Gb 1536 FRAN? WIMMER arzu GANDEGG Niederoesterreich · Die Mai Andacht. Von Johann Alois Kaltner. # 1 H. Holbein gemalt. One n 80 Stahlstich v. Carl Mayer's Kunst- Anstalt in Nürnberg Neige, o Gott, dein Ohr zu mir, du rettest die auf dich hoffen. Ps. XVI, 7. Die wir hudacht. Gin vollständiges Geberbuch wahren Verehrer der Mutter goties. Reler bed Marien- Domates in Kirripe and us. Bobana Kivis affnet, fojburgifcer approbation. Binte, vermehrte Auflage. Mit einem Stahlflide Schaffhausen. Berlag der Fr. Hurter'schen Buchhandlung. 1859. Mayer's Sammi 446) o bie Die Mai- Andacht. Ein vollständiges Gebetbuch für die wahren Verehrer der Mutter gottes, besonders zur Feier des Marien- Monates in Kirche und Haus. Von Johann Alois Kaltner, Pfarrer zu St. Jakob am Thurn bei Salzburg. Mit fürsterzbischöflich- salzburgischer Approbation. Fünfte, vermehrte Auflage. Mit einem Stahlstiche. Schaffhausen. Verlag der Fr. Hurter'schen Buchhandlung. 1859. neazel0 gb 1536 831lo8 1911 191 19103190 Druck von J. Kreuzer in Stuttgart. Univ.- Bibl. Giessen Vorrede. Im Jahre 1851 wurde der bescheidene Versuch gemacht, die unverkennbar unter höherem Schuße stehende mit den heilsamsten Wirkungen bereits über ganz Italien, Frankreich und Deutschland verbreitete Mai- Andacht auch in unserer Stadt Salzburg einzuführen. Die Theilnahme war überraschend groß. Maria Loretto, dieses anmuthige und nicht gar so ungeräumige Kirchlein, deffen Hochaltar von den eifrigen Mitgliedern des hier bestehenden Aloisi- Vereines sinnigschön mit Blumen geziert war, faßte bei weitem die Menge derjenigen nicht, welche von nah und ferne zu dieser Andacht herbeigekommen waren. Von Tag zu Tag wuchs die Anzahl der frommen Pilger, und troß des eingefallenen Regenwetters sah man noch den freien Platz vor der Kirche dichtgedrängt von Andächtigen besetzt. Die täglichen Predigten, wobei der höhere wie niedere Klerus der Stadt mit dem besten Willen zusammenwirkte, verfehlten nicht ihre redliche Abficht, und mußten, vereint mit den nebstbei angeordneten VI Gebeten und Gesängen, alle Anwesenden hinreißen zur Gottesfurcht und Nachfolge Mariens. Die Versammelten hatten sichtbare Mühe, von der heiligen Stätte, an der sie so viel des Trostes verkosteten, und von dem Bilde der unbefleckten Jungfrau mit dem letzten Klange der Abendglocke sich zu trennen. Selbst tief ergriffen von dem erhebenden Eindrucke einer Mai- Andacht ward es von der Stunde an mein Sinnen und Trachten, jenem laut gewordenen Mangel abzuhelfen, den Hunderte mit mir im Laufe dieses Monats tief gefühlt haben dem Mangel nämlich eines gleichförmigen, diesem lieblichen Marienkultus vorzugsweise entsprechenden Gebetbuches. -In Mitte der schon mit Gott unternommenen Arbeit sind mir zwar so manche und noch dazu gelehrte und berühmte Werke über diesen Gegenstand zu Handen gefommen; allein ich fand, daß sie schier alle mehr Betrachtungs- und Erzählungsschriften waren, als eigentliche Gebetbücher.p - Auf eine Auswahl geeigneter Lieder wurde aber fast gar nicht gesehen; verbindet doch das gläubige Volk mit dem Gebete nicht ungerne auch einen geistlichen Gesang. Hiezu leisteten mir einige der Marienlieder von G. Görres die dankenswerthesten Dienste. VII Das nun, Gott sei gepriesen, hier vorliegende Buch ist so eingerichtet, daß es sowohl bei öffentlicher Feier in der Kirche, als auch im stillen Familienkreise gut benützt werden kann. Geschieht Ersteres, so halte man sich an die vorgeschriebene Ordnung; im letzteren Falle hielt ich dafür, etwa so vorzugehen: Man stelle ein Marienbild an einen passenden Ort des Hauses, ziere das Bild und dessen Umgebung mit dem Schmucke, wie ihn eben der Mai entgegenbringt, und versammle sich allda mit den Seinigen, Hausgenossen, Nachbarn u. s. w. zu einer ges wissen Abendstunde. Das Haupt der Familie, oder der brave Sohn, die jungfräuliche Tochter des Hauses, oder was immer für eine hiezu gut verwendbare Person lefe an jedem Abende die treffende Betrachtung sammt Uebung langsam und deutlich vor. Ist dieß geschehen, so kniee man nieder, und verrichte die hierauf folgenden Gebete in derselben Abwechslungsweise, wie dieß bei der gewöhnlichen Haus- Andacht zu geschehen pflegt; es dürfte diese auch unmittelbar daran angeschlossen werden. Am Schlusse einer jeden Tages- Andacht möge dann, wenn nicht das im Buche bezeichnete, doch ein anderes Lied abgesungen werden, indem es ja überall anerkannt bleibt, daß ein frommes Lied, so da gefühlvoll aus der Seele dringt, ungemein viel beiträgt zur Bildung des Herzens. Das= VIII felbe Verfahren werde auch beobachtet, wenn die Zusammenfunft zur Mai- Andacht in einer Dorf- oder Feldkapelle veranstaltet ist. Fällt inzwischen ein Sonn- oder Feiertag, wie auch der Beicht- oder Kommuniontag, so könnte Nachmittags selbst die Vesper- und Kreuzwegandacht gemeinschaftlich verrichtet werden. Uebrigens ist diese Mai- Andacht nicht minder an allen Frauenfesten und ihren Novenen, an den goldenen Samstagen, bei Wallfahrten, bei Rorate- und Engelämtern, ja an den meisten Festtagen des Kirchenjahres gar wohl zu brauchen. Möchte ich den Anforderungen einer Erbauungsschrift bestmöglichst entsprochen haben, möchte mit selber die Verehrung der allerfeligsten Jungfrau neuerdings an geregt, belebt und verbreitet werden; möchte aber auch Maria durch die Macht ihrer Fürbitte alle Herzen ihrer Kinder in fruchtbare Aecker verwandeln, worin der Same des göttlichen Wortes schön emporkeime, zur kräftigen Pflanze heranwachse und die wohlriechendsten Blumen trage, um so in Wahrheit alle einer mailich blühenden Wiese vergleichen zu können. St. Johanns- Spital zu Salzburg, am Tage Maria Lichtmeß 1852. J. A. Kaltner. IX Vorrede zur vierten Auflage. Auf meiner unter Gottes Beistand und dem Schuße Mariens so gut überstandenen Pilgerfahrt in's heilige Land konnte ich sowohl in Palästina als auch in Egyp ten mit einer wahren Seelenfreude in Erfahrung bringen, wie gebührend feierlich allüberall die Mai- Andacht abgehalten werde, und es war mir nicht ein geringes Vers gnügen, in Alexandrien dabei selbst zu einer Function geladen worden zu seyn. Aber auch in Europa ist die Verehrung der Mutter unseres Gottes nicht erfaltet; im Gegentheile gewann ich schon in Triest, in dem Venezianischen, wie in den Hauptorten Tirols, die volle Uleberzeugung, daß der Monat Mariens zunehmend noch mit glühendem Wetteifer und frommer Aufopferung begangen werde. Darin bestärkte mich nach meiner glücklichen Nachhausekunft noch überdieß ein gütiges Schreiben meines Herrn Verlegers, worin mich derselbe in Kenntniß fette, daß die Veranstaltung einer vierten Auflage meiner im Jahre 1852 zuerst erschienenen Mai- Andacht" bereits in Aussicht stehe und sogleich in Angriff genommen werde, sobald meine dießfälligen Wünsche und Anordnungen eingelangt wären. X Da mir nun in den vielen so günstigen Recensionen dieses Buches eben nichts zugekommen ist, was daran zu ändern oder zu verbessern seyn dürfte: so fand ich nur für nöthig, im Betreff der unbefleckten Empfängniß( 2. Mai) das in Kürze einzuschalten, was seither hierüber von der Kirche entschieden wurde. and Außer diesem und dem Umtauschen eines fremden Liedes mit einem eigenen( 11. Mai) ist in dieser vierten Auflage Fleinere Correctionen abgerechnet feine - - wesentliche Abänderung getroffen worden. Gott fegne auch fürder dieses Werk und Alle, die solches benügen, und lasse ihnen kund werden die Macht der Fürbitte Mariens. Salzburg, am 30. Oktober 1855. Der Verfaffer. Vorrede zur fünften Auflage. Ja wahrhaftig- Gottes Segen ruht auf diesem Werke und unverkennbar ist das Wohlgefallen Mariens an dem Unternehmen, das durch die Lobpreisungen der Mutter nur die Ehre und Anbetung ihres göttlichen Sohnes sich zum Ziele seßte. XI Möge nun die Angriffsnahme einer fünften Auflage dieser Mai- Andacht neuerdings Zeugniß geben von der allgemeinen Brauchbarkeit eines Buches, das troß seiner vielen und in ihrer Art sehr gefährlichen Concurrenten doch immer einen der ersteren Preise davon zu tragen scheint. Um aber den in Chrifto geliebten Inhabern desselben noch einen kleinen Dienst und Gefallen zu erweisen, habe ich diesem Mai- Andachtsbuche eine kurze Hinweisung angefügt, wie nämlich dasselbe nicht nur für den Monat Mariä, sondern auch für das ganze Kirchenjahr zu ge= brauchen und zu benüßen sei. Sonst blieb das Buch in Betracht seiner anerkannten Vollständigkeit im Ganzen genommen unverändert, und ich bitte nur meine freundlichen Leser um forts dauernd fromme Gebetes- Erinnerung, auf daß uns die unbefleckt empfangene Gottesmutter unter ihrem Schuße treu behalten wolle. St. Jakob am Thurn bei Salzburg den 8. Dezember 1858. Der Verfasser. Bitte des Verfaffers an Jesus und Maria. ( Alphons v. Liguori.) Siehe, mein geliebter Erlöser, mein Herr Jesus Christus! ich, Dein armseliger Diener, habe erkannt, wie viele Freude Dir derjenige macht, der die Ehre Deiner heiligen Mutter zu verbreiten sucht, einer Mutter, die Du so innig liebst, und die Du so gerne von Allen geehrt und geliebt sehen möchtest; deßhalb habe ich denn also dieß Buch herausgeben wollen. Ich weiß nicht, wem ich es füglicher hätte anempfehlen können, als Dir, dem die Ehre dieser guten Mutter so sehr am Herzen liegt. Ich widme und empfehle es also Dir, meinem göttlichen Erlöser. Nimm diesen schwachen Be= weiß meiner Liebe zu Dir und Deiner geliebten Mutter gnädig an. Nimm dieß Büchlein unter Deinen Schutz und entzünde mit Vertrauen und Liebe zu der unbefleckten Jungfrau all' jene, die XIII dasselbe lesen werden. Gieb auch mir zum Lohn für meine Mühe jene Liebe zu Maria, die ich so gerne durch dieses kleine Werk in den Herzen der Leser entzündet sehen möchte. Auch an Dich wende ich mich, meine liebe Mutter Maria! Du weißt, daß ich nach Jesu all' meine Hoffnung, selig zu werden, auf Dich gesetzt habe; denn ich erkenne, daß ich alles Gute, das ich empfangen, meine Bekehrung, meinen Beruf, und so viele andere Gnaden, die mir Gott ertheilt hat; nur Deiner Vermittlung zu verdanken habe. Du weißt, daß ich immer bemüht gewesen bin, Dir einen Beweis meiner Dankbarkeit zu geben, allenthalben öffentlich und im Geheim Deine Ehre zu verkündigen, und Allen die süße und heilsame Andacht zu Dir einzuflößen. Darum hoffe ich, meine geliebte Königin! daß auch dieses mein Geschenk Deinem Mutterherzen wohlgefällig sein werde, weil ich es Dir nur aus Liebe darbringen möchte. Reiche mir also Deine milde Hand, und nimm es an, dieses Büchlein, und bewahre es als Dein Eigenthum. Doch sollst Du wissen, daß ich für diesen kleinen Dienst eine Belohnung verlange; diese soll darin bestehen, daß ich von heute an Dich inniger als sonst liebe, daß ein Jeder, in dessen Hände dieß Büchlein gelangt, von Liebe zu Dir entflammt werde, und daß der Wunsch, Dich zu lieben und Dich auch von Andern geliebt zu sehen, sich in Allen vermehre, so daß ein Jeder vom ganzen Herzen bemüht sei, so gut er es vermag, Dein Lob zu verkünden, und das Vertrauen auf Deinen mächtigen Beistand in den Herzen der Andern zu erwecken. Amen. Jum st XIV Also hoffe ich es, also set es! Dein Dich liebender, wenn gleich elender Diener. HO MONST 312 ms 5010 Inhaltsverzeichniß. Vorrede Vorrede zur vierten Auflage Vorrede zur fünften Auflage . Bitte des Verfaffers an Jesus und Maria Predigt Themate ● I. Abtheilung. Allgemeine Andachtsübungen. Morgengebet Abendgebet Meßgebete bei einem Hochamte ● Kommunionandacht. Lied vor der Beicht Lied nach der Beicht Lied vor der Kommunion. Lied nach der Kommunion Vesperandacht Antiphonen Kreuzwegandacht Eine kürzere Meßandacht Meßandacht zu Ehren der schmerzhaften Mutter Gottes Beichtandacht. Ante Seite AL Fromme Gedanken bei den sieben Schmerzen Mariä Täglicher Scheidegruß an Diaria • X IX XIX 1 5 7 25 37 53 60 69 70 73 75 76 87 93 104 106 II. Abtheilung. Besondere Andachtsübungen. 1. Mai. Vorbereitung zu dieser Andachi. Betrachtung Uebung Gebet Litanei 2. 3. 4. 6. 5." 7. 17 8. " 1 18 " 9.# XVI ● Weihelied Die unbefleckte Empfängniß Maria. Betrachtung Ulebung Gebet Litanei Die Marienblume Maria Geburt Angebinde Mariä Namensfest Maria Maria Opferung Die Maienkönigin Mariens Jugendjahre Mariens Schönheit Mariä Vermählung Hymnus Mariä Verkündigung Ave Maria Mariä Heimsuchung Maiglöckchen. · Seite 109 112 112 113 117 119 122 122 123 129 130 137 139 145 147 153 155 162 164 172 174 181 182 188 10. Mai. Marid Erwartung 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 22. " 1 23. " 1 17 " 1 " 1 " 1 21." 171 " XVII Rorate Die Reise nach Bethlehem Nach Bethlehem. Die heilige Gottesgebärerin 3weigespräch an der Krippe. Jesus- Maria Mariens Wiegenlied Maria Reinigung Bittgefang Die Weisen aus dem Morgenlande Der Stern Die Flucht nach Egypten Sonett. Die Rückkehr nach Nazareth ● ● . An Maria. Die Wallfahrt nach Jerusalem Der Knabe Jesus. ● Icfus und Maria am Sterbebette des hl. Josephs St. Joseph Die Mutter Iefu bei der Hochzeit zu • Cana Maria vom guten Rath Icfus nimmt Abschied von Maria Die Mutter der Betrübten Jesus begegnet seiner Mutter Die Schmerzensmutter Maria unter dem Kreuze Mariens Klageruf ● Seite 190 198 200 206 208 215 217 225 228 236 237 245 247 254 255 261 263 271 273 280 282 289 292 296 298 306 308 317 24. Mai. Der Leichnam Chrifti im Schooße der Mutter Bitte an die Leidensmutter 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. 19 11 " 1 11 XVIII . Mariens Osterfreuden 。 Alleluja. Maria am heil. Pfingstfeste Die sieben Rosen.. Maria in der Wohnung des h. Johannes Johannes Tod der heiligen Jungfrau Auf den Tod Mariens Die Begräbnißfeier. Für die armen Seelen Mariä Himmelfahrt Die Himmelskönigin Schluß dieser Andacht Gruß an Jesus und Maria ● Te Deum Lobgesang des heiligen Bonaventura Hinweisung, wie diese 31 Maitage auf die verschiedenen Feste des ganzen Jahres vertheilt werden können. ME 020 Seite 319 327 329 337 339 347 350 360 361 369 372 379 381 389 390 399 401 404 407 1. Mai. Zweck der Mai- Andacht. 2. Die Erbsünde. 3." Die Taufe.duel. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. " 1 13. 14. 15, 16. ". " 7 " 7 " 1 11 11 " 1 12., 17 " 1 Predigt: Themate zu dieser Mai- Andacht. " Der Taufname des Christen. Die christliche Kinderzucht. Die christlich weise Benüßung der Jugendjahre. Die christliche Standeswahl. Die Tugend der Keuschheit. Die Tugend der Demuth. Himmlischer Sinn. Gehorsam gegen weltliche Obrigkeiten und Vorgesetzte. Der Glaube an Jesus den Sohn Gottes und Messias der Welt. Die gute Meinung. Gehorsam gegen die Kirche. Das Gebet. Christliche Wachsamkeit. 17. Mai. Die Buße. 18. 19. 23. 20. 21." 22. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. un " 1 " 1 17 24." " 17 " 1 " 9 " 1 XX Die heil. Kommunion in gesunden Tagen. Die heil. Kommunion auf dem Kranken- und Sterbebette. Der christliche Frohsinn. Die Unbeständigkeit der menschlichen Schicksale. Wenn Christus den Kreuzweg ging, sollten wir Sünder ihn nicht gehen wollen? Wie der Christ die Leiden Gott gefällig und verdienstlich ertragen soll. Die Leiden ziehen das Herz ab von der Sünde und der allzugroßen Liebe der Geschöpfe. Die Leiden ziehen das Herz hin zu Gott. Die Gnade des heil. Geistes zur Beharrlichkeit im Guten. Christlich weise Benüßung der alten Lebenstage. Tod des Gerechten. Gedächtniß der leidenden Seelen im Fegfeuer. Die glückselige Ewigkeit. Die Sorge für das Seelenheil soll unermüdet fein. 01 I. Abtheilung. Allgemeine Andachtsübungen. Morgengebet. ve Maria.- Gegrüßet seist Du Maria! Mit diesem englischen Gruße erwache ich am Morgen eines neuen Tages, den ich, wie alle des gegenwärtigen Monats, insbesondere Deiner Verehrung, o glorreiche Himmelskönigin! zu widmen gedenke. Laß Dir, ich bitte Dich, diese Andacht gefallen, und würdige mich der Gnade, auch heute meine zu sein bei Jesus, Deinem Sohne. pfehle ich Dir, Mutter der Barmherzigkeit! für diesen Tag und die ganze Lebenszeit meinen Leib und meine Seele, meinen Stand, mein Amt und mein Geschäft, meine Angelegenheiten und Wünsche, meine Freuden und Leiden mit Allem, was ich durch Gottes Gnade bin, befize und genieße; und rufe Fürsprecherin Darum em= Kaltner's Mai- Andacht. 1 2 dich an aus dem Innersten meines Herzens, Du wollest dieß Alles unter Deinem Schutz und Schirme bewahren und durch Deine allvermögende Fürsprache zum rechten Ziel und Ende führen. Set eingedenk, o gütigste Jungfrau Maria, es sei noch nie erhört worden, daß irgend Jemand, der unter Deinen Schuß floh, Deinen Beistand anrief, und auf Deine Fürbitte vertraute, jemals wäre verlassen worden. Voll solchen Vertrauens komme ich zu Dir, o Maria, Jungfrau der Jungfrauen, Mutter Jesu Christi! zu Dir eile, zu Dir fliehe ich; seufzend und zitternd meiner Sünden wegen werfe ich mich vor Deinen Füßen nieder: verschmähe doch, o Herrin der Welt, o Mutter des ewigen Wortes, verschmähe meine Bitte nicht, sondern neige gütigst Dein Ohr, und erhöre das Flehen meiner armen Seele in diesem Thale der Thränen, jetzt und besonders in der Stunde meines Todes. O milde, o gütige, o süße Jungfrau Maria. Im Vertrauen nun eines so mächtigen Vorwortes nahe ich mich Dir, barmherziger, ewiger Gott und Vater! um mein ganzes Herz vor Dir auszuschütten voll des innigsten Dankes für Deine unbegrenzte Liebe. O wie gut bist Du, Herr und Gott, der Du nicht schläfft, noch schlummerst, sondern mit dem Segensblicke Deiner unendlichen Güta schüßend und schirmend über Alle wachest, die sich 3 unter dem Schatten Deiner Flügel versammeln. Auch über mich hat Dein Vaterauge gewacht in vergangener Nacht, auch mich hat Deine mächtige Hand beschüßt, daß mir kein Unfall begegnete. Gott! ich danke Dir für diesen neu verliehenen Tag; Dir, unzertrennliche Dreieinigkeit, sei Anbetung, Lob und Ehre in Ewigkeit. O heiliger Gott! heiliger starker Gott! heiliger unsterblicher Gott! erbarme Dich meiner, behüte mich vor allem Uebel und befreie mich vor aller Gefahr des Leibes und der Seele. Bewahre mich, daß ich mein Herz nicht beflecke mit fündlichen Gedanken, Worten oder Werken. Gib mir dagegen Deinen Beistand, daß ich auch heute für jenen großen Tag wirken möge, dem keine Nacht mehr folget, daß ich meine üblen Gewohnheiten standhaft bekämpfe, und mich besonders vor jenen Fehlern hüte, zu welchen ich so große Neigung verspüre. Mit frommer Sorgfalt will ich mich bemühen, allen Gelegenheiten und Anlockungen zur Sünde auszuweichen; kräftige, o Gott! diesen meinen Entschluß, und schenke mir nur Deine Stärke wider alle Versuchungen zum Bösen. Und so denn will ich mit Freuden die Werke ergreifen, welche Deine ewige Führung mir ange= wiesen hat. Dir sei jede meiner Handlungen geheiliget, o Gott! Begleite mit Deiner Gnade meine Geschäfte und Arbeiten, meine Wege und Stege. 4 Sei Du mit mir und gib Deinen Segen zu Allem, was ich heute zu Deines Namens Ehre, zur Verehrung der jungfräulichen Mutter Maria, zu metnem eigenen Heile und zur Wohlfahrt meiner Mitmenschen unternehme. Dir, o Herr! empfehle ich auch meine Angehörigen, meine Verwandten und Bekannten, meine Freunde und Gönner, mache uns Alle demüthig und dankbar im Glücke, aber auch geduldig und zufrieden in widrigen Vorfällen des Lebens. Heiliger Schutzengel, Heiliger Namenspatron, alle lieben Heiligen im Himmel! ich ehre und liebe euch als meine getreuen Freunde und empfehle mich auch eurer Fürsprache bei Gott heut und alle Tage meines Lebens, bis ich zu euch gelange in die ewige Freude. Mit gebogenen Knien und geneigtem Haupte bitte ich nochmals, o Du allerheiligste Dreifaltig= kett! um Deinen helligen Segen. Segne mich, himmlischer Vater! segne mich, eingebörner Sohn Jesus Christus! segne mich, heiliger Geist! damit ich durch die Kraft dieses göttlichen Segens vor allen sichtbaren und unsichtbaren Feinden beschüßzet und in allem meinen Thun und Laffen gesegnet set. Amen. I. N. R. I. 5 Abendgebet. 100 Ave Maria. Gegrüßt seist Du Maria! Mit diesem englischen Gruße beschließe ich diesen Tag, den ich Deiner besonderen Verehrung zu weihen mich bemühte. O möchtest Du mit Wohlgefallen herabgesehen haben auf Alles, was ich heute ge= than und gemieden habe. Allerseligste Jungfrau und Mutter meines Herrn Jesu Christi! ich bitte Dich, erflehe mir die Verzeihung meiner Verirrungen, und behüte mich auch in dieser Nachf wider alle Gefahren der Welt, des Fleisches und des bösen Geistes. In Dein gebenedettes Mutterherz empfehle ich mich und all die Meintgen, auf daß wir Dich morgen neugestärkt mit fröhlichem Gemüthe lobpreisen können. - Gegrüßt setst Du, Königin, Mutter der Barmherzigkeit, Du unser Leben, unsere Süßigkeit, unsere Hoffnung, sei gegrüßt. Zu Dir rufen wir, verbannte Kinder Eva's. Zu Dir seufzen wir trauernd und weinend in diesem Thale der Thränen. O unsere Fürsprecherin! wende Deine barmHerzigen Augen zu uns, und nach diesem Glende zeige uns Jesum, die gebenedeite Frucht Deines Leibes. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! Und nun erst wage ich's, zu Dir, dreieiniger Gott! meinen Blick zu erheben, kindlich dankend für das Geschenk des heutigen Tages. Väterlich 6 hast Du für mich gesorgt, haft mich ernährt und erhalten, haft mein Herz gerührt durch das Erbauliche dieser Andacht, durch gar vielfache innere Grleuchtung und Antriebe zur Besserung und Heiligung meiner Seele. O mein Gott! wie gütig bist Du! und wer bin ich, o Herr, daß Du meiner gedenkest. Ach! mein Gewissen klagt mich an, daß ich auch heute Dir nicht vollkommen treu gedient, nicht immer so gedacht, geredet und gehandelt habe, wie ich's vor Dir, dem Reinsten und Heiligsten, zu thun schuldig wäre. Verzeihe mir, Vater, nach Deiner großen Huld und Barmherzigkeit, verzeihe mir um Deines Sohnes willen alle meine Vergehungen und Schwachheiten, die ich mit Wehmuth bekenne und von Herzen bereue. Bewahre mich in Bewahre mich in dieser Nacht vor Sünden, Schrecken und Unglück. Ja vertrauensvoll auf die Güte des Vaters, auf das Mittleramt des Sohnes und auf den Beistand des heiligen Geistes überlasse ich mich jetzt der nächtlichen Ruhe. Segne aber auch ich bitte Dich, ewiger, dreieiniger Gott! alle meine Angehörigen, meine geistlichen und leiblichen Wohlthäter, Freunde und Feinde; beschüße und beschirme diesen Ort vor Schaden und Unglück, schone derer, so Dich heute beleidiget haben, führe die Sünder zurück von ihren bösen Wegen, wache bei den Kranken, tröste die Let= F 7 denden und erhöre das Nachtgebet aller Deiner Kinder. Heiliger Schußengel, alle himmlischen Geister und Auserwählte Gottes, bittet für mich, damit ich ungestört ruhen und von allen Uebeln befreit ſein möge. Onl Jesus, Maria und Joseph! euch schenke ich mein Herz und meine Seele. Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters t, und des Sohnes t, und des heiligen Getstest sei und bleibe bei mir jetzt und allezeit in Ewigkeit Amen. Amen. Sis I. N. R. I. Meßgebete bei einem Hochamte. Eingang. m Namen Gottes des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes trete ich mit dem Priester zum Altare, um Gott dem Herrn der Heerschaaren das reine und heilige Opfer des neuen Bundes darzubringen, welches vom Aufgange bis zum Untergange der Sonne gefeiert wird als ein immerwährendes Andenken an jenes blutige 8 Opfer, das unser Herr und Heiland Jesus Christus selbst am Stamme des heiligen Kreuzes für die fündigen Menschen dargebracht hat. Mein Gott und Herr! sende mir Deinen heiligen Geist, daß er mich fähig mache, diesem hochheiligen Opfer mit wahrer Andacht beizuwohnen und der Früchte desselben theilhaftig zu werden. Ich befehle mich und all die Meinigen in diese heilige Messe und bitte Dich, daß Du uns Allen die Kraft und Verdienste dieses heiligen Opfers zukommen lasseft. In tiefster Demuth falle ich nieder auf meine Knie, und bekenne meine Schuld, meine große Schuld. Ach! ich habe gesündiget und Uebles gethan vor Dir, o Gott! Erbarme Dich meiner nach Deiner großen Barmherzigkeit. Wende ab Dein Angesicht von meinen Beleidigungen und siehe hin auf Jesum Christum das unbefleckte Lamm, welches hinwegnahm die Sünden der Welt. Um seinetwillen ſei mir gnädig und barmherzig und vergib mir meine Schuld, wie auch ich vergebe meinen Feinden und Beleidigern, denn dieses Opfer ist ja ein Opfer der Versöhnung und soll Frieden stiften zwischen Gott und den Menschen. Heilige Maria, Mutter Jesu Chrifti, die Du im tiefsten Schmerzgefühle unter dem Kreuze standest, als Dein göttlicher Sohn dem himmlischen Vater das Opfer seines Leidens und Todes zu unserer Erlösung darbrachte; stehe mir in mütterlicher 9 Liebe bet, und mache, daß ich des Segens theilhaftig werde, welchen das heilige Opfer am Kreuze über die ganze Menschheit ausgebreitet hat. Dir zu Ehren will ich ja insbesondere diesem feierlichen Amte beiwohnen; versöhne mich zuvor mit Deinem Sohne, empfiehl mich Deinem Sohne, stelle mich Deinem Sohne vor. Bitte für mich, heilige Gottesgebärerin, auf daß ich würdig werde, der Verheißung Christi, der mit dem Vater in Ewigkeit des heiligen Geistes gleicher Gott lebt und regiert in Ewigkeit Amen. Zum Gloria. Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind. Ich lobe Dich, o Herr! ich verherrliche Dich, ich bete Dich an, ich preise Deinen allerheiligsten Namen, und danke Dir für alle Deine Güte und Liebe, der Du bist unser Aller Heil, der unumschränkte Beherrscher und Regierer der Welt, der Vater der Erbarmungen und der Gott alles Trostes. Der Du uns so unermeßlich liebest, daß Du selbst Deines Eingebornen nicht schontest, sondern ihn für uns hingabst, auf daß wir Alle, die wir an ihn glauben, nicht verloren gingen, sondern das ewige Leben hätten. Gott! mit ehrfurchtsvollem Staunen bet' ich Dich an in dem Geheimnisse der Mensch 10 werdung Deines Sohnes. Ehre sei dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste. O Maria! Du bist die glücklichste Mutter, die uns den Heiland gebar. Ich erinnere Dich, o Gnadenvolle! an jene Freude, mit welcher Dein Herz erfüllt wurde, als Du zum erstenmale Dein göttliches Kind an die Brust drücktest und den himmlischen Lobgesang vernahmst, welchen die Engel in jener heiligen Nacht gesungen haben. Selig bist Du, o Jungfrau! und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes Jesus, der allein der Allerhöchste, mit dem Vater und dem heiligen Geiste Ein Gott ist von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen! - Bei den Kirchengebeten. O Gott! Aller Menschen Zuflucht und Stärke! erhöre die frommen Gebete Deiner Kirche, und laß auch mich in allen Verhältnissen dieses Lebens Deinen Beistand erfahren. Wende alles Schädliche von mir ab, und schenke mir dafür alles Nützliche und Heilsame für die Zeit und Ewigkeit. O Jesu, Du guter Hirte! ich bitte Dich besonders in dieser Mai- Andacht um die Gnade, daß Du Deine verlornen Schafe suchest, die gefundenen bewahrest, die hungerigen weidest, die durstigen tränkest, die schwachen stärkest und Alle dermal einstens in den Himmel einführeft. 11 Göttlicher, heiliger Geist! mit aufgehobenen Händen flehe ich zu Dir um Deine Einkehr in mein Herz. Komm', o Geift des Vaters und des Sobnes, komm, o heiliger Geist, und reinige alle meine Begierden, heilige meine Gebete, damit sie ein Dir wohlgefälliges Opfer werden. Durch die glorreiche Vermittlung der seligsten und immer jungfräulichen Gottes- Mutter Maria bitte ich Dich, allerheiligste Dreifaltigkeit! Du wollest gnädig mein Gebet erhören, welches ich bei diesem heiligen Meßopfer vereinigt mit dem Priester Dir darbringe. Du hast Sie auserwählt und von der Erbsünde rein erhalten; o mache auch mich rein von Sünden durch Jesum Christum, unsern Herrn- Amen. - Zur Epistel. Gott! Du Urheber aller Wahrheit, Heiligkeit und Gerechtigkeit; wie Du im alten Bunde geredet hast durch die Propheten, so redest Du jetzt zu uns durch Deine heilige Kirche, die Du selbst alle Wahrheit gelehret hast. Ewiger Dank sei Dir für all' die heilsamen Lehren, die Du mir durch Deine Gesandten ertheilen lasseft. O möchte ich stets und allezeit nach dieser Vorschrift leben und durch gute Werke Dir wohlgefallen. Um diese Gnade bitte ich Dich auf die Fürsprache Mariens, die durch ihre Standhaftigkeit im 12 Glauben, durch ihr beharrliches Vertrauen und durch ihre namenlose Liebe bei Dir Gnade gefunden und der ganzen Welt Gnade erworben hat. Laß mich, o Gott! nach ihrem Beispiel handeln und so dann des Heiles würdig werden, das uns allen versprochen wurde durch Jesum Christum, Deinen und ihren Sohn, unsern Herrn, der mit Dir lebt und regiert in Ewigkeit- Amen. Bum Evangelium. Ich stehe auf, mein allerhöchster Gebieter, um Dir meine Bereitwilligkeit zu zeigen, in Allem zu gehorchen, was Du mir befehlen wirst. O wie danke ich Dir, daß Du mir Dein heiliges Evangelium bekannt werden ließest. Präge dasselbe auf meine Stirne †, daß ich mich dessen offen rühme; präge dasselbe auf meine Lippen t, daß ich oft und gerne davon spreche; präge endlich Dein Evangelium tief in mein Herz †, auf daß ich's erfülle durch Werke der Liebe. O möchte ich Dich so vollkommen erkennen, so fest an Dir hängen, so inniglich Dich lieben, wie dieß Maria gethan hat. Gib mir dieſe Gnade, erbarmungsvoller Erlöser, ich bitte Dich um dieselbe durch die kindliche Liebe, die Du stets zu Deiner jungfräulichen Mutter im Herzen getragen hast. Amen. 13 Zum Credo. Ich glaube an einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erde, aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und an inen Herrn Jesus Christus, den eingebornen Sohn Gottes, aus dem Vater von Ewigkeit gezeugt, Gott von Gott, Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gott, erzeugt, nicht erschaffen, gleicher Wesenheit mit dem Vater, durch welchen Alles erschaffen worden; der aus Liebe zu uns Menschen und um unseres Heiles willen vom Himmel herniederstieg, und durch Ueberschattung des heiligen Geistes aus Maria, der Jungfrau, Fleisch angenommen hat und Mensch geworden ist; der auch für uns gekreuziget worden unter Pontius Pilatus, den Tod gelitten hat und begraben wurde, aber am dritten Tage wieder aufstand von den Todten, so wie es die Schrift bezeuget; und Er ist aufge= fahren zum Himmel, sizet dort zur Rechten des Vaters, und wird wiederkommen zu richten die Lebendigen und die Todten; seines Reiches wird kein Ende sein. Auch glaube ich an den heiligen Geist, den Herrn und Beleber( aller Christen); der von dem Vater und dem Sohne ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und verherrlichet wird, und der durch die Propheten geredet hat. Ich glaube auch an eine heilige, katho 14 lische und apostolische Kirche; ich bekenne eine Taufe zur Vergebung der Sünden, und erwarte die Auferstehung der Todten und ein künftiges Leben Amen. - Bum Offertorium. Siehe gnädig hernieder, allmächtiger, ewiger Gott! auf das reine Opfer des Brodes und Weines, welches Dein geweihter Diener am Altare bittend und flehend zu Dir emporhält, auf daß Du es segnen und einweihen mögest zu dem allerheiligsten Opfer des neuen und ewigen Bundes. Wie diese unbefleckten Gaben und Geschenke, verwandelt in den Leib und das Blut Jesu Christi, Deines Sohnes, immerwährend zu Deiner Verherrlichung gereichen, so laß sie auch immerdar zu unserem Heile, zum Segen der ganzen katholischen Kirche, zur leiblichen und geistigen Wohlfahrt aller Lebenden und zum Troste der Abgeschiedenen dienen. Mit diesem heiligen Opfer, o Gott! vereinige ich das Opfer meiner selbst und bringe Dir dar mein ganzes Herz mit allen seinen Kräften, Wünschen, Gefühlen und Neigungen, Dich demüthigst bittend, Du wollest es reinigen, heiligen und mit dem Feuer Deiner Liebe entzünden, damit es nach nichts Anderem verlange, als nach Dir, und als ein lebendiges Brandopfer Deiner Liebe lebe und sterbe. Ohetlige Maria! die Du im Tempel zu Jeru 15 salem denjenigen zuerst geopfert haft, der sich nachher selbst für uns am Kreuze dahingegeben hat, und nun abermals bereitet ist, sein blutiges Opfer hier unblutiger Weise zu erneuern: siehe in Deiner mütterlichen Milde auf mich herab, und sei meine Mittlerin und Fürsprecherin am Throne Gottes. Trage der ewigen Barmherzigkeit unser Opfer und Gebet, unsere Bedürfnisse und Anliegen fürbittend vor, und laß uns durch Dich einen gnädigen Zugang erlangen zu den Schätzen der unendlichen Erbarmung, zu den unversiegbaren Verdiensten Jesu Chrifti, Deines Sohnes, unseres Herrn und Het= Amen. landes - Bur Präfation. Der Herr sei mit uns und mit dem Geiste des Priesters am Altare. Erheben wollen wir unsere Herzen zu Gott, und ihm danken, wie es recht und billig ist. Ja wahrhaft recht und billig, würdig und heilsam ist es, daß wir zu allen Zeiten und an allen Orten Dich dankbar preisen, o heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott! und daß wir bei diesem feierlichen Andenken der seligsten immerwährenden Jungfrau Maria Dich loben, benedeien und verherrlichen. Denn sie hat durch die Wirkung des Heiligen Geistes Deinen eingebornen Sohn empfangen, und ohne Verlegung ihrer jung 16 fräulichen Unversehrtheit der Welt das ewige Licht geboren Jesum Christum- unsern Herrn, durch welchen die Engel Deine Majestät loben, die Himmelsfürsten sie anbeten, die Mächte vor ihr zittern, die Himmel und die Kräfte des Himmels und die seligen Seraphinen mit vereintem Frohlocken fie feiern. Wir bitten Dich, laß auch unsere Stimmen mit diesen zu Dir gelangen, die wir mit flehentlichem Bekenntnisse rufen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Gott Sabaoth! Himmel und Erde find Deiner Herrlichkeit voll! Hosanna in der Höhe! Gesegnet set, der da kommt im Namen des Herrn; Hosanna in der Höhe! - Nach dem Sankius. Laß Dir wohlgefallen, o Gott! unsere gegenwärtige Andacht und erhöre auch die wechselseitigen Fürbitten, welche wir im Vertrauen auf die Kraft des heiligen Mesopfers vor dem Throne Deiner Erbarmungen niederlegen. Segne die ganze Menschheit und laß Gnade widerfahren einem Jeden; Du weißt ja, o Herr; was wir bedürfen. Erleuchte und stärke das Oberhaupt der Kirche, unseren Pabst Pius IX., unseren geliebten Oberhirten N. N. Erfülle alle Bischöfe und Priester mit Deinem Geiste und laß Dein Reich auf Erden immer weiter außgebreitet werden. Segne unseren Landesvater und - 17 das ganze Regentenhaus! Beschüße unser theures Vaterland und bewahre dasselbe vor allen verheerenden Uebeln. Stimme die Herzen aller Regenten zum Frieden und zur Eintracht. Laß leuchten Dein Licht den Geblendeten; führe die Irrenden zurecht; bekehre die Sünder; beschirme die Angefochtenen; stärke die Schwachen. Laß Frieden herrschen in allen Familien und verbanne den Haß und die Zwietracht durch brüderliche Liebe und Einigkeit. Vater aller Menschen! gedenke besonders auch meiner Eltern, Geschwister und Verwandten, aller meiner Wohlthäter, Freunde und Bekannten, aller derer, die sich meinem Gebete empfohlen haben, oder für welche ich zu beten schuldig bin. Steure dann endlich, o Gott des Trostes! dem Elende Deiner bedrückten Kinder; tröste die Trauernden; rette die Bedrängten; versorge die Armen; heile die Kranken; begnadige die Sterbenden. Heilige Maria, Mutter Gottes! stehe uns bei mit allen Heiligen in diesem wichtigen Augenblick, an welchem Jesus Christus, Dein Sohn, auf diesen Altar zu uns herabsteigen wird. Bitte für uns, heilige Gottesgebärerin! auf daß wir gewürdiget werden, in tieffter Ehrfurcht ihn anzubeten, ihn zu loben und zu preisen mit allen Chören der Engel, thn vom ganzen Herzen zu lieben, und in dieser Liebe zu verharren bis an's Ende unseres Lebens Amen. modstan 2 Kaltner's Mai- Undacht. 18 Bur Wandlung. Set gegrüßt, Du wahrer Leib meines Erlösers Jesu Chrifti, empfangen vom heiligen Geiste, geboren aus Maria, der Jungfrau. In tieffter De= muth bete ich Dich an, entflammt von Deiner unendlichen Liebe. O mein Jesus, Dir lebe ich, o mein Jesus, Dir sterbe ich, o mein Jesus, Dein bin ich todt und lebendig Amen. Sei gegrüßt, heiliges Blut, welches Du, o Jesus! am Kreuze für uns vergossen hast. Ich bete Dich ehrerbietigst an und füffe mit liebevoller Andacht die Wunden, aus welchen dieß kostbare Un= terpfand meiner Erlösung geflossen ist. Versöhnendes Blut! reinige mich von meinen Missethaten. O mein Jesus sei mir gnädig, o mein Jesus sei mir barmherzig, o mein gütigster Jesus verzeih' mir meine Sünden! Amen. X - Nach der Wandlung. Allmächtiger, barmherziger Gott! Du haft aus Liebe für uns deinen eingebornen Sohn dem schmerz= lichsten Kreuzestode preisgegeben, damit wir fündige Menschen vom Ewigen Tode befretet würden. Wer vermag Dir würdig zu danken, für das kostbare Geschenk, welches Du uns in Jesus Christus gegeben hast. Der nämliche Jesus ist jetzt mit 19 Fleisch und Blut auf dem Altare gegenwärtig und wird durch die Hände des Priesters als Versöhnungsopfer Dir dargebracht. O stehe herab auf dieß göttliche Lamm! Siehe auch gnädig auf uns herab, die wir da auf den Knieen liegen, um das Andenken des Kreuzestodes Jesu feierlich zu begehen. Jesus selbst opfert sich Dir, o himmlischer Vater, für uns auf, er selbst bittet für uns, seine Erlösten, so wie er sterbend am Kreuze für uns ge= betet hat. Gott, ich bin unter Allen der Unwürdigste und nicht werth, meine Augen zu Dir zu erheben; darum bitte ich durch Jesu Blut und Wunden um Verzeihung meiner Sünden. Guter Gott, schaffe in mir einen neuen Menschen nach der Lehre Jesu Christi, damit ich die Pflichten metnes Standes treu erfülle. Laß mich stark werden im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe. Heilige Jungfrau! erwirb mir von Gott die Gnade, daß er mein Herz von Sünden reinige und mich zu jenen Tugenden gelangen lasse, die mich würdig machen, als Dein Pflegekind einstens in die ewige Seligkeit eingeführt zu werden durch Jesum Amen. Chriftum, Deinen Sohn, unsern Herrn 1 Bei dem Memento für die Verstorbenen. Gedenke auch, o Herr! Deiner Diener und Dienerinnen, welche uns mit dem Zeichen des 7 Glaubens vorangegangen sind und nun in Frieden ruhen. ( Nenne hier im Stillen alle Verstorbenen, derer Du insbesondere gedenken möchtest.) Verleihe, o Gott! daß diese und Alle, so in Chrifto entschlafen sind, zu dem Orte der Erquickung und des Lichtes und zum Genusse der ewigen Geligkeit gelangen mögen. Durch denselben Chrtstum unsern Herrn Amen. Aber auch uns Sündern, Deinen Dienern und Dienerinnen, die wir noch das Pilgergewand dieser Sterblichkeit tragen und vertrauensvoll auf die Größe Deiner Erbarmungen hinblicken, gib einen Anthell an der Gesellschaft Deiner Heiligen, vorzüglich aber der allerseligsten Jungfrau Maria, deren Andenken wir feiern, auf deren Fürsprache wir ein so großes Vertrauen setzen und deren Bitte Dir auch so wohlgefällig ist. Laß uns durch ihre Vermittlung geholfen werden, damit wir unter ihrem Schuße von allem Uebel befreit in Tugend und Helligkeit unsere Tage zubringen, um einstens bet ihr und allen Heiligen die himmlische Seligkeit zu besitzen und zu genießen von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen. Vater unser.. und Ave Maria. - 20 - - 21 365 Bnm Agnus Dei. Lautlos und geduldig, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, trugft Du, göttlicher Heiland! die Schuldenlast der Menschen hinauf nach Golgatha, um mit dem Vater sie zu versöhnen. O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser auf das Fürwort Deiner gütigen Mutter! STIFSTO - Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, gib uns den Frieden, mit Deinem Vater, mit uns selbst und mit unseren Nächsten Amen. Bur Kommunion. mein Jesus! wie liebevoll bist Du gegen Diejenigen, so nach Dir ihr ganzes Verlangen tragen. Komm, Geliebter meiner Seele! stärke mich mit Deiner Gnade und nähre mich mit dem Brode der Starken. Ich sehne mich nach Dir, wie der Hirsch nach der Quelle frischen Wassers. Versage mir doch wenigstens die Brosamen nicht, die von Deinem geheiligten Tische fallen. Und bin ich's auch nicht würdig, daß Du eingeheft unter mein Dach und Einkehr nehmest in meinem Herzen, o so 22 sprich nur ein Wort der Gnade – und meine Seele wird gesund. Heilige Jungfrau Maria, die Du gewürdiget worden, denselben Heiland der Welt in Deinem jungfräulichen Schooße zu tragen, der sich uns als eine Speise darreicht, verhüllt in Brodesgestalt; ersetze Du, o liebenswürdigste Mutter! durch die Menge Deiner Verdienste meine Dürftigkeit und Kälte. Bitte für mich, damit ich an der Fülle der Gnaden theilnehmen könne, die in diesem Sakramente verborgen sind. Erwirke mir einen felfenfesten Glauben, ein kindliches Vertrauen und eine inbrünstige Liebe, eine wahre Demuth des Herzens, den Gehorsam des Willens und des Verstandes, eine makellose Reinheit des Leibes und der Seele, lebendigen Abschen vor allem Bösen, und einen entschiedenen Eifer für alles Gute, damit ich in meinem Leben Jesum verherrlichen, in allen meinen Beschäftigungen Jesum suchen und endlich Jesum finden und besigen möge in Ewigkeit Amen. - Bei den Gebeten nach der Kommunion. O barmherziger Gott und Vater! komme unserer Schwachheit gnädig zu Hilfe, damit wir durch die Fürbitte der heiligen Gottesgebärerin, deren Gedächtnißfeier wir andachtsvoll begehen, von un 23 seren Sünden und Missethaten auferstehen, um Dir in einem neuen Leben zu dienen. Göttlicher Erlöser Jesus Christus! für mein Heil haft Du Dich aufgeopfert; so will denn auch ich mich opfern zu Deiner Verherrlichung. Siehe! ich bin Dein Schlachtopfer, schone meiner nicht; ich nehme gerne jedes Kreuzlein an, welches Deine Liebe mir auferlegt. Heiliger Geist! erleuchte die Finsterniß meines Verstandes und laß mich einsehen die Nichtigkeit aller Erdengüter; führe mich und zeige mir den wahren Weg des Heiles. Komm, o göttlicher Tröster! und entzünde mich ganz mit dem Feuer der Liebe, damit ich mit Deiner Gnade mitwirkend würdig befunden werde, die ewige Seligkeit zu er= langen durch Jesum Christum, meinen Herrn und Helland Amen. - Bum priesterlichen Segen. Segne, o mein Gott! alle meine frommen Entschlüsse, segne mich durch die Hand Deines Gesalbten; und die Kraft dieses Segens sei und bleibe bei mir auf allen meinen Wegen. Im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes- Amen. - 24 Bum letzten Evangelium. Jesus! ewiges Wort des Vaters! alle Dinge sind durch Dich erschaffen; Allen gabst Du das Leben. Auch mir zu lieb bist Du Mensch gewor den aus Maria der Jungfrau, um mich von der Unwissenheit und der Sünde zu erlösen. O gestatte nicht, daß ich jenen Ungläubigen mich zugeselle, welche die Finsterniß mehr lieben, als den von Gott gesandten Messtas. Erleuchte mich, Du wahres Licht, mache mich gelehrig für Deine Lehre, damit ich nicht der Stimme des Fleisches und des Blutes, sondern Deinem Rufe gehorchend ein Kind der Auserwählung werde und mit Herz und Mund bekenne, daß Du, Fleisch gewordener Gott! unter uns gewohnet haft als der Eingeborne vom Vater voll der Gnade und Wahrheit. Dank sei Dir, o Jesus! und gelobt sei Dein heiligster Name zu allen Zeiten Amen. - Nach der heiligen Messe. edildGegrüßt seist Du Maria, gnadenvolle Mutter meines Herrn und Heilandes Jesu Christi, dessen hochheiligem Opfer ich so eben beigewohnt habe. Bitte für mich, daß es mir ganz zum Heil und Segen gereiche. Erseße aus dem Schaße Deiner lieblichen Tugenden und großen Verdienste die Män 25 gel meiner Andacht und Inbrunst. Erflehe mir die Vermehrung der so nothwendigen Gnade, die Kraft zum Guten und die Beharrlichkeit in der Liebe meines Gottes, um so mich auch Deiner Mutterliebe niemals unwürdig zu zeigen. Jesus und Maria in meinem Herzen verlasse ich nun das Haus Gottes im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. K Eine kürzere Meßandacht. Bum Anfang der heiligen Messe. ch erscheine vor Deinem Altare, um Deiner göttlichen Majestät, o Gott! die schuldige Anbetung zu bezeigen. In möglichster Andacht möchte ich dem heiligen Mesopfer beiwohnen, wodurch Du, ewiger Vater, in Jesus, Deinem Sohne, auf die würdigste Weise verherrlichet wirst. Ach mein Gott! gib mir Deinen heiligen Geist, damit ich durch seine Erleuchtung den Zustand meiner Seele erkenne und die Stimme meines Gewissens höre. Ja, mein Gott, ich will im vollen Ernste mich bessern und meine Buße nicht länger mehr verschieben. Heute soll damit der Anfang gemacht 26 ſein, nimmermehr will ich sündigen. Ich will und muß einmal dem Rufe der Gnade folgen, und den Kampf gegen meine bösen Gewohnheiten muthig beginnen; selbst meine Lieblingssünde will ich nicht verschonen. Darum, o gütiger Vater! fteh auf meinen Entschluß, hilf mir kämpfen und jene Tugenden erringen, die mich selig und Dir wohlgefällig machen. Göttlicher Jesus! Du Opfer zur Vergebung unserer Sünden, Du hast uns den wahren Weg des Heils gezeigt und uns Alle zu Dir gerufen. Aber ach! wie Wenige folgen Deinem Rufe und wie Wenige kommen, zu schöpfen aus jener Heilsquelle, die aus Deiner Lehre, aus Deinem Leiden und Sterben immer für uns fließt. Verzeih mir, o mein Heiland, daß auch ich so spät anfange, aus der Quelle Deiner Erbarmungen mich zu laben, und meine schwache Seele zu stärken. Doch Deine Gnade, o gekreuzigter Erlöser, hat den Bußgedanken in mir rege gemacht, Deine Liebe und Dein Erbarmen wird mir ihn ausführen helfen. So entzünde denn, heiliger Geist! mein Herz mit dem Feuer der göttlichen Liebe, damit ich einmal ernstlich anfange, meinen Gott, die ewige Liebe, Seiner Selbst willen über Alles, und um Gotteswillen meinen Nächsten wie mich selbst aufrichtig und werkthätig zu lieben, da ich ja eben jetzt dem Univ.- Bibl. Giessen 27 Liebesmahle und dem Liebesopfer mit voller Andacht beiwohnen möchte. Heilige Maria! Du reinste und tugendhafteste Jungfrau! ich bitte Dich, erlange mir von Gott die Gnade, Entschlossenheit und Stärke, Dir in der Tugend frommer Sittsamkeit bestens nachzufolgen. Aber ich bin ein schwaches Geschöpf, habe durch sündhaften Leichtsinn Gottes Gnade verscherzt und seinen Einsprechungen nicht Gehör geleistet. Ich bereue diesen Fehler, und flehe zu Dir, o Jungfrau! verschaffe durch Dein mächtiges Fürwort, daß Gott seine Gnade mir wieder schenke, und ich Deinem schönen Beispiele der Sittsamkeit nachfolge. Ich will mich bestreben, daß künftig mein Wandel Kein Gerein sei vor Gott und den Menschen. danke soll in meinem Herzen aufsteigen, kein Wort aus meinem Munde kommen, wodurch ich der so schönen Tugend der Reinigkeit zuwider handle; nicht mehr mir, sondern allein Gott will ich leben, und mit diesem Vorsatze lege ich mein Herz auf den Altar, damit es durch Buße und Reue ein gottgefälliges Opfer werde. Bitte also, o mächtige Fürsprecherin, daß mein Gebet Erhörung finde durch Deinen Sohn Jesum Christum, unsern Herrn Amen. 28 Bum Evangelium. Gott! ich danke Dir, daß Du uns durch Deinen göttlichen Sohn das Evangelium der Gnade kund gethan hast. Diese frohe Botschaft lehret uns an Dich, den Allmächtigen, glauben, auf Dich, den Allbarmherzigen, hoffen, und Dich, das allerhöchste Gut, vom ganzen Herzen lieben. Was nun aber meinem Glauben, meiner Hoffnung und Liebe noch mangeln sollte, um sie Dir als ein wohlgefälliges Opfer darzubringen, das verlange ich durch die Verdienste jenes Opfers am Kreuze zu ersetzen, welches Dein Eingeborner mit seinem Herzblute vollbracht und der Priester jetzt unblutig erneuert. Du kennst, Allwissender! die Schwäche und Sündhaftigkeit meines Herzens, und weißt, wie sehr ich verlange, Dir wohlgefällig zu werden. Darum, liebster Vater! mache mich der Einwirkung Deiner Gnade empfänglich und Deiner Verheißung würdig durch Jesum Chriftum, Deinen Sohn, unsern Herrn- Amen. and and - Himmelskönigin Maria! durch Deine Ergebung in den Willen Gottes bist Du gewürdiget worden, Deinen Schöpfer zu gebären, und bist doch die reinste Jungfrau geblieben. Durch dieß wundervolle Geheimniß bitte ich Dich, höre mein Rufen, die Du der Trost, die Hoffnung und Zuflucht der Sünder bist. Flöße meiner Seele Deinen 29 treuen Gehorsam, Deine tiefe Demuth und Liebe ein, damit ich Gottes Erbarmen über mich herabziehe, und in meinen Seelen- und Leibesanliegen Hilfe und Beruhigung finde. Maria sprach: Siehe, ich bin eine Dienerin des Herrn, mir geschehe nach deinem Worte." Bitte, o seligste Jungfrau! daß auch ich mich jederzeit dem göttlichen Willen unterwerfe, und Gottes heiligster Wille in Allem an mir erfüllet werde. Amen. Bur Opferung. O Gott! in dieser feierlichen Stunde des großen Versöhnungsopfers wollest Du gnädig auf uns Herabblicken, und unsere Andacht Dir gefallen lassen, da wir in Ehrfurcht gleich den Engeln und Himmelsfürsten vor dem Altare knieen und Dich anbeten. Segne die Opfergaben, die der Priester zu Dir emporhebt; segne sie und weihe sie zu dem heiligen Geheimnisse, wozu sie bestimmt sind. Da nun dieses Brod und dieser Wein durch Deine Allmacht in das Fleisch und Blut Jesu Chrifti verwandelt wird, so wollest Du uns, die wir im Vertrauen auf die Verdienste unseres Erlösers diesem Opfer beiwohnen, unsere Bitten erhören. Wir bitten also im Namen Jefu für die katholische Kirche, für das Oberhaupt derselben und für alle Bischöfe und Seelsorger, daß Du sie vor aller 30 Widerwärtigkeit bewahrest. Gleichmäßig bitten wir für alle weltlichen Regenten und Lenker Deines Volkes. Erleuchte sie durch das Licht Deines Heiligen Geistes, daß sie die Untergebenen in Liebe regieren und beglücken. Auch bitten wir für alle Irrgläubigen daß Du sie zur Erkenntniß des wahren Glaubens führest. Endlich bitten wir für alle Sünder um heilsame Erschütterung ihrer Herzen, damit sie zur Buße und Besserung schreiten, die Du auch mir sündigem Menschen verleihen wollest durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Unbefleckte Jungfrau Maria! wie fromm und hetlig, wie rein und unschuldig mußt Du gewesen sein, da der ewige Gottessohn sich würdigte, in Dir zu wohnen. Ach! auch ich soll rein und in Unschuld leben und mich durch Tugend und Frömmigkeit heiligen; aber ich bin tief in Unreinigkeit versunken; darum bitte ich, reinste aller Jungfrauen! eile mir zu helfen, damit ich neuerbaut und gestärkt durch die Frucht dieser lieblichen Mai- Andacht der Sinnenlust und aller Begierlichkeit des Fleisches entsage und mein Herz zu einer Wohnung bereite, in welche Dein Jesus mit Freuden seine Einkehr nehme. Diese Gnade erbitte mir durch eben diesen Deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland. Amen. 31 Bum Sanktus. Allmächtiger Gott! Das Opfer der Gnade ist nun zu Deiner Ehre bereitet, und ich bitte, gib mir Kraft, daß ich jetzt meine Gedanken ganz von dem Irdischen losreiße und hinwende zu Jesus, der in diesen Augenblicken noch vom Himmel herabsteigt und als Opferlamm sich hingibt, wie er auf dem Kalvarienberg sich hingab für uns unter den schmerzlichsten Leiden am Kreuze. Ich will im Geiste mich hinstellen unter jenes Kreuz, will in Reue und Zerknirschung an meine Bruft schlagen und mit Thränen Gott um Vergebung bitten aller meiner Undankbarkeit. Ich will nichts sehen, als das göttliche Opferlamm und sein kostbares Blut, welches nun bald im Kelche emporgehoben und dem himmlischen Vater geopfert wird. Daher ist es gebührend und recht, daß wir Dir, helligster Vater! alle= zeit Dank sagen durch Jesum Christum unsern Herrn, durch welchen die Engel Deine Majestät loben, die Heerschaaren sie anbeten. Wir bitten Dich, nimm auch unsere Gebete in Gnade an; wir rufen in Demuth: Heilig, heilig, heilig ist unser Gott! gebenedeit, der da kommt im Namen des Herrn, Hofianna! Heilige Maria, reinste Jungfrau, unbefleckte Mutter! ich bin ganz unwürdig, mit den Engeln und frommen Seelen in das Lob Gottes einzu= stimmen, da ich so oft meine Lippen durch böse Gespräche und meine Gedanken durch unreine Vorstellungen entheiliget habe. Aber unter Deinem Beistande, o Spiegel der Reinigkeit, will ich künftig meine Sinne bewachen; ich will allem Vorwiße, aller Frechheit und allen schändlichen Gelüsten des Fleisches Aug' und Herz verschließen, damit sich Gott meiner erbarmen und mit Liebe auf mich Herabsehen möge. Amen. 32 - 1 Bur Wandlung. - Jesus, Sohn des lebendigen Gottes! Du bist hier mit Leib und Seele gegenwärtig, ich schlage an meine Brust und bekenne Dich als meinen wahren Gott, als meinen Erlöser und Seligmacher. - Jesus, auf Dich Jesus, an Dich glaube ich! hoffe ich! Jesus, vom Herzen liebe ich Dich! Oheiliges Blut des göttlichen Lammes, wasche mich rein von allen meinen Lastern; o kostbares Blut! stärke mich gegen den Rückfall in die Sünde; o göttliches Blut! heilige durch deine Kraft meine Seele zum ewigen Leben. Nach der Wandlung. Jesus Christus, ewiger Gott, Du bist mit Gottheit und Menschheit hier zugegen, und obgleich 33 ich Dich nur im Glauben sehe, so ist doch durch Deine eigene göttliche Kraft und Allmacht Dein wahrer Leib und Dein köstliches Blut das Opfer, welches hier dem himmlischen Vater dargebracht wird. Durch Dich lernten wir den Vater kennen und beten mit kindlichem Vertrauen: Vater unser, der Du bist in dem Himmel! Dein Name ist groß und heilig und aller Anbetung würdig. Dein Reich, Dein Segen, Dein Geist komme zu uns, damit wir gerecht und tugendhaft vor Dir wandeln. Laß uns in Allem Deinen Willen thun und der Wohlthaten würdig werden, die Du tagtäglich ertheileft. Gott! wie sehr beschämt mich Deine große Gnade und Freigebigkeit. Du überhäufest mich Undankbaren mit Gütern, deren ich ganz unwürdig bin, und ich bin oft so hart gegen Nothleidende, die mich in Deinem Namen bitten. Ach, Vater! vergib mir meine Schuld, wie ich allen meinen Feinden vergebe. Bewahre mich vor sündhaften Versuchungen; denn ich bin schwach, und vermag ohne Deinen Beistand dem Bösen nicht zu widerstehen. Erlöse mich von allem Uebel des Leibes und der Seele, und laß mich durch Deinen Geift geleitet diese Andacht so verrichten, daß meine Lebensbesserung den Seligen im Himmel eine große Freude mache. Dir, o Jesu! ist all' mein Anliegen besser bekannt, als ich's Dir vorzutragen vermag. Nicht Kaltner's Mai- Andacht. 