# 5 件 您 如 Tisk a sklad B. Stýbla v Praze. Wenn ich erhöhet bin, ziehe ich alles nach. Wahres Opfer vor Gaff. Ein katholisches Gebetbuch zum frommen Gebrauche Früh und Abends, bei der heil. Messe, zur heil. Beicht und Kommunion und in anderen Anliegenheiten des Lebens. Ferner: Sehr kräftiger Segen Gottes und Gebete in verschiedenen Gefahren des Leibes und der Seele; geistlicher Schild zur Beschirmung des Seibes und der Seele, d. i. Gebete und Segnungen, von der heil. tatholischen Kirche mit Ablässen bereichert; geistliche Schildwache oder Vertheilung der heil. Schutzpatrone nach Stunden des Tages und der Nacht; Befuch des heil. Grabes an den drei letzten Tagen der Charwoche und eine reiche Auswahl von Andachtsliedern; Belehrungen über Andächtelei und Aberglauben, nebst Erklärungen über den Grund der hier enthaltenen Andachten. In Form des Berliner Büchleins verfaßt von P. Joh. Aloys Dreml, Weltpriester. Zweite Auflage. Prag. V. Stýblo's Buchhandlung, Perlag zahlreicher katholischer Gebetblicher. Gb 151 0 11 12 13 budhade enhailodbad nito N. E. 10170. Juodsid, nam Borliegendes vom Sloupnißer Pfarrer P. Jobann loys Dreml verfaßtes Manuskript unter dem Titel: ,, Wahres Opfer vor Gott", ein katholisches Gebetbuch zum frommen Gebrauche, entspricht vollkommen ber katholischen Glaubens- und Sittenlehre, weßhalb selbem von Ordinariatswegen die kirchliche Approbation mit dem Beifügen ertheilt wird, daß es sowohl wegen seinem erbaulichen Inhalte als auch der gemeinfaßltden Schreibart wegen zur Drucklegung geeignet sei. Konsistorium zu königgrätz am 7. Jänner 1859. noyFranz Pelikan, Johann Janſa, Ronsist.- Rath Inyol Konfift.- Rath. Univ.- Bibl. Giessen 19.0 Vorwort. Der er heilige Weltapostel bittet uns um der Erbarmung Gottes willen, daß wir unsere Leiber zum lebendigen, Gott gefälligen Opfer darbringen mögen; befiehlt aber auch zugleich, unser Gottesdienst müsse vernünftig sein ¹), auf daß wir allezeit bereit seien, unsern Glauben vor Jedermann, wer immer Rechenschaft darüber von uns fordern sollte, zu verantworten. 2) Der Geist wisse, wem, was, warum er glaubt. 3) Wer jedoch für seinen Glauben feinen vernünftigen Grund hat, bei dem die Anbetung Gottes und Verehrung der Heiligen weder mit den Vorschriften der heil. Schrift, noch mit den kirchlichen Satzungen, ¹) Röm. 12, 1. 2. 3. 2) I. Pet 3, 15. ³) II. Tim. 1, 12. Wahres Opfer. 1 II noch mit der gesunden Vernunft übereinstimmt: der macht sich der Sünde des Aberglaubens schuldig, welchen der h. Thomas von Aquin folgendermaßen schildert: „ Es gibt gewisse nichtssagende Gebräuche, Ueberbleibsel des Götzendienstes... Wenn etwas ausgeübt wird, was an und für sich weder Gottes Verehrung bezweckt, noch dazu dient, den menschlichen Geist zu Gott zu erheben, oder die unordentlichen fleischlichen Begierden zu zähmen, oder was wider göttliche und kirchliche Satzungen oder gegen den allgemein üblichen Gebrauch( der dem heil. Augustin zufolge an Gesetzes Statt tritt) begangen wird: das Alles ist für überflüssig und abergläubisch zu halten." 4) ,, Die Leute richten ihre Aufmerksamkeit auf solche Gebräuche zwar nicht als auf etwaige Ursachen, sondern als auf gewisse Anzeichen zukünftiger entweder guter oder schlimmer Ereignisse. Man verehrt sie w 4) Libri qu. 96 a. 3. in c. L. qu. 93 a. 2 in cap. III aber nicht als von Gott geoffenbarte Anzeichen, da sie keineswegs auf göttliche Anordnung eingesetzt sind, sondern vielmehr durch menschlichen Betrug eingeführt wurden, unter Mitwirkung der arglistigen bösen Geister, die durch derartige Thorheiten die menschlichen Seelen zu verstricken sich bemühen." 5) Diese abergläubige Verehrung oft ganz vernunftwidriger Gegenstände verführt den Menschen unbemerkt dahin, daß er auf Sachen fein Vertrauen setzet, die nicht die mindeste Kraft besiken, jenes zu bewirken, was man eigentlich von ihnen erwartet. Eben deshalb bemerkt auch der heilige Augustin, daß die tausendfachen eitlen Gebräuche"( die zur Wahrsagerei und zum Aberglauben erfordert, und von böswilligen Betrügern auf's Angelegentlichste empfohlen werden) zu den mit bösen Geistern eingegangenen Bündnissen gehören.") Daß jedoch ein derartiges Beginnen keine unbedeutende Beleidigung Gottes sei, ist einleuchtend. 5) L. c. 6) L. 2. de doct. Christ. cap. 20. 1* IV Und doch können gerade fromme Personen zur Sünde des Aberglaubens um so leichter verführt werden, als sie in ihrer Taubeneinfalt verschiedene Gebetformeln gebrauchen, die zwar an sich unverfänglich sind, ihnen jedoch von böswilligen Leuten, die ihre arglose Frömmigkeit mißbrauchen und für ihre niedrigen Zwecke ausbeuten, mit beigedruckten erdichteten Ablässen, trügerischen Verheißungen eines Schutzes vor gähem Tode, und wie dergleichen Unsinn noch lauten mag, unterschoben werden. Nun ist es freilich bei weitem leichter, gewisse Gebetformeln, oft gedankenlos genug, herunterzusagen, oder sogenannte vom Himmel herabgefallene Briefe, oder untrügliche gedruckte Segen bei sich zu tragen, als die oft recht beschwerlichen Gebote Gottes gewissenhaft zu befolgen, ein bußfertiges, abgetödtetes Leben zu führen. Somit ist es auch leicht erklärlich, warum man diesen erlogenen, vom bösen Geiste, verbrei diesem Seelenmörder teten Andächteleien einen so großen Werth - V beilegt. Ja, man verargt es sogar solchen gewissenhaften Priestern, welche diesen sündhaften Unsinn schonungslos enthüllen; man verdächtiget sie wohl gar, als ob sie nicht einmal rechtgläubig wären. Man kann es dem armen Volfe nicht verargen, denn wir müssen gestehen, daß man am Schluße des verflossenen und am Anfange des laufenden Jahrhundertes unter dem Aushängschilde der Aufklärung aus Gleichgiltigkeit, Unglauben echte kirchliche Andachten, z. B. den hl. Rosentranz, die Bruderschaften, die Wallfahrten u. dgl. in die Zahl des Aberglaubens zu rechnen sich erfrechte. Dadurch wurden die frommen Gläubigen mit einem nicht ungegründeten Mißtrauen gegen Jene erfüllt, die ihnen ihre Andachten verleiden wollten. Daß nun hierin das Mißtrauen sich selbst auf Jene erstreckte, welche pflichtgemäß freilich wohl nur gegen falsche Andächteleien mit religiösen Gründen ankämpfen müssen, ist allerdings beklagenswerth, aber erklärlich. Dieses Mißtrauen nun wissen und wußten VI gewinnsüchtige Mäckler sehr gut auszubeuten, indem sie unter dem gläubigen Volte eine Unzahl ganz vernunftwidriger, wahrhaft teuflischer Blätter verbreiten, ja wohl gar mit Todsünden Jenen drohen, welche diesen Unsinn nicht glauben, oder nicht weiter verbreiten würden. Was diese Auswürflinge eigentlich bezwecken, ist: die größtmöglichste Ausbreitung ihrer widersinnigen Büchlein. Dadurch erzielen sie zuvörderst die Füllung ihres Geldbeutels, und erhalten sodann einen Anhaltspunkt für ihre Lästerungen, als ob die katholische Glaubenslehre im Grunde nichts anderes sei, als ein erbärmliches Stückwerk derartiger menschlicher Erdichtungen. Auf diese Weise wird das arme Volk einerseits schmählich um sein Geld geprellt, andererseits aber des Verdienstes vor Gott beraubt; denn derlei zusammengestoppelte Gebetformeln, auf welche der Betende ohne hinreichenden Grund sein Vertrauen setzt, sind vor Gott ein Gräuel; ja, was noch trauriger ist, er wird wider Wissen und Willen zum Anlasse, ob welchem VII böswillige Feinde den heiligen katholischen Glauben erniedrigen. Während meiner seelsorglichen Wirksamfeit in einer mit Andersgläubigen, leider! sehr gemischten Gemeinde mußte ich mit blutendem Herzen wahrnehmen, daß derlei unter dem katholischen Volke verbreitete Schmachblätter unsäglich viel Unheil gestiftet haben. Böswillige Feinde unseres heiligen Glaubens wußten für ihre niedrigen Zwecke diese unsinnigen Andachtsblätter auszubeuten, und den nicht hinreichend unterrichteten Katholiken die heiligsten Glaubenswahrheiten als Pfaffentrug und Unsinn vorzustellen, sie so um den alleinfeligmachenden katholischen Glauben zu betrügen und zum beweinenswerthen Abfalle von der Hl. Kirche zu verleiten. Besonders nachtheilig wirkte unter vielen anderen das in Berlin herausgegebene Büchlein, mit der Aufschrift: ,, Opfer vor Gott", welches zwar manche brauchbaren Gebete enthält, ganz vorzüglich aber einen großen Wust von Unsinn, Aberglauben, erdichteten Ablässen, Ver VIII heißungen unfehlbaren göttlichen Schutzes in verschiedenen Lebensverhältnissen u. dgl. umfaßt, daß auf Anzeige des hochwürdigsten fürsterzbischöflichen Konsistoriums in Prag die t. t. oberste Polizeibehörde mittelst Dekret vom 11. Dezember 1852, 3. 8114, die Ausbreitung desselben nicht nur strengstens untersagte, sondern auch dasselbe bis zur Vertilgung zu verfolgen beschlossen hat. Diese so rühmliche Maßregel dankbar anerkennend, muß dennoch, leider! auch zugestanden werden, daß dieses schmähliche Büchlein massen: haft verbreitet ist, und daß das irregeleitete Volk noch häufig nach diesem Wunderbüchlein nachfrage. Um dem guten, frommen Volke statt des schmählichen Berliner Büchleins ein echt katholisches, kirchlich gutgeheiBenes Gebetbuch in die Hände zu geben, habe ich gegenwärtiges Büchlein ganz nach dem Gange des gerügten Machwerkes verfaßt, und bitte die Erbarmungen Gottes um den allbefruchtenden Segen von Oben. = Morgengebete. ie Morgenstunden sind, nach den Worten des heil. Franz von Sales, die wichtigsten des ganzen Tages. Der Leib hat sich durch die Ruhe erholt, das Gemüth ist durch die verschiedenen Eindrücke der Tagesbegebenheiten noch nicht zerstreut; und eben deshalb ist der Mensch zur Anbetung Gottes am aufgelegtesten. Bestrebe dich daher, deine Morgenandacht mit größtem Eifer zu verrichten, denn eben dies begründet den Segen Gottes für dein Tagewerk. Er. hebe demnach gleich beim Erwachen Dein Herz zu Gott, bezeichne dich mit dem heiligen Kreuze, und spreche also: Gelobt und gebenedeiet sei das allerheiligste Satrament des Altars und die unbefleckte Empfängniß der allerseligsten Jungfrau Maria! Ewiger, unendlich barmherziger, gütigster Gott! Ich glaube, daß Du hier gegenwärtig bist, und deßhalb bete ich Dich vom Grunde meines Herzens an. Ich liebe Dich über Alles, und danke Dir für alle durch mein ganzes Leben mir ertheilten Wohlthaten, besonders aber dafür, daß Du mich diese Nacht so väterlich beschützet hast. Zum Beweise meiner Dankbarkeit opfere ich Dir 10 o mein Gott! Alles auf, was ich heute den ken, sprechen, thun und leiden werde, und vereinige es mit den unendlichen Verdienster Deines eingebornen Sohnes, unseres Herrr und Erlösers, Jesu Christi. Die hl. Kirche hat auf viele Gebete und gut Werke heilige Ablässe ertheilt, überdies kannst di durch fromme Beiwohnung der Hl. Messe, durch Anhörung des Wortes Gottes u. f. w. sehr groß Gnaden erlangen. Wenn du jedoch die Meinung nicht hast, dieser Ablässe und Gnaden theilbaftig zi werden, so kannst du sie auch nicht erlangen. D du nun zumeist diese Gnaden und Ablässe nicht einmal kennst, so ist es am rathsamsten, wenn du gleid nach dem Erwachen diese gute Meinung, aller heil Ablässe und Gnaden, die du irgendwie erlanger kannst, theilhaftig zu werden, machest, und Got darum beiläufig mit folgenden Worten bitteft: O süßestes Herz Jesu! ich bitte Did um Deiner ewigen Liebe willen, Du wol lest mir gnädigst verleihen, damit ich aller heil. Ablässe, die heute gewonnen werden fönnen, theilhaftig werde. Zugleich schließ ich mich in alle heil. Meßopfer ein, welche heute in der ganzen Welt Deinem himmlischen Vater werden geopfert werden, und wünsche an allen guten Werken, hl. Missio nen und anderen Bußwerken, welche die Gläubigen mit Deiner heil. Gnade heute verrichten werden, Theil zu nehmen. Zuver 11 sichtlich hoffend, Du werdest mein Flehen erhören, lege ich Alles dieses in die Gnadenhände Deiner allerheiligsten Mutter, Maria, und bin fest überzeugt, daß Dir aus ihren Händen diese verdienstlichen Werke ganz vorzüglich wohlgefallen werden. Beim Aufstehen spreche: In derselben guten Meinung, mit der Dein allerheiligstes Herz, o mein Jesus! das Bett verließ, stehe auch ich von meinem Lager auf, und bitte Dich inständig, Du wollest mir die Gnade verleihen, damit ich wegen den Verdiensten Deines göttlichen Herzens dereinst glorreich auferstehen möge. Während dem Ankleiden seufze also: Bekleide mich, o mein Jesus, mit jenem Unschuldskleide, welches mein Stammbater, Adam, im Paradiese verloren hat, welches jedoch durch Dein bitteres Leiden mir wieder erworben und bei der heil. Taufe übergeben worden ist; und verleihe mir gnädiglich, damit ich in heil. Unschuld vor Dir wandle und würdig werde Dir im Himmel im weißen Gewande ewig nachzufolgen. Bedecke mich, o Mutter meines Gottes, allerheiligste Maria! mit Deinem heiligen Schutzmantel, sowohl heute, sowie die ganze 12 Zeit meines Lebens, und beschütze mich gegen alle Angriffe der Hölle. Beim Abwaschen seufze: Verleihe mir, o Herr Jesu! damit ich mit Deinem allerheiligsten Herzblute die Makel meines Herzens rein wasche, auf daß sich an mir der Ausspruch Deines Lieblingsjüngers Johannes erfülle, der da spricht:„ Das Blut Christi reiniget uns von allen Sünden." Wenn du ganz angekleidet bist, knie vor dem heil. Kreuze nieder und bete, wie folgt: Unendlich barmherziger Gott! Du hast mir also wieder einen Tag zur Buße geschenkt, die Frist zur Erlangung neuer Ver dienste mir verlängert, mich von einem gähen und unversehenen Tode und unzähligen anderen Uebeln so gnädig bewahrt. Achi welche übergroße Anzahl von Seelen mußte dieſe Nacht sich vor Deinem gerechten Richterstuhle einstellen! Und auf mich elenden Sünder, der ich das Unglück hatte ohne Unterlaß mit Sünden Vein allerheiligstes Herz zu verfolgen, hast Du so langmüthig gewartet! Ach! wie würde ich wohl, Du gerechtester Herzensdurchforscher, vor dir bestanden sein, wenn ich hätte diese verflossene Nacht Rechenschaft legen sollen! Ich sage Dir unendlichen Dank, mein Jesus! daß Du in Deiner un 13 endlichen Barmherzigkeit noch auf meine Buße gewartet, mir abermals diesen Tag geschenkt haft, damit ich für meine zahllosen Sünden genugthun und mit Dir mich ausföhnen kann. Nie mehr will ich so leichtsinnig sein! Vielleicht wird dies mein letzter Tag sein! Das Grab, das Gericht, die Ewigkeit schwebt vor meinem Geiste. Ich werde entweder ewig selig, oder ewig verdammt sein, wie ich es mir itt verdienen werde! Allein schon der Gedanke, daß ich ewig von Dei nem göttlichen Herzen sollte verstossen werden, erfüllt mich mit unbeschreiblichem Entsetzen. O mein Jesus! lasse nur dieses Unglück nicht über mich kommen! Ich mache den festen und unerschütterlichen Vorsatz, den heutigen Tag und die ganze übrige Lebenszeit, die mir Deine Erbarmungen zur Buße verleihen werden, einzig und allein zu Deiner größeren Ehre anzuwenden, nach Deinem erhabenen Beispiele meine Gedanken, Begierden und Handlungen einzurichten, damit in meinem Herzen einzig die Ueberzeugungen Deines göttlichen Herzens Platz greifen mögen. O mein Jejus! nur keine Todsünde mehr! Sollte ich aber ungeachtet dieses meines festen Vorsatzes dennoch in eine Sünde fallen, dann lasse mich durch meinen heiligen 14 Schutzengel sehr strenge züchtigen, nur lasse nicht zu, daß ich in meiner Sünde verharren follte. Blicke mitleidsvoll auf mich herab, wie Du auf die Thränen der heil. Büßerin Magdalena geblickt hast, und reiche mir nach dem Falle Deine verwundete Hand, damit ich alsogleich wieder aufstehe. Ohne Deine Gnade bin ich nichts, ohne Deine Gnade vermag ich nichts, ohne Dich verdiene ich nichts, als Strafe, ohne Dich kann ich nur fündigen, ohne Dich bin ich das elendeste aller Geschöpfe. Gib mir daher Deine heil. Gnade, damit ich Alles mit vollkommener Liebe zu Dir, zu Deiner größeren Ehre, und zum Heile der Seelen leide und übe. Liebesseufzer zur Mutter Gottes. O allerheiligstes und erbarmungsvollstes Herz Mariä! Du Herz, welches sogar den allerelendsten Sünder nicht von sich weiset, sondern mitleidsvoll aufnimmt; zu Dir eile auch ich, der größte aller Sünder, und bitte Dich ob der unaussprechlichen Gnade Deiner unbe fleckten Empfängniß, Du wolltest mich mit Mutterliebe beschützen und auf den Weg des Heiles führen. Herz, voll liebenden Erbarmens! erbitte mir die Gnade, damit ich stets Deinen heiligen Fußstapfen nachfolge, und die Gesinnungen, welche Dich beseelten, im 15 merdar als meine Richtschnur betrachte. Zeige Dich als meine Mutter in allen Vorkommnissen meines Lebens; sei mein Trost in Betrübniß, meine Stütze in Kleinmüthigkeit, meine Retterin in Versuchungen; reiche mir Deine Gnadenhand, wenn des Unglücks Schläge mich darniederdrücken, und verlasse mich in meiner Sterbestunde nicht. Dir nur sei mein Herz geweiht, damit es mit wahrer Kindesliebe Dir anhänge, und Alles zu Deiner größeren Ehre verrichte. Jeder Schritt und Tritt, mein ganzes Thun und Lassen, jede Bewegung meines Herzens möge eine liebende Lobeserhebung Deines allerheiligsten Herzens sein. Jeder Herz- und Pulsschlag möge Dich zu tausendmalen preisen, und mein sehnlichster Wunsch ist der, zu eben so vielen unzähligen Malen Dir dadurch Beweise meiner findlichen Gegenliebe zu erstatten. Du aber, o allergütigste Mutter! segne mich bei jedem meiner Tageswerke mit Deinem göttlichen Kindlein. Anrufung des heiligen Schutzengels. Heiliger Schutzengel! zu Dir, meinem aufrichtigsten und getreuesten Freunde, dessen mächtigem Schutze mich elenden Menschen die göttliche Vorsehung besonders anempfohlen hat, komme ich am Anfange dieses Ta 16 ges, damit ich, als Dein treues Pflegekind, Dir für alle jene zahllosen Wohlthaten, welche Du mir von dem Augenblicke meiner Geburt bis zu dieser Stunde, vorzüglich aber diese Nacht, in welcher Du bei meinem Bette mit so unüberwindlicher Liebe über mich ge wacht hast, so freigebig zu ertheilen nicht aufhörtest, den wärmsten Dank abstatte. Zu gleich bitte ich Dich innigst, Du wollest mich auch diesen Tag, und die ganze Zeit meiner Erdenpilgerschaft, eben so liebevoll, wie bis jetzt, wo ich doch so unglücklich war, Dein reines Angesicht mit meinen Sünden zu betrüben, auch fürderhin beschützen. Ich mache nun den unverbrüchlichen Vorsatz, getreuer Deinen heil. Einsprechungen zu ent sprechen, Deinen liebevollen Ermahnungen gehorsam zu sein, zärtlicher Dich zu lieben, und eifriger Dich zu verehren. Dabei bitte ich Dich flehentlich, Du wollest mich wegen meiner bisherigen Undankbarkeit nicht verlas sen, sondern mit Deiner mächtigen Hand den Versucher, der meiner armen Seele nachstellt, von mir vertreiben, damit ich siegreich unter Deinem Schutze zur freudenreichen Anschauung des ewig Dreieinigen gelangen möge. Amen. Nun verrichte deine gewöhnlichen Morgengebete, die Andachten der verschiedenen Bruderschaften, denen 17 du einverleibt bist, empfehle dein Tagewerk dem allerheiligsten Herzen Jesu, und opfere dasselbe Gott auf. Da es einerseits ausdrücklicher Befehl iſt, daß wir ohne Unterlaß beten sollen, anderseits aber nicht möglich, ununterbrochen auf den Knien zu liegen und Gebete herunterzusagen, so ist es von größter Wichtigkeit, jedwede, auch noch so geringfügige Arbeit mit einer vollkommenen Meinung zu verrichten. Ohne diese Meinung ist all unser Bemühen gänz. lich fruchtlos. Wird aber jede Arbeit in einer guten Meinung Gott aufgeopfert, erlangt eben durch diese gute Meinung eine an sich ganz gleichgiltige Hand. lung vor Gott einen unaussprechlichen, selbst für die Ewigkeit verdienstlichen Werth. Diesen unendlichen Werth erhält jede Handlung durch die Verdienste unseres Herrn und Erlösers. Zwischen den guten Werken der Christen und jenen der Ungläubigen ist ein unendlicher Unterschied. Die guten Werke der Ungläubigen sind bloß menschliche Werke, haben somit kein übernatürliches Verdienst, verdienen daher auch keine ewige Belohnung. Die guten Werke der Christen haben ob den unendlichen Verdiensten Jesu Christi einen unendlichen Werth, verdienen somit eine ewige Vergeltung. Dwie leicht könntest du auf diese Weise bei deinen Alltagsarbeiten in Bezug auf den Himmel überreich werden; während, wenn du ganz dieselbe Arbeit nur aus Gewohnheit oder vielleicht aus Gewinnsucht, wohl gar im Stande der Todsünde verrichtest, alles Verdienst für die Ewigfeit verloren geht. Weihe demnach jede deiner Arbeiten Gott mit einem Schußgebetlein, das du vor, während und nach der Arbeit verrichtest. Seufze z. B. wie der hl. Schmied, Baldomer, bei jedem Hammerschlage zu sagen pflegte:„ Im Namen Gottes, Gott sei Dank!"- oder spreche mit Wahres Opfer. 2 18 dem hl. Ignaz von Loyola:„ Alles zur größe ren. Ehre Gottes!" oder mit der Hl. Theresia: Alles und Alles aus Liebe zu Jesus und Maria!" Ein Jesuitenlaienbruder, ein Schneider, nahm in seine sterbende Hand seine Nadel, und sprach, sie zum Himmel emporhebend: Diese Nadel ist mir mein den Himmel öffnender Schlüssel, denn ich habe jeden Nadelstich zur größeren Ehre Gottes ge macht!" Eben dadurch wird die Arbeit zu einem Gebete ohne Unterlaß, dadurch erfüllest du die Mah. nung des hl. Geistes, wenn er spricht: Alles, was ihr thut, im Wort, oder im Werk, das thut Alles im Namen des Herrn Jesu Christi, und danfet Gott und dem Vater durch ihn!" Sogar das Essen und Schlafen, falls du es aus Liebe zu Gott verrichtest, wird da durch vor Gott verdienstlich; und nur durch frommes Gebet vor und nach dem Essen unterscheidest du dich vom vernunftlosen Thiere. Wer demnach das Ge bet vor und nach dem Effen ausläßt, wird deshalb, wie mans meint, nicht gebildeter, nein! er sinkt im Gegentheile tief unter das vernunftlose Thier. Des halb ermahnt der hl. Weltapostel also:„ Ihr mö get essen oder trinken, oder etwas Ande res thun, so thut Alles zur Ehre Gottes. Dem zufolge bete vor dem Effen wenigstens 1 Bater unfer und 1 Gegrüßet seist Du! mit dem Gebete: Allgütigster Gott! blicke gnädigst auf mid armen Sünder herab und segne mich und diest Gabe, welche ich zu Deiner größeren Ehr itzt genießen werde. - Nach dem Effen fage deinem lieben Gott Dant was etwa am Kürzesten so geschehen könnte: 19 Mit dem Gefühle der innigsten Dankbarkeit füsse ich, o freigesigster Vater! Deine gnadenreiche Hand, die Du so erbarmungsvoll geöffnet und mich elenden Sünder gesättiget hast. Vater unser. Gegrüßet seist Du. 11 3, Damit dein Leben ein wahres Lobopfer vor Gott sei, mußt du auch jegliche Widerwärtigkeit, die dir Gottes Vaterliebe zuzusenden für gut befindet, geduldig und aus Liebe zu ihm ertragen. Wenn du zur Ungeduld gereizt wirft, rufe alsogleich Gott an: Allergnädigster Herr Jesu! verleihe mir die Gnade, damit ich ist durch Ungeduld mich nicht versündige. O siebenfach durchbohrte Schmerzenmutter Maria! bewahre mich ob der Schmerzen Deines hl. Herzens vor jedwedem Ausbruche der Ungeduld. 01 Soll dein Leben ein wahres Opfer vor Gott sein, so darfst du dich auch für deinen hl. katholischen Glauben nie und nirgends schämen, sondern du mußt es dir fürs größte Glück rechnen, wenn du ihn öffentlich bekennen kannst. Dieses Bekenntniß geschieht auch durch den katholischen Gruß. Wenn du daher Jemanden begegnest, so spreche mit Andacht: Gelobet sei Jesus Christus! In Ewigfeit. Amen!" 1 11 Sirtus V. verlieh 1587 für diesen katholischen Gruß jedesmal einen heil. Ablaß von 100 Tagen. Wie bereits gesagt, kannst du, wenn du dein Tagewerk mit einer guten Meinung und im Stande der heiligmachenden Gnade verrichteft, unaussprech2* 20 liche Verdienste für den Himmel fammeln. Alle Alles geht verloren, ja der Fluch des Allerhöchst würde dich schwer treffen, wenn du in Todsünd fallen würdest. Vor einer Todsünde mußt du di mehr, als vor der Hölle fürchten; denn ohne To sünde kannst du in die Hölle nicht kommen, som verurtheilt zur Hölle mur einzig und allein die To fünde. Das Leben eines Todsünders ist durchaus fe Lobopfer vor Gott, sondern eine ununterbroche Beleidigung Gottes. Sollte sich daher jemand deiner Gegenwart erdreiſten, unverschämte oder schlü rige Reden zu führen, befolge alsogleich die Mac nung des hl. Hieronymus: In der schnellen Flu besteht deine Rettung." Sollten in Folge dieser F den in deinem Herzen böse Versuchungen auftauche da erhebe alsogleich dein Gemüth zu Gott, denke die Ewigkeit, an den Tod, ans Gericht, ans H lenfeuer, und rufe im Herzen und ohne Unterl und voll Zuversicht: „ Jesus! Maria! steht mir bei, und la nicht zu, damit ich einwillige!" Wie lange du in derlei Versuchungen diese all heiligsten Namen anrufest, so lange kannst du üb zeugt sein, daß dich der böse Feind nicht überwi den habe. Das göttliche und anbetungwürdigste Altan trament ist die Sonne unseres bl. Glaubens 1 das Herz aller unserer Andachtsübungen. Daher auch dein Herz zu diesem allerhöchsten Geheimn eben so von Liebe brennen, wie jene Lampe, die dem Tabernakel ohne Unterlaß leuchtet. Wende E demnach nach dem Beispiele des hl. Aloisins öft im Tage mit deinem Angesichte gegen die Kirche, der dieses Geheimniß der ewigen Liebe aufbewa 21 ein wird, und bete es mit tiefster Demuth an. Bitte ster auch zugleich deinen hl. Schutzengel, er möge statt der deiner dieses unergründliche Geheimniß besuchen, an Did deiner Statt dasselbe anbeten. Das könnte beiläufig Cod durch folgendes Stoßgebetlein geschehen: Cod mit O Jesus, mein Gott und mein Herr! teit ich glaube, daß Du im allerheiligsten Sakramen mente des Altars wahrhaft, wirklich und weisentlich gegenwärtig bist. Du verbirgst Dich paus Liebe zu mir unter diesen BrodesgestalRab uten, damit Du mir Zutrauen einflößen möRe gest, Dir zu nahen. O liebenswürdigstes hen Herz Jesu! ich liebe Dich über alles, und wünsche Dich so zu lieben, wie Dich Deine liebevollste Mutter Maria liebet. Ich bereue es vom Grunde meines Herzens, daß afich Dich bis it so wenig geliebt, ja wohl rlai fogar so undanfbar betrübet habe. Ich will Mer in Ewigkeit nicht mehr sündigen, verzeihe mir bernur vermöge der unergründlichen Barmherunzigkeit Deines Herzens und nimm mich wieder zu Gnaden auf. Mein fündiges Herz brennt vor Begierde, Dich zu empfangen und mit Dir sich zu vereinigen. Und weil ich nisDich jetzt nicht sakramentalisch empfangen vofann, so fomme doch wenigstens geistiger DiWeise in mein Herz. O, mein Gott! mein ter Seelenbräutigam! ich umarme Dich, als ob ahdu sichtbar gegenwärtig wärest und vereinige 111 2,1 22 mich mit Dir im lebendigen Glauben f immer. Ach! lasse ja nicht zu, daß ich dur irgend eine Untreue oder Sünde Dich E trübe, und so Dich verlasse. Du aber, mein getreuester Freund! o Schutzengel! bete nun statt meiner mein Erlöser im Tempel an, und opfere sein. göttlichen Herzen zur Genugthuung für a von den Menschen ihm angethane Unbild Deine Ehrenanblicke auf. Es ist rein unmöglich, sich den göttlichen usknaben vorzustellen, außer in den Armen göttlichen Jungfrau Maria; eben deshalb füge zu ner Besuchung des allerh. Altarsakramentes stets Begrüßung der Allerseligsten Gottesmutter. Dies k beiläufig also geschehcu: Gegrüßet seist Du, o Gnadenvolle! C grüßet seist Du, o allersüßeste Königin! grüßet seist Du hellglänzendes Licht, Jungf und Mutter! Gegrüßet seist Du, Du Zie des ganzen himmlischen Hofes! Gegrüßet Du, Du Baum des Lebens, Du Quelle a Trostes, Du Sühnaltar, Du Regenbogen Friedens, Du unsere Schützerin, Du u Ruhm, Du erhabene Mutter Jesu Chr denn Du haft den geboren, welcher uns ersc der uns liebet und erhält, dem mit dem V und hl. Geiste alle Ehre und Ruhm für Macht, jegliches Frohlocken und Lobpreisen ard gebührt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Vom hl. Ephraim.) be ne: ter Unser göttlicher Erlöser beklagte sich einmal bei hl der Hl. Magdalena von Pazzis, daß hauptsächlich deshalb so viele Sünder, Keßer, Ungläubige und Irrgläubige zu Grunde gehen, weil die Gläubigen so wenig für deren Bekehrung beten. Sei demnach all vollkommen überzeugt, dein Leben werde besonders ( de dann ein Gott wohlgefälliges Opfer sein, wenn du deine Arbeiten, Mühen und Beschwerden u. s. w. dem göttlichen Herzen Jefu für die Bekehrung dieser Unglücklichen aufopferst. Wie angenehm eine derartige Aufopferung dem allerh. Herzen Jesu sei, effenbarte unser Herr selbst dem hl. Alphons, einem Laienbruder aus der Gesellschaft Jesn, versichernd, daß so fa oft er für die Bekehrung aller Sünder auf der gan. zeit Welt bete, er dafür einen so großen Lohn erhalten werde, als hätte er wirklich alle Sünder der GWelt bekehret. Dem zu Folge verrichte öfters im Tage folgenden Stoßseufzer des Hl. Franz Xaverius: et MAASE 23 de fr ier = sei all Gott! ewiger Schöpfer aller Wesen! gedenke, daß die Seelen der Ungläubigen, wie auch jene der Sünder, Deine Geschöpfe sind, und zwar Geschöpfe nach Deinem Ebenbilde! 1d Erinnere Dich, daß Jesus, Dein Sohn un für ihr Heil den schmerzlichsten Tod erduldet Gris hat. Lasse nicht ferner zu, o Herr! daß Dein Sohn von ihnen verachtet werde, sondern laß Dich durch die Gebete Deiner Auserwählten, und das Gebet Deiner hl. Kirche, der Braut ich Bat 24 Deines Sohnes, versöhnen; sei eingedent Deiner Barmherzigkeit, sich nicht auf ihre Abgöt terei und ihren Unglauben, erleuchte sie viel mehr, daß auch sie Dich erkennen und den Dusgesandt hast, Jesum Christum, der unser Heil, unser Leben und unsere Auferstehung ist, durch den wir erlöset und errettet sind. Ihm sei Ehre durch alle Ewigkeit. Amen. Aus eben dieser Sorgfalt, mit der du an deinem eigenen Seelenheile rastlos arbeiten mußt, und welche dich antreibt, die Bekehrung der Sünder unt Irrgläubigen vom allerh. Herzen Jesu zu erbitten muß auch ein zärtliches Mitleiden mit den Sterbenden entspringen. Erwäge nun: 1. Daß täglich an 80 Tausend Menschen vor dem Richterstuhle Gottes sich einfinden müssen, welch entweder ewig selig, oder, ach des entsetzlichen Wor= tes! ewig verdammt werden. D, wie viele befinden sich vielleicht in Todsünden! Bete daher für sie! 2. Damit jemand glückselig sterbe, braucht e nur eine vollkommene hl. Beichte, und wenn er nich mehr beichten könnte, wenigstens eine vollkommen Liebesreue. Das göttliche Herz Jesu will Alle feli machen, ist bereit Allen diese Gnade zu geben. Bet daher für sie! 3. Diese Sterbenden sind deine Brüder und Schwe stern in Christo, vielleicht sogar deine Eltern, Freunde Verwandte und Wohlthäter. Bete daher für sie! 4. Durch diese geringe Mühe kannst du Seele retten, welch ein erhabenes Werk! Bete daher für sie 5. Wer die Seelen anderer vom ewigen Tob errettet, bedeckt dadurch auch die Menge der eigene er = 9 D. ei 11: em he re en es ht ene ete ve De 25 Sünden, sind die Worte des Hl. Apostels Jakob 5 20. Bete daher für sie! 6. Es wird wider Vermuthen schnell ein Tag kommen, wo auch du in den letzten Zügen liegen wirst, und wo auch andere für dich beten werden. Bete daher für sie! Len te! 7. Verbreite nach Möglichkeit diese so rührende Andacht. Wenn durch sie täglich nur eine Seele gerettet würde, so würden in einem Jahre 365 ge= rettet. Welch eine herrliche Belohnung! Der Zweck dieser Andacht ist: a) Alle jene namenlosen Schmerzen zu verehren, welche das allerh. Herz Jesu durch das ganze Leben, besonders aber während des bitteren Leidens für das Heil der Seelen erleiden mußte. b) Durch die unendlichen Verdienste dieser so langwierigen Schmerzen täglich den Sterbenden einen glückseligen Tod zu erflehen. Pius IX. verlieh am 2. Februar 1850 jedesmal einen Ablaß von 100 Tagen, wenn man nachstehendes Gebet reumüthig verrichtet. Wer täglich dreimal durch einen ganzen Monat dieses Gebet verrichtet, erlangt einmal im Monate, an einem selbstgewählten Tage, nach würdigem Empfange der hl. Sakramente der Buße und des Altars, und dem Gebete auf die Meinung der Hl. Kirche, einen vollkommenen Ablaß. Diese Ablässe können auch den armen Seelen zugewendet werden. Verrichte demnach dieses Gebet recht oft und mit großer Inbrunst: Allgütigster Jesu! Du Liebhaber der menschlichen Seelen, wir bitten Dich durch die Todesschmerzen Deines allerhl. Herzens und durch men die Schmerzen Deiner unbefleckten Mutter, 26 wasche mit Deinem Blute die Sünder der ganzen Welt rein, die mit Todesängsten ringent heute sterben werden. Mit Todesängsten rin gendes Herz Jesu! erbarme dich der Sterbenden! Das liebevolle Herz Jesu wünschet das Heil allem Menschen. Wie lange jedoch eine Seele mit Sün den behaftet ist, oder für ihre Sünden noch nicht gemug gethan hat, so lange kann sie auch nicht in die Himmelsfreuden eingehen. Nun lehrt dich unser hl Glauben, es sei ein Fegefeuer, und daß die hl. See len in diesem Feuer jede, selbst die kleinste Mate abbüßen, und so sich unter namenlosen Schmerzem reinigen müssen. Unbeschreiblich ist ihre Sehnsucht nach Gott und unbegreiflich der Schmerz der Nichterfüllung. Dem allerh. Herzen Jesn, welches diese hl. Seelen aufs zärtlichste liebet, kannst du keinem größeren Liebesdienst erweisen, als wenn du ihnem aus dem Fegefeuer hilfst. Bedenke ferner, daß du fogar- von Rechtswegen verpflichtet seiest, die Seelen deiner Eltern, Geschwister, Freunde, Wohlthäter u. s. w. aus dem Fegefeuer zu erlösen, und daß auch du selbst, solltest du dereinst in das Fegefeuer kommen, sehr lange und fruchtlos in diesen Reinigungsflammen um Hilfe flehen würdest, wenn du num felbst gegen die Seelen lieblos und hartherzig seim solltest. Und doch kannst du so leicht helfen! Wenn du alle deine Arbeiten, Leiden, Widerwärtigkeiten, Mühsale und Gebete für die armen Seelen opferst, wenn du für ihre Seelenruhe der Hl. Messe beiwoh nest, kurz Alles für ihre Erlösung verrichtest, so kannst du dadurch ihre Leiden abkürzen und ihnen den Him mel öffnen. Seufze daher öfters im Tage beiläufig also: Barmherzigstes Herz Jesu! lasse Dich Univ.- Bibl. Giessen nd 7! er 11: e pie 51. Re: Eel en ht efe en en en er ch 111 in ft, aft 0: c 27 durch die Thränen und den Jammer der armen Seelen erbitten, und lasse nur einen einzigen Tropfen jenes göttlichen Blutes, welches Du am Stamme des hl. Kreuzes vergossen hast, in diese zehrenden Flammen hinunterfallen, damit er die unmäßige Glut auslösche und diese Seelen reinige und durch die Verdienste dieses göttlichen Blutes rechtfertige und so in die ewigen Freuden einführe. Himmlischer Vater: blicke mit besänftigtem Angesichte auf dieses allerh. Herzblut Deines Sohnes, auf die Verdienste seiner geliebtesten Mutter Maria und aller Heiligen, wie auch auf alle guten Werke der hl. Kirche, wie nicht minder auf meine unvollkommene Genugthuung, und stille in Anbetracht dessen ihre unbefriedigte Sehnsucht nach Deiner Anschauung und lasse sie an Deinem Vaterherzen ewig ausruhen. Am. Wenn du dich befleißest auf die hier angedeutete Weise den ganzen Tag heilig zu verleben, fo wird auch dein ganzes, aus einzelnen heilig verlebten Tagen bestehendes Leben selbst heilig, dein Tod höchst glückselig sein. Abendandacht. Du weißt nicht, wann der Herr kommt, um von dir Rechenschaft zu fordern; du weißt nicht, wenn du Abends zu Bette gehest, ob nicht in dieser 28 Nacht dein Lager zugleich auch dein Sterbebett sein werde. Das Bett, ach welche Aehnlichkeit hat es mit der Todtenbahre! Der Schlaf ist der Gefährte, der Vorläufer des Todes! Daraus siehst du nun deutlich ein, daß daran sehr viel gelegen sei, damit du jeden Abend dich selbst sehr strenge richtest, auf daß der Herr beim Gerichte nichts mehr zu richten finde. Erforsche demnach sorgfältig, was du vom frühen Morgen bis zum späten Abend gedacht, verlangt, ges iprochen, gehört und gethan hast; erforsche sehr sorg. fältig, ob du deine guten Werke vielleicht nicht mit der gehörigen Absicht, wohl gar in schlechter Absicht, also nicht aus Liebe zu Gott, sondern wegen Mens schenlob, Menschengunst, oder noch schlechteren Be. weggründen verrichtet hast. Diese allumfassende Gewissenserforschung ist unumgänglich nothwendig, denn wenn du nach renmüthigem Gebete dann einschläfft, so kannst du zuversichtlich hoffen, daß, wenn dich der Herr unvermuthet diese Nacht vor's Gericht rufen follte, du in seiner hl. Gnade dahinscheiden werdest. Allein wie unaussprechlich groß ist im Gegentheile die Seelengefahr, wenn du dich ohne Gewissenserforschung, ohne Reue und Leid zu Bette begibst. Wehe dir, sollte dich in Todsünden der Tod ereilen! Rechtfertige dich ja nie damit, du seiest zu sehr ab. gemüdet, und sefest somit zur Gewissenserforschung nicht aufgelegt. Da, wo es ums ewige Seelenheil sich handelt, kann keine Ausflucht gelten! Knie demnach vor deinem Kruzifir nieder und bete etwa also: O gnadenreichstes Herz Jesu; ich danke Dir, daß Du mich heute vom zahllosen Uebel, in das ich ob meinem Leichtsinne gefallen wäre, so gnädig bewahret und überdieß noch mit un t I 1 3 1 t I 29 aussprechlichen Gnaden so freigebig überhäuft hast. Du hast mich nicht bloß nach Deinem Ebenbilde erschaffen, mich mit Deinem Blute rein gewaschen, im hochwürdigsten Altarssakramente mir zur Speise sich hingegeben, sondern Du hast mich auch heute, obwohl ich das Unglück hatte Dich so oft zu beleidigen, dennoch am Leben erhalten und mir ohne Unterlaß Deine Gnaden angeboten. Und wie habe ich elender Sünder es um Dein gnadenvolles Herz verdient, daß Du mir, o liebevollster Herr Jesu! so viel Güte erwiesen hast? Ach! wie soll ich mich genug dankbar beweisen für alle Deine mir ertheilten Wohlthaten! Ich bin nichts anderes, denn Staub und Asche, und Alles, was ich habe, habe ich von Dir! Indem ich nun, mein süBester Herr Jesu! ohne Dich nichts bin, ohne Dich nichts vermag, und nur durch Deine Gnade bin, was ich eben bin, so gestatte mir, damit ich zum Beweise meiner unbegränzten Dankbarkeit alle Lobsprüche, Dankeserstattungen und Liebesbeweise Deines allerh. Herzens, wie nicht minder auch jene opfere, welche das unbefleckte Herz Mariä und alle Heiligen darbrachten, und in Ewigkeit darbringen werden. Mit dieser Dankerstattung opfere ich Dir meinen Leib, meine Seele, meinen Ver 30 stand, Vernunft und freien Willen, mein Gedächtniß, mein Herz und mein ganzes Wesen zum Dankopfer auf, und bitte Dich flehentlich, Du wollest mir die Liebe Deines göttlichen Herzens einflößen. Allein, mein liebreichster Herr Jesu! ich werde mit Schamröthe erfüllt, wenn ich erwäge, wie ich eben diese Deine zahllosen Gnaden und Liebesbeweise einzig nur dazu mißbrauchte, um Dich zu beleidigen. Meine Blindheit, Gleichgiltigkeit, Bosheit und Gottvergessen. heit ist so groß, daß ich aus eigener Macht fie nicht einmal zu begreifen im Stande bin. Ich bin so unbegreiflich elend, daß ich ohne Deine Gnade nicht einmal mein Elend in seiner wahren Größe erfassen kann! O mein Jesu! stärke Du selbst mein Gedächtniß, damit ich die Strafwürdigkeit meiner Vergehungen in ihrer ganzen, erschrecklichen Größe erkenne; erleuchte meinen Verstand, damit ich die Zahl, die Bosheit, und Verworfenheit meiner Sünden recht deutlich einsehe; bewege auch meinen Willen, damit ich einen festen Vorsatz meiner Lebensbesserung mache, denselben ausführe und meine Sünden in Bitterfeit des Herzens beweine. Nun erforsche sorgfältig, allseitig und sehr auf richtig dein Gewissen, denn Du kannst nicht wissen, ob das nicht deine letzte Nacht sein werde. Solltest 31 du bei deiner Gewissenserforschung, was Gott verhüten möge, sogar eine Todsünde entdecken, so merke dir dieselbe besonders sorgfältig, und gehe nächstens, falls möglich gleich den anderen Morgen zur hl. Beichte. Hierauf erwecke mit innigster Zerknirschung eine vollkommene Rene, beiläufig mit folgenden Worten: Ach, mein gekreuzigter Herr Jesu! Wie konnte ich Dein liebendes Herz so schwer beleidigen! Und das noch dazu heute, wo ich doch Früh Morgens Dir so heilig gelobte, den ganzen Tag zu Deinem Dienste zu verwenden. So zerfloßen also alle meine Vorsätze wie Nebel, und ich war so unglücklich, die Welt, das Fleisch, die Hölle mehr als Dich, mein Jesus, zu lieben, höher als Dein göttliches Herz zu schätzen. D erbarmungsvollstes Herz! welches nicht den Tod des Sünders, sondern dessen Bekehrung will, gedenke der unendlichen Erbarmung, mit der du schon von Ewigkeit nach meinem Heile verlangtest; gedenke der Wunden, die Du meinetwegen empfunden; des Blutes, das Du für mein Heil bis auf den letzten Tropfen vergoßest; erinnere Dich an die lästerungen und Aengsten, die Du ganz vorzüglich am Stamme des hl. Kreuzes ausgestanden hast, und lasse ja nicht zu, damit der Preis Deines bitteren Leidens an mir verloren gehe. Ja dieses durchbohrte, dornumwundene Herz 32 rufet mich so mitleidsvoll zu sich mit den Worten: Kommet alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch er quicken. Und gerade diese unerschöpfliche Barmherzigkeit, diese unaussprechliche Liebe beschämt mich am meisten, und will mir gewissermaßen das Herz abdrücken. Denn gerade ich bin jener Undankbare, der ohne Unterlaß dieses liebevolle Herz betrübte, verfolgte, durchbohrte, ja bis itzt noch durchbohrt. Und doch ruft es mich so liebevoll zu sich und bietet mir anstatt der längst verdienten Verwerfung, nur Verzeihung und Gnade an. Wie konnte ich so verblendet sein, und die schmachvolle Befriedigung meiner Leidenschaften Deinem allerh. Herzen vorzie hen! Vernichtet durch die übergroße Schwere meiner Schuld liege ich vor Dir auf meinen Knien und bereue vom Grunde meines Her zens, daß ich Dich je beleidiget habe. Ich liebe Dich über Alles, aus Liebe zu Dir mache ich mit Deiner Gnade den festen Vorsatz daß ich lieber tausendmal sterben wolle, als Dich ein einziges Mal noch absichtlich zu belei digen. Nimm mich nur, o mein Jesu! wieder zu Gnaden auf. Solltest Du jedoch, was ich am meisten befürchte, mich diese Nacht zur Rechenschaft fordern und mit mir Gericht halten, so beschwöre ich dich um der Liebe 33 Deines Herzens willen, wegen den Verdiensten Deiner allerglorwürdigsten Mutter und aller Heiligen, Du wollest mir ein gnädiger -Richter sein. Ich will mich nicht früher zu Bette begeben, als bis Du mir den Ruß der Versöhnung und dadurch die Versicherung der Verzeihung wirst gegeben haben. Ach mein gefreuzigter Herr Jesu! sieh' mich verlorenen aber reuvoll zu Dir zurückkehrenden Sohn mit den Augen Deiner unendlichen BarmTherzigkeit an, laß mich an Deinem Vaterherzen mein Elend ausweinen, umarme mich, verzeihe mir, verstoße mich nicht, nimm mich 1 zu Gnaden auf, und verleihe mir, daß ich diese Nacht und die ganze Ewigkeit an Deinem göttlichen Herzen ausruhe. Amen. 1 Nun bete deine gewöhnlichen Abendgebete, und beende die Andacht mit folgendem e Gebete. Allerheiligstes Herz Mariä! ſei von mir tausendmal gegrüßet. Dich hat unser Heiland, Jesus Christus zum lieblichsten, erhabensten und gnadenreichsten Wesen verkläret, da er Dich zu seiner Menschwerdung erI wählte, und aus Dir, o reinste Jungfrau! geboren werden wollte. Dir war er mit unraussprechlicher Liebe zugethan, und hat Dir t daher Deinen Thron zu seiner Rechten im Himmel aufgerichtet. Bei dieser unendlichen Wahres Opfer. 3 34: Liebe Deines Sohnes ju Dir flehe ich Dic an, gütigste Mutter, erfülle mein unwürdiges Herz mit allen jenen Gnaden und Gaben, durch welche es in einen Gegenstand des Wohlgefallens für Gott verwandelt werden kann. Ich weiß, mein unheiliges Herz ist von Deinem allerh. Herzen so verschieden, wie die Finsterniß vom Lichte: es ist ein Gefäß de Bosheit und Gottvergessenheit, aus welchen ich bisher nur den Götzen der Lüsternheit Eitelkeit und Leidenschaftlichkeit geopfert habe Voll Beschämung erkenne ich meine Nichts würdigkeit und mit Thränen bitterer Rew bekenne ich meine Bergehen. O süßeste Mutter um der Erbarmungen Deines Herzens willen bitte für mich elenden Sünder beim Herze Deines göttlichen Sohnes, und höre nich auf mir Verzeihung zu erbitten. Die Bitta Deines Mundes erhöret Dein Sohn jedes mal. Aus Liebe zu Dir nehme ich mir ernstlid vor, mein Leben zu bessern und selbst de Willen zur Sünde abzulegen. Mit diesem fe sten Entschluße ausgerüstet, wage ich es, me ner zahllosen Sünden ungeachtet doch u Deine Hilfe anzuflehen. Sei Du, gütigh Mutter! die Vermittlerin zwischen Deinem g liebtesten Sohne und meiner unreinen Seel bedecke meine Sündenlast mit dem Mant 35 Deiner Barmherzigkeit, und durch die Verdienste Deines heiligsten Herzens erbitte mir bei ihm Verzeihung nicht bloß für diesen heutigen Tag, sondern für mein ganzes vergan1 genes sündhaftes Leben, und die Gnade der endlichen Beharrlichkeit im Guten bis an it mein seliges Ende. Amen. et Bitte noch den hl. Schutzengel um seinen liebreichen Schutz und verrichte während dem Auskleiden teinige Schußgebetlein, die du beim Ankleiden verļ richtetest. Hierauf küsse mit Liebe cie Wunden des Kruzifires und spreche: 3₁ 11 21 ,, Drücke, o Herr Jesu! Deine hl. Wunden in mein fündiges Herz, damit ich sie in Ewigkeit nicht vergeſse!" 21 Dann besprenge mit Weihwasser dein Bett, und rufe Marien um Hilfe an, mit den Worten: O, Maria! ich bitte Dich wegen Deiner schmerzvollen Thränen, welche Du unter it dem Kreuze Deines Sohnes vergossen hast, e verlasse mich niemals, besonders damals nicht, wenn aus meinem bereits gebrochenen Auge die letzte Thräne fließen wird." 11 Beim Schlafenlegen trachte mit dem Angesichte stets auf jene Seite dich zu wenden, auf welcher das allerh. Sakrament des Altars aufbewahrt wird. Deine Körperlage sei stets derartig, damit Jedermann, wenn man vielleicht des anderen Tages deinen entseelten Leib im Bette finden sollte, im Herrn erbaut werden 3* 36 könne. Um deine rechte Hand halte stets den Rosen. kranz umwunden, und erwecke im Herzen ununterbro. chen fromme Anmuthungen, bis du endlich einschläfft. Solltest du etwa in der Nacht erwachen, so begrüße alsogleich das allerheiligste Altarssaframent mit den Worten: Gelobt und gebenedeit sei ohne End' Das heiligste und göttliche Sakrament! Auch ist es sehr ersprießlich für die armen See len im Fegefeuer zu beten, damit auf diese Weise der Teufel keinen Zutritt zu deinem Herzen finde, und dich mit unreinen Versuchungen belästige. Sehr ersprießlich ist das im selben Verlage er schienene Buch: Katholische Andachtslieder für das ganze Kirchenjahr, 318 an der Zahl, und zwar: 7 Morgenlieder, 7 Abendlieder, 24 Meßlieder, 12 zum Segen, 34 für die kirchlichen Feste des gan zen Jahres, 15 Marienlieder, 35 zu Heiligen, 164 bi den mannigfaltigsten Anlässen für alle Stände z Kanzlei- Maschinenpapier, 32°, 532 Seiten, mit 1 Stahlstich, 1 fl. 40 Nfr. Das allerheiligste Opfer der Messe. ach den Worten des Hl. Thomas von Aquin sind wir verpflichtet, Gott, den Allerhöchften, unendlich zu loben, ihm für seine ertheilten Wohlthaten gebührend zu danken, für die zugefügten Beleidigungen vollkommen genugzuthun und um das, wessen wir bedürfen, nachdrücklich zu bitten." Da wir nun die unausweichliche Verpflichtung haben, den unermeßlichen Gott auch unermeßlich zu ehren, so würden wir in Ewigkeit dieser Verpflichtung nicht nachkommen können, da ja ein endliches Wesen in Ewigkeit nie Gott unendlich loben, den unermeßlichen Gott nie seiner würdig preisen, bitten, oder danken kaun. Wir müßten demnach stets undankbar gegen Gott bleiben, hätte nicht Jesus Christus das göttliche Opfer der Messe eingesetzt, in der er selbst Priester und zugleich Opfer ist. Durch das hl. Meßopfer wird Gott auf eine seiner Majestät würdige Weise verehret; durch dieses Opfer wird dem unendlichen Gott ein unendlicher Dienst erwiesen. Denn Gott kann niemand, als nur wieder Gott, würdig ehren, anbeten, lieben und verherrlichen. Und das geschieht eben beim hochheiligen Meßopfer, bei dem sich die zweite göttliche Person Gott dem Vater opfert; Gott lobet, preiſet, danket wiederum Gott, indem nämlich Jesus Christus als Gottmensch mit seiner Unermeßlichkeit und allen seinen unaussprechlichen Vollkommenheiten für unser Heil sich Gott darbringet. Daraus folgt aber auch, daß 38 weder im Himmel noch auf Erden nichts erhabeneres, würdigeres sein könne, als das göttliche Opfer der Messe. Ihr Werth ist ganz derselbe Werth, wie je ner der Gottheit. Wenn im Himmel die triumphi rende Kirche Gottes in einer Prozession zum Throne der allerheiligsten Dreieinigkeit sich nahen möchte und wenn die allerglorwürdigste Himmelskönigin Ma ria, in Begleitung der hl. Patriarchen und Prophe ten, Apostel und Martyrer, Bekenner und Jungfrauen sowie aller heiligen Chöre der himmlischen Geister die allerheiligste Dreieinigkeit anbeten möchte; ach! und nicht welch) erhabene Anbetung wäre dieß! destoweniger, wenn zu eben derselben Zeit die strei tende Kirche Gottes auf Erden den geringsten ihre Priester zum Altare entsendet, damit er die Hl. Mess opfere, so wird durch diese einzige Messe Gott ein unedlich größere Ehre erwiesen, als in Ewigkeit jen himmlische Schaar zu erweisen im Stande sein wird Selbst die vorzüglichsten Werke und Lobeserhöhnn gen der Heiligen Gottes werden nur von endliche Wesen dargebracht, während die Hl. Messe einzi und allein Gott ein so großes Wohlgefallen bereite daß kein Geschöpf sich von dessen Größe eine Vor stellung zu machen im Stande ist. Daraus leuchte auch sehr deutlich ein, welcher Gestalt der Heilan der Hl. Mechtildis folgender Weise sich erklären konnt Nur ich allein begreife, wie ich mich täglich der himmlischen Vater auf dem Altare aufopfere; ma weder die Cherubim, noch auch alle himmlische Mächte zu begreifen im Stande sind." Indem si die Sachlage dergestalt verhält, wird es dir durcha nicht auffallend sein, wenn der hl. Franz von Sale schreibt: Die hl. Messe ist das heiligste, erhaben und allerhöchste Opfer; sie ist die Sonne unser geistlichen Uebungen, das Herz unserer hl. Religia 11 39 die Seele jeglicher Gottesverehrung, ein unerschöpflicher Abgrund der Liebe Gottes; ein unaussprechliches Geheimniß, in dem uns Gott selbst thatsächlich seine Gnaden und Gaben in freigebigster Fülle austheilet. Die bei der Hl. Messe verrichteten Gebete besigen eine unbeschreibliche Kraft, so zwar, daß die Seele sich so zu sagen an ihren Geliebten, den Herrn Jesus, stüßt, und von Himmelswonne trunken ist. Bei der Hl. Messe ruft das Blut Jesu weit stärker für dich um Gnade, als das Blut Abels um Rache schrie, das Lamm Gottes wird vom neuen geschlachtet, sein geheimnißvolles Blut wird für dich zur Abwaschung deiner Sünden vergoffen; womit die ganze fromme Versammlung besprengt wird, so zwar, daß sie nicht einmal einer irdischen Versammlung zu gleichen scheint. Schon daraus mußt du dich überzeugen, daß das andächtige Anhören der Hl. Messe weit mehr Verdienste erlange, als durch jegliche andere guten Werke, deßhalb sind auch die Worte des Hl. Laurentius Justiniani so inhaltschwer, wenn er spricht: Lege einmal alle guten Werke, Gebete, Fasten, Almosen, Bußwerke u. f. w. auf eine Wagschale, und auf die andere eine einzige Hl. Messe, und du wirst dich überzeugen, daß kein Gleichgewicht stattfinde, denn in der Hl. Messe opfert sich Jener, in welchem alle Gotiheit wesentlich wohnet, der in sich selbst der Inbegriff aller Verdienste und Gnadenschäße ist, dessen Fürbitte allmächtig ist." Bei diesem allerhöchsten Opfer ringet Jesus Christus gewissermaßen mit seinem himmlischen Vater, zeiget ihm seine Leiden, und hält dadurch die drohenden Hände zurück, damit er die Verzeihung erflehe. Die heilige Messe ist ein unermeßliches und unbegrenztes Meer von Geheimnissen. Deshalb sind 11 auch die Worte des Hl. Bonaventura so beherzigens werth, wenn er spricht: Die Hl. Messe ist so voller 40 Geheimnisse und Wunder, wie die Meere und Flüsse voller Tropfen, wie die Luft voller Sonnenstäubchen, wie das Firmament voller Sterne, und der Himmel voll von Engeln ist." Und nun erwäge, wie undank bar und verblendet dein Betragen ist, wenn du an Wochentagen wegen genug elenden Ursachen und Ausflüchten die Hl. Messe anzuhören unterlaffest, da es doch ein Glaubensfatz ist, den der hl. Kirchenrath von Trient also ausdrückt:„ Wir müssen bekennen, daß von den Rechtgläubigen kein anderes so heiliges und wahrhaft göttliches Werk verrichtet werden könne, als durch dieses verehrungswürdigste Geheimniß, in dem jenes Leben spendende Opfer, durch welches wir mit Gott dem Vater versöhnt wurden, täglich auf unseren Altären durch die Priester dargebracht wird." Sei demnach zu deinem eigenen Nußen nicht blind, sondern bemühe dich bei diesem weltfühnenden Opfer, gleichwie aus den Quellen des Heilandes jenes Was fer zu schöpfen, welches zum ewigen Leben hinübersprudelt. Gebet vor der Hl. Messe. Mein Gott und mein Herr! der Du in Deiner uner gründlichen Liebe mich nach Deinem Ebenbilde erschaffen hast; zu Dir, Du unversiegbare Quelle aller Seligkeit, fomme auch ich, das unwürdigste aller Glieder Deiner heil. kath. Kirche, um vor dem Throne Deiner ewigen Herrlichkeit Deine Majestät zu bewundern, und gestützt durch Deine Gnade an dem wundervollen und allerheiligsten Altarsgeheimnisse Theil zu nehmen und dasselbe mit Deinem Diener am Altare Dir aufzuopfern: zu Dei 41 ner größten Ehre, zum öffentlichen Bekenntnisse Deiner unbeschränkten Herrschaft, welche Du über alle Deine Geschöpfe übest, so wie zum Beweise, daß ich in Allem und überall von Dir vollkommen abhängig bin. Deshalb opfere ich Dir in diesem allerheiligsten Opfer Jesum Christum als das erhabenste Lob- und Anbetungsopfer auf. Da Du mich jedoch, o gütigster Vater! nicht blos nach Deinem Ebenbilde erschaffen, sondern auch durch das kostbare Blut Deines Sohnes erlöset und durch den hl. Geist geheiligt hast, deshalb opfere ich Dir auch dieses heilige Opfer das Leben, Leiden, Sterben, Blutvergießen unseres Herrn, Jesu Christi- zur Danksagung für alle Deine unendlichen Wohlthaten auf. Ferner habe ich die gute Meinung, diese hl. Messe mit dem Priester zu opfern, um so dem ausdrücklichen Befehle Jesu Christi, meines Herrn und Heilandes zu entsprechen, indem er befahl, dieses kostbarste Opfer zu seinem Andenken zu feiern. Nimm, o gütigster Bater! dieses Opfer mit Wohlgefallen an, zur Danksagung für alle Gnaden und Herrlichkeiten, welche Du der allerseligsten Jungfrau Maria, der hochgebenedeiten Mutter Deines Eingeborenen, allen Heiligen, besonders aber jenen verliehen hast, - 42 deren Gedächtniß am heutigen Tage die hl fatholische Kirche begehet. Endlich lasse Di auch dieses göttliche Opfer wohlgefallen zu Danksagung dafür, daß Du mir einen heil Schutzengel gegeben, mich in Deine hl. fath Kirche berufen, und in derselben mit unzäh ligen Gnaden überhäuft hast. Ach! wie viele Sünden habe ich bis jet begangen, und mit denselben Dich, o Urquel aller Heiligkeit! erzürnet. Zur Genugthnum meiner Sünden und der Sünden der ganze Welt wollest Du, o barmherziger Vater! die ses kostbarste Opfer aufnehmen und mit be sänftigtem Angesichte nicht auf meine Sün den, sondern in das Angesicht Deines viel geliebten Sohnes blicken, an dem Du stet Dein Wohlgefallen hattest, und mir in Anbe tracht seiner unendlichen Verdienste die Gnad einer wahren Bußfertigkeit, und die Verzei hung meiner Sünden verleihen. Indem ich aber ohne Dich nichts bi ohne Deine Gnade nichts anderes als nu zu fündigen vermag, daher bringe ich Di auch dieses Opfer dar, welches ein unendl ches Bittopfer ist, mit der flehentlichen Bitt Du wollest mir alle jene Gnaden und Ge ben verleihen, welche mir in meinem Be rufe zunächst am nothwendigsten sind. E 43 varme Dich auch meiner Eltern, Freunde, Verwandten und Wohlthäter( besonders aber N. N.), vorzüglich auch der armen Seelen im Fegefeuer, welche am längsten leiden, und für welche ich besonders zu beten verpflichtet bin. Ueberdies opfere ich Dir dieses kostbarste Opfer auf für alle meine Feinde, die entweder mich, oder aber die ich beleidiget habe, damit Du uns Allen die Gnade der Versöhnlichkeit und Verzeihung ertheilen wollest, daß wir Dir treu dienen und in Deiner heil. Liebe verharren mögen. Endlich will ich, Herr Jesu, von Dir die Ausbreitung der heil. Kirche, Ausrottung der Reßerei, Bekehrung der Sünder und Ungläubigen, und Alles dasjenige zu erbitten, was Du, allgütigster Gott! selbst willst, daß ich Dir es empfehle. Erlaube mir daher, o Jesu! daß ich mit Deiner allerreinsten und allerliebsten Mutter Maria Dich auf Deinem Schmerzenswege begleite, mit ihr neben Deinem Kreuze stehe, bei Deinem geheimnißvollen Tode zugegen sei, und in Deinem Herzblute meine Seele rein wasche. Ich danke Dir aus dem innersten Herzensgrunde, daß Du für mich nicht nur am heil. Kreuze gestorben bist, sondern auch von Ewigkeit daran dachtest, mich heute zu diesem allerheiligsten Opfer zu berufen. Ich 44 danke Dir, o barmherzigstes Herz Jesu! für jene Liebe, mit der Du Dich hier in dieser hochheiligen Messe, und heute in allen Messen opferst, ja mit der Du Dich seit Einsetzung dieses göttlichen Geheimnisses geopfert hast, und bis an's Ende der Welt opfern wirst. Nimm, o Herr! diese meine Meinung gnädig an, und erhöre ob der Liebe Deines allerheil. Herzens meine flehentliche Bitte. Amen. Beim Anfange der Messe. O Herr, mein Gott, mein Schöpfer und Erhalter, der Du in allen Deinen Werken wunderbar, am wunderbarlichsten aber in Deiner erbarmungsvollen Güte bist! Ich Unglücklicher! wie oft habe ich Böses vor Dir gethan und dadurch Deinen Zorn verdienet; und nichts destowe niger nimmst Du mich, wenn ich reumüthig zu Dir zurückkehre, väterlich wieder auf, wenn ich aufschiebe, wartest Du langmüthig wieder auf mich, und wenn ich endlich zurückkehre, umarmest Du mich ganz liebevoll. Ach Herr! Du siehst Alles, wer könnte sich daher vor Dir verbergen? Du frageft, und wer kann Dir antworten? Du hast mir den Weg des Lebens gezeigt, Du hast mir Erkenntniß ver liehen, damit ich darauf wandle, Du drohest mit dem Feuer des Abgrundes, und zugleich 45 verheißest Du mir die Herrlichkeit des Paradieses. Durchbohre daher, o Bater der Erbarmungen! mein Herz mit Deiner hl. Furcht, damit ich allen mir angedrohten Uebeln glücklich entgehe. Mein Gewissen beunruhiget mich, meine Sünden verursachen mir den größten Eckel. Ach Herr! Eines nur kenne ich, das Dich besänftiget, und das Zweite, das Du nicht verschmähest: ein betrübter und bußfertiger Geist ist ein wohlgefälliges Opfer vor Dir; ein demüthiges und zerknirschtes Herz verstoßest Du nicht von Dir. Zeige mir da1 her, o Herr! Deine Barmherzigkeit, und verleihe mir die Freude Deines Heiles; erhöre mein Gebet und lasse mein Rufen zu Dir ( Vom bl. Augustin.) Introitus. Zu Dir, o Herr! habe ich meine Augen erhoben, der Du im Himmel wohnest. Siehe, wie die Augen der Diener auf die Hände ihrer Herren gerichtet sind, und wie die Augen der Magd auf ihre Frau, eben ! so sind auch unsere Augen auf den Herrn t gerichtet, bis er sich unserer wird erbarmt haben. ( Psalm 122, 1-3.) Erbarme Dich unser, o Herr! erbarme Dich unser. Du, der Du mächtig bist, dessen it Namen heilig ist, erbarme Dich unser! Der kommen. Du ob den Cherubinen thronest und die Ab2 8 46 gründe durchforschest; erbarme Dich unser! Der Du uns geliebt haft und Dich für uns dahinopfertest; erbarme Dich unser! Gloria. Süßester Herr Jesu! Du Wort des Vaters, Du Abglanz seiner Glorie, Du Freude und Erwartung der Engel; lehre mich Deinen Willen erfüllen, damit ich von Deinem sanftmüthigen Geiste geführt in jenes glückselige Vaterland gelange, wo ein ewiger Tag glänzet, wo ewiger Frieden, und friedensvolle Seligkeit, und selige Einigkeit thronet; in der Du, o Gott, mit Deinem Sohne und dem hl. Geiste gleicher Gott lebest und regierest in unwandelbarer Herrlichkeit. Amen. ( Vom hl. Gregor dem Großeu.) Gebet. O Gott! Du Verleiher des Frie dens und Liebhaber der Einheit im Glauben, gib uns Deinen Dienern diesen wahren Frie den, der von Dir kommt, und in Deinem allerheiligsten Herzen thront, damit wir als Deine Kinder mit wahrer und aufrichtiger Liebe uns lieben, und von allen Versuchun gen, die uns zur Uebertretung Deines heil. Willens verleiten wollen, befreiet werden mö gen. Durch die Gnade Deines allerhl. Her zens, o Jesu! der Du mit dem Vater und heil. Geiste lebest und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 47 Epistel.