Gь 2483. Det Gb peilige Geg bei dem Gottesdienste in der römisch- katholischen Kirche. den durch's Jahr gebräuchlichen Ardachten, Gebethen und Litaneiem Ganz neue Auflage. Coblenz gedruckt und zu haben bei Geschwister Krabben. Fruchtmarkt Nro. 99. TC 1860) Gb 242 Univ. Bibl. Giessen Gb 24 83 Vorerinnerung. David, der Mann nach dem Herzen Gottes, ru fet alle Menschen, alle Völker, die ganze Schöpfe ung zum Lobe Gottes auf. Ihr Könige der Erde! ihr Fürsten und ihr Richer! ihr Jünglinge und Jungfrauen! ihr Alten mit en Jungen, und alle Völker! lobet den Namen es Herrn! sein Lob gehet über Himmel und Erde; nd er hat die Macht seines Volkes erhoben. Dara im sollen das Lob Gottes vollbringen, alle seine Heiligen; die Kinder, die Väter, die Mütter, die Herechten und die Sünder; das ganze Volk der christlichen Gemeinde, das sich zu ihm nahet. Ein neuer Gesang erschalle in dem Tempel Gottes zu seinem Lobe! wir sind zu seinem Dienste, wie auch zu seinem Lobe erschaffen. Wir Christen sind in den Kirchen beim Gottes dienste in der Gemeinschaft der Heiligen versammelt. Und darum soll unsere Aufführung, unser ganzes Betragen in dem Hause Gottes beilig und voll der Ehrfurcht seyn. Ein Gebeth voll der Zerstreuung, ein Herz von unordentlichen Begierden, gefällt Gott nicht. Und wie oft wird er noch zu uns sagen müß sen: Dieses Volk ehret mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist weit von mir." Um diese Zerstreuung zu verhüten, haben die al ten Christen nach dem Rathe der heil. Kirchenvåter der Bischöfe, bei dem Gottesdienste. Psalmen Geistliche Lieder gefunden. Denn das Singen 4 der Kirche mit dem ganzen Volke ist ein all meines Gebeth. Wir loben oder danken Gott, od stellen ein allgemeines Gebeth, eine Procession as so wird die Absicht am besten erfüllt, wenn dies Gottesdienst mit vereinigter Stimme und Herzi geschieht; und das sind vorzüglich geistliche Lied in der Kirche, oder in Reimen abgesungene Geb ther, wo die wahren Anbeter Gott den Allmächtige mit Inbrunst des Herzens, im Geiste und in di Wahrheit anbeten, und mit dem Gesange ihn l ben und preißen. Die Kirchenlieder dienen dazu, unser so oft ni dergeschlagenes Gemüth aufzumuntern. Wir müsse unser Herz auf mancherlei Art zu Gott hinführen um von dem besten Vater, von dem sichersten Hel fer in allerlei Anliegen innerliche Tröstung zu erhal ten. Auch wenn man gutes Muths ist, empfiehlt der h. Apostel Jacobus das Singen geistlicher Lieder. Fromme Christen, wenn sie sich auch in Werkstät ten( wo es seyn kann) an den geistlichen Gesang gewöhnen, werden in der Tugend wachsen. Und die Hauswater haben den Segen Gottes zu erwarten, wenn sie ihre Kinder und Dienstboten geistliche Lies der fingen lehren, oder es ihnen befehlen, um da mit die sündhaften zu verdrången. Der heil. Apostel Paulus spricht zu den Coloss. 3. 16: ehret und ermahnet euch selbst in aller Weisheit mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt Gott mit Danksagung in eurem Herzen." Daß das Singen bei dem Gottesdienst ein alter gut katholischer Gebrauch sey, überzeugen uns vie heil. Kirchenvåter, die Gewohnheit der ersten Chri sten und auch die Concilien. Man lese nur das 12. Kap. der vierten Kirchenversammlung zu Toledo, 43 Morgenlieder. Das Erste. Des des Morgens erste Stunde, Soll dir, Gott, hei lig seyn! Mein Herz stimmt mit dem Munde, dich hoch zu preisen, ein. Ob ich dein Lob hier schon Mit schwachen Lippen preise, Dringt's doch durch Sternenkreise Hinauf zu deinem Thron. 2. Gieb Gnade, Gott, mir heute, Daß ich ge wissenhaft Dem Bösen widerstreite, Gestärkt durch deine Kraft. Den ganzen Tag laß' mich Vor dei nen Augen wandeln, Fromm denken, reden, han deln, Aus Liebe gegen dich. 3. Bewahr' an diesem Tage Mich vor Gefahr und Leid, Und trifft mich eine Plage, So gieb Gelassenheit; Nur hilf, o Vater! mir, Daß ich sie nicht verschulde, Und dann sie christlich dulde, Boll Zuversicht zu dir. Das 3 weite. Mit Dank erfülltem Herzen will Ich ihm ein Loblied fingen. Dem Schöpfer, meinem ersten Ziel, Will ich ein Opfer bringen, Vor meinem Gott werf' ich mich hin, Denn er hat mir das Leben, Ein Herz zur Liebe nur für ihn, Zu seinem Dienst gegeben. 2. Er schützte mich so väterlich, Als ich noch schlafend ruh'te, Und stärkt' zu neuem Werke mich, Der Mächtige, der Gute. O, deine Macht und Gegenwart Sey immer mein Gefährte! Du bist es, Herr! der mich bewahrt, Mich), fromm zu le ben, lehrte. 31 3. Vater! nimm dich meiner an, Auf allen einen Wegen; Führ' mich die wahre Tugendbahn, pieb meiner Arbeit Segen. Erneu're du zu jeder Oflicht Des Leib's und Geistes Kräfte, Und schenke mir der Weisheit Licht Zu meinem Amtsgeschäfte. 4. Mit christlicher Zufriedenheit, mit kindlichem Vertrauen Will ich, o Gott! in Glück und Leid Auf deine Vorsicht bauen. Du weißt doch Alles, was mich drückt, Vor dir ist nichts verborgen; Bist du mit mir, bin ich beglückt, Du kennest mei he Sorgen. 5. Laß mich die kurze Prüfungszeit Zu meinem Heil verwenden; Es fodert eine Ewigkeit, Sie aus des Christen Händen. Olehr' mich halten die Ge bot', Daß ich nicht Sünd' begehe! Nur dich allein lieb' ich, o Gott! Und nur dein Will' geschehe. Das Dritte. Alles meinem Gott zu Ehren In der Arbeit, in der Ruh'. Gottes Lob will ich vermehren, Gott allein ist meine Ruh'. Gott will ich von Herzen lieben, und in seinem Dienst mich üben. Alles meinem Gott zu Ehren, In der Arbeit in der Rub'. 2. Gottes Namen will ich preisen, Seinen Wil leu gern vollzieh'n. Meine Liebe zu beweisen, Will ich jede Sünde flieh'n: In Gedanken, Worten, Wer ten; Gottes Gnade wird mich stärken. Alles meinem Gott zu Ehren, In der Arbeit, in der Ruh'. Das Vierte. Die Nacht verschwind't mit ihren Schatten, Die alles eingehüllet hatten, Das schöne Morgenroth kommt schon. Laßt uns den Geist zu Gott erschwin gen, Und Lieder ihm einstimmig singen In Dank erfülltem Jubelton. rep. Messgesänge. 13 Zum Anfang der heiligen Meffs Gute Meinung. Allmächtiger Gott, himmlischer Bater! hier in diesem dir geheiligten Tempel falle ich vor dir au mein Angesicht nieder, und im Staube der Erd bete ich deine unendliche Majestät an. Hier auf diesem Altar wird das unblutige Opfer deines Soh nes zur Versöhnung deiner Gerechtigkeit in deiner heiligen Messe verrichtet. O Jesu, du Sohn des lebendigen Gottes! opfere dich für mich deinem himmlischen Vater, wie du dich demselben am Kreuzi aufgeopfert haft; denn wir haben an dir einen Für sprecher bei dem Vater. O heiliger Geist! erwärme mein kaltes Herz mit der heiligen Flamme deiner. Liebe, damit ich bei dem erneuernden Gedächtnisse deines Leidens und Todes Jesu, der uns bis an das Ende lieb hat, an den Früchten seiner uner meßlichen Verdienste Theil nehmen möge, zum ewigen Leben. Ich wohne einem Opfer vom höchsten Werthe, einem heiligen Opfer bei, welches deiner Majestät gebührt, und dir wohlgefällig ist; für mich um Erlangung der Gnade, der Vergebung meiner Sun den, der Beharrlichkeit im Guten und um die un endliche Gnade; für den Oberhirten, daß er in ſeinem geistlichen Amte die ihm von der Kirche an pertrauten Schaafe glücklich weide; für die geistkchen und weltlichen Obrigkeiten und Regenten; für die Wohlfahrt der christlichen Kirche und unsers farholischen Vaterlandes; für meine Freunde und Feinde; für * Unverwandten; für die liebe Madon! Bürgerschaft und für den guten Ackersmann, daß Gibtt ihre Gewerbe und ihre Arbeiten segne; für le Stånde; für Gerechte und Sünder und für ille Seelen im Fegfeuer. Barmherziger Gott und Bater, laß dir diese meine redliche Meinung gefalen, und erhöre das Gebet deiner Kinder, durch ansern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit dir in Einigkeit des heiligen Geistes lebt und gegicret, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Das Kyrit. Hier liegt vor deiner Majestät, Jr: Staub die Christenschaar; Das Herz zu dir, o Gott! erhöht, Die Augen zum Altar. Schenk uns, o Vater! deine Huld, Vergieb uns unsre Sündenschuld. O Gott! vor deinem Angesicht' Verstoß uns arme Sünder nicht! Verstoß nicht! Verstoß uns Sünder nicht. — uns 1 2. Wir haben, Herr! dein Gut verschwend't, Wie der verlorne Sohn; Die Sünde hat uns so verblend't. Doch schau von deinem Thron' Mit leidig hier auf unsern Schmerz, Verwirf nicht ein zerknirschtes Herz. Entzieh' die Baterhuld uns nicht, und sende uns dein Gnadenlicht, Dein Gngden- licht, Dein göttlich Gnadenlicht. 3 um Gloria. Gott soll gepriesen werden In seiner Herrlichkeit, Im Himmel und auf Erden, Jetzt und in Ewigfeit. Du hast uns, Herr! zum Frieden Das Lamm berabgefandt, Den Mittler uns beschieden, Der fißt zur rechten Hand. 2. Lob, Ruhm und Dank und Ehre, Sen der Dreieinigkeit. Die ganze Welt vermehre, Gott) deine Herrla; Gepriesen sey dein Namen, Der Mi 2. Laßt uns den Himmerstomyschon se förmig hohen Weisen, In dieser kurzen Lebensz Damit wir ihn dereinst auch loben, Mit seinen Au wählten droben Vor seinem Thron' in Ewigkeit. 3. Sey, Herr! in unserem Gemüthe, Reg da nach deiner Güte, Efhalt uns immer keusch rein. Laß uns im Glauben niemals wanken; Worten, Werken und Gedanken: Laß uns dir ergeben seyn. rep 4. Hor', Herr! die Bitte deiner Kinder Erba me dich der armen Sünder, Vertreib die Furch schenk' uns das Heil. Mit sanftem Blick schau' at uns nieder, Gieb uns des Himmels wahre Gute Bei dir sey ewig unser Theil. rep. 5. Uns allen wolle dies verleihen Dort den auserwählten Reihen Gott Vater, Sohn heil'ger Geist. Von dessen Lob die Welt erschalt Zu dem von keuscher Liebe wallet Der Seng und ihn heilig preißt. rep. Vor der Arbeit. Es ist wieder Zeit, die Hand zu der Arbeit zustrecken; Herr! gieb mir dazu Verstand, den Fleiß in mir erwecken, Hilf, wie du schon gethan, Dir zu Liebe fang' ich an. 13 2. Segne mich nach deiner Huld, Bei den gestellten Werke. Gieb Gesundheit und Ge Gieb Geschicklichkeit und Stärke, Herr! ich fest auf dich, Denn ich weis, du liebest mich e 3. Lind're meinen sauern Schweiß, Laß alles wohl gelingen! Lehre mich, was ich nicht? Hilf mir den Verdruß bezwingen. Steh' mir wenn neue Noth, Mich zu überfallen droht. ( 2 M inch lebe, Und nach dem dem Geize nicht ergebe; Bur aber, daß ich auch Bei der Arbeit verkehrten Brauch, Lenke meinen eiteln Gibt Pile le, mehr auf himmlischen Gewinn. Pille Kommt zuletzt die frohe Zeit, Wo die Arbeit Batter Hände, Aller Gram und Bitterfeit Mit en Leben geht zu Ende: So gieb, Vater! mir in Lohn Durch den Heiland deinen Sohn. 111 Lob Gottes unter der Arbeit. Arbett Bie Davids Lob und Harfenklang, Der Gottes acht besungen, Bis hin zum Throne Gottes ang, gleich reiner Engel: Zungen: Soll deine Comme jederzeit Auch durch die Wolken dringen, Dwill dem Herrn der Ewigkeit, Ein Lob und hdflied singen. 6. Die Lerche steigt den Himmel an, Und locket Brüder; Lobt sie nicht das, was Gott gethan, " singt ihm frohe Lieder? Auch mir liegt diese eit ob, Sie sen zu seinen Ehren! Ich will mit Verubinen- Lob, Herr, deine Glorie mehren. Die Biene lehret uns die Welt Benutzen lei bewohnen, Sie bringet Honig in's Gezelt, In 3 Seragonen). So oft sich diese meine Hand im Beruf bewegen, So lob' ich, Gott; sein' derhand Gießt täglich mir den Segen. n Ich bin ja hier, nur dir, o Gott! Der Mazu dienen, Und du willst, daß ich soll mein In diesem Stand verdienen. Wie gern dien' ir Tag und Nacht, Du kennest meine Sorgen, deine Huld, die mich bewacht, Bringt mir beitern Morgen. fe 11 eragonen ist eine sechseckigte Figur, welche die Bienen Wachs formiren, und worin sie den Honig eintragen. unser Herz erfreut, Die Engel sprechen Amen Mi deiner Christenheit. Gebeth. Hor' an, o himmlischer Vater, das Gebet deiner heiligen Kirche, mit welchem sie deine göttliche Mas jestät im Namen unsers Herrn Jesu Christi demů thigst anfleht, und deine Hülfe, deinen Beistand in allen Nöthen ihrer lieben Kinder begehret. Wende von uns dein väterliches Angesicht nicht ab, son dern sich uns mit gnädigen Augen an, auf daß wir von allem Übel befreiet, dir gefällig leben, selig sterben und zu deinem Reiche und zu deiner Herrlichkeit gelangen mögen; durch Christum unsern Herrn. Amen. Sendschreiben des h. Apostels Paulus an die Némer. 9. 33. Dwelch eine tiefe der Reichthümer, der Weisheit und der Erkenntniß Gottes! wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und wie unerforschlich sind seine Wege! denn wer hat wohl den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, daß es ihm wieder vergolten werde? Es sind ja alle Dinge aus ihan, durch ihn und in ihm: Ihm sey Ruhm und Ehre in Ewigkeit. Amen. Deo gratias. Gott sey Dank. Herr! du bist gebenedeiet, der du in die Abgründe hinein siehst, und über Cherumbim sitzest. Herr! du bist gebenedeiet im Firmamente des Himmels, und bist in Ewigkeit zu loben. Alleluja. Du bist gebenedeiet, o Herr, Gott unser Vater! du bist in Ewigkeit zu loben. Alleluja. allmächtiger Gott! reinige mein Herz und meine en Lippen, gleichwie dur sie dem Propheten Isaias mit einer glühenden Kohle gereiniget hast, damit wir durch das Wort Gottes belehret, deinen heiligen Namen öffentlich verkündigen, und zu deiner Ehre, zur Aufnahme der streitbaren Kirche im wahren Christenthume und Glauben bis an's Ende gott: selig verharren; durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Ban b Phon S 3 um Evangelium. Wir sind im wahren Christenthum, O Gott! wir ad danken dir; Dein Wort, dein Evangelium, An an dieses glauben wir. Die Kirche, deren Haupt du bist, Lehrt heilig, einig wahr, Für diese Wahrheit giebt der Christ Sein Blut und Leben dar. itd Evangelium Matthäus 28. 18. In der Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. D Gehet also hin, und lehret alle Völker, und taufet fie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe, und sehet, ich bin bei euch alle die Tage, bis zum Ende der Welt. Laus tibi Christe. Lob sey dir Christe. ด้ ว le 3um Ered o. Aumächtiger! vor dir im Staube Bekennt dich deine Kreatur! O Gott und Vater! ja ich glaube An dich, o Schöpfer der Natur; Auch an den Sohn der ausgegangen, Von dir geboren, ewig war, Und den, vom heil'gen Geist empfangen, Die reinse Jungfrau uns gebar. 2. Denn Jesus Christus ist gekommen, Daf er versöhne uns mit Gott; Er hat die Schuld auf sich 5. Laß meine Müh' und Arbeit hier, O Gor dir wohlgefallen; Du hast doch diese Pflichten me So auferlegt, vor allen Will ich in meinem Diers mich freu'n, Dir Ehr' und Dank erweisen, I mich einstens Engelrein Dich loben, preißen! Amei, Abendlieder. Das Erst e. Die Sonne weicht, es kommt die Nacht, Umh mit dunkeln Schatten; Drum sey, o Seele! d' bedacht, Dein Opfer abzustatten. Bezahlé was schuldig bist, dem Herrscher aller Dinge, Der h dein Schild gewesen ist, Ermunt're dich und sin 2. Du, Herr! hast heute mich erquickt Am Len und am Geiste, Mein Thun und Lassen wohl b glückt, Dein Eegen that das Meiste. Vom Me gen an bis zu der Nacht Hast du mir Gut's wiesen, Drum sey von mir, o höchste Macht! F diese Huld geprießen. 3. Berzeihe, Vater! wenn ich nicht Von Her zen dich geliebet, Und wenn ich wider meine Pflicht, Viel Sünden ausgeübet. Ach denke doch nicht mehr daran, Laß deinen Zorn sich stillen, Nimm meine Reue gnädig an Um Jesu Chrifti willen. 4. Ist meine Zeit noch nicht vorbei, die mir bestimmt auf Erden, So mache mich von Fehlern frei Und laß mich frömmer werden; Befehl', daß deine Engelschaar Bei meiner Ruh' mich decke, Dami mich keine Nachtgefahr, Kein böser Traum erschreckel Das 3 weite. V Schöpfer Himmels und der Erde! Schau' au die Schaafe deiner Heerde, Schau' gútig un Ca Ver thi S inirdhwachheit an; Befrei uns von dem trågen Schlafe, eider dir mißfällt, und deine Strafe Auf unsre behupter ziehen kann. 2. Wir bitten dich, o Herr! von Herzen, Ver: ich die Sünden, die uns schmerzen, Nimm weg n uns den schwarzen Greul. Schenk uns, o Jesu! seline Gnade, Die uns vom lasterhaften Pfade Hurücke führt zu unserm Heil. 3. Du siehst das leiseste Verlangen, Und das, s wir vor dir begangen: Ist deinen Augen auf deckt. Sieh auf das bange Hånderingen, Zu dir Radds unfre, Seufzer dringen, Verzeihe das, was uns an difleckt. be bi itb le 39 gi 4. Im Elend schmachtet unsre Seele, Wer ist, r ihre Wunden zähle? Wer ist, der ihren Kum er mißt? Sie sucht sich aus der Nacht zu heben; ach dir, o Herr! geht ihr Bestreben, Nach dir, is du ihr Heiland bist. 65. O laß uns nicht vergebens wimmern, In fins laß deine Strahlen schimmern, Vertreib die din're Dunkelheit, Damit wir uns mit deinen Treuen An deinem Glanze mögen freuen Dereinst in froher Ewigkeit. 6. Hör unser demuthsvolles Flehen, Und laß in Erfüllung gehen, Gott Vater, Sohn und peil'ger Geist! Laß endlich uns dorthin gelangen, Bo alle dich mit Lieb umfangen, Wo dich der Seraph ewig preißt. Das Dritte. Es sieht der Herr auf mich, Wenn ich mein Inn'. es prüfe; Ich will durchforschend geh'n In mei ges Herzens Tiefe; Ich will mich selber richten Veit wahrer Reu' und Schmerz. Gott, öffne meine gen, Du kennst mein ganzes Herz. 2. Der Besfrung erster Schritt, Ist seine ler kennen. Gewissen, sag' es mir! Du fannst D strafbar nennen, Ein Theil von meinem Leben, 101 Tag ist wieder hin; Hab ich's Talent benuget, DImir mein Gott verlieh'n? 3. Hab' ich heut' jedes Werk, Mit Gott re angefangen? Sucht' ich nur seine Ehr', Und n dieß mein Verlangen? Hab' ich mit vollem Ern Der Tugend nachgestrebt? Gott! dir und meine Nächsten, Und mir zur Ehr' gelebt? 4. Hab' ich in dem Beruf, In den mich& gesetzet, Aus schwacher Menschenfurcht, Nie m Pflicht verletzet? Erkannt' ich, daß ich war Vor Gottes Angesicht? Und that ich nur aus Li Zu Gott heut meine Pflicht? 5. Mein Gott! verzeihe mir, Da mich die S den krånken. Du liebst Barmherzigkeit, Du w auch mir sie schenken. Vergieb durch Christi Leid Mir die verletzte Pflicht; Verzeih' Verzeih', o Herr! bitte, Verstoß mich Sünder nicht! 6. Von nun an will ich mehr Nach wah Gütern trachten, Zum Tode lieber geh'n, Als d Gesetz verachten. O Gott! steh meinem Wille Mit deiner Gnade bei, Damit ich frömmer leb Und bleibe dir getreu. Das Vierte. So fliehen uns're Tage hin! Auch dieser ist mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, Eilt m der zu uns her. 2. Herr! du nur bleibest, wie du bist, D schläfst und schlummerst nicht, Die Finsternis, uns umschließt, Ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertrauen, Mich eider podu N22 Ob Pile ar Per Bo Bat Chichy Hin Thi 9 D Rad de tam di er Nacht, Und wofür sollte mir denn grau'n? chüßzet deine Macht. Hab' ich an deiner Gnade nur noch Theil, o mein Gott! So fürcht' ich nichts in der Und scheu auch nicht den Tod. Chh Ist dieß vielleicht die letzte Nacht In meiner felaffungszeit, So führe mich durch deine Macht Hh Licht der Ewigkeit, a 6. Ich lebe dir, ich sterbe dir; Dein bin ich him Lod. Du Gott, mein Vater! bist bey ir, Und hilfft aus aller Noth. Segenlieder. Bei Austheilung des Weihwassers. nierr! voll kindlichem Vertrauen, Nähern wir uns Altar; Uns durch Undacht zu erbauen, Sam felt sich die Christenschaar. Wenn wir hier an il'gen Plätzen, Segnend unsre Stirne netzen, le Basche Herr durch Reu und Schmerz, Unser sünenvolles Herz. Bespreng' mit Isop mich, o Herr! Erbarme dich Barmherziger! Send her dein Wasser aus der Höh', o werd ich weißer als der Schnee. 2. Bespreng' mich, Herr! mit deinem Blut, Dein Leiden komme mir zu gut; Von meinen Sünden vasch mich rein, Laß meine Schuld gètilget seyn. 3. Lob sey dem Vater und dem Sohn, Lcb sey Am Geist auf seinem Thron; Der heiligsten Dreigkeit Sen Ehr' und Preis zu jeder Zeit. zur Oferzeit 3 Mein Auge sah mit süßer Freude, Daßß aus de Tempels rechter Seite, Ein reines Wasser quol Alleluja, Alleluja. Und jeder, auf den es gekon men, Der hat am Heile Theil genommen, singet freudenvoll: Alleluja. 2. Lobsingt mit freudigem Gemüthe Dem Her für seine große Güte; Sie währt in Ewigke Alleluja, Alleluja. Lob sey dem Vater und Sohr Lob sey dem Geist auf seinem Throne, Jetzt un zu jeder Zeit, Alleluja. Vor dem heiligen Segen. Segne Jesus deine Heerde, Die dir hier zu Füße liegt, Daß sie frei erhalten werde Vor dem Wo der sie bekriegt, Führe hin die Heerd, o Hi Wo ihr nichts ermangeln wird, Auf die ewig gründ Weiden: Denn da blüh'n die reinsten Freuden. 2. Ruf' uns Herr zu deinem Tische, Den du hi bereitet hast, Daß die Seele sich erfrische, Sey sie of dein werther Gast; Tränke sie mit deinem Blu in der angenehmsten Fluth, Trånke sie aus diese Bachen, Wenn die Hitz', der Durst sie schwächen. 3. Herr! Du hast für uns gelitten, Mach uns auch von Sünden frei. Ach gewähre, was bitten, Segne Herr! und steh uns bei, Daß wir der Todes Zeit, In dem allerschwersten Streit' Aller Feinden widerstehen, Und dein klares Antlitz sehen Vom ersten Advents Sonntage bis Lichtmes. Bei dem ersten Segen.. Bott fommt, Gott will bei uns auf Erden, Au der Menschheit sichtbar werden! Der große G CUB Plea n mi S por Bei dem leßten Segen. les 2. Ven Jesu! unser Trost und Leben, Der du den Bo en uns gegeben, Een stets gelobt, gebenedent! fera cheil uns Stärke in dem Leiden, Und führ' uns Hpen Himmelsfreuden, Und segne uns, die Christens it! rep. cht sich so klein, Er hat des Vaters Schoos lassen; Wie kann ich seine Liebe fassen? Er will is bei uns Menschen seyn. rep. HEDE G B2 Von Lichtmeß bis Ostern. Bei dem ersten Segen. die BaBir bringen dir zerknirschte Herzen, Im Geift er Demuth, Reu und Schmerzen, Hier vor dein ottlich Angesicht. rep. Gott! gedenke nicht der unden, Verzeihung ist bei dir zu finden; Verstoß ns arme Sünder nicht. rep. S Bei dem letzten Segen, 12. Wir bitten durch dein Kreuz und Sterben, Mach ne, o Herr! zu Himmelserben, Nimm unsre Bus In Gnaden auf. rep. Gieb uns die Gnade fromm leben, Daß wir nach wahrer Tugend streben. leerr! segne unsern Lebenslauf! rep. Von Ostern bis zum Advent. Bei dem ersten Segen. Wir beten an dich wahres Engelbred, Dich Va er, Herr, barmherzig großer Gott! Heilig, bei: lig, heilig! Du bist allzeit heilig; Sen gepriesen ohne End' In dem heil'gen Sakrament. Heilig, beilig, heilig! 2c.( wie oben.) Bei dem letzten Segen. 2. Wir bitten dich, erbarm' dich liebster Gott! Un cane uns; gieb uns das täglich Brød! Heilig, he heitig! Du bist allzeit heitig; Sey geprien ohne End' In dem heil'gen Sakrament. Heil heilig, heilig! 2c.( wie oben.) heilig, beilig, heilig! O heilig, heilig, heilig Sen uns Bater ohne End' Deiner Liebe Satri ment; Segne, segne, segne deine Heerde! Dein& barmen über uns! Deine Gnad' erhalte uns! 2. Heilig, heilig, heilig, Unaussprechlich heilig, Bist du unser Herr und Gott. Ewig unerforsch licher, Unaussprechlich heilig, Heilig, heilig, un aussprechlich heilig. Werfet euch zur Erde nieder, Lobet, preiset ohn End' Dieses Denkmal seiner Liebe In dem heil gen Sakrament, Schenkt ihm eure Gegenliebe, Jetz im neuen Testament. 2. Gott dem Vater und dem Sohne, Gleicher Kraft und Wesenheit, Und dem Geist im höchsten Throne, Singet Lob. mit Fröhlichkeit; Glaubet, hoffet, liebet, danket, Jesu Christo jederzeit. Wir beten, Herr! dich glaubig an, Denn du bise hier zugegen; Was du zum Heil der Welt getha Ist unser größter Segen. Du segnest uns noch fü und für, Wir preisen dich und danken dir. 2. Nicht blos in diesem Zempel bist Du uns, Herr! zugegen; Wohl uns, an jedem Ort ergief Sich über uns dein Segen. Entfernen wir uns gleide von hier, So bleibt doch unser Herz bei dir. Jesus! du bist hier zugegen, Wie der Glaube fest bekennt, Schenk uns deinen milden Segen In dem beil'gen Sakrament. Deine Gnade, dein Erbay men, Sey gepriesen ohne End'. 2. Jesus unser Trost im Leben! Du willst deie im Volke hier, Noch den letzten Segen geben. ef gebeuget rufen wir: Heilig, heilig, heilig bist Pile, Ewig Lob und Tank sey dir. 12 it Ehrfurcht, Dank und Freude beten wir Vor Chem Thron, o Herr! und singen dir: Heilig, flig, heilig, Du bist allzeit heilig. Sen gepries ohne End' In dem heil'gen Sakrament. S Bir b Alle Baz Ben n thi S 2. Du, der du uns erkauft mit deinem Blut, seg'ne uns, Jesü du höchstes Gut! Heilig, hei g, heilig, Du bist allzeit heilig. Sen gepriesen Rahne End' In dem heil'gen Sakrament. Commt her ihr Kreaturen all, Alles was erschaf en ist, Kommt her und sehet allzumal, Was da Lugegen ist: Das ist das heil'ge Sakrament, Dies ollt ihr loben, ohne End'; O daß ich's loben könnt' Ull' mein' Tag und Stund. 10 Segen zur Weihnachtszeit. Seht mit des Glaubens Auge Dort des ew'gen Baters ew'ges Wort! Er kam zu uns aus Lieb' berab, Ward Mensch und liebt' uns bis zum Grab. betet an des Menschen Sohn! Singt: Gott en Ehr' auf seinem Thron. 2. Preis sey dem Vater, der aus Gnad' Uns sei en Sohn gesendet hat. Preis dir, du Gottmensch Jesus Christ, Der du für uns geboren bist. Der heilige Geist sey jederzeit gepriesen bis in Ewigkeit. Segen zur Osterzeit. Wayrer Gott wir glauben dir, Du bist mit Gott und Menschheit hier, Der du den Satan und Tod überwandt, Der im Triumph aus dem Grabe era and. Preis dir du Sieger auf Golgatha, Sie wie Reiner, Alleluja! rep. genommen, Und litt' für uns den Kreuzestod, Da urdh besiegt' er Tod und Hölle, Fuhr zu des Vas ers Rechten auf, Und wird als Richter jeder Seele Einst prüfen unsern Lebenslauf. 3. Ich glaube, Gottes Geist regieret Die wahre Kirch' und Christenheit. Ein büßend Schaaf, das ich verirret, Flieht hin zu der Barmherzigkeit. Am großen Tag wird's Fleisch erstehen; Jeßt, Heilige, helft insgemein, Daß wir mit euch zum Leben gehen, Miterben Christi ewig seyn. Offertorium. Nimm an, o Herr! die Gaben Aus deines Prie sters Hand, Wir, die gesündigt haben, Weih'n dir dies Liebespfand. Für Sünder hier auf Erden, In Ängsten, Kreuz und Noth, Soll dies ein Opfer werden, Von Wein und reinem Brod. rep. 2. Nimm gnädig dies Geschenke, Dreieinig großer Bott! Erbarm' dich unser, denke An Christi Blut and Tod. Sein Wohlgeruch erschwinge Sich hin zu deinem Thron, Und dieses Opfer bringe Uns den verdienten Lohn. rep. Gebeth. Bu dir, o Gott! erheben wir unser Herz und sagen Dank deinergöttlichen Majestät. Wahrhaftig ist es billig, würdig, gerecht und heilsam, daß wir jederz zeit und an allen Orten dir, o Herr, heiligster Vater! allmächtiger ewiger Gott, Dank sagen, durch Christum unsern Herrn, durch den die Engel deine Majestät loben, die Herrschaften anbeten, die Mäch)tigen zittern, die Himmel und alle Kräfte der Him mel, und die seligen Seraphim dich mit vereinig tem Frohlocken verherrlichen und preißen. Wir bitten dich, laß auch unsere Stimmen mit ihnen zu dir B tommen, die wir in tiefster Ehrfurcht bekennen und sprechen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott, Sabaoth! Himmel und Erde sind voll der Glork und Herrlichkeit Gottes! Hosanna in der Höhe! ge benedeiet sey der da kömmt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe! 3 um Sanctus. Cingt heilig, heilig, heilig Ist unser Herr un Gott! Singt mit den Engeln: heilig Bist du, Got Sabaoth! Im Himmel und auf Erden, Soll deine Herrlichkeit Gelobt, geprießen werden, Jetzt um in Ewigkeit. rep. 2. Wir singen froh zusammen, Von ganzer Seel erfreut: Der kommt ins Herren Namen Der ſei gebenedeit! Hosanna in der Höhe! Geprießen sei der Herr-! Dem großen Gott geschehe Sein Lob von Meer zu Meer. rep. Gebeth zur Wandlung. Herr! du bist Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, selbst gegenwärtig mit Fleisch und Blut. Ich bete dich in tiefester Ehrfurcht und Demuth an. Du meine Zuflucht, meine Hoff nung, meine Liebe. Du bist mein Gott und alles, dir schenke ich mein Herz.- laß deine Liebe in mir wirken zu einem frommen und heiligen Leben. Amen. - Zur Aufhebung des Kelch e s. du wahres lebendiges Blut Christi Jesu, ich bete dich an mit allen Engeln und Heiligen; du bist für mein Heil geflossen, und zur Versöhnung: wasche ab die Menge meiner Sünden, reinige und stärke meine Seele zum ewigen Leben. Amen. - 19 Nach der Wandlung. Sieh, Vater! von dem höchsten Throne, Siet gnädig her auf den Altar! Wir bringen dir in deis nem Sohne Ein wohlgefällig's Opfer dar. Wir fleh'n durch ihn, wir, deine Kinder, Und stellen dir sein Leiden vor: Er starb aus Liebe für uns Sünder; Noch hebt er's Kreuz für uns empor. 2. Er hat für uns sich dargegeben, Für alle Menschen insgesammt; Beim Vater, daß wir ewig leben, Vertritt er jetzt das Mittleramt. O Jesu! hóre unsre Bitte, Steh unsrer Schwachheit immer bei, Auf daß dein Leiden, deine Güte, An uns nie: mal verloren sey. Zum Agnus Dei. Betrachtet ihn in Schmerzen! Wie er sein Blut vergießt; Seht, wie aus Jesu Herzen, Der letzte Tropfen fließt! Er nimmt hinweg die Sünden, Er trug all unsre Schuld; Bei Gott låst er uns fin den Den Frieden, seine Huld. rep. Die geistliche Communion. Herr! ich bin nicht würdig, zu deinem Tisch zu geh'n; Du aber mach' mich würdig, Erhör' mein. tindlich Fleh'n. O stille mein Verlangen, Du Seelenbräutigam! Im Geist dich zu empfangen, Dich wahres Gotteslamm. rép. Gebeth. O gütigster, liebreichester Jesu! erbarme dich dei nes Volkes und aller Stånde der ganzen Christenheit; sey unser Mittler bei dem Vater, so wie du ein wahres Versöhnungsopfer für unsere Sünden r bist. Wende ab die verdienten Strafen. alles Un At heil und Gefahren, die dein Vaterlande bevorstehen BO Bögen. Segne den Nath der Fürsten, daß er der Gemeinsamen Wohlfahrt allzeit beförderlich sey. Ver le leih' uns Gnade, daß wir unserm Berufe, unsern Blue Standespflichten jederzeit genug thun; andern mit Bader Tugend ein gutes Beispiel geben; unsern Näch Versten wegen deiner allzeit lieben; und daß wir mit reinem Gewissen dir bis an das Ende wohlgefällig idienen mögen. Um dieses bitten wir dich, durch deine heiligen Verdienste, durch dein bitteres Leiden und Sterben, und durch die Verdienste Marià, der Mutter Gottes und aller Heiligen. Der du, mit dem Vater und dem heiligen Geiste, glercher Gott, lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. OCT Hide ZU 11 Der Herr erleuchte sein Angesicht über uns, er bewahre und beschüße uns vor allem Übel, und ers theile uns den Segen: Gott der Vater, der Sohn und der heilige Geist. Amen. Zum Beschluß der heil. Messe. Das Lamm ist nun geschlachtet, Das Opfer ist vollbracht; Wir haben jetzt betrachtet, Gott! deine Lieb' und Macht. Du bist bei uns zugegen; Aus deinem Gnadenméer, Strón' uns dein Vatersegen 3 Durch dieses Opfer her. rep. 10 n Aufopferung der beil. Messe. Gebeth. Dhimmlischer Vater! nimm diesen deiner Hoheit und Heiligkeit schuldigen Dienst gnådig auf, den ich dir in Beiwohnung dieses heil. Mesopfers geleistet habe. Ich vereinige mein Gebeth mit den Verdiensten Jesu Christi, mit seinem Gebethe und heiligen Unterhandlungen, die er für mein Heil mit dir gepflegen bat; ich opfere sie dir zu deinem höchsten Lob und Ehre. Segne mich) in meinen Geschäften. Alles soll dir zu Ehre, zu deinem Lobe gesehen. Amen. 21 H. 3 um Eingang. Hier liegt vor deiner Majestät, Im Staub die Christenschaar, Das Herz zu dir, o Gott!/ erhöht, Die Augen zum Altar. Schenk uns, o Vater! deine Huld, Vergieb, uns unsre Sündenschuld. O D Gott! vor deinem Angesicht Verstoß uns arme Sünder nicht. Verstoß nicht, Verstoß uns Sünder nicht. 17 uns -- Zum Gloria. Gott soll geprießen werden, Sein Nam' gebenes deit, Im Himmel und auf Erden, Jetzt und in Ewigkeit. Lob, Ruhm, und Dank und Ehre, Sey der Dreieinigkeit. Die ganze Welt vermehre, Gott, deine Herrlichkeit. Nach der Epistel. Herr! es sind die besten Lehren, Die dein Mund verkündet hat; Gieb, daß wir sie eifrig hören, Und erfüllen mit der That. Denn das wahre Seelenleben, Nachdem gute Christen streben, Bringt dein Evangelium, 3 um Ered o. Ich glaube Gott mit Zuversicht, Was deine Kirch' erklåret; Es sen geschrieben oder nicht, Denn du hast sie's gelehret. Der Glaub', den sie ans zeigt, ist gut, Denn du hast ihn gegeben; Er giebt im Tode Trost und Muth, Giebt Fried' und Ruh' im Leben. Zur Aufopferung. Das Opfer dieses Brodes, Das wir dir, Vater! weih'n, Soll jenes großen Todes, Gedächtnißfeier seyn. Sieh, was dein Sohn gelitten, Am blutigen alltar! Und gieb, um was wir bitten, Der froms men Christenschaar. 3 um Sanctu 8. Heilig, heilig, heilig, Ist unser Herr und Gott, Heilig, heilig, heilig, Ist aller Wesen Gott. Hei lig, heilig, heilig, Ist unser Herr und Gott. Wir fingen froh zusammen, Von ganzer Seel' erfreut; Der kommt ins Herrn Namen, Der sey gebenedeit. Zur Wandlung. Sinkt anbetend hin im Staube, Gott ist da bies sieht der Glaube, Unser Gott ist da. Unter diesen Brodsgestalten Hüllt er Gott und Menschheit ein; In dem Kelch, in Weines schein, Ist sein heil'ges Blut enthalten. Gütig läßt er sich hernieder; Singet Lob und Dankeslieder; Jesus, Gott mensch, Lob sey dir. Nach der Wandlung. Sieh, Vater von dem höchsten Throne! Sieb gnådig her auf den Altar! Wir bringen dir in dei nem Sohne, Gin wohlgefällig's Opfer dar. Wir fleh'n durch ihn, wir deine Kinder, Und stellen dir sein Leiden vor: Er starb aus Liebe für uns Sún der; Noch hebt er's Kreuz für uns empor. Zum Agnus Dei. du Lamm Gottes! welches du hinnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser. O du Lamm Gottes! welches du hinnimmst die Sünden der Welt, gieb uns den Frieden. Amen. Zur Communion. O Herr, ich bin nicht würdig, zu deinem Tisch zu geb'n; Du aber mach mich würdig, Erhór mein tindlich Fleh'n. Sprich mich zuvor von Sünden 23 Durch deine Liebe los; Dann laß mich Gnade fin den, Und Nuh' in deinem Schoos. M Zum Beschluß der h. Meffe. Sich Vater, sich hernieder Von deinem höchsten Thron, Wir brachten Dankeslieder Und opferten den Sohn. Sey deines Sohnes wegen Bei uns bis an das End, Mit deinem heil'gen Segen, Wie er im Sakrament. Schlußlied. Lob dem, der auf dem Altar Lob und Dankes: opfer war; Der in eines Priesters Hand, Bittend vor dem Vater stand. 2. Immer sey in unserm Mund, Dank für die sen Liebesbund, Den er voll der Zärtlichkeit, Jes den Tag mit uns erneut. 3, Wahre Bruderliebe sey Stets in unserm Her zen, neu; Denn, der diesen Bund uns gab, Uebte sie bis an das Grab. 4. Dank dem, der auf dem Altar Seiner Liebe Opfer war. Seinen Segen nehmen wir, Voll Ver trauen mit von hier. III. Zum Eingang.. Don Son dem Himmel wird jetzt kommen, Gott, die höchste Majestät, Der die Schuld auf sich genom men, Und für uns zum Tode geht. Um zu hören seine Worte, Sammelt sich am heil'gen Orte hier die fromme Christenschaar. Zum Gloria. Ehre sey Gott in den Höhen, Friede sey der Menschenwelt, Die bemüht ist, zu verstehen, Was dir unserm Gott gefällt; Himmels- König, Lobs: erhebung, Ehr und Preis sey dir geweiht, Dank und tiefeste Anbethung, Sey Gott! deiner Herrlichkeit. Nach der Epistel. Aus Gottes Munde gehet Das Evangelium; Auf diesem Grunde stehet, Das wahre Christenthum. Gott selber hat's gelehret, Der nicht betrügen kann. Wohl dem, der's gerne höret Und es nimmt willig an, rep. Zum Credo. Wir glauben und bekennen, Daß nach höchst wei sem Rath, Gott, den wir Vater nennen, Die Welt erschaffen hat. Von ihm ist ausgegangen Sein Sohn, der Jesus heißt, Der ward als Mensch empfangen Durch Gott den heil'gen Geist. Zur Opferung. Laß das Opfer, so wir bringen Dir Gott, durch des Priesters Hand, Bis zu deinem Throne dringen Nimm von uns dies Liebespfand. Diese Gabe von der Erde, Gieb, daß sie verwandelt werde, Bald in Jesu Fleisch und Blut. rep. 2. Nein, wir opfern dir nicht Kälber, Wie der Priester Aaron; Jesus Christus ist es selber Vater, dein geliebter Sohn. Schau auf ihn und laß uns Armen, Wie wir hoffen, aus Erbarmen, alle Schuld und Strafe nach. Zum Sanctus. Heilig, heilig, heilig bist du Herr, Gott Sabaoth, Himmel und Erde sind voll deiner Herrlichkeit Ho fanna in der Höhe, Gebenedent ist, der da kömmt im Namen des Herrn, Hosanna in der Höhe. Nach der Wandlung. Mittler, König, Gott! ich glaube, Daß du hier zugegen bist; Drum beth ich dich an im Staube, O verborgener Jesu Christ! Du, o Schöpfer aller Dinge, Wie machst du dich so geringe In der klei nen Brodsgestalt. rep.. Zum Agnus Dei, Gleichwie der Hirsch zur Quelle rennet, Wenn ihn die Hitz des Durstes brennet, So eilt mein Herz o Gott zu dir, Es durstet heftig vor Verlangen, Dich meine Liebe zu empfangen, In diesem Sakramente hier. rep. 2. Ach, komme Herr, du meine Liebe, Still meines Herzens heiße Triebe, Dein Reitz erwecket fie in mir, Komm Jesus, Quell der Seligkeiten, Komm Ursprung wahrer Himmelsfreuden, Mein gan zes Herz verlangt zu dir. rep. 3um ite Misa est. Herr, bevor du von mir scheidest, Gieb mir an deinem Segen Theil, Der gern du deine Huld verbreitest, Sprich jetzt zu mir: ich bin dein Heil. Hast du mir deine Gnad verliehen, Dann soll nichts mehr dich mir entziehen; Mein Gott sollst du mir ewig seyn, Dir übergeb ich mich allein. rep. IV. Bei dem Eingang. Ewiger, wir gehen ein, zu deinem Heiligthume, Mach uns zu vor erst alle rein, Weih uns zu dei nem Ruhme. O dann soll auch in dieser Stund', In diesen heil'gen Hallen, Aus aller frommen Chri sten Mund, Dein hohes Lob erschallen. Zur offenen Beicht. Sieh, Bater, auf die Christenschaar, Gebeugt, im Erdenstaube hier, Blickt sie mit Ehrfurcht zum Altar Und schwingt ihr Herz hinauf zu dir. Ver deb uns jede Schuld der Sünden, Verstoß uns nicht vor deinem Thron, Und laß uns alle Gnade inden Durch unsern Heiland, deinen Sohn. Zum Gloria.. Ehre sey Gott in den Höhen, Friede sen derChristenheit! Ewig muß dir Lob geschehen, Starker Herr der Herrlichkeit. Preis dem unbefleckten Lamme, Das von uns die Sünden nimmt, Und dir Geist, ou Liebesflamme, Sen auch gleiches Lob bestimmt. Vor dem Evangelium. Herr, die Worte, die wir hören hier aus deines Priesters Mund, Sind für uns die besten Lehren, Selbst du machtest sie uns kund. Ruh' im Leben, Troft am Grabe, Bringt dein Evangelium. Ewig dankt, für diese Gabe, Dir das ganze Christenthum. Zum Credo. Tief anbetend hier im Staube, Heiligste Drei einigkeit! Dankt dir unser fester Glaube Sicher der Unfehlbarkeit! Was uns deine Kirche lehret, Glau ben wir mit Zuversicht, Denn du hast ihrs selbst. erklåret; Deine Worte trügen nicht. 3um Offertorium. Herr, durch deinen Priester haben Wir nun un fre Opfergaben, Her auf den Altar gebracht. Brod. und Wein, des Leibesspeise, Wird nun bald auf Wunderweise Auch zur Seelenspeis gemacht. 2. Herr, das Opfer dieses Brodes Soll uns deines Sohnes Todes Stetes Angedenken seyn. Er befahl es in dem Saale, Als er dort zum letzten Mahle Speisete mit Brod und Wein. Unly, Bibl. Zum Sanctus. Glessed Heilig, heilig, heilig Ist unser Herr und Gott! Preis und Lob sey ewig Dem starken Sabaoth! Die Welten allzusammen Füllt Gottes Herrlichkeit Der kommt in in seinem Namen, Der sey gebe nedeit. Zur Wandlung. Nun in dieser heil'gen Stille Kömmst du großer Gottessohn In die weiße Brodeshúlle. Christen sinkt zu seinem Thron! Heilig, heilig, heilig singe Dir der hohe Engelchor; Auch im Engeltone dringe Un fre Stimm zu deinem Ohr. Nach der Wandlung. Ich glaub an dich, o. höchstes Gut! Und hoff auf deine Güte. Ich liebe dich mit Geistesmuth, Aus Seele und Gemüthe. Dein theures Blut, das für uns floß, Wasch' uns von allen Sünden, Gieß Heil und Ruh in unsern Schoos, Zum seligsten Empfinden. Zum Agnus Dei. Durch Lust und böse Reize Ward Gottes Bild entweiht, Bis Jesus uns am Kreuze Vom Fluche hat befreit. Du Mittler bei dem Throne, Ach höre unser Fleh'n! Sey gnådig und verschone Und laß uns Friede seh'n. 3ur Communion. Herr, dich zu empfangen Fast kaum die Seele Muth, Doch reißt sie das Verlangen Nach dir, p höchstes Gut! Gieb, daß sich meine Seele, Mit dir im Sakrament, Im engsten Band vermähle, Das nie ein Wesen trennt. Zum Beschluß der h. Messe. Nun haben wir den großen Bund Mit dir, e Gott, erneuert, Und deinen Namen diese Stund Mit Lobgesang gefeiert; Gich uns durch dieses Opfer Gnad', Ertheil uns deinen Segen, Und komm uns auf dem Lebenspfad Mit Vaterhuld entgegen. V. Zum Eingang. Gott, auf dein Wort erscheinen wir Um heiligen Altar, Vereint wie Brüder stellen hier Sich deine Kinder dar. Du rufft uns Bater, selbst zu dir Der, Gnadenstimme folgen wir. O ziehe unsern ganzen Sinn, Und unsre Herzen zu dir hin, Zu dirdir- Zieh unsre Herzen hin. 26 - 2. Mit tiefster Ehrfurcht bethen dich Die Him: melsgeister an, Doch dürfen arme Menschen sich Auch deinem Throne nah'n. Selbst unsre Schuld entfernt uns nicht O Gott, vor deinem Angesicht; Wenn wir wehmüthig sie bereu'n, Willst du uns, Vater gern Berzeih'n. Willst du- Verzeih'n- uns Vater gern verzeihn. Zum Gloria. Ehr' dem Höchsten, Heil uns Armen, Gott ist Vater voll Erbarmen, Kein Tyrann ist unser Herr. Rühmi's im Himmel, rühmt's auf Erden Alles soll uns Zuruf werden, Liebe, Liebe, nichts als Lieb ist er. rep. Nach der Epistel. Gott, wie soll ich dich erheben, Dessen Güte alles preißt; Daß du uns dein Wort gegeben: Das zum Heil uns unterweist; Weil es dich erkennen lehrt, Und uns heiligt und bekehrt; Ja, wenn uns ein Leiden drückt, Mit so reichem Trost erquickt. Zum Credo. Was hilft es mir ein Christ zu seyn, Wenn ich nicht christlich lebe, Nicht liebreich, fromm, gerecht und rein Zu wandeln mich bestrebe. Was hilft der Glaub im Mund geführt, Wovon man keine Früchte feurt? <-29 Zur Aufopferung. Was sollen wir für Gaben, Dir Herr, zum Opfer weihn? Sst, was wir sind und haben, Nicht alles, alles dein? Ein Herz dir ganz ergeben, Von schnöden Freuden rein, Ein liebevolles Leben, Soll unser Opfer seyn. 2. Soll unser Dank dich ehren, So muß er uns. zuerst Lieb und gehorsam lehren, Dies ist, was du begehrst. Du liebest uns als Kinder, O Vater wir sind dein! So wollen wir nicht minder, Auch gut, wie du bist, seyn. 3am Sanctus. Gott ist heilig, heilig leben, Sey auch unser ganzes Streben; Schwing dich Seele! himmelwärts. Sieh dort Jesum auf dem Throne, Daß er deine Tugend lohne. Auf! ihm nach, ihm nach, mein. Herz; Auf, ihm nach ihm nach- ihm nach mein Herz. T Nach der Wandlung. Liebe, die mit offenem Herzen, und mit ausge streckten Armen, Alle Welt umfangen hat. Liebe die in höchsten Schmerzen Nech um Gnade und Er barmen Selbst für ihre Mörder bat. rep. 2. Liebe, welche Blut und Leben, Opfernd für uns hingegeben, Weihe unsre Herzen ein, Liebe, lehre du uns lieben, Wie du, Gott und Menschen lieben, Wohlthun, dulden und verzeihn. rep. Zum Agnus Dei. Geschlachtet, wie ein Opferlamm, Vergoffest du dein Blut, Am martervollen Kreuzesstamm, Erldser uns zu gut; Uns zu befrey'n vom Sündenjoch Ertrugst du Pein und Schmach). Du liebst uns auch im Himmel noch; O ziehe uns dir nach. G Alt Kin Gn Sir dir. 2 mel dein uns weh Ber ver Ba foll Liel G prei Hei Uni Leid Y nich) und Gla four 30 2. Ich fühl's, wie wenig werth ich bin, Herr, deiner großen Gnad', Es komme mir nie aus dem Sinn, Was deine Liebe that! Dir folg ich, an dich halt ich mich; Dein Geist leb' auch in mir, Dir leb' und sterb' ich,- dein bin ich; Nichts scheide mich von dir. Zum Beschluß. Die heilige Opferhandlung ist vollendet; Doch ist der Gottesdienst noch nicht geendet, Unser ganz Leben soll Gottesdienst seyn, Wenn wir, o Gott, deinen Tempel verlassen, Wollen wir doch unser Herz bei dir lassen, und zum lebendigen Opfer dir weih'n. rep. VI. Zum Eingang. Herr d err des Himmels und der Erde, Wir die Schaafe deiner Heerde, Beten dich mit Ehrfurcht an Und zu deiner Preis und Ehren, Singen wir in frohen Chören, Was du Gutes uns gethan. Zum Gloria. Gott Vater, dir gehöret Lob, Ruhm, und Dank und Ehr: Was unsre Ruhe störet, Gestatte nim mermehr. Auf Erden laß uns grünen Den Frie den jederzeit, Daß wir dir fröhlich dienen Von Furcht und Angst befreyt. Nach der Epistel. Vom Himmel wurde auf die Erde Das Evan gelium gebracht, Damit die Welt erleuchtet werde Durch Gnade in der Sünden Nacht: Uns zeiget dieses Licht die Bahn, Zum Vaterlande richtig an. Zum Credo. Ich glaube, daß durch deine Macht, Und durch fein Wort: es werde, Gott Vater hat hervorge: 31 bracht Den Himmel und die Erde. Ich glaub an Je sum, als ein Christ, Und an den Geist, der heilig ist. Zur Aufopferung. Herr, laß doch diese Gaben Dir wohlgefällig seyn, Die wir geopfert haben: Es ist zwar Brod und Wein; Doch wirds verwandelt werden, In Christi Fleisch und Blut. Das ist uns hier auf Erden und den Verstorbenen gut. ft 2. Wir opfern dir den Willen, Herz und Ge danken auf, Hilf uns, daß wir erfüllen In unserm Lebenslauf, Was du uns deinen Kindern, zu thun befohlen hast; Nimm weg, was uns kann hindern, Nimm weg die Sündenlast. Zum Sanctus. Dreimal heilig sey geprießen Unser Herr, Gott Sabaoth, Der uns Gnade hat erwiesen. Himmel Erde, großer Gott, sind erfüllt mit deinem Ruhm, Alles ist dein Eigenthum. Der då kommt ins Herrn Namen, Sey gebenedeyet, Amen. Nach der Wandlung. Wer kann das Wunder fassen, So du Herr Je su Christ, Uns hier haft hinterlassen Der du das Opfer bist. Groß ists wahrhaft zu nennen Das Wunder, welches wir Beym Glaubenslicht erkennen, Auf dem Altare hier. 3ur Communion. Jesu, laß uns Gnade finden, du reines Got tes Lamm; Der du aller Menschen Sünden Hast getilgt am Kreuzesstamm, Und den Himmel aufge schlossen, Durch dein Leiden, durch dein Blut; Die ses Blut für uns vergossen, Macht der Sünden Schulden gut. -32 2. Laß mich nichts je von dir trennent, Beffre meinen bösen Sinn, Denn ich muß vor dir bekennen, Daß ich gar nicht würdig bin: Mit den an dern frommen Christen, Heute, Herr, dein Gast Ki zu seyn. Von der Sünd' und bösen Lüsten, Ist mein GHerz nicht völlig rein. € Al Zum Beschluß der h. Messe. Wir haben nun vollendet, das Opfer deines Sohns; O Gott, wenn sich einst endet Das Leben, me so verschon's Was wir jemals als Sünder, Dir de haben angethan. Nimm uns für deine Kinder, un Barmherzig wieder an. di 100 B ve B N 10 Li VII. Zum Eingang. Wir finden, guter Gott, uns hier In deinem Hause ein, Um unsre tiefste Ehrfurcht dir, Und un fern Dank zu weih'n. Begründen wollen wir vor dir, Noch tiefer unsern Glauben hier; Und dieser soll im Innersten Den reinen Andachtsgeist erhöhn. 2. Ein reines Herz näht ohne Scheu, Dem Herrn sich; aber wir, Wir fündigten; beschämt, voll Neu Bekennen wir's vor dir. Doch du verschmähst den Sünder nicht, Der Besserung im Ernst verspricht. HO, hör des Priesters Fleh'n für uns, O Gott! er: U barm dich über uns. pr 3um Gloria. Besingt mit frohen Stimmen, Was Gott an uns gethan; Låßt sich's auch nicht satt rühmen, Was seine Liebe kann. Zu einem ew'gen Leben, Schuf uns sein heil'ger Will'; Laßt uns auch standhaft streben, Nach diesem hohen Ziel. Besingt mit frohen Etimmen, Was Gott an uns gethan;- Läßt sich's auch nicht satt rühmen, Was seine Liebe kann. ni 6 fp 2. Lobsinget unserm Heiland, Dem Heiligen, dem Herrn,- Und fleht zu ihm; sein Beistand, Ist Fle henden nicht fern. Gieb, daß wir gleich Gerechten, Den Weg der Tugend geh'n, Und preißend zu der Rechten, Des Vaters einst dich seh'n. Lobsinget un ferm Heiland, Dem Heiligen, dem Herrn, Und flebt zu ihm; sein Beistand, Ist Flehenden nicht fern, 3um Evangelium. Von Jesus ward verkündet, Das Evangelium; Durch dieses ward begründet, Das wahre Christenthum. Es schrieben fromme Männer, Des Heilands Lebenslauf, Und eifrige Bekenner Selbst starben dann darauf. 2. In diesem Buche findet, Belehrung Jedermann Und wer darin sich gründet, Der geht die wahre Bahn. Es sind die Wort' des Lebens, Die dieses Buch enthält; O schöpft daraus! voll Strebens, Sucht, daß es euch beseelt. 3um Credo. Allmächtiger! von deinen Händen, Rührt alles Seyn und Leben her, Nur du regierst an allen En den, Als weiser Gott und höchster Herr. Du bist unendlich gütig, heilig, Gerecht und unabänderlich; Allwissend und allgegenwärtig. So glaubt der Christ, o Gott! an dich. 2. Und Gottes Geist goß über Jünger, Und Lehe rer seiner Kirch sich her, Nach Jesu Wort und Got tesfinger Bestätigt er die Wahrheitslehr, Und Got tesreich ist fest gegründet, Durch den Verein der Heiligen; Und wer da Buße thut, der findet: Verz zeihung vor dem Ewigen. Zur Aufopferung. Sieh, Herr! mit Wohlgefallen Auf dieses Opfer her! Wir halten uns in allem, An deines Sohnes C Lebr. Wir wollen mit dem Priester, Dir reine Opfer weih'n; Ach möchten wir nur Priester, Nach 2. deinem Sinne seyn. mein 2. Durch dieses Opfer- beten, Wir, Vater! tiefst nen, dich an; Zwar leider, ach! wir treten, Als Sündige dern heran. Doch auch voll Scham und Neue, Erscheinen K zu se wir vor dir. Ach Vater, ach! verzeihe, Vertrauend Herz flehen wir. CASCUR HABERE ſo de habe un Bar 10 Li 34 3um Sanctus, W Anf singt mit frohen Kehlen, Im feierlichen Chor; Sob Erhebet eure Seelen, zu Gottes Thron empor. Durch rührende Gesänge, Känn unser Geist ersteh'n Wenn's ihm sonst nicht gelånge, Zu Gott sich zu erhöh'n- Auf singt mit frohen Kehlen, Im feiers lichen Chor Erhebet eure Seelen, zu Gottes Thron empor. V 2. Auf, theilt in Cherubinen, Mit dem Gesang W euch ein! Und laßt vereint mit ihnen, Uns unſers Hat Gottes freu'n, Gott! unser Gott ist heilig, Und fern keiner ist wie Er- Singt mit den Engeln: Hei No lig, Ist unser Gott und Herr. Gott unser Gott ist heilig, Und keiner ist wie Er- Singt mit den Engeln: Heilig, ist unser Gott und Herr. im pr H Uli Le 101 fich Be ge ni fei un 1 Nach der Wandlung. bai Werd' ich erhöhet einst, sprach Jesus, So zieh ich Alles an mich an. Erhöht am Kreuze ward dann Jesus, Wie wir's so eben bildlich sah'n. Zieh großer Menschenfreund! uns Alle, An dich, wie gerne folgen wir! Einst zu dem ew'gen Abendmahle; Dort Jesus dort, dort Jesus, Dort nimm uns zu dir. - alla Zum Agnus Dei Du nahmst von uns die Sünden, Du trugest unsre Schuld. Lamm Gottes! durch dich finden, Wir Trost und Vater: Huld. O schenke uns Frieden, Nur du kannst ihn verleih'n. O! gib daß wir hienieden, Dir treu und folgsam seyn. 2. Wie gerne, Jesu! möchten Wir deinem Tisch uns nah'n, Doch ach! nur den Gerechten, Siehs du mit Gnade an. Bey dir, wie oft befinden Wir uns zur Heiligung? Doch leider! wir empfinden, Noch keine Besserung. 3. Ach! ganz beschämt, bekennen Wir unsern Unwerth dir. Verzeih! in Büßer Thränen, Fleh'n wir getrost zu dir. Wir wollen uns bestreben, Din redlich treu zu sein, Und wollen unser Leben, Nur unserm Heile weih'n. 3um ite Missa est. Laß, Vater, denn wir fühlen, Das innigste Bereu'n, Laß unsern guten Willen, Dir wohl gefällig seyn. Vollzieh mit deiner Gnade, Was unser Herz beschloß; Segn' uns auf unserm Pfade, Erhalt uns sündenlos. 1 119 VIII. Zum Eingang. Wir werfen uns darnieder, Vor dir, Gott Sa baoth! Erhöre unsre Lieder, Da wir nach dem Ge bot, Dir dieses Opfer bringen; Verleihe nun, daß wir Es andachtsvoll besingen, Und wohlgefallen dir. 2. Den Tag vor Jesu Leiden, Beim letzten Abendmahl! Indem er wollte scheiden, Aus diesem Jammerthal, Hat er das Brod gebrochen, Und ausgetheilt den Wein, Gesegnet und gesprochen: Dies thut und denket mein. 3. Er sprach: Nehmt hin und effet, Dies ist mein Fleisch und Blut, Damit ihr nicht vergesset, Was meine Liebe thut: Mich opfernd will ich ster € 2 SABER 3um Gloria. Gott Vater! dir gehöret, Lob, Ruhm und Dank und Ehr', Was unsre Nube störet, Gestatte nime mermehr. Auf Erden laß uns grünen, Den Fries den jederzeit, Daß wir dir fröhlich dienen, Von Furcht und Angst befreit. 11 2. Der du der Menschen Sünden, Gebüßt am Kreuzesstamm, Laß uns Erbarmung finden, O Jesu, Gotteslamm! Gelobt mit Mund und Herzen Seyst du, Gott heil'ger Geist! Der du in Angst und Schmerzen, Den Frommen Trost verleihst. 4448 fo pr 11 Le ( 33 ven, Am Kreuz jumt Heil für euch; Wer an mich glaubt, soll erben Mit mir das Himmelreich. 10 4. O Herr! dies Opfer steige, Zu dir mit Wohlgeruch, Dantit dein Herz sich neige Zu deines Volks Gesuch. Wir opfern nicht mehr Kälber, Wie Aaron hat gethan; Nein, Jesum Christum selber, Der uns versöhnen kann. 36 Vor dem Evangelium. Aus Gottes Munde gehet, Das Evangelium, Auf diesem Grunde stehet Das wahre Christenthum; Gott selber hat's gelehret, Der nicht betrügen kann; Wohl dem, der's gerne höret, Und nimmt es willig an. Sein Wort zeigt uns die Wege, Zum Himmelreiche àn, Er weiset uns die Stege, Zu gehen diese Bahn; Herr drücke deine Worte, Lief in die Herzen ein, Daß wir zur Himmelspforte Zu kom men würdig seyn. 2. 3um Erebo. Wir glauben und bekennen, Daß aus höchst weisein Nath, Gott, den wir Vater nennen, Die Welt erschaffen hat. Von ihm ist ausgegangen Sein Sohn, der Jesus heißt, Der ward als Mensch empfangen, Durch Gott den heil'gen Geist. 37 2. Maria hat geboren, Als Jungfrau dieses Kind, Sonst wären wir verloren, Wir, die wir Sünder sind; Er litt an Leib und Seele, Schloß sterbend seinen Lauf; Stand aus des Grabes Höhle, Am dritten Tage auf. 3. Er ward hinauf genommen, Zu Gortes rechter Hand, Wann er wird wieder kommen, Ist uns zwar nicht bekannt; Doch kommt er einst zu rächen, Und wird von seinem Thron, Ein billig's Urtheil sprechen, Zur Strafe und zum Lohn. 4. Wir glauben nicht alleine, Daß eine Kirche sey, Wir stimmen der Gemeine, Der Heiligen auch bei. Die Sünde wird vergeben, Durch Christi Die ner hier, Der Leib steht auf zum Leben, Geht ein zur Himmelsthur. Zum Offertorium. Herr laß doch diese Gaben, Dir wchlgefällig senn, Die wir geopfert haben, Es ist zwar Brod und Wein, Doch wird's verwandelt werden, In Chrifti Fleisch und Blut, Das ist uns hier auf Erden, Und den Verstorb'nen gut. 2. Wir opfern dir den Willen, Herz und Ge danken auf; Hilf uns, daß wir erfüllen, In un ferm Lebenslauf: Was du uns deinen Kindern, Zu thun befohlen hast. Nimm weg, was uns kann hindern, Nimm weg die Sündenlast. 3. Wir legen dir zu Füßen, Auch unser Hab und Gut, Und was wir hier genießen, Das Leben, Leib und Blut; Gieb uns bald kühlen Regen, Bald warmen Sonnenschein, Und laß durch deinen Segen, Die Felder fruchtbar seyn. Zum Sanctus. Laßt uns zum Himmel schwingen, Zum Helfer in der Noth, Und dreimal heilig singen, Dem Herrn SOURKCE 100 2 22. Daß wir hernach zusammen, Dir unsre Her. zen weih'n, Und voll von Liebesflammen Dir ein Hosanna schrei'n. Herr! der in deinem Namen Kommt, sey gebenedeit! Die Engel sagen Amen, Jeßt und in Ewigkeit! V N Nach der Wandlung. Hier bet ich auf den Knien, Verborgner Gott! un dich an. Ich will mich nicht bemühen, Daß, was du hier gethan, Durch Sinne zu begreifen: Dein Wort muß mir allein, Um hier nicht auszuschweiz fen, Der Grund des Glaubens seyn. fo Li 10 pr 5 Ui Le 38 Gott Sabaoth. Herr! Himmel und auch Erde Sind voll von deinem Ruhm; Hilf, daß bekehret werde, Das blinde Heidenthum. 1 2. Die Gottheit war bedecket, Allein am Kreuze altar, Hier aber ist verstecket, Die Menschheit auch sogar. Dies Denkmal deiner Güte, Dies wahre Himmelsbrod, Erinnert mein Gemüthe, Herr! an deinen Tod. 3. Wasch' mich von meinen Sünden, O Jesu! durch dein Blut, Und laß mich Gnade finden, Du allerhöchstes Gut! Laß bald den Vorhang fallen, Erschein in vollem Licht, Und zeige mir und Allen Dein glänzend Angesicht. 3ur Communion. Erfreut euch, fromme Seelen! Ein Wunder ist gescheh'n, Der Herr will sich verhehlen, Kein Auge kann ihn seh'n: In Brod- und Weinsgestalten ni Ist Jesu Fleisch und Blut, Auf dem Altar enthalten, Dies größte Seelengut. un ( 3) 101 2. Verdeckt ist hier zu finden, Das wahre Got teslamm, So aller Menschen Sünden, Getilgt am Preuzes stamm. Es ist der Seelen Speise, Wie 39 uns der Glaube lehrt; Sie. nåhrt uns auf der Reise, Und wird doch nicht verzehrt. Charmuth 3. Wenn wir das Leben schließen, Und dieses Himmelsbrod; Recht wohl bereit genießen, So kann der bitt're Tod, Uns Christen nicht erschrecken; Es ist ein Unterpfand, Das Gott uns wird bedecken Mit seiner starken Hand. 4. Herr Jesu, deiner Liebe, Sey Ehre, Lob und Dank, Weil du nach ihrem Triebe Zur Speise und zum Tranf, Dein Fleisch und Blut gegeben, In Brodsgestalt verhüllt, Daraus für uns das Leben Und reine Freude. quillt. 5. Entzünd' in uns Verlangen, Nach diesem Sakrament, Herr! laß es uns empfangen, Wann sich die Seele trennt. Laß uns im Frieden fahren Von allen Sünden rein, zu deinen Engelschaaren, Und ewig bei dir seyn. Nach dem ite Missa est. Da wir nunmehr gehöret, Die Messe, wie man soll, So sey auch Gott geehret! Er mach' uns Segens voll, Und laß es sich gefallen, Was wir allhier gethan; Er bleibe bei uns allen, So sind wir wohl daran. 2. Gott wolle uns behüten, Daß uns an dies sem Tag, Des bösen Feindes Wüthen nicht schåd, lich werden mag; Er laß uns ohne Sünden, Einst stehen vor Gericht, Damit wir Gnade finden Vor seinem Angesicht. IX. Zum Eingang. Wir knie'n in deinem Tempel hier, O Gott! im Himmel oben, Und singen fröhlich auf zu dir, Dich Heiligster! zu loben. Olaß uns deiner Güte K DI De 102 2 ve B N fo Li pr S Ui Le un ( 3) 10 freu'n, Das Opfer dir gefällig seyn, Das wir dir bringen wollen. rep. 2. Hier bist du nah', du bist nie fern, Du wirkst an allen Enden; Wo wir nur sind, Herr aller Herrn! Sind wir in deinen Händen; Besons ders aber fühlen wir, An deinem heil'gen Orte hier, Dein Daseyn, Gott und Schöpfer! rep. 3 um Gloria. Dein Ruhm ist meine Freude, Mein Schöpfer, Gott und Herr! Das ganze Weltgebäude, Das ganze Sternenheer, Ruft uns in tausend Chören, Bei Tag und in der Nacht: O Mensch! Gott mußt du ehren, Denn groß ist seine Macht. 2. Er sprach einst nur: es werde; Es ward nach seinem Sinn, Und Sonn' und Mond und Erde, Flog'n in die Lüfte hin; In angewiefnen Stellen, Hålt er sie fest, und spricht, Zu wilden Meeres- Wellen: Hier her und weiter nicht. 3um Evangelium. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, Vater! lehre mich; Die Weisheit die das Herz entflammt Zur Liebe gegen dich. 2. Dich lieben, Gott! ist Seeligkeit. Gern thun, was dir gefällt, Wirkt edlere Zufriedenheit, Als alles in der Welt. 3um Credo. Gott ist dreifach in Personen, Einig in der Wesenheit, Der die Tugend wird belohnen, Laster straft in Ewigkeit; Und das Wort ist Fleisch ge: worden, Jesus Christus starb sogar, Öffnete die Himmelspforte, Die vorher verschlossen war. 3um Offertorium. Herr! laß doch diese Gaben Dir wohlgefällig seyn, Die wir geopfert haben, Es ist zwar Brob und Wein, Doch wird's verwandelt werden, In Christi Fleisch und Blut; Es ist uns hier auf Er den, und den Verstorb'nen gut. 3um Sanctus. Mein Gott ist heilig und gerecht, Den ganzen menschlichen Geschlecht; Dich bete, wer nur beten kann, Im Geist und in der Wahrheit an. 2. Einst stellst du uns um deinen Thron, Und unaussprechlich ist dein Lohn, Für die geübte Fróm migkeit, Dort in der langen Ewigkeit. Nach der Wandlung. wie gut bist du gewesen, Du mein Herr und Gott; Du giengst, um uns zu erlösen, In den Martertod. 2. Dunkel war die Todesstunde, Lasten drückten dich; Jede Kränkung, jede Wunde, War zum Heil für mich. 3um Agnus Dei. Glaubig und voll sanfter Freuden, Komm ich her auf dein Geboth, Und gedenke an dein Leiden, Und an deinen Martertod. 2. Möcht' ich, Jesus! nicht vergebens, Mich zu deinem Tische nah'n; Möcht' ich dieses Mahl des Lebens, Mir nicht zum Gericht empfah'n. 3um heiligen Segen. Segne, Jesus, deine Heerde, Welche dir zu Füßen fällt, Und die Güter dieser Erde, Nur von deiner Gnad' erhält. Herr, dein theures Fleisch und Blut Ist das größte Seelengut, welches würdig zu em pfangen, Wahre Christen stets verlangen. b A m de 1102 2 P N fo L ಆದಷ pr u fe 42 X. Zum Eingang. Schet, was die Liebe thut! Jesus hat für uns sein Leben, Zur Erlösung, Fleich und Blut, Hier zur Speise dargegeben, Die den Seelenhunger stillt, Und den Geist mit Gnaden füllt. 2. Wer das Brod, das Jesus giebt, Isset wür: dig vorbereitet, Den wird Jesus, der uns liebt, Nie verlassen. Ihn begleitet Heil und Segen in der Zeit, Und der frohen Ewigkeit. Zum Gloria. Ehr' dem Höchsten, Heil uns Armen! Gott ist Vater voll Erbarmen, Liebe, nichts als Lieb' ist er. Rühmts im Himmel, rühmts auf Erden, Alles soll dir Zuruf werden: Nichts als Liebe ist der Herr. 2. Seine. Vater- Stimme hören, Ihn durch gute Thaten ehren: Ist der schönste Lobgesang. Stand: haft sich im Guten üben, Und den Nächsten thå tig lieben, Ist der aller beste Dank. Vor dem Evangelium. Christen seht die Engel: Speise, Die uns wunderbarer Weise, Jesus auf der Pilger Reise, Dies ses Lebens hat geschenkt. 2. Laßt uns glaubig niederbeugen, Dank und Ehrfurcht dem erzeigen, Vor dem sich die Himmel neigen, Vor des Vaters ein'gem Sohn. 3. Jesus unser Trost im Leben, Laß uns gånz: lich dir ergeben, Allzeit nach der Tugend streben, Die du liebreid) uns gelehrt. 4. O du treuer Hirt der Seelen, Laß uns zu den Frommen zählen, Die du einst wirst auser wählen, Dort in deines Vaters Reich. 43 Zum Credo. Erfreut euch fromme Teelen, Das Wunder ist geschehen! Der Herr will sich verhehlen, Kein Auge kann ihn seh'n; In Brod und Weins Gestalten, Ist Jesus Fleisch und Blut, Auf dem Altar ent: halten, Das größte Seelengut. 2. Herr Jesus, deiner Liebe, Sen Ehre, Lob und Dank, Weil du aus heil'gem Triebe, Zur Speise und zum Trank, Dein Fleisch und Blut gegeben, In Brodsgestalt verhüllt, Woraus für uns das Leben, und reine Freude quillt. Zur Aufopferung. Gott, das Opfer dieses Brodes, Dieses Weins, soll mir des Todes, Jesus Christus Denkmal seyn. Auch für mich hat er sein Leben, Einst aus Liebe hingegeben; Pråg' es meinem Herzen ein. 2. Jesus selbst, der für uns litte, Stellet sich in unsrer Mitte, Unserm Glauben wahrhaft dar. O, wie heilig ist die Handlung, Dieser wahren Brodsverwandlung! Gott ist groß und wunderbar. Zum Sanctus. Heilig, heilig, heilig, singen Alle die zu Gott sich schwingen, Unser und des Weltalls Gott. Ewią soll gepriefen werden, Dort im Himmel, bier auf Erden, Unser und des Weltalls Gott. Mit Che rubim und Seraphim, Preißen wir dich Jesus. Nach der Wandlung. Der du dein theures Blut und Leben, O Herr! zum Heil und Trost auch mir, Dich opfernd bast dahin gegeben, Anbetend knie ich hier vor dir; Gott, wer ergründet deine Liebe! Dein will ich ewig seyn, Mit meines ganzen Herzens Liebe; Du starbst für mich, drum bin ich dein. b CASCUS de 111 11 2 2. Mit dir mich näher zu verbinden, Sehnt sich di mein dir ergebenes Herz, In dir mein ganzes Glück zu finden, Seh' ich auf dich mit Freud' und Schmerz; Es lebe, Herr, dein Geist in mir! Nichts scheide ewig mich von dir. V N fo L pr 3 996 10 435 44 XI, Zum Eingang. Zu dir erhebt sich mein Gemüthe, Du Freund der Menschen, Jesu Christ! Der du durch deines Her zens Güte, der Welt ein Vorbild worden bist. Du lebtest Sündern nur zum Besten: Sie zu befreien, sie zu trösten, Entsagtest du der Herrlichkeit. Nur wohl zu thun, war dein Bestreben. Der Zweck von deinem ganzen Leben, War deiner Menschen n Seligkeit. € Lo ourtne d s Bei der Communion. Es wird nun, Herr! dein Brod gebrochen, Ger nossen deines Bundes Wein; Dabei sen heilig dir versprochen, Dir bis zum Tode treu zu seyn. Bei deinem heil'gen Leib und Blut! So kommt dein Opfer mir zu gut. 3. Wie jetzt, o Herr! in deinem Namen, Dein Volk vor dir versammelt war, So segne uns; wir rufen: Amen, Es werde an uns offenbar, Wie wohl du deinen Kindern willst, Wie gern du ihre Wünsche stillst. Zum Gloria. Dich Ewiger, dich beth' ich an, Dir will ich mich ergeben, Dir, den kein Wechsel treffen kann, Ver trau ich froh mein Leben. Wir blühen und verd geh'n durch dich: Nur du bist unveränderlich. Du mwarst, und bist und bleibest. Vor dem Evangelium. Noch immer hilfst du deinem Wort, O Herr in feinen Siegen fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, Noch immer deinen guten Geist, Der bem, der Wahrheit sucht und liebt, Zum Glauben Licht und Kräfte giebt. Auf ewig sey dir Dank und Ruhm, Herr! für dein Evangelium. Zum Credo. Du, du trägst alle Dinge, Allmächt'ger durch dein kräftig Wort; Das Große und Geringe, Wirkt blos durch deinen Willen fort. Sohn Gottes du regierest den ganzen Kreis der Welt; Weil du den Zepter führest, Geschieht, was dir gefällt. Ben dir steht Tod und Leben; Drum wird einst jede Gruft, Die Todten wiedergeben, Wenn deine Stimme ruft. Zur Opferung. Dir Ehre zu erzeigen( Dies ist des Vaters Wille) soll, Vor dir sich alles beugen; Die Welt sey dei nes Lobes voll! Du bist das Heil der Erden; Wer auf dein Wort nicht hört, Kann nimmer selig wer: den. Wer aber dich recht ehrt, dem hilfst du vom Verderben, Schaffft ihm Zufriedenheit, Und machst ihn einst zum Erben, Vollkommner Seligkeit. 3um Sanctus. Lasset uns zu Gott erschwingen Und ihm heilig heilig fingen: Heilig ist Gott Sabaoth! Ewig soll geprießen werden, Dort im Himmel, hier auf Ers den, Unser Herr und unser Gott. Nach der Wandlung. Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben? Kömmt nicht Er zu uns her Blos von Lieb getrieben? Ja! er wollt für unsre Schulden, Schmach und Selbst den Tod, Göttlich groß erdulden. Noth — - ci US be 9 fre in p 2 der bef ON 1 Zum Agnus Dei. Licht und Leben, Freud' und Segen, Trost und Ruhe bringst du mir. Und was forderst du dages gen? Ich Verlorner soll dafür, Mich von Dir ers retten lassen, Und dir stets gehorsam seyn; Dann ( Wer kann die Gnade fassen)? Dann ist all dein Segen mein. 46 3ur Communion. Schenk ihn mir und nimm aufs neue, Nimm mich dir zum Opfer hin, Für so viele Huld und Treue, Der ich gar nicht würdig bin. Laß mein Herz dir ganz ergeben, Und von Sündenlüften rein, Heilig, wie du willst, mein Leben, Standhaft meine Hoffnung seyn. 2. Schenkest du mir diese Gaben, O so werd ich Jesu dann, Höchst beglückt das alles haben, Was mein Herz verlangen kann. Komm, Erlöser, und vollende Deiner Gnade Werk an mir. Komm an meinem Lebens Ende, Komm, und nimm mich auf zu dir. XII. Zum Eingang. Bater Unser. Gott, der du unser Vater bist! Wie troftvoll wie ermunternd ist, Was Jesus zu uns Menschen spricht: Sucht, bittet, glaubt, und zweifelt nicht; Gott, euer Vater, er verschmäht Gewiß kein kindliches Gebeth. 2. So gut ist keiner, keiner ist So mild und måchtig, wie du bist! Was keiner thut, was keiner kann, Kannst du! Du nimmst dich meiner an. Du kannst, du willst uns Vater seyn! Drum flehe ich: Erbarm' dich mein! Zum Gloria. Geheiligt werde Herr! heilig sey dein Nam', und Recht, Dem ganzen menschlichen Geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, Im Geist und in der Wahrheit an; Und deines Namens Heiligkeit, Sey ewig unsre Seligkeit. Vor dem Evangelium. 3u komme uns Anbetend, Vater! schweige ich Und flehe: Vater höre mich! Dein Reich, o Gott, laß kommen! Es kommt, es kommt gewiß dein Reich. Schon ist es da; mit ihm zugleich, Heil allen deinen Frommen! Schon strahlt der Wahrheit göttlich Licht, Und Jesus Christus täuscht uns nicht; Laßt uns ihn freudig horen. 3um Credo. Dein Wille geschehe Heilig, heilig ist dein Wille, Heilig bist du unser Gott! Du gebeutst: in tiefster Stille, Hört die Schöpfung dein Gebot. Die im Himmel dir lob fingen, Stehn um deinen Thron bereit, Freuen sich der Seligkeit, Deinen Willen zu vollbringen. Mach daß unser Wandel treu, Deinem Willen ähnlich sey. Zur Aufopferung. Unser tägliches Brod Allmächtiger! wer ist dir gleich, Im Himmel und auf Erden? Wer ist so gut, wie du, so reich? Wer kann dir ähnlich werden? Wer zählt, was deine Hand ihm giebt? Dem Menschen, der dich ht und liebt? Die Fülle deines Segens! 2. Drum bitten wir mit Zuversicht Mit freu er Erfahrung: Gieb Vater! uns, was uns ge A D 22 P 10 D4M8 14 102 48 bricht. Gieb täglich Brod und Nahrung! Zufric denheit gieb uns dazu, Gesundheit, Kräfte! Segne du, Den treuen Fleiß der Tugend. - 3um Sanctus. Vergieb uns Jesu! mach' uns deinem Leben, Deinem Wandel gleich gesinnt! Sind wir willig zum Vergeben, Allen, die uns schuldig sind, So laß uns für unsre Sünden, Auch bei dir Vergebung finden. Nach der Wandlung. Wir geloben dir mit Freuden! Willig wollen wir verzeihn; Nie uns rächen, wenn wir leiden, Nie zu dir um Rache schrey'n: Wollen liebend vor dich treten, Und für unsre Feinde beten. Zum Agnus Dei. Und führe uns nicht. Stärke, Vater! deine Frommen, Treu zu bleiben ihrer Pflicht! Wenn wir in Versuchung kommen, So besiege sie uns nicht! Laß sie uns gewaffnet finden, Haß durch Lieb zu überwinden. 3ur Communion. Sondern erlöse Die Bahn ist rauh, auf der ich hier, Zum Va terlande walle. Ach! viel Gefahren drohen mir; Oft bin ich nah' dem Falle. Gott! wirst du nicht Mein Trost und Licht, Mein Heil in finstern Tas gen; Wie angstlich würd' ich zagen. 2. Mit Heldensinn will ich den Schmerz Der Sterblichkeit ertragen. Beruhigen soll sich mein Herz; Nicht mehr voll Unmuth klagen. Zu seiner Zeit Bist du bereit, O Gott, von allem Bösen, Mich ewig zu erlösen. Zum Beschluß. Amen. Gott! wir wollen dich anbeten, Hoffen, glauben, harren, beten. Unserer Thaten Lobgesang, Sen dir dargebracht zum Dank! Dir sey Ehre! Amen, Amen Preis und Ehre deinem Namen! Reidy und Kraft und Herrlichkeit, Gott! ist dein in Ewigkeit. XIII. An einem Dankfeste. Zum Eingang. Lobfingt dem Herrn! Lobsinget ihn mit Freuden! Der Herr ist gut: er segnet uns mit Freuden, Hört unser Flehn, und hilft uns gern. 2. Der Herr ist gut! Sein Name ist Erbarmen; Er trägt die Welt in seinen Vater- Armen, Froh locket ihm! der Herr ist gut. 3. Wohl uns, daß wir Dich Herr und Schöp fer kennen! Wir dürfen dich, Gott! unsern Vater nennen! Wir danken und lobsingen dir. Zum Gloria. Rühmt, Völker! rühmt den Herrn voll Freuden! Herr, dir gebühret Preis und Ehr! Du denkst an uns, an unsre Leiden; Wie du uns liebst, liebt keiner mehr. Dein Name sey gebenedeyt, Von nun an bis in Ewigkeit. Vor dem Evangelium. Mein Auge sieht, o Gott, zu dir! Du hilfst von deinem Throne mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, Die diese Welt hervorgebracht. 2. Herr segne und behüte mich! Du bist mein Heil! ich hoff' auf dich! Dein Segen folg' aus dieser Zeit, Mir bis in jene Ewigkeit. L D 111 11 di d 3545 L 6 Zur Aufopferung. Lobe, lobe meine Seele! Den, der dir so wohl gethan! Bete deinen Vater an! Bring' ihm Opfer und erzähle, Allenthalben weit und breit, Deines D Retters Freundlichkeit. 135 3um Credo. Gott, wir glauben, und wir schwören! Unser Herz gehört nur dir. Glauben, lieben, fürchten, ehren, Folgen Vater, wollen wir. Du willst nichts mehr, Als ein Herz voll reiner Triebe, Zugend, Einfalt, Demuth, Liebe. Wir glauben, Herr! 9 2. Standhaft deine Wege gehen, Niemal wan ken, Herr, vor dir; Mittler! dies gelob' ich dir. Hóre meines Dankes Fleben! Segne meine Zuver ficht! Gott, mein Gott! verlaß mich nicht. Zum Sanctus. Alleluja! rühmt unsern Herrn! ,, Preis dir, Gott Sabaoth! Du fegnest uns, und hilfst uns gern" Preis dir, Erbarmer, Gott! 2. O wåren wir, Gott, dir getreu, Und fromm und deiner werth! Der schönste Dank, o Vater, fey, Der dich durch Thaten ehrt! Nach der Wandlung. Herr! am Kreuze seh' ich dich, Lehrend noch im Tode schweben! Gott, mein Gott, sprichst du, bat mich, Dir aus Liebe hingegeben. Zeigt dir nicht mein Kreuz und, Tod, Gott sey Bater? Liebe Gott! 3 um Agnus Dei. Sage mir, du, den meine Seele liebt, Wo in bangen Kümmernissen, Wenn mein Herz nach Ruhe dürfi't, Wo des Lebens Quellen fließen? Ach, du zeigst mir dann beym größten Schmerz, Herr! dein Herz. 2. O wie süß laben dann die Wandrer sich, John Herr in deines Kreuzes Schatten! Wenn des Mit tags Hitze drückt, Wenn am Wege wir ermatten. Stärke, tróste, heile, göttlich Herz! Unsern Schmerz. 