3 34 um Reichthum und Ueberfluß flehe ich Dich an; ich bitte nur um das Eine Nothwendige. Sollte Deine freigebige Hand mich mit Gütern segnen, so gib mir auch ein mitleidiges Herz gegen Nothleidende. Heilige Jungfrau Maria! möchte ich doch im Stande sein, alles Sündhafte in mir zu vernichten, damit ich würdig wäre, zu Deinem Pflegekinde angenommen zu werden. Versage mir doch Deine Fürbitte nicht, sondern laß Deine Hülfe an mir gesegnet sein, damit ich Dir vorzüglich nachzufolgen vermöge in der jungfräulichen und standesmäßigen Keuschheit, um so auch an dem Genusse jener Seligkeit theilhaft zu werden, die Gott denen versprochen, welche an ihn glauben, auf ihn vertrauen, und ihn lieben aus dem Grunde des Herzens. Amen. Bur Kommunion. Liebreichster Jesu! Du ladest uns Alle ein und willst uns Deinen Leib zu essen und Dein Blut zu trinken geben. Ja, Du trägst sogar ein Verlangen, zu uns zu kommen und uns schon hier selig zu machen. O wie gerne wollte ich Dich jetzt in mein Herz einführen; aber wie darf ich Sünder es wagen, meinem Gott mich zu nahen, den ich so oft mit Undank von mir gestoßen habe? Allein durch Deine Gnade erkannte ich meine Fehler und rufe nun, wie der Aussäßige im Evangelium: Wenn 35 Du willst, o Herr! kannst Du mich reinigen. Darum bitte ich mit reumüthigem Herzen: Komm', o Jesus, göttlicher Samaritan, komm' und gieße einen Tropfen Deines Blutes in meine Seele und mache sie vollkommen gesund. Höre, Geliebter meiner Seele! höre die Seufzer meines Herzens und nimm mich wieder in Gnaden auf. Schmücke mich mit den Tugenden Deiner heiligen Mutter, und gib, daß ich meine bösen Gewohnheiten überwinde und in meinem Gewissen Ruhe erlange. Jenen Frieden schenke mir, den Du Deinen Jüngern gabst, da Du zu ihnen sagtest: ,, Meinen Frieden gebe ich euch." gib meiner Seele den Frieden, der mich antreibt, auch mit meinen Mitmenschen in Ruhe und Eintracht zu leben, um sodann einstens des ewigen Friedens theilhaftig zu werden. Amen. Bum Segen des Priesters. Ich bezeichne meine Stirne, Mund und Brust mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und bekenne damit öffentlich meinen Glauben an den dreieinigen Gott. Wenn dann einstens bei dem Weltgerichte dieses glorreiche Zeichen am Himmel erscheint, dann laß Dir, o allerheiligste Dreifaltigkeit! meinen Glauben gefallen, und mich Antheil nehmen an den Früchten des Opfertodes meines Herrn und Heilandes Jesu Christi. 36 Segne auch Du mich, o jungfräuliche Mutter, segne mich mit Deinem göttlichen Kinde. Ja segne mit der Fülle dieses himmlischen Segens meinen Leib und meine Seele zur Ehre Gottes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Bum letzten Evangelium nach Johannes. Im Anfange war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dieses war im Anfange bei Gott. Alles ist durch daßselbe gemacht worden, und ohne dasselbe wurde nichts gemacht, was gemacht worden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtete in der Finsterniß, aber die Finsterniß hat es nicht begriffen. Es war ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Jo= hannes. Dieser kam zum Zeugnisse, damit er Zeugniß von dem Lichte gäbe, auf daß Alle durch ihn glauben möchten. Er war nicht das Licht, sondern er sollte Zeugniß von dem Lichte geben. Dieses war das wahre Licht, welches alle Menschen, die in diese Welt kommen, erleuchtet. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht worden, aber die Welt hat ihn nicht erkannt. Er kam in sein Eigenthum, und die Seinigen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, denen 37 nämlich, die an seinen Namen glauben, welche nicht aus dem Geblüte, nicht aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnet, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit als des Eingebornen vom Vater voll der Gnade und Wahrheit. Gott sei Dank! Amen. 880 Meßandacht zu Ehren der schmerzhaften Mutter Gottes. Eingangsgebet. nbetungswürdigster Gott, ich erscheine vor Deinem Throne und erwarte mit Verlangen den Augenblick, wo Jesus, der göttliche Hohepriester, das Versöhnungsopfer auf dem Altare verrichtet, und wir Sünder durch Theilnahme an seinem Leiden auch seiner Herrlichkeit theilhaft werden. Gott! ich will mit innigster Andacht diesem heiligen Opfer beiwohnen, denn in und durch Jesus hast Du uns Alles gegeben, was uns ewig selig 38 macht. Aber, o liebster Gott! ich bin unwürdig, hier zu erscheinen, denn ich bin ein Sünder. Ich bekenne vor Dir, daß ich oft und schwer gesündiget habe. Jedoch voll Vertrauen auf die Verdienste meines Erlösers schlage ich an meine Brust und bitte: Gott! sei mir armen Sünder gnädig. HS Ewiger Gott! nimm dieß heilige Mesopfer mit Wohlgefallen an zu Deinem Lobe, Deiner Ehre und Deiner Verherrlichung, wie auch zur Verehrung der reinsten Jungfrau und Mutter Jesu, die Du vor Allen auserwählet hast, die Gebenedeiteste unter den Weibern, aber auch die Leidenvollste unter allen Müttern zu sein. Verleihe, o Herr, daß ich ihrer Leiden mit Ehrerbietung gedenke und der Verdienste des Leidens Jesu theilhaft werde. Heilige Marta! ach, zu welch' großen Leiden hatte Gott Dich außersehen, als er Dich zur Mutter seines Sohnes erwählte. Dich grüßte der Engel als die Gnadenvolle, und dennoch waren Deine Lebenstage mit Armuth, Jammer und Schmerzen angefüllt. Ein Meer von Bitterkeit wurde schon damals über Dich ausgegossen, als der fromme Simeon sprach: Mutter! ein Schwert wird Deine Seele durchbohren. Ach, diese Weissagung wurde schmerzlich an Dir erfüllt. Doch nun bist Du die Glückseligste; denn Du hast durch stille Ergebung in die Rathschlüsse Gottes die Marterpalme ohne Tod errungen. Bitte, o liebste Mutter! daß ich in 39 allen meinen Leiden standhaft auf Gott vertrauend von aller Kleinmuth befreit bleibe, durch Jesum Amen. Christum, unsern Herrn 11 Bei dem Gloria. Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden, Friede den Menschen, die eines guten Willens find. Wir loben Dich, wir preisen Dich, wir beten Dich an, wir verherrlichen Dich, wir danken Dir für Deine große Herrlichkeit. Herr! Gott! König des Herr Himmels, Gott Vater, Allmächtiger! Jesus Christus! Gingeborner! Herr Gott! Gottes Lamm! Des Vaters Sohn! Du nimmst die Sünden der Welt hinweg; erbarme Dich unser! Du nimmst die Sünden der Welt hinweg, erhöre unser inbrünstiges Flehen. Du fizest zur Rechten des Vaters; erbarme Dich unser! Du allein der Hetlige, Du allein der Herr, Du allein der Allerhöchste, Jesus Chriftus! mit dem heiligen Geiste, in der Herrlichkeit der Vaters Amen. - - Bei den Kollekten. Allmächtiger Gott! reinige unsere Herzen, und erhebe unser Gemüth zur Andacht, damit wir jetzt vereint mit dem Priester den Kreuzestod unsers Erlösers auf dem Altare feierlichst erneuern. Verleihe 40 auch, daß wir uns mit inniger Verehrung der schmerzhaften Mutter unseres Heilandes erinnern, deren Herz mit der schrecklichsten Angst erfüllt wurde, als Herodes ihr heiligstes Kind zu tödten suchte. Ich bete Dich, o wunderbarer Gott! in diesem Geheimnisse. ehrerbietigst an und opfere Dir auf den Kummer sammt allen Leiden, welche die heiligste Mutter auf der traurigen Flucht nach Aegypten erlitten hat. Laß uns Deine Diener und Dienerinnen, durch die Fürbitte der jungfräulichen Mutter Deines Sohnes von zeitlichen Trübsalen befreit, einst im Genusse der ewigen Freuden selig werden durch Jesum Christum, unsern Herrn Amen. — - Bur Epistel. Lektion aus dem Buche Judith 13, 22-25. Der Herr hat Dich gesegnet in seiner Kraft; denn durch Dich hat er unsere Feinde zu nichte gemacht. Gesegnet bist Du, o Tochter! von dem Herrn, dem Höchsten Gott, vor allen Weibern auf Erden. Gebenedeit sei der Herr, der Himmel und Erde erschaffen hat; denn heute hat er Deinen Namen also erhöhet, daß Dein Lob nimmermehr weihet aus dem Munde der Menschen, die der Kraft des Herrn eingedenk sein werden ewiglich. Für fie hast Du nicht geschont Deines Lebens, um der Bedrängniß und Trübsal Deines Volkes abzuhelfen, 41 und hast vorgebeuget dem Untergange vor dem Angesichte unseres Gottes. Stabat Mater. Seht die Mutter voller Schmerzen, Wie sie mit betrübtem Herzen Ihren Sohn am Kreuz' erblickt! Wie mit Wehmuth die Erfahrung Von des Schwertes Offenbarung Sich in ihre Seele drückt. Hingeneigt an Jesu Seite Fühlet die Gebenedeite. Was ihr Eingeborner litt: Trostberaubet und beklommen War die Frömmste unter Frommen Ihm gefolget Schritt für Schritt. Wer ist Mensch und mag der Zähren Stillen Mitleids sich erwehren Bei der Gottesmutter Pein? Wer der Sohn und Mutter liebet- Kann beim Anblick unbetrübet, Fühllos unter'm Kreuze sein? - Für verworf'ner Sünder Schulden Muß der Welterlöser dulden, Der sein Blut zur Sühne bringt. Ach! Du siehst in Todeskrämpfen Deinen lieben Jesus kämpfen, Bis der Geist empor sich schwingt. 42 Leidensmutter! Born der Liebe! Möcht' ich fühlen fromme Triebe, Möcht' ich trauern neben Dir! Laß mein kaltes Herz entbrennen, Den Gesalbten zu bekennen, Seine Liebe schenfe mir. Seine Wunden, seine Plagen, Will ich küssen, will ich tragen, Meinem Herzen eingeprägt: Nimm mich auf zum Klaggenossen, Mich, für den sein Blut gefloffen, Der für mich die Strafe trägt. Meine Thräne mit den Deinen Laß am Kreuze mich vereinen, Bis mein sterbend Auge bricht: Laß auf Golgatha mich stellen, Weinend Dir mich zugesellen, Von dem Kreuze weich' ich nicht. Jungfrau! Reinste Jungfrau'nzierde! Hochverehrt sei Deine Würde, Herzergreifend sei mein Schmerz. Daß ich Christi Tod empfinde, Daß ich Theil am Leiden finde, Deffne Lanze mir das Herz. Laß in Wunden mich erblaffen. Blutgefärbt das Kreuz umfassen, Niederfinken in mein nichts. - 43 Hält die Hölle mich in Ketten, Gile, Jungfrau! mich zu retten An dem Tage des Gerichts. Schütze, Kreuz, mich in Gefahren: Jesu Tod soll mich bewahren, Seine Gnade sei mein Schild. Trifft Verwesung meine Hülle, Gib dem Geiste Segensfülle, Wenn es Gott und Himmel gilt. Evangelium Joh. 19, 25-27. 8 standen bei dem Kreuze Jesu seine Mutter, und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Kleophas, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter und den Jünger, den er liebte, stehen sah, sprach er zu seiner Mutter: Weib, siehe, Dein Sohn! Hierauf sprach er zu dem Jünger: Siehe, Deine Mutter! Und von derselben Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Zum Credo. Mein Gott, ich glaube alle die Wahrheiten, welche Du unserer Mutter, der einen, heiligen, allgemeinen, christlichen Kirche geoffenbaret haft. E3 ist nicht Eine davon, wofür ich nicht bereitwillig mein Leben hingeben möchte. In dieser gänzlichen Unterwerfung des Herzens und des Geistes lege 44 ich vor Dir dasselbe Glaubensbekenntniß ab, welches Dein Tiener am Altare ablegt im Namen aller Gläubigen. Ich danke dir für die große Gnade, so Du mir erwiesen, indem Du mich zum wahren Glaubenslichte berufen hast. Feierlich erneuere ich jetzt jenen Bund, den ich mit Dir in der heiligen Taufe geschlossen habe, und widerfage dem Satan und all' seiner Hoffahrt und all' seinen Werken. Verleihe nur, o Gott, daß ich Deine beseligende Lehre immer mehr und mehr erkenne und zu meinem Seelenheile anwende. st heilige Jungfrau Maria! ich erinnere mich an alle Angst Deines mütterlichen Herzens, da Du Deinen verlornen Sohn drei Tage lang suchtest, bis Du ihn endlich im Tempel zu Jerusalem fandest. Durch diese Deine Schmerzen erbitte mir die Gnade, daß ich meinen Jesus niemals verliere, und sollte dieß unglücklicher Weise schon geschehen sein, daß ich ihn mit reuevollem Herzen suchen, und als einen barmherzigen Gott auffinden möge durch eben diesen Jesum Christum, unsern Herrn Amen. - Bei dem Offertorium. Heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott! nimm das Opfer, welches wir durch die Hände des Priesters auf den Altar legen, wohlgefällig von uns an. Wir opfern Dir das göttliche Lamm, 45 welches für uns Alle ist geschlachtet worden, und bitten durch die Verdienste des Leidens und Todes Jesu, daß Du die katholische Kirche vor aller Widerwärtigkeit bewahren wolleft. O Gott, erhöre unser demüthiges Flehen und verleihe uns, die wir das innigste Leiden der seligsten Mutter Jesu theilnehmend betrachten, daß wir auf ihre vielfache Fürbitte, durch die Verdienste Deines Sohnes, unsers Herrn, mit der Seligkeit der Heiligen im Himmel belohnt werden. O trauernde, jungfräuliche Mutter Jesu, ich erinnere mich in Wehmuth an den schmerzlichen Augenblick, da Du Jesus, Deinem einzig geliebten Sohne mit dem Kreuze auf seiner Schulter begegneteft. O wie hat dieser Anblick Dein Mutterherz so tief verwundet! Ach leidende, schmerzhafte Mutter, ich nehme Antheil an Deinem Leide, und bete die Fügungen Gottes mit Bewunderung an; denn Gott hat Dich mit seiner Kraft gesegnet. Hochgelobt sei der Herr in Ewigkeit. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie im Anfange, jetzt und allezeit Amen. - Bei dem Sanktus. Unaussprechlicher, großer Gott, ich bete Dich in ehrfurchtsvollem Staunen an; denn bald beginnt das erhabenste Wunder Deiner Güte und 46 Liebe, und wir erkennen Deine Macht in diesem Geheimnisse, vor welchem Himmel und Erde anbetend im Staube liegen. O Herrlichkeit und Kraft meines Gottes, stärke meinen schwachen Glauben, damit ich die Heiligkeit der Handlung, die jetzt vollbracht wird, tief empfinde. Ewiger Gott, es ist billig und recht, daß alle Engel und Menschen Dich mit lauter Stimme preisen, indem der Priester, der Bevollmächtigte Deines Willens, das heiligste Werk vollbringt. Darum wollen wir, allmächtiger, ewiger Gott, Dir Dank abstatten und Dich lobpreisen in Jesus Christus, unserm Herrn, so wie auch im Andenken der schmerzvollen Jungfrau, die in höchster Trauer unter dem Kreuze stand. Sie sah ihren allerliebsten Sohn angenagelt an das Holz des Schimpfes und hörte ihn mit lauter HimStimme rufen: Vater! es ist vollbracht! mel und Erde ergründen nicht die Tiefe dieses Geheimnisses. Daß ich doch, o mein Gott! das Verlangen hätte, womit die heiligen Patriarchen die Ankunft des Messias ersehnten; daß ich doch ihren Glauben und ihre Liebe hätte. Komm, Herr Jesus! komm, liebevoller Erlöser der Welt, komm, Du Lamm Gottes, anbetungswürdiges Schlachtopfer, und nimm auch von mir hinweg, was Dir mißfallen sollte. - 47 V Bei der Wandlung. O Jesus, Du Sohn Gottes, sei mir gnädig Jesus, Du Sohn Davids, sei mir barmherzig, Jesus, Du Sohn der Jungfrau Maria, verzeth' mir meine Sünden. O mein Erlöser, durch Dein göttliches Blut tilge aus in mir alle Mängel und Flecken; durch Dein kostbares Blut stärke mich in allem Guten; durch Dein gnadenreiches Blut verleihe mir die Beharrlichkeit bis an's Ende. Nach der Wandlung. Jesus! mein Herr und mein Gott! unter den Gestalten des Brodes und Weines bete ich Dich an in tieffter Ehrfurcht. Du bist groß und schrecklich, aber auch höchst barmherzig; darum bitte ich: wende Dein Angesicht zu uns herab, die wir hier versammelt sind, und laß dieses Opfer durch die Hände der heiligen Engel vor den Thron Deines Vaters gelangen, damit er dadurch verherrlichet werde; wir aber Alle, die wir gemeinschaftlich Dich, im Fleisch und Blute hier auf dem Altare gegenwärtigen Gott, anbeten, mit himmlischem Segen und Deiner Gnade erfüllet würden. Liebster Jesus, der Du Allen zu helfen bereit bist, ich trage Dir nicht nur meine eigenen Bedürfnisse vor, sondern ich flehe für Alle, die mir ange 48 Hören, und die für mich beten, oder sich in mein unwürdiges Gebet empfohlen haben. Möge der Segen dieses Opfers sich auch verbreiten über jene Seelen, die im Frieden der Kirche verstorben sind und mir noch unvergeßlich am Herzen liegen. Verleihe ihnen die Befreiung von ihrer Bein und die ewige Ruhe. Vater unser... Ave Maria. Neben dem Kreuze Jesu standen seine Mutter und ihre Schwester, Kleophas Frau, auch Salome und Maria Magdalena. Oihr heiligen Freunde Jesu, die ihr den Gottmenschen in den entseßlichsten Leiden sterben gesehen, bittet für mich, daß Gott mein Gebet erhöre; denn hier ist ja der nämliche Jesus gegenwärtig und opfert sich abermals seinem himmlischen Vater auf. Laffet uns hier ihn anbeten in dem Werke seiner Liebe, seiner Gnade und Erbarmung. Laffet uns in Lobpreisungen unserm Herrn danken, der sich hingab für unsere Sünden; bittet, daß unsere Danksagung ihm wohlgefalle durch eben denselben Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Bei der Kommunion. Heilige Jungfrau Maria, leidende Mutter, o welches Uebermaß von Bitterfeit erfüllte Deine Seele, da man Deinen geliebten Sohn vom Kreuze 49 - abnahm!- Noch nie liebte ein Mutterherz so zärtlich, als wie das Deinige; denn du liebtest in Jesus nicht nur den liebenswürdigsten Sohn, den schönsten und besten unter allen Menschen, sondern Du liebtest in ihm Deinen Gott. Und dieser liebenswürdigste Sohn, dieser anbetungswürdigste Gottmensch und Heiland lag entseelt auf Deinem Schooße. Ach, welch' ein herzzerreißender Anblick, den Unschuldigsten mit Wunden bedeckt, um unsrer Sünden willen dem schmerzlichsten Tode preisgegeben zu sehen! Schmerzensmutter! Du konntest wahrhaft ausrufen: O ihr Alle, die ihr vorübergehet, gebet Acht und sehet, ob ein Schmerz ist wie mein Schmerz! Ohöchst betrübte Mutter! vereinige Deine Leiden, Seufzer und Thränen mit unserm Gebete und bringe Du selbst unsere Noth und unser Anliegen vor Deinen göttlichen Sohn, der zum Andenken seines Begräbnisses jetzt in das Herz des Priesters eingeht. O daß ich würdig wäre, den heiligsten Leib Jesu mit dem Priester zu genießen. Da ich aber dieser Gnade ganz unwürdig bin, so bitte für mich, o liebste Mutter! Deinen göttlichen Sohn, daß er geistiger Weise zu mir komme und mich heilige, um ihn bei meiner nächsten Kommunion recht andächtig zu empfangen, und daß ich durch den Genuß seines heiligsten Leibes in allen Tugenden gestärkt werde, die mich des ewigen LeKaltner's Mai- Undacht. 4 50 bens würdig machen, durch Jesum Chriftum, unsern Herrn Amen. - Nach der Kommunion. Allerheiligste Dreifaltigkeit, nimm dieses heilige Mesopfer, welchem ich so eben in Andacht beigewohnt habe, gnädig an, und laß dasselbe als ein Bekenntniß meiner Ehrfurcht und Anbetung Dir wohlgefällig sein; und da ich mich auch der Leiden und Trauer der jungfräulichen Mutter meines Herrn dabet erinnert habe, so lebe ich der sicheren Hoffnung, daß eben diese nun im Himmel gekrönte Königin der Martyrer für mich bitte, damit ich durch Nachfolgung ihres heiligen Lebenswandels auf Erden auch so glücklich werde wie sie, und so duldend und ergeben alle Leiden und Drangsale von der Hand Gottes annehme, wie die Magd des Herrn es gethan hat. Insonderheit wolle die allerseligste Jungfrau für mich bitten, daß ich wenigstens eine glückselige Sterbestunde erlange und unter ihrem Schuhe zum ewigen Leben eingehe, Amen. durch Jesum Christum, unsern Herrn - Beim Segen. Oliebreicher Gott! segne mich in allen Verhältnissen meines Lebens, so wie Du die Mutter 51 Deines Sohnes in ihrem siebenfachen Schmerze gesegnet hast, daß sie bei all' ihren Leiden und Be= gegnungen sich gänzlich Deinem heiligsten Willen ergeben konnte. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes— Amen. Amen. Bum Schlusse. on Jesus Christus, mein Erlöser, mit gerührtem Herzen sage ich Dir Dank für das hohe Glück, daß ich der unblutigen Erneuerung jenes Opfers habe beiwohnen können, welches Du blutend am Kreuze vollbracht hast. Ich betete während dieser göttlichen Todesfeier mit reumüthiger Seele, und trage nun den Segen des Himmels in meinem Herzen. O Jesus, gib mir Kraft, daß ich diesen kostbaren Schaß nicht durch abermaligen Rückfall verliere. Auch Deines Jammers habe ich theilnehmend gedacht, o trauernde Mutter Jesu. Du standest weinend unter dem Kreuze, und jeder Seufzer, je= des Wort Deines sterbenden Sohnes fuhr wie ein Dolch in Dein liebendes Mutterherz. Obemitleidenswertheste aller Mütter! wer wollte nicht mit Dir weinen bei Erwägung solcher Schmerzen? Du sahest ihn bluten, Du hörtest ihn rufen: Vater, warum hast Du mich verlassen! Du wußtest ihn ohne Labung und mußtest Zeuge sein ohne hel- 52 fen zu dürfen wie der Geliebteste in der schrecklichen Marter sein großes Werk vollendete. Du litteft mehr als alle andern Frauen und alle seine Freunde, die bei der Kreuzigung zugegen waren, weil Du ihn auch mehr, als alle andern geliebet hast. O schmerzhafte Mutter, bleibe mir allezeit eine mildreiche Schutzfrau, trage Sorge für mich in meinem Leben, und wenn ich einstens in der Todesstunde von allen Menschen verlassen Deinen Namen rufe, o Maria! dann gedenke des erneuerten heiligen Opfers, welches so eben in beständiger Miterinnerung auch Deiner Leiden darge= bracht wurde, gedenke meiner Liebe, die ich zu Dir trage, und set meine Trösterin, mein Beistand im letzten Kampfe, meine Fürbitterin bei meinem Richter, bei Jesus Christus, Deinem Sohne, unserm Herrn Amen. 1 - 53 Beichtandacht Vorbereitungsgebet. - wiger, erbarmender Gott und Vater! ich böre die Stimme Deiner Gnade- jene huldreiche Stimme, die da spricht:„ Ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe." Schambedeckten Angesichtes folge ich dieser Stimme und kehre reumüthig zu Dir, meinem beleidigten Vater, zurück, ausrufend mit dem verirrten Sohne: ,, Vater! ich habe gesündiget wider den Himmel und gegen Dich; ich bin unwürdig, Dein Kind genannt zu werden." Ach großer, allerheiligster und gerechtester Gott! was wäre aus mir geworden, wenn Du mich in meinen Sünden von dieser Welt abgerufen und vor den Richterstuhl Deiner strengen Gerechtigkeit gestellt hättest, vor welchem auch die Gerechten erzittern, und kein Sterblicher ohne Schuld befunden wird? Doch Du hast bis zu dieser Stunde noch immer Geduld und Nachsicht getragen mit meinen Schwächen und Verirrungen und hältst jetzt wieder Deine liebevollen Vaterarme ausgebreitet, um mich bei aufrichtiger Buße in Huld und Liebe zu umfangen. 55 O mein allerhöchstes und liebenswürdigstes Gut! es ist mir leid vom Grunde meines Herzens, daß ich Dich so oft beleidiget habe. Ach, liebster Gott! erbarme Dich meiner und gehe nicht mit mir in's Gericht; denn wie könnte ich vor Dir bestehen? Es reuen und schmerzen mich aber meine Sünden ganz besonders deßwegen, weil ich Dich, dreieiniger Gott, betrübt und erzürnt habe. Siehe! ich versenke mich in die grundlose Tiefe Deiner ewigen Erbarmung, und rufe, bitte, und flehe: Vergib mir Herr, Gott, mein Vater; vergib mir Herr, Gott, mein Erlöser; vergib mir Herr, Gott, heiliger Geist! Von ganzem Herzen und aus allen Kräften meiner Seele wünsche ich, daß ich niemals eine einzige Sünde begangen hätte; denn ich liebe Dich, unendliche Gütigkeit meines Gottes, über Alles. Ja über Alles liebe ich Dich allein troß aller metner Schwachheiten, Fehler und Gebrechen, und verlange, Dich immer mehr und mehr, reiner und vollkommener zu lieben. Aus Liebe zu Dir verzeihe ich allen denjenigen, die mich jemals beleidiget haben. Mit deiner Gnade will ich meinen bösen Neigungen und Gewohnheiten Einhalt thun, will allen Veranlassungen und Gelegenheiten mit Vorsicht ausweichen, und überhaupt Alles anwenden, was zur Besserung meines Lebens und zum kräftigen Fortschreiten im Guten dienlich ist. Erbarmender Gott! nimm diesen meinen ernstlichen Ent- 54 O so vollende nun, Barmherzigster! das Werk, welches Deine Gnade in mir angefangen hat, und sende mir Deinen heiligen Geist, daß er mich erleuchte und mir bei dem höchst wichtigen Geschäfte meiner Bekehrung beistehe, so wie auch mein Herz mit Zerknirschung und Reue erfülle, wodurch ich zum Empfange des heiligen Bußsakramentes würdiger werde. Bum heiligen Geist. Heiliger Geist! erleuchte meinen Verstand, damit ich das Innerste meines Herzens recht durchschaue und einsehe, was ich seit meiner letzten Beicht Böses gedacht, geredet und gethan, oder wie viel Gutes zu thun ich unterlassen habe. Regtere mein Herz und meine Zunge, damit ich dem Priester meine Fehler mit wahrem Leide und ganzer Aufrichtigkeit bekenne und Verzeihung erlange wie Magdalena zu den Füßen Jesu. Um diese Gnade bitte tch, göttlicher Geist! durch Jesum Christum, der sein Leben und Blut für uns Sünder geopfert hat. Renegebet. Allwissender Gott! ich habe nun mit der Gnade des heiligen Geistes mein Inneres geprüft, und finde mich, ach! wieder mancher Verfündigung gegen Deine allerheiligste Majestät schuldig. 56 schluß nebst dem Opfer meines zerknirschten Herzens in Huld und Gnade an, und laß auch an mir in Erfüllung gehen, was Du so feierlich durch den Mund Deines Propheten verheißen haft: „ Wenn der Sünder Buße thut und sich von 11 allen seinen Sünden bekehrt; wenn er dann ,, meine Gebote hält und Recht und Gerechtigkeit „ übt, so soll er leben; Ich will alsdann aller ,, Uebertretungen, die er begangen hat, nicht mehr „ gedenken." Anrufung Mariens. O Maria, Du Mutter der Barmherzigkeit, sichere Zuflucht der reumüthigen Sünder, verwende Dich gnädigst für mich bei Deinem göttlichen Sohne, damit ich jetzt im Stande set, meine Sünden nochmals recht zu bereuen, dieselben aufrichtig und umständlich zu beichten, und so dann die Verzeihung meiner Sünden zu erlangen. Ich flehe heute besonders um Deinen mächtigen Beistand; denn es ist mir voller Ernst, in Zukunft Deinem Sohne und Dir getreuer zu dienen, als ich's bisher ge= than habe. Diese rührende Mai- Andacht soll mich zu allem Guten kräftig ermahnt und gestärkt haben. Zuvörderst werde ich mich bestreben, Deinem Tugendbeispiele nachzufolgen, um so mich auch Det= nes Schutzes und Deiner Liebe würdiger zu machen. Amen. 57 Vor dem Eintritte in den Beichtstuhl. Nun trete ich, o mildester Erbarmer! in den Richterstuhl der Buße. Gerechter Richter meines Lebens, schenke mir Vergebung meiner Sünden, bevor der Tag der Rechenschaft erscheint. O Je= sus! Du Sohn des lebendigen Gottes, erbarme Dich meiner. Empfange Du das demüthige Bekenntniß meiner Missethaten, das ich jetzt Deinem Stellvertreter, dem Priester, ablegen will, und sprich auch zu mir durch seinen Mund, was Du schon zu so Vielen gesprochen hast: Sei getrost, Deine Sünden sind Dir vergeben. Gehe hin in Frieden!" Und so wolle mich denn durch die unendlichen Verdienste Jesu Christi, durch die Kraft seines bitteren Leidens und Sterbens, so wie auch durch die Fürbitte Mariä und aller Heiligen von allen meinen Sünden lossprechen der allmächtige und barmHerzige Gott+ Vater+ Sohn und † heilige Geist. Amen. Nach der Beicht. Ja meine Sünden sind mir vergeben. Der= quickende, trostvolle Versicherung, wie sehr beruhigest du meine Seele; denn nun bin ich wieder ein Kind Gottes, ein Gegenstand seines allerheiligsten Wohlgefallens, und darf mit froher Zuversicht zu ihm aufblicken und sprechen: ,, Abba, lieber Vater!" 58 Freilich würde meine Beruhigung eitel und meine Freude thöricht sein, wenn ich nicht fest entschlossen wäre, allem Sündendienste gänzlich abzusagen und so zu leben, wie es den Kindern des Lichtes, den Kindern des vollkommenen Vaters im Himmel geziemet. Doch set dieses mein fester, unabänderlicher Entschluß. Du, allwissender Gott! durchschauest mein Herz und siehst, daß es fern von jeder Heuchelei und Verstellung ist. Darum blicke ich auch mit Zuversicht zu Dir empor, meinem versöhnten Vater, und vertraue ganz auf Deinen ferneren Beistand und Deine Gnade, die im Schwachen mächtig ist und ihm Kraft verleiht zum Siege über die Sünde und zur fleißigen Uebung der Tugend und Rechtschaffenheit. Dank und Preis sei Dir, Allerbarmer! für alles das, was Du nun Gutes an meiner Seele gethan haft: für den Nachlaß meiner Sünden, für die Ruhe meines Gewissens und für die guten Ent= schließungen, welche Du während dieser gesegneten Stunde in mein Herz gelegt haft. Oft und lebendig will ich an diese Stunde denken, und Deine Barmherzigkeit soll mir die stärkste Aufmunterung sein, fortan unverbrüchlich mit Deiner Gnade in Treue mitzuwirken und als Dein gehorsames Kind in Allem Deinen heiligsten Willen zu vollziehen. Versiegle, o Gott, diese meine fromme Gesinnung, und laß sie reich werden an guten Früchten durch 59 Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn Amen. - Du aber, o heiligste Jungfrau Maria! wolleft Dich meiner nun wieder auf's Neue in mütterlicher Milde annehmen. Wirf, o beste Mutter! den Versöhnungsblick herab auf Dein zurückgekehrtes Pflegekind. Siehe, Dein göttlicher Sohn hat mir verziehen, mich wieder in Gnaden aufgenommen. Könntest Du mich nun verwersen? Nein! Deine zärtliche Liebe zu uns armen Adamskindern ist mir Bürge, daß Du bereit bist, mich als Dein Kind anzunehmen. Erlange mir also die Gnade, in Ausübung meiner gemachten Vorsätze bis an's Ende meines Lebens getreu zu verharren. Heiliger Engel, dessen Schutze Gottes Vorsehung mich übergeben hat, wende ab von mir jede Gefahr, künftighin noch einmal meinen Gott zu beleidigen; halte mich fern von jeder Gelegenheit zum Bösen, und leite mich auf dem Wege der Gebote Gottes, damit ich Deinen Einsprechungen folgeleistend treu darauf wandle. Und ihr Heilige Gottes, deren Namen mir in der heiligen Taufe und Firmung gegeben worden sind, damit ich durch euer Beispiel erbaut und aufgemuntert in der Unschuld und in Erfüllung meiner Christen- und Standespflichten fortleben möge; erhaltet mir von dem Allbarmherzigen die Gnade, mein Leben von nun an nach dem eurigen einzu 60 richten, um auch dereinst in eurer Gesellschaft den Gott der Vollkommenheit und der Liebe ewig zu loben und zu preisen Amen. - Kommunionandacht. Bu Gott, dem Vater. Umächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vater, siehe! in Demuth nah' ich mich Deinem Altare, um das allerheiligste Sakrament des Leibes und Blutes Jesu Christi, Deines eingebornen Sohnes, zu empfangen. Ich trete hinzu wie ein Kranker zu dem Arzte des Heiles, wie ein Unreiner zu der Quelle himmlischer Reinigung, wie ein Blinder zu dem Lichte ewiger Klarheit, wie ein Armer zu dem reichen Herrn Himmels und der Erde, wie ein Nackter zu dem Könige der Herrlichkeit. O verleihe, erbarmender Vater, daß ich nun Deinen geliebten Sohn im heiligsten Sakramente mit solchem Glauben und Vertrauen, mit solcher Liebe und Reue, mit solcher Ehrfurcht und Andacht empfange, daß meiner Seele dadurch wahrhaft Heil und Gnade widerfahre; daß ihre Krankheit geheilet, ihre Blindheit erleuchtet, 61 ihre Armuth bereichert und ihre Blöße bedeckt werde. Auch bitte ich, liebreichster Gott und Vater, Du wolleft durch diese heilige Kommunion mir verleihen, daß, gleichwie ich Jesum Christum unter den Gestalten des Brodes wahrhaftig gegenwärtig glaube, ich auch einst würdig befunden werde, ihn von Angesicht zu Angesicht in seiner Herrlichkeit zu schauen und gleich Dir und dem heiligen Geiste anzubeten in alle Ewigkeit- Amen. Bu Gott, dem Sohne. O Sohn des lebendigen Gottes, Jesus Christus! der Du mich zu Deinem Tische einladest: siehe, wie gerne ich Deiner Einladung folge, und mit welcher Liebe ich Dich einführen möchte unter mein Dach; aber Du kennst mein Unvermögen und meine Dürftigkeit, und wie ich gar nichts bin und habe zu einem würdigen Empfang Deiner göttlichen. Majestät. Darum erhebe ich meine Augen und meine Hände zu Dir und bitte Dich aus ganzer Seele, Du wolleft mir mit Deiner Gnade zuvorkommen, und Dir selbst mein Herz zu einer angenehmen Wohnung bereiten. Ziehe es an Dich durch den Wohlgeruch Deiner Lieblichkeit und wandle alle seine irdischen Begierden in himmlische um, damit es von nun an nach nichts Anderem verlange, als nach Dir allein, der Du bist mein Herr und mein 62 Gott, meine Speise und mein Leben, mein Friede und meine Freude, meine Hoffnung und meine Seligkeit Amen. 1 Bu Gott, dem heiligen Geiste. heiliger Geist, Du dritte Person in der Einen Gottheit! neige Dich in Deiner unendlichen Liebe zu mir herab, und reinige mein Inneres, auf daß Jesus Christus, dessen geheimnisvolle Menschwerdung Du einst in dem keuschen Lilienschooße der allerseligsten Jungfrau Maria vollbracht hast, darin mit Luft seinen Wohnsitz aufschlage. Komm, Du Geber und Spender aller Gaben und Gnaden, und durchdringe mich ganz mit der heiligen Furcht, damit ich nicht mit Gleichgiltigkeit, sondern mit Zittern zum Tische des Herrn trete und mit aller Ehrfurcht das Brod des Lebens empfange. - Komm, heiliger Geist! stärke mich mit der Gabe des Glaubens, damit ich glaube, was ich nicht sehe, und unerschütterlich für wahr halte, was die ewige Wahrheit- Jesus Christus gesprochen hat: ,, Dieses ist mein Leib!"-„ dieses ist mein Blut!" Komm, heiliger Geist! erfülle mich mit der Gabe heiliger Hoffnung, damit ich all' mein Vertrauen und meine Zuversicht auf Jesum Christum, meinen Erlöser setze, den allmäch7 63 tigen, getreuen Gott, der mit seinem heiligsten Fleische und Blute zum ewigen Leben mich speiset. Komm, heiliger Geist! entzünde mich mit der Gabe heiliger Liebe, damit ich mein höchstes Gut, Jesum Christum, starfmüthig und standhaft lieben möge über Alles, ihn, der sich aus Liebe für mich hingegeben hat nicht nur zum Opfer am Kreuze, sondern auch zur Speise und Nahrung meiner armen Seele. Ja komm, Heiliger Geist! schmücke meinen Leib und meine Seele mit der Gabe der Reinigkeit und des frommen Sinnes, damit ich ein würdiger Tempel desjenigen werde, der die Schönheit und Heiligkeit selbst ist, Jesu Christi, meines Herrn, der mit Dir und dem Vater in unzertheilter Einigkeit lebt und regiert, als der Gine wahre, lebendige Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen. - Bur Mutter Jesu. Oheilige Maria! stehe auch Du mir in mütterlicher Hülfe bet; denn nimmer vermag ich es, mein armseliges Herz demjenigen würdig vorzubereiten, für dessen Ehre Du so sehr erglühest. Gehe deßhalb Deinem göttlichen Sohne voran und komme zu mir, ihm das Kämmerlein meines Herzens zu einem beständigen Aufenthalte zu ordnen. Schmücke es mit Deinen heiligen Verdiensten, und ziere es 64 mit dem Blumenkranze Deiner lieblichen Tugenden: mit der Lilie der Unschuld, mit dem Veilchen der Demuth, mit der Nelke der Frömmigkeit, mit der Myrthe christlicher Ergebung, mit der Centifolie des Glaubens, mit dem Immergrün der Hoffnung und mit der feurigen Rose brennender Liebe. Grhöre mich, o holde Gnadenmutter, und halte mich wach im Gebete und bereit zur Ankunft des göttlichen Bräutigams, auf daß ich, gleich den klugen Jungfrauen, beim Rufe des Priesters: ,, Sehet das Lamm Gottes!" ihm mit brennender Lampe der Inbrunst entgegeneile und in Gnaden aufgenommen werde zu seinem himmlischen Mahle. Nimm dann, liebe Mutter! mich bei der Hand, und führe mich zu Deinem Sohne, empfiehl mich Deinem Sohne, stelle mich Deinem Sohne vor, und bitte ihn, daß er in seiner segnenden Milde bei mir einkehre und meinem Hause Heil und Gnade widerfahren lasse Amen. 1 Oihr Engel und Auserwählte Gottes, bittet auch ihr für mich, daß mir dieses Brod der Starken nicht zum Verderben gereiche; kommt und betet an und eilet mit mir dem Heilande entgegen. Herr! ich bin's nicht würdig, aber bedürftig, daß Du Dich mit mir vereinigest; sprich darum nur ein Wort, so ist mir geholfen für immer. Heiligster Leib meines Herrn Jesu Chrifti! be= wahre meine Seele zum ewigen Leben. Amen. 65 Nach der Kommunion. Nun ist meine Sehnsucht gestillt und mein Verlangen erfüllt; denn ich habe gefunden, den meine Seele liebt, ich habe in und bei mir den Gott einer unendlichen Majestät, den Himmel und Erde nicht zu fassen vermögen, der aber einstens in dem unbefleckten Schooße der allerseligsten Jungfrau Maria ruhte, und nun in der armseligen Hütte meines Herzens eine Wohnung genommen hat. Sei hochgelobt und gebenedeit, o Jesus, im allerheiligsten Sakramente des Altars, jetzt und in alle Ewigkeit. Nimmer, Allerheiligster! will ich aufhören, Dir zu danken für dieses Mahl der Liebe. Ich bete Dich tiefgerührt an, und mein ganzes Herz zerfließt in Dankbarkeit vor Dir. O wie hast Du Heute mich so mildreich angesehen, so freundlich Dich zu mir herabgelaffen und so barmherzig meine Seele besucht und genährt. Für diese Gnade und Barmherzigkeit müssen Dich loben alle Pulsschläge metnes Herzens, alle Glieder meines Leibes und alle Kräfte meines Geistes. O süßester Heiland! ich fühle es nun ganz, 1-10 welche Wonne es ist, mit Dir vereint zu sein und an Deinem göttlichen Herzen zu ruhen. Erhalte dieß selige und beseligende Gefühl immerfort in mit, und laß mein Herz nie mehr erkalten in Deiner Liebe. Erfülle und durchdringe mich durch und Kaltner's Mai- Andacht. 5 66 durch mit dem heiligen, tiefergreifenden Feuer Deiner Liebe; sei Du immerdar meine höchste Luft, meine Freude, meine Wonne, der Inbegriff aller meiner Wünsche und Begierden. Laß mich lieber Alles, ja selbst mein Leben, verlieren, als von Dir und Deiner Liebe geschieden werden. Ziehe mich ganz zu Dir und feßle mich in ewiger Liebestreue an Dich, damit ich verharre in Deiner Nachfolge bis zum Tode, und endlich dorthin gelange, wo ich Dich nicht mehr verhüllt im Schleier des Brodes, sondern im Vollglanze Deiner unaussprechlichen Schönheit schauen kann von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Die Seele Christi heilige mich, Der Leib Chrifti erlöse mich, Das Blut Christi versöhne mich, Das Wasser aus der Seite Christi wasche mich. Das Leiden Christi tröste mich, milder Jesus! erhöre mich, In Deinen Wunden verberge mich, Von Dir laß nimmer scheiden mich, Vor dem bösen Feinde schüße mich, In Deiner Gnad' erhalte mich, In meiner Todesstunde rufe mich, Und laß zu Dir einst fommen mich, Daß ich mit Deinen Heiligen Dich Im Himmel lobe ewiglich. Amen. 67 Bu Maria. O gütige Mutter meines Herrn, heilige Maria! schaue wohlgefällig hernieder auf mich, Deinen begnadigten, glücklichen Verehrer; denn jetzt bin ich nicht mehr so unwürdig, ein Gegenstand Deines mütterlichen Wohlgefallens zu sein. Siehe! Dein liebster Jesus wohnt in meinem Herzen und verkläret mein ganzes Innere. Er hat sich mir so mitgetheilt, daß er in mir und ich in ihm verbleiben will. Darum preise, meine Seele, den Herrn, und Alles, was in mir ist, verherrliche seinen heiligen Namen. Du aber, jungfräuliche Gottesmutter! bitte Deinen göttlichen Sohn, daß ich durch dieses heiligste Sakrament gestärkt werde zu allem Guten, und eine unüberwindliche Kraft erlange zur Bekämpfung meiner Fehler und bösen Gewohnheiten, so wie auch zur Erstrebung der mir so nothwendigen Tugenden. Ja, sage ihm doch, daß er in meinem Herzen abpräge Deine Sanftmuth und Ge= duld, Deine Demuth und Ergebenheit, Deine Treue und Deinen Gehorsam, Deine Reinheit und Liebe. Daß er mich befiegle mit jenem Geifte, welcher alle Deine Gesinnungen und Handlungen lettete, damit ich, wie Du, in Allem ihm wohlgefalle und getreu verbleibe im Leben und im Tode- Amen. 68 Beschluß. Ich habe meinem Gott Alles mich selbst gegeben; ich habe aber auch Alles gefunden, als ich es gab. Ich habe in mir allem Irdischen entsagt und dagegen in Gott alles Himmlische erhalten. O selige Stunde der Vereinigung! o Friede und Ruhe! o Freude und Seligkeit! mein Geliebter ist mein und ich bin sein. Ja, Du bist mein Heil im Leben, Gottmensch Jesus Christus, und bleibst auch mein Theil in Ewigkeit, dies hoffe ich mit Zuversicht von Deiner unbegrenzten Güte. — - Am Schlusse meiner Andacht umfasse ich Dich noch einmal mit den Armen des Glaubens und der Liebe, und werde Dich nicht lassen, es sei denn, daß Du mich zuvor gesegnet habest. Und dann werde ich noch inniger mich an Dich anschließen, um Dir, o Jesu, zu leben, Dir, o Jesu, zu sterben, und Dein zu sein todt und lebendig. Segne demnach, hochgelobter Gott im allerheiligsten Sakramente, den ich so eben im Tabernakel meines Herzens aufbewahret habe zur immerwährenden Anbetung, segne an mir und Andern diese unternommene Mai- Andacht: segne alle Anliegen und Wünsche meiner Seele, meine Leiden und Freuden, meine Sorgen und Bestrebungen, meine Gegenwart und Zukunft. Regiere meine Gedanken, Worte und Werke und 69 lenke fie alle auf Dein allerheiligstes Wohlgefallen. Mit erhobenen Händen und gebogenen Knieen bitte ich aus dem ganzen Drange meines Herzens: Herr Jesus, sei mir gnädig! Herr Jesus, verleihe mir beständig diesen Muth und diese Entschlossenheit! Herr Jesus, set und bleibe bei mir jetzt und in der Stunde meines Todes. Amen. Lied vor der Beicht. Blick vom Himmelsthron', dem reinen, Maria, nur einmal, Süße Mutter, auf die Deinen, Nur ein einzig, einzig Mal! Neget dann sich von Erbarmen Nicht dein Herz bei diesem Blick, so wende von uns Armen Immerhin den Blick zurück! Sich, wie Undank uns entweihte, Wie mit Gottes Herz die Schuld, Mit dem milden, uns entzweite: Wir verwirften seine Huld. m Willst Du, daß er mild erscheine, O so sprich ein einzig Wort! Du, Maria! kannst alleine Deffnen uns des Heiles Port. 70 Daß er sich mit uns versöhne, stid msin Süße, theure Mutter, sprich: Sprich, wir seien Deine Söhne; Sieh' und schnell erbarmt er sich. - Tarhit Sind wir ob der Schuld auch nimmer Deine Söhne einst so rein, Wird Dein Mutterherz doch immer Voll von milder Liebe sein. Breitest Du, uns zu umfangen, Liebend Deinen Mantel aus; Kehret jeder ohne Bangen Froh zurück in's Baterhaus. Theure, süße Mutter! höre, s Ruft zu Dir die Andacht laut! Rette, wer Dich liebt, erhöre, Wer sich findlich Dir vertraut. Lied nach der Beicht. Hocherfreut, Dir geweiht, Stimme ich mein Loblied an, Süße Mutter unsers Herrn! Nah' und fern Sei gelobt, gebenedeit, Mutter der Barmherzigkeit. 71 Himmelreich, Sonder Gleich, Wie viel Sel'ge zählest du?- Nicht zu zählen ist die Zahl! this? So vielmal Sei gelobt, gebenedeit, Mutter der Barmherzigkeit. Erdenrund, Gib mir fund: Wie viel Wesen zählest du? Nicht zu zählen ist die Zahl! So vielmal Sei gelobt gebenedeit, Mutter der Barmherzigkeit. Bunte Flur Der Natur, Wie viel Blumen zählest du? Nicht zu zählen ist die Zahl! So vielmal Sei gelobt, gebenedeit, Mutter der Barmherzigkeit. Maienfeld, Wohl bestellt, Wie viel Pflanzen zählest du? Nicht zu zählen ist die Zahl! So vielmal Sei gelobt, gebenedeit, Mutter der Barmherzigkeit. 72 Buchenwald, Grüngestalt, Wie viel Blätter zählest du?- Nicht zu zählen ist die Zahl! So vielmal Sei gelobt, gebenedeit, Mutter der Barmherzigkeit. Sonnenschein, Klar und rein, Wie viel Fünkchen zählest du?- Nicht zu zählen ist die Zahl! So vielmal Sei gelobt, gebenedeit, Mutter der Barmherzigkeit. Himmelspracht, Gold'ne Nacht, Wie viel Sterne zählest du? Nicht zu zählen ist die Zahl! So vielmal Sei gelobt, gebenedeit, Mutter der Barmherzigkeit. — Tiefes Meer, Weit umher, Wie viel Tröpflein zähleft du?- Nicht zu zählen ist die Zahl! So vielmal Sei gelobt, gebenedeit, Mutter der Barmherzigkeit. Ewigkeit, Ewigkeit, 73 Wie viel Stunden zähleft du?- Hier gibt's weder Ziel noch Zahl! So vielmal Sei gelobt, gebenedeit, Mutter der Barmherzigkeit. Lied vor der Kommunion. Dir, du Eine! Lilienreine! Die von Anfang aller Zeit Sich der Geist zur Braut geweiht: Einzig Schöne! Dir ertöne Hocherhabner Orgelklang, Tausendfacher Lobgesang. Wie die Maien Uns erfreuen! Sieh! im ersten Blumenflor, In des Herzens Jubelchor: Zieh'n die Deinen Zu dem Reinen, Dessen allmachtsvoller Ruf Ohne Makel Dich erschuf. 74 Daß die Seele Sich vermähle Mit dem Himmelsbräutigam, Nah'n sie keusch dem Opferlamm; Und empfangen Voll Verlangen Mild durchströmt von Liebesglut Deinen Sohn, das höchste Gut. Benedeite Mutter! breite Deinen Mantel über sie, Daß der Feind der Unschuld flieh'; Daß vom Pfade Deiner Gnade, Von der Mutterhand sie nie Gitle Weltlust ferne zieh'. Wenn mit Brausen Stürme sausen, Ob der Wogen wilder Macht Unser Schifflein schwankt und fracht: Dann erscheine Du, o Reine! Führ' uns mild aus Angst und Bein In den Friedenshafen ein. Makellose Himmelsvose! Hocherhab'ne Königin, Nimm uns ganz auf ewig hin! 75 Daß wir droben Dich einst loben, Wo dein Sohn dann unverhüllt Unsern Durst und Hunger stillt. Lied nach der Kommunion. Bethört vom eitlen Weltgetümmel Irrt' lange ich auf falscher Bahn;: Da sahst, Maria, Du vom Himmel, Und nahmst Dich meiner huldvoll an. Der Sünde Truggestalten schwanden, Und frei von unheilvollen Banden Fühl' heute ich nach langer Zeit, Des Kinderglaubens Seligkeit. Mit Gott erscheint mir Gottes Sonne In vorher nie geseh'nem Glanz, Nur einst empfund'ne Jünglingswonne Durchströmet meine Seele ganz. Es wachen in des Herzens Tiefen Gefühle, die so lange schliefen; Ein Himmel, wahrlich, mich belohnt, Seit dem mir Gott im Herzen wohnt. Ob mir des Glückes Stern erblasse, Die liebste Blume mit verblüh', Ob mich der letzte Freund verlasse: Doch meinen Jesus laß' ich nie! 76 Und selbst auf rauh'stem Erdenpfade Wirst Du, o Jungfrau, voller Gnade, Mein Schuß dann und mein Leitstern sein Und sterbend mir noch Sieg verleih'n. So mögen spät, auch früh fich enden Die Tage meiner Lebenszeit: Hältst treu Du mich in Deinen Händen, Und sorgst für meine Seligkeit, Fahrt wohl, ihr meiner Jugend Bilder! Unendlich schöner, reiner, milder, Werd' ich in ewig grünen Au'n Dich, Mutter, mit dem Sohne schau'n, • Besperandacht. Vorbereitungsgebet. 91110 öttlicher Geist! eröffne meinen Mund, auf daß ich das Lob der reinsten und unbefleckten Jungfrau Marta würdig verkünde; erleuchte meinen Verstand, reinige mein Herz und entflamme meinen Eifer, damit ich dieses Vespergebet aufmerks sam und andächtig verrichte. Erhöre mein Flehen, Vater im Himmel! ich bitte Dich im Namen Deines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn und Heilan= des- Amen. 77 V. Gott, merk' auf meine Hilfe! R. Herr, eile, mir beizustehen. V. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste; R. Wie sie war im Anfang, jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten. Amen. Antiph. Wer ist die, welche wie die aufsteigende Morgenröthe hervorkommt, schön wie der Mond, außerforen wie die Sonne, furcht wie ein geordnetes Kriegsheer? ( Cantic. 6, 9.) 1. Pfalm. Mit Mund und Herzen preise ich Dich, o heilige Jungfrau! und spreche in der Freude meiner Seele: ,, Gegrüßt seist Du, Maria! Du bist voll der Gnade, der Herr ist mit Dir." Mit Dir ist Gott, der Vater, der mit Wohlgefallen herabsah auf die Demuth seiner Magd, und Dich aus tausendmal Tausenden erkor zur Mutter seines eingebornen Sohnes. Mit Dir ist Gott, der Sohn, dem es wohlgeftel, in Deinem jungfräulichen Schooße sich mit der menschlichen Natur zu vermählen, und Fleisch zu werden und zu wohnen unter den Menschen. Mit Dir ist Gott der heilige Geist, dessen göttliche Kraft über Dich gekommen, und unter 00 78 Deinem engelreinen Herzen das Geheimniß der Menschwerdung Jesu vollbracht hat. di Mildeste Jungfrau, wie lieblich ertönt Dein Lob in der ganzen heiligen Kirche; denn Aller Hoffnung bist Du, die den Ersehnten der Völker empfing. Mutter des Herrn! mit Recht wirst Du gepriesen als die Gebenedeite unter den Weibern; und wo der Name Deines Sohnes verherrrlichet wird, da wird auch Dein Name, Maria! mit Ehrfurcht erhöht. Morgens, Mittags und Abends mahnet der Glocke heiliges Zeichen, dankbar die Stunde zu segnen, so Dir die frohe Botschaft uns'rer Erlösung gebracht hat. V. Die Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste; 30% 261 R. Und freudiges Lob erschalle der seligen Jungfrau Maria, die der Erzengel Gabriel als die Gnadenvolle begrüßt hat. Antiph. Ganz schön bist Du, meine Freundin! und keine Makel ist in Dir; ein verschlossener Garten bist Du, eine versiegelte Quelle. ( Cantic. 4, 7. 12.) 2. Pfalm. Ave Maria! so rufen Legionen in den seligen Wohnungen des Friedens. Ave Maria! so wieder 79 hallt der Erdkreis, gleich einem Echo, vom englischen Gruße. Alle Nationen, Geschlechter und Jungen verkünden Dein Lob, und freuen sich Deiner, o heilige Maria, die Du vor Gott solche Gnade ge= funden. Aus Dir, o mächtige Jungfrau! ging ja hervor der Herr des Lebens, der Fürst des Friedens, der Anfänger und Vollender unseres ewigen Heiles. Aus Dir hat Fleisch angenommen das ewige Wort, durch welches alle Dinge erschaffen worden, und ohne welches von allem Erschaffenen nichts erschaffen ist. Auf Dich sind gerichtet die Blicke Aller, welche im Geiste und in der Wahrheit anbeten Jesum Chriftum, die gebenedeite Frucht Deines Leibes. An den Stufen Deines Thrones stehen die Fürsten, zu Deinen Altären eilen die Pilger; ein Jahrhundert zeiget dem andern die Macht Deiner Güte. Auserwählte Mutter! siehe gnädig herab auf die Schaar Deiner Kinder, ergieße in ihre Herzen die Salbungen Deines troftvollen Namens. V. Ehre set dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste; R. Und freudiges Lob erschalle der seligsten Jungfrau Maria, die der Erzengel Gabriel als die Gnadenvolle begrüßt hat. - 80 Antiph. Ich bin die Mutter der schönen Liebe und Furcht, der Erkenntniß und heiligen Hoffnung. Bei mir ist alle Gnade des Lebens und der Wahrheit. Bei mir alle Hoffnung des Lebens und der Tugend. ( Sir. 24, 24. 25.) 3. Pfalm.. Reinige, o heilige Maria! mein Herz und meine Lippen zu Deinem Lobe; daß ich den Herrn preise, der Dich erhob über alle Werke seiner Hände. Ruhm und Ehre erschallt Dir, erhabene Jungfrau! geifernd hört es der alte Drache, und flieht hindann mit zertretenem Haupte. Reich an Jugend und Heiligkeit glänzest Du als die Perle der Jungfrauen, als ein Spiegel der Gattinnen, als die Krone aller Mütter. Rings um Dein Haupt strahlt die Krone der Ehre, womit der König der Glorie zur Königin des Himmels Dich krönte. ju Reiche und Arme finden bei Dir die Schäße der Gnaden; Keiner geht leer von Dir aus, der voll des Vertrauens Deiner Thüre sich nahet. Rath findet bei Dir der Verlegene, Trost der Betrübte, Hilfe der Bedürftige, Schutz der Bedrängte, Erbarmung der Sünder, Heilung der Kranke. Rettend stehst Du Deinen Getreuen zur Seite, 82 läßt Deine leuchtende Spur, und sein Ohr verschließt dem mahnenden Worte der Mutter. Iahrhunderte hindurch ist Dein Name ein festes Schloß, wo in des Lebens Noth und Stürmen dem Menschen Schutz und Rettung zu Theil wird. In aller Angst und Noth kommst Du den Deinen zu Hilfe; und wo ist derjenige, der je mit wahrer Andacht vergebens zu Dir rief? V. