GB 1291 Das heilige Jubiläum im Jahre der Gnade 1875. Zugleich ein Gebetbüchlein für bußfertige Christen. Mit oberhirtlicher Gutheißung. Regensburg, in der bischöflichen Ordinariats- Kanzlei und in Kommission bei Friedrich Bustet. 1875. Gb 1991. Der Reinerlös ist zum kath. Kirchenban in Krzberg bestimmt. Univ.- Bibl. Giessen Inhalts- Uebersicht. 1. Allgemeine Bedingungen zur Gewinnung des Jubiläums- Ablasses, nebst einigen Erläuterungen hiezu 2. Rundschreiben unseres hl. Vaters an alle Bischöfe und Gläubigen, in dem das Jubiläum angekündigt wird 3. Einleitung. Jubiläum. Jubiläumsablaß Bedeutung des Jubiläums für unsere Zeit. Bedeutung des Jubiläums für den Einzelnen Erfordernisse zur Gewinnung der Jubiläumsgnade Jubiläums- Beicht und Kommunion Kirchenbesuche Ausflüchte 4 Gebetsübungen. Vorbereitungsgebet 5. Morgengebet und Morgenbetrachtung - Seite derselben 9. Gebete bei Besuchung der vier Kirchen: Besuch der 1. Kirche( Litanei von allen Heiligen) Besuch der 2. Kirche( Lauretanische Litanei) Besuch der 3. Kirche Besuch der 4. Kirche die Kirche) ( Litanei v. hl. Namen Jesu) ( Gebete für den Papst und V 1 14 17 23 28 30 33, 34 38 41, 42 6. Meßandachten. Messe für Nachlaffung der Sünden 47 Messe zu Ehren der heiligsten Dreifaltigkeit Meßbetrachtung, nach dem hl. Ephrem 69 75 7. Die heilige Beicht; Gebete vor und nach derselben 88, 96 Generalbeicht 103 Buß- Andacht( Ps. Miserere) 109 8. Die heilige Kommunion; Gebete vor und nach 111, 114 122 133 138 142 IV 10. Betstunde vor dem Allerheiligsten Abbitte vor dem Allerheiligsten Geistliche Kommunion 11. Kreuzweg- Andacht. 12. Abendgebet 13. Gebete am Schlusse des Jubiläums • Johann Michael Reger, General- Vifar. Seite 147 151 154 157 172 180 Erklär un g. Daß die in diesem Jubiläums- Büchlein enthaltenen Ablaß- Angaben mit dem von der heiligen Congregation der Abläffe am 17. Dezember 1854 approbirten Buche: Sammlung von Gebeten und Ablässen 2c." übereinstimmen, wird hiemit amtlich erflärt und bestätigt. Regensburg, den 18. Februar 1875. Busammenstellung der allgemeinen Bedingungen, um den großen Jubiläums- Ablak zu gewinnen. ( Nach Maßgabe des Apostolischen Rundschreibens.) Wer den gegenwärtigen Jubiläums- Ablaß gewinnen will, muß: 1. Innerhalb der Jubiläumszeit bis Ende des Jahres 1875- die heiligen Sakramente der Buße und des Altares würdig und andächtig empfangen. Jedoch kann durch die österliche Beicht und Kommunion nicht zugleich der Jubiläums- Ablaß gewonnen werden; 2. an fünfzehn Tagen, die jedoch nicht unmittelbar auf einander folgen müssen, jedesmal die vorgeschriebenen vier Kirchen) mit Andacht besuchen; 3. daselbst nach der Meinung des hl. Vaters andächtige Gebete verrichten. Zur genauern Bestimmung mögen noch folgende Erläuterungen dienen: I. In Betreff des Empfanges der Hl. Sakramente hat der hl. Bater folgende Begünstigungen gewährt: 1. Jeder Beichtvater tann den reuigen Büßer von den schwersten Sünden und Verbrechen lossprechen auch von solchen, die sonst nur der Papst oder Bischof nachlassen kann. Ebenso kann jeder Beichtvater in dieser Zeit den reuigen Büßer sogar vom Kirchenbanne und andern Kirchenstrafen, nur ganz wenige ausgenommen, lossprechen. Solche welche namentlich ) In der Stadt Regensburg ist die hohe Domkirche, die alte Kapelle, Obermünster und St. Emmeram zu besuchen. VI Zusammenstellung oder öffentlich mit dem Banne belegt wurden, sind hievon ausgenommen, bis sie entsprechende Genugthuung geleiſtet haben. 2. Auch kann der Beichtvater während dieser heil. Zeit die meisten Gelübde in andere heilsame und fromme Werke umwandeln. Ausgenommen sind jedoch die Gelübde der Keuschheit und des Eintrittes in einen Orden; dann jene Gelübde, welche zu Gunsten eines Andern gemacht, und von diesem bereits angenommen sind; endlich die Buß- Gelübde, welche ein Reuiger sich selbst auferiegt hat, um vor einer gewissen Sünde sich sicherer zu bewahren. Letzteres kann jedoch in ein anderes frommes Werk umgewandelt werden, das den Büßer ebenso träftig gegen den Rückfall in die Sünde schützt. 3. Ordensleute und solche, welche sonst nur bei einem bestimmten Priester die hl. Beicht ablegen können, dürfen ihre Jubiläums- Beicht bei jedem beliebigen Priester ablegen, wenn nur dieser von seinem Bischofe zum Beichthören bevollmächtigt iſt. Der von Klosterfrauen gewählte Beichtvater muß jedoch eigens bevollmächtigt sein. 4. Die hl. Sakramente müssen natürlich in der Meinung und Absicht empfangen werden, auch die übrigen Bedingungen zur Gewinnung des Jubiläums- Ablaffes zu erfüllen; denn nur in diesem Falle haben die angeführten Begünstigungen Geltung.( Sieh' Seite 28.) II. Bezüglich der Kirchenbesuche ist zu beachten: 1. Die vier Kirchen, welche zur Jubiläumszeit zu besuchen sind, darf nicht jeder sich selbst wählen; es find jene zu besuchen, welche der Bischof oder in dessen Auftrag der Pfarrer ¹) bestimmt hat; und zwar sind immer alle vier Kirchen an einem und demselben Tage zu besuchen. 2. Für diejenigen Orte, wo Kirchen entweder nicht genügend zahlreich vorhanden oder zuweit entlegen sind, hat der Bischof eigene ¹) In den Pfarreien des Bisthums Regensburg sind die HH. Pfarrer, Pfarrcuraten und Pfarrprovisoren bevollmächtigt und beauftragt, die geeigneten Kirchen au bestimmen. der allgemeinen Bedingungen. VII Vollmacht, je nach den Ortsverhältnissen, eine geringere Zahl von Kirchen, ja selbst nur Eine zu bestimmen. Diese aber find dann so oft zu besuchen, daß ein viermaliger eigener Besuch an jedem der fünfzehn Tage sich ergibt.') 3. Finden zum Zwecke der Kirchenbesuche im Sinne des apostolischen Rundschreibens feierliche und öffentliche Prozessionen statt, so kann allen denjenigen, welche mit Andacht daran Theil nehmen, der Diöcefan- Bischof eine Minderung 2) der Kirchenbesuche gewähren. 4. Der lette Kirchenbesuch muß aber unter allen Umständen im Stande der Gnade gehalten werden; wer also vor dem letzten Besuche, in irgend eine schwere Sünde gefallen ist, muß vorher nochmals die hl. Sakramente empfangen. III. Hinsichtlich der Gebete, welche in den Kirchen zu verrichten sind, gelten die allgemeinen Regeln. 1. Es genügt also zur Erfüllung der Ablaßbedingung, wenn Jemand in den Kirchen das gewöhnliche Ablaßgebet ( 7 Bater unser und Ave Maria zc.) nach der Meinung des hl. Vaters betet. Wem es die Zeit erlaubt, längere Gebete zu verrichten, der kann hiezu benützen, was im Jubiläums- Büchlein Seite 122-146 angegeben ist. 2. Die Meinung des hl. Vaters, in der man die Gebete verrichten soll, ist hauptsächlich: a) um Erhöhung der katholischen Kirche und des apostolischen Stuhles; b) um Ausrottung der Ketzereien und Bekehrung der Irrenden; e) um Friede und Eintracht unter den christlichen Völkern.( S. 31.) ) Das heißt: der viermalige Kirchen- Besuch für den Tag muß bleiben. Sind also z. B. an einem Orte zwei Kirchen bestimmt, so ist an fünfzehn Tagen jede dieser Kirchen zweimal zu besuchen. Ist nur Eine Kirche bestimmt, so ist diese an jedem der fünfzehn Tage viermal zu besuchen. 2) Jm Bisthume Regensburg soll die Theilnahme bei einer solchen öffentlichen Prozession statt eines fünfmaligen privaten Besuches der Kirchen gelten; so daß also jeder, der an solchen Prozessionen dreimal Theil genommen, alle Obliegenheit in Betreff der Kirchenbesuche ganz erfüllt hat. Zusammenstellung der allgemeinen Bebingungen. 3. Es ist sehr angemessen, wenn auch nicht vorgeschrieben, durch Fasten oder gute Werte z. B. durch ein Almosen oder eine Liebesgabe, namentlich aber durch fleißigen Besuch der Jubiläums- Andachten') den Zweck des Jubiläums zu fördern. IV. Für einzelne Personen hat der hl. Vater noch folgende Erleichterungen gewährt: 1. Kinder, welche die hl. Kommunion noch nicht empfangen dürfen, können den Ablaß gewinnen, wenn sie dafür andere vom Beichtvater auferlegte Werke verrichten. VIII 2. Kranten und Gefangenen, überhaupt solchen, welche den Kirchenbesuch gar nicht vorzunehmen vermögen, fann dafür der Beichtvater andere Werke der Frömmigkeit und Liebe auflegen. Auch Kranke, welche sterben bevor sie den letzten Kirchenbesuch gemacht haben, sollen in der Sterbstunde den Ablaß gewinnen können, und die fehlenden Besuche ihnen erlaffen sein. 3. Reisende zu Land oder zur See können ebenfalls den Ablaß gewinnen, wenn sie an irgend einem Orte, wo sie sich längere Zeit aufhalten, die nöthigen Bedingungen erfüllen. ( Sieh' päpstl. Rundschreiben Seite 15.) V. lleberdieß ist noch zu beachten: i. Der Jubiläums- Ablaß kann nur Einmal gewonnen. werden; wer will, kann ihn den armen Seelen fürbittweise zu wenden. Aber auch im legzten Falle ist das Ablaßgebet nicht für die armen Seelen zu beten, sondern ebenfalls nach der Meinung des hl. Vaters. 2. Alle andern Ablässe, Brudeschaftsablässe, die Abläffe auf einzelne Gebete zc. können auch während dieses Jubeljahres gewonnen und den Abgestorbenen wie sonst zugewendet werden. Möchten nun Alle die vom Heilande und seinem sichtbaren Stellvertreter so liebevoll und reichlich gewährte Gnade ergreifen! ¹) Im Bisthume Regensburg sind solche in der ersten Woche eines jeden Monats, stets am ersten Freitage und ersten Sonntage. Rundschreiben unseres heiligen Vaters Pins IX. an alle Patriarchen, Primaten, Srzbischöfe, Bischöfe und die andern Ordinarien, welche in Gnade und Gemeinschaft mit dem heiligen Stuhle stehen, sowie an alle Chriftgläubigen. Pius IX. Papst. Ehrwürdige Brüder und geliebte Söhne, Gruß und Apostolischen Gegen! Tief bewegt von den schweren Leiden der Kirche und der Heutigen Welt, sowie durchdrungen von der Nothwendigkeit göttfichen Schuß zu erflehen, haben Wir während Unseres Pontificates niemals unterlassen, das christliche Volk zu mahnen, daß es sich bestrebe, die göttliche Majestät zu versöhnen, und die Huld des Himmels durch heiligen Lebenswandel, durch Werke der Buße und durch frommes Gebet zu verdienen. Zu dem Ende haben Wir mehrmals die geistlichen Schätze der Abläsſe, mit apostolischer Freigebigkeit den Christgläubigen erschlossen, damit sie aus Anlaß dessen zu wahrer Bußfertigkeit entflammt und durch das Sacrament der Versöhnung von den Makeln der Sünde gereinigt, vertrauensvoller zum Throne der Gnade hinzutreten und der gütigen Aufnahme ihrer Gebete bei Gott würdig werden sollten. Besonders glaubten Wir das thun zu müssen bei Gelegenheit des heiligen ökumenischen Concils, damit das hochwichtige Werk, wie es zum Nutzen der geſammten Kirche unternommen war, so auch durch die Gebete der ganzen 2 Rundschreiben Kirche bei Goit unterstützt würde. Und wenngleich wegen der- schwierigen Zeitverhältnisse die Abhaltung dieses Concils fuspendirt ist, so haben Wir doch verordnet und erklärt, daß der in Form des Jubiläums zu gewinnende Ablaß, welcher bei diefer Gelegenheit verfündet worden, zum Wohle des gläubigen Volfes in seiner vollen Kraft und Giltigkeit bestehen solle, wie er auch gegenwärtig noch besteht. Nun aber ist im Fortgang der traurigen Zeiten das fünfundsiebenzigste Jahr des neunzehnten Jahrhunderts herangekommen, das Jahr nämlich, welches den heiligen Zeitraum bezeichnet, den die geheiligte Ge= wohnheit unserer Vorfahren und die Verordnungen der römischen Päpste, Unserer Vorgänger, der Feier eines allgemeinen Jubiläums geweiht haben. Mit welch' großer Ehrfurcht und Frömmigkeit das Jubeljahr gefeiert worden, wenn ruhige Zeiten der Kirche die festliche Begehung desselben gestatteten, das bezeugen alte und neuere Denkmäler der Geschichte; denn es wurde immer betrachtet als ein Jahr des Heiles zur Entsündigung des ganzen christlichen Bolkes, als ein Jahr der Erlösung und der Gnade, der Vergebung und des Nachlasses, in welchem man zu dieser Unserer heiligen Stadt und zum Stuhle Petri aus dem ganzen Erdkreise wallfahrtete, woselbst alle Gläubigen zu den Werken der Frömmigkeit ermuntert und ihnen sämmtliche Mittel der Versöhnung und Gnade in reichster Fülle zum Heile ihrer Seelen geboten wurden. Auch unser Jahrhundert sah diese fromme und heilige Feier. Als nämlich Leo XII., Unser Vorgänger seligen Andenkens, im Jahre 1825 ein Jubiläum ansagte, wurde diese Wohlthat von dem christlichen Volke mit so großem Eifer aufgenommen, daß eben derselbe Papst sich dazu Glück wünschen konnte, daß das ganze Jahr hindurch unaufhörlich die Fremden in diese Stadt zusammengeströmt seien, und daß in derselben Religion, Frömmigkeit, Glaube, Liebe und alle Tugenden in wunderbarer Schönheit gestrahlt hätten. Möchte doch in gegenwärtiger Zeit Unsere Lage und die Lage der bürgerlichen und der kirchlichen Verhältnisse eine solche sein, daß des Hl. Baters. 3 Wir die Feier des großen Jubiläums, welche Wir im Jahre 1850 wegen der traurigen Zeitlage ausfallen lassen mußten, jetzt wenigstens glücklich begehen könnten, gemäß jenem alten Ritus und Gebrauch, den Unsere Vorfahrer zu beachten pflegten. Aber durch Gottes Zulassung find die großen Schwierigkeiten, welche Uns damals an dem Ausschreiben des Jubiläums verhinderten, nicht allein nicht gehoben, sondern von Tag zu Tag vermehrt worden. Zedoch in Anbetracht der zahlreichen Uebel, welche die Kirche bedrängen, der zahlreichen Versuche ihrer Feinde zur Zerstörung des Christusglaubens in den Herzen, zur Verfälschung der gesunden Lehre, zur Verbreitung des Giftes der Gottlosigkeit; in Anbetracht der zahlreichen Aergernisse, welche den an Christus Glaubenden überall begegnen, des weitverbreiteten Sittenverderbuiffes, sowie des schändlichen Umsturzes der göttlichen und menschlichen Rechte, welcher so weit um sich greift, so zahlreiche Trümmer schafft, und das Rechtsbewußtsein selbst in den Gemüthern der Menschen erschüttern möchte; und in Erwägung, daß bei einer so großen Häufung von Uebeln Wir in Unserem apostolischen Amte es Uns umsomehr angelegen sein lassen müfsen, daß Glaube, Religion und Frömmigkeit befestigt werde und blühe, daß der Geist des Gebetes weithin gepflegt und vermehrt, daß die Gefallenen zu aufrichtiger Buße und zur Besserung der Sitten angetrieben, daß die Sünden, welche den Zorn Gottes verdient haben, durch fromme Werke gefühnt werden, was ja Alles die besonderen Früchte der Feier des großen Jubiläums sind: in Erwägung all' dieser Umstände haben Wir geglaubt, diese heilsame Wohlthat, allerdings unter Beobachtung derjenigen Form, welche die Zeitlage zuläßt, dem christlichen Volte bei dieser Gelegenheit nicht vorent= halten zu dürfen; damit es dadurch gestärkt im Geiste auf den Pfaden der Gerechtigkeit von Tag zu Tag muthiger einherschreite, und befreit von Schuld, leichter und reichlicher die göttliche Gnade und Verzeihung erlange. Es vernehme daher die ganze streitende Kirche Christi Unsere Worte, mit welchen Wir - 4 Rundschreiben zur Erhöhung der Kirche, zur Heiligung des christlichen Volkes und zur Ehre Gottes ein allgemeines und großes Jubiläum, welches durch das ganze nächstfolgende Jahr 1875 dauern soll, ansagen, ausschreiben und verkündigen. Indem Wir in Rückficht auf dieses Jubiläum den obenerwähnten Ablaß, welcher bei Gelegenheit des vaticanischen Concils in Form eines Jubiläums bewilligt worden, gemäß Unserem und dieses heiligen apostolischen Stuhles Gutbefinden aufheben und für aufgehoben erklären, öffnen Wir weit jenen himmlischen Schatz, der aus den Verdiensten, Leiden und Tugenden des Herrn und seiner jungfräulichen Mutter und aller Heiligen gebildet, und von dem Urheber des Heiles der Menschheit Uns zur Verwaltung anvertraut ist. Im Vertranen auf die Barmherzigkeit Gottes und die Autorität seiner Apostel Petrus und Baulus, kraft der höchsten Binde- und Löse- Gewalt, welche der Herr Uns trotz Unserer Unwürdigkeit übertragen hat, bewilligen und verleihen Wir daher barmherzig im Herrn, allen und jedem Christgläubigen, sowohl denen, welche in Unserer heiligen Stadt leben oder diefelbe besuchen, als auch denen, welche außerhalb der genannten Stadt in irgend einem Theile der Welt sich aufhalten, und in Liebe und Gehorsamt gegen diesen heiligen Stuhl beharren, wenn in wahrer Buße, nach Ablegung der Beichte und Empfang der heiligen Communion Erstere die Bajiliken der heiligen Petrus und Paulus, sowie des heiligen Johannes im Lateran und der heiligen Maria genannt der Größeren, wenigstens einmal täglich, 15 ohne oder mit Unterbrechung sich folgende Tage hindurch( seien es natürliche Tage oder firchliche, welche von der ersten Vesper des einen Tages bis zum letzten Abendläuten des folgenden Tages gerechnet werden), Lettere aber ihre Cathedral- oder Hauptkirche, und drei andere Kirchen derselben Stadt oder Ortschaft oder der Vororte derselben, welche von den Ordinarien, oder von Anderen im Auftrage derfelben, nach Kundwerdung dieses Unseres Schreibens bezeichnet werden, gleichfalls einmal täglich, 15 ohne oder mit Unterbrechung sich des hl. Vaters. 5 folgende Tage hindurch, wie oben, andächtig besuchen, und dort um die Wohlfahrt und die Erhöhung der katholischen Kirche und dieses apostolischen Stuhles, um die Ausrottung der Keßereien und die Bekehrung aller Irrenden, um den Frieden und die Eintracht des ganzen christlichen Volkes, sowie in unserer Meinung fromme Gebete zu Gott verrichten, daß fie den mit dem Jubeljahre verbundenen vollkommenen Ablaß, Nachlaß und Erlaß für alle ihre Sünden, einmal in dem oben erwähnten Zeitraum eines Jahres erlangen können. Hiebei gewähren Wir zugleich, daß dieser Ablaß den Seelen, welche mit Gott in Liebe verbunden aus diesem Leben geschieden sind, im Wege der Fürbitte zugewandt werden kann. Ferner bewilligen Wir, daß die Schifffahrenden und Reisenden, sobald sie zu ihrem Wohnorte oder sonst zu einer sicheren Station gekommen sind, wenn sie Obiges ausführen und eben so oft die Cathedral- oder Haupttirche, oder die Pfarrkirche ihres Wohnortes oder jener Station besucht haben, denselben Ablaß erlangen können. Ebenso gestatten Wir den Ordinarien, daß sie den Ordensfrauen und anderen Mädchen oder Frauenspersonen, welche, sei es in der Clausur der Klöster, sei es in anderen geistlichen oder frommen Häusern und Gemeinschaften leben, auch den Anachoreten und Eremiten, sowie allen anderen Laien und Welt- oder Regulargeistlichen, welche sich im Kerter oder in Gefangenschaft befinden, oder durch irgend eine körperliche Schwäche oder durch irgend ein anderes Hinderniß an der Ausführung der oben erwähnten Kirchenbesuche verhindert sind, von diesen Besuchen allein; den Kindern aber, welche noch nicht zur heiligen Communion zugelassen werden, von der Communion Dispens ertheilen, und diesen insgesammt und im Einzelnen entweder selbst oder durch ihre Ordensobern oder durch verständige Beichtväter andere Werke der Frömmigkeit, Mildthätigkeit oder Andacht an Stelle der Kirchenbesuche resp. der sacramentalen Communion 6 Rundschreiben vorschreiben. Auch gestatten und bewilligen Wir gleichfalls durch gegenwärtiges Schreiben, daß sie für die Capitel und Congregationen sowohl des Welt- als des Regular- Clerus, für die Sodalitäten, Bruderschaften, Gemeinschaften. überhaupt für Collegien, welche in Prozession die Kirchen besuchen, die Zahl der Besuche nach ihrem weisen Ermessen vermindern können. Ueberdies gestatten Wir den Ordensfrauen und ihren Novizinen, daß fie sich zu genanntem Zweck jeden beliebigen Beichta vater wählen können, wenn derselbe überhaupt zur Abnahme von Beichten der Ordensfrauen von dem wirklichen Ordinarius des Ortes, wo ihre Klöster errichtet sind, approbirt ist; allen übrigen Gläubigen aber, sowohl den Laien, als den Weltgeistlichen und den Regularen jedes Ordens, jeder Congregation und jedes auch speziell zu nennenden Instituts geben Wir die Freiheit und Bollmacht, daß sie sich zu demselben Zweck jeden beliebigen Priester als Beichtvater wählen können, sowohl einen Weltgeistlichen als einen Regularen aller verschiedenen Orden und Institute, welche von den wirtlichen Ordinarien, in deren Städten, Diöcesen und Territorien die Beichten abgenommen. werden sollen, zur Anhörung von Beichten weltlicher Personen approbirt find; und diese Beichtväter sollen innerhalb des gedachten Zeitraumes eines Jahres die Personen, welche die reine und ernste Absicht haben, des gegenwärtigen Jubiläums theilhaftig zu werden, und in der Abficht, dasselbe zu gewinnen und die übrigen dazu nöthigen Werke zu erfüllen, bei ihnen zur Beichte kommen, in diesem einen Fall und im Beichtgerichte von der Excommunication, Suspension und anderen kirchlichen Strafen und Cenfuren, die vom Rechte oder vom Richter aus irgend einer Ursache verhängt sind, auch von den den Ordinarien und Uns oder dem apostolischen Stuhle refervirten, auch in den Fällen, welche irgend Einem, auch dem Papste und dem apostolischen Stuhle in specieller Form reservirt worden sind, und welche sonst in jeder noch so weitgehenden Concession als nicht enthalten erachtet würden, lossprechen können; ebenso von allen des heil. Baters. 7 Sünden und Vergehen, wie schwer und groß sie auch sein mögen, auch von denen, welche den Ordinarien und Uns und dem apostolischen Stuhle reservirt find, zu absolviren vermögen, jedoch unter Auflegung einer heilsamen Buße und der andern Leistungen, welche von Rechtswegen aufzulegen sind. Ebenso gewähren und gestatten Wir mit derselben Autorität und in der Fülle apostolischer Milde, daß sie alle Gelübde, auch die mit einem Eide bekräftigten und die dem apostolischen Stuhle reservirten( ausgenommen immer die Gelübde der Keuschheit, des Eintritts in den Orden und einer Verpflichtung, welche von einem Dritten acceptirt oder bei welcher ein Präjudiz gegen einen Dritten in Frage ist, sowie die sog. Pönalgelübde, welche als Schußmittel gegen die Sünde dienen, wenn eine solche Commutation voraussichtlich nicht weniger von der Begehung einer Sünde abhält, als der frühere Gegenstand des Gelübdes) in andere fromme und heilsame Werke umzuwandeln, und endlich solche Beichtende, welche heilige Weihen empfangen haben, auch Regularen, von der geheimen Irregularität zur Ausübung dieſer Ordines und zur Erlangung höherer zu dispensiren, wenn sie jene durch Verlegung von Censuren sich zugezogen haben. Wir beabsichtigen aber mit Gegenwärtigem nicht, von irgend einer anderen geheimen oder öffentlichen Irregularität oder von einem Defect oder einem Gebrechen oder einer anderen Unfähigteit oder Inhabilität, die auf irgend eine Weise verwirkt ist, zu dispensiren oder irgend eine Bollmacht zu ertheilen, von Vorgenanntem zu dispenfiren, dasselbe zu beseitigen oder in den früheren Stand zurückzuverseßen, auch nicht in dem Forum des Gewissens; auch wollen wir nicht derogiren der Constitution Sacramentum poenitentiae nebst den zugehörigen Declarationen, welche Unser Vorgänger seligen Andentens Benedict XIV. am 1. Juni im Jahre der Menschwerdung des Herrn 1741, im ersten Jahre feines Pontificats, erlassen hat. Und endlich 8 Rundschreiben wollen wir nicht, daß Gegenwärtiges denjenigen, welche von Uns und dem Apostolischen Stuhle oder von irgend einem Prälaten oder kirchlichen Richter namentlich ercommunicirt, suspendirt, interdicirt oder anderen Strafen und Cenfuren für verfallen erklärt oder publicirt worden sind, auf irgend eine Weise zu Gute tommen könne und dürfe, wofern sie nicht innerhalb des gedachten Jahres Genugthuung leisten und, wo es nöthig ist, mit den Betheiligten sich abfinden. Wenn übrigens welche, nachdem sie in der Absicht, dieſes Jubiläum zu gewinnen, die Erfüllung der vorgeschriebenen Werke begonnen haben, von dem Tod ereilt, die vorgesetzte Zahl der Kirchenbesuche nicht vollständig ausführen können, so wollen Wir, um dem frommen und bereiten Willen derselben gütig entgegenzukommen, daß dieselben, wenn sie wahre Buße gethan, gebeichtet und communicirt haben, des vorgenannten Ablasses und Nachlasses ebenso theilhaftig werden, als wenn sie die vorgenannten Kirchen an den vorgeschriebenen Tagen wirklich besucht hätten. Wenn aber welche, nachdem sie auf Grund des Gegenwärtigen Absolution von den Censuren, Commutation der Gelübde oder vorgenannte Dispensationen erlangt haben, den sonst dazu erforderlichen ernsten und aufrichtigen Vorsatz, dieses Jubiläum zu gewinnen, und daher die übrigen zur Gewinnung nothwendigen Werke zu vollbringen, nachgerade ändern sollten, so entscheiden und erklären Wir, wenngleich dieselben deßhalb von der Schuld einer Sünde kaum frei erachtet werden können, daß die Absolutionen, Commutationen und Dispenfationen, welche von ihnen auf Grund dieser Bestimmungen erlangt find, in Kraft bleiben sollen. Auch wollen und bestimmen Wir, daß gegenwärtiges Schreiben in jeder Beziehung Kraft und Wirksamkeit haben soll, daß es seine vollen Wirkungen erlangen und behaupten soll, wo immer es von den Ordinarien publicirt und dem Vollzuge übergeben ist, und daß es für alle Christgläubigen, welche in Treue des heil. Vaters. 9 und Gehorsam gegen den heiligen Stuhl verbleiben, mögen fie an den betreffenden Orten wohnen, oder von einer See- oder Landreise dorthin sich begeben, die vollste Giltigkeit haben soll; ohne daß die Bestimmungen, welche die Ertheilung von Ablässen in gleicher Form verbieten, und andere Apostolische oder auf allgemeinen, Provinzial- und Diocesan- Synoden erlaffene Constitutionen, Berordnungen, allgemeine oder specielle Vorbehalte der Absolutionen, Relarationen oder Dispensationen dem entgegenstehen; ebensowenig die Statuten, Gesetze, Gebräuche und Gewohnheiten aller beliebigen Orden, auch Mendicantenund Ritterorden, Congregationen und Institute, wenn sie auch mit einem Eide, mit Apostolischer Bestätigung oder auf irgend eine andere Weise versichert und bekräftigt sind; noch auch die Privilegien, Indulte und Apostolischen Briefe, welche denselben verliehen sind; namentlich diejenigen nicht, in welchen ausdrücklich verboten wird, daß die Professen eines solchen Ordens, einer Congregation oder eines Institutes außerhalb der eigenen Genoffenschaft ihre Sünden beichten. Allen diesen Bestimmungen und jeder einzelnen, auch wenn zur genitgenden Derogation von denselben oder von dem ganzen Tenor derselben specielle, specifische, ausdrückliche und eigene Erwähnung gethan, oder eine andere besondere Form dabei beachtet werden müßte, terogiren Wir für diesen Fall und zum Zwecke der Wirksamkeit alles Vorstehenden, indem Wir den Tenor für eingefügt und die Formen für genau beachtet annehmen; ebenso derogiren Wir allem Andern, was noch entgegenstehen könnte. Indem Wir nun kraft des apostolischen Amtes, welches Wir verwalten, und gemäß der Sorgfalt, mit welcher Wir die ganze Heerde Christi umfassen müssen, diese heilsame Gelegenheit zur Erlangung der Verzeihung und Gnade darbieten, können Wir nicht unterlassen, alle Patriarchen, Primaten, Erzbischöfe, Bischöfe und andere Ordinarien, die Prälaten oder alle, welche die ordentliche Jurisdiction an einem Orte in Ermangelung von Bischöfen und Prälaten gesetzmäßig ausüben, und in Gnade und 2 10 Rundschreiben Gemeinschaft mit dem apostolischen Stuhle stehen, im Namen unseres Herrn und des Ersten aller Hirten, Jesu Christi, instän dig zu bitten und zu beschwören, daß sie den ihrer Obhut anvertrauten Völkern eine so große Wohlthat verkündigen, und mit größtem Eifer dahin wirken, daß alle Gläubigen, durch die Buße mit Gott versöhnt, die Gnade des Jubiläums zum Gewinn und Nußen ihrer Seelen anwenden. Daher wird es vor Allem Eure Sorge sein, ehrwürdige Brüder, daß das christliche Volt, nachdem zunächst in öffentlichen Gebeten die göttliche Barmherzigkeit angefleht worden, Aller Geister und Herzen mit ihrem Lichte und ihrer Gnade zu durchdringen, durch angemessene Belehrung und Ermahnung zum Empfange der Frucht des Jubiläums angeleitet und genau darüber belehrt werde, welches das Wesen und die Bedeutung des christlichen Jubiläums für den Nutzen und Gewinn der Seelen sei; es werden ja in demselben durch die Kraft Christi, des Herrn, alle jene Wohlthaten in größter Fitlle gespendet, welche an jedem 50. Jahre bei dem jüdischen Volke das alte Gesetz, vorauskündigend die zukünftigen Wohlthaten, in Aussicht gestellt habe, und daß es zugleich passend belehrt werde über die Bedeutung der Ablässe und über alles das, was zum heilsamen Bekenntniß der Sünden und zum heiligen Empfange des Sacramentes der Eucharistie geschehen muß. Da aber außzer dem Beispiele durchaus die Thätigkeit der firchlichen Organe erforderlich ist, um im Volke Gottes die erwünschten Früchte der Heiligung zu erzielen, so unterlaſset nicht, ehrwürdige Brüder, den Eifer Eurer Priester und Seelsorger zu entflammen, daß sie vor Allem in dieser Zeit den Dienst des Heiles eifrig üben. Zum allgemeinen Wohle wird es sehr viel beitragen, wenn sie selbst, dem christlichen Bolte durch das Beispiel der Frömmigkeit und Gottesfurcht vorangehend, durch geistliche Uebungen den Geist ihres heiligen Berufes erneuern, damit sie danach nützlicher und heilbringender ihr Amt ausführen, und heilige Missionen beim Volke ab 11 des heil. Vaters. halten mögen, gemäß der von Euch bestimmten Ordnung. Da ferner in diesem Jahrhundert so viel Böses zu beſeitigen und so viel Gutes zu befördern ist, so ergreifet das Schwert des Geiftes, welches ist das Wort Gottes, und wendet alle Sorge an, damit Euer Bolt das schreckliche Laster der Blasphemie verabscheuen lerne, von welcher auch das Heiligste in jetziger Zeit verunehrt wird; damit es auch in Betreff der Feier der Festtage und der von der Kirche gegebenen Fastund Abstinenzgebote seine Pflichten tenne und erfülle, und so die Strafen vermeiden könne, welche die Verachtung dieser Tinge auf die Länder herabgerufen hat. In der Aufrechterhaltung der Disciplin des Clerus und in der rechten Erziehung der Cleriter möge Euer Bestreben und Euer Eifer sich beständig wachsam erweisen. Auf alle mögliche Weise kommt der von allen Seiten bedrängten Jugend zu Hilfe, welche, wie Euch nicht unbekannt ist, in so großer Gefahr sich befindet und so schwerer Verderbniß ausgesetzt ist. Gerade dieses Uebel war so bitter für das Herz des göttlichen Erlösers selbst, daß er gegen die Urheber desselben die Worte richtete: ,, Wer Eines von diesen Kleinen, die an mich glauben, ärgert, dem wäre es besser, es würde ein Mühlstein an seinen Hals gehängt, und er in das Meer versentt."( Marc. 9, 41.) Nichts aber geziemt sich mehr für die Zeit des Jubiläums, als die eifrige llebung aller Liebeswerke; deshalb wird Guer Eifer es sich auch angelegen sein laffen, ehrwürdige Brüder, dazu anzuspornen, daß man den Armen zu Hilfe kommt und die Sünden sühnt durch Almosen, dem in der heiligen Echrift so viele heilsame Wirkungen beigelegt werden. Und damit die Frucht der christlichen Liebe um so ergiebiger sei und um so dauerhafter werde, mögen die Liebesgaben zur Erhaltung und Gründung jener frommen Institute zusammengelegt werden, welche man zum Nußen der Seele und des Leibes in gegenwärtiger Zeit am meisten für dienlich hält. 12 Rundschreiben Wenn zur Erreichung dieser guten Zwecke die Gedanken und Bestrebungen von Euch Allen sich vereinigen, dann kann es nicht fehlen, daß das Reich Christi und seine Gerechtigkeit großes Wachsthum erfahre, und daß die göttliche Milde in dieser gnadenreichen Zeit, in diesen Tagen des Heils, eine reiche Fülle himmlischer Gaben über die Kinder der Liebe ergieße. An Euch endlich, all' ihr Kinder der katholischen Kirche, richten Wir das Wort, und ermahnen euch insgesammt mit väterlicher Liebe, daß ihr diese Gelegenheit zur Erlangung des Jubiläumsablaffes so benützet, wie es ein aufrichtiges Streben nach eurem Heile von euch fordert. Wenn irgend sonst, dann ist es jetzt, geliebte Söhne, überaus nothwendig, das Gewissen zu reinigen von den todten Werken, Opfer der Gerechtigkeit und würdige Früchte der Buße zu bringen, zu säen in Thränen, damit wir in Freuden ernten können. Genugsam gibt Gott der Herr uns fund, was er von uns fordert, da wir schon so lange wegen unserer Sündhaftigkeit unter seinem Mißfallen, unter dem Hauche seines Zornes leiden. Nun pflegen die Menschen, wenn sie in recht großer Noth find, zu den benachbarten Völkern behufs Erflehung von Hilfe Gesandte zu schicken. Wir wollen lieber eine Gesandtschaft an Gott schicken; von Ihm laßt uns Hilfe erflehen, zu Ihm mit ganzem Herzen, mit Gebeten, Fasten und Almosen uns wenden! Denn je näher wir Gott sind, um so weiter werden unsere Feinde von uns zurückgetrieben werden.¹) Aber ihr vor Allem hört das apostolische Wort- denn von Christus haben wir Amt und Auftrag ihr, die ihr mühselig und beladen seid, und vom Wege des Heiles abgeirrt, unter dem Joche niedriger Begierden und teuflischer Knechtschaft seufzet! Berachtet nicht den Reichthum der Güte, Geduld und Langmuth Gottes, und während euch eine so ausgedehnte und leichte Möglichkeit zur Erlangung der Verzeihung geboten wird, macht euch nicht durch ¹) Der hl. Maximus von Turin. Hom. 91. 