3ur Communion. Laß, o Freund der Sünder! Deine treuen Kin der, Ewig selig seyn. Komm sie zu erquicken, Wenn sie Leiden drücken; Stell' als Schutz dich ein! Füh len sie, Des Lebens Müh, Dürfen sie es dir nur klagen, Du hilfft ihnen tragen. Zum Beschluß der h. Meffe. Lob' ihn im Heiligthume! Rühm' ihn, du Veste feiner Macht! Hoch strahlt, zu seinem Ruhme, Der leuchtenden Gestirne Pracht; Und du, die er ge schmücket, Die er erhält und náhrt, Rühm', Erde! ihn entzücket, Durch seinen Sohn ihm werth. Was in den Lüften schwebet, Erheb' ihn fern und nah, Was Odem hat und lebet, Sing' ihm: Atteluja. XIV. 3um Eingang. Unendlicher, Gott, Unsichtbarer! Der in des Lich tes Fülle wohnt, Herr, Schöpfer, Vater, Wunderbarer! Der hier auf dem Altare thront! Wir beten dich im Staube an, Sieh unsre Demuth gnådig an. 2. Sey unser Gott und unser Vater! Und laß uns deine Kinder seyn! O aller Himmel Gott und Vater! Nimm an die Opfer, die wir weihn; Sieh gnädig her von deinem Thron! Wir flehn zu dir durch deinen Sohn. Zum Gloria. O Gott! unendlich reich, Wer ist an Lieb' und Macht dir gleich? Du sendest Leben, Wohl und 2 6 PANESE 11 4USB Freude, Durchs ganze Weltgebäube. Wie arm, wię klein sind wir! Wie können Erdgeschöpfe dir, Für jedes Glück, das sie empfiengen, Ein würdig Opfer bringen. Vor dem Evangelium. Jesu, stärke unsern Glauben, Leite uns durch Zeit und Welt; Laß die Welt uns ihn nicht rauben Bis der Zukunft Vorhang fllt; Bis einst Glauben und Vertrauen, Dicht am Throne ganz aufhört; Was wir hier im Glauben schauen, Sich in reines Licht verklärt. 3um Credo. Wir preisen dich, Gott! Vater aller Wesen, Du fandtest Jesum deinen Sohn, Von Sünde uns, vom Fluch uns zu erlösen; Er führt uns an der Liebe Thron. 2. Wir glauben an den Sohn, den Uleberwinder Des Todes, der die Sünde trug. Durch ihn sind wir versöhnt, des Bundes Kinder; Er hat getilgt des Todes Fluch. 3. Wir danken dir, Geist Gottes, du enthüllest Des Vaters Wort; du schickst dein Licht, In unser Herz; du stärkest, du erfüllest Mit Liebe uns und Zuversicht. Zur Aufopferung. Mit Ehrfurcht, Vater, opfern wir, Nach deines Sohnes Vorschrift dir. Das Opfer das dir wohl gefällt, Wird dir geweiht in aller Welt. O du, der einst auf Golgatha, Des Bundes Opfer bluten fab, Versöhnter Richter, wir erneu'n Dies Opfer dir im Brod und Wein. 2. Ins Allerheiligste, uns rein Vor dir zu ma chen, gieng er ein; Der Gottes Sohn, ein Fluch gemacht, hat unsre Sühnung ganz vollbracht. Der uns versöhnt, der uns geweiht, Dir, Vater, der Barmherzigkeit, Bringt sich und uns zum Opfer dir. 3 um Sanctu 8. Anbethung, Gott der Herrlichkeit! Sen dir in alle Ewigkeit. Die ganze Welt, der Sterne Heer, Der Länder Kreis, das ferne Meer, Sind dein Altar, dein Opfer brennt, Wo man nur deinen Namen nennt. Dich preißt der Völker Lobgesang Vom Aufgang bis zum Niedergang. Nach der Wandlung. Das größte Opfer, was geschah, War, Gott! dein Sohn auf Golgatha; Ach, sich herab auf den Al tar, Wir bringen dir dies Opfer dar; Gott! deiner Ehre sey's geweiht, Zum Heile deiner Christenheit, Zur Tilgung unsrer Sündenschuld, Zum Dank für deine Baterhuld. Zum Agnus Dei. Des Vaters Wort und ew'ge Kraft, Durch den der Vater alles schafft. Herr, Jesu, unser Heil und Licht! Hör unser Flehn! Verlaß uns nicht. 2. Der Sünde Band, des Feindes List Um schlinget uns, und keiner ist, Der helfen kann, als du allein! Komm, Jesu, komm uns zu befrey'n. Zur Communion. Herr! dir allein ergeb' ich mich, mit allem, was ich habe. Was wär ich Armer ohne dich? Von dir kömmt jede Gabe. Laß deines Namens Herr lichkeit, Mich dankbar froh empfinden, Daß schnode Lust und Eitelkeit, Aus meinem Herzen schwinden. 2. Auf deine Hülfe laß mich bau'n In jeder Noth des Lebens! Nie sey mein kindliches Ver trau'n Zu dir, mein Gott; Vergebens. Aus Fin sternissen schaffst du Licht und Freude keimt aus Leiden; So soll dann Freud' und Leid mich nicht, Von deiner Liebe scheiden. XV. 3um Eingang. Gott! überall bist du zugegen, Und spendest deine Gaben aus; Die ganze Schöpfung ist dein Haus. Durch alle Zeiten wirkt dein Segen: Doch daß wir, Unsichtbarer, dein, Wie wir's bedürfen, uns ers freu'n. Geh'n wir in deinen Tempel ein. 2. Da rührt'st du, Sanfter, alle Herzen; Vere einigt durch des Glaubens Band, Trennt sie nicht Leidenschaft noch Stand. Hier findet Gram, hier finden Schmerzen: Trost, Labung, bobe Zuversicht; Hier wird uns Heil, Belehrung, Licht, Muth zur Erfüllung jeder Pflicht. Zum Gloria. Ehre sey Gott in der Höhe, Friede den Gu ten auf Erden! Lob dir und Preis und Anbetung, Dank dir du großer Begnadiger! König des Him mels, allmächtiger Vater, Herr, eingeborener Jefu, gefalbter Gott, du Lammgottes, des Vaters Sohn. 2. Mächtiger Tilger der Sünden, Gnädig ers barme dich unser, Sißend zur Rechten des Vaters, Hör uns, wir fleh'n um Gnade Jesu, nur du mit dem heiligen Geiste Bist in der Herrlichkeit Gottes des Vaters, Herr, du der Heilige, der höchste du. Vor dem Evangelium. O Jesu! gleich der Sonne, Erhellt dein Wort die Welt, st Segen, Heil und Wonne, Dem, der es hört und hält. Auf! laßt uns Treue schwö ren, Dem Evangelium, Es folgsam anzuhören, Sen unser Glück und Ruhm. Zum Credo. Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, Der uns erschuf, ernährt, erhält; Damit wir gut und feelig werden, Versetzt du uns in diese Welt. Gieb daß wir dich stets mehr erkennen, Uns deiner Macht und Güte freu'n, Mit Ehrfurcht dich fiets Vater nennen, Und deine fromme Kinder seyn. 3um Offertorium. Gott, durch den die Geister denken, Herrscher in der Schöpfung Kreis! Ach, was kann der Mensch dir schenken? Nichts als Liebe, Dank und Preis. Willst du unser Gut und Leben? Freudig sen es hingegeben. Deine Wohlthat ist es nur, Bater der Natur. 2. Doch von allem was wir haben, Willst du unser Herz allein; Mit der Priester Opfer Gaben, Soll es dir geheiligt seyn. So wie Jesus einst sein Leben, Uns zum Heile hingegeben, Also Bater opfern wir, Unser Alles dir. 3um Sanctus. Betet ihn an, denn er ist Gott! Heilig, heilig, heilig ist sein Name; Herrlich ist er, furchtbar, groß; Er ist Schöpfer und Erhalter, Bater, Richter, Herr ist er. Fürchtet ihn, liebt, gehorcht, Betet ihn an, denn er ist Gott. Nach der Wandlung. Stifter der größten Errettung, Was deine Huld uns beweist, Feiert in tieffter Anbetung, Füblend, nicht fassend, mein Geist. 2. Wunderbar immer im Geben, Giebt hier die Liebe sich ganz, Weiht uns zum höhern Leben, Weiht uns zum himmlischen Glanz. Auf dann! Erhoben vom Staube, Folge, o Seele, dem Herrn. Siegt hier die Lieb' und der Glaube, Winkt die Vollendung von fern. 3ur Communion Jesu Christi Mittlertodt, Wird' in aller Welt verkündigt; Jesu Christi Mittlertodt, Der vor'm Richter uns entsündigt! Jesus Shrist, mit Preiß gekrönt, hat uns Staub, mit Gott versöhnt; Zu verkünden deinen Tod, Und zum Denkmal deiner Liebe, Gabst du hier dies Lebensbrod; Herr wir feiern deine Liebe. 2. Die wir voller Zuversicht Deines Heils, o Sohn, uns freuen, Laß uns stets in diesem Licht Wandeln, ewig dir uns weihen; Laß das Herz vom Stolze rein, Voll von deiner Demuth seyn. Herr wir feiern deinen Tod, Unsern Feinden sen vergeben, Freunde sey uns eigne Roth, Deiner Liebe wollen wir leben. Zum Beschluß. Lobet den Herrn, denn er ist gut! Gnädig, gnádig gab er euch den Segen; Nehmt ihn mit, be wahret ihn; Handelt, leidet, Gott zur Ehre; Liebt einander, liebet ihn. Sünd'get nicht; Denkt an ihn, Lobet den Herrn, denn er ist gut. rep. XVI. Zum Eingang. Mit Andacht will ich Höchster, vor dich treten Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten, Und willst, was wir zum wahren Heil begehren, Uns gern gewähren. 2. Dich rühmt der Lobgesang der Himmels- Heere, Auch unser Tempel schallt von deiner Ehre! Laß unser Lob, laß das Gebet von Allen Dir wohlgefallen. 3. Dein Festtag ist ein Tag des Heils der Erde, Gieb daß er immer heiliger uns werde; Lob sen, Erlöser, deinem großen Namen, Lob ewig, Amen. 37 Zum Gloria. Gott, meine ganze Seele, Macht deinen Ruhm bekannt. Dir dank ich, und erzähle, Die Wunder deiner Hand. Mein Herz ist froh, ich singe: Herr, meine Lust bist du! Dir, dem ich Lieder bringe, Dir, Höchster, jauchz' ich zu. Vor dem Evangelium. Jesu, gleich der Sonne, Erhellt dein Wort die Welt; Ist Segen, Heil und Wonne, Dem, der es hört und hält. Auf laßt uns Treue schwören, Dem Evangelium! Es folgsam anzuhören, Sey unser Glück und Ruhm. Zum Credo. Gott, Schöpfer Himmels und der Erden Der uns erschuf, ernährt, erhält. Damit wir gut und selig werden, Versehst du uns in diese Welt. Gieb, daß wir dich stets mehr erkennen, Uns deiner Macht und Güte freu'n, Mit Ehrfurcht dich stets Vater nennen, Und deine fromme Kinder seyn. Zur Aufopferung. Herr, unser Heil zu fördern, Gabst du mit sanf tem Sinn, Dich willig rohen Mördern, Zum Kreu zestode hin. O du, der selbst das Leben, Zur Til gung unsrer Schuld, Als Opfer hingegeben, Ich preise deine Huld. 2. Nur wer, wie du geduldig, Des Kreuzes Bürde trägt, Sein Herz rein und unschuldig, Auf den Altar dir legt; Wer deinen theuern Lehren, Ge treu, und folgsam war, Der bringt, dich zu verehren, Das schönste Opfer dar. 3um Sanctus. Mit Wehmuth und mit Freuden, Nah'n wir o Jesu Chrift! Dem Denkmal deiner Leiden, Das ewig beilig ist. Mit stiller Ehrfurcht treten, Wir deinem Kreuze nah; Im Geist dich anzubeten, o Herr! auf Golgatha. Zur Wandlung. Wer, Jesus, dich mit Lieb' umfaffet, Sein gans zes Herz nur dir ergiebt; Wer was du hassest, ernstlich haffet, Wird ewiglich von dir geliebt. Du kommst mit allen deinen Gaben, Ins glaubensvolle Herz binein; Dich haben, heißt den Himmel haben, Dich lieben, ewig selig ſeyn. Zum Agnus Dei. O Lamm Gottes im Staube, Mit Blut und Thránen bedecket! Dein tröfte sich mein Glaube, Wenn Tod und Sünde mich schrecket. Dein Rin gen, Teufzen, Klagen, Dein Todeskampf, dein Za gen, Een meine Ruhe, Herr Jesu! Erbarm' dich unser, Herr Jeſu! Zur Communion. So fomm dann du mein Leben, Komm wahres Himmelsbrod! Nur du kannst Kraft mir geben, Zu halten dein Geboth. O stille mein Verlangen! Ertheil die Gnade mir, Im Geist, dich zu empfan gen, Ganz eins zu seyn mit dir. 2. Du biste, der große Werke Auch durch den Kleinsten thut; Du giebst dem schwachen Stärke, Dem Sterbenden noch Muth. Im Himmel und auf Erden, Giebt es kein größers Heil, Als eins mit dir zu werden! Es sey auch unser Theil. 59 59 XVII. Zum Eingang. O bester aller Våter! Von deinem Himmelé Thron Kam uns zum Heil und Retter Dein eingeborner Sohn. So blick' dann freundlich nieder, Da deiner Kinder Schaar, Sein großes Opfer wieder, Erneuert am Altar. 2. Laß jetzt sein heilig Leben, Sein Leiden, seinen Tod, Im Geiste vor uns schweben Du lieber guter Gott! Ach, seine Lieb' durchdringe Das Herz mit Dankgefühl! Sein heilig Opfer bringe, An uns der Früchte viel. Zum Gloria. Gott in der Höh' sey Ehre, den guten Menschen Fried'! So scholl der Engel Heere Anbetungs volles Lied; Da er, der uns errettet, Von aller Noth und Plag', Von Hirten angebetet, Dort in in der Krippe lag. Vor dem Evangelium. Vater, heilig möcht' ich leben, Recht thun wäre meine Lust; Aber Lüste widerstreben, Dem Gesetz in meiner Brust. Sieh um Kraft mich Schwachen beten! Lockende Begierden treten Zwischen mich und meine Pflicht; Vater, gieb mir Kraft und Licht. Zum Credo. Allmächtiger, all' deine Werke, Der Himmel un das Erdenrund, Thun deine Weisheit, Macht und Starke Und deine Freundlichkeit uns kund. Doch heller, freundlicher und schöner, Und über alles hold und mild, Seh'n wir in Jesu dem Versöhner Gott deines Wesens reinstes Bild. Zur Aufopferung. Um letzten Abendmahle, Die Nacht vor seinem Tod, Nahm Jesus in dem Saale, Gott dankend, Wein und Brod. 2. Nehmt, sprach er, trinket, esset! Das ist mein Fleisch und Blut, Damit ihr nie vergesset, Was meine Liebe thut. 3. Dann gieng er hin zu sterben, Mit liebevol lem Sinn; Gab, Heil uns zu erwerben, Sich selbst zum Opfer hin. 4. O laßt uns ihm ein Leben, Von jeder Sünde rein, Ein Herz, ihm ganz ergeben, Zum Dankesopfer weih'n.. Zum Sanctus. Hoch heilig bist du unser Gott! Hoch heilig sen uns dein Gebot: ,, Seyd, Menschen! gleich mir bei lig." Hoch heilig bist du Jesu Christ, Deß' Wort uns ewig heilig ist: ,, Seyd gleich dem Vater heilig." Nach der Wandlung. Jesu, unser Heil und Leben, Ach! am Kreuze blutend seh' Ich im Geiste dich jetzt schweben, Auf der Schädelstätte Höh'; Lieber wolltest du erblas sen, Als mich im Verderben lassen. O wie dank', wie dank ich dir, Mein Erlöser g'nug dafür! Zum Agnus Dei. Jesu! der die Sünden Der Welt am Kreuz binnahm, Laß uns auch Gnade finden, Du reines Gotteslamm! Hilf uns, wie du, unschuldig, Von jeder Sünde rein, Sanftmüthig und geduldig, Und ganz dir ähnlich seyn. Zur Communion. Ja, Herr, im Himmel droben, Regierst du nun mit Macht; Auf Gottes Thron erhoben, Aus Tod und Grabesnacht. 61 Aus deinen milden Händen Strömt Freude, Fried' und Ruh', Und Segen allen Enden, Der weiten Erde zu. 2. Du bist der Allbeleber, Besiegest jeden Tod, Bist alles Guten Geber, Und unser Lebens Brod! Ogieb uns auch das Leben, Das uns kein Tod mehr raubt! Du willst es jedem geben, Der wahrhaft an dich glaubt. XVIII. Zum Eingang. Von dir kömmt jede gute Gabe! Nur du mein Gott kannst mich allein, Mit allem, was ich nöthig babe, Zu meinem wahren Wohl erfreu'n. Mein Leben und mein Glück beruht, Auf dir allein, du böchtes Gut. 2. So will ich dann zu deinem Throne Mich im Gebete findlich nah'n. Nimm Vater! nimm in deinem Sohne, Der Andacht Opfer gnädig an. Geist Gottes! flöß' mir Eifer ein, In deinem Dienste treu zu seyn. 3um Gloria. Lobt Gott in seinem Heiligthum! Erheb' ihn Volk des Herrn! Die Erd ist voll von seinem Ruhm, Er hilft und rettet gern. Vor dem Evangelium. Von Gott will ich nicht lassen: denn er verläßt mich nicht. Ich will ihn gläubig fassen, Ihn, meine Zuversicht. Er selbst reicht mir die Hand, Und läßt fein Kind nicht gleiten. Die Liebe wird uns leiten Bis hin ins Vaterland. Liebe wird uns leiten, Bis hin ins Vaterland. Zum Eredo. Mein Gott! ich bitte dich, verleih' Mir einen fe ften Glauben; Der stets im Guten thätig sey; Den nichts mir könne rauben! Gieb, daß ich mich, Alzeit auf dich, Und auf dein Wort verlasse; Und in der Noth, Ja selbst im Tod, Dein Heil getrost umfasse. 3um Offertorium. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort kann ja nicht trügen; Er führet mich auf rechter Bahn, Zum seligsten Vergnügen. Trost und Geduld Giebt seine Huld. D'rum will ich auf ihn bauen, Und seiner Güte trauen. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben! Nur er weiß, was mir nützen kann; Ihm will ich mich ergeben. Ja, seine Treu' Ist immer neu; Er führet uns durch Leiden, Zum Reiche seiner Freuden. Zum Sanctus. Lobt den Herrn! Er ist die Liebe! Er verläßt die Seinen nicht. Blickt auch unser Auge trübe, Freundlich strahlt sein Angesicht. Nach der Wandlung. Ach, steh' uns ben, verlaß o Jesu Christ! Verlaß die Deinen nicht! Dein treues Herz, das voll Erbarmen ist, Sey unsre Zuversicht! Lehr' uns in deinem Namen beten, Und froh zum Thron des Vaters treten! Ach, steh' uns bey! Zum Agnus Dei, und 3ur Communion. Wenn mich Kummer drückt, Und mein Auge blickt, Thränenvoll zu deinen Höhen, Laß mich nicht vergeblich flehen! Gott, erhöre mich! Denn ich boff auf dich. 63 22. Auf dem Dornenpfad, Laß nach deinem Na Mich mit treuer Hoffnung gehen Und auf Jeſa Beispiel sehen, Der den Leidenpfad, Fromm und still betrat. 3. Wenn mein armes Herz, Den geheimen Schmerz Der an seinem Leben naget, Seinem Freund und Bater klaget, Ach, dann winke du, Nath und Trost mir zu. 4. Daß ich Jesu gleich, Leide, dulde, schweig Und der Erde Müh' und Plage, Standhaft als ein Christ ertrage, Bis von Gram und Leid, Mich dein Arm befreyt. XIX. Messe für die Abgestorbenen. Zum Eingang. Sieh, Vater! gnådig auf dein Volk, Das, quf deine Güte trauend, Für die Verstorbenen Zu dir rufet. Dir schallen unsre Lobgesänge, Laß unser Bitten dir gefallen. Zum Kyrie. O Herr, erbarme dich Der Seelen der Versiorbenen! Christe Jesu! erbarme dich Der Seelen der Verstorbenen! Dies iræ, Schreckenstag und Trauerstunde, Da die Erd' im Feuerschlunde Glühen wird nach Davids Munde. 2. Welches Zittern wird entstehen, Wenn wir einst den Richter sehen, Ungerührt von unserm Fleben. 3. Der Posaunen Schall wird klingen, Durch der Erde Gråber dringen, Alle zum Gerichte zwingen. 4. Tod, Natur! ihr werdet beben, Da erweckt zum neuen Leben, Rechenschaft der Mensch wird geben. 5. Gottes Buch wird aufgeschlagen, Treu enthält es eingetragen, Jede That aus diesen Tagen. 6. Wenn der ernste Richter schlichtet, Und der Her zen Dunkel lichtet, Bleibt nichts Böses ungerichtet. 7. Was soll dann ich Armer sagen, Wann auch die Gerechten zagen, Und den Richter kaum ertragen? 8. Herr, der du erhaben thronest, Und aus Güte unser schonest, Sieh' auf mich, wenn du belohnest. 9. Milder Jesus! denk im Segen, Ich war's Ziel von deinen Wegen, Viel war dir an mir gelegen. 10. Viel hast du für mich ertragen, Bis man dich an's Kreuz geschlagen; Wirst du mir den Werth versagen? 11. Mit Versöhnungsblut besprenge, Jesus mei ner Sünden Menge, Vor dem Tage deiner Strenge. 12. Róthe färbt der Schuld'gen Wangen, Daß Gewissen quält mich Bangen; Laß, ach laß mich Gnad' erlangen. 13. Marien hast du entsündet, Selbst dem Mórs der Heil verkündet, Und mein Hoffen fest gegründet. 14. Doch was nützen meine Zähren? Du nur kannst der Hölle wehren, Daß mich Himmelsfreuden nähren. Zur Aufopferung. O Vater, großer Herr und Gott! Wir bringen dir zum Preise, Gebeth und reine Opfer dar, Nimm sie für jene Seelen, Die wir dir heut empfehlen, an; Laß sie, o Herr, vom Tode, Zum ew'gen Le ben übergehen. Dein Licht laß ihnen leuchten. 2. Du bist es ja, o Herr und Gott! Der seinen treuen Dienern, Den Lohn des ew'gen Lebens hat Zu geben treu versprochen. O laß uns alle doch dereinst, In deinem Himmelreiche Zusammen wieder finden uns, Und dann dich ewig preißen. Zum Sanctus. 65 Heilig, heilig, heilig, Gott, Herr des Weltalls; Himmel und Erde, Sind voll deiner Herrlichkeit, Hosanna in der Höhe, Gepriesen sey, der da kömmt Im Namen des Herrn, Hosanna in der Höhe. Nach der Wandlung. O Jesu, unser Leben! Nimm die Seelen der Verstorbenen Zu dir ins ew'ge Leben. Tröste sie, be freye sie, Errette sie, Ruf sie zum ew'gen Leben. Zum Agnus Dei. du Lamm Gottes! Welches du hinnimmst Die Sünden der Welt, Gieb den Seelen der Ver storbenen ihre Nuhe. 2. O du Lamm Gottes! Welches du binnimmst Die Sünden der Welt, Gieb den Seelen der Verz ftorbenen Die ewige Ruhe. XX. Zum Eingang. Dir, bester Vater! nahen wir, Mit reuevollem Herzen, Wir flehen demuthsvoll zu dir, Sieh der Zerknirschung Schmerzen, Schent uns nach deiner großen Huld Verzeihung unsrer Sündenschuld, Er barmung schenk uns allen. 2. Herr Jesu Christ, des höchsten Sohn, Dich feinen Eingebornen, Dich sandte Gott vom Him melsthron Zur Rettung der Verlornen. Du bist des Glaubens Quell und Licht Und unsrer Hoff nung Zuversicht: Erbarmung schenk uns allen. 3. Geist, der reinsten Liebe Born, Erleuchte, bespre, tröste, Die Christus, trotz der Hölle Zorn, Durch seinen Tod erlöste. Auf deinen Beistand hoffen wir; Es flehen Herz und Mund zu dir: Erbarmung schenk uns allen. Zum Gloria. Dreiein'ger! dir sey Ehre In deinem Heiligthum! Stets singen tausend Chöre Der Engel deinen Ruhm, Laß uns vereint mit ihnen, Dir Wort und Thaten weih'n, Dir stets mit Freuden dienen, Dein ew'ges Lublied seyn. Nach der Epistel. Der Mensch erforscht das fernste Land, Des Meeres Grund, Der Sonne Licht; Und doch ers gründet sein Verstand, Den Plan und Weg der Gottheit nicht. Anbethend, Vater kann er nur, Entdeckt er deiner Weisheit Spur, Sich) beugen in der Erde Staub. Zum Credo. Dreieinig, ewig Wesen! Gott, aller Dinge Grund! Dein Sohn uns zu erlösen, Ward Mensch, starb und erstund, Und wird als Richter kommen, Wenn wir vom Tod ersteh'n. Der Geist lehrt alle From: men: Durch Kampf zum Heile geh'n. 3ur Opferung. Laß dánkbar dir, Dreieiniger! Von reinem Brod und Wein Zu deines Namens Nuhm und Ehr' Der Liebe Denkmal weih'n; So wie es uns dein Sohn befahl, Da er beim letzten Abendmahl Im Jungerkreis es selbst gethan, Aus Liebe gegen uns gethan, Für derer Schuld Er sich geopfert hat voll Huld. 3um Sanctus. Wer ist, wie du, so heilig? Herr, Schöpfer, Vater, Gott! Wer ist, wie du, so heilig, Du Sohn, gesandt von Gott! Wer ist, wie du, so heilig, Du Geist der Kraft aus Gott, Singt: heilig, heilig, heilig, Ist ewig unfer Gott! 2. Und heilig dir zu leben In deiner Wahrheit Licht, Sen unser ganz Bestreben, Sey unfre liebste Pflicht. Dann wird es uns gelingen, Zu deinem Bild erneut, Dich würdig zu befingen, Dereinst in Ewigkeit. Nach der Wandlung. Jesus der du uns erwählet, Uns den Erben beis gezählet, Die dein Vater ausersah; Der du, uns der Ewigkeiten Höchste Wonne zu bereiten, Wandelest nach Golgatha. 2. Der du in der Gottheit Fülle, Unter Brod und Weineshülle, Segnend hier zugegen bist; Dank bar sey von uns gepriesen, Liebe dir um Lieb ere weisen, Liebe die nicht irdisch ist. Zum Agnus Dei. Unter namenlosen Schmerzen, Trugst du, Herr! aus edlem Herzen, Eines Kreuzes schweren Stamm; Betetest für deine Freunde, Flehtest selbst für deine Feinde, Blutetest als Gotteslamm. 2. Liebe Christi lehr' uns lieben, Liebreich uns im Guten üben, Wohithun, dulden und verzeihn. Lehre uns die Sünde meiden, Für die Zugend kämpfen, leiden, Deiner Liebe würdig seyn. Lieder bei der Wandlung. Sen tausendmal gegrüßt! Der du zugegen bist, In diesen Brodsgestalten! Wir glauben festiglich, Daß sie, o Jesu! dich, Dein göttlichs Fleisch enthalten. Du kommst aus Erbarmen zum Opfer here nieder, Mit Gott, unserm Vater, versöhnst du uns wieder Jesu! dir zum Dank sey allezeit Unser ganzes Herz geweiht, Aus Liebe geweiht. € 2 Jefu! ich glaube an dich. Jesu! ich hoffe auf dich. O Jesu! von Herzen lieb ich dich, Wenn schon in dem Himmel, Kein Lohn mehr zu hoffen, Und in der Hölle, Kein Straf mehr zu fürchten, So sollst du doch gepriesen seyn. Jesu, sey mir gnädig! Jesu sey mir barmherzig! o süssester Jesu, verzeihe mir meine Schuld! o heis liges Blut wasch mich von meinen Sünden; kräfti ges Blut lösch aus die wohlverdiente Strafe; rosenfarbnes Blut erlang mir Gnad und Barmherzige keit. O Jesu! ich glaub an dich; o Jesu! ich hoff auf dich; Jesu von Herzen lieb ich dich. Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Du hier mein Trost und dort mein Lohn. Entzünde meine Liebe! Daß ich dir ganz ergeben sey, Und dich, in deinem Dienst getreu, Durch Undank nicht betrübe. Laß mich, laß mich, Quell des Lebens, Nicht vergebens Dich verlangen, Laß mich Heil und Trost empfangen. Liebster Jesus! sey gegrüßet, Sen gegrüßt du Gotteslamm! Willig hast du einst gebüßet Unsre Schuld am Kreuzesstamm. Laß, o Jesu, deine Schmerzen, Deine schwere Todespein, Unsern tief gebeugten Herzen, Trost in unserm Tode seyn. Wer wird, o Gott! erfinden, Den Liebestrieb ergründen? Wie der Glaube lehret mich, Giebt mir Gott zur Speise sich; Kann Weisheit mehr erdenken Und Allmacht mehr uns schenken? Heilig, beilig, immer heilig, Bist du eingefleischtes Wort; Unter diesen Brodsgestalten, Beten wir dich Jesu! an. Durch dein bittr'es Kreuz und Leiden, Sen uns gnådig, Sen uns gnädig Herr und Gott. * 69 Jesus Christus bleib in mir! Sey meines Lebens Leben! Mein ganzes Herz sen ewig dir, Nur dir allein, Nur dir allein ergeben. Wort des Lebens! wie erfreut Der Liebe Un aussprechlichkeit, Die Gott in Christo mir erweist, Wie hoch erfreut sie meinen Geist! Der Gott! der unser nicht bedarf, Der Gott! den seine Welt verwarf, Der liebt sie doch noch väterlich, Erbarmt der frechen Sünder sich; Send seinen Sohn herab zur Erden, Jhr Lehrer und ibr Heil zu werden. Heil! wer sich dem Sohn er: giebt, Wird ewiglich von Gott geliebt. rep. D Liebe! ist im Himmel, ist Auf Erden deines gleichen? Wie groß, wie wunderbar du bist, Kann kein Verstand erreichen. O welche Tiefe zeigt sich hier, Ach! nur erstaunen können wir. Heilig, Heilig, Heilig Unaussprechlich heilig, Int der ewig höchste Geist, Welchen Erd und Himmel preißt, Unaussprechlich heilig. Vor der Predigt oder Christenlehre. Ich glaube, Gott! mit Zuversicht, Was deine Kir che lehret, Es sen geschrieben oder nicht; Denn du haft ihr's erklåret, Der du die Wahrheit selbsten bist, Die Weisheit auch darneben; in diesem Glauben ftirbt der Christ, In diesem muß er leben. 2. Ich hoffe, Gott! durch deinen Sohn, Brerzeihung meiner Sünden, Und Gnad im Leben, und den Lohn Des Himmels einst zu finden; Weil du getreu und gütig bist, und machtig es zu geben In dieser Hoffnung stirbt der Ehrist, In dieser muß er leben. 3. Gott! über alles lieb ich dich Bon meinem ganzen Herzen; Daß ich von dieser Liebe wich, Dies wird mich ewig schmerzen, Weil du des Gu ten Quelle bist, Das Ziel, nach dem wir streben; In dieser Liebe stirbt der Christ, In dieser muß er leben. O sende, Gott! uns deinen Geist In dieser Pre digtstunde, Er ist es der uns unterweißt Durch deines Dieners Munde. Er, der der Herzen Rührer ist, Soll unser Herz erheben; Auf seine Lehre stirbt der Christ, Nach dieser muß er leben. In Gott des Vaters und des Sohns, Des heil', gen Geistes Namen, Sprecht hier am Fuße seines Throns, Ihr Christen! freudig Amen. Sprecht Christo nach, bereitet euch, Nach seinen weisen Leb: ren, Den Vater in dem Himmelreich), Mit Bitten zu verehren. 2., unser Vater! der du bist, Jim Himmel und auf Erden, Dein Name der so liebvoll ist, Soll stets geheiligt werden; Dein Reich, von Anbeginn der Welt, Bereitet allen Frommen, Das laß, wenn dieser Leib zerfällt, Uns einstens auch zue kommen. 3. So wie auf jeden Wink von dir, Die Him melsgeister sehen, So soll auch unter Menschen hier, Dein Wille stets geschehen! Das Bred, das unfre Seele nährt, um dir getreu zu leben, Auch jenes pas der Leib begehrt, Sen täglich uns gegeben. 4. Bergieb uns, Vater! unsre Schuld, Die wir vor dir bereuen; So, wie wir alle mit Gedulo Den Schuldigern verzeihen. Ersticke, wann Vers suchung droht, In uns des Bösen Saamen, Erles uns jetzt und einst, o Gott! Von allem Ulebel, Amen. Geist Gottes, komm du Geist der Liebe! Du bist's, der wahre Weisheit lehrt; In meiner Seele it's noch trübe, Gieb, was mein Herz von dir begehrt. Erleuchte mich, gieb dem Verstand, Dein Licht, dem spróden Geist den Saft, Führ mich an deiner wei sen Hand, Zu Gott, zu aller Wissenschaft. 2. Du giebst der Seele neue Kräfte, Du schår: fest die Vernunft, den Geist, Du bist der Führer im Geschäfte, Der mich der Wahrheit folgen heißt. du! der Vorsicht Abgesandter, bilde mich für meinen Stand, und mache mich mit Gott bekannter, Und nützlich für das Baterland. Herr wir sollen deine Lehren, Jetzt zu unserm Unterricht, Und zu unserm Nutzen hören, Darum flehen wir um Licht. Dem kein Strahl von oben blicket, Dem der Herr den Geist nicht schicket, Wie kann der sein Wort versteh'n, Oder seine Wege gehn? 2. Schau vom Himmel, und erquicke, Uns, o Vater alles Lichts! Sieb auf uns mit einem Blicke, Deines holden Angesichts, Du, von dem wir alle Gaben, Einzig zu erwarten haben: Was vor an dern uns gebricht, Bater! dies versag uns nicht. Geist des Vaters komm hernieder, Sey nicht fern, Geist des Herrn, Segne Jesu Brüder. Er hat nie sein Wort gebrochen, Er hat nie sein, Wort ge brochen, und er hat, Seinen Rath, Seinem Volk versprochen, Seinem Volk versprochen. Cend' uns, o Gott, dein Gnadenlicht, Herab von deinem Throne, Wir hören jetzt den Unterricht Von deinem lieben Sobne. Gieb deinen Geist uns, gieb Verstand, Zu kennen ihn, den du gesandt. 2. In dieser Absicht segne du, O Herr! die heil'gen Lehren, Die wir, in frommer, stiller Ruh, Mach uns geschickt zu Jetzt lernbegierig hören. jeder That, Die uns dein Sohn geboten hat. Nach der christlichen Lehre. Sie mit dankbarem Gemüthe, Liegen wir vor dir gebeugt, Und erkennen jene Güte, Welche du uns heut erzeigt. Alles, Alles, Herr! was du gesprochen, Hältst du immer unverbrochen: Was der Weise nicht verstund, Machest du den Kleinen kund. 2. Herr, Vollender deiner Werke! Laß dein Wort nicht fruchtlos steh'n, Gieb uns Gnade, gieb uns Starke, Daß wir bald den Nußen seh'n. Denn. wir wissen ja: vergebens Bricht man uns das Brod des Lebens, Wenn der Herr uns nicht verleiht, Daß es uns zum Wohl gedeiht. Nun ist vollendet die nützliche Lehre, Großer, allmächtiger Gott! dir zur Ehre, Hab ich benutzet die goldene Zeit; Jetzt will ich fröhlich ein Dank opfer bringen, Deinen so gütigen Beistand besingen, Dieser gewähret mir, was mich erfreut. rep. 2. Du, o Barmherziger, ließest auf Erden, Mich in dem Christenthum geboren werden, In deiner Kinder Zahl schriebst du mich ein. Du gabst aus Liebe dich mir zu erkennen, Ich darf mit Zuver sicht, dich Vater nennen, Ich will dein treues Kind immerfort ſeyn, Wer Sefu folgt der geht gewiß, Er strauchelt nie in Finsterniß; denn Jesus ist der Weg, das Licht, durch seinen bolden Unterricht. 32. Er weiset uns die rechte Bahn, Er zeigt uns Gottes Willen an; Und wer stets Gottes Wil len thut, Der wandelt froh, er wandelt gut. 3. Nur guter Wandel führt zu Gott, Durch ihn wird süß ein bitt'rer Zod. Heiland, bleib uns Lehr und Licht, Durch deinen holden Unterricht. Adventslieder. Thauet, Himmel! den Gerechten, Wolken, regnet ihn herab, Rief das Volk in bangen Nächten, Dem Gott die Verheißung gab, Einst den Mittler selbst zu sehen, In den Himmel einzugehen, Denn ver schlossen war das Thor, rep. Bis ein Heiland trat hervor. 2. Gott der Vater ließ sich rühren, Daß er uns zu retten sann; Und den Rathschluß auszuführen, Bot der Sohn sich willig an. Schnell flog Gottes Engel nieder, Kehrte mit der Antwort wieder: ,, Sich! ich bin des Herrn Magd, rep. Mir ges scheh' was Gott gesagt. 3. Da die Botschaft angekommen, War Maria im Gebeth; Da das Wort Fleisch angenommen, Gieng fie zu Elisabeth. Von dem Gruße ganz durchdrungen, Ist Johannes aufgesprungen, Der von Gott gehei ligt war, rep. Eh' die Mutter ihn gebar. 4. Dieser ließ die Stimm' erschallen: Sünder! wacht vom Schlummer auf; Denn es naht das Heil uns allen, Hemmet euren Sündenlauf! Brüder! laßt zu diesen Zeiten, Unser Herz zur Bus bereiten: Wandelt auf der Tugendbahn, rep. Zie het Jesum Chriſtum an. 5. Laßt uns, wie am Tage wandeln, Nicht in Fraß und Trunkenheit! Suchet, um gerecht zu handeln: Wahrheit, Fried' und Einigkeit. Jenem gånzlich nachzuarten, Dessen Ankunft wir erwarten: Dieses ist der Christen Pflicht, rep. Wie es der Apostel spricht. Wirst du noch lang, o Messias! verweilen? Steigst da nicht bald aus den Wolken herab? Du bist der Heiland, uns Sünder zu heilen, Auf den uns Gott die Verheißung einst gab. Können wohl Seufzer auch Himmel zertheilen? so gebt unsern Gerech ten herab. rep. 2. Schäfer der Fluren! habt ihr ihn gesehen? Sah't ihr nicht etwa ein himmlisch Gesicht, Wel ches die Strahlen der Gottheit erhöhet? Sab't ihr den Schöpfer der Menschen denn nicht? Hör', v Jehova! der Leidenden Flehen, Und es erscheine bald göttliches Licht. rep. 3. Cich, wie die Seelen der Väter noch feufzen, Wie sie der Schatten des Todes verhüllt! Öffne die Kerker, die sie noch verschließen, Mach ihre sehnlichen Wünsche erfüllt! Laß sie des freundlichen Lichtes genießen, Die noch der Schatten des Todes verhüllt. rep. 4. Schönste der Töchter aus Nazareths Auen! Sieh', in dir' thronet das göttliche Kind. Laß uns, o laß uns den Heiland bald schauen, Der uns von unseren Fesseln entbindt; Der uns entreißet des Belia's Klauen; Zeig uns, Maria! dein göttliches Kind. rep. 5. Singet, feraphische Chöre, das Glücke, Singt, daß Jehova sich unser erbarmit! Singt, denn wir jah'n mit prophetischem Blicke, Wie schon Maria Messiam umarmt. Singt, wir hören entzücket das Glücke, Singt, daß Jehova sich unser erbarmt. rep. Laßt den Gefalbten uns besingen! Vom Ausgang soll der Freudeton, Hin bis zum End' der Erde pringen. Errichtet ist dein Gnadenthron, Vor dem das Lamm, der Herr der Erde, Die Sünd' und Macht des Tod's zerstörte. Er heilt, nimmt die Ge brechen hin: Die Schuld wird ausgelöscht durch ihn. 2. Den, welcher Herr von Erd' und Meeren, Durch dessen Machtwort Welten steh'n, Den alle Engel Chör verehren, Und tief anbetend ihn er: höh'n; Den hat, von Gottes Geist umflossen, Die reinste Jungfrau eingeschlossen, Sobald sie voll der Demuth sagt: Ich bin des Herrn demüth'ge Magd. 3. Mild, wie auf einem Regenbogen, Kommt er zu uns vom Himmelsthron; Maria hat ihn bers gezogen, Den Friedensfürsten, Gottes Sohn. Der kömmt, mit Gott uns zu versöhnen, Die Unschuld und die Buß zu krónen. Er hat an seinen Bund gedacht, Und uns den Frieden hergebracht. 4. Herr! gieb uns Christen Heldentriebe, Zur wahren Tugend immerdar; Mach die Erkenntniß deiner Liebe, Zum Dank den Völkern offenbar. O Gott! dir sey von allen Zungen, Ruhm, Ehre, Preiß und Dank gesungen. Auch dir, o Jungfrau! danken wir, Denn Gottes Sohn der ist mit dir. Nachdem viel tausend Jahr' verflossen, Kommt nun die Zeit, die Gott beschlossen, Und zu dem Heil der Welt bestimmt. Der Lag fångt endlich an zu nahen, Nach dem so lang die Båter sahen, rep. An dem ihr Heil den Anfang nimmt. rep. 2. Weil Adam fsich an dem Berbote, Vergriffen, ward er bis zum Tode, Verwundet, samt dec Menschenschaar; In Todesschatten saßen alle, Weil mit des Stammvaters Falle, rep. Der Kinder Fall verknüpfet war. rep. 3. Der Himmel war für uns verschlossen; Auf ewig waren wir verstoßen, Von unsers Gottes An gesicht. Es waren für uns allzusammen, Der zweite Tod, Die Höllenflammen, rep. Bestimmt im gott lichen Gericht. rep. 4. Nur du, o Gott! kannst hier auf Erden, Der Heiland unsrer Seelen werden, Wenn du willst steigen von dem Throu. Nur du kannst deinem, Bild das Leben, Gestalt und Zierde wiedergeben, rep. Gottes eingeborner Sohn! rep. 5. So thauet dann, ihr Himmel, jenen, Nach dem wir uns so brünstig sehnen, Hört uns, ihr Wolken, regnet ihn. Erde! laß den Mittler gehen, Aus deinem Schoos, laß uns ihn sehen, rep. Bald nehm' er unsre Günden hin. rep. 6. Dir, Gottes Sohn! der du erscheinest, Im Fleisch, und dich mit uns vereinest, Sen Lob und Dank zu jeder Zeit. Der Vater sey von uns ges priesen, Dem heil'gen Geist sey Ehr' erwiesen, rep. Der heiligsten Dreieinigkeit. rep. Maria! sen gegrüßet, Du lichter Morgenstern! Der Glanz, der dich umfließet, Verkündet uns den Herrn, Von jeder Makel rein, Sollst du zum Menschen Heile, Des Höchsten Mutter seyn. 2. Dein Gott zu dir gewendet, Ertheilet den Befehl, Es eilt von ihm gesendet, Der Engel Gas briel. Er spricht: o Gnadenvoll Gesegnet unter Weibern, Der Herr bedenkt dein Wohl. 3. Dies konntest du nicht fassen, Und batest ihn rabei, Dich wohl versteh'n zu lassen, Was diese 17₂ Botschaft ser; Maria! zittre nicht, Denn du hast Gnad' gefunden, Vor Gottes Angesicht. 4. Er will, du sollst empfangen, Gebåren einen Sohn, Der wird durch ihn gelangen, Auf Nater Davids Thron; Des Höchsten Sohn zugleich, Lind Jesus soll er heißen, Unendlich ist sein Reich. 5. Wie soll dann dies geschehen! Ich kenne keinen Mann; O Jungfrau du wirst sehen, Was Gottes Allmacht kann. Er sendet seinen Geist, Der dich wird überschatten, Damit du Mutter seyst. 6. In ihren alten Tagen, Kann auch Elisa beth, Von seinen Wundern sagen, Die nun geseg net geht. Sie hieß zwar unfruchtbar; Doch dem ist alles möglich, Der seyn wird, ist und war. 7. Da sprachst du tief geneigt, Ich bin des Herren Magd, Was du mir angezeigt, Das sen, wie du gesagt; O freudenvolles Wort! Der Bote Gottes eilt, Mit seinem Auftrag fort. 8. Von seines Vaters Freuden, Kam jetzt das Wort herab, Für Sünder hier zu leiden, Zu su chen Tod und Grab. Es wählte deinen Leib, Mit Fleische sich zu kleiden, Gebenedettes Beib. bring 9. Den Schaß, den du empfangen, ihn bald zur Welt! Wir warten mit Verlangen, Denn er ist jener Held, Der unsre Bande bricht, Und aus des Todes Schatten Uns rufet an das Licht. 10. Dies Lied sey dir gesungen, Des Heils Gebårerin! Mit dir ergebnen Zungen, Mit dir ers geb'nem Sinn. Dein hochgelobtes Pfand, Führ' uns auf deinen Fürspruch Hinauf ins Vaterland. Die längst gewünschte Zeit ist da; Der Lag des Heiles ist uns nah', Wo Gott an uns, sein Volk, gedenkt, Und den versprochenen Heiland schenkt. 2. Wunder, große Seligkeit! Wo ist ein Herz, das sich nicht freut? Erlösung haben wir begehrt, Von Gott: er hat sie uns gewährt. 3. Zief, tief gesunken lagen wir, Durch Adamis Såndenfall. Nur dir, Verdanken wirs, vermensch ter Gott, Daß uns nicht trifft der Feinde Spott. 4. Wenn du einst kommst am Ziel der Zeit, Mit großer Macht und Herrlichkeit; Wenn Sünder zu den Bergen schrei'n, Von ihrem Schutt bedeckt zu seyn. 5. Dann laß, o Heiland, Gottes Sohn! Uns froh vor deinem Richterthron, Zür Rechten bei den Frommen steh'n, Und mit ins Reich des Vaters geh'n. Schöpfer aller Himmelssterne! Licht der Christen, höchstes Gut! Der du das, was in der Ferne, Nahe bringst in deinem Blut. Höre, Mittler! une fer Fleben, Die wir dir entgegen sehen, Und uns deiner Ankunft freu'n. rep. 2. Wir verworf'ne Sünder lagen, In dem Fluch und in dem Tod; Du, Herr! wollest Mitleid tra: gen, Und uns retten aus der Noth. Du, Erbar mer, hast ans Sünder Heimgesucht wie deine Kinder, Und das Leben und geschenkt. rep. 3. Da die Erde schon veraltet, Hast du dich am End' der Zeit, In ein kleines Kind gestaltet, Wahs rer Gott von Ewigkeit! Du bist nach der Welt Verlangen, Als ein Mensch hervorgegangen, Aus der reinsten Jungfrau Schvos. rep. Gott sey Ehre in den Höhen, Friede sen der Menschenwelt, Die bemüht ist zu verstehen, Was dir, Vater! nur gefällt. Schuld'ger Dank und Lobserhebung, Sey stets deiner Gutigkeit; Preis und ewige Anbetung, Deiner Herrlichkeit geweiht. 2. Du, der du der Menschen Sünden, Tilgest an dem Kreuzesstamm; Jesus! laß uns Gnade finden, Sohn des Vaters, Gottes Lamm. Herr! sen gnädig deinen Knechten, Der du in dem Him melreich, Herrschest zu des Vaters Rechten, Mit dem heil'gen Geist zugleich. Weihnachtslieder. Heiligste Nacht! Finsterniß weichet, es glänzet hie nieden, Harfen verbreiten den süßesten Klang, En gel erscheinen, verkünden den Frieden, Lieblich ertonet ihr froher Gesang. Christen! erwachet und kommet geschwind, Folget den Hirten die eifriger find, Eilet nach Bethlehem, Seht euer Diadem, Hier liegt das Kind. 2. Göttliches Kind! Du warst der seufzenden Våter Verlangen, Sey mir von Herzen demüthig gegrüßt, Sen mir mit bränstiger Liebe umfangen, Und mit der zärtlichsten Wonne geküßt, Göttlicher Heiland, der Christen ihr Haupt. Was uns der Apfelbiß einstens geraubt, Bringet uns deine Huld, Tilget die Sündenschuld, Jedem, der glaubt. 3. Christen bedenket! Zitternd vor Kälte, in Windeln gebunden, Liegt hier der große gewaltige Gott; Ach! soll dies liebe Kind, einstens voll Wün den, Leiden am Kreuze den schmählichsten Tod? Hórt, wie beweglich er Menschen zuspricht: Sun dige Seele! erweich)' ich dich nicht! Der mich belei diget, Von neuem gekreuziget, Siebet mich nicht. 4. Liebreiches Kind! Einen erknirschten Geist bring' ich zur Gabe, Keinen Verblendungen geb' ich mehr Platz; Kind! o dich kebt mein Herz, Wenn ich dich habe, hab' ich den besten, den gött lichen Schatz. Außer dir würde mich nichts mehr erfreu'n; Denn ich verlange vereinigt zu seyn, Nur mit dir, Göttlicher! Du bist mein Gott und Herr! Ich bin ganz dein. Auf Christen sing't festliche Lieder! Und jauchzet mit freudigem Klang, Es schall auf dem Erdeball wieder Süß tónender Jubelgesang. Der Vater hat unser Verlangen, die Wünsche des Herzens erfüllt, Der Heiland, nach welchem wir rangen, Erscheinet im Fleische verhüllt. 2. Im Stalle bei Bethlehems Thoren, Hat zu mitternächtlicher Zeit, Maria, die Jungfrau, geboren Ein Kindlein, das Engel erfreut; Sieh, Rosen und Lilien blühen Im Antlitz des Kindes hervor, Sieh Lippen und Augen, die glühen Von Schöne heit im reizenden Flor. 3. Dies schönste der menschlichen Kinder, Ist Gott, in die Menschheit gekleid't, Es hat sich zum Mittler der Sünder, Aus zärtlichster Liebe geweiht. Dies große Geheimniß erklären Die Engel den Hirten im Feld: Sie singen dem Schöpfer zu Ehren, Und singen vom Frieden der Welt. 4. Es eilen aus Bethlehems Fluren Die Hir ten zum Stalle geschwind, Und werden auf engli schen Spuren Geleitet zum göttlichen Kind; Sie warfen zur Krippe sich nieder, Im tiefesten Staube gebückt, Sie fingen ihm liebliche Lieder, Von himm lischen Freuden entzückt. 5. lasset in ihre Gesänge Uns mischen mit fröhlichem Ton, Olasset mit Jubelgepränge. Uns fingen dem göttlichen Sohn, Die Krippe kniefällig umringen, In welcher der Heiligste liegt, Ihm Lo beserhebungen ingen, Ist unsere süßeste Pflicht. Ihr Hirten! erwacht Vom Schlummer, habr Acht, Nach Trubsal und Leiden Verkündet er Freuden Der Engel, der fröhliche Bothschaft gebracht. 2. Jetzt eilet geschwind, Ihr findet das Kind, Ihr findet das Leben: Er ist euch gegeben Der Heiland, der alle zur Liebe verbindt. 3. O fürchtet euch nicht, Ein göttliches Licht Begleitet die Sonne, Mit himmlischer Wonne, Das Friede und Freude und Leben verspricht. 4. Zu Bethlehem dort Im årmesten Ort, Da werdet ihr finden, Was wir euch verkünden, Das längst schon versprochene göttliche Wort. 5. Ihr Sünder erwacht, die heutige Nacht Hat nach vielen Sorgen Den goldenen Morgen, Den Herzog, den Heiland, den Mittler gebracht. 6. göttliche Zeit! Die alle erfreut; Sie lin dert die Schmerzen, Sie wecket die Herzen Zum Danke, zur Liebe, zur himmlischen Freud. 7. Filt Christen geschwind, Mit Liebe entzündt, Eilt Büßer und Sünder, Ihr Eltern und Kinder, Bringt all' eure Herzen dem göttlichen Kind. Singt Christen, und erfreuet euch, Singt Freud' im hohen Tone, Der Herrscher in dem Himmelreich Kommt heut von seinem Throne; Er tröstet seine bange Welt, Die hart gefesselt weinte; Seht welche Mittel er erwählt; Wie gut er's mit uns meinte. 2. Ja so hat Gott die Welt geliebt, Daß er des Adams Erben, Den eingebornen Sohn dar giebt, Für unsre Schuld zu sterben. Ich, komm', sagt der Emmanuel, Daß alle auferstehen; Von allen Schaafen Israel, Soll keines mir entgehen. 3. Er ruft den Hirtenherzen schon, Die heiß von Liebe brennen, Die heut anbeten Gottes Sohn, Den Oberhirten kennen. Liebe! denn nur und zu gut, Nimmt er das Kleid der Knechte; Er giebt sich dar mit Fleisch und Blut, Dem menschlichen Geschlechte. 4. O Demuth! Gott erniedrigt sich, In Windeln eingebunden, Arm in der Kälte, wunderlich Hat ihn der Hirt gefunden; Wie liebreich ist sein Angesicht, Der jetzt im Kind erscheinet. Wie beilsam ist die Thrane nicht, Die er für mich geweinet. 5. Der Christen Vorbild lieget hier; Hier fangt er an sein Leiden, Ihm nachzufolgen, zeigt er mir Den Weg zu Himmelsfreuden. Ihr Christen fol get seiner Lehr, Ihr werdet Jesum finden. Der wahre Christ sucht seine Ehr': Im Streit und Überwinden. Bie trostreich ist uns Adamskindern Der Tag, der uns das Heil gebracht! Der aus verlassnen schwachen Sündern, zu Gottes Erben uns gemacht! Wir lagen in den schwersten Ketten, Und alter Sünden Sklaverei: Da kam der Heiland, uns zu retten, Und macht uns alle wieder frei. 2. Von Gottes reinstem Geist empfangen, Ge bahr die Jungfrau Gottes Sohn; Die Hirten kamen mit Verlangen, Verwundernd zu dem Krips penthron; Die Freude war durch Engelschaaren Auf allen Feldern fund gemacht; Und jeder Schäfer, der's erfahren, hat ihm ein Opfer hingebracht. Hoch über Palästinens Gränzen, da Finfterniß die Erde deckt, Hebt an ein neuer Stern zu glänzen, Der alles von dem Schlummer weckt; Dies neue Licht zieht drei der Weisen, Von dem entfernten Morgen her: Sie kommen, beten an, und preisen, Dich unsern höchsten Gott und Herrn! 1 83 4. Maria tómmt mit ihrem Kinde, An den geheiligten Altar, Und Jesus stellt sich für die Sünde Zum Opfer der Versöhnung dar. Was können wir dir Jesus geben? Du Mittler zwischen Gott und Welt? Nur eins; wir wollen uns bestreben Zu thun, was dir, o Herr gefällt. Ihr Christen! eilet her zur Krippen, Zum Frie densfürsten, singt mit mir, Und preiset ihn mit reinen Lippen; In unsrer Bildung liegt er hier. Er kam aus Lieb' zu uns hernieder, Der eingeborne Gottes Sohn: Er nimmt uns an als seine Brúder, rep. Er hebt die Menschheit auf den Thron. 2. Der, dessen Allmacht ohne Grånzen, Der schränkt sich hier in Windeln ein: Dem Millionen Sterne glänzen, Will arm und ganz verdunkelt seyn. Auf dessen lautes Wort: Es werde, Die ganze Welt dem Nichts entsteigt, Dem alle Him mel und die Erde rep. Gehorchen, der liegt hier und schweigt. 3. Es kam für unser Glück und Leben Hier an des ew'gen Vaters Sohn; Vor dem die Cherubinen beben, Der ruhet hier am Krippenthron. Als Mittler für uns hinzutreten, Zur göttlichen Gerechtigkeit, Zog er, uns alle zu erretten, rep. Die Schwachheit an, das Menschenkleid. 4. Du Reichester! liegst arm im Stalle Für uns zur Buß', erniedrigst dich; Du weinst für Sa lem, weinst für alle, Für Sünder, folglich auch für mich. Du weinst, mein Kind! sey mir gegrüßet, O göttlich) beßter Menschenfreund! Die Thräne sen mir aufgeküsset, rep. Sie ist auch für mein Heil geweint. 5. Bedenke meiner Sünden Menge, Verzeih' joie schwere Missethat aöttlich Kind! hilf im et u er Der bet D Au G D S f Gedränge, Den, der dich of beleidigt hat. Gebent! was du im Stall gelitten, Und dieses nur aus Lieb für mich. Sind Kinder leichter zu erbitten, rep. So bitt' ich hier, erbarme dich! 6. Gieb mir ein Herz, daß sich vor allen, In Liebe, Neu und Buße übt, Ein Herz nach deinem Wohlgefallen, Das dich allein, nur dich stets liebt. Nur deine Liebe triumphire, Daß Sanftmuth, Keuschheit und Geduld: Mein Herz die wahre Tu gend ziere, rep. Und ich verdiene deine Huld. Gott in der Höh' sey Ehre! So singen Engels Chóre Dem neugebornen Jesu- Kind; Und Friede müsse werden Den Menschen hier auf Erden, Die eines guten Willens sind. 2. Wir beten an und loben, Dich unsern Gott bort oben, Und preisen deine Herrlichkeit; Wir danken deiner Güte, Mit kindlichem Gemüthe, Du unzertheilte Wesenheit. 3. Dir Vater, Himmelskönig; Ist alles unter: thànig, Du sißest auf dem Allmachtsthron. Du Jesus bist gekommen, Hast Fleisch hier angenom men, Du Gottes eingeborner Sohn! 4. Von dir, dem Gotteslamme, Ward an des Kreuzesstamme Die Schuld der Welt hinweggethan Zu deines Vaters Rechten, Sey gnädig deiner Knechten, Nimm unsre Bitte gnådig an. 5. Du bist allein der Große, In deines Vaters Schooße, Der Heil'ge mit dem heil'gen Geift; Den mit den zwei Personen Auf unzertheilten Thronen Der Cherub ewig heilig preißt. Hirten hört mit frohen Ohren, Was des Him mels Seraph singt; Jauchzt! heut ist ein Kind geboren, Daß das Heil euch wiederbringt. 2. Bethlehem von Juda Schaaren, Nicht das Haupt, doch ehrenvoll, Du zeugst uns den Wun derbaren, Der die Welt beherrschen soll. 3. Ehre Gott auf Erden; Frieden, Ja ibn bringt das Himmelskind, Sen den Sterblichen be schieden, Welche guten Willens sind. 4. Er, den keine Zunge nennet, Liegt in unfrer Bildung hier, Göttlich Kind! mein Wesen brennet, Mein Entzücken stammelt dir. Gottes Sohn erniedrigt sich, Arm in Kälte wun. derlich; O! wie liebreich liegt er hier, Meine Ehre furcht steht vor dir. 2. Er ruft Hirten- Herzen schon, Die anbeten Gottes Sohn, Liebe den, nur uns zu gut, Giebt sich dar mit Fleisch und Blut. 3. Christen! schall't eure Lieder, Kommt ver: eint, Schwestern! Brüder! Bringt dem süßen Jefukind Eure Herzen nur geschwind. 4. Maria! Joseph! beide Steh'n mit Ehrfurcht zur Seite Bei der Krippe, ihrem Kind Dreifach einig heilig sind. Dies ist der Eag, von Gott gemacht, Ich will mich herzlich freuen; Auch mich hat heur der Herr bedacht, Ich will ihm Lieder weihen. Das Heil, das aus der Jungfrau Schoos, Heut allen Adamskindern sproß, Ist auch für mich geboren; Vor seiner Krippe sink ich dann, Und bete meinen Hei land an, In Wonne ganz verloren. 2. In meiner Bildung liegt er hier, Den keine Namen nennen; O Gott! o Kind! gelang' es mir, Die Gutthat ganz zu kennen. Du steigest von dem Thron herab, Den dir, mit sich, dein Bate gab, Um hier für mich zu leiden. Du wähltest, mir zu D S núßen beut, Für Überfluß die Dürffigkeit, Den Stall für Himmelsfreuden. 3. Du weinst, mein Jesu! sey gegrüßt, gnadenreiche Zähre! Sen mir mit Ehrfurcht aufgeküßt, O Tropfen aus dem Meere, Das einstens blutig strómen soll, Für mich und aller Sünder Wohl; Sen auch für mich geweinet. Erwärme kalter Christen Herz, Das ihres Heilands ersten Schmerz, Nicht zu empfinden scheinet. Gedanke voller Majestät, Du bist es, der das Herz erhöht; Gedanke voller Seligkeit, Du bist es, der das Herz erfreut. 2. Wenn ich dies Wunder fassen will, So sieht mein Geist voll Ehrfurcht still, Er betet an, und er ermißt, Daß Gottes Lieb' unendlich ist. 3. Du unser Heil und höchstes Gut! Vereinest dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. 4. Jauchzt, Himmel! die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der beiligsten Geburt; Und Erde, die ihn heute sieht, Sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied. Schon bei dem Eintritt in das Leben, 3ft er von Dürftigkeit umgeben: Ein dunkler Stall sein erster Aufenthalt, Sein Bett von Stroh, und doch die Nachht so kalt. 2. Die Mutter drückt mit süßen Sorgen, Ibn an die Brust; die Nacht wird Morgen. Es leucy tet aus des Knaben Angesicht, Den Kommenden ein überirdisch Licht. 3. Die Hirten nähern sich und schauen, DasWunder mit ehrfurchtsvoll'm Grauen; Der Knabe lädjelt,! vertrauet mir, Denn nur um euern Willen bin ich bier. Damit ich sollte selig werden, Kömmst du, o Got tes Sohn! auf Erden, Wirst Mensch, aus Fleisch und Blut; wie ich; O Jesukind! wie liebst du mich. 2. Wenn ich mich halt an deine Lehre, Dich durdy getreue Nachfolg ehre, So wirst du auch mein Hei land seyn, Und ich werd' Gott- Mensch! ewig dein. Lobsingt! lobsinget Gottes Sohn! Der, welcher vor dem Falle schon, Zum Heiland uns verheißen. ward, Wird nun im Fleisch uns offenbart; Er wird ein Mensch. 2. Welch Wunder seiner Huld und Macht! So hat Gott an uns gedacht; Er, der verlorne Heil und Freund, Der Eingeborne selbst erscheint, Und wird ein Mensch. 3. Gott kann vergeben, aber wer, Wer ist auch heiliger als er? Er will mit uns versöhnet seyn; Wer kann versöhnen? Gott allein. Sein Sohn wird Mensch. 4. Ach Menschen! Menschen! betet an, Und betet Jesum Christum an; Jhn, welcher eurer nie vera gißt, Weil er auch Mensch geworden ist; Fin Mensch, wie wir. 5. Und werdet heiliger durch ihn, Wie Gottes Sohn, der uns erschien, Daß wir auch, weil er uns sich schenkt, Uns ihm ergeben, und bedenkt: Er ward ein Mensch. Sohn! der uns verheißen war, Den die Jungfrau uns gebar, Sey geprießen deiner Welt, Welche deine Huld erhält. 2. Du entsprosseft nicht, wie wir, Gottes Geift felbst richtet dir, Deiner Menschheit Hútte zu; Wunderbar erscheinest du. Sie, 3. Keusch, voll Zucht und Tugend war, die Gottes Sohn gebar; Diese wählt aus Davids Haus, Gott zu Jesu Mutter aus. 4. Er erfüllt, was er verspricht; Långer säumt die Hülfe nicht. Freudig, wie zum Sieg ein Held, Eilt der Sohn in seine Welt. 5. Heiland! deinem Vater gleich, Führ' uns in dein Himmelreich; Rett' uns arme Sünder bald; Dein ist Weisheit und Gewalt. 6. O wie herrlich glänzte nicht, Dort um Bethe lebem dein Licht! Wen erleuchtetst du nicht gern, Ebenbild und Glanz des Herrn? 7. Ach, du hast uns, Herr! so lieb; So erleucht' uns denn, und gieb Jedem Kraft, daß er dir treu, Gläubig und auch heilig sey. 8. Fröhlich rühme, wer ein Christ, Wer vom Lod erstanden ist, Den, der groß von Rath und That, Uns vom Tod erlöset hat. 9. Lob sey, du kommst herab, Lob dem Bater, der dich gab, Lob dem Geiste; dankt und singt, Daß er uns zu Jesu bringt. Gott hat's erfüllt, Gott hat's erfüllt; Der Sohn, fein Glanz und Ebenbild, Der Menschen hochge lobter Freund, Sein eingeborner Sohn erscheint; Lobinget Gott. rep. 2. Er, der Verheiß'ne, der bei Gott, Von Ewigfeit war, Gott bei Gott; Er wird ein Mensch, erniedrigt sich, O sündenvolle Welt! für dich. Lobfinget Gott, rep. 3. Sein hoher Rathschluß ist vollbracht! Wie are it seiner Gnade Macht, Die unser Jubel preisen soll; Wie hoch ist sie, wie wundervoll! Lobsinget Gott. rep. Singet, Christen! Freudenlieder, Unserm Heiland, Gottes Sohn; Geister- Chöre! tónt sie wieder, Bringet sie vor Gottes Thron. Jungfrau! von Gott ausere koren, Dürftig zwar, doch gnadenreich, Du hast uns das Heil geboren; Wer war dir, Maria! gleich? 2. Heiland, Freund der Menschenfinder! Keiner ist wie du bedacht, Auf das Wohl gefall'ner Sünder; Trost hast du der Welt gebracht. Mitgenosse ew'ger Freuden, Du erscheinst in Niedrigkeit, Und beginnst schon heut dein Leiden, Voller Gottergebenheit. 3. Froh erhebt sich mein Gemüthe; Gott! ich schau voll Dankbegier, In die Liefen deiner Güte, Und verliere mich in ihr; Súndern schenkest du das Leben, Groß ist deine Baterhuld! Uns zur Tugend zu erheben, Leitest du uns mit Geduld, 4. Ich verehre, Gott! voll Liebe, Deiner Gnade weisen Rath, Die aus eig'nem freien Triebe, Un frer sich erbarmet hat. Wir, wir lagen im Verderben, Ohne Trost und ohne Ruh; Sollen aber Freuden erben, Dieses sagt dein Wort uns zu. Die Engel singen ein Gesang, Sie lassen ihren süßen Klang, Zu Gottes höchsten Ehren, Die from men Hirten hören. Die Engel singen ein Gesang, Dem guten Hirt; Sie lassen ihren süßen Klang, Dem guten Hirt. 2. Uns groß zu sehen, wird er klein, Er will, damit wir glücklich seyn, Der Herr vor allen Din gen, Mit Noth und Armuth ringen; Uns groß zu sehen, wird er klein, Der gute Hirt. Er will, damit wir glücklich seyn, Der gute Hirt. 3. Es lobt und preißet dich das Meer, Dir dankt und singt das himmlich Heer, Die Erde, die da lebet, Und was in Lüften schwebet; Es lobt € und preißet dich das Meer, Den guten Hirt. Dir dankt und singt das himmlisch Heer, Dem guten Hirt. Wie liebt uns Gott so väterlich, Uns Sünder, uns Berlorne; Frohlockt! für uns erniedrigt sich, Sein Sohn, der Eingeborne. Er, der von Gott verheißen war, Den eine Jungfrau uns gebar, Besieget Tod und Hölle; Lob sey dir, o Jesu Christ! Daß du Mensch geworden bist; Behüt' uns vor der Hölle. 2. Wie freudenreich ist diese Zeit! Lobfingt dem Herrn, ihr Frommen; Der Abglanz seiner Herrlichkeit, Der Heiland ist gekommen. Welch eine Huld, er kam herab, Daß er ein Knecht uns bis ins Grab, Für uns gehorsam würde; Schuldlos litt und trug der Sohn, Was uns die Gesetze droh'n, Und unsre Strafen Bürde. 3. Gesegnet wird mit Gnad' und Heil, Wer nur auf Jesum bauet; Der Himmel selbst wird dessen Theil, der gläubig ihm vertrauet. Durch Christum fegnet Gott uns neu, Denn er ward Mensch, uns wohl zu thun, Und unser Heil zu gründen; O der wundervollen Huld! Denn er starb für unfre Schuld, Für aller Menschen Sünden. 4. Ihn preiße seine Christenheit, Für solche große Güte, Sie fleh' ihn, daß er allezeit, Vor Sünden uns behüte; Er wende von uns jeden Wahn, Der unfre Seele blenden kann, Damit er uns nicht schade; Dies, Erbarmer! bitten wir, Vater, Sohn und Geist zu dir: Erhalt' uns deine Gnade. Du bist o Bethlehem die Stadt Vor allen andern Städten, Die Gottes Sohn erwählet hat, Aus tir ans Licht zu treten: Denn als er sich ins Fleisch gehüllt, und zur Geburt die Zeit erfüllt, Ist er an deinen Thoren, Im Stall zur Welt geboren. 2. Ein Stern, der aus den Wolken bricht Uns seinen Glanz verbreitet, Der um die Schönheit, Schein und Licht, Selbst mit der Sonne streitet, Verkündigt im sprachlosen Ton, Es habe Gottes, einziger Sohn, Das Fleisch an sich genommen, Und scy zur Welt gekommen. 3. Nachdem die Weisen diesen Stern Zu Bethe lebem erblicket, Sind sie von Freuden in dem Herrn, Erfüllet und entzücket. Sie fallen nieder auf die Knie, Gold, Weihrauch, Myrthen opfern sie Dem Kind, dem sie ihr Leben, Ihr ganzes Herz ergeben. 4. Sie legen Gold zum Opfer hin, Als König ihn zu ehren. Als einen wahren Gott soll ibn Die Weihrauchsgab erklären. Die Myrthe zeigt die Sterblichkeit, Die unser Gott ins Fleisch gekleidt, hat wollen an sich nehmen und sich zum Tod bequemen. 5. Lob sen dir Herr, der du dich heut, Den Heiden wolltest zeigen. Sich, wie wir deiner Herrlichkeit Anbethend tief uns neigen! Dem Vater und dem heil'gen Geist, Sey gleiches Lob von uns geleist, Jetzt und durch alle Zeit, In alle Ewigkeit. Auf auf, ihr Hirten auf dem Feld, Die ihr zu hüten seyd bestellt, Verlasset eure Heerden. Auf auf, wenn schon ist dunkle Nacht, Verlaffet eure Schäfers Wacht, Groß Glück soll euch wohl wers den, Kommt Hirten nicht verweitt, Mit mir zuni Krippchen eilt, Nach Bethlehem, nach Bethlehem, Mit mir zur Krippe eilt. Damit der Sünder Gnad erhält, Erniedrigt sich der Herr der Welt, Und nimmt an unfrer Mensch): heit Theil, Zu unserm Glück, zu unserm Heil. et it be er fre ain V der bet D fic & d 2. Auf, freue dich du Christenheit, Auf auf, auf rühmt es weit und breit, Daß dein Erlöser Jesu Christ, Für uns herabgekommen ist. 3. Er kommt in niedriger Gestalt, Kommt nich mit menschlicher Gewalt, Will arm, gering und niedrig seyn, Und groß wird doch sein Name seyn. 4..Lobsingt! lobsingt! wie herrlich ist, Die Treue Gottes, nie vergißt, Der Herr sein Wort, Das rühmt das preißt, Der Herr erfüllt, was er verheißt. Es kam die gnadenvolle Nacht, Die uns den hellsten Tag gebracht; Wie freute sich die Engelschaar, Da Jesus Christ geboren war! Froh jubelnd, beteren sie an, Da sie den Trost der Völker sah'n, Und jauchzend sang ihr strahlend Heer: ,, Gott in der Höhe, Gott sey Ehr." 2. Und Friede, Freude, Seligkeit, Herrsch' auf der Erde weit und breit! Geboren ist, und mensche fich weint, Der Engel Herr, der Sünder Freund! Aus goldnen Wolken sangen so, Die Boten Got tes, himmlisch froh! Und himmlisch froh, und hoch entzückt, Hat sie die Hirtenschaar erblickt. 3. Die hocherfreuten Hirten geh'n, In Windeln Gottes Sohn zu seh'n: Erblicken in der Krippe ihn, Und sinken auf die Kniee hin; Und jeder der dort Jesum sab, War froh und sprach: der Herr ist da! Es kommt sein gnadenvolles Reich; Welch' Kind ist diesem Kinde gleich! 4. O wie viel Trost und Gnade gab, Mit ihm Bott in die Welt berab! wie uns unser Vater liebt! Daß er den liebsten Sohn uns giebt! Ja: Gottes Lieb ist unumschränkt! Ein Gott, der seinen Sohn uns schenkt, Schenkt alles uns, was beilfam ist; Schenkt alles uns, durch Jesum Chrift. Deut eut hat Far Jesus gnadenreich zu nähern ange b fangen, Heut ist sein heilsam Licht auch euch, Ibr u Heiden! aufgegangen, Dies sey der Welt ein Freun entag, Die Nacht die auf den Völkern lag, Hat 1: Jesus heut durchbrochen.. n seiner ut 2. So prúfe dann, Volk Gottes dich! Vor seinem fichte; Beharre unveränderlich In Wahyett Lichte, Was helfen Opfer des Gebets Zum wahren Gott, wenn du noch stets Der Welt und Sünde fröhnest? 3/ 20hilft es, daß du Gott erkennst, Und feind heil'gen Willen? Wenn du das Thun und Wien trennst, Zu tråg, ihn zu erfüllen? Wenn du oft treu gelobst und brichst; Zwar christlich glabst, und christlich sprichst; Doch immer beid nich lebest. 4. Ach! prüfe dich, Gott nimmt sein Licht, We mans nicht schäßt, zurücke: Steh auf vont Schlif, damit er nicht, Sein Wort auch dir entrücke! Gott! hör nicht uns zu segnen auf, Und förd're deiner Lehre Lauf Noch zu den fernsten Heiden. 3um Tempel Gottes eingeweiht, Trägt sie den Herrn der Herrlichkeit, In ihrem unbefleckten Schoos, O wunderbares Gnadenloos. 2. Sie hat das Kind, der Welt gebracht, Das Gabriel vorher gesagt, Das schon Johannes früh erkannt, Che er des Lebens Licht empfand. 3. Sein Lager ist ein wenig Heu, Die Krivpe wählt er ohne Scheu, Und der dem Vogel Nahrung schenkt, Wird selbst als Kind mit Mild) getránft. 4. Hoch freuet sich der Engel Ebor, Gott preisenc, schwingt er sich empor, Den Hirten, Schöpfer der Natur, Erkennt den Hirten auf der Flur. et be er fre de be O Pr DE Am neuen Jahrstage. In Demuth werfen wir uns nieder Vor dir, o Gott! mit Dankbarkeit, Du schenkst ein neues Jahr uns wieder, Und giebst, was unser Herz erfreut; Gesunde Luft, den Thau, den Regen, Gut Wetter, Brod und deinen Segen, Der von dem Vaterher zen stammt. Heut wollen wir ein Opfer bringen, Dir jenes hohe Danklied singen, Das einen David einst entflammt. 2. Ja Bater, jeder gute Morgen in St. schenk von deiner Hand, Du übernimmst all unsre Sorgen, Du sorgst fürs ganze Vaterland! Bei Müh und Fleiß hast du beschieden Das täglich Brod, den süßen Frieden, Ein gut Gewerb der Bürgerschaar; Dies macht das Handwerk, fröhlich fingen, Dir, Schöpfer, will ich Ehre bringen, Die Werkstatt sey mein Dankaltar. 3. Auch ihr, ihr guten Ackersleute, Sing thm ein Lied, dem Jesu Kind. Es läßt verkünden Fried' und Freude, Die eines guten Willens sind. Die Bruderliebe sey bei allen, Damit wir immer Bott gefallen; Die Liebe lenkt zum Frieden ein. Geht, wie die Engel fromme Hirten Zur Liebe hin, zur Krippe führten, Die ersten dort bei Gott zu pyn. 4. Herr! gieb uns Eifer, Lieb' zur Tugnd, Zur christlichen Gerechtigkeit, Gieß' in die Herzen zarter Jugend Furcht Gottes, wahre Frömmigkeit, Laß sie im Guten unterrichten, Daß jedes seine Standespflichten Erfülle, gute Früchte bringt. Und gieb ihm Kraft und neues Leben, Den du zum Hirten uns gegeben, Deß' Opfer durch die Wolken dringt. 5. Regiere, Herr, den Landesfürsten Mit deiner weisen Vaterhand, Laß nach Gerechtigkeit ihn dur 95 sten, Nach Wohlfahrt für das Vaterland; Gieb seinem Rath, den Obrigkeiten, Die Kraft, die Tu gend zu verbreiten, und bring' uns den Gehorsam bei. Laß uns in deinem Lichte wandeln, Und immer menschenfreundlich handeln, Daß jedermann vergnüget sey. 6. Dies woll' uns deine Güte schenken, Du bist der Vater der uns liebt, Der alles kann zum Besten lenken, Der alles uns zum Nußen giebt; Gieb auch dies Jahr uns dein Gedeihen, Laß deinen Ackersmann sich freuen, Laß alle Menschen glücklich seyn. So bitten wir in Jesu Namen, Dich, Vater! heute allzusammen, Und alle Engel stimmen ein. Am Tage der Erscheinung des Herrn, oder der heid. drei Könige. Singet preiset Gott mit Freuden; Seht, die Güte unsers Herrn, Sendet für die blinden Heiden Einen hellen Wunderstern, Diesen sahen die drei Weisen, Sie bemerkten seinen Lauf; Lasset sprachen sie uns reisen, Jakob's Stern, der gehet auf. 2. An der Stadt der Bethlemiten Findet sich der Stern jetzt ein, Wirft auf ein' der schlechsten Hütten Seinen strahlenreichen Schein. Wie? ein Stall? Ihr zweifelt wieder, Wie? ein Kind, ein Völkerhaupt? Ja kommt her, und werft euch nieder hier vor Gott im Kinde glaubt. 3. Da sie ihm den Weihrauch streuten, Schon wars Herz von Lieb entzund't; Myrthen, Gold und Kostbarkeiten, Opfern sie dem lieben Kind; Den, der kam sein Volk zu retten, Beten sie mit Ehrfurcht an. Lernet, Christen! Gott anbeten, Wie die Weisen hier gethan. - da 91 Ve We un M Ii d 4. Auch von uns will Gott als Gaben, Herzen voll der Reu und Schmerz, Herzen voll der Liebe haben, Ihm gefällt ein reines Herz; Wisset, daß wir Christi Glieder, Und wir Tempel Gottes sind. Gläubig werft vor Gott euch nieder, Tief anbetend vor dem Kind.. Auf den heiligen Namen Jesu. Jesus! wer an dich gedenket, Fühlet süße Freud' und Lust. Doch, wem du dich selbst geschenket, D was fühlet seine Brust! Zärtlichers kann man nichts singen, Lieblichers hört man nichts klingen; Richts giebt einen süßern Ton, Als: ,, Herr Jesus, Gottes Sohn." 2. Der die Missethat verfluchet, Diesen hörst du Jesus gern; Jeder, der dich brünstig suchet, Find't an dir den besten Herrn. Jesus, süße Herzens wonne! Unfrer Seelen helle Sonne! Quell des Le bens, aus dir fließt Freude, die unendlich ist. 3. Keine Zunge kann's erklären, Keine Schrif bringt uns es bei, Nur Erfahrung kann es lehren Jesum lieben, was das sey. Suchen will ich Jesun täglich, Aller Orten, wo nur möglich, Brünsti fuchen will ich ihn, Durch das Leben immerhin. 4. Jesus, großer Himmelskönig; Edler Siege in dem Streit! Was man sagt, ist viel zu weni Gegen deine Lieblichkeit. Herr! zerstreu' die Fin sternisse, Mache, daß es jeder wisse, Daß du sey das wahre Licht, Bleib in uns, verlaß uns nicht. 5. Wenn du unser Herz bewohnest, Strab in ihm der Wahrheit Glanz; Wenn du in der Herzen thronest, Flammet es von Liebe ganz. Jesu unsre süße Liebe! Unsre Lust! welch süße Trieb Füllen deine Brust nicht an, Stärker als ma fagen kann. 6. Dies bewährt sein schmerzlich Sterben, Sein für uns vergoß'nes Blut; Denn so sind wir Him melserben. Sieh was Jesu Liebe thut; Menschen! lernt doc) Jesum kennen, Sucht ihn, und ihr wer det brennen, Von der Liebe, die erfreut, lind uns führt zur Seligkeit. 7. Der so zärtlich euch geliebet, Dem versagt die Liebe nicht; Wer sich nicht im Lieben übet, Der verlegzet seine Pflicht. Jesus, Quelle wahrer Freu den! Die sich über uns verbreiten, Aus dir strómet Süßigkeit, Herzliche Zufriedenheit. 8. Folgen will ich dir beständig, Herr, der du mein Führer bist! Nichts macht mich von dir abe wendig, Weil mein Herz dir eigen ist. Jesus, Zierd' der Engel Chóre! Süß bist du, wenn ich dich höre, Süß bist du in meinem Mund, Süß in meines Herzens Grund. 9. Laß in mir die Liebe wallen, Mach mich dir im Lieben gleich. Laß dir, Jesus! einst gefallen, Mich zu nehmen in dein Reich. Sagen kann ich dir zur Ehre Nichts, was deiner würdig wäre, Doch die Liebe macht mich dreist; Sie ist's die mich reden heißt. 10. Jesus, göttlich süße Blume, Reinster Jungfrau schönster Sohn! Von dem ganzen Christens thume, Sey gelobt im höchsten Thron. Komm, o König! zu uns allen, Die wir findlich zu dir lallen: Leit uns durch dein Gnadenlicht, Zeig uns bald dein Angesicht. 11. Herr, du bist mein ganz Verlangen, Jesus! ach wann fommst du doch? Wann wird dich mein Herz umfangen, Ach wie lang verweilst du noch? daß allzeit, wo ich gehe, Jesus mir zur Seite stehe! Finden ihn, ist Herzensfreud; Haben ihn, Bufriedenheit. G 12. Herrsch in unseren Gemüther, Jesus, Gott! wir flehen dich; Du versöhnst uns Sünder wieder, Mit dem Vater väterlich). O Erbarmer! laß ge schehen, Daß wir in dem Himmel sehen, Nach dem Dunkeln dieser Zeit, Dich in deiner Herrlichkeit. Am Feste der Reinigung Marta. Zion, öffne deine Pforte! Öffne sie dem ew'gen Worte, Christus geht zum Tempel ein. Der das Opfer für die Sünden, Die uns arme Menschen binden, Und der Priester selbst will seyn. 2. Weichet, Bilder und Figuren, Ihr der Wahrheit leere Spuren! Weich't, die Wahrheit läßt sich seh'n. Was ihr långstens vorgebildet, Was im Schatten ihr enthieltet, Wird nun in Erfüllung geh'n. 3. Nicht mehr wird man nun vergießen, Kål berblut, nicht mehr wird fließen, Lämmerblut, auf dem Altar. Um des Vaters Zorn zu stillen, Giebt sich selbst aus freiem Willen, Gottes Sohn zum Opfer dar. 4. Seht, die Jungfrau, tief gebucket, Tråat auf ihrem Arm' entzücket Gott, den sie geboren hat. Fest gegründet in dem Glauben, Bringt sie ein Paar junge Tauben, Wie man dort aus Armuth that. 5. Gott, der hier ins Fleisch gehüllet, Hat mit seiner Gnad' erfüllet, Jedes Alter und Geschlecht. Was sie glauben, ist erschienen, Was sie hofften, zeigt sich ihnen: D'rum frohlocken sie mit Recht. 6. Gott! bei allen diesen Zeugen, Opfert dir ein tiefes Schweigen, Deines Sohnes Mutter auf. Was ihr der Prophet entdecket, Hålt sie in der Brust verstecket, Durch den ganzen Lebenslauf. Fastenlieder. Gott! vor deinem Angesichte Liegt die arme Büßter schaar, Sie bekennt mit Reu und Schmerzen bre Sünden am Altar. Dein Gebot hab' ich) verachtet, Diente nur der Lust der Welt. Ach! ich habe Gett verlassen, Und den Weg des Heils verfehlt. 2. Unsern allerliebsten Vater, Unsern Vater, der uns liebt, Dort am Celberg den Erlöſer, Diesen hab' ich oft betrübt. Gott! du kennst mich großen Sünder, Ich erkenne meine Schuld; Nicht mehr werth dein Kind zu heißen, Trägst du doch mit mir Geduld. 3. Aus der Größe der Versöhnung, Aus den Geißeln und der Kron Seh' ich meiner Bosheit Größe; Für mich stirbt ein Gottes Sohn. Jesus sah die Sündenmenge, Sah die Pein, den Tod, das Grab: Todesangst beugt ihn zur Erde, Als er wog die Schulden ab. 4. Der uns kleidet und ernähret, Dem, der uns das Leben gab, Spricht man bei dem Blutgerichte, Sein unschuldig Leben ab. Als er an dem Kreuz gehangen Unter Hohn im größten Schmerz, Griff ein Kriegsmann nach der Lanze, Und durchy bohrt' sein mildes Herz. 5. Da er unsre Schuld getragen, Unsre Krank heit nahm auf sich, Spricht er: Büßer, sey getrostet, Meine Wunden heilen dich. O mein Heiland! liebster Jesu! Viel hast du für mich gethan, Wärme unsre falten Herzen, Zund' in uns Zünd' in uns die Liebe an. 6. Voller Wunden, voll der Schmerzen, Tras gest du das Kreuz für mich. Groß ist deine Lieb, o Jesu! Nun, was that denn ich für dich?- Dir aus Liebe nachzufolgen, Nehm' ich's Kreuz mit 6 2 Freuden an, Und ich will mir oft gedenken: Meister, du hast mehr gethan-! 7. Mutter Jesu! sieh' am Sohne, Was er für mich Sünder litt, Daß ich meine Sünd' beweine, Theil auch mir die Schmerzen mit. Mit der Liebe Magdalenens, Mit ihr will ich Buße thun: Ja bei meines Jesu Füßen, Soll mein Geist auf ewig ruh'n. Mein Gott! mein Trost und Zuversicht! Du liebst, und siehst auf nich; Mein Herz, entzünd't von deinem Licht, Verlangt und sucht nur dich. Du kamst aus deines Vaters Schooß, Die Liebe fandte dichy; Wer ist, wie du, im Lieben groß? Du stirbst am Kreuz für mich. 2. Um Delberg sabst du Schmach) und Schmerz Bis zu dem Langenfrid); Ich liebe dich: so spricht dein Herz, Und ich, wie lieb' ich dich?- Hast du ein Kreuz mir zugeschickt, So liebst, so prüfft du mich; Bist du mit mir, bin ich beglückt, Ich trag's aus Lieb für dich. 3. Mich feuet meine Missethat, Von Herzen ichám ich mich), Die dich ans Kreuz geheftet hat; Verzeib' ich bitte dich, Gedenk nicht mehr der Sün denschuld, Daß ich von dir abwich, Und schenk mir wieder deine Huld, Dies, Jesu bitt' ich dich. 4. Ich lebe unter deiner Hut, Was du willst will auch ich; Du giebst mir, was mir núßt und gut, Und sorgest stets für michy; Und wenn einst kommt der Tobtenschmerz, Laß mich) Erbarmniß fel'n, und durch dein liebverwund'tes Herz Zu dir in Himmel geh'n. Im Staub vor deinem Angesichte, O Gott! erscheint die Büßerschaar; Sie liegt vor deinem Strafges ridhte, Mit Trauern hier vor dem Altar, Herr! TOT mir zittern die Gebeine, Es deckt die Stirn ein falter Schweiß; Und meine Thräne, die ich weine, Fließt langsam und von Liebe heiß. 2. Im Geist der Demuth will ich's wagen, In dem zerknirschten Büßergeist, Mich einen Sünder zu verkiagen Vor dir, der du schon alles weißt. Ich war bisher in Christenpflichten Co lau und kalt, und tugendleer; Ich schäme mich, du wirst mich richten, Wie fürcht' ich dein Gericht, o Herr! 3. Mit Reu' bekenn' ich und mit Schmerzen, Daß ich die Liebe ganz verkehrt: Ich liebte aus verdorb'nem Herzen, Nur, was die Sinnlichkeiten nährt. Doch Vater! du wirst dich erbarmen; Sich' gnädig her von deinem Thron; Wir werfen uns in deine Armen, Und flehn, wie der verlorne Sohn. 4. Gerçchter Gott! vor dem ich bebe, O geb' mit mir nicht ins Gericht! Dein Wort heißt ja: so wahr ich lebe, Ich will den Tod des Sünders nicht; Ich laß den Sünder nicht verderben, Der vor mir wahre Buße thut; Die Lieb erkaufte meine Erben, Am Kreuze theuer durch mein Blut. 5. Erbarmender! nun heb' ich wieder, Mein kummervolles Haupt zurück: Und Trost durchstro met meine Glieder In deinemn milden Gnadenblick. Zum Leben, Herr! und nicht zum Todten, Erhebe beiner Allmacht Hand; Laß meine Hoffnung nicht erröthen, Wasdy mich und bessre meinen Stand. 