu dem wir mit größter Zuversicht sagen för nen:„ Ich entlasse dich nicht, du habest mich denn in Gnade angesehen und in Allem liebevoll geſegnet!" IX. Noch mehr! Das Haupt hat Einfluß auf alle Gliede die mit ihm Einen Leib ausmachen. Nach der Lehre de Apostels gestalten wir Christen sittlicher Weise nur einen un denselben Leib in Jesus Christus, wie bei uns viele Gliede nur einen einzigen Körper ausmachen, und von dem Haupt Einfluß und Leben erhalten, so lange sie mit dem Körper ve einiget bleiben. Eben so verhält es sich mit dem sittlichen Leibe mit der Kirche. Die Glieder dieses Leibes, die Gläubigen werden von dem Einflusse ihres göttlichen Hauptes, Jesus Christus, beseelet, und nach Maaßgabe ihrer guten Beschaffenheit von dem Schatze des ganzen Leibes, der Kirche, welcher aut den Verdiensten des Erlösers und seiner Heiligen besteht, be reichert, so lange sie mit andern Rechtgläubigen durch die Lieb in Christus vereiniget, und Mitglieder eines und desselben mystischen Leibes sind. Die Seelen, welche im Gnadenstand durch den Tod von ihrem Leibe getrennt, und ihrer noch an klebenden Makel wegen in den Reinigungsort, in das Fey feuer, verwiesen wurden, sind deßhalb auch nicht geschieden von jenem mystischen Leibe der Kirche, und ihrem Schaße. Sit sind die Heiligen der leidenden Kirche, welche durch die Lieb und Wirkungen des heil. Meßopfers. Jesu Christo angehören, und an dem Schaße seiner Kirche eben so Antheil nehmen, wie jene Rebzweige an dem Einflusse jenes Weinstockes, mit dessen Wurzel und Hauptstamme sie noch vereiniget sind. 99 X. Hieraus folgt, daß Jenen, die im Stande der Gnade aus dieser in die andere Welt hinübergegangen sind, die aber, nicht vollkommen gereiniget, ihre Strafschulden noch unter der Hand der göttlichen Gerechtigkeit abzuzahlen haben, geholfen werden könne, wenn für ihre ewige Ruhe das heilige Meßopfer verrichtet, und Gott der unendliche Werth desselben bittweise dargeboten wird. Es dringt also die Kraft dieses unendlich kostbaren Opfers auch bis in die Tiefe des Fegfeuers, wo die bedrängten Christen in den Finsternissen sißen und schreckliche Qual leiden. Ja! der heilige Kirchenrath von Trient sagt, daß den Seelen, welche im Reinigungsorte aufbehalten sind, hauptsächlich durch das angenehme Opfer des Altars geholfen werden könne. Eben so spricht der heilige Thomas von Aquin: „ Es ist kein einziges anderes Opfer, wodurch den Seelen im Fegfeuer so bald Erlösung verschafft wird, als eben das Opfer der heiligen Messe." Nach nichts sehnen sich diese leidenden Seelen so sehr, als nach dem Blute dessen, der für sie am Kreuze gestorben und in jeder Messe das Versöhnungsopfer ist, welches die Sünden der Welt hinwegnimmt. Sie, die armen Bedrängten, wissen, daß jene Wunden und Thränen, auf welche Jesus Christus in der heiligen Messe seinem himmlischen Vater deutet, die Waffen der Gnade ihres Gottes sind, die sie in die Freiheit übersetzen, und daß der himmlische Vater die Stimme seines Sohnes, der mit der Kirche für seine verwiesenen Freunde bittet, nicht unerhört lassen kann.. Heilsam ist's, wenn man für die Verstorbenen betet; denn das Gebet ist der Schlüssel zum Himmel. Heilsam ist's, wenn man für die Verstorbenen seine Hand öffnet, und Almosen in den Schooß Vierzehnte Unterhaltung. Von den Früchten 2c. der Armen legt. Heilsam ist's, wenn man für die Verstorbe nen fastet und Bußwerke verrichtet, indem sie dem gerechten Gott die Geißel seines Zornes aus den Händen winden. Allein die durch den heiligen Geist vollkommen unterrichtete katholische Kirche lehrt, daß den leidenden Seelen im Fegfeuer vorzüglich durch das angenehme Opfer des Altars geholfen werden könne. Nichts kann die Gluth dieses fürchterlichen Reinigungsorte besser auslöschen, als das Blut Jesu Christi, welches geheimnißvoll von dem Altare über diese brennenden Schlachtopfe der göttlichen Gerechtigkeit fließt, und statt des Lösegeldes für die armen Gefangenen von demjenigen selbst erlegt wird, an welchem der himmlische Vater sein Wohlgefallen hat. Sein Blut komme über uns, und reinige uns von den noch übrigen Mokeln unsrer Sünden!" rufen und seufzen diese bedrängten Seelen. XI. Wohlan, christliche Seele! so bringe oft mit Andacht für die leidenden Seelen des Fegfeuers dieses angenehme Opfer dar, und gieße aus über sie das Blut des Lammes, welches ihrer wegen am Kreuze getödtet worden ist! Sende während dieses heiligsten Opfers um ihre Erlösung deine Seufzer zum Himmel! Sie werden, da schon das bloße Gedächtnißgeba den Verstorbenen unsäglichen Troft verschafft, um so eher bei dem Throne aller Erbarmungen Eingang finden, indem mi ihnen ein unendlicher Mittler seine Bitte vereiniget. 100 Fünfzehnte Unterh. Von der Art und Weise zc. 101 Fünfzehnte Unterhaltung. Von der Art und Weise, dem heiligen Meßopfer mit Andacht beizuwohnen. I. Dem Gnadenthrone nahet man mit gutem Erfolge, wenn man ihm zu nahen weiß, wie es sich geziemt. Gewiß und ausgemacht ist es, daß wir dem heiligen Meßopfer, wo die Quelle alles Guten für uns entspringt, ohne großen Vortheil nicht beiwohnen werden, wenn wir uns dabei mit gebührender Andacht einfinden. Wir werden, wie bereits gesagt, bei Anhörung dieses heiligsten Opfers Barmherzigkeit erlangen, und Gnade finden zur Zeit, wo wir der Hilfe bedürfen, wenn wir anders mit aufrichtigem Herzen und rechtem Glauben, mit Furcht und Ehrerbietung, zerknirscht und bußfertig Gott nahen, - wenn wir diesem heiligsten, wahrhaft göttlichen, schreckensund geheimnißvollen Opfer, dem nämlichen, durch welches wir einst mit Gott, dem Vater, versöhnet worden sind, und das nun Christus täglich durch die Hände der Priester auf den Altären für uns darbringt, mit der möglichsten Reinheit des Herzens, mit gesammeltem Gemüthe, mit feurigster Andacht beiwohnen; denn, wie der heilige Thomas sagt, gleichwie das Leiden Christi seine Wirkung nur an Jenen äußert, die sich mit demselben durch den Glauben und durch die Liebe vereinigen, so wirkt auch dieses Denkmal seines Leidens"( das Jesus Christus eben deßwegen bis zu seiner zweiten Ankunft immer zu erneuern geboten hat) nur bei Jenen, die sich mit diesem Sakramente durch den Glauben und durch die Liebe vereinigen;" und zwar werden wir an dem unendlichen Werthe des heiligen Meßopfers Theil haben- nach dem Maaße unsrer Andacht. 11 102 Fünfzehnte Unterhaltung. Von der Art und Weise, II. Wer Gott nahen und ein aufrichtiger Verehrer Gottes seyn will, der muß glauben, sagt der Apostel; und dieß läßt sich besonders auf das heilige Meßopfer anwenden, dessen große Geheimnisse nur durch das Licht des Glaubens erkannt und verstanden werden. Um den Geist der inneren Andacht in uns rege zu machen, müssen wir uns von dem Glauben sagen lassen, daß die heilige Messe, welcher wir beiwohnen, jenes große Opfer sey, wodurch das blutige Opfer des Kreuzes ernenert wird, und daß sich Jesus Christus daselbst noch imme für uns, wiewohl auf eine unblutige und geheimnisvolle Weiſe. dem himmlischen Vater aufopfere, daß der nämliche Sohn Gottes geschlachtet, das nämliche Opfer dargebracht werde. Wer der heiligen Messe mit heiliger Seelenstimmung nahen, und andächtig seyn will, der muß glauben, und sich Alles das auf dem Altare vorstellen, was er auf dem Kalvarienberge würde gesehen und gehört haben. Er muß glauben, und beim Hingange zu diesem heiligsten Opfer nichts Anderes denken, als daß er wirklich die Schädelstätte besteige, und den Gottmenschen vor seinen Augen bluten sehe. Er muß glauben, und sich leb haft vorstellen, daß er sehe, wie Jesus seine Arme ausstrede, ihn zu umfangen, wie er sein Haupt neige, ihn zu küssen, wie er aus seinen Augen Thränen fließen, und seine Seite, jenes Thor des Lebens, eröffnen lasse, ihn darin zu schüßen. Er muß glauben, und gleichsam fühlen, daß er mit jenem Blute besprißt werde, daß ein Gottmensch für uns vergossen und zur Tilgung unsers Schuldbriefes gebraucht hat, den er zerriß und als öffentliches Siegeszeichen an's Kreuz heftete. Ja! der lebendige Glaube an die Wahrheiten dieses höchsten Geheimnisses, das auf den Altären verrichtet wird, dieser Glaube, der macht, daß wir, da wir im Begriffe sind, in die heilige Messe zu gehen, zu uns selbst sagen:„ Ich begebe mich nun zu dem Opfer des Todes des Sohnes Gottes, zu dem nämlichen Opfer, das außer der Stadt Jerusalem am Kreuze vollbracht - dem h. Mesopfer mit Andacht beizuwohnen. worden ist, zu dem nämlichen Opfer, das am Charfreitage Himmel und Erde mit einander versöhnet hat, zu dem nämlichen Opfer, wo nach dem Ausdrucke des Apostels der menschgewordene Gott seine freie Einwilligung gab, zerstört und vernichtet zu werden, zu einem Opfer, bei dem nicht im Bilde oder Gleichnisse, sondern wirklich das Schlachtopfer, das dargebracht wird, Gott selbst ist, eben derjenige Herr und Gott, dem Alles dienet, und den mit mir alle Engel anbeten, dieser Glaube, der uns so denken lehrt, ist der Grund der Vorbereitung und inneren Andacht, womit wir dem heiligen Meßopfer nahen müssen. - - — 103 -- III. Und in welcher Absicht? In dieser, daß vor Allem der Vater im Sohne geehret und verherrlichet werde, dem es nur um die Ehre seines Vaters und um das Heil der Menschen zu thun war, als er dieses Denkmal der Liebe hinterließ. In jener allerheiligsten Meinung und Absicht sollen wir Gott dieses Opfer darbringen, in welcher Jesus Christus es eingesetzt und die Entrichtung desselben verlangt hat, und womit es die Kirche durch die Hände ihrer Sachwalter aufopfern läßt, zu dem Ziel und Ende, 1) damit man Gott, dem Allmächtigen, die höchste Ehre und die göttliche Anbetung erzeige, die ihm gebühren; 2) damit man sich mitleidig erinnere, was Jeſus für uns gethan und bis zum Tode des Kreuzes so liebevoll gelitten hat; 3) damit man der Gerechtigkeit Gottes durch das Blut des unbefleckten Lammes, welches am Kreuze geflossen ist und in der Messe auf's Neue geopfert wird, eben dieselbe völlige Genugthuung abstatte, welche der leidende und sterbende Gottmensch durch seinen Tod am Kreuze ihr abgestattet hat; 4) damit man dem himmlischen Vater, der uns immer in seiner Barmherzigkeit mit Wohlthaten krönt, für Alles, was wir von seiner gütigsten Hand empfangen haben, für unzählige Gutthaten und unermessene Gnaden durch seinen liebsten Sohn, 104 Fünfzehnte Unterhaltung. Von der Art und Weise, danke; 5) endlich, damit man in Kraft der fürbittenden Ver dienste des Erlösers, der sich als Schlachtopfer hingibt, von Gott Hilfe in den geistlichen und leiblichen Bedürfnissen erlange, und für Lebendige und Abgestorbene Barmherzigkeit erflehe.- Dieß ist die allgemeine Meinung bei der heiligen Messe. Indej. darf man nach dem Triebe seiner Andacht nebst derselben aud noch eine einzelne besondere Meinung machen, die in der obi gen begriffen ist. IV. Mit welchen Anmuthungen aber sollen wir allen Hand lungen dieses heiligen Opfers folgen? Der Wind weht, w er will, und der heilige Geist wirkt in einer andächtigen Seele, wie es ihm beliebt. Daher die verschiedenen heiligen Beschäf tigungen während dieses göttlichen Opfers. Willst du, christ liche Seele! insbesondere dem Priester am Altare folgen, j beobachte Folgendes: Sieh! der Priester unten an den Stufe des Altars neigt sich zur Erde, um mit Verdemüthigungen und Bußübungen das Opfer anzufangen. Folge seinem Beispiele! Er ist in dieser Stellung ein Bild Adams, welcher nach be gangenem Ungehorsam aus dem irdischen Paradiese vertrieben wurde, und das Muster, nach welchen sich der fündige Mensch, Adams Abkömmling, richten muß.. Er steht etwas entfernt von dem heiligen Opfertische; und dadurch zeigt er, daß er sid nicht würdig schätze, ein so schreckliches Opfer zu entrichten. Er verbeugt sich tief; und hierdurch stellt er Jesum Christum vor, wie er im Delgarten auf sein heiliges Angesicht fiel, und auf der Erde liegend mit den Sünden aller Menschen beladen war, für die er seinen Vater bat, als er am Fuße des Del berges das Opfer des Kreuzes anfing. Er schlägt reyevoll an seine Brust; und dadurch bekennt er sich öffentlich als einen, vor Gott und seinen Heiligen sehr schuldigen, Sünder, und fleht diese eben darum an, daß sie für ihn bei Gott bitter wollen. Ist etwas geeigneter, als diese Vorstellung, uns große dem h. Mesopfer mit Andacht beizuwohnen. ď Beschämung und heftige Reue über unsere Sünden einzuflößen? Sind noch andere Beweggründe nothwendig, uns die Kunstgriffe der christlichen Demuth, die Nachahmung des Zöllners zu empfehlen, der von ferne stund, und eben dadurch Gott bewog, j. sich ihm zu nahen? der sich nicht getraute, die Augen zum Himmel zu erheben, und eben hierdurch die gnädigen Blicke des Herrn auf sich zog? der sich als Sünder erkannte und bekannte, und eben deßwegen von Gott durch ein heimliches Zeugniß von seiner Versöhnung getröstet ward? Wer muß nicht bekennen, und zwar vor Gott und dem ganzen Himmel, daß er nur gar zu oft und zu sehr in Gedanken, Worten und Werken gesündiget habe? Und war dieß nicht seine eigene, seine Schuld- seine Schuld seine größte Schuld? Demüthige dich denn vor des Herrn Angesicht, und bekenne mit bitterstem Schmerz deine Sünden! Das gedemüthigte und zerknirschte Herz verwirft Gott nicht. Bitte, der allmächtige und barmherzige Gott wolle dir wegen der bittersten Zerknirschung seines blutschwißenden Sohnes vollkommene Nachlaffung und Verzeihung aller deiner Sünden ertheilen! Bitte:„ O Gott, du wirst dich zu mir wenden, und ich werde mich in dir erfreuen. Herr! laß mir Barmherzigkeit angedeihen, und gib mir dein Heil! Herr! ich bitte dich, nimm meine Sünden von mir hinweg; ich bitte dich durch die Verdienste deiner Heiligen, du wollest mir alle meine Sünden verzeihen." Bitte und wiederhole mit dem Priester das Kyrie Eleison, d. h.: Herr! erbarme dich! Erweiche aber die heiligste Dreieinigkeit über dein Elend vielmehr durch starkes als vieles Rufen, durch ein Rufen, das eben so stark seyn soll, wie jenes des Blinden zu Jericho, eben so beständig, wie jenes des kananäischen Weibes, so demüthig, wie jenes der zehn Aussäßigen, so inbrünstig, wie jenes so vieler Gläubigen, die der Herr erhörte, als sie zu ihm riefen! On G 0 10 =! & 11 31 1 T. 11 11 71 ₁ d 11 e 105 106 Fünfzehnte Unterhaltung. Von der Art und Weise, V. Betet der Priester das Gloria, so stelle dir die Freud Derer vor, die sich bei der Gefangennehmung des Sohnes Ge tes unter Jene stellten, die, wie die Schrift sagt, sich freuen wenn sie Böses gethan haben, und über die schlimmsten Thate frohlocken, deren Wege verkehrt, und deren Schritte ehrle sind! Bemitleide innigst den gefangenen Jesus, der wegen de Hoffnung Israels gefesselt wurde! O wie gerne sollst du di zeitlichen Bande der Mühseligkeiten dieses Lebens ertragen, di dich vor den Banden der ewigen Gefangenschaft sicher stelle wenn du durch deine Geduld die Verheißungen zum Lohne e hältst! Lobe und danke Gott, wenn er seine Gerechtigkeit hie nieden befriediget, damit er dich jenseits verschonen kann! Eh sey Gott in der Höhe! VI. Wendet sich der Priester zum Volke, und betet er jetzt a der Epistel-, jetzt auf der Evangelien- Seite, so stelle dir vor, wi der arme Jesus von einem Richterstuhle zum andern geschlep wie er von den Männern, die ihn hielten, verspottet, geschlage und wider alle Gesetze der Gerechtigkeit eigenmächtig mißhandel werde, wie man ihn in vielen Stücken anklage, und wie a Allem schweige, so, daß selbst sein Richter sich verwunden Danke deinem Erlöser, daß er für dich so Vieles leiden, und d durch sein Stillschweigen so mächtig zu Herzen reden wollte Wenn dich die Welt hasset, so wisse, daß sie deinen Herrn un Gott vor dir gehaffet hat!.. Welcher Trost für mich, wenn i mit dir leide, o mein Jesu! und welche Ehre, wenn ich bei g wissen Bezüchtigungen, wo mein Herz rein ist, durch unübe windliche Sanftmuth und durch mein Stillschweigen zeige, d ich dir nachfolge, und daß mein Benehmen höher, als bl menschlich, ist. Im Christenthume darf man die Tugend zeige Ich schäme mich des Evangeliums nicht." Bitte diesen geistlichen und christlichen Entschluß! dem h. Meßepfer mit Andacht beizuwohnen. VII. 1 Deckt der Priester den Kelch ab, und macht er die Aufopferung, die der erste Haupttheil der heiligen Messe ist, so stelle dir vor, mit welcher Schmach und Grausamkeit der keuscheste Jesus aller seiner Kleider entblößt, und sowohl unter den schrecklichen Geißelstreichen, die ihn zerfleischten, als unter den Dornen, die schmerzlich sein heiliges Haupt verwundeten, zu einem Manne der Schmerzen aufgestellt wurde, an welchem selbst seine Feinde die Gestalt eines Menschen nicht mehr erkennen konnten! Hier nehmen die Geheimnisse den Anfang, und Jesus ermü= det unter der Last seiner Leiden. Aber wie bereit ist sein Herz zu dem Opfer, das er seinem himmlischen Vater zu entrichten beginnt! Er bietet den Rücken den Geißeln dar, neigt das Haupt zu den Dornen, umfängt das Kreuz, und trägt selbst das Holz, wie der gute Isaak, auf seiner Schulter zu dem Orte, wo er sich für uns dargeben und schlachten will. Gehen auch wir hin und sterben wir mit ihm! Wir werden diesem Opfer nicht würdig beiwohnen, wenn wir uns nicht selbst als Schlachtopfer darstellen und mit dem ersten Schlachtopfer, mit Christus, geistlicherweise schlachten und opfern. Die Hauptandachtsübung bei der heiligen Messe besteht immer darin, daß wir uns mit dem Priester, der im Namen aller Gegenwärtigen zu Gott redet und handelt, vereinigen, und uns selbst durch und mit Christus und mit der ganzen Kirche zum Opfer bringen. Wann aber werden wir in der Andacht so weit kommen? Wann werden wir nach dem Beispiele unsers Erlösers bereit seyn, ganz nach dem Willen ides himmlischen Vaters zu leben, Alles mit Geduld von seiner Hand anzunehmen, uns für ihn ganz und ohne Ausnahme zu opfern, die Begierden des Fleisches und eigenen Willens durch die Abtödtung zu ersticken, und den göttlichen Fügungen uns in Allem zu unterwerfen? Was wird unser Opfer seyn- gegen das Opfer, welches der Gottmensch für uns dargebracht hat? Er mußte abgewaschen werden mit der erschrecklichen Taufe des Blutes, und wie sehr war er im Gedränge, bis sie vollbracht 11 D + 107 108 Fünfzehnte Unterhaltung. Von der Art und Weise, war! O mein Jesu! was uns von deinem Leiden geoffenbar ist, ist nur ein kleiner Theil dessen, was du uns verborgen hat Dein betrübtes Geheimniß bleibt bei dir. VIII. Kommt der Priester zur Wandlung, die der zweite Haur theil der heiligen Messe ist, so stelle dir vor, wie Jesus Chri vor deinen Augen am Kreuze erhöhet ist, und aus seinen heil sten Wunden häufiges Blut vergießt! Bete ihn mit der muth seiner neben dem Kreuze stehenden Mutter in tiefster C furcht an, und bitte mit dem bußfertigen Mörder, welcher Jesus gekreuziget ward: Herr! gedenke meiner!" vielmehr mit David, jenem alttestamentischen Mörder d Urias: Der Sünden meiner Jugend und mein vielfachen Uebertretungen gedenke nicht!" Schla an deine Brust, und bekenne in Demuth des Herzens, daß den Sünden an dem Tode Jesu Christi Schuld find! Seufzen flehe:„ Sey mir Sünder gnädig! Sey mir barmherzig Verstoß mich nicht auf ewig, der ich so vieles Leiden und B gekostet habe!" Gieße alsdann eben jenes kostbare Blut ih deine arme Seele und über die leidenden Seelen im Fegfen dir zum Heile, ihnen zur Erquickung! Laß dein Herz mit de Lichte des Glaubens erleuchten, und sammle im Geiste der dacht das vom Kreuze fließende Blut auf, um deine Seele die Seelen jener Bedrängten mit demselben zu reinigen! He nach der Wandlung deine Augen auf den gekreuzigten Heilan und flehe zu ihm, daß auch er seine Augen zu dir wenden," deine äußerste Noth ansehen wolle, besonders in jener betrübt Stunde, wo du auf deinem Sterbebette liegen und um de ganze Ewigkeit ringen wirst! Erinnere ihn seiner Verlassenh am Kreuze, und dringe in ihn, daß er dich dort nicht verlast möge, wo dich Alles verlassen, und wo der verlassene Ma keinen Trost mehr haben wird, als an dem Bildnisse des dem h. Mesopfer mit Andacht beizuwohnen. freuzigten, welches man den Sterbenden in die Hände zu geben pflegt! Denke in jeder Messe an den Tod deines Heilandes, und deinen Tod mit dem seinigen vereinigend sprich und seufze mit ihm: ,, Vater! in deine Hände empfehle ich meinen Geist!" Hier ist er wohl versorgt. IX. 109 Bei der Kommunion des Priesters, die der dritte Haupttheil der heiligen Messe ist, stelle dir vor, wie der heiligste Leichnam Jesu Christi vom Kreuze abgenommen, und in das Grab gelegt wird! Erwecke die hizigste Begierde und verlange von. ganzem Herzen, Jesum Christum eben so zu empfangen, wie ihn der Priester wirklich empfängt! Glaube dem Worte, das uns und sich selbst nicht betrügen kann, dem Worte, welches uns sagt, daß das Sakrament des Altars sein Leib ist! Bete an, was unter den Gestalten verborgen ist; seufze bitter über deine Sünden, die dich unwürdig machen, den großen Gott wirklich zu empfangen; demüthige dich vor dem Angesichte des Herrn; wünsche und verlange, Jesum Christum wenigstens geistlicher Weise zu empfangen! Bitte und flehe, daß er mit der Fülle seiner Gnade zu dir kommen, und mit dir nach seiner Barmherzigkeit handeln wolle! Vereinige dich sodann im Herzen mit Jesus Christus, und erwecke solche Anmuthungen der Anbetung, des Glaubens, der Liebe, Bewunderung und Dankbarkeit, als wenn du selbst die heilige Hostie aus den Händen, des Priesters empfingest! So wirst du das Glück haben, daß das allerheiligste Altarsgeheimniß in dir nicht nur als Opfer, sondern auch als Sakrament wirke; so wirst du an dem heiligen Opfer eher Theil haben. X. Aber auch äußere Andacht wird erfordert. Mußte Vorbild und Schatten in Ehren gehalten werden, was verdient nicht Licht und Wahrheit? Habet Ehrfurcht vor meinem Heilig 110 Fünfzehnte Unterhaltung. Von der Art und Weise, thume! sprach Gott zu den Juden schon damals, wo sie blej der Stiftshütte naheten; und welche Ehrerbietung forderte e nicht bei ihren Opfern? Er selbst bereitete sie durch Anow nung von allerlei Gebeten, Ceremonien, Gebräuchen und Re nigungen sorgfältig dazu vor. Was hatten sie aber bei ihm Feierlichkeiten Anderes, als nur die Schatten und Bilder vo dem Opfer des neuen Bundes? Was sollen wir nicht thu da wir dieses Opfer wirklich feiern? Ruft uns nicht der Da wo wir opfern, so wie das Opfer, welches wir darbringen, Habet Ehrfurcht!?" 17 XI. Welcher heilige Schauder soll uns nicht überfallen, wen wir an den Ort kommen, wo das heilige Meßopfer gefeie wird! Wir befinden uns da an einem Orte, welcher mit vie len Ceremonien und Gebeten Gott, dem Herrn, auf eine besor dere Weise eingeweiht und geheiliget ist; an einem Orte, m Gott, der Herr, öffentlich zugegen ist, wo er wahrhaft sein Burg und Wohnung aufgerichtet hat, wo der göttliche Vate während des heiligsten Opfers sich auf seinem Throne befinde wo Jesus Christus sogleich nach den Einsegnungsworten, die der Priester ausspricht, mit seiner ganzen Gottheit und Mensch heit in die Hostie kommt, wo nicht minder auch der heilig Geist, der diese Wunder wirkt, sich wirklich einfindet, wod ganze Dreieinigkeit in den Personen mit der heiligsten Religions handlung erfreut und verherrlichet wird, womit die Kirche Gott einem Gott schlachtet und opfert. Wie ehrwürdig ist nicht dieser Ort, wo die Engel sich einfinden, und auf ihrem Ange sichte liegend anbeten! Wie ehrwürdig ist nicht dieser Ort, da Haus Gottes und die Pforte des Himmels! XII. bir in Auch das Opfer, welches auf den Altar gelegt wird, Andachtsübung und der ganze Gegenstand unsrer Religion dem H. Meßepfer mit Andacht beizuwohnen. handlung, welche an diesem Orte vorgenommen wird, flößt Ehrerbietung ein. Das Opfer der heiligen Messe wird von der Kirche das erschreckliche Opfer genannt. Und fürwahr! erschrecklich ist es, wenn man sehen muß, wie strenge die Forderungen der erzürnten Gerechtigkeit sind, wie Abraham nach seinem Isaak langt, um aus ihm ein Opfer zu machen, wie der Vater seines eigenen Sohnes nicht schonet, sondern ihn für uns alle dargibt, und zwar zum schmählichsten Kreuzestode,- wie der unschuldige Jesus zum vollkommensten Ersatze aller Unehre, zur Tilgung der Schulden und zur Abbüßung der Strafen an einem Schandholze im Angesichte der Welt unter den grausamsten Qualen stirbt, damit der schuldige Mensch, der Sünder, ewig lebe. Erschrecklich ist es, wenn man einen Blick auf jenes Opfer zurückwirft, welches ehedem auf dem Kalvarienberge an dem Sohne Gottes vollbracht wurde, der durch seinen bittersten Tod der Gerechtigkeit Gottes genugthun, und den erzürnten Himmel mit der Erde aussöhnen mußte. Gott Gott ein Fluch für uns! Wohl schreckliches Geheimniß! Und dieses macht bei jeder heiligen Messe unsre Beschäftigung aus, wo bei der Wandlung der Kreuzestod Jesu Christi erneuert, das nämliche Blut auf's Neue geopfert und somit eben dieselbe Genugthuung zur völligen Aussöhnung annoch abgestattet wird. Welche Ehrfurcht, welche Andacht und Aufmerksamkeit sollte man während dieses schrecklichen Opfers in unsrer äußerlichen Stellung gewahren! Der am Kreuze für Alle gestorben ist, stirbt jetzt für uns insbesondere; und der auf dem Altare des Kreuzes durch sein heiligstes Blut die Sündenschulden ausgelöscht hat, theilt jetzt die Kraft und Macht desselben unter Jene aus, die diesem unblutigen Opfer mit Furcht und Ehrerbietung als wahre Büßer nahen. Mit welcher Eingezogenheit und Demuth sollen wir uns da einfinden! Wie verhält sich ein Missethäter, der vor den Füßen der Gerechtigkeit um erbarmungsvolle Nachlassung fleht?.. Wie verhält sich ein Unterthan, der seinem höchsten Gebieter die schul- 112 Fünfzehnte Unterhaltung. Von der Art und Weise sc. dige Huldigung entrichtet, für unaussprechliche Gnaden dank bar seyn will, und um neue Gunstbezeigungen zu bitten ge denkt? Wie verhält er sich nicht, wenn er sich vor seinem Könige befindet, dem er die Huldigung leisten soll? Durch welche ehrerbietige und äußerliche Dankeszeichen legt er eben seine Dankesgefühle nicht an Tag! Wie sittsam und demüthi reicht er nicht seine Bittschrift dar! Ueberlegen wir wohl, wat uns der Glaube lehrt, daß die heilige Messe, wie schon gesagt zugleich ein Opfer der Huldigung gegen den höchsten Gebiete des Himmels und der Erde ist, ein Dankopfer für so viel tausend bereits empfangene Wohlthaten, und endlich ein Bitt opfer, wo der Gegenstand keine Gränzen fennt! Mit welcher Zucht und Sittsamkeit sollen wir unsre Anbetung und Ver ehrung dem großen Gott darbringen, mit welchem Dankgefühl den ewigen Wohlthäter preisen, mit welcher Stellung des Leibe vor seinem Gnadenthrone um seine geneigten Blicke flehen! Kann Gott ein anderer Dienst wohlgefallen? Zweite Abtheilung. Andachts- Webungen vor oder zu dem allerheiligsten Altarssakramente. 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe zc. 8 Erster Abschnitt. thi und Morgen- und Abend: Andachten. Gewöhnliche Morgen- Andacht. Vorerinnerung. Chriftliche Seele! dein Erlöser ist nicht nur Ginmal am Kreuze für dich ein Schlachtopfer geworden; er wird es noch täglich am Altare. Seiz nem wirklichen, so wie auch seinem geheimnißvollen Tode verdankest du deine Auferweckung vom Sündentode zum Leben der Gnade. Wenn du demnach Morgens erwachest, so bezeichne dich unverzüglich, in dankbarer Erinnerung dessen, mit dem heiligen Kreuze, und sprich hernach: ,, Hechgelobt und gebenedeit sey das allerheiligste Sakrament des Altars! Jeßt und allezeit und durch alle Ewigkeit! Amen!" TSC Erheb' dich sodann, wenn du gesund bist, hurtig aus deinem Bette, und nachdem du dich mit Ehrbarkeit angekleidet hast, verrichte entweder vor dem allerheiligsten Altarssakramente, oder wenn dieses nicht thunlich ist, wenigstens im Geiste zu dem hochwürdigsten Gute in deiner Pfarrkirche gewendet( dieß gilt auch von allen folgenden Andachts- Uebungen), nachfolgende Morgen- Andacht! Begrüßung. Sey zu tausendmal von mir gegrüßt, o mein süßester und aller Liebe würdigster Jesu, der du in einem unzugänglichen Lichte wohnest, und hier in deinem Sakramente, wie auf dem 8* Gewöhnliche Morgen- Andacht. Throne deiner Majestät, von der Schaar deiner himmlischen Geister umgeben bist! Gegrüßt seyst du, mein Heiland! durd jene ewige Liebe, womit der Vater mit dem heiligen Geit dich liebt, und womit du den Vater und den heiligen Geist liebes 116 Anbetung und Liebesact. Mit allen Engeln, welche rings um deinen Thron stehe beuge ich vor dir mein Angesicht in den Staub, und bete bit in tiefster Demuth an, verborgener Gott unter den Brodesy stalten! indem ich rufe: Lob, und Verherrlichung und Weisheit, und Dank, und Ehre, und Macht und Kraftsey unserm Gott von Ewigkeit zu Ewig feit! Amen!" Jesu! meine Liebe! mit flammender Liebe verlangt me Herz nach dir. Komm, suche es heim, du, den ich aus ganz Herzen und über Alles liebe! Danksagung. Gebenedeitestes Herz meines Jesu, aus welchem, als gleid sam aus einem honigströmenden Gnadenbrunnen bisher all Gute und alle Süßigkeit geflossen ist, und wirklich noch fließt innigster Dank sey dir für alle Wohlthaten, die du mir bish erwiesen, und besonders auch dafür, daß du mich diese Nat vor den Würge- Engel bewahret, und anstatt meiner- Gott oh Aufhören gepriesen hast! Süßer Schlaf hat mich erquickt, w das ist deine Gnade; ich bin aus den Finsternissen an's Lit gekommen, und stehe wieder von Neuem als Arbeiter in deine Weinberge, und das ist deine Gnade;- ich danke dir. - Aufopferung und gute Meinung. Gott! mein Gott! du getreuester Liebhaber meines zens! dir bringe ich mein Herz, aller unordentlichen Liebe a löset, zum Geschenke dar, und lege es als ein Früh- Bra opfer zu deinen Füßen hin. Alles, was ich heute dent en d fte ft! 21 id en en id Zid 10 Gewöhnliche Morgen- Andacht. reden, thun oder leiden werde, opfere ich dir auf zu deiner Ehre und Verherrlichung, in Vereinigung mit deinen unendlichen Verdiensten, und mit den Verdiensten deiner jungfräulichen Mutter und aller Heiligen, mit der Meinung und Begierde, dadurch auch aller Ablässe und Verdienste deiner Kirche theilhaftig zu werden. * Reue und Vorsat. Herr! wie schmerzt es mich aus Liebe zu dir, daß ich dich jemals beleidiget habe! Aber ich nehme mir kräftig vor, nicht nur heute, sondern für allezeit alle Sünden zu fliehen und zu meiden, dich nimmermehr zu beleidigen.( Hier mache einen besonderen Vorsaß, jenen Fehler zu meiden, den du am Deftesten zu begehen pflegest!) Ich will ganz nach deinem heiligen Willen leben, und besonders, wie du, in Allem sanftmüthig und geduldig, und gegen Alle gut seyn, im Geiste stets gesammelt bleiben, und einzig dein heiliges Wohlgefallen suchen. - 117 — Bitte. Segne, o Herr! meine Vorsätze! Erbarme dich meiner, du, in dem allein die Hoffnung meines Heiles ruht! Sey mein Arm des Morgens, und mein Heil in der Zeit der Trübfal! Ja, o Gott! merke auf meine Hilfe, und um deines Namens willen leite du selbst jene Seele, die in deinen Händen ist, damit ich heute in Allem nach deiner Gerechtigkeit lebe, und deinen heiligen Willen auf's Vollkommenste erfülle! Zu Maria. Auch dich, große Gottesmutter! unbefleckte und heiligste Jungfrau Maria! auch dich grüße und verehre ich, die du nach Gott die ganze Grundfeste meiner Hoffnung bist. Mutter des e ewigen Lichtes! Jene, die dich frühe suchen, finden dich. Sieh! zu dir erhebe ich meine Seele, und werfe mich mit kindlicher Zuversicht in deine Arme. Würdige dich, o Frau! o Mutter Besondere Morgen- Andacht und Jungfrau! Alles, was ich heute denke, rede, thue und leide, deinem und meinem Gott in Vereinigung mit den unend lichen Verdiensten deines Sohnes aufzuopfern, und mir die Gnade zu erflehen, daß ich meine Vorfäße bewerkstellige, und in Allem den Willen meines Gottes erfülle! Zu diesem Ende segne mich! Dieß, liebste Mutter! bitte ich. 118 Besondere Morgen- Andacht an Kommuniontagen. Im Namen Gottes, des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes! Amen! Ich bete dich an, o allerheiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, der du mich aus Nichts zu deinem Ebenbilde erschaffen, als ich verloren war, mich so wunderbar erlöset, und in meiner Seele das Verlangen erweckt hast, sich heute mit dit, ihrem Gott und Herrn, zu vereinigen. Preis und Anbetung sey dir, o mein göttlicher Erlöser, Jesu Christe, der du mich in dieser Nacht behütet, in deine großen Barmherzigkeit meiner gedacht hast, und mich zu deinem königlichen Gastmahle berufest! O! komm mir mit deiner gött lichen Gnade zuvor; reinige und bereite mein Herz zu deine Wohnung; versenke alle meine Sünden in das tiefe Meer deine ewigen Erbarmungen, daß ihrer hinfür nicht mehr gedacht werde; und heilige alle meine Gedanken, Worte und Werke, auf daß ich würdig werde, die Quelle aller Reinigkeit, zu deiner gött lichen Ehre und zum Heile meiner Seele, zu empfangen! Psalm 62. 3D Gott! mein Gott! zu dir wache ich vom frühen Morgenlichte; nach dir durftet meine Seele, und mein Fleisch vergeht in Verlangen nach dir. Sieh! wie in einem öden, unwegsamen und unbewässerten an Kommuniontagen. Lande erscheine ich vor dir in deinem Heiligthume, damit ich deine Macht und deine Glorie sehe. Denn deine Barmherzigkeit ist besser, als tausend Leben; dich, o Herr! sollen meine Lippen preisen. Lobpreisen will ich dich in meinem Leben, und in deinem Namen will ich meine Hände erheben. Erfüllt und wohlgenährt soll meine Seele werden von der wunderbaren Speise deines Tisches, und mit jubelnden Lippen soll mein Mund dich loben. 119 Sieh, ich gedachte deiner auf meiner Liegerstätte; am frühen Morgen erhebe ich meine Betrachtung zu dir; denn du, o Herr! bist mein Helfer. Und frohlockend will ich aufjauchzen unter dem Schatten deiner Flügel; meine Seele ist an dir gehangen, und deine Rechte hat mich aufgenommen. Die Feinde meiner Seele aber ergrimmten vergeblich; fruchtlos war ihr Bemühen, sie zu suchen; fort zur Hölle müssen sie fliehen, und ewige Schmach wird ihr Antheil seyn. Ich aber will in Gott, meinem Heilande, mich erfreuen. Selig Alle, die in ihm sich rühmen; verstummen sollen alle Lästerzungen, die Böses wider sie aussprechen. Ehre sey Gott, dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste; wie es war im Anfange, so jetzt und zu ewigen Zeiten! Amen! Vater unser. Ave Maria und den Glauben. * Litanei vom süßen Namen Jesus. Herr! erbarme dich unser! Christe! erbarme dich unser! Herr! erbarme dich unser! Gott Vater vom Himmel! Erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Erbarme dich unser! 120 Besondere Morgen- Andacht. Gott, heiliger. Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, O Jesu, du Sohn des lebendigen Gottes, O Jesu, du Glanz der Herrlichkeit des Vaters, O Jesu, du Reinigkeit des ewigen Lichtes, O Jesu, du starker Gott, O Jesu, du König der Glorie, O Jesu, du Sonne der Gerechtigkeit, O Jesu, du Sohn Davids, O Jesu, du Sohn der Jungfrau Maria, O Jesu, du Quelle aller Vollkommenheit, O Jesu, du Vater der künftigen Welt, O Jesu, du Engel des großen Rathes, Du allerheiligster Jeſu, Du allmächtiger Jeſu, Du stärkster Jesu, Du vollkommenster Jesu, Du glorreichster Jesu, Du barmherzigster Jesu, Du wunderthätiger Jeſu, Du süßester Jesu, Du holdseligster Jeſu, O Jesu, heller als die Sonne, O Jesu, lieblicher als der Mond, O Jesu, glänzender als die Sterne, Du wunderbarlicher Jesu, Du lobwürdigster Jesu, Du trostreichster Jesu, Du demüthigster Jesu, Du ärmster Jeſu, Du weisester Jesu, Du gehorsamster Jeſu, Du keuschester Jeſu, O Jesu, du Liebhaber der Reinigkeit, Erbarme dich unser! an Kommuniontagen. D Jesu, du Gott des Friedens, O Jesu, du Urheber des Lebens, O Jesu, unsere Liebe, O Jesu, du Spiegel des Lebens, O Jesu, du Eiferer der Seelen, O Jesu, unsere Zuflucht, O Jesu, du Vater der Armen, O Jesu, du Tröster der Betrübten, O Jesu, du Schatz der Gläubigen, O Jesu, du kostbares Kleinod, O Jesu, du Vorbild aller Tugenden, O Jesu, du Stern des Meeres, Jesu, du wahres Licht, O Jesu, du ewige Weisheit, O Jesu, du unendliche Güte, O Jesu, du Erlöser der Welt, O Jesu, du Mittler zwischen Gott und den Menschen, O Jesu, du guter Hirt, Du mildester Jesu, Du geliebtester Jesu, Du huldreichster Jesu, Du ersehntester Jeſu, Du sanftmüthigster Jeſu, O Jesu, du getreuester Liebhaber, O Jesu, du Geliebter unsrer Seelen, O Jesu, du Freude der Engel, O Jesu, du König der Patriarchen, O Jesu, du Erleuchter der Propheten, O Jesu, du Meister der Apostel, O Jesu, du Lehrer der Evangelisten, O Jesu, du Stärke der Martyrer, O Jesu, du Licht der Bekenner, D Jesu, du Bräutigam der Jungfrauen, O Jesu, du Krone aller Heiligen! 121 Erbarme dich unser! 122 Besondere Morgen- Andacht. Sey uns gnädig; verschone uns, o Jefu! Sey uns gnädig; erhöre, o Jesu! Von allen Gefahren, Von aller Sünde, Von deinem Zorne, Von den Nachstellungen des Teufels, Von der Pest, dem Hunger und dem Kriege, Vom Geiste der Unlauterkeit, Von dem ewigen Tode, Von der Uebertretung deiner Gebote, Von der Verachtung deiner Einsprechungen, Von allem Uebel, Durch das Geheimniß deiner heiligen Menschwerdung, Durch deine Ankunft, Durch deine Geburt, Durch deine Beschneidung, Durch deine süße Kindheit, Durch dein ganz göttliches Leben, Durch alle deine innerlichen und äußerlichen Leiden, Durch deine Todesangst, Durch alle Schmach und Lästerungen, die du erlitten hast, Durch deine grausame Geißlung, Durch deine schmerzliche Krönung, Durch deine schwere Verlassung am Kreuze, Durch deinen Tod und dein Begräbniß, Durch deine glorreiche Auferstehung, Durch deine wunderbare Himmelfahrt, Durch deine Freuden, Durch deine ewige Glorie im Himmel, Durch die Fürbitte deiner süßesten Mutter, der Jungfrau Erlöse uns, o Herr! Maria, Durch die Fürbitte aller deiner Heiligen, O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden de Welt! Verschone uns, o Jesu! E an Kemmuniontagen. 123 O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erhöre uns, o Jesu! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erbarme dich unser, o Jesu! Jesu, höre uns! Jesu, erhöre uns! Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Vater unser 2c. V. Preise meine Seele den Herrn; R. Und all mein Inneres.lobe seinen heiligen Namen! V. Der Name des Herrn sey gebenedeit! R. Von nun an bis in Ewigkeit. Gebet. O Gott, der du den glorreichen Namen deines eingebornen Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, zur unaussprechlichen Lieblichkeit deiner Gläubigen und zum furchtbarsten Schrecken der bösen Geister erhoben hast! wir bitten dich, verleihe, daß Alle, die wir diesen süßen Namen Jesus auf Erden andächtig verehren, im Laufe unsrer Pilgerschaft-- der Süßigkeit heiligen Trostes uns erfreuen, in jenem Leben aber zum Jubel der endlosen Freude und Seligkeit gelangen, durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn! Amen! Oliebreichster Jesu! laß mich die Kraft und unüberwindliche Süßigkeit deines heiligen Namens im Innersten meiner Seele erfahren, und ergieße alle wunderbaren Eigenschaften desselben, die ich in dieser süßen Litanei andächtig angerufen habe, gleich eben so vielen Strahlen deines göttlichen Lichtes in meine Seele, daß ich, dadurch gereiniget und erleuchtet, eine würdige Wohnung werde, worin du, mein Gott! eingehest! Dir, o mein göttlicher Erlöser! übergebe ich diese Seele. D! leite und begleite sie zu deinem göttlichen Gastmahle! theile Besondere Morgen- Andacht. mir barmherzig das hochzeitliche Kleid der Liebe mit, damit ich nicht in die äußerste Finsterniß verstoßen werde, sondern daß mein Herz auf dem Wege dahin erglühe, und ich dich, meinen Gott und Herrn, am Brodbrechen wahrhaft erkenne und in aller Freudigkeit empfange, der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebeft und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! 124 Lobgesang. Flieg' auf, o Herz! in deines Jesu Lichte, Zu ihm, dem Urlicht selbst entquellt, Der die Unendlichkeit erhellt, Vor welchem, mit verhülltem Angesichte, Der Chor der Engel niederfällt, Daß sie im Wunderglanze nicht erblinden, Die vor Entzücken keine Sprache finden! O Wort des Vaters, seine höchste Wonne, Erzeugt in seinem ew'gen Heut, Geboren vor dem Schooß der Zeit, Entwölktes Licht, urschöne Geistersonne, Abgrund der Unermeßlichkeit, Des Vaters Liebe, seiner Weisheit Siegel, Und seiner Schönheit und der Welten Spiegel! Du sä'teft aus der Sterne Goldgewimmel; Du nanntest sie; sie jauchzten dir. Gestalten schufst du dort und hier; Mit Cherubim beflammtest du die Himmel, Dein Bildniß war der Erde Zier; Und liebend lenkest du, der Schöpfung Gründer, Das All vom Seraph bis hinab zum Sünder. - an Kommuniontagen. Starr sah die Erde deine Allmacht walten, Die, von verdienten Fluches Schlag Erbebend, auf dem Antlig lag. Der Wunder höchstes kamst du zu entfalten, Die Liebe, die nur Gott vermag; Du selbst erschienest, unsre Schuld zu büßen, Und Sünder, Staub als Brüder zu begrüßen. - O daß so große Huld dich nicht gereue! Wer achtet dein im Staubgewand? Was suchst du, Herr! in unserm Land'? Dich," sprichst du, such' ich für so große Treue. Sieh, was mein Herz für dich empfand! Nur meine Liebe konnte dieß ersinnen, Dich, dich, geliebte Seele! zu gewinnen." So sey mir denn gegrüßt dein Lebensmorgen, Wo, als ein Kindlein arm und klein, Die Jungfrau zart und engelrein Dein in der Krippe pflegt' in süßen Sorgen! So engte dich die Liebe ein! Noch stumm, in Klagetönen mich zu lehren: Die Luft zu flieh'n, vom Stolz mich abzukehren! O wie verdunkelt liegt das Licht der Klarheit! Wie darbt so arm des Reichthums Quell'! Doch sieh! die Todesnacht wird hell. Der Irrthum flieht, belebend stegt die Wahrheit. Er spricht, da weicht die Blindheit schnell; Froh regen all' die Kranken neue Glieder, Und zitternd gibt der Tod die Todten wieder. So wirkest du in unsrer Staubeshülle, Des Vaters hochgeliebter Sohn! Und was wird deiner Liebe Lohn? 125 Gewöhnliche Abend- Andacht. An's Kreuz, an's Kreuz schlägt dich der Bosheit Fülle, Und spottet dein in bitt'rem Hohn!- Und du willst, Herr! als Opfer für mich bluten, Zu tilgen durch dein Blut der Hölle Gluthen. 126 4 Du stirbst, der Herr, daß ich, der Knecht, nicht sterbe; Und täglich bringt dein Opfertod Mir neues Lebens- Morgenroth, Daß ich dich liebe, Herr! und nicht verderbe. Als wär' dir meine Liebe noth, Gibst du als Gluth dich mir im Sakramente, Daß immerdar mein Herz vor Liebe brennte. O flamme heute auf, du süßes Feuer, Das du so mild uns Arme liebst, Und kein zerknirschtes Herz betrübst! Entflamme mich zur Liebe, Vielgetreuer, Der du dein Herz zur Speise gibst! O sey mein Herrscher, du mein süßes Leben! Sieh, ewig hat dieß Herz sich dir ergeben! Gewöhnliche Abend- Andacht. Vorerinnerung. Nicht genug ist es, den Tag christlich angefangen zu haben; man muß ihn auch christlich enden. Wie liebevoll hat sich heute Jesus im allerheiligsten Altarssakramente wieder gegen dich erzeigt! Wie viele Gnaden hast du heute empfangen! Wie vielen Gefahren ist dein Leib und deine Seele ausgesetzt, vor denen er dich diese Nacht bewahren soll! Wohl mächtige Antriebe, dein Abendgebet mit möglichster Andacht zu verrichten! Bitte demnach vor Allem um die Gnade der Erleuchtung, und erforsche dein Gewissen, vorzüglich über die besonderen Vorfäße, die du am Morgen gemacht hast! Sodann schreite zur folgenden Abend- Andacht! Gewöhnliche Abend- Andacht. Begrüßung und Anbetung. Sey unendlichmal gegrüßt und verehrt, o edler Leib und kostbares Blut meines Erlöfers Jesu Christi, der du hier in deinem hochheiligen Sakramente wahrhaft zugegen bist! In Demuth meines Herzens bete ich dich an mit allen Engeln, die deinen Thron umgeben. Sey gegrüßt, mein liebster Jesu, schweigendes Wort des ewigen Vaters, der alle Gewalt und die Schlüssel des Lebens und Todes in deine Hände gelegt hat! Sich! vor dem Throne deiner Majestät liege ich hier auf meinen Knieen, und bete ehrerbietigst an- meinen großen Gott in den geringen Brodesgestalten. - Ich glaube, daß in dir, mein Jesu! eben der allmächtige Gott und König lebt, dem Alles lebt, und der mein Leben und das Ende meines Lebens, die Zeit und die Ewigkeit in seiner Macht hat. O Jesu! daliegend im Staube meines Nichts- rufe ich deinen heiligsten Namen über mich an. Er sey gebenedeit- von nun an bis in alle Ewigkeit! und er werde an allen Orten erkannt und gepriesen vom Aufgange der Sonne bis zu ihrem Niedergange! Danksagung und Anempfehlung. Herr! du hast mir heute unzählige Gutthaten erwiesen, und mich mit Erbarmung und Gnade gekrönet. Dank sey dir dafür aus innerstem Grunde meines Herzens! O! sey doch auch diese Nacht nicht ferne von mir! Merke auf meine Hilfe, o mein Gott! Bewahre meine Seele und meinen Leib! Göttliche Vorsicht! dir empfehle und überlasse ich mich. Du wirst über mich Sorge tragen. Diese Hoffnung liegt verwahrt in meinem Herzen, und ruht zugleich auf deinem Herzen, o mein Erlöser! O Herz Jesu! zu dir wende ich mich mit aller Liebe meines Herzens, und in den Abgrund deiner Güte versenke 128 Gewöhnliche Abend- Andacht. ich mein Herz und meinen Leib, daß sie diese Nacht hindurch in dir sanft ruhen. Göttliches Herz! möchtest du doch für mich Schlafenden Gott unaufhörlich lieben und loben! möchtest du jeden meiner Athemzüge in dich aufnehmen, sie mit deinen heiligsten Regungen vereinigen, und sie als eben so viele Liebesfunken vor dem Throne des Allerhöchsten aufsteigen lasſen! Reue und Vorsaz. O Herz Jesu! heiligstes Herz! mit unendlicher Liebe gegen den himmlischen Vater entflammtes Herz! wie spät hat mein Herz angefangen, mit dir seinen Gott zu erkennen und über Alles zu lieben! Wie sind der heutige Tag, und vor ihm so viele andere Tage meines Lebens ohne Liebe meines Herr dahingeflossen! Es schmerzet mich aber jetzt inniglich aus lauter Liebe zu dir, und demüthigst bitte ich um Verzeihung über alle Sünden und Nachlässigkeiten, die ich begangen habe, besonders über alle Schmach und Unbilden, durch welche du in diesem allerheiligsten Sakramente von mir und Andern jemals bist beleidiget worden, und noch in Zukunft beleidige werden wirst. Gedenke nimmermehr, o unendlich gutes Herz! der Fehltritte dieses Tages und aller Tage meines Lebens, son dern reinige mein Herz von allen Makeln in dem Meere dei ner unendlichen Liebe, und mache dieses so elende Herz durd deine heiligen Regungen dir wohlgefälliger! O Herz meines Gottes, und Gott meines Herzens! nimmermehr will ich dich durch die Sünde betrüben. Mein Herz ist nun bereit, bereit ist mein Herz, mit dir und mit dem Her zen aller derjenigen, die dir mit einem aufrichtigen Herzen wohlgefallen, Ein Herz zu seyn; und deßhalb vereinige ich mich mit allen frommen Herzen, die dich in deinem Hause, während ich schlafe, loben, lieben und verehren. Möchten auch diese Nacht, und mein ganzes Leben hindurch alle meine Puls- und Herzensschläge lauter Lobpreisungen deines heiligen Namens seyn! Gewöhnliche Abend- Andacht. Aufopferung, Sehnsucht, Bitte. D Herr! ich opfere dir auf und eigne mir zu Liebesanmuthungen aller jener Herzen, die dich diese Nacht auf's Inbrünstigste lieben und zärtlich umfangen werden, so wie alles Heilige, das diese Nacht-- im Himmel und auf Erden zu Ehren deines Namens entrichtet wird. D! möchte ich dich mit allen Liebenden lieben und mit allen Lobenden loben können! Möchte ich einstens, wenn der Abend meines Lebens anbricht, des Todes dieser Gerechten sterben! Möchte mein Ende seyn, wie das ihrige! Jesu! ich verlange zu dir und nach dir. Ich verlange aufgelöset zu werden, und bei dir zu seyn. Ich verlange alle heiligen Sterbsakramente zu empfangen, und im Tode aller heiligen Ablässe theilhaftig zu werden. O Jesu! gib mir die Gnade aller Gnaden,- die Gnade, von welcher meine ganze Glückseligkeit abhängt, nämlich die Gnade der Beharrlichkeit im Guten, die Gnade eines guten Todes! - - 129 * Andacht um die Gnade, das allerheiligste Altarssakrament als leßte Wegzehrung zu empfangen. O süßester und gütigster Jesu! wegen des ehrwürdigen Sakramentes deines heiligen Leibes, welchen du aus der unversehrten Jungfrau angenommen hast, verleihe mir armseligen Sünder, daß dein kostbarer Leichnam die letzte Erquickung meiner Seele sey! Amen! 9 Vater unser. Ave Maria. O süßester und liebreichster Jesu! wegen deines allerheiligsten Namens verleihe mir armseligen Sünder, daß dieser dein glorreichster Name, Jesus" mein letztes Wort sey! Amen! Vater unser. Ave Maria. 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe zc. Gewöhnliche Abend- Andacht. O süßester und mildester Jesu! wegen deines allerbittersten Leidens verleihe mir armseligen Sünder, daß deine unaussprechliche Qual am heiligen Kreuze mein letzter Gedanke sey! Amen! Vater unser. Ave Maria. 130 O süßester und barmherzigster Jesu! wegen deines heilig sten Lebens verleihe mir armseligen Sünder, daß ich alle meine Anmuthungen, Gedanken und Uebungen in deine heiligen Wunden versenke! Amen! Vater unser. Ave Maria. O süßester und werthester Jesu! aller deiner innigsten Erbarmungen wegen drücke meinem Herzen den Stand deine im Tode äußersten Erniedrigung, und das Leiden aller deiner Wunden ein! Amen! Vater unser. Ave Maria. Leßte Anempfehlung und Bittseufzer. Geduldigster Jesu! gedenke, daß du in deinen äußersten Todesängsten geweinet, dich über deine Verlassenheit beklagt, deinem Vater deinen Geist empfohlen, mit lauter Stimme ge rufen hast, und endlich in bitterster Trennung der Seele vom Leibe verschieden bist! Nimm meinen Geist auf, a mag durch was immer für eine Krankheit, zu was immer für einer Zeit, oder an was immer für einem Orte vom Leibe scheiden! Erinnere dich, o gütigster Jesu! daß du am Kreuze deine Arme ausgestreckt, uns dein Herz eröffnet, und dein Haupt zu uns geneigt hast. Sieh, o Herr! meine Seele ist von allen Geschöpfen verlassen! Zitternd und bebend sucht sie in deinen heiligen Wunden eine Zufluchtsstätte; sie wirft sich in deine Arme; sie verschließt sich in dein Herz. Gestatte doch der Arm seligen den Eingang in das Heiligthum deiner Erbarmung, und stoße sie nicht heraus, bis dein Zorn vorüber, und bis sie vor den Anfällen ihrer Feinde sicher gestellt ist! Schon jetzt empfehle ich dir meinen Geist, der durch die Erschaffung, Erlösung und heiligen Sakramente dein eigen ist. - —— Besondere Abend- Andacht an Kommuniontagen. DJesu! erbarme dich, und durch die Fürbitte deiner liebsten Mutter, der ich mich diese Nacht empfehle, gib mir die Gnade, daß ich nach empfangenen heiligen Sterbsakramenten des Todes der Gerechten sterbe! Gib mir diese so vorzügliche Gnade, und komm mir Sterbenden alsdann zu Hilfe, um mich zu stärfen, zu reinigen, und meiner Seele die Bitterkeit des Hinscheidens und der Reise in die Ewigkeit zu mildern! Dadurch wirst du, o mein Gott! allen deinen Erbarmungen das Siegel aufdrücken, und ich werde, nach würdiger Vollbringung meines Opfers, in dir ruhen, und eine ganze Ewigkeit hindurch glückselig ausrufen: Mein Gott und mein Alles!" Amen! 131 Besondere Abend- Andacht an Kommuniontagen. Dank sey deiner ewigen Barmherzigkeit, o mein Gott, der du an jedem Tage meines Lebens, besonders aber an dem heutigen, deine göttliche Vaterhuld so glänzend an mir armen Sünder erzeigt, mich unter die Zahl deiner geliebten Kinder aufgenommen, und durch das Sakrament deiner Liebe zum ewigen Leben ernähret haft! Es loben dich alle heiligen Engel und der ganze himmlische Hof; und alle Geschöpfe im Himmel und auf Erden sollen die Wunder deiner Allmacht und Liebe bekennen! O mein liebreichster Heiland Jesus Christus! die ewige Liebe deines göttlichen Herzens preise dich für die unendliche Wohlthat deiner heiligen Kommunion! O, verzeihe mir barmherzig die Zerstreuung und sträfliche Nachlässigkeit, in der ich diesen heiligen Tag verlebt habe! So selten, ach! habe ich Deiner gedacht, der du meiner von Ewigkeit gedenkest, und nicht aufhörest, mir Gutes zu thun! So selten bin ich deinen heiligen Einsprechungen nachgekommen, und habe mich so ganz nach Außen ergossen, als ob du, der Herr der Herrlichkeit, 9* 132 Besondere Abend- Andacht. mich nicht der Gnade gewürdiget hättest, bei mir einzukehren, und mein Herz zu deiner Wohnung zu heiligen! Erbarme dich meiner, o Jesu! denn, sieh! ich erkenne meine Schuld, und bereue sie in der Bitterfeit meines Herzens. Ge denke, daß du ein barmherziger Gott, ich aber nichts als ein armes, wandelbares Geschöpf, und Staub und Asche bin! O, weiche nicht aus meiner Seele, du Sonne der Gerechtigkeit! daß es nicht Nacht werde in ihr, und sie in Finsternissen wandle; sondern sey mein Licht in der Nacht, und beschüße mich gegen alle sichtbaren und unsichtbaren Feinde! Besiegle mein Herz, daß kein fremder Gedanke darin aus- und eingehe, und daß es auch im Schlafe wache und Deiner gedenke! O Jesu, Vater der Armen und Trost der Betrübten! er barme dich Aller, die in Trübsalen schmachten, und zu dir um Hilfe flehen! Rufe alle Verirrten zu dir, und erlöse jene außer wählten Seelen, die, von diesem Leben abgeschieden, zwischen Zeit und Ewigkeit schweben, und in schmerzlichen Gluthen sehnsüchtiger Liebe sich von den Fehlern dieser Sterblichkeit reinigen, damit Alle sich in dir erfreuen, und deine Barmherzigkeit prei sen, der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebest und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Psalm 102. Verherrliche den Herrn, o meine Seele! Und Alles, was nur in mir ist, Das lobe seinen heil'gen Namen! Verherrliche den Herrn, o meine Seele! Vergiß nicht, was er Alles dir gethan! Er ließ dir alle deine Sünden nach, Und alle deine Schwächen heilte er; Er führte dich vom Untergang' zurück; Er frönte dich mit Gnade und Erbarmen; Er sättigte mit Gütern dein Verlangen; Er gab dir neue Jugendkraft, an Kommuniontagen. Und Freudigkeit Zur Heiligkeit. O Gott! du zeigst Barmherzigkeit Bei unserer Armseligkeit. Den Büßern zeigst du gerne deine Wege, Und nimmst sie auf in deine Huld. Der Herr ist reich an Mitleid und Erbarmen, An Langmuth und an Gnaden reich. Er zürnt nicht immerfort, Er droht nicht immerfort; Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, Vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. So weit der Himmel von der Erde ist, Geht über Alle, die ihn fürchten, Sein Erbarmen. So weit der Aufgang ist vom Niedergange So weit entfernet er von uns Die Sündenschuld. Der Herr erbarmt sich derer, die ihn fürchten, So wie ein Vater seiner Kinder sich erbarmt; Er weiß es, daß wir sein Geschöpf, Und Asche sind. Des Menschen Tage sind wie Gras; Wie eine Blum' des Feld's verblühet er; Ein Wind fährt über sie sie ist nicht mehr; Man findet ihren Platz nicht mehr. Doch ewig steht des Herrn Barmherzigkeit Für Solche, die ihn fürchten; — Und seine Güte erbt auf Kindeskinder fort Für die, so seinen Bund bewahren, Und nicht vergessen sein Gesetz. Im Himmel hat der Herr bereitet seinen Thron, Und über Alles herrscht sein Reich. Verherrlichet den Herrn, ihr alle seine Engel, 133 134 Meß Andachten. Borerinnerung. = Ihr Starken, die sein Wort vollzieh'n, Die treu gehorchen seinem Wink'! Verherrlichet den Herrn, ihr alle Kräfte In seinen Heeresschaaren! Ihr seine Diener, Die seinen Willen treu vollzieh'n! Verherrlichet den Herrn, ihr alle seine Werke An jedem Orte seines Reich's! Auch du verherrliche den Herrn, Meine Seele! Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste; wie es war im Anfange, so jetzt und zu ewigen Zeiten! Amen! Vater unser. Ave Maria, den Glauben und die Litanei vom aller: heiligsten Altars sakramente. Zweiter Abschnitt. Meß: Andachten. Vorerinnerung. Ein ausführlicher Unterricht über das hochheilige Meßopfer findet sich in den voranstehenden Unterhaltungen über das allerheiligste Altarssakrament." Ich sage hier nur dieses: Was sollen wir Christen auf der ganzen Welt mehr hochschäßzen und aufsuchen, als eine Handlung, bei welcher die Himmel sich öffnen, um alle geistlichen Güter im Ueberflusse über uns zu ergießen; wo die Quelle aller Gnaden vor unsern Augen entspringt, und wir aus dem Brunnen des Erlösers die Verzeihung der Sünden, alle nothwendigen Gnaden, Hilfe und Trost mit Freude schöpfen können; wo nicht nur die himmlischen Geister mit allen Heiligen in Bereitschaft stehen, unsere Vittseufzer mit ihren Fürbitten zu un terstüßen, und mit dem göttlichen Blute des Lammes, welches geistlicher Erste Meß- Andacht. Weise noch einmal getödtet wird, besprengt, vor den Gnadenthron zu bringen, sondern wo selbst alle heiligen Blutstropfen des göttlichen Schlachtopfers, welches Jesus Christus ist, mit uns und für uns bitten? Wir wissen aber, daß der Vater seinen Vielgeliebten allezeit erhört, und daß das Blut dieses gerechten Abels nicht um Rache, sondern um Erbarmung ruft, selbst für Jene, die es vergoffen haben. 155 Die Zeit der heiligen Messe ist eine Zeit der göttlichen Erbarmungen. Wer da zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit sucht, wer oft und gerne dem heiligen Meßopfer beiwohnt, wird nicht nur alle himmlischen und höheren Güter, finden, sondern auch an dem Uebrigen, was minder, aber ihm zum ewigen Leben verhilflich ist, keinen Mangel leiden. 11 Wohne, christliche Seele! wo möglich täglich der heiligen Messe bei! Sey versichert, daß du jederzeit eben so segens- als troftvoll in dein Haus zurückkehren wirst! Gott wird während der heiligen Messe für dein Hauswesen sorgen. Niemand wird dein Land während der Zeit überfallen, wo du vor dem Angesichte des Herrn, deines Gottes, erscheinen wirst."( Erod. 34, 24.) An deinem Sterbetage aber wird dir nichts größere Freude machen, als daß du fast jeden Tag die heilige Messe angehört haft, und alle Wunden deines Erlösers für dich hast rufen lassen. Erste Meß- Andacht. Die heilige Messe als Lob-, Dank-, Versöhnungs- und Bitt- Opfer insgemein. Vorbereitungs Gebet. O Jesu, mein Gott und Heiland! in tiefster Demuth erscheine ich vor diesem Altare, um der heiligen Messe, dem geheimnisvollen Opfer deiner Liebe und meiner Erlösung, beizuwohnen. Ich glaube, daß du hier, wie auf dem Kalvarien= ) Diese Meß- Andacht kann vornehmlich an Sonn- und Fest- Tagen gebraucht werden. Die sechs darauf folgenden an den Wochentagen, oder sonst nach Umständen; auch wohl, wie es eben der Geist der verschiedenen heiligen Zeiten und Feste des Jahres erfordert. 136 Erste Meß- Andacht. berge, die Opfergabe und der höchste Priester bist. Ich glaube, daß das Wunder der Liebe, welches du dort durch deinen Tod für uns Sünder vollbracht hast, auch hier, wiewohl auf eine unblutige Weise, vollbracht wird, sobald der Priester in deinem heiligsten Namen die geheimnisvollen Worte der Einsetzung: „ Dieß ist mein Leib; dieß ist mein Blut," ausspricht. O mein Erlöser! verleihe mir die Gnade, daß ich demselben mit einem so lebendigen Glauben und mit einer so flammenden Andacht beiwohne, daß es, nach deiner Absicht, ein wahres Opfer des Heiles für mich werde!- Allmächtiger Gott! in Vereinigung mit jenem großen Opfer, das Jesus Christus, dein vielgeliebter Sohn, unser Erlöser, am Kreuze dargebracht hat, opfere ich dir dieses heilige Opfer zur Verherrlichung deines allerheiligsten Namens, zum öffentlichen Bekenntnisse deiner allerhöchsten Oberherrschaft über mich und alles Erschaffene, - zum schuldigsten Danke für alle von dir empfangenen Gnaden,— zur Genugthuung für meine vielfältigen Sünden und die dadurch verdienten Strafen,- zur Erlangung aller Gnaden, die mir zu meinem ewigen Heile nothwendig sind, zum geistlichen und leiblichen Wohle meiner Verwandten, meiner geistlichen und weltlichen Vorgesetzten, meiner Gutthäter, meiner Freunde und Feinde, und aller derjenigen, für die ich zu beten schuldig bin. Besonders aber opfere ich dasselbe auf.... ... Genehmige, o Gott! diese Meinung, und verleihe mir, daß ich mich selbst dir ganz aufopfere, wie Jesus Christus, unser Erlöser, sich dir für uns ganz aufgeopfert hat! Beim Anfange der heiligen Messe. Im Namen Gottes, des+ Vaters, und des+ Sohnes, und des+ heiligen Geistes. Amen! Kaum darf ich es wagen, Schöpfer des Himmels und der Erde, über Alles erhabener Gott, vor dem ich Staub und Asche bin! vor dir zu erscheinen; denn meine Sünden und mein. Elend beugen mich bis in die Tiefe meines Nichts vor Erste Meß- Andacht. — 137 deinem Angesichte, Allerheiligster! Aber bei dem Bewußtseyn meiner Sünden, die ich mit zerknirschtem Herzen vor dir be= kenne, bereue und zu bessern verspreche, bei dem Bewußtseyn meiner großen Strafwürdigkeit belebt mich das Andenken an deinen Sohn Jesus, durch dessen blutigen Tod am Kreuze du ein versöhnter Vater für mich geworden bist. Der Glaube an Jesus, deinen eingebornen Sohn, ruft mich zu dem großen Opfer, welches dir jetzt auf dem Altare soll dargebracht werden. Ich kann dich, meinen Schöpfer, nicht würdiger anbeten, als durch Jesus, deinen Sohn. Ich kann dir kein wohlgefälligeres Opfer darbringen, als das göttliche Lamm, welches sich dir, o ewiger Vater! für die fündige Menschheit am Kreuze geopfert hat. Alle meine Sünden reuen mich jetzt aus Liebe zu dir; o höchstes und unendlich liebenswürdiges Gut, das ich beleidiget habe! und ich nehme mir ernstlich vor, nicht mehr zu sündigen. Ich bitte dich nur um deine Gnade dazu; denn ohne diese vermag ich nichts. Beim Hinaufsteigen des Priesters zum Altare. Göttlicher Mittler, der du deinem himmlischen Vater bis zum Kreuzestode bist gehorsam geworden! begnadige mein Herz mit jenen Gefühlen, welche auf dem Kalvarienberge in mir erwacht seyn würden, wenn ich Augenzeuge der Schmach und Qual gewesen wäre, die du am Kreuze erlitten hast! Gib mir die Gefühle, welche sich deiner heiligsten Mutter und deiner geliebten Freunde bemächtiget haben, als sie dich am Kreuze bluten sahen! Möchte ich deiner erneuerten Aufopferung mit so tiefem Schmerz über meine Sünden beiwohnen, als tief ihre Herzen durch den Anblick deiner Leiden und deines Todes verwundet waren! 3um Kyrie eleison. Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Sieh gnädig herab auf dein gläubiges Volk, welches im Vertrauen auf deine Güte um Nach 138 Erste Meß- Andacht. laffung seiner Sünden, und um Abwendung der verdienten Strafe fleht! 3um Gloria. ( Wenn es gesprochen wird.) Ehre sey Gott in der Höhe, und auf der Erde Friede den Menschen, die eines guten Willens sind! Wir loben dich; wir preisen dich; wir beten dich an; wir verherrlichen dich; wir rühmen mit Gefühlen des Dankes deine Größe, Macht und Güte. Herr! Gott! himmlischer König! Gott Vater! Allmächtiger!- Herr! eingeborner Sohn! Jesus Christus! Herr! Gott! Lamm Gottes! Sohn des ewigen Vaters! Der du hinwegnimmst die Sünden der Welt! erbarme dich unser! Der du hinwegnimmst die Sünden der Welt! nimm unser Fle hen an! Der du sitzest zur Rechten des Vaters! erbarme dich unser! Denn du. allein bist der Heilige. Du allein bist der Herr. Du allein bist der Höchste, Jesus Christus, mit dem heiligen Geiste in der Herrlichkeit Gottes, des Vaters. Amen! 3um Dominus vobiscum. Der Herr sey mit uns, und sende uns seinen guten Geist, der uns vor dem Bösen bewahre und zur Tugend Kraft verleihe! Lasset uns beten! Göttlicher Heiland! du hast uns in dem wunderbaren Sakramente des Altars ein Denkmal deiner Liebe und deines Leidens hinterlassen; gib, daß wir, beim Andenken an deinen großmüthigen Versöhnungstod, die heiligen Geheimniſſe deines Leibes und Blutes so verehren, daß die Frucht deiner Erlösung und die Wirkung deiner Lehre an unserm Verhalten sichtbar werde! Der du mit Gott dem Vater und dem heiligen Geiste lebest und regierest in alle Ewigkeit. Amen! Zur Epistel. „ Geliebteste! laffet uns doch einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott und ein Jeder, der liebt, ist aus Gott ge Erste Meß- Andacht. boren, und fennet Gott. Wer Gott nicht liebt, kennet Gott nicht; denn Gott ist die Liebe. Darin hat sich Gottes Liebe gegen uns gezeigt, daß er seinen Sohn, den Eingebornen, in die Welt sandte, damit wir durch ihn zum Leben kommen sollen. Das heißt Liebe! Nicht als wenn wir Gott vorher geliebt hätten; sondern er liebte uns zuvor, und schickte da seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden. Geliebteste! wenn uns Gott nun so lieb hat, müssen ja wohl auch wir einander lieben." I. Johan. 4, 7-11. 139 Dank sey Gott für das Gebot der Liebe, welches er in unser Herz geschrieben, und durch die heiligen Apostel allen Menschen verkündiget hat. Wir wollen aus Liebe zu Gott unsern Nächsten wie uns selbst, herzlich und thätig lieben. 3 um Evangelium. Einst sprach Jesus zu seinen Jüngern:„ Gleichwie mich der Vater geliebt hat, so habe ich auch euch geliebt. Bleibet in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote halten werdet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben; gleichwie auch ich die Gebote meines Vaters gehalten habe, und in seiner Liebe bleibe. Dieses habe ich zu euch geredet, auf daß meine Freude in euch bleibe, und eure Freude erfüllet werde. Dieses ist mein Gebot, daß ihr euch einander liebet, wie ich euch geliebt habe. Niemand kann eine größere Liebe haben, als diese, daß er sein Leben für seine Freunde gibt. Ihr seyd meine Freunde, wenn ihr thuet, was ich euch befehle." Joh. 15, 9-14. Dank sey dir, Jesu Christe! daß du mir durch dein heiliges Evangelium den Weg zum ewigen Leben gezeigt haft! Ich will Alles thun, was du mir befohlen haft; besonders aber will ich deine großmüthige Liebe, die für das Wohl der Menschheit sich ganz aufgeopfert hat, nach dem Maaße meiner Kräfte náchahmen, und jede Gelegenheit, meinen Mitmenschen Gutes zu erweisen, sorgfältig benützen. 142 Erste Meß- Andacht. will in Unschuld wandeln. Errette mich, und erbarme dic meiner! So steht mein Fuß auf ebener Bahn. In Chören preise ich dich, o Herr! Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste; wie im Anfange, so jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! Nimm, o allerheiligste Dreieinigkeit! das Opfer an, wel ches wir dir darbringen zum Andenken an das Leiden, an die Auferstehung und an die Himmelfahrt Jesu Christi; auch zur Ehre der allezeit unversehrten Jungfrau Maria, des heiligen Täufers Johannes, der heiligen Apostel Petrus und Paulus, der Heiligen, deren wir uns an diesem Tage erinnern, und aller übrigen Heiligen! Laß es ihnen zur Ehre, uns aber zum Heile gereichen, und Jene sollen für uns im Himmel bitten, deren Gedächtniß wir auf Erden feiern! Durch denselben Chri stum, unsern Herrn. Amen! - 3um Orate, Fratres! Der Herr nehme dieses Opfer von den Händen des Prie sters zum Lobe und zur Verherrlichung seines Namens, wie auch zu unserer Wohlfahrt, und zur Wohlfahrt seiner ganzen heiligen Kirche gnädig an! 3ur Secret. Heilige, o Herr, unser Gott! die Opfergaben, und mit denselben auch unser Herz, welches wir mit allen seinen Neigungen und Begierden dir aufopfern! Gib, daß wir nichts wünschen und nichts thun, als was deinem heiligsten Willen gemäß ist, und daß wir immer den Hang zur Sünde durch die Erinnerung an die Vorschriften deines Gesetzes besiegen! Die sem Vorsaße nachzukommen, bitten wir dich um deinen Bei stand durch unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, wel cher mit dir und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebt und re giert in alle Ewigkeit. Amen! 1 I 1 7 : ( I 1 1 D 1 J ; 1 1 3um Canon nach dem Sanctus. Dich also, gütigster Vater! bitten wir inständig, und flehen zu dir, durch Jesus Christus, unsern Herrn, daß du diese Gaben, diese Geschenke, diese heiligen und unversehrten Opfer annehmen und segnen wolleft. Wir bringen sie dir vorzüglich dar- für deine heilige allgemeine Kirche, daß du sie auf der ganzen Welt in Ruhe und Einigkeit erhalten, beschüßen und leiten wollest, mit deinem Diener, unserm Papste N., unserm Bischofe N., unserm Landesherrn N., und mit allen Rechtegläubigen und Bekennern der allgemeinen, apostolischen Lehre. Gedenke, o Herr! deiner Diener und Dienerinen!( Hier f : 3 1 S Erste Meß- Andacht. 3 ur Präfation. Laffet uns unsere Herzen zu dem Herrn, unserm Gott, erheben, und mit allen Geschöpfen ihn dankbar preisen; denn es ist höchst billig und recht, pflichtgemäß und heilsam, daß wir zu allen Zeiten und an allen Orten dich dankbar preisen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, der du aus Liebe zu uns deinen eingebornen Sohn in die Welt gesandt hast, um uns von der Sünde zu retten, und den Weg des Heiles uns zu zeigen! Durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn, loben dich die seligen Geister im Himmel, und um ihn vereiniget preifen die Cherubim und Seraphim deinen heiligen Namen. Auch wir Erdenbewohner erheben mit ihnen unsere Stimme, und sprechen in tiefster Ehrfurcht: Heilig! Heilig! Heilig! Gott! Herr des Weltalls! Himmel und Erde sind voll von deiner Herrlichkeit. Hosanna in der Höhe( Hilf, Gott im Himmel!) Gepriesen sey, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe! Das Reich der Wahrheit und der Tugend verbreite sich immer weiter! 1 143 nenne die Lebenden, die du besonders der göttlichen Barmherzigkeit empfehlen willst!) Gedenke auch aller hier Gegenwärtigen, deren Glauben und Andacht du kennest, für welche wir dieses Liebesopfer darbringen, oder welche dir es selbst darbringen für 144 Erste Meß- Andacht. sich und für alle die Ihrigen, zur Erlösung ihrer Seelen, zur Stärkung der Hoffnung ihres Heiles und Wohlseyns, und zu diesem Ende dir, dem ewigen, lebendigen und wahren Gott, ihre Wünsche vortragen! Wir feiern gemeinschaftlich das Andenken, erstens der glorreichen, allezeit unversehrten Jungfrau Maria, der Gebärerin Gottes und unsers Herrn Jesu Christi, dann deiner seligen Apostel und Martyrer, und aller deiner Heiligen. In Rücksicht ihrer Verdienste und Gebete laß uns in Allem deine Hilfe und deinen Schuß angedeihen!- Wir bitten dich also, o Herr! daß du diese Opfergaben von uns, deinen Dienern, und von deiner ganzen Familie gnädig annehmest, unser Leben mit deinem Frieden beseligest, vor der ewigen Verdammniß uns bewahrest, und in die Zahl deiner Auserwählten uns aufnehmest, durch Jesus Christus, unser Herrn. Amen!- Laß, o Gott! dieses Opfer in Allem geſegnet, genehmiget und dir wohlgefällig seyn, damit es zu unserm Heile verwandelt werde in den Leib und das Blut deines gelieb testen Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn, welcher, den Tag vor seinem Leiden, das Brod in seine heiligen und ehrwürdigen Hände nahm, die Augen zu dir, Gott, feinem himmlischen Vater gegen den Himmel erhob, ein Dankgebet zu dir ver richtete, das Brod segnete, in Stücke brach, und seinen Jün gern gab mit den Worten: Nehmet hin und effet alle da von; denn dieses ist mein Leib!" - Beim Aufheben der heiligen Hostie. Ich glaube, o Jesu! daß du hier unter den Gestalten des Brodes gegenwärtig bist, und bete, dich an- als meinen Herrn und Gott.- Jesu! dir lebe ich; Jesu! dir sterbe ich; Jesu! dein bin ich lebendig und todt. Auf gleiche Weise nahm Jesus nach dem Mahle aud diesen kostbaren Kelch in seine heiligen und ehrwürdigen Hände, dankte dir, o Gott! wieder, segnete ihn, reichte ihn seinen Jün gern, und sagte: Nehmet hin, und trinket Alle daraus;„ den 1 1 ( e 3 1 ? 1 1 1 5₁ 8 1 Erste Meß- Andacht. 145 dieß ist der Kelch meines Blutes, des neuen und ewigen Bundes, ein Geheimniß des Glaubens, welches( Blut) für euch und für Viele wird vergossen. werden zur Vergebung der Sünden!" So oft ihr dieses thun werdet, thuet es zu meinem Andenken! op Beim Aufheben des heiligen Kelches. Ich glaube, o Jesu! daß dein Blut, welches einst als Versöhnungsopfer der Menschheit am Kreuze vergossen worden, unter den Gestalten des Weines in diesem Kelche gegenwärtig ist. Ich bete dich an, und hoffe durch dasselbe Vergebung meiner Sünden und das ewige Leben. Nach der Wandlung. Diesem Befehle zu Folge, o Herr! erinnern wir uns, deine Diener und dein heiliges Volk, jetzt an das Leiden Christi, deines Sohnes, unsers Herrn, auch an seine Auferstehung von den Todten, und an seine herrliche Auffahrt in den Himmel; und bringen deiner erhabenen Majestät von deinen Gaben und Geschenken ein reines Opfer, ein heiliges Opfer, ein makelloses Opfer dar, das heilige Brod des ewigen Lebens, und den Kelch des immerwährenden Heiles. Würdige dich, mit gnädigem und heiterem Angesichte auf sie herabzuschauen, und sie anzunehmen, wie du dich gewürdiget haft, mit Wohlgefallen anzunehmen die Geschenke deines gerechten Dieners Abel, das Opfer unsers Stammvaters Abraham, wie auch das heilige Opfer und die unbefleckte Gabe, die dir dein oberster Priester Melchisedech dargebracht hat! Tiefgebeugt flehen wir zu dir, allmächtiger Gott! laß dieſe Opfergaben durch die Hände deines heiligen Engels auf deinen Altar vor deine göttliche Majestät bringen, damit wir alle, die wir durch die Theilnahme an diesem Altare den heiligsten Leib und das heiligste Blut deines Sohnes genießen, mit allem 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe: c. 10 - Erste Meß- Andacht. himmlischem Segen und mit Gnade erfüllet werden; durch denselben Christus, unsern Herrn! Amen! Gedenke auch, o Herr! deiner Diener und Dienerinen N. N., die uns mit dem Zeichen des Glaubens vorangegangen sind, und nun im Schlafe des Friedens schlummern! ( Hier nenne jene Verstorbenen, die du besonders der göttlichen Barmherzigkeit empfehlen willst!) Diese, o Herr! und alle in Christo Entschlafe nen verseße an den Ort der Erquickung, des Lichtes und des Friedens, durch denselben Christus, unsern Herrn! 146 Auch uns Sünder, deine Diener, die wir auf die Fülle deiner Erbarmungen hoffen, rufe zum Antheile und zur Gesell schaft deiner heiligen Apostel und Martyrer! Nicht im Vertrauen auf unser Verdienst, sondern im Vertrauen auf deine Barmherzigkeit bitten wir, in ihre Gesellschaft aufgenommen zu werden, durch Christus, unsern Herrn, durch den du, o Gott! jederzeit alles dieses Gute schaffest, heiligeft, belebest, segnef und uns mittheilest. Durch ihn, mit ihm und in ihm wirft du, Gott, allmächtiger Vater! sammt dem heiligen Geiste in alle Ewigkeit gelobt und gepriesen. Amen! 3 um Pater noster. Durch die heilsame Vorschrift unsers Erlösers aufgemun tert, und durch seinen göttlichen Unterricht belehrt- wagen wir, zu beten: Vater unser, der du bist in dem Himmel, ge heiliget 2c. 2c.d Wir bitten dich, o Herr! erlöse uns von allen Uebeln, von vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen; und auf die Fürbitte der heiligen, preiswürdigen, unversehrten Jungfrau und Gottesmutter Maria, deiner heiligen Apostel Petrus und Paulus und Andreas, und aller Heiligen, schenke uns nad deiner Güte Frieden in unsern Tagen, daß wir, von deine erbarmenden Hilfe unterstüßt, immer frei bleiben von alle Sünde, und sicher vor jeder Verwirrung, durch denselben Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn, der mit dir und den DI 1 : ! t : 8 e S S ( 1 ! I 8 11 8 Erste Meß- Andacht. heiligen Geiste gleicher Gott lebt und regiert in alle Ewigkeit! Amen! 147 Der Friede des Herrn sey immer bei uns, und sein guter Geist begleite uns auf allen unsern Wegen! Indeß der Priester einen kleinen Theil der heiligen Hoftie in den Kelch fallen läßt: Die Vermischung und Segnung des Leibes und Blutes unsers Herrn Jesu Christi gereiche uns, die wir daran Theil nehmen, zum ewigen Leben! Amen! 3um Agnus Dei. O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die, Sünden der Welt! Erbarme dich unser!- D du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erbarme dich unser! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Schenke uns den Frieden! Herr Jesu Christe! du sagtest zu deinen Aposteln: Ich lasse euch den Frieden zurück, meinen Frieden gebe ich euch; o, sich nicht auf meine Sünden, sondern auf den Glauben deiner Kirche, und laß sie nach deinem Willen in Frieden und Einigkeit blühen, der du als Gott lebest und regierest in alle Ewigkeit! Amen! Herr Jesu Christe, du Sohn des lebendigen Gottes, der du nach dem Willen des Vaters unter Mitwirkung des heiligen Geistes durch deinen Tod der Welt das Leben ertheilet haft! erlöse mich durch diesen deinen allerheiligsten Leib und durch dein allerheiligstes Blut von allen meinen Sünden und von allen Ulebeln! Gib, daß ich immer deinen Geboten nachlebe, und laß mich nie von dir geschieden werden, der du mit demselben Gott Vater und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebest und regierest in alle Ewigkeit! Amen! 3 Zur Kommunion des Priesters. Herr! ich bin nicht würdig, daß du eingehest unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gefund!( Wird dreimal gesprochen.) 10* 148 Erste Meß- Andacht. Indeß der Priester die geheimnisvolle Nahrung deines Lei bes und Blutes zu sich nimmt, o göttlicher Heiland! möchte aud wohl ich dem Altare nahen, und an derselben Theil nehmen. Aber meine Unwürdigkeit hält mich ab, und zwingt mich, von ferne reumüthig an meine Brust zu schlagen, und mit zerknirsch tem Herzen zu rufen: Gott! sey mir Sünder gnädig!" Be lebe mich aber wenigstens mit deinem Geiste, mein Jesu! da ich es nicht wagen darf, heute dein Fleisch und Blut zu genießen! Gib mir den Geist der Liebe zu Gott und meinen Mitmenschen! Stärke mich zum Kampfe wider die Sünde, zur Ausübung christ licher Tugenden, und zur geduldigen Ertragung aller Leiden! Laß meine Seele, zu deren Rettung du den Kreuzestod gelitten, und zu deren Nahrung du dein Fleisch und dein Blut im heilig sten Altarssakramente hinterlassen hast, nicht verloren gehen, sondern führe sie auf dem Wege deiner Gebote zum ewigen le ben! Amen! 11 Nach der Kommunion des Priesters. Gib, o Gott! daß dein gläubiges Volk, welchem dein Sohn Jesus seinen Leib zur Speise und sein Blut zum Getränke gegeben hat, durch den würdigen Genuß dieser geheimnisvollen Seelennahrung immer mehr von der Sünde gereiniget, zur Tu gend ermuntert, und einstens der Theilnahme an seiner Her lichkeit würdig befunden werde! Um dieses bitten wir did durch unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dit und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebt und regiert in alle Ewigkeit. Amen! 3um Ite, Missa est, und beim Segen. Laß dir, o heilige Dreieinigkeit! den vollbrachten Dient des Priesters gefallen, und nimm das Opfer, welches wir deine Majestät dargebracht haben, gnädig an, damit es uns und Allen, für die es dargebracht worden ist, zur Versöhnung und zum Heile gereiche, durch Christus, unsern Herrn! Amen! Es segne uns der allmächtige Gott, Vater, Sohn un heiliger Geist! Amen! 5 1 7₁ 3 1₁ fe en 11 I Ed Sit Lle nit -11, ile Zweite Meß- Andacht. 149 Zum letzten Evangelium. Jesu, ewiges Wort des Vaters! du wardst Mensch aus. Liebe zu uns; ich bete dich an; ich vertraue vollkommen auf dich; du bist mein Gott. Du kamst in die Welt, um uns die Gnade zu verleihen, heilig zu werden, und uns im Himmel ewig selig zu machen. Gebet nach der Messe. Liebevollster Vater! wir danken dir aus kindlichem Herzen, daß du uns an dem Liebesmahle Jesu und an der Gedächtnißfeier seines Todes haft Theil nehmen lassen. Verzeihe uns alle dabei begangenen Fehler der Lauigkeit und der Zerstreuung! Wir faffen den festen Entschluß, seinem göttlichen Beispiele in Allem nachzufolgen, und ihm, soviel unsere Kräfte erlauben, ähnlich zu werden, um so die Früchte dieses großen und heiligen Opfers zu erlangen. Verleihe uns die Gnade, diesen Vorsatz zu halten, durch eben diesen Herrn Jesus Christus, deinen Sohn! Amen! Zweite Meß- Andacht. Die heilige Messe- als Bittopfer insbesondere. - Gebete und Betrachtungen. 1. Herr, himmlischer Vater! du bist der Selige, du die Liebe, du die Quelle alles Guten. Du spendest deine Gaben aus, und erfülleft mit Segen Alle, die desselben empfänglich sind. 2. Alles, was wir sind und haben, kommt von dir. Uns überlassen sind wir arm und ohnmächtig. Sey gepriesen, o unser Gott! daß wir nichts sind, und daß du allein der Grund aller Macht, alles Guten und aller Seligkeit biſt!- 150 Zweite Meß- Andacht. Das Gefühl unsers Unvermögens führt uns zu dir hin, und macht uns demüthig und dir unterwürfig. 3. Du kennst alle unsere Anliegen und kommst unsern Bitten zuvor, und thust Gutes sogar Jenen, die dich nicht anrufen und nicht lieben. Aber wenn du gleich weißt, was ich bedarf, soll ich deßwegen nicht zu dir flehen, daß du mir solches gütigst verleiheft? Welche Gnade für mich, daß ich zu dir rufen darf, wie ein Kind zu seinem besten Vater! Ich will dir nicht erst meine Lage entdecken; du kennst sie früher und besser, als ich selbst. Ich will nicht durch unvernünftige Wünsche und Bitten deinem heiligsten Willen entgegenhandeln, oder die Wege deiner ewigen Vorsehung umkehren. Bei dir, du Ewiger, Unveränderlicher! ist kein Gestern, kein Morgen. Unsere Wünsche und Bitten sind dir von Ewigkeit bekannt. Dein heiliger Geist lehret uns mit gläubiger Ergebung zu dit beten, um nichts Anderes, als daß dein heiligster Wille an uns und von uns erfüllt werde. 4. Wie selig bin ich, wenn ich vertrauensvoll zu dir bete, und durch dieses Gebet meinen Glauben darlege, daß ich für mich nichts bin und habe; daß, du, der Allwissende, Alles weißt; daß deine liebevolle Vorsehung alle unsere Schicksale lenkt und regiert; daß du, der Allmächtige, Alles, was zu unserm Heile und zu deiner Ehre ist, geben kannst; daß du, o Allgütiger! es geben wirst! 5. Jesus, dein göttlicher Sohn, hat uns verheißen, daß du uns Alles geben werdest, um was wir dich in seinem Namen bitten. Im Vertrauen auf sein Wort und auf deine Vaterliebe beten wir zu dir. Vater! erhöre unser Gebet!- Erhöre uns um Jesu willen! 6. Sieh, Vater! gnädig herab auf das unblutige Opfer, welches wir dir nach der Vorschrift Jesu, deines göttlichen Sohnes, darbringen! Es ist der Leib und das Blut des un befleckten Lammes, welches geschlachtet worden für unsere Sün den von Ewigkeit. Jesus opfert sich; er bittet für uns. Welche D n ? 5 3 I 1 5 e 1 1 I 6 -₁ I 8 Le 9 0 $ 11 Zweite Meß- Andacht. Gnade wirst du versagen, da Jesus unser Mittler und Vertreter iſt? satser p oppar ba 9. O Vater im Himmel! gib, daß ich selbst, daß alle Anwesenden, daß alle Menschen auf der Erde dich, den einzigen wahren Gott, erkennen, und den du gesendet hast, Jeſum, deinen Sohn! daß sie dich und ihn lieben! dich und ihn im Geiste und in der Wahrheit anbeten! dir durch ein Leben, welches dem Leben deines Sohnes ähnlich ist, wohlgefällig und ewig selig werden! Laß es uns recht lebendig fühlen, daß Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist! fühlen, daß wir zum Verderben eilen, wenn wir den Pfad verlassen, welchen er uns vorgezeichnet hat, und welchen er selbst gegangen ist! 10. Erbarme dich, o Gott! der Heiden und Ungläubigen! Ziehe die Decke von ihrem Geiste, daß sie die Wahrheit erkennen! Bezwinge ihre Herzen, welche der erkannten WahrP ₁ heit widerstreben! D möchten an allen Orten der Welt, und in 11 allen Herzen der Menschen deinem heiligsten Namen Altäre sich erheben! Möchte das unblutige Opfer des neuen Bundes, wel dhes wir hier feiern, von allen Völkern und unter allen Himmelsstrichen dir dargebracht werden! 7: e 151 7. Erhöre uns, o himmlischer Vater! Wir bitten nicht nur für uns, sondern für alle Menschen unsere Brüder und Schwestern nahe und ferne. Wir sind ja Alle deine Kinder. Für uns hast du Jesum, deinen göttlichen Sohn, gesendet. Er ist für Alle gestorben. - 8., Suchet vor Allem das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, und alles Uebrige wird euch als Zugabe geschenkt werden!"- Dieß ist die Vorschrift Jesu, deines Sohnes, unsers himmlischen Lehrers.- D, so verleihe uns, was durch diese Worte angedeutet ist! Dein Reich ist ein Reich der Tugend, der Wahrheit, der Liebe und Seligkeit. Wer an dich glaubt und an deinen Sohn Jesus, - wer seinen Vorschriften treu nachlebt, ist ein wahrer Bürger und Unterthan in deinem Reiche. 152 Zweite Meß- Andacht. 11. Gott! du laffest das Böse zu, und setzest ihm Schranken, und weißt aus dem Bösen Gutes zu ziehen. Wir alle sind unrein vor dir, und Sünder. Befehre uns zu dir! O möchten wir doch nicht vorsäglich und mit leichtsinnigem Frevel deine Gebote übertreten! Führe die Verirrten zurüd, welche auf dem Wege der Sünde wandeln, und Werke der Finsterniß üben! Wehre dem Unglauben und der Gottlosigkeit! Schüße die gefahrlaufende Unschuld! Rotte aus alle Aergernisse und Laster! Schrecke den Verführer zurück- durch den Glauben an dein schreckliches Gericht, wo du die gemor dete Unschuld von seinen Händen fordern wirst! 12. Sieh gnädig herab auf dein Volk, welches du dir erwählet hast! Verleihe deiner Kirche tugendhafte, eifrige, er leuchtete Hirten! Gib, daß sie ihrer Heerde durch Wort und That vorleuchten, und das Bild Jesu, des guten Hirten, an sich tragen! Reinige deine Kirche von Mißbräuchen und allem unheiligen Wesen! Vertilge Heuchelei und Scheinchristenthum! Erwecke in uns den lebendigen Glauben, welcher durch die Liebe thätig ist! Führe unsre irrenden Brüder in den Schooß deiner heiligen Kirche zurück! - - 13. Schenke deinen Völkern weise, gerechte und tugendhafte Regenten und Obrigkeiten, welche dich, den König der Könige, fürchten, und die höhere Macht, welche du ihnen verliehen hast, zur Verherrlichung deines Namens, und zum ewi gen und zeitlichen Wohle ihrer Untergebenen verwenden! 14. Segne, o Gott! das Vaterland und alle Stände desselben! Wende ab von uns- Kriege, Krankheiten, Theuerung und Alles, was uns an Leib und Seele schädlich ist! Segne den Schweiß des Landmannes und das Gewerbe des Bürgers! Verleihe den christlichen Eheleuten, daß sie sich treu und keusch lieben, und die Beschwerden dieses Lebens einander erleichtern! Verleihe den christlichen Eltern, daß sie ihre Kinder durch Wort und Beispiel zu allem Guten anleiten, und in Frömmigkeit und in der Furcht deines Namens erziehen! Gib, daß die Her 1 _I ! m E -1 t ! d It 11 ! Je et t De g te 3! d !! tt 10 Zweite Meß- Andacht. schaften gerecht und liebreich befehlen nicht vergessend, daß auch sie einen Herrn im Himmel haben! Gib, daß die christlichen Dienstboten freudig und getreu, und Deiner wegen gehorchen gestärkt durch den gläubigen Gedanken, daß vor dir, o Gott! Knechte und Herren gleich sind; daß sie in der Person der Herren dir dienen; daß sie von dir bemerkt und belohnet werden! Segne die christliche Jugend, und gib, daß sie unschuldig, fromm, folgsam und fleißig sey und bleibe!! dad 15. Segne, o Gott der Liebe! unsere Freunde und Wohlthäter! Vergilt ihnen das Gute, das sie uns erwiesen haben, mit zeitlichem und ewigem Segen! Gib, daß unsere Liebe und unser Dank gegen sie durch Tugend und Frömmigkeit veredelt und geheiliget werde! - 153 16. Auch für unsere Feinde und Verfolger bitten wir dich, o Gott! nach der Vorschrift und dem Beispiele Jesu, deines Sohnes.-- Von Herzen verzeihen wir ihnen, und bitten um Verzeihung dich und sie. Segne Jene, die uns verfolgen! Erweise, o Herr! Gutes Jenen, die uns Böses thun oder gethan haben! Gib uns Stärke, diese Gesinnung auch im Werke zu üben! 17. Unendlich weiser, gerechter Vater! du hast deine Gaben auf Erden mannigfaltig vertheilt. Durch Leiden und Trübsale züchtigest du die Sünden, oder prüfest und erweckest die Tugend deiner Kinder. Erbarme dich der Armen und Nothleidenden, der Witwen und Waisen,- du, dessen Güte die jungen Raben nährt; erbarme dich der Kranken und Sterbenden! Tröste sie durch den Gedanken an deine Vatergüte, durch die freudige Hoffnung eines ewigen, besseren Lebens, und durch das Andenken an die Leiden Jesu, deines Sohnes! Gib allen Leidenden Geduld, Frieden des Herzens und Ergebung in deinen heiligsten Willen! 18. Erweitere unsere Herzen, o Gott der Liebe! bei dem Anblicke des leidenden Bruders! Laß es uns lebendig glauben, daß es Jesus selbst ist, den wir in dem Hungrigen spei Zweite Meß- Andacht. sen, in dem Durstigen tränken, in dem Fremdlinge aufnehmen, in dem Nackten bekleiden, in dem Gefangenen besuchen!- Bewahre uns vor Hartherzigkeit, daß uns nicht am Tage des Ge richtes das Urtheil der ewigen Verdammung treffe!- Erbarme dich auch, o Herr! der leidenden Seelen im Reinigungsorte! dols 19. Verschmähe nicht, o barmherziger Vater! unsere Bitten, welche wir dir mit gläubigem Gemüthe vorgetragen haben! Und da wir unserer Sünden wegen nicht würdig sind, erhört zu werden, so bitten wir dich durch die Kraft des heiligsten Opfers, welches Jesus für uns am Kreuze vollbracht hat, und welches wir in dieser heiligen Messe erneuert haben. Ja, himmlischer Vater! sieh an die Leiden, welche Jesus für unser Heil erduldet hat! Sieh an die Thränen, welche a für uns geweinet; die Bitten, welche er für unser Heil dir vorgetragen hat!- In Vereinigung mit dem Versöhnungstode und den Verdiensten Jesu, deines Sohnes, opfern wir di unsere Bitten und Wünsche für unsere und unserer Brüder Wohlfahrt. Laß uns Gnade finden vor deinem Angesichte - um Jesu, deines Sohnes, willen! Amen! d anding er 154 - Kirchen- Gebet. bild di O Gott, du, unsere Zuflucht und Stärke! vernimm die frommen Fürbitten deiner Kirche, du selbst, der Urheber der frommen Liebe! und verleihe, daß, um was wir immer gläubig bitten, wir auch wirksam erhalten, durch Christus, unsern Herrn! Amen! 291 I Dritte Meß- Andacht. Dritte Mes- Andacht. Die heilige Messe als Dank- Opfer insbesondere. Gebete und Betrachtungen. 1. Barmherziger, ewiger Gott! wie groß, wie mannigfaltig, wie unzählig sind die Gnaden und Wohlthaten, welche mir und allen deinen Geschöpfen von deiner unendlichen Güte zugeflossen sind, und noch immer zufließen! Herr! erleuchte mich, daß ich sie betrachte, und daß mein Herz von lebhaftem Danke gegen deine Güte erfüllet werde! 2. Ich danke dir, o Gott! daß du der Allmächtige, der Heilige, der Allweise, der Ewige, der Unendliche bist, dessen Namen Himmel und Erde auszusprechen nicht fähig sind. Wie selig sind wir, da wir einen solchen Gott und Vater im Himmel haben! Die Ehre des Vaters ist auch die Ehre seiner Kinder. 3. Ich danke dir, Schöpfer des Himmels und der Erde! daß du dich so herrlich geoffenbaret hast durch die Schöpfung der Welt, welche das Wort deiner Allmacht aus Nichts hervorgebracht hat. Himmel und Erde verkünden die Wunder deiner Allmacht, Weisheit und Güte, und preisen dich, der sie so herrlich und wunderbar gemacht hat. 4. Ich danke dir, du Heiligster, der du dich so herrlich geoffenbaret haft in der Seele des Menschen, die du geschaffen haft nach deinem Ebenbilde! nach deinem Ebenbilde! Ja! du hast dein Gesetz in mein Innerstes geschrieben. Mein Gewissen ruft mir zu: Meide das Böse, übe das Gute! Werde gut und heilig; denn dein Gott ist gut und heilig! 5. Ich danke dir, o Unendlicher! daß du dich am Herrlichsten geoffenbaret hast durch Jesus Christus, deinen ein-. gebornen Sohn von Ewigkeit, der in der Zeit Mensch geworden ist, um uns Menschen zu Kindern Gottes zu machen. Ich - - - 156 danke dir für die unaussprechlichen Wohlthaten, die du uns Sündern durch deinen vielgeliebten Sohn erwiesen haft; für seine heilige Lehre, die er uns verkündet, für das heilige Bei spiel, das er uns zur Nachahmung hinterlassen, für die Leiden und Schmerzen, die er für uns erduldet, für das Opfer unsrer Versöhnung, das er für uns am Kreuze vollbracht, für das Denkmal seiner unendlichen Liebe, das er in dem heiligsten Altarssakramente gestiftet hat. 6. Ich danke dir, o Gott! daß du mich nach deinem Ebenbilde zum vernünftigen Menschen geschaffen, daß du mich so wunderbar gebauet, daß du meinen Geist und meinen Leib mit so vielen und mannigfaltigen Kräften und Fähigkeiten ausgerüstet, daß du mir einen Verstand gegeben hast, dich zu er kennen, und ein Herz, dich zu lieben.- Aber ach! ich er kannte dich nicht; ich liebte dich nicht. Die Sünde hatte meinen Verstand verdunkelt, hatte mein Herz verkehrt und verdorben. Die Sünde hatte mich und alle Menschen zeitlich und ewig unglücklich gemacht. Dritte Meß- Andacht. 7. Dank dir, du Gütigster! Du hast dich des Sündergeschlechtes erbarmet; du hast uns einen Erlöser gegeben, Je sum, deinen Sohn, unsern Herrn. Und hast du uns in ihm nicht Alles gegeben? Alles hast du uns in und mit Jesus gegeben. Nun kennen wir dich; nun wissen wir den Weg zu dir. Nun sind wir nicht mehr Kinder des Zornes, fondern eines guten Willens. Nun sind wir Erben Gottes und Mit erben Jesu Christi. O! welches Heil ist uns durch deinen Sohn geworden! - - 8. Dank dir, o Gott! daß du bist verherrlichet worden - durch Jesus, deinen Sohn;- auch verherrlichet- durch deine Heiligen und Auserwählten im Himmel, an denen die Verheissungen deines göttlichen Sohnes bereits in Erfüllung gegangen, und die Früchte seines Leidens und Todes sichtbar geworden sind! D Gott, unser Herr! wie wunderbar ist dein Name im Himmel und auf Erden! Ueber alle Himmel Dritte Meß- Andacht. geht dein Ruhm. Wenn ich deinen Himmel betrachte, die Werke deiner Hände- Sonne, Mond und. Sterne, die du erschaffen hast; was, rufe ich dann, ist der Mensch, daß du dich seiner erinnerst? Was der Sohn des Menschen, daß du ihn heimsuchest? Du hast ihn nur wenig unter die Sterne gemindert, ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönet!" Keine Zunge spricht es aus, kein Verstand begreift es;„ kein Auge hat es gesehen, kein Ohr gehört, und noch keines Menschen Herz empfunden, was du Jenen bereitet hast, die dich lieben!" - 157 9. Dank dir, o Jesu! daß du eine heilige, sichtbare, christliche Kirche gestiftet haft; daß auch ich von christlichen Eltern geboren, und durch die heilige Taufe ein Mitglied dieser Kirche geworden bin! Dank dir, o Jesu! für die heiligen Sakramente, die du eingesetzt, für das heilige Evangelium, das du uns hinterlassen, für so viele Gelegenheiten zum Guten, die du uns dargeboten haft! Ach! sollten so viele Gnadenmittel für mich unnüßz seyn? Sollte ich nicht davon jenen Gebrauch machen, den deine Heiligen gemacht haben, um einstens auch dahin zu kommen, wo sie sich befinden? - 10. Gott! gegen jedes deiner unzähligen Geschöpfe erneuert sich jeden Morgen deine Güte, und keines derselben wird von dir übersehen oder vergessen. Allen deinen Menschen bist du der gute himmlische Vater; und doch führest du noch einen jeden seinen besonderen Weg, und überhäufest ihn mit neuen besonderen Wohlthaten. 11. O Vater im Himmel! wenn ich die Geschichte meines Lebens und Herzens überdenke, wie zeigt sich mir dieſe deine besondere liebevolle Erbarmung gegen mich Unwürdigen! In welche sonderbare Verhältnisse hast du mich seit dem erſten Tage meines irdischen Daseyns verseßt! Wie wunderbar haft du alle meine Schicksale vorbereitet und gelenkt! Wie viele, mir dunkle und unbegreifliche Wege hast du mich geführt! Wie 158 Dritte Meß- Andacht. hast du alle Umstände so gefügt, daß ich am Ende ausrufen mußte: Gott hat Alles wohlgethan! Denen, die Gott lieben, muß Alles zum Besten gereichen!" 200 - 12. Ach! hätte ich dich doch stets geliebt, und dich nie mals beleidiget! Und doch hast du von deinem widerspenstigen Kinde deine Hand nicht abgezogen, mich unaufhörlich mit Wohl thaten überhäuft, den Verlornen zurückgerufen, und den Verirrten liebreich aufgesucht. Habe Dank, o Vater im Himmel! daß du mich in meinen Sünden nicht hast sterben lassen; daß du mir Zeit und Anmahnung und Gelegenheit zur Buße ge geben; daß du durch innere und äußere Einsprechungen mein Herz vom Bösen hinweg, und zu dir gefehret haft! Ach! möchte ich mich von nun an nimmermehr von dir entfernen! 13. Habe Dank, o mein Gott! daß du mir Eltern, Freunde, Lehrer, Wohlthäter gegeben, und in ihre Herzen Mitleiden und Wohlwollen gelegt hast, mich zu pflegen, zu erziehen, zu warnen, zu belehren, zu unterrichten, und mir Gutes zu thun! Habe Dank für jedes gute, ermunternde Beispiel, das du mir in deinen frommen und treuen Freunden vorstellest! Habe Dank für die unzähligen Freuden, die uns die Betrach tung deiner herrlichen Schöpfung, der Umgang mit tugendhaf ten Freunden, das Gebet und der Gedanke an dich gewährt! -Habe Dank für Speise und Trank, die uns nähren; für die Ruhe der Nacht, die den Müden stärkt; für jeden Sonnenblick, der mich erheitert; für Leiden und Trübsale, die du uns sendest, um uns vom Irdischen zum Himmlischen zu wenden, und uns zu erinnern, daß auf Erden kein bleibendes Glück, daß Alles Eitelkeit sey, außer dich lieben und deine - Gebote halten! Habe Dank für alle Wohlthaten, mit denen du mich täglich, stündlich und alle Augenblicke überhäufest, und die ich nicht erkenne, oder übersehe und gering schäße!- 14. Für diese unzähligen Beweise deiner unendlichen Güte welchen Dank kann ich dir darbringen, der deinet Majestät würdig wäre? Du hast dir selbst ein würdiges - Dritte Meß- Andacht. Dankopfer erwählt, Jesum, deinen vielgeliebten Sohn, unsern Herrn und Heiland. Dieses unbefleckte Opfer, den Leib unsers Herrn Jesu Christi, der für uns am Kreuze gehangen, sein Blut, das für uns am Kreuze geflossen ist, bringe ich dir, o himmlischer Vater! zum Dankopfer dar. Gedenke, o Gott! jenes Dankgebetes, welches einst dein göttlicher Sohn dir entrichtet hat, als er das Brod und den Kelch segnete, und das Geheimniß seines Leibes und Blutes einseßte! Er dankte anstatt unser Aller; denn er wußte, daß wir arme Sünder nicht. im Stande seyn würden, dir würdig zu danken- für die geringste deiner Gaben, geschweige für diese edelste der himmlischen Gnaden, die Speise, welche unsere Seelen zum ewigen Leben nährt, den wahren Leib und das wahre Blut Jesu, deines Sohnes. O laß dir, himmlischer Vater! meinen Dank in Vereinigung mit diesem heiligsten Opfer wohlgefällig seyn! - 15. Nicht vergebens und zwecklos theilest du, o Gott! deine Gaben aus, sondern willst, daß wir sie zu deiner Ehre, zu unserm und des Nächsten Heile gewissenhaft verwenden. Bewahre mich, o Gott! vor dem Leichtsinne, deine Wohlthaten zu mißbrauchen! Besonders die heiligen Sakramente laß mich nie unwürdig empfangen! Alle deine Wohlthaten sind für uns ein unverdientes Geschenk. Wie dürfte ich mich erheben über Den, der weniger empfangen zu haben scheint? Wie Jenen beneiden, dem du mehr verliehen haft?- In Demuth erkenne ich, daß ich deiner Gnaden und Wohlthaten, nicht würdig bin; mit Furcht und Zittern erwäge ich, daß du von mir, wenn ich mehr erhalten habe, auch mehr fordern werdest.- Du bist, o himmlischer Vater! so unendlich gütig und liebreich gegen alle deine Geschöpfe. Verleihe, daß auch ich nicht nur einem Jeden das Seinige gönne, und mich über das Gute des Nächsten erfreue, sondern auch nach meinem Vermögen Andern helfe, gebe und Gutes thue! Amen! 1907 ispinis 159 bard 160 Vierte Meß- Andacht. Kirchen- Gebet. enigoland Gott! zahllos sind deine Erbarmungen, und unerschöpflich die Schäßze deiner Gnaden. Wir danken deiner huld vollsten Majestät für alle uns erwiesenen Wohlthaten, und flehen auf ein Neues und immer deine Vatergüte an. Der du den Bittenden ihr Gesuch gewährest! verlaß uns auch in Zukunft nicht, sondern mache uns würdig, die Güter der ewigen Seligkeit zu erlangen! Durch Christus, unsern Herrn. Amen! 101 Vierte Meß- Andacht. Die heilige Messe als Lob- Opfer insbesondere. 1. D Gott, Allmächtiger, Unendlicher, Vollkommenster, Herr des Himmels und der Erde! vor dir werfe ich mich nie der im Gefühle meiner Niedrigkeit, und bete dich an, und freue mich, daß ich an dich denken, und findlich mit dir reden darf, -dich, den mein Auge nicht sieht, den kein Verstand begreift. 2. O Gott! wie erfreulich, wie tröstend ist der Gedanke an dich! Wenn ich dich denke, so schwebt meinem Geiste vor, was immer gut, heilig, weise, schön und vollkommen ist. Dieser Gedanke erweitert und erhebt das Herz, und zieht mich empor über Alles, was irdisch und vergänglich ist; dieser Gedanke erfüllt mich mit Liebe zu dir, o Unbegreiflicher, unendlich Vollkommener! und mit dem seligen Glauben, daß du auch mein Gott bist, daß ich dein Geschöpf, dein Kind bin;- mit der erfreulichen Hoffnung, daß auch an mir dein heiligster Wille in Erfüllung gehen, und ich nach deinem Bilde a schaffen dir ähnlich, und ewig mit dir in Seligkeit ver einiget werden könne und solle.dr 3. D Gott, den kein endliches Wesen fassen kann! nut durch dich und deinen heiligen Geist erkennen wir dich, und - Gebete und Betrachtungen. YEP —1 [ I e e I S T Vierte Meß- Andacht. 161 beten zu dir. Erleuchte meine Finsternisse, daß ich in tiefer Ehrfurcht und Anbetung bedenke und erkenne, nicht was du an dir, sondern was du mir und allen deinen Menschen bist! 4. O du wahrer, lebendiger, einziger Gott! du Leben alles dessen, was lebt! du Grund und Anfang aller Wesen! du, der du bist, und ohne welchen nichts ist! ich bete dich an. Du hast das Leben in dir selbst. Alles Uebrige lebt nur in dir und durch dich. Ohne dich ist nichts, als Tod und Verwesung. In dir leben wir, und bewegen wir uns, und sind wir. Von dir, durch dich und in dir ist Alles. Dir sey Preis in Ewigkeit! Amen! 5. O du Ewiger- Unermeßlicher ohne Schranken der Zeit und des Ortes! Wann warest du nicht? Und wann wirst du nicht seyn? Ich bete dich an. Himmel und Erde mögen vergehen; du bleibst immer derselbe. D, welcher Grund felsenfesten Vertrauens auf dich! Wie sollte ich auf Menschen bauen, welche heute sind, und morgen vergehen! Ueberall bist du, o Gott! Uleberall bist du mir nahe, und vernimmst mein Rufen, und den leisesten Wunsch meines Herzens. Himmel und Erde erfüllest du mit deiner unendlichen Majestät. Gib, o Herr! daß ich immer vor deinem Angesichte wandle! Der Gedanke an dich halte mich vom Bösen ab, und ermuntere mich zum Guten! Wie sollte ich Böses thun vor den Augen meines Gottes? Wie sollte ich ein Unglück fürchten, wenn du, mein Gott, bei mir bist? 6. Unendlich vollkommenster Geist, durch den alle Geister sind und denken! ich bete dich an. Unendlich groß ist deine Macht. Unendlich gut ist dein Wille. Unendlich weise ist dein Verstand. Was ist der Mensch im Vergleiche mit dir? Schwach ist seine Kraft, verfinstert sein Verstand, sündhaft sein Wille. Was sind im Vergleiche mit dir die unermeßlichen Welten alle? Sind vor dir nicht alle Völker, wie ein Tropfen am Eimer? 7. Allmächtiger, auf Erden, was er will, Zwickenpflug, Jesus, unsere Liebe 2c. der Alles schafft im Himmel und dem nichts unmöglich ist, der 11 Vierte Meß- Andacht. allein Wunder thut, der durch sein Wort die Welt aus Nichts hervorgebracht hat, und sie durch seine Kraft erhält, der tödtet und lebendig macht, in's Todtenreich führt, und zurückführt, der arm macht und bereichert,- der erniedriget und erhöht! ich bete dich an, und vertraue auf dich. Du allein errettest aus aller Noth; du kannst überschwänglich mehr thun, als wir je bitten oder verstehen. 8. Heiligster! du willst nichts als das Gute, und verabscheuest das Böse. Ein böses Herz ist vor dir ein Gräuel, und nur an Jenen, welche recht handeln, hast du Wohlgefallen. Du hast dein heiliges Gesetz in mein Herz geschrieben. Du haft mir Verstand gegeben, das Gute von dem Bösen zu unterscheiden. Du hast mir Freiheit gegeben, um das Gute zu wäh len, und das Böse zu meiden. Mein Gewissen, das mich zum Guten treibt, und vom Bösen zurückhält, das mich nach jeder bösen That bestraft, ist deine Stimme. O du Heiligster! ich bete dich an. Gib, daß wir heilig seyen, wie du heilig bist! 9. Unendlich Weiser! die Vergangenheit, die Zukunft ist deinem Auge aufgeschlossen. Du erkennest nur das Gute, und wählest, dieses zu bewirken, die beßten Mittel. Du hast deine Welt so eingerichtet, daß alle deine Geschöpfe ihre Bestimmung, mit deiner Gnade und ihrer Mitwirkung, auch erreichen können. O wie tief geht der unermeßliche Schaß deiner Weisheit! Wie ganz unbegreiflich sind deine Rathschlüsse, wie ganz unerforsch lich deine Wege! Wer kann deinen Sinn durchschauen? Wer ist dein Rathgeber gewesen? O du Quelle wahrer Weisheit! laß auch uns unwissende, thörichte Menschen von deiner uner meßlichen Fülle einen Tropfen schöpfen! O du unbegreifliche, milde, liebreiche Vorsehung, welche Alles lenkt, wie im Größten, so im Kleinsten! in deine Arme werfe ich mich. Führe mich deine Wege, wenn sie mir auch dunkel, unbegreiflich, rauh und schmerzhaft scheinen! Jenen, die dich, o mein Gott! lieben, muß Alles zum Besten gereichen. 10. Gerechter Gott! du belohneft das Gute, und be 162 - I [ D Vierte Meß- Andacht. - 11 strafest das Böse. Du, Erforscher der Herzen und der Nieren! du richtest nicht nach dem Scheine; bei dir gilt kein Ansehen der Person; du vergiltst einem Jeden nach seinen Werken. „ Deine Gerechtigkeit ist, wie die Berge Gottes, unwandelbar, und, wie die Tiefen des Abgrundes, unerforschlich." D Herr! wenn du einst Gericht halten wirst über dein Volk, wie schrecklich ist es, in deine, des lebendigen Gottes, Hände zu fallen!" Aber, o Barmherziger, Langmüthiger! du willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre, und daß er lebe. Du rufest uns zur Buße und Besserung. Du verfahrest mit uns nicht nach unsern Sünden, und vergiltst uns nicht nach unfern Missethaten. Ach! bewahre uns vor Verhärtung und Unbußfertigkeit, daß wir deine Geduld und Langmuth, die uns mit lauter Liebe zur Buße bringen will, nicht verachten, nicht mißbrauchen! ond 11. O du Getreuer, Wahrhaftiger! du trügest nicht, und wirst nicht betrogen. Deine Verheißungen, so wie deine Drohungen werden gewiß in Erfüllung gehen. Wer hat ie auf dich gehofft, und ist zu Schanden geworden? Auf dich hoffe ich; Herr! stärke meine Hoffnung! Denn die Wahrheit des Herrn bleibt in Ewigkeit." Verleihe, daß auch ich in Treue und Wahrheit wandle, ohne Trug und Verstellung! 163 11 12. O du Seligster in dir selbst, du unser höchstes Gut! Wessen bedarfst du, und wer bedarf Deiner nicht? Wer fann dir etwas geben? O du, in dem allein das Herz des Menschen ruht! du allein vermagst seine Begierden ganz zu stillen. Wie arm und elend bin ich, wenn ich Alles habe- ohne dich! Wie reich und selig bin ich, wenn ich dich habe, obschon mir alles Uebrige mangelt! Nur wenn ich mit dir vereiniget bin, habe ich Leben und Frieden und Seligkeit. O wie selig Alle, die mit dir vereinet sind! Sie werden von der Fülle deines Hauses trunken; du tränkeft sie mit einem 11* Vierte Meß- Andacht. Strome deiner Wonne; denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte werden wir das Licht schauen." 164 13. du unendliche Liebe, Güte und Gnade! wie ist die Welt so voll deiner Wunder und Erbarmungen! Und was soll nach deinem untrüglichen Worte- dereinst an uns offenbar werden, wenn wir an dich glauben, auf dich hof fen, und dich lieben! Wie sollen wir dich würdig nennen? Wie dich geziemend anbeten? Wie unsern Dank dir ausdrücken? Weder die Menschen, noch die höheren Geister können dir eine Anbetung erweisen, welche deiner unendlichen Majestät vollkom men würdig ist. din 14. Aber sey gebenedeit, unendlich barmherziger Gott! du selbst hast dir ein würdiges Opfer des Lobes und der Abetung erforen, indem du durch den Mund deines Propheten uns ankündest:„ Ich habe kein Wohlgefallen an euch",( ihr eigennüßigen Priester des alten Bundes!), und will kein Geschenk annehmen von eurer Hand; denn von Sonnenaufgang bis zum Niedergange ist groß mein Name unter den Völkern; und überall wird geopfert, und dargebracht meinem Namen ein reines Speiseopfer. Denn groß ist mein Name unter den Völkern, spricht der Herr der Heer. schaaren." 15. Heil uns! dieses Wort der Verheißung ist nun er füllet in und durch Jesus, deinen Sohn, unsern Herrn und Erlöser. Er hat sich selbst als ein, deiner unendlichen Majestät wohlgefälliges, Opfer auf dem Altare des Kreuzes dargegeben. Noch täglich wird dieses reine Opfer über der ganzen Erde von Aufgang bis Niedergang unblutig erneuert. Nur Jesus, dein Eingeborner, vielgeliebter Sohn, in welchem du dir wohlgefallen hast, kannte dich vollkommen, liebte und ehrte dich auf eine dei ner Majestät ganz würdige Weise. Nur in ihm und durch ihn kennen, ehren wir dich, und sind wir dir wohlgefällig. C D t 1 1 1 S I Vierte Meß- Andacht. 16. Im Vertrauen auf dein Wort, und nach der Vorschrift Jesu, deines Sohnes, opfere ich dir das Opfer der Anbetung und des Lobes, das Lamm, welches vom Anbeginn geschlachtet worden ist, Jesum, deinen Sohn,-seinen Leib und sein Blut unter den Gestalten des Brodes und Weines. Laß dir, himmlischer Vater! dieses Opfer wohlgefällig seyn- zur Verherrlichung deines Namens, zur Anbetung deiner unendlichen Majestät! Mit diesem heiligen Opfer bringe ich mich selbst, und Alles, was ich bin und habe, dir zur Gabe dar. Ich bin nicht würdig, vor deinem Angesichte zu erscheinen. Aber ich zähle nicht auf meine Gerechtigkeit, sondern einzig auf die Verdienste Jesu, deines Sohnes. In Vereinigung mit ihm, der aus Liebe zu uns Mensch, und uns gleich geworden, laß mich dir wohlgefällig seyn! Gib, o Vater! daß ich dich immer mehr erkenne, liebe und preise, und daß mein ganzes Leben ein dir angenehmes Opfer des Lobes und der Anbetung sey und bleibe! Amen! - 165 17. Verschmähe, o Gott! nicht den schwachen Ausdruck meiner Anbetung, welche ich dir mit den Lobpreisungen deiner heiligen Engel darbringe, und mit jenem Gebete vereinige, welches dir Jesus am Kreuze sterbend dargebracht hat! Gepriesen seyst du, Herr, Gott unsrer Väter! Dir gebührt Lob und Ruhm in Ewigkeit. Und gepriesen sey der Name deiner Herrlichkeit, welcher heilig ist, und welchem Lob und Ruhm gebührt in Ewigkeit! Gepriesen seyst du im heiligen Tempel deiner Majestät! Dir gebührt Lob und Ruhm in Ewigkeit... Gepriesen seyst du auf dem heiligen Throne deines Reiches! Dir gebührt Lob und Ruhm in Ewigkeit... Gepriesen seyst du, der du den Abgrund durchschauest, und sizest über den Cherubim! Dir gebührt Lob und Ruhm in Ewigfeit... Gepriesen seyst du in der Feste des Himmels! Dir gebührt Lob und Ruhm in Ewigkeit... Gepriesen seyst du, der du wandelst auf Flügeln der Winde, und auf Wogen des Meeres! Dir gebührt Lob und Ruhm in Ewigkeit... Dich • Fünfte Meß- Andacht. follen preisen alle deine Engel und Heiligen, dich loben und verherrlichen in Ewigkeit!. Dich preise der Himmel, die Erde, das Meer, und Alles, was in ihnen ist, und lobe und verherrliche dich in Ewigkeit! 166 Kirchen- Gebete. Gott, du Stärke Derer, die auf dich hoffen! vernimm gnädig unser Rufen! Und da ohne dich die menschliche Schwachheit nichts vermag, so verleihe uns deine unterstüßende Gnade, auf daß wir bei Vollziehung deiner Gebote dir sowohl durch den Willen als durch das Werk gefallen! Das heilige Opfer, o Herr! welches du zur Ehre deines Namens darzubringen befahlst, hast du zugleich zum Mittel unsers Heiles angeordnet. Da wir nun mit so vielen Gnaden von dir, o Gott! über häuft worden sind, so verleihe, daß wir das Heil erlangen, und niemals aufhören, dich zu loben! Durch Christus, unsern Herrn. Amen! Fünfte Mesz- Andacht. Die heilige Messe als Versöhnungs- Opfer insbesondere. Gebete und Betrachtungen. 1. Gerechter, heiliger Gott! Jesus, dein göttlicher Sohn, ist aus Liebe zu uns Sündern am Kreuze gestorben, um für die Sünden der ganzen Welt deiner göttlichen Gerechtigkeit genug zu thun, und uns mit dir zu verföhnen. Da ich jetzt dem unblutigen Opfer unserer Versöhnung beiwohne, so erleuchte mich, o mein Gott! daß ich in Bitterfeit meiner Seele vor dir meine Missethaten bedenke und bereue, und indem ich die Größe e O C t f } 1 T t t e T ( Fünfte Meß- Andacht. meines Elendes erkenne, auch die Liebe und Barmherzigkeit meines Heilandes einsehe, der mich von diesem Elende befreiet hat! 167 2. D Gott! du hast dein heiliges Geseß in mein Herz geschrieben. Du hast es noch deutlicher durch Moyses und die Propheten, am Deutlichsten durch Jesus, deinen Sohn, uns verkündet. Dieses dein heiliges Gesetz habe ich übertreten, habe mich dadurch von dir, der Quelle des Lebens und der Seligkeit, entfernet, habe mich elend und unglücklich gemacht. Neumüthig bekenne ich meine Missethaten. Wenn wir unsere Sünden bekennen, so bist du der Wahrhaftige und Gerechte, der uns unsere Sünden erläßt, und uns reiniget von aller Ungerechtigkeit." 17 3. Ich soll dich, o Gott! lieben von meinem ganzen Herzen, von meiner ganzen Seele, von meinem ganzen Gemüthe, und aus allen meinen Kräften. Bin ich nicht schon elend, daß mir zum Gebote gemacht werden muß, was der eigentliche Zweck meines Lebens, und meine ganze Bestimmung für Zeit und Ewigkeit ist? Und doch habe ich nicht einmal diese süßeste Pflicht, dich zu lieben, erfüllt! 4. Mein Verstand soll auf dich hingerichtet seyn, dich und deine Werke zu erkennen, um aus dir, der einzigen und wahren Quelle, Erkenntniß und Weisheit zu schöpfen. Aber ich vergaß über den Geschöpfen dich, den Schöpfer. Die Wissenschaft, nach der ich strebte, sollte mich zu dir führen, und ich machte das Mittel zu meinem Ziel und Ende. Und so gehörte ich zu. Jenen, die immer lernen, und nie zur Erkenntniß der Wahrheit gelangen. 5. Mein Wille soll stets deine heiligen Gebote vollziehen, und deinem heiligen Willen in Allem gemäß und unterworfen ſeyn.. - Aber ach! bald hielt mich Trägheit ab; bald lockte mich die böse Lust; bald schreckte mich knechtische Menschenfurcht. Und ich that nicht das Gute, das ich erkannte, sondern das Böse, das ich mißbilligte.. 168 Fünfte Meß- Andacht. 6. Mein Herz soll nach dir, dem unveränderlichen, ewigen, höchsten und einzigen Gute verlangen, und dich genießen.- Und es hing den Geschöpfen, den Eitelkeiten der Welt, und den sündhaften Vergnügungen nach. So habe ich zwei fach Böses gethan; dich, die Quelle des lebendiger Wassers, habe ich verlassen, und habe mir Ci sternen gegraben, durchlöcherte Cisternen, welche kein Wasser halten können." 7. Mein Gemüth soll rein, leer von irdischen Dingen, nu deine Wohnung, o Gott!. und der Siß himmlischen Friedens und unwandelbarer Ruhe seyn. Aber es war der Tummel plaß der ungezähmtesten Begierden und Leidenschaften; denn es waren darin viele Gößen, die ich anbetete,- Eigenliebe, sinnliche Lust, Hoffart, Habgier.- Wie stimmt aber Christus mit Belial zusammen? Oder welche Ge meinschaft hat Gottes Tempel mit den Gößen bildern?" Und so war ich beständig unruhig und unzu frieden mit mir, und mit den Dingen außer mir. - " 1 8. Gott! du hast mir befohlen, den Näch st en zu lieben, wie mich selbst. Aber wie oft war mein Herz bitter, feindselig, rachgierig! Wie oft habe ich lieblos von mei nem Nächsten geurtheilt, wie oft seine Ehre, seinen guten Namen verletzt! Wie oft war ich hartherzig gegen Nothleidende, wie oft ungerecht gegen Andere! Wie oft hatte ich sündhafte Be gierden nach fremdem Gute, wenn ich mir dasselbe gleich nicht wirklich zueignete!.. Mein Licht sollte vor den Menschen leuchten, auf daß sie meine Werke sähen, und den Vater priesen, der im Himmel iſt.- Aber wie oft habe ich meine guten Werke aus unreiner Absicht verrichtet, um gesehen und gelobt zu werden! Wie noch öfter sind vielleicht meine Grundsäße und mein Wandel der Stein des Anstoßes, und ein Aergerniß für meine Brüder geworden! 9. Du, o Gott! hast befohlen, die Eltern und Jene, die ihre Stelle vertreten, zu ehren; den Obrigkeiten, die du 3 1 1 Fünfte Meß- Andacht. aufgestellt hast, unterthan und gehorsam zu seyn.- Aberwie vieler Sünden des Undankes und des Ungehorsams gegen Eltern, Wohlthäter, Freunde, Vorgesetzte habe ich mich schuldig gemacht! Wie oft war ich widerspänstig gegen göttliche und menschliche Gesetze! Wie oft erhob ich mich stolz über Andere! Wie lieblos behandelte ich meines Gleichen! 169 10. Wie vielfach und zahllos sind erst die Sünden, die ich wider mich selbst begangen habe! Ich bin nach deinem Ebenbilde erschaffen, o Gott! und in der heiligen Taufe von der Erbsünde gereiniget worden.-- Aber dein heiliges Ebenbild ist an meiner Seele durch meine Sünden so sehr entstellt, und beinahe ganz unkenntlich geworden! Was könnte und sollte ich seyn? Und was bin ich wirklich? Wie oft habe ich mit un reinen Gedanken und Begierden mein Herz befleckt, und es zur Quelle unreiner Worte und Werke gemacht! Wie oft habe ich gesündiget mit meinen Sinnen! wie oft die kostbare Zeit zum Müssiggange und zum Bösen mißbraucht! 11. In der heiligen Taufe habe ich den feierlichen Bund eingegangen, an dich, o Gott! und deinen Sohn Jesus zu glauben, und deine und seine Gebote zu erfüllen. Ich habe dem Teufel, seiner Hoffart und seinen Werken widersagt. Ich bin ein Mitglied der christlichen Kirche geworden. Aber ich habe diesen Bund so oft übertreten, habe so oft Werke des Bösen gethan, und mich zum Sklaven der Sünde gemacht. Ich bin ein unnüßes, todtes Glied der Kirche gewesen. So viele Heilsmittel, die ich schon gebraucht habe, waren nicht im Stande, in mir eine wahre Besserung hervor zu bringen. Dein heiliges Wort, das mir so oft verkündet wurde, und das in meinem Herzen wurzeln, aufgehen und zur geſegneten Saat heranreifen sollte, blieb unfruchtbar; und so hielt ich die Wahrheit Gottes, meinen Glauben, in der Ungerechtigkeit gefangen. - 12. O'du Allwissender, der allein das Herz des Menschen, dieses überaus böse und unergründliche Ding, Fünfte Meß- Andacht. durchforscht! du kennest mich ganz; vor deinem allsehenden Auge ist nicht die geringste meiner Sünden verborgen. Wie sündhaft und strafbar erscheine ich vor dir! Aber wie sünd haft und strafbar erscheint vor dir die ganze Menschheit! Denn Alle sind abgewichen, Alle insgesammt unnüz ge worden. Keiner ist, der Gutes thut, auch nicht Einer. Alle haben gesündiget, und ermangeln des Ruhmes vor Gott. Alle bedürfen eines Erlösers, der für ihre Sünden deiner göttlichen Gerechtigkeit genug thue, und die Sünder mit dir versöhne. 470 13. Heil uns! und Preis und Anbetung dir, barmherziger Gott! Du hast uns nicht im Verderben gelassen. Du hast uns einen Heiland gesendet, Jesum, deinen Sohn. Auf ihn, den Gerechten und Unschuldigen, hast du unsere Sünden und die Strafen unserer Sünden gelegt. Er hat unsere Schwach heiten getragen; er hat unsere Schmerzen sich auf geladen. Er ist verwundet worden unserer Misse thaten wegen, und zertreten unserer Laster wegen. Die Strafe, die uns Frieden schafft, liegt auf ihm, und durch seine Beulen sind wir geheilet worden. Er hat unsere Sünden an seinem Körper getragen am Holze. Er hat uns geliebt, und sich selbst dargegeben für uns, als Gabe und Opfer, Gott zum Wohlgeruche." 14. Zwar ist unser Hoherpriester nur einmal durch sein eigenes Blut eingegangen in das Hei lige, als er am Kreuze sich zum Versöhnungsopfer für unsere Sünden dir, seinem himmlischen Vater, dargab; aber er hat uns zum ewigen Denkmale seines Leidens und Todes dieses heilige Opfer der Messe, dem ich beiwohne, gestiftet, in welchem sein blutiges Versöhnungsopfer am Kreuze unblutiger Weise er neuert, und dessen Verdienst uns zugewendet wird.tel 15. O himmlischer Vater! für meine Sünden, mit denen ich dich jemals beleidiget habe- in Gedanken, Worten, Werken Fünfte Meß- Andacht. und Unterlassungen, zugleich für die Sünden der ganzen Welt, opfere ich dir den Leib Jesu Christi, der einst am Kreuze für uns als ein Fluch gehangen, um uns von dem ewigen Fluche zu befreien; ich opfere dir das Blut Jesu Christi, einst am Kreuze für uns vergossen, um uns von unsern Sünden zu reinigen, diesen Leib und dieses Blut, welches unter den Gestalten des Brodes und Weines auf dem Altare dir darge= bracht wird, als ein wahres Versöhnungsopfer für unsere und der ganzen Welt Sünden. 16. O himmlischer Vater! durch das heiligste lut Jeſu wasche mich rein von meinen Missethaten, und mache mich dir wohlgefällig! Lehre mich täglich mehr erkennen, und verabscheuen die Bosheit und Häßlichkeit der Sünden, für welche Jesus, dein Eingeborner, am Kreuze sterben, und sein Blut vergießen mußte! Laß mich nie vergessen, was dein heiliger Apostel sagt:„ Daß die, welche wieder fündigen, den Sohn Gottes, soviel an ihnen ist, kreuzigen, und zum Gespötte haben!" Etwecke in mir wahre Reue über meine Sünden, und den Geist der Buße!- Nun sind meine Bußwerke dir wohlgefällig, und für mich verdienstlich, wenn ich sie mit den Leiden und dem Tode Jesu, deines Sohnes, vereinige. Verleihe, o mein Gott! daß ich der Sünde absterbe, und in einem neuen, besseren Leben wandle; daß ich umgestaltet werde in einen neuen Geist; daß ich meinen Leib und meine Seele dir zum lebendigen, heiligen, wohlgefälligen Opfer darbringe( welches mein vernünftiger Gottesdienst sey), gleichwie sich Jesus für uns zum Opfer hingegeben hat! Amen! Kirchen Gebete. Herr Jesu Christe, der du aus dem Schooße des Vaters vom Himmel auf die Erde gekommen bist, und dein kostbares Blut zur Versöhnung unserer Sünden vergoffen haft! wir bitten dich demüthig, laß uns einstens am Tage des Gerichtes zu 172 Sechste Meß- Andacht. deiner Rechten stehen, und( das selige Wort) hören: Komme her, ihr Gebenedeite!" Es reinige uns, o Herr! wir bitten dich, von allen Ver gehungen dieses heilige Opfer, welches auf dem Altare des Kreuzes die Sünden der Welt hingenommen hat! Allmächtiger und mildester Gott, der du dem durstenda Volke eine Quelle des lebendigen Wassers aus dem Felsen her vorgebracht hast! entlocke der Härte unsers Herzens Thränen der Reue und Zerknirschung, auf daß wir unsere Sünden be weinen können, und Verzeihung derselben von deiner Barm herzigkeit erlangen mögen, durch Christus, unsern Herrn! Amen! Sechste Meß- Andacht. Die heilige Messe als Denkmal der Liebe, des Leidens und des Todes Jesu Christi insbesondere. Gebete und Betrachtungen. 1. Da ich, o göttlicher Heiland! dem unblutigen Opfe des neuen Bundes beiwohne, diesem ewigen Denkmale deiner Liebe, welches du auf Erden gestiftet hast, so ziehe mein He von allem Irdischen ab, auf daß ich den Gedanken an did festhalte, und mich ganz in die Betrachtung dessen versenke, was du für uns Sünder gethan, gelehret und gelitten hast! 2. Aus Liebe zu uns, und um uns Sünder zu erlösen, wurdest du Mensch, und nahmest die Knechtesgestalt an. Schon bei dem Eintritte in diese Welt gabst du dich deinem himm lischen Vater ganz zum Opfer für uns hin, mit den Worten: „ Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; aber einen"( menschlichen), Leib hast du mir angefügt. D hattest an Brandopfern für die Sünde kein Wohl gefallen. Da sprach ich: Sieh, ich komme, wie in Sechste Meß- Andacht. Anfange des Buches geschrieben ist von mir, auf daß ich deinen Willen thue!" So wurdest du von der ersten Stunde deiner Menschwerdung an deinem himmlischen Vater gehorsam, und übernahmst willig und freudig alle Leiden und Trübsale, die Deiner harreten, und die dein göttlicher Verstand alle klar und bestimmt vorhersah. 3. Arm und hilflos wurdest du geboren, und begrüßteft - gleich den übrigen Kindern die Welt mit Thränen, deren du noch viele für das Heil der Sünder in deinem folgenden Leben vergießen solltest. Schon am achten Tage deines Erdenlebens unterwarfest du dich dem Geseße, welches Gott dem Abraham gegeben hatte, von welchem du aber der Heiligste ausgenommen warest, weil es nur für Sünder bestimmt war. Doch du wolltest durchaus- die Sünde, ausgenommen- den Sündern gleich seyn, und keine Gelegenheit vorbeilassen, für die Sünder zu leiden.de sier on - 173 - 4. Kaum geboren, wurdest du zum Tode aufgesucht-- von den Menschen, denen du das Leben zu bringen gekommen warest. In dem Hause deiner Eltern zu Nazareth warst du - der gehorsame Sohn; und du, durch den die Welten erschaffen sind, schämtest dich nicht, die Handarbeit deines Nährvaters zu theilen, um deinen und deiner Eltern Unterhalt zu gewinnen. 5. Nach einem stillen und in den Augen der Welt niedrigen Privatleben von dreißig Jahren tratest du öffentlich als Lehrer der Menschheit auf, und lehrtest alle Tugend und Gerechtigkeit, die du selbst der Erste geübt hattest; denn du. machtest den Anfang mit dem Handeln, und dann erst lehrtest du. Welche hohe, göttliche Weisheit ging aus deinem Munde! Welcher Mensch hat je gesprochen, wie du? Wo ist eine Tugend, von welcher du uns nicht das reinste, vollkommenste, erhabenste Muster geworden bist? ngs gimt aft Du, König der Herrlichkeit, dessen Hand alle Schäße des Himmels und der Erde ausspendet! du wurdest arm aus 6. 174 Sechste Meß- Andacht. Liebe zu uns. Du der Aermste aller Menschen- hattest, in den drei letzten Jahren deines Lebens, nicht einmal, wo hindu dein Hauptlegen konntest. Dein ganzes Leben war eine Reihe von Entbehrungen, und Strengheiten, und Ab tödtungen, deren du doch nicht bedurftest, die du jedoch üben wolltest, um uns zu zeigen, was wir thun müssen, wenn wir das Fleisch dem Geiste unterordnen wollen. - 7. Durch deine Absonderung von aller menschlichen Ge sellschaft und durch die strengste Fasten während vierzig Tagen und Nächten bereitetest dir dich zum Predigtamte vor, und durc Gebet und Abtödtung versöhntest du den Zorn deines himm lischen Vaters, und zogest himmlischen Segen auf die Mensc heit herab. Du, der Heiligste, in welchem kein Reiz zum Bösen war, wolltest äusserlich versucht werden, nicht nur, um uns Sündern ein Beispiel zu geben, wie wir in Versuchungen uns waffnen, und wie wir kämpfen sollen, sondern auch, um uns theilhaftig zu machen deines Sieges, den du über den Feind des Menschengeschlechtes davon getragen hast. 8. Drei volle Jahre wandeltest du umher, und thatej Allen Gutes, und verkündetest den Gefangenen die Gr lösung, den Blinden das Gesicht, den Zerschlagenen die Heilung und den Armen das Evangelium, und suchtest, was verloren war, und führtest zurück die verirrten Schafe Israels. Du nahmst liebreich die ren müthigen Sünder auf, und zertratest nicht den noch ran chenden Docht; nur der Heuchelei und dem geistlichen Hoch muthe begegnetest du mit heiliger Strenge. 9. Wie viele Hindernisse hattest du bei deinem Predigt amte zu übersteigen! wie viele Widersprüche, Verleumdungen und Verfolgungen zu dulden! Selbst deine Jünger, die du deines vertrauten Umganges würdigtest, wie ungelehrig waren fie lange Zeit gegen deine liebreichen Unterweisungen! Reinheit deiner Lehre, die Größe deiner Wunder, die Menge deiner Wohlthaten wären fähig gewesen, selbst Felsen zu er - - Sechste Meß- Andacht. weichen. Aber nur die Herzen der Juden blieben ungerührt und verhärtet; nur die blinden Führer dieses Volkes öffneten deinem Lichte die Augen nicht. Man verkannte dich, o göttlicher Heiland! man verleumdete dich, man verfolgte dich. Man rechnete dir's zum Verbrechen an, daß du am Sabbathe Kranke heiltest, daß du mit Sündern umgingest. Man nannte dich einen Neuerer und Aufwiegler des Volkes. Da man deine Bunder nicht leugnen konnte, so schrieb man sie der Gewalt des Teufels zu, und nannte dich selbst einen Samaritan, einen vom Teufel Besessenen. Wie sehr mußte dich dieser verhärtete Unglaube deines Volkes kränken, da du bei dem Anblicke Jerusalems sogar Thränen vergoffest, weil diese blinde Stadt das Heil von sich wies, das du ihr angeboten haft! 10. Man begnügte sich nicht, dich, o göttlicher Heiland! zu verleumden; man legte dir auch von allen Seiten Netze und Schlingen, um eine Gelegenheit zu finden, dich aus dem Wege zu räumen. Bei jeder Handlung, bei jedem Worte lauerten deine Feinde, ob sie dich fangen und in irgend einem Punkte anflagen könnten. Bald kamen die Pharisäer und Sadducäer selbst, bald schickten sie ihre Schüler, um dich durch verfängliche Fragen auf die Probe zu stellen. Aber alle diese Nachstellungen dienten nur, deine Feinde zu beschämen, und gaben dir Gelegenheit, ihnen und uns heilsame Wahrheiten kund zu machen. 