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste; R. Und freudiges Lob erschalle der seligsten Jungfrau Maria, die der Erzengel Gabriel als die Gnadenvolle begrüßt hat. Antiph. Es sahen sie die Töchter Sions, und priesen sie überaus selig, selbst Königinnen lobten ste. ( Cantic. 6, 8.) 5. Pfalm. Aus dem Innersten meines Herzens verehre ich Dich, o Maria! und mit jubelnder Freude verkünde ich Dein Lob, das so süß ist dem Munde. Alle Geschlechter müssen Dich selig preisen, des müthige Magd des Herrn, an welcher große Dinge gethan der Allmächtige. Aus allen Frommen Deines Geschlechtes wurdest Du erwählt zur Mutter des göttlichen Sohnes, an dem der himmlische Vater sein innigstes Wohlgefallen hat. 81 wenn die Stunde des Scheidens schlägt; führest ihre Seelen hin zu Jesu, und bittest um Gnade. V. Ehre sei dem Vater und dem Sohn- und dem heiligen Geiste;- R. Und freudiges Lob erschalle der seligsten Jungfrau Maria, die der Erzengel Gabriel als die Gnadenvolle begrüßt hat. Antiph. Ich gab einen Geruch von mir, wie Zimmet und wohlriechender Balsam; ich gab einen lieblichen Geruch, wie die außerlesenste Myrrhe. ( Sirach 24, 20.) 4. Pfalm. In Andacht und Liebe ergebe ich Dir mein Herz, o seligste Jungfrau Maria! die Du Trost und Hoffnung bist in bitterer Stunde. In den Schooß Deiner Muttermilde lege ich die Angelegenheiten alle, auf daß Du sie ordnen mögest nach dem Wohlgefallen Gottes. Immerdar sieht ja Dein mildes Aug' in die Tiefe der Erde, ob irgend ein Herz zu Dir seufze, auf daß Du es in süßester Wonne Deinem göttlichen Sohne gewinnest. Iedem erschließest Du segnend Dein Herz, der in kindlicher Liebe zu Dir fleht, aber auch in heiliger Treue Dir dienet. Irre wandelt in dunkler Nacht, wer da ver= 6 Kaltner's Mai- Andacht. 83 Auf Deinen Armen trugst Du den Herrn der Ewigkeit, welchen der Erdkreis anbetet und dem die Schaaren der Engel mit Entzücken dienen. Angethan mit dem Gewande der Glorie und geschmückt mit der Krone der Herrlichkeit stehst Du nun an seinem Throne, und bittest für Alle, so Dir vertrauen. Ach glorreiche Mutter! gedenke auch unser fürbittend bei Gott: Ein Wort Deines Mundes genügt, uns die Schätze der Erbarmung zu öffnen. Ave Maria, Du Gnadenvolle! also begrüßen Dich alle Geschlechter der Erde, also die Engel des Himmels. O nimm diesen Gruß als letzten Hauch noch von unsern sterbenden Lippen. V. Ehre set dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste;- R. Und freudiges Lob erschalle der seligsten Jungfrau Maria, die der Erzengel Gabriel als die Gnadenvolle begrüßt hat. Kapitel. Im Anfang und vor aller Zeit ward ich erschaffen, und werde bis in alle Ewigkeit nicht aufhören. In der heiligen Wohnung diente ich vor ihm, Dank sei dem Herrn. ( Sir. 24. 14.) 84 Hymnus. Sei gegrüßt, Du Meeresstern, Hehre Mutter unfers Herrn, Und als Jungfrau rein zugleich, Freudenthor zum Himmelreich. Gabriels, des Boten, Mund Machet dir das Ave kund! Eva's Name wird verkehrt, Und der Friede uns beschert. Hilf dem Sünder vor Gericht; Schenke Blinden das Gesicht; Wende Uebel von uns ab; Gib uns jede gute Gab. Unsre Mutter, zeige Dich, Hilf uns bitten flehentlich Jesum, dem Du Mutter warst, Den Du auch für uns gebarst. Jungfrau, welcher keine gleicht, Werde sanft Dein Herz erweicht; Löse uns von aller Schuld, Lehr uns Keuschheit und Geduld. Unser Leben müsse rein, Unsre Reise sicher sein, Daß wir Jesum freudig seh'n Und zur Herrlichkeit ersteh'n. 85 Gott der Vater sei verehrt, Gott des Sohnes Lob vermehrt, Gott dem Geist sei jederzeit Gleicher Ruhm und Preis geweiht. dsparis V. Anmuth ist ausgegossen über Deine Lippen; R. Darum hat Dich Gott gesegnet in Ewigkeit. Antiph. Und es erschien ein großes Zeichen am Himmel: ein Weib mit der Sonne bekleidet, der Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupte eine Krone mit zwölf Sternen.( Offenb. 12, 1.) Magnifikat. Hoch preiset meine Seele den Herrn! Und mein Geist frohlocket in Gott meinem Heilande, denn er hat angesehen die Niedrigkeit seiner Magd; siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter. Denn Großes bat an mir gethan, der da mächtig ist, und dessen Namen heilig. Er ist barmherzig von Geschlecht zu Geschlecht denen, die ihn fürchten. Er übt Macht in seinem Arme, zerstreut, die da hoffärtig sind in ihres Herzens Sinne. Die Gewaltigen stürzt er vom Throne und erhöhet die Niedrigen. Die Hungrigen erfüllt er mit Gütern; die Reichen läßt er leer ausgehen. 86 Er nimmt sich Israels an, seines Knechtes, eingedenk seiner Barmherzigkeit: Wie er zu unsern Vätern gesprochen hat, zu Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, als sie war im Anfang, jetzt und allezeit, zu ewigen Zeiten. Amen. Gebet. Süßester Jesus! der Du durch die milde Fürsprache der allerseligsten Jungfrau, die wir mit Deiner Kirche als die Hilfe der Christen demüthig anrufen, Deinen Gläubigen allezeit große Gnade verliehen haft; wir bitten Dich durch ihr liebevolles Herz, uns Deine Barmherzigkeit zuzuwenden, damit wir dadurch gestärkt und beschützt nie von Detner heiligen Liebe weichen, sondern in Deinem Dienste bis an das Ende unseres Lebens verharren, der Du mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes lebst und regierst, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Laß, o Gott! die Seelen der Gläubigen in Frieden ruhen. Gib uns, o Herr! Deinen Frieden und daß ewige Leben. Amen. *** 87 Antiphonen. ( Nach der treffenden Zeit des Kirchenjahres.) Vom 1. Adventlonntage bis Maria Reinigung. Alma Redemptoris Mater. A Erhab'ne Mutter unsers Herrn, Himmelspfort', o Gnadenstern! Behüt' uns vor dem Sündenfalle, Die wir um Hilfe rufen Alle, Den, der zur Mutter Dich erwählt, C Der Schöpfer selbst( o staune, Welt!) Den haft als Jungfrau Du geboren, Von Ewigkeit dazu erforen. Aus Gabriels, des Engels Mund, Ward Dir die hohe Botschaft kund; Erhör' das Fleh'n der armen Sünder, Erbarme Dich, ach! Deiner Kinder! V. Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft: R. Und sie empfing vom heiligen Geiste. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr! gieße Deine Gnade in unsere Herzen, daß wir, die wir Chrifti, Deines 88 Sohnes, Menschwerdung aus des Engels Verkündigung erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Glorie der Auferstehung gebracht werden, durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. Von Weihnachten an bis zum Feste Mariä Reinigung wird folgender Vers sammt Gebet statt des obigen gesprochen: V. Nach der Geburt bist Du eine unverletzte Jungfrau geblieben: R. Gottesgebärerin, bitte für uns. Gebet. O Gott, der Du durch die jungfräuliche Fruchtbarkeit Mariä dem menschlichen Geschlechte die Belohnung des ewigen Heiles gegeben hast, wir bitten, laß uns die Fürbitte derjenigen genießen, durch welche Du uns begnadigt haft, den Urheber des Lebens zu empfangen, unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn, welcher mit Dir und dem heil. Geiste gleicher Gott lebet und regiert in Ewigfeit. Amen. Von Maria Fichtmess bis auf den Osterabend. Ave Regina. Maria, Du des Himmels Königin! Sei uns gegrüßt, der Engel Herrscherin! 89 Wurzel Jeffe, sei gegrüßet, Aus der das Licht der Welt entsprießet. Erfreue Dich, denn Du bist ehrenreich, Und keine Dir an Schönheit jemals gleich. Versöhne uns mit Deinem Sohne, O Schönste! daß er uns verschone. V. Würdige mich, Dich zu loben, o Heilige Jungfrau! R. Gib mir Kraft wider Deine Feinde. Gebet. Barmherziger Gott! komm unserer Schwachheit zu Hilfe, daß wir durch die Fürbitte der heiligen Gottesgebärerin, deren Gedächtniß wir begehen, von unsern Lastern befreit werden mögen, durch Christum unsern Herrn. Amen. Vom Osterabende bis zum Vorabende des Dreifaltigkeits- Sonntages. Regina Coeli. Glorreiche Himmelskönigin! Freu' Dich beim höchsten Throne, Bei dem, der war von Anbeginn, Bei Deinem lieben Sohne. Alleluja. 90 Den Du als Mutter sehr beklagt, Im Grab, am Kreuz, in Banden, Der ist, wie Gr's vorhergesagt. Nun siegreich auferstanden. Alleluja. V. Freue Dich und frohlocke, Jungfrau Maria, Alleluja! R. Denn der Herr ist wahrhaft auferstanden Alleluja. SE Gebet. O Gott, der Du durch die Auferstehung Deines Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, die Welt zu erfreuen Dich gewürdiget haft: wir bitten Dich, verleihe, daß wir durch die Fürbitte der allerfeligften Jungfrau Maria, seiner Mutter, die Freude des ewigen Lebens erlangen, durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. Vom Vorabend des Dreifaltigkeits- Sonntages bis zum Advent. Salve Regina. Sei, Mutter der Barmherzigkeit, Sei, Königin! gegrüßet! Des Lebens Freud' und Süßigkeit, 91 Durch die uns Trost zufließet, Zu Dir, o Mutter! rufen wir, Mit Thränen seufzen wir zu Dir. Owend' Dein holdes Angesicht, Auf uns vom Himmelsthrone; Versag' uns Deine Fürbitt' nicht, Bei Jesu, Deinem Sohne. Nach diesem Elend zeig' uns Ihn, Bei Ihm sei unsre Mittlerin. V. Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin! R. Auf daß wir würdig werden der Verheißung Christi. jo Gebet. - Allmächtiger, ewiger Gott! der Du den Leib und die Seele der heiligen Jungfrau Maria zu einer würdigen Wohnung Deines Sohnes durch die Mitwirkung des heil. Geistes vorbereitet haft; gib, daß, da wir uns an ihrer Gedächtniß er= freuen, wir durch ihre milde Fürbitte von allen drohenden Uebeln und von dem ewigen Tode befreit werden durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. Aufopferung nach der Vesper. Sei gegrüßt, o reinste und liebevollste Jungfrau Maria! Ich verlange Dich so zu preisen und 92 zu verehren, wie Du von den heiligen Engeln im Himmel gepriesen und verehret wirst. Ich empfehle Dir, unbefleckte Gottesmutter! die Andachtsübung, so ich jetzt vollendet habe, und bitte Dich; opfere dieselbe auf Deinem göttlichen Sohne in der frommen Meinung, Seine und Deine Ehre, die in unseren Tagen so häufig und so boshaft durch Sünden jeder Art angegriffen wird, doch einigermaßen zu ersetzen. Erflehe mir und Allen die Gnade, die noch übrigen Stunden des heutigen Tages, sowie die noch übrige Zeit dieses Dir geweihten Monates, so viel als möglich gottselig zuzubringen, und jeden Augenblick meines ganzen Lebens nach dem Willen des Herrn zu verwenden. Führe mich an Deiner Mutterhand, wohin ich immer wandle; führe mich durch dieses Jammerthal fromm und gut, und wenn es zum Sterben kommt, laß das Wort mich vernehmen: Siehe! ich bin's Deine Mutter." Ich übergebe Dir mein Seelenheil mit dem Vertrauen, mit welchem der himmlische Vater Dir seinen vielgeliebten Sohn übergab. Du bist ja meine Mutter! durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. V sprie - **** - - Jamie 93 Kreuzwegandacht. Vorbereitungsgebet. Amächtiger, ewiger Gott! ohne dessen Beihilfe und Leitung wir nicht das mindeste Gute vermögen, lehre uns in dem bitteren Leiden und Sterben Deines geliebten Sohnes die Quelle unseres Heiles erkennen und suchen. Erwecke uns zur Betrachtung desselben, und gib da= durch Vermehrung Deiner Gnade, Besserung unseres Lebens, wirksamen Antheil an den Abläffen der Kirche, Trost den Abgestorbenen und uns Allen das ewige Leben. Amen. I. Station. Jesus wird zum Tode verurtheilet. V. Wir beten Dich an, o Herr Jesus Christus! und benedeien Dich; R. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöset. Betrachte, wie Pilatus, den unschuldigen Jesus, nach blutiger Geißlung und Krönung mit Dornen, 94 zum Kreuzestode verurtheilt, und der Heiland dieses Urtheil gelassen annimmt, um dich vom ewigen Todesurtheil zu befreten. Danbetungswürdiger Jesus! nicht Pilatus, nein, meine eigenen Sünden waren es, die Dich zum Tode verurtheilt haben. Um der Verdienste willen, die Du auf diesem schmerzhaften Wege des Kreuzes erworben hast, stehe mir bei auf dem Wege, den meine Seele in die Ewigkeit machen muß, damit ich an Dir einen gnädigen Richter zu erwarten habe. Amen. Vater unser. Ave Maria. V. Gefreuzigter Herr Jesus Christus, R. Sei uns armen Sündern gnädig und barmherzig. II. Station. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern. V. Wir beten Dich an 2c. Betrachte, wie Jesus Christus mit dem Kreuze, dem Zeichen unserer Sünden und Strafen, beladen auf diesem schmerzhaften Gange für dich dem Tode entgegen gehet..- O mein Jesus! gib mir die Gnade, daß ich doch jedes Kreuz und Leiden mit Geduld und Er 95 gebung ertragen, und Dir auf Deinem Leidenswege dankbar nachfolgen möge. Amen. Vater unser. Ave Maria. V. Gekreuzigter 2c. III. Station. Jesus fällt zum ersten Male unter dem Kreuze. V. Wir beten Dich an 2c. Betrachte diesen ersten Fall Jesu. Auch der Mensch fiel, mit Sünden beladen, von Gott ab; aber der Erlöser versöhnte in großer Marter die beleidigte Gottheit. Halte dich fest an dem Glauben dieser Wahrheit, an dem großen Geheimniſse deiner Begnadigung. O Jesu! meine Vergehungen also find die Ursache Deines Falles. Um des Verdienstes dieses Leidens willen bitte ich Dich, lasse mich niemals in eine Todsünde fallen. Amen. Vater unser. Ave Maria. V. Gekreuzigter 2c. IV. Station. da Jesus begegnet seiner Mutter. ⠀⠀ i V. Wir beten Dich an 2c. Betrachte die unschuldsvolle Mutter Gottes, 96 wie fie Jesu in diesem entsetzlichen Zustande begegnet. So darf der Mensch vertrauensvoll sei= nem Gott sich nahen, wie Maria ihrem leidenden Sohne. Gib, o Jesus! daß wir durch die tiefe Erniedrigung, mit welcher Du selbst dem größten Sünder so liebreich entgegenkommst, mit Dir gänzlich versöhnet werden, und auf die Fürbitte der schmerzdurchdrungenen Mutter in dieser Versöhnung bis an's Ende verharren. Amen. Vater unser. Ave Maria. do V. Gefreuzigter 2c. V. Station. Simon hilft Jesu das Kreuz tragen. V. Wir beten Dich an 2c. Betrachte, wie die Juden diesen Simon von Cyrene zwangen, Jesu das Kreuz tragen zu helfen, damit er nicht vor der Kreuzigung unterliege. Eile hin und erleichtere ungezwungener Weise deinem Erlöser die so schwere Bürde. O mein Jesus! ich werde Dir gewiß den größten Dienst und Gefallen dadurch erweisen, wenn ich mich bemühe, einen Fehler um den andern abzulegen, und auch meinen Mitmenschen, so viel ich's 97 im Stande bin, beizuspringen. Das will und das kann ich thun mit Deiner Gnade. Amen. Vater unser. Ave Maria. 2010101 V. Gekreuzigter 2c. VI. Station. Veronika reicht Jesu das Schweißtuch dar. V. Wir beten Dich an ic. Betrachte, wie diese mitleidige Frau sich beeilet, das Leiden des mit Schweiß und Blut bedeckten Jesu zu mildern, und wie dieser Liebesdienst ihr vom Herrn vergolten wurde durch die Hinterlassung seines allerheiligsten Bildnisses. Verleihe mir den Beistand, o Gott, Dein durch die Sünde entstelltes Ebenbild in mir durch Reue und Buße wieder zu erneuern, dasselbe aber auch im beständigen Andenken an Dein bitteres Leiden nie mehr zu beflecken. Amen. Vater unser. Ave Maria. V. Gekreuzigter 2c. VII. Station. Jesus fällt zum zweiten Male unter der Last des Kreuzes. V. Wir beten Dich an 2c. Betrachte, wie das schwere Kreuzesholz den Kaltner's Mai- Andacht. 98 Herrn abermals zu Boden drückt, woran jenes Vergehen schuld ist, das er dir so gnädig verziehen, du aber, Undankbarer! zum zweiten Male wieder begangen hast. Jesu Christe! mein Herr und mein Gott! es reuet mich von Herzen, Dich beleidiget zu haben. Verzeihe mir, ich bitte Dich, und schenke mir eine solche Liebe zu Dir, die mich vor jeder Untreue bewahret, und beschützt vor erneuertem Sündenfalle. Amen. bsdsd Vater unser. Ave Maria. V. Gekreuzigter 2c. VIII. Station. Jesus spricht zu den weinenden Frauen. V. Wir beten Dich an 2c. Betrachte, wie der leidende Heiland die mitleidsvollen Frauen ermahnt, ihn nicht nußlos zu bejammern, sondern zu weinen vielmehr über sich selbst und ihre Kinder; denn wenn das schon am grünen Holze geschieht, was soll erst am dürren werden? Mein Jesus! gib mir die Gnade der Thränen, meinen Undank zu beweinen und Mitleiden mit meiner schuldbelasteten Seele zu haben, damit Dein Leiden an derselben nicht verloren gehe. Amen. Vater unser. Ave Maria. V. Gekreuzigter 2c. 99 IX. Station. Jesus fällt zum dritten Male. An V. Wir beten Dich an 2c. Betrachte, wie dein Erlöser schon zum dritten Male durch die Schwere des Kreuzes zur Erde ge= worfen wird. Kannst du ihm deine Besserung noch versagen, um die er dich auf den Knieen bittet? Nein, mein Jesus! kein Rückfall in meine alten Gewohnheitssünden soll Dich mehr beleidigen. Hilf mir noch dieses Mal auf, und ich will mich fest an Dich anschließen, damit ich in Erfüllung meines Vorsatzes verharre. Amen. Vater unser. Ave Maria. V. Gekreuzigter 2c. X. Station. Jesus wird seiner Kleider beraubt. man V. Wir beten Dich an 2c. hote Betrachte die Beschämung und neuen Schmerzen, die Jesus bei der grausamen Herabreißung seiner Kleider erdulden mußte, und die Bitterkeit, die er empfand, da man ihm nur Galle und Effig zur Labung reichte. Ach! mein Herr Jesus! so also büßest Du meine Schamlosigkeit und Sinnenluft. Reiß hin 100 weg von mir den alten sündhaften Menschen, und ziehe mir an das Kleid, so Dir allein nur wohlgefällt; laß mich Uleppigkeit und Frechheit meiden, laß mich feusch und ehrbar wandeln die ganze Zeit meines Lebens. Amen. Vater unser. Ave Maria. V. Gekreuzigter 2c. XI. Station. Jesus wird an's Kreuz geheftet. V. Wir beten Dich an 2c. Betrachte die Wildheit und Grausamkeit der Juden gegen das unschuldige Lamm Gottes. Hände und Füße werden ihm gewaltsam ausgestreckt und mit eisernen Nägeln durchschlagen. Ich bekenne es mit reuevollem Herzen, o mein Jesus! daß auch ich jenen Henkern geholfen habe. Du haft für sie um Vergebung zum Vater gerufen; verzeihe auch mir, dem elenden Sünder! so wie ich allen meinen Feinden und Beleidigern vom ganzen Herzen verzeihe. Amen. Vater unser. Ave Maria. V. Gekreuzigter 2c. pia fis so 101 XII. Station. stirbt am Kreuze. Jesus V. Wir beten Dich an 2C. d Betrachte, wie Jesus hoch am Kreuze mit außgespannten Armen noch die ganze Welt umfangen und segnen möchte. Himmel und Erde, Gott und die Menschen sind ausgeföhnt und das Werk der Erlösung ist vollbracht. O mein am Kreuze für mich gestorbener Jesus! ich küsse das Zeichen meiner Erlösung und präge mir Deine letzten Worte tief in meine Seele. An der Seite Deiner bis in den Tod geliebten Mutter Maria, die Du nun auch mir zur Mutter gegeben, will ich mein irdisches Tagewerk gut vollbringen, um dann ruhig meinen Geist in Deine Hände empfehlen zu können. Amen. Vater unser. Ave Maria. T 118 V. Gekreuzigter 2c. XIII. Station. Jesus wird vom Kreuze herabgenommen. 475189 V. Wir beten Dich an sc. se Betrachte jetzt abermals die Betrübniß der göttlichen Mutter, wie man den so grausam entstellten Leichnam ihres geliebten Sohnes vom Kreuze nimmt und ihr in den Schooß legt. Sei standhaft in dei 102 nen eigenen Betrübnissen, bis ein glückseliges Ende dich bringt zu Jesus und Maria. Schmerzhafte Mutter! lege Deinen Jesus mir in den Schooß, auf daß ich sehe, wie sehr ich ihn mißhandelt habe; o, daß ich's würdig wäre, den allerheiligsten Leib Jesu Chrifti im Sakramente zu empfangen. Laß mit Dir mich weinen, o Maria! laß mit Dir mich aber auch erfreuen im Himmel. Amen. Vater unser. Ave Maria. V. Gefreuzigter 2c. XIV. Station. Der Leichnam Christi wird in's Grab gelegt. V. Wir beten Dich an 2c. Betrachte, wie Jesus in Begleitung Mariens und anderer frommen Frauen von den Jüngern zu Grabe getragen wurde, wo er nun Ruhe fand von jeder Verfolgung und allen Leiden. Jesus, ich will den Anblick des Grabes nicht scheuen, sondern will dabei an Deine Ruhe, an Deine Auferstehung denken. Auch ich werde auferstehen, und wenn ich Dir gelebt habe, zur ewigen Ruhe, zur ewigen Freude gelangen. Amen. Vater unser. Ave Maria. V. Gefreuzigter 2c. 103 XV. Station. Die heilige Helena findet das Kreuz Chrifti. V. Wir beten Dich an 2c. Betrachte nun am Schlusse dieser Andacht die Auffindung und Erhöhung des so schmählichen Kreuzes. Wie glorreich, wie ehrwürdig, wie segensvoll ist es für uns Alle! Möge nach dem Beispiele der heiligen Helena das Kreuz auch für dich ein Gegenstand hoher Verehrung sein und dir Muth und Vertrauen einflößen im eigenen Leide. Mensch gewordener Heiland Jesus Christus! das stegreiche Zeichen unserer Erlösung sei mir, wo immer ich's erblicke, eine stete Mahnung, was Du für mich gelitten haft. Laß mir dasselbe einst sterbend noch an meine Lippen drücken, damit es mir auch am Tage des Gerichtes zum vollen Trofte gereiche. Amen. Vater unser. Ave Maria. V. Gefreuzigter 2c. G Schlußgebet. Laß, o barmherzigster Jesus, das Andenken an Deinen Kreuzesweg unserem dankbaren Gemüthe nimmer entschwinden, damit auch wir geduldig jes des Kreuzlein auf uns nehmen, und so bewährt 104 in der Leidensschule nach Ablegung all unsrer Mängel und Fehler zu Dir und Deiner göttlichen Mutter gelangen mögen im Reiche Deiner Herrlichkeit, wo Du lebeft und regiereft mit Gott dem Vater und dem heil. Geiste, gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Fromme Gedanken bei den sieben Schmerzen Maria. Mutter! jene Schmerzen, die Du tief empfunden, Einst in Deines Erdenlebens trüben Stunden, Laß betrachten mich mit frommer Kindlichkeit, Daß ich lerne in den unglücksschweren Tagen, Aehnlich Dir die Schmerzen dulden, Leiden tragen, Mit Geduld und treuer Gottergebenheit. - Dort im Tempel ward Dein Mutterherz gespaltet, Als der fromme Greis die Zukunft Dir entfaltet, Und den Weg enthüll't bis Golgatha hinan. O, daß meine Seele nie als ungetreue Durch die Sünde mit dem Schöpfer sich entzweie Hier auf dieses Lebens kurzer Pilgerbahn! Schmerzlich fiel es Dir, das Heimatland zu fliehen, Mit dem Kindlein nach Egypten hin zu ziehen, Da ihm nach dem Leben strebte der Tyrann. Mutter! lehr' mich die Gefahren sorgsam meiden, Die hienieden drohen, und von Allem scheiden, Was der Seele Leben mir gefährden kann. 105 Ach! wie bangte Dir das Herz in jenen Tagen, Als Du Jesum, den verlornen, unter Klagen Rastlos suchtest mit erblastem Angesicht. Derbitt' mir, daß ich Jesum durch die Sünde Nie verliere, oder glücklich wieder finde Unter Reue- Thränen in dem Bußgericht. Und als Jesus mit dem Kreuze schwer beladen, Dir begegnete auf blutbesprengten Pfaden, wie tief ward da dein Mutterherz gerührt! Hilf mir mitleidsvoll des Lebens Kreuze tragen, Laß mich schwachen Wand'rer muthlos nicht verzagen, Wenn mich Gott den rauhen Weg der Leiden führt. Ach! wer fühlte je den Schmerz, den Du empfandest, Als Du dort am schauervollen Kreuze standest, Da Dein heißgeliebter Sohn sein Blut vergoß. O, daß doch dieß göttlich Blut am Kreuzesstamme Nicht vergebens, sondern tilgend jene Flamme Ew'ger Sündenstrafen, für uns Alle floß! Als in Deinem Schooße, o Du Liliengleiche! Ruhte Deines Sohnes hochgeliebte Leiche, Ach! ein Strom von Schmerzen- Thränen sie begoß. Wenn auch mir einst naht die letzte meiner Stunden, Und dem morschen Körper dann die Seel' entschwunden, Nimm sie huldvoll auf in Deinen Mutterschooß. Endlich nahte Deinem wundenvollen Herzen, Tiefbetrübte! auch der letzte aller Schmerzen, Als den Leichnam Dir verschloß die Felsengruft. - 106 Bitte Mutter, daß auch ich einst ruhen werde, Hoffnungsvoll im dunklen Schooß der fühlen Erde, Bis zur Auferstehung die Posaune ruft.- Täglicher Scheidegruss an Maria. Kann Dich, Mutter! nimmer laffen, Sieh' mein zärtliches Bemüh'n; Muß Dein Kindlein noch umfassen, Kann nicht eher heimwärts zieh'n. Gäb so gern ein Angedenken, Hab' doch Silber nicht, noch Gold: Blümlein nur kann Dir ich schenken Maienblümlein lieb und hold. Veilchen wußt' ich dort im Thale, Auch nach Glöckchen suchte ich; Fand fie bald- und flocht sie alle 3u dem Sträußchen da für Dich. Röslein eilt' ich dann zu brechen Aus dem Busche dorniggrün: Werden nimmermehr Dich stechen; ad Warf die Dornen weit dahin. Wollt' mit Lilien Dich schmücken, Auserwählte Gottesbraut! Weil Dein Auge mit Entzücken So zur Unschuld niederschaut. 107 Reich dieß Aepflein Deinem Sohne, Hab' gar sorglich es bewahrt; Dient ja Dir und Ihm zur Wonne, Wenn mit Blüthen Frucht sich paart. - So mit Kränzchen zart gewunden, Sier' ich, Jungfrau! Deine Brust; Werde nie mehr sie verwunden, Lohnend Dir mit Mutterlust. Maria! gnädig schaue Hier der Gaben kleinste an; Ist so feucht vom Liebesthaue, Und die Nacht bricht schon heran. Laß mich ruh'n in Deinen Armen, Hüll' mich fürder schüßend ein; Denn am Herzen voll Erbarmen Find' ich Ruhe nur allein. Nimm den Dank zu Deinen Füßen; Hab' so nahe Dich geseh'n, Durft Dein Kindlein nochmals küssen, Will nun froh nach Hause geh'n. O Sanctissima! 0 Piissima! Dulcis Virgo Maria! Mater amata! Immaculata! Ora, ora pro nobis! - 108 O Du Heilige! Jungfräuliche! Süße Mutter Maria! Du kannst empfangen, Was wir verlangen, Hilf uns, hilf uns, Maria! II. Abtheilung. Besondere Andachtsübungen. 1. Mai. Vorbereitung zu dieser Andacht. Ich bin die Mutter der schönen Liebe, der Gottesfurcht, der Erkenntniß und der heiligen Hoffnung." Sir. 24, 24. Betrachtung. ie zarte Andacht zu unsrer lieben Gottesmutter war von jeher ein Zeichen der göttlichen Gnadenwahl, so wie auch eines der kräftigsten Mittel zu unserem Heile. Wie sehr auch Irrgläubige und Gottlose aller Zeiten dieselbe verkannten, verhöhnten und lästerten, geht dennoch zur Freude aller katholischen Chriz sten jener Ausspruch Mariens, dieser Königin der Propheten, allenthalben in Erfüllung: ,, Von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter." Und wahrhaftig! 110 von Anbeginn bis auf unsere Tage ertönte ihr Lob in der wahren Kirche Gottes, und auch die Pforten der Hölle werden dasselbe nicht verstummen machen durch alle Jahrhunderte. Darum war auch gläubigen Seelen Alles willkommen, was die Verehrung der allerfeligsten Jungfrau noch mehr zu fördern im Stande war, und so haben fie auch in letzterer Zeit die Einführung einer Andacht mit Jubel begrüßt, die alle übrigen an Zartheit und Anmuth zu übertreffen scheint. Fromme Verehrer Mariens haben nämlich ange= fangen, unter den zwölf Monaten des Jahres Einen ganz vorzugsweise durch mancherlei Betrachtungen, Gebete und Lobgesänge dem Dienste Mariens zu weihen, um den bösen Geist der Lauigkeit, der so allgemein in unseren Tagen wieder die Herzen der Gläubigen zu verpesten sucht, auszutreiben oder doch unschädlich zu machen, und den findlich frommen Sinn zu Jesus und seiner jungfräulichen Mutter neuerdings zu wecken, zu beleben und zu bethätigen. Diese Andachtsweise hat die Kirche durch Ertheilung reichlicher Ablässe genehmigt und alle Glieder zur eifrigen Theilnahme aufgemuntert. Im päbstlichen Erlasse des heiligen Vaters Pius VII. heißt es: Allen Gläubigen, welche öffentlich in der Kirche oder zu Hause im Kreise der Ihrigen während dem Monate Mai die heilige Jungfrau durch Huldigung, Gebete und andere Tugendübungen ehren werden, sei für jeden Tag dieses Manats ein Ablaß von 300 Tagen, und einmal im Monate, an jedem Tage nämlich, an welchem sie das heilige Sakrament der Buße und des Altars empfangen und für die Angelegenheiten der Kirche 111 nach der frommen Meinung Seiner Heiligkeit beten würden, ein vollkommener Ablaß verliehen, welche Ablässe auch den Seelen im Reinigungsorte zugewandt werden können." Damit nun, Geliebteste! auch in uns die Liebe zur göttlichen Mutter desto mehr geweckt, belebt und zur That geführet würde, damit wir, und mit uns recht Viele Antheil nehmen an den Gnadenschätzen, die uns gerade durch sie zumal an diesen Tagen zufließen werden, so lasſet uns diesen lieblichen Monat Ihrer besondern Verehrung widmen, und Ihr täglich in findlicher Einfalt das Opfer der Liebe entgegenbringen. Möchte doch auch unser Bemühen Gottes reichlicher Segen begleiten, gleichwie diese Mai- Andacht in den verschiedenen Ländern, Städten und Ortschaften wirklich schon erstaunenswerthe Früchte hervorgebracht hatte. Selbst dadurch, daß wir den schönsten Monat des Jahres, wo die ganze Natur in jugendlicher Pracht zu neuem Leben erwacht, und die Erde sich mit wohlriechenden Blumen bedeckt, zu Mariens absonderlichem Dienste weihen, selbst dadurch ergeht an uns Alle die ernste Aufforderung, zu dem neuen geistigen Leben in Christo zu erwachen und der Himmelskönigin noch einen süßeren Wohlgeruch darzubringen, als der den Frühlingsblüthen entduftet, nämlich den Wohlgeruch der Tugend, welcher nach Ihrem Vorbilde aus unseren Herzen zum heiteren Himmel emporsteigen sollte. Ist denn nicht Maria die Mutter der schönen Liebe, der Gottesfurcht und der heiligen Hoffnung? Bei mir- ruft sie uns bei Jesus Sirach zu - Bei mir ist alle Gnade des Lebens und der Wahr 112 heit, bei mir alle Hoffnung des Lebens und der Tugend. Kommet her zu mir Alle, die ihr mein begehret, und sättiget euch von meinen Früchten." Uebung. O folgen wir doch ihrer liebreichen Einladung, erbittten wir uns das Leben, erbitten wir uns Trost im Leiden, erbitten wir uns ihren Beistand, um den Weg der Tugend zu betreten und auf demselben standhaft fortzuwandeln; flehen wir an jedem Tage dieses Monats mit recht innigem Vertrauen zu ihr, und bemühen wir uns aber auch, ihres mütterlichen Wohlwollens und mächtigen Fürwortes immer würdiger zu werden. Das sei unsere tägliche Uebung, das auch die Frucht einer Andacht, die wir so eben mit stiller Anrufung des heiligen Geistes eröffnet haben. gebet. SAU Heilige Maria, Mutter der Gnaden, Zuflucht der Sünder, mächtige Beschüzerin und getreue Ret= erin Deiner Pfleglinge! wirf einen huldvollen Blick der Güte auf uns herab. Siehe, wie viele Deiner Diener und Dienerinnen sich heute vor Deinem Altare versammeln, um Dir gleich am ersten Tage dieses zu Deiner Verehrung bestimmten Monats ihre Huldigung darzubringen. Ja wir sind ent 113 schlossen, diesen Monat durch einen frommen, wohlgefitteten Wandel und tägliche Tugendübung zu Deines Sohnes und Deiner Ehre zu heiligen und unser Möglichstes zu thun, um ja Deines Schußes und Deiner Fürsprache würdig zu werden. Nimm auf, o liebevolle Mutter! nimm auf unser inbrünstiges Verlangen, Dir durch diese Maiandacht einen gefälligen Dienst zu erweisen, und erhalte uns die Gnade, dabei nie und nimmer zu erkalten. Ge= währest Du uns dieses Eine, so hoffen wir auch das Weitere zu erlangen, was zu unserem ewigen Helle ersprießlich ist, die Gnade, wahre Buße zu wirken, in der Tugend und Heiligkeit zuzunehmen und im Guten zu verharren bis an das Ende. Amen. ( Ich glaube an Gott 2c. Ehre sei dem Vater 2c. Fünf Vaterunser und Ave Maria mit Einlegung der fünf freudenreichen Geheimnisse.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, arbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Kaltner's Mai- Andacht. 8 114 Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Christi, Mutter der göttlichen Gnaden, Du allerreinste Mutter, Du allerkeuschefte Mutter, Du unbefleckte Mutter, Du ungeschwächte Mutter, Du liebliche Mutter, Du bewunderungswürdige Mutter, Du Mutter des Schöpfers, Du Mutter des Erlösers, Du allerweisefte Jungfrau, Du ehrwürdige Jungfrau, Du lobwürdige Jungfrau, Du mächtige Jungfrau, Du gütige Jungfrau, Du getreue Jungfrau, Du Jungfrau ohne Makel empfangen, Du Spiegel der Gerechtigkeit, Du Sig der Weisheit, Du Ursache unseres Heils, Du geistliches Gefäß, Du ehrwürdiges Gefäß, Du vortreffliches Gefäß der Andacht, Bitte für uns! 115 Du geistliche Rose, Du Thurm Davids, Du elfenbeinener Thurm, Du goldenes Haus, Du Arche des Bundes, Du Himmelspforte, Du Morgenstern, Du Heil der Kranken, Du Zuflucht der Sünder, Du Trösterin der Betrübten, Du Hilfe der Christen, Du Königin der Engel, Du Königin der Patriarchen, Du Königin der Propheten, Du Königin der Apostel, Du Königin der Märtyrer, Du Königin der Beichtiger, Du Königin der Jungfrauen, Du Königin aller Heiligen, Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! ODu Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr! Bitte für uns! Vater unser. Ave Maria. 116 Unter Deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin, verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöthen, sondern erlöse uns allezeit von allen Gefahren. Du glorwürdige und O gebenedeite Jungfrau, unsre Frau, unsre Mittlerin, unsre Fürsprecherin, versöhne uns mit Deinem Sohne, empfiehl uns Deinem Sohne, stelle uns Deinem Sohne vor. V. Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin! R. Auf daß wir würdig werden der Verheißung Chrifti. 102 Wir bitten Dich, o Herr! Du wolleft Deine Gnade in unsere Herzen eingießen, damit wir, die wir durch die Botschaft des Engels Christi Deines Sohnes Menschwerdung erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur glorreichen Auferstehung ge= bracht werden durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. - V. Bitte für uns, o heiliger Joseph! R. Auf daß wir würdig werden der Verheißung Chrifti. Wir bitten Dich, o Herr! daß uns durch die Verdienste des Bräutigams Deiner heiligsten Gebärerin geholfen werde: damit, was unser Vermögen nicht erhalten kann, uns durch seine Fürbitte geschenkt werde. Der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geis stes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 117 Weihelied. Der Mai ist gekommen, Der Frühling erblüht, Dir bringen die Frommen Von Andacht erglüht Zur Feier bei heiligem Orgelklang, O Jungfrau Maria! den Lobgesang. Dir haben gesungen. Propheten im Chor Mit feurigen Jungen Schon lange zuvor; Dir singen die Engel im Himmelszelt, l Die Erde, die Sonne, die Sternenwelt, Dir singet zum Preise Der Lilie Mund, Die reine, die weiße Im staubigen Grund; Die purpurne Rose besinget voll Schmerz Leidenverklärte! Dein Mutterherz. heilige Blüte Vom Lichte bethaut, Mutter der Güte, O himmlische Braut! Maria! ich flehe zu Dir empor, Olasse mich fingen im großen Chor. Du Zuflucht der Armen, Der Irrenden Licht! 118 Ach habe Erbarmen, Verstoße mich nicht! Ich rufe, Maria! im Staube tief, Zur Mutter, die Keiner vergebens rief. Es leuchtet die Sonne, Es schwindet der Schmerz, Und Freude und Wonne Erfüllen mein Herz: Mir winket voll Milde die Gottesbraut; Nun tönet ihr Lieder im Jubellaut. Wie leuchtende Wellen So springet hervor, Und dringet in hellen Gesängen empor, Und windet der Jungfrau im Himmelsglanz Von Hymnen und Blumen den Maienkranz. 880 119 2. Mai. Die unbefleckte Empfängniß Maria. „ Du bist ganz schön, meine Freundin, und keine Makel ist an Dir." ( Hohelied 4, 7.) Betrachtung. ach dem ewigen Rathschlusse der unendlichen Baterliebe und Erbarmung sollte der ewige eingeborne Sohn die Natur des Menschen annehmen, die Menschheit mit der Gottheit, ohne Vermischung Beider, auf's innigste in einer göttlichen Person vereinigen durch wunderbare Mitwirkung des heiligen Geistes. Diese Menschwerdung des Sohnes Gottes konnte aber der heilige Geist nur in unbeflecktem Gefäße einer reinen und heiligen Jungfrau bewirken; denn das Heiligste kann sich nicht mit Unheiligem vereinbaren. Dieses ehrwürdige, unbefleckte Gefäß reinster Jungfräulichkeit war Maria, die edle fromme Tochter gottesfürchtiger Eltern, Joachim und Anna, zu Nazareth, die, obgleich aus dem königlichen Geschlechte Davids abstammend, still und zurückgezogen von der Arbeit ihrer Hände lebte. Ein göttlicher Fluch, die Strafe eines großen Verbrechens, lastet seit 6000 Jahren auf dem Menschengeschlechte, und die Befleckung der Sünde begleitet die Empfängniß und Geburt aller Kinder des Ersten der - 120 Schuldigen. Die erste Sünde ist ein trauriges Erbe, das von Geschlecht zu Geschlecht übergeht und so lange übergehen wird, als in den Adern des Menschengeschlechtes ein Tropfen von dem Blute Adams rinnt. Dieß furchtbare, allgemeine, unbestreitbare Gesetz, das uns verurtheilt, Kinder des Zornes zu gebären, wurde Einmal nur aufgehoben und zwar in dem Augenblicke, als die heilige Mutter Anna das Gnadenkind Maria empfangen hatte. Nie seit der ersten Stunde ihres Daseins wurde die Jungfrau von Juda, die künftige Mutter des Gottmenschen, mit der geringsten Makel befleckt. Hatten wir bisher dieses Vorrecht unserer Gottesmutter vor allen Kindern Evas durch den bloßen Zug unseres Herzens angenommen, als ob sich bei der auserforensten Jungfrau die Sache nicht anders verhalten könnte: sträubte sich unser religiöses Gemüth gegen die leiſeste Zumuthung, daß die allezeit reine Seele Mariens jemals von dem Gisthauche der Sünde wäre berührt worden, und galt diese Annahme der unbefleckten Empfängniß bis auf unsere Tage nur als eine fromme von der Kirche gutgeheißene Meinung; so stüßen wir nunmehr unser Bekenntniß auf jene jüngst geschehene Ent scheidung, welche Millionen Katholifen in die erfreulichste Bewegung versetzte. Es war am 8. Dezember 1854, als der heilige Bater Pius IX. in der Peterskirche zu Rom unter Ge genwart einer zahlreichen Versammlung von Bischöfen mit der Kraft des heiligen Geistes die Lehre von der unbefleckten Empfängniß der jungfräulichen Mutter unsers Herrn als einen Glaubens saß feierlich aussprach und sofort entschied, daß die seligste Jungfrau Maria 121 im ersten Augenblick ihrer Empfängniß ver möge einer besonderen Gnade und Bevorzugung von Seite des allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Jesu, des Erlösers der Menschheit, von jeglicher Makel der Erbschuld frei bewahret worden sei." Seitdem ist diese dogmatische Entscheidung von allen Bischöfen der Kirche öffentlich verkündigt und von den Verehrern Mariens mit Jubel und Dankesbezeigungen allüberall begrüßt worden, so daß ein jeder nun seiner mächtigen Schutzfrau mit vollem Rechte entgegenrufen kann: Du bist ganz schön, meine Freundin, und keine Makel ist an Dir." Wer kennt nicht die Abbildung der seligsten Jungfrau, welche man die unbefleckte Empfängniß" zu nene nen pflegt? Die Mutter Gottes steht da auf der Erdkugel, hält eine Lilie in der Hand und tritt auf den Kopf einer Schlange. Dabei hat sie den Mond zu ihren Füßen und ein Kranz von Sternen umschimmert ihr jungfräuliches Haupt. Je nun, die Lilie bedeutet die Reinheit. Daß sie aber durch Gottes Gnade auch von der Erbfünde befreit geblieben sei, und daß jener alte Verführer aus dem Paradiese her niemals Gewalt hatte, sie in seine Bande zu verstricken, das ist ausgedrückt durch die Schlange, welcher sie den Kopf zertritt. Weil sie nun so rein und heilig ist, darum ist sie auch hoch erhaben. über alle Menschen auf dem Erdball stehend als Königin der Erde. Der Mond, welcher, in stetem Wechsel begriffen, bald zu, bald abnimmt, liegt unter ihren Füßen, um dadurch anzuzeigen, daß Maria keinem Wechsel und 122 einem Wanken zwischen Gutem und Bösem unterworfen. sei. Die Sternenkrone endlich, zu der sie ihr Haupt erhebt, verkündet uns, daß sie mit ihrem Sinne hoch bei Gott weilet und mit ihm allein beschäftiget ist. Uebung. Wir Evens Kinder sind zwar nicht von der Erbsünde frei geblieben; allein wir wurden von ihr gereiniget durch die heilige Taufe, und so ift's nunmehr auch unsere Pflicht, der Schlange den Kopf zu zertreten und forthin keiner Versuchung des Teufels Gehör zu geben, sondern dem Sündenapfel dann am ersten den Rücken zu wenden, wenn er uns am schönsten dünkt. Feft und standhaft sollen wir die Lilie in den Händen, oder vielmehr die Reinheit in dem Herzen tragen. Wie Maria sollen auch wir unser Sinnen und Trachten über die Sterne hinweg zu Gott erheben, und alles Irdische und Wechselnde so zu sagen mit den Füßen treten, es für unwerth halten, seinetwillen jemals den Willen unsers himmlischen Vaters zu verlegen. gebet. Heilige, unbefleckte Jungfrau und Gottesgebärerin! Siehe heute vom Throne Deiner unaußsprechlichen Glorie auf uns arme Sünder herab, 123 die wir den Glanz Deiner mit ewigem Ruhme gekrönten Unbeflecktheit in Demuth verehren. D Maria! die Du vom ersten Augenblicke Deines Lebens an ganz rein und schön vor den Augen Gottes erschienen bist, erbarme Dich unser bei Det= nem Sohne, die wir in Sünden geboren und zum Bösen geneigt sind, und das in der Taufe erhaltene Kleid der Unschuld von Jugend auf unzähligemale beschmußt und befleckt haben nun aber ein strenges Gericht befürchten müssen, wenn nicht Deine liebevolle Fürbitte den Zorn des gerechten Richters von uns abwendet. Oerhöre an diesem Erinnerungstage Deiner unbefleckten Empfäng= niß unser demüthiges Gebet! set unsere Fürspre= cherin bei Gott, erwirb uns die Gnade, nach Deinem Beispiele die Unschuld zu bewahren, die Sünde zu haffen und von nun an vorwärts zu schreiten von Tugend zu Tugend, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. - - ( Ich glaube an Gott 2c. 2c., Ehre sei dem Vater 2c. 2c., und fünf Vaterunfer und Ave Maria mit Einlegung der fünf freudenreichen Geheimnisſe.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! 124 Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Hellige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! 8-9 Heilige Maria, Heilige Maria, die der himmlische Vater als seine Tochter ohne Makel auserkoren hat, Heilige Maria, die der Sohn Gottes unter Hallen Weibern als seine Mutter unbedfleckt bewahret hat, Heilige Maria, die der heilige Geist als seine keusche Braut mit sonderbaren Gnaden gezieret hat, Heilige Maria, Du jungfräuliche Erde, aus welcher der neue Adam gebildet worden, Heilige Maria, Du neue Eva, die Du in Kraft Deines göttlichen Sohnes der Schlange den Kopf zertreten, Heilige Maria, Du verschlossener Garten, zu welchem der Schlange kein Eingang er= öffnet war, Heilige Maria, Du herrliches Gehäus mit dem Manna des Himmels, Heilige Maria, Du reines Erdreich, dessen Frucht zum Heile der Welt gesproffen, Bitte für uns! 125 Heilige Maria, Du lebendige Arche des Bundes, welche mit dem reinsten Golde bedeckt worden, Heilige Maria, Du aus schneeweißem Elfenbeine gebauter Thron des weisesten Salomons, Heilige Maria, Du glänzende Stadt Gottes auf den heiligen Bergen gegründet, Heilige Maria, Du prachtvoller Tempel, in welchem allein der höchste Priester nach der Ordnung Melchisedechs eingegangen ist, Heilige Maria, Du köstliches Haus auf den Grundsteinen der Unschuld und Reinigkeit, Heilige Maria, Du hellglänzende Morgenröthe der Sonne der Gerechtigkeit, Heilige Maria, deren Abglanz kein Wölklein der Sünde verfinstern konnte, Heilige Maria, Du Spiegel ohne Makel, den kein Unrath zu beflecken vermochte, Heilige Maria, Du wunderschöne Rose von Jericho, die ohne Dorn der Erbsünde hervorgekommen, Heilige Maria, Du Lilie unter den Dornen, Heilige Marta, Du unbefleckt empfangene Bitte für uns! Mutter unseres Gottes, Wir arme Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns, Maria! 126 Daß du uns durch Deine Fürsprache die göttliche Liebe verschaffen wollest, Daß Du den Streit in unserem Innern zum Frieden bringen wolleft, Daß Du uns helfen wolleft, alle unsere Begierden auf Gottes Ehre zu lenken, Daß wir durch Deine unbefleckte Empfängniß auch unsere Reinigkeit fortan bewahren möchten, Daß Du uns insbesondere die Tugend der standesmäßigen Keuschheit erlangen wollest, Daß durch Deine Fürsprache die kathol. Kirche gedeihe und Friede und Freiheit genieße, Daß durch Deine Fürsprache unser heil. Vater Pabst N. stets vor aller Gefahr und Widerwärtigkeit beschüßet werde, Daß durch Deine Fürsprache die Schuldigen Verzeihung und die Kranken Heilung erlangen, Daß durch Deine Fürsprache die Schwachen Stärke, die Betrübten Trost und die Verlassenen Hilfe erhalten, Daß durch Deine Fürsprache die Irrenden zum Wege der Wahrheit und Gerechtigkeit zurückkehren, Daß Du den Städten, Provinzen und Königreichen, welche Dich zur besondern Schußfrau erwählet haben, reichlichen Segen erflehest, Wir bitten Dich, erhöre uns, Maria! 127 Daß Du die zur Ehre Deiner unbefleckten Empfängniß errichteten Bruderschaften, Vereine und Orden fürbittweise stärkest und erhaltest, Daß Du die unter dem Titel Deiner unbefleckten Empfängniß erbauten Spitäler, Kirchen und Altäre wie deren Stifter fürbittweise beschüßzest, Daß Du die Hirten der Kirche überall in Beförderung der Andacht zu Deiner unbefleckten Empfängniß fürbittweise unterstützest und lettest, Daß Du uns allen Deinen Verehrern ein bußfertiges Leben und einen seligen Tod erbitteſt, Daß Du auch den christgläubigen Seelen die ewige Ruhe erwirfest, Wir bitten Dich, erhöre uns, Maria! Du unbefleckte Mutter des Heilandes, Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt!- Verschone uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erhöre uns, 0 Jesus! - O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! 128 Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Ave Maria. V. O Maria! ohne Sünde empfangen, bitte für uns, R. Die wir unsere Zuflucht zu Dir nehmen. Lasset uns beten. O Gott, der Du die allerfeligste Jungfrau von der Erbsünde bewahrt und dadurch Deinem Sohne im Schooße dieser unbefleckten Jungfrau eine würdige Wohnung zubereitet hast; wir bitten Dich, daß Du auf ihre Fürsprache auch uns die Gnade verleihen wolleft, von allen unsern Sündenflecken gereiniget zu Dir zu gelangen, durch unsern Herrn Jesum Christum. Durch Deine heilige Jungfrauschaft und unbefleckte Empfängniß, o Maria! erhalte uns in der Reinigkeit des Leibes und der Seele; im Namen Gott des Vaters, und des Sohnes und des heil. Geistes. Amen. 129 Die Marienblume. Es blüht der Blumen eine Auf ewig grüner Au, Wie diese blühet feine So weit der Himmel blau. Wenn ein Betrübter weinet, Getröstet ist sein Schmerz: Wenn ihm die Blume scheinet In's leidenvolle Herz. Und wer vom Feind verwundet Zum Tode niedersinkt, Von ihrem Duft gesundet, Wenn gläubig er ihn trinkt. Die Blume, die ich meine, Sie ist euch wohl bekannt, Die Fleckenlose, Reine- Maria wird genannt. Maria ist's, die süße, Die Lilie auserwählt. Die ich vom Herzen grüße, Die sich der Geist vermählt. Maria ist's, die reine, e Die also lieblich blüht, Daß in so lichtem Scheine Der Rosen keine glüht. Kaltner's Mai- Andacht. ninot 9 130 Erfreue, süße Blüte! Der Erde finstre Gruft, Erblühe im Gemüthe Mit Deinem Himmelsduft. Und Heiligkeit und Frieden Verleihe uns'rer Brust, Und nach dem Tod hienieden Des Himmels ew'ge Luft. 3. Mai. Mariä Geburt. Wer ist die, welche wie die aufsteigende, Morgenröthe hervorkommt, schön wie der Mond, auserkoren wie die Sonne." ( Hohel. 6, 9.) Betrachtung. GB st uns Mariä Empfängniß so ehrwürdig, daß wir fie durch eigene Festlichkeiten zu verherrlichen suchen, so muß uns nicht minder ehrwürdig der Tag ihrer Geburt sein. Die Kirche begeht dieses Fest am 8. Sep tember; im Geiste unserer Maiandacht wollen wir uns aber auch heute dankbar daran erinnern. Der bloße Name Geburt zeigt den 3weck unsrer 131 Andacht an. Wenn gutgeartete Kinder hocherfreut den Tag der Geburt ihrer theuren Mutter feiern, wenn sie sich wetteifernd beeilen, ihr Wünsche und Blumensträuße zu bringen; von welchen Gefühlen nun müssen die Herzen der Kinder Mariá schlagen an dem Tage, der ihnen eine solche Mutter gab? Vom Gesetze der Erbsünde ausgenommen und zur göttlichen Mutterschaft vorausbestimmt, ist es außer 3weifel, daß Maria die schönste Seele war, die aus den Händen des Schöpfers hervorging, da sie nach der Menschwerdung als das vollkommenste und würdigste Werk des Allmächtigen in dieser Welt betrachtet werden muß. „ Denn sagt der heilige Thomas- Gott richtet die Gnaden, die er den Menschen gibt, nach dem Grade der Würde, die er ihnen bestimmt; so daß Maria, ehe fie Mutter Gottes ward, aus der Höhe schon alle Gnaden empfing, welche sie eines so ausgezeichneten Vorrechtes würdig machen sollten." Deßhalb ruft auch die Kirche an diesem Festtage der Himmelskönigin zu: ,, Deine Ges burt, o heilige Jungfrau und Gottesgebärerin! hat der ganzen Welt Freude verkündigt; denn aus Dir ist die Sonne der Gerechtigkeit geboren, die uns das ewige Leben gebracht hat." Ja die Geburt Mariens erfreute ihre gottfeligen Eltern Joachim und Anna, die in diesem Gnadengeschenke weit mehr erhielten, als sie in ihrem Eheftande verlangen fonnten. Die Geburt Mariens erfreute die Bewohner der Vorhölle, die seit Jahrtausenden sich nach dem Erlöser sehnten, nun aber von Maria ihn erhalten sollten. Die Geburt Mariens erfreute die Engel im Himmel, weil Maria denjenigen zur Welt bringen sollte, durch - 132 den die Stellen der abtrünnigen Engel wieder besegt würden. Besonders erfreulich jedoch für uns Evenskinder ist die Geburt der neuen, himmlischen Eva, denn sie ist ja die Morgenröthe unseres Heiles, der Kanal, durch welchen uns alle Gnaden zufließen von Oben. Ja, Maria ist es, von der es im Hohenliede heißt: ,, Wer ist die, welche wie die aufsteigende Morgenröthe her: vorkommt, schön wie der Mond, auserforen wie die Sonne." Uebung. Kinder Mariens! versammeln wir uns also heute um ihre Wiege, und richten wir an dieses liebenswürdige und mächtige Geschöpf unsere Bitten und Huldigungen. Kind und Mutter zugleich: welch ein Vertrauen muß uns beleben! Kann am Erinnerungstage ihrer Geburt eine Mutter ihren Kindern etwas versagen? Wenn wir strafbar sind, wird sie um Gnade für uns bitten; wenn wir gerecht sind, wird sie uns mit dem Zeichen einer ganz besondern Zärtlichkeit überhäufen. Wollen wir ihr Herz entzücken, ahmen wir Ihre Tugenden nach. Ihr Kleinen besonders, kommt und sehet das heilige Kind Marta, euer Vorbild und eure Mutter. Sie liebt, sie verlangt vor Allem die Lilien und Rosen der Unschuld. Und thr jungen Leute, heranblühend im Lenze des Lebens, bringet diese Blumen auch ihr dem neuge 133 bornen Kinde; könnet demselben kein lieberes Angebinde mehr bringen. Und wir Christen Alle, in welchem Alter und Stande wir auch sein mögen, freuen wir uns mit Maria, daß sie so heilig, Gott so theuer und so voll der Gnade geboren wurde. gebet. Gott und Vater der Menschen! so oft Du ein Kind in die Welt eingehen lasseft, ist es das wichtigste Geschenk, so Du den Eheleuten geben kannst, aber auch nur ein ihnen anvertrautes Gut, das ste gehörig schäßen, sorgfältig bewahren, und gegen alle Gefahren und Nachtheile schützen sollen. So beglückst Du auch mit Maria, diesem edlen und heiligen Kinde, dessen fromme Eltern Joachim und Anna- und wie besorgt waren sie ihr ganzes Leben lang, dasselbe an Leib und Seele so gut zu erhalten, als sie es aus Deiner Hand empfangen hatten. - - Algütiger! verleihe doch allen christlichen Eltern Weisheit und Ernst, thre Kinder gut zu er= ziehen, und Deine liebevollen Absichten redlich zu befördern. Leite aber auch alle Kinder dahin, daß sie den Belehrungen ihrer Eltern und Lehrer- wie MariaVerstand und Herz willig öffnen, ihren Ermahnungen und Befehlen auf's genaueste folgen, dadurch selben Mühe und Sorgfalt redlich vergel 134 ten und so beiden zusammen Kindern und Eltern die Hoffnung gesichert werde, sich in der Zeit und Ewigkeit mit einander zu erfreuen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.( Wie ant 1. Mai.) - - Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Oheiliges Kindlein Maria, Du gnadenreichgeborne Jungfrau, Du königliche Tochter aus dem Stamme Davids, Du Sprosse, der alle Voreltern an Vollkommenheit und Gnade weit übertroffen, Du Freude, Ehre und Zierde Deiner Eltern, Du unverletzte Rose unter den Dörnern, Du liebliche Blume, deren Tugendgeruch die ganze Erde erfüllte, 2 Du unschuldige Taube, deren Stimme heute mit Freuden vernommen worden, mis Bitte für uns! 135 Du Ruthe Aarons, aus der Wurzel Jeffe entsprungen, Du Meeresstern, der heute zum Trost und Heile Aller erschienen, Du von den Propheten vorhergesagte Tochter des himmlischen Vaters, Du von den Engeln verkündete Mutter des göttlichen Sohnes, Du durch so viele Bilder vorbedeutete Braut des heiligen Geistes, Du heiliges allerliebstes Gnadenkindlein Maria, Wir arme Sünder, Daß Du uns von Gott eine reine und heilige 41 Liebe erflehen wolleft, Daß wir unsere Herzen Dir zur schönen Wiege bereiten möchten, Daß du uns vom Lichte Deines Verstandes mittheilen wolleft, Daß Du uns von Deiner Gnadenfülle genießen lassen wollest, Daß wir schon von Deiner Geburt an Dir nachahmen möchten, Daß wir durch Dich im Tode zu dem ewigen Leben geboren werden, Oheiliggeborene Jungfrau, Bitte für uns! Wir bitten Dich, erhöre uns, Maria! O du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! 