6. Du wirst dich deines Volks erbarmen, Da, wo dein Aug' nur Bosheit find't; Wo die gerechte Each der Armen Wird unterdrückt, und Laster find. Ein Volk mit Langmuth zu ertragen, Das deiner Gute ganz vergißt, Zeugt uns heut noch in unsern Tagen, Wie groß, Herr! Dein Erbarmen ist. 7. Daß du dein Blut am Kreuz vergesſen, Find meine Sünden Schuld daran: Dein Blut 102 ist für mein Heil geflossen; Ich aber fieng auf's neue an, Mit Sündigen die derben Schmerzen, Er neuernd dich zu kreuzigen; Der Lanzenstoß gieng dir zu Herzen; Wie werd ich im Gericht besteh'n. 8. Herr! meine off'nen Lippen preisen Dein Recht, wie die Barmherzigkeit, Du giebst dem Thoren, wie dem Weisen, Zur Buß gezählte Stund' und Zeit. Du hau'st den Wald um, alle Bäume, Das Alt' und Junge fällt dahin. Und ich ger brechliches Geschirr vom Leime, Weiß, daß ich noch leb' und bin. 9. Erhalte deiner Hoheit Zeichen, Die heilige Religion: Laß Kirch' und Staat ihr Wohl errei chen; Das bitten wir durch deinen Sohn, Durch Jesum der am Kreuz gestorben, Der uns die wahre Buße lehrt, Der Mittler der uns Huld erworben, Und einst das Himmelreich gewährt. 10. Lob, Ruhm, und Dank, und Preis und Ehre, Sey Gott auf seinem höchsten Thron. vreisen ewig Erd' und Meere, Den Vater und den lieben Sohn. Den Geist der Gnaden und der Stärke, In gleicher Macht und Herrlichkeit. O Gott! nimm gnädig unsre Werke, In dieser Bußund Fastenzeit. Christenherzen kommt betrachtet, Sehet den Er löser an! Er wird, wie ein Lamm, geschlachtet, Denft was er für uns aethan: Seine Lieb' ist ausgeflossen Uebers menschliche Geschlecht, hat sich wie ein Meer ergossen; Denn sein Blut macht uns gerecht. 2. Der uns allezeit geliebet, nimmt der Menschen Schuld auf sich; Wird am Delberg sehr betrübet, eidet Qual für mich und dich. Er will unfre Sünden büßen, Er will sie mit uns bereu'n Er wirft zu des Vaters Füßen, Sich, und bistec um Verzeih'n. 3. Göttlich, schreckenvoll erscheinet Die Gered tigkeit vor ihm; Der Versöhner bethet, weinet, Und er ruft mit lauter Stimm: Vater dieser Kelch vergehe, Sieh! hier liegt dein lieber Sobn; Doch nicht mein, dein Will' geschehe, Auf dem höch sten Gottestbron. 4. Geißel, Dörner, Angst und Beben, Kreuz und Pein und Todesschmerz, Alles sieht er vor ihm schweben, Wie die Sünd' durchbohrt sein Herz, Vor dem strengen Strafgerichte, Floß die Thräne brennend heiß; Vom erbleichten Angesichte Rinnet Blut und Todesschweiß. 5. Kinder, o in Furcht und Zittern Wirket euer Heil anjeßt; Euch soll eure Sünd' erschüttern, Spricht er, ich hab' Blut geschwitzt. Seht mein Herz im Meer der Schmerzen, Nur für euch im Tod gekrönt, Ist die Liebe eurer Herzen, Auch nur mir, nur mir geschenkt. Wer leidet da am Kreuz erhöh't, Die Todesangst, die Qualen? Erniedrigt sich die Majestät, Die Eundenschuld zu zahlen? Mit Dörnern seh' ich ihn gekrönt, Vom Vater ganz verlassen: Wer ist, der Gottes Sohn verhöhnt, Wer heißt ihn so erblassen? 2. Ich kann den Bau der Sonne nicht, Jbr Wesen nicht ergründen; Nur ihre Wärme und ihr Licht, Das kann ich blos empfinden; Und wenn die Sonne sich beklagt, Und trauert und erröthet, Wie schreckts mich dann, wann diese sagt: ,, Ein Gottmensch wird getödtet. 3. Jm todterbleichten Angesicht, Muß ich den Meister seben, Wo jede Nerve Jammer fericht Die Wunden offen stehen. Wenn sich die Bruſt geſpannt erhebt, Im Schmerz zerriner Sennen, Wodurch der ganze Leib erbebt, Wer kann die Schmerzen nennen? 4. Kaum ist der Athem dir erlaubt, Von Schmerz, den du gelitten, Doch du erhebst dein krankes Haupt, Für Feinde noch zu bitten; Nun forderst du, für deine Müh', Daß ich es auch so mache; Hier lehrst du mich Philosophie: Verzeih'n ist weise Nache. 5. Der Seele die Unsterblichkeit, Und ew'gen Lohn zu geben, Gab deine Lieb' und Freundlichkeif, Dein Blut hin und dein Leben; Du hiengst drei Stunden ausgestreckt, Mit Eisen wund geschla gen: Wenn dies der Christen Herz nicht schreckt, Muß ich's den Felsen sagen. 6. Dein Geist sey forschend noch so kühn, Den Nathschluß zu ergründen, Du schwindelst, Gott läßt über ihn, Kein' andre Hoheit finden. Der Glaub' zeigt dir den Kreuzesthron, Der Heid weis ihn zu nennen: Der ist wahrhaftig Gottes Sohn," Und den will ich bekennen. 7. Unschuld'ges Lamm, o Gottes Sohn! Für mich wirst du geschlachtet; Die Strenge der Gerecy tigkeit, hab' ich sie so betrachtet? Mein Jesus finkt im Tode hin, Wie nehm' ich es zu Herzen? Ich weiß, daß ich der Mörder bin, Soll mich nicht dieses schmerzen? 8. Groß ist die Liebe, groß die That, Für mich am Kreuze sterben, und mich hernach an Kindes statt, Auch setzen zu dem Erben. D Gott! vor dir gerecht zu steh'n, Im Glauben nie zu wanken, Lehr' mich durch den Gefreuzigten, In Worten und Gedanken. Las mich dir ein Opfer bringen, Unverschuldies Gotteslamm, Laß mich fromm dein Leiden singen, Das von mir die Sünde nahm. Jesus práce deine Schmerzen, Tief in meine Seele ein; Gieb, daß fie in meinem Herzen, Mir ein Trost in Leiden seyn. 2. In's Gericht für Menschen treten, Ceb' ich dich, mit Blut bedeckt, Zum erzúrnten Bater beten, An dem Qelberg bingestreckt. Jesus drücke deine Schmerzen,( wie oben.) 3. Dich zu fangen und zu binden, Nabet sich der Feinde Schaar, Und du giebst für unsre Cünden, Dich zum Opfer willig dar. Jesus drücke se. 4. Bei den Nichtern, die dich haffen, Errómet bein unschuld'ges Blut; Da die Deinen dich verlaf fen, Unter frecher Geißeln Wuth. Jesus brücke zc. 5. Unter lautem Spott und Hohne, Den dein eig'nes Volk dir spricht, Drückt man eine DornenKrone, In dein Haupt und Angesicht. Jesus. 6. Wundenvoll, erblaßt, entkräftet, Ech' ich wie ein Gottmensch stirbt, An dem Kreuzholz ange: beftet, Er uns Sündern Heil erwirbt. Jefus: 0. 7. Heiland! meine Missethaten, Haben dich ver kauft, gefront; Dich gegeißelt und verrathen, An dem Krouzholz dich verhöhnt. Ach! es reuet mich von Herzen; Laß, o Mittler! deine Pein, deinen Tod und deine Schmerzen, Nicht an uns verloren seyn. Weg vom Lerm', vom Tanz und Spiele, Blick, o Mensch, nach deinem Ziele! Sieh das Bild des Todes hier! Kreuz und Asche sagen dir: Was ge boren ist auf Erden, Muß zu Staub und Asche werden. 2. Wie sie ringen, sorgen, suchen, Das Gefundne dann verfluchen; Wie, vom Schein bethört, der Geist, Nastles baut und niederreißt. Was so mubſam firebt auf Erden, Muß zu Staub und Asche werden. 3. Sich' durch diese Tempelhallen, Mann und Greis und Jüngling wallen! Alles, was dein Auge fieht, Was in schöner Jugend blüht, Was da lebt und webt auf Erden, Muß zu Staub und Asche werden. 4. Staub sind Tausende, die kamen, Wer ge denkt noch ihrer Namen? Ach, ihr moderndes Ge bein, Deckt, uns warnend, längst ein Stein. Was geboren ist auf Erden, Muß zu Staub und Asche werden. 5. Aber Gott wird all' erwecken; Tod! nur Bose magst du schrecken; Wie das Korn ins Feld gesa't, Reich an Achren aufersteht; Werden wir uns wiedersehen; Glaube kann nicht untergehen. 6. Die dem Vater aller Seelen, Kindlich ihren Geist empfehlen, Die vom Fluch der Sünden rein, Sich dem Reiche Gottes weihn, Sollten die, wie Staub verwehen? Hoffnung kann nicht untergehen. 7. Menschenfreund! dein frommes Sehnen, Abzutrocknen alle Thränen; Was die Hand der Armuth füllt, Haß mit Wohlthun gern vergilt; Nechte Tugend wird bestehen; Liebe kann nicht un tergehen. 8. Dort das Kreuz auf dem Altare, hier die schwarz umhüllte Bahre. Und das Grau der Asche spricht: ,, Aller barrt das Weltgericht." Unser Reich ist nicht hienieden, Zugend nur giebt Sees lenfrieden. Bestreut mit Asche euer Haupt, Und büßt, die ihr an Jesus glaubt, Der euch das Heil erworben. Wenn Sünder in sich gehen, Und Gott um Gnade fleben, So will er sich erbarmen. 2. Die beilge Trauerzeit ist da, Der Tag des großen Opfers nah', Das Jesus einst vollbrachte! 107 Sein Blut floß uns zu retten; Damit wir Gnade hätten, Ward er an's Kreuz geschlagen. 3. In Asche und in Trauer lag, Das Christen Volk einst vierzig Tag', Mit Fasten und mit Thraz nen. Ja, Nächte lang durchwachte, Es betend, und bedachte, Sein Heil im Tempel Gottes. 4. Naht euch im Geist auf Golgatha, Wo man des Heilands. Opfer sah. Auf's Kreuz werft eure Blicke! Laßt Jesu Weh und Schmerzen, Erschüt tern cure Herzen, Laßt heiße Thränen fließen. 5. Floß, Herr! den Geist der Buß uns ein; Laßß nüchtern uns, und wachsam seyn, Und unser Fleisch bezáhmen. Erweiche unsre Herzen, lind laß durch Neu und Schmerzen, Bei Gott uns Gnade finden. Christen kommet und betrachtet, Wie da Jeſus ganz verachtet, Ausgestreckt am Kreuze hängt, Und sich seinem Vater schenkt. 2. Voller Schmerzen, voller Wunden, Ruft er in den letzten tunden: Gott verzeihe durch mein Blut, Meinen Feinden ihre Wuth. 3.! wer sollt' sich nicht befehren, Wenn er bört die schönen Lehren, Welche Jesus sterbend giebt, Teinem Volke, das er liebt. 4. Von dem Vater ganz verfaffen, Seh ich ihn am Kreuz erblassen, Um zu büßen meine Schuld, Die mir raubte Gottes Huld. 5. Jesus scheute keine Leiden: Und ich sollt' die Sund nicht meiden? Schande wäre dies für mich), Die mich drückte ewiglich. 6. Nein: so lang ich werde leben, Will ich im mer mich bestreben, Von der Sünde gänzlich rein, Heilig und gerecht zu fern. 7. O wie gern möcht' ich erfüllen, Jefu, deinen beil'gen Willen, Wenn mein Geist nur hätte Kraft, Auf der Erde Pilgerschaft. 100 108. 8. D'rum fleh' ich, o Gott! um Gnade, Die mir auf dem Lebenspfade, Immer unentbehrlich ist. Hor' mein Fleh'n, Herr Jesu Christ. 9. Ja: der Tod, den du gestorben, Und dadurch mir Gnad' erworben, Stärke stets zum Guten mich, Daß ich immer liebe dich. Jesus ruft dir, o Sünder mein, Mit ausgespanne ten Armen. Wer kann hier ohn' Empfindung sevn? Wer sollt' sich nicht erbarmen? Wein', ach wein' du guter Christ, Gedenk, daß das dein Heiland ist, Der da am Kreuze blutet. 2. Es litte Gottes Sohn so viel, Den Himmel uns zu erben: Und du, Mensch! glaubst das ew'ge Ziel, Ohn' Arbeit zu erwerben? Denk, ach! denk du frommer Christ, Wie schmal der Weg zum Him. mel ist. Wer siegen will, muß kämpfen. 3. D'rum hefte Sünder auf das Kreuz, Auf Jesum deine Blicke! Doch schau mit mehr Zerknirsd ung noch, Stets auf dich selbst zurücke. Wein', ach wein' du tråger Christ, Gedenk', daß es noch Zeit jetzt ist, Die Sünde abzubüßen. 4. Verleih' mir dann, o höchstes Gut, Verzeihung meiner Sünden, Laß durch des Heilands theures Blut, Mich Gnade bei dir finden. Gut ger Herr! ach gieb es mir, Nach deiner Lehr' und nur in dir, zu leben und zu sterben. Traurigkeit, e Herzenleid! Ist das dann nicht Auflagen? Gottes eingeborner Cohn, Wird an's Kreuz geschlagen. 2. Zerschmilz, o Herz! in bittern Schmerz, Lep 40 Mitleids Zähren rinnen; Jammre tiefgebeugte Seel! Jesus schied von hinnen. 3. Jm Tod neist er sein Haupt; ach wer, Wer tödtet ihn? Entsetzen! Meine Sünden sind's, die ihm, Qual und Lod versehen. 4. Sein Herz, ach! bricht, und brach es nicht Für mich? hat nicht sein Leben, und sein blut'ges Ende mir, Trost und Heil gegeben? 5. Bermenschter Gött, durch deinen Tod, Dein Blut und deine Wunden, Hab' ich Sünder nur allein, Gnad' bei Goft gefunden. Uch, sieb ihn dulden, bluten, sterden! O meine Seele! sag' ihm großen Dank; Sieh Gottes eige nen Sohn und Erben, Wie mächtig ihn die Mens schenliebe drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan, Der so, wie er, für Sünder sterben kann. 2. Was fühltest du in jenen Stunden, O Herr, in welchen du am Kreuze biengst! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden, Eh' du ins Heiligthum als Mittler giengst! Dies Blut ruft mir noch heut ermunternd zu, Daß du mich liebst, du großer Dulder, du! 3. Ja, mir zum Trost, und dir zur Ehre, Ge reicht dein harter Kampf, dein Kreuzestod; Beståe tigt ist nun deine Lehre, Ich baue fest darauf in jeder Notb. Unschuldig littest du, doch Preis und Ruhm, Ist auch im Kampf, der Unschuld Eigenthum. 4. Herr! dies dein Beispiel foll mich lehren, Der Unschuld und der Zugend mich zu weih'n; Gern will ich deine Stimme hören, Und dir, auch wenn ich leide, folasam seyn; Die Dankbarkeit verpflichtet mich dazu. Wer hat es mehr um mich verdient, als du? 5. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken? Du schliefft auch einst im Grab, o Menschenfreund! Mag Erde meinen Leib bedecken, Wenn einst des Todes dústre Nacht erscheint! Der Gott, der dir das Leben wieder gab, Ruft einst auch mich aus meinem dunkeln Grab. 110 Golgatha! Zu deinen Höhen, Erhebet dankend sich mein Herz; Ich will den Heil'gen Gottes sehen, In seines Opfertodes Schmerz; Ich will für seine Lieb' und Pein, Ihm meine ganze Seele weih'n. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, Im Tod als Gottes Sohn bewährt; Zwar leidet er den Tod der Knechte, Von Frevlern noch am Kreuz entehrt; Doch laut zeugt, Herr der Herrlichkeit, Dein Tod von deiner Göttlichkeit. 3. Froh feierst du die große Stunde, Da du zu deinem Vater gehst, Und noch zuvor aus Herzensgrunde, Für deine Feind' voll Großmuth flehst; Den sterbend segnest, der dich schalt, Der Wohl ( thun dir mit Haß vergalt. 4. Auf die, die trauernd um dich stehen, Theilst du der Freundschaft Segen aus, Sprichst glaubensvoll vom Wiedersehen, Im Himmel, in des Vaters Haus; Strömst hohen Muth und Trost und Nub, Den kummervollen Seelen zu. 5. Du siehst auf die vollbrachten Thaten, Als Aussaat für die Ewigkeit; Dankst Gott, durch den Dein Werk gerathen, Der gleich den Lohn dafür dir beut; Empfiehlst den Geist in seine Hand, Und gehst getrost ins Vaterland. Der am Kreuz ist meine Liebe, Der für mich ge storben ist. Weich' von mir des Eiteln Liebe, Alles, was nicht ewig ist! Was du giebst, ist nicht von TIT Gott, Und womit du lohnst, ist Lod. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu seyn, mich übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe; Frevler! was befremdet's dich, Daß ich Jesum Christum liebe? Er, er blutete für mich. Dürstend, bleich, zum Fluch ge macht, Hieng er in des Todes Nacht. Der am Kreuz ist meine Liebe, Den ich nie mit Fleiß betrübe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe; Sünde du bist mir verhaft; Weh mir, wenn ich den nicht liebe, Der für mich am Kreuz erblaßt. Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? Trat ich nicht sein Blut mit Hohn? Herr, bewahre mich von Sünden, Hilf die Welt mir überwinden. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe, Nicht Ge walt, noch Gold, noch Ruhm, Reißen mich von dieser Liebe; Engel nicht, kein Fürstenthum! Jesu Christe, ich bin dein! Lebend, sterbend bin ich dein, Gottes Lamm! du Sohn der Liebe! Ewig bist du meine Liebe. Das Stabat Mater, aus dem römischen Meßbuche. Bei dem Kreuz mit nassen Wangen, Wo ihr liebster Sohn gehangen, Stand sie trostlos und allein, Und in dem beklemmten Herzen, Drangen sich die Todesschmerzen, Gleich dem Dolche, blutend ein. 2. O wie kläglich, wie betrübet, Stand des Sohn's, der sie geliebet, Auserwählte Mutter da! Todesangst sinkt auf sie nieder, Da sie die zerris nen Glieder, Ihres liebsten Sohnes sah. 3. Wer soll bei so herben Peinen, nicht mit dieser Mutter weinen? Und wer fühlt nicht ihre Noth? Wer erwäget ohne Schauer, Der verwaisten Mutter Trauer, Über ihres Sohnes Tod? 4. Jefum fab fie fest gebunden, Und zerfleischt mit tausend Wunden, Für der Menschen Missethat; Sah den Sohn verschmäht, verlassen, Dürstend an dem Kreuz erblassen, Den sie einst gesäuget hat. 5. Gich, d Mutter! Quell der Liebe, Daß ich mich mit dir betrübe, Bring mir deine Schmerzen bei! Schmerzen, die die Lieb' entzünden, Die mich stets mit Lieb' verbinden, Daß ich ihm gefällig sey. 6. Drücke deines Sohnes Wunden, So wie dit fie selbst empfunden, Tief in meinem Herzen ein Daß ich weis, was er in Banden, Und am Kreuz hat ausgestanden; Laß mich fühlen jede Pein. 7. Laß mit dir mich wahrhaft flagen, Und ein herzlich Mitleid fragen, Jetzt, und bis zum Sterbes bett; Ich will mich zum Kreuze stellen, Deinem Jame mer zugesellen, Bis mein Geist von hinnen geht. 8. Jungfrau! der Jungfrauen Zierde, O! durch deine Mutter Würde, Bitt' ich, theil' mit mir den Schmerz; Daß ich meines Heilands Leiden, Seinen Tod und bitt'res Scheiden, Immer nehme tief zu Herz. 9. Ich will auch das Kreuz umfangen, Und mit seinen Wunden prangen, Aus getreuer Liebespflicht. Brennen diese Liebesflammen, Wird er einst mtid) nicht verdammen, Wenn die Mutter für mich spricht. 10. Dies sein Kreuz ist meine Stütze, Dies sein Blut kommt mir zu nüße, Jesus stirbt am Kreuz für mich; Er macht mich zum Himmelserben; Mute ter, wenn es kommt zum Sterben, Steh' mir bei, ich bitte dich. Von dem heiligen Kreuze. Seht, Christen! feht mit Rührung an, Des Über: winders blut'ge Fahn, Das Kreuz, woran der Hei land fiarb, Und Gnade uns bei Gott erwarb. 2. Dort an dem harten Kreuzesstamm, Wusch Christus uns vom Sündenschlamm; Aus seinem Here zen floß für mich: Blut, Wasser, durch den Lanzenstich. 3. Jetzt wurd' erfüllt, was David lehrt', Was er von Gottes Geist gehört; Von unserm Elend tief gerührt, Hat Christus an dem Holz regiert. 4. O heil'ger Baum! du trugst den Held, Den wahren Gott, den Preis der Welt; Dich preißt die ganze Christenheit, Die dir zum Dank dies Lied geweiht. 5. Du bist der große Blutaltar, An welchem Gott gestorben war; An dir ward unser Heil vollbracht, Die Höll' verlor ihr' Beut und Macht. 6. Kreuz! sey hoch gebenedeit, Du Hoffnung unsrer Christenheit! Den Frommen gieb Gerechtigkeit, Den Sündern schenk Barmherzigkeit. 7. Dich lobe, was im Himmel lebt, Dich preiße, was auf Erden schwebt; O heiligste Dreieinigkeit! Sen unser Lohn in Ewigkeit. Litaney vom Leiden Jesu Christi. Kyrie eleyson Christe eleyson. Heiligste Dreifal tigkeit, Erbarme dich unser, 2. Vater der Barmherzigkeit, erbarme dich unser. Sohn der die Welt erlöst, erbarme dich unser. Geist der die Bedrängten tröst, erbarme dich unſer. 3. Jesu, der du hast für uns dein Leben Zu der Marter dargegeben. Erbarme dich unser, gieb uns durch deine Peinen, Daß wir die Sünd beweinen. 4. Jesu, den der Geiz durch dieb'sche Thaten, Um ein kleines Geld verrathen. Erbarme dich 2c. 5. Jesu, den der Neid mit falschen Klagen Bei den Richtern angetragen. Erbarme dich ic. H 6. Jesu, Den die Geilheit hart verleßet, Und mit Geißeln ganz zerfeßzet. Erbarme dich sc. 174 7. Jesu, den die Hoffärt schändlich höhnte, Und das Haupt mit Dornen fronte. Erbarme dich zc. 8. Jesu, Den, ohne Hand mit anzuschlagen Trägheit hieß das Kreuzholz tragen. Erbarme dich sc. 9. Jesu, den der Zorn, da du entkräftet, Endlich gar ans Kreuz geheftet. Erbarme dich sc. 10. Jesu, Dem der Fraß, eh' du erbleichet, Gall und Effig dargereichet. Erbarme dich zc. 11. Jesu, Der du am Kreuze gestorben, Allen hast das Heil erworben. Erbarme dich zc. 12. Jesu! Du Lamm Gottes, dich erbarme, Schone unser, hör uns Arme, Erbarme dich, Gieb uns durch deine Peinen, Daß wir die Sünd beweinen. ( dreimal.) Triymphlieder am Palmsonntage. Singt dem König Freudenpsalmen, Kommet alle Volker her! Salem streu' ihm deine Palmen, Sich' dein König kommt daher. Dieser ist von Davids Stamme, Göttlich und von Ewigkeit. Der da kommt in seinem Namen, Dieser sen gebenedeit; Jesu, König, Göttlicher! Dir sey Glorie, Preis und Ehr'. 2. David sieht, im Geist entzücket, Den Messias schon von fern', Der die ganze Welt beglücket, Den Gesalbten, unsern Herrn. Tochter Sion, streu' ihm Palmen, Breite deine Kleider aus, Sing' ihm Freudenlieder, Psalmen, Heut beglücket er dein Haus; Jesu, König, Göttlicher! Dir sey Glorie, Preis und Ehr'. 3. Sieh Jerusalem, den König, Wie sanftmů: thig fommt er an! Völker seyd ihm unterthänig, Der hat allen wohlgethan; Den die Himmel tie fest ehren, Wenn das Chor der Engel singt. Freu' dich, banges Volk, im Herrn, Der jetzt deinen Frieden bringt: Jesu, König, Göttlicher! Dir sey Glorie, Preis und Ehr'. 4. Alle Himmel, Sterne, Sonnen: Preißet unsern König heut, Und ihr Völker aller Zonen Singt: Er sey gebenedeit; Hosanna in der Höhe, Ja ge prießen sen der Herr! O sein großes Lob geschehe Auf der Erde und im Meer', Jesu, König, Götte licher! Dir sey Glorie, Preis und Ehr'. 5. Du hast dir ein Lob bereitet Aus dem Mund der Säuglinge, Und dein großes Lob begleitet Heut auch der Unmundige; Singet, Kinder allzu sammen, Preißet seine Herrlichkeit! Alle Engel sprechen: Amen Mit der ganzen Ehristenheit; Jesu, König, Göttlicher, Dir sey Glorie, Preis und Ehr'. Bions Tochter, fromme Seele! Sich, dein König kommt heran. Sing' aus jubelvoller Kehle, Was dein Herz ersinnen kann; Sieh er kommt nur deinetwegen, Sing' frohlockend ihm entgegen: Hosanna Davids Sohn; Nimm den Zepter und den Thron. 2. Sonst schienst du der Gottheit Rache, Blitze warfst du rings umher; Nun führst du selbst unsre Sache Süßer und Sanftmüthiger! Tief gerühret vom Erbarmen Kommst du sanft uns zu umarmen. Hosanna Davids Sohn 2c.( wie oben.) 3. Bringt die Efelin das Füllen, So sprichst du, o Herr der Welt! Schnell erfüllt man deinen Willen; Schnell sind sie dir dargestellt; Kleider von den Jüngern schmücken Dieser Thiere rauhe Rücken. Hosanna Davids Sohn 2c. 4. Da bir so beliebt' zu reiten, Wird vor Freue den alles reg; Und viel tausend Menschen breiten H2 Ihre Kleider auf den Weg, Andre hauen Zweig' von Palmen, Alle singen Jubel- Psalmen, Hosanna Davids Sohn x. 726 5. Delbaumszweige, die man streuet, Schildern deine Gütigkeit, Palmen, die das Volk dir weihet, Zeigen deinen Sieg im Streit. Denn du wirst den Tod bezwingen, und die Holl' im Sieg ver schlingen. Hosanna Davids Sohn zc. 6. Jegt erblickst du Salems Mauern, Und dein Herz verliert die Ruh. O woher so tiefes Trauern, Sag' warum, Herr, weinest du? Weil die Stadt ihr Heil verkennet, Und in thr Verderben rennet. Hosanna Davids Sohn it. 7. D mit welchem Ehrgepränge Ziehst du endlich in die Stadt, O wie jauchz't des Volkes Menge, Das sich dir gewidmet hat, Alles tónt zu deinen Ehren, Jeder läßt die Wünsche hören: Hosanna Davids Sohn sc. 8. Freude bringst du den Hebråern, Nur die Priester grámen sich, Diese sammt den Pharisäern, Zür: nen heimlich über dich, Und man wird nach wenig Tagen Un ein Kreuz dich grausam schlagen. Hosanna Davide Sohn r. 9. Zich, o Herr! in unsre Seelen Heut mit deinen Gnaden ein, Denn du bist's, den wir er wählen, Unser König sollst du seyn. Unser Herz foll an dir hangen, Und mit Liebe dich umfangen. Hosanna Davids Sohn zc. Am Gründonnerstag. Heute ist des Herrn Tag, Das Fest von Gottes Liebe, Der Tag des neuen Bund's, den Gott mit uns gemacht: Die Flamme schwing sich hoch zum Dank, zur Gegenliebe! Der Herr hat an sein Volk an seine Huld gedacht. 2. Wie machtig ist der Herr, Wie groß ist keine Liebe! Er ruft den Sternen, seht: ste zittern schon ver ihm, Heut kommt er, wie ein Held, der schön: Herr der Liebe, Von Edom kommt er fanft mit feiner Hirtenstimm'. 3. Sieh, Tochter Sion, sich, dein Heiland, deine Liebe Kommt jetzt im langen Kleid, und wascht in dieser Nacht Den Jüngern ihre Füß', und lehrt die schöne Liebe, Die er zum Frieden uns vom Himmel hergebracht. 4. Erhaben spricht der Herr, der Schöne, voll der Liebe: Ihr nennt mich Meister, Herr! ihr habt auch recht daran; Denn ich bin es; nun wirkt durch Beispiel meiner Liebe Mit Demuth und Ge dult, so wie ich euch gethan. 5. Der Herr setzt sich zu Tisch, Sein Herz ist voll der Liebe, Nimmt Brod, und bricht's und dankt; Dies ist mein Leib, nehm't hin, Genießt mein Fleisch und Blut zum Denkmal meiner Liebe; Send Priester, so wie ich, der ich der Meister bin. 6. Desgleichen nahm er auch den Kelch in seine Hände, Dies ist mein Blut, spricht er, ihr trinkt das Leben hier; Der neue Bund fångt an, der alte hat ein Ende. Mein Tod wird blutend seyn, Steht auf, und folget mir. 7. Wie liebreich ist der Hirt, der nur für uns aus Liebe Dort an dem Golgatha sein Blut und Leben giebt. Die Kirche dankt ihm beut, beherzigt seine Liebe; Denn er hat seine Braut bis in den Tod geliebt. 8. Zieh mich zu dir, o Gott! du König aller Liebe! Versöhner an dem Kreuz, du wahres Got teslamm! Dein offnes Herz spricht da von Huld und nur von Liebe; Mein ganzes Herz verlanget dich, mein Bräutigam. 9. Heut ist der schönste Tag, das Fest von Gottes Liebe, Der Tag des neuen Bundes, den Gott mit uns gemacht; Mein Jesu, du bist es, mein Leben, meine Liebe, Der du zu meinem Heil aus Lieb' an mich gedacht. Steht auf, ihr Jünger! seht, es kommet der Verråther! Bewaffnet kommt die Schaar, wie zu dem Uebelthäter. So spricht der Mund des Heilands, daß ist des Jüngers Dank, Dem ich mein Fleisch gegeben, mein Blut erst kurzhin trank. 2. Seht! Judas küsset ihn mit ausgelass'nen Mienen, Weil ja sein böses Herz an Jesu will ge winnen; Freund, spricht er zum Verräther: was rum verräthst du mich? Und ahndungsvoll mit Liebe, neigt er zum Kusse sich. 3. Wen sucht ihr? sagt es mir! warum kommt ihr mit Waffen? Was findet ihr an mir noch heute zu bestrafen, Da ich, ihr Pharisder, sprach er zur Priesterschaar, Fast täglich in dem Tempel bei euch zugegen war? 4. Die Wahrheit ist euch oft zu eurem Ohr gebrungen: Mein Flügel decket, wie die Henne ihre Jungen; Allein verstockte Herzen, die seh'n und hören nicht; Sie sind voll Neid und giftig, wie eine Natterzücht. 5. Ihr Himmel! könnt ihr's seh'n, mein Hei land ist gebunden, Auf welchen Sion harr't, und endlich hat gefunden; Doch jetzt, der, dessen Hand die ganze Welt regieret, Wird, wie ein Lamm, un schuldig zur Schlachtbank hingeführet, 6. Der wird verhöhnt, verlacht, in's Angesicht geschlagen, Der mit uns Menschen hat so lang Ge duld getragen. Mein Jesus! meine Sünden sind Ursach deiner Schmach! Sieh! meine Thránen fließen, laß mir die Sünden nach. Am Sterbetage Jesu. Tief aus seinem Eingeweide bebt der Erde Grund empor, und im schwarzen Wolkenkleide Klagt der Himmelslichter Chor; Mit gesenktem schwerem Flügel, Schweben Engel hochbedrångt An dem Blute benetzten Hügel, Wo ein Gottmensch sterbend hängt. 2. Leider er so große Peinen Für der Elemente Wohl? Hängt er für der Engel einen todtenbleich und wundenvoll? Nein! o wenn in deinem Her zen Noch ein Funke Mitleids glimmt, Weck ihn, Mensch! denn seine Schmerzen Und sein Tod sind dir bestimmt. 3. Gestern fiel er in dem Garten Auf sein heilig Angesicht, Sah die Marter auf sich warten, Und auf dich ein Strafgericht; Tropfen Bluts die von ihm flossen, Zeugten, was er da empfand; Doch, er trank den Kelch entschlossen, Mensch, aus deines Richters Hand. 4. Heute noch von Henfersknechten, Kübn ver spottet und verhöhnt, Mit dem Moosrohr in der Rechten, Und mit Dörnern fredy gekrönt; Bund von Geißeln, schwer von Ketten, Daß er faum noch Menschen glich, Gucht' er doch nur dich zu retten, dacht' er dennoch nur an dich. 5. Ach! des Wegs, den er gegangen, Bis er diesen Platz betrat, Sieh, o Mensch! o fieb tha hangen, Siehe, wie sein Tod sich naht; Aber fühle, felbst im Sterben, Flebt er seinen Vater an, Dre Verzeihung zu erwerben; Fühle, was die Liebe fann. 6. Ja, mein Jesu! diese Liebe, Die mich noch im Tode sucht, Wecket meine Gegentriebe, Ja, mein Kaltsinn sey verflucht; Feurig will ich hin zum Kreuze, Nichts verhindert meinen Lauf; Küssen dort mit frommem Geiste, Jeden Tropfen Blutes auf. 7. Theures Blut, das für die Sünden, Armer Adamskinder fließt, Kann ich deinen Werth ergründen, Der sich auch auf mich ergießt? Nein, ich kann nur staunen, beben, Reuvoll schlagen an die Brust, Dann mein Aug' zum Himmel heben, Füb, len der Erlösung Lust. 8. Mann der Schmerzen, deine Leiden, Schweben künftig stets vor mir; Reißzen mich verbot'ne Freuden, Wend' ich gläubig mich zu dir. Ich versiegle mit dem Zeichen, Deines Kreuzes, meinen Sinn, Satans arge Liste weichen, Schwinden überwunden hin. 9. Hab' ich, Heiland! bis zum Ende, Meiner Pflicht getreu gelebt, Strecke deine Mittlersinde, Die der Nagel jetzt durchgråbt, Strecke sie nach meinem Geiste, Nimm dich des Erlösten an! Daß er dir dort singend leiste, Was er hier nur stame mein kann. Die letzten Worte Jesu. Die Erde bebt, die Sonne wich, Der Tod mit Faltem Schrecken stieg, Aus seiner dunkeln Pforte! Mild blickte Jesus durch die Nacht, Und sprach die legten Worte: 2. ,, Vergieb in deinem Weltgericht, Vergieb, ver gieb, sie wissen nicht, was sie an mir vollbringen. So bat er für die Schuldigen, Die an das Kreuz ibn hiengen. 3. Bergiß, mein Herz, die Missethat, Vergiß der Ungerechten Pfad, Die deinen Schmerz erneuen; Vergieb, vergieb, die Nach' ist süß, Doch größer ist Verzeihen. 4. Noch heute sollst du schuldenrein, Mit mir im Paradiese seyn, Sprach er zum armen Sünder, Der zu ihm flehte bang und schwer: ,, Gedenke, Herr! der Sünder." 5. Komm, müder Dulder! komm zu mir: Sieh Herz und Hand steht offen dir, Kann ich dir Hülfe geben. Barmherzigkeit, du süße Pflicht! Dir weihe ich mein Leben. 6. ,, Sich, Mutter, Mutter! deinen Sohn," Sprach er mit liebevollem Ton, Du wirst ihm Mutter werden. Sohn! liebe sie, sie geht mit dir, Durch's Jammerthal auf Erden. 7. Gott! laß mich, eh' die Stunde winkt, Und meines Lebens Sonne sinkt; Treu für die Meinen sorgen. Wer sorgenfrei zur Ruhe geht, Dem lacht der neue Morgen. 8. ,, Mich dürstet." Heiland! du gabst mir, Licht, Heil und Wahrheit; Dank sey dir, Dem großen Lebensfürsten! Laß mich bis an mein kühles Grab, Nach Licht und Wahrheit dürsten. 9. Jhn höhnt der Frevler Schimpf und Spott, Laut ruft er aus: ,, Mein Gott, mein Gott, Wie hast du mich verlassen?" Er hebt sein blutend Haupt empor, Und Mund und Wang erblassen. 10. Wenn einst der böse Feind mir droht, Wenn mich in meiner letzten Noth, Des Todes Schrecken fassen, Erbarme dich, mein Gott, mein Gott! Du wollst mich nicht verlassen. 11. ,, Es ist vollbracht, es ist vollbracht." Die Welt verhüllet sich in Nacht. Der Herr kämpft mit dem Tode. Das Opfer bhängt, die Bosbeit iegt, Er neigt sein Haupt im Tode. 12. Wer für das Glück der Menschheit wacht, Der spricht im Lod: ,, Es ist vollbracht," Mit Ruhe und mit Glauben. Ihm kann kein Schmerz, kein Tod, kein Grab, Den Trost der Zukunft rauben. 13. Das Auge Jesus schließt sich zu, Umdämmert von der Todesruh! Er seufzt vor seinem Ende: ,, Gott! ich befehte meinen Geist, In deine Vaterhånde." 14. Wenn einst mein sterbend Auge bricht, Mein Gott, mein Gott! verlaß mich nicht: Erbarmer! im Gerichte, Verlaß mich nicht: und führe mich, Sanft durch die Nacht zum Lichte. Trauret ihr englischen Chöre und weinet, Weinet in unsern Trauergesang! Da selbst der Gott- Mensch gekreuzigt erscheinet, Tönet die Harfe den tiefesten Klang; Seraphin! rühret die r schlichen Herzen, Sagt es den Zonen und jeglichem Meer, Heute am Kreuze in beftigsten Schmerzen, Starb der Ers löser, der Welten ihr Herr. 2. Christen! des Ewigen heiligste Rechte, Fordern für Adams Sünd' strengeste Buß; Gottes Erbarmen fandt' diesem Geschlechte, Einen Versöhner zum friedlichen Kuß. Seht ihn hier liegen, ihr forschenden Geister, Sehet zur Heiligkeit Gottes hinan, Kusset den Menschenfreund; was für ein Meister, Hat wohl für fremde Schuld so viel gethan? 3. Sündige Seele! hier siehst du ihn hangen, Deinen Erlöser, an's Kreuz hingestreckt, Thränen, mit Blut vermischt, decken die Wangen, Sieh sei nen Echeidel mit Dornen bedeckt! Dürstend schmachtet, vom Vater verlassen, Neigt er geduldig fein todt frankes Haupt. Stolzes Jerusalem! sieh ihn erblassen; Sünder! du hast ihm das Leben geraubt. 4. Horet vom Gottes Versöhner die Klagen, Der bier im schlechtesten Winkel da liegt: ,, Du mein, Volk! hast mich an's Kreuz hingeschlagen; Hab' ich durch Wohlthun dir Leid zugefügt? Meine allmächtige Hand schlug die Heere, Deinen ergrimmten Feind stürzte sie hin; Ließ dich mit trockenem Fuße durd) Meere, Dich aus Egypten ins Vaterland zieh'n." 5. War in der Wolkensäul ich nicht zugegen? Gieng sie nicht wunderbar stets dir voran? Fiel dir nicht Manna zur Speise, wie Regen, Dich zu ver sorgen, so sag mir doch an! O warum führst du mich hin zu dem Heiden, Der nicht die Unschuld, nur Mór: der verschont? Ja, du hast undankbar, immer mit Leiden, Mich an der Säule mit Geißeln belohnt. 6. Mich, der lebendiges Wasser gegeben, Hast du mit Gall und mit Essig getränkt; Kreuzigt ihn! rufft du, nehmt ihm 78 Leben, Er sey mit eifernen Wunden gekränkt. 2, mein Volk! sollst du dich noch nicht erbarmen? Sich mein Herz blutend, sich ster bend mich an! Sieh die Hånd' ausgestreckt, dich zu umarmen; Jetzt gieb Antwort, es liegt dir daran. 7. Kreuz des Versöhners! vor dir will ich weinen, Vor dir beschäftiget heut sich der Christ; Du, der du schreckbar wirst einstens erscheinen, Sey mir jetzt büßend demüthig geküßt; Leidender Jesu! auf dich will ich bauen, Auf dein vergossenes theueres BlutLaß mich dein Kreuz dereinst selig anschauen, Denn du starbst büßenden Sündern zu gut. Mein trauervolles Lied, wie soll ich es beginnen? Die Thränen, die herab auf meine Harfe rinnen, Verstimmen meine Saiten, und ihren Silberklang. Mein Gott, nimm meine Thränen zu deinem Lobgesang. 2. Mein Jesus neigt das Haupt, verschied in höchsten Schmerzen, Ein Kriegsknecht mit dem Speer, der greift noch zu dem Herzen, Aus dem noch Blut und Wasser zur Überzeugung floß, Daß er den letzten Tropfen, Aus Lieb' für uns vergoß. 3. Er selbst aus Liebe hat des Vaters Schoos verlassen, Als ein Sühnopfer hier, am Kreuze zu erblassen. Wer ist so menschenfreundlich? Vernunft, Philosophie! Erflärt mir diese Liebe; doch ach! das könnt ihr nie. 4. Die Unschuld, Gottes Lamm, bångt zwischen Übelthäter; Für Sünder opfert er sein Blut, der Welteretter. Er war's der seine Kirche im größten Schmerz gebar, Auf das erkaufet werde, was sonst verloren war. 5. Mein Jesus nimmt mich auf, wenn meine Thránen fließen, Er neigt sein Haupt zu mir, mich liebend noch zu küssen. Sein Herz ist voll Erbarmen, sein Wort voll Zuversicht, Das auch dem größten Sünder sein Paradies verspricht. 6. Ich seh' dein blutend Haupt, vor deinem Bater neigen, Um dessen Heiligkeit die Ehrfurcht zu bezeigen. Du lehrst mich Gott anbeten, und ihm gehorsam seyn: Ich soll mich Gottes Willen, auch unter Dornen freu'n. 7. Du hast mich, Herr, dein Kind, Zur Selig feit erkoren, Noch mahnet mich dein Blut, daß ich nicht geh' verloren; Noch zeigst du miridie unden und deinen Todesschmerz; Noch rufst du voll der Liebe, mich in dein off'nes Herz. 8. Noch willst du ausgespannt, dein armes Kind umarmen, Und voll Barmherzigkeit, dich meiner auch erbarmen; Für diese Lieb', mein Jesu, von Herzen dank ich dir. O neig' bei meinem Ster ben, aud) einst dein Haupt zu mir. Osterlieder. Das Grab ist leer, der Held erwacht, Der Heiland ist erstanden: Da sieht man seiner Gottheit Macht, Sie macht den Tod zu Schanden; Ihm kann kein Siegel, Grab, noch Stein, Kein Felsen widersteh'n. Schließ ihn der Unglaub' selber ein, Er wird ihn siegreich seh'n. Alleluja! rep. 2. Seh't Christen, wie der Gottes Sohn, Der Holle Ueberwinder, Sich schwingt vom Kreuz zum höchsten Thron, Als Mittler für uns Sünder. Er drückt dem theuern Seelenkauf, Der Herr, der Wunder that, Der Urkund heut das Siegel auf, Wie er's versprochen hat. Alleluja! rep. 1 3. Heut' wird der Christen Glaub' gestützt Durch seiner Allmacht Werke, Und weil er zu der Rechten sitzt, Giebt er den Jüngern Stärke. Der Jünger sieht die Göttlichkeit Der Lehre und der Macht, Und geht mit Unerschrockenheit Zum Martertod und lacht. Alleluja! rep. 4. Der uns're Schuld zu tilgen kam, Den Kreu zestod zu leiden, Er, unser wahres Osterlamm, Ver spricht des Himmels Freuden. Er wünscht uns heute Fried' und Nuh' Mit Menschen und mit Gott: Und liebreich ruft er Sündern zu, zu hal ten sein Gebot. Alleluja! rep. 5. Tu auferstand'ner Menschenfreund! Stärk uns zum Tugendüben, Daß Christenherzen fiets vereint, Dich und den nächsten lieben. Laß Friede, Lieb und Einigkeit In deiner Kirche seh'n, Laß uns durch dich zur Himmelsfreud Einst glorreich aufere sich'n. Alleluja! rep. Freut euch! er ist erstanden Aus eigner Macht der Herr! Er legt die Höll' in Banden, Und gründet seine Lehr'. Ihn kann kein Grab umschließen, Nichts kann ihm widerstehen; Beschämt die Hin dernissen, und läßt sich glorreich seh'n. Alleluja. 2. Sein Glanz der bellen Sonne, Sein Licht ist Sternen gleich; Und sein Gemüth von Wonne, Von Seligkeiten reich: So kommt der heit're Mor gen Mit aller Frühlingspracht, Verscheuchet Tod und Sorgen Und Schrecken banger Nacht. Alleluja. 3. Die Jünger seh'n den Schimmer, Den Glanz der Herrlichkeit, Sind stark und zweifeln nimmer An seiner Göttlichkeit. Der Glaub' stärkt ihre Her zen; Mit unerschrock'nem Muth Geh'n sie in Tod und Schmerzen, Und opfern gern ihr Blut. Alleluja. 4. Der Friede, der auf Erden Uns selig machen kann, Soll herrschend bei uns werden, Das wünscht der Herr uns an; Singt frohe Dankeslieder Für das, was Christus that, Da er für seine Brüder Uns angenommen hat. Alleluja. 5. Kurz währet unser Leiden, Die Widerwårs tigkeit; Der Herr winkt uns zu Freuden Ins Reich der Seligkeit. Alsdann erschallen wieder, Dort mit dem Seraphim, Die Lob und Dankeslieder In der Gerechten Stimm. Alleluja. Vergeßt, ihr Sterbliche! die Sorgen, Der Held, der Herr erwacht. Und endet an dem Oftermors gen Des Todes finst're Nacht. Frohlockt ihr Christen allzusammen, Von Herzen freuet euch. Er öffnet, herrlich ist sein Ramen! Uns heut das Hime melreich. Alleluja. 2. Ich seh die Gnadensonne scheinen, Die nun so schön verjüngt, Die den Marien und den Sei nen Den Trost, den Frühling bringt. Dort lag der Held vom Vaterlande, Der wahre Tugendfreund Hier zeigt er glorreich jedem Stande Gebunden ihren Feind. Alleluja. 3. Hier wandelt durch die ganze Erde Des Schöpfers große Kraft, Durch die das große Wort: Es werde! Die Himmeln neu erschaft. Dort schlief bewacht von Seraphinen Der Menschenfreund. Er ist anheut aus eig'ner Macht erschienen Der Heis land Jesus Christ. Alleluja. 4. Dort sah er noch den Petrus weinen, Der um Vergebung bat; Jetzt zeigt er sich glorreich den Seinen, Wie er's versprochen hat; Dort führt er fiegreich Millionen Zum Lohn aus banger Kruft, Geschmückt mit feierlichen Kronen, Durch hohe Himmelsluft. Alleluja. 5. Des Himmelspforte stehet offen Der ganzen Christenheit, Getrost! wir können auf ihn hoffen, Er liebt Barmherzigkeit; Jetzt lehrt er uns mit Kreuz und Leiden Auf Dornenwegen geh'n, Auf daß auch wir zu Himmelsfreuden Mit ihm glor: reich ersteh'n. Alleluja. Der Heiland ist erstanden, Befreit von Todesbanden, Der als ein wahres Osterlamm Für uns den Tod zu leiden kam. Allelinja. 2. Nun ist der Mensch gerettet, Und Satan angekettet. Der Tod hat keinen Stachel mehr, Der Stein ist weg, das Grab ist leer. Allelnja. 3. Der Sieger führt die Schaaren, Die lang gefesselt waren, In seines Vaters Reich empor, Das Adam sich und mir verlor. Alleluja. 4. wie die Wunden prangen, Die er für mich empfangen! Wie schallt der Engel Sieg'sges fang Dem Stärken, der die Höll' bezwang. Alleluja. 5. Mein Glaube darf nicht wanken, O tröstlicher Gedanken! Ich werde durch sein Auferstehn Gleich ihm aus meinem Grabe geh'n. Alleluja. 6. Die Nacht, die mich dort decket, Bis mich der Engel wecket, Ist kurz; dann ruft mein Heis land mich Ins Reich, wo niemand stirbt, zu sich, Alleluja. 7. Meer der Seligkeiten! Ein Ort mir zu bereiten: Gieng mein Erlöser hin vor mir, Erstandener, ich folge dir. Alleluja. S. Ja durch ein neues Leben Will ich zur Höhe streben, Wo du mit deinem Vater thronst, Und jede gute That belohnst. Alleluja. 9. Dann werd ich im Gerichte Vor deinem An gesichte, Von deinem Blute glänzend steh'n, Und zu des Lammes Hochzeit geh'n. Alleluja. 10. Du, der du uns zum Leben Ein neues Recht gegeben, Wie du vom Tod erstanden bist; Laß uns ersteh'n Herr Jesus Christ! Alleluja. Laßt uns mit heil'ger Fröhlichkeit, Im weißen Unschuldskleid Das kostlichy Mahl des Lamms befin gen, Laßt uns nach Uebergang des Meers Und Untergang des bösen Heers Ein Lob und Dank: lied Christo bringen. 2. Wie groß ist seiner Liebe Macht, Die es dahin gebracht, Daß er mit seinem Blut uns tránket, Und seinen Leib für immerdar, Wie einmal auf dem Kreuzaltar, Uns zum Versöhnungsopfer schenket. 3. Der Würger geht das Haus vorbei, Und läßt es Schaden frei, Wo er das Blut des Lamms erblicket. Das stehend' Meer läßt trocknen Weg, Bei Feinden wird es wieder reg, Die es in seinem Schooß ersticket. 4. Geschlachtet an dem Kreuzesstamm Ist Chri stus unser Lamm, Nun ist er uns zur Osterfreude. Er istermalmet durch den Tod, Für uns ein un gesäuert Brod, Der reinen Seelen reinste Freude. 5. Opfer! kaum bist du vollbracht, So hat schon deine Macht, Siegreich das Höllenreich bes zwungen. Zerbrochen ist des Todes Pfeil, Erwor ben hast du uns das Heil, Den Himmel hast du uns er ungen. 6. Der Ueberwinder läßt nunmehr, Hoch über Satansheer, Die rothe Siegesfahne wehen. Nach aufgesperrtem Himmelreich Muß Satan, einem Sclaven gleich, An seinem Siegeswagen geben. 7. Sey Jesus uns're Osterlust, Mach' freudig unfre Brust, Mach uns zu deines Reiches Erben, Nun ist der Seelen Leben neu, Gieb, daß sie im. mer dir getreu, Niemals durch neue Sünden sterben, 8. Dir, Gottes Sohn! sey Herrlichkeit, Der du nady furzer Zeit, Bom Tod zum Leben dich erhoben. Gleichwie dich, Vater! und dich Geist! Der Cherub in dem Himmel preißt, So wünschen wir dich hier zu loben. Freu' dich du Himmels Königin! Freu' dich Maria! Schlag alles Leid aus deinem Sinn. Alleluja! Bitt' Gott für uns, Maria. 2. Heut hauchet uns die Himmelsluft, Freu' dich( wie oben), Den angenehmsten Rosenduft. Alleluja! Bitt' Gott( wie oben). 3. Dein Sohn, der sterbend unterlag, Freu' c. Lebt siegreich frei von aller Plag. Allel. c. 4. Durch sich ist er vom Tod erwacht, Freu' c. Da sieht man seiner Gottheit Macht. Allel. ic. 5. Den Lod besiegte er im Streit, Freu' c. D'rum ist er Gott der Herrlichkeit. Allel. c. I 6. Was vormals an ihm leidend war, Freu' 6. Veränderte sich wunderbar. Allel. 2. 7. Sein blut'ges Haupt und Angesicht, Freu' i. Glänzt jeßo, wie der Sonne Licht. Allel. c. 8. Sein Leib, den man nicht mehr erkennt, Freu' c. Ist herrlich, wie das Firmament. Allel. x. 9. Die Wunden seiner Hånd' und Füß' Freu'. Sind uns die reinsten Gnadengüß. Allel. 2c. 10. Sein göttlich's Blut, daß für uns floß, Freu'c. Ist Balsam, den er auf uns goß. Allel. xc. 11. Das Kreuz, der Speer, das Henkerzeug Freu' ic. Sind Kronen, Palmen Ehrenzweig'. Allel. c. 12. Sein Tod, der ist das Lösegeld, Freu' x. Womit erkauft die ganze Welt. Allel. sc. 13. So wusch) er uns vom Sündenwust, Freu' 2c. D'rum ist er uns're Osterlust. Allel. c. 14. Ehr' sey dem wahren Gotteslamm! Freu'c. Das unsre Sund zu tilgen kam. Allel. 2. 15. Heut schalle unser Siegsgefang, Freu' ca Dem Starken, der den Tod bezwang. Allel. c. 16. Sen hoch gelobt, Herr Jesus Christ, Freu' c. Der du vom Tod' erstanden bist. Allel. c. 17. Fren' dich du Himmels Königin, Freu' c. Du bist des Heils Gebårerin. Allel. c. 18. Du bist des Heils Gebärerin, Freu' x. Sey uns're Frau und Helferin. Allel. c. Heut, Christen, muß erschallen Lob, Ehr' und Dank von allen, Dem auferstand'nen Jesus Christ, Der gútig Blut und Leben Für uns hat dargegeben, Und glorreich auferstanden ist. Alleluja, Alleluja. 2. Wir beten an und loben Dich unsern Got dort oben, und preißen deine Herrlichkeit. danken deiner Güte mit kindlichem Gemüthe, Du unzertheilte Wesenheit. Alleluja, Alleluja. 3. Dir Vater, Himmels König! Ist alles un terthänig, Du sigest auf dem Allmachtsthron. Du Jesus bist gekommen, Hast Fleisch hier angenom men, Du Gottes eingeborner Sohn. Alleluja, Allel. 4. Von dir, dem Gotteslamme, Ward an des Kreuzesstamme, Die Schuld der Welt hinweggethan. Nun da du auferstanden, Befreit von Todesbans den, Nimm dich auch der Erlößten an. Alleluja. 5. Du bist allein der Große In deines Vaters Schooße, Der Heil'ge mit dem heilgen Geist, Den mit den zwei Personen Auf unzertheilten Thronen Der Cherub ewig heilig preißt. Alleluja, Alleluja. Es steigt vom höchsten Himmelsthron Der eingeborne Gottes Sohn, Daß er zum Heil und werde. Er ist's, der uns das Heil erwirbt, Da er ents kraft am Kreuze stirbt, Im Mittelpunkt der Erde. 2. Vor dir, du hoher Kreuzaltar, Erfchrickt der bösen Geister Schaar, Vor dir erbebt die Hölle. Du öffnest uns das Himmelsthor, Durch Jesu Tod schwingt sich empor Der Geist zur Freudenvölle, 3. Durch euch, ihr Nägel, trieft der Welt Das lang gewünschte Lösegeld Aus Jesu weiten Wunden. Daraus kommt ein so süßer Duft, Desgleichen hier in unsrer Luft, Die Sinne nicht empfunden. 4. Die Lanze ward mit Lówenwuth, von der verruchten Sünderbrut, Durch Jesu Herz gestoßen; Und so ist aus des Starken Brust Ein Brunn der honigsüßen Lust Und Speise Sergeflossen. 5. Aus deiner Brust, die offen ist, Fließt Milch und Wein, Herr Jesu Christ! Die uns zur Labung taugen. Gieb, Heiland! gieb, wir folgen dir, Daß wir mit herzlicher Begier, Stets diese Säfte saugen. 32 6. Sen uns in dieser Sterblichkeit Ein Trank und Speise jederzeit, Du Herr von allen Dingen!* Laß deine Waffen in dem Krieg, Den wir hier führen, und den Sieg Am End' zuwege bringen. Er lebt; o Freudenwort! er lebt, Der Heiland aller Sünder; Der Friede, Herr! erscheint und lebt, Von seinem Überwinden. Er stritt mit Hels denmuth, Und kämpfte bis auf's Blut, Und nun vom Tod erwacht, Herrscht er mit größer Macht Wer kann, wer kann mir schaden. Alleluja, Alle luja, Alleluja. 2. Er lebt; Gott hat ihn auferweckt; Gott wird auch mich erwecken: Was Sterbliche am meisten schreckt. Der Tod kann mich nicht schrecken; Mag diese Welt vergeh'n, Die Erd' in Staub verweh'n, Nie vergeht mein Geist, Der Gott durch Tugend preißt, Wie Jesus treu vollendet. Alleluja. 3. Er lebt; o Christen laßt uns heut, Froh lockend ihn erheben, Durch unsre ganze Lebenszeit, Ihm wohlgefällig leben. Wir sind sein Eigenthum, Erkauft zu seinem Ruhm; Sein wollen wir allein, Tod und lebendig seyn, Uns seiner ewig freu'n. Allel. Bringt, Christen, Preis dem Höchsten dar! Der Heiland, der getödtet war, Hebt siegreich nun sein Haupt empor, Geht lebend aus dem Grab hervor, Und stirbt nicht mehr. Alleluja. 2. Die Erde bebt, Die Wächter flieh'n, Erfreuet seh'n die Jünger ihn; Sie, die so zärtlich ihn bes weint, Erkennen wieder ihren Freund, Der sie noch liebt. Alleluja. 720 3. Er lebt, o Seele! auch für dich; Er lebt und berrschet ewiglich. So weit die ganze Schöpfung geht, Neicht seiner Würde Majestät; O beth' ihn Alleluja. an. 135 Er ist erstanden, Jesus Christ, Der unser Trost und Helfer ist. Er hat erfüllet, was er verbieß, Eh' er für uns sein Leben ließ. Alleluja, Allel. 2. Drei Tage sollen nicht vergeh'n, So werdet ihr mich lebend seh'n! Ich lebe, sprach er, und auch) ihr, Sollt leben, Gläubige, mit mir. Alleluja. 3. Er wird's erfüllen, Jesus Christ, Der selbst vom Tod' erstanden ist; Der Lazarus in's Leben rief, Als er im Staub' des Grabes schlief. Allel. 4. Herr! gieb, daß ich im Glauben treu, Une treu im frommen Wandel sey; Dann werd' ich mit dir aufersteh'n, Und dich in deinem Reiche seh'n. Alleluja. Triumph, Triumph, Triumph! Freut euch, er ist erstanden, Der Herr aus eigner Macht. Er macht den Tod zu schanden, Da seine Gottheit wacht. Freut euch, ihr Gottes Kinder! Der Herr erscheinet heut, Und giebt uns Fried und Seligkeit. Alleluja. 2. Triumph, Triumph, Triumph! Bewacht von Seraphinen, Schlief hier der wahre Christ; In traurigen Ruinen, Wie es die Vorhöll ist. Hier wandelt in der Erde, Des Schöpfers größte Kraft, Da sie den Himmel neu erschafft. Alleluja. Lobsingt dem Sohne, preißet ihn! Frohlockt ihm, ihr Erlösten! Alleluja. Er ist erstanden, er erschien, Den Jüngern, sie zu trösten; Alleluja. Hört, hört, wie er so liebreich. spricht: Ich bin es selbst, er schrecket nicht; mit euch sen Gottes Friede." rep. Alleluja, Alleluja. 2. Schau't ber und fühlt! ich bin es, ich! Ich Jesus, der ich lebe; Alleluja. Und zu des Vaters Nechten mich, Euch zu erhöh'n, erhebe; Alleluja. Ich sende meinen Geist zu euch, Der Wahrheit und der Tugend Reich, Durch euer Wort zu gründen, rev. Alleluja, Alleluja. 3. Das war es, was ich zu euch sprach: Ich will zum Vater gehen, Alleluja; Und ihn versöhe nen, und hernach, Sollt ihr mich wieder sehen; Alleluja. Denn also sagt die Schrift von mir: Ich müsse leiden, und dafür, Die Welt zum Erbe ha ben. rep. Alleluja, Alleluja. Gott, unser König, triumphirt, Da er der Hölle Siegel bricht, Da er die alten Våter führt, Aus ibrem Kerker an das Licht. 2. Der, dessen Grab ein Stein bewacht, Steigt triumphirend aus dem Grab; Die Wächter schrecket feine Macht, Und stürzt den Lod ins Grab hinab. Seele, dein Heiland ist frei von den Banden, Glorreich und herrlich, Von Todten erstanden; Freue dich, Seele! Die Hölle erbebt, Jesus, dein Heiland ist Sieger und lebt. Alleluja, Alleluja, Aleluja, Alleluja. 2. Freue dich, Seele! Der Höllen Macht lieget, Sünden und Satan, Und Lod find besieget; Der im Triumphe, Vom Grab sich erhebt, Jesus, dein Heiland ist Sieger und lebt. Alleluja. 3. Faffe dich, Seele! Sey tapfer im Streite, Jesus ist mit dir, Und kämpft dir zur Seite. Zage nicht, wenn auch, Der Tod dich umschwebt, Jesus, dein Heiland, ist Sieger and lebt. Alleluja. 4. Hast du dann standhaft, Mit Jesus gestritten, Hast du den Tod, wie, Dein Heiland gelitten; Frea: dich, daß Jesus, Vom Grab sich erhebt! Jefus, dein Heiland, ist Sieger und lebt. Allel. 5. Laß bich, o Seele! Bom Tode nicht schrecken, Jesus wird, wie er, Sich weckte, dich wecken: ● Freu' dich! bis Jesus, Vom Grabe dich hebt; Jejus, dein Heiland ist Sieger und lebt. Alleluja. Frohlockt ihr Christen! preißt und ehrt, Gott, eu res Mittlers Gott; Der Vater hat den Sohn er hort, Erhört in seiner Noth. Alleluja. 2. Die Mörder triumphirten schon, Wo ist des Sohnes Macht? Der Herr errettet seinen Sohn, Sein Rathschluß ist vollbracht. Alleluja. 3. Der Sohn befahl in seine Hand, Dem Vater seinen Geist, Er ward begraben, er erstand, Gott hält was er verheißt. Alleluja. 4. Dies rühme wer errettet ist, und werd' ihm Unterthan; Welt, die du nun sein Erbtheil bist, Lobsing' und beth' ihn an. Alleluja. 5. Die ganze Kirche rufet laut: Wer ist wie Gott so gut? Heil jedem, welcher Gott vertraut, Der solche Wunder thut. Alleluja. Sohn, erzeugt von Ewigkeit, Alleluja. O Gott, du König allezeit, Allel. Du hast durch deine Macht, Was ist, hervorgebracht, Du bist dem gleich am Wesen, Alleluja. 2. Du schufft, nachdem die Welt geschmückt, Allel. Den ersten Menschen höchst beglückt, Allel. Weil deiner Gottheit Bild, Sein Geist in sich enthielt, Von deinem Athem eingehauchet, Alleluja. 3. Du Heil des Menschen, den du schufft, Allel. Und nun zum neuen Leben rufft, Allel. Dem Fleisch nach dir verwandt, hat uns das engste Band Mit dir, o großer Gott verknüpfet, Ullel. 4. Vom Jungfrau Schooß gieng'st du hervor, Alleluja. Dies bestätigt der Engel Chor; Allel. Wir glauben feftiglich, daß einst auch wir durch dich, Vom Tode werden auferstehen, Alleluja. Lobfingt, ihr Volker, preist den Sohn, Bringt Ehr und Ruhm ihm her, Fallt nieder, kni't vor feinem Thron, Denn wer ist würdiger? Den aller Engel Lobgesang Noch eh' ihr war't, erhob; Dem jauchz't, Menschen, euer Dank Ein jubelrolles Lob, Alleluja, Alleluja, Alleluja, Alleluja. 2. Ihn soll der Sünder preisen, soll Frohlocken seine Macht, Die Stimme Jesu Christi scholl Vom Kreuz': Es ist vollbracht! Des Tempels Vorhang reißt entzwei; Sie schallt, die Erd' erbebt, Der Fels frürzt ein, auf ihr Geschrei Erwacht der Tod und lebt, Alleluja. 3. Die Stimme schallet durch die Welt Zu je der Nation, Und jeder Gößentempel fällt Und jeder Götterthron! Die Stimme Jesu geht mit Macht, Der Sünder hört und bebt, Er hört: Es sey sein Heil vollbracht, Er hört's, und glaubt und lebt, Alleluja. 4. Ein voller Strom der Wonne fließt Von deinem Throne, Herr! Lobsingt dem König, wür dia ist Des frobsten Lobes er; Ihm sey ihr ewig Lob geweiht, Erlöste, freuet euch! Von Ewigkeit zu Ewigkeit Währ't cures Königs Reich, Alleluja. Am Feste der Himmelfahrt Christ. Schwingt die Herzen in die Höhe, Freu' dich, liebe Christenheit! Mit verstärkter Freud' begebe Feste seiner Herrlichkeit. Sieh' den Heiland aller Sunder, Sich hier Jesum, Gottes Sohn; Er als: Held und Ueberwinder, Schwingt sich auf zum Himmelstbron. 2. Der mit Liebe und Verlangen, Als der längst verbeißne Held, Von dem Vater ausgegangen, Und gekommen auf die Welt; Dieser fährt zum Got testhrone, Zu des Vaters Rechten auf, Und erhält . die Macht zum Lohne Für den theuern Seelenkauf. 3. Jesus hat auf dieser Erde, Schon das größte Werk vollbracht, Er hat seine Seelenheerde, Gott recht angenehm gemacht; Dieser, der die Seinen kennet, Hat nunmehr die Schrift erfüllt, Die Ge rechtigkeit versöhnet; Gottes Zorn ist jetzt gestillt. Nun hat er die beste Sache Vor dem Nich ter ausgeführt, In der Hölle schäumt der Drache, Der die Macht und Sieg verliert. Danket Gott mit frohem Schalle! Er führt uns zum Himmel ein; Freut euch, Christen! preißt ihn alle, Ibr verlangt bei ihm zu seyn. 4. 5. Freu' dich, gläubiges Geschlechte! Lobe Gott und sey vergnügt! Jesus hat die großen Rechte Deines Heiles dir ersiegt. Danke Gott durchs ganze Leben, bleib- ihm treu bis in den Tod. Je sus wird den Lohn dir geben, Weil du hieltest sein Geboth. Heut, Christen! muß erschallen Lob Ehr und Dank von allen, Dem auferstand'nen Jesus Christ, Der zu den Himmelsfreuden, Den ew'gen Selig keiten Heut siegreich aufgefahren ist. Alleluja, Allel. 2. Wir beten an und loben. Siehe Seite 130. Deffnet cure Thore Fürsten öffnet sie Seht der Ehren König ist zum Einzug da, Wer ist dieser, dem das Reich gebührt, Er der Herr, der Starke, machtig im Gefecht. Alleluja, Alleluja. 2. Deffnet euch ihr Himmelspforten, thut euch auf, Seht der Ehren König ist zum Einzug da; Wer ist dieser König, dem das Reich gebührt: Er der Engelschaaren Herrscher, dieser ist's. Allet. Allel. 3. Völker! klatscht mit Händen, freut euc) ins gesammt, Frohe Lobgesänge jauchzet eurem Gott! Denn der Herr ist furchtbar, und der Höchste Er, der große König über alle Welt. Alleluja, Alleluja. 4. Unter lautem Jubel und Trompetenschall Fuhr hinauf zu seinem Reiche Gott der Herr, Singet unserm König, singet unserm Herrn: Gott ist aller König! weislich singet ihm: Alleluja, Allel. 5. Auf dem heil'gen Throne sein, sein ist der Thron, Sitzt er, Gott. Die Heiden huldigen ihm, dem Herrn; Mit des Abrams Volke freuen sich vereint Auch der Völker Fürsten unter einem Gott. Alleluja, Alleluja. Pfingstlieder. Komm heiliger Geist, o. dritte Person! Von einer Natur mit Vater und Sohn, Der du von seiner Sündenlast So manches Herz befreiet hast. Komm heiliger Geist, Du göttlicher Gast. 2. Komm heiliger Geist jetzt auf uns herab, So wie dich einst Gott den Gläubigen gab, Als ihre noch geringe Zahl, Versammelt im verschloß nen Saal, Sich sehnte nach dir, du göttlicher Strahl. 3. Komm heiliger Geist, du Lehrer der Welt, Die Wege des Heils sind niemals verfehlt, Wenn man sich ganz in Gott bekehrt, Die Kirche, die dein Einspruch lehrt, Mit kindlicher Treu' als Mutter. verehrt. 4. Komm beiliger Geist vom himmlischen Thron, Dir werde zugleich mit Bater und Sohn, In und zertheilter Besenheit, Von nun an bis in Ewigkeit, Anbetung und Dank und Jubel geweibt. Komm du! o Geist der Heiligkeit! Komm, mache unser Herz bereit: Erfülle es mit jener Kraft, Die jedes Ding aus Nichts erschaft. 2. O Geist, von welchem Tröstung fleußt, Die man der Seele Salbung heißt! O Gabe, so uns Gott gesandt; O Lebensbrunn, o Liebesbrand. 3. Du Finger Gottes rechter Hand, Vom Vater uns versprochnes Pfand, Du drückst uns sieben Gaben ein, Und machst, daß Stumme redend seyn. 4. Denn Sinnen sende deinen Schein, Den Herzen gieß die Liebe ein; Erseße das durch deine Kraft, Was noch an uns ist mangelhaft. 5. Erhalt' uns von dem Feinde frei, Gieb, daß der Friede standhaft sey: So meiden wir was schädlich ist, Wenn du nur unser Führer bist. 6. Verleih' daß uns das Glaubenslicht Und die Erkenntniß nie gebricht: Daß jeder ehret, lobet, preißt Den Vater, Sohn und heil'gen Geist. 7. Sen tausendmal gebenedent, Du heiligste Dreifaltigkeit! Dir sey von nun an allezeit, Lob, Ehre, Dank und Herrlichkeit. Komm Schöpfer, Komm, o heil'ger Geist, Besuchy' das Herz, das dich hier preißt, Füll' unfre Seele mit der Gnad', Die Jesus uns verheißen hat. 2. Du bist, du wirst mit Recht genannt Ein Tröster im betrübten Stand. Du bist die Lieb und Lebensquell, Dein Licht macht unsre Herzen hell. 3. Du bist des Vaters Unterpfand! Der Finger seiner rechten Hand! Theil uns wie den Aposteln mit, Die Gaben, dies ist uns're Bitt. 4. Den Sinnen sende deinen Schein, Den Hers zen gieß die Liebe ein. Ertheil den Leibern deine Kraft, Die ihnen Muth und Stärke schafft. 5. Von unsern Gränzen treib' den Feind, Er halt im Frieden uns vereint. Sen unser Führer geh' voran, Und führe uns die Zugendbahn. 6. Lehr' uns in einer Wesenheit Erkennen die Dreifaltigkeit; Fest glauben, was die Kirche lehrt Und was der Heiland uns erklärt. 7. Lob sey dem Vater und dem Sohn, Dem heil'gen Geist auf seinem Thron. Anbetung, Ehre, Preiß und Ruhm Von uns, vom ganzen Christenthum. heil'ger Geist! komm aus den Höhen, komm du, zu dem hinauf wir sehen; Send' einen Strahl von deinem Licht, Mit unverwandtem Angesicht. 2. Komm, o du Vater deiner Armen! O laß dich über uns erbarmen; Komm du, der heil'gen Gaben Quell! Dein Licht mach' unsre Herzen hell. 3. Nichts ist der Mensch für seine Stárke, Nichts und des Menschen beste Werke, Wenn ihn dein Athem nicht belebt, Wenn sie nicht deine Gnad' erhebt. 4. Die Tugend müssen wir verbreiten, Daß wir nach einem sel'gen Scheiden, In uns, wie dein Gesetz gebeut, Gelangen zu der Seligkeit. Geist der Wahrheit, Geist der Liebe, Den der. Herr den Jüngern gab, Lautre jeden unsrer Triebe, Geist der Liebe, rep. Geist der Wahrheit, komm zu uns berab. 2. Geist der Liebe, Geist der Wahrheit, Nebel hüllt des Menschen Pfad, Führ' ihn du zur Son nenklarheit; Geist der Wahrheit, rep. Geist der Liebe, sey uns Licht und Nath. 3. Unsers Herzens Tugendquelle, Trüben Ein nenlust und Schmerz, Leidenschaft treibt Well auf Welle; O! erhelle, o! erhelle, Geist der Lieb' und Wahrheit, unser Herz. 4. Laß in Sturm und Ungewittern, Uns nicht zagen, guter Geist, Auch alsdann laß uns nicht zittern, Wenn den bittern, rep. Kelch dein Frie densbot' uns leeren heißt. Geist des Vaters, komm hernieder, Sen nicht fern, Geist des Herrn, Segne Jesu Brüder; Er hat nie sein Wort gebrochen, und er hat seinen Rath, Seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, Fern von dir, suchen wir, Unser Heil vergebens. Giebst du uns nicht Licht und Stärke, So gebricht, Kraft und Licht, Uns zum schwersten Werke. 3. Herr! wir fallen dir zu Füßen, Ein's ist Noth, für den Tod; Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Gräuel der Sünde, Daß das Herz, Angst und Schmerz, Reu und Scham empfinde. 4. Sen in Schwachheit unsre Stütze, Steh und bei, mach' uns treu, In der Drangsal Hiße; Hilf, wenn Gott nach kurzem Leiden, Unsern Geist kome men heißt, Hin zu deinen Freuden. Am Feste der allerheil. Dreifaltigkeit. Wir beten drei Personen In einer Gottheit an, Die in dem Himmel thronen, Der alles unterthan, Im Wesen unzertrennet, Un Majestät sich gleich, Dreieinigkeit genennet, Ein Gott! an Güte reich. Alleluja. 2. Ogroßer Gott! ich preiße Dein' unum schränkte Macht, Die wunderbarer Weise Die Welt hervorgebracht. Mit dankbarem Gemüthe, Mit füßem Freudenruf, Erheb' ich deine Güte, Die mich aus nichts erschuf. Alleluja. 3. Gott Vater! dem Erbarmen Und Liebe eigen sind, Sieh' nieder auf mich Armen, Mich dein begnadigt' Kind; Du hast mich angenommen, Ver schmäh' mein Bitten nicht. O laß zu dir mich) kommen, Und schau'n dein Angesicht. Alleluja. 4. Sohn Gottes, den die Liebe Zur Welt vom Himmel zog, Und durch die stärksten Triebe, Fur's Menschenheil bewog, Den bittern Tod zu leiden! Hilf durch dein theures Blut Mir neue Schulden meiden, Sprich für die alten gut. Alleluja. 5. Geist Gottes! o entzünde Mit Liebe meine Brust, Gieb Abscheu vor der Sünde, Zur Tugend gieb mir Lust, Daß ich von ihr nicht weiche, Bis ich nach dieser Zeit, Von dir geführt erreiche Das Erb' der Seligkeit. Alleluja. 6. Herr Gott! gieb uns den Frieden, Den Niemand geben kann, Es bete dich hienieden Die Kirche ruhig an. Wend' ab die Kriegsgefahren, Zerbrich des Feindes Schwert, Halt', um uns zu Alleluja. bewahren, Uns deines Schußzes werth. 7. Ach Herr! in unsern Tagen Behüt' uns väterlich, Pest, Krankheit, andre Plagen Wend' ab, wir bitten dich; Hör' gnädig unser Bitten, Gieb uns das täglich Brod, Treib ab von unsern Hüte ten, Mord, Brand und Hungersnoth. Alleluja. 8. Gieb uns zur letzten Speise Am End das Himmelbrod, Begleit uns auf der Reise Zum Himmel nach dem Tod; Zu loben deinen Namen, Führ uns zur Engelschaar, Wer dies begehrt, sprechy Amen; Dies alles werde wahr. Alleluja. Frohnleichnamslieder. Heut, Christen! muß erschallen, Lob, Ehr' und Dank von allen, Jesu, dem besten Seelenhirt, Der in den Brodsgestalten, Wahrhaftig ist enthal Und seiner Schaafe Speise wird. Alleluja. 2. Wir beten an und loben 2c. Siehe Seite 130. ten, Erfreut euch, liebe Seelen! Ein Wunder ist ge scheh'n, Von Engeln zu erzählen, Im Geiste nur zu seh'n. In Wein und Brodsgestalten, Ist Jeſu Fleisch und Blut, Auf dem Altar enthalten, Das größte Seelengut. Alleluja. 2. Verdeckt ist hier zu finden, Das wahre Gottes lamm, Das aller Menschen Sünden, Getilgt am Kreuzesstamm. Es ist der Seelen Speise, Wie uns der Glaube lehrt, Ernährt uns auf der Reise, Und bleibt doch unversehrt. Alleluja. 3. Wenn wir das Leben schließen, Und dieses Engelbrod, Mit frommer Luft genießen: Dann darf der bittre Tod, Uns Christen nicht erschrecken; Es ist ein Unterpfand, Daß Gott den Leib wird wecken, Ins himmlisch' Vaterland. Alleluja. 4. Herr Jesu! deiner Liebe, Sen Ehre, Lob und Dank; Du hast aus ihrem Triebe, Zur Speis und auch zum Trank, Dein Fleisch und Blut gegeben, In Brodsgestalt verhüllt, Das unser inn'res Leben, Mit Gnadenkraft erfüllt. Alleluja. 5. Entzünd' in uns Verlangen, Nach diesenz Sakrament, Herr! laß es uns empfangen, Wenn Seel' und Leib sich trennt: Daß wir im Frieden fahren, Von allen Sünden rein, zu deinen EngelSchaaren, Und ewig bei dir seyn. Alleluja. 6. Erbarme dich der Sünder: Denn deine Lieb' ist groß. Sieh, Vater! deine Kinder, Nimm sie in deinen Schoos; Du bist bei uns zugegen, Be glücke jeden Stand, Gieb allen deinen Segen, Uns, und dem Vaterland. Christen! singt mit frohem Herzen, Preißet Gott das höchste Gut, Das Geheimniß seiner Liebe, Seinen wahren Leib und Blut, Diesen Leib, der angeheftet An dem Kreuze für uns starb, Dieses Blut, das dort geflossen Und der Welt das Heil erwarb. 2. Uns gegeben, uns zum Heile Trat der Friedensfürst herein, Aus Maria, einer Jungfrau, Wollt' er uns geboren seyn. Seine Wunder gaben Zeugniß Von der Göttlichkeit der Lehr', Und das größte Liebeswunder Gieng vor seinem Tode her. 3. Als er einst mit seinen Jüngern Bei dem Abendmahle saß, Und allda die vom Gesetze Vorgeschrieb'nen Speisen aß, Macht er eine Liebesstiftung, Da das Mahl geendigt war, Und gab selbst, eh' dann er litte, Ihnen sich zur Speise dar. 4. Nahm in seine heil gen Hände, Segnete und brach das Brod, Und durch seiner Allmacht Worte Ist es wahrer Leib und Gott. Dann reicht er den Kelch des Heiles Und fein heilig Blut darin, Zum Gedächtniß seines Leidens, Seinen lieben Jüngern hin. 5. Christen, betet dies Geheimniß In dem Geist der Demuth an, Unser Glaub' ersetze jenes, Was der Sinn nicht fassen kann. Dieses Denkmal seiner Liebe In dem heil'gen Sakrament Fordert unfre Gegenliebe Jetzt im neuen Testament. 6. Guter Hirt, der seiner Heerde Selbst sein Fleisch und Blut gewährt, Der uns schwach und arme Pilger, Mit dem Brod des Lebens nährt! Laß uns zu dem Gastmahl kommen, Wo wir dich nicht mehr verhüllt, Ewiglich ansehen können, Wenn wir unsre Reis' erfüllt. 7. Gott dem Vater und dem Sohne, Gleicher Kraft und Wesenheit, Und dem Geist im höchsten Throne, Singet Lob mit Fröhlichkeit, Gott ist wahrhaft hier zugegen, Herr! ich glaub', ich hoff auf dich; Bater! gieb uns deinen Segen, Deine Kinder lieben dich. Da a ich dich Gott! in Brodsgestalt, Gewiß ver borgen glaube, So beth' ich dich hier an im Staube, Und schenke dir mein ganzes Herz, rep. Das sich, durch deine Huld gerührt, Vor Liebe ganz in dich verliert. 2. 3hr Sinne schweigt, ihr Zweifler flieht, Denn euer Urtheil trúget; Das Wort von Gott hat ob gesteget; Ich glaube, mein Gott hat's gesagt, rep. Sein Wort, das er geoffenbart, Sst Wahrheit, die mein Herz bewahrt. 3. Die Gettheit hat am Kreuzesstamm', Der Sünder nicht geglaubet. Im Fleisch ist mir auch nicht erlaubet, Dich unverhüllt hier anzuseh'n, rep. Allein, wie Dismas glaube ich: Ein Gott Mensch starb am Kreuz für mich. 4. Mein Aug' sieht zwar, wie Thomas, nicht, Die Zeichen deiner Wunde; Jedoch bekenn' ich mit dem Munde, Was, Herr! uns deine Kirche lehrt: rep. Ich glaub' an Gott, und mein Vertrau'n, Will ich auf ihn, wie Felsen, bau'n.. 5. Auf den Altar gehört mein Herz, Wo Gott alleine wohnet, Wo seine ganze Liebe thronet, Und seine volle Gnade herrsch't. rep. Er ist der Seelen Bräutigam, Der Herzen anzuflammen kam. 140 6. Du allerschönster Seelenhirt, Du weidest unter Lilien. Die böse Leidenschaft zu tilgen, Dies lehre mich, dein irrend Schaaf; rep. Du hast erkauft die Seelenschaar, Du suchtest, was verloren war. 7. Laß mich zu deinem Tisch, o Herr! Niemal unwürdig gehen: Zieh' meinen Geist zu deinen Höhen, Vorher geprüft, und rein zu dir; Ich will nicht essen das Gericht! Und du willst mein Verderben nicht. 8. Du willst bei Menschenkindern seyn, Zum Trost in ihren Nöthen; Erhörst wenn wir wie Kin der beten, Und im Vertrauen zu dir fleh'n; rep. Schenkst uns dich selbst im Sakrament, Und stårs kest uns am letzten End'. 9. Erleuchte, beß're, stårk' mein Herz, Daß ich die Tugend übe, Die reine Flamme deiner Liebe, Die führe einstens mich dahin, rep. Wo dich mein Aug' im Glanz' erblickt, Dein Anschau'n ewig mich erquickt. 10. Wir singen Ehre, Preiß und Dank, Hier vor des Höchsten Throne, Dem Vater, seinem lieb. sten Sohne, Dem Geiste Gottes, beiden gleich, rep. Dich, heiligste Dreieinigkeit, Dich betet an die Christenheit. Deinem Heiland, deinem Lehrer, Deinem Hirten und Ernährer, Sion, stimm' ein Loblied an: Preiß' nach Kräften seine Würde, Da kein Lobspruch, keine Zierde, Seiner Größe gleichen kann. 2. Dieses Brod sollst du erheben, Welches lebt und giebt das Leben, Das man heut' den Christen weist; Dieses Brod, mit dem im Saale, Christus bei dem Abendmahle, Die zwölf Jünger selbst gespeißt. 3. Unser Lob foll laut erschallen, Und das Herz in Freuden wallen; Denn der Tag hat sich genaht, 147 Da der Herr zum Tisch der Gnaden, Uns zum er stenmal geladen, Und dies Brod geopfert hat. 4. Durch das Lamm, das wir erhalten, Wird hier der Genuß des alten Osterlammes abgethan: Und der Wahrheit muß das Zeichen, und die Nacht dem Lichte weichen, Und das Neue fångt nun an. 5. Was von Jesu dort geschehen, Und wir so, wie er, begehen, Mahnet uns an seinen Tod; Als ein Opfer ihn zu ehren, Nach der Vorschrift seiner Lehren, Opfern wir ihm Wein und Brod. 6. Doch wie uns der Glaube lehret, Wird das Brod in Fleisch verkehret, Und in Christi Blut der Wein; Was dabei das Aug' nicht sehet, Dem Verstande selbst entfliehet, Sieht der feste Glaube ein. 7. Unter zweierlei Gestalten, Sind sehr große Ding' enthalten, Derer sie zum Zeichen sind; Blut und Fle; v, und Trank und Speise; Da sich doch in beider Weise, Christus unzertheilt befind't. 8. Wer zu diesem Gastmahl eilet, Nimmt ihn ganz und unzertheilet, Unzerbrochen, unversehrt; Einer kommt, und tausend kommen, Keiner hat doch mehr genommen, Und er bleibt doch unverzehrt. 9. Fromme kommen, Böse kommen, Und sie ha ben ihn genommen, Die zum Leben, die zum Tod; Bösen wird er Straf und Hölle, Frommen ihres Heiles Quelle; Wie verschieden wirkt dies Brod. 10. Endlich wisse, daß vom Leibe, So viel in den Theilen bleive, Als das Ganze selbst enthält; Nicht das Wesen, nur das Zeichen, Muß da der Zertheilung weichen, Jenes bleibet unverstellt. 11. Sieh! dies ist das Brod der Kinder, Der Gerechten, nicht der Sünder, Welches auch die En gel nährt! Schon im Isaak Himmelsbrode, Und des Osterlammes Tode, War er einstens vorerklärt. TTO 12. Guter Hirt, du wahre Speise! Jesu stärk uns auf der Reise, Bis in deines Vaters Reich! Nähr' uns hier im Jammerthale, Ruf uns dort zum Hochzeitmahle! Mach' uns deinen Heil'gen gleich. Preißet, Ehriften! allzusammen, Macht die Liebe Jesu fund! Seht sein Herz voll heißer Flammen, Und von Liebe ganz verwund't, Gleich aus sieben: fachem Munde, Fließt ein kostbar Seelenbad, Jenes Blut der Seitenwunde, Das uns einst erkaufet hat. 2. Sünderwuth hat diesem Herzen, Schon als er am Delberg gieng, Zugefüget Todesschmerzen, Die er an dem Kreuz empfing. Ihn, der unfre Schuld getragen, Jhn, der uns so sehr geliebt, Jefum hat sie wund geschlagen, und bis in den Tod betrübt. 3. Wer ein sündhaft Leben führet, hat die Lanze schon geweßt, Und hat jenen Arm regieret, Der dies Herz so tief verlegt. Laßt uns flieh'n die bösen Freuden, Laßt uns wahre Buße thun: und das Kreuz geduldig leiden, Heißt auf Jeſu Herzen ruh'n. 4. Dieses Herz ist eine Quelle, Die im Blute fidy ergießt, 3ft die hohe Felsenhöhle, Wo des Lebens Wasser fließt; Dieses Vaterherz verzeihet, Ja es trågt mit uns Geduld, Dem, der seine Sünd' bereuet, Schenkt es wieder seine Huld. 5. Christen! seht im neuen Bunde Hier der Arche heilig Thor; Denn aus seiner Herzenswunde Quillt uns Heil und Trost hervor. Dank dem edlen Herzenstriebe, Dank sey dir, du Gotteslamm, Jefu du bist meine Liebe, Meiner Seele Bräutigam. Vermenschter Gott! mein höchstes Gut, Wie liebst du mich! Du schenkest mir dein Fleisch und Blut 149 So wunderlich. Süße Gaben, Die wir haben, Uns zu laben, Wenn einst der Tod Die größte Neth Uns Schwachen droht. 2. Der, so der Welt das Senn geschenkt ,, Ift hier verhüllt, Und jener ist hier eingeschränkt, Der alles füllt. Süße Gaben 2c. 3. Der, welcher groß, stark, heilig, weif Ind ewig ist, O! der ist selbst die süße Speif Für dich mein Christ! Süße Gaben. 