175 11. Schon oft wollten deine Feinde Hand an dich legen, jetzt dich über Felsen hinabstürzen, jetzt dich steinigen, jetzt dich binden lassen; aber deine göttliche Kraft machte sie plößlich erstarren, zum klaren Beweise, daß weder Menschen noch die ölle etwas wider dich vermögen, sondern daß du dein Leben freiwillig lassest, und Niemand ohne deinen Willen es dir nehmen könne.- Als du nun beschlossen hatteft, das Werk zu vollenden, wozu du gekommen wareft, um den Kelch zu trinken, den dir der Vater bereitet hatte, da überließest du dich freiwillig deinen Feinden, ließest dich binden, vor die ungerechtesten Richterstühle schleppen, den Heiden überliefern, - 176 Sechste Meß- Andacht. verhöhnen, schlagen, geißeln, einem Mörder nachseßen und an's Kreuz schlagen. Dieses war der Lohn, welchen dir die Menschen zahlten für Alles, was du für ihr Heil gethan, gelehret, gelitten hattest. Aber du, o Barmherzigster! ließest dich selbs durch ihren Undank nicht abschrecken, an ihrem Heile zu arbeiten und den Willen dessen zu erfüllen, der dich gesandt hatte.- Als du am Kreuze dein heiliges Haupt neigtest, konntest du m fen:„ Es ist vollbracht!" Ja, göttlicher Heiland! du hast es vollbracht, das große Werk unserer Erlösung; du haft uns Sünder geliebt von Ewigkeit; geliebt von deinem ersten Eintritte in diese Welt bis zum letzten Augenblicke, da du, guter Hirt! dein Leben für deine Schafe ließest. 12. Jesu! auch für mich bist du Mensch geworden. Auch für mich hast du gelitten, und bist du gestorben. Auch ich ge höre zu den Verlornen, die du errettet hast. Was soll, was kann ich dir vergelten für diese unaussprechliche Liebe gegen uns und gegen mich Sünder? - Herr! gleichwie du nur für das Sündergeschlecht Mensch geworden bist, und nur für uns gelebt, gelehret, gelitten hast und gestorben bist, eben so verleihe, daß ich auch nur für dich lebe, arbeite, nur deinen Willen erfülle, nur dir gefalle, und dir ähnlich und mit dir vereiniget werde! Und gleichwie du dich selbst mit ausgespannten Armen und mit entblößtem Körper am Kreuze deinem himmlischen Vater freiwillig für unsere Sünden zum vollkommenen Versöhnungsopfer hingegeben haft, eben so bringe ich, in Einfalt meines Herzens, mich selbs und mich ganz dir zum Opfer dar, und weihe mich heute deinem Dienste, und zur Lobpreisung deines Namens auf ewig ein. Dein bin ich, durch Nothwendigkeit, als dein Geschöpf; aber ich will dein seyn- aus freiem Willen und aus Liebe. Nimm mich also auf mit dem heiligen Opfer deines Leibes und Blutes, das ich dir heute in Gegenwart der Engel, dieser unsichtbaren Zeugen und Mitanbeter, darbringe, damit es mir und deinem ganzen Volke zum Segen werde! Wenn - Sechste Meß- Andacht. etwas Gutes an mir ist, so ist es dein Geschenk. Dir opfere ich es. Vermehre es, reinige es, und laß es zu deiner Ehre gereichen! Aber alle meine Sünden, die ich vom ersten Augenblicke meiner erwachenden Vernunft bis auf diese Stunde begangen habe, lege ich hin auf deinen Sühnaltar, damit du sie mit dem Feuer deiner Liebe verbrennen, alle Flecken meiner Vergehungen tilgen, mein Gewissen von allen Schulden reinigen, mir die verlorne Gnade wieder schenken, und das Siegel der vollkommenen Verzeihung, den Friedenskuß, geben mögest. Verzeihe, o mein Gott! verzeihe mir alle meine Sünden um deines Namens willen! Alle bereue, beweine und verabscheue ich sie, und gelobe dir, mit deiner Gnade, ernstliche Besserung. Mache selig die unsterbliche Seele, die du mit deinem kostbaren Blute erlöset hast! Sieh! deinen Erbarmungen übergebe ich mich ganz, in deine Hand lege ich mich und alle meine Hoffnungen nieder.- Jesu! erbarme dich meiner! Du hast uns Sünder geliebt bis in den Tod. Gib, daß auch ich dich liebe - im Leben und im Sterben, und daß ich von deiner Liebe niemals geschieden werde! Amen! Kirchen- Gebete. O Gott! dich lieben, dir dienen, ist Gerechtigkeit. Vermehre in uns die Gaben deiner unaussprechlichen Gnade! Und der du in dem Tode deines Sohnes uns hoffen ließest, was wir glauben! laß uns durch seine Auferstehung dahin gelangen, wohin wir streben! Wir bitten dich, o Herr, Heiliger, allmächtiger Vater, ewiger Gott! daß unser Opfer dir wohlgefällig mache- dein göttlicher Sohn, der am Vorabende seines Leidens seinen Jün- 1 gern befohlen hat, dieses zu seinem Andenken zu thun! 177 Allmächtiger Gott! erleuchte unsern Sinn, auf daß wir einsehen und zuversichtlich hoffen, du habest durch den zeitlichen Tod deines Sohnes, dessen Denkmal unser heiliges, geheimnißvolles Opfer ist, uns das ewige Leben verliehen! Durch Christus, unsern Herrn. Amen! 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe zc. 12 178 Siebente Meß- Andacht. Siebente Meß- Andacht. Die heilige Messe, als Opfer für die Lebendigen und Abgestorbenen insbesondere. Gebete und Betrachtungen. 1. Barmherziger Gott und Vater! Alles, was ist, ist durch dich erschaffen. Alle Menschen, welche waren, sind und seyn werden, sind deine Kinder, und gehören zu deinem Reiche, dessen Herr, und zu deinem Hause, dessen Vater du bist. Für uns Alle ist Jesus, dein göttlicher Sohn, am Kreuze geſtorben; Alle sind durch sein Blut erlöset. Nur durch ihn haben sie das Heil erlangt, oder hoffen es noch zu erlangen. 2. Göttlicher Heiland! da du einstens am Kreuze für uns Sünder das Opfer der Versöhnung wurdest, umfingest du mit ausgestreckten Armen die Menschen aller Zeiten und aller Orte. Der Werth deines theuren Blutes wird durch keine Gränzen des Raumes und der Zeit beschränkt.- Du bist das Lamm, welches vom Anbeginn geschlachtet wurde. Du bist unser Hoherpriester, unser Erlöser und Mittler in Ewigkeit. 3. Da ich nun in diesem heiligen Opfer deinen Versöhnungstod, o göttlicher Erlöser! erneuere, so laß mich im Geiste die Schranken der Erde und der Sterblichkeit überfliegen, und betend meiner Brüder gedenken, nicht nur der hier Lebenden, sondern auch der jenseits Verklärten, oder nach Verklärung Schmachtenden! Denn auch du, Erbarmer! vergaßest nicht der Gefangenen im Kerker, sondern stiegest hinab in die Vorhölle, um den Verstorbenen das Heil zu bringen. 4. Zuerst erhebe ich mein Herz zu euch, ihr Bewohner des himmlischen Jerusalem! Ihr, einst Bürger dieser Erde, wie wir, habet vollendet, und das Reich geerbt, das end vom Anbeginn der Welt bereitet war. An euch sind die Verheissungen des Vaters in Erfüllung gegangen. Euch hat das Blut des Lammes gereiniget, und ihr kostet die Früchte, die Siebente Meß- Andacht. der Baum des Lebens, das Kreuz des Erlösers, getragen hat. - Was ihr waret, sind wir. Was ihr seyd, wünschen wir zu werden. Ihr Heiligen und Auserwählten Gottes! Seligste Jungfrau und Mutter des Erlösers, heilige Apostel, Martyrer, Bischöfe, Beichtiger, Jungfrauen und Frauen- alle Gerechte Gottes! vereiniget eure Bitten bei Gott mit den unsrigen, daß auch wir der Verheissungen Jesu Christi theilhaftig werden; „ daß auch wir einen guten Kampf kämpfen, den Lauf vollenden, den Glauben halten, und die Krone der Gerechtigkeit erlangen," die euch bereits zu Theil geworden ist, die aber der Herr auch uns hinterlegt hat," wenn wir- sie zu verdienen streben! 179 5. Allmächtiger, ewiger Gott! du hast Wunderbares gethan an deinen Heiligen. Nur durch dich sind sie geworden, was sie sind, und nur deinem Namen gebührt die Ehre. Dein Arm ist nicht abgekürzt. Du kannst aus Steinen Kinder Abrahams erwecken. Vernimm gnädig die Fürbitten deiner Heiligen für unser Wohl, und verleihe uns die heiligmachende Gnade, die du ihnen verliehen haft; gib uns aber zugleich), daß wir deiner Gnade gläubig und treu mitwirken, wie sie mitgewirkt haben! Laß uns, durch dich gestärkt, nach ihrem Beispiele, die Welt, das Fleisch und den Teufel überwinden, und nach einem frommen Leben zu ihrer seligen Gemeinschaft in den Himmel kommen, wo wir dich mit Einem Munde und Einem Herzen loben, preisen und lieben in Ewigkeit! Amen! 6. Sieh gnädig herab, o himmlischer Vater! auf deine in der ganzen Welt zerstreute Kirche, welche noch streitet mit den Feinden ihres Heiles von Aussen und Innen- und ringt und fleht, aufgenommen zu werden in deine triumphirende Kirche im Himmel! Für alle Menschen ohne Ausnahme bete ich, und opsere dir den Leib und das Blut Jeſu, deines Sohnes. Auf deinem heiligen Altare lege ich nieder alle frommen Bitten aller Andächtigen, die geheimen Wünsche und Anliegen meiner Eltern und Freunde, Brüder und Schwe12* - 180 Siebente Meß- Andacht. stern, und aller meiner Lieben, die mir oder Andern aus Liebe zu dir Gutes gethan, und die sich und die Ihrigen in mein Ge bet empfohlen haben. Sieh gnädig herab auf alle Gebete, die von der ganzen Erde zu dir emporsteigen,- auf alle heiligen Opfer, die deine heilige Kirche auf der ganzen Welt dir entrichten wird! Gib, daß Alle dich von ganzem Herzen suchen! Verleihe deinen Gläubigen Beständigkeit in der Reinheit deines Glaubens, daß sie, in göttlicher Liebe gestärkt, von dessen Unversehrtheit durch keine Versuchung abgezogen werden! Laß o Herr! keines zu dir Flehenden Bitte, keines Einzigen Wunsch vergeblich seyn; sondern gib, daß wir Alle wirksam verlangen, um was wir gläubig und würdig bitten! 7. Besonders, o mein Gott! opfere ich dir auch mein Gebet und Sühnopfer für Jene, die mich jemals beleidiget, be trübt, gelästert, beschädiget, gekränkt haben, und für Alle, die ich jemals betrübt, gekränkt, beschädiget, und mit Wor ten oder Thaten, mit oder ohne Wissen geärgert habe. Verzeihe uns Allen miteinander alle Sünden und alle Be leidigungen, mit denen wir einander betrübt haben! Nimm von unsern Herzen hinweg Alles, was Argwohn, Zorn, Ver bitterung, Zank heißt, und das zarte Band brüderlicher Lick auflösen oder schwächen kann! Erbarme dich Aller, die deine Erbarmungen anflehen; gib Gnade Allen, die deiner Gnade bedürfen; und bilde aus uns Menschen, welche tüchtig und werth sind, deine Gnade zu genießen, und vollmündig wer den zur Erlangung des ewigen Lebens! 8. Aber auch Eurer will ich gedenken, ihr heimgegan genen Brüder und Schwestern, die ihr in dem Orte der Rei nigung noch zurückgehalten, und von den euch noch ankleben den, und durch die Thränen der Buße nicht ganz abgewafde nen Flecken gereiniget werdet. War es Schwachheit des Fla sches, oder unordentliche Anhänglichkeit an das Irdische, ob verkehrte Liebe zu den Eurigen, vielleicht auch zu mir,-ob gar meine eigene Schuld, die euch zu Sünden verleitete, f ode ( % l 1 B ! $ 11 ( ₁ t: er: be ne de nd et 11 ei en be ci Der De Siebente Meß- Andacht. die ihr noch büßet, und die euch Gottes Anschauung noch eine Zeit lang vorenthalten, mein Glaube und die Liebe Gottes macht es mir zur Pflicht, für euch zu beten, und für eure Erlösung das Blut des Lammes aufzuopfern, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt. Eure Liebe ist mir Bürge, daß ihr dereinst durch vereinte Fürbitte bei Gott es vielfältig Jenen vergelten werdet, durch deren Gebet ihr aus dem Orte der Leiden in die Wohnungen der Seligkeit versetzt worden seyd. 9. O himmlischer Vater, Vater der Barmherzigkeit und alles Trostes! erbarme dich der leidenden Seelen, die deiner Gerechtigkeit noch einige Schuld abzutragen haben! Vergilt ihnen nicht nach ihren Werken, sondern nach der Fülle deiner Erbarmungen, welche zahllos und ohne Gränzen sind! Sieh auf das Angesicht deines Gesalbten, Jesu Christi! Ich opfere dir für ihre Erlösung seine Verdienste, sein heiliges Leben, Leiden und Sterben, sein kostbares Blut, das am Kreuze für uns und für sie geflossen ist. Um Jesu, deines Sohnes, willen verkürze die Zeit ihrer Reinigung, und laß sie deiner Huld sich ganz erfreuen! 10. O Jesu! für uns Alle bist du Mensch geworden, hast gelitten und bist gestorben. Erbarme dich unserer leidenden Brüder und Schwestern, die du am Stamme des Kreuzes erlöset haft! Durch die Thränen, die du über unsere Sünden geweinet, trockne die ihrigen! Durch die Schmerzen, die du in deinem Leiden und Sterben erduldet hast, mildere die ihri- 181 gen! Durch die überflüssigen Verdienste deines Leidens und Todes ersetze ihre Gebrechen! Durch den Werth deines kostbaren Blutes reinige ihre Seelen, und tilge ihre Schulden! Deine Hände, welche einst am Kreuze ausgespannt die ganze Welt umfingen o reiche fie, Gottmensch! den Leidenden im Kerker! führe sie heraus, die nach Befreiung Seufzenden, und sprich die Worte:„ Noch heute werdet ihr bei mir im Paradiese seyn!" 11. Ihr Heiligen Gottes im Himmel! erlanget durch eure Fürbitte bei Gott den leidenden Seelen im Orte der Rei-' Siebente Meß- Andacht. nigung die baldige Erlösung; uns Lebenden aber die Gnade, wahre Buße zu wirken, und so zu leben und so zu sterben, daß wir nach dem Tode keiner Reinigung bedürfen, sondern dahin gelangen, wo die triumphirende mit der streitenden und leidenden Kirche in Ein himmlisches Reich vereiniget- - Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit schauen, loben und preisen wird! Amen! 182 Kirchen- Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der du herrscheft über die Lebenden und Verstorbenen, und dich Aller erbarmest, von denen du vorher weißt, daß sie durch den Glauben und durch die Werke die Deinigen seyn werden! wir flehen in Demuth zu dir, laß Alle, für die wir gebetet haben sie mögen noch auf dieser Welt im Fleische wohnen, oder die sterbliche Hülle ausgezogen haben und jenseits leben, laß sie durch die Für bitte aller deiner Heiligen, und durch deine mildeste Erbarmung- Nachlaß ihrer Sünden erlangen! Gott, dem allein die Zahl der Auserwählten bekannt ist, welche in die Seligkeit des Himmels versetzt werden sollen! wir bitten dich, verleihe uns durch die Fürbitte aller deiner Heiligen, daß das Buch der seligen Vorherbestimmung die Namen Aller verzeichnet enthalte, für die wir gebetet haben, und die wahrhaft an dich glauben! — Wir bitten dich, allmächtiger, ewiger Gott! gib, daß uns die empfangenen Heilsgeheimnisse reinigen! Und durch die Fürbitte aller deiner Heiligen gereiche uns dieses heilige Opfer nicht zur Strafe unserer Schuld, sondern sey die heilsame Vermittlung zur Verzeihung! Es wasche uns rein von Sünden, stärke die Schwachen, schirme uns gegen alle Gefahren der Welt, und bewirke allen Gläubigen, lebenden und abgestorbeNachlassung aller Sünden!- Durch Christus, unsern Herrn. Amen! nen Achte Meß- Andacht. 183 Achte Meß- Andacht. Meßgebete für die Abgestorbenen insbesondere. Allmächtiger, gütiger Gott! dein göttlicher Sohn hat uns gelehret, daß nichts Unreines in den Himmel eingehen könne. Darum flehe ich zu deiner unendlichen Barmherzigkeit, daß du dich der leidenden Seelen im Fegfener erbarmen, sie aus ihrer Qual erlösen, oder doch ihre Leiden lindern wollest. In Demuth und mit zerknirschtem Herzen bekenne ich vor dir, o allwissender Gott! daß ich nicht würdig bin, für diejenigen zu bitten, welche schon vor deinem strengen Gerichte erschienen sind, aber nur einiger geringer Fehler wegen dein göttliches Angesicht noch nicht sehen dürfen. Ja, mein Gott! ich bin nicht würdig, daß mein Gebet erhöret werde; denn ich bin ein Sünder, der dich oft und schwer beleidiget hat. Aber, o mein Gott! ich bereue meine Sünden, und opfere dir zur Genugthnung für meine Vergehungen und zur Erlösung der Seelen aus dem Fegfeuer das hochheilige Opfer, welches deiner göttlichen Majestät jetzt dargebracht wird. Durch die Verdienste unsers Erlösers bitte ich vorzüglich für die Seele N. N., daß du, o Gott! sie erlösen wollest. Damit aber mein unwürdiges Gebet zu deinen Ohren dringe, so vereinige ich es mit dem Gebete des Priesters und Aller, die in deiner Anbetung hier versammelt sind. D Gott! wir erneuern jeßt hier im Glauben an unsern Erlöser seinen Versöhnungstod, wodurch deiner Gottheit die höchste Ehre erzeigt wird. Laß dir unser Opfer wohlgefallen, und verleihe gnädigst, daß wir der Verdienste desselben theilhaftig werden, durch Jesus Christus, unsern Herrn! Amen! Barmherziger Gott! erbarme dich unser!- Jesu Christe! erbarme dich unser! Herr! erbarme dich unser, und gib den Seelen der Christgläubigen die ewige Ruhe! 184 Achte Meß- Andacht. Gebet. O Gott, du Erschaffer und Erlöser aller Gläubigen! verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinen Nachlassung ihrer Sünden! Zur Genugthuung für ihre Schuld opfern wir dir die unendlichen Verdienste des schmerzlichen Kreuzestodes auf, den wir in frommer Andacht auf eine unblutige Weise jetzt erneuern, bittend, du wollest sie die Verzeihung erlangen lassen, die sie immer gewünscht haben. Ach, liebster Bater! diese be drängten Seelen seufzen um Hilfe; denn sie selbst können nun nichts mehr, für ihre Erlösung thun. Darum erhöre mein de müthiges Gebet, und das Gebet des Priesters, welcher jetzt für die Seelen der Abgestorbenen bittet, damit sie zu deiner glor reichen Anschauung gelangen! O himmlischer Vater! hier auf dem Altare wird jetzt der wahre Leib und das wahre Blut Jesu zur Genugthuung für unsere Sünden dir dargebracht. O laß doch den Werth und die Verdienste des heiligen Blutes deines Sohnes den Seelen im Fegfeuer zufließen, damit sie gänzlich rein werden, um einzugehen in die ewige Seligkeit! Amen! seligste Jungfrau Maria, Mutter der Barmherzigkeit! erzeige deine Güte den leidenden Seelen im Fegfeuer; bitte für sie, damit sie zur Anschauung Gottes gelangen! Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen! Beim Evangelium. i mein Jesu! nur mit Furcht und Zittern kann ich jenes fürchterlichen Tages gedenken, an welchem der Posaunenschall alle Menschen aus den Gräbern hervorruft, und unser verwesliches Fleisch die Unverweslichkeit, und unser sterblicher Leib die Unsterblichkeit anziehen wird. O Tag des Schreckens, an dem Sonne, Mond und Sterne vom Himmel fallen, und die Ewigkeit ihren Anfang nimmt!- Ach! mit welcher Furcht und Angst werden wir dich, den Richter der Welt, auf den Wolken kommen sehen! Welches Beben wird meine Seele ers füllen, wenn meine Sünden, meine geheimsten Thaten vor Achte Meß- Andacht. dein Gericht gezogen werden! Wie werde ich Sünder dort bestehen, wo selbst die Auserwählten in banger Erwartung zitternd harren?- Ach! zu wem kann ich da meine Zuflucht nehmen? Zu wem soll ich dann flehen, als zu dir, dem schreckbaren Könige, dem furchtbar strengen Richter? Aber, o Herr! ich will nicht warten bis zum Tage der Nache; ich will heute schon meine Schuld vor dir bekennen. Jetzt in dieser Stunde des heiligen Opfers, jetzt, wo du, o Lamm Gottes! auf's Neue für unser Heil dich deinem himmlischen Vater dargibst,- jest werfe ich mich, von Reue durchdrungen, zu deinen heiligen Füßen, und flehe um Vergebung meiner Sünden. O göttlicher Nichter! um deines Leidens und Todes willen führe mich zum ewigen Leben; denn nur du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben, und Niemand kommt zum Vater, als durch dich. Darum, o Jesu, Licht der Welt! leuchte mir durch die Finsternisse dieses Lebens; führe mich auf dem Wege der Wahrheit zum ewigen Leben, und führe auch die Seelen aus dem Fegfeuer zur ewigen Ruhe, wo sie dich sammt dem Vater und dem heiligen Geiste als den wahren Gott anbeten, sehen und lieben werden in alle Ewigkeit! Amen! Gebet. 185 O Gott der Güte und Erbarmung! erlöse die Seelen deiner Diener und Dienerinen, die von dieser Welt geschieden sind! Vorzüglich bitte ich für die Seele N. N., daß du dich ihrer erbarmest. Laß mein demüthiges Gebet den Abgestorbenen nüßlich seyn, und verleihe ihnen Nachlaffung ihrer Sünden, durch Jesus Christus, unsern Herrn! Amen! Beim Offertorium. Herr Jesus Christus, du König der ewigen Herrlichkeit! ich bitte, befreie die Seelen der Gläubigen, welche im Orte der Reinigung nach ihrer Erlösung seufzen! Herr! wir bringen dir Opfer und Lobgebete; nimm sie gnädig für die leidenden Seelen meiner verstorbenen Angehörigen, Freunde und 186 Achte Meß Andacht. = Wohlthäter an; laß sie aus Erbarmung zum Leben eingehen, welches du dem Abraham und seinen Kindern verheiſsen haft! - D Gott, dem es eigen ist, sich zu erbarmen und zu verschonen! sich von dem Throne deiner Gnade auf dieses hochheilige Opfer, welches der Priester im Namen aller Gläubigen jetzt verrichtet! Hier auf dem Altare opfern wir Brod und Wein zur Verwandlung in das heilige Fleisch und Blut Jesu, wie er, der Stifter des neuen Bundes, uns befohlen hat. Sieh nicht sowohl auf uns Unwürdige, als auf Jesus Christus, den Mittler, in dessen heiligstes Fleisch und Blut diese Opfer gaben verwandelt werden! In Ansehung dieses Versöhnungsopfers laß die Seelen der abgestorbenen Gläubigen Gnade finden! Verzeihe ihnen ihre Schwachheiten und Fehler, un deren willen sie deiner göttlichen Anschauung noch beraubt sind! Erfülle ihr sehnlichstes Verlangen nach Erlösung, und laß sie in dein himmlisches Reich eingehen, durch Jesus Christus, unsern Herrn! Amen! Gib ihnen, o Herr! die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen! Beim Sanctus. Ewiger Gott! deine Barmherzigkeit hat uns hier auf den Altare eine Gnadenquelle eröffnet, welche unerschöpflich ist. Hier ist der geheiligte Opferplaß, wo Gott selbst geopfert wird. Jesus, das ewige Wort, steigt nun auf das gläubige Gebet des Priesters vom Himmel herab, und wird hier gleichsam auf ein Neues geboren. O Gott! dein geliebter Sohn, der am Kreuze Blut und Leben für uns hingab, Jesus Christus, welcher auf die grausamste Weise ist getödtet worden, erneue jetzt auf eine unblutige Weise seinen Tod. O unermeßlich tie fes Geheimniß! O gebenedeite, kraftvolle Worte, durch welde Gott von seinem ewigen Throne zu uns herabgezogen wird! Seliges Gebet, welches den Himmel öffnet, und den unermes lichen Gott in unsere Nähe bringt! Dieses Geheimniß ist di l 1 ! ( 1 e et 11 et 3₁ t Achte Meß- Andacht. höchste Freude des himmlischen Vaters, da er seinen geliebten Sohn auf dem Altare als Opfer sieht; es ist der größte Jubel des göttlichen Sohnes, weil der Vater in diesem Opfer verherrlichet wird; ja, dieses Geheimniß ist der Triumph des heiligen Geistes, der das Erlösungswerk bis zum letzten aller Tage fortseßen sieht. Die Engel und Erzengel erstaunen über die liebevolle Erniedrigung des göttlichen Sohnes. Die Schaaren der Heiligen vereinigen ihr Lob mit allen Geschöpfen, und rufen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, unser Gott. Gebenedeit, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna! 14 187 O Gott, allmächtiger Vater! da wir jetzt das Geheimniß der Erlösung feierlichst erneuern, so verleihe gnädigst, daß die Verdienste dieses hochheiligen Opfers den Seelen im Fegfeuer zur Tilgung ihrer Sünden gereichen! Erlöse sie, damit sie sogleich in unsere Anbetung einstimmen, die sie sodann fortseßen in alle Ewigkeit, durch Jesus Christus, unsern Herrn! Amen! Bei der Wandlung. O anbetungswürdigster Erlöser, du Sohn Gottes! sey mir gnädig, sey mir barmherzig, und verzeihe mir meine Sünden! O Jesu! laß dein heiliges Blut, welches für das Heil der Menschen vergossen worden ist, hinabfließen über die leidenden Seelen im Fegfeuer; wasche sie von ihren Makeln; reinige sie, und schenke ihnen Gnade und Barmherzigkeit! Nach der Wandlung. Ewiger, unermeßlicher, unbegreiflicher Gott! voll Verwunderung bete ich dich in deiner Liebe an, die dich in diesen Brodesgestalten verborgen hält. O wie tief erniedrigest du dich, daß sogar ich Sünder vor dir, meinem Herrn und Könige, erscheinen darf! Höchste göttliche Majestät! ich darf mit dir reden; ich darf die geheimsten Wünsche meines Herzens vor deinem Throne ausschütten, und du nimmst meine Seufzer wie ein liebender Vater gütig auf. Nun denn, du Geber alles 188 Achte Meß- Andacht. Guten! so bitte ich vor Allem um ein bußfertiges Herz. Göttlicher Arzt! reinige mich von meinen Sünden mehr und mehr, bis ich endlich durch deine Gnade ganz rein werde! Reinige auch die Seelen im Fegfeuer, damit sie zu deine göttlichen Anschauung gelangen! Gieße doch dein kostbares Blut über sie aus, damit sie vollkommen gereiniget und gehei liget werden!- Liebster Gott! diese trauernden Seelen seufzen zu dir um Erlösung. Erhöre ihr Seufzen, und erhöre auch mein Gebet, das ich in Demuth und aus dem Innersten meines Her zens vor dir ausgieße! Allwissender und gerechter Gott! diese Seelen haben an dich geglaubt; sie haben auf dich gehofft, und sie haben dich geliebt. O laß sie doch bald zu deiner Anschauung gelangen! Dieß bitte ich durch Jesus Christus, unsem Herrn. Amen! Gebet. Gott, du Erschaffer und Erlöser aller Gläubigen! verleihe deinen Dienern und Dienerinen Nachlaffung aller Sünden, da mit sie durch frommes Gebet zur ewigen Seligkeit gelangen, der du lebest und regierest mit dem Vater und dem heiligen Geiste gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Zur Kommunion. O gütigster Erlöser! du bist hier auf dem Altare, und gibst dich zur größeren Verherrlichung deines Vaters als Opfer für uns dar, und gehst nun mit himmlischem Segen in das Herz des Priesters ein. O Jesu, köstliches Himmelsbrod! daß ich doch würdig wäre, dich jetzt empfangen zu dürfen! Aber meine Sünden machen mich unwürdig, diese heilige Speise zu essen. Darum schlage ich, von Reue durchdrungen, an meine Brust, und bitte, daß du geistlicher Weise bei mir einkehren wollest. Ja, komm, mein Jesu! und sprich nur Ein Wort, fo wird meine Seele gesund! Aber, o liebster Jesu! auch die Seelen im Fegfeuer seufzen unaufhörlich nach deinem seligen Achte Meß- Andacht. Besize. Darum bitte ich abermal: Sprich nur Ein Wort, und sie werden erlöset und geheiliget zu dir in den Himmel eingehen! Wir bitten dich, o Herr! laß die Seelen deiner Diener und Dienerinen an diesem kostbaren Opfer, welches wir dir dargebracht haben, Theil haben; nimm sie in die Zahl deiner Heiligen auf, erquicke sie mit dem ewigen Thau deiner Barmherzigkeit, und laß sie eingehen in dein Reich, durch Jesus Christus, unsern Herrn! Amen! 189 Herr, unser Gott! wir bitten abermal, nimm dieses Opfer des Heiles, welches du vom Himmel auf die Erde gesandt hast, mit Wohlgefallen an, und laß es uns und Allen, für die wir es deiner Majestät dargebracht haben, zum Heile und zur ewigen Seligkeit gereichen, durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit. dir und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Herr! gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen! Beschluß und Danksagung. Allmächtiger, ewiger Gott! nun haben wir das größte und heiligste Opfer vollendet, und ich danke dir von ganzer Seele, daß ich das Glück gehabt, diesem hochheiligen Dienste beiwohnen zu können, und für Jene zu bitten, die deinem liebenden Baterherzen so lieb und theuer sind. Ich danke dir, o grundgütiger und barmherziger Gott! und wiederhole die Bitte, du wollest dich der Seelen im Fegfeuer erbarmen, ihnen den Frieden, die Freude des Himmels und die ewige Seligkeit verleihen. Diese begnadigten Seelen wollen dann auch für mich bitten, damit dein Gnadenlicht auch mir leuchte durch alle Gefahren dieses Lebens, und daß ich durch einen gottesfürchtigen Wandel auf Erden von der ewigen Verdammniß befreit bleibe, durch Jesus Christus, unsern Herrn! Amen! 190 Neunte Meß- Andacht. Neunte Meß- Andacht. Gebete bei einer Messe vom allerheiligsten Altarssakramente.*) Vorbereitungsgebet. Jesu, du ewiger Priester nach der Ordnung Melchisedechs! ich bete dich an. Jesu, du treuer Hoherpriester vor Gott zur Versöhnung unserer Sünden! ich bete dich an. Jesu, du wahres und unendlich würdiges Opfer in dem allerheiligsten Altarssakramente! ich bete dich an, und opfere jeßt deinen hochheiligen Leib, welchen du für uns in den Tob hingegeben, und dein kostbares Blut, welches du zur Vergebung unserer Sünden vergossen hast, mit dem Priester in der heiligen Messe dem himmlischen Vater als ein vollkommenes Lob- und Dankopfer, als ein reines Bitt- und Versöhnungsopfer auf. Ewiger, barmherziger Gott, Vater unsers Herrn Jeju Christi, und auch unser Vater! mit dem Priester und durch den Priester opfere ich deiner unendlichen Majestät von deinen Gaben ein reines, heiliges und unbeflecktes Opfer, das heilige Brod des ewigen Lebens, den Kelch des ewigen Heiles, den Leib und das Blut Jesu Christi, deines Sohnes. Nimm es wohlgefällig auf, und sey mir armen Sünder gnädig! Im Geiste der Demuth und mit zerknirschtem Herzen befenne ich dir, allmächtiger Gott! Mariä, der allezeit reinen Jungfrau, und allen Heiligen, daß ich oft und viel gefündiget habe mit Gedanken, Worten und Werken. Ich erkenne meine Schuld, meine größte Schuld, und bitte dich, barmherzi ger Vater! um Gnade und Verzeihung, nach der Fülle deiner *) Bei Gelübd- Messen von diesem hechheiligen Sakramente,- bei aus geseßtem hochwürdigsten Gute und in der Frehnleichnams- Oktav z gebrauchen.. Neunte Meß- Andacht. Erbarmungen durch die Verdienste Jesu Christi, und durch die Fürbitte aller lieben Heiligen. Amen! Introitus. 11 Bei dem letzten Abendmahle nahm Jesus das Brod, brach es, gab es seinen Jüngern und sagte: Nehmet hin und effet! das ist mein Leib." Darauf nahm er den Kelch mit Wein, dankte, gab denselben seinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin und trinket! dieß ist mein Blut des neuen und ewigen Bundes." Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste! Wie es war im Anfange, jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! 191 Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Gloria. Ehre sey Gott in der Höhe, und auf der Erde Friede den Menschen, die eines guten Willens, sind! Wir loben dich; wir preisen dich; wir beten dich an; wir verherrlichen dich; wir rühmen mit Gefühlen des Dankes deine Größe, Macht und Güte. Herr! Gott, himmlischer König! Gott Vater! Allmächtiger! Herr, eingeborner Sohn! Jesus Christus! Herr! Gott! Lamm Gottes! Sohn des Vaters! Der du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser! Der du hinwegnimmst die Sünden der Welt, nimm unser Flehen an! Der du sizest zur Rechten des Vaters, erbarme dich unser! Denn du allein bist der Heilige. Du allein bist der Herr. Du allein bist der Höchste, Jesus Christus- mit dem heiligen Geiste in. der Herrlichkeit Gottes, des Vaters. Amen! pilion - Gebet. Inim Herr! erhöre mein Gebet, und mein Flehen dringe an dein Vaterherz! D Gott! du hast uns das wunderbare Altarsgeheimniß als Denkmal deines Leidens hinterlassen. Wir bitten dich, laß uns die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so ver Neunte Meß- Andacht. ehren, daß wir die Frucht deiner Erlösung fortwährend in uns empfinden mögen, der du lebeft und regierest mit Gott, dem Vater, in Einigkeit des heiligen Geistes, von Ewigkeit zu Ewigfeit! Amen! 192 Gelobt und angebetet sey Jesus Christus im heiligsten Al tarssakramente jetzt und in Ewigkeit; denn durch ihn, mit ihm und in ihm ist Gott, dem allmächtigen Vater, in Einigkeit des heiligen Geistes, Anbetung, Preis und Ehre in Ewigkeit! Amen! I. Das Lobopfer. Allmächtiger, ewiger Gott, himmlischer Vater! zur Verehrung und Anbetung deiner unendlichen Hoheit, Größe und Herrlichkeit, zur demüthigen Bezeigung meiner Unterwürfigkeit und gänzlichen Nichtigkeit vor dem Throne deiner göttlichen Majestät opfere ich dir mit dem Priester am Altare aufJesus Christus, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn; ich opfere dir auf den heiligen Leib und das kostbare Blut des unschuldigen Lammes; ich offere dir auf sein heiliges Leben, Leiden und Sterben, sammt allen seinen Verdiensten. Nimm auf, o himmlischer Vater! dieses unendlich würdige Opfer zu deinem ewigen Wohlgefallen, wie du gnädig aufgenommen haft die Gaben Abels, deines heiligen Dieners, und das Opfer des Patriarchen Abraham, und Melchisedechs, des Hohenprie sters! Die Opfergabe ist ja dein geliebter Sohn, an welchem du dein innigstes Wohlgefallen hast. Du aber, allerheiligster Friedensfürst, Versöhner, einziger Mittler, Jesus Chriſtus! opfere du selbst dem ewigen Vater deinen Leib und dein Blut, deine unendlichen Verdienste, und unser demüthiges Gebet auf, damit wir Alle, die wir von dem heiligen Geheimnisse des A tars genießen, mit der Fülle der himmlischen Gnade gesegnet. werden! Amen! — - II. Das Gedächtnißopfer. Himmlischer Vater! wir erinnern uns jetzt deines Soh nes Jesu Christi, der auf dem Altare des Kreuzes sich selbt 3 et Neunte Meß- Andacht. blutiger Weise für uns geopfert, und unsere Erlösung vollendet hat. In dieser dankbaren Erinnerung opfere ich dir diese heilige Messe, und in derselben Alles auf, was Jesus für mich gelitten hat; alle seine Schmach und Schmerzen, seine Geduld und Liebe, seine Angst und Verlaffenheit, seine Wunden, seinen Gehorsam bis in den Tod am Kreuze. Du, o barmherziger Heiland, Jesus Christus! hast uns ein Andenken deiner Wunder hinterlassen, und uns durch deinen Tod am Kreuze Verzeihung, Gnade und ewiges Leben erworben. Laß dein heiliges, reines und unblutiges Opfer auf dem Altare auch für mich das Unterpfand deiner Liebe,- laß deinen Leib auch für mich das Brod des ewigen Lebens, dein Blut auch für mich den Kelch des Heiles werden! Amen! III. Das Dankopfer. I Herr, heiliger Vater, allmächtiger Gott! es ist billig und recht, pflichtmäßig und heilsam, daß wir deiner unendlichen Güte allezeit und allenthalben für deine unzählbaren Wohlthaten Dank sagen. Darum opfere ich dir auf das unblutige Opfer des neuen Bundes, das Jesus Christus am Abende vor seinem Leiden und Tode eingesetzt hat. Ich opfere dir durch den Priester eben denselben Jesus, deinen geliebten Sohn, mit allem Lobe und Danke, womit er dich auf Erden verherrlichet hat, und noch immerhin in dem heiligsten Altarssakramente verherrlichet. Nimm' auf dieses unendlich kostbare Opfer zu einer würdigen Danksagung für alle Gnaden und Wohlthaten, mit denen deine Vatergüte mich bisher gesegnet und erfreuet hat! Dir, himmlischer Bater! sey ewige Danksagung durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn! J I - 193 Herr Jesus Christus! dein heiligstes Opfer ist der süßeste Wohlgeruch vor dem Angesichte deines Vaters. Erseße die Unvollkommenheit meiner Danksagung, und laß deinen heiligsten Leib und dein kostbarstes Blut den Werth meiner Dankbarkeit seyn bis an's Ende! Amen! itig 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe: c. 13 ome 194 IV. Das Bittopfer. Tits Allmächtiger, ewiger Gott! ich opfere dir auf das hei lige, unbefleckte Opfer der heiligen Messe, mit der demüthigsten Bitte, daß es vor dem Angesichte deiner göttlichen Majestät für mein und der ganzen Welt Heil mit einem lieblichen Geruche aufsteige. Komm, allmächtiger, ewiger, segnender, heilig machender Gott! segne dieses Opfer, welches zur Ehre deine heiligen Namens zubereitet wird, und nimm es zu meinem Heile und zur Wohlfahrt deiner ganzen heiligen Kirche mit gnädigem Wohlgefallen auf! Neunte Meß- Andacht. - ( 85) Sieh an meinen Glauben und meine Andacht, womit ich dir die unendlichen Verdienste Jesu Christi vorstelle, und erhöre um dieser Verdienste willen mein unwürdiges Gebet; erfülle mein Herz mit heiligen Begierden zu dir, ewiger, leben. diger und wahrer Gott! und erhöre mein demüthiges Flehen für die Erlösung meiner Seele von allem Uebel, und für die Hoffnung meines zeitlichen und ewigen Heiles! Gebenedeit seyst du, Gott und Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, der du uns durch ihn mit allem geistlichen und himmlischen Segen erfüllest! O Jesu! du erscheinest vor dem Angesichte des Vaters; du wohneft in dem heiligen Altarsgeheimnisse mitten un ter uns als unser Mittler, um für uns zu bitten, und Jene, die durch dich zum Vater hintreten, selig zu machen. Laß, o du mein einziger Seligmacher! die Stimme deines Blutes in die sem heiligen Opfer für mich reden; zeige deine heiligen Wun den, und wiederhole die Bitte der Liebe: Vater, verzeih ihnen!" die du auch für mich armen Sünder am Kreuze zum Vater gethan hast, damit ich Gnade, Barmherzigkeit und Hilfe e lange! Amen! - - V. Das Versöhnungsopfer. Heiliger und gerechter Gott! mit zerknirschtem Herzen opfere ich dir auf das heilige Opfer der Versöhnung in der hei ligen Messe, und den unendlichen Werth des bitteren Leidend und Sterbens Jesu Christi, deines Sohnes, für meine und de ( 1 3 11 I 78 Neunte Meß- Andacht. ET 195 ganzen Welt Sünden. Himmlischer Vater! sieh an- das Blut meines göttlichen Erlösers, das für mich um Gnade ruft, und erzeige mir deine Barmherzigkeit! Bekehre uns, o Herr! durch unsern Heiland Jesus Christus, und wende deinen Zorn von uns ab! O Jesu! du bist die Versöhnung für meine und aller Menschen Sünden. Du bist in das Heiligthum eingegangen, und haft unsere Erlösung bewirkt. Verleihe, daß ich durch dein unendlich verdienstliches Opfer vollkommene Verzeihung, und das ewige Leben erhalte! Amen! Zur Wandlung. Heilig, heilig, heilig bist du, Jesu, Mensch und Gott! als das wahre Lebensbrod, bei uns ohne End' in dem heil'gen Sakrament. Heilig, heilig, heilig stellst du dich auf dem Altar' für uns als ein Opfer dar; und es fließt dein Blut uns zum Heil', höchstes Gut! Heilig! heilig! heilig! Andacht, Glaube, Jünger- Treu', und die zarte Liebestreu' der Ersatz soll seyn für so große Schmach und Pein. 11 Heilig! heilig! heilig! Jesus! in der letzten Noth stärk' uns mit dem Lebensbrod', an dem Lebensend' mit dem heil'gen Sakrament! Vater unser 10. Heilig! heilig! heilig! Jesus! durch den Kreuzestod hast du dem gerechten Gott selbst geopfert dich, als ein Opfer, auch für mich. $ Allmächtiger Gott! ich bitte dich durch dieses heiligste Opfer des Leibes und Blutes deines Sohnes, unsers Herrn und Heilandes Jesus Christus, erlöse uns von allen Uebeln, vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen, und schenke uns nach deiner unendlichen Güte durch die Fürbitte der seligen und glorwür13* 196 Neunte Meß- Andacht. digen Jungfrau und Gottesgebärerin Maria und aller Heiligen Frieden und Ruhe in unsern Tagen, damit wir durch die Hilfe deiner Barmherzigkeit von der Sünde frei bleiben, und vor aller Verirrung sicher seyn mögen, durch Jesus Christus, unser Herrn! Amen! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sün den der Welt! Erbarme dich unser! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erbarme dich unser! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Schenk' uns den Frieden! - Geistliche Kommunion. D Herr Jesu Christe, Sohn des lebendigen Gottes, de du nach dem Willen des Vaters in der Kraft des heiligen Gei stes durch dein Sterben der Welt das Leben ertheilet hast! cr löse mich durch diesen deinen hochheiligen Leib und durch dein hochheiliges Blut von allen meinen Sünden und von allen Uebeln, und gib mir Gnade, daß ich deinen Geboten stets an hänge, und von dir nimmermehr geschieden werde, der du lebest und regierest in Ewigkeit! Amen! Jesu, mein liebreichster Heiland! ich glaube festiglich deine wahre und wesentliche Gegenwart in dem allerheiligsten Sa kramente des Altars. Ich bete dich in diesem wunderbaren Geheimnisse in tiefster Demuth an, und verehre dich in diesem heiligen Denkmale deines Leidens und Todes am Kreuze. Unsterblichen Dank sage ich deiner Liebe, daß du dich gewürdiget hast, für mich zu leiden, für mich zu sterben, und mich von der Sünde und dem ewigen Tode zu erlösen. ( Eben darum erkenne ich aber auch meinen Undank und meine Bosheit, daß ich nach so vielen und großen Gnaden dich, meinen Herrn und Gott, mit so vielen Sünden beleidiget habe. Vor dir, o du ewige Liebe! verdemüthige ich mich in den Abgrund meiner Armseligkeit, schlage reumüthig an mein sündiges Herz, und spreche mit dem öffentlichen Sünder: 0 It e I 1 8 ₁ e I 9 # It 11 [ B B 11 8 Anmuthungen zu Jesus, nach der geistlichen Kommunion. DJesu, mein Gott und Erlöser! dein heiliges Sae trament ist das Pfand deiner Liebe, und das Denkmal deines Hochgelobt et Neunte Meß- Andacht. Herr, mein Gott! sey mir armen Sünder gnädig, und kräftige meinen schwachen Willen, auf daß ich in aufrichtiger Liebe und Treue mich zu dir bekehre und lebe!" Ich liebe dich, mein Gott und Heiland! ich liebe dich, und mein Herz seufzet nach dir in zarter Hoffnung auf deine Gnade; ich wünsche, dich im heiligsten Sakramente, zum Troste meiner Seele, zu empfangen, und durch den Genuß deines heiligsten Leibes und Blutes gestärkt. stärkt mit dir in heiliger Liebe immer mehr vereiniget zu werden. Da ich aber dieser himmlischen Gnade nicht würdig bin, so laß mich doch die kostbaren Früchte deiner Erlösung genießen, und mich die Kraft des heiligen Sakramentes empfinden, damit sie mich in allem Guten erhalte, und von allem Bösen abwende! Dieser geistliche Genuß deines Leibes, o Herr Jesu Christe! werde mir Unwürdigen keine Ursache des Gerichtes und der Verdammniß, sondern gereiche mir vielmehr nach deiner Güte zu einem mächtigen Schuße, und zu einer heilsamen Arznei des Leibes und der Seele! Amen! 11 — — 197 schmerzvollen Leidens und Sterbens für mich. sey Jesus, mein Heiland, im heiligen Sakramente! DJesu! du seßest deine unendliche Liebe immer fort durch deine beständige Gegenwart in diesem wunderbaren Geheimnisse. Hochgelobt sey Jesus, meine Liebe, im heiligen Sakramente! O Jesu, mein Gott! in dir, als dem Ursprunge alles Guten und als dem höchsten Inbegriffe aller Vollkommenheit, erkenne ich alle Schönheit, alle Lieblichkeit, alle Seligkeit. Hochgelobt sey Jesus, mein höchstes Gut, im heiligen Sakramente! - DJesu, meine Liebe! dir weihe ich mein Herz. Herrsche in demselben durch deine Gnade, durch deine Liebe, und laß 198 Neunte Meß- Andacht. mich ganz dein eigen seyn! Hochgelobt sey Jesus, meine Süßigkeit, im heiligen Sakramente! D Jesu, mein gekreuzigter Heiland! wie kann ich dir deine Schmerzen, deinen Tod, deine Liebe vergelten? Die In brunst meines liebenden Herzens soll dir ewigen Dank erstat ten! Hochgelobt sey Jesus, meine einzige Freude, in heiligen Sakramente! O Jesu, du verborgener Gott unter so geringen Brodes: gestalten! wie sehr hast du dich mir zu Lieb' erniedriget! Mein Herz und meine Seele frohlocken in deiner heiligen Gegenwart. Hochgelobt sey Jesus, mein Trost und mein Alles, im heiligen Sakramente! DJesu, mein ewiges Wohlgefallen! mit Demuth und Liebe füffe ich im Geiste deine heiligen Wunden, aus welchen auch für mich das Blut der Versöhnung geflossen ist.- Hoch gelobt sey Jesus, meine verwundete Liebe, im heiligen Sakramente! DJesu, du liebevoller König der Herzen! ziehe mich nach dir! Meine Seele ist verwundet von Liebe zu dir, und ich fühle ein heftiges Verlangen, dich immer mehr zu lieben. Hochgelobt sey Jesus, das wahre Leben meiner Seele, im heiligen Sakramente! O Jesu, du Gott der Liebe! obschon voll reinster Chr furcht, bin ich doch nicht würdig, dich zu empfangen. Darum werfe ich mich mit der liebenden Büßerin Magdalena zu deinen heiligen Füßen. Möchten doch die Thränen der Reue aus Hoch Liebe das Feuer deiner Liebe in mir vermehren! gelobt sey Jesus, meine reinste Seligkeit, im heiligen Sakramente! - — O Jesu, du süßeste Ruhe meines Herzens! in dir finde ich meine heiligste Freude, meinen süßesten Troft und mein voll kommenes Vergnügen, bis ich dein heiliges Angesicht im Him mel werde anschauen können.- Hochgelobt sey Jesus, meine ewige Liebe, im heiligen Sakramente! Besondere Meß- Andachten an Kommunion- Tagen. Gelobt, geliebt und angebetet sey ohne End' das allerheiligste, Sakrament! O Herr Jesus Christus, der du auf dem Altare des Kreuzes in deinem schmerzlichen Tode das blutige Opfer für die fündige Welt entrichtet, und zu dessen Erinnerung bei dem letzten Abendmahle das allerheiligste unblutige Opfer deines Leibes und Blutes in dem heiligen Altarssakramente eingesetzt, und den Priestern die Vollmacht und den Auftrag ertheilet hast, dasselbe dem himmlischen Vater darzubringen, und den Gläubigen auszuspenden! t. verleihe uns die feurigste Andacht zu diesem anbetungswürdigen Geheimnisse, damit wir, deines bitteren Leidens und Sterbens eingedenk, die Früchte unserer Erlösung, und die Kraft dieses dunendlich verdienstlichen Opfers im Leben und im Sterben genießen mögen! Amen! im ad minjole binism modn m Durch die Verdienste unsers Herrn Jesu Christi, und durch die Kraft des heiligen Mesopfers segne uns der allmächtige Gott, Vater, Sohn und heilige Geist! Und die Seelen der Chriftgläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden! Amen! Jumlad ir 1: te m I 1. 2₁ m II 18 1: 11 De le bi dam 199 Besondere Meß: Andachten an Kommunion- Tagen. do 1 pu Meß- Andacht vor der heiligen Kommunion. 3um Staffelgebete. Auf deine liebreiche Einladung, o Herr! erscheine ich in deinem heiligen Tempel, dich, das Brod des Lebens und die Nahrung meiner Seele, zu empfangen. D! daß mein Herz mit jener Reinheit deiner auserwählten und heiligen Seelen geschmückt wäre, die oft im Uebermaaße ihrer Liebe vor dir geglühet haben! Denn schmerzlich fühle ich's, o Gott! daß mein Besondere Meß- Andachten Herz nicht würdig ist, dich aufzunehmen, da du nur reine und sehnsuchtsvolle Herzen zu deiner Wohnung erwählest. Insg Doch warum bist du traurig, meine Seele?! warum be trübest du mich? Hoffe auf den Herrn, dessen unendliche Liebe dich ruft, und flehe zu ihm, daß er einen Strahl seines heiligen Lichtes aussende, welcher dein Herz erleuchte und, reinige, und zur würdigen Wohnung seines göttlichen Sohnes bereite! Jesu! dein göttliches Licht führe mich bis zu dem hei ligen Berge, zu dem Throne deiner Gnade, daß ich koste und sehe, wie lieblich du, mein Gott, das Licht und Leben meiner Seele, bist! howind werden. asfal $ 3um Confiteor. bin sidd D! laß mich weinen vor dir, Herr! laß die unzähligen Sünden meines verflossenen Lebens mich beweinen, die ich ge gen dich begangen habe, der du mich erschaffen hast, als ich nicht war,- mich erlöset, als ich verloren war, mit Wohl thaten des Leibes und der Seele ohne Zahl mich begabt, und nicht aufgehört hast, selbst in meinen Sünden mich zu lieben und mit Einsprechungen deiner barmherzigen Gnade mich zu rufen, damit ich dich lieben und nicht ewig verloren gehen sollte! Schwer, o Herr! und vielfach ist meine Schuld. In der Bitterfeit meiner Seele bereue ich sie vor dir. Wie soll ich es nach so großer Untreue wagen, vor dein heiliges Angesicht, zu dem Gastmahle deiner Auserwählten hinzutreten, und das Brod der Engel zu empfangen? 200 L O hochgebenedeite Jungfrau Maria, du heiliger und reiner Tempel des Mensch gewordenen Wortes! Johannes, wunderbarer Vorläufer des Herrn, Engel und Stimme in der Wüste, der du seine Wege bereitet hast! heilige Apostel und Jünger des Herrn, und ihr, o glückselige Seelen, die ihr auf Erden mit liebeflammenden Herzen den König der Glorie empfangen habet, den ihr nun ohne Schleier in der glorreichen Anschauung ge nießet! o bittet für mich, daß mir der Herr seine Barmherzigkeit zeige, sein Heil gebe, meine zahllosen Vergehungen nachlasse, an Kommunion Tagen. d und meine Seele reinige, damit sie in heiliger Freude und mit Vertrauen hinzutrete, das Sakrament des Lebens zu ihrem ewigen Heile zu empfangen! e 1 d ED I D m I 1 3 3 T I I 3 # C 201 Zum Kyrie eleison. Erbarme dich meiner, o Vater der Erbarmungen! Erbarme dich) meiner, o Sohn des lebendigen Gottes! Erbarme dich meiner, o Geist der göttlichen Liebe! denn dürftig bin ich fürwahr und arm. D Jesu! hungernd und in Blöße erscheine ich bei deinem göttlichen Gastmahle. D! laß meine Armuth mich bereichern, und mit der himmlischen Speise mich ersättigen, die deine Barmherzigkeit den Armen bereitet hat! d lomlad j isdald' ant aid dah 3 um Gloria. ( Kirchengebet.) a Ehre sey Gott in den Höhen, und Friede den Menschen auf Erde, die guten Willens sind! Dich, o Gott! loben wir; dich beten wir an; dich verherrlichen wir; Dank sagen wir, deiner großen Glorie wegen, dir, o Herr, unser Gott, himmlischer König, allmächtiger Vater! dir, o Herr Jesu Christe, eingeborner Sohn, Herr und Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters! - O du, der du die Sünden der Welt hinwegnimmst! erbarme dich unser! Denn du allein bist der Heilige, du allein der Herr; du allein der Allerhöchste, Jesus Christus, mit dem heiligen Geiste in der Glorie Gottes, des Vaters. Amen! Bei dem feierlichen Hochamte, oder auch sonst, mag folgendes Gebet zur Abwechslung dienen: schodmi ban gilbidean Laß mich einstimmen, o Herr! in die Lobgesänge deiner heiligen Engel, und jenes Friedens mich theilhaftig werden, den du, o eingeborner Sohn des Vaters! vom Himmel auf die Erde gebracht hast! Welche unermeßliche Ehre und Verherrlichung hast du deinem himmlischen Vater durch deine so tiefe Erniedrigung, und durch das fortwährende Opfer des Kreuzes gebracht, das du seiner göttlichen Gerechtigkeit für uns darbringest! Ach, und wie lieblich ist der Friede, den jene aus14 202 Besondere Meß- Andachten erwählten Seelen erfahren, die du selbst mit deinem allerheilig sten Fleische und Blute ernährest! O unendliche Großmuth! o unverstegbare Barmherzigkeit! o wunderbare Liebe! Laß mich, o Jesu! dieser göttlichen Gnade theilhaftig werden! stille durch das Sakrament des Friedens den beständigen beständigen und grauſamen Kampf meines Fleisches gegen den Geist, und entflamme alle Triebe meines Herzens, dich zu lieben, für dich zu leben, und im Reiche des ewigen Friedens dich ewig zu loben! Amen! bi seindahs ago und grausamen GNR 101 bi- diri 3um Gebete des Priesters. sid Gott, der du uns in deinem wunderbaren Sakrament ein Denkmal deines heiligen Leidens hinterlassen haft! wit flehen zu dir, laß die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes uns also verehren, daß wir die Frucht deiner Erlösung immerdar in uns empfinden, der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebest und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewig feit! Amen! GOFY 3ur Epistel und zum Evangelium. Dank und ewiges Lob sey dir, o lebendiges Wort des Vaters! daß du mich vor so vielen Tausenden zu dem Lichte deines Evangeliums berufen hast, und durch dein göttliches Sakrament mich stärkest, den Weg zum himmlischen Reiche zu wandeln! O entzünde mich heute zu deiner göttlichen Liebe, daß ich bis an das Ende meines Lebens die Gebote, die du zu meinem Heile mir gegeben haft, in aller Treue vollbringe, und unablässig nach dir, meiner allerhöchsten Glückseligkeit, strebe! Amen! * Folgende vier Lesungen können abwechselnd mit aufmerksamer Andacht erwogen werden: 1. Lesung aus der Epistel des heiligen Apostels Paulus an die Korinther. ( 1. Korinth. 2.) „ Meine Brüder! was ich vom Herrn empfangen habe, das habe ich euch übergeben. In jener Nacht nämlich, wo der Ed en lle nd te it to ng te U 2₁ 11 d St t an Kommunion- Tagen. Herr Jesus verrathen ward, nahm er das Brod, dankte, brach dasselbe, und sprach: Nehmet hin, und esset; denn dieß ist mein Leib, der für euch wird dargegeben werden; dieß thuet zu meinem Gedächtnisse! Deßgleichen nahm er auch den Kelch, und als er das Abendmahl gehalten hatte, sprach er: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute; dieß thuet, so oft ihr ihn trinken werdet, zu meinem Andenken! So oft ihr, also dieses Brod essen, und diesen Kelch trinken werdet, sollet ihr den Tod des Herrn verkünden, bis er kommen wird! Wer immer also dieses Brod unwürdig essen, und den Kelch des Herrn unwürdig trinken wird, der wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig. Es prüfe aber der Mensch sich selbst, und so effe er von diesem Brode, und trinke aus diesem Kelche! Denn wer da unwürdig ist oder trinft, der ist und trinkt sich das Gericht, da er den Leib des Herrn nicht unterscheidet." 203 2. aspitchid t dm ton Bum of Lesung aus dem Evangelium des heiligen Apostels Johannes.( Kap. 6.) " In jener Zeit sprach der Herr Jesus zu den Schaaren der Juden: Mein Fleisch ist wahrhaftig eine Speise, und mein Blut ist wahrhaftig ein Trank. Wer mein Fleisch ist, und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat, und ich durch den Vater lebe, so wird auch, der mich ist, durch mich leben. Dieses ist das Brod, das vom Himmel gestiegen ist, nicht wie eure Väter das Manna gegessen haben und gestorben sind; wer dieses Brod ißt, der wird ewig leben." ud stor s 3. Lesung aus der Epistel des heiligen Apostels Johannes.( 1. Joh. 3.) „ Meine Vielgeliebten! wundert euch nicht, wenn euch die Welt haßt! Wir wissen, daß wir vom Tode zum Leben hinüber geführt wurden, weil wir die Brüder lieben. Wer nicht liebt, der bleibt im Tode. Jeder, der seinen Bruder haßt, ist ein Todtschläger. Und ihr wisset, daß kein Todtschläger das ewige Leben bleibend in sich hat. Darin erkennen wir die Liebe Besondere Meß- Andachten Gottes, weil er seine Seele für uns gesetzt hat. So sollen auch wir unsere Seelen für unsere Brüder setzen. Wer Güter dieser Welt hat, und sieht, daß sein Bruder Noth leidet, und sein Herz vor ihm verschließt, wie bleibt in demselben die Liebe Gottes? Meine Kindlein! lieben wir nicht mit dem Worte und mit der Zunge, sondern durch Werke und in der Wahrheit!" 204 4. das Lesung aus dem Evangelium des heiligen Lukas.( Lukas 14.) oh In jener Zeit sprach der Herr Jesus zu den Pharisäern dieses Gleichniß: Ein gewisser Mensch hielt ein großes Abendmahl, und berief Viele dazu. Und er sandte seinen Knecht um die Stunde des Abendmahles aus, den geladenen Gästen zu sagen, daß sie kommen sollten; denn es wäre schon Alles bereitet. Und sie fingen alle einhellig an, sich zu entschuldigen. Der Erste sprach zu ihm: Ich habe ein Landgut gekauft, und ich muß nothwendig hinausgehen, und es besichtigen; ich bitte dich, halte mich für entschuldiget! Und der Andere sprach: Ich habe fünf Joche Ochsen gekauft, und gehe hin, sie zu probiren; ich bitte dich, halte mich für entschuldiget! Und ein Anderer sprach: Ich habe ein Weib genommen; darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kehrte zurück, und berichtete dieses seinem Herrn. Da sprach der erzürnte Hausvater zu seinem Knechte: Geschwind geh' auf die. Gassen und Straßen der Stadt, und rufe die Armen und Schwachen, und Blinden und Lahmen, und führe sie hierher! Und es sprach der Knecht: Herr! es ist geschehen, wie du befohlen hast, und es ist noch Platz übrig. Und der Herr sprach zum Knechte: Geh' hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune, und zwinge sie, herein zu kommen, damit mein Haus voll werde! Ich sage euch aber, daß keiner von jenen Männern, die geladen waren, mein Gast mahl kosten wird." sdsil dar is i od 3 um Credo. dild apie Herr, mein Gott! ich glaube. Durch deine Gnade glaube ich an dich, und fest glaube ich Alles, was du, o ewige t 5 e 11 I C 1 1 0 C T t 3 1 I D 5 3 1 J e an Kommunion- Tagen. Wahrheit! uns Menschenkindern von deinen unerfaßlichen göttlichen Geheimnissen zu offenbaren dich herabgelassen hast. Ich glaube an deine hochheilige, untheilbare Dreieinigkeit, und glaube, daß dein eingeborner Sohn, ohne den Schooß seines himmlischen Vaters zu verlassen, vom Himmel gekommen, von Maria, der unbefleckten Jungfrau, geboren worden ist, und durch seinen unschuldigen Tod am Kreuze uns von dem ewigen Untergange erlöset hat, den wir durch unsere Missethaten verdienet hatten. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben, durch den wir allein Zutritt zu dir, seinem himmlischen Vater, haben; der Stifter und das Oberhaupt seiner heiligen Kirche, die er auf dem Felsen begründet hat, den die Pforten der Hölle nicht überwältigen werden, und der er die Schäße seiner Lehren und Sakramente zu unserm Heile anvertraut hat. Und nach dem wahrhaften Glauben dieser heiligen unfehlbaren Kirche, bei welcher er alle Tage bis an das Ende der Zeiten ist, glaube ich, daß er in dem allerheiligsten Sakramente seines Leibes und Blutes mit seiner Gottheit und Menschheit, wirklich und wesentlich zugegen ist, und sich uns zur Speise gibt, unsere Seelen zum ewigen Leben zu ernähren. Und erneuert sehe ich hier gleichsam das Geheimniß seiner Geburt, wo, wie dort, nur die himmlischen Geister und demüthigen Seelen ihn erkennen und anbeten, erneuert das Geheimniß seines Todes, da er sich abermal deiner unendlichen Glorie und Gerechtigkeit durch die Hände seines Priesters zum Opfer bringt. 119 205 3ur Opferung. id spicch Und mit ihm, deinem eingebornen und ewigen Sohne, Gott von Gott, und Licht vom Lichte, opfere ich auch mich deiner göttlichen Majestät in tiefster Demuth auf, o Gott der Barmherzigkeit! daß du mit dem Brode und Weine, die bald in seinen wahrhaftigen glorreichen Leib und in sein kostbares Blut verwandelt werden, mein Herz in ein neues Herz wandeln, und dasselbe zu deinem lebendigen Tempel weihen und 206 Besondere Meß- Andachten heiligen wolleft. Deine allmächtige Gnade, o Herr! erneuere dein göttliches Ebenbild in meiner Seele, und vernichte den alten Menschen in mir! Und gleichwie du durch deine Allmacht dieses Brod und diesen Wein so vollkommen vernichtest, daß bloß die äußerlichen und sichtbaren Gestalten übrig bleiben, so bilde auch deine Güte mich in einen neuen, himmlischen Menschen um, der da würdig sey, dich auf Erden zu besigen, und ewig mit dir im Himmel zu herrschen! Zur Händewaschung des Priesters. s Jesu, Urquelle aller Reinigkeit, der du zu deinem Jün ger gesprochen haft:„ Wenn ich dich nicht wasche, so wirst du keinen Theil an mir haben!" ergieße das heilsame Gewässer deiner Gnade und Liebe in meine Seele, daß sie rein und würdig werde, dein glorreiches Sakrament zu empfangen! Denn nur für die Kinder deines Reiches hast du dieses Brod des Lebens eingesetzt; nur Siegern, über Welt und Sünde wird dieses verborgene Himmelbrod gegeben. D, tilge durch das Feuer deines Geistes die geringsten Flecken in meiner, Seele! reinige sie von aller Zerstreuung, von allen Gedanken, welche deiner göttlichen Majestät mißfallen, damit sie ganz gereiniget und in dir gesammelt- dich, die ewige Reinheit, in sich aufnehme, und immerdar unbefleckt por den Augen deiner gött lichen Majestät wandle, der du lebest und regierest in Ewigkeit! Amen! - Zur Präfation. Schwinge dich auf, mein Herz! verlaß die Erde, und er hebe dich gegen Himmel! Sieh!. dort beten die heiligen Engel in tiefster Ehrfurcht an; dort sinken die himmlischen Mächte vor der unendlichen Majestät auf ihr Angesicht nieder; dort sind die reinsten Seelen heiliger Menschen in Anschauung, in den Jubel der Liebe versenkt, und, unaussprechlich selig im Ge nusse der Anschauung Gottes, singen sie ihm ohne Unterlas hochpreisliche Dankeslieder. ( I t 0 : D 1 I 0 I 3 O 3 ! E 2 an Kommunion- Tagen. hunermeßliche Majestät! erschüttert betrachte ich, daß ich dich, den Unendlichen, in mir aufnehmen soll, dessen Herrlichkeit die Himmel der Himmel nicht erfassen. Ach! ich bin nicht würdig, meine Augen zu dir zu erheben, nicht würdig, in jene wunderbaren Preisgesänge einzustimmen. Auch würde ich dieses zu thun mich nicht unterstehen, wenn nicht deine unbesiegbare Güte selbst mir befohlen hätte, dir Lebens- Opfer darzubringen. - - 207 Darum, o Herr! laß es dir wohlgefallen, daß ich meine arme Stimme mit deiner streitenden und triumphirenden Kirche vereinige, und in aller Inbrunst meines Herzens ausrufe: „ Heilig, heilig, heilig bist du, o Gott der Heerschaaren! Himmel und Erde sind erfüllt von deiner ewigen Herrlichkeit. Hosanna in den Höhen! Gebenedeit sey, der da kommt im Namen des Herrn! gebenedeit der eingeborne Sohn Gottes, mein Herr und Erlöser, der da kommt, daß er mit seiner hochheiligen Gottheit und Menschheit in meine Seele eingehe, und sie mit himmlischen Gnaden erfülle! Ihm sey Lob und Preis von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen!" 3 um Canon. Himmlischer Vater! blicke huldreich auf dieses hochheilige Opfer deines eingebornen Sohnes, das er seiner heiligen Kirche hinterlassen hat, deine unendliche Majestät dadurch auf eine derselben würdige Weise zu verehren! Sieh, ihn selbst, Gott von Gott, und Licht vom Lichte, der von Ewigkeit- aus dir, seinem himmlischen Vater, in der Zeit aber für uns- aus Maria, der Jungfrau, geboren und uns geschenkt worden ist, opfern wir dir, unserm wahren nnd lebendigen Gott, mit allen Verdiensten seiner heiligen Menschheit; und ein überreicher Ersatz ist sein Leben, sein Tod und seine unendliche Liebe für Alles, was wir für unsere Missethaten verschuldet haben. Darum, o Vater der Erbarmungen! sieh mit Wohlgefallen auf dieses heilige Opfer, auf deinen eingebornen Sohn, den 208 Besondere Meß- Andachten lebendigen Abglanz und Spiegel deiner unendlichen Schönheit, Allmacht und Allweisheit, worin deiner allerhöchsten und unermeßlichen Majestät ewige Verherrlichung und Glückseligkeit quillt! Er, dein vielgeliebter Sohn, an dem du von Ewigkeit dein Wohlgefallen hast, opfert sich hier mit uns in jener tief ften Demuth, mit jenem vollkommenen Gehorsam, mit jener glühenden Liebe seines Herzens, wie er einst am blutigen Kreuze sich geopfert hat, und dir, seinem himmlischen Vater, bis zum Tode gehorsam gewesen ist. Er ist unser Ofterlamm, unser unendlicher Schatz, aus dessen Fülle wir Alle, und Gnade um Gnade empfangen haben. dag allo il du spinis www Und da er heute in seiner unendlichen Barmherzigkeit mit allen unendlichen Verdiensten seines heiligen Leidens unter mein unwürdiges Dach eingeht, und sich mir so gänzlich zum Eigenthume schenkt, als ob er mir allein angehörte, opfere ich ihn deiner allerhöchsten Majestät in tiefster Demuth auf.. Erbarme dich um Seinerwillen meiner armen Seele und aller derjenigen, die deinen heiligen Namen anrufen! Erhalte und regiere zu deiner ewigen Verherrlichung unsere vielgeliebte Mutter, die heilige katholische Kirche! Verleihe uns, ihren Kindern, den Geist der Buße und deiner heiligen Liebe! Führe unsere verirrten Brüder in ihren Schooß zurück, und rette von der ewigen Verdammniß die Seelen, welche dein göttlicher Sohn mit sei nem Blute erkauft hat! stebildumu snied fod najnizaindi no Denn darum opfert er sich auf dem heiligen Altare, daß sein göttliches Blut für uns um Barmherzigkeit und Gnade rufe, und das Opfer seines allerheiligsten Leibes und Blutes in lieblichem Wohlgeruche zu dem Throne deiner göttlichen Majestät hinaufsteige, damit dafür deine Gnade und deine Er barmungen zu uns, seinen Erlöseten, herabsteigen; auf daß Alle die Früchte seiner Erlösung erlangen, und deine göttliche Majestät im Jubel der glückseligen Anschauung loben und verherrlichen in ihm und durch ihn, der mit dir und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! an Kommunion- Tagen. hodin. Zur Consecration. Im Jch bete dich an, o Jesu, Sohn des lebendigen Gottes, fleckenloses Lamm, Brod des Lebens, das du vom Himmel gekommen bist! Mit allen Empfindungen meines Herzens danke ich deiner unermeßlichen Liebe, die dich von den heiligen Höhen in die Tiefe meines Elendes führt. D! erbarme dich nach deiner großen Barmherzigkeit! O Blut meines Herrn, das einst für meine Erlösung am Kreuze geflossen ist! rufe für mich um Gnade und Barmher= zigkeit! O himmlischer Purpurthau! reinige meine Seele! stille alle Gluthen der Begierlichkeit in meinem Herzen, und stärke meine Schwäche durch deine göttliche Kraft! I 1 I e e 1 = 2 3 e e 209 Nach der Wandlung. O wunderbare Liebe meines Gottes, der du den Glanz deiner ewigen Majestät unter den Gestalten des Brodes und Weines verbirgst, daß die schwachen Augen meines Fleisches nicht vor den Blißen der Glorie erblinden! ich bete dich an auf dem Throne deiner Barmherzigkeit, wo die heiligen Engel dich umringen, und durch ihre süße Liebe, durch ihre flammenden Anbetungen dir Ersatz für den Kaltsinn und die Lauigkeit unsrer Herzen bringen. O Feuer der unendlichen Liebe, das du vom Himmel zur Erde gekommen bist! entflamme dieses Herz, das dich, das fleckenlose Lamm, den allerhöchsten Herrn der Glorie, aufnehmen soll, auf daß ich der Segensgaben theilhaftig werde, die du aus der Glorie des Himmels für Alle mitbringest, deren Herzen von irdischen Neigungen gereiniget, und geeignet sind, diese Gaben der Unsterblichkeit in sich aufzunehmen! Erschaffe ein neues Herz in mir, o Gott! ein Herz, das dich standhaft liebt, das, voll heiligen Eifers, für deine Ehre glüht, und erfülle in dieser hochheiligen Vereinigung mit meiner Seele mich mit jenem Feuer, von dem du so sehnlich verlangt haft, daß es brennen und alle Herzen entflammen sollte,- mit dem Zwickenpflug, Jesus, unsere Liebe 2c. 14 - - Besondere Meß- Andachten Feuer der Liebe, welches immer zu dir emporflammt, auf daß Alle dich, unsern Herrn, in der Verherrlichung der Glorie ewig preisen! Dieß, o himmlischer Vater! war das herzlichste Verlangen deines eingebornen Sohnes, den du für uns Sünder dargegeben hast. Darum vereinige ich mein unwürdiges Gebet mit dem Gebete der heiligen Kirche, und flehe zu dir: ,, Erbarme dich aller derjenigen, die bereits in deinem heiligen Frieden entschlummert, und uns in die Ewigkeit vorangegangen sind! D, laß sie bald zu deinem ewigen Lichte gelangen, und erbarme dich auch unser, die wir noch in dieser irdischen Pilgerschaft wandeln, damit wir Antheil an der Seligkeit der Heiligen er halten, und in deine Glorie geführt werden durch diesen un sern Herrn Jesus Christus, durch den du, o Gott! alles Gute schaffest, heiligest, belebest, segnest, und durch den wir dich, Gott, allmächtiger Vater! in Einigkeit des heiligen Geistes loben und benedeien von nun an bis in Ewigkeit! Amen! 210 - Zum Pater noster. O Jesu, du, unser wahrhafter Vater, der du uns von Ewigkeit geliebt hast! komm, herrsche in dieser Seele; heilige sie durch deine glorreiche Gegenwart; unterwirf sie deinem hei ligen Willen, o mein Erlöser! und flamme sie an, daß sie deine Einsprechungen mit Liebe anhöre und eifrig befolge! Nähre fie heute mit diesem himmlischen Brode, welches allein ihren Hun ger stillt und Freude verleiht! Das Licht deiner Liebe, welches alle deine Kinder führt, erleuchte mein Herz, daß ich Allen willig verzeihe, die mich beleidiget und betrübt haben; und verleihe mir jene himmlische Weisheit und Kraft, welche die Versuchungen flieht, und sie männlich überwindet, wenn sie unausweichlich sind! O Jesu! erlöse mich von den Drangsalen dieses armen Lebens, und von Allem, was dir mißfällig ist, und dein liebreiches Herz betrübt, auf daß ich dir wohlgefalle, und dich, meine Liebe! im himmlischen Reiche erwerbe, und in Ewigkeit liebe! Amen! 2 1 C t ( 1 ! ( # 3 2 e 0 3 11 8 11 3, 2₁ D an Kommunion- Tagen. Vom Agnus Dei bis zur Kommunion des Priesters. O göttliches Lamm, das du hier für die Sünden der Welt dich aufopferft! reines, fleckenloses Opfer, Jesu, Fürst des Friedens, der du den Frieden zwischen Himmel und Erde mit deinem Blute besiegelt hast! sieh! schon naht der glückselige Augenblick, nach welchem mein Herz so sehnlich verlangt. D, tilge den Aufruhr der innerlichen Kriege und die Angst meiner Seele! erfülle sie mit jenem Frieden, mit jener Sanftmuth, mit jener demüthigen Liebe und Geduld, die du so mild in diesem Sakramente übest, wo du, o Gott! Guten und Bösen dich hingibst, und alle Unehrerbietigkeit und Lauigkeit so friedlich erträgst! Schmücke durch diese Tugenden meine ganze Seele, daß sie dir eine wohlgefällige Wohnung werde, worin du immerdar friedlich ruhest! e B e Erhöre mein Gebet und meine Sehnsucht, o Gott! Erseße durch deine unendliche Liebe alle Mängel meiner Seele, die nicht würdig ist, daß du eingehest unter ihr Dach! Wende deine barmherzigen Blicke zu mir; denn allein bin ich verlassen und arm! Sieh meine Erniedrigung und Arbeit, und erlaß mir, o mein Gott! alle meine Sünden; denn nur du, o mildes Lamm Gottes! nimmst die Sünden hinweg; nur du fannst Reinigkeit, Frieden und Liebe verleihen, o Gott der Tugenden! D erbarme dich der Seele, die du erschaffen hast und zu deinem göttlichen Gastmahle berufest! verleih' ihr jenes bräutliche Gewand, daß sie geschmückt vor dir erscheine, und du an deinen Gaben dich erfreuest, und sie vermehrest und heiligest, und mit den Schäßzen deiner unendlichen Verdienste vereinigest, damit sie des ewigen Lebens im Himmel würdig befunden werde, wo du mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebest und regiereft, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! ie 211 Zur Kommunion des Priesters. mon pid Erfreue dich, meine Seele! bald wird das Brod der Engel dich nähren, bald wird Jesus eingehen zu dir, dein Geliebter, 14* 212 Besondere Meß- Andachten deine Sehnsucht, deine Hoffnung, dein Friede und dein ewiges Leben. Geh mit brennenden Fackeln diesem himmlischen Bräutigam entgegen; mit lebendigem Glauben, mit freudiger Hoff nung und flammender Liebe! Oihr heiligen Engel, die ihr sein holdseliges Angesicht mit unaussprechlicher Freude anschauet, und im Jubel der Glorie ihm dienet! ertheilet diesem Herzen einen Funken jenes seraphischen Feuers, welches euch entzündet, und zur ewigen Liebe entflammt! O, helfet mir ihn lieben, und ihn mit Demuth, Ehrfurcht und Anbetung empfangen, der so tief sich herabläßt, unter der demüthigen Gestalt des Brodes meine Seele zu be suchen! Preiset ihn für mich; denn mein Herz ist zu arm, ihm so große Liebe zu vergelten! Bittet seine ewige Barmherzigkeit, daß er, euer und unser Brod, mich auf dem Wege dieſes Lebens stärke, und mich zu den heiligen Höhen führe, ihn mit euch von Angesicht zu Angesicht anzuschauen, und seiner Barmherzigkeit ewige Lobgesänge zu singen! Amen! i nidziet this Anill Zum Segen des Priesters und zum letzten Stine join Evangelium. og# 315 Segne, o eingefleischtes Wort des Vaters! dieses Herz, das dich empfangen soll! Erleuchte mich, o Licht der Welt! daß ich die Größe deiner Majestät und mein tiefes Nichts er fenne! Gott der Glorie! mit Zittern, aber auch mit leben: digem Vertrauen auf deine unendliche Güte, nahe ich deinem heiligen Tische, dich in meiner Seele aufzunehmen, da du Allen, die dich aufnehmen, Gewalt gibst, Kinder Gottes zu werden. Komm, o Jesu! in meine Seele, in dein Eigenthum! Komm, o Gott voll Gnade und Wahrheit! fomm, o gebenedeites Safra ment! und vereinige mich auf ewig mit dir, meinem Gott! Jesu! ich bete dich an; ich danke deiner unendlichen Liebe, die dich vom Himmel auf die Erde gezogen hat, Fleisch zu werden, und in uns zu wohnen. D, ersättige mein Herz, und laß meine ganze Seele in der Tiefe deiner hochheiligen Geheimnisse ver I E 1 an Kommunion- Tagen. sinken, in dem unermeßlichen Meere deiner Erbarmungen vor Liebe zerfließen, und Eins mit dir werden in Zeit und Ewigfeit! Amen! upe 19 mg 215 Meß- Andacht nach der heiligen Kommunion. Unser göttlicher Heiland hat das allerheiligste Altarssakrament als ein bleibendes Denkmal seiner Leiden und seines Todes eingesetzt und gesprochen: ,, Dieß thuet zu meinem Andenken!" Deßgleichen spricht auch sein heiliger Apostel: ,, So oft ihr von diesem Brode esset, und aus diesem Kelche trinket, sollet ihr den Tod des Herrn verkünden," euch seines Todes in Liebe und Danksagung erinnern! Führe dir demnach, christliche Seele! bei dem heiligen Meßopfer nach der Kommunion diese Geheimnisse des Leidens und Todes Jesu recht lebendig zu Gemüthe! Du kannst nichts Besseres thun. Folgende Litanei wird dir dazu hinlänglichen Stoff geben. Jedoch ist es nicht nothwendig, daß du dich ängstlich daran bindest, die ganze Litanei durchzubeten, sondern verweile vielmehr bei jenen Geheimnissen, welche deiner Andacht mehr Nahrung gewähren! ard 190 st Litanei vom Leiden Jesu Christi.. Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! muud dup Christe, höre uns! misd nois) diu and indraat Christe, erhöre uns! mong id fi ad rsd C Gott Vater vom Himmel! our gap in and my min Gott Sohn, Erlöser der Welt! sid nad nd Gott, heiliger Geist! noludy db] Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott! Jesu, der du die schrecklichste Verlaffenheit und Traurigkeit haft ausstehen wollen, Jesu, der du aus Angst und Furcht wegen deines Leidens Blut geschwißzet haft, And modspoplura Erbarme dich unser! 214 Besondere Meß- Andachten Jesu, der du von dem meineidigen Judas verkauft, verrathen, und deinen Feinden übergeben worden bist, Jesu, der du vom Petrus verläugnet, und von den übrigen Aposteln und Jüngern verlassen worden bist, Jesu, der du gleich einem Mörder gefangen, gebunden und vor die ungerechtesten Richterstühle geschleppt worden bist, Jesu, der du fälschlich angeklagt, als des Todes schuldig erklärt, mit unerhörter Grausamkeit geschlagen und gestoßen worden bist, Jesu, dessen schönstes Angesicht schimpflich bedeckt, mit Fäusten geschlagen und mit Speichel verunreiniget worden ist, Jesu, der du in der Nacht deines Leidens von den muthwilligen Henkersknechten eine unerhörte Marter erlitten haft, Mallor Jesu, der du unter den schimpflichsten Mißhandlungen von einem Richterstuhle zum andern geführt worden bist, Jesu, der du dem Mörder Barrabas nachgesetzt, und von dem undankbaren Volke zum Kreuzestode begehrt worden bist, Jesu, der du, deiner Kleider entblößt, auf das Grausamste gegeißelt worden bist, 1000 Jesu, der du mit einem schlechten Purpurmantel zur Beschimpfung umgeben, und auf eine unerhörte Weise mit Dornen gekrönet worden bist, Jesu, der du zum schmählichen Kreuzestode verurtheilt worden bist, und selbst dein Kreuz getragen haft, Jesu, der du mit den größten Schmerzen an Händen und Füßen an das Kreuz genagelt worden bist, dring Jesu, der du am Kreuze die äußerste Verlaffenheit von deinem himmlischen Vater selbst erduldet haft, Jesu, der du in deinem äußersten Durste mit Galle und Esſig getränkt worden bist, Jesu, der du nach deinem schmerzlichen und langwierigen Todeskampfe deine heiligste Seele in die Hände deines Vaters aufgegeben hast, Erbarme dich unser! an Kommunion- Tagen. Verschone uns Jesu! Erhöre uns, o Jesu! Sey uns gnädig! Sey uns gnädig! Von allem Uebel, erlöse uns, o Jesu! Von aller Sünde, erlöse uns, o Jesu! Von Zorn, Haß und allem bösen Willen, erlöse uns, o Jesu! Von der Pest, dem Hunger und dem Kriege, Bon allen Gefahren des Leibes und der Seele, Von dem ewigen Tode, Durch deine Angst und Betrübniß, Durch deine Gefängniß und Verurtheilung, Durch deine Peinen und Schmerzen, Durch deine tiefe Traurigkeit und äußerste Verlaffenheit, Durch die erlittenen Beschimpfungen und Verspottungen, Durch die häufigen Thränen und Seufzer, Durch das heilige Blut, welches aus deinen Wunden gefloffen ist, Durch deinen bitteren Tod und dein Kreuz, Am Tage des Gerichtes; Wir arme Sünder! wir bitten dich, erhöre uns! Daß du unser schonest, Daß du uns verzeiheft, Daß du uns zu wahrer Buße führen wollest, Daß du die in deinem heiligen Namen versammelten Gemeinden erhalten und vermehren wollest, Daß du uns wahren Frieden, Demuth und Liebe geben wollest, Daß du uns die Gnade der Beharrlichkeit in deinem heiligen Dienste verleihen wollest, Daß du uns vor unreinen Gedanken, vor Versuchungen des Teufels und vor der ewigen Verdammniß bewahren wollest, 215 Damit wir in der Traurigkeit und Angst nicht unterliegen, Damit wir alle Widerwärtigkeiten mit Dank von deiner Hand annehmen, Erlöse uns, o Jesu! Wir bitten dich, erhöre uns! Besondere Meß- Andachten Damit wir durch die Kraft des Kreuzes die Welt, das Fleisch und den bösen Feind überwinden mögen, Damit du uns die Gnade verleihest, daß wir täglich unser Kreuz auf uns nehmen, und dir dasselbe gerne nachtragen, 216 Damit du uns eine wahre und großmüthige Liebe zum Leiden einflößest, Damit du uns in der Stunde des Todes durch dein heiliges Kreuz beschüßest, Damit du uns durch die Kraft deines heiligen Leidens zur ewigen Glückseligkeit führeſt; O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Verschone uns, o Jesu! O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erhöre uns, o Jesu! ser al spilled and O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erbarme dich unser, o Jesu! que Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Wir bitten dich, erhöre uns 110 Vater unser 2c. Gegrüßt seyft zc. V. Wir beten dich an, o Jesu! und preisen dich; R. Der du durch dein heiliges Kreuz die Welt erlöset haft! V. Herr! erhöre mein Gebet! R. Und laß mein Rufen zu dir kommen! Gebet. O Herr Jesu Christe, Sohn des lebendigen Gottes, det du nach dem Willen deines ewigen Vaters, kraft der Mitwir fung des heiligen Geistes, die Welt durch deinen Tod zum neuen Leben erweckt haft! erlöse uns durch das schreckliche und hocherhabene Sakrament deines Leibes und Blutes von allen unseren Missethaten und von allen Uebeln, und verleihe, daß wir deinen Geboten immerdar anhangen, und in Ewigkeit nicht von dir getrennt werden! ľ I T I ? 1 D 1 5 t an Kommunion- Tagen. D Gott, der du durch deine heiligen Sakramente und Gebote zu deinem Ebenbilde uns erneuerst! vervollkommne unsere Schritte auf deinen Wegen, und verleihe uns, daß wir die Gaben deiner Liebe, zu denen du unsere Hoffnung erhoben hast, durch deine Barmherzigkeit wirksam erlangen, durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regiert, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Lied. fgn di isdn sibile Jesu, Heil der Menschenkinder! dall Starker Todesüberwinder! sid and Opferlamm voll Liebesgluthen! d si Wie beströmen Rosenfluthen, od 183 Wo du hängst, den Kreuzaltar! Abgrund! wer kann dich erfassen? b Wie bist du, o Gott! verlassen, Arm und nackt zum Spott geworden! Wie, so grausam dich zu morden, 12 Gabst du dich der Bosheit dar! Wem, o Majestät, o Größe! juni Gilt so unermeßne Blöße? apie Ach! was kann ich, süßes Leben! dall Je für deine Liebe geben, EER Die dein Herz so tief gerührt? Schmerzlich klaffen deine Wunden; Wer kann diesen Schmerz erkunden? Weinend, o mein Jesu! küsſe, Und in Wehmuth, ich die Füsse, Die dich in den Tod geführt. 217 218 Besondere Meß- Andachten an Kommunion- Tagen. Abendlich im Purpurscheine Glüht der unbefleckte Reine, Der für mich sein Blut vergießet; Von den treuen Händen fließet, Rosen gleich, das süße Heil. ing O ihr Hände, tief durchstochen! Sagt! was habt ihr je verbrochen? Gabet ihr, o milde Hände! Nicht des Himmels reichste Spende? Welch ein Lohn wird euch zu Theil! Und du, Haupt des ewig Schönen, Das die Dornen rings umkrönen! Wie bist schmerzlich du geschwollen, Wie vom Blute überquollen, sia Und vom Speichel ganz entstellt! Ach! die zarten Jugendreize dugd 19 Schwanden abgeblüht am Kreuze. Und wie ausgebrannte Sonnen Ist der Augen Licht zerronnen, tag Das die Himmel selbst erhellt. Grausam, steht, vom Speer getroffen, Dieses Herz der Liebe offen; of i 10 Und ein Purpurquell der Gnade, this Wasser zu dem reinsten Bade, Quillt für alle Sünder hier. Sey, o göttlich Herz, gegrüßet, Das die Traurigkeit versüßet! Laß mich liebend dich umfangen! Sieh! in glühendem Verlangen. Seufzt mein trauernd Herz zu dir. Beicht- u. Kommunion- Andachten. Vorläufige andächt. Betrachtg. 2c. 219 O geliebte Herzenswunde! Nimm mich auf in jener Stunde, Daß in dir ich friedlich weile, Wenn vom bittern Todespfeile Dieses Herz auf immer bricht! Jesu! deines Herzens Milde Werde mir zum sichern Schilde! O mein Vielgeliebter! bahne. Dann durch deines Kreuzes Fahne Mir den Weg zu deinem Licht'! tiedmon Dritter Abschnitt. Beicht und Kommunion- Andachten. Vorläufige andächtige Betrachtung am Vorabende der heiligen Kommunion, besonders für die Seelen, welche diesem göttlichen Sakramente seltener nahen. lined Erster Theil. 19210019 Me and - 1. Wer bist du, o Herr! und wer bin ich, der ich es wage, dir zu nahen? Was ist der Mensch, daß er seinen Gott, seinen Schöpfer bei sich anfuehmen darf? Was ist er Anderes, seiner verderbten Natur nach, als ein Gefäß der Unreinigkeit und Verwesung, ein Sünder, ein Verräther Gottes, ein Geschöpf, unfähig zu allem Guten, sehr schnell zu allem Bösen, ein Knecht des bösen Geistes, ein Erbe, der ewigen Verdammniß? pat Borläufige andächtige Betrachtung 2. Was ist der Mensch? Ein Geschöpf, elend in allen Dingen, thöricht in seinen Anschlägen, unbeständig in sei nen Werken, unrein in seinen Begierden, gering in Allem, m groß in seinen eigenen Augen. Sieh, o Gott! dieß bin ich. 3. Allein wer bist du, mein Herr und mein Gott!! Groß bist du, und von keinem Raume umgränzt; gut bist du und deine Güte kennt keine Schranken; weise bist du, un deiner Weisheit ist keine Zahl; ewig bist du, und deine stehende Ewigkeit umfaßt alle Zeiten; allmächtig ist deine Kraft, uner forschlich deine Wissenschaft, wunderbar dein Rath, schrecklich dein Gericht, vollendet und unumschränkt deine allerhöchste Vollkommenheit. 220 ― 4. Wie also soll ein so unreines und so unwürdiges Geschöpf es wagen, einer so hoch erhabenen Majeſtät zu nahen?-„ Sieh! vor deinem Angesichte ist das Licht der Sterne Nacht, und selbst die Himmel sind nicht rein vor deinen Blicken. Auf deinen Wink erzittern die Säulen des Himmels, und die lichtgebornen Seraphim bedecken thr a Ange sicht mit ihren Flügeln." Wie groß ist also die Vermessenheit ei nes so niedrigen und so höchst unwürdigen Geschöpfes, dich, den Herrn der Unermeßlichkeit, in seiner Herberge aufzunehmen! 5. Jener größte Mann, welcher je vom Weibe geboren worden ist, der noch im Mutterleibe geheiligte Täufer Johannes, zagte, den Herrn zu taufen, und zitterte, sein hochheiliges Haupt zu berühren; ja! er bekannte sich sogar für nicht würdig, seine Schuhriemen aufzulöſen. 6. Bebend rief der Fürst der Apostel aus:„ Geh hinweg von mir, o Herr! denn ich bin ein sündiger Mensch!" Und ich, der fündigste aller Menschen, erzittere nicht, dir zu nahen. - Wenn es Niemand gestattet war, die Schaubrode, welche doch nur ein Vorbild dieses unergründlichen Geheimnisſes wa ren, zu essen, wofern er nicht rein und geheiliget war, wie wird es mir ergehen, der ich, so ferne von aller Heiligkeit, es wage, das Brod der Engel zu effen? mind and thank to — am Vorabende der heiligen Kommunion. +!? 7. Der Herr hatte befohlen, es sollten die Kinder Israel mit umgürteten Lenden und mit Schuhen an ihren Füßen jenes Osterlamm essen, das nur ein Sinnbild dieses göttlichen Sakramentes war; und zwar sollten sie es mit ungefäuertem Brode und wilden Kräutern essen. Wie also soll ich diesem du wahrhaften Osterlamme ohne die sorgfältigste Vorbereitung nahen! Denn worauf deutet jenes ungesäuerte Brod, als auf ein reines Herz, in welchem der Sauerteig der Bosheit nicht wohnt? Und was sind jene bitteren Kräuter, als Zerknirschung des Herzens? Und wo ist die Reinheit, welche durch jenes Umgürten, wo das schnelle und heilige Verlangen, welches durch die Schuhe bedeutet wird? Len fei nde ter lich id Efte ges der Dor 8. Verwiesen wurde von diesem göttlichen Gastmahle Jener, der ohne Hochzeitliches Kleid, ohne die heilige Liebe, hinzu getreten war; ja! es wurden ihm Hände und Füße gebunden, und er wurde in die äußerste Finsterniß verstoßen. Was wird also wohl auf mich warten, wenn ich ohne das Brautgewand der heiligen Liebe dabei erscheine? O göttliches Auge, das die tiefsten Finsternisse durchschaut, und vor dem alle verborgensten Winkel meines Herzens offen daliegen! was wird mit mir geschehen, wenn ich nackt und leer vor dir erscheine? ge ei: Den ren es, ne eg nd 211. 0 Erd - ₁ 221 9. Nur ein Sinnbild dieses Sakramentes war die Bundeslade; und gleichwohl war es ein so großes Vergehen, dieſelbe zu berühren, daß Oza, der, als sie schwankte, die Hand ausstreckte, sie zu halten, mit plößlichem Tode geschlagen wurde. Wie also sollte ich nicht gleiche Strafe befürchten, wenn ich das göttliche Sakrament unwürdig empfange, welches durch jene Bundeslade nur vorgebildet worden ist? sood 10. Auch jene Bethsamiten hatten nichts anderes verbrodhen, als daß sie die Arche des Bundes vorwißig anschauten, als sie durch ihre Gränzen getragen wurde; und dennoch entbrannte der Zorn des Herrn hierüber so sehr, daß er darum allein mehr als fünfzig tausend Menschen getödtet hat. Wie unendlich erhabener, als die Arche des Bundes, ist aber dieses Vorläufige andächtige Betrachtungen göttliche Sakrament! und wie weit gefährlicher ist es, dich un würdig zu empfangen, als anzublicken! 100 11. Zittern soll ich also und beben, so oft ich erscheine, den Herrn der allerhöchsten Majestät und Gerechtigkeit zu em pfangen. Zittere ich aber bei der Betrachtung deiner unendlichen Größe, wie muß ich erst zittern, wenn ich die Größe mei ner Sünden erwäge; denn oft und vielmal habe ich, o Herr! deine göttliche Majestät durch schwere Sünden beleidiget! 222 12. Ach! es war eine Zeit,( und Preis und Dank se dir, o Herr! daß sie zu Ende ist!) wo ich deiner allerhöchsten Schönheit nicht gedachte, noch sie liebte; wo ich den Staub und die Asche der Geschöpfe weit höher, achtete, als alle Schäße deiner Gnaden, und als die Hoffnung des ewigen Lebens. Meine Begierlichkeit war damals mein Geseß und die Richt schnur meines Lebens, und ich gedachte Deiner nicht, und ehrte dich nicht; denn ich erkannte dich nicht. 13. Ich bin jener Thor, der in seinem Herzen gesprochen hat:„ Es ist kein Gott." Denn so zügellos habe ich einst ge lebt, daß ich, wenn auch nicht mit Worten, doch durch meine Sitten gesprochen habe, du seyest entweder gar nicht, oder du habest keine Macht. Ich habe mich weder um deine Liebe be worben, noch deine Gerechtigkeit gefürchtet. Ohne mich zu be denken, habe ich dein Gesetz übertreten; auch habe ich dir nicht für deine Wohlthaten gedankt; und obschon ich wußte, daß du überall zugegen bist, so habe ich mich nicht gescheuet, vor deinen Augen die schändlichsten Sünden zu begehen. let 200 14. Wornach immer es meinen Augen gelüftet hat, das habe ich ihnen erlaubt; auch meinem Herzen habe ich nicht verwehrt, sich nach Lust zu ergößzen; und wo ist eine Sünde, die ich nicht begangen, und womit ich meine Seele nicht befleckt habe? Was war mein ganzes Leben Anderes, als ein unaufhörlicher Krieg gegen dich? was Anderes, als eine Gr neuerung aller Schmerzen deines bitteren Leidens? Wie oft habe ich dich einer geringen Lust, eines unbedeutenden Ge am Vorabende der heiligen Kommunion. verkauft! winnes wegen gleich einem zweiten Judas Und nun, da ich hinzutrete, dich zu empfangen, was bereite ich wohl Anderes, als einen Judaskuß, mit welchem ich dich verrathe, den ich schon früher verkauft habe? Was habe ich bei so vielen Kommunionen gethan? Habe ich Deiner nicht gleich jenen Kriegsknechten gespottet, und einerseits das Knie vor dir gebeugt, und dich angebetet, indeß ich andererseits dein heiliges Haupt mit dem Rohre geschlagen habe? -! 15. Wie also soll ich es wagen, o Herr! mit einer so unreinen und von mancherlei Lastern befleckten Seele dich zu bempfangen? Wie sollte ich je so vermessen seyn, deinen hochheiligen Leib in einer Höhle zu beherbergen, wo Drachen und 3. giftige Schlangen hausen? Denn was Anderes ist die Seele des Sünders, als ein Aufenthalt aller Unreinigkeit und böser Geister? 16. Wie solltest du, o jungfräuliche Reinigkeit! hier ruhen? Wie, o Urquelle aller Schönheit! solltest du in einem so schändlichen Orte wohnen? Was hat die Gerechtigkeit mit der Missethat, was das Licht mit den Finsternissen, was Christus e mit Belial gemein? O Blume des Feldes! o Lilie der Thäler! o Brod der Engel! wie bist du zur Speise unreiner Thiere herabgewürdiget worden! U n 17. Warum, o göttlicher Heiland! gibst du dieses Himntmelbrod den Hunden, und wirfst diese kostbaren Perlen den Schweinen vor? D Liebhaber reiner und keuscher Seelen, der du unter Lilien weidest, bis der Tag anbricht und die Schatten sich neigen! was kann ich dir vorsetzen- in meinem Herzen, wo nichts als Disteln und Dornen wachsen? Dein Bettlein ist t aus dem Cedernholz vom Libanon; vom reinsten Golde sind -, seine Säulen, und rings ist es mit Purpur behängt. Nichts 8 S dieser Art ist in meinem Herzen; welchen Ruheplaß kann ich dir also darin bereiten? 1 1: 20 11 e 8 - S - 223 18. In die reinste Leinwand wurde dein heiliger Leib ge= thüllt, als er vom Kreuze abgenommen, und in ein neues Grab gelegt wurde, worin früher noch Niemand bestattet war. Wo 224 Vorläufige andächtige Betrachtung ist aber irgend ein Ort in meiner Seele rein und neu? Und it nicht mein Mund ein offenes Grab, woraus nichts als Fäul niß der Sünde und schändliche Worte hervorgehen? Denn was Anderes ist mein Herz, als eine Quelle sündhafter Neigungen und Begierden? su 19. Wie also soll ich es wagen, dir zu nahen? dich empfangen? dich mit unreinen Lippen zu berühren? Kein Pläß chen ist in meiner Seele, das, vollkommen rein und fleckenlos, ein würdiges Grabmal für dich wäre! O mein Erlöser und Herr! Schamröthe bedeckt mein Angesicht, so oft ich dieses be trachte, ſo oft ich bedenke, in welchem Stande ich deinem hocherhabenen und königlichen Gastmahle nahe, und zu den Umarmungen des himmlischen Bräutigams gehe, der immer, so voll Güte, auf mich wartet, und mich so liebreich aufnimmt. 3 weiter Theil.ll 20. Ich erkenne, o Herr! meine überaus große Unwür digkeit; aber auch deine unermeßliche Barmherzigkeit ist mir nicht verborgen; und sie eben flößt mir Muth und Vertrauen ein, zu dir zu kommen, so unwürdig und elend ich auch bin; denn je elender ich vor dir erscheine, desto mehr wirst du ver herrlichet, wenn du mich nicht verschmähest, und ein so geringes und unreines Geschöpf nicht verstoßest. 1921. Gott der Erbarmungen, der du den reumüthigen Sünder nicht verwirfst, sondern zu dir rufest und ihn bekehrest! in göttlicher Milde hast du gesprochen: Kommet zu mir, ihr Alle, die ihr mit Mühseligkeit und Arbeit be laden seyd, und ich will euch erquicken!" Und anderswo:„ Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern Jene, die sich übel befinden." Laut erging das Gerede von dir, daß du die Zöllner und Sünder aufge nommen, und mit ihnen gegessen hast. O mein Heiland! noch eben derselbe bist du ja auch heut zu Tage; mit Zuversicht glaube ich daher, daß du auch jetzt vom Himmel jene - 11 am Vorabende der heil. Kommunion. itberufeft, die du berufen hast, als du noch sichtbar auf Erden lebteft. as 22. Von dieser so milden Stimme angezogen komme denn auch ich zu dir. Sieh! ich bin mit Sünden belastet; nimm diese schwere Last gnädig von mir! Ich erscheine in Mühseligkeit und Arbeit; erquicke mich liebreich! Ich bin krank; heile mich! Ich bin ein Sünder; rechtfertige mich, o Urquelle der Gerechtigkeit! denn du nimmst ja die Sünder auf, und nisfest mit ihnen; und deine Freude ist es, bei den Menschenfindern zu seyn. 8, gen De m en 23. Ist es aber deine wahrhaftige Freude, solche Gäste zu haben, so sieh, o Herr! hier einen ungeheuren Sünder vor dir, mit dem du dein Gastmahl halten magst! Denn sicherlich glaube ich, o mein Heiland! daß dich die Thränen jener öffentlichen Sünderin weit mehr erfreuet haben, als das Gastmahl des stolzen Pharisäers. Deßhalb hast du sie auch nicht verschmähet, und als eine Sünderin sie nicht verstoßen, sondern du hast sie vielmehr gütig aufgenommen, ihr ihre Vergehungen nachgelassen, sie gegen ihre Ankläger in Schutz genommen, und ihr, weniger Thränen wegen, ihre vielen Sünden verziehen. et, 71. IT: mir ent 1; 1: es 3! T₁ 24. Sieh, o Herr! eine neue Veranlassung, und zwar zu noch größerer Ehre, bietet sich hier dar! Denn zu deinen Füßen liegt ein Sünder, der weit mehrere Sünden begangen, der Thränen aber weit weniger hat. Jene war weder die erste noch die letzte, welche deine Barmherzigkeit aufgenommen hat. Biel Aehnliches hast du, o Jesu! gethan, und viel Aehnliches ist dir noch zu thun übrig. D, nimm auch mich in diese Anzahl auf! beginne dein Geschäft als Heiland, und nimm mich zu Gnaden auf, der ich dich schwerer beleidiget habe, und dieser Beleidigungen wegen weniger weine! Sieh! ich habe nicht genug, deine Füße damit zu waschen; du aber haft $ so vieles Blut vergossen, daß nicht nur meine, sondern die 1: 1₁ Thränen s g 225 e - Sünden der ganzen Welt mit demselben können hinweggewaschen werden. 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe ic. 15 Vorläufige andächtige Betrachtung 25. Zürne nicht, o Herr! daß ich in so tiefem Elende mich unterfange, vor deinem heiligen Angesichte zu erscheinen! Denn kam nicht auch jenes arme Weib, welches achtzehn Jahre hindurch mit einer schweren Krankheit behaftet war, furchtsan zu dir, und hoffte in Zuversicht, gesund zu werden, sobald s nur den Saum deines Gewandes berühren könnte? Und du zürntest ihr nicht; du lobtest sie vielmehr, und trösteteſt ſie mit den freundlichen Worten:„ Sey getrost, meine Tochter! dein Glaube hat dir geholfen!" Sieh, o mein Heiland! mit einer weit schwereren und gefährlicheren Krankheit bin id behaftet; und Niemand vermag es, mich zu heilen. Zu wen also soll ich gehen, wenn nicht zu dir, o Jesu, der du allein Leben und Gesundheit mir geben kannst!? 26. O unser Erlöser! weder deine Natur, noch dein Mittleramt, noch deine Liebe hast du verändert, als du in der Himmel aufgefahren bist; und noch immer bist du so gütig und liebreich, wie zur Zeit, da du sichtbar unter uns auf Erden. gewandelt bist, obschon du nun weit von uns entfernt scheinest! Es famen aber in jener Zeit Schaaren zu dir, die da suchten dich zu berühren; denn es ging eine Kraft von dir aus, di Alle heilte.- Zu dir kamen Aussäßige, und du strecktest deine gebenedeiten Hände aus, und heiltest ste. Zu dir kamen Blinde, Taube, Gichtbrüchige und Solche, die von bösen Geistern be sessen waren, und Keinem versagtest du deine liebreiche Hilfe In dir allein ist das Heil; du bist die Arznei aller Menschen; und bereitwilliger bist du, uns Gesundheit zu verleihen, all wir, dieselbe anzunehmen. 226 27. Wohin also sollen wir in unsern Nöthen gehen, all zu dir, o Jesu?! denn ich weiß es, o Herr! nicht bloß ein Speise der Gesunden und Starken ist dein hochheiliges So krament, sondern auch eine Arznei der Kranken und Ohnmac tigen. Es ist die Kraft der Lebendigen und die Auferstehung der Todten, die Freude und der Trost der Gerechten, u die Reinigung der Sünder. un - am Vorabende der heil. Kommunion. 28. So nahe denn ein Jeder in Freude, und empfange, was er sich für heilsam und ersprießlich hält! Es nahe der Gerechte, und erquicke sich in Freude bei diesem Gastmahle; am und nicht minder ertöne auch die Stimme des Bekenntnisses se und der Lobgesang derjenigen dabei, die sich von den Gebrechen ihrer Seelen geheilet haben! du ich ein 29. Nirgends vermag ich es, ohne dieses göttliche Sakrament zu bestehen; nirgends kann ich ohne dasselbe leben; und wo ich immer seyn mag, finde ich keine Entschuldigung, wenn ich dasselbe nicht empfange; denn zu jeder Zeit und an jedem men Orte ist es mir nothwendig. Bin ich krank, so werde ich hier geheilt; bin ich gesund, so werde ich hier erhalten. Bin ich lebendig, so werde ich hier gestärkt; bin ich todt, so werde ich ein hier zum Leben auferweckt. Glühe ich vor göttlicher Liebe, so der werde ich hier mächtiger entflammt; bin ich lau, so werde ich itig hier entzündet. Auch darf ich nicht zagen, obschon ich als ein den Blinder vor dem Herrn erscheine; denn er erleuchtet die Blinest! den; ich darf nicht zittern, wenn ich gefallen bin; denn er enerhebt die Gefallenen. Ich darf nicht fliehen, wenn ich auch die nackt bin, wie einst Adam floh; denn er allein kann meine in Blöße bedecken. Ich darf mich nicht verbergen, obschon ich be auch von vielen Sünden verunreiniget bin; denn er ist die Quelle der Barmherzigkeit. Ich darf nicht erröthen, obschon ich arm bin; denn er ist der Herr aller seiner Geschöpfe. be Effe de en hre et td! en al - al ein 30. Auch ängftiget mich meine Kühnheit nicht, und ich besorge nicht, daß er sie als eine Beleidigung seiner Majestät ansehe; vielmehr hoffe ich seine Barmherzigkeit dadurch zu verherrlichen. Denn da ich ärmer und elender als alle Uebrigen bin, so erscheint die Größe seiner Erbarmungen um so glängender in mir, daß er sich eines so armseligen Wurmes annimmt. 31. Gar sehr hat die Finsterniß jenes Blindgebornen mung gedient, die Ehre meines Herrn zu befördern; denn dadurch, und daß er ihn geheilt hat, ist seine große Macht im hellesten Lichte ich erschienen. Auf gleiche Weise wird auch die Größe seiner 15* 227 228 Beicht- Andachten. Erste Beicht- Andacht. Güte erhellen, wenn er, der unendlich Erhabene, ein so dürf tiges Geschöpf nicht verschmäht; besonders, da nicht in mir selbst, sondern in den hohen Verdiensten Jesu Christi allein der Grund liegt, daß uns der himmlische Vater gnädig ist, und in seine göttliche Kindschaft aufnimmt. POLONBIA 32. So flehe ich denn in Demuth zu dir, o Herr, mein Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi! laß, wie einst jener Mann nach deinem Herzen, der heilige König David, welcher den lahmen Miphiboseth an seinem Tische behielt, weil er ein Sohn seines geliebten Freundes Jonathas war, dessen Verdienste er an ihm ehrte, laß auch mich armen und unwürdigen Sünder in deiner unendlichen Milde zu deinem göttlichen Gast mahle hinzutreten, nicht weil ich dessen würdig bin, sondem wegen der Verdienste und der Ehre deines unendlich geliebten Sohnes Jesu Chrifti, unsers Vaters, der in so großen Drang salen und Schmerzen, zu deiner Ehre, am Baume des Kreuzes uns wiedergeboren hat, und der mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regiert, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! - Beicht: And a chten.") Erste Beicht- Andacht. Vor der Beicht. Der Himmel ist es, welcher den Regen fallen läßt. Die Gnade de wahren Zerknirschung steigt von Oben herab; die Gnade des heiligen Geistes schmilzt das Eis des kalten Herzens, und macht die zärtlichsten Bußthränen wie Wasserbäche fließen. Demüthige dich vor Gott, und du wirst vor ihm Gnade finden! Denn er sieht immer gütig auf Jene hernie der, die in ihren Augen klein und demüthig sind. D großer Gott! von mir elendem Wurme unendlich be leidigter Gott! wie schäme ich mich beim Anblicke meines *) Da fromme Liebhaber und Anbeter des hochheiligen Altarsgeheim- Erste Beicht- Andacht. Elendes, des betrübten Standes meiner Seele, zu dir mein mit Angesicht zu erheben! Det Aber was soll ich Armseliger thun, oder- wohin soll ich fliehen, als zu dir, du Gott der Erbarmungen, der du in die Welt gekommen bist, zu suchen und selig zu machen, was verloren war, die Sünder aufzunehmen, von denen ich der größte bin!? er DJesu! ich glaube ungezweifelt, daß du deinen Priestern die Gewalt gegeben hast, die Sünden nachzulassen. Ich hoffe ein mit Zuversicht, daß du mir auch meine Sünden verzeihen werstedest, wenn ich sie herzlich bereue, und demüthig und aufrichtig en beichte. Ich will es thun. Erleuchte meine Seele mit ten en it einem Strahle jenes unermessenen Lichtes, durch welches du alle ern Sünden der Menschen erkennest, deren Uebertretungen du in dem Schaße deiner Allwissenheit bis auf den Tag der Rechengschaft verstegelt hältst! Erleuchte mich, auf daß ich mich selbst e erfenne, so erkenne, wie du mich kennest, und mich auch dem Priester zu erkennen geben kann! Ich bitte durch alle deine Erbarmungen, laß mich durch das Feuer der Zerknirschung ein lebendiges Opfer vor dir werden! Gib mir- um deines heiligen Namens willen- ein zerknirschtes, gedemüthigtes Herz, und Thränenbäche über meine Sünden, auf daß ich meine Sünden so beweine und verabscheue, wie sie dir mißfallen, und wie du selbst sie verabscheuest! in ein ner det gen en du Des es - - - 229 Jeßt erforsche dein Gewissen, und richte dich selbst! Sodann stelle dich lebhaft in Gottes Gegenwart, dessen Allmacht die ganze Erde auf einen einzigen Blick erzittern macht, und von dessen Gerechtigkeit geschrieben steht:„ Es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen!"( Hebr. 10, 31.) Bedenk' ein wenig, wer derjenige ist, den du auch nur durch eine läßliche Sünde mehr entehret hast, als ihn alle Heiligen im Himmel durch die ganze Ewigkeit verehren niffes, und Alle, die es werden wollen, oft zur heiligen Beicht und Kommunion gehen werden, so sind zu abwechselndem Gebrauche- hier mehrere Beicht, und nach denselben mehrere Kommunion- Andachten gegeben. 230 Beicht Andachten. können! Ach! ist es nicht dein Vater, der dich erschaffen,- nicht dein liebe: voller Erlöser, der sein Leben für dich gegeben, nicht dein Heiligmacher, der dich vor tausend Andern, die in den Finsternissen des blinden Heidenthumes sißen, in der heiligen Taufe zu einem Kinde Gottes wiedergeboren hat? Was hat er dir zu Leid gethan? womit hat er dich beleidiget?- Und Gutes vergiltst du mit Bösem? - — : Seufzer einer reuevollen Seele. Ich rede in Bitterfeit meiner Seele, und bin voll Schmer zen, weil ich so und so- vor dir, o Gott! Böses gethan, und deine heiligsten väterlichen Augen beleidiget habe. Ach! es ist kein Tag,- oft nicht einmal eine Stunde verflossen, ohne daß ich dich beleidiget habe. Ist dieß der Dank für die Wohl thaten meines Schöpfers, der Dank, daß du, o mein göttlicher Erlöser! dein Blut für mich vergossen hast? Ich bin bestürzt, mein Herz trauert in mir, und anstatt Thränen möchte ich Blut weinen, daß ich dich, meinen liebsten Vater, mein höchstes Gut, welches ich nun wirklich über Alles liebe, so oft und gewissermassen unendlich beleidiget habe.- Ach, mein Jesu! warum kann ich mit dir über meine Sünden nicht auch ein unendliches Herzenleid empfinden? Ich per lange dieses kostbare Leid, und vereinige es mit dem deinigen. -O! hätte ich doch niemals wider dich gesündiget! 34 widerrufe alle meine Sünden, und verabscheue, hasse und verdamme sie, wie sie dein göttliches Herz verabscheuet, haßt und verdammt. - - Jesu! ich wende mich jest ab von aller Neigung zur Sünde, und ergebe mich gänzlich deinem Dienste.- Nim mermehr, nimmermehr will ich thun, was dir mißfällig ist. Dir will ich von nun an leben und sterben. - O Jesu! erbarme dich meiner!- Voll Vertrauen auf deine Liebe und deine Wunden rufe ich: Erbarme dich meiner! Nun gib Gott die Ehre, und beichte aufrichtig deine Sünden! " Das Blut Jesu Chrifti," sagt der Apostel, reiniget unt Erste Beicht- Andacht. von aller Sünde."( 1. Joh. 1, 7.) Dieses kostbare Blut wird in der heiligen Beicht über uns ausgegossen. Darum verrichte, sobald du aus dem Beichtstuhle kommst, im zärtlichsten Dankgefühle folgendes 231 Gebet nach der Beicht. Unendlich gütiger, immer und ewig barmherziger Gott! du hast meine Bande gebrochen, und mich durch das Blut deines Sohnes mit dir versöhnet. Darum will ich dir ein Dankopfer entrichten, und lobpreisend deine Güte verkünden. Wie ein gütiger Vater voll Mitleiden und Zärtlichkeit gegen seine Kinder ist, so hast du dich meiner erbarmet, eingedenk meiner Schwachheit, daß ich nur Staub und Erde bin. Dank, ewiger Dank, Preis und Ehre sey dir durch Jesus Christus, unsern Herrn, in Freude des heiligen Geistes! Dank in alle Ewigkeit! Meine Seele und alle meine Kräfte verherrlichen deinen Namen! Gepriesen sey deine Barmherzigkeit in alle Ewigkeit! Vor Verrichtung der auferlegten Buße. Ewiger Vater! durch die bitterste Zerknirschung des Herzens deines Sohnes, und durch den Abgrund seiner innerlichen Schmerzen laß mich an dem Geiste seiner heiligsten und schmerzhaftesten Buße Theil nehmen! Sieh mich in dem göttlichen Herzen deines und meines Jesu gnädigst an,- in jenem Herzen, welches auf dem Delberge wegen meiner und der ganzen Welt Sünden in solche Bitterfeit und Qual versenkt war, daß mein Jesus gleichsam Blut geweinet hat! Durch die Hände der bedrängtesten Mutter Maria, die neben dem Kreuze Jesu stund, opfere ich dir diese Bußverrichtung in Vereinigung mit den bitteren Leiden und den unendlichen Genugthuungen meines Erlösers so inbrünstig auf, als ich immer kann, bittend eines Bittens, und seufzend eines Seufzens, daß der Ueberfluß der Verdienste seiner drei und dreißigjährigen Bußwerke, und die unermessene Weite seiner Liebe den Abgang 232 Beicht- Andachten. Zweite Beicht- Andacht. jener Genugthuung ersetzen mögen, die ich deiner ewigen und strengen Gerechtigkeit schuldig bin. O göttliches Herz! o hei liges Blut! rufet für mich zum Himmel! Bete versammelt im Geiste und demüthig- deine Buße! Nach verrichteter Buße. Grundgütigster Gott! nimm diese meine Genugthuung in Vereinigung mit den Bußwerken und Verdiensten aller heiligen Apostel, Martyrer, Beichtiger, Jungfrauen und aller deiner lie ben Auserwählten gnädig auf, wie du die Bußwerke und Genug thuungen so vieler Büßer und Büßerinen aufzunehmen dich ge würdiget haft! Was der Vollkommenheit derselben ermangelt, das wolle jenes heiligste Herz ersetzen, welches für mich am Krenze genuggethan hat, da, nach dessen Durchbohrung mit der Lanze, Blut und Wasser aus seiner gebenedeitesten Wunde geflossen ist! O mein Heiland! durch deine Gnade bin ich wieder ge sund geworden. Ich will nun nimmermehr fündigen, damit mir nicht etwas Aergeres widerfahre, und ich etwa in der Sünde sterbe. Dein sey von nun an mein ganzes Leben, ewig dein mein Herz und meine Seele! Ich bringe mich dir ganz zum Opfer dar. Vollende, was du in mir angefangen hast! Amen! ― - 3weite Beicht- Andacht. Vorbereitung. esid nispill Ich komme zu dir, o Herr, himmlischer Vater! wie der verlorne Sohn, welcher, sein Elend anschauend, sprach: Ich will mich aufmachen, und zu meinem Vater gehen. Vater! ich habe gesündiget in den Himmel und vor dir; ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen. Ich habe nach irdischen Wollüsten gegraben, und dich, die Quelle des lebendigen Zweite Beicht- Andacht. 253 Wassers verlassen. O Vater der Erbarmungen! nimm mich wieder auf in Christo Jesu; gib mir das Kleid deiner Gnade und den Ring deiner Liebe wieder, und laß zu deinem göttlichen Gastmahle mich eingehen! Dir, o Gott! angehören, ist mein einziges Gut. Ich komme zu dir, o Jesu, du guter Hirt! denn ich habe geirret, wie ein Schäflein, welches verloren ging. Suche deinen Knecht, und führe mich zurück auf den Weg deiner Gebote! Nimm mich Unwürdigen auf deine Schultern, und trage mich zur Heerde deiner Auserwählten, damit ich ewig deine Barmherzigkeit preise! Ich komme zu dir, gütiger Samaritan! denn ich bin der Unselige, der auf dem Wege von Jerusalem nach Jericho, von der Heimath des wahren Friedens zur Welt und ihren Lüften, den Feinden meiner Seele in die Hände fiel. Sieh! ich bin des Kleides deiner Gnade beraubt, mit schmählichen Wunden bedeckt. Komm, und heile sie mit dem Weine deiner Liebe, mit dem Dele deiner Barmherzigkeit, und führe sie zurück in die sichere Zufluchtsstätte, in deine heiligste Seitenwunde! Ich komme zu dir, mein Herr und Erlöser! wie der Zöllner zu Jericho, meine Ungerechtigkeit bekennend, und entschlossen, jeden Nachtheil, welchen ich deiner Ehre und dem Heile meines Nächsten zugefügt habe, nach Kräften zu verbessern; denn was nüßet es mir, wenn ich die ganze Welt gewinne, und Schaden leide an meiner Seele? Gib mir ein Herz, das deiner Güte entspricht, und nimm mich mit Zachäus unter die Deinen auf! Denn du bist ja gekommen, selig zu machen, was verloren war! Ich finke dir zu Füßen, o liebreichster Erretter meiner Seele! und möchte, wie Magdalena, mit Strömen von Thränen alle Verirrungen der Eitelkeit und des Sinnenlebens beweinen. Erseßze meine Thränen durch die unendliche Kraft deines Sühnungsblutes, und laß mich nicht weichen von deinen Füßen, bis ich die füßen Worte höre:„ Deine Sünden werden dir nachgelassen!" 234 Beicht Andachten. Ich kehre zu dir zurück, o göttlicher Meister, den ich durd so viele Rückfälle in die Sünde von Neuem verläugnet habe! und flehe zu dir, daß.du jenen Blick deiner siegreichen Liebe a mich wenden wollest, mit welchem du deinen Jünger Petrus lebendiger Reue erweckt haft. Verwirf mich nicht von deine Angesichte; sprich zu meiner Seele:„ Dein Heil bin ich!" Ich erhebe mein Herz zu dir, o König der Glorie! ver trauend auf deine unendliche Güte, daß du, so spät ich aud wiederkehre, die Huld mir erweisen werdest, welche dem Räube neben dir am Kreuze noch in seiner leßten Stunde zu Theil ge worden ist. Gedenke meiner im Reiche, wohin du mir in de nem Blute den Weg gebahnet hast, und erbarme dich meiner, der du, um der Buße willen, dich Aller erbarmest! Amen! Anrufung des heiligen Geistes. Komm, heiliger Geist, du Geist der Wahrheit! erleucht mich, und laß mich alle meine Fehler so deutlich erkennen, wi ich sie einstens vor meinem göttlichen Richter erkennen werde! Laß mich erkennen das Böse, das ich verübt, und das Guit das ich unterlassen habe! Laß mich die Zahl und Größe de Treulosigkeiten sehen, die ich in deinem Dienste begangen habe Laß mich einsehen, wie oft und in welchem Grade ich meina Nächsten verlegt habe, und alles Unrecht, das ich mir selbst ge than, und alle Fehler, deren ich mich gegen die Pflichten meine Standes schuldig gemacht habe! Laß auch nicht zu, daß ich meiner bösartigen Eigenliebe mich selbst verblende, sondern gib daß ich mich selbst so erkenne und auch zu erkennen gebe, wie e mein Heil erfordert! Nun erforsche dein Gewissen! Uebungen der Reue.. I. Allmächtiger Herr, Gott unserer Väter, der du Himm und Erde erschaffen, und durch das Wort deines Gesetzes da Meer in seinen Schranken befestiget, und den Abgrund versiege Zweite Beicht- Andacht. haft! Alles erzittert vor dem Angesichte deiner Kraft und Herrlichkeit, und unerträglich sind die Drohungen deines Zornes über die Sünder. Unermeßlich aber ist auch die Barmherzigkeit deiner Verheissungen; denn du allein bist der Herr, der Allerhöchste, der Gütige, der Langmüthige und Erbarmende, und versöhnlich über die menschliche Bosheit. Du, o Herr! haft in der Fülle deiner Güte den Sündern Verzeihung angekündet, und zu ihrem Heile die Buße angeordnet. Sieh, o Herr, Gott der Gerechten! meine Vergehungen sind überaus zahlreich geworden, so, daß ich nicht würdig bin, zur Höhe des Himmels empor zu blicken. Ich habe deinen Zorn auf mich geladen, und Böses vor dir gethan; deinen Willen und deine Gebote habe ich nicht bewahret, und Beleidigungen gegen dich gehäuft; und tiefgebeugt flehe ich nun deine Güte an. Ich habe gesündiget, o Herr! und erkenne in schmerzlichster Liebesreue meine Missethaten. Verzeihe mir, o Herr, du Gott der Reuigen! und zeige an mir alle deine Güte; errette mich nach deiner großen Barmherzigkeit, und ich will dich loben alle Tage meines Lebens, wie dich loben alle Kräfte der Himmel! Dein ist die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen! 20₁ II. Herr Jesu Christe! in Vereinigung mit deinem bitteraften Schmerz, den du meinerwegen getragen hast, und mit allen ge Reumüthigen, die in Wahrheit dich suchen, bekenne ich vor dir 235 alle meine Sünden und alle Vernachlässigungen des Guten, iwie sie nach Zahl und Schwere dir bekannt sind, und alle Uebel jener verlornen Tage meines Lebens, in denen ich dich beeleidiget, deine Ehre geschmälert, von dir, meinem höchsten Gute, mich entfernet, und meinen Nächsten zum Bösen verleitet habe. Nimm an, o Herr! die wenigen Jahre, welche von meinem armseligen Leben noch übrig sind; für jene aber, die durch meine Verkehrtheit verloren gegangen sind, verschmähe, o Gott! ein zerknirschtes und gedemüthigtes Herz nicht! Ohne Frucht vorübergeschwunden sind meine Tage; unmöglich ist's, daß ich sie 236 Beicht- Andachten. zurückrufe; laß es dir aber wohlgefällig seyn, daß ich mich ihre in der Bitterfeit meiner Seele erinnere! O Herr! der tiefste Abgrund meines Elendes ruft den Ab grund deiner allerhöchsten Barmherzigkeit an, daß du die Quelle deiner Güte für mich nicht versiegen lasseft, der du dich Alle erbarmest, und nichts von dem hassest, was du erschaffen hast, und den Sünden der Menschen mit Langmuth zustehst, um der Buße willen. Erbarme dich meiner, o Herr! da noch die Zeit der Gnade ist; segne mich, so lange es noch Zeit zur Besserung ist; und wo der Vergehungen überfließend viele waren, laß deine Gnade noch reichlicher überfließen! Gedenk', o Jesu! daß du nicht gekommen bist, zu verderben, sondern selig zu machen, daß du unsere Versöhnung und unser Fürsprecher bist! Was wir ver schuldet haben, hast du bezahlt, was wir vernachlässige haben, hast du erfüllet. Es werde mir also, o Herr! nun und in meinem Ende deine überreiche Genugthuung zu Theil,- dein bitterster Tob und der unschäßbare Werth deines Blutes, und das hochheilig Opfer deines Leibes und Blutes, um dadurch die Gnade verdienen, auf die ich aus eigenem Verdienste nicht Ansprud machen kann! Laß nicht zu, daß ich aus dem Buche des Le bens getilgt werde, sondern opfere dem ewigen Vater meinen Antheil an deinem heiligsten Leiden, durch welches du den Menschen zu deinem Miterben im Reiche der Lebendigen erheben wolltest! Herr! die Betrachtung der menschlichen Hinfälligkeit neige und bewege dich zur Barmherzigkeit! Bewahre mich, das Werk deiner Güte, auf daß du nicht vergeblich um meiner willen gearbeitet habest, und auf daß die Vergießung deines Blutes an mir nicht fruchtlos bleibe! Reinige und erleuchte mein Gemüth, damit ich dich erkenne, zu dir strebe, und glüd selig zu dir gelange, meinem Gott und Herrn, der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste ewig lebest und regiereft! Amen! I 1 1 "} # 1 ( 6 % - Zweite Beicht- Andacht. Vorsaß der Besserung. Nun, o süßester Jesu! da deine Liebe mit heiliger Hoffnung mein Herz bewegt, da dein süßes Licht sich mir noch zeigt, da deine holdselige Gnade an der Pforte meines Herzens steht, und Einlaß begehrt, um allein darin zu wohnen, - n O ewige Liebe! wirke nun in mir, wie es dir gefällig ist; nimm mich hin, besize mich gänzlich, und laß deine Barmherzigkeit ewig über mich walten! Amen! 237 - nun sey es ferne von mir, daß ich diesen Eingang immer noch versage, und daß ich diese kostbare Zeit, die du so liebreich mir verleihest, um mein Heil zu wirken, fernerhin noch zu eitlen und schädlichen Dingen mißbrauche! O Jesu, meine süße Liebe! nun verabscheue und bereue ich alle Beleidigungen, die ich dir angethan habe. Nimmer will ich dir widerstehen; deiner unermeßlichen Liebe gebe ich mich gefangen; deinem Willen unterwerfe ich mich; in mir selbst verdemüthiget und vernichtet, und mir selbst gänzlich mißtrauend setze ich alle meine Kraft und Zuversicht in dich allein. So wie ich bin, opfere ich, o Jesu! mich selbst dir auf, und übergebe mich mit aller meiner Armseligkeit in deine Hände; denn du allein hast Macht, mich in deine Güte zu versenken, und mich dergestalt zu erneuern, daß nicht mehr ich lebe, sondern du allein in mir. Nach der Beicht. Sey gepriesen, o süßester Jesu! für deine unaussprechliche Barmherzigkeit! Ewiger Dank sey deiner unversiegbaren Liebe, die mich anzog, in dem Sakramente der Versöhnung, welches du in deinem Blute begründet hast, mich zu reinigen! Bestätige im Himmel die Lossprechung, welche dein Diener, der Priester, in deinem heiligen Namen mir ertheilet hat! Versenke alle 238 Beicht- Andachten. Dritte Beicht- Andacht. meine Missethaten in die Tiefe deiner ewigen Erbarmungen, und verleihe mir den Geist wahrer Buße, daß ich meine Sün den immerdar in Thränen heiliger Reue beweine! Kräftige auch, o mein Erlöser! den festen Vorsaß, welchen ich in deine allerhöchsten Gegenwart abermal fasse, deiner Majestät in un wandelbarer Treue zu dienen, deine heiligen Gebote zu halten, meinen Nächsten aufrichtig und thätig zu lieben, meine Sinnlichkeit zu bezähmen, alle Gelegenheiten zur Sünde zu meiden, und den liebreichen Einflößungen deiner Gnade immerdar ju folgen! Stärke, o Gott! mein Herz durch deine starke Gnade, und reinige meine Seele, daß ich in deinem Lichte ausathme, und in heiligem Liebeshunger dem Tische deines göttlichen Sakramentes nahe, wo du dich herablassest, mit den Sündem zu speisen, und ihnen dein allerheiligstes Fleisch und Blut zur Heilung ihrer Krankheiten und Schwächen, und zum Unterpfande des ewigen Lebens vorzuseßen, auf daß ich, dadurch er quickt und gestärkt, deinen heiligen Willen bis an das Ende meines Lebens in aller Treue vollbringe, und die Krone deiner Verheissungen erlange: Dich von Angesicht zu Angesicht zu schauen, zu lieben und zu preisen in alle Ewigkeit! Amen! Dritte Beicht- Andacht. Vorbereitung zur heiligen Beicht. Anrufun g. Herr, mein Gott! im Staube meiner Niedrigkeit sinke ich nieder vor dem Angesichte deiner göttlichen Majestät, und er kenne in tiefer Beschämung meinen Undank gegen deine zahl losen Wohlthaten. Mit zerknirschtem Herzen rufe ich, o Gott! zu dir auf: Verschmähe das Werk deiner Hände nicht, das, obschon es deinen gerechten Zorn verdiente, dennoch das Werk deiner Hände bleibt, und von dir, dem erzürnten, zu dir, dem Dritte Beicht- Andacht. barmherzigen Gott, flüchtet, der du bei dir selbst geschworen hast, du wollest nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe! 239 O wunderbare Barmherzigkeit meines Gottes! fürwahr du bist über alle seine Werke erhöhet!- Du selbst, o unendliche Majestät, die ich durch so großen Undank und durch Sünden beleidiget habe, die ein Gräuel vor den Augen deiner allerhöchsten Reinigkeit sind! rufest mich, und drängest mein undankbares und verwundetes Herz, zu dir zu kommen, daß ich mich mit dir versöhne, und von dir den Kuß des Friedens empfange. O Quelle ewiger Erbarmungen! sende das Licht deines heiligen Geistes aus, und erleuchte alle Tiefen dieser sündhaften Seele, daß ich meine vielfache Untreue gegen dich), meinen liebevollen Herrn, erkenne, schmerzlich bereue, und in der Versöhnungsquelle der Buße reinige, die dein barmherziger Sohn in seinem Blute mir bereitet hat, auf daß ich das Brod des ewigen Lebens mit reinem Gewissen empfange, und, wenn nach deinem göttlichen Rathschlusse diese Beicht die letzte meines Lebens seyn sollte, in deinem heiligen Frieden von dieſem Leben scheide! Amen! Erforsche nun dein Gewissen! Reue und Leid. Vater der Barmherzigkeit! was soll ich dir sagen? Verstummen muß ich Sünder bei dem Anblicke meiner Vergehungen, die ich trotz der ernstlichsten Verheissungen, welche ich dir, meinem Gott und Herrn; gegeben hatte, abermal so undankbar und vorsäßlich wiederholt habe. Ach, Herr! erbarme dich deines armen Geschöpfes, und gib mir Zerknirschung und tiefe Reue über meine Sünden! Gib meinen Augen Thränen, daß ich meine Untreue gegen dich beweine! Sieh! es schmerzet mich von Herzen, daß ich dich, o ewige Vollkommenheit! be= leidiget, das Blut deines eingebornen Sohnes verunehret, meine Seele befleckt und deinen heiligen Geist in mir betrübt habe. 240 Beicht Andachten. Ich bekenne meine große Schuld vor deiner göttlichen Majestät, und bin bereit, mich vor deinem Priester in Demuth und Unterwürfigkeit anzuklagen, und Alles zu thun, was dein göttliche Gerechtigkeit fordert, um die väterliche Liebe deines Herzens wieder zu gewinnen. Auch opfere ich deiner göttlichen Majestät zur Genugthuung für meine vielfältigen bewußten und unbewußten Sünden, und zum Ersaße für meine sehr mangelhafte und unvollkommene Reue die Seufzer, Thränen und das Blut deines göttlichen Sohnes, meines Herrn Jeju, welches er in seinem bitteren Leiden und Tode für meine Sün den am Kreuze vergossen hat. O ewiger Vater! erbarme dich um Jesu willen, und sey mir Sünder gnädig! Vorsa. Sieh auch, o Herr! barmherzig auf mich, und segne den abermaligen und festen Vorsaß, welchen ich in deiner allerheiligsten Gegenwart fasse, deine göttliche Liebe nie mehr durch irgend eine Sünde zu beleidigen, sondern Alles sorgfältig und ernstlich zu meiden, was immer den Augen deiner allerhöchsten Reinheit mißfallen kann! O mein himmlischer Vater! laß nicht zu, daß ich je wieder durch die Sünde von dir getrennt werde; verhänge lieber alle Drangsale über mich, und nimm mich hinweg aus diesem sündlichen Leben, wenn deine Allwissenheit voraussieht, daß ich die edelste deiner Gaben, meinen freien Willen, je mehr mißbrauchen sollte, dich, meinen Vater, meinen Schöpfer und allerhöchsten Herrn, zu beleidigen! Amen! Nach der heiligen Beicht. Gebet. O mildherziger Jesu, mein Erlöser und meine Liebe! Preis sey deiner ewigen Barmherzigkeit für das Sakrament Dritte Beicht- Andacht. der Buße, welches du für uns eingesetzt hast, unsere Seelen von allen Flecken der Schuld zu reinigen! Ach, wie theuer hast du diese wunderbare Arznei für deine Kinder erkauft! Du, Allbarmherziger! haft selbst am Kreuze die Strafen erlitten, welche meinen Sünden gebührten; du haft gebüßt, was ich verbrochen; in deinem Blute sind meine Sünden gereiniget, und durch deine wirksame Fürbitte ist die Gerechtigkeit des himmlischen Vaters versöhnet worden. D Jesu! von Herzen danke ich deiner namenlosen Barmherzigkeit, und vereinige die geringe Buße, die dein Stellvertreter, der Priester, mir auferlegt hat, mit deinem schmerzlichen Leiden. Ersetze, mein göttlicher Heiland! durch deine unendlichen Verdienste die Unvollkommenheit meiner Beicht; bestätige die Lossprechung, welche ich in deinem Sakramente empfangen habe, und kräftige meinen Willen, dir von nun an unwandelbar treu zu seyn, und in deiner Liebe zu leben und zu sterben! Amen! 50818 paind ied des heiligen Alphonsus Liguori. Gott, du unermeßne Liebe! Meines Lebens süßes Leben, Mein Geliebter, mein Bestreben, Licht und Flamme meiner Brust, Bräutigam und ew'ge Lust! Dir, o Jesu, mein Gebieter! Gilt mein Seufzen, gilt mein Sehnen, Meiner Liebe heisse Thränen; Ewig wächst des Herzens Gluth Nach dir, hochgeliebtes Gut! Weinen will ich, immer weinen, Daß ich, Gott! vor dir gefündigt. Weinend sey es dir verkündigt: 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe ic. 16 241 242 Beicht Andachten. Dritte Beicht- Andacht. Daß ich irrend, undankbar, Daß ich ein Verräther war! Mich ergreift's wie Todesschauder, Bitter geht es mir zu Herzen, Wie am Kreuz' in tiefe Schmerzen, Wie dich in des Todes Nacht Meine Sünde hat gebracht! Wirke, meine süße Hoffnung! omist Daß ich dein verbleib' in Treue, Hound Daß ich alles Arge scheue! Lieber, sterben, als fortan Wieder thun, wie ich gethan! Sieh, wie mich von allen Seiten Feinde Tag und Nacht umringen! Laß mein Rufen zu dir dringen: Nimm mich, um mich zu befrei'n, In dein wundes Herz hinein! Feßle mich mit deinen Ketten; Schließe mich, du Treuer, Bester! Enger stets an dich und fester, Daß ich bis an's Ende treu, Innig dir verbunden sey! Amen! planting vid you Kommunion- Andachten. Erste Kommunion- Andacht. 