13 des heil. Vaters. eure Verstocktheit unentschuldbar vor dem göttlichen Nichter und sammelt euch nicht Zorn für den Tag des Zorns und der Verkündung des gerechten Urtheils Gottes! Geht daher in euch, ihr Sünder, versöhnt euch mit Gott! Die Welt vergeht und ihre Lust. Leget ab die Werke der Finsterniß, ziehet an die Waffen des Lichts; höret auf, Feinde eurer Seele zu sein, damit ihr endlich derselben den Frieden in diesem Leben und in jenem den ewigen Lohn der Gerechten erwerbet. Das sind Unsere Wünsche. Das werden Wir von dem allgütigen Herrn ohne Unterlaß erflehen, und dann vertrauen Wir, daß Wir für alle Kinder der katholischen Kirche, welche mit Uns in der Gemeinschaft des Gebetes vereinigt sind, diese Güter vom Vater der Erbarmungen reichlich erlangen werden. Für das glückliche Gedeihen der so heilsamen Frucht dieses heiligen Werkes sei unterdessen ein Unterpfand aller Gnaden und aller himmlischen Gaben der Apostolische Segen, welchen wir Euch Allen, Ehrwürdige Brüder, und euch insgesammt, geliebte Söhne der katholischen Kirche, aus innerstem Herzen in aller Liebe im Herrn ertheilen. Gegeben zu Rom bei dem heil. Petrus, am 24. Dezember 1874, im 29. Jahre Unseres Pontificats. Pius IX. Papst. 14 Einleitung. 1. Jubiläum. Jubiläums- Ablaß. 1. Unter Jubiläum verstehet man jene Feier unserer heil. katholischen Kirche, in der diese durch ihr sichtbares Oberhaupt allen Gläubigen auf eine bestimmte Zeit die ganze Fülle ihrer Gnadenschätze geöffnet hält. Weitauf thun sich gleichsam in dieser Zeit die Wunden unseres Herrn Jesus Christus, und reichlicher strömet das heiligste Blut reinigend und heiligend über die Seelen der Sünder und Gerechten. Da ist keine Sünde, auch nicht die allerentsetzlichste, von der während des Jubiläums in Kraft dieses Blutes Christi die wahrhaft bußfertige Seele nicht könnte rein gewaschen werden. Selbst von jenen Sünden, deren Lossprechung sich zu anderer Zeit ob ihrer Größe der Bischof oder Papst ſelber vorbehält, kann jetzt jeder Priester lossprechen. Von fast allen kirchlichen Strafen, die der Sünder auf sich gezogen, und von denen sonst nur der Papst oder der Bischof selbst entband, kann jetzt jeder Priester befreien. Fast alle Gelübde können durch jeden Priester in andere gute Werke umgewandelt werden. Alle Strafen, die auch nach Erlassung der ewigen Strafe Gott noch über den Sünder verhängen würde, jetzt in diesem Leben oder dort im Reinigungsorte, können während des Jubiläums für immer aufgehoben werden. Und siehe, das ist denn auch der JubiläumsAblaß, den wir mit Gottes Gnade jetzt Alle gewinnen. möchten. 2. Es ist dies nichts anders, als ein vollkommener Ablaß, aber umgeben von den reichsten Vorzügen, wie du gehört hast, und so umfassend, daß er, wie das Meer alle Bäche und Flüsse in sich aufnimmt, alle andern Ablässe, 15 Von dem Jubiläums- Ablaß. die unvollkommenen und die vollkommenen, in sich einschließt, auf daß wir mit desto größerer Sorgfalt diesen reichsten aller Ablässe zu gewinnen trachten. Du magst hier in Kürze über die Ablässe überhaupt Einiges hören. 3. Ablaß ist die Aufhebung der zeitlichen Strafen für unsere Sünden. Wie nämlich von der ersten Cünde, von, der Erbsünde, in uns auch dann noch die Folgen zum Theil zurückbleiben, nachdem wir durch die heilige Taufe auf den Tod Christi von der Sünde selber sowie von ihrer ewigen Strafe befreit worden, so werden auch durch das heilige Catrament der Buße die nach der Taufe von uns begangenen Sünden und die ewige Verdammniß von uns genommen. Es bleiben jedoch die zeitlichen Etrafen der Sünde. Wie Gott einst dem Könige David durch den Propheten Nathan wohl die Sünde des Ehebruches und Mordes und damit die ewige Strafe nachgelassen hatte, dennoch aber schwere zeitliche Strafen ihm auferlegte, so verlangt er auch von uns, selbst wenn wir die Sütnden bereut und gebeichtet, besondere Buße zur Tilgung der Sündenstrafen. Und diese Strafen erstrecken sich nicht bloß über dieses Leben, sondern selbst noch in die andere Welt, wo auf längere oder kürzere Zeit im Fegfeuer die Seele so lange abzubüssen hat, bis sie befreit ist von jeder Makel, die ihr von der Sünde anklebt und sie ausschließt von dem Eintritte ins Himmelreich. Und wer ist, der da sagen könnte, er habe in seinem Leben genug Buße gethan, um vor Gott ganz gereiniget zu erscheinen? Weil wir das nie und nimmer vermögen, so hat Christus unserer heiligen Kirche die Gewalt verliehen, aus dem Ueberflusse seiner Verdienste und der Heiligen die Mangelhaftigkeit unserer eigenen Buße zu ersetzen, durch die wir der von Gott verhängten zeitlichen Strafe zuvorkommen oder sie auf uns nehmen sollten. Daraus folgt, daß es vollkommene und unvollkommene Ablässe geben kann: vollkommene nämlich, in denen uns jene Verdienste in solcher Fülle zugewendet werden, daß durch sie alle zeitlichen. Von dem Jubiläums- Ablaß. Strafen mit Einem Male erlassen sind; oder unvollkommene, in denen nur ein Theil der Sündenstrafen uns geschenkt wird. Ein vollkommener Ablaß ist nun auch der Jubiläums- Ablaß. 4. Es gibt einen zweifachen Jubiläumsablaß, einen gewöhnlichen und einen außergewöhnlichen. Ersterer fehrt alle 25 Jahre wieder, letzterer wird nur bei besonderen Veranlassungen ertheilt, wo es gilt, gemeinsam Gott anzuflehen, z. B. um Abwendung einer großen Gefahr, oder um Gewährung irgend einer außerordentlichen Gnade für die Kirche, für irgend ein Land oder eine Provinz, bei der Wahl eines Papstes u. f. f. Ter jetzige Jubiläumsablaß ist ein gewöhnlicher, wie er alle 25 Jahre wiederkehrt; aber er ist der gnadenreichste, der überhaupt in der Kirche Gottes möglich ist; er dauert das ganze Jahr 1875, damit Alle Zeit finden, ihn zu gewinnen; er schließt alle Schäße der Kirche dem. Einzelnen wie der ganzen Christenheit auf. Alle Sünder können Verzeihung erlangen; alle Verirrten wieder Rückkehr finden; Alle Troft und Heil und Segen für ihre unsterbliche Seele gewinnen. Das Alles gewährt uns die Kirche, oder vielmehr der hl. Vater in diesem Jubiläumsablasſe. 16 5. Der Papst ist es ja, dem wir diesen Ablaß verdanken. Er ist, wie du weißt, der sichtbare Stellvertreter des unsichtbaren Oberhauptes der Kirche, das da ist Jesus Christus, der Nachfolger dessen, den der Herr selber hiezu auserwählt, und dem er gesagt hat: ,, Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felfen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen;" und wiederum: ,, Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben; was du immer auf Erden binden wirst, wird auch in den Himmeln gebunden sein, und was du immer auf Erden lösen wirst, soll auch in den Himmeln gelöset sein."( Matth. 16, 13-19.) Welche Fülle von Macht hat hier der Herr auf das Haupt des Apostels übertragen! und wie auf ihn, so auf Alle, die in gleicher Würde ihm folgen sollen bis an das Ende der Tage! Ueber St. Petrus und seine Von dem Jubiläums- Ablaß Nachfolger ist unerschütterlich die Kirche Christi, das Himmelreich auf Erden, aufgebaut, und hinwiederum sind die Schlüſſel dieses Reiches ihnen übergeben, um alle seine Schätze zu öffnen oder zu verschließen. Und was sind das für Schätze? O wun dervolle Perlen, o gediegenes Gold, o ihr kostbaren Metalle und herrlichen Stoffe all', die der König des Reiches hier unerschöpf lich aufgehäuft! Da springt tagtäglich ohne Unterlaß auf der Quell des unschätzbaren Blutes Christi; ein einziger Tropfen reichet hin, die ganze Welt und alle Himmel zu erkaufen! Da lieget im Ueberfluß das Gold der Verdienste unserer lieben Frau und aller Heiligen, unzählbar in allen Ständen und Altern und Geschlechtern und Ländern! Da mehret von Tag zu Tag sich der Schatz durch die Sorgfalt der treuen Kinder der Kirche, die durch ein frommes Leben die empfangenen Gnaden mit Zinsen vervielfacht wiederbringen zur Gemeinschaft für Alle. Siehe, das ist der Reichthum der Kirche des Herrn, unerschöpflich, unermeßlich, täglich sich mehrend; und über ihn hat der die Gewalt, dem die Schlüssel sind übergeben worden, der darum öffnen und schließen kann, wann und wie lange und wem er will! 17 Und da er nun uns allen diesen Schatz wieder eröffnet, und Gott dem Vater die überreiche Genugthuung des Gottmenschen Jesus Christus, der seligsten Jungfrau und aller Heiligen, deren Gemeinschaft wir trostvoll glauben, im Namen eben dieses Erlösers darbietet, damit Er sie hinnehme statt unserer Genugthuung, die wir in Buße und Demuth zu leisten hätten, aber zu leisten zu schwach sind; wie sollten wir da nicht mit großer Freude, mit innerem Troste und unaussprechlichem Danke aus diesem Schatze schöpfen? II. Bedeutung des Jubiläums für die gegenwärtige Zeit. 1. Als unser Herr Jesus Christus auf Golgatha am Kreuze hing, da streckte er seine durchbohrten Hände aus über die ganze 18 Bedeutung des Jubiläums Welt, um Alle an sich zu ziehen, und über Alle sein heiligstes Blut auszugießen, zur Vergebung ihrer Sünden. So möchte auch sein sichtbarer Stellvertreter auf Erden von jenem heiligen Berge, von dem Mittelpunkte und der Hauptstadt der chriſtlichen Welt aus, im Jubiläum die ganze Segensfülle des nämlichen heiligen Blutes ausgießen über alle Länder der Erde. Und ein dreifacher Segen ist's, der damit über die Völker kommen soll: 1) die Erhöhung und Ausbreitung der Kirche, des Reiches Jesu Christi; 2) die Bertilgung des Un glaubens und des Irrthums und der Gleichgiltigteit in Sachen des Glaubens; 3) die Einigkeit der christlichen Fürsten und der Frieden unter den christlichen Völkern. 2. ,, Ich lag, also erzählet die heilige Hildegard, diese gotterleuchtete Seherin der Zukunft,- ich lag trant in meinem Bette, da sah ich im Jahre des Herrn 1170 wachend eine weibliche Gestalt, das schönste Bild, so lieblich und reizend und froh, daß sich der menschliche Verstand teinen Begriff davon bilden kann. Die Gestalt war so groß, daß sie von der Erde bis zum Himmel reichte; ihr Angesicht leuchtete, nie das hellste Licht, und ihr Auge blickte zum Himmel; ihr Gewand war aus weißer Seide, darüber floß ein Mantel, mit Smaragd, Saphir und den schönsten Perlen und Edelsteinen geschmückt. Auf einmal bemerkte ich, daß ihr Angesicht vom Staube entstellt, ihr Gewand auf der rechten Seite zerrissen, der Mantel seiner Schönheit beraubt, und die Schuhe mit schwarzer Farbe überzogen wurden. Sie selbst erhob eine klägliche Stimme zum Himmel und schrie laut auf:„ Höre es, du Himmel, daß mein Ange= sicht beflecket, trauere du Erde, daß mein Gewand zerrissen, erzittere du Abgrund, daß meine Schuhe schwarz geworden sind!" Und noch weiter hörte die Seherin eine Stimme vom Himmel: Dieß Bild stellt die Kirche dar!" - Und scheint es dir nicht, mein Christ, daß dieses Bild am besten die heil. Kirche in unsern Tagen zeichne? O dieſe 19 für die gegenwärtige Zeit. erhabene, göttlich geschmückte Braui Jesu Christi, sie ist entstellt, und das selbst von ihren eigenen Kindern! Da ist vom Staube beschmutzt ihr Angesicht, weil in den Herzen so Vieler aller höhere Sinn verkommen ist, und sich im Trachten nach Geld und Gut vertieft. Da ist zerrissen ihr Gewand, weil so Viele nicht mehr achten und bewahren die ewige Wahrheit des Herrn. Da ist verdunkelt ihr Mantel und beraubt des Edelgesteins, weil so Viele unerfüllt lassen Gottes Gebot und ledig find jeglicher Tugend. Da sind schwarz ihre Schuhe, weil so Biele sind, die in Sünde und Verblendung wandeln. Siehe, Dieser vergißt ihrer, und Jener verachtet sie; Dieser beschimpft sie in Wort und Leben, und Jener drücket sie nieder zur Erde in roher Gewalt; Dieser bindet ihr die Hände, daß sie auch ihre guten Kinder nimmer zu segnen vermöchte, Fener hält sie in engem Kerter, daß sie nicht hinausgehen kann, um neue Kinder dem Herrn zu suchen! Und wer weiß, wie viel Bedrängniß, wie viel Leiden und Verfolgungen noch bevorstehen? Alles ahnet und fühlt es, daß ein furchtbarer Kampf um die heiligsten Güter vielleicht nahe bevorsteht. Bevor diese traurige Stunde schlägt, ruft die Kirche nochmals all' ihre Kinder zur Buße, zum Gebete, auf daß Gott, der allmächtige, seiner Kirche zu Hilfe komme mit seiner Kraft und sie zeige in ihrer Einigkeit, sie zu Ehren bringe in ihrer Herrlichkeit, Ehrfurcht schaffe ihrem Wort und Werk, daß er sie aufrichte zu segenbringender Freiheit und sie hinausführe und ausbreite zur Erlösung aller Völker der Erde! Und wenn Millionen Christen also bitten um Erhöhung und Ausbreitung unsrer heil. Kirche, bitten wit gereinigten Herzen und wiedergeboren zu Kindern Gottes im heiligen Sakramente der Buße und im Empfange des heiligsten Leibes des Herrn, sollte dieß einmüthige Gebet nicht das Herz des himmlischen Vaters bewegen und Hilfe und Sieg bringen für die Kirche und durch die Kirche auch für die bedrängten Völker? 3. Es hat vielleicht teine Zeit gegeben seit dem fast zweitausendjährigen Bestande der katholischen Kirche. in der ein so 20 Bedeutung des Jubiläums alles zerstörender Unglaube allgemeiner gewesen als jetzt, in der jegliche Art der Irrlehre so keck sich erhoben in Rede und That, wie in unsern Tagen. Und was das Traurigste ist: sind es nicht auch viele ihrer eigenen Kinder, viele Katholiten, die in arger Verblendung nach Gutdünken unter den Wahrheiten unserer heiligen Religion wählen, und jetzt diese, jetzt jene annehmen oder verwerfen; die so sich selbst lostrennen von dem lebendigen Leibe Jesu Christi? Wie sehr wird jetzt die Kirche von Jenen verfolgt, die auch äußerlich nicht zu ihr gehören! Welche Schmähungen und Verläumdungen wider die heilige Kirche werden nicht erfunden, die deinem eigenen Herzen gewiß nicht selten schon wehe gethan! Und wie manche ihrer Kinder werden dadurch lau und gleichgiltig gegen ihre ehrwürdige Mutter, die sie doch mit unaussprechlicher Zärtlichkeit liebt! Wann also mein Christ, that es mehr Noth, denn jetzt, daß unsere heilige Kirche alle ihre Kinder inniger an sich ziehe durch Spendung reichlicher Gnaden, und sie alle aufmuntere, zu beten für jene, die dem Rufe der Mutter nimmer folgen, zu beten, daß Jesus Christus, das ewige Licht, die ewige Wahrheit, heller aufleuchten möge in den Herzen der Menschen, daß er die Finsterniß des Unglaubens verdränge und die Blindheit des hartnäckigen Irrthums heile? Und wenn so Millionen beten mit reiner erleuchteter Seele, sollte da nicht der Herr sich Manchem noch deutlicher zu erkennen geben, und ihn zurückführen zur Demuth des Glaubens? Da begrüssen Tausende und Tausende mit Freude diese Tage des Segens, und eilen, um die Gnadenschätze zu gewinnen, Bischöfe und Priester und Laien, Jung und Alt, alle Stände und Geschlechter, Ungebildete nicht allein, auch die Gebildetsten und Gelehrtesten, und das auf der ganzen weiten Erde; und bei dem Anblick dieser aller, ihres übereinstimmenden Glaubens, ihres Eifers und ihrer Bußthränen und der Uebung jeglicher Tugend, bei dem Anblicke alles Dessen und unter dem besondern Lichte der Gnade sollte nicht Mancher seines Stolzes sich schämen, in dem er sich flüger dünken möchte für die gegenwärtige Zeit. 21 denn Alle, und sollte er nicht in Demuth zurückkehren zur Gemeinschaft des Einen Glaubens? O wie herrlich zeigt da trotz aller Bedrängniß unsre heilige Kirche sich in ihrer Einheit und Heiligkeit, in ihrer Allgemeinheit und in ihrem apostolischen Ursprunge! Da erhebet sich dort in der Hauptstadt der Christenheit vom Stuhle Petri der Eine und oberste Hirte der Heerde Christi, und rufet die Gläubigen, daß er sie hinführe auf die reichste Weide himmlischer Gnaden, und siehe! Alle, die da wahrhaft zur Heerde gehören, Alle folgen dem Rufe des Einen! Alle bekennen durch Wort und That, daß sie Eins seien mit ihm in Allem, daß Eins ihr Glaube, Eins ihre Hoffnung, Eins ihre Liebe. Alle schöpfen gleich Ihm aus der nämlichen Quelle dieser Einheit aus dem Opfer Jesu Christi am Kreuze, und aus jenen sieben heiligen Strömen, den Sakramenten, in denen vom Kreuze aus das Blut des Herrn fühnend und heiligend sich ausgießt über Alle. Wann strahlet die Braut des Herrn, die heilige Kirche, heller auf im ganzen Schmucke ihrer Heiligkeit, als in diesen Tagen des Heiles, in denen sie aufschließzt vor den Augen der Welt den Schatz der Verdienste Jesu Christi und aller Heiligen des Himmels; in denen sie sich umkleidet mit dem ewigen Ruhme der Apostel und all' der Tausende von heiligen Martyrern, Bischöfen, Bekennern, Jungfrauen und Frauen; in denen sie an der Bekehrung und Heiligung so Vieler sichtbar zeigt, daß sie heiligende Kraft in sich lebendig trage, daß fie die heilige Mutter sei? Wann siehst du die Kirche größer als jetzt, in der Zeit des Jubiläums, da sie mit mächtigen Händen Himmel und Erde und den Ort der Reinigung umfasset, durch das Verdienst ihrer triumphirenden Glieder die Qual der leidenden mildert und verkürzt, um es hinwieder den streitenden zur Ermunterung und Kraft ausdehnet über alle Christen des Erdkreises? Mehr denn, als zu anderer Zeit endlich erkennen wir jetzt unsere heilige Kirche als jene, die da aufgebaut worden über dem Grunde der Apostel, als die apostolische. Papst Pius IX. Bedeutung des Jubiläums eröffnet das heilige Jubiläum und Alle schauen auf ihn und erkennen in ihm den Nachfolger des heiligen Apostels Petrus, nach welchem er als der zweihundertsiebenundfünfzigste auf dem Stuhle des Apostelfürsten sitzet. Es ist die Kirche der Apostel Petrus und Paulus, von der aus sich die Gnaden dieses Ablaffes über die Erde verbreiten. Es ist die Lehre und das Beispiel der Apostel, dem unsere heilige Kirche sich in diesen Tagen besonders treu erweiset. Es sind die beiden Häupter der Apostel, auf deren Name und Fürbitte hin vorzüglich die Gnade des Ablasses den Gläubigen ertheilt wird. Siehst du da nicht, wie die katholische Kirche allein sich mit Recht die apostolische nennen könne? Und wenn nun Millionen von Gliedern dieser heiligen Kirche einmüthig und reinen Herzens zu Jesus rufen um Erleuchtung für Alle, die von ihr sich getrennt haben, sollte da nicht ein Strahl von der Schönheit der ewigen Braut Christi in die Augen und Herzen Bieler eindringen, daß sie bekennen müssen: Ja, dies ist die Eine, heilige, katholische, apostolische Kirche, und darum die einzig wahre? sollte nicht bei der Betrachtung dieser Einigkeit und Heiligkeit und Allgemeinheit und des apostolischen Ursprunges unserer Kirche manches Herz von ihren eigenen Kindern, das bisher gleichgiltig sich von ihr abgewandt, wieder sich zu ihr wenden, und ihr fortan treu anhängen im Bekenntniß und im Leben? 22 4. Einst redete der Herr mit seinen Jüngern über Jerusalems Zerstörung und das Ende aller Tage und zeichnete den Anfang dieses Jammers also: ,, Ihr werdet vernehmen Kriege und Kriegsgerüchte. Sehet zu, daß ihr nicht in Verwirrung gerathet! denn es muß dieses geschehen, aber es ist noch nicht das Ende. Denn es wird aufstehen Volt wider Volk und Reich) wider Reich, und es werden Pestkrankheiten und Hunger und Erdbeben sein dort und da. Das Alles aber wird der Anfang der Wehen sein." Echeint es dir nicht, als ob das Alles, mehr denn auf eine andere Zeit, auf die unsere passe? Die ganze Erde fast ist wie sonst nie erfüllt mit Unfriede und Kriegsgefahr; in Sel für den Einzelnen. sucht und Ehrgeiz stehen Völker gegen Völker, und stehen Unterthanen gegen ihren Herrn, und rufen so Armuth und Noth und Krankheit und Gottes Strafe in ihre Mitte. Wann that es mehr Noth denn jetzt, daß die Herzen Aller, die den Geist Christi, den Geist des Friedens in sich tragen, beten um Erneuerung dieses Geistes in Allen, um Friede und Einigkeit der Fürsten sowie der Völker? Das aber geschieht am besten und wirksamsten zur Zeit des Jubiläums. O daß Fürsten und Völker und Unterthanen den Segen nicht von sich stossen würden, der für Alle ohne Ansehen der Person in diesen Tagen ausströmt! Gar bald würde dann jener Geist des Friedens und der Eintracht wiedertehren. Wenn die Völker, so verschieden wie immer, hörten auf des Einen Hirten Ruf und sich fühlen lernten als die Eine Heerde Jesu Christi, es könnte Eifersucht und Verachtung und Haß wohl nimmer unter ihnen bestehen. Wenn jetzt, in dieſen Tagen des Heils, die Millionen alle wahrhaft zu Gottes Willen sich fehrten, dann würden sie bald auch wieder achten die durch Gottes Willen gesetzte Obrigkeit, und kehrte Friede ein statt Empörung in Land und Bolt, in Gemeinde und Haus, und damit die Fülle von Segen. Und wenn nun wirklich über die ganze weite Erde hin so viele Tausende und Tausende mit versöhntem Herzen um diesen Geist des Friedens beten, sollte er, der Friede, nicht herabsteigen und diese Bitten erfüllen durch die Mittheilung größerer Liebe?- 23 III. Bedeutung des Jubiläums für den Einzelnen. 1. Sollen aber die Segnungen des heiligen Jubiläums fo allgemein werden, so muß vorerst jeder Einzelne sich bemühen derselben sich theilhaftig zu machen. O daß dir, mein Christ, Gott das Auge öffnete, damit du die Wege schauen könnteft, auf denen seine unerschöpfliche Liebe und Barmherzigkeit dein Leben hinführet und hinführen möchte zur Gerechtigkeit und Heiligkeit und ewigen Seligkeit! Du würdest da sehen, von welch' großer, 24 Bedeutung des Jubiläums ja unberechenbarer Bedeutung diese Zeit der Gnade, die dir der Herr zu erleben gönnte, für das Geschäft deines Heiles sei! Möchte wenigstens von dir nicht gelten, was der Herr weinend einst über Jerusalem ausrief:„ Daß du es doch erkannt hättest an diesem deinem Tage, was dir zum Frieden gereichen sollte! Nun aber ist es verborgen vor deinen Augen!" 2. Wohl höret Gott nie auf in seiner Langmuth die Sünder zur Bekehrung zu rufen, die Schwachen zur Ausdauer, die Vollkommenen zu immer größerem Wachsthum; zu besonderen Zeiten aber ergehet dieser Ruf lauter und mächtiger denn sonst unter die Menschen und unter die Völker und unter die ganze Menschheit. So geschieht das jetzt, zur Zeit des Jubiläums. Solltest du diesen Gnadenruf nicht hören wollen? Siehe, da rufet der Herr durch das Oberhaupt unserer heiligen Kirche, er rufet durch deinen Bischof, er rufet durch die Prediger seines heil. Wortes. Höre diesen Ruf und zeige es vor aller Welt, daß du ein treues, folgsames Kind seiest unserer Mutter, der heiligen katholischen Kirche! Es rufet der Herr durch das Beispiel Anderer. Merte auf diesen Ruf! Siehe, wie Tausende und Tausende in freudigem Eifer das Heil erfassen: aufwachen aus dem Sündenschlafe, die Gefahr erkennen und im Lichte der Gnade vertrauensvoll auf den Retter schauen, auf den Erlöser Jesus Christus! wie sie abstehen von ihren Sünden, sie in Zerknirschung des Herzens beichten, und aufrichtig Buße thun und in dieser Zeit des Ablasses Alles tilgen möchten, was sie noch zurückhalten mag von der Seligkeit vollkommener Liebe! Sollte das nicht dir ein Antrieb sein, auch für das Heil deiner Seele mit gleichem Eifer zu sorgen, und wiederum Anderen zu gleichem Muster zu dienen? Welch' schöne Gelegenheit für dich, wenn du Hausvater oder Hausmutter bist, den vielleicht längst entschwundenen Segen des Himmels wieder in dein Haus zurückzuführen! Sorge nur, daß alle Glieder deines Hauses ganz vereiniget werden mit Gott durch die Gewinnung des heiligen Ablasses! Halte tein 25 für den Einzelnen. zurüc, treibe alle an! Der Mann hindere nicht sein Weib; das Weib ermuntere den Mann durch Gebet und Beispiel und freundliche Zurede; die Eltern sollten den Kindern die Liebe unsers Gottes zeigen, und ihnen die Gnaden dieser Zeit gewinnen helfen, und das Andenken daran unvergeßlich machen; die Hausleute und Herrschaften sollen nicht um zeitlicher Sorge willen ihre Untergebenen hindern am Geschäfte ihres ewigen Heils, sie sollen die guten in ihrem Eifer unterstützen, die lauen und schwankenden anfeuern und befestigen, die schlechten anhaltend ermahnen. Siehe, das ist Gottes Wille! Der Herr rufet durch das innere Wort. Höre dieses Wort! Mehr denn zu einer andern Zeit gilt es jetzt:„ Sieh', ich stehe vor der Thüre und klopfe an!" Von einem Herzen zum andern gehet der Herr in seiner Liebe, und rufet voll Mitleid Alle. Dem Sünder, der im Grabe seiner Gewohnheiten todt und umwunden und faulend liegt, rufet er weinend zu: ,, Lazarus, komm heraus!" Und dem Sünder, der da bereits angefangen, sich in schwere Sünden zu stürzen, ob sie auch noch nicht zur Gewohnheit geworden, den hält er auf und redet ihn voll Mitleid an:„ Jüngling. ich sage dir, steh' auf!" Und den Sünder, der da beginnt, im Herzen die Sünde zu lieben, den fasset er bei der Hand und spricht in Nachsicht und Liebe: ,, Tochter, steh' auf!" Welches Wort er auch zu dir wird sprechen müssen, verschließe doch das Ohr deines Herzens nicht! Dem Herzen aber, das da fälter geworden im Eifer eines frommen Lebens, ob es auch nicht abfällt in Sünde und Ungerechtigkeit, dem spricht der Herr:„ Ich habe Etwas wider dich, daß du deine erste Liebe verlassen. Sei also eingedent, woraus du gefallen, und wirke Buße und thue die ersten Werke!" Ist so dein Herz beschaffen, o so höre diesen Ruf der Liebe! Und Jenen endlich, die da treu wandeln auf den Wegen zur Vollkommenheit, denen rufet er im Herzen vernehmlicher als sonst in diesen Tagen zu, auszuhalten bis an's Ende. Sieh', ich komme bald! Bewahre, was du hast, auf daß dir Niemand deine Krone nehme!" Höre also den Ruf des 3 Bedeutung des Jubiläums. Herrn, auf daß in diesen Tagen des Segens dein Muth und deine Kraft erneuert und ausdauernd werte! 26 3. Ich weiß es nicht, mein Christ, ob du bereits nachgedacht haft, wie sehr ein Jeder Ursache habe, mit Frohlocken diesem besondern Rufe der Gnade zu folgen. Aber beherzige es, wie viele Vortheile dir und Allen dieses heilige Jubiläum biete! Wahrhaftig! ein heiliges Jubiläum ist die Krone aller Erbarmungen Gottes. Mehr als zu jeder andern Zeit ist der Herr jetzt bereit, alle, auch die größten Sünder wieder aufzunehmen in seine Liebe, wenn sie anders ihre Missethaten mit reuigem Herzen bekennen, sich ernstlich bessern und Buße thun wollen. O wie Mancher trägt die Last seiner Sünden jahrelang in seiner Seele, weil ihre Größe und Zahl ihn vom Beichtstuhle oder wenigstens vor einer aufrichtigen Beicht zurückschreckt! Soll der noch länger fürchten? Er zögere nicht mehr, und komme mit offenem Herzen, und der Priester des Herrn wird ihm mit noch größerer Geduld und mitleidsvollerer Liebe die Last von seiner Seele heben, die bisher Tag und Nacht das Leben ihm verbittert hat! Wäre es nicht Undank gegen Gott, schmählicher Undank, und nicht minder große Grausamkeit gegen sich selber, dieſe Gnade unbenützt von sich zu werfen? Es ist wahr, was Papst Gregor XVI. seligen Andenkens in einer Jubiläumsbulle sagt: „ Der Sünder, der ein so reichliches und so leichtes Mittel, Verzeihung seiner Sünden zu erhalten, nicht benützen sollte, wäre durchaus nicht zu entschuldigen, und der Erbarmung Gottes unwürdig." Und dann sieh': In dieser Zeit will dir die göttliche Liebe in deiner Buße ganz besonders zu Hilfe kommen! Schwere Buße solltest du ütben, vielleicht Jahre, ja dein Leben lang. Und nun kömmt Gott in seiner heil. Kirche dir so liebreich entgegen, begnüget sich mit so Geringem, und ergänzt alles Fehlende aus den Verdiensten seines Sohnes und seiner Heiligen. Du bist frei von der drohenden Qual des Reinigungsortes, der Himmel stehet dir offen! Ist das nicht etwas Großes? Aber etwas nicht minder Großes ist die Gnade des neuen übernatürlichen Lebens, Univ.- Bibl. Giessen für den Einzelner. 27 das da zugleich mitgetheilt wird. So lange das Herz durch die Sünde von Gott getrennt blieb, war es finster in ihm, das Licht des Glaubens schwach oder ganz erloschen; jetzt hingegen leuchtet rein und heiter dieses göttliche Licht im Innern. So lange durch die Sünde der Glaube todt war in der Seele, war auch die Hoffnung nur schwankend und begleitet von unseliger Furcht. Nun aber hat das Herz die Barmherzigkeit Gottes in vollem Maße aufgenommen, hat erkannt seine unergründliche Weisheit in unserer Führung zum Heile; so stehet unerschütterlich fest sein Vertrauen in jeder Betrübniß und Furcht und Gefahr und Bedrängniß, und genießet in der Gewißheit der Hoffnung schon im voraus die verheißenen Güter des ewigen Lebens. Ehe der Mensch in der unendlichen Barmherzigkeit Gottes feine unendliche Liebe erkannt, war auch seine eigene Liebe erkaltet und erstorben. Nun aber, nachdem Gott dem Menschen alle und jede Strafe geschenkt, nachdem er den Treulofen so recht wieder an sein väterliches Herz genommen, jetzt entzündet sich auch in der zu Gott gewendeten Seele die Liebe auf's Neue und mächtiger denn zuvor und vollendet das neue Leben der Gnade. Sage! hast du noch nichts erfahren von der Seligkeit des innern Lebens? Oso eile und schöpfe aus den Quellen desselben, deren Zugang jetzt geöffnet ist für Alle! Oder ist es dir abhanden gekommen im Treiben der Welt? O so vergiß jetzt, so viel du vermagst, der eitlen Sorge, und erneuere dieses Leben in dir, daß es fortan nimmer ersterbe! Denn das ist ebenfalls ein besonderer Vorzug dieser Zeit der Gnade: Gott verleihet dem Werte, das da begangen wird, eine viel größere Dauer für die Zukunft. Oft wohl hast du das Elend deiner Seele erkannt und haft Hilfe gesucht in der Buße. Du haft sie gefunden; aber wie lange harrtest du aus in dem neu empfangenen Leben? O wie bald vergaffest du jenes höheren Verlangens und der gemachten Entschlüsse? Frage dagegen Jene, die bereits das Glück gehabt haben, ein heiliges Jubiläum zu erleben und mit Gottes Gnade feiner Segnungen sich theilhaftig zu machen, ob sie nach zwanzig 28 Erfordernisse und mehr Jahren nicht immer noch mit innigem Danke gegen Gott die Stunde preifen, da eine gute Beicht oder Generalbeicht sie aus dem Elende der Sünde herausgeriffen, ob sie nicht, wenigstens Viele aus ihnen, von da ein neues Leben begonnen und den heiligen Versprechen treu geblieben, die sie in jenen gnadenreichen Stunden vor dem Angesichte Gottes mit tausend und tausend Andern oft und feierlich abgelegt haben? Es ist so, mein Christ! Wie da durch die Gnade unsers Herrn mächtiger als je in das Herz die Reue dringt, und klarer und träftiger der Vorsatz der Lebensbesserung sich machen läßt, zumal du gehoben und ermuntert wirst durch das Beispiel so vieler Anderer, so bleibt diese Zerknirschung und dieses Verlangen der Heiligung desto lebendiger dir eingeprägt auch für die Zukunft. Hast du also oft deine Schwäche und Unbeständigkeit beweint, siehe, so benüge jetzt die Gnadenzeit, in der auch du mit vielen Andern leichter als zu jeder andern Zeit die nothwendige Kraft erhalten wirst, fortan auszuharren bis au's Ende und so die Krone des Sieges zu gewinnen im ewigen Leben! IV. Erfordernisse zur Gewinnung der Jubiläums- Gnade. Du hast nun, mein Christ! die segensvolle Bedeutung eines heiligen Jubiläums für Alle wie für dich selber erkannt. Du wirst nun auch wissen wollen, was hiezu von dir erfordert werde. Allerdings Bieles: und vielleicht werden bei unserm geringem Bußeifer es nur Wenige sein, die das Alles recht erfüllen und dadurch aller Gnaden des Jubiläums sich theilhaftig machen; allein für den, der guten Willen hat, ist es im Vergleich mit den dargebotenen Schäßen doch ein sehr Kleines, was von uns verlangt wird. 1. Das Erste, was von dir Gott fordert, ist ein herzliches Verlangen, Alles so zu thun, wie es gottgefällig und nothwendig ist zur Gewinnung der ganzen Fülle der Gnaden. Wenn jur Gewinnung der Jubiläumsgnade. du darüber nachgedacht hast, wie viele und große Gnadenschätze dir die Kirche durch das heilige Jubiläum darbietet, dann fannst du unmöglich gleichgiltig dastehen, sondern mußt von innigstem Verlangen erfüllt werden, diese Schätze dir anzueignen. 2. Das Zweite: Du mußt mit Eifer trachten, von allen schweren Sünden und allen freiwilligen läßlichen dich frei zu bewahren, d. h. du mußt im Stande der Gnade sein. Wer das nicht wollte, könnte der im Ernst hoffen, daß Gottes Liebe ihn mit so reichlichen Schäßen überhäufen werde? Oder, wer da noch die Todsünde in der Seele trägt, wer also todt ist vor Gottes Augen, ein todtes Glied am Leibe Jesu Christi, wird der das Uebermaß der Verdienste seines heiligsten Blutes, und der Heiligen in sich aufnehmen können? So wenig wird dieses möglich sein, als ein erstorbenes Glied an deinem Leibe vom Herzen lebendiges Blut, als der verdorrte Zweig am Baume Saft aus Wurzel und Stamm empfangen kann. Wolltest du also die Todfünde nicht aus dem Herzen thun, unrechtes Gut nicht zurückgeben, von Feindschaft nicht ablassen, Gewohnheiten und Gelegen= heiten der Sünde nicht entfernen, überhaupt dich nicht aufrichtig bekehren, so würdest du auch keine Verzeihung deiner Sünden, also auch nicht die Gnaden des Jubiläums hoffen können. Bedente dieses wehl und täusche dich nicht! 