4. Und ich, mein Gott! ich soll noch nicht In Flammen steh'n? O ja ich will nach meiner Pflicht In Lieb' zergeh'n. Süße Gaben 2c. 5. Hier liegt vor dir, o Herr der Welt! Dein Kind gebückt, Das deine Lieb gefangen hält, Und ganz entzückt. Süße Gaben 2C. 6. Ich bete dich, mein höchstes Gut, In De muth an, Was hast du doch aus reiner Glut Für mich gethan. Süße Gaben 2c. 7. O fomm denn nun, o fomm zu mir! Und speise mich, Ich glaube ja und traue dir, Ich liebe dich. Süße Gaben ic. 8. Verfluchet soll die Sünde seyn, Die mich verführt. Du schönster Gott, du ganz allein Haft mich gerührt. Süße Gaben x. 9. Dein ist mein Leib, mein Herz, mein Geist, Auf ewig dein; Von allem dem, was Sünde heißt, Mach selbe rein. Süße Gaben 2c. 10. Und führe mich zur Todeszeit Nur bald dahin, Wo ich mit dir in Ewigkeit, Glückselig bin. Süße Gaben 2c. Singt aus jubelvoller Kehle, Preißet Gott das böchste Gut; Ehret in den Brodsgestalten Christi wahren Leib, und Blut, Seiner Liebe, seiner Gute Dankt mit reinster Liebesgluth. TJU 2. Uns geboren aus Maria, Trat der Heiland in die Welt, Predigte und wirkte Wunder, Lehrte uns was Gott gefällt. Endlich that er noch ein Wunder, Das kein Mensch sich vorgestellt. 3. Bei Erfüllung des Gesetzes, Da er drei und dreißig Jahr Nun zurückgeleget hatte, Gab er der Apostelschaar An dem letzten Nachtmahlsessen Sei nen Leib zur Speise dar. 4. Nach genoß'nem Osterlamme Brannt' sein Herz vor Liebesgluth, Er nahms Brod, den Kelch, und sagte: Effet, trinkt mein Fleisch und Blut. Was die Sinne hier nicht fassen, Glaubet ohne Wankelmuth. 5. Werfet euch zur Erde nieder, Lobet preißet ohne End' Dieses Denkmal seiner Liebe In dem beil'gen Sakrament. Schenkt ihm eure Gegenliebe Jetzt im neuen Testament. AN 6. Gott dem Vater und dem Sohne Gleicher Kraft und Besenheit, Und dem Geist im höchsten Throne Singet Lob mit Fröhlichkeit. Glaubet, hoffet, liebet danket Jesu Christo jederzeit. Weil Josephs weiser Nath Dem hungrigen Egypten Und mehreren Betrübten Das Brod verschaffet hat; Drum ließ ihn Pharao, Von ganzem Herzen froh, Auf einen Wagen steigen, Und ihn dem Volke zeigen Im berrlichsten Triumph. 2. Gleichwie der König hieß Das Volk den Joseph ebren, Und seinen Ruhm zu mehren, Durchs Reich ihn fahren ließ: So läßt die Kirche heut Dich, Gottes Sohn! erfreut Durch alle Straßen tragen; Sie will, daß alle sagen: Dank, Ehr und Preis sey dir. 3. Preiß sey dir, Gottes Sobn! Dein Leib ist hier enthalten In diesen Brodsgestalten, Gleich) als auf einem Thron. Hier giebst du uns das Brod, Das aller Hungersnoth Der Seelen fråf tig wehret, Und unsern Geist ernähret Zur ew'gen Seligkeit. 4. Wir werfen uns vor dir Im Sakramente nieder, Und singen Jubellieder, Anbetend singen wir: Es müsse heut dein Ruhm, Vom ganzen Christens thum Durch alle Welttheil' schallen, Es müsse jeder wallen Von Liebesgluth zu dir. 5. Durchreiset bist du Herr! Die Stadt in Galilda, Die Flecken in Judda, Noch als ein Sterblicher. Dort ließest du zurück Dem Dürftigen zum Glück Die Zeichen deiner Güte; Du wurdest nie: mals múde, den Menschen Gut's zu thun. 6. Du gehst vom Tempel aus, Und ziehst durch alle Straßen, Wirst du nicht hinterlassen Den Sca gen unserm Haus? Streck' aus, Herr! deine Hand, Und segne heut das Land; Laß deine Hülf empfinden Die Kranken, Lahmen, Blinden; Dein Segen sey ihr Heil. Es zischt die Schlang' aus ihrer Höhle Durch Berengars verweg'nen Mund. Sie spürt ihr Gift, und was sie quale, Macht ihr neidvolles Zischen kund: Uns Erdbewohnern gönnt sie nicht Die Gnade die uns Gott beweiset, Der uns mit seinem Fleische speiset, Dies ist es, dem sie widerspricht. 2. Wie viele sucht sie zu verleiten, Die wider Gottes Gegenwart Jm heil'gen Sakramente strei ten Mit einer unverschämten Art. Christen! pflichtet ihr nicht bei, Sie hat sich wider Gott verschworen, Daß er für uns als Mensch geboren Nicht wirklich gegenwärtig sey. 3. Der Srrthum ist schon längst zernichtet, Triumph dem heil'gen Sakrament! Dein Wort, Herr! das uns unterrichtet, Das triumphire bis ans End. Gott! deines heil'gen Wortes Macht Schlägt alle Schwärmerei darnieder, D'rum singen wir dir Jubellieder Bei heutig feierlichster Pracht. 4. Es müsse vor den Brodsgestalten, Als unserm höchsten Gott und Herrn, Ein jeder seine Hände falten Vom Widerspruch und Zweifel fern; Nicht Brod, nein, Jesus ist allhier. Zwar mein Vers stand kann es nicht fassen, Dem Glauben will ich's überlassen, Er trúget nicht, er sagt es mir. 5. Frohlockt, Bewohner dieser Erde! Lobsinget unserm Gott und Herrn, Damit er hier verherrlicht werde, Bringt Lebesopfer, bringt sie gern. Hier ist des Mittlers Fleisch und Blut: Es müsse diese Wahrheit glänzen Bis an des Weltbau's letzte Gränzen Trotz, Schlange, deiner List und Wuth. 6. Wirf, Jesus! deine Gnadenblicke Auf uns aus diesem Sakrament. Gieb, daß uns deine Lieb entzücke, Den unser Herz und Mund bekennt. Verschmäh', Herr! unsre Bitte nicht, Durch deine Gnade laß geschehen, Daß wir nach diesem Leben sehen Dein aufgedecktes Angesicht. In der frommen Jünger Mitte, In dem stillen Speisesaal, Sißet Jesus mild und freundlich, Bei dem letzten Abendmahl; Doch sein holdes Antlig trúbet, Schon der nahen Trennung Schmerz! Grånzenlose Liebe füllet, Ganz sein göttlich großes Herz. 2. Ach! er sieht sich schon im Geiste, Seinen Leib vom Tod' entstellt; Er sieht schon sein Blut am Kreuze, Fließen für das Heil der Welt! Brod und Wein nimmt er nun segnend, Spricht: ,, Das ist mein Leib und Blut"; Esset, trinkt, gedenket meiner, Wenn ihr fünftig dieses thut. 3. Mild und kräftig sind die Zeichen, Die du, Herr! zum Denkmal wählst, Brod und Wein, die schönsten Gaben, Durch die du den Leib erhältst. Doch die äußerliche Hülle, Schließt ein groß Ges heimniß ein! Lehrt, was du dem Geist willst wer den, Wir einander sollen seyn. 4. Wie die Frucht der goldnen Aehren, Unsern schwachen Leib ernährt; Wie der Wein dem müden Kranken, Neue Lebenskraft gewährt: So bist du, Brod vom Himmel, Das dem Geiste Leben schenkt; Du der Weinstock, der mit Labfal, Unfre kranken Herzen trånkt. 5. Wie der goldnen Körner Menge, In dem Brode eines ist, Wie der Purpurbeeren Fülle, Sich zu einem Wein ergießt; So sey'n alle, die dir glau ben, Nur ein Herz, und nur ein Sinn; Eins in Liebe mit dem Vater, Und mit dir ein Herz, ein Sinn. O Christ! bemerk' dies große Werk, glaub festig lich, Dies Brod enthält den Herrn der Welt, Gott selbst in sich. Dir, o Jesu! ruft mein Herz zu: Welch' Brod giebst du? Ich preise dich, ich liebe dich, Herzinniglich. 2. Du Gottes Sohn! steigst von dem Thron der Herrlichkeit, Und deckst hier ganz den Glorieglanz, Mit Dunkelheit. Dir, o Jesu! ruft sc. 3. Unendlicher! nichts ist, o Herr! Was dich um faßt, Doch denkt man kaum so engen Raum, Als du hier hast. Dir, o Jesu! ruft 2c. 4. Die Cherubin und Seraphin, Herr! singen dir; Dir sing' ich auch nach Engelsbrauch, O Jesus! hier. Dir, o Jesu! ruft c. 5. Wenn sich mein Geist vom Leibe reißt, Bei meinem Tod: Ach speise midy, ich bitte did, Mit diesem Brod. Dir, o Jesu! ruft 2c. Last Christen, hoch den Jubel schallen, Und schwingt die Herzen himmelan! Gott ist mit uns, und uns vor allen, hat seine Huld sich kund gethan. Laßt uns vereint in frommen Weisen, Unbetend das Ge beimniß preißen, Aus dessen wunderbarem Schoos, Das Heil der Menschheit sich ergoß. Alleluja, Allel. 2. Triumph! Im hehren Feiertone, Macht es, ihr Christen, Allen kund, Und ruft es bis zur fernsten Zone, Hinaus ins weite Erdenrund! Was frü her keinem Volk bienieden- Ift uns nur uns allein beschieden: Verknüpft als Glieder eines Bund's Sind wir mit Gott ist Gott mit uns. Alleluja. - - ― 3. Laßt d'rum in Dank und frommer Rührung, Das kindliche Gemüth erglüh'n, Und gebt vertrau end euch der Führung, Des liebevollen Baters hin! Er schirmt und ordnet unsre Pfade, Doch seiner segenreichen Gnade, Erfreut sich nur allein der Christ, Der freudig ihm sein Herz erschließt. Alleluja. 4. Ein Wandel gottgefällig, bieder, Gerecht, erbaulich, fromm und rein, Und thắtig für das Glück der Brüder, Soll unser ernster Vorsatz seyn. Und für und für sey unser Streben, Nur ihm zu dienen- ihm zu leben, Und treu zu seyn in Wort und That, Der uns so hoch begnadigt hat. Alleluja. 5. Ihm jauchzen hoch der Engel Chöre, Die dort vor seinem Throne knie'n; Zu seines Namens Preis und Ehre, Steigt unser Danklied zu ihm hin. Er hat zum Heile uns erlesen, Und sicht noch jetzt auf jedes Wesen, Dem liebend er das Daseyn gab, Mit namenloser Huld herab. Alleluja. 6. In Liebe stellte er vor Zeiten, Die Form zu unserm Thatenlauf, Um uns die Wege zu bereiten, 3m Patriarchen Leben auf, und zeigte im Verklä rungsbilde, Nach seiner Weisheit Macht und Milde, 153 Zum sichern Ziel die Segensbahn, Den kommenden Geschlechtern an. Alleluja. 7. In Liebe sprach er durch Propheten, Zu Ifrael und seinem Stamm, Als es gebeugt von Gram und Nöthen, Zur Vorsicht seine Zuflucht nahm, Und liebend stellt' er sich dem Volke, Das ihm vertraut, hier in der Wolfe, Dort in der Arche Bundsaltar, Und in der Flammensäule dar. Alleluja. 8. Triumph! Und in der Zeiten Fülle, Bot er auch uns die Baterhand, Und sich! uns ward sein heil'ger Wille, Durch Jesus, seinen Sohn, bekannt. Cr kam vom Himmel, Mensch zu werden, Und weilte unter uns auf Erden Und war als Lehrer- Tröster Freund, Zu unserm Wohl mit uns vereint. Allel. 9. Voll Liebe war sein ganzes Leben, Sein Wan del hülfreich göttlich- hehr; In Liebe für uns hingegeben, Trank er den Kelch der Schmerzen leer, Und starb, die Wahrheit seiner Lehren, Und seine Gottheit zu bewähren, Mit hoher Sanftmuth und Geduld, Den Tod am Kreuz für unsre Schuld. 10. Als Sieger über Sünd' und Hölle, Gestärkt durch eig'ne Gottesmacht, Erhob er von des Gra bes Schwelle, Sich glorreich aus des Todes Nacht. Und daß uns einst die Krone werde, Schwang sich der Held von dieser Erde, Zum Himmel im Triumpheslauf, Zur Rechten seines Vaters auf. Alleluja. 11. Doch- thront, von Majestät umflossen, Er gleichwohl dort in Himmelshöh'n; Der Bund, den er mit uns geschlossen, Soll dennoch ewig fortbe steh'n. Auch dort umjauchzt von Cherubsschaaren, Will er ihn unverletzt bewahren, Und unzertbeilet, ungetrennt, Bei uns verbleiben bis an's End'. Allel. 12. Last Christen, d'rum den Jubel schallen Schwingt Herz und Auge himmelan! Gott ist mit 150 uns und uns vor Allen, Ist er voll Liebe zuge than. Laßt dankbar uns in frommen Weisen, Das göttliche Geheimniß preißen, Aus dessen segenreichem Schoos, Sich unser aller Heit ergoß. Alleluja. 13. Gehüllt in Brods- und Weinsgestalten, Mit Gott und Menschheit Fleisch und Blut, Will er für immer, bei uns walten, Als unser höchstes bestes Gut, Und wird als Gott, verborg'ner Weiſe, In Brod und Wein uns Trank und Speise, Indeß für uns von Brod und Wein, Nichts übrig bleibt, als Form und Schein. Alleluja. 14. Und wie- wenn Geist und Leib ermúden, Und ihre Thätigkeit erschlafft- Uns Trank und Speise Stärkung bieten, Und neu beleben unsre Kraft, So will er selber unsre Seelen, Zu unserm Heil im Kampfe stählen, Und sich mit Leib und Seel' uns weih'n, Und Leibs und Seelen- Nahrung seyn. Alleluja. 15. So hat sich treu mit uns verbunden, Der Geister Geist des Lichtes Licht- Der uns am Kreuz dem Tod entwunden, Und stärkt uns, und verläßt uns nicht, So sind wir ewig dem getrauet, Der sich aus Sonnen Throne bauet, Und der als Richter aller Welt, Einst über uns das Urtheil fällt. Alleluja. 16. Triumph! Uns schmückt die Gnadenspende, Die keinem Volk verliehen war; Im hochgelobten Saframente, Wird sie dem Christen offenbar. Schickt himmelan die Jubellieder, Und sinkt vor Gott an betend nieder, Der sich auf unsrer Erdenbahn, So fiebreich an uns fundgethan! Alleluja. 17. Ergießt das Herz in frommen Weisen, Und laßt uns heut, von Dank erfüllt, Voll Ehrfurcht das Geheimniß preißen, Aus dem der Seele Leben quillt! Frohlocket ihm, ihr Feierschaaren, Dem un begreiflich Wunderbaren- Dem höchsten, tiefsten, heiligsten- Dem größten und erfreulichsten! Allel. 18. Schon ward es früh uns angedeutet, Sut Passa Fest und Mannabrod, Wo Gott, von, ew'ger Huld geleitet, Erbarmen trug mit Menschennoth. Und dort im Wunderwein der Gäste, Bei Cana's frohem Hochzeitsfeste, War es im Bilde einst der Welt, Mit leisen Zügen dargestellt. Alleluja. 19. Noch schöner wies mit eig'nem Munde, Der Mittler seine Deutung nach, Wo er in seiner Jünger Runde, Als Lehrer dort am Berge sprach, Und dann das Volk, das ihn umkreiste, Mit wenig Brod genügend speiste, Und Hoffnung in sein Inn'res goß, Und segnend seine Rede schloß. Alleluja. 20. Und als, geweckt von seinen Thaten, In tief erschüttertem Gemüth, In hoffnungsvollen Glaubenssaaten, Allmählig schöner aufgeblüht, Da flob der Schleier, der die Blicke, Der Menschen trübte, mehr zurücke, Daß sie in ihm nach Gottes Plan, Den langersehnten Heiland sah'n. Alleluja. 21. Und daß der Glaube höher steige, Den er in's Menschenherz gestreut, Und ihm das Brod und Manna weiche, Womit er Israel erfreut, Versprach er, uns ein Brod zu geben, Ein Unterpfane zum ew'gen Leben- Ein Brod, verklärend für den GeistEin Brod, wie es der Seraph speist. Alleluja. 22. Sich selber stellt in diesem Brode Der gott liche Verfühner dar Sich selber der als Him melsbote Von dort zu uns gekommen war. Er selbst will unsre Seelen speisen; Und so das Sún denband zerreißen, Womit der Hölle List und Trug Den Menschengeist in Fesseln schlug. Alleluja. 23. Bereit, dies Himmelbrod zu spenden, Den 1 a C P1 10 DESAR2 & få 730 Bund der Liebe zu erneu'n, Tas Werk des Glaubens zu vollenden, Und uns zum Leben einzuweih'n Qual Und nicht mehr fern vom hohen Ziele, Geht er im regen Vorgefühle Des nahen Tods und seiner Jetzt hin zum letzten Abendmahl. Alleluja. 24. Und sieh er nimmt das Brod umflossen. Von Heiligkeit- und danket Gott Reicht seg nend es den Tischgenossen, Und spricht gerührt: Nehmt hin dies Brod! Das ist mein Leib- mit meinem Leben Zu eurem Heile hingegeben! Wer dieser Speise sich erfreut, Der lebt mit mir in Ewigkeit. Alleluja. 25. So spendet er in gleicher Weise Auch auf den Kelch den Segen aus, Und reicht ihn dar, und spricht zum Kreise: Nehmt hin, und trinket Alle d'raus! Dies ist mein Blut, das ihr genießet, Und das für euch und Viele fließet, Zur Tilgung ihrer Sündenschuld Zum steten Denkmal meiner Huld. Alleluja. fe 26. Und wenn euch dieser Kelch wird trånken, Und wenn ihr esset dieses Brod, So thut es mir zum Ungedenken, Der ich euch liebte bis zum Tod, Damit an euch sich meine Lehre Fortan der Menschheit sich bewähre, Und bleibend sey im Erdenrund Der neu geschloss'ne Liebesbund. Alleluja. QUESE E - - -E 1 27. Geendet war die Segensscene Vollbracht des Mittlers Thatenlauf, Und festlich stieg in jun ger Schöne Der Nettungstag der Menschheit auf. hit Bereit, der Vorsicht heil'gen Willen Um Kreuze be sterbend zu erfüllen, Gab sich mit treu ergeb'nem lie Sinn, Der Gott nensch nun dem Tode hin. Alleluja. 28. Drum laßt des Dankes Lieder schallen, Und jauchzet, Christen, himmelan! Gott ist mit uns, und uns vor Allen Hat seine Huld sich kundgethan. Laßt uns vereint in Feier: Chören Anbetend das 159 Geheimniß ehren, Das unser Herz mit Bonne füllt - Aus dem der Seele Leben quillt. Alleluja. 29. Wo lebt der Christ, der fühllos bliebe Bei seinem neidenswerthen Loos? Wie wunderbar ist Gottes Liebe- Wie groß- wie überschwenglich groß! Ihr Denkmal würdig heut zu feiern, Laßt uns vereint den Schwur erneuern, Mit reinem Sinn und frohem Muth Uns hinzugeben ihrer Glut. Alleluja. 30. Nicht das Bewußtseyn soll uns g'nügen, Daß wir vor Sünden uns bewahrt; Durch eitlen Wahn sich selbst zu trügen, Ist nur der schwachen Thoren Art. Nicht schnöde Sucht nach Ruhm und Freuden, Nicht Sklavenfurcht vor Erdenleiden, Und nicht die Angst vor Höllenpein Soll unsrer Thaten Triebwerk seyn. Alleluja. 31. Durch Liebe können wir den Helden- Dem Sieger über Sünd' und Tod, Die höchste Liebe nur vergelten; Nur Liebe lehrt uns sein Gebot. In Liebe nur der göttlichreinen Soll sich mit ihm der Mensch vereinen, Und freudig auf zu sei nen Höh'n- Zum Thron des Allerbarmers seh'n. Alleluja. 32. Wohlan denn: auf des Glaubens Schwingen Erhebe dich, entzückter Geist, Dem Herrn ein Opfer darzubringen, Daß seine Größe würdig preißt! Laß ihm des Weihrauchs Düfte wallen, Und Erd' und Himmel wiederhallen Von seines Namens Lobges sang, Und deiner Liebe deinem Dank. Alleluja, - - 33. Der du am Kreuz in Lodesarmen Noch Mitleid mit den Menschen trugst, Und für uns Alle volt Erbarmen, Die Blicke auf zum Himmel schlugst Du Heiligster! Du ew'ge Liebe! Nimm in den Flammen reiner Triebe, Die dir in unsern Herzen glüh'n, Dies Opfer unsers Dankes hin. Alleluja. PESUS3 fü CURSE bi be fic Tat 150 34. Thu Allen, die sich Menschen nennen, Des Glaubens hehre Wege fund! Laß sie von deiner Lieb' entbrennen, Und reihe sie zu unserm Bund! Du bist der Weinstock, wir die Reben; Du gabst dich hin für Aller Leben; Laß uns im heiligen Verein, Nur eines Körpers Glieder seyn. Alleluja. 35. Und wer vom Reiz der Welt geblendet, Und von des Frevlers Hohn geschreckt, Sich von dem Ziele abgewendet, Daß deine Hand ihm vorgesteckt, Dem öffne, Herr, die schwachen Augen, Daß fie der Wahrheit Strahlen saugen, Und jeder deiner Lehre treu, Ein Hirt und eine Heerde sey. Alleluja. 36. Verleihe dem Verstande Klarheit, Und spende uns der Weisheit Licht, Dich anzubeten in der Wahrheit, Durch strenge Übung unsrer Pflicht! Gieb uns zum Guten Muth und Stärke, Daß wir geprüft burch Wort und Werke, In Treue und Beharrlichkeit Nur thun, was bein Geseß gebeut. Alleluja. 37. Laß nie in uns die Hoffnung schwinden Die Hoffnung auf dein Gnadenwort, Und sey in allen Labyrinthen Des Lebens unser Schirm und Hort! Wie gute Kinder voll Vertrauen Auf ihres Baters Milde bauen, So laß uns auf dich hoffend seh'n Und hoffend noch im Tod besteh'n. Alleluja. 38. Gerrost, und himmelan gehoben Von dieser Hoffnung Wonneschein, Geh'n wir, um dich vereint zu loben, In deinem heil'gen Tempel ein. Auch dort soll hoch der Jubel schallen: Gott ist mit uns, und Gott in Allen, Die ihm voll reiner Liebe nah'n, In Huld und Liebe zugethan. Alleluja. 39. Gieb, Ewiger, daß dir zur Ehre Der behre Tag des neuen Bund's Noch oft der Menschheit wiederkehre So festlich und so froh wie uns, Und jeder Mund in frommer Weise, Das heiligste Geheimniß preiße, Aus dessen gnadenreichem Schoos Das Heil für Alle sid) ergoß. Alleluja. 40. Und angestimmt von allen Zungen, Ertóne deiner Majestät, Die Feier ihrer Huldigungen, Und ihrer Herzen Dankgebeth! Ja, dir, dem Herrn dem Wundervollen, Dem Engel die Anbetung zol len, Sey Lob und Ehre in der Zeit, Und Preis und Dank in Ewigkeit! Alleluja, Alleluja. Eigenschaften Gottes. sarg Die Allmacht Gottes. Nie können genug bewundert werden Die Werke deiner Hand, Du machst am Himmel und auf Er den, Herr! deine Macht bekannt. Wie schön bast du die blaue Ferne, Das Firmament geziert! Und dorten unzählbare Sterne Als helle Lichter aufge führt. 2. Sie sind als himmlische Herolde Bon dir dahin gestellt! Daß jeder uns verkünden sollte, Du feyst der Herr der Welt. Erstaunung muß in uns erregen Ihr ordentlicher Gang; Ihr majestätisches Bewegen Ist deiner Allmacht Lobgesang. 3. Wer rief dem Feuermeer der Sonne: Komm aus dem Nichts hervor; Geh', sey des Menschen Freud' und Wonne, Bring' all' Gewächs zum Flor. Wer hat dem Mond geboten: Werde, Und leuchte bei der Nacht, Wer gab das Daseyn unsrer Erde? Wer anders, Gott! als deine Macht. 4. Wer hieß den Reichthum sich ergießen, Der in dem Weinberg lacht? Wer schmückt die Thäter L TUZ und die Wiesen Mit so viel Reitz und Pracht? Wer segnet Wälder und die Fluren? Wer anders, Gott! als Du. Erkenn' o Mensch! der Allmacht. Spuren, Schreib's ihm, dem Schöpfer, dankbar zu. 5. Wer betet nicht, wenn du auf Stürmen, O Gott! vorüber gehst? Wenn sich die Meereswellen. thürmen, Wenn du im Donner weh'st, Wer wollte deine Macht nicht wissen, Da er erblickt die Nacht? Und sieht, daß nach den Finsternissen Die schöne Morgenröthe lacht. 6. Gott! nach dem will ich stets leben, Was dein Gesetz gebeut, Um deine Gnade mich bestreben Will ich zu aller Zeit; Die Erde mag alsdann erbeben, Ich zag und zittre nicht; Gott, bem ich ganzlich mich ergeben, Der ist mein Schuß, mein' Zuversicht. Mein Geist erstaunt, Allmächtiger! Wenn er die Gnade denkt, rep. Womit du mich, mein Gott und Herr! So unverdient beschenkt. rep. 2. Als ich noch in der Mutter Schoos, In Nacht verborgen schlief, rep. Bestimmtest du für mich das Loos, Das mich zum Leben rief. rep. 3. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad, Der Tugend mich verirrt, rep. hat mich höchst liebreich, Herr! dein Nath, Darauf zurückgeführt. rep. 4. Und welche Wohlthat, Herr! ist nicht, Dies Herz, das fühlen kann, rep. Dies Herz ganz dein, das dankbar spricht: Was du an mir gethan. rep. Allmächtiger! wir singen dir, Und preißen deine Stárke; Unendlich ist sie für und für, Und, groß in jedem Werke. Was nie ein Mensch begreifen kann, Hast du durch deine Macht gethan; Und herrlich ausgeführet. 163 2. Nach deinem Willen drehen sich, Des Hims • mels Sternenheere; Nach deinem Willen heben sich, und legen sich die Meere. Du leitest des Gewit ters Gang, und dir gehorcht mit Lobgesang, Der Donner in den Wolken. 3. Wohl denen die im Herzen rein, Auf deine Wunder schauen! Wohl denen, die auf dich allein, Und nicht auf Menschen bauen: Sie stützen sich auf deine Macht, Und scheuen nichts; auch nicht die Nacht, Der Trübsal und des Todes. 4. O du der aller Welt gebeut, Vom fleinsten bis zum größten! Gieb, daß sich deiner Herrlichs keit, Die Menschen alle trösten! Erhör' uns, Gott, Allmächtiger! Und laß auf Erden immer mehr, Was du gebeutst, geschehen. Wenn ich, o Schöpfer! deine Macht, Die Weis beit deiner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege, So weiß ich von Bewunderung voll, Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr, mein Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, Die Wun der deiner Werke; Der Himmel prächtig ausges schmückt, Preißt dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonne hoch erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoos der Erde auf, Mit Vorrath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen. 4. Des Menschen Leib, den deine Hand, So wunderbar bereitet, Des Menschen Geist, den sein Verstand, Dich zu erkennen leitet, Der Mensch, 22 res Schöpfers Ruhm und Preiß, Ist sich ein tåglicher Beweis, Von deiner Macht und Güte. 5. Erhebet Jhn, der Herr ist Gott, Erhebet seinen Namen! Dank sey dir, Ruhm und Ehre, Gott, Und alle Welt sag': Amen. Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, Und hoff' auf ihn, und dien' ihm gërn, Wer wollte Gott nicht dienen? Von der Allwissenheit Gottes. Wer, o Gott Sabaoth! darf sich mit dir verglei chen, Und deine Kenntnisse, wer könnte sie errei chen? Vor deinem Angesichte ist alles offenbar, Was ist, was einst wird kommen, und was schon långstens war. 2. Dein Licht, Allwissender! durchstrahlt die Dunkelheiten, und keine Finsterniß kann sich vor dir verbreiten. Bon dir wird einstens alles an's helle Licht gebracht, Dein sehend Aug' durchdringt der Zukunft lange Nacht. 3. Geh', Heuchter! heb' zur Höh' dein Haupt mit frommen Mienen, Laß deine Lippen nur der Engelsprache dienen; Den Augen dieser Erde stell' einen Heil'gen vor, Den Wunsch des bösen Her: zens hört Gottes off'nes Ohr. 4. Geht, Sünder, Sünderin! sucht die geheimsten Winkel, Sprecht: Hier sind wir allein; nach eurem blinden Dürkel; Ver Gott, der gegenwär tig, send ihr noch nicht versteckt; Erzittert seiz nem Licht ist alles aufgedeckt. 5. Was hilft's, wenn wir dem Herrn die Wun den unsrer Seelen, Im heil'gen Nichterstuhl verschweigen und verhehlen? Gott weis ja unfre Sünden, er hat sie selbst geseh'n; Wir bleiben unge: reinigt, wenn wir sie nicht gesteh'n. 6. Ja, Herr und Gott! vor dir erscheinen in fre Sünden, Vergebens wähnen wir, du werdeſt sie nicht finden. Du siehst, du zählest alle, und stellst sie in das Licht, Du weist, ob Haß, ob Liebe wir werth sind beim Gericht. 7. Ich will mit heil'ger Furcht auf meine Tritte merken; Gott! wenn ich straucheln will, laß deine. Gnad' mich stärken. Dein Untlig leuchte immer hellstrahlend über mir, Führ mich auf deiner Bahne nach meinem Tod zu dir, Die Gerechtigkeit Gottes. Frohlocket, Fromme, zittert Sünder! Fürcht un fern Gott, du. Erdgeschlecht! Zwar ist er gútig, doch nicht minder In allen Werken höchst gerecht. Gerechtigkeit steht ihm zur Seite, Gericht geht aus von seinem Thron, Daß er des Sünders Straf entscheide, Des Frommen wohlverdienten Lohn. 2. Jhn täuscht keine Menschengröße, Ihm ist nichts groß, ihm ist nichts klein, Er sieht des Men fchen ganze Blöße; Jhn. blendet kein geborgter Schein. Er siehet nicht auf die Personen, Fern ist er von Partheilichkeit, Es ist sein. Strafen, sein Belohnen, Ganz der Gerechtigkeit geweiht. 3. Zwar folgt nicht gleich die Sündenstrafe, Er fchlägt nicht gleich mit Streichen zu; Als låg er in dem tiefsten Schlafe, So ist sein Zorn in stiller Ruh'. Doch wie ein held vom Schlaf erwachet, Der stark betrunken war vom Wein, Und seine Feinde niedermachet, So kommt, so schlägt Gott ploßlich drein. 4. Herr Gott! du willst mich glücklich haben, Drum schreck'st du mich mit Drohungen; Du lockeft mich mit Himmelsgaben, mit herrlichsten Belohnun gen. Doch sollen nicht allein die Echrecken, Auch nicht der Lohn, den du mir giebst, Die Liebe soll mein Herz erwecken Zu deinem Dienst, der du mich liebst. Von der Liebe Gottes. O mein Gott, o meine Liebe! Meines Herzens heiße Triebe Zielen nur allein auf dichy, Nie soll mich das Fleisch verblenden, Noch die Welt von dir abe wenden; Ihrer will ich mich entschlagen, Daß ich kann mit Wahrheit sagen: O mein Gott! ich liebe dich, Ja von Herzen lieb ich dich. 2. O mein Gott, o meine Liebe, Meines Her zens beiße Triebe Zielen nur allein auf dich; Nicht der Lohn für deine Freunde, nicht die Straf' für deine Feinde, Nein, nur Liebe soll mich dringen, Dir aus Herzens- Grund zu fingen: mein Gott se. 3. O mein Gott 2c. Willst du mich mit Trost ergötzen, Oder mich in Kummer setzen, Soll mein Herz zu dir sich lenken, Und mit zarter Rührung denken: mein Gott 2c. 4 mein Gott c. Stürmen auf mich Unglücks fluthen, Fübl' ich deines Zornes Ruthen; Weit da von, daß ich da wanke, Stärken wird mich der Gedanke: mein Gott 2c. 5. O mein Gott 2c. Wenn du mich mit Leiden trånkest, Und ins Schmerzenmeer versenkest, Will ich mich zu dir erschwingen, Und dir meine Seufzer bringen: mein Gott x. 6. mein Gott 2c. Wird mein Geist vom Leib sich trennen, Soll in mir noch Liebe brennen; Wird mein Leib in Grab verwesen, Soll man noch im Herzen lesen: O mein Gott. Dir milder Geber aller Gaben, Herr, bir gebüh ret Ruhm und Dank! Du hörst das Schrei'n der jungen Naben, So, wie der Lerche Lobgejang! O neige jetzt dein Ohr zu mir! Mein froher Dank gefalle dir. 2. Du bist's, der die Geschöpfe weidet, Und je. dem Vogel Nahrung schenkt; Du bist es, der bie Blumen Kleidet, tind sie mit Thau und Regen tránkt; Ein jedes Gräschen auf der Flur, Zeigt, Gott! uns deiner Güte. Spur. 3. Du sorgst nach treuer Baterweise, Für alle Werke deiner Hand, Giebst allem, was da lebet, Speise, Und schirmst und fegnest jedes Land. Du liebest unveränderlich, Der Bösen selbst erbarmst du dich. 4. Der Erdkreis ist von deiner Güte, Von dei ner Vater Treue voll; Herr! unterweise mein Ge müthe, Wie ich dich würdig loben soll. Gieb, daß mein Herz dich freudig liebt, Dich, der mir. so viel Gutes giebt. 5. Das Saamforn wird in deinem Namen, Auf Hoffnung in das Feld gestreut; Allgütiger du gabst dem Saamen, Da du ihn schufft, die Fruchtbarkeit. Durch deine Macht, o Gott, erhält, Ein schwacher Halm die ganze Welt. 6. Du läffest Bach) und Stróme fließen, Du machst des Ackers Furchen naß; Du schmückest Anger, Flur und Wiesen, Mit Blumen, Sträuchen, Laub und Gras. Du träufelst Segen, träufelst Thau, Und Fruchtbarkeit auf Feld und Au. 7. Was dürr ist feuchtest du mit Regen, Was falt ist, wärmt dein Sonnenschein, Du theilst die Zeiten, wie den Segen, Zu unserm Besten weis: Bei Wärme, Hitze, Kält und Frost, Grünt, wächst, und reifet unsre Kost. lich ein; b 8. Kommt, preißt des Schöpfers Huld und Stärke, Bringt seinem Namen Ehre dar! Groß ist der Herr, und seine Werke, Sind herrlich, groß und wunderbar. Der Herr hilft uns in jeder Noth, Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Von der Güte Gottes. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem Gemüthe, Den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, Sen ewig meine größte Pflicht: Der Herr hat meiner nie vergessen, Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Schau, o mein Geist! in jenes Leben, Zu welchem du erschaffen bist, Wo du mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig seh'n wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, Durch Gottes Güte sind sie dein; Sich', darum mußte Christus leiden, Damit du könntest selig seyn. 3. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren? Und feine Güte nicht versteh'n? Er sollte rufen, ich nicht boren? Den Weg, den er mir zeigt, nicht geh'n? Sein Will' sey mir ins Herz geschrieben, Sein Wort bestårk' mich ewiglich: Gott soll ich über al les lieben, Und meinen Nächsten so wie mich). 4. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll die Liebe seyn, wie er; Je mehr ich dies Ge both erfülle, Stellt sich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht, Und ob ich schon aus Schwachbeit feble, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. Gott! deine Güte reicht so weit, So weit die Himmel geben; Du fegnest mit Barmherzigkeit, Und eilst uns beizustehen. Herr! mein Erbarmer, und mein Heil! Laß mich an deiner Gnade Theil, Theil an deinem Himmel haben. 2. Ich bitte nicht um Überfluß, Um Schätze die fer Erden; Laß mir, so viel ich haben muß, Durch deine Gnade werden! Gieb mir nur Weisheit und Verstand, Dich, Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen! 3. Jch bitte nicht um Ehr' und Ruhm, Eo sehr sie Menschen rühren; Des guten Namens Eigenthum, Laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sey meine Pflicht; Der Ruhm vor deinem Angesicht, Und frommer Freunde Liebe! 4. So bitt' ich dich, mein Herr und Gott! Auch nicht um langes Leben; Jm Glücke Demuth, Muth in Noth! Das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Herr! Herr! laß mich Barmherzigkeit, Vor dir im Tode finden! Die Allgegenwart Gottes. Wie heilig ist es um mich her! Bom Himmel bis zum Staube; O du Allgegenwärtiger, Bist hier, wie ich fest glaube. Der Himmel und der Erde ball, Sind ganz von dir erfüllet; Du bist mir zwar verhüllet, Doch bist du hier und überall. 2. Mein Gott und Schöpfer, du bist da, Stieg ich zum Firmamente, Du bist der ganzen Schöpfung nah, Wohin ich mich auch wende, Stürzt' ich mich in den tiefsten Grund, Bis in die tiefste Hölle; Du bist an dieser Stelle, Und machst da deine Rache kund. 3. Nähm' ich früh Morgens meinen Zug, Auf bohem Adlers Pfade, Wagt' ich geflügelt, meiner Flug, Bis an des Meers Gestade: Wer führt und hielte mich, als du? Deß Hände sich verbreiten, Durch die Unendlichkeiten. Du meine Stüße, meine Ruh'! 4. Laß stets, o unsichtbarer Herr! Bor mir dein Antlitz schweben; Daß ich, Allgegenwärtiger, Dir allzeit möge leben. Gieb, daß ich in Gerechtigkeit, Nach deinem Willen wandle, Und unverbrüchlich handle, Nach christlicher Vollkommenheit. Die Freude an Gott. Gott! du bist von Ewigkeit, und dein herrlich großes Wesen, Aendert sich zu feiner Zeit, Du bleibst stets, was du gewesen. Laß dies meinen Geist be leben, Ehrfurchtsvoll dich zu erheben. 2. Erd' und Himmel wird vergehen, Alle Welt wird mich verlassen; Nur durch dich kann ich be stehn, Deine Hand wird mich umfassen, Wenn ich einst von hinnen scheide: Ewig bist du meine Freude. 3. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Him: mels und der Erden, Diese deine Ewigkeit, Einen starken Antrieb werden, Dich zu lieben, dir zu trauen, Und mein Glück auf dich zu bauen. Deines Gottes freue dichy, Dank ihm meine Seele! Corget er nicht väterlich, Daß kein Gut dir fehle? Schußt dich seine Vorsicht nicht, Wann Gefahren drauen! Ist's nicht Wohlthat, ist's nicht Pflicht, Seiner dich zu freuen? 2. Ja mein Gott, ich hab an dir, Was mein Herz begehret: Einen Vater, welcher mir, was mir núßt, gewöhret; der mich durch sein theures Wort Hier zum Guten lenket, Und mit Himmelswonne dort, Meine Seele tránket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott! Kind lich fürcht und liebe, Wenn ich redlich dein Gebot Recht mit Freuden übe; wie ist mir dann so wohl! Wie ist mein Gemüthe Seliger Empfindung voll, Voll von deiner Güte. 4. Dann darf ich mit Zuversicht Nach dem Fimmel blicken, Meine Leiden fühl ich nicht, Wie sie mich auch drücken; Hoffnung und Zufriedenheit Wohnen mir im Herzen, Trösten und erhöh'n mich weit Ueber alle Schmerzen. 5. Du bist mein, so jauchz' ich dann, Wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann: Mein ist deine Gnade; Dir ist meine Wohlfahrt werth, Der du mir das Leben Schenkteft, wirst, auch, was mich nährt Und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Nath In die Welt ges kommen, hat auch meine Missethat Von mir weggenommen; Ihm vertrau', ihn beth' ich an, Glaub' an seine Leiden, Folg' ihm treulich, und so fann Richts von dir mich scheiden. Bom heiligen Herzen Jesu. fromme Christen! kommt zu singen, Stimmt von Herzen Jesu an, Dessen Lob hoch vorzubringen, Singt, wer immer singen kann. O Herz Jefu! rep. gieß' die Lieb' uns ein, mit der du willst ge liebet fenn. 2. D Herz Jesu! dich zu loben Ist kein Mensch aus sich im Stand, Darum sende uns von oben Gnade, Eifer und Verstand. O Herz Jesu! rep. gieß': c. wie oben. 3. Du bijs jene Quell der Gnaden, Die für Menschen sich ergoß; Du ersetzest jenen Schaden, Der aus Adams Sünde floß. O Herz Jesu! rep. gieß' 2c. wie oben. 4. Liebe machte dich entstehen, Liebe nährt und stärkte dich; Liebe hieß in Tod dich gehen. Lieb' für Menschen! Lieb' für mich. O Herz Jesu! rep., gieß' c. wie oben. 5. So will ich auch Jesum lieben Ueber alles in der Welt; Und ich will das Gute üben, Wels ches meinem Gott gefällt. Herz Jesu! rep. gieß' c. wie oben. 6. Tilge die Begierlichkeiten Und der Lüste fals schen Schein. Steb' uns bei im Streit und Leiden, Mach' uns heilig, keusch und rein. Herz Jesu! gieß c. wie oben. O göttliches Herz Jesu! Ich stand wie Stein und Erz Bei deiner Liebesglut. Verzeih', o höchstes Gut. Ich will, die Sund' zu büßen Fortan in Reu' zerfließen; Nur seh' nicht an, Was ich gethan. 2. Wie oft mein Herz sich regt, Wie oft mein Puls mir schlägt, So oft soll meine Neu' Im Her zen werden neu. In deines Herzens Höhle Ich mir die Wohnung wähle, Bis mir vor Schmerz Erstarrt das Herz. 3. Günd', o Ratterbrut! In was für wilde Wuth Hast du mein Herz gebracht, Das Jefum hat veracht. Ich hab' durch böse Triebe Jesum, den Gott der Liebe, Der mich sehr liebt, Grausam betrübt. 4. Jesu! dir allein Will ich ergeben seyn, In Kummer, Angst und Noth, Im Leben und im Tod. Bei dir hoff' ich zu finden Bergebung meiner Sún den, Die Sicherheit ,. Die Seligkeit. Herz Jesu, Throń der Liebe! Brenn' mein Herz mit deiner Glut, Lenke alle seine Triebe, Nur nach cir, dem wahren Gut. Co wie du stets bist ge wesen, Sell mein Herz auch allzeit senn. Ein Alfar, der unverwesen, Brennt von deiner Lieb allein. 2. Du, Herz Jesu, zeigst dich allen, Wie sich zeigt ein guter Hirt, Du läßt deine Stimm' er schallen, Wenn ein Schäflein sich verirrt. Deine Sorg' für mich auch zeige, Halte mich bei deiner Schaar, Daß ich nie mich dorthin neige, 26 die Unschuld läuft Gefahr. 3. O Herz Jesu! da du wohnest, Voller Lieb im Sakrament, Mach', daß du bei mir auch thro nest, In der Seel' bis an mein End. Da soll dir mein Herz ersetzen, Allen Spott und alle Schmach, Die dich hier so oft verletzen, Und verdienen deine Klag. 4. O Herz Jesu! da dein Leben, An dem Kreuz sich neigt zum End, Willst du deinen Geist aufge: ben, In des lieben Vaters Hånd'. Herz, mit dir will ich auch sterben, Mit Geduld in Kreuz und Leid, Daß ich einst auch mög' ererben, Die erwünschte Seligkeit. Marienlieder. Gekrönte Himmelskönigin! Der Engel Freud' und Herrscherin! Maria sey gegrüßt! Der Jungfrau'n allerschönste Zierde, Erhaben zu der höchsten Würde, Da du die Mutter Gottes bist. rep. 2. Wie von der Erde Dünsten fern, Int rein sten Glanz der Morgenstern, Erfreut die bange Welt, So ist Maria aufgegangen, Und mackelfrei ist sie empfangen, Von Gott so schön, so rein er wählt. rep. 3. Mutter! wenn mein Aug' sich schließt, Und Todesangst ganz um mich ist, In dieser bangen Zeit: Da woll'st du meiner dich erbarmen, Trag meine Seel' in deinen Armen, Zu deinem Sohn' zur Seligkeit. rep. Ave maris Stella etc. Stern auf diesem Lebensmeere, Mutter Gottes, voll der Ehre! Allzeit Jungfrau, sen gegrüßt! Du bist uns des Himmels Pforte: Du hast seit des Engels Worte, Evens Namen uns versüßt. 2. Gieb uns Frieden mit Bestande, Löse der Verschuld'ten Bande, Nimm von uns die Blind: beit bin; Was uns Übel droht, verhüte, Was uns núßen kann, erbitte; Zeige wahren Muttersinn. 3. Du, der Spiegel aller Tugend, Hilf dem Ulter, hilf der Jugend, Mach uns schuldlos, sanft und rein; Hilf', wenn wir mit Nöthen ringen, Hilf uns Schwachen durchzudringen, Wenn zu Gott um Hälf? wir schrei'n. 4. Hilf, daß wir einst christlich sterben, Leite uns, uns Himmelserben, Hin in deines Sohnes Reich! Gott der Vater sey geprießen, Chre sen dem Sohn erwiesen, Und dem heil'gen Geist zugleich. Alma Redemptoris Mater, etc. In Demuth betend, Herr! vor dir, Lag der Jungfrau schönste Zierde; Der Engel kommt, verkündet ihr, Der Mutter Gottes hohe Würde; Die Reinste, die wie Engel rein, Wird Mutter und auch Junge frau seyn. 2. Maria! Königin der Welt, Von Gottes Rath schluß auserfohren, Den, der zur Mutter dich ge wählt, Den Schöpfer selbst hast du geboren, O Jungfrau, Mutter unsers Herrn! O Himmels: pfort! v Gnadenstern! 3. Konum' uns zu Hülf, erhör' das Fleh'n, Des fallend armen Volks, der Sünder; Laß deines Schnes Gnad' uns seh'n, Erbarm' dich über deine Kinder! Wir bitten dich, durch Jefum Christ, Die du die beste Mutter bist. Ave Regina Coelorum etc. Maria, du des Himmels Königin! Sen und ges grüßt, der Engel Herrscherin! Wurzel Jeffe! sey gegrüßt, Aus der das Heil der Welt entsprießt. 2. Erfreue dich, denn du bist ehrenreich, Und keine ist, die dir an Schönheit gleich, Versöhne uns mit deinem Sohn', O Schönste daß er uns verschon'. Regina coeli lætare etc. Glorreiche Himmelskönigin! Freuc dich beim hóchsien Throne; Bei dem der war von Anbeginn, Bei deinem liebsten Sohne! Alleluja, Alleluja. Den du als Mutter sehr beklagt Im Grab, am Kreuz, in Banden, Der ist, wie er's hat vorgesagt, Nun siegreich auferstanden. Alleluja, Alleluja. 2. So singt die ganze Christenheit, Erlöst am Kreuzesstamme, Dank, Preiß und Ehr' und Herr lichkeit Sey unserm Osterlamme. Alleluja, Allel. Verwende dich beim böchsten Thron' Erhör' der Kinder Flehen, Maria bitte deinen Sohn, Daß wir zur Freud erstehen. Alleluja, Alleluja. Salve Regina, etc. Sey, Mutter der Barmherzigkeit: Sev, Königin, gegrüßet: Des Lebens Trost und Süßigkeit, Durch die uns Leben fließet; Zu dir, o Mutter! rufen wir, Mit Thränen seufzen wir zu dir. 2. Owend' dein gütig Angesicht, Auf uns vom Himmelsthrone! Verfag' uns deine Fürsprach nicht, Bei Jesu, deinem Sohne; Nach diesem Elend zeig uns ihn, Bei ihm sey unsre Mittlerin. 3. In aller Trübsal, Angst und Noth, Komm uns zu Hülf im Leiden; Hilf, tröste uns, und. bitt' bei Gott, Wenn wir von hinnen scheiden. Erwirb uns Sieg im letzten Streit, O Mutter der Barmherzigkeit. Salve, Salve, o Regina! Salve Königin Maria; Mutter der Barmherzigkeit; Unser Leben, unfre Hoffnung, Unser Trost und Seel- Erquickung Und des Lebens Süßigkeit; Zu dir rufen wir elende Kin der Evå, viel Bedrängte Hier in diesem Jammer: thal, rep. 2. Salve, Salve, o Regina! Salve, Königin Maria. Gútigste Fürsprecherin, Maria, dein holder Name Laß dein' tugendvolle Bahne Nie uns weichen aus dem Sinn; Thu dein' Augen auf uns wenden, Uns dein Beistand gütig senden; Sey ein treue Helferin, rep. 3. Salve, Salve, o Regina! Salve Königin Maria. Sen bei Gott uns Helferin; Zeig uns Jesu deinem Sohne Bei dem Vater auf dem Throne, Mit uns Sündern ganz versöhnt, Daß wir einst zu unserm Lohne Mit der Sel'gen Freudenkrone Bei dir, Mutter! stehn gekrönt, rep. Borsänger: Ave Maria, gratia plena, Dominus tecum, C'hor: Benedicta tu in mulieribus, Alleluja! ( zur Trauer und Fastenzeit): in áternum et benedictus fructus ventris tui, Jesus. Sancta Maria, mater Dei, ora pro nobis peccatoribus nunc, et in bora mortis nostrå mortis notrà, Amen. 15 Meerstern sey gegrüßet! Du unsers Heils Ge bahrerin Der Glanz, der dich umfließet, Erleuchte jetes Menschen Sinn. Du warst& Jungfrau allzeit rein, Du bist vom ew'gen Worte Bestimmt zur Himmels- Pforte. Durch dich geh'n wir zum Leben ein. In der Osterzeit: Alleluja.) 2. Wie hoch war'st du geehret Auf Gottes eige - nen Befehl, Da du den Gruß gehöret Vom Himmelsboten Gabriel! Erwirb uns Gottes Lieb und Huld; Mach jenen Fluch zum Segen, In dem wir längst gelegen, Aus unsrer Mutter Even Schuld. 3. Los auf das Band der Sünden, In welchem wir gefesselt geh'n, Dein Licht ertheil uns Blinden, Daß wir die Wege Gottes seh'n. Die Uebel wende von uns ab, Die Leib und Seele schaden, Erflch' uns Gottes Gnaden, Die er dir überflüssig gab. 4. Wir sind zwar schwache Sünder, Und haben Boses oft gethan; Doch sind wir deine Kinder, Sich uns mit Mutter Augen an. Trag unsre Noth vor Gottes Thron, Der alles bir verleihet! Ja der sich nicht gescheuet zu seyn dein eingeborner Sohn. 5. Du Wunder der Jungfrauen! Sen hoch von uns gebenedeit! Laß, Jungfrau! auf uns thauen Huld, Gute, Lieb' und Mildigkeit. Mach uns von Súndenschulden frei; Hilf, daß wir widerstreben Dem Fleisch, daß unser Leben: Mild teusch, und unbeflecket sen. 6. Bring uns den Schutz zuwege, Der unsern Feind zurücke hält; Daß er nicht Fallstrict lege Auf unsern Weg aus dieser Welt; Daß wir bes Mittlers Angesicht In seiner Glorie sehen, Ihn lies ben, ihn erhöhen Und uns erfreu'n in seinem Licht. 7. Der Vater sen gepriesen, Gevriefen sen der Gottes Sohn; Anbetung sey erwiesen, Dem heit gen Geist auf seinem Thron. Der heiligsten Dreis faltigkeit Sey Ruhm und Preis gesungen Von allen Menschen Zungen: Gelobt sen sie zu jeder Zeit. Dore, große Königin, Himmels und der Erden! Unsre Wünsche geh'n dahin, Tugendhaft zu wer den. Maria völl der Gnaden Hilf, daß uns kein Feind mag schaden; Segne uns, Maria. 2. Unsre Herzen freuen sich, All' der Seligkeiten, Die am Throne Gottes dich, Ohne End' begleiten. Du bist voll des Himmels Segen, Wir frohlocken deinetwegen. Sen gegrüßt, Maria. 3. Mutter der Barmherzigkeit, Zuflucht aller Sünder, Helferin der Christenheit! Schau' auf deine Kinder. Bitte, daß uns Gott beschüße, Und im Guten unterstütze. Bitt' für uns, Maria. Erhebt in vollen Chören Mariam! singt ihr Lob; Bestrebt euch, die zu ehren, Die Gott so hoch er hob. Heilige Maria, heilige Maria! Unser Heil, und unsre Freud! Sey gelobt in Ewigkeit. 2. Sie ist's, die Gott erkoren, Zum Heil in Ifrael; Sie ist's, die uns geboren, Den Gott Emanuel. Heilige Maria, c.( wie oben.) 3. Jungfrau der Jungfrauen! Des Heils Ges bårerin, Wir kommen mit Vertrauen, Zu dir, o Mutter bin. Heilige Maria 2. 4. Du stehst am höchsten Throne, Als eine Kó nigin, Du bist von deinem Sohne, Erklärt zur Herrscherin. Heilige Maria 2. 5. Dem Glanz der Morgensonne, Geht deine Zierde vor, Du bist die Freud' und Wonne, Des ganzen Engelchor. Heilige Maria ic. 6. Ein Meer von Seligkeiten, Ist dort dein ew'ger Lohn, Mit immer neuen Freuden, Krónt dich dein lieber Sohn. Heilige Maria. 7. Sich von dem sel'gen Hügel, Auf unsre Dürftigkeit; Nimm unter deine Flügel, Die ganze Christenheit. Heilige Maria. 8. Du bist ein Schutz der Sünder, Du hilfft in aller Noth; Bewahr uns, deine Kinder, Bom gåhen bösen Tod. Heilige Maria ic. 9. Dies Lied sey dir gesungen, nigin! Mit dir ergeb'nen Zungen, Mit dir ergeb' nem Sinn. Heilige Maria. Himmels Kö 10. Gott Vater sey gepriesen, Wie auch der Gor tes Sobn; Anbetung sen erwiesen Dem Geist auf seinem Thron. Heilige Maria 2c. Mutter sich, ach Mutter sich, Ach sich in Gnaden auf dein Kind, Und hilf geschwind, Nette selbes aus der Noth, Welche ihm die Sünde drobt. rev. 2. Schaue doch, ach schaue doch! Es liegt zur Erde tief gebückt, Und hart gedrückt, Ach es leidet ja Gefahr, Stell dich doch als Mutter dar. rep. 3. Kannst du mich, ach kannst du mich), Du Himmelsfürstin! also seb'n Zu Grunde geh'n; Coll ich denn nun ganz allein Ohne deine Hülfe seyn. rep. 4. Nein du bist, ach nein du bist, O beste Mutter! jederzeit, Zur Hülf bereit. Tu Maria húlfest mir, Ich dein Pflegkind traue dir. rep. 5. Sieh auf mich, ach sieh auf mich! Sieb meiner Zähren heißen Bach, Und hör' das Ach, So mein stetes Leid erregt, und zu deinen Ohren trägt. rep. 6. Dámpfe doch, ach dämpfe doch Die Macht des Teufels, seine Wuth Und des Fleisches Glut, Steb' mir stets im Streiten bei, Daß ich ohne Sünde sey. rep. Vater auf dem höchsten Thron! Jesus Christus Gottes Sohn! Heil'ger Geist von Ewigkeit! Drei in einer Wefenheit. Erbarme dich o Herr. 2. Mutter Christi unsers Herrn, Himmelspforte, M2 Morgenkerk, Hilf den Christen, welche dich, Mut ter nennen flebentlich. Maria bitt' für uns. 3. Keusche Matter sey gegrüßt, Die du voll der Gnade bist! Du bist lieblich), treu und mild, Jeder Tugend schönstes Bild. Maria bitt' für uns. 4. Mutter! groß ist dein Beruf, Selbst den, der die Welten schuf, Und für uns sein Blut vergöß, Trugst du einst in deinem Schoos. Marta bitt' für uns. 5. Allzeit rein und dauerhaft, Blühet deine Junge frauschaft, Deine Macht ist auch sogar, Erd' und Himmel wunderbar. Maria bitt' für uns. 6. Spiegel der Gerechtigkeit, Ursach unsrer Fröhlichkeit, Du Gefäß, dem Wonne voll, Jedes Herz lobsingen soll. Maria bitt' für uns. 7. Schönste königliche Blume! Die in Gottes Heiligthume, Ewig unvergeßlich blüht! Dich um giebt auf deinem Throne, Jener Glanz der Stere nen Krone, Die auf deinem Haupte glüht. Maria bitt' für uns. 8. Du des Davids fester Thurm, Schreckst den Feind und Höllensturm, Wie ein wohlgerüstet Heer, Herrschest du auf Land und Meer. Maria bitt' für uns. 9. Du, der Gottheit Rauchaltar, Der noch nie entweiber war; Bundes: Arche, goldnes Haus! Seligkeit geht von dir aus. Maria bitt' für uns. 10. O du Zuflucht aller Sünder!, Trösterin in Angst und Noth, Zu dir flehen deine Kinder, Sen uns hilfreich in dem Tod, O empfehl uns deinem Sohne, Wenn der große Tag anbricht, Wo er auf dem Wolkenthrone, Einst als strenger Richter foricht. Maria bitt' für uns. 11. Dich hat Gott von Anbeginn, Auserwählt zur Königin; Finem jeden Geister Chor, Leuchtet deine Klarheit vor. Maria bitt' für uns. 12. O du Lamm Gottes! welches du hinnimmst die Sünden der Welt; erbarme dich unser. ( Dreimal.) Auf das Fest der Himmelfahrt Marta. Sich Maria! sich zurücke! Auf die Wünsche, auf die Blicke, Die anheute nach dir geh'n. Christen, die die Liebe bindet, Deren Herz die Treu umwindet, Heute seufzend nach dir seh'n. 2. Heut' hast du für deine Leiden, Fingeårntet Himmelsfreuden! Heut' bestiegest du den Thron, Den dir jener Gott bereitet, Welchen du mit Fleisch gekleidet; Heut' empfiengst du deinen Lohn. 3. Hor das freudenvolle Singen, Sieh das bange Handeringen, Deiner lieben Kinder an. Bitt' für fie bei Gottes Throne; Sprich für sie, mit deinem Sohne, Der dir nichts versagen kann. 4. Hilf sie vor dem Bösen schützen, In dem Gu ten unterstützen; Lege deine Fürbitt' ein, Daß fie leben, wenn sie sterben, Daß sie werden Himmels. erben; Daß fie ewig bei dir seyn. 5. Jesus! in den letzten Zügen, Laß uns durch die Mutter siegen, Leber unsern Feind im Streit; Wenn der matte Leib wird sterben, Laß, Herr! unfre Seelen erben, Deines Reiches Herrlichkeit. 6. Reiche, Mutter! uns die Hände, Wenn uns an des Lebens Ende, Schreden, Furcht und Ungft befällt. Bitt', daß Gnade Gott verleihe, Die uns in der Lieb' und Reue, In der Hoffnung auf recht bålt. Du Maria, schönstres Bild, rep. Du bist's worauf dieses zielt; Deine Zierde und dein Licht rep. Weidhet allen Sternen nicht rep. 2. Du bist einzig, welche sey, rep. Von dem Drachen blieben frei: rep. Dessen Gluth vom Höl len: Gift, rep. Alle Adamskinder trifft. 3. Du bist jene reine Braut, So sich Gottes Geist vertraut: rep. Gottes Vaters schönstes Kind rep. Ohne Flecken ohne Sünd. rep. 4. Dir das ganze Himmelsheer, Gleichet nicht an folcher Ehr; rep. Du ein' reine Mutter bist, Def fen, der dem Vater ist. rep. Am Feste der heil. Schutzengel. Wer zählt der Engel Heere, Die du zu deiner Ehre, Herr aller Welten schufft? Sie freu'n sich, deinen Willen, Gehorsam zu erfüllen, Wenn du zu deinem Dienst sie rufft. 2. Sie eilen, vor Gefahren, Den Frommen zu bewahren, In seiner Pilgerzeit. Sie freu'n an dei nem Throne, Sich einst auch seiner Krone, Wie ihrer eignen Seligkeit. 3. In diesen Geister- Chören, Dich ewig zu vers ehren, Weldy' eine Seligkeit! Einst wird sie der empfinden, Der hier entwöhnt von Sünden, Sich ihnen gleich zu werden freut. 4. D'rum laß mich schon auf Erden, Den Engeln ähnlich werden, So weit ich Schwacher kann! Dann bet' ich mit den Engeln, Ganz heilig, rein von Mängeln, Dich würdiger im Himmel an. Reine Engel! ungeseh'n, Schwebt ihr um die Menschbeit her; Oder ist die Welt der Welten, Luft und Raunt an Bürgern leer? Von dem Wurme bis zum Menschen, Steiget Schönheit, Kraft und Licht; Nein, die große Wesenkette, Schließt fich mit den Menschen, nicht. 2. An den Ring der Erden Welt, Kettet fich die Geisterwelt; Einst nach der Vollendungsstunde, Wenn der dichte Schleier fällt, Einst wann wir hinüber schweben, lleber Grab und Eitelkeit, Rei chen Brüder uns die Hände; Brüder in der Ewigkeit. 3. Engel nennt sie unsere Sprache, Lieblich malt sie unser Geist, Stellt sie vor dem Welten- Throne, Wo ihr Lied den Schöpfer preißt, Angethan mit weißen Kleidern, Friedenspalmen in der Hand, Ausgeschmückt mit Kraft und Tugend, Ewig rein, wie ihr Gewand. 4. Reine Wesen, Himmelskinder, Schön durch ew'ge Heiterkeit! Ach der Glaube ist so selig, Daß ihr unsre Freunde seyd, Daß euch unser Schicksal rühret, Daß ihr uns zur Seite steht, Unfre stille Tugend segnet, Unsre fromme Thräne seht. 5. O wer wollte sich nicht scheuen, Vor der fril len Lasterthat? Nicht mit Scham zurücke treten, Vom verborg'nen Sündenpfad? Ist es möglich, daß der Pilger, Sein erhab'nes Ziel vergißt? Wenn er den Gedanken denket, Das er unter Engeln ift. 5. Auf, mein Geist, in jene Welten, Wenn die Erde dich umstrickt! Auf, zu jenen Freigebornen, Wenn dich deine Knechtschaft drückt! Strebe muthig zu dem Ziele, Aus der Finsterniß zum Licht! Gott und Engel sind dir nahe! Kämpfe, ringe, weiche nicht. Ihr Engel eilt hernieder, Mischt euch in unsre Lie der, In Demuth beuget euch. Das Brod, das wir hier ehren, mit welchem wir uns nähren, Macht Menschen Engeln gleich. rep. 2. Laß heilig heilig schallen, Dem Gottmensch, der vor allen, Bei seinen Treuen wohnt. Der in. des Leibes Hülle, Mit seiner Gnadenfülle. In unsern Tempeln thront. rep. Auf die Feste der Heiligen. Am Feste Allerheiligen. Sen gnädig deinen Knechten, Du zu des Vaters Rechten, Herr Jesus Gottes Sohn! Sieh auf der Jungfrau Fleben, Laß das an uns geschehen, Was vor des Vaters Thron Für uns Maria bittet. 2. ihr neun Engel-Chöre! Ihr heil'gen Got tesheere, Werft einen Blick herab, Helft uns, das mit wir finden: Vergebung unsrer Sünden, Und wendet von uns ab, Was uns beflecken könnte. 3. O wollet ihr, Propheten, mit den Aposteln treten Zum ftrengsten Richter hin, Und ihn auf unfre Thränen Durch euer Fleh'n versöhnen, Da mit wir gnädig ihn, Bei unserm Tode finden. 4. 3hr, die ihr Blut und Leben Für Christus dargegeben. Sammt allen Beichtigern, Rust uns zum Vaterlande Aus diesem Elendsstande Zum Une gesicht des Herrn, In dem ihr euch erfreuet, 5. Shr, die ihr in den Wüsten Entsagt habt allen Lüsten, Und du Jungfrauen- Chor! Helft euern schwachen Brüdern, Zieht zu den wahren Gütern Des Himmels uns empor, Daß wir mit euch frohe locken. N 6. Was in bent Glauben irret, Und das, was ibu verwirret, Schafft fern von unserm Land; Das wit nur eine Heerde Aus allen Menschen werde, Die eines Hirten Hand, In einen Schaafftall leitet. 7. Dem Vater und dem Sohne, Dem Geift auf beinem Throne Sey Lob und Dank geweiht. Wie dir die Engel Chöre Lob singen, so sen Ehre Dir, Dreifaltigkeit! Von uns zu allen Zeiten. Auf, Christen, mit heiligem hohem Entzücken, Last uns in den offenen Himmel heut blicken, schauet der Heiligen glänzende Schaar, Die sterblich gleich Menschen auf Erden einst war. 2. In himmlischer Schönheit, viel heller als Sonnen, Auf ewig den Leiden der Erde entrone nen, Umgeben sie jubelnd des Ewigen Thron, Ge nießen der Heiligkeit seligen Lohn. 3. Euch alle, die hier oft im Elend geschmachtet, Auf Erden verspottet, verfolgt und verachtet, Euch alle umstrahlet nun himmlischer Glanz! Euch kró net der Tugend nie welkender Kranz. 4. Genießet in Frieden, nach Trübsal und Leiden, Ihr Heiligen Gottes, die füßesten Freuden! Doch denfet bei eurem so herrlichen Glück, An eure noch streitenden Brüder zurück. 5. Ja, Heilige Gottes, auch beilig zu leben, und selig zu sterben sen unser Bestreben! Dann wird uns ben euch einst auch Freude und Ruh; Erfleht uns die Göttliche Grade dazu. Auf die heiligen Aposteln. Im Himmel müsse Lob erschallen, Auf Erden müsſe jeder Christ Vor Freuden an dem Tage wallen, Der den Apostein heilig ist; Die Welt fingt ihre Herrlichkeit, Der Himmel preißt sie jederzeit. Alleluja. 2. Zu euch erheben wir die Hände, Jhr wahren Lichter dieser Welt! Die ihr an aller Zeiten Ende Von Gott zu Richtern send gestellt. Hört unfer demuchsvolles Fleh'n, Und laßt es in Erfüllung ach'n. Alleluja. 3. Den Sündern schließt ihr zu die Pforte, Die zu des Himmels Erbe führt. Ihr öffnet sie mit einem Worte Den Sündern, die die Neue rührt. Lößt uns in diesem Lebenslauf Von allen Sünden banden auf. 4. Die Krankheit weicht im Augenblicke, Wenn euer Mund sie weichen heißt, Gesundheit kehrt auch gleich zurücke; heilet unsern schwachen Geist. Erwerbt bei Gott uns Stark und Kraft, Die neue Tugend in uns schafft. 5. Damit, wenn Jesus auf der Wolke Als Rich ter fizet zu Gericht, und jedem aus dem ganzen Volke Ein ewig während Urtheil spricht: Er uns in jener bangen Zeit, Aufnehme zu der Seligkeit. Auf die heiligen Martyrer. Das Blut der Martyrer! Der Sieg, den jeder sich erwarb, Da er für dich o Herr! Für deine Lehr' und Ehre starb. Der Lorbeerkranz, Der Glorie Glanz! Den jeder sich errang, Sey unfer Lobgesang. 2. O Herr der Martyrer! Du König deiner Hel denschaar! Du Kranz der Beichtiger! Nimm unsre heiße Wünsche wahr, Du giebst dem Theil Am ew'gen Heil, Der von der eitlen Welt, Sich abge fondert hält. 3. Hör unser Siegeslied, Es ist den Märtyrern geweiht, Herr! der alles sicht, Sieh' unser bitt'res Herzenleid; Denn Herr vor dir, Beseufzen wir Die Sünde, die uns reut, Erzeig' Barmherzigkeit. 4. Du stårfst die Martyrer! In ihnen sieget, deine Macht, Du schonst die Beichtiger, Durch Liebe wird ihr Lauf vollbracht. Schenk uns aus Huld Die Sündenschuld, Besieg' die Missethat, die uns besieget hat. Auf einen heiligen Bischof. Welterlöser Jesus Christ! O du der Hirten Krone! Der du der Hirt der Hirten bist, Schau Sey zártlicher als sonst her von deinem Throne. geneigt, An diesem Tag zu hören, Wie tief sich un ser Herz dir beugt, Mit Liedern dich zu ehren. 2. Der fromme Bischof, der sich dir Und deinem Dienst geweihet, Der deiner Lehre Saamen hier Mit Sorgfalt ausgestreuet! Der ist es, den die Christenheit Alljährlich heute preißet, Und mit des Geistes Freudigkeit Durch ihn dir Ehr' erweiset. 3. So lang er in dem schwachen Fleisch, Ges wandert bier auf Erden. War er andächtig, rein und keusch. Und sittsam in Gebärden; Er ließ die strengste Nüchternheit Stets seinen Leib empfinden, Und konnte fern von Eitelkeit Die wahre Weisheit finden. Auf einen heiligen Beichtiger. Herr Jesus! böchste Wahrheit, Du Krone, Glanz und Klarheit Der du im Himmel thronest; Und dem der dich bekennet, Der nie von dir sich tren net, Mit ew'ger Krone lohnest. 2. Laß dir zu Ohren kommen Die Fürsprach dieses Frommen, Den unser Chor verehrt. Zerreiß das Band der Sünden, Die unsre Seelen binden, Wie er für uns begehrt. 3. Dir Jesus, Himmelskönig! War er stets un terthänig, Dir hieng er immer an; Die Macht der Höllenschlange, Besiegt' er stets mit Zwange, Sie war ihm unterthan. 4. Was nur die Sinne reißzet, Nach dem die Welt fich geizet, Bestritt er wie ein Hefe, Vom Glauben angeführt, Mit Tugenden geziert, Verließ er diese Welt. Auf eine heilige Jungfrau. Jefus der Jungfrauen Krone! Der du dich von Himmelsthrone Zu der Jungfrau Schoos geneigt; Die nichts, da sie dich geboren, Von der Jungfrau schaft verloren, Hor' uns hier vor dir gebeugt. 2. Bei den Neiben der Jungfrauen Wohnst du in den Himmelsauen, Unter Lilien weidest du. Dort von Herrlichkeit umgeben, Schenkst du in dem ew'gen Leben Deinen Branten süße Ruh'. 3. Mit entzückendem Vertrauen Folgen immer die Jungfrauen, Wo dich, Herr, dein Weg hinführt; Dieser keuschen Braute Menge, Singt dir süße Lob. gesänge, Von der Liebe tief gerührt. 4. Herr, mit ihren Lobgesängen Laß uns unser Lied vermengen, Hor', wie unser Herz dich fleht! Hilf uns, das wir gründlich lernen, Uns von allem zu entfernen, Was der Keuschheit widersteht. 5. Gott der Vater sey gepriesen, Ehre sey dem Sohn erwiesen, Ehre sey dem heil'gen Geist. Lob sen Gott in unserm Leben, So von uns allhier ges geben, Wie ihn dort der Seraph preißt. Am Fefte der heiligen Apollonia. Last uns eine Heldin preisen, Namens Apollonia; Und dem Himmel Dank erweisen, Der sie so mit Kraft verfah; Daß sie durch der Gnaden Bölle, Womit er fie ausgestatt't, Uleber Fleisch, und Welt und Hölle, Glorreich obgefieget hat. 2. Feierlich sollte sie entfagen, Jesu ihrem Bräu: tigam! Deffen Liebe sich entschlagen, Der für fie vom Himmel kam; Sollte treulos an ihm werden, Fremden Göttern Weihrauch streuen, Und beglückt fenn hier auf Erden, Oder leiden jede Pein. 3. Wie ein Fels in Ungewittern, Steht die edle Jungfrau da; Nichts kann ihren Muth erschüttern, Nichts schreckt Apollonia. Sie verachtet Pein und Schmerzen, Ja den Feuertod sogar; Denn in the rem keuschen Herzen, Brannt ein Feuer, das stüre fer war. 4. Sezzo steht an Gottes Throne, Die erhabne Siegerin, Strahlend mit zweifacher Krone, Uls Jungfrau und Martyrinn; und genießt für ihre Leiden, hier in dieser kurzen Zeit, Unaussprechlich große Freuden, Durch die ganze Ewigkeit. 5. Holde Jungfrau! hor die Lieder, Die wir deis ner Ehre weihn; Und bitt Gott hingegen wieder, Uns die Gnade zu verleihen, Daß wir hier geduls dig leiden; Immer auf dein Beispiel sehn, Um einst in die Himmelsfreuden, So wie du, auch ein zugehn. Auf den heiligen Mathias. Mathias, wir verchren Dich, und den Namen dein, Den wollen wir vermehren, Was uns wird möglich seyn. Heiliger Mathias, heiliger Mathias, rep. Jung und Alt, groß und klein, Dir laß an befohlen seyn. 2. Das Loos dir ist gefallen, Mathias großer Held, Uns thu erlangen allen, Glück, Heil auf dieser Welt. rep. 3. Des hiesigen Lands Patronen Did) preisen überall, Rach deiner Freud und Wonne, Wir seufe zen allzumal. rep. 4. Das Heil du hast verkündet, Den Weg und rechts Bahn, Viel Böfe und viel Sünder, Geführt auf rechten Plan. rep. 5. Den Tod und schwere Peinen Hast duldet ritterlich, Doch lebst in unserm Sinne, Die wir verebren bid. rep. 6. Drum dir jetzt anbefehlen Leibs und der See: len Noth, Uns wollest auch erretten Vom böß- und ewigen Lod. Vom heiligen Caftor. Süß, o Gott, find jene Stunden, Die man deiner Liebe schenkt, We man, sanft vor dir gebunden, Dich und deinen Lohn bedenkt; O dann ist der Erde Größe, Nur die große Kleinigkeit, Und im frohen Weltgetöse, Lärmt betrübter Todesstreit. 2. Castor klug durch dieses Denken, Machet sich bei guter Zeit, Um sich seinem Gott zu schenken, Von der Welt zur Einsamkeit; Nun entfernt von Eitelkeiten, Spricht er stets, o Gott, zu dir: Herr du Wesen aller Zeiten, Wie erhaben bist du mir. 3. Wirst du mich dereinst beglücken, O wie wohl wird mir dann seyn, Dann wird mich kein Kummer drücken, Keine Noth und keine Pein; Freude werd ich dann genießen, Die mir unbegreiflich ist; Über mich wirst du sie gießen, Der du ihre Quelle bist. Vom heiligen Gogr. Großer Goar! deine Tugend, Glänzet schon in erster Jugend, Wie das schönste Morgenlicht! Hd. ren wir von deinen Thaten, Die dein frommes Herz verrathen, Jeder mit Entzücken spricht. 2. O mit welchen zarten Trieben, Weis er seinen Gott zu lieben, Heilig glühet seine Brust. Auch die Sünder zu bekehren, Und sie wahre Buß zu lehren, Ist sein Wunsch und seine Lust. 3. Mögte doch uns Goars Leben, Ihm zu fol gen Triebe geben! O wie heilig würden wir! Gieb uns Herr, dazu den Segen, Alles ist ja d'ran ge legen, Freudig ruf uns dann zu dir Von der seligen Rizza. D wie herrlich ist das Licht, Das aus Rizza's Thaten bricht, Selbst die Sonne scheinet bleich Wenn es von dem Throne blißt, Wo an Pracht und Ehren reich, Ewig diese Fürstin sitzt. 2. Dir o Gott der Herrlichkeit! Dir ist stets mein Dit ift Lob bereit, Rizza ward durch dich beglückt, Und durch dich dahin gebracht, Wo die Freude sie ent zúct, Und kein Leiden traurig macht. 3. Mir, o Herr! steh auch so bei, Mache mich von Sünden frei; Laß mich immer heilig seyn, Führe mich demnächst dahin, Wo ich ohne Furcht und Pein, Ewig in dir selig bin. Trauerlieder. Am Allerseelentage. Am Tag des Zorns, an jenem Tage, Nach Da vids und Sybillen Sage, Versinket einst in Aſche diese Welt. O weldh' ein Schrecken wird entstehen, Wenn wir den Richter kommen sehen, Der nun Gericht von unserm Leben hält. 2. Wenn der Posaunenschall erklinget, Der in die tiefsten Gråber dringet, Wird kein Geschöpf dem Richter- Aug' entgeh'n. Der Tod und die Natur wird beben, Wenn alle Menschen zu dem Les ben, Und zu der strengsten Rechenschaft erfreh'n. 3. Dann wird ein Buch von allen Tagen, Von allen Werken aufgeschlagen, Nachdem der Erden Freis gerichtet wird: Dies wird auch die geheimsten Thaten, Vor seinem Richterstuhl verrathen; Nichts bleibet ungerächt, nichts unberührt. 4. Was werde dann ich Armer sagen, da die Gerechten selber zagen? Zu wem werd' ich um Schutz und Beistand fleb'n? Schreckbarer König, Quell der Gnaden! Der nur aus Güte mich belas den. Erbarmer! laß mich nicht zu Grunde geh'n. 5. O Jesu! denk', daß du das Leben, Für mich empfangen und gegeben; Verdamm mich nicht zur Höllenpein! Du hattest Mühe, mich zu suchen, Du ließest dir am Kreuze fluchen, Laß diese Müh' ja nicht verloren seyn. 6. Gerechter Richter unsrer Sünden! Laß uns bei dir Vergebung finden, Noch vor dem Tag der strengen Rechenschaft! Ich seufze, tief in Staub ge strecket, Das Angesicht mit Scham bedecket; Verschon, o Gott, gieb meinen Bitten Kraft. 7. Du bist Marien Gnad' verliehen, Dem Schächer an dem Kreuz verziehen, Dies ist, was mir auch Troft und Hoffnung bringt; Ich bin zwar unwerth, weh' mir Armen! Doch mach), o Herr! durch dein Erbarmen, Daß mich das Höllenfeuer nicht verschlingt. 8. Laß mich zu deiner Rechten stehen, Mich unter beinen Schafen sehen, und stelle mich nicht zu den Bösen hin. Wenn diese dann dein Fluch er: greifet, und in den Flammen- Meer ersäufet, Heiß mich mit dir und deinen Engeln zieh'n. Menschenvater! voll der Huld, Sich' gnädig auf die Seelen, Die wegen unbezahlter Schuld, Der Prüfung Flammen quälen. Sie rufen uns um Fürspruch an, Wir können's nicht versagen, Allein wir haben selbst gethan, Das, was sie nun beklagen. 2. Doch wir sind glücklich noch dabei, Wir haben Zeit zu búßen: Wir thun es auch mit wahrer Neu, Gott, vor deinen Füßen. Sie sind schon in der Ewigkeit, und können nichts als leiden: Olap, Erbarmer! sie noch heut, Aus ihrem Kerker scheiden. 3. Sie sind dein Bild, o höchstes Gut! Dich anzuschauen auserkohren, Es ist der Werth von Jesu Blut, An ihnen nicht verloren. Die Kirche fleht, in deren Schoos Sie durch die Taufe kamen; Sie schieden, als ihr Aug' sich schloß, O Herr! in dei nem Namen. 4. Das Himmelsheer vereinet sich, Mit deiner Kirche Flehen, und bittet durch Maria dich, Laß fie dein Antlitz sehen. Menschenvater! laß sie nun, Nach ausgestand'nen Peinen, In deinem Frie den ewig ruh'n, Dein Urlicht ihnen scheinen. 5. Sieh wie dein Sohn auf dem Altar, Unblutig wird geschlachtet, Wie diese trauervolle Schaar, Dich zu versöhnen trachtet; Sieh, Vater! Jeſum blutend an, Am Kreuz, im Bild der Schmerzen; Er hat für uns genug gethan, Aus mildem Vater: herzen. O Vater, voller Lieb und Huld, Erhöre unser Flehen, Wenn wir mit feuchtem Thränenblick, Hin über Gräber sehen, Wenn dann das Auge sehnsuchtsvoll, An deinem Himmel weilet, Und glaubend sich das wunde Herz, Durch stille Andacht heilet. 2. Du, Herr! gabst unsre Lieben uns; Du, Herr! haft sie genommen; Sie wohnen in der bessern Welt, Bei Engeln und bei Frommen. Du schützest sie; sie sind bei dir, Wer darf ihr Glück befehden? Doch laß uns, Herr! zu unserm Trost, Auch für die Toden beten. 3. Wir wandeln in der Dämmerung, bis zu dem Aschenkruge, Ach ja! und lesen, alle sammt, In einem dunkeln Buche. Dort wohnt die Klarheit, N dort bei dir, Wo tausend Sonnen prangen; Ach leite sie zum Lichte hin, Die uns vorangegangen. 4. Uns drückt des Leibes Fessel oft, Zur armen Erde nieder; Wir seufzen heute reuevoll, Und fehlen morgen wieder. Dort blüht der Unschuld Lilie, in jenen Himmelsauen, Laß unsre Todten, Herr! bei dir, Der Tugend Urbild schauen. 5. Allgútiger, vollende sie! Vollendung ist die Krone, Mit welcher du die Geister schmückst, Vor deinem lichten Throne; Vollende sie in Herrlichkeit Die Theuern in dem Grabe! Dies sey ihr schönes großes Loos, Und ihre Himmelsgabe. 6. Es ist vollbracht, jetzt feiern sie, Dort ihre Ruhestunden; Gott, unser Gott, wir danken dir, Sie haben überwunden. Wir blicken hin mit Hei terkeit, Auf schwarze Todtenbahren; Herr, wenn die letzte Stunde schlägt, Laß uns in Frieden fahren. Um unsre Freunde weinen wir, Den Jammer auszuföhnen; Gott, der uns seine Liebe gab, Gott schenkte uns auch Thränen. Wir weinen nur, wir murren nicht; Und zwischen Ach und Wehe, Hebt sich das nasse Aug' empor, Und spricht: dein Will' geschehe! 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Er lohnet uns mit Freuden; Er lohnet mit Unsterblich keit, Der armen Menschen Leiden. Ach, manches Leiden beugt uns tief! Wer kann es uns vergelten? Gott sendet uns den letzten Freund, Ruft uns in bess're Welten. 3. Dort, wo des frommen Pilgers Kreuz, In Palmen sich verwandelt, Wo jeder Sieger im Triumph, In hoher Wonne wandelt; Wo Unschuld, Wahrheit, Licht und Recht, Den müden Wandrer lohnen, Dort, Freuden- Geber! laß uns einst, Mit dir im Frieden wohnen. ● Ich fühle, daß ich sterblich bin, Mein Leben welkt wie Gras dahin, Wie ein verschmachtend Laub; Wer weis, wie unerwartet bald, Des Höchsten Wort an mir erschallt: Komm wieder in den Staub. 2. Wenn mich das finstre Grab verschlingt, Ein ewig Schweigen mich umringt, Mich die Verwesung nagt, Alsdann bleibt alles doch zurück, Und hätte gleich ein lächelnd Glück, Mir keinen Wunsch versagt. Alle Menschen müssen sterben, Alles Fleisch vergeht wie Heu; Was nur lebet, muß verderben, Soll es anders werden neu. Dieser Leib, aus Staub und Erden, Muß zur Erde wieder werden, Soll er einst verklärt aufsteh'n, Und das ew'ge Leben seh'n. 2. Christus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn; Er hat mir das Glück ers worben, Daß ich Gottes Erbe bin. D'rum verlaß ich gern die Leiden, Dieser Zeit, um in die Freu den, Deines Himmels einzugeh'n, Und ihn, mei nen Herrn, zu seh'n. Tag des Entsegens, die Schöpfung erbebet, Den Schrecken des Todes fühlt alles, was lebet, rep. Wann Christus als Richter auf Wolken einst thront, rep. Die Bösen bestrafet, die Guten belohnt. rep. 2. Das böse Gewissen verklaget den Sünder, Ihn forschet dein Auge, Du Herzensergründer; rep. Ach sollte mich, eh' ich versöhnt mit dir bin, rep. Dein Tag überfallen, wo flöhe ich hin? rep. 3. Wann Rotten Verworfener ihr Schicksal be klagen, Wann sie schon empfinden die Größe der Plagen, rep. Dann führ' meine Sache, nimm meiner dich an, rep. O Mittler! gleichwie du am Kreuze gethan. rep. N 2 Erhör' uns Gott, und gieb den abgeschiednen See len Den Frieden und die Ruh'; laß sie nicht länger quälen, Wir bitten inniglich, Laß sie nicht ohne Trost dort in den Qualen weinen, Vertreib' die Finsterniß; dein Licht laß ihnen scheinen, Ach, Herr! erbarme dich. 2. Dein Volk wird, großer Gott, dir Lob in Sion singen, Und in Jerusalem dir, Herr! Gelübde bringen; Denn dies gebühret sich. Hör' unsre Bitt', o Herr! neig' dich zu unserm Flehen, Laß doch die Geelen bald dein Angesicht dort sehen, Im Hims mel ewiglich. Buss- und Bittlieder. Ihr Christen! betet an, und preißt: Gott, bir sey Ehr' erwiesen, Der Vater, Sohn und heil'ge Geist Sen stets von uns gepriesen! Dir heiligste Dreiei nigkeit, Sen Ruhm und Ehr' in Ewigkeit. Erbar me dich über uns. 2. Maria, Jungfrau, Königin! Ofey gebene: deyèt, De Gottes Sohns Gebärerin! Du hast die Welt erfreuet. Sieh an das Herz, das wir dir weih'n; Du mußt auch unsere Mutter seyn. Maria bitt' für uns. 3. O große Frau! erfreue dich Der großen Mut: terwürde, Du trägst und zeigst uns mütterlich Die gnadenvolle Bürde. O sey beim Schöpfer uns ge neigt, Der deine keusche Brust gesaugt. Maria bitt' für uns, 4. Dort, wo im höchsten Sonnenlicht, Die Ses raphinen glühen, Steht sie vor Gottes Angesicht, Und wir sind ihr Bemühen. Die einst geboren unser Heil, Nimmt auch an unsrer Wohlfahrt Theil. Maria bitt' für uns. 5. Sie ist der Engel Königin: Und ihre Freud' und Bonne, Die mächtigste Fürbitterin Bei Jefu, ihrem Sohne. Nimmt sie uns unter ihrem Schutz, So bieten wir der Hölle Trußz. María bitt' für uns. 6. Dich ehrt die ganze Christenheit, Du wahre Bundeslade! O theil uns mit zu aller Zeit Von deiner vollen Gnade! Reich uns die milde Mutterhand, Und schüße unser Vaterland, Maria bitt' für uns. 7. Die Engel Gottes halten. Wacht Für uns und unser Leben. Zeig't, Himmelsfürsten eure Macht, und macht die Hölle beben. Ihr Engel Gottes insgesammt, Wie voll des Trost's ist euer Umt. bittet auch für uns. 8. Die Kirche Christi ist geziert, Ein Chor von Millionen. Der Heiligen dort triumphirt; Sie glänzen wie die Sonnen, Im weißen Kleid', und mit dem Palm, Und singen Gott den Freudenpsalm. Sie bitten auch für uns. 9. Lamm Gottes, voll der Lieb' und Huld, Nimm von uns weg die Sünden; Vergieb uns unf're Sündenschuld, Und laß uns Gnade finden. Laß deinen Tod und Kreuzes- Pein An Christen nicht verloren seyn. Verschone uns, o Herr! 10. O Gott! vor deinem Angesicht, Es bitten arme Sünder, Verwirf uns, dein' Geschöpfe, nicht, Es bitten deine Kinder; Denn Jesus hat genug gethan, Nimm uns're Buß in Gnaden an. Erlöse uns, o Herr! 11. Du liebst Barmherzigkeit, o Gott! Und giebst Gebot der Liebe: Daß jeder halte die Gebot, Die Lieb' des Nächsten übe, Genau erfüll' die Standes: pflicht, Dazu gieb Stárke, Gnad und Licht. barme dich unser, Herr! 12. Wir beten deine Vorsicht an, Regiere Sonn' und Regen; Denn du hast allzeit wohlgethan, Gieb ferner deinen Segen: Dem Feld' das Wachsthum und Gedeih'n, O dies wird unser Herz erfreu'n. Erhöre uns, o Herr! mein Christ! laß Gott nur walten, Sag' mit Sanftmuth immer fort: Gott, mein Herr, wird mich erhalten, Wahr und heilig ist sein Wort, rep. Wer sich ihm ganz anvertraut, rep. Hat sein gan zes Glück gebaut. 