243 Kommunion- Andachten. Lies, und lies immer wieder, was hierüber in den voranstehenden Unterhaltungen vorkommt, von denen die neunte auch eine vorzüglich entsprechende Andachtsübung sowohl vor, als nach der heiligen Kommunion darbietet! Erste Kommunion- Andacht. Gebet vor der heiligen Kommunion. Was ist doch der Mensch, um zu verdienen, daß du seiner gedenkest! Du, o Herr! bist unendlich groß, und dennoch neigest du dich zu mir, daß ich dich in deinem Sakramente esse. Du bist mein Herr und Gott; ich aber bin ein armer Sünder, und dennoch kommst du zu mir. O, wie wunderbar ist deine Gnade in deinem Liebessakramente! Ich bin nicht würdig, zu dir aufzuschauen, und du ladest mich ein, daß ich zu dir kommen soll. Voll Vertrauen auf deine Liebe und huldreiche Einladung trete ich zu deinem heiligen Tische, wo die Engel aufwarten, und wo das lebendige Brod, welches vom Himmel herabgestiegen ist, genoffen wird, in der Meinung, durch dich, o füßester Jesu! der göttlichen Majestät die allergrößte Ehre zu bezeigen,-voll Mitleiden und Dankbarkeit zum Andenken an dein Leiden und deinen Tod zu thun, wie du mir befohlen hast, - deine heiligste Mutter, und auch alle Heiligen dieses Tages N. N. dadurch zu ehren und zu erfreuen, mit dir, und wie du, Gott, dem Vater, für Alles zu danken,- in Kraft deines kostbaren Blutes die Verzeihung meiner Sünden zu erlangen, und für sie Genugthuung zu leisten,- endlich aber mir und Andern alle nothwendigen Gnaden, besonders einen guten Tod, und den Verstorbenen die ewige Ruhe zu erflehen. In dieser und jeder andern dir noch gefälligeren Meinung gehe ich mit aufrichtigem Herzen in vollem Glauben zu deinem allerheiligsten Sakramente, wo eben jener Leib zugegen 16* - 244 Kommunion Andachten. = ist, der durch die Kraft des heiligen Geistes im Schooße seligsten Jungfrau gestaltet, und für mich an's Kreuz gehefte worden ist. Du hast ja recht gesprochen: ,, Nehmet hir und esset; dieß ist mein Leib!" Diesem Worte Wahrheit glaube ich fest und ungezweifelt, und bete dich um den Gestalten, die dich verhüllen, in aller Ehrfurcht und D muth an als meinen Herrn und Gott. Ich glaube, we ich weder sehen noch begreifen, was aber deine Allmacht wire kann. Herr! ich glaube. Du selbst also, unendlich großer Gott! kommst in Perja zu mir. Du, o Allerhöchster! neigest die Himmel, und steigt in mein elendes Herz. Du, o Spiegel ohne Makel! willst bi vereinigen- mit mir, der ich schon in Sünden empfange worden bin. Wer bin ich, und wer bist du? Ich bin d armseliges Geschöpf, dessen Wesen vor dir wie Nichts ist. D aber bist der Herr des Himmels und der Erde, ein unendlide Wesen, vor welchem die Seraphim ihr Angesicht bedecken, um die Säulen des Himmels erzittern. - vor deine Was kann ich fündiger, unreiner Mensch schreckbaren Majestät Anderes thun, als mich selbst verachter mich dir unterwerfen, vor deiner unendlichen Größe mich i den Staub meiner Nichtigkeit beugen, und dich um Barmherzig keit anflehen? Sieh, o Herr! ich verachte mich selbst, ich unte werfe mich dir, ich demüthige mich vor deinem Angesichte, un indem ich wie der Publikan reuevoll an meine Bru schlage, bitte ich mit weinenden Augen: Gott sey mir Sünde gnädig, und vergib mir, um deines Namens willen, alle mein Sünden! Vergib sie mir; sie reuen mich, und mißfallen mit weil sie dir mißfallen!" - - bitist Ich hoffe auf dich- mit Zuversicht, weil du, o hen mich auf eine ganz besondere Weise in dem Vertrauen, welde ich auf deine Güte seße, bekräftiget haft, da du dich selb in diesem heiligsten Sakramente als ein Unterpfand deiner un endlichen Liebe hingibst. Auf diese Liebe ganz vertrauend komm Erfte Kommunion- Andacht. da ich zu dir als ein Armer zur Quelle aller Güter, als ein verirrtes Schaf zu seinem guten Hirten, als ein Sünder zu einem Gott der unendlichen Barmherzigkeit, als ein verlornes Kind zu seinem besten Vater, der mir jenes Blut, das er mit größtem Schmerz vergossen hat, in größter Süßigkeit zu trinken gibt. Sieh, o mein Gottheiland! ich will zuversichtlich handeln. Ich will dich aber auch herzlich und inniglich lieben, weil du die Liebe, als das hochzeitliche Kleid zu diesem himmlischen Gastmahle, vor Allem von mir verlangest. Ach! gib mir, was du von mir verlangest! Gib mir deine heilige Liebe! laß die schönen Flammen deines liebenden Herzens ausbrechen, daß sie mein Herz ergreifen, und entzünden, und ihm ganz himmlische Neigungen einprägen! DOE 100 De ft 74 - ein 245 Mit Vertrauen auf diese Gnade, um die ich durch alle deine Liebe bitte, erfühne ich mich, dir zu sagen, daß ich dich eaus allen meinen Kräften und mit aller Aufrichtigkeit meines Herzens liebe. Ja, o Jesu! mein Herz liebt dich, und liebt dich recht inniglich mit aller jener Liebe, womit du außer dir auf Erden, und inner dir im Himmel geliebt wirst. D, daß ich dich, den unendlich Liebenden und Liebenswürdigsten, inbrünstig lieben könnte! en In Ach, Herr! du kennst alle meine Wünsche, und mein Seufzen ist dir bekannt. Ich weiß, daß du die Herzen prüfest, und die frommen Begierden der Armen liebest. Ich verlange, dich zärtlichst lieben und in meinem Herzen auf's Gefälligste umfangen zu können. Darum möchte ich dich jetzt mit aller jener Andacht, Liebe und Würdigkeit in mein Herz aufnehmen, womit dich alle frommen Seelen, welche dieses himmlischen Tisches jemals theilhaftig geworden sind, in ihr Herz aufgenommen haben. Obschon ich aber nicht würdig bin, alle diese Gefühle der Andacht in mir zu haben, so opfere ich sie dir dennoch mit 11 meinen ganzen Herzen auf, und in Vereinigung mit ihren Liebesbegierden lade ich dich ein, daß du dich, um deiner selbst Kommunion- Andachten. willen, würdigen wollest, in mein armes Herz einzugehen, und darin zu wirken, wie du in deinen Heiligen zu wirken dich gewürdiget hast. 246 Besuche mich als mein liebreichster Heiland, und gib mir im Geiste jene Süßigkeit zu kosten, die in diesem Sa kramente, gleichsam als in ihrer Quelle, reichlich gekostet wird, wenn man es mit gebührender Andacht empfängt! Rei nige zu diesem Ende meine Seele mit jenem kostbaren Blute und Wasser, das aus deiner eröffneten Seite geflossen ist! Schmücke mein Herz mit allen jenen Tugenden, die du in mir und von mir verlangest! Zeige deine Wundergüte, und laß meine arme Seele nicht nur an deinen Verdiensten, sondern auch an den Verdiensten deiner Heiligen Theil nehmen! Was ich nicht vermag, das vermag deine heiligste Mutter und der Chor der Gerechten, die für mich bitten und mich zu deinem Altare begleiten sollen. Geh' nun mit heiligem Bittern zu dem großen Heiligthume hinvoll Liebe, Reue, Begierde und Hoffnung! Du empfängst Jenen, der das Seufzen der Armen noch allezeit erhöret hat. Während des Empfanges der heiligen Hoftie. Denk' bei dir, oder seufze innigst: O süßester Jesu! Gott der unendlichen Heiligkeit! Du zu mir der ich Staub und Asche bin, ein fündiger Mensch! Mein Gott! meine Barmherzigkeit! ich bin's nicht würdig. Unendlich unwürdig bin ich. O Jesu! mache mich würdig, und vereinige mich mit dir auf's Innigste, damit ich ewig in dir verbleibe, und du in mir! * - Gebet nach der heiligen Kommunion. Nach dem Empfange des Allerheiligsten bleib' eine Zeit lang in bi gekehrt! Bewundere, bete an, denke, rede wenig, liebe viel! Mehr sagen dir die voranstehenden Unterhaltungen. O meine Seele! sieh deinen Gott, deinen Erlöser, deinen zukünftigen Richter! Der, welcher Himmel und Erde erschaffen Erste Kommunion- Andacht. hat, den selbst die Himmel aller Himmel nicht fassen, dieser ist in dir bei dir- mit dir.. - 247 Großer, unermeßlicher Gott! versenkt in den Abgrund meines Nichts hete ich dich an, und ganz durchdrungen von dem Gefühle meiner Armseligkeit liege ich in tiefster Ehrfurcht vor den Füßen deiner unendlichen Majestät. Welche Demuth eines Gottes, der über den Cherubim thronet, und bei einem Sünder seine Einkehr nahm! Welche Liebe! welche Güte! O Herr, unser Gott! du bist würdig, Preis, Ehre und Dank zu empfangen. Zu jeder Zeit will ich dich- als die Quelle aller Güte und des Segens preisen. Mein Mund soll allezeit deinem Lobe gewidmet seyn. An jedem Tage meines noch übrigen Lebens will ich mich dankbar erinnern, welche große Dinge deine Allmacht und Liebe an mir gethan hat. O süßester und liebevollster Jesu! es war dir nicht genug, daß du am Kreuze für mich gestorben bist; du wolltest auch dein Fleisch und Blut- meiner Seele zur Nahrung geben. Ich danke dir von ganzem Herzen. O! sey durch dich selbst immer und ewig geprieſen! D! möchte meine Seele, und Alles, was in mir ist, niemals aufhören, die Größe deiner Liebe zu preisen, und deinen heiligen Namen zu verherrlichen! Möchte mein Herz, durch das Feuer deiner Liebe entzündet, auf deinem Herzen ruhen, und dich durch dasselbe ohne Unterlaß würdig loben! Himmlischer Vater! fteh mit den Augen deiner Güte auf deinen Sohn hin, der in meinem Herzen wie im Himmel wohnt, und an dem du dein Wohlgefallen hast! Durch ihn, mit ihm und in ihm bringe ich dir das vollkommenste Lobund Dank- Opfer für so viele mir erwiesene Gnaden und Wohlthaten dar. Allerseligste Jungfrau Maria! sieh! ich trage die gebenedeite Frucht deines Leibes- in meinem Leibe. Lobe Jesum, und sage ihm anstatt meiner den gebührenden Dank! Kommunion- Andachten. Ihr seligen Himmelsbürger! kommet! Gilet herbei, ihr Alle, die ihr Gott so inbrünstig liebet, und in Liebe euch in ihm ewig erfreuet! Kommet und sehet, was der unendlich Gütige an meiner Seele gethan hat! Verherrlichet mit mir seinen Namen! Und du, meine Seele! vergiß nie alle jene Gutthaten, die du von ihm empfangen hast! Seine Barmherzigkeit gegen dich ist überaus groß; der erbarmungsvolle Herr hat mit mir nach der ganzen Fülle derselben gehandelt. Lobe ihn also, meine Seele! und singe ihm Dankeslieder! du mein Erlöser! was soll ich dir für alle Gunst, für so viele Gutthaten, die du mir erwiesen hast, erwiedern? Als Dankopfer und Gegengeschenk opfere ich dir dein heiligstes Herz. Mit diesem und in diesem bringe ich dir in Aufrichtig feit meines Herzens mich selbst zum Opfer dar, und weihe mich heute auf's Neue deinem Dienste. Laß dir diese Opfergabe gefallen, und mit dem Opfer deines Leibes, welches ich dir heute in Gegenwart deiner Engel darbringe, nimm mich auf, damit mir und deinem Volke Alles zum Segen werde! Was soll ich aber nun von dir begehren, um was foll ich bitten? Ich bitte in Kraft deines heiligsten Leibes und Blutes, daß durch deine Gegenwart alles Unreine in mir ver zehrt, und daß ich durch dieses lebendige Brod, welches vom Himmel herabgestiegen ist, ein anderer Mensch werden möge, ein Mensch, der sogar vor dem Schatten der Sünde mehr erzittert, als vor dem Angesichte einer giftigen Schlange! Ich bitte: Lehre mich durch deine Gnade sanftmüthig seyn, und so demüthig von Herzen, daß ich in Betracht, wie du, o Sohn des Allerhöchsten! dich in Gestalt eines Knechtes bis zum Tode des Kreuzes erniedriget hast, mich selbst aufrichtig verachte, und nach dem, was ich aus mir bin, und von mit habe,( Nichts, Armseligkeit, Sünde, Hang zum Bösen,) mich für den schlechtesten und größten Sünder halte, weil dieß Gott wohlgefällt! Ich bitte: Siege über mich, wie die Liebe, die du zu mit 248 - - Erste Kommunion- Andacht.com R 249 getragen hast, über dich gesiegt hat! Nimm Alles von mir hinweg, was dir immer mißfällt, und verleihe mir gnädig alle standesmäßigen Tugenden, reine Absicht in Allem, was ich thue, Reinheit der Sitten, Geduld in Trübsal, wahre Liebe des Nächsten, Mäßigkeit in Speise und Trank, bescheidene Gefälligkeit und Freundlichkeit im Umgange mit Andern, ganz vorzüglich aber große Ehrfurcht gegen deine Allgegenwart, Liebe deines heiligen Namens, und und die Krone aller Gnaden, nämlich, daß ich nach würdigem Empfange dieses allerheiligsten Sakramentes des kostbaren Todes der Heiligen vor deinem Angesichte sterben möge! Endlich bitte ich auch wie ich bitten soll: Gib allen meinen Freunden und deinen Dienern, für die ich zu beten schuldig bin, Frieden, Heil und deinen Segen in Allem! Rufe die Abtrünnigen in den Schooß deiner Kirche zurück! Erleuchte alle Ungläubigen, die dich nicht erkennen, und in den Finsterniſsen der Armseligkeiten sißen! Sey ein Gott des Trostes Jenen, die in der Trübsal seufzen! Erbarme dich über die Allererbarmungswürdigsten, die jenseits des Grabes in höllenähnlichen Flammen unter der Erde schmerzlich leiden, was nie ein Mensch auf Erden gelitten hat, und nie bis an's Ende der Welt leiden wird! Gott von Gott! Vater der Erbarmungen! gib den verstorbenen Rechtgläubigen die ewige Ruhe! Ach! laß den armen Bedrängten, die in Finsternissen kläglich weinen, das ewige licht leuchten, das du selbst bist, der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste zu ewigen Zeiten lebest und herrscheft! Amen! mahd 250 Kommunion- Andachten. Zweite Kommunion- Andacht. Sweite Kommunion- Andacht. Die Stimme Jesu Christi. „ Kommet Alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seyd, und ich will euch erquicken!- Das Brod, welches ich euch geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt. Nehmet hin und esset; dieß ist mein Leib, der für euc wird dargegeben werden; dieß thuet zu meinem Andenken! Wer mein Fleisch ist und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Die Worte, die ich zu euch gespro chen habe, sind Geist und Leben." O ewiges Wort! wie wunderbar sind deine Worte! D Leben meines Lebens, durch das allein meine Seele leben kann! wie trostreich ist deine Einladung, wie erquickend dein göttliches Gastmahl! Du, o süßester Bräutigam unserer Seelen! berufest Alle, die da mühselig und beladen sind. Sieh! ich folge deinem barmherzigen Rufe, und komme in meiner Noth, dich um das Brod des Lebens zu bitten. Bereit ist mein Herz, o Gott! bereit ist mein Herz. Komm, Herr Jesu! besuche die Seele, die du erschaffen und in deinem Blute erlöset hast! Komm, o mein ewiger Geliebter! daß ich in die Tiefen deiner Liebe versenkt- mein Herz dir entfalte, und ein heiliges Freudenfest mit dir feiere! Vorbereitungs- Gebete. Glaube. Süßester Jesu! fomm der Seele deines Knechtes( deiner Magd) in den Segnungen deiner Süßigkeit zuvor, daß ic deinem hocherhabenen und glorreichen Sakramente würdig nahe! Erleuchte mein Inneres mit deinem göttlichen Lichte, daß ich dich, meinen Gott und Herrn, am Brodbrechen wahrhaft erkenne, und nimm hinweg von mir den schweren Schlummer Zweite Kommunion- Andacht. der Trägheit, daß ich dich mit allen Kräften meiner Seele umfange, und deine Lieblichkeit koste, die in diesem Sakramente, wie in ihrer Urquelle, in ganzer Fülle enthalten ist! 251 Mein Gott! wunderbar ist deine Liebe, die dein Herz bewegt, dich so innig mit uns armen und sterblichen Geschöpfen zu vereinigen; wunderbar ist die Wirkung dieser unendlichen Liebe, die zu dieser Vereinigung ein so wunderbares Mittel erfunden hat, welches alle Fassungskraft der heiligen Engel übersteigt; denn in die einfache Gestalt des Brodes hast du deine Gottheit und Menschheit gehüllt, daß wir von dem Glanze deiner Majestät nicht erblindeten, und daß du eingingest in unsere Seele, sie zu deiner Gottheit zu erheben und des ewigen Lebens würdig zu machen. O ewige Wahrheit, die du vom Himmel gekommen bist, uns dahin zu führen! in Einfalt meines Herzens und in festem Glauben bete ich dich in diesem Sakramente deiner Liebe an; denn in unwandelbarer Treue glaube ich, daß deine Allmacht mehr zu wirken vermag, als alle sterblichen und unsterblichen Geschöpfe in alle Ewigkeit zu begreifen vermögen. Du bist das Brod des Lebens, eine wahrhaftige Speise der Seele, die kräftigste Arznei gegen alle Krankheiten, der süßeste Trost ihrer Bilgerschaft, ihr mächtigster Schuß gegen die Versuchungen, die Pflanzung aller ihrer Tugenden, die Vorgabe, das Unterpfand und der Spender ihres ewigen Lebens in der Seligkeit des Himmels. In diesem festen Glauben, den ich mit meinem Bluté zu besiegeln bereit bin, nahe ich diesem Tische des Heiles, den deine unerforschliche Liebe mir bereitet hat. D, verleihe mir die Gnade, daß ich in heiliger Ehrfurcht dich empfange, und, ganz in dich versenkt, mir selbst absterbe, und in dir auflebend - ein neues, göttliches Leben führe, damit ich einst dahin gelange, wo alle Schatten verschwinden, und ich ohne die Hülle des Sakramentes dich schaue und liebe in Ewigkeit! Amen! Kommunion- Andachten. E Hoffnung. hi and sildab: 3 Jesu, süße und einzige Hoffnung aller Auserwählten, der du, uns dürftige und schwache Geschöpfe zu bereichern und aufzurichten, dich ganz erschöpft hast! sieh barmherzig auf das Vertrauen, das meine Seele zu deiner namenlosen Güte hegt! Bin ich mir auch meines gänzlichen Unwerthes bewußt, so er muthiget mich dennoch deine liebevolle Einladung; ja es drängt mich dein Befehl, zu diesem Gastmahle des ewigen Lebens hin zutreten, wenn ich nicht in den ewigen Tod versinken will; denn eine Quelle des Lebens, der Kraft und des süßesten Trostes hast du dich selbst uns vorgeseßt, und schenkest uns mit dir selbst alle Gaben und Güter der Seligkeit. 252 sls Ich hoffe daher, o mein gütigster Erlöser! daß du, der du dich herabgelassen hast, mit den Zöllnern und Sündern zu speisen, und alle Schwachen, Lahmen und Blinden zu deinem Gastmahle zu berufen, auch meine arme und fündige Seele nicht verschmähen, sondern sie barmherzig aufnehmen werdest, daß sie, durch diese himmlische Speise gestärkt, erleuchtet, gebessert und mit neuen Gnaden bereichert, dir um so eifriger diene, und die lebendige Hoffnung in ihr aufblühe, einst von dir in die ewigen Wohnungen aufgenommen zu werden. Amen! Liebe. Süßester Jesu, der du meiner gedacht hast, noch ehe ich geboren war, und mich in so unendlicher Liebe geliebt haft, daß du, als ich in Sünden gefangen- der Hölle zugeführt wurde, in deiner Barmherzigkeit vom Himmel hernieder gestiegen bist, dich mit meinem Fleische bekleidet, mit starker Hand den Tyrannen gefesselt, mich in deinem Blute erlöset, gereiniget, und dich selbst, die Kraft alles Lebens, mir zur Speise vor gesetzt haft! entflamme mein Herz, dich für so unerfaßliche Wohl thaten aus ganzer Kraft zu lieben! Kehre ein in dieses Herz, o lebendiges Feuer! verzehre darin Alles, was von deiner Liebe mich abhält; tilge die Kälte desselben, und erwecke darin 0 I I Zweite Kommunion- Andacht. jenes gewaltige Feuer, das du vom Himmel auf die Erde gebracht haft! d one point sid 253 O Gastmahl der ewigen Liebe, Jesus, der du für Alles, was du für mich gethan, nur aufrichtige, getreue und starkmüthige Liebe verlangest! gib mir selbst in deinem göttlichen Sakramente dieſe Liebe, die du von mir verlangest! Denn bekannt ist dir, o Herr! meine Armuth, meine Ohnmacht und meine sündliche Neigung, die mich beständig zur Erde niederbeugt, und ach! so selten zu mir selbst kommen läßt, daß ich mich zu dir erhebe. Nichts Gutes ist in mir; Alles hat die Sünde in mir verdorben; und du allein, die Urquelle aller Liebe, kannst mich aufrichten, und mir heilige Liebe einflößen. bor So komm denn, mein Gott, meine Liebe, nach welchem mein Herz verlangt! Komm, mein barmherziger Heiland, der du nicht die Gerechten, sondern die Sünder berufeft!- himmlischer Arzt, der du nicht die Gesunden, sondern die Kranken heilest! komm, mein Leben, mein Licht! meine Seligkeit, mein Alles! komm, und bringe deine süßeste Liebe mit dir; ergieße sie gleich einem himmlischen Dele in das Gefäß meines Herzens, daß ich mit jenen weisen Jungfrauen dir, dem auserwählten Bräutigam auserwählter Seelen, entgegen gehe, in ewiger Liebe mich dir zu vermählen! Amen! Komm, Herr Jesu! schin Sehnsüchtiges Verlangen nach der heiligen Kommunion. Liebreichster Jesu! steh, ich komme zu dir, daß meine Seele durch die Gabe deiner Liebe sich erquicke, und ich mich in deinem heiligen Gastmahle erfreue, das du, mein Gott! in deiner Lieblichkeit den Armen bereitet haft! In dir, o Jesu! ist Alles, was immer mein Herz verlangen kann. Du bist mein Heil und meine Erlösung, meine Hoffnung und meine Kraft, meine Freude und meine Glorie. Erfreue also heute die Seele deines Knechtes( deiner Magd), der( die) ich zu dir, meinem barmherzigen Erlöser, meine Seele erhoben habe! Sich! ich sehne mich, dich nun andächtig und in Ehrfurcht zu empfangen; ich) Kommunion- Andachten. verlange dich in mein Haus einzuführen, auf daß ich würdig werde, mit Zachäus von dir gesegnet, und den Kindern Abrahams beigezählt zu werden. Meine Seele sehnt sich nach dem Sakramente deiner Liebe; mein Herz verlangt nach der Ver einigung mit dir. 254 Gib dich mir, o Jesu! und es genügt mir; denn ohne dich ist jeder Trost vergeblich; ohne dich kann ich nicht seyn; und ohne deine Heimsuchung vermag ich es nicht, zu leben. Deßhalb muß ich dir oftmals nahen, und dich als ein Mittel meines Heiles empfangen, damit ich nicht etwa, der himmliſchen Nahrung beraubt, auf dem Wege erliege; denn so hast du einst gesprochen, da du den Schaaren geprediget, und verschiedene Krankheiten geheilet hast:„ Ich will sie nicht ungespeiset nach Hause gehen lassen, damit sie nicht auf dem Wege erliegen. Thu demnach auf gleiche Weise an mir, der du zum Troste deiner Gläubigen dich in dem heiligen Sakramente hinterlassen hast! Denn du bist eine liebliche Erquickung der Seele; und wer dich würdig empfängt, der wird Theilnehmer und Erbe der ewigen Glorie. Nothwendig ist's mir fürwahr, der ich so oft falle und fündige, so schnell lau werde und abnehme, daß ich durch oftmaliges Gebet, durch oftmalige Beicht und den Genuß deines allerheiligsten Leibes mich erneuere, reinige und entzünde, damit ich nicht etwa, wenn ich mich länger desselben enthalte, von meinen heilsamen Vorsäßen abweiche; denn ge neigt sind meine Sinne zum Bösen von Jugend auf; und kommt deine göttliche Arznei mir nicht zu Hilfe, so verfalle ich bald in Schlimmeres. Diese Arznei ist der einzige und vor züglichste Trost meiner Seele, so lange sie im sterblichen Leibe ferne von dir pilgert; durch diese Arznei wird sie gestärkt, und zu heiliger Sehnsucht nach dir, ihrem göttlichen Gelieb ten, entflammt. O wunderbare Herablassung deiner Milde gegen uns, daß du, o Gott und Herr, Schöpfer und Lebensspender aller Gei ster! dich herablasfest, zu der armen und dürftigen Seele zu 3weite Kommunion- Andacht. 255 kommen, und ihren Hunger mit deiner ganzen Gottheit und Menschheit so reichlich zu stillen! O glückselig die Seele, die da gewürdiget wird, dich, ihren Gott und Herrn, andächtig zu empfangen, und in deiner heiligen Vereinigung mit geistiger Freude erfüllt zu werden! O welchen großen Herrscher nimmt sie auf! welchen lieblichen Gast führt sie zu sich ein! welchen liebreichen Gefährten empfängt sie! welchen treuen Freund nimmt sie an! welchen holdseligen und edlen Bräutigam umfängt sie! Es schweige vor deinem Antlige, mein süßester Geliebter! Himmel und Erde, und alle Zierde derselben! Denn was sie immer Liebliches, Schönes und Wunderbares hal das haben sie aus der Huld deiner Freigebigkeit empfangen, und nie wird es die Zierde deines süßen Namens erreichen, des sen Weisheit zahllos ist. Demüthige Bitte zu Jesus. O süßester und liebreichster Herr Jesu, den ich nun andächtig zu empfangen mich sehne! du kennst meine Schwachheit und die Noth, welche ich leide, in wie vielen Uebeln und Lastern ich liege, wie oft ich bedrängt, angefochten, beunruhiget und verunreiniget werde. Um Arznei komme ich zu dir; um Trost und Linderung rufe ich dich an. Ich spreche zu dem Allwissenden, dem all mein Inneres bekannt ist, und der du allein vollkommen mich trösten und mir helfen kannst. Du weißt es, welcher guten Gaben ich vor Allem bedarf, und wie arm ich an allen Tugenden bin. Sieh! vor dir stehe ich arm und nackt, Gnade verlangend, und deine Barmherzigkeit anflehend. Erquicke deinen hungernden Bettler; entzünde meine Kälte durch das Feuer deiner Liebe; erleuchte meine Blindheit durch die Klarheit deiner Gegenwart! Wandle mir alles Irdische in Bitterfkeit um, alles Lästige und Widerwärtige in Geduld, alles Niedrige und Erschaffene in Verachtung und Vergessenheit! Erhebe mein Herz zu dir in den Himmel, und laß mich nicht auf dieser Erde 256 Kommunion- Andachten. umherirren! Du allein sollst jetzt schon in Ewigkeit mir süß seyn, weil du allein meine Speise und mein Trank, meine Liebe und meine Freude, meine Süßigkeit und all mein Gut bist! O, möchtest du doch durch deine Gegenwart mich ganz entzünden, verbrennen und in dich umwandeln, daß ich durch die Gnade innerlicher Vereinigung und durch das Zerschmelzen glühender Liebe Ein Geist mit dir würde! Laß mich nicht ungespeiset und trocken von dir zurückkehren, sondern wirke barmherzig mit mir, wie du öfter mit deinen Heiligen wunderbar gewirkt haft! Was wäre es auch Wunderbares, wenn ich ganz glühend durch dich würde, und in mir selbst verginge, da du ein immer flammendes und nie abnehmendes Feuer bist, eine Liebe, welche die Herzen reiniget und den Verstand erleuchtet? Seufzer zu Jefus. Komm, o gütigster Jesu! Komm, o Bräutigam meiner Seele! Verachte meine arme, sündige Seele nicht! Komm, mein Herr und Gott! o, komm mit Geduld, daß du meine großen Missethaten ertrageft; fomm in Demuth, da ich über aus niedrig, dürftig und arm bin; komm mit deiner göttlichen Freigebigkeit, daß du meine Noth mit deinen Gaben bereiche rest; komm mit himmlischer Süßigkeit, daß mein Herz in Chrä' nen heiliger Liebesreue zerfließe; komm mit deiner flammenden Liebe, daß du mich entzündest, und zu einem lebendigen Brand opfer in Zeit und Ewigkeit weihest! Amen! Nach der heiligen kommunion. Gebet. an SD Jesu, süßester Jesu, mein Gott und Herr! ich bete dich in meiner Seele. Gegrüßt sey deine ewige Barmher zigkeit, welche dich in das Thal meines Elendes geführt hat! Gepriesen sey deine göttliche Liebe, welche so großmüthig an Zweite Kommunion- Andacht. mir ärmsten Erdwurme handelt! Wer bin ich, mein Gott! daß du bei mir einkehrest? Uleber alle Hoffnung ist deine Barmherzigkeit an mir armen Sünder, daß du mit deinem allerheiligsten Fleische und Blute mich gespeiset, und mein Herz zu deinem Aufenthalte erwählet hast. D stimme alle Pulse meines Herzens zu deinem Lobe; entflamme meine ganze Seele mit deinem göttlichen Feuer, daß sie seraphische Preisgesänge anstimme, dich zu verherrlichen, du gebenedeiter Sohn des ewigen Vaters, der du des geringsten deiner Geschöpfe nicht vergessen, und es zu so großen Gnaden erhoben hast! Es preisen dich deine heiligen Engel, und der ganze himmlische Hof feiere dein Lob, o König der Glorie! Licht, welches die Himmel erleuchtet, Abglanz der väterlichen Herrlichkeit, mein Gott, mein Erlöser, meine Liebe und mein Alles! 257 O mein heiligster Erbarmer, dessen Großmuth und Weisheit keine Gränzen kennt! sich meine arme verwaisete Seele mit einem Blicke deiner Gnade an; sprich nur Ein Wort, und sie wird auf ewig gesund! Deine hochheilige Gegenwart tilge in mir alle Glut irdischer Begierden! sie reiße mich los von allen Geschöpfen, daß ich Eins werde mit dir, dem Schöpfer! O belehre mich, daß ich deinen heiligen Willen erkenne und getreu vollbringe! Vermehre meinen Glauben, meine Hoffnung, meine Liebe, und gib meinen schwachen Tugenden Wachsthum und Gedeihen! Segne meine Gedanken, Worte und Werke, daß sie zu deiner göttlichen Ehre, zur Erbauung meines Nächsten und zu meinem eigenen Seelenheile gereichen, und bilde mich zu einem Menschen nach deinem göttlichen Willen um, daß ich dir treu und standhaft nachfolge, und dich, die Krone aller ewigen Belohnungen, im himmlischen Reiche erlange! Erbarme dich auch, o süßester Jesu! aller derjenigen, in deren Gemeinschaft ich nach der Ordnung deiner heiligen Vorſehung lebe; aller meiner Freunde und Wohlthäter, und aller derjenigen, die mir irgend Schaden zugefügt, mich betrübt, beleidiget, verleumdet, oder mir sonst Böses gethan haben! 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe ic. 17 258 Kommunion- Andachten. Bekehre ihre Herzen zu dir, und segne alle Glieder deiner heiligen Kirche, damit wir einst alle zu deiner glückseligen An * schauung gelangen! Süßester Jesu! ich bitte dich um deiner heiligen Verhei ßung willen: Weiche nicht von mir, sondern wirke durch die Kraft dieses heiligen Sakramentes, daß ich ewig in dir ver bleibe, und du in mir, daß ich, von deinem Geiste durd drungen, Werke der Liebe und des ewigen Lebens wirke, deine immerdar gedenke, für deine göttlichen Wohlthaten unabläfig dankbar sey, und in meinem Innersten die Frucht deiner Erlö fung empfinde! Sey mein Beschüßer im Leben und im Tode, und laß den unendlichen Werth deines Blutes an mir nidi verloren seyn! Schirme mich unter dem Schatten deiner Flügel, daß ich vor den Gluten der Begierlichkeit und vor Versuchungen gesichert muthig den Weg deiner- heiligen Gebote wandle, und das ewige Leben erlange, wo du, in der Herrlichkeit de Vaters, in Einigkeit des heiligen Geistes lebest und regierest, in Ewigkeit! Amen! Gebet zum Herzen Jesu. Sey gegrüßt, o liebreiches und süßestes Herz meines Hei landes Jesu Christi, du unversiegbare Quelle göttlicher Gnaden, du himmlischer Aufenthalt auserwählter Herzen, du Schahkammer ewiger Reichthümer, sichere Zufluchtsstätte der armen Sünder, ersehnliche Ruhe heiliger Seelen und versiegeltes Bud des Lebens, worin alle Namen der Kinder Gottes geschrieben stehen! O großmüthiges Herz, Freude und Belohnung aller frommen Herzen! würdig bist du, daß aller Menschen Herzen dir huldigen, dich anbeten und dir in tiefster Demuth dienen. In den Staub sinke ich vor dir, und unterwerfe mich dir auf ewig. Schalte über mein Herz nach deinem göttlichen Wohl gefallen, und ziehe alle meine Gedanken an dich, daß ich bis zum letzten Augenblicke in dir lebe, und in der Stunde meines Todes vor allen Pfeilen des Feindes in dir gesichert sey! Amen! Zweite Kommunion- Andacht. Andere Gebete nach der heiligen Kommunion.*) Danksagung. te D Jesu, mein Gott, meine ewige Freude! du lebeft nun in mir, und ich in dir. Herr! wie soll ich dir die Wohlthat deiner barmherzigen Heimsuchung vergelten, daß du mit allen Reichthümern deiner Glorie in meine Seele eingekehrt bist, und ihr deine unermeßlichen Verdienste dergestalt schenkest, daß sie dadurch des Himmels würdig wird? Es preise dich die ewige Liebe deines eigenen göttlichen Herzens; es stimmen alle Chöre der seligen Geister dir Lobgesänge an, und es flammen dir Lobopfer auf dem Altare des Herzens aller frommen und heiligen Seelen auf Erden! Laß mich, o gütigster Jesu! mit diesem Pfunde ewigen Gewichtes wuchern, Schäße der Ewigkeit durch heilige Werke sammeln, und deiner göttlichen Liebe durch alle Gedanken, Worte und Handlungen meines Lebens auf würdige Weise danken! ( ₁ 28 te et 211 259 Aufopferung. Sieh, mein Gott und Alles! was ich immer bin und habe, das bin und habe ich durch dich. Dein ist Alles; denn du bist mein Schöpfer, mein Gebieter und Erhalter. Frei übergebe ich dir in kindlicher Liebe und freudigem Gehorsame Alles, was ich von deiner Güte erhalten habe. Nimm mich auf als dein Eigenthum! Ganz hast du heute dich mir gegeben; ganz und ohne Vorbehalt übergebe auch ich mein ganzes Wesen deinen Händen. Ich opfere dir alle Kräfte meines Leibes und meiner Seele, mein Herz und meinen Willen. Laß dieses Opfer meiner selbst dir wohlgefällig seyn; heilige es, und vereinige es mit dem großen Opfer, welches du deinem himmlischen Vater am Kreuze zu einem vollkommenen Brandopfer seiner göttlichen Herrlichkeit dargebracht hast! Laß nicht zu, o mein göttlicher ) 3um abwechselnden Gebrauche mit den voranstehenden, wenn man sie nicht sämmtlich verrichten will. 17* 260 Kommunion- Andachten. Erlöser! daß die Sünde und die Welt abermal Antheil an mir erhalten, der ich mich ganz und auf ewig an dich ergeben habe! Schirme mich mit deiner starken Hand, daß der Feind nicht wider mich vermöge, und ich in heiliger Treue für dich lebe und sterbe! Amen! Erinnerung an das Leiden des Herrn. delnd Da du, o barmherziger Jesu! dieses Sakrament deiner Liebe zu einem ewigen Denkmale deines Leidens und deine Todes am Kreuze eingesetzt und zu feiern befohlen hast, und wir nach dem Befehle deines Apostels dessen so oft gedenken sollen, als wir deinem heiligen Tische nahen, so danke ich deiner barmherzigen Liebe, die dich vom Himmel auf die Erde geführt hat, wo du in Knechtesgestalt unter uns Sündern wan unser Lehrer, Führer, Vorbild und Erlöser geworden bist. Ich danke dir für alle Tritte und Schritte, die du unser Heiles wegen gethan, für alle deine heiligen Lehren und Wunder, für jene traurige Nacht, wo du, o sanftmüthiges Lamm Gottes! von der Last unserer Sünden bedrückt- die Erde mit blutigem Schweiße befeuchtet für die Gefangen nehmung und alle schweren Mißhandlungen, die du von de Hohenpriestern und den Rotten der Gottlosen erlitten, für für die deine überaus schmerzliche Geißelung und Krönung, unaussprechlichen Leiden und deine gänzliche Verlassenheit an Kreuze, für dein göttliches Blut, das du auf diesem Opferaltar zur Vergebung meiner Sünden vergossen hast, für deiner Tod, durch welchen wir das Leben erhalten haben. Laß, o mei barmherziger Erlöser! die Frucht so reichlicher Erlösung an mit nicht verloren seyn; sondern eigne dieselbe durch diese hochhe lige Vereinigung meiner Seele an, damit ich dadurch gekräftiga und erneuert gegen alle Versuchungen und Anfälle des Feindes unverwundbar sey! - - - - - - Bitte. Bestegle mich, o süßester Jesu! durch das hochheilige S krament, worin du in meine arme fündige Seele eingegange e! to be es ent de en Die n men U Die C Dritte Kommunion- Andacht. Vor der heiligen Kommunion. 1. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott! sieh! ich nahe dem Geheimnisſe deines eingebornen Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi. Krank komme ich zum Arzte des Lebens, unrein zur Quelle der Barmherzigkeit, blind zum Lichte der ewigen Klarheit, arm und dürftig zum Herrn des Himmels und der Erde. Ich bitte daher deine unendliche und überfließende Freigebigkeit, daß sie sich würdigen mwolle, mich von meiner Krankheit zu heilen, von meiner Unlauterkeit zu reinigen, in meiner Blindheit zu erleuchten, meine Armuth zu bereichern, meine Blöße zu bekleiden, auf daß ich das Engelbrød, den König aller Könige, den Herrn der Heerschaaren mit solcher Ehrfurcht und Demuth, Zerknirschung und en ein Dritte Kommunion- Andacht. bist, daß kein sündhafter Gedanke, keine unreine Begierde mehr dieses Herz entweihe, welches zur Wohnung meines Herrn und Gottes erhoben worden ist! Schmücke mich mit deiner Demuth, mit deiner Sanftmuth, mit deiner Geduld und mit allen Tugenden, die in deiner heiligen Menschheit geleuchtet haben! Feßle meine Seele durch das Band unzertrennlicher Liebe an dich, daß ich keine Freude, keinen Trost außer dir suche! Sey mein Licht und meine Kraft in den Finsternissen und Kämpfen dieser Sterblichkeit, mein Führer auf dem Wege des Lebens und meine sichere Hoffnung im Tode! Verleihe mir, o heiliges Pfand meiner Unsterblichkeit! die größte aller Gnaden, die Beharrlichkeit in deinem Dienste und in deiner heiligen Liebe, daß ich, wenn du einst von diesem Leben mich abrufest, in Freude vor dir erscheine, und in die ewige Seligkeit aufgenommen werde, wo du, die ewige Glorie aller Heiligen, zur Rechten des Vaters sizest, und mit ihm und dem heiligen Geiste lebest und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! 50 261 Kommunion- Andachten. Andacht, Reinigkeit und Gläubigkeit, Gesinnung und Meinung empfange, wie es zum Heile meiner Seele ersprießlich ist. Ich bitte dich: Gewähre mir, nicht nur dieses Geheimniß des Leibes und Blutes des Herrn, sondern auch die Kraft und Wirkung dieses Geheimnisses zu empfangen! Verleihe mir, gütigster Gott! den Leib deines eingebornen Sohnes, welchen er aus Maria angenommen, so zu genießen, daß ich würdig werde, seinem geistlichen Leibe einverleibt, und unter seine Glieder ge zählt zu werden! O liebreichster Vater! laß mich deinen lieben Sohn, den ich jetzt auf der Pilgerreise meines Lebens unter Brodesgestalt empfangen will, einst von Angesicht zu Angesicht ewig selig anschauen, der mit dir in Einigkeit des heiligen Gei stes lebt und regiert, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! 262 2. Uebungen. Glaube. Wer gibt mir, o süßester Jesu! daß ich unter der Hülle der sakramentalischen Gestalten dein Antlitz gewahren könne, in welches auch die Engel zu schauen verlangen! Wer gibt mir, daß diese heilsamsten Quellen deiner Wunden mir sichtbar werden, die ich mit den Augen des Glaubens an deinem Leibe sehe, Quellen der lebendigen Wässer zur Reinigung meiner Seele! Ich glaube fest und ungezweifelt, daß du in diesem allerhöchsten Geheimnisse deines Leibes und Blutes wahrhaft und wesentlich gegenwärtig bist. Hier ist dein glorreicher Leib, glänzender als die Sonne, in jener Vollkommenheit und herrlichen Schönheit, in welcher er im Himmel thronet. Hier ist dein Blut, einst für unser Heil vergossen; hier ist deine Seele, aller Gnade und Weisheit voll; hier ist deine Gottheit, das allmächtige Wort; und weil du im Vater bist, und der Vater in dir, so ist auch der Vater hier, dich, sein Wort, ewig erzeugend, und der heilige Geist, ihre beiderseitige Einigung und Liebe. Dieß ist der Inbegriff aller deiner Wunder; dieß deine untrügliche Wahrheit, die ich, mit deiner Gnade, bis in den Tod bekennen werde. $ 9 Er 8 S # 1 Et t r 11 et r g 11 et d et e ₁ et g g 11 Dritte Kommunion- Andacht. Hoffnung. Und wie könnte ich es wagen, dir zu nahen, dich zu empfangen, wärest du es nicht, o süßester Jesu! mein Heil und meine Kraft, meine Zuflucht und Zuversicht, der du selbst mir befiehlst und mich ermahnest, zu dir zu kommen? Ich komme also, auf deine Güte vertrauend, als ein frankes Schäflein zu seinem Hirten, als Einer, der den Tod verschuldet hat, zu seinem mächtigen Verfechter. In dem unendlichen Werthe deines Blutes ist alle meine Zuversicht, und ich freue mich, nichts in mir selbst zu finden, worauf ich vertrauen könnte. Erbarme dich meiner, und errette mich, der du Jene, die auf dich hoffen, niemals verlasseft! Liebe. Wunderbar, o Herr! ist dieses Werk deiner Liebe, daß du unsere menschliche Natur anzunehmen dich gewürdiget haft; wunderbarer noch, daß du, ehe du aus dieser Welt zum Vater hingegangen bist, deinen Leib und dein Blut zur Speise hinterlassen haft; denn in jenem Werke hast du unsere Menschheit angenommen; in diesem spendest du uns deine Gottheit. Und so hast du die ganze Fülle deiner Gnaden für uns ausgebreitet, damit auch wir aus allen Kräften dich zu lieben streben. O wahrer und einziger Trost in diesem Lande der Verbannung, o höchstes Gut, das auf dieser Erde zu finden ist! zu dir empor ziehest du alle Kräfte meiner Seele, indem du dich selbst mir schenkest, indem du meine Seele mit dir selbst ernährest, um sie dir anzueignen, und sie in dich aufzunehmen! O Nahrung und Stoff der Liebe! entzünde durch dich selbst die Liebe in mir, daß diese himmlische Flamme, die du auf die Erde herabgebracht hast, in meinem Herzen lebe! Je reichlichere Gnade du mir geben wirst, desto inniger werde ich dich lieben; niemals aber werde ich dich so lieben können, wie du es würdig bist. 263 O Zerknirschung. Herr und König in furchtbarer Majestät, Unsterblicher und Heiliger, der du im unzugänglichen Lichte wohnest! wie armselig erscheine ich vor dir, ein unlauteres Geschöpf, dem Spiele der Elemente ausgesetzt, hinfällig und 264 Kommunion- Andachten. nichtig, von thörichten Leidenschaften innerlich bestürmt, jeglicher Eitelkeit unterworfen, ohne deine Erbarmung nichts als ein Gefäß der Schmach, ein Kind des Zornes und der Finsterniß! Was hat dein Licht gemein mit meinen Finsternissen? Mit welchem Vertrauen trete ich zu dir, dem gerechtesten Richter, vor dessen Anblick die Säulen des Himmels erzittern? Mit welchem zahllosen Undanke habe ich deine Barmherzigkeit ver golten! Dennoch ladest du mich von Neuem liebreich ein, und ich weiß, daß auffer dir kein Heil und kein Leben ist. Und ich komme und flehe zu dir: Belebe und bewahre mich, o Herr! weil ich auf dich gehofft habe! Mein Gott bist du, weil du meiner Güter nicht bedarfst. Anrufung des heiligen Geistes. Komm, heiliger Geist, des Vaters und des Sohnes Liebe, Licht aller Erkennt niß! bezwinge meine Bosheit durch deine Güte, erleuchte mein Herz mit der Erkenntniß und Liebe Jesu Chrifti, und erhebe es zum Verlangen nach ewigen Gütern! Anrufung der heiligen Jungfrau. Durch dich sey mir der Zutritt zu deinem Sohne gegönnet, o Mutter des Heiles! daß durch dich uns aufnehme, der durch dich uns gegeben worden ist! Die Fülle deiner Liebe bedecke die Menge meiner Sünden, und deine glorreiche Fruchtbarkeit erseße meis nen Mangel an Verdiensten! Durch die Gnade, die du ge funden, durch den Vorzug, den du verdienet, durch die Barm herzigkeit, die du geboren haft, erlange mir, daß Jener, der durch deine Vermittlung unserer Schwäche und unsers Elendes sich theilhaftig gemacht, nun auch auf deine Fürbitte an seiner Glorie und Seligkeit uns Antheil verleihe! 3. Andere Vorübungen. D Herr, mein Gott! wer bist du, und wer bin ich? O Herr! ich stehe hier vor dir, der Bettler vor dem Reichen, bittend, daß du aus den Reichthümern deiner Gnade nach meinem Bedarf mir spenden wollest. Dritte Kommunion- Andacht. D Herr! hier stehe ich vor dir, der Knecht vor dem Herrn, bittend um die Speise deines Leibes, und um das Kleid der Liebe, welche die Unzahl der Sünden bedeckt. 265 D Herr! hier stehe ich vor dir, der Schuldige vor dem schrecklichen Richter, bittend, du wollest mir ein gnädiger Richter seyn, wenn meine Seele vor deinem Throne erscheinen wird. D Herr! hier stehe ich vor dir, ein Freund vor dem Freunde, bittend, daß deine erhabene Liebe mich zu dir ziehe, mich an dich feßle, mich niemals mehr von dir trennen lasse. D Herr! hier stehe ich vor dir, ein Sohn vor dem Vater, vertrauensvoll bittend, du wollest Alles, was mir nöthig und heilsam ist, mir vorbereiten, und mir jenseits mein väterliches Erbtheil nicht versagen. Amen! 4. Gemüthserhebungen. O verborgener Jesu in diesem heiligen Sakramenté! in welcher Fülle der Güte kommst du zu mir! Du kommst mit solcher Demuth, daß kein Sünder so verächtlich ist, dem du nicht, sofern er nur will, selber dich neigeft und hingibst. Du kommst mit solcher Geduld, daß Niemand unter dei nen Feinden ist, den du nicht mit Langmuth duldest, und dem du nicht, sofern er sich versöhnen will, alle seine Schulden auf's Gütigste nachsiehst. Du kommst mit solcher Liebe, daß Niemand so falt und hartnäckig ist, dem du nicht, sofern er es wünscht, das Herz entflammen und erweichen wollteft. Du kommst mit solcher Süßigkeit und Kraft, daß Niemand so krank und hungernd ist, den du nicht heilen, erquicken und sättigen könnteſt. Du kommst mit solchen Reichthümern der Gnaden, daß Niemand so leer und dürftig ist, den du nicht zu bereichern vermöchtest. Du kommst mit solcher Klarheit des Lichtes, daß kein Herz Kommunion- Andachten. so blind und verfinstert ist, das nicht durch dich erleuchtet und gereiniget werden könnte. Du kommst mit solcher Heiligkeit und Gnadenfülle, daß Niemand so lau und verdrossen ist, der nicht von seiner Träg heit erweckt und zur Andacht erhoben werden könnte. 266 Du kommst endlich mit solcher Barmherzigkeit und Güte, daß Niemand so elend und erbärmlich ist, der von diesem Elende nicht durch dich könnte befreiet werden. Darum, obwohl ich mich verächtlich sehe, unwürdig und undankbar, kalt und voll Härte, krank und hungernd, arm und leer, blind und dunkel, träge und andachtslos, und des Elendes und der Gebrechen voll, so komme ich doch um so vertrauens voller zu dir, und verlange mit großer Sehnsucht, daß deine unsterbliche Speise mich erquicke, deine Liebe mich entflamme, deine Barmherzigkeit mich von meinen Lastern befreie, deine Huld mich mit der Salbung der Andacht erfreue, und deine heiligsten Sakramente zu deiner Glorie und zu meinem Heile in mir Frucht bringen. Reinige mich also, o Herr! in deinen heiligsten Wunden, in deinem köstlichen Blute von aller Unlauterfeit, Unwissenheit und Fahrläßigkeit, und von allen Fehlern, durch die ich je mals dir mißfallen habe oder noch mißfalle! Schmücke mich mit den Verdiensten deines Lebens und Leidens, mit den Tugenden und Verdiensten deiner heiligen Gebärerin und aller deiner Heiligen, damit ich würdiger vor dir erscheine; und be reite dir den innersten Grund meiner Seele, wo du zu wohnen dich würdigen willst, so, daß deine Güte die Mängel meiner unwürdigen Vorbereitung erseße! Amen! Nach der heiligen Kommunion. 1. Gebe t. Dank sey dir, heiliger Herr! allmächtiger Vater, ewige Gott! daß du dich gewürdiget hast, mich Sünder, deinen un D De D D = Dritte Kommunion- Andacht. würdigen Diener, ohne alle meine Verdienste bloß aus Gnade deiner Erbarmung mit dem kostbaren Leibe und Blute deines Sohnes, unsers Herrn Jesu Chrifti, zu sättigen! Ich bitte dich: Laß mir diesen heiligen Genuß nicht zur Schuld der Strafe, sondern zur heilsamen Erlangung der Verzeihung gereichen, zur Rüstung des Glaubens, zum Schilde edler Gesinnungen! Er reinige mich von meinen Sünden, von meiner Begierlichkeit und Lüfternheit, vermehre in mir die Liebe, Geduld, Demuth, den Gehorsam und jede Tugend, sey mir eine feste Schußwehr wider die Nachstellungen aller meiner sichtbaren Feinde, eine vollkommene Beruhigung aller unordentlichen Regungen des Fleisches und des Geistes, vereinige mich un1, it - 267 { ₁ le erschütterlich mit dir, dem einzigen wahren Gott, und gedeihe mir zu einem seligen Lebensende! Führe endlich, o Vater! so meslehe ich ferner, mich Sünder gnädig zu jener unaussprechlichen me Mahlzeit, wo du mit deinem Sohne und dem heiligen Geiste deinen Heiligen das wahre Licht, überflüssige Ersättigung, immerwährende Wonne, vollständige Freude und vollkommene Seligkeit bist, durch denselben Christus, unsern Herrn! Amen! le l= 2. Ein anderes Gebet. ch 1² er er Herr Jesu, du Quelle aller Süßigkeit! verwunde das Innerfte meiner Seele mit deiner freundlichen, heilbringenden Liebe, mit wahrer, heller, heiliger Flamme, daß meine Seele immer nur von Liebe und Sehnsucht nach dir schmachte und zerschmelze, en nach dir verlange, nach deinem Heiligthume sich sehne, mit dem Wunsche, aufgelöset zu werden, und bei dir zu seyn! Gib meiner Seele Hunger nach dir, o Brød der Engel, Nahrung frommer Seelen, unser tägliches übernatürliches Brod, das alle Süßigkeit, allen Wohlgeschmack und jede erquickende Wonne in sich enthält! Du, nach dessen Anblick die Engel sich sehnen, sollst der Gegenstand des Hungers, und die Speise meines er Herzens seyn! Dein Wohlgeschmack erfülle das Innerste meiner Seele! Nach dir, o Quelle des Lebens, der Weisheit, 268 Kommunion- Andachten. der Wissenschaft und des ewigen Lichtes, o Strom des Vergnügens und Ueberfluß der göttlichen Wohnung! soll mein Geist dursten; dir soll er nachstreben, dich suchen, dich finden, nach dir trachten, zu dir gelangen. Du sollst der Gegenstand seiner Betrachtungen und Reden seyn; jede Unternehmung soll zum Preise und zur Verherrlichung deines Namens gereichen, mit Demuth und Bescheidenheit, mit Liebe und Vergnügen, mit Leichtigkeit und Empfindung, mit standhafter Ausharrung bis an's Ende. Du allein sollst meine Hoffnung, mein Ver trauen, mein Reichthum, mein Vergnügen, meine Freude, meine Wonne, meine Zufriedenheit und Ruhe, mein Friede, meine Ergößzung, mein Wohlgeruch, meine Süßigkeit, meine Speise, meine Erquickung, meine Zuflucht, meine Hilfe, meine Weis heit, mein Antheil, mein Besitz und mein Schaß seyn, in wel chem mein Herz und mein Geist immerhin feste, dauerhafte und unerschütterliche Wurzeln fassen möge! Amen! 3. It e bungen. Danksagung. Wer bin ich, Staub und Asche, daß du, o Herr! die Himmel neigest, und herabsteigest zu mir, um mit deinem wunderbaren Leibe mich zu nähren? Wenn die Himmel dich nicht fassen, was ist die arme Hütte meines Lei bes, daß du darin verweilen willst? Was hast du Liebens würdiges an mir gefunden, daß du vom Tempel deiner Glorie in den Abgrund meiner Armseligkeit herabkommst? Her der Erbarmung und der unendlichen Güte! du verschmäheft auch die Danksagung nicht, die ich in meiner Dürftigkeit dir darbringe; du willst, daß auch dieses Opfer meines Lobes die ehren darf. Dein ist die Herrlichkeit, dein ist der Ruhm für diese deine unaussprechliche Wohlthat. Deine Barmherzig feit über mich ist überaus preiswürdig; deine Erbarmungen reichen über alle deine Werke. Dich loben alle Geschöpfe, die sichtbaren und die unsichtbaren; dich preiset mein Herz, meine Seele und mein Leib; dir allein, aus welchem, durch welchen 13 → 1 7 1 1 9 3 l 1 # 3 D 11 e Dritte Kommunion- Andacht. und in welchem Alles entsteht und besteht, sey die ewige Glorie! Amen! e Be Aufopferung.„ Meine Seele preise den Herrn, und Alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen!" Sieh, o himmlischer Vater! dein eingeborner Sohn soll nun statt meiner dich würdig loben und verherrlichen; denn er ist es, der nunmehr in den geheimnißvollen Gestalten in mir ist, und ich in ihm. Ihn bringe ich dir nunmehr dar als das süßeste Anbetungsopfer zu deiner größten Ehre und Glorie, zur Danksagung für alle deine Wohlthaten, zur Nachlaffung aller Sünden, und um durch seine Verdienste für mich und alle meine Freunde und Feinde, für die ganze streitende Kirche und für die Seelen der Abgeschiedenen alle deine Gnadenhilfe zu zeitlichem und ewigem Heile zu erflehen. Nimm an in Vereinigung mit diesem allerheiligsten Opfer meine Seele und meinen Leib mit allen ihren Kräften, damit ich fortan mit Liebestreue dir diene, und gänzlich deinem heiligsten Willen und Wohlgefallen mich hingebend- dein sey in Zeit und Ewigfeit! Amen! 1 269 Liebe. Gedenk', o Herr! deines Wortes, womit du deinem Knechte( deiner Magd) die heilige Hoffnung gegeben haft: „ Wer mich ist, bleibt in mir, und ich in ihm!" O süßestes Wort: Du in mir, und ich in dir! Du in mir unwürdigem Sünder, und ich in dir, meinem unendlichen Gott! Ja, Herr! dieß Eine ist mir noth, dieß allein laß mich suchen, daß ich in dir lebe, in dir ruhe, von dir niemals getrennet werde! Glückselig, wer dich sucht; seliger, wer dich besitzt; der Seligste, der in diesem Besitze verharret bis in den Tod! Nimm also hinweg von mir Alles, was deiner Liebe im Wege steht, damit du allein in meiner Seele lebest und herrschest! O Leben meiner Seele! gleichwie du im Vater bist, und der Vater in dir, so laß in deiner Gnade mich einst mit dir seyn, durch Gehorsam des Willens und treue Liebe! Amen! Kommunion- Andachten. 4. Bitten zu Jeſus. O Ulebermaaß der Liebe, demüthigster Jesu, verborgener Gott! ich bete dich an in mir. Zu gering ist Ein Herz, dich zu lieben, zu wenig Eine Zunge, dich zu loben. O mein Erlöser! welchen Dank bin ich dir schuldig, daß du mich, dein armes Geschöpf, so wunderbar heimgesucht haft! Keinen geringeren, als daß ich mich selbst dir darbringe, ver langend, daß du allein in mir lebest. Liebe! o Liebe! keine Sünde mehr! Mein Erlöser, mein Gast! laß deiner Güte und Erbarmung mich nie mehr vergessen! Sey tausendfach gepriesen, o Herr! Gib, daß ic dir so danken könne, wie du es würdig bist! O mein Gott! du kommst zu mir, um mich zu reinigen, um die Verdienste deines Leidens mir reichlicher mitzutheilen, um mich zu heiligen. Wirke also in mir Alles dieses, wozu du gekommen bist; laß die Frucht deiner Ankunft in mir nicht vereitelt werden! 270 O Jesu! du weißt, was mir gebricht, und kennest meine Schwächen. Gib mir Demuth, Reinigkeit des Herzens, Gleid förmigkeit mit deinem heiligen Willen, Stärke gegen böse Ge wohnheit, und Geduld, um Alles, was mir widerfährt, um deiner Liebe willen zu ertragen! O mein Erlöser! durch jene unendliche Liebe, die dich zur Erde herabgezogen und am Kreuze sterben gemacht hat, las auch mich in dir absterben, damit du ewig in mir lebest! D Gott meiner Seele! dich ziehe ich allen Gütern dieser Welt, und mir selber vor. Ich überlasse mich dir gänzlich, mit Liebe und Ehrfurcht allen deinen gerechten Fügungen mich un terziehend, damit Alles, was du in Zeit und Ewigkeit über mich verordnet hast, erfüllet werde; doch hoffe ich einst dein göttliches Angesicht und deine vollkommene Schönheit zu schauen. Mein Gott und mein Alles! ich will nichts suchen außer dir; denn in dir allein kann ich Alles finden. O liebreichste Vater! gib, daß meine größte Sorge sey, dir würdig zu dienen, I .. B [ ₁ 31 De ( ² m et Dritte Kommunion- Andacht. gleichwie du für mein Heil so überschwängliche Sorgfalt getragen hast! 7, O heiliger Geist! erfülle meinen Willen mit jenem heiligen Verlangen, das an Tugenden fruchtbar wird, und laß ihm keine andere Freiheit, als die, sich gänzlich dir zu opfern! Mein Gott! gib, daß ich dich schaue durch lebendigen Glauben, damit ich dich erkenne und liebe! Zeige mir deinen Willen, damit ich ihn erfülle; zeige mir mich selbst, damit ich mich demüthige und fliehe; zeige mir endlich in der Ewigkeit dein göttliches und beseligendes Angesicht! Herr! ich habe meine Zeit und Kräfte verschwendet, wie jener verlorne Sohn; doch konnte ich deine Barmherzigkeit nicht erschöpfen. Laß von nun an nicht Sinnentrug, nicht Menschenfurcht, sondern deinen Willen die Richtschnur meines Lebens seyn; schreibe in mein Herz, mit unauslöschlichen Zügen, das Gesetz deiner Liebe! Mein Gott! wäre auch keine Hölle und Qual für die Sünder, so würde ich doch nicht unterlassen, dich zu lieben, 1² und für dich zu leiden. Gib, o Herr! daß ich deinem Verlandgen entspreche! es it 271 O menschgewordenes Wort! du bist aus feiner anderen Ursache in die Welt gekommen, als um in den Herzen zu wohnen, die du mit deinem Blute erlöset hast. Mein Herz sey also dein! Besize es, erleuchte es, und mache es bereitwillig für deine heiligen Gebote! Allmächtiger Jesu! nimm Alles von mir, was die Wirfungen deiner Macht und Güte verhindert! Heile mich von aller Unlauterkeit und Untreue! Erfülle mich mit deiner Gnade und Weisheit! — Herr! überlaß mich nicht meinen Leidenschaften und Lastern! Gedenke, daß ich das Werk deiner Hände, und durch dein Blut erlöset bin! Laß mich nicht den Finsternisſen zum Raube werden! er et 11₂ Ewiger Vater! sieh auf das Leiden deines Sohnes, dessen 272 Besond. Kommun.- Audachten. Kommunion- Gebete f. d. h. Adventzeit. Verdienste für mich um Barmherzigkeit rufen! Durch sie reiße mich von der Liebe dieser Welt los, und laß, wenn meine Stunde kommt, mit Ergebung, mit Glauben, mit Zuversicht und vollkommener Liebe mich sterben! Mein Jesu! gib, daß ich die kurze Zeit, die ich hier noch zu leben habe, stets dich liebe! Laß mir dieses Herz nur, damit ich dir gehorche, diesen Leib, damit ich ihn dir opfere, diese Leben, damit ich es dir weihe! Unendliche Macht! unterstüße meine Ohnmacht! Ewige Weisheit! erleuchte meine Finsternisse! Unermeßliche Güte! se nachsichtig meiner Bosheit! O Güte! o Liebe! o Weisheit! ach, wie spät habe ich dich erkannt, wie spät dich geliebt! 21 Allerseligste Jungfrau, du Gottgeliebteste, Liebreichste, Lie benswürdigste! erlange mir bei deinem Sohne die Gnade, allen seinen Einsprechungen gehorsam zu seyn, und lehre mich alle jene Tugenden, durch deren Uebung auf Erden du das göttliche Wohlgefallen erworben hast! O gütigste Jungfrau! bitte dei nen Sohn, daß er in seiner sakramentalischen Gegenwart nicht von mir scheide, bis er meiner Seele die Fülle seiner Segnun gen zurückgelassen hat! Amen! Besondere Kommunion: Andachten für die heil. Zeiten und an den Festtagen des Herrn. Kommunion- Gebete für die heilige Adventzeit. Vor der heiligen Kommunion. D unendliche Güte! du hast uns geliebt, und so sehr ge liebt, daß du uns verächtlichen, unwürdigen, undankbare Menschen nicht etwa ein Geschöpf unsers Gleichen, sondern deinen eingebornen Sohn gesandt hast. Die Gottheit vereinige sich mit der Menschheit; kann eine tiefere Erniedrigung erdad Kommunion- Gebete für die h. Adventzeit. werden? Zwei unendlich von einander entfernte Dinge werden vereiniget; o überaus großes Wunder! Allein nicht nur Mensch bist du aus Liebe zu mir gewor den; du hast mich auch im hochheiligen Sakramente mit deinem Leibe und Blute nähren wollen. 273 Staunet, ihr Himmel! Stimmet dem Herrn einen Preisgesang an, ihr Geschöpfe alle! denn Wunderdinge hat er gethan, aus Liebe den Menschen mit Gott, und Gott mit dem Menschen vereiniget. O Liebe! nimm Besitz von meiner Seele; und wie du die Gottheit mit der Menschheit vereiniget hast, so mache, daß ich im hochheiligen Sakramente dich empfangend Eins mit dir werde in unvergänglicher Liebe! - O Brod des Lebens, das du vom hohen Himmel in den reinsten Schooß Mariä herabgekommen bist! ersättige meine hungernde Seele! Ohne dich kann ich nicht mehr leben. Warum, o mein Geliebter! laffest du mich so lange zwischen Leben und Tod schmachten? Ohne dich bin ich des Todes; ohne dich habe ich kein Leben. Sieh! ich sterbe; warum versagst du mir das Leben? Du allein bist mein Leben. Lebest du in mir, so werde ich leben; stirbst du aber in mir, so werde ich sterben. So komm denn, eile, auf daß ich nicht länger mehr dessen beraubt sey, welcher der Gegenstand meiner Liebe und meiner Hoffnung ist! Komm, mein Jesu! und erquicke meine Seele, die, nach dir schmachtend, in Thränen zerfließt! Ich verlange dich in diesem hocherhabenen Sakramente mit eben jener Liebe zu empfangen, womit die heilige Jungfrau Maria dich empfangen hat. Meine Seele ist deine Magd; es geschehe ihr und mir nach deinem Worte! Komm, Menschgewordener Gott! du vermagst Alles. Komm, und bereichere mich! Heilige Jungfrau! erhalte mir die Gnade, daß dieser Menschgewordene Gott in dem heiligen Sakramente bei mir seine Wohnung nehme, und daß ich seine Herrlichkeit sehe, eine 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe 2c. 18 274 Besondere Kommunion- Andachten. Kommunion- Gebete Herrlichkeit als des eingebornen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit! Heiliger Erzengel Gabriel! erwirke durch deine Fürbitte, daß ich voll der Gnade sey; daß mit mir sey derjenige, der in dem hochheiligen Sakramente thront; daß er in Ewigkeit in meinem Hause herrsche, und daß seines Reiches kein Ende sey! Freue dich, und frohlocke, meine Seele! Sieh! dein Ki nig kommt! Er steht hinter der Mauer; er klopft an der Thin deines Herzens, daß du es ihm öffnen sollst. O Seligkeit! ich werde den König des Himmels und der Erde beherbergen, jadenjenigen umfangen, welchen die heilige Jungfrau Maria in ihrem reinsten Leibe und auf ihren Armen getragen hat! Zu fernerer Andachtsübung können hier noch- gebraucht werden die neunte Unterhaltung( auf die in der zehnten Unterhaltung, Nummer XXVIII. angezeigte Weise); deßgleichen die Nummern 1. 3. 4 in der dritten Kommunion- Andacht.- Eben dieß gilt von den nach: folgenden besonderen Kommunion- Andachten. - Nach der heiligen Kommunion. Meine Seele zerfloß, da der Geliebte redete. Ich habe gesucht und gefunden, den meine Seele liebt. Alles Fleisch hat das Heil unsers Gottes gesehen. Wundert euch nicht, ihr heiligen Engel und Erzengel! daß der Menschgewordene Gott einen fündigen Menschen heim zusuchen sich würdiget! Denn der heilige Geist ist über mich ge kommen, und die Kraft des Allerhöchsten hat mich überschattet; und darum ist heilig, und wird genannt der verborgene und geschlachtete Gottmensch, was immer durch die Wandlungs worte geboren ist. Sey mir gegrüßt, o Geliebter! Sey mir gegrüßt, Soh Mariä, mein einziges Verlangen, meine einzige Hoffnung! Sey mir gegrüßt, göttliches Kind! In hellen Liebesflam men brennt für dich meine Seele, die dich anbetet. am Feste der Geburt unsers Herrn Jesu Christi. Und du, seligste Jungfrau Maria! singe dem Gaste meines Herzens, deinem geliebten Sohne, jenen Lobgesang( das Magnificat), womit du die allerheiligste Dreieinigkeit erfreuet hast! Mache mich theilhaftig der Liebe, mit der du ihn geliebt haft! Alle Heiligen und Auserwählten sollen dich lobpreisen, o süßes Kindlein Jesus! daß du unsers Heiles wegen vom Himmel herabgestiegen, und Mensch geworden bist! Ich erkenne und halte für gewiß deine ewige Erbarmung, da du sie mir gezeigt haft. Ich danke dir unendlich für alle deine Gutthaten. Ich bete dich an, und will dich lobpreisen in alle Ewigkeit. Und auch dir, o heilige Jungfrau! sage ich Dank, daß du den Sohn Gottes, meinen Erlöser, den ich in dem hocherhabenen Sakramente empfangen habe, in deinem heiligen Leibe getragen hast. Stets will ich rufen: Selig ist der Leib, welcher den Sohn des ewigen Vaters getragen hat. Selig sind die Brüste, welche Jesum Christum gesäugt haben. 275 Wie vorhin nach den Gebeten vor der heiligen Kommunion, so können auch hier zu weiterer Andachtsübung dienen die neunte Unterhaltung, so, daß statt der zukünftigen die vergangene Zeit gebraucht wird, z. B. statt: ,, Ich will den Sohn des lebendigen Gottes empfangen" ich habe den Sohn des lebendigen Gottes empfangen;" ferner aus der dritten Kommunion- Andacht die Nummern 1. 3. 4. Ebenso ist es bei allen nachfolgenden besonderen Kommunion- Andachten zu halten. - Kommunion- Gebete am Fefte der Geburt unsers Herrn Jesu Chrifti. Vor der heiligen Kommunion. Himmlischer Vater! wo ist dein heute Nacht geborner Sohn? Wo hast du deinen Eingebornen hingelegt, da du ihn in die Welt eingeführt haft? Sag' es mir! ich will ihn 18* 276 Besondere Kommunion- Andachten. Kommunion- Gebete zu mir nehmen. Ist er mir geboren, ist er mir gegeben, war um soll er nicht bei mir wohnen? Wo ist also der neugeborne König der Juden, wo ist der König aller Völker, daß ich ihn aufnehme? Ich will ihn suchen in allen Gaffen von Jerusalem; ich will alle Scheidewege durchlaufen, um Jenen zu entdecken, den meine Seele liebt. Die Engel sagen:„ Ihr werdet das Kindlein finden." Aber wo werde ich es finden? Meine Seele hat zur Nachtszeit nach ihm geseufzet, und mein Geist hat früh Morgens zu ihm gewacht; ich will meinen Augen keinen Schlaf, noch meinem Leibe Ruhe gönnen, bis ich die Wohnung des Gottes Jakobs gefunden habe. Aber was höre ich? Er findet keinen Platz in der Her berge. Wo weilet dann, wo ruht meine Liebe zur Zeit, wo sie höchst erglühet? Gerechter Himmel! der kleinste Vogel hat sein Nest, und die Liebe kann keinen Ort finden, wo ihr Haupt ruhen könnte! Sage du mir, heilige Jungfrau! wo ist das neugeborne Kindlein, der Heiland der Welt? Wo ist mein König? Wo ist mein Gott? Sage mir, wo hast du ihn hingelegt? Ich will ihn zu mir nehmen. D erstaunenswürdige Sache! Er, unser König und unser Gott, liegt in einer Krippe. Wie? der Glanz des ewigen Lichtes verbirgt sich in einer dunklen Höhle? I dieß der Thron des Königs der Glorie, des Gottes der Ma jestät, und des Königs aller Könige? Göttliches Kind! die Menschen haben dich zurückgewie sen, die Engel aber bedienen dich. Meine Liebe! mein Gott! mein Alles! was wirst du thun? wie wirst du deine Liebe kund geben, du, der du in Menschengestalt bei den Menschen keine Herberge finden kannſt, und in einem Stalle wohnen mußt? Was wirst du thun, meine Seele!? Willst auch du dei nem neugebornen Jesus die Thüre deines Herzens verschließen, 1 " 1 I am Feste der Geburt unsers Herrn Jesu Christi. und ihm die Herberge versagen? Onein! nimmermehr! ich will ihn nicht nur in mein Herz aufnehmen, sondern verlange auch gänzlich mit ihm vereiniget zu werden. Ach! innigst schmerzet es mich, da ich dich, o süßer Jesus! verachtet sehe, der du allein aller Liebe würdig bift. Was soll ich aber thun? Meine Unwürdigkeit und meine Nichtigkeit hält mich ab, dich in mein, Deiner so unwürdiges, Herz einzuladen. Indeß, o Herr! komme dennoch, und wohne bei mir! Du bist Mensch geworden, um unser Bruder zu werden; was soll dich abhalten, unter uns zu wohnen? 277 Herr! was thuft du so lange im Stalle? Komm doch lieber in die Krippe meines Herzens! Soll das Stroh, worauf du liegst, meinem Herzen vorzuziehen seyn? Göttliches Kindlein! du weißt Alles; erhöre meine Bitte: Komm, Herr Jesu! und erquicke meine nur nach dir schmachtende Seele! Komm, mein Geliebter! beneße nicht umsonst die Erde mit so vielen Thränen! Besize ich dich nur einmal, so will ich dich deiner Mutter zurückgeben. Doch, was sage ich? Verzeihe mir, göttliche Mutter! mir ist dieses Kindlein geboren, mir ist es gegeben; ich werde es dir nicht mehr zurückgeben. Mein gehört dieses neugeborne göttliche Kindlein; es liebt mich, und ich liebe es hinwieder. Kindlein, geboren aus einer Jungfrau, aus Liebe zu mir! ich will dich heute unter den sakramentalischen Gestalten mit der nämlichen Liebe empfangen, womit deine heiligste Mutter dich empfangen und gepflegt hat. Komm, mein Jesu! nimm Besitz von meinem Herzen! Nach der heiligen Kommunion. Ich habe endlich gefunden, was ich gesucht, und besitze, was ich verlangt habe; ich habe meinen Jesus gefunden, und. mein Herz entbrennt in hellen Flammen. Kommet, und höret ihr Alle, die ihr den Herrn fürchtet und liebet! und sehet, was 278 Besondere Kommunion- Andachten. Kommunion- Gebete Großes er in meiner Seele gethan hat! Das göttliche Kind ist heute aus einer Jungfrau geboren; mein Schöpfer ruhet in mir. O mein Jesu, mein Gott und mein König! ich glaube, daß du zu mir gekommen bist. Du bist meine Freude und mein Troft; du bist das Licht meiner Augen; du bist meine Liebe; du bist ein unbegreifliches Licht. Woher mir die Gnade, daß der Schöpfer des Himmels und der Erde in mein sträfliches Herz gekommen ist? Woher mir das Glück, daß er mich elendes Geschöpf in seiner Barm herzigkeit ansieht, mich besucht und mit seiner Liebe erquict? Herr! hast du mich denn würdig gefunden, das Brod zu essen, welches vom Himmel herabgestiegen ist? Mein Schöpfer! mein Erlöser! welchen Dank bin ich dir schuldig! Soll ich dir nicht Liebe für Liebe geben? Meine Thränen waren meine Speise Tag und Nacht, da man täglich zu mir sagte:„ Wo ist dein Gott? wo ist dein Je sus?" Meine Seele seufzte nach dir, o mein Gott! Erquide sie mit deinem Fleische und Blute ewiglich! Erfreue dich, und frohlocke, meine Seele! denn der Allerheiligste wohnt in dir. Nicht mehr ich lebe; in mir lebt mein Jesus. Erfreuen will ich mich im Herrn, und in Gott meinem Heilande. Alles Fleisch schaue das wahre Heil Gottes! Sey mir willkommen, würdigster Gast! im Namen der ganzen Welt, und mit eben jener Liebe, womit deine Mutter im Augenblicke deiner Geburt dich begrüßt hat! Dir aber, himmlischer Vater! opfere ich jenes Liebesfeuer, welches im Herzen Jesu, deines neugebornen Sohnes, brannte. Dir opfere ich die Thränen, welche aus seinen Augen floßen. Liebenswürdiges Kindlein! du bist in Windeln gewickelt, und wirst mich nicht zurückstoßen. Huldigend nahe ich dir denn, küsse deine Hände und Füsse, und sage dir, daß sie schrecklich werden verwundet werden. Ich küsse deine heilige Seite, aus welcher, einst mit einer Lanze durchbohrt, Blut und Wasser fließen wird. 1 1 T T -1 3 am Feste der Beschneidung unsers Herrn Jesu Christi. 279 Süßester Jesu! nimmermehr, nicht um alle Schäße der Welt, werde ich dich aus meinem Herzen entlassen, wo du mein Gefangener bist. Mein Geliebter! mein Bräutigam! du hast mein Herz verwundet, du, den ich von Jugend auf in Thränen zu meinem Bräutigam erkoren habe. Ja! du hast mich verwundet mit dem Pfeile deiner Liebe; wie ein Blizstrahl hast du das Mark meiner Gebeine verzehrt. Der Häßlichkeit meines Innern ungeachtet hast du bei deiner Ankunft mein Herz verwundet. Damit aber mein Geliebter mir nicht entfliehe gleich einem Hirschlein, so singe ihm, o heiligste Jungfrau! ein Wonnelied, auf daß er sanft entschlummere in meinem Herzen, und ich das Glück genieße, ihn länger zu besitzen! Und ihr, heilige Engel! bewachet meinen Geliebten, der in meinem Herzen ruht, auf daß er mir nicht genommen werde. Kommunion- Gebete am Fefte der Beschneidung unsers Herrn Jesu Chrifti. Vor der heiligen Kommunion. Bethlehem! Haus der Liebe, in welchem Jesus, meine Liebe, triumphirt! innig liebe ich dich, weit inniger noch, als David jene Cisterne zu Bethlehem liebte, deren Wasser er so gerne trank. In dir, bethlehemitischer Stall! finde ich jene Quelle, deren Wasser zum ewigen Leben quillt, und welches den Durst dergestalt löscht, daß, wer davon trinkt, in Ewigfeit nicht mehr durften wird. Bethlehem! Geburtsstätte meiner Liebe! Scheune und Haus des Brodes, welches den Engeln die Unsterblichkeit ertheilt! welcher köstliche Weizen, der Weizen der Auserwählten nämlich, wird in dir aufbewahrt! Welches Weizenkörnlein sieht aus deinen Aehren! Herr! du hast gesagt:„ Das Brod, welches ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt." So ist es, 280 Besondere Kommunion- Andachten. Kommunion- Gebete mein Gott! Ich glaube Alles, was dir gesprochen hast; nichts ist wahrhafter, als dieses Wort der Wahrheit. O mein Jesu! wie wunderbar ist deine Liebe, die sich in Augenblicke deiner Menschwerdung deines Herzens bemächtige hat! Du warest wie ein hell loderndes Feuer in Mitte eines Dornbusches. O Speise und Trank meiner Seele! entzünde mich mit dem Feuer deiner Liebe! Es geschehe mir nach deinem Worte, und nach deinem glühenden Verlangen! Wie der ermattete Hirsch nach einer Wasserquelle lechzt, so lechzt meine Seele, sich zu ersättigen mit dem Ueberflusse deines Hauses. Herr! ganz ermattet auf dem Wege der Bosheit durfte ich; ich seufze nach meinem Gott; ich verlange nach dem lebendigen Wasser, meinen Durst zu löschen; auch nach deinem Blute durfte ich, das du mir so wunderbar zum Getränke bestimmt haft. Herr! du bist mein Vater, und ich bin dein Sohn, wie wohl ganz und gar nicht werth, dein Sohn zu heißen. Dennoch gib mir mein Erbtheil! Dieses Erbtheil aber bist du selbst, mein Gott! Komm also in mein Herz, nimm Besitz von mei ner ganzen Seele, auf daß ich gänzlich mit dir vereiniget werde! Ja, mein Gott! vereinige dich mit mir durch unauflösliche Bande, wo möglich so unzertrennbar, wie deine Gott heit mit deiner Menschheit vereiniget war! Heiligste Jungfrau, die du bei der Beschneidung deines Sohnes Jesus bitter geseufzt, und so große Ehrerbietung gegen ihn getragen hast! gib mir diesen süßen Jesus! Aus dir hat er sein Fleisch und Blut genommen; es ist also gewissermassen das deinige. Da Jesus unsers Heiles wegen vom Himmel herabgestiegen, und durch die Wirkung des heiligen Geistes in deinem Leibe Mensch geworden ist, so ist er uns gegeben, uns geboren worden. Komm, mein Geliebter! in deinen Garten, in meine Seele; ergieße über sie durch himmlischen Hauch süßen Balsam; reinige sie mit deinem kostbaren Blute, und befeuchte sie mit dem Than am Feste der Beschneidung unsers Herrn Jesu Christi. deiner Gnade! O mein Jesu! ich erglühe vor Verlangen nach dir; wann wirst du kommen, mich mit dir selber zu ersättigen? Wann wirst du mich von Angesicht zu Angesicht dich schauen laffen? Gerne wollte ich tausendmal sterben, um dich zu sehen, o mein göttlicher Jesus! 281 Frohlocke, meine Seele! Sieh! dein König, dieses göttliche Kind, verläßt die Arme seiner Mutter, und eilet zu dir. Sieh! hier ist er verborgen unter den Gestalten des Brodes. Komm, mein Geliebter! Komm, du, den mein Herz aus Allen erkoren hat! Ach! solltest du einigen Widerwillen haben, bei mir einzukehren? O! so reinige meinen Leib und meine Seele mit dem Blute und mit den Thränen, die du bei deiner Beschneidung vergoffen haft, und mache sie zu einer deiner göttlichen Majestät angenehmen und würdigen Wohnung! Nach der heiligen Kommunion. Jesus! sey mein Jesus, mein Heiland im Leben und im Tode, und mache mich selig! Jesus, du Sohn Davids! erbarme dich meiner! Alles Knie im Himmel, auf Erden und unter der Erde beugt sich vor dem Namen Jesus. Ewig, o mein Herr Jesu! will ich deine Erbarmungen preisen. Himmlischer Vater! die Stimme des Blutes deines Sohnes Jesus erhebt sich zu dir von der Erde. Höre das Blut deines Sohnes, das weit lauter ruft, als das Blut Abels, nicht um Rache, sondern um Erbarmung! Himmlischer Vater! sieh! dein Eingeborner und vielge= liebter Sohn ist zu mir gekommen, und hat mich in sich umgewandelt. Mit seiner Liebe und seinem Herzen liebe ich dich. Ich bringe seine Thränen und sein Blut dir als Opfer dar. O mein Jesu! möge ich von nun an stets mit dir vereiniget seyn! Ja, wandle mich gänzlich in dich um, so, daß mein Wesen vernichtet werde, und daß ich künftighin nur mehr in dir mich finde! 282 Besondere Kommunion- Andachten. Kommunion- Gebete Auf deinen heiligen Namen, o mein Jesu! gründe ich alle meine Hoffnung. Sey mir also Jesus, sey mein Heiland! Sprich zu meiner Seele:„ Dein Heil bin ich!" Drücke in mein Herz die Kraft deines Namens, und ich werde unschuldig seyn! Reinige mich, und ich werde weißer seyn, als der Schnee! Herr! reinige mich mit deinem Blute von allen meinen Vergehungen, auf daß meine Seele fleckenlos vor dem Nichter stuhle deiner Gerechtigkeit erscheine! Gütigster Jesu! verlaß mich nicht in allen meinen Nöthen, und besonders in der Stunde meines Todes, von welcher die ganze Ewigkeit abhängt! Heiligste Dreieinigkeit, Vater, Sohn und heiliger Geift! segne mich! Segne auch beim Anfange dieses Jahres mein lie bes Vaterland; segne die ganze Christenheit; verbreite deine Barmherzigkeit über alle Länder! Gib, o mein Gott! mir und allen Menschen eine vollkommene Liebe zu dir; verleih' mir die Gnade, deine heiligen Gebote pünktlich zu beobachten; ver zeihe den Sündern ihre Missethaten; gewähre den Ungläubigen die Erkenntniß deines heiligen Namens, meinen Freunden und Feinden deine Gnade, allen geistlichen und frommen Seelen Fortgang in der Tugend, und die endliche Beharrlichkeit! Süßester Jesus! walte mit mir nach deinem Wohlgefallen! Inbrünstigst verlange ich, daß all' mein Thun und Lassen zu deiner Ehre und Verherrlichung gereiche! Kommunion- Gebete am Feste der Erscheinung unsers Herrn Jesu Chrifti. Vor der heiligen Kommunion. Herr! du verbirgst dich vor mir! Werde ich meinen Her nicht schauen im Lande der Lebendigen? Wohl weiß ich, daß du ein verborgener Gott bist; allein ich will mich aufmachen, und alle Straßen von Jerusalem durchlaufen, zu suchen, de meine Seele liebt. am Feste der Erscheinung unsers Herrn Jesu Christi. 283 Um ihn eher und sicher zu finden, will ich mich den Weisen aus Morgenland zugesellen; denn wer vom Himmel erleuchtet wird, kann nicht irre gehen. Dir, o mein Gott! gebührt alle Ehre, wenn du mich zu meinem Könige führst. D, könnte ich doch die ganze Welt durchlaufen, und dich finden, o mein Jesu! denn alle Völker seufzen nach dir. Du bist der König aller Herzen, mein Alles. Du ziehest uns zu dir, und unruhig ist unser Herz, bis es in dir ruht. Morgenstern! führe mich zu meinem Könige! Raschen Schrittes will ich dir folgen. Wer kann der Liebe Flügel versagen? Vielleicht ergößt sich mein Geliebter auf dem Schooße seiner jungfräulichen Mutter und mit seinem Nährvater; vielleicht wird er auch seine Krippe verlassen, um in meinem Herzen zu schlummern! Ach, mein Jesu! warum umfaßt es dich nicht schon! Wozu dienen mir alle anderen Wünsche, die mein Herz nicht ersättigen? Ich habe endlich den Gegenstand meiner Liebe gefunden. Ich will hören, was er zu mir redet. Schon spricht er: Kommet zu mir, ihr Alle, die ihr mühselig und beladen seyd, und ich will euch erquicken," will euch mit Freude erfüllen! O süßes Wort! himmlischer Gast! unerfaßliche Liebe! Magnet der Herzen! süßester Jesu! kaum bist du in einem armseligen Stalle geboren, so ziehest du schon alle Herzen an dich. O möchte mich, so unwürdig ich auch bin, die Kraft deiner Liebe an dich ziehen, und mich in dich umwandeln! Herr! ich komme zu dir- mit unersättlichem Hunger und Durste nach dir. Erbarme dich meiner, du Sohn Davids! Gib mir heute dein Brod und deinen Wein, die du zur Erquickung meiner Seele bereitet haft! Himmlischer Vater, der du die Welt so sehr geliebt, daß du ihr deinen Eingebornen Sohn gegeben haft! schenke ihn auch mir! Menschgewordener Sohn Gottes, der du aus dem Schooße deines himmlischen Vaters auf die Erde herabgekommen bist! komm auch in mein Herz! Heiliger Geist, der du 284 Besondere Kommunion- Andachten. die heilige Jungfrau zur würdigen Wohnung des Sohnes Got tes gemacht hast! schmücke auch mein Herz, auf daß der Sohn Gottes darin auch einkehre und wohne! Möchte ich doch, ihr Weisen aus Morgenland! bei dieser heiligen Kommunion die nämlichen Süßigkeiten empfinden, die ihr, huldigend dem lebendigen Gott, empfunden habet! Nach der heiligen Kommunion. Göttliches Kind! ich küsse deine Füße, und opfere dir mein Herz. O Schönheit über alle Schönheit der Kinder der Könige! ich will kein anderes Erbtheil, als dich. Mächtiger und göttlicher Herrscher! regiere in meinem Herzen nach dei nem Wohlgefallen! Ich bekenne vor Himmel und Erde, daß du allein der Herr, allein der Allerhöchste, der König der Könige und der Herr der Herrschenden bist. Die drei Könige aus Morgenland fielen vor dir nieder, beteten dich an, thaten ihre Schätze auf, und brachten dir Ge schenke, Gold, Weihrauch und Myrrhen. O Gott der Liebe! ich werfe mich mit ihnen dir zu Füßen. Ich weihe mich dir gänzlich, und will künftighin nur mehr dein Knecht heißen. Rufen will ich, daß es durch die ganze Welt ertönt: So triumphirt die Liebe! Herr! Alles, was ich habe,- Alles, was ich bin,- Alles, was ich besitze, das schenke ich dir. Thu mit mir in dieser und in der anderen Welt nach deinem Wohlgefallen! Walte mit mir als mit deinem Eigenthume! Ich übergebe dit meinen Leib zu einem Schlachtopfer, mein Herz zu einem Tempel, mein Leben zu einem Brandopfer, alle meine Kräfte zu deinem Dienste; und wie du dich zur Nahrung meine Seele dargegeben hast, so weihe auch ich mich dir gänzlich. Nimm gnädig an, was ich dir gebe! Amen! Kommunion Gebete in der Passionswoche. 285 Kommunion- Gebete in der Passionswoche. Vor der heiligen Kommunion. O Schmerz! warum hast du dich gehäuft im Herzen meines Jesu? Herr! waren denn die Ulebel, die du duldetest, nicht groß genug, daß du für mich auch noch ein Schmerzens- König werden wolltest, den man für das verächtlichste Geschöpf in der Welt ansah? Wirst du zulassen, daß ich dich durch meine Sünden auf's Neue kreuzige? O mein Jesu! konnte es deiner Weisheit wohl zu Sinne kommen, uns deinen Leib und dein Blut zur Speise und zum Tranke zu geben? Wäre es nicht schon ein Uebermaaß von Güte gewesen, daß du Mensch geworden bist, da du so viele Qualen und sogar den Tod erdulden wolltest? Wozu neue Erfindungen? Wozu war es noth, daß du unsere Speise und unser Trank würdest? Wäre es nicht genug gewesen, daß du uns mit deinem Blute gereiniget hättest? Mußten wir es auch noch trinken? Wäre es nicht genug gewesen, daß du uns mit deinem Leibe erlöset hättest? Mußten wir ihn auch noch essen? O mein Jesu! wie kann ich genugsam deine unendliche Güte bewundern? Güte! o Liebe! o Barmherzigkeit! wie werde ich ein so großes Uebermaaß von Gnaden vergelten können? Alle Geschöpfe insgesammt vermögen dir dafür nicht würdig zu danken. Da du, mein Jesus! meine Speise und mein Trank seyn willst, so geschehe mir nach deinem Worte; und ist mein Herz noch nicht genug von deiner Liebe entflammt, so entzünde du es nach deinem Wohlgefallen, mein Jesus und mein Alles! Komm, süßer Jesus! Sieh! die Thüre meines Herzens steht offen; geh' ein in dasselbe, du Gebenedeiter des Herrn! und ist es noch nicht genug bereitet, so wird deine Gegenwart es genugsam heiligen. 286 Besondere Kommunion- Andachten. Nach der heiligen Kommunion. Was Gutes habe ich vor dir gethan, o mein Gott! daß du mich erlösen, und, um leiden und sterben zu können, die menschliche Natur annehmen, ja! uns noch überdieß mit deinen Leibe und Blute nähren wollteft? O abgründliche Güte! lag dir meine sträfliche Seele fo sehr ant Herzen, daß du, ste zu erlösen und zu ersättigen, von Ewigkeit her ein so blutiges Opfer und ein so köstliches Gast mahl bereitet hast? O heilige Wunden! o Liebe! an euch allein will ich mich ersättigen. Jesu! ich umfange deine Füße, die meinerwillen an's Kreuz geheftet worden sind. Ich grüße dich, göttlicher Mund, der du mit Galle und Essig getränkt worden bist! J grüße euch, Schultern meines Erlösers, die ihr aus Liebe mir die Geißlung erduldet, und das Kreuz auf die Schädel stätte getragen habet! Herr! verwunde mein Herz mit deinen Wunden! Mache mich trunken von deinem Blute, daß ich nichts Anderes meh sehe, als dich, mein göttlicher Heiland! - Himmlischer Vater! sieh gnädig auf mich in Anbetracht: Jesu, deines Sohnes, der aus Liebe zu mir sich dir schlachtet! Laß dich besänftigen durch seine Wunden und durch sein Blut! Mein Fleisch hat dich zum Zorne gereizt; möge das göttliche Fleisch deines Sohnes dich wieder zur Barmherzigkeit bewegen. Gütigster Vater! sich an das Angesicht deines Gesalb ten, deines Eingebornen Sohnes! An ihm hattest du stets all dein Wohlgefallen, und innigst ist er nun mit mir vereiniget. Unter seinem Schuße, und unter dem Schatten seiner Verdienst erscheine ich jetzt vor dir; darum sieh mich in Erbarmung an Laß nicht zu, daß eine Seele, die deinen Sohn, den du in di Welt gesandt haft, die Sünder selig zu machen, so oft empfan gen hat, je mehr durch eine Sünde dir und ihm mißfalle! 1 Kommunion- Gebete am h. grünen Donnerstage. 287 Kommunion- Gebete am heiligen grünen Donnerstage. Vor der heiligen Kommunion. Gütigster Jesu! von welcher Liebe erglühete dein Herz, als du uns vor deinem Hingange aus dieser Welt ein Gastmahl zubereitetest, das alle Süßigkeit und allen Wohlgeschmack in sich enthält! Fürwahr! ein großes Wunder deiner Liebe war es, daß du dich gewürdiget hast, die menschliche Natur anzunehmen; aber ein noch weit größeres Wunder ist es, daß du uns deinen Leib und dein Blut zur Speise und zum Tranke gibst. Wunderbares Abendmahl! unaussprechliche Gnaden! Der Herr ist Gast und Gastmahl, Opferpriester und Opfer zugleich. Der Mensch, den unvernünftigen Thieren gleich geworden, ist das Brod der Engel, das Brod des Lebens, das Brod der Unsterblichkeit. Welche Glückseligkeit! der Mensch, ein armseliges Geschöpf, trinkt den himmlischen Wein, jenen Wein, aus welchem Jungfrauen hervorwachsen, und welcher die Seelen erquickt zum ewigen Leben. So, großer Gott! hast du den ganzen Reichthum deiner Gnaden in uns ausgegossen, auf daß wir deine unbegreifliche Liebe durch möglichste Gegenliebe vergelten sollen. Darum, einziger Trost in diesem Jammerthale! liebe ich dich. Einzige Hoffnung der verschmachtenden Seele! meine einzige Glückseligkeit! mein höchstes Gut! ich liebe dich von ganzem Herzen, von meiner ganzen Seele, und aus allen meinen Kräften, und verlange dich noch inbrünstiger zu lieben. t Dahin zielen alle Seufzer meines Herzens; denn du ziehest alle Kräfte meiner Seele an dich, und machest mich, indem du mich nicht mit irdischer Nahrung, sondern mit deinem eigenen Fleische und Blute ersättigeft, und dich selbst in mir verbreitest, soviel möglich dir ähnlich. Besondere Kommunion- Andachten. O ohne Unterlaß brennendes, und niemals abnehmendes Feuer! entzünde mein Herz, auf daß es von deiner Liebe ent brenne! Du bist gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen; zünde an, entfache dieses Feuer, auf daß es immerhin zunehme! D, hätte ich doch alle inbrünstigen Anmuthungen der Hei ligen, um beständig zu durften nach der Quelle des Lebens, der Weisheit und des ewigen Lichtes, und ohne Unterlaß zu hungern nach dem Brode der Engel, und der Speise der hei ligen Seelen! Untröstlich ist meine Seele, bis sie Denjenigen empfängt, nach welchem sie mit der Inbrunst und Andacht aller Heiligen begierdet. 288 Nach der heiligen Kommunion. Fest glaube ich, o mein Jesu! daß du in dem hochhei ligen Sakramente, welches ich eben empfangen habe, mit deiner Gottheit, mit Leib und Seele, mit allen deinen Verdiensten, Tugenden und Gnaden gegenwärtig bist. Fest glaube ich, daß du mit deinem himmlischen Vater und mit deinem heiligen Geiste in meiner Seele bist. Ich glaube es um so fester, da du, die ewige Wahrheit, es gesagt hast. Du, mein Jesu, mein Gott! mein Herr un Erlöser! mein Heil und das Leben meiner Seele! du ſelbst bif zu mir gekommen; dich selbst habe ich unter den Gestalten de Brodes empfangen. O wunderbares Geheimniß! o hocherha benes Sakrament! o unendliche Liebe meines Gottes! wi werde ich dich genugsam hinwieder lieben können? O, hätte ich doch tausend Herzen, eben so entflammt, wie das Her Mariä und aller Heiligen auf Erden entflammt war! Nie werde ich dich lieben können, wie du es verdiene und wie ich es verlange. Möchte ich doch so innig mit dir ver einiget seyn, daß ich, in mir selbst völlig vernichtet, gänzlich in dich verabgründet wäre! 11 daß ich deine Undanke verInnigst schmerzt es mich, o mein Gott! vielfältigen Gutthaten so häufig mit so großem golten habe. Schimpflich bist du ehemals von den Juden behandelt und verachtet worden; welche Schmach aber erduldest du nicht heut zu Tage von den Ungläubigen, von den Irrengläubigen, ja sogar von den bösen Katholiken! O, könnte ich doch alle diese Unbilden wieder gut machen! it, Kommunion Gebete am h. grünen Donnerstage. 289 pa Ich will dich in alle Ewigkeit lieben, o süßester Jesu, wahrer Gott und Mensch, der du dich hier zur Nahrung mir gegeben haft, und mir dort zur Belohnung auch noch den Himmel geben wirst! Amaz O, hätte ich doch die Liebe aller Engel und Heiligen! könnte ich sie jeglichen Augenblick der Ewigkeit erneuern! O Jesu, meine Liebe! tausendmal küsse ich deine Hände, womit du das Brod genommen, gesegnet, gebrochen, und es deinen Aposteln ausgetheilt haft. Tausendmal küsse ich deine Füße, die meinerwegen mit Nägeln durchbohrt worden sind. Tausendmal küsse ich deine heilige Seite, die aus Liebe zu mir mit einer Lanze eröffnet worden ist. Tausendmal küsse ich dein allersüßestes Herz. Tausendmal küsse ich endlich deinen ganzen heiligen Leib. mism In dieser Absicht opfere ich dir alle Liebes- Anmuthungen, womit dich die heilige Jungfrau, deine Apostel und alle Heiitligen in diesem hocherhabenen Sakramente empfangen haben.d O, könnte ich doch so viele Uebungen der Anbetung und der Danksagung vornehmen, als viele heilige Hoftien je konsekrirt worden sind, und bis an's Ende der Welt werden fonsekrirt werden! es er ft Et big ndaler dun adspund 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe zc. Imdad tpolaguid ndi dit pas mallo ju finding D lassis] tod ichni sid is 19 290 Besondere Kommunion- Andachten. Kommunion Gebete = HP 191 Un hid Md of Kommunion- Gebete am Feste der glorreichen Auferstehung unsers Herrn Jesu Christi. sted the Vor der heiligen Kommunion. Inspills@ Ihr Töchter von Jerusalem, heilige Seelen! faget meinen Geliebten, wenn ihr ihn findet, daß ich vor Liebe zu ihm ver schmachte! Ich suche meinen Geliebten, und erkenne ihn nicht. ans Leben, durch das ich lebe, und ohne welches ich sterbe! ach, wo bist du? wo werde ich dich finden? Wo bist du, mein Geliebter unter Tausenden! wo bist du? D, wie langweile ein Liebender nach dem Gegenstande seiner Liebe! D Liebe! deine Stimme erklang in meinen Ohren; denn deine Stimm ist süß, und dein Angesicht ist holdselig. sind Was soll ich sagen? Was soll ich thun? wo soll ich ihn suchen? wo werde ich ihn finden? Wer wird meinem Geliebten Kunde bringen, daß ich vor Liebe sterbe? Die Freude meine Herzens ist verschwunden, meine Luft in Trauer verkehrt wor den; mein Fleisch und mein Herz sind vergangen; meine Herzens Gott und mein Theil ist Gott in Ewigkeit. Untröft lich ist meine Seele außer dir, der du all mein Vergnügen bift; und was habe ich im Himmel und auf Erden verlangt auße dir, o mein Gott! Dich suche ich; auf dich hoffe ich; nad dir sehne ich mich; zu dir hat mein Herz gesprochen: Ich habe dein Angesicht gesucht, o Herr! wende es nicht ab von mir! nel Künstighin aber werde ich nicht mehr weinen; denn de Herr hat sein Volk getröstet, und wird sich des Armen barmen. Der Engel des Herrn verkündet uns eine groß Freude, sprechend: Der Herr ist auferstanden! Sehet, wo ste ihn hingelegt haben! Ihr Heiligen insgesammt! faget dis allen Völkern; verkündet allenthalben in der Welt, daß de Herr auferstanden sey, und daß Jesus noch lebe! Er ist wahrhaft auferstanden, weil er der Herr ist, er die Macht hat, seine Seele hinzugeben und wieder zurück z - — weil a. Feste d. glorreichen Auferstehung u. Herrn Jesu Christi. 291 nehmen, weil er die Schlüssel des Lebens und des Todes in seiner Hand hat. Und wer wird ihm widerstehen? Herr! wer ist an Kraft dir gleich? Du bist unumschränkter Herr, furchtbar und lobenswürdig in deiner Heiligkeit; du bist es, der da Wunder thut. tbolden 90 me - mmolo sim mud hod. Gepriesen sey der Herr, unser Gott! In der Fülle deiner Kraft, in der Größe deines Armes, in dem Glanze deiner blizenden Lanze, in der Höhe deines Rathes und in dem tiefen Abgrunde deiner Gedanken haft du, himmlischer Herrscher! uns erlöset, uns das Leben wieder gegeben, uns aus der Sklaverei geführt, den Scepter des Tyrannen zerbrochen, und über unsere Unterdrücker obgesiegt. 40 19mm Herr! wir erfreuen uns deiner glorreichen Auferstehung; denn du haft uns, die wir in dem Teiche saßen, worin kein Wasser war, in Freiheit gesetzt. Wir frohlocken, daß du nicht zugelassen hast, daß dein Leib im Grabe die Verwesung sehe, sondern daß du ihm die Unsterblichkeit und Glorie, und uns, deinen Dienern, die Hoffnung einer gleichen glorreichen Auferstehung ertheilet haſt. Wir frohlocken mit allen Patriarchen, Propheten und Altvätern, die du aus der Vorhölle geführt hast, wo sie auf dich warteten; wir frohlocken mit dem Himmel und mit allen Chören der Engel, die heute durch deine Auferstehung erfreut worden sind; wir frohlocken mit allen Geschöpfen, die der Glanz deiner Auferstehung erfreuet hat. Herr! tröfte heute auch meine Seele, auf daß ich dich erkenne am Brechen des Brodes, das vom Himmel herabgekommen ist! Herr Jesu! erscheine meiner Seele in deiner Glorie! Ich verlange dich nicht nur, wie du mir erscheineft, sondern auch, wie du indem hochheiligen Altarssakramente bist, mit inbrünstigster Liebe zu empfangen, und dich eben so zu kosten, wie deine heiligste Mutter und alle deine Jünger nach deiner glorreichen Auferstehung dich gekostet haben. 19* 292 Besondere Kommunion Andachten. Kommunion- Gebete 8ado bad dr anda? bad hisid 15 lisar Img Nach der heiligen Kommunion. rid : Ich glaube, daß mein Erlöser lebt. Jesus Christus leh LUCRUME in mir. Mein Geist frohlockt in Gott, meinem Heilande. Herr! ich danke dir, daß du zu mir gekommen bist. Ich ben an deine heiligen Wundmale. Jesu, Sohn des lebendigen Gottes, Sohn der Jungfra Maria, der du, von Ewigkeit her dem Vater gleich, Mens der geworden und für uns gestorben, heute aber glorreich von da Todten auferstanden bist! lebe und herrsche in mir! Ihr heiligen Engel! verherrlichet den Herrn, der in mit gegenwärtig ist, und stimmet an meiner statt zu seiner Chr einen Lobgefang an! O mein Gott! lieber will ich aufhöre zu leben, als je aufhören, dich zu lieben. Sey mir willkom men, anbetungswürdiger Gast meiner Seele! Ich bete dit an, mein süßester Jesu! mit eben jenen heiligen Gefühlen, mi denen du auf Erden je bist angebetet worden. Ueberhäufe mi mit eben so vieler Freude, als du alle Heiligen überhäuft haft Kommet, ihr sämmtlichen Geschöpfe der Erde! betet mein und euren Gott an, der uns mit seinem Blute erlöset, uns but seinen Tod das Leben gegeben, uns durch seine Auferstehung vo Todten erweckt, uns mit seinem Fleische und Blute genähret ha Ich bete dich an, Ueberwinder des Todes! im Name der ganzen katholischen Kirche, welche heute mit so großer Fre deine heilige Auferstehung feiert. Sey gepriesen, himmlisc Vater! in alle Ewigkeit! Herr! drücke das süße Andenken an dich tief in mei Seele ein, und laß, da du mich so sehr geliebt hast, nie ngh meiner Seele deine Liebe erlöschen! es Bou dmotifs હતું ક 1906 ej olen og old pandosjeschool sijol ng of den and bon bt 6₂ Ett am Fefte der Himmelfahrt unsers Herrn Jesu Christi.. 293 bond is de 2 Sursdaftadion( stien) össid day and grad), wiad Kommunion- Gebete am Feste der Himmelfahrt Tounsers Herrn Jesu Christi. 211, ww O Wehe mir, o Herr! Wehe meiner Seele! du hast diese Erde verlassen, ohne von mir Abschied zu nehmen. Du haft bei deiner Auffahrt in den Himmel deinen Jüngern deinen Segen ertheilt; ich aber war nicht unter ihnen, und bin desselben beraubt worden. Wohl haben die Engel versprochen, daß du wieder auf die Erde zurückkehren werdest; ich habe es aber nicht gehört. 21 dvier, igpip stud sim Vor der heiligen Kommunion. O ich Armseliger, daß ich meinen Herrn und Gott, den König der Glorie, den Herrn der Herrschenden, nicht zum Himmel habe auffahren gesehen! O, hätte ich doch, hingebeugt vor ihm, und ihm meinen Dank und meine Liebe bezeigend, seine letzten Worte hören können! Wäre ich doch jenes Erdreich gewesen, in dem er seine Fußstapfen zurückgelassen hat! ole IT 00 at O, wie bedauert es mich, süßer Jesu! daß ich des Glückes beraubt war, dich aus eigener Kraft in den Himmel fahren zu sehen! Zweifelsohne hätte ich meiner selbst vergessen; und hätte ich eine über den ganzen Erdkreis ertönende Stimme gehabt, so hätte ich voll Freude gerufen: Ihr Völker der ganzen Erde! frohlocket, und stimmet zur Ehre dessen, der von seinem Throne im Himmel Besig nimmt, einen neuen Preisgefang an! m ne u Wie glückselig waren Jene, welche die Auffahrt des Herrn gesehen, und ihm nachgeschaut haben, bis Wollen ihn ihren Augen entrückten! Welches erhabene Schauspiel für die himmlischen Geister! Viele Könige und Propheten verlangten sehnsüchtig, dieses Geheimniß zu sehen, und sie haben es nicht gesehen. colonist smiss00 Heilige Jungfrau! was ist zwischen dir und deinem göttlichen Sohne in diesem Augenblicke vorgegangen? Konnte 294 Besondere Kommunion- Andachten. Kommunion- Gebete dein Herz der Freude, die es fühlte, widerstehen? Weder Engel noch Menschen können es faffen. ad ainul Was werde ich sagen, was werde ich antworten, wenn mir heute gesagt wird: Wo ist dein Gott? Wo bist du, mein süßer Jesu!? Sieh mich gnädig an, und laß mich dich nicht aus den Augen verlieren! Laß meine Ohren zum Leßtenmale deine Stimme vernehmen! Denn süß und lieblich ist sie, wie dein göttliches Auge sieht.mic intoih Dir, Liebhaber der Seelen! ist der Arme überlassen wor den; dem Waisen wirst du beistehen. Erbarme dich meiner als eines verlaffenen Armen, als eines hinterlassenen Waisen! Auch eine Wittwe ist meine Seele geworden. O, schenke dich meiner Seele und meinem Leibe wenigstens zur Nahrung, auf daß ic dich foste und mit dir ersättiget werde, o mein Jesu, mein Gott und Alles! am send sentic Wer weiß, wann wir mit der Fülle deines Hauses werden erfüllet, und das Glück haben werden, aus dem Bache deiner Wollüfte zu trinken? Wer weiß, wann mein Geift zur Woh nung deiner Glorie gelangen werde, auf daß er gespeiset werde mit deinem Brosamen am Tische aller Himmelsbürger, an dem Orte der Weide neben vollen Wasserbächen? on Stets will ich, so lange ich an diesem Orte des Elendes, der Verfolgung, der Wanderschaft verbleiben muß, in dem hoch. heiligen Altarssakramente das Brod der Engel genießen, bis der Tag der Ewigkeit anbricht, der Schatten dieses sterblichen Lebens sich neigt, und ich Denjenigen von Angesicht zu Ange sicht schaue, der hier meinen Augen verborgen ist, und durd dieses Gitter mich ansieht. Göttlicher Jesu! ich verlange dich mit eben so große Freude und Liebe zu empfangen, wie dich dein himmlische Vater bei deiner Rückkehr von der Erde empfangen, und seiner Rechten im Himmel gesetzt hat. Meine Seele öffnet si dir mit der nämlichen Freude, womit du den Himmel offer sahest, dich aufzunehmen. D, möchte doch mein Herz Denjeni am Fefte der Himmelfahrt unsers Herrn Jefu Chrifti. 295 gen faffen können, den Himmel und Erde nicht zu faffen vermögen! min nd nog tilgior) sila ni* ids, tisleiar) nism chad sthom.0 Nach der heiligen Kommunion.smhil Wie habe ich Gnade gefunden vor deinen Augen, o mein Jesu! daß du mich zu deinem Tische zugelaſsen haft? Wer bin ichy Erdwurm, Staub und Asche, daß du meiner gedacht, die Himmel geneigt, den Thron deiner Glorie verlassen, und meine arme Seele mit unverweslichem Fleische gespeiset haſt? Wenn dich die Himmel nicht fassen können, wenn die Engel nicht rein genug sind vor dir, wer bin ich, o mein Gott! wie ist mein Haus bestellt, daß du darin deine Wohnung nehmen wolltest? Was hast du, der König der Könige und der furchtbaren Majestät, in mir gefunden, daß du von dem Throne deiner Glorie in dieses Thal des Elendes herabgestiegen bist? spi Ihr Bewohner des Himmels und Auserwählte Gottes insgesammt! höret, ich will euch die Wunder erzählen, die der Herr an meiner Seele gethan hat! Da ich aller Güter entblößt und ein Gegenstand des Abscheu's war, da ich mir meiner Sünden wegen nicht getraute, meine Augen zum Himmel zu erheben, zog er mich aus dem Staube, um mir die Ehre seines Tisches gewähren, und mich alle Tage meines Lebens sein heiliges Gastmahl kosten zu lassen. mpiling Herr! wie soll ich ein solches Uebermaaß von Gnaden vergelten? Ich kann nicht reden; denn ich bin, wohl nicht den Jahren, aber dem Sinne nach, ein Kind; und welcher Vergleich zwischen deiner unendlichen Liebe und meiner Liebe, die nichts als starre Gleichgültigkeit ist? Mein größter Eifer verdient keine Beachtung, und du kennest zu wohl dein Geschöpf. Darum sollen alle Völker, alle Zungen, alle Engel und Heiligen dich mit mir loben, und dir danken, daß deine Barmherzigkeit über mich herrlich geworden, und daß deine Erbarmungen über alle deine Werke find! Loben und preisen sollen 296 Besondere Kommunion- Andachten. Kommunion- Gebete dich alle Geschöpfe im Himmel und auf Erden in Zeit und Ewigkeit! 1 spi O, möchte doch mein Herz in alle Ewigkeit von der näm lichen Liebe erglühen, von welcher die Seraphim verzehrt wer: den, oder von der Liebe, welche deine heiligste Mutter, o mein Jesu! bei deiner glorreichen Himmelfahrt gefühlt hat, von de Liebe, in welcher die Heiligen entbrannten, da du sie mit Hen lichkeit gekrönet haft! 2nd pisng lominia al Kommunion Gebete am heiligen Pfingst- Seste. allied band misin ili sim sgi Vor der heiligen Kommunion. and monni sin Heiliger Geist, du Geist der Wahrheit, der du von dem Vater und dem Sohne ausgehst! ich armseliges Geschöpf beuge mich vor dir in den Staub. Du bist die Liebe des Vaters und des Sohnes, und mit ihnen gleicher Natur und Wesenheit. D, wäre ich doch gegenwärtig gewesen, als du am Pfingst tage in Gestalt feuriger Zungen über die kleine Heerde Jesu Christi herabkamft! Von welcher Begierde, Liebe und Freude würde mein Herz erglühet seyn, wenn es die Glückseligkeit deiner Glorie gekostet hätte! 3 mb) Heiliger Geist, heilsame Flamme, heiliges, göttliches, heiligmachendes und reines Feuer, der du heute die ganze Welt entzündet hast! reinige auch mein Herz mit dem Feuer deiner Liebe! nin bort! Strahlendes Licht der Herzen! wie eifrig soll ich nicht nach dir trachten! Ja! ich thue es aus allen Kräften meine Seele. Komm, und besize mein Herz! Heiliger Geist! sich meine arme Seele gnädig an, und nimm Besitz von ihr! Nimm an mein, wiewohl von allem Guten entblößtes, Herz, und schmücke es mit allen dir ange nehmen Tugenden! d02 stad noin am heiligen Pfingst- Feste. Radnoj 297 Lieblicher Gast meiner Seele! was sollte dich abhalten können, in mir zu wohnen? Ich sage dieß nicht, als hielte ich mich für gerecht; denn meine überweiſen mich des Gegentheiles; ich sage es nur, weil mein Elend dir Gelegenheit gibt, deine Barmherzigkeit zu üben, und weil meine Sünden deine Güte drängen, mich in meiner Schwachheit zu kräftigen, und meine Bosheit von mir hinweg zu nehmen. Komm also, heiliger Geist! komm in meine Seele! Herr! ich wäre nicht zufrieden mit dir, wenn du nicht zu mir kämest; genugsam bekannt ist dir mein glühendes Verlangen, dich zu empfangen. binds miniol the p asg angol Hierin bestehen alle meine Wünsche. Liebhaber der gerechten Seelen! du siehst mein Seufzen nach dir. Würdige dich also, in meine Seele einzugehen! Welchen Nußen hätte ich von deiner Ankunft und von deinen Gaben, da meine Seele, ohne dich, und ohne deine Güter zu kosten, nicht leben kann? odsi jog to and. Ach! warte nicht, daß ich dir meine Seele bereite! Denn sie wartet, daß du selbst ste bereitest. Der eingeborne Sohn Gottes hat dich uns armen Waisen gesendet, auf daß du unsere Herzen reinigest, und sie zu einem würdigen Tempel Gottes bereitest. Komm also, Vater der Armen! Komm, Ausſpender der Gaben! Komm, Licht der Herzen! Komm, komm, fomm! di sim no adsid nadnálise Komm zu mir mit dem nämlichen Fleische, mit dem nämlichen Blute, mit der nämlichen Seele, mit der nämlichen Menschheit, mit dem eingebornen Sohne des himmlischen VaROHULL ters und der seligsten Jungfrau Maria, mit dem nämlichen menschgewordenen Gott, dessen Leib du aus dem reinsten Blute Mariä gebildet haft! છે vping O Licht meines Herzens, das du stets brennest, und niemals erlöscheft! O Leben meiner Seele! O Süßigkeit! erweitere mein enges Herz, auf daß es dich fassen könne, und daß es, o Herr! die Süßigkeit deines Geistes koste! nebilmed. 298 Besondere Kommunion- Andachten. Kommunion- Gebete suf fin robildis misiindon( hid sillo] and sh* savid din big tid spot be mandoor u yi ni men Nach der heiligen Kommunion. bim malisonson op si chiar d Herr! wie soll ich dir deine Gutthaten vergelten? Wai wird meine Seele dir geben, die du nach deinem Ebenbilde a schaffen, mit deinem Blute erlöset, zum Glauben berufen, mit dem heiligen Geiste begabt, geheiliget und mit deinem Fleische und Blute genähret haft? mot! is giliadojln mach Herr! warum erweiseft du mir elendem Geschöpfe und großem Sünder so viele und große Gnaden? Du haft dic sogar gewürdiget, zu mir zu kommen, und mich in dem hod heiligen Altarssakramente so wunderbar mit deinem Fleische und Blute zu nähren! D Liebe! o Liebe! o neue und wunder bare Gutthat! O O h Göttlicher Geist! da du gekommen bist, Feuer auf die Erde zu bringen, warum entzündest du nicht mein eiskalte Herz, daß es von Liebe zu dir verzehrt werde? Warum er glühet nicht mein Herz von Liebe zu dir? Warum schnetze ic nicht? Warum bin ich mir nicht gänzlich entäußert? Warum bin ich nicht gänzlich in dich umgewandelt? Warum liebt nich meine Seele aus allen ihren Kräften deine göttliche Güte un Barmherzigkeit? Herr! ewiglich will ich die Barmherzigkeit befingen um verkünden, die du an mir übest. Meine Seele! lobpreise den Herrn, der dir so viele und große Gutthaten erwiesen hat. Und du, mein Geist! frohlocke in Gott, deinem Heilande, weil er die Demuth seines Knechtes( seiner Magd) angesehen, und so große Dinge an mir gethan, durch seine Allmacht mit Gütern mich ersättiget und überhäuft hat! O heiliger Geist! hätte ich doch alle Herzen, die dich in brünstigst lieben! Hätte ich doch dabei die Zunge aller Wohl redner! Ich würde dich, göttlicher Geist! mit allen dieja Herzen lieben; ich würde mit allen diesen Zungen dich ver herrlichen. sjet effis euisd tistgig sid! mod e 1 e te pares nd. Hit tla prin) Baba the hour ne pat todail ad fid Vor der heiligen Kommunion. Großer Gott, mein Schöpfer und Erlöser! du sprichst: In ewiger Erbarmung habe ich mich deiner erbarmet. Und mit welcher Erbarmung! Mit einer Erbarmung, die sich auf unIs endliche Zeiten erstreckt. stad tim fod 10 10 21 H! sisdam Feste der allerheiligsten Dreieinigkeit, ndaja6² 299 and mein Gott! das ganze Wesen meiner Seele und mei nes Leibes lobpreise dich! Alles, was in mir ist, verherrliche dich! Es sollen dich anstatt meiner ehren und lobpreisen alle deine Werke, deine großen Erbarmungen, und alle mir und sämmtlichen Geschöpfen von dir erwiesenen Wohlthaten! Deine Güte selbst lobpreise dich ewiglich! Amen! monist mond da Sipiming suis ud and, hjus sed fjonar lang hidfodrigo ndi in bod i andr chitews frotdooriad Kommunion- Gebete am Fefte der allerheiligstend sin adminis Dreieinigkeit.ib ļ₁ 1₁ Herr! was hast du Gutes an mir gefunden, daß du mich vor der Erschaffung der Welt vor so vielen Andern geliebt haft? Was hatte ich gethan, als ich noch in meinem Nichts war? Hast du mich also, o unendliche Güte! mit ewiger Liebe geliebt, um dich meiner erbarmet zu haben, und mich so aus dem Nichts zu ziehen? D, wäre ich doch von Ewigkeit her gewesen, und hätte ich dich stets geliebt mit der flammenden Liebe der Seraphim! pridablaj in udi 1 211 Du hast mich ganz vorzüglich geliebt. Tausende haft du in ihrem Nichts gelassen, indeß du mich erschaffen hast. Schon vor der Erschaffung der Welt hattest du mich barmherzig angesehen. Du kanntest mich schon, ehe ich im Mutterleibe gebildet worden bin; und noch ehe ich geboren ward, hast du Alles beßtens für mich angeordnet, o mein Gott! ilme Deine Liebe hat sich nicht geändert; denn über alle andere Wohlthaten, womit du mich vorhin überhäuft hattest, verheißest du mir noch dein Fleisch und dein Blut zur Speise und zum 300 Besondere Kommunion- Andachten. Kommunion- Gebete Tranke, um von deiner Liebe mich trunken zu machen, und da mit ich in derselben leben und sterben soll. singdal endis? DWunder der Liebe! soll ich armseliges Geschöpf mit diesem Himmelbrøde mich ersättigen dürfen, mittelst dessen du die Hungrigen mit Gütern erfüllest, und Jene leer laffest, die daran keinen Geschmack finden? bid siiaryðal fjöls) dạy told singin Herr! was ist der Mensch, daß du seiner gedenkest? Oder was ist des Menschen Sohn, daß du ihn anziehest, dich betrachten? Nichts bin ich als ein stinkendes Aas, die Speiſe der Würmer, ein übelriechendes Gefäß und ein Höllenbrand. O mein Schöpfer und Erlöser! wie viel habe ich dir verdanken! Sowohl in der Schöpfung als in der Erlösung bist du liebenswürdig. In dem ersteren Werke haft du mich mit selbst, und in dem zweiten hast du mir dich gegeben. Ich will zu meinem Herrn reden, wiewohl ich nur Staub und As bin. mein Gott! gedenke der Verheißung, die du deinen Knechte gemacht hast, mit den Worten:„ Wir werden zu ihn kommen, und bei ihm Wohnung nehmen!" bim fed n2 Herr! du stehst, wohin alle meine Begierden zielen, und die Seufzer meiner Seele sind dir nicht verborgen. Mein He ist bereit, o Herr! daß ich es dir gänzlich weihe. Erhöre das Verlangen deines Knechtes nach Vereinigung mit dir, un blicke gnädig auf sein Herz, das schon vor Begierde, dich empfangen, erglüht! pi Oper Nimm deine Wohnung darin, und nimm in Besitz all Kräfte meiner Seele, die ich dir weihe! O mein Jesu! erfreu dich in mir, auf daß ich mich in dir erfreue! 20 Himmlischer Vater! ich verlange meinen Jesus unter die sen Gestalten des Brodes mit der nämlichen Liebe und mit den nämlichen Ueberflusse himmlischer Gnaden zu empfangen, we mit du ihn in seiner Menschwerdung der seligsten Jungfrau Maria und der ganzen Welt gegeben hast. pEingeborner Sohn Gottes! ich wünsche dich zu empfange mit der nämlichen Liebe, womit du das hochheilige Altarssalm 8 t et mpiline ainda Nach der heiligen Kommunion. Sieh! ich bin sprachlos und ohne Leben, und meine Seele, o göttlicher Gast! ist in deiner Gegenwart ganz ohne Bewußtseyn. Du hast deine Verheißungen erfüllt, und fest glaube ich, daß die drei Personen der allerheiligsten Dreieinigkeit zu mir itgekommen sind, und bei mir wohnen. gilid adindsilled Darum will ich, o dreieiniger Gott, mit den Engeln, Erzengeln, Thronen und Herrschaften lobsingen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerschaaren; Himmel und Erde sind seiner Herrlichkeit voll. bilhanouir duit Wir preisen dich, o Gott des Himmels! und bekennen vor Allem, was lebt, daß du uns deine Barmherzigkeit gezeigt en haft. Ehre, Ruhm und Lob sey dir, o anbetungswürdige dDreieinigkeit! do 2 Doming she hun di stor d bur Hingebeugt in den Staub bete ich dich an, o allerheiligste Dreieinigkeit, die du unter den Gestalten dieses anbetungswürdigen Sakramentes gegenwärtig bist! Ich bete dich an, unter diesen Gestalten verborgene Gottheit! Ich verlange dich so sehr u preisen, als du selbst es verlangest, und deine Weisheit es sich vorstellen kann. d spidnadəl itsi Jesu! sey von allen Heiligen und von allen deinen en Geschöpfen gepriesen in allen deinen Vollkommenheiten mit dem Bater und dem heiligen Geiste! hehe. chd abstelldefull ad Ich bete dich an in dieser heiligen Hoftie mit der Liebe aller Geschöpfe, und verlange es thun zu können in alle Ewigkeit, und sogar anstatt aller derjenigen, die deinen heiligen Namen nicht kennen und dich lästern. Ich bekenne, daß du =-11 ad am Feste der allerheiligsten Dreieinigkeit.no 301 ment eingesetzt, und dich selbst am Kreuze deinem himmlischen Vater geopfert haft. bild pianis mod id and da Göttlicher Geist! ich verlange beim Empfange dieses heiligen Sakramentes ein so reines Herz zu haben, wie Maria hatte, als sie das menschgewordene Wort empfing. cau * 302 Besondere Kommunion- Andachten. Kommunion- Gebete dreifach in den Personen und einfach in der Wesenheit bit und daß dir, dem einzigen unsterblichen und unsichtbaren Ki nige, alle Ehre und aller Ruhm gebührt in alle Ewigkeit. of is, aanstantin pilqums ira Kommunion- Gebete am heiligen Frohnleichnams- Feste. kabanismedine grada? saraldri balbosqe aid di Dhie Vor der heiligen Kommunion. bi Hosanna dem Sohne Davids! Gebenedeit sey, der da kommt im Namen des Herrn! Singet ewigen Preis und Ju bellieder, ihr heiligen Engel, die ihr euren und unsern Herm im Sakramente seiner Liebe, in dem lebendigen Denkmale seines Leidens umschwebet! denn groß ist seine Herrlichkeit und seine Barmherzigkeit ist keine Zahl. Dank und Anbetung sey bit, o unergründliches und unaussprechliches Geheimniß der Liebe Jesu! worin er als Gott und Mensch auf Erden wohnt, seine Freude bei uns Menschenkindern zu haben, unser Flehen und unsere Seufzer zu erhören, und sich uns als Speise zu geben! Herr! würde ich auch mein ganzes Leben in beständiga Anbetung deiner göttlichen Majestät, und in tief innerliche Vorbereitung zum Empfange deines göttlichen Sakramentes bringen, so wäre ich dennoch niemals würdig, deinem heiligen Tische zu nahen, dich, o unermeßliche Gottheit! in mid aufzunehmen, und als überhimmlische Speise, die nicht verdirbt zu empfangen, dich, das lebendige Brod, das in allen Arbeiten und Mühseligkeiten aufrichtet, das Brod, das Jenen, die dasselbe genießen, ewiges Leben verleiht, und uns das Sieg der Unsterblichkeit, dein Siegel, o Jesu! aufprägt, woran uns dein himmlischer Vater als die Deinigen erkennt. Dieß it einzig die Wirkung deiner unendlichen Güte, welche dein göt liches Herz bewogen hat, uns, deine armen, sterblichen Geschöpfe, zu so wunderbarer Ehre zu erheben, und in süßen Dank- und - - siss- noiam heiligen Frohnleichnams- Feste. dnots& Lobgesängen preiset dich deine heilige Kirche heute und immerdar für diese namenlose Großmuth deines göttlichen Herzens. ed unscheinbare, doch hochheilige Hostie, worin die Gottbeit und Menschheit meines Herrn beinahe in Nichts aufgelöset scheint, mit unserm Nichts sich zu vereinigen! ich bete dich in lebendigem Glauben und in tiefster Ehrfurcht an; denn dein Bort, o Jesu, Wahrheit und Leben! ist mir die heiligste Versicherung; mehr glaube ich ihm, als den trüglichen Augen meines Fleisches. Du hast dich herabgelassen, o Gott! in das Herz deiner Gläubigen einzukehren, und gibst, um dich mit dihnen vereinigen zu können, dich so vielfältigen Beleidigungen, Lästerungen und schmählichen Begegnungen Preis. Wer, o m Jesu! wird dir jemal so große Liebe vergelten? es ne O Brod des Lebens, das du allen Hunger nach vergänglichen Dingen dieses Todes hinwegnimmst! zu dir sind heute it meine Augen gerichtet. D, nähre mich zum ewigen Leben, nach welchem meine Seele hungert und durftet! Mag die Welt allen trüglichen und schändlichen Gelüsten dieses vergänglichen Lebens nachstreben, und sich an den Trebern unreiner Thiere ersättigen; mögen die Gottlosen in ihrer tödtlichen Blindheit deine Allmacht und deine Liebe gleich jenen blinden Einwohenern zu Kapharnaum lästern und deine hochheilige Gegenwart quim Sakramente läugnen; fest und unwandelbar, o Herr! ist en unser Glaube, unsere Hoffnung und unsere Liebe zu deinem id göttlichen Gastmahle, zu dieser Speise heiliger Freuden, get 303 en zu dieser Quelle, deren Gewässer in's ewige Leben springen; denn glühen auch unsere irdischen und undankbaren Herzen nicht immer von den süßen Flammen deiner himmlischen Liebe, so ist doch Niemand unter uns, der es nicht oftmals gefühlt hätte, wie deine göttliche Kraft in diesem Sakramente ihn geit stärkt, vor der Sünde behütet, die Gluten der Begierlichkeit to gedämpft und seine Sehnsucht zum Himmel erhoben hat; Niefe mand, der nicht, wenigstens zuweilen, dich, seinen Herrn, in dieser heiligen Brodbrechung erkannt hat! nd 304 Besondere Kommunion- Andachten. Kommunion- Gebete Was könnte uns also je von deiner Liebe trennen, o Jeſu!! Etwa Trübfale, Bedrängnisse, Verfolgungen, Hunger, Blöße, Gefahren, das Schwert oder die Gewalt? Die Kraft de nes göttlichen Sakramentes erhält uns siegreich, und sicherlic werden weder der Tod noch das Leben, weder die Engel noch die Mächte, weder gegenwärtige noch zukünftige Dinge, wede die Höhen noch die Tiefen, noch irgend ein Geschöpf uns von der Liebe Gottes entfernen, die du uns, o Jesu! in deiner hei ligen Kommunion ertheilest, nach welcher unsere durstenden Seelen sich sehnen. di napidub ramied me al noptie Lied di $ 123007 of Tomat hid des heiligen Alphonsus Liguori. sponce usilo 890 SD Blumen, die ihr, Tag und Nacht beglücket, In meines Jesu trauter Nähe weilet, 415 Ihn nie verlassend, seine Wohnung schmücket, Bis euer zartes Leben euch enteilet! Wie euer Aufenthalt mich hoch entzücket! Hidd, würde dort zu wohnen mir ertheilet! pâte doom Wie priese froh das Loos ich: Geist und Leben Tai In meines Lebens Nähe aufzugeben! Die ihr so glühend flammt, beglückte Kerzen! So euren, als auch meinen, Herrn zu ehren! O, daß die Pulse all' in meinem Herzen, Wie ihr, in Licht und Glut verwandelt wären! O, könnte doch, in heil'ger Liebe Schmerzen, So wie ihr euch, auch ich mich ganz verzehren! Wie neid' ich eurer heil'gen Flammen Helle! Wie tauscht' ich gern mein Loos um eure Stelle! Beglückter Kelch, noch höher zu erheben, Worin sich mein Geliebter will verschließen! ? mu stdam heiligen Frohnleichnams- Feste. ndosh 305 Wer kann nach höherm Glück und Adel streben, sind Als du, den sich dein Herr zum Thron' erkiesen? mid O, würde meiner armen Brust gegeben heter Nur Einen Tag dieß Amt, dir zugewiesen! In Glut und Liebe ging' mein Herz verloren, og dau Zum Haus der Glut und Liebe auserforen! - dass snism insmorio eschilting Q Inspinist in Doch Blumen, Kerzen, Kelch, wie hochverehret! Ein wonnigeres Loos ward mir zu Theile, Da selbst in meine Brust das Lämmlein fehret, Das liebliche, voll Glut und Liebespfeile; Mich in dem Brod' mein Gott und Alles nähret, Mich armen Wurm umfängt mit süßem Heile! O, daß ich nicht vor Liebesgluten sterbe, AE Wenn ganz ich meinen größten Schaß erwerbe!! do 197119 donism gan sin i zastouni sist Auf, Seele! dann zum hochgeliebten Lichte, gli Es, wie ein Falter, innig zu umschweben! mds? espions Voll Glauben und in heil'gen Flammen richten ist Dein treues Herz nach deinem süßen Leben!! di Und kommt er, der mit seinem Angesichte nid- din Die Himmel freuet, die sich mild zu geben, ind hid slut Umfang' ihn in der Andacht Feuertriebe, in and impor i Und rufe innig: Herr, nur Liebe! Liebe! Amen! pin 1900 msmisa moh ildsil dur spilis snied nega Amde anlad siss hd 3d dustlo nstider mpishana ni do dn mon Nach der heiligen Kommunion.llo monied in anim lailat steal i hid arrian O Jesu, Gott meines Herzens, himmlischer Bräutigam meiner Seele! ich bete dich in festem Glauben und aus ganzer Kraft meines Herzens an. Wie lieblich ist dein Geist, o Herr, der du, deinen Kindern deine Süßigkeit zu erzeigen, mit dem füßesten Brode der Engel sie nährest! O wonnige Speise des Himmels, welche die Liebe meines Gottes mir gegeben hat! 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe ic. 20 506 Besondere Kommunion- Andachten. Kommunion- Gebete erhalte mich zum ewigen Leben, und wandle mich in einer himmlischen Menschen um! wind thi] hod, and als Ich bete dich an, o heiliger Leib, geboren aus der reinsten Jungfrau, der du am Baume des Kreuzes gelitten haf und gestorben bist,-und, mit einem Speere durchstocher Wasser und Blut vergossen haft, meine arme, sündige Seel zu reinigen! O göttliches Sakrament, meine Freude, mein Ruhe, meine Glückseligkeit im Laufe dieses Lebens! sey aud meine Kraft, mein Licht und der Anfang meiner ewigen Glüc feligkeit in der Stunde meines Todes! steh' mir bei in meina legten Augenblicken, und gedenke dann, daß du in diesem Leben dich in so großer Huld mit mir vereiniget, und mich uneracht meiner Nichtigkeit und meines überaus großen Elendes mit s inniger Zärtlichkeit geliebt haft! O Jesu, Sohn des lebendiga Gottes! erbarme dich meiner! Gütigster Heiland, dessen Gür keine Gränzen kennt! ich hoffe die Erfüllung meines Gebetes meiner Seufzer und meiner Thränen getroft von dir; dem ewiges Leben hast du der Seele verheißen, die dein heilige Fleisch und Blut genießt. hold of Sieh! von diesem allerheiligsten Fleische und Blute ge nährt bin ich ein Lamm deiner Heerde geworden; u wie dich dein Vater auf die Erde gesandt hat, und du wegen des Vaters und für ihn gelebt hast, so will auch i künftig nur für dich leben. Vereinigen will ich mich, in diese Tagen deiner heiligen und lieblichen Feier, mit deinem ausa wählten Volke, und der heiligen Geheimnisse deines Leben und Todes in andächtigen Besuchungen und Anbetungen deinem allerheiligsten Sakramente gedenken, und mein H aneifern, dich zu loben, für deine Ehre zu wirken, und Anzahl derjenigen zu vermehren, die in deinem göttlic Denkmale dich im Geiste und in der Wahrheit anbeten. Un weiß ich auch, daß ich nicht würdig bin, diese Arbeit mit de Dienern deines Altares zu theilen, so weiß ich doch zugle auch, daß es deiner göttlichen Majestät von jeher wohlgefäl b - le e ge In der Einfalt meines Herzens danke ich dir, o himmlischer Vater! daß du diese erhabenen Geheimnisse deines Reiches den Demüthigen und Kleinen geoffenbaret, den Klugen und Weiſen dieſer Erde aber verborgen haft. Preis dir, o mein Gott! daß du auch mich der Schaar dieser Armen und Einfälftigen im Geiste zugesellt, und mich vor dem Truge und den Täuschungen der stolzen und falschen Weisheit dieser Welt bewahret haft! Laute Lobgesänge will ich in deinen heiligen Tempeln dir dafür singen, und alle Pulse meines Herzens sollen dich preisen, und dein Lob verkünden! in 11 id fe Set en bo D In be Leid am heiligen Frohnleichnams- Feste. gewesen ist, die schwächsten Werkzeuge zu erwählen, um die größten Dinge durch sie zu wirken, wie die Einsegung des heutigen lieblichsten Festes der Kirche selbst ein sprechender Beweis davon ist, da eine schwache und unbekannte Nonne, aber eine Seele, die mit unaussprechlicher Liebe für dich geglühet hat, die heilige Juliana, die erste Urheberin desselben gewesen ist. salieromis Idone so is Deinen Heiland, Sion! preise, asli sm Der als Führer, Hirt und Speise Dich auf wundervolle Weise ser delf disler sd idste un dore Mit so süßem Trost erfreut! Lobt ihn hoch, in frohem Bunde! Wohllaut soll aus jedem Munde, Jubel aus der Herzen Grunde Ihm zum Preis erschallen heut'! sa ni nid ni Hymnen töne jede Leyer, An dem Tage seiner Feier, Unserm Gott, der in den Schleier s Ald jun eu odin Joldin2 ni Gull 20 307 Reinen Brodes sich verhüllt! Seht! dieß Engelbrod hiernieden Ward den Pilgern mild beschieden, Das die Kinder süß mit Frieden Und mit Lieblichkeit erfüllt. 20* 308 Before Besondere Kommunion- Andachten. Bildlich sah'n die alten Zeiten sin Jenes Osterlamm bereiten; si bud sgni@ mill 1dbor Dieß sollt' Isaaks Opfer deuten, nobildsi ispiti Sitholes Dieß das Manna jener Zeit. i mocny chc ghid Doch die Wahrheit folgt dem Bilde, s 31901 Als auf unserm Erdgefilde spild sid and le Bei dem Gastmahl seiner Milde Jesus sich zum Opfer weiht. and ne si Seine Liebe zu entfalten, shold ud and fine mo bidiims@ md 1 gul Gab in Brods- und Weinsgestalten, isUnsre Seelen zu erhalten, Aid Er sein göttlich Fleisch und Blut. Toistaid that pur ud Und daß nie an Trost es fehle, Gibt er sich noch jeder Seele, Da, nach göttlichem Befehle, 9 od fogilise gill of en was er that, sein Priester thut. doiged Alle können ihn erlangen; napn ar jun chie Alle stillen ihr Verlangen; dig monis@ SUnd wenn Alle ihn empfangen, el 19 Bleibt er dennoch ewig ganz. Sieht der Sinn auch hier im Staube Brod nur und den Saft der Traube, So erschaut der treue Glaube di 1002 sualldoile and lodne Dennoch seiner Allmacht Glanz. 150 malindas bissel og ande Jesu, guter Hirt der Heerde! Weide uns auf dieser Erde, Und in Trübsal und Beschwerde mod n Leite uns beschirmend hier! Und aus diesem Thränenthale Führ' uns zu dem Freudenmahle, Daß wir in des Himmels Saale Ewig uns erfreu'n bei dir siden gms0 Kommunion Andacht an den Festtagen der allerfeligsten Jungfrau. 309 að änyös 65% tanism sadně omsffoffuse shaid of thi Quin nspolk Besondere Kommunion- Andacht an den Festtagen der allerseligsten Jungfrau. daisis salle so that de Vor der heiligen Kommunion.sputeZu dir seufze ich an deinem heutigen glorreichen Feste auf, o heilige Gottesgebärerin, Mutter meines Herrn Jesu Chrifti, den meine Seele nun andächtig zu empfangen verlangt, bi und Mutter aller Christen, die in diesem Thränenthale zu dir seufzen! Steh mir bei, o milde Fürsprecherin der Seelen, die Jesum lieben und nach der heiligen Vereinigung mit ihm in ſeinem göttlichen Sakramente erglühen! O milde und freigebige Jungfrau! öffne deine blumigen Hände! schmücke mit deinen wunderbaren Tugenden mein ödes Herz, und bereite dasſelbe zu einem Lilienbette, worin der geliebte und eingeborne Sohn deines Herzens freundliche und süße Ruhe finde! do auserwählte Tochter des ewigen Vaters, die du denjenigen, den die Himmel der Himmel nicht fassen, in deinem feufchesten Leibe getragen haft! welches überaus hoch erhabene Vorbild aller Seelen bist du, die diesen Sohn des Allerhöchsten in der heiligen Kommunion empfangen! Für ihn, deinen Gott und Herrn allein, hattest du alle Minuten deines Lebens verlebt; eine beständige und so überirdische Vorbereitung war dein an allen Tugenden blühender und jungfräulicher Wandel gewesen, daß du bereits voll der Gnade des heiligen Geistes gewesen bist, als du ihn in deinem engelreinen Leibe empfangen hast. Und eben so ist, als du ihn empfangen hatteft, dein ganzes übriges Leben in hochpreislichen Danksagungen und immerdar wachsender Heiligkeit verflossen. - Und sieh, o göttliche Mutter meines Herrn! kaum vermag ich's, eine so kurze Zeit zu seinem heiligen Empfange mich vorzubereiten; und sobald ich ihn, den allerhöchsten Herrn des Himmels und der Erde, empfangen habe, so zerfließe ich schon in eitlen Zerstreuungen dieser Welt. Ach! in Seufzern und 310 Besondere Kommunion- Andachten. Kommunion- Andacht Klagen muß ich so viele verflossene Jahre meines Lebens be trauern; und wegen des ungebändigten Leichtsinnes meines Herzens für die noch übrige Zeit meines Lebens zittern. Ach! fürwahr elend bin ich, und arm und nackt an allen Tugenden! Im Bewußtseyn meines gänzlichen Unwerthes sinke ich zu deinen heiligen Füssen, o wunderbare Jungfrau! dich in Demuth anzurufen, daß du mir heute als eine lieb reiche Mutter beistehest, meine Mängel aus deiner Gnadenfülle ersetzest, und mich lehrest, wie ich Jesum empfangen soll, den du, die Erste aus Allen, vom heiligen Geiste empfangen, und zu unserer unaussprechlichen Freude, zu unserm Heile und zu unserer Erlösung geboren hast; den nämlichen Leib meines Herrn soll ich heute empfangen; ihn soll ich tragen und in meiner Seele gebären. do indispu? mindr ndo O Mutter der Barmherzigkeit! erzeige dich heute als eine Mutter! schmücke mein Herz mit deiner Reinheit, mit deinem festen Glauben, mit deiner stillen Demuth, mit deiner Standhaftigkeit im Wirken und Leiden, mit deiner seraphischen Andacht und Liebe, daß ich deinen göttlichen Sohn würdig in meiner Seele aufnehme, für dessen Ehre dein mütterliches Herz so sehr erglüht, und zu dem wir durch dich Zutritt haben, o Pforte des Himmels, Zuflucht der Sünder und Königin aller Auserwählten! of dun spi lũ uifjað anis; idaluse omads? amin Und du, o mein göttlicher Heiland! neige dein Ohr zu den Worten deiner hochgeliebten Mutter, und ertheile mir durch ihre milde Fürbitte, was mein Vermögen nicht erhalten kann, daß ich dich mit aller Sehnsucht, Andacht und Liebe empfange, und bis an das Ende meines Lebens beständig im treuen Her zen trage! Amen! gears munt e shilling of dull 1996 son el ani de banho Nach der heiligen Kommunion. bad m Jesu, Sohn der hochgebenedeiten Jungfrau! ich bete dich in aller Demuth und Inbrunst meines Herzens an. Er no 7 1 0 1 J 3 T 311 J badan den Festtagen der allerfeligsten Jungfrau.mojs barme dich meiner, o mein Erlöser! um deiner glorreichen jungfräulichen Mutter willen, durch die du dich herabgelaſsen haft, unser Bruder zu werden! Ich opfere dir alle Andacht, alle Treue und Anbetung ihres liebeflammenden Herzens, alle ihre getreuen Fürbitten für uns Sünder, alle Martern ihrer Seele, die das Schwert des Schmerzens durchdrungen hat, und allen Jubel der himmlischen Glorie, wo sie nun ewiglich dich liebt, anbetet und verherrlichet. gia Maria, unsere Mittlerin! steh! gänzlich gebricht es mir bei diesem hochzeitlichen Gastmahle an dem Weine der Andacht, der die heiligen Seelen so selig berauscht und entzückt. D, sprich Ein Wort, und Jesus wird dich erhören! Denn nie und nimmer hat er dir, seiner hochgeliebten Mutter, eine Bitte versagt. Gebenedeite Jungfrau, die du den besten Theil erwählet haft, der nie von dir wird genommen werden! steh! auch ich erwähle ihn; doch ach! gar sehr muß ich fürchten, daß er wegen meiner großen Lauigkeit mir genommen und Jenen gegeben werde, die da Ueberfluß an guten Werken haben. Darum flehe ich zu deinem erbarmungsreichen Herzen: Erwirke mir die Gnade der Andacht und starkmüthigen Beharrlichkeit bis an das Ende meines Lebens! non sign spilind) gillad 3 O Jesu! mit Maria will ich zu deinen Füssen sizzen, und die süßen Worte des Heiles von deinem Munde vernehmen; 1 denn du, o lebendiges Wort des Vaters! haft allein Worte des ewigen Lebens. O, durchdringe mein Herz mit deinen flammenden Worten, daß sie daselbst aufleben und in heilige Werke sich verwandeln! Erfülle mein Herz mit stiller Liebe, die jede deiner heiligen Einsprechungen in aller Treue vernimmt, und mit heiligem Eifer für deine göttliche Ehre befolgt, damit ich mit Mariens inbrünstiger Andacht Martha's thätige Sorgfalt vereinige, und, um viele Dinge mich kümmernd, das Eine Nothwendige immerdar vor Augen habe, das deine wunderbare Mutter bei jenem hochzeitlichen Gastmahle zu den Dienern gesprochen hat, und auch mir heute Besondere Kommunion- Andachten. Kommunion- Andacht zuruft: Alles, was er euch sagt, das thuet!" Denn glückselig ist der Leib, der dich getragen hat; glückselig sind die Brüste, die du gesogen haft; aber nicht minder glücklich sind Jene, die das Wort Gottes hören, und dasselbe vollbringen. 