29 3. Das Dritte, was von dir gefordert wird, ist der ernſtliche Wille, Gott genug zu thun. Im Schmerze über deinen Undank sollst du bereit sein, jede Strafe willig auf dich zu nehmen, jeder Buße dich gerne zu unterziehen, um Gottes Gerechtigkeit zu genügen, und seiner Liebe dich wieder würdig zu machen. Je heftiger dieses Verlangen sein wird, desto mehr wird Gott geneigt sein, dir jene großen und schweren Bußwerte, die seine Gerechtigkeit und Liebe von dir fordern, und jene zeitlichen Strafen zu erlaffen, die sie dir auferlegen muß hier oder dort. Da erst werden mit Nutzen dir die Verdienste Jesu Christi und seiner Heiligen zugewendet und von Gott dem Vater angerechnet werden können, auf daß sie das ergänzen, was du gerne thun Jubiläums- Beicht und Kommunion. wolltest, aber nicht zu thun vermagst ob deiner geringen Kraft und Ausdauer. Wer da meinte, er tönne auch ohne diesen Eifer der Buße, der aus dem Schmerze über die Beleidigung der Liebe Gottes, also aus wahrer Neue, stammt, die Gnaden des Jubiläums gewinnen, der würde sehr irren. Unsere heil. Kirche will in dieser Zeit nicht der Trägheit und Unbußfertigkeit, sondern einzig dem Eifer und der Schwäche zu Hilfe kommen. 4. Viertens wird von uns die gewissenhafte Erfüllung der eigens vorgeschriebenen guten Werke erfordert, nämlich: Würdiger Empfang der heil. Sakramente der Buße und des Altars, andächtige Besuchung der bestimmten vier Kirchen.( Siehe ob n Seite IV- VI.) 30 V. Beicht und Kommunion. 1. Um der Segnungen des heiligen Jubiläums theilhaft zu werden, muß man frei sein von aller Todsünde. Insoferne versteht es sich von selbst, daß die heil. Beicht Jedem unumgänglich nothwendig sei, der in einer Todsünde sich befindet. Allein die heilige Beicht wird unter den besonderen Bedingungen zur Gewinnung des Jubiläumsablasses auch als gutes Werk betrachtet, und darum ist sie wesentlich gefordert von Allen ohne Ausnahme, selbst von denen, die erst kurz vor der Jubiläumszeit gebeichtet, oder die seit ihrer letzten Beicht gerade keine schwere Sünde begangen haben. Wenn du dich mit Gottes Hilfe anschickst, die Gnaden des Jubiläums zu gewinnen, sollst du mit der Beicht den Anfang machen, auf daß du die übrigen vorgeschriebenen Werke im Stande der Gnade verrichtest. Und solltest du das Unglück haben, in eine schwere Sünde zu fallen ( was Gott verhüten wolle!), ehe du das letzte der vorgeschriebe nen Werke vollendet, so müßtest du auf ein Neues das Sakrament der Buße empfangen, sonst könntest du den Ablaß nicht gewinnen. Es ist einleuchtend, daß dieser Empfang ein würdiger sein müsse; denn ein unwürdiger würde ja, statt in den Jubiläums- Beicht und Kommunion. 31 Stand der Gnade zu verseßen, durch das Verbrechen des Gottesraubes nur noch mehr davon entfernen. Wie nothwendig ist's darum, daß du dich prüfest auch über deine frühern heil. Beichten, ob du nie absichtlich eine schwere Sünde verschwiegen, ob du nie in der Gewohnheit oder Gelegenheit der Sünden freiwillig geblieben und doch gebeichtet, also ohne Reue und ohne Vorsatz, ob du nicht lange Feindschaft oder unrechtes Gut gehabt ohne den festen Entschluß bei der heil. Beicht, dich auszuföhnen und das Unrechtmäßige zurückzuerstatten! Findest du, daß es in diesen Stücken fehle, so ist dir eine allgemeine Beicht nothwendig, wenn du anders nicht schon eine gründliche, giltige Generalbeicht abgelegt hast. Ziehe da einen guten Beichtvater zu Rathe! Gefeßt aber auch, daß du über rein vergangenes Leben dich beruhigen kannst, oder daß du dich jetzt keiner schweren Sünde schuldig weißt, so bemühe dich gleichwohl, die vorgeschriebene heil. Beicht mit desto gröBerer Sorgfalt abzulegen, je größer die besondere Gnade ist, die du in diesen Tagen auch im heil. Sakramente der Buße empfangen wirst. Darum sei genauer und gründlicher die Prüfung deines Seelenzustandes, inniger deine Neue, feſter und bestimmter dein Vorsatz, entschlossener dein Wille zur Buße und Genugthuung, demüthiger dein Bekenntniß. 2. Mit der heil. Beicht ist gefordert der würdige und andächtige Empfang der heil. Kommunion. Ich glaube, du wirst gar leicht den Grund dieser Bedingung zur Gewinnung des Jubiläumsablaffes erkennen. Wollen wir Antheil haben an dem Uebermaße der Verdienste Jesu Christi und seiner Heiligen, so müssen wir Theil haben an ihm selber und durch ihn an den Heiligen des Himmels. Diese Theilnahme wird uns, nachdem wir sie durch die Sünde verloren haben, zurückgegeben in dem heil. Sakramente der Buße, da der Herr unsere Seelen rein wäscht in seinem heiligsten Blute. Vollendet aber wird diese Theilnahme und befestiget durch den Genuß des hochheiligen Leibes des Herrn im Sakramente des Altars, 32 Jubiläums- Beicht und Kommunion. wie er selbst gesagt hat: ,, Wer mein Fleisch isset und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm." Alles was hierüber gesagt werden könnte, enthält in Kurzem der herrliche Ausspruch der heiligen Kirchenversammlung zu Trient, welcher also lautet: ,, Der Herr aber wollte, daß dieses Saframent genoffen werde gleichsam als geistige Seelenspeise, durch die genährt und gekräftiget werden sollen, so da leben von dem Leben dessen, der gesagt hat: ,,,, Wer mich isset, der wird auch leben durch mich;"" als ein Gegengift, durch das wir befreiet werden von den täglichen Fehlern und bewahrt vor Todsünden. Ueberdieß wollte er, daß es das Pfand ſei unserer fünftigen Herrlichkeit und ewigen Seligkeit, die Darstellung jenes Einen Leibes, dessen Haupt er selber fortan ist, und dem wir als Glieder eingefügt sein sollen durch das engste Band des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe." Jene Gemeinschaft also mit Christus dem Haupte und den Gliedern seines Leibes, den triumphirenden zumal, aus der allein der Strom aller Gnaden uns zufließt, wird vollendet und besiegelt in der heil. Kommunion, und du wirst jetzt begreifen, von welch' hoher Bedeutung es sei, in dieser Zeit der Gnaden fie so würdig als möglich zu empfangen. Denn je größer diese Würdigkeit und Andacht, desto inniger und dauernder die Vereinigung, desto voller und reicher also auch der Erguß aller Gnaden. Möchtest du also in diesen Tagen und fortan immer dem Tische unsers Herrn Jesus Christus dich nahen mit würdiger Vorbereitung, mit glühender Andacht, mit dauerndem Danke! Möge Jesus in deinem Herzen Eink hr nehmen und dich beseligen für Zeit und Ewigkeit! Mögest du ihn fortan in deinem Herzen bewahren durch ein frommes, heiliges Leben! Aber wie? wenn diese heilige Kommunion eine unwürdige fein sollte? Wehe dann dem Unglückseligen, doppelt wehe in dieſer Zeit! Der würde Fluch einernten statt des gehofften Gegens;": der würde ob der größeren Fülle der dargebotenen Gnaden denn je sich selber das Gericht effen! Der würde schmäh Kirchenbesuche. lichen Spott treiben mit Gottes unendlicher Liebe und Barmherzigkeit! Wird er sie wieder erfahren? Herr Jesus, laffe Keinen aus uns in solches Verderben fallen! 33 VI. Kirchenbesuche. 1. Zur Gewinnung des Jubelablaffes ist ferner der Besuch eigens bestimmter Kirchen gefordert. Die zu besuchenden Kirchen werden durch den Bischof oder in seinem Namen durch die Pfarrer bezeichnet. Zudem verlangt der heilige Vater ausdrücklich, daß man in den Kirchen, welche man besucht, mit Andacht beten müsse. Nicht bestimmt ist es, was und wie lange gebetet werden solle, und darum reichte, wenn der Eifer der Andacht nicht ohnehin zu Größerem triebe, jedes Gebet zur Erfüllung der auferlegten Bedingung hin. So genügen z. B. gar wohl sieben Vater unser und Ave, oder ein anderes gewöhnliches, sogenanntes Ablaßgebet. Nur das ist wohl zu beachten, daß das Gebet verrichtet werde nach der Meinung des Papstes, gleichviel ob man sie ausdrücklich kennet oder nicht. Sie ist aber fast immer die bereits angeführte dreifache: Erhöhung der heiligen katholischen Kirche und des apostolischen Stuhles, Ausreutung der Keßzerei und Bekehrung der Irrenden, Eintracht unter den christlichen Fürsten und Völkern. 2. Möchtest du doch deine Gebete mit rechter Sammlung und Andacht verrichten! Aber um dieses zu können, ist nothwendig, daß du diefe Sammlung schon auf dem Wege zur Kirche zu bewahren suchest. Fromme Gläubige beten darum auch auf dem Gange von einer Kirche zur andern, z. B. den heiligen Rosenkranz, oder sie betrachten dieses oder jenes Geheimniß aus dem Leben oder Leiden und Sterben des Herrn. Lasse also für diese Zeit alle Sorge für dein Hauswesen, für deine Arbeit, für diese bloß irdischen Angelegenheiten so viel möglich bei Seite; lange genug hat sie vielleicht die Sorge 34 Ausflüchte. für dein Heil verdrängt oder geschwächt; wende jetzt, bei den Kirchenbesuchen, dich einmal mit Ernst dieser zu! Ermüde nicht alsogleich durch das anhaltende Gebet! Oft genug haft du vielleicht das schuldige versäumt, oder nachgelassen in inständigem Bitten, wenn Gott nicht sogleich dich erhörte! Lerne also jetzt mit Ausdauer und Vertrauen beten! Achte nicht die Zeit für verloren und beklage nicht die Ermüdung deiner Glieder! Ist die Zeit, die du für Gottes Ehre und dein ewiges Heil verwendest, denn nicht vielmehr gewonnen als verloren? Und ziemt es sich nicht, daß du deinen Leib und seine Glieder einmal Gott darbringest als ein lebendiges, heiliges, gottgefälliges Opfer, nachdem du lange vielleicht dich abgemüht haſt im Dienste der Welt, oder deine Glieder vielleicht gar mißbraucht haft im geschäftigen Dienste der Sünde? Vielleicht hast du Viele durch deine Trägheit im Guten und durch deine Emfigkeit zu Unnützem und Sündhaftem geärgert, selbst ohne daß du es dachtest; darum freue dich jetzt, Gelegenheit zu haben, wie du so Manches hievon wieder gut machen und Andere erbauen könneft durch doppelten Eifer und fleißigen Kirchenbesuch! VII. Ausflüchte. Du kennest jetzt, mein Christ, die Bedingungen, denen du nachzukommen hast, um die Segnungen des heiligen Jubiläums dir zu gewinnen. Wie gering sind sie im Vergleich mit dieſen! Und möchte man meinen, daß auch da noch unsere Gleichgültigkeit und Trägheit sich getraue, ihre Stimme zu erheben, um uns von der Theilnahme am heil. Jubiläum zurückzuhalten? Widerstehe standhaft solchen verderblichen Stimmen, fie mögen nun in deinem eigenen Innern laut werden oder du magst sie aus dem Munde Anderer vernehmen! 1. Siehe! da möchten dir die Feinde sagen: Ei! wozu schon wieder ein Jubiläum? du hast erst das letzte gefeiert! Ausflüchte. 35 Antworte dir: Mitgefeiert habe ich es wohl; doch habe ich es auch so gethan, wie ich jetzt verstehe, daß es geschehen sollte? Kann ich überzeugt sein, daß ich die Gnade des vollkommenen Ablasses gewonnen habe? Für gewiß kann das Niemand sagen; denn Niemand weiß, ob er jetzt gerade der Liebe oder des Hasses vor Gott würdig sei, und ob er selber die bestimmten Bedingungen so genau erfüllt habe, als es nothwendig gewesen. Und gesetzt auch, daß ich das Glück gehabt, den Ablaß zu gewinnen, habe ich nicht auf's Neue gefündigt und deßhalb neue Strafen abzubüßen? Sollte ich also nicht mit Freude die neuangebotene Gnade ergreifen? 2. Oder sie möchten dir sagen: Dieß Jubiläum kömmt dir gerade zur recht ungelegenen Zeit; du mußt jetzt dieses und jenes thun! Zudem ist das auch nicht das letzte. Doch habe Acht, daß du nicht Einer aus Jenen bist, die vom Herrn zu einem großen Mahle geladen nicht kommen wollten und sich ebenso unverständig als undankbar entschuldigten, der eine mit diesem, der andere mit jenem Geschäfte; und fürchte, es möchte auch dich der Herr für immer ausschließen, wie er es bei jenen gethan, da er sprach: ,, Ich aber sage euch, keiner von jenen Menschen, die geladen waren, wird mein Mahl kosten!" Darum halte da keine Zeit für ungelegen, kein Geschäft für wichtiger, als das Geschäft deines Seelenheiles!- Du meinst, es sei dieß noch nicht das letzte Jubiläum. Weißt du das? Weißt du, ob du noch einen Tag leben werdest? Wie viele Tausende und Tausende haben diese Gnadenzeit nicht mehr erlebt, darunter Viele, die wohl auch so geredet haben wie du! Und gesetzt auch, daß du bis zu einem neuen Jubiläum in diesem Leben bleibest; warum willst du es dann gewinnen, und nicht gleich jetzt? Und bist du sicher, daß du dann auch noch fähig sein wirst zur Erlangung so hoher Gnade, nachdem du jetzt sie so leichtsinnig zurückgewiesen hast, und für die Zukunft vielleicht immer mehr in Sünden dein Gnadenmaß Ausflüchte. ?? erschöpft haben wirst? Wirket", sprach unser lieber Herr, so lange es Tag ist; es kommt die Nacht, wo Niemand mehr wirken fann!" Und wiederum: Ihr werdet mich suchen und in euerer Sünde sterben!" 36 3. Oder es möchten dir jene Feinde sagen: Was nüßt es dir auch? Mit dir wird es doch nicht mehr anders! Diese Sünde, diese Gewohnheit, diese Gelegenheit aufzugeben ist für dich zu schwer! du bist doch nach jeder Beicht wieder gefallen! zudem fehlt es bei dir schon von vornherein! Höre auf diese Worte nicht, durch die deine Trägheit auch noch zur Muthlosigkeit und Verzweiflung dich treiben möchte! Wer, und sei er auch der größte Sünder lange Jahre hindurch gewesen, sollte in dieser Zeit außerordentlicher Gnaden verzweifeln an seiner Rettung? Jeder kann da gerettet werden, wenn er anders selber will. Freilich wird dem Nichts helfen, der von Sünde und Gelegenheit nicht lassen will: aber wenn du das willst, so tennet Gott deinen guten Willen und tennet deine Schwäche, und er wird darum als eine besondere Gnade des Jubiläums dir diese verleihen, jene Schwäche überwinden zu können. Hunderte und Hunderte, vielleicht noch weit grö= Bere Sünder als du, bekehren sich jetzt so leicht, wie sie das früher nicht geahnt hatten, und du solltest das nicht auch können? Nichts ist für den zu schwer, dem Gott hilft; Gott aber ist jetzt bereit, Jedem zu helfen, der zu ihm kömmt; denn so spricht er: Zur gnadenreichen Zeit erhörte ich dich, und am Tage des Heils half ich dir!" und der Apostel setzte bei: ,, Siche! jetzt ist diese gnadenreiche Zeit, siehe! jeßt ist der Tag des Heils!" Darum fürchte Nichts und fasse Muth und fange an! Und ob du auch bisher oft angefangen, oft gebeichtet hast, und doch wieder gefallen, und um Nichts besser geworden bist: fange wieder an! denn, was der Gerechte in seinen Unvollkommenheiten thut, daß er nämlich siebenmal des Tages fällt und doch alle siebenmal mit festem Vertrauen wieder sich auf" 1 37 Ausflüchte. richtet, das mußt auch du in deinen Sünden thun, jetzt zumal, da Gottes Hand dich rascher aufzuheben bereits ausgestreckt ist, und sie dich nun noch fester ftützen und führen will, denn zu jeder andern Zeit. Erkennest du aber, daß es von vornherein gefehlt habe, daß du nie recht gebeichtet, daß vielleicht gerade dieß der Grund sei, warum du immer wieder gefallen - denn jede ungiltige Beicht vermehrte dir ja nicht die Gnade, sondern nur den Fluch, ertennest du dieß, so danke Gott, und lasse es dich nicht verdrießen, von vorne deine Besserung zu beginnen. decke dein ganzes Herz einem Priester auf, zu dem du Vertrauen hast, und kurze Zeit reicht hin, um in einer gründlichen Generalbeicht Alles gut zu machen, woran es bisher gefehlt hatte, und was deiner Bekehrung und dem Glücke deiner Seele entgegen war! - Kurz! bedenke es wohl, wie du teine Entschuldigung vor Gott und deinem Gewissen wirst finden können, wenn du diese Zeit des heil. Jubiläums solltest unbenützt vorübergehen lassen! Darum eile, ringe, rette deine Seele! Dann aber bewahre, was du empfangen; bleibe, was du geworden! durch die Gnade unsers Herrn und Heilandes Jesus Christus. Amen. 38 Gebets- Uebungen. Bemerkungen. 1. Die nachfolgenden Gebetsübungen, lieber Christ, kannst und sollst du auch öfter vornehmen, wenn das Jubiläum schon vorübergegangen, besonders an deinen Beicht- und KommunionTagen. Da werden deine schönen Entschlüsse und Empfindungen, die bei dem Jubiläum in dein Herz eingezogen, sich mehr und mehr in dir befestigen, zum Heile deiner unsterblichen Seele. Ja, gebrauche gerne dieses Gebetbüchlein für ,, bußfertige Christen!" 2. Das Vorbereitungsgebet verrichte besonders am Anfange des Jubiläums, und wenn du dich anschickest, es zu gewinnen und die vorgeschriebenen Werke zu verrichten. 3. Die im Folgenden angegebenen Ablässe können sämmtlich fürbittweise den armen Seelen zugewendet werden. Vorbereitungsgebet. Anrufung des heiligen Geistes.*) Komm', o Schöpfer, heiliger Geist! Such' die Seelen heim der Deinen, Und erfüll' mit Himmelsgnade Unsere Herzen, die Du schufft. Der Du Tröster wirst genannt, Und des Allerhöchsten Gabe, Lebensquelle, Gluth und Liebe, Und der Herzen geist'ge Salbung. *) Wer reumüthig diese Anrufung betet, hat jedesmal einen Ablaß von 100 Tagen, in der Pfingstwoche aber von 300 Tagen. Wer sie einen Monat lang täglich nach der Meinung des Papstes ( f. oben S. 33) betet, erhält einen vollkommenen Ablaß einmal in diesem Monate, an dem Tage, da er die hl. Sakramente der Buße und des Altars würdig empfängt Pius IV am 26. Mai 1796. Vorbereitungsgebet. Siebenfach in Deinen Gaben, Finger an des Vaters Rechte, Von dem Vater uns verheißen, Und die Rede uns verleihend: Licht entzünde unsern Seelen, Liebe gieß in uns're Herzen, Und der Schwäche unsers Leibes, Gib zum Dulden Muth und Kraft. Scheuche weit von uns den Feind, Gib den Frieden uns zur Stunde, Sei uns Führer, daß wir meiden Alles, was Verderben bringt. Gib, daß wir durch Dich den Vater, Und den ew'gen Sohn erkennen; Und an Dich, den Geist von beiden Glauben, nun und allezeit. Preis und Ehre sei dem Vater, Und dem Sohn, dem Eingebornen, Mit dem heiligen Geist, dem Tröster, Jetzt und alle Ewigkeit! Amen. 3ur Ofterzeit betet man als letzte Strophe: Preis und Ehre sei dem Vater, Und dem Sohne! der vom Tode Auferstanden, und dem Tröster, Jetzt und alle Ewigkeit! Amen. 39 V. Sende Deinen Geist und sie werden neu geschaffen; R. Und Du wirst das Angesicht der Erde erneuern.¹) ) D. h. Erschaffe in uns durch Deinen heiligen Geist ein neues Herz, geschmückt mit erneuerter Gerechtigkeit und Heiligkeit! Vorbereitungsgebet. Lasset uns beten! O Gott, der Du die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des heiligen Geistes gelehret hast; verleihe uns, daß wir in demselben Geiste das Rechte verstehen und seines Trostes uns immer erfreuen mögen! Durch Christus unsern Herrn. Amen. 40 Bittgebet. Ja, du unser Gott, Vater im Himmel! sende uns Deinen heiligen Geist, den Dein eingeborner Sohn uns versprochen hat! Ihm gehören unsere Herzen, die er im Sakramente der Taufe neugeschaffen und sie zu seiner Wohnung geschmückt hat; er möge sie würdig machen zum Empfange Deiner Gnaden! Er schaffe neu in uns, was verLoren ist, bilde in uns, was entstellet ist, belebe, was erstorben, erleuchte, was verfinstert ist; richte tröstend auf, was zu Boden liegt, stärke, was geschwächt, schütze, was bedroht, beruhige, was geängstigt ist, führe, was da irret! In seiner Kraft, o Bater, verleihe uns, daß wir das Heil erkennen, das Du uns bereitet hast durch Jesus Christus, unsern Herrn; daß wir es umfassen mit Begierde und erneuertem Eifer, wie es uns dargeboten wird durch unsere heil. Kirche; daß wir es fortan bewahren in uns, und nimmermehr verlieren jetzt und ewig! Durch denselben Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 41 Morgengebet. Im Namen des Vaters und des † Sohnes und des heiligen † Geistes. Amen. Mit Inbrunst danke ich Dir, o Gott, mein Schöpfer! daß Du mich diese Nacht wieder gnädig beschützt und bewahrt haft; und mein Erstes soll deßhalb sein, Dich mit allen Engeln und Heiligen zu preisen, indem ich spreche: Heilig, heilig, heilig bist Du, Herr Gott der Heerschaaren! Die Erde ist Deiner Herrlichkeit voll. Ehre sei dem Vater, Ehre dem Sohne, Ehre dem heiligen Geiſte!*) Ich glaube an Gott zc. Vater unser zc. Herr, allmächtiger Gott, der Du uns zum Anfange dieses Tages hast gelangen lassen, schütze uns heute durch Deine Kraft, auf daß wir in keine Sünde gerathen, sondern alle unsere Gedanken Worte und Werke immer darauf gerichtet seien, Deine Gebote zu vollbringen. Durch Christus unsern Herrn. Gegrüßt seist du Maria 2. *) Wer das Gebet ,, Heilig 2c." um damit die allerheiligste Dreifaltigkeit anzubeten, reumüthig spricht, erhält einen Ablaß von 100 Tagen, welcher unter der Woche täglich einmal, an allen Sonntagen aber, und in der Oktave des Festes der allerheiligsten Dreifaltigkeit dreimal gewonnen werden kann. Wer es während eines Monats täglich betet, erlangt einmal an einem beliebigen Tage desselben, an welchem er nach verrichteter Beichte und Communion eine Kirche besucht, und daselbst nach der Meinung des heiligen Vaters betet, einen vollkommenen Ablaß. Papst Clemens XIV. am 26. Juni 1770. 4 42 Morgengebet. O meine Gebieterin,- o meine Mutter! Dir opfere ich mich ganz auf, und zum Beweise, daß ich mich Deinem Schuße ergeben habe, schenke und weihe ich Dir heute meine Augen, meine Ohren, meinen Mund, mein Herz und mich selbſt ganz und gar. Weil ich also Dein bin, o gute Mutter, so bewahre mich, beschüße mich, und vertheidige mich wie Dein Eigenthum.*) Engel Gottes! der du mein Beschützer bist, erleuchte mich, bewahre mich, leite und regiere mich, der ich dir von der göttlichen Liebe anvertraut bin.**) Mein heil. Namenspatron, und ihr Heiligen Gottes alle bittet für uns bei dem *) Wer Morgens und Abends reumüthig ein ,, Gegrüßt ſeist du, Maria" mit dem obenstehenden Gebete spricht, um in allen Versuchungen, besonders gegen die Keuschheit, den Sieg durch die heiligste Jungfrau zu erflehen, erlangt einmal des Tages einen Ablaß von 100 Tagen; wer dasselbe einen Monat lang verrichtet, einen vollkommenen Ablaß an einem Tage dieses Monats, an welchem er nach abgelegter Beicht die heil. Kommunion empfängt und in einer Kirche oder öffentlichen Kapelle nach der Meinung des Papstes betet. Pius IX. am 5. August 1851. **) Ablaß von 100 Tagen, so oft man dieses Gebet andächtig und reumüthig spricht. Wer es einen Monat lang täglich wenigstens einmal betet, erlangt vollkommenen Ablaß an einem beliebigen Tage dieses Monats, an welchem er nach abgelegter Beicht die Communion empfängt, eine Kirche besucht und nach der Meinung des Papstes betet. Wer es täglich Morgens und Abends betet, außerdem noch einen vollkommenen Ablaß am Schußengelfeste, unter den obengenannten Bedingungen. Wer es häufig während seines Lebens betet, einen vollkommenen Ablaß in der Todesstunde. Pius VI. am 2. October 1795 und am 20. September 1796; Pius VII. am 15. Mai 1821. - Morgenbetrachtung. Herrn, auf daß wir verdienen mögen, seine Hilfe zu erfahren, und durch ihn selig zu werden. ( Gute Meinung.) O mein Gott, ich opfere Dir heute auf alle meine Gedanken, Worte und Werke zu Deiner größern Ehre und Glorie, und vereinige sie mit dem bittern Leiden und Sterben Jesu Christi, meines Erlösers. Amen. 43 Es segne und beschütze uns der allmächtige und barmherzige Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Worgenbetrachtung. Verrichte diese Betrachtung an Sonn- und Feiertagen während des Jubiläums, sowie an jenen Tagen, an welchen du der Gewinnung des Ablasses deine Sorge zuwendest. Sei bei uns, o dreieiniger Gott, Bater, Sohn und heiliger Geist! Amen. Mein Gott, Vater im Himmel! Wie danke ich Dir für diese Nacht! Du hast mich mit Baterliebe beschützt vor allen Gefahren der Seele und des Leibes, neu gestärkt und mit heiterem Muthe hast Du zu einem neuen Tage mich erwachen lassen! Und sieh! erst danke ich Dir, und schon ist Deine Hand geöffnet, um neues Gute mir zu geben! Deine Gabe ist jeder Athemzug, ist jeder Bissen Brod und jeder erquickende Trunk; und daß mein Herz fich gläubig und vertrauend und liebend zu Dir aufhebt, daß es verlangt, in Allem Deinen heiligen Willen zu thun, daß es sich getröstet fühlt in jeder Widerwärtigkeit und gekräftiget in Versuchung und in Schwäche, das ist Dein Geschent! So ist jeder Tag meines Lebens voll von Beweisen Deiner Liebe; aber wer könnte sie alle erkennen und aufzählen, die Du jetzt uns spendest in diesen Tagen Deiner besondern Gnade? Morgenbetrachtung. Ich weiß es, o Gott! ich habe durch meine Sünden Deinen Haß verdient, und Du ladest mich jetzt doppelt dringend ein zu Deiner Liebe; tausendmal hättest Du mich in die Hölle stoßen können, und Du verheißest jetzt mir, selbst die Strafe des Fegfeuers zu schenken! Viele hundert Jahre würden nicht hinreichen, um in dieser Welt durch das strengste Leben zu büßen, was ich gegen Dich verschuldet, und Du, o unendlich barmherziger Vater! begnügest Dich mit einer geringen Buße von etlichen Tagen! Ich habe undankbar und frevelnd Deine theuersten Gnaden nicht. aufgenommen oder nicht benüßt, und Du wirst nicht müde, in dieser Zeit mich mit den kostbarsten Gnaden gleichsam zu überschütten! Wie schmerzt mich jetzt meine Treulosigkeit gegen Dich, o mein Gott! Gerne möchte ich bei dem Anblicke solcher Liebe gegen mich Elenden ohne Unterlaß weinen, ja mein Leben möcht' ich zu jeder Stunde lassen, könnte ich dadurch das Geschehene ungeschehen machen! Aber Du willst das nicht einmal; Du willst nur, daß ich von jetzt an jegliche Sünde hasse und fliehe und mich mit Ernst bessere, und Du vergiffest Alles, als ob ich nie eine Sünde begangen; Du denkest nicht mehr daran, mich ob des Vergangenen zu bestrafen, und seien meine Vergehen noch so zahlreich und noch so groß! Gepriesen seist du, o Herr, um dieser großen Barmherzigkeit willen! Möchte ich doch nie mich derselben nochmal unwürdig zeigen, besonders nicht in dieser Zeit des hl. Jubiläums, nicht an diesem Tage! Nein, mein Vater! ich will gleich heute beginnen, mich wahrhaft zu bessern und Dich nicht mehr zu betrüben. Ich weiß es; diese Sünde ¹) hat mich am öftesten bisher von Dir getrennt; ich will heute und fortan besser Acht haben und alsogleich die 44 ¹) Denke hier an jene Sünde, in welche du am öftesten fällst, und aus welcher die übrigen Sünden vielleicht alle hervorgehen. Frage hierüber den Beichtater! 45 Morgenbetrachtung. Mittel ¹) dagegen gebrauchen. Ich will weder den heutigen Tag noch irgend einen andern dieser hl. Zeit vorübergehen lassen, ohne wenigstens einige Gnaden mir zu gewinnen. Der Eifer, der in so Vielen jetzt mir vorleuchtet, soll auch den meinen entzünden! Oft will ich meiner Sünden gedenken und meiner Unwürdigkeit vor allen Andern; oft will ich sie auf's Neue beweinen und mich zu tiefst demüthigen vor Dir, o heiliger Vater, vor allen meinen Mitmenschen und vor mir selber; nicht will ich aufhören, Dein Erbarmen anzurufen! Sei mir willkommen, Plage des Tages, jegliches Unangenehme, Schwäche, Armuth, Geringschäßung und Spott! Ihr sollet mir helfen, den Herrn zu versöhnen! in Geduld und Schweigen will ich euch tragen, und der Gerechtigkeit Gottes euch darbringen als geringfügige Beweise meiner Bereitwilligkeit und Buße. Ich will, o mein Gott, feine Gelegenheit in diesen Tagen versäumen, Gutes zu thun, wo ich kann; ich will wenigstens sanftmüthiger sein gegen Alle und versöhnlicher, nachgiebiger und liebevoller; ich will Alles, was ich thue, zu Deiner größern Ehre, zu meinem und meiner Mitmenschen Heil gethan haben. Aber, mein Vater, Du fennest meine Schwäche, und wie wenig ich treu bin meinen Vorsäßen! Hilf mir! Lehre Du mich immer recht erkennen und verabscheuen die Größe meiner Sünde, treibe Du mich an zur Buße und zur Uebung jeglicher Tugend, und gib mir zugleich Muth und Kraft und Ausdauer zur Vollführung dessen, was ich jedes Mal zu thun verlange! Denn sich, ich habe es oft er= fahren: Nichts vermag ich aus mir, wenn Du mir nicht ganz und gar Alles gibst, das Wollen und das Vollbringen! Und damit Alles, was ich heute thun werde, Dir wohl gefälliger sein möge, sieh', so vereinige ich es mit den ¹) Denfe etwas nach, welches Mittel du anwenden sollest. 46 Morgenbetrachtung. Verdiensten Jesu Christi, Deines Sohnes, unsers Herrn, mit denen der seligsten Jungfrau Maria, der glorreichen Apostel und aller Heiligen und aller frommen Christen der Erde. Ich weiß es, mein Gott, daß ich als Kind der katholischen Kirche, als Glied an diesem großen, geheimnisvollen Leibe Jesu Christi, Theil habe an dem Guten aller übrigen Glieder, aller Jener, die Dich fürchten. Darum bitte ich Dich, lasse mich heute zumal und diese ganze Zeit hindurch recht reichlichen Antheil finden an den heiligen Opfern, die Dir dargebracht werden auf der ganzen weiten Erde; an den eifrigen Gebeten aller Gläubigen; an den Reuethränen und Bußübungen Aller, die in diesen Tagen der Gnaden sich zu Dir mit Ernst belehren; an dem Lobe und Danke derer, die jetzt durch Deine zuvoreilende Liebe ihre unsterblichen Seelen gerettet seh'n aus der Sünde und dem eligen Verderben; an den guten Werken Aller, die Dich lieben und nun mit verdoppeltem Eifer Dir ihre Liebe zeigen möchten. An dem Allen laß auch mich Armen Theil nehmen, o barmherziger Vater, und nimm es zur. Verzeihung meiner Sünden und zum Nachlaß der verdienten Strafen gnädig auf aus den Händen unsers gekreuzigten Herrn und Erlösers Jesus Christus, der mit Dir und dem heiligen Geiste gleicher Gott ewig lebt und regiert, und für uns, seine Brüder, fürsprechen möge bei Dir, seinem ewigen Vater. Oheilige Maria, Mutter Gottes und zugleich unsere Mutter, bitte mit den heiligen Engeln und allen lieben Heiligen für uns jetzt und fortan, und besonders in der Stunde unsers Todes! Amen. 4.7 Meßandachten. Messe für die Nachlassung der Sünden. Vorbereitung und Sündenbekenntniß. An den Stufen des Altares. Priester: Im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes. Amen. Ich will hingehen zum Altar Gottes; Diener: Zu Gott, der die Freude meiner Jugend mir gibt. Pr. Schaffe mir Recht, mein Gott, und entscheide meine Sache mit dem unheiligen Volke; von dem Menschen voll Bosheit und Trug rette mich! D. Denn Du, o Gott, bist meine Stärke; warum stoffest Du mich zurück, und warum gehe ich traurig einher, wenn der Feind mich dränget? Pr. Sende anus Dein Licht und Deine Wahrheit! sie sollen mich wegführen und hinführen zu Deinem heiligen Berge und in Deine Gezelte! D. Und ich will hingehen zum Altare Gottes, zu Gott, der die Freude meiner Jugend mir gibt! Pr. Preisen will ich Dich auf der Harfe, Gott, mein Gott! Warum bist du traurig, meine Seele, und warum betrübest du mich? D. Hoff' auf den Herrn! denn ich werde ihn noch preisen; er ist das Heil, nach dem ich schaue, und mein Gott. P. Ehre sei dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiſte; D. Wie sie war im Anfang, und jetzt, und immer, und in alle Ewigkeit. Amen. 48 Meßandachten. Pr. Ich will hingehen zum Altare Gottes; D. Zu Gott, der die Freude meiner Jugend mir gibt. Pr. Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn; D. Der Himmel und Erde gemacht hat. Pr.( tief gebeugt): Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, der heiligen Jungfrau Maria, dem heiligen Erzengel Michael, dem heiligen Johannes dem Täufer, den heiligen Aposteln Petrus und Paulus, allen Heiligen und euch, Brüder, daß ich gar sehr gesündigt in Gedanken, im Worte und Werke, durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine größte Schuld. Darum flehe ich an die heilige Jungfrau Maria, den heiligen Johannes den Täufer, die heiligen Apostel Petrus und Paulus, alle Heiligen und euch, Brüder, zu bitten für mich bei dem Herrn, unserm Gott. D. Es erbarme sich deiner der allmächtige Gott, lasse dir nach deine Sünden und führe dich hin in's ewige Leben. Pr. Amen. D. Jch bekenne u. s. f.( Statt ,, Brüder" spricht er ,, Vater.") 11 Pr. Es erbarme sich euer der allmächtige Gott, lasse euch nach eure Sünden und führe euch hin in's ewige Leben. D. Amen. Pr. Nachlaß, Lossprechung und Verzeihung unserer Sünden verleihe uns der allmächtige und barmherzige Herr. D. Amen. Br.( etwas geneigt): Wende, o Gott, Dich zu uns und belebe uns! D. Und dein Volk wird sich freuen in Dir. Pr. Zeig' uns, o Herr, Deine Barmherzigkeit! D. Und Dein Heil verleihe uns! Pr. Herr, erhöre mein Gebet! D. Und mein Rufen dringe hinauf zu Dir. Messe für Nachlassung der Sünden. Pr. Der Herr sei mit euch! D. Und mit deinem Geiste. Pr. Lasset uns beten! ? 49 Während er zum Altare hinaufsteigt: Nimm hinweg von uns, wir bitten Dich, o Herr, unsere Missethaten, auf daß wir mit reinem Herzen zu dem Allerheiligsten hineinzutreten verdienen! Durch Christus, unsern Herrn. Amen. Am Altare und geneigt: Wir bitten Dich, Herr, durch die Verdienste Deiner Heiligen, deren Reliquien hier liegen, sowie aller Heiligen, daß Du mir verzeihen mögest all' meine Sünden! Amen. Eingang.( Auf der Epistelseite.) Weish. 11. Du erbarmest Dich Aller, o Herr, und Nichts hasfest Du von dem, was Du gemacht haft. Du beachtest die Sünden der Menschen nicht, wenn sie Buße thun, und schonest ihrer. Denn Du bist der Herr und unser Gott. P₁. 56. Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner, denn auf Dich vertraut meine Seele.)