136 O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! ODu Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Ave Maria. V. Wer ist die, welche wie die aufsteigende Morgenröthe hervorkommt? R. Schön wie der Mond, außerkoren wie die Sonne! Sedunia Laffet uns beten. Wir bitten Dich, o Herr! ertheile Deinen Dienern und Dienerinnen das Geschenk der himmlischen Gnade, damit, gleichwie die Mutterschaft der seligen Jungfrau der Anfang unseres Heils gewesen ist, die fromme Feier ihrer Geburt unsern Frieden vermehre, durch unsern Herrn Jesum Chriftum, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen. 180192 137 Angebinde. Die Nachtigallen fingen! Der Mai ist froh erwacht, Drum wollen wir Dir bringen, Was uns der Mai gebracht, Und hier zu Deinen Füßen Mit Blumen Dich begrüßen, Maria, o Maria! O Jungfrau! Dein Erbarmen. Verschmäht die Blumen nicht, So Dir die Hand des Armen 3um Kranze liebend flicht; Du hörst den Ruf der Schmerzen, Drum rufen wir von Herzen: Maria, o Maria! Wir bringen Dir die Blüten Für unser Herz als Pfand, wolle uns behüten Mit treuer Mutterhand, Daß wir in Deinem Schooße Erblühen gleich der Rose, Maria, o Maria! Du, in Gottes Garten Als Gärtnerin bestellt, Beschirm' uns vor den harten Gefahren dieser Welt, PO 138 Daß uns der Feind nicht schade Im Schatten Deiner Gnade, Maria, o Maria! Maria, Gnadenbronne, Bethaue unser Herz, Du klare Himmelssonne, Verkläre Lust und Schmerz, Und laß uns, eh' wir sterben, Den Himmelsgarten erben, Maria, o Maria! Und wenn auf Deinen Auen Der Himmelsmai erblüht, O Jungfrau der Jungfrauen! Sei gnadenvoll bemüht, Daß wir mit Maienzweigen Dann fingen in den Reigen: Maria, o Maria! 880 om dill tize 139 and 4. M a i. Mariä Namensfest. SOR und fod D # 58 Und der Name der Jungfrau war Diaria." ( Luk. 1, 27.) Betrachtung. ONT m ersten Sonntag nach der Geburt feiert die Kirche das Fest des heiligen Namens Derjenigen, welche die heilige Schrift ausdrücklich benennet mit den Worten: ,, Und der Name der Jungfrau war Maria." Darum sei auch unsere Angelegenheit, am vierten Tage der unternommenen Andacht die Süßigkeit dieses Namens zu betrachten, um uns alle mit noch größerem Vertrauen auf die Macht desselben zu erfüllen. Und wirklich: nach dem Namen Jesus gibt es keinen heiligeren, feinen mächtigeren Namen, als den unserer gebenedeiten Mutter Maria. Dieser glorreiche Name, der auf dem ganzen Erdboden angerufen, täglich tausendmal wiederholt und mit Jubel gepriesen wird, beschützt die Kirche gegen die zahllosen Fallstricke ihrer Feinde, die christlichen Königreiche vor der Wuth ihrer ungläubigen Gegner und alle Christen bei den so heftigen Nachstellungen des bösen Geistes. Denn alle Bemühungen der Hölle werden gegen jene Seelen fruchtlos bleiben, die 140 getreu verharren in Anrufung des Namens Maria. Oder hast du, christliche Seele, nicht öfters schon die Erfahrung gemacht, daß der Name Maria das Herz läutert, es wider die Lockungen des Bösen stärkt, das niedergebeugte Gemüth aufrichtet und ihm Kraft eingießt von Oben? Höre, wie rührend der heilige Bernard dir die Anrufung Mariens anempfiehlt: ,, Ein Stern des Meeres bedeutet dieser Name"- schreibt er ,, Darum Sterblicher, der du auf dem unsicheren Meere dieser Welt von Stürmen und Ungewittern umhergetrieben wirst, wende dein Auge nicht ab von Maria, diesem hellschimmernden Sterne, wofern du von den Stürmen nicht willst überwältigt werden. Toben die Winde der Versuchung, stößest du auf Klippen der Trübfale, so blicke hinauf zu dem Sterne, rufe hinauf zu Maria! Wirst du von den Wogen des Hochmuthes, des Ehrgeizes, der Eifersucht ergriffen, so blicke hinauf zu dem Sterne, rufe hinauf zu Maria! Wirst du von dem Gräuel deiner Sünden, von dem Schrecken des Gewissens, vom Schauer des Gerichtes durchdrungen, siehst du von dem Abgrunde der Traurigkeit und Verzweiflung dich umschlungen, so blicke hinauf zu dem Sterne, rufe hinauf zu Maria! Nimmer weiche fie aus deinem Herzen. Und auf daß dir um so gewisser die Hülfe ihrer Fürbitte werde, so weiche nie mehr ab von den Beispielen ihres Wandels. Ihr fol gend lenfest du nicht ab von dem rechten Wege; zu ihr flehend kannst du nicht zu Grunde gehen; hält sie dich, so wirst du nicht fallen; schüßet sie dich, dann kann nichts dich erschrecken; führt sie dich, dann ermüdest du nicht und ist sie dir hold und gewogen, so wirst du an die Pforten der ewigen Ruhe gelangen.". - 141 Uebung. Bitte, daß dir die Gnade werde, diesen verehrungswürdigen Namen mit so inniger Andacht und Ehrfurcht auszusprechen, wie es die Würde der himmlischen Königin und jungfräulichen Gottes= mutter verlangt. Rufe mit der ganzen Inbrunst eines liebenden Herzens:, Maria!" Durch dieß einzige Wort thust du eben so viel, als wenn du die Barmherzigkeit, die Hoffnung und das Leben selbst anriefeft; denn all unser Flehen zu Maria wird durch ihre Vermittlung ein Flehen zu Jesu Christo, daß aber nicht aus unserem Herzen, sondern aus dem Herzen Mariens zu dem Herrn gelangt, und auf diesem Wege um so sicherer Erhörung findet, je mehr die Reinheit Martens erhaben ist über unsere Sündhaftigkeit. G gebet. O mächtige Mutter Gottes! meine liebe Mutter Maria! es ist wahr, daß ich es nicht verdiene, Dich anzurufen: aber da Du selbst mich liebeft, und meine Seligkeit wünschest, so mußt Du mir die Gnade erlangen, wenn gleich meine Zunge unrein ist, daß ich immer Deinen heiligen und mächtigen Namen zu Hilfe rufen könnte; denn Dein 142 Name ist der Beistand der Lebenden und das Heil der Sterbenden. O allerreinste Jungfrau Marta; mache, daß Dein Name von heute an für mich der Lebensathem set. O meine Gebieterin! stehe mir immer bei, so oft ich Dich anrufe; denn in allen Versuchungen, die über mich kommen, in all' meinen Nöthen will ich nie ermüden, Dich anzurufen, und immer den schönen Namen zu wiederholen: Maria! Maria! Ja tief in mein Herz will ich ihn graben! aussprechen will ich ihn bei metnem Erwachen und einschlafend will ich ihn nennen. Ich verlange, daß ich dieß allezeit in meinem Le= ben, daß ich's aber hauptsächlich thun könne in der Stunde meines Todes, um darauf die ganze Ewigkeit hindurch im Himmel Deinen lieblichen Namen loben zu dürfen, o güttge, o milde, o süße Jungfrau Maria. Amen. ( Wie am 1. Mai.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser!# Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! rises mina stimol 143 Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, O Maria, um Deines Namen willen, O Maria, deren Name heilig ist, O Maria, deren Name süß und angenehm ist, O Maria, deren Name gebenedeit ist, O Maria, deren Name leuchtend ist, O Maria, deren Name ehrwürdig ist, O Maria, deren Name freudenreich ist, O Maria, deren Name gnadenvoll ist, O Maria, deren Name liebreich ist, O Maria, deren Name mächtig ist, O Maria, deren Name nützlich ist, O Maria, deren Name unbefleckt ist, O Maria, deren Name trostvoll ist, O Maria, deren Name gewaltig ist, O Maria, deren Name wunderbar ist, Maria, deren Name vortrefflich ist, O Maria, deren Name nach Gottes und Jesu Namen über alle Namen ift, 1 Wir arme Sünder, Daß Du zwischen Gott und uns eine Mittlerin sein wolleft, Daß Du uns streiten helfen wolleft wider die bösen Geister, Daß Du uns als ein hellschimmernder Stern überall voranleuchten wolleft, Bitte für uns! erhöre uns, Wir bitten Dich, Maria! 144 Daß Du uns besonders auf alle Gefahren aufmerksam machen wollest, Daß Du uns nicht zu Grunde gehen lassest in den Stürmen dieses Lebens, Daß Du uns nach dieser Pilgerfahrt glücklich anlangen helfest in dem Hafen des Friedens, dan A erhöre Wir bitten Dich, uns, Marta! Du glänzender Stern des Meeres, O du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! O du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmſt die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser. Vater unser. Ave Maria. V. Anmuth ist ausgegossen über Deine Lippen. R. Darum hat Gott Dich gesegnet auf immer. Lasset uns beten. Verleihe, wir bitten Dich, allmächtiger Gott! daß Deine Gläubigen, welche sich unter dem Namen und Schuße der heiligsten Jungfrau erfreuen, 145 durch ihre gütige Fürbitte von allen Uebeln auf Erden befreiet werden, und zu den ewigen Freuden im Himmel gelangen mögen, durch Christum, unsern Herrn. Amen. Maria. Maria, Maria vielliebe! O meine Freude, Du süße; Maria! Dich rufe und grüße Ich immer und immerdar, Will tragen den Namen Maria, Den Gott so werthen und lieben, In meine Seele geschrieben, Geschrieben mir mitten in's Herz. m Maria, Dich grüß' ich am Morgen, Wenn golden die Sonne sich zeiget; Dich grüße ich, wenn sie sich neiget Am Abend in's Dunkel der Nacht. Durch's trügliche Meer dieses Lebens Bist Du ja der Stern, der so helle, Der sicher auf tobender Welle Das Schifflein der Seele mir lenkt. Will bange in Zweifeln des Heiles Mein Herz mir im Busen erbeben: Wird Ruhe die heitre ihm geben Der Name der liebliche Dein. Kaltner's Mai- Andacht. 10 146 Wenn tief in Kummer und Nöthen Begraben die Seele mir ringet: Dann Friede und Freude ihr bringet Dein Name, der süßeste, nur. Und will mir der Böse der Hölle Die Seele versuchend beschleichen: Sogleich dann muß er entweichen, Maria, begrüße ich Dich. Du bleibest mein tröstlichstes Hoffen Im Kampfe der äußersten Stunde: Und Jesus! Maria! im Munde Erwart' ich zufrieden den Tod. 880 M 147 5. Mai. Maria Opferung. Wie lieblich sind deine Wohnungen, du Herr der Heerschaaren! Es sehnt sich und schmachtet meine Seele nach den Vorhöfen des Herrn." ( Ps. 83, 2-3.) Betrachtung. ie Opferung ist das Fest, von der Kirche auf den 21. November angeordnet, um die Grine nerung an einen feierlichen Schritt zu ehren, den Maria noch als Kind gethan hatte. G8 bestand ein Gebrauch unter den Juden, Kinder dem Dienste des Tempels zu weihen, und sie im schützenden Schatten des heiligen Gebäudes erziehen zu lassen. Da Maria wußte, daß ihre Eltern dem Herrn, indem sie ihn um ein Kind baten, es ausdrücklich versprochen hatten, dasselbe ihm besonders zu weihen, so kam fie dem Gelübde derselben zuvor; im Alter von drei Jahren bat sie ihren Vater und ihre Mutter zuerst, fie möchten. nun ihr Versprechen erfüllen. ,, Anna zögerte nicht- sagt der heilige Gregor von Nyssa- ihrem Verlangen zu willfahren; sie führte ihr Kind in den Tempel und opferte es dem Herrn." bot Aber betrachten wir, auf welche Weise Anna und 148 Joachim Gott ihr Theuerstes auf der Welt zum Opfer brachten. Sie gingen von Nazareth nach Jerusalem, und trugen abwechselnd ihr geliebtes Töchterlein auf den Armen, die noch zu jung war, als daß sie die Beschwerden einer Reise von mehr als dreißig Stunden hätte ertragen können. Die Engel schreibt Gregor von Nikomediendienten ihnen als Gefolge und begleiteten in Menge die junge, reine Jungfrau, die sich auf dem Altare des Herrn opfern wollte." - Als die heilige Gesellschaft im Tempel angekommen war, wandte sich das sanfte Kind an Mutter und Vater, küßte ihnen die Hände und bat um ihren Segen: und ohne sich länger zu bedenken, schritt sie die Stufen des Heiligthums hinan, entsagt für immer der Welt und Allem, was die Welt uns bieten kann, bringt sich Gott dar, und weiht sich gänzlich seinem Dienste. Wer sollte das englische Leben Mariä im Tempel erzählen? es war eine fortwährende Uebung der Liebe Gottes und der Aufopferung ihrer selbst. Wie oft mochte fie mit dem gekrönten Seher ausgerufen haben:„ Wie lieblich sind deine Wohnungen, du Herr der Heerschaaren! es sehnet sich und sch machtet. meine Seele nach den Vorhöfen des Herrn." Jeden Augenblick nahm Maria in den Tugenden zu, freilich half ihr die Gnade Gottes auf ganz besondere Weise; sie war aber auch auf das sorgfältigste darauf bedacht, aus all' ihren Kräften mit der Gnade Gottes mitzuwirken. 149 Uebung. Die Kirche verlangt von ihren folgsamen Kindern, durch Maria Gott aufzuopfern alle Gedanken, Worte und Werke, unsere Ehre, Hab und Gut, Leib und Seele und Alles, was uns theuer, lieb und angenehm ist. Nun so folget ihr alle, die ihr noch an dem Scheidewege der Tugend und des Lasters stehet, folget eurem schönen Vorbilde, der hochgebenedeiten Jungfrau, in die seligen Gezelte des Herrn, weihet euch der Tugend und wahren Frömmigkeit in Mitte der Lockungen dieser Welt, dienet Gott, wenn nicht mit unschuldiger, doch bußfertiger Seele; es wird euch nie gereuen, diesen beffern Theil gewählt zu haben. gebet. Geliebte des Herrn, o liebenswürdiges Kind Maria! Könnte auch ich, gleichwie Du Dich im Tempel Gott darbrachtest, Dir die ersten Jahre meines Lebens darbringen, und mich vollständig -Deinem Dienste aufopfern. Aber ach, ich Unglückseliger! habe viele Jahre im Dienste der Welt und meiner bösen Neigungen verloren und dabei Dich und meinen Gott vergessen. Verwünschenswerthe Zeit, in der ich Euch nicht geliebt habe! Darum, o Maria! erscheine ich abbittend heute vor Dir; siehe, ich 150 will in Dir die übrigen Lebenstage meinem Herrn dienen, will entsagen allen Geschöpfen und dadurch mich immer mehr und mehr der Liebe meines Schöpfers würdig machen. Du, o Hochgebenedeite! haſt Dich ihm am vollkommensten aufgeopfert. Siehe, auch mein Opfer lege ich in Deine Hände; nimm es huldreich an, und lege es zu den Füßen Deines Sohnes. Durch Deine Vermittlung geheiligt, wird er es nicht verschmähen. Siehe, o meine Königin! Dir weihe ich meinen Verstand, damit ich immer an die hohe Verehrung denken möge, die Du verdienst; Dir weihe ich meine Zunge, um Dich zu loben; mein Herz, um Dich zu lieben. Nimm, o allerseligste Jungfrau, das Geschenk an, welches Dir ein so elender Sünder anbietet, ich bitte Dich, nimm es an um jenes Trostes willen, den Dein Herz empfunden hat, als Du Dich im Tempel Deinem Gotte schenkteft. Weil ich aber erst so spät anfange, Dir zu dienen, so ist es meine Pflicht, daß ich die verlorne Zeit durch desto größeren Eifer, durch desto innigere Liebe wieder hereinzubringen suche. Hilf Du, o Mutter der Barmherzigkeit! durch Deine mächtige Fürbitte meiner Schwachheit ab, und erlange mir von Deinem Jesus die Beharrlichkeit und die Kraft, Dir bis zum Tode treu zu bleiben, damit ich dann die ganze Ewigkeit hindurch im Himmel Dich loben könne. Amen. ( Wie am 1. Mai.) 151 Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Du von Gott erbetene Gabe Joachims und Anna's, Du im Tempel geopferte Jungfrau, Du angenehmstes Opfer der allerheiligsten Dreifaltigkeit, Du lebendiger Tempel der Gottheit, Du mit dem reinsten Golde der Liebe bekleidete Arche des Bundes, Du fruchtbarer Delbaum in dem Hause Gottes, Du klarer Spiegel der Gottseligkeit, Du von aller Welt gepriesene Judith, Bitte für uns! Du wohlverborgene und bewährte Esther, Du Gott ewig verlobte Jungfrau, Wir arme Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns, Maria! 152 Daß durch Deine Fürbitte die wahre Kirche geheiliget werde, Daß durch Dich alle Gott geweihten Stände in Unschuld und Tugend erhalten werden, Daß unsere Herzen zu himmlischen Begierden erwecket werden, Daß in uns allen die Liebe zur Keuschheit angezündet werde, Daß wir Alles, was an uns ist, Gott vollkommen aufopfern mögen, Daß wir nach diesem Leben in den Tempel der Glorie eingelassen werden, Daß unseren Gutthätern die himmlischen Güter zu Theil werden, Daß alle christgläubigen Seelen zur ewigen Freude gebracht werden, Wir bitten Dich, erhöre uns, Maria! Du dem Herrn geopferte Jungfrau, O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Ave Maria. 153 V. Gott hat sie erwählet und vorausbestimmt, R. Und ließ sie wohnen in seinem Heiligthume. Lasset uns beten. O Gott! Dein Wille war es, daß die allerfeligste und allezeit reine Jungfrau Maria als eine Wohnung des heiligen Geistes im Tempel dargestellt wurde; verleihe gnädig, daß wir durch ihre Fürbitte in den Tempel Deiner Glorie aufgenommen zu werden verdienen, durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Die Maienkönigin. Maria, Maienkönigin! Dich will der Mai begrüßen, O segne seinen Anbeginn, Und uns zu Deinen Füßen. Maria! Dir befehlen wir Was grünt und blüht auf Erden, Dlaß es eine Himmelezier In Gottes Garten werden. Behüte uns mit treuem Fleiß, OKönigin der Frauen! Die Herzensblüten lilienweiß Auf grünen Maiesauen. 154 - Vor allen find's der Blümlein drei, Die laß kein Sturm entlauben: Die Hoffnung grün und sorgenfrei, Die Liebe und den Glauben. Olaß die Blumen um und um In allen Herzen sprossen, Und mache sie zum Heiligthum, Drin sich der Mai erschlossen. Die Seelen falt und glaubensarm, Die mit Verzweiflung ringen, Die Stummen mache liebeswarm, Damit sie freudig fingen. Damit fie gleich der Nachtigall Im Liede sich erschwingen, Und mit der Freude hellstem Schall Dir Maienlieder singen. 880 Sin 155 6. Mai. Mariens Jugendjahre. " Im Anfang und vor aller Zeit ward ich erschaffen, und werde bis in alle Ewigkeit nicht aufhören: in der heiligen Wohnung diente ich vor ihm." ( Gkl. 24, 14.) Betrachtung. ier im Tempel des Herrn, verborgen den Augen der Welt, trat Maria schon in dem zartesten Jugendalter in jenen beseligenden Verkehr mit Gott, welchen das Gebet herbeiführt, und machte so täglich neue Fortschritte auf dem Wege der Vollkommens heit. Unterwürfig und ehrerbietig gegen diejenigen, die Gottes und der Eltern Stelle bei ihr vertraten, hörte die Gottgeweihte ihre Lehren, und erwies sich ihnen folgsam, obschon sie selbst im Besitze war aller Gaben des heiligen Geistes. Darum sah aber Gott schützend herab auf die Kinderjahre Mariens, die in Gnade und Holdseligkeit wie eine Lilie heranwuchs im Garten Gottes. Bewundern wir das liebliche Kind, das, kaum erst Worte zu lallen vermögend, schon vor dem Herrn auf den Knieen liegt, und den anbetet, der es voll Schönheit und ohne Makel erschuf. Mit wie vielem Rechte fann sie in Demuth ihr Lob verkündend sprechen:„ Im Anfang und vor aller Zeit ward ich erschaffen, 156 und werde in alle Ewigkeit nicht aufhören: in der heiligen Wohnung dient' ich vor dem Herrn." Maria betet, und Flammenworte stiegen aus ihrer jungfräulichen Seele himmelan; fie betet, und Schaaren der Engel, vor Bewunderung entzückt, rufen fie als ihre Königin aus und erkennen an der betenden Unschuld diejenige, so da bestimmt war, die Mutter des Weltheilandes zu werden. Maria hatte sich dem himmlischen Bräutigam ge= weiht durch das Gelübde der Keuschheit, und während fie jede äußere Auszeichnung, jedes Vergnügen floh, was die Töchter Ifraels mit Begierde erhaschten, ward der stillen Jungfrau ein nie geahnter Ruhm, eine Wonne zu Theil, wie sie nur der Himmel zu geben vermag. Wohl euch, ihr Jünglinge und Jungfrauen! wenn auch ihr, wie Maria, in einer gottesfürchtigen Familie geboren und erzogen seid, wo Sinn für Tugend und Rechtlichkeit sich von selbst einpflanzt in die jugendlichen Herzen. Aber, ach! wie selten trifft man heut zu Tage jene patriarchalische Sitte an, wo die Freuden der Un schuld zum vollen Glücke genügen, wo das Kind auf Anleitung frommer Eltern mit dem Vater- und Mutternamen auch den himmlischen Vater und die Himmelsmutter zu nennen sich bemüht. Wie häufig geschieht es nicht, daß Eltern selbst die gegenwärtigen und kommenden Tage ihrer Kinder von ihrem zartesten Alter an dem Verderben preisgeben, indem sie selbe einführen in leichtfertige und gefährliche Vergnügungen, die in den empfänglichen Gemüthern der Jugend allen Sinn für höhere Freude ersticken. O wenn doch alle Eltern es verstünden, die Unschuld ihrer Kinder nach Kräften zu be 157 wahren, denselben zu verlängern die reinen Freuden der Kindheit, um dadurch Zeit zu gewinnen, in den Herzen derselben die Grundsäße der Religion zu befestigen. Wenn aber auch die Jugend fürchten möchte den Strudel der Welt, jene romanhaften Träumereien, jene überspannten Gefühle, die ihr ganzes Gemüth oft dergestalt einnehmen, daß das Himmlische keinen Raum mehr darin findet, der Gedanke an Gott, der allein die vollkommenste Liebe und Schönheit ist, nicht mehr emporzukommen vermag, die Flamme des Gebetes erlischt und die kindliche Sprache mit Jesus und Maria auf ihren Lippen erstirbt. Uebung. O lassen wir es durch unsere Schuld nie dahin kommen, den innigsten Umgang mit Gott auch nur auf eine kurze Zeit zu unterbrechen. Beten wir, beten wir ohne Unterlaß, nach dem Beispiele Mariens. Richten wir unser ganzes Thun und Lassen so ein, daß Alles im Hinblick auf Gott geschehe; daß sogar jeder unserer Gedanken so beschaffen sei, daß er Gott aufgeopfert werden könne. So werden wir nicht nur allein dann beten, wenn wir unseren Andachtsübungen obliegen, sondern auch, wenn wir die Geschäfte und Pflichten unseres Standes vollziehen. Lieben wir also das Gebet, wie Maria es geliebt hat; bemühen wir uns aber zugleich, durch rastloses Fortschreiten in der Tugend unsere Seele in Gott zu befestigen, alle unsere 158 Handlungen dem Herrn zu weihen durch eine reine und uneigennüßige Absicht, durch keuschen Sinn und Wandel, damit man auch von uns sagen könne, daß wir an Alter, Weisheit und Gnade vor Gott und der Welt zugenommen haben. gebet. sche Wenn ich, o allerfeligste Jungfrau! bedenke, wie unschuldsvoll Deine Jugendjahre verfloffen, wie sehr Du schon damals Deinen hohen Beruf erkannteft, und eben darum nichts thateft, nichts dachtest, ohne es auf Gott zu beziehen, so deckt Schamröthe meine Wangen und ich wage es kaum, meine Blicke zu Dir empor zu richten. Doch, so sehr ich auch gefehlt habe, Du reinste Jungfrau! Du kannst, Du wirst mir helfen, wirft mir Gnade erwirken, daß ich von nun an meine Verblendung ablege, daß ich mich recht oft und eifrig mit innigem Gebete zum Herrn wende und meine Augen und Ohren nur solchen Gegenständen öffne, die allein geeignet sind, mich hier und dort glücklich zu machen. Die finnreiche Liebe Gottes hat Dich ja als Mittlerin zwischen Ihm und die Menschen gestellt, da er im Voraus wußte, wie gerne wir Deinem liebenden Mutterherzen uns anvertrauen würden. Ja, ich fühle mich jetzt schon glücklich, daß ich dieser Andacht beiwohnen und aus dem tiefsten Grunde mei 159 nes Herzens mit Dir beten und sagen kann:„ Mein Geliebter ist mein und ich bin Sein!" An allen Orten habe ich Ruhe gesucht, und dieselbe nirgends gefunden, außer da ich im Erbtheil meines Gottes verweilte. Wenn ich nur Dich habe, o Gott, so Und frage ich nichts nach Himmel und Erde. wenn mir gleich Leib und Seele verschmachteten, so bist Du allezeit, o Gott, meines Herzens Trost und mein Erbtheil in Ewigkeit. Darum will ich Dich anbeten in Deiner heiligen Wohnung und Deinen Namen bekennen, preisen Deine Barmherzigkeit und Treue. Durch mich werde Dein heiliger Name hoch erhoben; im Angesichte Deiner Engel will ich Dir lobsingen. Amen.( Wie am 1. Mai.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! CHARTE Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, bitte für uns! 160 Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Du holdselige Frühlingsrose, Du Lilie der Frömmigkeit, Du Veilchen der Demuth, Du Blumenbeetlein aller Tugenden, Du kühler Schatten der Versuchten, Du Kraft der Kämpfenden, Du Ehre Deines Gottes, Du Blüte der Gerechten, Du Delbaum des Friedens, Du Verächterin der Welteitelkeit, Du Beispiel der Eingezogenheit, Du Liebhaberin des Gebetes, Du Verlobte des himmlischen Bräutigams, Du Muster aller Kinder, Du Vorbild der Jugend, Wir arme Sünder, Daß wir Dir nachfolgen mögen in Deiner Unschuld und Heiligkeit. Daß wir Dir nachfolgen mögen in der Sittsamkeit und Eingezogenheit, Daß wir Dir nachfolgen mögen in Delner Demuth, Daß wir Dir nachfolgen mögen im Eifer zum Gebete, Daß wir Dir nachfolgen mögen in dem festen Vertrauen auf Gott, Bitte für uns! erhöre uns, Maria! Wir bitten Dich, 161 Daß wir Dir nachfolgen mögen in Deiner Gottes- und Nächstenliebe, Daß wir Dir nachfolgen mögen im Gehorsam gegen alle Gebote Gottes, Daß wir Dir nachfolgen mögen im Gehorsam gegen geistliche und weltliche Vorgeſetzte, Daß wir Dir nachfolgen mögen im Bestreben, nur Gott zu gefallen, Daß wir Dir nachfolgen mögen in Deiner Zufriedenheit und Armuthsliebe, Daß wir Dir nachfolgen mögen in allen Tugenden, Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr! Vater unser. Ave Maria. V. Würdige mich, Dich zu loben, o heiligste Jungfrau! inue rico R. Gib mir Kraft wider Deine Feinde. bod Wir bitten Dich, erhöre uns, Maria! Kaltner's Mai- Andacht. 11 162 Laffet uns beten. ho Allerfeligste Jungfrau Maria! Du angenehmes Opfer der heiligsten Dreifaltigkeit, die Du zuerst Gott ewige Jungfrauschaft angelobet haft: durch diesen ganz besonderen Vorzug bitten wir Dich, erwirb uns die Gnade, daß wir im Hinblicke auf Dich unser Herz von der Welt gänzlich abwenden, dem Willen Gottes vollkommen nachstreben, und einst in dem Tempel der ewigen Herrlichkeit eingelassen werden, durch unsern Herrn Jesum Chriftum. Amen. Mariens Schönheit. mar² obt, ihr Thäler, Hügel, Wälder, Flüffe, Quellen, Wiesen, Felder, Lobt der Jungfrau'n allerschönste, Die der Schöpfer je erschuf. Bächlein mit dem Murmelflange, Vöglein mit dem Luftgefange; Lobet eure große Herrin, Bringet ihr ein Preislied dar. Sprecht: O Jungfrau, wie entzücket Uns die Schönheit, so Dich schmücket! Hochgelobt und stets gepriesen Sei der Gott, der Dich erschuf. 163 Du bist Sonne, so genennet, Weil Dein Herz von Liebe brennet; Du bist Mond, der herrlich leuchtet Von des Himmels Reinigkeit. Du bist Blume, Lilie, Rofe, Wohlgeruch entströmt dem Schooße; Haft nicht Makel Du, noch Flecken, Bist ganz Liebenswürdigkeit. Was den Herrn, der Dich erzeuget, Dir am meisten macht geneiget, Ist, daß er so schön Dich siehet, Und dabei so demuthreich. Schöne Jungfrau, Gottgeliebte, Deren Herz stets Liebe übte, Sieh! so sehr Dein Sohn Dich liebet, Hab' Erbarmen Du mit uns! 164 7. Mai. Mariä Vermählung. " Der Engel Gabriel ward von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, mit Namen Nazareth, zu einer Sungfrau, die mit einem Manne aus dem Hause Davids verlobt war, welcher Joseph hieß." ( Luk. 1, 26. 27.) Betrachtung. ieses stille und liebliche Kirchenfest wurde auf den 23. Jänner angeordnet zum frommen Andenken der Verlobung der allerfeligsten Jungfrau mit dem heiligen Joseph und der darauf erfolgten Vermählung, über welche Gott im überreichlichen Maße feinen Segen ergoß. 3wei Lieblinge des Himmels, in deren Herzen alle Tugenden, gleich duftenden Blumen im freundlichsten Garten, erblühten, wurden da durch Gottes Hand miteinander verbunden. Eine Verbindung himmlischer Art war dieß, keine gleich den gewöhnlichen, wenn auch geheiligten Bündnissen der Ehe. Maria hatte ihre Jungfrauschaft schon lange dem Herrn gelobt, und sich dem himmlischen Bräutigam vermählt; allein sie ward von diesem zur Tochter, Mutter 165 und Braut erforen und sollte den Weltheiland empfangen durch wunderbare Ueberschattung des heiligen Geistes. Aber das hohe Geheimniß durfte nicht sogleich bekannt werden, weil die irdisch gesinnten Juden es nicht begriffen, sondern mißgedeutet und die jungfräuliche Mutter des Heilandes würden verläumdet und verfolgt haben. Darum fügte es Gott, daß die Angehörigen der heiligen Jungfrau ihr einen Bräutigam wählten, einen Bräutigam nach Seinem Herzen, den keuscheften und gerechtesten aller Menschenföhne, der die Himmelsbraut schützen und schirmen und in ihren Leiden sie theilnehmend trösten sollte. Dieser Bräutigam nun war Joseph, der Sohn Mathans, selbst aus dem Stamme Jeffe; denn also lesen wir im heiligen Buche: Der Engel Gabriel ward von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, mit Namen Nazareth, zu einer Jungfrau, die mit einem Manne aus dem Hause Davids verlobt war, welcher Joseph hieß." tim di Joseph, ein Mann, aus dessen Blicken heiliger Ernst und Gottesfurcht hervorleuchtete, hielt sich in seiner De muth der Jungfrau nicht würdig, und war nur auf die ausdrückliche Berufung des hohen Priesters zur Bewerbung erschienen, da er, wie Maria, den Vorsatz gefaßt So hatte, Gott in beständiger Keuschheit zu dienen. ward also die Jungfrau durch die sichtbare Leitung Got tes dem jungfräulichen Manne vermählt, und kehrte mit ihm aus dem Tempeldienste nach Nazareth zurück, wo fie in heiliger Liebe und in der friedlichsten Eintracht mit einander lebten, und in gleicher Gesinnung ihre Seit zwischen Arbeit und Gebet zu theilen verstanden. 166 ied Uebung. Die Erinnerung an diese schöne Hochzeitfeier muß uns auffordern, in allem, was wir thun, und besonders bei der Standeswahl, auf Gottes Wohlgefallen und die heiligen Vorschriften der Religion zu achten. Darum faffet heute den Entschluß, ihr besonders, die ihr Beruf habet zum ehelichen Leben, diesem schönen Vorbilde zu folgen. Berathet euch im frommen Gebete mit Gott, der da weiß, was für jedes seiner Kinder gut und Heilsam ist. Namentlich flehet auch zu der seligsten Jungfrau und zu dem Bräutigam dieser heiligen Gottesgebärerin, daß sie Beide für euch bitten, damit ihr nicht fehl gehet in eurer Wahl, von der oft das zeitliche und ewige Wohl oder Weh des Menschen abhängt. Wenn ihr mit aufrichtigem Herzen so zu Werke geht, dann wird euch Gottes Segen nicht entgehen, und ihr werdet euch bet der jährlichen Wiederkehr der Vermählungsfeier Martens auch eurer Vermählung Gott dankend mit Freuden erinnern. H Shut gebet. Gelobt sei die allerheiligste Dreifaltigkeit in Dir, o Maria! Gelobt sei der Vater in Dir, seiner Tochter; gelobt sei der Sohn in Dir, seiner Mutter, 167 gelobt sei der heil. Geist in Dir, seiner Braut; ja gelobt seist Du Maria, die Du mit dem heiligen Joseph bist vermählet worden. Ich bitte Dich, außerlesenes Brautpaar, Du wolleft allen, die in der Wahl eines gewissen Lebensstandes noch im rathlosen Wankelmuthe sich befinden, die Gnade erwerben, daß sie in diesem so wichtigen Vorhaben nicht auf Fleisch und Blut und zeitlichen Wohlstand, sondern auf die größere Ehre Gottes und ihr Seelenheil Bedacht nehmen und der Stimme des Herrn unverzüglich folgen mögen. Ferner bitte ich Dich, allerkeuscheftes Brautpaar! Du wollest allen Deinen Liebhabern ein reines und ihrem Stande gemäß keusches Herz erlangen, mit welchem wir uns Alle dereinsten in der Schaar derjenigen, die eines reinen Herzens sind, bei der Anschauung Gottes erfreuen möchten. Und endlich bitte ich Dich, nachahmungswürdigstes Ehepaar! Du wolleft alle, die der Himmel zusammengefügt hat, in beständiger Vereinigung, in treuer Liebe und Eintracht erhalten, Du wollest die Ehegatten segnen, und ihnen Trost und Freuden erleben lassen von den anvertrauten Pfändern NU) OC spilis ihrer Liebe. Verschaffe aber auch den Eheleuten Geduld bei hereinbrechenden Leiden und ein volles Gottvertrauen in widrigen Vorfällen, damit sie im Leben, auf Gottes liebreichste Fürsorge sich verlassend, ihm 168 wohlgetröstet dienen, und einstens Theil haben mögen an den Wonnen der Ewigkeit bei Jesus, und bei Dir, Maria und Joseph! und allen lieben Heiligen. Amen. ( Wie am 1. Mai.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Heiliger Joseph, Heilige Maria, Du Braut des keuschesten Jünglings, Heiliger Joseph, Du Bräutigam der allerkeuschesten Jungfrau; Heilige Maria, jungfräuliche Gemahlin des gerechten Mannes, Heiliger Joseph, jungfräulicher Gemahl der Gebenedeiten unter den Weibern, Heilige Maria, die keinen Mann erkannte, Bitte für uns! 169 Heiliger Joseph, Beschützer Deiner Angetrauten, Heilige Maria, Mutter des Sohnes Gottes, Heiliger Joseph, Nährvater Jesu Christi, Heilige Maria, Gebärerin des Weltheilandes, Heiliger Joseph, Ernährer des Jesukindleins, Heilige Maria, Fürsorgerin des fleischgewordenen Wortes, Heiliger Joseph, Pfleger der Kindheit Jesu, Heilige Maria, Beschüzerin des Erlösers. Heiliger Joseph, treuer Führer des Sohnes Davids, Heilige Maria, Hüterin des göttlichen Kindes, Heiliger Joseph, der den Messias auf seinen Armen trug, Heilige Maria, die den Verheißenen Israels auferzog, Heiliger Joseph, der den Retter seines Volkes beherbergte, Heilige Maria, die den Sohn des Allerhöchsten liebreich pflegte, molts anys Heiliger Joseph, Du Gehilfe des göttlichen Rathschlusses, Heilige Maria, Du Aufbewahrerin des himmlischen Schatzes, Heiliger Joseph, Du auserwählter Beschirmer des Herrn, Bitte für uns! 170 Heilige Maria, Du erhabenes Muster der stillen Demuth, Heiliger Joseph, Du Beispiel des vollkomme= nen Gehorsams, 10 Heilige Maria, Du makellose Braut des heiligen Geistes, Heiliger Joseph, Du unbefleckte Lilie der Reinigkeit, Heilige Maria, Du Vorbild aller Mütter und Ehefrauen, Heiliger Joseph, Du Muster aller Väter und Chemänner, Heilige Maria, Du Verlobte, Braut und Gemahlin des heiligen Josephs, Wir arme Sünder, Daß Du allen Brautleuten die reinste Absicht erflehen wolleft, Daß Du allen Eheleuten den Frieden und die Liebe erhalten wollest, Daß Du ihnen die standesmäßige Reinigkeit und Treue erlangen wollest, Daß Du allen geistlichen und weltlichen Versammlungen Ruhe und Eintracht verschaffen wollest, Daß Du allen Obern in Regierung ihrer Unterthanen beistehen wolleft, Daß Du allen Eltern die Gnade zur Christlichen Kinderzucht erbitten wollest, Bitte für uns! Wir bitten Dich, erhöre uns, Maria! 171 Daß Du allen Hausvätern und Hausmüttern Gottesfurcht und Ordnungsliebe erhalten wollest, Daß Du Alle in Trübsalen und Widerwärtigkeiten trösten und aufrichten wollest, Daß Du uns mit Joseph in der Todesstunde besuchen und ermuthigen wollest, Daß Du auch den christgläubigen Seelen im Fegfeuer zu Hilfe kommen wollest, Jesus, Maria und Joseph, wir bitten euch, erhöret erhöre uns, Maria! Wir bitten Dich, ung! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst. die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! ODu Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Ave Maria. V. Bitt für uns, o Maria! Du Gemahlin des heiligen Josephs! R Auf daß wir theilhaftig werden der Verheißung Christi! 172 Lasset uns beten. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du Maria, die immergleiche Jungfrau, mit unzähligen Gnaden ge= zieret, zur Mutter Deines eingebornen Sohnes Jesu Chrifti erwählet und verordnet haft, sie mit dem heiligen Joseph zu vermählen, damit er dessen Nährvater würde: verleihe gnädigst, daß, die wir deren Vermählungsfest mit Andacht begehen, durch der= selben Fürbitte hier auf Erden im erwünschten Frieden leben, und nachmals in dem Himmel der ewigen Freuden genießen mögen. Der Du lebst und regierest in alle Ewigkeit. Amen. Hymnus. Jubeltag, deß' sich die Welt erfreuet, Dir, reinstes Ehepaar! zum Lob geweihet, Dem selbst die Chöre, so im Himmel wohnen, Mit Liedern lohnen. Des Welterlösers Weisheit ließ den Reinen Mit seiner Mutter als Gemahl sich einen, Damit er, Zeuge von der Jungfrau Ehre, Ihr Schüßzer wäre. Dani Denn faum erfüllet war die Zeit zum Heile, Ward Joseph Ihr als feuscher Mann zu Theile, Aus Juda's Zunft, worauf das Szepter ruhte, Vom Königsblute. 173 Doch wer mag Deine Würde sattsam preisen, Ernährer des Allmächtigen zu heißen? Und Die, so unsern Heiland trägt im Leibe, Wird Dir zum Weibe! Vermags auch nicht des Menschen schwache Zunge; Hält Liebe mich im frommen Liedesschwunge, Dir, hehre Braut! die Huldigung zu bringen, Dir lobzusingen. Der über Himmel, über Erde schaltet, Der über Sternen seinen Wink entfaltet, Die Hölle zittern macht in seinem Grimme, Hört Deine Stimme. laß in Liebe mich mit Dir vermählen, Du heilig' Paar! laß mich zu jenen zählen, Die jubelnd Dir auf Cherubs goldnen Thronen Mit Liedern lohnen. 880 174 S. Mai. Mariä Verkündigung. Du wirst einen Sohn gebären und Du sollst seinen Namen Jesus heißen. Dieser wird sein, und der Sohn des Allerhöchsten genannt ( Puf. 1, 31-32.) werden." Betrachtung. er heutige Grinnerungstag, in der Kirche festlich gefeiert am 25. März, führt uns so recht in das Heiligthum der unendlichen Erbarmungen Gottes ein, und stellt unserer frommen Beherzigung das erste und anbetungswürdigste Grundgeheimniß unseres Glaubens und unseres Heiles dar. Wir Menschen sind von Gott getrennt durch unsere Sünde, Schuld und Strafe. Der ewige, eingeborne Sohn des Vaters fommt selbst vom Himmel herab, diese Trennung aufzuheben und uns mit Gott wieder zu vereinigen. Es war die Zeit gekommen, in der durch Alles, was Gott in seiner Weisheit bis dahin gefügt und vorgefehrt hatte, ein allgemeiner Glaube an einen Helfer vom Himmel, und eine allgemeine Sehnsucht nach dem Versprochenen in Israel herrschte. Die meisten aber glaubten, der Ersehnte würde in einer Pracht erscheinen, welche die Herrlichkeit aller Könige der Welt verdunkeln 175 - werde. Nur eine der Reichsten, der Angesehensten unter den Töchtern Israels, dachten sie, würde zu der hohen Ehre gelangen, die Mutter des Messias zu werden. Indeß war- nach dem unerforschlichen Rathschlusſe Gottesdie stille, nun bereits dem frommen Joseph angelobte Jungfrau die Auserforne des Allerhöchsten; denn sie war ja die reinste, heiligste Unschuld, und ihr unbeflecktes Herz fannte keinen andern Wunsch, als den Willen Gottes zu thun. In frommer Andacht kniete Maria einst in ihrem einsamen Kämmerlein zu Nazareth im Gebete vor Gott, als der Engel Gabriel voll himmlischer Milde zu ihr hineintrat und freundlich zu ihr sprach: Sei gegrüßt, du Gnadenvolle! Der Herr ist mit dir, du bist die Gesegnetste deines Geschlechtes." Maria, die jungfräuliche Schamhaftigkeit, wie die Demuth selbst, erschrickt, und finnet nach über des Engels Gruß. Der Engel aber beruhigte sie und sagte: Sei ohne Furcht, Maria! denn du hast Gnade gefunden bei Gott. Du wirst einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus heißen. Dieser wird groß sein und der Sohn des Allerhöchsten genannt werden. Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters Davids geben; ewig wird er über das Haus Jakobs regieren, und seines Reiches wird kein Ende sein." Da antwortete die fittsame Jungfrau: ,, Wie kann das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?" Und der Engel sagte: Bei Gott ist kein Ding unmöglich. Siehe! auch Glisabeth, deine Base, die Unfruchtbare und Hochbetagte, hat einen Sohn empfangen. Diese Empfängniß wird geschehen durch die Kraft und Wirkung des heiligen Gei 176 stes. Darum wird auch das heilige Kind Sohn Gottes genannt werden." Anbetend neigte sich jest Maria und sprach in tiefer Demuth mit Gott ergebenem Sinne: ,, Siehe, ich bin eine Dienerin des Herrn, mir geschehe nach Deinem Worte." Uebung. An dieses Geheimniß also erinnert uns die heilige Kirche mit sorgsamer Mutterliebe dreimal des Tages durch das erhebende Zeichen der Glocke. Betet dabei mit der Reinheit des Engels, mit dankbarer Freudigkeit der Elisabeth und mit der Demuth der heiligen katholischen Kirche den eng= lischen Gruß; beherziget dabei jedesmal die Menschwerdung unseres Herrn: Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnet;" betrachtet aber auch die hohe Begnadigung Mariens und ihre gottergebene Demuth. gebet. In süßer Freude, o heilige Gottesgebärerin! wiederholen wir heute den Gruß des Engels: ,, Ge= grüßt seist Du Maria! Du bist voll der Gnade, der Herr ist mit Dir." Ja, Du hast bei Gott Gnade gefunden- Gnade gefunden bei Gott dem Vater, zu dem das Opfer Deiner Keuschheit, Dei 177 ner vollkommenen Ergebung, und der reiche Flor Deiner vollendeten Tugenden als der lieblichste Wohlgeruch emporgestiegen war.- Du hast Gnade gefunden bei Gott, dem Sohne, der Deinen reinsten Schooß zum Brautgemache sich erkoren, um daselbst mit der menschlichen Natur sich zu vermählen. Du hast Gnade gefunden bei dem heiligen Geiste, dessen göttlichen Einflösungen Du in so großer Treue entsprochen hast, daß er die ganze Fülle der Gnade in Deine heilige Seele ergoffen hat, um Dich zur würdigen Mutter Gottes vorzubereiten. So bitte denn, o Gnadenvolle! Du unter allen Weibern Gesegnete! bitte für uns arme Sünder, daß auch wir an dieser Fülle Theil nehmen mögen, und mache, daß Dein Sohn unsre Herzen zu seiner Wohnung wähle, wie er Dich zu seiner Mutter auserwählet hat. O unbefleckte Jungfrau, demüthige Dienerin des Herrn, die Du keinen andern Willen kannteft, als den Willen Deines Gottes, und schnell und vollkommen denselben zu erfüllen Dir angelegen sein ließeft; o erwirb auch uns einen so bereitwilligen Gehorsam, daß wir den erkannten göttlichen Willen jederzeit in Allem mit reiner Absicht unbedingt vollbringen, und als treue Diener Gottes einst erfunden werden mögen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. ( Wie am 1. Mai.) Kaltner's Mai- Andacht. - 12 178 Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! o Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Die Du von dem Erzengel Gabriel die erfreulichste Botschaft erhalten, Du Jungfrau voll der Gnaden, Du Freude der allerheiligsten Dreifaltigkeit, Du Gebenedeite unter den Weibern, Du schon unseren Stammeltern verheißene Mutter des Erlösers, ONL Du wunderbar überschatteter Tempel des heiligen Geistes, Du demüthige Dienerin des Herrn, Du erschlossene Pforte unseres ewigen Heiles, Du ehrwürdiges Gezelt des Königs aller Könige, Du glorreiche Zierde Israels, Du Quelle des himmlischen Trostes, Bitte für uns! 179 Du Mutter der reinsten Liebe, Du hellschimmernde Wolke mit dem Thaue des Segens, Du Unterpfand unserer Begnadigung bei Gott, Du stets grünender Delzweig im Hause Gottes, Du von der ganzen Kirche selig gepriesene Jungfrau, Du Mutter, aus welcher das Wort ist Fleisch geworden, Wir arme Sünder, Daß Du uns von Gott die so nothwendigen Gnaden erbitten wollest, Daß Du macheft, daß Gott auch mit uns sein möge, Daß wir Dich jederzeit würdig benedeien möchten, Daß Du uns erwerbest die inbrünstige Liebe zu der gebenedeiten Frucht Deines Leibes, Daß Du bitten mögest für uns arme Sünder, Daß Du uns jetzt nicht verlasseft in den Gefahren dieses Lebens, Daß Du uns besonders beistehest in der Stunde des Absterbens, Bitte für uns! Wir bitten Dich, erhöre uns, Maria! Du Jungfrau und Mutter des Allerhöchsten, O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmſt die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! D Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! 180 O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! HO Vater unser. Ave Maria. V. Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, R. Und sie empfing vom heiligen Geiste. Lasset uns beten. O Gott, nach dessen Willen Dein Wort auf die Verkündigung des Engels aus dem Schooße der seligsten Jungfrau Maria Fleisch angenommen hat, verlethe unsern flehentlichen Bitten, daß uns, die wir sie als wahre Gottesgebärerin erkennen, durch ihre Fürbitte bei Dir geholfen werde- durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Jo 181 Abe Maria. Herzinniglich seist Du von Allen gegrüßt, Maria! Du bist voll der Gnade; Der Herr ist mit Dir, und nur Segen entfließt Des Bundes erneuerter Lade. Und wie Gottes Bote einst, so benedeit Der Erdball Dich, Zierde des Weibes! Und gebenedeiet in Ewigkeit Ist Jesus, die Frucht Deines Leibes. Oheil'ge Maria, Du leitender Stern! Obitte für uns arme Sünder! Wie segelt doch jetzt, ach! von Dir noch so fern Der Kahn Deiner schwankenden Kinder. Doch kommt es zum Landen am ewigen Port, d Und fällt unser Schifflein zusammen: Dann zeige Dich, Mutter ein mächtiger Hort, Zur Stunde des Absterbens. Amen. zdjecia 880 Time and our endd 182 9. Mai. Mariä Heimsuchung. Maria machte sich auf und ging eilends über das Gebirg in eine Stadt Juda; und sie kam in das Haus des fit Zacharias und grüßte die Elisabeth." ( Luk. 1, 39-40.) Betrachtung. n dem Geheimnisse der Verkündigung sagte der Erzengel Gabriel noch zu Maria, daß Elisabeth, ihre Base, in ihrem Alter einen Sohn empfangen habe, und nun schon im sechsten Monate ihrer Hoffnung sei. So sehr nun Maria über ihre eigene hohe Bestimmung mit himmlischer Freude erfüllt war, so nahm sie doch auch den innigsten Antheil an dem Glücke ihrer frommen Verwandten, und entschloß sich daher, dieselben zu besuchen. ,, Maria machte sich also auf und ging eilends über das Gebirg in eine Stadt Juda; und sie kam in das Haus des 3acharias und grüßte die Elisabeth." Die Liebe, schreibt der heilige Ambrosius bei diesem Anlasse, haßt allen Aufschub, langes Zögern ist nicht ihre Art. Aber beschwerlich war der Weg über das Gebirge und die Entfernung von Nazareth bis zur Stadt Judäas, wo der Priester Zacharias wohnte, betrug ungefähr 183 36 Stunden. Doch der Eifer Mariens scheute keine Unbes quemlichkeit, und ihre Liebe überwand alle Beschwernisse. Sie kommt am Ziel ihrer Reise an, beglückwünscht Elisabeth und in diesem Augenblicke gibt Johannes, der Vorläufer des Herrn, noch unter dem Herzen seiner Mutter die Nähe desjenigen zu erkennen, dem er den Weg bereiten sollte. Auch Elisabeth erkennt das erbar mungsvolle Geheimniß der Menschwerdung des Wortes, verkündet, erfüllt vom heiligen Geiste, laut die erhabene Würde derjenigen, die sie zu besuchen kam und rief aus: " Du bist gebenedeit unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes." Doch die Antwort der seligsten Jungfrau ist voll Demuth und Bescheidenheit: Allen Ruhm und alles Lob lehnt sie von sich ab, und gibt nur Gott allein die Ehre, indem sie in jenem erhabenen Lobgesange, dem Magnififat, die Gefühle ausspricht, die sie zur Verherrlichung Gottes beständig in ihrem Herzen trug. Diesen Besuch nun sind wir bemüht, uns in einer frommen Erinnerung zu vergegenwärtigen. Im Allgemeinen geschieht dieses am 2. Juli jeden Jahres, welches Fest die Christen bereits seit 600 Jahren zu feiern anges fangen haben, nachdem es früher die Zeit nicht gestattete, die lebendige Flamme der zärtlichsten Liebe zu Maria allüberall fund zu geben. Uebung. So also preisen alle Geschlechter die Hochgebenedeite; nur die verhärteten Sünder und die Feinde 184 der Kirche des lebendigen Gottes versagen ihr den Zoll der Liebe und wollen ihre mächtige Fürbitte nicht; sie sind reich an selbstgeschaffener Weisheit, und müssen darum leer ausgehen; sie sind hoffärtig in ihres Herzens Sinne, und der Herr wird ste zerstreuen. O thuen wir es diesen nicht nach, wenn wir wünschen, mit den beseligenden Besuchen der Himmelskönigin begnadiget zu werden. Seien wir demüthige Kinder der Kirche, zärtlich liebende Kinder Mariens. Säubern wir unsere Herzen von aller Sinnlichkeit, um der Unbefleckten uns nahen zu dürfen. Streben wir nicht nach den Reichthümern dieser Erde, sondern verähnlichen wir uns der anspruchlosen Jungfrau zu Nazareth, die arm war vor der Welt, aber unermeßlich reich vor dem Herrn. Legen wir noch heute Hand an das Werk unsrer Heiligung und scheuen wir keine Mühe, wo es sich handelt um ewiges Wohl. gebet. O meine Königin! wie sehr beeilest Du Dich, die Familie der heiligen Elisabeth aufzusuchen, und durch Deinen Besuch zu heiligen; o besuche, besuche auch bald die arme Wohnung meiner Seele. Beeile Dich, o Maria, denn Du weißt es ja besser, als ich, wie elend ich bin, wie viele Uebel mich bedrohen, wie viele ungeregelte Neigungen wie viele 185 böse Gewohnheiten, wie viele früher begangene Sünden mich darniederdrücken, wie dieß Alles verpestende Uebel sind, die mich zum ewigen Lode führen. Du kannst mein Herz bereichern, Du Schatzmeisterin Gottes! auf Deine Fürbitte kann ich von allen Krankheiten meiner Seele geheilt werden. Besuche mich nur recht oft während meines Lebens, besuche mich aber hauptsächlich in der Stunde meines Todes, denn alsdann wird mir Dein Beistand am nöthigsten sein. Erlange mir, allerseligste Jungfrau! was Dir für mich am besten zu sein scheint. Deine Bitte wird niemals abgeschlagen; es ist ja die Bitte einer Mutter an ihren Sohn, den Sohn Jesum Christum, der Dich so innig liebt, und dem es die größte Freude macht, zu thun, was Du von ihm verlangst, um Dich dadurch noch immermehr zu ehren. Siehe, meine Königin! wir wollen nach Deiner Heimsuchung immer miteinander vereiniget bleiben; ich will leben im vollsten Vertrauen auf Dich, und Du, liebe Mutter, mußt dafür sorgen, daß ich selig werde. Amen.( Wie am 1. Mai.) Litanei. 08.2015 0 aung Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! 186 Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Marta, Jungfrau voll der Gnaden, Du Gebenedeite unter den Weibern, Du Glücklichste in der Frucht Deines Leibes, Die Du Deine Hoheit in Heimsuchung Deiner Base verdemüthiget hast, Die Du der heiligen Elisabeth eine so große Freude gebracht hast, Die Du in ihrem Hause so viel Gutes gehot stiftet hast, Die Du Ursache warst, daß Johannes im Mutterleibe ist geheiliget worden, Die Du der heiligen Elisabeth in höchster 2 Demuth gedienet hast, Die Du voll freudigen Dankes dem Herrn Bitte für uns! frohlocket hast, alia Die Du das ganze Haus des Zacharias mit J dem Segen Gottes angefüllet hast, Wir arme Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns, Maria, 187 Daß Du uns wahre Demuth und Freundlichfeit mittheilen wollest, Daß Du eine dienstwillige Liebe gegen den Nächsten uns einpflanzen wolleft, Daß Du uns mit Dir Gott frohlocken und non lobsingen lassen wollest, Daß Du uns in Kleinmuth und Trübsal mit Himmlischem Trofte erfüllen wolleft, Daß Du auch unsere Wohnungen beschüßen und segnen wolleft, Daß Du uns in der Todesstunde mit Deinem tip Beistande heimsuchen wolleft, Daß Du allen in Gott Entschlafenen die ewige Ruhe erlangen wollest, O Maria, Du gebenedeite Mutter des Herrn, O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Ave Maria. Wir bitten Dich, erhöre uns, Maria! 188 V. Du bist gebenedeit unter den Weibern. R. Und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes. Lasset uns beten. Wir bitten Dich, o Herr, verleihe Deinen Dienern die Gabe der himmlischen Gnade, damit denen, welchen die Mutterschaft der seligsten Jungfrau zum Anfange des Heiles geworden, die Gedächtnisfeier threr Heimsuchung das Wachsthum des Friedens gewähre. Durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 1817 Maiglöckchen. Seitdem des Engels Gruß erscholl, Von hoher Freude überquoll Mariens schöne Seele. „ Wo ist das Herz- so frägt Sie leis'-, in Dem Ich zu Gottes Lob und Preis Das Wunder fromm erzähle?" ,, Er sprach ja von Elisabeth, Die lang schon einen Sohn erfleht Aus Gottes Gnadenhallen. 3u Dieser nun, der frommen Bas, Zu Dieser, Gott Jehova! laß Mich treubeschüßet wallen." [ 1& Bei Dankeslied und Lobgesang, Geleitet von der Seele Drang, 3u theilen ihre Freude, Umgürtet jetzt Maria fich, Und zieht ganz froh und wonniglich Durch Flur und Thal und Heide. Oneiget euch bei jedem Schritt, Mit dem die Jungfrau euch betritt, Ihr Berge himmelragend! Ihr stillen Haine, jauchzet laut! Denn euch durchwallt die Gottesbraut, Den Herrn im Leibe tragend! 189 Wie oft spricht wandernd ste Hab' stillen Flehens ich gehofft, Den Heiland doch zu schauen. Ein einzig Wort, ein holder Blick, Sie brachten mir des Himmels Glück In diesen Erdenauen." - - - - „ Und jetzt Gott sprach's Die stets nur die Geringste war, Ich Jungfrau- Ihn gebären: Das Morgenroth des Heiles tagt, Er sah mit Huld auf seine Magd, Wunder aller Ehren!" - wie oft jetzt sollte gar Und Thränen, liebewarm und süß, Demanten aus dem Paradies, Dem reinsten Aug' entfloffen; 190 Und wo sie feuchteten die Flur, Sah jedermann aus ihrer Spur Maiglöckchen duftend sproffen. Und lächelnd hoben sie ihr Haupt, Und schlängelten sich zart belaubt 3u lieblich- schönen Ketten.- Und als Maria heimwärts zog, Maiglöckchen- Schaar sich niederbog, Den Pfad Ihr sanft zu betten. • 88 10. Mai. Maria Erwartung. 