2. Gott wird unsern Willen lenken, Er giebt uns den besten Rath. Er kann jenen niemal krånken, Der ihn schon zum Vater hat, rep. Wann er nimmt, und wann er giebt, rep. Ist er Vater, der uns liebt. 3. Führt er uns durch rauhe Wege, Schickt er Kreuz und Leiden zu; Treffen uns gleich seine Schläge, Dein Gemüth bleib' in der Ruh', rep. Denn Gott weis nach seinem Plan, rep. Was uns núßt und schaden kann. 4. Laß den Allerhöchsten sorgen, Q mein Christ verzage nicht! Wie der Sonne Licht am Morgen, Auch durch trübe Welken bricht, rep. Also schickt Gott ungefähr, rep. Wieder Trost und Segen her. 5. Alle Thränen und Beschwerden, Alles Leiden dieser Zeit, Wenn sie Gott gewidmet werden, Bringen Trost und Hülf' und Freud'. rep. Nimm das Kreuz geduldig an, rep. Folge, Christus geht poran. 6. Der wird nie das Ziel verfehlen, Wer in Des muth an ihn glaubt, Sollte er mein Glück nicht wählen, Zählt er doch die Haar' am Haupt. Jhn ju bitten ist die Pflicht, Er verläßt die Seinen nicht. 7. Kannst du dich vor Gott beschweren, Denken, daß er dich vergißt? Er gibt mehr als wir begeh ren; Bitt' durch Jesum, guter Christ! Sage oft mein Gott und Herr! Was ich bitte, giebst du mehr. 8. Bitte stets um Gottes Segen, Bitt' ihn um das täglich Brod; Bitte, er schickt Sonn' und Res gen, Er hilft gern aus aller Noth. Doch vor allem bitte ihn, Was der Seele zum Gewinn. 9. Weise Bitte Gott erhöret, Bei der ernsten Sündenflucht; Gott gefällt's, wenn ihr begehret, Muth zur bessern Kinderzucht, Mehr Verstand zu eurer Pflicht, Und ein höh'res Gnadenlicht. 10. Sucht zum ersten das Reich Gottes, Uebet die Gerechtigkeit, Merkt den Inhalt des Gebotes: Liebt den Nächsten jederzeit. Wer Gott und den Nächsten liebt, Weiß, wie gern der Vater giebt. O Schöpfer! dessen Allmachtwort, Einst diese Welt gebauet, Du, dessen Vorsicht immerfort, Auf die Geschöpfe schauet; neige dein barmherzig Ohr; Zu deiner Kinder Flehen, Und laß uns, Bater wie zuvor, Dein gnädig Antlik sehen. 2. Zwar haben wir unendlichmal, Den Sündens weg betreten, Und schmachten. noch im Jammerthal' Gebeugt in Sünden- Ketten. Wir sind nicht werth, in unsrer Noth, Von dir erhört zu werden, Doch du verbleibst der milde Gott, Im Himmel und auf Erden. 3. So gieb denn unsrer Bitte Statt, Der Bitt' um deinen Segen: Gieb gutes Wetter für die Saat, Gieb Sonnenschein und Regen. Du theilst das Wetter günstig aus, Du kommst mit Hülf' in Nöthen: Heut' ruft zu dir ein jedes Haus: Gieb, Vater! wenn wir beten. 4. Gieb, Vater! uns das täglich Brod, Das wir im Schweiße bauen; Laß deinen Segen, reicher Gott, Uns in den Feldern schauen. Schon oft hast du durch das Gebeth, Uns deine Huld geschenket; So bath Elias, der Prophet, Dann ward daß Land getränket. 5. O daß auch unsrer Stimme Schall, Zu deinem Throne reichte, Und deinen Zorn auch dieses mal, Wie sonst so oft erreichte; O schütte deine Gnade aus, Laß unsre Frucht gedeihen, Damit wir uns in deinem Haus, Mit Dankesliedern freuen. 6. Laß auch, o Gott! den Gnadenthau, Auf uns fre Seele fließen, Den angefangnen Tugendbau, In deinem Segen sprießen; Damit wir durch die Lebenszeit, Die werthen Früchte häufen, Und endlich zu der Seligkeit, Un deinem Tage reifen. 7. Dem Vater voll der Majestät, Dem eingebor nen Sohne, Dem Geiste, der aus beiden geht, Sen Lob auf seinem Throne; Dich, o Maria! bitten wir, In deines Jesu Namen, Sprich für uns arme Sún der für! Wir fingen tröstlich: Amen. Gott schuf die Welt zu seiner Ehre, Zum Zeug niß seiner Herrlichkeit; Jhn preißen ewig Erd' und Meere, Den großen Herrn der Ewigkeit, Aus Ehrfurcht zittern Geist und Glieder; Doch Dankbegierde stärkt mich wieder, Seh' ich die Erd' und Himmel an; Mein Gott hat alles wohlgethan. 2. Wir seh'n den Regenbogen glänzen, Der Schöpfung Herrlichkeit und Pracht, Gott, der in allem ohne Gränzen, Zeigt uns die Größe seiner Macht. Den Leib, die Seele und das Leben, Dies alles hat mir Gott gegeben, zu seinem Lob; ich denk daran: Mein Gott hat alles wohlgethan. 206 3. Gott nåhret alle Thier' und Pflanzen, Den Säugling an der Mutter- Brust. Er sorgt für jedes in dem Ganzen; Denn unser Wohl ist seine Lust. laßt uns ihm ein Loblied singen; Und seiner Schöpfung Ehre bringen, Was Zungen hat, was denken kann, Das spreche: Gott hat alles wohlgethan. 4. Er wecket jedes Jahr die Erde, Er segnet Thier: und Pflanzenreich; Sein mächtig Schöpfer wort: Es werde"! Ist seinem Vaterherzen gleich. O diese Liebe laßt uns preißen, Dem großen Gott die Ehr' erweisen, So singt und dankt ihm jedermann, Daß er hat allen wohlgethan. 5. Soll dies nicht meinen Kummer stillen? Er ist der Wächter ober mir. Kein Haar fällt ohne sei nen Willen, Vom Haupt; denn er ist neben mir, In den Geschäften, wo ich stehe, Jch beth', arbeite oder gehe; Wie oft hab' ich mit Dank gedacht: Mein Gott hat alles wohlgemacht. 6. Und schickt er Kreuz und Schmerz und Seiden, So handelt er doch väterlich; Er lehret mich die Sünde meiden, Der Dornenweg ist auch für mich. Der breite Weg führt zum Verderben, und ich will doch den Himmel erben; Mein Gott! sieh mich im Leiden an, Denn du hast allzeit wohlgethan. 7. Gott setzt durch schwere Unglücksfälle, Mich oftmals in den Prüfungsstand; Doch ist er auch des Trostes Quelle, Ich küsse seine Baterhand. Bald kommt er mitten in den Nöthen, Er hilft, er weis mich zu erretten, Und nimmt sich seiner Kinder an. Er hat noch allen wohlgethan. 8. Wenn Gott auch dürre Jahre schicket, Wenn Schauer schlägt, die Frucht verdirbt, Wenn Näsſe uns den Saam' ersticket, Der Weinstock hingesunken stirbt; So straft er zwar der Sünden Menge, Doch hilft er wieder im Gedränge, So daß ein jeder sagen kann: Gott segnet, er hat wohlgethan. 9. Genug, Gott weis um unsre Schmerzen, Sein Aug' sieht unsre. Dürftigkeit, Den wahren Frieden, in dem Herzen, Gewähret die Rechtschaffenheit. diesen edeln goldnen Frieden, Hat Gott ja je: dem Stand beschieden; Ein gut Gewissen, gutes Herz, Das lindert jeden bangen Schmerz. 10. Wenn dich die Kümmernisse quälen, Sprich im Vertrauen jederzeit: Gott!( so sprechen große Seelen) Dein Name sey gebenedeit. Bald wird er aus der Noth uns retten, Er ruft den Joseph aus den Ketten, So nimmt er sich der Seinen an, und zeigt, daß er hat wohlgethan. 11. So laßt uns diesen Vater bitten, Durch Jefum seinen liebsten Sohn; Der einst für uns so viel gelitten, Daß wir erlangen auch die Kron'. So lang mein Blut in Adern wallet, So handle, Herr! wie's dir gefallet, Mit mir, ich bin dein Unterthan; Du hast in allem wohlgethan. Auf, Christen! laßt uns beten gehen, Wir wollen Gottes Werke sehen, Die seine Schöpferhand ge macht; Die Felder lachen uns entgegen, Wir sehen Gottes reichen Segen, Das Feld geschmückt mit Frühlingspracht. 2. Ich hab' mein Glück in Arbeitsstunden Im Schooße der Natur gefunden. Jetzt fang ich neu z leben an: Ich fühle mich wie neu geboren, Zu diesem Stand hat mich erfohren Mein liebster Gott der alles kann. 3. Entfernt vom städtischen Gedränge Betrilt mein Fuß die grünen Gånge Jm Feld, wo jeee Blume lacht. Die ehren steben in voller Güte, Die Gräferei in voller Blüthe; Mein Gott hat dies hervorgebracht. 903 4. Ich hör im Feld die Lerchen singen, Dem großen Gott ein Loblied bringen, Sie steigen freus dig Himmel an, Ich seh' die holde Pracht der Fel der, Den grünen Schmuck fruchtbarer Wälder, Und alles dies hat Gott gethan. 5. Wer hat das Firmament erhöhet, Und Berg aus Thon und Staub gedrehet? Wer ordnete der Sternen Lauf? Wer treibt die Wolken in den Lüf ten? Wer schafft das Gold in tiefen Grüften? O Mensch! sich nur zu Gott hinauf. 6. Wer kleidet uns're Wollenheerde? Wer bringt den Wachsthum in die Erde? Und tausend Blumen zu dem Flor? Den Morgenthau, der sie be feuchtet, Das Licht, das in der Sonne leuchtet, Ruft Gott nicht alles dies hervor? 7. Durch seiner Wolken milden Regen Ertheilet Gott uns seinen Segen, Und theilt das Wetter günstig aus; Er ruft die Sonne zu dem Tage, Er wend't von uns des Hungers Plage, Und forget für ein jedes Haus. 8. Nun kommt, die Vorsicht anzubethen, Seht Gott kommt mitten in den Röthen, Und wendet sie zum Besten an; Er sorgt für Schafe, Pferd und Rinder Zum Wohl und Besten seiner Kinder; Seht, er hat alles wohlgethan. 9. Ja, Lob sey dir, Herr! ohne Ende, Die Erde und die Firmamente Sind deiner Allmacht Werk und Spur; Laßt uns sein Lob und Ehre mehren! Es preiße Gott, des besten Herrn, Die ganze Schöp fung, die Natur. 10. Wir kommen heut vor Sions Hütte, Und danken herzlich deiner Güte Für alles, was du Gut's gethan. Gott! wir fallen vor dir nieder, Nimm an von uns die Dankeslieder, Nimm unser Herz zum Opfer an. 11. Wir halten uns an dein Versprechen, Ge denk, o Herr! nicht der Verbrechen, Und straf uns nicht in deinem Grimm! Uns reu'n die Sünd und Missethaten, Durch die wir dich beleidig't hatten; Laß hören deiner Güte Stimm'. 12. Ja Vater, wir sind große Sünder, Und dei ner nicht mehr werthe Kinder, Wir gleichen dem verlornen Sohn'; Allein wir bitten um Erbarmen, Wir Vater! flieh'n in deine Armen, Rimm uns zu Gnaden auf verschon'. 13. O Vater! unser Herz wird ringen, Wir lie ben dich, wie deine Jünger; Und weil du gut, barmherzig bist, So wirst du uns zum frömmern Leben, Ein gutes Herz, wie Kindern, geben. Dies bitten wir durch Jesum Christ. 14. Wir bitten, daß du bei uns wohnest, Vom Blit und Schauer uns verschonest, Gieb eine stets gesunde Luft; Wend' ab des bittern Hungers Plage, Daß uns nicht ihre Ruthe schlage, Verschließ der Seuchen Todtengruft. 15. Herr! laß deine Himmelserben, Uns ja in keiner Todsünd' sterben, Bewahr' uns vor dem gåhen Tod! Die Sünd allein soll uns betrüben, Wir wollen dich von Herzen lieben, Den du bist der liebreichste Gott. 16. Wir bitten zwar um viele Gaben, Allein du willst es ja so haben, Dir, reicher Gott ist nichts zuviel. Du giebst uns mehr, als wir begehren, Doch willst du keine Bitt' erhören, Die etwas, das uns schadet, will. 17. Mein Gott! du giebst uns Gnad' und Stärke, Wir preißen deine Wunderwerke, Das Lob gebührt nur dir allein; Und dies dein Lob stets zu ver mehren, So soll zu deinen höchsten Ehren All unsre Müh' und Arbeit seyn. 18. Herr! gieb dem Landmann deinen Gegen, Gieb Sonnenschein, fruchtbaren Regen, Das Wachs thum steht in deiner Hand. Liebreicher Vater! sich, wir bitten Durch Jesum, der am Kreuz gelitten, Beschüße unser Vaterland. O Herr! wir sind getroffen Von deiner schweren Hand, Kein Netter ist zu hoffen Für unsern Un glücksstand, Verschließest du die Ohren, Und hörest uns nicht an, So ist das Heil verloren, Es ist mit uns gethan. 2. Zwar dürfen wir's kaum wagen, Zu dir hine auf zu seh'n, Dir unsre Noth zu flagen, Um deine Hülf zu fleh'n. Wir mußten dich erbittern, Durch unfrer Sünden Graus: Wir sprechen nur mit Zite tern, Den Namen Vater aus. 3. Doch reicher an Erbarmen Ist niemand Herr! als du; Du rufft mit offnen Armen Die Büßenden herzu. Sobald man sich bekehret, Die Bos: heit recht bereut, So wird man auch erhöret, Und mit der Hülf erfreut. 4. Als sich dein Volk vergangen, Zn murren wider dich, Da sand'st du Feuerschlangen, Und töd, lich war ihr Stich; Kaum aber stieg sein Schreien Hinauf zu deinem Thron, Da kam von dir Verzeihen, Die Schlangen wichen schon. 5. Wie ging's den Niniviten, Der lasterhaften Stadt? Es war ihr eifrig Bitten. Das Gnad' ers halten hat. Das Urtheil war beschloßen, Ergangen der Befehl; Doch als die Thränen flossen, Floß auch die Gnadenquell'.. 6. Die Qualen, die wir dulden, Sind dir, o Herr! bekannt, Von wegen unsrer Schulden Ist deine Rach' entbrannt; Doch weil wir jetzt beweis nen Der Bosheit Raserei, Co laß dein Heil er scheinen, Brech unser Joch entzwei. 7. Dein Tempel soll erschallen Von unserm Dank o Gott! O treu'ster Freund uns allen, Retter in der Noth! Wir werden uns bestreben, In Zu kunft groß und klein, Mit einem bessern Leben Dir angenehm zu seyn. 8. Maria, Trost der Sünder, Du hohes Engel chor! Ihr Seligen nicht minder, Trag't unsre Seuf zer vor, Helft jenen Gott erbitten, Der euch im Himmel krönt. Wenn wir genug gelitten, Dann sey er ausgeföhnt. 9. Wir kommen in den Nöthen Zu einem star ken Gott: Er woll' uns alle retten Aus unsrer großen Noth. So bitten wir zusammen, So bite tet jeder Stand, Durch Jesu Christi Namen, Um Hülf für's Vaterland. Das Gebeth des Herrn. Mit heil'gem Zittern nähert sich Dir höchstes Wefen, meine Seele; Sie fürchtet, daß sie gegen dich Und deine Größe sich verfehle. Kaum wagt mein Geist den ersten Blick, Auf dich, o Gott! nach dem er strebet, Uns er entsetzet sich und bebet Vor dei ner Majestät zurück. 2. O unermeß'ne Wesenheit! Die Himmel sammt der Erde füllet, Du bist der Gott der Herrlichkeit, Vor dem der Cherub sich verhüllet, Und ich, ich Leimen, und ich Staub! Wie darf ich vor dein Ant litz treten, Wie kann vertraulich zu dir beten, Sch Wurm, ich Nichts, ich durres Laub? 3. Jedoch mein Geist, erhole dich, Gott lächelt sanft auf uns hienieden, Und will uns Menschen väterlich Die Zuversicht zu ihm gebieten. Er macht es uns zur süßen Pflicht, Daß wir die kühne Sprache wagen, Und endlich zu ihm Vater sagen. Liebe! wer erstaunet nicht? 4. Ja Vater unser, der du bist Im Himmel und an allen Orten. Mein Herze schmeckt, wie süß es ist, Daß ich, o Gott, dein Kind geworden. Der Himmeln Himmel ist dein Thron, Vor dem ents zückt die Engel stehen, Wo dich die reinen Seelen sehen, Zum unaussprechlich großen Lohn. 5. Geheiliget werde von uns hier Dein Name, Schöpfer aller Dinge! O daß doch jede Seele dir Ein Lob und Dankesopfer bringe. Gieb Vater, daß auf dieser Welt Dich alle Völkerschaften ken nen, Dich ihren Gott und Vater nennen, Dir dies nen, wie es dir gefällt. 6. Zukomme, Gott! dein Neich, komm Herr! Mit deiner Gnad' in unsern Willen, Damit wir täglich fertiger Dein göttliches Gesetz erfüllen. 3us komme, Gott! dein Reich wo du Dich deinen En geln offenbarest, Wo du den Frommen aufbewahrest Die nie gestörte Freud und Ruh'. 7. Dein Wille, Herr! der so gerecht, So heilig allzeit wird befunden, Geschehe hier von dem Ge schlecht' Der Menschenschaar zu allen Stunden, Wie dort im Himmelreich so auch, Auf Erden; gieb, daß wir stets ringen, Was du gebietest, zu vollbringen Mit Lieb und Fleiß nach Engelbrauch. 8. O Vater! unser täglich Brod Gieb uns, gieb's heut uns, deinen Kindern, Laß deine Sorg' um uns're Noth Durch uns're Missethat nicht mindern. Das Engelbrod, wir bitten drum, Gieb, daß wir würdig es genießen, Laß auch, wie einen Thau, stets fließen Auf uns dein Evangelium. 9. Vergieb uns unsre Schuld, wie wir Auch une fern Schuldigern vergeben. Verzeih' uns, Gott, die wir zu dir, Um Nachlaß Herz und Hände heben. Das was uns unsre Feind' gethan, Verzeih'n wir, wie wir verlangen, Von, dir Verzeihung zu empfan gen, Zum Freunde nehmen wir ihn an. 10. Herr! in Versuchung führ' uns nicht, In der wir würden unterliegen, Ertheil uns Muth, der uns gebricht, Welt, Fleisch und Teufel zu be fiegen; Stark uns mit deines Geistes Kraft, Daß wir im Streite nicht ermüden, Und uns vor jeder Sünde hüten, Bis an das End' der Pilgerschaft. 11. Erlöf uns, o Allmächtiger! Vom Übel, das den Leib beschweret, Bon Pest und Krieg und was noch mehr, Dir frei zu dienen, uns verwehret. Er löf uns von des Satans Wuth, Der, wie ein Löw' uns will verschlingen, Und in den Tod uns sucht zu bringen; Bewähr' uns vor der Höllenglut. 12. Du selbst, o Gott! hast uns gelehret, Dir diese Bitte vorzutragen, Du selbst hast uns so hoch geehret, Daß wir dürfen Vater sagen; Laß denn dein Vaterherz uns seh'n, Laß dir, o Vater! wohlge fallen, Was wir jetzt findlich vor dir lallen, Sprich: Amen; Sprich: Es soll geschehen. Wer er nur den lieben Gott läßt walten, Und bof fet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhab ten, In aller Noth und Traurigkeit: Wer Gott dem Höchsten sich vertraut, Der hat auf Felsen: grund gebaut. 2. Getrost, Gott weis um meine Sorgen, Er hilft gern in der schweren Sach', Er lindert mir an jedem Morgen, Mein Trúbsal und mein Un gemach. Wir machen unser Kreuz und Leid, Nur größer durch die Traurigkeit. 3. Hab' Ehrfurcht gegen Gott, sen stille Unb warte friedlich und vergnügt, Wie Gottes Vorsicht und sein Wille, Die Sache oft verborgen fügt. Gott weis am besten was uns fehlt, Er hat nur unser Glück gewählt. 4. Gott kennt die kostbar edlen Standen, Und was für Glück uns núßlich sey, Und wenn er uns bewährt gefunden, Und von dem Hang der Sünde frei: So kommt Gott, eh' wir's uns verseh'n, Und läßt uns allen Gut's gescheh'n. 5. Darum will ich auf Gottes Wegen Bestandig, meiner Pflicht getreu, Fortwandeln und sein Vaters Segen Der wird mir werden täglich neu, Denn, welcher seine Zuversicht Auf Gott seßt, den verläßt er nicht. 6. Wer nur den lieben Gott läßt walten, Und hoffet auf ihn jederzeit, Der weis am besten Haus zu halten Bei göttlicher Vorsichtigkeit. Wer gånz lich Gott sich anvertraut, Der hat auf festen Grund gebaut. 7. Doch muß der Mensch sein Haus regieren Mit Sorgfalt, Fleiß und Reinigkeit! Dann wirst du gute Wirthschaft führen, In Friede, Lieb' und Einigkeit; So hilft Gott mit der Allmacht Hand Gewiß dem alten Bauernstand. Barmherziger, du Gott der Güte! Der du noch allen wohlgethan; Wir rufen, hör' der Kinder Bitte, Dich unsern lieben Vater an; Ja, Vater Himmels und der Erde, Du weist am besten die Beschwerde, Und was uns gegenwärtig drückt; Du kannst, der du Herr vom Leben, Dem Zeitenlauf die Wendung geben, Wodurch wird Jedermann beglückt. 2. Sieh', Herr! auf die bedrängten Glieder, Hilf deinem Volke väterlich. Laß deine Sonne scheinen wieder, Erbarme der Verlaß'nen dich; Du haft in Kriegs, und Hungersnöthen, Sobald dein Volk mit Reu' gebeten, Das Strafschwert wieder eingesteckt, Du hast, Bethulien zu trösten, Als einst ihr Elend stieg am größten, Zum Sieg der Judith Geist erweckt. 3. Noch bist du Vater deiner Kinder, Noch lie: best du Barmherzigkeit, Erscheinen auch die größten Sünder, So bist du gútig jederzeit. Jetzt weinen wir in deinen Armen, Und fleh'n demüthig um Ers barmen, Vergieb uns uns're Sündenschuld. Sieh' an dein Volk, der Kinder Bitte, Erhaben bist du durch die Güte, Schenk, Vater! schenk' uns deine Huld. 4. Wir danken Gott an jedem Morgen, Der göttlichen Vorsichtigkeit; Sie übernimmt all' unfre Sorgen, und schickt uns wieder gute Zeit, Find't fie's für gut, und schlägt uns Wunden, So lebt der Arzt, der uns verbunden, Und Heilungsfalben auferlegt. Nach Trubsal schicket sie uns Freuden, Was muß denn nicht der Acker leiden, Bis er die gold'nen Früchte trägt. 5. Nun Christen! lasset Gott nur walten, Er ift Regent in seiner Welt, Er lehret uns recht Haus zu halten, Ihm hat es nie an Nath gefehlt. Er weiß aus den verworrnen Dingen, Stets unser Glück hervorzubringen, Durch Wunder schafft er täglich Brod. Ich will mit kindlichem Vertrauen Auf seine Hülf und Allmacht bauen, Es lebt ja noch der alte Gott. Gott des Himmels und der Erde! Dir ist alles unterthan; Du bist Herr von unserm Leben, Kannst es nehmen, kannst es geben, Kannst diejen'gen, die dich bassen, Deinen Zorn empfinden lassen, Aber Bußer, die dich suchen, Hörst du stets barmherzig an 2. Dieses heißer uns vertrauen, Richtet unser Herz empor; Machet, daß wir's tröstlich wagen, Unfre Trubsal dir zu klagen, Daß wir hoffen, un fer Singen, Werde durch die Wolken dringen. Laß uns nicht zu Schanden werden, Neig' uns, Herr! dein Gnadenohr. 3. Schau herab von deinem Himmel, Wie die Theurung uns bedroht! Wie die Erde nichts erzeu get, Wie der Preis der Nahrung steiget, Wie die Armen und die Kleinen, Schmachten und vor Hunger weinen, Wie sie rufen: Menschen- Vater! Gieb uns unser täglich Brod. 4. Schöpfer! ohne deinen Willen, Fällt kein. Haad von unserm Haupt. Du bist, der die Wiesen kleidet, Der sogar die Vögel weidet; Bist du dei nem Ebenbilde, Weniger als Vögeln milde? Nein, du forgest für die Menschen; Selig ist, der dieses glaubt. 5. O so steck' auf unser Bitten, Nun dein Rach schwert wieder ein; Gieb den Segen, Gott! der Erde, Daß sie wieder fruchtbar werde; Daß wir deine Güte preißen, Wenn wir unsern Körper fpei sen; Alles wollen wir, o Schöpfer, Deiner Vor sicht schuldig seyn. 6. Gieb auch unsern theuern Seelen, Ihre Nah. rung jederzeit, Fülle sie mit deiner Gnade, Daß kein Unheil ihnen schade. Speis' uns, Herr! mit deinem Worte, Bis an unsers Todes Pforte; Mit dem Himmelsbrod gestärkt, Führ' uns dann zur Seligkeit. 7. Gott der Vater, Sohn und Tröster, Sen gepriesen immerdar. Ihm sey stets in unserm Leben, Ehre, Ruhm und Lob gegeben, Bis wir einstens ihn dort oben, mit den Auserwählten loben, Die ses hoffen wir, und singen: Amen; o es werde wahr. 02 Erbarme dich Gott, über mich, Nach deiner groBen Güte, Erbarme. dich, ich bitte dich, Mit trau erndem Gemüthe, Nach Menge der Erbarmungen, Die deinen Thron umgeben, Tilg' uns die Übers tretungen, Die sich vor dir erheben. 2. Gott, wasche meine Seele rein, Von allen ihren Sünden, Laß sie vor dir getilget seyn, Die deinen Zorn entzünden, Ich weiß die Laster, welche sich, Des Tags und in den Nächten, Mit Recht empören wider mich, Sie droh'n mir Ungerechten. 3. Gefündigt hab' ich dir allein, Du kennest mein Vergehen, Du strafest, um gerecht zu seyn, Dies muß ich selbst gestehen, Doch sieh auch dessen Schwachheit an, Den, als der Schoos ihn deckte, Und als sein Leben kaum begann, Die Sünde schon befleckte. . 4. Du hast die Wahrheit stets geliebt; Das Dunkle zu verstehen, Mich in der Weisheit früh geübt, und brachtest mich zum sehen. Bespreng' mit Ysev mich, o Herr! So werd' ich rein auf Erden; Ach, wasche mich, Barmherziger! So werd' ich schneeweiß werden. 5. Laß Freud' und Lust zu meinem Ohr, Durch deine Gnade dringen, So hebt sich mein Gebein empor, Dir fröhlich Lob zu singen. Dein Angesicht, Grundgütigster! Wend' ab von meinen Sünden, Vertilge sie, laß mich, o Herr! Bei dir Verge: bung finden. t 6. Erschaff ein reines Herz in mir, Und eine reine Seele, Die heilig wandte stets vor dir, Und nur die Tugend wähle. Entzieh' mir nicht dein Angesicht, Damit ich nicht verderbe; Und deinen Geist, Herr! nimm mir nicht, Daß ich nicht ewig fierbe. 213 7. Gieb, daß ich mich in deinem Heil, von nun an standhaft freue, Gieb mir an deinem Geiste Theil, Der meine Furcht zerstreue. Ich will bein unbeflecktes Recht, Die rohen Sünder lehren, Das ganze fündige Geschlecht, Soll sich zu dir bekehren. 8. Vom Blute, was um Radhye schreit, Eil' Gott mich zu entbinden, Und meine Zunge voll der Freud", Soll deinen Ruhm verkünden. Eröffne mir, o Herr! den Mund; Er wird dein Lob verbreiten; Daß du gerecht bist, macht er fund, Der Welt zu allen Zeiten. 9. Mein Gott! Brandopfer liebst du nicht! Ich wollte sie sonst schlachten, Vor deinem heil'gen Angesicht, Sind sie für nichts zu achten, Des Herzens inn're Traurigkeit, Dich, Gott, erzúrnt zu haben, Die nahmst du, Herr, zu jeder Zeit, Als anges nehme Gaben. 10. Nimm, Herr, dich deines Volkes an, Ber fest'ge Sions Mauern; Damit es dich erheben kann, Laß Salem ewig dauern; Dann bringen Opfer freudig wir, Auf heiligen Altären, Und fette Kål: ber schlachtet dir, Dein Velk, dich zu verehren. Du, der Herz und Nieren kennet, Ew'ge Wahrheit forsche mich! Ach ich war von dir getrennet; Aber du erbarmtest dich; Hörtest mein Gebet, mein Sehnen, Sahst die Inbrunst meiner Thränen, Schenktest mir auch deine Huld, Tilgteft gänzlich meine Schuld. 2. Forsche nach in meinem Herzen, Sieh, es irrt und fehlet noch; Ach mit unruhvollen Schmer: zen, Fühl ich meiner Sünden Joch. Bankend, ungewiß, und träge, Geht mein Fuß im ZugendWege; Und wie oft sicht noch mein Blick, Auf der Laster Bahn zurück. 3. Da noch kurz von meinen Blicken, Der Ver blendung Nacht verschwand, Und mein Aug' voll von Entzücken, Gott, dein Antlitz wiederfand, Da war aller Reiz der Sünden, Mir ganz leicht zu überwinden; Ihre Schrecken sah ich nur, Doch von Lust gar keine Spur. 4. Wenn von Andacht hingerissen, Ich den Him mel offen sah, Lag die Welt vor meinen Füßen, Gott an deinem Throne nah. Misch' ich in der Engel Chöre, Den Gesang von deiner Ehre, Von der Huld, die uns stets liebt, Sünden decket, und vergiebt. Schnell flichen unsre Jahre, Noch schneller Tag und Stunden! Wie viele sind, seitdem ich bin, Nicht auch schon mir verschwunden! Uns keine, keine kommt zurück! Und ein verlorner Augenblick, Läßt sich durch nichts erkaufen. 2. Gott! diese schnelle Flucht der Zeit, Laß mich mit Ernst bemerken, und sorgsam für die Ewigkeit, Mich in dem Vorsatz stärken: Beständig folgsam dir zu seyn, Der Tugend eifrig- mich zu weih'n, Und meine Zeit zu nutzen. 3. O hilf mir jede Thorheit scheu'n! Hilf mir Entschlüsse fassen, Die mich zu keiner Zeit gereu'n, Und jeden Leichtsinn bassen, Der seine edle Zeit verträumt, Des Geistes ew'ges Wohl versäumt, Für diese Welt nur lebet. 4. Mein Schicksal übergeb ich dir, Du wirst es weislich lenken, Und was mir gut ist huldreich mir Aus Baterliebe schenken. Im Leiden selbst verzag ich nicht; Ich weiß mit froher Zuversicht, Es muß mir Woblebat werden. 215 Die Pflichten des Christen. Was as hilft es mir ein Christ zu seyn, Wenn ich nicht christlich lebe, Und heilig, fromm, gerecht und rein, Zu wandeln mich bestrebe? Wenn ich dem seligen Beruf, Zu welchem mich mein Gott erschuf, Nicht würdig mich beweise; Und den, der mich ere löset hat, In Worten bloß, Nicht durch die That Und gute Werke preise. 2. Was hilft der Glaub' an Jesum Christ, Den ich im Munde führe, Wenn nicht mein Herz rechte schaffen ist, Und wenn ichs an mir spüre, Daß mich die Eitelkeit der Welt, Mit ihrer Lust gefangen hålt, Ich ihre Fesseln liebe, Und gleich auf jeden Sundenreiß, Haß, Zorn und Neid, Stolz, Wollust, Geiß, Als glaubt ich gar nichts, übe. 3. Weit strafenswerther bin ich dann, Ich, der ich Christum fenne, Und weiß, was er für mich ge than, Ihn meinen Heiland nenne, Als jener, der in Finsterniß, Des Irrthums lebt, und ungewiß, Ob er auch richtig wandle. Was núßt mir seines Wortes Licht, Was hilft mir aller Unterricht, Wenn ich darnach nicht handle? 4. Wober nåhm' ich wohl Trost und Ruh, Wenn Leiden mich umgeben, Und meine Sünden noch das zu, Mir dann vor Augen schweben? Was hilfts mir in der letzten Noth, Wenn einst der schauder: volle Tod, Grab und Verwesung, schrecken, Und mein Gewissen dann erwacht, Wie ich das Leben zugebracht, Mir völlig aufzudecken. 5. Weh mir, was hilft es mir einst dort, Er weckt aus meinem Grabe, daß ich an Christus und sein Wort, Zum Schein geglaubet habe; Wenn keine fromme gute That, Mein Leben hier bezeichnet hat, Den Glauben zu bestårken? Denn meine ganze Seligkeit, Wirkt Glaube und Rechtschaffenheit, Der Glaub' in guten Werken. 6. Gott! dieser Hoffnung werth zu seyn, Hilf, daß ich christlich lebe, Und vor dir heilig, fromm und rein, Zu wandeln mich bestrebe. Wie stark bestürmt die Sinnlichkeit, Mich schwachen! Stärk mich in dem Streit, Mit ihr zu überwinden; Laß mich nach wohl durchlebter Zeit, Den Lohn in je ner Ewigkeit, Für meine Werke finden. Auf! Seele, fang zu danken an, Gott ist, der dir hat wohlgethan, Regent in meiner Hütte! Du weiser Schöpfer schufest mich, Das, was ich bin, bin ich durch dich, Du großer Gott der Güte. 2. Daß du voll Gnad und Liebe seyst, Zeigt der mir eingehauchte Geist, Durch den ich leb' und denke; Allgütiger! wie dank ich dir, Dein Ebens bild, das gabst du mir, O göttliches Geschenke. Kommt her, den Herrn zu preißen, Den Gütigen, den Weisen, Dem Wohlthun Freude ist, Den, des sen Weisheit schmücket, Und segnet, schützt, be glücket, Der unser Vater ist. 2. Mit redlichem Gemüthe, Laßt danken uns der Güte, Die nur schafft Menschenglück; Sie hat in unsern Tagen, Ganz mildevoll getragen, Uns je: den Augenblick. 3. Das nüßlich anzuwenden, Was du mit Va terhånden, Uns gütig zugewandt; Gott ähnlich dir zu werden, Ist unser Glück auf Erden, Dazu gabſt du Verstand. 4. Du treibst die finstern Schatten, Die uns um geben hatten, Und giebst was uns gebricht, Welch' himmlisches Vergnügen, Da wir uns nach dir sú: gen, Gewährt uns Weisheit nicht. O Vater! dem kein Vater gleicht, So weit nur Erd' und Himmel reicht; Der Erdkreis beth', so viel er kann, Dich, Heiligster! voll Ehrfurcht an. 2. Dein Reich, zu dem nur der gehört, Der dich durch wahre Tugend chrt, Und sich dem Wohl der Brüder weiht, Vermehre sich zu jeder Zeit. 3. Dein Wille ist stets weis und gut; Wohl dem, der ihn von Herzen thut; Wir, deine Kinder, wol len ihn, Hier, wie im Himmel, gern vollzieh'n. 4. Das täglich Brod, das uns erhält, Gieb uns, so lang es dir gefällt; Gieb aber auch ein Herz dabei, Das dankbar und genügsam sey. 5. Vergieb, wir fehlen oft vor dir! Vergieb uns, Vater, so wie wir, Um teiner Huld uns zu er freu'n, Auch unsern Brüdern gern verzeih'n. 6. Versuchung droht uns rings umber, Ach! nie sen sie für uns zu schwer; Durch deine Hülf' sen unser Heil, Nie für ein irdisch Gut uns feil. 7. Erlöse uns, du guter Gott! Von jedem Übel, jeder Noth, Und nimm uns nach vollbrachtem Lauf, In jenes besfre Leben auf. Selig, wer in Demuth lebet, Seine Schwachbeit nie vergißt, Nie sich selbst mit Stolz erhebet, Wenn er groß und glücklich ist. Gottes Huld wird ihn erfreu'n, und das Himmelreich ist sein, Selig find, die Demuth üben, Gott wird sie als Kinder lieben. 2. Selig ist, wer Sanftmuth übet, Seinem Feinde niemal flucht; alle Menschen herzlich liebet, Nie sich selbst zu rächen sucht, Ruhig seine Pflicht vollbringt, und sein eigen Herz bezwingt. Denn Gott segnet seine Freunde, Und beschämt einst alle Feinde. 3. Selig ist, wer seine Sünde, Wehmuthsvoll vor Gott bereut, Und damit er Gnade finde, Sich vor neuen Sünden scheut! Gott will ihm die Schuld verzeihn, Und zum Guten Kraft verleihn, Ja, er soll schon hier auf Erden, Und auch dort getröstet werden. 4. Selig, die mit Ernst verlangen, Gut gesinnt und fromm zu seyn, Treu und fest am Guten han gen, Und sich ganz der Tugend weihn; Deren Herz nicht mehr begehrt, Als was Gottes Ruhm vers mehrt, Gott wird ihr Verlangen stillen, Und den Frommen Wunsch erfüllen. 5. Selig, wer der Noth des Armen, Niemals fühllos sich entzieht; Ihm aus zärtlichem Erbars men, Wohl zu thun fich froh bemüht; Und wenn er um Hülfe weint, Jhm mit Hülf und Trost ers fcheint! Hülfe wird auch er empfangen, Und Barm herzigkeit erlangen. 6. Selig sind, die sich bemühen, Züchtig, keusch und rein zu seyn! Die der Wollust Netze fliehen, Und der Heiligkeit sich weihn! Die der Lockung die ser Welt, Und dem, was dem Fleisch gefällt, Treu und standhaft widerstehen, Werden Gottes Antlitz sehen. 7. Selig, wer im Frieden lebet; Wer die Rub und Einigkeit, zu erhalten sich bestrebet, Und wenn Feindschaft, Haß und Streit, Seiner Brüder Glück zerstört, Sie die Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens sich befleißen, Werden Kinder Got tes heißen. 8. Selig, die mit gutem Willen; Leiden, und fich dessen freu'n; Standhaft ihre Pflicht erfüllen 219 Und der Zugend Müh nicht scheu'n! Gott steht ihnen mächtig bey, Und will sie für ihre Treu', Einst mit Wonn' und Siegeskronen, Auf das herr lichste belohnen. 9. Glücklich), wer zu Gottes Frieden, Selig ein gegangen ist, Wo der Labekelch den Müden, Alle Lebensnoth versüßt! Fromme Dulder, hoch und behr, Dort fließt keine Thräne mehr! Laßt uns dulden, Denn bei Gott blühn reine Freuden. Den, der mir flucht, den will ich segnen, So wie es mein Erlöser that, Und nachsichtsvoll dem stets begegnen, Der Groll zu mir und Feindschaft hat: Ich will für ihn von Herzen beten, Und dann vor dich, du Friedensfürst, Ganz ausgeföhnt mit ihm, hintreten, Wann du, o Gott uns richten wirst. rep. 2. Dies will ich treu forthin bewahren, So bef fert mich der größte Feind, Und lehrt am klügsten mich verfahren, Da er's mit mir am årgsten meint: Die Fehler will ich alle meiden, Die der Verleum der nur ersann, Auch jene werde ich bestreiten, Die 2 er von mir nicht wissen kann. rep. R Send barmherzig, Menschen, höret, Hört das heilige Geboth, Das uns Jesus Christus lehret; Send barmherzig, gut, wie Gott. Gebt, so wird r auch euch gegeben, Was euch Noth ist, Heil und Leben. und 3 2. So viel Menschen, so viel Brüder! Ein Gott ist's, der uns erschuf; Wir sind alle Christi Glieder; r Allgemein ist Gottes Ruf; Auf den Bösen, wie den Seinen, Låßt der Herr die Sonne scheinen. 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen! Send barm herzig, mild, wie er! Gebt dem Dürftigen und Ar I men! Was ihr gebt, empfängt der Herr! Helft und eilt auch ungesehen, Euren Brüdern beizustehen. 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, Sie beschützen und erfreu'n, Kummer lindern, Wunden heilen, Wohlthun, trösten und verzeih'n, Und dies ohne Stolz verrichten, Das sind unsre Christenpflichten. 5. Herr! wir geben von dem Deinen, Was wir geben; laß uns nie, Fühllos seyn, wo Brüder wei nen, Unser Mitleid tröste sie; Daß auch wir einst Gnade finden, and Vergebung unsrer Sünden. Herr Gott, dich loben wir! Herr Gott, wir dan ken dir! Gott ist, Gott ist von Ewigkeit, Er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Herr Gott dich loben wir. 2. Die ganze weite Schöpfung preißt, Gott Va: ter dich, dich Sohn, dich Geist; Die Cherubim, die Seraphim, Die Himmel alle singen ihm, Herr Gott dich loben wir. 3. Weit über alle Himmel weit, Geht deine Macht und Herrlichkeit, Sie, die den Erdkreis wun derbar, Bekehrten, Deiner Boten Schaar, Herr Gott dich loben wir. Des Mittler: Todes Marty rer, Sie preißen ewig dich o Herr! Herr Gott dich loben wir. 4. Am Grabe noch, noch in der Zeit, Preißt dich auch deine Christenheit, Dich Vater auf dem Himmelsthron, Dich Jesu Christ des Vaters Sohn. Und dich o Geist, deß' Wunderkraft, In Sündern neues Leben schafft. Herr Gott dich loben wir. 5. Einst sen im Himmel unser Theil, Dein gro Per Lohn, Dein ewiges Heil. Hilf deinem Volke, Jesu Christ, Heilig ist unser Gott, Heilig ist unser Gott, Ift Gott Sabaoth. 6. Und segne, was dein Erbtheil ist, Leit uns durch unsre Prüfungszeit, Den Weg zu deiner Ewigkeit. Herr Gott dich loben wir. Heilig ist unser Gott, Heilig ist unser Gott, Ist Gott Sabaoth. 7. Die Erd' ist auch dein Heiligthum, Auch sie erfüllet stets dein Ruhm, In dieser unsrer Pilgers schaft, Ist Herr dein Wort uns Licht und Kraft, Herr Gott dich loben wir. 8. Ist dem, der fällt und es bereut, Barmherzige keit, Barmherzigkeit, Die Erd' erfülle stets dein Ruhm, Erfüll' des Himmels Heiligthum. Herr Gott dich loben wir. 9. O du Lamm Gottes, Entzieh' uns der Gefahr des Todes, Des ew'gen Todes, Wir bitten dich, erhöre uns.( dreimal.) Herr, großer Gott! dich loben wir, Bekennen dich, und danken dir, Die ganze Schöpfung preißet dich, Durch Himmel, Erd' und Meere, Zu deinem Throne beugen sich Der Engel sel'ge Chöre. Erzengel, Kräfte, Seraphim, Und Thronen, Fürsten Cherus bim. Herr, großer Gott! dich loben wir, Bekennen dich und danken dir. 2. Laut tónen alle Himmel weit Vom Kobe beis ner Herrlichkeit. Propheten, Jünger, Martyrer, Mit Seligkeit umgeben, Besingen ewig deine Ehr; Und Sonnen, die dort schweben, Der Weltbau und der Blumenflor, Die stellen deine Allmacht vor. Herr, großer Gott!*. 3. Die Kirchen durch die ganze Welt Bekennen Gott, der sie erhält, Sn unermeß'ner Herrlichkeit. Den Bater, der uns liebet, Den Sohn von glei cher Wesenheit, Der uns den Tröster giebet, Den Geist, der unsre Kirche lehrt Und uns ein ew'ges Heil gewährt. Herr, großer Gott! xc. b t Y 4. Es stieg des ew'gen Vaters Sohn Zu uns berab von seinem Thron, Der Jungfrau Leib ver schmäht' er nicht, Den Tod zu überwinden, Damit wir einst im Gnadenlicht, Ein ew'ges Leben finden, Der zu des Vaters Rechten sitzt, Ist's, der als Richter schrecklich blitzt. Herr, großer Gott! xc. 5. Hör' deiner Knechte Fleh'n, o Gott! Für die dein Sohn durch Kreuz und Tod, Verzeihung und die Huld gewann; Gieb deinem Volk den Segen, O nimm's zum Himmelserben an! Leit es auf Tugendwegen, Fern' von der Sünd, zur Seligkeit; Dann sey dir Lob und Dank geweiht. Herr großer Gott!: c. 6. Verbind', o Gott! durch Lieb' und Recht Der Menschen brüderlich Geschlecht, Das Schwert, das bort der Würger braucht, hat sich mit Schand ges rochen, Und weil's vom Menschenblute raucht, hat's deine Hand zerbrochen. Wer auf dich hofft Allmächtiger, Der wird zu Schanden nimmermehr. Herr, großer Gott! 2. 7. Der Herr hat allen wohlgethan, Sieht immer uns in Gnaden an, Voll Lieb' und voller Mildig keit Erbarmt er sich der Sünder; Vom Throne seiner Herrlichkeit Floß Huld auf seine Kinder. Vom Unglück hat er uns befreit, Der Vater der Barmherzigkeit. Herr, großer Gott! xc. 2. 8. Gieb deinem Volk Zufriedenheit, Und Tugend und Gerechtigkeit; Und wenn du uns durch Trubsal beugst; Und schickest Kreuz und Leiden, Wenn du zu unsern Wünschen schweigst, So schickst du wieder Freuden. Dann, lieber Vater! strömest du Uns wahres Glück und Segen zu. Herr, gro Ber Gott! 20. 9. Wer ist, wie Gott! wer ist dir gleich? Du Bater in dem Himmelreich! Du theilst das Wet: ter weislich aus, Mit Wärme, Wind und Regen Du sorgst für uns, für jedes Haus; Du giebst den Feldern Segen. Nun bethen wir die Vorsicht an, Du hast in allem wohlgethan. Herr, großer Gott! 2. 10. Herr, großer Gott! dich loben wir, Beken nen dich und danken dir. Die ganze Schöpfung preißet dich Durch Himmel, Erd' und Meere. Vor deinem Throne beugen sich Stets aller Engel Chöre, Von deiner väterlichen Hand Fließt her das Wohl dem Vaterland. Herr, großer Gott! dich loben wir, Bekennen dich, und danken dir. Großer Gott! wir loben dich, Herr! wir preisen deine Stärke, Vor dir beugt die Erde sich, Und bewundert deine Werke; Wie du warst vor aller Zeit, So bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles was dich preißen kann, Cherubim und Seraphinen, Stimmen dir ein Loblied an. Alle Engel, die dir dienen, Rufen dir in sel'ger Nuh': Heilig, heilig, beilig zu. 3. Heilig, Herr, Gott Sabaoth! Heilig Herr der Kriegesheere, Starker Helfer in der Noth! Himmel, Erde, Luft und Meere, Sind erfüllt von deinem Ruhm, Alles ist dein Eigenthum. 4. Der Apostel Christi Chor, Der Propheten große Menge, Schickt zu deinem Thron empor, Neue Lob und Dankgesänge; Der Blutzeugen große Schaar, Lobt und preißt dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erdenkreis, Loben Große und auch Kleine, Dich, Gott Vater! dir zum Preis, Singt die heilige Gemeine, Sie verehrt auf seinem Thron, Deinen eingebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heil'gen Geist, Welcher uns mit seinen Lehren, Und mit Troste kräftig speißt; Der, o König voller Ehren, Der mit dir, o Jesu Christ! Und dem Vater ewig ist. 7. Du des Vaters ew'ger Sohn, Hast die Mensch heit angenommen. Du bist auch von deinem Thron, Zu uns auf die Welt gekommen. Gnade hast du uns gebracht, Von der Sünde frei gemacht. 8. Nunmehr steht das Himmelsthor, Allen, welche glauben, offen. Du stellst uns dem Vater vor, Wenn wir findlich auf dich hoffen. Endlich kommſt du zum Gericht; Zeit und Stunde weiß man nicht. 9. Steh', Herr, deinen Dienern bei, Welche dich mit Demuth bitten, Alle machtest du ja frei, Durch den Tod, den du gelitten. Nimm uns nach vollbrachtem Lauf, Zu dir in den Himmel auf. 10. Sich dein Volk in Gnaden an; Hilf uns! segne, Herr, dein Erbe! Leit' es auf der rechten Bahn, Daß es froh das Ziel erwerbe. Hilf, daß es durch Gutesthun, Strebe bei dir auszuruh'n. 11. Alle Tage wollen wir, Dich und deinen Namen preißen, Und zu allen Zeiten dir, Ehre, Lob und Dank erweisen. Gieb, daß jeder Sünden frei, Deiner Gnade würdig sey. 12. Herr und Gott, erbarme dich! Über uns sey Herr, dein Segen! Deine Güte zeige sich, Allen, der Verheißung wegen. Auf dich hoffen wir allein, Laß uns nicht verloren seyn. Auf das Dankfest für die Aernte. Wir wollen Gott ein Danklied singen, Und seiner Schöpfung Ehre bringen, Und wohl erkennen, was er that. O laßt uns ihn heut loben, preißen," Und ihm dafür den Dank erweisen, Was er dies Jahr gesegnet bat. 25 2. Allmächtig, liebreich voll Erbarmen, Zeigt er, der Vater aller Armen, Schon wieder seine Gütigkeit. Die ganze Erndte ist vollendet; Und da wir seh'n, wie viel er sendet, So fordert er auch Dankbarkeit. 3. Der Herr will Dank für seinen Segen, Für Morgenthau, für Wind und Regen, Und was er angeordnet hat; Für gutes Wetter, Luft und Sonne, Des Landwirthschafters Freud' und Wonne, Für seinen weisen guten Rath. I 4. Ja, Dank sey dir für deine Gnaden! Mit Recht hast du uns vorgeladen, Zu deinem Ruhm, h zu deinem Dienst. Wir danken Gott für deine s Gúte, Aus ganzer Seele und Gemüthe: Für Brod und Kleidung und Gewinnst. 5. Du nährst die Thiere in den Grüften, Die s Vogelschaaren in den Lüften, Sie stimmen dir eine Danklied an. Wie kann der Mensch zurücke blei r ben? Muß ihn sein Geist nicht höher treiben? t Denn Thiere find ihm unterthan. 6. Du wirkest zwar mit unserm Fleiße, Du siehst le den Ackersmann im Schweiße, Wie sauer er sein h Brod gewinnt; Allein das Wachsthum und Gedeihen, el Wofür wir dich stets benedeien, Das giebst du mehr, it als wir verdient. 7. Verzweiflung statt der Hoffnung wählen, Ist ch Kleinmuth, und nur kleine Seelen, Verzweifeln an ir der Fruchtbarkeit. O großer Gott! du sprichst: Es werde!" Schon ist gesegnet unsre Erde, Sie us giebt, was unser Herz erfreut. 8. Du siehst dein Volk und seine Schmerzen, Und Er aus erbarmnißvollem Herzen, Schaffst du ihm Brod n und Kleidung an. Seht Wunder! wenn der Herr en zugegen: Fünf Gerstenbrod durch seinen Segen, Er er sättigen fünftausend Mann. 9. Noch bist du Vater deiner Kinder, Erbarmst dich noch der ärmsten Sünder, Dein gnädig Aug' fieht uns noch an; Noch willst du unsre Güter mehren, Wenn wir uns recht zu dir bekehren, Wie der verlorne Sohn gethan. 10. Du willst, wir sollen Tugend üben, Den Nächsten wie uns selbsten lieben; Der Arme sey durch uns beglückt. Dein Will' ist, daß wir nicht verweilen, Den Armen liebreich mitzutheilen, Von dem, was du uns zugeschickt. S 4 11. Er warnet uns, der Herr und Meister,( O merkt es euch, ihr kleinen Geister, Die ihr nur eitle Schäße sucht!) Wollt ihr, sagt Er, den Hims mel erben, Müßt ihr zuvor in euch ersterben, Sonst bringt das Waizenkorn nicht Frucht. 12. Schaff' weg die angewöhnten Sünden; Der Herr will, daß wir überwinden, Und sammeln für die Erbigkeit. Er wird den Weichling ewig strafen, Das Unkraut in die Hölle schaffen, Am Tag der großen Erntezeit. 13. Ein jedes Haus soll für die Gaben, Die wir von Gott empfangen haben, Erfüllen seine Dankespflicht. Heut' sollen auch zum Wohlgefallen, Die Kinder ihren Dank ihm lallen, Indem ihr Mund sein Lob ausspricht. 14. Es loben ihn die Engel Schaaren; Geschöpfe die ihn offenbaren; Ein jeder, der auf Gott ver traut: Und Millionen Dankaltåre, Sind ihm zum Lobe, Ruhm und Ehre, In allen Herzen aufgebaut. Ambrosianischer Lobgesang. ( auf Latein.) Te Deum laudamus, te Dominum confitemur, Te aternum Patrem, omnis terra veneratur. Tibi omnes Angeli, tibi coeli et universae potestates, Tibi Cherubin et Seraphin, incessabili voce procla mant. Sanctus, Sanctus, Sanctus Dominus Deus Sabaoth. Pleni sunt coeli et terra Majestatis gloriae tuae. Te gloriosus Apostolorum Chorus, Te prophetarum laudabilis numerus, Te Martyrum candidatus laudat erercitus, Le per orbem terrarum sancta confitetur Ecclesia, Patrem immensae Majestatis. Venerandum tuum verum et unicum, filium. Sanctum quoque paraclitum spiritum, Tu Ner gloriae Christe. Tu patris sempiternus es filius. Tu ad liberandum suscepturus hominem, non hor ruisti virginis uterum. Tu devicto mortis aculeo, aperuisti credentibus regna coelorum. Tu ad der 8 teram Dei sedes in gloria Patris. Juder crederis esse venturus, Te ergo quaesumus tuis famulis sub veni, quos pretioso sanguine redemisti. Aeterna fae cum sanctis tuis in gloria numerari. Salvum fac s populum tuum, Domine, et benedic haereditati tuae. e Et rege eos, et ertolle illos usque in aeternum. r Et laudamus t Per singulos dies benedicimus te. nomen tuum in saeculum, et in faeculum saeculi. Dignare, Domine, die esto: sine peccato nos custo: ie dire. Miserere nostri, Domine miserere nostri. h Fiat misericordia tua, Domine, super nos, quem el admodum speravimus in te. In te, Domine, spera it vi non confundar in aeternum; Amen. ( auf Teutsch.) c ir Dich, o Gott! loben wir, dich unsern Herrn bekennen wir. Dich, ewigen Vater, verehret der ganze Erdenkreis. Dir singen alle Engel, die Himmel und alle Kräfte. Zu dir rufen alle Cherubim und Seraphim mit unaussetzlicher Stimme: Heilig, heilig, heilig, ist der Herr, Gott Sabaoth, Himmel und Erden sind voll der Herrlichkeit deiner Majestät. Dich lobet die lobwürdige Anzahl der P2 er Us tn Propheten. Dich preißet das schimmernde Heer der Martyrer. Dich bekennt die heilige Kirch durch die ganze Welt. Einen Vater unermessener Herr lichkeit. Deinen ehrwürdigen, wahren und einigen Sohn, Und auch den heiligen Geist, den Tröster. Du König der Glorie, Christe, Du bist der ewige Sohn des Vaters. Um den Menschen zu erlösen, hast du den jungfräulichen Leib nicht gescheuet. Du haft nach überwundenem Stachel des Todes den Gläubigen das Himmelreich eröffnet. Du fizest zur Rechten Gottes in der Herrlichkeit des Vaters. Wir glauben, daß du als ein Richter kommen wirst. D'rum bitten wir dich), komm deinen Dienern zu Hülfe, die du mit deinem kostbaren Blute erlöset hast. Mache, daß sie unter deine Heiligen in der Herrlichkeit gezahlt werden. Mache dein Volk se lig, o Herr! und segne deine Erbschaft. Regiere sie auch und erhöhe sie bis in Ewigkeit. Alle Tage benedeyen wir dich; Und preißen deinen Namen in Ewigkeit, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Er halte uns, o Herr! diesen Tag hindurch ohne Sünde. Erbarme dich unser, o Herr! erbarme dich unser. Deine Barmherzigkeit sey über uns, gleich wie wir auf dich gehoffet haben. Auf dich, o Herr hab' ich gehoffet; ich werde ewig nicht zu Schanden werden. Lieder verschiedenen Inhalts. Nach dir, Gott! schauen unsre Blicke, Damit uns deine Hand erquicke, In unserer Bedürftigkeit! Herr! du erhälst mit Wohlgefallen, Was lebt und deine Hand giebt Allen, Was sie bedürfen, jederzeit. 999*** 2. Wir pflanzen zwar, und wir begießen, Doch läßt uns dein Apostel wissen; Nichts sey, der pflanzt, nichts, der begießt; Nur du! du kannst das Wachs erheben, thum geben, zu dem wir unsre Stimm Dem keine Sach unmöglich ist. 3. Die Hand voll Korn ins Land gesået, Schießt auf, und blüht, vom Wind durchwehet; Sie nimmt bis zu der Reife zu. Den Schnittern rauscht zur Aerndt' entgegen, Der vollen Felder reicher Segen. Wer thut dies alles, Gott! als du. 4. Dein Segen macht die Felder lachen, Du Durch dich fannst sie reich an Früchten machen. Herr! reifet das Getreid, Durch dich grúnt Graß auf jeder Aue; Du wässerst sie mit deinem Thaue; Und so wird jedes Thier erfreut. 5. Die tiefen Furchen füllt dein Segen, Das trockne Land erfrischt dein Regen, und machet die Gefilde weich. Du kronst das Jahr mit deiner Gnade, Gedeihen folget deinem Pfade, Und macht an Frucht die Erde reich. 6. Wie herrlich bist du, Gott! wie prächtig, Wie groß, wie gütig und wie machtig! Wer sollte sich in dir nicht freu'n? So weit wir deine Himmel fchen, So weit die fernsten Wolken gehen, So weit sollst du gepriesen seyn. 7. Zwar foll'st du strafen, statt zu lieben, Doch sich wie wir von Neu getrieben, Zerknirscht zu dir um Gnade fleh'n. Von Frost und Hagel, Bliz und Fluthen Und andern deiner Zücht'gung Rus then, Laß uns das Land befreyet sein. 8. Dein Segen ruh' auf unsern Saaten! Er schütze sie vor jedem Schaden; Er lenk auch unsern Geist hinauf, Damit wir dein Geschenk genießen Zu deinem Dienst, und endlich schließen In deiner Huld den Lebenslauf. MARKAL 230 Etrenger Richter aller Sünder, Treuer Bater deiner Kinder, Der du in dem Himmel wohnst, Drohest, strafest und verschonst. Höre gnädig unser Bitten, Wende weg von unsern Hütten, Krankheit, Krieg und Hun gersnoth, Gieb uns unser täglich Brod. 2. Alle kannst du wohl versorgen Uebers Jahr so gut, wie Morgen; Du bist unermeßlich reich, Wer ist dir an Weisheit gleich? Höre gnädig 2c. 3. Du giebst Sonnenschein und Regen, Du ver: schaffst durch deinen Segen, Daß die Aerndte wohl gedeiht Bei der Felder Fruchtbarkeit. Hóre gnädig 2c. 4. Wenn bei vielen Regengüssen, Saat und Frucht verderben müssen, So hat's deine Hand gethan, Doch unsre Sünd ist Schuld daran. Höre gnädig 2. 5. Wenn in heißen Sommertagen, Schloßen ALles niederschlagen, Was in Feld und Gärten grünt, Haben wir es wohlverdient. Hóre gnädig c. 6. Wenn bei Bliz und Ungewittern, Wir vor dei ner Macht erzittern, Co wird deine starke Hand Erst dem Boswicht recht bekannt. Höre gnädig 2c. 7. Laß uns, Herr! Erbarmung finden Bey der Menge unsrer Sünden Wir bekennen unsre Schuld, Schenk uns deine Vater- Huld. Höre gnådig ic. 8. Du wirst immer für uns sorgen, So wie heute, so auch morgen. Drum ist unsre Zuversicht Jederzeit auf dich gericht. Höre gnädig u. 9. Voll vom heiligen Vertrauen, Wollen wir auf dich nur bauen. Deffne deine Wunderband Ueber unser Vaterland. Höre gnädig 2c. Mein erst Gefübl ser Preis und Dank, Erheb' ihn meine Seele; Der Herr hört meinen Lobgefana, Lobsing' ihm, meine Seele! Mich selbst zu schützen ohne Macht, Lag ich und schlief im Frieden, rep. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, Und Ruhe für die Müden? rep. 2. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weis, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Kreis, Und schützt mich vor Gefahren? Wer lehrt das Auge seine Pflicht, Sich sicher zu bedecken? rep. Wer ruft den Tag zu seinem Licht, Die Seele zu erwecken? rep. Der Eh'stand soll euch heilig seyn! Dies ist des Schöpfers Wille; Er setzte selbst den Eh'stand ein, In Edens heil'ger Stille. Aus Adams Ribbe ward gebaut, Die, die wir Eva nennen; Dem Adam gab sie Gott zur Braut; Nie sollen sie sich trennen. 2. Der Eh'stand soll euch heilig seyn! Ihr send der Heil'gen Kinder; D'rum sollet ihr ihn nicht entweih'n, Wie die verruchten Sünder. Jag't ihr nur nach des Fleisches Lust, Wie Roß und Maul thier pflegen, So treibt ihr Gott aus eurer Brust) Sammt allem Himmelssegen. 3. Der Ehstand soll euch heilig seyn! Da Gott ins Fleisch sich kleidet; Geht er mit ihm ein Búnd niß ein, Das selbst der Tod nicht scheidet. Die Kirche hat der Herr zur Braut, In Liebe sich ver måhlet: Zum Zeichen dessen( sagt es laut), Hat er die Eh' gewählet. 4. Der Eh'stand soll euch heilig seyn! Von euch ihr Eheleute! Erwartet Gott lebend'ge Stein, Zum himmlischen Gebäude. Erhab'nes Ziel! zu dem der Stand, Der Eh' ist eingesetzet: Weh'! wenn ihr von ihm weggewand't, Durch Unart es verleget. 5. Der Eh'stand soll euch heilig seyn! Er soll euch heilig machen! Er müsse niemals euch zerstreu'n Für euer Heil zu wachen. Wenn Kinder, den Del zweigen gleich), Einst euren Tisch umgeben, So lei ret sie zum Himmelreich, Pflanzt sie ins ew'ge Leben. 6. Der Eh'stand soll euch heilig seyn! Als eins der Sakramente! Zur Hochzeit ladet Jesum ein, Daß er zu euch sich wende. Der Trúbsal Wasser wird in Wein, Des Trost's der Herr verwandeln, Wollt ihr nur friedsam, keusch und rein, or fei nen Augen handeln. 7. Die Eh' laß ihnen heilig seyn! Gieb ihnen, Herr! dein Segen, Daß sie in deiner Frucht sich freu'n, Zu geh'n auf deinen Wegen. Laß sie der Kinder Kinder seh'n! Bis in die spåt'sten Zeiten; Laß endlich sie mit ihnen geh'n, In deine Hims melsfreuden. Willst du ohne Gram und Noth, Durch das Leben wallen, So vertrau' dem lieben Gott, Wie ein Kind in allem; Merke doch wie gut er's meint, Wie er sorgt und schüßet, Wenn die liebe Sonne scheint, Wenn es stürmt und bliget. 2. Wünsche für dein Wohlergeh'n, Und es ist nicht Sünde, Aber sollt es nicht gescheh'n, Was du flehst, so finde, Dich in Gottes weisen Rath; Was er vorgesehen, Und für dich bestimmet hat, Soll und wird geschehen. Vater! mach' uns fromm und weise, zu berech nen unsre Zeit; Eh' wir's merken sind wir Greife, Steh'n wir nah der Ewigkeit; Ach mit Ernst im Angesicht, Ruft der Tod uns zum Gericht, rep. Und Verwerfung oder Heil, Wird dort ewig unser Theil. rep. 2. Wag ich selbst von jedem Tage Meine Sünd' und Tugend ab, wie steiget hier die Waage, O wie sinkt sie dort binab. Kann ich so vor Gottes Thron, Freudig fehen, ist die Kron, Die den from men Gott verhieß? Mir so wie ich bin, gewiß? rep. An dich glaub' ich, auf dich hoff ich, Gott! von Herzen lieb' ich dich. Wenn ich deine Macht und Größe, Schöpfer aller Welt! ermesse, Fall' ich tiefs anbethend nieder, Spreche unaufhörlich wieder: An dich glaub' ich, auf dich hoff' ich, Gott! von Hers zen lieb' ich dich. 2. An dich glaub' ich, auf dich hoff' ich, Gott von Herzen lieb' ich dich. Gott, mein Schöpfer und Erhalter! Dankend preißt dich jedes Alter. Alles, was wir sind und haben, Sind o Bater deine Gaben. An dich glaub' ich, auf dich hoff' ich, Gott! von Herzen lieb' ich dich. 3. An dich glaub' ich, auf dich hoff ich, Gott, von Herzen lieb' ich dich. Mocht ich doch dich ewig preisen, Dir den höchsten Dank erweisen, Und deswegen deinen Willen, Standhaft und getreu ere füllen! An dich glaub' ich auf dich hoff ich, Gott! von Herzen lieb ich dich. Oft klagt mein Herz, wie schwer es sey, Den Weg des Herrn zu wandeln, Und täglich seinem Worte treu, zu reden und zu handeln; Wahr ist's, die Tugend kostet Müh, Sie ist der Sieg der Lüfte; Doch richte selbst, was wäre sie, Wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Laster freu'n, Trifft die fein Schmerz hienieden? Sie sind die Sklaven eigner Pein, Und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, Hat oft auch seine Leiden: Allein der Schmerz, mit dem er kämpft, Verwandelt sich in Freuden. Schönstes Gut der Seraphin; Wo reißt dich die Liebe hin? rep. O Gott, o Gott ,, o Gott, was fangst du an? Wer hat dich geschlossen ein, Dich, mein Gott, in. Brod und Wein: Dies hat nur die Lieb gethan, Dies hat nur die Lieb gethan, rep. 2. Wer hört je eine solche Lieb, und dergleichen Liebestrieb? rep. O. Lieb, o Lieb, o Lieb, was wirkest du unter weißer Brodsgestalt? Giebst dich allen, Jung und Alt, noch zur Seelenspeiß darzu, noch zur Seelenspeiß darzu. rep.. 3. O du wahrer Pelikan! Sag, was thust, was fangst du an? rep. Gott, o Gott, o Gott, was fangst du an? Du treibst solche Wunderding, Wo ein Mensch ist zu gering, Noch kein Engel fassen kann, noch kein Engel fassen kann. rep.. 4. Sag, was soll vergelten dir, Für das was haft geben mir? rep. Nimm hin, nimm hin, nimm hin, was immer hab; Blut und Leben, Seel und Leib dir zu geben: bin bereit. Opfere dir zur Dankfagsgab, opfere dir zur Danksagsgab. rep.. 5. Lobet, Christen! ohne End Dieses heilge Sak: rament, rep. Hier ist, hier ist, hier ist das höchste Gut, Unter Brodsgestalt verhüllt, Und mit Gottes kraft erfüllt Ist hier Jesu Fleisch und Blut, ist hier Jesu, Fleisch und Blut. rep.. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre, Ihr Schall pflanzt seinen Namen fort; Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere, Vernimm, o Mensch ihr göttlich Wort, rep. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ih rem Zelt? Sie kommt, und leuchtet und lacht uns von ferne; Und läuft den Weg, gleich als ein Held. 2. Vernimm's und siehe die Wunder der Werke, Die die Natur dir aufgestellt, Verkündigt Weishei and Ordnung und Stärke, Dir nicht den Herrn, der Welt? rep. Er ist dein Schöpfer, ist Weisheit und Güte, Ein Gott der Ordnung, und dein Heil, Er ist's, ihn liebe von ganzem Gemüthe, Und nimm an seiner Gnade Theil. Es lebt ein Gott, der Menschen liebt, Ich seh's wohin ich blicke; Am Nebel, der den Himmel trübt, So wie am Sonnenblicke. 2. An jeder dunkeln Regennacht, Wo mir kein Sternchen leuchtet, Am Monde, wenn er fröhlich lach:, Und meinen Pfad erleuchtet. Gott sorgt für mich, was soll ich sorgen? Er ist mein Vater, ich sein Kind. Er sorgt für heut', er sorgt für morgen, So daß ich täglich Spuren find', Wie Gott die Seinen väterlich), Versorgt und schützt. Gott sorgt für mich.. 2. Gott sorgt für mich; ihm will ich trauen. Ich weis gewiß, was mir gebricht, Werd ich in meinen Händen schauen, Sobald er nur sein Machtwort spricht. D'rum bin ich jetzt und ewiglich, Gar wohl versorgt: Gott sorgt für mich.. 3. Gott sorgt für mich an Seel' und Leibe. Sein Wort ist's, das die Seele nährt, Und wenn ich mein Berufswerk treibe, Wird für den Leib mir Brod gewährt. Wohl dem, der ihm nur festiglich, Vertraut, und glaubt: Gott sorgt für mich. 4. Gott sorgt für mich bei theuren Zeiten; Auch in der größten Hungersnoth, Verschafft der Herr den frommen Leuten, Zum Unterhalt ihr täglich Brod. It's gleich nicht viel, doch glaube ich, Er giebt genug, und sorgt für midy.. 5. Gott sorgt für mich in meinem Leiden, Das Kreuz, das er mir auferlegt, Verwechselt sich gar bald in Freuden. Und wenn Gott gleich die Seinen schlägt, So schlägt er doch nur väterlich, Zu un serm Wohl, Und sorgt für mich. 6. Gott sorgt für mich in meinem Alter, Da hebt und trågt mich, der mich liebt; Denn immer bleibt er mein Erhalter, Der mir in Schwachheit Stärke giebt. Wie er noch niemals von mir wich, Weis ich dann: Gott sorgt für mich. 7. Gott sorgt für mich auch in dem Sterben, Der Tod ist mir ein süßer Schlaf. In Christo setzt er mich zum Erben, Da mich sonst Fluch und Rache traf. Dann nimmt er meinen Geist zu sich, In seine Ruh; Gott sorgt für mich. Jesus meine Zuversicht, Mein Versöhner ist im Leben! Dieses weiß ich; sollt' ich nicht, Auch zu sterben mich ergeben, Wie das Grab, das einst mich deckt, Mein zu schwaches Herz auch schreckt! 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Ich werd' auch das Leben schauen! Seyn, wo mein Erlöser lebt! Und es sollte mir noch grauen? Er ist der Ge meinde Haupt, Und sein Glied, wer an ihn glaubt. Finsternisse, schnelle Wetter Brechen über mich her: cin; Und ich sehe keinen Netter, Keiner Hoffnung blassen Schein; Weh' mir Elenden! von weitem hör ich, Gott! deine Donner rauschen, Aber meine Feinde lauschen, Mein Verfolger freuct sich, rep. 2. Ach daß ich dich zu beflügeln, Tag der Hülfe nicht vermag; Glänze bald auf unsern Hügeln, Brich doch an, erseufzter Zag! Eure Bedrohung erschreckt mich jetzt nicht; Knirscht, raft vor Un muth, Feinde, Denn ich hab nun Gott zum Freunde, Gott ist meine Zuversicht, rep. Kommt her, den Herrn zu preißen, Den Gütigen, den Weisen, Dem Wohlthun Freude ist; Den des sen Weisheit schmücket, Und segnet, schützt, bee glücket; Der unser Vater ist. 2. Mit redlichem Gemüthe, Laßt danken uns der Güte, Die nur schafft Menschenglück; Sie hat in unsern Tagen, Ganz mildevoll getragen, Uns jes den Augenblick. 3. Das nützlich anzuwenden, Was du mit Vae terhånden, Uns gütig zugewandt; Gott, ähnlich dir zu werden, Ist unser Glück auf Erden, Dazu gabst du Verstand. 4. Du treibst die finstern Schatten, Die uns um geben hatten, Und giebst was uns gebricht; Welch himmlisches Vergnügen, Da wir uns nach dir fü gen, Gewährt uns Weisheit nicht. Vollendet ist das Streiten! Schon fühlt der Kämpfer Brust, Nach hartem Kampf und Leiden, Die reinste Engelslust: Denn, alle Pein und Qualen, Sind nie des Lohnes werth, Den Gott dafür wird zah. len, Wie der Apostel lehrt. 2. Kein Aug' hat's je berühret, Nie hört's ein sterblich Ohr, Kein Herz hat's je verspüret, Nie kam's den Sinnen vor, Was Gott dem hat berei tet, Der ihn hienieden liebt, Und der geduldig lei Für ihn sein Leben giebt. det - 3. Ihr wißt es heil'gen Brüder, Krispin und Krispinian! zu Ehren diese Lieder, Wir heute stimmen an, Wie schön die Marter Krone, Jetzt eure Häupter ziert; welch' ein großer Lohne, Für den, der triumphirt. 4. Aus jener großen Zahle, Bist du, o BrüderPaar! So aus dem Kummerthale, Zu Gott ge kommen war: Und die gewaschen haben, Ihr Kleid im Lammes Blut, An dem sich Geister laben, Herr! dein Lohn ist gut. 5. Ihr heiligen Blutzeugen, Gebt unsrer Bitt' Gehör! Ach laßt uns nie abweichen, Von Gott und seiner Ehr'! Auf daß wir einst dort oben, All wo ihr Bürger seyd, Mit Geister- Schaaren loben, Den Gott der Herrlichkeit. Christus Gott wird wieder kommen, Retten wird er seine Frommen, Von allem Elend dieser Zeit; Denn an seinem großen Tage, Ändert sich des From men Plage, In ewige Zufriedenheit. rep. 2. Augenblicke dieser Leiden, Was send ihr zu jenen Freuden, Der unbegränzten Ewigkeit? Seht die Kron' am Ziele prangen, Kämpft und ringt, fie zu erlangen, Die ihr dazu berufen seyd. rep. Ach wie langsam gehn die Stunden, Herr, wenn kommt doch jene Zeit; Daß man endlich wird ente bunden Von so langer Traurigkeit! Dein Verlust statt aller Peinen, Gönnet uns die Ruhe nicht: Ach wenn werden wir erscheinen Herr, vor deinem Angesicht. 2. Schau! wir sind in Finsternissen, Weil dein Antlitz uns gebricht, Ach die Sünd, so noch zu búßen, Hat entzogen dieses Licht. Laß die Erde endlich sehn Deiner Güte Wunderkraft, Lasse jenes Licht aufgehn, So erleucht' die Heidenschaft. 3. Denk, o Bater, doch zurücke An den Jammer, so uns plagt, Werfe deine Gnadenblicke Auf daß Bild, so du gemacht! Hat nicht Abel dir gefallen In der wahren Frömmigkeit? Soll dein Zorn denm ewig wallen! Als ein Meer der Bitterfeit. 237 Vesper- Lieder. An Festtagen des Herrn. Die göttliche Vollkommenheit. Sieh deine Kinder, Herr! bereit, Vor deinen Thron zu treten, Und deine große Herrlichkeit, Mit Ehr furcht anzubethen. Mit frohem Herzen singen wir, Von deinem großen Namen, Du bist der Herr, und dein sind wir, Dein sind wir ewig; Amen. Erster Pfalm. Gottes ewiges Daseyn. 1. Unsterblicher Gott, aller Zeiten König! In Ewigkeit, sen Ruhm und Ehre dir; 2. Es ist kein Gott, spricht nur das Herz des Thoren; Er liebt, was böse ist, und und übt die Tugend nicht. 3. Der Herr ist Gott, erkenne dies, du Erde! Das Daseyn gab er uns, nicht wir uns selbsten. 4. Die Himmel rühmen Gottes Ehre, Das Firmament verkündet, seiner Hände Werke. 5. Eh' Berge, Welt, und Erde waren, Bist du schon Gott, von Ewigkeit in Ewigkeit. 6. Gleich dem Gewande, werden sie veralten, Nur du verbleibst, in ewig neuer Kraft. 7. Vor dir sind tausend Jahre wie der Tag, Der gestern uns, vorübereilte. 8. Wie ist dein Name Gott! auf Erden wunderbar! Preis dir, der allgewaltig, herrscht in Ewigkeit! 9. Ihr Engel Gottes! fallt anbethend nieder! Dem Herrn sey unterthänig meine Seele! Ehre sey dem Vater, dem Sohn und dem heiligen Geiste; Wie im Anfang, so auch jetzt, und in Ewigkeit Amen. 1 3 weiter Pfalm. Die göttliche Allmacht.1. Wer kann die göttliche, Allmacht besingen, Wer, o mein Gott! Dein Lob würdig erheben? 2. Rühmet den Ewigen, Höchste der Himmel! Preißt seinen Namen, Gewässer der Himmel! 3. Denn, Herr! gesprochen, hast du, und sie wurden, Du gabst Befehl, und sie waren erschaffen. 4. Cedern zerschmettert, die göttliche Stimme, Wüsten erschüttert, die Stimme des Herrn. 5. Blickest du, Gott! auf die Erde: sie zittert! Wirst du Gebirge, berühren: sie rauchen! 6. Dein Wink hat Grenzen, dem Meere gewiesen, Und hier zerschlägt sich, die tobende Welle. 7. Wer kann, o Herr! deiner Macht widerstehen? Nimmer ist dir, eine Sache unmöglich. 8. Kinder der Menschen! vertrauet dem Höchsten, Er ist der mächtige Helfer für alle. 9. Sünder! o fürchtet, den Herzenserforscher! In seine Hände, zu fallen ist schrecklich. Dritter Psalm. Gottes Allwissenheit und Allgegenwart. 1. Gott! du durchforschest, kennest mich; Ich sitze oder stehe, dir ist es bekannt. 2. Du weist von Ferne, was ich denke; Du bist um mich, ich gehe oder liege. 3. Eh' noch das Wort, auf meine Lippe steigt, Sieh, Ewiger! du weist es schon. 4. Wohin soil ich, vor deinem Geiste fliehen? Wo mich verbergen, Gott! vor deinem Blicke? 5. Schwing ich zum Himmel, mich hin, bist du da; Und nåhm' die Unterwelt, mich auf, ich fände dich. 6. Wollt ich zum fernsten Oft mich heben, Wollt ich am legten Weste wohnen? 7. Auch dort noch würde deine Hand mich leiten, Auch dort ergriff mich deine Rechte. 8. Spred ich: mich wird die Finsterniß verbergen, So würde selbst die Nacht zum Licht um mich. 9. Dir macht die Finsterniß nicht dunkel, Dir glänzt die Nacht wie Tag, und Finsterniß wie Licht. 10. Gott! prüfe mich, durchschau mein Herz; Erforsche, merk auf meinen Wandel. 11. Sich, ob ich geh' den Weg der Sünde, Und leite mich den Pfad zur Seligkeit. Vierter Psalm. Göttliche Güte. 1. Von ganzem Herzen dank ich dir, o Herr! Denn ewig währet deine Güte. 2. Es schauen aller Augen hin nach dir, Denn ewig währet deine Güte. 3. Und du giebst ihnen Speis zu rechter Zeit, Denn ewig währet deine Güte. 4. Erbarmung findet dein Geschöpf bei dir, Denn ewig währet deine Güte. 5. Du handelst mit uns nicht nach unsern Sünden, Denn ewig währet deine Güte. 6. Vergiltst uns nicht nach unsrer Missethat, Denn ewig währet deine Güte. 7. Auch strafend bleibst du noch der Gnade eingedenk, Denn ewig währet deine Güte. 8. Dein Will' ist aller Menschen Seligkeit, Denn ewig währet deine Güte. 9. Froh hängt das Herz dir an, des Dankes voll, Denn ewig währet deine Güte. 10. Dich sollen deine Frommen alle preißen! Denn ewig wäbret deine Güte. Q Fanfter Psalm. Göttliche Gerechtigkeit. 1. Des Herrn Gerechtigkeit, will ich erheben, Hochpreißen dich, mein Gott und König! 2. Gerecht ist Gott, auf allen seinen Wegen, Und heilig er, in allen seinen Werken, 3. Nicht wie des Menschen, sind des Herrn Gedanken, Er fichet auf Person, und auf Geschenke nicht. 4. Zur Rede stellt er, Sünder, wie Gerechte; Nach seinem Werke, lohnt er jeden. 5. Frohlockt, ihr Frommen! voll des Jubels, Denn groß ist euer Lohn im ewigen Reiche. 6. Doch furchtbar sind auch, seine Strafgerichte; Nein, im Gericht, bestehen Frevler nicht. 7. Zu Grunde geh'n, die böse wandeln, 8. Sie stürzen in die Qual, der ew'gen Strafe. Gott! erschüttre, mit Furcht meine Seele, Damit ich gegen dich nicht sündige. Lection, Brief an die Römer. 11. Cap. O welche Tiefe der Reichthümer, der Weisheit und der Einsichten Gottes! O wie ganz unbegreife lich sind seine Urtheile, wie unerforschlich seine Wege! Denn wer hat den Sinn des Herrn ers gründet? oder wer hat ihm einen Rath ertheilet? Wer hat ihm etwas zuerst gegeben, daß er Wiedervergeltung fordern könnte? Denn von ihm, durch ihn und in ihm ist Alles. Ihm sey Ehre in Ewigkeit. 1. An dich glaub' ich c. Siehe Seite 233. Lobgesang der seligsten Jungfrau. 1. Den Herrn erhebet, meine Seele, Und Freude voll, ist mein Herz, in Gott meinem Heile. 2. Er sah mit Huld, auf seiner Dienstmagd Nied rigkeit; Nun wird mich alle Nachwelt selig preißen. 3. Denn große Dinge, that an mir der Mächtige, Er, dessen Name heilig ist. 4. Erbarmen trågt er, von Geschlechte zu Geschlechte, Für jene die ihn fürchten. 5. Sein Arm, wirkt große Thaten; Zerstreut, die sich erhaben dünken. 6. Er stürzt, die Mächtigen vom Throne, Und hebt, die Niedrigen empor. 7. Die Dürftigen, erfüllet er mit Gütern, Und weiset leer die Reichen ab. 8. Er reichet Israel, seinem Diener, die Hand, Um des Erbarmens, eingedenk zu seyn. 9. Wie er es, unsern Vätern zugesagt, Dem Abraham, und seinen Kindern ewiglich. Ehre sey dem Vater, dem Sohn, und dem heil. Geiste; Wie im Anfang, so auch jetzt, und in Ewigkeit; Amen. Gebeth. Deffne uns die Augen, o Gott! damit wir deine Vollkommenheiten immer besser erkennen, und durch die Nachahmung derselben zu aller Tugend geleitet werden. Präge es unsern Seelen tief ein, wie lie: bevoll und barmherzig du bist. Jeder festliche Tag, den wir feiern, sey uns eine feierliche Erinnerung an die unaussprechlichen Wohlthaten, die du dem menschlichen Geschlechte erwiesen hast. Möchte uns sere Dankbarkeit und Liebe zu dir in eben dem Maaße steigen, als wir täglich neue Beweise deiner göttlichen Güte erfahren. O laß uns standhaft auf dem Wege deiner heiligen Gebote wandeln, daß wir als deine getreuen Kinder vor deinem götts lichen Auge bestehen! Laß besonders es nie unserem Gedächtnisse entweichen, daß du ein allwissender Gott bist, daß du unsere Herzen und Nieren or: 22 forfchest, und daß du als der unbestechlichste Zeuge und Richter über uns waltest. Diese heilige and heilsame Wahrheit warne, stärke und leite uns auf der Bahn dieses Lebens, sie befestige uns in der Tugend, und verschaffe, daß wir getrost in die Ewigkeit eingehen, und deiner unaussprechlichen Geligkeit theilhaftig werden. Durch Jesus Christus unsern Herrn; Amen. An Sonntagen. Erter Pfalm. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte!( Seite 168.) 3 weiter Psalm. Du flagst und fühlest die Beschwerden, Des Stand's in dem du dürftig lebst; Du strebest, glücklicher zu werden, Und siehst, daß du vergebens firebst. Ja, klage, Gott erlaubt die Záhren; Doch denk' im Klagen auch zurück: Ist denn das Glück, das wir begehren, Für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenft der Stand, nie schenken Güter, Dem Menschen die Zufriedenheit; Die wahre Ruhe der Gemüther, Ist Tugend und Genügsamkeit. Genieße was dir Gott beschieden, Entbehre gern, was du nicht hast: Ein jeder Stand hat seinen Frieden, Ein jeder Stand hat seine Last. 3. Gott ist der Herr, und seinen Segen, Vers theilt er stets mit weiser Hand, Nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, Doch so, wie er's für beil sam fand. Willst du zu denken dich erkühnen, Daß feine Liebe dich vergißt? Er giebt uns mehr, als wir verdienen, Und niemals, was uns schädlich ist. 4. Er selbst hat dir dein Loos beschieden, Nimm's dankbar an aus seiner Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieben, Die er mit diesem Loos verband. Er giebt dir Munterkeit und Kräfte, Erhält und stärkt fie väterlich: Sie brauchen, das ist dein Geschäfte, Und ihr Gebrauch ist Glück für dich. Dritter Psalm. Wie fürcht' ich mich, mein Herz zu prüfen, Mich zu erforschen, wer ich bin! Wie blick' ich über seine Tiefen, Nachlässig und mit Vorsatz bin! Mich war: net heimlich mein Gewissen: Betrüg', o Mensch! dich selber nicht, Geneigt, mein Unrecht nicht zu wissen, Acht' ich darauf nicht, was es spricht. 2. Ich mandle ruhig auf dem Pfade, Des Leicht finns und der Eitelkeit; Gott! durch den Mißbrauch deiner Gnade, Stárk' ich mich in der Sicherheit. Nach tausend froh vollbrachten Sünden, Denk ich einmal an Jesus Christ, Und glaube, ihn versöhnt zu finden, Weil er für mich gestorben ist. 3. Ausschweifend bleiben meine Triebe, Und un erleuchtet mein Verstand; Mein Herz ist leer von Gottes Liebe, Mit meinen Pflichten unbekannt; Mein Glaub' ist todt und ohne Früchte, Mein Wandel ohne Besserung; Und dennoch hoff' ich im Gerichte, O Gott! von dir Begnadigung. 4. Ich unbesonnener! wie lange, Werd' ich mich felber hintergeh'n? Nah' bin ich meinem Unter: gange; Wann werd' ich die Gefahr einseh'n? Er. wecke, Gott! mich aus dem Schlafe, Zeig' mir die Größe meiner Schuld; Ach! eile nicht mit mir zur Strafe, Und hab', o Vater! noch Geduld. 