( I. Petr. 1, 3-9.) Gelobet sei Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Todten, zu einem unvergänglichen, unbefleckten und unverwelklichen Erbe, welches euch im Himmel aufbewahrt wird, euch, die ihr durch Gottes Kraft, mittelst des Glaubens aufbewahret werdet für eine Seligkeit, welche bereit steht, daß sie geoffenbart werde in der letzten Zeit, wo ihr euch freuen werdet, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, durch mancherlei Anfechtungen betrübt werdet, damit die Prüfung eueres Glaubens viel föstlicher, als durch Feuer erprobtes Gold erfunden werde zum Lobe und Preise, und zur Ehre bei der Erscheinung Jesu Christi, welchen ihr, ohne ihn gesehen zu haben, lieb habet, und an welchen ihr, ohne ihn jetzt zu sehen, glaubet, über den ihr, nun glaubend, euch mit unaussprechlicher und herrlicher Freude freuen werdet, wenn ihr das Ziel eueres Glaubens erlangt habt, Seligkeit der Seelen. Graduale.( Psalm 116.) Alleluja! Lobet den Herrn alle Völker, lobet ihn alle Nationen: denn es ist bestätigt über uns 48 seine Barmherzigkeit, und die Wahrheit de Herrn bleibt in Ewigkeit. Alleluja. Ehre se Gott dem Vater, und dem Sohne, und den heil. Geiste; wie sie war im Anfange, jeg und allezeit, und in Ewigkeit. Amen. Alleluja Evangelium. Mein Gott und mein Herr! Dein Wort ist die Leuchte meine Füssen und das Licht für meine Wege. Besse ist mir das Gesetz Deines Mundes, als tan send Stück Goldes und Silbers. Denn sj sind Deine Worte meinem Gaumen, sie sin süßer meinem Munde als Honig. Darun liebe ich Deine Gebote mehr, als Gold un Edelgestein. Die Erklärung Deiner Wort erleuchtet und gibt Verstand den Kleinen ( Psalm 118.) Und weil ich Deinen heilige Glauben, den Du, o Herr Jesu! aus den Schooße Deines himmlischen Vaters zu un auf die Erde gebracht und mit Deinem gött lichen Munde gepredigt, ja sogar mit Dei nem allerheiligsten Blute besiegelt hast, übe Alles hochschätze, darum bezeichne ich mein Stirne mit dem Zeichen Deines hl. Kreuze zum Beweise, daß ich mich für Dein heil Evangelium nicht schäme; ich bezeichne ma nen Mund, indem ich ja bereit bin, Deina hl. Glauben immer und überall öffentlich bekennen; ich bezeichne auch mein Herz, un 49 meine Bereitwilligkeit darzuthun, mit der ich den letzten Blutstropfen für Dein heiliges Evangelium zu vergießen wünsche, wie Du am Kreuze. Bei Anhörung Deines Wortes stehe ich, weil es meine Pflicht ist, stets zu wachen und im Glauben fest zu stehen, damit ich niemals falle, sondern Deinen heiligen Willen treu erfülle, beschuhet an den Füssen mit der Bereitschaft für das Evangelium des Friedens, damit so mein ganzes Leben ein lebendiges Evangelium sei. Allein nicht blos das, was die hl. Schrift enthält, sondern auch Alles, was die hl. Kirche, Deine makellose Braut, uns zu glauben vorstellet, glaube ich, o mein Jesu! und will es stets auch so üben. Denn ich weiß, daß Jesus noch viele andere Zeichen vor den Augen seiner Jünger gethan hat, welche nicht in diesem Buche geschrieben sind. Wollte man dieses einzeln aufschreiben, so glaube ich, würde die Welt die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären. Diese aber sind geschrieben, damit wir glauben, Jesus Christus sei der Sohn Gottes, und damit wir durch den Glauben das Leben haben in seinem Namen.( Joh. 20, 30. 21, 25.) Kredo.( Vont hl. Bischof Athanasius.) Wer selig werden will, muß vor Allem anWahres Opfer. 4 50 dern nothwendiger Weise den katholische Glauben fest halten. Denn wer ihn nic vollständig und unverfälscht bewahrt, wir ohne Zweifel ewig zu Grunde gehen. Da katholische Glaube aber ist dieser, daß wi Einen Gott in der Dreieinigkeit und die Drei einigkeit in der Einheit verehren; indem wi nämlich die Personen nicht vermengen, nod auch deren Wesenheit zertheilen, denn ein andere ist die Person des Vaters, eine an dere die des Sohnes, eine andere die des bl Geistes. Aber die Gottheit des Vaters un des Sohnes und des hl. Geistes ist nur Ein nur eine wesensgleiche Herrlichkeit, eine gleic ewige Majestät. Wie der Vater beschaffe ist, so ist auch der Sohn, so auch der heil Geist. Der Vater ist unerschaffen, unerschaf fen ist auch der Sohn, unerschaffen der hei Geist. Unermeßlich ist der Vater, unermeßli der Sohn, unermeßlich der hl. Geist. Emi ist der Vater, ewig der Sohn, ewig der h Geist. Und doch gibt es nicht drei Ewig sondern nur Einer ist ewig; sowie auch nic Drei unerschaffen, nicht Drei unendlich sind sondern nur Einer ist unerschaffen, und m Einer unendlich. Desgleichen ist der Batt allmächtig, allmächtig der Sohn, allmächt der hl. Geist. Und doch sind nicht Drei all 51 mächtig, sondern nur Einer ist allmächtig. So ist auch der Vater Gott, Gott ist der Sohn, Gott ist der heil. Geist, und doch sind nicht drei Götter, sondern nur Ein Gott. So auch ist Herr der Vater, Herr der Sohn, Herr der heil. Geist, und doch sind nicht drei Herren, sondern nur Ein Herr. Gleichwie wir nämlich durch die christliche Wahrheit genöthigt werden, eine jede dieser Personen als Gott und Herrn zu bekennen, eben so verbietet uns der katholische Glaube drei Götter oder drei Herren zu nennen. Der Vater ist von Niemand weder gemacht, noch erschaffen, noch gezeugt. Der Sohn ist vom Vater allein weder gemacht, noch erschaffen, sondern gezeugt. Der heil. Geist weder gemacht, noch geschaffen, noch gezeugt, sondern geht vom Vater und Sohne aus. Und in dieser Dreieinigkeit ist nichts früher oder später; nichts größer oder kleiner, sondern alle drei Personen sind gleich ewig und wesensgleich. Zum ewigen Leben ist auch nothwendig zu glauben, daß unser Herr Jesus Christus Mensch geworden ist. Das ist also der rechte Glaube, damit wir glauben und bekennen, unser Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes, sei Gott und Mensch zugleich. Gott aus der Wesenheit des Vaters von Ewigkeit her 4* 52 gezeugt, und Mensch aus der Wesenheit der Mutter in der Zeit geboren. Wahrer Gott und wahrer Mensch, bestehend aus einer vernünftigen Seele und menschlichem Fleische. Wesensgleich dem Vater hinsichtlich der Gott heit, minder als der Vater bezüglich seiner Menschheit. Der, obwohl er Gott und Mensch ist, doch nicht zwei, sondern nur ein Christus ist. Einer nur, nicht vielleicht durch Verwand lung de: Gottheit in die Menschheit, sondern dadurch, daß Gott die Menschheit annahm. Einer nur, nicht vielleicht durch Vermengung der Wesenheit, sondern durch Einheit der Person. Denn gleichwie ein vernünftiger Geist und ein Leib einen Menschen ausmachen, so macht Gott und Mensch nur einen Christu aus. Der für unser Heil gelitten hat, dann hinabgestiegen ist zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Todten. Er ist auch aufgefahren in den Himmel und sitzet zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu rich ten die Lebendigen und die Todten. Bei des sen Ankunft werden alle Menschen mit ihren Leibern wieder auferstehen, um von ihren eige nen Handlungen Rechenschaft zu geben. Und die Gutes gethan haben, werden zum ewigen Leben eingehen, die aber Böses, in das ewigt 53 Feuer. Dies ist der katholische Glaube, und wer ihn nicht getreu und fest glaubet, der kann nicht selig werden. Opferung. O süßestes Herz Jesu! Dir gehöret Alles, was im Himmel und auf Erden ist; auch ich habe das sehnlichste Verlangen, mich selbst mit Allem, was ich bin und habe, als ein freiwilliges Opfer Dir zu weihen und ewiglich Dir anzugehören. Nimm mich an, o allerheiligstes Herz! mein Herz soll hinfüro für Dich ein immerwährendes Lob- und Danfopfer sein. Ich vereinige dieses mein fündige Herz mit Deinem Herzen, meine Meinung mit Deiner Herzensmeinung, und opfere mich Dir eben so auf, wie Du Dich durch die Hände des Priesters Deinem himmlischen Vater darbringst. Unter Thränen bekenne ich, daß mein Opfer vor Deinen Augen mit zahllosen Sünden befleckt ist, und daß ich nicht grundlos befürchte, Du werdest mich meiner Sünden wegen von Dir verstoßen. Weil Du jedoch auf diesem Altare das Lamm Gottes bist, das sich eben deshalb opfert, um hinwegzunehmen die Sünden der Welt, darum lege ich auf diesen Sühnaltar alle meine Sünden, Nachlässigkeiten und Unvollkommenheiten, die ich bis itzt zu begehen so unglücklich war, und bitte flehentlich, Du $ 54 wollest sie mit dem Feuer Deines göttlichen Herzens verzehren und vernichten. Zugleich wage ich das wenige Gute, das ich manch mal mit Deiner Gnade verrichtet habe, Di zu Füßen zu legen, bittend, Du wollest das felbe reinigen, heiligen, gnädig aufnehmen un mit den unendlichen Vollkommenheiten Deine Herzens bereichern. Und da ich an mir nicht denn Sünden habe, so opfere ich Dir zur Er gänzung alle Vollkommenheiten und Verdienst Deiner allerliebsten Mutter, die Verdienst aller Heiligen und Auserwählten, wie aud Alles, was in Deiner hl. Kirche jemals vo frommen Gläubigen gethan wurde und not gethan wird, und bitte, Du wollest mit Di ner unendlichen Barmherzigkeit auf die Bitte Deiner Diener, meiner Freunde und Wohl thäter, oder jener, die mich beleidigt habe oder die von mir beleidigt worden sind, he abblicken, unsere täglichen Leiden uns erleid tern, in Widerwärtigkeiten uns beistehen, un sere Vergehungen uns verzeihen, Deine hif reiche Hand uns reichen, und endlich verleihe damit wir an Deinem göttlichen Herzen ein ewig ausruhen können. Amen. Präfation. Ich bete Dich an und prei Dich, o allerheiligste Dreifaltigkeit, durch je unaussprechliche Glorie, in welcher der Batt 55 a seiner Allmacht den Sohn und den heil. Geist ehret und in Ewigkeit verherrlichet. Ich bete Dich an und preise Dich, o allerheiligste Dreifaltigkeit, durch jene unbegreifliche Glorie, in der der eingeborne Sohn in seiner Weisheit den Vater und hl. Geist ehret und in Ewigkeit verherrlichet. Ich bete Dich an und preise Dich, o allerheiligste Dreifaltigkeit, durch jene unendliche Glorie, in der der hl. Geist in seiner unwandelbaren Liebe den Vater und Sohn ehret und in Ewigkeit verherrlichet. Wesen aller Wesen! ich bete Dich an im Namen aller Geschöpfe; und mit jener tiefsten und demüthigsten Anbetung, mit welcher mein Erlöser, Jesus Christus, so lange er auf Erden lebte, Dich verherrlichte, verlange auch ich Dich jeden Augenblick anzubeten, damit ich so für alle meine Undanfbarkeit meines ganzen Lebens Ersatz leisten könne. Ehre sei Dir, o Herr, vor dem sich jedes Knie beuget im Himmel, auf Erden und unter der Erde, den die himmlischen Heerschaaren mit dem einstimmigen Lobgefange verherrlichen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott Sabaoth! Himmel und Erden sind voll von seiner Herrlichkeit! Ehre sei Gott dem Vater und dem Sohne und dem hl. Geiste, wie sie 50 war von Anbeginn, jetzt und allezeit, und in Ewigkeit. Amen.( Von der Hl. Mechtildis.) Memento der Lebenden. Laß Dich, o gütigster Bater! durch die Verdienste des allerh. Herzens Jesu; und durch die Verdienste der seligsten Jungfrau Maria, der hl. Apostel und aller Deiner Heiligen erbitten, und verleihe Deiner hl. Kirche im reichlichsten Maße Deine Gnaden; besonders aber wollest Du Deine Gnade verleihen ihrem sichtbaren Oberhaupte, unserem höchsten Oberhirten, dem römischen Papste N., unserem Bischofe N., sowie allen Bischöfen und Priestern. Gieße Deine Gnade auch auf alle Machthaber aus, damit sie Deine hl. Kirche nach Deiner Lehre beschützen, ihre Unterthanen mit Weisheit regieren, und so zur Verbreitung Deiner heil. Lehre und Erhöhung Deiner Ehre und Glorie, wie nicht minder zum Heile der Seelen behilflich sein mögen. Sei auch meinen Eltern, Freunden, Verwandten u. s. w.... gnädig und gib ihnen alle jene Gnaden, die sie in ihrem Berufe zunächst bedürfen. Ganz vorzüglich aber empfehle ich Dir meine Feinde, alle Ketzer und Irrgläubige, wie auch alle armen Sünder, damit sie durch die gnadenvollen Anregungen Deiner Erbarmungen sich bekehren, Dich erkennen, lieben und ewig ver 57 herrlichen mögen. Durch Jesum Christum, unseren Herrn. Amen. Vor der Wandlung. O unbegreifliches Geheimniß, vor dem die Himmel zittern! O wundervolle Erfindungen der erbarmnißreichen Liebe! Komm, o Jesu! mit Deiner fiegreichen Liebe, und entflamme mein faltes Herz. Komme mit Deiner freigebigen Sanftmuth und bereichere meine arme Seele. Komme mit Deinem ewigen Glanze, und erleuchte mein verdunkeltes Herz. Komme mit Deiner übergroßen Barmherzigkeit und verzeihe uns alle unsere Sünden. Amen. 4 ( Von der Hl. Mechtildis.) Wandlung. O gütigster, o. sanftmüthigster, o süßester Jesu! Du wahres Licht vom wahren Lichte, Du Sohn des himmlischen Vaters, Du fleischgewordenes Wort Gottes, wahrer Gott und zugleich auch wahrer Mensch, ewiger Hoherpriester, unendliches Opfer! Ich glaube fest, daß Du in dieser hl. Hostie wirklich, wahrhaft und wesentlich gegenwärtig bist. Ich bete Dich an; ich liebe Dich vom ganzen Herzen; ich opfere und widme mich Dir für immer und gänzlich, und setze mein ganzes Vertrauen und mein Heil in Deine hl. Wunden. Dein Blut ist der einzige Preis. meiner Erlösung! Dieses Dein 58 purpurrothe Blut, welches ich in diesem Kelche anbete, möge auf meine arme Seele herab träufeln und sie von allen Makeln reinigen. Liebesseufzer des hl. Ignaz von Loyola. Die Seele Christi heilige mich! Der Leib Christi rette mich! Das Blut Christi tränke mich! Das Wasser der Seitenwunde Christi reinige mich! Das Leiden Christi stärke mich! O gütigster Jesu, erhöre mich! In deine heiligsten Wunden verberge mich! Gegen den bösen Feind beschüße mich! In meiner Todesstunde rufe mich Und laffe zu Dir kommen mich! Damit ich mit allen Heiligen Dich lobe ewiglich. Amen. Nach der Wandlung. Blicke, o Herr, himmlischer Vater, von Deinem Heiligthume und von Deinem Himmelsthrone, und siehe dieses hochheilige Opfer an, welches unser Hohepriester, Dein göttlicher Sohn, für die Sünden seiner Brüder Dir darbringt, und bezeuge Dich versöhnlich ob der großen Menge unserer Sünden. Siehe! die Stimme des Blutes Jesu Christi rufet vom heil. Kreuze zu Dir. Blicke daher, o Herr! in das Angesicht Deines Gesalbten, der Dir gehorsam war bis zum Tode; und seine unvergänglichen Wunden mögen dir erzählen, was für eine Genugthuung Du bereits für unsere Sünden 59 erhalten hast. O mein göttlicher Heiland, gleichwie Du nun Brod und Wein in Dein Fleisch und Blut verwandelt, und beim Opfer am Kreuze den Zorn Gottes in Barmherzigkeit umwandelt hast; so wolle auch mich und alle Sünder der Welt in Dich selbst verwandeln. Der Du lebest und regierest mit Gott dem Vater und dem hl. Geiste, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Vom hl. Bernard.) Memento der Verstorbenen. Neige, o Gott aller Erbarmungen! Dein mitleidsvollstes Herz besonders zu jenen Deinen hl. Bräuten hin, die in den Reinigungsqualen nach Deinem herrlichen Angesichte so flehentlich seufzen. Laß Dich durch ihre Zähren erweichen, und lasse das purpurrothe Blut Deines erbarmungsreichen Herzens aus diesem hochheiligen Kelche hinab in die Reinigungsflammen fallen, damit durch Besprengung dieses allmächtigen Blutes die verzehrenden Flammen ausgelöscht, sie von ihren Makeln gereiniget und zu Dir in die ewige Glorie aufgenommen werden mögen. Ganz vorzüglich aber empfehle ich Deinem barmherzigen Herzen N. N. ( Hier nenne deine guten Eltern, Wohlthäter, Freunde, Verwandte, Feinde u. s. w.; unterlasse ja 60 nie dem göttlichen Herzen besonders auch jene Seelen zu empfehlen, die deiner Sünden wegen vielleicht im Fegefeuer leiden müssen.) Gönne ihnen den Trost, daß sie ewig an Deinem liebeglühenden Herzen ruhen mögen, führe sie aus der äußersten Finsterniß in die Wohnung des unerschaffenen Lichtes, in der teine Thräne mehr fließet, wo kein Schmerz, fein Elend, feine Betrübniß mehr ist, wo hingegen das Anschauen Deines göttlichen Angesichtes ewig beseliget. Zur Genugthuung für ihre Sünden opfere ich Dir Deine allerh. Verdienste, Deinen schmerzvollsten Tod; die Verdienste Deiner allerfeligsten Mutter und aller Deiner Heiligen. Uns aber, die wir auf Erden leben, obgleich wir von Sündenbanden viel darniedergedrücket werden, verleihe durch Deine unendliche Barmherzigkeit, auf die wir unser ganzes Vertrauen setzen, die Gnade, damit wir an den Verdiensten Deiner Heiligen Teil nehmen, und so schon in dieser Zeitlichkeit bei allen unseren Prüfungen uns bemühen mögen, ihrem hl. Lebenswandel nachzufolgen, durch ihre mächtige Fürbitte in Deiner Gnade stets mehr und mehr wachsen und einmal mit ihnen in Dir ewig uns zu erfreuen gewürdiget werden; der Du lebest und regierest mit Gott dem Vater und r 61 dem hl. Geiste, Gott von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen. Zum Gebete des Herrn. O heiligstes Herz Jesu! das Du am Stamme des heil. Kreuzes sogar für Deine Mörder gebetet hast, damit sie nicht zu Grunde gehen, bitte auch jetzt, wo Du in diesem wundervollen Opfer Dein Leiden und Sterben geheimnißvoll erneuerst, Deinen himmlischen Vater für mich armen Sünder, damit er mir aus Rücksicht der unendlichen Verdienste Deines bitteren Leidens alle Sünden, die mein Gewissen darniederdrücken, gnädigst verzeihen möge. Eben darum möge er mir alle Gnaden geben, deren ich zur Erfüllung seines allerh. Willens, zur Erreichung der ewigen Seligkeit so fehr benöthige, und um welche ich bei meiner Geistesblindheit nicht einmal zu bitten verstehe, ja um die ich in meinem unbeschreiblichen Elende nicht zu bitten wage. Du bist ja beim himmlischen Vater mein gnädiger Fürsprecher; Du bist ja meine einzige Hoffnung und Zuflucht in den Tagen der Trübsfal und Widerwärtigkeit; ach! helfe mir demnach, damit ich vom Wege der heil. Geduld nicht abweiche, sondern stets und überall nur zu Dir meine Zuflucht nehme, nur bei Dir Hilfe und Trost suche. 62 O allgütigstes Herz Jesu! Du Heil meiner Seele, Du einzige Zuversicht in meinem tief bekümmerten Leben, Du ersehnte Ruhe in allen meinen Träbfalen, verlasse mich doch nicht, wenn zahllose Versuchungen mich überfallen werden. Lasse doch nicht zu, damit die Welt liebe mein Herz verblende; nur Du sollst der Gegenstand meiner Wünsche, meiner Liebe, meiner Verherrlichung sein; nur Du sollst meine unersättigte Sehnsucht, meine unbe friedigte Liebe, der Bräutigam meiner Seele, mein Erlöser und Heiligmacher sein; Du, der Du am Kreuze dem reumüthigem Schächer das Paradies verheißen und in Deinem Ge bete um Vergebung der Sünden bitten ge lehret hast; verzeihe mir meine Sünden, meine bisherigen Fehler und Unvollkommenheiten in Uebung der Tugend und im Streben nach Vollkommenheit; und verwandle mein laues Herz in ein eifriges, meine Zaghaftigkeit in Zuversicht, meine Unvollkommenheit in Vollkommenheit. Bewahre mich vor jeglichem gegenwärtigen Uebel; wende von mir jegliche zukünftige Gefahr ab, und verleihe, damit ic in jeglicher Versuchung siege. Erbarme Did daher in Deiner unaussprechlichen Liebe über mich armen Sünder, und nimm hinweg von meinem Herzen meine Sündenlast, rufe mich 63 nicht in meinem nunmehrigen Sündenzustande vor Dein Gericht, sondern nimm mich zu Gnaden auf, sowie Du den verlorenen Sohn huldvoll aufgenommen hast. Kommunion. Lamm Gottes, erbarme Dich unser, und opfere Dich Deinem himmlischen Bater mit all Deiner Geduld und Demuth, zur Genugthuung für unsere Sünden, auf. Lamm Gottes, erbarme Dich unser, und opfere Dich Deinem himmlischen Vater mit all' der Bitterfeit Deines Leidens, zur vollkommenen Sühnung, auf. Lamm Gottes, erbarme Dich unser und opfere Dich Deinem himmlischen Vater mit aller Liebe Deines göttlichen Herzens zum Erfage alles Guten, das mir abgeht, auf. O Herr! ich bin nicht würdig vor Deinem Angesichte zu wandeln, allein ob Deiner selbst willen heile mich von meinen Sünden. O Herr! ich bin nicht würdig, Dein Geschöpf genannt zu werden, allein ob der Bitterkeit Deines allerheiligsten Leidens erneuere meine Seele. O Herr! ich bin nicht würdig, Deinen allerh. Namen anzurufen, allein belebe mich durch die Kraft dieses Opfers mit Deiner Gnade. 64 O allmächtige Liebe, ich lobe Dich! brennende Liebe, ich preise Dich! o gütigste Liebe, ich erhebe Dich wegen allen Deinen n Gaben und Schätzen und Gnaden, welche die Vereinigung Deiner Gottheit mit der aller seligsten Menschheit, durch Dein lobwürdigste L Herz, in uns bewirkt und in alle Ewigkeit wirken wird. Amen.( Von der Hl. Mechtildia) 17 5 Geistliche Kommunion. Göttlicher Jesus! verborgener Gott, den ich hier wirklich gegenwärtig glaube, auf den ich hoffe, den ich suche, den ich liebe; Dir, o mein Jeju! ist bekaunt der Wunsch meines Herzens. Meine Seele d schmachtet nach Dir, Deinetwegen bereue id alle Werke der Finsterniß. O Herr! der Du durch den Glauben in unseren Herzen woh nest, verleihe mir, damit ich Dich durch Deine d Gnade so geistiger Weise empfange, damit die Kraft und Gnade dieses allerheiligsten Geheimnisses nun und allezeit in mir wohne und damit auch ich stets in Dir bleibe. O b Jesu! meine Liebe! beherrsche gänzlich mein Herz und bleibe stets mein Gott, mein Herr, m mein Gesetzgeber, mein Alles. Amen. S in tE € ( Von der bl. Gertrud.) Letztes Gebet. Erhöre, o Herr! die Bitten Deiner hl. Kirche, die sie im Namen Deines geliebtesten Sohnes, unseres Herrn de 65 Jesu Christi, Dir vorträgt, damit uns Deine Rechte beschütze, alles schädliche von uns abwende, und in Deiner Gnade uns befestige. Amen. Segen. Der Herr erbarme sich unser, und segne uns: lasse leuchten sein Angesicht über uns und erbarme sich unser: damit wir auf Erden Deinen Weg erkennen, unter allen Völkern Dein Heil. Es segne uns Gott, unser Gott, es segne uns Gott, und es sollen ihn fürchten alle Enden der Erde.( Psalm 66.) Das letzte Evangelium. O ewiges Wort des Vaters, durch welches alle Dinge erschaffen sind, durch welches Licht und Weisheit, Beisheit und Leben, Leben und Seligkeit vom Himmel herabgestiegen sind, damit Du uns den Weg zeigest, lasse doch nicht zu, damit wir die Finsternisse mehr als Dich lieben. O fleischgewordenes Wort, das Du unter uns wohntest, und das Du uns abermals in diesem hochheiligen Opfer besucht hast, ich bete Dich an, ich hoffe auf Dich, daß ich von Dir und durch Dich alle Gnaden erlangen werde, deren ich zu meiner Heiligung benö thige, damit ich dereinst gewürdiget werden möge, Deine Glorie, als des Eingebornen des Vaters zu sehen und ewig den Kindern Gottes beigezählt zu werden. Amen. Wahres Opfer. 5 66 Gebet nach der Hl. Messe. Ewiger Dan sei Dir, o Herr Jesu! für dieses allerheiligi Opfer, welches Du nun zum Heile meine armen Seele, die nach Deiner Gnade un nach Heiligkeit des Lebens dürftet, Deiner himmlischen Vater so gnädig dargebracht has Ach! hätte auch ich mich mit Dir, o mei Jesu! zum Lobe und zur Danksagung De nem himmlischen Vater so gänzlich aufg opfert! Was jedoch meiner Hinfälligkeit un Unwürdigkeit abgeht, das wolle Du in Dein unergründlichen Barmherzigheit, o süßeste für mich geopfertes und schmerzlich durd bohrtes Herz! ersetzen, und solange bei Throne des himmlischen Vaters für mi bitten, damit Dein heiligster Name von m heute und meine ganze Lebenszeit hindun geheiliget werde in getreuester, heiligster& füllung der Pflichten meines Standes. Ama Empfehlenswerth besonders für Hausväter das Buch: Guter Same auf gutes Erdreich. Ein christkatholisches Lehr- und Gebetbuch fam C einem Hausbüchlein. Von P. Neg. Jais. Nachr 15. Auflage zeitgemäß umgearbeitet von P. W. Fro Direktor und Katechet am Prager Taubstumme Institut 2c. 432 Seiten in 8 mit 4 Stahlstichen 80 E Beicht- Gebete. or der hl. Beichte. O Gott! ich nahe dem hl. Gerichte Deiner göttlichen Erbarmungen. O könnte ich zu diesem hl. Saframente so vorbereitet nahen, wie sich Deine Heiligen naheten; mit ihrer Demuth, mit ihrer Zuversicht, mit ihrer Feue, mit ihrem Vorsatze; und da mein Herz so unaussprechlich elend und lau ist, deshalb rufe ich aus dem Abgrunde meines Elendes zu Deinem unendlich barmherzigen Herzen, damit Du mir Deinen hl. Geist senden mögest, der die Finsteraiß meines Herzens erleuchte, damit ich nicht blos die schweren Uebertretungen des Gefeßes Gottes, sondern auch jede noch so ffeine Uebertretung, jedes Stäubchen der Sünde in meinem Herzen erkenne und mit demüthiger Aufrichtigkeit bekennen möge. Ja, o Herr! es ist meine Schuld, meine Schuld, meine übergroße Schuld, daß ich dein göttliches Herz betrübet, ja sogar durchbohret habe. Nun erforsche sehr sorgfältig dein Gewiffen; denn diese hl. Beicht tann vielleicht deine letzte sein. 68 Ach! wenn du es mit Gewißheit wüßtest, daß die Hl. Beicht deine letzte sein werde, wie würdest dich hiezu vorbereiten?! Dieses wahrhaft wunde volle Sakrament ist der höchste Beweis der unend chen Barmherzigkeit Gottes. Der hl. Apostel spric also: Wenn wir uns selbst richteten, würden w nicht gerichtet werden. Nach dem Gerichte also, we ches du mit dir selbst in der Hl. Beichte vornimm wird dereinst auch dein Gericht vor Gott beschaffe sein. Falls du dich sehr strenge richtest, so wird di hinwiederum Gott gnädig beurtheilen, indem er nich an dir finden wird, was er zu richten hätte. Ebe dadurch hat sich Gott selbst bei diesem sakramental schen Selbstprüfen gewissermaßen in deine Mad übergeben, da er sein Gericht nach deiner satrame talischen Selbstprüfung einrichten will. Du fell sollst das Urtheil über deine Sündhaftigkeit un Strafwürdigkeit fällen, damit er dich in seine erban mungsreichen Arme aufnehmen könne. Ist das wo was anderes, als die Rettung deiner Seele, deim ewige Seligkeit, in deine eigenen Hände legen? Jedoch dein Beichten wäre unnüß und fruchtlos wenn du im hl. Beichtgerichte alle deine Sünden, um zwar nach Zahl, Umständen, Gattung, welche d Sünden entweder gänzlich ändern oder vergrößen nicht genau angeben möchtest. Darum bitte und be schwöre ich dich, theuere Seele! nahe jedesmal mi der größtmöglichsten Vorbereitung, mit glühenden Eifer zur hl. Beichte; denn von dieser hängt, w du selbst einsiehst, dein ewiges Heil ab. Nach de Gewissenserforschung bete also: Demuth. O Gott! sei mir armen Sün der gnädig! so rufe ich mit dem reumüthigen Zöllner, und auf mein sündiges Herz klopfent 69 Diet der 20 _cht ten wage ich es nicht, meine Augen zu Dir empor zu heben; ich habe gesündiget;- ach! welch' ein entsetzliches Wort!- ich habe Dich, meinen gütigsten Gott, beleidiget; und wäre es auch die kleinste Sünde, so würden die m Thränen aller hl. Büßer nicht hinreichen, um bei Deinen Füßen, o mein Jesus! in Bitterkeit des Herzens dieselbe zu beweinen und für sie genug zu thun. Jede Beleidigung Gottes abschließt ja eine unendliche Bosheit in sich, da fie ja ein unendliches Wesen beleidiget! Nur Deine Thränen, o mein Jesu! nur das Blut Deines göttlichen Herzens kann meine Lasterthaten rein waschen; nur an Deinem Herzen kann ich nochmals Verzeihung finden. Und falls ich es bis jetzt nicht so lebhaft gefühlt habe, ist lediglich nur meine Lauheit, meine Geistesblindheit schuld daran. O, hätte ich ernstlich die Größe und Majestät Gottes, die unendliche Liebe und Erbarmung, die unaussprechliche Gerechtigkeit des höchsten Wesens öfter betrachtet; ganz gewiß, ich hätte vor jeder selbst der kleinsten Sünde in meinem Herzen den größten Abscheu empfinden müssen! Ach, wie tief hätte ich mich da unter der mächtigen Hand Gottes gedemüthiget! Ja ich, eine de in Handvoll Staub- ich, ein elendes Geschöpf, n ein pures Nichts, ja ich habe mich unterfangen, Di be - WA 70 Gott zu beleidigen! Gott, den Schöpfer aller sichtbaren und unsichtbaren Welten- auch meinen Schöpfer habe ich beleidiget;- Gott den allmächtigen Herrscher über alle Welten, den höchstgerechten Gott, der die sünd haften Engel im Augenblicke der Sünde vom Himmel in die Hölle geschleudert und mit Retten der ewigen Finsterniß gebunden hat - diese erschreckliche Majestät habe ich durd meine Sünden zur Rache gereizt; den Gott der mich in diesem Augenblicke, wo ich eben diese Betrachtung anstelle, noch bevor ich die Beleidigungen werde beichten können, also ebe jetzt vor sein unerbittliches Gericht berufa kann. O mein Gott! sei mir armen Sünde gnädig und barmherzig! Oder vielleid scheinen mir meine Sünden nicht so groß sein, vielleicht erkenne ich sie gar nicht, allei nichts desto weniger muß ich mit dem hl. Pan lus bekennen, daß der Herr mich richte, un zwar jener Herr, der sogar an seinen Engel Makel gefunden hat; derjenige Herr, welche Herz und Nieren durchforschet; jener Her dessen allsehendes Auge in den Falten meine Herzens selbst das sieht, was meiner Eigen liebe bis itt entgangen ist; jener Herr, d sogar die Tugenden auf der Wage seiner G rechtigkeit wägen wird, ob sie den wahre - 71 Werth in seiner Augen haben werden. Und diese göttliche Wahrheit hat sogar die größten Heiligen zur tiefsten Demuth bewogen, und ich elender Sünder sollte nicht zittern? Reue und Vorsatz. Furcht und Zittern vor Deinen Gerichten, o Gott! müßten mein Herz kleinmüthig machen und stummer Schmerz müßte mich erdrücken, wenn nicht Deine unergründliche Barmherzigkeit eben so unendlich wäre, wie Deine Gerechtigkeit. Ich will nicht den Tod des Sünders, sondern damit er sich belehre und lebe! So lauten die Worte Deiner Erbarmungen, mit denen Du mein zerrissenes Herz mit Zuversicht erfüllest. Gewiß, Du willst nicht meinen Untergang, sondern die Rettung meiner Seele. Beweis dessen ist Alles, was Du gethan hast, um meine Seele zur Erkenntniß ihrer übergroßen Schuld zu bewegen, damit Du sie sodann retten, zur Buße führen und so in das ewige Leben aufnehmen könntest. Bürge dessen ist Dein Tod, Dein geöffnetes, dornumwundenes Herz. Wenn ich Dich, o mein Jesus! meine gefreuzigte Liebe! unter unaussprechlichen Schmerzen als ein Sühnopfer für meine Sünden an's Kreuz angeheftet erblicke, o wie sollte da nicht 5 mein Herz bei diesem dreifach seligen Anblicke, der mir so laut verkündiget, was Du, o Herr! 72 für das Heil meiner Seele Alles gethan haft, mit der innersten, tiefsten, schmerzlichsten und zugleich auch zärtlichsten und süßesten Reue erfüllet werden? Wenn ich auf Deinen an's Kreuz gehefteten allerheiligsten Leib blicke, auf das hochheilige, dornumwundene, liebevoll zu mir geneigte Haupt; anf jenes Haupt, dessen Mund noch am Kreuze für mich zum himm lischen Vater um Verzeihung der Sünden gebeten; auf Dein heiliges, mit Blut ganz überronnenes Auge, welches zur Sühnung meiner Sünden noch am hl. Kreuze Thrä nen vergossen hat; auf Deine ausgestreckten Arme, die mich umfangen wollen, und in den Händen die tiefen, tiefen Wunden, welche Deine Barmherzigkeit meinetwegen empfunden hat, und die ich mir bis itt so wenig noch zu Gemüthe geführt,- ja Alles das rufet einstimmig: Lange schon, ja sehr lange habe ich auf Dich gewartet! Und diese durchbohrten Füsse, ein Beweis Deiner Lang muth, mit der Du mich so lange ertragen haft, sie sagen mir, mit welcher Barmher zigkeit sie mich, verlorenes Schäflein, lange gesucht, und leider! sehr lange nicht gefunden haben. Ja die Betrachtung Alles dessen führt mich zu den Füssen des heil. Kreuzes; hier will ich mit Magdalena weinen; hier ver - 73 einige ich meinen Schmerz mit jenen Schmerzen, den dieses am Kreuze durchbohrte Herz immer darob empfand. Ach! wie konnte ich doch so kaltsinnig sein, und dieses für mich so tief verwundete Herz ohne Liebe, ohne Rene, ohne Dankbarkeit anblicken? O, Jesus! o Gott! o mein Seelenbräutigam! Ich habe gesündiget vor dem Himmel und vor Dir, der Du meinetwegen vom Himmel herabgestiegen bist, und bereue es, daß ich so unglücklich war, Deine Liebe nicht nur anzuerkennen, sondern sogar zur Sünde zu mißbrauchen. O nimm' mich nur noch diesmal zu Gnaden auf, und besprenge mit Deinem Herzblute, damit ich von meinen Sünden gereiniget werde. In diesem allerheiligsten Herzblute wird meine Seele, sollte sie auch roth wie Scharlach sein, weißer denn der Schnee werden. In diesem Zustande soll meine Seele verharren; das soll mein festester, unverbrüchlicher Vorsatz sein; das möge als einziger und gültiger Beweis gelten, daß ich aufrichtig meine Sünden beweine. Ja, ich will mich aufmachen, ich will zurückkehren zu meinem himmlischen Vater und nie mehr fündigen, ja niemals mehr, in Ewigkeit nicht mehr. Ich will mich wahrhaft bessern, heute soll es nicht nur so obenhin gejagt sein, wie ich 74 es leider bis itzt zu thun pflegte, sondern ich will thatsächlich beweisen, daß ich nicht mehr sündigen wolle, sondern bereit sei, mein Le ben aufrichtig zu bessern. Nun trete zum hl. Beichtstuhle und beichte auf richtig, reuevoll und vollständig deine Sünden, lasse dich ja nicht von einer falschen Scham überwältigen und verschweige keine Sünde. Denke an das Grab, aus Gericht, in dem alles offenbar werden wird, stelle dir lebhaft deine Beschämung am jüngsten Tage vor, welche deiner harret, wenn du etwas hier verschwei gest. Versezze dich im Geiste auf dein Sterbebett und denke, als ob du an der Schwelle der Ewigkeit ist das letztemal beichten möchtest, und gewiß, falls dich diese ewigen Wahrheiten ganz durchdrungen haben, wird deine hl. Beichte vollständig und reumüthig sein. Nach der heil. Beichte. Barmherzigste Gott! Du einziger Trost für mein von zahl losen Sünden darniedergebeugtes Herz, ich hoffe zuversichtlich, daß ich durch die so framentalische Lossprechung mit Dir wieder ausgeföhnt bin. Nun kann ich mit kindlichen Vertrauen zu Deinem Vaterherzen empor blicken, Deine heil. Wunden küssen, zu Dir mich zutraulich melden. Wie soll ich Dir genügend danken für diese unaussprechliche Gnade? Nimm hin, o Jesu! mein Herzmein ganzes Herz opfere ich Dir, von heute an soll es nur einzig Dir angehören in un verbrüchlicher Treue und Liebe. O könnte ich 75 für meine Sünden so genug thuen, wie der hl. Petrus und die hl. Magdalena, damit ich für meine zahllosen Schulden so viel möglich büße. Möge mein Zutrauen, welches ich auf die unendlichen Verdienste Deines göttlichen Herzens setze, die meiner auferlegten Buße auch einen unendlichen Werth verleihen, in Etwas ersetzen, was mir an wahrer Bußfertigkeit noch abgeht. Jeßt verrichte mit größtem Eifer und Geistessammlung deine auferlegte Buße. Dieses Bußgebet hat ob den unendlichen Verdiensten Jesu Christi die größte Kraft und Werth und ist dem Herrn vor allen anderen werth und angenehm. Wie soll ich nun, mein süßester Herr Jesu! durch mein noch übriges Leben darthun, daß es mir wahrhafter Ernst sei, Dich nie mehr, in Ewigkeit nie mehr mit einer freiwilligen Sünde zu beleidigen. Von diesem Augenblicke an sollst Du durch meine Untreue nie mehr erzürnet werden. Ich habe freilich wohl schon vor der hl. Beichte diesen festen Vorsatz gemacht; allein itt soll derselbe durch Deine heil. Gnade von Neuem geseguet und unverbrüchlich erneuert werden. Von diesem Augenblicke an will ich einzig nur nach Deinem allerheiligsten Willen leben und nach Kräften mich bemühen ein heiliges 76 Leben zu führen, nur Dir zu dienen, nur Dir anzugehören. Ich bin freilich schwach, ja schr schwach in meinen Entschließungen, allein Dein Herzblut hat ist durch die sakramentalische Lossprechung meinen Vorsatz besiegelt, und in Kraft dieses göttlichen Blutes vermag ich Alles, ja Alles, wenn ich nur selbst will. Deshalb bitte ich Dich durch die Liebe dieses göttlichen Herzens, Du wollest mir die Gnade verleihen, damit ich gereiniget durch dieses allerh. Blut gewürdigt werde, am jüngsten Tage zu Deiner Rechten unter die Auserwähl ten gestellt zu werden. Amen. Vor der hl. Kommunion. Glaube. Sei mir freudig gegrüßt Du wonnevollster Tag meines Lebens; denn heute, ja heute noch, werde ich meinen Jesus empfan gen, heute noch werde ich mit ihm vereiniget werden, heute noch wird er in meinem Herzen einkehren, ebenso gnadenreich, wie er durch ganze neun Monate unter dem Herzen der allerreinsten Jungfrau zu wohnen geruhte; heute noch werde ich ihn aus den geweihten Händen des Priesters empfangen, heute noch werde ich des Glückes theilhaftig werden, ihn 77 eben so wie jene Braut des hohen Liedes mit den Armen des Glaubens und der Liebe zu umklammern, ihn festzuhalten, in seiner Gegenwart zu jubeln, und so schon in diesem Thale der Vereinigung und des himmlischen Genußes zu verkosten. Ja, in diesem Geheimnisse Deiner allerbarmenden Liebe, bist Du wirklich, wahrhaft, wesentlich, unendlich barmherzig und gnädig gegenwärtig; dieses allerhöchste Geheimniß ist Dein wahrer, lcbendiger, anbetungswürdigster Leib, Dein theuerstes und mächtigstes Blut, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt; in diesem ganz wundervollen Sakramente bist Du, o mein Jesus! mit Leib und Seele, mit Gottheit und Menschheit eben so gegenwärtig, wie Du von der allerfeligsten Jungfrau geboren, wie Du am Stamme des heil. Kreuzes für mich gestorben bist, und wie Du nun zur Rechten Deines himmlischen Vaters fitest, und mit ihm in Ewigkeit regierest. O heil. Glaube! o wonnevolle Wahrheit! o wunderbare Erniedrigung des allmächtigen Schöpfers zum elenden Geschöpfe! Um Dich mit mir. vereinigen zu können, wohnest Du in diesem unaussprechlichen Geheimnisse! Ach, mein süßester Bräutigam! könnte ich doch diese Wahrheit mit meinem Blute besiegeln! In 78 diesem unerforschlichen Geheimnisse erfülleft Du wahrhaftig Deine Verheißung: ,, Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an das Ende der Welt!" Ja wahrlich! Du bist bei mir, mein allersüßester Jesu! und auch ich will bei Dir bleiben. Ich glaube mit festem und unerschütterlichem Glauben, und in diesem Glauben sehne, schmachte ich nach der sakramentalen Vereinigunung mit Dir. O Herr Jesu! tomme, ach tomme in mein fündiges Herz! Demuth. Allein wer bin ich, daß ich mich erfühne, meinen Gott und Herrn, meis nen Erlöser und Richter in mein Herz auf zunehmen? Ich bin nichts anderes als lauter Unvollkommenheit und Sünde, meine Liebe ist so falt, meine Vollkommenheit so nichtig, und ich sollte es wagen, zu Deinem allerhei ligsten Tische hinzutreten? Die Engel bedecken mit ihren Flügeln vor Deiner Majestät ihr Angesicht, der heil. Johann der Täufer er flärte, er sei nicht würdig die Schuhriemen Deiner Füße aufzubinden, und ich sollte Dit nahen, ja sogar Dich in mein Herz aufneh men? Die Himmel können Dich nicht um fassen, und ich soll Dich in meinem Herzen einschließen? Du, der Du in unbegreiflicher Glorie zur Rechten Gottes fitest, willst heute noch den Stall meines armseligen Herzens 79 besuchen, und bei mir wohnen? Im Gefühle meiner Unwürdigkeit muß ich mit Deinem hl. Apostel ausrufen: O Herr! gehe hinweg von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch!" Weil Du jedoch in Deiner unaussprechlichen Gnade geruhen willst die ärmliche Wohnung meines Herzens zu besuchen, rufe ich, da ich durch diese unbegreifliche Gnade und Auserwählung so zu sagen darniedergedrückt werde, im Staube meiner Nichtswürdigkeit mit je nem Hauptmann Deines heil. Evangeliums aus: O Herr! ich bin nicht würdig, daß Du eingehst unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort und gesund wird meine Seele." Sehnsucht. Obwohl mich meine Unwürdigkeit fast gänzlich darniederdrückt, und mein unaussprechliches Elend mir lebhaft vor Augen steht, so kann sich doch mein Herz nicht enthalten, nach Dir sich zu sehnen, nach Deinen Altären zu seufzen, auf denen Du, damit Du meiner Schwäche genügeft, Deine Herrlichkeit unter der satramentalen Gestalt des Brodes verbirgst. Ich bin allerdings gänzlich unwürdig, und dennoch wünsche ich sehnlichst mit Dir vereinigt zu werden. O tomme zu mir, zu mir elendem Bettler, zu mr blindem Sünder, zu mir, der ich Deiner Hilfe und Gegenwart so bedürftig bin. Allein, 80 was beginne ich? wer gibt mir Kühnem eine solche Dreistigkeit? Wie kann ich mich unter stehen, in meinem so unwürdigen Zustande Dich zu mir einzuladen? Und doch kann dem Drange meines Herzens nicht widerste hen! O mein süßester Jesu! der Du in Dei ner unaussprechlichen Barmherzigkeit diese Liebesflamme selbst in meinem Herzen ent zündet hast, lasse doch nicht meine Bitte un erhört, sondern komme in mein Herz. O gewiß! Du wirst mich erhören. Es ist ja dies der Drang Deines eigenen Herzens, der auch in meinem Herzen in Folge Deiner fü Besten und zärtlichsten Erbarmung diese Sehnsucht erweckt hat. Du bist so schön, so gnä dig, so unendlich vollkommen und liebenswür dig, wie sollte sich nun mein Herz nicht nach Dir sehnen! O mein Seelenbräutigam, zu Dir strebt all mein Wünschen und Schmach ten, nicht unbekannt ist Dir das Seufzen meines Herzens. So komme denn, und schenke Dich mir gänzlich, komme und befriedige mein liebeglühendes Herz; komme und stille mein Sehnen. O, wenn doch mein Herz so von Liebe sich verzehren möchte, wie das schöne Herz Diariens davon verzehrt ward; o wäre doch meine Sehnsucht so stark und ausdauernd, wie jene war, mit der Dich Deine allerhl. 81 Mutter im Tempel zu Jerusalem suchte. Ja ich wünsche mit allen jenen Akten der Liebe, Sehnsucht und Verlangens, mit denen Dein allerhl. Herz den himmlichen Vater liebte, auch Dich, mein Jesu! zu lieben. Erbarme Dich daher, o Jesu! meines armseligen Herzens, welches durch Liebe verwundet, nirgends Erquickung findet, als bei Deinem Herzen. Nur dann, wenn es sakramentalischer Weise mit Dir vereiniget ist, empfindet es schon in diesem Thränenthale eine solche Befriedigung und Seligkeit, daß es gleichsam ißt im Voraus verkostet, welche Wonne es dereinst im Himmel genießen werde. Denn was wünsche ich wohl im Himmel, oder was suche ich auf Erden, als nur Dich, o Gott meines Herzens, Dich, meine einzige Liebe, mein höchstes Gut, mein Alles. Komme, ach tomme daher, mein Jesu! zu mir! Nach der heil. Kommunion. Gruß. Freut euch mit mir, und frohlocket Alle, die ihr Gott liebet, kommet, und preiset den Gott der Liebe, der nun mein Herz bewohnet!- O ihr hl. Engel! frohlocket mit mir, denn ich habe meinen SeelenWahres Opfer. 6 82 hirten, meinen Erlöser, meinen Bräutiga gefunden; ja ich habe ihn gefunden, den li E hat meine Seele, ich will ihn festhalten, un in Ewigkeit nicht mehr verlassen. Ome Jesu! Du bist nun wahrhaft, wirklich, we sentlich, mit Leib und Blut, mit Gotthe und Menschheit bei mir. Ach mein Heiland meine Liebe, mein Gott, mein Bräutigan ich bewillkomme Dich in meiner armselige Wohnung mit jener freudigen Ehrfurcht, m der Dich Maria in ihrem schönen Herze bewillkommte. Erlaube mir, damit ich d Gegenwart Deiner allerheiligsten und dabe so süßen Majestät ganz genieße, und mit b bendigstem Seelenhunger umfange. Anbetung. Gott ist bei mir, ja in mit Mein Jesus ist in meinem Herzen! 3m Stank meines Nichts bete ich Dich an! Wo sol ich vor Dir niederfallen, Du bist ja in mit O fönnte ich mich zum Beweise meiner A betung, aus Liebe zu Dir vernichten! 3 bete Dich an, Du Sohn des höchsten Gotte mit jener Anbetung, mit der Maria, Dein allerfeligste Mutter Dich damals anbetet als sie durch Ueberschattung des hl. Geiste Dich empfangen hat; ja mit jener Anbetung welche Dir alle Himmelsbürger, und Dein hl. katholische Kirche darbringt. Ich bete Dit 83 aus meinem innersten Herzensgrunde an und bitte Dich flehentlich, Du wollest mein Unvermögen, mein verwunderungsvolles Echweigen als den beredtesten Beweis meiner größten Anbetung huldreichst annehmen. Breis und Dank. Ihr heil. Seraphim entflammt nun mit eurer feurigen Liebe mein Herz, damit ich mit eurer Liebe meinem Jesus Lob, Preis und Dan! abstatte. Der himmlische Vater hat sich in seiner übermäßigen Liebe zu mir sogar soweit vergeſſen, daß er mir seinen vielgeliebten Sohn, an dem cr immer sein Wohlgefallen hatte, mit Gottheit und Menschheit gegeben hat. Jesus ist nun mein, und ich will ganz und für immer ihm angehören. Sei daher von mir gegrüßt, o Gottheit meines Heilands! umwandle mich durch Deine Gnade in ein ganz anderes Gefchöpf! Sei gegrüßt, Du allerh. Seele, welche Du am Delberge bis zum Tode betrübt warst, nun bist Du meine übergroße Freude in dies fem göttlichen Male. Seid gegrüßt ihr schmerz lichen Wunden meines Jesus, ihr seid nun in meinem Herzen, verwundet daher dieses Herz mit Liebe, damit ich nur einzig meinem göttlichen Heiland angehöre. Sei gegrüßt Du füßestes Herz Jesu! Du bist nun das Herz meines Herzens. Ja Alles, was in mir ist, 6* 84 lobe und preise den Herrn und danke i für diese unaussprechliche Liebe. Aufopferung. Jesus ist mein, und it bin gänzlich sein! Ach! gib, o Jesu, daß i in Ewigkeit Dein bleibe. Hätte mein Ge ein solches Glück je zu hoffen gewagt, daß möglich wäre! und Du, o Gott! hast Dil mit mir so innig vereiniget! Und dochi es so! Nun bist Du bei mir, o Bräutiga meiner Seele!- o ewige Liebe, wie d seufze ich im Gebete nach Dir, und nun b Du bei mir, in mir, wirklich ganz mein! seligste der Wonnen, wenn ich im Glaube mein Glück betrachte, wie freuet sich desse in unaussprechlichem Jubel mein Herz; w mächtig, wie innig, wie selig und süß erglüh das Innerste meines Seins im Zuge d Liebe, die mich mit Dir so innig und m fentlich vereinigt. Nun beneide ich nicht di Jünger des Herrn, und Alle, denen es ve gönnt war, Jesum auf Erden zu sehen; nu beneide ich Euch nicht, Ihr heil. Engel, de selbe Heiland, Euere Wonne und Seligkeit ist nun auch mein süßester Antheil, mein Be sit! O göttliche Liebe, die Du allezeit fla mest und nie erlöschest, entflamme mich m der Gluth Deines Herzens, damit ich mit Dir ganz und völlig, in treuer, untrennbare 85 Liebe hingebe, daß ich Deiner erbarmenden Liebe keine Hindernisse setze, die Wunder Deiner Gaben in meinem Herzen nach Deinem göttlichen Wohlgefallen in mir zu wirken. Ich liebe Dich, o ewige Liebe, ich liebe Dich aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, aus allen Kräften. Nun bin ich mit Dir ein Geist, ein Herz und eine Seele. Ich lebe, so kann ich mit Deinem Apostel rufen, ich lebe, aber nicht ich, Christus lebt in mir. Diese unaussprechliche Liebe verdient eine Gegenliebe. Darum nimm hin, o Herr! dieses mein Herz, von nun an soll es Dein Eigen sein. Dir sei es geweiht, geheiliget zu einem ganz neuen Leben. Reinige, Du Reinster! dieses mein sündhaftes Herz,-heilige, Du ewige Heiligkeit, dieses mein unheiliges Herz, erweiche, o Du Zärtlichster, dieses mein hartes Herz, entzünde, o ewiges Feuer der Liebe, dieses mein faltes Herz! und ziere es mit den Tus genden Deines göttlichen Herzens. Nimm mich auf, vereinige in der Kraft Deiner allmächtigen Liebe mich Dir ganz und völlig, damit ich flammend von Liebe nur Dein sei und heilig werde. Ja, o mein Jesu! Dein nur, ewig Dein wünsche ich zu sein. Amen. Gebet zur allerfeligsten Jungfrau. Ich preise Dich, und opfere mich Dir gänzlich, - 10 86 o allerglorwürdigste Jungfrau Maria! Ki nigin Himmels und der Erde, die Du Deinem jungfräulichen Leibe den Schöpfe der ganzen Welt, den ich nun im hochheilige Sakramente des Altars empfangen habe, dur Mitwirkung des heil. Geistes getragen hat Bitte, o erhabene Gottesmutter! diesen De nen göttlichen Sohn, er möge mich mit se ner Gnade bereichern und mir seinen heilige Segen ertheilen; Du aber, o allerheilig Jungfrau! nimm mich unter Deinen Sch und Schirm, und führe mich zu Jesu, De nem Sohne, der mit dem Vater und de hl. Geiste lebt und regieret, Gott von Ewig teit zu Ewigkeit. Amen. Litanei von allen Heiligen. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser Gett heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dil unser! Heilige Maria, bitte für uns! Heilige Gottesgebärerin, bitte für uns! adal Heilige Jungfrau der Jungfrauen, bitte für uns! Heiliger Michael, Heiliger Gabriel, Heiliger Raphael, Alle heiligen Engel und Erzengel, Alle heiligen Chöre der seligen Geister, Heiliger Johannes der Täufer, Heiliger Josef, Alle heiligen Patriarchen und Propheten, Heiliger Petrus, Heiliger Paulus, Heiliger Andreas, Heiliger Jakobus, Heiliger Johannes, Heiliger Thomas, Heiliger Jakobus, Heiliger Philippus, Heiliger Bartholomäus, Heiliger Matthäus, Heiliger Simon, Heiliger Thaddäus, Heiliger Mathias, Heiliger Barnabas, Heiliger Lukas, Heiliger Markus, Alle heiligen Apostel und Evangelisten, Alle heiligen Jünger des Herrn, Alle heiligen unschuldigen Kinder, Heiliger Stephanus, Heiliger Laurentius, Heiliger Vinzenzius, Heiliger Fabianus und Sebastianus, Heiliger Johannes und Paulus, Heiliger Kosmas und Damianus, Heiliger Gervasius und Protasius, Alle Heiligen Martyrer, 87 Bitte( bittet) für uns! $ 8 Heiliger Sylvester, Heiliger Gregorius, Heiliger Ambrofius, Heiliger Augustinus, Heiliger Hieronymus, Heiliger Martinus, Heiliger Nikolaus, Alle heiligen Bischöfe und Beichtiger, Alle heiligen Lehrer, Heiliger Antonius, Heiliger Benediktus, Heiliger Bernardus, Heiliger Dominikus, Heiliger Franziskus, Alle heiligen Priester und Leviten, Alle heiligen Mönche und Einsiedler, Heilige Maria Magdalena, Heilige Agatha, Heilige Lucia, Heilige Agnes, Heilige Cäcilia, Heilige Katharina, Heilige Anastasia, Alle heiligen Jungfrauen und Witwen, Alle Heiligen Gottes, Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Von aller Sünde, Vom jähen und unversehenen Tode, Von den Nachstellungen des Teufels, Vom Zorn, Haß und allen bösen Willen, Vom Geiste der Unlauterkeit, Von Blitz und Ungewitter, Von Pest, Hunger und Krieg, Von dem ewigen Tode, Bitte( bittet) für uns! D Herr! Erlöse uns, Durch das Geheimniß Deiner heiligen Menschwerdung, Durch Deine Ankunft, Durch Deine Geburt, Daß Du uns verzeihest, Daß Du uns zu wahrer Buße bringen wolleft, Daß Du Deine hl Kirche regieren und erhalten wolleft, Durch Deine Taufe und hl. Fasten, Durch Dein Kreuz und Leiden, Durch Deinen Tod und Dein Begräbniß, Durch Deine hl. Auferstehung, Durch Deine wunderbarliche Himmelfahrt, Durch die Ankunft des hl. Geistes, des Trösters, Am Tage des Gerichtes, Wir armen Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du unser verschonest, Daß Du den apostolischen obersten Hirten und alle Stände der Kirche in Deiner hl. Reli. gion erhalten wollest, Daß Du die Feinde der hl. Kirche demüthigen wolleft, Daß Du den christlichen Königen und Fürsten Frieden und wahre Einigkeit geben wolleft, Daß Du dem christlichen Volke Frieden und Einigkeit verleihen wolleft, Daß Du uns selbst in Deinem heiligen Dienste erhalten wollest, 89 Daß Du unsere Gemüther zu himmlischen Begierden erhebest, Daß Du alle unsere Gutthäter mit den ewigen Gütern belohnest, Daß Du unsere und unserer Brüder, Freunde und Gutthäter Seelen von der ewigen Verdammniß erledigest, Erlöse uns, o Herr! Wir bitten Dich, erhöre uns! 90 Daß Du die Früchte der Erde geben und erhalte wollest, wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du allen abgestorbenen christgläubigen Seele die ewige Ruhe verleihen wollest, wir bitten Did erhöre uns! Daß Du uns erhören wollest, wir bilten Dich, e höre uns! Sohn Gottes, wir bitten Dich, erhöre uns! Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Ein den der Welt, verschone unser, o Herr! Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Si den der Welt, erhöre uns, o Herr! Tamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Si den der Welt, erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Di unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. s. w. Psalm 69. Gott! merk' auf meine Hilfe Herr, eile mir zu helfen! Schamroth und zu Schanden sollen werden, meiner Seele nachstellen. Sie sollen zurückweichen und in Schanden stehe die mir llebles wollen. Sie sollen bald schamroth abtreten, die mir s gen: So recht, so recht! Aber Alle, die Dich suchen, sollen frohlocken un sich in Dir erfreuen; und die Dein Heil lieben, fo len immerdar sagen: Hochgelobt sei der Herr! Ich aber bin bedürftig und arm, o Gott! ste mir bei! Denn Du bist mein Helfer und Erlöser, o Her verweile nicht zu lange. 91 Ehre sei dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste. Als sie war im Anfange, jetzt und zu ewigen Zeiten. Amen. V. Mache selig Deine Diener. R. Die auf Dich hoffen, mein Gott! V. Sei uns, Herr, ein starker Thurm. R. Wider unsere Feinde! V. Laff den Feind nichts vermögen wider uns. R. Und das Kind der Bosheit schade uns nicht. V. Herr, handle nicht mit uns nach unseren Sünden. R. Und vergelte uns nicht nach unseren Bosheiten. V. Laffet uns beten für unseren obersten Hirten N. R. Der Herr erhalte ihn, mache ihn lebendig und felig auf Erden und übergebe ihn nicht in die Hände seiner Feinde. V. Laffet uns beten für unsere Wohlthäter. R. O Herr, Du wollest allen unseren Wohlthätern, um Deines Namens willen, das ewige Leben geben. V. Lasset uns beten für alle abgestorbenen Christgläubigen. R. perr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. V. Laffe sie ruhen im Frieden. R. Amen. V. Lasset uns auch beten für unsere abwesenden Brüder. R. O mein Gott, mache Deine Diener selig, die auf Dich hoffen. V. Herr, sende ihnen Hilfe von Deinem Heiligthume. R. Und von Sion beschütze sie. V. Herr, erhöre mein Gebet. R. Und laff mein Rufen zu Dir kommen. Gebet. Gott! dessen Eigenschaft ist, sich allzeit zu erbarmen und zu verschonen, 92 nimm an unser flehentliches Gebet, auf da uns und alle Deine Diener, die wir mit Ketter der Sünden stark gebunden sind, die Erbar mung Deiner Gütigkeit gnädig erlöse. Wir bitten Dich, o Herr! nimm an unse demüthiges Gebet, und verschone derer, di ihre Sünden bekennen, auf daß wir zugleic Verzeihung und den Frieden nach Deine Güte erlangen. O Herr, erzeuge uns gnädiglich Dein unaussprechliche Barmherzigkeit, auf daß Di uns zugleich von allen Sünden erlösest und von der Strafe, die wir für solche verdienen, erretteſt. O Gott, der Du durch die Sünde be leidiget und durch die Buße verföhnet wirst siehe gnädiglich an das Gebet Deines demi thigen Volkes und wende ab die Geißel Deine Grimmes, welche wir für unsere Sündenverdienen. Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme Did Deines Dieners N., unseres obersten Hirten, Deines Statthalters auf Erden, und leite ihn nach Deiner Milde auf dem Wege des ewigen Heiles, damit er Durch Deine Hilfe das, was Dir gefällt, begehre und kräftig vollbringe. O Gott, von welchem die hl. Begierden, guten Anschläge, und gerechten Werke ent 93 springen, gib Deinen Dienern einen solchen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann, auf daß unsere Herzen Deinen Geboten ergeben, und gegenwärtige Zeiten durch Deinen Schutz vor des Feindes Furcht gesichert und friedsam seien. O Herr, entzünde unsere Nieren und Herzen mit dem Feuer Deines Geistes, auf daß wir mit keuschem Leibe Dir dienen, und mit reinem Herzen Dir gefallen mögen. O Gott, Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, verleihe den Seelen Deiner Diener und Dienerinen Verzeihung aller Sünden, auf daß sie die gnädige Nachlassung, welche sie allezeit gewünscht, durch gottselige Fürbitten erlangen. D Herr! wir bitten, komm' unseren Handlungen durch Deine Einsprechungen zuvor, und begleite selbe mit Deiner Hilfe, damit all' unser Beten und Handeln von Dir jederzeit anfange, und wie es durch Dich ongefangen hat, also auch durch Dich geendet werde. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du über die Lebenden und Abgestorbenen herrschest, und Dich Aller erbarmest, welche Du aus dem Glauben und den Werken für die Deinigen erkennest: wir bitten demüthig, daß die, 94 für welche wir uns vorgenommen haben, unse Gebet zu verrichten, sie mögen nun noch au dieser Welt, im Leben, oder bereits davon abgeschieden sein, durch die Fürbitte aller Deiner Heiligen nach Deiner Güte Verzeihung aller ihrer Sünden erlangen, durch unseren Herrn, Jesum Christum, Deinen Sohn, de mit Dir lebet und regieret, in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewig keit. Amen. Gebet für das allgemeine Anliegen da Christenheit. Allmächtiger, ewiger Gott! Herr, himmlischer Bater! siehe mit den Au gen Deiner unendlichen Barmherzigkeit auf der Deinigen Jammer, Elend und Noth Erbarme Dich aller Christgläubigen, für welche Dein eingeborener Sohn, unser Her und Heiland, Jesus Christus, in die Hände der Sünder freiwillig gekommen ist, und sein kostbares Blut am Kreuze vergossen hat. Durch diesen unsern Herrn Jesus wende ab, gnädigster Vater! die wohlverdiente Strafe gegenwärtige und zukünftige Gefahren, schäd liche Empörung, Kriege, Theuerung, Krant heiten, und betrübte, mühselige Zeiten. Er Leuchte und stärke in allem Guten geistlicht und weltliche Obrigkeiten, damit sie Alles be fördern, was zu Deiner göttlichen Ehre, zu 95 unserem Heil und zum Frieden und zur Wohlfahrt der Christenheit gedeihet. Verleihe uns, o Gott des Friedens! wahre Vereinigung im Glauben, ohne alle Spaltung und Zertrennung. Lenke unsere Herzen zur wahren Buße und Besserung des Lebens, zünde in uns das Fever Deiner Liebe an; erfülle uns mit eifrigem Verlangen nach Allem, was recht ist, damit wir als gehorsame Kinder im Leben und Sterben Dir angenehm und wohlgefällig seien. Wir bitten auch, wie Du willst, o Gott! daß wir bitten sollen, für unsere Freunde und Feinde, für Gesunde und Kranke, für alle betrübten und leidenden Christen, für die Lebenden und Verstorbenen. Dir jei auf immer empfohlen, o Herr! all' unser Thun und Lassen, unser Handel und Wandel, unser Leben und Sterben. Laß uns nur Deine Gnade hier genießen, und dort mit allen Auserwählten erlangen, daß wir in der ewigen Freude und Seligkeit Dich loben und ehren mögen. Dies verleihe uns, o Herr, himmlischer Vater, durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland, welcher mit Dir und dem heiligen Geiste, gleicher Gott, lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Für die allgemeinen Bedürfnisse 5mal Vaterunfer, 5mal Gegrüßet seist Du, 1mal Ich glaube. 96 Lauretanische Litanci. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unse Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott, erbarme D unser! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Christi, Mutter der göttlichen Gnaden, Du allerreinste Mutter, Du allerkeuschefte Mutter, Du ungeschwächte Mutter, Du unbefleckte Mutter, Du liebliche Mutter, Du wunderbarliche Mutter, Du Mutter unseres Schöpfers, Du Mutter unseres Erlösers, Du allerweiseste Jungfrau, Du ehrwürdige Jungfrau, Du lobwürdige Jungfrau, Du mächtige Jungfrau, Du gütige Jungfrau, Du getreue Jungfrau, Du Spiegel der Gerechtigkeit Du Siß der Weisheit, Du Ursache unseres Heiles, Du geistliches Gefäß, IEEE TH** indi Du ehrwürdiges Gefäß, Du vortreffliches Gefäß der Andacht, Du geistliche Rose, Du Thurm Davids, Du elfenbeinerner Thurm, Du goldenes Haus, Du Arche des Bundes, Du Pforte des Himmels, Du Morgenstern, Du Heil der Kranken, Du Zuflucht der Sünder, Du Trösterin der Betrübten, Du Hilfe der Christen, Du Königin der Engel, Du Königin der Patriarchen, Du Königin der Propheten, Du Königin der Apostel, Du Königin der Märtyrer, Du Königin der Beichtiger, Du Königin der Jungfrauen, Du Königin aller Heiligen, Du Königin ohne Makel der Erbsünde empfangen, Du Lamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! D Du Tamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! D Du Lamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr! Shrifte, höre uns! Christe, erhöre nns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Gegrüßet feift. 7 97 Wahres Opfer. Bitte für uns! 98 Unter Deinen Schutz und Schirm fliche wir, o heilige Gottesgebärerin, verschmäh nicht unser Gebet in unseren Nöthen, sonda erlöse uns jederzeit von aller Gefährlichte o Du glorwürdige und gebenedeite Jungfra unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürspr cherin!