113 „ Thauet ihr Himmel von Oben, die Wolken mögen regnen den Gerechten: die Erde thue sich auf und sprosse den Heiland." ( Isai. 45, 8.) Betrachtung. n dem Maße, als wir der Geburt des Ersehnten der Völker näher kommen, der auch der Ersehnte unserer Herzen sein sollte, wollen wir Geliebteste! unsere Andacht und Geistessammlung vermehren. Gewiß in feiner andern Absicht hat die Kirche das Fest der Er 191 wartung angeordnet, welches wenige Tage vor Weihnachten( am 18. Dezember) gehalten wird, als um unsere Seufzer und Wünsche mit denen Mariens zu vereinigen, und mit dem Propheten sehnsuchtsvoll auszurufen: Thauet ihr Himmel von Oben, die Wolken mögen regnen den Gerechten; die Erde thue sich auf und sprosse den Heiland." Es soll uns also dieses Fest, wie auch der heutige Erinnerungstag, jene Zeit zurückrufen, als Maria in höchster Mutterfreude und heiliger Sehnsucht der Stunde entgegensah, in der fie den Gottessohn gebären würde. Wie sehr werden alle frommen Patriarchen, Könige und Propheten gewünscht haben, den Tag zu sehen, an dem der so oft und theuer Verheißene, so sehnlichst Erwartete als Heiland und Segen aller Völker zur Welt käme. Und sie haben diesen Freudentag nicht erlebt. Obwohl nun Jesus Christus, hochgelobt in Ewigkeit, schon vor mehr als achtzehn Jahrhunderten angekommen ist, so ist doch die göttliche Absicht seiner Sendung, seiner gnadenreichen Ankunft, nämlich die vollkommene Erlösung, Heiligung und Beseligung aller Menschen auf Erden, ihre vollendete Erziehung für das Reich Got tes, für das Himmelreich, noch lange nicht durchgehends vollständig erreicht. Sehet nur herum, Geliebteste! ob es nicht wahrlich höchste Zeit ist, vom Schlafe des Leichtsinns und der Sorglosigkeit für das Ewige, Göttliche und Himmlische zu erwachen: denn unser Heil ist jetzt näher, als da das Christenthum seinen Anfang nahm. 192 Nebung. Laßt uns daher ernstlich ablegen die bösen Werke der Finsterniß und ehrbar wandeln, wie am hellen Tage, ohne Fraß und Völlerei, ohne Buhlschaft und Schamlosigkeit, ohne Zank und Neid; lasset uns den Tag des Heiles, den erwartungsvollen Tag seiner Ankunft treu und eifrig benüßen, und vor Allem, was Sünde ist, sorgfältig fliehen, damit wir uns auf die Geburtsfeier des Welterlösers recht würdig vorbereiten mögen. Lasset uns mit inniger Sehnsucht den frommen Altvätern nachseufzen: Thauet Himmel den Gerechten, Wolken regnet Ihn herab. Laßt uns besonders an der Freude Mariens theilnehmen in Erwartung desjenigen, der zu unserer Erlösung geboren wird. Wer fühlet nicht das Unvermögen, sich selbst von seinen Sünden zu erlösen? Je inniger wir aber dieses fühlen, desto sehnsüchtiger müssen wir einem Erlöser von der Schuld und Strafe der Sünde, von der Finsterniß, dem Tode und ewigen Verder= ben entgegenharren. Darum wollen wir jetzt die Ankunft Christi erwartend mit der heiligen, katholischen Kirche von ganzem Herzen beten: gebet. 19 O Weisheit! Die Du aus dem Munde des Allerhöchsten gekommen bist, die Du Deine Absicht 193 mit Kraft erreichest und Alles mit Milde verfügeft; komme und lehre uns den Weg der rechten Einsicht. SiB) Lote O mächtiger Gott und Führer des Hauses Israel, der Du dem Moses im brennenden Busche erschienen bist und der Du ihm das Gesetz auf dem Sinai gegeben haft; komm und erkaufe uns wieder durch die Macht Deines Armes. O Wurzel Jesse! Der du wie eine Fahne vor den Augen der Nation dastehest, vor dem die Könige schweigen, und dem die Heiden ihre Gebete darbringen werden; komme und kaufe uns los, säume nicht. O Schlüssel Davids und Szepter des Hauses Israel, der Du öffneft, und Niemand schließt, der Du schließest, und Niemand öffnet; komme und ziehe Deinen Gefangenen aus dem Gefängniſſe. O Aufgang, Glanz des ewigen Lichtes und Sonne der Gerechtigkeit; komme und erleuchte die, welche in der Finsterniß und im Schatten des To= 201404905134 des sißen. OKönig der Nationen, und ihr mit Verlangen Erwarteter, Eckstein des Heiles, der Du die Juden und die Heiden in einem einzigen Schafstall vereinigeft; komm und rette den Menschen, den Du aus dem Thon der Erde gebildet hast. D Emanuel, unser König und unser GesetzKaltner's Mai- Andacht. 13 194 geber, die Erwartung aller Völker, der Gegenstand thres Verlangens! komme, uns zu retten, Herr unser Gott. Amen. ( Wie am 1. Mat.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Jesus Christus, Du Eingeborner des Vaters, Du ewiges Wort, das im Anfange bei Gott und Gott selbst war, Du unserm sündigen Stammvater verheißener Erlöser, Du Same des Weibes, welcher der Schlange den Kopf zertreten, Du Nachkomme Abrahams und Segen aller Völker, Du Vorgebildeter in den Opfern und Wundern des alten Testaments, Du Thau auf dem Felle Gedeons, Erbarme Dich unser! 195 Du Stern, der aus Jakob aufgehen sollte, Du Sprosse der Wurzel Jesse entstammend, Du durch die Weissagungen der Propheten verkündeter Messias, Du, nach dem die Könige der Vorwelt sich gesehnet haben, Du, nach dem das Volk Israel inständig seufzte, Du stetes Verlangen aller guten Menschen, Du, den die allerfeligste Jungfrau vom heiligen Geiste empfangen hat, Du, der neun Monate im unbefleckten Schooße Mariens geruhet hat, 43 Du, dessen nahe Geburt die heilige Mutter in stiller Demuth erwartet hat, Du Erwartung und Trost aller Geschlechter und aller Zeiten, Set uns gnädig, verschone uns, o Jesus! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Jesus! Von allem Uebel, Von aller Sünde, 07582 Von aller Verstocktheit und Verirrung des ninn sitim Herzens, * Von allen bösen Gewohnheiten, Von der Gleichgültigkeit gegen Deine Einsprechungen, Opom Vom Undank für Deine Wohlthaten, Von dem Mißbrauch Deiner Gnaden, Von der Kleinmuth und Trostlosigkeit, Erbarme Dich unser! Erlöse uns, o Jesus! 196 Von der Ungeduld in Drangsalen und Wider- 2 wärtigkeiten, Von aller Angst und Verzweiflung in derStunde unseres Todes, MIN Durch das Geheimniß Deiner heiligen Menschwerdung, Durch die treue Liebe und den Gehorsam der allerseligsten Jungfrau, Durch die jungfräuliche Fruchtbarkeit Deiner Mutter Maria, Durch die außerordentlichen Gnaden, welche Du derselben verliehen hast, Durch ihre demuthsvolle Erwartung Deiner Geburt, Wir arme Sünder, Daß Du all' unser Thun und Laffen auf Dich richten wolleft, Daß Du Dir in uns eine wohlgefällige Wohnung bereiten wolleft, Daß Du die Berge unfres Stolzes ebnen wollest, Daß Du alle Hindernisse unseres Heiles wegschaffen wolleft, indust Daß wir uns neuerdings auf Deine Geburt würdig vorbereiten mögen, Daß wir Deiner Ankunft mit der Freude Mariens entgegenharren mögen, Erlöse uns, o Jesus! Wir bitten Dich, erhöre uns! 197 Daß wir Dich einstens als Richter mit Zuversicht mögen kommen sehen, wir bitten Dich, erhöre uns! nis Jesus, Du Sohn Gottes! wir bitten Dich, erhöre 3976 uns! 103) Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns, Christe erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Ave Maria. V. Komm Herr Jesus, komm und säume nicht! R. Sieh, ich komme bald. Laffet uns beten. Erwecke, o himmlischer Vater, die Herzen, Deinem eingebornen Sohne die Wege zu bereiten, da= mit unsere Seelen, durch die Gnade seiner Ankunft gereinigt, Deiner unendlichen Majestät desto würdiger dienen mögen. Gott! der Du uns be= sonders an diesem Tage unsere Erlösung mit hoffnungsvoller Freude erwarten laffeft; verleihe uns, 198 daß wir diesem Deinem eingebornen Sohne, den wir als unsern Erlöser frohlockend empfangen, auch einst als unserm herannahenden Richter mit tröstlicher Zuversicht entgegensehen, der mit Dir und dem heiligen Geiste wahrer Gott lebt und regieret in Ewigkeit. Amen. hur Rorate. Laß betend fins und voll Vertrauen, Um Gottes nahe Aukunft fleh'n, Das nahe Feft, so wir erschauen, Mit ir, Maria! froh begeh'n. Othauet, Himmel! den Gerechten Ihr Wolken, regnet ihn herab, So rief das Volk in bangen Nächten, Bis Gott ihm den Verheiß'nen gab. Ja Gottes Sohn erscheint auf Erden: Er scheuet nicht des Weibes Schooß: Der Herr entschließt sich, Knecht zu werden, Und machet uns von Knechtschaft los.. 151 Er kömmt mit sanftem, guten Willen: O Sion! eile vor dein Haus; Er kömmt, dein Wünschen zu erfüllen, O schlage nicht den Frieden aus. 199 Das Herz sei rein und tief gerühret: Für Gott bereitet sei die Bahn; Das Haus sei würdig ausgezieret; Er fömmt, der hohe Gaft kömmt an. kömmt, bet 1936 9102 Du unser Heil, Du Trost und Stärke, Sei uns willkommen, Jesu Christ! in Welk ist die Frucht der Menschenwerke, Wie dürres Gras, wo Du nicht bist. Drum thauet, Himmel, Ihn herrieder, Ihr Wolken, regnet ihn herab! So hallt's in unsrer Seele wieder, So lang uns deckt der Sünde Grab. 106 880 milli907582 in mod 90 din@ vipt old my min2 com ivose tim. dico@ light 200 11. Mai. Die Reise nach Bethlehem. " Es ging auch Joseph von Galiläa, von der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, welche Bethlehem heißt, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, um mit Maria, seinem verlobten Weibe, die schwanger war, sich anzugeben."( Luk. 2, 4-5.) Betrachtung. Während Maria und Joseph zu Nazareth voll Dankes gegen Gott in heiliger Eintracht und Liebe beisammen lebten, und die Stunde der Verheißung Gottes immer näher heranrückte, wurde auf einmal ein Befehl des Kaisers August bekannt gemacht, daß alle Unterthanen in den Ländern des römischen ReiJedermann müsse ches aufgeschrieben werden sollten. daher an den Ort hingehen, wo sein Geschlecht herstammte, um sich da anzusagen. Und so ging auch Joseph von Galiläa, von der Stadt Nazareth hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, welche Bethlehem heißt, weil er aus dem Hause und Ge schlechte Davids war, um mit Maria, seinem verlobten Weibe, die schwanger war, sich anzugeben." Diese so edlen Sprossen aus königlichem 201 Stamme unterwarfen sich ganz willig und gehorsam der Verordnung eines römischen Kaisers, und keine Klage und kein Murren kommt über ihre Lippen, obwohl eine folche Reise mit unsäglichen Beschwerden und Mühsalen verbunden sein mußte. Voll frommer Gemüthlichkeit ist das Zweigespräch, welches da ein großer Verehrer der göttlichen Mutter Maria und Joseph in den Mund legt: Ach, meine geliebte Braut und Königin! mein Herz zerschmilzt vor Leid, weil ich sehe, daß meine Armuth mir nicht erlaubt, Dir auf dieser langen Reise alles Bequemliche zu verschaffen, was bei Deiner Jugend, Deiner heiligen Mutterschaft und in dieser rauhen Jahreszeit besonders von Nöthen wäre.- Maria jedoch antwortete hierauf mit Gott ergebenem Sinne: Sei unbekümmert, liebster Gemahl! gehen wir getrost, wohin Gottes Vorsehung uns führet; denn Er selbst geht ja mit uns, und Seine Hand hat diesen Ort uns bereitet, die geheimnißvollen Absichten Seiner Weisheit zu erfüllen. In mütterlicher Sorgfalt richtete sie die Windeln und die übrige ärmliche Leinwand zusammen, wohl wissend, was sich mit ihr begeben sollte, und ergriff dann betend an der Seite des heiligen Josephs den Wanderstab hinauf nach der Stadt ihres Stammes, dem Willen des mächtigen Weltbeherrschers und eben dadurch auch dem Willen ihres Gottes nachzukommen. Uebung. Welch' ein weites Feld, gottliebende Seele! steht Dir in dieser einfachen Begebenheit offen, die aller 202 edelsten Früchte wahrer Bürger- Tugend einzusammeln! Möchtest Du an Deinen geistlichen und weltlichen Vorgesetzten denjenigen erkennen, welcher Dich denselben untergeordnet hat; möchtest Du ihre Be2016 fehle eben so getreu und willig vollziehen, als ob sie Dir unmittelbar von Gott selbst gegeben wären. " Jedermann unterwerfe sich der obrigkeitlichen Gewalt, denn es gibt keine Gewalt, außer von Gott. Wer sich demnach dieser Gewalt widersetzt, der widersetzt sich der Anordnung Gottes, und zieht sich selbst die Verdanimniß zu."( Röm. 13, 1. 2.) Es sei daher unsere ernsteste Sorge, diejenigen, welche der Herr über uns gesetzt hat, als seine Stellvertreter immerdar zu verehren, und die Gebote derselben eben so gutwillig zu beobachten, als die Gebote Gottes. — gebet. Dallerseligste Jungfrau Maria! Dein Gehorsam und die bereitwilligste Befolgung des oberherrlichen Befehles diene auch mir zum Muster und zur beständigen. Ermahnung, dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ift. Sollte mir aber die Erfüllung dessen schwer und unangenehm fallen, o so bitte für mich, daß Gott mich stärke, um jederzeit als ein getreuer Diener befunden zu werden. Laß im Geiste mich - 203 Dich begleiten auf Deiner Reise nach Bethlehem. o heiligste Jungfrau! und stehe dann auch mir bei auf der entscheidenden Reise zur Ewigkeit. Wenn mein Auge bricht, meine Zunge nicht mehr zu reden vermag, meine Ohren nicht hören, meine Sünden mich ängstigen, und der böse Feind mich von der Liebe Gottes trennen will: ach! da sei Du mein Schutz und Schirm, o Maria! Sei meine Trösterin in der Betrübniß, erhalte mich im Glauben, stärke mich in der Hoffnung und entzünde meine Liebe zu Jesus, zu Dir und Allem, was heilig ist. Mache, daß ich in der Gnade Gottes diese Welt verlaſſe, und zeige Dich besonders als meine Fürsprecherin, wenn ich vor Deinem Sohne erscheine, um Rechenschaft abzulegen über meine ganze Lebensreise. Und sollte ich der mir noch anklebenden Makeln wegen nicht würdig befunden werden, zu der beglückenden Anschauung Deines glorreichen Sohnes zu gelangen, o dann lindre meine Qual im Orte der Reinigung, verkürze die Zeit der Strafe, damit ich um so eher dorthin mich erschwinge, wo ich die allerheiligste Dreifaltigkeit mit Dir und allen Chören der Engel ewig lieben und lobpreisen möge. Amen.( Wie am 1. Mai.) res 204 Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Du Zierde des Hauses Davids, Du aus königlichem Geschlechte entsprossene mad Jungfrau, Du lebendige Bundeslade der wahren Kirche, Du Tempel des dreieinigen Gottes, Du Wohnsiz aller Tugenden, Du Lust der Engel und aller reinen Seelen, Du auserwählte Tochter des Vaters, Du jungfräuliche Mutter des Sohnes, Du allerweiseste Braut des heiligen Geistes, Du gesegnetste unter den Weibern, Du unterthänigste aller Frauen, Du Gehorsamste Deines Geschlechtes, Du treueste Gefährtin Deines Gemahls, Bitte für uns! 205 Du standhafte Begleiterin auf so beschwerlichem Wege, bitte für uns! Du Ergebenste in Gottes Willen, bitte für uns! Wir arme Sünder, Daß Du uns zur Befolgung aller obrigkeitsmislichen Befehle aneifern wolleft, Daß Du uns den Gehorsam gegen alle Vorgesetzte einflößen wollest, Daß Du uns alles Widerliche besiegen helfen do wollest, Daß Du uns auf dieser Lebensreise Geduld st und Standhaftigkeit erflehen wollest, Daß Du uns in Gefahren nicht verlassen wollest, Daß Du uns glücklich an's Ziel führen wollest, Daß Du uns auch in die Ewigkeit hinüber begleiten wolleft, Daß Du uns dort eine beständige Herberge verschaffen wolleft, Daß Du uns in das Buch der Auserwählten einschreiben lassen wolleft, Bei Deiner Reise nach Bethlehem, Wir bitten Dich, erhöre uns, o Maria! ODu Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst tim die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! 3* O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, er höre uns, o Jesus! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! 206 Vater unser. Vater unser. Ave Maria. V. Ein Reis wird hervorkommen aus der Wurzel Jeffe. ploj usu AC R. Und eine Blume wird aufgehen aus seiner Wurzel. Lasset uns beten. O Gott! der Du gewollt hast, daß Dein Sohn auf des Engels Verkündigung aus dem Schooße der seligsten Jungfrau Maria als Mensch geboren werden sollte, verleihe Deinen Dich demüthig Bittenden die Gnade, daß wir, die wir wahrhaft fie als die Mutter Gottes erkennen, auf deren Fürbitte bei Dir Hilfe finden mögen. Durch Jesunt Christum, unsern Herrn. Amen. Nach Bethlehem. Erwacht ihr Hirten alle! Und kommt geschwind, 3um Gotteskind Geboren dort im Stalle Gar wunderschön und lind. 8 So mahnt der Engel Lippe, Und hin zu Bethlems Krippe dié 088 207 Jetzt unverweilt Gin Jeder eilt, Und bringt sein Opfer dar. Und ich ich wollte zagen, Gin gläubig' Herz Im Reue- Schmerz - Gen Ephrata zu tragen Zum Heiland- himmelwärts?- Dhört: das holde Kindlein Gehüllt in arme Windlein, 8 tilgt mit Huld Die Sündenschuld Für uns am Kreuzaltar. - Drum fall' ich betend nieder Vor Dir allein, Jefu mein! Und möchte meine Lieder Dir all' zum Opfer weih'n; Und möcht in zarten Weisen Dann laut Maria preisen, Die still entzückt So hochbeglückt Als Jungfrau Dich gebar. 88 208 12. Mai. Die heilige Gottesgebärerin. „ Und sie gebar ihren erstgebornen Sohn, wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe."( Luk. 2, 7.) Betrachtung. n einem Abende spät kam das heilige Paar in Bethlehem an. Es war da schon eine Menge Leute zusammengekommen, sich einschreiben zu lassen. Alle Häuser waren mit Fremden angefüllt. Auch Joseph suchte für sich und seine jungfräuliche Gemahlin eine Herberge, wo sie über Nacht bleiben könnten. Allein überall wurden sie abgewiesen; nirgends ihnen ein Pläßchen vergönnt. Doch am Ende des Städtchens war eine Höhle, die den Hirten dieser Gegend zum Aufenthalte und zu einem Stalle für ihre Heerden diente. In diesem elenden Orte nun nahmen Maria und Joseph still und zufrieden mit Allem, was Gott über sie ver hängte, ihre Nachtherberge. Und hier, erwäget es Alle und betet an, hier gebar Maria ihren erstgebornen Sohn, wickelte das Kind in Windeln und legte es in die Krippe. Es war schon spät in der Nacht. Alles in Bethlehem schlief; nur einige arme Hirten waren noch auf dem Felde und hielten Nacht 209 wache bei ihren Heerden. Sieh! da stand auf einmal ein Engel des Herrn vor ihnen, und sprach voll himmlischer Freundlichkeit: ,, Fürchtet euch nicht! denn seht, ich verkündige euch eine große Freude: diese Nacht ist in der Stadt Davids der Weltheiland geboren worden; gehet nun hin und ihr werdet ein Kindlein finden, das in Windeln eingewickelt in einer Krippe liegt." Augenblicklich erschien noch eine verklärte Schaar heiliger Engel, die da Gott priesen und sangen: Ehre fei Gott in der Höhe, und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind. Als die Engel lobsingend sich wieder in den Himmel erhoben, gingen die Hirten voll Staunens hin, kamen zu der Felsenhöhle, trafen da Joseph und Maria an, und erblickten ärmlich in Windeln gehüllt in der Krippe das göttliche Kind. Mit stiller, heiliger Ehrfurcht näherten sie sich demselben, brachten ihre einfachen Opfergaben, beteten es an und erzählten dann mit herzlicher Freude, welche Erscheinung fie dieses Kindes wegen gehabt hatten. Maria aber behielt ein jedes Wort, das sie gehört hatte, und erwog es tief in ihrem Herzen. Dieses Behalten und Erwägen der Hirtenerzählungen erklärt uns gar schön, was bei der Geburt des Herrn für Gefühle sich der gnadenvollen Mutter bemächtiget haben. Maria ließ zwar nie etwas von den Wegen der göttlichen Vorsehung unbemerkt; ihre Seele stand immer den Regungen der Gnade offen; aber dießmal lebten in ihr ganz außerordentliche Empfindungen: Mein Kind der Erretter der Messias der Sohn des Allerhöchsten, dem Gott den Thron Davids geben wird - der ewig im Hause Jakobs herrschen wird von Kaltner's Mai- Andacht. 14 - - dem die Engel, die Hirten, Joseph, Elisabeth so große Dinge verkündigten; o wie müssen nicht diese Em pfindungen ihr Herz im seligsten Muttergefühle zur höchsten Freude und zum heißesten Danke erhoben haben! Wie oft mag fie voll der Seligkeit, Mutter zu sein des Welterlösers dagestanden sein in stummer Wonne, wie oft vor ihrem Kinde sich niedergeworfen und angebetet haben, wie an der Schwelle eines Heiligthumes. - Jon 210 - Uebung. Die Menschwerdung des Sohnes Gottes, durch die wir Menschen uns so hoch geadelt fühlen, treibe uns an, unsrer hohen Würde gemäß zu denken, zu reden und zu handeln. Tritt hinzu, meine Seele, zu deinem Erlöser, juble laut in deinem Herzen und feiere auch heute frohlockend den Tag der heiligsten Freude, den die Patriarchen und Propheten mit glühender Sehnsucht erwartet hatten. Er ist ja der Grund und Ursprung aller Feste, und der Anbeginn unsrer Glückseligkeit. Erinnere dich dabei einer dreifachen Ankunft Jesu Christi: seiner Ankunft im Fleische zu Bethlehem, seiner Ankunft im Geiste in jedem frommen gläubigen Herzen, und seiner herrlichen Wiederkunft am Tage des Gerichtes. 211 gebet. Neugeborenes, gnadenreiches Kind Jesu! mit den Hirten Bethlehems falle ich vor Dir nieder und bete Dich an. Mit den Schaaren der heiligen Engel lobe und benedeie ich Deine unaussprechliche Liebe. Zeige mir Dein holdseliges Angesicht, und gib mir den Frieden, den Deine Boten denjenigen verkünden, die eines guten Willens sind. na Erfreue Dich und frohlocke, jungfräuliche Mutter meines Gottes; denn in Dir und Deinem eingebornen Sohne sind alle Weissagungen erfüllt. O allerreinste Gottesgebärerin! mit welch' unaussprechlichen Freuden hast Du die alleredelste Frucht Deines Leibes geboren! Dwie hochgebenedeit sind jene goldenen Stunden, da Du mit himmlischem. Entzücken bei der Krippe knietest, Deinen Jeſus, den Erschaffer aller Dinge, den Heiland der Welt, mit Ehrerbietung anbetetest, voller Inbrunst ihn aufhobest und unter den süßesten Küssen an Dein jungfräuliches Herz drücktest! O wäre ich's würdig, Deinen Sohn in meine Arme zu schließen, ihm mit den herzlichsten Küssen meine Liebe zu bezeigen! O Maria! die Du unseren Heiland in Windeln wickeltest, binde auch mich armen Sünder, vereinige mich so enge mit Jesus, daß ich ihn nie wieder verlasse, daß ich mit ihm verbunden lebe und sterbe, damit ich eines 212 Tages das Glück habe, meinen Herrn und Erlöser bei seiner letzten Ankunft in die Welt als gnädigen Richter kommen zu sehen. Amen. ( Wie am 1. Mat.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Jesus, Du Sohn des lebendigen Gottes, Du Kind und wahrer Gott, Du Gott und wahres Kind, Du Gottes Sohn von Ewigkeit, Du Menschensohn von Gott gesandt, Du unerschaffenes Wort, Du Wort, das Fleisch geworden, Du Weisheit Deines Vaters, Du Reinheit Deiner Mutter, Du Eingeborner Deines Vaters, Du Zeitgeborner Deiner Mutter, Erbarme Dich unser! 213 Du Abglanz Deines Vaters, Du Ehre Deiner Mutter, Du Wohlgefallen Deines Vaters, Du Reichthum Deiner Mutter, Du Empfangener vom heiligen Geifte, Du Geborner aus Maria, der Jungfrau, Du weinendes Kind in der Krippe, Du gebietender Herr im Himmel, Du Entzücken der Auserwählten, Du Schrecken der Hölle, Du Glorie der Engel, Du Freude der Hirten, Du unser Bruder, Du aller Menschen Gott und Heiland, Set uns gnädig, verschone uns, o Jesus! Set uns gnädig, erhöre uns, o Jesus! Von allem Uebel, Von aller Sünde, top Von dem drückenden Joche der Kinder Adams, Von den Banden des Satans, Von der Bosheit der Welt, Von der Begierlichkeit des Fleisches, Von der sündhaften Lust unserer Augen, Von der Hoffahrt des Lebens, Von dem Verluste des kindlich frommen Sinnes, Durch Deine reinste Empfängniß, Durch Deine demuthsvolle Geburt, Durch Deine tiefe Erniedrigung, Erbarme Dich unser! Erlöse uns, o Jeſus! 214 Durch Deine Thränen in der Krippe, erlöse uns, o Jesus! Durch das Uebermaß Deiner Liebe, erlöse uns, o Jesus! Wir arme Sünder, spiled magn Daß Du uns die Sünden und Fehler unsrer Kindheit verzeiheft, Daß Du uns zur Nachfolge Deiner Jugend erweckest, Daß Du die kindliche Einfalt und Treuherzigkeit in uns bewahrest, Daß Du uns die Gnade verleihest, alle Menschen wie Brüder zu lieben, Daß wir in allem Thun und Lassen ein gutes Beispiel geben, Daß wir dereinst unter die Kinder Gottes aufgenommen zu werden verdienen, Du göttliches Kind, Erlöser Jesus Christus, O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt!- Verschone uns, o Jeſus! Wir bitten Dich, erhöre uns! ODu Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erhöre uns, 0 Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! 215 Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Ave Maria. V. Das Wort ist Fleisch geworden, Alleluja; R. Und hat unter uns gewohnt, Alleluja! Lasset uns beten. Gott! Du ertheiltest dem Menschengeschlechte die Wohlthat der ewigen Seligkeit durch die Geburt des Erlösers aus Maria, der Jungfrau; gib, daß wir durch ihre Fürbitte zu Ihm, dem Urheber unseres Lebens gelangen, welcher mit Dir und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. Zweigespräch an der Krippe. Sohn: Was lieget da für Kindle in mild In Windeln ärmlich eingehüllt? Vater: Das ist der liebe Jesus Christ, Der heut für uns geboren ist. Sohn: Wer ist die Frau, die neben kniet, Um Kindlein hold so zart bemüht? Vater: Das ist Maria, Jungfrau rein, Die durft' des Höchsten Mutter sein. 216 Sohn: Wer ist der Mann, der still entzückt Auf Kind und Mutter niederblickt? Vater: Das ist der fromme Joseph ja, Dem solche Freud und Ehr' geschah. Sohn: Thun Ochs und Esel ungescheut Dem Kindlein etwa nichts zu Leid? Bater: O nein! fie hauchen felber arm Ihm nur die kalten Füßlein warm. - Sohn: Was macht so hell den dunklen Stall, Und singt so lieblich überall? Vater: Das sind die lichten Engelein, Die schau'n bei Thür und Fenster h'nein. Bater: Knabe sei den Engeln gleich, Gott lohnet dir's im Himmelreich; Denn Kindlein da im ärmsten Schooß Ist überreich und übergroß. - Sohn: Wie dank' ich dir, lieb' Vater mein! Will immer brav und fleißig sein, Damit so auch in letzter Nacht Mein Jesus mir entgegenlacht. Beide: Um dieses bittend knieen wir Voll Glaubens an der Krippe hier, Und bringen mit der Hirtenschaar Uns selber Dir zum Opfer dar. 880 217 13. Mai. Jesus- Maria. „ Als acht Tage um waren, und das Kind beschnitten werden sollte, ward sein Name Jesus genannt, wie ihn schon der Engel genannt hatte, ehe er im Mutterleibe empfangen war." ( Luk. 2, 21.) Betrachtung. aben wir nach der Geburt Mariens alsobald das Namensfest der allerfeligsten Gottesmutter ge= feiert, so dürfen wir's um so weniger unterlassen, bei dieser anmuthigen Marienfeier auch dem allerheiligsten Namen Jesus einen Gedächtnißtag einzuräumen nach sei ner gnadenreichen Ankunft in der Welt. Als acht Tage um waren, und das Kind beschnitten werden sollte"- erzählt das Evangelium am ersten Tage eines neuen Jahres- ,, ward sein Name Jesus genannt, wie ihn schon der Engel genannt hatte, ehe er im Mutterleibe empfangen war." - Seit Maria durch die Menschwerdung des Sohnes Gottes Mutter geworden, wachte sie über Alles, was ihr göttliches Kind anging. Dazu bewog sie nebst der natürlichen Mutterliebe, zugleich die heilige Ehrfurcht vor dem Sohne des Allerhöchsten, der sein Volk von 218 Sünden befreien sollte. Nie vergaß sie des unendlichen Unterschiedes zwischen seiner Majestät und einem bloßen Geschöpfe, wie sie selbst war. Diese klare Erkenntniß und tiefe Ehrfurcht verhinderte aber keineswegs die mütterliche Liebe zu ihrem heiligen Kinde. Nicht mit geringer Angst erwartete sie und der heilige Joseph den achten Tag nach dessen Geburt, an dem das Knäblein der Vorschrift gemäß beschnitten werden, und den heiligsten, den bedeutungsvollsten aller Namen erhalten sollte. Als diese schmerzliche Handlung vollendet war, nahm Maria unter Thränen das göttliche Kind liebreich auf ihre Arme, drückte es zärtlich an ihr Mutterherz und nannte es zum ersten Male bei dem süßesten Namen Jesus". Man kann wohl sagen, daß eigentlich an diesem. Tage der Heiland das große Werk der Erlösung angefangen habe. Blutend unter dem Messer der Beschneidung, wollte er dasselbe beginnen, um es zu vollenden blutend am Kreuze. Also hier gleichsam der Erlösung blutiges Morgenopfer, und ihr feierlich blutiges Abendopfer droben auf Golgatha, und Beider Zeuge war Maria. Durch die Erstlinge seines Blutes in der Beschneidung wollte Er, so zu sagen, den heilbringenden Namen Jesus, Erlöser, Heiland der Welt, Seligmacher, sich erst erwerben, durch welchen uns vorab auf Mariens Fürworte so viele, so unnennbar große Gnaden zufließen. Jesus ist ja jener glorreiche Name, der den Himmel mit Ehrfurcht, die Hölle mit Entsetzen, die Erde aber mit Trost und Heil erfüllet. Es ist jener Name, der über alle Namen ist, und in welchem alle Kniee sich beugen müssen im Himmel, auf der Erde und unter der Erde. O wie oft mag wohl die feligste Jungfrau anbetend - 219 niedergesunken sein vor das schlummernde Kindlein in der Krippe oder auf weiches Moos gebettet von zarter Mutterliebe; mit welchem Hochgefühle mag sie wohl auf ihren Jesus herabgeblickt haben, wenn er so in ihrem Schooße lag oder liebend die weißen Händlein um ihren Nacken schlang! Last, meine Geliebtesten! laßt auch uns mit dem Weibe im Evangelium ausrufen: ,, Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und selig sind die Brüste, Malisco main ompe die du gesogen hast!" Und war nicht ferners der heiligste Name Jesus das Del, womit sich die Märtyrer salbten, war er nicht der Schild, mit welchem Jünglinge und Jungfrauen ihre Unschuld beschüßten, und unter welchem alle Heilige die Lockungen der Welt und die Anfechtungen der Hölle überwanden! Es ist dieser Name auch unser Trost und unsere Zuflucht; denn wer hat jemals denselben mit Andacht und festem Vertrauen ausgesprochen, ohne sich in feinem Kreuze getröstet, in seinen Versuchungen gestärkt und in seiner Kleinmüthigkeit ermuntert zu fühlen? Und wo ist selbst der Sünder, der mit reuevollem Herzen ihn rufend nicht Aufnahme und Rettung gefunden hätte! Uebung. Wie sträflich handeln demnach diejenigen, welche diesen heiligsten Namen oft so gedankenlos im Munde führen, oder ihn wohl gar bei eitlen Scherzen und sündhaften Gesprächen mit befleckter Zunge mißbrauchen. Wie kann er solchen Menschen Trost im Leben, wie Frieden im Sterben bringen? Dieß kann 220 und wird er nur denjenigen, die zu jeder Zeit, voll Ehrfurcht, Vertrauen und Liebe zu ihm ihre Zuflucht nehmen, und Alles, was sie thun, stets thun im Namen Jesu und Mariä. gebet. Jesus, mein Heiland! Du hast, um mich zu retten, schon bei der Beschneidung Dein Blut dahin gegeben, ich bitte Dich, schreibe Deinen anbetungswürdigen Namen mir tief in's arme Herz, damit ich ihn stets ehrerbietig auch im Munde führe und in allen meinen Bedrängnissen anrufe. Wenn der Böse mich versucht, so wird Dein Name mir Kraft zum Widerstande geben; wenn ich kleinmüthig und verzagt zu werden beginne, so wird Dein Name meine Vertheidigung, meine Zuflucht, meine Hoffnung, meine einzige Liebe sein. Du aber, allerfeligste Jungfrau! erlange mir die Gnade, daß ich den so eben gemachten Vorsatz getreulich halte, daß ich mit dem allerheiligsten Namen Jesus auch Deinen heiligen Namen, o Maria! mit Vertrauen und Liebe anrufe, damit ich in Wahrheit sprechen könne: Jesus und Maria, für euch will ich leben, für euch will ich leiden, für euch will ich sterben; ich will ganz euer und nicht mehr mein eigen sein. O mein geliebtester. Heiland! meine geliebte Königin! von euch hoffe 221 ich die Gnade, daß ich unter Anrufung eurer Namen sterben möge. Jesus und Maria! euch empfehle ich mich; Jesus und Marta! euch liebe ich; Jesus und Maria! euch übergebe und schenke ich meinen Leib und meine Seele. Amen. ( Wie am 1. Mai.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Jesus, Du Sohn des lebendigen Gottes, Jesus, Du Sohn Davids, phil Jesus, Du Sohn der allerseligsten Jungfrau Maria, Jesus, Du Heiland der Welt, Jesus, Du unsre Zuflucht, Jesus, Du unsre Stärke, Jesus, Du unsre Hoffnung, Jesus, Du unsre Liebe, Du allerheiligster Jeſus, Erbarme Dich unser! 222 Du allmächtiger Jesus, Du glorwürdigster Jesus, Du gütigster Jesus, Du allerliebster Jesus, Du süßester Jesus, Du holdseligster Jeſus, Du sanftmüthigster Jesus, Du demüthigster Jesus, Du geduldigster Jesus, Du gehorsamster Jesus, Jesus, Du Vorbild aller Tugenden, Jesus, Du Aufgang und Klarheit des ewigen Lichtes, Jesus, Du ewige Weisheit, Jesus, Du unendliche Gütigkeit, Jesus, Du höchste Heiligkeit, Jesus, vor Dem sich alle Kniee beugen, Jesus, Du starker Gott, Jesus, Du Fürst des Friedens, Jesus, Du König der Glorie, Jesus, Du Urheber des Lebens, Jesus, Du unser Heil und unsre Erlösung, Jesus, Du Vater der Armen, olis Jesus, Du Tröster der Betrübten, Jesus, Du Schatz der Gläubigen, Jesus, Du köstliches Kleinod, Jesus, Du guter Hirt, Jesus, Du Spiegel der Vollkommenheit, Erbarme Dich unser! 126 223 Jesus, Du Liebhaber Aller, die eines reinen Herzens sind, Jesus, Du Bräutigam aller frommen Seelen, Jesus, Du Freude der Engel, Jesus, Du Sehnsucht der Patriarchen, Jesus, Du Erleuchter der Propheten, Jesus, Du Meister der Apostel, Jesus, Du Lehrer der Evangelisten, Jesus, Du Stärke der Martyrer, Jesus, Du Licht der Bekenner, Jesus, Du Krone der Heiligen, Sei uns gnädig, verschone uns, o Jesus! Sei uns barmherzig, erhöre uns, o Jesus! Von allem Uebel, Von aller Gefahr, Von Deinem Zorne, Von den heimlichen Nachstellungen des Versuchers, Von aller Sünde, Von Pest, Hunger und Krieg, Von dem Geiste der Unlauterkeit, Von Uebertretung Deiner Gebote, Durch das Geheimniß Deiner Menschwerdung, Durch Deine gnadenreiche Geburt, Durch Deine schmerzliche Beschneidung, Durch Deinen süßen, allerheiligsten Namen, Durch die Fürbitte Deiner jungfräulichen Mutter, Erbarme Dich unser! Erlöse uns, o Jesus! 224 Durch die Fürbitte aller Heiligen, erlöse uns, o Jesus! du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Ave Maria. V. Der Name des Herrn sei gebenedeit, R. Von nun an bis in Ewigkeit. V. Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn, R. Der Himmel und Erde erschaffen hat. Lasset uns beten. O Gott, der Du den glorwürdigen Namen Deines Sohnes, unsers Herrn Jesu Chrifti, den Gläubigen höchst lieblich und anmuthig, den bösen Geistern aber furchtbar und schrecklich gemacht haft: verleihe gnädigst, daß Alle, welche diesen Namen Jesus andächtig verehren, hier auf Erden die Süßigkeit Deiner heiligen Tröstungen in diesem Leben 225 empfangen, und dort im zukünftigen die ewige Freude und unendliche Seligkeit im Himmel erhalten und genießen mögen durch eben denselben Jesum Chriftum, unsern Herrn. Amen. - Mariens liegenlied. Der Himmel ließ geschwinde Verstummen seinen Sang, Als bei dem Jesusfinde Mariens Schlaflied klang: ,, Mein Sohn, mein Gott, wie sachte Schläfst Du an meiner Brust! Ich, wenn ich Dich betrachte, Ich sterbe fast vor Lust. Kannst mich, mein Schaß, nicht sehen, Das Aug geschlossen ruht; Doch Deines Odems Wehen Füllt mich mit Liebesgluth. Wenn so mich schon getroffen Geschloff'ne Aeugelein, Was wird es, wenn sie offen, Was wird es dann erst sein! Die rosenrothen Wangen Bezaubern gänzlich mich: Mein Gott, Du mein Verlangen, Wie gern stürb' ich für Dich! Kaltner's Mai- Andacht. 15 226 Laß, Liebling, laß mich küssen JaDie Lippen gar so schön! Wirst schon gewähren müssen, Ich kann nicht widersteh'n." Sie schweigt und drückt das Kindchen Ganz lind an ihre Brust, Und füßt sein göttlich' Mündchen Mit inniglicher Lust. Der Liebling nun erwachet; Mit holdem Blick, worin Die Lieb und Freude lache Sieht er zur Mutter hin. - O Gott, wie drang in Eile Mit süßem Liebesschmerz Gleich einem spigen Pfeile Der Blick in's Mutterherz! - Und welche Kält', o fiehe, Umfängt Dich, mein Gemüth, Da liebevoll Marie 3u ihrem Jesu glüht! Ja, ja, es soll nun fiegen Der Liebesdrang in mir; Was denkst du? red', o rede! Reizt andre Schönheit Dich? Nur Mißgestalt ist jede; Hier zeigt die wahre sich. 227 Ich fühl' mich unterliegen Der Doppelschönheit hier. Gott und die Makellose, Die Mutter und ihr Kind, Die Lilie und die Rose Mein Ziel der Liebe sind. Wenn ich, ihr göttlich Schönen, Erst spät für euch erglüht, So soll nun ewig tönen Mein zärtlich Liebeslied. 880 228 14. Mai. Maria Reinigung. Da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetze Mofis erfüllt waren, brachte sie Jesum nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen." ( Luk. 2, 22.) Betrachtung. 11 Caria, welche die Geburt ihres Sohnes- wenn es möglich gewesen wäre nur reiner noch und jungfräulicher gemacht hätte, war gewiß von der Ceremonie der Reinigung ausgenommen. Gleichwohl unterwirft sie sich ihr, und hält sich dabei an den Buchstaben des mosaischen Gesetzes. Da die Tage ihrer Reinigung nach dem Geseße Mosis er: füllt waren"- schreibt der heilige Evangelist Lukas - brachte sie ihn nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen." Eine Schülerin ihres Sohnes, der seine Gottheit unter den Gebrechlichkeiten eines Kindes verbarg, wollte Maria ihre erhabenen Eigenschaften als Mutter Gottes verbergen, indem sie fich im Aeußerlichen gleich andern israelitischen Frauen benimmt. Da Maria arm und Mutter eines Kindes war, das nach den Weissagungen arm geboren werden und arm leben sollte, zeigte sie sich im Tempel mit zwei - Turteltauben, wie das Gesetz es verlangte. Die Tochter Davids, die Mutter des Meffias, konnte bei der Darstellung ihres Sohnes nur das Opfer der Armen bringen! Wer könnte noch die Armuth verachten- wie viel Adel ist oft im Glende verborgen! - - 229 Um diese Zeit lebte zu Jerusalem ein frommer Greis, Namens Simeon. Diesem ward von Gott geoffenbaret, daß er nicht sterben würde, bis er den ersehnten Messias gesehen. Als nun die heiligen Eltern das göttliche Kind in den Tempel gebracht, trieb der Geist auch diesen Alten dahin; und kaum hatte Simeon das Kindlein erblickt, nahm er es hocherfreut in seine Arme, lobte Gott und rief aus: ,, Nun entlassfest Du, Herr! Deinen Diener im Frieden; denn meine Augen haben Dein Heil gesehen, das Du bereitet haft vor dem Angesichte aller Völker, als ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung Deines Volkes Israel.", Sage uns, Maria! welches waren die Gefühle Deines mütterlichen Herzens, als Du Simeons Segnungen und Weissagungen hörtest? Aber bald wendet sich der Greis zur heiligsten Mutter und spricht: Sieh, dieses Dein Kind ist gesetzt zum Falle und zur Auferstehung Vieler in Israel, und als ein Zeichen, dem man widersprechen wird; ein Schwert wird Deine eigene Seele durchdringen." Durch diese Weissagung wollte Gott die heilige Jungfrau vorbereiten und stärken auf die Leiden, welche ihr die Schicksale Jesu verursachen würden. Maria hatte voll Ergebung und tieferwägend das prophetische Wort ihren göttlichen Sohn wieder auf die Arme genommen und zog sich mit Joseph zurück; doch siehe! eine heilige Frau verkündiget gleichfalls die Herrlichkeiten Jesu. Es war nämlich auch eine "/ 230 Prophetin gegenwärtig, Namens Anna, die hochbejahrtund schon lange Wittwe war. Diese wahre Israelitin verbrachte ihr übriges Leben im Tempel, indem sie betete, fastete und gute Werke ausübte, und der Geist Gottes war in ihr. Als sie den Gesang Simeons gehört hatte, begann auch sie den Herrn zu preisen und zu reden von Jesus zu Allen, welche auf das Heil If raels warteten. Uebung. O ihr glücklichen Greife! wie beneiden wir euer Loos: ihr habt den Erlöser der Welt gefunden; ihr habt ihn gesehen, ihr habt ihn aufgehoben und sein Lob verkündiget. Wollen wir nicht auch dieses Glück genießen, meine Freunde? Nun, wir sind ja auch hier im Tempel Gottes gegenwärtig; wir werden auch da Jesus und Maria finden. Wir werden uns geistlicher Weise ihres Anblickes und ihrer Unterredung erfreuen, und davon auch zu jenen treuen Seelen sprechen können, die sich in dieser Andachtsstunde so gerne noch mit uns hier versammelt hätten. gebet. Mutter unseres Herrn Jesu Chrifti! wie lie= benswürdig erscheinst Du uns wieder an diesem Gedächtnißtage Deiner Reinigung. O wie großen Dank schuldet Dir die Welt, für welche Du den 231 Heiland geboren und gesäuget haft. Wer müßte Dich nicht innigst verehren und lieben, der das Glück hatte, Ihn und Dich kennen zu lernen. Aber dieses verdienst Du nicht nur um Deiner hohen Würde, sondern auch um Deiner Tugend willen. Nach einer so gnadenvollen Geburt ist es Dein erster Gedanke, Dein erstes Geschäft, im Tempel Dein Lob- und Dankgebet Gott dafür darzubringen, Dein göttliches Kind Deinem und seinem Vater im Himmel zur angenehmsten Gabe darzustellen, und durch treue Entrichtung des Armenopfers der Vorschrift des Gesetzes zu gehorsamen. Welch' ein schönes Beispiel gabst Du uns Allen, und es ist gewiß Deines Sohnes Wille, daß wir darin Dir nachfolgen. Wir wollen also auch, wie Du, Maria! nicht nur auf jedes Gute, das uns zukommt, aufmerksam werden, sondern auch für jede Wohlthat, sei sie groß oder klein, Gott in seinem und unserem Hause Dank und Preis sagen. Als Kinder eines Vaters im Himmel wollen wir uns Ihm zum Eigenthume. hingeben. Wie Du, Maria! wollen wir folgsam und willig sein gegen alle Vorschriften und Pflichten, die uns Gott sowohl durch seinen Sohn im Evangelium, als auch durch obrigkeitliche Geseze kund machet; wollen gewissenhaft einem jeden entrichten, geben und lassen, was wir ihm schuldig sind. Das soll nun auch die eigentliche Frucht unserer heutigen Andacht sein; 232 denn nur so werden wir mit dem heiligen Greise Simeon gewürdiget werden, in unserer letzten Stunde Jesum im Sakramente Deiner Liebe zu empfangen und getroft dabei zu sprechen: Nun laß Deinen Diener im Frieden fahren! Nur so werden wir in die Wohnungen des ewigen Lichtes aufgenommen werden, um in Deiner unaussprechlich liebreichen Gegenwart Deinen Sohn Jesum Christum ewig zu Lieben und zu loben. Amen.( Wie am 1. Mai.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! - dur In Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! st Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Du den Vätern verheißene Jungfrau, g Du von den Propheten vorherverkündete Jungfrau, Bitte für uns! 233 Du aus dem Stamme Davids entsproffene Jungfrau, Du dem gerechten Joseph vermählte Jungfrau, Du dem Herrn überaus wohlgefällige Jungfrau, Du von dem Engel Gabriel begrüßte Jungfrau. phomas Du an Gnaden volle Jungfrau, Du unter den Weibern gebenedeite Jungfrau, Du als eine Magd des Herrn Dich bekennende Jungfrau, hou Du durch die Kraft des Allerhöchsten überschattete Jungfrau, Du den Emanuel gebärende Jungfrau, Du von den Hirten besuchte Jungfrau, Du von den drei Weisen aufgefundene Jungfrau, Heilige Maria, die Du dem Gesetze der Reinigung Dich freiwillig unterworfen haft, Heilige Maria, die Du Jesum im Tempel dargebracht und Gott aufgeopfert haft, Heilige Maria, die Du anbei ein Paar Turteltauben dargereichet hast, Heilige Maria, die Du Jesum, Deinen Sohn, im Tempel wieder erkauft haft, Heilige Maria, die Du mit süßem Troste die Lobsprüche Simeons und Anna's vernommen hast, 2. Bitte für uns! 234 Heilige Maria, deren Herz das Schwert der Letden durchdringen sollte, bitte für uns! Heilige Maria, Du allerreinste Mutter, bitte für uns! Wir arme Sünder, Daß Du Dein mütterliches Herz zu unserm Gebete neigen wollest, Daß Du in allen unseren Nöthen unsre Zuflucht sein wolleft, Daß Du uns eine vollkommene Reinigkeit des Herzens erlangen wolleft, Daß Du uns gerecht, eifrig und andächtig machen wollest, Daß Du uns dem Allmächtigen als ein Opfer darstellen wolleft, Daß Du uns mit Dir Deinen lieben Sohn allezeit in Gedanken und im Herzen tragen lassen wollest, Daß Du uns ein friedliches Hinscheiden erwirken wolleft, Daß Du uns nach dem Tode im Tempel der ewigen Glorie Gott vorführen wollest, Daß Du allen Abgestorbenen die ewige Ruhe erbitten wollest, Wir bitten Dich, erhöre uns, Maria! Du Mutter unsers Herrn, O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! 235 O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Ave Maria. V. Wir haben gesehen das Licht zur Erleuchtung der Heiden; R. Und den Ruhm Deines Volkes Israel. Lasset uns beten. O Gott! der Du Deinen eingebornen Sohn in der angenommenen Menschheit von seiner gebenedeiten Mutter haft wollen in dem Tempel opfern laffen: verleihe uns durch die Fürbitte eben dieſer reinsten Jungfrau, daß wir, von allen Sünden gereiniget, Deine Gebote getreulich halten und einmal in den Tempel der himmlischen Glorie eingeführt zu werden verdienen. Durch eben denselben Christum, unsern Herrn. Amen. 236 Bittgesang. Höre, Süße! Unsre Grüße, Höre, Mutter! unser Flehen; 3eig Erbarmen Uns, den Armen; Lasse uns Dein Kindlein sehen. Horch, wir singen, Sieh, wir bringen Frühlingslieder, Frühlingsblüten. Und wir hätten, 8 zu betten Treue Herzen, es zu hüten. Sonnenhelle Liebesquelle! Sieh, wie unsre Herzen schlagen, Gib, o Reine! Uns das kleine Gib das Kindlein uns zu tragen. Und wir wollen, Wie wir sollen Lilien ihm zur Krone reihen, Und als Kerzen Unsre Herzen Lieberglüht dem Kindlein weihen. Und es schmücken, Mit Entzücken m 237 Liebend in den Armen wiegen, Und alleine An das eine Heißgeliebte Kind uns schmiegen. Und den Riegel Mit dem Siegel Vor des Herzens Pforte schieben, Ihm zu leben Ganz ergeben, Einzig nur Dein Kind zu lieben. 15. Mai. Die Weisen aus dem Morgenlande. „ Sie fanden das Kind mit Maria, ſeiner Mutter, fielen nieder, und beteten es an."( Matth. 2, 11.) Betrachtung. er Beruf zum wahren Glauben ist die erste und größte Gnade, so dem Menschen geschehen kann, und Jefus fing an, schon als Kind dieselbe zu ertheilen. Darum sandte er seinen Stern, im fernen. Morgenlande drei heidnische Könige zu wecken, hochverständige, weise Männer, die er zu dieser Gnade zuerst 238 berufen hatte. Ohne einen Augenblick zu zögern, begaben sich diese eiligst auf den Weg, und kamen geleitet von dem wunderbaren Sterne bis nach Jerusalem, wo fie Umfrage hielten nach dem neugebornen Könige der Juden. Doch König Herodes selbst ließ den Ort in den Büchern erforschen, zeigte ihnen nach Bethlehem, indem er angelegentlichst beisetzte: Und habt ihr das Kindlein gefunden, so bringet mir davon fleißige Nachricht, damit auch ich hingehe, und selbes verehre und anbete. Die Weisen aber, neuerdings vom Sterne geführt, kamen wirklich an den Ort, fanden das Kind mit Maria seiner Mutter, fielen nieder und beteten es an. Ihren Blicken zeigte sich zwar nichts, als eine arme Frau mit ihrem Gemahle, und ein noch ärmeres Kindlein in Windeln gehüllt: Doch diese Armuth konnte sie nicht irre machen, so mächtige Liebespfeile hatten schon ihre erleuchteten Herzen durchzückt. Die reine, heilige Unschuld, der hohe Adel der Seele, die unbeschreibliche Güte, die aus dem ganzen Wesen der Mutter hervorleuchtete, so wie ganz besonders die himmlische Liebenswürdigkeit des Kindes ließen ihnen keinen Zweifel übrig. Von einem bisher unbekannten Freudengefühle ergriffen sanken sie vor dem König aller Könige auf ihre Kniee und brachten ihm als ihrem Gott und Heiland die finnreichen Geschenke der Huldigung: Gold, Weihrauch und Myrrhen. Welche selige Augenblicke werden sie hierauf in heiliger Unterredung über das göttliche Kind mit der stillentzückten Mutter zugebracht haben, ja welche Wonne wird Maria empfunden haben bei der Gegenwart so würdiger Männer, die so weit hergekommen waren, ihrem Sohne zu huldigen. Die Weisen erzählten gewiß der 239 horchenden Jungfrau, wie sie im Lande des Aufganges den Stern des neugebornen Judenkönigs zuerst erblickt, dieser himmlischen Führung gefolgt, und nun mit Hilfe dieses Sternes, der über dem Ort, wo das göttliche Kind sich befand, stille gestanden, den Genuß dieses überschwenglichen Glückes erreicht hätten. Sie erzählten ihr wohl auch, daß der König Herodes, nachdem er sorgfältigst den Geburtsort des Knäbleins durch seine Schriftgelehrten erforscht, sie selbst anher gewiesen und sogar sich geäußert habe, in eigener Person den neugeborenen Judenkönig begrüßen zu wollen. Auch scheint es nicht unwahrscheinlich zu sein, daß die jungfräuliche Mutter Gottes auf Antrieb des heiligen Geistes diesen Weisen aus dem Morgenlande so manche Geheimnisse offenbarte, die ihr göttliches Kind betrafen; denn in ihre Länder zurückgekehrt, verkündeten sie daselbst den Glauben an Jesum Christum, des Vaters eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geiste, geboren aus Maria, der Jungfrau. Uebung. Groß waren die Geschenke, welche die dret Könige dem göttlichen Kinde geopfert haben; aber größer noch war die Liebe, mit welcher sie solche dargebracht haben. Ahme nach, liebe Christenseele! diese Liebe; ahme nach die Behendigkeit, den Eifer und die Andacht, mit welcher diese noch heidnischen Männer ihre Länder verlassen, die Reisebeschwerden auf sich genommen, die weite Entlegenheit des 240 Ortes nicht geachtet, ihren König, Gott und Erlöser aufgesucht, angebetet und verehrt haben. Laß dich von einem vauhen und kalten Lüftchen, einem unfreundlichen Wetter, von einer oft so geringen Entfernung nicht abhalten vom Besuche und der Anbetung deines Herrn und Gottes, sowie von der Verehrung seiner liebevollen Mutter, wozu dir auch in diesem Monate wieder so viele Gelegenheit geboten wird. gebet. anbetungswürdiges Kindlein Jesus! obgleich ich Dich auch in der heutigen Andachtsstunde in kümmerlicher Hütte arm und dürftig erblicke, so lehrt mich dennoch mein heiliger Glaube, daß Du mein Gott bist, der vom Himmel zum Heile der Menschen herabgekommen ist. Ich erkenne und bekenne Dich also als meinen höchsten Herrn und Heiland: aber ach, ich habe nichts, was ich Dir darbringen könnte. Mir fehlt's am Golde der Liebe; denn ich habe ja die Geschöpfe, ich habe meine Leidenschaften, und nicht Dich, meinen unendlich liebenswürdigen Gott, so sehr geliebt. Mir fehlt's am Weihrauche des Gebetes; denn ich Armseliger habe dahingelebt, ohne an Dich zu denken. Mir fehlt's endlich an der Myrrhe der Abtödtung, da ich so wenig mich selbst verleug 241 net, und mit solcher Ungeduld mein Kreuz getra= gen habe. Was soll ich Dir also bringen? Gerne möchte ich mein Herz Dir opfern, so arm, falt und verzärtelt es sein mag. Doch nimm es hin, bereichere, erwärme und stärke es. Gib mir das Gold Deiner heiligen Liebe, gib mir den Geist des frommen Gebetes, gib mir die Begierde und die Kraft, Allem zu entsagen, was Dir mißfallen muß. Allerseligste Jungfrau Maria! die Du die heiligen drei Könige so liebevoll aufgenommen und getröstet haft: nimm auch mich auf und tröste mich, der ich ebenfalls komme, Deinen Sohn zu besuchen, und ihm mich zum Opfer anzubieten. Hochgebenedeite! auf Deine Fürbitte setze ich mein ganzes Vertrauen. Empfiehl mich Deinem Jesus. Dir übergebe ich meine Seele und meinen Willen. Laß mich frohentzückt von dannen gehen, um überall Dein Lob zu verkündigen, mit dem Lobe Deines göttlichen Sohnes Jesu Christi. Amen. ( Wie am 1. Mai.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Kaltner's Mai- Andacht. 16 242 Gott Vater im Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Jesus von Nazareth, ein König der Juden, Jesus, Du König der Könige, und Herr der Herrschenden, Jesus, Du Stern aus Jakob, Jesus, Du ewiges Wort des Vaters, welches die Menschennatur angenommen hat, Jesus, in welchem alle Geschlechter der Erde gesegnet wurden, Jesus, der Du aus Maria, der reinsten Jungfrau, geboren wurdest, Jesus, dessen Ankunft die Weisen aus dem Morgenlande an dem Eterne erkannten, Jesus, den die Weisen mit glühendem Verlangen aufsuchten, Jesus, welchem die Weisen die Schätze ihres Landes brachten, Jesus, der Du diese Wetsen vom Heidenthume zu Deiner Erkenntniß führtest, Jesus, den die Weisen als ihren König und Gottmenschen anbeteten, Jesus, der Du die Weisen zu Verkündern Deiner Gottheit machtest, Jesus, der Du allen Völkern als Licht zur Erleuchtung erschienest, Erbarme Dich unser! 