- Ehre sei dem Vater u. f. f.. Du erbarmest Dich Aller, o Herr! und Nichts hafsest Du von dem, was Du gemacht hast. Du be¹) Bete auch folgende Verse des schönen Psalms: Und unter dem Schatten deiner Flügel will ich hoffen, bis das Böse vorüberzieht. Rufen will ich zu Gott dem Höchsten, zu Gott, der mir Gutes thut. 50 Meßandachten. achtest die Sünden der Menschen nicht, wenn sie Busse thun, und schonest ihrer. Denn Du bist der Herr und unser Gott. In der Mitte des Altars. Pr. Herr, erbarme Dich unser! D. Herr, erbarme Dich unser! Pr. Herr, erbarme Dich unser! D. Christus erbarme Dich unser! Pr. Christus erbarme Dich unser! D. Christus erbarme Dich unser! Pr. Herr, erbarme Dich unser! D. Herr, erbarme Dich unser! Br. Herr, erbarme Dich unser! Gloria wird in dieser Messe, weil sie die Buße zum Zwecke hat und daher auch in violetter Farbe gelesen wird, nicht gebetet. Gegen das Volk gewendet. Pr. Der Herr sei mit euch! D. Und mit deinem Geiste. Er sendet vom Himmel( seine Hilfe) und befreiet mich; der Echmach übergibt er meine Bedränger. Es sendet Gott sein Erbarmen und seine Wahrheit, und entreißt meine Seele mitten aus den lengsten, da ich schlafe. Der Menschenkinder Zähne sind Waffen und Pfeile, und ihre Bungen ein scharfes Echwert. Eine Schlinge haben sie meinen Füßen gelegt, und sie haben niedergebeugt meine Seele: eine Grube haben sie vor mir gegraben, und sie stürzen in selbe. Bereit ist mein Herz, o Gott, bereit ist mein Herz; lobpreisen will ich und Psalmen singen. Will Dein Lob bekennen unter den Völkern, und Psalmen Dir singen unter den Heiden! Denn hocherhöht bis an den Himmel ist Deine Barmherzigkeit, und bis zu den Wolken Deine Wahrheit. Erhebe dich über die Himmel, Gott! es erhebe sich Deine Glorie über die ganze Erde! Meffe für Nachlaffung der Sünden. Gebet. Pr. Lasset uns beten!( auf der Epistelseite.) Vernimm, wir bitten Dich, o Herr, die Bitten der Flehenden, und trage Nachsicht mit den Sünden derer, die Dir bekennen, auf daß Du ingleichen uns huldvoll Nachsicht gewähreft und Frieden durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und regiert in der Einheit des heiligen Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. D. Amen. Epistel. 51 Pr. Lesung aus dem Briefe des heiligen Apostels Paulus an die Römer. Röm. VII. Brüder! Freudig stimme ich dem Gesetze Gottes bei nach dem inneren Menschen; sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetze meines Geistes, und mich gefangen hält im Gesetze der Sünde, welches in meinen Gliedern ist. Unselig ich Mensch! Wer wird mich befreien von dem Leibe dieses Todes? Die Gnade Gottes durch Jesus Christus, unsern Herrn. D. Gott sei Dank. Gradua I c. P₁. 78. Sieh' nach, o Herr, unfern Sünden, daß nicht einmal sagen die Heiden: Wo ist ihr Gott? V. Hilf uns, o Gott, Du unser Heil! und um der Ehre Deines Namens willen, o Herr, befreie uns! Allelujah! Allelujah! V.B₁.7. Ein gerechter Rich 52 Meßandachten. ter ist Gott, gewaltig und geduldig. Wird er ürnen durch jegliche Tage? Allelujah! Nach dem Sonntage Septuagefima bleiben die Allelujah und der folgende Vers hinweg; bafür wird gebetet was folgt: Ps. 129. Aus den Tiefen ruf ich zu Dir, o Herr! Herr, vernimm mein Flehen. V. Laß merken Deine Ohren auf das Gebet Deines Dieners! V. Wenn Du die Ungerechtigkeiten beachten wirst, o Gott, Herr, wer wird bestehen? y. Doch bei Dir ist Verföhnung, und um Deines Gesetzes( der Erbarmung) willen habe ich bestanden vor Dir, o Herr! Zur Osterzeit wird dafür gebetet: Pr. Allelujah, Allelujah! V. Pf. 7. Ein gerechter Richter ist Gott, gewaltig und geduldig. Wird er zürnen durch jegliche Tage? Allelujah! V. Pf. 50. Du wirst mir zu hören verleihen Freude und Frohlocken, und es werden aufjauchzen die gedemüthigten Gebeine! Allelujah! In der Mitte des Altars. Pr. Reinige mein Herz und meine Lippen, allmächtiger Gott, der Du die Lippen des Propheten Isaias mit glühender Kohle gereinigt. So auch reinige mich durch Deine gnädige Erbarmung, daß ich Dein heiliges Evangelium würdig verkünden möge! Durch Christus, unsern Herrn. Amen. Herr, laß mich gesegnet sein! Der Herr sei in meinem Herzen und auf meinen Lippen, auf daß ich würdig und ziemend sein heiliges Evangelium verkünde! Amen. Meffe für Nachlassung der Sünden. Evangelium. 53 Pr. Der Herr sei mit euch! D. Und mit deinem Geiste. Pr. Folgendes aus dem heiligen+ Evangelium nach Lukas. Lut. XI. D. Ehre sei Dir, o Herr! Pr. In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Bittet, und es wird euch gegeben werden; suchet, und ihr werdet finden; klopfet an, und es wird euch geöffnet werden. Denn Jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, findet; und dem Klopfenden wird geöffnet werden. Wenn aber aus euch Einer den Vater um Brod bittet, wird er ihm etwa einen Stein geben? oder um einen Fisch, wird er etwa statt des Fisches eine Schlange ihm geben? oder wenn er um ein Ei bittet, wird er ihm etwa einen Skorpion darreichen? Wenn also ihr, die ihr doch böse seid, gute Gaben euern Kindern zu geben wisset, um wie viel mehr wird euer Vater vom Himmel den guten Geist denen geben, die ihn darum bitten! Er küßt das Evangelium und spricht: Durch die Worte des Evangeliums mögen getilget werden unsere Sünden! Credo wird in dieser Messe nicht gebetet. Gegen das Volk gewendet. Pr. Der Herr sei mit euch! D. Und mit deinem Geiste. Pr.( Gegen den Altar): Lasset uns beten! Meßandachten. Opferung. Pf. 101. Herr, erhöre mein Gebet, und mein Rufen dringe hinauf zu Dir! 54 Bei der Opferung des Brodes: Nimm auf, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, diese unbefleckte Opfergabe, die ich, Dein unwürdiger Diener, Dir darbringe, Dir meinem lebendigen und wahren Gott, für meine unzähligen Sünden und Beleidigungen und Nachlässigkeiten, und für alle Umstehenden, aber auch für alle gläubigen Christen, lebendige und abgeschiedene, auf daß sie mir und jenen gedeihe zum Heile für das ewige Leben! Amen. Während er den Wein mit Wasser vermischt: O Gott, der Du die Würde des menschlichen Wesens wunderbar geschaffen, aber noch wunderbarer wiederhergestellt hast; verleihe uns durch das Geheimniß dieses Wassers und Weines der Göttlichkeit dessen theilhaftig zu sein, der sich gewürdiget hat, an unserer Menschlichkeit Theil zu nehmen, Jesus Christus, Dein Sohn, unser Herr, der mit Dir lebt und regiert in der Einheit des heiligen Geistes, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Bei der Opferung des Kelches: Wir opfern Dir, o Herr, den Kelch des Heils und flehen zu Deiner Milde, daßer mit süßem Woh!geruche vor dem Angesichte Deiner göttlichen Ma Meffe für Nachlassung der Sünden. jestät für unser und für das Heil der ganzen Welt sich erhebe! Amen. 55 Geneigt: Im Geiste der Demuth und mit zerknirschtem Herzen mögen wir aufgenommen werden von Dir, o Herr, und so möge heute vor deinem Angesichte unser Opfer werden, daß es Dir gefalle, Herr, unser Gott' Aufrecht stehend: Komm' Heiligmacher, allmächtiger, ewiger Gott und segne † dieses Opfer, das Deinem heil. Namen bereitet ist. Bei der Händewaschung. Ich will unter den Unschuldigen meine Hände waschen, und Deinen Altar, o Herr, will ich umfangen. Daß ich vernehme die Stimme derer, die Dich preisen,* und erzähle all' Deine Wunderthaten. Herr, ich liebe die Zier Deines Hauses,* und den Ort, wo Deine Herrlichkeit wohnet. Laß nicht mit den Gottlosen, Gott, meineSeele zuGrunde gehen,* und mein Leben mit den Männern des Blutes. ¹) An deren Händen Ungerechtigkeit flebt,* deren Rechte erfüllt ist von Geschenken 2). Ich aber bin in meiner Unschuld gewandelt!*( darum) erlöse mich und erbarme Dich meiner! Mein Fuß ist gestanden auf rechtem Weg;* in den Versammlungen will ich Dich preisen, o Herr ³)! Ehre sei dem Vater u. s. w. ¹) Die nur ihren Leidenschaften nachgehen. Die sich bestechen laffen zu Ungerechtigkeiten. 3) Darum will ich in der Zahl Deiner Gerechten Dich preisen. Meßandachten. In der Mitte des Altars: Nimm auf, heilige Dreieinigkeit, dieses Opfer, das wir Dir bringen ob des Gedächtnisses des Leidens, der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi, unsers Herrn, und zur Ehre der heiligen Jungfrau Maria, und des heil. Johannes des Täufers und der heil. Apostel Petrus und Paulus, und dieser) und aller Heiligen; auf daß es jenen gedeihe zur Ehre, uns aber zum Heile, und jene für uns fürbitten mögen im Himmel, deren Andenfen wir feiern auf Erden: durch denselben Christus, unsern Herrn! Amen. 56 Pr. Betet, Brüder!( Gegen das Volk.) Still, gegen den Altar sich kehrend: Daß mein und euer Opfer angenehm werde bei Gott, dem allmächtigen Vater. D. Es nehme auf der Herr das Opfer aus deinen Händen zum Preise und zur Verherrlichung seines Namens, sowie zu unserer und seiner ganzen heiligen Kirche Wohlfahrt! P. Amen. Stillgebet²). Wir bringen Dir dar, o Herr, Opfer der Versöhnung und des Lobes, auf daß Du unsere ¹) Jener Heiligen nämlich, deren Reliquien in den Altar eingefcloffen finb. So heißt dasselbe zum Unterschiede von den Gebeten vor der Epistel und nach der Kommunion, welche der Priester laut betet oder singt. Messe für Nachlaffung der Sünden. 57 Vergehen erbarmungsvoll verzeihen und die wantenden Herzen leiten mögest! Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und regiert in der Einheit des heiligen Geistes, Gott, Präfation. ¹) P. Von Ewigkeit zu Ewigkeit; D. Amen. P. Der Herr sei mit euch! Dr. Und mit deinem Geiste. P. Aufwärts die Herzen! Dr. Wir haben sie bei dem Herrn. P. Laßt uns Danksagen dem Herrn, unsern Gott! Dr. Das ist würdig und recht. P. Wahrlich ist's würdig und recht, heilig und heilsam, daß wir Dir immer und überall Dank sagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott! durch Christus, unsern Herrn. Durch den Deine Majestät loben die Engel, anbeten die Herrschaften, zitternd verehren die Mächte; die Himmel und die Kräfte der Himmel und die seligen Seraphim Lobpreisen in vereintem Frohlocken. Mit denen laß, wir bitten Dich, auch unsere Stimmen zu Dir dringen, indem wir sprechen mit demüthigem Preise: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott der Heerschaaren! Voll sind Himmel und Erde von Deiner Herrlichkeit; Hosanna in der Höhe! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!. Hosanna in der Höhe. ¹) Das ist der hehre Preisgesang der Kirche. 5 Meßandachten. Kanon. Hier beginnen die unmittelbaren Vorbereitungsgebete zur heil. Wandlung. Der Priester küßt den Altar, erhebt die Hände und spricht: Dich also, huldreichster Vater, bitten wir durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn, und flehen in Demuth, daß Du wohlgefällig aufnehmest und segnest diese+ Gaben, diese † Geschenke, diese theiligen Opfer; besonders die wir Dir darbringen für Deine heilige katholische Kirche, auf daß Du diese in Frieden erhalten, beschüßen, einigen und regieren wolleft; zugleich mit Deinem Diener, unserm Papste N. und unserm Bischofe N., und allen Rechtgläubigen und Pflegern des katholischen Glaubens! 58 Gedächtniß der Lebendigen. Gedenke, o Herr, Deiner Diener und Dienerinnen N. und N.,( Hier betet der Priester kurze Zeit für Alle, deren er besonders gedenken will.) und aller Umstehenden, deren Glaube und Andacht Dir bekannt ist; für welche wir Dir darbringen, oder welche Dir darbringen dieses Opfer des Lobes, für sich und all die Ihrigen, für die Erlösung ihrer Seelen, für die Hoffnung ihres Heils und ihrer Rettung, und die ihre Bitten Dir vortragen, Dir, dem ewigen, lebendigen und wahren Gott! In Gemeinschaft und in Verehrung des Andenkens besonders der glorreichen, allzeit jungfräulichen Maria, der Mutter unsers Gottes und Herrn Jesus Christus; aber auch Deiner heiligen Messe für Nachlassung der Sünden. 59 Apostel und Martyrer, Petrus und Paulus, Andreas, Jakobus, Johannes, Thomas, Jakobus, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Simon und Thaddäus; des Linus, Kletus, Klemens, Xystus, Kornelius, Cyprianus, Laurentius, Chryfogonus, Johannes und Paulus, Kosmas und Damianus, und aller Deiner Heiligen; durch deren Verdienste und Bitten Du uns verleihen mögest, daß wir in Allem durch die Hilfe Deines Schußes beschirmt werden. Durch denselben Christus, unsern Herrn. Amen. Indem er die Hände ausgebreitet über die Opfergaben hält: Dieses Opfer also unsers Dienstes, aber auch Deiner ganzen Familie, nimm, wir bitten Dich, o Herr, wohlgefällig auf; und ordne unsre Tage in Frieden, und laß uns von ewiger Verdammniß befreit und der Heerde Deiner Auserwählten beigezählt werden! Durch Christus, unsern Herrn. Amen. Indem er die Opfergaben segnet: Und dieses Opfer mögest Du, o Gott, wir bitten Dich, in Allem † gesegnet, geheiligt f, geweihtf, angemessen und annehmlich machen, daß es uns werde der Leib und das+ Blut Deines geliebtesten Sohnes, unsers Herrn Jesus Christus! Meßandachten. Wandlung. aftone Der Tags zuvor, als er litt,( er nimmt die Hoftie in seine Hände) das Brod in seine ehrwürdigen Hände nahm, und nachdem er die Augen erhoben hatte in den Himmel zu Dir, Gott, seinem allmächtigen Vater, Dir dankte, es segnete †, brach und seinen Jüngern gab, und sprach: Nehmet hin und esset von diesem Alle! Nun vollzieht der Priester das Geheimniß der hl. Wandlung, indem er spricht: Denn dieß ist mein Teib. Hierauf erhebt der Priester den heiligsten Leib des Herrn. Aehnlicherweise, nachdem das Abendmahl gehalten war,( er nimmt den Kelch in beide Hände) nahm er auch diesen hochherrlichen Kelch in seine heiligen und ehrwürdigen Hände, dankte Dir ebenſo, segnete ihn, und gab ihn seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin, und trinket aus selbem Alle! 60 Denn dieser ist der Kelch meines Blutes, des neuen und ewigen Bundes, das Geheimniß des Glaubens, der für euch und für Viele wird ausgegossen werden zur Vergebung der Sünden! So oft ihr dieses thun werdet, sollet ihr es thun zu meinem Andenken. Nun erhebt der Priester das heiligste Blut des Herrn. Nach der Wandlung. So sind wir denn auch eingedenk, Herr, wir Deine Knechte, aber auch Dein heiliges Volk, des so heiligen Leidens desselben Christus, Deines Messe für Nachlaffung der Sünden. Sohnes, unsers Herrn, sowie auch seiner Auferstehung von den Todten, aber auch der glorreichen Auffahrt in den Himmel; und bringen Deiner hochherrlichen Majestät von Deinen Gaben und Geschenken ein reines+ Opfer, ein heiliges † Opfer, ein unbeflecktes+ Opfer, das heilige+ Brod des ewigen Lebens, und den Kelch+ des beständigen Heils. 61 Ueber dieses würdige Dich herabzuschauen mit versöhntem und freundlichem Blicke, und es wohl= gefällig aufzunehmen, wie Du Dich gewürdiget haft, wohlgefällig aufzunehmen die Geschenke Deines gerechten Dieners Abel und das Opfer Deines Patriarchen Abraham, und das Dir Dein Hohepriester Melchisedech dargebracht, ein heiliges Opfer, eine unbefleckte Gabe! Tiefgeneigt: Flehentlich bitten wir dich, allmächtiger Gott! laß dieses durch die Hände Deines heiligen Engels hinaufsteigen auf Deinen erhabenen Altar, vor das Angesicht Deiner göttlichen Majestät; auf daß wir Alle, die aus dieser Gemeinschaft des Altars Deines Sohnes hochheiligen Leib und hochheiliges + Blut empfangen werden, mit allem himmlischen Segen, und mit Gnade erfüllt werden mögen! Durch denselben Christus, unsern Herrn. Amen. Gedächtniß der Gestorbenen. Gedenke auch, o Herr, Deiner Diener und Dienerinnen N. und N., die uns vorangegangen sind 62 Meßandachten. mit dem Zeichen des Glaubens und schlafen den Schlummer des Friedens.- Ihnen, oHerr, und allen in Christus Ruhenden verleihe, wir bitten Dich, die Stätte der Erquickung, des Lichtes und des Friedens! Durch denselben Christus, unsern Herrn. Amen. Auch uns Sündern( er schlägt an die Brust), Deinen Dienern, würdige Dich, da wir auf die Menge Deiner Erbarmungen hoffen, Antheil und Gemeinschaft zu verleihen mit Deinen heiligen Aposteln und Martyrern, mit Johannes, Stephanus, Matthias, Barnabas, Ignatius, Alexander, Marcellinus, Petrus, Felicitas, Perpetua, Agatha, Lucia, Agnes, Cäcilia, Anastasia, und allen Deinen Heiligen; und nimm uns auf in deren Gesellschaft, indem Du nicht auf unser Verdienst schauest, sondern Barmherzigkeit uns erzeigest! Durch Christus, unsern Herrn, durch den Du, o Herr, dies Alles immer als gut erschaffest, † heiligest, † belebest, † segnest, und uns gewährest. Indem er mit der heiligsten Hostie drei Kreuze über den Kelch und zwei zwischen sich und dem Kelche macht: Durch † ihn, und mit † ihm, und in † ihm sei Dir, o allmächtiger Vater in der Einheit des heiligen Geistest alle Ehre und Glorie! Das Gebet des Herrn. Pr. Von Ewigkeit zu Ewigkeit; D. Amen. Pr. Lasset uns beten! Durch heilsame Vorschriften ermahnt, und durch göttliche Anordnungen unterwiesen, wagen wir zu sprechen: Messe für Nachlaffung der Sünden. Vater unser, der Du bist in dem Himmel! geheiliget werde Dein Name, zukomme uns Dein Reich, Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf Erden. Gib uns heute unser tägliches Brod, und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern, und führe uns nicht in Versuchung! D. Sondern erlöse uns von dem Uebel! 63 Pr. Amen. Befreie uns, wir bitten Dich, Herr, von allen Uebeln, vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen, und durch die Fürbitte der seligen und glorreichen, allzeit jungfräulichen Gottesmutter Maria, mit Deinen Hl. Aposteln Petrus und Paulus und Andreas und allen Heiligen, gib gnädig in unsern Tagen Frieden, auf daß wir durch die Hilfe Deiner Barmherzigkeit unterstüßt, sowohl von Sünde immer frei, als auch vor aller Verwirrung ficher seien! Indem er die heilige Hostie bricht: Durch denselben Jesus Christus, unsern Herrn, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und regieret in der Einheit des heiligen Geistes Gott, Von Ewigkeit zu Ewigkeit; D. Amen. Pr.( indem er mit einem Theilchen der heiligen Hoftie dreimal das Kreuz über den Kelch macht): Der Friede † des Herrn sei † immer mit † euch! D. Und mit deinem Geiste. 64 Meßandachten. Pr.( indem er das Theilchen in den Kelch fallen läßt): Diese Vermischung und Weihung des Leibes und Blutes unsers Herrn Jesus Christus werde uns, die wir davon empfangen, zum ewigen Leben! Amen. Agnus Dei. Lamm Gottes, das Du hinnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser! Lamm Gottes, das Du hinnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser! Lamm Gottes, das Du hinnimmst die Sünden der Welt, schenk' uns den Frieden! Geneigt: Herr Jesus Christus, der Du Deinen Aposteln gesagt haft: Den Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; schaue nicht auf meine Sünden, sondern auf den Glauben Deiner Kirche, und verleihe ihr nach Deinem Willen Frieden und Einigkeit! Der Du lebst und regierst Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Herr Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes, der Du nach dem Willen des Vaters, unter Mitwirkung des heiligen Geistes, durch Deinen Tod die Welt belebt haft; befreie mich durch diesen Deinen hochheiligen Leib und Dein hochheiliges Blut von allen meinen Ungerechtigkeiten und von allen Uebeln, und mache, daß ich allzeit Deinen Geboten anhange, und laß nicht zu, daß ich je von Dir geschieden werde! Der Du mit demselben Gott Messe für Nachlaffung der Sünden. 65 dem Vater und dem heiligen Geiste lebst und regierst, Gott, in die Ewigkeit der Ewigkeiten. Amen. Der. Empfang Deines Leibes, Herr Jesus Christus, den ich Unwürdiger zu genießen wage, gereiche mir nicht zu Gericht und Verdammung, sondern gedeihe mir nach Deiner Milde zum Schutzmittel des Geistes und des Leibes und zur Erlangung des Heils! Der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater in der Einheit des heiligen Geistes Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Kommunion. Er nimmt den heiligsten Leib: Das Himmelbrod will ich empfangen und den Namen des Herrn anrufen. Indem er dreimal an die Bruft schlägt, spricht er jedesmal: Herr, ich bin nicht würdig, daß Du eingehst unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, und es wird gesund meine Seele. Er macht mit der hl. Hoftie das Kreuz über sich: Der Leib unsers Herrn Jesus Christus bewahre meine Seele ins ewige Leben! Amen. Der Priester genießt den hl. Leib des Herrn und hält eine Weile inne zur Anbetung des allerheiligsten Sakraments; dann ergreift er den Kelch und spricht: Was soll ich geben dem Herrn für Alles, was er mir gegeben? Den Kelch des Heils will ich Megandachten. empfangen, und den Namen des Herrn anrufen, und vor meinen Feinden werde ich gerettet sein. Er macht mit dem hl. Kelche das Kreuz über sich: Das Blut unsers Herrn Jesus Christus bewahre meine Seele ins ewige Leben! Amen. Nun genießt er anbetend das heilige Blut. Hierauf reinigt er die Hl. Gefäße. 66 Bei Eingießung des Weines: Was wir mit dem Munde empfangen, Herr, das mögen wir erfassen mit reinem Geiste, und aus zeitlichem Geschenke werde es uns ein Heilmittel für ewig! Während der Abwaschung der Finger: Dein Leib, o Herr, den ich empfangen und das Blut, das ich getrunken, bleibe in meinem Innersten; und Du gewähre, daß in mir keine Mafel der Sünde zurückbleibe, nachdem mich neu belebt haben die reinen und heiligen Geheimnisse! Der Du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Nach der Kommunion( auf der Epistelseite.) Bittet, und ihr werdet empfangen; suchet, und ihr werdet finden; klopfet, und es wird euch geöffnet werden! Denn Jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, findet; und dem Klopfenden wird geöffnet werden. Schlußgebet. Pr. Der Herr jei mit euch! D. Und mit deinem Geiste. Pr.( auf der Epistelseite): Lasset uns beten! Messe für Nachlaffung der Sünden. 67 Verleihe uns, ewiger Erlöser! daß wir, die wir durch dieses Gnadengeschenk Verzeihung der Sünden erlangen, fortan die Sünden vermeiden mögen. Durch unsern Herrn Jesus Christus u.f.f. D. Amen. Gegen das Volk( in der Mitte des Altars.) Pr. Der Herr sei mit euch! D. Und mit deinem Geiste. Pr. Lobpreisen wir den Herrn! D. Gott sei Dank. Segen. Gegen den Altar und geneigt: Es gefalle Dir, heilige Dreifaltigkeit, die Leistung meines Dienstes, und gewähre Du, daß das Opfer, das ich Unwürdiger vor den Augen Deiner Majestät dargebracht habe, Dir angenehm sei, mir aber und Allen, für die ich es dargebracht, in Deiner Erbarmung zur Versöhnung gereiche! Durch Christus, unsern Herrn. Amen. Er küßt den Altar und segnet das Volk: Es segne euch der allmächtige Gott, Vater und Sohn und heiliger Geist. D. Amen. Das letzte Evangelium. Pr. Der Herr sei mit euch! D. Und mit deinem Geiste. Pr. Der Anfang des heiligen+ Evangeliums nach Johannes. Joh. I. D. Ehre sei Dir, o Herr! 68 Messe für Nachlaffung der Sünden. Br. Im Anfange war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dieses war im Anfange bei Gott. Alles ist durch selbes gemacht worden, und ohne selbes ist Nichts gemacht worden, was gemacht ist. In selbem war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsterniß, und die Finsterniß hat es nicht erfaßt. Es ward ein Mensch gesandt von Gott, deß Name war Johannes. Dieser kam zum Zeugniß, daß er Zeugniß gäbe vom Lichte, damit Alle glaubten durch ihn. Nicht war Jener das Licht, sondern damit er Zeugniß gäbe vom Lichte. Dieses war das wahre Licht, welches erleuchtet jeglichen Menschen, kommend in die Welt. In der Welt war er, und die Welt ist durch ihn gemacht worden, und die Welt erkannte ihn nicht. In sein Eigenthum kam er, und die Seinigen nahmen ihn nicht auf. So Viele aber ihn aufnahmen, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, denen, welche glauben in seinen Namen, welche nicht aus Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat in uns gewohnt: t; und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit als des Eingebornen vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. D. Gott sei Dank. 69 Messe zum Preise der heiligsten Dreifaltigkeit. Wird Alles gebetet wie bei der vorhergehenden Messe( S. 47-68).. Nach dem Stufengebete( S. 47) beachte folgende Ausnahmen. Eingang( Vergl. S. 49). Gepriesen sei die heilige Dreieinigkeit und ungetheilte Einheit! Laßt uns ihr Dank sagen, weil sie an uns verwirklicht hat ihre Barmherzigfeit. B₁. 8. Herr, unser Herr! wie wundervoll ist Dein Name auf dem gesammten Erdkreise. Ehre sei dem Vater 2c. Gepriesen sei die hl. Dreieinigkeit( bis zum Pf.) Herr, erbarme dich unser 2c.( S. 50.) Gloria.( S. 50.) Ehre sei Gott in der Höhe, und auf Erden Friede den Menschen, die guten Willens sind! Wir loben Dich, wir preisen Dich, wir beten Dich an, wir verherrlichen Dich! Dank sagen wir Dir ob Deiner großen Glorie! Herr Gott, himmlischer König, Gott, allmächtiger Vater! Herr, eingeborner Sohn, Jesus Christus, Herr Gott, Gottes Lamm, Sohn des Vaters! Der Du hinnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser! Der Du hinnimmst die Sünden der Welt, nimm auf unser Flehen! Der Du fizest zur Rechten des Vaters, erbarme Dich unser! Denn Du allein bist heilig, Du allein der Herr, Du allein der Höchste, Jesus Christus, mit dem heiligen Geiste, in der Glorie Gottes des Vaters! Amen. Meßandachten. Gebet( S. 51). Allmächtiger, ewiger Gott, der Du Deinen Dienern verliehen hast, im Bekenntnisse des wahren Glaubens die Herrlichkeit der ewigen Dreifaltigkeit zu erkennen und in der Macht der Majestät die Einheit anzubeten; laß uns, wir bitten dich, durch eben dieses Glaubens Festigkeit jederzeit vor allem Widerwärtigen geschützt werden. Durch Jesus Christus unsern Herrn, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und regiert in Einheit des heiligen Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. D. Amen. 70 Epistel.( S. 51.) Lesung des Briefes des heiligen Apostels Paulus an die Korinther. II. Kor. XII. Brüder! freuet euch, seid vollkommen, mahnet euch auf: seid Eines Sinnes und im Frieden; und der Gott des Friedens und der Liebe wird mit euch sein. Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen. D. Gott sei Dank. Graduale. Dan. 3. Gepriesen bist Du, o Herr! Der Du die Tiefen schauest, und thronest auf Cherubim. V. Gepriesen bist Du, o Herr! in des Himmels Veste, und hochgelobt in Ewigkeit. Alleluja, AlleLuja. R. Gepriesen bist Du, Herr Gott unserer Väter! und hochgelobt in Ewigkeit. Alleluja. Messe zum Preise der hl. Dreifaltigkeit. 71 Nach Septuagefima werden die beiden Alleluja und der folgende Vers weggelassen; dafür wird das Nachstehende gebetet. Dich Gott den Vater, den Ungezeugten; Dich den Eingebornen Sohn; Dich den heiligen Geist, den Tröster; Eine heilige und ungetheilte Dreieinigkeit bekennen wir von ganzem Herzen, Loben und preisen sie. R. Weil groß Du bist und Wunderbares Du wirkest, der Du allein Gott bist. R. Dir Lob, Dir Verherrlichung, Dir Danksagung in Ewigkeit ohne Ende, o seligste Dreieinigkeit. Zur Osterzeit. Alleluja, Alleluja. Gepriesen bist Du, Herr, Gott unserer Väter! und hochgelobt in Ewigkeit. Alleluja. V. Laßt uns preisen den Vater und den Sohn mit dem heil. Geiste. Alleluja. Gebet in der Mitte des Altares, Reinige 2c.( Seite 52.) Evangelium.( S. 53.) Folgendes aus dem heiligen Evangelium nach Johannes. Joh. XV. In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wenn gekommen ist der Tröster, den ich euch senden werde vom Vater, als den Geist der Wahrheit, welcher vom Vater ausgeht, der wird Zeugniß geben von mir. Auch ihr jedoch werdet Zeugniß geben, weil ihr vom Anfange bei mir seid. Solches habe ich geredet zu euch, damit ihr nicht Anstoß nehmet. Aus den Synagogen werden sie euch verbannen, ja, es kömmt eine Stunde, daß Jeder, der euch tödtet, wähnen wird, Gott einen Dienst darzubringen. Und dies werden sie euch Meßandachten. E thun, weil sie nicht erkannten den Vater, noch auch mich. Aber dies habe ich zu euch geredet, damit, wenn die Stunde gekommen, ihr dessen gedenket, daß ich es euch gesagt habe. Credo.( S. 53.) 72 Ich glaube an Einen Gott, allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erde, all des Sichtbaren und Unsichtbaren. Und an einen Herrn Jesus Christus, den einzig gezeugten Sohn Gottes, der aus dem Vater geboren ist vor aller Zeit; Gott von Gott; Licht von Licht; wahrer Gott vom wahren Gott; erzeugt, nicht geschaffen, gleichwesentlich dem Vater; durch den Alles geschaffen worden; der unser, der Menschen wegen, und wegen unsers Heiles herabgestiegen ist vom Himmel, und Fleisch angenommen hat durch den heiligen Geist aus Maria der Jungfrau, und Mensch geworden ist; der auch gekreuzigt wurde für uns unter Pontius Pilatus, gelitten hat und begraben worden; und der auferstanden ist am dritten Tage, nach den Schriften, und aufstieg in den Himmel; der sizet zur Rechten des Vaters, und wiederum kommen wird mit Glorie, zu richten die Lebendigen und die Todten; dessen Reiches kein Ende sein wird. Und' an den heiligen Geist, den Herrn und Lebendigmacher; der aus dem Vater und Sohn hervorgeht; der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und verherrlichet wird; Messe zum Preise der hl. Dreifaltigkeit. 73 der geredet hat durch die Propheten. Und Eine heilige, fatholische und apostolische Kirche. Ich betenne eine Taufe zur Nachlassung der Sünden, und erwarte die Auferstehung der Todten, und ein Leben kommender Ewigkeit. Amen. Opferung. Tob. 12. Gepriesen sei Gott der Vater und Gottes eingeborner Sohn und der heilige Geist, weil er an uns seine Barmherzigkeit erzeigt hat. Die übrigen Gebete, bei der Opferung, bei der Händewaschung des Priesters, bis zum Stillgebete, sind wie S.54-56. Stillgebet.( S. 56.) Heilige, Herr, unser Gott! durch die Anrufung Deines Namens die Gabe dieser Opferung, und schaffe durch sie uns selber Dir zum vollendeten ewigen Weihegeschenke. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn 2c. Präfation.( S. 57.) Wahrhaftig würdig ist es und recht, billig und heilsam, daß immer und überall wir Dir Dank sagen, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott! der Du mit deinem eingebornen Sohne und dem heiligen Geiste Ein Gott bist, Ein Herr: nicht in der Alleinigkeit Einer Person, sondern in des Einen Wesens Dreieinigkeit. Denn was wir von Deiner Herrlichkeit, wie Du uns offenbareft, glauben, das erkennen wir auch von Deinem Sohne, das vom heiligen Geiste, ohne Unterschied und 6 Messe zum Preise der hl. Dreifaltigkeit. Abbruch; so daß im Bekenntniß der wahren und ewigen Gottheit in den Personen die Eigenthümlichkeit, und in der Wesenheit die Einheit, und in der Majestät die Gleichheit angebetet wird: welche Lobpreisen die Engel und Erzengel, die Cherubim und Seraphim, die nie enden zu rufen, allzeit einstimmig lobsingend: Heilig 2c.( S. 57.) 74 Vom Canon an, bis nach der heiligen Kommunion alle Gebete wie oben, S. 58-66. Nach der Communion.( S. 66.) Tob. 13. Wir preisen den Gott des Himmels und vor Allem, was lebt, bekennen wir ihn, weil er an uns sein Erbarmen geübt. Schlußgebet.( S. 66.) Zum Heile der Seele und des Leibes gedeihe uns, o Herr unser Gott! dieses Sakramentes Empfang und der ewigheiligen Dreifaltigkeit und ihrer ungetheilten Einheit gläubiges Bekenntniß. Durch unsern Herrn Jesus Christus Deinen Sohn, der mit Dir lebt und regiert in Einheit des hl. Geistes, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. D. Amen. Pr. Der Herr sei mit euch! D. Und mit deinem Geiste. Pr. Gehet, vollendet ist die Messe! D. Gott sei Dank. Segen und letztes Evangelium wie oben Seite 67. Meßbetrachtung. Nach dem hl. Ephrem. Zur Vorbereitung. Von Dir, o ewiger Hoherpriester und Diener des Heiligthums und des wahrhaften Tabernakels, den der Herr selbst errichtet hat, bekennen wir unfere Sünden. Einmal bist du eingegangen in das Allerheiligste, und bist durch Dein Blut am Kreuze ein wahres Versöhnungsopfer für unsere Sünden geworden; Du hast ewige Versöhnung uns zuwege gebracht und Frieden gestiftet zwischen Himmel und Erde; nun sizest Du nach vollbrachter Reinigung unserer Sünden zur Rechten der Herrlichfeit in den Himmeln. Wir bekennen Dir unsere Schuld; wir bekennen, daß wir Dir nicht nur zehntausend Talente schulden, sondern daß wir in unserem ganzen Leben kaum eines' Deiner Gebote vollkommen beachtet, daß wir die Kräfte unseres Geistes und Körpers, Deine eigenen Gaben mißbraucht haben, um Dich zu beleidigen; daß wir durch Reden, Sehen, Hören, Schmecken, Genießen, durch Rath und Beifallgeben, in Wort und Wandel und im verborgenen Sinne unseres Herzens vielfach gesündigt haben. Nimm gnädig auf, o Herr! das Bekenntniß unserer Schuld und laß es Dir wohlgefällig sein; erhöre uns in dieser gnadenreichen Stunde, wo wir Deine anbetungswrüdigen Geheimnisse begehen; hilf uns in diesen ― 75 — 76 Meßbetrachtung. Tagen des Heiles, daß wir so unsere Sünden erkennen und vor Dir und dem Priester im Bußgerichte bekennen, daß wir vollkommen Nachlaß erlangen, damit wir, wenn Du, jetzt noch unser Mittler, einst als unser Richter kommen wirst, vor aller Anklage des bösen Feindes sicher sein mögen. Der Du lebst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 3um Stufengebete. Schone meiner, o Herr! denn nichts sind meine Tage. Ich habe gesündiget, was soll ich thun? wohin soll ich fliehen? wo mich verbergen vor Deinem Angesichte? So nimm denn weg meine Sünden und verzeihe mir meine Missethaten. Gedenke, daß Du wie Thon mich geformt, daß deine Hände mich gebildet! Haut und Fleisch hast Du mir gegeben, mit Nerven meine Gebeine zusammengefügt. Leben und Barmherzigkeit haft Du mir geschenkt, und Deine Heimsuchung hat meinen Geist beschüßzet. Willst denn Du Dein Antlitz vor mir verbergen? wirst Du immerdar zürnen wider mich? wirst Du immer mich als Deinen Feind betrachten? Deine Macht zeigen wider das Werk Deiner Hände? wider ein Blatt, das vom Winde gejagt wird? es verfolgen wie der Sturm die dürren Stoppeln? willst Du mich aufzehren wie Moder ob der Sünden meiner Jugend? Doch ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und will hoffen auf seine Barmherzigkeit! Seine Hilfe und Meßbetrachtung. 