-versöhne uns mit Deinem Sohn empfehle uns Deinem Sohne, stelle uns v Deinem Sohne! V. Bitte für uns, o heilige Gottesg bärerin! R. Damit wir theilhaft werden der Va heißungen Christi. Wir bitten Dich, o Herr! Du wolle Deine Gnade in unsere Herzen eingieße damit wir, die wir durch die Botschaft de Engels, Christi, Deines Sohnes Menschwe dung erfennet haben, durch sein Leiden un Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung g führet werden. Durch denselben Christur unsern Herrn. Amen. V. Bitte für uns, o heiliger Josef! R. Daß wir theilhaftig werden der Va heißungen Christi. Wir bitten Dich, o Herr! daß uns dur die Verdienste des Bräutigams Deiner he ligsten Gebärerin geholfen werde, damit, wa unser Vermögen nicht erhalten kann, u 99 durch seine Fürbitte geschenkt werde. Der Du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Salve Regina. Gegrüßet seist Du Königin, Mutter der Barmherzigkeit, des Lebens Süßigkeit und unsere Hoffnung, sei gegrüßt! Zu Dir schreien wir elende Kinder Eva's, zu Dir seufzen wir Trauernde und Weinende in diesem Thale der Zähren. Eja, unsere Fürsprecherin! wende deine barmherzigen Augen zu uns, und nach diesem Elende zeige uns Jesum, die gebenedeite Frucht Deines Leibes; o gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! V. Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin; R. damit wir theilhaft werden der Verheißungen Christi. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du den Leib und die Seele der heiligen Jungfrau und Mutter Gottes Maria zu einer würdigen Wohnung Deines Sohnes durch Mitwirkung des heiligen Geistes vorbereitet hast; gib, daß, die wir uns an ihrer Gedächtniß erfreuen, durch ihre milde Fürbitte von den bevorstehenden Uebeln und von dem eigen Tode befreiet werden. Durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. 7* 100 ( Pius VII. verlieh am 30. September 1817 fi das reuevolle Abbeten der lauretanischen Litanei einer Ablaß von 300 Tagen. Wer diese Litanei täglid betet, erlangt nach vorausgegangener Beicht und Com munion und dem Gebete auf die Meinung des Pap stes an den Festen der unbefleckten Empfängniß, Ge burt, Verkündigung, Reinigung und Himmelfahr Mariens, einen vollkommenen Ablaß, der auch der armen Seelen im Fegefeuer zugewendet werden kann. Das Gebet des heiligen Bernard un Bekehrung der Sünder. Gedenke, o mil deste Jungfrau Maria! daß es noch nie mals erhöret worden, Du habest Jemanda verlassen, der zu Dir seine Zuflucht genomme Deine Hilfe angeflehet, oder um Deine Für sprache gebeten hat. Beseelt von diesem Ba trauen, fliehe ich zu Dir, o Jungfrau de Jungfrauen, Maria, Du Mutter Jesu Christi zu Dir komme ich, zu Dir eile ich, vor Di stehe ich als ein armer Sünder seufzend un zitternd; o Königin und Frau der Welt, Mutta des ewigen Wortes! verschmähe nicht mein Bitte, sondern erhöre mich Armseligen, de zu Dir in diesem Thale der Thränen un Hilfe ruft. Stehe mir bei, ich bitte Did in allen meinen Nöthen, jetzt und allezeit un besonders in der Stunde meines Todes, gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! unbeflecktes Herz Mariä, Du Zuflucht de Sünder, bitte für uns! PALESTI 101 ( Pins IX. verlieh 1846 für das reumüthige Abbeten dieses Gebetes einen Ablaß von 100 Tagen. Wer es täglich verrichtet, erlangt nach verrichteter Beicht und Communion einmal im Monate einen vollkommenen Ablaß.). Gebet vor dem allerheiligsten Sakramente des Altars. ( Vom hl. Cajetan.) Schau herab, o Herr! von Deinem Heiligthume, und dem erhabenen Wohnorte des Himmels, und siehe an diese heiligste Hostie, die Dir unser großer Hohepriester, Dein heiliger Sohn, der Herr, Jesus Christus, für die Sünden seiner Brüder zum Opfer bringt, und laß Dich besänftigen über die Menge unserer Bosheiten. Siehe! die Stimme des Blutes unseres Bruders Jesu ruft zu Dir vom Kreuze: Erhöre, o Herr! und laß Dich versöhnen; Herr! merke auf, und thue es; um Deiner selbst willen zögere nicht, mein Gott! denn diese Stadt und Dein Volk wird nach Deinem Namen genannt; und handle mit uns nach Deiner Barmherzigkeit. Amen. ( Pius VI. verlieh am 17. Oktober 1796 auf dieses Gebet nach Empfang der Hl. Sakramente beim Besuche des Allerheiligsten, es mag ausgesetzt oder im Tabernakel verschlossen sein, alle ersten Donuerstage eines jeden Monates einen vollkommenen Ablaß; 102 alle übrigen Donnerstage aber, wenn dieses Gebet vor dem Hochwürdigsten Gute nach Empfang der bl. Sakramente knieend verrichtet wird, einen Ablaß von 7 Jahren und 7 Quadragenen[ 280 Tagen]; alle übri gen Tage, wenn es wenigstens reumüthig verrichtet wird, einen Ablaß von 100 Tagen. Diese Ablässe fon nen auch den Seelen im Fegefeuer zugewendet werden.) Gebet vor dem Bilde des Gekreuzigten. Siehe, o mein gütigster und liebreichster Jesu! Vor Deinem allerheiligsten Angesichte liege ich auf den Knien, und bitte Dich aus dem innersten Grunde meiner Seele, Du wollest mir lebendig in das Herz einprägen die Gesinnungen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe; einer wahren Reue über meine Sünden, und des festen Vorsatzes, Dich nie mehr zu beleidigen; indem ich mit ungetheilter Liebe, mit innigstem Mitleiden Deine heiligen fünf Wunden betrachte, und im Geiste erwäge, was der hl. Prophet David von Dir, o mein Jesus! gesprochen hat: ,, Sie haben meine Hände und meine Füße durchbohrt, sie zählten alle meine Gebeine." Psalm 21, 17. 18. ( Clemens VII., Benedikt XIV., Pius VII. und Leo XII. verliehen auf dieses Gebet, wenn es nach Empfang der Hl. Sakramente reumüthig vor einem Bilde des Gekreuzigten nebst den Gebeten für die allgemeinen Anliegen der Kirche verrichtet wird, einen vollkommenen Ablaß, der auch den armen Seelen im Fegefeuer zugewendet werden kann.) 103 Aufopferung zum Herzen Jesu. Ich N. N., aus Dankbarkeit gegen Dich, und um meine Untreue zu ersehen, schenke Dir mein Herz und opfere mich Dir ganz, mein liebenswürdiger Jesus! und nehme mir mit Deiner Gnade vor, nicht mehr zu fündigen. ( Pins VII. verlieb 1817 für diese vor einem Herz Jesubilde verrichtete Aufopferung einmal im Tage einen Ablaß von 100 Tagen. Wer es einen ganzen Monat täglich verrichtet, erlanget einmal im Monate nach Empfang der hl. Sakramente und dem Gebete auf die Meinung des Papstes einen vollkommenen Ablaß, der den armen Seelen zugewendet werden kann.) Gebet zum unbefleckten Herzen Mariä. O süßestes Herz Mariä, der Mutter Gottes und unserer Mutter! Liebenswürdigstes Herz, Gegenstand des Wohlgefallens der anbetungswürdigsten Dreieinigkeit, würdig aller Berehrung und Zärtlichkeit der Engel und Menschen. O Herz! welches am meisten dem Herzen Jesu gleicht, dessen vollkommenes Ebenbild Du bist; Herz voll der Güte und des innigsten Mitleidens gegen unser Efend! O, geruhe doch, die falte Eisrinde unserer Herzen zu zerschmelzen und mache, daß sie sich gänzlich hinneigen zum 104 Herzen des göttlichen Erlösers. Flöße ihre die Liebe Deiner Tugenden ein; entzünde mit jenen seligen Gluthen, wovon Du be ständig in Flammen stehest. Verschließe Dich die hl. Kirche, beschütze sie und bleib stets ihre süße Zuflucht und unüberwindlich Beste gegen jeden Anfall ihrer Feinde. S Du unser Weg, auf welchem wir zu Jesu kommen, und der Rinnsal, durch welchen un die zu unserem Heile nöthigen Gnaden zu fließen. Sei Du unsere Hilfe in der Not unsere Erquickung in Trübsalen, unsere Stü in Verfolgung, unser Beistand in allen Ge fahren, besonders in dem letzten Kampfe un jeres Lebens, zur Zeit des Hinscheidens, w die ganze Hölle gegen uns sich bewaffne wird, um in diesem fürchterlichen Augenblick in dem schrecklichen, entscheidenden Punkte wovon unsere ganze Ewigkeit abhängt, unser Seele zu rauben. O, so laß uns denn ver fosten, gütigste Jungfrau! die Süßigkeit De nes mütterlichen Herzens, und erfahren die Größe Deiner Vermögenheit bei dem Her zen Jesu; eröffne uns in dieser Quelle da Barmherzigkeit eine sichere Zuflucht; auf daß wir einst dahin gelangen mögen, ihn mit Dir im Himmel von Ewigkeit zu Ewigkeit preisen. Amen. 105 Erkannt, geliebt, gelobt, gebenedeiet, geehrt und verherlichet sei allezeit und überall das göttliche Herz Jesu, und das unbefleckte Herz Mariä. Amen. ( Pius VII. verlieh am 1. Februar 1816 und 26. September 1818 für die reumüthige Verrichtung die jes Gebetes einen Ablaß von 90 Tagen, der einmal im Tage gewonnen werden kann Wer es durch ein ganzes Jahr täglich verrichtet, erlangt, wenn er kommunicirt, und einen Altar oder Kirche der seligsten Jungfrau besuchet, am Feste Mariä Geburt, Himmelfahrt, und Herz Mariä einen vallkommenen Ablaß. Wer dieses Gebet täglich durch sein ganzes Leben verrichtet, erlangt in der Sterbestunde einen vollkommenen Ablaß. Diese Ablässe können auch den Seelen im Fegefeuer zugewendet werden. Gebet zum hl. Bischofe Nikolaus. O glorwürdiger hl. Nikolaus, mein besonderer Beschützer! wende mitleidsvoll aus jener Wohnung des Lichtes, wo Du der Anschauung Gottes genießest, Deine Augen zu mir und erlange mir von dem Herrn die nöthigen Gnaden, und die ersehnte Hilfe in meinen gegenwärtigen sowohl geistlichen als leiblichen Nöthen, besonders aber die Gnade ....... wenn sie mir zum ewigen Heile gedeihlich ist. Gedenke auch, o glorwürdiger heiliger Bischof! des sichtbaren Oberhauptes der hl. Kirche und dieser gottergebenen Stadt. 106 Führe zurück auf den rechten Weg des He les alle diejenigen, welche in Sünden ver funken dahin leben oder von den Finsternissa der Unwissenheit, des Irrthums und da Ketzerei gefangen sind. Tröste die Betrübten stärke die Kleinmüthigen, hilf den Unterdrüc ten, stehe den Kranken bei, und bewähn Dich so, daß wir alle die Macht Deina vielvermögenden Fürsprache bei dem höchste Geber alles Guten erfahren mögen. Amen Vater unser; Gegrüßet seist Du. V. Bitt' für uns, o heiliger Nikolaus R. Auf daß wir theilhaft werden da Verheißungen Christi. O Gott! der Du den glorwürdigen, heiligen Bekenner und Bischof Nikolaus durd unzählige Wunder verherrlichet hast, und bis auf diesen Tag nicht aufhörest zu verherr lichen, wir bitten Dich, verleihe, daß wi durch seine Verdienste und auf seine Fürbitt von den Flammen der Hölle und von allen Gefahren befreiet werden. Durch Jefum Chri stum unsern Herrn. Amen. ( Gregor XVI. verlieh am 22. Dezember 183 einen Ablaß von 50 Tagen, der einmal im Tage ge wonnen werden kann, wenn man obiges Gebet mi einem Vater unser, und einem Gegrüßet seist D bußfertig zu Ehren des hl. Nikolaus betet.) 107 Gebet eines Bauers zum hl. Bauer Ifidor. O Gott, der Du den hl. Isidor, der hier auf Erden nur ein einfacher Bauer war, im Himmel mit ewiger Glorie gefrönt hast, verleihe gnädiglich, damit ich durch sein hl. Beispiel in frommer Herzenseinfalt, im Eifer und Reinigkeit stets mehr fortschreite, List und jeglichen Trug weit von mir fern halte, bei meinem mühevollen Tagewerke Dein bitteres Leiden erwäge, durch sein Beispiel belehrt, Alles zu Deiner größeren Ehre, wie er, aufopfere und so Dir wohlgefalle, nach dieser Pilgerschaft aber mit dem hl. Isidor gleichen Lohn erlangen möge. O Gott, der Du in Deiner unerforschlichen Weisheit uns so beschwerdevoll arbeitenden Bauersleuten den bl. Bauer Ifidor als einen besonderen Fürsprecher in allen Bedürfnissen, ganz vorzüglich aber in jenen, die auf unsere Feldwirthschaft Bezug haben, gegeben haft: verleihe uns auf seine vielvermögende Fürbitte eine stete Gesundheit, wende ab von uns Pest, Hunger und Krieg, befeuchte das ausgedorrte Erdreich mit einem befruchtenden Regen, twärme sie zur Zeit anhaltender Regengüsse mit den erwärmenden Sonnenstrahlen, entferne von uns schäd 108 liche Reife, Ungewitter, Schlossen, Raupe Würmer, und ähnliche Insekten, gebe un gesegnete Feldfrüchte, erhalte sie und lasse i reif werden, wende daher ungesunde Dünst und Stürme gnädig ab, und verleihe, dam wir Deine Gaben nicht zu unseren fleisch chen Gelüsten, oder zu Deiner Beleidigun sondern zu Deiner größeren Ehre gebrauche durch dieselben unsern Leib zu Deinem Dienst stärken, und so Deinen hl. zeitlichen Seg ebenso, wie der hl. Bauer Ifidor und sein Gattin die hl. Torribia, in Deiner hl. Furt genießend auch gerne den Armen nach Mög lichkeit Almosen reichend, mit ihnen derein die ewige Eeligkeit erlangen mögen. Dur Jesum Christum, Deinen Sohn, der mit D und dem hl. Geiste gleicher Gott lebet u regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ame Gebet eines Jünglings zum hl. Aloisiut Dir, o hl. Aloisius, der Du an Sit samkeit den Engeln gleich warest, empfeh ich, Dein unwürdigster Verehrer, die Reinig feit meiner Seele und meines Leibes und bitt Dich demuthsvoll, Du wollest dem unbeflecte Lamme, Jesu Christo, und seiner gebenedeite und heiligsten Mutter, der Jungfrau all 109 Jungfrauen, mich empfehlen und von aller schweren Sünde mich bewahren. Laß nicht zu, daß ich durch irgend eine Makel der Unlauterkeit mich beschmutze, sondern wenn Du mich in einer Versuchung und in Gefahr zu fündigen fiehest, so verscheuche aus meinem Herzen alle unreinen Gedanken und Neigungen; erwecke auf's Neue in mir das lebhafte Andenken an die Ewigkeit und an Jesum, den Sekreuzigten, und präge das Gefühl der hl. Furcht Gottes tief in mein Herz ein; damit ich wieder entzündet in Liebe zu Gott, durch Nachahmung Deiner Tugenden auf Erden, würdig werde, einst im Himmel mit Dir mich ewig in Gott zu erfreuen. Amen. Vater unser. Gegrüßet seist. ( Pius VII. verlieh am 6. März 1802 für die reumüthige Verrichtung dieses Gebetes sammt dem Vater unser und Gegrüßet seist Du, Einmal im Tage, einen Ablaß von 100 Tagen.) Gebet einer Jungfrau zur hl. Filumena, Jungfrau und Märtyrin. Glorreiche Braut Christi, heilige Filumena! die Du Dich schon im zarten Kindesalter durch das Gelübde der ewigen Keuschheit Deinem himmlischen Bräutigam verlobt haft, und wegen Bewahrung Deiner Jung 110 fräulichkeit mit Retten beladen im düster Kerker geschmachtet hast, unmenschlich geschlei grausam gegeißelt, dreimal mit Pfeilen durd bohret wurdest und endlich unter dem Schwen Dein Leben endetest; ach! erbitte mir hi reichenden Heldenmuth, damit ich durch Da hl. Beispiel aufgemuntert, lieber tausendm sterben, als befleckt werden möge. Glorrei Patronin, Du weißt nur zu gut, wie vid Fallstricke die Hölle jungfräulichen Seele lege. Der Spott der Weltfinder, unverschämt Possen, unzüchtige Gespräche, verführeris Versprechungen, lockende lleberredungen, listi erfonnene Gelegenheiten wendet die Höll an, um mir das Kleid der Unschuld zu ent reißen. Eine weit entsetzlichere Verfolgung als jene des Dioklezian, hat in unsern Taga gegen die hl. Unschuld begonnen. Zu Dein Zeit wurde der Leib gemordet, während ma jetzt den fleischlichen Gelüsten einen größtmög lichen Vorschub leistet, dagegen aber um fläglicher die Seele ewig mordet. Stehe mi daher, o unüberwindliche Bekämpferin de Hölle! jederzeit bei, wende ab meinen Blid von unreinen Gegenständen, verschließe mein Ohr bei unverschämten Reden, erlaube un züchtigen Gedanken feinen Zutritt zu meine Seele; unterdrücke in meinen Gliedern di 111 unlautere Flamme; ermuntere mich im harten Kampfe zuversichtlich die allerheiligsten Namen: Jesus, Maria, Josef, steht mir bei! anzurufen; erinnere mich bei Gefahr zum Falle an die entsetzlichen Qualen der Unkeuschen in der Hölle, und erhebe mein Herz zu jener ewigen Glorie, welche eine jungfräuliche Seele im Himmel erwartet. Erbitte mir, meine auserwählte Fürsprecherin! von der Mutter der reinen Liebe die Gnade, damit mich fein irdischer Vortheil, feine zeitlichen Rücksichten, feine Lockungen der Welt von der standhaften Treue gegen Jesus Christus abwendig mache, ja weder Hohn der verblendeten Weltkinder, noch Versprechungen oder Verfolgungen der Sklaven der Fleischeslust sollen meinen unerschütterlichen Vorsatz mir rauben, lieber tausendmal zu sterben, als befleckt werden. Amen. Drei Gebete zum hl. Stanislaus Kostka. Um Kenschheit. Mein allerfeuschester Beschützer, Stanislaus! Du Engel an Keuschheit! ich freue mich mit Dir über jene besondere Gabe der jungfräulichen Reinigkeit, welche Dein unverdorbenes Herz schmückte; und bitte Dich demüthig, Du wollest mir 112 Stärke wider alle unreine Versuchungen er bitten, und eine ununterbrochene Wachsam feit eingießen, damit ich die Keuschheit, die an sich herrlichste und Gott liebste Tugen bewahre. Vater unser. Gegrüßet feist Di Ehre sei dem 2c. Um Liebe. Mein liebevollster Beschützer Stanislaus! Du Seraph der Liebe! it freue mich mit Dir über jene flammend Liebe, mit der Dein reines und unschuldige Herz ununterbrochen zu Deinem Gott erho ben, und mit ihm vereiniget war; und bitt Dich demüthig, du wollest mir auch ein solche Flamme göttlicher Liebe erbitten, di jegliche andere Neigung verzehre, und mit einzig nur mit himmlischer Liebe entzünde Vater unser. Gegrüßet sei. Ehre sei zc. Um eine glückliche Sterbestunde. Men allermitleidigster Beschüßzer, Stanislaus! D Engel an Keuschheit und Seraph der Liebe ich freue mich mit Dir über Deinen über feligen Tod, den der Wunsch, die Himmel fahrt Mariens zu sehen, herbeigeführt, un Deinen mächtigen Aufflug der Liebe zu ih verursacht hat. Ich danke Marien, daß s Deinem Wunsche entsprochen hat und bitt Dich ob aller jener theueren Umstände De nes überseligen Todes, Du. wollest wi 113 mein Beschützer bei meinem Tode zugegen fei. O, bitte für mich Maria, sie möge mir einen Tod erlangen, der, wenn er auch nicht so glücklich, wie der Deine wäre, doch wenigstens sanft sei unter dem Schutze Mariens, meiner Fürsprecherin und unter Deinem Schutze, o mein besonderer Beschützer. Amen. Vater unser. Gegrüßet seist. Ehre sei. ( Pius IX. verlieh am 22. März 1847. allen, die diese drei Gebete um Keuschheit, Liebe und einen ſeligen Tod, und mit einem Vater unser, einem Gegrüßet seist, und einem Ehre sei, nach einem jeden Gebete verrichten, für Einmal im Tage 300 Tage Ablaß.) Gebet zur Mutter Gottes. ( Von P. Nakateni aus der Gesellschaft Jesu.) O könnte ich Dir, o Maria! nach meinem Stande und nach Möglichkeit durch Reuschheit des Leibes und der Seele nachfolgen; Du bist ja das Vorbild der Reinigfeit, und ein Spiegel keuscher Seelen. Mit Salomon bekenne ich, daß ich zur Bewahrung der Reuschheit der Gnade Gottes bedürftig bin. Zu Dir also, Du Gebenedeite unter den Weibern, fomme ich, die Du ohne Befleckung Deiner Jungfräulichkeit den Sohn Gottes geboren hast; und bitte, Du wollest 1 8 Wahres Opfer. 114 mir von ihm die Gnade erflehen, dami ich nie in unanständige Gedanken, Worte ode Werke einwillige, und endlich zum Hochzeits male des Lammes, und zu Dir, o Mari in die Wohnung der Auserwählten, in di nichts Unreines eingehen kann, nach diesen Leben zugelassen werde. Selig sind, die zum Hochzeitsmale des Lammes berufen sind! Gebet zum hl. Schutzengel. Engel Gottes, der Du mein Beschüt bist, dem des Höchsten Vaterliebe mich en pfohlen, erleuchte, beschütze, regiere und leit mich. Amen. Dir, meinem von meiner Geburt an mit zugewiesenen heiligen Schutzengel übergeb ich heute mein Herz; üvergebe es meine Heilande, Jesu Christo, dem es allein ange hören soll. Du bist mein Beschützer im ben, sei auch mein Tröster im Tode. Stärk meinen Glauben, befestige meine Hoffnung entflamme meine Liebe. Verleihe mir, dami mich mein vergangenes Leben nicht schreckt das gegenwärtige nicht beunruhige, das zu künftige nicht abschrecke. Stärke mich im To deskampfe, erwecke in mir Geduld, erhalt mich in Frieden, erbitte mir, daß meine let 115 Speise das Himmelsbrod und meine letzten Worte seien: Jesus, Maria und Josef! und mein Trost Deine Gegenwart. Heilige Engel, zum Schutze denen gejendet, welche die Seligkeit erben sollen; ihr unsere Beschüßer, bewahret uns im Kampfe, damit wir im schrecklichen Gerichte nicht zu Grunde gehen. V. Gott hat seinen Engeln von Dir befohlen. R. Damit sie Dich auf allen Deinen Wegen beschützen. O Gott, der Du in unaussprechlicher Sorgfalt Deiner Gütigkeit Deine hl. Engel zu unserem Schutze und Schirm sendest, verleihe uns, wir bitten Dich, hier durch ihren Schutz beschirmt zu werden, und dort ewig ihrer Gesellschaft uns zu erfreuen. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du in Deiner unaussprechlichen Güte allen Gläubigen schon vom Mutterleibe einen besonderen Engel zum Schützer des Leibes und der Seele bestimmt hast: Verleihe mir, damit ich denjenigen, dem Du mich barmherziglich anvertraut hast, hier ehre und liebe, damit ich mit Deiner Gnade und seinem Schutz beschirmt, im himmlischen Vaterlande dereinst mit ihm und allen Engeln das Angesicht Deiner Glorie 8* 116 zu schauen gewürdigt werden möge. Duré Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. ( Pius VI. verlieh am 2. Oktober 1795 für d reumüthige Abbeten dieses Gebetes einen Ablaß von 100 Tagen; wer es im Leben oft verrichtet, erlange einen vollkommenen Ablaß in der Todesstunde; w es durch einen ganzen Monat wenigstens täglich Gir mal verrichtet, erlangt nach Empfang der heil. Sakte mente und dem Gebete auf Meinung des Papste einen vollkommenen Ablaß. Diese Abläffe könne auch den Seelen im Fegefeuer zugewendet werden. Gebet für den Landesfürsten. O Gott! Du Beschützer aller Reich und besonders des christlichen Kaiserthume verleihe Deinem Diener, unserem Kaiser daß er Deine Macht, durch welche er siege erfenne und verehre, damit, weil er durd Deine Anordnung Landesfürst geworden is er auch durch Deinen Schutz allzeit mächti sei; durch unsern Herrn, Jesum Chriftum Deinen Sohn, der mit Dir lebt und regien in Einigkeit des hl. Geistes, Gott von Ewig feit zu Ewigkeit. Amen. Gebet für den Papst. Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme Did Deines Dieners N., unseres obersten Hirten und leite ihn nach Deiner Milde auf der 117 Wege des ewigen Heiles; damit er durch Deine Hilfe, was Dir wohlgefällt, begehre und mit allem Eifer vollbringe. Durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Gebet eines Ehemannes. Der Beruf, den Du, o Gott! mir aus. gesteckt hast, ist sehr wichtig, erhaben und heilig; denn Dein Völkerapostel befiehlt mir, ich solle eben so das Haupt der Familie seint, wie Jesus Christus das Haupt der Kirche ist. Ich muß somit die Stelle Jesu Christi in dem mir ausgewiesenen Kreise vertreten; daher so heilig, so vollkommen um das Heil und die Seligkeit anderer, besonders der mir Anvertrauten besorgt sein, wie es mein Heiland, Jesus Christus ist. Deshalb wende ich mich zu Dir, o Geist der Weisheit! und bitte Dich flehentlich, Du wollest mir das nöthige Licht verleihen, damit ich meine so wichtigen und inhaltsschweren Pflichten in ihrer ganzen Größe erkenne, ganz erfülle, mir und andern zur Seligkeit verhelfe. Erleuchte meinen Verstand, damit ich stets angemessen belehre, zeitgemäß ermahne, nachdrücklich warne; verleihe meinen Worten Nachdruck, damit sie das Herz meiner Gat 118 tin, Kinder und Angehörigen durchdringer erweiche und füge das Gemüth Aller, dene ich als Vater und Hausherr heilsame Vor stellungen machen muß, damit sie bereitwill erfüllen, was ich pflichtgemäß anordnen muß Verleihe mir auch die Gnade, damit ich ein gedenk der Weisung des Apostels, die Bürk anderer trage, somit im Umgange freundlid und sanftmüthig, in Bestrafung nachdrucksvol und umsichtig, in Belehrungen unermüdet, i Worten ernst, in Werken aufmunternd, i Ertragung der Gebrechen meiner Mitchrista unüberwindlich sei; damit ich somit das ster strenge strafe, in Allem aber vollkomma sei, und mich sebst als Beispiel der Gottes furcht andern darstelle. Unterstütze mich Du, o Gott! damit i ja niemals aus dem Gedächtnisse verlien ich, meine Gattin, meine Kinder und A gehörigen seien Tempel des hl. Geistes, da wir nicht betrüben, um so weniger aber au unserem Herzen vertreiben sollen. Mein Haus möge demnach ein Gotteshaus sein, i dem die allerheiligste Dreifaltigkeit mit Woh gefallen wohnen möge, damit wir alle dereins den Vater, Sohn und hl. Geist im himmli schen Jerusalem ewig loben und preisen mi gen. Amen. 119 Gebet einer Gattin. Allmächtiger Gott! der Du mich nach Deinen unerforschlichen Rathschlüßen in den Ehestand berufen hast, gib mir die Gnade, damit ich stets daran denke, daß ich meinen Gatten und die ganze Familie durch Gottesfurcht heiligen, zu Gott, zu größerer Vollfommenheit führen müsse. Lasse ja nicht zu, damit ich diesen so wichtigen Beruf aus den Augen verliere, oder träge werde in Erfüllung der so manigfaltigen und wichtigen Pflichten meines Standes, als Gehilfin meines Gatten, und Theilnehmerin aller seiner irdischen Geschicke. Du hast, o Gott! in Deiner allweisen Vorsehung festgesetzt, daß das Weib dem Manne unterthan sein soll; bewahre mich daher, damit mich Herrschsucht nicht verblende, sondern damit ich mit bereitwilliger Zuvorkommenheit alle gerechten Wünsche meines Ehegemals erfülle; laß mich meine Zufriedenheit in seiner Zufriedenheit finden, und gib, damit all' unser Sinnen und Trachten Eins werde mit den Gesinnungen Deines göttlichen Herzens. Verleihe mir auch, o Herr! Starkmuth, damit ich nach dem Beispiele der allerseligsten Jungfrau Maria mit meinem Ehemanne bei allen Stürmen dieser 120 irdischen Pilgerschaft ausharre, und durd Deine Gnade unterstützt, durch liebevolles Verfahren mit ihm, die Last seines Berufe ihm erleichtere. Gestatte ja nicht, daß i durch Bitterfeiten ihm seinen Lebenskelch ver gälle. Bewahre mein Herz vor jeder uner laubten Zuneigung zu Ändern, befreie mid von Verschwendung, sündiger und überflüssi ger Kleiderpracht, ja von der mindesten An wandlung der Prunksucht. Verleihe mir die Gnade, damit auch ich die Worte des Apostelfürsten ste.s erwäge, da er spricht: der Schmuck der Weiber sei nicht der äußere im Haargeflechte, in Goldgehängen, oder in ge suchtem Anzuge, sondern der verborgene Her zensmensch, in der Unvergänglichkeit eines stillen und sanften Geistes, der vor Gott ho hen Werth hat. I. Betr. 3, 3. 4. Und jo möge ich bemüht sein, diesen in Christo ver borgenen Herzensmenschen zu zieren und zur wahren Vollkommenheit zu führen, damit it dereinst würdig werde, den vohn der mit Sün den nicht befleckten Seelen zu erhalten. Amen. Gebet der Eltern für ihre Kinder. O Gott! Du bist der Vater meiner Kinder, Du ihr Herr und Schöpfer. 3 bitte Dich daher, Du wolleſst ihnen Dein 121 Reich und Deine Gerechtigkeit geben, indem ja alles Uebrige nach Deinem göttlichen Worte nach Deiner allweisen Vaterliebe und Dei nem allerheiligsten Willen zugegeben wird. Gib ihnen ein Dich, und wegen Dir den Nächsten liebendes Herz. Präge ihnen Ekel vor der Sünde ein, und bewahre sie vor den verkehrten Grundsätzen und Beispielen der Welt. Verleihe auch mir die Gnade, damit ich diesen meinen sehnlichsten Wünschen niemals, weder durch Worte noch durch Werke selbst hindernd in den Weg trete, und somit selbst vernichte, warum ich Dich jetzt so flehentlich bitte. Wache Du selbst über mir, damit auch ich sie überwache, und verleihe mir, damit ich sie in Deiner heil. Furcht erziehe und zu Jesu Christo führe, der mit Dir und dem heil. Geiste gleicher Gott lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 412 Gebet des Kindes für seine Eltern. O Gott! der Du befohlen hast, damit ich meine Eltern ehre und in allen Nöthen beistehe! verleihe mir selbst die nöthige Ehrfurcht gegen sie, mache mich ihnen gehorsam und vergelte ihnen hier und dort in Ewigkeit all' das Gute, das sie mir erwiesen, denn 122 ich bin nicht im Stande die unzähligen Wohl thaten, die sie mir spenden, zu vergelten. B lohne sie für alle die Sorgen und Mühen die sie mit mir haben; verlängere ihre theue ren Lebenstage, damit sie mit Deiner Gna in der Tugend zunehmen, an allem Gute Ueberfluß haben und dereinst nach vollende tem Tagewerke zu Dir gelangen mögen, dur Jefum Christum unsern Herrn. Amen. 15/1 55 Gebet einer Witwe. Schwer ist die Lage einer verlassene Witwe! O Gott! der Du in Deinen una forschlichen Rathschlüßen diese Bürde a meine schwachen Schultern gelegt haft, ve leihe mir Deine Gnade, damit ich nicht a liege. Betrübniß beengt mein Herz; der Kun mer, damit meine Kinder nicht verführt we den mögen, macht mich schlaflos; Mang bedränget mich von allen Seiten; ja mu legt sogar meiner Seele entsetzliche Schlinge D O Vater der Witwen und Waisen! zu erhebe ich mein mit herber Angst bedrängt Herz, mein mit heißen Zähren vollgefüllte Auge, und bitte Dich flehentlich, unterstüt mich mit Deiner Gnade, lehre mich in Deine Weisheit, bestärke mich durch Startmut 123 damit ich niemals vom Wege Deiner Gebote abweiche. Verleihe meinen Worten Weisheit, Beredsamkeit und Nachdruck, damit ich meine Kinder auf den Wegen Deines Gesetzes führen könne; und was mir zur vollkommenen Kindererziehung noch mangelt, das wollest Du selbst allgütigst durch heilige Einsprechungen ersetzen. Beschüße sie, damit sie auf feine Lasterwege ausarten, wende ab ihre Ohren, damit sie eine gottlose Zunge nicht anhören, beschäme jeglichen Verführer ihrer Unschuld, und solltest du voraussehen, daß sie in Todsünden fallen würden, so nimm sie lieber von der Welt. Flöße ihnen auch Liebe und Ehrfurcht und Gehorsam zu mir ein, erweiche das Herz jener, bei denen sie in Diensten stchen, sowie Aller, mit denen sie etwas zu thun haben werden, damit sie mit ihren Gebrechen Mitleid haben. Verleihe mir auch heilige Geduld, damit ich nach dem Vorbilde Deiner allerheiligsten Gebärerin, Maria, mein Kreuz startmüthig und freudig Dir nachtrage und dereinst Dich ewig im Himmel loben und preisen möge. Amen. Gebet einer Waise. Ich bin eine verlassene Waise, der Vater und Mutter gestorben sind und die sie in 124 Armuth und Hilflosigkeit zurückgelassen habe Ehrlose Verführer stellen meiner Unschul nach; der herzlose Geiz, der unempfindlic Wucher verschlingt mein von den Eltern mühsam erworbenes Erbe; aufgedunsen Hochmuth verachtet mich meiner Armut wegen. Ich habe Niemanden auf der Welt zu dem ich meine Zuflucht nehmen könnt Zu dir also, mein gütigster Gott! Du Bate aller verlassenen Waisen, der Du die Thri nen aller Unglücklichen abwischest, erhebe aud ich mit blutendem Herzen meine Hände, un weil ich keinen Vater auf Erden habe, flop ich um so zuversichtlicher bei Deinem Vater herzen an. Mein sterbender Vater, mein sterbende Mutter hat mich auf ihrem Sterbe bette Dir, o himmlischer Vater! der D niemals stirbst, empfohlen. Blicke daher m den Augen Deiner grundlosen Barmherzig feit auf mich verlassene Waise, und verla mich in meinem Jammer nicht. Erwed Christenliebe in jenen Herzen, unter denn ich leben muß, um mir nach Deiner allweise Vorsehung mein Brot zu verdienen. Beschü mich vor einem ausgearteten Lebenswandel damit ich nicht das Andenken meiner gute Eltern schände, und so auch Dich, meine allerliebsten himmlischen Vater nicht verlien 125 Reiche mir im Unglücke Deine Baterhand, unterstüße mich in meinem Jammer, erbarme Dich meiner guten Eltern, und befreie sie aus den Flammen des Fegefeuers und lasse fie Dein liebevolles Angesicht schauen. Vergelte auch reichlich allen, die sich meiner in meiner Verlassenheit annehmen, sowohl hier, als auch ewig dort im Himmel, jenen aber, die mir Uebles wollen, wollest du gnädigst verzeihen, damit meine Thränen nicht wider sie klagen, sondern sie zur Buße führen. Endlich nimm mich nach diesem leidenvollen Leben ins ewige Vaterland auf. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gebet um gute Priester. O Gott! der Du zur Erhaltung und Ausbreitung Deiner hl. Kirche den Priesterstand eingesetzet hast, wir bitten Dich, Du mollest uns eifrige, apostolische Priester geben. Du selbst hast Deinen hl. Aposteln gesagt: Die Ernte ist zwar groß, aber der Arbeiter sind wenige. Bittet daher den Herrn der Ernte, damit er Arbeiter in seine Ernte sende!" Zu Dir also, o Herr! rufen wir nach Deiner eigenen Weisung: Sende uns apostolische Hirten, gib Deiner Kirche ein eifriges Prie 126 sterthum. Rufe selbst sie mit Deiner Gnad in den Priesterstand, damit fein Unberufen in Deine Hürde eindringe. Bereite Du selb sie mit Deiner Gnade für alle jene kirchliche Aemter und Würden vor, die Du ihnen durd die hl. Priesterweihe anvertrauen willst. Fli ihnen das größte Wohlgefallen an der Be trachtung Deines göttlichen Wortes ein; damit fie tief in den Geist Deiner Lehre eindringen und so Deinen heil. Willen mit Eifer un Erfolg predigen mögen. Gib, damit sie T gend und Wissenschaft vereinigen, einen gro Ben Eifer, Liebe und Anhänglichkeit an Did und Deine hl. katholische Kirche haben, un ermüdet auf Deinem hl. Weinberge arbeiten, mit ausdauernder Etebe, beispielvoller Demuth Sanftmuth und Langmuth die Irrenden und Schwachen im Glauben bekehren und so durd Wort und Beispiel Deiner Herde vorleuchten Darum bitten wir Dich durch den Fürst der Hirten, Jesum Christum, Deinen Soh unseren Herrn, der mit Dir und dem heil Geiste lebet und regieret, Gott von Ewigkei zu Ewigkeit. Amen. Gebet für den Seelsorger. Herr, Jesu Christe! der Du Deine Kirche Hirten gegeben hast, damit sie Dein 127 gläubige Herde zur Heiligkeit und Seligkeit führen mögen, gib ihnen die Gnade, damit sie ihr so wichtiges Amt erkennen, und Dein Wort mit Eifer verkündigen. O lasse sie für Deine Schafe beim weltversöhnenden Meßopfer ohne Unterlaß fürbitten, durch ihre priesterlichen Gebete und frommen Wandel Deinen Zorn von uns abwenden, als Vorbild uns in Tugenden vorleuchten, und so zu Dir hinführen. Uns aber verleihe die Gnade, damit wir ihre Tugendbeiſpiele nachahmen, und durch ein unchristliches Leben ihr Herz nicht betrüben. Denn sie sind es, welche da wachen, indem sie für unsere Seelen werden Rechenschaft tragen müssen; gib uns daher, damit wir durch Befolgung ihrer Lehre dereinst im Himmel ihre Glorie und Krone sein könnten. Amen. Gebet für den Beichtvater. Verleihe, o Herr! damit mein Beichtvater meiner Seele das sei, was der heilige Ananias dem Saulus war, damit durch sein Bemühen die Schuppen meiner Selbstliebe von den Augen meines Geistes fallen, und ich so den hl. Geist und durch diesen erleuchtete Augen des Herzens erhalte. Leite ihn, 128 damit er bei der Führung meiner Seele ei zig und allein nach den Lehren und Grun sätzen Deines hl. Evangeliums vor sich geh Erfülle sein Herz mit hl. Geduld ob meinn vielfältigen Fehltritten, zugleich aber aut mit hl. Ernste und Ausdauer, damit er m nen verkehrten Neigungen sich entgegenstemm Meinem Herzen flöße Ehrfurcht, Demuth u Zuversicht gegen ihn ein, damit ich in seine Person nur Dich allein ehre und durch ih glücklich zu Dir geführet werde, der Du mi dem Vater und hl. Geiste lebeft und regi rest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen Gebet für den Bischof. Herr Jesu! Du Fürst der Hirten, un Bischof unserer Seelen, verleihe Deinen Diener, unserem Bischofe, alle jene Tugenda und Gnaden, deren er zu seiner und unsere Heiligung bedarf. Gib ihm Deinen hl. Geif damit er über sich und seiner anvertrauta Herde wache. Sei Du ihm das Vorbill seiner Handlungen, damit auch er uns durd sein Beispiel zur Gottesfurcht ermunter Erfülle ihn ganz mit Deinem Geiste; gi ihm einen unerschütterlichen Glauben, ein flammende Liebe, eine allseitige Umsicht un 129 Beharrlichkeit; sende ihm getreue Gehilfen bei dem so wichtigen Geschäfte unserer Seelenleitung, gib, damit er ein Hirte nach Deinem göttlichen Herzen sei, der nur seinem Berufe lebt, der nichts anderes erwartet oder fürchtet, als nur Dich allein; damit, bis Du dereinst kommen wirst zu richten den Hirten und die Herde, er in uns seine Krone und Freude in Ewigkeit finde. Amen. Gebet für die ganze Christenheit. Unendlich barmherziger Gott! blicke mit den Augen Deiner unendlichen Barmherzigkeit gnädig auf Dein Volk herab, und erhöre ob der Verdienste des Blutes Deines Sohnes willen unser Flehen. Erhalte die Gerechten, stärke die Schwachen, beschütze die Unschuld, verzeihe den Sündern, rechtfertige die Büßer, heile die Kranken, tröste die Betrübten, befehre die Irrgläubigen, befreie die Gefangenen, beschirme die Unterdrückten, stehe den Sterbenden bei, sei gnädig den Seelen im Fegefeuer, damit alle, die in ihren Nöthen zu Dir um Hilfe rufen, gnädigste Erhörung finden und dereinst ewig an Deinem liebeflammenden Herzen, o Herr Jesu! ausruhen mögen, der Du lebst und regierest mit dem hl. Geiſte, Gott von Ewigkeit z Ewigkeit. Amen. Bahres Opfer. 130 In jeglichem Anliegen. ( Der 90. Psalm.) 1. Wen Gottes Vaterarm beschützt,- der i fehr wohl bedecket;- wenn Alles donnert, kracht and blißt, sein Herz bleibt ungeschrecket;- er spricht m Herrn: Du bist mein Licht- und meine ganze 3 versicht;- mein Thurm und starke Veste,- Du schüp mich auf's Beste. 2. Der arge Feind bemühet sich Ort und Enden, in seine Schling' zu fangen mit an alla Gott weiß es abzuwenden.- In seiner Trene, Gull und Gnad'- geh' unbeirrt ich meinen Pfad, sehr der Feind auch wüthet- da Gott selbst mit behütet. 3. Frisch auf, mein Herz! Gott schirmet Didund stärkt auf allen Seiten;- sieh' her, wie sein Flügel sich ganz über Dich ausbreiten:- Die Mat des Herrn beschüßt Dich ja- fein Schild fängt au was hie und da wie Pfeile fliegt und tobet- m er es Dir gelobet. 4. Wenn Dich die schwarze Nacht umgibt, kannst Du sicher schlafen. am Tage bleibst unbetrübt- von Deines Feindes Waffen- der Ta der in dem Finstern schleicht- und auch am Ta herumflengt, wird von Dir weggeführet,- Du war delst unberühret. 5. Und sollten auch an Deiner Seit'- fell Tausende hinfallen, ja Zehntausend, Du bleibst freit, beschützet unter Allen:- Du wirst vielme mit Lust und Frend', wenn Jammer, Noth un Herzensleid vom Höchsten wird geschehen, d Deine Feinde sehen. 131 6. Wer Gott dem Herrn sich anvertrant,- Schuß bei ihm sucht in Nöthen- und stets auf seine Hilfe baut, den wird der Herr auch retten.- In Aengsten ruft er ihn nur an;- Gort wird auf seiner Lebensbahn- all' seine Tritte richten- und alles Unheil schlichten. 7. Denn er befiehlt der Engelschaar- Dich zärtlich zu bewahren,- damit kein Unglück noch Gefahr- Dir könne widerfahren:- Dein Fuß soll immer fis cher steh'n, weil Engel Dir zur Seite geh'n,- sie laffen unverdrossen- an keinen Stein Dich stoßen. 8. Du wirst der Löwen wilden Grimm- zertreten wie den Drachen; ob ihrer Wuth und Üngestüm- wirst fröhlich Dn nur lachen;- der Gottheit Wesen Dich umgibt,- und spricht: Mein Knecht hat mich geliebt,- d'rum will ich ihm beispringen- in allem Thun und Ringen. 9. Er ruft mich an, drum will ich ihn- auchgnädiglich erhören;- wenn seine Feind' ihn überziehu, mit meiner Hand ihn wehren;- und bis er treu gekämpfet hat und süß entschlummert todesmatt, dann soll er in den Höhen- mein Heil auch ewig jehen. Amen. Kirchlicher Lobgefang. ( Vom heiligen Thomas von Aquin.) 1 Pange lingua gloriosi- corporis mysterium sanguinisque pretiosi, quem in mundi pretium- fructus ventris generosi,-rex effudit gentium. 2. Nobis datus, nobis natus ex intacta virgine,- et in mundo conversatus sparso verbi semine;- sui moras incolatus- miro clausit ordine. 9* - 132 recumbens cun 3. In supremae nocte coenae fratribus, observata lege plene cibis in legalibus: cibum turbae duodenae se dat suis manibus verbo carnen 4. Verbum- caro panem verum- efficit,- fitque saguis Christi merum;- etsi sensus de ficit.- Ad firmandum cor sincerum- sola fides sufficit 5. Tantum ergo Sacramentum- veneremur cer nui, et antiquum documentum- novo cedat ritui, praestet fides supplementum sensuum defectui 6. Genitori Genitoque laus et jubilatio ,. salus honor, virtus quoque, sit et benedictio; procedenti ab utroque- compar sit laudatio.- Amen - - - - ● ( Deutsche Uebersetzung.) 1. Das wundervolle Sakrament- laßt uns ver eint besingen, das Mahl im neuen Testament, gestiftet Heil zu bringen; den Leib, das Blut das für die Welt der Gottmensch gab als Lösegell 2. Von einer Jungfrau, heilig, rein,- durch Go teskraft geboren,- lebt er, die Wahrheit auszustreu'n such't, rettet, was verloren; und thut und ordud scheidend an, was Liebe nur und Allmacht kam 3. Als er beim letzten Abendmahl,- wie Moje vorgeschrieben,- das Osterlamm im Speisesaal- g theilt mit seinen Lieben;- gab er sich selbst de frommen Schaar- mit eig'ner Hand als Speise du 4. Sein Allmachtwort verwandelt Brot- in fa nen Leib zur Speise;- der Wein wird Blut durd sein Gebot- auf wundervolle Weise.- Faßt auch de Sinn dies Wunder nicht:- der Glaube gibt Zuversicht. 11 5. Dies hocherhab'ne Sakrament- laßt uns ge beugt verehren;- ein neues Licht voll Troft entbrenn - des alten Bundes Lehren.- Beseligt faßt der Glan und sieht, was sich dem schwachen Sinn entzi 133 6. Preis, Ehre sei und Dankbarkeit,- dem Vater auf dem Throne;- Dank, Preis und Ruhin in Ewigfeit dem menschgewordnen Sohne:- gleich ihnen Ehre, Ruhm und Dank dem heil'gen Geist,- und Lobgefang! Amen. ● 1. Segne, Jesu! Deine Herde, welche Dir zu Füßen fällt,- und die Güter dieser Erde- nur von Deiner Gnad' erhält. Herr! Dein tbeures Fleisch und Blut- ist das größte Seelengnt,- welches würdig zu empfangen wahre Christen stets verlangen. 2. Den die Brotsgestalt verdecket,- der Du unser Heiland bist, den die Liebe hier verstecket gib uns Segen, Jesu Christ!- Mach' verstockte Herzen weich,- und an wahrer Tugend reich;- stärk uns auch mit dieser Speise- endlich zu der Himmelsreise. 3. Der Du haft für uns gelitten, uns von Sünden machteft frei,- ach gewähre, was wir bitten;- segne, Herr, und steh' uns bei; daß wir in der Todeszeit in dem allerschwersten Streit'- alle Feinde überwinden- und durch Dich das Leben finden. Schlußsegen. Es segne mich, sein unwürdigstes Geschöpf, Gott Vatter, Sohnt und der heil. † Geist. Amen. Die Allmacht Gottes des Vaters bewahre mich! 134 Die Weisheit Gottes des Sohnes be lehre mich! Die Liebe Gottes des hl. Geistes en flamme mich, damit ich Dich, meinen Go einfach in der Wesenheit und dreifach in Be fonen hier auf Erden erkenne, liebe und prei im Himmel aber ewiglich anschauen und ge nießen möge. Amen. ( Nun schreibe mit dem Daumen deiner rechte Hand auf Deine Stirne die vier Buchstaben: J. N R. J. und spreche:) Jesus von Nazareth, König der Juden dieser siegreiche Name des gekreuzigten Hem Jesu Christi sei zwischen mir und meina sichtbaren und unsichtbaren Feinden, damit mir weder nahen, noch auch am Leibe ode Seele schaden können. Amen. Gelobet Jesus Christus! In Ewigkeit. Amen. Sehn kräftiger und von der heiligen Kirche bestätigter Begen Gaffes, wie auch andere fromme Gebete, welche in verschiedenen Gefahren des Leibes und der Seele, zum Troste und Heile aller Rechtgläubigen gebraucht werden können. Gesammelt aus kirchlichen Büchern und Schriften der Heiligen. XCO Einleitung. m Berliner Büchlein folgen nun in dieser zweiten Abtheilung Gebete, Segen und Briefe, von denen erzählt wird, sie seien vom Himmel herunter gefallen, daß demjenigen, der sie bei sich trägt, nichts Uebles widerfahren könne, daß er vor jeglichem Unglücke sowohl zu Wasser als auch zu Lande geschüßet werde, daß er in keiner Schlacht umkommen könne, daß ihm beigebrachtes Gift nicht schaden werde, daß ihm feine Zauberei nachtheilig werden, kein Geschoß 136 gefährlich, keine wie immer benannte Mordwerkzeug tödtlich werden können; ja er kann nicht einmal i große Armuth fallen, oder eine schwere Sünde b gehen; ein schwangeres Weib, heißt es weiter, wi leicht und ohne alle Geburtsschmerzen entbunden, u jeder, der diese Gebetlein und Schreiben bei sich tri und betet oder liest, werde bei seinem Tode von alls Anfällen des höllischen Geistes befreiet werden u glückselig dahinscheiden. Allein es sind nicht einmal so viele Worte, all Gotteslästerungen, als ebensovielfache Keßereien m absichtliche Untergrabungen des Hl. Glaubens dari enthalten sind. Wir branchen nicht im Mindesten daß uns Gott Briefe vom Himmel fende. Die Brie vom Himmel sind die Lehren Jesu Christi! Gott, ba hf Geist, leitet und regieret die heilige Kirche, i der wahren, katholischen Kirche, und einzig nur dut fie allein verkündiget uns Gott seinen allerheiligste Willen. Und fürwahr! Gott, die ewige Weisheit fönnte fein unzweckmäßigeres, zweckwidrigeres Min wählen, als wenn er vom Himmel Briefe herunte werfen wollte: denn da könnte ja jeder Betrüger etwa aufkrißeln und dann behaupten, es sei vom Himm gefallen und Gott habe es geschrieben.- Dieser sinn ist so schreiend, daß er von selbst in die Auge springt. Deshalb sündiget auch derjenige, der der artigen erfonnenen, ganz lügenhaften, mit lauter Go teslästerungen überfüllten Schmähbriefen glaubt, ent feßlich gegen die unaussprechliche Weisheit Gotte Die hl. Schrift, dieser einzige Brief vom Himm welche uns Jesus Christus aus dem Schooße seint himmlischen Vaters brachte, ließ Gott nicht auf ze streuten Papierstücken von Himmel herabfallen, nein der Sohn Gottes verkündigte sie uns. Was jedod alle Grenzen der Unverschämtheit überschreitet un 137 wahrhaft dämonisch ist, ist fürwahr jene schmähliche Zusicherung, der zufolge ein Mensch, welcher diese ungereimt abergläubischen Blätter bei sich trägt, weder in Armuth gerathen, noch in Sünden fallen, noch auch die teuflischen Anfechtungen beim Tode zu befürchten hat; da doch gerade das ganz grundlose Vertrauen auf ein VerStück Papier und Tinte eine Todsünde ist! suche es nur einmal und arbeite nicht mehr, da du diesen Papierfeßen befizest; du kannst dich ja mit den vorgespiegelten Verheißungen dieses Blattes sättigen und bekleiden, denn es steht darauf schwarz auf weiß, daß du nicht arm werden könnest; und wenn du auch morden, ausbrennen möchtest, heißt es doch im Briefe, daß du schon durch das Beidirtragen desselben vor jeder Sünde gesichert seiest, du kannst dennoch nicht fündigen! Fürwahr ein ärgerer Unsinn ist nicht mehr denkbar, und es ist rein unbegreiflich, wie ein Mensch mit gefunder Vernunft, und noch dazu ein Chrift, einem so thörichten Geschwäß Glauben beimessen kann, für einen so elenden Wisch Geld binauswerfen mag, und obendrein mit einem derartigen Vertrauen auf denfelben sich selbst den Himmel verschließen und dem Teufel im letzten Todeskampfe die ausgiebigste Waffe gegen sich selbst bieten kann! Soll dein Gebet den Himmel durchdringen, soll dein Tagewerk gesegnet und dein Sterbstündlein einst glückselig sein, so mußt du vor allem anderen bedacht sein, damit du in der Heiligmachenden Gnade Gottes, d. h. ohne jegliche Todfinde seiest, ja nicht einmal eine freiwillige läßliche Sünde an dir habest; nur das, und gar nichts anderes, gibt immer und überall Sicherheit sowohl hier wie in der Ewigkeit. - 138 Segen und Gebete. Segen gegen Blitz und Ungewitter. ( Ex Rituali Romano- Pragensi.) Zuerst bete die titanei von allen Heiligen. Die Work Von Blitz und Ungewitter, erlöse uns, o Hen! wiederhole dreimal. Am Schlusse der Litanei be 1 Vater unser und gleich darauf den Psalm 147. Jobe Jerusalem den Herrn; lobe Sion De nen Gott! Denn er hat die Riegel Deiner Thore be festiget: Deine Kinder in Dir gesegnet. Er machte friedlich Deine Grenzen: un sättiget Dich mit dem Marke des Weizend Er sendet aus sein Wort auf der Erde schnell läuft seine Nede. Er gibt Schnee wie Wolle: streuet Nebe wie Asche. Er wirft seine Schlossen wie Bissen: wa kann bestehen vor seinem Froste? Er sendet sein Wort und schmelzet sie: d wehet sein Hauch, und es fließen di Wasser. 139 Er verkündet Jakob sein Wort: seine Rechte und Satzungen Israel. Nicht also that er allen Völkern: und offenbarte nicht ihnen seine Rechte. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem hl. Geiste: wie sie war im Anfang so auch jetzt und allzeit und in Ewigkeit. Amen. V. Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn; R. Der Himmel und Erde gemacht hat. V. Zeige uns, o Herr! Deine Barmherzigkeit, R. Und gib uns Dein Heil. V. Helfe uns Gott, unser Heiland, R. Und wegen der Glorie Deines Namens rette uns, o Herr!+0 V. Lasse den Widersacher nichts vermögen wider uns, R. Und das Kind der Bosheit schade uns nicht. V. Deine Barmherzigkeit sei über uns, o Herr! R. Wie wir auf Dich gehoffet haben. V. Mache, o Herr! selig Dein Volk, R. Und segne Dein Erbe. V. Nehme nicht jenen Deine Güter, die in Unschuld wandeln. R. Herr Gott der Mächte, selig der Mann, der auf Dich vertrauet. 140 V. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und fasse mein Rufen zu Dir komme Gebet. Gott, der Du durch die Sünk beleidiget und durch die Buße versöhnet wi siehe gnädig auf das Gebet Deines um Gnah flehenden Volkes, und wende die Geißel De nes Zornes, welche wir für unsere Sünde verdienet, von uns ab. Wir bitten Dich, o Herr! Du wolle von Deinem Hause alle geistigen Bosheita abwenden, und die Böswilligkeit der Unge witter in der Luft vertreiben. Allmächtiger, ewiger Gott, verzeihe un die wir beten, und erbarme dich unser, di wir zu Dir flehen, damit das Drohen da Ungewitter nach Vertreibung der Wolken und schädlicher Blitze, und nach dem Toben da Regengüsse sich in Lobpreisung Deiner Barm herzigkeit umwandeln möge. Herr Jesu Christe! der Du den Win den und dem Meere befohlen hast, wora eine große Ruhe erfolgte, erhöre gnädig di Bitten Deiner Diener, und verleihe, damit durch dieses Zeichen des hl. † Kreuzes das Toben der Ungewitter weiche. Allmächtiger und barmherziger Gott! de Du uns durch Züchtigung heilest und dur Verzeihung erhältst, verleihe uns, wir bitten 141 Dich, damit wir nach Beruhigung des Ungewitters eines erwünschten Trostes uns erfreuen, und die Gaben Deiner Erbarmungen genießen mögen. Durch Jesum Christum unseren Herrn. Amen. Ein anderer, sehr kräftiger Segen gegen Ungewitter. ( Ex manuali benedictionum.) Im Namen Gottes des Vaters+ und des Sohnes und des hl. Geistes †, Amen. Jesus von Nazareth †, ein König der Juden, dieser siegreiche Name beschütze uns vor allem Ulebel. Sehet das Kreuz des Herrn, und weichet alle feindlichen Mächte, denn gesieget hat der Löwe aus dem Geschlechte Juda, und die Wurzel Davids. ( Aus dem 17. Pfalm.) In meiner Trübsal rief ich zum Herrn: und schrie zu meinem Gott. Und er erhörte meine Stimme aus seinem heiligen Tempel: und mein Geschrei vor seinem Angesichte ist gekommen zu seinen Ohren. Da wankte und bebte die Erde; die Grundfesten der Berge zitterten und wankten, denn er zürnte über sie. 142 Es stieg Rauch auf in seinem Zorne; u vor ihm her brannte Feuer; Kohlen en zündete er. Er neigte die Himmel und fuhr hernieda und dunkel war unter seinen Füßen. Und er stieg auf die Cherubim und flo flog auf den Flügeln des Windes. Und er setzte Finsterniß zu seinem Versted rings um sich her zu seinem Zelte, Wasse dunkel in den Wolken der Luft. Vor dem Glanze seines Augesichtes ging Wolken her, Hagel und Feuerkohlen. Und der Herr donnerte vom Himmel, un der Höchste gab von sich seine Stimm Hagel und Feuerkohlen. Und er schoß seine Pfeile und zerstreute sic häufte Bliß auf Blize, und erschreckte sit Und es zeigten sich Wasserquellen, und auf gedeckt wurden die Grundfesten des Er kreises von Deinem Schelten, Herr, bor dem schnaubenden Hauche Deines Zornes Er fandte aus der Höhe und faßte mich, un zog mich aus vielen Wässern. Er rettete mich von meinen überstarken Fein den, und von denen, die mich haßten; dem sie waren stärker als ich. 143 ( Aus dem 76. Psalm) Kund gethan haft Du unter den Völkern Deine Kraft; hast erlöset durch Deinen Arm Dein Volt, die Söhne Jakobs und Josephs. Es sahen Dich die Wasser, o Gott! es sahen Dich die Wasser, und fürchteten sich, es bebten die Tiefen. O großes Ranschen der Wasser! die Wolken gaben ihre Stimme. Und Deine Pfeile fuhren vorüber; die Stimme Deines Donners rollte. Deine Blitze erleuchteten den Erdkreis; die Erde zitterte und bebte. ( Aus dem 88. Pfalm.) Es werden bekennen die Himmel Deine Wunder, o Herr! und Deine Wahrheit in der Gemeinde der Heiligen. Denn wer in den Wolken mag gleichen dem Herrn, unter den Gottesjöhnen gleich sein Gott? Gott, der geehrt wird im Rathe der Heiligen, ist groß und erschrecklich über alle, die um ihn her sind. Herr, Gott der Heerschaaren! wer ist Dir gleich? Du bist mächtig, o Herr! und Deine Wahrheit um Dich her. quickl Du herrschest über die Gewalt des Meeres, und stillest den Aufruhr seiner Wogen. 144 Du demüthigest den Hochmüthigen wie ein Zerschlagenen: mit dem Arme Deiner Stri zerstreuest Du Deine Feinde. Dein sind die Himmel, und Dein ist di Erde; den Erdkreis, und was ihn erfüllt hast Du gegründet; Norden und Süde hast Du geschaffen. Nichts soll der Feind über ihn vermögn und der Sohn der Ungerechtigkeit nid weiter ihm schaden. ( Aus dem 103. Pfalm.) Vor Deina Schelten flohen sie; vor Deines Donner Stimme erschracken sie. Mögen vergehen die Sünder von der Erd und die Gottlosen, so daß sie nimmer sind: lobe meine Seele den Herrn. ( Aus dem 106. Psalm.) Er sprach un es erhob sich ein Sturmwind, und sein Fluthen gingen hoch. Er setzte statt des Sturmwindes sanftes We hen, daß stille wurden seine Wellen. Und sie freuten sich, daß sie stille wurden, und er führte sie zum Hafen ihres Ver langens. Sie sollten danken dem Herrn für seine Barm herzigkeit, für seine Wunder unter den Menschenkindern; 145 Und ihn hochpreisen in der Gemeinde des Volkes, und in der Sitzung der Alten ihn loben. Ehre sei dem Vater und dem Sohne, und dem heiligen Geiste, wie sie war im Anfange, und jetzt und allzeit und in Ewigfeit. Amen. Gebet. Gott! Der Du in Deiner Glorie über die Cherubim steigeft und auf den Flügeln der Winde schreitest; der Du auch im ganzen Umfange die Finsterniß als Dein Versteck bestimmt hast, und Dein Zelt in den finsteren Wässern der Wolken der Luft estellt hast, erbarme Dich unser und sei uns gnädig, laß Dich, o Herr! verföhnen und verschone Dein Volk, damit die Bosheit der Gewitterwolken der Luft, wie wir bitten, von uns weiche; auf daß wir, wie wir gerecht für unsere Sünden gezüchtigt werden durch die Gefahr des drohenden Unglückes, eben so Deine Barmherzigkeit durch Deine zuvorkommende Sütigkeit erfahren mögen. Und sollten vielleicht durch Bemühung der bösen Geister zum Nachtheile Deiner Gläubigen diese Wetterwolken sich gesammelt haben; so donnere Du selbst, o Allerhöchster, von des Himmels Höhen, laß Deine Stimme gegen diese geistige Bosheit ertönen, vertreibe den Hagel, Wahres Opfer. 10 146 die glühenden Blitze, das Wetterleuchten m die Donnerschläge; sende aus Deine Pfeil und mache sie verwirrt, damit wir frohloda erkennen, daß Du der Regierer des Weltall seieft, der alle Verhältnisse und Umständ mit Deiner unaussprechlichen Vorsehung l test und milderst. Durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Herr Jesu Christe! der Du der Beschüt und Bertheidiger aller Christgläubigen b der Du alle auf Dich Hoffenden selig machet niemals jene verlassest, welche Deinen hell Namen suchen, der Du das verlorene Si lein auf Deine Schultern genommen und m Himmel zurückgetragen hast, Dich, o Christ unsern Beschüßer, rufen wir an und Dein Gütigkeit bitten wir, Du wollest die Feld früchte, die Früchte unserer Bemühungen a halten, die Du uns in Deiner Güte gesche fet hast, damit wir vor jeglichem Schaden da Gewitter und allen Anfällen der Widerfad befreiet Deine Gnade preisen mögen. Un sichtbarer und unsterblicher Gott! Du Go Abrahams, Du Gott Isaks, Du Gott kobs, Du Gott der Engel, Du Gott der Er engel, Du Gott der Patriarchen, Du Got der Propheten, Du Gott der Apostel, Gott der Martyrer, Du Gott der Bekenne 147 Ju Gott der Jungfrauen, Gott Schöpfer des Alls und Heiland, Dich rufen wir an, weil Du gut und gnädig bist; komme uns zu Hilfe, und erbarme Dich unser, Du unser Gott! der Du Himmel und Erde, das Meer und Alles was darin ist, erschaffen hast, dessen Macht in Allem ist, und dessen Auge Alles sieht. Wir bitten Dich, o Herr! binde feft alle Macht unserer Widersacher, und alle Anfälle der Finsterniß durch Deine große und heilige Kraft, damit sie nicht siegen über die Arbeiten Deiner Diener, die auf Dich hoffen. Wir bitten Euch, ihr hl. Engel- Gottes, hl. Michael, Gabriel, Raphael und alle hl. Engel und Erzengel Gottes und unseres Herrn Jesu Chrifti, zu Euch rufen wir, eilet uns zu Hilfe. Wir beschwören euch, ihr Geister der Finsterniß, und euch, ihr Diener Satans, die ihr die Winde versammelt, sie zum Sturme beweget und dadurch Gewitter verursachet, damit ihr auf diese Weise die Bestrebungen des menschlichen Fleißes vernichtet, euch also befehlen wir im Namen des Vaters+ und des Sohnes und des hl.+ Geistes, damit ihr euch nicht unterfanget unseren Fluren zu schaden; sondern damit ihr zurückweichet, und an verschiedenen, entlegenen Dertern, welche 10* 148 weder geackert, noch besäet, noch von Mensche bewohnt werden, ja die nicht einmal bewohn bar sind, eure vernichtende Macht entlade Wir beschwören euch durch die allerse ligste Jungfrau Maria, die Mutter Gotte durch den überseligen Vorläufer und Marthia Jesu Christi, den heil. Johann den Täufer, und durch den hl. Michael, den Erzengel, da eueren Fürsten, den Satan bekämpfet hat. Sehet das Holz des hl. Kreuzes †, an dem das Heil der Welt gehangen, und euch ihr höllischen Geister, mit seiner Macht über wunden hat. Sehet das Kreuz des Hem und fliehet, ihr feindlichen Mächte; denn euch triumphirt, und über der ganzen Welt unser Herr, Jesus Christus, der Sohn Got tes, der höchste Herrscher, der Löwe auf dem Geschlechte Juda, die Wurzel Davide Alleluja. Durch die Besprengung mit dem Blute unseres Herrn Jesu Christi und durch die Kraft des Weihwassers wolle Gott dieses Un gewitter zerstreuen und uns von allen Uebeln bewahren. Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes † und des hl. † Geistes. Amen. Es segnet uns und unser Erdreich Gott der+ Bater; es segne uns und unser Erd 149 reich Gott der Sohn; es segne uns und unser Erdreich Gott der hl. † Geist. Christus †, der Sohn Gottes, errette uns nach seinen Erbarmungen von allen unreinen und bösen Geistern; er, der vom Himmel herabstieg, im Leibe der allerreinsten Jungfrau Maria für das Heil der Menschen Mensch wurde, damit er die Teufel austreibe und jeden böswilligen Geist weit von uns im tiefsten Abgrunde der Hölle ansessele. † Der Anfang des heil. Evangeliums nach der Beschreibung des hl. Johannes. Im Anfange war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dieses war im Anfange bei Gott. Alles ist durch dasselbe gemacht worden, und ohne dasselbe wurde nichts gemacht, was gemacht worden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtete in der Finsterniß, aber die Finsterniß hat es nicht begriffen. Es war ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes. Dieser kam zum Zeugnisse, damit er Zeugniß von dem Lichte gebe, auf daß Alle durch ihn glauben möchten. Er war nicht das Licht, sondern er sollte Zeugniß von dem Lichte geben. Dieses war das wahre Licht, welches alle Menschen, die in diese Welt kommen, erleuchtet. Es war in der Welt, 150 und die Welt ist durch dasselbe gemacht worden aber die Welt hat ihn nicht erkannt. Er kan in sein Eigenthum und die Seinigen nahma ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahme gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, denn nämlich, die an seinen Namen glauben, welé nicht aus dem Geblüte, nicht aus dem Wil len des Fleisches, noch aus dem Willen de Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Un das Wort ist Fleisch geworden, und hat unte uns gewohnt; und wir haben seine Herrlic teit gesehen; die Herrlichkeit als des Einge borenen vom Vater voll der Gnade und Wahrheit. Hierauf füffe das hl. Evangelium und sprede Durch die Worte des hl. Evangelium mögen alle Werke Satans vernichtet werden Allmächtiger, ewiger Gott, unter deffen tung alle Dinge stehen, und dem jeglic Macht unterworfen ist, in dem wir leben uns bewegen und sind, gieße über uns au Deine Barmherzigkeit, und durch das Zeichn des heiligen Kreuzes, unseres Heilande Jesu Christi, möge alle schädliche Macht da bösen Geister von unserer Gegend zurüdir ten, und verleihe uns überdies, damit dieje Wetter Niemanden schade, die Blike vernicht einen fruchtbaren Regen ergieße und die Er 151 erquicke, zum Wachsthume der Erde verhilflich sei, damit das christliche Volk davon lebe zum Lobe und Ruhme Deines Namens. Der Du lebest und regierest mit dem Sohne und hl. Geiste von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gegrüßet seist Du Königin u. s. w. V. Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin. R. Auf daß wir theilhaftig werden der Verheißungen Christi. Wir bitten Dich, Herr Jesu Christe, Du Sohn Gottes, Du wollest auf die Fürsprache der allzeit unbefleckten Jungfrau Maria dieses Dein Volk von allem Uebel bewahren, und indem es sich mit ganzem Herzen vor Dir verdemüthiget, allergnädigst von allen Anfällen bewahren. Der Du lebst und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Sollte das Ungewitter noch länger anhalten, so kann die Litanei von allen Heiligen, oder die lauretanische Litanee, der 90. Psalm u. s. w. gebetet werden. Anmerkung. Es ist durchaus kein Aberglauben, zur Zeit eines Ungewitters eine Lichtmeßferze anzuzünden, und zu Gott zu beten, damit er allergnädigst Wolfenbrüche, Hagel und Donnerschläge .. w. von uns abwenden wolle. Ueberdieß ist es eine in der hl. Schrift begründete( Ephes. 6, 11. 12.) ausdrückliche Wahrheit, daß die bösen Geister mit Hagelschlägen n. s. w. den Dienern Gottes sehr 152 gerne zu schaden trachten. Deshalb sind die S gnungen der Hl. Kirche, wie auch ihre Gebete, in t nen sie den Herrn bittet, er möge die höllisch Mächte bändigen, diese Beherrscher der Welt in die fer Finsterniß, diese Geister der Bosheit in der Luft wie sie der Hl. Apostel neunt, damit sie uns nich schaden können nicht im Mindesten ein U finn, durchaus kein Aberglaube und es ist äußert wünschenswerth, damit das fromme Volk zur Zeit eines Ungewitters stets zum frommen Gebete sein Zuflucht nehme. Allein ein Aberglaube wäre e wenn jemand wähnen möchte, daß diefe oder jem Gebetsformel schon an und für sich eine unfehlban Macht wider die Gewitter besize. Daß jedoch die von der Hl. Kirche gebrauchten Gebete mächtiger, all alle andern sind, und von Gott viel früher erhön werden, liegt am Tage. Segen wider einen großen Fenerbrand. ( Ex compendio Ritual. R. P. Lohner.) V. Helfe uns, o Gott, unser Heiland, R. Und rette itn8 ob der Glorie Dei nes Namens. V. Mache selig Deine Diener, R. Mein Gott, die auf Dich hoffen. V. Herr handle nicht mit uns nach un feren Sünden, R. Noch vergelte uns nach unsern Los heiten. V. Herr, sende uns Hilfe von Deinem Heiligthume, 153 R. Und von Sion beschüße uns. V. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laff' mein Rufen zu Dir kommen. O Gott, der Du den Gottlosen rechtfertigeft und den Tod des Sünders nicht willst; wir bitten demüthiglich Deine Majestät, Du wollest Deine Diener, welche auf Deine Barmherzigkeit vertrauen, von der Gefahr des verzehrenden Feuers( verheerenden Wolfenbruches) mit Deiner himmlischen Macht gnädiglich beschützen, und durch immerwährenden Schirm bewahren, damit sie Dir bereitwillig dienen und durch keinerlei Versuchungen von Dir getrennt werden. Durch Jefum Christum unsern Herrn. Amen. Der Segen Gottes des allmächtigen Vaters und des Sohnes und des hl. Geistes steige auf diese Feuerlohe( diesen Wolfenbruch) und bändige gnädiglich dieselben. Wenn dieser Segen zur Zeit einer Ueberschwemmung gebrancht wird, sebet man überall statt Feuersbrunft immer Wolfenbruch oder Ueberschwemmung." 11 11 Segen beim Ausziehen auf Wallfahrtsörter. ( Ex Rituali Romano Pragensi.) Antiphon. Auf dem Wege des Friedens und der Wohlfahrt leite uns der allmächtige und barmherzige Gott; der Engel Raphael 154 begleite uns auf dem Wege, damit wir i Frieden und Heile und Freude nach Hau zurückkehren mögen. Lobgesang des hl. Zacharias.( Luk. 1) Gepriesen sei der Herr, Gott Israels! dem er hat sein Volk heimgesucht, und ihn Erlösung verschafft. Ein Horn des Heiles hat er uns aufgeric tet, in dem Hause Davids, seines Knechtes: Wie er es durch den Mund seiner heilign Propheten zu allen Zeiten verheißen hat Uns zu erlösen von unseren Feinden un aus der Hand Aller, die uns hassen; An unseren Vätern Barmherzigkeit zu thun und eingedenk zu sein seines hl. Bundes Des Eides, den er unserem Vater Abraha geschworen hat, uns zu verleihen, Daß wir aus der Hand unserer Feinde a löset, furchtlos ihm dienen, In Heiligkeit und Gerechtigkeit vor ihm alle Tage unseres Lebens. Und Du, Kind! wirst ein Prophet des Höc sten genannt werden: denn Du wirst va dem Angesichte des Herrn hergehen, ihm den Weg zu bereiten; Um sein Volk zur Erkenntniß des Heiles p führen, zur Bergebung ihrer Sünden. 155 Durch die innigste Barmherzigkeit unseres Gottes, in welcher uns heimgesucht hat der Aufgang aus der Höhe; Um denen zu leuchten, die im Finstern und Todesschatten fizen; und unsere Füße auf den Weg des Friedens zu leiten. Die Ehre sei dem Vater, und dem Sohne, und dem hl. Geiste: wie sie war im Anfange jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. Auf dem Wege des Friedens und der Wohlfahrt leite uns der allmächtige und barmherzige Gott; der Engel Raphael begleite uns auf dem Wege, damit wir im Frieden und Heile und Freude nach Hause zurückkehren mögen. Herr, erbarme Dich unser: Christe, erbarme Dich unser; Herr, erbarme Dich unſer. V. Vater unser usw. Und führe nns nicht in Versuchung. R. Sondern erlöse uns von dem Uebel. V. Mache selig Deine Diener. R. Die auf Dich hoffen, mein Gott. V. Sende ihnen Hilfe von Deinem Heiligthume. R. Und von Sion beschütze sie. V. Sei uns Herr ein starker Thurm. R. Vor dem Angesichte des Feindes. V. Es vermöge der Feind nichts wider uns, R. und das Kind der Bosheit schade uns nicht. V. Gesegnet 156 seist Du, o Herr! alle Tage. R. Der G unseres Heiles mache uns diesen Weg va dienstlich. V. Zeige uns, o Herr! Dein Wege. R. Und Deine Pfade lehre uns. V Damit unsere Wege vorbereitet werden. R Zur Beobachtung Deiner Gerechtigkeit. V Was krumm ist, soll gerade werden. R. Wa uneben, zum ebenen Weg. V. Seinen Engel hat er Deinetwegen befohlen, R. Damit fi Dich auf allen Deinen Wegen beschützen. V. Herr, erhöre mein Gebet. R. Und laß mein Rufen zu Dir fommen. Gebet. O Gott, der Du bewirket haft daß die Söhne Israels durch das rothe Mer mit trockenen Füßen geschritten sind, und da Du den drei Weisen durch die Führung des Sternes den Weg zu Dir gezeigt haft: gib uns, wir bitten Dich, eine zuträgliche Reise und ein ruhiges Wetter, damit wir in Beglei tung Deines hl. Engels an jenen Ort, dem wir uns begeben, und endlich zum Hafen der ewigen Seligkeit glücklich gelangen mögen. O Gott, der Du Abraham, Deinen Die ner, aus Ur, der Chaldäerstadt, herausge führt, und auf allen Wegen seiner Pilger schaft von allem Schaden bewahret hast, wit bitten Dich, damit du uns, Deine Diener bewahren wollest. Sei Du selbst uns in Be 157 ängstigungen unser Trost, auf dem Wege unsere Erquickung, in der Hitze unser Schatten, in Regen und Kälte unsere Hülle, in Ermüdung unser Wagen, in Widerwärtigkeiten unser Schutz, auf dem schlüpfrigen Wege unser stützender Stab, im Schiffbruche unser Hafen, damit wir von Dir geführet, glücklich dorthin, wohin wir pilgern, gelangen mögen, und endlich wohlerhalten wieder heimkehren mögen. Wir bitten Dich, o Herr! neige das Ohr Deiner Barmherzigkeit zu unseren Bitten, und bereite den Weg Deiner Diener zur Wohlfahrt Deines Heiles vor, damit sie bei allen Veränderungen dieses Weges und Lebens stets durch Deine Hilfe beschirmet werden. Wir bitten Dich, allmächtiger Gott! verleihe, damit Deine Familie auf dem Wege des Heiles einherschreite, und durch Befolgung der Ermahnungen des hl. Johann des Täufers, des Vorläufers Christi, zu dem sicher gelange, den er vorhergesagt hat, zu unserem Herrn Jesu Christo. Erhöre, o Herr! unsere Bitten, und begleite Deine Diener auf ihrem Wege mit Deiner Gnade, und erweise uns Deine Barmherzigkeit, so wie Du überall zugegen bist, auch überall, damit wir durch Deine Hilfe 158 von allen Gefahren befreiet, Dir die her lichsten Danksagungen darbringen mögen Durch Jesum Christum, unsern Herrn. An Der Friede und Segen des allmächti Gottes des Vaters und des Sohus und des hl. Geistes steige auf uns herab un bleibe stets bei uns. Amen. gen Sollte nur eine Person auf eine weitere Re sich begeben, so werden sämmtliche Gebete in t einfachen Zahl verrichtet. Dieser Segen kann aud täglich, so lange die Wallfahrt danert, wiederholt wer den, und es ist äußerst wünschenswerth, damit all Reisen, wenn sie eben auch nicht zu Wallfahrtsörten gerichtet wären. Dennoch aus einem höheren Beweg grunde, nämlich zur größeren Ehre Gottes, verrid tet werden möchten, weshalb sowohl am Anfang und während der Reise, wie auch nach deren Bee digung fromme Gebete verrichtet werden sollen. Segen nach der Zurüdkehr vom Wallfahrts orte. ( Ibidem.) V. Unsere Hilfe ist im Namen des Herr R. Der Himmel und Erde erschaffen hat V. Herr, erhöre mein Gebet; R. Und laß mein Rufen zu Dir kommen Psalm 127. Glückselig alle, die den Herr fürchten, die da wandeln auf seinen Wegen 159 Denn von der Arbeit Deiner Hände wirst Du effen; Heil Dir, es wird Dir gut gehen! Dein Weib ist wie ein fruchtbarer Weinstock an den Wänden Deines Hauses, Deine Kinder wie Delbaumpflanzen um Deinen Tisch her. Siehe, also wird der Mann gesegnet, der den Herrn fürchtet! Der Herr segne Dich aus Sion, und lasſe Dir sehen das Glück Jerusalems alle Tage Deines Lebens; Und lasse Dir sehen die Kinder Deiner Kinder, und Frieden über Israel; Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem hl. Geiste, wie sie war im Anfang, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. Siehe, also wird der Mann gesegnet, der den Herrn fürchtet. Herr, erbarme Dich unser, Christe, erbarme Dich unser; Herr, erbarme Dich unser. Vater unser. V. Und führe uns nicht in Versuchung. R. Sondern erlöse uns von dem Uebel. V. Gesegnet diejenigen, die im Namen des Herrn kommen. R. Ueberselig sind sie beim Herrn, der Himmel und Erde erschaffen hat. V. Blicke, o Herr, auf Deine Diener, 160 und auf Deine Werke. R. Und leite fie a dem Wege Deiner Gebote. V. Herr erhin mein Gebet. R. Und laß mein Rufen Dir kommen. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr! b leihe Deinen Dienern gnädige Verzeihun und Frieden, damit sie zugleich von alla ihren Fehltritten gereiniget, mit ruhigem G müthe Dir dienen mögen. Allmächtiger, ewiger Gott! Du Regio rer unseres Lebens und unserer Zeit, ver leihe Deinen Dienern den Schutz einer un unterbrochenen Befriedigung, damit sie, in dem Du sie ohne Schaden zu ihrem Tago werke zurückgeführet hast, auch unter Deinen Schutze gesichert sein. O Gott, Du Heimsucher der Demüthi gen, der Du uns durch Bruderliebe tröstet gib unserer Brüderschaft Deine Gnade, dami wir durch dieselbe, der Du in derselben wol nest, Deine Ankunft zu uns erfahren mögen Durch unsern Herrn Jesum Christum, de mit Dir und dem hl. Geiste lebet und t gieret; Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Am Der Frieden und Segen+ des allmäch tigen Gottes des Vaters und des Sohnes und des hl. Geisies steige auf uns herab, und bleibe allzeit bei uns. Amen. 161 Segen und Gebet, welches der Vater oder die Mutter, wenn sie das Erstemal ihr Kind in die Kirche führen, verrichten follen. ( Ex manuali benedictionum.) V. Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn, R. Der Himmel und Erde erschaffen hat. V. Herr, erhöre mein Gebet. R. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. Gebet. Herr Jesu Christe, der Du die Dir vorgestellten und zu Dir kommenden Kleinen umarmet und die Hand auflegend gesegnet hast, sprechend: Lasset die Kleinen zu mir und wehret ihnen nicht, denn ihrer ist das Himmelreich, und ihre Engel sehen immerdar das Angesicht meines Vaters; blicke, ich bitte Dich, auf die Unschuld diejes Knäbleins( Mädchens), und segne+ es allergnädigst, damit es in Deiner Gnade und Barmherzigkeit stets wachse, nur in Dir seine Weisheit suche, nur Dich liebe, nur Dich fürchte, Deine Gebote bewahre, und so zum erwünschten Ziele glücklich gelange, durch dich, Heiland der Welt, der Du mit dem Vater und heiligen Geiste lebest und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen. Wahres Opfer. 11 162 Ich bitte Dich, o Herr, damit Dein Engel, der diesem Rinde zum Schützer b stimmet ist, dasselbe segne †, und dan Dein hl. Name stets über demselben ang rufen werde, damit es wachse in der Merg der Tage und so dereinst in die Freuden de Paradieses eingehen möge. Durch unsere Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn, mit Dir und dem hl. Geiste lebet und regi ret, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ama Der Segen des allmächtigen Gottes des Vaters, und des+ Sohnes, und d heiligen Geistes steige auf uns herab, b schütze, leite uns, und bleibe bei uns imme dar. Amen. Segen für eine Mutter, die in großen Geburtsnöthen sich befindet. ( Ex Rituali Basileensi.) V. Unsere Hilfe ist im Namen des Her R. Der Himmel und Erde erschaffen hat V. Mache selig Deine Dienerin, R. Die auf Dich vertraut, mein Gott V. Sei ihr ein starker Thurm R. Vor dem Angesichte des Feindes, V. Nichts vermöge der Feind über R. Und das Rind der Bosheit scha ihr nicht. 163 V. Sende ihr, o Herr! Hilfe von Deinem Heiligthume; R. Und von Sion beschütze sie. V. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du Deinen Dienern verliehen hast, in Befenntniß des wahren Glaubens die Glorie der ewigen Dreieinigkeit zu erkennen, und in der Macht Deiner Herrlichkeit Deine Einheit anjubeten, wir bitten Dich, damit durch das standhafte Bekenntniß dieses Glaubens diese Deine Dienerin von jeglicher Gefahr immerdar befreit bleiben möge. Durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des hl. Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Herr Gott, Du Schöpfer aller Dinge, Du Starker und Erschrecklicher, Du Gerechter und Barmherziger, der Du Israel von allem Bösen bewahrest, der Du allein gütig und barmherzig bist, der Du die Altväter mit der Gabe des hl. Geistes geheiliget, den Leib und die Seele der glorreichen Jungfrau und Mutter Maria durch Mitwirkung des hl. Geistes zu einer würdigen Wohnung Deines Sohnes bereitet hast, der Du bewirktest, damit der hl. Täufer, Johannes, mit dem hl. Geiste er11* 164 füllt werde, und im Mutterleibe aufhüpfe nimm an das Opfer eines zerknirschten He zens, und die brennende Sehnsucht Deine Dienerin N., welche in Demuth bittet, wolleft die schwache Frucht, deren Empfäng niß Du ihr verliehen hast, erhalten; bewahr demnach Dein Erbe, und schütze es von allem Ulebel, von der List und den Nachstellunga des bösen Feindes, damit durch Deine hif reiche Hand ihre Frucht ohne Nachtheil dei Licht der Welt erblicke und zur hl. Wieder geburt bewahrt werde und Dir in Allem dien und das ewige Leben dereinst erlangen möge Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen Psalm 66. Gott erbarme sich unser, und segne uns; lasse leuchten sein Angesicht über uns, und erbarme sich unser; Damit wir auf Erden Deinen Weg erkennen, unter allen Völkern Dein Heil. Es sollen Dich preisen die Völker, o Gott! es sollen Dich preisen alle Völker. Es sollen Dich preisen und jubeln die Vöbker; denn Du richtest die Völker in Ge rechtigkeit und lenkest die Heiden auf Erden. Es sollen Dich preisen- die Völker, o Gott! Dich sollen preisen alle Völker. Die Erde wird geben ihre Frucht. Es segne uns Gott, unser Gott. 165 Es segne uns Gott; und es sollen ihn fürchten alle Enden der Erde! Ehre sei dem Vater, und dem Sohne und dem hl. Geiste; wie sie war im Anfange, und ist, und allezeit, und in Ewigkeit: Amen. V. Lasset uns loben den Vater und den Sohn sammt dem hl. Geiste; R. Lasset uns ihn loben und erheben in Ewigkeit. V. Seinen Engeln hat er von Dir befohlen, R. Damit sie Dich auf allen Deinen Wegen bewahren. V. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und lasse mein Rufen zu Dir kommen. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr! Du wollefst dieses Haus heimsuchen und von demselben, wie auch von Deiner Dienerin alle Nachstellungen des bösen Geistes weit vertreiben, damit Deine hl. Engel in demselben wohnen mögen, die sowohl sie als auch ihre Frucht von aller Gefährlichkeit und Todesnoth durch Deinen † heiligen Segen bewahren mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn, der mit Dir und dem hl. Geiste lebt und regiert, Gott von Ewigfeit zu Ewigkeit. Amen. 166 Segen für einen Kranken. Vom ehrwürdigen P. Johann Anton de Lucca, ape stolischen Missionär aus dem Kapuziner- Orden. ( Ex enchiridio sacrorum rituum.) Jesus! Maria! Josef! Durch die Für bitte der allerfeligsten und allzeit unbefleckta Jungfrau Maria, des heil. Josef und de Heiligen: Johann des Apostels, Franziskus Seraphifus und Anton von Padua, segne i mich, o Gott! und bewahre mich von diese Krankheit und von allem Uebel, und von jeder Gefahr des Leibes und der Seele z folge meines Glaubens; denn demjenigen der glaubt, sind alle Dinge möglich im No men des Vaters+ und des Sohnes+ und des heil. Geistes. Amen. Hierauf betet der Kranke 3 Vater unser und 3 Gegrüßet seist Du zu Ehren der allerheiligsten Dreieinigkeit und 1 Gegrüßet seist Du Königin Ehren der allerfeligsten Jungfrau Maria. Gebet zur Zeit der Viehscuche. ( Ex enchiridio sacrorum rituum.) Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! 167 peilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Mutter der Barmherzigkeit, Mutter des guten Hirten, Heiliger Abel, Heiliger Noe, Heiliger Jakob, Heiliger David, Bitte( bittet) für uns! Alle beiligen Hirten der Herden, Heiliger Blasins, Heiliger Leonardus, Heiliger Patrik, Heiliger Franziskus, Heiliger Isidor, Heilige Roleta, Alle Heiligen Gottes, Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Von allem Uebel, erlöse uns, o Herr! Von der ansteckenden Viehsenche, erlöse uns, o Herr! Von einem schädlichen und giftigen Futter, erlöse uns, o Herr! Wir armen Sünder; wir bitten Dich, erhöre uns! Damit Du unsere Herden gesund und frisch erhalten mögeft, wir bitten Dich, erhöre uns! Damit Du unserem Vieh ein gesundes und hinreichendes Futter geben wolleft, wir bitten Dich, erhöre uns! Damit Du unser Vieh segnen und vermehren wollest, wir bitten Dich, erhöre uns! Lamm Gottes, welches hinnimmt die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! Samm Gottes, welches hinnimmt die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! 168 Lamm Gottes, welches hinnimmt die Sünden de Welt, erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser Herr, erbarme Dich unser! Vater unser! V. Und führe uns nicht in Versuchung R. Sondern erlöse uns von dem Uebel V. Lobet alle wilden und zahmen Thien den Herrn. R. Lobet alle Menschenkinder den Herr V. Bewahre, o Herr, alles Vieh und die Herden. R. Damit sie uns die nöthige Nahrung reichen mögen. V. Wende ab von denselben jegliche Seuche und Krankheit. R. Erhalte und vermehre unsere Herden. V. Herr erhöre mein Gebet. R. Und laß mein Nufen zu Dir kommen. Gebet. Wir flehen zu Dir, Herr Gott! der Du alle Thiere zum Gebrauche des Men schen erschaffen hast, sei uns gnädig, und lasse nicht zu, damit das zu Grunde gehe, was Du zu unserem Lebensunterhalt erschaffen hast O Jesu Christe! Der Du Dich selbst einen guten Hirten genannt hast, erhalte mit Deiner allmächtigen Hand unsere Herden und Thiere, damit sie von jedweder Seuche und 169 Ansteckung befreit bleiben, und zu unserem Unterhalte dienen mögen. Gott! Du unsere Zuflucht und Stärke, erhöre die Bitten Deiner Diener, und verleihe gnädiglich, damit alle Krankheiten und Ansteckungen von uns und unserem Vich und unseren Herden gnädigst abgewendet werden. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Segen, der früh beim Ausgange aus dem Hause verrichtet werden kann. O allerheiligste Dreifaltigkeit, Gott+ Bater, Sohn t, und heiliger+ Geist, be schütze mich und alle Menschen heute und alles zeit vor allem Uebel und vor allen Schmerzen des Leibes und der Seele. Amen. Der Segen, den Gott bei der Schöpfung der Welt aussprach, komme über mich. Der Segen Jakobs, den er über seinen Sohn Josef und die übrigen Söhne aussprach, als er sie alle in ein fremdes Land sandte, komme über mich; und der Segen, den Jesus Christus der ganzen Welt ertheilte, als er in den Himmel fuhr, komme über mich. Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi sei vor mir, damit sie mich segne; sei in mir, damit sie mich 170 stärke und tröste; sei hinter mir, damit si mich schütze; und sei mir zur Seite, damit sie mich vertheidige. Amen. Die Macht des hl. Geistes reinige men Herz und erleuchte meinen Verstand, damit ich mich hüte und bewahre vor allem Uebel das Gute aber damit ich erkenne und erfüll Amen. Täglicher Segen zur Erbittung der Gnade, damit ein jäher und un verfehener Tod von uns abgewendet werden möge ( Ex hominis christiani exercitiis.) Ich stelle heute auf meine Stirne Fahne+ des Glaubens, das Zeichen des Sie ges, die triumphreiche Aufschrift Christi de Heilandes, des Königs der Glorie, des i nigs der Juden. Der Sohn der allerfeligsten Jungfrau Maria, der Obsieger des Todes, der unter Pontius Pilatus gekreuzigt wurde wolle mich armen Sünder heutigen Tage vor aller Aufregung des Leibes und der Seele. bewahren, sowie vor der Verfolgung der bö sen Geister und gottlosen Leute, vor der Macht der sichtbaren und unsichtbaren Feinde, wit nicht minder vor jeglicher giftigen Speise und Trant, vor Schmerzen und Aengsten, vor Be schämung und Aergerniß, vor Feuer- und Waj 171 sergefahr, vor Sünden und Lastern, vor jedwedem Falle und Verschütten, vor Verwundung und Quetschung, vor einem jähen, unversehenen und bösen Tode. Durch die Macht Gottes, des allmächtigen+ Vaters und des Sohnes und des heiligen+ Geistes. Amen. Jesus von Nazareth, ein König der Juden, dieser siegreiche Name beschütze uns vor allem Bösen. Heiliger Gott, hl. starker Gott, hl. unsterblicher Gott, erbarme Dich unser. Der Friede unseres Herrn Jefu Chrifti+, die Kraft seines allerheiligsten Leidens.+, das Zeichen des heiligen Kreuzes und die Unversehrtheit der allerfeligsten Jungfrau Maria, der Segen aller Heiligen Gottes, der Schutz der hl. Engel und die Fürsprache aller Auserwählten des Herrn sei zwischen mir und meinen sichtbaren und unsichtbaren Feinden jetzt und in der Stunde meines Todes. Im Namen Gottes des+ Vaters und des+ Sohnes und des hl.+ Geistes. Amen. Vor einem jähen, unversehenen und bö sen Tode, vor allem Uebel und Sünden bewahre mich Gott Vater+, Sohn+ und heiliger Geist. Amen. Gebet. O Gott, der Du die Seufzer der Zerknirschten nicht verachtest, und die Bitten der Trauernden nicht verschmähest, 172 erhöre unsere Bitten, welche wir vor Diri unserer Trübfal ausgießen, und erhöre gnädig, damit Alles, was gegen uns entwe der teufljiche oder menschliche Bosheit unte nimmt, zu nichte werde und zufolge des Rath schlußes Deiner Gütigkeit zertreten werd damit wir durch keinen Unfall verwundet sondern vielmehr von jeglicher Trübsal un Angst befreit in Deiner Kirche Dir Dal sagen mögen. Verzeihe uns, o Herr! unsere Sünden und verleihe uns Deine Barmherzigkeit, un die wir bitten, damit Du auf unsere Demi thigung Rücksicht nehmen, unsere Ketten ze brechen, die Verfündigungen auslöschen, auf unsere Qual herabblicken, die Widerwärtig feit von uns vertreiben, den günstigen Aus gang unserer Wünsche leiten und unsere de müthigen Bitten erhören wollest. Durch Je sum Christum, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen. O Gott! sei mir armen Sünder gnädig und bewahre mich, bleibe bei mir alle Tage und Nächte meines Lebens; Du Gott Abra hams, Du Gott Isaks und du Gott Jakobé erbarme Dich meiner und sende mir den hl. Erzengel Michael zu Hilfe, damit er mid 173 schüße und vertheidige wider alle meine Feinde, in allem Uebel, in allen Krankheiten, im Unglück, in List und Betrug. Heiliger Erzengel Michael, vertheidige mich im Kampfe, damit ich nicht zu Grunde gehe im erschrecklichen Gerichte. Ohl. Erzengel Michael! durch die Gnade, die Du verdientest, bitte ich Dich, und durch den eingebornen Sohn Gottes, unsern Herrn, Jesum Christum, errette mich in der Todesgefahr. Hl. Gabriel, hl. Raphael, alle hl. Engel und Erzengel Gottes, eilet mir zu Hilfe; ich bitte Euch alle himmlischen Mächte, verleihet mir Hilfe und Stärke, damit mir kein Feind zu schaden vermöge, weder zu Hause noch auf dem Wege, weder auf dem Wasser, noch durch Feuer, weder in der Luft, noch auf der Erde; es möge mich nicht ein unversehener, jäher, böser Tod überfallen; auch möge er mich nicht weder im schlafenden, noch im wachenden Zustande auf einmal anfallen und verwunden. Sehet das+ Kreuz unseres Herrn Jesu Christi! fliehet alle feindlichen Mächte, denn gesieget hat der Löwe aus dem Geschlechte Juda, die Wurzel Davids, Alleluja! Heiland der Welt! rette uns, der Du durch Dein Kreuz und Blut uns erlöst haft; ich bitte Dich, mein Gott! eile mir zu helfen. Hagios o Theos, Hagyos Ischyros, Hagyos 174 Athanatos, Eleison Imos! Heiliger Got heiliger starker Gott, heil. unsterblicher Got erbarme Dich unser! Das Kreuz Christi rette mich! Da + Kreuz Christi bewahre mich! Das+ Kre Christi vertheidige mich; im Namen des Vater und des Sohnes und des hl. Geistes. Amen. O würdiges+ Kreuz Christi, gnädiga als jegliches Holz! bezeichne mich, damit i nicht eines bösen Todes sterbe. Jesus+ Maria! Es segne mich der Herr und behüte mi er zeige mir sein Angesicht und erbarme si meiner, er wende sein Antlitz zu mir und verleihe mir den Frieden; es segne mich Gott und befreie mich von allem Ulebel, nach mei nem Glauben, denn falls ich glauben fann so sind dem Gläubigen alle Dinge möglich Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Psalm 139. Rette mich, Herr! vom böjen Menschen, vom gottlosen Manne rette mich. Sie denken Böses in ihrem Herzen, und richten täglich Händel an. Sie spitzen ihre Zungen wie die Schlangen; Otterngift ist unter ihren Lippen. 175 Schütze mich, Herr, vor der Hand der Sünder, und von bösen Menschen rette mich, die sinnen mich zum Falle zu bringen. Es legen Stolze mir Schlingen, breiten Stricke aus zu Schlingen, stellen mir eine Falle an den Weg. Aber ich sage zu dem Herrn: Mein Gott bist Du; erhöre, Herr! die Stimme meines Flehens. Herr, Herr! Du Stärke meines Heiles; Du beschirmest mein Haupt am Tage des Streites. Ulebergib mich nicht den Sündern, Herr! wider meinen Willen; sie sinnen wider mich, verlaß mich nicht, damit sie sich nicht etwa erheben. Die Summe ihrer Umtriebe, das Unheil ihrer Lippen wird auf sie selber fallen. Rohlen werden auf sie fallen, in's Feuer wirst Du sie stürzen; ihr Elend werden sie nicht aushalten. Dem Manne von böser Zunge wird's nicht wohl gehen auf Erden; den ungerechten Mann wird Unglück treffen zum Untergange. Ich weiß, daß der Herr den Dürftigen Recht schafft, und Nache den Armen. Und die Gerechten werden preisen Deinen Namen, und die Aufrichtigen wohnen vor Deinem Angesichte. 176 Ehre sei dem Vater, und dem Sohne, un dem hl. Geiste, wie sie war im Anfang so auch jetzt, und allezeit und in Ewig feit. Amen. Segen, den ein sterbender Vater oder Mutter den Kindem ertheilen kann. ( Aus der böhmischen Zeitschrift: Hlas jednoty kato lické 1852 č. 29.) Liebe Kinder! Ich habe Gott ohne Un terlaß gebeten, er möge sowohl mir als aud Euch seinen hl. Segen geben. Was mich be trifft, so habe ich den Segen Gottes hir auf Erden durch den Empfang des allerhei ligsten Altarssakramentes bereits empfangen und statte dafür Gott meinen Dank ab. Aud Ihr werdet den Segen Gottes erhalten, wenn Ihr meine Ermahnungen befolgen werdet. Und deshalb ermahne, ja beschwöre ich Euch: Fürchtet Euch Gott je mit einer Sünde zu beleidigen. Denket stets daran, daß a überall gegenwärtig ist, und somit Alles sieht und Alles weiß. Liebet ihn daher vom ganzen Herzen und das ist das beste Erbe, das id Euch hinterlassen kann. Wenn Ihr dieses be wahret, werdet Ihr niemals Mangel leiden, Alles übrige wird Euch zugegeben werden. 177 Habet eine besondere Verehrung und Liebe jur allerfeligsten Jungfrau Maria, zu dieser unserer himmlischen Mutter, und fliehet in allen eueren Nöthen unter ihren Schutz und Schirm; und gewiß, wie durch sie der ganzen Welt Heil und Segen gekommen ist, so werdet auch Ihr durch ihre mächtige Fürsprache Heil und Segen erlangen. Auch gegen Eure geistige Mutter, gegen die hl. römisch- katholische Kirche, heget jegliche Liebe, Ehrfurcht und Gehorsam, und bewahret als das theuerste Kleinod ihren alleinfeligmachenden Glauben in Wort und Thaten; beweiset ihren Dienern, den Priestern, stets eine große Ehrfurcht, habet eine große Hochachtung für ihre hl. Uebungen und Gebräuche, erfüllet genau die Kirchengebote, ganz vorüglich aber empfanget oft und würdig das Sakrament der Buße und das allerheiligste Altarssakrament. Aber auch Euere leibliche Mutter( Bater) müsset 3hr ehren und lieben und ihr( ihm) gehorsam und unterthan sein, damit Ihr lange lebet, und es euch wohl gehe auf Erden. Bereitet ihr( ihm) daher nie betrübte und fummervolle Tage. Desgleichen liebet Euch auch untereinander, und vertraget euch stets in Eintracht, damit nie von Zwist und Hader unter Euch Wahres Opfer. 12 178 zu hören sei. Dann wird auch Gott Liebe und des Friedens unter Euch wohne Euch und Euer Eigenthum bewachen und be schützen. Aber auch alle übrigen Mensche müsset Ihr wie Eure Brüder und Schwesten lieben; wenn Euch daher jemand etwas Gut crweiset, so danket dafür, wäre es jedoch etwa Böses, so verzeihet ihnen, und wenn sie Euer Hilfe bedürftig sein werden, so verfaget ihm dieselbe nicht; eben deshalb erbarmet Cu der Armen und Nothleidenden, der Witn und Waisen, und vergesset selbst der Verstor benen nicht; denn was 3hr diesen erweise das habt Ihr Jesu Christo selbst erwiese je freigebiger Ihr gegen Christo und desse Armen sein werdet, desto freigebiger wird aut Jesus Christus gegen Euch sein. Mit Eine Wort: das Heil Euerer unsterblichen S sei vor allem andern Euere einzige Sor und deshalb fliehet sorgfältig vor jeder fahr zur Sünde, machet mit nichtswürdige Leuten durchaus feine Bekanntschaft; mit den jenigen, der den hl. katholischen Glauben ni so befolget, wie es einem fatholischen Chri ziemet, habet durchaus nichts zu thun... Was Euch hingegen zu Gott führet, das g brauchet fleißig. ... Diese Lehren und Ermahnungen präg - 179 tief in Euere Herzen ein und befolget sie getreu und pünktlich. Dies sind die letzten Lehren, die letzten Ermahnungen Eueres Vaters( Euerer Mutter), den( die) Gott von Euch von dieser Welt zu sich rufet. Ich will in Frieden diesem Rufe folgen, ich will in Frieden scheiden, falls Ihr mir den Trost gebet, daß Ihr alle Tage eueres Lebens darnach handeln und für meine Seelenruhe beten werdet. Der Segen Gottes wird auch dann gewiß nicht fehlen, Ihr werdet schon auf dieser Welt glücklich sein, und wir finden uns gewiß alle im Himmel wieder. Mit diesem Troste sterbe ich gerne. Und nun fniet nieder! Himmlischer Vater! nun lasse Deinen Diener( in) nach Deinem Worte in Frieden scheiden. Du hast diese Seelen erschaffen, und ich habe für sie gesorgt. Nun gebe ich Dir sie zurück, und übergebe sie unter Deine väterliche Obhut. Segne und beglücke sie. Bestärke sie stets mit Deiner hl. Gnade, und nimm Deinen hl. Geist nicht von ihnen hinweg, damit sie einzig und allein auf dem rechten Wege einherschreiten, der zu Dir führt, und nie sich von Dir wenden. Gib ihnen bom Thaue des Himmels und der Fruchtbarkeit der Erde, damit sie Dich loben und preifen mögen hier in dieser Zeitlichkeit, und 12* 180 dort von Ewigkeit zu Ewigkeit. Durch Jefun Christum, unsern Herrn. Amen. Es segne Dich der allmächtige Gott de † Vater und der Sohn und der heilige Geist. Amen. Segen, wenn der Sohn oder die Tochter in einen Dient gegeben wird. Der dreieinige Gott erfülle jede Bit Deines Herzens, und befestige jeden Deine guten Vorsätze. Die Allmacht des Vater die Weisheit des Sohnes und die Güte de hl. Geistes, die unendliche Gnade der allezei unbefleckten Jungfrau Maria, der Schutz de ht. Engel, die Tugenden und Verdienste alle Heiligen mögen auf Dich herabsteigen un stets bei Dir bleiben, und mit allen himm lischen und irdischen Segen jegne Dich Got der Vater und der † Sohn und der Geist † Amen. Segen, wenn der Sohn heiratet. Vom Sion segne Dich Gott, daß Du di guten Dinge Deiner Heimat und Deine Hauses durch alle Tage seines Lebens sehn mögest. Es fegne Dich Gott, damit Du di 181 Bürde des Ehestandes geduldig ertragest, und Deine Gattin so liebest, wie Jesus Christus seine Kirche geliebt hat; damit Du nie zum Zorne gereizt würdest über Deine Kinder, sondern sie vielmehr in der Furcht und Ge rechtigkeit des Herrn erziehest. So verleihe Dir der Herr lange Lebenstage, seine heilige Gnade und mit allen himmlischen und irdischen Segen segne Dich Gott+ Bater, Sohn tund hl. † Geist. Amen. Segen, wenn die Tochter heiratet. Es segne Dich der allmächtige Gott mit allem himmlischen Segen, damit Du mit Freuden und Frohlocken die Kinder Deiner Kinder bis ins dritte und vierte Glied sehen mögest, welche zunehmen mögen an Gnade und Weisheit und Alter vor Gott und den Menschen. Es möge Gott jede Thräne aus den Augen wischen, das Herz Deines Mannes Dir vertrauen, die hl. Kirche in Dir ein starkes Weib finden, welche in allem nur die Ehre Gottes, das eigene und des Nächsten Heil suchet. Gott verleihe Dir, damit Du in der Furcht und Liebe Gottes lebest, damit Du auch dereinst beim Gerichte Gnade und Barm 182 herzigkeit findest, und ewiglich in den Woh nungen der Auserwählten Dich erfreuest. Dan verhelfe Dir die Fürsprache der allezeit un befleckten Jungfrau Maria, unserer himml schen Mutter, und mit allen himmlischen Sega segne Dich der dreieinige Gott+ Bater Sohn und+ hl. Geist. Amen. Segen, wenn eine verwitwete Tochter zum Erstenmale ih Eltern besuchet. Gott, der Vater der Witwen und Waisen, segne Dich, damit Du in den Tagen Deine Witwenschaft Dein Haus in guten Umständer sehen mögest, und damit Deine Secle sich in Herrn erfreue, Dein Gebet von ihm erhörd werde, und Dein Jammer in Freude, und alles Uebel zum Guten sich wenden mög Der Herr selbst errette und beschütze Di von menschlichen Unterdrückungen, so daß alle, die Dir Uebles wollen, vor Deinem Ange fichte entfliehen; und mit allem himmlischen und irdischen Segen segne Dich der allmäch tige Gott der Vater und der † Sohn und der heilige+ Geist. Amen. 183 Segen, wenn das Erstemal ein Enkel vorgestellt wird. Herr, Jesu Christe! der Du gesprochen haft: Lasset die Kleinen zu mir fommen, denn solcher ist das Himmelreich; gieße über diesen Kleinen die Guade Deines Segens aus, damit er an Gnade, Weisheit und Alter vor Gott und den Menschen zunehme, damit er die Freude der Eltern, und der Ruhm der ganzen Freundschaft sei. Der hl. Schutzengel möge Dich begleiten, und vor allem Uebel bewahren, damit Du das bei der hl. Taufe erhaltene Kleid bewahren und vor den Richter der Lebendigen und Todten bringen könnest, und dereinst die ewige Seligkeit erlangest. Es segne Dich der allmächtige Gott der Vater und der † Sohn und der heilige Geist. Amen. Anmerkung. Der heil. Apostelfürst ermahnet die Gläubigen, damit sie als ein königliches Priesterthum die Kräfte desjenigen verkünden, der sie aus der Finsterniß zu seinem wunderbaren Lichte berufen hat.( I. Petr. 2, 9.) Daraus folgt nun, daß beson ders Hausväter, nacheifernd dem Beispiele der heil. Patriarchen, in ihren Familien alles benügen müssen, damit jede Familienbegebenheit durch Gebet geheili get, und so gleichsam ein ununterbrochener häuslicher Gottesdienst verrichtet werde. Je mehr diese so wichtige und zugleich heilige Nebung abgenommen hat, hat auch der Glaube, die Sittlichkeit, und jeglicher 184 Segen Gottes in dem Familienleben abgenomme Durch Vernachlässigung dieser heiligen und doch gleich auch süßen Pflicht untergräbt der Hausvat seine ihm von Gott in der Familie übergebene Würte welche mit der Würde des neutestamentalischen Prie sterthumes verglichen wird; und eben deshalb in de hl. Schrift das königliche Priesterthum genannt wit Sei daher, lieber Hausvater! in deinem hohen Be rufe sehr eifrig; sei nicht blind gegen den dir m einer so hohen Würde versehenen Posten. Du kan unendlichen Segen durch gewissenhafte Erfüllung d ner Pflichten im Familienleben verbreiten! Segen, den Papst Urban VIII. im Jahre 1635 bestätiget h Im Namen Gottes des Vaters+ und des Sohnes und des heiligen † Geistes. Amen. Der allmächtige, dreicinige, ewige, heilige barmherzige, langmüthige, gütige Gott, Ema nuel( Gott mit uns), der lleberreiche a Güte und Treue, Erlöser, Heiland, der Anfang und das Ende aller Dinge; sowie mit alla Namen Gottes des Vaters des Sohnes und des hl. Geistes särke mich heute und die nod. übrige Zeit und beschütze mich vor allen mei nen leiblichen und geistlichen Feinden. Gott dessen Gnade bis ins tausendste Glied hinab reicht; Gott, der die Schuld erläßt, die Uebertretungen und Sünden verzeiht; der sei mit Vater, wenn ich sündige, sei mein Schutz, wenn 185 ich in Gefahr schwebe; sei mein Licht auf allen meinen Wegen, eine feste Schanze wider alle meine Feinde. Gott der unerschaffene+ Vater, der unerschaffene+ Sohn, der unerschaffene heilige+ Geist; Gott Vater der Schöpfer, Gott Sohn der Erlöser, Gott der hl. Geist, der Heiligmacher, wolle die Erhebung meiner Hände als Opfer, die Worte meines Mundes als Weihrauch annehmen; er möge bei mir stehen besonders in dem Augenblicke, in dem ich mich zu ihm, dem Herrn der Ewigkeit, erheben werde. Amen. Anmerkung. Bei den Juden war es sehr üblich, in die Gebete viele Namen, welche Gott bedeuteten, einzuschalten. Es geschah dies aus tiefster Ehrfurcht gegen die Gottheit. Dieser Namen bediente sich die hl. Kirche von jeher in ihren Gebeten und Segnungen. Der Verfasser des Berliner Büchleins:„ Opfer vor Gott" hat nun entweder absichtlich, oder aus beklagenswerther Unwissenheit, ohne alle Rücksicht darauf, daß die Gebete und Segnungen der Kirche zunächst für Priester bestimmt, und in der lateini. schen Sprache verfaßt, somit fürs Volk ganz unverständlich, wohl aber den Priestern, die die Kirchensprache genau kennen, leicht verständlich sind, eine große Menge derartiger, und zwar ganz verunstalteter, nicht hinpassender Namen des allerhöchsten Wesens, theils aus der hebräischen, theils aus der griechischen Sprache aufgenommen, ohne zu bemerken, was dieſe Werte in unserer Muttersprache bedeuten; wodurch er dem armen Volke nur unnüße Grillen in den Ropf jepte, ja wohl gar dasselbe zum Aberglauben 186 verführte, indem es ganz grundlos auf diese Namm vertraute, als ob sie besonders mächtig seien, un Gott gewissermaßen zwingen könnten, damit er da worum der Beter bittet, alsogleich verleihe. Hebräi oder griechische Wörter haben vor unseren deutsche Wörtern bei Gott nicht den mindesten Vorzug, un eben deshalb habe ich in dem oben angeführten S gen auch nur die deutsche Uebersegung gegeben, und wiederhole nochmals, daß nur ein von Todjünden reines, tugendhaftes Leben, ein einfältiges, zuversicht liches und anhaltendes Gebet von Gott Alles d erlangt, was zum ewigen Heile nothwendig ist. Segen, den die allerfeligste Jungfrau Maria den Jünger des Herrn ertheilte, und den besonders der Hl. Fran Seraph öfters zu gebrauchen pflegte. Es segre Euch, Ihr treuen Lieblinge mei nes Sohnes, der allmächtige, himmlische Vater, mein Sohn Jesus Christus, und mein Bräutigam, der hl. Geist, und beschütze Euch! Er wende zu Euch sein Angesicht und er barme sich Euerer; er wende sein Antlig p Euch und gönne Euch den Frieden. Amen. Segen, den die hl. katholische Kirche allgemein anwendet. Der Segen des allmächtigen Gottes des Vaters und des Sohnes+ und de heiligen Geistes steige auf uns herab, und bleibe stets bei uns. Amen. en 187 Segen des heiligen Vincencius Ferrerius, den die katholische Kirche über Kranke zu sprechen pflegt. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des+ heiligen Geistes werde in Dir jegliche Macht der Sünden, und alles Unheilige vernichtet. Unser Herr, Jesus Christus, der Sohn Mariens, und Heiland der Welt und Herr derselben, stärke Dich gegen alle Versuchungen zur Sünde; er sei Dir gnädig ob der Verdienste aller seiner Heiligen und habe mit Dir Barmherzigkeit; durch jene Liebe, mit der er für das Heil des Mengeschlechtes sowohl im Leben, als besonders bei seinem Tode sich hingeopfert hat, möge er Dir alle Strafen jowohl dieses als des zukünftigen Lebens verzeihen und Dich durch den Tod und das Grab in die Himmelsfreuden einführen; sollte es Dir jedoch zuträglich sein länger zu leben, so verhelfe Dir der gütige Heiland zur Gesundheit, denn er hat viele Kranken hier auf Erden gesund gemacht, ja sogar Todte zum Leben erwecket, damit Du vom Neuen durch gewissenhafte Befolgung seiner hl. Gebote mehr und mehr verdienst in das Reich der Seligen ihm nachzufolgen, in das er selbst 188 eingegangen ist, um uns dort eine Wohnun zu bereiten. Dieser unser Heiland segne und tröj Dich, und helfe Dir in Deiner Krankheit er reinige Dich durch Reuethränen von alla Mafeln der Sünde, damit Du so rein seiet wie Du aus dem hl. Taufbade herausgegan gen bist, und stärke Deinen Glauben un Deine Zuversicht zu Deiner Seligteit. An Anmerkung. Wenn der Kranke selbst dieses Ge bet verrichtet, oder auch das nachstehende, so muß e überall statt der zweiten Person Du, Dir" u.s. die erste ich, mir" u. s. w. seßen. Segen für den Kranken. ( Ex enchiridio sacrorum rituum.) Die Gnade des Vaters, der Friede des Sohnes, und die Liebe des heiligent Geistes sei mit Dir jetzt und in der Stunde Deines Todes. Amen. Es segne Dich Gott der+ Bater, der Dich erschaffen hat. Es segne Dich Gott der Sohn †, der dich erlöset hat. Es segne Dich Gott der heilige+ Geist, der Did gerechtfertiget hat. Es segne Dich die allerheiligste und untrennbare+ Dreieinigkeit und verleihe Dir hier wahren Glauben, Hoffnung und Liebe, dort aber das ewige Leben. Am 189 Es segne Dich Gott Vater, Sohn und hl. Geist. Jesus, Dein Heiland † tröste Dich; Maria, seine allerliebste Mutter+ beschütze Dich; Dein hl. Schutzengel kämpfe ür Dich zum ewigen Leben. Amen. Jesus der Gekreuzigte tröste und stärke Dicht durch sein hl, Leiden und Sterben, damit Du Deine Krankheit bereitwillig auf Dich nehmest, geduldig ertragest, und freudig beendigest. Es segne Dich Gott Bater +, Gott Sohn+, Gott+ hl. Geist, jetzt und in der Stunde Deines Todes. Amen. Gib, o allergnädigster Herr Jesu! mit Deinem himmlischen Vater und dem heiligen Geiste diesem franken und gebrechlichen Menschen Deinen ewigen+ Segen, denn Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben! ziehe ihn daher von Irrwegen zurück; belehre und erleuchte ihn in Unwissenheit, wende ab von ihm ganz gnädiglich den ewigen und zeitlichen Tod, und führe ihn zum ewigen Leben. Amen. Es segne Dich die herrschende Herrlichfeit †; es beschütze Dich die königliche † Gottheit; es bewahre Dich die ewige t Würde; es beschirme Dich die unendliche+ Dreieinigkeit; es unterstütze Dich die glorreiche Einheit; es führe Dich die unaus 190 sprechliche Gütigkeit; es regiere Dich die macht des Baters; es belebe Dich Kraft des Sohnes; es erleuchte Dich Stärke des heiligen Geistes; jetzt und i Ewigkeit. Amen. Mit immerwährendem Segen segne Di + der ewige Vater; der eingeborene So Gottes und unterstütze Dich; die Gnade de hl. Geistes stärke Dein Gemüth, Deinn Leib und deine Seele, jetzt und in Ewiglet Amen. Das Kreuz des heil. Zacharias. Anmerkung. Zur Zeit der Cholera haben d Lente das sogenannte Zachariaskreuz, auf dem verschiedene Buchstaben und Kreuzzeichen befinde häufig gebraucht. Dieses nun hat man dem gläubige Volke sehr übel gedeutet und das Zachariaskreuz d eine leere Erdichtung rücksichtslos verpönt. Es ist her nothwendig in dieser Angelegenheit etwas grind licher vorzuschreiten. Das Zachariaskreuz mit seine Buchstaben und Kreuzzeichen ist durchaus keine lee Erdichtuna, nicht im Mindesten ein Aberglauben; sondern stammt wirklich vom hl. Zacharias, Bisc von Jerusalem. Die verschiedenen Buchstaben und Kreuzzeichen sind Anfangsbuchstaben und Zeichen Schußgebetlein, somit Stoßseufzer zu Gott um b wendung der Pest. Als während der Synode zu Trient 1546 die Pest entfeßlich wüthete, empfahl Franz S lazar, Bischof von Salamin, den versammelten Ki cheuvätern den frommen Gebrauch dieser Schu 191 26 betlein, und der Erfolg bestätigte, daß diese Stoßseufzer sehr kräftig waren. Eben deshalb hat der Kardinal Hugo von Kampagna, der bei diesem allgemeinen Kirchenrathe auch zugegen war, und später unter dem Namen Gregor XIII. als römischer Papst die ganze Kirche Christi regierte, im Jahre 1582 das Zachariaskreuz nicht nur, nicht sowohl die Buchstaben, sondern vielmehr die mit diesen Buchstaben beginnenden Schußgebetlein, empfohlen und bestätiget. Von diesem Zachariaskreuze handeln unter vielen anderen Werken besonders auch: Thesaurus benedictionum. Enchiridion sacrorum rituum sacrosanctæ Romanocatholicæ Ecclesiæ. Hilfe der Christen. Wien. 1854. S. 321. Es ist auch eine eigene Weihe der Buchstaben vorgeschrieben, die gleich nach der Messe, noch bevor der Priester die Meßkleider ablegt, vorzunehmen ist. Wer nur auf die leeren Buchstaben seine Zuversicht setzen würde, würde wohl abergläubisch handeln; wie aber das etwas Böses sein könnte, wenn man voll hl. Ergebenheit in den Willen Gottes zuversichtlich diese Stoßfeufzer verrichtet, sehe ich um so weniger ein, da sie ja die hl. Kirche selbst gutgeheißen und empfohlen hat. - 192 +7+ 25 B 1 Z+ SAB+ Z+ H BCT+ BERS G T 25 F IHS+ MRA Die kurzen Flammengebete des Zachariasfreuzes um Abwendung der Seuche sind folgende: † Crux Christi salva me. Z. Zelus domus tuæ liberet me. + Crux vincit, crux regnat, crux imperat, per signum crucis libera me Domine a peste. D. Deus, Deus meus expella pestilentiam a me et a loco isto, et libera me. I. In manus tuas, Domine, commendo spiritum meum, cor et corpus meum. A. Ante coelum et terram Deus erat, et Deus potens est liberare me ab ista peste. 193 + Crux Christi potens. est ad expellendam pestem ab hoc loco, et a corpore meo. Wahres Opfer. + Das Krenz Christi errette mich! Z. 3u mir fomme Erlösung, weil ich für Dein Haus eifere. + Das Kreuz fieget, das Kreuz herrschet, das Krenz gebietet, durch das Zeichen des heil. Kreuzes befreie mich mein Herr von dieſer Seuche. D. Du selbst, o mein Gott! vertreibe von mir und von diesem Orte die Seuche und befreie mich. I. In Deine Hände empfehle ich, o Herr! meinen Geist, mein Herz und meinen Leib. A. Anfangs, bevor Himmel und Erde gewefen, war Gott, und Gott ist mächtig mich von dieser Seuche zu befreien. + Das Kreuz Christi ist mächtig die Seuche von diesem Orte, und auch von meinem Leibe zu vertreiben. 13 194 B. Bonum est præstolari auxilium Dei cum silentio, ut expellat pestem a me. I. Inclinabo cor meum ad faciendas justificationes tuas, et non confundar, quoniam invocavi te. Z. Zelavi super inimicos, pacem peccatorum videns et speravi in te. + Crux Christi fuget dæmones, aërem corruptum et pestem expellat. S. Salus tua ego sum, dicit Dominus: clama ad me, et ego exaudiam te, et liberabo te ab hac peste A. Abyssus abyssum invocat, et voce tua expulisti dæmones: B. Bewährt und gut if es, in der Stille au das Heil Gottes warten, damit er bor mir die Seuche ent ferne. I. Ich will mein He binneigen, Deine bel samen Satzungen halten, damit ich night zu Schanden werde weil ich Dich ange rufen habe. Z. Zwar habe ich übe die Boshaften geeifert da ich den Frieden der Sünder sah, und dennoch habe ich auf Dich gehofft. + Das Kreuz Chrifti vertreibe die böjen Geister und verjage die verpestete Luft und die Seuche. S. Siehe! Dein Heil bin ich, spricht der Her rufe zu mir: und ich werde Dich erhören, und von dieser Senche befreien. A. Aus einem Abgrunde erschallet der Ruf in den andern, und mit libera me ab hac peste. B. Beatus vir, qui sperat in Domino et non respexit in vanitates et insanias falsas. Crux Christi, quæ antea fuit in opprobrium et contumeliam, nunc in gloriam et nobilitatem, sit mihi in salutem et expellat a loco isto diabolum, et aërem corruptum et pestem a corpore meo. Z. Zelus honoris Dei convertat me, antequam moriar, et in nomine tuo salva me ab ista peste. † Crucis signum libéret populum Dei, et a peste eos, qui confidunt in eo. H. Hæccine reddis Domino popule stulte? 195 Deiner Stimme haft Du die bösen Geister vertrieben: Befreie mich daher von dieser Seuche. B. Befeliget ist, wer auf den Herrn hoffet, und auf die Eitelkeiten und trüglichen Thorheiten nicht achtet. + Das Kreuz Christi, vorher zur Schmach und Schande nun aber zur Ehre und Verherrlichung geworden, fei mir zum Heile und vertreibe von diesem Orte den bösen Feind, wie auch die verpestete Luft und die Seuche von meinem Leibe. Z. Zuvor als ich sterbe, bekehre mich der Eifer für Gottes Ehre; und in Deinem Namen befreie mich von dieser Seuche. + Das Kreuzzeichen be freie das Bolf Gots tes, und von der Pestfeuche diejenigen, weldhe darauf vertrauen. H. Handelst Du, o thörichtes Volk! so ge13* 196 redde vota tua, offerens sacrificium laudis, et fide illi, quia potens est istum locum et te ab hac peste liberare; quoniam, qui confidunt in eo, non confundentur. G. Gutturi meo et faucibus meis adhæreat lingua mea, si non benedixero tibi: libera sperantes in te, in te confido, libera me Deus ab hac peste, et locum istum, in quo nomen tuum invocatur. T. Tenebræ faetæ sunt super universam terram in morte tua, Domine, Deus meus, fiat lubrica et tenebrosa diaboli potestas, quia ad hoc venisti, Fili Dei vivi, ut dissolvas opera diaboli, expelle tua potentia a loco isto, gen den Herrn? o fülle Dein Gelübe und bringe ihm ein Lobopfer, und tra ihm, denn er ist mid tig, diesen Ort Dich von dieser Se che zu bewahren, den die auf ihn vertraue werden nicht Schanden werden. G. Gelähint soll mein Zunge an der Ke und am Gaumen ben, wenn ich Dif nicht preifen sollt befreie diejenigen, di auf Dich vertrauer auf Dich hoffe id rette mich, o Gott von dieser Sende und auch diesen an dem Dein Name angerufen wird. T. Todesfinsterniß ded den ganzen Erden freis bei Deine Scheiden, o en mein Gott! es mög daher kraftlos werd des Teufels Mad und in Finsterni stürzen; und weil D dazu, Du lebendiga Sohn Gottes, in et a me servo tuo pestem istam, discedat aër corruptus a me in tenebras exteriores. + Crux Christi defende nos, et expelle a loco isto pestem, et servum tuum libera a peste ista, quia benignus es, et multæ misericordiæ, et verax, B. Beatus, qui non respexit in vanitates et insanias falsas, in die mala liberabit eum Dominus. Domine, in te speravi, libera me ab hac peste. F. Factus est Deus in refugium mihi, quia 197 Welt gekommen bist, damit Du die Werke Satans zerstörest, fo vertreibe mit Deiner Allmacht von diesem Orte und von mir, Deinem Knechte, dieſe Seuche; es entweiche die verpestete Luft von mir in die äußersten Finsterniffe. + Das Kreuz Chrifti vertheidige uns, und vertreibe diese Seuche von diesem Orte, und auch mich, Deinen Diener, befreie davon; denn Du bist gütig und barmherzig und von großer Erbarmung und höchst wahrhaft. B. Beseliget ist, der auf Eitelkeiten und falsche Thorheiten nicht Acht hat; am bösen Tage wird ihn der Herr befreien; auf Dich o Herr! habe ich gehofft, befreie mich von diefer Seuche. F. Fürwahr, Gott ist mir zur Zuflucht ge 198 in te speravi, libera me ab hac peste. R. Respice in me Domine, Deus meus, Adonai, de sede sanctæ Majestatis tuæ et miserere mei, et propter misericordiam tuam ab ista peste libera me. S. Salus mea tu es, sana me et sanabor, salvum me fac, et salvus ero. worden, weil ich mi Dich gehofft, befre mich von dieja Seuche. R. Richte gnädig vo heiligen Throne Do ner Majestät Deiner Blick anf mich, o Hen mein Gott, und er barme Dich meine ja um Deiner Barm herzigkeit willen be freie mich von diese Seuche. S. Seligkeit und Hell bist Du mir, made mich genesen, und ic werde gefund werden, rette mich, und i werde gerettet sein. Gebet des hl. Zacharias. Herr Jesu Christe! der Du für die G lösung der Welt von einer Jungfrau woll test geboren, und in Deinem Fleische beschnit ten, von den Juden verworfen, und von den verrätherischen Judas mit einem Kuffe über liefert, mit Stricken gebunden, wie ein un schuldiges Lamm zur Schlachtbank geführ und dem Anblicke des Annas, Kaiphas, Pila tus und Herodes schmählicher Weise darge 199 stellt, von falschen Zeugen angeklagt, mit Geißeln und Schimpfwörtern gepeiniget, mit Speichel besudelt, mit Dornen gekrönt, mit Backenstreichen und mit einem Rohr geschlagen, im Angesichte verhüllet, der Kleider beraubet, mit Nägeln ans Kreuz geheftet, am Kreuze erhoben, unter die Mörder gezählet, mit Galle und Essig getränket, und mit einer Lanze verwundet werden. Du o Herr, durch Dein allerheiligstes Leiden, welches ich Unwürdiger verehre, und durch Dein Kreuz und Sterben befreie diese Stadt und ihre Bewohner, und mich Deinen Knecht von dieser Seuche, und vertreibe sie und alle Nachstellungen und würdige Dich, dieser Stadt und allen Einwohnern derselben zur vorigen Gesundheit zu verhelfen, und alle Bande des bösen Geistes zu zerreißen. Durch Jesum Christum unseren Herrn. Amen. Segen des heil. Koloman. Anmerkung. Unter allen Gebetformeln enthält im Berliner Büchlein ganz gewiß keine mehr Gotteslästerungen, Aberglauben und Unsinn, als eben der sogenannte Segen des Hl. Koloman, in dem nicht ein einziges Wort wahr ist, was Alles da verheißen wird. Es wird daher nöthig, etwas Ausführlicheres über diesen Segen anzuführen. Der heil. Koloman war der Sohn eines Königes aus Iberien und zu 200 gleich Abt eines bedeutenden Klosters. In England Schottland und Irrland blühte das Christenthum in schönsten Flore, während noch Deutschland, Böhme und die nördlichen Gegenden von Europa in dichteste Finsterniß des Heidenthumes gehüllt warn Deshalb begaben sich im siebenten und achten Jah hunderte nach Christo mehrere hl. Männer aus Eng land in diese Gegenden, um daselbst das hl. Eva gelium zu verkünden. Dergleichen waren z. B. d Hl. Kolumban, der hl. Wilibald, der hl. Wunibald, der hl. Kilian, der hl. Gallus, der hl. Kumerm der hl. Wilibrord, der hl. Rudpert, der hl. Bonifa der Hl. Korbinian. Zu diesen Aposteln Deutschland gehörte auch der Hl. Koloman, der mit rastlojen Bestreben den Heiden das hl. Evangelium predigt Weil jedoch diese Glaubensboten fast immer unter den wilden Heiden in Lebensgefahr schwebten, wu den sie auch von Soldaten, die gleichsam eine Leib wache machen sollten, begleitet. Es fehlte durchaus gar nicht an blutigen Au tritten mit den wilden Horden; da jedoch die christ lichen Soldaten nicht einen irdischen, sondern himm lischen Endzweck verfolgten, und dadurch nicht für Verbreitung des irdischen Reiches, sondern einzig des Reiches Gottes auf Erden fochten, und daher nur Gewalt abwehrten, niemals aber übten, verlang ten sie auch als wahre Christen jedesmal von dem hl. Glaubensboten den hl. Segen. Das that m auch der iberische König, der seinen Sohn, den h Koloman, mit bewaffneter Hand auf seinen apofto lischen Reisen zu begleiten pflegte, und daher von ihn mit großer Demuth sich stets den hl. Gegen geben ließ. Der hl. Koloman wurde von Gott mit zahl losen Wundern verherrlichet, und befreite unter an deren auch seinen königlichen Vater durch sein Gebe 201 Das wurde jedoch öfters aus der Lebensgefahr. bald mißbraucht, indem man dem todten Buchstaben, nicht aber den Verdiensten des Hl. Koloman dieſe Wunderkraft zuzuschreibeu anfing. Der Segen dieses Heiligen ist ein sehr schönes Gebet, allein er wirkt durchaus keine Wunder, welche ihm das elende Berliner Machwerk unterschieben will; denn die Wundergabe hatte nur der Hl. Koloman für sein hl. Leben von Gott erhalten. Weil jedoch dieser Segen von einem großen Heiligen verfaßt ist, so bete es stets mit größter Andacht, und vergesse ja nicht, wie ich es dir schon öfter wiederholt habe, daß nur ein heiliges, jenem des hl. Koloman ähnliches Leben von Gott eine besondere Gnade und Schuß verdiene. - Zuvörderst bete das Evangelium des Hl. Johannes, wie es oben beim zweiten Segen wider die Un gewitter vorkommt, und darauf spreche: Die Liebe Gottes, und die Gnade unseres Herrn Jesu Christi, und der Segen des hl. Geistes sei mit uns Allen. Amen. Das das Kreuz zeit: das Kreuz Christi sei mit mir N. N., Christi ehre und preise ich alleKreuz Christi überwindet alle Feuer- und Wasser- Gefahren; das † Kreuz Christi überwindet alle Waffen; das+ Kreuz Christi ist mir die gewisseste Versicherung der Rettung meiner Seele; das+ Kreuz Christi sei bei mir und bewahre mich sowohl am Leibe und auch an der Seele, wie beim Tage, so auch bei der Nacht. Deshalb bitte ich N. N. Gott den Vater ob der Verdienste Got 202 tes des Sohnes; bitte ich Gott den So ob des Willens Gottes+ des Vaters; bi ich Gott den hl. Geist ob der Liebe Gotte des Vaters und des Sohnes, damit sie mit armen Sünder segnen wollen. Es bewahr mich der allerheiligste Leib Jesu Christi v allen bösen Reden und Werken; das Kre + Christi eröffne mir den Weg zum wahra Glücke; das Kreuz+ Christi vertreibe vo mir alles Böse; das Kreuz+ Christi sei f bei mir; seit vor mir; sei unter+ mir; si neben mir; und überall auf jedem Ort Das Kreuz Christi beschütze mich wider all sichtbaren und unsichtbaren Feinde, damit sie vo mir fliehen, sobald als sie mich sehen werden, oder auch nur hören sollten, auch sollen se mir nicht nahen dürfen, noch auch sollen sie mich fangen oder binden können, gleichwie wider die hl. Propheten Ennoch und Elias nichts vermochten, deren sich keine Feindes hand bemächtigen konnte, noch auch je bo mächtigen wird. So verleihe auch mir, Her Jesu! meine gekreuzigte Liebe! damit mir fein Feind weder am Leibe noch an der Seele j schaden könne, im Namen des+ Vaters und des+ Sohnes und des+ hl. Geistes. Amen. Jener Segen, der vom himmlischen Batet bei der Geburt seines eingebornen und aller 203 heiligsten Sohnes ausging, komme über mich und segne mich. Jener Segen, der von Gott dem Vater ausging, als sich dessen vielgeliebter Sohn im Fluße Jordan taufen ließ, komme über mich und segne mich. Das Kreuz+ Christi sei mein Siegeszeichen, indem Jesus Christus durch seinen schmerzvollsten Tod auf demselben die Hölle überwunden hat. Die heil. drei Nägel, an denen Jesus Christus auf dem Kreuze gehangen, sollen mich heute und alle Tage meines Lebens+ segnen. Jene hochheilige Dornenfrone, mit der der Herr Jesus so schmerzvollst gekrönet ist worden, möge mich vor allem+ Ulebel bewahren. Jener schauterliche Speer, mit dem die allerheiligste Seite unseres Herrn Jesus durchstochen wurde, sei mein Schild wider alle meine Feinde. Jenes hochheilige und kostbarste Blut, das aus den allerheiligsten Wunden Jesu Christi am heiligen Kreuzes stamme geflossen ist, besprenge+ mich und wasche mich rein und beschütze mich wider alle Feinde des Leibes und der Seele. Die allerheiligsten fünf Wunden Jesu Christi seien meine fräftigste Schildwache und Segen zu jeder Zeit wider alle Feinde, und wider all das, was mir schaden könnte oder wollte, so 204 wohl am Leibe als auch an der Seele. Jeju von Nazareth, ein König der Juden, bewahr mich vor einem jähen und unversehenen To und von allem Uebel. Dazu verhelfe mir Got + Vater, Sohn und heil. Geist. Ama Segne mich daher, o süßester Herr Jeju indem Du aus Liebe zu den Menschen bein letzten Abendmahle Brod und. Wein gesegnet in Deinen Leib und in Dein Blut verwan delt und Deinen Hl. Aposteln dargebracht haft und in diesem wundervollen Geheimnisse unt uns wohnest; beschirme mich also ob diese unaussprechlichen Liebe, damit schamroth all diejenigen zurückweichen, die meine Seele ho sen, damit ihre Bosheit zu nichte werde, ihn ehrabschneiderische Zunge zum Schweigen g bracht werde; und sollten sie mir schaden oder mit bewaffneter Hand mich angreifen oder mich verwunden wollen, da mögen s mit Blindheit geschlagen werden, damit si mir nichts anhaben können. Durch Dein Allmacht sollen ihre Angriffe vereitelt verden, sowohl zu Wasser, als auch zu Land, sowohl bei Tage, wie bei der Nacht; der Schutz des Himmels sei mein Schild; die hl. Engel feien meine Mitkämpfer und meine Beschützer, damit ich im Kampfe nicht erliege. Dazu verhelfe mit † Gott Vater, † Sohn und † hl. Geist. Amen. 205 Nun folgen: Die heiligen sieben Worte, die unser Herr Jesus Christus am Stamme des Hl. Kreuzes gesprochen hat. Das erste Wort: Vater, verzeihe ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun! Das zweite Wort zum reuigen Schächer gesprochen: Wahrlich sage ich Dir, heute noch wirst Du mit mir im Paradiese sein. Das dritte Wort zur schmerzhaften Mutter: Weib, siehe da Deinen Sohn! und zu Johannes: Siehe Deine Mutter! Das vierte Wort: Mich dürftet! Das fünfte Wort: Mein Gott! Mein Gott! warum hast Du mich verlassen! Das sechste Wort: Es ist vollbracht. Das siebente Wort: Vater! in Deine Hände empfehle ich meinen Geist! Hicrauf neigte er sein Haupt und verschied. Jesus von Nazareth, Du König der Juden, in Deine Hände empfehle ich meinen Leib und meine Seele. Du selbst wollest mich segnen und zwischen meinen sichtbaren und unsichtbaren Feinden und zwischen mir durch Deine allmächtige Liebe einen heil. Frieden 206 stiften: Gott, allmächtiger † Vater, Dir über gebe ich mich gänzlichy; Gott Sohn † in Dein allerheiligsten Wunden empfehle ich mic Gott hl. Geist, regiere und leite mich dur Deine hl. Gnade im wahren Frieden. Namen des Vaters, und des † Sohne und des hl. Geistes. Amen. Das Kreuz unseres Herrn Jesu Chrifti sei bei mir, und beschirme mein Haupt, mein Augen, meine Hände, meine Füße und all Glieder meines Leibes. Jener Segen, den Gott dem Abraham ertheilte, steige auf mit herab. Jener Segen, den Joseph erhielt als er nach Egypten verkauft wurde, steig auf mich herab. Jener Segen, den Tobias seinem Sohne ertheilte, steige auf mich herab Jener Segen, welchen der Engel dem mit ihm ringenden Jakob ertheilte, steige auf mid herab. Jener Segen, mit dem der himmli sche Vater bei der Geburt in Betlehem Stalle seinen geliebtesten Sohn gesegnet hat steige auf mich herab. Jener Segen, wit dem die allerfeligste Jungfrau Maria bei der Opfer. ung ihres Sohnes im Tempel vom greisen Simeon gesegnet wurde, steige auf mich herab. Jener Segen, mit dem der Herr Jesus Chri stus bei seiner Taufe im Flüsse Jordan vom himmlischen Bater überhäufet wurde, steige 207 auf mich herab. Jener Segen, den Gott Bater seinem vielgeliebten Sohne auf dem hl. Delberge, als derselbe mit seinem blutigen Schweiße sein bitteres Leiden begann, er. theilte, steige auf mich herab. Jener Segen, den Gott Bater seinem geliebtesten Sohne ertheilte, als derselbe in einer unaussprechlichen Verlassenheit am Stamme des hl. Kreuzes verblutete, steige auf mich herab. Jener Segen, den Gott Vater seinem geliebtesten Sohne ertheilte, als derselbe glorreich von den Todten auferstanden ist, steige auf mich herab: Jener Segen, den Gott Vater seinem vielgeliebten Sohne bei seiner Himmelfahrt ertheilte, steige auf mich herab. Jener Segen möge mich überhäufen, den die allerh. Dreifaltigkeit der allerseligsten Jungfrau Maria ertheilte, als sie mit Leib und Seele von den Engeln in den Himmel aufgenommen wurde. Es möge beim Throne der allerheiligsten Dreifaltigkeit allezeit für mich fürbitten die allerfeligste Jungfrau Maria, und mir alle Gnaden erbitten. Im Namen des Vaters und † des Sohnes und des † hl. Geistes. Amen. Gebet zum süßen Namen Jesu. O Gott! der Du den süßesten Namen Jesus, Deines geliebtesten Sohnes, allen Dei 208 nen Gläubigen angenehm und lieblich, da bösen Geistern aber furchtbar und erschred lich gemacht hast, verleihe gnädiglich, dami Alle, welche diesen allerh. Namen auf Erda andächtig verehren, die Süßigkeit des himm lischen Trostes in diesem Leben genießen, um im fünftigen die Freuden einer unendlica Seligkeit erlangen mögen. O gütigster Jeju! erbarme Dich meine denn unter dem Himmel ist uns kein ander Namen gegeben, der uns mehr mit Tro und Freude erfüllen könnte, als Dein ande tungswürdigster Name. Deshalb nehme auf ich zu Dir meine Zuflucht, und bitte Du wollest mich um Deines Namens willa felig machen. Sei mein Jesus, ich mag ar beiten oder ausruhen; sei mein Jesus, wen ich zur Sünde gereizt werde, damit ich durd die Kraft dieses allerh. Namens von der Tod sünde bewahret werde. Sei mein Jesus, id mag schlafen oder wachen, sei mein Jesus Wasser und zu Lande; sei mein Jesus in Kampfe und in jeglicher anderer Gefahr; ja mein Jesus im Glücke und im Unglücke; in Versuchungen des bösen Geistes und im Eifer zum Guten; sei mein Jesus in Gesundheit und Krankheit; sei aber ganz vorzüglich mein Jesus in meinem letzten Sterbestündlein. A 209 mein süßester Jesus! verlasse mich nicht in diesem erschrecklichen, für die ganze Ewigkeit entscheidenden Augenblicke, und erbarme Dich im Gerichte meiner; und wolle doch nicht auf meine Sünden, die fast zahllos sind, schauen, noch auf meine Verdienste, die so klein und unvollkommen sind; sondern auf die Liebe und Verdienste Deines allerheiligsten Namens, sowie auch auf die Verdienste Deiner allerheiligsten Mutter und einzig nur durch diese Verdienste hoffe und bitte ich flehentlich um die ewige Seligkeit. O mein Jesu! Du allein bist mein ganzer Reichthum, Du meine einzige Wonne, wenn ich Dich habe, so habe ich Alles, ohne Dich bin ich nichts, bin ich gänzlich verlassen, vollkommen in der Macht meiner Feinde. Was nüßet es meiner armen Seele, wenn sie auch die ganze Welt gewänne, wenn Du sie, mein Jesu! berlassen solltest? und was würde es meiner Seele schaden, wenn sie auch von Allen verlaffen würde, wenn nur Du sie hältest. Drücke in mein Herz Deinen allersüßesten Namen, damit mich alle Thorheiten der Welt anekeln und ich mit dem hl. Bernard in Wahrheit rufen kann: Mein allerliebster, mein aller holdseligster, mein süßester Jesu! mit Dir will ich in Ewigkeit vereiniget bleiben. Amen. Wahres Opfer. 