391 O mein Heiland! verleihe mir durch deine hochheilige Vereinigung mit mir, deinem unwürdigsten Geschöpfe, und durch die wirksame Fürbitte meiner himmlischen Königin, deine jungfräulichen Mutter, diese zweifache Glückseligkeit, daß ich, nach den Worten des Apostels, dich, meinen Gott, beständig in meinem Leibe trage, und dein heiliges Wort erfülle, damit ich nach diesem Leben die freudenvollen Worte vernehme: Geb ein, du getreuer Knecht! in die Freude deines Herrn!" und dort mit Maria und dem ganzen himmlischen Hofe dich ewiglich liebe und benedeie! Amen! isdsds igal side to sid 312 -50% 39 ndichi di un rot Top 10 Besondere Kommunion- Andacht an den Festtagen adah mun@ ndod der Heiligen. sid eim stim Vor der heiligen Kommunion. end no eid nihiling Heiliger( Heilige) N! wie unaussprechlich groß ist die Freude der frommen Seele, die an diesem Tische speiset, wo Jesus selbst, dein und ihr einzig Geliebter, ihr aufgeſetzt wird! Wie füß würde mir jede Thräne seyn, die ich in der Gegenwart Jesu aus Inbrunst des Herzens weinen könnte, so wie Magdalena seine Füsse mit Thränen beneßt hat! Wo wird aber diese Inbrunst, dieses heilige Weinen angetroffen? Ach! glühen soll mein Herz in seiner und seiner heiligen Engel Ge genwart, und Freudenthränen sollte ich vergießen; denn ich habe ihn in dem heiligen Sakramente wahrhaft gegenwärtig, wiewohl verhüllt unter den Brodesgestalten. Unsere Augen könnten es nicht ertragen, wenn er sich in seiner göttlichen Herrlichkeit zeigen würde; darum hält er sich, unserer Schwachheit willen, in dem heiligen Sakramente verborgen. Hier habe thodalmaim an den Festtagen der Heiligen suoja ich wahrhaft, und bete an Denjenigen, welchen die Engel mit dir im Himmel anbeten, ihr freilich in wirklicher Anschauung, ich aber nur im Glauben. Jedoch vergnügt will ich seyn mit dem Lichte des Glaubens, und in demselben wandeln, bis auch für mich der Tag der vollkommenen Klarheit anbricht, und das Dunkel verschwindet. D! wann wird dieß geschehen? Wann, seligster Bewohner des Himmels, heiliger( heilige) N.! werde ich mit dir Jenen von Angesicht zu Angesicht genießen, den ich jetzt unter den Brodesgestalten verhüllt anbete? Heiliger ( heilige) N.! du kannst mir durch deine mächtige Fürbitte dieſe Gnade, nach welcher ich mich so sehr sehne, erhalten. Lege deine Fürbitte ein, du großer Freund( große Freundin) Gottes! Bitte, daß die Gegenwart Jesu mich ganz entflamme, und mich völlig in ihn umwandle, auf daß ich mittelst der Gnade der inneren Vereinigung, zerschmolzen durch das Feuer seiner Liebe, nur Ein Geist mit ihm sey! ¹21 Herr! was deine Heiligen, die sich mit dir im Himmel erfreuen, glaubten, das glaube auch ich; was sie hofften, das hoffe auch ich; und wohin sie gekommen sind, dahin verlange ich mittelft deiner Gnade auch zu kommen. Ich glaube, daß ich im hochheiligen Altarssakramente dein Fleisch wahrhaft effe, und dein Blut wahrhaft trinke. Ich hoffe, daß ich nicht ungesättiget von dir weggehen werde, sondern daß du gegen mich barmherzig seyn werdest, wie du es ehedem gegen deine Heiligen wareft. Und was ist mein Verlangen außer dir, o mein Jefu, du Gott meines Herzens!? opiedsed aid at ind 313 Wie der( die) Heilige, dessen( deren) Festtag heute gefeiert wird, in der Freude des heiligen Geistes bei deiner Gegenwart aufsprang, als er( sie) in der heiligen Kommunion Herz an Herz mit dir war, mit eben so erhabener und heiliger Sehnsucht wünschte auch ich entflammt zu seyn, und mit dir innigst vereiniget zu werden. D, daß ich so tief ergriffen wäre, wie jene frommen Seelen, die vor heißem Verlängen zu diesem heiligen Sakramente und vor glühender Liebe des Her 314 Besondere Kommunion- Andachten. Kommunion- Andacht zens sich oft der Thränen nicht erwehren können! Ach, w schäme ich mich, und wie bestürzt bin ich, wenn ich bedenk mit welcher flammenden Andacht und Begierde einige fromm Herzen deinem heiligen Sakramente nahen, indeß ich trode und dürr, ohne wahre Andacht und Inbrunst des Herm bleibe! Jesu, unendliche Güte! erbarme dich meiner! Und du Königin aller Heiligen, süßeste Mutter Marit erlange mir, daß ich Jefum Christum, deinen Sohn, mit ner Andacht und Liebe empfange, womit ihn der( die) Heili N. im heiligen Sakramente während seines( ihres) Wande auf Erden empfangen hat! Mache, daß mein Herz von jen Liebe entflammt werde, von welcher das Herz dieses( die Heiligen gegen Jesus erglühete! Bod Smist Ismim Herr! wer bin ich, Staub und Asche, daß du mich dery stalt vor dir verherrlichest, und mich unter Jene stellest, überd du deine Erbarmungen kommen lassest, indem du von deine königlichen Tische mit deinen Kindern die Nahrung des Lebe mir darbietest, mir, der ich nicht würdig bin, wie die Hi lein von den Brosamen zu essen, die von deinem Tische falla him Herr Jesu! welches Lob, oder welchen Dank, oder wel Anbetung wird dieses dein verächtliches Geschöpf, meine Sec die du mit so vielen Gnaden kröneft, für dieses Ueberma deiner Güte dir darbringen? Unendlicher Dank sey b Herr Jesu! ewiger Dank, Schöpfer und Erlöser der M schen! daß du, um der ganzen Welt deine Liebe zu offenbar ein herrliches Gastmahl zubereitet hast, in welchem du allerheiligstes Fleisch und Blut uns zur Speise und zum tränke gibst, uns dadurch ergößzest und mit allen Wollüften Himmels erfüllest! and chi and in moldome ndi ni gillös and hand islomchis gauginim Nach der heiligen Kommunion. T König der Engel, und König aller Heiligen, die du dir erfreueft, und durch dich selbst selig machest! sey geprie an den Festtagen der Heiligen. fe und erhöhet in allen deinen Heiligen! Alle Chöre deiner Engel und lieben Auserwählten sollen vor dir niederfallen, und dich, den Lebendigen, in ewige Zeiten anbeten! Besonders soll dich vor dem ganzen Himmel so anbeten dein heiliger( deine heilige) N., der( die) vor deinem Angesichte steht, dich liebt, preiset, besigt, und dem( der) du Alles in Allem bist! Ich aber, o Herr! liege hier vor dir im Staube, und mit aller möglichen Inbrunst und Andacht huldige ich dir, lobpreise und verherrliche ich dich, in herzlicher Freude, daß du dir und allen Heiligen die ewige Glorie, Freude und Verherrlichung aus dir selbst bist. Ich danke dir für Alles, was du zu meinem und aller Menschen Heil, besonders aber zur Seligkeit und Glorie dieses( dieser) Heiligen gethan haft.md de dearold m DJesu, Krone und Zierde deiner Auserwählten! an dich glaube ich, von dir hoffe ich, auf dich seße ich mein ganzes Vertrauen, nach dir verlange ich, dich umfange und liebe ich, dir übergebe und schenke ich mich mit eben jener zärtlichen Liebe, womit dein heiliger( deine heilige) N. sich und Alles, mit Leib und Seele, zum größten Wohlgefallen deines allerheiligsten Herzens dir zum ewigen Opfer dargebracht hat. than Herr! es mangelt mir an Weisheit und Vermögen, dich, wie ich's schuldig bin, anzubeten, dich zu begrüßen, auf dich zu hoffen, dich zu lieben, zu preisen, und mich dir zu schenten; aber sieh! ich habe in der Person dieses( dieser) Heiligen N. einen Bürgen, den Mann deiner Gnade( die Magd deiner Glorie), den( die) du, o Herr! in deinem heiligen Reiche und in deinem großen Reiche verherrlichet hast. Diesen( diese) also sende ich zur dir ab, als den Geliebten( die Geliebte) deiner Seele, als den Angenehmen( die Angenehme) vor deinen Augen, damit er( ste) im Namen meiner geringsten Person die gebührende Danksagung und Lobpreisung bei deiner höchsten Majestät entrichten möge.plöbro dau nike, nam id ad g Wohlan, heiliger( heilige) N., vertritt meine Stelle! Stelle dich vor das Angesicht des menschgewordenen Wortes, - 315 Befendere Besondere Kommunion- Andachten. Jesu Christi, und lobe ihn und danke ihm für mich, wie auch ich von ganzem Herzen und aus allen meinen Kräften für did Hemen Kräften fi ihm danke!! isdan mihe molise spior 316 sind Zierde des Himmels und Mitgenosse seiner Glorie! herzlichst beglückwünsche ich dich, daß du von der Quelle da himmlischen Gnaden und Gaben in solchem Maaße schöpfen zu dürfen gewürdiget worden bist. Innigst erfreue ich mich, da du dem unseligen Schicksale der Kinder Adams entgangen, vn deiner Seligkeit auf ewig versichert bist. Dankbarst küsse ich die freigebigste Hand Gottes, die sich vom Himmel dargeboten, und dich dem gemeinen Untergange entriffen hat. Dagegen bitte ich dich aber, daß du dich auch meiner besonders anneh men, und sowohl vor der Majestät deines Gottes als vor sei ner heiligsten Mutter mich im Leben und im Tode als dein viel geliebtes Pflegkind darstellen wollest. Gott hat dich vor so vie len Tausenden geliebt, mit dem Gewande der Herrlichkeit an gethan, und dir die Freudenkrone auf das Haupt gesetzt. Mache, daß auch ich durch deine Fürbitte von Gott in Gnaden ange sehen, und deiner Glorie theilhaftig werde! Mache, daß ic nach deinem Beispiele heldenmüthig kämpfe, im Kampfe aus harre bis an's Ende, und so mit Gewalt den Himmel erobere; daß ich in den Prüfungen dieses Lebens getreu bleibe, und nie aufhöre, Gott, meinen Herrn, aus meinem ganzen He zen zu lieben; daß ich wegen Dem, der mich und dich mehr als sich selbst geliebt hat, indem er für uns gestorben ist, alle Beschwernisse überwinde, und jene Krone des Lebens davon trage, deren ewiger Glanz und ewige Seligkeit Alles und Alles werth ist! Mache, daß ich dein und so vieler Heiligen Beiſpi stets vor Augen habe, um meinen Geist zur Nachahmung der jenigen, die ich verehre, aufzumuntern, und einst des Todes der Gerechten zu sterben! panjissado dun paspolian @ - Herr! du bist mein Helfer und Erlöser; von dir erwarte ic diese Gnaden durch die Verdienste und Fürbitte deiner Heiligen. atta ES Kommunion- Gebete einer Seele in innerlicher Trockenheit. 317 di dod: thin sunbud i and bi ln( omdal dru Besondere Kommunion: Andachten für einige ge besondere Verhältnisse.de dan nisur he no! audi slis Kommunion- Gebete einer Seele in innerlicher dall vonied thi aglof Trockenheit. mamill shiu dre & ildisner enind un sunting terdalni ochist add vor der heiligen Kommunion. Zagend, o Herr! im Bewußtseyn meines tiefen Elendes und Kaltsinnes, knie ich vor dem Throne deiner Barmherzigfeit. Wehmuth erfüllt mein Herz bei dem Anblicke so vieler frommen Seelen, die dich, ihren geliebten Herrn, mit so inbrünstiger Andacht empfangen, und in heiliger Stille ein Freu denfest mit dir feiern. Mein Herz allein seufzt beklommen in seiner großen Armuth und Verlassenheit. Was soll ich Sünder anfangen? Lau und träge, sinnlich und zerstreut, ohne Andacht und ohne Liebe, wage ich es in meiner Beschämung faum, zu dir aufzublicken, geschweige denn, dich in die Herberge meiner fündigen Seele einzuführen. und g - Erbarme dich meiner, o barmherziger Jesu! in dieſer Stunde heiliger Erbarmungen! Denn gar sehr zagt meine Seele, hinzuzutreten zu dem heiligen Tische, wo du, das fleckenloſe Lamm, das Brod der heiligen Engel, den reinen Seelen zur Speise vorgesetzt wirst. Allenthalben von Angst bedrängt, und schwankend im Gefühle meiner gänzlichen Unwürdigkeit würde ich mit Petrus ausrufen:„ Entferne dich von mir, Herr! denn ich bin ein sündiger Mensch!" hätteſt du, o überaus barmherziger Gott! nicht selbst diesen Apostel bedroht, er würde nimmermehr Antheil an dir haben, woferne er deine barmherzige Demuth sich nicht gefallen ließe. ingin Diese unendliche Huld allein ermuthiget mich, o Jesu, der du, als der freigebigste aller Könige, Arme und Schwache. Blinde und Lahme zu deinem allerheiligsten Gastmahle beitufest! Denn, ach! wer ist ärmer und schwächer, wer blinder - 318 Besondere Kommunion- Andachten. Kommunion- Gebete und lahmer, als ich, der ich durchaus nichts Gutes habe, zu allen Lastern geneigt bin, mich selbst vor Hoffart nicht erkenne, und ohne die beständige Stüßze deiner Gnade nicht Einen Schritt zu meinem Heile thun kann? Da du also dieses allerheiligste Gastmahl für uns arme und schwache Menschen bereitet hast, so folge ich deiner lieb reichen Einladung, vertraue auf deine unendliche Barmherzig keit, und nahe dir, der Quelle aller Reinigkeit und himm lischen Güte, in Gehorsam und im tiefen Gefühle meines Un werthes. Sieh, mein Heiland! ich selbst vermag es nicht, jene flammende Liebe mir zu geben, mit welcher ich so sehnsüchtig wünsche, dich zu empfangen; ich vermag es nicht, mein Herz in heiligen Thränen der Andacht zu reinigen und dir zu einer Ruhestätte zu bereiten. Darum flehe ich zu deiner unendlichen Barmherzigkeit: Laß ein gedemüthigtes und zerknirschtes Herz dir wohlgefallen, und verleihe mir, das Einzige würdig thun, was in meiner großen Trockenheit mir übrig ist, meine zahllosen Vergehungen und Sünden mit aufrichtigem Gemüthe zu bereuen! shrolasorm sormspioni) vanish i Gott der Gnade, der du alle Falten meines Inneren fennest, und vor dem meine ganze Seele offen da liegt! es i dir bekannt, daß mich meine Sünden schmerzen, und daß ic von ganzer Seele wünsche, ste noch tiefer und inniger bereuen zu können. D, nimm mein Bekenntniß und den festen Vorsa in Gnaden auf, den ich in dieser feierlichen Stunde vor deinem Altare faffe, dir mit treuem Herzen zu dienen und lieber zu sterben, als deiner unendlichen Majestät durch neue Vergehungen zu mißfallen, und, nach dem Ausdrucke deines Apostels, did abermals durch meine Sünden zu freuzigen! Erfeße, o barm herziger Jesu! aus dem reichen Schatze deines liebeflammenden Herzens, was in meiner bitteren Seelenarmuth mir ermangeli; und empfinde ich auch in deiner süßen Gegenwart weder Trost noch Freude, so laß wenigstens meine Seele durch dieses Brod des Lebens stark werden, daß sie immerdar fest und getreu vor sidseiner Seele in innerlicher Trockenheit.dots& 319 deinem heiligen Angesichte wandle, und deinen heiligen Willen erfülle! Amen! 90912 du giminai Nach der heiligen Kommunion. pild and Sey gebenedeit, o barmherziger Jesu, der du meine fündige Seele nicht verschmäht, sondern mit deiner starken Gnade angezogen hast, deinen allerheiligsten Leib als Speise zum ewigen Leben zu empfangen! O mein Heiland, höchst verborgener, doch höchst wahrhaft gegenwärtiger Gott, meine Liebe und mein Alles! dein will ich seyn ganz und auf ewig. D, erfreue die allerärmste und bedrängteste Seele mit einem Gnadenstrahle deines Lichtes, und heile mein krankes Herz, worin du wie die Lilie unter den Dornen weilest! Keinem sind ja meine Trübsale, keinem mein sündhaftes Leben so gut bekannt, als dir, o ewige Weisheit, der du mich gekannt hast, noch ehe ich gewesen bin, und mich zu dir zurückgeführt hast, da ich verloD, erneuere mich in dir, mein Erlöser! Denn es m ist kein Name im Himmel und auf Erden, in dem wir selig werden können, als dein honigfließender Name, der sich mit deiner hochgebenedeiten Gottheit und Menschheit in meiner Seele gleich heiligem Dele ergoffen hat. Und bin ich auch nicht würdig, den Kuß des Friedens von dir zu empfangen, da ich durch unzählige Fehltritte und beständige Untreue gegen deine heiligen Einsprechungen mich von dir abgewendet, und dein holdseliges Herz betrübt habe, so gestatte mir wenigstens, bei deinen heiligen Füssen zu weinen, und deine große Barmherzigfeit zu erwägen, die so überaus liebreich) an mir gehandelt hat! ren war! SUD Sieh! ich bin bereit, um deiner Liebe willen- Allem zu entsagen, was dir mißfällt, deinen heiligen Willen und den Willen derjenigen, die deine heilige Vorsehung über mich gesetzt hat, in Demuth und Gehorsam zu erfüllen, und alle Trübsale, die deine Vaterhand über mich verhängt, mit Geduld und vollkommener Ergebung in deine allerheiligste Anordnung zu er tragen, um dadurch meine Sünden abzubüßen, deiner göttlichen - - 320 Besondere Kommunion- Andachten. Kommunion- Gebete Majestät wohlzugefallen, und einen höheren Grad deiner E kenntniß und Liebe in der ewigen Seligkeit zu erlangen. Nur stärke mich, o mein Heiland! durch die Liebeskraft dieses aller heiligsten Sakramentes, und sey meine Stärke in Versuchungen, mein Licht in Finsternissen, meine Hilfe in Kreuz und Leiden, mein Rath in Zweifeln und meine Freude in Drangsalen! Endlich, o mein barmherziger Jesu, der du verheißen haft, in demjenigen zu bleiben, der dein allerheiligstes Fleisch und Blut genießt! flehe ich aus innigstem Herzensgrunde zu dir: Bleibe in mir, Herr! wirke durch deine heilige und stärkende Gnade, daß ich oft in mein Inneres kehre, deiner heiligen Ge genwart treu gedenke, und sie durch keine Sünde betrübe, sondern in allen meinen Gedanken, Worten und Werken zeige, daß du wahrhaft in mir, und ich in dir, und wir beide unzer trennlich Eins sind und bleiben! Amen! che chi na fod dij Gna Kommunion- Gebete einer frommen Seele in großen son med tid Trübfalen. moi m the third se rengimo mind olo Taisni Vor der heiligen Kommunion.bod mah thin D Gott, mein Gott! erbarme dich deines Geschöpfes nach deiner großen Barmherzigkeit! Erbarme dich meiner, du, mein Vater! Denn zermalmt bin ich von Schmerzen, und zertretenwie der Wurm im Staube winde ich mich vor dir; denn wohin soll ich flüchten, wenn nicht zu dir, o mein Gott!?- pis Jesu! durch deine heilige Verlassenheit, als du, in ein endloses Meer von Schmerzen am heiligen Kreuze versenkt, deinem himmlischen Vater gerufen haft:„ Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen?" mildere die Bitterfeit meines Herzens! Durch deinen heiligen Todes kampf stärke mich, o mein sterbender Erlöser! Laß mein Rufen zu dir dringen! Denn nicht gleich tauben Gößen bist du ja, die nicht hören, o lebendiger Gott! und darum wohnest du un ter uns, daß wir nicht als trostlose Waisen vergehen.- ; einer frommen Seele in großen Trübfalen. O mein Gott und Alles! Wen habe ich, als dich, der mich trösten und mein Herz aufrichten kann?- Es ist dir bewußt, daß ich um Deinerwillen allen sinnlichen Trost verschmähe, und daß ich um Deinerwillen allein Trübsale leide. Darum, o mein Alles! verlaß mich nicht, und sey mir Ersatz für alle Liebe der Geschöpfe, für allen irdischen Verlurst, und versüße durch den bitteren Kelch, den du bis auf die Hefen ausgeleert haft, die Bitterkeit meines tiefen Schmerzens! O mein Jesu! sieh barmherzig auf mich! Denn vor dir fnice ich, vor dem Gott der Barmherzigkeit, der du die Leiden des menschlichen Herzens aus schmerzlicher Erfahrung kennest, und dessen Wort nicht eitel ist, das so liebreich Alle ruft, die mit Mühseligkeit und Arbeit beladen sind. Wem sind meine Mühseligkeiten und Trübsale so genau bekannt, als dir? Und wer wird meine Seufzer erhören, wenn nicht du, o ewige Barmherzigkeit! sie erhöreft? Ich weiß es allerdings, o mein Gott! und fühle es durch alle Tiefen meines Bewußtseyns, daß ich oft und schwer gesündiget habe, und daß längst die Hölle mein Aufenthalt wäre, wenn du nach der Strenge deiner Gerechtigkeit mit mir verfahren wärest. Ich weiß es, o mein Gott! daß ich kein Recht habe, zu klagen, und daß alle Geschöpfe sich mit Recht gegen mich erheben, der ich ihren Schöpfer so oft und so vermessen beleidiget habe. Ich weiß aber auch, daß bei dir reichliche Erlösung ist; daß du, als mein wahrhaftiger Vater, mit barmherziger Liebe mich zu dir gezogen hast; daß du ein gedemüthigtes und zermalmtes Herz nicht verwirfst, und das Rufen deiner Kinder erhörest, die auf deine Barmherzigkeit vertrauen. Und darum, o mein Heiland! vertraue ich auf dein allmächtiges Wort, welches alle Traurigkeit mildern und in Trost umwandeln kann, und nahe dem Sakramente des Lebens, das du in diesem Thränenthale deinen Armen und Verlaffenen hinterlassen haft, und worin du oft auf wunderbare Weise die Herzen stärkest und tröstest, die nach dir verlangen, daß sie 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe 2c. 21 321 Besondere Kommunion- Andachten. O mein Jesu! unter der Laft der Trübsale nicht erliegen. erbarme dich meiner, und erseße in deiner unendlichen Lieb was meinem verwundeten Herzen ermangelt, daß ich durch die o himmlische Speise! erquickt und gestärkt- den Weg dein heiligen Kreuzes stark und standhaft wandle! Amen! 322 - Nach der heiligen Kommunion. Ich bete dich an, o mein Gott, du mein Trost, mein Ruhe, mein Alles in dieser harten Pilgerschaft! Ich bete dis an, du Leben meiner Seele, das du, mir das Leben mitzu theilen, selbst. am Kreuze gestorben bist!- O mein Jesu! was bin ich dir, daß du in so starker Liebe mich geliebt haft, u in so großer Barmherzigkeit mein krankes und verwundetes He besucheft? O, erleuchte meine Augen, gib deine füße Ge genwart mir kund; sprich Ein Wort, mein Heiland! ein ein ziges Wort, und gesund wird diese Seele, die, ach! so ferm von dir in bitterem Leide verschmachtet!- Laß mich eindringen o mein Jesu! in dein allerheiligstes Herz, in dieses Paradie aller Freuden des Himmels, daß meine Seele dort die füß Früchte deines Leidens pflücke, und sich stärke, und mit deine großen Freundin Theresia ausrufe:„ Herr! laß mich lei den oder sterben!"- Ach! schwach bin ich, Herr! un ohnmächtig, und gar sehr entfernt von der starkmüthigen Lieb jener liebeflammenden Seelen, die, ganz in dich versenkt, alle Neußerlichen vergessen und vor Sehnsucht geglühet haben, der schmerzliche Liebe mit schmerzlicher Liebe zu vergelten! O mein Heiland! ich bitte dich durch deinen blutige Todesschweiß im Delgarten, als dein namenloses Leiden vor Augen schwebte: Erbarme dich meiner, und sprich Wort des Trostes zu diesem kranken Herzen, das vor Wehmut zerfließt, und laß mich die Früchte deines bitteren Leidens t sten, die alle Drangsale auf Erden in Süßigkeit verwandel Erbarme dich meiner in diesem Gastmahle der ewigen Lich - 1 Gebete b. d. h. Komm. auf Weise letzter Wegzehrung. 323 das du deinen Kindern zum Andenken an dein bitteres Leiden hinterlassen hast! Denn nicht fremd ist dir das Leid deines Kindes, und leicht ist es deiner allmächtigen Hand, allen Schmerz dieses Herzens zu mildern. O Vater! nimm diesen Kelch von mir hinweg! Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!- Hat deine heilige Gerechtigkeit beschlossen, daß ich ihn trinke, so geschehe dein Wille! Denn dein Wille ist ja unendliche Güte, die durch das Feuer der Trübfale mich reinigen, dir, meinem Erlöser, mich gleichförmig machen, und mir eine höhere Stufe in der ewigen Seligkeit ertheilen will. Nur stärke mich durch deine heiligen Wunden, o Jesu! Laß mich die allmächtige Kraft dieser Wundmale in deinem göttlichen Liebessakramente empfinden, welches den Schwachen Kraft gibt, die Kranken heilet, die Gesunden * stärkt, die Starken vollendet, die Vollkommenen heiliget, und die Heiligen entzündet und in namenlosem Jubel mit dir vereiniget! Laß mich nicht abermal schwach, krank, hungernd in die Wüste dieser Welt zurückkehren! Bleib' bei mir! Denn in dir wird alles Schwere leicht, alle Bitterkeit süß, und alle Trübfal erfreulich; und unverzagt werde ich selbst durch die Schatten des Todes wandeln, wenn du mit mir bist, o mein Erlöser, mein Gott und Alles in Zeit und Ewigkeit! Amen! 11 Gebete bei der heil. Kommunion, welche auf Weise der letzten Wegzehrung*) empfangen wird. Vor der heiligen Kommunion. Heiligste Wegzehrung, Licht der Blinden, Stüße der Schwachen, Brod der Starken, göttliche Nahrung meiner Seele, ¹) Sieh: Neunter Abschnitt. Memento mori oder Vorbereitung zum Tode in gesunden Tagen, nach welcher die heilige Beicht und Kommunion verrichtet wird, gleich als geschehe es im Leben das letztemal! 21* 324 Besondere Kommunion- Andachten. Gebete b. d. H. Kommunion Trost der Sterbenden, köstliches Pfand der Unsterblichkeit, ge treuer und liebreicher Wegweiser! komm zu mir, um mich siche in die freudenvolle und ewige Wohnstätte einzuführen, die du mir nur aus Barmherzigkeit bereitet, und durch dein Leiden und die Vergießung deines Blutes verdienet hast! Komm, o Gott des Lichtes, der du gekommen bift, all Menschen zu erleuchten! komm in meinen Verstand, um seine Finsternisse zu vertreiben, ihm die Abwege zu entdecken, die er zu vermeiden hat, und die Straße zu zeigen, die ich wan deln muß, um zur himmlischen Glorie zu gelangen! Komm in meine Seele, o Gott aller Heiligkeit! um sie zu heiligen durd jene Gnaden, die aus deinem heiligen Fleische und Blute fir men! Komm in mein Herz, o Gott der Liebe! um es mit je nem göttlichen Feuer zu entflammen, welches mit dir in deinem anbetungswürdigen Sakramente, als dem Glühofen deiner heiligen Liebe, verborgen ist! Komm in meinen Leib, o Gott aller Reinigkeit! um dieses sündige Fleisch zu weihen und von allen Makeln zu reinigen! In tiefster Unterwürfigkeit nehme ich heute den Tod an den ich verdienet habe; du aber nimm als Opfer der Liebe an, was immer ich meiner begangenen Sünden wegen deine Gerechtigkeit schulde! Ich will sterben, weil ich es verdient, und du es willst; ich will aber nur sterben, um mich desto en ger und unzertrennlicher mit dir zu vereinigen. Schlage mid demnach, o Herr! wenn es dir gefällig ist; nur bereite di selbst mich vor! Zerbrich die hinfälligen Bande, die mich a dieses sterbliche Leben festhalten; feßle mich jedoch anstatt dieſe fleischlichen Bande auf ewig an dich mit den Banden deine göttlichen Liebe! — Mit dieser Stimmung, o mein Gott! will ich jetzt zu den heiligen Tische gehen, dich zu empfangen, als wäre dieß die letzte Kommunion meines Lebens. Ich verlange dadurch thun, was ich in meiner Sterbstunde thun würde. Herr! dich glaube ich, auf dich hoffe ich, dich liebe ich über Alles; de te auf Weise letzter Wegzehrung. und aus reinster Liebe zu dir reuen mich alle meine begangenen Sünden. Dein bin ich, thu mit mir, was dir gefällig ist! Komm, mein Gott! meine Seele schmachtet nach dir; lehre mich die Kunst, gut zu sterben, auf daß ich im Himmel ewig mit dir leben möge! Amen! ie + 325 Nach der heiligen Kommunion. Nun, meine Seele! nachdem du mit einer so kostbaren Wegzehrung auf die Reise versehen und gestärkt bist, danke diesem auf unsern Altären geopferten Gott, daß er dir diese Gnade verschafft, und sich selbst dir geschenkt hat! Jetzt müssen deine Schrecken aufhören; deine übermäßige Furcht vor dem Tode muß verschwinden; sie muß dem Vertrauen auf seine unendliche Güte, von welcher du so viele Beweise hast, der Hoffnung in #seine Erbarmungen, einer getreuen und großmüthigen Liebe. Plaß machen. Jetzt hast du bewährteste und genugsame Waffen, um die furchtbarsten Feinde, die dir auf dieser erschrecklichen Reise begegnen könnten, darnieder zu schlagen. Vielleicht wirst du früher, als du dir einbildest, deine Reise in die Ewigkeit antreten müssen.. Doch, fürchte nichts! Du besißest in der heiligen Wegzehrung den Gott der bewaffneten Kriegsheere, welcher selbst in dir und für dich streitet; du hast, womit du dich nähren, und auf dem Wege deine Schwachheit durch jene liebliche Speise laben kannst, die, wiewohl unter den schwachen Gestalten verborgen, dennoch das Brod der Starken ist, um ihnen ihre Gnade zu bewahren und zu vermehren;.. auch eine Nahrung für die Schwachen ist es, um ihnen die wahre Stärke mitzutheilen, eine Nahrung, die dich so lange erhalten wird, bis du sie unverhüllt im Himmel genießen kannst. Darum besorge nicht, daß du auf dem Wege dich verirrest! Diese heilige Wegzehrung ist der göttliche Heiland, der selbst von sich gesagt hat, daß er der Weg, die Wahrheit und das 326 Ablaß- Gebete. Leben sey; der Weg, welcher dich führt, die Wahrheit, welche dich erleuchtet, das Leben, welches dich vom geistlichen und ewigen Tode befreien wird! Anbetungswürdige und heiligste Wegzehrung! unendlicher Dank sey dir, daß du dich mir gegeben hast, mich zu stärken, mich zu erleuchten, und mich auf dem Wege zur Ewigkeit zu führen! Seße deine göttliche Huld fort, auf daß, wenn mich das Unglück treffen sollte, dich bei meinem Tode nicht empfangen zu können, du jetzt mir zum Bewahrungsmittel, zum Erfaße und zum Schuße wider alle Feinde dienest, die mich bei meinem Hinscheiden angreifen möchten! Amen! A bla: Gebete. Allgemeines Ablaß- Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, Schöpfer und Vater aller deiner Gläubigen! ich armer, unwürdiger Sünder werfe mich vor dem Throne deiner unendlichen Majestät nieder, dir, meinem wahren und lebendigen Gott, deinen eingebornen Sohn, mei nen Herrn und Heiland Jesus Christus, den ich durch deine Barmherzigkeit in der heiligen Kommunion empfangen habe, als das Opfer unserer Versöhnung darzubringen. Ich bitte dich durch seine unendlichen Verdienste, durch seine heiligen fünf Wunden und durch das Blut, welches er am Stamme des Kreuzes vergossen hat, um alle Kinder seiner Kirche von ihren Missethaten rein zu waschen, und sich eine reine, heilige, falten- und fleckenlose Braut zu bereiten, deren ewiger Bräutigam und Oberhaupt er ist,- erhalte alle Glieder derselben, für die er, der Herr des Lebens, den schmerzlichsten Tod erlitten hat, im wahren Glauben, in der lebendigen Liebe und in einem tugendreichen, dir wohlgefälligen Wandel bis an das Ende ihres Lebens! and Gib deiner heiligen Kirche fortwährend blühendes Wachs Ablaß- Gebete. 327 thum und Gedeihen! demüthige ihre Feinde und Verfolger! vertilge alle Ketzereien und Spaltungen! erleuchte unsere irrenden Brüder, die fortwährend in den Schatten der Finsterniffe und des Todes wandeln, daß sie dein Licht, die Eine, heilige, unfehlbare und ewige Wahrheit erkennen, die du durch deinen göttlichen Sohn uns geoffenbaret haft, und durch seine Eine, heilige, katholische und apostolische Kirche zu glauben vorstelleft, damit Alle sich zu dir bekehren, und auf der ganzen Erde Ein Sinn, Ein Friede und Eine Erkenntniß Gottes und Jesu Chrifti herrsche! - Verleihe auch, o himmlischer Vater! durch deinen eingebornen Sohn, der durch sein Blut die Erde mit dem Himmel versöhnt, und den göttlichen Frieden vom Himmel gebracht hat, allen christlichen Monarchen und Fürsten wahren Frieden und Einigkeit! Erleuchte sie mit dem Lichte deiner Gnade, daß sie ihre untergebenen Reiche ohne Zwietracht und verheerende Kriege, in christlicher Eintracht beherrschen, und einst von dir, dem ewigen Herrscher und Herrn aller Herrscher, die Krone ewiger Vergeltung empfangen! Erbarme dich auch, o Gott des Friedens! unserer Brüder und Schwestern, die im Glauben und in der Liebe von diesem Leben abgeschieden sind, und in dem Orte der Reinigung ihre noch übrige Schuld an deine göttliche Gerechtigkeit bezahlen, und führe sie durch deine Barmherzigkeit in die Wohnungen deines ewigen Friedens, damit wir einst Alle dort vereint dich, den Vater der Glorie, und deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn und Heiland Jesus Christus, mit dem heiligen im Jubel der ewigen Anschauung loben, preisen und verherrlichen in alle Ewigkeit! Amen! d Geifte ( Bete nun 7 Vater unser und Ave Maria sammt dem Glauben!) ald 328 Ablaß- Gebete. Gebet, den Ablaß für sich zu gewinnen. O Gott, der du uns durch das Sakrament der Buße die Schuld nachlassest, die wir deinem Priester in Demuth und Reue unsers Herzens bekennen, und deiner heiligen, katholiſchen und apostolischen Kirche, welche unser Heiland in seinem Blute gestiftet, eine Quelle reichlicher Erlösung eröffnet, und ihr die Gewalt verliehen hast, Irdisches im Himmel zu lösen, und himmlische Gaben auf Erden auszutheilen! ich opfere dir mein demüthiges Gebet, und flehe zu deiner Barmherzigkeit: Laß mir die Gnade des heiligen Ablasses zu Theil werden, welchen fie Kraft der Vollmacht, die dein Eingeborner Sohn, unser Herr und Heiland Jesus Christus, ihr gegeben hat, heute allen Gläubigen verleiht, die ihre Seele in der Quelle der Buße reinigen, und das Sakrament des Lebens empfangen, und er laß mir durch die unendlichen Verdienste seines Leidens und Sterbens die Strafen, die ich durch meine vielfältigen Sün den und Vergehungen verdienet habe! Erbarme dich, o Vater der Erbarmungen! und reinige mich immer mehr und mehr von aller Schuld und Strafe, damit ich, vollkommen gereiniget, dir mit freudigem Herzen alle Tage meines Lebens diene, deine Barmherzigkeit preise und zur klaren Anschauung deines väterlichen Angesichtes gelange, durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regiert, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Aufopferung der heiligen Kommunion für Lebendige. Liebreichster Jesu, der du uns befohlen haft, einander zu lieben, und diese Liebe als das Kennzeichen deiner wahren Jünger aufgestellt haft! ich bitte dich durch die unendliche Liebe, in welcher du heute unter mein unwürdiges Dach eingekehrt bist, erbarme dich der Seele, für die ich dir selbst in dieser Ablaß- Gebete. heiligen Kommunion dich aufopfere! Wende ihr die hochheiligen Verdienste deines bitteren Leidens und dieser wunderbaren Herablassung und Vereinigung mit meiner Seele zu, und vergib ihr huldreich ihre Vergehungen! Rette sie aus allen Gefahren zur Sünde, und steh' in ihren zeitlichen und geistlichen Bedrängnissen ihr mildherzig bei! O Stifter, aller wahren Freundschaft, der du willst, daß wir Alle Eins in dir seyen, und für unsere Brüder und Schwestern beten, damit wir selig werden! schirme dein Geschöpf, welches du mit dem unendlichen Werthe deines Blutes erkauft haft! 329 Laß mich, o Jesu! Erhörung vor dir finden! Denn du weißt, wie sehr seine geistige und zeitliche Noth mein Herz betrübt. So innig wie meine eigene Seele empfehle ich deiner göttlichen Barmherzigkeit auch diese Seele, für die ich meine heutige Andacht dir darbringe. Nimm sie für immer in deinen göttlichen Schuß, und wende dein heiliges Angesicht nicht von ihr! Laß ihr das Licht deines Trostes leuchten, und führe sie einst nach den Trübsalen dieses Lebens in die ewige Glorie, dich ohne Ende zu lieben und zu preisen! Amen! Aufopferung der heiligen Kommunion und des Ablaffes für Verstorbene. O Vater der Barmherzigkeit! zu dir flehe ich im Namen deines eingebornen und hochgeliebten Sohnes, der nun in meinem Herzen wohnt: Erbarme dich der Seele NN., die in deinem Frieden von diesem Leben geschieden ist, und vielleicht noch in den schmerzlichen Gluten des Fegfeuers nach ihrer Aufnahme in die himmlische Glorie seufzt! Ach, Herr! wenn du auf die Missethaten achtest, wer kann da bestehen?" Es ist keine Zeit mehr für sie, deiner göttlichen Gerechtigkeit durch heilige und verdienstliche Werke genug zu thun. Und wer soll deine unendliche Barmherzigkeit für sie anrufen, wenn nicht Jene, mit denen sie in diesem Leben durch die Bande der 330 Ablaß- Gebete. Freundschaft und des Umganges verknüpft war? Ach! vielleicht bin ich selbst an vielen Strafen Schuld, die sie nun dort leidet; und mich gedünkt, als höre ich ihre klägliche Stimme: „ Erbarmet euch meiner! erbarmet euch meiner we nigstens ihr, meine Freunde!" - Darum, o Vater der Erbarmungen! falle ich auf mein Angesicht vor dir, und opfere dir für ihre Versäumnisse deinen eingebornen Sohn, den ich im Sakramente seiner Liebe empfangen habe, und den Ablaß, welchen seine heilige Kirche heute ihren Kindern verleiht. O himmlischer Vater! blicke herab auf den ewigen, glorreichen und vielgeliebten Sohn deines Her zens, der durch seine überaus tiefe Demuth so reichlich bezahlt hat, was sie durch ihre Hoffart gesündiget hat!- Sieh seine freundliche Sanftmuth, welche Alles überflüssig versöhnet hat, was sie durch ihren Zorn verbrochen hat! Er, die Liebe deines Herzens, hat Alles ersetzt, worin sie durch ihren Haß sich verfündiget hat; seine Freigebigkeit hat für ihren Geiz bezahlt, sein heiliges Fasten für ihre Unmäßigkeit, sein Gehor sam für ihren Ungehorsam, seine allerhöchste Reinigkeit für alle ihre unreinen Gedanken, Worte und Werke,- sein bit teres Leiden und Sterben für alle ihre Sünden und Unvollkom menheiten. - O Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes! nimm dieses hochheilige und deiner göttlichen Majestät würdige Opfer zu ihrer Versöhnung auf! Sende ihr Linderung in dieser schmerzlichen Verbannung von deinem göttlichen Angesichte, und laß sie bald zum ewigen Frieden, zur Ruhe der Glückseligkeit, und zur unendlichen Freude deiner hochheiligen Anschauung gelangen, damit sie im Verein mit allen heiligen Engeln und himmlischen Geistern sich ewig erfreue, und dich, ihren himmlischen Vater, in alle Ewigkeit liebe und lobe durch Christus, unsern Herrn! Amen! Kommunion- Lieder. Kommunion Lieder. 1. Die Kommunion. „ Sieh! ich stehe vor der Thüre, und klopfe an. So Jemand meine Stimme vernimmt, und mir aufthut, zu dem werde ich eingehen, und das Abendmahl mit ihm halten, und er mit mir." Offenb. 3, 20. O heiliger Morgen, Vom Himmel entfacht, Wo, bräutlich in Sorgen, Die Seele erwacht; Daß rein sie erscheine Und blumig geschmückt, Wenn Jesus, der Reine, Als Braut sie beglückt! Es fliegt, zu gefunden, Der Hirsch nicht so schnell Mit feurigen Wunden Zum fühlenden Quell, Als flammend getrieben, Von Gluten durchpfeilt, Die Seele, zu lieben Den Bräutigam, eilt. O himmlische Feier, O Hoffnung der Braut! Wenn unter dem Schleier Verhüllt sie ihn schaut! In heiliger Wehmuth Erseufzet sie dort; Und staunend in Demuth Entflieht ihr das Wort: me a 331 ont 332 Kommunion- Lieder. „ O göttliches Feuer! O Urquell des Lichts! Was suchst du, Getreuer! Im Abgrund des Nichts? Ach! Elend und Mängel Nur findest du hier; O König der Engel! Was zieht dich zu mir?" Glückselige Stunde, Wenn Jesus erscheint, Und lieblich im Bunde Mit ihr sich vereint! Wie duftet er köstlich Vom himmlischen Saal! Wie kost er so tröstlich Beim göttlichen Mahl! O süßes Entzücken, Gibt dann er sich kund Den innersten Blicken Im tiefesten Grund! Da fliehen die Sinne; Hoch staunet die Braut, Die selig in Minne, Den Bräutigam schaut. O wonnige Thränen, Spricht Jesus zu ihr: " Ich bin es; dein Sehnen, Es zog mich zu dir!" O süße Belohnung Für jeglichen Schmerz! Als göttliche Wohnung Nun glänzet ihr Herz. 10 OR Kommunion- Lieder. Da weicht das Gewimmel, id Gedanke und Bild; Denn Friede vom Himmel Durchstrahlet sie mild; Die, jubelnden Schalles, Tief innerlich spricht: O Jesu, mein Alles! O süßestes Licht!" Unendliches Leben, O himmlische Glut! Was soll ich dir geben, Mein einziges Gut?! O göttliches Feuer! Verzehre mich hier; Und nimm, mein Getreuer! Mich ewig zu dir! 2. Gespräch der Seele mit Jesus. „ Steh auf, und is! Denn du hast noch einen weiten Weg vor dir." III. Buch der Könige. 19, 7. Die Seele. O Jesu, süßes Licht! Laß mich dein Heil genießen! Entflieh, Geliebter! nicht! Sieh! meine Thränen fließen; Vor deinem Angesicht Will sich dieß Herz ergießen. Der du so wundermild Bei mir bist eingegangen, Laß, Herr! dein Ebenbild 333 Erbarmung heut' erlangen! Mein treuer Schutz und Schild! O laß mich dich umfangen! 334 Kommunion- Lieder. Mit dir, o Herr! allein a In heilig tiefer Stille Nur freut das Herz sich rein. O süße Trostesfülle! Dir ewig treu zu seyn, Glüht meiner Liebe Wille. Jesus. Dein Bräutigam bin ich; Ein Gott voll Eifersgluten. Sieh! ich besuchte dich, Im Streit dich zu ermuthen. Wer treu ist, kämpft für mich; Ich prüfe stark die Guten. Mein Glanz, ob unsichtbar, Strahlt mächtig in der Seele, Daß er sie zur Gefahr Als Siegesheldin stähle, e Die, kämpfend immerdar, Die Krone nicht verfehle. Tritt aus dir selbst hervor Zum treuen Kampf, und eile Rastlos zum Himmelsthor! Dort quillt dir Trost zum Heile. Was ist der Liebe Flor? se Zerbrochne Feindespfeile.- Die Liebe fordert viel; Nie darfst das Kreuz du meiden; Das Leben ist kein Spiel; Dein Herz muß ernstlich scheiden. Der Liebe höchstes Ziel Ist: hier für mich zu leiden. Kommunion- Lieder. Die Seele. Sieh, Herr! ich bin bereit, Zu kämpfen und zu kriegen; Hilft in der Kampfeszeit Nur deine Kraft mir stegen. Bist du bei mir im Streit, Wie könnt' ich je erliegen? Die treue Liebe wacht; Sie leuchtet in den Nächten; Sie hat mich angefacht, Im Leiden treu zu fechten; Ich fürchte keine Macht, Gestüßt von deiner Rechten. Dein Kreuz ist mein Gewinn; Und Schmach ist meine Krone; Zu leiden glüht mein Sinn Mit dir, des Höchsten Sohne. Heut' sey der Anbeginn! Gib, Herr! dich mir zum Lohne! Schweigt, Klagen meiner Brust! Laßt fahren eure Schauer! Gewinn ist hier Verlust; Kurz ist des Leidens Dauer; Bald stillt des Himmels Luft Auf ewig alle Trauer. 335 3. Das Gastmahl der Liebe. " Ich liebe, die mich lieben; und die frühe zu mirwachen, werden mich finden. Wer mich findet, der findet das Leben, und er wird Heil vom Herrn schöpfen." Sprüchw. 8, 17. 18. 336 Kommunion- Lieder. Silt, entflammt vom Gnadenstrahle, Früh mein Herz zu Jesu Mahle, Dann durchströmt mich neues Leben, Und in allen Tiefen beben Gluten der Liebe. Glut, die fühlt und nicht verzehret! Weh', wer deiner nicht begehret! In seraphischem Verlangen Glühen, welche dich empfangen, Jubelnd vor Liebe. Will in Traurigkeit und Klagen Mein betrübtes Herz verzagen, Flieh' ich schnell zu diesem Tische; O, wie mild erquickt die frische Quelle der Liebe! Quell des Friedens! deine Fluten Löschen alle fremde Gluten; In Entzückungen versinket, Wer dich, süßes Leben! trinket, Flammend von Liebe. Süße Fessel, die mich bindet! Freiheit findet, wer dich findet; Wem du einmal nur erschienen, Glühet ewig, dir zu dienen, König der Liebe! D, wie alle Herzen brennten, Wenn sie deine Liebe kennten!!! Was im Himmel, was auf Erden Kann dir je verglichen werden, Ewige Liebe! Kommunion- Lieder. 4. Der lebendige Flammenquell. „ Feuer, kam ich, auf Erden zu senden; und was will ich Anderes, als daß es brenne?" Luc. 12, 49. Lilienflor, Den Jesus erfor! Gebeugt im Staube Schwingt sich mein Blick empor, Anbetet mein Glaube. Unendliches Licht, Das hier sich ergießt! Ewige Herrlichkeit! Frucht der Unsterblichkeit! Heil, wer dich bricht! Selig, wer dich genießt! Heilige Stille Umruht den Altar. Still, unsichtbar, In himmlischer Flamme, Dem göttlichen Lamme Dienen die Cherubim. Doch alles Fleisch schweigt tief, tief vor ihm. Auf, ihr Seelen, Heilige Adler! Ausbreitet die Schwingen, Ihn zu umringen! Niederstürzet auf den glorreichen Leid! Kostet und schauet! Trinket das Leben! Sauget die Süße, die im Löwen quillt, Und den göttlichen Hunger stillt! D, eilet schnell! Feuer sprühet der göttliche Quell; 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe ic. 337 22 338 Kommunion- Lieder. Eintauchet die Fackeln In den lebendigen, In den unendlichen Blizstrahlenden Flammenquell! Flammet und liebet! Liebet und flammet! Flammet ohne Ruh' und Rast, Bis die Glut alle Herzen erfaßt, Daß ste, gleich beflügelten Pfeilen, Eilen, In diesen Gluten, In diesen Fluten Tief zu versinken, Liebe zu trinken! Heil, Heil! wer dich getrunken, Göttlicher Quell! Er sprühet seraphische, feurige Funken; Aufhellen sie seine Nacht; Kühn trotzt er des Feindes Macht; Ein Held in Gefahr, Ein fliegender Aar,*) Hoch über die Sternenbahn Schwingt er sich himmelan, Himmelan. 5. Liebes klage. „ Meine Seele durftet nach Gott, dem leben. digen Quell! Wann werde ich kommen, und vor seinem Angesichte erscheinen?" Psalm 31, 2. Ach, wie muß ich hilflos klagen! Sterben, ach, mit jedem Tag! Fern von dir muß ich verzagen; Nichts ist, was mich trösten mag. *) Adler. b Kommunion- Lieder. Sieh, o Jesu! meine Thränen! Sprich! wann endet meine Qual? Wann erhörest du mein Sehnen, Und ertödtest mich einmal? „ Ist, o Braut! dieß jene Treue, Die dein Herz mir einst verhieß? Liebst du nur, wenn ich erfreue? Ist mein Trost allein dir süß? Du versprachst, mein Kreuz zu tragen, Mir zu folgen, deinem Herrn; Schwache Herzen nur verzagen; Starkmuth ist der Liebe Kern." D, vergib, mein Gott! dem Herzen, Das in Seufzern zu dir blickt! Glühend brennen seine Schmerzen, Von so schwerem Leid bedrückt; Ausgestorben ist das Leben, Dede, falt und ohne Ruh; Wer kann meine Ohnmacht heben, Als, o süßer Jesus! du? Ließ ich denn, als ich geschieden, Dich als Waise hier allein? Segt' ich nicht, zu deinem Frieden, por Mich als Quell des Trostes ein? Daß dir eine Zuflucht bliebe, Gab ich mein verschleiert Herz Dir im Gastmahl meiner Liebe. daig Tritt hinzu, hier weicht dein Schmerz!" Hier umfang' ich meine Kinder, Und bereich're ihre Noth; All ihr Kummer wird gelinder Durch dieß süße Himmelbrod. 22* 339 340 Kommunion- Lieder. Nähre dich mit dieser Speise, Trinke Kraft aus dieser Quell'! Denn noch weit ist deine Reise, Und gestärkt nur eilst du schnell." Und von des Altares Stufe, Wo mein Schmerz mit Liebe rang, Folgte ich dem stillen Rufe, Der in meinem Innern klang. Und mit meinem Kreuz beladen g Ging, verwundet, schwach und krank, Ich hinzu zum Tisch der Gnaden, Wo anbetend ich versank. Seufzend blickt' ich auf zum Lamme, Zart bedeckt vom Lilienflor; p Eine unsichtbare Flamme Flammte still in mir empor; Alle meine Herzenstriebe 197 Wallten wie in Himmelsluft; Und es ging die ew'ge Liebe Schweigend ein in meine Brust. Und in ihre Glut versinken, Ewig ruhen wollt' ich dort; Ewige Entzückung trinken; Doch mir ward ein and'res Wort: „ Wandle nun, erquickt, im Frieden, Muthig meines Kreuzes Bahn! Ruhe wird hier nicht beschieden; Schmerz und Kämpfe geh'n voran." Wie das Holz die Flamme nähret, Nährt das Kreuz der Liebe Glut; Keine Liebesflamme währet, Wenn das Kreuz nicht drinnen ruht. Kommunion- Lieder. Halte fest am Stab der Gnade, Der die Seele aufrecht hält, Daß sie auf dem schmalen Pfade Nimmer irrend wankt noch fällt!" „ Sieh! mit Kreuz und Dornenkrone Ging ich ein zur Herrlichkeit; Und im Sakramente wohne Ich, dein Helfer hier im Streit, Daß du treu der Liebe dächtest, Die mich hier gefesſelt hält, Und dich mir zum Opfer brächteft, 109 Bis des Lebens Vorhang fällt." Tief, bei'm Wunderquell der Gnade, Klang dieß Wort mir innerlich. " Jesu!" rief ich,„ freudig lade Ich dein blutend Kreuz auf mich. Reiche nur im Sakramente, Mein Geliebter! mir die Hand! Tragen will ich bis an's Ende Deiner Liebe süßes Pfand. 6. Wonnelied. O Jesu, meine Lieblichkeit, Du, meine süße Seligkeit! Nach dir erglüht in Ewigkeit, Das Herz, das sich in dir erfreut. Dir weicht der Sonne goldnes Licht, d Des Mondes holdes Angesicht; Das Morgenroth ist gleichfalls nicht So lieblich, noch das Sternenlicht. Die Lilien blüh'n nicht so rein, So hold ist nicht der Rosen Schein; E 341 342 Kommunion Lieder. 3 Nicht Hyacinthen sind so fein, Noch würzig rothe Nägelein. O Wonneglut! wie du erfreut Auf Erden keine Süßigkeit; Tief schwindet aller Flor der Zeit Vor dir, o höchste Lieblichkeit! Nur du allein bist groß und hehr; So schön, wie du, ist keiner mehr. O volles Himmelswonnen- Meer, Wie glüht nach dir mein Herz so sehr! Denn wer ist's, der dir, Höchster! gleicht, Dem alle Erdenschönheit weicht, Vor dem der Geister Chor erbleicht, Den nicht des Himmels Glanz erreicht? Dieß Lied bring' ich dir liebend dar Auf deines Herzens Hochaltar, Wo hoch vereint der Engel Schaar Dir singend jubelt immerdar. O meine Liebe, meine Zier! Wohl ist's im Herzen deutlich mir, Daß nie ich singe nach Gebühr; Denn kein Gesang singt würdig dir. So juble denn dir selbst für mich, Und singe selbst dir feierlich; Und alle Engel heben sich, Mit dir zu jubeln ewiglich: Daß du mein Gott und Herr willst seyn, Und mir dem letzten Wesen dein, Dich zu erkennen willst verleih'n, Zu lieben und zu benedei'n! a Kommunion- Lieder. Die Himmelsfürsten dienen dir, Der Könige erlauchte Zier. Du, meine Krone dort und hier, Was bist du, süßer Jesu! mir! Du, der da meine Seel' belebt, Der liebend mich zu sich erhebt, Der so mit Wonnen mich umschwebt, Daß freudevoll mein Herz erbebt! Wie bitter ist der Erde Wust, Bist du dem Herzen froh bewußt! Du, Gottesquell! erfüllst die Brust Mit wundersüßer Himmelsluft! D Herrscher, hoch im Lichte klar! O starker Schirmer in Gefahr! O Edelstein der Menschenschaar! O Künstler schnell und wunderbar! O Lehrer, der die Kleinen liebt! O Rath, der nie die Huld verschiebt! O Helfer, der so gerne gibt! O treuer Freund, der nie betrübt! O Liebesquell, der ewig quillt! Wie schmeichelst du den Seelen mild! O Friede, der die Sehnsucht stillt! O Bräutigam, von Glut erfüllt! O Blume, die in Schönheit blüht! O Jüngling, welcher nie verblüht! O Bruder, der von Liebe glüht! Gefährte, liebreich dem Gemüth'! O Bräutigam, mein süßer Flor! Dich zieh' ich allen Wesen vor, 343 344 Fromme und heilsame Gedanken an Kommunion- Tagen. Den Freuden schließ' ich gern das Thor, Da ich um dich das Kreuz erkor. Nur dich, als Lorbeer, suche ich, Der selbst für mich am Kreuz' erblich. Bethaue mit der Gnade mich! Mit Mund und Herzen bitt' ich dich. All', was die Seele fleht und thut, Vereint sie jener Liebesglut, Mit der du selbst, mein süßes Gut! Gefleht, und Leben gabst und Blut. O meines Herzens milder Gast, Der du mich so geliebet haft! D, führe, sinkt des Lebens Last, Mich froh in deiner Himmel Rast! Amen! a Fromme und heilsame Gedanken an KommunionTagen. 1. Befiegle, o Jesu! meinen Mund, daß kein Feind = aus und eingehe, kein unreines, zorniges, noch irgend ein sündhaftes Wort die Zunge beflecke, auf welcher das Sakrament deines allerheiligsten Leibes geruhet hat! 2. O meine Augen, die ihr euren Heiland in der Liliengestalt des Brodes gesehen habet! senket euch, nichts Gitles und Sinnliches mehr anzuschauen, das seine allerhöchste Reinheit beleidiget! 3. O mein Herz! hüte dich, einen Gedanken zu hegen, der die Gegenwart deines Geliebten aus dir verscheuchen könnte! Jesu, Gott meines Herzens! behüte dieses Herz, das sich dir zum Eigenthume gegeben hat, und laß es durch keine Sünde von dir entfernen! nd 11 T 7 11 18 Fromme und heilsame Gedanken an Kommunion- Tagen. 345 4. D Jesu! wie Del ist dein süßer Name in mir ergossen worden. Süßer Jesu! sey mir ein Jesus( Erlöser, Seligmacher)!] 7₁ 11. O süßer Jesu, du Eiferer unserer Seelen, der du vom Himmel auf die Erde gekommen bist, in unserm Herzen zu wohnen! komm, und besitze dieses Herz als dein Eigenthum; schmücke dasselbe als deine Wohnung; bewahre es als deinen Tempel, und erweitere es durch deine Liebe, daß es ewig von deiner Glorie erfüllt werde! and 12. O Jesu! ich bete dich an- in meinem Herzen. 78 5. O Jesu, Gott meines Heiles! wann, o! wann wird der Tag erscheinen, wo ich dich ohne Schleier, von Angesicht zu Angesicht, anschauen und ewig lieben werde?! 6. O himmlischer Vater, der du uns Jesum, den Sohn deines Herzens, zum Lehrmeister gegeben, und uns befohlen hast, ihn anzuhören! verleihe mir, daß sein Wort wirksam in mir sey, und gib mir Kraft, es immer treuer zu erfüllen! 7. O Jesu! laß mich lieber sterben, als durch die geringste freiwillige, läßliche Sünde dich beleidigen! D mein Alles! nichts will ich suchen außer dir; denn reichlich ist Alles in dir, was immer in Zeit und Ewigkeit mich erfreuen kann. 8. Sey gepriesen! o ewiger Vater, der du uns einen ſo milden Heiland gegeben hast, der, obschon er der Heilige der Heiligen ist, es dennoch nicht verschmähet hat, bei mir größtem Sünder einzukehren! 9. O meine Seele! unterwerfen wir uns Gott, der alle unsere Trübsale zu unserm ewigen Gewinne kehrt! empfangen wir freudig das Kreuz aus seiner Hand, welches durch das Del seiner Barmherzigkeit versüßet worden ist! 10. O Wort des Vaters, heilige Menschheit Jesu! verleihe mir, dich allein zu lieben! Richte mein Herz zu dir empor, daß es nach nichts verlange, nach nichts ziele, als nach dir, seinem einzigen Gute, seiner ewigen Glückseligkeit, seiner Freude in diesem Thale der Thränen! donlod siln! Gunl 346 Fromme und heilsame Gedanken an Kommunion- Tagen. Erleuchte meinen Verstand; entflamme meinen Willen; erfülle mein Gedächtniß; zähme meine Einbildungskraft; lenke meine Seele; unterwirf dir meine Leidenschaften und alle meine Nei gungen, daß sie deinem heiligen Gesetze gehorchen! chi 13. O Jesu! zermalme die Härte meines Herzens, daß es süße Thränen der Andacht vergieße; führe es in die Nähe deines Herzens, daß es durch die heilige Berührung deiner Gluten aufflamme! Denn du bist ein Feuer, das ewig glüht; ein Quell der Barmherzigkeit, der nie versiegt. 14. O meine Seele! eile, deinen Gott zu lieben, und verliere nicht länger mehr Zeit mit der Liebe vergänglicher Ge schöpfe, die du verlassen mußt! Sieh! schon ist ein großer, vielleicht der größte Theil deines Lebens verflossen. Was wirst du in die Ewigkeit mitbringen? 15. Gütigster Jesu! verwunde meine Seele mit deinen Schmerzen; kröne mein Herz mit deiner Dornenkrone; verwunde mein Fleisch, auf daß mein Geist gesund werde! 16. Ich habe hier keine bleibende Stätte. O Jesu! lehre mich diese Erde verachten, und richte mein Herz zum Himmel, den du mir eröffnet hast, dich dort ewig zu besitzen! 17. Komm mir zu Hilfe, mein Jesu! Verscheuche die Schaaren eitler und sinnlicher Gedanken, die sich in meiner Seele erheben! Befiehl den Stürmen, sich zu legen; sprid zu meiner Seele:„ Ich bin dein Heil!" 18. Gib, o Jesu! Thränen meinen Augen, daß ich die Zeit beweine, die ich in Sünden verlebt habe! O mein Hei land! alle deine Gaben habe ich verschwendet; nur deine Er barmungen habe ich nicht verschwenden können; denn sie sind unendlich größer, als meine Vergehungen. 19. D liebreicher Jesu! präge das Gesetz deiner heiligen Liebe tief in meiner Seele ein, daß keine Zeit und keine Ver hältnisse, ja sogar meine Fehler es nicht vermögen, dasselbe daraus zu vertilgen! 20. Süßester Jesu! gib mir die Gnade, dich zu erkenne ( ( Fromme und heilsame Gedanken an Kommunion- Tagen. 347 und mich zu erkennen! Denn dich erkennen, o Jesu! ist die allerhöchste Wissenschaft; mein Nichts erkennen, ist der Anfang und Weg der Vollkommenheit. 21. O mildherziger Jesu! steh! als dein ewiger Knecht werfe ich mich zu deinen Füßen, dir zu dienen, deine glorreichen Wunden anzubeten, und dich zu bitten, daß du durch ihre hochheilige Berührung meine Seele reinigest und heilest, die ich durch so viele unreine Gedanken und Worte befleckt und verwundet habe. 21 22. Sieh, o Herr! barmherzig auf das Werk deiner Hände, welches du nach deinem Ebenbilde erschaffen haft! Denn ist auch Vieles daran entstellt, so trägt es dennoch das Gepräge deiner Liebe. D! erbarme dich seiner, und erneuere dasselbe durch den Anblick deiner Glorie, damit das Werk deiner Hände nicht zu Grunde gehe! thin dhid 23. O barmherziger Heiland, der du für mich am Kreuze gestorben bist! sieh! ich bin bereit, um deines heiligen Namens willen zu leiden, was deine Heiligen gelitten haben, damit dein Name von den Menschen verehret und angebetet werde.opido 24. O Jesu, einziger Gegenstand meiner Liebe, Gott meines Herzens und mein Antheil in Ewigkeit! dir ergebe ich mich ganz und auf ewig; ich will hinfüro nicht mehr meinem eigenen blinden Willen folgen; ich stelle mich ganz deiner göttlichen Anordnung anheim, und überlasse mich dir für Zeit und Ewigkeit. e d 25. O glorreiche und allerseligste Jungfrau, durch die ich die Frucht des Lebens, deinen eingebornen Sohn, in meinem unwürdigen Herzen empfangen habe, vollendetes Vorbild aller Tugenden, die du so vollkommen auf Erden geübt hast! steh mir durch deine mächtige Fürbitte bei deinem göttlichen Sohne bei, daß ich würdig werde, ihm anzugehören, und einst in seine ewigen Wohnungen aufgenommen zu werden! ind 26. Jesu, du Liebe des Himmels und der Erde! wann werde ich dir vollkommen dienen? wann wirst du ganz - 348 Fromme und heilsame Gedanken an Kommunion- Tagen. mein seyn? wann werde ich mir ganz absterben, daß ich dir allein lebe? 27. unendliche Allmacht! komm meiner Schwachheit zu Hilfe! Ewige Weisheit! erleuchte meine Finsternisse! Un aussprechliche Güte! vergib mir meine Bosheit! 28. D Gott meines Herzens! dein bin ich, und verlange nur Augen, dich zu sehen,- nur Ohren, dich zu hören, einen Mund, nur dich zu preisen, ein Herz, nur dich zu lieben, Hände, nur dir zu dienen, Füße, nur dir nachzuwandeln,- und ein Herz, nur um es dir auf ewig zum Opfer zu weihen. - - - 29. O uralte und ewig neue Schönheit! spät, ach! allzu spät habe ich dich geliebt. Ach! was kann die Seele lieben, welche dich nicht liebt? Was kann sie bewundern, wenn sie dich nicht bewundert? 30. O Jesu! präge deinen heiligen Namen mir tief in's Herz, daß ich die Süßigkeit dieses honigfließenden Namens immerdar einathme, und mein ganzer Wandel ein lieblicher Wohlgeruch vor dir werde! - 31. Ewiges Licht, das du die innersten Falten unserer Herzen durchsiehst! o, erleuchte unsere Wege, daß wir gerade vor dir wandeln, und nicht auf fremden Wegen uns ewig verirren! 32. Sey wachsam, meine Seele! Jesus sieht dich, und gedenkt deiner immerdar. Alles hört er, der das Ohr gebaut; Alles sieht er, der das Auge gebildet, und von ferne er kennt er die Gedanken des Herzens, das er erschaffen hat. 33. Steh' mir bei, o barmherziger Jesu! daß ich in dem schweren Kampfe mit Fleisch und Blut nicht erliege; waffne mich mit der Kraft deines heiligen Kreuzes, und rette mich Unglückseligen vor mir selbst! 34. Oftmals, meine Seele! dring' mit der ganzen Kraft deines Gemüthes in die abgründlichen Leiden des Kreuzes! Dort findest du kostbare Spezereien, dich vor der Fäulniß der Sünde zu bewahren,- und Balsam heiliger Geduld für alle Et 3 1 1 # 1 1 2 B 3 I I I O = 1 Besuchungen des allerheiligsten Altars sakraments. Schmerzen dieser Zeit. Wie kannst du noch klagen, wenn Jesus leidet? 35. Woran denkest du, meine Seele! wenn du nicht an Jesus denkest? Sieh! alle Geschöpfe werden dich verlassen; Er allein ist ewig getreu. Er, den du in deine Seele aufnimmst, nimmt dich dafür in seine ewigen Wohnungen auf. 36. Komm, o ewiges Wort des Vaters! besuche die Seele, die du erschaffen haft! Komm, o König der himmlischen Liebe! und ordne die Liebe in meinem Herzen, daß ich dich süß, starkmüthig und weise liebe, und als dein wahrhaftes Brandopfer in deiner Liebe lebe und sterbe! Amen! Vierter Abschnitt. 349 Besuchungen des allerheiligsten Altarssakraments. Lies, christliche Seele! und lies oft und aufmerksam, was in den voranstehenden Unterhaltungen über das allerheiligste Altarssakrament von den Besuchungen dieses hochheiligen Geheimnisses gesagt wird! Gedenk' der Liebe Jesu! Tag und Nacht hält er sich in diesem hochheiligen Sakramente auf, um da zu jeder Zeit deine Zuflucht in deinen Nöthen, dein Troft in deinen Leiden, deine Stüße in deinen Versuchungen, deine Stärke in allen deinen Kämpfen zu seyn. Er ladet dich ein, er brängt dich gleichsam, daß du zu ihm kommen sollest. So komm denn, und schöpfe aus dieser Quelle die Gewässer, welche in's ewige Leben springen; komm aber im Geiste des Glaubens, welcher dich wegen der Heiligkeit des Ortes, wo du bist, und wegen der unendlichen Majestät Gottes, der da seinen Wohnsit hat, mit heiliger Ehrfurcht durchdringt; im Geiste der 3erknirschung, welche das Herz deines Erlösers zur Erbarmung bewegt; im Geiste der Demath, die er in Gnaden ansieht; im Geifte der Hoffnung, welche dich aufrichtet und erquickt; im Geiste der Liebe, welche dich mit Jesus, dem Gott der Güte, innigst vereiniget!.... Gile aber bei deinen Besuchungen mit Weile!.... Be 350 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. trachte!- Man fand für gut, hier eine doppelte Reihe von Besuchungen auf ein ganzes Monat zu geben, theils zur Abwechslung, theils um dieses Andachtswerk sowohl für Anfänger im geistlichen Leben, theils für Solche, die darin schon weiter fortgeschritten sind, passend zu machen. Jedermann mag sich auswählen, was die Beschaffenheit seines Gemüthes, seine innerlichen Anliegen oder andere Umstände erheischen! 3u bemerken ist, daß die erste Reihe über sämmt: liche Hauptwahrheiten des Christenthumes, die zweite über vorzüglich wichtige Gegenstände des gottseligen Les bens sich verbreitet; und so wird es zugleich Jedem, der mit dem Inhalte dieses Abschnittes sich recht vertraut macht, auch leicht seyn, selbst für die verschiedenen heiligen Zeiten und Feste des Jah: res eine besondere, dem Geiste derselben entsprechende, Besuchung auszuheben.- - Erste Reihe von Besuchungen des allerheiligsten Altarssakraments auf ein ganzes Monat über die vorzüglichsten Namen und Eigenschaften Jesu Christi. Erster Tag.*) Sehnsüchtige Anbetung. Jesu, ewige Liebe, der du in diesem göttlichen Satramente wahrhaft gegenwärtig bist! wie geheimnisvoll ist die heilige Stille, die diesen deinen Thron umruht! wie wunderbar dringt dein geistig stiller Ruf in das innerste Mark deiner auserwählten Seelen, die du in deine geliebte Einsamkeit einladest, *) Wem diese Besuchungen in ihrem ganzen Umfange zu lang sind, der mag sich bei jeder derselben nur der besonderen Erwägung und Herzensergießung" allein bedienen! Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Erster Tag. daselbst von dem Umgange mit den Geschöpfen auszuruhen, sich in heiliger Freude zu erquicken, und ihr Herz in süßen Thränen der Zerknirschung und Andacht vor dir zu ergießen! D, sammle meine zerstreuten Sinne auf, du ewiges Wort des Vaters! Feßle die umherschweifenden Gedanken, gebiete den Winden und den Wellen, auf daß tiefe Stille herrsche in meiner Seele, daß alle Geschöpfe in deiner Gegenwart verstummen, und ich diese Zeit meines Besuches heilig vor dir zubringe! O Trost meiner Pilgerschaft! wie sehnet sich mein ganzes Herz nach dir! Eine todte Einöde ist die Welt ohne dich. Ein dürftiger Fremdling irrte ich ferne von der Heimath, in einem Lande, welches nur Disteln und Dornen bitterer Armuth trägt, und wo die unsterbliche Seele verschmachten würde, ersättigtest nicht du sie, o lebendiges Brod! mit heiliger Freude. -„ Meine Seele durftet nach dir, dem lebendigen Gott, und mein Fleisch verschmachtet vor Verlangen nach dir; denn was habe ich im Himmel, und was soll ich auf Erden, ohne dich, o Gott meines Herzens und mein Antheil in Ewigkeit!" mit Sieh! mein Stillschweigen ruft zu dir. Du kennst die Sehnsucht meines Herzens, o Jesu, König des Himmels, der du mich armen Wurm von Ewigkeit geliebt, und die Fülle deiner Barmherzigkeit mir darin erzeigt hast, daß du mich erschaffen, als ich nicht war, und da ich in der Wüste dieſes Lebens so schmählich und so lange mich von dir, dem ewigen Leben, verirrt hatte, als ein barmherziger Hirt herniedergestiegen bist, mich in Thränen und unermeßlichen Schmerzen gesucht, auf deine liebreichen Schultern genommen, und auf die Weide deiner reinen Heerde geführt hast, daß ich mich nährte von dir, dem Brode der Engel, und tränke aus der lebendigen Quelle, deren Gewässer in's ewige Leben springen!' ond ond - 351 Und nun, o Vater der Barmherzigkeit! was soll ich dir sagen?... Preisen sollen dich deine heiligen Engel, welche in deiner sakramentalischen Einsamkeit dich unsichtbar umringen, und deren Jubel und ewige Wonne du bist!... D, wer gibt 352 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. meinen Augen Thränen, in süßer Liebesreue und heiliger Freude vor dir zu weinen, wie so viele deiner auserwählten und ge liebten Seelen, welche im Innersten ihres Herzens geſammelt sich emporschwingen, und in dir, ihrer einzigen Liebe, ihrem himmlischen Bräutigam, ruhen, und vor Uebermaaß deiner süßen Liebe ihrer selbst nicht mehr gedenken! Doch, o Jesu! sieh! wie vertrocknetes Erdreich, ohne Wasser, ist meine fündige Seele vor dir. Ich seufze unter der Last meines vielfachen Elendes, das mich gewaltsam in die Tiefe dieses Weltmeeres reißt, so oft mein schwacher Wille sich zu dir erhebt. Schaaren irdischer Gedanken und unabgetödteter Triebe brechen aus dem Hintergrunde meines sündigen Herzens hervor, und umnebeln mein Inneres, und betäuben die Ohren meiner Seele, daß sie deine süße Stimme nicht vernehmen. O mein Erlöser! komm deinem armen Geschöpfe zu Hilfe! Sprich ein Wort, und zerstreue ste; flamme auf, und verzehre sie in dem Feuer deiner Liebe! D, reinige in diesen himmlischen Gluten die Augen meines Gemüthes, daß sie schauen und kosten, wie lieblich du, mein Gott und Heiland, bist! Denn darum weilest du, o unser Alles! von den Banden deiner ewigen Liebe und Barmherzigkeit gefesselt, in den heiligen Gestalten deines Sakramentes, daß du die Sehnsucht der Seelen erhöhest, die zu dir, ihrem göttlichen Heilande, flüchten, daß du ihr Flehen liebreich aufnehmest, sie tröstest, erleuchteſt, reinigest, und zu deiner göttlichen Liebe entzündest; daß du ihr Gemüth von der Erde losmachest und zu ihrer wahren und ewigen Heimath, zum himmlischen Vaterlande, erhebest, und indessen von dir selbst fie ernähreft, damit sie Deiner würdig werden, und daß du sie endlich mit deinem innerlichen Lichte durch das Thal dieser irdischen Finsternisse bis zum Lichte der heiligen und glückseligen Anschauung führest. O mein Heiland! sieh! in Demuth und Liebe kniee ich mit deinen heiligen Engeln vor dir, der du durch dein Blut mich erlöset, und meiner gedacht hast, noch ehe ich geboren - Ueber die vorzüglichsten Namen sc. Erster Tag. war. Nimm in Vereinigung mit ihren Lobpreisungen meine Anbetung und meine Seufzer in deinem göttlichen Herzen auf, und laß mich einige Worte deines lieblichen Trostes vernehmen! O lebendiger Abglanz der ewigen Klarheit des Vaters! erleuchte die innerlichen Augen meines Geistes, dich zu erkennen, damit ich dich lieben und dir würdig danken lerne! Ewige LiebesGlut! verwunde mein Herz mit deiner süßen Liebe, daß ich met dieses ganze sterbliche Leben hindurch nach dir allein verlange, inach dir allein seufze, in dir allein ruhe, und unzertrennlich mit dir vereiniget werde und bleibe in Ewigkeit! Amen! ne ch de l: elt Em er et 18 en 11. e! re en nd Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der wahre Gott. " 1 en ent hr D Jesu! ich erkenne und bekenne dich als den Eingebornen Sohn des himmlischen Vaters, gleicher Natur, Wesenheit und Vollkommenheit mit ihm, wie du selbst sagst:„ Ich und der Vater sind Eins."( Johan. 10, 30.) Alles was der Vater hat, ist mein."( Johan. 16, 15.) Ja! wahrer Gott bist du, Eins mit dem Vater, und darum gebührt dir von den Engeln und Menschen alle mögliche Anbetung, Ehrfurcht und Unterwürfigkeit, und sie kann dir ohne die größte Unbild nicht versagt werden.... Was habe ich bisher gethan? O wie ifrech, wie muthwillig habe ich meine Pflichten gegen dich außer Acht gelassen! Furcht und Schrecken ergreifen mich, da ich dieß bedenke.. Ach! was soll ich thun, was soll ich sagen?... Ich beuge mich in den Staub vor deiner unendlichen Größe und Hoheit, und versenke mich in den Abgrund meines Nichts. Ich klage mich selbst an- als den allergrößten Sünder, der sich je der Verlegung deiner Majestät schuldig gemacht hat. Ich, leider! ich habe mich erfrecht, dich, meinen zu beleidigen, und zwar so oft... so schwer.. so bedachtsam... Und warum? O vermessene Thorheit! 211 einer abscheulichen Lust, eines schändlichen Vergnügens, Zwickenpflug, Jesus, unsere Liebe zc. d Gott, en td ig te et 353 23 354 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe.. einer kurzen Freude wegen, die ich in der Sünde vielmehr nur Ach! hätte ich auch durch verkostet, als genossen habe.... eine einzige Sünde die ganze Welt gewinnen können, es wäre doch die unsinnigste Bosheit gewesen, wenn ich sie zugelaſſen hätte; und ich habe so viele begangen eines leeren Nichts wegen.... Ich erkannte gar wohl, daß ich dich als meinen wahren Gott anbeten, und dir allein dienen müsse; demungeachtet habe ich nicht dir, sondern der Sünde und dem Satan gedient; nicht dich, sondern meine zügellosen Leidenschaften, meine bösen Gewohnheiten habe ich gleichsam angebetet, und ihnen in meinem verblendeten Herzen Altäre aufgerichtet, und sie als Gößen berehrt... Denn was that ich Anderes, da ich fündigte! Ich sagte, wo nicht mit Worten, doch in der That: Ich thue was mir gefällt; diese Lust, die ich in der Sünde genieße, ist mir weit lieber, o Gott! als deine Gnade und Freundschaft; deine Verbote, Drohun gen und Strafen achte ich nicht. Heißt dieß nicht, die gräulichst verachten und beschimpfen? Heißt dieß nicht, seine gewohnten Laster zu einem Abgott machen?... Ich kann nicht begreifen, wie mir eine so vermessene Bosheit zu Sim kommen konnte. - O Jesu, von mir so oft und schwer beleidigter Gott! du allein kannst begreifen die Menge und Bosheit meiner Misſe thaten, welche mein Haupt überstiegen haben, und gleich einer schweren Bürde auf mir lasten."( P 37, 5.) Wie kommt es, daß ich noch lebe, und nicht schon lange in der Hölle bin? Und du, mein Jesu! geduldest mid noch zu deinen Füßen? mich, der ich nicht würdig bin, den Himmel anzuschauen? Ach! ich widerrufe mein ganzes übel zugebrachtes Le ben;... ich bereue alle meine jemals begangenen Sünden, nur allein, weil ich dadurch dich beleidiget habe, den ich jet über Alles liebe. Eher will ich sterben, als noch einmal eine Sünde begehen; die falschen Gößen, d. i., die Laster und böse Ueber die vorzüglichsten Namen sc. Erster Tag. Neigungen, will ich hinauswerfen aus meinem Herzen, welches ich dir allein gänzlich einräume und weihe; dich allein erkenne reich als meinen wahren Gott, den ich anbeten, den ich lieben, e; dem ich beständig dienen will. Amen! 353 Geistliche Kommunion. ent be ei e O Jesu, geliebter Erlöser unserer Seelen! in namenloser t; und ewiger Liebe wohnest du mitten unter uns in deinem götten lichen Sakramente, unsere Seufzer zu erhören, und deinem himmlischen Vater für uns dich aufzuopfern. Allein was ist alles Streben meiner Andacht, dich anzubeten, dich zu lieben, dir zu danken, dir zu dienen, und dich um Vergebung meiner ue Sünden und um Gnade zu bitten, gegen deine unendlichen de Verdienste! Nimmermehr vermag ich armes Geschöpf deinen me glorreichen Namen genugsam zu verherrlichen, deine Erbarmunngen genugsam zu preisen, über meine Sünden genugsam zu ich seufzen und dir genugsam zu dienen, um die Gnade deiner ne göttlichen Liebe zu verdienen; denn hoch über Alles, was der menschliche Gedanke erfaßt, ist deine Glorie und Barmherzigkeit. O mein Gott und mein Heil! sehnlichst verlangt indeß mein Herz nach dir, und meine Seele seufzt, sich mit dir zu du vereinigen, der du allein mein Leben und meine Freude bist. In wehmüthiger Andacht gedenke ich der wunderbaren Geheimndnisse deiner Menschwerdung, deines liebreichen und wohlthätiPigen Wandels auf Erden, und des schmerzlichen Todes, durch on welchen du uns von der Hölle erlöset hast. Sieh, Herr! id meine bittere Reue über meine Undankbarkeit, über meine vielde fältige Untreue und meine zahllosen Missethaten, und nimm en meinen ernstlichen Vorsatz in Gnaden auf, dir künftighin in wahrer Treue und mit Eifer zu dienen! D, könnte ich jene men Zeit, wo ich deine ewige Vollkommenheit und Vaterhuld so jeh undankbar beleidigte, aus meinem Leben vertilgen! eine Sfen Doch, o Jesu! ein überaus barmherziger Gott bist du, der du mich vom Untergange errettet und in barmherziger Liebe 23* 356 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. aufgenommen, meine unerschöpfliche Bosheit durch die Allgewalt deiner Liebe bestegt, und mir unendlich mehr Wohl thaten erzeigt haft, als alle meine Sünden Strafen verdienten. Wie also sollte nicht mein ganzes Herz vor Liebe zu dir glühen? Ja, mein Gott! ich wage es auszusprechen, daß ich dich liebe und lieben werde in Ewigkeit. Mein Herz verlangt nach der innigsten Vereinigung mit dir, seinem Schöpfer, sei nem Erlöser, seinem heiligen und barmherzigen Wohlthäter. Es erglüht, dich selbst in deinem göttlichen Sakramente empfangen, und ewig mit dir vereiniget zu seyn. Du weißt es, o Herr! wie sehr ich nach der Zeit ver lange, wo diese Gnade mir zu Theil wird, und wie schmer lich ich harre, bis dieser glückliche Augenblick erscheint. D, er barme dich meiner, und besuche indessen mein Herz durch deine wirksame Gnade! Erfreue mich durch deinen geistigen Besuch; erquicke meine lechzende Seele mit den Salbungen deiner in nerlichen Lieblichkeit, daß sie nicht verschmachte, und werde gleich einem Erdreiche ohne Wasser dir! Laß mir dein Licht leuchten, daß ich dich immer mehr erkenne, in findlicher Chr furcht zittere, jemals mehr deine göttliche Majestät durch die geringste Sünde zu beleidigen, und daß ich stets in aller Zer knirschung und Andacht dich anbete! D Gott! in mir selbst bete ich dich an, wie so viele fromme Seelen, die dich in ihrem innersten Selbst fanden, und vor Jubel heiliger Entzückung aufjauchzten in dir, ihrem Heile. Du allein bist mein Gott, du bist mein Geliebter; deine Barm herzigkeit leuchtet über mir, und du hast mich mit dem Licht deines Angesichtes geprägt. O, laß dieses heilige Licht me mehr in mir erlöschen, daß es stets meine Wege beleuchte alles Unreine in mir verzehre, und mein Herz zu deinem leben digen Tempel weihe und heilige, daß du, mein Gott! darit wohnest und ruhest in Zeit und Ewigkeit! Amen! Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Erster Tag. Begrüßung der seligsten Jungfrau. Sey auch du gegrüßt, o glorreiche Jungfrau! Mutter des Allerhöchsten, auserwählt in Gottes ewigem Rathe, ihn als ein vollkommenes Lobopfer der allerheiligsten Dreieinigkeit, als das Brod des Lebens für Engel und Menschen, als den ewigen Herrscher und König des Himmels, und als den Besteger der Hölle zu gebären! E Wer wird dir je Lob genug sprechen können, o auserwählte Tochter des ewigen Vaters, jungfräuliche Mutter des Königs, lebendige Arche des heiligen Geistes, schön wie der Mond, auserwählt wie die Sonne, schrecklich wie ein wohlgeordnetes Kriegsheer! Große Dinge hat der Herr an dir gethan, der vor der allgemeinen Verderbniß dich bewahret hat, auf daß er dich zu einer würdigen Mutter seines Eingebornen bereitete, den du in deinem keuschesten Schooße empfangen, und ihm in dem wunderbaren Geheimnisse seiner heiligen Mensche werdung den Leib ertheilet hast, den er in der Krippe, am t Kreuze und auf dem heiligen Altare für uns opferte, und den wir hier, mit seiner Seele und seiner allerheiligsten Gottheit vereint, unter der Gestalt des Brodes mit Andacht anbeten. $ % 3 In heiliger Ehrfurcht verehren wir dich, o große Königin des Himmels, die du einst eine demüthige Magd des Herrn -seiner zarten Kindheit gepflegt, und dem du als die reinste der Jungfrauen, als die glückseligste der Mütter, als das glühendste Brandopfer, in demüthiger Unterwerfung, tiefer Armuth, vollkommenem Gehorsame und flammender Liebe gedienet ( haft! Ein lauter und lebendiger Preisgesang, ein lieblich duftender Wohlgeruch war dein ganzes Leben vor dem Herrn, welcher die Fülle seiner heiligen Gnade in dein Herz ergoß, dem er den größten Schatz seines eigenen väterlichen Herzens B 1 anvertraut hatte. E₁ i 357 - O Mutter der Christenheit, treue und beständige Fürsprecherin der gläubigen Seelen, die dein eingeborner Sohn, unser König und Erlöser, mit seinem Blute für den Himmel 358 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssaframents. Erste Reihe. erkauft hat! süße Zuflucht der Sünder und Beschüßerin der Armen und Schwachen! blicke herab auf meine tiefe Armuth, und erwirke mir von der ewigen Milde des Sohnes, den du in deinem gebenedeiten Leibe getragen haft, die Gabe der hei ligen Liebe, welche dein geheiligtes Herz erfüllte und alle Handlungen deines Lebens belebte, auf daß ich gleich dir den Willen meines Gottes und Herrn in treuem und vollkommenem Gehorsam und heiliger Selbstverläugnung vollbringe, und die Krone des ewigen Lebens erhalte! 1 Vieles und Wunderbares singt die heilige Kirche zu dei nem Lobe und zu deiner Verherrlichung, o Mutter Gottes und barmherzige Jungfrau! und noch nie ist es erhört worden, daß du das aufrichtige und demüthige Gebet einer Seele verschmähet hättest, welche in ihren Trübsalen deine Barmherzigkeit ange rufen hat. O! stelle mich deinem göttlichen Sohne als dein Pflegekind vor, und erflehe mir von ihm die Gnade der Reinigkeit des Leibes und der Seele, daß er in meinem Herzen wie ein König auf seinem Throne herrsche, und meinen Hunge nach dem göttlichen Gastmahle, dem lebendigen Brode und der lebendigen Quelle alles Lebens, stets rege erhalte, an seinem heiligen Tische mein Herz mit Gaben der Unsterblichkeit be reichere, und so sehr mit seiner Gnade kräftige, daß es nie mehr durch geheime Anhänglichkeit an die falschen Güter und Freuden dieser Erde von ihm abgewendet werde! O süße und gebenedeite Mutter meines Herrn! bitte ihn, daß er in dieſem wunderbaren Sakramente seiner Liebe mich unter die Flügel seines besonderen Schußes aufnehme, damit ich die glorreichen Verheißungen erlange, die er Allen denjenigen gegeben hat, die sein heiliges Fleisch und Blut mit andächtigem Herzen empfangen! Amen! Gebet zu den heiligen Engeln. do ihr liebeflammenden Geister, Lichtboten des lebendigen Gottes, erhabene Fürsten des Himmels, heilige Engel, die iht lleber die vorzüglichsten Namen 2c. Erster Tag. den Altar, den Thron der Barmherzigkeit des Königs der Könige, in heiliger Ehrfurcht umringet! wie gerne möchte ich mit euch), in Anbetung der ewigen Majestät versenkt, hier verharren bis an das Ende meines Lebens! Allein andere, mir von Gott auferlegte, Pflichten rufen mich nun aus dieser heiligen 1 Einsamkeit hinweg. D, betet doch ihr anstatt meiner und für mich während meiner Abwesenheit meinen und euren Gott in seinem gebenedeiten Sakramente an, und lobpreiset ihn! l 1 Süße Kinder des Lichtes, die ihr Tag und Nacht in flammender Liebe bei unserm Jesus ausharret! heilige Schußgeister der Menschheit, die ihr so innigen Antheil an unserer Seligkeit nehmet, und euch über die Bekehrung eines Sünders mehr erfreuet, als über neun und neunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen! selige Geister des Friedens, die ihr mit heiliger Luft dem Opfer unserer Altäre beiwohnet, und sehet, wie liebende Seelen dem Tische eures Königs nahen, den ihr Unsichtbare ohne Schleier in seiner Lieblichkeit schauet! erſetzet durch eure feurigen Anbetungen und Lobgesänge alle Zerstreuung und Nachlässigkeit, die ich mir heute zu Schulden kommen ließ; flehet zu meinem und eurem Herrn, daß er mir die Flamme eurer Liebe, die Erleuchtung eures Lichtes, die Milde eures Friedens und eure Kraft gegen die Geister der Finsterniß mittheilen wolle, auf daß ich von nun an, ganz in Liebe und heiligen Eifer aufgelöset, für seine Ehre eifere, seine hochheiligen Geheimnisse mit Inbrunst feiere, ihm nachfolge, ihm mein ganzes Herz unterwerfe, und ihn in flammender Andacht in dieſem göttlichen Sakramente verehre, bis ich, in die glückselige Unsterblichkeit aufgenommen, im Einklange mit euch ihm Ge1 sänge ewiger Liebe und den Preis des Dankes singe in Ewigfeit! Amen! T 1 e D 3 #t C n # I Er 11 # e d d 11 11 359 Danksagung. D Jesu, mein Gott, mein Erlöser und mein Alles! in Demuth und heiliger Freude umfange ich nun noch deine 560 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. wunderbare Herablassung, in welcher du mich zu dir eingeladen und vor dir geduldet hast. Wer bin ich, o ewiger Sohn Got tes, unermeßliche Wonne des Vaters, König aller himmlischen Heere! daß du in meinem Elende mich gewürdiget hast, dic besuchen und mit dir reden zu dürfen? Welche Demuth! Ja ehrfurchtsvoller Bewunderung darüber verliert sich mein Geist. Was hat die Heiligkeit mit der Sünde, was die Unsterblichkeit mit der Schwäche des Fleisches, was die allerheiligste Gottheit mit dem Staube gemein? Fürwahr! du bist ein wunderbarer Gott, und deines Gleichen ist nicht im Himmel und auf Erden. Welche unaussprechliche Gnade für mich! In Erkenntnis derselben bleibt mir, da alle Dankesäußerungen zu schwach sind, nichts übrig, als mich in meinem Nichts aufzulösen vor dir, deine Barmherzigkeit anbetend zu preisen und mit der gan zen Kraft meines beschränkten Herzens zu lieben! O Abgrund ewiger Liebe! stets seufzend über das Elend, das die Sünde in mir angerichtet hat, rufe ich zu dir: Sey mein Heil! Ergieße die Salbungen deiner göttlichen Gnade in das Innerste meiner Seele, daß sie, dadurch gekräftiget, die Kämpfe dieser sterblichen Pilgerschaft von nun an standhaft zu deiner Ehre kämpfe, bis die Zeit der Prüfung auf ewig vorüber ist! O mein Heiland! laß nicht zu, daß meine Seele, die nun mit dir vereiniget ist, je wieder von dir getrennt, von Sünden. befleckt und von Fehlern verunreiniget werde! Feßle sie durch das unüberwindliche Band deiner Liebe ewig an dich! Belebe sie mit deiner übernatürlichen Glut, daß sie, ganz in dich um gewandelt, ein neues göttliches Leben führe, und daß sie, mit dir vereint, Werke des ewigen Lebens wirke, und dich, ihre ewige Freude im Himmel, erlange, wo du mit dem Vater und dem heiligen Geiste im Glanze der Heiligen lebest und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! t I Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Zweiter Tag. Ich muß jetzt gehen; aber mein Herz bleibt bei dir... Reinige es, bis ich wieder komme! erfülle es mit Tugenden! entzünde es ganz mit deiner Liebe! Amen! - 361 3 weiter Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der allmächtige Schöpfer. D Jesu, du ewiges Wort, durch welches alle Dinge gemacht worden, und ohne welches nichts gemacht ist, was da immer gemacht worden ist" ( Johan. 1, 3)! heute komme ich zu dir als dein Geschöpf und als das Werk deiner Hände. Ach! wo war ich vor hundert Jahren? Ich lag in dem Abgrunde meines Nichts, und würde ewig in demselben geblieben seyn, wenn du mir nicht das Wesen gegeben hättest... Alles habe ich von dir,.. eine unsterbliche, nach deinem Ebenbilde gestaltete, mit allerlei Gaben geschmückte Seele,.. einen mit fünf Sinnen, geraden Gliedern, mit guten Kräften versehenen und gesunden Leib.. Du hast mich fast den Engeln gleich, und zu einem Meisterstücke deiner Weisheit, Allmacht und Güte gemacht. Ueberdieß hast du eine erstaunliche Menge von Geschöpfen verschiedener Gattungen und Arten aus dem Nichts hervorgezogen; und warum? Erstens, damit sie mir dienen sollen zu meiner Nothdurft, Nahrung, Kleidung, Bequemlichkeit und anständigen Ergößung. Zweitens, damit sie mir seyn sollen eine Leiter, mich im Geiste zu dir zu erheben, deine Weisheit, Allmacht und Güte zu erkennen und zu preisen, dir desto eifriger zu dienen, desto mehr nach dir zu trachten, und so dem hohen Ziele und Ende nachzukommen, wozu du mich erschaffen hast.. ✦✦ 362 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. Welche Dankbarkeit fordert nicht von mir deine so unausspredliche Güte! Fürwahr eine Dankbarkeit, die der Menge und Größe deiner Wohlthaten gleich käme! Wie war aber meine Dankbarkeit beschaffen? O Jesu! was rede ich von der Dankbarkeit? Ach! ich elendes Geschir habe mich wider dich, meinen Schöpfer, empört.. Ich habe mein hohes Ziel und Ende außer Augen gesetzt, dein mir eingeprägtes Ebenbild besudelt und verunstaltet,.. Gesundheit, Kräfte und Sinne, die du mir verliehen, so wie andere Ge schöpfe schändlich zum Bösen mißbraucht. Du kannst mir billig, wie einst deinem undankbaren Volke, sagen: Gott, der dich gezeugt, hast du verlassen, den Herrn, deinen Schöpfer, vergessen;"( Deut. 32, 18.) denn ich habe gelebt, als wäre ich nur erschaffen worden, meine Leidenschaften zu befriedigen, den Lastern zu fröhnen und dich zu beleidigen.. Kann die Bosheit eines schwachen Geschöpfes gegen seinen all mächtigen Schöpfer wohl noch höher getrieben werden? Alle anderen unvernünftigen und leblofen Geschöpfe machen mich zu Schanden. Sie erfüllen genau das Ziel ihrer Erschaf fung aus Antrieb der Natur; sie folgen dem Winke ihres Schöpfers; ich aber ein Mensch, mit Vernunft begabthabe mich wider dich erhoben, und nichts weniger, als deine Befehle vollzogen, als deinem Willen nachgelebt... Diesen meinen gräulichen Undank, diese meine Bosheit hast du ven Ewigkeit vorhergesehen; und dennoch hast du mich erschaffen. Du hättest statt meiner Millionen und Millionen Engel und Menschen erschaffen können, die dir allezeit treu gedient und dich aufrichtig geliebt hätten; und du hast sie nicht erschaffen, und wirst sie nie erschaffen. Jesu! hast du mir denn dieses mein Wesen und Leben nur gegeben, um die Größe deiner Geduld und Barmherzigkeit an mir offenbaren zu können?.. Ach! wie foltern jeßt die Sünden, die ich wider dich begangen habe, mein Herz! 34 beweine Alles bitterlich. O, erschaffe doch in mir ein neues, Ueber die vorzüglichsten Namen zc. Dritter Tag. ein reines Herz, das nur dich allein liebt! Verbessere in mir, was ich verderbt habe! Tilge in mir alle unordentliche Neigung zu den Geschöpfen! Führe mich wieder auf den Weg zu meinem letzten Ziele und Ende, und wenn du vorhersiehst, daß ich dir noch einmal untren seyn, dich noch einmal beleidigen werde, be so vernichte mich diesen Augenblick! Denn lieber will ich kein Geschöpf, als noch einmal ein Sünder seyn. nd it, Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligesten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. et je be en .. 11: f es en n II. 10 1₁ 211 it 363 di Dritter Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der beständige Erhalter. O Jesu! die Gutthat meiner Erschaffung ist groß und der Grund aller übrigen Gutthaten; allein was würde mir die Erschaffung nüßen, wenn du mich nicht bei dem Wesen, weldhes du mir gegeben, auch beständig erhieltest?... Das Werk eines Meisters hängt nach seiner Verfertigung nicht mehr von dessen Händen ab; ich aber hänge noch jederzeit und nothwen= dig von dir ab, so zwar, daß ich, wenn du nur einen Augenblick deine Hand von mir abzögest, wieder zu Nichts werden würde, wie ich früherhin Nichts gewesen bin; und somit ist meine Erhaltung eine eben so große Gnade, wie meine Erschaffung; ja! sie kann eine immerwährende neue Erschaffung genannt werden... Wie ich aber, o Jesu! ohne dich und deinen Beistand weder seyn noch bestehen kann, so vermag ich ohne deine Mitwirkung auch nichts; ich kann ohne sie keinen Gedanken 364 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. schöpfen, kein Wort reden, kein Glied bewegen, und hänge weit mehr von dir ab, als ein neugebornes Kind von seiner Mutter. Du hast mich gebildet, und legtest auf mich deine Hand,"( Ps. 138, 5.) muß ich mit David sagen; sonst wäre ich schon längst in mein voriges Nichts zurückgesunken... D! zu welcher Demuth, Ehrfurcht und Unterwürfigkeit sollte mich diese meine wesentliche Abhängigkeit von dir angetrieben haben!.. Was ist aber geschehen? Dir, o Jesu! sey es geklagt! ich habe so frei fortgelebt, als könnte ich aus mir selbst bestehen, und Alles aus eigenen Kräften thun. Ja, was noch entseßlicher ist! ich habe dich ohne Scheu, ohne Furcht beleidiget, und den nothwendigen Einfluß deiner Hilfe zu deiner Belei digung mißbraucht, so zwar, daß du dich billig über mich be klagen kannst:„ Du hast mich gezwungen, deinen Sünden zu dienen, und mit deiner Bosheit hast du mich müde gemacht;"( Isai. 43, 24.) d. h., ich gebe dir, obschon ich dir zu deinen Sünden meine Hilfe versagen könnte, dennoch, damit deine Freiheit ungekränkt bleibe, durch meine Allmacht die Kraft, das Böse wie das Gute frei zu wir ken, und so nöthigest du mich gleichsam durch den Mißbrauch deiner Freiheit, daß ich wider meinen Willen dir in den Sünden den Einfluß meiner Allmacht nicht entziehe... O mein Jesu! welche Furcht durchschaudert mich, wenn ich meine boshafte Vermessenheit erwäge! Ich als ein Chrift glaubte ungezweifelt, daß ich in Allem, überall und jederzeit von dir abhänge, und daß du mich jeden Augenblick verlasſen, vertilgen und auf ewig verwerfen könnest; und ich habe mit getrauet, dich so schmachvoll zu beleidigen.... O Jesu, mein Gott und Erhalter, der du vorzüglich durch Verschonen und Erbarmen deine Allmacht leuchten laffest! ich bitte dich demü thigst, verzeih' mir meine Sünden! Du hast mich so oft ver schont, da ich dich noch wirklich beleidigte; o, so wirst du mich ja nun desto eher verschonen, da ich mich ernstlich bessern will. Ach! wenn ich etwa in Zukunft mich noch einmal erfrechen Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Vierter Tag. wollte, neue Sünden zu begehen, so versag' mir eher allen Einfluß deiner Beihilfe! Entziehe mir eher den Gebrauch aller Sinne und Kräfte, als daß du einen so traurigen Rückfall in die Sünde zulassest!. Ich erkenne jetzt meine Schwachheit; ich erkenne, daß ich aus mir nichts bin, nichts habe, nichts vermag; und darum überlasse ich mich gänzlich deiner Gnade, deiner Anordnung, deiner Obsorge und Anleitung. Amen! 365 Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. Vierter Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der höchste Oberherr. Jesu! du bist der höchste Herr, der allein mit Wahrheit sagen kann:„ Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden."( Matth. 28, 18.) Dir ist Alles unterworfen. Dir steht zu, Alles zu regieren, Alles anzuordnen, zu gebieten und zu verbieten, zu geben und zu nehmen, zu belohnen und zu bestrafen, zu thun und zu lassen, wie es dir beliebt, ohne daß Jemand sich widersetzen darf... Ein unfehlbarer Glaubenssaß, woraus nothwendig folgt, daß ich dein wesentlicher Diener, dein Unterthan bin, dem selbst die Natur die Pflicht auferlegt hat, dir, als dem höchsten Oberherrn, alle Ehrfurcht, alle Unterwürfigkeit und allen Gehorsam zu bezeigen! Jesu! wenn ich diese deine unumschränkte Obergewalt und allerhöchste Oberherrlichkeit über alles Erschaffene bei mir erwäge, so erzittere ich an allen Gliedern; denn sogleich wirft 566 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. mir mein schuldiges Gewissen vor, wie wenig ich die Pflicht eines Dieners und Unterthans gegen dich erfüllt habe. Ach! schon von Jugend an habe ich dir den Dienst aufgekündet, und bin wie ein zaumloses Pferd den Weg des Verderbens gelaufen. Ich Thor! ich wollte lieber ein elender Sklave meiner Leidenschaften, meiner sündhaften Gewohnheiten und der Hölle, als dein getreuer Diener seyn, der du doch der allerbeste Herr bist... Ach! wo ist eine Bosheit, eine Blindheit, die mit der meinigen zu vergleichen wäre? " 1 Wie! ich armer, schwacher Mensch, der nur erschaffen und geboren worden ist, damit er dir diene, ich habe mich erfühnet, dir den Gehorsam und die Unterwürfigkeit zu versagen?.. Auch mich geht jener bittere Vorwurf an, den du einst deinem Volke gemacht hast: Von vielen Jahren her hast du mein Joch zerbrochen, meine Bande zerrissen, und gesagt: Ich will nicht dienen."( Jerem. 2, 20.).. Wohl erkannte ich durch das Licht der Vernunft und des Glaubens, daß ich dir, als meinem Oberherrn, dienen soll und müsse; wohl wußte ich deinen Ausspruch: „ Niemand kann zwei Herren dienen; denn ents weder wird er den einen hassen, und den andern lieben; oder er wird sich an einen halten, und den andern verachten,"( Matth. 6, 24.) besonders, wenn die Gesinnungen, Meinungen und Grundsätze der zwei Herren einander zuwider laufen; aber dennoch war ich so thöricht, mir einzubilden, ich könne dir und der Welt, dir und dem Fleische, dir und dem Satan zugleich dienen. O Jesu! jest, obschon sehr spät, erkenne ich, wie sehr ich gefehlt, daß ich dir, meinem so liebevollen Herrn, nicht ge dienet habe. Ich kehre zurück zu dir, wie ein treulos entlau fener Knecht, der reumüthig zu seinem rechtmäßigen, allerbesten Herrn eilt.. Ich bereue von Herzen meinen Ungehorsam und meine Widerspenstigkeit; ich beweine meine Pflichtvergessenheit.. Ach! nimm mich wieder in deinen so leichten, so guten Dienst - Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Fünfter Tag. auf!.. Ich widersage auf's Neue dem bösen Feinde, allen seinen Werken, aller seiner Pracht, wie ich es einst bei der Heiligen Taufe gethan habe.. Ich werde keinen andern fürchten, keinen andern schätzen und lieben. Meine begangenen Sünden will ich ersetzen durch genaue Vollziehung deiner Befehle, durch Haltung deiner Gebote, durch Erfüllung deines Wohlgefallens. Du bist mein Herr, und ich dein Diener; in deinem Dienste leben und sterben zu können, wird meine größte Ehre, meine Freude und meine Glückseligkeit seyn. Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. Fünfter Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage;. Seite 350. -1 Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der gütigste Erlöser. O Jesu! ach, wie armselig stund es mit mir! Ich wurde als Sünder geboren; die Sünde Adams war mein Erbtheil, und dadurch kam ich in die Dienstbarkeit der Hölle. Die Bande meiner Gefangenschaft waren so stark, daß keine erschaffene Macht sie zerbrechen konnte... Du, eingeborner Sohn Gottes! hast dich meiner erbarmt, bist vom Throne deiner Glorie in dieses Thal des Jammers gekommen, haft die menschliche Natur, die Gestalt eines Knechtes angenommen ,bist als ein kleines Kind geboren und erzogen worden, ganzes Leben in Demuth und Armuth, in Mühseligkeit und Arbeit, in Verachtung und Verfolgung zugebracht, bis du endlich nach Erduldung unzähliger Unbilden, Lästerungen, Quahaft dein 367 - - • 368 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Grste Reihe. len und Schmerzen am Schmachholze gestorben bist. O Wunder der Liebe, das alle Begriffe des Menschen übersteigt! Soviel, o Jesu! hast du gethan, soviel hast du dich kosten lassen, mich aus der harten Dienstbarkeit des Satans zu erlösen, gleich als hinge von meiner Befreiung deine eigene Glück ſeligkeit ab!.. Wie habe ich diese deine unendliche Güte auch nur einigermaßen zu vergelten gesucht? Ihr Himmel! entsege euch über meine Gefühllosigkeit und über meinen Undank!.. Ach, Jesu! die Mühe und Arbeit, der du dich für mich unter zogen, der Schweiß und das Blut, die du für mich vergossen hast, waren nicht zureichend, mein verwildertes Herz zur dank baren Gegenliebe zu bewegen.. Kaum war ich mittelst deina Verdienste durch die heilige Taufe von der Erbsünde gereiniget und in die Freiheit der Kinder Gottes gesetzt, so habe ich durg wirkliche Sünden mich in die vorige Dienstbarkeit gestürzt. Noch nicht genug! ich habe sogar durch fortgeseßte Sünden deine Unbilden, Beschimpfungen, Schmerzen und Wunden er neuert, deines Todes gleichsam nur gespottet, und, soviel an mir war, die Frucht deines Leidens verhindert und vernichtet... Welche Wuth, welche Grausamkeit eines verächtlichen Sklaven gegen seinen gütigsten Erlöser! 11 O ich elender, boshafter Sünder! wohin soll ich flüchten? wo soll ich Hilfe suchen? Meine Missethat erkenne ich; und meine Sünde ist vor mir allezeit."( Ps. 50, 5.) Zu dir, o Jesu, mein Erlöser! nehme ich Sünder meine Zuflucht; bei dir suche ich Gnade und Hilfe. Du nimmst die Sünder auf."( Luk. 15, 2.), Ach! erbarme dich meis ner nach deiner großen Barmherzigkeit,"( Pf. 50, 1.) die desto mehr verherrlichet wird, je unwürdiger ich bin, sie zu erlangen! Du hast ja selbst gesagt:„ Ich bin nicht gekom. men, die Gerechten zu berufen, sondern die Sün der."( Matth. 9, 13.)... Gedenke, o Jesu! du hättest mit einem einzigen Tropfen deines Blutes, mit einem einzigen Seufzer für meine und Ueber die vorzüglichsten Namen sc. Sechster Tag. 369 5 der ganzen Welt Sünden genugthun können; allein du hast all dein Blut vergießen und dein Leben geben wollen, damit kein Sünder verzage. Darum setze ich auf dich alle meine Hoffnung. Sieh an mein gedemüthigtes und zerknirschtes Herz, das du nicht verachten kannst!.. Meine begangenen Sünden sollen mir der stärkste Antrieb seyn, dich desto inbrünstiger zu lieben.. O Jesu! sprich zu mir jene trostvollen Worte, die dui zur reumüthigen Magdalena gesprochen haft:„ Die Sünden - sind dir nachgelassen; geh' hin im Frieden!"( Luk. 7, 48. 50.) Amen! 5, + $ . 11 } 11 * S 11 Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der erste Stifter des Glaubens. ( O Jesu! billig ermahnt dein Apostel, wir sollen auf dich als den Stifter und Vollender des Glaubens den Blick heften;" denn du bist eigentlich der erste Grundstein und Urheber des wahren Glaubens und der wahren Kirche. Auf dich zielen alle Vorbilder und Weissagungen des alten Gesetzes, die in dir und von dir auf's Vollkommenste erfüllt wor= den sind.. Du hast, nachdem du auf die Welt gekomen bist, um als Erlöser allen Menschen den Weg zur ewigen Seligkeit zu zeigen, eine heilige, allgemeine Kirche gebaut, und sie ſo fest auf einen Felsen gegründet, daß die Macht der ganzen Hölle fie niemals überwältigen wird. 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe: c. 1 — 1 Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. Sechster Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. tim tim s 24 370 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssattaments. Erste Neihe. Diese deine Kirche hast du mit so herrlichen, untrüglichen Kennzeichen versehen, daß Jedermann sie leicht als die wahre, unfehlbare, allein seligmachende Kirche erkennen kann. Zu dieser katholischen Kirche berufest du alle Menschen, weil du alle selig machen willst, und nur ihre Schuld ist's, wenn sie deinem Rufe nicht folgen... O des traurigen Anblickes! Viele Millionen Menschen auf dem weiten Umfange der Erde leben noch in den Finsternissen des Unglaubens und des Jrrglaubens, und werden in demselben auch unglückselig dahin sterben, weil man ohne Glauben( d. i., ohne den wah ren Glauben,) Gott unmöglich gefallen kann."( Hebr. 11, 6.), Es ist," sagt der Apostel, nur Ein Herr, nur Ein Glaube, nur Eine Taufe, nur Ein Gott, nur Ein Vater Aller."( Ephes. 4, 5. 6.).. ✦ D Jesu! wenn denn nur Eine Kirche deine wahre Kirche ist und seyn kann, welche überaus große Gnade ist es, daß ich vor so vielen tausend Andern in dieser Kirche geboren und erzogen worden bin!.. Was soll ich sagen von so vielen Hilfs mitteln, die du mir in dieser Kirche zur Hand gibst, durch deren guten Gebrauch ich gar leicht zur Seligkeit gelangen kann?.. Fordert eine so überaus große Gutthat nicht, daß ich mein ganzes Leben nach den Grundsäßen des Glaubens einrichte?... Wie war aber mein Leben bisher beschaffen? Haben meine Sitten mit meinem Glauben übereingestimmt?. O Schande! ja wohl übereingestimmt! Anders habe ich geglaubt, und anders habe ich gelebt. Meine verkehrten Sitten haben meinem Glauben widersprochen; ich war nur dem Namen nach ein Christ; die falschen Grundsäße der Welt und des Fleisches habe ich den heiligen Lehren Jesu Christi vorgezogen; mein Glaube war ein schwacher, unthätiger, fast todter Glaube... Ich habe mich sogar geschämt, für einen eifrigen, guten Kathe liken angesehen zu werden, da ich doch hätte bereit seyn sollen, .. So weit für meinen Glauben Gut und Blut zu geben. kam es mit mir, daß ich fast angefangen habe, von dem Glau Ueber die vorzüglichsten Namen ic. Siebenter Tag. ben als von einer gleichgültigen Sache zu reden und zu denken, nicht ohne Gefahr, den wahren Glauben nach und nach gänzlich zu verlieren.. 371 O Jesu! welche Unehre habe ich bisher deiner Kirche gemacht!... Jeht erkenne ich, daß der Mangel lebendigen Glaubens der ewigen Wahrheiten die vorzüglichste Ursache meiner Sünden, meiner Fehler und meiner Nachlässigkeit gewesen ist..... Mein Glaube selbst klagt mich an, und vere theilt mich. Zu dir, Stifter und Vollender des Glaubens! wende ich mich, demüthigst bittend, daß du mir alle Beleidigungen, die ich dir durch mein böses Leben zugefügt habe, und alle Entehrungen meines Glaubens verzeihen wolleft.. Vermehre auch in mir, da der Gerechte aus dem Glauben sein Leben hat"( Röm. 1, 17.), jenes Glaubenslicht, welches du schon bei der heiligen Taufe in mir angezündet haft! Mache, daß ich künftighin all mein Thun und Lassen nach der Vorschrift und Anleitung des lebendigen und wirksamen Glaubens einrichte! Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der selig, sten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. Siebenter Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der huldreiche Seligmacher. O Jesu! du wolltest mich durch dein Leiden und durch deinen Tod nicht nur von der Dienstbarkeit der Hölle erlöſen, sondern auch zum höchsten Ehrenstande erheben. geschah, da ich von dem Priester getauft wurde... Hier Dieß 24* 372 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. empfing ich die heiligmachende Gnade,.. ich wurde aufgenommen zu einem Freunde und Kinde Gottes,... es wurde mir ertheilt das Erbrecht auf das ewig glückselige Reich... O erhabener glückseliger Stand! o herrliche Würde, mit welcher alle Hoheiten der sterblichen Fürsten und Könige nicht verglichen werden können!.. Wer kann erfassen, welche Gnade und Ehre es ist, von dem allerhöchsten Gott und Herrn als vertrauter Freund, als liebes Kind, als künftiger Erbe des Himmels angenommen und erklärt zu werden!. O Jesu! wie lange verharrte ich in diesem glückseligen Stande?... wie lange blieb ich ein Freund, ein Kind Got tes?... wie lange behauptete ich das Erbrecht des Himmels?... O traurige Frage, die ich ohne Seufzen und Weinen nicht beantworten kann!.. Schon in meinen jungen Jahren ließ ich mich von meinen bösen Neigungen, von den Schmeicheleien der Welt, von den Reizungen des Fleisches ein nehmen, vom Strome fremder Beispiele fortreißen, von den Eingebungen des Satans überwinden; ich fündigte, und verlor durch die Sünde Alles wieder, was du mir so theuer er worben hattest.... Wohl thöricht handelte Esau, daß er seinem Bruder um ein Linsenmus das Recht der Erstgeburt verkaufte; weit thö richter aber war ich, daß ich für eine schnöde schändliche Luft, für ein falsches augenblickliches Vergnügen, das ich in der Sünde suchte, hingab; was ich höher als alle Güter der Welt hätte schätzen sollen. Billig kannst du, o Jesu! an mich die bittere Frage stellen:, Was nüßt mein( vergossenes) Blut?"( Ps. 29, 10.) Ach! ich hätte meiner Thorheit, meines so muthwillig e littenen Verlurstes wegen- den schwersten Strafen anheimfallen sollen; du aber warest so gütig, daß du mir durch das Sakrament der Buße nicht nur die Sünden nachließest, sonder mir auch die verlorne Gnade, die Freundschaft Gottes, bad Recht zum Himmel zurückstelltest und wieder ertheiltest.... Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Achter Tag. Was hättest du nach einer unverdienten Gutthat, die du mir neuerdings erwiesest, Anderes erwarten sollen, als daß ich alle Sünden meiden, ein heiliges Leben führen, und Alles anwenden werde, die wieder erworbenen Vortheile sorgfältig und beständig zu bewahren?... Aber, o unerhörte Wankelmüthigkeit! freventlich verließ ich mich auf deine Langmuth, o Jesu! und fündigte wieder,... wechselte zwischen Beichten und Sündigen, ... war bald dein Freund, bald dein Feind;... meine Bosheit stritt gleichsam in die Wette mit deiner Güte; je öfter du mir meine Sünden verziehest, desto vermessener fiel ich in dieselben zurück... O Jesu, mein Heiland! wohin wird es endlich mit mir kommen?... Ich selbst kann mir nicht helfen; stehst du mir nicht bei, so bin ich verloren.... O! so bitte ich dich denn durch Alles, was dich zum Mitleiden bewegen kann: Reiche mir deine starke Hand, und zieh' mich aus der Pfütze meiner Sünden und bösen Gewohnheiten! Laß nicht zu, daß deine Güte von meiner Bosheit überwunden werde!... Ich will Alles thun, was du von mir verlangest... Ach! seße mich wieder in jenen glückseligen, hohen Ehrenstand, den du mir so theuer erkauft haft! Ich werde denselben von nun an höher schätzen, als die ganze Welt, und ihn sorgfältiger bewahren, als mein Leben. Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. 373 Achter Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der Herr über Leben und Tod. O Jesu! du bist der Herr, welcher allen Menschen die Tage und Stunden sowohl des Lebens als des Todes bestimmt. 374 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssaframents. Erste Reihe. Gleich nach dem Falle wurde dem Adam und seiner Nachkommenschaft das Urtheil des Todes verkündet; es ist allen Menschen auferlegt, daß sie einmal sterben."( Hebr. 9, 27.) Wann?.. wo?.. wie?... Dieß, o Herr des Lebens und des Todes! ist dir allein bekannt. Darum ermah nest du:, Wachet! denn ihr wisset weder den Tag noch die Stunde."( Matth. 25, 13.)... Allen Menschen ist der Tod unfehlbar gewiß; die Zeit, der Ort, die Art des Todes aber ist ungewiß. Alle Menschen geht diese Wahrheit an, und selbst die Ge rechten macht sie zittern; denn an einem guten Tode ist Alles gelegen, und nicht mehr zu verbessern ist ein Fehler, der dabei begangen wird.... Dieß Alles wußte ich gar wohl; aber welchen schwachen Eindruck hat es auf mich gemacht! welche geringe Wachsamkeit hat es bei mir erweckt!.. Ich sah den Tod an- als etwas, das mich entweder nichts angehe, oder als etwas noch weit Entferntes von mir.. Betäubt von mei nen unbändigen Neigungen, bethört durch meine sinnlichen Er gözungen, verblendet von meinen sündhaften Gewohnheiten, eingenommen von zeitlichen Sorgen- dachte ich wenig an den Tod, noch weniger an eine gute Vorbereitung zum Tode... Ich baute auf meine Gesundheit und auf meine Kräfte, und lebte so frei, als hätte ich, ohne einen gählingen Zufall befürchten zu dürfen, den Tod erst nach vielen Jahren zu gewarten... DJesu! wie viele Tausende aus allen Ständen haft du schnell und unversehens aus der Welt hinweg genommen, und mich hast du bisher am Leben erhalten!.. O wie viele weit kleinere Sünder, als ich bin, hast du plößlich in deiner Ungnade eines unglückseligen Todes dahin sterben lassen, und mir hast du das Leben verlängert, da ich es doch nur zur Fortsegung meiner Missethaten mißbraucht habe!.. Ich, ich bin jener unfruchtbare Feigenbaum im Evangelium, welchen deine Gerechtigkeit schon längst hätte umhauen, und in's Feuer werfen 373 Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Neunter Tag. sollen; nur deine Barmherzigkeit hat mich noch geduldet, und mir Zeit geschenkt, würdige Früchte der Buße zu bringen. D met Jesu! ernstlich ist es nun beschlossen: Ich will, da ich noch Zeit habe, mit deiner Gnade wahre Buße wirken... Ich muß sterben... ich kann bald, ich kann plößlich und unversehens sterben... und ich werde nur einmal, nur einmal werde ich sterben... Diese dreifache Wahrheit soll mich antreiben, daß ich ohne Verzug durch ein frommes Leben mich zum Tode vorbereite... Damit ich einst selig und getrost sterbe, will ich heute noch anfangen, der Sünde, meinen bösen Neigungen gänzlich abzusterben, und dir, o Jesu! allein zu leben. Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der selig. sten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. touk Neunte Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der strengste Richter. O Jesu! du bist der Richter der Lebendigen und der Todten. Der Vater richtet Niemand, sondern er hat alles Gericht dem Sohne übergeben, damit Alle den Sohn'ehren,"( Johan. 5, 22.), ist dein eigener Ausspruch.. Ich erkenne dich als den höchsten Richter, von welchem Niemand auf einen andern sich berufen kann. Ich erkenne dich als den allmächtigen Richter, welchem Niemand entfliehen kann.. Ich erkenne dich als den allwissenden Richter, vor welchem Niemand etwas läugnen kann.. Ich erkenne dich als den strengsten Richter, welcher das 376 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. Mindeste wie das Größte untersuchen wird.. Ich erkenne dich als den unveränderlichen Richter, dessen Urtheilsspruch ewig bleiben wird... Und vor dir, o Jesu! vor deinem Rich terstuhle werde auch ich einstens erscheinen und stehen müssen... Ach! wenn an jenem Gerichtstage die Gerechten kaum bestehen, wie wird es mir Sünder ergehen?.. Welche Angst, welche Furcht wird mich erfüllen, wie werde ich mit Schande bedeckt werden, wenn Alles und Alles offenbar wird, was ich mein ganzes Leben hindurch gedacht, geredet, gethan habe!.. Göttlicher Richter! wie wird mir zu Muthe seyn, wenn du mich über Alles und Alles zur Rechenschaft ziehen wirst?.. wenn du nicht nur meine Sünden und Fehler, meine Lauigkei ten und Nachlässigkeiten, sondern auch meine guten Werke, Tugenden und Andachtsübungen mit aller Strenge durchsuchen wirst?.. wenn ich über alle mir ertheilten Gnaden, Gutthaten und Heilsmittel, über alle Gaben des Leibes und der Seele, über jeden Augenblick der Zeit, über jedes auch nur müßige Wort Rede und Antwort werde geben müssen?. O Jesu! diese erschreckliche Wahrheit, daß du einst kommen wirst, zu richten die Lebendigen und die Todten, hätte mich jederzeit von der Sünde abhalten sollen.. Demungeachtet, was geschah? Ach! ohne Furcht stürzte ich mich von einer Sünde in die andere, verabsäumte das Gute, mißbrauchte deine Gutthaten, Gnaden und Heilsmittel, nicht anders, als gebe es keinen Richter, der mich vor seinen Richterstuhl fordern könnte.. Ach! hätte ich durch mein laues und freies Leben nur einen sterblichen Richter beleidiget, so ließe meine Vermessenheit sich noch begreifen; da ich aber dadurch dich verachtet und beleidiget habe, meinen höchsten, allmächtigen, allwissenden, strengsten Richter, und zwar in deinen Augen, in deiner Gegenwart, so hat meine Bosheit alle Schranken überstiegen, und es scheint, daß ich allen Verstand verloren habe... Jesu! hättest du schon den Richterstuhl bestiegen, über mich das Endurtheil zu fällen, was könnte ich erwarten, als Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Zehnter Tag. meine Verdammung? Noch erblicke ich dich aber auf dem Gnadenthrone deiner Liebe und Barmherzigkeit, und darum schöpfe ich noch sichere Hoffnung, du werdest mich nicht verwerfen... ,, Herr! gehe nicht in's Gericht mit deinem Knechte!"( Ps. 142, 22.) Trage noch Geduld mit mir! Meine Sünden, die ich von Herzen bereue, will ich sorgfältig vermeiden; die heilige Furcht des künftigen Gerichtes soll mich von jeder Sünde abhalten, und zu allen Tugenden antreiben. Willst du mich, wie ich es verdient habe, strafen, so strafe mich in diesem Leben als Vater; nur sey mir gnädig, wenn du als Nichter kommen wirst! Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. 377 3ehnter Tag. Sehnsüchtige Anbetung; wie am ersten Tage; Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der gerechteste Bestrafer. O Jesu! mit unendlichem Abscheu hassfest du die Sünde, weil sie deiner Heiligkeit höchst zuwider ist.. Mich von der Sünde abzuhalten, hast du auf jedes schwere Vergehen den Verlurst deiner Gnade, deiner Freundschaft und der ewigen Seligkeit gesetzt; du haft verschiedene zeitliche Strafen und Blagen, ja! sogar die entseßlichsten ewigen Peinen in der Hölle angedroht. Aber auch bei diesen Drohungen hast du es nicht bewenden lassen, weil du vorhergesehen haft, daß sie nicht hinreichen würden, mich, der ich so sehr zum Bösen geneigt bin, genugsam von der Sünde abzuschrecken... Was hast du noch gethan? ➜ 578 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. Du hast mir die schauderlichsten Beispiele deiner strafenden Gerechtigkeit vorgestellt.. Der Sünde wegen hast du unzäh lige englische Geister aus dem Himmel in die Hölle gestürzt. Der Sünde wegen hast du den Adam und seine ganze Nach kommenschaft zu einem mühseligen, kummer- und schmerzvollen Leben, zum traurigen Tode, zur höllischen Dienstbarkeit verur theilt. Der Sünde wegen hast du den Erdkreis mit der all gemeinen Wasserflut überschwemmt.. Der Sünde wegen haft du ganze Städte, Länder und Königreiche durch Wasser, Feuer, Erdbeben, durch Hunger, Krieg, ansteckende Krankheiten und andere Plagen gezüchtiget und vertilgt.. Der Sünde wegen hast du schon viele Millionen Menschen auf mancherlei Weise und plößlich aus der Welt hinweggenommen und in die Hölle geworfen, wo sie ohne Nachlaß, ohne Milderung, ohne Hoffnung die schwersten Peinen ausstehen müssen... Was haben diese Strafen, die so viele Andere getroffen haben, bei mir gewirkt? Haben sie mich erschreckt? Bin ich durch fremden Schaden klüger und behutsamer geworden?.. Ach! ich las, ich hörte, ich sah solche Bestrafungen, ohne dadurch betroffen zu werden, gleich als wären solche traurige Geschich ' ten nur Mährchen, die keine Aufmerksamkeit, kein Nachdenken verdienten. Aber deiner Drohungen und Züchtigungen ungeachtet habe ich, o Jesu! freventlich gesündiget, und fortgesündiget, sogar zur Zeit, da deine Strafruthe wirklich Andere getroffen hat. Es schien, als wollte ich dich mit Gewalt zum Zorne reizen, und deine gerechte Rache über mich herausfordern, so unverschämt, so frech habe ich Sünden auf Sünden gehäuft. O Jesu! unmöglich kann ich dein mildes Verfahren gegen mich fassen... So viele tausend Engel und Menschen, die doch nicht so oft, nicht so schwer gesündiget hatten, als ich, hast du nicht verschont; und mich mich hast du verschont, mir hast du so langmüthig zugesehen, mir hast du Zeit, Gele genheit und Gnade gegeben, wahre Buße zu wirken... Wie! einen so gütigen, so liebreichen Gott, der an mir seine Barm 1 Ueber die vorzüglichsten Namen sc. Gilfter Tag. herzigkeit, und nicht seine Gerechtigkeit hat zeigen wollen, soll ich noch einmal beleidigen?.. Nimmermehr! nimmermehr! O Jesu! ich will dich desto inbrünstiger, desto vollkommener lieben, je mehr, je kecker ich dich zuvor beleidiget habe. Gerne nehme ich auch zur Abbüßung meiner Sünden jegliche Strafen an; um dieses allein bitte ich dich durch dein liebevolles Herz, daß du mich nicht durch Zulassung eines traurigen Rückfalles in neue Sünden strafen wolleft. O Jesu! nur dieß verhänge nicht über mich, daß ich dich noch einmal beleidige, und deine Güte noch einmal mißbrauche! Amen! 379 Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebetzu den heiligsten Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. Gilfter Tag. Sehnsüchtige Anbetung; wie am ersten Tage; Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der größte Gutthäter. O Jesu! du bist in Wahrheit die Güte und Freigebigkeit selbst. Immer und überall erblicke ich die Fülle deiner Gutthätigkeit gegen mich. Schon ehe ich war, hast du an mich gedacht, und von Ewigkeit her beschlossen, mir in der Zeit Gutes zu thun.. Jeden Augenblick meines Daseyns hast du mir neue Wohlthaten erwiesen.. Alles, was ich bin, was ich habe und vermag, ist ein freiwilliges Geschenk deiner freigebigen Hand. Dir, und nur dir habe ich meine unsterbliche Seele sammt ihren Kräften, Talenten und Eigenschaften, meinen Leib sammt seinen Sinnen und Gliedern, meine Gesundheit, meinen Wohlstand, meine Nahrung, Kleidung, Versorgung 2c. zu verdanken.. 380 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. Und was soll ich von andern geistlichen und übernatürlichen Gnaden sagen, mit denen du mich so reichlich versehen haſt?.. Es scheint, du habest alle deine Weisheit, Macht und Güte aufgeboten, mich mit Wohlthaten zu überhäufen.. Lauter mit zugedachtes Gute ist's, was du immer als Urheber der Natur im ganzen Weltall hervorgebracht, als Urheber der Gnade zum Heile der Menschen gethan, als Belohner des Guten den Auserwählten im himmlischen Vaterlande zubereitet hast. O Jesu! welche Verbindlichkeit legten mir diese deine unzähligen Gutthaten auf! Sie verbanden mich, stets an dich zu denken, dir unablässig zu danken, dich beständig zu lieben... Allein was habe ich gethan? Ich habe mich des schändlichsten Undankes schuldig gemacht.. Selten, o Jesu! habe ich an dich und an deine Wohlthaten gedacht;- ich habe deine Gutthaten übel angewendet, und sie sogar als Werkzeuge gebraucht, dich zu beleidigen... Du hast nie aufgehört, das Böse mit Gutem zu vergelten... Die wildesten, grausamsten Thiere pflegen Jene zu verschonen, die ihnen Gutes thun und die Nahrung geben; und ich, ein Mensch, ein Christ, habe dich nicht verschont, sondern, o teuflische Bosheit! habe dich angegriffen und beleidiget, so gar zur Zeit, da ich wirklich deine Gaben genoß und von deiner Gnade lebte, da ich wirklich von deiner Güte abhing, und ohne deine Beihilfe weder mich bewegen noch athmen konnte... Wer hat je ähnlichen Undank gesehen, oder davon gehört? Jesu! hat mein schändlicher Undank deine Güte noch nicht ermüdet? Willst du deine milde Hand noch nicht von mir abziehen? Nein! du fährst fort, mich mit Gutthaten zu überhäufen; aber eben diese deine wunderbare Güte be zwingt mein Herz, das jetzt von wahrer Reue ganz durchdrungen ist.. Im Staube liege ich vor dir, und wage es nicht, zu dir empor zu blicken.. Göttlicher Gutthäter! du haft mich deine Freigebigkeit genießen lassen, da ich sie so schändlich zu +1 - Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Zwölfter Tag. deiner Beleidigung mißbraucht habe; ach, entziehe sie mir nicht, da ich mich nun ernstlich bekehren will!.. Seße den so vielfältigen Gutthaten, die du mir erwiesen hast, auch diese bei, daß ich in Zukunft alles Gute, das du mir dem Leibe und der Seele nach noch thun wirst, jederzeit nur zu deiner Ehre, zu deinem Dienste, zu deinem Wohlgefallen auwenden möge! Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsen Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. 381 3 wölfter Tag. Sehnsüchtige Anbetung; wie am ersten Tage; Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der stärkste Erretter. O Jesu! was ist diese Welt Anderes, als eine Heimath der Trübfale, ein Sammelplaß der Armseligkeiten, ein großes Spital von Bedrängten, Betrübten, Verunglückten?.. Man sieht und hört da beinahe nichts, als traurige Zufälle, Unglücke, Bedrückungen, Aergernisse, Sünden und Laster;.. fast unzählig ist die Menge derjenigen, die ihre Gesundheit, ihre geraden Glieder, den Gebrauch ihrer Sinne, ihr Vermögen, ihre Ehre, ihren guten Namen, ihr Leben, ihre Seele und Seligkeit verloren haben. Ich lebe in diesem Jammerthale schon viele Jahre faſt immer gesund und beglückt.. Wer hat mich beschützt? Wer hat so viele Uebel und Unglücksfälle von mir abgewendet? Wer hat mich vor so vielen Gefahren des Leibes und der Seele bewahret, oder mich aus denselben errettet?.. Niemand, als du, mein Jesu!.. Du hast über mich deine Hand ausgestreckt; du hast mich in deinen Schutz genommen; du haft 382 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssaframents. Erste Reihe. mich sicher geleitet; du hast mich wie dein Kind behütet, un für meine Gesundheit und mein Leben, für mein Hab und Gut, für meine Ehre, für meinen Leib und für meine Seel Sorge getragen.. Tausendmal hätte ich Alles eingebüßt, zeitlich und ewig wäre ich zu Grunde gegangen, hätte nicht deine liebevolle Obsorge mich errettet und gleichsam auf da Händen getragen.. O Jesu! wie sehr bin ich dir für deinen immerwährenden Schuß und Beistand verbunden!.. Wie oft aber habe ich muthwillig von deiner leitenden Hand mich gleichsam losge rissen, und mich in die augenscheinlichsten Gefahren gewagt, Leib und Seele zu verlieren!.. Ja! ich bin sogar freventlich in den Gefahren verharrt;.. hätte, da ich die Gefahren geliebt wohl verdient, in denselben zu Grunde zu gehen; du aber hat dein wachendes Auge nicht von mir abgewendet, sondern mich noch immer dem Verderben entrissen... Ferne sey es von mir, daß ich es noch einmal wage, mich den Gefahren auszu seßen!.. Ach! wenn oft deine großen Diener in der Gelegen heit und Gefahr schändlich gefallen sind, was wird mit mit schwachem, zum Bösen geneigtem Sünder geschehen?.. Jesu! dir will ich anhangen; in deine mächtigen Arme will ich mich begeben, und mich deiner allerweisesten Obsorge überlassen.. Ich selbst kann mich nicht beschüßen, nicht genug sam erretten; meine Kräfte sind zu schwach; allenthalben Rei zungen, Fallstricke und Gefahren! wie werde ich überall ausweichen, oder mich durchschlagen?.. Du, o Jesu! bif mein Helfer und Beschüßzer; auf dich setze ich meine Hoffnung: mit deiner Gnade will ich mich befleißen, durch ein dir wohl gefälliges Leben mich deines Schußzes würdig zu machen... Willst du mich durch zeitliche Widerwärtigkeiten und Trübfale prüfen, so werde ich sie mit Geduld annehmen, und deine Hand küssen. Dieß allein bitte ich: Wende jene Gelegenheiten und Gefahren von mir, in welchen ich in eine Sünde fallen, did beleidigen, und meine Seele verlieren könnte! Amen! Ueber die vorzüglichsten Namen sc. Dreizehnter Tag. Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. 583 Dreizehnter Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der getreueste Freund. D Jesu! ein treuer Freund ist ein starker Schirm; wer ihn gefunden hat, der hat einen Schaß gefunden. Einem treuen Freunde ist nichts zu vergleichen."( Eccle. 6, 14. 15.).. Wo ist aber heut zu Tage ein treuer Freund zu finden?.. Falsche, verstellte, eigennützige Freunde gibt es in Menge; wahrhafte, aufrichtige Freunde aber sind eine Seltenheit.. Du allein, o Jesu! bist aus allen der treueste, beste und beständigste Freund, auf den man sich verlassen kann. D, wie trostvoll sind deine Worte, die du zu deinen Aposteln gesprochen haft:„ Ihr seyd meine Freunde, wenn ihr thuet, was ich euch befehle. Ich will euch nun nicht mehr Knechte nennen; sondern ich habe euch meine Freunde genannt." ( Johan. 15, 14. 15.) Hierdurch gibst du uns zu verstehen, daß du Alle diejenigen als deine Freunde erkennen wolleft, die an dich glauben und deine Gebote halten... Die Großen dieser Welt machen nur Freundschaft mit ihres Gleichen, mit Edlen und Vornehmen; die Gemeinschaft mit den Armen, Einfältigen, Niedrigen verabscheuen sie als eine ihrer Würde, ihrem Stande nachtheilige Erniedrigung. Du aber, mein Jesu, du eingeborner Sohn Gottes, du König der Glorie! du würdigest dich, unser Freund zu seyn, und nimmst 384 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. Jedermann in deine vertrauliche Gemeinschaft auf, er mag arm oder reich, einfältig oder klug, niedrig oder vornehm seyn. Welche Ehre! welche Gnade! Sogar auch mich, o Jesu! hast du von deiner Freund schaft nicht ausgeschlossen.. Wer bin ich?.. und wer bif du?.. D, wie weit erniedrigest du dich, mich Elenden zu erhöhen! Was hast du nicht gethan, mich zu überzeugen, daß du mein wahrer, allerbester Freund seyest? Du hast stets an mich gedacht, für mich gesorgt, mich ermahnt, getröstet, be schüßt, mein Bestes befördert.. Du hast mir deine Gnaden, Verdienste und dich selbst geschenkt..„ Niemand kann eine größere Liebe haben, als diese, daß er sein Leben für seine Freunde gibt,"( Johan. 15, 13.) sind deine eigenen Worte. Wie groß muß dann deine Liebe gewesen seyn, da du am Kreuze für mich gestorben bist!... Welche Hochs schäßung, welche Gegenliebe hättest du von mir verdient, Jesu! Was hätte ich mich sollen kosten lassen, in deiner Freundschaft zu verharren! Hat aber wohl Jemand deine Freundschaft minder geachtet und weniger geschätzt, als ich? Schon damals, als ich die erste schwere Sünde beging, habe ich deine Freundschaft muthwillig aufgehoben, dich verlassen, ja sogar beleidiget und be trübt. Ich habe mich sogar zu deinen Feinden geschlagen, mit ihnen wider dich gehalten, und wie der treulose Judas dich verrathen, verkauft und auf's Neue dem Tode überliefert.. O Wuth, o teuflischer Undant, o unerhörte Untreue, wofür die Höllenstrafe noch viel zu wenig ist! Dennoch, o Jesu! konnte dieses mein treuloses, grausame Verfahren dein sanftmüthiges Herz nicht bewegen, mich ganz lich zu verlassen... Du hast mich wieder zur vorigen Freund schaft eingeladen, und mich liebreich in dieselbe aufgenom men, gleich als wäre dir Alles daran gelegen, daß du mein Freund seyest, und ich der deinige... Ach! ich bereue jest mit tiefstem Schmerz, daß ich dich, meinen aufrichtigsten, aller ♦ I ( 1 Ueber die vorzüglichsten Namen ic. Vierzehnter Tag. besten Freund verlassen, betrübt und beleidiget habe.. Lieber will ich künftighin Alles, als noch einmal deine Freundschaft, verlieren. Ich will sie höher schätzen, als alle Gunst der Welt.. Ja! gleichwie du als mein wahrer Freund zu meinem Nußen, zu meinem Heile Alles gethan, und sogar dein Blut und Leben hingegeben haft, so will auch ich als dein wahrer Freund Alles thun, meine Kräfte, meine Talente, meine Gesundheit und mein Leben anwenden, deine Ehre zu befördern, dir mehrere Freunde zu verschaffen, deinem Wohlgefallen pünktlichst nachzukommen. Amen! 385 Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. Vierzehnter T a g. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der liebenswürdigste Bruder. O Jesu! wie überaus groß ist deine Liebe! Nicht nur unser treuer Freund, sondern auch unser Bruder willst du seyn. Geh hin zu meinen Brüdern," sprachst du zu Magdalena, und sag' ihnen: Ich fahre auf zu meinem Bater, und zu eurem Vater!"( Johan. 20,17.) Deine Apostel hast du Brüder genannt, und auch deine Gläubigen erkennest du als deine Brüder. Du bist der Eingeborne Sohn des göttlichen Vaters, und wir sind angenommene Kinder des nämlichen Vaters, folglich auch von dir angenommene Brüder und Miterben deines Reiches... Billig nennt dich der Apostel unter vielen Brüdern den Erstgebørnen." ( Rom. 8, 29.) Du bist es auch, und zwar ein Bruder, bei dem feine Mißgunft, fein Neid, keine Eifersucht, sondern nur 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe 2c. 25 386 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. eine Liebe, aufrichtige Liebe zu seinen Brüdern zu finden ist, die dich bewogen hat, uns alle deine Gnaden und Verdienste mitzutheilen, und dein Leben für uns hinzugeben. O Jesu! wer soll dich als einen solchen Bruder nicht hochschätzen, ehren und lieben? Was hast du aber erfahren! Das Nämliche, was der unschuldige Joseph von seinen ih hassenden Brüdern erfuhr, die ihm nach dem Leben strebten, ihn in eine Cisterne warfen und als Sklaven verkauften. Ja! noch weit ärger, als dem Joseph, erging es dir, mein Jesu! Du wur dest von den Menschen, deinen Brüdern, nicht nur verachtet, verspot tet, verkauft, sondern sogar an's Schmachholz des Kreuzes gebracht. Unter diesen grausamen Brüdern war auch ich;- aud ich habe durch meine Missethaten deinen schmerzlichen Tod be fördert. Ach! nicht mehr deinen Bruder kann ich mich nennen; dein Mörder war ich... Hat das Blut des unschuldigen Abel wider dessen Bruder um Rache zum Himmel gerufen, wie wird nicht dein vergossenes Blut wider mich zum Himmel rufen!.. Ja! es ruft wirklich, aber nicht um Nache, sondern um Gnade und Barmherzigkeit... D allerliebster Bruder! rächest du so die Unbilden und Beschimpfungen, die Qualen und Schmerzen, den Tod, die du zu erleiden hat test?.. In Erwägung dieser Güte muß ich aufrufen:„ Wer wird mir geben, daß ich meinen Bruder finde und ihn küsse?"( Hohelied 8, 1.) Ich darf nicht weit gehen, um dich zu finden; überall bist du schon zugegen.. O! wenn der Patriarch Joseph, da er als Unterkönig von Egypten auf dem Throne saß, sich gegen seine unmensch lichen Brüder so liebreich erzeigt hat, daß er, anstatt sie ein kerkern und dem Tode überliefern zu lassen, sie umfing, küßte und ihnen Alles verzieh,- was kann ich von dir hoffen, o Jesu, du liebreicher Bruder, der du wohnest in deiner Barmherzigkeit! Darum bitte ich dich: Sieh mich nicht an- als einen Sün der, sondern als deinen, wiewohl unwürdigsten, Bruder, de jetzt in Wehmuth seines Herzens bereuet, was er immer wider Ueber die vorzüglichsten Namen ic. Fünfzehnter Tag. 387 bt dich gesündigt hat!.. O Jesu! sey von nun an der Herr über deine Brüder!"( Gen. 27, 29.) Beschüße sie, leite und regiere sie, damit sie dir, als dem Erstgebornen, in Allem gehorsamen, und in Allem nachfolgen! Was mich anbelangt, so werde ich alle Sorge, allen Fleiß und alle Mühe anwenden, daß ich dir, o liebenswürdigster Bruder, der du der Sohn Gottes, der König des Himmels bist! nicht mehr zur Unehre, zum Verdrusse, sondern durch ein tugendhaftes Leben zur Freude und zum Wohlgefallen seyn möge. Amen! imi2 am2 stblade d 1: Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. id id 1; en 11, et Die Fünfzehnter T a g. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; iq ella Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der eifernde Bräutigam. et 11, O Jesu! du wurdest von meiner Seele, nachdem du sie durch deinen Tod erlöset, und durch deine heiligmachende Gnade von allen Makeln gereiniget hattest, so eingenommen, daß du fie zu deiner geliebten Braut erwählet hast. Du sprachst gleichſam zu ihr:„ Ich will mich ewiglich mit dir vermählen in Gerechtigkeit, in Barmherzigkeit und in Erbarmungen."( Dsee 2, 19.).. 114 Ewiger, wahrer Sohn Gottes, König der Engel, unendlich großer Herr! mit meiner Seele willst du dich vermählen durch das Band der reinsten Liebe, und zwar auf ewig? D unendliche Ungleichheit zwischen dir und meiner Seele! Et! Daß der mächtige König Assuerus die arme Esther zur Gemahlin erfor, ist nichts so Außerordentliches; denn sie war ein Wunder von Schönheit, und besaß ganz vorzügliche Ge25* sid sil te 388 Besuchungen d. allerheiligsten Altars sakraments. Erste Reihe. müthsgaben und die seltensten Tugenden.. Was Schönes, Reizendes und Angenehmes, das dein Herz hätte anziehe können, haft aber du, o Jesu! an meiner Seele gefunden! Nicht das Mindeste, wohl aber Vieles, was dich mit Abscher hätte erfüllen können!.. Und dennoch war deine Liebe groß, daß du dich mit ihr vermählt hast- in Gerechtig keit, die du ihr durch dein Leiden verdient, in Barmherzig keit und in Erbarmungen, die du ihr erwiesen hast. Welche Treue, Dienstfertigkeit und Gegenliebe erheischte nicht von meiner Seele diese deine ausserordentliche Huld!.. Doch ach! bald hatte sie deine so innige Liebe vergessen, dir die Treue gebrochen, und andern Liebhabern ihr Herz hingegeben.. Keine Liebe ist heifler, empfindlicher, eifernder, all die Liebe eines würdigen Bräutigams gegen seine zärtlich ge liebte Braut. Wird sie vergolten durch schändliche Untreue, fo wird sie oft in unversöhnlichen Haß verwandelt, und die Un bild dieser Untreue wird von dem beleidigten Bräutigam fürd terlich gerächt.. O Jesu! welche große Unbild, welche em pfindliche Schmach hat dir meine Seele angethan, da sie dich, den liebenswürdigsten Bräutigam, verlassen, und in blinder, sündhafter Neigung sich den Geschöpfen hingegeben hat!.. Mit Recht hättest du sie auf ewig von dir verstoßen können, - billig hättest du sie verstoßen sollen. Allein, welche Gnade für mich! Ungeachtet der begange nen Untreue war meine Seele noch kostbar in deinen Augen; du haft an ihr dein Ebenbild und den Werth deines Blute angesehen, und hast sie darum wieder an- und aufgenommen... D Jesu! überwunden und eingenommen von deiner so lang müthigen Liebe- werfe ich mich vor dir nieder, und gan beschämt, ganz reumüthig bitte ich dich um Verzeihung meiner Untreue. Ich entsage zugleich aller unordentlichen Liebe Geschöpfen;-- dich allein will ich lieben; dir allein will id anhängen, dir allein zugehören... Nichts soll mich mehr von dir trennen. Amen! zu El 10 3 Sechzehnter Ta g. 7. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der sicherste Bürge. O Jesu! wohl eine recht große Gnade ist es, wenn ein treicher Herr für Jemand, der mit vielen Schulden beladen und zahlungsunfähig ist, sich als Bürge anbietet, für Alles gut stehen, Alles bezahlen will. Wer ist mit mehreren und gröferen Schulden beladen, als ich?.. Meiner begangenen Sünden wegen schulde ich der Gerechtigkeit deines göttlichen Vaters soviel, daß ich unmöglich hinlängliche Genugthuung leisten kann... Ach! fast muß ich beim Anblicke meiner Unvermögenheit verzagen. Doch, o Jesu! unendlicher Dank sey dir gesagt! du bist in's Mittel getreten, und hast dich deinem himmlischen Vater für mich als Bürge angeboten, haft freiwillig alle meine Schulden auf dich genommen, und sie schon wirklich überflüssig bezahlt nicht mit Gold und Silber, sondern mit dem unendlichen Werthe deines Blutes und deiner Verdienste... Wohl eine glückselige Schuld, möchte ich fast sagen, die ein Bürge über sich genommen hat, der unendlich mehr bezahlt, als die göttliche Gerechtigkeit fordern kann!.. g 1, 1 Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Sechzehnter Tag. 389 Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. 