77 Erbarmung werde ich sehen. Das ist meine Hoffnung, ich werde nicht zu Schanden werden. Aus der Tiefe rufe ich: Herr, erhöre meine Stimme! Verdamme mich nicht, wenn Du kommen wirst zu richten! 3 um Eingang. Du erbarmest Dich Aller, o Herr! und haffest nicht Deine Geschöpfe; Du gedenkest nicht mehr der Sünden der Menschen, wenn sie Buße gethan, und schonest ihrer; denn Du bist unser Herr und Gott, barmherzig, liebreich und von großer Huld. Erbarme Dich meiner, erbarme Dich meiner; denn nur auf Dich vertrauet meine Seele. Ehre sei dem Vater 2c. 3 um Gloria. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind! Ehre, Ruhm und Preis sei dem Vater, der uns errettet hat aus der Gewalt der Finsterniß und uns versetzt hat in das Reich seines geliebtesten Sohnes, in seine heil. Kirche, in der wir Erlösung und Vergebung der Sünden finden durch das Blut Jesu Christi. Ehre, Ruhm und Preis sei dem Sohne, durch den Alles mit Gott versöhnt wurde, sowohl was auf Erden, als was im Himmel ist, indem er Friede machte durch das Blut seines Kreuzes. Ehre, Ruhm und Preis sei dem heil. Geiste, den uns der Vater und der Sohn gesandt, 78 Meßbetrachtung. daß er uns mit göttlicher Liebe erfülle, nachdem die Handschrift des Urtheils, die uns entgegen war, ausgelöscht, weggenommen und an's Kreuz geheftet war. O ihr heil. Engel im Himmel, ihr Cherubim und Seraphim, ihr Throne und Mächte und Herrschaften! helfet uns, und lobet und preiset den Herrn in der Höhe, der so Großes an uns gethan hat, der uns den verlornen Frieden wiedergegeben, den Niemand sonst geben kann. Du aber, o dreieiniger, heiliger Gott, erbarme Dich unser, daß wir diesen Frieden nimmer verlieren, bis wir mit allen Engeln und Heiligen Dich ewig im Himmel loben und preisen können. Amen. 3um Gebete. Siehe denn an, o Herr! das Gebet der Demüthigen und schone Derer, die ihre Sünden reumüthig bekennen, auf daß Du uns gnädig Nachlaß der Sünden und Deinen Frieden ertheilest. Durch Christus unsern Herrn. Amen. 3ur Epistel.( 1. 3oh. I. 8- II. 2.) Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde," so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Bekennen wir aber unsere Sünden, so ist Gott getreu und gerecht, daß er uns unsere Sünden vergibt und uns von aller Ungerechtigkeit reiniget. Wenn wir sagen: Wir haben nicht ge11 Meßbetrachtung. sündigt," so machen wir den Herrn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. 79 Meine Kindlein, dieß schreibe ich euch, damit ihr nicht fündiget. Wenn aber Jemand gesündiget hat, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten, und dieser ist die Versöhnung für unsere Sünden; doch nicht allein für die unsrigen, sondern auch für die Sünden der ganzen Welt. 3um Evangelium.( Mark. 11.) Als einst den Herrn Jesus hungerte, fah Er von Ferne einen Feigenbaum... Er ging hinzu, ob Er daran etwas fände; als Er aber hinzukam, fand er nichts als Blätter... Und er hub an, und sprach: Niemals esse Jemand eine Frucht von dir in Ewigkeit. Und Seine Jünger hörten es... Und als sie des( andern) Morgens am Feigenbaume vorbeigingen, sahen sie, daß er von der Wurzel aus verdorrt war. Da erinnerte sich Petrus und sprach zu Ihm: Meister! Siehe der Feigenbaum, dem Du geflucht hast, ist verdorrt. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habet Glauben an Gott! Wahrlich, ich sage euch: wer zu diesem Berge spricht: Hebe dich und wirf dich in's Meer, und er zweifelt nicht in seinem Herzen, sondern glaubt, daß Alles, was er sagt, geschehen werde, so wird es ihm geschehen. Darum sage ich euch: Was ihr immer im Gebete begehret, glaubet 80 Meßbetrachtung. nur, daß ihr es erhaltet, so wird es euch werden. Und wenn ihr stehet, um zu beten, so vergebet, wenn ihr gegen Jemand etwas habet, damit auch euer Vater im Himmel eure Sünden euch vergebe. Wenn ihr aber nicht vergebet, so wird auch euer Vater im Himmel euch eure Sünden nicht vergeben." Herr, lehre uns würdige Früchte der Buße bringen, damit wir nicht, wie der Feigenbaum, verdorren zum Verbrennen. Lehre uns immer nur um das Rechte bitten, damit Du uns erhören könnest, und gib uns den Geist einer aufrichtigen Nächstenliebe; Lehre uns von Herzen verzeihen, auf daß auch wir Verzeihung von Dir erlangen mögen. Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. - 3um Credo. Ich glaube an Gott dem Vater 2c. 3ur Opferung. Wir bringen Dir, o Herr! das Opfer der Versöhnung und Verherrlichung dar, damit Du uns erbarmend unsere Sünden nachlassest und unsere wankenden Herzen kräftigest und fortan zum Guten Lentest.. So sieh denn herab vom Throne Deiner Herrlichkeit auf dieses Opfer. Es ist Dein Sohn, der in dieser heil. Messe sich für uns in Brodsund Weingestalten hingibt, Dein Sohn, an dem Du Dein Wohlgefallen haft;- und auch das - - Meßbetrachtung. 81 ist Dein Wohlgefallen, daß Er hier für uns arme Sünder erscheint, um uns mit sich zu vereinigen und mit uns um Gnade und Erbarmung zu flehen. Siehe, mit Glauben und Demuth, mit Vertrauen und Zuversicht gesellen wir uns zu Ihm und bitten um den wahren Bußgeist, daß wir die Schuld unserer Sünden besser erkennen, sie aufrichtig bereuen und uns mit standhaftem Sinne bessern mögen. Wir flehen in Deinem Namen: Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Ja, vergib uns, o Herr! unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Wir sind ver: sammelt, das Opfer der Versöhnung an Deinem Altare darzubringen: Du aber verschmähest unsere Bitten, Du verstoßest unser Opfer, und wir sind der Versöhnung mit Dir unwürdig, wenn wir uns nicht verföhnen mit unserm Bruder. So verzeihen wir denn von Herzen allen unsern Beleidigern. Ach, vergib auch uns um Christi willen die große Schuld unserer Sünden; gib Gnade, daß wir sie erkennen und wahre Buße dafür thun; gib uns ein versöhnliches Herz und unserm Gewissen den Frieden. Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. - 1 Ich gebe euch ein neues Gebot, so sprachst Du, o Jesus! bei Stiftung dieses heil. Opfermahles: Liebet einander, wie ich euch geliebet habe. Daran soll Jeder erkennen, daß ihr meine Jünger seid, 82 Meßbetrachtung. wenn ihr Liebe unter einander habet. Vereinigt in Einem Glauben, beseelt von Einer Liebe, vereinigt in Einem Geiste, versammeln wir uns denn hier um den heiligen Tisch als eine Gemeinde der Kinder Gottes auf Erden; wir versammeln uns als Glieder Einer Familie und als Brüder, die in aufrichtiger Liebe an Einem Tische sitzen und von Einem Brode essen, und wollen von diesem Tische aufstehen und auch fürder als Brüder mit einander leben und Werke der Barmherzigkeit und der Liebe, der Versöhnlichkeit und des Friedens üben. Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Zur Präfation. Wir erheben nun unsere Herzen, unseren Dank Dir darzubringen, o heiligster Gott, allmächtiger Vater! der Du uns Gnade verleihest, in Fasten und Abtödtung das Fleisch zu bezähmen, den Geist gegen Himmel zu erheben, in der Tugend zuzunehmen und den Lohn des ewigen Heiles zu erringen, durch Christus, unseren Herrn; durch den die Engel und Erzengel, die Cherubim und Seraphim Deine Majestät loben und preisen. Mit ihnen vereinigen auch wir unsere Stimmen und rufen aus in tiefster Ehrfurcht: Heilig, heilig, heilig bist Du, unser Herr und Gott! Himmel und Erde sind voll von Deiner Herrlichkeit! Lob, Preis und Dank sei Dir, o Je Meßbetrachtung. 83 sus, Sohn Gottes! der Du gekommen bist, uns sündige Menschen zu erlösen! Vor der Wandlung. Im Geiste, o Herr, himmlischer Vater! verseßen wir uns auf den Kalvarienberg und bitten und flehen, daß Du diesen Deinen Sohn, unsern Herrn Jesus Christus, als ein vollkommen genugthuendes Opfer für uns mögest annehmen zur Vergebung unserer Sünden und zur Austilgung unserer Schuld. Ihn, der von keiner Sünde wußte, hast Du zur Sünde gemacht, damit wir werden möchten Gerechtigkeit vor Gott in Ihm. Ihn haben wir hier in unserer Mitte, Ihn weisen wir vor als unser Unterpfand, daß auch uns Versöhnung und Friede der Kinder Gottes werde. So sieh denn herab, o Vater! auf Ihn, der umgeben ist von dieser Gemeinde, die da zerknirscht steht und die Menge ihrer Sünden erkennt, und nach der Größe des Opfers, welches für sie dargebracht wird, auch die Größe ihrer Schuld ermißt, welche nur durch ein solches Opfer getilgt werden konnte. Sieh, Vater! wie wir mit Vertrauen hinblicken auf Deinen sterbenden Sohn, als unsern versöhnenden Heiland. Siehe, wie wir uns der vollsten Zuversicht überlassen, daß Er durch dieſe hochheiligen Geheimnisse auch uns zur Weisheit, zur Gerechtig-. keit, zur Heiligung und zur Erlösung werde, auf daß Allen Deine Liebe und Deine Gnade wieder - - 84 Meßbetrachtung. möge zugewendet werden. Herr Jesus! reumüthig wie der gläubige Hauptmann und die fromme Schaar, die bei Deinem Sterben zugegen war, schlagen auch wir an unsere Brust und bitten: Laß Dein Beten, Seufzen und Leiden am Krenze auch uns zu gut kommen: vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Bei Aufhebung der heil. Hoftie. O Jesus! der Du am Stamme des heiligen Kreuzes angenagelt und von der Erde bist erhoben worden, und nun unter der Gestalt des Brodes unter uns zugegen bist, Dich bete ich demüthigst an. Jesus, Dir leb' ich; Jesus, Dir sterb' ich; Jesus, Dein bin ich todt und lebendig. Amen. Bei Aufhebung des Kelches. O Jesus! Dein heiligstes Blut bete ich demüthigst an. O liebster Herr Jesus! laß doch Dein kostbares Blut an mir armen Sünder nicht verLoren sein! Gelobt und gebenedeit sei ohne End, das hei-. ligste und göttlichste Sakrament. Nach der Wandlung. Mit jener Liebe, mit der Du, o Herr, in jenen schrecklichen Leidensstunden ja besonders für die Schuldbeladenen betetest: ,, Vater, vergib ihnen; mit jener denn sie wissen nicht, was sie thun!" Erbarmung, mit der Du dort eben in Deiner tiefErniedrigung dem reumüthigen und vertrau— Meßbetrachtung. 8 ensvollen Schächer am Kreuze die tröstenden Worte zusprachst: ,, Wahrlich, heute noch wirst du bei Mir im Paradiese sein!" mit derselben Liebe und Erbarmung bist Du auch gegenwärtig in diesem heil. Sakramente. Alle, die wir dem Schächer - gleich schwer gesündigt haben, wenden wir uns denn, wie er, schuldbewußt, zerknirscht, demuthsvoll und gläubig zu Dir, unserm Heilande, und rufen: Herr, gedenke unser in Deinem Reiche! Fürbitte für die Verstorbenen. Gedenke, o Vater der Barmherzigkeit, auch der armen Seelen im Fegfeuer, die Du ja erschaffen haft, die durch das kostbare Blut Deines Sohnes erkauft sind, die der heil. Geist in der heil. Taufe zu seinen Tempeln auserkoren. Gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen; Herr laffe sie ruhen im Frieden. Insbesondere bitte ich Dich um diesen Frieden für die Seelen der Abgestorbenen N. N., und Aller, für die ich zu beten verpflichtet bin! - 3um Pater noster. Vater unser, der Du bist in dem Himmel zc. -3um Agnus Dei. O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich meiner, und nimm weg von mir die Sünde; nimm weg Alles, was Dir mißfällig und mir schädlich ist! Heiland und Erlöser, erlöse mich von der Sünde und - 86 der ewigen Verdammniß! Richter der Welt, schone meiner am Tage des Gerichtes! Liebhaber und Beschüßer reiner Seelen, beschütze mich in allen Versuchungen, beschüße mich vor Verführung, beschüße mich vor sichtbaren und unsichtbaren Feinden! Wahres Licht, das erleuchtet jeden Menschen, der in die Welt kommt, erleuchte mich, daß ich kenne Deinen Willen und wandle in der Wahrheit! Mein Herr und mein Gott! mache, daß mein Herz nach Dir verlange, Dich suche, Dich finde und ewig besize. Amen. - Meßbetrachtung. — Vor und bei der heil. Kommunion. O mein Jesus, ich glaube, daß Du im allerheiligsten Sakramente zugegen bist. Ich liebe Dich über Alles, ich wünsche Dich in meinem Herzen zu empfangen. Da ich Dich aber jetzt nicht wesentlich im allerheiligsten Sakramente empfangen kann, so fomme wenigstens geistiger Weise in mein Herz. O Herr! ich bin nicht würdig, daß Du eingehest unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird gesund meine Seele! O mein Jesus! ich umarme Dich, ich vereinige mich mit Dir, als ob Du schon in mein Herz gekommen wärest. Gestatte nicht, daß ich mich je wieder von Dir trenne. O Jesus, sanft und demüthig vom Herzenmach' mein Herz ähnlich Deinem Herzen! Ich weihe mich Dir ganz, und für immer. O hilf, daß ich Meßbetrachtung. Dich durch keine Sünde mehr aus meinem Herzen vertreibe. 87 Nach der heil. Kommunion. So möge uns denn, Herr Jesus, die Theilnahme an Deinem Sakramente geistig erneuern, und vom alten Sauerteige der Sünde reinigen, auf daß wir immer in der Gemeinschaft des Geheimnisses unsers Heiles wandeln, und, indem wir uns also der Vereinigung mit Gott freuen, den menschlichen Versuchungen nicht unterliegen. Möge uns, o Herr, das Opfer dieses göttlichen Sakramentes schützen, und durch die Fürsprache der seligsten Jungfrau Maria, der hh. Apostel Petrus und Paulus, unserer Schuppatrone und aller Heiligen, von Allem, was böse ist, reinigen und von allen Widerwärtigkeiten befreien. Durch Christus unsern Herrn. Amen. Schlußgebet. Ich lasse nicht ab von Dir, o' Herr, bevor Du. mich segneft. So segne denn meinen Verstand, damit ich von nichts wisse, als von Dir, meinem Gefreuzigten; segne mein Gedächtniß, daß ich Deiner immer gedenke und nie vergeſse; segne meinen Willen, daß ich, wie Du, immer thue, was dem Vater wohlgefällig ist. Segne alle meine Gedanken, Worte und Werke, daß ich thue Alles, was Gott will, wo und wann Gott will. Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes sei und bleibe bei mir. Amen. 11 88 Von der heil. Beicht.. Um dir das Beichten zu erleichtern, kannst du Folgendes beobachten: 1. Stelle dir in der Person des Beichtvaters lebendig Jesum Christum vor, der dich wahrhaft liebt. 2. Wähle dir einen Priester, zu dem du Vertrauen haft, zum beständigen Beichtvater. Doch mußt du nicht glauben, daß du deßhalb nicht auch manchmal, z. B. wenn der Beichtvater verhindert ist, wo anders beichten könneft. 3. Beichte öfters, alle 4 oder 6 Wochen, so wirst du das Beichten leichter finden und gewiß mehr Nugen daraus ziehen. 4. Wenn du das Unglück gehabt hast, in eine schwere Sünde zu fallen, so ruhe nicht eher, bis du fie gebeichtet haſt. 5. Hüte dich vor der falschen Scham, und verschweige oder verkleinere nie eine Sünde. 6. Wisse, daß der Beichtvater dich um so mehr lieben wird, je aufrichtiger und reumüthiger du beichtest, mögen deine Sünden auch noch so groß sein. 7. Das Wichtigste ist die Reue, darum suche einen recht großen Abscheu gegen die Sünde in deinem Herzen zu erwecken. 8. Gebe bei jeder Todsünde die Zahl an, wie oft du die Sünde begangen hast. Weißt du keine bestimmte Zahl, so sage: ungefähr so und so viel Mal. 9. Hast du Zweifel, ob du eine Todsünde begangen oder ob du sie schon gebeichtet hast, so trage diesen Zweifel nebst der Sünde dem Priester vor. 10. Bei jeder heil. Beicht mußt du folgende fünf Sticke erfüllen. Vorbereitungsgebet. 1. Vorbereitungsgebet und Anrufung des heil. Geistes. Vater im Himmel, barmherziger Vater! Sieh' hier vor Deinem Angesichte das undankbarste Deiner Kinder! Weit habe ich von Dir, o ewige Liebe, mich entfernt, und habe in der Liebe zur Sünde Deiner nicht mehr gedacht! Du aber hörest nicht auf, mich wieder zu Dir zu rufen, und lauter und mächtiger als je dringt diese Stimme Deines Erbarmens jetzt mir in das Herz, und liebreicher als je erinnerst Du mich an alle Gnaden, die ich von Dir empfangen, und an die Schätze des Hauses, die Du zum Erbe mir verheißen hast! Bater, ich erkenne meine Verblendung und meinen Undank und mein Elend. Ich will nicht länger mein Herz gottlos verhärten vor dem Rufe Deiner Liebe; ich möchte zurückkehren zu Dir, mein Gott! Aber darf ich Verzeihung hoffen von Dir, o gerechter Vater? Wie werde ich versöhnen Deine ewige Gerechtigkeit? Geprieſen ſeist Du, o unergründliche Tiefe der Weisheit Gottes, in der Du für uns das Mittel ausgedacht, kräftig genug, um eine noch unendlich größere Schuld zu tilgen, als unsere Bosheit aussinnen und aufhäufen konnte! Du hast in Liebe Deinen eigenen Sohn für uns in den Tod gegeben, und die Verdienste dieses kostbaren Todes uns geschenkt, damit wir Deine Gerechtigkeit durch dieselben verföhnen könnten! Siehe, mein Gott, so komme ich nicht leer zu Dir, reich zwar an Sünden, aber unendlich reicher an Ver7 89 Beichtandacht. diensten Jesu Christi: so will ich nichts mehr fürchten, sondern mit festem Vertrauen zu Dir zurückkehren und Dir meine große Schuld bekennen und Dich bitten, daß Du Dein Kind wieder aufnehmen mögest in Deine vorige Liebe! Herr und Gott, mein Jesus! Du hast gesagt, daß Du keinen verstossest, der zu Dir kommt; Du bist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren war, da Du nicht für Gerechte, sondern für Sünder Dein heiligstes Blut im Tode vergossen hast! Sieh hier einen Deiner ärmsten und unwürdigsten Brüder, der da zittert vor seinem Bruder aufzuschauen, den er durch die Sünde verkauft hat in das bitterste Leiden! sich hier einen lange verlornen Sohn des besten Vaters, ein weit verirrtes Schaf der Heerde! sieh hier einen Sünder! Täglich hältst Du ja noch immer Deine Arme offen, täglich rufest Du alle, täglich öffnest Du Deine heiligsten Wunden auf's Neue im Opfer der Hl. Messe. Und Du hast Deine Diener beauftragt, im heiligen Sakramente der Buße sichtbar Deine Stelle zu vertreten, mit offener Liebe uns Sünder aufzunehmen, zu suchen und zu heilen in Deinem heiligsten Blute. Mein Jesus, so will ich denn hingehen zu Deinem Priester, wie zu Dir selber! Nimm mich auf, suche und trage und halte mich, heile mich! und führe mich zurück zu Deinem und meinem Vater, daß mich nichts mehr von ihm trenne! Laß mich vollkommene Verzeihung meiner Sün90 Gewissenserforschung. 91 den erlangen, und Nachlaß jeglicher Schuld, der ewigen sowohl als der zeitlichen, und jeder Strafe hier und dort! Und Du, o heiliger Geist, Anfänger und Vollender eines jeden Werkes der Gnade, suche meine Seele heim! Erleuchte mich mit Deinem Lichte, auf daß ich die Größe und Häßlichkeit und zahllose Menge meiner Sünden erkenne! Gieße Deine Liebe in mir aus, auf daß ich fühle meine Lieblosigkeit und jede Sünde von Herzen bereue! Stärke mich mit Deiner Kraft, auf daß ich in Demuth und heiliger Scheu, aber mit Muth und Vertrauen dem Priester und Stellvertreter Jesu Christi ohne Rückhalt meine Sünden beichten könne, zugleich mit dem festen Entschlusse, durch jede Buße Gott genug zu thun, und fortan auszuhalten in einem wahrhaft frommen, christlichen Leben! Das verleihe mir und Allen, o dreieiniger Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen. 2. Gewissenserforschung. Heiliger Schußengel, du mein Begleiter auf allen meinen Wegen, der du besser denn ich mein Herz und seine verborgenen Tiefen erkanntest, der du hörtest meine Worte, und Zeuge warst aller meiner Werke, der verborgensten, wie der geheimsten; siehe, ich möchte umkehren aus der Sünde zu Gott, deinem und meinem Herrn! Umjener Freude willen, die nach dem Worte unsers Heilandes Je 92 Beichtandacht. sus Christus ihr heiligen Engel des Himmels habet über einen Sünder, der Büße thut, bitte ich dich: stehe mir wieder helfend zur Seite, ob ich auch deiner Nähe so oft vergessen habe, und unterstütze mich in der Erinnerung an meine Sünden! Erforsche nun ernstlich und mit aller Genauigkeit dein Gewissen, denke nämlich nach über Alles, was die Stimme deines Gewissens dir als eine Sünde vorwirft. Gehe aber dabei, christliche Seele, nicht leichtsinnig zu Werke, und unterLasse ja nicht, darüber nachzuforschen, wie du gegen die Gebote Gottes, deine Standespflichten gefehlt, ob du Niemanden ein ergerniß gegeben hast, das heißt, ob du nicht Ursache gewesen bist, daß Jemand eine Sünde begangen hat, ob du nicht gute Werke, welche du hättest verrichten sollen und können, aus Trägheit oder unnützer Dinge wegen unterlassen, und was für Sünden du mit deinen fünf Sinnen begangen hast. Bedenke, daß auch der Gerechte des Tages siebenmal fallen kann und oft fällt, und stelle dir daher vor, du lägest auf dem Sterbebette, wo bei dem Schein der Sterbkerze deine Augen aufgehen und du sehen wirst, wie sehr du gefehlt hast, daß du nicht ernstlich und redlich das Innere deines Herzens durchforschtest. Mit besonderer Sorgfalt prüfe dich in dieser Zeit des heiligen Jubiläums, ob du dein ganzes Leben hindurch stets giltig gebeichtet und das heilige Sakrament des Altares würdig empfangen habest. Denke nach darüber, ob du nie aus Furcht oder Scheu oder Leichtsinn eine schwere Sünde verschwiegen, ob du dich bemüht, aus Liebe zu Gott deine Sünden zu bereuen und den ernsten Entschluß gehabt habest, nicht bloß die Sünde, sondern auch die Gelegenheit zur Sünde zu fliehen. Denke nach, ob du nicht längere Zeit in solcher freiwilligen Gelegenheit dich aufgehalten, in arger Gewohnheit, in Feindschaft, im Besitze unge Reue und Vorsak. 93 rechten Gutes u. dgl. dahin gelebt und darunter ohne aufrichtigen Vorsatz der Besserung gebeichtet habest. Dente nach, ob du nie mit einer Todsünde auf dem Herzen oder mit strafbarem Leichtsinn zur heiligen Kommunion gegangen. Ueber Dieses und Aehnliches prüfe dich und findest du, daß es in diesem oder jenem Stücke gefehlt habe, so entdecke es aufrichtig und ohne Furcht dem Beichtvater! Wie gut iſt es, wenn du hierin sicher und ruhig sein kannst! Eine Anleitung zur genauen Gewissenserforschung steht bei dem Unterrichte von der Generalbeicht( Seite 104). 3. Reue und Vorsay. Barmherzigster, wahrhaftester, getreueſter Gott! Du unser höchstes und einziges Gut! Vater im Himmel, der Du den wahrhaft Reumüthigen Verzeihung und Gnade verheißen hast! Siehe hier zu deinen Füssen ein Herz, das nichts sehnlicher begehret, als vom innersten Schmerze durchdrungen zu werden über die große Undankbarkeit und Lieblosigkeit, mit der es gegen Dich, o Gott, so lange Zeit hindurch gesündiget hat! Dich, meinen Schöpfer, meinen Erlöser, meinen Heiligmacher, Dich, meinen Vater, so gütig und so langmüthig, habe ich so oft beleidiget! O Gott, ich erkenne meine Verkehrtheit und Bosheit, erkenne es, wie unwürdig ich bin, nochmal zu Dir aufzuschauen und um Deine Vaterliebe auf's Neue zu bitten. Aber siehe, mein Vater, den Schmerz meiner Seele! Ach, wäre er doch so groß, als es die Größe meiner Schuld fordert! Herr, schaue mich an mit dem Blick Deiner Liebe, wie einst den Petrus, auf daß meine fast erloschene Liebe 94 Beichtandacht. sich entzünde und meine Reue so mächtig werde, wie die des Petrus, einer Magdalena, und aller heiligen Büsser und Büfferinnen. Mit ihrem Schmerze vereinige ich meinen Schmerz und opfere ihn Dir auf, mein Herr und mein Gott! Aber auch an meiner Besserung will ich mit gleichem Eifer wie jene von jetzt an arbeiten. Fest nehme ich es mir vor, keine Sünde mehr zu begehen. Darum will ich fortan vor Allem um jene Gnade bitten, daß Du mich von aller Sünde zurückhalten mögest: darum will ich jede Gelegenheit zu sündigen selber gewissenhaft meiden, um Deiner Gnade mich nicht unwürdig zu machen; gerne will ich die Buße auf mich nehmen und erfüllen, die Deine heilige Kirche mir durch ihren Diener auferlegen wird, oder welche Du noch über mich in Trübsal und Leiden verhängen wirst; ich will die geeigneten Mittel sorgfältig und mit Ausdauer anwenden, um jede Wurzel der Sünde aus meinem Herzen herauszureißen; und Alles will ich mit Deiner Hilfe thun, o Gott, was mit Recht der Vater von dem liebenden Sohne, der Bräutigam von der Braut, der Freund vom Freunde verlangen kann. Sieh' ich kehre zurück zu Dir, voll von Schmerz und Scham, aber auch mit Vertrauen und aufrichtigem Herzen, wie der verschwenderische Sohn zum Vater, wie die entflohene Braut zum Bräutigam, wie der treulose Freund zum besten Freunde. Ich verabscheue und verfluche meine Sünden. Ich hoffe von Deiner unendlichen Liebe Bekenntniß der Sünden. und Barmherzigkeit, daß Du mir wieder' Verzeihung, Gnade und Leben schenken wolleft! Noch mehr, mein Gott, ich hoffe, daß Du um des unendlichen Reichthumes der Verdienste Christi und seiner Heiligen willen auch alle zeitliche Strafe mir erlassest, die ich wegen meiner Sünden hier auf Erden und dort im Fegfeuer noch zu erleiden hätte. Mit solchem Vertrauen gehe ich jetzt hin zu Deinem sichtbaren Stellvertreter, dem Priester; zu seinen Füssen, wie. zu den Deinen selber, will ich, o Gott, in Demuth und Aufrichtigkeit meine Sünden bekennen. Herr, mein Gott, nimm mich gnädig auf! Amen. 95 Herr Jesus, erbarme Dich meiner! Maria, Mutter meines Herrn, meine Mutter, und ihr lieben Heiligen im Himmel, bittet für mich! Heiliger Schußengel, führe mich! Amen. Süßester Jesus, sei mir nicht Richter, sondern Seligmacher!*)- Mein Jesus, Barmherzigkeit! 4. Bekenntniß der Sünden. Beim Eintritt in den Beichtstuhl bezeichne dich mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sprich: „ Ich armer sündiger Mensch klage mich an vor Gott, dem Allmächtigen, und Euch Priester an Gottes Statt, daß ich seit meiner letzten Beicht, *) So oft man die erste dieser Anrufungen reuig und andächtig spricht, erhält man einen Ablaß von 50 Tagen( Pius IX. am 11. August 1851); so oft die zweite, einen Ablaß von 100 Tagen( Pius IX. am 23. Sept. 1846). 96 Beichtandacht. die vor...... geschehen ist, folgende Sünden begangen habe:" Hast du alle deine Sünden aufrichtig gebeichtet, so schließe also: Diese und alle Sünden meines ganzen Lebens sind mir leid und reuen mich von Grund des Her-. zens, weil ich Gott, das höchste und liebenswürdigste Gut, beleidigt habe. Ich verabscheue alle meine Sünden, und nehme mir ernstlich vor, mein Leben zu bessern, und nicht mehr zu fündigen. Ich bitte um eine heilsame Buße und um die priesterliche Lossprechung." 5. Danksagung und Genugthuung nach der heiligen Beicht. Verrichte vor Allem die auferlegte Buße, dann bete: Ich danke Dir, barmherziger Gott, daß Du mich wiederum von dem häßlichen Aussage der Sünde gereiniget hast. Dein Name sei darob ge= priesen in Ewigkeit! Aber, Herr, komme von nun an auch, ich bitte Dich, meiner Schwäche jeder Zeit zu Hilfe; sonst werde ich gar bald dieser Wohlthat, die Du jetzt mir unwürdigen Sünder erwiesen hast, wieder vergessen, und wieder fallen und schlechter werden denn zuvor. Mein Jesus, lasse doch nicht zu, daß auf solche Weise Dein kostbares Blut an mir armseligen und unbeständigen Menschen verloren gehe. Stärke mich, o Gott, mit himmlischer Kraft, halte mich so fest án Dich, daß ich nimmer Dich verlassen könne! Siehe, ich will gleich jetzt Alles über-** Danksagung nach der Hl. Beicht. 97 legen und zu Herzen fassen, was Du durch den Mund Deines Priesters in der hl. Beichte zu mir geredet hast; es soll mir heilig und unvergeßlich sein! Mit Freuden will ich Alles thun, was Du durch ihn mir befiehlst oder anratheft, um in Zukunft die Sünde fliehen und die Tugend üben zu können! Genau und in Demuth will ich die Buße üben, die Du mir auflegen wolltest und fortan jede Gelegenheit benützen, um noch in diesem Leben alle meine Sünden nach Kräften abzubüssen! Schenke mir dazu Deine Gnade! Amen. Psalm 102. Benedic anima mea. Lobe meine Seele den Herrn,* und Alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe meine Seele den Herrn,* uno vergiß nicht all seiner Wohlthaten! Der sich dir mild erweist bei all deinen Missethaten, * der da heilet alle deine Schwächen; Der erlöset vom Untergange deine Seele,* der dich krönet in Barmherzigkeit und in Erbarmungen; Der in Gnaden dein Verlangen erfüllet,* daß deine Jugend sich erneuert wie die des Adlers. Es übet der Herr jegliche Barmherzigkeit* und schaffet Recht Allen, die Unrecht leiden. Er hat dem Moses tund gethan seine Wege* und seinen Willen den Kindern Israels. Ein Erbarmer und barmherzig ist der Herr,* langmüthig und gar sehr barmherzig. Nicht für immer wird er zürnen,* nicht für ewig wird er drohen. 98 Beichtandacht. Er hat uns nicht gethan nach unsern Sünden,* nicht nach unsern Ungerechtigkeiten hat er uns vergolten. Denn so weit der Himmel erhöht ist von der Erde,* hat er beträftiget seine Barmherzigkeit über die, so ihn fürchten. So weit der Aufgang fern ist vom Untergange,* so weit hat er entfernt von uns unsere Ungerechtigkeiten. Wie der Vater sich seiner Kinder erbarmt, so hat sich der Herr erbarmt über die, so ihn fürchten. Denn er weiß es was für Gebild, wir sind; gedentet, daß wir Staub sind. * Der Mensch, wie das Heu sind seine Tage, wie die Blume des Feldes blühet er auf; Da wehet ein Wind über sie, und sie wird nicht bestehen, und ihren Ort wird man nimmer finden. * Die Barmherzigkeit des Herrn aber ist von Ewigkeit und in Ewigkeit über denen, so ihn fürchten,* und seine Gerechtigkeit über den Kinds- Kindern; Ueber denen, die seinen Bund bewahren und eingedenk sind seiner Gebote, um sie zu erfüllen. Der Herr hat im Himmel seinen Siz bereitet* und sein Reich wird herrschen über Alles. Lobet den Herrn ihr Engel all,* gewaltig an Kraft, die ihr vollzieht sein Wort, wenn ihr hört die Stimme seiner Befehle! Lobet den Herrn ihr Kräfte all,* seine Diener, die ihr thut seinen Willen! * Lobet den Herrn, ihr seine Werke all, an jeglichem Ort seiner Herrschaft lobe, meine Seele, den Herrn! Ehre sei dem Vater und dem Sohne* und dem heiligen Geist; Wie sie war im Anfang und jetzt und immer und in alle Ewigkeit. Amen. Bußgebete. Bußgebete. ( Mit der heil. Maria Magdalena.) 99 Wer wird meinem Haupte Wasser geben, und meinen Augen einen Thränenquell, daß ich Tag und Nacht meine Sünden beweine, mit denen ich Dich, o geliebtester Jesus! so oft zum Zürnen gebracht habe? Zu Deinen Füssen werfe ich mich nieder mit Magdalena, und umfasse sie mit herzlicher Liebe und küsse sie, und flehe in Demuth um Dein Erbarmen. Schone, o Herr, schone meiner in meinen Sünden! O daß ich sie austilgen könnte mit einem so reichen Strome von Thränen wie jene Sünderin! Erseße Du, o mein Jesus, diese Thränen durch Dein hl. Blut, das Du so reichlich für mich vergossen hast! Nimmer will ich von Deinen Füssen weichen; ich werde sie festhalten als den Anker meines Heiles; und ich werde nicht loslassen, bis Du mich segnest, bis ich jene Worte des süßesten Trostes höre: ,, Deine Sünden sind dir vergeben." ( Mit dem verlornen Sohne.) Vater! ich habe gefündigt gegen den Himmel und vor Dir; ich bin nicht mehr werth, Dein Sohn zu heißen; meinen Begierden und Leidenschaften habe ich gehorcht; Dich, den treuesten Vater, die Quelle des Lebens habe ich nicht geachtet und mir Cisternen von irdischen Freuden gegraben, Cifternen, die da zerstreut sind und Wasser nicht zu behalten vermögen. Meine Ergötung habe ich gesucht in % 100 Beichtandacht. den Geschöpfen, die doch allein in Dir gefunden werden kann. Wahrhaftig, der Gottlose hat keinen Frieden! Darum kehre ich zurück zu Dir, o gütigster Vater! denn Deine Erbarmungen sind ohne Zahl und ohne Ende ist der Schatz Deiner Güte. Wiederum rufe ich: ,, Vater, ich habe gesündigt wider den Himmel und vor Dir!" Gib mir, ich beschwöre Dich, ob ich auch unwürdig bin, Dein Kind zu heißen, gib mir zurück das Gewand Deiner Gnade, das ich durch meine Sünden verloren habe! Stelle mir zurück den Ring deiner Liebe, den ich verworfen habe durch die Liebe zu den Geschöpfen! So geschmückt würdige mich dann, als ein angenehmer Gast zu erscheinen an Deinem geheimnisvollen Mahle, und auf ewig Dir verbunden zu bleiben. ,, Denn gut ist es mir, Gott anzuhangen." Pf. 72, 28. ( Mit Zachäus wegen Verlegung der Ehre oder fremden Gutes.) Ich bekenne vor Dir, o Herr, meine Ungerechtigkeit! Denn ungerecht habe ich gehandelt nicht nur gegen die Ehre Deiner göttlichen Majestät, sondern auch gegen die Liebe meines Nächsten, den ich nach Deiner Vorschrift lieben sollte, wie mich selbst. Oft und schwer habe ich, ich gestehe es, gegen dieses Dein Gebot gesündigt. O wie begierig war ich nach zeitlichen Gütern zum Schaden des Nächsten, wie eifersüchtig auf eignes Lob zur Geringschätzung Anderer! Und was soll es mir doch nüßen, wenn ich die ganze Welt gewänne, an meiner Seele aber Bußgebete. 