14 210 Sei mir, o Herr Jesu! ob Deines Namens willen ein Jesus, d. h. ein Heilan drücke, ich bitte Dich demüthiglich, meine Herzen diesen gnadenvollen Namen ein, dan ich durch dessen Süßigkeit ersättiget, but Gegenliebe entzündet werde, und einzig in Dir lebe und sterbe; damit ich all und überall Deinen wonnereichsten, allersi sten, mehr denn Honigseim lieblichen Name anrufe, damit mein letzter Seufzer sei: Jesu! Jesu! Jesu! Amen. Begrüßung der allerheiligsten fünf Wunde Jesu Christi. ( Von der Hl. Mechtildis.) Seid gegrüßet, Ihr heilvollen Wunda Jesu Christi, durch die Allmacht des himm lischen Baters, der uns in Euch eine Zuflucht stätte bereitet hat; durch die Weisheit Je Christi, der Euch aus Liebe zu uns an seine hl. Leibe erduldet hat; durch die Güte de hl. Geistes, der in euch das Wert unser Erlösung bewirket hat. O allerheiligsten Wunden Jesu! verwun det mein Herz, damit ich ohne Unterlaß a Euch denke, und durch Euch meine Handlunge Gott aufopfere, und in der Todesstunde in G eine sichere Zufluchtsstätte finden möge. Ame e C De QU 90 Geistlicher Schild zur Beschirmung des Leibes und der Seele, E besonders in großen Gefahren sehr heilsam zu gebrauchen. Das ist: Verschiedene Gebete und Segnungen, die die heil. katholische Kirche entweder mit heil. Ablässen bereichert hat, oder die Heiligen Gottes verrichtet haben. 14* Verschiedene Gebete und Segnungen. Anrufung des Schutzes Gottes wider ak sichtbaren und unsichtbaren Feinde. ( Aus dem 67., 53., 58. Pfalme.) s erhebe sich Gott, daß zerstreuet wer den seine Feinde, und fliehen, die in hassen, vor seinem Angesichte! Wie Rauch vergeht, sollen sie vergehen; m Wachs vor dem Feuer zerfließt, also folla zu Grunde gehen die Sünder vor Got Und die Gerechten sollen in Freuden leben und frohlocken vor dem Angesichte Gotte und sich erlustigen in Wonne. Errette mich mein Gott von meinen Feinder und von denen, die wider mich aufstehe erlöse mich. Errette mich von den lebe thätern, und von den Blutgierigen hilf mit Gott! in Deinem Namen errette mich un in Deiner Kraft schaffe mir Necht. Den Fremde haben sich gegen mich erhoben, un Starke haben meiner Seele nachgestrebt, und Gott nicht vor ihren Augen gehabt. Denn siehe, Gott steht mir bei; und der St. C 213 Her nimmt auf meine Seele. Wend' ab das Böse auf meine Feinde, und in Deiner Wahrheit zerstöre sie, damit sie selbst die Wahrheit Deiner Verheißungen erkennen und ich mich Deines Schutzes erfreuen möge. Auf Dich, mein Herr und Gott, habe ich stets vertraut, beschüße und errette mich daher von Allen, die mich verfolgen. Vertreibe sie in Deiner Kraft, o Herr, unser Beschützer. Sünde ist es, was ihr Mund spricht, und ihre Lippen rufen. Es mögen sich ihre Reden verwirren, und ihr Stolz demüthigen; ihre Lügen und Lästerungen mögen offenkundig werden, denn Du bist mein Erretter und Beschirmer. Ich will Dir lobsingen, denn Du, o Herr! bist barmherzig und mächtig. Ehre sei dem Bater, und dem Sohne, und dem heil. Geiste von mir und allen Menschen dargebracht jetzt und allweg, und in Ewigkeit. Amen. Zuversichtliche Bitte um Gottes väterlichen Schutz. ( Psalm 24.) Mein Gott! auf Dich vertraue ich, laß mich nicht zu Schanden werden, und mich nicht verlachen von meinen Fein 214 den; denn alle, die auf Dich warten, we den nicht zu Schanden. Zu Schanda sollen alle werden, die Böses thun frevent lich. Deine Wege, Herr! zeige mir, un Deine Stege lehre mich! Leite mich in Deiner Wahrheit und lehn mich; denn Du bist, o Gott! mein He land, und auf Dich habe ich gehoffet da ganzen Tag. Gedenke, Herr! Deiner Erbarmungen und Deiner Gnaden, die vom Anbeginner sind. Der Sünden meiner Jugend und meiner Unachtsamkeit gedente nicht. Na Deiner Barmherzigkeit gedenke mein; un Deiner Güte willen, o Herr! Gütig und gerecht ist der Herr; darum wird er ein Gesetz geben den Fehlenden auf dem Wege. Wird führen die Sanftmüthigen im Gerichte wird lehren die Sanften seine Wege. Alle Wege des Herrn sind Barmherzigkeit und Wahrheit, denen, die seinen Bund, und seine Zeugnisse halten. Um Deines Namens willen, Herr, sei gnädig meiner Sünde, denn ihrer ist viel. Wer ist der Mensch, der den Herrn fürchtet! Er hat ihm ein Gesetz auf dem Wege ge geben, den er wählen soll. 110 C 11 215 Seine Seele wird weilen im Guten, und sein Same wird erben das Land. Eine Beste ist der Herr denen, die ihn fürchten; und sein Bund ist, daß er ihnen offenbar werde. C Meine Augen gehen immer nach dem Herrn; denn er wird meine Füße aus dem Netze ziehen. 78 nd Die Trübfale meines Herzens sind vielfältig geworden; aus meinen Nöthen rette mich. Siehe an meine Demüthigung und meine Beschwerde; und vergib alle meine Sünden. Siehe auf meine Feinde, denn ihrer sind viele, und mit ungerechtem Hasse hassen sie mich. Bewahre meine Seele, und rette mich; laß mich nicht zu Schanden werden, denn ich habe auf Dich gehoffet. 781 Die Unschuldigen und Aufrichtigen hängen mir an; denn ich hoffe auf Dich. Erlöse, Gott, Israel aus aller seiner Drangsal. Ehre sei dem Vater, und dem Sohne, und dem hl. Geiste, wie sie war im Anfange, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. Schau auf mich, und erbarme Dich meiner; denn ich bin einsam und arm. 216 Segen des hl. Antonins von Padua. Weichet zurück alle bösen Geister dem Zeichen des heil.+ Kreuzes, denn da Löwe Juda hat gesieget, der Sprößling De vids. Alleluja. Segen des hl. Ubald. Unser Herr Jesus Christus sei bei Di und beschirme Dich, er stärke Dich und bleik bei Dir, damit er Dich führe auf allen Deiner Wegen; er sei hinter Dir und erquicke Dih er sei Dein Schutz und Segen, der mit den Vater in Einigkeit des hl. Geistes lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Segen der hl. Brigitta. ( Ex Revell. S. Brigittae.) O Gott! sei mir armen Sünder gnädig und beschirme mich alle Tage meines Lebens Gott Abrahams, Gott Isaks, Gott Jakobs erbarme Dich meiner, und sende mir zu Hilfe den hl. Erzengel Michael, der mich beschützen und bewahren möge wider alle meine Feinde. Ohl. Erzengel Michael! ich bitte Dich ob jener Verdienste, die Du Dir gesammelt hat, 217 sowie auch durch unseren Herrn Jesum Christum, errette mich heute von allem Uebel, und vor einem jähen und unversehenen Tode. O hl. Raphael und alle hl. Engel und Erzengel, kommt mir zu Hilfe. Ich bitte Euch, ihr wollet mich mit Euerer himmlischen Kraft beschützen, damit mir der böse Feind diesen Tag nicht schaden könne; damit er weder durch Feuer noch durch einen anderen Unglücksfall, noch bei der Nacht mir nachtheilig werden könne. Siehe das † Kreuz des Herrn, weichet zurück alle feindlichen Mächte: denn der Löwe aus dem Geschlechte Juda hat gesieget, der Sprosse Davids. Alleluja. O Erlöser der Welt, heilige mich durch Dein hl. Kreuz und durch Dein kostbarliches Blut helfe mir. Darum bitte ich Dich, o Herr! mein Gott, mein Heiland, meine einjige Wonne! Heiliger Gott! heiliger Starter, hl. Unsterblicher, erbarme Dich meiner! Sehet das Kreuz des Herrn, in dessen Wunderfraft sollen alle feindlichen Kräfte zerstreuet werden, und weichet zurück von mir alle Feinde des Leibes und der Seele, die ihr mir Uebles wollet. Das Kreuz Christi rette mich! Das Kreuz Christi+ beschütze mich! Das Kreuz † Christi beschirme mich und entreiße 218 mich aus allen Gefahren des Leibes und da Seele. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des hl. Geistes. Amen. Aus dem fünften Buche Mofis. MAR( Exodus e. 20. Deuteron. c. 5.) ,, Ich bin der Herr, Dein Gott, der Dif aus dem Lande Egypten geführet, ans dem Hause der Knechtschaft. Ich bin der Hen Dein Gott, der allmächtige, der starke und eifernde Gott, der die Missethaten der Väter an den Kindern strafet bis ins dritte und vierte Geschlecht bei denen, die mich hassen und der Barmherzigkeit thut bis ins tausends Glied bei denen, die mich lieben und mein Gebote halten, die meinen Namen nicht eitel nennen, die den Tag des Herrn feiern, die in Ehrfurcht und mit treuem Herzen in Go rechtigkeit und Rechtschaffenheit vor mir wandeln." Nach Deinen Gesetzen will ich wan deln, nur wende in den Tagen der Noth Dein Angesicht nicht von mir hinweg; es möge dit Bürde meiner Sünden verschwinden, sowie der Mond abnimmt, und meina Verdienste sollen wachsen und zunehmen vor Dir, wie das Licht des Mondes Zuwachs erhält; der Du den Kindern Israels den ersten Tag des 219 Monates als ein Sühnungszeichen festgeſetzt hast, um an demselben jegliche Feindesgewalt, die Deinen Lieblingen entgegentritt, zu vernichten; deshalb trete auch ich voll Zuversicht im Gebete zu Dir bei Tag und Nacht und bitte Dich, Du wollest mich aus der Fülle Deiner Gnaden stärken und beschirmen. Einige Stoßseufzer des hl. Proph. Iſaias. Jehova ist mein Beschüßer, deswegen fürchte ich nichts; denn der Herr ist meine Stärke und meine Seligkeit. Gott, der dem Abraham beistand und Jakob nicht zu Grund gehen ließ, der Herr der Heerschaaren, dem alle Geister gehorsam sind, wie im Himmel, also auch auf Erden, der mit der Stimme seines Donners rufet, und vor dem alles zittert; Gott, mein Erlöser, erhebe sich mit allen Schätzen seiner Glorie, die voll find von seiner Weisheit und hl. Erkenntniß, damit er die Kraft des Mächtigen feffle, denn er ist Alles in Allem; er ist die Herrlichkeit jeglicher Herrlichkeit, ihm ist Moses, Aaron und Salomon unterthan; er ist der Abgrund der Weisheit aller Weisen, und mit seinem allmächtigen Worte, das Himmel und Erde erschaffen hat, regieret er alles. Er wird den 220 Feind von mir vertreiben, sowie er ihn von Tobias, seinem Knechte vertrieben hat. Da Herr ist mit mir, und sein Licht leuchtet, wit das Licht von sieben Tagen damals, wem er die Wunden seines Sohnes verbindet, und ihn befreiet, damit er uns Reinigkeit, He ligkeit, Segen, Gnade und Fülle aller Gaben bereite, auf daß wir mit Freuden schöpfen mögen aus der siebenfachen Quelle des Hei landes, die zum ewigen Heile quillt.--Du der Du uns beschirmest vor Blitz und Un gewitter, der Du den Durst löschest wie mit einem Wasserbache, der uns wie hinter einem auf weit ausgebreiteter Wüste gegen Himmel emporragenden Felsen vor der Sonnenhit verbirgst; Du, der Du das auf Dich schau ende Auge nicht verdunkeln, das auf das Rufen Deiner Stimme lauschende Ohr nicht ' verstopfet werden lassest; der Du selbst die Thörichten mit Weisheit erfüllest, und die stotternde Zunge behend und verständlich spre chen lerneft; ja Du bist meine Stärkt jeden Morgen, und mein Heil zur Zeit der Trübjal. - Allmächtiger, ewiger, unveränderlicher Gott! erhöre die Bitte meiner Lippen, und Deine Barmherzigkeit erbarme sich meiner und aller Hausgenossen, meiner Geschwister 221 und Freunde. Ja, führe uns aus dem Dunkel zum Lichte, aus der Verachtung zur Gnade, aus der Noth zur Befreiung, als der Sünde zur Besserung, aus der Gottvergessenheit zu Deiner Erkenntniß, aus der Verzagtheit zum Frohsinne, aus der Knechtschaft zur Freiheit, von den Irrwegen zum wahren Wege, damit wir auf demselben einherschreitend das ewige Leben erlangen mögen. Amen. Gebet zur allerfeligsten Jungfrau Maria. ( Vom hl. Cajetan.) Du von Ewigkeit auserwählte Jungfrau und Mutter unseres Heilands, Jesu Chriſti! Mutter, voll der Güte und Erbarmung komme mir zu Hilfe, und bitte für mich Deinen lieben Sohn. Heilige Maria, allerfeligste Jungfrau, Du Zierde der Engel, Du Blüthe der Patriarchen, Du Wonne der Apostel, Du Sieg der Martyrer, Du Verherrlichung der Heiligen, Du Reinheit der Jungfrauen, bitte für mich armen Sünder, damit mir alle meine Sünden verziehen werden, damit ich so bewahrt bleibe von allen vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Uebeln. Amen. glorwürdigste Jungfrau Maria! Du Pforte des Himmels, Du Hoffnung der Chri 222 sten, Du Mutter der Barmherzigkeit, A Jungfrau der Jungfrauen, Du Quelle de Gütigkeit, Du Gefäß der Tugenden, D Wunder und Vorbild aller Jungfräulichtet Du Kleinod der ganzen Schöpfung; erbitt mir Glorie, Gnade und Verzeihung alle meiner Sünden. Amen. O allerfeligste Jungfran Maria, D Wunder der Gottheit, Du Gnadenvolle, vel Demuth, Unschuld und Gottesfurcht; aller heiligste Jungfrau, an der die Engel ihn Wonne haben, über die die Himmel fro locken; erhabene Mutter meines Erlöseri nehme mich auf unter Deinen Schutzmantel damit ich Dein Jünger sei, Dir in allen Guten nach Möglichkeit nachfolge, und Di somit als meine Mutter, Freundin und Für sprecherin bei Gott Dich beweisest; denn i weiß, daß ich nur durch Nachfolge Deine Tugenden Dich gehörig verehren und nur so Deiner Gunst, Liebe und Fürsprache bei Gott würdig werden könne. Mit dieser, Deiner Fürsprache bei Gott einzig und allein würdigen Gesinnung und Vorsatze rufe ich zu Dir, hl. Mutter me nes Heilandes aus diesem Thränenthale, in dem so oft das Elend der Sünden uns um lagert, wende zu uns Dein barmherzigstes 223 Angesicht; helfe uns armen Sündern all' unser Elend tragen, helfe uns, damit wir uns vor Sünden bewahren, vor Gefahren uns hüten, die uns bedrohen, und verlasse uns nicht, wenn endlich beim letzten Todeskampfe mns Armselige der Tod überfällt; stehe uns im ftrengen Gerichte bei, damit wir die ewige, unendliche Glorie in Jenseits erblicken mögen. Amen. 51 1 1 Gebete zur Mutter Gottes auf jeden Tag der Woche. ( Von heil. Alphons von Liguori.) Gebet für den Sonntag. Siche hingestreckt zu Deinen Füßen, o Maria, Mutter Gottes! einen elenden Sünder, der zu Dir seine Zuflucht nimmt, und auf Dich sein ganzes Vertrauen setzt. Nicht eines Blickes von Dir bin ich eigentlich werth; doch weiß ich, daß Du, wenn Du Deinen Sohn anfiehst, wie er, um die Sünder zu retten, den Tod erlitten, ein großes Verlangen trägst, ihnen zu helfen. Mutter der Barmherzigfeit! Siehe an mein Elend, und habe Mitleid mit mir! Ueberall wirst Du angerufen, als die Zuflucht der Sünder, die Hoffnung 224 der Kleinmüthigen, die Hilfe der Verlaffenen Du bist also auch meine Zuflucht, meine Ho nung, meine Hilfe. Durch Deine Fürspray wirst Du mich retten. Durch die Liebe Jet Chrifti stehe mir bei, reiche Deine Hand den tief Gefallenen, der sich Dir empfiehlt. Ich weiß Du hast große Freude, einem Sünder zu hel fen, wenn Du es vermagst; hilf mir dem also, denn Du kannst mir helfen. Mit me nen Sünden habe ich die göttliche Gnade und zugleich meine Seele verloren. Aber m übergebe ich mich in Deine Hände; zeige mit was ich thun soll, um wider die Gnad meines Herrn zu erlangen, und ich will c sogleich vollziehen. Er sendet mich zu Dit damit Du mir beistehen sollest; er will, daj ich Zuflucht nehmen soll zu Deiner barm herzigen Milde, damit nicht nur die Ver dienste Deines Sohnes, sondern auch Dein Fürbitte mir zu meiner Seligkeit helfen. 3 Dir also nehme ich meine Zuflucht; bitt Jesum für mich; laß mir die Gnade zukom men, die Du Jenen zu Theil werden lassest welche auf Dich ihr Vertrauen setzen. Ja dies hoffe ich! Amen. ( Drei Gegrüßet feist Du, als Ersatz der zahl lofen Lästerungen, welche gegen die allerfelizste Jung frau ausgestoßen werden.) 225 Ot Gebet für den Montag. D Königin des Himmels, allerheiligste Maria! ich, der ich einstmals ein Sklave des höllischen Geistes gewesen, will mich nun auf ewig Deinem Dienste weihen, und bin bereit, Dich zu loben und Dir zu dienen durch die ganze Zeit meines Lebens. Nimm mich also zu Deinem Diener an, und verstoße mich nicht, wie ich es zwar wohl verdiente. O meine Mutter! in Dir ruhen alle meine Hoffnungen. Ich preise und danke Gott, daß er mir durch seine Barmherzigkeit dieses Vertrauen zu Dir gegeben hat. Es ist zwar wahr, daß dich vordem armselig der Sünde mich hingab; aber ich hoffe, daß ich durch die Verdienste Jesu Christi und durch Deine Für sprache bereits Verzeihung erlangt habe. Doch ganz beruhigt mich dieses noch nicht, meine tit liebe Mutter! Ein Gedanke ängstigt mich 3 noch: daß ich die göttliche Gnade neuerdings verscherzen kann; denn ich schwebe stets zwischen Gefahren, meine Feinde schlafen nicht, stund neue Versuchungen werden mich überfallen. Ach, so beschütze mich denn, meine Gebieterin! stehe mir bei wider die Angriffe der Hölle, und gestatte nicht, daß ich auf's Neue in Sünden falle, und Deinen göttlichen Sohn wieder beleidige. O nein! nimmer ſoll 9₁ Wahres Opfer. 15 226 es dahin kommen, daß ich abermals mein Seele, den Himmel, und den lieben Gott verliere. Um diese Gnade bitte ich Dich, 1 Maria! diese Gnade begehre ich, diese a bitte mir bei Gott. Dies hoffe ich zuve sichtlich. Amen. ( Drei Gegrüßet seist Du.) Gebet für den Dienstag. O allerheilig Maria! Mutter der Güte und Barmher zigkeit! wenn ich meiner Sünden mich erin nere und an den Augenblick meines Todes denke, so werde ich beklommen und zitten O meine süßeste Mutter! auf das Blut Jej Christi und auf Deine Fürbitte find all meine Hoffnungen gebaut. O Trösterin der Betrübten! verlaß mich damals nicht, säume nicht in jener großen Angst und Betrübniß mich zu trösten. Wenn mich jetzt schon die Erinnerung an die begangenen Sünden, die Ungewißheit der Verzeihung, die Furcht vor dem Rückfalle und die Strenge der göttlichen Gerechtigkeit peiniget, wie wird mir erst dann zu Muthe sein? Ach, meine Gebieterin, er lange mir doch, ehe noch meine Todesstunde nahet, Zähren einer aufrichtigen Buße über meine Sünden, und eine wahre Besserung und Treue gegen meinen Gott für die noch übrige Zeit meines Lebens. Und wenn einst 227 in die Stunde meines Hinscheidens da ist, o Maria! meine Hoffnung! hilf mir dann in jener großen Angst, die ich damals werde zu gewarten haben; stärke mich, damit ich nicht zaghaft werde im Anblicke meiner Vergehungen, die mir der böse Geist vor Augen halten wird. Erbitte mir die Gnade, daß ich dann im Stande sei, Dich recht oft anzu rufen, damit ich mit Deinem süßen Namen und mit dem Namen Deines allerheiligsten Sohnes auf den Lippen meinen Geist aufgebe. Diese Gnade, die Du so vielen Deiner Verehrer verliehen hast, bitte und hoffe auch ich von Dir zu erlangen. Amen. 0 ( Drei Gegrüßet seist Du.) er Gebet für den Mittwoch. O Mutter imeines Gottes, allerheiligste Maria! wie oft schon habe ich meiner Sünden wegen die Hölle verdient. Vielleicht bei meiner ersten Sünde schon wäre der Urtheilsspruch vollzogen worden, wenn nicht Du! mitleidigste Mutter! die göttliche Gerechtigkeit zurückgehalten, und durch den Sieg Deiner Liebe über mein hartes Herz mich bewogen hättest, auf Dich mein Vertrauen zu setzen. Und ach! in wie biele andere Raster und Bergehungen wäre ich dann noch gefallen bei den Gefahren zur Sünde, die mir entgegen tamen, wenn nicht 15* 11 1 223 Du, o liebevollste Mutter! durch jene Gna den mich davor bewahrt hättest, die Du b Deinem Sohne für mich erlangtest. O mein Königin! was wird aber Deine Barmherzia keit und die Gunst mir helfen, die Du mi erweisest, wenn ich aus eigener Schuld ver loren gehe? Wenn es auch eine Zeit ga wo ich Dich nicht liebte; so liebe ich Di doch jetzt nach Gott über Alles. Gib dod nicht zu, daß ich mich je von Dir und vom Gott mehr abwende, der mir durch Dein Vermittlung so viele Barmherzigkeit erzeig hat. Meine liebenswürdigste Gebieterin! laj nicht zu, daß ich einst im Orte der Verwer fung immerdar Dich hassen und verwünschem müsse. Könntest Du es ertragen, einen Deiner Diener, der Dich liebt, verdammt sehen? O Maria! was sagst Du dazu? 3 sollte verloren gehen? Ja, ich gehe verloren wenn ich Dich verlasse! Aber wer with ein solches Herz haben, Dich zu verlassen Wer könnte auch einer Liebe vergeffen, wie Du sie zu mir trägst. O nein! Derjenign geht nicht verloren, der sich mit treuer Liebe Dir empfiehlt, und zu Dir seine Zufluch nimmt. Ach meine liebe Mutter! überla mich nicht meinen eigenen Händen, sonst gehe ich zu Grunde; gib, daß ich allzeit wieder 229 an Dich mich wende; errette mich, Du meine Hoffnung! Errette mich von dem Abgrunde der Hölle, und vorerst von der Sünde, die mich allein dazu verdammen kann. ( Drei Gegrüßet feist Du.) Gebet für den Donnerstag. O Königin des Himmels! die Du über alle Chöre der Engel erhoben, zunächst am Throne Gottes sigest; aus diesem Thale des Jammers sende ich clender Sünder meinen Gruß zu Dir hinauf, und bitte Dich, wende mir Deine mitleidigen Augen zu. Siehe, o Maria! wie vielen Gefahren ich ausgesetzt bin, und so lange ich auf Erden lebe, ausgesetzt sein werde; so daß ich fürchten muß, meine Seele, den Himmel und Gott zu verlieren. Auf Dich, meine Gebieterin! habe ich alle meine Hoffnung gegründet. Ich liebe Dich, und sehne mich sehr, Dich bald zu sehen, und zu loben im Orte der Freuden. O Maria! wann wird jener Tag anbrechen, wo ich einst zu Deinen Füßen mich selig preisen werde? Wann werde ich jene Hand küssen, die mir so viele Gnaden spendete? Wahr ist es, meine Mutter! ich bin gegen Dich die Zeit meines Lebens sehr undankbar gewesen; doch wenn ich den Himmel erlange, so hat mein Undank ein Ende; dort werde ich allezeit die ganze Ewig 230 feit Dich lieben, und durch unaufhörlichen Preis und Dank meinen Undank ersetzen. J danke Gott, daß er mir ein so großes Vertrauen auf das Blut Jesu Christi und auf Deine mächtige Fürbitte verleiht. So viele von Deinen wahren Verehrern haben schon auf Dich vertraut, und keiner ist jemals ge täuscht worden: so werde denn auch ich nicht umsonst vertraut haben. O Maria! bitte Deinen Sohn Jesus, wie auch ich ihn durch die Verdienste seines Leidens bitte, daß er diese meine Hoffnung befestige, und in mir immer zuversichtlicher werden lasse. Amen. ( Drei Gegrüßet feist Du.) Gebet für den Freitag. O Maria! Du bist die Edelste, Erhabenste, Reinste, Schönste und Heiligste unter alleen Geschöpfen. O! wenn nur Alle Dich kennten, erhabenste Gebieterin! und Dich liebten, wie Du es verdienest. Doch tröste ich mich mit dem, daß so viele heil. Seelen im Himmel, und Gerechte auf Erden leben, die wegen Deiner Güte und Schönheit ganz von Liebe zu Dir eingenommen sind. Ueber Alles freut es mich aber, daß Gott selbst Dich allein mehr liebt, als alle Engel und Menschen insge sammt. Meine Liebenswürdigste Königin! 231 auch ich elender Sünder liebe Dich; aber viel zu gering ist meine Liebe! Ich wünschte eine viel stärkere und zärtlichere Liebe gegen Dich zu haben: o! möchtest Du mir diese Gnade bei Gott erbitten; denn Dich zu lieben ist ein sicheres Zeichen der Auserwählung und eine Gnade, welche Gott denen verleihet, die das ewige Heil erlangen. Ich erkenne mich auch, o meine Mutter! hoch verpflichtet gegen Deinen geliebten Sohn; er verdient über alles Maß geliebt zu werden. Du aber, deren heißester Wunsch es ist, Deinen göttlichen Sohn von Allen geliebt zu sehen, erlange mir diese Gnade, Jefum Christum über Alles zu lieben. Dies erbitte Du mir, die Du Alles erlangest, was Du von Gott begehrest. Ich suche keine Erdengüter, keine Ehren, feine Reichthümer; ich suche nur das, was Dein Herz am meisten verlangt: meinen Gott allein zu lieben. kann es möglich sein, daß Du dieses mein Begehren, das Dir so ausnehmend gefällt, nicht unterstützen solltest? Onein! Deine hilfe ist mir schon nahe, ich vernehme schon Dein Flehen zu Gott. So bitte denn, o Maria! bitte, und höre nicht auf Gott zu bitten, bis Du mich nicht im Paradiese siehest, wo ich dann gewiß bin, meinen Gott zugleich 232 mit Dir, meiner liebsten Mutter ganz be sigen, und ewig lieben zu können. Amen. ( 3 Gegrüßet feist Du.) 2702241 Gebet für den Samstag. O meine hei ligste Mutter! ich sehe die Gnaden, die Dr mir erbeten hast, sehe aber auch den Un dank, den ich gegen Dich bewies. Ein Un dankbarer ist fernerer Wohlthaten nicht werth; dennoch aber will ich nicht nachlassen mein Vertrauen auf Deine Barmherzigkeit zu je gen. O meine mächtige Fürsprecherin! habe Mitleid mit mir. Du bist die Ausspenderin aller Gnaden, die Gott uns Elenden zu kommen läßt, und deshalb hat er Dich so mächtig, so reich, so mildthätig gemacht, da mit Du uns beistehest. Sehnlich verlange ich, selig zu werden: siche, nun lege ich in Deine Hände mein ewiges Heil; Dir über gebe ich meine Seele. Ich wünsche, unter Deine eifrigsten Diener gezählt zu werden, ol verstoße mich nicht. Du suchest die Elenden auf, um ihnen zu helfen, o! so weise auch mich Elenden nicht ab, der zu Dir seine Zuflucht nimmt. Sprich für mich vor; denn Dein Sohn thut alles, um was Du ihn bittest. Nimin mich unter Deinen Schut, und ich bin geborgen, denn wenn Du mich beschützest, so habe ich nichts zu fürchten; 233 nichts meiner Sünden wegen, denn ich hoffe, daß Du mir deren Verzeihung erbitten wirst; nichts von den höllischen Geistern, denn Du bist mächtiger, als die ganze Hölle; nichts von meinem Richter Jesu, denn auf Deine Fürbitte wird er sich besänftigen lassen. Nimm mich also unter Deinen Schutz, meine Mutter! und erlange mir die Vergebung meiner Sünden, die Liebe zu Jesus, die heil. Beharrlichkeit, einen guten Tod, und zuletzt die ewige Seligkeit. Zwar verdiene ich diese Gnaden wahrlich nicht; doch wenn Du bei dem Herrn für mich bittest, so werde ich sie gewiß erlangen. Bitte also Jesum für mich! O Maria, meine Königin! auf Dich vertraue ich, in dieser Hoffnung ruhe und lebe ich, mit dieser Hoffnung will ich sterben. Amen. ( 3 Gegrüßet seift Du.) lamed Pius VII. verlieh mit Reskript vom 21. Juni 1808 einen Ablaß von 300 Tagen für Einmal im Tage, wenn man reumüthig an dem einfallenden Tage der Woche eines der obigen, auf die Wochentage vertheilten Gebete, mit 3 Gegrüßet seist Du zum Erage der Lästerungen, welche von schlechten Christen, Sergläubigen und Ungläubigen je gegen die allerfeligste Jungfrau ausgestoßen wurden und noch werden, verrichtet. Wer diese Gebete mit den 3 Gegrüßet seist Du durch einen ganzen Monat verrichtet, erlanget an einem selbst gewählten Tage nach Empfang der bl. 234 Sakramente und dem Gebete für die Hl. Kirche einen vollkommenen Ablaß. Diese Ablässe können auch den armen Seelen im Fegefeuer zugewendet werden. Gebet zum heiligen Franz Xaver, Patron gegen Feuer und Ungewitter. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du die Größe Deiner Allmacht und Güte durch die zahllosen, auf die Fürbitte des heil. Fran Xaver an uns elenden Sündern gewirkten Wunder uns offenbarest: wir bitten Dich demüthiglich, Du wollest uns ob der glor reichen Verdienste desselben von den längs schon verdienten Strafruthen Deiner Ge rechtigkeit gnädiglich befreien, und von allem drohenden Unheile dieses Ungewitters( dieser Feuersbrunst) uns erretten, damit wir durd Deine göttliche Gnade von jeglicher Gefahr bewahret, Dich loben, ehren und preise mögen. Durch Jesum Christum unserer Herrn. Amen. Gebet, welches der Hl. Franz Xaver in jeglicher Gefahr beten pflegte. Herr, Jesu Christe! Du Gott meines Herzens, ich bitte Dich durch Deine aller heiligsten fünf Wunden, welche Dir Deine 235 Liebe zu uns am hl. Kreuze geschlagen hat, fomme uns, Deinen Dienern zu Hilfe, und wende von uns durch Deine allerheiligsten Verdienste alles Uebel ab. Amen. Dessen Gebet um Verzeihung der Sünden. Barmherziger Gott, o Jesu Christe! ich bitte Dich durch die Kraft Deines heil. veidens und durch das Verdienst Deines Todes, den Du am Kreuze erduldet hast; würdige Dich mir meine Sünden zu verzeihen, gleich wie Du dem Schächer diesmal seine Sünden verziehen hast; gib mir den Sieg wider die Feinde meiner Seele, und ziehe alle Menschen an Dich, damit sie ihre Sünden wahrhaft erkennen und beweinen, und einst die Freuden des Paradieses in Ewigkeit genießen. Amen. Dessen Gebet um Schutz gegen Versnhungen. O Gott! Du Kraft unseres Heiles! verlaffe uns nicht in Gefahr und Versuchungen, und gib nicht zu, daß wir jemals in einen bösen Gedanken oder in eine sündhafte Begierde einwilligen, sondern bewahre, befreie, errette unsere Seele aus der Hand des bösen Feindes, damit wir jetzt auf Erden Deinen heiligen Namen bekennen, und 236 einst im Himmel Deine Anschauung ewig genießen mögen. Durch Jesum Christum unseren Herrn. Amen. Seine drei Lieblingsgebete. Für seine Verfolger. Herr, Jeju Christe! Du Gott meines Herzens! ich bitte Dich durch Deine schmerzlichste Todespein blicke Deine Wundmale an, welche Du un aufhörlich Deinem Vater für uns zeige und laß sie allen meinen Verfolgern zum Heile werden, damit sie sich bekehren. Amen. Zum hl. Kreuz. Sei gegrüßt, o Hol des hl. Kreuzes! Sei gegrüßt Du köstliches Kreuz! Ich übergebe mich Dir auf ewig! Am Für alle Menschen. O Herr, Jest Christe! Du Liebe meines Herzens! durd Deine hl. fünf Wunden, welche Dir die Liebe zu uns am Kreuze geschlagen hat, komm Deinen Dienern zu Hilfe, welche Du mit Deinem kostbaren Blute erlöset hast. Amen. Gebet zum hl. Rochus, einem besonderen Patrone gegen die Pest. d Getreuer Diener und Freund Gottes ht. Rochus! der Du eine Menge Menschen die bereits an der Pest darniederlagen, durg 237 das Zeichen des hl. Kreuzes geheilet hast, und endlich selbst durch einen Engel des Herrn von der Pest befreiet wurdeft, zu Dir nehme ich meine Zuflucht, und bitte Dich, o mächtiger Patron! Du wollest mich durch Deine vielvermögende Fürbitte, die der allmächtige Gott stets so bereitwillig erhöret hat, von der Pest und jeglicher anderer Ansteckung gütigst beschützen und bewahren. Gewähre mir diese meine Bitte, o mein mächtiger Fürsprecher bei Gott, damit ich jo Deinen hl. Schutz erfahre, und dereinst mit Dir Gott in Ewigkeit loben und preijen möge. Amen. Gebet zur hl. Rosalia. Allmächtiger Gott! der Du Deine heil. Jungfrau Rosalia mit einer solchen Liebe u Dir entflammet hast, daß sie zur Bewah, rung der hl. Jungfräulichkeit den königlichen Palaft ihres Vaters insgeheim verließ und in einer schauerlichen Höhle durch ihr ganzes Leben Dir durch Fasten, Nachtwachen und btödtungen diente: wir bitten Dich, verleihe uns gnädiglich, damit wir durch ihre mächtige Fürbitte und Verdienste von der Best gütigst bewahret werden und nach ihrem 238 heiligen Vorbilde jede Sünde, die die Be der Seele ist, und ihr das ewige Leben raubet, sorgfältig meiden, und dereinst verdiener mögen, sie in der himmlischen Glorie ewig zu preisen. Durch Jesum Christum, unseren Herrn. Amen. Gebet zum hl. Sebaſtian. Glorreicher Martyrer, heil. Sebaftian! der Du um der Lehre Jesu willen grausam mit Pfeilen durchbohret worden bist, blide von des Himmels Höhen auf uns Deine un würdigen Verehrer herab, die wir vom bösen Geiste durch tausendfache Versuchungen als eben so vielfache Pfeile der Hölle, von allen Seiten verfolgt, nicht nur tödtlich verwun det, ja sogar nur zu oft an der Seele gänz lich getödtet werden. Ach! nimm Dich unser ob Deiner Liebe zu Jesu, gnädig an, und wende durch Deine mächtige Fürbitte die Feuerpfeile der vereinten Höllenmächte von uns huldvollst ab. Aber nebst diesen To despfeilen der Seelen drohen auch unserem Körper die Strafruthen der Bestseuche. Da allmächtige Gott hat bereits unzählige Male durch wunderbare Abwendung der Pest dar gethan, wie mächtig Deine Fürsprache bei 239 ihm sei; und deshalb bitten wir Dich durch Deine entsetzlichen Qualen, Du wollest uns vor der Bestseuche gnädigst beschützen, und einen bösen, unversehenen, ewigen Tod von uns entfernen. Durch Jefum Christum, un seren Herrn. Amen. Gebet zum hl. Peregrin. Gedente, o hl. Peregrin! jenes unerhörten Wunders, das mit Dir geschah, als Du in unaussprechlichen Fußschmerzen, der ganz vom Krebse zerfressen war, und schon abgenommen werden sollte, Dich zuversichtlich zu Jeju dem Gekreuzigten wandtest, und Jesus om hl. Kreuze seine Rechte hilfreich Dir reichend Dich also anredete: Peregrin! ich bin es, der Gesundheit und Krankheit sendet. Ich bin es, der ich um das Heil der menschlichen Seelen weder Arbeit noch Mühen, weber Spott noch Verfolgung, ja nicht einmal den schmerzlichsten Tod scheute, sondern alles dieß freudig ertrug; weil Du mich jedoch Bermehrung meiner größeren Glorie um Gesundheit bittest, so möge Deine Bitte gewähret werden." Worauf Du augenblicklich geheilt wurdest. Durch diese große Gnade bitte ich Dich, Du wollest mir von Gott die 11 240 Gnade erlangen, damit ich von diesem schmerz lichen Uebel N. N., falls es zur größerm Ehre Gottes und zu meinem Seelenheile is befreiet werde. Sollte es aber der Will Gottes sein, damit ich es bis zum Tob trage, so will ich mich mit Freuden in seinen hl. Willen ergeben, erbitte mir nur von Got die hl. Geduld und Standhaftigkeit, dami ich so durch geduldige Ertragung die für mein Sünden verdienten zeitlichen Strafen schon auf dieser Welt abbüße, und dereinst wie Da die trostvollen Worte Jesu zu hören gewürdiget werde: Wohlan! Du getreuer Knecht gehe ein in die Freude Deines Herrn. Amen. #ism Gebet zum hl. Liborius, dem Patron wider Steinweh. D Gott! der Du den hl. Bischof Libe rius unter andern Gnaden vorzüglich mit de Macht, am Steinweh erkrankte durch sein Fürbitte zu heilen, gezieret hast: wir bitte Dich demüthiglich, Du wollest uns auf sein Fürsprache vor den Schmerzen des Steind gütigst bewahren, und von jedem andern Uebe des Leibes und der Seele beschützen. Dur Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 241 Gebet zur hl. Wilgefortis oder Kümmerniß. Heilige Jungfrau und unbesiegte Marthrin, Wilgefortis, die Du zur Bewahrung der heilig. Jungfräulichkeit von Jesu, Deinem Bräutigam, die Gnade erlangt hast, damit Dein von überirdischer Schönheit strahlendes Angesicht in ein häßliches verwandelt, und so alle niedrigen Absichten Deines Vaters, der Dich zur Ehe mit einem Heiden wingen wollte, vereitelt werden: ich bitte Dich demüthiglich, Du wollest mir ob Deiner übergroßen Liebe willen die Gnade erbitten, damit auch ich aus Liebe zu Jesus die Seelenschönheit, welche in der Gnade Gottes und in Tugenden besteht, höher als alle Erdengüter schätze. Und gleichwie Du wegen dem unerschütterlichen Bekenntnisse des L. Glaubens von Deinem eigenen Vater auf das Grausamste gemartert und dann sogar ans Kreuz geschlagen wurdest, und von Gott ob dieser Martern die Gnade erhalten haſt, Allen in Nöthen und Aengsten hilfreich beizustehen: so bitte ich Dich Du wolleft auf nich clenden Sönder gnädig herabblicken, und mir von Jesu Christo die Gnade erbitten, damit er dieses Kreuz( hier nenne dein Leiden), auf dem ich so schmerzlich jammere, falls es Wahres Opfer. 16 242 der Wille Gottes ist, von meiner Schulte nehmen möge; falls es jedoch der Wille Gottes ist, damit ich zum Heile meiner Seel noch länger, ja bis zu meinem Tode an diesem Kreuze hange, so erbitte mir die Gnade daß ich wie Du, o hl. Braut des Gefren zigten! freudigen Herzens es trage, und von demselben zur Umarmung des Sohnes Gob tes in die ewige Glorie eingehen möge. Am. Gebet der hl. Brigitta. ( Ex Revell. S. Brigittae.). Gott Vater vom Himmel! eile mir helfen. Gott Sohn, Erlöser der Welt! eil mir zu helfen. Gott heil. Geist! sei mein Tröster! O Maria, Mutter voller Gnaden eile mir zur Hilfe, und bitte für mich Deinen allerliebsten Sohn. Gegrüßt seist Du Toch ter Gottes, des Vaters; gegrüßt scist D Mutter Gottes, des Sohnes; gegrüßt feit Du Braut Gottes, des hl. Geistes; gegrüßt seist Du, Du Tempel der allerheiligsten Drei einigkeit; gegrüßt seist Du, Du Königin de Engel, Du Lehrmeisterin der Evangelisten Du Lehrerin der Apostel, Du Zierde der Be kenner, Du Krone der Jungfrauen. Gegrüßt seist Du, Du Mittlerin zwischen Gott und 243 den Menschen, Du Gnadenvolle, Du vom hl. Geiste Ueberschattete, mit der und in welcher Gott wesentlich gewohnt hat. Gegrüßt seist Du mehr als alle Weiber gesegnete, die Du ganz allein unter allen Töchtern der Erde zur Mutter des Allerhöchsten erkoren wurdest, die Du empfingest und gebarest die gebenedeite Frucht, den Erlöser der Welt, Jesum Christum, bei dem als bei Deinem Sohne Du als Mutter mit Deiner Fürsprache alles Gute uns erflehen kannst. O sei daher, o Maria! bei diesem Deinen lieben Sohne unsere Fürsprecherin: bitte für uns elende und unwürdige Sünder bei Deinem gebenedeiten Sohne in allen unseren Nöthen und Bedürfnissen, ganz vorzüglich aber in unseren letzten Zügen. Amen. O Maria, allerreinste Jungfrau, Mutter Jesu Christi, Pforte des Himmels, Helferin der Christen, Mutter der Barmherzigfeit, geistiges Gefäß. Paradiesrose, elfenbeinener Thurm, goldenes Haus, Morgenstern, Bunder der Jungfräulichkeit, kostbarer Edelstein des ganzen Menschengeschlechtes, erbitte mir die Gnade bei Deinem Sohne, und Verjeihung der Sünden. O hochgebenedeite Jungfrau Maria! Du Bunder Gottes, des hl. Geistes, Du Para16* 244 dieses- Pforte, Du Schild des hl. Glaubens ob der sich die Engel erfreuen und Dich lob preisen. Auch ich N. N., Dein unwürdigste Diener, will Dir getreulich dienen. Beschüt mich, o mächtige Frau! in diesem elenden& ben, stehe mir bei meinem Tode bei, dami ich vor dem Nichterstuhle Jesu Christi be stehe, und dereinst ewig mit Dir mich erfreue O Jesu! Du Sohn des lebendigen Gottes, leite und regiere mich und beschüße mid vor allem Uebel, vor dem bösen Feinde und vor allen seinen Helfershelfern. Beschirme mich, ihr hl. Engel und Erzengel, hl. Mi chael, hl. Gabriel, hl. Raphael, ihr hl. Apo stel und Evangelisten, ihr hl. Patriarchen und Propheten, ihr hl. Bekenner und Martyrer, ihr hl. Jungfrauen und alle Heiligen Gottel; Euch bitte ich flehentlich, stehet mir allezeit bei, damit der böse Feind keine Gewalt über mich habe. O mächtiger Gott! der Du uns nac Deinem Ebenbilde erschaffen und durch Dei nen eingeborenen Sohn erlöset haft; Gott, der Du die Susanna von der falschen An schuldigung errettet, den Daniel aus der 26wengrube geführt und die drei Jünglinge dem Feuerofen entriffen hast, bewahre mich vor der Sünde. D Herr Jesu Christe! ob Dei 245 ner unendlichen Barmherzigkeit bitte ich Dich, beschütze mich vor allem Ulebel, damit mir weder am Leibe noch an der Seele nichts Böses widerfahre, besonders aber bewahre mich durch Deine allerheiligsten Wunden vor einem bösen, unversehenen und ewigen Tode. Amen. Gebet des hl. Marcell. O allerheiligste Gebärerin Deines Gottes, Deines Erlösers, Du Braut des heil. Geistes, Du Freude und Hoffnung aller Heiligen und Zierde des himmlischen Paradieses! Du, o allerglorwürdigste Jungfrau! bist der Spiegel aller Tugenden, der Thron des Sohnes Gottes, die Regiererin der Engel, die Mutter Jesu Christi: Dich bitte ich demüthiglich, erbitte mir Gnade der hl. Beharrlichkeit im Guten, und bewahre mich vor jedem Unglücke, vertreibe den Satan mit allen seinen Werken von mir, sowohl dem Leibe nach; als besonders von der Seele; verleihe mir die Gnade, o Mutter voller Barmherjigkeit! damit ich Gott stets mehr liebe; bitte auch für mich Deinen allerliebsten Sohn, Jesum Chriftum, und zeige dem himmlischen Bater seine Hl. Wunden! zeige auch Deinem 246 Sohne Dein mit dem Schmerzensschwerte durchbohrtes Herz, zeige dem hl. Geiste alles, was Dein Sohn und Du mit ihm für das Heil der Welt ertragen habet, und bewege den erzürnten dreieinigen Gott zur Barmherzigkeit. Ach, gnädigsie Mutter! laffe dod nicht zu, daß ich meiner Sünden wegen, ob denen Dein unschuldiger Sohn am hl. Krezesstamme so schmerzlich gestorben ist, Grunde gehe; erbitte mir Standhaftigkeit im hl. Glauben, und beim Austritte aus diesem Thränenthale erbitte mir die Krone der emigen Herrlichkeit. Amen. Verehrung aller Glieder des leidenden Heilandes. Sei gegrüßt, o hochheiliges Haupt mi nes Heilandes, Jesu Christi! welches Du fi mich mit Dornen gekrönt nnd geschlagen wor den bist. Ja, Du so sehr gequältes Haup bist am reizendsten unter allen, Du bist volle Guaden, Güte und Liebe. Seid gegrüßt, ihr hochheiligen Wange meines Heilands, Jesu Christi! die ihr me netwegen mit Geifer verunehret, mit Baden streichen geschlagen und durch gottesläster sche Anspeiungen verunstaltet worden seil 247 Ach allerheiligstes Angesicht, in das zu bliklen den Engeln eine unaussprechliche Wonne ist, das alle Heiligen und Auserwählten lobpreisen, Du bist meiner Sünden wegen verunstaltet! Seid gegrüßt, ihr hochheiligen Augen meines Heilands, Jesu Chrifti! die ihr so oft für mich elendes und undankbares Geschöpf mit gnadenvollen Thränen überronnen waret. Sei gegrüßt, Du hochheiliger Mund, der Du meinetwegen mit Galle und Effig getränket worden bist; denn Du hast meinetwegen unzählige Male geklagt, mich Elenden ermahnet und zu Buße ermuntert. Seid gegrüßt ihr hochheiligen und mitleidigen Ohren meines Heilandes, Jesu Christi, die ihr meinetwegen mit Hohn, Lästerungen und fündhaften Reden überfüllt worden seid. Wehe mir Elendem! der ich nicht unterlasse durch Fluchen, Lästerungen, üble Nachreden und unzüchtige Gespräche euch zu beleidigen. Sei gegrüßt du hochheiliger und demüthiger Hals und Rücken meines Heilands, Jesu Christi, die ihr meinetwegen so unmenschlich geschlagen und gegeißelt worden seid! Und ich elender Sünder höre anstatt der Besserung 248 meiner Fehltritte nicht auf, stets vom Neuen diese grausamen Wunden zu erneuern und zu vermehren. Ach Jesu! erbarme Did meiner! Seid gegrüßt, ihr hochheiligen und grausam für mich ausgespannten Hände und Arme meines Heilands, Jesu Christi. Ihr seid ausgespannt, damit ihr mich, reuevoll zurückkehrenden Sünder umarmet, und ich Verblendeter entferne mich in meiner Ver stocktheit je länger je mehr von euerer Um armung. Sei gegrüßt, o hochheiliges, liebeflam mendes Herz meines Heilands, Jeſu Christil das Du für mich mit einem Speer durch bohrt wurdest, und aus dem Blut und Wasser, zur Abwaschung meiner Sünden, so reichlich geflossen ist. Seid gegrüßt, ihr hochheiligen und de müthigen Knie meines Heilands, Jesu Christi! die ihr meinetwegen im Garten Gethsemani und auch anderswo so oft zum Gebete niedergekniet seid, damit er so für mich und die ganze Welt den himmlischen Bater erbitte, und zur Versöhnung geneigt mache. Seid gegrüßt, ihr hochheiligen und un schuldigen Füße meines Heilands, Jesu Chrifti! die ihr für mein Heil ohne Ermit 249 den hinter mir, verlorenem Schäflein, mich suchend, gelaufen seid, und endlich an's Kreuzesholz geschlagen wurdet. Sei gegrüßt, hochheiliges und kostbares Blut meines Heilauds, Jesu Christi, welches für mein Heil aus seinem allerheiligsten Leibe so reichlich vergossen worden ist. Sei gegrüßt, o allerheiligster Leib meines Heilands, Jesu Christi, der meinetwegen an den Kreuzesstamm angenagelt, verwundet, getödtet und verhöhnt worden ist. Sei gegrüßt, o allerheiligste Seele, die Du im bitteren Leiden meinetwegen betrübt und durch meine Sünden bis zum Tode gequält worden bist. Seid gegrüßt alle übrigen Glieder, Adern und Gebeine, die ganze Menschheit meines Heilands, Jesu Christi, welche für mich elenden Sünder dreiunddreißig Jahre durch Arbeiten, Mühen und Elend mein Heil bewirkt hat. O mein gütigster Jesu! wegen jenen übergroßen Schmerzen, welche Du an allen Gliedern Deines Leibes so liebevoll für mich erduldet haft, bitte ich dich inständig, Du wollest mir die Gnade verleihen, damit ich in allen Widerwärtigkeiten und Versuchen durch Deine hl. Hilfe stets siege, Berzeihung 250 der Sünden erlange, mein Leben gänzlich bessere, selig verscheide, und ewig selig werde. Jesus von Nazareth, Du König der Ju den! Dein glorreicher Sieg, den Du am Kreuze über alle Deine Feinde errungen hast, schütze mich wider alle meine Feinde; be schirme meinen Leib und meine Seele von aller Gefährlichkeit, verleihe der hl. Kirche Frieden, Eintracht und Einigkeit, allen Gerech ten die hl. Beharrlichkeit, und führe alle Sün der zur wahren Buße; damit wir hier auf Erden gut und beispielvoll lebend, die Lebens. bahn glücklich vollenden, und mit Dir un ewig erfreuen mögen. Amen. Gebet wider alle Feinde des Leibes und der Seele. Herr Jesu Christe, Sohn des lebendigen Gottes; ich elender Sünder übergebe mich heute Deinem heiligen Schutze, und empfehle mich in Deine unendliche Barmherzigkeit. Sei mir durch die Kraft Deines heilig. Leidens ein Schirm wider alle meine Feinde und jegliches Unglück; hinter mir durch Dein heiliges Kreuz wider alle Feinde und jegliches Unglück; vor mir durch Deine hl. Sei tenwunde und die entsetzliche Lanze, mit der 251 Deine Seite geöffnet worden ist, wider alle Feinde und jegliches Unglück; über mir durch Deine hl. Dornenfrone wider alle Feinde und jegliches Unglück, zur rechten und linken Seite durch Deine hl. Nägel und Wunden an beiden Händen wider alle Feinde und jegliches Unglück, sowie auch gegen alle Widerwärtigfeiten und jegliches Uebel des Leibes und der Seele; unter mir aber durch Deine Wunden an Deinen hl. Füßen. Ich empfehle mich heute in alle Worte Deiner hl. Lehre, sowie auch in alle hl. Messen, in so viele, als heute werden geopfert werden, in alle geistlichen Segen, die heute werden ertheilt werden, und in alle hl. Wandlungen, die heute die Allmacht Gottes bewirken wird, damit ich durch ihre Kraft gestärkt, gesegnet und in der Gnade Gottes befestiget werden möge. Mein Leib, Blut, Seele, Gemüth, Herz Ehre und Leben sei Dir, o mein Jesus! geopfert. Beschütze, beschirme, helfe mir bei jeder Beschädigung und Unglück, bewahre mich wider alle geheime und offene Gefahr des Leibes und der Seele, vor jeder Lockung und Verführung, vor gefährlichen und übelgefinnten Menschen, vor jeder anziehenden und in Unglück führenden. Gelegenheit, vor Kerter und Gefangennehmung, vor Vergiftung, Pei 232 nigung und Ermordung, vor Kugeln, Schwer tern, und jeglicher Waffe, vor falschen Zeugen und Ehrabschneidern, vor Schrecken und Nengsten, vor jeder Verkürzung oder Entraubung meines Vermögens, sowie vor allem anderen Uebel, das Du zufolge Deiner un endlichen Weisheit als auf mich lauernd voraussiehst, und das mir am Leibe und de Seele, an Ehre und Leben schaden könnte. O Herr Jesu Christe! ich bitte Dich wegen Deinem hl. Leiden, als Du am Kreuze aus gerufen: Es ist vollbracht!" damit D die lügenhaften, ehrabschneiderischen und gott losen Zungen, die mir Uebles wollen, bändi gest und alle Feindesmacht vernichtest, damit sie mir weder durch ihre Rathschläge, noch in Werken, oder auf welche immer Weise wie am Leibe so an der Seele schaden können; damit ich so ihren Händen entrinne, gleich wie auch Du den Händen Deiner Feinde entgangen bist, als sie in ihrer Bosheit im Tempel Hand an Dich legen wollten. Amen. * 7 - Gebet zum hl. Bischof und Martyrer Donatus. Unterstütze uns, allmächtiger Gott! durch die glorreichen Verdienste Deines hl. Bischo fes und Martyrers, Donatus, stets mit Dei 253 ner Hilfe, damit wir Deine Gaben nur zu Deiner größeren Ehre verwenden. Regiere in Deiner unendlichen Weisheit, Allmacht und Güte alle Elemente und sämmtliche Jahreszeiten zu unserem und aller Menschen Segen. Lasse daher zur gehörigen Zeit unser Erdreich von einem fruchtbaren Regen befeuchten und unsere Wiesen, Weingärten und Pflanzungen erfrischen; bewahre auf die Fürbitte desselben alle Feld- und Gartenfrüchte vor schädlichem Blizze, vor Hagel und großen Ueberschwemmungen, und erhebe alle Zeit unser Herz zu Dir, damit wir beim Genuße der Gaben Deiner Freigebigkeit, Deine Heiligkeit und Güte betrachten und uns hüten mögen, durch Mißbrauch dieser Gaben in die Hände Deiner Gerechtigkeit zu fallen, damit wir so dereinst würdig werden mögen mit dem hl. Donatus der Güter des himmlischen Jerusalems theilhaftig zu werden, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gebet zur hl. Jungfrau und Martyrin Korona. Allmächtiger Gott! der Du dem Herzen der hl. Rorona cine solche Liebe zu Dir und zu dem himmlischen Gütern verliehen hast, 254 daß sie nicht nur ihr großes Erbtheil nad ihren Eltern durch die Hände der Armen, de nen sie es aus Liebe zu Dir vertheilte, in die himmlische Schatzkammer voraussendete, son dern auch für die Bekennung Deines heil Glaubens die schrecklichsten Martern freudig erlitt, und schließlich mit ihren Füßen an die eingebogenen Gipfel zweier Bäume gebunden, und durch Loslassung dieser Gipfel bis in die Mitte ihres jungfräulichen Leibes zerschlissen wurde und unter namenlosen Qualen den Geist aushauchte; wir bitten Dich demüthig lich, Du wollest uns durch diese hl. Braut die Gnade verleihen, damit auch wir gerne den Armen nach Möglichkeit Almosen erthei len; selbst aber die Armuth und Mangel ge duldig, ohne Klagen, ohne Murren, sondern mit Frohlocken ertragen, indem es uns ja so gegönnt ist, dem armen Jesu, der nicht hatte, wohin er sein müdes Haupt legen fönnte, ähnlich zu werden. Du aber, o glorreichste Martyrin! er bitte mir wegen Deiner großen Liebe zu den Armen und wegen Deinen übergroßen Ber diensten des unbesiegten Martertodes, von Gott die Gnade, damit ich mein Herz von den Erdengütern losreiße, und einzig jene Güter suche, die kein Dieb stehlen, der Rost 255 nicht fressen und die Motten nicht zernagen können. Ich verlange auf Deine Fürsprache nicht reich an irdischem Vermögen zu werden, nichts destoweniger aber bitte ich Dich flehentlich, Du wollest mir von Gott, dem Höchstheiligen und Allgütigen, die Gnade erflehen, damit ich mich und meine Angehörigen stets ehrlich und rechtschaffen ernähren könne, und andern nicht zur Last fallen müsse. Erbitte mir auch Vermehrung des Glaubens, der Hoffnung und Liebe, damit ich je länger desto mehr in der christlichen Vollkommenheit zunehme und dereinst gewürdiget werde mit Dir von Jesu Christo die ewige Glorie zu erlangen. Amen. Gebet zum hl. Christophorus. Heiliger Christophorus! Du höchstseliger Bewohner des ewigen Paradieses und überglücklicher Mitbürger des himmlischen Jerusalems! Du wurdest während Deiner Erdenpilgerschaft von Gott der nnaussprechlichen Gnade gewürdigt, als Belohnung Deiner Liebe zu den Armen und Preßhaften, Deinen Heiland, Jesum Christum, in der Gestalt eines kleinen Kindes über einen reißenden Strom zu tragen, weshalb Du Christophorus, 256 das heißt ein Christusträger genannt und mit dem glorreichen Tode der hl. Martyrer ge ziert wurdeft. Deine Liebe zu den Armen und Verlassenen, sowie besonders Deine viel vermögende Fürsprache bei Gott ist so welt bekannt, daß Du in die Zahl der hl. vierzehn Nothhelfer aufgenommen und allgemein in allen Anliegen als mächtiger Beschützer vom gläubigen Volke verehrt wirst. Ich danke Gott aus dem innersten Grunde meines Her zens, daß er Dir die Gnade verlichen hat, daß er Dich, gleichwie Du ihn in Gestalt eines Kindes über den reißenden Strom ge tragen hast, ebenfalls über das tobende Mer dieser Zeitlichkeit ans Ufer der ewigen Ruhe hinübergetragen hat. Ich freue mich des Sie ges, den Du mit der Gnade Gottes errun gen, und wünsche Dir zu Deiner herrlichen Krone, mit der Deine Hochverdienste im Him mel gefrönt wurden, vom innersten Herzens grunde Glück, und bitte Dich, Du wollest im besseren Jenseits auch meiner liebevoll einge dent sein, und mir, als Deinem Pflegebefoh lenen durch Deine Fürsprache behilflich sein, damit ich auf diesem stürmischen und gefahr vollen Lebensmeere an den Versuchungen nicht scheitere, sondern glücklich zu Dir an das Ufer des ewigen Lebens gelange. Dir empfehle 257 ich auch mein Leben, meinen Erwerb, mein Vermögen und Alles, was ich habe, und bitte Dich flehentlich, Du wollest mich und das Meinige beschützen, und mir von Gott wenigstens so viel erbitten, damit ich mich und meine Angehörigen stets rechtschaffen und ehrbar ernähren könne. Und weil ich noch stets auf dem stürmischen Meere dieses unheilvollen Lebens inmitten der Wogen der Versuhungen und Unglücksfälle mich befinde, fo strecke ich zuversichtlich meine Hände nach Dir aus, bittend, Du wollest mich nicht verlassen. Reiche mir daher Deine Hand, wenn ich vom Strudel der Versuchung ergriffen, herumgeschlendert werde, damit mein Feind nicht obsiege; sollte ich aber dennoch aus menschlicher Gebrechlichkeit fallen, ach! da hebe Du mich alsogleich empor und kämpfe so lange selbst für mich, bis Du alle meine Feinde vernichtest, und ich glücklich über das Meer dieses Lebens zum Ufer der ewigen und unendlichen Glorie, zu Dir gelangt sein werde. Amen. Anmerkung 1. Im Berliner Büchlein werden der bl. Donat, die Hl. Korona und der hl. Christophorus als besondere Patronen zur Auffindung vergrabener Schäße angeführt, und in den Gebeten zu denselben sind entehrende Verwünschungen der bösen Geister und Mißbrauch des allerheiligsten Namen 17 Wahres Opfer. 