243 Jesus, Du Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Sei uns gnädig, verschone uns, o Jesus! Cei uns gnädig, erhöre uns, o Jesus! Von allgemeinen Plagen und Drangsalen, Von dem Verberbnisse der Sitten, Von schändlicher Verläugnung des Glaubens, Von fremden und eigenen Sünden, Von der Bezierlichkeit des Fleisches, Von der Lust unsrer Augen, Von der Hoffart des Lebens, Von der Unbeständigkeit und Gleißnerei, Von der Blindheit des Gemüthes, Von der Verstockung des Herzens, Von der ewigen Verstoßung, Wir arme Sünder, Daß allen Menschen auf Erden Friede, Heil und Segen zu Theil werden möge, Daß auch wir Dich mit redlichem Herzen aufsuchen und finden mögen, Daß wir Dir das Gold der reinen Liebe zum Opfer bringen mögen, Daß wir Dir den Weihrauch der wahren Andacht streuen mögen, Daß wir Dir die Myrrhe der Zerknirschung darbieten mögen, me Daß wir unsre Herzen zu einer würdigen Wohnung für Dich bereiten mögen, Erlöse uns, o Jesus! Wir bitten Dich, erhöre uns! 244 Daß wir nach dem Beispiele Deiner Mutter Hochmuth und Stolz von uns entfernen mögen, Daß wir nach dem Beispiele Deiner Mutter in Demuth und Einigkeit mit Jedermann leben mögen, Daß wir nach dem Beispiele Deiner Mutter Hohen und Niedrigen mit Achtung und Liebe begegnen mögen, Daß wir nicht nach Reichthümern dieser Welt, sondern nach den unvergänglichen Gütern trachten mögen, Daß uns die Fürbitte der heiligen drei Könige zu Gute kommen möge, Jesus, Du göttlicher Sohn Mariens, Du Lamm Gortes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Ave Maria. Wir bitten Dich, erhöre uns! 245 V. Alle werden von Saba kommen, Gold und Weihrauch mitbringen, R. Und das Lob des Herrn verkünden. Lasset uns beten. O Gott, der Du Deinen eingebornen Sohn unter Leitung eines Sternes den Heiden geoffenbaret hast, verleihe uns gnädig, daß wir, die wir Dich durch den Glauben schon erkannt haben, auch zur Anschauung Deiner Herrlichkeit gelangen mögen. Durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. Der Stern. Was glänzt in wundervoller Pracht Im fernen Osten dort? Ein Quell des Lichts in dunkler Nacht, Es zieht von Ort zu Ort? Das ist der Stern, der uns verheißen war, Er führt zur Jungfrau, die den Herrn gebar. Wer wandert dort durch Bethlems Thor? Wer sind die Männer wohl? Sie blicken zu dem Stern empor So ernst, so freudenvoll? Der Weisen Drei sind's aus dem Morgenland, Die an dem Sterne Gott, den Herrn, erkannt. Y in 246 Wer ist das Kind, so wunderhold Auf seiner Mutter Schooß, Dem Weihrauch, Myrrhen, reines Gold Als reiche Gabe floß? Das ist der Herr, der weise, starke Gott, Der uns und aller Welt zu sein gebot. Wer fißt so blaß auf goldnem Thron, Von Angst und Blut berauscht? Was sucht sein Blick voll Grimm und Hohn, Das Schwert in seiner Fauft? Steh ab, Tyrann! Du stellst dem Kinde nach; Doch findest du nur Fluch und eigne Schmach. O unvergleichlich schöner Stern, So einst der Welt erschien, Geleit' auch uns zu Gott dem Herrn, Zur reinsten Jungfrau hin! Denn unser Herz sei ganz nur ihm geweiht, Er sei gelobt in alle Ewigkeit. hiper 247 16. Mai. Die Flucht nach Egypten. " Josepb stand auf, nahm noch in selber Nacht das Kind und die Mutter, und floh nach Egypten." ( Matth. 2, 14.) Betrachtung. SK aria und Joseph waren noch mit dem Kinde Jesus in der Stadt Davids, als die Weiſsen aus dem Morgenlande, wie wir gestern vernommen haben, von einem wunderbaren Sterne geleitet, über Jerusalem nach Bethlehem kamen und dem erkannten Gottesfinde Gold, Weihrauch und Myrrhen zum Geschenke brachten. Diese Ehrenbezeugungen so weifer, mächtiger, gottesfürchtiger Fremdlinge vor ihrem Jefus, und deren Erzählungen von der Erscheinung des Sterns und dem Vorhaben des Königs Herodes waren nun wieder reiche Nahrung für die nachdenkende und stillanbetende Seele der Mutter Jesu. Du glücklichste der Frauen, welche glorreiche Dinge werden kommen von nun an und zu allen Zeiten. Allein im Rathschlusse Gottes ward es anders be schlossen. Es war nämlich mit dem Vorhaben des Hero 248 des nicht so aufrichtig gemeint. Denn als die Weisen, im Traume gewarnt, nicht mehr nach Jerusalem zurückfamen, wurde der König ernstlich besorgt, und fing an für seinen Thron zu fürchten. Aber bald war sein Entschluß auch gefaßt. Will man mir so dachte er in seinem 3orne- will man mir die Geburtsstätte des fo genannten neuen Judenkönigs nicht kundgeben, so werde ich denselben doch nicht verfehlen. Wohlan! rief er, man tödte alle Knäblein, die noch nicht über zwei Jahre alt sind, in Bethlehem und der Umgegend; denn aus dir, Bethlehem im Lande Juda, sollte er ja hervorgehen. Und wie der König befohlen, so geschah es. Doch, wen Gott schüßt, den erreicht feines Wütherichs Hand. Kaum hatte Herodes seinen Mordbefehl ergehen lassen, erschien ein Engel des Herrn dem Jofeph im Traume und gebot ihm, unverzüglich mit dem Kinde und der Mutter nach Egypten zu fliehen; denn Herodes suche das Kind zu tödten. Joseph stand auf, nahm noch in selber Nacht das Kind und die Mutter, und floh in das vorgezeigte Land. Der selige Albertus der Große betrachtete hier, wie Maria damals ausrief: mein Gott! so muß denn Derjenige, der gekommen ist, die Menschen selig zu machen, vor diesen Menschen fliehen? Jeßt erkannte die göttliche Mutter, wie die Weissagung Simeons schon anfing in Erfüllung zu gehen. Ach, konnte es wohl einen größeren Schmerz für Maria geben, als daß Derjenige, der kaum geboren war, und der noch an der Brust seiner Mutter hing, schon mit derselben unter tausend Mühseligkeiten fliehen mußte hinaus in eine unbekannte ferne Welt. - 249 smism Nebung. Wenn wir nun so Jesus, Maria und Joseph auf der Flucht das ferne Egypten durchwandern sehen, so soll uns das eine Lehre sein, daß auch wir keine bleibende Stätte haben hier auf Erden, sondern die zukünftige suchen. Wer sich aber die Leiden dieser Erdenpilgerschaft erleichtern will, der muß, wie Joseph, Jesus und Maria mit sich nehmen. Wer liebevoll diesen göttlichen Sohn und seine Mutter im Herzen trägt, dem werden alle Schmerzen und Ungemächlichkeiten leicht und süß und lieb sogar. Ganz besonders aber laßt uns 12 beſonders aber laßt uns die Flucht ergreifen vor Sünden und Lastern; denn diese sind es, die den Herrn verfolgen und ihn zu törten, auf's Neue wieder zu kreuzigen suchen. gebet. Ach, meine liebe Mutter Maria! obgleich Dein Sohn durch die Grausamkeit der Menschen, die Ihn bis zu Seinem Tode verfolgt haben, schon gestorben, aber wieder auferstanden ist, so hören dennoch diese Undankbaren nicht auf, Ihn durch ihre Sünden fortwährend zu peinigen und Dich, meine liebe Mutter, zu betrüben. Mein Gott! auch ich bin einer dieser Unglückseligen gewesen, die mit dem Herodes Deinem Kinde nach dem Leben - 250 strebten. O meine süße Mutter Maria! erbitte mir Thränen, einen so großen Undank zu beweinen. Um der Leiden willen, die Du, o zarte Jungfrau! auf der Flucht nach Egypten ausgestanden, erbitte mir die Kraft, mit Geduld und Ergebung alle Be= schwerden und Unannehmlichkeiten zu ertragen, stehe mir bei auf meiner flüchtigen und so gefahrvollen Reise in die Ewigkeit, damit ich endlich mit Dir vereinigt meinen verfolgten Heiland im Vaterland der Seligen ewig lieben und loben möge. Amen. ( Wie am 1. Mai.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Jesus, Maria und Joseph, stehet uns bei und helfet uns! Ihr Stüßen der katholischen Kirche, stehet uns bei und helfet uns! 251 Ihr Spiegel aller Tugenden, Ihr Quellen der göttlichen Gnaden, Ihr Bäume des Lebens, Ihr Brunnen des Heiles, Ihr Versöhner Gottes, Ihr Erleuchter der Blinden, Ihr Sterne auf dem Meere des Lebens, Ihr guten Hirten der Seelen, Ihr Nährer der Armen, Ihr Helfer in allen Nöthen, Ihr Aerzte der Kranken, Ihr Beschüßer der Sterbenden, Ihr Führer zum Himmel, In allen unseren Anliegen, In Leiden und Widerwärtigkeiten, In Feuersgefahr und Hagelschlag, In Trübsal, Krieg und Hungersnoth, In Unglück und Verfolgung, In Krankheit und Verlaffenheit, In jeder Gefahr zur Sünde, In unserem letzten Todeskampfe, Wenn Welt und Freunde von uns weichen, Wenn uns kein Mensch mehr helfen kann, Wenn Furcht und Angst uns überfallen, Wenn Verstand und Sinne schwinden, Wenn der Mund kein Wort mehr spricht, Wenn das sterbend Auge bricht, Wenn falter Schweiß von der Stirne rinnt, Stehet uns bei und helfet uns! 252 Wenn der Athem stille steht, stehet uns bei und helfet uns! Wenn die Seele hinüberfährt, stehet uns bei und helfet uns! Wenn das Urtheil ihr gesprochen wird, stehet uns bei und helfet uns! Jesus, Maria und Joseph, stehet uns bet und helfet uns! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! ODu Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! ODu Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmſt die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! mt 12 Vater unser. Ave Maria. V. Du hast uns, o Jesus! in Deinem Blute erlöſet, R. Und unserem Gotte uns zu Unterthanen gemacht. V. Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin! R. Daß wir theilhaftig werden der Verheißung Chrifti. 253 V. Ein treuer Mann wird viel gepriesen werden; R. Und ein Beschüßer seines Herrn wird verherrlichet! Lasset uns beten. O Gott, der Du Deinen eingebornen Sohn zum Erlöser der Welt bestimmt, und uns durch Ihn nach überwundenem Tode barmherzig zum Leben wiedergebracht hast, gib, daß wir bei Erinnerung dieser Wohlthaten Dir mit ewiger Liebe zugethan seien, und die Früchte dieser Erlösung genießen mögen. Verleihe auch, allmächtiger Gott! wir bitten darum, daß Deine Gläubigen, welche sich des Schutzes der seligsten Jungfrau Maria erfreuen, durch Ihre holdselige Fürbitte von allen Uebeln auf Erden befreiet werden, und zu den ewigen Freuden im Himmel gelangen mögen. Gott Jesus Christus! der Du mit unaussprechlicher Fürsicht den heiligen Joseph zum Gefährten Deiner heiligsten Gebärerin erwählet hast, gib uns doch, daß wir Ihn, den wir als unsern Beschützer auf Erden verehren, auch zum Fürbitter im Himmel haben. Der Du lebst und regiereft mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 254 Sonett. Zur Nacht gewarnet durch des Engels Worte Maria schnell mit ihrem Jesus fliehet, An Josephs Hand aus Bethlems Fluren ziehet Zum Nilesstrand, zum fernen Heiden- Orte. Nur gottvertrauend eilt des Himmels Pforte Stillbetend hin, ob heiß die Sonne sprühet, Ob Durst und Hunger quälet,- nur bemühet, Daß nicht den Sohn Tyrannen wuth ihr morde. Doch wem gelingt's, der Mutter Noth zu malen? Des Kindleins Wiegenland verlassend wallet Verfolgt sie durch der Wüste glühend' Meer. Umsonst erfinnt der Wüthrich Tod und Qualen; Der Klage Schrei in Rama laut erschallet, Und Rachel weint die Knäblein sind nicht mehr. 88 255 17. Mai. Die Rückkehr nach Nazareth. .Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und ziehe in das Land Israel." ( Matth. 2, 20.) Betrachtung. Dachdem in Egypten jene Geheimnisse, welche im Rathschlusse Gottes lagen, allbereits vollzogen und unzählige Menschen mit den größten Wohlthaten überhäuft wurden, zu Jerusalem aber der graus fame Herodes gestorben war: erschien der Engel des Herrn abermals dem heiligen Joseph und sprach: ,, Steh' auf, nimm das Kind und seine Mutter, und ziehe in das Land Israel." Boll Freude über diese gute Botschaft eilte der heilige Mann zu Jesus und Maria, um ihnen dieselbe mitzutheilen, worauf sie dann unverzüglich die Veranstaltung trafen zur frohen Rückkehr. Als sie so bei vielen Drangsalen und Entbehrungen an die Grenze des Landes Israel kamen und Joseph hörte, daß Archelaus, der nicht minder grausame Sohn des Herodes, im Judenlande regiere, fürchtete er sich, dahin zu ziehen. Im Schlafe neuerdings ermahnt, zog er in das Land von Galiläa, fam da glücklich nach Nazareth und bezog dort wieder jene stille Wohnung, die er vor so manchem Jahre verlassen hatte. Der thätige Mann 256 ordnete also gleich den bescheidenen Haushalt, und begab sich in Gottes Namen wieder an seine 3immermannsarbeit, um damit seinem anvertrauten Sohne und der Mutter im glücklichen Schweiße des Angesichtes den nö thigen Lebensunterhalt verschaffen zu können. Maria aber stand ihrem Gemahl treu zur Seite, vollbrachte hier, fern von dem unruhigen Treiben der Welt, fern von marternden Sorgen für das Zeitliche, fern endlich von dem eitlen Streben nach Ehre und Auszeichnung, in unaufhörlichem Dienste des Herrn, selig und höchstbeglückt in der beständigen Gegenwart ihres Sohnes, ein an allen Tugenden fruchtbares, inneres, geistiges Leben. mi So sehr sich die jungfräuliche Mutter dem Gebet ergab, versäumte sie keineswegs die Pflichten ihres Standes. Mit allem Fleiße besorgte sie das übrige Hauswesen, oblag mit heiliger Ehrfurcht der Pflege ihres theuersten Kindes und war einzig bemüht, das kleine Mahl und die einfache Kleidung ihrer Familie mit eigener Hand zu bereiten. Maria jedoch arbeitete so, daß fie dabei ihres Gottes nicht vergaß, und so wurde ihr die Arbeit selbst zum unausgeseßten Gebete, wie auch durch reine Absicht und gute Meinung eine reiche Quelle des Segens und Verdienstes für sie und die Ihrigen. O Anblick, würdig des Himmels, die heilige Familie zu Nazareth zu schauen, wo Jesus mit Maria und Joseph unter einem friedlichen Dache beisammen wohnten. Uebung. me Yoo br Bist du aufgestanden von dem Schlafe deiner Mängel und Gebrechen, und hast du zu dir ges 257 nommen das Kind Jesus, und zur Begleiterin dir erbeten seine Mutter; o dann ziehe in das Land Israel. Aber sei vorsichtig wie der heilige Joseph, begib dich nie mehr dort hin, wo deiner Seele Gefahr drohen könnte, sondern laß dich mahnen und führen von deinem Schutzengel. Welch ein schönes Beispiel gibt dir wieder Maria zu Nazareth. Liebe die Zurückgezogenheit, begnüge dich im Kreise der Deinigen; sprich so recht oft mit der Sprache kindlicher Einfalt und Liebe mit deinem Jesus: du wirst dich in seinem Umgange glücklich fühlen. Unterlaß oder vernachlässige dabei aber nicht die gewissenhafte Vollziehung deiner Berufsarbeiten. Verrichte sie zur Ehre Gottes, opfere ihm jede Mühe und Anstrengung auf und flehe um seinen Beistand und den Schutz Mariens, so wird all' dein Thun und Lassen dem Herrn wohlgefallen. gebet. JON O reinste Jungfrau und Gottesgebärerin! hilf mir durch Deine Fürsprache, daß ich aus der Versunkenheit meines Sündenlebens mich emporrichte und durch die Gnade und Kraft Gottes zu einem neuen Leben erwache. Führe mich auf den Weg eines Gott gefälligen Lebens, stehe mir bei in den Versuchungen; warne mich, wenn ich irre gehe oder neuen Gefahren entgegeneile, damit ich ausbarrend Kaltner's Mai- Andacht. 17 258 int Guten an's selige Ziel und Ende gelange. Dazu verhelfe mir aber ganz besonders Dein erhabenes Beispiel, o heilige Jungfrau Maria! Ach, wie viele Stunden, wie viele Tage habe ich zugebracht, an denen ich vom Strudel der Welt dahingerissen, oder allzusehr vertieft in zeitlichen Mühen und Sorgen, Gott und Deiner nicht gedachte. O meine liebe Mutter, die Du so gerne die Sünder erhörest, beschüße mich vor Kälte in Ausübung meiner heiligen Religionspflichten. Laß die beständige Vergegenwärtigung Gottes nie aus meiner Seele weichen sei es in Stunden einer erlaubten Erholung, bei der Arbeit, oder in den Augenblicken, die zur stillen Andacht mir vergönnt sind: lehre mich beten ohne Unterlaß. Jesus, Maria und Joseph! stehet mir bei, so lange ich lebe, bis meine Seele zurückkehret ins himmlische Vaterhaus. Amen. ( Wie am 1. Mai.) L Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! 259 Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Chrifti, Durch die Liebe, mit welcher Du Christum empfangen hast, Durch die Liebe, mit welcher Du ihn getragen baft, lis@ ni hoplo on 12 Durch die Liebe, mit welcher Du ihn geboren haft, Durch die Liebe, mit welcher Du ihn gesäuget hast, Durch die Liebe, mit welcher Du ihn ernähret bast, Durch die Liebe, mit welcher Du ihn angebetet haſt, Durch die Liebe, mit welcher Du ihn geopfert baft, and we Durch die Liebe, mit welcher Du ihn gerettet hast, Durch die Liebe, mit welcher Du ihn nach Nazareth zurückgeführet haft, de Durch die Liebe, mit welcher Du ihm gedienet hast, Durch die Liebe und Treue, mit welcher Du dem heiligen Joseph ergeben warst, 52 10 10 Bitte für uns! 260 Daß wir Dir nachfolgen in Deiner Unschuld und Heiligkeit, Daß wir Dir nachfolgen in Deiner Stille und Zurückgezogenheit, Daß wir Dir nachfolgen in Deiner Demuth und Geduld, Daß wir Dir nachfolgen in Deinem Bestreben, nur Gott zu gefallen, Daß wir Dir nachfolgen in Deiner Demuth und Zufriedenheit, Daß wir Dir nachfolgen in Deiner Arbeitsliebe und Thätigkeit, Daß wir Dir nachfolgen in Deiner Andacht und Inbrunst, Daß wir Dir nachfolgen in Deiner Liebe zu Gott und den Menschen, doig Bitte für uns! Daß wir fromm und christlich leben, Daß wir gut und selig sterben, Daß wir zu Dir in den Himmel kommen, s Maria! Du Muster aller Mütter und Frauen, Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! 261 Vater unser. Ave Maria. V. Ich bin die Mutter der schönen Liebe, R. Der Gottesfurcht, der Erkenntniß und der No heiligen Hoffnung. Lasset uns beten. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du den Leib und die Seele der gebenedeiten Jungfrau Maria zu einer würdigen Wohnung Deines Sohnes durch Mitwirkung des heiligen Geistes vorbereitet, und in ihr der Welt ein so erhabenes Beispiel der Vollkommenheit aufgestellt hast; gib, daß wir ihr Andenken stets würdig feiern, ihrem seligsten Wandel getreu nachfolgen, und so durch eifrige Nachahmung ihrer Tugenden verdienen, daß diese bei Dir Alles vermögende Mutter im Leben unsere Fürsprecherin, im Sterben unsere Trösterin, und einstens beim Gerichte unsere Vermittlerin sein möge, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. An Maria. Geliebte Mutter, voll der Herzensmilde! Ich kniee hier vor Deinem Gnadenbilde, Und bringe Dir mein findlich schwaches Fleh'n: 262 Ich weiß es, Keinen hast Du je verstoßen, Der seiner Seele Tiefen Dir erschlossen, Durft Keiner unerhört von dannen geh'n. Du flehst bei Deinem Sohne nicht vergebens, Gebärerin der Güte und des Lebens! Er höret Deiner Stimme Lieblichkeit; Denkt gerne noch der zarten Mutterfreuden, Und Deiner Sorgen, ach! und Deiner Leiden, Und Deiner ihm verwandten Heiligkeit. 11 DIT Erglühe Dir in treuer Kindesliebe, Und liebe Dich mit brennend heißem Triebe, Noch mehr, als jene, die mich einst gebar. Laß fürder nimmermehr von Dir mich trennen; Will ewig Dich nur meine Mutter nennen, die Dies schwör' ich Dir an diesem Weihaltar! Hab's tief erkannt, hab's tief an Dir gelesen, Wie engelrein und selig Du gewesen, Und blick' erstaunt auf Deine Tugend hin; Denn seh' ich Dich im stillen Kreis der Deinen Der Hände Arbeit mit Gebet vereinen: Erwacht in mir ein heilig' frommer Sinn. Die Welt vergeht mit ihren Herrlichkeiten, Wer Gott gehorcht, besteht für alle Zeiten, Ein solcher Friede währet ewiglich. So gib nun, Mutter! daß mit Christentreue Ich Gott allein mein ganzes Dasein weihe; Erhöre mich, ich bitte innigst Dich. Qui Un 263 Maria! laute Stürme hör' ich brausen, Den Bergesgipfel hüllet nächtlich Grausen, Am Felsenriffe sich das Wetter bricht; In meinem Geiste doch erglänzt die Sonne, Und um mein Herz ergrünet Frühlingswonne: Strahlt lächelnd mir Dein holdes Angesicht. isad Sister 570) 880 18. Mai. Die Wallfahrt nach Jerusalem. „ Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel fißend unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und ste fragte." ( Luk. 2, 46.) Betrachtung. esus war zwölf Jahre alt geworden, als Maria und Joseph, ihrem heiligen Brauche gemäß, zu dem hohen Osterfeste nach Jerusalem wallfahreten. Diesmal aber war es, daß Jesus in einem so zarten Alter schon seine Eltern bat, fie begleiten zu dürfen. Nachdem nun die Feierlichkeit zu Ende war, geschah es, daß der Knabe ohne Verschulden der Eltern verloren ging. Da nämlich die Männer gesondert von den Frauen gingen, Kinder aber die Freiheit hatten, an welche Schaar sie sich anschließen wollten, vermathete Joseph, 264 der Knabe Jesus befände fich an der Seite seiner Mutter bei den Frauen, und Maria meinte, Er wäre bei Joseph oder bei den übrigen Reisegefährten, die ihn ja Alle ungemein lieb gewonnen hatten. Doch wie groß war der Schmerz Mariens, als in der ersten Nachtherberge, wie sie doch hoffte, der Knabe Jesus nirgends zu finden war. Noch in der Nacht kehrte fie mit Joseph nach Jerusalem zurück, und suchten da überall nach ihrem Sohne. Erst am dritten Tage, als sie sich nochmals in den Tempel begaben, fanden sie Jesum, wie er mitten unter den Lehrern saß, dieselben anhörte und befragte, so daß sich Alle über seine Weisheit verwunderten. Seine Mutter, deren gefühlvolles Herz diese drei Tage hindurch so viel gelitten hatte, konnte jedoch ihre Angst, ihren Kummer nicht so geschwind wieder vergessen, so daß sie selbst mitten in der Freude des Wiederfindens zu Jesus sprach: Mein Sohn! warum hast Du uns dieses gethan? Dein Vater und ich haben Dich mit Schmerzen gesucht." Mit diesen Worten wollte Maria dem frömmsten Knaben keineswegs einen Vorwurf machen, sondern sie wollte ihm nur dadurch ihren Schmerz zu erkennen geben wegen seiner langen Entfernung. Kein Vorwurf war es sagt der heilige Dionysius, der Karthäuser, sondern eine liebevolle Klage. Sanft und. freundlich erwiderte hierauf der Knabe Jesus: War es denn nöthig, mich so lange zu suchen; fonntet ihr denn nicht denken, daß ich in dem Hause meines Vaters sein müsse? Doch Niemand begriff diese Rede, selbst Maria verstand sie für diesen Augenblick nicht; denn ihr Herz war noch zu sehr von dem Kummer über den Verlust -- 265 und von der plößlichen Freude des Wiedersehens eingenommen, als daß sie hätte daran denken können, wie ihn der Vater im Himmel jetzt schon wegrufe von der Mutter Seite. Sie konnte nicht begreifen, daß ihr Knabe schon jetzt beschäftiget sein müsse mit dem Worte und Geseße des himmlischen Vaters, um sich zu dem großen Werke, wozu er gesandt war, vorzubereiten. Aber dennoch bewahrte Maria jene Worte gar wohl in ihrem Herzen. Bon Jerusalem kehrten Maria und Joseph mit ihrem liebsten Sohne wieder zurück in die stille Hütte zu Nazareth, und Jesus war ihnen unterthan, und nahm zu sowie an Alter, auch an Weisheit und Gnade bei Gott und den Menschen. sisia Uebung. opysc 30 Maria hatte nur die leibliche Gegenwart Jeſu verloren; sie behielt aber seine ganze Freundschaft. Vielleicht verlorest du schon das Kostbarste im Himmel und auf Erden, die Gnade und Freundschaft Jesu. Ueberaus glücklich die Seele, von welcher Jesus niemals sich entfernte; sie allein weiß und kann sagen, was das Paradies auf Erden ist. Man beweint einen zeitlichen Verlust und ist trostlos darüber; und nimmt sich nicht zu Herzen, wenn man seinen Gott verloren hat. Wo aber wirst Du den Verlornen finden? Finden wirst Du Jesum, wo Maria thn fand, im Tempel, an der Stätte des Gebetes, unter den Uebungen der Religion, in 266 der Gesellschaft frommer Seelen. Dort suchten Ihn und suchen Ihn noch Alle, denen es Ernst ist, Ihn zu finden, ob sie dann durch die Verirrungen eines lafterhaften Lebens sich von Ihm entfernten, oder ob sie durch Nachlässigkeit und freiwillige 3erftreuung Ihn aus dem Gesichte verloren. O des süßen und lieblichen Friedens, wenn Du, meine Seele! Ihn fandest; wache aber auch mit doppelter Aufmerksamkeit über Dich selbst, auf daß Du Ihn nie mehr verlierest. gebet. heilige Jungfrau! Du haft schon ſo viele Herzen mit Deiner Liebe entzündet, entzünde auch mein armseliges Herz, damit ich stets in Liebe zu Gott und Dir erglühe. Ach, wie viele Stunden, wie viele Tage habe ich zugebracht, an denen ich, mit nichtigem Tande beschäftigt, mich vom Strudel der Welt hinreißen ließ, und Gottes und Deiner nicht gedachte wo meine Seele ganz Desjenigen vergaß, der allein ihr Ruhe und Frieden zu geben vermag. Aber wie schmerzt mich, o Maria! das peinigende Bewußtsein, so kalt und gleichgiltig gegen Deinen liebsten Sohn und Dich gewesen zu sein. O meine liebenswürdige Mutter! wenn Dein Jesus, den ich so schändlich verloren, noch nicht in mein Herz zurückgekehrt ist, so mache Du, daß ich Ihn 267 wiederfinde. ,, Gut ist ja der Herr der Seele, die Ihn sucht" mache daher, daß ich Ihn suche, und zeige mir, wie ich am ersten zu Ihm komme: Beschüße mich vor Gleichgiltigkeit in Allem, was die heilige Religion betrifft. Laß das beseligende Andenken an Gott nie aus meinem Herzen schwinden, sei es in Stunden, wo mein Stand mir Beschäftigungen auferlegt, oder in den Augenblicken, die ich in der Einsamkeit dem ruhigen Nachdenken widmen kann. Schenke mir gute Freunde und Führer auf dem Wege des Heiles, besonders aber set Du mir stets zur Seite, heilige Maria, Mutter Gottes, und bitte für mich armen Sünder jetzt und in der Stunde des Absterbens. Amen. ( Wie am 1. Mat.) - Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! 268 Jesus, Du Sohn des lebendigen Gottes, Jesus, Du Muster der Kindheit und Jugend, Jesus, der Du heranwuchsest zur Freude Deiner Eltern, Der Du Deiner Mutter unterthänig warst, Der Du Deinem Nährvater Gehorsam leistetest, Der Du zunahmst wie an Alter so auch an Weisheit und Liebenswürdigkeit, spi Der Du Dich als zwölfjähriger Knabe nach di Jerusalem begabst, Der Du allda dem Osterfeste beiwohntest, d Der Du so gerne im Hause Deines himmlidischen Vaters verweilteft, id du Der Du von Deinen Eltern verloren wurdest, Der Du von Denselben drei Tage lang mit Schmerzen gesucht wurdeft, Der Du im Tempel mit Freuden gefunden wunderung brachtest, Der Du mit Maria und Joseph wieder nach BES wurdeft, Der Du mit Eifer Gottes Worte hörteft, Der Du Alle mit Deinen Antworten zur Vertendas CH Nazareth zurückzogest, Sei uns gnädig, verschone uns, o Jesus! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Jesus! Von allem Uebel, erlöse uns, o Jesus! Erbarme Dich unser! ERA Von aller Sünde, erlöse uns, o Jesus! Von jugendlichem Leichtsinne, erlöse uns, o Jesus! 269 Von Ungehorsam und Frechheit, Von Eigenfinn und Widerspenstigkeit, Von der Lüge und Heuchelei, jubine Von Arbeitsscheu und Trägheit, Von der Gleichgiltigkeit gegen Gottes Wort, Von der Lauigkeit im Gebete, Von der Undankbarkeit gegen Eltern, Lehrer und Wohlthäter, Von aller Hoffart und Eitelkeit, Durch Deine heilige Menschwerdung, Durch Deine gnadenreiche Geburt, Durch Deine Armuth und Herablassung, Durch Deine frömmste Jugend, Durch Deine kindliche Liebe zu den Eltern, Durch Deine Wallfahrt nach Jerusalem, Durch die Freude Mariens, als sie Dich gefunden hatte, Wir arme Sünder, Daß wir schon in den Tagen der Jugend unsers Schöpfers gedenken, Daß wir schon von Jugend auf in der Furcht Gottes wandeln, Daß wir die Befehle unserer Vorgesetzten als Deine Befehle betrachten, Daß sich alle Kinder bestreben, Dir in der Tugend und Frömmigkeit nachzufolgen, Daß wir Niemanden zum Bösen verleiten, Erlöse uns, o Jesus! Wir bitten Dich, erhöre uns! 270 Daß wir den Tugendpfad in der Jugend wie im Alter niemals verlassen, Daß wir gerne im Hause Deines Vaters verweilen, Daß wir alle Deine Worte im Herzen behalten, Daß Du diese unsre Andacht nicht verwerfest, erhöre Wir bitten Dich, uns! Du zwölfjähriger Jesus im Tempel, O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmiſt die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmſt die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! no Vater unser. Ave Maria. 100) V. Erhebe Dich, o Christus! uns zu helfen; R. Und uns zu erlösen um Deines Namens willen! 271 Lasset uns beten. or silp Göttlicher Knabe Jesus! Du Abglanz des himmlischen Vaters! Du hast Dich gewürdiget, aus Liebe zu uns die Höhe Deiner Gottheit und heiligsten Menschheit bis zum Stande eines armen Kindes zu erniedrigen; verleihe uns die Gnade, daß wir, die wir die göttliche Weisheit in Deiner Kindheit, die Allmacht in Deiner Schwachheit, und die Majestät in Deiner Niedrigkeit erkennen und tiefgebeugt anbeten, Dich dereinst als unendlich groß und erhaben im Himmel anschauen und besitzen mögen, der Du lebst und regiereft mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Der Knabe Jesus. Voll der Majestät und Güte, Weiser noch denn Salomon, Lehrt in der Beruf'nen Mitte, Schon Mariens frommer Sohn. Staunend blicken die da waren; Denn aus Gottesgleichem Mund Macht der Knabe von zwölf Jahren Heut die hehre Sendung fund. Also die Gelehrten lehrend Fand den Sohn, die Gott erfor, Bun 272 Als von Salems Tempel fehrend, Ach! den Liebsten sie verlor. Wiederfindens Bonne In des Ophy 30g nach stillem Dankgebet Jetzt die Mutter mit dem Sohne Froh hinab nach Nazareth. Hochbeglückte Mutter! ziere Du mein tugendarmes Herz. Daß ich Jesum nie verliere. Bis ich fehre heimatwärts. Denn mit Dir im treuen Bunde Find' ich Friede, Troft und Ruh', Wallt mein Geist zur Todesstunde Froh der schönen Heimat zu. 880 100 troch 273 19. Mai. Jesus und Maria am Sterbebette des heiligen Josephs. - Selig sind die Todten, die in dem Herrn sterben. Sie ruhen aus von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nacb." ( Offenb. Joh. 14, 13.) Betrachtung. ch begreife nicht schreibt der heilige Alphons von Liguori wie man an die Königin der Engel denken und die Zeit, in der sie mit dem Kindlein Jesus so viel auszustehen hatte, betrachten kann, ohne daß man zugleich dem heiligen Jofeph Dank sage für die treuen Dienste, die er damals der Mutter und dem Kinde geleistet hat. Joseph, der gerechte Mann, der jede Tugend hoch zu schäßen wußte, war von innigster Liebe beseelt zu seiner jungfräulichen Gemahlin Maria. Aber er betrachtete sie zugleich als die geliebte Braut seines Gottes, der sie auserwählte, die Mutter seines eingebornen Sohnes zu werden. Erwäge darum, christliche Seele, wie groß erst die Liebe war, die Joseph zu seinem Heilande trug. Nachdem Gott diesen Heiligen zum Nährvater Jesu Christi bestimmt hatte, so mußte er ihm auch die Liebe eines Vaters, des Vaters eines so Kaltner's Mai- Andacht. 18 274 liebenswürdigen Sohnes einflößen. Ja, welche Flammen heiliger Liebe mußten sich in dem Herzen Josephs entzünden, wenn er sah, daß sein Heiland ihm wie ein Lehrjunge half, seine Zimmermannswerkstätte öffnete und zuschloß, mit ihm Holz sägte, mit dem Hobel und der Art arbeitete, die Hobelspäne fammelte, das Haus ausfehrte, mit Einem Worte, wie Jesus Alles that, was man ihm befahl. Welche übernatürliche Liebe mußte fich in dem Herzen Josephs entzünden, wenn er dieß süße Kind in seinen Armen trug, wenn er es liebkoste, und Jesus seine Liebe erwiederte; wenn er Worte des ewigen Lebens aus seinem Munde vernahm, die eben so viele Liebeepfeile waren, welche sein Herz durchbohrten. Allein betrachten wir heute insbesonders, wie der heilige Joseph, nachdem er Jesus und Maria so treu beschüßt und geliebt hatte, im Hause zu Nazareth auf dem Sterbebette lag. Der König Himmels und der Erde saß auf der einen, Maria, die treuliebende Gemahlin, fuiete auf der andern Seite feines ärmlichen Bettes und in so süßer und so heiliger Gesellschaft verließ er voll himmlischen Friedens diese elende Welt. Selig sind die Todten, die in dem Herrn sterben. Sie ruhen aus von ihrer Arbeit, und ihre Werfe folgen ihnen nach." Ja, sanft und selig war Joferhs Hinscheiden in Ges genwart Mariens, in Gegenwart eines solchen Sohnes, der zugleich sein Erlöser war; wie hätte auch der Tod Demjenigen bitter vorkommen können, der in den Armen des ewigen Lebens starb! Niemand ist im Stande, aus zudrücken oder zu begreifen, welche Ergebung, welch' ein himmlisches Entzücken jene Worte im Herzen Josephs 275 bewirkten, die ihm bald Jesus, bald Maria bis zum letzten Augenblicke zusprachen. Uebung. Weil Joseph immer heilig gelebt hatte, so war auch sein Tod sanft, ruhig, ohne Angst und Furcht. Nicht so stirbt derjenige, der seinen Gott beleidigt und die Hölle verdient hat; jodoch wird auch ein Solcher großen Trost empfinden, wenn der heilige Joseph dem Reuigen beisteht und ihn gegen die Anfechtungen des bösen Feindes vertheidigt, der ohne Zweifel dem gehorchen muß, dem ein Gott unterthänig war. Drei Ursachen sind es absonderlich, warum wir den heiligen Nährvater Christi als einen mächtigen Fürsprecher der Sterbenden verehren. Für's erste liebt ihn Jesus, gleich Maria, nicht nur als einen Freund und Auserwählten, sondern auch noch als seinen Vater und Ernährer. Gerson sagt, daß die Bitten des heiligen Josephs gewissermaßen für Jesus Befehle sind. Da ferners Joseph unsern Heiland von den Nachstellungen des Herodes befreite, so hat Gott ihm die Macht ertheilt, die Sterbenden vor den Angriffen des Teufels zu schüßen. Und endlich hat der Beistand, den Jesus und Maria dem heiligen Joseph in seiner Todesstunde leisteten, ihm das Recht erlangt, auch seinen treuen Dienern und Verehrern einen heiligen 276 und sanften Tod zu erbitten. Wenn ihn also diese in threr Sterbestunde anrufen, so wird er ihnen nicht nur beistehen, sondern auch noch die Hilfe Jesu und Mariens verschaffen. gebet. Oheiligster der Patriarchen, glorwürdiger Nährvater Jesu Christi und jungfräulicher Bräutigam der allerfeligsten Jungfrau Maria! in Demuth begrüße ich Deine glänzende Erhabenheit, und weihe Dir eine besondere Verehrung, Dir, den der Himmlische Vater als den Gerechtesten in Israel erkor, zum einzigen Mitwisser des größten aller Geheimnisse auserwählte und dem er den höchsten Schatz seines väterlichen Herzens, seinen eingebornen Sohn, übergab, die hochheilige Menschheit desselben zu beschützen, zu nähren und zu leiten. O ge= treuester, liebreichster Vater Joseph, Du Führer und Leiter der heiligen Familie! um Deiner Liebe zu Jesus und Maria willen bitte ich Dich, nimm mich heut und für immer als Deinen Diener an. Um der lieben Gesellschaft willen, die Jesus und Maria Dir auf Erden leisteten, beschütze mich, so lange ich lebe, und bewirke, daß ich mich nie wieder von Gott durch den Verlust seiner Gnade trenne. Gedenke, o heiliger Joseph! gedenke der unaussprechlichen Wonne, mit welcher Du unter 277 dem Beistande Deines göttlichen Pflegesohnes und ſeiner allerheiligsten Gebärerin, Dein tugendreiches Leben beschlossfest und in ihren Armen verschiedest; sei doch auch mein Beschüßer in jener bitteren Stunde, wenn meine stammelnde Zunge es nicht mehr vermag, Deinen heiligen Namen mit den süßesten Namen Jesus und Maria vereint anzurufen, damit ich Dir eines Tages im Himmel danken und in Deiner Gesellschaft Gott die ganze Ewigkeit hindurch loben und preisen könne. Amen. ( Wie am 1. Mai.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Heiliger Joseph, Du Nährvater Jesu Christi, Du Beschüßer unsers Erlösers, für uns! Bitte 278 Du Bräutigam der Jungfrau Maria, Du Gerechter nach dem Herzen Gottes, Du Stütze der jungfräulichen Mutter, Du vorsichtiger Hausvater, Du Zierde der Patriarchen, Du Vorbild der Jünglinge, Du Lilie der Reinigkeit, Du Beispiel der Keuschheit, Du Spiegel der Ehemänner, Du gehorsamer Diener des Herrn, Du Beschirmer in allen Nöthen, Du Zuflucht der Bedrängten, Du Vater der Armen, Du Erhalter des Friedens, Du Schutz der Reisenden, Du Muster der Arbeitsleute, Du Hilfe der Kranken, Du Fürsprecher der Sterbenden, Wir arme Sünder, Daß Du uns von Jesus die Verzeihung erbitteft, Daß Du der Jugend die Jünglings- Reinheit bewahren helfest, Daß Du allen Brautleuten die wahre Liebe erflehest, Daß Du den Verehelichten die standesmäßige Keuschheit erhalteft, Bitte für uns! uns, o heiliger Wir bitten Dich, erhöre Joseph! 279 Daß Du ihnen die beiderseitigen Kreuzlein tragen helfeft, Daß Du allen Hausvätern Einsicht und Stärfe erwerbest, Daß Du allen Eltern in der christlichen Kinderzucht beistebest, Daß Du allen Vorstehern in der Regierung ihrer Unterthanen zu Hilfe kommest, Daß Du alle, die auf Deine Hilfe vertrauen, beschirmeft, Daß Du uns Allen mit Jesus und Maria in der Todesnoth beispringest, Heiliger Joseph, Du Gemahl der Gottesmutter, O du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! O du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmft die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser. Vater unser. Ave Maria. D heiliger Joseph! Wir bitten Dich, erhöre uns, 280 V. Der Gerechte wird emporsproffen, wie eine Lilie, R. Und blühen in Ewigkeit vor dem Herrn. Laffet uns beten. Heiliger Joseph! in jene ehrwürdigen Hände, mit welchen Du das göttliche Kind Jesu getragen haft, empfehlen wir unsre Seele; Dir, der Du dem heiligen Hause zu Nazareth vorgestanden, übergeben wir unsere Sorgen und Anliegen. Nimm uns in Deine mächtige Obhut, und hilf uns, daß wir gottgefällig leben, glückselig sterben, und mit Dir und Maria uns ewig erfreuen im himmlischen Reiche. Amen. St. Joseph. Geht alle zu Joseph, dem Vater der Armen, Er stillet den Jammer, er heilet den Schmerz; Sein Vaterherz glühet von Lieb und Erbarmen, Fleht innig, und öffnet ihm kindlich das Herz. Ihm gleichet fein Engel an Hoheit und Würde, Weil Gott ihm sein Liebstes zur Pflege vertraut; Wohl groß ist der Auftrag, doch leicht wird die Bürde, Es steht ihm zur Seite die göttliche Braut. Scht Joseph, Maria, das Kind in der Mitte, Welch' hehres, welch' himmlisch entzückendes Bild! 281 Das Kindlein gewähret ihm huldvoll die Bitte; Denn Joseph fleht liebend und väterlich mild. Drum eilet zu Joseph, er wird euch erretten, In Gott ist er mächtig, voll Güte, und reich. Zersprenget der Sünde satanische Ketten, Und seid dem Gerechten, dem Heiligen gleich. Wenn gut ihr gekämpfet im Erdengetümmel, Dann Heil euch, die Kron' ist dem Sieger bereit: Ihr scheidet von hinnen, und schwingt euch zum Himmel, Von irdischen Sorgen und Kämpfen befreit. Und Jesus, Maria und Joseph erscheinen Beim Scheiden und führen euch sicher empor; Frohlocket! sie werden euch ewig vereinen In Liebe mit Gott und dem himmlischen Chor. 80 282 20. Mai. Die Mutter Jesu bei der Hochzeit zu Kana. " Da sagte seine Mutter zu den Dienern: Was er euch sagt, das thuet." ( Joh. 2, 5.) Betrachtung. is zum dreißigsten Jahre schweigt jetzt die heilige Geschichte von Jesus und seiner Mutter. Dieß jedoch war der Zeitpunkt, an welchem der Erlöser nach Gottes Rathschluß sein Lehramt öffentlich antreten sollte. Schmerzlich war es für die so sehr be kümmerte Mutter, ihren Sohn nun aus der väterlichen Hütte scheiden zu sehen; denn im Geiste schon sah sie alle seine Leiden voraus, die bei dem Stolze der Hohenpriester und Schriftgelehrten von dieser Zeit ihren Anfang nehmen mußten. Voll der Freude aber war sie, als Jesus bald nach seiner Taufe und vierzigtägigem Faften in der Wüste wieder nach Nazareth zurückkehrte, um mit ihr und den schon gewählten Jüngern der Hochzeit frommer Verwandten beizuwohnen. Jesus hat die Einladung hiezu angenommen, um, wie der heil. Auguftinus schreibt, durch seine Gegenwart die Ehe zu bekräftigen, zu heiligen und zu segnen, wollte aber auch da 283 durch zeigen, daß man an der Gesellschaft froher Menschen allerdings Theil nehmen dürfe, sobald es daselbst in Allem ehrbar zugeht. Das Städtchen Kana also in Galiläa, zwei Stunden nur von Nazareth, war auser= lesen, anzustaunen das Erste Wunder des Herrn. Zum großen Kummer der Brautleute ging nämlich bei dieser Hochzeitsfeier der Wein aus. Die Sorgfalt Maria bemerkte das sogleich, und ihrem wohlthätigen Herzen war es sehr angelegen, daß die Freude des Mahles nicht gestört und den Brautleuten eine schmerzliche Beschämung erspart würde. Liebevoll wendete fie fich daher als Fürbitterin zu ihrem göttlichen Sohne, da ihr Glaube an seine allmächtige Wunderkraft schon damals sehr lebendig war. Sohn!"- spricht sie vertrauens voll zu ihm sie haben keinen Wein mehr." Jesus gab ihr zwar zur Antwort, daß seine Stunde nicht gefommen sei, allein das Vertrauen der Mutter wurde durch diese scheinbare Abweisung durchaus nicht geschwächt. Maria wußte doch, daß er helfen wolle, und gab vorläufig den Aufwärtern den guten Rath, Alles, was Er ihnen sagen werde, auf's Genaueste zu thun. - Ging nicht so lange her, gab ihnen der Heiland den Auftrag, sechs steinerne Krüge mit Wasser zu füllen. Und jetzt verwandelte Jesus dieses Wasser in den besten Wein, das Erste Wunder, das er that, und Alle waren überzeugt von der Macht des Sohnes und der Kraft der mütterlichen Fürbitte, und wie heilsam es wäre, dem Rathe Mariens zu folgen. Wohl auch später war die heilige Jungfrau Augenzeuge von Wunderthaten, die Jesus allüberall wirkte, - 284 und dabei die aufmerksamste Hörerin und Vollzieherin seiner göttlichen Lehren. So veranlaßte sie auch einmal durch ihre Gegenwart eine sehr schöne Bemerkung des Herrn. Da einst Jemand zu Jesus sagte: ,, Deine Muts ter und Verwandte find draußen und möchten mit Dir sprechen;" so erwiderte der himmlische Lehrer: ,, Wer ist meine Mutter? wer sind meine Verwandten?" und streckte die Hand nach seinen Jüngern aus und sagte: „ Siehe da meine Mutter und meine Verwandten; denn wer immer den Willen meines Vaters thut, der ist mein Bruder, Schwester und Mutter." Möchtest du nicht auch einen Bruder, eine Schwester des Herrn dich nennen? Uebung. Es ist dir, o Christ! allerdings erlaubt, dich mit Ordnung, das ist, obne Sünde und ohne Schaden zu ergößen, und dich auf eine rechtschaffene Weise zu erheitern. Beobachte also bei allen detnen Unterhaltungen die gute Absicht, die gehörige Zeit und Dauer und das rechte Maß und Ziel, dann wirst du dich erfreuen im Herrn. Betrage dich dabei mit einer Sittsamkeit, die du beobachten würdest, wenn Jesus und Maria sich ebenfalls dabei befänden. Leider trägt man heut zu Tage bet einer Hochzeitsfeier nur allzuoft die Hoffart zur Schau, und erlaubt sich Ausschweifungen jeder Art. Die vielen Nergernisse aber und Laster, welche durch Unmäßigkeit, Unzucht und Rauferei begangen 285 werden, geben Zeugniß, daß diese Menschen in Mitte ihrer Fröhlichkeit keines Gottes, feiner Gottesmutter, feines Schußengels, keiner woblmeinenden Ermahnung gedenken. Fliehe solche Menschen! Entschließe dich dann ferners, nach Martens Betspiele die Bedrängten zu unterstüßen, besonders jene, welche sich schämen, ihre Noth öffentlich zu klagen, und sei es auch, daß du ihnen nur mit einem guten Rath und Vorwort verhilflich sein könneft. Maria wird dann auch dir ihren mächtigen Schuß angedeihen laffen, wenn du in deinen Nöthen und Drangsálen zu ihr defne Zuflucht nimmſt. gebet. Osüße, heilige Jungfrau Maria, Du Helferin der Christen! gedrängt und bedrängt von Noth und Widerwärtigkeiten, fliehen wir unter Deinen Schutz und suchen Rettung und Zuflucht in Deinen mütterlichen Armen. O weise uns nicht von Dir, und verstoße uns nicht von Deinem Angesichte, da wir uns weder zu rathen noch zu helfen wissen. O Du hochgepriesene und gnadenvolle Jungfrau! erzeige uns Deine Güte und Barmherzigkeit, und errette uns vor jeder drohenden Gefahr und Verlegenheit. Siehe, wir umfassen Dich und werden Dich nicht laffen, es sei denn, daß Du uns helfest. Denke gnädig an uns, die Du so mächtig bist! siehe, an 286 wie vielen Dingen es uns gebricht; sprich ein gutes Wort für uns, so wie Du Dich für die Brautleute zu Kana an Deinen Sohn gewendet hast. Ogerne wollen wir thun, was Er uns sagen wird; verschaffe uns aber nur die Gnade, daß wir es auch jederzeit thun. Dein guter Rath sei uns über Alles, denn wir wissen ja, gütigste Mutter! daß Du voll des Wohlwollens bist, und daß Du uns wie Deine Kinder liebest. Wie oft hast Du schon den Zorn unsers Richters besänftiget, wenn derselbe schon im Begriffe war, uns zu strafen. Die Schätze der Barmherzigkeit Gottes find in Deine Hände niedergelegt; höre also nicht auf, uns Gutes zu erweisen, uns zu führen und zu leiten mit Deinem Rathe und Beistande, damit wir uns Alle dermaleinstens zusammenfinden bei dem himmlischen Hochzeitsmahle und trinken mögen von dem wunderbaren Weine der ewigen Wonne und Seligfeit. Amen. ( Wie am 1. Mai.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! 287 Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Du Mutter des guten Rathes, Du Rathgeberin aller Rathlosen, Du Rathgeberin der Bedrängten, Du Rathgeberin der Jünglinge und Jungfrauen, Du Rathgeberin aller Brautpersonen, Du Rathgeberin aller Eheleute, Du Rathgeberin aller Wittwen, Du Rathgeberin aller Armen, Du Rathgeberin aller Waisen, Du Rathgeberin aller Kranken, Du Rathgeberin aller Betrübten, Du Rathgeberin aller Zweifelnden, In allen unseren Anliegen und Nöthen, In allen Gefahren und Unglücksfällen, In allen Betrübnissen und Widerwärtigkeiten, In allen Unternehmungen und Geschäften, In allen unseren Bedürfnissen, In allen Kreuz und Leiden, In allen Zweifeln und Verirrungen, In allen Nachstellungen und Versuchungen, In dem Geschäfte unseres Heiles, In der Stunde des Todes, Bitte für uns! 288 O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmft die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Ave Maria. V. Bitte für uns, o Mutter des guten Rathes! R. In allen Trübsalen und Zweifeln dieses Lebens! Lasset uns beten. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du bei dem Throne Deiner höchsten Majestät Deine Mutter als eine Fürsprecherin des menschlichen Geschlechtes uns Allen gegeben hast, laß Dir unser Gebet gefallen, welches wir Dir durch die Hände Deiner jungfräulichen Mutter darbringen; errette uns durch die Verdienste ihrer göttlichen Mutterschaft von allen Gefahren, und befreie uns von allem Ungemach des Leibes und der Seele, jetzt und in der Stunde des Todes. Amen. ( 54 289 Maria bom guten Rath. Weih' dieß arme Liedchen hier Guten Rathes Mutter Dir! Denn in Trübsal, Angst und Noth Bringst Du Hilfe mir von Gott. Wie Dein Sohn zur Hochzeit dort Auf Dein süßes Mutterwort Bald durch Erste Wunderthat Seine Macht bewiesen hat: Also ist zu jeder Zeit Dich zu hören Er bereit, Stellst Du bittend Dich ihm vor, Mutter Gottes, Gnadenthor. ,, Dem der Wein des Lebens spriest Wunderbar zu aller Frist, Der zu thuen sich befleißt, Was mein Sohn zu thuen heißt." So, Maria! rufest Du, Wie zu Kana, Jedem zu; Und wird Keinem je gereu'n. Deinem Rath gefolgt zu sein. Drum weih' ich dieß Liedchen hier. Guten Rathes Mutter Dir! Brachtest oft in Zweifelsnoth Hilfe mir vom lieben Gott. Kaltner's Mai- Andacht. 880 19 290 21. Mai. Jesus nimmt Abschied von Maria. „ Siehe, die Stunde ist herbeigekommen, da der Menschensohn in die Hände der Sünder überliefert wird." ( Matth. 26, 45.) Betrachtung. ach der Hochzeit zu Kana wandelte der Welterlöser zur Fortsegung seines Lehramtes in seinem Vaterlande von einem Orte zum andern, - 3 " 1 um Allen den Weg zur Seligkeit zu öffnen. Wollte man aber dieses einzeln aufschreiben, was Jesus zum Heile der Menschen gethan und gewirkt hat- sagt der heilige Johannes, so glaube ich, würde die Welt die Bücher nicht faffen können, die zu schreiben wären." Wie der Sohn, arbeitete auch die Mutter nach Kräften an dem Werke der Menschenbeglückung, und befand sich feit dem Tode des heiligen Josephs großentheils in der Gesellschaft Jesu. Allein es sollte nicht lange so bleiben. Tief fühlte sie schon den bittern Haß der Juden, Schriftgelehrten und Pharisäer, tiefer noch die Verläumdungen und Lästerworte, welche ihr Sohn während der drei Jahre seines öffentlichen Auftretens bei seiner wohlmeinendsten Absicht zu erdulden hatte; aber mit der tiefsten Trauer sah die Erleuchtete den schreckenvollen Augenblick herbeiz 291 kommen, an dem Jesus den Heiden überliefert, mißhandelt, gegeißelt und gekreuzigt werden sollte. Bereits hatte der Herr seinen Leidensgang hinauf nach Jerusalem den 3wölfen fundgemacht, obwohl sie nicht ganz begriffen, was damit gesagt wäre. Wer sollte dann noch zweifeln, daß der Sohn der Mutter offenbarte, was der Meister den Jüngern nicht verhüllen wollte? War ihr Jesus nicht ein Sohn, der seine Mutter mehr liebte, als alle andern Söhne ihre Mütter lieben? Indem er ihr noch kindlichfromm dankte für alle Liebe und Sorgfalt, mit der sie ihn geboren und erzogen, gepflegt und begleitet habe bis zu den großen Tagen, an welchen an ihm Alles sollte in Erfüllung gehen, was von den Propheten über den Menschensohn geschrieben worden ist: ergriff Jesus nochmals die Hand seiner Mutter und sprach: „ Siehe, die Stunde ist herbeigekommen, da der Menschensohn in die Hände der Sünder überliefert wird."- welch' eine Offenbarung, welch' eine schmerzliche Trennung! - Als David und Jonathas von einander Abschied nahmen, da fielen sie sich noch um den Hals und füßten Einer den Andern, und weinten zusammen. Wie ergreifend muß erst der Abschied Jesu von seiner Mutter gewesen sein! Der Herr weinte über Jerusalem, als er in den letzten Tagen noch auf die verstockte Stadt herabblickte: das waren Thränen des verschmähten, sich er-. barmenden Gottes. Der Herr weinte am Grabe des Lazarus, als er Maria Magdalena weinen sah: das waren Thränen des tiefbewegten Freundes. Der Herr sah jetzt seine Mutter weinen, und der Sohn sollte für fie keine Thräne gehabt haben? Gewiß, sie weinten 292 zusammen, Mutter und Sohn Thränen der Liebe. „ Mein Sohn," rief sie ihm nach, mein Sohn! wer wird mir geben, daß ich für Dich sterbe! Was hast Du verbrochen, daß Du so grausam behandelt werdest. Wie? ich sollte Dich am Abende nicht mehr zurückkehren sehen zu Deiner Mutter, es sollte mir nicht mehr vergönnt sein, Dir nach der Rückkehr von Deinen mühevollen Reisen den Schweiß von der Stirn zu trocknen?- Sollte ich aus Deinem Munde nicht mehr jene himmlischen Worte vernehmen, die meine Seele entzückten? - O mein Jesus, mein Gott und mein Alles was soll aus mir werden, wenn ich Dich verloren habe!" Aber bald ergab sich Maria auch in diesem Leide gefaßt in die Rathschlüsse des Herrn, und schied, und schwieg, und duldete. - Uebung. Unser ganzes Leben hienieden ist ein beständiger Wechsel von Freuden und Leiden, von Verbinden und Trennen, Zusammenkommen und Scheiden. D was ist es oft für ein Leidwesen um das Abschiednehmen von seinen Lieben. Doch laß dich nie vom übertriebenen Jammer dahinreißen; es gibt ja ein Wiedersehen hier und jenseits. Lebe so, daß dieses Wiedersehen ein frohes werde. Sage jetzt schon Lebewohl all' demjenigen, was dich in sündhafter Liebe an diese Erde heftet; denn hart und bitter ist die Beurlaubung von allem diesen auf dem Sterbelager. Mache dir Freunde, die dich auch im 293 Tode nicht verlassen, sondern dich hinüberbegleiten vor das Gericht Gottes. Du wirst mich verstehen: ich meine die Tugenden und guten Werke. gebet. Allmächtiger, ewiger Gott! erhöre unser Gebet und laß uns hier in Ruhe und Friede leben, laß uns besonders diejenigen mit aufrichtiger Liebe schäßen, welche Du uns durch die Bande der Freundschaft oder des Blutes näher geführet hast. Kommt aber die Stunde, daß wir scheiden sollten von denen, die unser Herz lieb gewonnen, und daß sie von uns scheiden, die wir so gerne die Freude unsers Lebens, den Trost unserer Augen, die Stüze unseres Alters nennen; kommt die Stunde, an welcher das Schwert der Trennung durch unsere Seele dringt, und das von uns ablöst, was wir befigen Hab und Gut, Gesundheit und Leben, Freuden und Ueberfluß dann, o Herr! laß uns starkmüthig ertragen, was Du über uns beschlossen hast, damit wir in Frieden von hinnen scheiden. - - Du aber, göttliche Mutter! bitte für uns, daß, wenn wir menschlicher Weise uns betrüben, wie Du bei dem Abschiede Deines geliebtesten Sohnes Dich betrübet hast, wir uns auch fassen, wie Du Dich gefaffet haft. Bitte für uns, daß wir uns 294 losmachen von sündhafter Luft und Neigung, von jeder nußlosen Verbindung und allen dem, was auf's neue in die Hände der Sünde überliefern würde Deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Chriftum. Amen. ( Glaube an Gott. Ehre sei Gott dem Vater. Fünf Vater unser und Ave Maria mit Einlegung der fünf schmerzhaften Geheimnisse.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Du thränenvolle Mutter, Du betrübteste Mutter, Du verlassene Mutter, Du trostlose Mutter, Du Deines Sohnes beraubte Mutter, Du mit dem Schwerte durchbohrte Mutter, Du mit Angst erfüllte Mutter, Bitte für uns! 295 Du von Deinem Jesus scheidende Mutter, Du Felsen der Standhaftigkeit Du Beispiel aller Leidenden, Du Spiegel der Geduld, Du Anker des Vertrauens, Du Rose unter den Dornen, Du Meer voll der Bitterfeit, Du Zuflucht der Verlassenen, Du Schild der Unterdrückten, Du Besiegerin der Ungläubigen, Du Trost der Weinenden, Du Arznei der Kranken, Du Stärke der Schwachen, Du Hafen der Schiffbrüchigen, Du Stillung der Lebensstürme, Du Schrecken der Nachstellenden, Du Schaß der Gläubigen, Du Auge der Propheten, Du Stab der Apostel, Du Krone der Martyrer, Du Licht der Beichtiger, Du Perle der Jungfrauen, Du Freude aller Heiligen, Bitte für uns! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmf die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst 296 die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Vater unser. Ave Maria. V. In aller Trübsal, Angst und Noth: R. Komme uns zu Hilfe, allerfeligste Jungfrau Maria! Lasset uns beten. Wir bitten Dich, o Maria, durch jene Angst Deines Herzens, als Dein Sohn Dir sein Leiden offenbarte, und durch jene Betrübniß, als er von Dir Abschied nahm, Du wolleft Dich allezeit als eine liebevolle Mutter gegen uns bezeigen, wolleft durch's ganze Leben bei uns verbleiben, bis wir abgeschieden von der Welt und allem Irdischen Dich im Himmel wiedersehen durch Jesum Chriftum Deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland. Amen. Die Mutter der Betrübten. Aus dem Vaterhaus vertrieben Zu den Bächen Babylons, Fern der Heimath, fern den Lieben, Knechte fremden Siegerhohns, Rufen weinend wir voll Klagen, Wir, die Kinder, hart geschlagen, 297 Lief in Schmerzen, tief in Leiden Seufzen unsere Herzen bang, Bei den stillen Trauerweiden Schweigt der Harfen froher Klang, Ach! an Deinem Mutterherzen Lasse ruhen unsere Schmerzen. Unsers Maies Blüten sproffen Aus dem finstern Grabesstaub; Hat die Knospe sich erschlossen, Wird fie bald des Todes Raub; Denn der Abend sieht verblühet, Was im Morgenlicht erglühet. Ach, wie Viele, die hienieden Innig liebte unser Herz, Sind für immer hingeschieden, Ließen uns der Sehnsucht Schmerz: Tröste sie an jenem Orte, Führe sie zur Himmelspforte. Und wie Viele, die wir lieben, Haben trostlos diese Nacht Von den Schmerzen aufgerieben Bitter weinend durchgewacht: Stärfe, Mutter! fie im Leben, Mach' im Leide sie ergeben. Einsam von dem Sturm verschlagen Irret hungernd manches Kind; Seine Seufzer, seine Klagen Ulebertäubt der wilde Wind. 298 Bringe die verirrten Armen In die Heimath voll Erbarmen. Laß auch uns zur Heimath wallen, In das alte Vaterhaus; Breite Deinen Kindern Allen Dort die Mutterarme aus: Daß sie nach des Lebens Mühen Dir am Herzen ewig blühen. 788 22. Mai. Jesus begegnet seiner Mutter. Siehe, dieser ist gesetzt zum Falle und zur Auferstehung Vieler in Israel, und als ein Zeichen, dem man widersprechen wird: und ein Schwert wird deine eigene Seele durchdringen." ( Luk. 2, 34. 35.) Betrachtung. eit dem Tage, an welchem Maria im Tempel zu Jerusalem gestanden, das göttliche Kind Gott dem Vater darzustellen und aufzuopfern, ist sie eine schmerzvolle Mutter gewesen. Es wurde damals der Schleier, welcher das Geheimniß des Opfertodes 299 Jesu verhüllte, zum Erstenmale gelüftet und ihr gestattet, in die entfeßliche Zukunft zu schauen. Simeon, der gerechte und gottesfürchtige Prophet, welchem Maria das Kind in die Arme gegeben, heftete in Freude und Wehmuth einen Blick auf dasselbe und dann wieder einen Blick auf die Mutter und sprach die Worte:„ Siehe, dieser ist geseßt zum Falle und zur Auferstehung Vieler in Israel, und als ein Zeichen, dem man widersprechen wird: und ein Schwert wird Deine eigene Seele durchdringen." Maria müßte nicht Mutter, sie müßte nicht die zarteste Mutter dieses Kindes gewesen sein, wenn sie nicht damals schon größeren Schmerz empfunden hätte, als jede andere Mutter empfinden kann. Die Zeit war gekommen, in welcher die Weissagung des heiligen Greifes Simeon vollends in Erfüllung gehen und das Schwert des Schmerzes das liebevolle Herz der Jungfrau in Wahrheit durchdringen sollte.- Maria wußte nun ihren göttlichen Sohn auf dem Wege zu den Leiden. Die Mutterpflicht, sowie die Liebe gegen einen solchen Sohn erforderte es, daß sie sich erkundigte, wie es um ihren Geliebtesten stehe. Es war in der Nacht vom Donnerstag auf den Freitag, als sie von dem Verrathe des Judas, von dem blutigen Angstschweiß und der Gefangennehmung Jesu Christi erfuhr, und wie sie ihn schon, wie einen Verbrecher gebunden, zu dem hohen Priester Annas und dann zu Kaiphas geführt hatten, wobei sie Ihm ins Angesicht spieen und den Unschuldigsten mit Faustschlägen und Backenstreichen mißhandelten. Man 300 kann sich leicht denken, was Maria in der Nacht gelitten habe. Und was wird sie erst gelitten und ausgestanden haben bei der Nachricht von seiner Geißelung und Krönung mit Dornen? Obgleich in Allem auf das Allervollkommenste in Gottes Willen ergeben, hörte sie doch nicht auf, Mutter zu sein; und welcher Mutter bräche nicht das Herz, wenn sie hörte, es sei daran, daß ihr Sohn zum Tode geschleppt würde! Schon vernahm man das Geschrei und Getöse des nahenden Zuges und den Schall der Posaune und das Rufen an den Ecken der Straßen, daß drei der ärgsten Missethäter zur wohlverschuldeten Kreuzigung ausgeführt werden. Ach, wie schnitt dieses Geschrei, dieses Ausrufen, dieser Posaunenschall durch das Herz der herbeiwankenden Mutter! Als sich die blutigen Augen des Sohnes und der Mutter begegneten, wollte Maria händeringend zu Jesus hinstürzen und fank ohnmächtig in die Kniee. Nicht mit Worten, aber mit einer schmerzdurchdrungenen Miene begrüßten sich die zwei gequältesten Herzen, als sie sich auf dem Todeswege begegneten. Es war ein stummes, aber geistig beredtes Begegnen; die Lippen schwiegen, nur die durchbohrten Herzen sprachen. Es wäre fein Wunder gewesen, wenn Maria, als fie ihres Sohnes ansichtig wurde, mit einem lauten. Schrei des Entsegens zu Boden gestürzt wäre. Allein. fie ermannte sich auch in diesem Schmerze bald wieder und trug Alles mit Ruhe und heiliger Hingebung, indem sie auch hier der Glaube emvorrichtete: jeder noch so empfindlichen Begegnung müsse eine weise Absicht Gottes zu Grunde liegen. - 301 Uebung. Nur der gläubige Mensch ist stark genug, die härtesten Schläge des Schicksals zu ertragen; nur der Glaube hält ihn noch aufrecht, wenn sich auch alle Widerwärtigkeiten zu verbinden scheinen, ihn niederzustürzen. Trage Mitleid mit Maria, der Mutter der Schmerzen, über welche sich selbst die Steine hätten erbarmen mögen, laß dir vor Allem fene Sünden zu Herzen gehen, wodurch Gott und seine Mutter noch in unseren Tagen so sehr ge= lästert, mißhandelt und beleidiget werden. Vorzüglich die Sünde der Glaubenslosigkeit, welche an der Religion Jesu zerret und ziehet und reißt und stoßt, um sie auf den Boden zu bringen. Die Sünde der Treulofigkeit, die sich jeden Spott gegen die Religion, jedes frevelnde Urtheil über die Kirche erlaubt. Die Sünde der Verblendung, mit der man sein Heil überall sucht, nur nicht bei Jesus. Ueber diese also weine. Laß dir den Kreuzweg des Herrn zu deiner Auferstehung dienen, und sei nimmer so grausam, das Leidensschwert in die Brust deiner zärtlich liebenden Mutter zu stoßen. ▸ gebet. Mitleidende Mutter meines Erlösers, die Du Deinem herzallerliebsten Sohne auf dem Leidens 302 wege begegnen wolltest, als er das schwere Kreuz auf seinen wunden Schultern trug und durch die bereits ausgestandenen Unbilden und Martern kaum mehr einem Menschen glich! ach erbitte mir von Ihm die Gnade, daß ich alle Leiden und Trübsale, die mich hienieden treffen sollten, nach Deinem Beispiele mit christlicher Ergebung ertrage und fie Ihm als Opfer zur Sühnung meiner so vielfachen Vergebungen darbringe. Jesu und Dir zu Liebe will ich nicht murren, wenn mir irgend etwas mißbehagt; ich will Verzicht leisten auf dieß und jenes, was meinen Sinnen und meiner Eitelkeit schmeichelt, will nicht stolz und ungeduldig auffahren, wenn ich verkannt werde oder sonst von meinen Gegnern was zu leiden habe. Und sollte es Gott in seinen unerforschlichen, aber stets liebevollen Absichten gefallen, mich noch durch ernstere Prüfungen Heimzusuchen, o so erbitte mir Muth und Standhaftigkeit, damit ich niemals unterliege! erbitte mir die Gnade der Thränen, auf daß ich weinen möge über mich und meine Sünden, die Dir und Deinem Sohne so namenloses Leiden verursacht haben. Theile mit mir Deine Schmerzen, o allerbetrübteste Mutter! und laß mich Dein Herzensleid empfinden, damit ich mit Dir trauere, und Du mir entgegen und zu Hilfe kommest in jeder Noth und im Tode. Amen. ( Wie am 1. Mai.) 303 Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, O Maria, Du schmerzhafte Mutter des göttlichen Weltheilandes, Durch das Schwert Simeons, welches Du tief in Deinem Herzen empfunden, Durch Deine Betrübniß bet dem Haffe der Juden, Durch Deine Aufopferung des Sohnes für das Heil der Menschen, Durch Dein Herzeleid, als Du von Ihm Abschied genommen, Durch die blutige Todesangst, welche Du im eigenen Herzen getragen, Durch die Nachricht von seiner Gefangennehmung, Bitte für uns! 304 Durch die Nachricht von seiner schimpflichen Mißhandlung, Durch Dein Mitleid bet seiner Geißelung, Durch Dein Mitleid bei seiner Dornenkrönung, Durch Dein Entsetzen bei seiner Entblößung, Durch Dein Entsetzen bei seiner Verurtheilung, Durch Deine Herzenspein bei Deiner Begegnung mit Ihm auf dem Kreuzwege, Durch Deinen Mutter- Schmerz, den Du dabet gefühlet, Durch Deine Mutterthränen, die Du dabei vergossen, Durch Deine Beschimpfung, die Du dabei gelitten, Durch die großmüthige Ertragung eines folchen Anblickes, Durch Deine wunderbare Ergebung in den Rathschluß der Vorsehung, Durch Deine Standhaftigkeit, womit Du dem leidenden Sohne gefolget, Durch den frömmen Beistand, welchen die Frauen Dir geleiſtet, O Maria, voller Traurigkeit und Schmerzen, O Maria, voller Geduld und Liebe, O Maria, voller Trost und Hingabe, O Maria, Du Königin der Martyrer, O Maria, du Leidensgefährtin des Menschenerlösers, Bitte für uns! 305 Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Vater unser. Ave Maria. V. Erquicket mich mit Blumen; R. Denn ich bin krank vor Liebe. Lasset uns beten. O göttliche Mutter Maria! die Du mit Deinem Sohne im reichlichsten Maße aus dem Leidenskelche getrunken hast, siehe barmherzig auf uns arme Sünder herab, und, erflehe uns die Gnade, daß wir nach Deinem erhabenen Beispiele hienieden leiden, um einst mit Dir und Deinem lieben Sohne im Himmel uns ewig erfreuen zu können. Reiche uns Deine mütterliche Hand, daß wir nie mehr zu Gegnern Jesu Christi werden. Trockne unsre Thränen in den Leiden dieses Lebens und laß uns immer an Deinem Mutterherzen Trost und Ruhe finden. Amen. Kaltner's Mai- Andacht. 20 @ 306 Die Schmerzensmutter. Ihr Alle, die in meinem bittern Leiden Vergnügten Sinnes ihr vorübergehet, O schaut umher, ob einen Schmerz ihr sehet, Der meinem Mutterschmerz vergleichbar sei! Der mit dem Kreuze hier vor meinen Augenm Verblutend wankt, zerschlagen und durchstochen, D Er ist mein Sohn! Er hatte nichts verbrochen, Nur Liebe, keine Schmach gebühret ihm. Er ist der Sohn, der jenen großen Schöpfer Der Welt als seinen Vater hat verkündet; Er ist es, der, bevor die Welt gegründet, Von Ewigkeit zur Mutter mich erfor. Er ist mein Gott, den ich als kleines Kindlein In jener Nacht zu allererst erblickte, Der mich seitdem in Liebe ganz verzückte Durch seiner Himmelsschönheit Allgewalt. Und dieser ist es, den ich hier muß sehen Am Weg der Schande, unter Hohn und Spotte, Umrungen von der Schergen wilden Rotte Daß Zittern selbst die Felsen rings ergreift. O großer Gott, der Du so sehr ihn liebest, Wie fannst Du sehen es von Deinem Throne, e Daß solch' ein Leiden ruht auf solchem Sohne, Wie kannst versagen Dein Erbarmen ihm? 307 Doch ach! es, sieht der Vater ihn bekleidet Mit fremder Sündenschuld, und darum zeiget Er sich erzürnt, bis er sein Haupt geneiget Am Kreuzesstamm aus Liebe gegen uns. Geliebter Sohn! wie glühet mein Verlangen Mich Deiner Leiden tröstend zu erbarmen; könnt' ich halten Dich in meinen Armen, Auf daß Du stürbest an der Mutter Brust! Doch nein! ich kann Dir keinen Troft gewähren, Ich mehre selber noch durch meine Schmerzen Die bitt're Qual in Deinem schönen Herzen, Und mache Deinen Tod nur herber noch. O Seelen, die ihr wist zu lieben, liebet, Ja liebet Ihn, der ganz von Lieb' erglühet, Und gern für euch dem Tod sich unterziehet, Und Liebe nur, und nichts, als Liebe will. 880 308 23. M a i. Maria unter dem Kreuze. ma isdarg 13: 29160 m 10 lnd thi Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter. Maria, die Frau des Kleophas und Maria Magdalena." ( Joh. 19, 25.) Inn - Betrachtung. 8 genügte Gott nicht, daß Maria dreißig Jahre hindurch in ihrem Geiste das lebendige Bild der Martern trug, die ihr göttlicher Sohn erleiden follte; es genügte ihm nicht, daß sie mit eigenen Ohren hören mußte, wie ein undanfbares Volk, das ihr Sohn beseligen, erlösen wollte, demselben wie einem Mörder nachseßet und das Mark und Gebein durchschauernde Wort mit gefühlloser Kälte ausruft: An's Kreuz mit ihm, an's Kreuz! ja es genügte dem Allweisen nicht, daß fie den Unschuldigsten mit dem Werkzeuge seiner Marter beladen und von der schweren Laft derselben zu Boden gedrückt, begegnen mußte: Maria, die Königin der Martyrer, sollte noch tiefer denn alle Heiligen, in jene Gemeinschaft der Leiden eingehen, die Gott zwischen Jeſu fie sollte- und den Auserwählten gesetzt hat- geführt und gestützt von mitleidigen Frauen- 3euge sein, wie ihr Sohn, seiner Kleider beraubt, an's Kreuz hingewor= 309 fen und mit Hohn und Spott seiner Feinde an demselben erhöht wird; sie sollte Zeuge sein von dem qualvollsten Tode unsers Mittlers. Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die Schwe ter seiner Mutter, Maria, die Frau des Kleophas, und Maria Magdalena." Wer wagt es, zu schildern, was in Maria's Herzen vorging, als sie unter dem Kreuze stand, an welchem Jesus das blutige Liebes- Opfer zur Sühnung des Menschengeschlechtes dem himmlischen Vater darbrachte! tatted twophisp derdi o storichin Das entfeßzenerregende Zeichen der Erlösung steht aufrecht auf der Schädelstätte, an ihm hängt ausgestreckt ihr göttlicher, ihr geliebtester Sohn. Durchnagelt sind die Hände, welche nur wohlgethan und segnend auf den Häuptern der Kindlein geruht, durchbohrt sind die Füße, die sich müde gelaufen, die verlornen Schafe zurückzuleiten; um Verzeihung zum Himmel flehend, steht das sterbende Auge, dessen Licht so manchen finstern Kummer hinweggescheucht und ermuthigend in's zagende Herz ge= lächelt; mit Essig und Galle getränkt wird der dürstende Mund, aus dem die Worte des Lebens geflossen, und verlassen von Himmel und Erde neigt Gottes Sohn das heilige Haupt, wirft noch einen Blick der Liebe und Sorgfalt herab auf seine Mutter, und vollbringend das große Werk der Versöhnung empfiehlt er den Geist seinem himmlischen Vater. et Vate Maria am Fuße des Kreuzes, beneßt mit dem Blute ihres Sohnes welch' ein bodenloser Abgrund, welche Untiefe von Schmerzen!- Sie litt, aber der unsäglichste Schmerz vermochte ihren Muth nicht zu beu- 310 gen. Während sich die ganze Natur über den gräßlichen Mord des Gottmenschen empörte, während die Sonne sich verfinsterte, die Erde bebte, die Felsen zerspalteten, die Gräber fich öffneten, stand Maria aufrecht neben dem Kreuze und bewies eine Standhaftigkeit, die nur in Sefus ein Beispiel hatte. Der ewige Vater wollte, daß fie mit ihrem Sohne sich vereinigte, das große Opfer zu entrichten zur Tilgung der menschlichen Schuld, und wie einst Abraham, den Geliebten ihres Herzens dar brächte. Der Herr schonte der jungfräulichen Mutter nicht, wie er Abraham geschont hatte; er forderte von Ihr nicht allein den Willen, sondern die Vollendung des Opfers selbst. Und sie vereinigte sich starken Muthes mit der Gerechtigkeit des himmlischen Vaters, und opferte diesen bessern Ifaak auf, mit diesem Opfer ihren eigenen namenlosen Schmerz verbindend. So hat Maria in der That zu unserem Heile mitgewirkt, daher sie auch in hoher Verehrung und Dankbarkeit von uns Christen genannt wird die Mitursache unseres Heiles. Uebung. 16 Bei allen diesen schmerzlichen Leiden also zeigte Maria die heldenmüthigste Geduld. Nicht das ge= Sieh, ringste Klagewort entfuhr ihrem Munde. o betrübte Seele! dieß ist dein Vorbild! Die sich unter der Hand Gottes demüthigen, unter den Streichen, womit fie gezüchtiget und heimgesucht wurden, Gottes Gerechtigkeit oder seine Barmherzigkeit anbeten, die Geduld Jesu zum Vorbilde der - 311 ihrigen nehmen: Diese leiden als wahre Christen, und also sollst auch du leiden. Es ist eine große Glückseligkeit, wenn eine Seele würdig geachtet wird, auf besondere Weise Antheil an dem Leiden Jesu zu nehmen. Ist denn nicht der Weg des Kreuzes der Weg des Himmels? Alle Heiligen find auf demselben gewandelt; alle Gerechten wandeln darauf und haben viele Trübsale; aber Gott wird ihrer Geduld eine reiche Krone bereiten. gebet. meine liebe Mutter Maria, Königin der Martyrer! ich fühle mit dem theilnehmendsten Mitleid die Schmerzen, Nengsten und Trübsale, die vom Anfange des Leidens Deines Sohnes bis zu seinem Ende Dein Mutterherz gefoltert und gemartert haben. O schmerzhafte Mutter! erlange mir um der Verdienste Deiner Leiden willen eine aufrichtige Reue über meine Sünden, eine wahre Besserung des Lebens und ein frommes, fortwährendes Mitleid mit dem Leiden Christi und dem Deinigen. Wenn Du, o Maria! und dieser Dein unschuldiger Sohn, wenn Ihr Beide so viel für mich gelitten habet, o so machet, daß auch ich sündiger Mensch aus Liebe zu Euch etwas zu leiden wünsche. Aber erbitte mir dann auch jene Geduld und Gotter= gebung, die Deinem Sohne so wohlgefällig ist. 312 Verlasse mich nicht, o Maria! wenn auch alle Menschen mich verstoßen sollten, so bist doch Du meine trostreiche Zuversicht. Beschüße mich vor dem bösen Feinde, beschirme mich vor bösen Menschen, erfreue mich mit Deinem Troste, und erhalte mich beständig in der Gnade Gottes. Endlich bitte ich Dich, o meine leidende Mutter! bei dem entſetzlichen Schmerze, den Du empfandest, als Du vor Deinen Augen den geliebten Sohn das Haupt neigen und sterben sahest, erlange mir eine selige Todesstunde und ein gnädiges Urtheil bei Jesus Christus, Deinem Sohne, unserm Herrn. Amen. ( Wie am 21. Mai.) dis Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Marta, bitte für uns! Du schmerzhafte Mutter, bitte für uns! 313 Du Königin der Martyrer, Du Vorbild der Bedrängten, Du Trost der Kranken, Du Stärke der Kleinmüthigen, Die Du keinen Platz in der Herberge fandeft, Die Du in einem Stall einkehren mußtest, Die Du Dein göttliches Kind in eine Krippe legtest, 0.12 2 Die Du der Beschneidung desselben voll Mitleid beiwohntest, 2011( 2 Die Du hörtest, daß Dein Sohn zum Zeichen des Widerspruches gesetzt sei, Die Du hörtest, daß ein Schwert Deine Seele durchdringen werde, Die Du über die Ermordung der unschuldigen Kinder schmerzlich trauertest, Die Du mit Deinem Kinde nach Egypten fliehen mußteft, Die Du Deinen zwölfjährigen Jesus drei Tage lang mit Schmerzen suchtest, Die Du den Haß der Juden wider Deinen Sohn tief empfandest, Die Du Dich bei allen Deinen Leiden geduldig in den Willen Gottes ergabest, J Set uns gnädig, verschone uns, o Jesus! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Jesus! Von allem Uebel, erlöse uns, o Jesus! Von unmäßiger Traurigkeit, erlöse uns, o Jesus! Bitte für uns! 314 Von Kleinmuth und Mißtrauen gegen Gott, Von Unzufriedenheit mit dem Willen Gottes, Von jedem Murren wider Deine Fügungen, Von der Verzweiflung und Unbußfertigkeit, Von der Hartherzigkeit gegen Leidende, Von einem unseligen Tode, Von der ewigen Verdammniß, Durch Dein bitteres Leiden und Sterben, Durch die Schmerzen, welche Deine heilige Mutter darüber empfunden hat, Durch ihren Schmerz über den Verrath des Judas, Durch ihren Schmerz über Deine Gefangennehmung, Durch ihren Schmerz über die falschen Anklagen wider Dich, Durch ihren Schmerz über Deinen erlittenen Backenstreich, Durch ihren Schmerz über Deine blutige Geißelung, cut igih u pr Durch ihren Schmerz über Deine schimpfliche Krönung mit Dornen, Durch ihren Schmerz über Dein ungerechtes Todesurtheil, 00 walling tool Durch ihren Schmerz, als Du mit dem Kreuze beladen ihr begegnetest, Durch ihren Schmerz, als sie Deine letzten Worte vernahm, Erlöse uns, o Jesus! 315 Durch ihren Schmerz, als Du Deinen Geist aufgabest, Durch all' ihr mütterliches Mitleiden, Durch ihre vollkommene Ergebung in den Willen des ewigen Vaters, Wir arme Sünder, o Jesus! Erlöse uns, Daß Du in uns den Glauben an Deine Vorsehung erwecken wolleft, Daß Du uns Allen das Vertrauen auf Deine Barmherzigkeit einflößen wolleft, Daß Du in uns Allen die göttliche Liebe entzünden wollest, Daß Du uns in trüben Stunden trösten wollest, Daß Du uns zur Zeit der Leiden die Geduld verleihen wolleft, Daß Du in uns eine vollkommene Reue über unsere Sünden erwecken wolleft, Daß Du Allen, die Dich in ihren Nöthen anrufen, Trost und Hilfe verleihen wollest, Daß Du uns vor unmäßiger Todesfurcht beshüten wollest, Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du uns im Leiden und Sterben Dir gleichförmig machen wolleft,& nost Daß Du uns in der Todesstunde nicht ver- d laffen wollest, Daß Du uns durch die Fürbitte Deiner schmerzis haften Mutter nach geduldig überstandenen Leiden in den Himmel aufnehmen wolleft, 316 Jesus, Du Sohn der leidenden Mutter Maria, wir bitten Dich, erhöre uns! ODu Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Ave Maria.lud V. Bitte für uns, o schmerzhafteste Jungfrau! R. Auf daß wir würdig werden der Verheißung His Chrifti! Lasset uns beten. O Gott! bet deffen Leiden die zarteste Seele der glorreichen Jungfrau und Mutter Maria nach Simeons Weissagung das Schwert des Schmerzes durchdrang, verleihe uns die Gnade, daß wir, die wir die Verwundung Ihres mütterlichen Herzens ehren und das Andenken Ihrer Leiden mit Andacht feiern, durch die Fürbitte aller jener Heiligen, welche treu bei Deinem Kreuze standen, der 317 feligen Wirkungen Deines Leidens theilhaftig werden, der Du lebst und regierst wahrer Gott in Ewigkeit. Amen. Mariens Klagernf. Töchter Sions! kommt und weinet Kommt zu mir zum Kreuzesstamm, Kommt und weint mit mir vereinet; Denn der Liebe Opferlamm, Das die Schuld für euch getragen,@ Habt ihr, ach; an's Kreuz geschlagen! Töchter Sions! fnieet nieder, Schlaget reuig an die Brust: Den gepriesen eure Lieder, Euer Heil und eure Lust ,, Den die Hölle nennt mit 3agen, Habt ihr, ach! an's Kreuz geschlagen! Töchter Sions! drücket büßend Gure Stirne in den Staub; Euren König, dem ihr grüßend Einst gestreut das Maienlaub, Den am Herzen ich getragen, Habt ihr, ach! an's Kreuz geschlagen! Euren Heiland, euren Hirten, Der die Sanftmuth selber kam, Der die Schäflein, die verirrten, Liebend auf die Schulter nahm - 318 Weh! ich kann's vor Schmerz nicht sagen-pils) Habt ihr, ach! an's Kreuz geschlagen! Der für euch zu Staub sich machte, Der für euch den Himmel ließ, Der an euer Heil nur dachte, Der euch seine Brüder hieß, Der euch diente ohne Klagen, Den habt ihr an's Kreuz geschlagen! Der euch speiste, der euch heilte, Der euch liebreich unterivies, Eure Schmerzen mit euch theilte, Und, ein Tröster, euch verhieß Reichen Lohn nach wenig Tagen, Den habt ihr an's Kreuz geschlagen! Habt ihn, ach! an's Kreuz geschlagen, Der auf meinem Schooße schlief, Der das Kreuz für euch getragen, Der vom Kreuz Vergebung rief: Töchter Sions! kommt zu flagen, Ihr habt ihn an's Kreuz geschlagen! *** 319 24. Mai. Der Leichnam Christi im Schooße der Mutter. „ O ihr Alle, die ihr vorübergeht am Wege, gebt Acht und schauet, ob ein Schmerz gleich sei meinem Schmerze."( Klagel. 1, 12.) Betrachtung. ie Juden verlangten die Abnahme des Leibes Jesu vom Kreuze, damit die Freude des folgenden Ostertages nicht gestört werde; weil man aber die Verurtheilten nicht vor ihrem Tode herabnehmen durfte, so famen einige Henfersknechte mit eisernen Stangen, um ihm die Beine zu zerschlagen, wie sie dieß bei den zwei mitgefreuzigten Schächern bereits schon gethan hatten. Maria bat die Henker, sie möchten die Beine ihres Sohnes doch nicht zerschlagen. Als sie aber noch. zu ihnen spricht, da sieht sie, wie ein Kriegeknecht mit Gewalt seine Lanze schwingt und mit derselben die Seite ihres Jesu öffnet, und sogleich kam Blut und Wasser heraus. Nur diese wenigen Tropfen Blutes waren noch im Leibe Jesu geblieben, aber auch diese wollte der Heiland vergießen, damit wir erkennen möchten, daß er all' 320 fein Blut bis auf den letzten Tropfen für uns vergoffen habe. Da die betrübte Mutter fürchtete, man möchte selbst den Leichnam ihres geliebten Sohnes noch mißhandeln, so drang fie in Joseph von Arimathäa, sich vom Pilatus den Leib ihres Jesu auszubitten; und Joseph begab sich zu Pilatus und erklärte ihm den Schmerz und den Wunsch dieser bekümmerten Mutter, was auch den römischen Landespfleger bewog, der Bitte zu willfahren. Betrachten wir jetzt, wie der Leichnam Jesu vom Kreuze herabgenommen und in den Schooß seiner Mutter gelegt wird. Maria! mit wie vieler Liebe hast Du Deinen Sohn zur Welt gebracht, und ach! in welchem Zustande gibt ihn Dir die Welt zurück! Stummen Schmerzes neigte sie ihr Haupt auf das kalte Angesicht des Erlösers, untersuchte seinen zerrissenen Leib, seine durchbohrten Hände und Füße mit der Seitenwunde, fieht, wie schrecklich besonders die Dornenkrone fein heiligstes Haupt durchstochen habe, und rust von Entseßen ergriffen aus: O mein Sohn, was hat Deine Liebe zu den Menschen aus Dir gemacht! was hast Du ihnen gethan, daß fie Dich so sehr verunstalteten! O ihr grausamen Dornen, ihr Nägel und du unbarmherzige Lanze, wie habt ihr den Allerschönsten, den Allerbesten, den Allerliebenswürdigsten auf eine solche Weise mißhandeln. können! O ihr Alle, die ihr vorübergeht am Wege, gebt Acht und schauet, ob ein Schmerz gleich sei meinem Schmerze!" Lange hielt Maria den entseelten Leichnam auf ihrem Schooße, da nun aber die Jünger und Frauen für deren eigenes Leben besorgt waren, so schickten fie 321 sich an, Jefum Chriftum zu begraben. Sie nahmen. deßhalb den heiligsten Leib ehrfurchtsvoll aus den Armen Mariens, balsamirten ihn, wickelten denselben in das bereitliegende Tuch und trugen ihn zu Grabe. Wie gerne hätte sich Maria dort lebendig mit ihrem Sohne begraben lassen, wenn es Gottes Wille gewesen wäre. Nachdem aber die Mutter der geliebten Leiche noch die letzte Liebe und Ehrfurcht erwiesen, und so zu sagen ihr Herz in der Felsengruft zurückgelaffen hatte, wurde fie in ihre Wohnung geführt. Als sie auf dem Rückwege wieder bei der Schädelstätte vorbeifamen, war Maria die erste, die vor dem Kreuze auf die Kniee niederfiel und ausrief: O, heiliges Kreuz! ich küsse und verehre dich, denn du bist nicht mehr ein Holz des Fluches, nein! du bist ein Zeichen des Segens, ein Thron der Liebe, ein Altar der Barmherzigkeit, der geweiht ist mit dem Blute des göttlichen Lammes, welches an dir geopfert wurde für das Heil der Welt. Niedergeschlagen zwar, doch aufgerichtet wieder und getröstet in Gott kam sie in ihr Kämmerlein zurück, blickte da allenthalben umher, aber sah nirgends mehr ihren Jesus. Die lieblichsten Erinnerungen an seine heilige Kindheit und Jugend kehrten in ihr Gedächtniß zurück, allein schnell trat wieder die furchtbare Begebena heit, deren Beuge fie heute gewesen, vor ihre Augen; fie erblickte die Nägel, die Dornen, den ganz verwundeten Leib ihres Sohnes, seine entblößten Gebeine auf den Knieen und Schultern, seinen offenen Mund, feine ausgestreckten Arme.- Ach! welch' eine Schmerzensnacht war jene Nacht für Maria! Die zurückgelaffene Mutter wendet sich an den heiligen Johannes und fragt Kaltner's Mai- Andacht. 21 322 ihn ganz betrübt: Johannes, wo ist dein göttlicher Meister? Darauf wendete sie sich an Magdalena und sprach: Sage mir, meine Tochter, wo ist dein Geliebter? o mein Gott? wer hat ihn uns genommen? Jetzt betete und weinte Maria, und Alle beteten und weineten mit ihr. — Uebung. Nach dem leidenden Heiland am Kreuze ist Maria am Fuße desselben das schönste Buch für leidende Seelen. Möchten sie nur recht oft in dieses Buch hineinschauen und daraus lernen, auch das schwerste Ungemach und die tiefdringendsten Leiden nicht mit kaltherzigem Gleichmuthe, jedoch mit ungebrochener Festigkeit und Gottesliebe zu Syda ertragen. O ihr geprüften Seelen! eure Leiden mögen wohl auf das äußerste gehen; aber können sie mit den Leiden Mariä verglichen werden? Hat Gott vielleicht ein schwereres Opfer von euch verlangt, als von Maria? O gewiß nicht. Darum beklaget euch nicht, und knieet hin mit der schmerzhaften Mutter zu dem Kreuze Christi; thuet daß besonders bei dem unblutigen Erinnerungsopfer der heiligen Messe, betet da mit Rührung und gebührender Andacht. Und seid ihr so glücklich, nicht nur geistlicher, sondern auch leiblicher Weise zu kommuniziren, dann bedenket, wie rein jedes Herz sein sollte, von welchem der zarte Frohnleichnam mina 323 Jesu Christi im Hochheiligsten Altarsakramente empfangen wird. gebet. e Ind Mutter der Schmerzen! heilige Maria, die Du eben so viele Wunden in Deinem Herzen er= halten, als Dein für uns Sünder gestorbener Sohn an seinem Leibe! fürwahr, Deine Prüfungen und Leiden sind ohne Vergleich. Allein Du hast dieß Alles, gleich Jesu, aus Liebe zu uns erlitten, damit wir erlöset würden von dem ewigen Leiden. Um all' der Schmerzen willen, die Deine heilige Seele erduldete, als Du Deinen Sohn todt in Deinem Schooße hieltest, und dann zu Grabe begleitetest, erlange mir die Verzeihung aller Unbilden und Beleidigungen, die ich meinem bis zum Tode und immerfort im allerheiligsten Altarsakramente mich liebenden Gotte zugefügt habe, und die ich aber jetzt von ganzem Herzen bereue. Erlange mir dann auch die Gnade, daß ich hinfüro den hochgelobten Leib und das gebenedeite Blut Deines Sohnes jederzeit würdig empfange, einstens aber auch als Wegzehrung genieße, damit ich getrost nach geendigter Lebensreise meinen müden Körper dem Schooße der Erde, meine unsterbliche Scele aber Deinem Schooße und den erbarmungsvollen Händen Jesu Chrifti, meines Herrn und Erlösers, empfehlen möge. Amen.( Wie am 21. Mai.) 107 324 Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Chrifte, höre un8! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Jesus, den die Jungfrau vom heil. Geiste empfangen, Jesus, den die Jungfrau über das Gebirg getragen, Jesus, den die Jungfrau zu Bethlehem geboren, Jesus, von Deiner heiligen Mutter angebetet, Jesus, von Deiner heiligen Mutter in Windeln gewickelt, Jesus, in ihrem mütterlichen Schooße erwärmet, Jesus, von der Milch Deiner jungfräulichen Gebärerin ernähret, Jesus, der Du bei der Beschneidung zum Leide der Mutter das erste Blut vergoffen, Erbarme Dich unser! 325 Jesus, den die Jungfrau im Tempel aufge=" opfert, Jesus, Du geheimnisvolle Ursache von demse Schmerzensschwerte Martens, Jesus, zur Freude der Mutter von den Wetsen besuchet, Jesus, mit Maria und Joseph auf der Flucht nach Egypten, Jesus, mit Maria und Joseph nach Nazareth zurückgekehrt, Jesus, Deinen Eltern unterthan und gehorsam, Jesus, mit Deinen Eltern auf der Wallfahrt nach Jerusalem, Jesus, den Maria mit Schmerzen gesuchet, Jesus, den die Jungfrau im Tempel gefunden, Jesus, Du Krone der heiligen Familie, Jefus mit Deiner Mutter auf der Hochzeit zu Kana, Jesus, der Du von Maria Abschied genommen, Jesus, der Du Deiner Mutter auf dem Kreuzwege begegnet, Jesus, der Du mit ihr das herzlichste Mitleid empfunden, Jesus, Du Ursache ihres Schmerzes und ihres Trostes, bie Jesus, der Du am Kreuze noch für Deine Mutter gesorgt, die d Jesus, der Du ste Deinem Lieblinge übergeben, Erbarme Dich unser! 53 326 Jesus, der Du den heiligen Johannes ihr 58 zum Sohne empfohlen, Jesus, im Beisein Deiner Lieben am Kreuze verschieden, male Jesus, in Gegenwart Mariens vom Kreuze abgenommen, Jesus, entseelt in den Armen Deiner Mutter, Jesus, todt wie lebendig im jungfräulichen Schooße, ni dast Jesus, von Maria zu Grabe begleitet, Jesus, zum letztenmale von Maria geküßt und umfangen? Erbarme Dich unser! Jesus, Du Sohn der schmerzerfüllteften Mutter, ODu Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmſt die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Ave Maria.ndompt V. Wir beten Dich an, o Jesus, und preisen Dich; 327 R. Der Du durch Dein heiliges Kreuz die Welt erlöset haft. Lasset uns beten. Herr Jesus Chriftus! Du Sohn des lebendigen Gottes, Du hast aus Liebe zu uns und zur Tilgung unserer Sünden unzählbare Verdemüthigungen und Schmerzen erlitten: erleuchte unsern Verstand, daß wir Deine Leiden hochschäzen; erweiche unsre Herzen, daß wir mit Dir Mitleid tragen; laß Deine Verdienste unsrer Seele zukomPute Srd men; gib, daß wir bereit seien, Dir zu folgen, an Deinen Leiden Theil zu nehmen und den bitteren Kelch mit Dir zu trinken, damit wir durch Deine Thränen und Dein Blut von unseren Sünden gereiniget werden und mit dem Beistande Deiner Gnade zur ewigen Glückseligkeit gelangen. Amen. Bitte an die Leidensmutter. Nein, ich kann, ich will nicht weichen Von der lieben todtenbleichen, Innig trauernden Gestalt, Die umringt von rohen Rotten Hingebeugt auf ihren Todten Ihm den Zoll der Thränen zahlt. Den sie einst im Schooß getragen, Trägt sie wieder, und ihr Klagen 328 sid Dringt in meine Seele ein: Ach, so gräßlich umgestaltet, Und das warme Herz erkaltet Kann das wohl ihr Jesus sein? sul * D Doch er ist's, dem Engel sangen, Als die Krippe ihn empfangen, Den die Könige verehrt; Er, vom Volke angebetet, Liegt nun hier, ein Wurm, zerknetet, dishi Von der Juden Wuth verzehrt. Blutig steckt das Schwert der Schmerzen Tief im zarten Mutterherzen stal Nach dem Wort des Simeon. Möcht' es auch mich selbst durchschneiden, Möcht' ich, Mutter, mit Dir leiden, Und mit Deinem lieben Sohn. Mutter, Mutter! laß mich weinen, Laß es mich mit Dir vereinen Dieses Herz so felfenhart. Weil Dein Sohn für mich gebunden, Ja für mich ein Mann der Wunden Und ein Todesopfer ward. Ach! und eh' er schloß sein Leben, Hat er Dich uns noch gegeben: Sohn! fieh Deine Mutter hier. Mutter, o so lehr' mich leiden, Lehr' mich lieben, lehr' mich meiden Alles, was mißfallet Dir. 329 In der letzten Stunde weiche Nicht von mir, nimm meine Leiche Auch in Deinen Mutterschooß; dann bin ich wohl geborgen, er dann kommt auch mir der Morgen, Der da sprengt des Grabes Schloß. * 80 25. Mai. THAT Mariens Osterfreuden. „ Nach der Menge meiner Schmerzen in meinem Herzen erfreuten deine Tröftungen meine Seele." ( Ps. 93, 19.) Betrachtung. urch große Leiden führt Gott zu großen Freuden. Ist die Traurigkeit auf's höchste gestiegen, so ist der Trost am nächsten. Diese alte Wahrheit bestätigte sich auch an Maria, der Mutter Jesu. Erlaube uns, o gütigste Königin! daß wir uns heute mit Dir erfreuen in Deinen Freuden, die wir zuvor in Deinen Schmerzen mit Dir getrauert haben. Vergönne uns nur ein Schattenbild jener unaussprechlichen Ofterfreuden, welche Du namentlich bei der Auferstehung und Himmelfahrt Deines göttlichen Sohnes in Dir ge 330 fühlet hast!- Maria hatte sammt ihren Freundinnen mit eigenen Augen den Herrn am Kreuze sterben geſehen, und folgte gestügt an den Armen derselben, wie fromme Jünger den entseelten Leichnam zu Grabe trugen. Als fie nun mit den ersten Strahlen der Morgenröthe wieder hineilten, das Grab des Geliebten zu besuchen, schien ihnen sogar der letzte Trost entrissen, den theueren Leichnam noch einmal zu erblicken, und ihre Trauer war ohne Grenzen. - Allein Gott ist mit seinen Freunden in der Trübsal, auf daß er durch die Salbung seiner Gnade fie stärke; und er läßt, wenn es also ihm wohlgefällt, auf Schmerzen Trost und auf die Bitterfeit liebliche Ruhe folgen. Dieß hat nun auch Maria erfahren, als sie nach dem Zeugnisse aller Väter der ersten Jahrhunderte die Erstewar, welcher der göttliche Heiland nach seiner glorreichen Auferstehung leibhaftig erschien. Da konnte sie mit ihrem Stammvater David ausrufen: Nach der Menge meiner Schmerzen in meinem Herzen erfreuten deine Tröstungen meine Seele." Erfreue Dich, o Königin des Himmels! der Sohn, den Du würdig warst, in Deinem keuschesten Schooße zu tragen, und dessen Tod Du so bitter beweinteft, ist auferstanden, wie er es vorhergesagt hat. Billig ist es, daß Du mehr als jeder Andere an der Wohlthat seiner Auferstehung Theil erhaltest; da Du mehr als jeder Andere an der Schmach seines Leidens Antheil genommen hast. O wer erfaßt Deine heilige Freude, Deinen himmlischen Trost. Ihn, den Gekreuzigten, am dritten Tage schon im Glanze und in der Glorie seiner Macht zu erblicken! dussin 3u verschiedenen Malen genoß noch die entzückte 331 Mutter der so süßen, innigen Ansprache und des beseligenden Umganges mit ihrem Sohne, bie dann am vierzigsten Tag jene Zeit heranrückte, in welcher er wieder zurückkehren und den Sitz zur Rechten seines Vaters im Himmel einnehmen sollte. Getrocknet find nun Deine Thränen, o Maria! ge= heilt die Wunden Deines Herzens, so die vergangenen Leiden Dir geschlagen haben. Ueber eine kleine Weile wirst Du Deinen Jesus wieder sehen und zwar mit unverwelklichen Augen, welche den Vollglanz seiner göttlichen Majestät in alle Ewigkeit zu ertragen vermögen. spfl Uebung. O wie glücklich werden wir dereinst sein, wenn wir hier auf Erden die Mühseligkeiten dieses Lebens geduldig ertragen. Es wird der Tag der Auferstehung kommen, an welchem all' unsere Furcht, unsere Angst und Noth ein Ende nehmen und all' unser Leid in unvergleichbar größere Freude und Herrlichkeit verwandelt wird. Aber noch eine Auferstehung, meine Lieben! verursacht der allerfeligsten Jungfrau eine besondere Ofterfreude, und das ist die geistige Auferstehung. Dwelch' eine übergroße Freude empfindet das Herz dieser liebevollen Mutter, so oft ein Sünder das Grab der Bosheit verläßt. Laßt uns darum losmachen von dieser vergänglichen Welt, laßt uns 332 suchen das, was oben ist, um mit Maria ewig zu frohlocken im Himmel. gebet. Gegrüßt seist Du Maria! Du hochbeglückte und entzückte Mutter! die Du nach namenlosen Leiden nun mit unaussprechlichen Freuden erfüllet wurdest, besonders als am dritten Tage Dein göttlicher Sohn siegreich von den Todten auferstand, und sich Dir in seiner Herrlichkeit zeigte. Oheis lige Maria! durch diese Deine große Freude bitte ich Dich, richte auf mein zagendes Herz in den Leiden dieses Lebens, und befestige es mit himmItscher Kraft, damit es geduldig ausharre, bis nach dem Sturme die heitere Sonne der göttlichen Erbarmungen erscheint, und mir nach der Marterwoche dieses Zeltlichen, die Freude einer fröhlichen Auferstehung zu Theil werden möge. Und abermals gegrüßt seist Du Maria! Du unaussprechlich selige Mutter, die Du mit dem innigsten Entzücken des Herzens gesehen hast, wie Dein verklärter Sohn Jesus Christus im Glanze seiner Herrlichkeit und im feierlichsten Triumphe zum Himmel fuhr, wo er nun fizet auf dem Throne zur rechten Hand seines himmlischen Vaters. O heilige Maria! durch diese Deine Freude bitte ich Dich, Du wolleft mir die Gnade erlangen, zu erkennen, auf welchem Wege 333 mich Gott zum ewigen Ziele führen möchte, Du wolleft meinem Herzen Flügel geben, damit es wandelnd diesen Weg sich absondere von dieser Welt und mit Jesus sich oft gen Himmel hinaufschwinge, wo es allein seine Ruhe und völliges Vergnügen haben kann durch eben denselben Christum unsern Herrn. Amen. ( Glaube an Gott 2c. 2c., Ehre sei dem Vater 2c. 2c., und 5 Bater unser und Ave Maria mit Einlegung der 5 glorreichen Geheimnisse.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Hellige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Du Ursache unserer Fröhlichkeit, Du Jubel der Jungfrauen, Du Freudenspenderin des himmlischen Hofes, Du höchste Ehre und Zierde der Heiligen, Bitte für uns! 334 Du mit dem jungfräulichen Ehrenkranze geschmückte Gottesmutter, Du von den seligen Geistern Hochverehrte Königin, Du mächtige Fürsprecherin bei Deinem Sohne, Du liebreichste Helferin aller Deiner Diener und Dienerinnen, Du ewige Glorie der himmlischen Mächte, Du Quelle der reinsien Freuden, Du Garten der Wonnen Gottes, Du Mutter des göttlichen Trostes und der Freude, Set uns gnädig, verschone uns, o Jeſus! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Jesus! Von allem Uebel, Von allen Sünden, Von aller Gleichgiltigkeit gegen Dich und Deine jungfräuliche Mutter, Von dem Geiste selbstsüchtiger Anmaßung, Von allem Widerstreben gegen Deine Eingebungen, Von peinigenden und schwermüthigen Gedanken, Durch die Freude Martens bei Deiner Geburt, Durch die Freude Mariens bei der Ankunft der Weisen aus dem Morgenlande, Durch die Freude Martens, als sie Dich im Tempel wiedergefunden, Bitte für uns! Erlöse uns, o Jesus! 335 Durch die Freude Mariens bei Deinen zahllosen Wunderthaten, Durch die Freude Mariens bei Deiner fiegreichen Auferstehung, Durch die Freude Mariens bei Deiner glorreichen Himmelfahrt, Wir arme Sünder, Daß Du uns die wahre Herzensfreude schenken now wolleft, Daß Du uns vor unerlaubten Freuden Abi scheu einflößen wollest, Daß Du uns vor gefährlicher Zerstreuung und Genußsucht bewahren wollest, Daß Du uns zur fittlichen Auferstehung die Gnade ertheilen wollest, Daß Du alle in die Weltfreuden vertieften Subo Herzen nach Oben richten wolleft, Daß Du uns zu Maria in den himmlischen Freudensaal einführen wolleft, Daß Du allen christgläubigen Seelen die ewige Ruhe verleihen wollest, Jesus, Du Sohn der hocherfreuten Mutter Maria! o Jesus! Erlöse uns, Wir bitten Dich, erhöre uns! and O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst 336 die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Ave Maria. V. Anmuth strömt, wenn Du sprichst, von Deinen Lippen. Alleluja. R. Herrliches und ewiges Glück ertheilet Dir deßhalb Dein Gott. Alleluja. Lasset uns beten. O Gott, der Du durch die Auferstehung unferes Herrn Jesu Chrifti die Welt zu erfreuen Dich gewürdiget haft; verleihe uns gnädig, daß wir durch dessen Gebärerin zur Freude des ewigen Le= bens gelangen. Allmächtiger Gott! wir bitten Dich, verleihe, daß wir kraft der vielvermögenden Fürsprache der allerfeligsten Jungfrau Maria von den zeitlichen Trübsalen befreit, und dereinst zum Genusse der ewigen Seligkeit geleitet werden mögen, durch Deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Chriftum. Amen. 337 Alleluja. Alleluja! hebet zu singen an, Alleluja! jubelt zum Himmel an, Alleluja! finget mit frohem Schall, Ihr Kinder! singet Alleluja all: Der Herr erhörte der Sehnsucht Schrei; Die Knechte des Herrn sind feffelfrei; Er öffnete ihnen des Himmels Thor; Zum Throne hob er die Magd empor; Ein Kindlein ruht an der Jungfrau BrustDer Erde Heil, des Himmels LuftAlleluja, Alleluja, Alleluja! Alleluja! hebet zu fingen an, Alleluja! jubelt zum Himmel an, Alleluja! singet mit frohem Schall, Ihr Blumen! finget Alleluja all: Der Frühling ist in Sion erblüht; Jericho's Rose ist licht erglüht; Des Libanons Zedern rauschen so mild; Im lieblichen Dufte steht Sarons Gefild; Es ruhet im Schatten von Davids Stamm Die reine Lilie, das Opferlamm, Alleluja, Alleluja, Alleluja! Alleluja! hebet zu singen an, Alleluja! jubelt zum Himmel an, Alleluja! singet mit frohem Schall, Ihr Sterne! finget Alleluja all: Der Tod erblich, die Nacht entwich, Kaltner's Mai- Andacht. 22 338 Und purpurn röthet der Osten sich; Der Stern so klar, so wunderbar, Erschienen ist er nach manchem Jahr, Und heiter lacht in die Erdennacht Der ewigen Sonne himmlische Pracht, Alleluja, Alleluja, Alleluja! Alleluja! hebet zu fingen an, Alleluja! jubelt zum Himmel an, Alleluja! finget mit frohem Schall, Ihr Schmerzen! finget Alleluja all: Die Trösterin kam, die Trost euch gebracht, Der Heiland erschien, der heil euch gemacht, Der selber sich bot dem giftigen Biß, Und uns die Schlange vom Herzen riß, Und siegreich ihr Haupt im Staube zertrat, Und Balsam in unsre Wunden that, Alleluja, Alleluja, Alleluja! Alleluja! hebet zu singen an, Alleluja! jubelt zum Himmel an, Alleluja! singet mit frohem Schall, Ihr Freuden! finget Alleluja all: Der Himmel hat gütig uns Manna gethaut; Der Bräutigam hat die Braut geschaut; Der Sieger siegte auf Golgatha; Die Engel singen Viktoria! Hosanna erklingt es, das Fest ist bereit, Die Seligen fingen in Ewigkeit: Alleluja, Alleluja, Alleluja! 88 339 26. Mai. Maria am heiligen Pfingstfeste. Diese Alle( die heiligen Apostel) verharrten einmüthig im Gebete sammt den Frauen und Maria, der Diutter Sesu. Und alle wurden mit dem heiligen Geiste erfüllet." ( Apostelgesch. 1, 14.- 2, 4.) Betrachtung. 3 aria wurde zwar schon von dem Engel Gabriel als die Gnadenvolle begrüßt; da es aber dem heiligen Geiste wohlgefiel, seine Braut immer mehr und mehr mit seinen Gaben zu bereichern, war sie sorgfältig darauf bedacht, in aller Liebe fich darauf vorzubereiten. Bevor nämlich Jesus auffuhr in die Herrlichkeit seines Vaters, hatte er den Seinigen verheißen, daß er ihnen einen Tröster und Lehrer der Wahrheit senden würde. Nach der Anweisung des Herrn, von Jerusalem nicht wegzugehen, bis sie mit der Kraft dies ses göttlichen Geistes ausgerüstet wären, begab sich die Mutter Jesu mit den Aposteln und jenen Frauen, die ihm auf seinen Reisen mit Andacht gefolgt waren, von dem Delberg herab in den Saal des Abendmahles. Dort bereiteten sie sich in der Stille der Abgeschiedenheit und mit dem eifrigsten Gebete vor, den Geist der Heiligung 340 würdig zu empfangen. So lesen wir ja in der Apostelgeschichte: Diese Alle verharrten einmüthig im. Gebete fammt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu. Und Alle wurden mit dem heiligen Geiste erfüllet." Man darf mit Gewißheit annehmen, daß Mariens Flammengebete mit den Aposteln und für die Apostel, sowie auch für die ganze Gemeinde der Gläubigen, die Ankunft des verheißenen Tröfters beschleuniget oder doch dessen Wirkungen so wunderbar gemacht haben. Der heilige Geist ließ sich neuerdings zu seiner Braut hernieder, und da sie so getreulich mit der schon empfangenen Gnadenfülle mitwirkte, so- wollte er ihr Herz noch zur neuen Gnadenspende erweitern. Nicht etwa nur jene Feuertaufe, welche die Verfünder des Evangeliums zu neuen Menschen umschaffen, und zu ihrem hohen Berufe mit Muth und Stärke ausrüsten follte, nicht nur, wie die Apostel, die Gabe der Syrachen und Wunder, welche denselben zur Beglaubigung ihrer höheren Sendung so nothwendig waren; Maria empfängt noch mehr als dieses am heiligen Pfingstfeste, da sie auch mehr als die Apostel mitwirken sollte, das Reich ihres Sohnes zu begründen und auszubreiten. Eine Fülle des Segens mußte über sie herabströmen, und so kam es denn, daß die Hochgebenedeite durch die Macht ihrer Fürbitte, durch ihr Tugendbeispiel, durch ihre glühendste Liebe zu Gott und den Menschen mehr noch beitrug zum Wachsthume der Religion, als die Gesandten Gottes, durch ihr mühevolles Arbeiten, Leiden und Sterben. Die Mutter des göttlichen Sohnes wurde an dies sem Tage noch ganz vorzüglich als weithin wirkendes und 11 341 wunderbar thätiges Werkzeug auserlesen zur Förderung der Ehre Gottes und des Heiles für Viele. ROT Daher schwebte der Geist des Herrn in besonderer Weise nochmals über dem Haupte seiner Braut, und erfüllte sie mit den edelsten seiner Gaben. Wer vermag es auszusprechen, wie nüßlich Maria schon der aufsprofsenden Kirche zu Jerusalem war! und als die Apostel gesegnet von der Mutter hinausgingen in die ganze Welt, alle Völker zu belehren, begleitete sie überall hin Maria's Gebet, und half ihnen in ihren Bemühungen, half ihnen kämpfen und siegen. Uebung. Freuen wir uns des himmlischen Segens, den unsere geliebte Mutter am Heiligen Pfingstfeste empfangen hatte, und bitten wir sie, von diesem Ueberflusse auch uns so viel mitzuthellen, als wir bedürfen, um unserem Berufe treu nachzuleben und zur christlichen Vollkommenheit zu gelangen. Bemühen wir uns aber, gleich ihr, den Gnaden des Himmels wohl zu entsprechen, und lassen wir keine derselben unbenützt verloren gehen. Deffnen wir daher unsere Augen dem Lichte des göttlichen Geiftes, damit er mit seinen wohlthätigen Strahlen uns erleuchte; schließen wir ihm auf unsere Herzen, damit er hineingehe, bei uns wohne, und bei uns verbleibe; kein Wort, das er durch den Mund der Prediger und Beichtväter oder unmittelbar durch 342 inneren Zuspruch an unsere Herzen redet, sei umsonst gesprochen. Bestreben wir uns, zur Verbreitung des Glaubens, zur Bekehrung der Sünder und zur Erbauung Aller das Unsrige beizutragen. Wie viel sind wir im Stande zu thun, schon durch unser Gebet, durch gutes Beispiel, durch christliche Zurechtweisung und durch Hilfe bestmöglicher Art. Gewinnen wir nur recht viele Seelen für den Himmel; und aus der Seligkeit einer jeden wird auch uns eine neue Seligkeit erwachsen. gebet. O Königin der Apostel! mit stiller Freude sieht Dich mein Geist in jenem Kreise eifriger Gläubigen, die einmüthigen Gebetes der Ankunft des versprochenen Trösters entgegensahen. Laß doch mein schwaches Flehen mit Deiner mächtigen Bitte vereiniget zum Himmel dringen, auf daß auch ich Erhörung und Gnade finde von Oben. Allerseligste Jungfrau, vollendete Braut des heiligen Geiftes! erbitte mir huldreich die Gabe der Weisheit, vermittelst welcher ich die Absichten aller meiner Handlungen nur allein auf Gott, als mein einziges und letztes Ziel, zu wenden wisse. Erbitte mir die Gabe des Verstandes, wodurch ich die göttlichen Geheimnisse recht verstehen, und durch Betrachtung himmlischer Dinge die Gedanken 343 und Neigungen meines Herzens von den Eitelkeiten dieser Welt abziehen könne. Erbitte mir, o Maria! die Gabe des Rathes, die mir die verborgenen Schlingen entdecken helfe, so die Feinde meines Heiles mir legen, und alles daß ergreifen heiße, was den Nutzen meiner Seele mehr noch befördern kann. Erbitte mir die Gabe der Stärke, die von meiner Schwäche mich erhebe und kräftige, daß ich meine bösen Triebe überwinde, dem Strome des bösen Beispieles widerstehe, und die Menschenfurcht heldenmüthig beftege. Erbitte mir, o allerweiseste Jungfrau! die Gabe der Wissenschaft, damit ich die göttlichen Dinge wohl erfenne, und bet dem Lichte heiliger Anweisungen den geraden Weg zum Himmel wandle. Erbitte mir die Gabe der Gottseligkeit, kraft welcher ich meinem Gott um so eifriger diene, und meine Ruhe und meinen Frieden nur in der Beobachtung seines Gesetzes suche. Erbitte mir endlich von Gott dem heiligen Geifte die Gabe der Furcht des Herrn, vermöge welcher ich schon bei dem Gedanken zittern möchte, den Allerheiligsten, den Liebenswürdigsten zu beleidigen. Ja bitte, beilige Maria! bitte für mich, daß der göttliche Geist auch mich seiner Einkehr würdige, und mein Herz einweihe zu seinem Tempel, und alle meine Glieder zum fröhlichen Dienste Deines Sohnes, unsers Herrn Jesu Chrifti. Amen.( Wie am 25. Mai.) 344 Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Du reinste Braut des heiligen Geistes, Du keuschefte Braut des heiligen Geistes, Du demüthige Braut des heiligen Geistes, Du gottergebene Braut des heiligen Geistes, Du andächtige Braut des heiligen Geistes, Du mildeste Braut des heiligen Geistes, Du liebreichste Braut des heiligen Geistes, Du geliebteste Braut des heiligen Geistes, Du auserwählte Braut des heiligen Geistes, Du schönste Braut des heiligen Geistes, Du holdseligste Braut des heiligen Geistes, Du heiligste Braut des heiligen Geistes, Du makellose Braut des heiligen Geistes, Du vortrefflichste Braut des heiligen Geistes, Du wahrer Tempel des heiligen Geistes, Bitte für uns! 345 Du Vorbild des gottgefälligen Sinnes, Du schönes Beispiel eines frommen Wandels, Du. Gebenedeite aller Nachkommen Eva's, Du Mutter voll der Gnaden, Du vom heiligen Geiste überschattete Jungfrau, Du vom göttlichen Geiste erfüllte Jungfrau, Wir arme Sünder, Daß wir uns bestreben, das Kleid unserer Taufunschuld rein zu erhalten, Daß auch wir Tempel des heiligen Geistes sein und bleiben mögen, Daß wir Dich allezeit mit reinem Herzen veri ehren, Daß Du uns die sieben Gaben des heiligen Geistes erbitten wollest, Daß Du uns zur vollkommenen Gottes- und Nächstenliebe verhelfen wolleft, Daß wir, wie die Apostel, durch diese zweifache Liebe stets vereiniget bleiben, Daß wir, wie die Apostel, in aller Sanftmuth einander übertragen, Daß wir, wie die Apostel, die Einigkeit des Geistes in Frieden erhalten, Daß wir mit Dir und den Aposteln einmüthig im Gebete verharren, Daß Du uns mit Dir und den Aposteln den heiligen Geist herabflehen helfest, Bitte für uns! Wir bitten Dich, erhöre uns, o Maria! 