101 Schaden leide? Was soll mir nüßen alle Ehre vor der Welt, wenn mein Ende die Hölle ist? Was kann ich vom Himmel, was von der Erde hoffen, wenn Du, o mein Gott, mir zürnest? Ich erkenne es, mein Gott, ungerecht habe ich bisher gehandelt und in vielen Stücken meinem Nächsten Unbill zugefügt; verzeihe mir, da ich die Schuld jetzt erkenne! Zur Genugthuung und zur Erfüllung Deines heiligen Willens nehme ich fest mir vor, mit Deiner Hilfe allen Schaden, den ich dem Nächsten an seiner Ehre oder an andern Gütern zugefügt habe, nach Kräften zu ersetzen, und überdieß einiges Almosen zu spenden. Nimm weg von mir, o Herr, mein bisheriges Herz, das so steinern, hart und gehässig war, und gib mir wieder ein menschliches Herz, ein sanftes, ein wie das Deine liebreiches Herz, damit auch ich unter die von Dir erwählten Kinder Abrahams gezählt zu werden verdiene! Denn Du biſt gekommen, zu retten, was verloren war!" ( Mit dem Schächer am Kreuze wegen Aufschub der Bekehrung.). Spät komme ich zu Dir, o gekreuzigter Jesus! es ist Zeit, daß ich zu Dir mich wende. Wie viele Menschen jung und alt, hat der Tod hingerafft, indessen ich den Sünden nachhing! Oder hätte nicht auch ich mit jenen plößlich weggenommen und ewig verdammt werden können? Was hat Dich bewogen, o mein Jesus, daß Du meiner vor Andern schonteft, als Deine unendliche Güte? Darum Beichtandacht. verstosse mich doch auch jetzt nicht von Dir! Niemand, wenn er auch noch so spät Busse that, kam je zu spät zu Dir. Hast Du ja dem Räuber am Kreuze noch in den letzten Augenblicken seines Lebens verziehen, was er nur immer in allen Jahren desselben gesündiget hatte, und haft ihn am selben Tage in's Paradies aufgenommen. Um dieses besonderen Werkes Deiner Erbarmung und Milde willen bitte ich Dich flehentlich mit dem nämlichen Schächer 102 o wenn doch auch mit den nämlichen Gefühlen der Liebe und des Schmerzes! erbarme Dich, o Jesus, mein Heiland, erbarme Dich meiner, und nimm mich Unwürdigen wieder auf in Deine Gnade! Ich bekenne es, daß meine Sünden die Ursachen sind Deines bittersten Leidens und Kreuztodes. Aber ich verabscheue sie eben darum jetzt von Herzen mit dem festen Vorfaße, dieselben mit Deiner Gnade fortan nimmermehr zu begehen. Erbarme Dich meiner, o Jesus, erbarme Dich meiner, der Du Dich Aller erbarmest um der Busse willen!" 26 — Aufopferung.*) Ewiger Vater! ich opfere Dir das kostbare Blut Jesu Christi auf zur Genugthuung für meine Sünden und für die Bedürfnisse Deiner heiligen Kirche. Auch empfehle ich Dir meine Eltern und Verwandte, alle, die mir Gutes gethan, sowie jene, die ich oft erzürnt und beleidigt habe. *) Ablaß von 100 Tagen, wenn man diese Aufopferung andächtig spricht. Pius VII. am 29. März 1817. Generalbeicht. 108 Hast du die hl. Beicht in einer Kirche reumüthig verrichtet, in welcher das Allerheiligste aufbewahrt ist, so vergiß nicht vor dem Fortgehen dasselbe anzubeten. Gebet zum Preise des Allerheiligsten.*) Ich bete jetzt Dich an und ohne End' O Himmelsbrod, o großes Sakrament! O Jesus, mein Erlöser, segne mich, Und Herz Mariä Du, ich bitte Dich. Dir, o Jesus, sei mein Herz geschenkt, Und in das Deine immerdar versenkt. Mögen, o heiliges und göttliches Sakrament! alle Menschen Dich erkennen, Dich anbeten, Dir danken stets und ohne End. Von der Generalbeicht. Die hl. Jubiläumszeit ist die geeignetste zur Ablegung einer Generalbeicht; frage hierüber deinen Beichtvater, und befolge dessen Nath. 1. Generalbeicht heißt jene Beichte, in welcher der Sünder aufrichtig und reumüthig sich über alle seine Sünden anklagt, die er entweder von Jugend auf begangen hat, oder von der ersten Todsünde an, oder von jener Zeit an, in welcher er das erstemal nicht recht gebeichtet hat. 2. Die Generalbeicht ist allen Jenen unbedingt noth wendig, deren vorhergehende Beichten ungültig waren. Wer also aus Scham, Bosheit oder Leichtsinn irgend eine Todsünde verschwiegen oder einen wesentlichen Umstand freiwillig nicht angegeben hat, oder wer aus großem Leichtsinne *) Ablaß von 100 Tagen, wenn man obiges Gebet reumüthig spricht. Papst Leo XII. am 13. August 1828. 104 Anleitung und sträflicher Unwissenheit Todsünden nicht gebeichtet hat, weil er sich's nicht so hoch anrechnete, dem ist die Generalbeichte von der Zeit an, als er die Sünde zu verschweigen angefangen hat, unter einer schweren Sünde nothwendig. 3. Für jene aber, welche an eine Standesveränderung denken, z. B. Brautleute, oder die ein wichtiges Amt übernehmen oder eine gefährliche Reise antreten wollen, ist sie vom größten Nußen. 4. Wenn du nun wirklich eine Generalbeichte ablegeſt, so beichte zuerst die Sünden seit der letzten Beicht, dann füge bei: Ich klage mich noch an über folgende Sünden aus dem früheren Leben, und beichte dann alle deine Todsünden, und vergiß nicht, ihre Zahl und Umstände möglichst genau anzugeben 5. Die Gebete bei einer Generalbeichte sind dieselben, wie bei einer andern Beichte. Sieh' oben Seite 89-103. Anleitung zur Gewissenserforschung nach den zehn Geboten Gottes. 1. Gegen das erste Gebot. Habe ich Alles geglaubt, was Gott geoffenbaret hat und mir durch seine Kirche zu glauben befiehlt? Habe ich freiwillig an Glaubensartikeln gezweifelt, oder Andern solche Zweifel beigebracht?- Habe ich an Gesellschaften Ungläubiger Theil genommen?*)Habe ich verbotene oder schlechte Bücher und Zeitungen gelesen, oder Andern zum Lesen gegeben? Habe ich abergläubische Mittel gebraucht oder angerathen?- Hab' ich an Gottes Barmherzigkeit gezweifelt, oder vermessentlich darauf gesündigt? Habe ich in Widerwärtigkeiten über Gott gemurrt? Habe ich gottesdienstliche Gebräuche, religiöse Wahrheiten verspottet und verachtet? Habe ich Priester und Gott geweihte Personen beschimpft und heilige *) Wer Mitglied der Freimaurer ist, müßte dieses angeben. -- - jur Gewiffenserforschung. 105 Sachen entweiht? Habe ich die Beicht unwürdig empfangen durch Unaufrichtigkeit, Unterlassung der Reue? Habe ich trotzdem die hl. Communion empfangen? Habe ich den Empfang der hl. Sakramente zu lange verschoben? Habe ich täglich eine gute Meinung gemacht, die ge= wöhnlichen Gebete verrichtet, und meine Untergebenen dazu angehalten? - 2. Gegen das zweite Gebot. Hab' ich den Namen Gottes, Jesus, das hl. Sakrament im Zorne unehrerbietig ausgesprochen? Ist es schon Gewohnheit? Hab' ich im Zorne Gott gelästert?- Hab' ich unnöthig geschworen, oder gar bei Gericht einen falschen Eid abgelegt? Hab' ich leich finnig Gelübde gemacht, und sie nicht erfüllt? Hab' ich meine Versprechungen, bald wieder zu beichten, Gebete, Wallfahrten zu verrichten 2c., gehalten? 3. Gegen das dritte Gebot. Hab' ich die Sonnund Feiertage geheiligt, und jedesmal der Hl. Messe ganz und andächtig beigewohnt? Hab' ich auch die Predigt angehört, oder vielleicht schon lange ganz versäumt? Hab' ich den Nachmittagsgottesdienst besucht? Hab' ich auch meine Untergebenen angehalten zum Befuche der Hl. Messe und Predigt? Hab' ich mich in der Kirche leichtsinnig betragen, und Andere dadurch geärgert? Hab ich an Sonnund Feiertagen knechtliche Arbeiten verrichtet, oder Andere dazu angehalten? Hab' ich die Feiertage entheiligt durch Spielen, Tanzbelustigungen, sündhafte Gesellschaften? 4. Gegen das vierte Gebot. Hab' ich den Eltern die schuldige Ehre erwiesen, für sie gebetet? oder hab' ich mich ihrer geschämt, sie verachtet, oder gar verleumdet? Hab' ich die Eltern öfters erzürnt durch Ungehorsam und Eigensinn, ihnen den Tod gewünscht oder gar sie mißhandelt? Hab' ich sie im Alter hilflos gelassen? Hab' ich meine geistlichen und weltlichen Vorgesetzten geehrt, und ihnen gehorcht? oder sie berachtet und verwünscht? - - 14 8 Anleitung Bist du Vater, oder Mutter, oder Vorgesetzter, dann frage dich: Hab' ich meine Kinder christlich erzogen? Hab' ich ihren Ungehorsam bestraft? Hab' ich sie ohne Aufsicht lange mit fremden Kindern herumlaufen lassen? Hab' ich fie in die Schule geschickt, und zum Lernen angehalten? Hab' ich keines dem Andern vorgezogen? Hab' ich die häuslichen Gebete mit den Kindern und Untergebenen, Dienstboten, verrichtet, sie in die hl. Messe, in die Predigt, und zur hl. Beicht geschickt? Hab' ich ihnen hierin ein gutes Beiſpiel gegeben? War ich auf die größeren Kinder und Dienstboten wachsam, daß nicht ihre Unschuld in Gefahr kam? Duldete ich nichts Böses in meinem Hause, böse Reden, schlechte Zusammentünfte 2c.? 106 5. Gegen das fünfte Gebot? Bin ich Schuld, daß Jemand hat früher sterben müßen?- Hab' ich gegen Jemand Feindschaft und Haß, und sie deßhalb verwünscht? oder hab' ich rachsüchtige und schadenfrohe Gedanken gehabt? War ich gegen Geschwister und Hausgenoffen zornig und unverträglich? Hab' ich Streit und Unfrieden gestiftet? Hab' ich dem Nebenmenschen im Unglück beigestanden? Armen, Kranken und alten Personen geholfen? Oder war ich roh und hartherzig gegen sie? Hab' ich Jemanden zu einer Sünde verführt oder gar gezwungen?- Hab' ich arme Thiere muthwillig gequält? 6. Gegen das sechste und neunte Gebot. Hab' ich durch Blicke und Berührungen auf mich oder andere gegen die Keuschheit gefehlt? Oder hab' ich mit Andern schändliche Werke gethan oder zugelassen? Hab' ich unerlaubten Umgang mit Andern unterhalten, und wie lange? War ich unschamhaft mit Kindern, Verwandten oder Verheiratheten? Hab' ich unteusche Gespräche geführt, schamlose Scherze gemacht, schlechte Lieder gesungen? Habe ich unkeusche Gedanken, Begierden, Empfindungen gehabt, oder durch Lesen schlechter Bücher genährt? Habe zur Gewissenserforschung. 107 ich schon unkeusche Sünden begehen wollen, wenn ich Gelegenheit gehabt hätte? War ich allein immer schamhaft? Verheirathete sollen sich auch fragen, ob sie selbst unschamhaft waren, oder vor Kindern ohne Vorsicht in Reden und Handlungen? Ob sie den Ehestand recht und treu gehalten, alle bösen Gedanken und Begierden dagegen bekämpft, die Eifersucht unterdrückt haben? Ob sie, auch bei den kleinen Kindern, etwas Unschamhaftes duldeten? 7. Gegen das siebente und zehnte Gebot. Hab' ich etwas gestohlen, oder öfters kleine Dinge veruntreut? Hab' ich betrogen im Kaufen und Verkaufen? Waaren und Getränke gefälscht? Hab' ich Andere durch Betrug oder Wucher übervortheilt, oder es beabsichtigt? Hab' ich gestohlene Sachen gekauft oder aufbewahrt?- Hab' ich Felder, Wiesen, Gärten, Bäume beschädigt? Hab' ich schlechte Arbeit theuer zahlen lassen? Hab' ich ohne Noth Almosen begehrt? Hab' ich als Vater durch Spiel und Unmäßigkeit im Trinken das Vermögen meiner Familie geschädigt? Hab' ich mir Mühe gegeben, meine Schulden zu bezahlen, das Entwendete zurückzuerstatten, den Schaden gut zu machen? Hab' ich Gefundenes nicht wieder zurückgegeben? - 8. Gegen das achte Gebot. Hab' ich Falsches ausgesagt über Andere? Hab' ich über die Fehler Anderer geredet, sie vergrößert? Hab' ich Andere verleumdet, oder Böses über sie erdichtet? Besonders gegen Geistliche oder weltliche Vorgesetzte? Hab' ich anvertraute Geheimnisse geoffenbart? ohne Recht Briefe aufgefangen und gelesen? War ich falsch gegen Andere? Hab' ich die Gewohnheit zu fügen? Hab' ich vielleicht sogar in der hl. Beicht gelogen? Hab' ich durch Lügen Jemandem einen Schaden zufügen, die Kundschaft entziehen wollen?- Hab' ich durch Ohrenbläſerei gefündigt und solche gerne angehört? Hab' ich über Andere böse geurtheilt, ihre Handlungen übel ausgelegt? Hab' ich 108 Anleitung zur Gewissenserforschung. mich fromm und freundlich gestellt, um Andere leichter übervortheilen zu können. 9. Gegen die Gebote der Kirche. Hab' ich an gebotenen Fasttagen von Fleischspeisen mich enthalten? Hab' ich an diesen Tagen an die Untergebenen Fleischspeisen verabreicht? Hab' ich an den eigentlichen Fasttagen mir auch einen Abbruch gethan, oder gar der Unmäßigkeit mich hingegeben? Hab' ich meine Opferpflicht durch würdigen Empfang der hl. Sakramente treu erfüllt? Habe ich solchen, welche zur Osterzeit die hl. Sakramente nicht empfingen, durch Lüge oder Betrug geholfen? Habe ich die Versprechungen, welche ich in der Osterbeicht machte, treu erfüllt, und die auferlegte Buße genau verrichtet? - 10. Gegen die sieben Hauptsünden: War ich hoffärtig und stolz auf Schönheit, Verstand, Reichthum, Amt, Kleidung 2c.? Hab' ich deßhalb Andere verachtet? Hab' ich mich selbst gelobt, gerühmt, mich für besser gehalten als Andere, eitles Lob gesucht? Strebte ich aus Geiz allzusehr die zeitlichen Güter zu vermehren? War ich deßhalb selbst und gegen die Untergebenen zu sparsam und hart? War ich bei Verlust von Geld und Gut allzu traurig? War ich Andern neidig, wenn sie glücklicher waren, wenn ihr Geschäft besser ging?- War ich unmäßig im Essen und Trinken? naschhaft in Speisen, unzufrieden mit der Kost?- Bin ich bei jeder Kleinigkeit gleich zornig, empfindlich bei unüberlegten Worten, und beleidigt bei dem geringsten Tadel von Seite Anderer? Oder bin ichzum Jähzorn geneigt?- Bin ich träg bei allen meinen Arbeiten, mürrisch bei jeder Anstrengung? Bin ich faul und nachläßig bei allen Gebeten? Gebe ich mir nie Mühe von einer Beicht zur andern einen Fehler abzulegen, besser zu werden? 109 Bußandacht. Psalm 50. Miserere.*) Inhalt: Reinige mich ganz und gar, mein Gott! fiehe, das Innerste meiner Seele decke ich auf vor Dir! Reinige es, heilige es, stärke es! O daß Du- das thätest, Herr! Alles wollte ich gerne thu! Erbarme Dich meiner, o Gott,* nach Deiner großen Barmherzigkeit; Und nach der Menge Deiner Erbarmungen* tilge meine Missethat! Noch mehr wasche mich von meiner Ungerechtigkeit, und von meiner Sünde reinige mich( ganz und gar)! Denn meine Missethat, ich erkenne sie,* und meine Sünde ist stets wider mich( und ängstiget mich). * Dir allein hab' ich gesündigt und Böses vor Dir ge= than;( aber schone), auf daß Du gerecht befunden werdest in Deinen Verheißungen, und siegest, wenn man mit Dir rechtet. Denn sieh', in Ungerechtigkeit bin ich empfangen, und in Sünden empfing mich meine Mutter. Denn sieh', die Wahrheit liebest Du,*( und ich kann fie bekennen; denn) das Geheime und Verborgene Deiner Weisheit hast Du mir geoffenbart. * Besprenge mich mit Hyssop, und ich werde gereiniget sein; wasche mich, und ich werde weißer sein als der Schnee. Gib mir zu hören Freude und Frohlocken( im Versprechen der Verzeihung),* und es werden aufleben die gedemüthigten Gebeine. *) kann auch bei den sogenannten Delbergs- Andachten gebetet werden. Bußandacht. Wende Dein Angesicht ab von meinen Sünden, und alle meine Missethat tilge. 110 Ein reines Herz erschaff in mir, o Gott,* und den rechten Geist erneuere in meinem Innern. Verwirf mich nicht vor Deinem Angesichte,* Und deinen heiligen Geist nimm nicht von mir. Gib mir zurück die Freude meines Heils,* und mit gewaltigem Geifte befestige mich. Lehren will ich( dann) die Ungerechten Deine Wege ( der Gerechtigkeit),* Und die Gottlosen werden sich zu Dir belehren. Befreie mich vom Blute, o Gott, Gott meines Heils, * und es wird preisen meine Zunge Deine Gerechtigkeit ( Deine Erbarmung). Herr, öffne meine Lippen,* und mein Mund wird Dein Lob verkünden. ** Denn, hättest Du ein Opfer gewollt, ich hätte es wohl gegeben,( aber) an Brandopfern hast Du teine Freude. Opfer vor Gott ist ein zerschlagener Geist;* ein( ob der Sünde) zerknirschtes und gedemüthigtes Herz, o Gott, verschmähst Du nicht. Uleb' Gnade, Herr, in Deinem Wohlwollen an Sion, * auf daß erbauet werden die Mauern Jerusalems. Dann wirst Du empfangen ein Opfer der Gerechtigkeit, Gaben und Brandopfer;* dann wird man Kälber auf Deinen Altar legen. Ehre sei dem Vater u. s. V. O Herr! verfahre mit uns nicht nach unsern Sünden! R. Und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten! Lasset uns beten! Ergieße, o Herr, unser Gott! die Gnade des heiligen Geistes in unsere Herzen, damit wir kraft Kommunionandacht. 111 derselben durch Seufzer und Thränen die Makel unserer Sünden tilgen, und durch Deine Huld das Glück der ersehnten Versöhnung erlangen; Durch Christus, unsern Herrn. Amen. Die heilige Kommunion. 1. Vorbereitungsgebet. Sei mir gegrüßt, mein Herr und Heiland, Jesus Christus im heiligsten Sakramente! Du rufest mich zu Dir, um mich ganz bei Dir zu haben, o ewige Liebe! Es genügte Dir nicht, mein Herz im Sakramente der Buße rein zu waschen durch Dein kostbares Blut; Du wolltest es nur darum reinigen von aller Sünde, auf daß es von nun an Deine bleibende Wohnung werden könnte! O mein Jesus, lasse mich Dich recht erkennen und fühlen, was das Großes und Unschätzbares sei! Du bists, der zu mir kommen will, mein Herr und mein Gott! Du selber mit Fleisch und Blut, mit Seele und Gottheit. Darum vereinige ich mich mit allen heil. Engeln, die hier im hl. Sakramente Dich umgeben, und bete Dich an mit unerschütterlichem Glauben, als ob ich Dich schaute, wie ich einst Dich schauen werde, wenn Du wiederkommest, zu richten die Lebendigen und die Todten, um uns hinzuführen in die Herrlichkeit bei Deinem und unserm Vater! Kommunionandacht. Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes! Du meine ganze Hoffnung! Hier bist Du unter uns; was sollen wir fürchten? Du bists, der Du wirkest wie der Vater, gleich allmächtig; was kann ich hoffen, das Du nicht zu geben vermöchtest? Du bists, dessen Wort nicht sich ändert und ewig bleibt; was gibt es, das Du verheißen, und das Du mit Dir mir nicht geben wolltest? Du bists, der Du Keinen von Dir stofsest, wenn er zu Dir kömmt; solltest Du nur mich leer ausgehen lassen? Du bists, dessen Erbarmen für uns ohne Maß und Ende ist; was soll ich noch fürchten die Zahl und Größe meiner Sünden? Darum hoffe ich von Dir, o Jesus im heiligsten Sakramente, daß Du Alles mir verzeihen wollest, was ich je gefehlt habe, daß Du mir die Gnade der Beharrlichkeit und das ewige Leben schenken werdest. 112. O höchstes Geheimniß der Liebe, die, um uns Alles und sich selbst zu geben, im hl. Sakramente sich erschließt! Wer sollte Dich nicht wieder lieben? Aber sieh, da ist ein Herz, das Dich viel zu wenig liebt, das Dich aber lieben möchte ohne Aufhören und ohne Maß! Herr, hilf mir Dich lieben! Maria, du Mutter der schönen Liebe, ihr heil. Engel des Himmels alle, ihr Heiligen Gottes, ihr Frommen der Erde, alle Geschöpfe der ganzen Welt, helft mir lieben den Herrn! Sieh, o Jesus, all diese Liebe bringe ich Dir mit meiner geringen Liebe dar; nimm sie auf und laß sie die meinige werden! Vorbereitungsgebet/ 113 O wäre doch diese Liebe in mir durch die Sünde nicht so schwach geworden! Daß ich aufgehört, Dich, o Liebe, wieder zu lieben, und so durch meine Schuld Dich auch jetzt noch nicht recht lieben kann, wie Deine treuen Seelen, das, o Jesus, ist mein größter Schmerz; und das ist mein größtes Verlangen, von jetzt an nur Dich zu lieben, alles Andere aber nur so viel, als es mir dazu dienet, Dich mehr zu lieben und meine Liebe Dir zu zeigen. Ich hasse die Sünde und verachte und fliehe Alles, was mich hindert oder aufhält, Dich zu lieben. Mein Jesus, verzeihe mir! Wenn Du auf mein Elend schaust, o Herr, wenn Du siehst, wie ich so träge bin und so wenig bereit, Deinem Rufe zum Guten nachzukommen, folltest Du da nicht ganz von mir weichen und mich von Dir stoffen, wenn ich mich Dir zu nahen wage mit einem Herzen, so sündhaft und undankbar? Ja, Herr, längst hätte ich das verdient. Aber da ich in dieser Zeit der Gnaden auch in mir dennoch wieder Deinen Ruf der Liebe höre, und da Du jest voll des Erbarmens nach jedem, auch dem größten Sünder, Deine durchbohrten Hände ausstreckest und Deine Seite ihm zur Zuflucht öffnest, siehe, so fasse ich auf's Neue Muth und eile zurück zu Dir und verspreche Dir, von nun an die Sünde zu fliehen und Deinem heiligen Willen zu folgen. Aber, mein Jesus, schwach bin ich; hilf mir! ziehe mich an Dich, halte mich fest an Dich durch Deine Kommunionandacht. göttliche Gnade! Darum, o mein Herr und mein Gott, komme zu mir! Reinige mich, erleuchte mich, stärke mich, und lasse mich nimmer von Dir, jetzt und ewig! Amen. 114 O Maria, Mutter meines Jesus, erbitte mir von Deinem göttlichen Sohne jenes Verlangen der Liebe, das Du bis an Dein glorreiches Ende in Deinem unbefleckten Herzen getragen hast, und führe Du mich hin zu ihm, und lasse mich nicht mehr getrennt werden von ihm! Amen. Auch du, heil. Schußengel, gehe mit mir, und bringe mein wenig entzündetes Gebet mit dem deinigen dar unserm Herrn und Gott, den du bereits schauest von Angesicht zu Angesicht und ohne Unterlaß anbetest in staunender Bewunderung und himmlischer Liebe! ( Domine non sum dignus.) Herr, ich bin nicht würdig, daß Du eingehst unter mein Dach; aber sprich nur ein Wort, so wird gesund meine Seele.( Dreimal.) Der Leib unsers Herrn Jesu Christi bewahre meine Seele zum ewigen Leben! Amen. 2. Dankgebet. Unterhalte dich nach der heiligen Kommunion einige Minuten mit Jesus, ohne in einem Gebetbuche zu lesen; liebe ihn, trage ihm deine Anliegen vor. O Jesus, dir lebe ich! o Jesus, dir sterbe ich! im Leben und o Jesus, dein will ich ewig sein nach dem Tode! - Dankgebete. 115 Jesus! mein Gott! Du bist in meinem Herzen! O Jesus, Sohn des lebendigen Gottes! D Jesus, Du ewige Weisheit und Schönheit und Liebe! Jesus, du Wort des ewigen Vaters, Du, durch den Alles geschaffen worden, die Millionen herrlicher Engel, und die unermeßlichen Räume der Himmel, und Sonne und Mond und die unzählbaren Sterne, die Elemente der Erde und ihre tausend Gestalten, alle leblosen Geschöpfe und alle belebten, und der Mensch, Dein geliebtes Ebenbild! O Jesus, Du der Nämliche, der für uns geboren wurde, für uns gelebt und gelitten hat und gestorben ist und auferstanden, und dort zur Rechten des Vaters fizet! O Jesus, mein einstiger Richter und meine ewige Seligkeit! Schaue mich an, mein Gott, der Du jett thronest in meiner Seele! Ich werfe mich nieder vor Dir, und bete Dich an, und umfange Dich in Liebe, und küsse diese fünf strahlenden Wunden! Ihr Geschöpfe des Himmels und der Erde, preiset mit mir euren Herrn, und neiget euch mit mir vor dem, der eure Herrlichkeit sein wird! Mein bist Du jetzt, o Jesus! Du hast Dich ganz mir gegeben, und darum bin ich reich im Ueberfluß. Hätte ich alles Gold und alle Perlen und Edelgesteine der Erde, was wäre das gegen Dich? Und hätte ich alle Herrlichkeit des Himmels, was wären sie gegen Dich? Hätte ich tausend Leben, und hätte ich alle Werke der Gerechten in 116 Kommunionandacht. Beten und Fasten und Almosen, hätte ich das Blut aller heiligen Martyrer und die Verdienste aller Heiligen des Himmels, was wäre das Alles gegen Dich? Ohne Dich wäre es zu Nichts mir nüße, und gäbe ich Alles auf einmal hin, der göttlichen Gerechtigkeit genug zu thun: ohne Dich könnte ich für das Alles auch nicht von Einer Sünde befreit werden. Du allein bist mein Reichthum und mein Alles; durch Deine Verdienste darf ich sicher Verzeihung und das ewige Leben hoffen, wenn auch meine Sünden noch tausendmal mehr und größer gewesen; ein Tropfen Deines heil. Blutes, das ich jetzt mit Dir in meinem Herzen habe, genügt weit, um die ganze Welt von allen Sünden zu befreien! Und mit Dir gehört ja auch alles Andere mein; denn Du bist der Herr von Allem! Mit Dir also kann ich Alles, als wäre es wirklich mein, dem himmlischen Vater geben zur Versöhnung und zur Genugthuung; und darum fürchte ich nicht mehr, von Gott verworfen zu werden, denn ein überreiches Lösegeld bist Du, o mein Herr und mein Gott! Und da ich jetzt Dich selber habe, so hoffe ich durch Dich Alles zu erhalten, was Du an mir finden möchtest: ein reines Herz, lebendigen Glauben und kindliches Vertrauen und innige Liebe, die mich ganz Dir zu eigen macht. Ja das, o Herr, ist jetzt mein einzig Verlangen, so Dich ohne Aufhören zu lieben, daß ich nimmermehr von Dir mich trennen könnte! Herr, gib Dankgebete. 117 mir diese Liebe! Du allein kannst sie geben! Tilge Alles, was in mir sie noch hindert! O mein Gott! Du versprichst uns jetzt Nachlaß aller Strafen in dieser und in der andern Welt, und ich hoffe von Deiner Barmherzigkeit diese Gnade zu erlangen; aber Herr, wenn Du sähest, daß ich undankbar vielleicht Dich so wenig lieben würde als zuvor, dann möchte ich lieber in Reue über meine Sünden bis an mein Ende den größten Schmerz und jegliches Leiden tragen, so lange Du willst, auf daß im Geiste der Buße meine Liebe erhalten und genährt werde und wachse bis zu jenem Grade, den Du an mir sehen willst. Herr Jesus, laß mich Dich lieben! Aber wer bin ich, mein Gott, daß ich also zu Dir reden darf? Bin ich nicht jener Sünder, der so lange nichts von Deiner Liebe wissen wollte? Leider bin ich es, mein Jesus, und ich verdiente es, nimmer Dich lieben zu dürfen! Aber Dank sei Dir, o Gott, unendlicher Dank; denn dadurch, daß Du zu mir gekommen, hast Du Dich selbst mir wieder gegeben, und wozu anders, als daß ich Dich liebe und ganz und gar mich Dir in Liebe gebe für immer? Nimm mich, o Jesus, hinein in Dein heiligstes Herz, und mit mir Alles, was ich bin und was ich habe! Nichts an mir soll fortan der Sünde dienen oder einem andern Herrn als Dir allein! Alle Kräfte meines Leibes in diesen meinen Gliedern, alle Kräfte meiner Seele, mein Gedächtniß und meinen Verstand und meinen Willen, will ich ein 118 Rommunionandacht. zig zu Deiner Ehre benützen und zu meinem und Anderer ewigem Heile! Herr, nimm mich mir und gib mich Dir! Vater im Himmel! schaue ihn an in meiner Seele, diesen Deinen geliebten Sohn, an dem Du Dein Wohlgefallen haft! er ist mein! er hat sich mir geschenkt. Mit ihm komme ich zu Dir zurück, ich Dein undankbares Kind; um Deines Sohnes willen stosse mich nicht von Dir! Mit ihm überLasse ich mich getrost Dir ganz und gar; denn um seinetwillen wirst Du mich nicht in Deinem Zorn züchtigen! Mit ihm bitte ich Dich vertrauensvoll um jedes, auch das kostbarste und größte Gut für mich und Alle, für die ich zu bitten gedenke, für die Lebendigen und für die Gestorbenen; für meine Aeltern zumal und für Alle, die mir geistliche oder leibliche Wohlthäter sind; dann aber auch für Jene, die meiner Sorge anvertraut sind, oder die mir in der Liebe zu Dir, o Gott, verbunden sind und meinem Gebete sich empfohlen haben; endlich für alle armen Seelen im Fegfeuer, unter denen ich der ärmsten und am wenigsten von den Menschen bedachten von Dir Trost und Befreiung um Jesu willen erbitte, und für alle armen Sünder, die in ihrer Verblendung auch jetzt ihr Heil nicht sehen, auf daß Du sie noch mehr erleuchten und ihre Herzen rühren mögest. Für diese alle bitte ich Dich, o Vater im Himmel, und hoffe fest, von Dir Alles zu erlangen. Denn wenn wir mit Deinem geliebten Dankgebete. 119 Sohne bitten, kannst Du uns nichts versagen. Mit ihm also hoffe ich Dich immer zu lieben und treu zu bleiben bis ans Ende. Mit ihm ist mir die Stunde des Todes dereinst nichts Schreckliches mehr; denn ich werde hingelangen, wohin er uns voranging, zu Dir, o Vater, bei dem uns Alle ewige Herrlichkeit und Seligkeit erwartet in demselben Jesus Christus, Deinem Sohne, unsern Herrn! Amen. O Mutter meines Erlösers, selige Jungfrau Maria; auch jetzt wieder wende ich mich zu dir! Siehe! wie du einst neun Monate lang deinen ge= liebten Sohn im jungfräulichen Schooße getragen, wie du ihn fortan gepflegt und behütet hast mit innigster Ehrfurcht und zärtlichster Liebe: mit gleicher Liebe und gleicher Ehrfurcht möchte auch ich jetzt und immer den Herrn im Herzen tragen und mich nimmer von ihm trennen. O meine Mutter Maria, erbitte mir doch die Gnade, ihn wie du zu lieben, immer nur auf ihn zu schauen, als unser Vorbild und als unsern Helfer in jeglicher Noth, besonders aber in der Stunde der Versuchung. Laß nicht zu, daß ich ihn je wieder durch eine Sünde beleidige, sondern flehe für mich, dein armes und schwaches Kind, ohne Unterlaß um Beharrlichkeit in allem Guten, auf daß der Herr gerne auch in meinem Herzen bleibe, bis ich endlich im Himmel ihn mit dir werde vollkommen schauen und lieben können! Amen. 120 Kommunionandacht. Gebet zum heiligsten Herzen Jesu.*) O mein liebreichster Jesus! wie weit geht doch Deine unaussprechliche Liebe! Du hast mir von Deinem Fleische und kostbaren Blute ein göttliches Mahl bereitet, um Dich mir ganz zu schenken! Wer hat Dich wohl zu solchen Beweisen der Liebe bewogen? Gewiß Niemand anderer als Dein liebebrennendes Herz. O anbetungswürdigstes Herz meines Jesus! Glut- Ofen der Liebe! nimm meine Seele in deine allerheiligste Herzenswunde auf, damit ich in dieser Schule der Liebe lerne jenen Gott wieder zu lieben; der mir so wunderbare Zeichen seiner Liebe gegeben. Amen. Gebet zu Jesus dem Gekreuzigten.**) Siehe, o mein gütiger und geliebtester Jesus, in Deiner heiligsten Gegenwart zu Deinen Füßen hingeworfen, bitte ich Dich inbrünstig und flehentlich, daß Du die Gesinnungen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, der Reue über meine Sünden und des festen Vorsatzes, Dich nicht mehr zu beleidigen, in mein Herz einprägen wolltest, indem ich mit aller Liebe und innigem Mitleiden Deine *) Ablaß von 100 Tagen, einmal des Tages, wenn man andächtig obiges Gebet spricht. Pius VII. am 9. Febr. 1818. **) Wer nach reumüthiger Beicht und Kommunion das obige Gebet vor was immer für einem Bilde des gekreuzigten Heilandes reuig und andächtig verrichtet und für die Anliegen der Kirche nach der Meinung des hl. Baters betet, kann nach Erlaß des Papstes Pius IX. vom 31. Juli 1858 einen vollkommenen Ablaß gewinnen. Dankgebete. 121 fünf Wunden betrachte und mir vor Augen stelle, was von Dir, o mein Jesus, der heilige Prophet David gesagt hat: Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt, sie haben alle meine Gebeine gezählt."( Ps. 21, V. 17 u. 10.) Schlußgebet und Bitten. O Vater, o Sohn, o heiliger Geist! O allerheiligste Dreieinigkeit! O Maria und Joseph! - O Jesus! Ihr gebenedeiten Engel; heil. Namenspatron, all' ihr Heiligen des Himmels, erlangt mir die Gnaden, welche ich durch das kostbarste Blut Jesu Christi begehrte. Heiligste Jungfrau und Mutter Gottes Maria, bringe dem ewigen Vater das kostbarste Blut Jesu Christi dar für meine Seele, für die Seelen meiner Eltern, Verwandten und Wohlthäter, für die armen Seelen im Fegfeuer, für die Bedürfnisse der heiligen Kirche, für die Bekehrung der Sünder und für die ganze Welt. O Gott nimm gnädig auf diese meine Bitten. Endlich mach' noch gute Vorsätze, dann sprich: Lob, Preis und Dank, sei jetzt und ohne End, Dem heiligsten und göttlichsten Sakrament! Die Ablässe sieh' unten Seite 132. 9 122 Gebete bei dem Besuche der vier Kirchen. Besuchung der ersten Kirche. Während man zur ersten Kirche geht, kann man den Rosenfranz mit den freudenreichen Geheimnissen beten( den du, o Jungfrau, vom hl. Geist empfangen hast 2c.); zur Gewinnung des Ablasses jedoch ist es nicht erforderlich. In der Kirche betet man knieend vor dem Altare, wo das Allerheiligste aufbewahrt ist: e Laßt uns tiefgebeugt verehren Ein so großes Sakrament: Weichen muß der neuen Sonne Nun des alten Bundes Schatten: Und der Glaube muß ergänzen, Was der Sinn uns nicht bewährt. Gott, dem Vater, und dem Sohne, m Vater, und dem Sei der Ruhm und sei die Ehre: Lob und Preis und aller Segen Seien ihnen gleichermassen: Und dem, der von beiden ausgeht, Sei die gleiche Herrlichkeit. Amen. V. Brod vom Himmel hast du ihnen gegeben; R. Welches alle Süßigkeit in sich hat. Laßt uns beten!*) O Gott, der Du uns in dem wunderbaren Sakramente das Andenken Deines Leidens hinterlassen haft: gewähre uns, die heiligen Geheimnisse Deines Leibes und Blutes so zu verehren, daß wir *) Papst Pius VII. verlieh am 25. August 1818 einen Ablaß von hundert Tagen, einmal des Tages zu gewinnen, allen Gläu Gebete beim Besuche der ersten Kirche. die Frucht der Erlösung unabläßig in uns empfinden. Der Du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. H. Amen. Litanei von allen Heiligen. Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Heiliger Michael, Heiliger Gabriel, Heiliger Raphael, Alle heiligen Engel und Erzengel, Alle heiligen Chöre der seligen Geister, Heiliger Johannes der Täufer, Heiliger Joseph, Alle heiligen Patriarchen und Propheten, 123 applic Bitt( bittet) für uns! bigen, welche die vorstehenden Strophen ,, Laßt uns tief" u. f. w. sammt Versikel und Oration andächtig und mit reumüthigem Herzen beten. Wer dies alle Monate wenigstens zehumal betet, erhält einen vollkommenen Ablaß am Gründonnerstag, am Frohnleichnamsfest oder an einem Tage innerhalb der Oktave desselben, und an einem andern beliebigen Tage, wenn er an diesen Tagen nach würdiger Beicht und Kommunion eine Kirche besucht und nach der Meinung des Papstes betet. 