18 11, ✦✦ ett O Jesu! wie habe ich diese Genugthuung, die du für mich geleistet, mir zu Nußen gemacht? Habe ich behutsamer gelebt, vor neuen Schulden mich gehütet? Dich undankbarer, boshafter Mensch! freventlich verließ ich mich auf deine schon 390 Besuchungen d. allerheiligsten Altare sakramente. Erste Reihe. erfahrene Güte, und häufte neuerdings Sünden auf Sünden, Schulden auf Schulden, die ich als Verschwender deiner Gm den so wenig, als die ersten, zu bezahlen vermochte... Wohl hätte ich verdient, daß du deine hilfreiche Hand völlig vo mir abgezogen, und mich der strafenden Gerechtigkeit übergeben hättest; allein stets übertraf deine unermeßliche Güte mein Bosheit; immer wieder bezahltest du als beständiger Bürge mi neuer Liebe meine neuen Schulden... Jesu! nimmermehr kann ich deiner unergründlichen Güte widerstehen; sie bezwingt mein verkehrtes Herz, und es ergies sich jetzt in Thränen.. Bitter bereue ich es, daß ich nichti faft mir, als dir durch angehäufte Sünden eine so ungeheu Schuldenlast aufgebürdet habe, die du, wie du schon oft gethan, als Bürge abtragen und bezahlen sollst. Ich danke dir fi deine so übergroße Liebe, und fasse den ernstlichen Entschluß mein Leben ganz anders einzurichten, deine Gebote zu halten deinen Willen genau zu vollziehen.. Ich will meine böje Neigungen abtödten, würdige Buße wirken, und Alles thun daß ich einst frei von Schulden, und rein von Sünden vor d erscheinen möge. Amen! n fot ols Junot Geistliche Kommunion, Begrüßung der selig sten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engels Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. das Sie benzehnter Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage Seite 350.pnd 10 Besondere Erwägung und Herzensergießung. BH Jesus, der mächtigste Fürsprecher. D Jesu! wie tröstlich ist, was dein geliebter Jünger dir schreibt:„ Hat aber Einer gesündiget, so habe Ueber die vorzüglichsten Namen ic. Siebenzehnter Tag. wir bei dem Vater einen Fürsprecher, Jesum, den Gerechten; und dieser ist die Versöhnung für unsere Sünden!"( 1. Johan. 2, 1. 2.)... Wie ermuntern diese Worte mein niedergeschlagenes Gemüth! Welche füße Hoffnung und welches zuversichtliche Vertrauen auf dich erwecken fie in mir!... Nichts ist dem, der einen schweren, gefährlichen Handel hat, erwünschlicher, als daß er einen Fürsprecher finde, der durch seine Klugheit, durch seine Macht und durch sein Ansehen den Handel glücklich auszuführen und beizulegen weiß. O Jesu! ich habe gesündiget; ich habe mich vieler Verbrechen schuldig gemacht. Mein Handel bei der göttlichen Gerechtigkeit ist schwer und gefährlich; denn Himmel und Erde, ja! mein eigenes Gewissen klagt mich an, und ich kann mich nicht entschuldigen.... Finde ich keinen Fürsprecher, der sich meiner annimmt, so ist mein Handel auf ewig verloren.... Allein, o Trost! du, mein Jesu! bist derjenige, der sich als Mittler und Fürsprecher für mich bei deinem Vater dargestellt hat; du bist sein geliebter Sohn, an dem er sein Wohlgefallen hat; er kann dir nichts abschlagen.. 391 Wohlan! erfülle dein Amt! Zeige deinem Vater deine vergossenen Thränen, deinen Schweiß, dein Blut, deine erduldeten Schmerzen, deine erlittenen Unbilden, deine empfangenen Streiche, Striemen und Wunden! Zeige ihm deine von Nägeln durchbohrten Hände und Füße, dein mit der Lanze eröffnetes Herz!... Erinnere ihn, daß du den Schuldbrief meiner Sünden an's Kreuz geheftet und mit deinem Blute ausgelöscht habest!.. Erinnere ihn, daß du noch am Kreuze, schon sterbend und mit dem Tode ringend, mit lauter Stinime um Nachlaffung meiner Sünden gebeten, und mich zum Erben deiner Verdienste eingesetzt habest!.... Unmöglich ist es, daß der göttliche Vater deine Fürsprache nicht erhöre, und daß er gegen mich nicht zur Barmherzigkeit bewogen werde... D liebster Jesu! ich liege vor deinen Füßen mit Troft erfüllt, da ich armer Sünder an dir einen so mäch ganz 392 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. tigen Fürsprecher habe.... Zur besonderen Ehre gereicht es dir, daß du aus einem so großen Missethäter noch einen wah ren Büßer und Himmelsbürger machen kannst.... Fest be schlossen ist es: Ich will aus dankbarer Gegenliebe, mit deiner Hilfe, um die ich demüthig bitte, alle Sünden und alle bösen Gelegenheiten sorgfältig fliehen, mein Thun und Lassen nach deinem heiligsten Willen anordnen, der Uebung wahrer Tugenden mich ergeben, damit es dich nicht gereuen dürfe, sondern daß du dich erfreuen könnest, mein Fürsprecher gewesen zu seyn. Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der selig ften Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. Achtzehnter T a g. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der mitleidige Seelenarzt. Jesu! du hast, als du noch auf Erden unter den Menschen wandeltest, alle Städte und Flecken durchlaufen, und allenthalben Gutes gethan. Alle Kranken hast du geheilt, den Blinden das Gesicht, den Tauben das Gehör, den Stummen die Sprache, den Lahmen den Gebrauch ihrer Glieder gegeben; die bösen Geister hast du ausgetrieben, und die Todten zum Leben erweckt.... Sehr Vielen hast du die leibliche Gesund heit wieder gegeben; noch weit Mehreren aber hast du die Ge sundheit der Seele wieder verschafft. D Jesu! frank, sehr krank bin ich; die vielen Sünden, die ich begangen habe, haben mir mancherlei üble Zustände und Krankheiten der Seele zugezogen... Ich bin blind in Allem, 8 E 2: et B 1 3 1 I 1 S Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Achtzehnter Tag. 393 was meine Seele, mein Heil, meine Seligkeit betrifft.... Ich bin taub gegen alle guten Ermahnungen und innerlichen Einsprechungen... Ich bin stumm, da ich zu deiner Ehre, zum Wohle des Nächsten, zur Abstellung der Sünde reden sollte... Ich bin lahm und träge zu allen geistlichen Uebungen, zu allen Andachten und Tugendwerken... Meine Leidenschaften plagen mich täglich gleich einem heftigen Fieber; meine fündhaften Gewohnheiten besißen mich wie eben so viele böse Geister; mit Einem Worte, ich trage in einem gesunden Leibe eine todkranke Seele herum.. Und das Allerschlimmste ist, daß die Krankheiten und üblen Zustände meiner Seele schon langwierig und eingewurzelt sind..... Wohin soll ich mich wenden? Ich habe keinen Menschen"( Joh. 5, 7.), kann ich mit jenem Gichtbrüchigen beim Schwemmteiche sagen, der schon acht und dreißig Jahre an seiner Krankheit läg;„ ich habe keinen Menschen," der mir helfe. Doch ich irre mich. Ich habe einen Menschen, nämlich dich, o Jesu! dich habe ich, der du wahrer Mensch und Gott bist. Du als mitleidiger Seelenarzt kannst und willst mir helfen.... Zwar verdiene ich deine Hilfe nicht, weil ich selbst die Ursache meiner schweren innerlichen Krankheiten bin. Allein je unwürdiger ich mich erkenne, desto stärker rufe ich zu dir: I Jesu, du Sohn Davids! erbarme dich meiner!" ( Mart. 10, 47.) Es kostet dich ja keine Mühe; sprich nur ein einziges Wort, so bin ich vollkommen gesund!... Ach! erleuchte die Augen meines Gemüthes, daß ich die ewigen Wahrheiten, die Pflichten meines Berufes, die Wichtigkeit meines Heiles recht erkenne!... Gib mir ein bereitwilliges Gehör, deiner Stimme zu folgen, deinen Einsprechungen, deinen Lehren nachzukommen!... Gröffne meinen Mund, daß ich nur rede, was nothwendig, nüßlich und erbaulich ist!. Ertheile mir die Behendigkeit, den Weg deiner Gebote, den Pfad der Tugend zu laufen! Stille und lösche aus die Hitze .. meiner Neigungen und Begierlichkeiten!. Vertreibe die bösen ♦ 394 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakramente. Erste Reihe. Geister meiner fündhaften Gewohnheiten, und erwecke mich zum Leben der Gnade!. Ach! sprich nur ein Wort, mein Jesu! so ist mir geholfen! Die Arznei zu meiner Genesung ist dein kostbares Blut; laß nur einen Tropfen desselben in meine todschwache Seele fließen, und sie wird alsbald die Gesundheit erlangen! Die Ge funden brauchen keinen Arzt, sondern Jene, die sich übel befinden,"( Luk. 5, 31.) so hast du selbst ge sprochen, als du mit den verschrieenen Sündern zu Tische saßeft, sie zu bekehren. Du wolltest dadurch zu verstehen geben, die Sünder seyen die wahren Kranken, und du seyest der wahre Seelenarzt... Welcher Sünder soll demnach nicht zu dir eilen, bei dir seine Gesundheit und sein Heil zu suchen? O Jesu! wiewohl meine Zustände und Krankheiten hartnäckig und sehr gefährlich sind, so seße ich dennoch alle meine Hoffnung auf dich. Sind einst so viele Kranke augenblicklich gesund geworden, sobald sie nur mit Vertrauen den Saum deines Kleides berührt hatten, warum soll ich nicht gleiche Gnade hoffen, da ich dir so nahe bin?.. Noch einmal rufe ich deßhalb: O Jesu, du Sohn Davids! erbarme dich meiner!" Sprich zu mir, was du zu jenem Kranken gesprochen haft:„ Sieh! du bist gesund geworden; fündige nicht mehr, damit dir nicht etwas Aer geres widerfahre!"( Joh. 5, 4.).. Ich will auch nicht mehr fündigen.. Alles, was meiner Seele eine neue Krankheit zuziehen könnte, will ich hassen und fliehen. Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. paig Ueber die vorzüglichsten Namen sc. Neunzehnter Tag. 395 Neunzehnter Tag. Sim notun ichin strrivedru Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. enge And jus sim biluni dind thi Besondere Erwägung und Herzensergießung. hou Jesus, der sorgfältige Hirt. andnot O Jesu! du bist wirklich, wie du selbst sagst, der gute Hirt;"( Joh. 10, 11.) leitest und führest deine Schafe, ernährest und weidest sie, bewachest und schüßest sie, gibst für sie sogar dein Leben.. Deine sorgfältige Liebe erstreckt sich nicht nur auf die dir getreuen und gehorsamen Schafe, sondern auch auf die widerspenstigen... Als dir eines entlaufen war, was hast du nicht gethan, um es wieder zurück zu bringen? Ohne Verzug hast du dich aufgemacht, hast die übrige Heerde verlassen, und bist dem flüchtigen Schäflein nachgeeilt. Du hast es aller Orten aufgesucht, haft ihm wehmüthig gerufen, und dir Tag und Nacht keine Ruhe gegönnt, bis du es endlich nach vieler Mühe und nach vielem vergoffenem Schweiße gefunden hast.. Und wer kann beschreiben die Freude und den Trost deines Herzens, womit du das gefundene Schäflein aufgenommen, die Liebe und Sanftmuth, womit du es auf deine Schultern gelegt, und selbst zur Heerde zurückgetragen hast? O Jesu! ja! du bist der gute Hirt; ich aber bin das widerspenstige, verlorne Schaf.. Einige Zeit war ich dir getreu, folgte deiner Stimme, und genoß die beste, gesündeste Weide.. Allein deiner Wachsamkeit überdrüssig, gelockt von der Lust vermeintlicher Freiheit habe ich die Heerde, die Schaar der Frommen verlassen, und bin dir muthwillig ent= laufen.. Was ist erfolgt? Ach! ich bin auf die gefährlichsten Irrwege gerathen, habe verbotene, vergiftete Weiden gesucht, nicht ohne äußerste Gefahr, ein Raub der höllischen Wölfe zu werden... - - — - 396 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. Du hast, da ich ganz blind, meiner und Deiner vergessen, umherirrte, nicht nur an mich gedacht, sondern bist mir, so zu sagen, überall nachgelaufen, hast mich aufgesucht, haft bald äußerlich, bald innerlich mir zugerufen, haft Alles angewendet, bis du mich zurückgebracht hast.. Aber wie kurz war deine Freude und dein Trost! Nicht nur ein, zwei- oder dreimal, sondern öfter bin ich dir treulos entlaufen.. Und dennoch haft du mich immer wieder gesucht.. Was soll ich mehr bewundern, meine so oft wiederholte Bosheit, oder deine unendliche Güte? Jesu, guter Hirt! hier bin ich vor dir. Deine Gnade hat mich hierher geführt, oder vielmehr ganz liebreich hierher getragen.. Ach! nimm mich wieder auf unter deine Heerde, unter deine getreuen Schafe, die deine Stimme hören, deiner Leitung beständig folgen!.. Ich bereue es, daß ich mich so blind von dir entfernt, deine Güte mißbraucht, deine Weide verlassen habe.. Sollte ich noch einmal nach falscher Freiheit, nach verbotenen Weiden mich sehnen, so halte mich zurück, gebrauche Schärfe, schlage zu auf mich mit deinem Hirtenstabe, damit deine Mühe, deine Sorge und dein Schweiß an mir nicht verloren gehe!.. Stelle mich an jenem Tage, an dem du als höchster Oberhirt die Böcke von den Schafen absondern wirst, auf die rechte Seite unter deine Auserwählten, damit ich mit ihnen im Vaterlande die ganze Ewigkeit hindurch deine Erbarmungen preisen möge! Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. sid - mohitajpg sid it Ueber die vorzüglichsten Namen c. 3wanzigster Tag. 397 3wanzigster Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. ism Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der liebevollste Vater. 1910 O Jesu! ja! du bist mein liebevoller, sorgfältiger Vater. Stets habe ich dich als solchen erfahren; ich aber bin jener ungerathene Sohn, den du in der evangelischen Parabel so lebhaft geschildert hast.. Du hast mich mit Talenten, Eigenschaften, Gaben und Gnaden als einem reichen Erbtheile sorgfältig versehen. So lange ich mich an dich hielt, dir gehorsamte, dich ehrte und liebte, war ich vergnügt und glückselig.. Nachdem ich aber in jugendlichem Alter in deinem Dienste lau und kalt geworden bin, hat die Begierde, frei und ungebunden zu leben, mich so weit gebracht, daß ich dich verlassen habe.d Ich habe mich weit von dir entfernt, habe selten an dich gedacht, meine gewöhnlichen Andachten und den öfteren Gebrauch der heiligen Sakramente unterlassen, alle Luft und allen Geschmack zum Guten verloren, furchtlos und in Menge kleine Sünden begangen.. Ich habe mich endlich in alle Gefahren und Gelegenheiten hineingewagt, bis ich zuletzt durch ein ausgelassenes, freies Leben den von dir empfangenen Erbtheil gänzlich verschwendet hatte. - Nach so großem Verlurste gerieth ich in die äußerste Noth und Armuth; ich litt den bittersten Hunger nach den Wollüsten. Meine schändlichen Neigungen zu ersättigen, machte ich mich zum Sklaven des Satans.. Aber auch in dieser Knechtschaft konnte ich meine Begierlichkeit nicht begnügen; sogar an den verächtlichsten, schlechtesten und sinnlichen Ergößungen fand ich den größten Abgang und Mangel. Kurz, ich fand in der Fremde gar nicht, was ich suchte, sondern nur Kummer und 398 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. Hunger, Qual und Pein, mein Verderben und meinen gänz lichen Untergang. 2 bedauernswürdiger Stand!.. Bei dir, o Jesu! als meinem Vater, hatte ich allen Ueberfluß, alle Freude, allen Trost; und jetzt bin ich der unglückseligste Mensch, der im Elende verschmachten muß.. O falsche Freiheit! wie weit hast du mich gebracht! Ach! soll ich noch länger in diesem armseligen Stande bleiben? Nein! ich will mich aufmachen, will von meinen bösen Gewohnheiten aufstehen, will die sündhaften Gelegenheiten verlassen, will mich von der Knechtschaft des Satans losmachen. Zum Vater, ach! 31 losmachen.. Zum Vater, ach! zum Vater, zu dir will ich gehen, o Jesu! Ja! ich bin schon da vor deinen Füßen, und rufe bitter weinend und tief seufzend:„ Vater! ich habe gesündiget im Himmel und vor dir.. Ich bin nicht mehr werth, dein Sohn zu heißen.. Mache mich wie einen von deinen Taglöhnern!"( Luk. 15, 18. 19.).. Doch, was sehe ich? Dein Vaterherz, o Jesu! erfreut sich, daß ich zurückkomme. Du umarmst mich.. Du gibst mir den Friedenskuß.. Du verzeihst mir Alles, was ich wider dich gethan habe.. Du stellst mir die verlorne Gnade und das Erbrecht zu deinen Gü tern wieder zurück.. Du kündest deinen Engeln und Himmelsbürgern sogar ein Freudenfest an... O Vater! o liebster Vater! ist dieß die Strafe meiner Untreue, meines Ungehorsams, meines ausgelassenen Lebens?.. Hast du denn schon vergessen, was ich dir zu Leid gethan habe?.. Vater! Erstaunen, Beschämung, schmerzliche Neue machen mich sprachlos; ich kann nicht reden. Es reden aber meine Thränen, mein Herz, mein von Neue und Liebe durchdrungenes Herz.. O, könnte ich doch aus vollkommenster Liebesreue so oft sterben, als ich dich, meinen Vater, beleidigt und betrübt habe! Nimmer werde ich dich verlassen, nimmer mich von dir entfernen. Alle Kräfte will ich aufbieten, dir meine kindliche Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Ein und zwanzigster Tag. 399 Treue, meinen Gehorsam und meine Liebe zu erzeigen. Das Mindeste, was dir mißfällt, will ich meiden. Mein immerwährendes Seufzen wird seyn: Ach! hätte ich nur dich, meinen liebevollsten Vater, nie verlassen, nie beleidiget! Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; S. 355 u. ff. Ein und zwanzigster Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der oberste Feldherr. O Jesu! du hast einst zu deinen Aposteln gesprochen: Ihr müsset nicht glauben, daß ich gekommen sey, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert"( Matth. 10, 34.) Du wolltest hiermit sagen: Ich bin nicht gekommen, den schädlichen Frieden mit der Welt und dem Fleische zu bestätigen, sondern den heilsamen, nothwendigen Krieg wider dieselben anzukünden und fortzuführen. Diesen heiligen Krieg hast du begonnen gleich bei deiner Geburt, und haft ihn fortgesetzt dein ganzes Leben hindurch bis in den Tod.. Alle deine Beispiele und Lehren zielten auf die Bekämpfung der Welt, auf die Umstoßung und Vernichtung ihrer falschen Grundsäße.. si al domimiy Zu diesem Kriege ladest du Alle ein, und hast deßwegen die glorreiche Fahne des Kreuzes aufgerichtet, mit der Zusicherung herrlichen Sieges, wenn man bei deiner Fahne standhaft ausharrt, und nach deinem Beispiele als tapferer Kriegsmann 400 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. herzhaft kämpft.. Deine Gnade hat auch mich als Krieger ge worben und angenommen; ich habe bei der heiligen Taufe zu deiner Fahne gleichsam geschworen, und mich verpflichtet, dir au folgen, mit dir zu streiten und zu stegen.. Aber, wie zaghaft, wie treulos war ich! Bald war ich des heiligen Kampfes wider Welt und Fleisch überdrüffig; bald verließ ich deine Kreuzesfahne, und lief zur Fahne des Satans über; bald nahm ich die schmeichelnden, reizenden Grundsäße der Welt und des Fleisches an, und zog sie deinen heiligsten Lehren vor.. O Jesu! wenn ein treuloser Ueberläufer von einem sterblichen Fürsten zum andern mit dem Tode bestraft wird, welche Strafe habe ich verdient, der ich so schändlich, so freventlich von dir, dem Herrn der Heerschaaren, von meinem obersten Feldherrn, zu dem Fürsten der Finsternisse übergegangen bin!.. Was mich noch strafwürdiger macht, ist, daß ich sogar die Waffen wider dich getragen, indem ich durch mein böses Leben deine Lehren und Beispiele bekämpft und verachtet, und auch Andere, die dir getreu anhingen, zur Verlassung deiner Fahne angereizt und verleitet habe.. Welche vielfache Bosheit, die dir auch zu vielfacher Beleidigung und Beschimpfung gereicht! Denn ich gab dadurch gleichsam zu verstehen, als sey es vortheilhafter, unter der Fahne des Satans, als unter der Fahne deines Kreuzes zu kämpfen.. Nunmehr erkenne ich mit meinem Schaden, wie sehr ich gefehlt und mich selbst betrogen habe, da ich von dir- zu meinem und deinem Feinde übergegangen bin.. Jetzt fehre ich zurück, erfüllt mit wahrer Reue; ich schwöre auf's Neue zu deiner heiligen Fahne, von der ich nimmermehr abweichen werde.. Nimmermehr sollen die Welt und das Fleisch durch ihre Reizungen und gefährlichen Grundsäße mich zu neuer Untreue verleiten.. Unter deiner Anführung will ich wider sie kämpfen; herzhaft will ich meine Eigenliebe, die Hochschätzung meiner selbst, meine bösen Neigungen so lange bekämpfen, bis Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Zwei und zwanzigster Tag. 401 ich sie mit deiner Gnade vollkommen überwunden und vertilgt haben werde. Sollte es auch Blut und Leben kosten, wohlan! ich kann nicht glorreicher sterben, als wenn ich durch meinen Tod die Welt, das Fleisch und mich selbst bestege... Zu zeiz gen, daß es mir Ernst sey, will ich heute noch unter deinem Namen und Schuß, und unter deiner Anführung den heiligen Kampf beginnen, auf daß ich durch wiederholte Siege meine vorige Zaghaftigkeit und Treulosigkeit erseßen möge. Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. 3 wei und zwanzigster Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. nacht Besondere Erwägung und Herzensergießung. mp, nism Jesus, der unsterbliche König. inlog Jesu! du bist der König der Könige. Als solchen erkennen dich alle heiligen Engel und Himmelsbürger, und die ganze katholische Kirche.. Als Pilatus dich fragte, ob du ein König seyst, antwortetest du selbst:„ Du sagst es, daß ich ein König bin;" segtest aber gleich bei:„ Mein Reich ist nicht von dieser Welt"( Joh. 18, 37. 36.); d. i., mein Reich ist nicht beschaffen, wie die irdischen Reiche dieser Welt; das Reich, welches ich besitze, ist das Reich der ewigen Glorie; und das Reich, welches ich zu errichten suche, ist das Reich der Liebe und der Gnade in den Herzen der Gläubigen.. wohl ein glückseliges, weitumfassendes und dauerhaftes Reich! Glückselig, weil man darin wahre Ruhe, Frieden, Vergnügen und Ueberfluß, übernatürliche Güter und Reichthümer findet;- weitumfassend, weil es sich über alle O 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe zc. 26 402 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssaframents. Erste Reihe. Theile der Erde erstreckt, wo es Rechtgläubige gibt;- dauerhaft, weil keine erschaffene Macht dasselbe zerstören kann, und weil es immer währen wird. def Jesu! selig Jene, die in diesem deinem Reiche der Liebe und der Gnade sich befinden, und über die du als König herr schest; denn du bist unendlich mächtig, und kannst deine Unterthanen beschüßen; du bist unendlich weise, und weißt sie am Allerbesten zu regieren; du bist unendlich gütig und freigebig, und liebest sie wie ein Vater seine Kinder, und sucheft nichts Anderes, als sie ewig zu beglücken... Hat die Königin von Saba jene Diener und Knechte glücklich gepriesen, welche täglich den König Salomon sehen und hören konnten, wie selig sind Jene zu nennen, die deine Unterthanen, o höchster König! die deine getreuen Diener sind, und mit dir, der du unendlich mehr als Salomon bist, vertraulich zu reden und umzugehen das Glück und die Ehre haben! ulich zu reden D Jesu! wie lange weilest du schon vor der Thüre meines Herzens! wie lange klopfest du schon, und verlangest eingelassen zu werden, um mein ganzes Herz in Besitz nehmen, und in demselben als gebietender König vollkommen herrschen zu können! Ich aber habe dir den Eintritt verweigert.. Und warum?.. Ach! eitle Possen, unnüße Sorgen, unordentliche Neigungen zu den Geschöpfen haben mein Herz eingenommen; die bösen Gewohnheiten haben es gefesselt.. Ich sah deine milde, sanfte Regierung als ein schweres Joch an, und rief gleichsam mit jenen boshaften Bürgern:„ Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche."( Luk. 19, 14.).. D, wie blind wird der Mensch, der sich seinen Leidenschaften überläßt! Dank sey dir, unsterblicher König! Eine mir zugesandte Erleuchtung hat mir meine Thorheit zu erkennen gegeben, die ich nun bereue und beweine... Was mich noch tröstet und ermuntert, ist, daß du im Reiche der Liebe und der Gnade nicht nur Fromme und Gerechte, sondern auch große Sünder aufge nommen hast.. Nun, so wirst du mich aus demselben auch Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Drei und zwanzigster Tag. 403 nicht ausschließen.. Nimmermehr soll die Sünde, sie mag groß oder nur klein seyn, in mir herrschen! Ich stoße dieses Ungeheuer aus meinem Herzen, das ich dir gänzlich übergebe.. Nimm es völlig in Besitz als rechtmäßiger König! Regiere, lenke und wende es nach deinem Belieben! Reinige es von allen Makeln; schmücke es mit allen Tugenden; entflamme es mit deiner vollkommensten Liebe!.. Lisid Als gefangene Aufrührer, die sich wider dich erhoben haben, und die Ursache meiner Untreue gewesen sind, führe ich zu dir meinen verkehrten Willen, meine Eigenliebe, meine Sinnlichkeit und andere zügellose Neigungen. Ich will sie mit deinem Beistande unterdrücken, abtödten und bezwingen, auf daß sie dich in dem ruhigen Besige meines Herzens nicht mehr stören, noch mich von dir mehr trennen und abwendig machen können. Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligsten Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. mism Drei und zwanzigster Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der göttliche Lehrmeister. 11 Jesu, du bist der vom Himmel gesandte Lehrmeister, von dem wir sagen können: Wir wissen, daß du wahrhaft bist, und den Weg Gottes in der Wahrheit lehrest."( Matth. 22, 16.) Deine Lehren scheinen zwar den Worten nach einfach zu seyn; sie enthalten aber die höchsten Geheimnisse und wichtigsten Wahrheiten. Du haft selbst zu deinen Jüngern gesagt:„ Die Worte, die ich zu euch ge= 26* lan 404 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. redet habe, sind Geist und Leben."( Joh. 6, 64.) Er. wägt man sie, so erleuchten sie den Verstand, bewegen den Willen, und dringen in die innerste Tiefe der Seele ein. Die Gerechten werden dadurch im Guten gestärkt, die Lauen ange eifert, die Sünder zur Buße erweckt. Deine Lehre, o Jesu, vernichtet alle Irrthümer, beschämt die Klugheit des Fleisches, stürzt darnieder die bösen Grundsäge der verkehrten Welt; denn sie zielt nicht auf das Fleischliche, Sinnliche und Irdische, das uns Menschen verblendet und be thört, sondern dringt mit allem Ernste darauf, daß wir uns selbst verläugnen, das Fleisch, unsere Begierlichkeiten und Leidenschaften adtödten, die Sünde ausrotten, Demuth, Sanft muth, Geduld üben, den Nächsten, ja! sogar unsere Feinde lie ben, die Wollüste, Ehren und vergänglichen Güter verachten, und nach den ewigen Gütern allein trachten sollen 2c... Diese deine Lehre ist in Wahrheit eine hohe, übernatürliche, göttliche Lehre, wie du selbst gesagt haft:„ Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat."( Joh. 7, 16.).. Welche Gnade ist es, o Jesu! daß du dich gewür diget haft, unser Lehrmeister zu seyn! Wer soll deine heilige, unfehlbare Lehre, die zur Tugend, zur Heiligkeit, zum ewigen Leben führt, nicht hochschäßen, annehmen und befolgen! O göttlicher Lehrmeister! schon so lange bin ich in deiner Schule, habe deine Lehre so oft angehört, und habe dennoch bisher so geringen Fortgang in der Tugend gemacht, so wenig gelernt in der Vollkommenheit und Heiligkeit.. Dwieviele Tausende aus allen Ständen sind in deiner Schule heilig ge worden, und ich stehe noch nicht auf der untersten Stufe der Heiligkeit!.. Wo fehlt es denn? Ach! bei mir fehlt es; meine Lauigkeit, Schläfrigkeit, Sinnlichkeit,- meine Eigenliebe und Selbstschätzung, meine Anhänglichkeit an die Geschöpfe, an die Gemächlichkeiten meines Leibes,- meine Leidenschaften sind die Ursache, daß ich noch nicht dein wahrer Jünger und Nachfolger bin.. e I I 1 3 e I Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Drei und zwanzigster Tag. 405 O mein Jesu! in deiner Schule etwas zu erlernen, kommt es nicht auf große Geistesgaben an; den Kleinen, Demüthigen, Einfältigen und die eines reinen Herzens sind, pflegest du dich zu offenbaren, mit ihnen zu sprechen, und ihnen deine Lehre zu erklären, so, daß sie in kurzer Zeit von göttlichen Dingen, von den ewigen Wahrheiten, von der wahren Tugend und Heiligkeit mehr wissen und verstehen, als alle Welt- und FleischesKlugen. Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde! daß du dieses vor den Weisen und Klugen verborgen, den Kleinen aber geoffenbaret haft"( Matth. 11, 25.), sind deine eigenen Worte.. O Jesu! aus meiner Schuld, aus Mangel an Demuth, Herzensreinigkeit, heiliger Einfalt, lernte ich in deiner Schule nichts, lief in die Schule der Welt über, sog sogar bald ihre trüglichen Grundfäße ein, nahm gar bald ihre Denk- und Lebensweise an... Und mit welchem Erfolge? h Ach! mit dem schlimmsten. Mit meinem Schaden erfuhr ich, daß nur zu wahr ist, was der Apostel sagt: ,, Fleisches Klugheit ist Tod; Fleisches Klugheit ist Gottes Feindin."( Röm. 8, 6.7.).. Diese falsche, betrügliche Klugheit der Welt und des Fleisches verwerfe und verdamme ich nun, eben darum, weil sie dir zuwider ist, und mir den Tod bringt.. Ich kehre zurück zu dir, göttlicher Lehrmeister! demüthigst bittend, du wolleft mich wieder als Lehrjünger annehmen.. In Demuth, mit Begierde, mit geneigtem Willen will ich deine heilige Lehre anhören.. Ach! erleuchte meinen Verstand, daß ich deine Lehre recht fasse! bewege mein Herz, daß ich sie befolge! Und da deine Worte Geist und Leben sind, so mache, daß dein Geist mich ganz erfülle, daß er mein Thun und Lassen, meine Gesinnungen und Neigungen leite, regiere und heilige! Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der selig= sten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff.ani ght uspijed millo - 406 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. Vier und zwanzigster Tag. i Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. sit. And Besondere Erwägung und Herzensergießung. Camas Jesus, das vollkommenste Beispiel. $ D Jesu! es war dir nicht genug, daß du uns als Lehrmeister deine himmlische Lehre vorgetragen hast; du wolltest, da dir unsere Schwachheit bewußt war, deine Lehre auch mit deinem Beispiele bekräftigen, um uns desto mehr zur Nachfolge zu ermuntern.. D, wie edel, herrlich und glorreich ist es für einen Gläubigen, wenn er seinem menschgewordenen Gott, seinem höchsten Herrn und Könige nachfolgen kann!.. Von dieser deiner Nachfolge schließest du Niemand aus, da alle deine Gläubigen sich dir gleichförmig machen müssen, wenn sie unter deine Auserwählten gezählt werden wollen. So schreibt dein Apostel: „ Gott hat sie schon vorhinein gekannt; er hat sie schon vornhinein bestimmt, daß sie dem Bilde sei nes Sohnes gleichförmig werden."( Röm. 8, 29.) 11 O Jesu! ich erkenne die unumgängliche Nothwendigkeit, deinem Beispiele nachzufolgen. Schon oft habe ich im Innersten meines Herzens deinen Zuruf vernommen: Folge mir nach!"( Matth. 9, 9.) und dennoch wie kalt, wie lau, wie träge war ich in deiner Nachfolge!.. Ach! noch nicht einen Zug erblicke ich an mir, durch welchen ich dir, meinem so vollkommenen Vorbilde, auch nur in etwas ähnlich wäre... O Jesu! die Beispiele der Menschen, sogar der bösen und lasterhaften, sind oft so stark und anziehend, daß sie andere gleich sam mit Gewalt zur Nachfolge dahinreißen; und deine heiligsten Beispiele haben bisher bei mir so wenig vermocht. Leider! meine Zaghaftigkeit, meine Menschenfurcht, meine Sinnlichkeit, meine allzu große Liebe zu den Geschöpfen, meine allzu heftigen Neigungen haben mich von deiner Nachfolge, Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Vier und zwanzigster Tag. 407 o Jesu! zurückgehalten. Ich habe mich bisher gefürchtet und geschämt, dein wahrer Nachfolger zu seyn.. Welche Schmach für dich! welche Schande für mich! Viele tausend Blutzeugen haben sich, und zwar mit Verlurst ihrer Freiheit, ihrer Güter und ihres Lebens, vor den Richtern und Tyrannen als deine Nachfolger bekannt; und ich Feiger, Herzloser, Lauer hatte nicht soviel Muth, mich öffentlich als guten Christen, als deinen Nachfolger zu erzeigen, da ich deßhalb doch nichts, als den Spott der thörichten Welt, zu befürchten hatte... 11 O mein Jesu! wie werde ich einst bestehen? Wie wird es mir ergehen, wenn ich dir nicht besser nachfolge? Du sagst: Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich"( Matth. 12, 30). Du sagst:„ Wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt, und mir nachfolgt, ist meiner nicht werth" ( ebend. 10, 38). Du sagst:„ Wer sich Meiner und meiner Reden schämt, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er in seiner Herrlichfeit kommen wird"( Luk. 9, 26.) D, wie erschrecklich sind diese Worte! Sie drohen gänzliche Verwerfung; sie durchschneiden mein Herz, dringen in das Innerste meiner Seele, bewegen mich zur wahren Reue und Besserung... none DC O Jesu! nimmermehr will ich Deiner und deiner Lehre mich schämen, sondern mich vor aller Welt dazu bekennen; mein Kreuz will ich auf mich nehmen, und dir nachfolgen; mit dir, und nicht wider dich will ich seyn... Mögen Andere thun, mögen Andere sagen, was sie wollen! es liegt mir wenig daran; ich will dir nachfolgen, mein Leben nach deinem Beispiele einrichten, und dich gleichsam anziehen.. Der Schluß ist gemacht: Heute will ich anfangen. Du kennst aber meine wankelmüthige Schwachheit; und darum bitte ich dich durch jene Liebe, die dich angetrieben hat, mir ein Beispiel und Vorbild der Tugend und Heiligkeit zu werden, daß du mit deiner Gnade mich stärken und anziehen wolleft. Sodann werde ich nach dem Geruche deiner Salben laufen. slom 1d lindis ✦ 408 Besuchungen d. allerheiligsten Altars sakraments. Erste Reihe. dan Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. sind Fünf und zwanzigster Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350, in dod Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der einzige Weg zur Seligkeit. O Jesu! ich bin auf Erden ein Fremdling, ein Pilger, der keine bleibende Stätte, keinen steten Wohnort hat, und muß den sicheren Weg zum Vaterlande suchen.. Wo und wie werde ich ihn finden? Herr! thu mir kund den Weg, worauf ich wandeln soll!"( Ps. 142, 8.).. Doch was frage ich lange? Du sagst ja selbst:„ Ich bin der Weg"( Johan. 14, 6.); ich bin der Weg zur Tugend, zur Heiligkeit, zum Himmel; ich bin der sichere, der einzige Weg. Niemand kommt zum Vater, als durch mich."( Johan. 14, 6.) Ja, mein Jesu! du bist nicht nur der Weg, den wir wandeln, sondern auch die Thüre, durch die wir eingehen müssen. Du fagst selbst: Ich bin die Thüre; wenn Jemand durch mich hineingehen wird, der wird selig werden." ( 10, 9.). 11 Kો diist dis O mein Jesu! schon längst hast du ermahnt:„ Das Thor ist weit, und der Weg ist breit, der zum Vers derben führt, und es sind Viele, die darauf wandeln. Wie enge ist das Thor, und wie schmal der Weg, der zum Leben führt! und Wenige sind, die ihn finden."( Matth. 7, 13. 14.).. Ach! warum war ich so blind und thöricht, daß ich mit Vielen den breiten, und nicht mit den Wenigen den schmalen Weg gegangen bin?.. Leider! der schmale Weg schien mir zu rauh und zu hart; id 11 Ueber die vorzüglichsten Namen: c. Fünf u. sechs u. zwanzigster Tag. 409 wollte mir selbst keine Gewalt anthun, meinen Sinnen, meinen Neigungen nichts versagen.. Der breite Weg kam mir ganz leicht und angenehm vor; und darum habe ich die unglückliche Wahl getroffen, daß ich jenen Weg angetreten habe, der zum Verderben führt.. Mein Jesu! wie weit habe ich mich schon verirrt, nachdem ich von dir, dem einzigen wahren Wege, abgewichen bin! ist Wie nahe war ich schon meinem Untergange!. Ich muß mit jenen Unglückseligen ausrufen: So haben wir uns also verirrt vom Wege der Wahrheit! Wir sind müde geworden auf dem Wege der Bosheit; aber den Weg des Herrn erkannten wir nicht."( Weish. 5, 6. 7.).. O Jesu! erbarme dich meiner freiwilligen Blindheit, die ich jetzt bereue!.. Führe mich von dem breiten Wege des Verderbens auf den schmalen Weg des Heiles zurück! Sey er auch noch so hart und rauh, ich werde ihn doch mit Freuden betreten, und auf demselben fortlaufen!.. Und da du selbst der Weg bist, so will ich mich an dich halten; der Welt, dem Fleische und meinen bösen Neigungen will ich kein Gehör mehr geben, auf daß du, mein Jesu! gleichwie du mein Weg gewesen bist, mir auch die Thüre in's himmlische Vaterland seyn mögest! Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. Sechs und zwanzigster Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung.d Jesus, die unfehlbare Wahrheit. sier O Jesu! du rufeft mir heute zu:„ Ich bin die Wahrheit,"( Johan. 14, 6.) die ewige, untrügliche, unfehlbare 410 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. Wahrheit. Der Wahrheit Zeugniß zu geben, bist du in die Welt gekommen.. Bist du aber die Wahrheit selbst, so folgt nothwendig, daß auch alle deine Worte, Lehren, Gesetze, Dro hungen und Verheißungen wahrhaft, untrüglich, unfehlbar sind. Und ist dem also, wie kann ich mich entschuldigen, wenn ich deinen Worten nicht geglaubt, deine Lehren nicht befolgt, deine Geseße nicht gehalten, deine Drohungen nicht gefürchtet, deine Verheißungen nicht geachtet habe? b) ng ston alBist du die Wahrheit, warum habe ich von dem Lügenwerke, der Falschheit, Verstellung und dem Truge der eitlen, verkehrten Welt mich verblenden, bethören und einnehmen las sen?.. Warum habe ich so sehr geschäßt, was die Welt ihren Liebhabern gibt, verspricht, vorspiegelt, da es doch nur Eitelkeit und ein lauteres Nichts ist?.. D, wie füglich kannst du mich und meines Gleichen fragen:„ Ihr Menschenfinder! wie lange ist noch schwer euer Herz? Warum liebet ihr die Eitelkeit, und suchet die Lüge?" ( Pf. 4, 3.) Wohl schwer war bisher mein Herz, das sich über das Irdische und Vergängliche wenig erhob! Ich habe die Ei telkeit geliebt,- geliebt, was der Sinnlichkeit, dem Hoch muthe und der Habsucht schmeichelte. Ich habe die Lüge ge sucht, nur gesucht, was blendet, täuscht, schimmert, an sich selbst aber falsch ist;.. die unfehlbare Wahrheit deiner Worte, Lehren, Gesetze, Verheißungen und Drohungen aber, o Jesu! habe ich nicht geachtet, nicht geliebt. Die Welt war jederzeit dein Feind; ihre Grundsätze können sich mit den deinigen weniger vereinbaren, als Finsterniß mit dem Lichte.. Ach! warum habe ich dann mit der Welt ge 1 mit halten, deren Weisheit vor dir Thorheit ist? Warum habe ich getrachtet, der Welt zu gefallen, da doch dein Apostel geschrieben hat: Wer immer dieser Welt Freund seyn will, wird Gottes Feind?"( Jak. 4, 4.).. D Jesu! du ewige Wahrheit! verzeihe mir, daß ich so lange der trügerischen angehangen bin, und sie so unsinnig geliebt habe! NimmerWelt Ueber die vorzüglichsten Namen sc. Sechs und zwanzigster Tag. 411 mehr will ich, der Welt zu gefallen, dir mißfallen; ich will fie mit deinen Aposteln verachten. Und sollte ich deßhalb schon Vieles leiden müssen, so werde ich mich trösten mit jenen Worten, die du zu deinen Jüngern gesprochen hast:„ Wenn meni euch die Welt haßt, so wisset, daß sie mich vor euch gehaßt hat! Wenn ihr von der Welt gewesen wäret, so würde die Welt das Jhrige lieben. Weil ihr aber nicht von der Welt seyd, sondern ich euch von der Welt auserwählt habe, darum haßt euch die Welt."( Johan. 15, 18. 19.).. Und du seßeft bei: In der Welt werdet ihr Druck leiden müssen; allein vertrauet, ich habe die Welt überwunden!"( 16, 33.) Welche Ehre, mit dir von der Welt gehaßt werden! Welcher Trost, mit dir die Welt überwinden! Die Waffen, mit denen du die Welt überwunden hast, waren deine Worte, deine Lehren, deine Beispiele. Mit deiner Demuth, Armuth, Unterwürfigkeit, Sanftmuth und Liebe hast du ihren Stolz und Hochmuth, ihre Ehr- und Habsucht, ihre sinnliche und fleischliche Klugheit zu Schanden gemacht, und gezeigt, daß Alles, was sie hochschätzt, lauter Eitelkeit und Nichts ist. Diese Wahrheit, o Jesu! präge tief in mein Herz! In dieser Wahrheit leite mich, auf daß ich nach deinen Gesinnungen, nach deinem Geiste mein Leben anordne! Sodann werde ich sagen können:„ Die Siegeskraft, welche die Welt überwindet, ist unser Glaube, daß du Gottes Sohn bist"( 1 Johan. 5, 4. 5.), und eben darum die unfehlbare Wahrheit, der man allein glauben und nachleben lein glauben und nachleben muß. Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zuden heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. Crve sdot sdh misamajag 412 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. Sieben und zwanzigster Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, das übernatürliche Leben. O Jesu! das Leben des Leibes ist unter den zeitlichen Gü tern das vornehmste und schäßbarste. Allein was nüßt ein zeitliches, natürliches, gesundes, vergnügtes Leben nur dem Leibe nach, wenn das übernatürliche Leben der Gnade mangelt?„ Du bist gekommen, damit die Menschen das Leben haben, und im Ueberflusse haben"( Johan. 10, 10.), das übernatürliche, ewige Leben nämlich, nicht aber das kurze, ver gängliche Leben. Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, wenn er gleich gestorben ist. Und ein Jeder, der da lebt, und an mich glaubt, der wird leben, wenn er gleich gestorben ist."( Johan. 11, 25. 26.). O trostreiche Worte! wer soll den zeitlichen Tod fürchten, da ihm, wenn er an dich glaubt, und deinen Lehren, deinen Beispielen nachzukommen sich befleißt, das ewige Leben zugesichert ist? wer soll nicht, das Leben der Gnade zu erhalten, nach der wahren Tugend und nach der standesmäßigen Heiligkeit streben? ♦ O mein Jesu! wie sehr war ich bisher für die Gesundheit und für das Leben meines Leibes besorgt, und wie wenig be kümmerte ich mich um das übernatürliche Leben meiner Seele!.. Ach! auch das längste Leben des Leibes wird mir schlechten Trof bringen, wenn ich das Leben der Seele, die Gnade, verliere... Dir hätte ich anhangen, bei dir bleiben, dir folgen sollen; denn:„ Wer dich hat, der hat das Leben; wer dich aber nicht hat, der hat auch das Leben nicht"( 1 Joh. 5, 12.), spricht dein geliebter Jünger. Ein solcher ist bei dem gesündesten Leibe todt vor deinem Angesichte.. Ueb. d. vorzüglichsten Namen 2c. Sieben u. acht u. zwanzigster Tag. 413 Darum, o Jesu! komme ich zu dir; du bist das Leben. Ich will nicht unter jenen Verstockten seyn, denen du vorgewor sen hast:„ Ihr wollet nicht zu mir kommen, auf daß ihr das Leben habet."( Johan. 5, 40.) Ich eile zu dir, und bin schon hier vor dir. Du hast einstens bei der Stadt Naim einen Jüngling, der zu Grabe getragen wurde, wieder zum Leben erweckt. Du hast den Lazarus, der schon vier Tage todt im Grabe lag, aus demselben wieder hervorgerufen. D! so fannst du ja eben so leicht mich zum Leben der Gnade erwecken, wiewohl ich schon lange Zeit in Sünden und bösen Gewohnheiten gleichsam begraben lag!(&) Ach! ich bitte dich, erneuere an mir, was du einstens an dem leblosen Leibe Adams gethan haft! Du hauchtest in sein Angesicht den Odem des Lebens."( Gen. 3, 7.) Auf gleiche Weise gieße in meine Seele den Geist des übernatürlichen Lebens, auf daß ich von nun an der Welt, meinen Neigungen und mir selbst gänzlich absterbe, und dir allein leben möge! Amen! hd up sim jisur du lichinog du spiser ** Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. im me Acht und zwanzigster Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der beste Helfer und Tröster. Jesu! ganz trostlos, betrübt und niedergeschlagen komme ich heute zu dir; ich weiß mir weder zu rathen noch zu helfen... Die Welt, das Fleisch, der böse Feind sehen mir immer zu mit ihren Reizungen und Versuchungen... Meine begangenen Sünden erfüllen mich mit Furcht und Schrecken; meine vielen täglichen Fehler und Mängel machen mich klein 414 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. müthig.. Ich sehe keinen Fortgang in der Tugend; meine Andachtsübungen sind lau und kalt, ohne Eifer, ohne Geist, ohne Geschmack; ich empfinde bei allem Guten nichts als Unlust, Verdruß und Ekel.... Ich befinde mich in fteter Trok kenheit des Geistes und innerlicher Verlaffenheit, in Finsterniß des Gemüthes, in Schwermuth und äußerster Betrübniß. Mit Einem Worte: Auf allen Seiten bin ich elend und armselig, und kann mit dem Propheten sagen:„ Ich stecke in tiefem Schlamme, und da ist kein Grund; bin gekommen in die Tiefe des Meeres, und der Sturm hat mich versenkt."( Pf. 68, 3.) odospad Jesu! ich weiß nicht wo aus, und wo an.„ Sey du mir zum beschirmenden Gott und festen Orte, daß du mir helfest! Denn du bist meine Veste, und meine Zuflucht bist du."( Ps. 70, 3.) Du bist unendlich mächtig, und kannst mir helfen zu allen Zeiten, an allen Orten, in allen Nöthen und Anliegen... Du bist unendlich weise und vorsichtig, und weißt mir zu helfen durch unzäh lige Mittel und auf wunderbaren Wegen, wiewohl Alles verloren zu seyn scheint.... Du bist unendlich gütig und willst mir helfen, wenn es zu deiner Ehre und zu meiner Wohlfahrt gereicht..... Und so setze ich auf dich all mein Vertrauen, und überlasse Alles deinem heiligsten Willen und deiner Anordnung, die ich in Demuth und Ehrfurcht anbete. Willst du, daß ich länger in meinem Elende und in meiner Verlaffenheit schmachte, so geschehe dein Wille! Ich will das Kreuz umfangen und tragen, so lange es dir gefällig ist, wenn ich dich nur nicht beleidige, oder dir mißfalle... Meine einzige Freude in meiner größten Trübsal und Widerwärtigkeit ist, daß du ein unendlich vollkommener Gott bist, der weder meiner noch eines andern Geschöpfes bedarf; daß du in dir selbst Alles hast und besigest, was dich unendlich glückselig macht, und daß viele Andere, die dir getreu dienen, dich von Herzen lieben, und deiner Tröstungen sich würdig machen. I = ī 7 B = 3 # Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Acht u. neun u. zwanzigster Tag. 415 Meiner täglichen Fehler und Mängel, meiner großen Lauigkeit und Nachlässigkeit ungeachtet- ermuntert mich dein Wort: „ Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen"( Joh. 6, 37.).. Sieh! ich komme zu dir; du fennest meine Anliegen besser, als ich sie dir erklären kann. Ich fage nur zu dir, was Martha und Magdalena von ihrem Bruder Lazarus sagten: Herr! sieh! den du liebest, der liegt krank;"( Joh. 11, 3.) Herr! steh! den du liebest und bis in den Tod geliebt haft, der ist krank, schwach und elend. ... O, möchtest du auch zu mir sprechen, was du zu diesen Schwestern gesprochen haft:„ Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gottes, auf daß der Sohn Gottes durch sie verherrlichet werde!"( Joh. 11, 4.) Amen! bigmis and igising and we lüm Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. Neun und zwanzigster Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. sid Inda Besondere Erwägung und Herzensergießung. The Jesus, das hellste Licht der Welt. m O Jesu! in welchen dicken Finsternissen befindet sich der Mensch, wenn er sich selbst überlassen ist! Das Böse hält er für gut, das Falsche für wahr. Du allein, o Jesu! erleuchteft den Verstand des Menschen, daß er das Falsche vom Wahren, das Laster von der Tugend recht unterscheide. Ich bin das Licht der Welt," hast du gesagt; wer mir nachfolgt, der wandelt nicht in der Finsterniß, sondern er wird das Licht des Lebens haben"( Joh. 8, 12.).. Du hast durch deine Ankunft, durch deine Lehren und Beispiele 416 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakramente. Erste Reihe. wie eine neue Sonne die Finsternisse, die Irrthümer und Laster entdeckt und vertrieben. Ehe du als Licht der Welt erschienen bist, glaubten die meisten Menschen, ihre Glückseligkeit bestehe im Genusse zeit licher Güter, in Vollbringung fleischlicher Begierden, in Er sättigung des Ehrgeizes, in einem Leben ungebundener Freiheit. Du aber, o Jesu! hast den Menschen die Gemüthsaugen geöff net, und ihnen gezeigt, wie eitel und nichtig alles Zeitliche sey, und daß die wahre Freude, das wahre Vergnügen nur in der Tugend, in der Frömmigkeit und Gottesfurcht, in der Bezähmung seiner Leidenschaften bestehe, daß man die Welt verachten, sich selbst verläugnen, geduldig Drangsal und Verfolgung leiden, seinen Nächsten, ja! sogar seine Feinde lieben müsse 2c. Du hast gezeigt, das einzige, nothwendigste und wichtigste Geschäft sey, Gott dienen und lieben, nach dem Ewis gen trachten, und sich des Heiles seiner Seele versichern... Welche Lehrsätze! Niemand hätte sie erkannt, wenn nicht du sie, o göttliches Licht! den Menschen geoffenbart und zu erkennen gegeben hättest... Viele Tausende jeglichen Ge schlechtes und Standes haben, von dir erleuchtet, diese Lehren befolgt, und sich auf eine hohe Stufe von Tugend und Heiligkeit erschwungen.. Leider aber! die Meisten haben die Finsternisse mehr geliebt, als das Licht, und sind als freiwillig Blinde auf dem Wege des Verderbens fortgelaufen; sie haben die Werke der Finsternisse fortgeseßt, und sich zu Sklaven des Fürsten der Finsternisse gemacht... LUNE O Jesu! wie lange war auch ich unter diesen Blinden, die nur auf das Irdische, Sinnliche und Fleischliche sehen, und das Gemüth fast nie zu dir erheben, die, ganz vertiefi in das, was den Hochmuth, die Habsucht, die Ausgelassenheit nährt, um ihre Seele und Seligkeit wenig bekümmert sind! Schon befand ich mich nahe am Rande jenes unglückseligen Ortes, wo ewige Finsterniß ist. Ein Gnadenlicht, das du mir zugesandt hast, erleuchtete mich, daß ich die Gefahr er- Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Neun und zwanzigster Tag. 417 te erfannte, und zurücktrat... Dein göttliches Licht zeigt mir jetzt die Irrwege, auf denen ich gewandelt bin, und die Finsternisse, die ich geliebt habe.... O Jesu! erinnere dich, was du einst zu meinem Troste gesagt haft: Ich bin als ein Licht in die Welt gekommen, damit Keiner, der an mich glaubt, in der Finsterniß bleibe!"( Joh. 12, 46.) Sieh! ich glaube, daß du Licht vom Lichte, und wahrer Gott vom wahren Gott bist. O! so mache nach deiner Verheißung, daß ich nicht länger in den Finsternissen meines Herzens bleibe!... Jenen Blinden am Wege hast du liebreich gefragt:„ Was I willst du, daß ich dir thue?"( Luk. 18, 41.) Er gab zur Antwort:, Herr! daß ich sehe!" Fragest du mich heute, 11 warum ich zu dir komme, so antworte ich auf gleiche Weise: d Herr! daß ich sehe!" og C 11 : Ja! erleuchte meinen Verstand, mein Gemüth und mein Herz, daß ich von nun an jederzeit sehe und erkenne, was ich thun oder lassen, was ich hochschätzen oder verachten, wie und worin ich dir folgen oder dein Wohlgefallen erfüllen soll!... Stärke mich zugleich mit deiner Gnade, daß ich nicht mehr in die alte Blindheit und Finsterniß zurückfalle, sondern in und nach deinem Lichte herzhaft und beständig auf dem Wege der Tugend fortschreite! Alsdann werde ich mit David sagen können: Der Herr ist mein Licht und mein Heil, wen sollt' ich fürchten? Der Herr ist der Beschirmer meines Lebens, vor wem sollt' ich zittern? Wenn ein Heerlager wider mich steht, so soll sich mein Herz nicht fürchten!( Ps. 26, 1. 3.) Amen! on e U 9 11 3 1 D I I Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe. 27 418 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. Dreißigster Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. im Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der freigebigste Belohner. Jesu! warum findet man heut zu Tage so Wenige, die dir getreu dienen, deine Lehren befolgen und deine Beispiele nachahmen, da doch Tausende sich's zur Ehre, zum Vergnügen rechnen, wenn sie im Dienste der Welt Gesundheit, Kräfte und Leben verzehren können?... Ist etwa dein Dienst härter und beschwerlicher, als der Dienst der Welt? Oder ist die Belohnung, die du gibst, geringer, als der Lohn, den die Welt verspricht? D! welcher himmelweite Unterschied zwischen dem Dienste der Welt und dem deinigen, zwischen dem Lohne, den die Welt bezahlt, und der Belohnung, die du zahlt, ertheileft! Der Dienst der Welt ist, wie die Weltkinder selbst oft klagen, bittere Sklaverei, harte Knechtschaft, voll Unruhe, Ver druß, Sorge, Kummer, Plage und Gefahr. Und was er halten endlich dergleichen Sklaven von der Welt, die sie gleich sam anbeten? Wie schlecht, kurz, vergänglich ist der Lohn! Die Welt verspricht weit mehr, als sie gibt und geben kann; und gibt sie auch Alles, was sie vermag, so kann sie doch, daß menschliche Herz nicht befriedigen, das zu größeren, höheren und dauerhafteren Dingen erschaffen ist... Hingegen dir, o Jesu! dienen, ist eben so viel, als herrschen und regieren. Dein Dienst ist leicht, süß, angenehm, wie Alle aus Erfahrung bekennen, die deinem Dienste sich ge widmet haben.... Ihn als hart und schwer auszuschreien, getrauen sich nur jene niederträchtigen Gemüther, jene lauen Halbchristen, jene sinnlichen, fleischlichen Menschen, die dem Triebe der verderbten Natur und ihren Leidenschaften nachgehen.. 2₁ I D I 11 Te Du lassest es aber bei der hundertfältigen Belohnung in diesem Leben noch nicht bewenden; dieser Lohn scheint deiner Freigebigkeit noch zu gering. Du versprichst Jedem, der dir in Wahrheit dient, noch etwas weit Besseres und Höheres Te im zukünftigen Leben. Alle deine Diener geht an, was du einst zu deinen Aposteln gesprochen hast: In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen.. Ich gehe hin, um euch einen Ort zu bereiten.... Ich werde aber wieder kommen, und euch zu mir nehmen, damit ihr seyd, wo ich bin."( Johan. 14, 23.) O Trost! du gibst deinen Dienern als Wohnsiß den Himmel, das ewige Reich, das Haus deines Vaters, wo unaussprechliche Freuden, atte erdenklichen Ergöglichkeiten, alle reinsten Wollüfte im Uebermaaße anzutreffen sind, wo Alles ist, was das menschliche Herz vergnügen und ersättigen kann... Du selbst, ja! du selbst, o Jesu, wahrer Mensch und Gott! wirst der übergroße Lohn deiner Diener seyn. Sie werden dich sehen von Angesicht zu Angesicht, werden dich besigen, genießen, und mit dir 27* 6 # -1 " Ueber die vorzüglichsten Namen sc. Dreißigster Tag. 419 Wie belohnest aber du, mein Jesu! deine getreuen Diener? Du gibst ihnen, als der unendlich reiche und freigebige Gott, einen überaus großen und reichlichen Lohn.... Schon in diesem Leben empfängt jeder deiner getreuen Diener das hundertfältige, nämlich Ruhe seines Herzens, innerlichen Frieden und Trost, welcher unendlich über alle finnlichen Ergößungen ist, so zwar, daß sogar die Thränen der büßenden Sünder weit süßer sind, als alle fleischlichen Gelüste... Ueberdieß gibst du deinen Dienern Zunahme in der Gnade, Wachsthum in der Tugend, Vermehrung der Verdienste... Und prüfest du sie auch durch Kreuz und Trübsale, so tröstest und kräftigest du sie zugleich durch das Zeugniß ihres guten Gewissens, durch die Salbung deines heiligen Geistes, durch die Erkenntniß deines Willens und Wohlgefallens 2c... O Jesu! wie gut bist du gegen Jene, die dich fürchten und lieben! Wer soll dir nicht mit Freuden dienen?.. tudi ti? 1 420 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Erste Reihe. und in dir in alle Ewigkeit auf eine Weise sich vereinigen, die unser Verstand nicht zu erfassen vermag... Wie, mein Jesu! eine hundertfältige Belohnung schon in diesem, und eine ewige, unendliche, glückseligmachende Beloh nung im andern Leben! Soll dich besigen- mich nicht an locken, die mit Lust du dienen, und dir nachzufolgen? O wie bedaure ich, daß ich in deinem Dienste so lau, kalt und saumselig gewesen bin,- daß ich der Welt, der Eitelkeit, der Sinnlichkeit so viele Jahre unnüz geschenkt habe!.. Sollen denn die Sklaven der Welt mehr Mühe, Sorge und Fleiß anwenden, sich hier und dort armselig zu machen, als ich bisher angewendet habe, hier und dort unaussprechlich glückselig zu seyn?. si Ach! so blind und thöricht will ich nicht mehr handeln. .. Da dir als einem so guten Herrn leicht zu dienen ist, da du als ein so freigebiger Herr das Mindeste, das man dir zu Lieb thut, zeitlich und ewig belohnest, so ist der unveränderliche Schluß gemacht: Dir allein will ich dienen; meine Kräfte, meine Gesundheit, mein Leben, mich selbst will ich in und zu deinem Dienste, zu deiner Ehre, zu deinem Wohlgefallen verzehren, und zwar nicht so fast wegen der Hoffnung deiner verheißenen, so reichlichen Vergeltung, als deiner selbst wegen, der du unendlich würdig bist, daß ich dir vollkommen diene, dich über Alles schätze und liebe. Amen! 1 Geistliche Kommunion, Begrüßung der selig. sten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff. I e Ueber die vorzüglichsten Namen 2c. Ein und dreißigster Tag. 421 Ein und dreißigster Tag. Sehnsüchtige Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 350. = Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus, der würdigste Gegenstand der Liebe. O Jesu! wie unfehlbar ist dein Ausspruch:„ Niemand ist gut, als nur Gott allein!"( Mark. 10, 18.) Alles Gute, das immer die Geschöpfe an sich haben, ist nichts im Vergleiche mit der unendlichen Güte, die du als wahrer Gott in dir selbst besitzest.. Betrachte ich dich, o Gottmensch! auch nur im Dunkel dieses Lebens, so finde ich unzählige Ursachen, die mich mit süßer Gewalt zu deiner Liebe hinziehen. = I Du bist unendlich liebenswürdig dessen wegen, was du mir = gegeben,... dessen wegen, was du für mich und mein Heil gethan, dessen wegen, was du mir zu lieb an deinem Leibe, an deiner Ehre, in deiner Seele erduldet,... deffen wegen, daß du durch deine Weisheit das Mittel erfunden hast, immer bei mir zu verbleiben, und unter den Brodesgestalten die übernatürliche Nahrung meiner Seele zu seyn,... dessen wegen, was du mir im himmlischen Vaterlande auf ewig zubereitet hast.... O Jesu! schon Eine dieser Ursachen sollte hinreichen, mich mit deiner Liebe zu entflammen! Welche Glut reinster, heftigster Liebe sollen erst so viele Ursachen in mir anfachen! Die allerstärkste Ursache, dich zu lieben, bist du selbst, weil du in dir Alles einschließest, was dich immer unendlich liebenswürdig machen kann.... Du bist ewig ohne Anfang, unsterblich ohne Ende; du bist unendlich mächtig,.. unendlich weise und vorsichtig,.. unendlich heilig und gerecht,.. unendlich gütig und freigebig,.. unendlich schön und liebreich. Du bist allwissend und unermessen.. du bist ein unergründliches Meer unendlicher Vollkommenheiten... O Gott, o liebenswürdigster Gott, in und aus dir selbst glückseligster 422 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Zweite Neihe.. Gott, der du feines Geschöpfes bedarfst! warum verlangst du von mir geliebt zu werden? warum befiehlst du mir, daß ich dich liebe?.. Warum drohest du mit der ewigen Verdammniß, wenn ich dich nicht liebe?.. Ist dir an meiner Liebe etwas gelegen?... oder kann meine Liebe deine unendliche Glückseligkeit vergrößern?..... Bin ich denn nicht ohnehin verbunden, dich über Alles zu lieben?.. Bedarf es eines so scharfen Gebotes, einer so entsetzlichen Drohung, mein Herz, das ohne Liebe nicht seyn kann, zu deiner so heiligen, so süßen Liebe zu bewegen?.. Und dennoch, staunet, ihr Himmel! dennoch habe ich dich, mein Jesu, mein Gott, mein allerhöchstes, bestes Gut! dennoch habe ich dich nicht geliebt.... Was habe ich sonst geliebt? Ach! mich selbst und die Geschöpfe habe ich unordentlich ge liebt... An sie habe ich mein Herz geheftet; unter sie habe ich mein Herz vertheilt, das ich einzig nur dir hätte widmen und schenken sollen... O Blindheit! o Thorheit! o Undank! O Jesu! ich habe nur ein einziges Herz, das du gestaltet und zu deiner Liebe bestimmt, das du so oft, so ernstlich von mir verlangt hast. Sieh! dieses mein Herz habe ich dir abgeschlagen, ja vielmehr entrissen und geraubt, um es den Geschöpfen zum Opfer zu bringen.. O mein Gott! die aller größte Freude der Auserwählten im Himmel ist, daß sie dich in Ewigkeit lieben werden; die allergrößte Pein der Verdammten in der Hölle ist, daß sie dich nicht lieben können.. Und ich, der ich dich lieben könnte und sollte, habe dich nicht geliebt, wenigstens nicht über Alles, nicht aus ganzem Herzen.. O Jesu! Worte und Gedanken verlaffen mich bei dieser Erwägung; vor Neue und Schmerz kann ich mich nicht fassen.. Aber was höre ich? Ich höre dich, mein Jesu! aus dem Liebesgeheimnisse mir zurufen: ,, Gib mir, mein Sohn! dein Herz!"( Sprüchw. 23, 26.) Wie! du nennest mich noch Sohn? mich so undankbaren, fündigen Menschen? du be gehrest noch mein Herz, mein so untreues, unreines Herz? 3 e # 7 0 e I ! I I E Ueber verschiedene Gegenstände der Gottseligkeit. Erster Tag. 423 O Liebe! o Sanftmuth! o Geduld! O Jesu! da du mein Herz verlangest, so übergebe ich es dir. Aber, fich! es ist ein armes, laues, faltes, durch eitle, sinnliche, sündhafte Liebe der Geschöpfe verderbtes Herz! Willst du dieses Herz in Besitz nehmen, so reinige es, und schmelze es im Feuer deiner Liebe gleichsam um! Ja! erschaffe in mir ein ganz neues Herz, das dich über Alles vollkommen liebt! Mache es zu deinem beständigen angenehmen Wohnsitze, oder zu einem Brandopfer deiner Liebe! D, wie beweine ich jetzt, daß ich so spät angefangen habe, dich zu lieben!.. Von nun an wird nichts mehr von deiner Liebe mich abhalten oder trennen! D Jesus! vereinige mein Herz gänzlich mit deinem göttlichen Herzen, jetzt, so lange ich lebe, und einstens in der Ewigkeit! Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Gebet zu den heiligen Engeln, Danksagung, wie am ersten Tage; Seite 355 u. ff.b Zweite Reihe von Besuchungen des allerheiligsten Altarssakraments auf ein ganzes Monat über verschiedene Gegenstände der Gottseligkeit. Erster Tag. Vorbereitungs- Gebet. O Jesu, mein Gott und Heiland, der du in diesem allerheiligsten Sakramente wahrhaft und wesentlich zugegen bist! ich bin zwar nur Staub und Asche. Dennoch erscheine ich vor dir, um dich anzubeten, mit dir zu reden, und aus deinem Munde Worte des ewigen Lebens zu vernehmen. Rede, o Herr! dein Diener hört! Ertheile mir Verstand, deine Weiß 424 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. 3weite Reihe. heit zu begreifen! Neige mein Herz zu den Worten deines Mundes! Rede, damit meine Seele Trost empfange, und damit ich mein Leben bessere, und es zu deinem Lobe, zu deiner Ehre, zu deiner ewigen Verherrlichung einrichte! Betrachtung. Die großen Vortheile, welche uns die heilige Einsamkeit gewährt. Sich! ich habe mich durch die Flucht entfer net, und in Einöden aufgehalten."( Psalm 54, 7.) O mein Jesu! zu dir bin ich hierher gekommen, um Ruhe und Zufriedenheit für meine Seele zu suchen. Um dich zu finden, und mich mit dir in dieser heiligen Einsamkeit, wo du so oft ohne Anbeter bist, zu unterhalten, will ich mich ganz von den Unruhen und dem Getöse der Welt entfernt halten.- Ach! soll es denn wohl ein so großes Opfer seyn, sich von der Welt entfernen, und sie ganz und gar zu verlassen, wenn man es thun kann? Was findet man denn in der Welt, be sonders in einer Welt, wie sie heut zu Tage beschaffen ist? Was sonst, als falsche Freunde, gleichgiltige Anverwandte, geizige, eigennüßige Menschen, die stets auf sich selbst sehen, und sich ganz mit eitlen und vergänglichen Dingen abgeben? Was aber noch weit betrübter und gefährlicher ist, so findet man in dieser Welt eine unbegreifliche Menge böser Beispiele, verkehrter Grundsätze, verführerischer Reden; man findet allenthalben nichts, als Steine des Anstoßes und des Aergernisses. Welchen großen Gefahren ist man in Mitte so vieler Gefahren ausge seßt, seine Seele und Seligkeit zu verlieren! Wie glückselig bin ich doch, o mein Jesu! daß ich mich von dieser so gefährlichen Welt eine Zeit laug entfernen, und zu dir kommen kann, um da bei dir, so zu sagen, wieder frei zu athmen, und in dieser heiligen Einsamkeit auf einige Augenblicke Ruhe und Zufriedenheit zu finden! O, könnte ich doch mein ganzes Leben hier bei dir zubringen, und für allezeit dem Strome von Sorgen, Unruhen und Verwirrungen ent-- - Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Erster Tag. 425 - gehen, von welchem man so oft in der Welt mit fortgerissen wird! Unterstüße mich, o mein Jesu! und gib mir hinlängliche Kräfte, ihnen widerstehen zu können, wenn ich wieder auf's Neue in dieselben werde verflochten werden! Ich werde dich nicht verlassen, bis du mir diese Gnade bewilliget haben wirst.- Du siehst, o Jesu! wie nothwendig mir diese Gnade ist. Ich kenne meine Schwachheit; ich hoffe aber auch zugleich auf deine Güte.- Bemerke ich in Zukunft noch, daß die Versuchungen mir zuseßen, daß die Gefahren, welche meinem Seelenheile drohen, sich vermehren, daß meine Kräfte abnehmen wollen, so wirst du mir erlauben, o mein Jesu! daß ich zu dir kommen darf, um sie bei dir wieder zu erholen, und meine Herzhaftigkeit und mein Vertrauen wieder auf ein Neues anzufachen, das durch die ansteckende Luft der äußerlichen Gegenstände, und durch die Verführung der verkehrten Welt schon so oft geschwächt worden ist.- Heilige Einsamkeit! könnte ich dich doch allenthalben, wo ich immer seyn muß, bei mir haben! könnte ich dich doch allezeit in meinem Herzen erhalten! - - - Geistliche Kommunion. Danbetungswürdigster und unendlich liebenswürdiger Heiland unsrer Seelen! ich glaube fest, daß du wahrhaft und wirklich in dem allerheiligsten Sakramente zugegen bist.- Ich bete dich in demselben von ganzem Herzen und mit aller Aufrichtigkeit an. Ich wünsche von Herzen, im Stande zu seyn, dich zu empfangen, und mich mit dir wirklich in dem hochheiligen Sakramente deiner Liebe zu vereinigen.- Ich weiß zwar wohl, daß ich diese große Gnade nicht verdiene; indeß ladest du uns ganz liebreich zu dir ein; du verlangest selbst aus einem Uebermäaße von Liebe, dich uns zu geben, und dich auf's Innigste mit unsern Seelen zu vereinigen.- Ach, Herr! wie unaussprechlich sind deine Erbarmungen! und was ist boch in meiner Seele, das dieselben über mich herabzuziehen 426 Besuchungen d. allerheiligsten Altare sakraments. Zweite Reihe. vermag? Ich verfluche von ganzem Herzen alle meine Untreue und Undankbarkeit gegen dich, und zwar bereue und verfluche ich sie, weil ich dich jetzt über Alles liebe.— Erlaube mir denn, daß ich ein inbrünstiges Verlangen habe, dein anbetungswürdigstes Sakrament zu empfangen! Ich kann zwar jeßt das unschätzbare Glück nicht haben, es wirklich zu empfangen; du kannst mir aber doch bei der geistlichen Kommunion die Gnaden und Wirkungen desselben angedeihen lasſen. Komm denn, o anbetungswürdigster Heiland! fomm, o Gott der Liebe! geh' eilends in mein Herz ein, welches nichts Anderes verlangt, als sich mit dir zu vereinigen! Komm, meine Seele in Besitz zu nehmen, um sie von allen Dingen loszureissen, und an dich allein auf immer zu feffeln! Komm, in ihr meine Hoffart, meine Eigenliebe, alle bösen Neigungen, die dir in mir mißfallen, zu unterdrücken! Komm, daselbst das Reich deiner Liebe und aller jener Tugenden aufzurichten, welche mich dir angenehm machen können! Komm endlich in meine Seele, um in ihr auf immer zu leben und zu regieren, und mir das Unterpfand des ewigen Lebens, welches du mir zubereitet hast, zu verleihen!- Begrüßung der seligsten Jungfrau. Auch du, o heilige Maria, Mutter meines Jesus, meine Frau! sey mir tausendmal gegrüßt! In deine gebenedeite Treue, in deinen besonderen Schuß und in den Schooß deiner Barmherzigkeit empfehle ich heute und allezeit, und in der Stunde meines Todes meine Seele und meinen Leib. Meine ganze Hoffnung und meinen Trost, alle meine Aengsten und Armseligkeiten, das Leben und das Ende meines Lebens übergebe ich dir, damit durch deine heiligste Fürbitte und durch deine Verdienste alle meine Werke nach deinem Willen, und nach dem Willen deines göttlichen Sohnes geleitet und an geordnet werden. Ueber versch. Gegenstände d. Gettseligkeit. 3weiter Tag. 427 Schluß: Gebet. Horche jetzt auch einige Zeit auf das,, was Jesus zu dir spricht! Und nachdem du die Worte des ewigen Lebens aus seinem Munde vernommen hast, so sprich: O Herr! du hast dich nun gewürdiget, mich Armseligen anzuhören, und mit mir zu reden.--- Ich danke dir dafür von ganzem Herzen. Segne mich nun aber auch noch, und gib mir die Gnade, daß ich die Worte des ewigen Lebens, die du zu mir geredet hast, sorgfältig in meinem Herzen bewahre, und ihnen getreulich folge! D! wie gerne möchte ich bei dir alle meine Lebenstage zubringen, und meinen Geist aufgeben! Doch ich muß mich wieder von dir trennen. Aber mein Herz bleibt hier. Vereinige es gänzlich mit dir durch die unzertrennlichen Bande der Liebe! Amen! 3 weiter Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Die Sorge für unser Seelenheil. „ Was nüßt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne, und Verlurst an seiner Seele litte?"( Matth. 16, 26.) O mein Jesu! wie blind, wie thöricht sind doch die Menschen! Da man sieht, wie begierig sie den Gütern dieser Erde nachlaufen, wie sie stets arbeiten, und alle ihre Kräfte erschöpfen, immerhin neue Entwürfe machen, und endlich sich nach nichts Anderem sehnen, als nach diesen vergänglichen Gütern, sollte man nicht glauben, sie hätten ewig auf diefer Welt zu leben sie hätten für eine andere Welt nichts zu befürchten, nichts zu hoffen? D Jesu! möchten sie doch die Stimme deiner Gnade hören! Und was würde sie ihnen wohl sagen? Thö- - — - -- - 428 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Zweite Reihe. richte Menschen! wenn die letzte Stunde eures Lebens heran: nahen wird, wozu werden euch wohl alsdann alle diese vergänglichen Güter noch dienen? wohin werden alle eure Sørgen, alle eure Arbeiten, und alle eure Entwürfe hinauslaufen? Es ist wahr, ihr habet unermeßliche Schäße gesammelt; ihr habet euch auf die erhabensten Ehrenstufen hinaufgeschwungen; ihr habet alles Vergnügen, alle Freuden und Ergöglichkeiten dieser Welt gekostet; was wird euch aber alsdann von allem diesem noch übrig seyn? Was werdet ihr wohl auf eurem Todbette von diesen Gütern denken? was für ein Urtheil fällen? - " 1 mis Ihr hattet nur ein einziges Geschäft auf dieser Welt zu besorgen, das Heil und die Heiligung eurer Seele; und eben dieses ist es, was ihr vernachlässiget, worauf ihr ganz vergessen, und was ihr ganz verachtet habet. Was wird euch nun alles Uebrige nüßen? Und wenn ihr das Unglück haben solltet, eure Seele zu verlieren, was wird euch wohl für den Verlurst derselben schadlos halten? Was kann der Mensch wohl geben, um seine Seele wieder einzutauschen?"( Matth. 16, 26.) Die Welt fängt mun allmählig an, für immer aus euren Augen zu verschwinden. Ihr werdet euch aller Güter, die ihr immer besißet, nun auf einmal beraubt sehen; alle jene, so weit aussehenden, Entwürfe, die ihr gemacht hattet, werden sich zerstreuen; alle eure eitlen Hoffnungen werden wie Rauch verschwinden; und es wird euch nichts anderes übrig bleiben, als eure Werke, eure Gewissensbisse und die endliche Verzweiflung. War dieß wohl das Ziel und Ende, warum euch Gott auf die Welt gesetzt hat?- -- -- Ach! wie weit besser würde es doch für uns seyn, wenn wir ernstlich an das Heil dieser unserer Seele denken, wenn wir uns um wahre und ewig dauernde Güter bewerben, und einzig dahin bedacht seyn würden, uns der glückseligen Ewigkeit würdig zu machen, wozu uns der Urheber unsers Daseyns erschaffen hat! Welchen großen Trost würden wir Ueber versch. Gegenstände d. Gottfeligkeit. Dritter Tag. 429 doch gegenwärtig schon haben, und mit welchem Vertrauen würden wir einst vor ihm erscheinen!- D! so haben wir doch Mitleiden mit unsrer Seele, und wenden wir, da noch Zeit ist, Alles an, um sie zu heiligen und selig zu machen!- Widmen wir alle unsere Sorgen und Gedanken dieser so wichtigen Sache, die uns auch bis jenseits des Grabes noch begleiten wird!- Entlösen wir unser Herz gänzlich dieser Welt, die uns einstens doch ganz sicherlich verlassen wird!- Erkennen wir ihr Nichts und ihre Eitelkeit, und setzen wir durch ein ganz neues Leben unsere Seele in den Stand, sich nach einem unsterblichen Leben zu sehnen!- Ach! vielleicht sind uns nur wenige Tage noch übrig, um uns dazu vorzubereiten! Verlieren wir doch diese Zeit nicht auch, wie schon so viele andere von unserm Leben verloren gegangen ist! Der heilige Gebrauch, den wir von dieser Zeit machen werden, wird uns einst eine glückselige Ewigkeit eintragen.- gigodarné Auch zu mir selbst redet deine Gnade, o Jesu, mein Gott! und sie soll nicht vergeblich reden! Noch diesen Augenblick will ich anfangen, einzig und allein an meinem Seelenheile zu arbeiten. Alles Uebrige ist bloß ein Geschäft für die Zeit; mein Seelenheil aber ist ein Geschäft für die Ewigkeit; - diesem will ich von nun an alle meine Sorgen widmen. - —— - Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. Dritter Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Wir müssen den Herrn suchen, da es noch Zeit ist. Suchet den Herrn, da er sich noch finden lassen will!"( Iſai. 55, 6.) 430 Besuchungen d. allerheiligsten Altars sakraments. 3weite Reihe. Es ist wahr, o Jesu, mein Gott! gleichwie es eine Zeit gibt, wo du dich finden lassest, eben so wird es auch eine Zeit geben, wo man dich nicht mehr wird finden können,- eine Zeit der Nacht und der Finsterniß, eine Zeit der Strafe und der Rache, wo du von einer dir ungetreuen Seele, die sich, ungeachtet aller Schritte, die du gethan hast, um sie von ihren Irrwegen abzuführen, stets auf das Hartnäckigste von dir entfernt hat, auch dich entfernen, und sie ganz ihrer Widerspenstigkeit und Verstockung überlassen wirst.-— Zwar wirst du es bei ihr an den allgemeinen Gnaden niemals ermangeln lassen; allein das göttliche Licht jener besonderen Gnaden wird bei ihr verdunkelt seyn, und ihren Augen nicht mehr leuchten, weil du deine günstigen Blicke ganz von ihr abgewendet hast. grogas molasg - Ich habe das Glück, dich noch zu finden, o Gott der Barmherzigkeit! Du befindest dich hier in deinem Sakramente gegenwärtig; du siehst mich; du hörest meine Seufzer; du würdigest dich noch, deine gnädigen Blicke der Güte und des Mitleidens auf mich zu werfen.- Sey tausendmal gepriesen - für die vielen Gutthaten, womit du mich überhäufest! Sie sind um so größer, je unwürdiger ich derselben bin.- Weil ich aber doch so glücklich gewesen bin, dich, o mein Gott! zu finden, ach! so laß doch nicht zu, daß ich dich wieder verlasse, und mich je wieder von dir entferne! Ich müßte befürchten, daß, wenn ich den Gott der Güte, den Gott der Erbarmungen verlasse, ich in Zukunft nichts anderes mehr finden würde, als den Gott der Rache, den strengen Bestrafer alles Bösen. Nein, o mein Gott! ich will dich niemals mehr verlassen. Oder zu wem wollte ich gehen, und wen könnte ich finden, der mich für den Verlurst deiner Gnade und Gegenwart schadlos halten würde? Sey mit mir und ich mit dir- bis - zum letzten Augenblicke meines Lebens! Alles erinnert uns daran, daß wir Gott aufsuchen sollen, da es noch Zeit ist, und daß eben diese Zeit sich für uns bald Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Vierter Tag. 451 endigen werde. Wer Gott während seines Lebens nicht sucht, der setzt sich der Gefahr aus, ihn auch bei seinem Tode nicht zu finden; und wer ihn bei seinem Tode nicht findet, der hat ihn für die ganze Ewigkeit verloren. 3 anipilisd Welches Glück für mich, daß ich hierher gekommen bin, um dich, o mein Gott! hier aufzusuchen, und die Worte des Lebens zu hören, die du mich da willst vernehmen lassen!- Von diesen erhabenen Wahrheiten durchdrungen- will ich ganz im Geiste der Braut im Hohenliede, und voll Inbrunst des Herzens sagen:„ Ich habe gefunden, den meine Seele liebt;" ich will mich so mit ihm vereinigen, daß ich ihn niemals verlassen werde; ich habe ihn festgehalten, und will ihn nicht mehr fortlassen."( Hohelied 3, 4.) addolg Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. - Vierter Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. allo Betrachtung. Wir müssen uns stets bereit halten. Diese „ Meine Seele trage ich stets in meinen Händen."( Psalm 118, 109.) udad mdish T Mein künftiges Schicksal ist ganz ungewiß, und jeder Tag kann der letzte meines Lebens seyn.-- Höchst nothwendig ist es also für mich, daß ich stets meine Seele gleichsam in meinen Händen trage, um sie jeden Augenblick, wo du sie von mir zurückfordern wirst, in deine Hände, o mein Jesu! übergeben zu können. Sie ist eine kostbare Hinterlage, die du mir nur für eine gewisse Zeit anvertraut hast, und die ich dir einstens wieder werde übergeben müssen. Eben darum erscheine ich hier vor dir am Fuße deines Altares, um sie dir anzuempfeh- 432 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. 3weite Neihe. len, und sie, wann du sie immer von mir verlangen wirst, dir wieder zuzustellen. Wie glückselig wäre ich doch, wenn ich sie dir wieder eben so zurückgeben könnte, wie sie aus dem geheiligten Taufbade hervorgetreten ist! Aber ach! wie sehr habe ich doch durch so viele Sünden, die ich mein ganzes Leben hindurch begangen habe, ihren Glanz und ihre Schönheit entstaltet!-- Doch bei Allem dem kannst du sie noch heilen, o anbetungswürdigster Jesu! Du bist ihr Erlöser, du hast sie mit deinem theuersten Blute erkauft, und so oft mit deinem allerheiligsten Fleische genährt. - Ach! mache doch, daß sie sich stets in einem Stande bes finde, vor dir erscheinen zu dürfen! Und kann ich dir sie gleichwohl nicht mehr mit dem kostbaren Schatze ihrer Unschuld zurückstellen, so will ich sie doch wenigstens von den Empfindungen einer wahren Buße ganz durchdrungen in deine Hände übergeben. 454 915 - Ich will daher mein Leben nicht anders, als wie ein schwaches Licht betrachten, welches täglich abnimmt, und wirklich daran ist, gänzlich zu erlöschen. Ich will mich stets bereit halten, damit ich alle Augenblicke vor dem Nichterstuhle Gottes erscheinen könne, um über alle Handlungen meines Lebens Rechenschaft abzulegen. Ich will öfters meine Seele dem Herrn anempfehlen, und ihn bitten, er wolle doch nach seiner großen Barmherzigkeit mit mir Mitleiden haben. 20 Ich will ihm öfter mein Leben zu einem Opfer darbringen, um so mehr, da ich nicht weiß, ob ich dieses in meiner lezten Stunde noch zu thun im Stande seyn werde. Geistliche Kommunion, Begrüßung der selig sten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. Uleber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Fünfter Tag. 433 Fünfter Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Wir müssen unser Herz vor Gott ausgießen. „ Schüttet eure Herzen vor Gott aus!"( Ps. 61, 8.) Wir kommen während unsers Lebens sehr oft in verschiedene Gelegenheiten, wo wir eines treuen und aufrichtigen Freundes bedürfen, dem wir unser Herz eröffnen können, um dadurch einigen Trost in unsern Anliegen, Drangsalen und Widerwärtigkeiten zu finden.- Bald sind es die Sorgen, Unruhen und Bekümmernisse bei den uns obliegenden Geschäften, welche unser Herz dergestalt niederschlagen, daß wir gänzlich außer Fassung kommen;- bald sind es traurige Begebenheiten und Unglückssälle, welche uns in ein ganzes Meer von Bitterkeit versenken; bald sind es innerliche und geheime Leiden, die, weil man sie beinahe Niemand, als nur sich allein, anvertrauen kann, unsre Seele ganz zernagen, und sie gleichsam außer sich selbst bringen. In solchen Umständen ist ein vertrauter Freund, welchen man an seinen Leiden Antheil nehmen lassen kann, ein sehr großer Trost für ein Herz, das ganz seinem Leiden überlassen ist. Aber ach! wo wird man wohl einen solchen treuen, flugen und aufrichtigen Freund finden? Gibt es wohl Viele in der Welt, denen man sein Herz mit so großem Zutrauen und mit solcher Zuversicht eröffnen kann?- Komm nur, betrübte Seele! bei Jesus, deinem Gott, im allerheiligsten Altarssakramente wirst du diese Hilfe und diesen Trost finden! Schütte dein ganzes Herz vor ihm aus! stelle ihm den traurigen Zustand vor, worin du seufzest, und die Wellen der Bitterkeit, in die du versenkt bist! Er wird dabei nicht unempfindlich seyn; er wird Antheil daran nehmen; denn Alles, was dich trifft, wird auch ihn treffen, und nichts, was dich 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe zc. 28 434 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. 3weite Reihe. angeht, kann ihm fremd seyn. Dieser Gott der Güte, dieser Vater der Erbarmungen begnügt sich nicht damit, daß er nur deine Leiden weiß und deine Seufzer hört; er wird deine Schmerzen mindern; er wird dich trösten; er wird dich durch deine Lei den sogar heiligen. Da du zu ihm hingehst, bist du in ein ganzes Meer von Schmerzen und Bitterkeiten versenkt; da du aber von ihm hinweggehst, wirst du den Trost, die Stärke und den Frieden, die du anderswo vergeblich würdest gesucht haben, mit und in dir fortnehmen. Betrübte Seele, wer du immer bist! versuche es nur einmal, und die süße Erfahrung wird dich lehren, daß Jesus, dein Gott, in dem hochheiligen Sakramente ein wahrer Freund deines Herzens ist, und daß du nur bei ihm wahren Trost in deinem Leiden finden kannst!- - - — Delp Schon tausendmal habe ich dieses erfahren, o mein Jesu! und ich erfahre es wirklich in diesem Augenblicke. Es ist dieß eine neue Gnade, die ich von deiner unendlichen Güte empfange. Es soll mir aber auch ein neuer Beweggrund zur Dankbarkeit seyn, welcher für immer auf's Tiefste in mein Herz eingegraben bleiben wird!-haring shop store j Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. Sechster Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Wir müssen unsere Sünden beweinen. „ Thränenbäche strömen aus meinen Augen über diejenigen, die dein Geseß nicht beobachtet haben."( Psalm 118, 136.) phien Welche billigere Ursache könnte ich wohl noch haben, o mein Gott! häufige Thränen zu vergießen, als das Andenken an die Verachtung, die ich gegen dein heiliges Gesetz gezeigt Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Sechster Tag. 435 habe? Mögen sich Andere betrüben, heulen und weinen über so viele traurige Begebenheiten, die ihnen zustoßen, über den Umsturz ihres Glückes, über den Verlurst ihrer zeitlichen Güter! Was mich anbelangt, o mein Gott! so erkenne ich keinen anderen Verlurst, als den Verlurst deiner Gnade;- ich weiß von keinem andern Beweggrunde, der meinen Augen Thränen entlocken kann, als nur von dem, daß ich dich beleidiget habe. Sieh! ich erscheine hier vor dir am Fuße deines geheiligten Altares, und will da die bittersten Thränen über meine Sünden weinen. D, könnte ich doch derselben so viele vergießen, daß alle meine Missethaten in ihnen ganz rein abgewaschen würden!- Doch nein, o mein Erlöser! nur in deinem Blute können sie abgewaschen werden. Sie sind so groß und viel, daß ich unter ihrer Last schon längst erlegen wäre, wenn ich nicht mein ganzes Vertrauen auf deine Güte gesetzt hätte, und wenn deine Erbarmungen nicht größer wären, als alle meine Armſeligkeiten. Ach! ich kann in meiner traurigen Lage weiter nichts thun, als meine Sünden bitterlich beweinen, dich um ein zerknirschtes und gedemüthigtes Herz bitten,- dir verheißen, daß ich mit dem Beistande deiner Gnade viel lieber tausendmal sterben wolle, als noch einmal in die Sünden und Unordnungen zurückfallen, die ich nun so sehr beweine.- Habe doch Mitleiden mit mir, o mein Jesu! und vergib mir so viele Beleidigungen, die ich dir mein Leben hindurch schon zugefügt habe! Ich werde nicht eher zu weinen aufhören, als bis ich zu leben aufhören werde; ja! mein Weinen und meine Thränen sollen in Zukunft mein Trost seyn!- Und wie kann ith wohl einen anderen Trost haben, nachdem ich das Unglück gehabt habe, dich zu beleidigen?- Geistliche Kommunion, Begrüßung der selig- sten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. 201 - — 28* 436 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. 3weite Reihe. Siebenter Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Wir müssen Gott bitten, daß er uns nicht von sich stoße. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!" ( Psalm 50, 12.) O Jesu, unendlich gerechter und heiliger Gott! wenn ich aller Missethaten gedenke, die ich gegen dich schon begangen habe, wie sehr habe ich zu befürchten, daß du mich von deinem Angesichte verstoßest, und den Beistand deines göttlichen Gei stes von mir hinwegnehmest! Beim Anblicke und traurigen Andenken an so viele aufgehäuste Sünden, an so viele mißbrauchte Gnaden, an so viele verleßte Verheißungen, und an so viele wiederholte Fälle in die Sünde, welche billige Ursachen, zu zittern, habe ich! Ja, mein Jesu! ich habe gesündiget, schwer gesündiget; ich bin nicht würdig, Verzeihung von dir zu erhalten; ich verdiene deinen ganzen Zorn; ich muß gestraft werden, ich erkenne es.- Strafe mich also, ich verdiene es; nur wende jene schreckliche, ewige Strafe von mir ab! Nimm mir alle meine Güter, meine Freiheit, meine Gesundheit, ja selbst mein Leben; entzieh' mir nur den Beistand deines göttlichen Geistes nicht! - smi Ach! was würde doch aus mir werden, wenn du mich dem Geiste der Welt übergeben würdest, welcher nichts als täuschen und verführen kann, oder wenn du mich meinem eigenen Geiste überlassen würdest, welcher nur Unwissenheit, Finsterniß und Dunkelheit ist? Ach! ich rufe zu dir, o mein Jesu! mit allen Empfindungen, deren meine Seele nur immer fähig ist:„ Verstoß mich nicht von deinem Angesichte, und nimm deinen Geist nicht von mir!"- jede andere Strafe, so - leber versch. Gegenst. d. Gottseligkeit. Siebenter u. achter Tag. 457 groß und strenge sie auch immer seyn mag, wird für mich heilsam seyn; aber die Entfernung von deiner Gegenwart, und die Entziehung der Erleuchtungen des heiligen Geistes würde für mich das größte Unglück seyn, und könnte mich in den ewigen Abgrund alles Elendes stürzen. Ich bitte dich also, o Jesu! um deines heiligen Namens, und um aller deiner Erbarmungen willen: Weiche doch nicht von mir, und verwirf mich nicht von deinem Angesichte, wie ich es verdienet habe! Laß auch mich jene große Barmherzigkeit erfahren, die weit größer, als all unser Elend ist! Jetzt ist noch die Zeit der Vergebung; würdige dich, mich dieselbe finden zu lassen, und laß auch sogar da, wo die Sünde überhand genommen hat, deine Gnade noch weit mehr überhand nehmen!"( Röm. 5, 20.) Ich bitte dich um diese Gnade; ich hoffe sie von dir zu erhalten, und bin fest entschlossen, viel lieber zu sterben, als sie noch einmal so schändlich zu mißbrauchen. - Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. Achter Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Wir müssen der Stimme Gottes Gehör geben. „ Rede, o Herr! denn dein Diener höret." I. König. 3, 9.) Ja! rede, o Herr, mein Gott! so rufe ich noch einmal zu dir, rede! denn ich bin hier vor deinem heiligsten Sakramente, deine Stimme zu vernehmen, und nur du allein bist es, den ich hören will. Nein! nicht die Welt soll zu mir reden; denn sie weiß von nichts, als von Irrthum und Verführung; - nicht die Menschen sollen zu mir reden; denn ihre Kennt 438 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Zweite Reihe. nisse sind nichts, als Unwissenheit und Verblendung; auch so gar meine Vernunft selbst soll schweigen; denn sich selbst überlaffen ist sie nichts Anderes, als Finsterniß und Dunkelheit. - Du allein, o mein Jesu, der du die ewige Wahrheit bist! kannst mich die wahren Lehren der Weisheit hören lassen. Rede, und laß mich jene göttliche Stimme vernehmen, welche die Wüste erschüttert, die Cedern am Libanon zerschmettert, die Flammen und das Feuer der Leidenschaften auslöscht!( Psalm 28, 5.) Denn mein Herz ist weit unfruchtbarer, als die Wüsteneien selbst; in seinem Stolze will es sich, wie die Geder am Libanon, über Andere erheben, und noch überdieß ist es unaufhörlich den heftigsten Flammen aller Leidenschaften ausgeſetzt. Welche andere Stimme, als die deinige, o mein Jesu! kann noch in Mitte dieser Verwirrung und dieses Getöses so vieler fremden und sündhaften Stimmen bis zu meinen Ohren dringen?-hom oft einmadiving Rede demnach, o Gott der Wahrheit und der Heiligkeit! „ deine Stimme erschalle in meinen Ohren!" ( Hohelied. 2, 14.) Ich will dich anhören mit Demuth; denn ich fühle wohl den tiefen Abgrund meiner Unwissenheit. Ich will dich anhören mit der größten Wißbegierde; denn du allein kannst mich alle Wahrheit lehren. Besonders aber will ich dich anhören- mit einem aufrichtigen Verlangen, Alles das zu erfüllen, was du mich zu lehren dich würdigen wirst. Laß mich die Worte des Heiles und des Lebens hören, die über meinen Verstand das wahre Licht verbreiten, und mein Herz mit der Salbung deiner Gnade beseelen! Deine Stimme wird alle meine Schritte leiten; sie wird alle meine Empfindungen beleben, und mein ganzes Betragen heiligen. Ich will den Herrn, meinen Gott, hören, da er sich noch würdiget, mit mir zu reden. Was er immer redet, zielt einzig dahin ab, mich ewig glückselig zu machen; wie kann ich mich noch weigern, seiner Stimme Gehör zu geben?- Rede demnach, o Herr! ich will dich hören, ich will dir - - - - f Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Neunter Tag. 439 gehorsamen; ja! auch dieses getraue ich mir noch beizuseßen: Ich will dich lieben; nichts soll mich mehr von deiner Liebe trennen! Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. Neunter Tag. smal Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Wir müssen uns Gott gänzlich ergeben. „ Ich habe mich fest entschlossen und auf das Feierlichste verpflichtet, die Gerechtigkeit deiner Gefeße zu beobachten."( Psalm 118, 106.) Ganz überhäuft von deinen Gutthaten, o mein Jesu! innerlich gerührt von deiner Gnade, und völlig durchdrungen von aufrichtigem Verlangen nach meinem Seelenheile erscheine ich hier vor deinem Altare, um den festen Entschluß, den ich gemacht, und das inbrünstige Verlangen, das ich gefaßt habe, nochmal zu erneuern. Von nun an will ich mich dir ganz ergeben; ich will nicht die mindeste Nachsicht mehr weder gegen die Welt, noch gegen mich selbst haben, sondern dein heiliges Gesetz mit stets ununterbrochener und unverleßlicher Treue bis an's Ende meines Lebens beobachten. Ich habe - es ohnehin schon lange genug verschoben, mich dir zu ergeben; schon lange genug wanke ich auf beide Seiten, unschlüssig, ob ich dir oder der Welt anhangen soll. Es ist demnach höchst Billig, es ist nothwendig, daß ich mich dir ohne alle Theilung, ohne allen Vorbehalt ergebe;- ich erkenne es, wie beleidigend dergleichen Ausnahmen und Theilungen für dich sind, und welche tiefe Wunde sie dem Herzen eines so eifersüchtigen Gottes, wie du bist, schlagen. Ueberdieß sehe ich die ganze Gefahr ein, der man sich aussetzt, wenn man sich stets schonen, - 440 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Zweite Reihe. sein Herz immer getheilt halten, und den Dienst Gottes mit dem Dienste der Welt gewissermaßen vereinigen will. Es ist demnach beschlossen: Dir, o mein Jesu! will ich ganz angehören; ich übergebe dir mein Herz ganz unzertheilt; die Geschöpfe sollen nicht den mindesten Antheil mehr daran haben; sie verdienen es aber auch nicht. Großer Gott! ach! daß ich mich dir erst so spät ergebe! Vielleicht habe ich nur noch eine kurze Zeit auf dieser Welt zu leben, wo ich dir für die Treulosigkeiten meines vergangenen Lebens Genugthuung leiſten kann. Eben darum will ich von nun an- alle meine noch übrigen Lebenstage nur für dich leben und athmen.- Laß dir diesen meinen festen Entschluß gefallen! Würdige dich, ihn mit dem Beistande deiner Gnade zu unterstüßen, und ihn eben so beständig zu machen, wie er mir aufrichtig zu seyn scheint!- - - - O Jesu, mein Gott! würdigest du dich, dieses Geschenk, welches ich dir mit mir selbst mache, wohlgefällig anzunehmen, so werde ich diesen Tag für den glückseligsten meines Lebens halten, weil ich von nun an anfangen werde, nur für dich allein zu leben. Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. 3ebnter Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Wir müssen den allerheiligsten Willen Gottes in Allem erfüllen. „ Dein Wille geschehe!"( Matth. 26, 42.) Dieß ist das Gebet, welches ich alle Tage wiederholen werde; und o! könnte ich doch, o mein Gott! alle Augenblicke meines Lebens so zu dir beten! Oder wie? treiben mich - Ueber versch. Gegenstände d. Gottfeligkeit. Zehnter Tag. 441 nicht alle Gattungen von Beweggründen dahin an, meinen Willen stets mit dem deinigen zu vereinigen? Was ist wohl billiger, als diese Vereinigung? Dein Wille, o mein Gott! ist stets heilig in seinen Gedanken, weise in seinen Absichten und untrüglich in den Mitteln, die er wählt. Unser Wille hingegen ist allezeit blind, ungewiß, wankelmüthig und mangelhaft. Müssen wir uns also nicht nach deinem Willen richten? di Was ist nothwendiger, als diese Vereinigung?- In welche Verirrungen, in welche Gefahren und in welches große Unglück hat uns unser Wille schon gar oft in unserm Leben. hineingestürzt! Der heilige Bernhard steht gar nicht an, zu behaupten, daß es auch keine Hölle mehr geben würde, wenn es unter den Menschen keinen eigenen Willen mehr gäbe; denn wenn der Wille Gottes in Allem erfüllt würde, so würde ja auch eben darum alle Sünde aufhören.-- Was ist verdienstlicher, als diese Vereinigung? Wenn es je ein Opfer gibt, das unserm Gott angenehm und wohlgefällig ist, so ist es ganz gewiß das Opfer unsers eigenen Willens. Dieser grundgütige Gott hat uns unsre Freiheit nicht benehmen wollen; er hat uns freie Wahl gelassen; ihm gefällt eine gezwungene Huldigung nicht, die man ihm leiſtet. Nur das Opfer unsers eigenen Willens ist es demnach, wodurch wir ihm ganz vorzüglich gefallen und uns Verdienste sammeln können.- Was kann endlich auch noch tröstlicher für uns seyn, als unsern Willen stets mit dem Willen Gottes zu vereinigen?- Welche süße Ruhe und Zufriedenheit, welche innerlichen Freuden genießt nicht eine Seele, die sich dem Willen Gottes in Allem vollkommen überläßt! Wie ruhig, gelassen und vertrauensvoll lebt sie ihre Tage dahin! Ja, mein Gott und Herr! mein höchster Gebieter! dein heiliger, anbetungswürdiger Wille soll allezeit an mir erfüllt werden! Dein Wille geschehe!" so werde ich sagen " 1 442 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. 3weite Reihe. - in allen Umständen meines Lebens. Wahr ist es, daß sich oft sehr betrübte, außerordentliche und ganz unvermuthete Begebenheiten ereignen, worüber man in Erstaunen geräth, und wodurch man erschüttert wird. Allein Gott hat allezeit seine weisen Absichten dabei. Beten wir seine ewigen Nathschlüsse an!-, Dein Wille geschehe!" so werde ich in allen meinen Drangsalen und Widerwärtigkeiten sagen. Was würde mit mir geschehen, wenn ich mich da der Traurigkeit meiner Gedanken und der Bitterfeit meiner Empfindungen überlassen würde? Gott weiß schon, warum er mir dieses oder jenes Kreuz geschickt hat.- Dein Wille geschehe!" so werde ich sagen in allen Gefahren, denen ich mich werde ausgesetzt sehen. Würde ich nicht so denken, so würde ich ja Alles für mein Leben, ja! oft sogar für mein Seelenheil zu befürchten haben. Allein die Worte: ,, Dein Wille geschehe!" verschlingen alle meine Unruhe und Furchtsamkeit.„ Dein Wille geschehe!" Dieß soll mein Denkspruch seyn, den ich in meinem Leben stets wiederholen, bei meinem Tode aber mit der größten Zuversicht und mit dem innigsten Herzenstroste noch zu dir sagen werde.- Du verlangest, o mein Gott! daß Opfer meines Lebens; es ist ja ohnehin schon dein; ich opfere es dir von Neuem hier wieder ganz auf; dein allerheiligster Wille soll mit mir geschehen in der Zeit und in der Ewigfeit! Amen! den milepa ilgigt gang di sid - - - Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. mali ni bora Gilfter Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Die Demuth des Herzens. Lernet von mir! Denn ich bin sanftmüthig, und von Herzen demüthig." Matth. 11, 29.) Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Gilfter Tag. Die Tugend der Demuth mußte doch sehr kostbar in deinen Augen, und deinem Herzen höchst wohlgefällig gewesen seyn, o anbetungswürdigster Erlöser! weil dieß die erste Lehre gewesen ist, die du uns Menschen bei deiner Ankunft in dieser Welt gegeben hast!- Lernet von mir!" sagst du. Und was, o Herr! sollen wir von dir lernen? Etwa die Elemente zu unserm Befehle bereit zu haben? oder den Wellen des Meeres zu gebieten? oder den Blinden das Augenlicht, den Tauben das Gehör und den Lahmen ihre geraden Glieder zu geben? oder aber die Todten wieder zum Leben zu erwecken? - Nein! nichts von Allem diesem; sondern: Lernet von mir, von Herzen demüthig zu seyn! Dieß ist die erhabene Wissenschaft der Heiligen, die du, o Gott! uns lehrest. Ja! du hast noch mehr gethan, o liebster Erlöser! denn du hast nicht nur mit dieser Tugend dein göttliches Lehramt angefangen, sondern sie auch sogar in den Rang der acht Seligkeiten erhoben.„ Selig," hast du gesprochen, selig sind die Armen im Geiste;" und diese sind die wahrhaft Demüthigen. Aber ach! wie wenig Geschmack findet man doch in der Welt an dieser kostbaren Tugend, die dir so sehr am Herzen gelegen ist! Wie wenig wird sie in Ausübung gebracht!- Was sieht man wohl Anderes unter den Menschen, als Stolz, Hochmuth, Vermessenheit, Aufgeblasenheit des Geistes und des Herzens? Man will herrschen; man will sich vor Andern auszeichnen; man will sich über Andere erheben. für ein beweinens- und verabscheuungswürdiger Grund von Eitelkeit, Sinnlichkeit, Eigenliebe, Wohlgefallen an uns selbst, Begierde nach dem Vorrange,- von Neid wegen Anderer Verdiensten, von Eigenfinn 2c. liegt doch in uns verborgen! m Was O mein Jesu! ich habe vielleicht geglaubt, hier das Bild Anderer zu entwerfen, und ich habe das meinige von Zug u Zug getroffen. So unglückselig ich bin, so stolz und hochmüthig bin ich dabei. Oder sind dieß nicht die Gesinnungen, die ich hegedie Fehler, in die ich zum Deftesten - - - - - 443 444 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Zweite Reihe. falle, und die Laster, deren ich mich so oft in deinen Augen schuldig mache?- Ich Erdwurm! ich Staub und Asche! wie groß ist doch meine Blindheit, wie groß meine Sünde! Und- wie kann ich es doch mit dergleichen Gesinnungen noch wagen, o mein Jesu! vor dir zu erscheinen, der du dich während deines ganzen Lebens bis in den Tod so sehr gede müthiget haft? Wie wird es mir ergehen, wenn du einst über mich Gericht halten wirst! Weiß ich nicht, daß du dich den Hoffärtigen widerseßzest, den Demüthigen aber Gnade gibst? ( 1 Petr. 5, 5.) - D, so lehre mich doch, o mein Gott! diese so schöne, dir so wohlgefällige und mir so nothwendige Tugend, und mache mir doch einmal begreiflich, daß Jener, der von dir nicht ge lernet hat, demüthig zu seyn, noch wenig in deiner Schule und in deinem Evangelium gelernet habe!- Geistliche Kommunion, Begrüßung der selig sten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. 3 wölfter Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Der Stand der Angst und Trübseligkeit. Angst und Trübsal haben mich überfallen." ( Psalm 118, 143.) 11 Widerwärtigkeiten, Alengsten und Drangsale haben sic meiner Seele bemächtiget, o mein Jesu! und in Traurigkeit und in Bitterkeit, worin mein Herz versenkt ist, komme ich zu dir, Trost und Stärke bei dir zu suchen. Wo anders kann ich selbe aber auch wohl finden, als in und bei dir?- Die Tröstungen der Menschen, anstatt meine Leiden zu versüßen, verbittern und vermehren selbe nur noch um so mehr.- Nur dein Herz, o mein Erlöser, du Gott der Erbarmungen! wird 1 Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Zwölfter Tag. 445 1 von meinen Leiden gerührt; nur du kannst mir in denselben Linderung verschaffen.- Nein! ich verlange nicht, vom Leiden frei zu werden, wenn dieß dein allerheiligster Wille nicht ist; nur um die Gnade bitte ich dich, meine Schmerzen, Drangsalen und Widerwärtigkeiten allezeit mit Geduld und gänzlicher Ergebung in deinen heiligsten Willen zu übertragen.- Du hast uns ja selbst eingeladen, wir sollen zu dir kommen, wenn wir mit Müheseligkeit und Arbeit beladen wären; du hast es selbst verheißen, uns alsdann zu erquicken.( Matth. 11, 28.)- Dieser Verheißung gänzlich vertrauend komme ich nun zu dir. Würdige dich doch auch, mich die unfehlbare Wahrheit, und die heilsamen Wirkungen davon empfinden zu lasſen! Und wirklich kommt es mir vor, als finge ich schon an, diese Wirkungen zu erfahren. Hier Hier, am Fuße deines geheiligten Altares, finde ich, daß meine Seele erquickt und mein Herz ganz beruhiget ist. Unendlich gütiger Gott! wie glücklich sind doch Jene, die deinen heiligen Namen anbeten, und zu deiner Güte ihre Zuflucht nehmen! Ewig werde ich dich dafür loben, und in Mitte meiner Leiden nie aufhören, deine unendlichen Erbarmungen zu preisen.- Schneide, brenne, wie du willst! suche mich mit Drangsalen und Widerwärtigkeiten heim, wenn es deine unendliche Vorsicht also über mich verhängt hat!- Unterstüße mich aber auch, heilige und rette mich, und laß mich im Schooße deiner Barmherzigkeit allezeit eine sichere Zufluchtsstätte finden!- Würdigest du dich, mich in demselben aufzunehmen, so werde ich nichts mehr fürchten, weder Drangsalen, noch Verfolgungen, noch alle Peinen und Marter, ja! nicht einmal den Tod selbst, noch alle Mächte 1 der Hölle. Oder was soll man wohl im Schooße seines Gottes noch zu fürchten haben? In allen meinen Drangsalen und Widerwärtigkeiten soll Gott allezeit die erste Zufluchtsstätte seyn, wohin ich mich begeben, und den ich um seinen Beistand anflehen will! "? 1 ? 4 D - — - 446 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Zweite Reihe. and Niemals will ich irgend einen Trost bei der Welt suchen. Anstatt meine Leiden zu mindern, wird sie mir die Last derselben noch mehr erschweren. So Ich will mich im Geiste mit allen leidenden Seelen zum Fuße deines geheiligten Altares hinbegeben, um dir da, einhellig mit ihnen, mit meinen Leiden ein Opfer darzubringen. ni Endlich will ich öfters daran denken, daß ich durch meine Sünden schon längst die Hölle verdienet hätte. Soll mir wohl da alles gegenwärtige Leiden nicht ganz leicht vorkommen? Geistliche Kommunion, Begrüßung der selig. sten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. Dreizehnter Tag. Sub hild Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. beigt dhidi Wir sollen zu Gott unsere Zuflucht nehmen. aniss Herr! zu wem sollen wir gehen? du haft die Worte des ewigen Lebens."( Joh. 6, 69.) Da ich hier vor dir erscheine, o mein Jesu! so komme ich auf eine Erwägung, die in mir große Armseligkeit, in dir aber große Güte verräth. Sollte ich wohl immer nur zu dir kommen, um dich zu bitten, und stets um neue Gnaden bei dir anzuhalten? Welche andere Güte, als nur die deinige, würde dadurch nicht erschöpft, und so vielen Bittens endlich müde werden? Ich begreife es wohl, wie sehr mich diese Erwägung beschämen, und was sie mich Alles befürchten machen muß. - - Aber, o mein Jesu! zu wem sollte ich endlich gehen, als zu dir? Was werde ich anderwärts wohl finden, und wie werde ich aufgenommen werden? Ich wende mich zu den Großen dieser Erde, und kaum kann ich Zutritt bei ihnen - 7 1 Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Dreizehnter Tag. 447 finden; aber du bist allezeit bereit, mich aufzunehmen, und noch nie habe ich erfahren, daß du mich von dir verstoßen hättest. Ich habe mich in meinen drückenden Nöthen schon öfter zu den Menschen gewendet; und was Anderes habe ich bei ihnen erfahren, als ein Herz, das zu meinen Leiden stets gleichgiltig war? was Anderes, als Hände, die für mich stets verschlossen waren? Aber bei dir finde ich allezeit sichere Hilfe. Ich habe in meinen Leiden und Drangsalen schon öfter bei Jenen einige Erleichterung gesucht, die mir ihre ganze Freundschaft zugesichert hatten; allein sie konnten meine Schmerzen nicht erleichtern; oft bezeigten sie sich wohl gar dagegen ganz unempfindlich. Komme ich aber zu dir, o Jesu! so nimmst du Antheil an meinem Leiden; du nimmst mich mit Güte auf, und nie gehe ich ohne einigen Trost- von dir hinweg. - - - — Ist sich's wohl noch zu wundern, daß ich immer zu dir komme, und daß ich dich unaufhörlich bitte, ohne zu befürchten, dir je lästig zu fallen, oder von dir verstoßen zu werden?- Ja! was sage ich? bist du es nicht selbst, der mich beruft, der mich einladet, der mir seine Gnaden und Gunstbezeigungen anbietet? Kommet zu mir Alle, die ihr mit Mühseligkeit und Arbeit beladen seyd, und ich will euch erquicken!"( Matth. 11, 28.) Ja, mein Jesu, du Gott der Güte, du Gott der Barmherzigkeit! stets werde ich fortfahren, mich zu dir zu begeben, und dich um deine Gnade anzuflehen; stets werde ich mit neuem Vertrauen zu dir kommen, weil ich versichert bin, daß ich allezeit ganz leicht- Zutritt bei dir finden kann. Stets werde ich mit neuem Eifer vor dir erscheinen, um so mehr, weil ich immer dein Herz für mich offen finde. Stets werde ich mit neuem Troste hierher kommen; denn du allein, haft Worte des ewigen Lebens;" deine Gnadenschäße sind eben so unerschöpflich, wie deine liebevollen Gesinnungen gegen mich. - 448 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakramente. 3weite Reihe. In Ich erscheine demnach eben jetzt hier vor dir, dich um eine neue Gnade, um die Gnade deiner heiligen Liebe zu bitten. Versagest du mir diese nicht, o! so bin ich reich und glückselig genug;- ich werde dich um nichts weiter mehr zu bitten haben, als um die heilige Beharrlichkeit in dieser Liebe. Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. Tabel Vierzehnter Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. fo13 mplais Betrachtung. Trost und Süßigkeit bei den Thränen. Selig sind, die trauern."( Matth. 5, 5.) Trauern und Thränen vergießen ist freilich keine Glückseligkeit, die man in der Welt aufsucht, und nach der man begierig trachtet. Die Welt setzt ihre Glückseligkeit nur in ver gängliche Freuden und Ergößlichkeiten.- O mein Jesu! wie blind sind doch Jene, die ihr anhangen, und wie sehr sind sie zu bedauern! Am äußersten Rande des Grabes oder wohl gar einer unglückseligen Ewigkeit stehen, und noch lachen, welche Blindheit könnte wohl noch größer und bedauerns würdiger seyn? 11 Nein, mein Jesu! ich beneide sie nicht um diese falsche Glückseligkeit.- Ich will lieber hierher zu dir kommen, und da weinen, als an den thörichten Freuden der Welt Antheil nehmen. Zudem, wie viele Ursachen habe ich, zu weinen, und hier vor deinem Altare ganze Thränenbäche zu vergießen!Weinen will ich, o mein Jesu! über das Unglück, wel ches ich hatte, dich zu beleidigen dich, der du mich schon mit so vielen Gnaden und Gutthaten überhäuft hast.- Neber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Bier- u. fünfzehnter Tag. 449 Weinen will ich über die Gefahr, in der ich mich befinde, dich noch täglich beleidigen zu können. Weinen will ich über die Ungewißheit meines Looses in Betreff der Ewigkeit.- Weinen will ich über so viele Sünden, die ich begangen, über so vieleGnaden, die ich mißbraucht,- und über so viele Gelegenheiten, denen ich mich ausgesetzt habe, dich auf immer zu verlieren. Weinen will ich, ohne daß die Quelle meiner Thränen je versiegen soll, weil man allezeit von mir in Wahrheit wird sagen können, daß ich das Unglück hatte, dich zu beleidigen, dich, o Gott der Güte, der du mich nur erschaffen hast, um dir zu dienen, um dich zu lieben!- Weinen will ich, und ich werde selbst in der Bitterfeit meiner Thränen mehr Trost finden, als die Weltfinder in ihren eitlen und falschen Freuden je werden finden können, weil ich zuversichtlich hoffen kann, daß ich in diesem meinem Thränenbade meine Sünden werde abwaschen können. Und- dieß ist die einzige Glückseligkeit, die ich in dieser Welt verlange. Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. adadis - - Fünfzehnter Ta g. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. 1936) 13 Betrachtung. Das Vertrauen auf Gott. „ Mit uns ist der Herr der Heerschaaren. Jatobs Gott ist unser Schuß."( Pf. 45, 11,)$ 100 Wir alle sind nichts, als Elend, Schwachheit und Gebrechlichkeit. Oder- was können wir sterbliche und fündige Menschen Anderes in uns tragen, als einen tiefen Abgrund von lauter Armseligkeiten und Sünden? Freilich wohl, wenn wir auf nichts anderes sehen wollten, als auf uns selbst, so müßten wir ganz in niederschlagende Kleinmüthigkeit verfallen, Zwickenpflug, Jesus, unsere Liebe 2c. 29 - 450 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Zweite Reihe. und in beständigem Mißtrauen leben;- wir müßten alle Augenblicke für unser Seelenheil zittern, und in beständiger Furcht stehen, ohne uns auch nur in etwas erholen zu können.- Trösten wir uns aber, und erinnern wir uns: Der Gott der Heerschaaren ist mit uns," und sobald wir unser Vertrauen auf ihn setzen, so wirkt er in uns, er streitet mit uns, er siegt für uns!-- d Wann doch werden wir endlich aus Erfahrung lernen, daß diese übertriebene Furcht, dieses schändliche Mißtrauen unsere Hoffnung nur erschüttere, und unsern Muth nur noch mehr schwäche? Gedenken wir doch, daß wir bei unserm Streite nicht allein sind; sondern daß der allmächtige Gott nicht nur mit uns, sondern sogar auch in uns streite; und daß, wenn Gott für uns ist, wir weit stärker sind, als alle wider uns vereinigten Mächte der Hölle es nur immer seyn können! - Thun wir demnach in allen bedenklichen und gefährlichen Umständen, was der Prophet gethan hat! Erheben wir unsere Augen und Herzen gegen Himmel! flehen wir Gott um seinen Beistand an! Ich habe," spricht der Prophet, meine Augen gegen die Berge erhoben, von wo mir Hilfe kommt."( Ps. 120, 1.) Seyen wir versichert, Gott, welcher Himmel und Erde erschaffen hat, wird uns zu Hilfe eilen, und uns unterstüßen! Meine Hilfe," fährt der Prophet fort, kommt vom Herrn, der Himmel und Erde erschaffen hat." " 1 Folgende Regeln sind es hauptsächlich, woran wir uns in Betreff dieses Punktes zu halten haben: Teng Wir müssen uns sorgfältig hüten, durch unser Mißtrauen auf die Güte Gottes feine Gnaden von uns zu entfernen, und uns seines Beistandes unwürdig zu machen. Wir müssen doch aber auch nicht allzu sehr auf den Beistand Gottes rechnen, so, daß wir vernachlässigen, was von uns und unsrer Mitwirkung abhängt. Haben wir das Glück gehabt, in den Versuchungen aus leber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Sechzehnter Tag. 431 zuhalten, und über uns und unsere Feinde obzusiegen, so hüten wir uns ja, uns selbst die Ehre davon zuzuschreiben! Gott allein ist es, dem man dafür die Huldigung der Dankbarkeit abstatten muß. Tad pamplotu si nu lapse nisme aid so Wir sollen auf den Sieg, den wir schon ein oder anderemal gegen unsere Feinde erfochten haben, nicht zu sehr bauen. Vielmehr müssen wir stets neue Anfälle und Kämpfe erwarten. Wir dürfen aber auch immer auf neuen Beistand und auf neue Gnaden rechnen. ,, Wenn Gott für uns ist," spricht der Apostel,, wer kann noch wider uns seyn?"( Röm. 8, 21.) Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 1. ff. Sechzehnter Ta g. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. of Betrachtung. togal thodan Empfindungen der Dankbarkeit gegen Gott. sise Wie werde ich dem Herrn Alles das vergelten, was er mir Gutes gethan hat?" Pf. 115, 3.) vid chi Bisher habe ich dir, o Jesu, mein Gott! sehr viele Besuche abgestattet, die nur auf meinen eigenen Nußen abgezielt haben. Immer bin ich nur zu dir gekommen, um Gnaden von dir zu begehren. Höchst billig ist es also, daß ich dir heute einmal auch einen Besuch mache, der ganz von den Gefühlen der Dankbarkeit für so viele mir schon erwiesene Gutthaten belebt und beseelet ist. - zu erwiedern? Allein was kann ich dir wohl sagen, und was kann ich wohl thun, um dir meine schuldige Dankbarkeit genugsam Ach, mein Jesu! so groß ist mein Glend und meine Dürftigkeit, daß du selbst mir zuvor geben mußt, was ich dir aufopfern soll. Thust du dieses nicht, so habe ich nichts in meinem ganzen Vermögen, was ich dir darbringen 29* 452 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. 3weite Reihe. fönnte. Meine Dankbarkeit für deine Gaben kann ich dir nicht anders, als durch deine eigenen Gaben, erweisen.- Dem sey aber, wie ihm wolle, so erscheine ich doch hier vor dir, o mein Jesu! um die Huldigung der ganzen Dankbarkeit, deren mein Herz nur immer fähig ist, dir abzustatten, und rufe mit dem Propheten auf:„ Meine Seele preise den Herrn; und Alles, was in mir ist, preise seinen heiligen Namen! Meine Seele! preise den Herrn, und vergiß seiner Wohlthaten nicht! denn unge. achtet deiner Missethaten hört er nicht auf, dir gnädig zu seyn; er heilt alle Wunden," welche dir die Sünde geschlagen hat; er rettet dein Leben vom Un tergange;" denn wie oft hat er dich schon von den Gefahren und den Pforten des Todes zurückgezogen! ,, Er krönet dich mit den Gaben seiner Gnade und Barmherzigkeit, und überhäuft dich mit Gütern nach deinem Verlangen." Ja! er kommt sogar, ohne deine Bitte abzuwarten, deinen Wünschen und Begierden zuvor.( Ps. 102, 1.)— Nie, o mein Gott! wird die Größe meiner Dankbarkeit der Größe deiner Gutthaten gleich kommen. Jedoch will ich dir wenigstens die innigsten Dankgefühle meines Herzens zum Opfer darbringen. Meine Dankbarkeit soll aufrichtig seyn, sie soll vom innersten Grunde des Herzens kommen und ganz lebhaft ausdrücken, was darin vorgeht!- Meine Dankbarkeit soll lebhaft,- sie soll der Größe und Herrlichkeit deiner Gaben, in so weit es in meinen Kräften steht, ange messen seyn! Meine Dankbarkeit soll wirksam seyn,- fie soll sich besonders durch die Werke thätig zeigen! Dankbarkeit soll beständig seyn,-- sie soll, so lange ich nur immer leben werde, andauern, und, wie ich es hoffe, wird sie sich in einer andern Welt verewigen!- Nimm, o mein Gott! diese Empfindungen meines Herzens wohlgefällig auf, und füge auch noch diese Gnade allen denjenigen bei, womit du mich bisher stets überhäuft haft! Meine - - Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Siebenzehnter Tag. 453 DRK Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. hid mille) Siebenzehnter Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Die Liebe Gottes. „ Herr! dich will ich lieben, dich, meine Stärke." ( Pf. 17, 1.) Dich lieben und dir dienen, o mein Jesu, mein einziges und höchstes Gut! dieß soll von nun an das einzige Verlangen meines Herzens, die einzige Beschäftigung meines Lebens und der einzige Wunsch meiner Seele seyn!- Ich sehe nun das Nichts und die Eitelkeit alles Uebrigen sehr wohl ein. Ach! daß ich es doch erst so spät erkannt habe! Da ich es aber endlich einmal erkenne, o! so will ich mein Herz für immer der Welt und allen ihren Gütern entlösen, um mich dir, o mein Jesu, mein Gott! gänzlich zu ergeben, nur noch für dich allein zu leben und zu athmen. Ja! dich will ich lieben," o mein Gott! und ich will dich aus meinem ganzen Herzen lieben; dieses soll gänzlich dein seyn, weil du es für dich allein geschaffen haft! „ Dich will ich lieben," über Alles und vor Allem. Was kann aber wohl auch mit dir und deinen anbetungswürdigen Vollkommenheiten noch verglichen werden? " Dich will ich lieben," und nichts anderes will ich mehr lieben, als nur dich allein, oder doch wenigstens Alles in dir und deiner wegen. Was Anderes läßt sich aber auch in allem Uebrigen antreffen, als Geistesplage und Bitterkeit des Herzens? dll and so on and ols „ Dich will ich lieben," und ich will dich einzig und allein deiner wegen selbst lieben, das ist, deiner Güte, deiner 454 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Zweite Reihe. Liebenswürdigkeit und deiner unendlichen Vollkommenheiten wegen; kein anderer Beweggrund soll meine Liebe beleben, als nur du allein. Und sollte es, um dich zu lieben, nothwen dig seyn, Alles zu verlassen, Alles aufzuopfern und Allem zu entsagen, so soll von dieser Stunde an- von mir Alles verlassen, Alles aufgeopfert, Allem, ohne den mindesten Vorbehalt, ent sagt seyn! Welches Opfer könnte leichter seyn, als das Opfer, das man mit den vergänglichen Gütern dieser Erde darbringt, um den Schaß deiner göttlichen Liebe zu erwerben? Ich weiß aber auch, daß sich die wahre Liebe nur durd Werke äußert. Darum will ich mich nicht bloß damit begnügen, dir zu sagen und zu versprechen, daß ich dich lieben werde; sondern ich will mich auch bestreben, dir meine Liebe im Werke zu zeigen. Und eben dieses ist es auch, wozu ich mich von die sem Augenblicke an mit dem Beistande deiner heiligen Gnade, welcher deine unendliche Güte selbst mich versichert, wieder aufs Neue verbinde. Deiner wegen, und dir zu Lieb will ich demnach Allement sagen, was nur immer deiner heiligen Liebe ein Hinderniß in den Weg legen könnte.- Deiner wegen, und dir zu Lieb will ich Alles getreu befolgen, was ich als dir wohlgefällig erkennen werde. Deiner wegen, und dir zu Lieb will ich mir selb Gewalt anthun; ich will meine Leidenschaften beherrschen, meine verkehrten Neigungen unterdrücken, meinen Eckel oder Wider willen gegen das Gute bestreiten, und mir sogar auch alles erlaubte Vergnügen, alle erlaubten Freuden und Ergößlichkeiten entziehen. Deiner wegen, und dir zu Lieb will ich alle Kreuzt und Widerwärtigkeiten, die du über mich verhängen wirst, mit vollkommener Ergebung in deinen allerheiligsten Willen an nehmen; denn die Liebe zeichnet sich nirgendswo besser aus, als durch Kreuze, Drangsalen und Widerwärtigkeiten. Auc du selbst hast uns am Kreuze das Uebermaaß deiner Liebe ge zeigt; so will denn auch ich dir daselbst die Huldigung der meinigen abstatten. Welches Glück für mich, daß du so - - ten en, en te et, τῷ 211, rfe ie De₁ 78 Betrachtung. Der Friede des Herzens. Groß ist der Friede derjenigen, die dein Gesez lieben."( Psalm 118, 165.) Nichts ist so gewiß, o mein Jesu! als was hier der Prophet sagt. Der Friede wird allezeit der Antheil derjenigen seyn, die sich als treue Beobachter deines heiligen Gesetzes auszeichnen; denn sonst nirgendswo, als in deinem heiligen Dienste, läßt sich dieser Friede finden. Die Welt kann uns zwar den Frieden versprechen; aber geben kann sie uns denselben nicht. ( Joh. 14, 27.) Ach! ich habe dieses nur schon allzu oft zu meinem größten Unglücke erfahren. Habe ich wohl je die Süßigkeiten des wahren Friedens genossen, so lange ich mich dem Dienste dieser verkehrten und trügerischen Welt gewidmet habe? Wovon war bisher mein Leben voll? Wie viele traurige Tage, wie viele Tage der Unruhe und Verwirrung, der Lauigkeit und Bestürzung, der Furcht und des Schreckens habe ich nicht schon durchlebt! Nein, mein Jesu! es gibt nirgendswo einen d wahren Frieden, als nur in deinem heiligen Dienste, und in deiner göttlichen Liebe. in ill en bit ne es en 3 it Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Achtzehnter Tag. 435 gütig gegen mich bist, und mir noch erlaubest, dich zu lieben, wiewohl ich dich so oft beleidiget habe! Ja! lieben will ich dich, o mein Gott, du Gott der Liebe! aus meinem ganzen Herzen, hier in der Zeit;.- und ich hoffe, dich noch weit vollkommener zu lieben dort in der Ewigkeit. Amen! Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. et Achtzehnter Ta g. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. - 17 - Aber ach! besitze ich sie wohl auch wahrhaft- dieſe heilige Liebe? und kann ich mir wohl schmeicheln, daß ich 456 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Zweite Reihe. wirklich einen Platz in deinem Herzen, o mein Jesu! einnehme? Nur dieses allein kann ich sagen, daß ich mich mit ganzem Herzen darnach sehne, daß ich dich mit aller Inbrunst, welcher meine Seele nur immer fähig ist, darum bitte, daß ich sie von deiner unendlichen Güte erwarte,- daß ich mich, wenn ich das Glück habe, sie zu besitzen, weit glückseliger schäße, als wenn ich die ganze Welt besäße,- und daß ich endlich nichts unterlassen werde, um mich in diesem Besitze zu erhalten, sollte ich gleichwohl ihrer Erhaltung wegen alle meine Güter, meine Freiheit, meine Gesundheit, ja! sogar mein Leben verlieren müssen. Was kann man aber auch noch verlieren, wenn man die Liebe und das Herz seines Gottes besigt? Und welches Gut kann man noch besigen, wenn man des höchsten Gutes beraubt ist? -- - D, daß ich dich doch stets lieben möchte, du Gott der Liebe! Du bist vorzugsweise der Gott des Friedens; nur in dir, und in deinem heiligen Dienste kann ich denselben finden. Freilich wohl kann dieser Friede in diesem Leben, in diesem Orte des Streites, noch nicht so beständig seyn, daß er nicht manchen Veränderungen unterworfen wäre. Nur dort im Himmel, in diesem wahren Lande des Friedens, wird er erst ganz vollkommen seyn. Beten wir demnach, leiden und streiten wir muthig und herzhaft! Dieser Friede wird uns für alle Kämpfe, die wir kämpfen mußten, überflüssig schadlos halten. Lasset uns demnach stets Frieden haben mit Gott durch treue Beobachtung seines heiligen Gesetzes! Frieden mit unserm Nächsten durch zärtliche Liebe gegen alle Menschen! und endlich Frieden mit uns selbst durch großmüthige Be siegung aller unsrer Leidenschaften! Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. - Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Neunzehnter Tag. 437 men Neunzehnter Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Alles gereicht Jenen zum Guten, die Gott lieben. „ Wir wissen, daß Jenen, die Gott lieben, Alles zum Guten dienen muß."( Röm. 8, 28.) 11 " 1 Der Sinn und die Wahrheit dieses göttlichen Ausspruches liegt freilich nicht gleich jedem menschlichen Verstande klar und offen da.- Wie!" wird man vielleicht sagen, es gibt ja doch so viele Leute, die Gott dienen, und ihn lieben; und nichts destoweniger leiden, seufzen sie, und sind sie unglücklich; sie finden in der Tugend nichts, als eine schwere Last von mannigfaltigen Kreuzen, nichts, als Bitterkeiten des Kelches; nichts wendet sich für sie zum Guten; alle ihre Anschläge, sie mögen gleich noch so ausgedacht seyn, scheitern und werden vernichtet." - Dieß sind die beunruhigenden Zweifel, und die düsteren Wolken, welche die besagte Wahrheit zu verdunkeln scheinen. Allein ungeachtet aller dieser Zweifel, und aller auch noch so düsteren Wolken ist der Ausspruch des Apostels ganz untrüglich, und es wird ewig wahr bleiben,„ daß Jenen Alles zum Guten gereiche, die Gott lieben." Ich sage:„ Alles;" denn oft leiten sogar Dinge, welche Anfangs höchst widrig und entgegengesetzt scheinen, gerade zum glücklichen Ziele. Wir können diese Wahrheit in Beispielen sehen. Wer hätte, da er den ägyptischen Joseph in einem finsteren Kerker schmachten sah, geglaubt, daß er von da nach kurzer Zeit einen erhabenen Thron besteigen werde?- Wer hätte, da er die drei Knaben mitten im brennenden Feuer- Ofen sah, gedacht, daß eben diese Flammen für sie gleichsam eine Abfühlung seyen, und daß sie über alle Wuth der Tyrannen so glorreich obsiegen würden? Wer hätte sich's je eingebildet, da er den Daniel in der Löwengrube sah, in die ihn der Neid seiner Feinde gestürzt hatte, daß er nicht nur lebendig und herr- 458 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. 3weite Reihe. lich aus derselben hervorgehen würde, sondern daß auch sogar Jene, die sein Todesurtheil bewirkt hatten, selbst ein Raub der Löwen, und die unglückſeligen Schlachtopfer ihres eigenen Hasses und ihrer Rachgierde seyn würden? So gefällt es dir nämlich, o mein Gott! deine Allmacht besonders dadurch) zu zeigen, daß du Jene beschüßest, die dich lieben. Sollte es auch manchmal das Ansehen haben, als wolltest du sie eine Zeit lang unter der Last ihrer Drangsale und Widerwärtigkeiten unterliegen lassen, so thust du es nur, um ihnen in der Folge auf eine desto glänzendere Weiſe aus denselben wieder heraus zu helfen.ldsid 9 sisiz of - Geben wir Gott die Ehre, und denken wir daran, wie oft wir uns selbst unser ganzes Leben hindurch in so traurigen Umständen, und in einer so schrecklichen Lage befunden haben, daß wir Alles ohne Rettung für verloren hielten! Und dennoch hat uns Gott durch so außerordentliche Mittel und Wege wieder daraus gerettet, daß unsere Rettung gleichsam ein Wunder zu seyn schien. Endlich, wenn man sagt, daß den Auserwählten Alles zum Guten gereiche, so ist die Rede eben nicht allezeit von zeitlichen und vergänglichen, sondern vielmehr von geistlichen und himmlischen Gütern, die immer zum Nußen unserer Seele ausschlagen, und unser ewiges Seelenheil nur um so mehr be fördern. Was liegt aber auch endlich daran, daß uns alle unsere zeitlichen Güter geraubt werden, und daß unser ganzes Glück zusammenstürzt, wenn Gott auf den Trümmern dieses zeitlichen Glückes das Gebäude unsers ewigen Seelenheiles errichtet? - mein Gott! wie blind sind wir doch in Ansehung unsrer wahren Vortheile! Wir beklagen uns, wir seufzen hier in der Zeit über das, was dort in der Ewigkeit einen Gegens stand unsrer Freude und Dankbarkeit ausmachen soll;- wir sehen so oft als ein Uebel an, was in deinen Absichten zu unsrer wahren Glückseligkeit so Vieles beitragen soll; und- Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Zwanzigster Tag. 459 es kommt uns als etwas Gutes vor, was uns am Ende in den tiefsten Abgrund stürzen würde. Walte demnach mit uns, o heiliger Gott! nach deinem allerheiligsten Willen, und nicht nach dem unsrigen! Du weißt den Weg, der uns zum Ziele führen muß. Höre weder auf unsere Neigungen noch Abneigungen, weder auf unsere eitlen Wünsche noch Besorgnisse! Wenn du selbst Alles mit uns anordnest, so werden auch die Wellen und Sturm- Winde uns ganz sicher zur glücklichen Pforte des Heiles führen. - Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. 3 wanzigster Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. thad Die Wunder der Gnade in den Seelen. eelen. To „ Kommet und staunet an die Werke des Herrn, und die Wunder, die er auf Erden gewirkt hat!"( Psalm 45, 8.) dan puupisudis slip odai In der Ordnung der Natur wirkt Gott stets die auffallendsten Wunder, die man nicht verkennen kann, und die uns über seine Allmacht müssen staunen machen. Allein in der Ordnung der Gnade wirkt er noch weit andere Wunder, die, obgleich sie weniger in die Augen fallen, dennoch nicht weniger angestaunt zu werden verdienen, und seine Größe nicht minder an den Tag legen. - Oder was ist wirklich noch mehr zu bewundern, als die göttlichen Ergießungen, womit dieser grundgütige Gott einer Seele zuvorkommt, wenn er sich würdiget, sie auf eine ganz besondere Weise zu sich zu berufen? Wer kann es sagen und ausdrücken, wie er sie aus dem Schlafe weckt, worin sie unter den Geschöpfen vertieft gelegen ist? wie deutlich er ihr - 460 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. 3weite Reihe. das Nichts und die Eitelkeit aller irdischen Güter zu erkennen gibt, und wie er sie aus der schrecklichen Verblendung, worin sie bisher gelebt hat, herauszieht? Er sucht sie im Tumulte ihrer Zerstreuungen, um sie an sich zu ziehen, um sich mit ihr zu vereinigen; er kommt ihr mit dem erwünschten Segen zuvor, und läßt sie die innerlichen Reize seiner Gnade kosten. Wie viele Wunder der Güte, wie viele Wunder der Gnade, welche alle der Welt unbekannt sind, gehen doch bei dieser innigsten Vertraulichkeit vor!- Nein! nichts muß uns so viele Liebe, zugleich aber auch so viele Demuth einflößen, als eben diese Vertraulichkeit; denn muß nicht die Güte Gottes unendlich seyn, da er eine Seele in Mitte ihrer Treulosigkeiten und Widerspenstigkeiten noch immer mit den Augen seiner Barmherzigkeit ansieht?- Diese unglückselige Seele wird auch von ihm geliebt, da sie doch nicht das Mindeste an sich aufzuweisen hat, was seine zärtlichen und liebevollen Blicke auf sie hinziehen könnte, ja! da sie im Gegentheile noch sehr Vieles an sich hat, was eine andere Güte, als jene eines Gottes, von sich abwenden könnte. Ja! Gott muß bei ihr aus Uebermaaß seiner Liebe alle Abneigung und allen Widerwillen überwinden, die er seiner Wesenheit nach gegen Alles hat, was er Mangelhaftes an dieser Seele antrifft; er muß aus seinem eigenen Herzen und aus dem unermeßlichen Meere seiner Güte Beweggründe hernehmen, um sie zu lieben, und ihr mit so vielen Gunstbezeigungen zuvorzukommen. - - Wie kann es nun aber auch möglich seyn, o mein Gott! daß eine Seele so unaussprechlich große Gnaden und Gutthaten von dir empfängt, ohne sich vor dir zu erniedrigen, ohne ganz von deiner heiligen Liebe zu erglühen? Was kann einerseits eine Seele mehr erniedrigen, als das Bewußtseyn, daß sie nichts als Elend und Armseligkeiten zu ihrem Antheile erhalten hat, woraus sie sich niemals mehr würde gewunden haben, wenn du ihr mit deinen Gnaden nicht zuvor gekommen Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Ein u.zwanzigster Tag. 461 wäreft? Was kann sie aber auch andrerseits mehr zur Liebe Gottes entflammen, als das Bewußtseyn, daß du ihr eben zur Zeit, wo sie vielleicht deinen ewigen Haß verdienet hätte, deine Gnaden am Meisten angedeihen lasseft, gerade, als wenn sie zu deiner Glückseligkeit etwas habe beitragen müssen? de O meine Seele! wirst du denn nicht einmal erkennen, wie sehr du verbunden bist, diesen Gott der Güte zu lieben? Welche Verblendung könnte noch beweinenswürdiger seyn, als jene, worin gewisse Seelen stecken, die durch ihre Treulosigkeiten und Widerspenstigkeiten sich dieser so besonderen Gnaden ganz unwürdig machen? Mache doch, o Gott der Erbarmungen! daß, gleichwie du mir ohne meine Verdienste zuvorgekommen bist, ich auch meinerseits von nun an dir ganz gewidmet, mit dir auf's Innigste vereiniget, und an dich stets geheftet sey! Mache, daß ich durch diese meine gänzliche Ergebung an dich in Zukunft die Zeit und die Gnaden wieder ersetzen möge, die ich bisher unglücklicher Weise so sehr mißbraucht habe!- Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 11. ff. Ein und zwanzigster Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Das Haus Gottes ein Haus des Gebetes und der Gnaden. Mein Haus wird ein Bet- Haus genannt werven."( Matth. 21, 13.) Ich komme, o Jesu, mein Gott! in deinen heiligen Tempel, um dir das Huldigungs- Opfer meiner Gebete abzustatten. Dieß ist das Haus, welches du wirklich bewohnest; dieß ist dein Palast auf dieser Erde, wo du von deinem ganzen Hofstaate umgeben bist;- dieß ist das Bild jener ewigen 17 - 462 Besuchungen d. allerheiligsten Altars sakraments. Zweite Reihe. Wohnung, die du uns dort zubereitet hast, und deren Majestät und Heiligkeit uns hier vorgestellt wird. Würdige dich demnach, das Huldigungs- Opfer meiner Gebete, welches ich dir hier darbringe, wohlgefällig anzunehmen, und mache, daß der Wohlgeruch desselben bis zum Throne deiner Herrlichkeit emporsteige! Allein dein heiliger Tempel, o mein Gott! ist nicht nur ein Bet- Haus, sondern auch ein Haus der Gnaden und des Segens. Hier gießest du dieselben im Ueberfluße über Jene aus, welche dich darum bitten. Auch ich erscheine eben jest vor dir, um dich im Geiste der Demuth und des Vertrauens darum anzuflehen. Würdige dich, sie nach der Größe meiner Bedürfnisse, oder vielmehr nach der Größe deiner Barmherzigkeit auch über mich auszugießen! Du kennest das große Glend meiner Seele; ich hoffe aber auf die so reichlichen ErgieBungen deiner Güte. Ich befinde mich hier wirklich vor dir niedergebeugt bis zur Erde. Ach! mache doch, daß auch ich die Wirkungen derselben empfinde; und in dem Augenblicke, wo ich dir, als meinem höchsten Herrn, den schuldigen Tribut meiner Gebete abstatte, laß- als mein größter Gutthäter und liebenswürdigster Erlöser den himmlischen Thau deiner Gnaden auch über mich herabträufeln! Ich will von nun an niemals mehr anders, als im Geiste des Glaubens in deinem heiligen Tempel erscheinen, da ich weiß, daß dieser das Haus Gottes, und das Vorbild jenes himmlischen Jerusalems ist. - - - - Ich werde mich allezeit mit der tiefsten Ehrfurcht hier einfinden, weil da die höchste Majestät eines menschgewordenen Gottes persönlich wohnt. Ich werde mich niemals von hier hinwegbegeben, bevor ich dich um deinen heiligen Segen und um den Beistand deiner Gnade gebeten habe, die mir in Mitte der Gefahren, denen ich von allen Seiten her ausgeseßt bin, so nothwendig ist. Vorzüglich aber werde ich stets daran denken, daß ich hier in deinem heiligen Tempel in dem Wasser der heiligen Taufe Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. 3wei u.zwanzigster Tag. 463 bin wiedergeboren worden, und das Glück gehabt habe, der Zahl deiner Kinder beigesellt zu werden. Endlich will ich auch öfters erwägen, daß eben in der Umgebung dieses heiligen Hauses einstens nach meinem Tode meine Asche ruhen und jenen großen Tag erwarten werde, wo du als Richter auf den Wolken des Himmels erscheinen wirst. So viele und so starke Beweggründe müssen gewiß die lebhaftesten Empfindungen eines lebendigen Glaubens und einer heiligen Ehrfurcht im Hause meines Gottes bei mir erwecken; doch sollen diese niemals so weit gehen, daß sie die Empfindungen der Liebe und des Vertrauens in meiner Seele vermindern werden, die ich dir, o mein Gott! allezeit schuldig bin! Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. nge 3 wei und zwanzigster Tag.mursod Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Die innerliche Stimme. Wenn ihr seine Stimme höret, so verhärtet eure Herzen nicht!"( Psalm 94, 8.) midi hamul Hod Bilden wir uns ein, eine innerliche Stimme rufe uns zu: „ Wer bist du? Woher kommst du? Und wo gehst du hin?" Wer bist du? Du bist ein Christ. Woher kommst - du? Du kommst aus dem Schooße Gottes. Wohin gehst du? Du gehst zur Ewigkeit.- Kurze Worte; aber lauter erhabene Gegenstände zu den herrlichsten Betrachtungen! Du bist ein Christ; du prangest mit dem schönen Namen eines Christen. Bist du aber auch von dem wahren Geiste eines Christen beseelet? Du trägst dieses Merkmal tief 464 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Zweite Reihe. in deiner Seele eingeprägt; sind aber auch die wahren Gefinnungen eines Christen mit unauslöschlichen Buchstaben in dein Herz eingedrückt? Du bist ein Christ. Ein großer Name; aber auch ein Name, welcher dir große Verbindlichkeiten auf legt! Erfüllest du sie allezeit? zeigt sich wohl dein Glaube durch deine Werke? leuchtet deine Religion aus deinem gan zen Betragen hervor?- Was würde einstens mit dir ge schehen, wenn du, der du ein Christ bist, nicht anders leben wolltest, als wie die Heiden leben, und wenn die unaussprechlich große Gnade, welche dir Gott erwiesen hat, weiter zu nichts Anderm dienen würde, als dich in seinen Augen nur noch strafbarer und der ewigen Verdammniß desto würdiger zu machen?) shall fixism 232 Du kommst aus dem Schooße Gottes selbst hervor. So erhaben ist dein Ursprung! Gott hat dich wahrhaft in seinem väterlichen Schooße gezeugt; deine Seele ist gleichsam eine Theilnahme seines Wesens; sie ist ein lebendiges Licht, welches von der göttlichen Sonne der Gerechtigkeit ausfließt. Eben darum hat er dich auch nach seinem Ebenbilde erschaffen, und in deiner Seele die herrlichsten Züge seiner Aehnlichkeit tief eingegraben. Hast du wohl die Größe dieses deines Ursprunges, und folglich auch die Größe der Heiligkeit, wozu du von Gott berufen bist, je genug erkannt, oder doch wenigstens aufmerksam genug betrachtet? Hat deine Seele das herrliche Vorrecht ihrer Annahme an Kindesstatt allezeit auf's Sorgfältigste zu erhalten gesucht? ist sie wahrhaft ein lebendiges Ebenbild Gottes? und trägt sie diese herrlichen Züge seiner Aehnlichkeit noch immer an sich? Es ist höchst zuträglich für dich, ernsthaft über diese Punkte nachzudenken, da dich Gotf einstens zur Rechenschaft darüber ziehen wird.- Jag - Du gehst zur Ewigkeit. Dazu hat dich Gott erschaffen, und auf diese Welt geseßt. Dein Leib, welcher aus Erde gebildet ist, wird auch wieder zur Erde werden, eine Speise der Würmer, und ein Opfer der Zeit; deiner Seele aber steht ein Neber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Drei u. zwanzigster Tag. 465 ganz anderes Loos bevor. Allein es gibt zwei von einander sehr verschiedene Ewigkeiten; eine Ewigkeit der Freuden und des Vergnügens, und eine Ewigkeit der Peinen und der Verzweiflung. Welcher aus beiden gehst du zu? Es ist hier die Frage nicht, nach welcher aus beiden du verlangest, sondern welcher du wirklich zuwanderst?- Untersuche den Weg, den du wandelst, und schließe daraus auf das Ziel, welchem er dich zuführen wird! sister slemhunderqinj spille — - Geistige, unsterbliche Seele, die du den Absichten deines Gottes gemäß nach einigen Jahren des Kampfes zu einer ewigen Glückseligkeit bestimmt bist! kannst du wohl noch so blind seyn, daß du dich wegen einiger Tage oder Augenblicke eines vergänglichen und allezeit mit Bitterkeit erfüllten Vergnügens in eine gränzenlose Ewigkeit von Peinen und Verzweiflung stürzest?- Hier läßt die Gnade dir dieses selbst zu bedenken übrig;- eröffne ihr dein Herz, und widme ihr alle deine Empfindungen!- Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligflen Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. Drei und zwanzigster Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Fortsegung des nämlichen Gegenstandes. Ich habe die Stimme des Herrn gehört." ( Isaias 6, 8.) Diese innerliche Stimme gibt dir, meine Seele! einen neuen Gegenstand zu den schönsten Betrachtungen an die Hand. Sie stellt dir drei neue Erwägungen vor, und spricht also zu dir: Denke mit allem Ernste an die Gnaden, die du erhalten, an die Sünden, die du begangen hast; und 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe 2c. 30 And 466 Besuchungen d. allerheiligsten Altare sakraments. Zweite Reihe. an die Rechenschaft, die du einstens darüber wirst geben müssen! Diese Betrachtung ist nicht weniger von der äußersten Wichtigkeit, als es die vorhergehende war. Mit welcher Fülle von Gnaden hat dich Gott die ganze Zeit deines Lebens nicht schon überhäuft! Wie viele inner liche Erleuchtungen, wie viele gute Gesinnungen, wie viele heilige Einsprechungen, wie viele heilsame Gewissensbiſse hat er nicht schon in dir erweckt!- Kannst du an alle diese so ausnehmend großen Gutthaten denken, ohne davon gerührt zu werden? ohne darüber in Erstaunen zu gerathen, und ganz davon durchdrungen zu werden?- Könnte es, wenn die Schäße der Gnaden nicht unermeßlich wären, nicht das Ansehen haben, als hätte sie Gott zu deinem Besten erschöpft?- Nun aber welchen Gebrauch hast du von allen diesen Gnaden gemacht? welche Wirkung haben sie in dir hervorge bracht? Ach! hätte Gott eben diese Gnaden den wilden und ungläubigen Völkern gewährt, welche reichliche Früchte des Heiles und des Lebens würden sie in ihnen nicht hervorgebracht haben!„ Wenn zu Tyrus und Sidon diese Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind, so würden sie schon längst im Sack' und in der Asche Buße gethan haben."( Matth. 11, 21.)- Was wird nun ein Christ, welcher ste vergebens empfangen hat, nicht Schreckliches zu erwarten haben! Gedenk' der Sünden, die du begangen hast!- War dieß der Gebrauch, den du von den Gnaden deines Gottes haft machen, und der Dank, welchen du ihm dafür haft er wiedern sollen?- Anstatt der Tugenden, welche die vielfälti gen Gaben Gottes in deiner Seele hätten hervorbringen sollen, wie vieler Sünden und Laster, wie vieler Missethaten und Ausschweifungen hast du dich nicht schuldig gemacht!- Durchgehe alle Alter, ja wohl gar alle Tage dieses elenden Lebens, und erröthe über so viele Laster, womit du dieselben entheiliget haſt! Erwäge ganz besonders alle Umstände, welche deine - - - Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Drei u. zwanzigster Tag. 467 Sünden begleitet haben! Sünden, die du- ungeachtet des hellen Lichtes, welches dich erleuchtet, ungeachtet des Gewissenswurmes, welcher stets in dir genagt, ungeachtet der Gnade, welche dich gewarnet hat, dennoch so frei und vermessen begangen hast!- Nichts hat dem Strome der Leidenschaften, welcher dich mit sich fortgerissen hat, Einhalt thun können. Gott hat dir zugerufen, und du hast seiner Stimme die Ohren verschlossen;- Gott hat dich geliebt, und du haft ihn beleidiget. Was denkst du wohl von dir selbst? und was bist du in deinen eigenen Augen? Urtheile hieraus, was du in den Augen Gottes seyn mußt!- - - Denn endlich wirst du doch einstens vor ihm noch erscheinen müssen, um sowohl von den unschätzbaren Gnaden, die du von ihm empfangen, als von den unzähligen Sünden, die du begangen hast, die genaueste Rechenschaft abzulegen. In welchem traurigen Zustande wirst du einst vor seinem schrecklichen Nichterstuhle erscheinen, wo dich seine Gerechtigkeit allein erwartet, wenn du jetzt seinen Zorn nicht besänftigeft!D, so bete denn an und bewundere die unaussprechlich große Güte deines Gottes gegen dich!- In eben diesem Augenblicke öffnet er sein Herz, um dich wieder zu Gnaden aufzunehmen, wenn nur auch du das deinige den Empfindungen einer wahren Reue über deine begangenen Sünden öffnen wirst.- Der Gott der Erbarmungen will deine Bekehrung, nicht aber deinen Tod, dein Heil, nicht aber deinen Untergang. Er wird zwar einstens dein Richter seyn; aber jetzt ist er noch dein Vater. Verfluche deine Sünden! bitte ihn um seine Gnade! komm' seinem strengen Gerichte zuvor! richte dich selbst auf eine heilige Weise, und du wirst noch an ihm nicht nur einen gnädigen Nichter, sondern auch einen zärtlichen Bater, und vorzugsweise den Vater der Erbarmungen finden! - - ― — Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 1. ff. 30* 468 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. 3weite Reihe. Vier und zwanzigster Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Der Dienst Gottes. „ Niemand kann zwei Herren dienen."( Matth. 6, 24.) Dieß ist der ewig unwiderrufliche Ausspruch Jefu Chrifti selbst:„ Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen, und den an dern lieben; oder er wird sich an einen halten, und den andern verachten." Der Dienst zweier Herren kann also nicht beisammen bestehen; er läßt sich auf keinerlei Weise mit einander vereinigen; folglich ist es eine ganz unmögliche Sache, Gott und der Welt zugleich zu dienen; ihre Lehren, ihre Grundsätze, ihre Vortheile stehen mit einander in ewigem Widerspruche; denn, wie kann Licht mit Finsterniß im Bunde stehen? wie kann Christus mit Belial Uebereinkunft treffen?"( 2. Korinth. 6, 14.) Und doch ist es eben diese abenteuerliche Vereinigung besagter, von einander so sehr verschiedener, Dienste, welche nicht selten Leute zu machen suchen, die man Halbchristen und Halbweltmenschen nennen könnte. Man möchte gerne Gott dienen; allein man will mit der Welt nicht brechen. Man sucht also eine gewisse Art von Mittelweg einzuschlagen; man will weder Gott, noch die Welt beleidigen; man gibt zwar immerhin seinem Gott etwas, man gibt ihm aber nicht Alles, was er von uns verlangt; man widmet sich immer der Wek, man will sich aber ihr doch nicht ganz übergeben. Und bei dieser Behutsamkeit, welche man gebraucht, glaubt man, Gott und die Welt ließen sich ganz wohl mit einander vereinigen; man könne Gott dienen, ohne der Welt zu entsagen; man könne es mit der Welt halten, ohne sich von Gott zu ents - - Neber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Vier u. zwanzigster Tag. 469 fernen. Eine Vereinigung, welche nicht nur ganz unmöglich, sondern auch äußerst häßlich und höchst verabscheuungswürdig ist! Denn bei tausend Gelegenheiten wird das Gefeß Gottes mit den Grundsäßen der Welt ganz und gar im Widerspruche stehen; man wird sich durch eine täuschende Nachgiebigkeit oder vielmehr durch eine sündhafte Willfährigkeit in unvermeidlicher Nothwendigkeit befinden, entweder das Gesetz Gottes zu übertreten, um die Vortheile der Welt aufrecht zu erhalten, oder aber mit der Welt zu brechen, um dem Gesetze Gottes die schuldige Ehre und Hochachtung zu erweiſen. - Der Ausspruch ist gethan; und dieser Ausspruch wird bis an's Ende aller Zeiten wahr bleiben: Niemand wird den Dienst Gottes mit dem Dienste der Welt vereinigen können. Ja, was noch mehr ist: Sollte man dieses auch thun können, so würde es doch niemals zu thun erlaubt seyn; unser Gewissen selbst würde dabei verletzt werden.- Gott mit der Welt in einen Vergleich sezen, welche Beschimpfung für dieſen höchsten Herrn des Himmels und der Erde! Muß nicht schon der bloße Gedanke dieses schimpflichen Vergleiches uns ganz erröthen machen und mit Abscheu erfüllen? Welcher große Undank wäre dieß! Ach! wie wenig sind wir doch der Welt, wie viel hingegen unserm Gott schuldig! Wie wenig hat die Welt, wie viel hingegen hat Gott für uns gethan! Wie wenig haben wir von der Welt, wie viel hingegen von Gott zu linio dia Welcher Gräuel, welche Lasterthat könnte wohl noch größer seyn? Einerseits ein Gott, welcher unendlich groß, unendlich gerecht, unendlich heilig, unendlich gütig, liebenswürdig und vollkommen ist; und andrerseits eine Welt, welche zum Deftesten ungerecht, treulos und grausam, oder besser zu reden, welche eine Verführerin, eine Tyrannin gegen uns ist; erwarten! 20038 und doch noch länger anstehen, wem aus beiden man sich ergeben soll, ja! wohl noch dem Dienste der Welt vor dem Dienste Gottes den Vorzug einräumen wollen, welche Sünde, ich sage - - 470 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. 3weite Reihe. es noch einmal, welche Beschimpfung, welche Gräuelthat könnte noch größer seyn? d Nein, mein Gott, mein höchster Herr und Gebieter, mein Erlöser! niemals mehr will ich dir eine so große Beleidigung zufügen, und dich mit dieser bösen und verkehrten Welt in Vergleich setzen. Ich will dir dienen, und nur dir allein will ich dienen; dir will ich meine Anbetung und Huldigung abstatten; mein ganzes Herz will ich dir schenken; die Welt soll an allen Neigungen und Empfindungen meines Herzens nicht den mindesten Antheil mehr haben! Ihr will ich zwar geben, was Wohl stand, Pflicht und Liebe erfordern; aber mein Herz, und alle Neigungen desselben, sollen dir allein gänzlich gewidmet seyn!- Ich weiß es, daß du dich einstens vor deinem himmlischen Vater Aller derjenigen schämen wirst, die so feige, so niederträchtig und pflichtvergessen seyn werden, sich Deiner jetzt zu schämen. Diene meinerwegen der Welt, wer sich verführen lassen und ewig zu Grunde gehen will! Ich meines Theils verlange ewig glückselig zu seyn.- Eben darum will ich auch dir, o mein Gott! mich ganz ergeben, und dir für allezeit angehören. Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. dr pinion site Fünf und zwanzigster Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung, Die Liebe und Dankbarkeit gegen Jesus. Wer unsern Herrn Jesus nicht liebt, der sey verflucht!"( 1. Korinth. 16, 22.) Das Geheimniß eines menschgewordenen Gottes ist der erhabenste Gegenstand unsers Glaubens, der festeste Anker unsrer Hoffnung, der anzüglichste Beweggrund unserer Liebe, die reichhaltigste Quelle aller Gnaden, und das vollkommenste - Uleber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Fünf u. zwanzigster Tag. 471 Muster aller Tugenden. Ein Gott, welcher Mensch gewor= den ist, und ein Mensch, welcher zugleich Gott ist, die göttliche und menschliche Natur in einer und der nämlichen Person ohne Vermischung miteinander vereiniget, der große Gott erniedriget zu einem elenden, schwachen Menschen, und der schwache Mensch erhöhet zur Größe eines Gottes,- fürwahr ein Geheimniß, welches jedem menschlichen Verstande unbegreiflich ist, so, daß er sich in der Betrachtung solcher erhabenen Geheimnisse nothwendig ganz verlieren muß!- Ein hell leuchtendes Geheimniß, welches nach so langen und dicken Finsternissen endlich die göttliche Sonne der Gerechtigkeit der Welt entdeckt hat! Ein Geheimniß der Gnade und Barmherzigkeit, welches der Erde alle Schätze des Himmels eröffnet! Ein Geheimniß, welches alle Wunder, die Gott den Menschen zu Lieb bisher gewirkt hat, in sich fast, ja! sogar übertrifft!- - - Unaussprechlich großes Geheimniß! wie erhaben sind doch die Größen, die du mir zeigest! wie groß die Liebe und Zärtlichkeit, die du mir fund gibst! wie reichlich die Gutthaten, die du mir verkündest! und wie unbegreiflich die Wunder, auf die du mich hinführest! Ach! nichts von Allem diesem kann ich mit Worten ausdrücken; denn Alles, was da vorgeht, ist weit über meine Gedanken und Empfindungen erhaben.- Menschgewordener Gott! du bist in diese Welt gekommen, unsere Finsterniſse zu zerstreuen, unser Leiden zu versüßen, unserm Elende ein Ende zu machen;- du zeigest mir, wie groß die Güte des höchsten Wesens gegen seine Geschöpfe, wie groß die Vortrefflichkeit und der Werth meiner Seele, und wie erhaben das Ziel ist, nach welchem ich trachten soll;- du lehrest mich ganz besonders einen aus Liebe zu mir erniedrigten Gott erkennen und lieben;- zugleich gibst du mir auch die Mittel an die Hand, wie ich ihn auf eine Seiner würdige Weise ehren und lieben kann. Nein! ich darf nun nicht mehr bekümmert seyn, wie ich Gott nach seiner Liebenswürdigkeit werde - 472 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Zweite Reihe. lieben, und nach Verdienst werde anbeten und ehren können, nachdem der eingeborne Sohn des ewigen Vaters, das Bild ſeiner Wesenheit und der Abglanz seiner Herrlichkeit, in eigener Person auf diese Welt gekommen ist, mich dieses zu lehren, und es selbst für mich zu thun. Er gibt mir alle seine Güter und Verdienste zur Hand, sie in meinem Namen Gott aufzuopfern, und mit denselben meiner Dürftigkeit zu steuren. Menschgewordener Gott! anbetungswürdigster Erlöser! da du aus unendlicher Güte dich selbst mir gänzlich dargibst, und mir erlaubest, mich aller deiner Verdienste zu bedienen, um meine Pflichten zu erfüllen, und die Schulden abzutragen, welche dein himmlischer Vater von mir zu fordern hat, wohlan! so will ich's auch thun, und ihn durch dich vollkommen befriedigen. Ich will mich deiner Liebe bedienen, ihn zu lieben, - deiner Anbetungen, ihn anzubeten, deines Gehorsames, ihm zu gehorsamen, aller deiner Güter, meine sämmtlichen Verbindlichkeiten gegen ihn auf eine Seiner würdige und ihm wohlgefällige Weise zu erfüllen. Welche Gnade, welche Ehre, welches Glück für mich, daß ich so- alle Neigungen meines Herzens bis zu ihm erheben, und alle meine Handlungen gleichsam vergöttlichen kann! O Jesu, du aus Liebe zu uns Menschen menschgewordener Gott! dir habe ich Alles zu verdanken. Möchte doch meine Dankbarkeit ewig, meine Treue unverbrüchlich, meine Liebe ohne Maaß und Ende seyn!- - - - - - Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. Sechs und zwanzigster Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Alles ist Eitelkeit. „ Eitelkeit über Eitelkeit! Alles ist eitel." ( Eccl. 1, 2.) ainhi? 25/00) than to al ater at Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Sechs u. zwanzigster Tag. 473 Wer spricht so? Die Weltfinder selbst rufen oft so mit dem weisen Prediger, nachdem ihnen die traurige Erfahrung deutlich genug gezeigt hat, daß Alles in dieser Welt eitel und vergänglich ist. Und was findet man in den Reichthümern? Was sonst, als tausend Sorgen, Bekümmernisse, Verdrüßlichkeiten, und allerhöchstens- nur ein Mittel, seine Leidenschaft zu befriedigen? Was findet man in den Ehren? Was sonst, als Ursachen zur Beneidung, zur Eifersucht und zu Verfolgungen, die uns tausend Unglücksfällen ausseßen?- Was findet man in den Wollüsten? Was sonst, als Eckel, Uleberdruß, oft wohl gar Traurigkeit und Bitterkeit des Herzens? Es bleibt also wahr, was uns der weise Prediger sagt: „ Eitelkeit über Eitelkeit! Alles in der Welt ist eitel und vergänglich." Und dennoch haben wir dieser Eitelkeit bisher so begierig nachgejagt; wir haben nach diesem Schattenwerke eingebildeter Glückseligkeit so sehr geseufzt, indem wir derselben unsere Ruhe und Freiheit, oft wohl gar unser Gewissen und unser Seelenheil geopfert haben! - Es wäre also doch wohl einmal Zeit, von unsern Verirrungen zurückzukehren, und uns dieser Eitelkeit zu entreißen, welche so geschwind vorübereilt, uns betrügt und in den ewigen Untergang stürzt! Es wäre wohl einmal Zeit, uns dieser Wahrheit endlich zu ergeben, welche uns unaufhörlich von unsern Irrwegen abruft, um uns wieder auf den rechten Weg zu führen! Heilige und heilsame Wahrheit, die, wenn wir ihr Gehör geben würden, alle unsere Finsternisse aufhellen und zerstreuen, alle unsere Schritte leiten und in Ordnung bringen, uns heiligen und alle Neigungen unsers Herzens auf Gott hinlenken würde! Ach! wollen wir denn unsere Augen erst alsdann öffnen, wenn der Tod sie uns für allezeit schließen, und vielleicht gar mit ewigen Finsternissen bedecken wird? Menschenkinder!" ruft uns der Psalmist zu, wie lange wollet ihr noch eitle Blendwerke lieben? - - 474 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Zweite Neihe. Wie lange wird man noch sehen müssen, daß ihr die Unwahrheit aufsuchet?"( Psalm 4, 2.) Gibt uns nicht die Welt selbst ihre Eitelkeit und ihr Nichts deutlich genug zu erkennen? Sie kann zwar Große, Reiche, Mächtige dieser Erde machen; kann sie aber auch Glückselige machen? Und wir sind so blind, daß wir uns noch schmeicheln, es zu werden?- Noch bietet uns die Wahrheit ihr himmlisches Licht dar; wandeln wir nach demselben! wer den wir Kinder des Lichtes, und überlassen wir die Finsternisse Jenen, die sich selbst geflissentlich verirren wollen! Du allein, o mein Gott, der du dieses wahre Licht bist! kannst uns noch erleuchten. Allenthalben finden wir nichts, als Finsternisse, die uns verblenden, nichts, als viele Blend werke, die uns täuschen, nichts, als Irrlichter, die uns vom rechten Wege ab-, und an steile Abgründe hinführen.- Gött licher Erlöser! du bist vorzugsweise der Weg, die Wahrheit und das Leben."( Joh. 14, 6.) Da du der Weg bist, so leite uns; und da du die Wahrheit bist, so erleuchte uns! und da du das Leben bist, so belebe uns! Die Eitelkeit hat uns ohnehin nur schon zu lange verführt und verkehrt; sey also nun die Wahrheit, die uns errettet, die uns heiliget! 11 Geistliche Kommunion, Begrüßung der selig. sten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. an 8> 20 - - Sieben und zwanzigster Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; vie am erſten 249 Seite 423. 12010110 Betrachtung.mspilied Al Die Ausübung guter Werke.com Lasset uns Gutes thun, da wir noch Zeit haben!"( Galat. 6, 10.) i gian tim mg tblaljaid sio Bisher haben wir noch sehr wenig Gutes gethan, und vielleicht ist uns nur noch eine kurze Zeit übrig, um gute Werke Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Sieben u. zwanzigster Tag. 475 sammeln zu können. Wie werden wir uns getrauen, einstens vor unserm Gott zu erscheinen? und was werden wir ihm wohl darzubringen haben? Wie, wenn wir einstens wohl gar nicht nur mit leeren Händen, sondern auch noch mit einer mit vielen Sünden beladenen und mit vielen Wunden bedeckten Seele vor ihm erscheinen würden?-da med si - the Wenn wir erwägen, was die meisten Heiligen ihres ewigen Seelenheiles wegen gethan haben, was bewundern wir an ihnen? Die reichlichsten Almosen, die sie ausgespendet, die strengsten Fasten, womit sie ihren Leib geschwächt, die vielfältigsten und eifrigsten Gebete, die sie entrichtet haben. Die Einen haben sich in die tiefsten Einöden vergraben, um da ihre Sünden bitter zu beweinen, und sich ganz mit der Betrachtung ewiger Wahrheiten zu beschäftigen.- Andere sehen wir in finstern Kerkern eingeschlossen, ganz mit Ketten, noch mehr aber mit Verdiensten beladen, die sie sich für den Himmel gesammelt haben. Ein großer Theil von ihnen läßt auf Blutgerüſten und lodernden Scheiterhausen sein Leben, wo sie ihren Glauben mit ihrem eigenen Blute besiegeln. Und wir, was haben wir wohl schon gethan? welche Ansprüche haben wir auf jene Belohnungen, die dort Gott seinen Heiligen zubereitet hat, wir, die wir ihm nichts Anderes, als laue, träge Werke, nichts anderes, als die bittere Reue über so viele verabsäumte Gelegenheiten, Gutes zu thun, darzustellen haben? O mein Gott! an was haben wir die ganze Zeit unsers Lebens wohl gedacht? Womit haben wir uns beschäftiget? - —— Demungeachtet sind uns in diesem betrübten und wahrhaft bedauernswürdigen Zustande noch zwei sichere Rettungsmittel übrig; - suchen wir sie nur auch weislich zu benügen! - Das erste ist, daß wir gleich diesen Augenblick unserm Gott mit aufrichtigem Herzen versprechen, in Zukunft, so viel an uns liegt, nicht das mindeste gute Werk mehr zu verabsäumen. Das zweite ist, daß uns, wenn wir anders wahrhaft entschlossen. 476 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Zweite Reihe. sind, die ganze Zeit unsers Lebens alles Gute zu thun, das immer in unsern Kräften steht, schon von diesem Augenblicke an von Gott das Verdienst mehrerer Jahre zugerechnet werde; denn Gott sieht bei uns hauptsächlich auf die Aufrich tigkeit unsers Willens, und auf die Reinigkeit unsrer Meinung. Wir haben aber auch noch einen dritten für uns höchst be ruhigenden Trost; und dieser besteht darin, daß wir uns mit den Verdiensten Jesu Christi selbst ausrüsten und bereichern können. Er hat uns dieselben anvertraut, und erlaubt, uns ihrer zu bedienen, und sie uns ganz eigen zu machen, wenn wir nur auch unsrerseits das Wenige, das von uns abhängt, dazu beitragen wollen. Welche große Gnade! welche reich haltige Quelle, unserer Armuth zu steuren! Wir müssen aber dieses unser Vorhaben nicht wieder wei ter verschieben. Die Zeit rückt heran, und noch ein großes Werk bleibt uns auszuführen übrig. Fangen wir demnach unverzüglich an, und verlieren wir nicht einen einzigen Augenblick mehr! Sammeln wir gute Werke, so viel wir immer können, und verabsäumen wir nicht eine einzige Gelegenheit, wo wir Gutes thun können! Folgen wir dem Rathe des weisen Mannes, welcher spricht:„ Laß keinen Theil des Guten, so dir gegeben worden ist, entrinnen!"( Eccl. 14, 14.) 3udem, je wenigere Schäße wir, ungeachtet aller unserer Mühe, Wachsamkeit und Sorgfalt, bisher für den Himmel gesammelt haben, desto weniger haben wir noch von aller jener Zeit wieder erkauft, die wir so unglückseliger Weise verloren haben. Wir wollen demnach mit dem Propheten ausrufen:„ Ich habe es gesagt und sogleich angefangen!"( Pf. 76, 11.)- Ja! ich will anfangen, o mein Gott! Gutes zu thun. Mache doch, daß ich nicht eher aufhöre, mir die reichlichsten Schäße von guten Werken zu sammeln, als bis ich zu leben aufhören werde!- Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. vor der - - - - Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Acht u. zwanzigster Tag. 477 Acht und zwanzigster Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. jus, wound, Betrachtung. Die Wachsamkeit über uns selbst. „ Das Reich Gottes ist in euch."( Luk. 17, 21.) Mone Wenn wir Gott wahrhaft angehören, und nach gründwww. licher Tugend trachten wollen, so müssen wir auf das, was in uns vorgeht, stets aufmerksam seyn, und es an der Wachsamkeit über unser Herz niemals ermangeln lassen.-- Dieser Wachsamkeit sind wir alle Sorge schuldig; denn hier, in unserm Herzen, will Gott sein Reich errichten. Wissen wir nicht, und sind wir nicht recht deutlich davon überzeugt, daß der Grund unsrer ganzen Vollkommenheit in uns selbst liege, so werden wir unser ganzes Leben in den größten Unvollkommenheiten zubringen, ohne uns je zu jenem Grade der Heiligkeit emporzuschwingen, wozu uns Gott berufen hat.- Nur von unserm Herzen haben die wahren Tugenden, die Demuth, die Abtödtung, die reine Meinung, die Treue gegen die Gnade, die vollkommene Liebe, und innige Vereinigung mit Gott, mit Einem Worte, alle Güter, die den Reichthum, die Zierde und das Verdienst einer Seele ausmachen, ihren Ursprung.- Nur im Herzen läßt der heilige Geist seine Stimme vernehmen; und hier, theilt er seine tiefen Erkenntnisse mit, und flößt jene erhabenen Gesinnungen ein, die eine Seele bis zu Gott erheben, und sie bis in das göttliche Heiligthum einführen. - So große Verrichtungen die Heiligen Gottes auch immer haben mochten, mit so wichtigen Dingen sie sich auch immer abzugeben hatten, so vernachlässigten sie dabei dennoch nie, einen Blick auf sich selbst zu werfen; ja! sie waren stets beſorgt, in sich selbst zu kehren, und zu sehen, was in ihrer Seele vorging, um alle Regungen ihres Herzens in Ordnung zu bringen, alle Neigungen desselben zu reinigen, und aus demselben Alles zu verbannen, was nur immer im Stande seyn - - 478 Besuchungen d. allerheiligsten Altarsfakraments. 3weite Reihe. mochte, das Reich Gottes in ihnen zu stören, zu untergraben und zu schwächen. Das ganze Gebäude unsrer Heiligkeit muß demnach auf dieser Wachsamkeit über uns selbst gegründet seyn, und ohne fie kann es nicht bestehen. Die Ursache, warum so wenige Seelen zur Vollkommenheit gelangen, ist, weil sie sich ganz äußerlichen Gegenständen hingeben, in beständiger Zerstreuung leben, und so die Wachsamkeit über ihr eigenes Herz vernach lässigen, die doch allen unsern Handlungen Leben und Seele geben soll. Seyen wir versichert, es gibt sehr viele Heilige im Himmel, die während ihres sterblichen Lebens in den Augen der Menschen wenig Großes zu thun, wenig heldenmäßige Tu genden auszuüben schienen, die sich aber doch jetzt zu den erhabensten Stufen der Herrlichkeit im Himmel erhoben sehen, wie, z. B., so viele heilige Einsiedler, und so viele Andere, die in heiliger Einfalt und der Welt ganz unbekannt dahin lebten! Und warum dieses? Weil sie, ohne mit jenem äußerlichen Glanze von Tugenden umgeben zu seyn, ihre ganze Sorgfalt dahin gerichtet hatten, ihr Herz wohl zu bestellen, und in Geheim, in der Stille das kostbare, ihnen anvertraute Talent der Gnade auf's Beßte zu benützen. - - - Wachen wir also stets über unser Herz! Kehren wir öfter in uns selbst, und richten wir alle unsere Sorgfalt und Aufmerksamkeit dahin, daß wir wohl Acht haben, was in uns vorgeht! Geben wir uns den äußerlichen Dingen nicht hin, wenn wir uns gleichwohl damit abgeben müssen! Theilt sich die Seele, so fängt sie schon an, schwach zu werden; läßt ſie sich in zu viele Geschäfte ein, die sie nichts angehen, und wozu die Gnade sie nicht beruft, so wird sie verwirrt, geräth in Unordnung, verliert Gott aus den Augen, und handelt aus bloß natürlichem und sinnlichem Triebe.-Würde Gott in diesem Stande alle unsere Handlungen auf die Wage des Heiligthumes legen, so würde er vielleicht nicht eine einzige finden, die nicht Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Neun u. zwanzigster Tag. 479 mangelhaft, nicht eine einzige, die Seiner wahrhaft würdig, ihm angenehm und wohlgefällig wäre. Wie äußerst selten ist doch wahre Tugend! wie höchst nachtheilig für uns die Vernachlässigung unsrer selbst! wie seicht folglich das Reich Gottes in sehr vielen Seelen gegründet! Deffnen wir die unsrigen dem heiligen Geiste, und entsprechen wir auf alle mögliche Weise den innerlichen Wirkungen seiner Gnade, damit er in uns sein Reich, und wir in ihm unsre wahre Glückseligkeit recht stark befestigen! Dieß sind die Wahrheiten, die sich unserm Geiste darstellen, mit welchen aber auch die Gesinnungen unsers Herzens übereinstimmen müssen. Nur deine Gnade, o mein Gott! kann diese Gesinnungen in uns hervorbringen. Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. mod - - Neun und zwanzigster Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Unser legtes Ziel und Ende. „ Bei allem deinem Thun und Lassen gedenk' an dein Ende!"( Eccli. 7, 40.) Gott hat den Menschen nach seinem Ebenbilde erschaffen, um in ihm den Abriß seiner Vollkommenheiten zu entwerfen.- Gott hat den Menschen mit dem Werthe seines Blutes erkauft, um ihn dem Abgrunde alles Unglückes, in welches er sich selbst gestürzt hatte, zu entreißen. Gott hat den Menschen zum Besitze seiner Herrlichkeit bestimmt, um ihn durch den Genuß seiner eigenen Glückseligkeit glückselig zu machen.dan chan - Ja! dieß sind wir, oder können es doch wenigstens deinen Absichten gemäß seyn, o mein Gott! wenn wir dir getreu sind. Kann es wohl noch etwas Größeres, Glückseligeres und Verlangenswürdigeres geben, als eben dieses Ziel und Ende, zu 480 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Zweite Reihe. dem wir erschaffen sind? Sehen wir aber auch auf das hin, was wir durch unsere Gebrechlichkeit zu unserem größten Unglüde zu werden stets befürchten müssen, wenn wir uns von deinen weisen und barmherzigen Absichten über uns entfernen!- So lange die Gnade Gottes in unserer Seele besteht, und so lange unsere Seele ihre Vereinigung mit Gott erhält, wer den wir uns allezeit auf dem Wege der Glückseligkeit befinden; sobald aber durch gewisse Unvollkommenheiten diese Ver. einigung gestört und unterbrochen werden wird, werden auch sogleich die liebevollen Absichten, die Gott gegen uns hegt, unterbrochen werden, und unsere Glückseligkeit wird verschwinden. Der Leib kann von der Seele getrennt seyn, ohne daß diese Glückseligkeit dabei etwas leidet; ist aber die Seele von der Gnade getrennt, und werden wir in diesem Zustande vom Tode überfallen, so ist Alles ohne Rettung für uns verloren. Denken wir uns eine Seele, die von der Gnade ge trennt ist, so haben wir die Sünde!- Denken wir uns eine Seele, die vom Leibe getrennt ist, so haben wir den Tod! Denken wir uns endlich eine Seele, die von der Gnade sowohl, als vom Leibe getrennt ist, so haben wir eine Hölle, die wirk lich anfängt! Und so stürzt sich der Mensch, der von Gott zur höchsten, unveränderlichen, ewig dauernden Glückseligkeit bestimmt ist, wo er alle Güter und Vergnügungen mit einander vereiniget hätte genießen können, in einen tiefen Abgrund alles Unglückes, wo sein Antheil nichts Anderes seyn wird, als unnüße Thränen, bittere Reue und ewige Verzweiflung. O Mensch! betrachte doch einerseits die erhabenen Absichten Gottes bezüglich deiner Bestimmung, und vergiß nie des so edlen Zieles, wozu er dich erschaffen hat! Fürchte aber auch andrerseits nichts so sehr, als dich von diesem glückseligen Ziele je zu entfernen!- Du stehst am Eingange zweier sehr verschiedener Wege. Wähle dir jenen, auf dem du stets wandeln willst! Denke aber dabei allezeit an das Ende, zu dem sie dich führen müssen! Es steht dir entweder eine glückselige - - - Ueber versch. Gegenstände d. Gottseligkeit. Dreißigster Tag. 481 Ewigkeit zur Belohnung deiner Treue, oder eine unglückselige, jammervolle Ewigkeit zur Bestrafung deiner Sünden und Laster bevor. Großer Gedanke, welcher verdient, daß du dich die ganze Zeit deines Lebens damit beschäftigtest! Der Gebrauch, welchen du davon machen wirst, wird dein Loos für eine ganze Ewigkeit entscheiden.- fb sid Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. Dreißigster Ta g. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Betrachtung. Red Die Herrlichkeit und Glückseligkeit der Heiligen im Himmel. Diese Ehre ist allen seinen Heiligen vorbehalten."( Psalm 149, 9.) Wir sehnen uns unaufhörlich nach der Glückseligkeit, welche die Heiligen Gottes im Himmel genießen; wir beneiden fie um ihr Glück; alle unsere Begierden sind nach jenem Lande der Lebendigen gerichtet, welches sie bewohnen. Nichts ist billiger, nichts heiliger, als diese Begierden; denn sobald wir diese hegen, so begreifen wir, daß es nichts Beständiges und Dauerhaftes in der Welt gibt, daß wir kurze Zeit auf dieser Erde herumwandern, daß wir einstens wieder in den Schooß der Ewigkeit uns werden begeben müssen, und daß von nun an- unser einziges Verlangen dahin gerichtet seyn müsse, an dieser glückseligen Ewigkeit, welche die Heiligen im Himmel wirklich besitzen, einstens auch Antheil zu nehmen. Sind wir aber, da wir an der Glückseligkeit der Heiligen Antheil zu nehmen verlangen, auch bedacht, ihnen nachzufolgen? Lassen wir uns, da wir uns nach jenem glückseligen Ziele sehnen, welches sie nun erreicht haben, auch angelegen seyn, so zu leben, wie sie gelebt haben, und den Weg 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe x. 31 - - - - 482 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Zweite Reihe. zu wandeln, den sie uns gebahnet haben? Ich sage eben nicht, daß man, um den Heiligen nachzufolgen, sich in düstere Einöden verkriechen müsse, wie es ein großer Theil aus ihnen gethan hat;- oder daß man sich täglich mit Asche bestreuen, in einem härenen Bußkleide einhergehen, oder wohl gar bis an die äußersten Gränzen der Welt hinziehen müsse, den un gläubigen Völkern das Evangelium Jesu Christi zu predigen. Folgen wir ihnen nur in unserem Stande nach, in den une die göttliche Vorsicht gesetzt hat, und trachten wir nach der Heiligkeit, die dieser unser Stand von uns fordert!- Thun wir dieses nicht, o! so werden wir uns vergebens sehnen, einstens bei ihnen zu seyn. Das einzige Mittel, an ihrer Heiligkeit Theil zu nehmen, besteht darin, daß wir suchen, ihre Tugenden nachzuahmen, und ihre Fußstapfen zu wandeln.- - Die Heiligen, beseelt durch den Glauben, haben alle Anfälle und Mächte der Welt überwunden; durch den Glau ben haben sie Königreiche erobert;" sie haben alle Punkte des Gesetzes genau erfüllt, ihre Sinne abgetödtet, ihr Fleisch gekreuziget und ihre Leidenschaften besiegt; mit Einem Worte, sie haben alle Gerechtigkeit ausge: übt." Eben darum, und nur deßhalb sind sie auch zu ihren Verheissungen gelangt;" es ist ihnen die Krone der Herrlichkeit aufgesetzt worden.( Hebr. 11, 33.) Nun aber worin gleichen wir ihnen wohl, und mit welchem Rechte können wir verlangen, an ihrer Herrlichkeit Theil zu nehmen? Was haben wir bisher gethan, was haben wir gelitten, sie zu verdienen? magnoli osplenis jen - - Sehnen wir uns demnach stets nach der Glückseligkeit des Himmels! Es ist Pflicht für uns. Auch wir sind zur näm lichen Herrlichkeit bestimmt, welche die Heiligen im Himmel genießen. Schon von Ewigkeit her ist unser Plaß dort zubereitet, doch nur unter der Bedingniß, daß wir uns darum verdient, und dessen würdig machen sollen. Man muß streiten, wenn man obsiegen, man muß leiden, wenn man sich E C Uleber versch. Gegenstände d. Gottfeligkeit. Ein u. dreißigster Tag. 483 freuen,- man muß sich selbst absterben, wenn man Gott ewig leben will.- D, welches heilige, welches herrliche, welches unsterbliche, welches göttliche Leben! Werden wir aber auch das Glück haben, cinstens zu diesem seligen Leben zu gelangen? Unser Loos ist noch in unsern Händen; der Himmel ist noch für uns offen;- der Glaube beruft uns dazu; - die Gnade führt uns dahin;- die Heiligen laden uns dazu ein, sie reichen uns ihre Hände, und verlangen fehnsüchtig, uns zu sich aufzunehmen. Lassen wir's also nicht an uns selbst ermangeln! beten, leiden, streiten wir! und nach einigen Tagen des Kampfes wird uns eine ewige Ruhe zu Theil werden. 1 = - - - - Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligsten Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 u. ff. 200 Ein und dreißigster Tag. Vorbereitungs- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 423. Inaol inglit Betrachtung.hic#t Die vollkommene UI bersebung in den Willen Gettes. „ Herr! in deinen Händen liegt mein Schick= fal."( Psalm 30, 18.) Allmächtiger Gott! Schöpfer des Himmels und der Erde! = höchster Gebieter über Alles, was lebt und schwebt! in tiefster Demuth werfe ich mich hier vor dir nieder. Und wer bin ich elender Erdwurm, daß ich vor deinem Throne erscheinen, und mir getrauen darf, auch nur meine Augen zu dir zu erheben? Doch im Vertrauen auf deine Barmherzigkeit, welche eben so unendlich, wie deine Größe ist, und auf die Verdienste Jesu, deines göttlichen Sohnes, komme ich zu dir, obschon ich der größte Sünder bin, dir die Huldigung abzustatten, welche jedes Geschöpf seinem Schöpfer schuldig ist.- Ja! ich betheuere hier auf's Feierlichste vor dir, mein 31* 484 Besuchungen d. allerheiligsten Altarssakraments. Zweite Reihe. höchster Beherrscher! daß ich mich dir ganz überlassen will; du sollst für allezeit der Gott meines Herzens seyn!- Würdige dich, o Herr! dieses mein Versprechen auzunehmen, und es in Buche des Lebens aufzuzeichnen! Von diesem Augenblicke an - will ich mich ganz, und ohne allen Vorbehalt deinen Hån den überlassen. Mein ganzes Wesen, alle meine Seelenträfte, alle Bewegungen meines Herzens, alle Augenblicke meine Lebens, Alles, was ich bin und habe, alle meine Gütet, meine ganze Freiheit, meine Gesundheit, ja! mein Leben selb opfere ich dir auf, so gut ich immer kann. In deiner Furdt und in deinem Gehorsame will ich leben; in deiner Gnade und in deiner Liebe will ich sterben. Mein Aufenthalt in diese Welt mag entweder noch lange dauern, oder bald zu Ende gehen, deiner Ehre und deinem allerheiligsten Willen foll er ganz gewidmet seyn! Wie glückselig bin ich doch, wenn ich die kurze Zeit, welche ich noch auf dieser Erde werde leben haben, meine an dir begangenen Treulosigkeiten wieder ersetzen, und die Sünden meines vergangenen Lebens völlig tilgen kann! - In dieser Hinsicht, o mein Gott! übergebe ich deinen Händen, und unterwerfe den anbetungswürdigsten Anordnungen deiner Vorsicht alle meine Angelegenheiten, meine Leiden, meine Tröstungen, meine Besorgnisse, meine Hoffnun gen, und Alles, was mich angeht. Mache mit mir, wie d dir gefällt! Erhalte, oder nimm mir wieder, was du mir ge geben haft! gib, oder verweigere mir deine Tröstungen! ich unterwerfe mich dir in Allem. O heiliger Gott! ich getraue mir zwar nicht, dir zu versprechen, daß ich mich nie darüber betrüben werde; jedoch will ich mich allezeit bestreben, nicht nur deine heiligen Anordnungen in Ehren zu halten, sondern auch mich ihnen auf das Vollkommenste zu unterwerfen, und dich dafür zu preisen, in Anbetracht, daß du das höchste Wesen bist, welches diese ganze Welt durch seine Weisheit regiert, die es durch seine Allmacht erschaffen hat. -- — I Die üblichsten nachmittag. Andachten. Besper- Andacht zc. 485 Ordne demnach in meinem ganzen Leben Alles mit mir so an, wie du es zu deiner Ehre und zu meinem Seelenheile am Zuträglichsten erkennst! Würdige dich aber auch, besonders wenn meine letzte Stunde schlagen wird, und ich mich am Rande der Ewigkeit befinden werde, mich an das Versprechen zu erinnern, welches ich dir eben jetzt mache, und noch bei meinem leßten Athemzuge zu erneuern verlange! Erseße alsdann, was nicht mehr in meinen Kräften seyn wird, und laß dir schon jetzt die Gesinnungen meines Herzens gefallen, wenn ich in jenem Augenblicke nicht mehr im Stande seyn sollte, dir dieselben aufzuopfern! Rüste alsdann meine Seele, da sie wirka lich daran ist, vor dir erscheinen zu müssen, mit festem VerDe trauen und mit hinlänglicher Stärke aus! Nimm sie endlich in den Schooß deiner Barmherzigkeit auf, damit sie da dich ewig loben und preisen möge! Amen! U Geistliche Kommunion, Begrüßung der seligaften Jungfrau, Schluß- Gebet, wie am ersten Tage; Seite 425 11. ff. 211 1 18 1 * 6 Fünster Abschnitt. Die üblichsten nachmittägigen Andachten. Vesper Andacht dem allerheiligsten Altarssakramente. VD mein Jesu! schau auf mich aus deinem Heiligthume! R. Hilf mir, o Gott der Liebe! das Lob deines allerheiligsten von D Saframents zu verkünden! 11 V. Ehre sey dir, o sakramentalischer Gott! wegen der EinC setzung dieses wunderbaren Geheimnisses! av R. Jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! 486 Antiphon. gütige Herr.al taid Vesper- Andacht Der barmherzige und gleich einem Vater Erster Psalm. Verwunderung vor diesem hochheiligen Eakramente. nd 1. Wie lieblich sind deine Wohnungen, o Herr der Heer schaaren! Meine Seele verlangt nach dem Hause des Herrn, und wird vor Verlangen fast kraftlos. 2. O Jesu, verborgener Gott und Heiland! wie groß und wunderbar bist du in diesem hochheiligen Sakramente! Du bist groß in den kleinen Brodesgestalten, und deine Größe ist unendlich. bild 3. D Herr! du haft in Wahrheit vor deinem Volke große Dinge gethan; denn als der Reichste hattest du nicht mehr zu geben, als der Weiseste wußtest du nicht mehr zu geben, als der Gütigste konntest du nicht mehr geben. 4. Du haft dein Volk mit einer Engelspeise ernährt, und ihm vom Himmel herab ohne seine Arbeit ein Brod gegeben, welches alle Lust und allen Wohlgeschmack in sich hatte. 5. O Jesu! wie wahr und heilig sind deine Worte, da du gesagt haft: Nicht Moyses hat euch Brod vom Himmel gegeben; sondern mein Vater gibt euch das wahre Brod vom Himmel! 6. Denn dieß ist das Brod Gottes, welches vom Himmel gekommen ist; und dieses gibt der Welt das Leben. 7. Sakramentalischer Gott! du bist das Brod des Lebens. Wer zu dir kommt, den wird nicht hungern; und wer an dich glaubt, den wird nimmermehr durften. 8. O Herr! wie gut bist du den Kindern, die du liebest! Du ernährest sie mit deinem heiligsten Fleische und Blute zum ewigen Leben. 9. O heiligstes Abendmahl, in welchem ich meinen Jesus mit Menschheit und Gottheit empfange, wo ich seines bitter sten Leidens erinnert, und mit seiner Gnade erfüllt werde! 10. O Tiefe des Reichthumes deiner Weisheit, welche von dem allerheiligsten Altarssakramente. das unergründliche Altarsgeheimniß erfunden hat, um deine Liebe und die Schäßze deiner Gnaden an uns gleichsam verschwenden zu können! Ehre sey dir, mein Jesu! im hochheiligen Altarssakramente! Jeßt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! 487 Zweiter Psalm. ise Lobgefang vor diesem hochheiligen Saframente. 1. Lob und Ehre sey dir, mein Jesu! im hochheiligen Sakramente! Denn du bist das Heil und die Herrlichkeit Ifraels. 2. Ich will dich hoch rühmen, mein Gott und König! und deinen heiligen Namen immer und ewig preisen. 3. Ich will dich alle Tage loben, und deinen heiligen Namen immer und ewig rühmen. 4. Jerusalem, du meine Seele! spring' vor Freuden auf! Preise den Herrn, weil du in den geringsten Brodesgestalten den unermeßlichen Gott hast, welchen der Himmel anbetet! 5. Ihr gläubigen Völker! lasset uns Jesu in dieſem wunderbaren Geheimnisse einen Lobgesang anstimmen! Denn er hat bei Einfeßung desselben die Größe seiner Macht überaus herrlich gezeigt. dad sig 6. Jesus im hochheiligen Sakramente ist unser großer Gott; wir müssen ihn preiſsen, und seine Herrlichkeit hoch erheben. 7. Du, o Herr und Gottmensch! bist im allerheiligsten Sakramente gepriesen; du bist würdig, gelobt, verherrlichet, und durch alle Ewigkeiten erhoben zu werden. 8. Nichts ist mit dir, o Jesu! in Betreff der Benedeiung, die dir gebührt, zu vergleichen, und es ist Keiner, der lob- und preiswürdig wäre, wie du, mein Gott und Alles! 9. Ich lösche mit Herzensfreude meinen Durst an den Quellen der lebendigen Gewässer, die du, mein Heiland! mir springen lassest. Kommet denn, ihr Bewohner der ganzen Welt! dem Herrn Lob zu singen und seinen Namen anzurufen! 10. Laffet Ehre und Herrlichkeit unserm Jesu im höchsten Vesper Andacht belts and Sakramente zukommen! singet ihm Dankeslieder, weil er voll Gütigkeit ist, und seine Barmherzigkeit in Ewigkeit währet! Ehre sey dir, mein Jesu! im hochheiligen Altarssakramente! Jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! tan ng disipli Dritter Psalm. 488 Abbitte vor diesem hochheiligen Sakramente. 1. D Gott! es sind Leute, wie Heiden, vor dein Ange sicht gekommen; sie haben deinen Tempel, den Sitz deiner Heiligkeit, verunreiniget. 2. Wie viele Christen hören nicht auf, dich in deinem Heiligthume gottesschänderisch zu mißhandeln, und mit dem Brode des Lebens ihren ewigen Tod hinein zu essen! 3. Höret, ihr Himmel! und du, o Erde! nimm zu Ohren! Denn der Herr spricht: Ich habe Kinder auferzogen und er höhet; sie aber haben mich verachtet. 4. Der Ochs erkennt den, welchem er zugehört, und der Efel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat dich, o Jesu! nicht erkannt, und heute noch will dein Christenvolk dich nicht erkennen. bu 5. Wehe dem sündigen Volke, dem Volke von großem Undanke, den schalkhaften Kindern! Sie haben den Herrn verlassen, und den Heiligen Israels gelästert. 6. Ach! mein Gott! du allein bist es, vor dem wir wider alle Liebe gesündiget haben, und das Gute mit Bösem vergelten. 7. Ja! wir sind diese Ungeheuer, wir, von denen du glaubtest, daß wir Ein Herz mit dir seyen; wir sind es, die wider dich aufgestanden, und auf die Seite deiner Feinde getreten sind. 8. D Herr! gedenke nicht unserer vorigen Missethaten! Laß dich versöhnen, und verzeih' uns unsere Sünden! 9. Um deiner selbst willen neige dein Ohr, und höre das trauervolle Rufen meines Herzens; öffne deine Augen, und sieh gnädig auf die herzliche Abbitte, welche ich vor deinen Füßen entrichte! von dem allerheiligsten Altarssakramente. 10. Jch liege vor dir mit meinem Flehen in bitterster Reue. D, daß ich mit meinen Thränen alle Orte abwaschen könnte, wo dein heiligster Name beschimpft worden ist! 11. Ach! könnte ich doch alle Unbilden mit einer unendlichen Ehr- und Liebesbezeigung auf's Vollkommenste erfeßen! Ach! könnte ich alle Beleidigungen einer mit Vergießung meines Blutes vernichten! andli dit 489 12. D Herr! höre! O Herr! verzeihe! Gütigster Jeſu! thue es, und vergib doch barmherzigst, was je wider dich im allerheiligsten Sakramente begangen werden ist! Im Angesichte des Himmels und der Erde bereue und verfluche ich Alles aus Liebe zu dir, der du aller Liebe und Verehrung unendlich würdig bist. Ehre sey dir, mein Jesu! im hochheiligen Altarssakramente! Jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! Vierter Psalm. Liebesflammen vor diesem hochheiligen Sakramente. 1. O liebenswürdiger Jesu! o liebender Jesu! o geliebter Jesu! Ich liebe dich, ich will dich nach allen Kräften meiner Seele lieben.. 2. Herzlich und inniglich will ich dich lieben, o Herr! mein Gott! mein Heiland und mein Alles in Ewigkeit! 3. O süße Liebesgewalt! o reizendes Gewicht der Liebe, welches meine Seele zu dir neigt! O höchstes, und mein ewiges Gut! wie liebenswürdig bist du mir! 4. Ach! Gott der Liebe! wer bin ich dir, und wer bist du mir? Ich habe es schon gesagt: Du bist mein Gott, der Gott meines Herzens, und mein einziges Gut auf ewig. 5. O Liebe! mein Gott! mache mich Eins mit dir, und versenke das kleine Wesen meiner Seele in das große Meer deiner Gottheit! Ach! vereinige mich mit dir, und gib, daß ich dir allein leben möge! 6. Zieh' mein Herz mit Adamsstricken, und mit den zarT 490 simmeria Veſper- Andacht end nor testen Liebesbanden an dich, der du mich geliebt hast, da Israel noch ein Kind war! 7. O mein Heiland! wann wird doch die Stunde kommen, die glückselige Stunde, wo ich in Wahrheit sagen kann: Herr! du weißt, daß ich dich liebe!? 8. Verwunde mein Herz, du Geliebter! verwunde mein Herz! Gib, daß ich dich aus meiner ganzen Seele liebe! ni 9. Ich sehne mich nach dir, ich suche dich von meinem ganzen Herzen; möchte ich das Glück haben, dich in Mitte des felben zu finden! 8310. Liebe meines Jesus! heilige Liebe! unaussprechliche Liebe! seße dich wie ein Siegel auf mein Herz, und wie ein Siegel auf meinen Arm, und laß nicht zu, daß mich etwas von dir zeitlich oder ewig trenne!] 18. Ehre sey dir, mein Jesu! im Hochheiligen Altarssakramente! Jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! Daig assiste Fünfter Psalm. aldsilopo Bittfeufzer vor diesem hochheiligen Sakramente. 1. O Herr! du Ursprung aller Wesen! du bist jederzeit unsere Zuflucht und Wohnung gewesen, und wirst es auch in Zukunft seyn von einem Geschlechte zum andern. S 2. Ich strecke meine Hände zu dir aus, und flehe dich um Hilfe an, meine Hoffnung, meine Zuflucht und mein Erbtheil im Lande der Lebendigen! 3. Komm mir zu Hilfe, o Gott unsers Heiles! und erhöre mein demüthiges Flehen! Erhöre mich, und wende von mir dein Angesicht nicht ab! 4. Der du zur Rechten deines himmlischen Vaters sizest! er barme dich meiner! Herr! ich habe Niemand, der mir helfen kann. id 5. Jesu! das Vertrauen auf deine Güte hat deinem liebevollen Herzen allezeit wohlgefallen; du haft jene Tochter gesund gemacht, die nur den Saum deines Kleides berührt hat. 6. Göttlicher Erlöser! du hast deine Allmacht gezeigt, da von dem allerheiligen Altare sakramente. du die Tochter des Jairus bei der Hand genommen, und so vom Tode erweckt hast. Großer Gott! wirke in mir ein gleiches Wunder, und mache, daß ich von meiner Lauigkeit zu einem eifervollen Leben deiner Liebe auferſtehe! birli 39.100 7. Herr! den du mehr als dich selbst lieb gehabt, der liegt krank. Hilf mir in meinen Nöthen, und tröste mich in meiner Trübsal! Ach, liebster Gott! errette mich, sonst wird mein Feind über mich frohlocken! 491 8. Ich habe Vertrauen; du bist es, der mich durch Trübe sale drücken läßt, um mich zu erhöhen; ich fürchte mich nicht; denn du bist mein Beschüßer. 9. Ja, mein Gott! du bist es, auf den ich jederzeit mein ganzes Vertrauen gesetzt habe. Thu mit mir gnädig zur Ehre deines heiligsten Namens! 10. Heiland, der du Alle zu dir eingeladen hast, die mit Mühseligkeit und Arbeit beladen sind, um sie zu erquicken! o mein Jesu! verlaß mich nicht, und weiche nicht von mir, besonders in der Stunde des Todes, wo mich meine Kräfte verlassen werden! Ehre sey dir, mein Jesu! im hochheiligen Altarssakramente! Jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! Antiphon. Der barmherzige, und gleich einem Vater gütige Herr hat ein Denkmal seiner Wunderthaten eingesetzt; er gab eine außerordentliche Speise Jenen, die ihn fürchten. tini anl! Kapitel. Der Herr Jesus nahm in der Nacht, wo er verrathen wurde, Brod, sagte Dank, brach es und sprach: Nehmet hin, und esset! Das ist mein Leib, der für euch wird dahin gegeben werden. Thuet das zum Andenken an mich! R. Gott sey Dank! Lobgesang. Sing', mein Mund! mit frohem Muthe! Mache das Geheimniß groß Staris@ Von dem Leib' und theuren Blute, 492 ofd Das der Herr für uns vergoß! ochisig manis 330 nihi dyjar die nismo a Storia Vesper- Andacht od mor ! mdper 2017 Ehre sey dem höchsten Gutend hours ado mot Aus dem unbefleckten Schooß! Uns hat er sich selbst gegeben, ind Als die Jungfrau ihn gebar, nd me lang A Wo sein einziges Bestreben Seines Wortes Lehre war; Wie sein wundervolles Leben, das War sein Tod auch wunderbar.ded the e nododas ut. Als er von der letzten Reise Bei dem Osterlamme saß, Und geheimnißvoller Weise Des Gesetzes nicht vergaß, Gab er seinen Leib zur Speiſe; Und die Schaar der Jünger aß. Schon ist wahres Brod verschwunden, bu Durch das Wort in Fleisch verkehrt; Wein wird Blut aus Christi Wunden; Sind die Sinne nicht belehrt, Unic Tin Wird das Herz doch treu erfunden, Das allein den Glauben hört. Laßt vor diesem Sakramente Uns mit Andacht niederknien, Weil der alte Bund am Ende, Weil ein neu Geseß erschien! Daß der blöde Sinn nicht blende, Wird durch Glauben Kraft verlieh'n. Lubl pinigus Lob dem Vater und dem Sohne! Preiset ihn im Jubelchor! Lob dem Geist' auf Gottes Throne, Der aus Beiden geht hervor! Daß uns Gottes Segen lohne, Steigt Gebet zu Gott empor. von dem allerheiligsten Altarssakramente. V. Himmelbrod hast du ihnen verliehen, R. Das alle Annehmlichkeit in sich enthält. 493 Das Magnifikat auf das allerheiligste Altarssakrament. dis! asnied Inmins bin 1. Meine Seele macht groß den Herrn in den kleinen Brodesgestalten, und spricht ihm allein das gebührende Lob. 2. Und mein Geist ist von heiliger Freude ganz entzückt, da ich der Güte Gottes, meines Heilandes, nur gedenke.gir 3. Weil er seine Augen zum Vater im Himmel erhob, das Brod segnete, und es in seinen wahren Leib verwandelte, sieh! darum werden ihn die gläubigen Völker aller folgenden Jahrhunderte loben und benedeien. 4. Denn der Allmächtige, dessen Name unendlich heilig ist, hat uns Menschenkindern zu Gunsten große Wunder gethan. 5. Der Ueberfluß seiner Liebe zu uns in dem allerheiligsten Sakramente erstreckt sich von Geschlecht zu Geschlecht auf Alle, die sich selbst prüfen, und so von diesem Brode essen, und aus diesem Kelche trinken. 6. Eben so zeigt er, wenn es ihm gefällt, die Kraft seines Armes, indem er den gleißnerischen und gottesschänderischen Genuß seines heiligsten Fleisches und Blutes mit der größten aller Strafen, mit der Verstockung des Herzens, schlägt, welche die gewisse Verzweiflung nach sich zieht. 7. Er erfüllt Jene, die nach diesem Tische vor Begierde schmachten, mit Gütern, und entläßt leer an Trost und arm- die Andachtslosen. 8. Schon jetzt macht er die Frommen glücklich, die ihn in Wahrheit anbeten, indem er seiner Barmherzigkeit gedenkt. 9. So hat er es unsern Vätern verheißen, dem Abraham und seiner Nachkommenschaft auf alle fünftigen Zeiten. Ehre sey dir, mein Jesu! im hochheiligen Altarssakramente! Jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! nd Antiphon. Ich will den Kelch des Heiles bei mei- 494 Vesper Andacht von dem allerheiligsten Altarssakramente. nem Dankopfer empor heben, und den Namen des Herrn anrufen. ni slobo@ Gebet. D Gott! du hast uns das wunderbare Altarsgeheimniß als Denkmal deines Leidens hirterlassen. Wir bitten dich, laß uns die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so verchren, daß wir die Frucht deiner Erlösung fortwährend in uns empfinden mögen, der du lebest und herrschest von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! 0, and doon as Salve Regina. Jiser E Königin! laß dich verehren, Unfre Blicke zu dir fehren, sind schon Mutter der Barmherzigkeit, gilisema Leben, Hoffnung, Süßigkeit! unding sodamals m thold indsud dan model sindang Zu dir schreien arme Sünder, Eva's ausgestoß'ne Kinder; Uufre Seufzer schicken wir Aus dem Jammerthal zu dir. hins 6mm tod inamosios Adhi chit sid all 2 m Mutter mit den sanften Blicken! pistol d - donis shi Laß dein Fürwort uns beglücken! mydiom Zeig' Verwies nen auf der Flucht pilled eis jumb gh Jesum, deines Leibes Frucht! imnie illo mi 3 O Maria, voll Erbarmen, in id shhu dige Jungfrau, süßer Trost der Armen! -Mutter der Barmherzigkeit! w timmth Gib uns Sieg im letzten Streit'! with V. Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin! R. Daß wir würdig werden der Verheißungen Christi! tot gode 8 Costio pliini Gebet.inmunoldonk vanit d Allmächtiger, ewiger Gott, der du den Leib und die Seele der feligsten Jungfrau Maria durch die Kraft des heiligen Geistes zu einer würdigen Wohnung deines Sohnes zubereitet Besondere Vesper Andacht an Kommunion- Tagen. haft! gib uns, die wir ihr Andenken feierlich begehen, daß wir auch die heilsamen Wirkungen ihrer Fürbitte in allen unsern Anliegen empfinden mögen, durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn! Amen! Besondere Vesper- Andacht an Kommunion- Tagen. i to Gott! denk' auf meine Hilfe! dis m Herr! eile mir zu helfen! duydal se m2 the Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste! Wie es war im Anfange, jetzt und allezeit, Zeiten! Amen! Alleluja! Als der Himmel. Des Kindes und des Säuglings Mund, Auch aller frohen Büßer Mund Wat Verherrlicht dich, Erster Psalm.( Pf. 8.) Herr, unser Herr! wie herrlich ist id ud Inse Dein Name auf der ganzen Erde! dat niam fid#C Deine Majestät reicht weiter, en que Und deine Feinde sind beschämt. und zu ewigen conse door the no 19d fi chilised side sim teloj murie Aube call Betracht' ich deine Himmel, deiner Hände Werk, 495 Den Mond, die Sterne, die du schufft: 2 Was ist der Mensch da, daß du sein gedenkst, Der Erdensohn, daß du ihn selbst besuchst? Du hast ihn fast den Engeln gleich gesetzt, Mit Herrlichkeit und Ehre ihn gekrönt, Und ihn gemacht zum Herrn deiner Werke, mis si Hast ihm Alles unterworfen, ni shamb அ Schafe, Rinder, alles Vieh des Feldes, snitte Die Vögel des Himmels, ima Die Fische des Meeres, mode Die der Gewässer Bahnen durchwallen. 496 Besondere Vesper- Andacht Herr, unser Herr! wie herrlich ist Dein Name auf der ganzen Erde! 1 Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste! Wie es war im Anfange, jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! Alleluja! die lied mollis sid om Zweiter Psalm.( Ps. 22.) Gott ist mein Hirt, nun fehlt mir nichts; Zur Weide hat er mich geführt, nd Zur labenden Quelle mich geführt, Imd Und meine Seele bekehrt. 200 mad pic Er hat mich wieder geleitet zum richtigen Pfade sig Nach seiner Erbarmung. Inju am Indi Ich wandelte schon von Todesschatten umgeben; Jetzt fürcht' ich kein Leid; Denn du bist ja bei mir, o Herr! Du bist mein Stab; das tröste mich nun! Ein Gastmahl hast du mir bereitet; Da stärkest du mich gegen meine Feinde; Da salbest du mich mit dem Freudenöle. Wie herrlich ist der Kelch, der Gnade voll! Nun folgt mir deine Huld mein ganzes Leben durch, Und einst so hoff' ich- wohne ich nind dini - mo ose min@ In deinem Haus' in Ewigkeit. Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem Heiligen Geiste! Wie es war im Anfange, jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! Alleluja! 50 Dritter Psalm.( Ps. 41.) Wie ein Hirsch nach Wasserquellen schmachtet, Schmachtet meine Seele, Gott! nach dir. Meine Seele lechz't nach Gott, dni Dem Starken, dem Lebendigen. Wannach! wann erscheint die Zeit, Daß ich erblicke Gottes Angesicht? 11500 dall 3 an Kommunion- Tagen. Tag und Nacht sind Thränen meine Speise, n Da die Bösen höhnisch zu mir sprechen: sot as b Wo ist doch dein Gott, dein Glück? mmthe Oft denk' ich d'ran-- und Sehnsucht füllt mein Herz, Daß ich einst gelange zu dem sel'gen Zelte, ma si Zu dem Hause Gottes, ad ni pinor, a Wo der Heil'gen Jubel mich empfängt, ba Und der Engel Festgesang. ndiqnalis Warum trauerst du, o meine Seele! nis Warum tobest du in mir? Hoffe doch auf Gott! einst werd' ich ihm noch danken, Meinem Heiland, meinem Gott.tin Tief gebeugt ist meine Seel' in mir, nis Wenn ich denk' des ewigen Jerusalem 02 Hier in diesem Thränenthal. Trübsal über Trübsal drücket mich, Schlägt mir über meinem Haupt' zusammen, bil Wie brausender Gewässer Fluth. bid dal Gnade, Herr! erweise mir am Tage, bu Laß des Nachts mich dein Erbarmen preisen! Beten will ich immer beten Zu dem Gotte meines Lebens, Will zu ihm den Blick erheben, Will ihm sagen: Nimm mich auf! Warum hast du mein, o Gott! vergessen? Warum geh' ich tief gebeugt einher Bei dem Drucke meines Feindes? Wenn ich meine Lüste zähme, spotten Meiner die Verführer, da sie täglich Höhnisch sprechen: Wo ist doch dein Gott? Warum trauerst du, o meine Seele! - 497 Warum tobest du in mir? Hoffe doch auf Gott! einst werd' ich ihm noch danken, Meinem Heiland, meinem Gott. 3widenpflug, Jesus, unsere Liebe ic. 32 - Besondere Vesper- Andacht Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste! Wie es war im Anfange, jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! Alleluja! Vierter Psalm.( Ps. 83.) Wie angenehm sind deine Wohnungen, O König in dem Himmelsheer'! Nach deinen sel'gen Höfen, Herr! Verlangt und sehnet meine Seele sich; Mein Geist und Leib frohlocket dir, O Gott! dem Lebenden entgegen. mirva 498 Der Sperling findet sich ein Haus, Die Turteltaube findet sich ein Nest, Darein zu legen ihre Jungen. Ich finde deine heiligen Altäre, O König in dem Himmelsheer', Mein Herr, mein Gott! 13 Glückselig, die in deinem Hause wohnen, Und dich verherrlichen in Ewigkeit! 109 Doch selig auch der Mann schon, der hiernieden!) Auf dich vertraut mit Zuversicht, Dir alle seine Wünsche weiht In diesem Thränenthal! Du machst ihm immer deinen Willen kund, Und segneft ihn; Von Tugend geht er fort zu neuer Tugend, Und bald dann schaut er dich, o Gott! Im himmlischen Jerusalem.- Herr, König in dem Himmelsheer'! Erhör' mein Fleh'n! Vernimm mein Seufzen gnädig, ew'ger Gott! Beschüßze mich durch deine Gnade Um Chrifti, meines Heilands, willen! In deiner Wohnung hier ist mir ein einz'ger Tag Weit lieber, als sonst tausend andere; s an Kommunion- Tagen. Ich will weit lieber der, Geringste seyn In meines Gottes Hause, Als in der Sünder Palast wohnen. Denn du, o Gott! liebst Treue und Erbarmen, Du spendest deinen Freunden gern Der Gnade Füll' und Herrlichkeit; Versagst kein Gut dem, der in Unschuld lebt. O König in dem Himmelsheer'! Wohl dem, der dir vertraut! 499 Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste! Wie es war im Anfange, jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! Alleluja! Fünfter Psalm.( Ps. 102.) Verherrliche den Herrn 2c.( wie Seite 132.) Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste! Wie es war im Anfange, jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! Alleluja! Kapitel. " Wer da glaubt, zu stehen, der sehe zu, daß er nicht falle!- Gott ist treu; er wird euch nicht versuchen lassen über eure Kräfte, sondern bei der Versuchung auch Aushilfe geben, daß ihr sie ertragen könnet. Deßwegen, meine Geliebtesten! fliehet den Gögendienst! Ich rede zu euch als Verständigen; beurtheilet selbst, was ich sage! Der Kelch der Einsegnung, den wir segnen, iſt der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Und das Brod, das wir genießen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes des Herrn? Wir Viele sind Ein Brod, Ein Leib, Alle, die des Einen Brodes theilhaft sind.- Haben nicht diejenigen, welche von dem Opfer effen, Gemeinschaft mit dem Altare?- Ich will, ihr sollet nicht Gemein32* Besondere Besper- Andacht schaft haben mit den Teufeln. Ihr könnet nicht den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der Teyfel; ihr könnet nicht Antheil haben an dem Tische des Herrn und an dem Tische der Teufel. Oder wollen wir den Herrn reizen? I. Korinth. 10, 12-22. nisl from 500 Lobgesang. Mit Andacht bet' ich dich, verborg'ne Gottheit! an, Die man im Glauben nur figürlich sehen kann. Dir sey, vermenschter Gott! mein ganzes Herz geschenkt, Weil es voll Dankgefühl im Anschau'n sich versenkt! Im Irrthum sind Geschmack, Betastung und Gesicht; Nur gläubiges Gehör, als Zeuge, trüget nicht. Ja! der Sohn Gottes sprach; er macht' es offenbar; Nur dieses Wort allein, der Wahrheit Wort, ist wahr. 60 sta Am Kreuze war allein die Gottheit zugedeckt; Hier ist die Menschheit auch, zugleich mit ihr, versteckt. Mein Herz bekennt und glaubt der Beiden Gegenwart, Und harret büßend nur, worauf der Schächer harrt. 1 Wie Thomas will ich nicht die offnen Wunden seh'n, is is Und dennoch meinen Gott bekennen und gesteh'n. Gib mir, o Wundergott! des Glaubens starke Kraft, Der Hoffnung Zuversicht, der Liebe Eigenschaft! asgaris O Denkmal höchsten Werths von des Erlösers Tod! Des Lebens Unterpfand! du wahres Himmelbrod! Du sey für mein Gemüth des Lebens Unterhalt! Nie werde mein Geschmack an dieser Speise kalt! Herr! wie der Pelikan, großmüthig, mild und gut! Mich Sünder mache rein in deinem theuren Blut! Wie groß ist seine Kraft! ein Tröpflein schon erkleckt, Und wäre ganz die Welt mit Sünden überdeckt. - Imth O Jesu, den mein Aug' im Schleier nur erblickt! Wie sehn' ich mich nach dir! o mache mich beglückt, 18 no an Kommunion- Tagen. Daß dich, von Angesicht zu Angesicht verklärt, Mein aufgehellter Blick in deinem Glanz verehrt! ring V. Der Herr gab uns das Himmelbrød. R. Der Mensdy genießt das Brod der Engel. Magnifikat. 501 Wie in der vorhergehenden Vesper, von Nummer 1 bis 9 einschlüssig. Sieh: Seite 493 u. ff. 493 Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heil. Geiste! Wie es war im Anfange, jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! Alleluja! Antiphon. O heiliges Gastmahl, in welchem wir Chriftum empfangen! Hier wird das Andenken deines Leidens gefeiert, der Geist mit Gnade erfüllt, und uns das Unterpfand der künftigen Herrlichkeit gegeben. Gebet. O Gott! du haft uns das wunderbare Altarsgeheimniß als das Denkmal deines Leidens hinterlassen. Wir bitten dich, laß uns die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so verehren, daß wir die Frucht deiner Erlösung fortwährend in uns empfinden mögen, der du lebest und herrschest von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! V. Lasset uns Gott preisen! R. Gott sey Dank! V. Die Seelen der Gläubigen sollen durch Gottes Barm herzigkeit im Frieden ruhen! 1 R. Amen! isIR and dyTagzeiten von dem allerheiligsten AltarsOTH TH10 sis Sakramente. 3 ur Mette. Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. DIM m( p V. Herr! öffne meine Lippen! R. Und mein Mund wird dein Lob verkünden. 502 Tagzeiten V. O Gott! merk' auf meine Hilfe! R. Herr! eile, mir zu helfen! Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste! Wie es war im Anfange, jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! nog obgesang. Die Liebe hat dich uns gegeben, Geheimnisvolles Himmelbrod! Zu unsrer Seele höherm Leben, Zur Rettung von dem ew'gen Tod. Kommst du nicht in mein Herz hinein, anday So fann in mir kein Leben seyn. Hi the O komm, des Himmels beste Speise! Recht oft in meine Seele du! Sey mir auf meiner Pilger- Reise Erquickung, Stärke, Trost und Ruh! Ach! Heil und Leben wünsch' ich mir, Drum sehn' ich mich so sehr nach dir. AR Doch soll ich, was ich suche, finden, Sollst du mir Brod zum Leben seyn, So sey vom Unrath' aller Sünden Mein Herz durch wahre Buße rein, Weil zum Gericht' und Tod' du bist Dem, der unwürdig dich genießt! Inland „ Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht essen, und sein Blut nicht trinken werdet, so werdet ihr das Leben nicht in euch haben.- Gleichwie ich durch den Vater lebe, so wird auch der, der mich ist, durch mich leben."( Johan. 6, 54. 58.) id c „ Der Mensch prüfe sich selbst, und dann erst esse er von diesem Brode, und trinke von diesem imo atto mint von dem allerheiligsten Altarssakramente, Blute! Denn wer das unwürdig ist oder trinkt, ist und trinkt sich das Gericht hinein, weil er den Leib des Herrn nicht unterscheidet."( 1. Korinth. 11, 28. 29.) Gebet. ait dil Herr Jesu Christe! laß, so oft ich Unwürdiger es wage, deinen heiligsten Leib zu empfangen, diesen Genuß mir nie zum Gerichte und zur Verdammniß gereichen, sondern ihn vielmehr nach deiner Güte einen mächtigen Schutz und eine heilsame Arznei des Leibes und der Seele werden, der du mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes lebest und herrschest Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! - 503 3 ur Prim. Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. V. O Gott! merk' auf meine Hilfe! motsimer R. Herr! eile, mir zu helfen! Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste! Wie es war im Anfange, jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! Lobgesang. Noch trägst du unsichtbar die Wunden, Die du, o meiner Seele Gast! Am Kreuz' in deinen Leidensstunden Auf Golgatha empfangen hast, Womit dein Blut, o Gottes Lamm! Die Sünde von uns Menschen nahm. Noch stellest du auf den Altären ald din Zum Opfer dich unblutig zwar- Um unsre Sünden zu zerstören, und die Versöhnend deinem Vater dar. Dieß Sakrament der Liebe spricht: E Ich denke eurer Sünden nicht." - 504 Tagzeiten alle and mos male ni Jesu! ewig meine Liebe! @ 1sinte med as lism Ach! daß durch dein versöhnend Blut da dinizon Nicht eine Sünde in mir bliebe! 1 sd dis! D, wäre ich ganz rein und gut!( 09.8% 11 Gib, rein zu seyn, mir Neu' und Schmerz, Und gut zu seyn, ein treues Herz! „ Dieses ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blute, welches für euch vergossen wird."( Luk. 22, 19. 20.) mail Gebet. Herr! wir bringen dir dieses Opfer zu deiner Verherrlichung und zu unserer Versöhnung dar, damit du durch deine Erbarmung uns von allen unseren Sünden entledigen, und unsere wankelmüthigen Herzen leiten, und in dir befestigen mögest. Durch Christus, unsern Herrn. Amen! Zur Ter z. Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. V. O Gott! merk' auf meine Hilfe! R. Herr! eile, mir zu helfen! Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste! Wie es war im Anfange, jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! Lobgesang. Mein Gott! von vielerlei Gebrechen Ist meine Seele schwach und wund; O, heile alle meine Schwächen, Und mach' mich Kranken ganz gesund! Gib durch dein heilig Fleisch und Blut Gesundheit mir, und Kraft und Muth! Ich soll das Böse immer meiden; Doch täglich wächst die Sündenschuld. von dem allerheiligsten Altarssakramente. Ich soll im Kreuz' geduldig leiden, de Und ach! mir fehlt es an Geduld. Stets Gutes thun, ist meine Pflicht; Allein ich üb' das Gute nicht. hì find albumy a mad hm@ Doch gehe ich zu deinem Mahle, pe Dann wird die Sünde mir verhaßt; Dein Fleisch macht mir die Leiden alle Zu einer süßen, leichten Last; Es stärkt und treibt die Seele an, Daß sie das Gute wirken kann. www.ce@ a@ 505 Kommet zu mir, ihr Alle, die ihr mit Mühseligkeit und Arbeit beladen seyd, und ich will euch erquicken!"( Matth. 11, 28.) Gebet. Allmächtiger, erbarmender Gutt! wir bitten dich, reinige uns durch dieses heilige Sakrament, und laß uns dasselbe nicht zur Strafe, sondern zur Vergebung gereichen! Es wasche uns rein von unsern Sünden, stärke uns in unsern Schwachheiten, bewahre uns vor allen Gefahren der Welt, und sey den lebenden und verstorbenen Gläubigen zur Verzeihung aller ihrer Sünden, durch Christus, unsern Herrn! Amen! 3ur Sert. Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. V. D Gott! merk' auf meine Hilfe! no sld R. Herr! eile, mir zu helfen! Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geifte! Wie es war im Anfange, jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! Lobgesang. Geliebt hast du die Menschenkinder, mið a O Jesu Christ! bis an dein End'; Noch liebest du uns arme Sünder, or a 109 Dieß zeiget mir dein Sakrament.. InstivĖ 506 Tagzeiten Ich seh', wie's deine Freude ist, lot de Daß hier du bei uns Menschen bist. D Herr und Schöpfer aller Welten, Durch den ein Mensch, ein Christ ich bin! Ich soll dir deine Lieb' vergelten Durch treu ergeb'nen Liebessinn; Doch meine Seele lau und falt, Kennt nicht der Liebe Allgewalt. Wer wird der Kälte mich entheben, Die mir zur Laft, zum Eckel ist? Wer wird mir treue Liebe geben Zu dir, mein Heiland Jesus Christ! Ei! dieß dein heilig Fleisch und Blut Gibt und erhält der Liebe Glut. Gleich wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibet in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote halten werdet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben."( Joh. 15, 9. 10.) Gebet. boud O Gott, der du uns durch deine Sakramente und Ge bote nach deinem Bilde erneuerst! erhalte unsern Wandel auf deinen Wegen, und verleihe, daß wir die Gabe deiner Liebe, die du uns hoffen lassest, durch deine Gnade auch wahrhaft annehmen mögen, durch Christus, unsern Herrn! Amen! splays w dn 3 ur Non. Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. V. O Gott! merk' auf meine Hilfe! R. Herr! eile, mir zu helfen! od tohilo Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiſte! Wie es war im Anfange, jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! von dem allerheiligsten Altarssakramente. Lobgesang. Du gabst, o Liebender! für Alle Dein Leben an dem Kreuze hin; Auch hier, bei deinem Liebesmahle, Trägst du mit gleichem Liebessinn' ning Von deinen Christen Jedermann Zur Speise und zum Trank dich an. Ach! Liebe gegen unsre Brüder Hat uns dein Wort an's Herz gelegt; Die Liebe hat auf's Neue wieder Dein Kreuzestod uns eingeprägt. Selbst dieses dein Geheimniß spricht: „ Vergeßt der Nächstenliebe nicht!" Stets will ich dein Gebot erfüllen, Das mir dein Wort und Beispiel gibt; D Herr! um deiner Liebe willen Sey Jedermann von mir geliebt! 0 Mach' du mein Herz dem deinen gleich, An Lieb' zu allen Menschen reich! 307 „ Der gesegnete Kelch, wie wir ihn segnen, ift er nicht Mittheilung des Blutes Christi? Das Brod, welches wir brechen, ist es nicht Mittheilung des Leibes des Herrn? Weil für uns nur Ein Brod ist, so sind wir Viele miteinander nur Ein Leib, wir Alle, die wir Antheil am nämlichen Brode nehmen."( I. Korinth. 10, 16. 17.)- Gebet. Herr! gieße den Geist deiner Liebe unsern Herzen ein, und laß uns alle, die du mit Einem Himmelbrode speisest, durch deine Erbarmung in Eintracht leben, durch Christus, unsern Herrn! Amen! stol sid daud him sjól Zur Vesper. mim malin now Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.n 508 stusastejern Tagzeitenland og V. D Gott! merk' auf meine Hilfe! R. Herr! eile, mir zu helfen! àng nề Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste! Wie es war im Anfange, jeßt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! 13 Lobgesan g. misd no Du willst schon hier auf Erden Aus deiner Liebe Uebermaaß Eins mit uns Menschenkindern werden; Und wie geschieht wohl das? Dieß Sakrament ist's, das zum Band' Der Einigung dein Herz erfand.dkə Du bist der Weinstock, wir die Reben; Wir müssen dir vereinet seyn; Ⓡ Es kommt uns Saft, und Frucht und Leben Aus diesem seligen Verein'. Getrennt, o Herr! getrennt von dir, Vertrocknen und verderben wir. Mein Heiland! zieh' durch deine Liebe Zur Einigung mit dir mich an, ap@ Damit aus vollem Herzenstriebe this Mit Paulus ich stets sagen kann: 1010 Ich leb'; doch ich nicht lebe mehr; a Nur du lebst in mir, Gott und Herr!" mahiWer mein Fleisch ist, und mein Blut trinkt der bleibt in mir und ich in ihm."( Joh. 6, 57.) Gebet. Herr Jesu Christe, Sohn des lebendigen Gottes! hast, nach dem Willen des Vaters in der Kraft des heiligen Geistes, durch dein Sterben der Welt das Leben ertheilt. E löse mich durch diesen deinen hochheiligen Leib und dein Blut von allen meinen Sünden und von allen Uebeln! Gib mit Gnade, daß ich deinen Geboten stets anhänge, und laß mid 1 1 von dem allerheiligsten Altarssakramente. niemals von dir getrennt werden, der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebest und herrschest von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! 3 ur Complet. Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. V. Bekehre uns zu dir, du Gott, unser Heil! dnoj R. Und wende von uns deinen Zorn ab! di V. O Gott! merk' auf meine Hilfe! jo( te R. Herr! eile, mir zu helfen! Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste! Wie es war im Anfange, jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! Lobgesang. D, laß mich dich einst noch genießen, Du heiß ersehntes Liebesmahl! Bevor ich werde wandeln müssen Durch's schaudervolle Todesthal! Sey mir in meiner letzten Zeit Noch Stärkung für die Ewigkeit! D! nicht mehr fürchte ich zu sterben, Bist du im Todbett' noch mein Gast; Denn durch dich hoffe ich zu erben 509 Das Reich, das du versprochen hast. Zum Unterpfand' der Seligkeit Hast ja dieß Brod du eingeweiht. Dann rufe ich: O Herr! im Frieden Entlasfest deinen Knecht du ißt, Weil mir das Beste ist beschieden, Weil, Heiland! dich mein Herz besigt, Den meine Seele bald wird seh'n, Tlax 620 4 SIU Durch den mein Leib wird aufersteh'n. Wer mein Fleisch ist, und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn erwecken am jüngsten Tage."( Joh. 6, 55.) 510 Rosenkranz Gebet.isg sid og Allmächtiger Gott! flehend wenden wir uns zu deine Barmherzigkeit: Laß uns, deine Diener, durch die Kraft dieses heiligsten Sakraments in deiner Gnade befestiget werden, daß in unsrer Todesstunde der Feind nichts wider uns vermöge, sondern daß wir mit deinen Engeln zum ewigen Leben hin über wallen können, durch Christus unsern Herrn! Amen! Rosenkranz von dem allerheiligsten AltarsSakramente. Bete mit Andacht und Inbrunst des Herzens! Beffer gut, als viel ohne Geistessammlung. wenig und Dieser ganze Rosenkranz besteht nur aus dem apostolischen Glaubens bekenntnisse, und einem Zehner, wo anstatt des sonst gewöhnlichen Bata unser der englische Gruß,- und anstatt des sonst gewöhnlichen englischen Grußes das Vater unser gebetet wird. Dazwischen werden die ange feßten Gebete gesprochen. Im Namen Gottes+ des Vaters,+ des Sohnes und + des heiligen Geistes. Amen! Hochgelobt und gebenedeit sey das allerheiligste Sakrament des Altars! Jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! Ich glaube an Gott den Vater 2c. - O allerheiligstes Sakrament! möchte doch Jener, der dich meinerwegen eingesetzt hat, mich durch dich in der Stunde meines Todes stärken, und im Kusse des Herrn sterben lassen Gegrüßt feyst du, Maria! 2c. Heilige Maria, Mutter Gottes und Jungfrau! bitte fit mich Jesum, deinen lieben Sohn, daß er aus diesem heiligsten Sakramente seine barmherzigen Augen zu mir wende,- jent Augen, die er schon so oft aus diesem Heiligthume auf diejenigen gnädig geworfen hat, die mit ganzem Vertrauen ihres Herzens auf den Herrn gesehen hatten! Vater unser 2c. Großer Gott in den kleinen Brodesgestalten! vor dir sol die ganze Welt niederfallen, und dir huldigen! tet 34₁ 11: 18: Jen Füt en ne von dem allerheiligsten Altarssakramente. Vater unser 2c. Erschrecklicher Gott in deinem Heiligthume! vor deinem Angesichte sollen vor Ehrfurcht alle Herzen im Leibe zittern, und dich tiefgeneigt verehren! 511 Vater unser 2c. Liebenswürdiger Gott im allerheiligsten Sakramente! möchten dich doch alle Menschen kennen, und von ganzem Herzen lieben! Gegrüßt seyst du, Maria! 2c. Heilige Maria, Mutter Gottes und Jungfrau! bitte für mich Jesum, deinen lieben Sohn, daß er aus diesem heiligsten Sakramente seine barmherzigen Augen zu mir wende,- jene Augen, die er schon so oft aus diesem Heiligthume auf Alle diejenigen gnädig geworfen hat, die mit ganzem Vertrauen ihres Herzens auf den Herrn gesehen hatten! Vater unser 2c. O mein Jesu! was, warum und wie so viele Tausende der gelehrtesten und heiligsten Männer in deiner Kirche von Jahrhundert zu Jahrhundert wegen dieses allerheiligsten Sakraments ungezweifelt geglaubt haben, das glaube ich mit ihnen. Ich glaube, daß du in den verwandelten Brodesgestalten wahrhaft, wirklich und wesentlich zugegen bist. Du, o ewige und allwissende Wahrheit! hast es gesagt. Darum glaube ich es fest, und rait mehr Zuversicht, als wenn ich es selbst mit den Augen meines Leibes sehen würde.„ Selig, die nicht gesehen, und dennoch geglaubt haben!" Vater unser 20. O mein Jesu! ich bete dich in deinem allerheiligsten Saframente mit aller jener Inbrunst und Ehrfurcht an, womit ich jemals alle Geschöpfe angebetet haben, wirklich anbeten, und bis zum Ende der Welt anbeten werden. Meine Seele! du sollst Gott, deinen Herrn, anbeten, und ihm allein dienen!" Vater unser 2c. O mein Jesu! ich liebe dich, und weil meine Liebe Rosenkranzle de viel zu schwach ist, so verlange ich dich zu lieben, wie du dich selbst liebest. Ach, süßester Jesu! durchdringe mit deiner fanf ten und heilsamen Liebe das Innerste meines Herzens; ent zünde es mit jener wahren, aufrichtigen, apostolischen und heiligen Liebe, so, daß es nur nach dir schmachte, und vor inbrünstigem Verlangen nach dir- schmelze!„ Entbrenn, hrs 10 sing o Gott! mein Herz!" Lol Vater unser 2c. 512 O mein Jesu, unendliche Güte! alle meine Sünden, ja! auch der geringste Fehltritt, den ich gethan habe, reuen mid vom Grunde meines Herzens aus Liebe zu dir, der du mein Gott, mein höchstes Gut bist. Nimmermehr, nimmermeht will ich dich beleidigen. Mein Gott! Barmherzigkeit! Vater unser ic. O mein Jesu! du ewiger Liebhaber der Menschenkinder! ich verzeihe von Herzen allen meinen Beleidigern, damit auc du mir verzeihest. Ich will mitleidig und sanftmüthig von Herzen seyn, weil du es haben willst, und in diesem allerhei ligsten Sakramente selbst der mildeste Herr und Gott bist. „ Das Andenken an einen freundlichen Menscher bleibt in Ewigkeit." op Vater unser 2c. mein Jesu! dir soll mein Herz allezeit unzertrennlic anhangen. Auf deine unendliche Allmacht, Liebe und Tren vertraue und hoffe ich ganz zuversichtlich! denn warum sollt du nicht meine einzige und größte Hoffnung, mein Trost, meine Ruhe und Süßigkeit seyn? Ich habe es schon ges sagt: Du bist meine Hoffnung." sodno biond Vater unser ic. mein Jesu! ich lobe und benedeie deinen heilig sten Namen, welcher groß und wunderbar ist; ich preise und erhöhe dich mit der Inbrunst aller seligen Geister, welche Tag und Nacht in deinem heiligen Tempel stehen, und sich mi deinem Lobe beschäftigen. Ich will dich hoch rühmen, L id nf nte Ind 1947 O mein Jesu! ich demüthige mich unter deiner mächmortigen Hand. Großer Gott! deine Gerichte sind ein tiefer Abn', grund.- Herr! mein Bestand ist wie Nichts vor dir; denn wenn ich auch Alles gethan habe, so bin und bleibe ich— deinem untrüglichen Worte gemäß doch ein unnüßer Knecht, „ Staub und Asche." aub Vater unſer ic. Fal id du eht t! er! d on ei ijt. en Lid ene 12 it, es ig nd Cag nit von dem allerheiligsten Altarssakramente. mein Gott und König! und deinen Namen immer und ewig preisen." and stabid Vater unser 2c. " 11₂ O mein Jesu! ich danke dir, daß du Alles bist, und ich Nichts. Liebe, ewige Liebe! ich danke dir, wie du willst, daß ich dir danken soll, für alle Gnaden und Gutthaten, und vorzüglich für die Einseßung dieses troftvollen Geheimnisses; ich danke tausendmal, und kann niemals genug danken. Ich sage dir, meinem Gott, Dank- durch dich selbst." - — 513 Vater unser 2c. Tapilis 1100 O mein Jesu! ich bitte in meinem und aller Andern Namen: Laß mich öfter im Geiste hinüberwandeln- in das furchtbare Land der Ewigkeit, und verleide mir alles Sinnliche dieser Welt, daß ich Gewalt leide, in dir allein meine Freude zu suchen, die du Jenen, die dich lieben, zubereitest, was kein Auge gesehen, kein Ohr gehört hat, keinem Menschen in den Sinn gekommen ist.-„ Selig sind alle deine Anhänger und Diener." - Gegrüßt seyft du, Maria! 2c. -Heilige Maria, Mutter Gottes und Jungfrau! bitte für mich Jesum, deinen lieben Sohn, daß er aus diesem heiligsten Sakramente seine barmherzigen Augen zu mir wende, jene Augen, die er schon so oft aus diesem Heiligthume auf Alle diejenigen gnädig geworfen hat, die mit ganzem Vertrauen ihres Herzens auf den Herrn gesehen hatten! 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe 2c. 33 514 Litanei 7301 aniS ch I u ß. in 1100- aim O allerheiligstes Sakrament! möchte doch Jener, der dich meinerwegen eingesetzt hat, mich durch dich in der Stunde meines Todes stärken, und im Kusse des Herrn sterben lassen! Hochgelobt und gebenedeit sey das allerheiligste Sakrament des Altars! Jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten! Amen! Im Namen Gottes+ des Vaters, und+ des Sohnes und des heiligen Geistes! Amen! Litanei von dem allerheiligsten Altars: Herr! erbarme dich unser! Christe! erbarme dich unser! Sakramente. Herr! erbarme dich unser! Christe! höre uns! Christe! erhöre uns! Gott, himmlischer Vater! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Gott, heiliger Geist! Heilige Dreifaltigkeit, Einiger Gott! Du lebendiges Brod, das du vom Himmel herabgestiegen bist! Verborgener Gott und Heiland!** 5 Brod der Auserwählten! Wein, aus welchem Jungfrauen hervorsprießen! Vortreffliches Brod und köstliche Speise der Könige! Fortwährend reines Opfer! Unbeflecktes Gotteslamm! Reinstes Gastmahl! te Speise der Engel! Verborgenes Himmelbrod! Denkmal der Wunderthaten Gottes! Uebernatürliches Brod! Wort, welches Fleisch geworden ist, und unter uns wohnet! Allerheiligstes Opfer! sin dine Erbarme bich unser!, es Erbarme bich unser!, von dem allerheiligen Altarssakramente. Kelch des Segens! Geheimniß des Glaubens! Erhabenes und ehrwürdiges Sakrament! Wahres Versöhnungsopfer für Lebendige und Verstorbene! Himmlisches Verwahrungsmittel vor der Sünde! Erstaunungswürdigstes unter allen Wundern! Heiligste Erinnerung an das Leiden des Herrn! Größte unter allen göttlichen Gaben! Vorzügliches Erinnerungszeichen der göttlichen Liebe! Ueberfluß der göttlichen Wohlthätigkeit! Allerheiligstes und erhabenstes Geheimniß! d Arznei der Unsterblichkeit! Schaudervolles und lebenbringendes Sakrament! Du Brod, das durch die Allmacht des Wortes in sein Fleisch verwandelt worden ist! 515 NG Opferpriester und zugleich das Opfer! Süßigkeit des Geistes, aus der Quelle selbst verkostet! Erquickung heiliger Seelen! Wegzehrung Derer, die in dem Herrn sterben! ad Unterpfand der zukünftigen Herrlichkeit! Sey uns gnädig! Verschone uns, o Jeſu! mail Sey uns gnädig! Erhöre uns, o Jesu! in Von dem unwürdigen Genusse deines Leibes und Blutes; Von der Begierlichkeit des Fleisches; Von der Begierlichkeit der Augen; Von der Hoffart des Lebens; Von jeder Gelegenheit zur Sünde; d Durch jene Sehnsucht, mit welcher du dieses Osterlamm mit deinen Jüngern zu essen verlangt haft; 33* Erbarme dich unser! Unblutiges Opfer! Unsere Speise und unser Gast! Süßestes Abendmahl, bei dem die Engel dienen! fallor Sakrament der Heiligkeit! and@ Band der Liebe! 20 Erlöse uns, o Jesu! 516 Litanei load you Durch die tiefste Demuth, mit welcher du deinen Jüngern die Füße gewaschen haſt; Durch die inbrünstige Liebe, mit welcher du dieses göttliche Sakrament eingesetzt haft; Durch dein kostbares Blut, das du uns auf dem Altare hinterlassen haft; lti infaidhoreput Durch die fünf Wunden dieses deines heiligsten Leibes, die du für uns empfangen haft; Wir Sünder! Wir bitten dich, erhöre uns! Daß du in uns den Glauben, die Ehrfurcht und Andachtgegen dieses wunderbare Sakrament vermehren und erhalten wolleft; Daß du uns von dem Tode der Sünde zum ewigen Leben erwecken wolleft; Daß du alles Böse in s tödten und ausrotten wolleft; Daß du uns in deiner Gnade bestätigen und stärken wolleft; Daß du uns vor Sünden und allem Uebel bewahren wolleft; Daß du uns wider die Nachstellungen der Feinde Schußz und Stärke verleihen wolleft; Daß du unsere Gemüther durch deine gnadenvolle Heimsuchung erleuchten und reinigen wolleft; do thig Daß du uns vor jeder Irrlehre, Treulosigkeit und Blindheit des Herzens bewahren wolleft; Daß du die köstlichen und himmlischen Früchte dieses heiligen Sakramentes uns mittheilen wolleft; ng Daß du nach aufrichtigem Bekenntnisse unsrer Sünden uns zum öfteren Empfange der heiligen Kommunion antreiben wolleft; atbil Daß du uns jederzeit Freude und Vergnügen in dir verleihen wolleft; Daß du das Feuer deiner Liebe in uns anzünden wolleft; Daß du unsere Seele durch die Fülle deiner Liebe ersättigen wolleft; Erlöse uns, o Jesu! Wir bitten dich, erhöre uns! von dem allerheiligsten Altarssakramente. Daß du uns in dich umgestalten wollest; Daß du uns durch das Band ewiger Liebe mit dir vereinigen wolleft; Daß du in unserer Todesstunde durch diese himmlische Wegzehrung uns Stärke und Schuß verleihen wolleft; Daß du uns zum Abendmahle des ewigen Lebens führen wolltest; 517 Wir bitt. dich, erh. uns! Du Sohn Gottes! O du Lamm Gottes, welches du die Sünden der Welt hinwegnimmst! Verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du die Sünden der Welt hinwegnimmst! Erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du die Sünden der Welt hinwegnimmst! Erbarme dich unser, o Herr! Christe! höre uns! Christe! erhöre uns! Vater unser 2c. SU V. Der Herr, gnädig und barmherzig, hat ein Denkmal seiner Wunder gestiftet; R. Er hat Jenen Speise gegeben, die ihn fürchten. V. Himmelbrod hast du uns verliehen, o Herr! R. Das alle Annehmlichkeit in sich enthält. V. Von deinem Altare, o Herr! empfangen wir Christum, R. In dem unser Geist und unser Leib frohlockt. V. Herr! erhöre mein Gebet! R. Und laß mein Rufen zu dir kommen! Gebet. O Gott! du hast das wunderbare Altarsgeheimniß als Denkmal deines Leidens hinterlassen. Wir bitten dich, laß uns die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so verehren, daß wir die Frucht deiner Erlösung fortwährend in uns empfinden mögen, der du lebest und herrschest von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Digialubinil Diese Litanei kann auch ganz oder theilweise als Vorbes reitung zur heiligen Kommunion oder als Meß- Andacht 518 Kreuzweg- Andacht vo nach derselben gebetet werden. Verweile immer lieber bei jenen Namen und Geheimnissen, die deiner Andacht mehr Nahrung gewähren, ohne dich ängstlich daran zu binden, die ganze Litanei durchzubeten! Kreuzweg Andacht auf das allerheiligste Altarssakrament. Vorbereitungs- Gebet. DJcsu, der du das allerheiligste Altare sakrament als Denkmal deines Leidens hinterlassen hast! zur Verehrung des selben und zur dankbaren Erinnerung an deine Liebe, die dich beim Abendmahle zu einer Speise, und am Kreuze zu einem blutigen Opfer gemacht hat, zur Gewinnung aller heiligen Ablässe, von denen ich einige den Seelen im Fegfeuer N. N. schenken will, und zur Erlangung einer inbrünstigen Andacht gegen dein wundervolles Sakrament will ich mich dem Geiste nach auf deinen heiligen Kreuzweg begeben. Alle meine Sünden, und besonders jene, die ich wider dein allerheiligstes Sakrament begangen habe, reuen mich vom Grunde meines Herzens, aus reiner Liebe zu dir. Ich verfluche und verabscheue sie über alle Uebel. Verzeihe sie mir, und las mein Gebet vor dein Angesicht kommen! Höre, und erhöre mich! Amen! misti - Erste Station. Jesus wird zum Tode verurtheilt. 0 un V. Wir beten dich an, o Jesu! in deinem allerheiligsten Sakramente; R. Weil du die Deinigen, die du auf Erden geliebt, bis an's Ende geliebt haft.d dan fodslund sport m Unschuldigster Jesu! du solltest gekreuziget werden! Was ist die Ursache? Nichts Anderes, als das Uebermaaß deiner Liebe. Sie, die Liebe, opfert dich ait Kreuze, wie sie dich - auf das allerheiligste Altarssakrament. schon am Vorabende deines Leidens- zu einem Opfer in deinem Sakramente gemacht hat. O unendliche Liebe! wann werde ich dich endlich entgegen lieben, wie du es schon lange verlangest, und billigst verdieneft? D, mache doch, daß das Feuer deiner Liebe auf dem Altare meines Herzens brenne! Vater unser 2c. Gegrüßt seyft du, Maria! 2c. V. Erbarme dich unser, o Gott der Liebe! erbarme dich unser! R. Und verzeihe uns alle Sünden, die wir wider dein allerheiligstes Sakrament begangen haben! - 519 3weite Station. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schulter. V. Wir beten dich an, o Jesu! in deinem allerheiligsten Sakramente; R. Weil du die Deinigen, die du auf Erden geliebt, bis an's Ende geliebt hast. O mein Jesu! du hast dir das Kreuz, nach welchem du so lange getrachtet hast, selbst auf deine Schulter gelegt, und mit welchem sehnlichen Verlangen haſt du gewünscht, mit den Deinigen das Osterlamm zu eſsen! Da du denn so gerne bei mir seyn willst, so will auch ich gerne bei dir seyn, und mich recht oft in deinem Sakramente mit dir vereinigen. Komm, o süßester Jesu! ach! komm mit deiner Gnade geistlicher Weise zu mir! Denn in dir und mit dir besitze ich Alles. Vater unser 2c. Gegrüßt seyft du, Maria! xc. V. Erbarme dich unser, o Gott der Liebe! erbarme dich unser! R. Und verzeihe uns alle Sünden, die wir wider dein allerheiligstes Sakrament begangen haben! Dritte Station. Jesus fällt das Erstemal unter dem Kreuze.sinat V. Wir beten dich an, o Jesu! in deinem allerheiligsten Sakramente; 520 Kreuzweg- Andacht R. Weil du die Deinigen, die du auf Erden geliebt, bis an's Ende geliebt hast. O höchster Herr! wie sehr erniedrigest und demüthigest du dich! Aber schon bei der Einsetzung deines heiligsten Sakramentes konnte dich deine unendliche Hoheit nicht abhalten, dich zu tiefst herabzulassen, und armen Fischern die unsauberen Füße zu waschen, und zwar mit jenen Händen, welche Himmel und Erde gegründet haben. Wie kann ich bei diesem Anblicke wegen eines Ranges oder Ansehens streiten, oder wie kann ich elender Sünder mich wegen etwas erheben? Wenn mich dieses göttliche Beispiel nicht antreibt, daß ich mich selbst verachte, was wird mich sonst dahinbringen? Demüthigster Jesu! tritt doch du selbst den Geist meines Hochmuthes zu Boden! Vater unser 2c. Gegrüßt seyst du, Maria! 2c. — V. Erbarme dich unser, o Gott der Liebe! erbarme dich unser! R. Und verzeihe uns alle Sünden, die wir wider dein allerheiligstes Sakrament begangen haben! - Vierte Station. Jesus begegnet seiner betrübten Mutter. V. Wir beten dich an, o Jesu! in deinem allerheiligsten Sakramente; - - R. Weil du die Deinigen, die du auf Erden geliebt, bis an's Ende geliebt haft. Wohl getreue Liebe deiner liebsten Mutter, o Sohn Ma riä! Du hast gewartet, ob Jemand mit deinen Schmerzen Mitleiden trage, und du haft Niemand gefunden, als sie. Aber wie unendlich größer und mitleidiger war deine Liebe gegen uns! Obschon du in deinen Jüngern vorhergesehen haft, wie Viele dich in deinem Sakramente verlassen, und dir wenigen Trost verschaffen würden, so hast du dennoch den Deinigen dieses vorzügliche Vermächtniß deiner Liebe hinterlaffen. - - 521 auf das allerheiligste Altarssakrament. O Jesu! sag mir doch, wie kann ich diesem Uebermaaße deiner Liebe durch meine gänzliche Uebergebung an dich entsprechen, und was soll ich thun, um dir am Besten zu beweisen, wie sehr ich dich liebe? Vater unser 2c. Gegrüßt seyst du, Maria! 2. V. Erbarme dich unser, o Gott der Liebe! erbarme dich unser! R. Und verzeihe uns alle Sünden, die wir wider dein allerheiligstes Sakrament begangen haben! Fünfte Station. Simon wird gezwungen, Jesu das Kreuz tragen zu helfen. sis V. Wir beten dich an, o Jesu! in deinem allerheiligsten Sakramente; R. Weil du die Deinigen, die du auf Erden geliebt, bis an's Ende geliebt hast. Wohl glückseliger Simon, den man mit Gewalt angehalten hat, mit dem Kreuze sein ewiges Heil zu tragen!- Auch du, mein Jesu! hast gewollt, daß man die Gäste nöthige, deinem Gastmahle beizuwohnen. D Gott der Güte! lege doch meinem Herzen süße Gewalt an, daß es sich von aller Eigenliebe losmache, und nur das selige Glück suche, dir dein Kreuz nachzutragen, sich mit dem Brode der Thränen zu nähren, und deinen Kelch zu trinken! Vater unser 2. Gegrüßt seyst du, Maria! 2c. V. Erbarme dich unser, o Gott der Liebe! erbarme dich unser! R. Und verzeihe uns alle Sünden, die wir wider dein allerheiligstes Sakrament begangen haben! Sechste Station. Veronika reicht Jesu das Schweißtuch. V. Wir beten dich an, o Jesu! in deinem allerheiligsten Sakramente; R. Weil du die Deinigen, die du auf Erden geliebt, bis an's Ende geliebt haft. id 522 Kreuzweg- Andacht bode sor Göttlicher Bräutigam! du verlangest, daß deine Geliebte unabläßig Deiner gedenken soll, und damit ihr deine Ge stalt bis in den Tod vor Augen schwebe, hinterlasſeft du ihr dein Bildniß.- Auch vermittelst deines heiligen Sakramentes setzest du dich in einen solchen Stand, daß du alle Tage bei uns bist bis an's Ende der Welt. — Und ich finde mich so wenig vor deinem Heiligthume ein, dich anzubeten, dich zu begrüßen, dich zu verehren, dir mein Elend vorzutragen. mein Erlöser! o mein süßester Liebesgefangener! nimm doch alle Liebe meines Herzens gefangen, und ziehe mich durch dein über mich hell leuchtendes Angesicht so stark an dich, daß ich vor Allem nur Deiner gedenke, und dir in Allem zu gefallen suche! Vater unser 2c. Gegrüßt seyst du, Maria! 2c. daß V. Erbarme dich unser, o Gott der Liebe! erbarme dich unser! R. Und verzeihe uns alle Sünden, die wir wider dein allerheiligstes Sakrament begangen haben! piden sih Siebente Station.o utami Jesus fällt das 3 weitemal unter dem Kreuze. V. Wir beten dich an, o Jesu! in deinem allerheiligsten Sakramente; R. Weil du die Deinigen, die du auf Erden geliebt, bis an's Ende geliebt hast. O Mann der Schmerzen, der seine Schwachheit kannte! Wie du aber unter der schweren Last des Kreuzes, die dich zu Boden gedrückt hat, der Verächtlichste unter den Menschen gewesen bist, so bist du es auch noch jeßt in deinem Saframente, wo du dich als einsamer Sperling aufhältst, und allein gelassen wirst. — Ach! wie schmerzt es mich, daß auch ich einer von Denjenigen bin, die dich in deinem Tempel den ganzen Tag deine Hände zu uns ausstrecken, und sich vergeblich zu dir einladen laffen!- Verleih' mir, daß ich meine Nachläßigkeit beweine, - 523 auf das allerheiligste Altarssakrament. und die noch übrige Zeit meines Lebens vor deinem Heiligthume thue, was deine Heiligen im Himmel thun, daß ich dich, wie ste, liebe und lobe! Vater unser 2c. Gegrüßt seyst du, Maria! 2c. V. Erbarme dich unser, o Gott der Liebe! erbarme dich unser! R. Und verzeihe uns alle Sünden, die wir wider dein allerheiligstes Sakrament begangen haben! si selber dniache Achte Station, did shuns idhin Jesus tröstet die über ihn weinenden Frauen. V. Wir beten dich an, o Jesu! in deinem allerheiligsten Sakramente; R. Weil du die Deinigen, die du auf Erden geliebt, bis an's Ende geliebt haft. Obemitleidenswürdigster Jesu! diese klagenden Frauen, welche auf dem Wege vorübergingen, haben erwogen und gesehen, daß kein Schmerz dem deinigen gleich sey; und darum haben sie eines Weinens geweinet.- Auch du hast von den Deinigen bei Darreichung deines heiligsten Leibes verlangt, daß sie dieses zu deinem Andenken thun, und nie vergessen sollten, was du ihnen gethan hast. O mein Heiland! schreib' deine Wunden und deine Liebe in mein Herz, damit ich jederzeit, so oft ich dieses Brod effe und diesen Kelch trinke, mitleidig und dankbar deines Todes mich erinnere, in Betrachtung deiner Schmerzen alles Ungemach willig leide, und in Ansehung deiner Liebe keinen liebenswürdigeren Gegenstand finde, als dich! Vater unser 2c. Gegrüßt seyst du, Maria! 2c. V. Erbarme dich unser, o Gott der Liebe! erbarme dich unser! R. Und verzeihe uns alle Sünden, die wir wider dein allerheiligstes Sakrament begangen haben! adal Neunte Station. Jesus fällt das Drittemal unter dem Kreuze. V. Wir beten dich an, o Jesu! in deinem allerheiligsten Sakramente; 190 sier adinte 524 Kreuzweg- Andacht and R. Weil du die Deinigen, die du auf Erden geliebt, bis an's Ende geliebt hast. mailid said one di aronds yo Großer Gott! der Himmel ist dein Wohnsiß; und hier findest du deinen Ruheplaß unter den Füßen deiner Henker, die Deiner grausam spotten!- Kinder hast du erzogen, und mit deinem eigenen Fleische ernährt; sie aber haben dich verachtet. Wie Vielen eckelt vor dieser Engelsspeise! Was sie beim Genusse derselben thun, das thun sie geschwind, weil die Größe deiner Gnade auf sie keinen Eindruck macht.- Aber wie übel steht es mit einem Kranken, wenn die beste Arznei fruchtlos ist! O mein süßester Jesu! laß doch nicht zu, daß auch ich gegen das größte Wunder deiner Liebe unempfindlich oder faltblütig bleibe! Da du mich unendlich liebest, so mache, daß auch ich dich auf's Inbrünstigste lieben möge! Vater unser 2c. Gegrüßt seyft du, Maria! 2c. V. Erbarme dich unser, o Gott der Liebe! erbarme dich unser! R. Und verzeihe uns alle Sünden, die wir wider dein allerheiligstes Sakrament begangen haben! Zehnte Station. Jesus wird mit Galle und Effig getränkt. V. Wir beten dich an, o Jesu! in deinem allerheiligsten Sakramente; R. Weil du die Deinigen, die du auf Erden geliebt, bis an's Ende geliebt hast. O göttliches Schlachtopfer! ehe dich die Henkersknechte entkleidet haben, um dich zu freuzigen, haben sie dir Wein, mit Galle vermischt, zu trinken gegeben; und uns- reichest du jetzt dein kostbares Blut zum Getränke dar, das alle Süßigkeit in sich enthält! O guter Jesu, mein Heiland, mein höchstes und einziges Gut, mein Ernährer und meine Speise! du kommst zu mir Sünder, wie der Pflegevater Ephraim. D! daß ich dich liebte, 525 auf das allerheiligste Altarssakrament. und würdig wäre, von dir immer mehr und mehr geliebt zu werden, um das Glück zu haben, die geistliche Süßigkeit in ihrer Quelle zu kosten! Vater unfer 2c. Gegrüßt seyst du, Maria! 2c. V. Erbarme dich unser, o Gott der Liebe! erbarme dich unser! R. Und verzeihe uns alle Sünden, die wir wider dein allerheiligstes Sakrament begangen haben! Eilfte Station. ind Jesus wird an das Kreuz geheftet. V. Wir beten dich an, o Jesu! in deinem allerheiligsten Sakramente; sodys n dit ut R. Weil du die Deinigen, die du auf Erden geliebt, bis an's Ende geliebt haft. Wusthoffsp O wie schimpflich, wie grausam haben dich deine Peiniger behandelt, da sie dich an's Kreuz geheftet haben!- Aber noch schimpflicher und gottloser behandeln dich jene Christen, welche durch ihr wollüstiges Leben, und durch ihre gottesschänderischen Kommunionen, so viel an ihnen ist, dich auf ein Neues kreuzigen. Gekreuzigte Liebe! wenn ich das Wunder der Liebe in deinem Sakramente, und das Wunder deiner Geduld am Kreuze betrachte, zugleich aber mich erinnere, daß deine Kreuzigung ein Werk meiner Hände ist, und daß deine größte Liebe nicht einmal eine kleine Gegenliebe in mir erwecken kann, ach! so möchte ich vor Schmerz und Beschämung die bittersten Thränen weinen. Youndat Vater unser 2c. Gegrüßt seyft du, Maria! ic.ig V. Erbarme dich unser, o Gott der Liebe! erbarme dich unser! R. Und verzeihe uns alle Sünden, die wir wider dein allerheiligstes Sakrament begangen haben! Zwölfte Station. Jesus stirbt am Kreuze. V. Wir beten dich an, o Jesu! in deinem allerheiligsten Sakramente; 526 Kreuzweg- Andacht R. Weil du die Deinigen, die du auf Erden geliebt, bis an's Ende geliebt haft. O Liebe! o Liebe! Du, mein Jesu! hast am Kreuze gelitten, was noch niemals ein Mensch gelitten hat, und du haft sowohl am Leibe als an der Seele gelitten, ohne den mindesten Trost, selbst von deinem Vater verlassen! und jetzt ladeſt du alle Armseligen und Trostlosen ein, zu dir vor dein Heiligthum zu kommen, damit du sie erquicken könneft! O Jesu, meine süßeste Hoffnung! weil du denn in deinem Sakramente auf mich wartest, und mich einladest, daß ich zu dir kommen soll, damit du dich meiner erbarmen könntest, sich! so fliehe ich zu dir, und werfe mich in deine, gegen mich ausgestreckten, Arme.- Ich stelle dir meine äußerste Noth vor. -Neige dein Ohr zu meinem flehentlichen Rufen! C Vater unser 2c. Gegrüßt syst du, Maria! 2c. V. Erbarme dich unser, o Gott der Liebe! erbarme dich unser! R. Und verzeihe uns alle Sünden, die wir wider dein allerheiligstes Sakrament begangen haben! Dreizehnte Station. D alway Der Leichnam Jesu wird in den Schooß seiner lieben Mutter gelegt. V. Wir beten dich an, o Jesu! in deinem allerheiligsten Sakramente; R. Weil du die Deinigen, die du auf Erden geliebt, bis an's Ende geliebt hast. d gambe O Heiligster unter den Heiligen! du wolltest in den Schoo der Königin aller Heiligen gelegt werden, in deren heiligstem Herzen niemals die Sünde geherrscht hat. Wo du deine Wohnung aufschlägst, und deine Einkehr nimmst, da muß Alles rein und ohne Sündenmakel seyn. Wer auf andere Weise dich empfängt, gleich dem Judas, der macht sich mit ihm an deinem Blute schuldig. D Jesu! deinem Hause gebührt Heiligkeit. Reinige und heilige du selbst mein Herz, so oft ich deinem heiligen Tische - auf das allerheiligste Altarssakrament. nahe! Verstoße die Seele nicht, die ihre Unwürdigkeit bekennt, ihre Sünden bitterlich bereut, und in Betrachtung deiner höchsten Majestät wenigstens das innigste Verlangen hat, mehr Inbrunst und Andacht zu haben! O Allergütigster! ersetze du durch dein allerheiligstes Herz, was mir immer abgeht und ermangelt! 527 Vater unser 2c. Gegrüßt seyst du, Maria! 2c. V. Erbarme dich unser, o Gott der Liebe! erbarme dich unser! R. Und verzeihe uns alle Sünden, die wir wider dein allerheiligstes Sakrament begangen haben! Vierzehnte Station. Jesus wird in das Grab gelegt. V. Wir beten dich an, o Jesu! in deinem allerheiligsten Sakramente; R. Weil du die Deinigen, die du auf Erden geliebt, bis an's Ende geliebt hast. Sobald dein heiligster Leichnam, o Jesu! in's Grab gelegt war, wurde es mit aller Vorsicht versiegelt und verwahrt. - Auch wir sollten nach der heiligen Kommunion alles Mögliche thun, daß du in uns bleibest, und wir in dir. Allein bei Vielen bist du nur ein Gast, der gleich wieder abzureisen genöthiget wird. - O mein liebenswürdigster Jesu! verzeih' mir, daß auch ich, nach der heiligen Kommunion, mich so oft von dir sogleich wieder zu den Geschöpfen gewendet, und dich veranlaßt habe, mein Herz mit der Fülle deiner Gnaden bald wieder zu verlassen! O, wie übel bin ich daran, wenn ich außer mir etwas nicht deiner wegen suche, da ich in dir, mein höchstes Gut! Alles und Alles finde und auf ewig besitze!- Vater unser 2c. Gegrüßt seyft du, Maria! 2. V. Erbarme dich unser, o Gott der Liebe! erbarme dich unser! R. Und verzeihe uns alle Sünden, die wir wider dein allerheiligstes Sakrament begangen haben! Besondere Kreuzweg- Andacht. tansted sisiglauium Aufopferung. a süßester Jesu! nimm diese Andacht auf- zur Ehre deines heiligsten Namens, in Vereinigung mit jener Liebe, die dich vom Himmel auf die Erde herabgezogen, an's Kreuz geheftet, und in die geringe Brodesgestalt gebracht hat! Durch dieses unschäßbare Wunder deiner Liebe bitte und flehe ich demüthigst, aus allen Kräften meiner Seele: Sich als ein wahrhaft guter Hirt jene irrenden Schäflein erbarmend an, die im Stande der Todsünde ein Raub des höllischen Wol MATEJOUL fes mit diesem Brode des Lebens den Tod hineinessen, und mit dir einen strengen Richter empfangen! Ach! erbarme dich deiner armseligen Geschöpfe, und verleihe auch mir Armseligen einen Brosam von diesem himmlischen Tische, einen Theil deiner Erbarmungen, damit ich im Glauben an dein allerheiligstes Sakrament gestärkt, in der Hoffnung auf deine Güte befestiget, und mit dem Feuer deiner Liebe entzündet werde, damit 528 ich ohne diese Wegzehr ig nicht aus dieser Welt abreisen möge! Amen! Besondere Kreuzweg- Andachtbus an Kommunion- Tagen. Vorbereitungs- Gebet. Vor deinem heiligsten Angesichte falle ich nieder, o du in dem heiligsten Altarssakramente gegenwärtiger Gott! Ich erhebe meine Hände zu dir, und bete dich in Demuth an. D allmächtiger Gott! an dich glaube ich. O barmherziger Gott! auf dich hoffe ich. O du über Alles liebenswürdigster Gott! dich liebe ich, und danke dir, daß du heute in meinem Herzen eingekehrt bist. O, laß mich durch das Himmelbrod, welches ich heute genossen habe, an Leib und Seele stark werden, damit ich niemals zu meinem vorigen Sündenleben zurückkehre! ad Jesu, meine gefreuzigte Liebe! ich will dich jetzt im Geiste auf deinem Leidenswege begleiten, und mir einbilden, mojist 529 dan Kommunion- Tagen. ich sey wirklich in Jerusalem, und folge dir auf den Kalvarienberg nach. O Jesu! ich bitte dich: Laß mich der Abläsſe theilhaftig werden, die deine heilige Kirche den Wallfahrtern auf diesem Leidenswege verliehen hat! Schenke doch aus Barmherzigkeit den Seelen im Fegfeuer dein Erbarmen, und laß auch sie an den heiligen Ablässen Theil haben, die ich durch meine gegenwärtige Andacht erlangen werde! Heilige Maria, Mutter Jesu, und alle ihr lieben Heiligen, die ihr bei dem Tode Jesu gegenwärtig waret! bittet für mich, damit ich das schmerzliche Leiden Jesu mit Andacht. betrachte! Helfet mir unsern Gott und Herrn in dem heiligsten Sakramente des Altars anbeten! Amen! Erste Station. Jesus wird zum Kreuzestode verurtheilt. . Wir beten dich an, o Herr Jesu Christe! waren R. Denn durch dein Leiden und deinen Tod hast du die Welt erlöset. T 201301 Gebet. O Jesu, mein Erlöser! ich sehe im Geiste, wie du mit Stricken gebunden, gleich einem Verbrecher, vor dem Richter Pilatus stehst, der dein Todes- Urtheil spricht, wiewohl er zugleich sagt:„ Ich finde keine Schuld an ihm."- Heiland! Nichter der Welt! ich habe gesündiget vor dir und dem Himmel; aber ich habe auch nach deinem Befehle meine Sünden vor dem Priester bekennet; ich habe sie bereuet, und will sie bereuen, so lange ich lebe, weil ich dich, mein höchstes Gut, dadurch beleidiget habe. Mit dieser Neue im Herzen habe ich heute deinen heiligsten Leib, das Unterpfand der Liebe, die Versöhnung mit Gott, empfangen.- O mein Jesu, du göttliches Lamm, das die Sünden der Welt hinwegnimmt! ich will nie wieder fündigen. D, stärke mich in diesem Vorsaße, damit auch du einstens bei meinem Gerichte sagen mögest: Ich finde keine Schuld an ihm!" Amen! Vater unser zc. Gegrüßt ic.s 2012) 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe zc. 34 Besondere Kreuzweg- Andacht: V. m. Erbarme dich unser, o Jesu! nihilhiar plà R. Und sey uns gnädig! mið 530 Zweite Station. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schulter. V. Wir beten dich an, o Herr Jesu Christe! R. Denn durch dein Leiden und deinen Tod hast du die Welt erlöset. Gebet. O mein Jesu! mit welcher Bereitwilligkeit nimmst du das Kreuz auf deine Schulter, um für uns Sünder daran zu sterben! O barmherziger Gott! wie groß ist deine Güte! Du for derst von mir aufrichtige Reue und aufrichtiges Bekenntniß meiner Sünden, und dann willst du mir verzeihen.- Du haft sogar im Uebermaaße deiner Liebe mir heute deinen heiligsten Leib zu essen gegeben, damit meine Seele zum ewigen Leben gestärkt werde. Welches Glück, welche Seligkeit, da ich jetzt das göttliche Feuer in meinem Herzen trage! Ich habe heute das, Himmelbrod genossen, und bin aus einem Sklaven des Satans ein Kind Gottes geworden.- Heiland Jesu Christe! an dich glaube ich, auf dich hoffe ich, dich liebe ich, und bitte: Laß mich in dieser Liebe sterben! Amen! Bater unser sc. Gegrüßt 2c. V. Erbarme dich unser, o Jesu! R. Und sey uns gnädig! Dritte Station. Jesus fällt das Erstemal unter dem Kreuze. V. Wir beten dich an, o Herr Jesu Christe! R. Denn durch dein Leiden und deinen Tod hast du die Welt erlöset. ebet. Jesus, der Stärkste unter den Menschenkindern, der Gott der Heerschaaren, welcher mit dem Finger seiner Allmacht Himmel und Erde erhält, dieser Gottmensch wird schwach unter an Kommunion- Tagen. dem Kreuze; er sinkt zur Erde. D Jesu, meine einzige Liebe! ich falle anbetend vor dir nieder, und beweine meine Sünden. Ich will eher sterben, als dich mit einer Sünde wieder beleidigen. Diesen Vorsatz habe ich heute bei der heiligen Kommunion gemacht, und mit deiner Gnade will ich ihn halten. Der Gedanke:„ Ich habe Jesum in der heiligen Kommunion empfangen, ich trage meinen Gott in mir," dieser selige Gedanke soll mich vom Sündigen abhalten, und mich antreiben, daß ich mit jedem Pulsschlage seufze:„ O heiligster Leib Jesu Christi! bewahre meine Seele, und führe sie zum ewigen Leben!" Amen! - Vater unser 2c. Gegrüßt zc. V. Erbarme dich unser, o Jesu! R. Und sey uns gnädig! Vierte Station. 531 Jesus begegnet seiner betrübten Mutter. V. Wir beten dich an, o Herr Jesu Christe! R. Denn durch dein Leiden und deinen Tod hast du die Welt erlöset. Gebet. Jesus, der Erlöser, das seit viertausend Jahren erwartete Versöhnungsopfer, kommt mit dem Kreuze beladen zum Stadtthore Jerusalems heraus. Ach! welcher Anblick! Maria, die heilige Mutter Jesu, geht todtblaß dem Leidenszuge entgegen. Ach! der Jammer zerreißt ihr Herz, da sie Jesum mit dem Kreuze beladen, mit Stricken gebunden von den Henkersknechten so fürchterlich mißhandeln sieht. Mit seufzendem Herzen drängt sich Maria durch das lärmende Volk; aber die Schergen stoßen sie zurück, und reißen dich, o Jesu! gewaltsam fort. Anbetungswürdigster Heiland! du der Welt so lange verkündeter Messias! ach, wie hart mußt du für meine Sünden büßen! Dwie schmerzlich hat der Anblick deiner weinenden Mutter dein Herz verwundet! Ach! ihre Thränen beschämen mich); 34* — Besondere Kreuzweg- Andacht denn mich stoßt Niemand zurück, wenn ich dich, den lebendigen Gott, in deinem Tempel besuchen will; und doch komme ich so selten! Mir ist es vergönnt, dir, dem Herrn des Him mels und der Erde, täglich meine Noth und meine Leiden vorzutragen; und doch klage ich eher den Menschen meine Noth, als dir, dem allmächtigen Helfer, dem barmherzigsten Vater! O mein Jesu! künftig will ich dich in dem heiligsten Altarssakramente nicht nur besuchen, sondern dich recht oft in mein Herz empfangen. Wo, ach! wo findet man einen süBeren Trost, als ich ihn heute in dem Augenblicke empfand, da die heilige Hostie meine Zunge berührte, und der lebendige Gott mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut, mit seiner Gottheit und Menschheit bei mir eingekehrt ist? D! ich habe heute die höchste Seligkeit genossen; darum wünschte ich, ohne Unterlaß zu sagen: Hochgelobt und gebenedeit sey das allerheiligste Sakrament des Altars! Ehre und Anbetung sey dem darin verborgenen Gott!" Amen! Vater unser 2c. Gegrüßt 2c. V. Erbarme dich unser, o Jesu! R. Und sey uns gnädig! 532 - - - - Fünfte Station. Simon wird gezwungen, Jesu das Kreuz zu tragen. cum vicie V. Wir beten dich an, o Herr Jesu Christe! R. Denn durch dein Leiden und deinen Tod hast du die upc bie 3 BI Welt erlöset. Gebet. od squal O du aller deiner Kräfte erschöpfter Jesu! es ist Niemand unter den vielen tausend Menschen, der dir die schwere Kreuzes last will tragen helfen. Keiner von den Blinden, die du sehend machtest, keiner von den Tauben, denen du das Gehör gabst, ach! keiner von denen, die du vom Tode erweckt hast, keiner will dir das Kreuz tragen helfen; selbst Simon muß dazu ge zwungen werden.- O Sohn Gottes! als du dich auf dem an Kommunion- Tagen. Berge Thabor in deiner Verklärung sehen ließeft, wollten deine Freunde Hütten bauen; aber nun, da sie dich das Kreuz auf den Kalvarienberg schleppen sehen, fliehen sie; keiner will dir helfen, feiner dir folgen.- O mein liebster Jesu! ich wäre unter Allen der Undankbarste, wenn ich mich jetzt noch weigern wollte, das Kreuz, das du mir auflegest, dir nachzutragen. Du hast auch mich durch das heilige Bußsakrament vom Tode auferweckt; auch mir hast du heute die Augen geöffnet; im Lichte des Glaubens habe ich heute dich, den einzig wahren lebendigen Gott, gesehen, den nämlichen Jesus, welcher das Kreuz zu meiner Erlösung trug, habe ich heute in mein Herz eingehen gesehen. O mein Jesu! stärke mich in diesem Glauben, bis ich dich einstens in deiner Glorie sehe, wo ich dich lieben und anbeten werde durch die ganze Ewigkeit! Amen! Vater unser 2c. Gegrüßt 2c. - V. Erbarme dich unser, o Jesu! R. Und sey uns gnädig! 533 Sechste Station. Veronika reicht Jesu das Schweißtuch. V. Wir beten dich an, o Herr Jesu Christe! R. Denn durch dein Leiden und deinen Tod hast du die Welt erlöset. Gebet. O du in den schmerzlichsten Leiden seufzender Gottmensch! ich bete dich demüthigst an, und sehe im Geiste, wie Veronika dir ein Tuch darreicht, um das herabrinnende Blut von deinem Angesichte damit abzutrocknen. Gütigster Heiland! zum Andenken an diese Liebe gibst du ihr die Abbildung deines göttlichen Angesichtes in dem Tuche zurück. Nach dem Beispiele dieser frommen Frau reichte ich dir heute bei der heiligen Kommunion mein Herz, um auch mir dein heiliges Bildniß, das Andenken an dein Leiden hineinzudrücken, damit ich in deinem mit Blut übergossenen Angesichte meine Sünden, wie in einem Spiegel - Besondere Kreuzweg- Andacht sehe, sie zu bereuen, und mir täglich sagen zu können:„ Diese Dornenkrone hat meine Hoffart dem Heilande in das Haupt gedrückt. Meine frechen Reden haben das liebreiche Angesicht verspieen; meine schamlosen Begierden, meine Wollustsünden haben den Heiland so blutig gegeißelt, und ihm die Kreuzeslaft auf die Schulter geladen."- Ach, mein Jesu! von Reue durchdrungen werfe ich mich vor dir nieder, und rufe mit dem offenen Sünder: O mein Gott! sey mir armen Sünder gnädig!" Amen! " 1 534 hid stand Vater unser 2c. Gegrüßt 2c. V. Erbarme dich unser, o Jesu! R. Und sey uns gnädig! Siebente Station. Jesus fällt zum 3 weitenmale unter dem Kreuze. V. Wir beten dich an, o Herr Jesu Christe! R. Denn durch dein Leiden und deinen Tod hast du die Welt erlöset. Gebet. und Anbetungswürdigster Jesu! ich sehe dich abermal mit der ungeheuren Kreuzeslast auf der Erde liegen. O liebevoller Erlöser! wie hart und schmerzlich wolltest du die Rückfälle in unsere Sünden büßen! Ich erkenne meine Verbrechen, erneuere meine Reue, die ich dir heute bekannt habe mein Jesu! ich glaube an dich; ich glaube, daß du heute mein Seufzen gehört, und mir meine Sünden verziehen hast.-9 Lamm Gottes, das ich heute in Brodesgestalten gesehen habe! auf dich hofft meine Seele.- O Lamm Gottes, das heute in mein Herz eingegangen ist! ich liebe dich, und will dich stets, ja! ewig will ich dich über Alles lieben. Amen! Vater unser 2c. Gegrüßt: c. V. Erbarme dich unser, o Jesu! R. Und sey uns gnädig! - an Kommunion- Tagen. Achte Station. Jesus begegnet den weinenden Frauen. V. Wir beten dich an, o Herr Jesu Christe! R. Denn durch dein Leiden und deinen Tod hast du die Welt erlöset. turpis - Gebet. Liebster Jesu! in welchem Uebermaaße von Leiden kommſt du mit jedem Schritte dem Richtplaße näher, um dort für die Sünden der Menschen zu sterben! Welche große Liebe gegen uns Sünder, selbst gegen deine Peiniger, die dich in deiner Qual verhöhnen! Doch endlich erscheinen unter dem zahlreichen Volke einige fromme Mütter, denen dein Anblick das Herz erweicht. Das schwere Kreuz auf der Schulter, das mit Dornen durchstochene Haupt, das mit Speichel und Blut übergossene Angesicht, das laute Seufzen des blutenden Opfers, das jetzt geschlachtet werden soll, macht diese mitleidigen Weiber Thränen vergießen. Du, Allwissender! siehst ihre Thränen, und ermahnest sie, über sich selbst zu weinen, und über ihre Kinder. - 535 Mir ist es, o mein Jesu! als hörte ich dich sagen: Weinet über euch selbst, ihr Menschen! denn eure Laster haben mir die Ketten geschmiedet; euer Unglaube und eure Bosheit hat den Kreuzestod über mich ausgesprochen. Weinet über eure Kinder, die ihr in Frechheit und Wollust heranwachsen sehet! Ihre Zügellosigkeit und Unlauterkeit geißeln mich auf's Neue. Weinet, ihr leichtsinnigen Eltern! Eure Kinder trinken die Sünden wie Waffer hinein, und rufen voll Jubel dem Laster zu:„ Was willst du mir geben, so will ich dir meine Unschuld, meine Tugend, ich will dir Jesum verrathen?" mein Jesu! diese Worte hast du auch zu mir gesprochen; auch ich habe Sünden zu beweinen. Ich wiederhole meinen Vorsatz, den ich heute bei der heiligen Kommunion gefaßt habe; ich will nie wieder fündigen; ich will in beständiger Buße leben. Gib mir Thränen, damit ich weine, wie Petrus seine Fehler 536 Besondere Kreuzweg- Andacht beweinet hat, auf daß ich Verzeihung von dir erlange, wie er Verzeihung erlangt hat! Amen! Vater unser 2c. Gegrüßt zc. V. Erbarme dich unser, o Jesu! di R. Und sey uns gnädig. Neunte Station. Jefus fällt das Drittemal unter dem Kreuze. V. Wir beten dich an, o Herr Jesu Christe! R. Denn durch dein Leiden und deinen Tod hast du die Welt erlöset. Gebet. S -Ide Ach! Jesus, mein liebster Jesus fällt schon das Drittemal ohnmächtig zu Boden!- O mein Heiland! wie schmerzlich sind deine Leiden, und wie jämmerlich wirst du von der Erde in die Höhe gerissen, und fortgestoßen! Ach! es ist Niemand, der sich Deiner erbarmt; du hast keinen Trost, als dein Kreuz, an dem du für uns Menschen bluten, leiden und sterben willst. - O mein leidender Jesu! wie kann ich dir für meine Erlösung genug danken? Wie kann ich dir für die noch größere Gnade danken, daß du mich heute mit deinem heiligen Leibe geſpeiset, und mit deinem heiligen Blute getränkt haft? D mich Glückseligen! diesen liebevollen Gott, den ich heute empfangen habe, werde ich einstens sehen und besitzen. Mit meinen eigenen Augen werde ich ihn sehen und besitzen, mit meinem eigenen Herzen ihn lieben, mit meiner eigenen Zunge ihn loben und anbeten in alle Ewigkeit. Amen! Vater unser 2c. Gegrüßt 2c. V. Erbarme dich unser, o Jesu! R. Und sey uns gnädig! Zehnte Station. hominis 3efus wird entblößt. V. Wir beten dich an, o Herr Jesu Christe! R. Denn durch dein Leiden und deinen Tod hast du die Welt erlöset. 1an Kommunion- Tagen. Gebe t. Ewiger, allgewaltiger Gott! nun ist Jesus, das Versöhnungsopfer, welches deiner göttlichen Gerechtigkeit geschlachtet werden soll, auf dem Richtplaße angekommen, und die Schergen fallen über ihn her. Mit Wuth reißen sie ihm die Kleider vom Leibe, und erneuern alle seine Wunden. O du in dieser schmerzlichen Entblößung seufzender Gottmensch! ich bete dich dankbar an. Ich habe durch deine Gnade in der heiligen Beicht den alten Menschen, die Sünden, ausgezogen, und in der heiligen Kommunion den neuen Menschen, Jesum Christum, angethan; ich habe zum Himmel gerufen und gebetet, mit gefalteten Händen habe ich gebetet, und ich wiederhole abermal diese Bitte zu dir: O Jesu! bleib' bei mir; bleib' mit deiner Gnade bei mir, stärke meine Seele, und führe sie in die ewige Seligkeit!" Amen! 537 Vater unser 2c. Gegrüßt sc. V. Erbarme dich unser, o Jesu! R. Und sey uns gnädig! Eilfte Station. Jesus wird an's Kreuz genagelt. V. Wir beten dich an, o Herr Jesu Christe! R. Denn durch dein Leiden und deinen Tod hast du die Welt erlöset. me Gebet. O mein Jesu! ich sehe dich jetzt in deinem entsetzlichsten Leiden, in der grausamen Annagelung deiner Hände und Füße an das Kreuz. Ach! dein heiligstes Fleisch wird mit großen eisernen Nägeln auf die schrecklichste Weise durchbohrt, und du duldest die grausamste Marter ohne die mindeste Klage.