346 Daß wir mit Dir und den Aposteln mit dem heiligen Geiste erfüllet werden, Daß wir mit Dir und den Aposteln Schmach und Verfolgung geduldig leiden, Daß wir die Werke des Fleisches mit dem Geifte abtödten mögen, Daß wir die falsche Weisheit der Welt als Feindin Gottes verachten mögen, Daß auch wir unser Scherflein beitragen mögen zur Verbreitung des Reiches Gottes auf Erden, Jungfrau und Mutter voll des heiligen Geistes, Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmft die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Chrifte erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Wir bitten Dich, erhöre uns, Marta! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Ave Maria. V. Gieße aus Deinen Geist, o Herr! und die Dinge werden erschaffen werden! 347 R. Und Du wirst das Antlig der Erde erneuern! Lasset uns beten. O Gott, der Du die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des heiligen Geistes unterwiesen hast, verleihe uns die Gnade, daß wir in demselben Geiste, das, was recht ist, verstehen, und seines Trostes uns allezeit erfreuen mögen, durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn, welcher mit Dir in der Einigkeit des heiligen Geistes, als ein und derselbe Gott lebt und herrschet in Ewigkeit. Amen. Eleg Die sieben Rosen. Dich süße, liebe Himmelsfrau! Vor Freude reich zu schmücken, 3og eilends ich zur Blumenau, Um Rosen dort zu pflücken: Ja sieben Rosen, roth und weiß, Weih' hier ich Dir zum Maienpreis. Im Kämmerlein zu Nazareth Erblüht die erste Rose, Als Du, versunken in Gebet, Im reinsten Jungfrauschooße Den hohen Himmelsgast empfängst, Den Deinen Sohn und Gott Du nennst. 248 Zu Bethlehem im falten Stall Will sich die zweite zeigen, Als Er, vor dem die Engel all' Sich tief anbetend neigen, Uns gleich- ein Kind geworden ist, Dess' Mutter Du, o Jungfrau! bist. Vom fernen Ost, vom Meeresstrand Zieh'n Fürsten hin zum Kinde, Das in der Krippe Herberg fand, Und weih'n zum Angebinde is Ihm Weihrauch, Gold und Spezerei, Daß dieß der Rosen dritte sei. d Als Du drei ganze Tage lang Gar herben Schmerz empfandest, Und erst nach manch' vergebnem Gang Den Sohn im Tempel fandest: Da sproß, umringt vom Priesterchor, Der Rosen vierte hold empor. Erfreue Dich! aus Todesnacht Erblüht die fünfte Rose, Als sich in eigner Gottesnacht Aus dunklem Grabesschoose Der große Oberfürst erhebt, Vor dem der Tod, die Hölle bebt. Begrüßt vom Seraphinen- Chor Schwingt sich im Glanz der Sonne Die sechste Rose hoch empor 3ur ew'gen Himmelswonne; han 349 Es fährt im hehren Siegeslauf Dein Herr und Sohn zum Vater auf. Und als der Zwölfe fromme Schaar In heiligen Gebeten Zum Lob des Herrn versammelt war, Und Wind und Flammen wehten, Da stieg als siebenfache Gab' Der Rosen sie bente herab. 880 350 27. Mai. Maria in der Wohnung des heiligen Johannes. " Da nun Jesus seine Mutter und den Jünger, den er liebte, stehen sah, sprach er zu seiner Mutter: Weib! siehe, dein Sohn! Hierauf sprach er zu dem Jünger: Siche, deine Mutter! Und von derselben Stunde an nahm sie der Jünger zu sich." ( Joh. 19, 26. 27.) Betrachtung. ehren wir einige Augenblicke zurück zur Mutter unter dem Kreuze, wie wir sie am 23. Tage unseres Marien- Monates im tiefsten Mitgefühle ihres Schmerzes betrachtet haben; blicken wir noch einmal mit nassem Auge hinauf zu dem mit Dornen gefrönten und mit Nägeln an's Kreuz gehefteten Heiland der Welt, und nähern wir uns an blutbesprißter Stelle jener geistlichen Rose, der Leidensmutter Maria, die ge stüßt an dem Arme des Lieblings ihres Sohnes noch dem Entfeßlichsten beiwohnen wollte. Da nun Jesus feine Mutter und den Jünger, den er liebte, stehen sah, sprach er zu seiner Mutter: Weib! siehe, Dein Sohn! Hierauf sprach er " 1 351 zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter: Und von derselben Stunde an nahm sie der Jünger zu sich." Ja Maria ist jenes erhabene Weib, welches schon im ersten Buche Moses verheißen wurde, und der teuflischen Schlange den Kopf zertreten sollte; daher wollte der Ueberwinder des Todes und der Hölle am Kreuze noch seiner jungfräulichen Mutter diesen Ehrennamen beigelegt haben, wollte sie aber auch versorgt und aufgehoben wissen in den Händen seines jungfräulichen Freundes. Nackt am Kreuze hangend, alles irdischen Gutes beraubt, hatte der Sohn des Allmächtigen nichts, was er demjenigen als Erbtheil hinterlassen könnte, der bei dem letzten Abendmahle an seiner Brust gelegen. Und fiehe da! Er übermachte ihm das Allerliebste, was er auf Erden hatte Er übermachte ihm seine eigene Mutter zur Mutter. Allein Maria ist durch dieses Vermächtniß auch unsre Mutter geworden, und alles soll uns daran gelegen sein, ihr Johannes gleiche Söhne und Töchter zu werden. - Wodurch machte sich denn etwa namentlich der heilige Apostel Johannes einer so vorzüglichen Neigung seines Herrn und Meisters würdig? Der Grund hievon ist wohl kein anderer, als weil Johannes beständig in jungfräulicher Reinigkeit gelebt und auch Jesum Christum auf das zärtlichste geliebet hat. Und so wollte denn der Sohn der reinsten Mutter auch nur dem reinsten Jünglinge die Jungfrau aller Jungfrauen anvertraut haben. Die Sonne der Gerechtigkeit war auf Kal 352 variens blutigem Leidenshügel untergegangen; aber der Stern des Meeres warf noch seine milden Strahlen auf die wiedergeborne Welt. An der Wiege des Christenthums wachte mit mütterlicher Sorgfalt Maria, die jungfräuliche Gebärerin des göttlichen Stifters. Nach dem heiligen Pfingstfeste war der heilige Johannes ganz vorzüglich darauf bedacht, seines Herrn und Meisters letzten Willen auszuführen und für die hinterlaffene Mutter zu sorgen. Er nahm sie in seine Wohnung, behandelte sie mit aller Liebe und Ehrfurcht, widmete ihr, entzückt, die Gottesmutter in seiner beständigen Nähe zu haben, jedwelche Aufmerksamkeit, und ermüdete niemals, derselben die allerzärtlichste Pflege angedeihen zu lassen. Wie oft des Tages mögen sie von ihrem Jesus gesprochen, wie oft an seine Lehren und Wunder, an seine Hinopferung und Auferstehungsglorie gedacht haben; ja wie oft mögen sie zusammengeknieet sein, um für die jungen Christengemeinden und deren eifrige Glaubenslehrer zu beten! Doch nicht lange war es ihnen gegönnt, am Schauplaße der Schmach und Herrlichkeit ihres Sohnes und brüderlichen Freundes in so heiliger Liebe und Einigkeit beisammen zu leben: Eine furchtbare Christenverfolgung zwang fie, die Flucht zu ergreifen, und Ephesus war der Der Ort, wo sie sich in Ruhe niederlassen fonnten. heilige Johannes ließ sich's auch hier sehr angelegen sein, das heilige Evangelium zu verkünden, und Maria fuhr fort in ihrem Gebete für den Wachsthum und die Fortpflanzung der heiligen Kirche. Der blühende Zustand der Christengemeinde von Ephesus, so wie auch das Lob, welches der heil. Apostel Paulus ihrer Frömmigkeit er 353 theilt, zeugen hinlänglich von den erfolgreichen Bemühungen dieser Gott geliebten Personen und von dem göttlichen Segen, der sie allenthalben begleitete. Uebung. Jede Verbindung, welche der Rausch der Letdenschaft, eine flüchtige Neigung hervorgebracht hat, wird selten ein dauerndes Glück begründen. Ohne Tugend gibt es keine wahre Freundschaft, keine Liebe; denn wo christliche Gesinnungen fehlen, da mangelt es an gegenseitiger Achtung, an sanfter Duldung und Nachsicht, an Trost und Kräftigung, an froher Eintracht. Hingegen aber, wenn Gott zwei edle Seelen zusammenführet, wie erhaben, wie heilig ist eine solche Verbindung! Doch nur wenige Menschen wissen es, wie beglückend und süß eine Freundschaft ist, welche der Himmel geschlossen hat. Seien wir also vorsichtig in der Wahl unserer Freunde. Bitten wir die heilige Jungfrau und den vielgeliebten Jünger, uns in ihren Bund mit aufzunehmen. Lassen wir auch nach dem Vorbilde des heiligen Johannes Achtung und Ehrfurcht vor dem Alter, und Liebe und Unterwürfigkeit vor Vater und Mutter niemals aus unserem Herzen verschwinden. Nein, Geliebteste! dieser Vorwurf soll uns nie gemacht werden dürfen. Chren wir das Alter, seien wir besonders gegen unsere Eltern Kaltner's Mai- Andacht. 23 354 und Wohlthäter liebreich und dankbar, und tragen wir mit ihnen Nachsicht und Geduld, selbst wenn sie wunderlich und mürrisch werden. Unterlassen wir es nicht, frühzeitig auch unsere irdischen Angelegenheiten in Ordnung zu bringen, damit man nicht Ursache habe, nach dem Tode unser zu fluchen, sondern uns zu segnen und für uns zu beten; ehren wir aber auch den letzten Willen eines Sterbenden und tragen wir das Unsrige bet, denselben gewissenhaft in Ausführung zu bringen. gebet. 140 Maria, Mutter aller Gläubigen! ich erinnere Dich heute an jenen Augenblick, als Dein Sohn vom Kreuze herab in der Person des heiligen Johannes auch mich Dir als Kind anempfohlen hat, sprechend: Weib! siehe- Dein Sohn." Laß mir Deinen mütterlichen Schutz angedeihen, nimm mich als Dein Kind an und führe mich an Deiner Mutterhand, damit ich nicht strauchle, noch falle. Du bist ja uns Allen die liebevollste und zärtlichste Mutter, die alle ihre Kinder so gern in das Reich des himmlischen Vaters heimführen möchte. Ach, wie schmerzt es mich, Dich nicht genugsam und jederzeit geliebt, ja oftmals im Drange der Geschäfte und im Wirbel der Freuden dieser Welt völlig vergessen zu haben. O verzethe 355 mir diese unbegreifliche Vernachlässigung, erbarmungsreiche Mutter! Nie mehr will ich Dich betrüben, will Dir fortan nach dem Beispiele des heiligen Johannes meine ganze Liebe, Ehrfurcht und Ergebung beweisen; besonders werde ich stets darauf bedacht sein, mein Herz von Allem frei zu halten, wodurch Du genöthigt würdest, Dein huldreiches Angesicht von mir abzuwenden und aufzuhören, meine Mutter zu sein. Geliebter Jünger Jesu Chrifti, heiliger Johannes! Dir ist Maria von ihrem sterbenden Sohne noch als Mutter übergeben worden, und Du hast von der Stunde an als der treueste Sohn sie zu Dir genommen; ich bitte Dich durch diese hohen Gnaden, erflehe mir und allen Kindern Mariens eine beständige Reinigkeit des Herzens, eine innige Verehrung zu Deiner und unserer gemeinschaftlichen Mutter und eine inbrünstige Liebe Gottes und des Nächsten, absonderlich meiner Angehörigen und Pflegebefohlenen, damit wir einstens Alle im Himmel beisammen wohnen können. Amen. ( Wie am 25. Mai.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! 356 Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Heiliger Apostel und Evangelist Johannes, Du Liebesjünger des Herrn, Du treuer Sohn seiner Mutter, Du sorgfältiger Verpfleger Mariens, Du Stüße ihres Alters, Du Augenzeuge ihrer Leiden, Du Theilnehmer ihrer Freuden, Du Miteiferer für die Ehre Deines Herrn, Du Pfeiler der Kirche Gottes, Du Lehrer der Wahrheit, Du Verkünder der Gnade, Du Spiegel der Unschuld, Du Lilie der Jungfräulichkeit, Du Vorbild der Demuth, Du Prediger der Liebe, Der Du schon in der blühendsten Jugend Deinem Heilande nachfolgtest, Der Du beständig an seiner Seite warest, Der Du bei dem letzten Abendmahle an der Brust Jesu lageft, Bitte für uns! 357 Der Du mit Maria Deinem leidenden Meister folgteft, Der Du mit Maria zunächst am Kreuze des sterbenden Erlösers standest, Der Du von Jesus die Mutter zur Obsorge übernahmst, Der Du die Jungfrau bis zu ihrem seligsten Tode bei Dir behielteft, Der Du um Jesu willen Schmach und Mißhandlung erduldeteft, Der Du glaubensvoll den Giftbecher leertest, Der Du unverletzt aus dem siedenden Dele hervorgingest, Der Du für Christi Lehre die Verbannung ertrugest, Der Du bis zum Greisenalter im Hirtenamte ausharrtest, Der Du dem Adler gleich zur höchsten Betrachtung Dich erhobest, Der Du die göttlichen Geheimnisse in heiligen Schriften niederlegtest, Der Du nun den Lohn im Himmel ernteft, Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Von aller Gefahr zur Sünde, Von den Nachstellungen unserer Feinde, Von Pest, Hunger und Krieg, Von Verstockung und Unbußfertigkeit, Bitte für uns! o Herr! Erlöse uns, 358 Von Gleichgültigkeit in der Heilswirkung, Von einem unglückseligen Hinscheiden, Durch die Fürbitte Mariens, Durch die Verdienste des heiligen Johannes, Durch dessen Liebe zu Dir und Deiner Mutter, Durch dessen Treue und Beharrlichkeit bis an's Ende, Wir arme Sünder, Daß Du unsere Verirrungen verzeihen wollest, Daß Du unsere Herzen mit Deinem göttlichen Liebesfeuer entzünden wollest, Daß Du unser Gemüth zu himmlischen Dingen erheben wolleft, Daß Du in unsere Herzen Hochachtung gegen die Anordnungen unserer Vorgesetzten einpflanzen wollest, Daß Du unter uns jede Mißachtung des Alters und der Armuth ausrotten wolleft, Daß Du in uns jede Lieblosigkeit gegen Eltern und Wohlthäter vertilgen wollest, Daß Du uns Allen die Liebe des heiligen Johannes einflößen wolleft, Daß Du uns der Fürsprache Deines heiligen Apostels theilhaftig machen wollest, Daß Du auch uns Maria zur Mutter schenken wollest, Daß Du uns Alle zu Mariäkindern machen wolleft, Erlöse uns, o Herr! Wir bitten Dich, erhöre uns! 359 Du Sohn Gottes und Mariens, wir bitten Dich, erhöre uns! du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jesus! 18 Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Ave Maria. V. Hoch zu ehren ist der heilige Johannes, R. Dem der Herr seine Mutter übergeben hat. Lasset uns beten. Erleuchte gnädig, o Herr! Deine Kirche, damit sie durch die Lehren Deines heiligen Apostels und Evangelisten Johannes aufgeklärt, zu den ewigen Gütern gelangen möge durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn, der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. - 360 Johannes. Du, welchem Christus einst so großen Vorrang gab, Und Den der Gottmensch sich zum Liebling auserlesen, Gefährte seines Amts, Begleiter bis zum Grab, Der seiner Glorie 3eug' gewesen! Wie selig war Dein Loos! Dir widerfuhr das Glück, Des Vaters ewig' Wort mit Händen zu berühren, 3u hören, was er lehrt, zu theilen seinen Blick, Bertraut mit Ihm Gespräch zu führen. Als Jünger warst vor Allen Du beneidenswerth, Wenn Er aus Liebe Dir sein Innerstes vertraute; Auf Tabor, wo Dein Aug' den Göttlichen verklärt In seiner ganzen Gottheit schaute. Wenn in Verzückung Du auf Jesu Schooße ruh'ft, Wird Dein beglückter Mund vom Liebesstrom erfüllet; Da wird das Hochgefühl in Deiner stillen Brust Von naher Gottheit Dir enthüllet. Oheiliges Gefühl! o ungekanntes Heil! Wie wonnevoll vereint fließt Herz in Herz zusammen! Wie tief bis auf den Grund dringt ein der Liebe Pfeil, Der glühend ward in diesen Flammen. Als Ihm am Todesbaum das sterbend'. Auge bricht, Wie könnte& r wohl finderlos die Mutter schauen? Er gibt ihr Dich zum Sohn! Wer soll die Reinste nicht Dem reinsten Jünglinge vertrauen? 361 Was ist wohl köstlicher, als dieses Unterpfand? Die wahrhaft Gott gebar, wirst Du als Mutter schäßen, Sie liebet Dich als Sohn, Du kannst durch dieses Band Des Sterbenden Verlust ersetzen. Christi treuer Freund! o hilf mir doch dazu, Den Weg, den Liebe führt, wetteifernd zu erreichen! Wie wäre groß mein Glück, könnt' Ihm ich so wie Du Im Leben und im Sterben gleichen! 880 28. Mai. Tod der heiligen Jungfrau. Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerufalems findet ihr meinen Geliebten, so meldet ihm, daß ich vor Liebe frank bin."( Hohel. 5, 8.) Betrachtung. hevor Maria von dieser vergänglichen Welt Abschied nahm, wollte sie nochmal das Land ihrer Heimat, die heiligen Orte besuchen, wo ihr Sohn gelebt, gelehrt und gelitten hatte, um dort auch ihre letzten Tage zu verleben und zu beschließen. Der heilige Johannes, dem ihre leisesten Wünsche Befehle waren, veranstaltete alsogleich die Rückkehr nach Jeru 362 falem. Hier zog sich die heilige Jungfrau in jenes Haus zurück, welches durch das heilige Abendmahl, wie auch durch die Sendung des heiligen Geistes geheiliget wurde. Allmählig aber rückte die so sehnlichst erwartete glück selige Stunde heran, in welcher sie auf ewig mit ihrem Jesus sollte vereiniget werden. Allein nicht das Alter oder die damit verbundenen Gebrechlichkeiten, oder sonst irgend eine Krankheit führten ihr Lebensende herbei, sondern einzig und allein nur die Sehnsucht nach der Vereinigung mit ihrem Jesus. Nur die heiligen Flammen der Gottesliebe vermochten es, ihre reinen Lebensgeister zu verzehren und jenen Augenblick nahe zu bringen, wo ein Herz aufhören sollte zu schlagen, das nie, auch nur von dem leisesten Hauche einer Unvollkommenheit berührt worden war. Ein Engel des Himmels soll ihr die freudenvolle Botschaft ihrer seligen Auflösung ver fündiget haben, die sie mit denselben Worten, wie einst bei der Menschwerdung des ewigen Wortes, erwiederte: „ Siehe, ich bin eine Dienerin des Herrn, mir geschehe nach deinem Worte." Nachdem Maria diese erwünschte Nachricht empfangen hatte, besuchte sie noch einmal die heiligen Stationen zu Jerusalem, nahm zum Legtenmale zärtlichen Abschied von ihnen, besonders vom Kalvarienberge, und begab sich dann in ihr Kämmerlein, um sich zum Tode vor zubereiten. Tief betrübt über den bevorstehenden Verlust, seste Johannes die Gläubigen von und um Jerusalem davon in Kenntniß. Von allen Gegenden kamen fromme Seelen herbei, um die jungfräuliche Gottesmutter vor ihrem Hinscheiden nochmals zu sehen, und sich zu erbauen an 363 den salbungsvollen Worten, die ihren Lippen entströmten. Aller Blicke waren mit Ehrfurcht und Andacht auf sie gerichtet, und lautes Schluchzen und Weheklagen erfüllte das Haus. Von heiliger Sehnsucht hingerissen mag fie wohl auch den frommen Besucherinnen entgegengerufen haben:„ Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems! findet ihr meinen Geliebten, so mel det ihm, daß ich vor Liebe frank bin." Wie uns heilige Männer erzählen, ist in den letzteren Tagen öfters eine Schaar von Engeln herabgestiegen zur Mutter Gottes auf Erden, um sie zu begrüßen und zu vertrösten. Und zu diesen Himmelsboten sprach dann Maria: O ihr schönen Bewohner des himmlischen Jerusalems, welch' einen großen Trost verschaffet ihr mir durch eure Gegenwart. Ich danke euch dafür; dennoch könnt ihr alle mich nicht vollkommen trösten, denn ich erblicke noch immer nicht meinen geliebten Sohn, der mich tröste. O wenn ihr mich lieb habet, ihr Engel des Herrn, so kehret zurück in den Himmel und saget meinem Sohne Jesus, daß ich frank bin vor Liebe, faget ihm, er möchte kommen, er möchte schnell kommen, weil ich sterbe vor Begierde, ihn zu sehen. Der heilige Johannes Damaszenus berichtet uns jetzt, daß Jesus Christus hierauf selbst vom Himmel herabgestiegen, daß er seiner sterbenden Mutter mit eigenen Händen die Wegzehrung gereicht und dabei gesprochen habe: Nimm hin, meine geliebte Mutter! denjenigen Leib, welchen du mir ertheilet hast. Und siehe! da ward das ganze Kämmerlein hell erleuchtet vom himmlischen Glanze und eine wunderbar liebliche Musik erscholl von den Chören der Engel. - - 364 In diesem Augenblicke nun traten, von dem göttlichen Geiste herbeigerufen, alle heiligen Apostel bis auf Einen, aus den verschiedenen Welttheilen herein in das stille Kämmerlein, füßten der göttlichen Mutter mit Ehrfurcht Hände und Füße, Fnieten sich dann weinend, betend und staunend um das Sterbelager herum, und empfingen da den Muttersegen für sich, die ganze katholische Kirche und ihre Gläubigen. Und jetzt löste fich die große heilige Seele Mariens, diese schöne Taube des Herrn, von den Banden des Lebens und ein lieblicher Wohlgeruch erfüllte das Haus der so selig Entschlafenen. - Uebung. thing Auch wir, Geliebteste! werden einstens im Frieden von hinnen scheiden, wenn unser Leben gleichsam eine beständige Vorbereitung zu einer glückseligen Scheidestunde gewesen sein wird. Dem Tugendhaften ist der Tod nur ein willkommener Freund der herbeikommt, dessen Seele aus einer harten Knechtschaft zu befreien; der Beginn eines schönen Tages der durch keine Nacht mehr verdunkelt wird; er ist ihm jener erwünschte Augenblick, der ihn zurückführt in die Arme eines harrenden Vaters, an das Herz einer liebenden Mutter.- Nichts ist gewisser, als daß wir alle sterben müssen; allein nichts ist ungewisser, als das Wann, Wo oder Wie. Schauet darum dem Tode nur recht oft und unerschrocken ins Gesicht; erinnert einander an das 365 so heilsame Memento mori, sobald Reichthum, Geschick oder körperliche Schönheit zum Stolze, oder lockere Freunde euch zu Vergnügungen verleiten wollen, die sich mit der Gewissensreinheit nicht wohl vertragen, Endlich säumet nicht, euch und eure Augehörigen zur guten Zeit noch mit den heiligen Sterbsakramenten versehen zu lassen, da= mit Gottes Mutter, die beständige Begleiterin ihres Sohnes, für euch bitte jetzt und in der Stunde des Todes. gebet. Heilige Jungfrau Maria, Furcht und Entsetzen ergreifen meine Seele, wenn ich jener Stunde ges denke, in welcher mein Leben mit dem Tode ringen und die Pforte der Ewigkeit sich öffnen wird, ich aber erscheinen muß vor dem unerbittlichen Richter, der sogar Rechenschaft fordert über jedes unnütze Wort. O möchte auch ich vor Sehnsucht erkranken, und sterben aus Liebe zu Dir und Deinem Sohne. So oft schon in meinem Leben habe ich Dich angerufen: Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns arme Sünder jetzt und in der Stunde unseres Absterbens. Ja, Du Zuflucht der Sünder! bitte für mich jetzt, wo ich meine Sünden noch recht bereuen und verabscheuen, meine Untugenden Hassen und verlassen kann, wo mein Gebet noch erhörlich und meine Thränen noch versöhnlich sind. 366 Bitte für mich, daß ich diese kostbare Zeit der Gnade nicht vorübergehen lasse, ohne sie angewendet zu haben zur Vorbereitung auf einen seligen Tod. Und wenn dann diese entscheidende Stunde wirklich herangekommen ist, dann verlaß mich nicht mit Deiner mächtigen Hilfe. Vollende das Maß Deiner süßen Liebe, und umgib mein Sterbelager mit Deinem mütterlichen Schußze. Verscheuche, o starke Frau! den Feind meiner Seele, der da umhergeht wie ein brüllender Löwe, suchend, wen er verschlinge. Belebe meinen Glauben, hebe meine Hoffnung und erhalte mich in der Liebe meines Gottes. Gieße die Salbungen Deines Trostes in meine Seele, und versüße mir die Bitterfeit des Todes. Enthülle meinen sterbenden Blicken von Ferne die Freuden des Himmels und zeige mir Jesum, die gebenedeite Frucht Deines Leibes. Endlich nimm die scheidende Seele in Deine Hände, und versöhne sie mit Deinem Sohne, empfiehl fie Deinem Sohne, stelle fie Deinem Sohne vor, damit er ihr auf Dein Fürwort ein barmherziger Richter sei und sie aufnehme ins Reich der ewigen Seligkeit. Amen. ( Wie am 25. Mai.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! 367 Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! LAGA Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Du Tochter des ewigen Vaters, Du Mutter des Sohnes Gottes, Du Braut des heiligen Geistes, Du glorwürdigste Jungfrau, Du liebreichste Jungfrau, Du sanftmüthigste Jungfrau, Du anmuthreichste Jungfrau, Du mildeste Jungfrau, Du holdseligste Jungfran, Du freundlichste Jungfrau, Du Schatzmeisterin der helligsten Dreifaltigkeit, Du Tempel des lebendigen Gottes, Du Zierde des himmlischen Jerusalems, Du nie versiegende Quelle der Gnaden, Du Garten himmlischer Ergöglichkeiten, Du Zuflucht der betrübten Herzen, Du Brandopfer der göttlichen Liebe, Bitte für uns! 368 Durch Deinen süßesten Namen, Durch die Frömmigkeit Deines mütterlichen Herzens, Durch die Liebe, mit welcher Du Jesum em= pfangen, Durch die Liebe, mit welcher Du Jesum ge= boren, Durch die Liebe, mit welcher Du Jesum gesäuget, Durch die Liebe, mit welcher Du Angenehmes und Bitteres mit Christo ertragen, Durch die Liebe, mit welcher Du dem am Kreuze Sterbenden beigestanden, Durch die Liebe, mit welcher Du ihn nach seiner Auferstehung gesehen, Durch die Liebe, mit welcher Du den heiligen Geist empfangen, Durch die Liebe, mit welcher Du Dich nach seiner Vereinigung gesehnet, Durch die Liebe, mit welcher die heiligen Apostel an Dir gehangen, Durch die Liebe, mit welcher Du ihnen den letten Segen ertheilet, Durch die Liebe, mit welcher Du Deinen Geist aufgegeben, Du vor Liebe kranke Mutter unsers Herrn, Du vor Liebe entschlafene Gottesmutter, Bitte für uns! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmft die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmft die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! 369 Vater unser. Ave Maria. V. Bitte für uns, o Maria! R. Jetzt und in unserer Todesstunde. Lasset uns beten. O Maria, Du Mutter der schönen, heiligen Liebe, laffe doch, wir bitten Dich, einen Theil Deiner flammenden Liebe, so Dich verzehrte, unsern kalten Herzen angedeihen, und nimm uns dagegen alle unreine Liebe zu den Geschöpfen, welche keiner Liebe werth sind, und nur wegen Gott, der sie erschaffen hat, geliebt zu werden verdienen. Siehe, wir wollen nur Jesum und Dich lieben im Leben und im Sterben, in Zeit und Ewigkeit. Amen. Auf den Tod Mariens. Mein Loblied fei're Die Mutter, die theure, Kaltner's Mai- Andacht. 24 370 Die Braut und die Tochter Deff', der fie erschuf! Es lebe Maria, Die göttliche Mutter; Gelobt sei mein Jesus, Ihr göttlicher Sohn! Als Lilie bei Dornen Weilt' einstens hienieden Vom Sohne geschieden, Maria bei uns: Es lebe Maria 2c. Da brannte das Herz ihr, Zum Sohne zu gehen; Mit herzlichem Flehen Bat fie um den Tod. Es lebe Maria 2c. Ihr theurer Geliebter, ispopad Der innig fie liebte, Er rief die Betrübte Zur himmlischen Ruh. Es lebe Maria 2c. & e eilte der Tod. schon, Als Pförtner zu dienen: Doch als er erschienen, Blieb ferne er steh'n. 8 lebe Maria 2c. Da nahte die Liebe. Mit lieblichem Pfeile, 371 Das Herz ihr in Gile Verwundend zum Tod. Es lebe Maria 2c. So schied sie im Frieden Vom Pfeile durchstochen, Das Herz schon gebrochen, Vor Liebe dahin. Es lebe Maria 2c. Und Jesus trug eilig Die Schöne, die Taube, Entflohen dem Staube, 3um Himmel empor. Es lebe Maria 2c. Oliebliche Herrin, Die Du nun dort oben Dem, der Dich erhoben, So nahe Dich siehst! Es lebe Maria 2c. Ach, meiner gedenke, Des Sünders, und schenke Mir Liebe zu Jesus, Der stets mich geliebt. Es lebe Maria 2c. - 372 29. Mai. Die Begräbnißfeier. Rostbar in den Augen des Herrn ift der Tod seiner Heiligen." ( Pf. 115, 6.) Betrachtung. esus theilt seine Glückseligkeit nach diesem Leben nur mit Jenen, deren Glückseligkeit in diesem Leben seine Liebe war. Wer aber kann die Liebe begreifen, mit welcher Maria an ihrem Jesus hing, an ihm nur ihre Freude, ihr Verlangen, ihre Seligkeit fand bis sie dann aufgezehrt von der Flammengluth dieser heiligsten Liebe mit ihm sich auf ewig vereinigte! Ja nur ein solcher würde auch die feurigen Entzückungen und die unaussprechlichen Wonnen sich denken können, mit welchen Jesus die heilige Seele seiner Mutter bei ihrem Hinscheiden überströmt hatte. Rostbar in den Augen des Herrn ist der Tod seiner Heiligen." Uleberaus angenehm ist ihm die Seele, die fraft der in ihr wohnenden Fähigkeiten, unterstützt von seiner Gnade, und losgerissen von allen irdischen Banden, sich nun zu ihm empor schwinget, der sie so theuren Preises erkauft hat. Nach der Trennung dieser kostbaren Seele von dem jungfräulichen Leibe wurde der Leichnam Mariens nach " 1 373 Landesfitte einbalsamirt. Mit heiliger Verschwendung brachten die Gläubigen Salben und Spezereien und die feinsten Stoffe, um die Mutter ihres Herrn und Meisters würdig zu bestatten. Süßer aber und lieblicher, als die wohlriechendsten Tücher, in welche man sie hüllte, dufteten ihre gesegneten Ueberreste. Nach diesen Zurüstungen legte man den heiligen Leib auf das bereit stehende, mit köstlichen Gewürzen überstreute Tragbett und bedeckte ihn mit einem glänzend weißen Schleier. Als sie nun so mit tiefster Andacht der Arche des neuen Bundes, die einst das Wort Gottes im Staubgewande getragen hatte, alle Liebe und Ehre erwiesen, erhob sich die schön geschmückte Todtenbahre und wurde hinausgetragen von den Schultern der heiligen Apostel, diesen Säulen der jungen Kirche Gottes, in den Garten Gethsemani. Unter dem Psalmengebet und Hymnengesange folgten die Kinder, die Erstlinge des Christenthums, der Leiche ihrer -Mutter, alle mit brennenden Fackeln, so erzählt die - eine eben so erbauliche als rührende - fromme Sage, Begräbnißfeier. Am Orte der Bestattung angelangt hielt der Trauerzug. Sanft ließen die betrübten Träger die theure Leiche nieder, und noch tausend andere Thränen flossen, als dieselbe dem Erdenschooße übergeben wurde. " Drei Tage lang" schrieb Juvenal, Patriarch von Jerusalem, an den Kaiser Marzian, und an die Kaiserin Pulcheria drei Tage lang wachten die Apostel mit den Gläubigen am Grabe der heiligen Jungfrau, und vereinigten ihre Stimmen und Gesänge mit denen der Engel, die während dieser Zeit nicht aufhörten, ihre himmlische Musik vernehmen zu lassen." - - - 374 Uebung. Wenn die Fürbitte der allerseligsten Jungfrau uns Lebenden unermeßlich viel Trost, Hilfe und Segen erwirkt, so ist wohl nicht zu bezweifeln, daßdieses mütterliche Fürwort im gleichen Maße für unsere Verstorbenen troft- und hilfreich ist. Ganz gewiß wird unsere holde Gnadenmutter sich auch für die armen Seelen bei ihrem Sohne verwenden, fie, die ja so gerne allen Leidenden mitleidsvoll entgegenkommt. Darum, Geliebte! laffet uns noch an der Neige unserer nicht ohne Segen unternommenen Mai- Andacht auch Jener gedenken, die aus unserer Mitte schon hinübergeeilet find in's Reich der Vergeltung. Empfehlen wir der liebenden Fürbitte Mariens die am Orte der Reinigung noch leidenden Seelen, daß sie deren Erlösung vermittle und ihnen Gnade für Recht erbitte. Lassen wir's aber auch unserer= feits bei dem nicht beruhen, daß wir die Hingeschiedenen in Trauer und Andacht zu Grabe begleitet, mit geziemender Feier bestattet und ihren Gottesdiensten beigewohnt haben; sondern vergessen wir sie nie in unserem Leben, helfen wir ihnen, so viel wir können, damit auch uns bei Gott und den Menschen Barmherzigkeit widerfahren möge. 375 gebet. Mit vollem Vertrauen komme ich zu Dir, Du hilfreiche Gottesmutter Maria! und falle nieder auf die Knie, dich demüthigst bittend, Du wollest Dein mächtiges Vorwort auch für die chriftgläubigen Seelen im Fegfeuer verwenden, damit sle nur recht bald von ihren Peinen erlöst und mit Dir vereint die Freuden des Himmels genießen mögen. Ach! wenn ich bedenke die Heiligkeit des göttlichen Gesetzes und die Schwäche der Menschen, so sagt mir laut und fühlbar mein Herz, daß in den Gerichten Deines Sohnes, o Maria! fein Sterblicher unsträflich befunden werde. Wer ist würdig zu erscheinen vor seinem Angesichte? Wer ist rein genug, um sogleich dorthin eingehen zu können, wohin nichts Unreines gelangen kann? Ach nur wenigen Auserwählten und getreuen Seelen, ähnlich den Lilien unter den Dornen, kann ein so schönes Loos beschieden sein, wie vor Allen ganz vorzugsweise Dir, allerfeligste Jungfrau! Darum flehe ich aus dem ganzen Drange meines Innern um Erbarmen für die im Reinigungsorte leidenden Seelen. Trage mein Gebet vor Deinen Sohn, daß er ihnen die ewige Ruhe verleihe; besonders bitte ich für meine Eltern, Geschwister und Wohlthäter, für meine Verwandten und Bekannten, für 376 meine Freunde und Feinde, sowie für alle diejenigen, für welche ich zu beten verbunden bin. Mache, daß sie Alle zur Gemeinschaft der ewigen Seligkeit aufgenommen werden durch eben denselben Jesum Chriftum, Deinen Sohn, unsern Herrn und Erlöser. Amen. ( Glaube an Gott... Herr, gib ihnen die ewige Ruhe... 5 Vater unser und Ave Maria mit Einlegung der fünf schmerzhaften Geheimniſſe.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich der armen The Seelen im Fegfeuer! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich der armen Seelen im Fegfeuer; Gott heiliger Geist, erbarme Dich der armen Seelen im Fegfeuer! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich der armen Seelen im Fegfeuer! Heilige Maria, Heilige Mutter Gottes, Du Mutter unsers Herrn Jesu Christi, Du Mutter des Welterlösers, Bitte für ste! 377 Du Mutter der Barmherzigkeit, Du Troft aller Betrübten, Du Hilfe der Christgläubigen, Du Erretterin der Nothleidenden, Du Erlöserin der Gefangenen, Du Stab der Büßenden, Du Stüße der Elenden, Du Stärke der Schwachen, Du Labsal der Kranken, Du Linderung der Leidenden, Du Patronin der Sterbenden, Du Schußfrau der Verstorbenen, Du mächtigste Fürsprecherin, O Jesus, sei ihnen gnädig, verschone sie, o Herr! O Jesus, sei ihnen gnädig, erlöse ste, o Herr! Von den Peinen des Fegfeuers, Von den noch nicht erlassenen Strafen ihrer Sünden, Von der schmerzlichen Beraubung des Himmels, Durch Deine gnadenreiche Geburt, Durch Dein Kreuz und Leiden, Durch Deinen Tod und Begräbniß, Durch Deine heilige Auferstehung, Durch Deine wunderbare Himmelfahrt, Durch die Ankunft des heiligen Geistes, Durch die Verdienste und Fürbitte Mariens, Durch die Verdienste und Fürbitte aller Hetligen, Bitte für ste! Erlöse ste, D Herr! 378 Wir arme Sünder, Daß Du der Leidenden dort verschonen wolleft, C Daß Du ihnen gänzlich verzeihen wolleft, Daß Du unsere Eltern, Geschwister, Freunde und Gutthäter von der zeitlichen Strafe befreien wollest, Daß Du Dich insbesondere jener Seelen annehmen wollest, derer sonst Niemand gedenket, Daß Du Dich aller abgeschiedenen Chriftgläubigen erbarmen wolleft, Daß Du sie mit himmlischem Trofte erquicken wollest, Daß Du ihre Trübsale und Schmerzen lindern wollest, Daß Du ihr Flehen erhören und ihre Buße vollenden wolleft, Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du sie zur Anschauung Deines göttlichen Angesichtes zulaffen wolleft, Daß Du allen Verstorbenen die ewige Ruhe verleihen wollest, Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone sie, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre ste, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich ihrer, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! 379 Vater unser. Ave Maria. V. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe;; R. Und das ewige Licht leuchte ihnen. V. Laffe sie ruhen in Frieden. R. Amen. Lasset uns beten. O Gott, Du Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen! verleihe den Seelen aller Abgestorbenen vollkommene Verzeihung und Nachlaffung der ver= dienten Sündenstrafen, damit sie von den Beinen des Fegfeuers befreit, Dich als ihr legtes Ziel und Ende anschauen, lieben und loben mögen in alle Ewigkeit. Amen. Für die armen Seelen. Seelen, die mit uns so eng verbunden, Mitleidsvoll geweint und froh gelacht, Hingeschieden sind sie, hingeschwunden, In die dunkle, schweigenvolle Nacht! Hingeschwunden sind sie! hingeschieden! Kehren nie, ach, nie zu uns zurück, Die geliebt uns brüderlich hienieden, Die getheilt mit uns ihr Herz, ihr Glück. 380 Gingegangen schon zu jenem Leben Mit bestäubtem irdischen Gewand, In der Sühnung heißem Feuer heben Hilfe flehend sie zu uns die Hand. Schuldbefleckt, gequält von Sehnsuchtsschmerzen, Blinde, fern dem ewig lichten Strahl, Rufen sie mit angsterfülltem Herzen: Helft uns Armen aus der Sühnung Qual. Tochter Du! und Mutter Deines Sohnes! Jungfrau! Braut! und Magd und Königin! Siehe uns am Fuße Deines Thrones, Nimm der Kinder Bitten gnädig hin. Können diese Andacht nicht beenden Ohne noch für jene Lieben dort Hoffnungsvoll zu Dir uns hinzuwenden, Bittend um Dein mächtig Gnadenwort. Habe Mitleid doch mit diesen Armen, Deffne ihnen mild dein Mutterherz, Flehe bei dem Sohne um Erbarmen, Stille ihren heißen Liebesschmerz. 381 30. Mai. Mariä Himmelfahrt. Wer ist die, so heraufsteiget aus der Wüste, von Lust überfließend und auf ihren Geliebten gelehnt." ( Hohelied. 8, 5.) Betrachtung. m dritten Tage nach der Bestattung des jungfräulichen Leichname langte wie mehrere Kirchenväter berichten wunderbarer Weise auch jener Apostel in Jerusalem an, der allein bei dem Hinscheiden Mariens nicht gegenwärtig war, nämlich der heilige Thomas. Tief bestürzt über die traurige Todesnachricht bat er seine Mitbrüder, die Gruft zu öffnen, um noch einmal die Mutter seines Herrn und Gottes sehen zu können. Nach vorbestimmtem Rathschlusſe der ewigen Wahrheit wurde seiner dringenden Bitte willfahren. Ein wundersam lieblicher Wohlgeruch entwehte dem geöffneten Grabe; von einem Leichnam aber war nicht das Mindeste zu sehen. Das Einzige, was noch vorhanden war, bestand in der Leinwand, worin die heilige Hülle eingewickelt war, in dem weißen Schleier ihres Hauptes und in einigen unverwelkten Blumen, die man in den Sarg gelegt hatte. Und wie hätte auch"- spricht mit Bestätigung der - - - 382 unfehlbaren Kirche der heilige Johannes Damascenus wie hätte auch die Verwesung jenen Leib berühren. dürfen, in welchem das Leben empfangen worden? Für Maria wurde ein gerader, ein ebener und leichter Weg zum Himmel bereitet; denn wenn, wie Christus selbst betheuert, wo er ist, auch sein Jünger sein soll: wie sollte er nicht ganz vorzüglich seine Mutter zu sich genommen haben?" Als die himmlischen Heerschaaren sahen, wie Maria so schön und glorreich in den Himmel einziehe, riefen fie der sie begleitenden Engelschaar entgegen: Wer ist die, so heraufsteiget aus der Wüste, von Luft überfließend und auf ihren Geliebten gelehnt?" Wer ist diese reizende Frau, welche von der Erde emporsteigt aus dem wüsten Orte der Dornen und Disteln? Sie erscheint so rein, so reich an Tugenden, gelehnt auf ihren geliebten Heiland, welcher sie selbst auf die ehrenvollste Weise heranführet, wer ist sie? Und frohlockend antwortete hierauf die Schaar der Engel: Dieß ist die Mutter unsers Königs, dieß ist unsre Königin, die Gebenedeite unter den Weibern, die Gnadenvolle, die Heilige der Heiligen, die Geliebte Gottes, die unbefleckte Jungfrau, die Taube, das schönste von allen Geschöpfen. Hierauf fingen sie an, im höchsten Jubel zu loben und zu fingen: Sei uns gegrüßt, Du unsere Gebieterin, sei uns willkommen, Du Freude der Seligen, sei die ganze Ewigkeit hindurch gebenedeit, Du Ruhm unsers himmlischen Vaterlandes! Siehe, das ist nun Dein Reich, fiehe, wir Alle sind Deine Unterthanen, bereit, Deine Befehle zu vollziehen!- Also nicht mehr im verachteten Nazareth, im ärm= lichen Stalle zu Bethlehem, nicht mehr auf der beschwer- 383 lichen Flucht nach Egypten, und auch nicht auf dem Schmerzenswege zu Jerusalem und blutbenetzt unter dem Marterpfahle ihres göttlichen Sohnes erblicken wir Maria; sondern umgeben von Schaaren seliger Geister, begleitet von dem Welterlöser, den sie uns geboren, gefeiert vom hellleuchtenden Chore der reinsten Jungfrauen, deren Krone fie ist und Königin, tiefverehrt von allen Heiligen und gepriesen in lauten Lobgesängen von den Millionen, die ihre Fürbitte gerettet hat: so sieht sie unser Glaube in den Gefilden der Seligen. Ach, wie oft reichte in ihrem wunderbaren Leben ein Leiden dem andern die Hand; nun aber hat der Todesengel in Gestalt des lieblichsten Freundes ihr sanft das Auge zugedrückt; sie ist nun bei Gott, bei ihrem Jesus, der einst die Jungfrau in den Himmel aufgenommen, der die Jungfrau im Himmel gekrönet hat. Uebung. Die heilige Seele steigt von der Wüste hinauf, indem sie mit Herz und Sinn auf ihrer Erdenpilgerfahrt nach himmlischen Dingen verlangt; sie fließet über vor Lust, indem sie durch die Betrachtung der heiligen Schrift ihrem Geiste höhere Nahrung gibt; sie stüßt sich auf den Geliebten, weil sie nur auf Christi Hilfe vertraut und durch seine Gnade zum bimmlischen Vaterlande gelangt. Soll auch unser Leib verklärt und glorreich aus dem Staube hervorgehen und mit der Seele vereinigt sich zu den himmlischen Wohnungen erschwingen, 384 so lasset uns ihn jetzt zum Werkzeuge der Tugend machen; laffet uns ihn durch Faften und andere Abtödtungen unter die Herrschaft des Geiftes bringen, indem wir ihn eine kurze Weile dulden und tragen lassen die Beschwernisse, die mit einem from= men Leben verbunden sind; denn haben wir die Prüfung wohl bestanden bis an's Ende, dann werden wir ausruhen von unseren Mühen und für alle ausgestandenen Leiden reichlich belohnt werden. gebet. Mit der innigsten Freude erinnern wir Dich, gekrönte Himmelskönigin! an jenen Augenblick, an welchem Du von dem Thale dieser irdischen Wüste emporstiegst und Deinen glorreichen Einzug hieltest in die heilige Gottesstadt, in welcher die Engel Gottes Dich als ihre Königin begrüßten, die Vatriarchen und Propheten, die Könige und Fürsten und alle Gerechten Dir entgegenkamen, und der König aller Könige selbst Dich in die himmlische Burg einführte und auf den glanzvollen Thron seiner Herrlichkeit erhob. Mit den Augen unseres Geiftes folgen wir Dir, hochgebenedeite Jungfrau! erfreuen uns Deiner wohlverdienten Glorie, und vereinigen unsere schwachen Stimmen mit den Huldigungen und Lobgesängen, die alle seligen Geister zu Deiner Verherrlichung Dir bringen. 385 Nun erfreuest Du Dich ohne Unterlaß bet Deinem göttlichen Sohne, der mit höchster Wonne Dir vergilt, was Du in flammender Liebe Deines Herzens um ihn gelitten hast, und mit einem unverwelklichen Kranze nun ewig krönt den blühenden Flor Deiner wunderbaren Tugenden. Maria! erhebe unsere Herzen und gieße nur einen Tropfen dieser Himmelslust in unsere Gemüther, auf daß wir's empfinden, wie nichtig alle vergängliche Luft dieser Erde, und daß alle Leiden dieses Lebens in keinem Verhältnisse stehen zur unsterblichen Glorie der Kinder Gottes, die ewig im Schooße des himmlischen Vaters ruhen. Amen. ( Wie am 25. Mai.) Litanei. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater ini Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Kaltner's Mai- Andacht. 25 386 O Maria, Du glorwürdigste Königin des Himmels und der Erde, O Maria, die Du mit heiliger Sehnsucht nach Deinem göttlichen Sohne verlangt haft, O Maria, deren Lebensgeister von den Flammen der reinsten Gottesliebe verzehrt wurden, Maria, bei deren seligem Hinscheiden die heiligen Apostel gegenwärtig waren, O Maria, die Du von Deinem liebsten Jesus besucht worden bist, O Maria, die Du von den Chören der himmlischen Geister begrüßt worden bist, O Maria, die Du Deine allerreinste Seele in die Hände Deines Schöpfers empfohlen haft, O Maria, deren jungfräulicher Leib unter den Jubelliedern der Engel bei Gethsemani bestattet worden ist, O Maria, deren heiliger Leib von den Aposteln nicht mehr im Grabe gefunden worden ist, O Maria, deren heiliger Leib keiner Verwesung preisgegeben wurde, O Maria, die Du mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurdeft, Set uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Bitte für uns! -399 Gruss an Jesus und Maria. Es naht der Andacht Schluß, D'rum sei mein Scheidegruß: Gelobt sei Jesus Christus! Verlaß' nun Gottes Haus, Und rufe danfend aus: Gelobt sei Jesus Christus!! Doch, holde Jungfrau! Dir Ertön' zum Preise hier: Gegrüßt seist du, Maria! Wall' still ich über Land, Reich' grüßend ich die Hand: Gelobt sei Jesus Christus! In Ewigkeit erschallt's, Und weithin wiederhallt's: Gelobt sei Jesus Christus! Schon ruft der Glocke Klang 3um frommen Nachtgefang: Gegrüßt seist du, Maria! Leg' dann zur Ruhe mich, Und bete inniglich: Gelobt sei Jesus Christus! So sprechend schlaf' ich ein, Wird selbst mein Traumlied sein: Gelobt sei Jesus Christus! Auch, Himmelsmutter, Du Verschaffst mir süße Nuh': Gegrüßt seist du, Maria! 400 Sobald der Morgen tagt, Da jauchzt mein Herz und sagt: Gelobt sei Jesus Christus! So tönt's beim Frühgebet, So, wenn's zur Arbeit geht: Gelobt sei Jesus Christus! Gedenk' dabei so gern Der Dienerin des Herrn: Gegrüßt seist du, Maria! Frohlockend fingt der Mund Zu jeder Tagesstund: Gelobt sei Jesus Christus! Und bringt für Speis' und Trank Dem Geber Kindes- Dank: Gelobt sei Jesus Christus! Kehrt immer dann mein Sinn Zur Mutter Gottes hin: Gegrüßt seist du, Maria! Voll Trost und Heiterkeit Erflingt's in Leid und Freud: Gelobt sei Jesus Christus! Des Christen schönster Gruß Bringt mir den Friedensfuß: Gelobt sei Jesus Christus! Und die den Herrn der Welt Uns mild entgegenhält: Gegrüßt seist du, Maria! Wenn einst mein Auge bricht, Das Herz noch jubelnd spricht: Gelobt sei Jesus Christus! 401 Wie hoch im Himmelszelt, n@ Stimm ein die ganze Welt: Gelobt sei Jesus Christus! Und wieder sonder Zahl Viel hundert tausendmal: Gegrüßt seist du, Maria! Te Deum. 1. Großer Gott wir loben Dich; Herr! wir preisen Deine Stärke; Vor Dir neigt die Erde sich Und bewundert Deine Werke. Wie Du warst vor aller Zeit, So bleibst Du in Ewigkeit. 2. Alles, was Dich preisen kann, Cherubin und Seraphinen, Stimmen Dir ein Loblied an; Alle Engel, die Dir dienen, Rufen Dir stets ohne Ruh': Heilig, heilig, heilig zu. 3. Heilig, Herr Gott! Sabaoth, Heilig, Herr der Kriegesheere, Starker Helfer in der Noth, Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt von Deinem Ruhm, Alles ist Dein Eigenthum. Kaltner's Mai- Andacht. 26 402 4. Der Apostel Christi Chor, Der Propheten große Menge, Schickt zu Deinem Thron empor Neue Lob- und Dankgesänge; Der Blutzeugen große Schaar Lobt und preist Dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erdenkreis Loben Große und auch Kleine Dich, Gott Vater, Dir zum Preis Singt die heilige Gemeine, Sie ehrt auch auf seinem Thron Deinen eingebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heil'gen Geist, Welcher uns mit seinen Lehren Und mit Troste fräftig speist, Der, o König voller Ehren, Der mit Dir, o Jesu Christ, Und dem Vater ewig ist. 7. Du, des Vaters ew'ger Sohn, Hast die Menschheit angenommen, Du bist auch von Deinem Thron Zu uns auf die Welt gekommen. Gnade hast Du uns gebracht, Von der Sünde frei gemacht. 8. Nunmehr steht das Himmelsthor Allen, welche glauben, offen: Du stellst uns dem Vater vor, Wenn wir findlich auf Dich hoffen. 403 Endlich kommst Du zum Gericht; Zeit und Stunde weiß man nicht. 9. Steh', Herr, Deinen Dienern bei, Welche Dich mit Demuth bitten, Die Dein Blut dort machte frei, Als Du hast für uns gelitten; Nimm uns nach vollbrachtem Lauf. 3u Dir in den Himmel auf. 10. Sieh' Dein Volk in Gnaden an, Hilf uns, segne, Herr, Dein Erbe; Leit' es auf der rechten Bahn, Daß der Feind es nicht verderbe, Hilf, daß es durch Buß und Fleh'n Dich im Himmel möchte seh'n. 11. Alle Tage wollen wir Dich und Deinen Namen preisen, Und zu allen Zeiten Dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Gib, daß wir von Sünden heut Und von Lastern sei'n befreit. 12. Herr, erbarm', erbarme Dich, Ueber uns, Herr, sei Dein Segen. Deine Güte zeige ich, So wie wir zu hoffen pflegen, Auf Dich hoffen wir allein, Laß uns nicht verloren sein. # 8 404 Atom Lobgesang des heiligen Bonaventura. Bich, Mutter Gottes, loben wir; Dich, Jungfrau Maria, verehren wir. Dich erkennet als die auserwählte Tochter des ewigen Vaters der ganze Erdkreis. Dir dienen alle Engel und Erzengel; Dich rühmen alle Mächte und seligen Bewohner des Himmels. Dich preisen die Cherubim und Seraphim mit unermüdlicher Stimme. Heilige, heilige, heilige Maria, Gottesgebärerin, Mutter und Jungfrau zugleich. Himmel und Erde sind voll Deines Lobes, und alle Geschlechter preisen Dich selig. Dich ehret der glorwürdige Chor der Apostel. Dich lobet die löbliche Zahl der Propheten. Dich benedeiet die glänzende Schaar der Martyrer. Dich erhebet das ganze Heer der Beichtiger. Dich nennet auf dem ganzen Erdenrunde die gesammte Christenheit: Eine mächtige Frau von unaussprechlicher Würde, Die einzig auserkorne, wahrhaft würdige Gebärerin des Sohnes Gottes, Und die unbefleckte Braut des heiligen Geistes. Du, o heilige Maria! bist die Königin der Glorie, Du bist die innigstgeliebte Tochter des ewigen Vaters. Du wardst bei dem Erlösungswerke würdig geachtet, in Deinem jungfräulichen Schooße den Erlöser der Welt zu tragen. 405 Durch Dich ist die alte Schlange überwunden und den Gläubigen das Himmelreich geöffnet worden. Wir glauben, daß Du eine Mittlerin bist bei Jesu, unserem zukünftigen Nichter. Deßhalb flehen wir seufzend zu Dir, Du wollest Allen zu Hilfe kommen, welche Dein Sohn mit seinem kostbaren Blute erlöset hat. Mache, daß wir der Zahl der Heiligen in der ewigen Herrlichkeit mögen zugesellet werden. Erwirb Deinen Freunden all' diejenigen Gnaden, welche ihnen zur ewigen Seligkeit nöthig sind, und segne alle, die Dich würdig verehren. Beschüße und bewahre sie immerdar. Alle Tage, o heilige Maria, wollen wir Dein Lob verfünden und preisen Deinen süßen Namen. Schirme uns heute und allezeit vor Sünde und jeglicher Gefahr. Erbarme Dich unser, o Maria, erbarme Dich unser. Deine Barmherzigkeit komme über uns Alle, die wir auf Dein Fürwort und Deine Milde hoffen. Auf Deine Mutterliebe habe ich meine Hoffnung gesetzt; laß mich nicht zu Schanden werden in Ewigkeit. Amen. V. Lasset uns preisen den Vater, den Sohn und den heiligen Geist. R. Lasset uns ihn loben, und hoch erheben in Ewigkeit! V. Herr! erhöre unser Gebet; R. Und laß unser Rufen zu Dir kommen. 406 gebet. O Gott! dessen Barmherzigkeit ohne Grenzen und dessen Güte in ihrem Reichthume unerschöpflich ist, wir danken Deiner göttlichen Majestät für alle erhaltenen Gnaden und Wohlthaten, welche Du uns erzeiget hast, und flehen unaufhörlich Deine Milde an, daß Du, der den Bittenden ihr Begehren gewährt, uns niemals verlassen, sondern zu den fünftigen Belohnungen der ewigen Seligkeit gütig vorbereiten wollest. Insbesondere aber danken wir Dir, o barmherziger Vater! für jene Liebesbeweise, welche Du uns im Verlaufe dieser Andachtszeit in Ansehung der Hochverdienste der Mutter Deines Sohnes Jesu Chrifti so vielfältig haft angedeihen lassen, und bitten Dich zugleich, verleihe, daß wir diese Mutter immer würdiger anrufen und verehren, damit wir uns ihrer Fürbitte allezeit zu erfreuen haben, und einstens in unserer Todesstunde ihres mächtigen Beistandes theilhaftig werden- durch eben denselben Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn, der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Alles zur Lobpreisung Gottes, zur Verehrung der allerseligsten Jungfrau und zum Beile der Gläubigen! Jänner. Auf den Neujahrstag u. das Namen Jesu- Fest der 13. Mai. " Sonntag nach Neujahr 17. 15. das Fest der heil. 3 Könige den 1. Sonntag darauf 18. 2. 20. Maria Vermählung " 1" 1 "" " 1 Hinweisung, wie diese 21 Maitage auf die verschiedenen Feste des ganzen Jahres vertheilt werden können. Februar. Auf Maria Reinigung( Lichtmeß) März. Auf das Fest des heil. Josephs Mariä Verkündigung April. Auf die heil. Fastenzeit Maria 7 Schmerzen den heil. Charfreitag " 1 37 " P Charsamstag Ostern und Christi Himmelfahrt Mai. 17 ● Auf Pfingsten 9 17 " 1 17 " 1 ,, 19. 8. " ,, 21. 22. 23. 24. 25. 17 7. 11 14. " 1 26. " 1 11 17 = " 1 11 " 1 " 7 11 Juni. Auf Frohnleichnam( auch am Krankenbette) der 28. Mai. On Juli. Auf Mariä Heimsuchung Auf Mariä Geburt Auf Mariä Himmelfahrt. " 1 October. Auf die goldenen Samstage "" Bruderschaftsfeste Mariens Kirchweih( auch am Tage eines heil. Jünglings oder einer heil. Jungfrau November. " 1 408 Maria Namensfest Auf Maria Empfängniß " 7 August. 17 September. " 2 Maria Erwartung und Advent den heiligen Abend Weihnacht. das Fest des heil. Johannes Ev. der unschuldigen Kinder. " 1 880 " 1 17 " P Auf Allerseelen( auch am Begräbnißtage), 29." Mariä Opferung.. 5. December. 9. ,,\ " 1 30." 3. " 1 4." 1. 31. 17 6." 2. 11 10. 11. 12. 27. 16. 17 " 1 PF " P Lemon Grades Frience. XV. Märgſtr. 30 st. Inches 1 Centimetres Blue 2 3 2 41 5 Cyan +4 6 7 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 44,25 12 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 4 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8