124 Besuch der ersten Kirche. Heiliger Petrus, Heiliger Paulus, Heiliger Andreas, Heiliger Jakobus, Heiliger Johannes, Heiliger Thomas, Heiliger Jakobus, Heiliger Philippus, Heiliger Bartholomäus, Heiliger Matthäus, Heiliger Simon, Heiliger Thaddäus, Heiliger Mathias, Heiliger Barnabas, Heiliger Lukas, Heiliger Markus, Alle heiligen Apostel und Evangelisten, Alle heiligen Jünger des Herrn, Alle heiligen unschuldigen Kinder, Heiliger Stephanus, Heiliger Laurentius, Heiliger Vincentius, Heilige Fabianus und Sebastianus, DUY Heilige Johannes und Paulus, Heilige Kosmas und Damianus, Heilige Gervasius und Protasius, Alle heiligen Martyrer, Heiliger Silvester, Heiliger Gregorius, Heiliger Ambrosius, Heiliger Augustinus, Heiliger Hieronymus, Heiliger Martinus, Heiliger Nikolaus, 1647 Bitt( bittet) für uns! Litanei von allen Heiligen. Alle heiligen Bischöfe und Bekenner, Alle heiligen Kirchenlehrer, Heiliger Antonius, Heiliger Benedictus, Heiliger Bernhardus, Heiliger Dominikus, Heiliger Franziskus, Alle heiligen Priester und Leviten, Alle heiligen Mönche und Einsiedler, Heilige Maria Magdalena, Heilige Agatha, Heilge Lucia, Heilige Agnes, Heilige Cäcilia, Heilige Katharina, Heilige Anastasia, Alle heiligen Jungfrauen und Wittwen, Alle Heilige Gottes, Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Sei uns gnädig, erlöse uns, o Herr! Von aller Sünde, Von deinem Zorne, Von dem plötzlichen und unversehenen Tode, Von den Nachstellungen des bösen Feindes, Von Zorn, Haß und allem bösen Willen, Vom Geiste der Unlauterkeit, Von Blizz und Ungewitter, Von der Geißel des Erdbebens, Von Pest, Hunger und Krieg, Von dem ewigen Tode, Durch das Geheimniß Deiner heiligen Menschwerdung, Durch Deine Ankunft, 125 Bitt( bittet) für uns! Erlöse uns, o Herr! 126 Durch Deine Geburt, Durch Deine Taufe und Dein heiliges Fasten, Durch Dein Kreuz und Leiden, Durch Deinen Tod und Dein Begräbniß, Durch Deine heilige Auferstehung, Durch Deine wunderbare Himmelfahrt, Durch die Ankunft des heil. Geistes, des Trösters, Am Tage des Gerichtes, erlöse uns, o Herr! Wir arme Sünder, wir bitten dich, erhöre uns! Daß Du uns verschonest, Besuch der ersten Kirche. Daß Du uns verzeihest, Daß Du uns zur wahren Buße führen wollest, Daß Du Deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, Daß Du den apostolischen Oberhirten und alle geistlichen Stände in Deiner heiligen Religion erhalten wollest, Daß Du die Feinde deiner heiligen Kirche demüthigen wollest, Daß Du den Königen und christlichen Fürsten Friede und wahre Eintracht verleihen wollest, Daß Du dem ganzen christlichen Volke Friede und Einigkeit schenken wollest, Daß Du uns selbst in Deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wollest, Daß Du unsere Herzen zu himmlischen Begierden erheben wollest, Daß Du alle unsere Wohlthäter mit den ewigen Gütern belohnen wolleft, Daß Du unsere Seelen und die Seelen unserer Brüder, Verwandten und Wohlthäter vor der ewigen Verdammniß bewahren wollest. Daß Du die Früchte der Erde geben und erhalten wolleft, Erlöse uns, o Herr! Wir bitten dich, erhöre uns! Litanei von allen Heiligen. 127 Daß Du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wolltest, wir bitten dich, erhöre uns! Daß Du uns erhören wolleft, wir bitten dich, erhöre uns! Du Sohn Gottes, wir bitten Dich, erhöre uns! H ODu Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die verschone uns, o Herr! Sünden der Welt, Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. f. w. V. Und führe uns nicht in Versuchung; R. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Psalm 69. Mein Gott, laß mir Hilfe angedeihen: Herr säume nicht, mir beizustehen! Laß sie schamroth und zu Schanden werden: die meiner Seele nachstellen. Beschämt sollen zurückweichen: die mir Böses wünschen; Schamroth sollen abziehen: die im Unglückt meiner spotten. Aber frohlocken und in Dir sich erfreuen sollen Alle, die Dich suchen: und die nach Deinem Heile verlangen, mögen immerdar sagen: Hochgelobt sei der Herr! Ich aber bin elend und arm: o Gott, hilf mir! Sei du mein Helfer und Erretter: Herr, säume nicht, mir beizustehen. 128 Besuch der ersten Kirche. Ehre sei dem Vater und dem Sohn: und dem hl. Geist; Wie sie war im Anfang, jetzt und allezeit: und zu emigen Zeiten. Amen. V. Romm zu Hilfe Deinen Dienern; R. Die auf Dich hoffen, o Gott! V. Sei uns ein starker Thurm, R. 3um Schuße gegen den Feind. V. Laß den Feind nichts vermögen wider uns; R. Und der Sohn der Bosheit wage nicht, uns zu schaden. V. Herr, verfahre mit uns nicht nach unsern Sünden; R. Und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. V. Lasset uns beten für unsern obersten Hirten N.! R. Der Herr erhalte und segne ihn auf Erde, und gebe ihn nicht in die Hände seiner Feinde. V. Laffet uns beten für unsre Wohlthäter! R. O Herr, verleihe Allen, die uns Gutes thun, um Deines Namens willen das ewige Leben! V. Lasset uns beten für alle abgestorbenen ChristgläuDigent! R. O Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen! V. Laß fie ruhen im Frieden! R. Amen. V. Laffet uns beten für unsere abwesenden Brüder! R. Komm zu Hilfe, o mein Gott, Deinen Dienern, die auf Dich hoffen! V. Sende ihnen Hilfe von Deinem Heiligthume! R. Und schüße sie von Sion her. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß mein Rufen zu Dir gelangen. V. Der Herr sei mit euch! R. Und mit Deinem Geiste. Bitanei von allen Heiligen. Laßt uns beten! O Gott, dem es eigen ist, allezeit sich zu erbarmen und zu verschonen: nimm auf unser Flehen, damit wir und alle Deine Diener, die in den Ban-` den der Sünde gefesselt liegen, durch Deine liebevolle Erbarmung gnädig mögen befreiet werden. Erhöre, wir bitten Dich, o Herr, die Bitten der Demüthigen, und schone derer, die ihre Sünden vor Dir bekennen: damit wir durch Deine Güte mit ihrer Nachlassung auch Deinen Frieden erhalten. 129 Erzeige uns gnädig, o Herr, Deine unaussprechliche Erbarmung: damit Du uns von allen Sünden erledigeft, und von den Strafen, die wir für dieselben verdienen, befreiest O Herr, der Du durch die Sünde beleidiget, durch Buße versöhnet wirst: schaue gnädig auf das Gebet Deines demüthig flehenden Volkes, und wende ab die Geißeln Deines Zornes, die wir für unsere Sünden verdienen. Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme Dich Deines Dieners, unsers obersten Hirten N., und lenke ihn nach Deiner Güte auf dem Pfade des ewigen Heiles: auf daß er mit Deiner Gnade trachte nach dem, was Dir gefällt, und mit aller Kraft es vollbringe. O Gott, von dem alles heilige Verlangen, alle guten Rathschlüsse und gerechten Werke entsprin 130 Besuch der ersten Kirche. gen: gib Deinen Dienern jenen Frieden, welchen die Welt nicht geben kann; auf daß unsere Herzen Deinen Geboten ergeben, und unsre Zeiten, von der Furcht vor den Feinden befreit, unter Deinem Schutze friedlich sein mögen. Entzünde, o Herr, mit dem Feuer des heiligen Geistes unsere Nieren und unsere Herzen: auf daß wir mit feuschem Leibe Dir dienen, und mit reinem Herzen Dir gefallen. O Gott, Du Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen! verleihe den Seelen Deiner Diener und Dienerinen Nachlassung all' ihrer Sünden: auf daß sie durch fromme Fürbitten jene Verzeihung erlangen, nach der sie allezeit sich gesehnet haben. Komme, o Herr, wir bitten Dich, unsern Handlungen mit der Gnade Deines Geistes zuvor, und begleite fie mit Deiner Hilfe: auf daß alle unsere Worte und Werke stets von Dir beginnen, und durch Dich vollendet werden mögen. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du herrschest über die Lebendigen und Todten, erbarme Dich Aller, von denen Du voraus erkennest, daß sie Dein sein werden durch Glauben und durch Werke: in Demuth flehen wir Dich an, daß die, für welche wir uns vorgenommen haben zu bitten, sie mögen noch am Leben oder bereits in die Ewigkeit eingegangen sein, durch die Fürbitte aller Deiner Heiligen von Deiner unendlichen Güte Verzeihung ihrer Gebete. 131 Sünden erlangen mögen. Durch Jesus Christus, Deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der mit Dir lebt und regiert, in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. V. Der Herr sei mit euch! R. Und mit Deinem Geiste. V. Es erhöre uns der allmächtige und barmherzige Herr! R. Amen. V. Und die Seelen der Gläubigen mögen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden! R. Amen. Hierauf bete man 7 Vater unser und Ave Maria, Ehre sei dem Vater, nebst dem apostolischen Glaubensbekenntnisse. Aufopferungsgebet. O göttliches und liebreichstes Herz unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi, aus dem unsere hl. Kirche ihr Leben schöpfte, nimm gnädig an das demüthige und vertrauensvolle Gebet, welches wir mit größter Inbrunst unserer Seele zu Dir emporrichteten. Wir opfern Dir dasselbe auf nach der Meinung unsers hl. Vaters, zur Erhöhung und Ausbreitung Deiner hl. Kirche, zur Ausrottung alles Unglaubens und zur Bekehrung der Frrenden, zur Einigkeit der christlichen Fürsten und zur Erhaltung des Friedens unter den christlichen Völkern. Dunbefleckte Jungfrau und Mutter Gottes Maria, zu Deinem mütterlichen Herzen nehmen wir arme Sünder unsere Zuflucht, verschmähe nicht unser Gebet, das wir für die Kirche Deines gött 132 Besuch der ersten Kirche. lichen Sohnes dargebracht haben. Und du hr. Joseph, Schuppatron der Kirche, und ihr hl. Apostel Petrus und Paulus bittet für uns bei dem Herrn, auf daß Er, zu Seiner und Seiner hl. Kirche Ehre, wieder Seinen Engel herniedersende, um den Statthalter Jesu Christi und die ganze bedrängte Christenheit den Händen ihrer Feinde zu entreißen, damit wir Alle in gesicherter Freiheit Dir dienen, und einstens zur triumphirenden Kirche im Himmel gelangen mögen. Durch Christus, unsern Herrn. Amen. Vor dem Weggehen sprich: Lob, Preis und Dank sei jetzt und ohne End' Dem heiligsten und göttlichsten Sakrament!*) Oder auch: Hochgelobt und gebenedeit 2c. *) Pius VII. verlieh am 24. Mai 1776 einen Ablaß von 100 Tagen einmal des Tages allen Gläubigen, welche mit reumüthigem Herzen zum Preise des allerheiligsten Sakramentes das furze Gebet: ,, Lob und Preis 2c." sprechen; an allen Donnerstagen, wie auch in der Oftave des Frohnleichnamsfestes Allen, welche es dreimal des Tages beten, einen Ablaß von 300 Tagen; endlich denjenigen, welche es im Verlaufe eines Monats täglich gebetet haben, einen vollkommenen Ablaß, wenn sie an einem believigen Tage nach verrichteter Beicht und Kommunion für die heilige Kirche beten. Pius VII. hat am 30. Juni 1818 einen Ablaß von 100 Tagen auch denjenigen gewährt, welche das obige, kurze Lobgebet mit reuigem und andächtigem Herzen sprechen, wann bei der Aussetzung des Allerheiligsten das Stundenzeichen, oder das Zeichen der Ertheilung des heil. Segens mit demselben gegeben, oder endlich( nach einem Gnadenbriefe desselben Pius VII. vom 7. Dezember 1819) wann nach der Wandlung in der Messe die hochheiligen Gestalten erhoben werden./ Lauretanische Bitanei. Besuchung der zweiten Kirche. Während man zur zweiten Kirche geht, kann man den Rosenkranz mit den schmerzenreichen Geheimnissen beten( der für uns Blut geschwißzet hat 2c.) In der Kirche angekommen, geht man zum Altare, wo das Allerheiligste aufbewahrt ist und betet knieend: Laßt uns tief gebeugt 2c.( j. S. 122.) Lauretanische Litanci.*) Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarnte Dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! 133 Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Christi, Mutter der göttlichen Gnade, Du allerreinste Mutter, Du allerkeuschefte Mutter, Du ungeschwächte Mutter, Du unbefleckte Mutter, Du liebliche Mutter, Du wunderbarliche Mutter, Du Mutter des Schöpfers, The ce 13 mjes Bitt für uns! slio p *) Ablaß von 300 Tagen, wenn man diese Litanei andächtig und reumüthig betet. Pius VII. am 30. September 1817. Besuch der zweiten Kirche. 134 Du Mutter des Erlösers, Du allerweisefte Jungfrau, Du ehrwürdige Jungfrau, Du lobwürdige Jungfrau, Du mächtige Jungfrau, Du gütige Jungfrau, Du getreue Jungfrau, Du Spiegel der Gerechtigkeit, Du Sitz der Weisheit, Du Ursache unseres Heils, Du geistliches Gefäß, Du ehrwürdiges Gefäß, Du vortreffliches Gefäß der Andacht, Du geistliche Roſe, Du Thurm Davids, Du elfenbeinerner Thurm, Du goldenes Haus, Du Arche des Bundes, Du Pforte des Himmels, Du Morgenstern, Du Heil der Kranken, Du Zuflucht der Sünder, Du Trösterin der Betrübten, Du Helferin der Christen, Du Königin der Engel, Du Königin der Patriarchen, Du Königin der Propheten, Du Königin der Apostel, Du Königin der Martyrer, Du Königin der Beichtiger, Du Königin der Jungfrauen, Du Königin aller Heiligen, Du Königin ohne Makel der Erbsünde empfangen, Bitt für uns! Colise SE Lauretanische Litanei. 135 O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erbarme Dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser!- Ave Maria 2c. Unter Deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin; verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöthen, sondern erlöse uns allezeit von allen Gefahren. D Du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau! unsere Frau, unsere MittLerin, unsere Fürsprecherin! Versöhne uns mit Deinem Sohne, empfiehl uns Deinem Sohne, stelle uns vor Deinem Sohne! V. Bitt für uns, o heilige Gottesgebärerin! R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Chrifti. Laßt uns beten! Wir bitten Dich, o Herr! ergieße Deine Gnade in unsere Herzen; auf daß wir, die wir durch die Botschaft des Engels die Menschwerdung Christi, Deines Sohnes, erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung geführet werden. Durch denselben Christus, unsern Herrn. R. Amen. V. Bitt für uns, o seligster Joseph! R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. 136 Besuch der zweiten Kirche. Laßt uns beten! 2 ne a Wir bitten Dich, o Herr! laß uns durch die Verdienste des Bräutigams Deiner allerheiligsten Gebärerin geholfen werden; damit, was unser Vermögen nicht erhalten kann, uns durch seine Fürbitte geschenket werde. Der Du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. H. Amen. Alsdann bete man 7 Vater unser und Ave Maria u. s. w., Ehre sei dem Vater 2c. nebst dem Glauben an Gott. Thing Gebete nach der Meinung des heil. Baters. Um Erhöhung der hl. katholischen Kirche. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du durch Deinen eingebornen Sohn Jesus Christus die hl. katholische Kirche auf einen unerschütterlichen Felsen gegründet haft: befestige sie immer mehr in allen Stürmen, und verherrliche sie bei allen Verfolgungen; erhöhe und verbreite sie über die ganze Erde, damit alle Völker erkennen, daß sie die geheiligte Braut Deines Sohnes ist, die Er durch Sein kostbares Blut Sich erworben hat. Um Bekehrung der Jrrenden. O Herr Jesus Christus, Du wahres Licht der Welt, erbarme Dich aller Seelen, welche durch die Arglist des bösen Feindes betrogen sind, damit sie ihren Irrthum erkennen, und durch keine zeitlichen Rücksichten sich abhalten lassen, in den Schooß Deiner hl. Kirche zurückzukehren, so daß Alle Einen Hirten erkennen, und Eine Heerde sein möge. Bauretanische Bitanei. Um Ausreutung der Keßereien. D Herr! laß gnädig zu Dir dringen die Bitten Deiner heiligen Kirche, auf daß sie, nach Ueberwindung aller Ketzereien und Irrthümer, in gesicherter Freiheit Dir diene. 137 Um Eintracht und Frieden. O Gott! Du Geber des Friedens und Hersteller der Eintracht und Liebe: verleihe Deinen Dienern ein wahres Zusammenwirken mit Deinem heiligen Willen, damit wir von allen Gefahren, welche uns bedrohen, durch Deine Hilfe befreit werden. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. Harufung der Schußheiligen. Schirme, o Herr, und bewahre in heiliger Obhut Dein Volk, das auf Deiner Apostel Petrus und Paulus und aller Apostel Fürsprache vertraut. Deine Heiligen, o Herr, insgesammt, namentlich aber unsere heil. Patrone, und diejenigen, deren Ueberbleibsel in dieser Kirche ruhen, mögen überall uns helfen, auf daß wir, weil wir ihre Verdienste ehren, auch ihren Schuh erfahren. Durch Christus, unsern Herrn. Amen. Vor dem Weggehen: Lob, Preis und Dank sei jetzt und ohne End' Dem heiligsten und göttlichsten Sakrament.*) Oder auch: Hochgelobt und gebenedeit 2c. *) Die Ablässe zu diesem Gebete siehe auf Seite 132. 10 138 Besuchung der dritten Kirche. Während des Hingehens kann man den Rosenkranz mit den glorreichen Geheimnissen beten( der von den Todten auferstanden ist zc.) In der Kirche, vor dem Altare, wo das Allerheiligste aufbewahrt ist, betet man knieend: Laßt uns tiefgebeugt 2c.( f. S. 122.) Litanei vom heilighen Namen Jesus.*) Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Jesus, höre uns! Jesus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geift, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Jesus, du Sohn des lebendigen Gottes, Jesus, du Abglanz des Vaters, Jesus, du Schimmer des ewigen Lichtes, Jesus, du König der Herrlichkeit, Jesus, du Sonne der Gerechtigkeit, Jesus, du Sohn der Jungfrau Maria, Du liebenswürdiger Jesus, Du wunderbarer Jesus, Jesus, du starter Gott, Jesus du Vater der Zukunft, Jesus, du Gesandter des großen Rathschluffes, Erbarme Dich unser! *) In den meisten Bisthümern Ablaß von 300 Tagen, wenn man diese Sitanei andächtig betet. Pius IX. am 21. August 1862. Bitanei vom heiligsten Namen Jesus. Du mächtigster Jesus, Du geduldigster Jesus, Du gehorsamster Jesus, Jesus, sanft und demüthig von Herzen, Jesus, du Liebhaber der Keuschheit, Jesus, unser liebreicher Freund, Jesus, du Gott des Friedens, Jesus, du Urheber des Lebens, Jesus, du Vorbild der Tugenden, Jesus, du Eiferer der Seelen, Jesus, unser Gott, Jesus, unsere Zuflucht, Jesus, du Vater der Armen, Jesus, du Schatz der Gläubigen, Jesus, du guter Hirt, Jesus, du wahres Licht, Jesus, du ewige Weisheit, Jesus, du unendliche Güte, Jesus, unser Weg und unser Leben, Jesus, du Freude der Engel, Jesus, du König der Patriarchen, Jesus, du Meister der Apostel, Jesus, du Lehrer der Evangelisten, Jesus, du Stärke der Martyrer, Jesus, du Licht der Bekenner, Jesus, du Reinheit der Jungfrauen, Jesus, du Krone aller Heiligen, Sei uns gnädig! Verschone uns, o Jesus! Sei uns gnädig! Erhöre uns, o Jesus! Von allem Uebel! Erlöse uns, o Jesus! Von aller Sünde, Von deinem Zorne, Von den Nachstellungen des bösen Geistes, Von dem Geiste der Unlauterkeit, 139 Erbarme Dich unser! o Jesus! Erlöse uns, 140 Vom ewigen Tode, Von der Nichtachtung deiner Eingebungen, Durch das Geheimniß deiner heil. Menschwerdung, Durch deine Geburt, Besuch der dritten Kirche. Durch deine Kindheit, Durch dein göttliches Leben, Durch deine Mühen, Durch deine Todesangst und dein Leiden, Durch dein Kreuz und deine Verlaffenheit, Durch deine Schmerzen, Erlöse uns, o Jesus! Durch deinen Tod und deine Begräbniß, Durch deine Auferstehung, Durch deine Himmelfahrt, Durch deine Freuden, Durch deine Herrlichkeit, O'du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Verschone uns, o Jesus! du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erhöre uns, o Jesus! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erbarme dich unser, o Jesus! Jesus, höre uns! Jesus, erhöre uns! Laßt uns beten! Herr Jesus Christus, der Du gesagt haft: Bittet, und ihr werdet empfangen; suchet, und ihr werdet finden; klopfet an, und es wird euch aufgethan; wir bitten Dich, gib uns, die wir nach der Innigkeit Deiner göttlichen Liebe verlangen, daß wir von ganzem Herzen, in Wort und Werk Dich lieben und von Deinem Lobe niemals lassen. Gebet an Maria. Schaffe in uns, o Herr! eine immerwährende Ehrfurcht vor Deinem heiligen Namen und eine unablässige Liebe zu ihm, weil Du nie Deine Hand denen entziehst, welche Du in standhafter Liebe zu Dir festgegründet hast. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. H. Amen. 141 Gebet an Maria. Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria! daß es von Ewigkeit her nicht gehört worden, daß Jemand, der zu Dir seine Zuflucht nahm, Deinen Beistand anrief oder um Deine Fürbitte flehte, von Dir verlassen worden sei. Von solchem Vertrauen befeelt, nehme ich meine Zuflucht zu Dir, o Jungfrau der Jungfrauen und Mutter! Zu Dir komme ich, vor Dir stehe ich als fündiger Mensch. O Mutter des ewigen Wortes! verschmähe meine Worte nicht, sondern höre sie gnädig und erhöre mich! Amen.*) Hernach bete 7 Vater unser und Ave Maria, Ehre sei dem Vater 2c. nebst dem Glauben an Gott. Zum Schluße füge noch bei die Gebete nach der Meinung des hl Vaters, wie oben Seite 136 und 137. *) 300 Tage Ablaß. Wer dieses Gebet einen Monat lang täglich verrichtet, kann an einem Tage unter den gewöhnlichen Bedingungen einen vollkommenen Ablaß gewinnen. Pius IX. ant 11. Dez. 1846. piling 142 Besuchung der vierten Kirche. Während des Hingehens kann man den sogenannten engs lischen Rosenkranz*) beten. In der Kirche vor dem Altare, wo das Allerheiligste aufbewahrt ist, betet man knieend: Laßt uns tiefgebeugt 2c.( oben S. 122). Gebet für den Papst und die ganze Kirche. Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Vater unser u. s. w. O göttliches und liebreichstes Herz unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus, aus dem unsere heilige katholische Kirche ihr Leben schöpfte; siehe vor Dir in Demuth und Vertrauen hingeworfen Deine Kinder, die mit der größten Inbrunst ihrer Seele zu Dir flehen für das Haupt Deiner heiligen Kirche, für ihren geistigen Vater und obersten Hirten. Wir bitten Dich, o Herr! Du wollest in Deiner Gnade ihn stärken mit Deinen Tröstungen, ihm helfen mit Deiner Macht, und ihn schirmen, auf daß er vollen Sieg erlange über seine Feinde, welche zugleich die Feinde der Gerechtigkeit und Wahrheit sind. Vater unser 2c. Ave Maria 2c. Ehre sei dem Vater 2c. *) Der englische Rosenkranz besteht aus dem gewöhnlichen Eingange und drei Absäßen. Bei jedem Absaße wird zuerst ein Bater unser und Ave Maria, dann neunmal: Heilig, heilig, heilig 2c. und Ehre sei dem Vater x. gebetet. Gebete für die Kirche. 143 O unbefleckte Jungfrau und Mutter Gottes Maria, höre das demüthige und vertrauensvolle Gebet, welches wir für den sichtbaren Stellvertreter Jesu Christi zu Dir emporrichten. Um des strahlenden Ehrenkranzes willen, mit welchem er Dein Haupt schmückte, indem er die Glaubenswahrheit von Deiner unbefleckten Empfängniß feierlich verkündete, erwirke ihm Trost in den Bitterkeiten, die ihm von seinen undankbaren Söhnen bereitet werden: bringe ihm Kraft in den Tagen des Schmerzes und der Prüfung: und erlange ihm von Deinem eingebornen Sohne die Freude, daß er hier auf Erden noch den vollen Sieg der Kirche Gottes schaue. V. Königin, ohne Makel der Erbsünde empfangen! R. Bitte für uns. Gegrüßt seist du, Maria 2c.( dreimal). Heiliger Erzengel Michael, du siegreicher Führer der himmlischen Heerschaaren! heiliger Joseph, du reinster Bräutigam der seligsten Jungfrau Maria, Nährvater unsers Herrn Jesus Christus und Beschützer der katholischen Kirche! und ihr, glorreiche Fürsten der Erde, heilige Apostel Petrus und Paulus, bittet für uns bei dem Herrn, auf daß er zu seiner und seiner heiligen Kirche Ehre, und zum Troste aller Gläubigen in der ganzen katholischen Welt, wieder seinen Engel herniedersende vom Himmel, um den Besuchung der vierten Kirche. Statthalter Jesu Christi den Händen seiner Feinde zu entreißen, damit er in wahrer Freiheit sein oberstes und unfehlbares Lehramt üben möge. 144 Vater unser 2c. Gegrüßt seist du 2c. Ehre sei dem Vater 2c. Daß du die Feinde deiner heiligen Kirche demüthigen wolleft. Wir bitten dich, erhöre uns! Vater unser 2c. Gegrüßt seist du, Maria 2c. Ehre sei dem Vater 2c. Daß du deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest. Wir bitten dich, erhöre uns! Vater unser 2c. Gegrüßt seist du 2c. Ehre sei dem Vater 2c. Daß du den apostolischen Oberhirten und alle geistlichen Stände in deiner heiligen Religion erhalten wollest. Wir bitten dich, erhöre uns! Vater unser 2c. Gegrüßt seist du, Mària 2c. Ehre sei dem Vater 2c. V. Lasset uns beten für unsern obersten Hirten( Pius)! R. Der Herr erhalte ihn und segne ihn auf Erden, und gebe ihn nicht in die Hände seiner Feinde. Lasset uns beten! Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme Dich Deines Dieners, unsers obersten Hirten( Pius), und lenke ihn nach Deiner Güte auf dem Pfade des ewigen Heiles: auf daß er mit Deiner Gnade trachte nach dem, was Dir gefällt, und mit aller Kraft es vollbringe. Durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn. 1. Amen.*) *) Ablaß von 100 Tagen inmal an jedem Tage, an dem man die obigen Gebete mit reumüthigem Herzen andächtig ver Gebete für die Hl. Kirche. um die Treue im Glauben. Lasset uns beten! Süßester Jesus, Du unser göttlicher Meister! der Du die bösen Anschläge, mit welchen die Pharisäer Dich oftmals verfolgten, stets zu Schanden gemacht hast: vereitle die Pläne der Gottlosen und aller derer, welche in Kleinmuth des Geistes mit ihren trügerischen Darstellungen Dein Volk zu umgarnen und zu bethören bemüht sind. Erleuchte uns alle, Deine Schüler, mit dem Lichte Deiner Gnade, damit wir nicht etwa berückt werden durch die Arglist der Weisen dieser Welt, welche ihre verderblichen und täuschenden Lehren überall verbreiten, um auch uns zu ihren Irrthümern zu verführen. Verleihe uns ein so starkes Licht des Glaubens, daß wir die Nachstellungen der Bösen erkennen, die Lehren Deiner heiligen Kirche fest glauben, und die Grundsätze der Feinde der Wahrheit standhaft von uns weisen. Amen.*) Salve Regina. Gegrüßt seist Du, Königin, Mutter der Barmherzigkeit, Leben, Eüßigkeit und unsere Hoffnung, 145 Gebet richtet. Dieser Ablaß kann fürbittweise auch den im Reinigungsorte leidenden Seelen zugewendet werden. Er ist auf die Dauer der gegenwärtigen Bedrängnisse des apostolischen Stuhles gewährt. Papst Pius IX. am 24. November 1870. *) Der hl. Vater Papst Pius IX. hat am 22. October 1866 allen Gläubigen, welche dieses Gebet fromm und andächtig vers richten, einen Ablaß von hundert Tagen gewährt. 146 Besuchung der vierten Kirche. sei gegrüßt! Zu Dir schreien wir elende Kinder Eva's. Zu Dir seufzen wir, Trauernde und Weinende, in diesem Thale der Zähren. Wohlan also, unsere Fürsprecherin, wende Deine barmherzigen Augen zu uns! Und nach diesem Elende zeige uns Jesus, die gebenedeite Frucht Deines Leibes. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! V. Bitt für uns, o heilige Gottesgebärerin! R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Chriſti! Lasset uns beten! Allmächtiger ewiger Gott, der Du den Leib und die Seele der glorreichen Jungfrau und Mutter Maria unter Mitwirkung des heiligen Geistes zu einer würdigen Wohnung Deines Sohnes bereitet haft: gib, daß wir, die wir uns ihres Andenkens erfreuen, durch ihre milde Fürsprache von den bevorstehenden Uebeln und von dem ewigen Tode befreit werden. Durch denselben Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn. H. Amen. V. In all unserer Trübsal, Angst und Noth, R. Komm uns zu Hilfe, o gütigste Jungfrau Maria! Amen. Hernach betet man 7 Vater unser und Ave Maria, Ehre sei dem Vater, und den Glauben an Gott. Daran reiht man noch alle Gebete, wie oben am Schlusse der zweiten Besuchung Seite 136 und 137. 147 Betslunde vor dem Allerheiligsten. Es ist gewiß billig, daß du während dieser hl. Jubiläumszeit den allgemeinen Betstunden beiwohnst. Auch sonst sollst du manchmal, besonders an Sonn- und Feiertagen, an Kommuniontagen Nachmittags eine Anbetung vor dem Allerheiligsten halten; hiezu kannst du nun folgende Gebete benüßen: Glaube, Hoffnung und Liebe.*) O mein Gott! ich glaube festiglich Alles, was die katholische Kirche zu glauben vorhält, weil Du, o Gott! folches geoffenbaret hast, der Du bist die ewige Wahrheit und Weisheit, die weder betrügen, noch betrogen werden kann. O mein Gott! ich hoffe durch Deine Gnade die ewige Glückseligkeit zu erlangen, weil Du sie verheißen haft, der Du unendlich mächtig, getreu, gütig und barmherzig bist. O mein Gott! ich liebe Dich über Alles, weil Du bist mein höchstes, unendliches und vollkommenstes Gut, das aller Liebe werth ist. *) Papst Benedict XIV. verlieh am 28. Januar 1756 allen Gläubigen, welche die drei göttlichen Tugenden mit dem Herzen erwecken und andächtig sprechen, jedesmal einen Ablaß von 7 Jahren und 7 Quadragenen; denen aber, welche täglich sie wie oben erwecken und sprechen, einmal im Monate einen vollkommenen Ablaß an jenem Tage, an welchem sie nach reumüthiger Beicht und würdiger Kommunion nach der Meinung des Papstes für die Wohlfahrt der Kirche, um Eintracht der chriftlichen Fürsten und Ausreutung der Keßereien beten; ebenso einen vollkommenen Ablaß in der Todesstunde. Betstunde vor dem Allerheiligsten. O Gott und mein Herr! es reuet mich vom Grunde meines Herzens, daß ich Dich so oft und vielmal beleidigt habe. Ich verabscheue die Sünde und nehme mir kräftig vor, mein Leben zu bessern, und Dich, o Gott! nicht mehr zu beleidigen. 148 O mein Gott! ich opfere Dir auf alle meine Gedanken, Worte und Werke zu Deiner größeren Ehre und Glorie, und vereinige sie mit dem bittern Leiden und Sterben Jesu Christi, meines Erlösers. Amen. Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott der Heerschaaren. Himmel und Erde sind voll seiner Herrlichkeit. Ehre sei dem Vater zc. - Bete nun, wie folgt, den üblichen, sogenannten Dreißiger.*) O gütigster Jefus, Deine heiligste Mutter sammt allen lieben Heiligen Lobpreisen Dich für alle Unehre und Beleidigungen, welche wider Dich als das höchste Gut von den undankbaren Menschen jemals sind begangen worden, oder zu irgend einer Zeit noch begangen werden. Gegrüßt seist du Maria 2c. Hierauf bete man zuerst 10 Vater unser, ohne Ave Maria! Nach jedem Vater unser aber schalte man ein: *) Dieses Gebet besteht aus 33 Vater unser zum Andenken und zur Verehrung der 33 Jahre, die Jesus auf Erden gelebt, und aus 5 Ave Maria, welche zur Verehrung der heil. 5 Wunden Christi beigefügt werden. Belftunde vor dem Allerheiligsten. V. Hochgelobt und gebenedeit sei das allerheiligste Satrament des Altars. R. Von nun an bis in Ewigkeit. 149 Nach dem zehnten, zwanzigsten, dreißigsten und nach dem letzten Vater unser wiederhole man das obige Gebet: O gütigster Jesus 2c. sammt Ave Maria. Nach dem Dreißiger bete noch: Die Litanei vom h. Namen Jesus( oben Seite 138.) Gebet zur Wohlfahrt der katholischen Kirche und aller Christen. Göttlicher Heiland, Jesus Christus! Stifter unserer heiligen katholischen Kirche, und unsichtbares Oberhaupt derselben! nimm dieselbe auch in Deinen besondern Schuß, und laß sie von ihren arglistigen Feinden nicht gedrückt, oder gar unterdrückt werden! Demüthige Alle, die sich aus Hochmuth oder andern bösen und feindseligen Absichten ihrer Ausbreitung widersetzen, und den Eingang Deiner sehr heilsamen Lehren bei den Menschen verhindern wollen! Verbreite Deine Kirche stets mehr und mehr auch unter die Heiden! Gib derselben auch immer recht würdige geistliche Oberhirten, und leite sie durch Deinen göttlichen Beistand, daß sie die Religionswahrheiten jederzeit rein und unverfälscht lehren, und sich den Irrthümern und Eingriffen in die Religion mit Muth und Standhaftigkeit widersetzen, damit Deine heilige Kirche nach Deiner Verheißung auf dem 150 Betstunde vor dem Allerheiligsten. Felsen fest und unerschütterlich ruhe, und auch die ganze Höllenmacht nichts gegen sie vermöge! Gib ferner Deiner Kirche immer würdige fromme Priester, und eifrige Seelsorger, die aus Liebe zu Dir, für die wahre, ewige Wohlfahrt ihrer Pflegeempfohlenen durch reine Lehre und durch ihr gutes Beiſpiel gewissenhaft sorgen, und sie auf dem Weg der Tugend und Gottseligkeit führen! Gib auch durch Deinen heiligen Geist den Regenten der Erde Weisheit und Demuth, Gerechtigkeit und Friedensliebe! Laß sie die Freude der Guten, die Zuflucht der Bedrängten, die Bestrafer der Lasterhaften werden! Sei endlich der erbarmende und schützende Vater aller Eltern und Kinder, aller Herrschaften und Dienstboten! Erfreue und tröste alle Betrübten! Offenbare Dich als den Gott der Wittwen, als den Vater der Waisen, als den Zurechtweiser aller Irrenden, als den Lehrer der Unwissenden, als den Helfer aller Hilflosen! Verlaß den Armen nicht, daß sein Vertrauen auf Dich nicht wanke! Dich erkenne die leitbare Jugend; Dich preise das männliche Alter; an Dich halte sich der Betagte! Erquicke alle Kranken, gib den Sterbenden Reue und Zerknirschung, daß sie des bessern und ewigen Lebens sich freuen mögen. Dessen wollest Du, o Herr, auch uns Alle würdig machen! Amen. Am Schlusse der Betstunde sprich noch: Laßt uns tiefgebeugt 2c.( oben Seite 122) Anbetung und Abbitte vor dem heiligsten Sakramente des Altars.