258 Gottes und religiöser Gegenstände enthalten; es it daher zweckmäßig, etwas Näheres darüber zut bemerken. a) Der hl. Donatus, welcher Bischof von Arre tium, einer Stadt in Etrurien, war, und von S lian dem Abtrünnigen gemartert wurde, war durch feine Freigebigkeit allgemein bekannt, so daß nicht nur die Christen, sondern sogar die Heiden zu ihm ihre Zuflucht nahmen. Der Aberglauben verfaßte nun zu diesem Heiligen, der an Erdengütern gar nicht hing, ja dieselben reichlich anstheilte, eigene Gebetsformeln, denen man die Gewalt zuschrieb, daß sie den hl. Do natus bewegen, den Ort, wo Schäßze vergraben find, durch den Regenbogen anzuzeigen. Deshalb heißt es in diesem gotteslästerlichen Machwerke: Bitte für uns, o hl. Donatus, damit wir dort große Schüße finden, wohin der Regenbogen reichen wird." Der schreiende Unsinn liegt am Tage. Denn der Regenbogen ist gar nichts anderes, als die Brechung da Sonnenstrahlen in den Regentropfen, und diese findet jedesmal statt, so oft ein dichtes Gewölke vor uns, die Sonne in einer gewissen Entfernung hinter uns entfernt ist. Diefe Brechung der Sonnenstrahlen aber ist etwas ganz Natürliches, und Jedermann kann sich einen kleinen Begriff davon machen, wenn er ein Glas voll reinen Wassers so in die Sonnenstrahlen stellt, daß sich dieselben in dem Wasser brechen, und die Brechung der Strahlen wird jener des Regen bogens ganz ähnlich sein. Auch muß auf den Unver stand hingewiesen werden, daß es im Berliner Mach werke heiße, es mögen die Schäße dort zu finden sein, wohin der Regenbogen reicht; dieser aber berührt be kanntlich nirgends die Erde, und das, wo es scheint, daß er die Erde berühre, ist blos Scheinbarlichkeit, denn der Regenbogen steht einzig im Gewölke und kann schon deshalb nicht die Erde berühren. Hat mun 259 Jemand Lust und falls es ihm möglich, in die Wolfen hinauf zu klettern, so mag er's versuchen und dort seine Schatzgräberci betreiben. Bedauernswürdige Einfalt, welche einen derartigen Unsinn nicht gleichsam mit den Händen greifet! b) Die hl. Korona war die Tochter sehr vermöglicher Eltern. Als diese für den heiligen Glanben gemartert worden waren, fiel deren ganzes Vermögen ihrer einzigen Tochter zu. Allein die hi. Korona vertheilte das ganze Vermögen unter die Armen, damit sie um so leichter dem Martertode entgegen gehen könne. Es war allgemein bekannt, welch' großes Vermögen sie nach ihren Eltern geerbt habe; und deshalb befahl der Wüthrich, gereizt von Habsucht, sie solle unverweilt den Gößen opfern, oder den Martertod erleiden. Diesen Befehl erließ er aber deshalb, weil zufolge der Blutgefeße der Verfolger ein nicht unbedeutender Antheil ihres Vermögens nach deren Tode ihm zufallen mußte. Allein die hl. Jungfrau verichmähte mit heiligem Abschen das Anerbieten des Wüthrichs und wurde dem zufolge unmenschlich gegeißelt, mit Hunger und anderen Unbilden gequält und endlich mit beiden Füßen an die Gipfel zweier Bäume, die mit Gewalt eingebogen waren, angebunden, wodurch, als hierauf die Gipfel auf Einmal los. gelassen wurden und in die Höhe sich emporrichteten, die bl. Korona entzweigeschlissen wurde und durch diesen Martertod zum Hochzeitsmale des Lammes einging. Die Gottlosigkeit der Menschen aber mißbrauchte bald den Namen der Hl. Martyrin, der in unserer Sprache eine Krone" heißt, zu gottvergessenen Nebenabsichten, um durch sie ebenso verborgener Schäße theilhaft werden zu können, gleichwie der unmenschliche Wüthrich nach den ihrigen lechzte. Zu dem Ende kommen im Berliner Büchlein einige geheimuißvolle Formeln vor, 17* 260 denen ganz sonderbare, versteht sich rein erdichtete unsinnige, unnüße Namen eingeflochten sind, z. B. aision, aski, kalaki, tetrax, kix, havad, vaihan u. f. w. Unter diesen Unsinn werden die allerheilig sten Namen Jesu und Maria, Kreuzzeichen gemengt; ferner wird befohlen, man müsse zur hl. Beicht ge hen, Kerzen in der Kirche anzünden, Messen hören u. f. w. Dadurch wird einzig und allein das Volk beirrt, indem es glaubt, eben durch derlei heil. Gegen. stände müsse der ganze Vorgang geheiliget und unbe dingt wahr sein, während doch gerade das ein mit blutigen Thränen zu beweinender Überglauben ist, daß man die allerheiligsten Gegenstände, als da sind: die heil. Sakramente, die heil. Messe, der Name Jesu und Maria, das heil. Kreuzzeichen u. s. w. zum Dienste des Teufels mißbraucht und dadurch bei derartiger himmelschreiender Gotteslästerung einen entsetzlichen Gößendienst, eine erschreckliche Abgötterei begebt. Dit Sünde ist fürwahr um so größer, je heiligere Gegenstände zum Aberglauben so schmählich mißbraucht wer den. Ich möchte gerne jenen Menschen sehen, dem die hl. Korona die fünf Tausend geprägte Thaler, welche das Berliner Machwerk so unverschämt ver spricht, wirklich auf den Tisch gelegt haben soll. Der Unsinn ist derartig groß, daß er nicht einmal der Rede werth ist, und ein Mensch, der ihm Glauben beimeffen könnte, sollte fürwahr in ein Irrenhaus eingesperrt werden. c) Etwas ganz ähnliches wird durch Verehrung des hl. Christophorus verheißen. Man erzählt näm lich, der Alraun, der als Hausgeist in jeglichem Hause wohne, müsse, wenn diese Christophelgebete verrichtet werden, die verborgenen Schäße offenbaren. Und da wird nun viel geredet, wie man mit geweihter Kreide auf der Frde einen Kreis machen, mittels eines Bu 261 ches den Teufel zitiren, eine konsekrirte Hostie haben, mit gewissen Wünschelruthen versehen sein, Faſten halten müsse u. f. w.. und daß der böse Geist durch dieses und das Aussprechen geheimnißvoller Worte gezwungen, recht gerne den verborgenen Schaß offenbare. Sollte er sich weigern, könne er mit Weihwaffer und der Wünschelruthe dazu gezwungen werden. Allein von all dem ist nicht ein einziges Wort wahr, die ganze Verheißung und Vorbereitung ist eine himmelschreiende Gotteslästerung. Gott hat von Allen dem, wovon dieses Berliner Machwerk phantafirt, rein gar nichts verheißen; daher folgt nothwendig, daß der, welcher derlei unbegründete Berbeißungen glaubt, diefelben einzig und allein vom Teufel erwarten müffe; dadurch jedoch begeht er jedesmal eine Todsände. Nun ist aber der Teufel ein alter Lügner, der nie erfüllet, was er verspricht, und eben daher kommt es, dağ bis jest jedesmal, so oft Jemand mittels des Alraunes und des abergläubigen Schaßgrabens reich werden wollte, nicht einen Pfennig erhielt. Die beste Schatzgräberin ist Arbeitsamkeit und Gottesvertrauen; ganz verzüglich aber, damit wir das Herz nicht an Geld und Gut nicht hängen, denn der hl. Geist ruft also aus:„ Glückselig ist der Mann, der unbefleckt befunden wird, der dem Golde nicht nachstrebte und auf Gold und Schätze seine Hoffnung nicht seßte. Wer ist der? auf daß wir ihn loben, denn er hat Wunderbares in seinem Leben gethan."( Sir. 31, 8. 9.) Denn die reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstricke des Teufels und viele unnüße und schädliche Begierden, welche die Menschen in Untergang und Verderben stürzen.( L. Tim. 6, 9.) Anmerkung 2. Den Gipfel der Niederträch. tigkeit ersteigt das Berliner Schmachwerk dadurch, Daß es erzählt, es sei ein gewisser Papst verdammi 262 worden, und irgend Jemand habe das dort angeführt Gebet verrichtet, und dieses sei so kräftig, daß es den bereits verdammten Papst erlöset und in den Him mel eingeführt habe. Dieses Versprechen enthält weit mehr Keßereien, als Worte. Wie kann sich ein Sterb licher unterfangen zu behaupten, dieser oder jener sei ewig verdammt, ohne von Gott eine unbestreitbare Offenbarung darüber erhalten zu haben? Ferner ist es ein Glaubenssatz, daß aus der Hölle keine Erlö fung möglich sei. Da kann man Millionen der schön. sten Gebetformeln heruntersagen, und doch wird Niemand dadurch aus der Hölle befreit werden. Allein die Hauptsache ist diese: Dieses elende Büchlein ist in Berlin gedruckt; Berlin ist aber die Hauptstadt des protestantisch- preußischen Königreiches; somit, wi dies der gotteslästerische Inhalt dieses Schmachwerke unstreitig darrhut, von einem recht grimmigen prote stantischen Spötter zusammengeschmiert, damit es dann heiße: Schaut nur, welche saubere Bescherung die katholische Kirche hat. Ihr Glauben ist ja nichts anderes, als ein erbärmliches Flickwerk von lächerli chem Aberglauben und unverbürgten, widersinnigen Fabeln. Um desto sicherer das Ziel zu erreichen, wird daher ausdrücklich erzählt, der Verdammte sei ein Papst gewesen. Nun wissen die Protestanten in ihrem Grolle dem Papste nicht auf einen ehrlichen Namen zu tref fen, und es gibt keine noch so erniedrigendere Schim pferei, deren sie sich gegen denselben nicht schuldig gemacht hätten. Daraus wird nun also geschlossen: Wenn schon der Papst, der doch das Haupt der Ka tholiken ist, verdammt wird, wie wird es erst mit den übrigen Gliedern der katholischen Kirche aussehen? Die Katholiken nennen ja den Papst ihren heil. Ba ter, und der wurde verurtheilt, es muß demnach mit dieser Kirche sehr bedenklich aussehen. So fafeln, 263 allerdings sehr grundlos, die Protestanten über unseren heil. katholischen Glauben und sind äußerst bemüht, mit einer sehr verdächtigen Thätigkeit aus Preujen ihren protestantischen Unrath nach Böhmen einuschwärzen. Und falls wir nachsuchen wollen, warum katholische Christen solchen schändlichen und fluchwürdigen Lügen Glauben betmessen, so wird uns die Sache klar; denn diese Schmachwerke sind gemächliche Polster, auf denen unverbesserliche Sünder bequem in Todsünden faulen können, wobei sie sich damit trösten: daß ja durch Abbetung dieses Wundergebetleins sogar ein Papst aus der Hölle befreiet worden sei, und daß dieselbe Wirkung ja Allen verheißen werde. Fürwahr, der Teufel wußte sich keines besseren Mittels zur Bethörung und Verdammung der Seelen zu bedienen, als dieses. Ach, blutiger Thränen werthe Verblendung! Von der Hölle errettet nur ein tugendhaftes, in der Gnade Gottes beschlossenes Leben. Wer wenn auch nur in einer Todsünde dahinstirbt, mochte er auch tausendmal während seinem Leben dieses Gebet heruntergeleiert haben, hat nichts gewisser, als die Hölle. Glaube, ich bitte dich um Deiner Seele willen, ja nicht dem Berliner Büchlein, werfe alle derartige Machwerke, welche diese oder ähnliche Verheißungen enthalten, alsogleich ins Feuer. Willst du bei deinem Ende dereinst gut bestehen, so hüte dich sehr sorgfäl tig vor jeder Todsünde; und dann kannst du öfters nachstehende Gebete verrichten, welche eine Jungfrau verfaßte, die im Protestantismus geboren, im 15. Lebensjahre in den Schooß der hl. katholischen Kirche zurückkehrte und im 18. Lebensjahre im Rufe der Heiligkeit verschied. 264 Gebete um den göttlichen Beistand an unserem Lebensende. Herr Jesu Christe! Gott der Güte! Vater der Barmherzigkeit! mit demüthigem Herzen, ganz zerknirscht und beschämt, erscheine ich vor Dir und empfehle Dir meine lette Stunde, und Alles, was mich nach derselben in der Ewigkeit erwartet. Wenn meine erstarrten Füsse mich erin nern werden, daß mein Lebenslauf in dieser Welt zu Ende gehe; dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn meine zitternden und schwachen Hände nicht mehr im Stande sein werden, das Crucifix zu halten, sondern es unwillfürlich auf mein Schmerzenbett werde zurücksinken lassen; dann barmherziger Jeſu, erbarme Dich meiner! Wenn bei dem Schauer des bevorste henden Todes meine verdunkelten und kramps haft sich wendenden Augen nur matte und sterbende Blicke mehr auf Dich werfen; dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn meine falten und zitternden Lippen zum letztenmale Deinen anbetungswürdigsten Namen aussprechen werden; dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! 265 Wenn meine bleichen und entſtellten Wangen die Anwesenden mit Wehmuth und Schauer erfüllen, und die vom falten Todesschweiße befeuchteten Haare auf meinem Haupte sich sträuben, und mein baldiges Ende verfünden werden; dann, barmherziger Jeſu, erbarme Dich meiner! Wenn meine Einbildungskraft von schauerlichen und entsetzlichen Bildern geängstiget, in tödtliche Betrübniß versenket sein wird, und mein Geist in Vergegenwärtigung aller meiner Bosheiten, von den Schrecken Deines Gerichtes in Furcht versetzt, angstvoll mit dem Engel der Finsterniß ringet, der sich bemühen wird, mir den trostreichen Hinblick auf Deine Erbarmungen zu entziehen, und mich in die Arme der Verzweiflung zu stürzen dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn meine Ohren, die schon anfangen werden, sich der Ansprache der Menschen zu verschließen, sich öffnen werden, Deine Stimme zu vernehmen, die das unwiderrufliche Urtheil sprechen wird, womit mein fünftiges Schicksal für die ganze Ewigkeit beschlossen sein soll; dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn mein schwaches Herz, entkräftet bon den Schmerzen der Krankheit, vom To 266 desschauer wird überfallen werden, und vor Kraftlosigkeit wegen des mühsamen Kampfes den ich gegen die Feinde meines Heiles werde haben bestehen müssen, verschmachten wird dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn meine letzte Thräne, das Zeichem meiner Auflösung, fließen wird, nimm sie auf als eine Sühnungsgabe, damit ich als ein Opfer der Buße entschlafe. In diesem fürchterlichen Augenblicke, barmherziger Jefu, cre barme dich meiner! Wenn meine Verwandten und Freunde mich umringen und wehmuthsvoll über meine mitleidenswerthe Lage Dich um Hilfe und Gnade für mich anrufen werden; dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn ich den Gebrauch aller meiner Sinne werde verloren haben, wenn mir die ganze Welt wird verschwunden sein, und ich schwer aufathmen werde in der Angst des letzten Kampfes und in den Schrecken des Todes; dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn die letzten Herzens- Seufzer meine Seele nöthigen werden, vom Leibe zu scheiden nimm sie auf wie Wirkungen heil. Ungeduld nach baldiger Vereinigung mit Dir; o dann barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! 267 Wenn meine Seele mir schon auf den Lippen schweben wird, um für immer von dieser Welt zu scheiden, und meinen Leib bleich, falt und leblos zurücklassen wird, nimm die Zerstörung meines Lebens als ein Opfer der Huldigungen, welche ich Deiner göttlichen Majestät darzubringen komme, und dann, barmherziger Jesu, erbarme Dich meiner! Wenn endlich meine Seele vor Dir erscheinen und das Erstemal den unsterblichen Glanz Deiner Majestät erblicken wird, verwirf sie nicht von Deinem Angesichte, sondern würdige Dich, mich in die liebevollen Arme Deiner Erbarmungen aufzunehmen; damit ich dein Lob cwiglich singen möge. ziger Jesu, erbarme Dich meiner! BarmherAmen. Gebet. O Gott! der Du unsern Tod verordnet, aber den Augenblick und die Stunde desselben uns verborgen hast; gib, daß ich alle Tage meines Lebens in Gerechtigkeit und Heiligkeit wandle, und in Deiner heil. Liebe von dieser Welt zu scheiden würdig befunden werde; durch die Verdienste unseres Herrn Jesu Christi, welcher mit Dir lebet und regieret, in Einigkeit des hl. Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Anten. Pius VII. verlieh mit Reskript vom 12. Mai 1802 für Einmal des Tages einen Ablaß von 100 268 Tagen allen Christgläubigen, die mit reumüthigem Herzen diese Gebete um Beistand in der Todesstund abbeten würden. Wer sie durch einen Monat täg lich verrichtet, erlangt nach Empfang der hl. Safra mente, dem Gebete auf Meinung des Papstes uni dem Besuche der Kirche einen vollkommenen Ablag Leo XII. hat diese Ablässe, welche auch den armer Seelen zugewendet werden können, am 11. August 1824 auf ewige Seiten bestätiget. Drei Aufopferungen. 1. Wir opfern Dir auf, allerheiligste Dreieinigkeit! die Verdienste Jesu Christi, zur Danksagung für das allerkostbarste Blut, welches Jesus Christus für uns im Delgarten vergoß, und durch diese Verdienste flehen wir zu Deiner göttlichen Majestät um Verzeihung unserer Sünden. Vater unser. Ave Maria. Ehre sei dem Vater. 2. Wir opfern Dir auf, allerheiligste Dreieinigkeit! die Verdienste Jesu Christi, zur Danksagung für seinen hochwerthesten Tod, welchen er am Kreuze für uns erduldet hat; und durch diese seine Verdienste flehen wir zu Deiner göttlichen Majestät um Nachlassung der Strafen, die wir für unsere Sünden ver schuldet haben.- Vater unser. Ave Maria. Ehre sei dem Vater. 269 3. Wir opfern Dir auf, allerheiligste Dreieinigkeit! die Verdienste Jesu Christi, zur Danksagung für seine unaussprechliche Liebe, mit der er vom Himmel zur Erde herabstieg, um die menschliche Natur anzunehmen, für uns zu leiden, und am Kreuze zu sterben; und durch diese seine Verdienste flehen wir zu Deiner göttlichen Majestät, Du wollest unsere Seelen nach dem Tode in die himmlische Herrlichkeit aufnehmen.- Vater unser. Ave Maria. Ehre sei dem Vater. Leo XII. verlieh am 21. Oktober 1823 für Einmal des Tages auf ewige Zeiten für das Abbeten dieser drei Aufopferungen, um ein feliges Ende zu erlangen, 100 Tage Ablaß. Wer sie durch einen ganzen Monat täglich verrichtet, erlangt an einem beliebigen Tage am Schluße des Monates nach Empfang der bl. Sakramente und dem Gebete auf die Meinung des Papstes einen vollkommenen Ablaß. Diese Ablässe können auch den Seelen im Fegefener zugewendet werden. Lobgebet. Es geschehe, werde gelobet, und in alle Ewigkeit erhoben der gerechteste, der höchste und liebenswürdigste Wille Gottes in allen Dingen. Amen. Wer dieses Gebetlein im Leben oft gewohnt war zu beten, erlangt in der Todesstunde, wenn man den Tod mit Ergebenheit aus Gotteshand aunimmt, einen vollkommenen Ablaß. ( Pius VII. 19. Mai 1818.) Marin Jesus Josef Geistliche Schildwache oder Vertheilung der heiligen Schutzpatrone nach Zeit und Stunden des Tages und der Nacht. Dabei sind auch noch andere Gebete enthalten. DXC Vorbemerkung. er Tod ist ein für die ganze Ewigkeit entschei dender Augenblick. Der, Gedanke an den Tod ans Gericht, an die Ewigkeit ist so inhaltsschwer und wichtig, daß ihn der hl. Augustin den großen Gedanken nennet; daß dieser Gedanke an den Ted Die Paläste entvölferte, und die Einöden mit Bewoh nern anfüllte; wo sie, um in der Todesstunde glücklich zu bestehen, nach den Worten des Hl. Geistes, mit Furcht und Zittern durch ihr ganzes Leben ihr Heil zu wirken bemühet waren. Um von Gott eine glüd felige Sterbestunde zu erbitten, haben unsere from men Voreltern verschiedene Bruderschaften eingeführt; z. B. die Bruderschaft zur hl. Barbara, Jungfrau und Martyrin; die Bruderschaft zur Todesangst Christi; die Bruderschaft des Todes; die Bruder, schaft des allerh. Altarsakramentes u. 1. w. And eben dieser bekümmerten Sorgfalt, um von Gott ein glückseliges Sterbestündlein zu erflehen, entstand auch die sogenannte Geistliche Schildwache," oder die Vertheilung der hl. Schuppatrone, zu denen man das größte Zutrauen hat, auf alle Stunden des Ta ges und der Nacht, mit der flehentlichen Bitte, diese bl. Schuppatrone wollen uns, wenn der allerheiligste Wille Gottes uns vor seinen Hl. Richterstuhl abru fen sollte, schirmend beistehen, im Kampfe wider den bösen Feind beschüßen, und vor Christo fürsprechen. Diese Vertheilung der hf. Schuppatrone ist ganz ka - 273 tholisch, und auch das Einzige, was man im Berliner Büchlein gut nennen kann, weil es der Verfaffer irgendwo herausgeschrieben hat. Und diese Andacht muß auch ich dir, theuerste Seele! sehr dringend empfehlen. Im Leben der hl. Theresia lesen wir nämlich, daß sie die fromme Gewohnheit hatte, die hl. zehntausend Martyrer zuversichtlich zu verehren und sie zu ihrem Lebensende einzuladen. Als nun die seraphische Jungfrau in den letzten Zügen lag, jah die Schwester Anna vom hl. Bartholomäus eine unübersehbare Schaar hl. Martyrer in die enge Zelle der sterbenden hl. Theresia eintreten, und dieselbe nach ihrem Tode, in Gestalt einer weißen Taube, in das himmlische Heimatsland begleiten. Aus dieser Ursache, um dir die Wahl der hl. Schutzpatrone zu erleichtern, habe ich in diese Schildwache besonders jene Heilige aufgenommen, welche allgemein als Patrone der Sterbenden angerufen werden. Weil es mir jedoch nicht möglich war, in eine Schildwach. abtheilung alle bekanntern Heiligen aufzunehmen, hatte ich noch eine zweite zur Auswahl hergestellt, und auch andere Gebete aufgenommen, damit deinem Eifer stets frei stehe, jenen Heiligen zu wählen, den du besonders verehrest, und dessen Gegenwart du bei Deinem Ende vorzüglich wünschen möchtest. Wahres Opfer. 18 Tägliche Schuhwache der Heiligen. Von 1 Uhr bis 2 Nachmittags möge mich beschützen hl. Erzengel Michael. O mächtigster Himmelsfürst, heiliger Erzengel Michael! Du allerhöchster und unbe siegter Anführer des himmlischen Heeres, Du 275 glorreichster Besieger des höllischen Drachen und nach Jesu Christo kräftigster Beschützer der hl. katholischen Kirche! dem Gott der Allmächtige alle rechtgläubigen Seelen andertraut hat, damit Du sie in die Ewigkeit begleitest, sic im letzten Kampfe gegen die Anfälle der höllischen Geister beschüßzest, und so ihnen zur Seligkeit verhilflich seieft. Dich bitte ich heute flehentlich, Du wollest mich allezeit mit Deinem vielvermögenden Schutze gegen die höllischen Mächte vertheidigen, ganz vorzüglich aber bei meinem letzten Todesfampfe bei mir stehen, mich gegen die vereinte Macht der bösen Geister beschützen, und. gur ewigen Seligkeit einführen. Sollte jedoch dieser entsetzliche, für die ganze Ewigkeit entscheidende Augenblick zwischen die erste und zweite Nachmittagsstunde fallen, so bitte ich Dich schon jetzt aus dem innersten Grunde meines beklommenen Herzens, Du wollest in dieser fürchterlichen Stunde meines Todes bei mir Wache halten, und mir vom dreieinigen Gotte die Gnade erflehen, damit ich in allen Versuchungen, mit denen die Geister der Finsterniß wider mich anstürmen werden, glücklich siege, mein Heil erlange, und meine Seele in die Hände Gottes übergebe. Amen. 18* 276 Von 2 Uhr Nachmittags bis 3 möge mich beschützen 57 ECCE AGNIES DEI hl. Johann der Täufer. Du unschuldiger Büßer, und Gefäß der Gnade, hl. Johann der Täufer! der Du als Borläufer meines Heilandes in der Wüste den Volksmengen unerschrocken Buße gepre diget, sie auf Jesum Christum verwiesen, und in unaussprechlicher Demuth Dich für un würdig erkannt hast, dessen Schuhriemen zu 277 lösen, und endlich deshalb den Martertod erduldet hast, weil Du den König Herodes wegen seiner Blutschande zu ermahnen nicht unterließest, und so in die himmlische Glorie eingegangen bist: ich bitte Dich inständig, Du wollest mir die Guade erbitten, damit ich in diesem Leben Dir in Unschuld, Gerechtigkeit, Berachtung der Erdengüter, ganz vorzüglich aber in der Hl. Bußfertigkeit nachfolge, und so mich zum ewigen Vaterlande geeignet mache. Und gleichwie Du der Vorläufer Jesu Christi in dieser Welt warest, so sei auch mein Vorläufer in die ewige Glorie. Und bis der legte Augenblick meiner Erdenpilgerschaft kommen wird, und meine arme Seele vom Leibe wird scheiden müssen, ach! da nimm Dich ihrer ganz besonders an. Ich bitte Dich darum für immer, es mag mein Sterbestündlein wann immer fallen, sollte selbes jedoch zwischen die zweite und dritte Nachmittagsstunde fallen, so bitte ich Dich schon jetzt ausschließlich und inständig darum, Du wolleft bei mir Wache halten, und in meiner Todesangst mir beistehen, meinem gebrochenen Auge das Lamm Gottes zeigen, und meiner von Nengsten bebenden Seele die trostvollen Worte jurufen: Siche! das Lamm Gottes, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt! Amen. 278 Von 3 Uhr Nachmittags bis 4 möge mich beschüßen der Hl. Aposte Jakob der Größere. Hochheiliger Apostel des Herrn, Jakob der Aeltere! den der Herr Jesus der Gnade gewürdiget hat, daß Du Zeuge seiner Verklärung auf dem Berge Thabor und seines Blutschweißes und entsetzlichen Todesangst auf dem Delberge seiest; und der Du für würdig erfunden wurdest unter allen Aposteln 279 der Erste für Jesum Christum den Martertod zu erleiden: ich erinnere Dich jenes großen Eifers, mit dem Du in Spanien die Lehre Jesu Christi verbreitet, und endlich frohen Muthes zum Hochgerichte schreitend durch Deine Geduld selbst Deine Heuker bekehrt und getauft hast, und hierauf auf die Knie niedersinkend unter unaussprechlichem Jubel den Schwertstreich empfangen hast. Ich bitte Dich durch Deine erhabenen Verdienste, durch Deine wundervolle Liebe zu Jesus Christus recht flehentlich, Du wollest mich in diesem Leben beschützen, damit ich mit Dir den Kelch des Herrn bis zum letzten Tropfen leere. Bis jedoch jener entsetzliche Zeitpunkt meines letzten Kampfes herangelangt sein wird, ach! da verthe.dige mich wider die Mächte der Hölle. Darum bitte ich Dich zwar allezeit, es mag mein Tod auf welchen Zeitabschnitt immer fallen; vorzüglich aber dann, wenn derselbe zwischen die dritte und vierte Nachmittagsstunde fallen sollte. Erbitte mir da die Gnade, damit ich nicht in Kleinmuth falle, sondern nach einem seligen Ende mit Dir an der ewigen Verklärung Theil zu nehmen gewürdiget werde, durch Jesum Christum, unsern. Herrn. Amen. 280 Von 4 Uhr Nachmittags bis 5 wolle mich beschüßen der Apostel und Evangelist www hl. Matthäus. Ich erinnere Dich, o hl. Apostel Mat thäus! an jene Gnade, zufolge welcher Dich der Herr vom Zollamte und dem sündhaften Gewerbe der Zöllner zum heil. Apostelamte berufen und der Auszeichnung würdig gemacht hat, daß Du unter allen hl. Evangelisten der 281 Erste das hl. Evangelium aufgezeichnet hast. Und gleichwie Du nach unermüdeter Verkündigung des Wortes Gottes endlich beim Altare, während dem allerheiligsten und weltversöhnenden Meßopfer mit einem Speere durchbohret wurdest, und Dich so mit Jesu Christo durch Deinen Martertod dem himmlifchen Vater zum Opfer brachtest: so erbitte auch mir die Gnade, damit ich in diesem Leben meinen fündhaften Wandel vollkommen bessere, nach den Vorschriften des hl. Evangeliums mein Leben stets einrichte; vor meinem Tode mit dem allerheiligsten Sakramente des Altars mich auf die Reise zur Ewigkeit stärke und standhaft allen Versuchungen widerstehe. Sei mein besonderer Fürsprecher in meiner Todesnoth, sie mag mich wann immer überfallen, sollte sie jedoch zwischen der vierten und fünften Nachmittagsstunde stattfinden, so wollest Du besonders bei mir Schußwehr halten, und ja nicht zulassen, damit Dein treuer Verehrer zu Grunde gehe, sondern helfe mir kämpfen, damit ich nach errungenem Siege mich mit dem ewig erfreue, dessen hl. Evangelium Du mit Deinem Blute besiegelt hast; und der da lebet und regieret mit Gott dem Vater, und dem hl. Geiste von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 282 Von 5 Uhr Nachmittags bis 6 wolle mich beschützen der Apostel hl. Andreas. Großer Apostel des Herrn und ganz wunderbarlicher Liebhaber des heil. Kreuzes, hl. Andreas, ich erinnere Dich an jenen großen Eifer, mit dem Du die Scythen und Griechen zum Glauben bekehrtest und endlich nach unaussprechlichen Mühen und Drangfalen in der achäischen Stadt Pataros zum Lohne Deiner Hochverdienste gewürdiget wurdest mit Deinem 283 Herrn und Meister gefreuziget zu werden. Als Du von Weitem das Kreuz, an dem Du sterben solltest, stehen sahest, riefest Du wonnetrunten aus: gutes Kreuz, das Du von den Gliedern meines Herrn jegliche Zierde erhalten hast, lange schon habe ich Dich gejucht, sorgfältig geliebet, ohne Unterlaß nach Dir verlanget, und endlich bist Du meiner sehnsuchtsvollen Seele bereitet: O! nimm mich auf von den Menschen, und stelle mich meinem Meister zurück, damit Er mich durch Dich aufnehme, der mich auf Dir eclöset hat!" Ich bitte Dich ob Deiner übergroßen Liebe zum hl. Kreuze, und ob Deiner Bereitwilligkeit bei Ertragung des Martertodes recht inniglich, Du wollest mir die Gnade erbitten, damit mich der Anblick Jesu des Gekreuzigten im letzten Kampfe mit großer Zuversicht auf sein allerheil. Blut erfülle, mir Stärke zur Besiegung jeglicher Versuchungen und endlichen Sieg verleihe. Sollte jedoch meine Sterbestunde zwischen der fünften und sechsten Nachmittagsstunde fommen, so erbitte mir eine große Geduld bei Ertragung der Todesschmerzen, und einen gnädigen Urtheilsspruch von Jesu Christo, der mit Gott dem Vater in Einigkeit des hl. Geistes lebet und regieret, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 11 284 Von 6 Uhr Nachmittags bis 7 wolle mich beschützen der Bischof hl. Ulrich. Du glänzendes Licht der Rechtgläubigkeit, Unschuld und Berachtung der Erdengü ter, o heil. Ulrich, Bischof von Augsburg! der Du durch Offenbarung Gottes Deinen seligen Tod vorhersehend, Dich in die Kirche tragen ließest, damit Du dem hochheiligen Meßopfer beiwohnen, und Dich zum letzten 285 Rampfe stärken mögeft; worauf Du auf dem Beden der Kirche ein härenes Kleid ausbreiten, mit Aiche bestreuen und Dich darauf legen ließest, auf daß Du so als Büßer aus dieser Welt scheiden mögest. Ganz losgeschält von der Welt, ließest Du Dein spärliches Vermögen unter die Armen austheilen, und übergabst unter den Ausdrücken der größten Reue und Liebe Deine heilige Seele in die Hände Deines Schöpfers. Dir, o großer Heiliger, empfehle ich mein Sterbestündlein, und bitte Dich inständigst, Du wollest mir die Gnade erbitten, daß ich mein Herz an die Güter dieser Erde und die Genüsse dieses Lebens nicht hänge, sondern damit ich der Welt vollkommen abgestorben, mein Herz, bis mein letztes Stündlein schlagen wird, schon im Himmel befeſtigt habe. Sollte aber dieser fürchterliche Augenblick zweischen der sechsten und siebenten Abendstunde eintreffen, so wollest Du mich mit Deiner Gegenwart trösten, den bösen Geist von mir vertreiben, damit ich mit Ergebung. in den Willen Gottes und mit einer großen Reue dieses Thränenthal verlassen, und zur ewigen Seligkeit mit Frohlocken zu Dir eingehen möge. Durch Jesum Christum, unseren Herrn. Amen. 286 Von 7 Uhr Abends bis 8 wolle mich beschützen der Völkerapostel hl. Paulus. O großer Apostel des Herrn, hl. Paulus, den Gott selbst ein auserwähltes Gefäß, welches den Namen des Herrn unter die Heiden tragen sollte, genannt hat, und der Du bis in den dritten Himmel verzücket wurdest und daselbst unbegreifliche Geheim 287 niffe Gottes kennen lerntest. Gedrängt von Liebe zu Jesu gingest Du allen Leiden, dem Kerker, dem Hunger, der Blöße, der Armuth, ja dem Tode freudig entgegen, und als Du endlich zum Hochgerichte hinausgeführet wurdest, um für Jesu Lehre enthauptet zu werden, danktest Du Gott, daß er Dich gewürdiget hat, für seinen hl. Namen den Tod zu erleiden. Dein hl. Haupt sprang nach Deiner Enthauptung noch dreimal in die Höhe, und tief: Jesus, Jesus, Jesus! zum Beweise, wie innig Dein Herz Jésum liebte und nun in Ewigkeit nicht aufhören wird zu lieben. Wegen dieser Deiner übergroßen Liebe zu Jesu Christo, unserem Herrn, bitte ich Dich flehentlich, Du wollest mir eine große Liebe zu Jeju erbitten und die Gnade erlangen, damit meine letzten Worte seien: Jesus, Maria, stehet mir bei! Sollte diese meine letzte Stunde zwischen der siebenten und achten Abendstunde eintreffen, so erbarme Dich meiner armen, bor Furcht und Aengsten bebenden Seele und spreche ihr ob Deiner unaussprechlichen Sehnsucht, von der Dein Herz um das Seelenheil verzehret wurde, Trost zu, und stege mir jo lange bei, bis Du mich gerettet erblickest. Durch Jesum Christum, unseren Herrn. Amen. 288 Von 8 Uhr Abends bis 9 wolle mich beschüßen der Apostel hl. Bartholomäus. Glorwürdigster Apostel des Herrn, heil. Bartholomäus, dem der Sohn Gottes selbst das schöne Zeugniß gab, Du seiest ein wahrer 3sraelite, in dem keine Falschheit zu fin den sei; der Du zur Verbreitung des heil. Glaubens in die entlegensten Weltgegenden vorgedrungen bist, und endlich in Ostindien vom Wüthrich Asthages grausam gemartert 289 und lebend geschunden worden bist; und weil Du nichts destoweniger den Gekreuzigten predigtest, schließlich durch Enthauptung zur Himmelekrone gelangt bist; ich bitte Dich ob Deiner großen Unschuld und Verdienste Deines heil. Marterthumes, Du wollest mir in diesem Leben eine vollkommene Ergebung in den Willen Gottes in allen noch so schmerzlichen Begegnissen dieses Lebens erbitten, und bis mein letzter Todeskampf nahen wird, wollest Du mir durch Deine hl. Fürsprache behilflich sein, damit ich meine sterbliche Hülle glücklich mit dem Kleide der ewigen Glorie auswechseln könne. Damit ich jedoch dieser Gnade theilhaft werden könne, sei Du mir burch Deine hl. Fürbitte behilflich, damit ich den alten Menschen mit seinen Lastern und Gelüsten ausziehe, und den neuen, der nach Gott erschaffen ist, anziehe. Sollte aber mein Sterbestündlein zwischen die achte und neunte Abendstunde einfällen, sei Du mein Schützer, stehe mir bei, spreche meiner vor lengsten berwirrten Seele durch Hinweisung auf die unendliche Barmherzigkeit Gottes Trost zu, spreche für mich vor beim gerechten Richter, damit er auch mir zurufe: ,, Siehe! der ist ein wahrer Israelite, in dem keine Falschheit ju finden ist!" Amen. Wahres Opfer. 19 290 Von 9 Uhr Aberds bis 10 wolle mich beschützen der Lieblings jünger des Herrn der Evangelist hl. Johannes. Du unbefleckter Jüngling, heil. Johann der Evangelist! der Du wegen Deiner jung fränlichen Unversehrtheit und großen Liebe zu unserem Herrn und Heilande mehr denn alle Apostel geliebt, und würdig befunden 291 wurdest, auf seinem göttlichen Herzen beim letzten Abendmale zu ruhen; ich bitte Dich, Du wollest mir erbitten, daß ich Jesum, meinen Seelenbräutigam unermüdet suche, und so durch hl. Betrachtung an seinem göttlichen Herzen ausruhe. Und gleich wie Du im Kessel siedenden Deles wunderbar erhalten wurdeft, und den Dir gereichten Gifttrank durch das hl. Kreuzzeichen ganz unschädlich gemacht haft; eben so bewahre auch mich, damit meine Leidenschaften unter Deinem Schutze das Unschuldskleid meiner Seele in meinem Herzen nicht verbrennen können. Beschüße mich bei meinem Scheiden eben so, wie den hl. König Eduard, den Du ob feiner Verehrung zu Dir im Tode besonders getröstet hast. Stehe mir mit Jesus und Maria bei und empfehle mich in diesem schrecklichen Augenblicke ihrem Schutze. Sollte aber dieses Sterbftündlein zwischen der neunten Stunde in der Nacht kommen, wollest Du mich ganz besonders beschirmen, und mit jener Liebe, mit der Du die Seelen liebtest, vor dem Richterstuhle Jesu Christi mein Fürsprecher sein, damit auch ich mit Dir dereinst zum Hochzeitsmale des Lammes zugelassen zu werden verdiene. Amen. 19* 292 Von 10 Uhr Nachts bis 11 wolle mich beschüßen der Apoftel hl. Simon. Hochheiliger Apostel Simon, Ou haft nicht nur aus Liebe zu Jesu und seinem hl Glauben allen Erdengütern gänzlich entfaget, sondern Du hast Dich auch noch lebend mit einer großen Säge entzweifägen lassen, und diese entsetzliche Marter, bei deren Nennung schon das Blut in den Adern stocket, freu 293 dig ertragen. O wie schäme ich mich vor Dir, daß ich bis jetzt noch so ängstlich nach Erdengütern trachte und gar so sehr den Widerwärtigkeiten ausweiche. Erbitte mir das her von Jesu Christo die Gnade, damit ich die himmlischen Schätze, welche weder der Rost verderben, noch die Motten fressen, noch auch die Diebe stehlen können, welche daher ewig währen, erlangen könne. Lehre mich durch Dein hl. Beispiel erwägen, daß ich nichts auf diese Welt mitgebracht habe, und ganz gewiß nichts aus derselben werde mitnehmen können, damit ich daher, wenn ich Etwas zum Essen und zur Bekleidung habe, damit mich begnüge. Durch diese Losschälung von der Anhänglichkeit an die Güter dieser Erde wird mein Sterbestündlein, zu dem ich Dich, mein treuer Beschützer! schon heute auf das Inständigste einlade, glücklich und mein Tod höchst selig sein. Sollte jedoch dieses Stündlein zwischen der zehnten und eilften Stunde in der Nacht stattfinden, so bitte ich Dich besonders da, Du wollest bei mir Wache halten, meinen Willen mich dem Willen Gottes unterwerfen lernen, damit auch ich mit Christo rufen könne: Bater! in deine Hände empfehle ich meinen Geist. Amen. 294 Von 11 Uhr Nachts bis 12 wolle mich beschützen der glorreiche Nährvater Jesu Chrifti, hl. Joseph. Du reinster Bräutigam der allerheilig. sten Jungfrau Maria, Du Lilie der Unbeflecktheit, Du Vorbild und Beschützer der Jünglinge und Jungfrauen, heiliger Josef! 295 Dir war die ewige Unschuld und Reinigleit, Jesus Christus, mit seiner allerheiligsten Mutter, der allerreingsten Jungfrau auf Erden anvertraut und anempfohlen; sei da her auch mein vorzüglich erwählter Bater, Rathgeber und Beschirmer. Ob Deiner Liebe zu Jesu und Marien bitte ich Dich flehentlich, Du wollest mich allzeit, bei Tag und bei der Nacht, im Wachen und Schlafen, bor jeder Unreinigkeit des Leibes und der Seele sorgfältig bewahren, damit ich Jesu und Marien mit reinem Leibe und unbefleckter Seele wohlgefallen könne. Und gleichwie Du bei Deinem überseligen Lebensende Jesum und Marien als Tröster bei Dir hattest, und in ihre Hände Deine hochgebenedeite Seele übergeben hast, so wollest auch Du bei meinem Lebensende mit Jesu und Marien gegenwärtig sein, und wenn dieser hochwichtige Augenblick zwischen der eilften und zwölften Stunde in der Nacht eintreffen sollte, so sei da mein besonderer Schützer, erinnere mich, damit ich öfter Deinen süßen Namen anrufe, und bewirke, damit ich meine Seele in den Armen Jesu, in dem Schooße Mariens aushauche, damit meine letzten Worteseien: Jesus, Maria, in Euere Hände empfehle ich meinen Geist! Amen. 296 Von 12 Uhr bis 1 nach Mitternacht wolle mich beschützen die allerfeligste Großmutter Chrifti, hl. Anna. Aus dem innersten Herzensgrunde grüße, ehre, preise und lobe ich Dich, allerfeligste Großmutter Christi, hl. Anna! Du bist die Gebärerin der Mutter Jesu, Du das ge segnete Feld der Gnade, auf dem ohne Matel empfangen wurde die Königin der Erzengel; Du bist die Zierde aller hei 297 des Ich ligen Patriarchen, und die Wurzel Heiles aus dem Stamme Davids. freue mich ob Deiner Herrlichkeit, und münsche Dir dazu Glück, daß Du von Ewigleit auserwählet wurdest, die Greßmutter Jesu Christi zu sein, und daß Du eben deßhalb zu einer besonders hohen Stufe der Himmelsherrlichkeit erhoben worden bist. Dein Rame bedeutet Gnade, erbitte mir daher, o hl. Gnadenfrau, von Jesu Christo die Gnade, damit ich mein Leben ganz nach deinem hl. Borbilde einrichte und in der Gnade mein Leben beschließe. Du bist eine besondere Patronin der Sterbenden, und deswegen bitte ich Dich flehentlich, Du wollest bei meinem Tode meine liebevollste Trösterin sein, und mit Jesus und Maria mir Muth einflößen. Sollte aber dieser gefürchtete Augenblick zwis schen der zwölften und ersten Mitternachtsstunde kommen, da bitte ich Dich ganz besonders inständig, Du wollest mir beistehen, bei mir Wache halten, damit ich nicht in Versuchung falle, sondern durch Deine mächtige Fürbitte in der Liebe zu Jesu, Deinem gebenedeitesten Enkel, und im Schutze Mariens, Deiner hochgebenedeiten Tochter, selig verscheide, und mit Dir ewiglich im Himmel mich erfreuen möge. Amen. 298 Von 1 Uhr bis 2 nach Mitternacht wolle mich beschüßen der Apostel hl. Thomas. Hl. Thomas! der Du von Gott die Gnade erhieltest, daß Du nicht nur die Wunden Deines Heilandes sehen, sondern sogar berühren, und in seine offene Seitenwunde Deine Hand legen konntest: ob dieser unaussprechlichen Gnade, die Dein Herz mit 299 unüberwindlicher Liebe verwundete, und unjere Blindheit der Seele heilte, bitte ich Dich, Du wolleft mir eine große Liebe zu Jeju erbitten, damit auch ich wie Du bereitwillig und gerne alle Mühen für seinen hl. Namen ertrage, und in der Umarmung seines hl. Kreuzes verscheide. Du wurdest, als Du eben das Heil und den Segen des Kreuzes Christi verkündetest, von den Götzendienern dei dem Fuße des hl. Kreuzes mit einer Sange durchbohret und besiegeltest. so durch den Martertod und Dein Heldenblut die Sehre des hl. Kreuzes: wegen diesem höchst feligen Tode bitte ich Dich, du wollest mir die Gnade erwirken, damit, bis mir der Priester auf dem Sterbebette das Bild des Gefreuzigten darreichen wird, mich der Anblick auf meinen Herrn und Heiland ob der Menge meiner Sünden nicht verurtheile, sondern mir meine Begnadigung und Seligkeit verbürge. Und sollte diese höchstwichtige Stunde zwischen der ersten und zweiten Stunde nach Mitternacht mich überfallen, so ermuthige mein Herz durch Hinweisung auf das durchbohrte Herz Jesu, und erbitte mir von eben diesem Herzen einen gnädigen Urtheilsspruch, damit ich mich mit Dir in demselben dereinst ewig erfreuen möge. Amen. 300 Von 2 Uhr bis 3 Morgens wolle mich beschüßen der Apostelfürst hl. Petrus. Du großer Diener des Allerhöchsten, hl. Petrus! den der Heiland selbst als Grundstein, als Schlüsselträger und Hirt seiner heiligen Kirche, an seiner Statt zurückgelassen hat; sei verehret und gegrüßet. Zum Beweise seiner unaussprechlichen Liebe zu Dir gab Dir Gott selbst einen neuen Namen, der in uns 301 serer Sprache einen Felsenmann bedeutet; auf Dir baute er seine hl. Kirche, und versprach, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen sollen. Weil der Teufel zwar stets, besonders aber dennoch im Todeskampfe wie ein brüllender Löwe herumgehet, suchend, wie er meine arme Seele verschlinge, so wollest Du, o guter Hirte, in meiner Todesangst besonders um meine arme Seele Sorge tragen, und mir dazu verhelfen, damit ich allen Angriffen desselben, standhaft im Glauben, glücklich widerstehe. Sollte jedoch dieser Todeskampf zwischen die zweite und dritte Morgenstunde, also dieselbe, in welcher im Vorhofe des Kaiphas der Herr mittleidsvoll Dich anblickte und der Hahnengesang zu ThränenDich rührte, einfallen, o da erbitte mir eine vollkommene Reue über meine Sünden, und da Du aus eigener Erfahrung die menschliche Schwäche nur zu gut kennest, so laſſe ja nicht zu, damit ich in dieser letzten, gefährlichsten und zudringlichsten Versuchung falle, sondern bitte den Herrn, er möge mich mit seinem heiteren Angesichte in diesem harten Kampfe anblicken, und zum glücklichen Siege mir verhelfen, der mit Gott dem Vater und dem hl. Geiste lebet und regieret, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 302 Von 3 Uhr bis 4 Morgens wolle mich beschützen der Märtyre hl. Iguaz. Ganz unbegreiflich war Deine Schn sucht, o hl. Aposteljünger 3gnaz! nach der Marterkrone. Nachdem Du für die Lehre Jesu vom Tyrannen Trajan zum Fraße wilder Thiere verurtheilet worden, fürchtetest Du, es könnten vielleicht die Gläubigen in Rom durch ihr Mitleid Dich von der Mar terkrone befreien, deshalb schriebst Du einen 303 liebeglühenden Brief an sie. Und als Du im et Amphitheater für die Lehre Jesu von den wilden Thieren in Rom zerrissen worden warst, und Du Dich zur heißersehnten Marterkrone emporschwangest, war auf Deinem Herzen, welches unter den größeren Gebeinen auf der Erde herumgeworfen war, mit goldenen Buchstaben der allerheiligste Namen Jesu sichtbar, als ein Beweis, daß Du wirklich ein Gottträger warest, und daß Deine Liebe zu Jesu Christo über alle Begriffe groß sein mußte. Erbitte mir, o hl. Martyrer! dieselbe heldenmüthige Geduld in Leiden, damit ich nicht nur gerne, sondern auch freudig das Kreuz Jesu Christi umarme und ihm nachtrage. Ferner fürchte ich mich meiner zahllosen Sünden wegen sehr vor der Sterbestunde; erbitte mir daher Ergebung in den Willen Gottes, damit ich bereitwillig und mit bußfertigem Herzen die Schmerzen meiner Krankheiten und den Tod zur Sühne für meine Sünden ertrage, und so wenigstens in Etwas für dieselben genugthue. Sollte jedoch meine Sterbestunde zwischen die dritte und vierte Morgenstunde fallen, o da schütze mich vor den höllischen Bestien, die auf den ewigen Tod meiner Seele lauern, damit ich siegend Jefum Christum für die ganze Ewigkeit gewinna Amen. 304 Von 4 Uhr bis 5 Morgens wolle mich beschützen der Apostel hl. Mathias. Nach der Himmelfahrt des Herrn bist Du, o hl. Mathias! wundervoll durchs Los zum Apostelamte berufen worden. Eingedent Deines hohen Berufes hast Du Dein Apostelamt mit unermüdlichem Eifer, mitten un ter unaussprechlichen Mühseligkeiten, verse hen, und Christo dem Herrn eine zahllose Menge Seelen gewonnen, isogar diese Lehre 305 durch Deinen Martertod besiegelt, indem Du mit der Art getödtet wurdest. Ich erhielt auch einen sehr hohen Beruf, indem ich bei der hl. Taufe unter die Zahl der auserwählten Glieder seiner hl. Hürde aufgenommen worden bin. Allein Scham und Reue be= decket mein Angesicht, daß ich meines hohen Berufes so schlecht eingedenk schon wiederholt treulos geworden bin, und der Welt und der Sünde mehr gedient habe, als meinem Gott. Erinnere mich daher, o hl. Apostel! öfter an meinen Beruf, und sei mir durch Deine Fürbitte verhilflich, damit ich, was ich vernachlässigte, cinhole, was ich verdorben habe, wieder gutmache, und künftighin treu an meinen Beruf denke, und mit der Gnade Gottes mitwirke. Und bis meine letzte Todesnoth anbrechen wird, in der ich über meinen Beruf werde Rechenschaft legen müssen, ach! da verlasse mich doch nicht ohne Hilfe, sondern stehe mir bei, und bitte so lange für mich, bis Du mich unter den Auserwählten erblickest. Sollte jedoch dieser Todeskampf zwischen der vierten und fünften Stunde eintreffen, o da nimm Dich ganz besonders meiner an, antworte Du selbst an meiner Statt den bösen Geistern und übergebe meine Seele in die Hände Jesu Christi. Amen. Wahres Opfer. 20 306 Von 5 Uhr bis 6 Morgens wolle mich beschützen der Apostel hl. Thaddäus. Jesus Christus hat Dich, o glorreichster Apostel, Thaddäus! auserwählt, damit Dr seine Abbildung dem Könige Algar über bringst, ihn und sein Volk taufst und so für den Himmel gewinnst. Du gingst in Del nem Apostelamte den größten Mühsalen fren dig entgegen, Du arbeitetest ohne Unterla 307 bis zum Ermüden daran, damit Du das durch Sünden verunstaltete Ebenbild Gottes in unseren Seelen durch das Blut Jesu Christi wieder herstellest. Erbitte mir, o hl. Thaddäus! eine große Reuc über mein fündhaftes Leben, damit Reuethränen die Häßlichkeit meiner Seele abwaschen und die saframentale Buße das verunstaltete Ebenbild Gottes in mir wieder zur früheren Schönheit und Würde zurückführe, auf daß ich, wenn bei meinem Tode Jesus Christus. aus meinen Händen meine Seele in jener Unschuld zurückfordern wird, die er mir bei der hl. Taufe überreichte, ohne Zittern bestehe. O hl. Thaddäus! ich nehme zu Dir meine Zuflucht, Du wollest Gott für mich bitten, damit ich dieses Thränenthal nicht früher verlasse, bevor ich nicht durch aufrichtige Buße meine Schuld wieder gut gemacht haben werde. Sollte jedoch dieser erschreckliche Augenblick zwischen der fünften und sechsten Morgenstunde eintreffen, da wollest Du ganz besonders bei mir Wache halten, die Geister der Finsterniß von mir vertreiben, damit ich in den Versuchungen nicht erliege, fon dern dereinst Gott von Angesicht zu Angesicht sehen und mit ihm mich erfreuen möge. Amen. 20* 308 Von 6 Uhr bis 7 Morgens wollen mich beschüßen die Apostel Philippus und Jakobus. Ich erwäge im Geiste, wie die Heiden Dich, hl. Philippus! ersuchten, Du mögest ihnen Jefum zeigen, und wie Du, o hl. Jakobus, Bischof von Jerusalem, öffentlich die jüdische Menge auffordertest, um vor ihr für Jesum ein wahrhaftiges Zeugniß ablegen zu können. Du, o hl. Philippus! bist wie Dein 309 Herr und Meister am Stamme des hl. Kreujes verschieden, Du aber, o heil. Jakobus! bist von der Zinne des Tempels zu Jerusalem herabgeworfen und für Christo mit Kolben erschlagen worden. Allein eben dieser Martertod war die Vollendung Eurer Vollkommenheit, war die Ueberreichung der Krone einer unvergänglichen Herrlichkeit für Euere unzähligen Mühsale, die Ihr für Jejum Christum erlitten habet. Auch ich bekenne denselben Glauben, den Ihr durch Work und That gepredigt habet. Allein leider! ist mein Glaube fast durchgängig todt. Erbittet mir daher von Jesu Christo, meinem Gott und Heilande, damit ich nicht bloß mit Worten und mit der Zunge, sondern durch Werke und in der Bahrheit liebe und Euerem Glauben nachfolge, damit, bis meine letzte Stunde schlagen wird, meine Werke nicht wider mich tlagen. Sollte dieser wichtige Augenblick zwischen der sechsten und siebenten Morgenstunde eintreffen, lasset Euch da meine arme Seele besonders empfohlen sein, damit zufolge Euerer Worte, der Teufel deshalb vor mir fliche, weil ich standhaft gekämpfet, und damit ich mit Euch im ewigen Heimatslande den Triumph der Glorie feiern könne. Amen. 1 1 C T 310 Von 7 Uhr bis 8 Morgens wolle mich beschüßen der Martyra hl. Georg. Sieggekrönter Martyrer und stattlicher Ritter, hl. Georg! der Du schon bei Beendigung der blutigen Verfolgungen des heil. katholischen Glaubens unter dem Wüthrich Dioklezian unmenschlich gemartert und gepei niget wurdest, und im Bekenntnisse des hl. 311 Glaubens unter den namenlosesten Schmeren bis zu Deinem Tode standhaft verharret haft, und deshalb als Kämpfer Christi sowohl im Morgen- wie im Abendlande einen berühmten Namen und eine ausgezeichnete Verehrung erlanget hast, und von Christo mit der Krone der ewigen Herrlichkeit gefrönt wurdeft: zu Dir wende ich mich nun flehentlich bitteud, Du wollest mir um Deiner ausgezeichneten Verdienste willen einen guten Kampf tämpfen helfen. Und gleichwie Du siegreich jenes entsetzliche Ungeheuer erlegtest, das die Königstochter zu verschlingen drohte, so wollest Du mir besonders im letzten Kampfe in dem die höllischen Gespenster gegen mich losfahren werden, um mich ewig zu vernichten, mit Deiner siegreichen und kräftigen, den bösen Geistern aber sehr schrecklichen Fürsprache und Schutzwehr behilflich sein, damit ich als guter Kämpfer Christi cinen guten Kampf kämpfe, und dereinst die ewige Krone zu erlangen gewürdigt werde. Sollte ich jedoch zwischen der siebenten und achten Morgenstunde verscheiden, da überreiche mir die Waffenrüstung Gottes, damit ich widerstehen fönne an diesem bösen Tage und in Allem vollkommen aushalten könne, und von Jesu Christo mit Dir gekrönt werden möge. Amen. 312 Bon 8 Uhr bis 9 Vormittags wolle mich beschüßen der Martyrr hl. Sebastian. Du hast, o unbesiegter Glaubensheld, hl. Sebastian! nicht blos die hl. Martyrer Markus und Marcellian durch Hinweisung auf die ewige Glorie, zur Standhaftigkeit bei Bekennung des hl. Glaubens ermuntert, und ihnen dadurch zur Marterkrone verholfen, sondern Du hast auch selbst für Jesum Chri 4 313 stum den allergrößten Unbilden Dich ausgesegt. So wurdest Du vom Tyrannen Dioflezian mit Pfeilen unmenschlich durchbohrt und auf das Schmerzlichste hingerichtet. Ach! hl. Glaubensheld; auch gegen mich schleudert die Welt, das Fleisch und der Teufel ohne Unterlaß Feuerpfeile böser Grundsätze, Beispiele und Leidenschaften. Dich hat der Wüthrich blos dem Leibe nach getödtet, der Seele aber verhalf er dadurch zur ewigen Herrlichteit, allein das feurige Geschoß, welches der Bösewicht auf mich losdrücket, tödtet durchgängig die Seelen. Erbitte mir, o hl. Marthrer! damit ich durch Dein heil. Beispiel ermuntert und gestärkt diesen Angriffen standhaft widerstehe. Und weil besonders beim letzten Kampfe die ganze Hölle bewaffnet wider mich losziehen wird, um mich zu vernichten, wolle Du mir mit Deiner Fürbitte behilflich sein; und sollte dieser letzte Streit zwischen der achten und neunten Vormittagsstunde stattfinden, da wollest Du mich vorzüglich beschirmen, damit ich im Glauben nicht wante, in der Hoffnung nicht sinte, in der Liebe nicht erkalte, sondern zum Hochzeitsmale des Lammes gelange, das mit dem Bater und dem Hl. Geiste lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 314 Von 9 Uhr bis 10 Vormittags wolle mich beschüßen der Abt hl. Benedikt. Sei von mir gegrüßt und verherrlicht, hl. Abt Benedikt! der Du durch besondere Offenbarung Gottes schon sechs Tage vor Deinem Ende Deine Todesstunde wußtest, und deshalb Dein Grab öffnen, am letzten 315 Tage aber Dich in die Kirche tragen ließest, wo Du dem weltversöhnenden Opfer der heil. Messe gegenwärtig warst, nach Empfang des allerheiligsten Altars sakramentes, vor dem Altare stehend, mit ausgestreckten Händen, in Gegenwart Deiner Jünger Deine allerglorwürdigste Seele in die Hände Deines Gottes übergeben hast. Ob dieser großen Gnade Deines höchstseligen Todes bitte ich Dich flehentlich, Du wollest mir von Jesu Christo erbitten, damit ich vor meinem letzten Ende mich mit ihm durch eine vollständige und reumüthige Beichte versöhne, und mit seinem allerh. Fleische auf den Weg zur Ewigkeit stärke und so die ewige Seligkeit erlange. Sollte jedoch dieser entsetzliche Zeitpunkt zwischen der neunten und zehnten Vormittagsstunde kommen, so wollest Du bei mir gnädigst zur Schutzwehr stehen, meine Seele gegen die Versuchungen der Teufel mit Deiner Fürbitte in Schutz nehmen und solange beschirmen, bis auch ich dieselbe mit Frohlocken in die Hände Jesu Christi werde übergeben und mit Dir ewiglich mich erfreuen können. Amen. 316 Von 10 Uhr bis 11 Vormittags wolle mich beschüßen der Abt NTS ht. Bernard. Heiliger Bernard! Du großherziger Ver achter der Welt und bewunderungswürdiger Held in Bewahrung der Jungfräulichkeit, der Du im blühenden Alter nicht nur selbst die Welt ganz verlassen, sondern auch Deine Brü der und auch eine große Anzahl Anderer, die bt 317 mit ihrem Seelenheile nicht scherzen wollten, dazu bewogen hast, und selbst im ununterbrochenen Fasten und Selbstkreuzigung Dein Leben zugebracht und nach Kräften bemüht warst, den alten, sündhaften Menschen mit allen seinen Lastern und Leidenschaften, wie der Apostel befiehlt, zu freuzigen, und den neuen, nach Christo erschaffenen anzuziehen. Erbitte mir einen großen und standhaften Abscheu vor der Welt und ihren Eitelkeiten, damit ich in Deine heil. Fußstapfen tretend ein strenges, bußfertiges, abgetödtetes Leben führe, und so würdig werde Deines hl. Schutzes in meiner letzten Noth. Sollte jedoch mein letztes Ende zwischen der zehnten und eilften Vormittagsstunde eintreffen, da wollest Du Dich meiner ganz besonders annehmen, und in meinen Aengsten mein Auge auf die himmlischen Güter wenden, damit ich in meiner Losschälung von der Welt bis an mein Ende standhaft berharre, eingedenk der Worte des Apostels, daß die Leiden dieser Welt nicht mit jener Glorie in Vergleichung kommen können, die dereinst an uns wird offenbar werden; durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 318 Von 11 Uhr bis 12 Vormittags wolle mich beschüßen hl. Nikolaus. Hochheiliger Freund Gottes, und[ mäch tiger Bertheidiger des hl. katholischen Glaubens, hl. Nikolaus! der Du schon von Dei ner Geburt an untrügliche Merkmale Deiner großen Heiligkeit gegeben hast, indem Du als Säugling am Mittwoch und Freitag stets von der Mutterbrust Dich enthieltest. 319 und durch Dein ganzes Leben so sehr die hl. Faste liebtest, daß es höchlichst zu verwundern ist; ich bitte Dich ob Deiner grosen Freigebigkeit, mit der Du Dein Vermögen unter die Armen und zur Verschonung der jungfräulichen Schamhaftigkeit dreier Jungfrauen vertheiltest, sowie auch ob Deiner Engelunschuld und Liebe zur feligsten Jungfrau Maria, und ob Deiner Aufrechthaltung der Rechtgläubigkeit des katholischen Glaubens auf der Synode zu Nicäa gegen den Erzfeßzer Arius bitte ich Dich flehentlichst, Du wollest mir eine große Liebe zu Jeju und Maria, sowie eine große Dankbarkeit erwirken für den Beruf zum heil. fathol. Glauben, chne welchen fein eil ist; damit ich so unter Deinem Schutze und nach Deinem hl. Vorbilde lebend, glücklich mein Ziel erreiche. Sollte jedoch mein Lebensende zwischen die eilfte und zwölfte Mittagsstunde fallen, so wollest Du, o glorreicher Bischof! meiner armen Seele Zuversicht auf die unendliche Barmherzigkeit Gottes einflößen und in den Himmel sie einführen. Die hl. Kirche verehret Dich als einen abjonderlichen Patron wider das höllische Feuer; ach! beschütze mich vor demselben, durch Jesum Christum unseren Herrn. Amen. 320 Von 12 Uhr bis 1 Mittags wolle mich beschüßen der Kirchenlehre hl. Augustin. Hellleuchtendes Licht der Hl. Kirche, Du erleuchtetester Lehrer der Wahrheit und Ver nichter der Rezereien, hl. Augustin! der Du durch die Thränen Deiner hl. Mutter Mo nika, und die Predigten des hl. Ambrosius zum Glauben befehret wurdeft, und in die sem hl. Glauben derart erstarktest, daß Du nicht nur zum Bischofe erwählet, sondern 321 auch allgemein als ein Gesandter Gottes, als der Wiederhall des Himmels verehret wurdest, und mit Deinen Lehren und Schriften die Kirche Gottes erleuchtetest; erbitte mir die Gnade, damit auch ich vom Sündenwege endlich mich zur Gottesfurcht aufrichtig bekehre, und eingedenk, daß ohne Bußfertigkeit weder ein Unschuldiger, um so weniger ein Sünder von dieser Erde scheiden solle, mich auch bemühe, ein recht bußfertiges Leben zu führen, und gleich wie Du vor Deinem Ende unter Thränen die Bußpfalmen stets verrichtetest, so soll auch bei mir mein Bußeifer täglich wachsen, und ich in demselben bis zum letzten Kampfe verharren. Sollte jedoch dieser Kampf zwischen der zwölften und ersten Mittagsstunde eintreffen, so erbitte mir von Jesu Christo die Gnade, damit diejenigen, die mir im Todeskampfe zusprechen werden, mich auf solche Gesinnungen bringen mögen, welche dem Willen Gottes gleichförmig sind, damit ich so vorbereitet das Zeitliche verlasse und in Ewigfeit mit Dir mich erfreuen möge. Durch Jesum Christum unseren Herrn, der mit Gott dem Vater und dem hl. Geiste lebet und regieret, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Wahres Opfer. 