- D Lamm Gottes! o heiligstes Opfer! ich sehe dich an dem mit Blut übergoffenen Balken in die Höhe heben. Die Henkers knechte stoßen das Kreuz in die dazu verfertigte Grube, und zeigen deine Jammergestalt dem versammelten Volke, den Augen 538 Besondere Kreuzweg- Andacht vieler tausend Menschen, die gekommen sind, dich am Kreuze sterben zu sehen. Liebster Jesu! gewaltsam sind deine Arme ausgespannt. Dein heiligstes Blut fließt in Strömen aus allen deinen Wunden; ich sehe deine Brust seufzend sich heben; ich höre deine Gnadenstimme zum zürnenden Vater in den Himmel rufen: Verzeihe ihnen, Vater! denn sie wissen nicht, was sie thun." O mein Heiland! ich liege auf den Knien, und rufe mit reumüthigem Herzen: Gott! verzeihe mir meine Sünden! Verzeihe mir meine Lauigkeit, meine Zerstreuungen, unter denen ich heute meine heilige Kommunion verrichtet habe! Und wenn ich an dem Kreuze, das ich dermalen trage, sterben soll, so geschehe dein Wille! Sollte meine heutige Kommunion die letzte in meinem Leben, meine Speise zur baldigen Reise in die Ewigkeit gewesen seyn, so geschehe auch hierin dein heiliger Wille! Nur sey mir als dann ein barmherziger Richter, und nimm meine Seele gnädig auf! Amen! - -- - Vater unser 2c. Gegrüßt 2c. V. Erbarme dich unser, o Jesu! R. Und sey uns gnädig! 11 3wölfte Station. of Jesus stirbt am Kreuze. si V. Wir beten dich an, o Herr Jesu Christe! R. Denn durch dein Leiden und deinen Tod hast du die Welt erlöset. msilcilestins Gebet. tanse i a Ach! bald hat Jesus, der Erlöser der Welt, seinen Lauf vollbracht! Er stirbt! Jesus stirbt in den entfeßlichsten Leiden! Schon drei Stunden lang hängt der sterbende Gottmenſch mit ausgespannten Armen blutend am Kreuze; Jesus stirbt!die Sonne verfinstert sich, die Erde bebt, die ganze Natur ist in stiller Trauer; Jesus stirbt, und jeder Seufzer des sterbenden Herzens Jesu ruft uns zu:„ Ach, sehet! ob ein Schmerz sey gleich meinem Schmerz!"- Nun neigt an Kommunion- Tagen. sich das göttliche Haupt, seine Wangen und Lefzen werden blaß, die Augen schließen sich.- Noch einmal richtet Jesus sein blutendes Angesicht in die Höhe; er öffnet den blaffen Mund; er ruft mit lauter Stimme:„ Es ist vollbracht!" -D ewiger Gott! Jesus ist verschieden; die Seele Jesu ist entflohen; Alles ist vollbracht; das Leben und Leiden Jesu ist vollbracht, und durch diesen Tod auch die Erlösung des ganzen Menschengeschlechtes. Auch ich gehöre zu den Erlöseten; auch für mich hat der Sohn Gottes gelitten; auch für mich ist er dieses schmerzlichen Todes gestorben. An seinem Kreuze lese ich den zerrissenen Schuldbrief meiner ewigen Verdammniß. - Ich bin erlöset, ich bin begnadiget, ich bin ein Liebling Gottes, ich bin geheiliget durch den Tod Jesu, ich bin geheiliget durch die Taufe im Namen Jesu,- ich bin geheiliget durch den heiligen Geist in der Firmung, und durch das heilige Bußsakrament. Ja! ich bin auch geheiliget durch den heiligen Leib Jesu, den ich heute in der heiligen Hostie empfangen habe. O mich Glückseligen! durch den Tod Jesu ewig Glückseligen! So oft ich nun künftig einer heiligen Messe beiwohne, so oft ich den heiligen Leib Jesu empfange, so oft ich das Bild des gekreuzigten Jesus nur ansehe, will ich in meinem Herzen mit Andacht sprechen: Gelobt, gebenedeit und angebetet sey Jesus Christus, der für uns am Kreuze gestorben ist! Amen! 11 — - Vater unser 2c. Gelobt ic. V. Erbarme dich unser, o Jesu! R. Und sey uns gnädig! 539 Dreizehnte Station. Jesus wird vom Kreuze abgenommen. V. Wir beten dich an, o Herr Jesu Christe! R. Denn durch dein Leiden und deinen Tod hast du die Welt erlöset. Gebet. 4516135.11940 D mein gekreuzigter Heiland! du hast nun ausgelitten, Besondere Kreuzweg- Andacht vergoffen dein heiligstes Blut bis auf den letzten Tropfen,- und dein heiligster Leichnam hängt nun entseelt am Kreuze. Die Rachgierde der Juden ist durch deinen Tod gesättiget; fie kehren triumphirend nach Jerusalem zurück. Nur die trauernde, todschwache Mutter harrt noch weinend unter dem Kreuze. Ich stelle mich im Geiste neben die leidende, verlaffene Mutter, bitte und rufe:„ O göttlicher, o heiligster Leib Jesu! du haft heute lebendig auf meiner Zunge gelegen; du bist aus Liebe in mein Herz eingegangen; o bleib' doch ewig bei mir!" Nun kommt Joseph von Arimathea, ein reicher, aber frommer Mann; ihm hat Pilatus den entseelten Leib Jesu ge schenkt, und er selbst macht ihn vom Kreuze los. O mein am Kreuze hangender Jesu! ich will thun, was dieser Joseph that. Deinen Leichnam, o Gottheiland! kann ich wohl nicht vom Kreuze abnehmen; aber du hast gesagt:„ Was ihr den Ar men thuet, das habet ihr mir gethan." Wohlan denn! Noth, Armuth, Elend ist ein großes Kreuz; und an diesem hängt der Arme. Wenn ich ihn nun nach meinen Kräften unterstüße, so löse ich ihn von seinem Kreuze los, mit hin auch dich, meinen Erlöser.Ich fasse nun den Entschluß, künftig in Buße zu leben, und nach Kräften den Armen bei zustehen, damit auch ich einstens hören möge, was der Engel zum Kornelius sagte:„ Dein Gebet und Almosen if vor Gott gekommen; er hat dich erhört." Amen! Vater unser 2c. Gegrüßt 2c. 540 V. Erbarme dich unser, o Jesu! R. Und sey uns gnädig! Vierzehnte Station. Der Leib Jesu wird in das Grab gelegt. V. Wir beten dich an, o Herr Jesu Christe! R. Denn durch dein Leiden und deinen Tod hast du die Welt erlöset. T $ . 9 1 I 1 S 1 1 an Kommunion- Tagen. Gebet. O Herr Jesu Christe, für uns am Kreuze gestorben! ich sehe mit gerührtem Herzen, wie Joseph und Nikodemus deinen entseelten heiligen Leib vom Kreuze abnehmen, und deiner trauernden Mutter in den Schooß legen.- heiligster Leib meines Erlösers! ich falle andächtig vor dir nieder, und küsse deine heiligen Wundmale, die glorreichen Zeichen meiner Erlösung, die du bei dem allgemeinen Gerichte uns vor Augen stellen wirst. O mein Jesu! dein Tod war, wie dein Leben, eine lautere Liebe. Sterbend hast du zum Vater gebeten, daß er Jenen verzeihe, die dich freuzigten. Allerhöchste Barmherzigkeit! du haft für die Sünder gebeten in eben dem Augenblicke, da sie die Sünde an dir vollbrachten. O barmherzigster Jesu! verzeihe auch mir so, wie du dem Schächer, der an deiner Seite starb, verziehen haft! afted in - 7 Heilige Maria, du arme und verlassene Wittwe! mir ist, als höre ich dich mit jammernder Stimme rufen: Kommet her, ihr Sünder! zu den Füßen Jesu; sehet hier das blutende Gotteslamm, durch eure Sünden geschlachtet! Kommet her, ihr Wollüstlinge! betrachtet die tiefen Wunden, die eure Unkeuschheit dem keuschesten Jesus geschlagen hat!- Kommet her, ihr Geizigen, die ihr im Ueberflusse schwelget! sehet hier den armen Jesus nackt und entblößt, bis der fromme Joseph ihm aus Mitleiden Leinwand zum Einwickeln, und ein Grab zur Begräbniß schenkt!" Göttliche Mutter! ich bei der heiligen Kommunion Jesum mit Leib und mein Herz gelegt; o, daß es doch so rein wäre, wie das neue Grab Josephs! daß doch nie eine Sünde darin gelegen hätte! - Liebster Jesu! ich umfasse deinen heiligsten Leib; ich küsse unter Thränen der Neue dein heiligstes Herz, und bitte um Verzeihung meiner Sünden, um Gnade und Barmherzigkeit. Amen! Vater unser 2c. Gegrüßt zc. y ha cele in habe heute Seele in - 541 - V. Erbarme dich unser, o Herr Jesu Christe! R. Und sey uns gnädig! Andachts- Uebungen ver dem allerh. Altarssakramente Aufopferung. Allmächtiger, barmherziger Gott und Vater! ich danke dir im Namen Jesu für die große Gnade, die du mir heute ver liehen hast. Ich bin aber dieser Gnade ganz unwürdig, und erkenne darin deine unermeßliche Liebe gegen Alle, die zu dit kommen, und dich um Gnade bitten. O gnadenvoller Gott! dein göttlicher Sohn ist am Kreuze des schmerzlichsten Todes gestorben, mich vom ewigen Tode zu erlösen. Er hat heute in allen heiligen Messen dieses große Opfer auf eine unblutige Weise wieder erneuert, und sogar im Uebermaaße seiner Liebe sich selbst mir zur Speise gegeben. Gott! da für danke ich dir, und bete dich an in Jesus, deinem Sohne, sammt dem heiligen Geiste. O du in dem heiligsten Saftamente gegenwärtiger Gott! ich glaube an dich, als an die ewige Wahrheit; ich hoffe auf dich, als auf die unendliche Barmherzigkeit! ich liebe dich von ganzem Herzen, als mein höchstes Gut. O mein Jesu, den ich heute in mein Herz empfangen habe! bleib' doch allezeit bei mir!- Dir, o Jesu! lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich todt und lebendig. Amen! 342 Sechster Abschnitt. Andachts- Uebungen vor dem allerheiligsten Altars: Sakramente in golden Fastnachtstagen. thi 458 mil Unterricht über die Fastnachtslustbarkeiten. „ Die Fische werden mit der Angel gefangen, und die Menschen zur böfen 3eit," sagt der weise Prediger.( Ecclef. 9, 12.) 3ur- Fastnachtszeit geht der Teufe! herum wie ein brük lender Löwe, und sucht, wen er verschlingen kann", spricht der heilige Apostel Petrus.( 1. Petrus 5, 8.) D I ! 2 in den Fastnachtstagen. odw19 543 Er setzt bei:„ Widerstehet ihm muthig im Glauben!" Wo find aber jene Muthigen, die ihm im Glauben widerstehen? Die göttliche Schrift sagt, daß zur Zeit des verstockten Königs Pharao drei Tage lang über ganz Aegypten eine erschreckliche Finsterniß geherrscht habe, eine Finsterniß, die man greifen konnte. Kann man nicht das Nämliche von den drei Fastnachtstagen sagen? Es heißt in Mitte des Christenthumes: Man muß sich in die Zeit schicken, und mit den Lustigen lustig seyn; die Fastnachtszeit kommt im Jahre nur Einmal, und da darf man schon etwas mehr thun!" Erschreckliche Finsterniß! Bleibt die Sünde und die Gefahr zur Sünde nicht jederzeit verboten? Hört zur Fastnachtszeit die Pflicht, christlich zu leben, schlechterdings auf? Ist da der Weg zum Himmel leichter? ist da der Weg in die Hölle nicht mehr offen? Es heißt: ,, Man darf doch zu öffentlichen Lustbarkeiten gehen, und thun, was andere ehrliche Leute thun, die auch in den Himmel wollen. Ich bin keine Klosterperson, die eingesperrt leben muß. Ich habe meinen Verstand, und weiß Acht zu geben, daß nichts Böses geschehe!" handgreifliche Finsternis! Es ist Gottes Wort: Wer die Gefahr liebt," Zusammenfünfte, wobei fast Alles zur Sünde hilft, „ der wird in der Gefahr zu Grunde gehen."( Eccli. 3, 27.)- Thun, was die Meisten. thun, heißt weiter nichts Anderes, als sich mit dem großen Haufen in's Verderben stürzen, von dem ein Jeder für ehrlich passiren, und gerne im Himmel fißen möchte. Du bist keine Klosterperson; aber- doch ein Christ; du nicht schon bei der heiligen Taufe unter die Fahne Jesu Christi ge= schworen, und allem Anhange dieser eitlen Welt abgesagt?- Sagen: Ich will schon Acht geben, daß nichts Böses geschehe, heißt mit offenen Augen einer verdeckten Fallgrube zulaufen, wo schon so viele Tausende Hals und Bein gebrochen, wo sie verloren haben, was sie in alle Ewigkeit nicht mehr finden werden. Fremdes Unglück soll dich witzig machen! Wollte Gott! hast - 11 Willst du zur Aufmunterung deines Körpers, damit er zum Dienste Gottes fertiger werde, eine Ergögung vornehmen, so mache dich luftig im Herrn, wie es sich für einen Christen geziemt; triff eine kluge Wahl in Hinsicht auf Ort, Zeit und Weise der Erlustigung! Geh' dorthin, wo Gottesfurcht und Ehrbarkeit in Verehrung bleiben! Mäßige beine Ergößung! zu lange, und in der Nacht sich lustig machen, geht über die Gränzen des christlichen Wohlstandes. Im Hause des Tobias - 544 Andachts- Uebungen vor dem allerh. Altarssakramente aß und trank man; die Gäste waren lustig; aber mit solcher Anständige keit und Gottesfurcht, daß der heilige Erzengel Raphael sich selbst wir digte, in Gestalt eines Fremdlings dabei zu erscheinen. Dieß sind christliche und rechtschaffene Lustbarkeiten, wo sich die Engel mit Ehren einsinden dürfen. Sezze dein Vergnügen in dem, daß du dem Herrn gefallest! Und er selbst wird ein Gefallen haben, die Begierden deines Her zens zu vergnügen. Habe gutes Gewissen, so hast du stete Freuden! Denn nichts ist über die Herzensfreude und ungestörte Gewissensruhe. Dem heiligen Augustin, welcher verkostet hat, was die Welt ihren Liebhabern geben kann, famen die Bußthränen bei den Füßen des Gefreuzig ten süßer vor, als alle Ergöglichkeiten der weltlichen Schaubühnen. O, wüßtest du doch, wie gut es ist, jenem liebsten Gott anhangen, von dem alles Gute herkommt, das immer den Menschen wahrhaft vergnü gen kann! Alles ist eitel, außer Gott lieben, und ihm allein dienen. Haft du dieses noch nie an dir erfahren?- - O, wage doch einen Versuch, und ergöße dich dieser Tage in Jesus, welcher die Freude des ganzen Himmels und die wahre Freude auf Erden ist! Nimm ganz und gar keinen Antheil an allen Lustbarkeiten dieser Tage, und suche noch eingezogener, frömmer und abgetödteter zu leben, als sonst jemals im Jahre! Mache es dir zum unverbrüchlichen Ge sese, bei allen Andachtsübungen, und besonders auch bei dem 40stündigen Gebete zu erscheinen, welches die Kirche Gattes als Brustwehre wider die Anfälle und Bemühungen des Teufels diese Tage hindurch angeordnet hat! Verdopple deine Andachten, bete länger, besuche öfter Jesus im allerheiligsten Altarssakramente, beichte, und geh' zum Tische des Herrn, und dieß Alles in der aufrichtigen Meinung, dadurch dem höchsten Gott jene Beleidigungen in etwas zu ersetzen, die ihm in diesen Tagen so häufig zugefügt werden! Bete ferner für die B.fehrung der Sünder, und opfere zu diesem Ende das Blut Jesu Christi dem himmlischen Vater auf! Dadurch wirst du viel vermögen. Thu dir auch im Essen und Trinken einen kleinen Abbruch; wenigstens bezähme deine Sinne, beson ders die Augen, Ohren und Zunge! Sage oft: O mein Jesu! dir zu Lieb' will ich dieses oder jenes nicht sehen, hören, reden!" Auch mit flei nen Ueberwindungen wirst du zu dieser Zeit den großen Gott gewinnen. Zur Fastnachtszeit kann man gleichsam am Leichtesten zum Gnadenthrone gelangen, weil der Weg dahin zu dieser Zeit merklich leer ist, indem fast Alles der Eitelkeit nachlauft.& s hat Seelen gegeben, die in diesen Tagen von Gott erhalten haben, was sie zu feiner andern Zeit erhalten Suche endlich, so viel möglich, auch Andere dahin zu bringen, daß sie diese Tage hindurch sich eben so verhalten! fonnten. - - - in den Fastnachtstagen. ichadult 545 Du trifft in diesem Buche mancherlei Andachtsübungen an, die du in diesen Tagen vornehmen kannst, z. B., die Vesper, die Tagzeiten, den Rosenkranz, die Litanei, den Kreuzweg, das Lobgebet 2c. Ganz besonders dienen folgende Andachten, als: stas Andacht vor dem allerheiligsten Altarssakramente Til sid in den Fastnachtstagen. Indojnych) O großer Gott in den kleinen Brodesgestalten! an dich glaube ich, und in tiefster Ehrfurcht bete ich mit den Engeln, welche dein Heiligthum umgeben, deine unendliche Majeſtät an, im Namen Aller, die dich in diesen Tagen weder erkennen noch anbeten. Herr! wie böse sind diese Tage, wo dein D Volk, ein Volk, das du doch in deine Hände geschrieben, und um einen so hohen Preis erkauft hast, Deiner unzählige Male vergißt! Es liebt Dinge, wodurch es eben so abscheulich wird, wie sie selbst sind. O blinde, thörichte Menschen! fie lieben die Finsterniß mehr, als das Licht; sie verlassen den Brunnen des lebendigen Wassers, und graben sich durchlöcherte Wasserbehälter auf dem Wege nach Aegypten; sie ziehen die Welt und das Vergängliche dem Himmel und dem Ewigen vor. Aber ihre eigene Bosheit wird sie züchtigen; denn sie sollen und werden durch die Erfahrung lernen, wie böse und bitter es ist, Gott, seinen Herrn, verlassen zu haben, von dem man allein sein Heil hat.- Log bad all and just O Fastnachtstage! o unglückselige Tage! wie Viele werden euch einstens ewig verfluchen und verwünschen! O! die thörichten Menschenkinder machen sich in diesen Tagen lustig, und darauf steigen sie im Augenblicke zur Hölle hinunter! - - -- O Süßigkeit meiner Seele! liebender und liebenswürdigster Jesus! aller Lieben Liebwerthester, aber auch aller Betrübten und Verlassenen Betrübtester und Verlassenster! O daß ich mit Verwendung aller meiner Kräfte alle Unbilden, Beleidigungen und Entehrungen deiner göttlichen Majestät aller Orten verhindern, mit Vorzeigung deines Marterbildnisses Alle von 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe sc. 35 546 Andachts- Uebungen vor dem allerh. Altarssakramente allen Sünden abschrecken, und Aller Herzen zu Gott, ihrem Herrn, bekehren könnte, wie gerne würde ich es thun! Wahrhaftig! ich trage das größte Leidwesen, und immer währender Schmerz beklemmt mein Herz, daß diese Fastnachts zeit hindurch sittlicherweise Alles das wieder vollbracht wird, was durch die Propheten und im Evangelium von dir, o Men schensohn! geschrieben steht, nämlich: daß du den neuen Hei den, deinen eigenen Christen, unter denen oft Lafter verübt werden, die nicht einmal unter den Heiden herrschen und gehört werden, überantwortet, verspottet, gegeißelt und verspieen, und endlich in den Herzen der Gottlosen auf's Neue gekrenziget werden wirst.id da stöd sir I me dmschmählich verachteter Gottmensch! sieh! hier liege ic auf meinen Knieen, und bitte dir alle Unbilden ab, die dir an diesen Tagen von den Menschenkindern angethan werden. Ic bete dich an, liebe, lobe, preise und erhöhe dich über Alles, mein Gott und Alles! und dieß nicht nur in meinem Namen, sondern auch im Namen Aller, die es nicht thun, sondern dich beleidigen. O, möchten doch diese Unglückseligen klüger wer den, um dem Unheile zu entgehen, das ihnen bevorsteht!- un Ewiger Liebhaber der Menschen! erbarme dich über diese Armseligen, für die du gelitten hast, und rufe aus diesem Lie bessakramente zu deinem himmlischen Vater, was du einstens auf dem Altare des Kreuzes gerufen haft:„ Vater! verzeih ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie thun." Ach! strafe sie nicht in deinem Zorne! laß deine unendliche Güte den rächenden Arm einhalten, damit du nicht verlierest, was du so unermüdet gesucht hast! Schenke sie deinem gött lichen Vaterherzen, das am Kreuze für sie mit einer Lang durchbohrt worden ist! Schenke sie der Fürbitte deiner Mutter, die sie neben dem Kreuze mit so vielen Schmerzen zu ihren Kindern geboren hat, und eine Zuflucht der Sünder geworden ist! Schenke sie ihren heiligen Schußengeln, denen du sie zu Obsorge anvertraut haft, und die sich mit dem ganzen Himmel Ď, Als man dich kreuzigte, da entstunden Finsternisse über die ganze Erde. Auch in diesen Tagen, wo man dich, o mein Jesu! im Herzen auf's Neue kreuziget, entstehen Finsternisse, erschreckliche Finsternisse auf dem ganzen Erdboden.- O btwahres und ewiges Licht, in welchem keine Finsterniſse sind! laß nicht zu, daß in uns Finsternisse seyen! Mache durch deine Gnade, daß wir erkennen, wie einzig gut es ist, Gott, dem höchsten Gute, anhangen, und jener beseligenden Herzensfreude nachtrachten, die in einem ganz ruhigen Gewissen zu finden, und über alle Freuden der eitlen Welt ist! ( dass Disor 1: le ₁ 11 f 1, f 18 in den Fastnachtstagen. sihada. über ihre Bekehrung erfreuen werden!- O Jesu! höre und erhöre mich, und erbarme dich über Jene, die sich über sich selbst nicht erbarmen, weil sie in den Finsternissen sigen! e 3₁ 11 1 It 547 O wie glückselig ist das Leben, org Wenn man sich Gott hat ganz ergeben, ind OND Und sagen kann: Mein Herr! mein Gott! mein höchstes Gut! Dein ist mein Leib, dein ist mein Herz, dein ist mein ist mein Leib, dein ist mein 2 Blut! Andacht vor dem allerheiligsten Altarssakramente in den Fastnachtstagen, wie solche von der heiligen Gertraud geübt worden ist. Vater unser 2c. himmlischer Vater! zum Ersaße aller irdischen und fleischlichen Beluftigungen und verderbten Neigungen, womit jetzt ein menschliches Herz bestrickt wird, opfere ich dir jede Uebung des heiligsten Herzens deines Sohnes auf, womit er auf Erden für das Heil des menschlichen Geschlechtes im Lobe, in Danksagung, in Widerwärtigkeit, in einer Handlung oder göttlichen Unternehmung, in Begierde und Liebe ermüdet worden ist, so lange er auf Erden gesehen wurde. Vater unser 2c. O ewiger Vater! zum Ersaße für alle Sünden, die in der ganzen Kirche theils durch Gefräßigkeit und Trunkenheit, theils durch Plauderei oder Vervielfältigung schädlicher und 35* 548 Andachts Uebungen 2c. in den Fastnachtstagen. unnüßer Worte begangen werden, opfere ich dir die Uebung des unschuldigsten Mundes deines Sohnes auf, die er in de Enthaltsamkeit und Mäßigung der Speise sowohl als de Worte, wie auch in dem unaufhörlichen Predigen und Beten, womit er das Heil der Menschen wirkte, vorgenommen hat. Vater unser 2c. mpad O gütigster Vater! zum Ersaße für alle Sünden, welche die Welt in diesen bösen Tagen durch was immer für ein Bewegung der Glieder, oder auf eine andere Weise begeht, opfere ich dir alle und jede Uebung des heiligsten Leibes deine Sohnes auf, sammt allen Regungen aller seiner Glieder, und zugleich die ganze Reihe seines heiligsten Wandelsnebst aller Bitterkeit seines unschuldigsten Leidens und Todes, welches er mit so großer Liebe des menschlichen Geschlechtes ausgestanden hat. - Andächtige Seufzer den Tag hindurch. Wenn ihr heute seine Stimme höret, so verhärtet dod eure Herzen nicht!"( Psalm 99, 8.) „ Rede, o Herr! denn dein Diener hört."( 1. Kön. 3, 10.) „ Du wirst mich rufen, und ich werde dir antworten. ( Job. 14, 15.) Ich will mich aufmachen, und zu meinem Vater gehen. ( Lukas 15, 18.) Herr! zeige mir deine Wege, und lehre mich deine Fuß steige!"( Psalm 24, 4.) RONDO et et 1₁ 1 4₁ Andachts Uebungen während d. achttåg. Frohnleichnams- Feierlichkeit. 549 Siebenter Abschnitt. Andachts- Uebungen Cha während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. - Unterricht über die Frohnleichnams- Feierlichkeit. Das allerheiligste Altarssakrament ist am grünen Donnerstage beim legten Abendmahle eingesetzt worden. Die Kirche pflegt noch stets am nämlichen Tag das Andenken davon zu feiern. Weil sie aber dazumal gänzlich mit dem Leiden ihres Heilandes beschäftiget ist, und die verschiedenen Ceremonien, womit dieser ganze Tag zugebracht wird, ihr nicht ge= statten, alle Merkmale der Freude und Erkenntlichkeit an den Tag zu legen, welche die Größe einer solchen Gutthat erfordert, so hat Papst Urban IV. im Jahre 1264 verordnet, daß jährlich am Donnerstag nach der Pfingst- Octav das Fest des allerheiligsten Altarssakramentes in der ganzen katholischen Christenheit feierlich sollte begangen werden. Nicht lange nach Einsetzung dieses Festes führte die Andacht des Volkes in einigen einzelnen Kirchen den Gebrauch ein, an diesem Tage den heiligen Leib Jesu Christi in feierlicher Procession herum zu tragen. Dieser Gebrauch ging nachmals in mehrere Kirchen über, und auch der heilige Kirchenrath von Trient hat nicht nur dieses Fest bestätiget, sondern auch gut geheißen und verordnet, daß das allerheiligste Altarssakrament an diesem Tage mit religiöser Pracht über die öffentlichen Gassen und Straßen herumgetragen werde. Und wozu? Um den Triumph der Wahrheit über Lüge und Keßerei zu feiern, um die Feinde dieses heiligsten Sakramentes zu beschämen und eines Bessern zu belehren,— um unsern Glauben an dieses Geheimniß öffentlich zu bezeugen, um Jesu Christo der vielen Mißhandlungen wegen, denen er in diesem Liebessakramente nicht nur von Ungläubigen und Keßern, sondern selbst von seinen Gläubigen ausgesetzt ist, feierlich abzubitten, um uns endlich Gefinnungen der Ehrfurcht, Liebe, Dankbarkeit und Andacht einzuflößen. O, so finde dich denn, mein Christ! nicht nur bei dieser öffentlichen Procession, sondern auch die ganze Octav hindurch bei den übrigen vorund nachmittägigen Feierlichkeiten und Andachten mit möglichster Ginge= zogenheit und Andacht ein! Falle Jefu zu Füßen, und bitte eifrig sowohl für deine, als auch für die allgemeinen Angelegenheiten! Empfange das heilige Abendmahl diese acht Tage hindurch mit bester Vorbereitung! - pigme - 550-istis Andachts Uebungen Wohne täglich der heiligen Messe mit möglichster Geistessammlung bei! Besuche täglich öfter Jesum im allerheiligsten Altarssakramente! Bete die Tagzeiten, oder den Rosenkranz von diesem heiligsten Geheimnisse, u. s. w.! Ganz besonders laß dir hierbei auch auch nachfolgende Andachten empfohlen seyn! Vorabend des heiligen Frohnleichnams- Festes. Meinung. dit hi Ich armer, fündiger Mensch werfe mich vor deiner unendlichen Majestät, o Jesu! auf mein Angesicht nieder, in de Meinung, diese Gnadentage hindurch mit allen deinen Ge schöpfen in tiefster Ehrfurcht dich anzubeten, zu loben, zu preisen, dir für alle Gutthaten, besonders aber für die Einsegung dieses allerheiligsten Sakramentes vom Grunde meines Herzens zu danken, dir alle meine Anliegen vorzutragen, meiner Sünden, und vorzüglich derjenigen wegen, die ich wider dieses allerheiligste Sakrament begangen habe, demüthigste Abbitte zu thun,— deinen heiligsten Namen über mich anzurufen, und in Kraft dieses heiligsten Namens für mich sowohl als für Andere alle nöthigen Gnaden, besonders aber diese und diese N. N., zu erflehen. dun his fnd im ne dimen - - Roma : Vorbereitung. Und 16 St mit dieß Alles soll geschehen in Vereinigung mit jener Liebe, mit der du, o mein Erlöser! die göttliche Majestät durch dein Gebet schon im Mutterleibe, und nachmals am Delberge unter blutigen Thränen unendlich erfreuet und aufs Würdigste verherrlichet hast; ferner, in Vereinigung den unaussprechlichen Seufzern des heiligen Geistes, der für uns bittet, und mit aller jener Andacht, die je vor dieſem aller heiligsten Sakramente entrichtet worden ist, wirklich in der ganzen katholischen Christenheit entrichtet wird, und bis zum Ende der Welt entrichtet werden wird. - - —— - Bewunderung, Verdemüthigung und Reue. Aber woher kommt mir dieß, daß ich, der ich mu Staub und Asche bin, mit dir, meinem Herrn und Gott, reden ₁ # I # I 3 I D I C während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. darf? darf?. Ach! ich versenke mich in den Abgrund meines Nichts, und mit zerknirschtem Herzen rufe ich zu dir um Verzeihung aller meiner Sünden, die mich aus Liebe zu dir, o Gott, mein höchstes Gut! über Alles reuen. Der du mich erschaffen und erlöset hast! erbarme dich meiner!#d - 551 Bitte zu Gott. id id tig an500 O mein Gott! erhöre mich, und verwirf mein Gebet nicht! Gieße, o Herr! den Geist der Gnade und des Gebetes über mich aus! Komm, heiliger Geist! lehre mich beten! Bitte zu Maria und den Engeln. Dheilige Jungfrau! steh' auch du mir bei, und rede Gutes für mich vor dem Angesichte des Herrn! Und du, mein heiliger Schußengel! opfere mein Gebet auf!- Ihr himmlischen Geister insgesammt, die ihr meinen Jesus in seinem Sakramente anbetet! nehmet Theil an meiner Andacht, und helfet mir den Namen des Herrn lobpreisen! - - Gebet zum heiligen Segen. Gott erbarme sich über unsere Armseligkeiten, und gieße seinen Segen über uns aus! Er wolle sein gnädiges Angesicht über uns arme Menschen hell leuchten, und uns die Wirfungen seiner Barmherzigkeit angedeihen lassen! Gott gebe uns+ den Segen! es segne uns+ unser Gott! es segne uns #der allmächtige und barmherzige Gott, und dieser Segen bleibe allezeit über uns! Amen! Vesper Andacht. Ima Sieh: Fünfter Abschnitt. Vesper- Andacht; S.485. Beim leßten heiligen Segen: das obige Gebet zum heiligen Segen; S.551. mne aand Der heilige Frohnleichnams: Tag. Vorbereitung. Wie oben am Vorabende; S.550. Gebet zum heiligen Segen. Wie oben am Vorabende; S. 551. bilrsing Andachts- Uebungen Meß Andacht. Sieh: Neunte Meß- Andacht; Seite 190. id it dai, ju mme motorining tim u i Beim heil. Segen nach der heil. Messe, wie ebenvorhin.") 552 davrdour Frohnleichnams- Procession.n Man gibt hier diese Andacht so, wie sie in der Kirche Gottes wirklich von ihren Priestern abgehalten wird. Zugleich werden zweckmäßige Gedanken und Anmuthungen beigesetzt. Wähle, was dich am Meiſten anspricht, o oder lies die kirchlichen Gebetsformeln meinerwegen auch schon im Voraus, damit du weißt, was da vorgeht, und beschäftige dich dann bei jedem Evangelium mit den beigefügten Gedanken und Anmuthungen! Auch kannst du die kirchliche Andacht am heiligen Frohnleichnamsfeste selbst, und die Gedanken und Anmuthungen bei der zweiten Procession während oder in der Octav gebrauchen. Nach dem feierlichen Hochamte nimmt der Priester das hochwürdigste Gut vom Altare, wendet sich mit demselben gegen das Volk, und stimmt folgenden Hymnus an, welcher während des Zuges bis zum ersten Evangelium von dem Chore der Sänger gefungen wird: and Pange Lingua gloriosi etc. sisi Sing', mein Mund! 2c. wie Seite 491. spai soniding Erstes Evangelium. Der Priester betet im Stillen vor diesem und vor jedem Evangelium: 5dap Allmächtiger Gott! reinige mein Herz und meine Lippen! Wie du einst die Lippen des Propheten Isaias mit einer glühenden Kohle gereiniget hast, so würdige dich, auch mich durch deine liebenswürdige Erbarmung zu reinigen, daß ich dein heiliges Evangelium würdig verkünden möge! Herr! gib deinen Segen! Der Herr sey in meinem Herzen und auf meinen Lippen, daß ich würdig und geziemender Weise sein Evangelium verkünde! Priester. Der Herr sey mit euch! Volf. Und mit deinem Geiſte! Priester. Der Anfang des heiligen Evangeliums nach Matthäus. 30*) Diese sämmtlichen vormittägigen Andachten werden die ganze Octav hindurch vorgenommen. 162 onsdo isdro 110 während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. 553 Volk. Ehre sey dir, o Herr! Priester. Das Stammbuch Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams. Abraham zeugte den Isaak. Isaak zeugte den Jakob. Jakob aber zeugte den Judas und seine Brüder. Judas aber zeugte den Phares und Zaram von der Thamar. Phares aber zeugte den Esron. Efron aber zeugte den Aram. Aram aber zeugte den Aminadab. Aminadab aber zeugte den Naasson. Naasson aber zeugte den Salmon. Salmon aber zeugte den Booz von der Rahab. Booz aber zeugte den Obed von der Ruth. Obed aber zeugte den Jeffe. Jesse aber zeugte den David, den König. Der König David aber zeugte den Salomon aus der, die des Urias gewesen war. Salomon aber jeugte den Roboam. Roboam aber zeugte den Abias. Abias aber zeugte den Asa. Asa aber zeugte den Josaphat. Josaphat aber zeugte den Joram. Joram aber zeugte den Ozias. Ozias aber zeugte den Joatham. Joatham aber zeugte den Achaz. Achaz aber zeugte den Ezechias. Ezechias aber zeugte den Manasses. Manasses aber zeugte den Amon. Amon aber zeugte den Josias. Jostas aber zeugte den Jechonias und seine Brüder in der Zeit der babylonischen Wanderschaft. Und nach der babylonischen Wanderschaft zeugte Jechonias den Salathiel. Salathiel aber zeugte den Zorobabel. Zorobabel aber zeugte den Abiud. Abiud aber zeugte den Eliakim. Eliakim aber zeugte den Azor. Azor aber zeugte den Sadok. Sadok aber zeugte den Achim. Achim aber zeugte den Eliud. Eliud aber zeugte den Eleazar. Eleazar aber zeugte den Mathan. Mathan aber zeugte den Jakob. Jakob aber zeugte den Joseph, den Mann Mariä, von welcher Jesus geboren wurde, der da Christus genannt wird. O Herr! dein Evangelium Schaff uns zu neuen Menschen um! imbomb Priester. Durch diese Worte des heiligen Evangeliums und durch die Verdienste und Fürbitte des heiligen Apostels und Evangelisten Matthäus verzeihe uns der Herr alle unsere Sünden und Vergehungen! 5354 tisibilis Andachts- Uebungen and onsdów Volk. Amen! Priester. Himmelbrod hast du ihnen verliehen; Alleluja! Inn Volk. Das alle Annehmlichkeit in sich enthält; Alleluja! du Priester. Laffet uns beten: deln med siping 10 2 me Gott! du hast uns das wunderbare Altarsgeheimnis als Denkmal deines Leidens hinterlassen. Wir bitten dich, las uns die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so ver ehren, daß wir die Frucht deiner Erlösung fortwährend in uns empfinden mögen, der du lebest und herrschest von Ewigkeit zu Ewigkeit! die Volk. Amen! por Priester. Vor Bliß und Ungewitter; mnd Volk. Bewahre uns, Herr Jesu Christe! Priester. Herr! deine Barmherzigkeit walte über uns! Volk. Wie wir hoffen auf dich. @m ad Priester. Herr! erhöre mein Gebet! ani Bolt. Und laß mein Rufen zu dir kommen! nomPriester. Der Herr sey mit euch!! och Volf. Und mit deinem Geiste! sigus od Priester. Lasset uns beten: Wir bitten dich, o Herr! entferne von deinem Hause alle Bosheit der Geister, und laß die schädlichen Ungewitter am Himmel vorübergehen, durch Jesus Christus, unsern Herrn! mad atp sd stpung sdn Volk. Amen! sig Priester. Der Segen des allmächtigen Gottes,+ des Vaters, und des Sohnes, und des heil. Geistes, schwebe über euch und über die Früchte der Erde nieder, und bleibe immer bei euch! blog mog pho To bhole nie and in a sitnilo Volk. Amen! monop sibo marades nd nd adm id! mà a Zweckmäßige Gedanken und Anmuthungen zum bispo beliebigen Gebrauche. als Jesu, du Sohn Davids, du Sohn Abrahams! ich bete dich in deinem Sakramente in tiefster Ehrfurcht und De Insprudspist anu mani ! 3 I während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. muth an. D, könnte ich dich mit der nämlichen Inbrunst anbeten, lieben und verehren, wie dich die frommen Patriarchen angebetet, geliebt und verehrt haben, da du noch im Schooße deines Vaters geruht haft! pail schild) sid and din Ich glaube fest und ungezweifelt, daß du der Herr, mein Heiland bist, welchen Israel erwartet, und welcher seine unendliche Majestät mit wundervoller Liebe unter die Gestalten des Brodes verborgen hat, du, der Starke Jakobs! 411ns didy O menschgewordener Gott! du haft mit uns nach deiner Liebe und Barmherzigkeit gethan. Darum will ich dich hoch rühmen, und deinen Namen lobpreisen. Du bist in diese Welt gekommen, dein Volk zu trösten, und dich über deine Armen zu erbarmen. Darum vereinige ich mich mit der Schaar der heiligen Patriarchen, und benedeie dich. O Hoffnung Israels! liebender und geliebtester Jesus! auf dich, den starken Gott, setzt mein Herz ewig all sein Vertrauen. Ich gedenke deiner Barmherzigkeit.-Du hast mich mit Wein und Getreide versorgt. Ich habe dein Fleisch und Blut als Pfand deiner Liebe.- Solltest du mich fragen: Mein Sohn! was soll ich dir noch ferner thun? ach! so rufe ich nur noch: Vater! hast du denn nur Einen Segen? D, segne mich doch auch, wie du so Viele aus deinem heiligen Sakramente an Leib und Seele gesegnet hast! Segne mich), ich bitte dich, und gieße, o gütigster Gott! deinen Segen zugleich über dein Volk aus! - 555 Bei dem heiligen Segen. O Maria, von welcher Jesus geboren worden ist, der da Christus genannt wird! segne uns mit deinem Sohne! erhalte uns den großen Segen, welchen damals der himmlische Vater dir und der ganzen menschlichen Natur gegeben hat, da Jesus für das Heil der Welt aus dir hervorgegangen ist! O mein Heiland! ich bitte dich durch deine geheimnisvolle Geburt aus Maria, der Jungfrau, gieße deinen Segen aus über mein Herz über 1 - 556 Andachts- Uebungen he addedhor meine Seele und meinen Leib, auf daß er mich vor allen Feinden bewahre! Ich bitte dich aber auch, wie deine Kirche bittet: Entferne von deinem Hause alle Bosheit der Geister, und laß die schädlichen Ungewitter am Himmel vorübergehen! Der Segen des allmächtigen Gottes,+ des Vaters, des Sohnes, und des heiligen Geistes, schwebe über euch und die Früchte der Erde nieder, und bleibe immer bei euch! Amen! 11 Denkspruch: Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott in ihm."( 1. Joh. 4, 16.) O mein Jesu! wie reich bin ich, wenn ich dich besitze! Hingegen wie arm bin ich, wenn ich zwar alles Uebrige, aber dich nicht besize! opinione mu Während des Zuges zum zweiten Evangelium wird gesungen der Hymnus: Sacris solemniis juncta sint gaudia elc. Erfreue dich, mein Herz! an dieser Festlichkeit! mde be Und sey mit Hochgefühl zu Lob und Dank bereit! Gesinnung, That, Gebet und Alles werde neu! Das Alte weicht, und ist vorbei. hi o Begeh' das Abendmahl der leßten Abſchiedsnacht, Wo, Lamm und Osterbrod, aus Gottes Wundermacht, Sich Christus Brüdern gab, wie dieß der alte Bund try Car Den Vätern bildlich zugestund! de stiid Oud Holl stisd 1500 Wir glauben: Christi Leib, den nach dem Bundeslamm Der Jünger Jeglicher aus seiner Hand bekam, tedag enné War so für Jeden ganz, wie er für Alle war; tim 115 mu So ist er's noch auf dem Altar.mid 5d alomed wchber Durch Speise seines Leib's gab er den Schwachen Muth; Den Tranernden zum Trost' reicht er im Kelch' sein Blut; Voll Rührung sprach er nun: Hier nehmet hin mit Dank, 19 Und trinket Alle diesen Trank!" said sisipasigasi. während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. 1557 i dus So setzte Jesus ein- das höchste Sakrament, Das Opfer des Altars; und Priester sind ernennt; Von diesen wird es nur seit der Apostelzeit Für Andre und für sich geweiht. On Das Engelbrod kommt hier den Menschen zum Genuß'; Hier macht das Himmelbrod den Bildern den Beschluß.r Erhabnes Wunderding! Hier speist den Herrn mit Recht Der Büßer, Arme und der Knecht. Dreifaltigkeit in Eins! erhöre unser Fleh'n! Such' uns barmherzig heim, da wir dieß Fest begeh'n! Führ' uns auf deinem Pfad' zum Lichte, wo du thronst, Und deine Gläubigen belohnst! to mindoro ng a da bod find#d! eli mi 3weites Evangelium.nisd lotus& Priester. Der Herr sey mit euch! da gilid old b Volf. Und mit deinem Geiste! usid sign and, morda Priester. Der Anfang des heiligen Evangeliums nach Markus. Volk. Ehre sey dir, o Herr! 08 118 Priester. Der Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes, wie bei dem Propheten Isaias geschrieben steht: Sich! ich sende meinen Engel vor deinem Augesichte her, der deinen Weg vor dir bereiten wird. Die Stimme eines Rufenden erschallt in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, und machet gerade seine Steige! Johannes war in der Wüste, taufte und predigte die Bußtaufe zur Nachlassung der Sünden. Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems gingen zu ihm hinaus, und wurden von ihm im Flusse Jordan getauft, und bekannten ihre Sünden. Johannes aber war mit Kameelhaaren bekleidet, trug einen ledernen Gürtel um seine Lenden, und aß Heuschrecken und wilden Honig. Er predigte, und sprach: Es kommt einer nach mir, der stärker ist, als ich; und ich bin nicht würdig, mich vor ihm niederzuwerfen, und ihm die Riemen an seinen Schuhen aufzulösen. Ich habe 558 istilismo Andachts- Uebungen band duvidiat euch mit Wasser getauft; er aber wird euch mit dem heiligen Geiste taufen. da mihi dell O Herr! dein Evangelium di Schaff' uns zu neuen Menschen um! Priester. Durch diese Worte des heiligen Evangeliums, und durch die Verdienste und Fürbitte des heiligen Evangelisten Markus verzeihe uns der Herr alle unsere Sünden und Vergehungen! 15@ Volk. Amen! Hiribi Priester. Himmelbrod hast du ihnen verliehen; Alleluja! Volk. Das alle Annehmlichkeit in sich enthält; Alleluja! Priester. Lasset uns beten: O Gott! du hast das wunderbare Altarsgeheimniß als Denkmal deines Leidens hinterlassen. Wir bitten dich, laß uns die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so verehren, daß wir die Frucht deiner Erlösung fortwährend in uns empfinden mögen, der du lebest und herrschest von Ewigkeit zu Ewigkeit! Volk. Amen! 3160 id Priester. Vor Pest, Hunger und Krieg; di Volt. Bewahre uns, Herr Jesu Christe! ndod Priester. Herr! deine Barmherzigkeit walte über uns! ini Volk. Wie wir hoffen auf dich. Priester. Herr! erhöre mein Gebet! offie Volk. Und laß mein Rufen zu dir kommen! di Priester. Der Herr sey mit euch! idsgidse dau sijusi Volk. Und mit deinem Geiste! modul Priester. Lasset uns beten: de doonid Allmächtiger Gott! segne diesen Ort, und laß in demselben herrschen Gesundheit, Keuschheit, Sieg, Starkmuth, Demuth, Güte und Sanftmuth, Erfüllung des Gesetzes, und Dankbarkeit gegen dich, Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist! Dieser Segen verbleibe an diesem Orte und bei seinen Bewohnern jetzt und in den spätesten Zeiten! is al ll - während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. 559 Volk. Amen! andsting and Ald, wd ansd Priester. Der Segen des allmächtigen Gottes,+ des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes, schwebe über euch und über die Früchte der Erde nieder, und bleibe immer bei euch! oll Volk. Amen! glisse anivonil Zweckmäßige Gedanken und Anmuthungen zum al dan beliebigen Gebrauche.! ng abil Jesu Christe, du Sohn Gottes! ich werfe mich vor dir auf mein Angesicht nieder, und nicht werth, deine Schuhriemen aufzulösen, rufe ich eines Rufens aus meinem Nichts: Erbarme dich meiner! Heilige mich, o Heiland der Welt! Sieh! du haft deinen Engel, eine Stimme, die in der Wüste ruft, vor deinem Angesichte hergesandt, der deinen Weg vor dir bereiten soll. O mein Erlöser, mit diesem deinem Engel, und mit allen Engeln des Himmels bete ich dich in tiefster Ehrfurcht und Demuth an. Wie sich dein getreuer Diener Johannes, der Täufer, vor dir verdemüthiget und vernichtet hat, so verdemüthige und vernichte auch ich mich vor dir. O Lamm Gottes, welches du die Sünden der Welt hinwegnimmst! nimm die Missethat deines Knechtes( deiner Magd) hinweg! Sieh mich in Gnaden an, und laß deine Milde über mich herrschen! Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe herbei gekommen. Du bist unser Gott, den wir erwartet haben; du wirst uns helfen und Heil verschaffen; du bist der Herr, den wir erwartet haben. Wir werden fröhlich seyn, und uns in deinem lich feyn, un Heile erfreuen. O Gott meiner Hoffnung! an dich glaube ich, auf dich setze ich all mein Vertrauen. Gib, daß ich dich suche, wo ich dich finden kann, daß ich dich anrufe, wo du nahe bist! Es kommt Keiner nach dir, der stärker ist, als du; 560 dislilasin- om Andachts Uebungen an dadiat denn du bist der geliebte Sohn, an welchem der himmlische Vater sein Wohlgefallen hat.nd me sig sdsor Johannes, dein Vorläufer, hat nur mit einer Wassertaufe getauft, welche die Buße bedeutet, und dazu angetrieben hat. Jesu! taufe du mich mit dem heiligen Geiste, welcher ein göttliches Feuer ist,- ein verzehrendes Feuer, welches alles Unreine vertilgt,- ein wohlthätiges Feuer, welches unser Herz erhißt und in die reinsten Flammen setzt! D göttliches Feuer! heiliges Feuer! reinige meine Seele, und stelle fie Gott in ganz himmlischem Glanze dar!- Brenne, o Gott! mein Herz! Brenne, daß ich dich liebe, und mich haffe, verachte, vernichte, und mich herzlich erfreue, wenn Andere mich verachten, und so meine Pflicht erfülle! ( 19 Bei dem heiligen Segen. O Jesu, im allerheiligsten Altarssakramente zugegen! du gebenedeite Frucht, welche unter dem Herzen Mariä geruht, und beim Besuche ihrer Base Elisabeth die Frucht ihres Leibes, Johannes, den Täufer, im Mutterleibe vor Freude aufspringen gemacht hat! ertheile auch mir jenen unsichtbaren Segen, womit du das Kind noch vor seiner Geburt von aller Sünde gereiniget, und in deiner Gnade gestärkt haft! Ach! hebe deine väterlichen Hände in der heiligen Hostie empor, und segne mich, daß ich mich in nichts mehr erfreue, als in dir, meinem Gott! Ich bitte dich aber auch, wie deine Kirche bittet: Segne diesen Ort, und laß in demselben herrschen Gesundheit, Keuschheit, Sieg, Starkmuth, Erfüllung des Gesetzes und Dankbarkeit gegen dich, Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist! Dieser Segen verbleibe an diesem Orte und bei seinen Bewohnern jetzt und in den spätesten Zeiten! Der Segen des allmächtigen Gottes, + des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes schwebe über uns und die Früchte der Erde nieder, und bleibe immer bei uns! Amen! dit Tom Un Denkspruch:„ Wir wollen Gottlieben; Er hat uns ja zuerst geliebt!"( 1. Joh. 4, 19.) D Jesu! bedarf während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. es mehr, dich zu lieben, als daß ich weiß, du habeft mich zuerst geliebt, und ich könne dich nie genugsam entgegen lieben? boids and Während des Zuges zum dritten Evangelium wird gesungen der Hymnus: Verbum supernum prodiens etc. Das Gottes- Wort, vom Himmel aus, al di du Verließ doch nicht des Vaters Haus; Sein großes Tagwerk war gethan; Des Lebens Abend brach heran. Eh' seines Jüngers falsch Gemüth Den Feinden ihn zum Tod' verrieth, od bsm Stellt Jesus noch im Lebenslauf Zur Speise sich den Jüngern auf. and Er gibt in zweierlei Gestalt audi- michiss tincbunit tod Sein Fleisch und Blut zum Unterhalt'; dumad Er nährt in doppelter Substanz is ming Zum Seelenheil' den Menschen ganz. ward er uns Als Mann- zur Speise aufgestellt; Im Tode- unser Lösegeld; Als Kind- ward er uns beigesellt; beigesellt; do dun ammar Als König- Lohn in jener Welt. D Gotteslamm! zieh' uns empor, Und öffne deines Himmels Thor! Die Feinde drohen uns mit Krieg; Komm, hilf, und gib uns Kraft zum Sieg'! Dir, Herr und Gott! Dreieiniger! Sey froher Jubel, Ruhm und Ehr' Gib ewig uns im Vaterland' Die Seligkeit an deiner Hand! Mibe 561 Priester. Der Herr sey mit euch! Volk. Und mit deinem Geiſte! Zwickenpflug, Jesus, unsere Liebe ic. Badal 36 aded @pe ndi Jun 2009 and Drittes Evangelium. dus o anom ga madag MEER and Andachts- Uebungen and duaçõu su Priester. Der Anfang des heiligen Evangeliums nach Lukas. popis imp Ehre sey dir, o Herr! Volk. Priester. Zur Zeit des Herodes, Königs in Judäa, lebte ein Priester, mit Namen Zacharias, von der Wochenreihe des Abias, und seine Frau war aus den Töchtern Aarons, und ihr Name war Elisabeth. Beide waren gerecht vor Gott, und wandelten nach allen Geboten und Satzungen des Herrn, so, daß Niemand über sie zu klagen hatte. Sie hatten aber kein Kind, weil Elisabeth unfruchtbar war, und beide schon hohe Jahre erreicht hatten. Nun begab es sich, daß er nad der Ordnung seiner Tagereihe sein priesterliches Amt vor Gott verrichtete. Da fiel nach Gewohnheit des Priesterthumes das Loos auf ihn, das Rauchwerk anzuzünden. Er ging also in den Tempel des Herrn.ie ganze Menge des Volkes war draußen, und betete unter der Zeit, als geräuchert wurde. Es erschien ihm aber ein Engel des Herrn, und stund zur Rechten des Rauchaltares. Als ihn Zacharias sah, wurde er verwirrt, und es überfiel ihn eine Furcht. Der Engel aber sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! denn dein Gebet ist er höret worden! Elisabeth, deine Frau, wird dir einen Sohn gebären, und diesem sollst du den Namen Johannes geben. Du wirst eine Freude haben und frohlocken, und Viele werden sich über seine Geburt erfreuen; denn er wird groß seyn vor dem Herrn, wird weder Wein noch berauschendes Getränk trinken, und schon von Mutterleibe an mit dem heiligen Geiste erfüllt werden. Viele aus den Kindern Israels wird er z zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren, und wird vor ihm einhergehen im Geiste und in der Kraft des Elias, um die Herzen der Väter zu den Kindern zu kehren, und die Ungläubigen zu der Weisheit der Gerechten, um Gott dem Herrn ein vollkommenes Volk zuzubereiten. ge 409401 562 O Herr! dein Evangelium Schaff' uns zu neuen Menschen um! während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. 563 Priester. Durch diese Worte des heil. Evangeliums und durch die Verdienste und Fürbitte des heiligen Evangelisten Lukas verzeihe uns der Herr alle unsere Sünden und Vergehungen! Volk. Amen! Amen! Priester. Himmelbrod hast du ihnen verliehen; Alleluja! Volk. Das alle Annehmlichkeit in sich enthält; Alleluja! Priester. Lasset uns beten: D Gott! du hast das wunderbare Altarsgeheimniß als Denkmal deines Leidens hinterlassen. Wir bitten dich, laß uns die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so verehren, daß wir die Frucht deiner Erlösung fortwährend in uns empfinden mögen, der du lebest und herrschest von Ewigkeit zu Ewigkeit! Volf. Amen! dur Priester. Von dem gähen, unversehenen und ewigen Tode Volk. Bewahre uns, Herr Jesu Christe! hd bountin piliPriester. Herr! deine Barmherzigkeit walte über uns! Volk. Wie wir hoffen auf dich. bloot C Priester. Herr! erhöre mein Gebet! Volk. Und laß mein Rufen zu dir kommen! Priester. Der Herr sey mit euch! his Bolf. Und mit deinem Geiste! Priester. Lasset uns beten: 149 Allmächtiger, ewiger Gott! du herrscheft überall, und erfüllest jeden Ort mit deiner Gegenwart und Wirksamkeit. Erhöre unsre Bitte: Wie du der Schöpfer dieses Ortes bist, so sey auch sein Beschüßzer! Laß hier keine feindliche Bosheit sich entgegen setzen, sondern unter dem Beistande der Kraft des heiligen Geistes werde hier jederzeit dir ein reiner, wohlgefälliger Dienst, und eine unterwürfige Gesinnung dargebracht! Durch Christus, unsern Herrn! star thi dus milit isid mi mora Volt. Amen! de Priester. Lasset uns beten: Herr! wir bitten dich: Beglücke diesen Ort mit deiner 36* Andachts- Uebungen durdu! Heimsuchung, entferne von ihm alle Nachstellungen des Feindes, laß deine heiligen Engel an demselben verweilen, daß sie im Frieden ihn beschüßen, und immer schwebe über ihn dein Segen! Durch Christus, unsern Herrn! 564 Volk. Amen! p dondsummige Priester. Der Segen des allmächtigen Gottes,+ des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes, schwebe über euch und über die Früchte der Erde nieder, und bleibe immer bei euch! hi mhid Volk. Amen! isd offinmisds mail burg vid sin Zweckmäßige Gedanken und Anmuthungen zum beliebigen Gebrauche. O mein Jesu! Zacharias wurde verwirrt und es überfiel ihn eine Furcht, als ihm auf der rechten Seite des Rauchaltares dein Engel erschien. Wie sollte ich nicht zittern vor deinem heiligsten Angesichte, du König der Engel und Heiliger Israels, um dessen Thron eine Million Engel steht!? „ Herr der Heerschaaren" ist dein Name. Großer Gott! ich werfe mich zu den Füßen deiner unendlichen Majestät, und in tiefster Demuth und Erniedrigung bete ich deine unerfaßliche Gegenwart in diesem allerheiligsten Sakramente an; ich bete dich an, wie dich je ein Geschöpf angebetet hat, wirklich anbetet, und bis zum Ende der Welt unter den Brodesgestalten anbeten wird. Anbetungswürdigster Gott! du hast gewollt, daß Johannes, der Täufer, nur als die Frucht des heiligen Verlangens und Gebetes eines Vaters und einer Mutter angesehen werden könnte, wovon er natürlicher Weise nicht mehr geboren werden konnte. Vermittelst des Gebetes führt deine Vorsicht ihre großen Anschläge an den Gerechten aus.- O, möchte ich doch gerecht vor dir seyn, und ohne Tadel in allen deinen Geboten wandeln, um das Glück zu genießen, daß mein Gebet, wel ches ich vor dir entrichte, von dir erhöret werde, und dir wohlgefällig sey! bid sild sio! DE - während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. D Herr! wann werde ich die Freude haben, und frohlocken, daß du die Stimme meines Seufzens und Weinens erhöret haft? Wann wirst du deine Ohren zu meinem Rufen, und zu meinen Thränen neigen? Ach! wann wird es endlich heisen: Dein Gebet ist erhört!?" disen 365 - Der du unser Vater bist! erbarme dich meiner! Ich erhebe meine Hände zu dir. Sey die Stärke des Armen und des Dürftigen in seiner Angst! Sey ein Schirm vor dem Ungewitter der bösen Zeit, und ein Schatten vor der Hiße meiner unordentlichen Begierlichkeiten! ila www O mein Heiland! durch die Verdienste desjenigen, welcher groß vor dir war, laß mich Gnade in deinen Augen finden, und gib, daß ich immer klein in meinen Augen bleibe! Gib, daß ich in steter Geistessammlung vor dir herwandle, und durch ein erbauliches Leben viele Kinder Israels zu dir, ihrem Herrn und Gott, bekehre! Bei dem heiligen Segen. Jesu! mein Jesu! ich bitte, wie ich bitten soll, daß jene allmächtige Kraft, welche den Leib der betagten Elisabeth fruchtbar, und die dürre Erde gleichsam grünen gemacht hat, sich aus diesem heiligsten Sakramente über mich ergieße, und alle Tugenden, besonders die Liebe, Geduld, Demuth und Ergebung, in mir wachsen mache. Ich bitte aber auch, wie deine Kirche bittet: Wie du der Schöpfer dieses Ortes bist, so sey auch sein Beschüßer! Laß hier keine feindliche Bosheit sich entgegenseßen, sondern unter dem Beistande der Kraft des heiligen Geistes werde dir hier jederzeit ein reiner, wohlgefälliger Dienst, und eine unterwürfige Gesinnung dargebracht! Beglücke diesen Ort mit deiner Heimsuchung; entferne von ihm alle Nachstellungen des Feindes; laß deine heiligen Engel an demselben verweilen, daß sie im Frieden ihn beschüßzen; und immer schwebe über ihn dein Segen! Der Segen des allmächtigen Gottes,+ des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes, schwebe über uns und über die Früchte der Erde nieder, und bleibe immer bei uns! Amen! uid sim dnff 1168 566 distilnis Andachts- Uebungen und dieser do Denkspruch: Wir haben das Gebot von Gott, daß, wer Gott liebt, auch seinen Bruder lieben müsse."( 1. Joh. 4, 21.) Mein Erlöser! wenn in mir keine Liebe für den Nächsten lebt, so kann ich dir unmög lich durch meine Andachtsübungen wohlgefallen; denn- wie mich, so hast du auch ihn mehr als dich selbst geliebt, und befohlen, daß ich ihn auch, wie du, aus allen Kräften lieben soll. Herr! gib, was du befohlen hast! Während des Zuges zum vierten Evangelium wird gesungen der Hymnus: Salutis humanae Sator etc. oblem Jefu, aller Menschen Heil, olis, nism a and Der frommen Seelen bester Theil! did you forg bi and Du Schöpfer der erlösten Welt! brud Licht, das die Deinen keusch erhält! stild disg mojhisig TYÖN do stild the 891 - Hand sgidour War's Milde, welche dich verband, Zu retten uns vom Sündenstand'? Das Todesopfer selbst zu seyn, dy H Um uns vom Tode zu befrei'n? Minaw Aud Durchbrochen ist der Hölle Nacht, 771 Der Väter Kette losgemacht; Du fährst als Held im Siegeslauf' Zur Rechten deines Vaters auf. Erbarmung geb' aus deinem Schatz Für unsern Schaden den Ersaß! Sie lohne unsre Zuversicht Mit Huld vor deinem Angesicht'! Du Führer, Weg zum Himmelreich, d Und unsrer Herzen Ziel zugleich! Sey unsre Freude nach dem Leid'! Sey unsers Lebens Seligkeit! ( hus gip nopillid Bad in Viertes Evangelium. Priester. Der Herr sey mit euch! di doch ist Volk. Und mit deinem Geiste! lod 19mm odislid dan während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. 567 Priester. Der Anfang des heiligen Evangeliums nach Johannes. bi mi bn@ 1108 Volk. Ehre sey dir, o Herr! Priester. Im Anfange war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dieses war im Anfange bei Gott. Durch dasselbe sind alle Dinge gemacht worden, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was da immer gemacht worden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen, und das Licht leuchtet in den Finsternissen, und die Finsternisse haben es nicht aufgefaßt. Es war ein Mensch von Gott gesandt, welcher Johannes hieß. Dieser kam zum Zeugnisse, damit er Zeugniß von dem Lichte gab, auf daß Alle durch ihn glauben sollten. Er war nicht das Licht, niato sondern er sollte Zeugniß geben von dem Lichte. Es erschien das wahre Licht, welches einen jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht worden, und die Welt hat ihn nicht erkannt. Er kam in sein Eigenthum, und die Seinigen nahmen ihn nicht auf. So Viele ihn aber aufgenommen haben, denen Allen gab er die Macht, Kinder Gottes zu werden, darin, daß sie in seinem Namen glauben, und nicht aus dem Blute, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnet, und wir haben seine Herrlichkeit geſehen, die Herrlichkeit als des Eingebornen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. 2012 19 O Herr! dein Evangelium Schaff' uns zu neuen Menschen um! op Priester. Durch diese Worte des heiligen Evangeliums, und durch die Verdienste und Fürbitte des heiligen Apostels und Evangelisten Johannes verzeihe uns der Herr alle unsere Sünden und Vergehungen! mmuñ@ má dn Volk. Amen! gnom 568 indir Andachts- Uebungen d Priester. Himmelbrod hast du ihnen verliehen; Alleluja! Volk. Das alle Annehmlichkeit in sich enthält; Alleluja! The Priester. Lasset uns beten: ba D Gott! du haft das wunderbare Altarsgeheimniß als Denkmal deines Leidens hinterlassen. Wir bitten dich, laß uns die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so ver ehren, daß wir die Frucht deiner Erlösung fortwährend in uns empfinden mögen, der du lebeft und herrschest von Ewigkeit zu Ewigkeit! Volf. Amen! Jog tax und Priester. Von allem Uebel; Volk. Bewahre uns, Herr Jesu Christe! Priester. Herr! deine Barmherzigkeit walte über uns! Volk. Wie wir hoffen auf dich. Priester. Herr! erhöre mein Gebet! Volk. Und laß mein Rufen zu dir kommen! Priester. Der Herr sey mit euch! hamme Volk. Und mit deinem Geiste! Priester. Lasset uns beten: www Der Segen des Himmels segne, beschüße und erhalte 1700 diesen Ort und seine Bewohner, auch die Erd- und Feldfrüchte, im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes! dall MO Volk. Amen! Priester. Lasset uns beten: Allmächtiger, ewiger Gott! du gibst Allem, was da lebt, die Nahrung; du umhüllest den Himmel mit Wolken, bereitest der Erde Regen zu; du öffnest die Schleußen des Himmels, schaffest den Mittagswind vom Himmel weg, und führest durch deine Macht den Abendwind her; du wässerst die Berge von Oben herab, und sättigest die Erde mit den Früchten deiner Werke; du befahlst dem Engel, er solle der Erde, dem Meere, und den Bäumen nicht schaden. Wir fürchten dich; verschone uns! wir flehen zu dir; sey uns gnädig! Ja, Herr! tiefge während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. 569 16 beugt flehen wir zu dir: Entferne weit-- brausende Sturmwinde, schädliche Ungewitter, zerknickenden Hagel, tödtende und zündende Bliße! hemme du alle Nachstellungen des Feindes, steure dem furchtbaren Donner, jedem nachtheiligen Regen! laß gemäßigte Winde wehen, und vertreibe durch deine allmächtige Rechte die von Plaßregen träufenden Sturmwinde und Unglück bringenden Hochgewitter! Herr! wir bitten dichy: Sende deinen heiligen Geist herab, daß er jede Wirkung feindlicher Macht verscheuche! Laß durch die Hände deiner Engel die Feldfrüchte beschüßen; zertheile die furchtbar heranziehenden Wolken, und laß jedes drohende Ungewitter sich so glücklich ändern, daß wir dich, o Gott! im Geiste desto mehr und andächtiger preisen, der du lebest und herrschest von Ewigkeit! Volk. Amen! and 1! ! 8 it ! e [ spions Vierfacher Segen gegen die vier Himmels. gegenden. Gegen Aufgang. Priester. Von Blizß und Ungewitter; t na Volt. Bewahre uns, Herr Jesu Christe! Gegen Mittag. Priester. Von Best, Hunger und Krieg; † Volk. Bewahre uns, Herr Jesu Christe! Gegen Abend. Priester. Von dem gähen, unversehenen und ewigen. oladig 1898 Tode; t Volk. Bewahre uns, Herr Jesu Chriſte! ildmann Gegen Mitternacht. tior by Priester. Von allem Uebel;+ Volk. Erlöse uns, Herr Jesu Christe! aid so 12 endale off and dan dolog shig 3weckmäßige Gedanken und Anmuthung en beliebigen Gebrauche. op 8 um donian Wort des Vaters! o Wort, das für uns Fleisch ge 570 Andachts- Uebungen und dusda worden ist, und unter uns gewohnet hat, voll Gnade und Wahrheit, dessen Herrlichkeit wir gesehen haben, als die Herr lichkeit des natürlichen Gottessohnes, seines einigen und wah ren Sohnes! Ewig anbetungswürdigstes Wort, das von allen Zeiten her war, durch welches alle Dinge, alle Geschöpfe ohne Ausnahme gemacht worden sind, und ohne welches nichts ge macht ist, was gemacht worden ist! die Länder der ganzen Erde sollen dich mit mir fußfällig anbeten, und dir ein ewiges Lob entrichten, der du uns zu Lieb- wie einer aus uns gewor ner aus und 90 den bist! ble of Topit Liebe meines Jesus! wer ist, wie du? Ist es mög lich, daß die Allmacht schwach, daß ein Gott ein Kind ,daß das ewige Wort unmündig, daß der Schöpfer ein Ge schöpf, daß die unendliche Majestät ein armseliger Mensch, und sogar eine Speise der Menschen werde?- starker Samson! wer hat dich überwältiget? als die Liebe deines göttlichen Herzens? O Wer sonst, uport dipt and 1 o 198₂) O wahrer Gott und Mensch! o Thron und Wunder der ILUS Liebe! o Jesu, mein Erlöser und mein Alles! dich großen Gott bete ich unter den kleinen Brodesgestalten mit aufrichtigem Herzen an, im festen Glauben, daß du da der Nämliche bist, der in der Krippe gelegen und am Kreuze gehangen ist. CARBO Ich schlachte dir mein Herz, und opfere dir selbes durch die Hände deiner göttlichen Mutter. Ach! verwirf es nicht wegen der unendlichen Ungleichheit! In tiefster Demuth verberge ich es unter jenes Herz, von dessen Blut dein göttliches Herz seine Menschheit angenommen hat. D hochheiliges Herz Mariä! ers setze die Unandacht meines Herzens! ann sol Das Volk, welches in der Finsterniß wandelte, hat ein großes Licht gesehen, und Jenen, die im Lande des Todesschattens saßen, ist das Licht aufgegangen. Jeſu, du Leben meines Lebens! beseele mich, daß ich dir lebe, und aus Liebe Deiner sterbe! O Jesu, du wahres Licht, das alle Menschen - — - - - - nd b= en ne P= de 28 3₁ ; e I # = I während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. 371 erleuchtet, die auf diese Welt kommen! erleuchte mich, daß ich dich erkenne, und daß ich liebe, was einzig liebenswerth ist! Ich habe die Finsterniß lieber gehabt, als das Licht." Du warest in der Welt, und die Welt ist durch dich gemacht, und die Welt hat dich doch nicht erkannt. Dimmer alte und stets neue Schönheit! wie spät habe ich dich erkannt! - Wie oft, o mein Gott! bist du in mir, mit deinen Heimsuchungen in Mitte meines Herzens gewesen, und ich- bin draußen gewesen! Du bist in dein Eigenthum gekommen, und die Deinigen haben dich nicht aufgenommen. Das Herz, welches du erschaffen und erlöset hast, hat dich von sich verstoßen. Ach! es ist der Thorheit und Grausamkeit genug! Es ist genug! Verschone mich, o Herr! es soll nimmermehr geschehen! mann listpiare supsid haut himid, mi - - - - Unmarsaire s Bei dem heiligen Segen. Ewiges Wort! zu deinen heiligsten Füßen neige ich mein Haupt, und bitte dich durch deine geheimnisvolle Geburt im Schooße des Vaters von Ewigkeit her, und im Schooße der Jungfrau, welche in der Zeit zu Bethlehem geschehen ist, und jetzt so oft in den Händen deiner gesalbten Priester geschieht: Ertheile mir jenen Segen, kraft dessen ich meiner Seele nach neugeboren, und in die Zahl deiner Jünger gestellt werde! O gütigster Jesu! segne mich, wie du so viele deiner Kinder gesegnet hast! Oder, Vater! hast du nur Einen Segen? Ach! segne in mir, was immer den Segen erwartet von dir! Segne all mein Thun und Lassen, mein ganzes Leben, und das Ende meines Lebens! Ich bitte aber auch, wie deine Kirche bittet: Sey uns gnädig! Entferne weit brausende Sturmwinde, schädliche Ungewitter, zerknickenden Hagel, tödtende und zündende Blizze! hemme alle Nachstellungen des Feindes, steure dem furchtbaren Donner, jedem nachtheiligen Regen! laß gemäßigte Winde wehen, und vertreibe durch deine allmächtige Rechte die von Plaßregen träufenden Sturmwinde und Unglück bringenden Hochgewitter! Sende deinen heiligen Geist herab, daß er jede Wirkung feind 572 Andachts- Uebungen licher Macht verscheuche! Laß die Hände deiner Engel die Feldfrüchte beschützen! zertheile die furchtbar heran ziehenden Wolken, und laß jedes drohende Ungewitter sich so glücklich ändern, daß wir dich, o Gott! im Geiste desto mehr und andächtiger preisen! Von Blitz+ und Ungewitter, von Pest, Hunger+ und Krieg, von dem gähen, unversehenen+ und ewigen Tode,- von + allem Uebel bewahre uns Herr Jesu Christe! Amen! distbilsis d Denkspruch:„ Glückselig ist der Mensch, der nur auf seinen Gott zu sehen und zu hoffen ge wohnt ist."( Psalm 33, 8.) D mein Jesu, mein Erlöser! wie gut ist es, jenem höchsten Gute anhangen, in welchem alles Gute ist wie einzig erwünschlich, Denjenigen noch in der Zeit genießen, dessen vollkommener Besitz die Seligkeit der Heili gen im Himmel durch die ganze Ewigkeit ausmacht! - Auf dem Rückzuge zur Kirche wird gesungen der e Hymnus: Aeterne rex altissime etc. UOTIONUS 191 O höchster Herr von Ewigkeit! PO Du haft die Gläubigen befreit; Der überwund'ne Tod erlag An deines Sieg's erhab'nem Tag'. Du schwingst dich auf zum Sternenzelt'; Dort ist dein Herrschersiz bestellt, Dort ist nicht schwacher Menschenruhm, 900 Nein! Gottesmacht dein Eigenthum. Fl pro Was in der Schöpfung überall, Sign Im Himmel, auf dem Erdenball', sind und unterirdisch lebt und denkt,- Das betet an, in's Knie gesenkt. Die Engel, tief erzitternd, seh'n por Das beß're Loos der Sterblichen. isd sli Das Fleisch versöhnt, was Fleisch verbricht; -dris pr Fleisch hält, als Gott aus Gott, Gericht. 8 ! 31 11 I # $ it 8 während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. 573 Sey unsre Wonne, Gottessohn! istem Intnis den Im Himmel ewig unser Lohn! bu sus lindim po Der Weltbau hängt an deiner Hand, big of disfød Der Erde Lust ist eitel Tand. nor an immed ang Darum verzeih', wir bitten dich, duu shiling ban mnd Verzeih' die Schulden gnädiglich! pand Mit deiner Gnade komm zuvor! Die Herzen zieh' zu dir empor! Und wenn du einst in deinem Licht' Auf Wolken sizest im Gericht', Erlaß die Strafen unsrer Schuld! Gib uns die Krone deiner Huld! Heil, Jesu! dir! sey hochverehrt, issu Der siegend heut' zum Himmel kehrt, Mit seinem Vater und dem Geist', Den ewig alle Schöpfung preist! bidniile ma mm+ 1stlnd dond: musisid hos slin Vor dem Hochaltare betet der Priester. Himmelbrod hast du ihnen verliehen; Alleluja! Volk. Das alle Annehmlichkeit in sich enthält; Alleluja! Priester. Lasset uns beten: D Gott! du hast uns das wunderbare Altarsgeheimniß als Denkmal deines Leidens hinterlassen. Wir bitten dich, laß uns die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so verehren, daß wir die Frucht deiner Erlösung fortwährend in uns empfinden mögen, der du lebest und herrschest von Ewigkeit zu Ewigkeit! are siin hid 17750 Volk. Amen! Hierauf wird die ganze Feierlichkeit mit dem heiligen Segen beschlossen. - Gebet zu diesem legten heiligen Segen. Danbetungswürdigster und liebwerthester Jesu, du Ursprung alles Guten, das du uns in dem hochwürdigsten Altarsgeheimnisse, als in einer reichesten und unerschöpflichsten Quelle dessen, entdeckt und geoffenbaret haft! segne uns 574 tistilis Andachts- Uebungeniiba nd dire noch einmal aus deinem Sakramente, wie du uns so oft geseg net haſt! Segne uns nach der unendlichen Güte deines, uns daselbst so zärlich liebenden, Herzens! Gib uns von dem Thau des Himmels und von dem Fett' der Erde, d. i., gieße über uns alle geistliche und zeitliche Wohlfahrt aus! So segne uns der Vater, dessen Allmacht uns beschüße+, der Sohn, dessen Weisheit uns regiere+, der heilige Geist, dessen Güte uns erhalte! Amen! V. Die Armen werden essen, und ersättiget werden; R. Und die den Herrn suchen, werden ihn finden. V. Herr! erhöre mein Gebet! R. Und laß mein Rufen zu dir kommen! 4 p Gebet. D Gott! du hast den Kindern Israels in der Wüste ein Brod voll Süßigkeit vom Himmel gesandt, uns aber hast du mit diesem Brode des Lebens solche Geistesergöglichkeit ertheilt, die alle Annehmlichkeit in sich enthält. Wir bitten dich demüthig, whoo schenke uns einen lebhaften Glauben, eine zuversichtliche Hoff nung und eine flammende Liebe, damit wir in Anbetung und Genießung dieses allerheiligsten Sakramentes vermittelst eines reinen und abgetödteten Herzens mit den unaussprechlichen Gr. göglichkeiten deiner fühlbaren Gnade beströmt, und in der Stunde unsers Todes zu jenem großen Abendmahle berufen werden mö gen, wo sich deine Heiligen von deiner Herrlichkeit ersättigen, und dich von Angesicht zu Angesicht ewig genießen, der du lebejt und herrschest durch alle Ewigkeiten! Amen! mm 310 Nachmittägige Andachtíð mold am heiligen Frohnleichnamsfeste und die ganze Octav hindurch. Vorbereitung, Gebet zum heiligen Segen, Vesper Andacht, jedesmal wie am Vorabende dieses Festes; S. 550 und 551. www 6mm sagsind o während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. 575 Besuchungen des allerheiligsten Altars: bild deur bonita Sakraments im ne am Frohnleichnams- Vorabende, am heiligen FrohnleichnamsFeste und an den nachfolgenden Tagen der Octav. O Erster Tag. ( Frohnleichnams- Vorabend.) isgogi? Anbetung. pidurikle ilm Dunergründliches Geheimniß der Allmacht Gottes, glor würdiges Sakrament, unsichtbar umgeben von zahllosen Schaaren heiliger Engel! ich bete dich mit allen diesen himmlischen Fürsten in tiefster Demuth an, preise deine höchst lebendige Liebe, und bekenne aus der ganzen Tiefe meines Herzens, daß du das Siegel aller Erbarmungen Gottes auf Erden bist, und unter den sakramentalischen Gestalten die allerheiligste Gottheit und Menschheit Jesu Christi wesentlich und wahrhaft enthältst.d 1 1190 33101 wunderbares Gastmahl, worin der Herr des Lebens selbst zur Speise sich vorsetzt, der milde Pelikan seine lechzenden Kleinen mit seinem eigenen Blute ernährt, der Schöpfer der Geister die unsterbliche Seele besucht, der gute Hirt seine auserwählten Lämmer im Schatten weidet, und sie aus der Quelle ewiger Lieblichkeit tränft! indrsij O Lamm Gottes, das du die Sünden der Welt hinwegnimmst! Friedensopfer, das die Erde mit dem Himmel versöhnt! Jesu, Sohn des lebendigen Gottes, du süßer und einziger Trost des Herzens! welches erstaunliche Wunder hat deine Allmacht gewirkt, auf daß du unter den Deinigen bleiben könneft bis an's Ende der Welt! Ein wunderbarer Gott bist du, der sich selbst gleichsam vernichtet, unser Nichts zu vergöttlichen; und in heiliger Stille verborgen- fühnest du ohne Unterlaß durch deinen Aufenthalt unter uns den Zorn des ewigen Vaters, der dich als unsern Bruder erkennt, und um Deinerwillen der Sünder schont. - Andachts- Uebungen en daardo mint Sey gebenedeit, o ewige Liebe! sey gepriesen, o göttliches Herz meines Erlösers! Denn vermag ich unreines und blindes Geschöpf auch nicht in den Abgrund deiner göttlichen Barm herzigkeit und Weisheit einzubringen, so erkenne ich dennoch, daß die unendliche Allmacht allmächtig wirkt, die unergründliche Liebe unergründlich liebt, die unerschaffene Weisheit nichts mit der Lüge gemein hat, und unterwerfe den Verstand, den du mir gegeben, in aller Demuth deinen Aussprüchen, und bett mit gläubigem Gemüthe und in dankbarer Liebe die Wunder de Allmacht an, die du für mich Sünder gewirkt hast. Es preisen dich, Herr! alle Engel und Heiligen im Himmel, alle gerechten und frommen Seelen auf Erden, und deine eigene göttliche Liebe für diese allerhöchste Liebesgabe deines Herzens! Mehr, o Herr! hast du nicht thun können; denn alle Schäße der Ewigkeit, und dich selbst, das kostbarste Kleinod des ewigen Vaters, hast du uns Sündern in diesem hochge benedeiten, ewig anzubetenden, Sakramente geschenkt. I, erleuchte die Augen unsers Geistes, daß wir diese große Liebe erkennen; reinige unsere Herzen, daß wir sie erfassen, und ent flamme unsere Seelen mit deinem heiligen, tief verborgenen und höchst lebendigen Feuer, daß wir, von dieser göttlichen Flamme ergriffen, als lebendige Brandopfer deiner Liebe leben und sterben! Amen! 576 jinsi bilasingpaoraid ils 19 ndn sid ud and bottom Besondere Erwägung und Herzens ergießung. Jesus hat das hochheilige Geheimniß des Altars eingesetzt. anis Jesu! da du wußtest, daß bereits die Stunde herannahe, wo du nach dem heiligsten Leben und nach Beendigung des Predigtamtes zu deinem Vater zurückkehren solltest, haft du den Deinigen, die in der Welt waren, und die du bis an's Ende liebtest, ein Unterpfand und Denkmal deiner un aussprechlichen Liebe hinterlassen wollen. Was hast du gethan? Du hast das Geheimniß des Altars eingeſetzt. Wie, wo, wann und warum hast du es eingeseßt?.. 8 3, Je it 11 te er 8 $ 1 5 # während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. Da deine Apostel bei dem Abendmahle saßen, nahmst du das Brod, brachest dasselbe, und gabst es deinen Jüngern, und sagtest: Nehmet hin, und effet! Dieses ist mein Leib. Und du nahmst den Kelch, danktest, und gabst ihnen denselben, und sagtest: Trinket alle daraus! Denn dieses ist mein Blut des neuen Testamentes, welches für Viele zur Vergebung der Sünden vergossen werden wird."( Matth. 26, 26-28.)... D Geheimniß, das allen erschaffenen Verstand übersteigt, aber dennoch unfehlbar gewiß ist, weil es sich auf dein göttliches Ansehen, auf dein untrügliches Wort gründet! Du hättest ja, mein Jesu! nicht klarer, nicht deutlicher reden können, als da du sagteſt:„ Dieses ist mein Leib; dieses ist mein Blut."...„ Und mein Fleisch ist wahrhaftig eine Speise, und mein Blut ist wahrhaftig ein Getränk."( Johan. 6, 56.).. Wer soll noch daran zweifeln? Wer soll nicht deinem Ausspruche das Urtheil seines Verstandes und seiner Sinne unterwerfen? Deine Allmacht, welche unendlich mehr thun kann, als wir zu fassen vermögen, läßt sich von uns Menschen keine Schranken setzen. IDE 577 Wo aber, mein Jesu! hast du dieses Geheimniß eingesetzt? In dem großen Speisesaale auf dem Berge Sion; in jenem geheiligten Orte, wo du das alte Geseß abschaffen und dein Liebesgesetz begründen wollteft; in jenem Orte, wo. du in erstaunlicher Demuth deinen Aposteln die Füße gewaschen haft; ... in jenem Orte, wo du in herzlicher Abschiedsrede deinen Jüngern deine liebevollsten Gesinnungen eröffnet haft;... in jenem Orte, welcher zur Zeit deines Leidens die Zufluchtsstätte deiner furchtsamen Apostel gewesen ist;... in jenem Orte, wo der heilige Geist am Pfingsttage die Apostel und Jünger mit seiner Gnade erfüllet hat;.. in jenem Orte, wo deine Gläubigen ihre ersten Versammlungen gehalten, und die erste Kirche vorgestellt haben.... D ,, wie weislich hast du diesen ge= 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe 2c. 37 578 philesia dan Andachts- Uebungen heiligten Ort erwählt, das größte Wunder deiner Liebe zu vollbringen! dind nid Was mein Erstaunen noch vermehrt, ist, daß du ein so großes Wunder deiner Liebe thun wolltest- in jener Nacht, wo du verrathen wurdest... In jener Nacht, wo du von Judas verkauft, von dem sonst so eifrigen Petrus verläugnet, von den übrigen Jüngern verlassen worden bist,- in jener Nacht, wo deine Feinde dich aufgesucht, gefangen genommen, gebunden durch die Stadt und vor die Richterstühle geführt, mit Schmach und Schlägen beladen und dem Tode überliefert haben; in jener Nacht, wo die Menschen die allergrößte Ungerechtigkeit und Grausamkeit zu üben bedacht waren, warest du bedacht, ihnen den allergrößten Beweis deiner beständigen Liebe und Güte zu geben. Ihr heiligen Engel! was denket ihr bei Erwägung dieser Liebe und Güte eures Königs gegen uns armselige Menschen? Adida Al 1015 Und warum, mein Jesu! hast du kurz vor deinem Tode dieses Wunderwerk deiner Allmacht, Weisheit und Güte vollbracht? Weil du allezeit, auch nach deiner glorreichen Rüdkehr zum Vater, bei, unter und in uns Menschen verbleiben, und uns ein kostbares Denkmal deiner Gutthaten, deines Leidens hinterlassen wolltest. Du hast ja deinen Aposteln, da du dieses Geheimniß einsetztest, und sie zu Priestern weihtest, be fohlen:„ Dieses thuet zu meinem Andenken!"( Luk. 22, 19.) Du haft zu ihnen gesprochen:„ So oft ihr dieses Brod essen, und diesen Kelch trinken werdet, sol let ihr den Tod des Herrn in Erinnerung bringen!" ( 1 Korinth. 11, 26.) Bonnri meillovedell sist on mein Jesu! wie unbegreiflich ist schon bei der Einsegung des größten Geheimnisses die Weise, der Ort, die Zeit, die Absicht! Soll es unter uns wohl noch ein so unempfindliches Herz geben, das dadurch nicht gerührt und zur dankbaren Gegenliebe bewogen würde? O Jesu! mein Herz ist gerührt und ganz bewegt. Ich liege vor dir, und in tiefster während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. 579 zu Ehrfurcht bete ich dich, verborgener Gott! mit allen heiligen Engeln und Auserwählten an; ich danke dir herzlich, daß du dich gewürdiget hast, zu unserm Troste und Nußen ein so t, kostbares Denkmal deiner unbegreiflichen Liebe einzuseßen; ich bitte demüthigst, daß du mir verzeihen wollest fo 11 meine Lauigt keit, meinen Kaltsinn, meine geringe Gegenliebe, alle Sünden t 11 und Fehler, mit denen ich dich jemals beleidiget und betrübt habe... D, könnte ich doch überall, wo du unter den Gestalten des Brodes dich aufhältst, mich einfinden, vor dir mich niederwerfen, dich anbeten, loben und lieben anstatt dertjenigen, die in diesem Liebesgeheimnisse dich verlassen, verachten, 1 verspotten, lästern und gräulichst mißhandeln!... Könnte ich mit meinem Blute und Leben alle Unbilden, die dir je zugefügt worden sind, wieder gut machen, und selbe künftighin verhindern! D 11 B II - Wenigstens will ich thun, was mir möglich ist, und mich befleißen, durch stete Vermeidung der Sünde, durch flammenden Eifer in deinem Dienste, durch großmüthige Uebung wahrer Tugenden dir Freude zu machen, auf daß ich desto öfter und würdiger dich als göttliche Speise genießen, und mich desto inniger mit dir vereinigen könne. Amen! Geistliche Kommunion. Sanftmüthigster und demüthigster Jesu! du rufest uns Allen liebreich zu: Kommet alle zu mir, die ihr mit Mühseligkeit und Arbeit beladen seyd, und ich will euch erquicken!" Sieh! mit zerknirschtem Herzen und demüthigem Vertrauen nahe ich dir, sehnsüchtig verlangend, deines allerheiligsten Leibes und Blutes, da ich sie nicht wirklich empfangen kann, geistlicher Weise theilhaftig zu werden. Komm, mein süßester Heiland! besuche dieses Herz, erquicke und erfülle es mit deinem Geiste und mit deinen Gnaden! Komm, o himmlische Lieblichkeit, süßes Leben meiner Seele! Das Feuer deiner Liebe verzehre alle meine Sünden, Mängel, 37* Andachts- Uebungen und Unvollkommenheiten, und tilge Alles in mir, was deiner allerhöchsten Reinheit mißfällig ist! Sieh, o Jesu! ich bin verwundet; heile mich! Ich bin schwach und elend; erquide und stärke mich! Ich bin blind; erleuchte mich! Ich bin un wissend; belehre mich! Ich bin hungrig; nähre mich! Ich bin durstig; tränke mich! Ich bin unrein; reinige mich! D mein Erlöser! gar wohl erkenne ich meine Gebrechen und Feh ler; darum flehe ich zu dir, bekehre mich; leite und führe mich, und bereite dir eine angenehme Wohnung in meinem Herzen, auf daß du immerdar in mir bleibest und ich in dir, der du lebest und regierest in Ewigkeit! Amen! * Hier harre eine Zeit stillschweigend in Liebesvereinigung! A dann sprich: O Jesu, du Licht meiner inneren Augen, du Liebe meines Herzens und süße Freude meiner Seele! ich danke deiner Barmherzigkeit, und lobe und preise dich aus allen meinen Kräften, daß du mich, dein unwürdiges Geschöpf, deines himmlischen Gastmahles geistlicher Weise theilhaftig gemacht hast. O mein Heiland, mein Gott und Alles! durch diese deine unermeßliche Liebe nimm Alles von mir hinweg, was dir mißfällig ist; erneuere meinen Geist in dir, und erfülle meine Seele mit dei ner Gnade; entzünde meinen Willen mit dem Feuer deiner Liebe, auf daß er deinem allerheiligsten Willen ganz gleich förmig, und mein ganzes Wesen in dich umgewandelt werde, damit ich mit deinem großen Apostel ausrufen könne: 3 lebe, doch nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir!" 580 dopler Schlüßliche Liebesseufzer. di Jesu, meine süße Liebe, mein Gott und Alles, ver borgen unter den Brodesgestalten! wann, ach! wann werde ich im Glanze deiner Herrlichkeit dich schauen? wann von Angesicht zu Angesicht zu meinem Geliebten sprechen? O süßester Jesu! sieh! ich wandere hier in fremdem Lande. Wann wird deine göttliche Großmuth meine Seufzer erhören, und die et 11 0 1 11 : 28 78 1₁ II er B 9 e I während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. Bande lösen, welche mein Herz an diese unselige Erde feffeln? 581 O Jesu, göttlicher Bräutigam, den meine Seele liebt! ertheile mir einen Funken deines göttlichen Lichtes, welches in den Finsternissen leuchtet, und welches die Finsternisse nicht erfassen! Sieh! wie das Lamm zu seinem Hirten, blicke ich zu dir auf. O, laß deine holdselige Stimme mich hören; sprich Ein Wort zu meiner Seele, daß sie vor Liebe aufflamme, und mit der Braut im hohen Liede ausrufe:„ Mein Herz zerfloß in mir, da mein Geliebter redete!" O Jesu, du süße Freude der heiligen Engel! glückselig, wer Alles verliert und Dich gewinnt, der du Alles besitzest! O, daß ich doch- der dürftigen Sorgen dieses elenden Lebens enthoben mit ungestörtem Gemüthe dir anhangen, mit innerlichster Sammlung meines Geistes dir dienen, und unter süßen Thränen der Andacht kosten und schauen könnte, wie unendlich lieblich du, mein Gott und Heiland, bist! - mpien O Jesu! du lieblichste Wonne des Himmels, du ewige Freude aller Heiligen, die dich in deiner unerschaffenen Schönheit schauen, und deines süßesten Umganges in den heiligen Höhen genießen! mehr liebt dich mein Herz, als Himmel und Erde und Alles, was darin enthalten ist. D, erhöre meine Sehnsucht, die das ganze erschaffene Weltall nicht zu stillen vermag; erfülle mein Herz mit deinem süßesten Troste; sättige mich mit dem Wasser des ewigen Lebens, daß mich in Ewigkeit nicht mehr durfte nach den Freuden der Sünder! Jesu, mein heiliger und liebevoller Erbarmer, der du mich der Verkehrtheit der Welt entzogen, in das Licht deines Glaubens berufen, meine Sünden am Kreuze gebüßt, und mein Herz so oft mit dem Sakramente deiner Liebe besiegelt hast! kröne so die zahlreichen und unerfaßlichen Werke deiner Güte, und nimm mich mir selbst, um mich dir ganz und auf ewig zu geben! Denn, ach! in bösen Händen bin ich, so lange ich mein eigen bin; darum nimm mich auf, o mein 582 Andachts- Uebungen Heiland! und verbirg mich in deiner heiligen Seitenwunde, daß ich daselbst im Frieden schlafe und ruhe! O Jesu! du sanftmüthigster Freund der Seelen, der du mich bis in den Tod geliebt hast! verwunde mein Innerstes mit den Pfeilen deiner göttlichen Liebe, daß ich, von deiner Lieblichkeit angezogen, nach dem Wohlgeruche deiner Salben laufe, alle meine Handlungen mit deiner himmlischen Freundlichkeit schmücke, und in meinen ärmeren Brüdern und Schwe stern dich liebe und dir diene, damit ich deine großmüthigen Verheißungen im ewigen Leben erlange! ning at 20 O Jesu! du einziges Ziel meines Lebens und meiner unsterblichen Hoffnungen! gib mir den Kuß des Friedens, che ich von hinnen scheide; beschüße mich unter dem Schatten dei ner Flügel am Tage der Noth und des großen Kampfes, daß nicht der Feind über deine große Barmherzigkeit siege, und sich wider mich rühme! Nimm mich auf in die Wohnungen des ewigen Friedens, daß ich daselbst deine Erbarmungen in der Versammlung der Gerechten ewig preise, und deine Wunder im heiligen Sion verkünde! Amen! 3 weiter Tag. ( Heil. Frohnleichnamsfest,) Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 575. Besondere Erwägung und Herzens ergießung. Jesus liebt uns mit sehnsüchtiger und flammender Liebe. Jesu! wie das Feuer nicht ohne Hiße und ohne Neigung zum Zünden seyn kann, so kann die wahre Liebe nicht ohne flammende Begierde seyn, ihr Vorhaben in's Werk zu seßen und ihr Ziel zu erreichen. Die Liebe, mein Jesu! hat dich vom Himmel herabgezogen; die Liebe hat dich bewogen, unsere Natur anzunehmen; die Liebe hat dich zu einem armen, demüthigen Leben vermocht; die Liebe war gleichsam die Seele aller deiner Handlungen, deiner Bemühungen, deines Leidens. 583 während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. Das Hauptvorhaben aber, und das Ziel deiner Liebe scheint die Einsetzung des Altarsgeheimnisses gewesen zu seyn.„ Ich habe ein großes Verlangen gehabt, dieses Osterlamm vor meinem Leiden mit euch zu essen"( Luk. 22, 15.), so hast du selbst zu deinen Aposteln gesprochen. Du wolltest sagen: Mit größter Sehnsucht habe ich diese Zeit erwartet, wo ich mit euch das Osterlamm esse, da sie die von mir bestimmte Zeit ist, euch eine andere Speise zu geben. „ Das Brod, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt"( Joh. 6, 52.), damit Jenen, die an mich glauben, ein ganz neues, geistliches, ja! göttliches Leben zu Theil werden möge. Ja, mein Jesu! deine heilige, sehnsüchtige Liebe zielte stets dahin, uns noch vor deinem Leiden und Tode ein sicheres Mittel zu verschaffen, durch welches du dich uns gänzlich schenken, dich innigst mit uns vereinigen, uns deine Gnaden und Verdienste unmittelbar zuwenden könnest... Diese deine sehnsüchtige, flammende Liebe hast du genugsam gezeigt, da du schon vorher öfter von deinem Vorhaben, dieses neue Geheimniß einzusetzen, gesprochen, und, um dem Volke und besonders deinen Jüngern einigen Begriff und einige Hochachtung gegen dasselbe beizubringen, dich bald„ das Brod des Lebens" ( Joh. 6, 48.), bald das lebendige Brod, das vom Himmel herabgekommen ist"( 6,41.), bald, dein Fleisch eine wahrhaftige Speise, und dein Blut ein wahrhaftiges Getränk"( 6, 56.) genannt haft.phpes Ja! obschon auf diese deine Erklärung die Juden untereinander stritten, und sprachen: Wie kann uns dieser sein Fleisch zu essen geben"( 6, 52.)? obschon sogar„ viele von deinen Jüngern sagten: Diese Rede ist hart, und wer kann sie hören" ( 6, 61)? obschon viele aus ihnen sogar von dir abgingen, und nicht mehr mit dir wandelten"( 6, 67.), obschon du vorhersahest, Judas der Verräther werde der erste 1 similastama Andachts- Uebungen seyn, der dein Fleisch und Blut unwürdig genießen würde, so konnte doch dieß Alles deine flammende Sehnsucht nicht ein halten, beim letzten Abendmahle das große Vorhaben deiner Liebe in's Werk zu setzen.m na dis 584 Du bist aber, mein Jesu! nicht zufrieden, noch vor deinem Leiden dein Liebesgeheimniß eingesetzt zu haben; du verlangst eben so sehr, daß wir Gläubige dasselbe öfter genießen sollen; du ladest, wie jener evangelische Hausvater, Alle zu deinem himmlischen Gastmahle ein; du laffest den Eingeladenen sagen, es sey schon Alles bereitet; und wollen sie unter nichtigen Vorwänden und schnöder zeitlicher Sorgen und Geschäfte we gen nicht kommen, so rufest du die Armen, Blinden, Schwachen, und Lahmen; ja! du laffest sogar auf der Landstraße Gäste aufsuchen, und sie gleichsam zwingen, daß sie zu dir kommen, damit dein Haus voll, und dein Tisch völlig besetzt werde. Fruchtet freundliche Einladung und liebreiche Gewalt nicht, so lassest du die entseßliche Drohung ergehen:„ Wahrlich, wahrlich sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht essen werdet, und sein Blut nicht trinken werdet, so werdet ihr das Leben," das Leben der Gnade, das übernatürliche Leben, nicht in euch haben!"( Joh. 6, 54.) dind chia mgnindagine s O Jesu! wie hättest du deine sehnsüchtige, flammende Liebe zu uns besser an den Tag legen können, als du es wirklich gethan haft? Es scheint, du könnest und wollest nicht vergnügt seyn, wenn du nicht bei uns und wir bei dir sind, wenn wir dich nicht öfter als lebendige, göttliche Speise ge nießen. Aber ach! wie beschämt deine so sehnsüchtige, flam mende Liebe meinen Kaltsinn in der Liebe zu dir! Ganze Wochen, ja! Monate verfließen, ohne daß ich Luft oder heiligen Hunger verspüre, dich als das wahre Himmelbrod zu empfangen. Was Wunder, daß ich bei freiwillig unterlassenem Genusse dieser göttlichen Speise im Guten abnehme, in der Uebung der Tugenden matt und schwach werde!.. während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. 585 di Jesu! verzeihe mir meine bisherige Nachläßigkeit und Kälte in meiner Gegenliebe! ich will sie verbessern. Ich weiß aus deinem Beispiele, daß der Liebende der Natur und Eigenschaft der wahren Liebe gemäß ohne Unterlaß bei dem Geliebten zu seyn trachte. Nun, so soll in Zukunft mein einziges Verlangen dahin gerichtet seyn, dich öfter zu besuchen, dich öfter in der heiligen Kommunion zu empfangen, und mich gänzlich mit dir zu vereinigen!.. Ich bitte dich, entzünde mein Herz mit flammender Liebe zu dir, und mit stetem Hunger nach dem Brode des Lebens, das du selbst bist! Amen! sp and at Geistliche Kommunion, schlüßliche Liebesseufzer, wie am ersten Tage; Seite 579 u. ff. Dritter Tag. Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 575. Besondere Erwägung und Herzens ergießung. Jesus liebt uns mit wunderbarer Liebe. Jesu! wie billig nennen die Lehrer der Kirche das Altarsgeheimniß das größte aus allen Wundern, das höchste Werk deiner Allmacht! Der Prophet David, da er von der Speiſe redet, die er im Geiste vorhersah, und die du Jenen gibst, welche dich fürchten, sagt Alles in wenigen Worten: Ein Gedächtniß," eine Erinnerung, eine Erneuerung und einen Inbegriff aller seiner Wunder stiftete er, der gnädige und barmherzige Herr."( Ps. 110, 4.) Und fürwahr! wo hat sich deine Allmacht wunderbarer gezeigt, als bei der Einsetzung des Altarsgeheimnisses, wo du durch die Kraft deiner Worte Brod in dein Fleisch, und Wein in dein Blut verwandelt, und zugleich deinen Aposteln und ihren Nachfolgern, den Priestern, die Gewalt gegeben hast, das Nämliche zu thun, so, daß, wenn sie über das Brod und den Wein die wenigen Consecrations- Worte sprechen, in einem Augenblicke die ganze Wesenheit des Brodes und Weines in deinen wahren " 1 586 Andachts- Uebungen Leib und in dein Blut verwandelt wird, und von Brod und Wein nichts übrig bleibt, als die Gestalten, nämlich Geruch, Geschmack, Farbe ic.? 15 diesmind Nicht mehr das Brod, nicht mehr der Wein ist nach der Wandlung zugegen, sondern du, mein Jesu! bist wahrhaft und wesentlich mit deiner ganzen Menschheit und Gottheit gegenwärtig.. Du schränkest dich da so wunderbar ein, daß du dich ohne natürliche Ausdehnung nicht nur ganz befindest in den ganzen verwandelten Brodes- und Weines Gestalten, sondern auch in den geringsten Theilen derselben, wie ein purer Geist; und wenn die Gestalten zerbrochen oder zertheilt werden, wird dennoch dein verborgener Leib weder zerbrochen noch zertheilt.. Zudem wird eben dieser dein Leib, ja! du selbst so oft vervielfältiget, als oft von den Priestern Brod und Wein verwandelt wird, und du bist in so vielen Orten wahrhaft gegenwärtig, als viele consecrirte Hostien aufbewahrt werden.. Diese und noch weit mehrere andere Wunder, welche in dem Altarsge. heimnisse zusammentreffen, sind so unbegreiflich, daß die ge lehrtesten Väter der Kirche mehr darüber erstaunen, als über die Erschaffung der Welt, über deine Menschwerdung und über andere Wirkungen deiner Allmacht, Weisheit und Güte. Jesu! du wirkest ohne Unterlaß die größten Wunder, nur damit du dich mir als Speise mittheilen könnest; und was thue ich, um dich als Speise würdig zu empfangen?.. Ich hätte alle meine Kräfte aufbieten sollen, eine so wunderbare Liebe mit möglichster Gegenliebe zu erwiedern; allein alle Wunder, welche deine Allmacht, Weisheit und Güte mir zu Lieb in dem Geheimnisse des Altars vereinigt, machten bisher eine geringe Wirkung bei mir. Ach! eine einzige Kommunion hätte, da ich dich selbst als Speise genoß, mich heilig und vollkommen machen sollen, und ich bin nach so vielen Kommunionen noch in den alten Fehlern, in der alten Lauigkeit, in den alten Gewohnheiten 2c. Jesu! erbarme dich meiner! Setze den vielen Wundern, die während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. 587 du meinerwegen in dem heiligsten Altarsgeheimnisse ohne Unterlaß wirkest, auch dieses bei, daß du mich aus einem Sünder zu einem wahren Büßer, aus einem lauen zu einem eifrigen, aus einem mangelhaften zu einem vollkommenen Christen machest, der von nun an mit geziemender Vorbereitung zu deinem Tische gehen, und den hohen Absichten vollkommen entsprechen möge, die du bei der Einsetzung des Geheimnisses der Liebe gehabt haft! B 119) all Geistliche Kommunion, schlüßliche Liebesseufzer, wie am ersten Tage; Seite 579 u. ff. ma M Vierter Tag. Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 575. Besondere Erwägung und Herzensergießung. did mind Jesus liebt uns mit allumfassender Liebe.d D Jesu! welche unschäßbare Gnade wäre es gewesen, wenn du verordnet hättest, daß das hochheilige Altarsgeheimniß nur an Einem Orte der Christenheit aufbewahrt und den Gläubigen gereicht werden sollte, gleichwie die Lade des alten Bundes, welche ein Sinnbild dieses Geheimnisses war, nur im Tempel zu Jerusalem aufbewahrt wurde!.. Es wäre die größte Gutthat gewesen, wenn nur die Gerechten, die Unschuldigen ihr ganzes Leben hindurch einmal dich als Speise hätten genießen dürfen... Doch viel zu wenig war dieß deiner allumfassenden Liebe!.. In diesem Sakramente zeigest du dich, o Jesu! gegen uns viel huldvoller, als da du einst unter den Menschen auf Erden wandeltest. Damals genoß nur ein einziger Ort, wo du dich aufhieltest, deine persönliche Gegenwart; alle übrigen Orte waren dieser Ehre beraubt; jetzt aber, durch dieses Sakrament, hat deine Liebe ein Mittel erfunden, dich zu vervielfältigen, und du bist, auch deiner Menschheit nach, in unzähligen Kirchen der ganzen katholischen Christenheit gegenwärtig. 588 Andachts Uebungend datón Du laffest zu deinem Tische und speisest mit deinem hei ligen Leibe nicht nur die Gerechten und Unschuldigen, sondern auch die Lauen, die Sünder, und zwar nicht etwa ihr Leben hindurch einmal, sondern im Jahre hindurch öfter, ja! wann und so oft sie wollen, und sollte es auch, wie bei den ersten Christen, täglich geschehen, soferne es nur die geistlichen Vorgesetzten für gut befinden. Dunermeßliche Liebe! o Liebe, die, wenn ich sagen darf, alles Maaß und alle Schranken übersteigt, um sich ja über alle Orte zu erstrecken, und sich über alle Gläubigen zu ergießen! ✦ a O Jesu! wenn ich erwäge, daß auch ich armer Sünder und lauer Christ die Gnade habe, vor dir zu erscheinen und dich als Speise zu genießen, wann und so oft ich will, so werde ich einerseits mit Trost, andererseits aber mit Reue und Schmerz erfüllt.. D, wie oft hätte ich dich besuchen und anbeten kön nen, und ich habe es nicht gethan!.. Wie oft hätte ich dich als Nahrung meiner Seele genießen können, und ich habe es vernachläßiget!.. Ach! hätte ich, um zu dir zu kommen, und dich genießen zu können, eine weite, beschwerliche Reise machen müssen, so könnte ich mich noch einigermassen entschuldigen; allein du warest in meiner Stadt, in meinem Wohnorte, fast in meinem Hause, nur etliche Schritte von mir entfernt, und dennoch war ich so hinläßig und lieblos... Ach! wohl hätte ich jene entseßlichen Worte zu hören verdient, welche jener reiche Herr und Hausvater im Evangelium seinen geladenen Gästen sagen ließ, die kahler nichtiger Ursachen wegen nicht beim gro Ben Abendmahle erschienen: Ich sage euch, daß keiner von den Männern, die geladen waren, etwas von meiner Abendmahlzeit kosten werde!"( Luk. 14, 24.) " 1 O mein Jesu! du kanntest im Voraus meine Schwachheit, meine Unbeständigkeit, meine kalte Gegenliebe. Demungeachtet hast du das unerfaßliche Werk deiner allumfassenden Liebe in diesem höchsten Sakramente vollbracht... Durch diese deine Liebe bitte ich dich: Entflamme in mir eine gleiche Liebe während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. 589 zu dir, die, soviel mein Stand und Beruf es gestattet, sich über alle Zeiten und Orte erstrecke, und mich immerdar antreibe, deine Ehre, und vorzüglich deine Verehrung und Anbetung, deine öftere Besuchung und Genießung unter den Gestalten des Brodes durch Wort und Beispiel zu befördern! Amen!! d Geistliche Kommunion, schlüßliche Liebesseufzer, wie am ersten Tage; Seite 579 u. ff. adil 301 Fünfter Tag. Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 575. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus liebt uns mit freigebiger Liebe. O Jesu! feurig Liebende sind in Geschenken sehr freigebig, weil sie dadurch die Größe ihrer Neigung zu dem geliebten Gegenstande offenbaren wollen. Diese Eigenschaft besißest du im allerhöchsten Grade. Nicht zufrieden mit Allem, was du mir durch die Erschaffung und Erhaltung, durch deine Menschwerdung und Erlösung- an Leib und Seele Gutes gethan hattest, hast du, dich selbst mir schenken zu können, das hochheilige Altarssakrament eingesetzt.. Du gibst mir in demselben dein heiligstes Fleisch, deinen jungfräulichen Leib, welchen der heilige Geist aus dem reinsten Blute Mariä, der Jungfrau, gestaltet hatte.. Du gibst dein kostbares Blut, den theuren Werth unserer Erlösung.. Du gibst deine mit allen himmlischen Gaben und göttlichen Gnaden in vollem Uebermaaße geschmückte Seele.. Du gibst deine unerfaßliche, unendlich vollkommene Gottheit.. Mit Einem Worte, als wahrer Mensch und als wahrer Gott gibst du dich selbst.. Dwie wahrhaft, mein Jesu! hat die Kirche von dir gesprochen, daß du in diesem Geheimnisse alle Schäße deiner Liebe gleichsam ausgegossen habest! Denn in demselben gibst du dich selbst gänzlich, ohne Vorbehalt, ohne Ausnahme, auf's Vollkommenste, indem du, wenn ich dich genieße, ganz mein Ei hipiinh Andachts- Uebungen gen wirst. Ja! du wirst da auf eine erhabene, unerfaßliche Weise meine Nahrung, meine Arznei, meine Wegzehrung, mein Trost, meine Freude und mein Leben. 590 O mein Jesu! wie weit hat dich deine Liebe zu mir ge bracht! Zwar bist du unendlich reich; meinerwegen aber hast du dich ganz erschöpft, indem du nichts Besseres und Vortrefflicheres, als dich selbst, mir geben kannst.. O Freigebigkeit, welche nur du als wahrer Gott und Mensch üben und fassen kannst!.. Ach! wie beschämt mich diese deine übermäßige Freigebigkeit, wenn ich bedenke, wie sparsam und karg ich bisher gewesen bin!.. Hätte ich dir Leib und Leben, und Alles geschenkt, was ich bin und habe, so wäre es Nichts, ja weniger als Nichts, gegen das, was du mir gibst.. Und dieses Wenige, was ich bin und habe, ohnehin dein Geschenk, habe ich dir versagt!.. Ja! was sage ich: dieses Wenige? D, wie oft hast du von mir begehrt, ich soll eine gewisse Sünde meiden, einen gewissen Fehler verbessern, eine gewisse unordentliche Neigung ablegen, in einer gewissen Sache mich überwinden, und ich habe es nicht gethan!.. Wie oft hast du von mir verlangt, ich soll mich dir gänzlich übergeben, und ich habe es dir abgeschlagen, oder wenigstens allerlei Ausnahmen gemacht!.. Ist dieß der Dank für die unermeßliche Freigebigkeit, womit du dich selbst mir geschenkt haft? verborgener Gott! ich liege vor dir- voll Reue über meine Kargheit, meinen Kaltsinn, meinen Undank gegen did). Nun aber übergebe, widme und schenke ich dir Alles, meinen Leib mit seinen Sinnen, meine Seele mit ihren Kräften, mein Herz mit seinen Neigungen, mich selbst. Nimm mich, o Jesu! gänzlich in Besig; leite und regiere meine Gedanken, meine Worte und Werke, walte nach Gefallen mit mir! Ich will keine Gewalt, kein Recht mehr über mich selbst haben; meine Leidenschaften, meine Eigenliebe und Alles, was dir in mir noch mißfällt, will ich dir zum Opfer bringen, damit allezeit du allein in mir lebest, und ich in dir. Amen! während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. 591 Geistliche Kommunion, schlüßliche Liebesseufzer, wie am ersten Tage; Seite 579 u. ff. dilund Sechster Tag. Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 575. Besondere Erwägung und Herzensergießung. nad ni Jesus liebt uns mit starkmüthiger Liebe. O Jesu, der du jetzt in deiner Herrlichkeit, in deinem glückseligen Reiche zur Rechten deines Vaters sizest! du bist nunmehr gänzlich leidensunfähig; nichts destoweniger hast du aus Liebe dich entschlossen, Vieles zu leiden in dem heiligsten Altarsgeheimnisse. Hier opferst du dich täglich deinem himmlischen Vater auf als unblutiges Schlachtopfer für die Sünden der Welt; hier stirbst du gleichsam wieder eines geheimnißvollen Todes; hier vernichtest du dich gleichsam noch wunderbarer, als in deiner Menschwerdung; hier bist du ohne Bewegung, und lassest kein Zeichen des Lebens blicken, damit wir mit geringerer Furcht dich empfangen mögen. Man kann aber dieß Alles kein Leiden nennen; denn zu unserm Nußen hast du dieses Geheimniß also eingesetzt. Was leidest du aber, mein Jesu! in diesem Geheimniſſe wider deinen Willen! Wie viele Verspottungen, Verachtungen, Beschimpfungen, Entehrungen von den Ungläubigen und Irrgläubigen, welche mit diesem Geheimnisse allen Muthwillen und alle Gottlosigkeit treiben, weil sie es für gewöhnliches Brod ansehen! Welche unzählige Verachtungen, Lästerungen, Mißhandlungen erduldest du so sogar von deinen Rechtgläubigen, welche dich nicht nur oft mit geringer Andacht, mit wenigem Eifer, ohne Vorbereitung, sondern sogar ruchlos gottesräuberisch im Stande deiner Ungnade, mit schweren Sünden beladen, empfangen! Wie viele andere noch gräulichere Mißbräuche und Schändungen überträgst du, welche dir allein bekannt sind, und welche der allgemeine Gerichtstag kundbar machen wird! 592 Andachts- Uebungen Dieß Alles hast du, o Jesu! vorher gewußt, und du hast deutlich vorgesehen, daß du immerfort zu leiden haben werdest. Dennoch wurdest du dadurch von der Einsetzung des Altarsge heimnisses nicht abgehalten; deine Begierde, dich uns mitzutheilen, hat alle vorhergesehenen Beschwernisse überwunden; du willst unter den Gestalten des Brodes bei uns verbleiben bis an's Ende der Zeiten. Du hieltest nämlich dafür, es lohne sich wohl, daß du so Vieles leidest, wenn du nur in den Herzen einiger Frommen eine angenehme Wohnung finden, und dich mit ihnen innigst vereinigen könntest. O Jesu! wie hättest du die Starkmüthigkeit deiner Liebe deutlicher zeigen können!.. Erlaube mir, verborgener Gott! dich zu fragen: Was hast du von mir im Speisesaale vorher gesehen, da du das Brod in deine heiligen Hände nahmst, sel bes in deinen Leib zu verwandeln, und es mir als Speise zu hinterlassen? Ach! was frage ich? Nicht ohne Schmerz muß ich selbst antworten: Nichts Anderes hast du von mir vorhergesehen, als Lauigkeit, steten Undank, unzählige Sünden und Vergehungen, geringen Nußen, wenige Frucht von so vielen Kommunionen, die ich schon empfangen habe.. O mein Jesu! wie werde ich meinen Armseligkeiten mid entwinden, wahren Eifer in mir entflammen, und dir in mei nem Herzen eine würdige Wohnung zubereiten, wenn du mit deine Hand nicht bietest, und mit deiner Gnade mir nicht bei stehst?.. Um diese Hilfe und Gnade bitte ich dich demüthight, und damit ich sie eher erhalten möge, will ich mich nach deinem Beispiele von dem Wege der Tugend, von der Vollziehung mei ner heilsamen Entschlüsse, von deiner Nachfolge und Liebe durch keine Beschwernisse, durch keine Widerwärtigkeit, durch keine Schmach und Verfolgung abwendig machen lassen. Amen! Geistliche Kommunion, schlüßliche Liebesseufzer, wie am ersten Tage; Seite 579 u. ff. während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. blind Sie benter Za g. Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 575. m.s0212 schil Besondere Erwägung und Herzens ergießung. Jesus liebt uns mit reinster und uneigennüßiger Liebe. O Jesu! wie unvollkommen und mangelhaft, wie sinnlich, eigennüßig und gewinnsüchtig ist insgemein die Liebe der Menschen! Ganz anders ist deine Liebe zu uns Menschen beschaffen; sie ist die reinste, die vollkommenste. Du bist selbst unendlich reich, und besißest in unendlicher Fülle Alles, was dich glückselig machen kann; und darum suchest du durch deine so unerfaßliche Liebe in dem hochheiligen Altarsgeheimnisse nicht deinen Nußen oder deinen Vortheil, sondern nur den unsrigen, unser Heil nämlich, unsere Heiligung, unsere Vollkommenheit.. Wir können dir nichts geben; es ist ohnehin Alles dein und von dir; da du aber dich selbst uns gibst und mittheilest, gibst du uns Alles. Mit deinen Tugenden, mit deinen Verdiensten, mit deinen Gnaden willst du uns bereichern.ems of than Jesu! welcher Freund liebt seinen Freund, welcher Vater, welche Mutter ihre Kinder, welches Kind seine Eltern so rein und uneigennüßig, daß ihre Liebe auch nur von Weitem mit deiner Liebe könnte verglichen werden?.. In Wahrheit! deine Liebe ist in jedem Betracht erhaben über die Fassungskraft der Menschen und Engel... Und für diese deine Liebe erwartest und forderst du nichts Anderes, als aufrichtige, reine Gegenliebe. Könntest du weniger und etwas Billigeres begehren? Verborgener Gott! ich bekenne vor dir: Viele hundertmal habe ich gesagt: O Gott! ich liebe dich aus ganzem Herzen, über Alles. Hat aber das Werk mit dem Worte übereingestimmt? War meine Liebe rein und aufrichtig?.. D, wie oft sagte ich: O Gott! ich liebe dich, und mein Herz wußte nichts davon!.. Wie oft sagte ich: Ich liebe dich aus ganzem Herzen, und mein Herz war unter viele andere Gegenstände vertheilt! Wie oft sagte ich: Ich liebe 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe zc. 38 593 594 Andachts- Uebungen dur dich über Alles, und ich war durch unordentliche Neigun gen an verschiedene Geschöpfe gefesselt!.. Die blinde, sinnliche Liebe meiner selbst, meiner Hochachtung, meiner Gemäch lichkeit, meiner Leidenschaften hat sich oft mit der Liebe zu dir vermischt, und war somit keine reine Liebe; sie war nicht auf deine Ehre allein bedacht, sondern vielmehr auf meine eigene Ehre und auf meinen zeitlichen Nußen.. Jesu! löse doch durch deine Gnade die Bande, welde mich von der reinen Liebe zu dir zurückhalten! Entferne Alles aus meinem Herzen, was bisher der reinen Liebe zu dir im Wege stund!.. Aus mir selbst bin ich zu schwach, dieses zu Stande zu bringen; mit deiner Hilfe aber werde ich Alles vermögen. Ja, o Jesu! komm du nur selbst in mein Herz; entflamme es mit dem Feuer deiner Liebe, und verzehre Alles, was du immer Unreines, Sinnliches und Eitles darin findest, sollte es meiner verderbten Natur und meinen bösen Neigungen auch noch so empfindlich fallen! Alles werde ich mit Freude leiden, wenn ich nur bald in Wahrheit mit deinem Apostel werde sagen können:, Herr! du weißt, daß ich dich liebe ( Joh. 21, 17.) aus ganzem Herzen und über Alles. Amen! Geistliche Kommunion, schlüßliche Liebes: seufzer, wie am ersten Tage; Seite 579 u. ff. Achter Tag. Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 575. Besondere Erwägung und Herzens ergießung. Stro and the Jesus liebt mit vereinigender Liebe. O Jesu! deine Haupt- Absicht bei der Einsetzung des hochheiligen Altarsgeheimnisses ist unsere innigste Vereinigung mit dir. Diese Vereinigung, obschon sie bei Jenen, die dich mit guter Vorbereitung würdig empfangen, wahrhaft statt findet, ist so hoch, so unerfaßlich, daß noch kein Lehrer sie genugsam 11: 11: uf| ne n 11 $ e I während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. 595 hat erklären können. Keine Vereinigung in der Natur stellt ganz diese deine Vereinigung vor; man kann sie erfahren, aber nicht faffen. pd tg anisl tim ni Liebevollster Jesu! du hast ausdrücklich, mit deutlichen Worten gesagt: Wer mein Fleisch ist, und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich in ihm." ( Joh. 6, 57.) Wenige, aber sehr viel sagende Worte! Du gehst aber noch weiter, und setzest hinzu:„ Wie ich durch den Vater lebe, so wird auch der, der mich ist, durch mich leben."( 58.) Du vergleichest diese Vereinigung mit jener, die du von Ewigkeit her mit dem Vater hatteſt. Was Größeres und Wunderbareres kann gedacht werden?.. Diese innigste Vereinigung zu bewirken und uns vorzustellen, gibst du dich als wahre Speise.„ Mein Fleisch ist wahrhaftig eine Speise, und mein Blut ist wahrhaftig ein Getränk"( Johan. 6, 56.), so versicherst du uns selbst. Nun aber gibt es in der Natur keine innigere Vereinigung, als die Vereinigung der Speise mit dem Menschen, indem sie nach und nach in die Wesenheit des Menschen übergeht. Fast auf gleiche Weise wirst du als göttliche Speise mit dem Menschen, und der Mensch mit dir vereiniget, nur mit dem Unterschiede, daß du nicht in den Menschen, sondern der Mensch in dich umgewandelt und vergöttlichet wird. D, wie überglückselig ist jener Christ, der dich unter den Gestalten des Brodes würdig empfängt! Er kann in Wahrheit sagen: Ich bleibe in meinem Jesus, und Jesus bleibt in mir. Wir sind innigst mit einander vereiniget; wir haben die nämlichen Gesinnungen, Gedanken, Absichten, Grundsäße, den nämlichen Geist, ja! nur Ein Herz und Einen Willen miteinander; Jesus lebt in mir, und ich in ihm." D! ein solcher Chrift hat den Himmel schon auf Erden; er wird alle Tage heiliger und vollkommener. O mein Jesu! wann wird jener selige Tag kommen, an welchem auch ich mit Troft und Freude meines Herzens werde 38* 596 Andachts- Nebungen sprechen können:" Du bleibst in mir, und ich in dir!" Ach! schon so oft habe ich dich als himmlische Speise genoffen, und noch erblicke ich in mir keine große Veränderung; es lebt in mir noch der alte Mensch; es leben noch in mir die alten Anmuthungen.. Ach! wann werde ich mir sterben, um dir allein zu leben? Du kehrtest einst bei Zachäus und Matthäus nur einmal ein, und sie wurden alsbald bekehrt; und ich, zu dem du so oft auf wunderbare Weise gekommen bist, dem du dich selbst als Speise mitgetheilt hast, ich bin noch nicht heilig geworden!.. Ich habe dich wahrhaft genossen,- dich, der du der Weg, die Wahrheit und das Leben bist, und wandle noch nicht den Tugendweg; ich lasse mich noch von der falschen Eitelkeit blenden; ich bin noch frank an der Seele!.. D Jesu! wo fehlt es denn, daß ich nach so vielen Kommunionen noch nicht mit dir vereiniget, noch nicht mit deinem Geifte erfüllt bin? Ach! an mir fehlt es, und zwar schon lange... Ich habe keine Gewalt angewendet, Alles das aus meinem Herzen zu entfernen, was dir mißfällt; und dadurch ist die selige innigste Vereinigung mit dir bisher verhindert worden. Jetzt aber nehme ich mir ernstlich vor, Alles hinweg zu schaffen, was immer deiner vereinigenden Liebe entgegen steht. Alle sündhaften, sinnlichen, fleischlichen und unordentlichen Neigungen will ich aus meinem Herzen verbannen; die mindesten Sünden, Fehler und Mängel will ich sorgfältigst fliehen.. Da ich es aber aus mir selbst nicht zuwege bringen werde, so bitte ich dich, daß du mir beistehen wolleft.. Diesen deinen Beistand hoffe ich von dir um so gewisser, da du selbst, o mein Jesu! so sehnsüchtig verlangest, dich als göttliche Nahrung mit mir zu vereinigen. O, mache doch durch ein neues Wunder deiner Güte, daß ich dich von nun an jederzeit mit bester Vorbereitung, mit größter Reinigkeit des Gewissens, mit lebhaftem Glauben, mit fester Hoffnung, mit flammender Begierde und vollkommener Liebe empfange, auf daß du beständig in mir verbleiben und leben mögest, und ich in dir! Amen! ♦ → während der achttägigen Frohnleichnams- Feierlichkeit. 597 Geistliche Kommunion, schlüßliche Liebesseuszer, wie am ersten Tage; Seite 579 u. ff. Neunter Tag. Anbetung, wie am ersten Tage; Seite 575. Besondere Erwägung und Herzensergießung. Jesus liebt uns mit zärtlichster Liebe. Jesu! das Geheimniß des Altars kann mit allem Rechte das große Geheimniß deines allerheiligsten Herzens genannt werden, weil deine unermeßliche Liebe in diesem Geheimnisse weit herrlicher leuchtet, als in andern Geheimnissen; denn bei der Einseßung desselben hast du nur den süßesten Trieben deines unendlich liebenden und liebenswürdigsten Herzens gefolgt, das du in eben diesem Geheimnisse eingeschlossen hast, und das der kostbarste, edelste Theil deines Leibes ist.. Von wahren, guten Freunden, die einander aufrichtig lieben, pflegt man zu sagen: Sie theilen ihr Herz miteinander.. O Jesu! wer liebt aufrichtiger, flammender, vollkommener, als du? Von dieser deiner Liebe mich zu überzeugen, theilest du nicht nur dein Herz mit mir, sondern schenkest mir dasselbe unter den Gestalten des Brodes ganz als Eigenthum.. Dein Herz, o Jesu! schenkest du mir, dein Herz, das der Gegenstand des Wohlgefallens deines himmlischen Vaters, der Wohnsiß, die Ruhestätte des heiligen Geistes, ein würdiges Heiligthum und ein Thron der Gottheit ist;.. dein Herz, das der Ursprung deines Lebens, deines Athems, deiner Bewegungen, das Behältniß deiner Gesinnungen, EntschlieBungen, Wirkungen, der Schaßkasten deiner Tugenden und Verdienste ist;.. dein Herz, das die lebendige, unerschöpfliche Quelle alles Trostes, aller übernatürlichen Gaben und Gnaden ist, die uns Menschen zugeflossen sind, und noch zufließen werden;.. dein Herz, das voll Güte, Milde, Barmherzigkeit, Mitleiden, Freigebigkeit ist,-das, sobald es zu leben angefangen G - ishin Vermischte Andachts- Uebungen.d hat, auch anfing, uns Menschen zu lieben, für uns Menschen zu sorgen, und sich zu unserm Nußen, zu unserm Heile zu verwenden und gleichsam zu verzehren. Und dieses dein edelstes, heiligstes, ganz göttliches Herz, das uns mit ſehnsüchtiger, wunderbarer, allumfassender, frei gebigster, starkmüthigster, reinster und vereinigender Liebe noch beständig liebt, schenkest du mir unter der einzigen Bedingniß, daß ich dir mein Herz schenken soll, damit du es mit dem deinigen durch das Band der Liebe innigst vereinigen, es mit Tugenden schmücken, mit deinem Geiste beseelen, mit deiner Gnade erfüllen, und heilig machen könnest.. O Jesu! welche unendliche Ungleichheit zwischen deinem und meinem Herzen! Und dennoch gibst du mir das deinige, damit ich dir das meinige überlassen soll.- Ach! die größte Blindheit, Thorheit, Unbilligkeit wäre es, wenn ich dir mein armes, schwaches, elendes Herz versagen sollte... Nimm es denn hin, mein Jesu! Ich übergebe, widme und schenke es dir gänzlich; dir allein soll es eigen seyn; mache damit, was dir gefällt; es um nach deinem Willen; vereinige es mit deinem Herzen! Dulde nicht, daß noch einmal etwas Sündhaftes, Sinnliches und Fleischliches in dasselbe eindringe oder einschleiche, auf daß allezeit dein Herz in mir, und mein Herz in dir verbleibe! Amen! Geistliche Kommunion, schlüßliche Liebesseufzer, wie am ersten Tage; Seite 579 u. ff. wandle Achter Abschnitt. Vermischte Andachts: Uebungen. 598 Gunsdnspire Die Betstunde. Es werden im Jahre hindurch- in der Kirche öfter Betstunden vor dem allerheiligsten Altarssakramente angeordnet; auch fromme Seelen pflegen von Zeit zu Zeit dieser heiligen Uebung eine Stunde zu widmen; es gibt hier und da zu diesem Ende, zur ewigen Anbetung, eigene Bruderschaften, oder eine besondere Gesellschaft. 1109 - - Betstunde. 599 Das Ziel und Ende dieser Betstunden ist: Jesum Christum anzubeten, und seine göttliche Gegenwart unter uns zu verehren; die Unbilden, welche ihm in diesem Sakramente der Liebe angethan werden, zu ersetzen; ihn um nöthige Gnaden zu bitten, um Erleuchtung in 3weifeln, um Stärke in den Versuchungen, um Trost und Hilfe in Betrübnissen und Drangsalen dieses Lebens. Willst du, christliche Seele! eine solche heilige Stunde gut zubringen, so beobachte vornehmlich Folgendes: 1. Erwecke in dir vor Allem den lebhaften Glauben an dieses anbetungswürdigste Sakrament! Komm mit reinem, oder doch reumüthigem Herzen! 2. Vereinige dich innerlich mit den heiligen Engeln und himmlischen Geistern, die bei den Altären vor dem unbefleckten Lamme immer auf ihrem Angesichte liegen, und sich gleichsam vernichten! 3. Stelle dir vor, du seyest von Allen denjenigen, die sich zur ewigen Anbetung mit dir vereiniget haben, gleichsam abgeordnet, ihre Stelle zu vertreten, um Jesu Christo in ihrem Namen ihre Ehrenbezeigung darhrifto in ihrem N zubringen! 4. Hüte dich vor Zerstreuungen, Menschenfurcht, Ehrbegierde, Gleißnerei, u. dgl.! Verhalte dich so, als ob sonst Niemand in der Kirche zugegen sey, als Gott und du! Folgende Uebungen und Gebete werden dich diese heilige Stunde hindurch genugsam beschäftigen, wiewohl es nicht nothwendig ist, sie alle zu verrichten. Vielmehr halte dich gerade da am Meisten auf, wo dein Herz vorzüglich angesprochen wird! I. Glaubens: Akt. Du hast es gesagt, anbetungswürdigster Heiland! daß du. wahrhaft und wirklich unter den geringen Gestalten dieſes göttlichen Sakramentes zugegen seyest. Ich glaube es fest und ungezweifelt; und, um es zu glauben, habe ich nur dein Wort vonnöthen. Ja! ich bekenne es öffentlich: Dich selbst bete ich hier an, dich selbst, der du für mich in einem Stalle bist geboren worden, für mich am Kreuze haft sterben wollen,- dich selbst, der du nunmehr voll Herrlichkeit im Himmel regiereft, und am Ende der Welt kommen wirst, alle Menschen zu richten. Deine Liebe nämlich hält dich unter dem geheimnißvollen Schleier verborgen. Wiewohl meine Sinne das 600 Betstunde. Gegentheil sagen, so verwerfe ich doch ihr Zeugniß, damit ich mich unter den Gehorsam des Glaubens gefangen geben möge; und müßte ich wegen des Bekenntnisses dieser Wahrheit den Tod auch tausendmal erdulden, so dünkt mich, ich würde ihn, durch deine Gnade gestärkt, ganz beherzt erdulden. Von diesem Glauben ganz eingenommen werfe ich mich vor deiner anbetungswürdigen Majestät nieder; ich vereinige mich mit den seligen Geistern und mit allen rechtgläubigen Seelen, die sich mit Lust und Freude mit dir unterhalten; ich vereinige meine Anbetungen mit den ihrigen, und mit allen denjenigen, die man dir in diesem hochheiligen Geheimnisse bezeigt, und immerfort bezeigen wird. - II. Gebet um die Gnade, diese Anbetungs: stunde heilig zuzubringen. Wie glücklich bin ich, o mein anbetungswürdigster Hei land! daß ich mich in diesem Augenblicke bei dir befinde, mit dir eine Zeitlang in deinem heiligen Tempel mich unterhalten, dir mein Herz eröffnen, dir das wichtige Geschäft meiner Seligkeit anempfehlen, dich um den besonderen Beistand deiner Gnade bitten darf! Wie sehnsüchtig verlangte ich, in deiner Einsamkeit dir Gesellschaft zu leisten! Du bist meine Freude, meine Ruhe und mein Leben. Entfernt von dir bin ich außer meinem Mittelpunkte; bei dir aber kann ich leicht der Welt und aller erschaffenen Dinge vergessen. O, mache mich doch der süßen Früchte deiner Gegenwart theilhaftig, und flöße meinem Herzen Gesinnungen und Anmuthungen ein, die Deiner würdig sind! ic i Man hält in der Welt die Gnade, zu seinem Fürsten zu kommen, und ganz allein mit ihm sprechen zu können, für eine besondere Wohlthat. Nun aber erweisest du mir diese Wohl that, o mein Gott! Ich bin hier bei dir; du lasseft mich vor dich. O mich Glückseligen, wenn ich dieses Glück recht er fennete! Weil du mich aber mit einer so großen Wohlthat Betstunde. begnadigest, so verleihe mir auch die Gnade, jene Zeit, die ich hier bei dir zubringen werde, heilig zuzubringen! Entferne von meinem Gemüthe alle Zerstreuungen, alle fremdartigen Gedanken, die mich von dir entfernen könnten! Verbanne aus meinem Herzen alle Trägheit, Lauigkeit, Nachläßigkeit, die meine Ehrenbezeigungen verderben, und Deiner minder würdig machen könnte! Möchte ich doch nur mit Anbetung deiner Majestät, mit Bitten um deine Gnaden, mit Seufzen über meine vielfache Untreue und Armseligkeit beschäftiget seyn! 601 Engel des Herrn, himmlische Geister, die ihr diese heiligen Altäre umgebet! mit euch vereinige ich mich, da ihr den König der Herrlichkeit, den unsterblichen Gott, anbetet und verehret. Ich möchte ihm gerne eine eben so reine, lebhafte, inbrünstige Liebe opfern und bezeigen, wie die eurige ist. Würdiget euch doch, meinen Mangel zu ersetzen, und mir jene Gnaden zu erlangen, die ich für diesen Augenblick und für mein ganzes Leben vonnöthen habe! III. Gespräch mit Jesus Christus. dis Dieses Gespräch muß der Grund dieser heiligen Uebung seyn. Es schließt jene zwei wichtigen Gegenstände in sich, die die Andacht gegen das allerheiligste Altarssakrament betreffen, nämlich die unermeßliche Liebe Jesu Christi gegen die Menschen, und den überaus großen Undank der Menschen gegen Jesus Christus. Diese beiden Gegenstände werden die zwei Punkte dieses Gespräches ausmachen. Erster Punkt. Die unermeßliche Liebe, welche uns Jesus Christus in do dem allerheiligsten Altarssakramente bezeigt. O allmächtiger Gott, anbetungswürdigster Heiland, der du, aus Uebermaaß deiner unendlichen Güte und deiner unermeßlichen Liebe, in dem anbetungswürdigsten Sakramente des Altars den kurzen Inbegriff aller deiner Wunder zusammengefaßt haft! steh! da liege ich vor dir, und vor deinem heiligen Tabernakel auf den Knieen, um dich mit allen Anmuthungen, deren mein Herz fähig ist, zu verehren. Betstunde. Ich weiß es, o mein süßester Heiland! und der Glaube lehrt es mich, daß das Sakrament des Altars das Heiligthum ist, wo du als der heilige, unschuldige Hohepriester, der du für dich selbst nicht zu bitten hast, inständig für uns bittest. Es ist der Altar der Versöhnung, wo du dich als ein unbeflecktes Schlachtopfer-- alle Augenblicke für die Vergebung der Sünden aufopferst. Es ist der Altar der Brandopfer, wo du dich als ein göttliches Lamm- ganz und gar, und ohne Vorbehalt, in den Feuerflammen deiner übermäßigen Liebe verzehrest. Es ist der Altar des Rauchwerkes, wo du als der Hohepriester des neuen Bundes ohne Unterlaß das Rauchwerk deiner Ge bete und Opfer gegen Himmel schickest. O köstliches Rauchwerk! welchen lieblichen Geruch muß es vor dir, o ewiger Gott! ausbreiten! welche Ehre müssen dir so inbrünstige Ge bete und so vollkommene Opfer verschaffen! Es bittet dich nicht ein bloßes Geschöpf, noch betet dich ein purer Mensch an, sondern ein Gott, dein eigener Sohn, das Ebenbild deiner Wesenheit, der, ob er gleich deiner göttlichen Majestät in Allem gleich ist, dennoch vor derselben als Fürbitter und als ein Schlachtopfer erscheint. An diesem Uebermaaße der Demüthigung, wozu Jesus Christus der Ehre deines heiligsten Namens wegen sich herunter läßt, erkenne ich deinen geliebten Sohn, an welchem du dein Wohlgefallen hast. Weil keine Zeit, kein Ort ist, wo die Menschen dich nicht beschimpfen, so ist auch keine Zeit, wo Jesus Christus dich nicht ehret. Ihren Be schimpfungen sett er seine Ehrenbezeigungen entgegen, ihrer Hoffart seine Erniedrigungen, ihren Gotteslästerungen sein Lob, ihrem Kaltsinne seine Liebe, ihren unzähligen Sünden seine immerwährenden Tugendübungen. Zu diesem Ziel und Ende vornehmlich hat er sich unter die Gestalten des Brodes gestellt, stellt sich immerdar unter dieselben, und erweiset dir da ohne Unterlaß jene Ehre, welche dir die Menschen verweigern 602 - ― oder rauben. Welches Uebermaaß von Liebe ist es aber, o anbetungs Betstunde. würdigster Heiland, den ich hier als gegenwärtig erkenne und anbete! welche Güte, daß du auf diese Weise unsere unermeßlichen Schulden auf dich nehmen und bezahlen willst! Ja! dieß thust du, und du würdest es noch kräftiger thun, wenn unsere Untreue nicht die mächtige Kraft deines für uns am Kreuze vergossenen und täglich auf deinen Altären aufgeopferten Blutes hindern würde. Diesem abso für uns aufgeopferten Blute nämlich hat die Welt ihre Bekehrung zu danken. Dieſes Blut entwaffnet gleichsam die göttliche Gerechtigkeit, welche schon bereit steht, das ganze menschliche Geschlecht, wie ehemals, zu ftrafen. Dennoch ist dieß nicht die einzige Wirkung, welche du in diesem Sakramente hervorbringst. Du besänftigest da nicht nur den göttlichen Zorn, du ziehst auch über uns die göttlichen Erbarmungen herab, verrichtest das Amt eines Fürsprechers und Mittlers, indem du ohne Unterlaß für uns bittest, alle geistlichen und zeitlichen Hilfsmittel, derer wir in diesem Leben bedürftig sind, begehrest und erlangest. Welches Glück, o mein Gott! daß ich an dir einen solchen Hohenpriester zum Fürsprecher habe, der, weil er alle unsere Armseligkeiten, die Sünde ausgenommen, selbst erfahren hat, dieselben kennt, und dadurch gerührt wird; einen solchen Hohenpriester, der noch überdieß wegen seiner Ehrerbietigkeit gegen den himmlischen Vater verdient, in Allem, was er begehrt, erhöret zu werden! Was dürfen wir von einer so liebevollen und mächtigen Fürsprache nicht erwarten? 603 Wenn ich, o mein liebreicher Heiland! Alles dessen gedenke, was du ehemals für uns gethan haft, wenn ich sehe, was du noch täglich in diesem heiligsten Sakramente für das Heil unserer Seelen thust, muß ich nicht von der lebhaftesten Dankbarkeit und von der zärtlichsten Liebe ganz eingenommen werden? Du bist im Schooße deines himmlischen Vaters weil du aber gesehen hast, daß ihn die Menschen nicht so ehren konnten, wie er es verdient, so hast du aus gewesen; - - 604 Uebermaaß von Liebe ihre Unvermögenheit erseßen wollen. Du haft deßhalb ihre Natur angenommen, haft unter uns auf Erden gelebt. Da du aber endlich in den Schooß deines Va ters, woraus du hervorgegangen warest, zurückkehren solltest, so hast du, ehe du in den Himmel aufgefahren bist, ein Mittel er funden, auch auf Erden zu verbleiben, und daselbst durch die Verdienste deines sakramentalischen Lebens immerfort das zu ersetzen, was das Leben der Menschen Unvollkommenes und Sündhaftes an sich haben würde. Dieses Mittel ist nämlich das hochwürdigste Sakrament des Altars, wo du bis zum Ende der Welt wohnen wirst. - Betstunde. — - Wunderbares Mittel, welches zugleich die unendliche Weis heit, Macht und Güte Gottes zeigt!- Unaussprechliches Mittel, welches dir zu eben so großer Ehre gereicht, als es uns selbst heilsam ist! Fürwahr! ein ganz neues Mittel, welches über alle unsere Gedanken ist,- welches nicht nur Alles, was man, ich will nicht sagen, hoffen, sondern sich auch nur einbilden kann, übertrifft! Wie sehr sind wir dir ver bunden, daß du uns ein Herz bezeigt hast, welches so aufmerk sam auf unsere Bedürfnisse ist, und durch unsere Uebel so sehr gerührt wird, ein für unser Heil so eifriges und großmüthi ges Herz! Was hättest du für uns noch thun können, das du nicht wirklich gethan haft?- D, wie deutlich zeigest du, daß die Liebe sinnreich ist! Welche wunderbare Erfindungen deiner übermäßigen Liebe, um uns dieses zu zeigen! O mein Heiland! gütigster Gott! wohl eine glückselige Seele, die sich vor deinen Altären mit dir vereiniget! wird den köstlichen Vortheil genießen, an deinen Verdiensten und Handlungen Theil zu haben. Sie wird deinen himmlischen Vater anbeten, wie es sich für ihn gebührt; sie wird dich selbst ehren, wie es sich für dich geziemt.- Von diesem tröstlichen Gedanken eingenommen- opfere ich dir, o mein Hei land! alle Anmuthungen meines Herzens auf. Ich vereinige mich mit allen Anbetungen und Ehrenbezeigungen, womit du S 0 C 2 I 5 Betstunde. deinen himmlischen Vater verehrest, und bis zum Ende der Welt verehren wirst. Es wird zwar dein Gut, aber doch ein Gut, welches du uns überlassen hast, weil du dich uns gänzlich schenkest.- Herr! wir können jene trostvollen Worte, die du ehemals zu deinen Jüngern gesprochen hast, um ihnen das Glück, das sie hatten, begreiflich zu machen:„ Selig sind die Augen, die sehen, was ihr sehet!" diese Worte können wir sicherlich auch auf uns ausdeuten.- Ja! ihr Glück mag so groß gewesen seyn, als immer, so ist doch das unsrige noch unaussprechlicher, weil wir eben diesen Gott auf eine noch wunderbarere Weise bei uns und mitten unter uns haben, ihn noch leichter und ungehinderter antreffen, und mit ihm umgehen können, ja! sogar das unaussprechliche Glück haben, ihn zu empfangen, und weil er bis zum Ende der Zeiten bei uns verbleiben wird, um bei allen Gelegenheiten und zu allen Zeiten unser Trost, unsere Stärke und unsere Zuflucht zu seyn. — - - 605 O Uebermaaß, o Wunder der göttlichen Liebe!