5. Obgleich ich mich mir selbst verhehle, Ver hehl' ich mich dir dennoch nicht; Denn in der Liefe meiner Seele, Ist alles deinen Augen Licht. Reiß mich aus meinen Finsternissen, Enthülle du mein Herz vor mir! Dann treib'mächtig mein Gewiffen, Zur Buße mich, und, Gott! zu dir. 6. Der du die Herzen prüfst, bekehre, Erleuchte, beff're, leite mich, Auf deiner eb'nen Bahn, und lehre, Mich dann mit Recht vertrau'n auf dich; Dir laß mich ganz mein Leben weih'n; Vor dir sey Herz und Wandel rein! So werd' ich die Gefahr stets scheu'n, Betrogen von mir selbst zu seyn. Dem Vater und dem Sobne 2c. Vierter Psalm. Gott! aus deinen Werken, kann ich dein Das seyn merken; Nichts kann sich Bildung, Leben, Aus eig'nen Trieben geben. 2. Das große Weltgebäude, Voll Anmuth und voll Freude, Ruft in viel tausend Chören: ,, Den Schöpfer mußt du ehren." 3. Wer sprach zum Himmel: ,, werde!" Wer sprach es zu der Erde? Wer wollte, daß im Meere, Des Wassers Sammlung wåre? 4. Wer rief in blauer Ferne, Dem großen Heer der Sterne? Wer macht, daß Millionen Geschöpfe fie bewohnen? 5. Wer rief dem Wurm' im Staube, Der bun ten Naup' am Laube? Den Thieren auf den Trife ten, Im Wald und in den Lüften? 6. Wer läßt in jenen Höhen, Den schnellen Blitz entstehen? Wer nach des Donners Krachen, Die Fluren wieder lachen. 7. Wer schuf das Grün der Wälder? Die Fruchts barkeit der Felder? Wer giebt uns Thau und Regen, Und tausendfachen Segen? 8. Und wer hat mir das Leben, Und diesen Leib gegeben? Mir diesen Geist geschenket, Der fühlt, erkennt und denket? 9. Du warst es, Gott der Stärke! Dich rühmen deine Werke; Sie preißen deine Güte, Dem acht. famen Gemüthe. 10. Gott! alle, die dich kennen, Dich Schöpfer! Vater nennen, Die fromm nach Wahrheit streben, Erfreue Licht und Leben. Dem Vater und dem Sohne 2c. Fünfter Pfalm. Wenn unfre Tugend hier auf Erden, Die Prüß ungszeit vollendet hat, Und bei so vielen Kampfe beschwerden, Verfolgte ihren stillen Pfad, So Arne tet sie in jener Welt, Den Lohn, den ihr Gott aufbehält. 2. Zwar segnet Gott schon hier den Frommen, Mit innerer Zufriedenheit; Doch ist sein Glück noch unvollkommen, Und wechselt oft in dieser Zeit. Wer auch die Tugend eifrig ehrt, Wird noch mit mancher Last beschwerdt. 3. Der Körper drückt, die Seele nieder, Er legt ihr schwere Fesseln an, Und hebt sie schon auch) diese wieder, So irrt sie doch oft von der Bahn. Der Sünder Reiz, des Lasters Schein, Stürzt Fromme selbst in manche Pein. 4. Die Tugend muß hier viel ertragen, Was feltner oft das Laster trifft, Muß manchen Vortheil sich versagen, Und wird bis auf den Grund geprüft; Bei aller Vorsicht fühlt mein Herz, Noch fremden Tadel, Reu' und Schmerz. 5. Ich suche zwar hier zu vermeiden, Was mei ner Tugend Abbruch thut; Doch manche Unvollkommenheiten, Begleiten sie bis in den Tod. Viel reiner strahlet erst im Licht, Wenn ich Gott schau' von Angesicht. 6. Da werd' ich ewig nicht mehr wanken, Bom Guten, daß ich wählen soll; Mich heben himmlische Gedanken, Ich bin des süßen Trostes voll: Zert stórt ist jetzt des Todes Macht, Erhellt des Grabes ode Nacht!" 7. Des höchsten, wunderbare Wege, Werd' ich da besser überschau'n, Auf seine treue Baterpflege, Mit dankerfüllter Seele bau'n. Mein Geist, nicht mehr so stumpf und schwach, Denkt Gottes Schicke ung freier nach). 8. Ich werde zu dem Thron' gelangen, Der Gottes Güte offenbart, Ein freudenvolles Lied anfangen, Dem, der für mich geopfert ward. Die Seraphin, der Engel Heer, Verherrlichen sein Lob noch mehr. Dem Vater und dem Sohn 2. Magnificat. Auf, mein Geist, um zu besingen, Deines Schöpfers Macht und Ruhm! Laß dein Lob zum Himmel dringen, Bis zu Gottes Heiligthum; Denn der Herr hat hoch erhoben, Meine Demuth; alle Welt Soll ihm danken, soll ihn loben, Daß mich seine Huld erwählt. 2. Heilig, heilig ist sein Name, Unaussprechlich seine Macht; Selig bist du, Davids Saame, Herr! du hast an uns gedacht. Von Geschlechte zu Ge schlechte, Dauert dein Erbarmen fort; Wunder wirkte deine Rechte, Kraftvoll fühlen wir dein Wort. 3. Schamroth und zu Schanden werden, Die auf ihre Macht gepocht; Aber aus dem Staub der Erden, Hebst du die, die unterjocht, Nettung wan fchen; du erquickest, Sie; den Reichen nur gebrichts: Stolze, Aufgeblas'ne drückest, Du verächtlich in ibr Nichts. 4. Herr! du dachtest voll Erbarmen, an den Bund mit Abraham; Und du fandtest uns und - Armen Gern den Helfer. Sieh, es fam, Der, so uns erretten sollte, Von des Himmels hohem Thron; Der uns Menschen helfen wollte, War des ew'gen Vaters Sohn. Dem Vater und dem Sohn sc. An Mutter Gottes Tagen. Der erste Psalm. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte!( S. 168.) Der zweite Psalm. O Gott aus deinen Werken 2c.( S. 246.) der dritte Psalm. Sieh uns vereint zu deiner Ehre, Verklärte große Dulderin, Vereint nach deines Sohnes Lehre, Vers eint mit frommem Christensinn, Der Tugend, edel, sanft und rein, Auf's neue unser Herz zu weih'n. 2 Wer wollte dich nicht heilig lieben, Da Jesus dich so treu geliebt? Die füße Pflicht nicht gerne üben, Die unsrer Tugend Stärke giebt? Die, wenn dich unser Herz verehrt, Uns glauben an die Mensche heit lehrt. 3. Wir denken dein, und seufzen stille: Wie reich an Tugenden war sie! Ein Engel in der Menschenhulle, Voll Unschuld, Liebe, Harmonie. Mit Rüh. rung neigt sich unser Sinn, Zu dir, du Unbefleckte hin. 4. Wer wollte sie nicht freudig ehren, Sie, die den Heiland uns gebar? Den größten, der durch fanfte Lehren, Der Wahrheit hoher Schußgeist war? Mit Wonne neigt sich unser Sinn, Zu dir erhab'. ne Mutter! hin. 5. Du giengst bescheiden Filler Eingezogenbeit; Ein durch das Leben, In mildes Herz war dir gegeben, und himmlische Zufriedenheft; Mit Liebe neigt sich unser Sinn, Zu dir, erhab'ne Pilgerin. 6. Voll Glauben giengst du ohne Zagen, Auf dei ner dunkeln Lebensbahn, Und sprachst in deinen Schmerzenstagen: Was Gott thut, das ist wohl gethan. Mit Ehrfurcht neigt sich unser Sinn, 3u dir, der Tugend Königin. Dem Vater, und dem Sohne ic. Der vierte Psalm. Den, der mir flucht 2c.( S. 219). Der fünfte Pfalm. Laßt uns, Christen! mit Vertrauen, Auf die Mut ter Jesu schau'n; Sie erbittet uns bei Gott, Hülf und Trost in aller Noth. 2. Sie verläßt uns Arme nicht, Denn vor Got tes Angesicht, Stehet sie vor dessen Thron, Für uns bittend ihren Sohn. 3. Sünder, die aus falschem Wahn, Frevelhaft fich zu ihr nah'n, Sie um ihren Beistand fleh'n, Und die Lasterbahn doch geh'n. 4. Diese schätzt Maria nie, Ach! vergebens schreien sie, Tag und Nacht zu ihr empor: Ihnen schließet fie ihr Ohr. 5. Nur den Frommen hört sie gern, Fleht für ihn bei Gott, dem Herrn; Büßern hat sie auch geneigt, Immer ihre Huld erzeigt. 6. Kommt denn alle, die ihr Gott, Fürchtet; ruft in eurer Noth, Zu Maria mit Vertrau'n: Gott wird gnädig auf euch schau'n. Dem Vater, und dem Sohne* c. Magnificat. Auf, mein Geist um zu befingen 2c.( S. 248) An Tagen der Apostel. Erster Pfalm. 24 Wie groß ist des Allmächt'gen Güte c.( S. 168.) Der zweite Pfalm. O Gott! aus deinen Werken 2.( S. 246). Der dritte Psalm. Jünger Jesu! muthig tratet, Ihr vor Aller Arges sicht, Lehrtet, kämpftet, littet, batet, Führtet fie zum Glaubenslicht; Warft die eitlen Götzen nieder, Die so lang die Welt bethört, Und der wahre Gott ward wieder, Auf dem Erdenkreis geehrt. 2. Schaut auf uns von jenen Höhen, Wo ihr euch in Gott erfreut; Lasset uns nicht untergehen, In der Welt Mühseligkeit. Unterstützet unsre Bits ten; Fleht für unser Heil bei Gott; Helft verbes sern unsre Sitten, Sendet Nettung in der Noth. 3. Treibet fern die Heucheleien, Fern von Frev ler Aergerniß; Fern Haß, Neid und Zankereien, Fern des Irrthums Finsterniß; Bringt zurück die gold'nen Zeiten, Jener alten Frömmigkeit, Machet, daß sich mehr verbreiten: Tugend, Lieb' und Einigkeit. 4. Bittet Gott für eure Heerde, Schüßzet die Religion; Machet, daß zu Schanden werde, Ihrer Feinde Wuth und Hohn. Helft uns unermüdet ringen, Nach der Kron' der Herrlichkeit; Helft uns glücklich einst vollbringen, Unsern Kampf im letzten Streit. Dem Vater, und dem Sohne sc. Der vierte Psalm. Schau hin in die vergang'nen Zeiten, Christ! und sammle Weisheit ein, Fern von dem Dienst der Eitelkeiten, Der Tugend ganz dein Herz zu Ruf ihn im Glauben täglich an: Erhalt mich, Herr! auf eb'ner Bahn! 4. Ich bin so schwach, wer kann mich stärken. Mein Helfer in Versuchung seyn? Zum Glauben und zu guten Werken, Mir Kraft und Freudigkeit verleih'n? Du kannst es, meine Zuversicht! Wenn du mich stärkst, so wank ich nicht. Dem Vater 2. Der fünfte Psalm. Wie können wir Vater der Menschen, dir danken? Wie preiset dich würdig, Gott unser Gesang? Groß ist deine Liebe, sie kennt keine Schranken! Nimm gútigster Vater, den herzlichsten Dank. Du fandtest durch Liebe bewogen, den Sohn, Den Heis land der Menschen vom göttlichen Thron. 2. Voll Freude kam Jesus zur Erde hernieder, Um Lehrer und Retter der Menschen zu seyn! Er nannte, als Sterblicher, Sterbliche Brüder, Und wollt uns von Irrthum, und Sünde befrei'n! Er, welchem der Himmel mit Ehrfurcht sich beugt, Er hat sich herab zu der Erde geneigt. 3. O göttliche Liebe! wo ist deines gleichen? Wer bringet, wer singet dir würdigen Dank? Nie kann dich die Sprache der Engel erreichen! Bringt Brüs der, ein heiliges Leben zum Dank! Für Menschen, so willig dem Tode sich weih'n, So liebte nur Jee sus, nur Jesus allein. 4. Dir, Menschenfreund! ähnlich die Menschen zu Lieben, Uns alle dem großen Berufe zu weih'n: Mit edlen, durch Tugend geläuterten Trieben, Für Menschenwohl eifrig, und thätig zu seyn; Sey dei nen Verehrern die heiligste Pflicht! Wer Menschen nicht liebet, Verehret dich nicht. Magnificat. Auf, mein Geist! um zu besingen 2c.( S. 248) Mess- Andachten. Vorbeter. Ewiger, unveränderlicher Gott und Herr! voll vertrauen erscheinen wir hier vor dem Altare, um dir unsre schuldige Ehrfurcht, Unter werfung und dankbare Liebe zu erzeigen, und jenes Opfer unblutiger Weise zu erneuern, was dein ein geborner Sohn, Jesus Christus, zu unserm Heile am Kreuze vollbracht hat. Wir wollen also unsre ganze Seele zu dir erheben, und uns den Regungen der Andacht überlassen. Fern sey von uns Zers ftreuung, fern jeder unheilige Gedanke, fern Alles, was uns des Segens dieser Andachtsstunde beraus ben könnte. Alle. Bereite deswegen du, o Herr! unsern Geist reinige uns von Sünden- belebe unsern Glauben heilige unsre Herzen damit wir dir dieser Andachtswohlgefällig und des Segens stunde theilhaftig werden mögen. - - - Im Vorb. Hier liegt vor deiner Majestät Staube die Christen: Schaar: Alle. Das Herz zu dir, o Gott! erhöht Die Augen zum Altare. Vorb. Schenke uns, o Bater! deine Huld Vergieb uns unsre Sündenschuld: Alle. Gott! vor deinem Angesicht Vers stoß uns arme Sünder nicht. Vorb. Preis und Dank sey dir, o Unendlicher! für die Allmacht, für die Weisheit und Güte, wo mit du alles erschaffen hast, erhältst und regierest. Wir freuen uns von ganzer Seele, daß du der - - Einzige, der Höchste, der Herr aller Herren, daß du Gott bist, dir allein gebührt alle Anbetung im Himmel, auf Erde und unter der Erde. Alle. Du, o Gott! lebst in dir, durch dich lebt Alles, was lebt- und Alles, was durch dich lebt, soll dir allein leben.-Dein ist allein ewig alle Herrlichkeit; - dein sey auch allein ewig alle Anbetung. Amen. Vorb. Sohn Gottes! Eingeborner des Vaters, Jesus Christus, das sündige Menschengeschlecht ist durch dich erlöset, und ohne dich ist keiner erlöset. Du bist der Heiland, der Mittler, der Erlöser der Welt: dein Blut ist geflossen für Alle. Ewiger Dank sey dir für die Liebe, womit du dich unser erbarmet hast. Ewiger Dank sey dir für das große Werk der Erlösung, wodurch du uns unser Antheil zum Himmel wieder verschaffer haft. Alle. Dich, o Jesus! erkennen, und deinen Vater erkennen, dich, und deinen Vater anbes then, sen ewig unser Thun, unser Leben unfre Seligkeit. Amen. - 11 - 100 - Borb. Auch dich, o heiliger Geist! beten wir in Ehrfurcht an, und preißen dich für die Gnade, wo mit du uns geheiliget, und für die göttliche Liebe, die du unter den Menschen ausgegossen hast. Dich mit dem Vater und dem Sohne ehren, anbeten und lieben, sey unfer angenehmstes Geschäft. Alle. Reinige, o Geist Gottes! alle unsre Begier den ordne alle unsre Neigungen- damit wir wür: dig werden, dein Tempel zu heißen und zu seyn. Amen. Borb. Gott soll gepriesen werden ner Herrlichkeit. In seis Alle Im Himmel und auf Erden, Jetzt und in Ewigkeit. Borb. Lob! Ruhm und Dank und Ehre, Sey der Dreieinigkeit. 14 vepsorgmaats - Gott! deine Gott! wir vereinigen auch unser Ge beth mit dem Gebeth, was der Priester am Altare für unser Syeil, und für die Wohlfahrt der ganzenChristenheit dir darbringt, und bitten dich, daß du ihn und uns gnåbig erhören wollest. Alle. Das bitten wir dich, himmlischer Vater! durch Jefum Christum, deinen lieben Sohn, unsere Herrn. Amen. lle. Die ganze Welt vermehre, Herrlichkeit. Vorb. Der Priester ließt Auszüge aus dem Evangelium, und aus andern heiligen Büchern, die uns zu einer andern Zeit umständlicher erklärt werden. Vorb. O Göttlicher Heiland! weiter konnte deine Barmherzigkeit nicht gehen, als daß du selbſt auf diese Erde herabstiegst, um unser Lehrmeister zu werden, und uns den Weg zum Himmel zu zeigen. Aber ach! was würde es uns helfen, zu glauben, daß dieses Evangelium dein Wort ser, wenn wir demselben nicht nachleben wollten? Was würde es uns einst vor deinem Richterstuhle núßen, den Glauben an dich gehabt zu haben, wenn wir. ihn nicht durch die Liebe in unsern Handlungen, und durch gute Werke zu erkennen gåben. Alle. Flöße uns also, o Jesus! Muth und Stärke ein, deinem heiligen Evangelium pünktlich nachzuleben. Lasse dein Wort nicht bloß in unsern Ohren erschallen, sondern unser Herz durchbringen, und fruchtbar werden an guten Werken fürs ewige Leben.. Amen. Vorb. Wir sind im wahren Christenthum, D Gott! wir danken dir. Alle. Dein Wort, dein Evangelium, Ant dieses glauben wir. Die Kirche, deren Haupt du bist, R Vorb. Lehrt einig, heilig, wahr. Alle, Für diese Wahrheit giebt der Christ Sein Blut und Leben dar, Vorb. Zum Andenken des Todes, der Auferstehung und der Himmelfahrt Jesu Christi opfern wir dir nun, o Gott! Brod und Wein, welche in den Leib und das Blut deines Sohnes, unsers Er lösers verwandelt werden. Nimm dieses Opfer auf zum Heile aller Lebendigen und Todten, berer Glaube und Noth dir bekannt sind. Alle. Wie sich Jesus, dein Sohn im letzten Abendmahle uns dargegeben hat,- und wie er sich am Kreuze ganz für uns aufopferte,- fo brine gen auch wir uns dir zum Opfer dar. Nimm an, o Herr! die Gaben 2c.( Seite 17.) Vorb. Der große Augenblick nahet heran, wo der König der Engel und Menschen unter den Ge stalten des Brodes und Weines gegenwärtig seyn wird. Herr! erfülle, uns mit deinem Geiste, daß wir uns jetzt nur mit dir beschäftigen. Unsre ganze Seele sey voll von dem erhabenen Gedanken, daß Gott unter uns wohnen will. Tief in Andacht versunken, und im innersten Herzen gerührt, preiſen wir dich mit den heiligen Engeln: Heilig, heilig, heilig, ist unser Herr und Gott. Alle. Heilig- heilig- heilig ist aller Wesen Gott! Vorb. Wir sprechen froh zusammen, Von ganzer Seel erfreut: Alle. Der kommt ins Herrn Namen, Der sen gebenedent. - Bey Aufhebung der H. Hoftie. Vorb. Wir beten dich an, gekreuzigter Herr! Jesu Cheiste, Sohn des lebendigen Gottes, Alle. Und danken dir, daß du uns durch dei nen Tod Gnade und Seligkeit erworben hast. 24Bey Aufhebung des Reichs. Vorb. Wir beten dich an, o heiligstes Blut Jeſu! Alle. Das am Kreuze zur Vergebung unsrer Sünden geflossen iſt. Vorb. Das Andenken an dein Leiden und Sterben, o Jesu! halte uns vom Sündigen as, Alle. Und erfülle unsre Herzen mit der Liebe zu dir, und zu allem Guten. Sich' Pater von dem höchsten Thron 2c,( Seite 19.) Vorb. Vater unser, der du bist in den Him meln. Ewiger, allmächtiger, gütiger Gott! du bist zwar überall gegenwärtig; denn du erfüllest Alles. Gleichwohl betrachten wir den Himmel als den Thron deiner Herrlichkeit. Gott! unser Vater, der du uns das Leben giebst und erhältst und der du uns Alle zu deinen Kindern und zu Erben deines Neichs gemacht hast! wir sollten nicht allein für uns, sondern für alle Menschen, die unfre Brüder sind, beten. Deswegen richten wir für sie und für uns das Gebeth an dich, das uns Jesus Chrisius dein eingeborner Sohn gelehrt hat. Wir verlans gen und bitten: Möchten dich an Alle. Geheiliget werde dein Name. doch alle Menschen dich recht erkennen, beten, lieben und preisen, und durch einen from men Wandel verherrlichen. Vorb. Zukomme uns dein Reich.- Deine Kirche werde auf Erde immer weiter ausgebreitet; herrsche durch deine Gnade in unsern Herzen, und mache uns würdig, einst bei dir in deinent Reiche der Herrlichkeit zu wohnen. -- wie von den 1 Dein Wille geschehe, Alle. Engeln und Auserwählten im Himmel, also auch von uns auf Erde, daß wir nach deinen Geboten wandeln, deiner Führung geduldig uns R 2 11 -10 unterwerfen,- und mit stiller Zufriedenheit von dir alles Uebrige erwarten. Verb. Unser tägliches Brod gieb uns heute. Nicht um Ueberfluß, nur um das Nothdürftige bit: ten wir. Verleihe Gesundheit, Nahrung, Glúd, Friede und Vergnügen, so viel dir gefällig, und so viel sich mit dem Wohl unsrer Seele vertrågt. Alle. Vergieb uns unsre Schulden, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Hiermit ver zeihen wir allen unsern Beleidigern.- Ach vergieb auch uns um Christi willen die große Schuld unse rer Sünden, gieb uns ein verföhnliches Herz und den Frieden unserm Gewissen. 11 Vorb. Führe uns nicht in Versuchung. Stehe uns in allen Versuchungen dieses Lebens ben, damit wir keiner Reizung zur Sünde unter: liegen, und lieber Alles zu leiden, Alles zu verlies ren bereit seyn mögen, als dich zu beleidigen. Sondern erlöse uns von dem llebel, von den Drangsalen dieses Lebens,- den Feinden unsers Heils, und der ewigen Verdammniß. bitten wir dich durch Jesum Christum. Amen. Alle. Das - PERTAND Vorb. Nun ist das h. Opfer bald vollendet. Wir danken dir von ganzem Herzen für alle uns erzeigte Gnaden und Wohlthaten; insbesondere aber, daß du deinen lieben Sohn zum Mittler und Vers söhner zwischen dir und uns, und dessen Leib und Blut uns zur Speise unserer Seele gegeben haſt. Verleihe gnådig, daß wir dem Opfer der h. Messe allzeit mit Ehrerbietung und Nußen für unser Heil beiwohnen; und gieb, daß wir uns der Gnade dies ser himmlischen Speise niemals unwürdig machen. Alle. Verleihe uns auch, daß wir unserm Berufe jederzeit nachkommen, Undern in der Tu gend ein gutes Beispiel geben, um deinetwegen allzeit lieben, und mit reinem unsern Nächsten - re Gewissen bir bis an das Ende unsers Lebens wohlgefällig dienen mögen. nen göttlichen Segen. Schenke uns biezu deiSong Nun ist das Lamm geschlachtet 2c.( Esite 20) Und wenn noch Zett übrig ist: Lob' ihn im Heiligthume zc.( S. 51) Vorbeter. Heiligster Gott und Vater! das unblutige Opfer, welches dir dein Priester darbringt, ist die Feier desjenigen Opfers, welches Jesus für uns am Kreuz darbrachte. Wir wollen deswegen dieser heiligen Handlung mit größter Ehrfurcht und Andacht beiwohnen. Unterstüße unser Vorhaben mit deiner Gnade, daß wir der Früchte dieses heiligsten Opfers theilhaftig werden, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen. Vorb. Mit deinem Priester, o Gott! werfen wir uns vor. deinem heiligen Altare nieder, und bekennen vor Maria, der seligsten Jungfrau und Mutter unsres Herrn Jesu Christi, vor den heiligen Aposteln Petrus und Paulus und allen deinen Hei ligen, daß wir gesündiget haben. R. Wir bekennen unsre Schuld. Daß wir gesündiget haben wider dich, o Gott! als unsern besten Vater, Daß wir gesündiget haben wider unsern Nächsten Daß wir gesündiget haben wider das Heil unsrer eig'nen Seele, Daß dies geschehen ist in Gedanken und Worten, Daß dies geschehen ist in Werken und durch Unterlaffung vieles Guten, Schuld. Wir bekennen unfre Ja, liebevoller, barmherziger Vater! wir bekennen. und bereuen unsre Schuld; und bitten dich, verzeihe uns die Fehler und Sünden, die wir bes gangen haben; Erbarme dich unser. Jesus Christus, Sohn Gottes, unser Erléser und Seligmacher; Erbarme dich unser. Durch dich unsern Fürsprecher, hoffen wir von dem himmlischen Vater Verzeihung unsrer Sünden; Erbarme, dich unser. Durch dich unsern Mittler, hoffen wir die Gnade mit reinem und Gott gefälligem Herzen unsre Andacht zu verrichten; Erbarme dich unser. Durch dich hoffen wir den heiligen Geist, der zum Guten Kraft und Stärke verleih't; Erbarme x. Herr erbarme dich unser. Christus erbarme dich unser. ( Vater unser.) Vorb. Lob, Preis und Dank fen dir, unend lich gútiger Vater im Himmel von deinen Kindern auf Erden geſagt. R. Lob, Preis und Dank sey dir, Gott! in Ewigkeit. Du hast uns deinen Sohn gesandt, daß er uns von der Sünde erlöse, und uns zu dir in den Himmel führe. Dir, Heiligster! dir sey mit deinem Sohne und dem heiligen Geiste durch alle Zeiten unser Dank gebracht. R. Lob, Preis und Dank sey dir, Gott! in Ewigkeit. Vorb. Gütiger Gott! sey mit uns. Gieb uns auf die Fürbitte der seligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen Gottes, was uns an Seele und Leib heil sam und nützlich ist. Wir bitten dich darum, durch Jesum Christum deinen eingebornen Sohn unsern Herrn. R. Amen. Ehre ses Gott in der höhe 2c.( S. 23.) Vorb. Die heiligen Schriften, o Gott! enthalten dein heiliges Wort. Durch sie wird uns fund gethan, was wir thun und lassen müssen, um gut und dir wohlgefällig zu werden, und dereinst zu dir in een Himmel zu kommen. Erleuchte durch deinen heiligen Geist unsern Verstand, damit wir dein heis liges Wort immer besser versteh'n lernen. R. Erhöre unsre Bitte. Stärke unsern Willen, dasselbe immer treuer zu voll ziehen. R. Erbóre unsre Bitte. Gieb, daß wir durch dasselbe, wie an Jahren, so auch an Verstand und Tugend wachsen. R. Erhöre unsre Bitte. ( Vater unser.) Vorb. Dein Evangelium ist uns, o Gott! ein kostbares Geschenk. Durch dasselbe lernen wir dich) als unsern Vater und Jesus Christus, deinen Sohn und unsern Erlöser, als den göttlichsten Freund der Kinder kennen, und erhalten die Versicherung, daß, wer ihm nachfolgt, mit ihm auch ewig lebe und ewig selig werde. Vorb. Nimm von uns, Vater! dieses reine Brod und diesen Wein aus deines Priesters Hand zum Opfer hin. R. Nimm dieses Opfer gnådig an. Wir bringen dir zugleich das Beste, was wir haben, wir bringen unsre Herzen dir. Nur dir, o Vater! wollen wir von nun an leben, die alle unsre Tage weih'n, Mit Lust und Freude wollen wir stets treu vollziehen, was du ans väterlich befiehlst, Dein Sohn sey uns das Vorbild unsers Thun's und Lassens; wir wollen seine Wege geh'n, Gehorsam war er dir bis zum Tode am Kreuze, gehorsam wollen wir auch seyn, Gleich Jesus wollen wir von Tag zu Tage. wachsen an Frömmigkeit und an Verstand, Wie Jesus alle Menschen zärtlich liebte, so lieben wir auch Jedermann, Wie Jesus duldete, so wollen wir auch dulden und den Beleidigern verzeih'n, Das Böse wollen wir mit Gutem nur vergel ten, und segnen den, der uns flucht, Nimm dieses Opfer gnädig an. Was Sünde ist, das wollen wir mit Sorgfalt meiden, nie thun, was dir, o Herr! mißfällt, Dein Wohlgefallen ist uns mehr, als Gold und Silber alle Schätze dieser Welt, Dir wollen wir, o bester Vater, einzig leben, dir dankbar unsre Tage weih'n, - Nimm dieses 20. Vorb. Segne, Allgütiger! diese Entschlüsse- und laß dieses Opfer uns und allen Menschen zum Heile gedeihen; durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn und Erlöfer. R. Amen.( Vater unser.) Vorb. Erheben wir unsre Herzen! Alle. Gott unsern Herrn zu preißen. Vorb. Danken wir ihm nach frommer Christen Weife. Alle. Dies ist Pflicht für uns. Vorb. Ja, es ist Pflicht für uns, daß wir dich überall und allzeit preißen, heiligster Gott! denn du bist unser gütigster Vater, du, der höchste Herr im Himmel und auf Erden. Alles Gute kommt von dir, und ohne dich haben wir nichts. Du sorgft mit uns endlicher Liebe für unser Wohl, für unser eriges Wohl. Du bist wahrhaftig das liebenswürdigste höchste Gut. In tiefster Ehrfurcht beten wir dich an, und rufen mit deinen Engeln: Alle. Heilig, heilig, heilig bist du Herr unser Gott! Himmel und Erde sind mit deiner Ferrlich keit erfüllt. Lob, Preis und Dank sey dir, o Jesu! Sohn Gottes, der du gekommen bist, uns fündige Menschen zu erlösen. Vorb. Indem wir, gütigster Vater, den Opfer tod deines Sohnes unblutiger Weise erneuern, den er zu unserm Heile starb, bitten wir dich. Alle. Erhöre unfre Bitte. Vorb. Erhalte deine heilige katholische Kirche in Frieden und Einigkeit. R. Erhöre unfre Bitte. erleuchte den Pabst, unsern Bischof, und See fenhirten, daß sie uns auf dem Wege deiner heiligen Gebote zum ewigen Leben führen, Schenke unserm Landesfürsten langes Leben, den Geist der Weisheit und Güte, daß er stets die Wohlfahrt des Landes befördere, Vergilt unsern Eltern, Vorgesetzten und Leh rern, nach deiner unendlichen Güte, ihre Mühe und Sorgfalt für uns reichlich, Laß uns immer mehr erkennen, was uns heil sam und nüßlich ist, dasselbe immer freudiger üben, Gieb uns Gnade, gleich den Heiligen im Him mel, jederzeit nur das zu wollen, was wahrhaft gut und dir wohlgefällig ist, Laß uns, wie sie, das Beispiel deines Sohnes stets vor Augen haben, und ihm aus reiner Liebe folgen, Erhöre unsre Bitte. Vorb. Um dieses Alles bitten wir dich, o großer Gott! durch Jesum Christum deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland, welcher bei dem letzten Abendmahle, am Tage vor seinem Tode, das Brod in seine heilige Hände nahm, gegen Himmel fab, es segnete und sprach): Nehmet hin und esset, das ist mein Leib. Alle. Herr! wir glauben, dies ist dein Leib, den du aus Liebe zu uns am Kreuze hingegeben haſt. Vorb. Desgleichen nahm Jesus auch den mit Wein gefüllten Kelch, segnete ihn, gab ihn seinen Jüngern und sprach: Nehmet und trinket alle dar aus, dies ist der Kelch meines Blutes. Alle. Herr, wir glauben, dies ist dein Blut, das du zur Vergebung unserer Sünden vergossen haft. Vorb. Wie du es befohlen hast, göttlicher Era löser, so gedenken wir hier deiner, und rufen in dankbarer Gesinnung: Jesus Cohn Gottes! Du verließest die Fülle deiner göttlichen Herr lichkeit, und wurdest Mensch, uns von der Sünde zu erlöſen, Du lehrtest uns, Gott als unsern Vater kennen und verehren, und uns als Brüder lieben, Wer immer mit Vertrauen bei dir Hülfe suchte, der fand sie reichlich, Die Hungrigen speistest du, den Blinden gabst du das Gesicht, den Tauben das Gehör, und den Stummen ihre Sprache wieder, Die Kranken fanden einen Arzt an dir, die reuevollen Sünder einen Heiland, die Irrenden, den Retter, Eelbst Todte wecktest du durch deine Wunderkraft zum neuen Leben, Zu unserm Heile gabst du dich den Banden deiner Feinde hin, Du botest deinen Rücken den Geißelstreichen deiner Peiniger still- duldend dar, Du nahmst die Last des Kreuzes auf die Schulter, und giengst, gleich einem Lamme, ohne Murren der Todesstätte zu, Am Kreuze hangend, betetest du für deine Feinde und Beleidiger um Nachsicht und Verzeihung, Du starbst den Tod des Kreuzes, söhntest uns mit deinem Vater aus, und erkauftest uns des Himmels Erbschaft wieder, Noch bist du unser Mittler und Begnadiger erhörest Alle, die mit gläubigem Gemüthe zu dir beten, Wir preißen deine Liebe und Güte. Vorb. Nach der heiligen Vorschrift deines eingebornen Sohnes, und nach seinem göttlichen Unterrichte beten wir zu dir: Vater unser der du bist in dem Alle: Himmel." Vorb. Wir beten zu dir, Allgütiger! nennen nach der Lehre deines Sohnes: Bater! und wie dein väterlicher Wille Alle umfaßt; so schließen wir auch Alle in unser Herz und Gebeth ein, und rufen mit kindlicher Ehrfurcht: Alle. 1. ,, Geheiliget werde dein Name!" Vorb. Ja, Vater! dein Name werde von uns Allen jederzeit mit größter Ehrfurcht ausgesprochen, und durch Befolgung deiner Gebothe geheiliget. Alle. 2. Zukomme uns dein Reich." Vorb. Laß uns in der Erkenntniß deiner heie ligen Religion täglich wachsen, im Guten immer mehr fortschreiten, und des himmlischen Reiches würdig und theilhaftig werden. Alle. 3. ,, Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden." Vorb. Vater! du willst in allen deinen Anordnungen und Fügungen nur unser Bestes, deswegen wollen wir uns denselben ohne Murren und Widerrede unterwerfen, und dir, wie die Engel im Himmel in Allem gehorsam seyn. Alle. 4. ,, Unser tägliches Brod gieb uns heute." Vorb. Vater! du weißt, was wir heute und täglich nothwendig haben, und giebst uns dasselbe. Wir bitten dich um deinen Segen dazu, damit es uns zum Wohl der Seele und des Leibes gedeihe. Alle. 5. ,, Vergib uns unsre Schulden als auch wir vergeben unsern Schuldigern." Vorb. Vater! verzeihe uns, was wir Böses ge than haben. Wir bereuen es, und wollen uns bes fern. Schenke uns deine Liebe wieder. Gerne wollen wir auch Allen verzeih'n, die uns je etwas zu Leide thaten. Alle. 6. ,, Fübre uns nicht in Versuchung." Vorb. Vater! bewahre uns vor allem Bösen. In den unausweichlichen Gelegenheiten der Sünde, aber unterstüße uns mit deiner Gnade, damit n die Sünde besiegen. Alle. 7., Sondern erlöse uns von allem Uebel." Vorb. Nimm Alles von uns hinweg, was uns je an Seele oder Leib schädlich seyn könnte. Wir bitten dich vertrauensvoll darum, durch Jesum Chri stum deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Vorb. Jesus Christus! Sohn Gottes! unser Heiland und Erlöser! wir sehen jetzt, wie der Pris ster mit frommem Sinne das unblutige Opfer des neuen Bundes, welches du zu deinem immerwäh renden Denkmale eingesetzt hast, genießt, und wün schen mit ihm an dieser göttlichen Speise Theil zu nehmen; aber noch sind wir dessen nicht ganz fähig und würdig. Es gebricht uns an den erforderlichen Einsichten und Kenntnissen deiner beseligenden Lehren und an mehreren Zugenden, die erforder: lich sind, um Gäste dieses heiligen Mahles zu seyn. Wir bitten dich deßwegen. Alle. Erhöre unsre Bitte. Gieb dem Unterrichte in deiner heiligen Reli. gion Gedeihen, daß wir bald zu jener Stufe der Erkenntniß gelangen, die uns des Genus ses deines heiligen Leibes und Blutes würdig macht, Unterstütze unser Vorhaben, deinem heiligen Beyspiele nachzukommen, mit deiner Gnade, daß wir dir immer ähnlicher und der Ver einigung mit dir würdig werden, Laß uns durch die Feyer deines Opfertodes zu immer größerer Liebe zu dir und allemGuten entflammt und zum Abschen gegen die Sende bewogen werden, Laß dir wohlgefallen die Verehrung und An bethung, die wir zum Beweise unserer Ehre Erhöre unsre Bitte! furcht, Liebe und Dankbarkeit dargebracht haben, Laß dies heilige Opfer uns nútzlich und allen heilbringend seyn, die demselben andachts: voll beigewohnt haben, Führe uns auf dem Wege deiner heiligen Ge bothe zur Tugend und Seligkeit, Wende von uns jede Gefahr der Versuchung ab, die unserer Seele den ewigen Untergang droht, Erhöre unsre Bitte! Gieb uns Kraft und Stärke, das Böse zu besiegen und nur dir zu leben und zu sterben, Borb. Segne unser Bemühen und unsern Fleiß, und laß unsre Arbeit zu deiner Ehre und unfernt Heile gedeihen! Segne auch unsere Eltern, Lehrer, Wohlthäter und Freunde! R. Erhöre unsre Bitte. Vorb. Laß ihnen wohl gelingen, was sie zu deiner Ehre und unserm Besten unternehmen! R. Erhöre unsre Bitte. Gebeth. Wir gehen nun von diesem heiligen Orte, voll des Vertrauens, daß du uns überall mit deiner Hilfe zugegen seyn werdest, wo wir dich gläubig suchen; daß du unser Thun und Lassen genau be obachtest, daß du uns durch deine heiligen Engel vor Gefahr der Seele und des Leibes schüßzest, und zur Vollbringung des Guten mächtig stårkest, durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. Amen. Advents- und WeihnachtsAndacht. Vorbeter. Jesus Christus ist in die Welt gekommen, die Sünder selig zu machen.( I. Tim. 1.) Laffet uns betrachten diese wichtige und erfreuliche Lehre! lasset uns sie beherzigen und uns stärken da: durch zum wahren, lebendigen Glauben, daß wir werth werden und theilhaftig der Geligkeit, die der Herr reuigen Sündern bestimmt hat. Volk. Leite, o Herr und Vater! uns bei dieser Betrachtung, erleuchte uns durch deinen heil. Geist, den Geist des Lichtes und der Wahrheit, daß er uns führe zur Wahrheit, Liebe, Gerechtigkeit, und immer näher bringe der Glückseligkeit, die Jesus Christus uns allen bereitete. Vorb. Gepriesen sey, o Schöpfer der Welt! deine Allmacht, Weisheit und Güte; denn Alles, was du hervorbrachtest, war gut, als du es mit einem Blicke überschautest. Dir zum Bilde erschufft du den Menschen, ihm übergabst du die Herrschaft über alle Geschöpfe der Erde und den vollen Ge nuß aller deiner Gaben. Unschuldig froh, zur Tugend und Heiligkeit gebildet, stand er da unter der Menge deiner unverbesserlichen Werke. Keine unor dentliche Begierde erwachte in seiner noch unverdor: benen Seele, die die natürlichen Triebe, die du, o Gott! ihm seiner Bestimmung gemäß einpflanztest, ausschweifen lehrte. In findlicher Einfalt folgte er deinen väterlichen Belehrungen und Befehlen, der Etimme des Gewissens, die du seinem Herzen eins pflanztest, und du belohntest seinen Gehorsam mit ungestörter Ruhe, Zufriedenheit und Freude. Kein Gedanke an den Tod kam in seine Seele; zur Une sterblichkeit schufst du den Menschen, ohne ihn die Schrecken des Todes empfinden zu lassen. Volk. Wie gut und selig waren die ersten Men schen! Darum rufen wir mit David, dem königlichen Propheten: Herr, unser Gott, wie herrlich ist dein Nam' in aller Welt, da deine Majestät am Himmel glänzt! Denn schauen wir deinen Himmel an, ihn, das Werk deiner Finger, den Mond, die Sterne, die du daran befestiget: was ist der Mensch, daß du an ihn gedenkest, des Menschen Sohn, daß du dich seiner so annimmst! Nur ein wenig hast du ihn den Engeln nachgesetzt, hast mit Ehre und Hoheit ihn gekrönet, hast ihn zum Herrn deiner Werke gemacht, hast Alles ihm zu Füßen gelegt. Herr, unser Gott, wie herrlich ist dein Nam' in aller Welt!- Größe, Macht, Herrlichkeit und Sieg sind dein Eigenthum! dir gebühret alles Lob! Alles im Himmel und auf Erde ist dein; dein ist das Reich; du bist über Alles erhaben; Reichthum und Ruhm sind dein; du herrschest über Alles; Kraft und Macht stehen in deiner Hand! dir also danken wir, o unser Gott! und loben deinen heiligen Namen. Vorb. Wie gut und selig waren die ersten Menschen!- Ach, daß sie es nicht blieben! Unschuld gieng verloren; die sinnliche Begierde fing Ihre an, der Vernunft und deinen Geboten, guter Vater! vorzudringen; sie lernten aus eigener, trauriger Empfindung den Unterschied des Guten und Bösen kennen, und ließen sich doch immer von neuen Reize ungen des Bösen verführen. So blieben sie die guten und gehorsamen Kinder nicht mehr, die nur auf deine Stimme achteten, Sie wurden Sünder, die ihren Unverstand und Ungehorsam büßen mußten. Ohne deine wohlthätige, segnende Hand von ihnen abzuziehen, ließest du sie Scham und Reue, Unruhe und Kummer, Mangel, Schmerz und Tod empfinden. So wollte deine Liebe sie weise machen, ihrem großen Verderben steuern, sie in der Tugend üben, und sie zu der Seligkeit führen, die du ihnen, ehe du die Welt schufft, zugedacht hast. Bolf. So willst du, barmherziger Vater! alle ihre Nachkommen zur Zugend und Seligkeit führen, feitdem Sünde und Tod durch sie in die Welt ge tommen ist. Kein Paradies auf Erde mehr, in welchem Unschuld wohnte; überall herrscht die Von sündhaften Sünde und richtet Unheil an. Menschen stammen fündhafte Menschen ab von Ge schlecht zu Geschlecht. Von frühester Jugend an gewöhnt, der trügerischen Sinnlichkeit zu folgen, fällt es bem armen Menschen so schwer, den bef seren Vorstellungen und Warnungen zu folgen, die ihm seine erwachte und geübte Vernunft aus fich selbst und aus deinem heiligen Worte ertheilt. Von scheinbaren Bergnügungen und Vortheilen geblendet, übersicht er oder achtet gering die wahre Freude und Glückfeeligkeit, die aus dem Rechtthun entsprins get; übertritt bein heiliges Gesetz, das allein fein Heil bezwecket; achtet nicht der Liebe und des, sei nem Nebenmenschen schuldigen Rechtes, und wird gleichgültig und widerspenstig selbst gegen dich, allgútiger Bater! Nych wir gehören zu dieser Sün derwelt, in der keiner rein ist. Statt aber nur immer die Unwiderbringlichkeit jener goldenen Zeit der Unschuld zu beseufzen, wollen wir vielmehr uns getroft und freudig an dein Wort halten: Jefus Christus ist in die Welt gekommen, die Sünder selig zu machen." Durch ihn hoffen wir, von Sünde und Elend befreit, vom Tode in's ewige, glückselige Leben hinüber zu gehen. ( Lied) Vorb. O Gott, wie kläglich) war der Zustand der Menschenwelt vor der Ankunft deines Sohnes, unsers Erlösers, auf Erden! Gelobt und gepriesen sey darum deine Erbarmung, die ihn sandte, dent weitverbreiteten Übel und Elend zu steuern! Zwar war deine Güte, auch ehe er noch erschien, jeden Morgen neu; die Himmel erzählten, wie heute, deine Herrlichkeit, das Firmament zeugte von dem Werke deiner Hand, ein Tag rief es dem andern zu, und eine Nacht that es der andern kund: dennoch aber war gering die Zahl derer, die als den alleinigen Urheber alles Guten dich recht erkannten und ver ehrten. Wie unglücklich aber ist der Mensch, der seinen Schöpfer, seinen ersten und größten Freund und Wohlthäter nicht erkennt; wie unglücklich der Thor, der in seinem Herzen spricht: Es ist kein Gott! Zu welchen Irrthümern und Lastern führet der verderbliche Wunsch und Wahn, ungestraft zu bleiben, wie auch der vernunftlose, zerstörende Aus, schweifungen erlaubende Götzendienst! Volk. Wenn wir auch außer dir, o Schöpfer des Himmels und der Erde, feinen andern Gott glauben und verehren, wie Vieles würde dennoch unserer Glückseligkeit mangeln, in wie viel Unruhe, thörichte Angst, Elend und Trostlosigkeit würden wir uns versenken, so unser Glaube an dich nicht vom rechten Geiste beseelt, sondern vom Aberglau ben verdüstert wäre, und wir nicht wüßten, wie du in deiner Vollkommenheit gegen uns gesinnet bist, was wir von dir zu erwarten haben und was du von uns foderst, um uns dir wohlgefällig zu ma chen; wenn wir glaubten, daß du nicht mit eben der Vatersorgfalt auf uns achtetest, wie auf die ganze Welt; wenn wir glaubten, daß du, gleich den Königen der Erde, nur in Tempeln wohntest, um blos da angebetet zu werden; wenn wir glaub ten, daß du nur drohest, zúrnest, strafest und mehr gefürchtet, als geliebt werden wolltest; wenn wir glaubten, daß dich der Dankbare oder Sünder nur Durch Opfergaben befriedigen und besänftigen könne; wenn wir glaubten, daß deine unendliche Liebe nicht Alle umfasse, nicht alle glückselig machen wollte!- Gott, wie angstvoll und freudeleer wäre alsdann unser Glaube! Ihm würde das Höchste, Vertrauen und kindliche Liebe, Gehorsam aus Liebe würden ihm mangeln. Wie könnte ein solcher Glaube selig machen! Vorb. Daß wir eine seligere Erkenntniß von dir, o Gott! haben, verdanken wir dem, den du gesandt hast, Jesus Christus. ,, Durch ihn sind wir der Herrs schaft der Finsterniß entrissen und in das Reich des Lichtes und der Wahrheit versetzt, in welchem wir durch sein Blut Erlösung erhalten, die Vergebung der Sünden.( Kol. I, 13, 14.)" Er brachte das Licht in die Welt und verwandelte dadurch die Nacht der Unwissenheit, des Irrthums und des Aberglaubens in den hellen Tag der Erkenntniß der Wahrheit. Er lehrte uns, dich als den Vater aller Menschen erkennen, der feines seiner Kinder vergißt, und nur von ihnen fordert, was recht und gut ist, was sie, ohne sich selbst zu verderben, nicht unterlassen können; der nicht zurnt, wie die Menschen, und im Strafen so gerecht ist, wie im Belohnen; der an Gehorsam und Liebe Wohlgefallen hat und nicht an Opfern; der als der vollkommenste Geist, auch nur im Geiste und in der Wahrheit angebetet seyn will; der den Tod des Sünders nicht will, sondern dem, der seine Sünden bereut und sich bessert, gerne verzeiht, und ihn als wiedergefundenen Sohn mit Vaterliebe aufnimmt. Volk. O Gott, welch ein stärkender, beseligen der Glaube! Wie getröstet, freudig und glücklich fónnen wir nun, in kindlicher Liebe und Zuversicht gu dir, leben, ob wir gleich schwache, fündige Men schen sind. Tief gerührt danken wir dir, daß ,, I sus Christus in die Welt gekommen ist, die Sünd selig zu machen durch deine Erkenntniß."( Lied) Vorb. Die Sünder selig zu machen, kam Jesus Christus in die Welt, also auch die Herrschaft der Sünde zu schwächen." Sie ist ja unser Vers derben; wo sie herrschet, ist nur Scheinglück, ist nimmer Seligkeit. Die Welt lag in Finsternissen. Jesus kam, und es ward Licht; denn ,, er war das Licht: Wer ihm nachfolgt, der wandelt nicht im Finstern, der wandelt im Lichte des Lebens.( Joh. 8. 12.) Seine Lehre war das Licht des Lebens, durch sie steuerte er der Sünde. Die Menschen seufzten unter der Bürde ausgearteter Leidenschaft ten, unter den Fesseln schåndlicher Laster. zeigte den Weg des Heils, die Quellen der rungen und die Hilfsmittel zur Besserung. Durch wahre Erkenntniß Gottes verstopfte er die Quellen des Lasters. Er kam, uns zu erlösen von Sünde und Lod. Jesus Verire Volk. ,, Die Nacht ist vergangen, der Tag ist erschienen"( Róm. 13. 12.) Ehre sey Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, den Menschen die eines guten Willens sind. Selig sind wir, hochae lobter Sohn Gottes! daß du erschienen bist, und von der Schuld und Strafe begangener Sünden durch dein Leben, Leiden und Sterben zu erlösen, Selig sind wir, daß du erschienen bist, uns Er kenntniß, Antrieb zum Guten und Kraft im Kampfe wider die Sünde, zur Bestegung lasterbafter Ge wohnheiten, zur eifrigsten Nachahmung deines bei ligen Lebens zu verschaffen. Wir danken dir, daß du erschienen bist, die Sünden der Welt zu ver, föhnen und wegzunehmen, und uns so den Frieden zu bringen. Vorb. Wie deutlich unterschiedest du, o Jeſus, was Gute von dem Bösen, die wahre Tugend von dem Tugendblendwerke! Wie genau verbandest du die innere und außere Rechtschaffenheit, warntest so rechtlich vor der tückischen Heucheley, vor dem todten, thatenleeren Glauben! Die Laster stürzteft du, und zeigtest uns die reine Quelle alles wahr. haft Guten- wahre Gottes und Menschenliebe. Machtig wecktest du in uns das Gefühl für alles Wahre, Gute und Schöne; liebreich reichtest du dem Verirrten die Hand, und führtest ihn auf den rechten Weg, den Weg der Tugend zurück. Wie aufmunternd und stärkend ist dein heiliges Beyspiel! Volk. Wie gut und selig wären wir, hätten wir demselben stets und treu nachgeahmt! Ein Paradies wäre die Erde, wenn alle ihre Bewohner deine Vorschriften und dein heiliges Beyspiel treulich be folgten, wenn Niemand deren beseligende Wirkung an sich und an Andern hinderte. Darum erneuere, o Gott, in uns den rechten Geist, damit an uns offenbar werde, daß dein Sohn in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen.( Lied.) Vorb. ,, Auf Erde und im Himmel" die Sün der selig zu machen, dazu bist du in die Welt ge kommen, göttlicher Heiland. Hier schon soll durch das Bewußtseyn edler Thaten, durch die Erkennt: niß und Liebe Gottes unsere Glückseligkeit beginnen, dann endlos nach dem Grade unserer Vervollkomm nung und Heiligung sich fortsetzen, endlos in Liebe mit dir vereinigt zu werden, ewig in und durch dich glückselig zu seyn das ist ihre Bestimmung, das Ziel, das deine Batergüte uns vorsetzte. Ewig sollen wir leben und glückselig seyn! Uns dieses auf's Glaubwürdigste zu versichern und zu dieser unvergånglichen Seligkeit fähig zu machen, dazu kamst du in die Welt. Bolk. Ohne Hoffnung eines ewigen Lebens ist keine Seligkeit für Sterbliche in diesem Leben. Dies 277 fagt uns unsere Vernunft; unser innerstes Gefühl sagt es uns, und du, Heiland der Welt! haft diese beseligende Hoffnung über allen Zweifel erhoben, hast durch dein göttliches Zeugniß das nach Un sterblichkeit und Glückseligkeit sich sehnende Menschenherz fest und gewiß in seiner Erwartung ges macht. Du hast dem Tode die Macht genommen, indem du durch dein Evangelium Leben und Un vergånglichkeit in's Licht gesetzt haſt. Vorb. Diese Seligkeit und dein göttliches Verdienst, sie uns und aller Welt zu erwerben, sey uns heute und alle Zeit vor Augen, so oft wir an deine heilvolle Geburt erinnert werden, Sohn des Allerhöchsten! Doch sollen sich unsere Gedanken dabey nicht so sehr mit ihr und ihrer wunderbaren Ge schichte, als vielmehr mit dem Zwecke derselben mit der Absicht deiner Ankunft, o Jesu! auf Erden be schäftigen, und uns antreiben, sie an uns zu erfüllen. Volk. Nur durch Besserung unsers Lebens, durch Um- und Rückkehr vom Wege des Verderbens zu dir, du Urquell alles Guten, und durch deine Gnade kann die Absicht deiner Ankunft erfüllt werden. Wir geloben sie. Vor deinem Angesichte entsagen wir der Sünde und Allem, was deine Ankunft an uns vergeblich machen könnte. Mit lebendigem Glauben, mit willigem Gehorsam ergeben wir uns dir auf's Neue. So wahr du in die Welt gekome men bist, Jesus Christus! die Sünder selig zu ma chen, so wahr wollen auch wir, selbst mit Entsagung unsers eigenen Vortheils und Vergnügens, Menschenwohl befördern helfen, dir, o Gott! durch Wohlwollen und Wohlthun ähnlich zu werden uns bes streben. Dieß geloben wir dir feyerlich, und dieß Gelübde zu halten, soll die Wirkung unserer Andacht seyn. Amen. Vater unser xc. 20.( Lied) 278 Fasten- Andachten. Betrachtung des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Jesu, göttlicher Lehrer und Erlöser! wir wollen jetzt andächtig betrachten, auf was für einem schmerzvolien Wege du uns in den Himmel vorgegangen bist. Dein heiliger Geist erleuchte und stärke uns, daß wir in deine Fußstapfen treten, und dir jetzt im Leben und Leiden getreu nachfolgen, damit wir einst durch ein feliges Ende zu dir kommen, und uns mit dir und allen Auserwählten erfreuen mögen in Ewigkeit. Amen. Vater unser 2. Hier und nach jeden zwei Stationen wird ein Vers aus einem der Fastenlieder gesungen. I, Station. V. Jesu! das Andenken an dein Leiden und Sterben, R. Halte uns vom Bösen ab, und stärke uns zum Guten. Priester. Du wirst falsch angeklagt, und zum schmählichen Kreuztode verurtheilt, unschuldiger Jesus! du hast nichts als Gutes gethan, und nur die Menschen unterrichten wollen, wie sie Gott gefallen, sich bessern und ewig glücklich werden sollten. Aber eben deswegen weil du es so gut gemeint, und deine göttliche Lehre so standhaft vorgetragen hast, mußt du sterben. Volk. Wir wollen an dich gedenken, göttlicher Heiland! wenn wir unschuldiger Weise, oder gar um des Guten willen etwas zu leiden baben. Weltlohn oder Weltdank soll nie unsere Absicht sern, wenn wir recht thun, oder andern Gutes erweisen. Den Menschen zu gefallen, wollen wir nie wider unser Gewissen handeln, noch aus Furcht vor ihnen das Gute unterlassen. Wir wollen uns nur, o Jeſu! 905 nach deiner göttlichen Lehre richten, für welche du gestorben bist. Du wirst einst unser Richter seyn; wenn wir nur vor dir bestehen.( Vater unser* c.) II, Station. V. Jesu! das Andenken an dein Leiden und Sterben, R. Halte uns vom Bösen ab, und stärke uns zum Guten. Priest. Willig nimmst du das schwere Kreuz auf deine Schulter, sanftmüthigster Jesu! und wie ein Lamm, das seinen Mund nicht öffnet, låsseft du dich zur Schlachtbank führen. Du rufest uns allen zu: Wer mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich." " 1 Volk. Wir nehmen es auf uns: Gott legt und gewiß nicht mehr auf, als wir tragen können. D es ist gut für uns, daß wir bisweilen etwas leiden und ertragen müssen! so will uns Gott gleichsam mit Gewalt zu sich ziehen; dieses ist der Weg zum Himmel. Jesu! du gehst mit dem Kreuze voran, wir folgen dir, stårke uns!( Vater unser 2.) III. Station. V. Jesu! das Andenken an dein Leiden und Sterben, R. Halte uns vom Bösen ab, und stärke uns zum Guten. Priest. Wie Vieles hast du auch meinetwegen auf dich genommen, o liebevollster Jesus! das schwere Kreuz, die Sünden der Welt, auch meine Sünden! wie groß war deine Last, aber noch größer war deine Liebe zu uns! du hast alles Leiden standhaft ertragen, um uns Vergebung der Sünden, die Gnade Gote tes und das ewige Leben zu verschaffen. Volk. Was sind unsere Leiden gegen dein Leis den, unschuldiger Jesus. Können wir wohl über das flagen, was wir uns selbst durch Leichtsinn zugezo: den, und durch unsere Sünden verschuldet haben? wir wollen es tragen zu unserer Warnung und Besserung; wir wollen als Christen alles, was uns schwer fällt, geduldig und standhaft leiden. Vater unser 2c. IV. Station. V. Jesu! das Andenken an dein Leiden und Sterben, R. Halte uns vom Bösen ab, und stärke uns zum Guten. Priest. O Maria, was hat dein mütterliches Herz gelitten, als du deinen Sohn unter den Henkersknechten, zwischen zweien Missethätern mit dem schweren Kreuze daher wanken sahest! wie mußte da der Schmerz, gleich einem Schwerte, deine Seele durchdringen! aber du bliebest immer die ergebene Magd des Herrn, die nichts anders wollte, als: ,, Mir geschehe nach seinem Willen!" Volt. Dies soll auch unser Trost seyn, wenn wir zu leiden haben, oder andere leiden sehen, und nicht helfen können; der Wille des Herrn geschehe!, ohne seinen Willen fällt kein Haar von unserm Haupt; denen, die Gott lieben, muß alles zum Guten ge reichen. Und endlich giebt es ja noch ein anderes Leben. Jesu! du bist selbst durch Leiden in deine Herrlichkeit eingegangen; auf diesem Wege führeſt du uns auch zu dir. ( Vater unser 2c.) V. Station. V. Jesu! das Andenken an dein Leiden und Sterben, R. Halte uns vom Bösen ab, und stärke uns zum Guten. Priester. Simon hilft dir das Kreuz tragen, toetschwacher Jesus! wie gerne hätte ich dir auch einen Dienst erwiesen, da du für mich so viel ge than und gelitten hast! aber du sagst: ,, was ihr dem Geringsten meiner Brüder, euren Mitmenschen that, das habt ihr mir gethan." Volk. Nun dann, wo wir einem Menschen seine Mühe und Last erleichtern, einen Liebesdienst er. weisen, mit Rath, oder Zrost beispringen können, wollen wir es so gerne und bereitwillig thun, als wenn wir dir selbst, o Jesu! dienen können. Anders können wir deine Liebe dir nicht vergelten, als daß wir aus Liebe zu dir alle Menschen lieben, und wo wir können, diese Liebe in der That zeigen. ( Vater unser 20.) VI, Station. V. Jesu! das Andenken an dein Leiden und Sterben, R. Halte uns vom Bösen ab, und stärke uns zum, Guten. Priester. Der Anblick deines Bildes erinnert mich), was du für mich gelitten hast, schmerzhafter Jesus! es stellt mir deine Geduld und Standhaf tigkeit, deine Sanftmuth und Liebe vor. Ich sollte in deine Fußstapfen treten, weil du mein göttliches Vorbild, und das vollkommenste Muster aller Eu genden bist: nur dann kann ich Gott gefallen, wenn ich dir ähnlich werde. Volk. Ja wir wollen uns alles, was, und wie du gelitten hast, tief ins Herz drücken, und uns besonders zur Zeit der Anfechtung und Trůbsal daran erinnern. Und einst, wenn vor unsern Augen alles verschwinden wird, sey unser letzter Blick auf dich gerichtet, o göttlicher Erlöser! fieb dann uns auch gnädig an, und zeige uns dein lieb reichstes Angesicht, welches die Freude des Himmels ist.( Vater unser 20.) VII, Station. V. Jesu! das Andenken an dein Leiden und Sterben, R. Halte uns vom Bösen ab, und stärke uns zum Guten. Priester. Du weißt aus Erfahrung, was Leis D Be schh den ist, o unter dem Kreuze entkräfteter Jeſus! du weißt, wie viel der Mensch ertragen kann! du wirst also auch mit unserer Schwachheit Mitleiden haben, und uns mit deiner göttlichen Kraft unter: stützen. Volk. Wenn uns die Laft der Sorgen darnies der drückt; wenn unser Muth sinket, und unsere V. Kräfte erliegen wollen; wenn wir bey der schwe R. ren Arbeit, oder in einer heftigen Versuchung fast nicht mehr aushalten können, so stärke uns, o Jesu! daß wir nicht verzagt, oder kleinmüthig werden, He sondern auf Gott vertrauen: Gott verläßt die fer Seinen nicht, und, wo alle Hilfe unmöglich scheint, fch ist seine Hilfe am nächsten.( Vater unser 2c.) del VIII, Station. du m V. Jesu! das Andenken an dein Leiden und Sterben, R. Halte uns vom Bösen ab, und stärke uns zum Guten. 101 ni Priester. ,, Weinet nicht über mich, sondern über euch selbst, und über eure Kinder so sprichst du, of liebreichster Jesus! zu den guten Seelen, die dich de auf deinem schmerzvollen Kreuzwege beweinten. Du bist mehr für sie, als für dich besorgt; das glück deines Volkes geht dir mehr zu Herzen, als dein eignes Leiden. re ne di R Volk. Wir sollen also mehr über unsre Sünden, als über dein hartes Leiden, o Jesu! weinen; wir sollen mehr über das nachdenken, wie wir uns dein Leiden zu nutzen machen, als was du für uns gelitten hast. Jesu! sey uns gnädig und barmhers zig; wir bereuen unsere Sünden; Gott verzeihe uns um Jesu Willen; wir wollen nicht mehr sünto digen.( Vater unser 2.) IX. Station. V. Jesu! das Andenken an dein Leiden und Sterben, R. Halte uns vom Bösen ab, und stärke uns zum Guten. Priester. Wie schwer, o Jesu! wie schwer ist dir dein Kreuz geworden, aber deine Geduld ermús det nicht, deine Liebe unterliegt nicht. Unter den größten Leiden vollendest du standhaft unsere Erló: sung: du bist deinem himmlischen Vater gehorsam bis zum Tode- bis zum Tode am Kreuze. Volk. Sollten wir nur das thun, was leicht und angenehm ist? Sollten wir das Gute, wenn es Mühe kostet, unterlassen, oder sogleich ermüden und verzagen, wenn es uns schwer fällt, unsre Pflicht zu thun? Wie könnten wir so dir, o götte licher Heiland! nachfolgen, wenn wir aus Liebe zu Gott, und zur Tugend nichts leiden wollten, da du so viel und standhaft gelitten hast?( Vater unser 2c.) X. Station. V. Jesu! das Andenken an dein Leiden und Sterben, R. Halte uns vom Bösen ab, und stärke uns zum Guten. Priester. Grausam werden dir die Kleider vom Leibe gerissen, sanftmüthigster Jesus! bei deiner Entkräftung wird dir statt der Labung ein bitterer Wein mit Myrthen gereicht. Aber auch dieses Lab. sal, so schlecht es war, nimmst du nicht an, du willst für deine Schmerzen keine Linderung gebrauchen. Volk. Wenn wir deinen zerfleischten Leib, dein mit Dornen gekröntes Haupt, deine größte Ent kråftung und äusserste Verlassung betrachten, wie können wir noch verbotene Freuden suchen und die Hoffart, Wollust und üppigkeit lieben? Nein lieb reichster Herr und Heiland! wir wollen uns von der Sünde, und von Allem, was uns zur Sünde reizt, losreisen! wir wollen, so hart es uns auch ankommt, alle bösen Gewohnheiten und Neigungen ablegen. Jesu! mit deinem Beistande ist und alles möglich.( Vater unser 2.) XI, Station. V. Jesu! das Andenken an dein Leiden und Sterben, R. Halte uns vom Bösen ab, und stärke uns zum Guten. Priester. In unbeschreiblicher Qual hångst du am Kreuze, o Jesu! deine Wunden sind aufgeriſ sen! deine Hände und Füße mit Någeln durchschlagen, alle deine Glieder grausam ausgestreckt, du duldest Alles, du betest noch für deine Feinde, und entschuldigst sie damit, daß sie nicht wissen, was sie thun. Volk. Wie leicht werden wir zornig, und unwillig, wenn uns nur das Geringste zu Leide geschieht! sollten wir dann nichts leiden, da du, 0 göttlicher Heiland! für uns so viel gelitten hast? Sollten wir von andern nichts ertragen, da sie von uns auch ertragen müssen? Könnten wir sie nicht auch oft entschuldigen, daß sie es aus Unwis senheit, oder doch aus Uebereilung, nicht aus böser Absicht gethan haben? Und wenn auch dieses nicht. ist, so müssen wir sie ja vielmehr bedauern, als über sie zúrnen. ( Vater unser 2c.) XII. Station. V. Jesu! das Andenken an dein Leiden und Sterben, R. Halte uns vom Bösen ab, und stärke uns zum Guten. Priest. So hast du, o Jesu! dein Leben am Kreuze aufgeopfert, und deinen Geist unter den größe ten Schmerzen aufgegeben! so viel hat es dich ges kostet, uns von der Sünde zu erlösen! so lieb und werth war dir die Seele des Menschen. Volk. Der Anblick deines Kreuzes soll in uns cinen herzlichen Abscheu vor der Sünde erwecken, um derentwillen du gestorben bist. Hilf uns, daß wir der Sünde ganz absterben, und uns durch ein frommes Leben auf einen seligen Tod bereiten. Lasse uns in der bangen Todesstunde aus deinen Wunden Trost und Erquickung schöpfen. Auf dich vertrauen wir, wenn uns alles verlassen wird. Nimm uns dann gnädig auf zu dir, daß wir ewig seyn, wo du bist. ( Vater unser 2.) XIII, Station. V. Jesu! das Andenken an dein Leiden und Sterben, R. Halte uns vom Bösen ab, und stärke uns zum Guten. Priest. Ach! was hast du gelitten, schmerzhafte Mutter! da du deinen Sohn, den du zum Heile der Welt geboren, todt auf deinem Schooße liegen sabst! aber wie bald hat sich alles geändert! jetzt bist du bei ihm im Himmel, und erfreuest dich als Ter überstandenen Leiden, da du dich so hoch dafür belohnet siebst. Bolk. So dürfen wir dann das Leiden nicht als ein Zeichen der göttlichen Ungnade ansehen, weil auch du, o Gnadenvolle! so schwer davon betreffen wurdest. Wenn wir unschuldig und geduldig leiden, so wird uns Gott einst dafür belohnen: eine kurze Trübsal führt zur ewigen Freude. ( Vater unser.) XIV. Station. V. Jesu, das Andenken an dein Leiden und Sterben, R. Halte uns vom Bösen ab, und stärke uns zum Guten. Priest. Endlich hast du, o Jesu! nach einem mühevollen Leben und schmerzhaften Lode Ruhe in dem Grab gefunden: das Grab ist das Ende aller Plagen dieses Lebens; es ist für den Christen ein wahrer Gottesacker, wo sein Leib, wie der Saame in der Erde, verborgen liegt, und verweset, aber einst wieder zum ewigen Leben aufersteht. Volk. So wollen wir dann den Anblick des Grabes nicht scheuen; wir wollen dabei nicht an das Sterben allein, sondern auch an die Auferstehung, und an das ewige Leben denken. So gewiß du, une fer Erlöser! vom Grabe erstanden bist, und jetzt ewig lebest und regierest; so gewiß werden wir auch aufs erstehen zum ewigen Leben, wenn wir jetzt so leben, daß wir gut sterben können.( Vater unser:) Schlußgebeth. Wie glorreich und verehrungswürdig ist nun dein ehemals so schmähliches Kreuz, o du einst selbst ſo tief erniedrigter, und jetzt über alles erhöhter Jesus! dein Kreuz soll uns an deine Liebe erinnern, und zur Dankbarkeit und treuen Nachfolge erwecken. Du mußtest auf dem Kreuzwege in deine Herrlichs keit eingehen. So soll uns dann keine Beschwerde abhalten, dir auf dem Wege zu folgen, den du und vorgezeigt hast. Auf dich wollen wir hinsehen, im Leben, Leiden und Sterben, daß wir auch einst zu dir kommen in dein himmlisches Reich, wo du mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebest und res gierest in Ewigkeit. Amen. Bei Nachmittags- Andacht noch folgende Litanei vom Leiden Jesu. Herr, erbarme dich unser. Christe, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser. Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser. Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser. Gott heiliger Geist, erbarme dich unser. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Jesu, du Sohn des lebendigen Gottes, Jesu, du Fleisch gewordenes Wort, Jesu, unser Erlöser, Jesu, du Versöhner des himmlischen Vaters, Jesu, der du dich um unsertwegen hast lästern, verfolgen und mißhandeln lassen, Jesu, gleich einem Missethäter gefangen und gebunden, Jesu, der du am Delberge zu deinem Vater betetest, Jesu, von falschen Zeugen angeklagt, Jesu, verspottet und verhöhnet, Jesu, zum schrecklichsten Tode verdammt, Jesu, mit dem Kreuze beladen, zur Schädel ståtte geführt, Jesu, der du am Kreuze für deine Feinde ge beten hast, Jesu, mit Essig und Galle getränkt, Jesu, selbst vom Vater verlassen, Jesu, der du sterbend dich in die Hände dei nes Vaters empfohlen hast, Jesu, dessen Seite mit einem Speer durchbohret worden, Jesu, der du um unsrer Sünden willen bis zum Tode des Kreuzes gehorsam gewesen bist, Jesu, der du uns durch dein Leiden Gnade und Versöhnung bei Gott erworben hast, Sen uns gnädig, verschone unser, o Jesu! Sen uns gnädig, erhöre uns, o Jesu! Von allem Bösen, Von allen unreinen Begierden, Von allem Zorn, Haß und sündlichem Willen, Von den Gefahren des Leibs und der Seele, Durch deine Todangst am Delberge, Durch deine dornene Krönung, Durch deine blutige Geißlung, Erbarme dich unser, o Jesu! Erlöse uns, o Jesu Durch dein vielfaches Leiden, erlöse uns, o Jesu! Durch deine Kreuzigung, erlöse uns, o Jesu! Durch deinen Tod, erlöse uns, o Jesu! Wir Sünder, wir bitten dich, erhöre uns! Du wollest uns verzeihen und Barmherzigkeit widerfahren lassen, Du wollest in uns den Trieb zur rechtschaf fenen Buße und Lebensbesserung erwecken und vermehren Du wollest die Früchte deines Leidens und Sterbens an uns nicht vergeblich seyn lassen, Du wollest uns verleihen, eben so geduldig zu leiden, wie du gelitten hast, Du wollest unsere Herzen rühren, eben so unsern Feinden zu verzeihen, wie du ihnen am Kreuze verziehen hast, Wir bitten dich, erhöre uns! Du wollest uns geneigt machen, eben so uns für das Wohl unserer Nebenmenschen aufzu opfern, wie du dich für uns aufgeopfert hast, Du wollest uns die Gnade erzeigen, gleich dir, mit einer völligen Ergebenheit in den Willen dei nes Vaters der Stunde unsers Todes entgegen zu sehen, wir bitten dich, erhöre uns! du Lamm Gottes 2.( Dreimal). Vater unser c. Ueber die letzten Dinge des Menschen. Vorbereitungsgebeth. Gott! ich weiß, daß mein Loos in deinen Händen ist. Alles ordnest du so, daß ich die Bestimmung, zu der du mich erschaffen haft, erreichen kann. Ich soll daher immer den Zweck vor Augen halten, der mir vorgesetzt ist. Allein wie oft lasse ich von mei nem gemachten Vorhaben nach? Wie oft vergesse ich des Versprechens, was ich dir gethan habe? Un daher standhafter zu seyn, will ich mich lebhafter daran erinnern, wie verschieden mein Schicksal seyn kann, und welche jene Dinge sind, die für mich auf immer entscheiden. Ich will mich an die letzten Dinge des Menschen erinnern, von denen schon der weise Mann sagt, daß sie uns vor der Sünde bes húten. Ich weiß, daß ich hier auf Erde nicht ewig leben werde, sondern einst sterben muß. Der Aus genblick des Todes ist derjenige, der mein Wohl oder Wehe für ewig bestimmt: denn darnach kann ich nichts mehr verdienen; nur jetzt ist die Zeit, daß ich Gutes wirke. Nach dem Tode wirst, du o Gott! mich richten, und mir zeigen, ob ich ewi ges Glück, oder ewiges Unglück verdient habe; ob ich ewig unter den Verworfenen wohnen, oder in deinem göttlichen Lichte mich freuen soll. Der Ges danke an Lod, Gericht, Hölle und Himmel soll jetzt So bitte ich dann, o meine Andacht beleben. Gott! laß mich die Wahrheit, die wir durch deine Offenbarung wissen, tief in meinem Herzen aufe fassen, damit ich durch sie erschüttert, immer das Bose mehr und mehr verabscheue, das Gute hingegen unausgesetzter übe, und so, indem ich den schrecklichen Strafen der Ewigkeit entgehe, ich der reinen Glückseligkeit in dem Reiche der Verheisung ( Lied.) theilhaftig werden möge. - Betrachtung. Wachet, denn ihr wisset nicht, welche Stunde der Herr kommen wird. Dies ist die Stimme deffen, Bedenke dieses Wort der uns einst richten wird. mit Ernst, meine Seele, und wache und bethe, daß der Herr dich nicht unvorbereitet finde. So manche warnende Beispiele eines schnellen Todes hat mich mein Gott schon erleben laffen; so vielen Zufällen, T Krankheiten und tödlichen Gefahren ist mein Leben ausgesetzt. Kein Alter, keine Zeit, ja keine Minute meines Lebens ist vor dem Tode sicher; und doch scheine ich die Gefährlichkeiten, unter denen ich wandle, nicht zu achten.- Und wenn mich der Tod übereilt? Welche Reue und Unruhe des Gewissens würde mich bei der Vorstellung ergreifen, daß ich so viele Jahre vorbeistreichen ließ, ohne mich meiner Selige feit zu versichern. So will ich dann schon heute thätig seyn, und nicht erst warten, bis ich vergebens nach Zeit seufzen werde. V. Gedenke, o Mensch! an deine letzten Dinge, R. Und du wirst in Ewigkeit nicht sündigen. Ecclef. 7. 40. V. Bedenke, daß der Tod nicht zögert, R. Und die Stunde deines Todes dir nicht bekannt ist. Ecclef. 14. 12. V. D Zod! wie bitter ist der Gedanke an dich für den, der im ruhigen Genusse feines Reichthums ist, für den sorgenfreien Mann, dem alles gelingt. R. O Zod! erwünscht ist dein Urtheilsspruch dem Dürftigen, dem Kraftlosen, dem abgelebten Greise, dem, der in tiefen Sorgen steckt, den aller Muth und die Geduld verläßt. Ecclef. 41. 1. 2. V. Ich unglücklicher Mensch! wer wird mich von diesem Leibe, dem Size der bösen Begierden und des Todes, befreien? R. Die Gnade Gottes durch Jesum Christum unsern Herrn befreiet mich davon. Nóm. 7. 24. 25. Gebeth. O mein Gott! unterhalte diese für mich so heil fame Erinnerung meines Todes. Benimm diesem Gedanken das Schreckhafte, welches er für den finns lichen und blos natürlichen Menschen zu haben pflegt, und gieb mir die Süßigkeit zu schmecken, die für den glaubigen und gottseligen Christen darin liegt, daß er ein Übergang in ein besseres Leben ist. Gieb mir ein wachsames Herz, daß ich die Stunde deiner Ane kunft nicht in tråger Sorglosigkeit verschlafe; sondern unabläßig auf meiner Hut sey, und daß du, wann du immer kommen wirst, mich wachers, geschäftig und betend finden mögest. Fange ich aber an, aus Schwachheit des Fleisches meines Endes zu vergess fen, so wecke du mich, und rufe mir zu: der Herr ist nahe, der Richter ist vor der Thüre! bereite du mich selbst durch den Einfluß deiner Gnade, wie du willst, daß ich vor dir befunden werde. Lasse mich stets mein Ende bedenken, damit ich nimmermehr ( Lied.) fündige; durch Jesum Christum. Amen. Betrachtung. Ich muß dereinst vor dent Richterstuhle Jefu ers scheinen, um über alles, was ich Gutes oder Böses gethan habe, gerichtet zu werden. Gott! was werde ich antworten, wenn so viele böse Gedanken, so viele sündhafte Thaten, wenn die Verachtung der so oft angebotenen Gnaden mir werden vorgehalten werden;-o schrecklicher Tag! an welchem alles, fogar die geheimften Gedanken, die verborgensten Regungen des Herzens sollen entdeckt, und alles, fogar jedes unnüße und unvorsichtige Wort wird geahndet werden;- o schrecklichster Tag! da ich vor einem allwissenden Richter erscheine, den ich nicht hintergehen kann:- vor einem gerechtesten Richter, der mir Zeit und Mittel genug zur Buße gegeben bat: vor einem allgewaltigen Richter, der mich auf's empfindlichste und ewig strafen kann! V. Gedenke, o Mensch! an deine letzten Dinge, R. Und du wirst in Ewigkeit nicht fündigen. V. Dem Menschen ist gesetzt einmal zu sterben, R. Darnach aber ist das Gericht. Hebr. 9. 27. 32 Krankheiten und V. Wir müssen alle offenbar werden ver dem Nichy terstuhle Christi, R. Auf daß ein jeder empfange, nachdem er in sei nem eigenen Leben gehandelt hat, entweder Gu tes oder Böses. II. Cor. 5. 10. V. Wenn du alle Fehltritte anrechnen willst: R. D Gott, wer wird dann vor dir bestehen! Pf. 129. 3. Gebeth. Furchtbarer Richter! auch ich, als ein Übertreter deiner Gebothe muß zittern, wenn ich an den Tag gedenke, da ich vor dir zu Gerichte stehen muß. O laß mich eilen, und dich suchen, so lange du noch der erbarmungsvolle Heiland der Sünder bist, und Gnade für Gerechtigkeit anbietest. Dein Gerichts: tag schwebe mir stets vor Augen, damit ich mich dergestalten zu demselben vorbereite, daß ich ihm ohne Schauder entgegen sehen, und wenn er einst hereinbricht, nicht einer aus jenen Unglücklichen seyn möge, die in ihrer Verzweiflung zu den Bergen und Felsen sagen werden: fallet auf uns, und verberget uns vor dem Angesichte dessen, der auf dem Throne figet; und vor dem Zorne des Lammes! durch Buße und Gottseligkeit will ich deinem Strafgericht zuvorkommen, und nicht verzögern bis auf den Tag des Zornes; damit ich einer unglücklichen Zukunft ents fliehen, und vor des Menschen Sohn würdig erscheis nen möge. Durch Jesum Christum. Amen.( Lied.). Betrachtung. Holle ewige Strafe- unauslöschliches Feuer! wie schrecklich lauten diese Worte! wie tief greifen sie mir in die Seele! wie gern möchte ich die Güte Gottes mit seiner Gerechtigkeit vereinbaren, daß auch noch für die Verdammten eine Zeit der Ers rettung übrig wåre! aber der Glaube lehrt mich so, - 20 und ich müßte den Worten der h. Schrift Gewalt anthun, wenn ich die Ewigkeit der Strafe nicht annehmen wollte. Wenn es auch durch Gottes un endliche Barmherzigkeit möglich wäre, daß die Stras fen der Verworfenen leidentlich würden, und sie Gott sähen, so würden sie ihn doch nicht in dem Lichte sehen, in welchem ihn nur reine nnd unbe fleckte Seelen anzuschauen fähig sind. Und in welche martervolle Lage müßte schon den Sünder der ime merwährende Vorwurf versetzen, selbst die Schuld dieses unersetzlichen Verlustes zu seyn? V. Gedenke, o Mensch! an deine letzten Dinge, R. Und du wirst in Ewigkeit nicht fündigen. V. Dann wird aber des Menschen Sohn zu denen, die zur linken Hand stehen, sagen: R. Gehet hinweg, ihr Vermaledente, in das ewige Feuer, welches dem Teufel und seinem Anhange bereitet ist. Matth. 25. 41. V. Jesus sprach, wenn deine Hand dir Gelegenheit zur Sünde ist, so wolle lieber deine Hand verlieren: R. Es ist besser, verstůmmelt in das Leben eingehn: als zwei Hande haben, und in die Hölle gehen, in jenes unaussprechliche Feuer, wo ihr Gewise senswurm nicht stirbt, und das Feuer nicht aufhört. V. Der Reiche sprach: Vater Abraham! erbarme dich meiner, und sende Lazarum, daß er das Neusserste seines Fingers ins Wasser tauche, und meine Zunge fühle: denn ich leide große Pein in dieser Flamme. R. Und Abraham sprach zu ihm: gedenke Sohn ,. daß du das Gute empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen Böses, jetzt aber wird er getröstet, du aber wirft gepeiniget. Und über dieses Alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft, so, daß diejenigen, welche von uns zu euch Pranchadan an hinüber gehen, und jene, welche von euch zu uns kommen wollen, nicht können. Gebeth. Schrecklich, o Herr! sind deine Strafgerichte, welche deine Gerechtigkeit über diejenigen verhängt hat, die mit deinem Zorne beladen, von der Ewige feit verschlungen werden; die bloße Vorstellung von dem ewigen Feuer macht, daß ich zittere. Wie un aussprechlich würde mein Elend seyn, wenn ich einst wirklich erfahren sollte, wovon ein schwaches Bild meine Seele schon so gewaltig ergreift! noch steht es mit deiner Gnade in meiner Macht, diesem ewig unwiderruflichen Elende zu entgehen. So laß mich doch nicht säumen, o du Gott der Erbarmung! laß mich noch diesen Augenblick deine Gnade suchen; und die kostbaren Augenblicke, die deine Langmuth mir schenkt, und wovon, wen einmal meine Gnadenzeit verstrichen ist, ich keinen zurückkaufen kann, dazu anwenden, daß ich mich mit deiner Gerechtig keit aussöhne, und durch ein dir ganz gewidmetes Leben meine Seele vom Untergange rette. Erhalte die Vorstellung von den Qualen der Hölle unauslöschlich in meinem Andenken, damit ich dich kindlidh fürchten lernen, und bei jedem Reize zur Sünde daran denken möge, daß eine augenblickliche Lust endlose Marter nach sich ziehe. Das bitte ich dich, o mein Gott! um des fostbaren Vlutes willen, wodurch Jesus Christus dein eingebohrner Sohn ( Lied.) Lod und Hölle überwunden hat. Amen. Betrachtung. Der Himmel! was für entzückende Bilder stellet uns dieses Wort vor! die Abwesenheit alles Uebels! den Besitz alles Guten! die Vollkommenheit der Ehre und Herrlichkeit Gottes, die Erfüllung aller Wünsche! überschwengliche Seligkeit!