21 322 Eine andere Schuhwehr der Heiligen. Sollte mein Sterbstündlein zwischen 1-2 Uhr nach Mitternacht eintreffen, so sei mein Beschüße hl. Ignaz von Loyola. Erhabener Stifter des Ordens der Ge fellschaft Jesu, ht: Ignaz! den Gott in seinen 323 unergründlichen Rathschlüßen vom Soldatenstande zum Kampfe gegen die Irrthümer und Regereien, welche damals die ganze Christenheit zu untergraben drohten, berufen hat, dem Er in der Höhle zu Monrosa durch himmlische Offenbarungen eine ganz neue Art und Weise der Bekehrung der Sünder entdeckt und Dein Herz mit einer so unaussprechlichen Liebe, Demuth und Bußfertigkeit entflammt hat, daß durch Dich und Deinen Orden in der Kirche der Geist der ersten Christenheit sich wieder erneuerte und Tausende vom ewigen Untergange gerettet wurden. Zu Dir nehme auch ich elender Sünder meine Zuflucht und bitte Dich inständig, Du wollest mir Deine Liebe und Weltverachtung, Deine Demuth und Gottergebung erbitten, damit ich einzig wie Du nur die größere Ehre Gottes suche, und mich in nichts anderem ruime als im Namen Jesu, des Gekreuzigten. Und bis mein letzter Todestampf herannahen wird, so sei mir da mit Deiner Fürsprache behilflich, und sollte derselbe zwischen die erste und zweite Nachmittagsstunde eintreffen, lasse nicht zu, daß Dein Berehrer zu Grunde gehe, sondern helfe mir, damit ich mit Dir an der himmlischen Gesellschaft Jesu Theil nehmen könne. Amen. 21* 324 Sollte mein Sterbftündlein zwischen 2-3 Uhr Morgens eintreffen, so sei mein Beschützer hl. Franz Xav. Du Gefäß der Gnade, Du Apostel der Indianer, hl. Franz Xaverius! den Gott er wählte, daß Du den in den gegen Aufgang gelegenen Ländern befindlichen Nationen das hl. Evangelium verkündigest; sei heute von 325 mir gegrüßet und hochverehret wegen den unzähligen außerordentlichen Gaben, welche Dich zu Deinem hohen Berufe fähig machten. Du hast eigenhändig viele Millionen Menschen getauft, in fremden, nie erlernten Sprahen wunderbar geprediget, Todte erwecket und Meeresstürme besänftiget. Wegen jener liebe, die Dich drängte, auf unwegsamen Pfaden die Heiden zu suchen, damit Du sie jum Glauben befehrest, bitte ich Dich, erbarme Dich meiner armen Seefe, und er wirke ihr in diesem Leben die Nachfolge Deiner erhabenen Tugenden, und dort Deine Herrlichkeit. Getrieben von Sehnsucht, die heiden zu bekehren, hast Du endlich auf dem Eilande Sancian, von Allen verlassen, unter freiem Himmel Deine Seele in die Hände Gottes übergeben, erbitte mir die Gnade, damit mein Tod, sollte er zwischen die zweite und dritte Morgenstunde fallen, so glücklich wie der Deine ist. Du wirst von den Gläubigen als besonderer Patron der Sterbenden verehret, sei daher auch mein Patron und lasse ja nicht zu, damit ich die erste Seele jei, derer Du Dich nicht annehmen wolltest, sondern erbarme Dich ob meines Elendes und führe mich zu Jesus und Maria in die himmlische Herrlichkeit. Amen. 326 Sollte mein Sterbstündlein zwischen 3-4 Uhr Früh eintreffen, so sei mein Beschüßzer hl. Dominik. Eifriger Verbreiter des heil. Glaubens und unerschütterliche Säule der Rechtgläu bigkeit, hl. Dominik! Du wurdest von der allerfeligsten Jungfrau unterrichtet mit der Andacht des hl. Rosenkranzes die albigen I I 327 fische Ketzerei zu vertilgen, den Prediger- Orden zu stiften, und glänztest mit außergewöhnlichen Wundern, durch welche Du zahllose Seelen zur Buße und dadurch zur Seligkeit führtest. Erbitte mir eine große Liebe jur allerfeligsten Jungfrau und Mutter Gottes Maria, damit auch ich unter ihrem Schutze allen Anfällen, welche die Welt gegen den hl. latholischen Glauben machet, siegreich widerstehe, in Tugenden wachse, und in meinem Sterbestündlein mich der Gegenwart Mariens wie Du, erfreuen könne. Und sollte dasselbe zwischen die dritte und vierte Morgenstunde eintreffen, so sei Du mein besonderer Schüter, nimm Dich meiner armen Seele an, damit die höllischen Feind, mit Beschämung eingestehen müssen, daß ein wahrer Verehrer der Rosenkranzkönigin in jedem Kampfe siegen müsse. Amen. Im selben Verlage sind zu haben: fünfzehn Geheimnisse des hl. Rosenkranzes in Bildern. Einzeln zum Zerschneiden, groß 18°, 10 fr. 328 201 Sollte mein Sterbftündlein zwischen 4-5 Uhr Früh eintreffen, so sei mein Beschützer 1876 hl. Franz Seraph. Du seraphischer Liebhaber der Armuth, hl. Franziskus! Du hast Dich in den armen Jesus derart verliebet, daß Du aus Liebe zu ihm ihn in der größten Armuth bereitwillig nachfolgtest, ja einen eigenen Orden stiftetest, deffen Hauptaufgabe und ausschließliches Erb 329 theil, welches Du ihm hinterließest, die Hl. Armuth war. Ich bitte Dich, Du ganz überirdischer Mann! ob jener unaussprechlichen Gnade, deren Dich Gott durch Eindrüdung der fünf Wunden Christi in Deinen Leib gewürdigt hat, drücke lebhaft das Andenken an das Leiden Jesu Chrifti meinem Herzen ein, damit ich stets erwäge, um welch' theueren Preis meine Seele erfauft worden sei, und damit ich bereit sei, lieber tausendmal zu sterben, als an meiner Seele Schaden zu leiden. Und bis meine letzte Todesnoth heranrücken wird, da wollest Du für mich bei Jesu Christo fürsprechen, damit er mein gnädiger Richter sei; und sollte dieselbe zwischen die vierte und fünfte Morgenstunde einfallen, so sei mein mächtiger Beschirmer, und vertreibe in Kraft der Wunden Christi von mir das ganze Heer der Hölle; damit ich mit Dir in den himlischen Chören der Seraphim ewig singen könne: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Gott Sabaoth, Himmel und Erden sind seiner Herrlichkeit voll! Amen. 330 Sollte mein Sterbstündlein zwischen 5-6 Uhr Früh eintreffen, so sei mein Beschützer hl. Stanislaus Kostka. Engelreiner Jüngling, hl. Stanislaus! der Du in Wien während Deiner Krank heit es nicht erlangen fonntest, damit der akatholische Hausherr Dir einen Priester be rufe, und daher aus Engelhänden das aller 331 heiligste Sakrament des Altars empfangen hast, und von der allerseligsten Jungfrau Maria in die Gesellschaft Jesu berufen wurdest und in diesem Orden aus übermäßiger Liebe zu Maria in Deinem siebzehnten Lebensjahre an dem erhabenen Feste ihrer glorreichen Himmelfahrt zur Anschauung ihrer himmlischen Glorie von dieser Welt berufen wurdest; ich bitte dich demüthiglich, Du wolleft mir eine vollkommene Reue über meine Sünden und die Gnade erbitten, damit ich mich vor meinem Tode mit dem allerh. Leibe Christi auf den Weg zur Ewigkeit stärken fönne. Und sollte ich diesen Weg zwischen der fünften und sechsten Morgenstunde antreten müssen, komme Du mir mit der allerheiligsten Himmelskönigin entgegen, beschütze mich und verhelfe mir durch Deine mächtige Fürsprache, damit ich mit Dir ihre ewige Glorie sehen möge. Amen. Safe dent d 332 Sollte mein Sterbftündlein zwischen 6-7 Uhr Früh eintreffen, so sei mein Beschützer 2017 hl. Wenzel. Blicke aus den Himmelshöhen, ht. Wenzel! auf mich, Deinen unwürdigen Landsmann herab, der ich in demselben Böhmerlande geboren wurde und lebe, in dem Du so deutliche Beweise Deiner Heiligkeit gegeben, 333 und in dem Du den hl. Glauben mit Deinem jungfräulichen Blute begossen hast. Erbitte mir die Nachfolge Deiner Tugenden, und besonders jene zärtliche Liebe zum allerheiligsten Altarssaframente, damit ich dieses Geheimniß der unerforschlichen Liebe und des Glaubens so verehre und liebe, sowie Du es zu chren und zu lieben nicht einmal im Tode aufhörtest. Dein erhabenes Beispiel stehe mir stets vor Augen, Dein lebendiger Glaube entflamme meinen falten Glauben, Deine Liebe entzünde auch mein Herz, damit ich meinen Gott allhier im allerheiligsten Altarssakrament anbete, und dadurch gewürdiget werde, ihn dereinst im Himmel ewig anzubeten. Sollte jedoch mein Sterbestündlein zwischen sechs bis sieben Uhr Früh eintreffen, da wollest Dn ganz vorzüglich mich beschützen, und mir erflehen, damit im letzten Streite mein Glaube nicht wanke, meine Hoffnung nicht sinke, meine Liebe nicht erkalie, sondern damit ich durch Deine Fürsprache gewürdiget werde, mit Dir Gott von Angesicht zu Angesicht zu schauen. Amen. 334 Sollte mein Sterbstündlein zwischen 7-8 Uhr Früh eintreffen, so sei mein Beschüßzer der Abt 201 hl. Prokopius. Großer Verachter der Welt, hl. Prokop! Dich haben unsere Vorfahren stets mit einem in Ketten geschmiedeten Teufel vorgestellt, um dadurch Deinen herrlichen Sieg anzu zeigen, den Du durch Abtödtung des Flei 335 sches über diesen bösen Geist davon getragen bast, erbitte mir die Gnade, damit auch ich durch Fasten, Beten und Abtödtung den Leidenschaften gänzlich absterbe, den Teufel durch die Macht Jesu Christi allezeit und gänzlich besiege, und so des ewigen Heimatlandes würdig werde. Und sollte mein letzter Kampf mit der wüthenden Hölle zwischen die siebente und achte Vormittagsstunde fallen, so wollest Du mich durch Deine Fürsprache und Deinen Schutz besonders unterstützen, damit die Hölle mit Beschämung inne werde, daß sie über einen Verehrer Christi, besonders wenn Du ihm noch beispringest, niemals obsiege, damit ich so mit Dir ewig den Siegesgesang fingen könne. Amen. Sehr empfehlenswerth sind: Palmen des Friedens. Ein Gebet- und Erbauungsbuch für katholische Christen der gebildeten Stände von P. Clemens Jäger, Franziskaner- Ordens- Priester 2. 384 Seiten in 24° mit 6 Stahlstichen 1 fl. Dasselbe Gebetbuch in II. Ausgabe mit kleiner Schrift, 576 Seiten 32° mit 4 Stahlstichen 1 fl. 20 Nr. 336 Sollte mein Sterbstündlein zwischen 8-9 11hr Vormittags eintreffen, so sei mein Beschützer hl. Wolfgang. Heiliger Wolfgang! Du hast die hohen Ehrenstellen der Welt verachtet und in dem stillen Klosterschooße die Fußstapfen Jesu zur Nachfolge auserforen, und deßhalb Dich bemühet, die im Todesschatten des Unglaubens sizenden Heiden durch Dein apostolisches 337 Bort in den Schooß der hl. Kirche einzuführen. Und als Du eben wegen diesen ausgezeichneten Verdiensten auf den Bischofstuhl in Regensburg wider Deinen Willen erhoben wurdest, hast Du Deine Einkünfte unter die Armen vertheilet. Ich bitte Dich, Du wollest mir von Jesu Christo die Gnade erwirken, damit ich stets in seine Fußstapfen trete und an Dir einen Helfer in allen meinen Nöthen, einen Tröster in allen Drangs jalen, einen Schüßzer wider alle Feinde und einen Fürsprecher in allen Unglücksfällen finden möge. Und sollte mein Lebensende zwischen die achte und neunte Vormittagsstunde fallen, so eile mir zu Hilfe, damit ich in Bersuchung nicht erliege, sondern durch die unendlichen Verdienste Jesu Christi selig werde. Amen. Wahres Opfer. 22 338 Sollte mein Sterbstündlein zwischen 9-10 Uhr Vormittags eintreffen, so sei meine Beschüßerin hl. Ludmila. Du Mutter unserer Nation, o hl. Ludmilla! Du hast, nachdem Du vom hl. Methodius getauft worden bist, mit ununterbrochenen Thränen die Finsterniße des Heidenthums beweinet und uns den hl. Wenzel so 339 fromm erzogen, daß Du gewürdigt wurdest, aus Liebe zu Jesu Christo, wegen Deinem Eifer bei Verbreitung des hl. Glaubens, wegen zärtlicher Sorgfalt zu den Armen und Verlassenen von der gottlosen Drahomira durch zwei gedungene Mörder erwürget zu werden, und durch diesen glorreichen Martertod zum Hochzeitsmale des Lammes einzugehen. Ich ehre und preise Dich wegen Deinen erhabenen Verdiensten und bitte Dich flehentlich, Du wollest mich als Dein schwades Kind in Deinen Schutz aufnehmen, und mich zwar allezeit, besonders aber im letzten Streite beschirmen. Und sollte derselbe zwischen die neunte und zehnte Vormittagsstunde eintreffen, so wollest Du bei mir stehen, mich mit Deiner mütterlichen Fürbitte beschützen, damit ich glücklich siege, selig verscheide, im Gerichte vor Christo bestehe, und mit Dir meinen Gott ewig loben möge. Amen. 22* 340 Sollte mein Sterbstündlein zwischen 10-11 Uhr Vormittags eintreffen, so sei mein Beschützer hl. Sigmund. Erhabener Martyrer, hl. Sigmund! Du haft für Deine Sünden eine sehr strenge Buße gethan, und wurdest von Gott wegen Deinen ausgezeichneten Tugenden mit der Marterfrone geschmückt, Deinem mächtigen Schutze 341 empfehle ich mein Leben, bittend, Du wolleft mir vom dreieinigen Gott Deinen großen Bußeifer für meine Sünden erbitten, und besonders im letzten Streite mein mächtiger Fürsprecher sein. Und sollte dieser entsetzliche Augenblick zwischen die zehnte und eilfte Vormittagsstunde einfallen, so tomme Du mir mit dem hl. Maurizius und mit seiner ganzen Kriegerschaar, welche Du so zuversichtlich verehrtest, und welche Dir versprachen, bei Deinem Ende zugegen zu sein, und die Dich in Deine himmlische Herrlichkeit einführten, zu Hilfe, nimm mich armen Sünder in Schutz, helfe mir den guten Kampf kämpfen, damit ich mit Dir die unverwelkliche Krone erhalte. Amen. 342 Sollte mein Sterbstündlein zwischen 11-12 11hr Mittags eintreffen, so sei mein Beschüßer hl. Adalbert. Du Zierde der Bischöfe, Du Glanz unserer Nation, Du glorreicher Martyrer, heil. Adalbert! der Du aus tiefster Demuth und sehnsuchtsvollstem Eifer, den armen Jesus nachzufolgen, so bereitwillig den Glanz der 343 Bischofswürde mit der armen Klosterregel vertauschet hast, und durch immerwährende Selbstüberwindung allen Alles sein wolltest, und deshalb selbst bis zu den niedrigsten Diensten Anderer Dich so bereitwillig und gern herbeiließest, die Hartnäckigkeit Deiner Herde ohne Unterlaß beweintest und endlich, indem Du, Deinem Wunsche gemäß, wilden Heiden das Evangelium predigtest, sogar mit der Marterkrone geschmückt wurdest; ich freue mich mit Dir und danke Gott, daß er Dich zu einer so großen Herrlichkeit und Freude im Himmel erhöht hat. Ob Deines großen Seeleneifers bitte ich Dich, Du wollest Dich besonders in meinen letzten Zügen meiner armen Seele erbarmen, und sollte mein Todeskampf zwischen die eilfte und zwölfte Mittagsstunde fallen, wollest Du mein mächtiger Vertheidiger sein, die Pfeile des höllischen Bösewichtes, der mit verschiedenartigen Verjuchungen meine Seele überfallen wird, von mir abwehren und so mir zu einem seligen Ende verhelfen. Durch Jesum Chriftum, unsern Herrn. Amen. 344 Sollte mein Sterbstündlein zwischen 12-1 Uhr Nachmittags eintreffen, so sei mein Beschüßer hl. Johann Joon Nep. Du Held Gottes und Erzmartyrer der priesterlichen Verschwiegenheit, heil. Johann von Nepomuk! zu Dir nehme ich in meinen sowohl lieblichen als auch geistlichen Drangsalen und Aengsten meine Zuflucht, und bitte 345 Dich inständigst, Du wollest mich mit Deinem vielvermögenden Schutze stets vertheidigen. Und weil Du wegen Bewahrung des Beichtgeheimnißes den Martertod erlitten hast, deshalb bitte ich Dich zuversichtlich, Du wollest mir im letzten Augenblicke die Gnade erbitten, damit ich meine Sünden vollständig und reumüthig beichten und aus menschlicher Scham nichts verschweigen möge; sondern mit aufrichtiger Offenheit meinem Beichtvater meinen wahren Seelenzustand enthülle, damit er mich heilvoll leiten und durch die Verdienste Jesu Christi lossprechen könne. Sollte jedoch dieser letzte Augenblick zwischen zwölf und ein Uhr Nachmittag eintreffen, o da möge Deine wunderbar unversehrte Zunge mich vertheidigen, und so lange für mich fürsprechen, bis Du mich von der ewigen Schande befreit haben wirst. Amen. In derselben Buchhandlung ist zu haben: Leben des heiligen Johann von Nepomuk in Bildern. 11 Separatabdruck aus Biographien der heil. Landespatrone in Bildern" von Wenzel M. Pešina Ritter von Cechorod. 32 Lithographien 50 Nkr. 346 Sollte mein Sterbftündlein zwischen 1-2 Uhr Nachmittags eintreffen, so seien meine Beschüßer hl. Cyrill und Methud. Shr. Slavenapostel Cyrill und Methud! die Ihr uns Jesum Christum verkün diget, und mit unermüdeter Sorgfalt an der Verbreitung des hl. Glaubens gearbeitet, für den Glauben die größten Mühsale so bereit 347 willig ertragen und endlich mit Eurem heil. Leben Euere Lehre bekräftiget habet, seid heute von mir als die größten Wohlthäter unseres Landes gegrüßt und hochverehrt. Ich danke dem Dreieinen, der Euch zu diesem so erhabenen Apostelamte und zu einer so großen Herrlichkeit vorherbestimmt hat, und bitte Euch zuversichtlich, Ihr wollet aus der seligen Wohnung Eurer Herrlichkeit auf mich Elenden, der ich ein Erbe jenes Glaubens bin, den 3hr unseren Vätern gepredigt habet, liebevoll herabblicken und mich gegen die Angriffe der bösen Geister, die jetzt mehr als je gegen den hl. Glauben zu Felde ziehen, gütigst bewahren. Weil aber diese Geister der Finsterniß niemals heftiger gegen den Glauben losziehen, als eben im letzten Todeskampfe, so seid mir da behilflich, richtet mein Auge auf die himmlischen Güter, lehret mich durch Euer Beispiel die Verachtung der Erdengüter, damit ich so glücklich jenen Schatz finde, den weder die Diebe stehlen, noch der Rost verderben kann, noch die Motten fressen können. Amen. 199 348 Sollte mein Sterbftündlein zwischen 2-3 Uhr Nachmittags eintreffen, so sei meine Beschüßzerin hl. Katharina. Hochheilige Jungfrau und Martyrin, Katharina! die Du durch Deine himmlische Beredsamkeit fünfzig Weltweise nicht blos besie get, sondern auch zum Glauben belehrt und zur Marterkrone geführt hast; selbst aber für 349 den hl. Glauben mit Kerker, Geißeln, Hunger gequält, in ein schauerliches Rad geflochten und endlich enthauptet worden bist; bei Deinem Tode aber von Jesu Christo, Deinem Bräutigam, die Verheißung erhalten hast, daß Alle, welche zu Dir zuversichtlich ihre Zuflucht nehmen, durch Deine glorreichen Verdienste die Gnade erhalten werden, daß sie ohne den hl. Sterbesakramenten die Zeitlichkeit nicht segnen werden. Zu Dir nehme ich also meine Zuflucht, flehentlich bittend, Du wollest, sollte mein Sterbestündlein zwischen die zweite und dritte Nachmittagsstunde eintreffen, mich gnädigst beschützen, den allmächtigen Gott für mich bitten, damit ich in Versuchungen nicht erliege, sondern damit ich unter Deinem Schutze Dir nach auf jenen himmlischen Berg Sion gelange, auf dem eine zahllose Schaar heiliger Seelen dem Samme nachfolgen. Amen. 350 Sollte mein Sterbstündlein zwischen 3-4 Uhr Nachmittags eintreffen, jo se meine Beschüzerin WYMS Het hl. Filumena. Heilige Filumena! Du hast an einem Freitage um die dritte Nachmittagsstunde, also um dieselbe, in der Dein göttlicher Bräutigam verschied, im Martertode Deine Laufbahn beschlossen. Ich aber zittere beson 351 ders vor diesem letzten Kampfe. Sollte derfelbe nun zwischen drei bis vier Uhr Nachmittags eintreffen, so stehe mir mitleidsvoll bei, eile, mich, bis die höllischen Geister unter scheußlichen Gestalten mich zur Verzweiflung werden bringen wollen, mit Jesus und Maria zu trösten; stärke da meinen Glauben, lasse mein Vertrauen auf die unendliche Barmherzigkeit Gottes nicht zu Schanden werden, und entflamme meine erlöschende Liebe; verscheuche jegliche Angst, ermuthige meine arme Seele; antworte dem Feinde an meiner Statt; erinnere mich, damit ich ohne Unteríaß die allerheiligsten Namen Jesu und Mariä anrufe; vertheidige mich vor dem gerechten Richter, und zeige besonders in diesem fürchterlichen, für die ganze Ewigkeit entscheidenden Augenblicke, daß Dein treuer Berehrer nicht zu Grunde gehen könne. O gib, daß auch ich aus der Zahl jener Geretteten sei, die mit Dir den ewig Dreieinen loben und verherrlichen. Amen. 352 Sollte mein Sterbstündlein zwischen 4-5 Uhr Nachmittags eintreffen, so sei meine Beschüßerin hl. Barbara. Allmächtiger Gott! der Du der hl. Jungfrau und Martyrin Barbara eine so große Liebe zu Jcsu, Deinem Sohne eingepräget hast, daß sie nicht nur bereitwillig und gerne ihre jungfräulichen Brüste für ihn mit glüt 353 henden Zangen abzwicken, sondern sogar vom eigenen Vater sich enthaupten ließ, wofür Du ihr die Gnade verliehen hast, daß ihr frommer Verehrer ohne Empfang der hl. Saframente aus diesem Leben nicht scheiden soll; verleihe mir, damit ihre mächtige Fürbitte mich allzeit unterstüße, damit ich nicht eines unversehenen Todes sterbe; sondern die hl. Sterbesakramente würdig und reumüthig empfangen möge, und sollte dieses mein Sterbestündlein zwischen die vierte und fünfte Nachmittagsstunde fallen, so sei mir ihr vielvermögender Schutz ein besonderer Schild gegen die Angriffe der höllischen Geister, damit ich so glücklich zum ewigen Leben gelangen möge, durch Icfum Chriftum unseren Herrn. Amen. Wahres Opfer. JHS 23 354 Sollte mein Sterbstündlein zwischen 5-6 Uhr Abends eintreffen, so sei meine Beschüßzerin hl. Ursula. Glorreiche Martyrin, hl. Ursula! die Du Deine Jungfrauen- Schaar von eilftausend Jungfrauen vor Deinem Martertode mit flammenden Worten zur Standhaftigkeit und einem siegreichen Martertod ermuntert 355 und derart gestärket hast, daß sie mit unbeschreiblichem Frohlocken von den grausamen Heiden für die Lehre Jesu und für die Bewahrung der Jungfräulichkeit gemordet wurden; worauf auch Du zum Lohne Deines unbeschreiblichen Heldenmuthes mit Pfeilen durchbohret wurdest und so zum Hochzeitsmahle des Lammes eingingest. Zu Dir also, unbesiegte Heldin! nehme ich heute meine Zuflucht und bitte Dich, Du wollest, sollte mein Sterbestündlein zwischen die fünfte und sechste Abendstunde eintreffen, mit Deinem Jungfrauen- Chore bei mir stehen, mich gegen die Fallstricke des bösen Feindes beschützen, in der Gnade Gottes befestigen, damit ich würdig werde, Jesum Christum, den Bräutigam der Jungfrauen, mit Dir und Deiner jungfräulichen Gesellschaft ewiglich anzuschauen und mit ihm mich zu erfreuen. Amen. 23* 356 Sollte mein Sterbftündlein zwischen 6-7 Uhr Abends eintreffen, so sei meine Beschüßerin ak hl. Theresia. Heilige Theresia! Du glorreiche Braut Christi, die Du so sehr von seraphischer Liebe glühtest, daß Du öfters im Geiste sahest, wie ein Seraph Dein Herz mit einem feurigen Pfeile durchbohrte. Zu Dir, die Du 357 zur größeren Ehre Gottes und der allerfeligsten Jungfrau Maria den Karmeliterorden mit unaussprechlichen Beschwerden zur ursprünglichen strengen Ordensregel zurückgeführet; die Du für das Heil der Seelen so große Fasten und Bußwerke Gott aufgeopfert, und die Verirrung der verblendeten Ketzer mit ununterbrochenen Thränen beweinet hast, zu Dir nehme ich meine Zuflucht, und bitte Dich inständig, Du wolleft mir ob Deiner Liebe und Geduld von Jesu Christo alle mir zunächst nöthigen Gnaden erbitten, und besonders mir in meiner Todesnoth beistehen. Erinnere Dich, wie Jesus und Maria, seine allerheiligste Mutter, und der hl. Nährvater Josef bei Deinem Hinscheiden gegenwärtig waren; wie Dich die zehntausend hl. Martyrer in die himmlische Glorie begleiteten; und erbarme Dich ob dieser unschätzbaren Gnade Deines höchstseligen Todes willen meiner armen Seele, und beschütze mich in meinem Todeskampfe. Und sollte dieser Kampf zwischen die sechste und siebente Abendstunde eintreffen, so sei da meine mächtige Fürsprecherin bei Jesus und Maria, und bitte so lange den göttlichen Richter, bis Du mich im Himmel erblickest. Amen. 358 Sollte mein Sterbstündlein zwischen 7-8 Uhr Abends eintreffen, so sei meine Beschüßzerin hl. Maria Magdalena. Du Spiegel wahrer Buße, hl. Magdalena! die Du nicht nur mit Deinen Thrä nen die Füße Jesu abgewaschen und Deine Sünden so bitter beweinet hast, daß auch der Heiland selbst Deinen guten Namen 359 wider das freventliche Urtheil des Simon des Aussäßigen vertheidigte, sondern die Du auch nach der Himmelfahrt des Herrn in der Höhle bei Marseille durch dreißig Jahre unter den größten Strengheiten Deine Sünden beweinet, und dadurch verdienet hast, daß sich dir Jesus Christus öfters offenbarte, und schon auf dieser Erde die Himmelsfreuden Dich verkosten ließ; erbitte mir einen wahren Bußgeist, damit ich meine Sünden bis an mein Lebensende ohne Unterlaß beweine, und Gott so eifrig liebe, wie du ihn nach Deiner Bekehrung liebtest, und daß ich hinfüro Gott getreu bleibe. Und sollte mein Sterbestündlein zwischen der siebenten und achten Abendstunde eintreffen, so wollest Du mir nochmals eine vollkommene Reue über meine Sünden und eine gänzliche Ergebung in den Willen Gottes erbitten, damit auch ich gewürdiget werde aus dem Munde Christi zu vernehmen: ,, Weil Du viel geliebet hast, so werden Dir auch viele Sünden erlassen." Amen. 11 360 Collte mein Sterbstündlein zwischen 8-9 Uhr Abends eintreffen, so sei meine Beschüßzerin hl. Elisabeth. Groß waren die Prüfungen, welche Gott auf Dich hereinbrechen ließ, und sehr schwer die Kreuze, welche er auf Deine Schultern legte, o große, hl. Elisabeth! Allein Du gingest starfmüthig mit dem Kreuze beladen 361 Deinem Heilande nach und freutest Dich in Deinem hl. Herzen, daß Dir gegönnet sei, mit Deinem Gott den Kelch des Leidens zu trinken. Gerade diese Bereitwilligkeit, mit der Du die Widerwärtigkeiten ertrugest, sowie die gänzliche Losschälung von allen Erdengütern erlangten Dir von Gott die Gnade, daß Du schon hier auf Erden mit außergewöhnlichen Wundern strahltest, und nach dem Tode in die Freuden des Herrn eingingest und mit einer Krone der höchsten Herrlichfeit gefrönet wurdest. Auch mich drücken Kreuze aller Art darnieder, und ich bin leider! so oft ungeduldig, erbitte mir daher einen hl. Gleichmuth mit dem Willen Gottes, eine gänzliche Losschälung von allem Irdischen, ein aufrichtiges Verlangen nach Volltommenheit und einen seligen Tod. Sollte jedoch derselbe zwischen die achte und neunte Stunde in der Nacht eintreffen, so stehe Du mir da tröstend zur Seite, ermuntere mich, damit ich mit vollkommener Ergebung in den Willen Gottes meine Seele in die Hände meines Schöpfers übergebe, und so mit Dir dereinst in Ewigkeit meinen Gott loben möge. Amen. 362 Sollte mein Sterbstündlein zwischen 9-10 Uhr Abends eintreffen, so sei meine Beschüßzerin hl. Franziska Romana. Unter anderen Gnaden, mit denen Dich der Herr, o hl. Franziska! bereichert hat, war jener gegenseitige zutrauliche Umgang mit Deinem hl. Schutzengel besonders auf fallend. Auch mir sandte der Herr zu meinem 363 Schutze einen Himmelsfürsten, und leider! habe ich so wenig mit ihm wechselseieig mich berathen, so wenig ihn verehret, so wenig bis jetzt seine hl. Einsprechungen befolget. Erbitte mir also, heil. Franziska! von Gott die Gnade, damit ich mit meinem hl. Schutzengel mich stets berathe, und seine hl. Einsprechungen befolge. Und sollte ich zwischen neun bis zehn Uhr Nachts in den letzten Zügen liegen, so eile mir mit meinem heil. Schutzengel zu Hilfe, schütze mich in Versuhungen, damit ich siegreich vollende, und so mit Dir in die Gesellschaft der Engel aufgenommen werde. Amen. Ein sehr gutes Buch ist: Maria, der wunderbare Lebensbaum im Reiche Gottes, der Früchte hervorbringt, welche nähren zum ewigen Leben. Ein katholisches Erbauungs- und Gebetbuch, verfaßt von P. Josef Rechziegel, Pfarrer in Gablonz. 330 Seiten in 24° mit 4 Stahlstichen 50 Nkr. 364 Sollte mein Sterbstündlein zwischen 10-11 Uhr Aber eintreffen, so sei meine Beschützerin T hl. Agnes. Schon in zartester Jugend entbrannte Dein Herz, o heil. Agnes! von Liebe zu Christo, dem Bräutigam der Jungfrauen. Deshalb verschmähtest Du heldenmüthig die Hand des Sohnes des Stadtvorstehers, ja Du ließest 365 Dich einfertern, mit Feuer quälen, und endlich für Deinen göttlichen Bräutigam tödten. Wie ganz anders ist mein Leben beschaffen! Bis jetzt liebte ich die Welt und seine Eitelfeiten, die Sünde mit ihrem Unflathe, mit einem Worte, mein Verderben. Mit Scham und Reue erfüllet sich mein Herz, wenn ich meinen Blick auf Dich, o erhabene Jungfrau, richte. Erbitte mir daher, damit ich dereinst im Himmel Dich ewig anschauen möge, schon jegt eine gewissenhafte Nachfolge Deines glänjenden Vorbildes, ganz vorzüglich aber eine große Sehnsucht nach Jesu, dem Bräutigam reiner Seelen, damit ich der Welt absterbe, und nur einzig meinem Gott mein Leben fürderhin weihe. Und sollte einst mein letzter Rampf zwischen der zehnten und eilften Stunde in der Nacht stattfinden, so ermuthige Du selbst meinen Geist, damit ich nicht in Kleinmuth falle, sondern durch Deine mächtige Fürsprache Verzeihung meiner Sûnden und eine ewige Belohnung erlange. Amen. 366 Sollte mein Sterbftündlein zwischen 11-12 Uhr Abends eintreffen, so sei meine Beschützerin hl. Thekla. Heilige Jungfrau und Martyrin, Thekla! Dich verehret die hl. Kirche als eine besondere Patronin in der Todesstunde, weshalb auch der Priester bei den Sterbenden Deinen hl. Namen anrufet: ,, Wie Du, o Herr! die 367 selige Jungfrau und Marthrin Thekla von dret sehr gefährlichen Peinen befreiet hast, so befreie gnädigst die Seele dieses Deines Dieners und lasse ihn mit Dir die himmlischen Güter genießen." Sei mir daher ob Deiner ausgezeichneten Verdienste im letzten Todestampfe behilflich, und wenn derselbe zwischen die eilfte und zwölfte Mitternachtsstunde eintreffen sollte, so verscheuche selbst die höllischen Schlangen, welche meiner armen Seele nachstellen werden, und führe mich zu dem Hochzeitsmale des göttlichen Lammes Amen. Bei allen Buchbindern sind zu haben: Uebungen der christlichen Religion. Ein Gebet- und Erbauungsbuch von J. A. Josef Runn. Gänzlich umgearbeitet und vermehrt von P. Clemens Jäger, Franziskaner- Ordenspriester 2c. Dritte Auflage. 258 Seiten groß 32° mit 1 Stahlstiche 24 kr. 368 Sollte mein Sterbftündlein zwischen 12-1 Uhr Abends eintreffen, so sei mein Beschüßers hl. Aloysius. Du englischer Jüngling, heiliger Aloy fius! zu Dir nehme ich zuversichtlich meine Zuflucht, und bitte Dich, Du wollest mir eb Deiner unbefleckten Reinigkeit, ob Deiner tiefen Demuth und bereitwilligen Gehorsams the pres 369 willen von Gott die Gnade eines seligen Todes erbitten. Dein Herz ist eigentlich nur aus Liebe zu dem im allerheiligsten Altarssaframente wirklich und wesentlich gegenwärtigen Herzen Jesu gebrochen, denn Du hast eben am Donnerstag nach dem hl. Frohnleichnamsfeste, um zwölf Uhr Nachts, wo die Oktav dieses hochheiligen Geheimnisses endigte, aber auch zugleich das Fest des göttlichen Herzens Jefu anfing, Dein hochheiliges Leben beschlossen und bist in die Freuden Deines Herrn eingegangen. Sollte auch mein Sterbstündlein auf diesen Augenblick fallen, so sei Du mein gnädigster Beschüßzer, und erbitte mir eine große Liebe und einen lebendigen Glauben an das allerheiligste Altarssakrament, damit auch mein Herz von Liebe zum Herzen Jesu verzehret werde, und so aus dieser Zeitlichfeit zur ewigen Seligkeit hinüberschwebe, um mit Dir ewig am allerheiligsten Herzen Jesu auszuruhen. Amen. Wahres Opfer. 24 370 Gebet zu jenem Heiligen, auf deffen Tag mein Sterbestündlein fallen wird. Glorreicher, mir unbekannter Freund Gottes! an dessen Gedächtnißtage mich der Herr aus diesem Thränenthale vor sein Gericht rufen wird, sei von mir herzlich gegrüßet. Es kann kein wichtigerer Augenblick gedacht werden, als eben dieser letzte. Und deshalb komme ich schon jetzt, bei vollkommen gefundem Verstande zu Dir, und falle vor Deinem Throne auf meine sündhaften Kniee nieder, und bitte Dich mit gefalteten Händen ob Deiner großen Verdienste, ob Deiner mächtigen Fürsprache bei Gott, ob Deines glühenden Seeleneifers willen flehentlichst, Du wollest Dich meiner erbarmen, und mich nicht zu Grunde gehen lassen. Bitte Maria, die seligste Jungfrau, meinen hl. Schutzengel und alle meine heil. Patrone, damit sie mir zu Hilfe eilen. Steh' mir auch Du in meinem letzten Kampfe bei, damit mein gebrochenes Auge zuerst Dich, mein mir unbekannter Freund Gottes, erblicke. Es klebt ja an meiner Seele das Blut Jesu Christi, sie ist ja um den größten Preis erkauft worden, ich bin ja ein Glied derselben heiligen katho 371 lischen Kirche, in der auch Du selig geworden bist. Erbarme Dich also damals meiner armen durch den Anblick auf die zahllosen Sünden und durch die Versuchungen des bösen Geistes ganz verwirrten Seele, und lasse ja nicht zu, damit das Blut des Heilandes an mir verloren gehe. Siehe, schon jetzt bitte ich Dich mit weinenden Augen darum, ach! lasse mich doch nicht unerhört. Erbitte mir eine wahre Reue, Standhaftigkeit im Guten bis zu meinem Lebensende und sei mein Fürsprecher bei dem Gerichte, welches Jesus Christus mit mir halten wird. Dafür will ich Dir dereinst ewig danken und mit Dir Gott und Marien ewig loben. Amen. Stündliche Erinnerung des Leidens Chrifti. So oft die Uhr schlägt, bete ein Ave Maria zu Ehren der Mutter Gottes um ein glückseliges Sterbstünd lein, und seße folgendes Gebet hinzu: Mein allersüßester Herr Jesu Christe! zu Anfang dieser Stunde grüße ich mit neuer Innigkeit Dein allerh. Herz und sage Dir demüthigst Lob und Dank, daß Du mir zu Liebe um diese Stunde( hier nenne das unten 24* 372 angeführte Geheimniß.) Ich opfere Dir auf alle Gedanken, Worte und Werke der vergangenen und gegenwärtigen Stunde, und jene unaussprechliche Liebe, mit welcher Du mich geduldet, und mir in der heil. Kommunion Dich geschenket hast; ich erneuere vom ganzen Herzen meinen heil. Taufbund und verlange ganz inbrünstig Dich geistlicher Weise zu empfangen. Ach! komme in mein Herz, entzünde mich mit der Liebe Deines allerheiligsten Herzens. O ihr auserwählten Freunde Gottes N. N.( hier werden die untangeführten Heiligen genannt), erbittet mir vom allerheiligsten Herzen Jesu die Tugend N.( jetzt wird die unten genannte Tugend angeführt) und stehet mir bei in der Stunde des Todes. Amen. Die Ehre sei dem Vater, und dem Sohne und dem hl. Geiste, wie sie war im Anfang jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. Die Leidensstunden. 6 Uhr Abends: Deinen Jüngern die Füße gewaschen. Heilige: hl. Philippus Neri und die Hl. Katharina von Genua. Gnade: einer tiefen Demuth. 7 Uhr Abends: das allerheiligste Sakrament des Altars eingesetet. Heilige: Hl. Johann Evangelist und die Hl. Jus liana von Falkonieri. 373 Guade: einer wahren Andacht zum allerheiligsten Altarssakramente. 8 Uhr Abends: Deinen Jüngern die leßten Ermahnungen gegeben. Heilige: hl. Alphons Liguori und die hl. Katharina, Jungfrau und Martyrin. Gnade: eines lebenden Glaubens. 9 Uhr: bis in den Tod betrübet, für uns Blut geschwißet. Heilige: hl. Wilhelm von Aquitanien und die hl. Margareth von Kortona. Gnade: der tiefen Erkenntniß meines Nichts und eines inbrünstigen Gebetes. 10 Uhr: Deinen Feinden entgegen gegangen. Heilige: hl. Polykarp und die hl. Thekla, Jungfrau und Martyrin. Gnade: einer vollkommenen Ergebung in den Willert Gottes. 11 Uhr: gefangen und gebunden fortgeführet. Heilige: hl. Josef und die allerfeligste Jungfrau Maria. Gnade eines vollkommenen Gehorsames. 12 Uhr: von Deinen Jüngern verlassen worden. Heilige: hl. Wenzel und die hl. Ludmilla. Gnade: eines unerschütterlichen Gottvertrauens. 1 Uhr: dem Annas und Kaiphas vorgestellt worden. Heilige: hl. Adalbert und die hl. Hedwig. Gnade: einer herzlichen Nächstenliebe. 2 Uhr: von Petrus dreimal verläugnet, und ihn mit einem liebreichen Blicke bekehret. Heilige: hl. Prokop und hl. Magdalena. Gnade: einer wahren Bußfertigkeit. 3 Uhr: unschuldig zum Tode verurtheilt stillschweigend falsche Zeugnisse ertragen hast. 374 Heilige: Hl. Franz von Sales und die Hl. Magdalena von Pazzis. Gnade: einer wahren Sanftmuth. 4 Uhr: im Kerker angespieen, beohrfeigt und verhöhnet worden. Heilige: Hl. Johann von Nepomuk und die hl. Franziska Romana. Gnade: einer schweigenden Geduld in Leiden. 5 Uhr: den Heiden übergeben worden. Heilige: Hl. Franz Xaver und die Hl. Klara. Gnade: einer wahren Armuth des Geistes. 6 Uhr: von Herodes verspottet worden. Heilige: Hl. Franz Seraph. und die Hl. Johanna von Chantal. Gnade: der Verachtung der Welt und meiner selbst 7 Uhr: gegeißelt und mit Dornen gekrönt worden. Heilige: Heil. Aloysius, und die Hl. Filomena, Jungfrau und Martyrin. Gnade: der Reinigkeit des Leibes und der Seele. 8 Uhr: von Pilatus zum Tode verurtheilet worden und dein Kreuz getragen hast. Heilige: Hl. Johann vom Kreuze und Hl. Ludmilla. Gnade: einer treuen Nachfolge Jefu bis zum Tode. 9 Uhr: ans Kreuz geschlagen für deine Feinde ge betet hast. Heilige: hl. Erzmartyrer Stephan und die hl. Julia, Jungfrau und Martyrin. Gnade: einer wahren Feindesliebe. 10 Uhr: dem Schächer das Paradies verheißen hast. Heilige: hl. Dismas und hl. Afra. Gnade: einer unerschütterlichen Ausdauer in Widerwärtigkeiten. 11 Uhr: Maria uns zur Mutter gegeben hast. Heilige: hl. Stanislaus Kostka und Hl. Barbara. 375 Gnade: einer zärtlichen Andacht zur allerfeligsten Jungfrau Maria." 12 Uhr: von Deinem himmlischen Vater verlaffen werden wolltest. heilige: hl. Laurentius und hl. Rosa von Lima. Gnade: der Treue in allen Versuchungen. 1 Uhr: den heftigsten Durst erlitten hast. Heilige: ht. Ignaz von Coyola und die hl. Theresia. Gnade: des Eifers für die Ehre Gottes und das Seelenheil. 2 Uhr: das Erlösungswerk vollbracht hast. Heilige: Hl. Johann der Täufer und die heil. Pontamiana, Jungfrau und Martyrin. Gaade: der Beharrlichkeit bis in den Tod. 3 Uhr: Deinen Geist in die Hände Deines himmlischen Vaters übergeben. Heilige: Hl. Nikolaus und die Hl. Katharina von Siena. Gnade: einer vollkommenen Vereinigung mit Jesu. 4 Uhr: Dein allerheiligstes Herz mit einem Speere eröffnen lassen. Heilige: hl. Bernard und die Hl. Veronika Jul. Gnade: einer zärtlichen Verehrung des allerheiligsten Herzens Jesu. 5 Uhr: in den Schoß Deiner betrübtesten Mutter gelegt worden. Heilige: die heil. Mutter Anna und der heilige Schutzengel. Gnade: eines seligen Todes. 376 Responsorium zu Ehren des heil. Joseph. Wer allezeit gesund und froh 3u leben wünscht und einst am End' Von hier in Frieden scheiden will, Der rufe Josef treulich an. Er, dem die Jungfrau sich vertraut, Der Jesu Vater ward genannt, Der Mann voll Glauben, und gerecht, Was er auch bittet, das geschieht. Wer allezeit usw. Anbetend in der Krippe schon Den kleinen Jesus, pflegt er mild Des Flüchtigen; sucht dann mit Angst, Den er vermißt, und findet ihn. Wer allezeit usw. Der alle Wesen schuf und sie ernährt, Empfängt von ihm den Unterhalt; Des höchsten Vaters ew'ger Sohn Gehorcht, und ist ihm untertyan. Wer allezeit usw. Dem Tode nah, sieht er um sich Die Mutter mit dem Sohne steh'n, Und seelenfroh in ihrem Arm Gibt er den Geist mit Freuden hin. Wer allezeit usw. Dem Vater auf dem Himmelsthron Und seinem eingebornen Sohn Wie auch dem Geist der Heiligkeit Sei ewig alles Lob geweiht. Wer allezeit usw. 377 Antiphon. Siehe ein treuer und verständiger Knecht, den der Herr über sein Haus gesetzt hat. V. Bitte für uns, o heiliger Joseph! R. Damit wir theilhaft werden der Verheißungen Chriſti. O Gott! der Du durch Deine liebreichste Vorsehung den heil. Josef zum Bräutigam Deiner heiligsten Mutter zu erwählen Dich gewürdiget hast; wir bitten Dich, verleihe, daß wir an ihm, den wir auf Erden als unseren Beschützer verehren, auch im Himmel einen Fürsprecher haben. Der Du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des hl. Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen. Pius VII. verlieh am 6. September 1804 einen Ablaß von einem Jahre, der auch den armen Seelen im Fegefeuer zugewendet werden kann, für jedesmal, als man obiges Responsorium zu Ehren des hl. Josef mit Andacht und reuevoll betet. Gebet zum hl. Auton von Padua. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du Deinen glorreichen Bekenner, den hl. Antonius von Padua, mit immerwährendem Wunderglanze verherrlichest, verleihe gnädiglich, damit wir, um was wir durch seine Verdienste zu 378 versichtlich bitten, auf seine Fürbitte auch wirklich erlangen mögen. Durch Jesum Christum, unseren Herrn. Amen. Gebet zum hl. Tauspatrone. O glorreichster Diener Gottes, heiliger N., dessen Namen ich in der hl. Taufe erhalten habe, zu Dir als meinem geistigen Vater, nehme ich mit kindlicher Zuversicht mein Zutrauen, und erscheine, um Dir meine tiefste Ehrfurcht zu bezeigen. Sei demnach von mir gegrüßet, Du Gefäß der Gnade Gottes, Du Wohlgefallen der allerheiligsten Dreifaltigkeit, Du Frohíocken der Himmelsbewohner. Ich freue mich ob Deiner gro ßen Glorie, und bewundere Deine große Macht, und preise Deine unaussprechliche Güte. Indem ich in der hl. Taufe Deinen hochheiligen Namen erhielt, wurde ich dadurch das Kind eines Heiligen, allein tief beschämt muß ich eingestehen, daß ich zwar Deinen Namen trage, allein Deinem hl. Beispiele nicht nachfolge; ja im Gegentheile so unglücklich war, Deinen hochheiligen Namen durch ein entartetes Leben zu entheiligen und zu entehren. O wie muß ich mich mit vol lem Rechte fürchten, damit mein Name nicht 379 dereinst aus dem Buche des Lebens gestrichen werde. Jedoch jetzt komme ich mit reuevollem Herzen, und auf meinen fündhaften Knieen liegend, rufe ich zu Dir: O heiliger N.! ich bin nicht würdig, dereinst mehr Dein Kind zu heißen, denn ich habe Deinen erhabenen und heiligen Namen durch ein entartetes Leben entehret. Allein Du bist durch das hl. Sakrament der Taufe mir zum geistlichen Vater gegeben worden, und deshalb bitte und beschwöre ich Dich mit kindlichem Vertrauen, nimm mich verlorenen Sohn wieder zu Gnaden auf, und reinige meine verunstaltete Seele im Blute des göttlichen Lammes. Ich habe freilich wohl das bei der hl. Taufe mir überreichte Kleid der Unschuld leichtsinnig zerrissen, allein du fannst mir die verlorene Gnade wieder erflehen, mich mit Gott wieder aussöhnen, und ich bin ganz überzeugt, daß mich Dein liebevolles Herz nicht unerhöret lassen werde. Ich verspreche und gelobe Dir heute, daß ich nach Deinem heiligen Vorbilde ein ganz anderes Leben anfangen will, damit ich so dereinst mit Dir und mit allen Auserwählten, welche Deinen glorrei chen Namen auch trugen und heilig gewor den sind, ewig erfreuen möge. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 380 Tägliches Gebet des hl. Franz de Paula. O Herr Jesu Christe! Du guter Hirt, erhalte die Gerechten, rechtfertige die Sünder, sei gnädig allen Armen, Bedrängten, Kranken, Nothleidenden, Angefochtenen, Sterbenden und Verstorbenen; erbarme Dich über mich armen Sünder. Amen. Als sehr erbauliches Buch sollte in keinem Hause fehlen: Der Seelenführer in den Himmelssaal. Geistiger Spiegel des menschlichen Herzens in 12 Abtheilungen. Nebst vielen auserlesenen Uebungen, allen christkatholischen Andachten, Gesängen und 60 beigedruckten Bildern von Adalbert Ruffer, Propst des altehrwürdigen Gollegiat- Capitels auf dem Wyšehrad. Vierte Auflage. 552 Seiten in 8° mit 2 Stahlstichen, mehr als 120 Abbildungen, Rosenkranz, Schußwache, Kreuzweg 84 fr. 邀 afang einiger Gebete, welche an den drei letzten Tagen der Charwoche beim Besuche des heiligen Grabes gebraucht werden können: wie nicht minder einiger Sieder zur heil. esse, zur felighten Jung. fran Maria, wie auch auf die verschiedenen Festtage im Jahre n. f. w. damit dieses Büchlein nach dem üblichen Gebrauche der heiligen fatholischen Kirche auch bei besonderent Gelegenheiten angewendet werden könne. Der Gründonnerstag. 11 In diesem Tage feierte unser Herr und Heiland mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl, und setzte das allerheiligste Opfer der Messe und das anbetungswürdigste Sakrament des Altars ein. Hierauf begab er sich auf den Delberg, auf dem er Blut schwißte, dann von Judas Ischkariot mit einem Kuße den Feinden verrathen und gefangen wurde. Alle diese Geheimnisse führet uns heute die Hl. Kirche zu Gemüthe. Zum Beweise der allergrößten Freude über die Einsetzung des hochheiligen Meßopfers und Altarssaframentes wird bei der Messe beim Gloria" mit allen Glocken geläutet, als ob die Kirche damit der ganzen Welt ihre dankbare Freude über die Einfeßung dieses unerforschlichen Geheimnisses verkünden wollte. Indem aber alsogleich nach diesem allerhöch sten Beweise seiner unbegränzten Liebe unser Heiland sein schmerzvolles Leiden begann, deßhalb verstummt auch der Schall der Glocken, und die Hl. Kirche äußert als Braut Christi ihr Mitleiden mit dem leidenden Blutbräutigam dadurch, daß sie vom Hochaltare das allerh. Sakrament des Altars auf einen Seitenaltar überträgt, daß sie die Altäre alle entblößet, und zum Gottesdienste mit hölzernen Klappen die Gläubigen zusammenberuft. Eingedenk der unaussprechlichen Geheimnisse, welche am heutigen Tage geschahen, versenke auch du dich nach der Anweisung der bl. Kirche in das grundlose Meer des bittern Leidens 383 und der unerforschlichen Liebe deines Heilandes, bete ihn an, bitte ihn, beweine deine Fehltritte, habe mit deinem Erlöser Mitleid, und bemühe dich auf diese Weise sein hl. Leiden dir verdienstlich zu machen. Deßhalb kannst Du diesen Tag beiläufig also in frommen Gebeten verleben. Gebet. Ich grüße Dich, o mein gütigster Jesu! am heutigen Tage, und danke Dir für die übermäßige Liebe, in der Du Dich sehnteft nach dem heutigen Tage, wie Du dies Deinen Hl. Aposteln also geoffenbaret haft: ,, Ich habe ein großes Verlangen gehabt, dieses Ofterlamm mit Euch zu essen, ehedem ich leide." ut. 22, 15. Mit diesem Deinen Verlangen, o allerheiligstes Herz meines Herrn! verlange auch ich durch andächtige Feier dieses Tages die Vermehrung Deiner Gnaden und Gaben zu erlangen. Deßhalb danke, ich zuvördest für alle Deine Liebe und Gnaden, die Du mir heutigen Tages erlanget hast. Ich danke Dir daher, daß Du heute mit Deinen Jüngern das Osterlamm gegessen und dem alten Testamente ein Ende gemacht hast; ich danke Dir, daß Du in Deiner grundlosen Demuth Deinen Jüngern die Füße gewaschen, und sie eindringlich ermahnet hast; ich danke Dir, daß Du das allerheiligste Sakrament Deines Fleisches und Blutes eingeseket, und den 384 Aposteln und ihren Nachfolgern, den Bischöfen und Priestern, befohlen hast, dasselbe zu Deinem Andenken zu thun. Ich danke Dir auch, daß Du heute für die Apostel und das gläubige Volk zu Deinem himmlischen Vater gebetet hast, damit er sie in der Einheit des Glaubens ebenso erhalte, sowie Du mit dem Vater vereiniget bist; ich danke Dir, daß Du aus Liebe zu mir Blut geschwitzet, von Judas Dich mit dem verrätherischen Kuße verrathen, von dem Lottergesinde fangen und zu den ungerechten Richtern schleppen ließest! Für diese und alle andern Geheimnisse, die ich nicht einmal begreife, danke ich Dir, mein süßester Jesu! sowohl in meinem und aller Menschen Namen, für deren Heil Du diese anbetungswürdigsten Geheimnisse verrichtet hast, und preise und ehre Dich dafür. Zugleich bitte ich ob jener übermäßigen Liebe, mit der Du Deinen Jüngern die Füße gewaschen und sie mit Deinem allerheiligsten Leibe gespeiset und mit Deinem kostbaren Blute getränket hast, in Demuth, Du wolleft meine verunreinigte Seele reinigen, mich mit Deinem kostbarlichsten Blute tränken, und auf den Weg der Ewigkeit meine Seele mit Deinem Fleische speisen. Zur Dantsagung für alle diese Gnaden opfere ich Dir 385 alle hl. Kommunionen, welche heute die Gläubigen auf der ganzen Welt empfangen haben, sowie alle Andachten, welche heute fromme Seelen zur Verehrung Deines heiligen Leidens und Deiner Liebe je von der Einsetzung dieses göttlichen Sakramentes verrichtet wurden, oder je werden verrichtet werden. Auch habe ich den festen Vorsatz und das sehnlichste Verlangen Alles dessen, was heute in der hl. Kirche Gutes geschehen wird, theilhaft zu werden; so wie vorzüglich auch der Gnade, damit ich die Feier des heutigen Tages zu Deiner größeren Ehre und zum Heile Deiner heiligen Kirche mit flammender Andacht vollende. Gedenke auch, o Herr, gütigster Jeſu! an alle armen Seelen im Fegefeuer, und mache sie der Gnaden Deines göttlichen Leidens, und aller heutigen hl. Kommmunionen theilhaftig. Ob jener Liebe, mit der Du Deinen Jüngern die Füße gewaschen hast, wasche auch diese armen Seelen von ihren Makeln in Deinem heiligsten Blute rein, und ob jenem unaussprechlichen Verlangen, mit dem Du bei ihren Lebzeiten sie mit Deinem allerheiligsten Fleische und Blute gesättiget hast, stille auch jetzt ihren Hunger und Durst nach der Anschauung Deines hei Wahres Opfer. 25 386 ligsten Angesichtes durch Befreiung aus den Leiden des Reinigungsortes, der Du lebest und regierest Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet, wenn nach der h!. Messe das hochwürdigste Gut auf cincm Ceitenaltare verborgen wird. Im Geiste der Demuth und mit der herzlichsten Frömmigkeit bete ich Dich an, Du wahrhaftiges Engelsbrod! und zum Beweise meines lebendigen Glaubens falle ich vor Dir auf meine fündhaften Knie und bete Dich mit tiefster Demuth an. O Herr Jesu Christe! zum Andenken, daß Du heutigen Tages beim letzten Abendmahle dieses allerheiligite Sakrament eingesetzet hast, verber, get Deine hl. fatholische Kirche aus übergroßer Ehrfucht dieses Geheimniß an einem eigens dazu vorbereiteten Orte, und setzet dasfelbe der frommen Berehrung des gläubigen Volkes aus. Deshalb falle ich auch auf meine fündigen Knie auf die Erde nieder, um diesem hochwürdigsten Altarsgeheimnisse die ge bührende Ehre und Anbetung darzubringen, und schlage voll lebendigen Glaubens und der tiefsten Neue auf mein sündhaftes Herz, 887 und bitte in Demuth um Verzeihung meiner zahllosen Sünden. Ach! blicke auf mich aus diesem göttlichen Geheimnisse, wie Du im Hause des Kaiphas gnädigst den Petrus angeblickt hast, und durch diesen Anblick zur reumüthigsten Buße über die verübte Sünde gütigst bewegt hast, damit auch ich alle meine Cünden genau erkenne und herzlich bereue. Auch danke ich Dir demüthigst, mein allergütigster Herr! für die unaussprechliche Gnade, welche Du der hl. Kirche erwiesen hast, daß Du heute das hochwürdigste Satrament Deines wahren Leibes und Blutes eingesetzt und ihr als Speise und Trank für die Seelen gnädigst zurückgelassen hast. Dieses Wunder Deiner Liebe ist so groß, daß ce weder ein meinschlicher noch englischer Vers stand fassen, oder entsprechend beurtheilen kann. Dieses göttliche Geheimniß ist eine so große Wohlthat, daß kein Mensch dafür sich entsprechend dankbar beweisen, noch auch irgendwie genügend entgelten kann. Und aus dieser Ursache flehe ich Euch, Ihr Heiligen Gottes! an, 3hr möget an meiner Statt und für mich den allerliebvollsten Jesus preisen, ehren, anbeten und ihm für diefe Liebe entsprechend Dank sagen, den Mangel meiner Liebe mit Euerer himmlischen 25* 388 Liebe ersetzen. Und weil die Danksagung auch selbst der Engel und Heiligen dennoch nur begränzet ist, und Dir, o mein Jesu! für Deine Liebe unendlicher Dank gebühret, so opfere ich Dir jene Danksagung, welche Du beim letzten Abendmahle selbst dem himmlischen Vater dargebracht, und in Vereinigung mit dieser Danksagung bringe ich Dir alle Andachten und Anbetungen, welche Dir alle Heiligen und Auserwählten, die Dich in diesem göttlichen Geheimnisse je verchret haben, jetzt dar, und bitte Dich inständig, Du wollest ob jener unaussprechlichen Gnade, in der Du beim letzten Abendmahle Deine Jünger mit Deinem eigenen Fleische und Blute gespeiset hast, auch mit Deinem heiligen Fleische sättigen und die Gnade verleihen, damit ich Dich stets würdig empfange, öfters auch die geistliche Kommunion, die in dem feurigen Verlangen nach dem allerheiligsten Sakramente bestchet, übe, und so im Eifer, Glauben, Hoffnung und Liebe wachse und dereinst Dich von Angesicht zu Angesicht ewig anschauen möge. Amen. 389 Gebet, wenn man Nachmittag das allerheiligste Sakrament befuchet. Deine Liebe, mit der Du, o süßester Jesu! das hochwürdigste Altarsakrament eingesetzet hast, ziehet mich mächtig zu Dir, damit ich Dich, meinen Erlöser, besuche, und Dir in diesem unbegreiflichen Geheimnisse, in dem Du wirklich, wesentlich und wahrhaft gegenwärtig bist, mit gebührender Hochverehrung begrüße. Ich bete Dich an mit jener Anbetung, mit welcher Dich alle Deine hl. Engel in diesem heiligen Geheimnisse anbeten und hier neben mir vor Dir auf ihren Angesichtern liegen, und mache zugleich die Meinung, mit eben jener Frömmigkeit Dir wohlzugefallen, mit der Dich heute alle Deine frommen Diener verchren, sowie auch damit ich Dir für alle diejenigen, welche aus Kaltsinn und Gleichgültigkeit gegen dieses Geheimniß der allerbarmenden Liebe nicht einmal die Kirche besuchen, eine Ehrenabbitte vortrage. Deßhalb will ich Dir alle jene Ehrfurcht und glühende Liebesbeweise darbringen, welche Maria Dir ohne Unterlaß darbringt und darbringen wird, und wünsche vom ganzen Herzen, es möge die Verzierung 890 dieses Altares, diese brennenden Lampen und diese von Deinen Gläubigen Dir dargebrachte Ehrfurcht nur der Wiederhall meines Herzens sein. Alles und Alles möge einzig zur Verherrlichung des allerheiligsten Sakramentes geschehen, und zur Danksagung für die Einsetzung dieses göttlichen Geheimnisses dargebracht werden. Ach! wende Deine barmherzigen Augen zu mir, so wie auch ich mich erfühne, zuversichtlich meine sündhaften Augen zu Dir empor zu heben, und nimm diese einfältige Andacht, die ich jetzt verrichte, gnädigst von mir an. Wegen jenen übermäßigen Schmerzen, welche Dein allerheiligstes Herz beängstigten, daß Du am Delberge Blut geschwitzet hast, bitte ich Dich, o mein gütigster Jesu! Du wollest Dich meis ner gnädigst erbarmen, und verleihen, damit auch ich Deine Todesangst am Delberge lebhaft erwäge, und in meinem Herzen recht durchdringend jenen Abscheu empfinde, welchen Dein göttliches Herz wegen meinen Sünden empfunden hat, und mit unabläßlichen Thränen beweinet hat, damit ich so Verzeihung meiner Sünden, Nachlassung der Strafen, Besserung des Lebens und Vermehrung der göttlichen Gnaden erlange. Zur Erreichung dessen, sowie auch zur Verehrung 391 der so schmerzvollen drei Stunden, welche Du am Delberge im Gebete zugebracht hast, will ich jetzt mit größter Geistessammlung und Andacht dreimal das Gebet des Herrn und dreimal den englischen Gruß verrichten. Litanci vom allerheiligsten Sakramente des Altars. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, Gett Sobn, Erlöier der Welt, Gott, heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Allerheiligsies Sakrament des Altars, Seligmachende Hostie, Du unblutiges Opfer, Du Friedens- Cpfer, Du wahres Fleisch Jesu Chrifti, Du wirkliches Blut Christi des Herrn, Du makelloses Lämmlein, Du wahrhafie Speise der Engel, Du himmlisches Manna, Du theuerstes Gedächtnißmahl des Herrn, Du Denkmal der wunderbarsten Geheimnisse Gottes, Du Denkmal des Leidens Christi, Du unerforschliches Geheimniß der Liebe Gottes, Du ausgezeichnetes Heilmittel gegen die Sünden, Du Erquickung der frommen Seelen, Erbarme Dich unser! 392 Du stärkende Speise der Sterbenden, Du Hinterlage der ewigen Seligkeit, Du verborgener Gott und Heiland, Du Glauben des neuen Bundes, Du Krone der Auserwählten, Du Frucht des Baumes des Lebens, Du Brunnquell aller Gnaden, Du Trost der Betrübten, Du Heil der Kranken, Du Hoffnung unserer Auferstehung, Du Samenkorn unserer ewigen Verherrlichung, Sei uns gnädig! verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig! erhöre uns, o Herr! Vom umwürdigen Empfange Deines heiligsten Fleisches und Blutes, Vom Geiste der Unbuffertigkeit, Vom Verschube einer wahren Lebensänderung, Von schweren Versuchungen, Von den unordentlichen Leidenschaften des Fleisches, Von der lockenden Augenlust, Von der eitlen Lebenehoffart, Erbarme Dich unser! Erlöse uns, o Jesu! Wegen des Verlangens, mit dem Du das Osterlamm mit Deinen Jüngern zu genießen verlangtest, Wegen jener tiefen Demuth, mit der Du Deinen Füngern die Füße gewaschen bast, Wegen jener flammenden Liebe, mit der Du dieses Opfer und Sakrament eingeseßet haft, Wegen Deines allerbeiligsten Fleisches und gött. lichen Blutes, welche Du uns in diesem hoch. würdigsten Sakramente hinterlassen haft, Wegen jener unaussprechlichen Liebe, in der Du in diesem göttlichen Sakramente unter uns wohnest, Wegen jener übermäßigen Liebe, in der Du Dich mit uns in der Hl. Kommunion vereinigest, Wir armen Sünder! wir bitten Dich, erhöre uns! Auf daß Du in uns den Glauben auf dieses allerheiligste Sakrament erhalten und vermehren mögeft, Auf daß Du in uns die Ehrerbietung und Andacht zu diesem allerheiligsten Sakramente befestigen und vermehren wolleft, Daß Du uns zum würdigen Empfange dieses allerheiligsten Sakramentes durch wahre Buße vorbereiten wolleft, Daß Du uns vor jeder Blindheit und Unglauben des Geistes bewahren wollest, Daß Du uns der kostbarsten Früchte dieses allerheiligsten Sakramentes theilhaftig machen wolleft, Daß Du die Feinde dieses göttlichen Geheimnisses demüthigen wolleft, Daß Du alle Irrgläubige zum wahren Glauben bekehren wollest, Daß Du uns in der Todesstunde mit diesem Saframente auf die Reise zur Ewigkeit stärken wollest, 893 Wir bitten Dich, erhöre uns! Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesu! Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesu! Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Jefu! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. V. Du hast uns, o Herr! Brod vom Himmel gegeben, R. Welches jeglichen lieblichen Geschmack in sich hat! 394 V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laffe mein Rufen zu Dir kommen! Gebete. O Gott! der Du uns im wundervollen Sakramente ein Andenken Deines Leidens hinterlassen hast, wir bitten Dich, verleihe uns, damit wir die hl. Geheimnisse Deines Fleisches und Blutes also verehren, damit wir die Früchte Deiner Erlösung in uns allezeit erfahren mögen. O Gott! der Du im hochheiligen Geheimnisse des Altarssakramentes des Fleisches und Blutes unseres Herrn Jesu Christi, unter uns wohnen wolltest, wir bitten Dich, verleihe uns, damit wir seine Gegenwart also hier auf Erden verehren, damit wir im Himmel ihn von Angesicht zu Angesicht zu schauen gewürdiget werden mögen. Mein Gott und mein Heiland, Herr Jesu Christe! ich bete Dich an, der Du unter der Brodsgestalt verborgen allhier weilest; denn Du bist hier zugegen, als der höchste Herr Himmels und der Erde, als der Schöpfer aller Dinge, den alle Geschöpfe im Himmel und auf Erden und unter der Erde anbeten, und dem der himmlische Vater alle Gewalt übergeben hat; ich bete Dich an, und falle vor Deinem Angesichte auf die Erde nieder, und bekenne meine Nichtswürdigkeit, und 395 rufe Dich, meinen Herrn an. O könnte ich Dich so verherrlichen, wie Du es verdienest! O mein süßester Jesu! mein süßester Trost, meine Hoffnung, mein Schaß, meine einzige Liebe! Vor Dir demüthiget sich im Staube jene sündhafte Seele, die bis jetzt so wenig auf Deine Liebe gedacht hat; allein weil ich jetzt erkannt habe, wie anbetungswürdig Du bist, deßhalb habe ich mir vorgenommen, von diesem Augenblicke an, nichts anderes zu verlangen, als Dein Wohlgefallen zu vermehren, Dich in diesem allerheiligsten Sakramente verborgenen Seelenbräutigam öfters zu besuchen, Dich im Gefühle meiner Sündhaftigkeit mit den Engeln anzubeten, und Dich zu empfangen. Es mögen andere die Güter dieser Erde aufsuchen, ich suche nichts anderes, ich sehne mich nach nichts anderem, als nach Dir, o mein Jesu! der Du mit Gott dem Vater und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen. Gebet in der Nacht vor dem Charfreitage. Mit demüthigem und reuevollem Herzen erhebe ich mein Gemüth zu Dir, o mein betrübtester Jesu! und habe den aufrichtigsten 396 Wunsch, diese Nacht mit einer solchen Her zensrührung zuzubringen, mit welcher Du in unaussprechlichen Aengsten, ausgestreckt auf der Erde, als ob Du nicht einmal getrautest zum Himmel emporzublicken, in Deinem Blute liegend flehentlich den himmlischen Vater gebeten hast, damit er, wenn möglich, den Kelch des Leidens von Dir nehme; auch will ich alle die zahllosen Leiden, Verhöhnungen und Verspottungen verehren, denen Du diese Nacht ausgesetzet warst. Deßhalb reiße ich mein Herz von allen irdischen Geschäften und Zerstreuungen los, und nahe zu Dir, damit ich in tiefster Stille mit den Augen meines Her zens Dein bitteres Leiden, das Du in dieser schmerzvollen Nacht erduldet haft, auf's beste betrachten könne, und durch Dein allerhei ligstes Leiden mein Herz mit Reue tief verwunden möge. O mein getreuester Erlöser! ob der Bitterfeit und Traurigkeit dieser heutigen Nacht bitte ich Dich flehentlichst, Du wollest Dich meiner erbarmen, und mir verleihen, damit alle Deine Schmerzen und Qualen der heutigen Nacht mein Herz mit dem empfindlichsten Mitleiden verwunden und mich zu wahrer Bußfertigkeit entflammen mögen. Ja, ich sehe Dich im Geiste, wie Du schmerzlich und betrübet vom letzten Abendmahle den 397 Delberg hinanschreitest; wie Du betrübet über die Untreue Deines eigenen Jüngers Dich beklageft; wie Deine große Angst, die selbst den bittersten Tod noch übertrifft, Dein anbetungswürdigstes Herz umlagert; wie Du Deine thränenfeuchten Augen in dieser namenlosen Verlassenheit zum himmlischen Vater emporwendest, die Hände ringest, und ihn dreimal flehentlich bittest, er möge den bitteren Leidenstelch von Dir nehmen; wie der blutige Schweiß unter den heftigsten Aengsten, die Dein Herz beklemmen, aus dem ganzen Leibe gewaltsam hervorbricht, wie Du unter der Sündenlast fast erliegest und so große Schmerzen erleidest, daß alle Todesschmerzen dagegen nur eine Kleinigkeit sind. Ich sehe mit den Augen des Glaubens, wie Du Dich über die Schlafsucht Deiner Jünger betrübest; wie Dich Judas mit einem Kuße verräth; wie die Henkersknechte Dich fangen und mit rohen Strängen grausam binden; wie sie Dich unter wüstem Geschrei dem Annas und Kaiphas vorstellen und dort fälschlich antlagen; wie Dich Petrus aus Furcht vor einer elenden Magd dreimal schmählich verläugnet, wie Dich Raiphas als des Todes schuldig erkläret und das rohe Lottergesindel die ganze Nacht quälet, Dein anbetungswür 398 digstes Angesicht, welches anzuschauen den Engeln die höchste Seligkeit ist, bespeien, Dich mit Fäusten schlagen und verlachen! Ja Alles dies, und noch weit mehr, hast Du mein allerliebster Jesu! diese Nacht für das Heil meiner armen Seele erlitten. Mit blutendem Herzen erwäge ich alle diese Leiden, und jammere mit zärtlichem Mitleiden ob diesen Deinen Qualen und danke Dir besonders für das geheime Leiden, das bis jetzt der Welt noch unbekannt ist, und welches Du besonders im Kerker diese Nacht ertragen mußtest. Um aller dieser engsten, Schmerzen, falschen Anklagen, und Urtheile und Qualen willen bitte ich Dich demüthiglich, lasse ja nicht zu, damit dieser kostbarste Preis Deines Leidens an mir nicht verloren gche. Mache mich daher der Verdienste Deines Leidens theilhaftig, sowie auch aller guten Werke, aller Bußwerke u. s. w., die in dieser Nacht werden verrichtet werden. Im Namen aller, welche diese Nacht irgend ein Bußmerk oder irgend eine Abtödtung üben werden, wünsche ich sehnlichst, damit sie es mit der vollkommensten Absicht verrichten mögen. Gib, o Jesu! damit durch Dein hl. Leiden, das Du diese Nacht erlitten hast, alle die Werke der Finsterniß, die zur Nacht | 399 zeit verübet werden, gänzlich vertilget werden mögen. Um des Leidens willen, das Du diese Nacht aus Liebe zu den Seelen erduldet hast, erbarme Dich der armen Seelen im Fegefeuer, und stille ihre Zähren und Klagen, damit sie durch die Verdienste dieser so grauenvollen und schmerzlichen Nacht, Bezahlung ihrer Schulden erlangen und ihnen durch Deine Leiden im Kerker jener Schmerzensferter des Fegefeuers geöffnet, und sie zu Dir in die wige Herrlichkeit eingeführet werden mögen, wo Du mit dem Vater und hl. Geiste lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Charfreitag. Der Freitag nach dem Gründonnerstage heißt Charfreitag oder Freitag der Trauer, und führt uns das unaussprechliche, völlig unbegreifliche Geheimniß des Leidens und Todes des Gottmenschen sowie uns sere Erlösung und die Beschämung und Ueberwindung der Hölle zu Gemüthe. Weil jedoch Jesus Christus so entsetzliche Qualen und einen so verächtlichen Tod am Krenzesstamme erleiden wollte, und daher, nach den Worten des Hl. Johann Chrysostomus, eigentlich uniere Sünden die Henker waren, so folgt nothwendig, daß wir aus zweifacher Ursache diesen Tag in tiefster Betrübniß und herzlichstem Mitleiden mit Christo 400 zubringen müssen; einerseits deshalb, weil unsere Sünden die einzige Ursache dieses entseßlich grauenhaften Schauspieles eines Gottesmordes auf Golgota waren, und anderseits weil der Sohn Gottes ein so entfeßliches Leiden erdulden mußte, daß es alle menschliche und englische Begriffe weit übersteigt. Die ersten Gläubigen zerfloffsen an diesem Tage in Thränen, in den Gotteshäusern war nichts anderes zu hören als Schluchzen und Weinen über die Bosheit der Sünde und den Kreuzestod Christi. Indem wir die Erben ihres Glaubens sind, und von Chrifto theuer erkauft wurden, so sollen wir auch in ihre Fußstapfen treten, und besonders in der Liebe zum leidenden Heiland mit ihnen wetteifern. Vertiefe dich daher, geliebteſte Seele! besonders heute recht tief in das Meer des bittern Leidens Leidens Christi, erwäge sehr eindringlich seine übermäßige Liebe, bete feine unbegreifliche Demuth an, in der er sich am Kreuze so zu sagen vernichtete, und bemitleide ihn auf das herzlichste. Weil aber dieses Mitleid zugleich mit dem Haffe ge gen die Henker Christi vereiniget sein muß, deine Sünden aber die Henker Christi sind, so muß dein Herz von großem Passe gegen die eigenen Sünden entbrennen, du mußt sie unabläffig beweinen und Christum bitten, er möge dich mit seinem göttlichen Blute von allen deinen Sünden reinigen. Begebe dich daher im Geiste unter das Kreuz Jesu Christi, umklammere diesen Stamm des Heiles und der Wiederversöhnung, danke ihm für seine unanssprechliche Barmherzigkeit, opfere dich ihm gänzlich und für immer auf, bitte ihn, er möge dich in seinen allerheiligsten Wunden verbergen und dir ein Herz nach seinem Herzen verleihen. Mit Einem Worte, be mühe dich Jefum Chriftum nachzufolgen, und Jesus Christus wird dich selbst belehren, wie du nach seinem r t S 401 allerheiligsten Herzen denken sollft. Falls du dieses thuest, so wirst du gewiß am besten den hl. Charfreitag feiern. Gebet. ( Vom heiligen Anfelm.) O heiliges Kreuz, wie theuer bist Du mir, als Baum des Todes Jesu und unseres Lebens; denn durch den auf Dir erlittenen Tod des Herrn wurden wir zum Leben der Kinder Gottes berufen! Von Dir wehet uns der Wohlgeruch der Gnade Gottes entgegen! Mit Dir verglichen ist alles Gold nur eitler Schaum, sind die Perlen nichts als Asche, die der Wind davonträgt, ohne die mindeste Spur zurückzulaſsen. Ohl. Kreuz, wie thener bist Du mir! die Feinde Jesu wählten Dich zum blutigen Werkzeuge ihrer Niederträchtigkeit; und Jesus, der Freund der Sünder, wählte Dich, damit er auf Dir das Opfer seiner Liebe vollbringe. Jene erwählten Dich, um auf Dir den Gerechten zu tödten; und er, der Gerechte, erwählte Dich, um auf Dir die Sünder zu erretten! Jéne wählten Dich, um Jesum, unser Leben, zu morden; und Jesus wählte Dich, damit er auf Dir den Tod tödte. Wahres Opfer. 