- Alles, o Herr! Alles ist in deinem Sakramente wunderbar; die Wunder, die du wirkest, die Gnaden, die du ausgießest, die Süßigkeiten, die du da zu genießen gibst.- Kein Wunder der Macht setzt mich indeß so sehr in Erstaunen; ich weiß nämlich, wie groß deine Macht ist; das einzige Wunder, das ich nicht begreife, ist das Wunder dieser ganz göttlichen Liebe, und daß ein Gott für so niedrige und undankbare Geschöpfe so große Wunder wirkt. Allein ich sehe wohl, deine Liebe ist eben so groß, als dein Wesen; sie ist nämlich, wie deine übrigen Vollkommenheiten, unendlich. Allein, o mein Gott! ich darf nicht damit zufrieden seyn, daß ich diese erstaunlichen Wunder glaube und anbete; ich muß jene Frucht daraus zu ziehen suchen, die sie natürlicher Weise hervorbringen sollen.- Du willst dich uns schenken, und zwar auf eine so unaussprechliche Weise;- ich muß mir also dieſe köstlichen Gaben zu Nußen machen, Liebe mit Liebe vergelten, — 606. Betstunde. diese Liebe so tief in mein Herz prägen, daß sie nicht daraus vertilgt werde. Und um diese Liebe bitte ich dich jest o mein Gott! Entzünde doch ihr himmlisches Feuer in meiner Seele! Ich will oftmals kommen, sie aus diesem Feuerofen zu schöpfen.- Das Sakrament des Altars ist jenes große Hilfsmittel, jener große Trost, den du uns gegeben haft. E schließt unter sichtbaren Gestalten, deine anbetungswürdigste Person in sich ein, und erneuert die Geheimnisse deines Lebens; - es wird mich also derselben erinnern, und mir ihre heil samen Wirkungen angedeihen lassen. Oft will ich demnach dieses hochheilige Sakrament hier gläubig in's Auge fassen, und mich daselbst mit dir vereiniget halten; du befindest dich in demselben, um mir zum Muster, zum Schlachtopfer, zur Speise, zur Stüße und zur Zufluchtsstätte zu dienen. für uns auf unsern Altären verborgener und vernich teter Jesu! göttliches Muster der, des innerlichen Lebens bebeflissenen, Seelen, ihre Ruhe und ihre Freude! Ich will nirgends mehr wohnen, als in deinem Heiligthume, und bei deinen heiligen Tabernakeln. Mein Leben soll künftighin mit dir in deinem Sakramente verborgen seyn! Gib, o göttliche Liebe! daß ich mich meine übrige Lebenszeit hindurch so auf diese liebliche Uebung verlege, daß ich das Glück habe, sie auch nach diesem Leben fortzuseßen! - — - 3 weiter Punkt. ind Der überaus große Undank der Menschen gegen Jesus Christus. Kommet, Christen!-Jünger Jesu Christi! kommet! laffet uns einen Gott anbeten, welcher voll der zärtlichsten Liebe ist, - welcher vom Himmel hat herunter steigen wollen, um sich uns auf Erden zu schenken, und aus dem Schooße seines Vaters herausgehen, um in unsern Tempeln zu wohnen! Welche Güte, o mein Heiland! daß du in einem Hause wohnen willst, welches von Menschenhänden gebaut, und der höchsten - 18 st, er Ent e $ T e 1 i I Betstunde. Majestät so wenig würdig ist! Du erfüllest zwar wegen der Unermeßlichkeit deines Wesens alle Orte der Welt; aber- aus Uebermaaß deiner Liebe wohnest du auf eine besondere Weise auf unsern Altären. Nicht zufrieden, daß du zur Zeit deines sterblichen Lebens mit den Menschen umgegangen, und von ihnen auf's Unanständigste mißhandelt worden bist, haft du auch noch nachher bei ihnen verbleiben, und dich dadurch neuen Beschimpfungen aussehen wollen, womit sie, wie du es vorhergesehen hast, deine Wohlthaten vergelten würden.- O Güte! o Liebe! Fürwahr eine göttliche Güte und Liebe, derer aber die Menschen so wenig würdig gewesen sind, und sich, leider! täglich noch unwürdiger machen!- D! lasset uns vor dem Altare dieses lebendigen Gottes auf die Kniee niederfallen, unsre Missethaten erkennen, und unsre Unheile beweinen! Wir haben mitten unter uns einen Gott, den wir nicht zu kennen scheinen. Wir haben unsern Gott bei uns, und wir achten ihn nicht; wir verlassen ihn,- wir würdigen uns sogar wenn wir es thun, so thun wir nicht, ihn zu besuchen, oder 607 es ohne Aufmerksamkeit, ohne Ehrerbietigkeit, ohne Liebe. Was sage ich? Wir thun es oftmals mit der schimpflichsten Verachtung, und mit der empfindlichsten Schmach. Und wie weit treiben wir nicht unsern Undank und unsere Beleidigungen gegen ihn! sogar bis zur Vergessenheit, bis zur Unehrerbietigkeit, bis zum Aergernisse, bis zur Entheiligung, bis zum Gottesraube! Erstaunet, ihr Himmel! ruft dieser beschimpfte Gott, und ihr Pforten des Himmels! seyd bestürzt wegen der Uebelthaten meines Volkes! Sie haben mich verlassen, mich, die Quelle des lebendigen Wassers, und haben sich Cisternen gegraben, um daraus vergiftetes Wasser zu schöpfen.d D Herr! mit äußerster Beschämung und mit billigsten Schmerzen bekennen wir: Wir haben dich beleidiget, und durch unsere Beleidigung verdient, daß auch uns jene erschreckliche Weisfagung treffe, welche bei deiner Aufopferung im Tempel geschehen ist, nämlich, daß du zum Untergange Vieler aus Betstunde. deinem Volke gesetzt seyest. Fürwahr, liebreichster Heiland! du kommst auf unsere Altäre, um da für getreue Seelen ein Schaß der Gnaden und der Seligkeit zu seyn, und du wirst da für Viele aus ihrer eigenen Schuld ein Anlaß zu ihrer Verdammniß seyn. Können wir wohl an alle jene Unbilden denken, die dir Viele in deinem eigenen Hause, und zu eben jener Zeit angethan haben, und noch anthun, wo du vor unsern Augen jenes große Opfer erneuerst, welches den Himmel und die Erde in Erstaunen gesetzt hat,- können wir an dieses Wunder des Undankes und der Gottlosigkeit denken, ohne daß unsere Augen mit Thränen benetzt werden, und ohne daß unser Herz den größten Schmerz empfinde? 608 Ach! wenn wir eben so, wie wir es wirklich sind, von dem Glaubenslichte erleuchtet auf dem Kalvarienberge zugegen, und Augenzeugen jenes blutigen Opfers gewesen wären, das dieser anbetungswürdigste Heiland daselbst verrichtet hat, würden wir uns wohl, ich will nicht sagen, eben so kaltsinnig, so zerstreut, so unandächtig, sondern eben so unehrerbietig und frech, so gottlos dabei verhalten haben, wie wir uns vor den Altären verhalten? Würden wir nicht im Gegentheile von Ehrfurcht, Dankbarkeit und Liebe ganz eingenommen gewesen seyn? Nun aber betet, leidet, opfert sich für uns eben dieser Gottmensch auf dem Altare seiner Ltebe; warum flößt uns unser Glaube nicht eben diese Gesinnungen ein? oder vielmehr - warum haben wir bei einer so erhabenen Religion so ent gegengeseßte, und unserm Glauben so übel anstehende Ge sinnungen? - Fürchten wir doch die gerechten, aber erschrecklichen Strafen eines beschimpften Gottes, die leidigen Folgen eines entheiligten Opfers! Das Blut Jesu hat um Barmherzigkeit für den demüthigen, reumüthigen, bußfertigen Schächer gerufen; es hat aber Gerechtigkeit wider den unbußfertigen, und wider die ver stockten Juden gefordert. Gott hat damals diese Stimme vom Himmel herab gehört; fürchten wir uns doch, er möchte sie Betstunde. auch noch jetzt hören, und zwar zu unserm ewigen Unglücke, um seine göttliche Rache an uns auszuüben! und Ach! laß uns eher, o mein Gott! vor deinen Füßen sterben! Ach! Vergebung, o Jesu! Vergebung aller Sünden, deren wir uns wider dich und deine erschrecklichen Geheimnisse schuldig machen! Vergebung unsers so erschrecklichen Undankes! Vergebung unsers so sträflichen Kaltsinnes! Vergebung aller unserer so häufigen Unehrerbietigkeiten! Vergebung unserer Aergernisse, worüber die Kirche seufzt! Vergebung der Entheiligungen, worüber sich selbst der Himmel entsetzt! Vergebung unserer Gottesräubereien, die den Gräuel und die Verwüstungen sogar in den heiligen Ort selbst gebracht haben! Wir bereuen und verfluchen sie jetzt auf immer; wir möchten sie gerne mit unsern Thränen abwaschen, und mit unferm Blute abbüßen. - - - - 609 Diener des lebendigen Gottes, die ihr- vor Eifer für die Ehre eures Herrn brennet! vereiniget euch mit uns, um die Schmach zu beweinen, welche wir diesem gütigsten Gott sogar in seinem heiligen Tempel angethan haben! Ersetzet durch euere heilige Inbrunst die Schwachheit unserer Reue und Gesinnungen! Ich meinerseits, o mein anbetungswürdigster Heiland! was kann ich Anderes thun, als bitterlich über alle meine Verbrechen seufzen? Ich opfere dir alle Gesinnungen eines von Schmerzen ganz eingenommenen und zerknirschten Herzens auf, und bin fest entschlossen, dir in Zukunft treuer zu dienen. Es ist ganz billig, o Herr! es ist für mich durchaus nothwendig, daß ich dergleichen heilsame Uleberlegungen mache, und Entschlüsse faffe. Ich habe, leider! den Glauben aus den Augen gesetzt, meinen Gott nicht geachtet, ihn beschimpft, seine Gaben mißbraucht, seine Gnaden und Sakramente entheiliget; und was die Quelle meiner Seligkeit und Heiligkeit seyn sollte, das habe ich zur Quelle oder zur Gelegenheit meines Verderbens und meiner Verdammniß gemacht. Sieh denn, o mein Gott! sieh! ich bin bereit, meine bisher begangenen Fehler wieder gut zu machen. 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe 2c. 39 610 Betstunde. O verborgener, und für uns geschlachteter Gott! anbetungswürdigstes, für unsere Sünden dargebrachtes Schlachtopfer! ich will von nun an deine heiligen Tempel für ein Bild des Himmels, deine heiligen Altäre für den Thron deiner Barmherzigkeit, und dein Heiligthum für die Zufluchtsstätte und den Wohnort meiner Seele halten. Mein Leben soll künftighin mit dir in deinem Sakramente verborgen seyn. Ich will mich da oftmals mit dir unterhalten. Ich will meine vorigen Nachläßigkeiten, Unehrerbietigkeiten, Untreue zu erseßen trachten. Ich mache für mein ganzes Leben den ernstlichen Vorsaß, dem heiligsten Meßopfer täglich, wenn es seyn kann, mit größ ter Ehrerbietigkeit beizuwohnen, oft und mit fleißigster Vorbereitung zum Tische des Herrn zu gehen, dich auf deinen Altären recht oft zu besuchen, kurz, dir jene Ehre zu erwei sen, die ich dir verweigert habe. Ich hoffe von deiner Güte, daß du mich noch vor deine heiligen Tabernakel lassen, und einst mit deinen Auserwählten in deine Herrlichkeit wirst aufnehmen wollen. Amen! 13 IV. Abbitte vor dem hochwürdigsten Gute. Anbetungswürdigster Jesu! einziger Sohn des ewigen Baters! o Gott, der du unter den geringen Brodesgestalten verborgen bist, in deinem Tempel oft ganz allein gelassen, in dem Sakramente deiner Liebe beleidiget, und durch den Undank, durch den Unglauben, durch die Unehrerbietigkeiten, Gottlofigkeiten und Entheiligungen der Menschen so sehr beschimpft wirst! ich bin hier, dir mein billiges Herzenleid darüber zu bezeigen, und dich sowohl für sie als für mich um deine große Barm herzigkeit anzuflehen. Ach! hättest du nach Allem dem, was du uns zu Lieb gethan hast, von uns dieß wohl erwarten sol len? Du bist nicht damit zufrieden, daß du einmal für alle Menschen am Kreuze gestorben bist, und für unsere Erlösung und Heiligung den letzten Blutstropfen vergossen haft; du opferst dich noch täglich für uns auf unsern Altären auf, gibst uns Betstunde. deinen heiligsten Leib und dein kostbarstes Blut zur Nahrung unserer Seelen, wohnest Tag und Nacht in deinen heiligen Tabernakeln, um da auf immer unser Schlachtopfer, unser Arzt, unser Hirt, unser Mittler, unser Rathgeber, unser Tröster zu seyn. Welches Wunder, welches Ulebermaaß von Güte gegen uns! Ist aber wohl das Uebermaaß, das Wunder unsers Undankes gegen dich minder groß, minder erstaunlich? O Gott, den die Engel anbeten, vor dem die Throne sich erniedrigen, und die Cherubim sich mit ihren Flügeln bedecken! was findest du doch an den Menschen, das dich an sie hinzieht, - und welchen Beschimpfungen bist du nicht ohne Unterlaß sogar in dem Sakramente deiner Liebe ausgesetzt?!- Großer Gott! unsterblicher Gott! König der ewigen Zeiten! möchte dir doch von allen erschaffenen Geistern- im Himmel und in der ganzen Welt feierliche Abbitte gethan werden aller Sünden wegen, die in deiner Gegenwart wider das hochheilige Sakrament des Altars sind begangen worden, der Wuth so vieler Keßzer, der Gottlosigkeiten so vieler Freigeister, der Entheiligungen und Gottesräubereien so vieler Sünder wegen! Voll des Glaubens und des Schmerzens verehren wir dich demüthig, und beten dich in dem Sakramente deiner Macht und Liebe an. Wir versprechen dir, daß wir dir in deinen heiligen Tempeln öfter die Ehre erweisen werden, welche dir gebührt; wir wollen uns da mit jener Ehrerbietigkeit einfinden und aufhalten, die wir dir schuldig sind. Ach! warum können wir deine Ehre nicht mit Vergießung unsers Blutes ersetzen! Nun- so wollen wir dich wenigstens von ganzem Herzen verehren und lieben. Wir bitten dich um die Gnade, dieses wirklich zu thun, und hoffen sie auch von deiner unendlichen Güte. — 611 - V. Aufopferung. O mein Gott! ich beuge mich vor deinem Altare in den Staub, und durchdrungen von Dankbarkeit für deine Wohlthaten- betheure ich dir, daß ich dir ganz ergeben bin, und dir 39* 612 Betstunde. ewig anhangen will. Nimm doch gnädig das Opfer auf, welches ich dir von Allem, was ich bin und habe, darbringe! Wehe mir, wenn ich etwas besißen würde, das nicht deiner Liebe zugehörte, und wenn ich nicht entschlossen wäre, dir Alles auf das erste Zeichen deines Wohlgefallens zu opfern! Meine Güter, meine Freiheit, meine Gesundheit, mein Leben selbst, Alles ist dein; schalte damit als Oberherr, und nach deinem Belieben! Ich opfere dir Alles auf, damit es dir gewidmet sey, die Güter, die ich befize, damit sie mit den Armen getheilt, und zur Zierde deiner heiligen Altäre verwendet werden, meine Frei heit, meine Gesundheit, mein Leben, damit sie einzig und allein zu deinem Dienste dienen, alle Kräfte meiner Seele, damit du in denselben herrschen, alle Anmuthungen meines Herzens, damit du sie verbessern, alle Angelegenheiten meines Heiles, damit du sie schlichten mögeft. Wie könnte ich dir mein Leben verweigern, nachdem du das deinige so großmüthig für mich geopfert hast? Und was konntest du noch mehr thun, als daß du des Heiles meiner Seele wegen am Kreuze gestorben bist, und dich noch täglich für sie auf deinen Altären opferst? - * - O Liebe, die mein ganzes Herz nicht vergelten kann! ich halte alle Augenblicke meines Lebens, alle Anmuthungen mei nes Herzens für verloren, die ich dir nicht gewidmet habe. Nimm wenigstens noch jene an, die noch übrig sind! Kann ich dich nicht so sehr lieben, als ich es verlange, und als du es verdienest, so gib, daß ich dich wenigstens so sehr liebe, als ich es im Stande bin! Ja, mein Gott! ich will gerne außer dir nichts anderes finden, als Ueberdruß, Bitterkeit und Be trübniß, damit ich mich in der glücklichen Nothwendigkeit befinde, dich allein künftighin zu lieben, dir allein anzuhangen, für dich und in dir allein zu leben. - Eine Seele, welche ein aufrichtiges Verlangen nach ihrer Seligkeit hat, und eine wahre Andacht zu Jesus Christus trägt, ist von den Wohlthaten dieses göttlichen Heilandes ganz eingenommen, und hat keine hizigere Begierde, als sich mit ihm zu vereinigen; sie sehnet sich nach dem - Betstunde. Glücke, ihn zu empfangen und zu besitzen. Christliche Seele! so geh' denn oft zur heiligen Kommunion, in der Absicht, Jesum Christum zu ehren und zu verherrlichen, in der Absicht, jene Gnade zu erlangen, welche du zur Vermeidung der Sünden, zur Ausübung der Tugenden, zur Erwerbung der Heiligkeit, wozu dich Gott beruft, vonnöthen haft! Bitte mit Vertrauen um alle diese Gnaden! Kann dir Jener, der sich selbst dir gänzlich schenkt, wohl etwas abschlagen?- Die wichtigste und vornehmste Gnade aber, die du in dieser Betstunde begehren sollst, ist die Gnade, im Leben jederzeit auf eine heilige Weise zu kommuniciren! Der Zeitpunkt, in welchem du dich befindest, ist sehr günstig, sowohl zu dieser Bitte, als zur Erlangung dieser Gnade. Opfere ihm demnach zu diesem Ende folgendes Gebet auf! - 613 VI. Gebet um die Gnade, im Leben jederzeit auf eine heilige Weise zu kommuniciren; sammt der geistlichen Kommunion. - O mein Gott! ich habe das Glück, oft zu kommuniciren. Es ist dieses eine Gnade, die du mir zu verleihen dich würdigest,- eine Gnade, für welche ich dir meine billige Erkenntlichkeit nicht genugsam bezeigen kann. Was mich aber dießfalls bekümmert, ist die Furcht, ich möchte dieses heilige Werk nicht recht verrichten, noch die gehörige Vorbereitung dazu mitbringen. Wie unglücklich wäre ich, o mein Gott! wenn ich, da ich dein göttliches Geheimniß empfange, nicht im Stande wäre, dasselbe würdig zu empfangen, und wenn ich mich in Gefahr sehen würde, mein Gericht und meine Verdammniß zu empfangen! Dieser Gedanke erschreckt mich, und macht mich zittern. Mein Gott! mein anbetungswürdiger Jesu! ich bin jetzt vor dir und bei dir. Ich bin gleichsam befugt, Alles von dir zu begehren, und du bist im Stande, mir Alles zu verleihen. Nun sieh! die wichtige und kostbare Gnade, um welche ich in diesem Augenblicke dich bitte, und zwar für mein ganzes Leben bitte, ist das Glück, alle meine heiligen Kommunionen auf eine recht christliche, recht heilige Weise zu empfangen. Bereite du selbst mein Herz und meine Seele dazu vor! reinige meine An 614 Betstunde. muthungen, und erwecke sie! gib, daß ich zu diesem hochheiligen Geheimnisse jederzeit mit einem lebhaften Glauben, mit fester Hoffnung, mit inbrünstiger Liebe, furz, mit jener Vorbereitung hingehe, welche die Heiligkeit und Würde dieses anbetungswürdigsten Sakramentes erfordert! Ich meinerseits - verspreche, mit deiner heiligen Gnade alle meine Kräfte an zustrengen, damit ich mich selbst auf eine heilige Weise vorbe reiten, und im Leben jederzeit so kommuniciren möge, wie ich es im Tode wünschen werde, gethan zu haben. Und mit eben diesen Gesinnungen nehme ich dich jetzt auch geistlicher Weise in mein Herz auf, da ich es wirklich nicht thun kann. Mein Gott in mir! O! bleib' immer in mir, und mache, daß auch ich stets in dir verbleibe! — - VII. Gebet um das Glück, vor dem Tode die letzte Wegzehrung zu empfangen. — Ich weiß, daß ich einst sterben werde, o mein Gott! Unfre Sünden und deine Gerechtigkeit haben uns zum Tode verurtheilt. In jenen letzten Augenblicken, und da der letzte Kampf herbei kommen wird, werde ich mehr, als je zuvor, deine Hilfe und deinen Beistand vonnöthen haben wider den Schrecken und die Furcht des Todes, wovon ich werde umrungen seyn, - wider die Feinde meines Heiles, welche ihr Aeußerstes thun werden,- wider die Anmuthungen meines Herzens, dessen Schwachheit und Unbeständigkeit ich nur zu sehr erfah ren habe. Du wirst mich hoffentlich in diesen so gefährlichen Augenblicken nicht verlassen, o mein Gott! Du haft mir während meines Lebens so oft erlaubt, zu deinem heiligen Tische zu gehen, und deine göttlichen Geheimnisse zu empfangen. Ich bitte dich durch alle deine Barmherzigkeit, mir diese Gnade auch am Ende meines Lebens angedeihen zu laſſen. Möchte ich doch das Glück haben, vor meinem Tode die lette Wegzehrung mit jenen heiligen Gesinnungen, mit jener Gegenwart des Geistes und Freiheit des Herzens zu empfangen, Betstunde. welche nothwendig sind, damit ich dir mein leßtes Opfer würdig darbringen, und mich mit dir, als meinem liebsten Heilande, vereinigen möge, ehe ich vor dir, als meinem höchsten Richter, erscheinen werde! 615 Ich opfere dir für jene Zeit schon jetzt mein Leben auf, und nehme schon zum Voraus alle Schmerzen der letzten Krankheit, und was der Tod Hartes an sich haben mag, willig an. Ich bitte dich aber um die Gnade, dich zu empfangen, ehe ich diesen Ort des Elendes verlasse, und in dir auch das Unterpfand meiner ewigen Seligkeit zu erhalten. Komm mir alsdann zu Hilfe, um mich zu stärken, zu reinigen, und meiner Seele die Bitterfeit des Hinscheidens und der Reise in die Ewigkeit zu mildern! Dadurch wirst du nämlich alles Gute, womit du mich in meinem Leben begnadiget hast, gleichsam krönen, wenn du selbst meinen letzten Athemzug heiligen und aufnehmen wirst. -- VIII. Gebet um die Uleberwindung einer Versuchung oder Leidenschaft. Gütigster Gott, der du hier zugegen bist, und den Grund meines Herzens siehst! du siehst auch den betrübten Zustand, in weläjem ich mich befinde, und die Kämpfe, die ich zu bestehen habe. Da du so gütig gegen mich gewesen bist, sollte es möglich seyn, daß du mich gänzlich vergessen und der Wuth meiner Feinde überlassen habest?- Nein, mein Gott! so untreu ich auch deiner Gnade gewesen seyn mag, so bin ich doch so glücklich, daß ich dir zugehöre, weil du dich für uns auf deinen Altären aufopferst, und mir noch dahin zu kommen erlaubest. Scheinest du dich zur Bestrafung meiner Sünden auf einige Zeit von mir zu entfernen, so wird dein Zorn nicht immerfort dauern. Jagt mir die Finsterniß, die mich allenthalben umgibt, Furcht ein, so wird mir doch das sanfte Licht, welches bisher meine Tritte und Schritte erleuchtet hat, nicht versagt werden. Nachdem du mich so oft und so augenschein 616 Betstunde. lich wider den Feind meines Heiles beschüßzet hast, sollte es möglich seyn, daß du ihm endlich erlaubest, mich seiner Tyrannei zu unterwerfen, und ein Herz zu besiegen, das nur für dich erschaffen ist, und das du so oft durch die Gnade deines Sakramentes geheiliget haft? Nein, mein Gott! nein! Lassest du zu, daß der Versucher mich versuche, so wirst du doch nicht zulassen, daß ich durch die Versuchung überwunden werde, und daß ich in die Sünde, welche ich mehr als die Hölle verabscheue, einwillige. Sieh mich demnach, o Herr! mit jenem barmherzigen Auge an, welches die dichten Finsterniſse zerstreut! Mache die Feinde, welche mich angreifen, zu Schanden! Unterstüße meine schwachen Bemühungen, und erhöre das demüthige Gebet eines bedrängten Herzens, welches sein Heil nur von dir hofft, und deine große Barmherzigkeit, die es dadurch wird selig gemacht haben, daß sie ihm den Sieg über seine Feinde verleiht, ewig preisen wird!- IX. Der Lobgefang: Pange lingua um: schrieben und erklärt. Sieh: Vesper Andacht; Seite 491. Preise, meine Zunge! das unaussprechliche Geheimniß jenes herrlichen Leibes, der für uns geschlachtet worden ist! Widme deine Stimme dem Lobe jenes theuren Blutes, das unsers Heiles wegen vergossen worden ist! Der König der Völ ker, der König der Könige selbst, hat es nämlich, um das menschliche Geschlecht zu erlösen, vergossen. Hat es wohl je etwas gegeben, das unserer Verwunderung, unserer Dankbarkeit, unsers Lobes würdiger gewesen wäre? Eine allezeit unbefleckte, unberührte, und durchaus reine Jungfrau hatte ihn in ihrem Schooße empfangen, diesen König; Gott der Vater hatte ihn uns, um des Heiles unserer Seelen willen, gegeben. Nachdem er für uns war geboren worden, hatte er unter uns gelebt, und seine Freude in dem geseßt, daß er bei den Menschenkindern seyn konnte. Er hatte Betstunde. den Menschen, die im Schatten des Todes begraben waren, die Worte des ewigen Lebens verkündiget. Endlich hat er den Lauf seines unsterblichen Lebens auf eine wunderbare und unaussprechliche Weise beschlossen, auf eine Weise, die alle Kennzeichen der Gottheit, deren Fülle in ihm wohnte, an sich hatte.. - - 617 Da er bei jenem letzten und geheimnisvollen Abendmahle mitten unter seinen Jüngern saß, die er seine Brüder zu nennen sich gewürdiget hat, hat er, nachdem er alle zum Essen des Osterlammes vorgeschriebenen geseßlichen Ceremonien beobachtet hatte, sich selbst mit seinen eigenen Händen seinen lieben Aposteln übergeben, damit er die Speise und Nahrung ihrer Seelen werden möchte, gleichwie er bald das Schlachtopfer und der Werth ihrer Erlösung werden würde. O anbetungswürdigstes Geheimniß, in welchem das göttliche Wort, welches Fleisch geworden war, mit einigen Worten - das Brod zum Fleische macht, und an die Stelle der Wesenheit des Brodes kommt, in welchem der Wein zum Blute Christi wird, und das Blut des Lammes das Getränk der Unsterblichkeit! Dieses unaussprechliche Geheimniß ist freilich über die Sinne und über allen erschaffenen Verstand; allein ein aufrichtiges und unterwürfiges Herz wird durch das Zeugniß eines untrüglichen Glaubens, welcher das Verdienst desselben ausmacht, und es nicht betrügen kann, weil es das Wort Gottes selbst zum Bürgen hat, versichert und befestiget. Das Engelbrod wird Menschenbrod, und das Himmelbrod erfüllt, was durch Vorbilder vorbedeutet worden ist,- es macht denselben ein Ende.- O Wunder! der Arme, der Knecht, der verächtlichste Mensch ist den Herrn, den höchsten Herrn der Engel und Menschen! Von diesem lebhaften Glauben durchdrungen- lasset uns vor diesem unaussprechlichen Sakramente niederfallen, und dasselbe tiefgebeugt anbeten und verehren! Die Schatten und Vorbilder des alten Gesetzes sollen verschwinden, und dem 618 Betstunde. Glanze des neuen Gesetzes, welches an dessen Stelle kommt, Plaß machen. Hier kann aber das Zeugniß der Sinne nicht erklecklich seyn; ein fester und unbeweglicher Glaube muß es ersetzen, und uns im Glauben an dieses hochheilige Geheimniß so sehr befestigen, daß wir bereit sind, unser Blut zu vergießen, um dasselbe zu behaupten. Ehre, Lob, Jubelgesang, Benedeiung soll man Gott, dem Vater, dem göttlichen Sohne, und dem heiligen Geiste er weisen, sprechen, bringen! Gott dem Vater, der uns eine so große Wohlthat bescheeret hat, dem göttlichen Sohne, der sich für uns hat schlachten wollen, und unsers Heiles wegen ein Schlachtopfer werden,- dem heiligen Geiste, der, da er von beiden ausgeht, die wesentliche Liebe wird, welche sie auf immer im Schooße der Herrlichkeit miteinander vereiniget, wovon uns dieses hochheilige Geheimniß das kostbarste Unterpfand, und die glücklichen Erstlinge gibt! X. Litanei von dem allerheiligsten Altars: fakramente. - Sieh: Seite 514. Anstatt des Gebetes: O Gott du hast das wunderbare Altarsgeheimniß ic." fann das nachfolgende gebraucht werden. Gebet. Ich bete dich an, o Herr! und danke dir, daß du uns in dem heiligsten Sakramente des Altars wahrhaft und wirklich deinen heiligen Leib und dein kostbares Blut zur Nahrung unsrer Seele, zu unserm Troste und Heile hast hinterlasſen wollen. Du hast uns dessen selbst versichert, indem du ge sprochen haft:„ Nehmet hin, und esset davon! Denn dieses ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Trinket von diesem Kelche! Denn dieses ist mein Blut, welches für euch vergossen werden wird- zur Vergebung der Sünden."- Ich verehre diese heiligen Worte; ich kann und will an der Wahrheit derselben niemals zweifeln. Wer wird aber wohl jemals, o mein Betstunde. liebenswürdigster Heiland! einen so tiefen Abgrund ergründen, und eine so übermäßige Liebe begreifen können, daß du nicht allein Mensch, sondern auch eine Speise und Nahrung der Menschen hast werden wollen?-D höchst erstaunliche Liebe! O Strom der Gnaden und des himmlischen Segens! Welche Erkenntlichkeit und Danksagung, welches Lob, welche Ehrenbezeigungen und Anbetungen sind wir dir schuldig für eine so große Wohlthat, und daß du, um uns Menschen selig zu machen, deine Hoheit so weit herunter gelassen haft! Warum zerfließt meine Seele nicht wie Wachs, bei solcher Liebesgluth? Und wie können meine Sinne und mein Herz den Erguß einer so feurigen Liebe erleiden, ohne dadurch ganz entzückt zu werden? Mein Gott! erbarme dich meiner, und weil du so gütig gewesen bist, so fahre doch fort, die Schäße deiner Barmherzigkeit an mir auch künftighin zu zeigen! D mein Erlöser! gib, daß ich jederzeit eine große Ehrerbietung und ganz besondere Andacht zu diesem heiligsten und anbetungswürdigsten Sakramente tragen möge, und weil du es aus Uebermaaß der Liebe eingesetzt hast, so verleihe auch, daß wir es jederzeit in großen Ehren halten und mit großer Liebe empfangen, damit wir in der Stunde unsers Absterbens Vergebung aller unserer Sünden hoffen mögen! Amen! printse - - 619 - XI. Umschreibung des S3ten Pfalmes.*) Wie lieb und liebenswerth sind deine Wohnungen, o Herr der Heerschaaren! Meine Seele trägt ein flammendes Verlangen, und sehnet sich so sehr darnach, daß ich beinahe ohnmächtig werde. Du wohnest da bei uns, o lebendiger Gott und Urheber alles Lebens! Bei diesem Gedanken erweitert sich mein Herz, und selbst mein Fleisch scheint vor Freude aufzuhüpfen. Gibt es in der That ein süßeres Glück, als Tag und Nacht seinen Gott bei sich haben, Tag und Nacht bei seinem Gott seyn können? *) Sieh: Seite 498. 620 Betstunde. Die Vögel der Luft finden einen Zufluchtsort, wohin fie sich begeben mögen, und die Turteltaube macht sich ein Nest, wo sie ihre Jungen sicher stellen mag. Deine Altäre, o Herr der Heerschaaren! erwähle ich mir zu meinem einzigen Zufluchtsorte. Hier finde ich meinen Gott und bete ihn an,- meinen König, und unterwerfe mich ihm, - meinen Vater, und liebe ihn zärtlich, meinen Freund, und eröffne ihm mein Herz,- mein Schlachtopfer, und opfere es zur Versöhnung meiner Sünden auf. Glückselig Jene, die in deinem heiligen Hause wohnen, o Herr! Es ist den Häusern vornehmer Herren, und den kö niglichen Pallästen tausendmal vorzuziehen. Es ist die Abbildung des Himmels, des himmlischen Jerusalems. O, wie glückselig wäre ich, wenn ich hier meine Wohnung aufschlagen, und alle noch übrigen Tage meines Lebens mit den himmlischen Geistern, welche dich hier immerdar anbeten, zubringen könnte! Glückselig der Mensch, welcher bei dir seine Hilfe und seinen Trost sucht! Sein entzücktes Herz wird sich von diesem Thale der Thränen, von diesem Orte des Elendes empor schwingen, um sich in dem himmlischen Vaterlande, wornach es verlangt und trachtet, gleichsam häuslich niederzulassen. Der Urheber und Vollender des Gesetzes wird über seine Anbeter im Geiste- den ganzen Ueberfluß seines Segens ausgießen. Sie werden immer mehr Kraft bekommen, und von einer Tugend zur andern emporsteigen, und einst im Stande seyn, den König der Könige, den Gott der Götter, im Glanze seiner Herrlichkeit von Angesicht zu Angesicht zu schauen, nachdem sie ihn unter dem Schleier seiner Erniedrigungen werden angebetet haben. Ach! Herr, Gott der Heerschaaren! laß mich auch so glückfelig seyn! Gott Israels, Gott Jakobs! erhöre meine Bitte, und verleihe meiner schwachen Stimme gnädiges Gehör! Mein Gebet soll wie Rauchwerk zu dir hinaufsteigen! Betstunde. 621 Du aber, himmlischer Vater, allmächtiger Gott! sey unſer Beschüßer, und unsre Stüße! Schau auf deinen Gesalbten, deinen lieben Sohn, und sieh den Zustand, in welchen ihn seine Liebe gegen uns, und noch viel mehr das Verlangen, deine Ehre zu ersetzen, gesetzt hat! Ja, mein Gott! ein einziger vor deinen Altären zugebrachter Tag ist ganzen Jahren, und Millionen Jahren vorzuziehen, die man in lärmenden und unheiligen Gesellschaften der Welt zugebracht hat. Ich habe ihr leeres Wesen und ihre Nichtigkeit erfahren. Wehe dem, der noch daran klebt! Ich verlange und habe gewählt, in deinem heiligen Hause gering und verachtet zu seyn. Ich ziehe diesen geringen und ruhigen Aufenthalt dem Glanze und dem Ansehen der Wohnungen der Sünder, und der ganzen Herrlichkeit der Palläste der Weltgesinnten vor. Die Welt ist nichts, als Ungerechtigkeit, Eitelkeit und Trug. Jener Gott aber, den ich in seinem heiligen Tempel anbete, ist der Gott der Erbarmungen. Seine Worte sind die lautere Wahrheit, und seine Verheißungen sind untrüglich. Er gewährt uns in dieser Welt seine Gnade, und bereitet uns in der andern Welt seine Herrlichkeit. Was können wir darüber noch verlangen? Lasset uns denn auf dem Wege der Gerechtigkeit und in Unschuld wandeln! Die den Gerechten und Unschuldigen verheißene Belohnung wird einst unser Erbtheil seyn. O Gott der Heerschaaren! glückselig ist demnach, wer an allen irdischen Dingen Ueberdruß hat, Allem entlöset ist, und auf dich allein sein ganzes Vertrauen setzt. Ich schenke dir dasselbe ganz und gar, und für mein ganzes Leben. Nimm es doch, und die Ehre, die ich dir damit erweisen will, gnädig an, und verwahre es auf immer! 622 Betstunde. XII. Gebet für Alle, für welche man zu beten verbunden ist. O mein Gott! nicht für mich allein soll ich hier beten; auch für Alle, welche das zweifache Band der Religion und der Natur zu lieben mich verbindet, muß ich dir, wiewohl ich ganz unwürdig bin, im Vertrauen auf deine Barmherzigkeit - mein demüthiges Gebet aufopfern. Da ich ein Glied deiner heiligen Kirche bin, so muß ich mich ja ihrer bei dir annehmen. So gieße denn jederzeit deinen göttlichen Geist über sie aus;.erweitere sie durch die Bekehrung der ungläubigen Völker, und durch die aufrichtige Rückkehr derjenigen, die sich von ihr getrennt haben! Bewahre alle Rechtgläubigen vor dem gefährlichen Gifte des Irrthumes, und verleihe ihnen eine beständige Gelehrigkeit gegen die Lehren der Kirche, ihrer so zärtlichen Mutter! Gib allen Sündern die Gnade, sich von ganzem Herzen zu dir zu bekehren! Erhalte alle Unschuldigen in ihrer Unschuld, und alle Büßer in deiner Gnade!- Da ich überdieß ein Glied dieses christlichen Landes bin, so flehe ich dich an- um deine mächtige Hilfe für den Fürsten, der es regiert, und für alle Unterthanen, aus denen es besteht. Mache uns heilig, mache uns selig, Herr! ich bitte durch deine göttliche Barmherzigkeit, als die einzige Stüße unsrer Hoffnung. - Ich bitte dich auch um recht viele Gnaden für meine El tern, Verwandte, Freunde, Gutthäter. Vereinige uns Alle miteinander durch die Bande einer reinen Liebe in vollkommener und erbaulicher Haltung deiner göttlichen Gebote, auf daß unsere Einigkeit ewig im Himmel bestehen möge!- Gib endlich, daß meine Feinde, denen ich von ganzem Herzen verzeihe, und die ich nur Deiner wegen ganz aufrichtig zu lieben verlange, eben so gegen mich gesinnt seyen, und, wie ich, mit deinen Gütern erfüllet werden! O göttlicher Mittler, der du hier zugegen bist, und durch den allein mein Gebet bei deinem himmlischen Vater etwas Betstunde. vermag! würdige dich, auch selbst sowohl in mir als für mich, und für alle Uebrigen zu bitten!- Möchte doch meine Seele, welche so oft deine Wohnung geworden ist, auch der Thron deiner Barmherzigkeit seyn!- Möchte doch die mächtige Stimme deines Blutes von hier bis in den Himmel hinaufsteigen, um alle jene Gnaden zu erlangen, um welche ich eben für mich, und für meinen Nächsten gebeten habe! Amen! - 623 - XIII. Gebet für die Verbrüderten zur ewigen Anbetung des hochwürdigsten Gutes. Wenn ich für andere Menschen beten soll, o mein Gott! so soll ich ja besonders auch für jene beten, mit denen ich zur ewigen Anbetung des hochwürdigsten Gutes in Gesellschaft zu stehen das Glück habe. Da wir uns zu Gebet und Andachtsübungen miteinander vereiniget haben, so sollen ja auch unsere Herzen und Gesinnungen vor dir vereiniget seyn.- Ich bitte dich demnach für dieselben eben so wohl, als für mich, um deine häufigen Erbarmungen, und besonders- um die Gnade, dich würdig anzubeten, wenn wir uns vor deinen heiligen Altären befinden, um Eifer in deinem heiligen Dienste, um Abschen vor der Sünde, um Entlösung von der Welt, um Ergebung in deinen heiligen Willen bei unsern Widerwärtigkeiten, um Gleichförmigkeit mit deinem heiligen Willen, um gänzliche Ueberlassung in deine göttliche Vorsehung, endlich und über Alles,- um deine Liebe. —— — Wie glückselig bin ich, daß ich mit so vielen frommen Seelen vereiniget bin, und ihrer Gebete, ihrer Verdienste theilhaftig werde!- Ach! mein Gott! wenn sie hier vor dir sind, so beten sie, und beten dich mit so großer Aufmerksamkeit, mit so großem Eifer an, und ich verhalte mich da so lau, so unvollkommen, und Deiner so unwürdig! Ich hoffe aber, die Inbrunst ihrer Gebete werde die Schwachheit und Lauigkeit der meinigen erseßen. Ich hoffe, sie werden für mich beten, gleichwie ich für sie bete. Ergieße doch über uns Alle deine 624 Betstunde. Gnaden, und die Fülle deines Segens; und gib, daß, da wir auf Erden vor deinen Altären miteinander vereiniget sind, wir einstens auch Alle im Schooße deiner Herrlichkeit im Himmel vereiniget werden mögen! Amen! XIV. Heilige Seufzer, oder Anmuthungen des Herzens vor dem hochwürdigsten Gute. Wie heilig, wie ehrwürdig ist dieser Ort! Er ist das Haus Gottes, und die Pforte des Himmels. Die Engel liegen hier auf ihren Knieen, ja! auf ihrem Angesichte. O mein Heiland, der du hier zugegen bist! schau' mich mit barmherzigen Augen an! Du siehst den Zustand meiner Seele; du ergründest die Beschaffenheit meines Herzens. Reinige doch dasselbe, heilige es, zieh' es doch ganz an dich! IDE Möchte doch meine Zunge dem Lobe des Herrn gewidmet seyn, und nicht aufhören, ihn in seinem heiligen Tempel zu preisen! Deine Wohnungen, o Gott der Heerschaaren! sollen meine Herzenslust seyn. Wie lieblich und liebreizend sind sie! Meine Seele seufzet immer darnach. Tausendfältiger Dank sey dir für das Wunder der Liebe, welches du uns zu Lieb zu wirken dich gewürdiget haft! Engel des Himmels! vereiniget euch mit mir, oder vielmehr, erlaubet mir, daß ich mich mit euch vereinige, um den Herrn zu preisen! Oihr Völker der ganzen Welt! kommet, den Gott des Himmels, und den König der Könige hier zu bekennen und anzubeten! Sein dem Scheine nach so verächtlicher Zustand macht ihn unsrer Anbetung und Liebe noch würdiger. Mein Gott! du bist mein Heiland, mein Erretter, mein Beschüßzer, mein Trost und mein Alles. Was kann ich auf Erden noch verlangen, wenn ich bei dir bin? Der Eifer für dein Haus verzehrt mich; dieser Eifer macht, daß ich in Ansehung der Unbilden, die man dir hier anthut, vor Herzenleid gleichsam verschmachte. Betstunde. 625 Warum kann ich, o mein Gott! nicht alle menschlichen Herzen hierher berufen, und dir vorstellen, damit du sie mit dem Feuer deiner göttlichen Liebe entzünden mögest! Ich opfere dir das meinige auf; gib, daß es ohne Unterlaß von diesem himmlischen Feuer brenne! Im Namen Jesu sollen sich alle Kniee beugen- im Himmel, auf Erden und unter der Erde! • Verflucht sey, und wird es seyn, wer einen Gott nicht liebt, der uns so sehr geliebt hat, und der sich noch täglich uns zu Lieb schlachtet! O heiliger Gott! erlaubest du wohl einem verächtlichen Geschöpfe, dich anzuschauen? Du erlaubest es nicht nur, sondern du ladest mich sogar dazu ein. Soll ich wohl so undankbar seyn, daß ich deine so zärtlichen Einladungen ausschlage? Mein Heiland und mein Gott, meine Zuflucht und mein Alles! warum habe ich kein Herz, das Deiner würdig wäre? Es mag aber wie immer beschaffen seyn, so opfere ich dir dasselbe dennoch auf; mache du es dieser Aufopferung würdig! im Ich bin ganz dein, o mein Geliebter! und du bist ganz mein; was habe ich auf Erden noch zu verlangen? Wer, was soll mich von deiner Liebe trennen können? Nein! Trübfal, Hunger, Schwert, Marter und Tod selbst werden mich niemals von dem Gott meines Herzens absondern. Die Geschöpfe sind eine lautere Unbeständigkeit; du allein bleibst immerdar der alte. An was soll ich mich wohl in dieser Welt binden, da ich einst Alles verlassen muß? Die heilige Schrift sagt, die Tage des Menschen seyen kurz; mir aber kommen die meisten lang vor. Wann werde ich die Zeit meines Elendes vollenden, um mich mit meinem Gott im himmlischen Vaterlande zu vereinigen? Quält mein Herz ein Verdruß, warum soll ich nicht jenen Kelch trinken, den mein Gott mir darbietet, besonders nachdem sein Sohn einen weit bitterern um meines Heiles willen getrunken hat? dip 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe zc. 40 626 Betstunde. Mache, o mein Gott! mit mir, was dir beliebt! Ich will die Hand küssen, welche mich schlägt; ich will zu dem Gott alles Trostes meine Zuflucht nehmen; seine Altäre werden mit jederzeit eine Zufluchtsstätte bieten. O wie gut und nüßlich ist es, sein Vertrauen auf den Herrn zu setzen! Er ist die Zuflucht der Armen, und der Trost der Betrübten geworden. Er heißt der gute, der gütige Gott, der barmherzige Gott. Mit welcher Güte kommt er uns wirklich zuvor! Wie geduldig wartet er auf uns! Wie leicht verzeiht er uns! Wie begierig nimmt er uns auf! An mein Gott! ich werfe mich dir ganz demüthig zu Füßen. Ich entdecke dir in der Bitterfeit meiner Seele die Fehltritte meines Lebens. Liebreicher Arzt! ach! heile doch die Wunden meiner Seele!-- sprich nur ein Wort, so wird sie gefund seyn! Herr! was ist doch der Mensch, daß du dich ihm offenba rest, und der Sohn des Menschen, daß du dich würdigest, dich mit ihm zu vereinigen? Du führest ihn in das Innerste deines Heiligthumes, und überströmest da sein Herz mit Freuden. O meine Seele! wenn du je den Herrn, deinen Gott, verlassen würdest, wie undankbar, und wie unglücklich würdest du seyn! Hätte wohl die Hölle Peinen genug, dich zu strafen? Ich habe es gesagt, von nun an will ich anfangen, mich ganz Gott zu schenken. Gib, o Herr! daß dieser Vorsatz eben so lange daure, als mein Leben! Sey mein Helfer in den unterschiedlichen Kämpfen, die ich werde auszuhalten haben! Ach! was vermag ich aus mir selbst? Eine traurige Erfahrung hat. es mich nur allzu viel gelehret! Mache meine Seele selig, o Heiland! jene Seele, für welche du all dein Blut gegeben, und welche du so oft mit dei nem heiligen Leibe ernähret hast! Allmächtiger Gott! mit dem Opfer deines Sohnes verlange ich die gänzliche Aufopferung meiner selbst zu vereinigen; gib, daß sie wegen dieser Vereinigung dir wohlgefällig sey! Betstunde. Wie glücklich bin ich, o mein Gott! daß ich hier bin! Warum kann ich hier nicht alle Tage meines Lebens zubringen! Warum kann ich hier nicht vor Liebe sterben, und dir mein lettes Opfer bringen! 627 XV. Gebet zur seligsten Jungfrau. Auch zu dir, o Maria, jungfräuliche Mutter meines Erlösers, dessen heiligstes Fleisch in diesem hochheiligen Sakramente gewissermassen dein Fleisch ist! auch zu dir wende ich mich. Odu Königin der Engel und Menschen, Meisterstück der Hände Gottes, würdiger Gegenstand seines Wohlgefallens, im Himmel glorreiche, auf Erden geehrte, und in der Hölle gefürchtete Jungfrau und Mutter zugleich, jederzeit ganz reine und unbefleckte Jungfrau, und glückseligste Mutter aus allen Müttern! deines höchsten Ansehens bei Gott, und zugleich deiner unaussprechlichen Güte gegen die Menschen versichert- begeben wir uns unter deinen mächtigen Schuß. Würdige dich, uns denselben bei deinem göttlichen Sohne angedeihen zu lassen! verschmähe unser demüthiges Bitten nicht! Wir rufen dich mit innigstem Vertrauen an. Erhalte uns von Gott die Befreiung von unsern Uebeln, und noch viel mehr von unsern Leidenschaften! Erhalte uns Verzeihung unsrer Sünden, Stärke in den Versuchungen, Ergebung in den göttlichen Willen bei unsern Widerwärtigkeiten, Beistand in allen Gefahren und eine unverletzte Reinigkeit des Herzens! Erhalte uns vornehmlich die Liebe Gottes, Eifer in seinem heiligsten Dienste, eine beständige Treue gegen seine Gnaden, eine gänzliche Hingebung in seine Vorsehung, ein immer feurigeres Verlangen, sein zu seyn, und endlich die Gnade einer heiligen Beharrlichkeit! Nach Gott, und nach Jesus, deinem göttlichen Sohne, legen wir von diesem Augenblicke an, und auf immer unser Heil in deine Hände; wir widmen dir ganz unsere Herzen und Güter, unsere Gesundheit und Freiheit, unser Leben sammt Allem, was wir sind, und was wir auf dieser Welt haben. Wir 40* 628 Betstunde. verlangen, daß du dieß Alles in Verwahrung habest, und nach Gott und nach Jesus damit schalten mögest. Von diesen Gesinnungen, welche uns der Glaube und die Andacht in das Herz legen, ganz durchdrungen, wollen wir künftighin, nach Jesus, alle Gnaden durch deine Fürbitte be gehren, alle Gebete durch deine Hände aufopfern, und alle Tugenden nach jenem vortrefflichen Muster, welches du uns vor Augen gestellt hast, ausüben. Du bist eine gnadenvolle Mutter, eine schmerzhafte Mutter, und eine barmherzige Mutter. Als eine gnadenvolle Mutter erlange uns jene häufigen Gnaden, die wir so sehr vonnöthen haben! Als eine schmerzhafte Mutter laß dir unsere Uebel zu Herzen gehen, und mildere ste! Als eine barmherzige Mutter zeige in der That, daß du unsre liebevolle Mutter bist! Deine Kinder sind es, bedrängte Kinder, die dich um deine Hilfe anflehen; mögen sie es wohl vergebens thun?- Beschüße uns in unserm ganzen Leben; besonders aber im Tode! Komm uns zu Hilfe, unterstüße und stärke uns in der Angst des letzten Kampfes; und wenn wir den Geist werden aufgegeben haben, alsdann übergib unsere Seele den Händen ihres Schöpfers, und führe sie in die glückselige Ewigkeit, damit sie ihn mit dir in der himmlischen Herrlichkeit auf immer anbeten, lieben und preisen möge! Amen! dnotli - XVI. Gebet zu Ende der Betstunde. sind Ehe ich heimgehe, o mein Gott! bitte ich dich noch um Vergebung meiner Zerstreuungen, meiner Unachtsamkeit, meiner Lauigkeit und aller übrigen Fehler, die ich während dieser Betstunde begangen habe. Da ich mich hinweg begebe, lasse ich dir mein Herz zurück; erfülle es mit deiner Gnade und mit deiner Liebe! Ich verlasse dich aber nicht eher, als bis du mir deinen heiligen Segen ertheilt hast. Ich bitte dich um denselben für diesen Augenblick, und für mein ganzes Leben, damit ich künftig nur für dich leben möge. Amen! sich 629 Lobgebet zum allerh. Altarssakramente. Mein Gott und mein Heiland, der du dieses hochheilige Sakrament eingesetzt hast, um die Gerechtigkeit deines durch unsere Sünden beleidigten Vaters zu besänftigen! ich bete dich in diesem heiligsten Sakrament an, und opfere dir diese Stunde, die ich zu deiner Anbetung erwählt habe, demüthig auf. Heilige fie, o Herr! und würdige dich, sie für Alle diejenigen anzunehmen, derer Dolmetscher und gleichsam Sprachrohr ich in diesem glücklichen Zeitpunkte gewesen bin! Entzünde mein Herz, und mache uns, meine Verbrüderten und mich, zur Ehre deines heiligsten Sakramentes zu immerwährenden Brandopfern! Amen! XVII. Lobgefang auf das allerheiligste Altarssakrament. Deinen Heiland, Sion! 2c. Sieh: Seite 307. Viele fromme Seelen beten auch bei Betstunden, wie gewöhnlich, den Rosenkranz, und setzen nach jedem Vater unser diese Anmuthung bei: " O gütigster Jesu! deine heiligste Mutter sammt allen deinen lieben Heiligen benedeien dich für alle Unehren und Beleidigungen, die wider dich, als das höchste Gut, von deinen undankbaren Creaturen jemals sind begangen worden, oder noch in's Künftige begangen werden. Amen!" Auch dienen hierzu noch die Vesper, der Rosenkranz, die Lagzeiten, das Lobgebet zum allerheiligsten Altarssakramente, die Andachtsübungen in allgemeinen und besonderen Anliegen, die Besuchungen, und endlich auch die voranstehenden Unterhaltungen über das allerheiligste Altarssakrament. Lobgebet zu dem allerheiligsten Altarssakramente. Zur Anbetung dieses hochheiligen Geheimnisses, wie auch zur Zeit eines Anliegens zu gebrauchen. Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen Macht und Gottes Wesen, Weisheit und Stärke, Ehre, Herrlichkeit und Lobpreisung."- Offenb. 5, 12. 11 I. Hochgelobt und gebenedeit sey das allerheiligste Sakrament des Altars mit so vielen Lobsprüchen, als Sterne am Himmel, Fun 630 Lobgebetingdož ken im Feuer, Stäublein in der Luft, Wassertropfen im Meere, Sandkörnlein auf Erden, Blumen im Frühlinge, Früchte im Sommer, Baumblätter im Herbste, Schneeflocken im Winter sind, und endlich, so viele leibliche Geschöpfe im Himmel und auf Erden jemals gefunden worden, jetzt gefunden werden, und im Schaße der göttlichen Allmacht noch zu finden sind, weil du es würdig bist, o Herr aller Dinge, der du dich unter den Gestalten des Brodes und Weines zum Troste unsrer Seelen aufhältst! Du bist wahrhaft ein verborgener Gott. II. Hochgelobt und gebenedeit sey das allerheiligste Sakrament des Altars mit so vielen Lobsprüchen, als im Werke verrichtet, mit dem Munde ausgesprochen, im Geiste ersonnen, mit dem Herzen begehrt, und mit dem Verstande aller Engel und Menschen auf einige Weise erfaßt werden können, weil du es würdig bist, du Herr, unser Vater, - der du uns täglich mit dem nämlichen kostbaren Fleische und Blute des unbefleckten Lammes speisest und tränkeft, womit wir einmal erlöset worden sind! Du bist wahrhaft unser lieber Herr. III. Hochgelobt und gebenedeit sey das allerheiligste Sakrament des Altars mit so vielen Lobsprüchen, als die allerheiligste Dreieinigfeit mit aller ihrer Allmacht hervorbringen, mit aller ihrer Wissenschaft erkennen, mit aller ihrer Güte nur immer wünschen, wollen oder begehren kann, auf alle erdenkliche Weise, an allen Orten, und zu allen Zeiten bis in alle Ewigkeit - weil du es würdig bist, mein Herr und Gott, der du mir nicht nur deine Menschheit, sondern auch deine Gottheit schenkeſt! zum allerheiligsten Altarssakramente. mein Gott und Alles, sid sdnis der du verdienest, gelobt, verherrlichet und durch alle Ewigkeit erhoben zu werden! Amen! 631. Gebet. O Gott! du hast uns das wunderbare Altarsgeheimniß als Denkmal deines Leidens hinterlassen. Wir bittert dich, laß uns die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so verehren, daß wir die Frucht deiner Erlösung fortwährend in uns empfinden mögen, der du lebest und herrschest von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Wird dieses Lobgebet in einem Anliegen verrichtet, so dienen anstatt des obigen- nachfolgende Gebete: - Gebet in allgemeinen Anliegen. O Gott, unsere Zuflucht und unsere Stärke! du bist aller guten Gesinnungen Quelle; erhöre das fromme Flehen deiner Kirche, und gib, daß wir dasjenige, um was wir vertrauensvoll bitten, freudig erlangen mögen; durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn! Amen! Gebet in besonderen Anliegen. me Huldreichster Jesu! du ladest uns in deinem Liebessakramente selbst zu dir ein, daß wir in unserer Trübsal zu dir kommen, und bei dir Erquickung, Trost und Hilfe suchen sollen; ja! du erwartest uns sogar sehnsuchtsvoll mit offenen Armen, um uns aufzunehmen, und uns zu helfen. Sieh denn, mein Heiland! in Demuth meines Herzens liege ich hier vor dem Throne deiner Barmherzigkeit, und mit kindlichem Vertrauen erhebe ich meine flehenden Hände zu dir, der du mein Gott, der Gott meines Heiles, der allmächtige Herr meines Schicksales bist, in dessen Händen alle Begebenheiten meines Lebens stehen. Würdige dich, mich Armseligen anzusehen, und mein Gebet zu erhören, das ich,- meine Noth dir vorstellend - aus dem Grunde meines Herzens vor dir ausschütte! Ach! -- 632 Uebung der Haupttugenden der Feinde, die mich verfolgen, sind viele;- Kampf von Außen, Furcht von Innen. Häufige Versuchungen beunruhigen mich; viele böse Neigungen reizen mich zur Sünde;- groß ist mein Elend, schwer mein Kreuz, anhaltend meine innerliche Pein; ich habe Niemand, der mir zu Hilfe käme, als dich allein, mein Gott und Herr! Dir ergebe ich mich aber so ganz und gar. Gedenke meiner nach dem Wohlgefallen deines heilig. sten Namens, und thue mit mir nach deiner Barmherzigkeit, auf die ich hoffe, und allezeit hoffen werde! Hilf mir, o Herr! und laß deine Hilfe meinem Vertrauen entsprechen! Hilf mir, rette mich, und zeige, daß dir Alles möglich ist, als nur dieses nicht, daß du dich der Armseligen nicht erbarmest, der du lebest und herrschest als Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, und in der Zeit ein armer Mensch geworden bist, um bis an's Ende der Welt als Erbarmer, als unser Helfer und Tröster, bei uns zu seyn! Amen! — - - Uebung der Haupt: Tugenden vor dem allerheiligsten Altarssakramente. 1. Jesu! unendlicher Gott! ich glaub' an dich; Jesu! unendlicher Gott! nur stärke mich! Ich sehe zwar is ins Auf dem Altar maDem Schein' nach nichts, als Brod und Wein; Doch hat es deine höchste Macht Zu deinem Fleisch' und Blut' gemacht, Um allezeit bei mir zu seyn. bildi Dieß glaube ich; Nur stärke mich! 2. Jesu! allmächtiger Gott! beschüße mich! dm Jesu! allmächtiger Gott! ich hoff auf dich. Welch' Zuversicht Erwecket nicht vor dem allerheiligsten Altarssakramente. In mir dieß heil'ge Sakrament! Wenn wider mich der Feind aufsteht, Und meiner Seele nahe geht, So werd' ich rufen ohne End': Beschüße mich! Ich hoff' auf dich. 3. Jesu! liebwürdigster Gott! ich liebe dich; Jesu! liebwürdigster Gott! wie liebst du mich! Welch Liebespfand Im Thränenland' Erblick' ich nicht auf dem Altar'! Es ist dein Leib, der mich ernährt, Dein Blut, das meinem Durste wehrt. Wie glücklich bin ich immerdar! Du liebest mich;- Ich liebe dich. 4. Jesu! barmherzigster Gott! es reuet mich; Jesu! barmherzigster Gott! erbarme dich! O Sündenstand! Grausames Band, Das mich von dir getrennet hat! Ich kehre nun zu Dir zurück, Und ruf' in diesem Augenblick': Vergib mir meine Missethat! Es reuet mich; Erbarme dich! 5. Jesu! du gütigster Arzt! ach, heile mich! Jesu! du gütigster Arzt! ich bitte dich. Welch großen Schmerz Fühlt nicht mein Herz, Weil meine Seele kränklich ist! 633 634 Geiftl. Kommunion. Kurzes Gebet, wenn der Hl. Segen gegeben wird. Sie wird von Sündengift geplagt, Verderben wird ihr angesagt; O du, der du mein Heiland bist! Ach, heile mich! Ich bitte dich. 6. Jesu! Erlöser der Welt! ich preise dich; Jesu! Erlöser der Welt! erhöre mich! Dein theures Blut, Dieß höchste Gut, Verlanget Lob und Dank von mir. Es hemmt treuloser Feinde Wuth, Bewahret mich vor Höllengluth, Und öffnet mir die Himmelsthür'. Drum preif ich dich, Erhöre mich! 7. Jesu! du köstliche Speis'! ich wünsche dich; Jesu! du köstliche Speis'! erquicke mich! Ich Erdenstaub, Zum Guten taub, Erkenne meine Nichtigkeit; Doch rufest du uns Allen zu, Und sagst zu meiner Seelenruh': „ Kommt her, die ihr beladen seyd!" l So komme ich,- Erquicke mich! Geistliche Kommunion. * Mehrere Uebungen derselben sind bei den Besuchungen des allerheis ligsten Altarssakraments anzutreffen; als: Seite 355. 425.579. Kurzes Gebet, wenn der heilige Segen gegeben wird. Gott erbarme sich über unsere Armseligkeiten, und gieße Ganz kurze Andacht zc. Andachtsübung sc. f. d. Bekehrung 2c. 635 seinen Segen über uns aus! Er wolle sein gnädiges Angesicht über uns arme Menschen leuchten, und uns die Wirkungen seiner Barmherzigkeit angedeihen lassen! Gott gebe uns+ den Segen! Es fegne unst unser Gott; es segne uns+ der allmächtige und barmherzige Gott; und dieser Segen bleibe ewig über uns! Amen! Ganz kurze Andacht vor dem allerheiligsten Altarssakramente. O mein geliebter Jesu! wie weit ist nicht deine unermeßliche Liebe gegangen! Du hast mir von deinem eigenen Fleische und Blute einen göttlichen Tisch zubereitet, um dich mir gänzlich zu übergeben und zu schenken. Wer hat dich doch zu diesem Uebermaaße der Liebe gebracht? Gewiß Niemand, als dein liebevollstes Herz. O anbetungswürdiges Herz meines Jesus! o Herz, das vom Feuer der göttlichen Liebe ganz entzündet ist! nimm meine Seele in deine heiligste Wunde auf, damit ich in dieser Schule der Liebe lerne, meinen Gott entgegen zu lieben, der mir so wunderbare Beweise seiner Liebe gegeben hat! Amen! Andachts- Nebung vor dem allerheiligsten Altarssakramente für die Bekehrung der Heiden und Sünder. Nach dem 66. Psalm Davids.. 1. Gott erbarme sich über unsere Armseligkeiten, und ergieße über uns seinen Segen! Er wolle sein gnädiges Angesicht über uns arme Sünder leuchten, und uns die Wirkungen seiner Barmherzigkeit angedeihen lassen! 2. Nach so vielen in Finsterniß verflossenen Jahrhunderten ist es denn, o Herr! noch nicht Zeit, uns die Ausführung des großen Werkes, alle Völker durch deinen Heiland selig zu machen, sehen zu lassen? 3. Ja, mein Gott! alle Völker, die zur Erkenntniß der Wahrheit gelangt sind, sollen dir huldigen, dich bekennen und deinen Namen preisen! 656 Andachtsübung ic. f. d. Bekehrung der Heiben u. Sünder. 4. Sie sollen vor Freude jauchzen, da sie sich unter den Gefeßen eines Herrn sehen, der die Völker nur nach Billigkeit regiert, und sie auf dem richtigen Wege der Gerechtigkeit lei ten wird! 5. So sollen dir denn abermal alle Völker ihre Unterthänigkeit mit Freuden bezeigen, und dich, o Gott! bekennen, loben und ewig preisen, weil endlich die Erde die so erwünschte Frucht, diesen Erlöser der Menschen, hervorgebracht hat! 6. Gott gebe uns die Frucht des Segens! Es segne uns unser Gott! Gott segne uns, und er werde bis an die äußersten Gränzen der Erde angebetet und gefürchtet! Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste; Wie es war im Anfange, so jetzt und allezeit und zu ewi gen Zeiten! Amen! V. Glückselig ist das Volk, welches den Herrn für seinen Gott erkennt. R. Glückselig ist das Volk, welches der Herr für seine Erbschaft erwählet hat. • V. Sende deinen Geist über die Geschöpfe, um sie zu beseelen! R. Und sie werden gleichsam neu erschaffen werden, und die Gestalt der Erde erneuern. Gebet. Ewiger Gott, Erschaffer aller Dinge! gedenke doch der ungläubigen Seelen, Keßer und Sünder, die du nach deinem Ebenbilde erschaffen hast! Sieh, o Herr! zu deinem Spotte wird die Hölle mit ihnen angefüllt. Gedenke doch, daß Jeſus, dein geliebter Sohn, für ihr Heil und ihre Seligkeit den allers schmählichsten Kreuzestod ausgestanden hat! Ich bitte, o Herr! laß nicht mehr zu, daß dein Sohn von den Keßern, Ungläu bigen und Sündern verschmähet und verachtet werde; sondern laß dich durch die Fürbitte deiner Auserwählten und der Kirche, Anmuthungen 2c. zur Zeit einer allgemeinen Noth. 637 der liebsten Braut deines Sohnes, versöhnen! Erinnere dich deiner Barmherzigkeit, und vergiß ihrer Abgötterei, Keßerei und Bosheit! Gib, daß sie einmal Den erkennen und anbeten, welchen du gesandt hast, nämlich Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn, der da unser Heil ist, unser Leben, und unsere Auferstehung, durch welchen wir selig gemacht und erlöset wor1 e den sind, dem Ehre, Lob und Benedeiung sey- von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! 8 1 t C m d 11 e 3, is -! 1² 11 2₁ Anmuthungen vor dem allerheiligsten Altarssakramente zur Zeit einer allgemeinen Noth. „ Kommet zu mir alle, die ihr mit Mühseligkeit und Arbeit beladen seyd, und ich will euch erquicken."( Matth. 11, 28.)! so spricht Jesus selbst zu uns... So kommet denn sowohl zur Beit einer allgemeinen Noth, als auch in besonderen Anliegen vor sein Heiligthum, und ihr werdet nie ohne Hilfe, Trost und Freude hinweggehen! Großer und erschrecklicher Gott! wer soll nicht vor dir zittern, und dich fürchten? Du bist der Lebendige und Ewige zu allen Zeiten, dessen Zorn Niemand aushalten, dessen Grimm Niemand widerstehen kann, dessen Unwille sich wie ein Feuer ausbreitet und die Felsen schmelzt. - Unsterblicher König, vor dem die Kräfte erzittern, und die Herrschaften in tiefste Ehrfurcht sich versenken! wer ist dir gleich)? Du bist groß und überaus lobenswürdig; du bist erschrecklicher, als alle Götter. Herr, dessen Stimme der Donner, dessen Waffen der Blizz, dessen Diener die Winde und das Feuer sind! Herr Gott! von deiner Größe durchdrungen bete ich dich in deinem heiligen Tempel- voll Inbrunst und Ehrerbietung mit allen Engeln an. Jesu, du Sohn Davids, der du wahrhaft, wirklich, we= sentlich unter den heiligen Gestalten in den Tabernakeln wohneft! ich bete deine Gegenwart mit eben jener Demuth und Vernichtung meiner selbst an, womit sich die seligen Geiſter Anmuthungen 2c. vor deinem Throne niederwerfen, und sich vor dir demüthigen und vernichten. 638 Wunderbarer Gott! dieser Ort ist wahrhaft heilig, ein er schrecklicher Ort, ein Ort, welcher das Heiligthum deiner Gottheit und die Pforte des Himmels ist. Ich glaube deinem Worte von ganzem Herzen.-, Herr! vermehre in mir den Glau ben!" und Alles, was in mir athmet, soll dich preisen! Lob und Verherrlichung, und Weisheit, und Dank und Ehre, und Macht und Kraft sey dir, unserm Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Alle deine Geschöpfe, alle deine Werke, Alles, was lebt, soll dich über Alles erhöhen und benedeien! Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott der Heerschaaren; die ganze Erde ist seiner Herrlichkeit voll. Wer soll deinen Namen nicht verherrlichen, o.Herr! wer soll dich nicht preisen? Denn du bist allein heilig, und alle Völker werden kommen, dich anzubeten. O Gott, der du in deinen Heiligthümern erschrecklich bist! deine Urtheile sind höchst billig, und in allen deinen Anordnungen erscheinen zugleich Barmherzigkeit, Wahrheit und Gerechtigkeit. Herr! du bist in allen deinen Wegen heilig, und mei nest es in allen deinen Werken gut.alod Wir haben deinen Zorn gereizt, und übel vor dir gethan; deßwegen hast du uns durch Trübsäle gedemüthiget, und den Unwillen deines gereizten Zornes über uns ausgegossen. Wir bekennen unsre Missethat; wir haben wider alle Liebe und Ge rechtigkeit gehandelt. Ach! unsrer Sünden wegen ist-- dieses Wetter diese bittere Noth 2c.-- entstanden, und dein Volk seinen Feinden zur Schmach geworden. * Und nun, unser Gott! erhöre das Gebet deines Knechtes, und unser Flehen! O mein Gott! um deiner selbst willen neige dein Ohr, und höre! Sich unsere Verwüstung, und die Stadt, über welche dein Name angerufen ist! Denn wir liegen vor dir mit unserm Gebete nicht in unsern Gerechtigkeiten, sondern allein in deinen großen Erbarmungen. 1 # it 11 C 0 e zur Zeit einer allgemeinen Noth. von großer Gnade bist, Herr! Gott, der du barmherzig und gnädig, geduldig und der du Barmherzigkeit in tausend Glieder zeigest, und die Missethat hinwegnimmst!- o ge= iſt, rechter Gott, vor welchem Niemand durch sich selbst unschuldig der du die Sünden der Väter den Kindern und Kindeskindern bis in's dritte und vierte Geschlecht vergiltst!- erlöse uns aus dem Rachen dieser Trübsal, und schüße uns in diesem Stande der Verdemüthigung! —— - 639 Herr, Gott Israels, der du dein Volk mit ausgestrecktem Arme aus Aegyptenland geführt, und deinen Namen groß gemacht hast! Herr, unser Gott! wir bitten dich, wende deinen Zorn von uns ab! Höre, höre unser Rufen! O Sakrament der göttlichen Barmherzigkeit! vor dir fallen wir auf unser Angesicht hin, und unser bekümmerter Geist ruft zu dir: Erhöre uns, und erbarme dich unser! Sieh von deinem heiligen Hause auf uns, und neige dein Ohr zu uns! Wir gie: ßen unser Gebet aus, und begehren Barmherzigkeit von dir. O heiligste Hostie, die mein Jesus seinem Vater zu einem süßen Wohlgeruche aufgeopfert hat, da er das Brod in seine ehrwürdigen Hände nahm, dasselbe brach, segnete, und seinen Jüngern zur Speise gab! o angenehmstes Opfer! stelle dich zwischen die erzürnte Gerechtigkeit und zwischen uns fündige Menschen, die wir die Stimme unsers Gottes nicht gehört, und vor den Augen des Herrn Böses gethan haben! 0 Opfer über alle Opfer! sey die Versöhnung für unsere Sünden, und für die Sünden der ganzen Welt! — Ach, liebster Erlöser! Ach, Herr! Gott vom Himmel! großer und erschrecklicher Gott, der da den Bund und die Barmherzigkeit Jenen hält, die ihn lieben, und sich zu ihm bekehren! schone Derjenigen, die ihre Sünden bekennen und vom Grunde des Herzens bereuen! Wehe uns, daß wir je so gesündiget haben! Darum ist auch unser Herz in Schmerzen traurig, und darum sind unsere 640 Anmuthungen 2c. zur Zeit einer allgemeinen Noth. Augen verdunkelt worden. Gedenke, o Herr! was uns widerfahren ist! sieh unsre Schmach an! Betrachte, o Gott! unsern elenden Stand, und gedenke deiner Barmherzigkeit wieder, nachdem du über uns gezürnet hast! Verändere deinen Grimm in unaussprechliche Güte, und erfülle uns mit Troft! O Herr, der du in Ewigkeit bleibest, und dein Thron auf immer und ewig! warum wolltest du uns ewig vergessen, und uns so lange Zeit verlassen?- Bekehre uns zu dir, o Herr! so werden wir uns bekehren! Erneuere unsere Tage, wie sie früher waren! Gott unsers Heiles! alle unsere Hoffnung ruht in dir; Jesu! du bist unser Heiland geworden; mache selig, errefte und befreie Jene, die mit Vertrauen und Zuversicht handeln! Verbreite, o Herr! die Wirkungen deiner Barmherzigkeit auf Jene, die dich erkennen! laß Jene nicht zu Schanden werden, die ihr ganzes Vertrauen auf dich setzen! Bist du nicht der Vater, der uns erschaffen hat? sind wit nicht deine Kinder, die du ernährt und auferzogen haft? Ach! so erbarme dich denn über Jene, die dich fürchten, wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmt, die er liebt! Sehr andächtige Seufzer. Mitten im Leben sind wir dem Tode nahe; und wo sollen wir sonst Hilfe suchen, als bei dir, o Herr, der du über unsere Missethaten gerecht zürnest!? Verwirf uns doch nicht zur Zeit unsers Alters! Verlaß uns nicht, wenn unsere Kräfte abnehmen! Heiliger Gott! Der du alle Heimlichkeiten des Herzens erkennest! verschone uns unsrer Sünden wegen! Heiliger, Starker! Verschließe deine Ohren unserm Flehen und Bitten nicht! Herr! verlaß uns nicht auf's Aeußerste! Heiliger und unsterb licher Seligmacher! übergib uns nicht einem bitteren Tode! V. Herr! unsre Zuflucht und Stärke! -- 641 Anmuthungen 2c. zur Zeit einer allgemeinen Noth. R. Laß uns zur Zeit der Trübsal in dir einen sicheren Zufluchtsort finden! V. Heiliger Gott! heiliger Starker! heiliger Unsterblicher! DR. Erbarme dich unser! V. Komm uns zu Hilfe, o Gott unsers Heiles! R. Errette uns wegen der Herrlichkeit deines Namens aus unserm Elende! V. Herr! erhöre mein demüthiges Gebet! R. Und laß mein trauervolles Rufen zu dir kommen! Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott! verschmähe das tiefe Seufzen deines Volkes nicht, sondern deines Namens wegen eile Jenen zu Hilfe, die in ihrer Trübsal zu dir rufen! Herr! erzeige uns die Wirkungen deiner unaussprechlichen Barmherzigkeit, daß du uns unsere Sünden gnädig verzeihest, und zugleich die Strafen nachlassest, die wir dafür verdienet haben! O Gott! du hast von dem gottlosen Könige Achab die angedrohte Strafe abgewendet, und ihn wieder in Gnaden angesehen, weil er sich vor dir gedemüthiget hat. O, so steh doch auch gnädig auf die Trübsal deines Volkes, und verzeihe Jenen, die ihre Sünden reumüthig bekennen!- Gedenke, huldreichster Vater! wie rühmlich deine Schrift von dir spricht, und ausdrücklich bezeugt, daß du barmherzig seyest, gnädig, langmüthig und von großer Güte, huldreich gegen alle Geschöpfe,— daß deine Barmherzigkeit über alle deine Werke reiche, und größer sey, als alle unsere Missethat! Dieß macht uns Muth, daß wir hartbedrängte Kinder in dieser Noth zu dir unsere Zuflucht nehmen, und voll Zerknirschung und Reue dir zu Füßen fallen, um durch Bitten und Flehen die gerechte Ruthe deines Grimmes gleichsam aus deinen Händen zu winden. Ach, grundgütigster Vater! halte deine Strafgerichte zurück, und werde durch deine Barmherzigkeit besänftiget! Schone Derjenigen, die ihre Schuld bekennen, und strafe uns nicht zur 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe 2c. 41 642 Kürzeres Gebet 2c. zur Zeit einer allg. schädl. Trockne zc. Zeit deines gegen uns bewaffneten Zornes! Gestatte deiner unendlichen Herzensgüte, daß sie deinen rächenden Arm einhalte, und dich im Hinblicke auf unser Elend zur Erbarmung erweichen möge! Um dieses bitten und flehen wir sowohl durch das große Wunderwerk der Liebe unsers Erlösers in seinem heiligsten Sakramente, als auch durch jenes hohe Geheimniß, welches am Kreuze vollbracht wurde, als er durch Vergießung seines kostbarsten Blutes im Tode deinen gerechten Zorn be sänftiget, und deine strenge Gerechtigkeit in eine lautere Barmherzigkeit verwandelt hat. Amen! Kürzeres Gebet vor dem allerheiligsten Altars: Sakramente zur Zeit einer allgemeinen schädlichen Trodne oder Nässe der Erde. Herr! und du Im Gott! du hast heilig versprochen, daß du Alle diejenigen gnädig erhören wollest, die in Demuth und Vertrauen vor deinem Heiligthume ihr Anliegen ausgießen.-D, so sich uns doch in Gnaden an!- Freilich haben wir deinen heiligen Geist betrübt, und dich durch unsere Sünden zum gerechten Zorne ge reizt; aber es reuet uns vom Grunde des Herzens. wir sind ja doch noch dein Volk, deine Kinder, bist unser Vater, unser Erlöser. O, so thue denn mit une nach deiner Güte und Barmherzigkeit! Errette uns durch deine Liebe und Gnade von diesem Jammer, und nach Abwendung dieser schädlichen Witterung gib der Erde ihre erwünschte Frucht barkeit, damit wir getröstete Kinder, durch deine väterlichen Gutthaten zu deiner Liebe und Lobpreisung angeeifert, dir hier auf Erden mit fröhlichem Herzen getreu dienen, und einstens im Himmel dich ewig genießen mögen! Um dieses bitten und seufzen wir durch alle deine Liebe und Erbarmungen, durd Alles, was dir im Himmel und auf Erden lieb ist, durch das Leben, Leiden und Sterben Jesu Christi, deines eingebor - er 19 d # : Andachtsübungen 2c. zur Zeit eines Ungewitters. nen Sohnes, der mit dir und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen! bh id ud@ Andachtsübungen vor dem allerheiligsten Altarssakramente sid asthiph zur Zeit eines Ungewitters. Des Donners Stimm' ist Gottes Stimme, welche spricht:„ Steh von der Bosheit ab, und thu das Böse nicht!" Wie schrecklich wäre es, plößlich vom Blizstrahle getödtet zur Hölle fahren! Darum bereue aus Liebe Gottes deine Sünden, und mache den heiligen Vorfaß, nimmer zu fündigen! Wende dich zu dem, der dem stürmenden Wetter gebietet, und sprich, voll Vertrauen, mit Herz und Mund: 643 Jesu, du Sohn Davids! erbarme dich meiner! 2013 1 19 Aus dem tiefen Abgrunde meines Elendes, in welchen mich meine Sünden gestürzt haben, rufe ich zu dir: Ach! sey nicht unerbittlich! erhöre mein Rufen! Vater! ich habe gesündiget- im Himmel und vor dir; ich bin nicht werth, dein Kind zu heißen; wohl aber verdiente ich, von einem rächenden Blizstrahle verzehrt zu werden. Herr! ich glaube, und zittere.- Gehe nicht zu Gericht mit mir! misd, 1080 up t Mein Gott! meine Barmherzigkeit! was ich immer Böses gethan habe, reuet mich vom Grunde des Herzens aus reinster Liebe zu dir. Nimmermehr, nimmermehr will ich fündigen. D Herr! auf dich vertraut mein Herz. Flehen! Errette uns! sonst gehen wir zu Grunde. Erhöre mein - - Litanei zu Jesus im allerheiligsten Altars- 0 sakramente. apailt soni liit and role O Gott des Himmels und der Erde! Großer und erschrecklicher Gott! Heiliger Gott! allschaft Heiliger Starker! Heiliger Unsterblicher! Der du die Erde ansiehst, und sie zittern machest! aid mind mi 41* silo minde Andachtsübungen sc. zur Zeit eines Ungewitters. Der du Hagel und Hunger zur Rache erschaffen hast! do Der du die Geschöpfe zur Züchtigung deiner Feinde bewaffnest! Der ou zur Strafe der Sünde- Der du zur Strafe der Sünde- im Schweiße des Angesichtes die Erde zu bauen uns befohlen haft! Der du uns auf dem Berge Sinai unter Donner und Bliz die Haltung deiner Gebote befohlen hast! Der du gesagt haft: Ich will dich nicht verlassen, noch von dir weichen! 644 - La Can Der du dein Angesicht ein wenig von uns abwendest, und in ewiger Erbarmung wieder an uns denkest! Der du durch Entziehung zeitlicher Güter uns prüfest, wir dich von ganzem Herzen lieben! Der du in allen Nöthen deines Volkes Israel nicht bestürzt warest, als könntest du nicht helfen! Der du die Deinigen nur kurze Zeit verlassest, um sie zu zwingen, daß sie zu dir zurückkehren, und um Hilfe rufen! Ach, Jesu! du Erlöser und Heiland! Vor deinem bewaffneten Zorne, Vor deinem rächenden Arm, Vor deinem strengen und erschrecklichen Strafgerichte, Vor schädlichem Plaßregen, Vor dem Wüthen der Sturmwinde, Vor dem entsetzlichen Erschüttern und Beben der Erde, Vor den schrecklichen Donnerschlägen, Vor dem tödtenden und zündenden Blizze, Vor dem verwüstenden Schauer und Hagel, Vor dem Pfeile des gähen Zufalles, der am Tage fliegt, Vor dem Unwesen, das in der Finsterniß herumwandelt, Vor dem Anfalle des mittägigen Teufels, Vor allen Nachstellungen und Plagen der schadenfrohen Geister, Vor unvermuthetem und bösem Tode, Durch die Allmacht, mit welcher dir dein himmlischer Vater alle Gewalt in deine Hände übergeben hat, Erbarme dich unser! Beschüße uns in deinem Herzen! Andachtsübungen 2c. zur Zeit eines Ungewitters. Durch die göttliche Kraft, mit der du dem Ungewitter und Meere geboten haft, 645 Durch die Majestät, mit der dich dein ewiger Vater aus der Wolke in einer Stimme, die vielleicht gar mit Donner begleitet war, auf dem Berge verherrlichet hat, Durch die unendliche Liebe, mit der du in diesem heiligsten Sakramente die Deinigen bis an's Ende liebest, Durch den Sieg, mit dem du die Gewalt der Finsterniß überwunden hast, Beschüße uns in deinem Herzen! Durch jenes große Geschrei, mit dem du, am Kreuze sterbend, Himmel und Erde bewegt haſt, Durch dein heiliges Kreuz, das die Luft gereiniget hat, Durch jene trauervollen Finsternisse, die sich bei deinem Tode von der sechsten Stunde an- bis zur neunten Stunde über den ganzen Erdkreis verbreitet hatten, Durch das geheimnisvolle Beben und Erschüttern der Erde, das nach deinem Tode die Menschen in Furcht gesetzt hat, Durch die gnadenreiche Anmuth deines liebsten Herzens, dessen heiligste Deffnung uns ein Zufluchtsort geworden ist, Durch das glänzende Zeugniß deiner Gottheit, das du dir selbst gegeben, da du dich auf einer lichten Wolke über alle Himmel erhoben hast, Durch deine zweite und glorreiche Ankunft in diese Welt am Tage des jüngsten Gerichtes, wo du auf einer lichten Wolke sißend erscheinen wirst, O Jesu, du Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt! Durch das Geheimniß deiner Liebe in dem allerheiligsten Altarssakramente verschone uns bei dieser Gefahr! O gütigster Jesu, du Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt! Durch das Wunderwerk deiner Liebe in dem allerheiligsten Altarssakramente errette uns aus dieser Noth! O barmherzigster Jesu, du Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt! Ach! durch das Uebermaaß deiner Liebe in dem allerheiligsten Altarssakramente komm' uns zu Hilfe zur Zeit dieser Trübsal! Andachtsübungen sc. zur Zeit eines besonderen Anliegens. V. D Gott! erhöre mein demüthiges Flehen zu dir! R. Stelle mein Leben vor dem Schrecken sicher, den meine drohenden Feinde mir einjagen wollen! sid l Gebet. 646 u m O Herr Jesu Christe, der du den Winden und dem Meere Stille und Ruhe geboten hast! wir bitten dich demüthigst, daß du mit dem Arm deiner Allmacht das drohende Gewölke zerstreuen, uns vor allem Unheile schüßen, heftige Donnerschläge, tödtende und zündende Blige, verheerende Winde und allen Schaden von unsern Feldern und Wohnungen abwenden wolleft, damit wir dir, als dem Geber alles Guten, nach über standener Gefahr danken mögen. Wir bitten dich, o Herr! bewahre diese unsere Wohnung, und treibe alle Nachstellungen der Feinde von ihr ab, damit deine heiligen Engel bei uns wohnen, die uns im Frieden beschüßzen, und damit dein heiliger Segen allezeit über uns se und verbleibe! Amen! de shid( on Mimak bisnsdong sid than Andachtsübungen vor dem allerheiligsten and Altarssakramente lg and dur zur Zeit eines besonderen Anliegens. il Betrachtungsweise. Ewiger Gott! Allerbarmherzigster! Vater der Erbarmungen und Gott alles Trostes! sieh auf mich mit jenem Auge deiner Güte, womit du deinen am Delberge trauernden Sohn ange sehen hast! Ich bin betrübt, und komme um Trost zu dir, weil es dein Wille ist, daß wir in unserer Trübsal zu dir flehen sollen. Deine Hand liegt schwer auf mir, und ich empfinde nur allzu sehr ihre harten Streiche; allein es sind Streiche deiner barmherzigsten Gnade, Streiche, die verwunden, damit sie heilen und aufmerksam machen. Gerecht bist du, o Herr! billig und gerecht sind auch deine Urtheile. Ich bete sie in Ehrfurcht an, und deiner Barmherzigkeit überlasse ich mich. Thu, was gut in deinen Augen ist! du bist der Herr. Ich weiß, daß du als ti 31 : I S t I 647 Andachtsübungen 2c. zur Zeit eines besonderen Anliegens. Vater schlägst, und die besten Absichten hast. Mein Verstand begreift sie zwar nicht, kann sie nicht einmal errathen; allein ich werde sie dereinst einsehen und ewig loben. Gewiß ist, daß deine Züchtigungen meistens Merkmale der Liebe sind. Kinder, die gut erzogen werden sollen, gerathen selten ohne Zucht und Ruthe. Herr! ich verwerfe deine Zucht nicht, und bin nicht kleinmüthig, da ich von dir bestraft und zurecht gewiesen werde; denn ich weiß ja, daß du es thust, weil du mich liebest, und - daß du mich hier eine Zeit lang nicht schonest, um mich ewig schonen zu können. Sey ewig gepriesen, mein Gott, meine Barmherzigkeit! Deine Ruthe, die ich küsse, ist mir zum Troste. Ginge mir Alles in der Welt nach Wunsch und Verlangen, so könnte ich gar leicht in Sünden und Laster fallen, oder wenigstens mich unbescheiden betragen, und mir selbst gefallen, dir aber mißfallen, und so wäre ich ja nur zu meinem größten Unglücke eine kurze Zeit glücklich. Ich will es also für lauter Gnade halten, und mich erfreuen, wenn mich mancherlei Prüfungen treffen; denn die Trübsale geben mir Gelegenheit, mehrere, obschon schwerere, aber sehr verdienstliche Tugenden zu üben, als: die Demuth, die Zufriedenheit mit deinen Anordnungen, das Vertrauen, daß du es gut mit mir meinest,- die Geduld, welche das Werk vollendet, und mich mir selbst kennbar macht, ob ich eine männliche Tugend habe oder nicht, so, daß ich alle Leiden mit herzlicher Ergebung und innigstem Danke, wie dein Diener Job, von deiner Hand annehme. Der Kelch deines Leidens ist zwar bitter; hart ist es, daß ich schwacher Mensch die Betrübniß meiner Seele zu deinen Füßen niederlegen, und mit Jesus, meinem Heilande, ausrufen muß:„ Vater!" wenn es deinen ewigen Rathschlüssen nicht zuwider ist- nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst, foll's geschehen!"- Hart ist es, unter der Last des Kreuzes aus 648 Zufluchts- Gebet harren; aber es ist doch leichter, in diesem Leben mit dem Wasser der Trübsal, als im andern Leben mit den Flammen jenes höllenähnlichen Feuers gereiniget zu werden, oder gar jene schreckliche Donnerstimme hören zu müssen:„ Geh' hin, du Vermaledeiter! in das ewige Feuer!" Schwer fällt es, wenn Kreuze über Kreuze kommen; aber was sind alle meine Leiden gegen die Leiden meines Erlösers und seiner Heiligen, gegen meine großen und vielen Sünden, derer wegen ich schon lange in der Hölle brennen könnte,- gegen die unendlich große Glückseligkeit, dem bedrängten Gottmenschen auf Erden ähnlicher zu werden, und dem im Himmel Verherrlichten desto näher zu kommen, je mehr und geduldiger ich jetzt leide? Wenn ich auch kein Sünder, sondern ein Engel wäre, so sollte ich mich schon in diesem Hinblicke auf die frohe Zukunft mit dem Apostel in nichts anderem rühmen, als im Kreuze unsers Herrn Jesu Christi. Sey mir demnach willkommen, o, sey gegrüßt, du einzige Hoffnung, heiliges Kreuz, du sicheres Pfand meines Heiles! Dieß sey mein Trost, daß du, mein lieber Gott! mich nicht schonest! Heiliger! ich werde deinen Urtheilen nicht widersprechen, weil der Himmel zur Zeit der Trübsal lauter kostbare Perlen regnet. Nur um diese Gnade bitte ich, daß du mich deiner unendlichen Güte und des hohen Verdienstes deines am Delberge betrübten Sohnes wegen, den ich mir in meinem Leiden immer vorstellen werde, stärken, und mein Herz in aller Geduld aufrecht erhalten wollest, damit ich nach dem Beispiele, welches mir mein Jesus gegeben hat, thun, und dir Alles anheimstellen, mit ihm und wie er voll Ergebung und Andacht rufen möge: Lebe oder sterbe ich,„ de in Wille geschehe!" - - - - — - Zufluchts: Gebet zu Jesus im allerheiligsten Altarssakramente. O süßester Jesu! obschon dir alle Dinge möglich sind, so ist dir doch dieses nicht möglich, daß du dich der Armseligen 649 ignal zu Jesus im allerheil. Altarssakramente. nicht erbarmest. Darum erbarme dich über mich und über alle Armselige, für die du selbst armselig werden wolltest, um sie von aller Armseligkeit zu befreien und in Allem glückselig zu machen! O mein liebster Erlöser! errette mich und sie aus unsern vielfältigen Nöthen! Herr! du weißt Alles; du kennst also alle meine Schwachheiten und alle meine Noth. Du siehst, wie ich in Sünden daliege- niedergedrückt, angefochten, verwirrt, befleckt. Meiner Feinde sind viele, und sie haben sich zu meinem Untergange verschworen. Die Welt, das Fleisch und der Satan bestreiten mich ohne Unterlaß, und wollen mich ewig unglückselig machen. Darum flehe ich zu dir, o mein getreuester Gottheiland! und bitte dich demüthigst, daß du mich vor jeder Nachstellung meiner Feinde gnädigst bewahren, und meine arme Seele in deinen väterlichen Schuß aufnehmen wollest. Um Hilfe komme ich zu dir, um Trost und Erleichterung flehe ich zu dir. Zu dir, der mir allein helfen kann, nehme ich meine Zuflucht. Aengstlich flehet mein Herz zu dir. O mein Erlöser! erbarme dich meiner, und wende deine gnädigen Blicke nicht von mir ab! Sey mein Helfer, verlaß mich nicht, und verachte mich nicht, o Gott, mein Heiland! Gedenke, wie Vieles du für mich gethan und gelitten hast! Laß doch an meiner armen Seele ein so theures Pfand nicht verloren gehen, da dein gebenedeites Herz am Kreuze nach deinem Tode- in der Absicht sich uns geöffnet hat, damit wir da Trost und Heil schöpfen könnten! Deßwegen überlasse ich mich dir, o guter Jesu! und übergebe mich gänzlich deiner göttlichen, liebevollen, und mehr als väterlichen Güte, Gewogenheit und Beschirmung, und zwar in Vereinigung mit jener Uebergabe und Empfehlung, womit du am Kreuze deinen Geist in die Hände deines himmlischen Vaters empfohlen haft. Mich verbergend in deine heiligsten Wunden, und in sein süßestes Herz- rufe ich: O mein Erlöser! höre und erhöre mich, und verwirf das Flehen meines Herzens nicht, du, der du die Liebe selbst bist, die unendliche Güte, die wesentliche Milde und die unaussprechliche Barm 650 Gebet c. die Verzeihung aller fündl. Gedanken 2c. zu erlangen. herzigkeit, und der du eben deßwegen in dir selbst den Beweggrund findest, Demjenigen helfen zu müssen, der in Glauden, Hoffnung und Liebe zu dir fleht! Hilf mir also, o Herr! hilf! Amen! him stis -Gebet zu Jesus im allerheiligsten Altarssakramente, die Verzeihung aller fündlichen Gedan: ken, Worte und Werke zu erlangen. O Jesu, der du gekommen bist, zu suchen und selig zu machen, was verloren war, und der du in deinem heiligsten Liebesgeheimnisse den wahrhaft bußfertigen Sünder stets liebevoll zu Gnaden aufnimmst! in reumüthiger Zerknirschung flehe ich zu deiner Barmherzigkeit: Vergib mir durch die Verdienste deiner hochheiligen Gedanken alle eitlen, bösen und schändlichen Gedanken, die ich selbst wider dein Verbot gehegt, und wozu ich Andere veranlaßt habe! Vergib mir auch barmherzig kraft deiner heiligsten und heilsamen Worte alle fündlichen Worte, die ich deinem heiligsten Willen zum Troße gesprochen, und wozu ich Andere angeregt habe! Endlich flehe ich zu dir, o mein barmherzigster Heiland! daß du mir zur Ehre deiner höchst heiligen Werke, die du auf Erden für unser Heil gewirkt haft, alle Sünden, welche ich selbst gegen dein Geseß, gegen deine Ehre und gegen deine göttlichen Einsprechungen wissent lich oder unwissentlich begangen, und wozu ich Andere verleitet habe, erlassen wolleft. Ordne, du Lenker und Prüfer der Herzen! von nun an alle meine Gedanken, Worte und Werke nach deinem heiligen Willen und zu deiner göttlichen Ehre, auf daß mein ganzes noch übriges Leben dem deinigen gleichförmig werde! Dein will ich seyn, mein Jesu! im Leben und im Tode; ganz übergebe ich mich deinen heiligen Händen; walte mit mir nach deinem göttlichen Wohlgefallen! Ame - ogling Die sieben Buß: Psalmen. stol Anmerkung. is So gerecht eine Seele auch immer seyn mag, so ist sie doch im Grunde immer schwach, unvollkommen und mangelhaft. Stete Stets wird fie sich Unvollkommenheiten und Fehler vorzuwerfen haben; denn nach dem Ausspruche des heiligen Geistes fällt auch der Gerechte des Tages siebenmal.- Um nun diese Unvollkommenheiten, derer sie in den Augen Gottes Die sieben Bußpsalmen. schuldig seyn könnte, auszuföhnen, muß sie nothwendig zur Buße ihre Zuflucht nehmen; und wo findet man wohl alle Empfindungen der demüthigsten, lebhaftesten und aufrichtigsten Buße so vollkommen ausgedrückt, als in den sogenannten Buß- Psalmen Davids?- Bediene dich derselben oftmals, um die daraus zu schöpfenden Empfindungen der Reue und Bußfertigkeit Jesu im allerheiligsten Altarssakramente zur Versöhnung deiner Untreue darzubringen!- Billig magst du sie von Zeit zu Zeit bei einer Besuchung gebrauchen, und ganz besonders auch bei deinen Vorbereitungen zum Tode. Erster Bußpsalm. ( Psalm 6.— Furcht vor dem göttlichen Gerichte, und demüthige Bitte um Versöhnung.) m¡ ¥ qulf Herr! verwirf mich nicht in deinem Grimme, Züchtige mich nicht in deinem Zorn'! Erbarme meiner Schwäche dich, o Herr! Heile mich Zerschlagenen, o Herr! Wie innig ist mein Herz betrübt, Und, ach! wie lange säumest du, o Herr! Sieh wieder d mich, rette meine Seele, Herr! Um deiner Erbarmung willen rette mich! Denn( ewig) todt, wie kann ich Deiner denken? Wie in der Hölle deinen Namen nennen? Nächte durch seufz' ich auf meinem Lager; Mein Bett hab' ich im Thränenstrom' gebadet. Mit Finsterniß umzog dein Zorn mein Auge; Ich alterte vor Gram, umringt von Feinden. Hinweg von mir, des Lasters Knechte! Der Herr hat das Rufen meiner Angst erhört, Der Herr hat meiner Wehmuth Fleh'n erhört, Der Herr hat aufgenommen mein Gebet. ( Psalm 31. 651 ISTIN - me. Zweiter Bußpfalm. Glückseligkeit des Büßers. des unbußfertigen Sünders.) Selig Jene, deren Uebelthaten erlaffen, ob dnll Und deren Sünden bedecket werden! mở Unseligkeit 83 O, selig der Mensch, welchem nicht der Herr m Hat zugerechnet eine Sünde, und 10582 Der sich nicht selbst betrügt in seinem Sinn'! d@ Ach! mein Verschweigen war wie Knochenfraß, Mir Seufzer erpressend Lage lang. durstis lunt Bei Tag, bei Nacht lag deine Hand wie eine Last Auf mir. Da wandte ich, als tief der Dorndo 189 0x180 652 Die sieben Bußpsalmen. In mich gedrungen, im Elend' meinen Sinn, Bekannte vor dir mein Vergehen, Und nicht verdeckte ich mein Unrecht mehr. Ich sprach: Bekennen will ich gegen mich Dem Herrn mein Unrecht; und da ließest du Die Strafe meiner Bosheit nach mir Sünder. Deßwegen flehe jeder Gottesfürchtige Zu dir, so lange es noch Zeit ist; Dann wahrlich werden einer Sündenfluth Gewässer ihn auch nicht erreichen.- Du bist mir Zuflucht in der Trübsal, welche mich Umringet; du, o Gott! bist mein Frohlocken; Entreiße meinen Widersachern mich! ( Der Herr erwiedert:) „ Einsicht will ich dir geben, lehren dich „ Den Weg, auf dem du wandeln sollst; „ Stets wird mein Auge wachen über dir. „ So werdet nicht dem Pferd', dem Maulthier' gleich, „ Dem nicht die Gabe der Vernunft geworden, „ Und deren Gebiß du zähmen mußt mit Zaum „ Und Korb, daß sie sich gegen dich nicht wenden!" Viele Züchtigung dem Sünder!- doch Erbarmen Wird den, der auf den Herrn vertraut, umarmen. Auf, jauchzet alle, an Herzens Einfalt reich, Im Herren, Gerechte! jubelt, rühmet euch! Dritter Bußpsalm. ( Psalm 37.- Leiden der Seele, als Folgen der Sünde; Liebesreue im Geiste der Ergebung und des Vertrauens.) Herr! verwirf mich nicht in deinem Zorne, Und züchtige mich nicht in deinem Grimm'! Es stecken deiner Strafe Pfeile tief in mir, Und schwer ist über mir geworden deine Hand. Dahin vor deinem Zürnen schwindet mir Am Körper die Gesundheit, mein Gebein Bebt ruhelos beim Anblick' meiner Sünden; Denn hoch mir über's Haupt ist meine Schuld Emporgewachsen, drückt wie Centnerlast. Es faulen eiternd meiner Wunden Narben, Die mir die eig'ne Thorheit schlug; Gebeugt und elend schleich' ich hin zum Grabe. jok a Die sieben Bußpsalmen. Und Harm begleitet mich den ganzen Tag; nu drill Denn Weh' erfüllet meine Lenden, is bus spli Und aus dem Körper floh Gesundheit mir.biom dull Gebrochen bin zu Boden ich geschmettert, ginin GI! Zum Stöhnen ward das Seufzen meines Herzens. D Herr! nach dir hin richtet all mein Sehnen sich, Und meine Seufzer sind dir nicht verborgen. Zerknirscht mein Herz, von allem Muth verlassen, Der freie Blick des Auges fehlet mir sogar. Die Liebe sonst und Blut mit mir verband, Sie fernten sich, und wagen nicht zu nahen; Die mir zur Seite stunden, sind nun fern'. Da stürmten ein auf mich, die meiner Seele Nachstellten; und die mein Verderben suchten, Ergossen grundlos Lästerreden, bdull di dali @ Und sannen fortan Trug und Hinterlist. Ich aber war wie taub, als hört' ich's nicht; Wie stumm, als könnte ich den Mund nicht öffnen. Ich ward wie ein Betäubter, und wie einer, ma Der keine Gegenred' im Munde findet;- Weil ich auf dich, o Herr! nur hoffe;- du Wirst mich erhören, Herr! mein Gott! impune Zu dir sprach ich: Nie, nie wirst meine Feinde o Du über mich frohlocken lassen. Jeßt, ach! weil meine Füße wankten, Erhoben stolz sie Jubel über mich. ali dali HD i bakte Doch billig beuge ich der Ruthe mich, si nici nu Will meinen Gram vor Augen immer haben; ill Ach! ich erkenne ja mein Unrecht selbst, Und härme über meine Sünde mich. Verlaß, verlaß, Herr! du mich nicht; g Mein Gott! o, sey nicht ferne mir! Du eile mir zu Hilfe, Herr Und Gott, von dem allein das Heil! 653 Vierter Bußpsalm. and ve ( Psalm 50.- 3erknirschung des Herzens über die be gangene Sünde, innigstes Flehen um Verzeihung und Wiederherstellung in die Gnade des heiligen Geistes, mit Beziehung auf das Versöhnungsopfer Jesu Christi und die Würde der heiligen Kirche.) Erbarme meiner dich, o Gott! mdi shilgst Nach deiner großen Barmherzigkeit, dan C 654 Die sieben Bußpsalmen. Und nach der Menge deiner Erbarmungen duf Tilge aus meine Missethat! tollings 50 mm Und wasche gänzlich von mir meine Missethat, dall Und reinige von meiner Sünde mich! id chords ( Ach! wohl erkenn' ich meine Missethat, ndo m Und meine Sünde ist mir stets vor Augen;-) Damit gerecht in deinem Worte du, sism dall In deinem Urtheil' milde nur geheißen werdest. E Doch sieh! in Sünden bin ich empfangen worden 2 Und es gebar in Sünden meine Mutter mich. siC Sieh! Wahrheit liebst du; deiner Weisheit Geheimniſſe Und dunkle Spuren hast du mir bekannt gemacht.@ Du wirst mit Hysop mich besprengen, und d Ich werde rein; nism al dan nilaichaft ofe Du wirst mich waschen, und 162 holdnar miffop Ich werde weißer seyn, denn Schnee.nl dull Du wirst meinem Ohr' Freud' und Wonne gewähren, Und frohlocken werden die jetzt zerschlagenen Gebeine. O, wend' dein Auge ab von meinen Sünden, Und tilge alle meine Missethaten! ani nd Ein reines Herz erschaff' in mir, Gott! un hi hay Der Tugend Geist erneu' in meiner Brust, bim hid Daß du vor deinem Angesicht' mich nicht verwerfest, Und deinen heil'gen Geist nicht von mir nehmest! So gib denn wieder mir die Freude deines Heils, Und stärke mit dem Geiste deiner Stärke mich! Dann will die Sünder deine Weg' ich lehren, do Und die Gottlosen werden sich zu dir bekehren. Di Mach frei mich von der blut'gen Schuld, o Gott! bly Du meines Heiles Gott! und meine Zunge d anil Wird preisen die Güte deiner Gerechtigkeit! Du, Herr! du öffne mir die Lippen, So wird mein Mund dein Lob verkündigen! Denn hättest Opfer du verlangt, Ich brächte eilig sie dir dar; allein .6 mi) Du hast an Brandopfern kein Wohlgefallen. Ein Opfer, dir gefällig, Gott! ist ein Zerknirschter Sinn; ein reuevolles und Demüth'ges Herz wirst du, Gott! nicht verschmähen. dn Beglücke Sion, Herr! mit deiner Huld, Daß neu sich heben die Mauern Jerusalems! chall Die sieben Bußpsalmen. 655 Dann wirst du als Opfer der Gerechtigkeitsin dall Annehmen vielfältige Opfergaben; 65 drior tlsurchait ne Dann werden sie zu deinem Altar' freudig nismo me Die Erstlinge der Heerden bringen. ir 10 dsin! C Fünfter Bußpsalm. indi mo n ( Psalm 101. Gebet in Trübsal und Bedrängniß, im Geiste der Buße und vollkommener Hingebung, mit Blicken auf das Heil und die Freiheit der Kirche durch Christus.) ad dot and O Herr! erhöre mein Gebet, Und laß mein Rufen vor dich kommen! Dein Antlitz wende nicht hinweg von mir; ginald diffe Am Tage meiner Trübsal neige mir dein Ohr; Hör' ohne Zögern mich, sobald ich zu dir rufe! uf Ach! meine Tage schwinden hin wie Rauch, und mein Gebein verzehrt sich wie ein Brand im Feuer. lesie. Hingemäht wie Gras bin ich, es dorrt mein Herz; this. Ich hab', ach! aufgehört, mein Brod zu essen. Unter dem Aechzen meines Jammers Vertrocknet mein Gebein an meiner Haut. Gleich bin ich worden dem Vogel der Wüste, and all Gleich der tagscheuen Eule in ödem Gemäuer; Auf der Wache bin ich stets Wie der Sperling auf dem Dache. 2nd o un bu Mich schmähen meine Feinde den ganzen Tag, Und die mich priesen, verschwören sich wider mich. Ach! Speise ist mir Asche statt des Brodes, Und meinen Trank misch' ich mit Thränen niss dull Im Angesichte deines bittern Zornes. pisa. hind siQ sd dnll Du hast erhoben mich, und in den Staub gestürzt. Es fliehen meine Tage hin wie Schatten, Und ich verdorre wie das Gras. TONING TO Du aber bleibest ewiglich, o Herr! ilanie Und dein Andenken von Geschlecht zu Geschlecht. Erheben wirst du dich, erbarmen über Sion; Denn der Erbarmung Zeit ist schon, ist angebrochen. sulk Denn deine Diener sehnen sich nach Sions Bau, m Und denken wehmuthsvoll an ihren Schutt. d mind 808 Die Heiden werden fürchten deinen Namen, Herr! us the Und alle Könige der Erde deine Macht. O ja! aufbauen wird Sion der Herr, Und zeigen sich in seiner Herrlichkeit. Er hat das Fleh'n der Demuth angesehen, Insok id id misly 656 Und nicht verworfen ihr Gebet. dan Der Nachwelt wird es aufgezeichnet, und es wird Den Herrn ein Volk, das er sich schaffet, preisen. Ja! nieder sieht aus seinen heil'gen Höhen i si Der Herr, schaut hin vom Himmel auf die Erde, Zu hören das Seufzen der Gefesselten, Zu erlösen die Kinder des Todes, Damit fund werde in Sion der Name des Herrn, fre Und das Lob desselben in Jeruſalem, Wenn die Völker sich versammeln werden, Und die Könige, dem Herrn zu dienen. * Die sieben Bußpfalmen. 03 2012 Zur Antwort gibt Er drauf Einherschreitend in seiner Kraft: Berichte, im 108 „ Wie viel, wie wenig meine Tage sind! „ Nicht rufe auf mich in der Hälfte meiner Tage!" 0 D! deine Jahre geh'n von Geschlecht zu Geschlecht. Du, Herr! hast am Anfang' der Erde Grund gelegt, Und das Werk deiner Hände sind die Himmel. Sie werden vergehen, du aber bleibst; Und sie werden alle veralten wie ein Kleid, Und du wirst sie wenden wie ein Gewand, So daß sie verändert werden. Du selbst aber bist ewig derselbe, Und deine Jahre nehmen kein Ende. Die Enkel deiner Diener wohnen( noch bei dir), Und der Same derselben wird in Ewigkeit Vor deinem Angesichte wandeln. me Sechster Bußpfalm. Aufruf zu Gott aus ( Psalm 129. dem Elende der Sünde, mit Vertrauen auf seine Barmherzigkeit; Hinblick auf die fünftige Grlösung.) star indsd Aus der Tiefe rufe ich zu dir, o Herr! dy Herr! höre mein Nufen! wund sic Laß dein Ohr merken auf die Stimme meines Fleh'ns! Wenn du der Sünden achten willst, o Herr! Ach, Herr! wer wird sodann bestehen? Allein bei dir ist ja Vergebung, und- o An deinem Gesetze hielt ich aufrecht mich. Herr! o Herr!! ist dnff Die sieben Bußpsalmen. Aufrecht hielt meine Seele sich an seinem Wort', Es hoffte meine Seele in dem Herrn, Von einem Morgen zu dem andern; Vertrau'n soll Israel nur in dem Herrn; Denn bei dem Herrn ist die Barmherzigkeit, Und gnadenreiche Erlösung dort bei Gott. Ja! er wird Israel erlösen Von allen seinen Missethaten. Siebenter Bußpsalm. - ( Psalm 142. Vertrauensvolle Anrufung göttlicher Hilfe in Leiden und Todesgefahren.) Herr! erhöre mein Gebet, Merk auf mein Fleh'n nach deiner Wahrheit, Erhöre mich nach deiner Gütigkeit! - Und geh' nicht mit deinem Knechte in's Gericht; Denn vor dir wird nichts, was lebt, gerecht erfunden. Ach! der Feind hat meine Seele hart verfolgt, In den Staub getreten mein Leben, eingeferkert Mich in Finsterniß den Todten gleich. In Angst versetzt ist über mich mein Geist, Es entseßet sich in meiner Brust mein Herz. Ich gedachte der Tage der Vergangenheit, Verweilte betrachtend bei deinen Werken allen, Bei den Thaten deiner Rechten in Betrachtung. Ausstreckt' ich meine Hände hin nach dir; Meines Lebens Odem geht zu Ende. Wende nicht dein Angesicht von mir; Jenen gleich' ich, sieh! die in die Grube sinken. Thu' mir frühe deine Erbarmung fund, Weil in dir ich meine Hoffnung habe; Mach' den Weg bekannt mir, den ich wandeln soll! Denn empor zu dir erheb' ich meine Seele. 657 42 dny Baro Rette mich, o Herr! von meinen Feinden! Meine Zuflucht nehm' ich nun zu dir. Lehr' mich deinen Willen thun, da du mein Gott! Auf die rechte Bahn führ' mich dein guter Geist! is do Herr! um deines Namens willen belebe mich; Leite mich nach deiner Huld aus der Bedrängniß, Und zerstreue in deiner Erbarmung meine Feinde, Und ohnmächtig mache Alle, die mich drängen, ndIndem ich dein Diener bin! nd d 2wickenpflug, Jesus, unsere Liebe zc. 658 Gebet in Versuchungen, um die Gnade vollk. Keuschheit. Gebet in Versuchungen. This sajukt O Jesu! steh! heftige Versuchungen bestürmen mich. Zu wem soll ich meine Zuflucht nehmen, als zu dir, der du in deinem hochheiligen Sakramente unsere Stärke und unser Schirm wider die Feinde unsers Heiles bist? O, kämpfe für mich, und bezwinge die bösen Thiere, die lüsternen Begierden, auf daß Friede werde in deiner Kraft, und Ueberfluß deines Lobes ertöne in der heiligen Halle, im reinen Gewissen! Gebiete den Winden und Stürmen, sprich zum Meere: Schweige! und zum Nordwinde: Du sollst nicht wehen! und es wird große Ruhe seyn. Sende, o Jesu! dein Licht aus und deine Wahrheit, daß sie leuchten auf Erden! Denn eine wüste und leere Erde bin ich, bis du mich erleuchtest.- Ergieße deine Gnade aus deinem Heiligthume, durchströme mein Herz mit himmlischem Thau, spende mir Gewässer der Andacht, das Angesicht der Erde zu begießen, daß sie gute, daß sie die besten Früchte hervorbringe! Erhebe das Gemüth, niedergedrückt durch die Last der Sünden, und hefte meine ganze Sehnsucht an das Himmlische, daß es mich, wenn ich die Lieblichkeit der himmlischen Seligkeit gekostet habe, verdrieße, irdischer Dinge zu gedenken! — Nimm mich hinweg, o Jesu! und entreiße mich allem vergänglichen Troste der Geschöpfe! Denn nichts Erschaffenes ist vermögend, meinen Hunger vollkommen zu stillen und zu trösten. Verbinde mich dir durch das unzertrennliche Band der Liebe! Denn du allein genügest dem Liebenden, und ohne dich sind alle Dinge nichts. Gib, daß ich in deiner Liebe, Herz an Herz mit dir, lebe und sterbe! Amen! Gebet um die Gnade vollkommener Keuschheit. O Jesu, reinster Bräutigam der Seelen, Brød der Engel, und Wein, aus dem Jungfrauen hervorsprießen! tilge, ich bitte dich, aus meinem Marke und aus meinen Gliedern alle fleischlichen Neigungen! Und da du mir eine Seele verliehen haft, so edel und geistig, daß sie der Reinigkeit deiner Heiligen im Gebet um Tugenden, um die Gnade, Gottes Wohlgefallen 2c. 659 an Himmel fähig ist, so verleihe mir, daß ich von dieser Stunde als ihre getreue Nachfolgerin und als deine Tochter- kraft dieser Tugend ihnen und dir ähnlich werde! Sollte ich aber in meinem Innern Neigungen empfinden, die dieser himmlischen Tugend widerstreben, so laß sie meine Quäler seyn, die Gerechtigkeit an mir üben, wegen meiner vergangenen Unordnungen mich peinigen, und meine Seele wie in einem Feuerofen reinigen! Laß sie mir auch statt eines Weckers dienen, daß ich um so vorsichtiger wandle, mir selbst mißtraue, und in allen Dingen nur dir vertraue und von Herzen anhänge! Auch sollen sie mich anspornen, in meinen guten Begierden und festen Vorsäßen vollkommener Reinigkeit um so eifriger auszu. harren, wie ich denn auch mit fester Zuversicht zu deiner göttlichen Hilfe mir vornehme, alle Mittel anzuwenden, welche meine Fortschritte in dieser Tugend fördern! Amen! Gebet um Tugenden. Süßester Jesu, du Vorbild aller Tugenden während deines Wandels auf Erden und auch jetzt in dem allerheiligsten Altarssakramente! flöße mir heiligen Eifer ein, daß ich dir in demselben nachfolge! Sende, göttliche Sonne der Gerechtigkeit! die Strahlen deines Lichtes in mein Herz, und befeuchte es mit dem reichlichen Thau deiner Gnade, auf daß daselbst Blumen wahrer Tugenden aufblühen, derer Geruch dir, wohlgefällig sey, und den Nächsten erquicke und in allem Guten stärke! Lehre mich vollkommen seyn, gleichwie unser himmlischer Vater vollkommen ist, und überwinde durch deine göttliche Kraft meine Trägheit, daß ich dich, mein göttliches Vorbild, in mir abbilde, und als dein wahrer Jünger dahin komme, wo du mein Herr und Meister bist, mich ewig bei dir zu erfreuen! Amen! Gebet um die Gnade, in Allem Gottes Wohlgefallen zu vollbringen. O Jesu, an dem der ewige Vater sein Wohlgefallen hatte und noch hat, weil du in Allem nach seinem Wohlgefallen 42* - Kranken- und Sterbegebete 2c. gethan haft und im heiligsten Sakramente noch thust! verleihe mir deine Gnade, daß sie mit mir sey, und mit mir wirke, und bei mir verharre bis an's Ende! Gib mir, daß ich immerdar verlange und wolle, was dir angenehmer ist und mehr gefällt! Dein Wille sey der meinige, und mein Wille folge dem deinigen immerdar, und stimme am Besten mit ihm überein! Ein Wollen und Nichtwollen sey mir mit dir! Noch mag ich auch Anderes wollen oder nicht wollen, als was du willst und nicht willst. 660 Gib mir, daß ich allen Dingen absterbe, die in der Welt sind, und Deinerwegen gerne verachtet werde, und ungekannt sey in dieser Welt! Gib mir, daß ich über alles Ersehnte in dir ruhe, und mein Herz in dir befriedige! Du bist der wahre Friede des Herzens, du die einzige Ruhe; außer dir sind alle Dinge hart und voll Unruhe. In diesem Frieden, d. i., in dir, dem einzigen, höchsten und ewigen Gute, will ich schlafen und ruhen. Amen! 920sd dass - SIIS Neunter Abschnitt. Memento mori: Om Kranken- und Sterbe: Gebete - des frommen Liebhabers und Anbeters des allerheiligsten Altarssakraments. We Memento mori, oder Vorbereitung zum Tode in gesunden Tagen. s tid our 130 81 - Mein Christ! du wirst sterben.- Wann? ist ungewiß.. Von einem 20 guten Tode hängt die ewige Seligkeit ab. Darum halte dich immerhin darauf bereit! Erwähle dir wenigstens alle Monate einen Tag, wo du dich sorgfältig dazu vorbereitest durch eine reumüthige Beicht, durch die heilige Kommunion als letzte Wegzehrung, durch Ordnung aller deiner Angelegenheiten, und durch folgende Uebungen vor dem allerheiligsten Altarssakramente! - 661 Kranken- und Sterbegebete 2c. SiO Tod! wie sehr fürchte ich dich! wie sehr erschrecke ich, wenn ich dich durch die schwarzen Finsternisse jener Landschaft erblicke, wo du wohnest! Wie sehr fürchte ich jene erschrecklichen Ungeheuer, welche das Zeichen geben werden, wenn die Seele des unbußfertigen Sünders den Leib verlassen wird, um sich in ungeheurer Anzahl zu versammeln, und die sie sodann ergreifen und vor den Richterstuhl des höchsten Richters hinführen werden, um sie vor ihm anzuklagen! Wie sehr fürchte ich den Anblick dieses fürchterlichen Richters, vor dessen Blicken selbst die Engel zittern! Wie sehr fürchte ich endlich mich selbst, da ich mich so leer an guten Werken, und so beladen mit Unflath und Missethaten erblicke! Unser Stammvater getraute sich nicht, vor dem Engel zu erscheinen, der des Herrn Stelle vertrat, weil er sich ganz nackt sah;, ich habe mich gefürchtet, weil ich nackt war;" werde wohl ich es wagen, vor Gottes Majestät zu erscheinen, da ich ebenfalls nackt und leer an guten Werken, ja! beladen mit Miſſethaten, und mit Gottlosigkeiten bedeckt bin? Sie sind mit ihrer Ungerechtigkeit und Gottlosigkeit ganz überdeckt." ( Psalm 72, 6.) O mein Erlöser, der du das anbetungswürdigste Altarssakrament eingesetzt hast, nicht nur, um bis zu deiner letzten Ankunft deinen Tod zu verkünden, sondern auch, um uns die nöthige Hilfe darzubieten, und uns zu unserm Tode vorzubereiten! sieh! ich erscheine hier am Fuße deines Altars und bitte dich um alle jene Gnaden und Hilfe, die ich nöthig habe, um christlich und heilig zu sterben.- O mein Jesu! du bist hier unser Osterlamm, kraft dessen wir glücklich aus dem Aegypten dieſes Lebens ausziehen; wir sind aus den Händen unserer grausamen Feinde, die uns nachsetzen, um uns zu verderben, befreit, und wir finden den Weg offen, um mitten durch ein Meer von Beschwernissen in das Land einzugehen, das du uns zur Erbschaft verheiffen hast. Darum komme ich zu dir, und flehe dich demüthig um deinen Beistand auf jener gefährlichen Reise an, die ich aus diesem in das zukünftige Leben machen muß, inständigst bittend, daß du in mir alle Kranken- und Sterbegebete 2c. jene entfernten und nahen Vorbereitungen treffen wolleft, die mir nothwendig sind, um heilig zu sterben. O mein Erlöser! gib doch, daß ich, als getreuer Nachfolger des Beispieles, welches du uns gibst, wie du auf den Altären ein von allen Geschöpfen gänzlich abgesondertes, verborgenes und in Gott versenktes Leben führe,- ein Opferleben, welches dahinfließt in immerwährender Anbetung der Größe und Vollkommenheiten deines Vaters, in tiefer Vernichtung meiner selbst, in steter Buße und Verdemüthigung meiner Sünden wegen, in ununterbrochenen Seufzern über meine Armseligkeiten, in beständigem Beten und Bitten wegen meiner Bedürfnisse, in unverbrüchlichem Gehorsam gegen den Willen meines Schöpfers rücksichtlich meiner Pflichten, in beständiger Beraubung aller Tröstungen dieses Lebens, so, daß ich stets der Welt, der Sünde, der Begierlichkeit absterbe, stets in der Betrachtung der Vollkommenheiten Gottes versenkt sey, und stets von den heiligen Flammen der Liebe verzehret werde! Gib, daß ich in der Welt sey, wie du in diesem heiligen Saframente bist, nämlich, als wäre ich nicht darin; daß ich, nach deinem Beispiele, Augen habe, ohne zu sehen, was da vorgeht, Ohren, ohne zu hören, was da geredet wird, eine Zunge, ohne zu reden, was da gesehen wird, Hände, ohne etwas von dem zu thun, womit man sich da beschäftiget, Füße, ohne demjenigen nachzugehen, was man da sucht,- endlich ein Herz, ohne zu lieben, was man da liebt! Um die nahen Vorbereitungen zu einem heiligen Tode in mir zu treffen, laß mir, o mein Erlöser! jene Hilfe zu Theil werden, um welcher willen du dieses allerheiligste Sakrament eingesetzt hast! Würdige dich, vor meinem Hintritte aus dieser Welt mir als Wegzehrung dich zu geben, um meine Seele für die große Reise in die Ewigkeit zu nähren und zu stärken,- als solche mein Wegweiser zu seyn, sie dahin zu führen, mein mein Licht, sie zu erleuchten, meine Kraft, sie zu unterstüßen, Beschüßzer, sie zu vertheidigen, mein Sachwalter, ihre Angelegenheit bei deinem Vater zu verfechten, und ihr Gnade zu erhalten! Laß sie nicht allein und aller Hilfe beraubt- in jener schrecklichen Verlassenheit von den Geschöpfen, worin sie 662 — - - - - - Kranken- und Sterbegebete zc. sich befinden wird, da sie dieses Leben verläßt! Reinige sie von ihren Sünden in deinem Blute! Bekleide sie mit deiner Gerechtigkeit! Schmücke sie mit deinen Tugenden! Bereichere ste mit deinen Verdiensten! Gib ihr die Gnade vollkommener Aussöhnung und des Eintrittes in das Himmelreich! Nimm meine Seele unter den Schatten deiner Flügel auf, da sie den Leib verlassen wird! Verbirg ste in deinen heiligen Wunden! laß dein Angesicht über sie leuchten, wie du Jenen thust, die ihre Hoffnung auf dich gesetzt haben! Nimm sie- als eines deiner Schäflein in deinen Schooß, damit sie dir Niemand raube! Bewahre sie als eines deiner Kinder tiefst in deinem Innern!- O, möchte ich doch den Trost haben, mitten durch das zahllose Heer meiner Feinde, die mich verfolgen, in das zukünftige Leben einzugehen, bekleidet- mit meinem Jesus, verborgen in meinem Jesus, meinen alten Menschen, meine Begierlichkeit, meine Sünden- begraben im Blute meines Jesus! Ich habe schon einmal das Glück gehabt, darin begraben zu seyn bei meiner Geburt, das ist, bei meiner Taufe; möchte ich doch durch deine Gnade darin auch zum zweitenmal begraben werden bei meinem Tode, da ich die Erde verlassen werde, um vor meinem Richter zu erscheinen! Um aber durch deine Gnade zu deinen Vorbereitungen auch selbst etwas beizutragen, so komme ich, o mein göttlicher Erlöser! zu diesem Geheimnisse des Glaubens, zu bekennen, daß ich ungezweifelt Alles glaube, was du und deine heilige Kirche zu glauben mir vorstellen; zu diesem Dankopfer, dir demüthigst für alle Güte und Geschenke der Natur und Gnade, die du mir mein Leben hindurch mitgetheilt hast, zu danken; zu diesem Versöhnungsopfer, dir alle meine Missethaten zu bekennen, dir zu betheuern, daß sie mich aus Liebe Deiner innigst schmerzen, und dich deßhalb demüthigst um Verzeihung zu bitten; zu diesem Friedensopfer, dessen Verdienst dein Vater nichts abschlagen kann, dich zu versichern, daß ich auf dessen allmächtige Kraft alle meine Hoffnung seße;- zu diesem göttlichen Brandopfer, dem Herrn alle Huldigungen, Anbetung und Verehrung des Himmels und der Erde, der Zeit und Ewigkeit darzubringen, die sich darin vereiniget finden; zu diesem Geheimnisse - - - 663 - Kranken- und Sterbegebete 2c. der Liebe, Gott mit der Liebe meines Jesus, seiner heiligen Engel, seiner Auserwählten und Gerechten- alle Liebe meines Herzens darzubringen, und ihm Alles zu weihen, was ich in der Welt bin und habe;- zu diesem bitteren Kelche, wo mein Erlöser im Voraus, am Abende vor seinem Leiden, geheimniß voller Weise sterben wollte, mich zum Tode zu bereiten;- zu dieser Quelle des Lebens,' wo das ewige Leben Jenen gegeben wird, die dieses Geheimniß würdig empfangen, den Ursprung und die Quelle meines ewigen Heiles zu suchen. i mein Heiland! vielleicht ist dieser Tag der letzte meines Lebens; es hängt von dir ab; wie es dir gefällig ist! Ich nehme den Tod der Zeit, Stunde und Art nach- an, wi 664 es deine Vorsicht beschlossen hat; ich bringe deinem Vater im Voraus in Vereinigung mit deinem Tode ein Opfer dar. Ich betheure, daß die Welt, für welche ich sonst so eingenommen war, für mich nichts mehr ist, und daß ich sie mit Freu den verlasse, um zu meinem Gott zu gehen; daß meine Neigun gen und Begierden keineswegs für diese Erde sind, und daß von nun an alle meine Sehnsucht und mein Verlangen da hin gehen soll, ihn ewig im Himmel zu sehen und zu besißen. O mein Jesu! du hast die Schlüssel des Todes, und lassfest die Menschen jenes Todes sterben, der dir gefällig ist. Ich bitte dich inständig: Gib mir einen heiligen und vor deinem Angesichte kostbaren Tod, damit er die Angelegenheit meines Heiles besiegle! Ewiger Hoherpriester der zukünftigen Güter, der du deinem Vater unsern Tod mit dem deinigen aufopferst! ich bitte dich, wasche und reinige das Opfer, ehe du es dar bringst! Reinige meine Seele, che du sie von dieser Welt hinwegnimmst, von allen Sünden, womit sie sich in diesem Leben befleckt hat! Sie verabscheut dieselben über Alles; sie ist be trübt, voll Scham, und demüthigt sich deßhalb vor dem Herrn; ste opfert, um diese Sünden zu tilgen, deinem Vater alle Betrübniß und allen Schmerz, die du dein Leben hindurch empfunden, alle Thränen, die du vergossen, alle Seufzer, die du gethan, und alles Blut, das du bei deinem Tode für unsere Seelen vergossen hast, und noch immer auf eine geheimnißvolle Weise vergießest. O ewiger Vater! höre, ach! höre die t $ I 11 : I 1 3 3 1 I 3 = = I C 5 Kranken- und Sterbegebete zc. Stimme dieſes Blutes, das um Gnade für mich fleht! Sieh, wie durch die geheimnisvolle Vergießung dieses Blutes, welche auf unsern Altären geschieht, die ganze Erde damit befeuchtet, bedeckt, überschwemmt ist! und durch das Verdienst dieses Blutes verzeihe mir meine Sünden! Aber auch du, meine Seele! höre die Stimme dieses Erlösers, welcher dir durch den Mund des heiligen Job zuruft:-O Erde! bedecke mein Blut nicht, und laß mein Geschrei keine Stätte finden, sich in dir zu verbergen"( Job 16, 19.)! das heißt: du, der du deinem Wesen nach nur Erde bist! verbirg nicht das Blut deines bewunderungswürdigen Erlösers durch die unordentliche Neigung zum Irdischen! hindere nicht seine Stimme, hinzudringen zum Throne seines Vaters, durch Verstockung deines Herzens und durch deine Verhärtung in der Sünde! Ja, o mein Gott! dieses kostbare Blut ist der einzige Grund meiner Hoffnung und mein ganzes Verdienst. Nicht meiner Gerechtigkeit oder meiner guten Werke wegen hoffe ich die Verzeihung meiner Sünden, sondern nur durch die Kraft des Blutes meines Elösers; durch das Besprengen meiner Thürschwelle mit dem Blute dieses unschuldigen Lammes hoffe ich dem Schwerte des Würge- Engels zu entgehen; dadurch, daß ich, wie Rahab, ein rothes Seil an das Fenster hänge, das heißt, daß ich mich mit den zärtlichsten Anmuthungen meines Herzens an Jesus, den Gekreuzigten, festhalte, und mich auf die Verdienste seines Leidens stüße, hoffe ich, nicht in die Plünderung und Zerstörung Jericho's verwickelt zu werden, und das Glück zu haben, dem Volke des Herrn beigeſellt zu werden, und mit demselben in das Land einzugehen, welches ihm zur Erbschaft und zum ewigen Besitthume verheissen worden ist. Amen! — 665 - Laß dir, mein Christ! an diesem Tage deiner Vorbereitung zum Tode auch die 7 Bußpfalmen zu beten angelegen seyn! Kranken- Gebete. Gebet in schwerer Krankheit. O Jesu, dessen Barmherzigkeit ich im heiligsten Altarssakramente nie ohne Trost und Hilfe angefleht habe! sich, da 3wickenpflug, Jesus, unsere Liebe 2c. 43 Kranken- und Sterbegebete 2c. ich nimmer zu dir kommen kann, aus deinem Heiligthume hier: her auf deinen armen Knecht, der mit bitteren Schmerzen ringet! Sieh, mein Heiland! die Schmerzen des Todes haben mich umgeben, keine Gesundheit ist in mir, das Mark meiner Ge beine vertrocknet, und mein Herz verschmachtet in mir. Süßester Jesu im hochheiligen Sakramente! hilf mir durch die Kraft deines heiligen Namens, den ich in Demuth und Hoffnung anrufe! Jesu, mein Heiland! heile mich! Schirme meine Seele, daß sie nicht in Ungeduld verzage! Gedenke, daß ich ein Werk deiner Hände bin, daß du mich erschaffen, mit deinem Blute erlöset, mit dem Brode des Lebens genähret hast! O Jesu! ein gütiger und barmherziger Gott, der sich der Schwachheit der Menschen erbarmt, bist du in deinem heiligen Liebesgeheimnisse... Nimm doch auch diese meine Bein barmherzig von mir! Zwar schwer, mein Heiland! habe ich gesündiget, und dich oft zum Zorne gereizt. Billig leide ich daher für meine Sünden. Doch du, o Jesu! bist allen unsern Sünden gnädig, und heilest alle unsere Gebrechen. Erbarme dich meiner, o Jesu, du Sohn Davids! erbarme dich meiner! Heile mic), Herr! und ich will dir danken und dein Lob verkünden alle Tage meines Lebens! 666 Ein anderes Gebet. O barmherziger Jesu, der du bis an das Ende der Zeiten im hochheiligen Sakramente unter uns Menschen seyn willst, uns deine süße Barmherzigkeit zu zeigen! errette, wenn es nach dem Willen deines himmlischen Vaters geschehen kann, meine Seele aus dieser Noth! Nimm hinweg die Furcht und Angst meines Herzens, die Bein und Schmerzen meines Leibes, auf daß ich mit erneuerten Kräften dir diene! Gedenke, süßester Heiland! wie liebreich du während deines Wandels auf Erden an so vielen Kranken gehandelt, wie du den demüthig bittenden Aussäßigen gereiniget, den Knecht des Hauptmannes geheilet, den Gichtbrüchigen mit den trostreichen Worten gesund entlassen:„ Vertraue, mein Sohn! deine Sünden sind dir vergeben!" wie du den Blutgang jenes armen 667 Kranken- und Sterbegebete. Weibes gestillet hast, welches den Saum deines Kleides mit Vertrauen berührte, und wie du durch Städte und Flecken wandeltest, und alle Krankheiten der Seele und des Leibes durch dein heilsames Wort hinwegnahmest! Du, noch immer unser Leib und Seelen- Arzt im hochheiligen Sakramente! erzeige auch mir, deinem unwürdigen Diener, so große Barmherzigkeit, und nimm die Leiden meiner Seele und meines Leibes von mir, daß ich in deiner heiligen Gemeinde dich lobe, und dir den flammendsten Dank meines Herzens darbringe!.. Doch, Herr! nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Willst du ,, daß ich leiden, noch mehr, noch länger leiden soll, ich bin es zufrieden. Ist es dir gefällig, mich aus diesem Leben abzurufen, so sey es, wie und wann du willst! Nur gewähre mir Geduld, vollkommene Verzeihung meiner Sünden, eine glückselige Sterbestunde und das ewige Leben! Amen! Liebesfeufzer. O Jesu! durch deine schmerzliche Todesangst am Delberge erbarme dich meiner; und gleichwie du durch deinen Engel dich stärken ließest, so sende auch mir Trost und Kraft aus deinem Heiligthume, vor dem ich dich so oft angebetet, meine Anliegen ausgegossen und Erhörung gefunden habe, auf daß ich in diesem meinem Jammer nicht verzage, sondern deinem allerheiligsten Willen mich vollkommen ergebe! Jesu! du ewige Weisheit des Vaters! ich erkenne, daß du durch das Leiden des äußerlichen Menschen den innerlichen Menschen reinigest, und bin bereit, nach deinem Wohlgefallen jedes Leiden zu ertragen. Verleihe mir nur Standhaftigkeit, auf daß diese Krankheit zu deiner Glorie gereiche, und daß ich dadurch deine Liebe gewinne! Ich danke dir, barmherziger Jesu! daß du mich nicht gleich so vielen Tausenden durch einen gähen und unversehenen Tod hinwegraffest, sondern diese Krankheit mir zusendest, mich zum Eintritte in die Ewigkeit vorzubereiten. Ich opfere dir zur Dankbarkeit alle meine Schmerzen, und bitte dich, daß du Alles, was an deiner Liebe mich verhindern kann, von mir 43* Kranken- und Sterbegebete zc. nehmen, und meine Seele mit deinen heiligen Verdiensten schmücken wollest. 668 Ich preise dich, mein Erlöser! daß du mich würdig hältst, durch meine Schmerzen einige Aehnlichkeit mit dir zu erlangen. Denn Christus mußte leiden, und so in seine Herrlichkeit eingehen." Gingst aber du, unschuldiges Lamm Gottes! nur durch Leiden in deine Herrlichkeit, wie anders kann ich dahin eingehen, der ich ein fündiger Mensch bin, und Gott so oft und so schwer beleidiget habe? " Gepriesen sey deine ewige Liebe, o Jesu! Denn viel Gutes habe ich aus deinen göttlichen Händen empfangen. Wie also soll ich nun klagen, daß du durch Schmerzen mich prüfest? Aus deiner Hand kommt Gesundheit und Krankheit. Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen; der Name des Herrn sey gebenedeit! Stärke mich, Herr! in dieser bitteren Stunde! Vermehre mein Vertrauen und meine Liebe zu dir, wenn meine Schmerzen überhand nehmen und meine Kraft verschwindet! Verlaß mich nicht, o Jesu! Du allein bist ja mein Trost und meine Kraft. Gröffne mir, mein Erbarmer! die Schäße deines bitteren Leidens und Sterbens, und der Erneuerung desselben durch deinen unblutigen Tod, daß ich daselbst meine Seele erquide! Gib mir, daß ich sie im Sakramente der Buße reinige, und besiegle sie dann durch das liebreiche Sakrament deines allerheiligsten Fleisches und Blutes, daß weder Trübsal noch Versuchung sie dir entreiße! O gütigster Jesu! vervollkommne meine Liebe zu dir, daß ich im Leben und im Tode dich über Alles liebe, der du ewiger Liebe würdig bist! Auf dich hat mein Herz gehofft, dir habe ich geglaubt, dich habe ich geliebt, der du aus Liebe zu mir Mensch geworden, am Kreuze für mich gestorben, und im heiligen Sakramente das fortwährende Opfer meiner Versöh nung, die Nahrung meiner Seele, mein trautefter Freund bist. D, höre die Seufzer meines Herzens, und verlaß mich nicht in meiner bittersten Noth! per i m Sieh, o barmherziger Jesu! ich bin jener arme Wanderer, welcher von Jerusalem nach Jericho hinabging, und von Mör 669 Kranken- und Sterbegebete zc. dern verwundet, und halb todt am Wege verlassen ward. O barmherziger Samaritan! heile mich, und ich werde geheilet seyn! Ich bin jener Blinde, welcher am Wege zu dir ruft: " Jesu! du Sohn Davids! erbarme dich meiner!" erleuchte mich mit deinem Gnadenlichte, daß ich nicht in Todesnacht versinke! O ihr heiligen fünf Wunden meines sterbenden Heilandes! ergießet euer mildes Blut in meine Seele und in meine fünf Sinne, daß sie dadurch vollkommen gereiniget und gestärkt werden, und ich durch eure Kraft im letzten Kampfe den Feind überwinde, und die Siegespalme aus den Händen meines Herrn empfange! Amen! Von der Freude und Herrlichkeit des himm: ad lischen Reiches. & Dwie glorreich ist das himmlische Reich, in welchem alle Heiligen mit dir, o Jesu! ewig frohlocken,- wo alle mit Licht, wie mit einem Gewande angethan, und mit Kronen der Unsterblichkeit geschmückt, ohne Ende herrschen! O unaussprechlich liebliches und hochersehnliches Reich, wo du, o Herr! von Angesicht zu Angesicht gesehen, und mit den Armen ewiger Liebe umfangen wirst! Dort ist wahre Freude ohne Traurigkeit, Gesundheit ohne alle Schmerzen, Wohlstand ohne Unglück, Sicherheit ohne Gefahr, Leben ohne Tod, alles Gute ohne irgend etwas Böses. D, wie wohl ist Jenen, die aus diesem bestandlosen Leben zu so überschwenglicher Seligkeit gekommen sind! O unser hochgeliebtes Vaterland, sichere und beständige Wohnung! wir sehen dich zwar, doch nur von Weitem; aus diesem ungestümen Meere grüßen wir dich, und seufzen weinend zu dir aus diesem Jammerthale. Ach! wann werden wir zu dir gelangen? O Jesu, unser Gott und Erlöser, du Hoffnung und Zuversicht des menschlichen Geschlechtes! führe und regiere unser Schifflein, daß es nicht von dem Ungestüm der Wogen verschlungen werde! Sieh deine Erlöseten an, die du so theuer erkauft und mit deinem Fleische und Blute ernähret hast! Zu dir rufen wir, o Jesu! Erhöre uns! Zu dir seufzen und weinen wir, o Jesu!' Erbarme dich unser! Errette uns aus unserm Elende um deines Namens willen, und führe uns 670 Kranken- und Sterbegebete zc. in die Gesellschaft deiner Auserwählten! Selig und überselig Jene, die in deinem Hause wohnen, o Herr! Preisen werden sie dich in alle Ewigkeit. Amen! Sehnsucht der Seele nach Gott und dem Himmel. Wie der Hirsch nach den Wasserquellen, so verlangt meine Seele nach dir, o Gott! Wann werde ich kommen, und vor deinem Angesichte erscheinen? O Quelle des Lebens! wann werde ich kommen zu den Gewässern deiner Süßigkeit? Wann werde ich deiner Kraft genießen, und meinen Durst ersättigen? Herr! mich durftet nach dir! Brunnquelle des Lebens! ersättige mich! Ach! wann wird jener Tag erscheinen, der Tag der Freude und des Frohlockens, an welchem ich hören werde: „ Geh' ein in die Freude deines Herrn!" O lieblicher, o herrlicher Tag, welcher keinen Untergang kennt, Tag, welchen der Herr gemacht hat! O Freude, welche ewigen Jubel in sich faßt! Freude ohne alle Traurigkeit! Freude, außer welcher keine Freude ist! wann werde ich in dich eingehen? Was ist's, das mich hier auf Erden aufhält? Ach, daß meine Pil gerschaft verlängert ward! Wie lange soll mein Aufenthalt hier dauern? Wie lange noch werden die Spötter mich fragen:„ Wo ist dein Gott?" Wie lange noch werde ich hören: „ Warte hier, warte da; hier ein wenig, da ein wenig?!" Wer ist's denn, den wir Menschen erwarten? Bist nicht du es, mein Herr und Gott!? So komm denn, o Herr! und weile nicht länger; komm, und suche mich heim im Frieden! Komm, und zeige mir dein Angesicht! Komm, mein Erlöser! und führe meine Seele aus dem Kerker, daß ich deinem Namen ewig Lob und Dank sage! Amen! 1 Sterbe- Gebete. Gebet, dem Sterbenden vorzubeten. O Jesu, meine Barmherzigkeit und meine 3 cht! nady dir verlange ich, zu dir fliehe ich, und eile zu dir zu kommen; verachte mich nicht in meinem Todeskampfe! Sey mir barmherzig in meiner größten Noth! Nicht durch meine Werke Kranken- und Sterbegebete zc. fann ich mich erlösen, sondern erlöse du mich und erbarme dich meiner! 671 Gering und nichts sind meine Verdienste; aber ich vertraue auf deine Erbarmungen; und größer ist mein Vertrauen auf deine Barmherzigkeit, als mein Mißtrauen wegen meiner. bösen Werke. Du bist meine Hoffnung, o Jesu! du bist das Verlangen meiner Seele. Sieh! Ich komme zu dir, ich verlange aufgelöset zu werden, und bei dir zu seyn; verschmähe mich nicht meiner Sünden wegen, die dein Blut getilgt hat, und nimm mich barmherzig auf! In deine Hände empfehle ich meinen Geist. Blicke zu mir, o ewige Barmherzigkeit! auf daß ich im Frieden schlafe und ruhe! Amen! Lette Seufzer. Herr Jesu! steh! es will Abend werden. Bleibe bei mir, o Licht der Welt, du lebendiger Abglanz des ewigen Vaters, Trost der Betrübten, Kraft der Sterbenden und Erlöser der Sünder! Erhalte in mir das heilige Gnadenlicht, welches du durch das Feuer des heiligen Geistes in mir angezündet haft! Ich widersage allen Eingebungen des bösen Feindes, allen Sünden, Allem, was deinem heiligen und liebreichen Willen entgegen ist, nun und in Ewigkeit. Laß nicht zu, o Jesu, mein Licht und meine Kraft! daß die Anfechtungen und Blendwerke des Satans und der Geister der Finsterniß etwas über meine Seele vermögen, oder irgend meine Vernunft verwirren, damit sie, die du um den unendlichen Preis deines kostbaren Blutes erkauft, und so lange mit dem Brode des Lebens genähret hast, dir nicht entrissen werde! Oheiligste Dreieinigkeit, einiger, wahrer und ewiger Gott! erkenne an mir, was du erschaffen, erlöset und geheiliget hast, und gestatte nicht, daß das Werk deiner Hände verloren gehe, das mit dem höchst edlen Bilde deiner göttlichen Majestät geschmückt ist! Geh' hin, sterblicher Leib! zur Erde, aus der du genommen bist! Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und daß er an jenem Tage mich abermal auferwecken wird. Und erstehen werde ich dann, und in meinem Fleische Gott, meinen Erlöser, schauen. Kranken- und Sterbegebete zc. Dein ist meine Seele, o Gott! Dein bleibt sie in Ewigkeit. D, stärke sie durch deine Todeswunden, Jesu! Beschatte sie mit deiner Kraft, beschirme sie mit dem Schilde deiner Treue, daß fie im letzten Kampfe über alle Arglist und Gewalt ihrer Feinde siege! O mein gekreuzigter Heiland! durch jenen unaussprechlich bitteren Schmerz, den du für uns empfinden wolltest, als deine allerheiligste Seele aus ihrem unschuldigen Leibe sich trenute; erlöse mich in dieser Stunde von aller Strafe und Pein, die ich für meine Sünden befürchte! 672 O Jesu, meine einzige Hilfe! durch die unendliche Liebe, welche dich bewog, alle Bitterfeiten deines heiligsten Leidens zu erdulden, löse mich auf von den Banden dieses Leibes, nimm meine Seele auf, und begleite sie in die himmlische Freude! Deffne ihr die Pforte des ewigen Lebens, daß sie mit deinen Auserwählten in Ewigkeit sich erfreue! Ich verlange zu sterben, mein Gott! weil dieß dein heiligster Wille ist. Ich verlange zu sterben, damit ich in der glückseligen Nothwendigkeit sey, nicht mehr fündigen zu können, und dich, meinen Gott, zu lieben. Ich verlange zu sterben, damit ich meinem sterbenden Jesus gleichförmig werde, die Schuld des Todes bezahle, und zu Jesus und Maria komme, Gottes Angesicht schaue und ihn unaussprechlich liebe. Nun laß, o Herr! deinen Diener, nach deinem Worte, im Frieden scheiden! Geh' nicht in's Gericht mit deinem Knechte! Christe, Erlöser der Welt! erbarme dich meiner, und führe mich in das himmlische Vaterland! An dich glaube ich, o Jesu! Auf dich hofft mein Herz; dichy, o Jesu! liebt meine Seele über Alles. Dein bin ich todt und lebendig. Jesu! in deine Hände empfehle ich meinen Geist. Bin ich auch meiner vielen Sünden wegen unwürdig, dein liebreiches Angesicht zu schauen, so hoffe ich dennoch vollkommene Verzeihung von deiner Barmherzigkeit. Deine milde Hand beschüße mich, und führe mich ein in die ewigen Wohnungen, welche du Jenen, die dich lieben, bereitet haft! Erbarme dich meiner, o Jesu! und mein letztes Wort sey:„ Jesus!" " Jesus, meine Liebe!" Amen! Walter Köster Buchbinderei 3550 Marburg 1000 Berlin 61 Tel. 0 64 21/2 12 77 0 30/7 86 30 10 Inches 1 Centimetres Blue ¹2 ¹3 2 Cyan 5 1.7 ¹6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black ∞