-Gott, das höchst vollkommene Wesen von Angesicht zu Angesicht an schauen! Gott ohne Maaß und ohne Ende zu lies ben; ihn ohne Furcht, ihn jemals zu verlieren, bes figen, glückselig senn, wie Gott selbst, das sind die herrlichen Gegenstände unserer Hoffnung. Es ist wenig daran gelegen, wo man hier in der Welt ist, wenn man nur nachher in alle Ewigkeit bei Jesus und bei den verherrlichten Geistern seyn kann. Gewiß die Leiden dieser Zeit kommen in keinen Vergleich gegen die künftige Herrlichkeit, die an uns wird offenbar werden. Rom. 8. 18. V. Gedenke, o Mensch! an deine letzten Dinge, R. Und du wirst in Ewigkeit nicht sündigen. V. Freuet euch und frohlocket: denn euer Lohn wird groß im Himmel seyn. Matth. 5. 12. R. Kein Auge hat's gesehen, kein Ohr hats gehört, und es ist auch in keines Menschen Herz gekom men, was Gott denjenigen bereitet hat, die ihn lieben.( 1. Kor. 2. 9.) V. Wir wissen, daß wir Gott, wenn er sich offenbaren wird, gleich seyn werden, da wir ihn sehen werden, wie er ist. R. Ein jeder, der in dieser Hoffnung auf ihn lebt, heilige sid), so, wie auch Gott heilig ist. 1. 3.3.2. V. Gebenedeyt sen Gott, der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barme herzigkeit wieder geboren hat zu der lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Todten; R. 3u einer unverweßlichen und unbeflekten und unverwelklichen Erbschaft, welche im Himmel für uns vorbehalten wird. 1. Pet. 1. 3. 4. Gebetb. Gott! ich bitte dich um deiner Erbarmungen willen, laß nicht zu, daß mein sehnliches Verlangen nach deiner Anschauung vereitelt werde. Verleihe mir zu diesem Ende deine Gnade, daß ich die Wege deiner Gebothe mit unabläßigem Eifer wandle, und durch eine kindliche Furcht und Liebe angetrieben, mich deiner großen Verheißungen immer würdiger mache. Laß mich oft erwägen, wie gar gering das sey, was du von mir forderst, und doch mit un aussprechlicher Glückseligkeit zu vergelten versprochen hast. Stärke mich im Kampfe wider die Vere suchungen meiner verderbten Natur sowohl, als wis der die verführerischen Lockungen der Welt. Die Aussicht in das Reich deiner Herrlichkeit gewähre mir Trost in allen Widerwärtigkeiten dieses Lebens, Geduld und Standhaftigkeit in meinem Leiden: sie erquicke mich wenn ich einst auf meinem Sterbebette, in der Bitterfeit des Todes schmachten werde, durch die zuversichtliche Hoffnung, daß ich nun bald das Angesicht meines Gottes anschauen und ewig glücklich seyn werde. Durch Jesum Christum. Amen.( Lied.) Schlußgebeth. mein Gott! so viele Jahre meines Lebens sind schon dahin, und wie sorglos habe ich sie durchlebt, mit wie wenigem Ernste habe ich an das Heil mei ner Seele, und an das Loos gedacht, was in der Ewigkeit auf mich wartet. Ich bitte dich daher, laffe deine Gnade sich auch dahin erstrecken, daß ich die Betrachtungen, die ich heute gemacht habe, forge fältig benuße, meinen Geist von bloß irdischen Dingen zurückziehe, und mit unverrückter Aufmerksamkeit auf das Gefähäft meiner Eeligkeit hinridte; daß ich wade, im Glauben standhaft bleibe, täglich an Kråfs ten zunehme, und das große Werk meiner Bestim mung glücklich ausführe. Durch Jesum Christum. Amen. Oster- Andacht.99 Borbeter. Mit freudigem Glauben an deine Auferstehung, glorreicher Jesus, belebe heute unser Gemüth! Volk. ,, Der Herr gebe uns Einsicht zu Allem, daß wir halten im Andenken Jesum Christum, der auferweckt ist von den Todten!" II, Tim. 2. 7. 8. Vorb. ,, Christus ist auferstanden!" Dies war die freudige Botschaft, welche die Engel Gottes den Seinen hinterbrachten, und von deren Wahrheit sie sich bald durch ihre Sinne überzeugten, als er mit dem Gruße des Friedens und in sanfter Milde unter sie trat, mit einem aufmunternden: ,, Fürche tet euch nicht!" den Betroffenen Muth einsprach und ihren Verstand sanft zur Erkenntniß führte, indem er ihnen die Anlage und Entwickelung des göttli chen Planes. den Gang seiner Schicksale und die Uebereinstimmung desselben mit den prophetischen Aussprüchen der früheren Zeiten zeigte, wie Alles, was geschehen, so habe geschehen, und er durch Leis den in seine Herrlichkeit eingehen müssen. Volk. Lasset uns beherzigen die Geschichte der Auferstehung unsers Herrn Jesu Christi, die zárt liche Corafalt, mit der der Auferstandene seine Freunde aufsucht, die Huld, mit der er sie von seinem neuen Leben überzeugt und mit der Bonne des Wiedersehens erquickt. O dieser mächtige und doch so freundliche, dieser Alles beherrschende, und doch uns als Bruder liebende Jesus, ist es der unser Loos in Händen hat, der sich unsers Geistes annehmen wird, wenn wir von der Erde scheiden. Getrost, mit allem Vertrauen der herzlichen Liebe und tiefsten Verehrung wollen wir ihn einst deinen Hånben übergeben, Herr Jesu! diesen Geist, den du erlöser haft. Nichts soll uns weiter beunruhi gen, nichts soll uns weiter furchtsam machen; denn du hast uns die Verheißung gegeben: Ich. lebe, und auch ihr sollt leben!" Wir werden le ben, Herr Jesu! und siegen durch dich, der du die Schlüssel des Todes und der Hölle hast! Vater unser.( Lied). Vorb. Stiegst du gleich vom Kreuze nicht her. ab, o Jesus! so wurde deine göttliche Macht doch. noch viel herrlicher offenbaret, die Wahrheit deiner göttlichen Sendung und Lehre viel kräftiger besie. gelt durch deine glorreiche Auferstehung, die du ih. nen vorgesagt haft: Zerstöret diesen Tempel und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufbauen." ( Joh. II. 19.) Wie Jonas drei Tage und drei Nächte im Bauche des Seeungeheuers gewesen ist, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schooße der Erde seyn."( Math. XII. 39. 40.) ,, Sehet! wir gehen hinauf nach Jeru salem, und des Menschensohn wird den Oberprie stern und Schriftgelehrten überliefert werden, und sie werden ihn zum Tode verdammen, und den Heiden zur Versöhnung, Geißelung und Kreuzigung überliefern, aber ,, am dritten Tage wird er wieder auferstehen."( Math, XX. 18. 19.) Bolk. So wollen wir denn in freudigem und lebendigem Glauben an deine Auferstehung dir, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erde gegeben ist, zuversichtlich vertrauen. Thust du gleich nicht, was wir unverständig und thöricht oft von dir erwarten und bitten; so wissen und hoffen wir doch- deine Auferstehung versichert es uns daß deine all mächtige Liebe sich nur um so herrlicher an uns offenbaren werde, sobald unsere Wohlfahrt oder die Wohlfahrt Aller es erfordert. - Vorb. Deine Auferstehung, o Jefus! dieser Grundstein des christlichen Glaubens ist das Sie gel Gottes, wodurd) er dich als seinen Abgefandten der Welt zu erkennen gab. Ware Christus nicht auferstanden, so wäre unser Glaube nichtig, wir wåren noch in unsern Sünden, und verloren auch die, welche in Christo entschlafen sind. Hoffen wir nur in diesem Leben auf Christus, so sind wir elender als alle Menschen. Nun aber ist Christus von den Todten auferstanden, als Erstling der Entschlafenen. Denn wie durch einen Menschen der Tod kam, so auch durch einen Menschen die Auferstehung von den Todten. Gleichwie in Adam Alle sterben, so werden durch Christus Alle leben: dig gemacht."( 1. Kor. XV. 17-23.) Volk. Voll freudigen Glaubens an deine Auf erstehung, o Jesus! sehen und gehen wir der Vol lendung alles deffen zuversichtlich entgegen, was Gott an uns und mit uns zu thun und vorzuneh men verheißen hat. Was uns von dir und vom Vater zugesagt worden ist, das wird gewiß zu feiner Zeit in Erfüllung gehen. Selbst unser Wies deraufleben nach dem Tode, daß du uns hoffen lehrtest, kann keine eitle Hoffnung seyn. Ja, Gott will uns durch Christum ewig erhalten; um un serer Sünden willen ist Christus dahin gegeben: er ist gestorben, uns Verzeihung zu verschaffen, und Gott um unserer Gerechtigkeit willen auferweckt. hat Jesum zum Ueberwinder des Todes erhoben, und in einen Zustand versetzt, wo er selig machen fann immerdar Alle, die durch ihn zu Gott kom men. ,, Denn er muß herrschen, bis er alle seine Feinde unter seine Füße gelegt, und der letzte Feind, der besiegt wird, ist der Tod."( 1. Kor. XV, 25, 26.) Die wir Gott versöhnt sind durch den Tod feines Sohnes, da wir noch Feinde waren, wie Hubic viel mehr werden wir selig werden durch sein Le ben, da wir nun versöhnt sind. Vater uns.( Lied.) Vorb. ,, Christus ist auferstanden und lebet; der Tod wird künftig nicht mehr über ihn herre schen"( Róm. VI. 9.) Sein Leiden und Tod ist mit Preis und Ehre gekrönt. Was haben wir zu fürchten? Was sollen wir scheuen? Der, welcher uns bis in den Tod geliebt und Alles für uns aufs geopfert, ist mit einer Macht bekleidet, der die ganze Natur gehorcht. In seinen Händen ruht unser ganzes Schicksal. Gewiß er wird erfüllen, was er versprochen: Ich gebe den Meinigen ewis ges Leben." Volk. Freudiger Glaube an deine Auferstehung, o Jesus, belebe darum unsere Hoffnung und stärke uns in der Liebe zu dir! ,, Christus lebt; er hat dem Tode die Macht genommen; der Schlummer des Todes, zu dem er sich geneigt nach tausend schweren Kämpfen, ist vorüber. Der Tod ist im Siege verschlungen!" Tod, wo ist dein Stachel? Grab, wo ist dein Sieg? Deine Schrecknisse sind besiegt, das Triumphlied des Siegers ist erschol len, der aus der Schmach zur Ehre, aus den Schmerzen in seine Herrlichkeit eingieng. ,, Gott sey Dank, der uns den Sieg gegeben durch unsern Herrn Jesum Christum".( I. Kor. 15. 57.) Groß ist unsere Freude und unser Trost. Du, der Auf erstandene, nach dessen Namen wir genannt sind, du bist unser Erlöser und Seligmacher. Uns zum Heile lebtest du, uns zum Heile starbst du, und standst vom Tode wieder auf zum neuen Leben; uns zum Heile lebst du nun im Himmel und sizest zur Rechten des Vaters. Vorb. Welch einen erwünschten Fortgang er bielt deine Sache durch deine Auferstehung, da doch bei deiner Kreuzigung, zum Frohlocken deiner Feinde und zum tiefsten Schmerze deiner Freunde, Alles zernichtet zu seyn schien, was dein Leben und Leiden bezweckte! Welch ein neues, göttliches Licht verbreitete deine Auferstehung über Alles, was du gesagt, gethan und gelitten hast! Wie fest ruhet unser Glauben auf der Gewißheit dieses großen Ereignisses! Wäre deine Voraussagung desselben unerfüllt geblieben, wie würde schon deiner Schü ler Glauben an dich, gesunken, ihre Achtung und Liebe gegen dich geschwächt worden seyn! Nun aber stand ihr Glauben fest, und jener Eifer, womit sie gerade deine Auferstehung, als den höchsten Beweis deiner göttlichen Sendung verkündeten; jenes Vers trauen und jene Liebe, womit sie von nun an dir, ihrem verherrlichten Freunde, Lehrer und Herrn, erst vollkommen und bis in den Tod anhiengen; jene Entschlossenheit, mit der sie ohne irdische Vortheile Alles aufopferten, den größten Beschwerden, Gefahren, Martern und selbst dem Tode entgegen giengen, waren nur Wirkungen einer, über allen Zweifel erhabenen Gewißheit. Volk. So wollen wir denn nicht muthlos, noch tråge werden, noch das angefangene gute Werk vols lig aufgeben, wenn auch mancherlei Hindernisse sich uns entgegen stellen, und übelgesinnte Menschen uns widerstreben. Muthig und getrost wollen wir fort fahren in Allem, was dein heiliger Wille und unser Beruf von uns fordern, wenn es auch das Ans sehen gewinnen sollte, als ob unsere Bemühungen vergeblich wären, unsere Bestrebungen vereitelt würden. Was bei deinem Tode unterzugehen schien, gewann drei Tage darauf Alles eine neue Gestalt. Gerade aus dem Tode gieng neues Leben hervor. So leicht und bald kannst du, o Gott! Alles ändern. In festem Glauben, froher Hoffnung und thätiger Liebe wollen wir fortfahren, und nicht er müden, bis Alles vollbracht ist, wozu du uns be stimmt hast. Vater unser 2c. ( Lied.) Vorb. So lasset uns nun, auferstehen mit Christo, lasset uns streben nach dem, was oben ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt! Lasset uns richten unsern Sinn auf das Himmlische, und nicht auf das Irdische! Lasset uns entsterben, und unser Lea ben ist mit Christo verborgen bei Gott! Wenn Christus, unser Leben, erscheinen wird, dann werden auch wir mit ihm in Herrlichkeit erscheinen. Lasset uns also tódten unsere irdischen Glieder, Unkeusche heit, Begierden und schändliche Gewinnsucht, wel ches dem Götzendienste gleich ist! Lasset uns ables gen Alles: Zorn, Hiße, Bosheit, Lüge, Lästerung und schåndliche Reden aus unserm Munde!( Kol. III., 19.) Volk. Ja, dir, o Gott! und Jesu, unserm, vom Tode um der Sünde willen auferstandenen, Erlöser geloben wir aufs Neue den willigsten Gehorsam. Auf's Neue widerfagen wir feyerlich allem Bösen. Ausziehen wollen wir den alten Menschen mit seinen Werken, und anziehen den neuen, der zur Erkenntniß nach dem Bilde dessen, der ihn ge schaffen hat, erneuet ist. Als Gottes Erwählte, Heilige und Geliebte wollen wir anziehen herzliches Erbarmen, Gúte, Demuth, Sanfimuth und Ge duld, daß wir vertragsam sind gegen einander und einander vergeben, wie der Herr auch uns vergiebt. Vor Allem aber wollen wir anziehen die Liebe, die das vollkommenste Band ist. Und der Friede Christi, zu welchem wir als Glieder Eines Leibes berufen sind, herrsche in unsern Herzen! Das Wort Christi wohne reichlich in uns mit aller Weiß: heit zur gegenseitigen Belehrung und Erbauung. Und was wir thun mit Wort oder That, es ge Fdhehe Alles im Namen des Herrn Jesu Christi, dankend Gott, dem Vater durch ihn. Amen.( Kol. III. 9-18.) Vater unser 20.( Lied). Pfingst- Andacht. V. affet uns loben und anbeten Gott den h. Geist. R. Gelobt und angebetet sey Gott der h. Geist. Denn er ist der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, und vom Sohn gesendet ward. Vater unser 2. Gebeth. O Gott heiliger Geist! du Geist der Weisheit, der du am Pfingstfeste über die Jünger Jesu gekom. men bist, und sie mit wahrer Weisheit erfüllet hast, wir bitten dich, fomm auf uns herab, erleuchte und unterrichte unsre Herzen, damit wir in jeder Gelegenheit das was in deinen Augen wahrhaft gut und recht ist, von dem, was vor dir sündhaft ist, unterscheiden und erkennen lernen. Lenke unsere Neiz gungen, damit wir nur himmlische Dinge begehren, und das Irdische verachten. Gieb uns die Gnade, im Glücke und in freudigen Tagen niemal stolz und hochmüthig- im Unglücke und trüben Stunden nie muthios und niedergeschlagen,- und im Umgang mit unsern Nebenmenschen stets klug und vorsichtig zu seyn. Lehre uns durch ein weises Betragen im mer ein ruhiges zufriedenes Herz zu haben; und in dir unserm Gott uns allzeit zu freuen. Amen. ( Lied.) V. Laffet uns loben und anbethen Gott den h. Geist. R. Gelobt und angebethet sey Gott der heilige Geist. Denn er ist die dritte Person in der Gottheit, von der geschrieben steht! drei sind, die Zeugnis geben im Himmel, der Vater, das Wort, und der heilige Geist, und diese Drey sind eins. Vater unser. Joh. 5. 7. 1. Gebeth. Gott beiliger Geist! du Geist des Verstandes, der du die Verstandeskräfte der Apostel aufgekläret hast, daß sie das, was ihnen in der Erlösungs Geschichte Jesu Christi noch dunkel und unverständs lich war, klar einsehen und begreifen konnten, kom me auch über uns, und belehre uns über die Ges heimnisse unserer Religion; lehre uns die Wege der göttlichen Vorsichtigkeit kennen, und ihren AnGieb uns ordnungen uns demüthig unterwerfen. die Gnade, daß wir das schöne Geschenk des Hims mels, unsern Verstand durch fleißige Betrachtung der Gebothe Gottes immer mehr vervollkommen, und in jeden Ereignissen unsers Lebens eine Gott gefällige Anwendung davon machen, bis wir durch deinen Beystand die Krone der Verheissung erlan gen, und in der ewigen Glückseligkeit dich, den Bas ter und Sohn von Angesicht zu Angesicht anschauen, ( Lied.) erkennen und anbeten werden. Amen. V. Laffet uns loben und anbethen Gott den b. Geist. R. Gelobt und angebethet sey Gott der beilige Geist. Denn er ist mit dem Vater und Sohn ein Gott, in dessen Namen alle Völker getauft werden sollen. Math. 28, 19. ( Vater unser.) Gebeth. O Gott heiliger Geist! du Geist des guten Raths der du den Aposteln stets zur Seite wareft, und ihnen eingabest, was sie bei Ausbreitung des Evangeliums zu thun hatten, komme doch auch auf uns berab, berathe uns durch deine unsichtbare Gottes: kraft, wie wir uns auf dem oft dornichten Pfade dieses Lebens in zweifelhaften Dingen,- und in Fällen, die unsrer Seele gefährlich werden können, zu betragen haben. Wirke doch du auf unsere Herzen, wenn wir vielleicht in verführerische Ges sellschaften der Menschen gerathen, und zur Sünde verleitet werden sollen, damit wir den bösen Rath, gebungen kein Gehör geben, die Versuchung überwinden, und durch deinen Beystand die klugen Mittel, der Gefahr zu entgehen finden mögen. Sen du o Geist Gottes! in der Stunde der Versuchung mein bester Rathgeber, mein Schutz und mein Heil. Amen. ( Lied.) - V. Lasset uns loben und anbethen Gott den h. Geist. R. Gelobt und angebethet sey Gott der heilige Geist. Denn er ist der Geist Gottes, der über den Er löser bey seiner Taufe wie eine Taube gekommen ist, Er ist der Geist Gottes, der die Apostel an dem Pfingstfeste erfüllet hat, da feurige Zungen über ihnen erschienen sind. Math. 3. 16. Apostel Gesch. 2. 3.( Vater unser.) Gebeth. O Gott heiliger Geist! du Geist der Starkmüthigkeit, der du die Apostel mit einer solchen Unerschrockenheit versehen hast, daß sie ihr Leib und Leben für die Lehre des Erlösers aufzuopfern bereit waren, kom me auch auf uns herab; bewahre unsere Herzen, erfülle sie mit Muth gegen die Drangsalen dieses Lebens, und stärke sie, um im Kampf gegen die häufigen Widerwärtigkeiten auszuharren. Laß uns Krankheiten, Verfolgungen, Kummer, Armuth und was uns sonst die Vorsicht noch zugedacht hat, das wir unter die Gattungen des menschlichen Elends zählen, nicht grade als unsere größten Unglücke ansehen; sondern verleihe es uns, daß wir die Schick sale für zweckmäßige Prüfungen halten, durch deren u farkmüthige Ertragung wir unsre Tugend erpro ben können. Gieb uns Kraft wider die Feinde unsers Heils, damit wir nicht von ihnen überwuns den, Gott unsern Herrn verlassen, und von dem Wege seiner Gesetze abweichen mögen. Amen.( Lied.) V. Lasset uns loben und anbethen Gott den h. Geist. R. Gelobt und angebethet sey Gott der heilige Geist. Denn er ist der Tröster, den Jesus seinen Aposteln versprochen hat, der ihnen alles das bes greiflich und verständlich machen sollte, was er ihnen gesagt hatte. Joh. 14. 26.( Vater unser.) Gebeth. O Gott heiliger Geist! du Geist der Wissenschaft, der du die Bekenner Jesu unterrichtet, und eine folche Ueberzeugung von der Göttlichkeit seiner Lehre in ihr Herz gelegt hast, daß sie dieselbe mit dem warmsten Eifer wiederum der Welt verkündigten; komme auch auf uns herab, und lasse uns ganz von der Wahrheit und den beseligenden Wirkungen der Lehre Jesu durchdrungen seyn; lasse uns ers kennen und einsehen, daß all unser Wissen nur Stückwerk, und daß das nur die einzige wahre Wissenschaft ist, zu wissen, daß wir aus uns nichts vermögen, daß alle gute Gabe und Erkenntniß uns von oben zukomme, und daß all unser Thun und Lassen keinen wirklichen Werth hat, wenn es sich nicht auf Gott beziehet. Gieb uns die Gnade, die Wissenschaften dieser Welt nur so anzuwenden, daß wir die Ehre des höchsten Wesens und die Errei chung unsers ewigen Heils dadurch befördern. Amen. ( Lied.) V. Lasset uns loben und anbethen Gott den h. Geist. R. Gelobt und angebethet sey Gott der heilige Geist. Denn er ist derjenige, von welchem Jesus selbst gesagt hat: wenn Jemand nicht wieder geboren ist aus dem Wasser und dem heiligen Geite, to wird er in das Reich Gottes nicht eingehen. Joh. 3. 5. Vater unser. Gebeth. O Gott heiliger Geist! du Geist der Gottselig: keit, der du die Jünger unsers Erlösers wahre reine Andacht gelehret, und sie zu heiligen Männern gemacht hast, komme auch auf uns herab, erfülle unsere Herzen mit ungeheuchelter Frömmigkeit, ziehe unsere Gemüther zu dir hin, und entzünde in ihnen die Flamme lauterer Andacht, damit un edle irdische Vergnügen keinen Reiz mehr für uns haben, sondern wir uns ihrer nur so bedienen mó gen, daß sie uns als Mittel dienen, zu dir als unserm letzten und einzigem Zwecke zu gelangen. Ente zünde in unsern Herzen das Feuer heiliger Liebe, damit wir nur dich allzeit mit hoher Gottseligkeit suchen, mit heissen Empfindungen verlangen, und in dir unser höchstes Gut ewiglich besitzen mögen. Amen. ( Lied.) V. Lasset uns loben und anbethen Gott den h. Geist, R. Gelobt und angebethet sen Gott der heilige Geist, Denn wir gehören ihm an, unsere Glieder sind Tempel des heiligen Geistes, er ist in uns, wir haben ihn von Gott; wir gehören nicht uns, wir gehören ihm zu. 1. Cor. 6. 19.( Vater unser.) Gebeth. Gott heiliger Geist! du Geist der Furcht Got: tes, der du den Aposteln dadurch die Furcht vor den Menschen benommen hast, daß du sie lehrtest nur Gott zu fürchten, komme auch auf uns herab, erfülle unsre Herzen mit heiliger Furcht gegen Gott. Lasse uns es erkennen daß Menschen uns nicht schaden können, und daß es nur der Allmächtige allein ist, von dem alle unsere Schicksale, unser Un T2 tergang und unsere ewige Wohlfahrt abhängt. Laß unsere Herzen von heilsamer und findlicher Furcht des Allerhöchsten durchdrungen seyn, damit wir in allen unsern Handlungen auf die uns allzeit gegenwärtige Gottheit sehen, und alles das sorgfältig vermeiden, was den Augen und dem Willen der göttlichen Majestät nur im mindesten mißfallen könnte. Amen. ( Lied.) Litanei. Herr! erbarme dich unser. Herr! erbarme dich unser. Heiliger Geist, der vom Vater und Sohne zugleich ausgeht, Heiliger Geist, von dem die Erde voll ist, Geist Gottes, von dem alles Gute herkömmt, Geist Gottes, der uns alle Wahrheit lehret, Geist Gottes, du Tröster der Menschen, Geist Gottes, der uns in unsrer Schwachheit stärket, Du Geist der Weisheit, Du Geist des Verstandes, Du Geist des guten Raths, Du Geist der Starkmüthigkeit, Du Geist der Wissenschaft, Du Geist der Gottseligkeit, Du Geist der Furcht Gottes, Du Geist der Liebe, Du Geist des Friedens, Du Geist der Geduld, Du Geist der Sanftmuth, Du Geist der Mäßigkeit, Du Geist der Reinigkeit, Du Geist der Demuth, Du Geist des Glaubens, Du Geist der Wahrheit, Du Geist des Lebens, Du Geist aller Gnaden, Erbarme dich unser. JUJ Sen uns gnådig: verschone uns, o Geist Gottes. Sen uns gnädig: erhöre uns, o Geist Gottes! Von, aller Sünde, Von allem Irrthum, Bon aller Bosheit, Von Verletzung der Wahrheit, Von Neid und Mißgunst, Von Verletzung der brüderlichen Liebe, Von Zank, Haß und allem bösen Willen, Bom Geist der Zwietracht, Durch deinen. Ausgang vom Vater und Sohn, Durch deine unsichtbare Salbung, Durch die Völle deiner Gnade, Durch deine Erscheinung bei der Laufe Jesu, Durch deine Ausgießung über die Apostel, Durch die unaussprechliche Güte, womit du die Kirche regierest, Wir Sünder! wir bitten dich, erhöre uns. Daß wir die Gelüsten, des Fleisches in uns unterdrücken, Daß du uns in zweifelhaften Dingen den rechten Weg zeigen wollest, Daß du uns in Wahrheit lehren wollest, Daß du uns in der Zeit der Verführung stärken wollest, Daß du uns in den Widerwärtigkeiten trösten wollest, Daß du uns zur Gottseligkeit anführen wollest, Daß du in uns die Furcht Gottes erhalten wollest, Daß du den Vorstehern der Kirche deinen Beystand verleihen wollest, Daß du den Frieden unter uns erhalten wollest, Daß du allen Christgläubigen ein Herz und eine Seele ertheilen wollest, Daß du uns erhören wollest, Du Geist Gottes, Erlöse uns, Geist Gottes. Wir bitten dich, erhöre uns. 316 du Lamm Gottes, bas du hinnimmst die Sún den der Welt, sende uns deinen heiligen Geist! du Lamm Gottes 2c., ergieße über uns deinen heiligen Geist, O du Lamm Gottes 2c., gib uns deinen heil. Geist! Herr! erbarme dich unser. ( Vater unser.) V. Herr! erhöre unser Gebeth, R. Und laß unser Flehen dir gefallen. Gebeth. Oheiliger Geist, Geist der Gnade! offenbare dich an uns mit allen deinen seligen Wirkungen, und ollende in uns das Werk unserer Seligmachung. Erleuchte uns, daß wir erkennen und verabscheuen, was dir mißfällig und uns schädlich ist, daß wir allen Aberglauben und Irrthum ablegen, die christ liche Lehre recht verstehen, und darnach leben mö gen. Lehre uns auch was dein Wille und unsere wahre Heiligung ist, damit wir nie Scheintugend der wahren Tugend, nie freiwillige vermeinte gute Werke den Pflichten unsers Standes, oder den Werken der Nächstenliebe vorziehen, nie nach eitlem Lobe, oder durch ausserordentliche Andachtsübungen die Augen der Welt auf uns zu ziehen trachten, sone dern vielmehr in stiller Tugend nach unserm Berufe und Stande Undern nüßen und dir gefallen mögen. Stärke uns, wenn uns böse Beyspiele vom Gue ten abwendig machen wollen, damit wir vielmehr auf das Berspiel frommer Christen sehen. Stehe uns bey zur Zeit der Versuchung, daß wir uns lebhaft an deine unsichtbare Gegenwart erinnern, aber auch unsere Augen, Chren und alle unsere Sinne gegen sündhafte Gedanken und Begierden forgfältig bewahren, und jede freiwillige Gelegenheit im Bösen meiden. Lehre und wahre Weisheit und christliche Klug heit, vermehre unsern Eifer zum Guten; erfülle unsere Herzen mit deiner Liebe, und mit der Liebe des Nächsten; tröste uns im Leiden, und fübre uns sicher zu den ewigen Freuden, wo wir did), mit dem Vater und Sohne in Ewigkeit loben und preisen mögen. Amen. Andachten zum b. Sakrament des Altars. Monatliche Anbetung. Gefang beim ersten Segen. Wir beten an, dich wahres Engelbrod,( S. 10.) V. Lasset uns loben und preißen das allerheiligste Sakrament. R. Gelobt und geprießen sen das allerheiligste Sakrament; denn hier ist das Brod, von welchem Jesus Christus gesprochen: ,, Dies ist mein Leib der für euch wird dargegeben werden. I Kor. 11. 24. Gelobt und geprießen sen das allerheiligste Sa krament, denn hier ist der Trank, von welchem Jesus Christus gesprochen hat: ,, Dies ist mein Blut des neuen Testaments," welches für viele wird vergossen werden, zur Vergebung der Sünden. Math. 26. 28. Gebeth. O Herr Jesu Christe! du unter den Brodsgestal ten wahrhaft verborgener Gott und Mensch, der du uns in diesem Liebesgeheimnisse dein Fleisch zur Speise und dein Blut zum Tranke gegeben haft, wir bitten dich, las nie zu, daß wir unwürdig die ses Brod essen und deinen Kelch trinken, damit wir nicht an deinem Leibe und Blute schuldig werden, und uns das Gericht essen und trinken, da wir deis nen Leib nicht unterscheiden; sondern gieb, das wir uns selbst prüfen, che wir zu diesem heiligsten Tische gehen, damit wir in dir bleiben, und du in uns ewig bleiben mögest. Amen. Deinem Heiland, deinem Lehrer sc.( S. 146.) V. Lasset uns loben u. preißen das allerh. Sakrament. R. Gelobt und geprießen sey das allerb. Sakrament; denn hier ist der heilige, unschuldige, unbefleckte, von den Sündern abgesonderte höchste Priester, der ewig vollkommene Sohn Gottes, welcher sich selbst für uns aufgeopfert hat, damit er uns von aller Un gerechtigkeit erlösete, und ihm selbst ein angenehmes Volk reinigte, welches nach guten Werken streben follte. Hebr. 7. 26. 28. Tit. 2. 14. Gebeth. Herr Jesu Christe! du Heiliger aller Heiligen, der du dieses wunderbare Sakrament vorzüglich zu unserer Heiligung eingesetzet hast, wir bitten dich, heilige uns in der Wahrheit, gieb, daß wir die Sünde immer hassen und verabscheuen; dein Gesetz aber lieben, in Heiligkeit und Gerechtigkeit dir alle Tage unseres Lebens dienen, und endlich vor dem Throne deiner Herrlichkeit mit den Seraphinen ewig singen, Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott der Heerschaaren. Amen. Dieses Brod sollst du erheben 2c.( S. 146.) V. Laffet uns loben u. preißen das allerh. Sakrament. R. Gelebt und geprießen sey das allerb. Sakrament; denn hier ist der König der Herrlichkeit, der starke und machtige Herr, der in alle Ewigkeit lebt, und die Schlüssel des Todes und der Hölle hat, Pf. 23. 7. 8. Offenb. 1. 18. Gebeth. Herr Jesu Christe! du heiliger, starker unsterb licher Gott, ohne den wir nichts thun können, und aus dem allein all unser Vermögen ist, wir bitten dich stårke uns durch deine mächtige Gnade an allen Orten und zu allen Zeiten wider die Feinde unsers Heils, damit wir einen guten Kampf kämpfen, unsern Lauf vollenden, den Glauben bewahren, und am Tage deiner Ankunft von dir, dem gerechten Richter, die Krone der Gerechtigkeit empfangen mögen. Amen. Unser Lob soll laut erschallen 2.( S. 146.) V. Lasset uns loben u. preißen das allerh. Sakrament. R. Gelobt und geprießen sey das allerh. Sakrament; denn hier ist unser Herr Jesus Christus, unser Gott und Vater, der uns geliebt, und uns einen ewigen Trost und gute Hoffnung, durch seine Gnade geges ben hat. II Theff. 2. 15. Gebeth. O Herr Jesu Christe! du Gott alles Trostes, der du uns nicht als Waisen hast hinterlassen wollen, als du aus dieser Welt zu dem Vater gehen solltest, sondern in diesem liebreichsten Sakramente alle Tage bis zum Ende der Welt bei uns verbleibest, wir bits ten dich, tröste uns in aller Trübsal, ermuntere uns sere Herzen, und stärke sie in allen guten Werken, und in deiner heiligen Lehre, damit wir auf Erden mit dir leiden und im Himmel mit dir verherrlichet werden. Amen. Durch das Lamm das wir erhalten 2c.( S. 147.) V. Lasset uns foben u. preißen das allerh. Sakrament. R. Gelobt und gepriesen sey das allerh. Sakrament; denn hier ist das heil. Abendmahl, in welchem Chri stus genossen, das Andenken seines Leidens erneuert, der Geist mit Gnaden erfüllet, und uns das Pfand der künstigen Herrlichkeit gegeben wird. Gebeth.. Herr Jesu Christe! du Sohn des lebendigen Gottes, dem alle Gewalt im Himmel und auf Er den gegeben ist, der du unsere wenigen Tage und Monate gezählet, und uns ein Ziel gesetzt hast, daß nicht kann überschritten werden; wir bitten dich, ers barme dich unser, wenn die Zeit unserer Auflösung vorhanden ist; verlaß uns nicht, da unsere Geistess und Leibeskräfte abnehmen, erquicke alsdann unsereSeele mit deinem göttlichen Fleisch und Blut, das mit wir im Frieden entschlafen, und von dir am júngsten Tage zum ewigen Leben auferwecket werden.. Amen.. Was von Jesu dort geschehen ic.( S. 147.). Litanei. Herr, erbarme dich unser. unser. Herr, erbarme dich unſer. Christe, höre uns. Herr, erhöre uns. Christe, erbarme dich Gott Vater von dem Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreieinigkeit ein einiger Gott, Jesu Christe, wahrer Gott und Mensch, Du lebendiges Brod, das vom Himmel her abgestiegen ist, Du verborgener Gott und Heiland, Du Frucht der Auserwählten, Du Liebhaber der Keuschheit, Du fruchtbares Brod und Freude der Könige, Du stetes Opfer ,. Du reines Opfer, Du Lamm ohne Makel, Du Ereise der Engel, Du Gedächtniß der Wunder Gottes, Du Wort, das für uns Fleisch geworden ist, Erbarme dich unser. Du Wort, das unter uns wohnet, Du heilige Hostie, Du Kelch des Segens, Du Geheimniß des Glaubens, Du erhabenes und ehrwürdiges Sakrament, Du allerheiligstes Opfer, Du wahres Versöhnungsopfer für die Lebendigen und Abgestorbenen, Du himmlische Arznei, durch welche wir vor Sünden bewahret werden, Du unbegreifliches Wunder, Du heiliges Gedächtniß des Leidens unsers Herrn und Heilands, Du Gabe, so alle Fülle übersteigt, Du sonderbares Gedächtniß der Liebe Gottes, Du Überfluß der göttlichen Freigebigkeit, Du heiligstes und herrlichstes Geheimniß, Du lebendigmachendes Sakrament, Du Brod, das durch die Allmacht des Wortes Fleisch geworden ist, Du unblutiges Opfer, Du Speise der Seelen, Du süßestes Gastmahl, bei welchem die Engel dienen, Du Band der Liebe, Du, der du opferst, und geopfert wirst, Du geistliche Salbung, Du Labung heiliger Seelen, Du Wegzehrung der Sterbenden im Herrn, Erbarme dich unser. Du Unterpfand der künftigen Glorie, Sen uns gnådig, verschone unser, o Herr! Sen uns gnådig, erhöre uns, o Herr! Vom unwürdigen Genusse deines Leibes und Blutes, erlöse uns, o Herr! Von der Begierlichkeit des Fleisches, erlöse uns, o Herr! Von der Begierlichkeit der Augen, Von der Hoffahrt des Lebens, Von aller Gefahr und Gelegenheit zu fündigen, Durch jene Begierde, die du gehabt hast, dieses Abendmahl mit deinen Jüngern zu genießen, Durch jene tiefeste Demuth, mit welcher du deinen Jüngern die Füße gewaschen hast, Durch jene brünstige Liebe, mit welcher du dies ses göttliche Sakrament eingesetzt haft, Durch dein kostbares Blut, daß du uns auf dem Altare zurückgelassen hast ,. Durch die fünf Wunden, die dein heiligster Leib empfangen hat, Wir Sünder, wir bitten dich, erhöre uns! Daß du in uns den Glauben, die Ehrerbietung ,. und Undacht gegen dieses wunderbare Sakra ment vermehren und erhalten wollest, Daß du uns zum würdigen und öftern Genussedes heiligen Abendmahls durch wahre Buße vorbereiten wollest, Daß du uns von allem Irrthume des Verstandes und Treulosigkeit des Herzens befreien wollest, Daß du uns die kostbaren und himmlischen, Früchte dieses heiligsten Sakraments erthei len wollest, Daß du uns in der Stunde unsers Todes mit dieser himmlischen Wegzehrung stärken und bewahren wollest, Du Sohn Gottes! Erlöse uns, o Herr! Wir bitten dich, erhöre uns. O du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt, verschone unser, o Herr! du Lamm Gottes 2c., erhöre uns, o Herr! du. Lamm Gottes 2c., erbarme dich unser, o Here! Christe höre uns. Christe erhöre uns. Herr, erbarme dich unser! V. Du hast ihnen Brod Vater unser 20. vom Himmel gegeben, R. Welches alle Süßigkeit in sich hatte. V. Herr, erbóre unser Gebeth. R. Und laß unser Flehen zu dir kommen. Gebeth. O Gott! der du uns in dem wunderbaren Sakramente das Gedächtniß deines Leidens hinter: lassen hast, wir bitten dich, verleihe, daß wir die heil. Geheimnisse deines Leibes und Blutes also verehren, damit wir die Frucht deiner Erlösung in uns allzeit empfinden mögen; der du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heil. Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Doch wie uns der Glaube lehret 2c.( S. 147.) Ich glaube an dich, o du allerhöchste Wahrheit! Ich hoffe auf dich, o ewige Glückseligkeit! Ich verehre und fürchte dich, o erschreckliche Allmacht! Ich bete dich an, o unbegreifliche Majestät! Ich liebe dich, o unermeßliche Gütigkeit! Ich preiße dich, o allerhöchste Gottheit! Und reuet mich von ganzem Herzen, daß ich dich jemal mit der geringsten Sünde erzúrnet habe. Gelobt sey das allerheiligste Sakrament. Ehre sey dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste. Von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Liebe zu Gott. O Herr Jesu Christe! du wahrer Gott und ewige Liebe, der du uns bis zum Übermaaße geliebet und dich für uns nicht nur zum Opfer, sondern auch zur Speise gegeben hast; wir bitten dich mache, daß wir dich, unsern Herrn und Gott, aus gan zem Herzen über alles lieben, deine Gebote halten, wie du die Gebote deines Vaters gehalten bast, und also, wie du in der Liebe deines Vaters blei best, auch wir in deiner Liebe ewig bleiben mögen. Amen. Liebe zum Nachsten. Herr Jesu Christe! du Gott des Friedens und der Liebe, der du dieses heilige Sakrament eingefeßzet hast, damit wir als Glieder deines geistlichen Leibes alle eins seyn mögen, wie du mit deinem himmlischen Vater eins bist; wir bitten dich, ver: leih' uns die Gnade, daß wir uns unter einander lieben, wie du uns geliebet hast, nicht mit dem Worte und der Zunge, sondern mit dem Werke und in der Wahrheit, damit wir würdig werden, am Tage des Gerichts aus deinem göttlichen Munde zu hören, was du den mitleidigen und gutthätigen Menschen versprochen hast: ,, Kommet ihr Gebene: deyte meines Vaters, besizzet das Reich, welches ,, euch von Anbeginne der Welt bereitet ist!" der du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebeth für die Kranken. O Herr Jesu Christe! der du in den Tagen deis nes sterblichen Lebens auf dieser Erde herumgewandert bist, um die Kranken zu heilen, auch noch zur Zeit dich würdigest, unter den Brodsgestalten die selben zu besuchen; wir bitten dich, erhöre unser Gebeth und schenke deinen Dienern und Dienerin nen, sofern es dir gefällig ist, ihre vorige Gesund: beit, damit sie dich in dieser Versammlung zugleich mit uns wiederum loben und preisen mögen. Amen. Gebeth für die Abgestorbenen. Herr Jesu Christe, der du das Haupt deiner ganzen Kirche bist, und nicht nur uns Lebende, sondern auch die verstorbenen Gerechten aus dem Schatze deiner unendlichen Verdienste Theil nehmen ffeft; wir bitten dich), löse auf die Seelen deiner Diener und Dienerinnen, auf daß die, so der Welt abgestorben sind, bei dir leben mögen, und tilge gnädig aus durch deine Güte und Barmherzigkeit, was sie aus menschlicher Schwachheit und Blödig, keit begangen haben; der du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des h. Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Unter zweierlei Gestalten 2c.( 5. 147.) Gesang beim letzten Segen. Wir bitten dich, erbarm' dich) c.( S. 10.) Jährliche Anbetung. Gefang beim ersten Segen. Wir beten an, dich wahres( Engelbrod,( S. 10.) Vorbereitungsgebeth. Vor deinem allerheiligsten Angesichte werfe ich mich, Staub und Asche, nieder, Herr Gott, du eingeborner Sohn des ewigen Baters, Jesu Christe! ich glaube, daß du in diesem hochwürdigsten Sakras mente mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut, mit Gottheit und Menschheit wahrhaft und wesents lich gegenwärtig bist. Ich bete dich, an in tiefester Demuth und Ehrfurcht. Ich danke dir für alle mir jemals, besonders in diesem heiligsten Geheimnisse ertheilte Gnaden, und bereue von Herzen, daß ich dich, den liebwürdigsten Gott, durch meine Sün den so vielmal beleidiget habe: ich hoffe aber, du wirst ein reumüthiges und zerknirschtes Herz nicht verschmähen. In dieser Zuversicht erscheine ich hier in deinem geheiligten Tempel, wo du Tag und Nacht unter den Menschenkindern zu wohnen dein Wohlgefallen haft; und opfere dir diese Bethstunde 1 auf zu deiner größten Ehre, zur Vergeltung aller dir zugefügten Beleidigungen, wie auch zur Erlange ung aller mir nöthigen Heilsmittel, besonders der endlichen Gnade der Beharrlichkeit. Damit ich aber in diesem meinem gegenwärtigen Gebethe dir desto gefälliger seyn móge, so vereinige ich meine Mei nung mit jener, mit welcher dich alle Engel und Heiligen loben, und mit welcher du selbst in den drei und dreißig Jahren deines Lebens deinem himm lischen Vater Lobopfer dargebracht hast. Amen. Ich glaube, Gett! mit Zuversicht sc.( S, 69.) Im Namen des Vaters, und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Ich glaube in Gott den Vater 2c. Vater unser c.( dreimal.) Ehre sey dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste, Als er war im Anfang, jetzt und allweg, und zu ewigen Zeiten. Amen. V. Lasset uns loben und preißen das allerheiligste Sakrament. R. Gelobt und geprießen sey das allerh. Sakrament. Gebeth. O Gett! der du drei und dreißig Jahre unter uns Menschen zu wohnen dich gewürdiget hast, und noch unter den Brodsgestalten bei uns zu wohnen dich würdigest, wir bitten dich durch das allerhei ligste Sakrament, verleihe uns die Gnade, nach deinem göttlichen Wohlgefallen zu leben und zu sters ben. Amen. Erfreut euch liebe Seelen sc.( S. 143.) Vater unser.( zehnmal.) Ehre sey sey dent Vater ic. V. Lasset uns loben u. preißen das allerh. Sakrament; R. Gelobt und geprießen sey das allerh. Sakrament. Gebeth. Gott! der du drei und dreißig Jahre 2. Verdeckt ist hier zu finden ic. S. 143. Vater unser 2c.( zehnmal.) Ehre sey dem Vater ic. V. Lasset uns loben u. preißen das allerh. Sakrament; R. Gelobt und geprießen sey das allerh. Sakrament. Gebeth. O Gott, der du drei und dreißig Jahre 2c. Wann wir das Leben schließen 2c. S. 143. Vater unser 2c.( zehnmal.) V. Lasset uns loben u. preißen das allerh. Sakrament; R. Gelobt und gepriesen sey das allerh. Sakrament. Gebeth. O Gott der du drei und dreißig Jahre ic. Herr Jesu deiner Liebe zc. S. 143. Hier folgen die Andachtsübungen von der monatlichen Anbetung, wie sie oben stehen, und wenn am Ende derselben noch Zeit übrig ist, folgende Litanei vom heiligen Namen Jesu. Herr, erbarme dich unser. Christe, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser. Christe, höre uns. Christe, erhöre uns. Gott Vater von dem Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Jesu, du Sohn des lebendigen Gottes, € unser. Erbarme dich Jeju, du Stanz des himmlischen Vaters, Jesu, du König der Herrlichkeit, Jesu, du Sonne der Gerechtigkeit, Jesu, du Sohn der Jungfrau Maria, Jesu, du starker Gott, Jesu, du Vater der künftigen Zeiten, Jesu, du Engel des großen Räths, Du wunderbarlithster Jefu, Du mächtigster Jesu, Du geduldigster Jeſu, Du anddigster Jesu, Du gehorsamster Jesu, Du von Herzen sanftmüthigster und demüthigster Jesu, Jesu, du Liebhaber der Keuschheit, Jesu, du unsere Liebe, Jesu, du Gott des Friedens, Jesu, du Urheber unseres Lebens, Jesu, du Spiegel der Vollkommenheit, Jesu, du Eiferer der Seelen, Jesu, unser Gott, Jesu, unsere Zuflucht, Jesu, du Vater der Arinen, Jesu, du Schatz der Gläubigen, Jesu, du Guter Hirt, Jesu, du wahres Licht, Jesu, du ewige Weisheit, Jesu, du unendliche Güte, Jesu, du Weg zum Leben, Jesu, du Freude der Engel, Jesu, du König der Patriarchen, Jesu, du Erleuchter der Propheten, Jesu, du Meister der Apostel, Jefu, du Lehrer der Evangelisten, Jesu, du Stärke der Martyrer, Jesu, du Licht der Beichtiger, Erbarme dich unser. Jefu, du Reinigkeit aller Jungfrauen, erbarme c Jesu, du Krone aller Heiligen, erbarme dich unser. Sen uns gnädig, verschone unser, o Jesu! Sen uns gnådig, erhöre uns, o Jesu! Von allem Übel, Von heimlichen Nachstellungen des Teufels, Von Übertretung deiner Gebote, Durch deine Menschwerdung, Durch deine Geburt, Durch deine Zukunft, Durch deine Schmerzen, Durch deine Geißlung, Durch deinen Tod, Durch deine Auferstehung, Durch deine Himmelfahrt, Durch deine Freuden, Durch deine Glorie, Erlöse uns, o Jesu! Durch deine jungfräuliche Mutter, Durch die Fürbitte aller Heiligen, O du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt, verschone unser, o Jesu! O du Lamm Gottes 2c., erhöre uns, o Jesu! O du Lamm Gottes c., erbarme dich unser, o Jesu! Jesu Christe, höre uns. Jesu Christe erhöre und. Vater unser 2. V. Der Name des Herrn sey gebenedeyet, R. Von nun an bis in Ewigkeit. V. Herr, erhöre unser Gebeth, R. Und laß unser Flehen zu dir kommen. Gebeth. O Gott! der du den glorwürdigsten Namen dei nes eingebornen Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, deinen Gläubigen höchst liebreich und anmuthig, den bösen Geistern aber ganz erschrecklich gemacht haft: verleih gnädig, daß alle, welche diesen Namen Je € 2 Jus andächtig auf Erden verehren, die Süßigkeit deiner heiligen Trósting in diesem Leben empfangen, und im zukünftigen die ewige Freude und unendliche Seligkeit im Himmel erhalten mögen, durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir lebet und regieret in Einige feit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Da ich dich, Gott in Brodsgestalt ze. S. 145. Verehrung Mariä. Vorbetber. Gelobt und gepriesen seyft du, aroser, allmächtiger Gott! jetzt und in alle Ewigkeit; gelobt und gepriesen seyst du in allen deinen Hei ligen; gelobt und gepriesen seyst du auch in Maria der Mutter Jesu. Indem wir diese verehren, brin gen wir dir die Ehre. Da wir in unserer Andacht an sie gedenken, so sollen unsere Herzen in der Liebe zu dir, und zu deinem göttlichen Sohne ent zündet werden, dem du sie, als er Mensch wurde, zur Mutter zu geben, dich gewürdiget hast. Alle. Gelobt und gepriesen sey Gott in der se ligsten Jungfrau Maria; Sie ist uns ein: stete Erinnerung an die große Wohlthat der Menschwerdung Christi, durch welche wir Alle glücklich ge worden sind. Vater unser. Gegrüßet seyst du Maria. Vorb. Gegrüßet senst du María. Wir freuen uns der glückseligen Bothschaft, die dir der Engel brachte, und wodurch er dir ankündigte, daß du die Mutter desjenigen seyn solltest, der um das Heil der Welt willen, Mensch zu werden beschlossen hatte. 343 Alle, Gegrüßet seyst du Maria. So wie der Engel des Allerhöchsten zu dir kam, und dir den Gottes Gruß brachte, so- grüßen wir dich, und drü den dadurch die Verehrung aus, die wir gegen dich haben. Borb, Du bist voll der Gnade. Ja die Ge segnete, die Auserwählte, die Gnadenvolle bist du. Nein mußte der Tempel sein, in dem das Wort des Vaters Fleisch annahm. Dieser Tempel bist du! wie groß- mußte, deine Freude gewesen seyn, als du vor so vielen andern zur Mutter des Herrn quserkohren wurdest. Ausgegangen von dir ist das Heil der Welt, und der Trost Israels, und das Licht der Heiden, Jesus Christus. Ulte. Du bist voll der Gnade. Mutter meines Erlösers! der Machtige hat große Dinge an dir gethan: ich preise ihn dafür, ich freue mich des Gottes Ifraels, bei dem du Gnade gefunden hast. Borb. Der Herr ist mit dir. Der Allmächtige, ter Allgütige, der Höchstweise ist mit dir. Wenn es uns auch der Engel nicht sagte, deine unschuld. volle Seele, deine inbrünstige Andacht, deine stete Ergebenheit in den Willen Gottes, deine jungfrauliche Reinheit an Leib und Seele, dein hoher Glaube und deine tiefe Demuth hätten es uns genug be wiesen, daß der Herr mit dir ist. Er war mit dir, da du in diese Welt trateft, und er war im mer mit dir. P Alle. Der Herr ist mit dir: Du bist die Mut ter des Herrn: und der Herr hat dich zu seinem Tempel ausersehen. O seligste Jungfrau Maria! der Herr ist allzeit, und überall mit dir. Vorb Du bist gebenedeyet unter den Weibern, die Gesegnetste unter allen Müttern. Die ganze Chriftenheit preisfet dich selig, denn du haft der 326 Welt den größten Segen gebracht. Ja du selbst haſt es vorgesagt, als du vom h. Geist begeistert das hohe Lied sangest, daß dich alle Völker von Jahrs hunderten zu Jahrhunderten selig sprechen würden. Alle. Du bist gebenedeyt unter den Weibern. Unter den vielen Stimmen die zu deinem Lob erschallen und dich selig sprechen, erhebe auch ich meine Stimme, und verehre dich; o feligste Jungfrau, mit kindlicher Ergebenheit. Vorb. Und gebenedeyt ist die Frucht deines Leis bes, Jesus. O Mutter unseres Heilands, wie lieb und verehrungswürdig bist du uns, um deines Sohnes Willen, du zeigst uns ihn auf deinen Ars men, auf deinem Schoose, und weisest uns mit uns ferer Berehrung und Andacht auf ihn hin. Ihm follen wir vertrauen und folgen, so werden wir auch begnadigt und selig seyn. Alle. Gebenedent ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Gebenedent und gepriesen sey dein lieber Sohn, unser Erlöser. O Maria! erwerbe uns ben ihm Gnade; empfehle uns deinem Sohne, versöhne uns mit deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne. Vorb. Heilige Maria! Mutter Gottes, bitte für uns. Wie kraftvoll muß dein Gebeth, bei Gott seyn, da du so viel Gnade ben ihm gefunden hast, und da du würdig befunden worden, Mutter des Gottmenschen zu seyn, ihn zu laben, zu ernähs ren und zu erziehen. Alle. Heilige Maria! Mutter Gottes, bitte deswegen für uns und mit uns. Borb. Bitte für uns Sünder! bitte Gott, den Herrn, daß er uns die Sünden, welche wir recht herzlich bereuen, verzeihen wolle. Dies bitte doch Gott, den allmächtigen Vater! durch das Blut, welches dein lieber Sohn bey seinem Leiden für uns vergoffen hat. 327 Ile. Bitte für uns reumüthige Sünder. Borb. Bitte für uns jetzt. Jetzt in diesem is dischen Leben, wo uns so manche Gefahren und Versuchungen zur Sünde umgeben, erbitte uns bie göttliche Gnade, daß wir starkmüthig genug seyen, um den Gefahren zur Sünde zu widerstehen, und getreu nach Gottes Geboth zu leben. Alle. Bitte für uns jetzt, damit wir rein von Sünden ein Gott gefälliges Leben führen. Vorb. Bitte für uns Sünder jetzt, und in der Stunde unsers Todes. Besonders bitte Gott für uns, daß wir durch ein frommes, gebessertes Leben uns eine glückselige Sterbftunde vorbereiten und dereinst jener Seligkeit theilhaftig werden, welche dir und uns die himmlische Bothschaft verkündigt hatte. Alle. Bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes, damit wir wohl vorberei tet und ruhig sterben, und darnach die ewige Tes tigkeit erben. Vater unser. 74 Gegrüßet seyst du Maria. Litanei. Marianische Herr, erbarme dich unser. Christe, höre uns. Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser. Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser c. Gott heiliger Geist, erbarme dich unser. Heilige Dreyfaltigkeit, ein einziger Gott! erbarme dich unser. Heilige Maria, Heilige Mutter des vermenschten Gottes, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Christi, Mutter voll der göttlichen Gnade, Du unschuldige Mutter, Du keuschefte Mutter, Du jungfräuliche Mutter, Bitte für uns. Du unbefleckte Mutter, Du bewundernswürdige Mutter, Du Mutter des Schöpfers aller Dinge, Du Mutter unsers Erlösers, Du weiseste Jungfrau, Du verehrungswürdige Jungfrau, Du durch deine Fürsprache bey Gott mächtige Jungfrau, Du gütige Jungfrau, Du Vorbild der christlichen Gerechtigkeit, Du Vorbild der Weisheit, Du Mit Ursprung unserer Freude, Du mit dem Geiste Gottes erfülltes Gefäß, Du um der Menschwerdung des ewigen Worts, und um deiner eigenen Vollkommenheit wil len edelfies Gefäß. Du vortreffliches Gefäß voll der lautersten An dacht und der Liebe Gottes, Du geheimnisvolle Rose, deren süßer Geruch sich durch Christum über das ganze menschliche Geschlecht verbreitete, Du, deren Heiligkeit wider Alles, was Sünde ist, unüberwindlich war, gleich dem Thurme Davids, Du, deren Reinigkeit unkfleckt nd über Alles erhaben war, wie ein elfenbeinener Thurm, Du' goldenes Haus, das sich Gott selbst zur Wohnung auserwählte, Du Arche des Bundes, die du den Heiligen aller Heiligen enthieltest, Du, durch welche uns Christus den Himmel wieder eröffnete, Du, die du gleich dem Morgenstern den Tag des Heils verkündigtest, Du Heil der Schwachen, Du, nach Gott der Sünder erste Zuflucht, Bitte für uns! Du Trost der Betrübten, Du Fürbitterin der Christen, Du Königin unter den Engeln, Du Königin unter den Patriarchen, Du Königin unter den Propheten, Du Königin unter den Aposteln, Du Königin unter den Martyrern, Du Königin unter den Gerechten, Du Königin unter den Jungfrauen, Du Königin und größte unter allen Außerwählten, Bitte für uns! du Lamm Gottes! Christe Jesu, der du hinwege nimmst die Sünden der Welt.( dreimal.) Vater unser. Gegrüßet senst du Maria. Unter deinen Schutz und Schirm flichen wir, o heilige Gottes- Gebährerin, verschmähe nicht unser Gebeth in unsern Anliegen, sondern erlöse uns je derzeit von aller Gefahr O glorwürdige und ges benedeyte Jungfrau unsre Frau! unfre Mittlerin, unsre Fürsprecherin! versöhne uns mit deinem Sohne, empfehle uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne. V. Bitte für uns, o b. Gottes- Gebährerin! R. Damit wir der Verheißung Christi theilhaf tig werden. Wir bitten dich, o Herr! gieße deine Gnade in: unsere Herzen, damit wir, die wir Christi deines Sohnes Menschwerdung aus des Engels Verküns digung erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur herrlichen Auferstehung gelangen mögen, durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. V. Bitte für uns, o seligster Joseph! R. Damit wir wie oben. - Wir bitten dich, o Herr! daß uns durch die Fürbitte des Bräutigams deiner heiligsten Gebäb rerin geholfen, und so das, was unser Vermögen nicht erhalten kann, durch ihn und geschenkt werbe der du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewige feit; Amen. Andacht zum b. Schutzengel Vorbereitungs.Gebeth.. Gott! groß ist die Zahl deiner Geschöpfe, die dich anbethen. Himmel und Erde ist voll deiner Vers ehrer. Ohne Ende umschweben Engel, reine Geis fter deinen Thron, und verherrlichen deine Majes stát. Menschen, die du nur etwas geringer, als Engel schufft, preisen deine Gottheit. Herr! in dieser Absicht, versammeln auch wir uns hier in deinem h. Tempel. Laß deine Engel unser Beis spiel seyn, daß wir auf Erde thun, wie sie im Himmel. Mit diesem guten Willen wollen wir unsere Andacht anfangen, Guter Vater! würdige fie deines Wohlgefallens. Borb. Guter Vater im Himmel! wie groß ist deine Liebe gegen uns beine Kinder. Die Engel des Himmels machst du zu Dienern deiner Men schen auf Erde; womit werden wir dir und deis nen Engeln danken. Alle. Das Danfopfer, welches wir dir bringen, fen unser Herz, voll kindlicher Gegenliebe. Be wahre uns ferner durch treue Schußgeister vor dem ansteckenden Hauche des Verderbens. Laß uns immer deine guten Kinder bleiben. Borb. Vater unser 2c. Gebet b. ( Lied.) Vorb. Barmherziger Gott! der du unsere Wohl fahrt durch deine heiligen Engel befördern lässt, 331 mache unsern Willen geneigt, daß wir ihnen ime mer folgen. Laß jede gute That, die wir sehen, jede Freude, die wir darüber empfinden, uns einen Trieb zum Guten seyn. Die Stimme unsers Schutzgeistes laß uns überall hören, wo wir in Gefahr sind, gegen deinen heiligen Willen zu handeln. Laß uns jetzt unter ihrem Schuße so leben, daß wir einst werden, was sie sind deine Freunde. Alle. Das wünschen wir und bitten dich hiezu um deine Gnade. - Vorb. Wenn ich am Morgen erwache, und mein Geschäft anfange, so laß, o Gott! deinen Engel, meinen treuen Gehilfen seyn, der mich im Guten unterstützt, einen starken Schußgeist, der mich aller Gefahr zum Bösen entzieht. Alle. Gleichwie du dem jungen Tobias deinen Engel geschickt hast, daß er ihn auf seiner Reiſe schüße und leite; so gebe auch uns einen treuen Schutzengel, der uns auf der gefährlichen Reise durch's Leben führet. ( Lied.) Vorb. Vater unser c. Gebeth. Vorb. Vater! wir haben nur ein Ziel, und dieses ist: fromm und gerecht auf Erden zu leben, Dies ist um dadurch den Himmel zu erwerben. dein Wille, und soll unser Bestreben seyn. Herr! du gabst uns einen Führer zur Seite, dem wir folgen sollen. Siehe, liebster Bater! wir geloben es deiner Heiligkeit, und der Liebe unserer Schutzengel, daß wir fünftig gut und immer besser wers den wollen. Ihr verklärten Lieblinge Gottes, vers sagt uns hier euren Beistand nicht, damit wir dort mit euch selig werden. Alle. Das hoffen wir, und bitten dich hiezu um deine Gnade. Vorb. Gott sprach durch seinen Apostel: Die Engel sind dienstbare Geister, ausgesandt zum Heile derer, die selig werden wollen. Welch eine große Verbeißung! möchte sie an uns erfüllt werden. Alte. Mit festem Bertrauen hoffen wir dies von der Liebe Gottes. Heilige Schußengel! darum kommet uns zu Hilfe, wo böse Beispiele uns Vers führung drohen. Erwecket uns zur Tugend, wenn wir darin tråge sind, damit wir der Verheißung. Gottes würdig werden. Vorb. Vater unser 2c. ( Lied.), Litanci. Herr erbarme dich unser! Und sen gnädig deinem Volke!Dreieinige Gottheit, Vater, Sohn und heil'ger Geift! erbarme dich unser. Gott, der du deine Engel zum Heile der Menschen erschaffen hast, erbarme dich unser. Der du sie als Boten deines Segens herab auf die Erde, sendest, wir danken dir für deine Güte. Der du durch sie die Menschen bewahren und leiten laßt, wir danken dir für deine Güte. Der du uns durch sie zum Guten antreibest, wir danken dir für deine Güte. Der du uns durch sie von dem Bösen bewahrest, wir danken dir für deine Güte. Gott! laß deine Engel unsere Freunde seyn, Die immer das Angesicht des Vaters im Him mel anschauen, Die Gott allzeit heilig, heilig, heilig fingen, Die sich im Himmel über die Buße des Sün ders erfreuen, Die unser Gebeth vor Gottes Thron bringen, Die aut Ende der Welt die Guten von den Behet absondern werden, Wir verehren fie! Die uns einst mit Jesus in das Himmelreich eine führen werden, wir verchren sie. Gott! daß wir dich mit ihnen ewig anbethen und preifen mögen. Erbarme dich unser! Gebeth. Gütiger Gott, der du dich gewürdiget hast, die Menschen durch deine Engel zu schützen, wir bitten dich, daß du unsre Herzen geneigt machest ihren guten Einsprechungen zu folgen. Anbethung, Ehre und Dank sey dir von uns allen im Himmel, wie auf Erde. Amen. Pflichten des Christen. Vertrauen auf Gottes Güte. Vorb. Gott, unser Vater! wie trostreich, wie herzerhebend ist uns dein Name, den du uns durch deinen Sohn selbst in den Mund gelegt hast. Du der Allmächtige, du der Allgütige bist auch un ser Vater. Wenn das Gefühl unsrer Schwachheit uns demüthigt, wenn deine Größe und Heiligkeit uns mit tiefster Ehrfurcht erfüllt, so flößet, uns deine Vaterliebe findliches Zutrauen ein. 11 Alle. Alles, was uns wahrhaft gut ist, was der beste, reichste, weiseste Vater seinen Kindern geben kann, das dürfen wir von dir erwarten und hoffen. - Vorb. In dir ruht, Herr! mein ganz Gemüthe, fein banger Kummer quålet mich. - Alle. Ich traue fest auf deine Güte,- du forast für mich ja väterlich. Vorb. Du bist's, der stets das Beste wählt, - dem's nicht dazu an Mitteln fehlt. Alle. Du weißt es, was mir núßlich ist- und giebst es, weil du gütig bist.( Vater unser.) Vorb. Wie getrost kann ich auf deine weise Regierung vertrauen! du forgst für mich, wie für die ganze Welt. Auch der kleinsten Geschöpfe vergißt du nicht. Du willst mein wahres Bestes, und bast schon alle Anstalten dazu gemacht. Du hast mir Gelegenheit, Kräfte und Mittel zu allem Gu ten gegeben; ich darf sie nur recht gebrauchen, um gut und glücklich zu werden. Alle. Du kleidest die Blumen auf dem Felde: du náhrest auch die kleinsten Thiere, wie könntest du meiner vergessen? Du, o Gott! ohne dessen Wissen kein Haar von meinem Haupte fällt, leitest alle unsre Schicksale. Gieb uns Gnade, daß wir sie nach deiner weisen Absicht benutzen. Vorb. Wie könnt' ich doch den Argwohn fassen, der manche schwache Seele quält. Alle. Daß du mich würdest gar verlassen? ein Gott, der meine Haare zählt; Vorb. Ein Vater, der mich zärtlich liebt der auch den Vögeln Speise giebt? Alle. Du weißt es, was mir nützlich ist- und giebst es, weil du gütig bist.( Vater unser.) 1 - Vorb. Wenn ich oft auch mit meinen besten Absichten und Bemühungen meinen Zweck nicht ers reiche, so beruhigt mich der Gedanke, daß es dein Wille nicht war. Du willst vielleicht noch meine Geduld und Ergebung, meinen Fleiß und Eifer prüfen, um mich einst mit desto größerer Freude zu belohnen, wenn ich die Früchte davon werde reifen sehen. Vielleicht ist auch nur die Schuld allein an mir, daß ich deiner Gnade noch nicht werth bin. Ich will mich also anstrengen, immer besser und vollkommener zu werden. Alfe. Wenn ich, o Herr! dir meine Noth klage, und du erhörest nicht mein Fleben, so soll mich das im Vertrauen auf dich nicht fleinnöthig machen. Es soll mich vielmehr im Gehorsam gegen dich noch mehr stärken. Vorb. Giebt deine Hand, was ich verlange nicht gleich, so wart' ich mit Geduld. Alle. Und wenn ich nichts von dir empfange so geb ich mir allein die Schüld. Vorb. Ich weiß, wie eitel ind wie blind oft menschliche Begierden sind. Alle. Du weist es, was mir núßlich ist und giebst es, weil du gütig bist.( Bater infer.) Vorb. Doch ist es immer unsre Pflicht, dich, o Herr! auch um dos zu bitten, was du uns aus eigener Gúte von selbsten giebst. Wir bitten dich also nicht allein für uns, sondern auch für alle unsre Nebenmenschen, um unsern täglichen Unter halt, um Gesundheit und um zeitliches Wohlergehen; doch nicht anders bitten wir darum, als in soweit. es deine Weisheit für uns gut findet. Gewährst du unsre Bitte, so wollen wir das, was du uns Schenkest, auch durch eigenen Fleiß und durch unser Mitwirken nach deiner göttlichen Absicht zu erhal ten uns bestreben. Alle. Im Vertrauen auf deine Güte wollen wir an die Arbeit gehen, aber auch von deiner Gute es geduldig erwarten, wie du sie segnen wirst. Zufrieden mit dem Schicksale, worin du uns vers sehest, wollen wir dankbar das Brod genießen, was du uns schenkest. Vorb. Mit meinem Grande wohl zufrieden genieß ich dankbar dieses Brod. Alle. Das deine Güte mir beschieden<-o gieb es mir bis in den Tod. -- Vorb. Doch will ich mich bei deinem Gegen nicht, wie es träge Menschen thun, lle. Auf Müßiggang und Wohllust legen nein, meine Hand soll niemals ruh'n. Vorb. Denn streck' ich sie zur Arbeit aus so träuft dein Segen auf mein Haus. Alle. Du weist es, was mir nützlich ist- und giebst es, weil du gütig bist.( Vater unser.) Vorb. Nie werden wir, o Gott! uns in Alles so leicht schicken können, wenn du nicht unsere Her zen mit Weisheit versiehest. Um Weisheit bitten wir dich also vorzüglich, und bitten dich mit kindlichem Vertrauen. Nur Weisheit kann meinen Muth stårken, und mein Vertrauen auf dich befestigen. Ist mein Herz gut und weise, dann sehe ich allem dem, was mir begegnen mag, unerschrocken entgegen. Alle. An deiner Hand, mein Gott! setze ich meinen Weg getrost und standhaft fort: deine Lei tung führt mich sicher an's Ziel. In Freud und Leid, im Leben und Tod, und in Ewigkeit bist du mein Vater. Vorb. Vor allem gieb mir Weisheit, Tugend für meine Seel' die schönste Gab. Alle. Gieb, daß ich sie von früher Jugend bewahre stets bis in das Grab. Vorb. Gieb, da wir so auf dich vertrauen uns, ewig unser Glück zu bauen. Contona - Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreieinigkeit, ein einiger Gott, - - Alle. Du weist es, was mir nützlich ist und giebst es weil du gütig bist.( Vater unser.) 1 Litanei von der göttlichen Vorsehung. Herr, erbarme dich unser. Gott Vater im Himmel, dich unser. Erbarme Gott, Schöpfer Himmels und der Erde, Allmächtiger, allweiser und allgútiger Gott, Gott, nach dem alle Augen vertrauensvoll schauen. Der du aller deiner Geschöpfe dich erbarmest, Der du Alles, was da lebt, mit Segen erfüllest, Der du den Mond uns zum Zeitmaße erschufft, Durch den die Sonne weiß, wenn sie unter: gehen soll. Der du die Erde in Nacht verhüllst, und Dunkel sendest, Vor dem die Sturmwinde als Boten gehen, und dessen Diener die Blizze sind, Der du dem Wasser seine Grenzen angewie sen hast, Der du die Wolken sammelst, und dem Lande Negen sendest, Der du mit Kräutern und Blumen die Berge bekleidest, Der du Nahrung dem Viehe und jungen Naben Speise ertheilest, Zu dem die wilden Thiere nach Sättigung schreien. Dem der Vogelschaar anmuthig in Lüften singt, Der für Heerden Gras, Getreide für Menschen wachsen läßt. Der du uns ein Mahl aus der Erde bereitest, und Brod, das Kräfte giebt, Der du die Lilien und Blumen des Feldes bekleidest, Der du Alles zum Dienste des Menschen er schaffen hast, und erhältst, Der du Trubsale zu unsrer Prüfung und Besserung schickest, Der du denen, die dich lieben, Alles zum Besten lenkest, Y Erbarme dich unser! Der du alle Haare unsers Hauptes zählest und ohne. dessen Willen kein Sperling vem Dache fällt, Erbarme dich unser. Wir, Vater! deine Kinder, wir bitten dich erhöre uns! Daß du uns vor Ungeduld und Kleinmuth bewahrest, Daß wir immer ein herzliches Vertrauen zu deiner Vorsehung haben, Daß wir im Glücke nie hochmüthig werden und deiner vergessen, Daß wir allen deinen Fügungen uns kindlich unterwerfen, Daß wir deinen Namen preisen, du magst geben oder nehmen, Daß sich dein Reich immer mehr unter uns verbreite Daß dein Wille, wie im Himmel, so auch auf Erden geschehe, Daß du uns täglich gebest, was wir zur Ers haltung des Lebens bedürfen, Daß du uns die Sünden verzeihst, wie auch wir verzeihen unsern Beleidigern, Daß du uns in der Versuchung Hilfe sendest, damit wir nicht unterliegen, Daß du uns von allen Uebeln der Seele und des Leibes errettest, Daß du uns vor Schauer, Hagel, Miswachs und Theuerung bewahrest, Daß du uns in allen Widerwärtigkeiten stär kest, und zur Tugend hinführest, Daß du uns allen nach diesem Leben die ewige Seligkeit ertheilest, D'Jesu Lamm Gottes! welches du hinwegnimmft ( dreimal.) die Sünden der Welt! Vater unser u. s. w. Wir bitten dich, erhöre uns! V. Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, R. Und das Andere wird euch dazu gegeben. Gebeth. Herr! wir unterwerfen uns mit Demuth deis nen unerforschlichen Anordnungen, voll des Vers trauens auf die Weisheit und Güte deiner våterlis chen Regierung. Stärke uns zur Geduld und Ers gebung durch einen festen Glauben an deine allwaltende Vorsehung, damit wir dich einst mit des fto freudigerm Danke loben und preisen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Nächstenliebe. Vorbeter. Mit erneuerten Empfindungen des Dankes und der Verehrung knieen wir vor deinem Angesichte, o Gott! und wünschen, und deines Wohlgefallens werth zu machen. Dwie schön ist es, im Hause Gottes zu seyn, wo jeder Gedanke an seine Güte und Liebe uns ermahnet, eben so gútig und liebevoll gegen andere zu seyn, wie er gegen uns ist. Deine Sorgfalt wacht stets über uns, und deine Vorsehung erstrecket sich ohne Uns terlaß auf das Wohl der Menschen. Die weisen Lehren, die du durch deinen göttlichen Sohn uns ertheilet hast, athmen ganz den Geist des Wohl wollens und der Liebe. Und noch aussert sich die Art, wie du über uns herrschest, und wie du die Welt regierest, durch Weisheit und Liebe. Du läßt deine Sonne über Böse, wie über Gute aufgehen. Jeder Tag ist mit neuen Wohlthaten für uns be gleitet. Alle deine Anordnungen sind voll Güte und Barmherzigkeit. 212 Alle. Wir danken dir, o Gott! für die unaufhörliche Güte, womit du über uns Menschen wa chest;- wir preißen dich für die Wohlthaten, die du uns täglich zufließen läßt. Wir beten dich an für die Liebe, die sich in allen deinen Anordnungen offenbaret. Dein Name sey gebenedeit in Ewigkeit. Vater unser. Vorb. Wenn du aber, o Gott! so gütig gegen uns bist, die wir deine Geschöpfe und Kinder sind: wie viel mehr müssen dann wir gegen unsere Nebenmenschen gútig seyn, die gleicher Natur mit uns sind, und gleiche Rechte mit uns haben! ist es dei ner göttlichen Eigenschaft angemessen, die Menschen zu lieben: wie viel mehr werden sie unsere Liebe verdienen! du willst es auch so: denn du hast die Liebe zu unseren Nächsten, der Liebe gegen dich gleich gestellt. Du sollst Gott deinen Herrn lieben mit ganzem Gemüthe," dies ist das erste Geboth; das andere aber ist dem gleich: ,, du sollst deinen Nebenmenschen lieben, wie dich selbst." Ja diese Liebe ist so nöthig, daß, wer seinen Nächsten nicht liebet, nach) deiner Aussage auch dich selbst nicht lieben wird. ,, Wie kann der Gott lieben, den er nicht sieht, wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht?" Wir versprechen also, o Gott! gütig und liebevoll gegen unsere Nebenmenschen zu seyn, wie du es bist. Alle. O Gott! dieses Versprechen sey uns hei lig- Güte, Gefälligkeit und Liebe seyen die Grundlagen, die in dem Umgange mit andern Menschen all unser Thun und Lassen leiten sollen. Wir wol len uns auch tåglich in dieser Liebe zu befestigen suchen, und oft darauf acht geben, ob unsere Handlungen mit dieser Liebe übereinstimmen. Stärke uns, o Gott! in diesem Vorhaben.( Vater unser.) Vorb. Vorzüglich und vor allem soll die Liebe aus unserm Herzen, und aus unserm Gemüthe 341 ausgehen. Gut und liebevoll sollen unsere Gedan: fen und Meinungen seyn. Wenn wir auch an unferm Nebenmenschen etwas Zweideutiges bemerken, so wollen wir nicht gleich das Schlimmste von ihm denken. Die Liebe ist nicht argwöhnisch. Wenn wir auch wirklich böse Handlungen an ihm sehen sollten, so wollen wir ihn nicht als straffällig be urtheilen: wir wollen vielmehr denken, daß Unbes sonnenheit oder Mangel an Kenntniß, oder ver nachläßigte Erziehung ibn in Irrthum verleitet ha ben: denn die Liebe entschuldiget gern. Wir wollen seine bösen Eigenschaften gern übersehen, und seine guten Eigenschaften desto mehr an ihm aufzufinden suchen. Wir wollen aus Nachsicht und Liebe im mer von unserm Nebenmenschen das Beste denken. Alle. Das sey unser- fester Entschluß, nie von unserem Nächsten argwöhnisch oder freventlich zu urtheilen. Wir wollen nie Böses, sondern allezeit das Beste von ihm denken. Gott! gieb uns die Gnade, hierwider niemals zu fehlen. Vater unser. Vorb. Mit unseren Gesinnungen sollen auch unsere Worte übereinstimmen. Auch in unseren Reden soll sich die Güte und Liebe gegen unsere Ne benmenschen äußern. Nie sollen Ehrabschneidungen unsere Zunge verunreinigen: vielmehr soll das, was wir vielleicht Nachtheiliges von andern wissen, heim: lich gehalten, oder, wo möglich auch entschuldigt werden. Werden uns Beleidigungen zugefügt, ſo wollen wir nicht Böses mit Bösem vergelten; wir wollen lieber schweigen, und die Unbescheidenheit unartiger Menschen mit Geduld und Nachsicht er: tragen. Wir wollen, wenn das Böse, was man uns vorwirft, wahr ist, es zu bessern suchen; und wenn unser Gewissen uns das Zeugniß giebt, daß es nicht wahr ist, gedenken, daß die Unschuld des SE - Herzens die beste Vertheidigung, die beste Ehrea. rettung fen. Alle. Q Gott! der Vorsatz, nie von unserm Nächsten etwas Böses zu reden, werde von dir in unserm Herzen gestärkt. Behüte uns vor aller Schwachheit, in Unwillen oder Eifer zu gerathen; oder wenn wir vielleicht zum Zorne angereizt were. den sollten, so gieb uns die Gnade, nachgiebig und gelassen zu seyn. Gieb, daß wir von unserm Ne benmenschen nichts, als Gutes reden. Bater unser. Vorb. Doch was helfen uns gute Gedanken und Worte; wenn wir die Liebe nicht auch im Werke zeigen! Auch im Werke und in der That soll sich unsre Liebe zu erkennen geben. Wenn wir unserm Nebenmenschen einen Gefallen erzeigen können, so wollen wir uns nicht erst darum ansprechen lassen. Wo wir helfen können, wollen wir helfen. Wenn wir glückliche und zufriedene Menschen irgendwo wissen, so soll es uns eine Angelegenheit seyn, ihrGlück und ihre Zufriedenheit vermehren zu können. Wissen wir aber irgendwo traurige, verlassene, be drängte Menschen, so wollen wir gern dazu beis tragen, ihren Kummer zu erleichtern. Wir wollen, wo irgend Jemand in Gefahr ist, gern hineilen, um ihn daraus zu retten. Wir wollen, so viel wir nur können, die Traurigen trösten, mit dem Bedürftigen gern unser Stück Brod theilen, und überhaupt die Armen von den Gaben, die du uns, o Gott! fchenfest, unterstützen. Alle. O Gott! alle unsre Kräfte senen dem Wohle unserer Nebenmenschen gewidmet. Die Liebe treibe uns an, stets Andern gefällig und behülflich zu seyn. Wir bitten dich, o Gott! segne uns an zeitlichen Gütern, damit wir durch dieselbe unseren 343 bedürftigen Nebenmenschen wohlthätig werden kön nen. Amen. ( Vater unser.) Vorb. Vater unser, der du bist in dem Him mel. Ach! Bater aller Menschen, sich auf das Ges beth, was wir jetzt an dich richten. Alle. Geheiliget werde dein Name. Dein götte lidher Name werde verzüglich durch die Güte und Liebe, die sich die Menschen einander bezeigen, verherrlichet. Vorb Zukomme und dein Reich. Das Reich und die Herrschaft deiner Liebe ergieße sich über alle Herzen der Menschen, daß sie liebevoll seyen, wie du bist; und dadurch endlich in das Reich deis ner Herrlichkeit aufgenommen zu werden verdienen. Alle. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden, Wie ewige Liebe die Heilie aen im Himmel unter sich glücklich macht, so gieb auch, o Gott! daß die Menschen auf Erden nach deinem Willen sich stets einander lieben. Vorb. Unser tägliches Brod gieb uns heute. Das Nothwendigste, was Menschen nebst ihrer tåge lichen Nahrung bedürfen, ist Einigkeit. Gieb also, gütiger Vater! daß die Menschen nebst dem nöthis gen Unterhalte für ihren Körper, durch wechselseis tige Liebe auch die Einigkeit und Zufriedenheit un ter sich erhalten. Alle. Vergieb uns unsre Schulden, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Verzeih' uns, o Herr! unsre Sünden, wir verzeihen, auch allen denen, die uns beleidiget haben, und wollen sie mit innigem Herzen lieben, so, wie du alle Menschen liebit. Vorb. Und führe uns nicht in Versuchung. Behüte uns, o Gott! vor aller Gefahr, gegen uns fern Rebenmenschen eifrig zu werden, oder weny wir dazu gereizt werden sollten, so stårke uns mit Liebe, daß wir nachgiebig und gelassen bleiben. Alle. Sondern erlöse uns von dem Übel. Be wahre uns, o Gott! vor aller Sünde, womit wir uns gegen unsern Nächsten vergehen könnten, und befestige in unseren Herzen die Nächstenliebe, die du uns so sehr anbefiehlst. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Das Gebeth des Herrn. Vorbereitungs Gebeth. Göttlicher Erlöser, Christus Jesus, lehre uns beten, wie du deine Jünger beten gelehrt hast. Lehre uns so beten, daß nicht nur unser Mund die Worte spricht, die du vorgetragen hast, sondern unser Herz auch die Kraft davon empfinde. Herr erbarme dich unser, und lasse dir unser kindliches Flehen gefallen. ,, Vater unser, der du bist im Himmel." Owie ist mir so wohl, daß ich zu Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, sagen darf: Vater! wie viel Tröstliches liegt in diesem Worte: Gott mein Vater! ich darf mit Gott reden, wie ein Kind mit seinem Vater redet. Ich brauche nicht ängstlich und mit verzagtem Herzen zu ihm hinzutreten: ich darf nur mein Herz reden lassen; denn der Vater liebt ja seine Kinder, und hilft ihnen gern. Ich brauche meine Anliegen nicht größer zu machen, als sie sind: denn mein Vater ist der allwissende Gott! er weiß also meine Noth besser, als ich sie ihm erzählen kann, er kennt die geheimsten Leiden, die ich keinem Menschen eröff en mag. Gott ist mein Vater! es fehlt ihm also nicht an Macht, meinen Kummer zu lindern, es fehlt ihm nicht an Güte, mich zufrieden machen zu wollen.- Aber eben dieser Vater ist auch der Vater aller Menschen. Wenn ich alse bethe: Va ter unser, so bethe ich für Alle, die Gott ihren Va ter nennen. Ich kann für Alle bethen, ich soll für Alle bethen, weil wir Alle einen Vater im Himmel haben. R. O lieber guter Vater, Vater aller Mensden! zu dir beten wir, und zu wem anders sollen wir bethen; du bist ja die Quelle alles Guten: du kannst uns helfen, du willst uns helfen; weil in dir Allmacht und Vaterliebe beisammen wohnen. Vater erhöre unser Gebeth. ( Lied.) ,, Geheiliget werde dein Name." Ja Vater! dein. Name soll von allen erkannt, von allen gepriesen werden. Alle Menschen sollen es wissen, daß du bist, daß du der Schöpfer Him mels und der Erde, daß du der weise Negierer aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge, daß du unser aller Vater bist. Alle sollen es wissen, daß du die Sonne aufgehen läsfest über Gute und Böse, daß du deine Hand aufthust, und Alles mit Wohlgefallen fåttigest, daß wir Alle in dir unser Seyn und unser Leben haben, daß du der Heilige, der Unerforschliche, der Gütigste, der Allmächtige, der einzige Gott bist. Alle sollen deinen Namen ehren, und bei deinem Namen sollen sich alle Kniee bie: gen im Himmel, auf Erde und unter der Erde. Aber auch wir selbst sollen heilig seyn, wie du bist, um deinen Namen nach Würde zu heiligen. Keine andere Anbethung kann deinem reinen Auge ge fallen. Wenn wir Alle einander heilig zu machen suchen, wenn wir alle Menschen lieben, wie du fie liebest, wenn unsre Absichten immer reiner, unfre Gesinnungen immer himmlischer werden, dann mde. gen wir mit Zuversicht sprechen: Geheiliget werde dein Name. R. Ja Vater! gelobt, geehret, geheiliget werde dein Name von uns Allen so, wie ihn einst auf Erde unter uns dein eingeborner Sohn, unser Herr. Jesus Christus verherrlichte, der nicht seine Ehre suchte; sondern in allen seinen Handlungen darauf sah, daß er die Ehre dessen, der ihn gesandt hatte, nämlich: deine Ehre verherrlichte. ( Lied.) Zukomme uns dein Reich." Jesus Christus stieg herab auf die Erde zu uns o Vater! dieses dein Reich zu stiften, und er hieß. uns beten zu dir. Also rufen wir im Namen deis nes Sohnes zu dir: Vater! dein Reich werde ime. mer größer und allgemeiner. Dein Reich ist für jetzt noch ein Reich des Kampfes, und des Streis. tes.gegen Fleisch und Welt. Bewaffne uns also mit festem Glauben, daß wir nicht erzittern vor unseren Feinden, sondern glücklich vollenden unsern Kampf, und erfechten den unverwelklichen Siegess franz. Dein Reich ist ein Neich der Gnade. O so lasse denn die Gnade Jesu Christe, die alles Leiden verfüsset, und alle Freuden übertrifft, in. unser, Herz kommen; denn ohne diese sind wir kraftlos, ohne Frucht und Leben. Dein Reich, Bater, ist auch ein Reich der Herrlichkeit. So wie es jetzt ein Reich des Kampfes und des Streitens ist, so ist es einst ein Reich der Herrlichkeit, ein Reich der Seligkeit. Nach diesem Reiche sehnet sich unsre Seele. Lasse also unfern Muth nicht ersterben in den mannigfaltigen Leiden, daß wir würdig werden uns zu freuen, in dem Reiche des Friedens und der Seligkeit. Bater! dieses dein Neich zukomme uns, uns llen. Amen. R. Bater! dein Reich komme zu uns, dein Reich bleibe in uns, dein Reich breite sich aus unter allen Menschen. Jesus Christus hat sich und uns das Reich der Seligkeit durch sein Blut erfauft. Go gieb uns denn die Gnade, zu zerreissen die Fessel der Sünde, und zu erobern dieses Reich, in wel, chem. Jesus. Herr und König ist, und in deinem Namen herrschet. ( Lied.). Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erde." Bater, dein Wille geschehe! denn, was du willst, was du ordnest, was du fúgest, das ist das Weis feste, das Beste, das Heilsamste, dein Wille ist der Wille des Weisesten: denn du weißt, was uns schädlich und nützlich ist. Du führest uns durch angenehme Ereignisse, du führeft uns auch durch Trubsale zur Seligkeit hinüber; dein Wille ist der Wille des Gütigsten: denn du betrübest nur, um zu erfreuen, du verwundest nur um zu heilen, du erfreuest, um uns zur dauerhaftern Freude vorzus bereiten. Dein Wille ist der Wille des MächtigDein Wille sten: wer kann dir widerstehen?- geschehe auf Erde, wie im Himmel; deine Engel stehen immer um deinen Thron ,, und sehen dein Angesicht, warten auf deine Befehle, und sind ge: schäftig sie zu vollbringen. So, Vater! so willig, so freudig, so pünktlich soll auch unser Gehorsam auf Erde seyn. Dein Wille geschehe die im Him mel, also auch auf Erde von den Menschen. R. Ja Vater, dein Wille geschehe! darum flehen wir zu dir, daß alle Menschen sich deinen göttlichen Anordnungen unterwerfen mögen; daß all un fer Denken und Thun, unser Reden und Handeln, unser Leiden und Freuen nach deinem heiligsten Willen eingerichtet werde: denn dein Wille ist Weis heit, ist Güte und Allmacht. ( Lied.) - ,, Unser tägliches Brod gieb uns heute." Ogútigster Vater! du gabst uns das Leben:: du wirst uns auch Speise und Trank geben; denn das Leben ist ja mehr als Speise und Trank. Du gabst uns einen menschlichen Leib: du wirst uns auch Kleidung verschaffen; denn der Leib ist mehr als die Kleider. Vater! dein Sohn hat uns gesagt: euer Vater weiß, daß ihr Speise und Trank und Kleidung nöthig habt. Du kennst also unsere Bedürfnisse, und du, der die Gütigkeit selbst ist, solltest uns nicht helfen? Uns deinen Kindern schenktest du deinen eingebornen Sohn, und alles mit ihm; und Kleidung und Speise solltest du uns nicht geben? Wir rufen also mit Vertrauen zu dir, Vater! gieb uns unser tägliches Brod. Wir verlangen nicht mehr, als unser Auskommen an jedem Tage unsers Lebens. Wir bitten nicht um Ueberfluß, daß unsere Mäßigkeit nicht in Ver suchung, und unsere Seligkeit nicht in Gefahr ge rathe. Wir scheuen auch nicht die Arbeit, wir bite ten nur, daß du unsere Arbeit fegnest. X - R. O gütigster Vater! wir bitten dich im Na: men deines geliebten Sohnes und mit Ergebung in deine väterliche Fürsorge, gieb uns, was uns zu unserm Unterhalte: nöthig ist; aber gieb uns auch zugleich die Gnade, deine Gaben so zu ge brauchen, daß dein Name dadurch geheiligt, und dein Wille in Allem vollzogen werde.( Lied.) ,, Vergieb uns unsre Schulden, als auch wir vergeben unsern Schuldigern." Vater! vergieb, Sünder sind wir alle; darum haben wir Urfade, um Vergebung zu bitten. Du bist unser aller Vater, darum haben wir Ursache, Vergebung zu boffen. Die Neigung zur Sünde ist immer anhaltend, die Luft zum Guten immer schwach; die Kraft mich zu überwinden immer ge ring. Ich kann also nicht läugnen, ich muß es mir und meinem Gotte gestehen: ein Sünder bin ich. Ich kann nichts sagen, als: Vater! vergieb, wir wissen aber auch, daß wir der Vergebung nicht werth sind, wenn wir denen nicht vergeben, die uns beleidigt haben: denn du hast es uns ge sagt, send barmherzig, und ihr werdet Barmher zigkeit erhalten; vergebet, und es wird euch verges geben werden. Also wir wollen zuerst unsern Schuldnern vergeben, ehe wir sagen: Vater vergib uns: denn wir erkennen, daß, wenn wir nicht an dern verzeihen! wir dadurch uns selbst das Urtheil sprechen, daß du uns auch nicht verzeihen solltest. R. O barmherzigster Vater! vergieb, wie auch wir vergeben. Wir wollen gar nicht mehr an das gedenken, was uns andere Menschen zu Leid ges than haben. Wir verzeihen aus ganzer Seele: ertheile uns auch du, Vater! vollkommnen Nach laß unsrer Sünden; darum bitten wir dich im Namen deines Sohnes, der seinen Feinden vergab, der uns um Vergebung bethen lehrte, der uns Ver gebung durch sein Blut erwarb. ( Lied.) ,, Und führe uns nicht in Versuchung" Vater! ich empfinde es, wie schwer es mir wird, bei so manchen Gelegenheiten zur Sünde meine Neigungen zu båndigen. Schwer, schwer wird's mir, allen Gefahren zur Sünde ohne Sünde zu entkommen. Wo ich immer bin, wo ich hinsehe, da ist Gelegenheit zu sündigen. Theils machen die Beispiele der Lasterhaften einen starken Eindruck auf mich, und reißen mich mit Gewalt, wohin ich nicht will, theils empfinde ich in mir selbst den mächtigsten Antrieb zur sinnlichen Lust. Gott! du kennst meine Kraftlosigkeit zum Kampfe, du kennst meine Schwachheit. Zu wem soll ich mich) V < anders wenden, als zu dir? Du kennst jene Ges legenheit; in der mich die Sünde schon überwältigt bat, und noch ferner überwältigen wird, wenn dür mir nicht kämpfen hilfst. Was kann ich anders sagen, als: führe mich nicht in Versuchung. R. O gütigster Vater! du Beschützer meiner Seele! feite du mich, daß ich nicht in die Fallstricke der Sünde verwickelt werde. Wende ents weder die Gefahr zum Falle von mir ab, oder stårke du mich, daß mir der Kampf nicht zu schwer werde. Sey du mir allzeit gegenwärtig! daß ich nie deiner Liebe vergesse, und dein Wohlgefallen nie um eine falsche Annehmlichkeit von etlichen Augenblicken hingebe. ( Lied.) Sondern erlöse uns von dem Uebel." Vater! du kennst, ehe dirs ein Menschenherz klagt, alle Plagen auf Erde, die kein Sterblicher erzäh len kann. Armuth, Krankheiten, Krieg, und tau fenderlei Gattungen von Elend ist der Mensch unterworfen. Wir getrauen uns zwar nicht graden. wegs zu sagen: erlös uns auch von allen diesen Uebeln: denn es wäre nicht gut, wenn die Erde frei von allen Uebeln wäre; sonst hättest du sie davon fren gemacht. Aber so viel dürfen deine Kinder frei fagen: Vater! wenn's uns gut, und dir gefällig ist, so wende diese Plagen von uns ab; doch nicht unser Wille, sondern dein Wille geschehe. Allein das größte Uebel, was wir uns selbst zue ziehen, ist die Sünde. Um Erlösung von diesem Uebel dürfen und sollen wir bitten. O so bewahre denn, o gútiger Gott! jene Unschuldigen, die sich bisher noch mit keiner Sünde befleckt haben, vor der ersten Sünde; und führe diejenigen, die be reits die erste Unschuld verloren, und schon aus Erfahrung wissen, was Sünde und Uebertretung ist, auf den Pfad der Tugend. Bewahre uns alle vor dem größten Uebel, vor der Sünde. R. Gott! erlöse uns und alle Menschen von allem Uebel, vorzüglich von der Sünde, durch die wir deine Freundschaft verlieren, und den ewigen Untergang uns zuziehen. Befreie uns auch von andern körperlichen Uebeln, wenn sie unserer Seele schädlich werden sollten. Findest du aber nöthig uns damit heimzusuchen, so gieb uns die Gnade, daß wir sie mit Geduld und mit Ergebung in deis nen göttlichen Willen ertragen. Mai Anda cht. Vorbereitungs- Gebeth. Herr! allmächtiger Gott, gütiger und liebreicher Vater! erbarme dich deiner christlichen Genteinde, die vor deinem Angesichte ihre Hände zu dir auf hebet und deinen heiligen Namen anrufet; blicke mit gütigem Wohlgefallen auf die gerührten Herzen herab, die sie dir in Demuth zum Opfer bringet, und erhöre das Gebeth, was sie im Vertrauen auf deine unendliche Güte vor dir ausgießet. Dies bitten wir dich durch die Verdienste unsers Herrn und Heilandes, welcher mit dir und dem heil. Geiste gleicher Gott lebt und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Lied.) 2 V. Kommt, Christen! laßt uns vor das Anges sicht des Schöpfers, der uns liebt, in tiefer Demuth treten! mit kindlichem Vertrauen laßt uns ihn anbeten! Gott hört uns gern, und er verschmäht uns nicht. R. Lasset uns unsre ganze Hoffnung auf ihn setzen: denn er ist der Allmächtige, der uns geben kann, was wir bedürfen: er ist der unendlich Gütige, der uns gerne geben will. Er ist treu in seinen Verheißungen. V. Als Vater wird er uns, seinen Kindern, Brod und was uns nöthig ist, auf unser Bitten geben; ach! mehr, als wir verstehen, sorgt er für unser Leben, und er verläßt uns nicht in unsrer Noth. R. Er öffnet stets die milde Vaterhand, sein Segen strömt herab; er schenkt liebreich uns allen zur rechten Zeit die Speise, nährt uns mit Wohlgefallen; auf ihn sind aller Augen hingewandt. ( Vater unser.) Gebeth. Gott! du erfreuest, was da lebt, mit Wohlge: fallen; des Morgens erwachet deine Güte und des Abends steigt zu dir empor Dank, Anbetung und Lobgesang. Jeder Grashalm zeuget von dir, durch den die Saat gerieth, und jede Kornähre verkündet deine Macht und Ehre. Was wir sind und was wir haben, sind und haben wir von dir und deiner Güte. Ohne dich können wir nichts, und ohne den gütigen Einfluß deines Segens geht alle unsere Mühe und Arbeit verloren. Wir bitten dich daher, himmlischer Vater, segne das Werk unsrer Hånde'; segne die Saat in der Erde; lasse alles zur Er haltung einer reichen Erndte beitragen. Gieb der Erde, was das Wachsthum der Früchte befördert; gieb uns aber auch Weisheit im Gebrauche deiner Gaben, Mäßigung und Bezähmung unserer Begierden, und Dankbarkeit für alles Gute, was wir empfangen. Laß uns das erfreuende Beispiel der reichen und ergiebigen Natur nachahmen, und laß uns in aller Gottseligkeit wachsen; laß uns reiche Früchte guter Werke bringen, zur Verherrlichung deines Namens, und zu unserm beständigen Trost in dieser und in der zukünftigen Welt. Amen. ( Lied.) V. Der du hoch im Himmel thronest, nach Ver dienst uns strafft und lohnest, doch mit Men schen trägst Geduld, Büßern gern verzeihst die Schuld! R. Gott erbarm' dich über uns! V. Wir bekennen unsre Sünden, laß uns vor dir Gnade finden; ach! verlaß' uns nicht in Noth, gieb uns unser täglich Brod. R. Gott erbarm' dich über uns.( Vater unser.) V. Schenk' uns deinen milden Segen, an dem al les ist gelegen; segne uns und unser Land, mit der milden Vaterhand. R. Gott erbarm' dich über uns.( Vater unser.) Gebeth. Gott! du bist immer weise: mit williger Unter werfung wollen wir also tragen, was du zu tragen uns auflegst. Stärke uns aber auch, lieber Vater, in dem findlichen Glauben an dich, damit wir da durch gewöhnt werden, das Alles gut zu finden, was dein Rath über uns beschließet, und deine Weisheit für uns gut gefunden hat. Mache es uns immer einleuchtender, daß das wahre Glück an nichts Außerliches gebunden, sondern allein in einem rechte schaffenen, dir ergebenen Herzen zu finden sey; und mit einem solchen Herzen gieb, daß wir dich in jes dem Zustande unsers Lebens, in Mangel und Trüb: sal ehren; so werden wir es auch gewiß in der Folge aus eigener Erfahrung erkennen lernen, was wir jetzt noch zum Theil nur glauben müssen, daß alle deine Wege mit uns lauter Gúte, und zu unserm wahren Wohl nöthig sind. Amen.( Lied.) 3 V. An dich glaub' ich, auf dich hoff ich, Gott! von Herzen lieb' id) dich. 2 R. Niemand soll mir meinen Glauben, weder Welt noch Hölle rauben; wenn ich auch mein Blut und Leben, sollte selbst zum Opfer geben; o! so wollt' ich freudig sterben, und im Glauben standhaft seyn. V. An dich glaub' ich ic.( wie oben.) R. Jesus ist für mich gestorben, hat mir Gottes Gnad' erworben; o, wie könnt' ich wohl ver zagen! fröhlich werd' ich allzeit sagen: auf didy hoff' ich); o mein Jesu! du hast mich am Kreuz erlöst. V. An dich glaub' ich xc. R. Gott, der du mir Leib und Leben; alles hast, aus Lieb' gegeben; o, wie sollt' ich dich nicht lieben, aus den allerreinsten Trieben! o mein Vater und Erhalter! ewig, ewig lieb' ich dich. Vater unser 2. Gebeth. D Herr! unser Gott, wir glauben fest, daß du allmächtig und unendlich heilig weise bist. Uns geschehe demnach, wie du willst; denn dir ist bekannt, was für uns an Leib und Seele in diesem und den zukünftigen Leben heilsam ist. Deiner Vorsicht überlassen wir alles; deiner Liebe empfehlen wir alles; von deiner Erbarmung heffen wir alles. So un würdig wir auch deiner Güte und Barmherzigkeit waren, so hast du uns bisher dennoch so viel Gu tes gethan, daß wir mit Zuversicht hoffen, du were dest unser Schicksal auch künftig mit Vatergüte leis ten. Vergieb uns alle unsre Sünden, und tilge alles Böse in uns, damit wir alle Tage unsers Lebens dir mit reinem Herzen dienen. Nach diesem Leben lasse uns bei dir Freude und Seligkeit finden, 3 durch Jesum Christum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn. Amen. ( Lied.) Litanei. Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Gott Vater von dem Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Gott, unser Vater, Gott, unser Erschaffer, Gott, unser Ernährer, Gott, unser Erhalter, Gott, unser Beschirmer, Gott, unsere Hoffnung, Gott, unsere Zuflucht, Gott, unsere einzige Liebe, Gott, unser höchstes Vergnügen, Heiliger Gott, Allmächtiger Gott, Ewiger Gott, Unbegreiflicher Gott! Allwissender Gott! O Gott! der du Alles, was auf Erden ist, dem Menschen zum Dienste erschaffen hast, Gott! der du die Vögel der Luft und alle andern Thiere wunderbar erhältst u. ernährst, Gott, der du die Lilien und andere Blue men des Feldes herrlich kleidest, O Gott! der du die Früchte der Erde keimen und wachsen läßest, Gott! der du die zeitlichen Trubsale, Kreuz und Leiden uns zum Nutzen schickest, O Gott! der du schågest, damit du heilest, und tödtest, damit wir durch den Tod von dir nicht geschieden werden, 32 Erbarme dich unser. D Gott! der du uns durch Leiden zur wahren Buße und Besserung unsers Leben bekehrest, D Gott! der du diejenigen, welche sich deiner Vorsicht überlassen, in ihren Nöthen oft wunderbar segnest, O Gott! ber du diejenigen, welche auf dich hoffen, nicht zu Schanden werden läßest, Sen uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sey uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Von allem Übel, erlöse uns, o Herr! Von aller Sünde, Von deinem Zorne, Von allem Mißtrauen auf deine göttliche Vorsicht, Von aller Ungeduld, Von Kleinmuth im Leiden, Von allem Murren und Klagen gegen deine göttliche Anordnung, Von allen bösen Anfechtungen, besonders in der Stunde des Todes, Von überflüssiger Sorge der zeitlichen Dinge, Wir Sünder, wir bitten dich, erhöre uns! Daß du unser verschonest, Daß du uns ein wahres Vertrauen zu deiner göttlichen Vorsicht einflößen wollest, Daß wir in allem Glücke und Unglücke deine göttliche Vorsicht demüthig anbeten, Daß wir alles von deiner väterlichen Hand dankbar annehmen, N Daß wir unsern Willen jederzeit deinem hei ligen Willen unterwerfen, Daß wir im Leiden unsere Liebe gegen dich eifrig erzeigen mögen, Daß du in allen Widerwärtigkeiten uns eine starkmüthige Geduld verleihen wollest, Daß du uns erhören wollest, Erbarme dich unser. Erlöse uns, o Herr! Wir bitten dich, erhöre uns! JJT du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt, ic. ( dreimal.). Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Vater unser c. V. Herr, erhöre unser Gebeth R. Und laß unser Flehen zu dir kommen. Gebeth. Ewiger, allgútiger Vater! ich danke dir, daß du mich durch deinen göttlichen Sohn Jesus Christus in dem Glauben an deine göttliche Vorsicht gestärkt haft. Getröstet will ich durch das Leben dahin gehen, und meine Zuversicht auf dich, ewiger Va ter setzen. Alle meine Sorgen und Angelegenheiten lege ich mit kindlichem Vertrauen vor dir nieder.- Alles Glück oder Unglück, alle Schicksale, welche du über mich verhängst, will ich mit Unterwerfung in deinen heiligen Willen annehmen. Ich will bei jeder Begebenheit deine göttliche Vorsicht anbeten. Guter, lieber Vater! gieb mir allzeit wahre kind: liche Gesinnungen gegen dich, daß ich im Glücke nicht stolz und übermüthig, im Unglücke nicht niedergeschlagen werde. Lasse mich allzeit mit vollem Vertrauen beten: ,, Dein Wille geschehe wie im Hims mel, so auch auf Erden." 3ur Abwechselung folgende: Litanei von allen Heiligen Gottes. Herr, erbarme dich unser. Christe, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser. Christe, höre uns. Christe, erhöre uns. Gott Vater im Himmel erbarme dich unser. Gott Sohn Erlöser der Welt, erbarme dich unser. Gott heiliger Geist, erbarme dich unser. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme zc, Heilige Maria, bitte füe uns. Heilige Gottes Gebährerin, bitte für uns. Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, bitte für uns. Heiliger Michael, bitte für uns. Heiliger Gabriel, bitte für uns. Heiliger Raphael, bitte für uns. Alle heilige Engel und Erzengel, bittet für uns. Alle Chöre der seligen Geister, bittet für uns. Heiliger Johannes der Täufer, bitte für uns. Heiliger Joseph, bitte für uns. Alle heilige Patriarchen und Propheten, bittet 2c. Heiliger Petrus, Heiliger Paulus, Heiliger Andereas, Heiliger Johannes, Heiliger Thomas, Heiliger Jakobus, Heiliger Philippus, Heiliger Bartholomäus, Heiliger Matthäus, Heiliger Simon, Heiliger Thadaus, Heiliger Matthias, Heiliger Barnabas, Heiliger Lukas, Heiliger Markus, Bittet für uns. Alle heilige Apostel und Evangelisten, bittet für 2c. Alle heilige Jünger des Herrn, bittet für uns. Alle heilige unschuldige Kindlein, bittet für uns, Heiliger Stephanus, bitte für uns. Heiliger Laurentius, bitte für uns. Heiliger Vincentius, bitte für uns. Heiliger Fabianus und Sebastianus, bittet für uns. Heiliger Johannes und Paulus, bittet für uns. Heiliger Cosmas und Damianus, bittet für uns. Heiliger Gervasius und Protasius, bittet für uns. Alle Heilige Martyrer, bittet für uns.. Heiliger Silvester, Heiliger Gregorius Heiliger Ambrosius, Heiliger Augustinus, Heiliger Hieronymus, Heiliger Martinus, Heiliger Nicolaus, Alle heiligen Bischöfe und Beichtiger, bittet für uns. Alle heiligen Lehrer, bittet für uns. Heiliger Benediktus, Heiliger Antonius, Heiliger Bernardus, Heiliger Dominikus, Heiliger Franziskus, Bitt für uns. Bitt für uns. Alle heiligen Priester und Leviten, bittet für uns. Alle heilige Mönche und Einsiedler, bittet für uns. Heilige Maria Magdalena, Heilige Agatha, Heilige Luzia, Heilige Agnes, Heilige Cäcilia, Heilige Katharina, Heilige Anastasia, Von heimlicher Nachstellung des bösen Feindes, Von dem Zorn, Haß und allem bösen Willen, Bitt für uns. Alle heiligen Jungfrauen und Wittfrauen, bittet für 2c. Alle heiligen Gottes, bittet für uns. Sen uns gnådig: verschone unser, o Herr. Sey uns gnädig: erhöre uns, o Herr. Von allem Uebel, erlöse uns, o Herr. Von aller Sünde, Von deinem Zorn, Von dem gåhen und unversehenen Tode, Von dem bösen Tode, o Herr. Erlöse uns Von dem Geiste der Unreinigkeit, Von Blitz und Ungewitter, Durch das Geheimniß deiner heil. Menschwerdung Durch deine Zukunft, Durch deine Geburt, Durch deine heilige Taufe und Fasten, Durch dein Kreuz und Leiden, Durch deinen Tod und Begräbniß, Durch deine glorreiche Auferstehung, Durch deine wunderbarliche Himmelfahrt, Durch die Ankunft des heiligen Geistes, Am Tage des Gerichts, Wir Sünder, wir bitten dich, erhöre uns. Daß du unser verschonest, wir bitten, erhöre uns. Daß du uns verzeihest, Daß du uns zur wahren Buße bekehreft, Daß du deine heilige Kirche regieren, und er halten wollest, Daß du den apostolischen Hirten und alle geistliche Stände in der heil. Religion erhalten wollest, Daß du die Feinde der heiligen Kirche erniedrigen wollest, Daß du den christlichen Königen und Fürsten Fried' und Einigkeit ertheilen wollest, Daß du uns in deinem heiligen Dienste står: ken und erhalten wollest, Daß du unsere Herzen zu himmlischen Be gierden erhebest, Daß du allen unsern Gutthätern den ewigen Lohn ertheilen wollest, Erlöse uns, o Daß du unsere Seelen, auch die Seelen unserer Brüder, Freunde und Wohlthäter von der erotgen Berdammniß befreien wollest, Daß du die Früchte der Erde geben und er: batten wollest, Herr. Wir bitten dich, erhöre uns. Daß du allen abgestorbenen Christgläubigen die evige Ruhe ertheilen wollest, Wir bitten dich x. Daß du uns erhéren wollest, Wir bitten dich 2. Du Sohn Gottes, Wir bitten dich, erhöre uns. O du Lamm Gottes, daß du hinnimmst die Sün: den der Welt; verschone unser, o Herr. du Lamm Gottes 2c.; erhöre uns, o Herr. du Lamm Gottes 2c.; erbarme dich unser, o Herr. Christe, höre uns. Christe, erhöre uns. Vater unser. Morgen- Gebeth. Gott, mein Herr und Vater! deine Huld und Gnade schenkt mir mit diesem Tage ein neues Leben, um deine Güte auf's neue empfinden, und an deinen Wohlthaten wieder Theil nehmen zu kónnen. Die ersten meiner Gedanken sollen dir, meis nem Schöpfer und Erhalter gewidmet seyn. Ich danke dir, daß du mich diese Nacht erhal ten, und durch den Schlaf neue Kräfte gegeben hast. Sen mir nun auch mit deinem Beistande nahe, daß ich den heutigen Tag und alle Tage meines Lebens in Unschuld und Tugend zubringe. Ohne dich vermag ich nichts. Stärke also meine Schwachheit, unterstütze meinen Willen, damit ich das Gute ausführe, was ich mir jetzt vornehme. Ich will Alles, was ich heute denken, reden, thun oder lassen werde, sorgfältig prüfen, und nicht aus Unüberlegung handeln. Alles soll zu deiner Ebre unternommen werden. Damit ich aber dei nes Beistandes würdig sey, vereinige ich mein Thun und Lassen mit den Verdiensten deines Sohnes, an welchem du Wohlgefallen hast. Heilige Maria, und alle lieben Heiligen! bittet für mich, daß ich heut' alles Gott zu Liebe wirke und leide. Heiliger Schußengel, der du mir von Gott zu einem Beschirmer gegeben bist, ich bitte dich, du wollest über mich wachen, daß ich gegen alle Verleitungen zur Sünde bewahrt, diesen Tag ohne Vorwurf der Verschuldung und des Mißbrauchs der Gnaden Gottes vollende. Amen. Mess- Gebethe. Gebeth vor der heiligen Messe. unendlich großer Gott, ich erscheine vor deinem Altare, um dem heil. Opfer beizuwohnen, welches allein deiner unendlichen Majestät würdig ist, weit es dein eingeborner Sohn selbst ist, der da ge opfert wird. In Vereinigung also der vollkom mensten Meinung, mit welcher sich dein geliebter Sohn zu einem Opfer für uns dargegeben hat, opfere ich dir diese heilige Messe auf zur Anbetung deines heiligsten Namens, zur Danksagung für alle mir erzeigten. Wohlthaten, zur Genugthuung für meine begangenen Sünden, und zur Erlangung der der nothwendigen Gnaden des Heils. Ich bitte dich, laß dir auch, diejenigen empfohlen seyn, für welche ich zu beten schuldig bin, sowohl Lebendige als Abgestorbene. Bereite mein Herz, reinige meinen Geist, heilige meine Seele, damit ich bei diesem heil. Opfer zu deiner Ehre, und zum Nutzen meiner Seele gegen wärtig sey. Was würde es mir helfen, wenn ich didy, o Gott! nur mit den Lippen ehrte, und mein Herz bliebe fern von dir. Das Bekenntniß der Sünden. In Demuth werfe ich mich vor dir nieder, o Gott, voll Scham und Neue bekenne ich meine Sünden. Du bist meine Hoffnung und Zuversicht: du wirst mir verzeihen, mich nicht verwerfen von deinem Angesichte. Deine Huld und Gnade ist gróßer, als meine Strafwürdigkeit. Reiche mir deine Vaterhand, daß ich aufstehe von meinen Vergeh ungen, und künftig wandle auf dem Wege deines heiligen Gesetzes. Voll Vertrauen rufe ich dann zu dir: erbarme dich meiner nach deiner unendlichen Barmherzigkeit. Jesu! der du dich, um Súnder zu retten und selig zu machen, zu einem freiwilligen Opfer hingabst, erbarme dich meiner. Zum Gloria. Ehre sey Gott in der Höhe, und Friede den Menschen auf Erde, die eines guten Willens sind. Dies ist der schöne Lobgefang der Engel bei der Geburt Jesu. O göttlicher Erlöser! ich preiße dich für die Wohlthat deiner Menschwerdung; und ich preiße mich glücklich, daß ich dein Schüler, dein Erlöster, dein Eigenthum bin. Auch für mich leb test du, starbst du, standest du von den Todten auf; auch mir bereitest du eine Wohnung in dem Reiche deines Vaters. Anbetung, Dank und Lob sey dir in alle Ewigkeit: denn du allein bist heilig, du allein bist der Herr, du allein bist der Allerhöchste. Jesu Christe mit dem heil. Geist, in der Herrlichkeit Gottes, des Vaters. Amen. Collekte oder Kirchengebeth. Allmächtiger, ewiger Gott! erhöre gnådig das Gebeth deines Dieners, des Priesters, welcher jetzt für das Heil deines Volkes dich anflehet, und verleihe uns allen die Gnade, daß wir dasjenige, was wir mit Vertrauen zu unsrer wahren Wohlfahrt begehren, der du Liebe bist, erlangen, durch Jesum, deinen Sohn, unsern Herrn, welcher mit dir in Einigkeit des heil. Geistes, wahrer Gott lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. Zur Epistel. Der heil. Johannes schreibt in seinem ersten Brief am zweiten Kapitel: ,, Wollen wir ein sicheres Kennz zeichen haben, daß wir wahre Christen sind, so ,, müssen wir thun, was er uns besohlen hat: denn ,, sich für einen wahren Christen ausgeben, und nicht ,, befolgen wollen: was er uns in seinem göttlichen ,, Gesetze zu befolgen vorgeschrieben hat, heißt lügen ,, und sich für etwas ausgeben, was man in der ,, That nicht ist; und das thut ein rechtschaffener und Wahrheit liebender Mann nicht. Der sicherste Be ,, weis, daß wir Gott lieben, ist die pünktliche Boll ziehung seiner Gebothe." O Gott! ich erkenne die Wahrheit dieser Lehre: verleih' mir die Gnade, daß ich darnach meinen Lebenswandel einrichte. Amen. Zum Evangelium. Eine der schönsten Stellen im Evangelium ist jene beim heil. Matthäus am 22. Kapit. 35. Vers. Sie ist deswegen so schön, weil sie in kurzen Wors ten das Wesentliche der Lehre Jesu enthält; sie taus tet so: ,, Ein Schriftgelehrter fragte den Erlöser: ,, was ist unter den vielen Gebothen Gottes, deiner ,, Meinung nach, das größte und wichtigste? Lind Jesus erwiederte: Gott sollst du mit ungetheiltem ,, Herzen und auf's innigste lieben; diese Vorschrift ist die wichtigste unter allen. Mit dieser aber ist ,.eine andere auf das genaueste verbunden, und ,, kömmt ihr an Wichtigkeit am nächsten: Du sollst ,, deinen Nebenmenschen wie dich selbst lieben. fo aufrichtig allen wohlwollen, als dir selbst. Wiche ,, tigere Vorschriften, als diese zwei, giebt es nicht. Sie sind der Inbegriff alles dessen, was Moses ,, und die Propheten gelehrt haben. O Gott! laß mich diese Wahrheit, die du uns vorgetragen hast, willig befolgen die Liebe, die dein Evangelium fordert, standhaft ausüben, und der Glückseligkeit, die es verheißt, mich nicht un würdig werden. Amen. 3um Credo, oder das Glaubensbekenntniß. Gott! ich glaube fest, und halte alles das für zuverläßig gewiß, was du uns durch deinen Sohn hast offenbaren lassen, und von der Kirche, der du bis ans Ende der Welt deinen Beistand versprochen hast, als Wahrheit zu glauben vorgetragen ist; denn dein Wort trügt nicht; und bei der Eingeschränktheit meiner eigenen Einsichten, fühle ich, daß es ein Bedürfniß für mich ist, mich in Religionssachen der Leitung anderer, besonders folcher zu überlassen, welche seit Jesus Zeiten die nämliche Lehre unverfälscht beibehalten haben. Verleih' mir, o Gott! die Gnade, daß ich mich des Evangeliums nie schåme. Mag der Spötter oder der Zweifler noch so viele Schwierigkeiten und Einwendungen dagegen erfinden! seinen Spott und seine Einwürfe will ich mit deinem Beistande durch einen Lebenswandel widerlegen, der es beweiset, daß eine Lehre, welche die Menschen gut und tu gendhaft macht, von dir, o Gott! fommen, und zu dir führen müsse. Befestige mich also im Glauben, und laß deine Religion zum Glück der Menschen immer mehr in der Welt verbreitet werden. Amen. - Zur Aufopferung. Zum Andenken des größten Beweises der Liebe des Sohnes Gottes gegen die Menschheit, bringen wir durch die Hand des Priesters, Brod und Wein zum Opfer dar. Erneuert soll dadurch werden das Opfer, welches Jesus für unsere Sünden am Kreuze dem Vater dargebracht hat. Wie kann ich dir, o heiliger Gott! dafür anders danken, als daß auch ich mich, alle meine Fähigkeiten und Kräfte, meine Neigungen und Triebe dir aufopfere? Ja! dir soll mein ganzes Leben geheiligt seyn. Laß dir auch empfohlen seyn meine Mitchristen, die entweder noch leben, oder schon verstorben sind. Erbarme dich aller, die du durch den Glauben dein zu sein erkennest. Nimm an, Allgütiger! dieses Opfer von den Händen des Priesters, zum Lobe und zur Verherrlichung deines Namens, wie auch zu unserm Nutzen, und zum Segen deiner heiligen Kirche. Zum Sanctus. Recht und billig ist es, daß wir dir ohne Unter laß und an allen Orten Dank sagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, durch Christum unsern Herrn! durch ihn loben die Engel deine Majestät, durch ihn verherrlichen dich mit tieffter Ehrerbietung alle himmlischen Kräfte. Die Sera: 1 phim preisen dich, und stimmen in das allgemeine Frohlocken ein. Erlaube auch uns sündigen Ge schöpfen, daß wir mit diesen himmlischen Geistern unsern Lobgesang vereinigen, und voll Demuth und Ehrfurcht rufen dürfen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Gott Sabaoth! Himmel und Erde sind deiner Herrlichkeit voll. Gepriesen sey der Höchste, Heil ihm, der da kömmt im Namen des Herrn! Vor der Wandlung. Der Augenblick kömmt jetzt, da das am Altare geschieht, was Jesus beim letzten Abendmahle that, da er wie ein Vater von seinen Kindern schied, ihnen mit der zärtlichsten Liebe noch sein ganzes Herz eröffnete, ihnen die letzten Lehren, Segnun gen, Verheissungen ertheilte, und sie mit ihren Schicksalen nach seinem Tode im voraus bekannt machte, da er dann das Brod in seine ehrwürdige Hände nahm, seine Augen zum Himmel erhob, und seinem Vater voll kindlicher Ehrfurcht dankte, das Brod segnete, es brach, und sprach: dies ist mein Leib. Und dann den Kelch nahm, ihn segnete und sprach: dies ist der Kelch meines Blutes. Sollte ich diesen Augenblick vorübergehen lassen, ohne von den heiligsten Empfindungen des Glau bens, des Vertrauens und der Liebe gegen meinen Gott durchdrungen zu seyn? Zur Wandlung. Herr, Jesu Christe, wahrer Gott und Mensch! ich glaube, daß du hier gegenwärtig bist. Ich bete dich voll Demuth, voll Ehrfurcht und kindlicher Liebe an. Sen mir gnädig, verzeihe mir meine Sünden, und eigne mir durch dieses Opfer die Verdienste deines Leidens und Sterbens zu. Herr, Jesu Christe, der du mich mit deinem Blute erlöset hast, ich hoffe zuversichtlich, daß du es für mich nicht unnüß vergessen hast. Neinige meine Seele von allen Sünden, damit ich künftige hin heilig lebe, und bis an das Ende im Guten standhaft verharre. Amen. Nach der Wandlung. Wir erinnern uns, v Herr! des Leidens und Sterbens Jesu Christi, deines Sohnes unsers Herrn, wie auch seiner Auferstehung von den Todten, und seiner glorreichen Himmelfahrt, und bringen deiner Majestät von deinen Gaben ein reines, hei liges, unbeflecktes Opfer: das heilige Brob des Lebens, und den Kelch des ewigen Heils. Sieh dieses Opfer mit gnädigen Augen an, und lasse es dir wohlgefällig seyn, wie dir wohlgefällig waren die Gaben deines Knechtes, des gerechten Abels, und das Opfer unsers Erzvaters Abraham, und dasjenige beilige unbefleckte Opfer, welches dein Hoherpriester Melchisedech dir dargebracht hat. Wir bitten dich demüthigst, allmächtiger Gott! laß diese Gaben durch deine heiligen Engel auf deinem erhabenen Altare vor die Augen deiner gött lichen Majestät bringen, auf daß wir alle, welche von diesem Altare den hochheiligen Leib und das Blut deines Sohnes empfangen, mit dem himmli schen gnadenvollen Segen erfüllet werden. Durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. Erinnere dich auch, o Herr! deiner Diener und Dienerinnen, welche mit dem Zeichen des Glaubens vor uns von der Welt abgeschieden sind, und im Frieden ruhen. Wir bitten dich, o Herr, verleihe, daß sie und alle, die in Christo ruhen, an den Ort der Erquickung, des Lichts und des Friedens gelangen, durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. Verleihe auch) uns Sündern, deinen Knechten, die wir auf die Menge deiner Erbarmnisse unfre Hoffnung setzen, einen Theil an der Gesellschaft mit deinen heiligen Aposteln und Martyrern, und allen deinen Heiligen. Sieh nicht auf unsre Une würdigkeit, sondern handle nach der Milde deiner Gnade durch Christum unsern Herrn. Durch ihn, und mit ihm, und in ihm, sey dir Gott, allmächtiger Vater, in Einigkeit des h. Geistes, alle Ehre und Herrlichkeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Das Gebeth des Herrn. Aufgemuntert durch heilsame Befehle, und gebil det durch den göttlichen Unterricht, dürfen wir voll Zuversicht sagen: Vater unser, der du bist in dem Himmel. Welch ein Glück für uns Sterbliche! wir dürfen dich, o Gott! Vater nennen. Wir sind also deine Kinder. Der Himmel, die Wohnung deiner Herrlichkeit, soll einst unser Erbtheil seyn: Geheiliget werde dein Name. Möchten doch alle Menschen, deine Kinder, dich immer mehr erkennen, kindlicher verehren, und thätiger lieben. Zukomme uns dein Reich. Breite dein Reich, das Reich der Gnade, der Religion, der Wahrheit und Tugend immer weiter aus. Führe alle Mene schen zu deiner Erkenntniß und zur Seligkeit. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erde. Mit Demuth wollen wir uns deinen heiligen Anordnungen unterwerfen, dir so willig und pünktlich gehorchen, wie die höheren Geister, die Engel. Unser tägliches Brod gieb uns heute. Gieb uns! was wir täglich bedürfen, beides, was den Körper und die Seele nährt: Brod und Kraft zum Gus ten. Bewahre uns vor Theuerung, und drückenden Nahrungssorgen, und vor dem Verlust deiner Gnade die wir zur Erhaltung des fittlichen Lebens ber Seele nothwendig haben. Und vergieb uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Verzeihe, wenn wir fehlen, und uns gegen dich verfündigen; wir vers zeihen auch von Herzen denen, die uns beleidigt haben. Stårke Und führe uns nicht in Versuchung. uns gegen allen Reiz zur Sünde: laß sie nie so mächtig werden, daß wir, verführt zum Bósen, ders selben unterliegen. Sondern erlöse uns von dem Uebel Rette uns von dem Uebel, vorzüglich von dem einzigen wahren Uebel: der Sünde, die unausbleiblich Elend und Verderben nach sich zieht. Alles andere Übel: Krankheit, Trubsal, Unglück hilf uns christlich mit A a Bertrauen auf deinen Beistand, zum ewigen Leben verdienstlich tragen: denn dadurch hört es auf Übel zu seyn, und wirkt unsere wahre Wohlfahrt. Amen. Es geschehe, um was wir dich voll Zuversicht bitten. Zum Agnus Dei Sieh das Lamm Gottes! welches hinwegnimmt die Sünden der Welt: so sprach Johannes von Jesus. Wahrhaftig, wie ein Lamm, geduldig und ohne Widerfeßlichkeit opfertest du dich, o Gottmensch! für das Heil der Sünder auf. Gieb doch auch mir eine Bereitwilligkeit, der deinigen ähnlich, aus Gottes Hand härtere Prüfungen willig und ge horsam anzunehmen. Verleihe es mir, mein Ge muth, nach deinem Beyspiele, zur Sanftmuth, Ge lassenheit und Gottergebenheit zu bilden. Gieb uns den Frieden, welchen die Welt nicht geben kann, den Frieden, der aus der Ruhe des Gewissens, aus den Freuden der Frömmigkeit und Tugend entspringt. 3ur Communion. O Jesu! ich bin nicht würdig, dich meinen Herrn und Erlöser zu empfangen. Das Bewußtseyn meis ner Fehler und Vergehungen legt mir die Pflicht auf, mich des großen Glücks, dein Fleisch und Blut zu genießen, erst durch Buße und Besserung ent pfänglich zu machen. Heilige daher meine Seele, reinige mein Herz von allen Sünden und bösen Neigungen; gieb, daß ich ganz und går dein sey, nichts thue, rede und denke, als was dir wohlge fällig ist, was deinen heiligen Namen verherrlicht, meinen Nächsten erbauet, und mein ewiges Heil befördert. Amen. Zum Segen des Priesters. Erfülle, himmlischer Bater! die frommen Wüns sche und den Segen des Priesters. Laß die guten Gesinnungen und Entschließungen, von welchen ich in dieser bir geheiligten Stunde durchdrungen worden bin, zur thätigen Ausübung gedeihen. Ohne dei nen väterlichen Beistand vermag ich weder das ernstliche Wollen, noch das entschlossene Vollbringen. Segne meine heutigen Berufsgeschäfte. Laß sie reich an heilsamen Folgen der nüßlichen tugende baften Thätigkeit für mich und meine Nebenmen schen werden. Nimm meine Angehörigen und alle Menschen in deinen Schutz. Deine Gnade weiche nie von uns. Führe uns alle auf dem Wege des Glaubens und der Tugend zu dem Ziele unsrer irdischen Wallfahrt: zu dir, o Gott! Amen. Bie sieben Buss- Psalmen. 371 Erster Buß: Psalm. Ach Herr! straf mich nicht in deinem Zorn, und züchtige mich nicht in deinem Grimm'; erbarme dich meiner, o Gott! denn sieh', ich bin sehr schwach und elend; tröste und stärke mich, denn meine Seele ist voll Angst, und meine Gebeine zittern vor Schrecken über deine Drohungen. Aber du, o Herr! wie so lange? Wende dich wieder in Gnaden zu mir: errette meine Seele, und erhalte um deiner Güte willen, daß ich keines bösen unvermutheten Todes sterbe! Denn die Tode ten gedenken ja deiner vor den Menschen nicht mehr; und in der Hölle, wer wird dich da loben? Ach! wie bin ich so abgemattet von all' dem Seufe zen! ganze Nächte hindurch liege ich ohne Schlaf, und nehe mein Lager mit Thränen. Meine Augen find dunkel geworden über deinen Grimm, und ich werde alt von dem Kummer, der mich druct. Aa º O ihr Sünder, weichet von mir! meine Seele fomme nie wieder in euern Rath; der Herr allein fen's, dem ich hinführo diene; vielleicht möchte er alsdann die Stimme meines Weinens erhören. Gewiß wird der Herr mein Flehen erhören, und mein Gebeth annehmen. Alle seine Feinde müssen sich schämen, und mit Schrecken erfüllet werden; sie müssen über sich ers röthen, und eilends sich wieder zu ihm wenden. 3weiter Buß. Psalm. Wohl denen, welchen ihre Ungerechtigkeiten vers geben, und deren Sünden zugedeckt sind! Wohl dem Menschen, welchem der Herr keine Sünden zurech: net, und in dessen Geist keine Arglist ist. Wehe aber mir! denn weil ich viele meiner Missethaten verschwiegen habe; so ist dein Zorn, o Gott! wider mich entbrannt, und mein Gebein verdorret. Jetzt rufe ich zu dir ohne Unterlaß, denn deine Hand ruhet schrecklich schwer über mir Tag und Nacht. Ich bin im tiefsten Elende, und wie von Dornen durchstochen. D! ich muß wieder zu dir, o Gott! ich will dir alle meine Fehltritte kund thun, und keine meiner Übertretungen zu verbergen suchen. Wider mich selbst, Herr! will ich dir alles bekennen, was ich unge: rechtes begangen habe, und du wirst mir gnädig feyn, und meine Bosheit vergeben. Wegen einer solchen Güte gegen mich wird dich jeder Heilige preißen, und jeder Sünder ermuntert werden, ebenfalls zu dir um Gnade zu beten, ehe es zu spät ist. Wenn du aber zúrnest, und deine Strafgerichte, o Herr! stets hineinbrechen, wie die Wasser der Sundfluth: dann nahet vor Furcht kein Sünder sich vor dir. Du indessen bist meine Zuflucht in meiner Trübsal, du bist meine Freude! Rette mich aus den Gefahren, die mich umgeben. Gieb mir Verstand, und lehre mich den Weg, darauf ich wandeln soll! Halte deine Augen fest über mich, und laß mich nicht werden, wie Rosſe und Maulthiere, die keinen Verstand haben, son dern zwinge mich gleichsam mit einem Zaum und Gebiß, daß ich endlich wieder zu dir zurückkehre. Ady! wie viel Plagen kommen doch über den Sünder! Wer aber nur auf den Herrn vertraut, dem wird Barmherzigkeit widerfahren. Darum freuet euch in ihm und frohlocket, ihr Sünder und ihr Gerechten, und rühmet euch in seiner Güte, alle, die ihr aufrichtig und rechtschafe sen von Herzen send. Dritter Buß: Psalm. Herr! straf mich nicht in deinem Zorn?, und züchtige mich nicht in deinem Grimme! Schon stecken deine Pfeile in mir, und du hast deine Hand auf mich gedrückt. Es ist nichts gesundes an meinem Fleische wegen deines Zorns, noch Friede in meinen Gebeinen wegen meiner Sünden. Denn ihrer sind so viel, daß ich fast darin versinke bis über das Haupt; schwer, wie eine ungeheure Last, liegen sie auf mir. Die Wunden meiner Seele, die ich nicht achtete, find durch meine Thorheit faul und stinkend geworden. Unglückselig, niedergedrückt bis zur Erde bin ich und gehe den ganzen Tag trostlos daher. Denn meine Seele ist voll Schmach, und an meinem Fleische ist nichts gesundes. Ich werde gequält, und über alle Maßen hart gedemüthiget, und die Noth meines Herzens ist so groß, daß ich von Seufzen meines Herzens heule. Ach Herr, all mein Verlangen liegt ja vor dir, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen. Mein Herz ist ohne Ruhe, alle meine Kraft ist hin, und das Licht meiner Augen erloschen. Meine Freunde und Bekannte sind wider mich; und die sonst um mich waren, stehen jetzt von ferne. Feinde, die meine Seele suchen, brauchen Gewalt, und die mir Schaden zuzufügen trachten, reden nichts als Böses, und sinnen den ganzen Tag nur auf mein Verderben. Bei dem allen aber, bin ich wie ein Zauber, der nicht hört, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht aufthut; ich bin gleich einem, der keine Widers rede in seinem Munde hat. Denn auf dich, Herr! hoffe ich; du bist mein Gott und Seligmacher, du wirst mich erhören und nicht zu lassen, daß meine Feinde über mich frohe locken.! wenn ich auch nur im geringsten auf's neue strauchelte; großer Dinge würden sie sich wie der mich berühmen. Inzwischen bin ich zum Leiden bereit, und sehe die Quelle meines Schmerzes, die Sünde, allzeit vor mir. Denn warum sollte ich es verbergen, daß meine Missethaten es sind, die mir so vielen Kume mer machen. Ach! wie elend bin ich, meine Feinde hingegen leben wohl, und erhalten beinahe über mich die Oberhand. Die mich ohne Ursache hassen, haben sich sehr vermehrt; und die Gutes mit Bösem vers gelten, reden übel von mir, weil ich jetzt dem Gu ten nachgehe. Herr, mein Gott, verlaß mich nicht, weiche nicht von mir! Sende mir Hülfe, Herr, du Gott meie nes Heils! Vietter Buß- Pfalm. Erbarme Dich meiner, o Gott! nach der Größe deiner Barmherzigkeit, und vertilge meine Disfec thaten nach der Fülle deiner Erbarmungen. Wasche mich immer mehr und mehr von meiner Ungerechtigkeit, und reinige mich von meinen Sün den! Denn meine Ungerechtigkeit erkenne ich gar wohl, und meine Sünden schweben immer vor mir. Dir, dir allein hab' ich gesündiget, und Böses vor dir gethan; verzeihe es mir, Herr! damit da gerechtfertiget werdest in deinem Zusagen, und alle mit Schande bestehen, die dich richten. Verzeihe mir meine Missethaten wegen meiner Schwachheit! Denn fich', in Ungerechtigkeit bin ich geboren, und in Sünden empfieng mich meine Mutter. Doch, Herr! du weist alles am besten, und ich kann und will dir nichts verschweigen, der du ein so großes Wohlgefallen an der Wahrheit und Aufs richtigkeit hast, und mir die tiefen Geheimnisse deis ner Weisheit und Gnade nicht verborgen ließest. Besprenge mich mit Ysop, meine Seele vom schändlichen Aussatz der Sünde zu reinigen, und ich werde rein seyn! wasche mich, und ich werde weißer seyn als Schnee. Laß mich die Stimme der Freude und des Trostes hören, und meine zerrütteten Gebeine werden froh locken. Wende dein Angesicht von meinen Sünden hin weg, und vertilge meine Missethaten. Schaff in mir ein reines Herz, o Gott! und erneuere in mei nem Innersten den Geist der Aufrichtigkeit. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Gieb mir die Freude deines Heils und Beistan des wieder, und befestige in mir den Geist der Vollkommenheit; so will ich die Ungerechten deine Wege lehren, und die Sünder sollen sich durch mich zu dir bekehren. O Gott, o du Gott und mein Heiland! befreie mich von den Blutschulden; so soll meine Zunge über deine Barmherzigkeit jauchzen. Herr! öffne meine Lefzen, und mein Mund wird dein Lob vers kündigen. Hättest du für meine Übertretungen ein Versöhn opfer gefordert, gern hätte ich's dir dargebracht: aber du hast kein Gefallen mehr an Brandopfern. Das Opfer, das dir wohlgefällt, ist ein reumús thiger zerschlagener Geist, und ein zerknirschtes de müthiges Herz wirst du, o Gott! nie verachten. Sen gnädig, Herr! und handle mit mir und mit allen Sündern nach deiner Güte, damit wir endlich aus unserm unseligen Zustande erlöset wers den; dann wirst du die herrlichsten Opfer des Dans kes, des Lobes und der Liebe empfangen, dann wer den in dir fröhlich seyn alle deine Diener. Fünfter Buß: Psalm. Herr! erhöre mein Gebeth, und laß mein Geschrei vor dich kommen. Wende dein Angesicht nicht von mir weg; son dern an jedem Tage, da ich in Noth bin, da ichy dich anrufe, erbóre mich bald. Denn meine Lebenstage verschwinden wie Rauch, und meine Gebeine verdorren wie durres Holz. Zerschlagen wie Heu bin ich, und mein Inwen diges ist fast vertrocknet, weil ich vor Schmerz oft vergaß, Speisen zu mir zu nehmen. Vom steten Seufzen und Klagen hängt mein Gebein noch an meiner Haut; und ich bin gewor cen wie ein Pelikan in der Wildniß, wie eine Nachteule zwischen dem Gemduer. Die Nächte bringe ich mit Wachen zu, und bin gleid) einem Sperling, der einsam auf dem Dache sitzt. Meine Feinde schmähen mich unabläßig, und die mich vorhin lobten, stoßen nun nichts als Flüche wider mich aus; weil ich vor aller Speise einen Efel empfinde, und meinen Trank mit Thränen vermische durch das stete Weinen um deines Zorns und deiner Ungnade willen, der du mich erhoben und wieder zurückgestoßen hast. Meine Tage fliehen dahin wie ein Schatten, und ich selbst verdorre wie abgeschnittenes Gras. Du aber, o Herr! bist ewig, und dein Gedächtniß kleibt für und für. Darum wirst du dich meiner auch bald erbarmen, weil die Zeit der Erbarmung noch ist. Ja, herr! noch ist sie da, die glückselige Zeit. Ach! eile doch mit deiner Hülfe, ehe ich sterbe und ewig verloren gehe. Mich verlanget sehr nach deiner Gnade; erbarme dich und hab' Mitleiden mit deinem elenden Knechte! Denn noch immer bast du bisher auf das Gebeth der Demüthigen geachtet, und ihr Flehen niemals verworfen. Lehre mich oft bedenken, wie wenig meiner Tage sind, und nimm mich nicht unbereit und gleichsam in der Hälfte meines Lebens hinweg. Indessen werden meiner Jahre immer weniger, da hingegen die Deinigen, o Herr! währen für und für. Du hast im Anfange der Zeit die Erde gegründet und die Himmel sind deiner Allmacht Werke. Sie werden vergehen, aber du bleibest; sie werden vers alten wie ein Kleid, sie werden sich umwenden lassen wie ein Gewand, und sich verändern auf den Wink deines Willens; du aber bist allzeit eben derselbe, und deine Jahre nehmen nicht ab. Alle deine Diener und Auserwählten werden bei dir wohnen, und deine Huld u. Liebe genießen in Ewigkeit. Sechster Buß- Psalm. Aus der Liefe meines Elends ruf ich, Herr! zu bir: Herr, erhöre meine Stimme, laß deine Ohren gerichtet seyn auf die Stimme meines Flehens! Ach, wenn du alle Ungerechtigkeiten ahnden willst, Herr! wer wird vor dir bestehen? Aber bei dir ist Vergebung, und um der in deie nem Gesetze geschehenen Zusage willen, vertraue ich auf dich. Meine Seele verläßt sich auf dein Wort, sie hare ret auf dich, Herr! von frühem Morgen an, bis in die Nacht; denn bei dir ist Gnade und reichliche Erlösung, und du wirst auch mich von allen meis nen Sünden befreien. Siebenter Buß: Psalm. Dere! erbore mein Gebeth, vernimm mein Fleben nach deiner Verheißung; erbóre mich nach deiner gerechten Güte, und geh' mit deinem Knechte nicht in's Geridyt. Denn auch der unschuldigste Mensch wird vor dir nicht gerechtfertiget. Stehe mir bei, denn der Feind verfolget meine Seete, tief hat er mein Leben erniedriget; hat mich gezwungen, im Finstern zu wohnen gleich den Tods ten auf Erden. Darüber ist mein Geist in großer Angst, und mein Herz in mir voll der Verwirrung. Ich habe mich der alten Tage erinnert, und über alle deine Werke Betrachtung angestellt; ich habe ers wogen alles, was deine Hand je that und gemacht hat. Ich habe meine Arme zu dir ausgestreckt, denn meine Seele ist vor dir wie durres Erdreich, das nach Wasser dürftet, und sehnet sich nach deiner Hülfe. Herr, erhöre mich bald! meine Lebensgeister wer den sonst zu fraftlos. Wende dein Antlitz nicht von mir ab, damit ich nicht werde wie jene, die zur Grube hinunterfahren. Laß mich noch heute hören, daß du mir gnädig seyn wollest; denn ich hoffe auf dich unablässig. Reiße mich von meinen Feinden los, Herr! du meine Zuflucht. Lehre mich deinen Willen vollbringen, der du mein Gott und Heiland bist; und führe mich durch deinen beiligen Geist auf den Weg des ewigen Lebens. Ach Herr! um deines Namens willen und nach deiner Güte wirst du mich selig machen; wirst meine Secle aus ihrer Trubsal erretten, wirst die Anschläge meiner Feinde zernichten, und alle diejenigen züchtigen, welche meine Seele plagen. Denn ich bin dein Knecht. Beicht- Gebetbe. Vor der Beicht. Gott des Lichts! du dringst bis in die Liefe des Herzens, du kennst alle meine Vergehungen in ih rer ganzen Größe, nach allen ihren Umständen und Folgen, und nach dem Grade der Verschul dung, die ich mir dadurch zugezogen habe. D! eres leud te mich, damit auch ich sie vollkommen erken nen, bereuen, und zur ernstlichen Besserung ge bracht werden möge. Nimm hinweg von mir die Blendungen der Eigenliebe, die mich hintergehen, und den wahren, Zustand meiner Seele mir vere hehlen. Ich will mit deinem Beistande in mein Innerstes dringen, keine meiner Sünden übersehen, sondern mich streng prüfen, um zu erfahren, wie weit ich mich von dir, o Bater! durch Ungehorsam entfernt habe. Der heil. Geift, den du durch den Dund deines Sohnes Allen, die dich darum bitten, versprochen hast, leite mich, daß ich in Rücksicht meiner fittlichen Beschaffenheit mich nicht tausche, daß ich deutlich einsehe, wie oft und wie schwer ich durch Gedanken, Worte und Werke und Unterlas fung desjenigen, was ich zu thun schuldig bin, die Pflichten gegen dich, gegen meinen Nächsten, gegen mich selbst verleßet habe. Sen deinem schwachen, zu dir um Hülfe rufenden Kinde gnådig, daß meis ner Buße nichts mangle, was zur Besserung meis nes Lebens und zur Erlangung deiner Gnade und der Versöhnung nothwendig ist. Amen. Kurze Gewissens- Erforschung. Hab' ich mich gegen die Ehre Gottes verfehlt? In der Kirche unter dem Gottesdienste? Durch Vernachlässigung der Religionsübungen? Durch Uns ehrerbietung? Zu Hause: durch Unzufriedenheit mit Gottes Anordnungen? Durch Vergessenheit an Gott und seine Wohlthaten? Durch Nichtbefolgung der Kirchengebote? In Gesellschaft anderer: durch anstós figes, spottisches Neden über Religionsgegenstände? Durch geäussertes Mißtrauen auf Gottes Vorsicht? Habe ich gegen die Liebe des Nächsten gefehlt? Durch ungegründeten Argwohn? Durch Verachtung, Neid, Haß, Rachgier? Durch Verläumdung anderer? Durch Ehrabschneidung, Verkleinerung ihrer guten Eigenschaften, Entdeckung ihrer Schwach)heiten, Vergrößerung ihrer Fehler, oder gar Ers dichtung derselben? Habe ich mir fremdes Gut zugeeignet? Durch Entwendung, Wucher, Betrug, oder Entziehung des verdienten Lohns? Habe ich unterlassen, andern wohlthätig zu seyn? Wie habe ich mich gegen mich selbst verhalten? In der Schamhaftigkeit und Reinigkeit, mit Ge danken, Begierden, mit Reden, mit Werken, durch Umgang mit Menschen von übler Aufführung? Wie babe ich mich verhalten in der Erfüllung mei ner Geschäfte? Wie in der Mäßigkeit? Habe ich mich durch Geiß oder Verschwendung verfündigt? Welchen Gebrauch habe ich von der kostbaren Zeit gemacht? Reue und Vorsatz der Besserung. Hore, o Gott! mein Flehen, und sey mir Güns der gnädig: Deine Huld und Güte war gegen mich groß; aber, ach! sie konnte meinen Leichtsinn, meis nen Ungehorsam, meinen Undank nicht zurückhalten. So oft ich deine Gebothe übertrat, entfloh der Friede aus meinem Herzen; das Gewissen verfolgte mich mit bittern Vorwürfen, und doch fuhr ich fort, wieder aufs Neue zu sündigen. O kann ich wohl anders, als tief beschämt, und mit den Empfinduns gen des Abscheues gegen mich selbst vor dir erschei nen? Ach! ich habe mich wider dich, meinen Herrn und Gott, dem ich Unterwürfigkeit und Gehorsam schuldig bin, meinem Richter, der das Böse nicht ungestraft laffen kann, meinem Vater, der mich liebte, ehe ich ihn lieben konnte, und der mich noch jetzt so väterlich aufnimmt, verfündigt. Aber o Gott! du siehst mein Herz, ich bin innigst darús ber betrübt, und alle meine begangenen, bewußten und unbewußten Sünden sind mir herzlich leid, nicht blos, weil ich von dir, als meinem Nichter die gerechteste Strafe verdient habe, auch nicht allein deswegen, weil ich erkenne, wie undankbar ich ge gen die unzähligen Wohlthaten gehandelt habe, welche du mir erzeiget hast; sondern ich bereue sie vielmehr wegen des Mißfallens, daß du an jeder, auch der geringsten Sünde hast. Ja nur um dei netwegen, o Gott! der du aller Liebe unendlich würdig bist, reuen und schmerzen mich meine Ver: gehungen: denn ich habe wider dich, o höchstes, vollkommenstes Gut, das ich über alles håtte lieben follen, gefündigt. Ich hasse und verabscheue die - felbe; weit du, o heiligster Gott! sie hasfest und verabscheuest. Laß dich, o Herr! meine Reue und die Zerknirs schung meines Herzens zur Gnade und Verzeihung bewegen, ich nehme mir ernstlich vor, mit deinem Beistand künftig nicht mehr zu fündigen. Gieb mir die Gnade zur Erfüllung meines Vorsatzes: darum bitte ich dich, durch die unendlichen Vers dienste Jesu Christi, meines Herrn und Heilandes Amen. Nach der Beicht. Meine Sünden sind mir vergeben! Trostvol ler Gedanke! Jesu untrügliches Wort bürgt mir für die Wahrheit dieses Trostes. Ich bin nun wies der ein Gegenstand des Wohlgefallens Gottes! meine Beruhigung würde freilich citel seyn, wenn mein Herz nicht in einem besseren Zustande, wie zuvor, wenn ich nicht ernsthaft entschlossen wäre, mich von der Sünde ganz zu trennen, und einen frommen, tugendhaften Wandel zu führen. Aber. o Gott! du dringst in die Tiefe meines Herzens; du fichst, daß es fern von Heuchelen und Verstel lung, daß mein Entschluß mit voller Zustimmung meines Willens gefaßt sey. Von dieser Stunde an will ich meine bösen Neigungen bekämpfen; mich stets im Guten üben; den Veranlassungen und Ge legenheiten zur Sünde ausweichen; jede Verbin dung, die Ursache meines Falles war, auflösen; allen Haß und Groll und auch die geringste Abneigung gegen meinen Nächsten aus dem Herzen vertilgen; ein Leben führen, welches dir wohlge fällig und für andere erbaulich seyn soll. Ich danke dir, himmlischer Vater! für diesen Trost, für diese guten Gesinnungen, und Vorsätze; sie sind das Werk deines Beistandes. Du rufest mich zur Buße, und gabft mir die troftvolle Versicherung: Deine Sune den sind dir vergeben. Gott, oft und lebendig werde ich an diese Wohl that denken; sie soll mir die stärkste Aufmunterung seyn, im Guten bis an das Ende meines Lebens auszuharren. Bekräftige diese fromme Entschliessung mit deiner Gnade. Ich bitte dich darum durch Jes Amen. fum Christum, deinen eingebornen Sohn. Kommunion- Gebetbe. Vor der h. Kommunion. Eingeborner Sohn Gottes! mit der Sehnsucht des Kindes zu seinem Vater, des Schwachen zu feinem Beschützer, des Hilfsbedürftigen komme ich auf deine Anordnung und deinen Befehl zu deinem Tische, an welchem du mich mit deinem Fleische und Blute zum ewigen Leben nähren und stärken willst. Das Gefühl meiner Unwürdigkeit sollte mich zwar von dir entfernen, aber deine Huld und Güte belebt mein Vertrauen, daß du mich den reumüthi gen, von dir begnadigten Sünder deiner nicht uns werth halten wirst. Ich glaube an dein Wort. Dieser Glaube erweckt und gründet meine Zuvers sicht zu dir, mein Herr und Erlöser! laß mich die Größe deiner Liebe einsehen und verstehen, damit ich lebhaft erkenne, was ich dir schuldig sey, und diese Liebe mich zur Dankbarkeit, die Dankbarkeit zur Gegenliebe, die Gegenliebe zum willigen Ge horfam, zur thätigen Nachahmung deines Beispiels bewege. Ja! mit voller Ueberzeugung glaube ich, mit freudigem Herzen bekenne ich, daß du es selbst bist, göttlicher Erlöser, den ich in dem heiligen Sakra ment empfange. Du hast es gesagt: dies ist mein Leibs, bies ist mein Blut. Dein Wort ist Wabre beit. Un dein Wort glaube ich. Dein Wort trúgt nicht. Du bist der Allwissende, der Ewigwahrhafte: darum glaube ich, was du gelehrt haft; und das rum fann mein Glaube nicht irren, und nicht wane ken. Was konnte deine Liebe o Herr! zu meinem Heile mehr thun? Ergründen kann ich diese Liebe nicht; nur glauben kann ich, anbeten und danken. Mein Glaube an deine Lehre erweckt in mir auch die Hoffnung an das, was du verheissen hast. Versprochen hast du es, du einziger Mittler und Heiland der Menschen; wer mein Fleisch isset, und mein Blut trinket, hat das Leben in sich, und er wird leben durch mich. Du selbst bist die Nahrung und das Leben der Seele. Du wirst also vollenden in mir, was deine Liebe angefangen hat, wirst die Seele, die du durch die Buße zu Gnaden aufgenommen hast, von aller bösen Neigung reinigen, im Guten befestigen, mich stärken auf dem Weg zur Seligkeit, daß ich nicht abweiche von der rechten Bahn, und einst dahin gelange, wo du bist in der Herrlichkeit deines Vaters. Ja! so gewiß els du dich mir selbst dargiebst, so gewiß ist deine trostvolle Versicherung, daß ich mit dir ewig glück lich leben soll. Meine Zuversicht ist auf deine Güte, deine Treue, deine Allmacht gegründet. Kann sie zu Schanden werden? 1 Ich glaube an die Wahrheit deiner Liebe. Ich hoffe auf die Verheissungen deiner Liebe, und ich follte dich, der du so unendlich gut und vollkome men bist, nicht über alles lieben? Du hast dich zu uns Sündern herabgelassen, um uns zu erhöhen; du starbst den schmerzlichsten Tod, um uns zum Leben zu erwecken,- du giebst dich uns zur Nahrung der Seele in dem Sakrament der Liebe, um uns mit dir auf das Innigste zu vereinigen. Ganz Liebe bist du gegen uns: und ich sollte nicht auch gegen dich ganz Liebe seyn? O! meine Worte sind zu schwach, um die Empfindungen für deine Huld und Güte würdig auszudrücken. Ich kann nur stams meln: mein Herr und mein Gott! Du kommst zu mir, ungeachtet meiner Fehler und Vergehungen, du, der du den Sünder nicht verstoßest, wenn er aufrichtig zu dir zurückkehrt! ich bin zwar, wie ich zuversichtlich hoffe, gereinigt durch die Buße von meinen Sünden; aber ich ers neuere noch einmal am Fuße des Altars die Neue, welche ich über sie empfinde, und den Abscheu, wels cher mich, indem ich meinen Undank und deine Liebe ernstlich erwäge, bei dem Gefühle meines Ungehore sams gegen deine heiligen Gesetze durchdringt. Reinige du mich noch mehr. Schaffe in mir ein neues Herz, und erneuere in mir den Geist der Rechte schaffenheit. Segne meinen Vorsatz der Besserung und Sinnesänderung, daß er von dieser Stunde an in Erfüllung gehe. Hilf der Neigung zur Tus gend das Übergewicht über den Hang zum Bösen gewinnen, daß ich von nun an der Sünde abges storben, nur der Gerechtigkeit lebe. Was kann tröstlicher seyn, als der Zuruf des Priesters: Sieh' das Lamm Gottes, sieh' den, wel cher hinweg nimmt die Sünden der Welt! nein, meine Seele, sen nicht beångstigt. Den du empfangen wirst, ist nicht ein unerbittlicher Richter, nicht ein strenger Bergelter deiner Treulosigkeit, nicht ein Feind, der dich in Ungewißheit läßt, ob er sich je mit dir versöhnen werde. Es ist dein Mittler, der das Lösegeld für deine Sünden entrichtet hat, der Gott deiner Hoffnung und deines Heils. Fr will zu dir kommen, um sich mit dir zu vereinigen, dir das theuerste Unterpfand seiner Liebe, sich selbst Bb zu geben, und so mit dir einen unauflößlichen Bund der innigsten Freundschaft für Zeit und Ewigkeit zu stiften. Mit dem Verlangen, eins zu seyn mit dir, mein Erlöser, so heilig und schuldlos, wie du; so demüthig und sanftmüthig, wie du; so wohlthätig und liebevoll, wie du; so unermüdet im Gutesthun, wie du, nahe ich mich deinem Tische, den du mir bereitet hast. Laß meine Gesinnungen den deinigen immer ähnlicher, und meine Vereinigung mit dir immer vollkommener werden. Nach der h. Communion. Jetzt habe ich den, der mein Reichthum ist jetzt besitze ich den, der allein mir Seligkeit sichern kann. O so freue dich, meine Seele! sag' ihm Dank, ihm dem Heiligsten, dem Ewigen. Ja, ich danke dir, göttlicher Erlöser! für den Trost deines Segens und deiner Liebe, den ich im Genusse deines Fleisches und Blutes empfangen habe. Mein Glaube ist gestärkt, meine Hoffnung auf deine huldreichen Verheißungen belebt, mein Herz zur Gegenliebe entflammt. Ich lebe jetzt, nicht mehr ich, sondern Christus lebet in mir. Denn ich lebe im Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich dargegeben hat. Ich bete dich an, o heiligster Gott! und buldige aus dem Innersten meiner Seele deiner Majestät, vor welcher jedes Knie sich beuget. Dir allein, großer, unermeßlicher Gott! gebühret Anbetung, Ehre, Dank und Lob. Mit eben der heiligen Ehrfurcht, mit welcher die himmlischen Geister dich anbeten, bete ich dich an, und vereinige mit ihren Stimmen die meinige: Heilig, heilig, heilig ist der da kömmt im Namen des Herrn! Welche Danksagung, o mein Gott! könnte der Wohlihat, der du mich heute gewürdiget hast, gleich kommen? Du, dessen Unermeßlichkeit die Himmel nicht zu umfassen vermögen, kömmst zu mir, steigst von deinem himmlischen Throne herab, um bei ei nem schwachen Menschen einzukehren. O, welch) ein neuer Beweis von der Versicherung, die du einst als len fündigen Menschenkindern gegeben hast: ,, Ich bin gekommen die Sünder zu suchen und selig zu machen; die Starken bedürfen des Arztes nicht, sone dern die Kranken." mein liebreichster Jesu! wie unbegreiflich groß ist deine Liebe! wie sehnlich dein Verlangen, alle Menschen durch zuvorkommende Er barmungen an dich zu ziehen! und was ist dagegen aller Dank, den wir elende Menschen dir dafür ers statten können! gleichwohl wirst du, der du mir als les ohne mein Verdienst gegeben hast, mit meinem Unvermögen Mitleid haben, und meine Dankbegierde. so unvollkommen sie auch ist, dir gefallen lassen. Ich erkenne daher mit dankerfülltem Herzen, was du heute an mir gethan, und will deine Barmherzigkeit nie vergessen, sondern laut verkündigen, und in alle Ewigkeit preißen. Womit werde ich dem Herrn vergelten alle seine Wohlthaten? Womit anders, o mein Gott! als daß ich mich mit allem, was ich bin, habe und vers mag, dir ergebe. Was willst du also, daß ich für dich thue, mein Heiland? Welches Opfer verlangst du vorzüglich von mir, zur Erkenntlichkeit für die unschätzbare Gnade, die du mir heute erwiesen hast? Sprich, Herr! und ich höre. Und du sagst: ,, wer mein Fleisch isset, und mein Blut trinket, bleibt in mir, und ich in ihm." Dies ist dein heiligster Wille. So will ich dann alles anwenden, um in dir, und bei dir zu bleiben, und ganz durch dich, und für dich zu leben. Alles, was von mir abhängt, mein Verstand, mein Wille, meine Gesundheit, meine Kräfte, meine Ehre, mein Hab, alles soll künftig dir, o mein Heiland! gewidmet seyn. Unterwirf Bb2 midy dir, bu gütigster Beherrscher meines Herzend, ganz und gar, und gebiete über mich nach deinem allerheiligsten, und immer auf meine Wohlfahrt ab zielenden Willen. Schone meiner nicht, wo Leiden mir zuträglicher ist, als Frohseyn. Nimm mir, was. mir besser ist, nicht zu haben. Sey meinen Wün schen entgegen, wo sie mit deinen Absichten nicht übereinstimmen. Schicke mir Krankheit und Trúbfal, wo gesunde, glückliche Tage mich deiner würden vers gessen lassen. Kurz, mache mit mir was dir gefallt; ich bin von nun an ganz dein Opfer und Eigenthum. Bleibe ich in dir, und du in mir, so wird nichts o beschwerlich seyn, was ich nicht zu ertragen vermag. So bereichere dann, o gütigfter Erlöser! meine Seele mit der Fülle wahrer Tugend. Gieb, daß ich den Hochmuth durch die christliche Demuth besiege, den Geiz, durch zweckmäßiges Wohlthun, die Ge duld, durch Gelassenheit, Haß und Zorn, durch Sanftmuth, Lauigkeit und Trägheit durch den Eifer für Gott und Tugend, und durch Gebeth und Andacht, den Leichtsinn, durch standhaftes Ausharren im Guten, meine bösen Neigungen, durch die Strenge gegen mich selbst, meine Sinnlichkeit, durch Selbsts verleugnung und Abtödtung überwinde. Bringe, o Herr! in meiner Seele alle Triebe, Wünsche und Neigungen in Ordnung, damit ich einen Wandel führe, welcher dir wohlgefällig ist, und meinem Nächsten zur Erbauung dient. Du setztest, mein Herr und Erlöser! das heilige Abendmahl als ein Stärkungsmittel der Gläubigen und ein Gedächtnißmahl deines Todes ein, gabst deinen. Jüngern noch die heilsamsten Lehren, Ers mahnungen, Tröstungen, betetest für sie zu deinem Vater, standest dann auf, um deinen heiligen Be uf fortzuseßen, und ihn( ach! unter den härtesten Prüfungen) zu vollenden. Verleihe auch mir die Inches 1 Centimetres Blue 2 Gb 48 2483. Det peilige Geg 3 4 Cyan 2 15 bei dem 3 14 6 17 Farbkarte# 13 Green ¹8 Yellow Ganz neue Auflage. 9 4 10 Red Coblenz gedruckt und zu haben bei Geschwister rabben. Fruchtmarkt Nro. 99. 11 LO 5 12 13 Magenta 14 6 15 White 17 16 17 18 19 3/ Color B.I.G. Black 8