26 402 Oh!. Kreuz, wie theuer bist Du mir! durch den Tod Jesu auf Dir wurde die Welt erneuert, und verklärte sich durch die Wahrheit des Himmels, die nach dem Tode des Gottmenschen in der Welt leuchtet; und durch die Gerechtigkeit, die in der Welt zu herrschen begann. Dein Name strahlet wie die Sonne in jedes Herz, und Deine Macht ist wunderbar; denn die Engel staunen über Deine Macht; vor Dir fallen die Machthaber dieser Erde auf die Knie und beten den auf Dir hängenden Weltheiland an, und ehren Dich tiefgebeugt zur Erde, denn jegliche Feindes. gewalt zittert vor Dir und der Fürst der Finsterniß wird durch Dich besieget und angefettet, und in seinem Nichts zerschmettert. Ohl. Kreuz, wie theuer bist Du mir! Von Dir strömt uns allen alles Gute zu! denn durch Dich wird das Zerstörte erneuert und das Erneuerte erhalten; durch Dich wird das Schwache und Gebrechliche befestiget; durch Dich die Trauer in Freude verwandelt. Es sei daher ferne von mir, daß ich mich in etwas anderem rühmen sollte, als nur im Kreuze unseres Herrn Jesu Christi. Und obwohl ich mit Furcht und zugleich aber auch mit Hoffnung meinem Heilande diene, so bin ich dennoch überzeuget, daß ich durch Dich 403 alles Gute erlangen werde, das mir auf Dir der Tod Jesu erworben hat: falls ich übrigens Dich liebe, und so heilig und vollkommen lebe, wie jener, der auf Dir verschieden ist. Ohl. Kreuz, wie theuer bist Du mir! Mit aller Liebe verweile ich bei Dir, und bei dem, der auf Dir leidet und verblutet! Denn es ist ja für mich unaussprechlich besser bei Deinen Füßen zu verscheiden, als von Dir geschieden werden; denn jenes ,, von Dir getrennt werden" ist für die Sterblichen weit mehr noch als der zeitliche Tod, indem es für ihn der Geistestod für alle Ewigkeit ist! O mein gekreuzigter Jesu! der Du mit eben derselben Liebe, mit der Du Dich ans Kreuz annageln ließest, bis jetzt den zu Dir feine Zuflucht Nehmenden aufnimmst, verleihe mir die Gnade, damit ich alle Tage meiner Erdenpilgerschaft bei Deinem Kreuze zubringe, und zwar vertieft in den innigsten Schmerz der Reue, bis es Deiner Vorsehung gefallen wird, in Deiner Allmacht meinen Schmerz in die Freude jener umzuwandeln, die glücklich geendiget haben, damit ich in Dir allein lebe in alle Ewigkeit. Amen. 26* 404 Ein anderes Gebet. In Betrübniß und Bitterkeit meines Herzens nahe ich zu Dir, o mein leidender Erlöser, Herr Jesu Christe! und seufze aus meinem innersten Herzensgrunde zu Dir, o mein an's Kreuzesholz angehefteter Blutbräutigam! Sowie heute bei Deinem so schmerzlichen Tode die ganze Natur mit Dir trauerte, so ist auch meine Seele voll des herzlichstens Verlangens mit wahrer Theilnahme Dein bitteres Leiden zu betrachten. Verleihe, o Herr! damit Dein bitteres Leiden das Innerste meines Herzens verwunde, damit ich mich zu Deiner schmerzhaften Mutter geselle, und unter Deinem Kreuze in Deinen heil. Wunden meine Seele verberge. Verleihe, o Gott! damit Dein hl. Kreuz mein verhärtetes Herz mit den durchdringendsten Schmerzen verwunde, damit ich in seiner ganzen Größe empfinde, was Dein betrübtestes Herz den ganzen heutigen Tag, besonders aber wäh rend jener schauerlichen Verlassenheit am Kreuze empfunden hat. Bewege durch den heutigen Tag mein Herz zur wahren Buße, damit es dereinst nur Dich allein, o unendliche Liebe! lieben möge. Ich küsse mit feurigster Ehr 405 furcht alle die schmerzvollen Tritte, die Du heute, bei dem Hohne des ungläubigen Pöbels durch die Gassen Jerusalems gemacht und mit Blut bezeichnet hast; ich bete das unbegreifliche Geheimniß Deiner Geißelung, Dornenkrönung, Deines Nachgesetztwerdens hinter dem Lotterbuben Barabas und Deiner Verurtheilung zum Tode in Demuth an. O wie viele Todeswunden hast Du heute empfangen, wie oft und schmerzlich und schwer bist Du unter der Kreuzeslast heute gefallen; wie viele fummervolle Thränen hast Du heute vergossen und mit allen Deinen Wunden und Blutvergießungen dem himmlischen Vater Dich geopfert. Ach, mein süßester Jesus! die Hand des himmlischen Vaters, der doch selbst zweimal öffentlich erklärte, daß er an Dir sein Wohlgefallen habe, lag deßhalb, weil Du meine Sünden auf Dich genommen hast, so unbegreiflich schwer auf Dir; meine Sünden waren die Ursache Deines so schmerzlichen Todes; Du littest, was ich eigentlich follte; und falls Du, der Du doch die ewige Unschuld und Heiligkeit bist, so unaussprechlich für meine Sünden, also für ganz fremde Sün den, die Du gar nicht begangen hast, leiden mußtest, ach! mein Gott! was habe ich erst zu erwarten für die zahllosen Sünden, die den 406 ich so leichtsinnig begangen habe, wie man Wasser zu trinken pflegt. Allein Deine Liebe hat für mich genug gethan, damit ich jetzt durch wahre Buße mich in Deinem Blute rein wasche und ewig lebe. Deßhalb sei Dir, o mein Jesus, mein theuerster Erlöser! dafür ewiges Lob und Ehre, und Preis, und Dank bis in Ewigkeit dargebracht. Amen. Litanei zum leidenden und sterbenden Heilande. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geift, Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott, Jesu! der Du Dein Leiden mit Traurigkeit, Angst und Furcht angefangen bast, Jesu! der Du am Delberge dreimal gebetet hast und im Gebete zur Erde gesunken bist, Jesu! der Du mit blutigem Angstschweiße übergoffen, Dich gänzlich in den Willen Gottes, Deines himmlischen Vaters ergeben hast, Jesu! der Du um dreißig Silberlinge verkauft und durch den falschen Judaskuß bist verrathen worden, Jesu! der Du von Deinen Jüngern verlassen, von Deinen Feinden wie ein Mörder gefangen, mit Stricken und mit Ketten bist gebunden worden, Erbarme Dich unser! Jesu! der Du vor Annas und Kaiphas geführet, und fälschlich bist angeklagt worden, Jein! der Du mit einem Backenstreiche schmählich uno schmerzlich geschlagen und für einen Gotteslästerer und des Todes schuldig unge. rechter Weise bift anerkannt worden, Jesu! der Du gebunden dem Pilatus bift überantwortet und von den Juden zum Tode angeklagt worden, Jein! der Du von Herodes mit einem weißen Kleite bift angethan, verachtet und verspottet worden, Jesu! der Du entblößt an eine Säule gebunden und auf das grausamnste bist gegeißelt worden, Jesu! der Du mit Dornen grausam gekrönt, und von den Juden bist verspottet worden, Jeju! der Du mit einem Purpurmantel angethan, und dem Volke bist vorgestellt worden, Jefu! der Du mit den Worten: Sebet einen Menschen! dem Volfe zur Schau bist ausgestellt worden, Jesu! der Du zum Tode des Kreuzes von den Juden bist begehret worden, Jesu! der Du zum Tode des Kreuzes von dem ungerechten Richter bist perdammet worden, Jesu! der Du die schwere Kreuzeslaft und mit dieser die Last unserer Sünden af Deine verwundeten Schultern übernommen hast, Jesu! der Du von der schweren Kreuzeslaft zu Boden gedrücket, und wie ein Schaf zur Schlachtbank bist geführet worden, Jesu! der Du auf dem Kalvarienberge an Deinem hl. Leibe entblößt, und mit Händen und Füßen an das Kreuz bist geheftet worden, 407 Erbarme Dich unser! 408 Jesu! der Du zwischen zwei Misfethätern am Kreuze hangend bist geschmähet, verspottet und gelästert worden, erbarme Dich unser! Jesu! der Du in Deinem brennenden Durfte mit Galle und Effig bist getränket worden, erbarme Dich unser! Jesu! der Du mit geneigtem Haupte Deinen Geist am Kreuze aufgegeben haft, erbarme Dich unser! Sei uns gnädig, verschone uns, o Jeſu! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Jeſu! Von Versuchungen und vor Verzweiflung, Von den Banden der Sünde und des ewigen Todes, Von den Nachstellungen des bösen Feindes, Von aller Qual und Angst des Gewissens, Bon aller Bedrängniß, Berwirrung und Kleinmüthigkeit, Von aller Schuld und Strafe der Sünde, Von der unglückseligen Verlaffenheit von Gott, Von dem unglückseligen, bösen Tode der Sünder, Von dem ewigen Tode, Durch Deine bis in den Tod betrübte Seele, stärke uns, o Jesu! Durch Dein dreifaches Gebet am Delberge Durch Derne bittere Todesangst, Durch Deine unüberwindliche Geduld, Durch Dein in der Geißlung vergoffenes Blut, Durch Deine schmerzliche Krönung mit Dornen, Durch Deine Verspottung und Beschimpfung, Durch die Schmerzen der Backenstreiche, Durch Deine Kreuztragung, Durch Deine grausame Kreuzigung und Ausdehnung aller Deiner Glieder, Erlöse und, o Jesu! Durch Deine dreistündige schmerzliche Todesangst, Durch Dein heil. Kreuz, als Siegesfahne über alle Feinde, Stärke uns, o Jefu! Durch Dein heiliges Kreuz, als Zeichen un feres Glanbens, 409 o Jesu! Stärke uns, Durch Dein heiliges Kreuz, als Grund unserer Hoffnung, Durch Dein heiliges Kreuz, als Brennpunkt unserer Liebe, Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jeju! Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jeju! Lamm Gottes, welches Dn hinwegnimmst die Sün. den der Welt, erbarme Dich unser, o Jesu! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Gegrüßet seist Du. Gebet. O Herr Jesu Christe! der Du durch Deinen Kreuzestod die Welt, die Hölle und den Tod überwunden hast, ich bitte Dich, Du wollest durch Dein bitteres Leiden und Sterben mir sowohl im Leben, als auch ganz besonders im Tode den Sieg über alle meine Feinde ertheilen, ein glückseliges Sterbestündlein verleihen, und endlich meine Seele aus diesem elenden Jammerthale durch Deine hl. Engel in das himmlische Vaterland zu den ewigen Freuden einführen. Amen. Liebreichster Jesu! wollest beim Gerichte zwischen Deine Gerechtigkeit und meine arme Seele Dein hl. Kreuz stellen, und nicht auf meine Sünden, sondern auf Deine hl. Wun 410 den blicken, wie auch auf jene Schmerzen und das heftige Verlangen, mit dem Du meine arme Seele gesuchet hast, und wollest mir deshalb gnädig und barmherzig sein. Ach mein am hl. Kreuze angespannter Herr Jesu! wäge auf diesem hl. Kreuze Deine Verdienste und meine sündhafte Seele ab, und lasse ja nicht zu, damit der Werth Deiner unendlichen Verdienste an mir verloren gehe. Der Du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Am. Charsamslag. Vor Zeiten wurden an diesem Tage die Täuf linge getauft, und zum Beweise der in der Taufe erhaltenen Unschuld mit einem weißen Kleide befleis det. Bis jept noch wird an diesem Tage das Taufs wasser und das bl. Licht geweiht; zur Erinnerung, daß Jesus Christus das wahre Licht der Welt ſei, das jeden Menschen, der in diese Welt kommt, erleuchtet; und daß wir in der heil. Taufe im Blute des Lammes und durch das Taufwasser von der Erbs fünde gereiniget und durch den heil. Geist als neue Geschöpfe wiedergeboren und geheiliget worden sind. Erwäge daher ernstlich, ob Du jene Taufunschuld noch besitzest, oder ob du sie bereits verloren und das Kleid der Gnade durch Todsünden zerrissen haft. Beweine daher mit Thränen aufrichtiger Rene deine Gottvergessenheit, erneuere dein Taufgelübde, und sei beflissen nach der Ermahnung des heil. Geistes, den alten Menschen mit allen seinen Lastern auszuziehen und den neuen, der nach Christus gebildet ist, wieder anzuziehen. Gebet. Ich grüße Dich zu tausendmalen, mein süßester Jesu! und bete Dich in Deinem hl. Grabe hier unter den Brodsgestalten im allerheiligsten Sakramente wahrhaft Gegenwärtigen, im Gefühle meiner Nichtigfeit an. Und sowie die frommen Frauen zu Deinem hl. Grabe eilten, um Deinen hochheiligen Leib mit fostbaren Salben zu salben, so eile auch ich hierher, um Dich im allerheiligsten Sakramente zu besuchen, und mein Herz in Einfalt vor Dir im Gebete auszugießen. Ich erinnere Dich, mein allerliebreichster Herr Jesu! an die große Freude, mit der Du in der heutigen Nacht die Seelen der hl. Väter aus der Vorhölle geführt, über den Tod, die Hölle und den Teufel so glorreich triumphirt, und mit unaussprechlichem Frohlocken wieder ins Leben zurückgekehrt bist. O wie groß war die Freude und Frohlocken der hl. Väter, als ihr so lange andauerndes sehn lichstes Verlangen erfüllt, als sie aus der Vorhölle befreiet, der Freiheit der Kinder Gottes theilhaftig gemacht und der Anschauung Deines göttlichen Angesichtes gewürdiget wurden. 412 O mein allergütigster Jesu! wie Du nach Deiner hl. Auferstehung die ganze Welt geheiliget hast, so wollest Du mich, Deinen unwürdigen Diener, gnädiglich segnen, und aller Verdienste Deines Leidens und Deiner glorreichen Auferstehung theilhaftig machen. Vermehre in mir die Gnade einer wahren Frömmigteit, befestige mich im wahren Glauben, stärke mich in der lebendigen Hoffnung, bereichere mich mit tiefster Demuth, entzünde in mir eine flammende Liebe, erhalte mich in steter Geduld, und verleihe mir die Gnade, damit ich im Eifer stets mehr zunehme. Großer, mächtigster Herr und Gott! der Du ehedem das Volk Israel aus der Knechtschaft Egyptens durch das rothe Meer geführt und so befreit, und zum Andenken darauf befohlen hast, damit das Osterlamm genossen werde; befreie durch Jesum Christum, Deinen Sohn, dieses wahre Osterlamm, die Seelen aus dem Fegefeuer, und verleihe durch Dein rosenfarbiges Blut ihnen die Gnade, damit sie von jedem Makel befreiet, in das gelobte Land des himmlischen Vaterlandes bald gelangen mögen. Süßester, allerliebster, allgütigster Herr Jesu! Niemand kann zum Bater gelangen als nur der, den Du mit Deiner Gnade 413 ziehest. Ach! ziehe mich zu Dir, damit ich mit Dir auch zum himmlischen Vater gelange. Verleihe daher, damit ich auf Erden fo lebe, wie es Deiner göttlichen Majestät wohlgefällig ist, und gib, damit auch ich, wie Du heute glorreich vom Tode erstanden bist, dereinst zum ewigen Leben erwecket werde. Amen. Gebet zur schmerzhaften Mutter Gottes. Ach! was sieht mein Auge! unter dem Kreuze Deines Eingeborenen sehe ich Dich, betrübteste Mutter, mit einem siebenfachen Schmerzens- Schwerte durchstochen. Jesum, Deine Liebe, Deinen Trost, Deinen Gott, Dein Alles, siehest Du von Juden verfolget, von Gott dem Vater verlassen, von seinen Freunden geflohen, von Feinden gefangen genommen, verspottet, zum Tode geführt. Dein Name bedeutet fo viel, wie ein Meer voll Bitterfeiten; ach, heiligste Jungfrau! Dein Herz überfloß von einem Meere von Bitterfeiten, als Du sehen mußtest, wie das Lottergesindel Deinen Sohn gefangen nimmt, mit Stricken so unbarmherzig bindet, daß ihm aus den allerheiligsten Fingern das rosenfarbige Blut spritet, ihn ohrfeiget, bei den Haaren raufet, ins anbetungswürdigste An geficht schlägt; ihn bespeiet, zum Tode verurtheilt. Ach! was empfand Dein aller heiligstes Herz, als Kaiphas erklärte, er sei des Todes schuldig, als man ihm im Kerker sein allerheiligstes Angesicht verhüllte, und ihn verhöhnte; was empfand Dein Mutterherz bei der unmenschlichen Geißelung, bei der das Blut vom Leibe Deines Sohnes Dir in's Angesicht spritzte; als Du ihn im Blute liegend mit Dornen gefrönet, für ärger als Barrabas erklärt und zum Tode verurtheilt erblicktest! Wer wird jene unbe greiflichen Schmerzen Deines Mutterherzens begreifen, als Du ihm auf dem Schmerzenswege mit dem Kreuze beladen begegnetest, als Du sahest, wie er zur Erde darniedersinket, und wie unmenschlich man mit ihm umgehet. Ach! jene herzzerreißenden Hammerschläge waren eben so viele Todesschläge für Dein Mutterherz. O betrübteste Mutter! wer fann wohl jene Schmerzen beschreiben, die Du empfunden hast, als Du unter dem Kreuze standest; als Du die Jammerstimme Deines Sohnes hörtest, und dennoch nicht helfen konntest, ja nicht durftest. Du hast mehr als alle Martyrer gelitten, als Du in Deinem Schooße die Wunden 415 Deines todten Sohnes mit Deinen Thränen auswuschest. O Königin der Martyrer! wenn ich Dein Herz aublicke, so gewahre ich nichts anderes, als Myrrhen und Galle; denn ich sehe in Deinem Herzen den ganzen Christus gekreuziget. Du hast, o schmerzhafte Gnadenfrau! für mein Heil mehr gelitten, als alle heil. Martyrer zusammengenommen leiden konnten; ach! lasse daher nicht zu, damit meine Seele, die Du so schmerzenvoll unter dem Kreuze an Kindesstatt angenommen hast, zu Grunde gehe, sondern erbitte mir wegen Deinen Thränen, wegen Deinen Schmerzen, wegen dem Blute Jesu Christi Verzeihung meiner Sünden, und mit Dir in diesem Leben Mitleid, und nach demselben den ewigen Trost im Himmel. Amen. Litauei zur schmerzvollen Mutter Gottes. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich nnfer! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel! erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser!: Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, bitte für uns! 416 Du trauernde Mutter, Du betrübte Mutter, Du angstvolle Mutter, Du thränenreiche Mutter, Du schmerzerfüllte Mutter, Du mit mit dem Schwerte durchdrungene Mutter, Du gekreuzigte Mutter, Du Deines Sohnes beraubte Mutter, Du Inbegriff aller Leiden, Du Stärke der Schwachen, Du Hilfe der Verlassenen, Du Zuflucht der Trauernden, Du Echild der Unglücklichen, Du Rettung der Unterdrückten, Du Anker des Vertrauens, Du Stillung der Stürme, Du Hafen der Schiffbrüchigen, Du Schrecken der Verfolger, Du Reichthum der Gläubigen, Du Licht der Propheten, Du Stüße der Apostel, Du Krone der Martyrer, Du Trost der Bekenner, Du Perle der Jungfrauen, Du Vergnügen der Witwen, Du Arznei der Kranken, Du Hoffnung der Sterbenden, Du Erquickung der leidenden Seelen im Fegefeuer, Du Freude aller Heiligen, Bitte für uns! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! D Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr! 417 V. Blide auf uns herab, beschüge uns und befreie uns von allen lengsten. R. Durch die Macht Jesu Christi. Gebet. O Königin der Martyrer! Mutter der schönen Liebe, Du hast mehr als alle Menschen Gott geliebet, und mehr als alle für ihn gelitten. Du stehest am Kreuze, versenket in ein Meer von Schmerzen, das dem Abgrunde Deiner Liebe gleichkommt, voll des Durstes, noch mehr für Jesum, Deinen lieben Sohn, leiden zu können. Im Leiden bestand und bewährte sich Deine Liebe. Aber eben Deine Liebe ist für mich ein bitterer Borwurf. Ich möchte mit Dir lieben, aber ohne Leiden, ich will Jesum, aber nicht Jesum den Gefreuzigten. Im Geiste Adams des Verderbten liebe ich, nicht im übernatürlichen Lichte der Lehre Jesu, Deines Sohnes. Wer wird mich Blinden erleuchten? Wer mich Schwachen beträftigen? Du allein, meine Mutter, fannst vom Throne des Erbarmens mir einen Strahl jencs Lichtes erbitten. Mutter, Du steheft bei dem Kreuze Deines Sohnes als Heldin im Leiden, als Siegerin über den Schmerz, um alle vom Kreuze Niedergebeugten durch Dein Beispiel zu erheben. Lasse nicht zu, daß ich in Trübfalen unterliege, sondern stärke mich, daß ich sie freudig Wahres Opfer. 27 418 trage, den Muth im Kampfe für die Tugend nicht verliere, und unerschütterlich stehen bleibe auf dem Kalvarienberge dieses leidenvollen Lebens. Nicht auf meine, sondern auf Deines Sohnes Jesu, meines Erlösers unendliche Verdienste, und auf Dich kann ich mein Vertrauen gründen, o meine schmerzvolle Mutter Maria, weil er sterbend am Kreuze Dich mir zur Mutter gegeben. 1 3ch glaube. 1 Gegrüßet seist Du königin. 3 Ave Maria. Pins VII. verfaßte selbst diese Sitanei und verlieh auf alle Freitage im Jahre nach dem Empfange der heil. Sakramente einen vollkommenen Ablaß allen Denen, die mit reumüthigem Herzen diese Litanei nebst dem Glauben, einem Gegrüßet seift Du Königin und drei Ave Maria zu Ehren des schmerz, vollen Herzens Mariä beten. Meßlieder. Kyrie. Hier liegt vor Deiner Majestät- im Staub die Christenschaar, das Herz zu Dir, o Gott, erhöht, die Augen zum Altar. Schenk uns, o Vater, Deine Huld,- vergib uns unf're Sündenschuld; o Gott! von Deinem Angesicht verstoß uns arme Sünder nicht. Gloria. Gott soll gepriesen werden,- Sein im Himmel und auf Erden Nam' gebenedeit jetzt und in Ewigkeit. Ehre mehre Lob, Ruhm und Dank und fei der Dreieinigkeit;- die ganze Welt verGott! Deine Herrlichkeit. Evangelium. Aus Gottes Munde gehet- das Evangelium! Auf diesem Grunde stehet das Gott selbst ift's, der uns lebret, der Weisheit, Wahrheit ist; der seine 2. hre höret, wahre Christenthum. wie glücklich ist der Chrift. Credo. Allmächtiger! vor Dir im Staube- bekennt Dich Deine Kreatur;- o Gott und Bater! ja ich glaube an Dich, Du Schöpfer der Natur; auch an den Sohn, der ausgegangen von Dir, ges boren ewig war;- den von dem heil'gen Geist em. pfangen die reinfte Jungfrau uns gebar. 27* - Lieder. - T . 420 Offertorium. Nimm an, o Herr! die Gaben, aus Deines Priesters Hand; wir, die geiündigt haben, weih'n Dir dieß Liebespfand.- Für Sünden hier auf Erden, in Nengsten, Kreuz und Noth,- foll dieß ein Opfer werden von Wein und reinem Brod. Nimm gnädig das Geschenke,- dreieinig großer Gett! Erbarm' Dich unser, denke- an Chrifti Blut und Tod.- Sein Wohlgeruch, er schwinge- sich hin zu Deinem Thron, und dieses Opfer bringe uns den verdienten Sohn. - Sanktus. Singt: Heilig! heilig! heilig!- ift unser Herr und Gott!- Singt mit den Engeln: Heilig bist Du Gott Sabaoth!- Im Himmel und auf Erden soll deine Herrlichkeit- gelobt, gepriesen werden jetzt und in Ewigkeit. - W - Nach der Wandlung. Sieh' Vater! von dem höchsten Throne, sieh' gnädig her auf den Altar!- Wir bringen Dir in Deinem Sohne ein wohlge. fällig Opfer dar. Wir fleh'n durch ihn, wir Deine Kinder, und stellen Dir sein Leiden vor, ftarb aus Liebe für uns Sünder,- noch hebt er's Kreuz für uns empor. Fr - ▾ - 4 Agnus Dei. Betrachtet ihn in Schmerzen, wie er sein Blut vergießt!- Seht, wie aus Jeſu Herzen der letzte Tropfen fließt. Er nahm hinweg die Sünden, er trug all' uns're Schuld,- bei Gott läßt er uns finden- den Frieden, seine Huld. Kommunion. O Herr, ich bin nicht würdig zu Deinem Tisch zu geh'n;- Du aber mach' mich würdig, erhör' mein kindlich Fleh'n!- D ftille mein Verlangen, Du Seelenbräutigam!- Im Geist' Dich zu empfangen,- Dich, wahres Ofterlamm. Beim letzten Segen. Nun ist das Lamm geschlachtet, das Opfer ist vollbracht!- Wir haben, T 421 jest betrachtet,- Gott, deine Lieb' und Macht!- Du bist bei uns zugegen, ström' uns Dein Vatersegen aus deinem Gnadenmeer- durch dieses Opfer her. II. Wir werfen uns darnieder vor Dir, Gott Sabaoth! Erhöre uns're Lieder,- da wir nach dem Gebot Dir dieses Opfer bringen.- Verleihe nun, daß wir es andachtsoll befingen und wohlgefallen Dir. Gloria. Gott, Vater! Dir gehöret- Lob, Ruhm und Dank und Ehr';- was uns're Ruhe störet, gestatte nimmermehr. Auf Erden laß' uns grünen- den Frieden jederzeit,- daß wir Dir fröhlich dienen- von Furcht und Angst befreit. Evangelium. Aus Gottes Munte gehet- das Evangelium!- Auf diesem Grunde stehet- das wahre Christenthum.- Gott selber hat's gelehret, der nicht betrügen kann;- wohl dem, der's gerne. höret und es nimmt willig an. - Credo. Wir glauben und bekennen,- daß aus hochweisem Rath- Gott, den wir Vater nennen, die Welt erschaffen hat. Von ihm ist ausgegangen - sein Sohn, der Jesus heißt; er ward als Mensch empfangen durch Gott, den heil'gen Geift. - Offertorium. Herr! laß doch diese Gaben Dir wohlgefällig sein die wir geopfert haben. Es ist zwar Brod und Wein;- doch wird's verwandelt werden- in Christi Fleisch und Blut;- das ist uns hier auf Erden und den Verstorb'nen gut. Sanctus. Laßt uns gen. Himmel schwingen, zum Helfer in der Noth- und dreimal Heilig! singen,- dem Herrn, Gott Sabaoth.- Herr! Himmel 422 und auch Erde- sind voll von Deinem Ruhm; Hilf, daß bekehret werde- das blinde Heidenthum. Nach der Wandlung. Hier bet' ich auf den Knieen, verborg'ner Gott dich an;- ich will mich nicht bemühen,- das, was du hier gethan,- durch Sinne zu begreifen,- dein Wort muß mir allein, um hier nicht auszuschweifen,- der Grund des Glaubens sein. Agnus Dei. Erfreut euch fromme Seelen!- Ein Wunder ist gescheh'n;- der Herr will sich verIn Brods hehlen,- kein Auge kann ihn seh'n. und Weingestalten ist Jesu Fleisch und Blut- auf dem Altar enthalten, dieß größte Seelengut. Segen des Priesters. Da wir nunmehr gehöret- die Meffe, wie man soll,- so sei auch Gott geehret,- o mach' uns segensvoll!- Und laß' es Dir gefallen, was wir allhier gethan; uns Allen, so sind wir wohl daran. - o bleibe bei ->> Segenlieder. I. 1. Rommet, lobet ohne End' - - das heiligste welches Jesus eingesetzet- uns zum Sakrament; Testament. uns das 2. Hier ist Jesn Fleisch und Blut, allerhöchste Gut;- keine Seele geht verloren- unter seiner Hut. 3. Sei gelobt, gebenedeit, Trost in jeder Bitterfeit. In der Kriegszeit, Pest und Hunger wahre Sicherheit. . 4. Segne uns, o großer Gott!- wundervolles Himmelsbrod! Ach, bewahre und errette- uns aus aller Roth. 423 5. Gib ftets wahre Buß' und Reu',- spreche uns von Sünden frei;- mach', daß Glaube, Lieb' und Hoffnung- bis ans Ende sei. II. 1. Wir ehren Dich, verhüllter Wundergott, und fleh'n zu Dir um Hilfe in der Noth!- Heilig, heilig, heilig,- Du bist allzeit beilig.- Sei gepries fen ohne End' in dem heiligsten Sakrament. 2. Ach, speise uns mit Deinem Fleisch und Blut und segne uns, o allerhöchstes Gut!- Heilig u. s. w 3. Ach, höre uns, schaff unsere Seele rein, daß wir, Dein Volk, auch Deiner würdig sein. Heilig u. f. w. - Predigtlied. 1. Jn Gott des Vaters und des Sohn's- und feines Geistes Namen,- sprecht hier am Fuße seines Thron's, o Christen! freudig: Amen!- Eprecht: Amen! und bereitet euch nach eures Meisters Lebren, den Vater in dem Himmelreich- mit Bitten zu verehren. 2. O Vater unser! der Du bist- im Himmel und auf Erden!- Dein Name, der so lieb'voll ist, soll stets gebeiligt werden!- Dein Reich, vom Anbeginn der Welt, bereitet allen Frommen,- Das laß, wenn dieser Staub zerfällt- für uns auch einstens kommen. 3. So wie auf jeden Wink von Dir,- die Him. melsgeister sehen, so soll auch unter Menschen hier Dein Wille stets geschehen. Das Brod, das uns're Seele nährt, um Dir, o Gott! zu leben,- auch je nes, das der Leib begehrt, sei täglich uns gegeben. - 424 55A 4. Vergib uns, Vater! jede Schuld,- die wir vor Dir bereuen;- sowie wir Alle mit Geduld den Schuldigern verzeihen. Ersticke, wenn Versu chung droht, in uns des Bösen Samen; erlöf uns jegt und einst, o Gott,- von allem Uibel. Amen. - Adventlieder. 1. Thauet, Himmel, den Gerechten,- Wolken, regnet ihn herab!"- rief das Volk in bangen Nächten, dem Gott die Verheißung gab, feinen Hei land bald zu sehen, auf dem Pfad' ihm nachzugehen, - den aus Nacht und Dunkelheit,- Er ihm zeigt zur Seligkeit. - - I. 2. Und er kam, mit ihm kam Segen- so wie frischer Morgenthau, so wie sanfter Frühlings regen,-mild erquicket Feld und Au.- Er ward uns zum Heil gegeben,- durch ihn kam uns licht und seine Leben; so hält Gott, was er verspricht, Worte trügen nicht. 4 - 3. Kommt denn, reinigt eure Seelen,- werdet heilig; feit bereit, das, was ihm gefällt zu wählen, das zu fliehn, was er verbeut.- Fried' und Ruhe, Licht und Leben- will er jedem Herzen geben, das sein Wort mit Freuden hört, und zu ihm sich ganz bekehrt. . - 4. Nur, wer Tugend herzlich liebet,- nied're Erdenlust verschmäh't, sich in guten Werken übet, - gern auf Gottes Wegen geht:- der nur wird schon hier auf Erden seines Gottes inne werden;- ihm nur wird von Gott das Heil- Fried' und Seligkeit zu Theil. 425 5. Deines Heiles mich zu freuen,- laß mein Herz dir eigen sein;- Heiland, Dir will ich es weihen. - ewig, ewig sei es Dein!- Daß ich, wirst Du wieder tommen,- Dir, o Herr! mit deinen Frommen- freudig mög' entgegengeh'n,- und gerecht vor Dir besteh'n! II. 1. Maria, sei gegrüßet, Du lichter Morgenstern! Der Glanz, der Dich umfließet,- verkündet uns den Herrn.- Von jeder Mackel rein,- sollst Du zum Menschenheile des Höchsten Mutter sein. 2. Es kommt, zu Dir gesendet,- der Engel Gabriel; er spricht, zu Dir gewendet,- nach Deines Herrn Befehl:-Maria, sei gegrüßt,- gesegnetste der Weiber,- die Du voll Gnade bist!" 3. Dieß konntest Du nicht fassen,- und bat'st in Demuth ihn, Dich recht versteh'n zu lassen der dunklen Rede Sinn. Er sprach: O zitt're nicht; denn Gnad' ist Dir geworden Angesicht!" 11 vor Gottes 4. Er will, Du sollst empfangen,- gebären einen Sohn,- und dieser wird gelangen- auf David's Königsthron. Sein Nam' ist Jesus, Herr;- er ist der Sohn des Höchsten,- und ewig herrschet er. 41 - - 5. Wie soll dieß wohl geschehen?- ich kenne keinen Mann."- Jungfrau! Du wirst sehen, was Gottes Allmacht kann!- Dich wird der heil'ge Geist mit Gnade überschatten,- damit Du Mutter seist." 6. In ihren alten Tagea- kann auch Elisabeth von Gottes Wundern sagen,- sie, die gesegnet geht. Sie hieß zwar unfruchtbar;- doch dem ist nichts unmöglich, der sein wird, ist und war." 7. Da sprachst Du tief geneiget: „ Ich bin des Höchsten Magd, was du mir angezeiget,- ge 426 scheh' wie du gesagt!"- O freudenvolles Wort! der Engel hört's und schwebet- zu Himmelshöhen fort. 8. Es kommt nach Gottes Rathe- das Wort von Ewigkeit, zu segnen uns mit Guade,- zu leiden in der Zeit.- Der Heiland aller Welt wird Mensch in Deinem Schoße,- den er sich auserwählt. 9. Den Herrn, den Du empfangen, o schenk ihn bald der Welt;- wir harren mit Verlangen.- Er ist der starke Held, der uns're Banden bricht, der aus den Todesschatten- uns führt zum ew'gen Licht. 10. Was dankerfüllte Zungen,- o Heilsgebärerin, zum Ruhme Dir gesungen, nimm huldvoll von uns hin! Dein Sohn, dieß theure Pfand,- führ' einst auf Deine Bitte uns dort ins Vaterland. Weihnachtslieder. I. 1. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht;- ich will mich herzlich freuen. Wie gut hat mich der Herr bedacht, ich will mein Lied' ihm weihen!- Das Heil, das aus der Jungfrau Schoß- heut' allen Kindern Adams sproß,- ist auch für mich erschienen. 22. In nied'rer Krippe liegst Du hier,- den keine Namen nennen;- o Gott. o Kind, geläng' es mir, - 9 die Guade zu erkennen, durch welche Du vom ew'gen Thron- herniederkamst als Erdensohn, um hier für uns zu leiden! - . 3. Du weinst, o Jesu! sei gegrüßt- Du guadenreiche Bähre;- sei voller Ehrfurcht aufgeküßt- Du Tropfen aus dem Meere,- das blutig einst noch strö men joll- für mein und aller Menschen Wohl.- fließ' auch mir zum Heile! 427 4. O nimm mein Herz als Wohnung ein, geltebtester aus Allen; es foll Dir ganz geweihet fein, nur Dir allein gefallen.- D lehre aus der Krippe mich, an Kindersinn und Demuth Dich,- D Jefu, nachzuahmen. 5. Wenn einst die Welt in Trümmer geht, der Staub aus Gräbern dringet;- und Du erscheinst mit Majestät, vom Engelheer' umringet;- dann geb' mit mir nicht ins Gericht- zeig' mir Dein mildes Angesicht, und zähl' mich zu den Deinen! - II. 1. Beim frühen Morgenlicht erwacht mein Herz und spricht: Gelobt sei Jesus Christus! 2. Bin ich bekleidet dann,- fang' ich zu beten Gelobt sei Jesus Christus! 3. Und was mein Werk auch sei,- ich spreche froh dabei:- Gelobt sei Jesus Christus! 4. Führ' ich die Arbeit fort, sprech' ich dabei das Wort: Gelobt sei Jesus Chriftus! 5. Und ist sie dann vollbracht,- so wird der Schluß gemacht: Gelobt sei Jesus Christus! 6. Genieß ich Speis und Trank, so ist mein froher Dank:- Gelobt sei Jesus Christus! 7. Gegrüßt sei auch mein Feind,- so liebvoll wie der Freund:- Gelobt sei Jesus Christus! 8. In Gottes heil gem Haus- sprech' ich vor Allem aus:- Gelobt set Jesus Christus! sing' ich in 9. Jhm, meinem höchsten Gut: Liebesgluth: Gelobt sei Jesus Christus! 10. Dem heil'gsten Sakrament ersch alle ohne End: Gelobt sei Jesus Christus! an: - - 11. Hat mir mein Gott verzieh'n,- so preis ich dankvoll thn: Gelobt sei Jesus Christus! 428 12. Bei gut und böser Zeit ruf' ich mit Dankbarkeit: Gelobt sei Jesus Christus! 13. Bei jedes Tages Schluß letter Gruß: Gelobt sei Jesus Christus! ist dieß mein 14. Geh' ich zur süßen Ruh' ruf' ich dem Herrn noch zu: Gelobt sei Jesus Christus! 15. Ja meine Seele spricht, auch wenn das Herz schon bricht: Gelobt sei Jesus Christus! 16. Ihr Menschenkinder all' singt laut im Jubelschall: Gelobt sei Jesus Christus! 17. Singt, Himmel, Erd' und Meer, und aller Engel Heer:- Gelobt sei Jesus Christus! 18. Es schalle weit und breit- in alle Ewigfeit: Gelobt jei Jesus Christus! - - Fastenlieder. I. -- - 1. Laß mich Deine Leiden singen, Dir des Mitleids Opfer bringen,- unverschuld'tes Gotteslamm, das von mir die Sünde nahm!- Jesu, drücke deine Schmerzen- tief in aller Christen Herzen, laß' mir Deine Todespein- Trost in meinem Tode sein! 2. Ins Gericht seh' ich Dich treten, zum erzürnten Vater beten; sehe Didy mit Blut bedeckt an dem Celberg hingestreckt.- Jesu, drücke u. f. w. 3. Did) zu binden und zu schlagen,- zu beschimpfen und zu plagen, nahet sich der Feinde Schaar,- und Du gibst Dich willig dar.- Jesu, drücke u. f. w. 4. Von den Richtern, die Dich hassen,- wilden Schergen überlassen,- strömet Dein unschuldig Blut - unter frecher Geißeln Wuth.- Jesu drücke a. s. w. 429 5. Unter lantent Spott und Hohne,- drückt man eine Dornenkrone- zur Erhöhung Deiner Pein- in Dein göttlich haupt Dir ein.- Jesu, drücke u. s. w. 6. An das Opferholz geheftet,- wundenvoll, er blaßt, entkräftet, zeigst Du, wie ein Gottmensch stirbt - und den Sündern Heil erwirbt.- Jesu, drücke u. s. w. 7. Heiland, meine Misfethaten haben Dich verfauft, verrathen, Dich gegeißelt und gefrönt, an dem Kreuze Dich verhöhnt.- Ach sie reuen mich vom Herzen! Laß, mein Heiland, Deine Schmerzen Deines Mittlertodes Pein- nicht an mir verloren sein! - II. be 1. O treues Christenherz, hör' auf zu tlagen; von Jesu lern' dein Krenz geduldig tragen; trachte, was der Herr für dich gelitten,- als er dein Heil, den Sieg am Kreuz erftritten. 2. O bitt'rer, schwerer Kampf, den er gerungen, eh' er durch seinen Tod den Tod bezwungen;- nie hat ein Mensch so viel, jo unverschuldet,- von Lieb allein bewegt, wie er geduldet! den, 3. Entblößt, vom Speer durchbohrt, zum Spott gekrönet,- hängt schmachtend er am Kreuz, geschmäht, verhöhnet;- von Schmerzen brennen, ach, die munden Glieder;- es rinnt sein Blut für uns zur Erde nieder. 4. So tämpft er mit dem Tod drei lange Stun kein Name spricht es aus, was er empfun den; des Heilands Schmerz, von Gott und Welt verlaffen,- der Mutter Herz allein konnt' ihn erfaffen. 5. D treues Christenherz, bör' auf zu flagen;- von Jesu lern' dein Kreuz geduldig tragen,- von ihm, der alle Qual erträgt und schweiget, bis er das heil'ge Haupt im Tode neiget. 430 6. Betrübniß, Angst und Furcht sind nnn vernichtet; zum ew'gen Troft steht uns ein Kreuz errichtet. In jeder Noth laßt uns das Kreuz umfangen, von dem in alle Welt das Heil ergangen! III. 1. Heiliges Kreuz! sei hochverehret,- Ruhestätte meines Herrn, einstens seh'n wir Dich verkläret, strahlend gleich dem Morgenstern.- Dann wird die Natur vergehen, aber seine Worte nicht;- wenn die Todten auferstehen- zu dem strengen Weltgericht. 2. Heiliges Kreuz! Du Siegeszeichen, felig, wer auf dich vertraut,- ficher wird sein Ziel erreichen, - der im Kampfe auf dich schaut. Sei mit Mund und Herz verehret.- ja du strahlest einst im Licht,- wie der Morgenstern verkläret, und dann fommt das Weltgericht. 3. Kreuz, du Denkmal seiner Leiden,- präg' uns feine Liebe ein, daß wir stets die Sünde meiden, stets gebenten seiner Pein.- Heil'ges Kreuz, sei uns're Fahne in dem Kampf und jeder Noth,- die uns wecke, die uns mahne tren zu sein bis in den Tod. 4. Denkmal, Fahne, Siegeszeichen,- uns're Hoff nung, unser Schild;- nimmer soll die Andacht weichen- zu dem heil'gen Krenzesbild.- Eines sei nns noch gewähret:- ruft uns einst der Ruf des Herrn, - sei im Sterben noch verehret, leucht' uns als ein Morgenstern. - s IV. 1. Im Himmel und auf Erden,- an allen Ort und End' geliebt, geehrt soll werden- im beil'gen Satrament; gelobt, gebenebeit- foll sein zu aller Beit has heiligste Herz Jesu in aile Ewigkeit. - - . 431 2. Für uns hat es geschlagen dieß Herz, eh' wir's erkannt;- nichts kann es uns versagen im heil'gen Sakrament. Gelobt u. j. w. 3. Dieß Herz steht Jedem offen,- sei noch so groß die Schuld, stets darf die Reue hoffen- Barmherzigkeit und Huld. Gelobt u. f. w. - 4. In Jesu Herz und Wunden- da wird zu jeder Zeit der größte Trost gefunden- der Außerwählten Freud' Gelobt u. f. w. - 5. In Jesu Herz verschließen wir uns an un fer'm End', wenn wir zuletzt genießen das heil'ge Catrament. Gelobt u. f. w - - - 6. Wasch' uns von allen Sünden mit Deines Herzens Blut; laß uns einst Gnade finden, allerhöchstes Gut. Gelobt u. f. w. Osterlieder. 1. Der Heiland ist erstanden vom Tod', aus Grabesbanden; er lebt, der Tröster aller Welt; er hat gesiegt, der Gottesheld. Alleluja! 2. Nun ist der Tod bezwungen, Versöhnung, Gnad' errungen; und Licht und Hoffnung, Fried' und Heil- fie sind nun aller Menschen Theil. Alleluja! 3. Der Sieger führt die Schaaren,- die lang' voll Hoffnung waren,- in seines Vaters Reich empor, - das Adam sich und uns verlor Alleluja! 4. O wie die Wunden prangen, die er für uns empfangen, wie schallt der Engel Sieg'sgesang dem Starken, der den Tod bezwang. Alleluja! 5. Nun ist der Mensch gerettet;- Versöhnung, Liebe tettet den Himmel wieder an die Welt,- und schlicht den Bund, der ewig hält. Alleluja! 6. Nun steh' ich fest im Glauben;- nichts kann den Troft mir rauben, daß ich durch Jesu Aufer. - T T ❤ 432 steh'n,- gleich ihm werd' aus dem Grabe geh'n. Alleluja. 7. Meer der Seligkeiten! Mir Wohnung zu bereiten ging mein Erlöser hin vor mir. ftandener, ich folge Dir. Alleluja! 8. Der Du die Welt erneuet,- Dir sei mein Herz geweihet; voll Liebe schwing' es heut im Chor des Inbels sich zu Dir empor. Alleluja! 9. Dir will ich angehören;- gehorsam deinen Lehren,- will ich der Erde Reiz verschmäh'n;- den Weg, den Du uns zeigtest, geh'n. Alleluja! 10. Dann werd' ich im Gerichte- vor deinem Angesichte, Herr, durch Dein Blut gereinigt steh'n und zu des Lammes Hochzeit geh'n. Alleluja! II. 1. Erhab'ne Himmelskönigin,- freu' Dich am höchsten Throne, bei dem, der war vor Anbeginn, freu' Dich bei Deinem Sohne!- Alleluja, Alleluja! 2. Den Du zu tragen würdig warst,- der uns befreit von Banden, der Heiland, den Du uns ge barst,- er lebt, vom Tod' erstanden! Alleluja! Alleluja! 3. Anbetung, Preis und Herrlichkeit- sei unser'm Ofterlamm! So singt die ganze Christenheit,- er löft am Krenzesstamme!- Alleluja! Alleluja! 4. O bitt' für uns, daß unbefleckt- wir durch dieß Leben gehen,- und aus dem Grabe einst erweckt zur Seligkeit erstehen! Alleluja! Alleluja! B An den Bitttagen. 1. Strenger Richter aller Sünder,- Treuer Vasi ter Deiner Kinder, der Du in dem Himmel wohnt, - drohest, strafest und belohn'st:- Höre, Bater, uns're 4.33 Bitten, gnädig wolleft du verhüten,- Migwachs, Theu'rung, Hungersnoth; gib uns unser täglich Brod. 2. Alle, Herr, willst Du ernähren,- willst, was nöthig ist, gewähren;- der Du bist an Gnade reich, nichts ist Deiner Güte gleich! Höre, Vater usw. 3. Alles fommt von Deinem Segen; Du gibft Sonnenschein und Regen, gibst der Erde Dein Gedeih'n, läßt sie reich an Früchten sein. Höre Vater u. w. ❤ TO 4. Wenn bei Frost und Regengüffen,- Saat und Frucht verderben müssen, hat es Deine Hand gethan, uns're Sünd' ist Schuld daran. Höre Vater usw. R - 5. Wenn Gewächse zu verzehren- sich Gewürme schädlich mehren;- so geschieht's nach Deinem Rath wegen uns'rer Missethat.- Höre, Vater u. s. w.. 6. Wenn des Sturmes Wuth zerstöret,- wenn des Hagels Macht verheeret, was voll Hoffnung blüht und grünt: so geschieht, was wir verdient. Höre, Vater usw. - 7. Läßt bei Blitz und Ungewittern- Deine Allmacht uns erzittern;- schickst Du schweres Leic una zut;- warn'st, gerechter Gott, uns Du! Höre, Vater usw. 8. Einft in König Achabs Tagen- schlugst Du Ifrael mit Plagen;- strafend traf es Deine Hand, weil es sich von Dir gewandt.- Höre, Vater usw. 9. Doch die Buße brachte Segen und Du fchidteft wieder Regen; reichtest wieder Früchte dar, weil das Volk gebeffert war.- Höre, Vater n. s. w. 10. Caff' anch uns Erbarmung finden;- wir bereuen uns're Sünden, rufen Dich durch Jesum an,- Der für uns genug gethan. Höre Vater usw.. Wahres Opfer. 28 434 11. Voll von tindlichem Vertrauen, wollen wir auf Dich stets bauen;- öffne Deine milde hand, - segue uns und unser Land. Höre, Vater usw. Pfingstlied. 1. Komm', beil'ger Geist, der Menschen Licht, ihr Lehrer, ihre Zuversicht,- des Himmels sich res Unterpfand, den Jüngern einst zum Troft gesandt; komm' heil'ger Geist, auf uns herab! 2. Komm', beil'ger Geist, belebe und mit Deis ner Kraft, und führe uns den wahren Weg zur Heiligkeit, zur Weisheit und zur Seligkeit.- Komm', heil'ger Geist, auf uns herab! 3. Komm', heil'ger Geist, auf uns herab,- die Wahrbeit, die uns Christus gab, kann ohne Dich nicht fruchtbar sein; d'rum febr' in uns're Herzen ein. Komm', heil'ger Geist, auf uns herab! S - 8 - - 4. Komm', heil'ger Geist, mit Deiner Kraft, die alles Gute weckt und schafft;- bewahr' uns von der Sünde rein, dem guten Borsatz gib Gedeih'n. Komm', beil'ger Geist, auf uns berab! 5. Komm' heil'ger Geist, Du Trost in Noth, Du Freund im Leben und im Tod'!- erleuchte unser'n Lebenspfad, sei unser Führer, unfer Rath. Komm' beit'ger Geist, auf uns herab! 6. Komm', heil'ger Geist, wir fleh'n zu Dir, und harren Deiner Hilfe hier;- komm', führe uns an Deiner Hand in unser wahres Vaterland. Komm' heil'ger Geist, auf uns herab! Frohnleichnamslied. 1. Engel Gottes, eil't hernieder- und stim. met ein in uns're Lieder; der Tag ist festlich und 435 und Euch; bas Himmelsbrob, das wir heut' ebren, mit dem sich unsere Seelen nähren,- dieß Brod macht Mensch und Engel gleich. 2. D kommt, so wie Ihr einst im Saale- bei Jesn letztem Abendmahle- erstaunungsvoll zugegen war't; Jbr sahet dort das Brod Ihn brechen,- Shr hörtet Ihn mit Liebe sprechen: Dieß nehmt vor meiner Himmelfahrt." 11 3. Dieß ist mein Leib, für Euch zum Leben wird er im Tode dargegeben;- denkt mein, so oft Ihr dieses thut. So oft Ihr dieß Geheimniß hans delt, wird Brod und Wein, wie jest, verwandelt in Eures Meisters Fleisch und Blut!" 4. Abgrund unbegriff'ner Güte!- War's nicht genug in einer Hütte- für uns das Licht der Welt zu sehn?- Die Zeit von mehr als dreißig Jah verachtet, arm und in Gefahren mit Undankbaren umzugehu?" ren 5. Die Kranken nicht genug zu beilen?- Trost, Rath Gesunden zu ertheilen, der Weisheit Lehrer uns zu sein?- Für uns in frecher Henker Händen'- das Leben unter Qual zu enden, und von der Holle zu befrei'n? 6. O nein! Es wallen neue Triebe- der ewig uns verheiß'uen Liebe im trenen Herzen unsers Herrn;- die lehren ihn das Mittel finden,- Sich uns noch enger zu verbinden! bei seinen Kindern weilt er gern. ❤ ❤ - 7. Er läßt bis an das End' der Zeiten bei uns sich einen Siß bereiten, uns seine Liebe dar zuthun.- Er, dessen Glanz die Welt erfüllet, will nuter Brodgestalt verhüllet voll Huld in unser'n Herzen ruhu. 4 8. Christen laßt uns Blumen pflücken, und Tempel und Altäre schmücken, das Rauchfaß 28* 436 hauche füßen Duft; die Priesterschaft im Feiertleide verkündige der Kirche Freude, die Glocke schalle froh zur Luft. 9. Laßt uns mit Dank- und Jubelliedern- der Liebe Wanderwerk erwiedern,- dem dieser Tag ge.. heiligt ist; Preis, Ehre Dir im Gaframente, nach dem sich einst die Vorwelt sehnte,- der Du zu uns gekommen bist. 10. Laßt Heilig, heilig, heilig!" schallen- dem Menschenfreunde, der vor Allen bei seinem Chris stenvolke wohnt, dem Lamme, das in Brodeshülle mit aller seiner Gnadenfülle auf unseren Altären thront! 11. Du bist, o Hoffnung uns'rer Väter, Brod des Lebens, unser Retter;- Du bist in Dei. nes Priesters Hand. Wir beten freudig an im Staube! Das Aug' ist blind, doch sieht der Glaube, Dein Wort ist ihm das Unterpfand. - 12. Erbarmer, laff uns nicht erröthen, wenn wir in Leibs- und Seelennöthen zu Deinem Tabernakel flieh'n; gib heut' und immer Deinen Segen, Laff' Fürst und Volk auf ihren Wegen von Dir in Deinem Frieden zieh'n. 13. Set stets auf dieser Lebensreise geprüf ter Chriften Seelenspeise gebenedeites Himmels. brod in Deinem heil'gen Friedenskuße- in Deinem seligen Genuße vollend' uns einstens unser Tod! ● - - Marienlieder. 1. Milde Königin, gedente, wie's auf Erden unerhört, daß zu Dir ein Pilger lenke,- der verlaffen wiederkehrt.- Chor: Nein, e Mutter, weit und schall's in Deiner Kinder Mitte:- Daß Maria breit - 437 eine Bitte eine Bitte nicht gewährt,- ist unerhört, ist unerhört unerhört in Ewigkeit, unerhört in Ewigkeit! 2. Wer zu Dir um Schuß geflohen,- wer nur Deiner nicht vergißt,- muß bekennen, wie das Dro hen auch der Hölle nichtig ist.- Chor: Nein, o Mutter u. s. w. 3. Hast Du, Mutter, Deinen Kindern Deine Hilfe je verneint, wurden selbst von großen Sündern Thränen Dir umsonst geweint? Chor: Nein, o Mutter usw. 4. Mutter, Jungfrau der Jungfrauen, fieh', ich eile hin zu Dir,- fieh', ich komme voll Vertrauen, Hilf, o Mutter, hilf auch mir!- Chor: Nein, o Mutter usw. 5. Sieh' mich armen großen Sünder- weinend Dir zu Füßen tnien,- soll das Aermste Deiner Kinder ohn' Erbarmen von Dir flieh'n?- Chor: Nein, o Mutter usw. 6. O Maria, nicht verwehre, was ich gläubig bitten kann,- Du, des Wortes Mutter, höre- meine Worte gnädig an!- Chor: Nein, o Mutter usw. 7. Ach, erhöre meine Worte,- führ' mich einst zu Deinem Sohn':- öffne mir die Himmelspforte. daß ich ewig bei Dir wohn'.- Chor: Nein o Mutter usw. II. 1. Gnadenquelle! sei gegrüßt,- Quelle, die beständig fließt. Trost der Christen, o Maria! Jungfrau, sei gegrüßt! 2. Sei gegrüßt zu jeder Stund',- in dem Herzen, mit dem Mund; alles mache Deine Würde,- Deine Gnade fund. 438 3. Liebste Mutter, wir sind Dein!- zeig' Dich Mutter stets zu sein. Schreib' uns Alle Deinem Herzen unauslöschlich ein. 4. Du warst noch zu jeder Zeit- Urfach' unsrer Fröhlichkeit; sei es bis zum Lebensende und in Ewigkeit. - - - 5. Murter! es ist unerhört, daß Dein Sohn Dir nicht gewährt, was Du Deinen treuen Dies gütig haft begehrt. nern 6. Wenn Gefahr der Eecle droht- in des Lebens jeder Noth rette uns in Deinem Namen- der verjöbute( Sott. 7. Schreckt der Sünden schwere Last,- sei zu Dir Vertrau'n gefaßt, die Du Dich der Sünder Zuflucht stets gezeiget haſt. 8. Wer Dich in Betrübniß bat,- fand bei Dir, Maria, Rath:- Trost, wer immer Dir als Mutter sichy empfohlen hat. 9. Auch zu streiten bis aufs Blut um des Himmels großes Gut bringit Du, Reinste! den Versuchten neue Kraft und Minth. 10. Groß ist unsrer Feinde Zahl- hier in diesem Thränentbal,- rette, Mutter, Teine Kinder- von dem Sündenfall. 11. Und wann Seel' und leib sich trenut,- nur nech schwach das Herz Dich nennt, o tann bitte, Vutter! bitte um ein felig End'. 12. Nach vollbrachtem lepten Etreit'- führ' uns tu die Ewigkeit; mide Jungfrau, zeig' uns Se sum in der Herrlichkeit! III. 1. Heiligste der Menschenkinder, deren sich die Himmel freu'n; nimmer können schwache Sünder - Dir ein würdig Loblied weih'n. Doch sind wir . 439 mir, Dir zu gleichen, o Du Reinste! stets bemüht; dann gefällt Dir, als ein Zeichen- der Verehrung, unser Lied. 2. Frömmste, wie so hoch erfrenet warst Du stets in Deinem Gott; ganz war ihm Dein Herz geweihet, heilig stets Dir sein Gebot!- Besser werden, frömmer wandeln, wie Dein hoher Sohn gebeut, stets nach seinem Wort zu handeln;- dies - - - set, was auch uns erfreut. 3. Reinite, Du warst unversehret,- rein wie Got tes Engel sind,- vor dem Himmel selbst bewähret schuldlos wie ein göttlich Kind.- auch uns're Wange schmücke stets der Unschuld reines Roth; Unschuld führt zum Heil, zum Glücke,- macht uns lieb und werth vor Gott. 4. Weiseste, nicht eitle Zierde- schmückte Dich, nicht Pracht der Welt;- Tugend gab Dir Echmuck und Würde,- sie, die einzig Gott gefällt.- D, auch uns bethöre nimmer- Goldesglanz und Erdenpracht! Tugend nur, nicht eitler Schimmer- ist es, was uns glücklich macht. 5. Mildeste, die höchste Güte- ftrahlte wie des Himmels Licht- Dir aus kindlichem Gemüthe,- Dir im holden Angesicht.- In Gesinnung und Geberden 3wietracht, Haß und Reid zu flieh'n;- Dir an Sanftmuth gleich zu werden: Sei uns tägliches Bemüh'n. 6. Demuthsvollste, reich an Gaben Gott die Ebr' allein; gabst Du über Engel selbst erhaben, willst Du seine Magd nur sein.- Etelz und eitle Ehrbegierde sei von uns auch immer feru,- Te muth nur gibt wahre Zierde,- Demuth nur gefällt dem Herrn. 4 7. O Geduldigste in Schmerzen,- in des Leidens tieffter Noth bleibst Du doch vom ganzen Herzen 440 - treu ergeben Deinem Gott!- Wir auch wollen dulden, leiden, wenn des Vaters Hand uns schlägt; denn das Leiden bringt einst Freuden,- wie der Dorn die Rose trägt, 8. Seligste, dem Seid' entronnen,- stehst Du nun an Gottes Thron,- leuchtest herrlicher als Sonuen, hochgeehrt von Deinem Sohn. Auf zu Dir mit unsern Blicken! Wer wie Du, hier wandelt rein, wird im ewigen Entzücken- dort mit Dir sich ewig freu'n! L - Meßlied für Verstorbene. 1. 3um Jutroitus. Herr, vor Deinem Gnadenthrone- beten Deine Kinder heut':- Sei uns gnädig und verschone, die Dein Sohn am Kreuz' befreit! Ach, verzeih' uns uns're Sünden, tilge gnädig uns're Schuld;- laß vor Dir uns Grade finden,- schenk' uns Deine Vaterhuld! 2. Voll Vertrau'n auf Deine Güte, nahen wir uns dem Altar- und der Lieb' entströmt die Bitte: nimm auch uns'rer Lieben wahr,- die im Tod von uns geschieden;- gib in Deinen fel'gen Höh'n ihnen Deinen ew'gen Frieden, Laß Dein Angesicht sie seh'n! 3. 3um Evangelium. Herr, mit süßem Trost belebet uns Dein heilig, göttlich Wort: Wer an mich fest glaubt, der lebet in der beſ fer'n Welt einst fort. Mag sein Leib zum Staube kehren, der Verwesung hier zum Raub:- einstens werd' ich ihn verklären, neu beleben seinen Staub." ● 4. Tod, nun schwinden Deine Schreden, nun erbebt der Fromme nicht;- Jesu Hand wird uns bedecken,- er ist uns're Zuversicht. Darum hemmen 441 wir die Klagen, wenn wir an den Gräbern steh'n; denn es wird die Stunde schlagen,- da die Todten aufersteh'n. 5. 3um Offertorium. Für die Seelen uns'rer Brüder- nimm heut' diese Gaben an; sieh' auf die voll Gnade nieder, die noch nicht genug gethan; mach' sie rein von jenen Mängeln, die Dein Ebenbild entweih'n;- mache gleich sie Deinen Engeln, führe sie zum Himmel ein! 6. Nichts ist größer als die Liebe;- Liebe führt zu Deinem Thron;- darum, daß sie Jeder übe,- lehrt' und übte sie Dein Sohn. Liebe kann nicht unter. gehen, mit dem Tod' erlischt sie nicht;- D'rum vernimmt der Liebe Flehen: sende den Entschlaf'. nen Licht! 7. 3um Sanktus. Unser'm Gott, dem ewig Wahren, der im reinsten chte wohnt,- der umringt von sel'gen Schaaren, mächtig in dem Himmel thront: ihm lobfingen Engelchöre, rufen laut: Wer ist ihm gleich?"- Welten feiern seine Ehre; ihn preist selbst das Todtenreich. " 1 8. Nach der Wandlung. Tief im Staube beten wir, Heiland, Gottes Sohn, zu Dir!- Du bist wahrhaft hier zugegen,- Herr mit Deinem Fleisch und Blut;- bist der Seele höchstes Gut,- und das Licht auf unsern Wegen. 9. Sieh, auf Dein Erlösungswort- harren an dem Sühnungsort, die im Tod dahingeschieden;- darum höre unfer Fleh'n:- laß auch sie Dein Antliß seh'n, rufe sie zum ew'gen Frieden! 10. 3um Agnus Dei. Jesu, wahres Gotteslamm, das zu uns herniederkam,- fiegreich haft Du überwunden Sünde, Hölle, Grab und Tod; End' auch uns'rer Brüder Noth durch das Blut aus Deinen Wunden! - - 442 11. Zur Kommunion. Gib die Guade uns, daß wir stets bei Deinem Mahle hier würdig, demuthsvoll erscheinen; hier durch Glauben, und Vertraun, dort im heil'gen, fel'gen Schau'n- innigst, Herr, Dir uns vereinen! 12. Die getrennt von uns der Tod sie auch aßen dieses Brod, fühlten feine Kraft bienicden; laß sie nun in Deinem Licht- schau'n Dein heil's ges Angesicht;- Herr, gib ihnen Deinen Frieden! - - Dies irae. 1. O Tag, prophetisch uns verkündet,- o Tag des Zorn's, an dem einst schwindet- in Asche und in Staub die ganze Welt!- welch' ein Schrecken wird entstehen, wenn wir den Richter kommen fehen, der über uns die strengste Rechnung hält! 2. Wenn der Posaune Schall erklinget,- und in die tiefsten Gräber dringet,- wird kein Geschöpf des Richters Aug' entgeh'n;- der Tod und die Natur wird beben, wenn alle Todten sich erheben und in das Leben wieder aufersteh'n. 3. Dann wird ein Buch von allen Tagen, von allen Werken aufgeschlagen, nach dem der Ere tenkreis gerichtet wird. Was lang verbüllt war und verborgen, wird offenbar an jenem Morgen, der Alle vor den Thron des Richters führt. - - .. - - - 4. Was werde daun, ich Armer, sagen. da felbst Gerechte werden zagen. Zu wem werd ich um Schutz und Beistand fleh'n?- König, der Du mächtig throuest, des Reuigen erbarmend schonest, - Laß, Gnadenquell, mich nicht verloren geh'n! 5. O Jesu, denke der Beschwerden, die wegen mir Du trugst auf Erden, verdamm' mich nicht zu ew'ger Qual und Pein! Daß ich nicht ginge - - 4 443 Dir verloren, ließ'st Du am Kreuze Dich durchbohren;- so große Huld laß nicht vergebens sein! 6. Gerechter Richter aller Sünden,- laß mich bei Dir Vergebung finden, noch eh' Dn kömmst zu halten Dein Gericht!- Ich seufze, ach, von Eduld gebenget, vor Scham und Rene tief geneiget; Erbarm' Dich meiner, Herr, verstoß' mich nicht! 7. Du hast Mariens Schuld verziehen,- dem Schächer Guad' am Kreuz verliehen;- o Herr, Du bist auch meine Zuversicht! Der reu'gen Sünder Heilverleizer bezeig' auch mir Dich als Befreier; - verwirf mich nicht vor Deinem Angesicht. 8. Sib, daß ich einst der Frommen Herde, nicht Eindern beigezählet werde;- laß mich bei Deinen Auserwählten steh'n!- Wenn Dein gerechter 3eru entflammet, Dein Fluch Verworfene ver. tammet, dann laß mich huldvoll Dein Erbarmen seh'n. 9. Berknirscht, mit reuigem Gemütte,- fleh' ich zu Deiner Huld und Güte, laß Dir mein( End o Sett, empfohlen sein;- und führe, die im Glauben starben, die Eeligkeit noch nicht erwarben,- zur ew'gen Ruh' in Deinem Reiche ein! Omnia ad Majorem Dei gloriam et Beatissimae Virginis Mariae honorem! Inhalt. Vorwort Morgenandacht Abendandacht Meßandacht. Beichtgebete. Vor der Hl. Beicht. Nach der Hl. Beicht. Vor der hl. Kommunion Nach der Hl. Kommunion Litanei von allen Heiligen Gebet für das allgemeine Anliegen der Christenheit Lauretanische Zitanei . 94 96 Salve Regina 99 Gebet des hl. Bernard um Bekehrung der Sünder 100 Gebet vor dem allerhl. Sakramente des Altars 101 Gebet vor dem Bilde des Gekreuzigten. Aufopferung zum Herzen Jesu 102 103 Gebet zum unbefleckten Herzen Mariä zum hl. Nikolaus zum hl. Isidor zum hl. Aloisins zur hl. Filumena Drei Gebete zum hl. Stanislaus Kostka Seite I .. 9 27 37 67 74 76 81 86 105 107 108 109 111 Seite Gebet zu Maria um die Gnade der Keuschheit 113. zum hl. Schußengel 114 116 für den Landesfürsten für den Papst eines Ehemanues einer Gattin der Eltern für ihre Kinder. eines Kindes für seine Eltern. einer Witwe einer Waise um gute Priester für den Seelsorger für den Beichtvater für den Bischof für die ganze Christenheit Im jeglichen Anliegen( der 90. Pfalm) Kirchlicher Lobgefang: Pange lingua. In deutscher Uebersegung. Segne Jesu Schlußiegen. . 117 119 120 121 . 122 Segen einer Mutter in Geburtsnöthen Segen des P. Johann de Lucca Gebete zur Zeit der Viehseuche Segen, Früh beim Ausgange aus dem Hanse 123 . 125 126 127. € 128 129 .130 131 132 . 133 Abtheilung II. Einleitung. .. 135 Segen und Gebete gegen Bliß und Ungewitter 138 Ein anderer sehr kräftiger Segen gegen Ungewitter. 141 Segen wider einen großen Feuerbrand 152 beim Ausziehen auf Wallfahrtsörter.. 153 nach der Rückkehr vom Wallfahrtsorte. 158 wenn das Kind das Erstemal zur Kirche geführt wird. 161 . 162 166 169 Täglicher Segen um Abwendung eines jähen Todes 170 . 176 . 180 184 der allerfeligsten Jungfrau Maria... 186 der hl. katholischen Kirche des hl. Vinzenz Ferrerius eines Kranken und Krenz des heil. Zacharias mit einer Eegen eines sterbenden Vaters Andere Segen der Eltern Segen vom Papst Urban VIII. wichtigen Bemerkung Eegen des bl. Koloman Gebet zum hl. Franz Xaverius Deffen Gebet in jeglicher Gefahr Deffen drei Lieblingsgebete Gebet zum hl. Rochus ● Die sieben Worte Jesu Christi Gebet zum füßen Namen Jesu Begrüßung der allerheiligsten fünf Wunden zur hl. Rosalia zum hl. Sebastian zum hl. Peregrin. ● . ● ● Celta Abtheilung III. Verschiedene Gebete und Segnungen. Anrufung Gottes wider alle Feinde Zuversichtliche Bitte um den Schuß Gottes Segen des Hl. Antonius von Padua des hl. Ubald der bl. Brigitta Aus den Büchern Mosis Einige Etoßfeufzer des Propbeten Ifaias Gebet zur allerfeligsten Jungfrau Maria Gebete des heil. Alphons Liguori zu Maria auf jeden Tag der Woche 190 . 199 205 207 210 • 187 188 ● 212 213 216 218 219 221 223 234 236 237 238 239 Crite 240 2+ 1 242 : 245 Verehrung aller Glieder des leidenden Heilandes 246 Gebet wider alle Feinde des Leibes und der Seele 250 Gebet zum hi. Donatus 252 zur hl. Korona, Jungfrau und Martyrin 253 zum hl. Christophorus 255 257 Gebet gum bl. Siborius zur hl. Wilgefortis oder Kümmerniß. der hl. Brigitta des hl. Marcell. Anmerkungen Gebete um den göttlichen Beistand in unserer Todesstunde Drei Aufopferungen #btheilung IV. ( Mit 48 Abbildungen von Heiligen.) . • 264 268 Borbemerkung Tägliche Schußwache von Heiligen Eine andere Schußwehr der Heiligen Gebet zu jenem Heiligen, auf dessen Tag mein Sterbstündlein fallen wird 370 . 376 Etündliche Erinnerung des Leidens Chrifti. 371 Responsorium zu Ehren des bl. Joseph Gebet zum hl. Antonius von Padua Gebet zum hl. Tanfpatrone . 377 . 378 . 380 Tägliches Gebet des hl. Franz de Paula. Anhang. 272 274 322 Der grüne Donnerstag Gebet, wenn das hochwürdigste Gut auf einem Seitenaltare verborgen wird Gebet, menn man Nachmittag das allerheil. Saframent besuchet. Litanei vom allerhl. Sakramente des Altars Gebet in der Nacht vor dem Charfreitag. Charfreitag 382 386 389 391 395 . 399 七 子 Inches Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 21 5 +++ ¹6 7 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 19 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8