*) 151 Verrichte gerne die folgenden Gebete zur Abbitte für die vielen gottesräuberischen Handlungen, durch die in unserer Zeit so viele Kirchen entweiht, und das heiligste Sakrament verunehrt wird. 1. Jch bete Dich in tiefster Ehrfurcht an, o mein Jesus in dem allerheiligsten Sakramente; ich erkenne Dich an als wahren Gott und wahren Menschen, und mache die Meinung, mit dieser Huldigung die Kälte so vieler und vieler Christen gut zu machen, die in Deinen Tempeln und manchmal sogar an den heiligen Tabernakeln vorübergehen, in welchen Du mit liebevoller Ungeduld Deinen Gläubigen Dich mitzutheilen, zu jeder Stunde zu verweilen Dich würdigest, und nicht einmal Dich begrüßen, und durch diese Gleichgiltigkeit zeigen, daß ihnen wie den Juden in der Wüste dieses himmlische Manna zum Eckel geworden ist. Und zum Ersake für eine so empörende Lauigkeit opfere ich Dir das kostbarste Blut auf, das Du aus der Wunde Deines linken Fußes vergossen hast, und indem ich meine Seele in diese heilige Wunde einschließe, wiederhole ich tausend und tausend Mal: *) Pius VII. verlich am 26. August 1814 einen Ablaß von 300 Tagen Allen, welche die nachfolgende Andachtsübung verrichten. 152 Anbetung und Abbitte Lob, Preis und Dank sei jetzt und ohne End' Dem heiligsten und göttlichsten Sakrament! Vater unser. Ave Maria. Ehre sei dem Vater. 2. Jch bete Dich in tiefster Ehrfurcht an, o mein Jesus, ich erkenne Dich als gegenwärtig an in dem allerheiligsten Sakramente, und mache die Meinung, mit dieser Huldigung die Undankbarkeit so vieler Christen gut zu machen, welche Dich ohne Begleitung lassen, wenn sie Dich zu armen Kranken tragen sehen, und kaum sich würdigen, ein Zeichen der äußerlichen Anbetung von sich zu geben. Und zum Ersaße für einen solchen Kaltsinn opfere ich Dir das kostbarste Blut auf, das Du aus der Wunde Deines rechten Fußes vergossen hast, und indem ich meine Seele in diese heilige Wunde einschließe, wiederhole ich tausend und tausend Mal: Lob, Preis und Dank sei jetzt und ohne End' Dem heiligsten und göttlichsten Sakrament! Vater unser. Ave Maria. Ehre sei dem Vater. 3. Jch bete Dich in tiefster Ehrfurcht an, o mein Jesus! wahres Brod des ewigen Lebens, und mache die Meinung, mit dieser Huldigung die vielen Wunden gut zu machen, die Deinem Herzen täglich geschlagen werden durch die Verunehrung der Kirchen, in welchen Du unter den sakramentalischen Gestalten zu weilen Dich würdigeft, um von den Gläubigen verehrt und geliebt zu werden. Und Anbetung und Abbitte. 153 zum Ersage für diese Verunehrungen opfere ich Dir das kostbarste Blut auf, das Du aus der Wunde Deiner linken Hand vergossen hast, und indem ich meine Seele in diese heilige Wunde einschließe, wiederhole ich tausend und tausend Male: Lob, Preis und Dank sei jetzt und ohne End' Dem heiligsten und göttlichen Sakrament! Vater unser. Ave Maria. Ehre sei dem Vater. 4. Jch bete Dich in tiefster Ehrfurcht an, o mein Jesus, lebendiges Brod, vom Himmel herabgekommen, und mache die Meinung, mit dieser Huldigung die vielen Unehrerbietigkeiten gut zu machen, welche von Deinen Gläubigen täglich begangen werden, wenn sie der heiligen Messe beiwohnen, in welcher Du durch ein Uebermaß von Liebe unblutiger Weise dasselbe Opfer erneuerst, welches Du am Kalvarienberge für unser Heil vollbracht hast. Und zum Ersaße für eine solche Undankbarkeit opfere ich Dir das kostbarste Blut auf, das Du aus der Wunde Deiner rechten Hand vergossen hast, und indem ich meine Seele in diese heilige Wunde einschließe, vereinige ich meine Stimme mit den Stimmen der Engel, die Dich in tiefer Andacht umringen, und spreche mit ihnen: Lob, Preis und Dank sei jetzt und ohne End' Dem heiligsten und göttlichen Sakrament! Vater unser. Ave Maria. Ehre sei dem Vater. 11 154 Anbetung und Abbitte. 5. Ich bete Dich in tiefster Ehrfurcht an, o mein Jesus, wahres Sühnopfer für unsere Sünden, und opfere Dir diese Huldigung auf zum Ersage für die gottesräuberischen Mißhandlungen, welche Dir von so vielen Christen widerfahren, die sich erkühnen, sich Dir zu nähern, und Dich mit schweren Sünden in ihrem Herzen in der Kommunion zu empfangen. Und zum Ersake so verabscheuungswürdiger, gottesräuberischer Frevel, opfere ich Dir die letzten Tropfen deines kostbarsten Blutes auf, welches Du aus Deiner Seitenwunde vergossen hast, indem ich in diese heiligste Wunde eingeschlossen Dich anbete, preise und liebe, und nicht aufhöre mit allen das heiligste Sakrament andächtig verehrenden Seelen auszurufen: Lob, Preis und Dank sei jetzt und ohne End' Dem heiligsten und göttlichsten Sakrament. Vater unser. Ave Maria. Ehre sei dem Vater. Geistliche Kommunion. Anbetungswürdigster Jesus! ich glaube fest, daß Du im heiligsten Sakramente des Altars wesentlich zugegen bist. Ich liebe Dich von ganzem Herzen und über Alles. Aus Liebe zu Dir bereue ich alle meine Sünden und nehme mir fest vor, nie mehr zu sündigen. Meine Seele verlangt nach Dir; o, könnte ich Dich nun wirklich empfangen! Weil ich aber gegenwärtig Dich nicht wahr Geistliche Kommunion. 155 haft in der heiligen Kommunion empfangen kann, so bitte ich Dich, komm geistiger Weise zu mir; kehre ein in mein Herz mit Deiner Gnade! Ich umarme Dich, o Jesus, im Geiste, als wenn Du wirklich und wahrhaft bei mir zugegen wäreft. Ich vereinige mich ganz mit Dir; laß nicht zu, daß ich mich jemals von Dir trenne! Amen. ( Hl. Alphons v. Liguori) Ich bitte Dich, o mein Herr Jesus Christus! daß die süsse und feurige Gewalt Deiner Liebe mich ganz verzehre, damit ich aus Liebe Deiner Liebe sterbe, nachdem Du aus Liebe meiner Liebe hast sterben wollen. ( Hl. Franziskus.) O nicht geliebte Liebe, o nicht gekannte Liebe, mein Bräutigam! wann wirst Du mich ganz zu Dir hinziehen? ( Hl. Magdalena v. Pazzis.) Jesus, mein Schatz, o meine süsse Liebe! verwunde und entflamme Du dies Herz, daß es für Dich nur glühe, Dich nur liebe! ( HI. Petrus v. Alkantara.) Gebet des hl. Ignatius. Seele Christi, heilige mich, Leib Chrifti errette mich, Blut Christi tränke mich, Wasser der Seitenwunde Christi, wasche mich, Leiden Christi stärke mich. O gütigster Jesus, erhöre mich, In Deinen Wt iden verbirg mich. Laß von Direicht trennen mich, Anbetung und Abbitte. Vor dem bösen Feinde beschütze mich, In der Stunde meines Todes rufe mich, Und laß zu Dir gelangen mich, Daß ich mit Deinen Heiligen lobe Dich. Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.*) 156 Zum Schlusse der Anbetung. 350 Blicke herab, o Herr! von Deinem Heiligthume und von der erhabenen Wohnung des Himmels, und siehe an dieses hochheilige Opfer, welches Dir unser hoher Priester, Dein heiliger Sohn Jeſus, für die Sünden seiner Brüder darbringt, und lasse Dich besänftigen über die Menge unserer Bosheit. Siehe, die Stimme des Blutes unseres Bruders Jesus ruft zu Dir vom Kreuze. Erhöre, o Herr, laß dich versöhnen, o Herr, merke auf und säume um deiner selbst willen nicht, o mein Gott, weil Dein Name angerufen ist über diese Stadt und Dein Volk, und thue mit uns nach Deiner Barmherzigkeit. Amen.**) *) Ablaß von 300 Tagen, so oft man reumüthig diese Anrufungen betet. Pius IX. am 9. Januar 1854. **) Wer dieses Gebet nach würdiger Beicht und Kommunion am ersten Donnerstage des Monats vor dem allerheiligsten Sakramente, sei es ausgesetzt oder im Tabernakel verschlossen, knieend spricht, um die göttliche Barmherzigkeit zu erflehen und für die Kirche zu beten, erhält einen vollkommenen Ablaß; an den übrigen Donnerstagen des Monats aber einen Ablaß von 7 Jahren und 7 Quagenen; an jedem andern Tage aber einen Ablaß von 100 Tagen. Pins VI. am 17. Oktober 1796. in mir 802 157 Kreuzweg- Andacht. Auf die Abbetung des Kreuzweges sind viele vollkommene und unvollkommene Ablässe verliehen. Um aber dieser Abläffe theilhaft zu werden, ist es nothwendig, daß man reumüthig und andächtig vor geweihten Kreuzwegstationen das bittere Leiden Jesu Christi betrachtet und dabei von einer Station zur andern geht, oder, wo dieß nicht möglich, jeder einzelnen Station beim Beten sich zuwendet. Bei der Betrachtung und den Gebeten aber kann man tnieen oder stehen. Vorbereitungs- Gebet. Ich armes sündhaftes Geschöpf werfe mich zur Erde nieder, und in tiefster Demuth bete ich Dich an als meinen Herrn und Gott. An Dich glaube ich, auf Dich hoffe ich, Dich liebe ich über Alles, und darum ist mir von Herzen leid, daß ich Dich, als das höchste Gut, jemals beleidiget habe. Zu Deiner größern Ehre, und zu meinem Heile, zur Erlangung der Ablässe, deren ersten vollkommenen Ablaß für meine arme Seele, die übrigen für die armen Seelen im Fegfeuer, besonders der mir bekannten NN. ich zu gewinnen gedenke, fange ich diese Andacht an, und trete zur Nachfolge der schmerzhaften Mutter Gottes Maria, in Begleitung meines heiligen Schußengels mit Deiner Gnade, o Gott! den heiligen Kreuzweg an. Kreuzweg- Andacht. I. Station. Jesus wird unschuldig zum Tode verurffeift. V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus! und benedeien Dich; R. Denn durch Dein heiliges Kreuz haft Du die ganze Welt erlöset. 158 Betrachtung. Der unschuldige Jesus, der nie ein Ulebel gethan, wird zum Tode verurtheilt, und zwar zum schmählichsten Todeam Kreuze. Damit Pilatus für einen Freund des Kaisers gehalten werde, übergibt er Jesus dem Willen seiner Feinde, damit diese Jhn nach Belieben tödten können. Welch ein schreckliches Verbrechen! Die Unschuld zum Tode verurtheilen, und Gott zu mißfallen, um den Menschen zu gefallen. Gebet. Ach anschuldiger Jesus, ich habe gesündiget, ich habe den Tod verdient, damit aber ich lebe, nimmst Du das Todesurtheil willig an. Wie soll ich hinfür noch leben können, als Dir allein, o Jesus! So lange ich den Menschen zu gefallen suche, kann ich Dein Diener nicht sein; daher will ich den Menschen und der Welt mißfallen, damit ich Dir allein gefalle. Amen. Vater unser. Ave Maria. V. Gekreuzigter Herr Jesus Christus! R. Erbarme Dich unser! II. Station. Jefus nimmt das Kreuz auf seine Schulter. V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus! und benedeien Dich; R. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöset. 159 Kreuzweg- Undacht. Betrachtung. Als Jesus das Kreuz erblickte, hat er nach selber mit größter Begierde seine bluttriefenden Arme ausgestreckt, hat es liebreich umfangen, herzlich geküßt, und mit Freuden auf seine verwundete Schulter genommen; und obgleich Er todtschwach war, hat Er dennoch frohlocket, und ist wie ein Riese seinen Weg gegangen. Sebet. Sollte ich wohl ein Freund Jesu Christi sein können, wenn ich ein Feind des Kreuzes bin? O liebes, o gutes Kreuz! ich umfasse dich, ich küsse dich, ich nehme dich mit Freuden von der Hand Gottes an. Es sei ferne von mir, daß ich mich je mehr anders rühme, als in dem Kreuze; durch dieses soll mir die Welt, und ich der Welt gefreuziget sein, damit ich, o Jesus! allein Dein sei. Amen. Vater unser. Ave Maria. V. Gekreuzigter Herr Jesus Christus R. Erbarme Dich unser! III. Station. Befus fällt das erstental unter dem Kreuze. V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus! und benedeien Dich; R. Denn durch Dein heiliges Kreuz haft Du die ganze Welt erlöset. Betrachtung. Als der liebende Heiland das schwere Kreuz auf seinen Schultern daher trug, wurde er durch dessen Schwere zu 160 Kreuzweg- Andacht. Boden gedrückt, und machte einen schmerzlichen Fall. Meine Sünden und Missethaten sind nämlich wie eine schwere Laft auf Ihn gehäuft worden, und haben Ihn zu Boden ge= drückt. Eine leichte und süße Bürde war Jhm das Kreuz; aber eine schwere und unerträgliche Last unsere Sünden. Gebet. Ach mein Jesus! Du hast meine Bürde auf Dich genommen, und die schwere Last meiner Sünden getragen; warum soll ich denn nicht auch Dein Joch auf mich nehmen, damit wir, einer des andern Last tragend, so das Gesetz erfüllen. Dein Joch ist süß, und Deine Bürde ist leicht, darum trage ich es gerne, und nehme auch willig mein Kreuz auf mich, und folge Dir nach. Amen. Vater unser. Ave Maria 2c. V. Gefreuzigter Herr Jesus Christus! R Erbarme Dich unser! IV. Station. Jesus begegnet mit dem Kreuze seiner betrübten Mutter. W. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus! und benedeien Dich; R. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöſet. Betrachtung. Was muß das für ein schmerzlicher Anblick gewesen sein, da die betrübte Mutter Maria ihren geliebtesten Sohn Jesus das schwere Kreuz daher tragen sah? Welch unaussprechliche Schmerzen wird sie in ihrem Herzen empfunden haben? Sie verlangte, entweder für Jesus oder mit Jesus zu sterben. Bitte die schmerzhafte Mutter, daß sie auch dir in deinem Hinscheiden gütig begegnen wolle. Kreuzweg- Andacht. Gebet. O Jesus und Maria! geliebte, betrübteste Herzen! ich bin Ursache Eurer so großen und vielfältigen Schmerzen. Ach! daß auch mein Herz mit Schmerzen erfüllt würde. O betrübteste schmerzhafte Mutter! theile mit mir Deine Schmerzen, und laß mich Dein Herzeleid empfinden, damit ich mit Dir trauere, und Du mir entgegen zu Hilfe kommest in der letzten Noth, in der Stunde meines Todes. Amen. Vater unser. Ave Maria zc. V. Getreuzigter Herr Jesus Christus! R. Erbarme Dich unser! 161 V. Station. Simon von Eyrene hilft Jesus das Krenz tragen. V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus! und benedeien Dich; R. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöset. Betrachtung. Simon von Cyrene wird gezwungen, dem todtschivachen Jus das Kreuz tragen zu helfen, und Jesus nimmt ihn als einen Mitgehilfen und Weggefährten des Kreuzes an. O wie gerne ließe Er auch Dich zu, wenn du nur wolltest; Er ruft dich, aber du gibst Jhm kein Gehör; Er ladet dich ein, aber du weigerst dich. Schäme dich, daß du das Kreuz nur gezwungener Weise trägst. Gebet. O Jesus! wer Dein Kreuz nicht trägt, und Dir nicht nachfolgt, ist Deiner nicht werth; ich 162 Kreuzweg- Andacht. will Dir daher das Kreuz tragen helfen; ich will Dir auf dem Kreuzgange einen Gefährten und Gehilfen abgeben; in Deine blutigen Fußstapfen will ich eintreten und Dir nachfolgen, damit ich zu Dir gelange in das ewige Leben. Amen. Vater unser. Ave Maria 2c. V. Getreuzigter Herr Jesus Christus! R. Erbarme Dich unser! VI. Station. Beronika reichet Jesu das Schweißtuch dar. V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus! und benedeien Dich; R. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöset. Betrachtung. Veronita reichet aus Andacht und Mitleid Jesu den Schleier ihres Hauptes als ein Schweißtuch dar, damit Er sein todtbleiches, mißhandeltes, blutiges Angesicht abtrockne; Er aber hat in selbes das Bildniß seines heiligsten Angefichtes eingedrückt. Ein kleiner Dienst- eine große Belohnung. Was erstattest du deinem Heilande gegen ſo große Wohlthaten für einen Dienst und Dank? Gebet. O Jesus! was soll ich Dir für Alles, was Du mir, und für mich gethan haft, vergelten? Sieh', ich übergebe mich Dir ganz und gar zu Deinem Dienste; Dir opfere ich mein Herz auf; ach drücke in selbes Dein Bildniß tief ein, damit Kreuzweg- Andacht. 163 es nimmermehr in mir ausgelöscht werde in Ewigkeit. Amen. Vater unser. Ave Maria zc. V. Gekreuzigter Herr Jesus Christus! R. Erbarme Dich unser! VII. Station. Jefus fällt das zweitemal unter dem Krenze. V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus! und benedeien Dich; R. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöſet. Betrachtung. Es liegt der schmerzvolle Heiland abermal unter dem. schweren Kreuze zu Boden, und mit seinem heiligsten Angefichte auf der Erde, dennoch wird Ihm von den grausamen Henkersknechten nicht ein Augenblick zu rasten gegönnt; er wird mit Prügeln aufgetrieben, und mit Striden fortgezogen. So beschweren Jesum meine öfter wiederholten Sünden; dieses sehe ich, und sollte noch ferner zu fündigen Luft haben? Gebet. Dik O Jesus! erbarme Dich meiner! reiche mir Deine barmherzige Hand und unterstütze mich, damit ich nicht mehr in die alten Sünden falle. Ich habe es gesagt, und in diesem Augenblicke soll auch mit allem Ernste der Anfang gemacht werden; nimmermehr will ich fündigen. Stärke mich, o Jesus! mit Deiner Gnade, ohne welche ich nichts 164 Kreuzweg- Andacht. vermag, daß ich meinen Vorsat unverbrüchlich halten kann. Amen. Vater unser. Ave Maria 2. V. Gekreuzigter Herr Jesus Chriſtus! R. Erbarme Dich unser! VIII. Station.- Jesus tröftet die weinenden Frauen von Jerusalem. V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus! und benedeien Dich; R. Denn durch Dein heiliges Kreuz haft Du die ganze Welt erlöset. Betrachtung. Die mitleidigen Frauen weinten über den leidenden Heiland, Er aber wendete sich zu ihnen und sagte: Weinet nicht über mich, der ich unschuldig bin, sondern weinet über euch und eure Kinder, welche schuldig sind; über eure begangenen Sünden weinet. So weine denn auch du, Sünder, Thränen der Reue, denn Jesu ist nichts ange= nehmer, und dir nichts nüßlicher, als die Thränen, die du aus Reue über deine Sünden vergießeft. ebet. O Jesus! wer wird meinem Haupte Wasser geben, und meinen Augen ganze Thränenbäche, daß ich Tag und Nacht meine Sünden beweine? Ich bitte Dich durch Deine bittern und blutigen Thränen, Du wollest mir die Gnade der wahren Reue verleihen, und mein Herz so zerknirschen, daß ich häufige Thränen der Reue und des Mitleids vergieße, und Dein Leiden und meine Sünden die ganze Zeit meines Lebens beweine. Amen. Vater unser. Ave Maria zc. Kreuzweg- Andacht. V. Gefreuzigter Herr Jesus Christus! R. Erbarme Dich unser! IX. Station. Jefus fällt das drittemal unter dem Kreuze. V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus! und benedeien Dich; R. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöset. 165 Betrachtung. Nachdem der abgemattete Heiland mit dem Kreuze am Kalvarienberge angekommen, ist Er abermal zu Boden ge= fallen, und es wäre kein Wunder gewesen, wenn Er sein heiliges Haupt ganz zerschlagen hätte; dennoch unterliegt seine Liebe nicht. Was muß es doch für eine äußerst schwere Last um die Sünden sein? Jesum drücken sie so oft zu Boden, und mich, wenn ich durch die Verdienste des Leidens und Sterbens Jesu Christi nicht wäre erhalten worden, mich hätten sie gar in die Hölle hinabgedrückt - Sebet. O barmherziger Jesus! Dir sei unendlicher Dank gesagt, daß Du mich in Sünden nicht hast sterben, und wie ich wohl verdient hätte, nicht in den Abgrund der Hölle haft sinken lassen: entzünde in mir einen neuen Eifer zum Guten, erhalte mich beständig in Deiner Gnade, damit ich nimmer in Sünden falle, sondern im Guten standhaft verharre bis an das Ende. Amen. Vater unser. Ave Maria zc. V. Gekreuzigter Herr Jesus Christus! R. Erbarme Dich unser! 166 Kreuzweg- Andacht. X. Station. Jesus wird seiner Kleider beraubt. V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus! und benedeien Dich; R. Denn durch Dein heiliges Kreuz haft Du die ganze Welt erlöſet. Betrachtung. Es werden dem lieben Heiland die Kleider ausgezogen, oder vielmehr hinweggerissen! und, ach, mit welch großen Schmerzen! Sammt den Kleidern, die tief in die Wunden gedrungen und mit Blut durchnäßt sind, wird auch die anklebende Haut mit hinweggerissen, und alle Wunden werden dadurch erneuert. Die Kleider werden Ihm ausgezogen, damit Er nackt und bloß sterbe. Wie wohl werde auch ich sterben, wenn ich den alten Menschen sammt seinen bösen Neigungen und Begierden werde ausgezogen haben! Gebet. Es geschehe, o Jesus! es geschehe, daß ich den alten sündhaften Menschen aus-, und einen neuen anziehe, der nach Deinem Wohlgefallen, nach Deinem Wunsch und Willen ist. Sollte es mir auch noch so schwer ankommen, so will ich doch mein Fleisch nicht schonen; alles Irdischen, alles Zeitlichen entblößt, verlange ich zu sterben, um mit Dir ewig zu leben. Amen. Vater unser. Ave Maria 2c. V. Gefreuzigter Herr Jesus Christus! R. Erbarme Dich unser! Kreuzweg- Andacht. 167 XI. Station. Jesus wird an das Kreuz genageft. V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus! und enedeien Dich; R. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöſet. Betrachtung. Jesus, seiner Kleider beraubt, wird nun auf dem Kreuze peinlich ausgestreckt, und mit Händen und Füßen in dasselbe genagelt. O welcher Schmerz! und welche Marter! Und Jesus schweigt, weil es der Wille des himmfischen Vaters ist; Er erträgt es mit Geduld, weil Er mir zu Liebe leidet. Wie verhältst du dich in Kreuz und Beiden? Welche Ungeduld zeigest du? Was für Klagen führest du? Sebet. O Jefus, geduldiges Opferlamm! ich verabscheue und verwerfe meine Unvollkommenheit und Ungeduld; nimm mich hin, freuzige mein Fleisch mit seinen Begierlichkeiten und Lastern; schneide, brenne, kreuzige in diesem Leben, wie Du willst, nur schone meiner in Ewigkeit! Ich strecke meine Arme aus, und übergebe mich Dir völlig; in Allem geschehe Dein heiligster Wille. Amen. Vater unser. Ave Maria zc. V. Gekreuzigter Herr Jesus Christus! R. Erbarme Dich unser! 168 Kreuzweg- Undacht. XII. Station. Sefus wird erhöhet, und first am Kreuze. V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus! und benedeien Dich; R. Denn durch Dein heiliges Kreuz haft Du die ganze Welt erlöset. Betrachtung. Schaue Jesum am Kreuze an, da er nackt und bloß an selbem hängt! jetzt kannst du die Wunden sehen, die Er aus Liebe zu Dir empfangen hat. Die ganze Gestalt Ses gekreuzigten Jesus ist voll Liebe Das Haupt ist geneigt, dich zu füiffen, die Arme sind ausgespannt, dich fiebreich zu umfangen, das Herz ist offen, dich einzuschließen. O welche Liebe! Jesus stirbt am Kreuze, damit der sündhafte Mensch vom ewigen Tode erlöset werde. Sebet. Oliebster Jesus! wer wird mir Gnade geben, daß ich aus Liebe zu Dir sterben kann; laß mich wenigstens der Welt gänzlich abfterben. O wie wird mir die Welt sammt ihren Eitelkeiten so verhaßt, wenn ich Dich nackt und bloß an dem Kreuze hängen sehe. Nimm mich, o Jesus, in Dein eröffnetes Herz hinein! Dir gehöre ich ganz und gar.. Ich verlange nichts Anders, als mit Dir zu leben und zu sterben. Amen. Vater unser. Ave Maria z. V. Getreuzigter Herr Jesus Christus! R. Erbarme Dich unser! Kreuzweg- Andacht. XIII. Station. Jefus wird vom Krenze herabgenommen. V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus! und benedeien Dich; R. Denn durch Dein heiliges Kreuz haft Du die ganze Welt erlöſet. 169 Betrachtung. Von dem Kreuze hat Jesus nicht herabsteigen wollen, sondern verharrte an demselben bis an sein Ende. Nach Abnehmung vom Kreuze wollte Er auch todt, wie in seinam Leben, in dem jungfräulichen Schooße Mariens liegen. Cei beständig im Guten, und lasse nicht ab vom Kreuze; dann wer ausharret bis an's Ende, der wird selig. Bednte, wie rein jenes Herz sein soll, in welches der zarte Frohnleichnam Jesu im heiligsten Altars- Sakramente aufgenommen wird. Sebet. O Jesus! ich bitte Dich demüthigst, laß mich on Deinem Kreuze nicht wegnehmen; ich verlange in demselben zu leben und zu sterben. Erschaffe n mir ein reines Herz, damit ich durch die heilige kommunion Deinen allerheiligsten Leib würdig mpfange, auf daß Du in mir und ich in Dir leibe und nimmermehr von Dir geschieden werde. Amen. Vater unser. Ave Maria 2c. V. Gekreuzigter Herr Jesus Christus! R. Erbarme Dich unser! 12 170 Kreuzweg- Andacht. XIV. Station. ne Der Seichnam Jesu wird in das Grab gelegt. V. Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus! und benedeien Dich; R. Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöset. Betrachtung. Der Leichnam Jesu wird begraben in ein fremdes Grab; der auf der Welt nicht halte, wohin er sein Haupt legen konnte, hat auch sogar kein eigenes Grab auf dieser Welt, weil Er nämlich von dieser Weit nicht wer. Du, der du die Welt und das Irdische so sehr liebet, Grunde verachte die Welt, damit du mit derselben nicht zu geheft. tdi 296 SILD the Sebet. nun O Jesus! Du hast mich auserwählt von de Welt, was soll ich also noch suchen in der Welt! Du haſt mich erſchaffen für den Himmel, was ſoll id mir on der Welt verlangen? Sei ferne von o Welt, mit deinen Eitelfeiten. Auf dem Kreuz wege, den mir mein Heiland und Erlöser mil seinen gebenedeiten Fußstapfen gebahnet hat, will ich meinem Vaterlande, dem Himmel, zuzuman. dern; dort soll meine Wohnung sein, in Ewigkeit. Amen. Ba Vater unser. Ave Maria zc. 191 V. Gekreuzigter Herr Jesus Christus! 19 15 R. Erbarme Dich unser! Kreuzweg- Andacht. Schlußgebet. Ich sage Dir innigsten Dank, o gütigster Jesus, für die so großen Gnaden, die Du mir durch die Betrachtung Deines Kreuzweges verliehen hast. Ich opfere Dir denselben auf zur Verehrung Deines bittern Leidens und Sterbens, zur Verzeihung meiner begangenen Sünden, zur Nachlassung der verdienten Strafen, zur Hilfe und zum Troste der armen Seelen in dem Fegfeuer. Endlich bitte ich Dich demüthigst, o Jesus! Du wollest Dein kostbares Blut, Dein bitteres Leiden und Sterben an meiner armen Seele nicht verloren gehen lassen, sondern mich in die ewige Freude und Seligkeit aufnehmen. Amen. 171 Hast du die Kreuzweg- Andacht in der Kirche verrichtet, oder wurde sie daselbst öffentlich gehalten, so bete am Schlusse noch, zum Preise des Allerheiligsten: Laßt uns tiefgebeugt 2c.( Seite 122.) Manchmal wird zum Schlusse der Kreuzweg- Andacht in der Kirche ein Kreuzpartikel( d. i. ein Splitter pom wahren Kreuze, an dem Christus gestorben ist) zum Küssen gereicht; dann versäume es nicht, denselben zu verehren. Dabei kannst du beten: Oheilig Kreuz, du einzig Heil! Sei gegrüßt in unsrer Leidenszeit; Vermehr' der Frommen Gnadentheil, Und uns Sünder mache schuldbefreit. 172 Abendgebet. Danksagung. O himmlischer Vater, allmächtiger Gott! von ganzem Herzen danke ich Dir, daß Du in Deiner Barmherzigkeit mich diesen Tag hindurch beschüßt haft; und demüthig flehe ich zu Deiner unermeßlichen Güte, Du wollest mich auch diese Nacht mit Deiner Gnade vor jeder Sünde und vor allem Uebel bewahren, damit ich morgen unter Deinem Schutze erwachend zu Deiner Ehre und meinem Heile neuerdings Dir dienen kann. Gewissenserforschung. O hätte ich doch heute Dir treu gedient, wie ich es Dir meinem Schöpfer und Erlöser schuldig bin. Erleuchte, o Herr! meine Seele, damit ich alle Sünden und Fehler, welche ich heute begangen habe, recht erkenne, herzlich bereue und den festen Vorsatz mache, sie nicht mehr zu begehen. Hier erforsche dein Gewissen und denke nach, ob, wie und wie oft du Gott an diesem Tage mit Gedanken, Worten und Werken, durch Unterlassungen oder durch fremde Sünden 2c. beleidiget hast. Dann bete: Reue und Leid. Warum habe ich Dich so sehr wieder beleidiget und betrübt durch so viele Sünden und Fehler an Abendgebet. 173 diesem Tage, o Du mein Leben, Dich, meinen Gott, die unendliche Liebe und Güte? Verzeihe mir, liebreichster Vater, verzeihe mir diese und alle Sünden meines ganzen Lebens, der ich reumüthig um dein Erbarmen flehe, um des Blutes Deines göttlichen Sohnes willen. Fortan will ich Buße thun für meine Sünden und mache den festen Vorsak, nicht mehr zu fündigen. Jesus! gib mir Deine Gnade dazu. Ulebung der drei göttlichen Tugenden fiehe Seite 147. Es geschehe, es werde gelobt und in Ewigkeit über Alles verherrlicht der gerechteste, erhabenste und liebenswürdigste Wille Gottes in allen Dingen.*) Vater unser 2c. Gebet zur seligsten Jungfrau. Heiligste Jungfrau, Mutter des fleischgewordenen Wortes, Bewahrerin des Schakes der Gnaden, unsere und aller armseligen Sünder Zuflucht: wir wenden uns mit lebendigem Glauben an deine mütterliche Liebe und bitten dich, die Gnade uns zu erlangen, immer den Willen Gottes und den *) Wer dieses Gebet: Es geschehe 2c." andächtig und reumüthig betet, hat einmal des Tages einen Ablaß von 100 Tagen. Wer es täglich betet, einmal im Jahre an einem beliebigen Tage einen vollkommenen Ablaß, wenn er nach würdiger Beicht und Kommunion nach der Meinung des Papstes betet. Wer es im Leben häufig gebetet, einen vollkommenen Ablaß in der Todesstunde, wenn er im Geiste der Ergebung den Tod aus Gottes Hand annimmt. Pius VII, am 19. Mai 1818. Abendgebet. deinigen zu thun. Wir legen unser Herz in deine Hände, o heiligste Mutter, wir begehren von dir das Heil der Seele und des Leibes, und wir hoffen zuversichtlich, daß du, unsere liebreichste Mutter, uns erhören werdest und sprechen daher mit lebendigem Glauben: 174 Gegrüßt seist du Maria u.s.w.( Wird dreimal gebetet.) Laßt uns beten! Bewahre, o Herr! wir bitten Dich durch die Fürbitte der seligsten und immerwährend reinsten Jungfrau Maria, vor aller Krankheit Deine Diener, die zu Deinen Füßen hingeworfen von ganzen Herzen zu Dir flehen, und beschüße sie gnädig gegen alle Nachstellungen des Feindes: durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen.*) Abendgebet der Kirche. VOCALST Erhalte uns heil, o Herr! wenn wir machen, schüße uns im Schlummer, daß wir machen mit Christus und ruhen im Frieden. Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser 2c. Ich glaube an Gott 2c. Hochgelobt bist Du, Herr, Gott unserer Väter! Und lobwürdig und glorreich in Ewigkeit. Preisen wir den Vater mit dem Sohn und dem heiligen Geiste. *) Wer andächtig und reumüthig obiges Gebet mit drei Ave Maria spricht, hat einen Ablaß von 200 Tagen. Leo XII. am 11. August 1824 und 10. Mai 1824 und 10. Mai 1828. 390spons Abendgebet. 175 ongi aur dusto Loben und verehren wir ihn ewiglich. Hochgelobt bist Du, Herr, in des Himmels Veste! Und lobwürdig und glorreich und hocherhaben in Ewigkeit. Brigit autem.19 satire Es segne und behüte uns der Herr, der Allmächtige und Barmherzige. Amen. Würdige Dich, o Herr, in dieser Nacht, Uns vor Sünden zu bewahren. Erbarme Dich unser, o Herr, erbarme Dich unser. Es komme Deine Barmherzigkeit über uns, o Herr, Wie wir auf Dich hoffen. Herr, erhöre mein Gebet! aságtar Und mein Rufen komme zu Dir. Laßt uns beten! don Suche heim, o Herr! wir bitten Dich, diese Wohnung, und alle Nachstellungen des Feindes halte fern von ihr: Deine heiligen Engel lasse darin wohnen, die uns in Frieden behüten; und Dein Segen sei allezeit über uns: durch Christus unsern Herrn. Amen. $ 1200.510 158390 Preisen wir den Herrn! Gott sei Dant. Die Seelen der abgestorbenen Gläubigen mögen durch Gottes Barmherzigkeit in Frieden ruhen. Amen. slostic, Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, Vater, Sohn und heil. Geist. Amen. 20. Anrufungen vor dem Schlafengehen. Japps 00% nog gold 1. Jesus, Joseph und Maria, euch schenke ich mein Herz und meine Seele. Jesus, Joseph und Maria, steht mir bei in dem letzten Todeskampfe. 176 Abendgebet. Jesus, Joseph und Maria, mit euch möge meine Seele in Frieden scheiden.*) 2. Mein Jesus, Barmherzigkeit! Süßes Herz Mariä sei meine Rettung! Heiliger Joseph, sei mein Beschützer! Heiliger Schußengel stehe mir bei. Alle Heiligen Gottes, besonders meine Schußheiligen, bittet für mich.**) Abendbetrachtung. So ist denn wieder einer dieser gnadenvollen Tage vorüber. Wie gut bist Du, o Gott unser Vater! Tag um Tag spendest Du uns Gnade um *) In der Absicht, die Andacht zu Jesus und Maria zu vermehren und die Gläubigen aufzumuntern, oftmals die heiligsten Namen Jesu und Mariä anzurufen und damit den Namen des Hl. Joseph zu vereinigen, um demselben die letzten, über die Ewigkeit entscheidenden Stunden des Lebens zu empfehlen, verlieh Papst Pius VII. am 25. April 1807 allen Gläubigen einen Ablaß von 300 Tagen, so oft fie andächtig und wenigstens mit reumüthigem Herzen die oben angeführten drei Anrufungen beten. Betet man aber nur eines von diesen drei Gebeten, so ertheilte Pius VII. einen Ablaß von 100 Tagen. **) Die Anrufung: Mein Jesus, Barmherzigkeit!" pflegte der selige Leonhard a Porto Maurizio im Munde zu führen; Pius IX. verlieh am 23. Sept. 1846 für diese andächjige Anrufung jedesmal einen Ablaß von 100 Tagen. Für die andächtige und reumüthige Anrufung:„ Süßes Herz Mariä sei meine Rettung!" verlieh Pius IX. am 30. September 1852 jedesmal einen Ablaß von 300 Tagen, und einen vollkommenen Ablaß einmal im Monate denen, welche im Verlaufe des Monats täglich diese Anrufung gesprochen haben, wenn sie nach verrichteter Beicht und Communion eine Kirche oder eine öffentliche Kapelle besuchen und daselbst nach der Meinung des hl. Vaters beten. - Abendbetrachtung. 177 Gnade, und mir spendest Du sie schon so viele Jahre! Ach, mein Gott, wann werde ich Dir einmal würdig zu danken vermögen? Könnte ich es doch! könnte ich es jetzt zumal wo Du Deine Liebe uns in doppeltem Maße erweisest! Siehe, Vater! so vereinige ich mich denn mit jenem Danke, den heute und fortan Dir die heiligen Engel und Schutzheiligen Jener bringen, welche in diesen Tagen von Dir sind besonders begnadigt worden, und mit dem Danke dieser Glücklichen selber und aller Frommen der Erde, aber auch mit jenem Danke, den ohne Unterlaß die armen Seelen Dir bringen ob der mannigfachen Linderung ihrer Peinen. Mit solchem Danke danke ich Dir, o Gott, für alle Gnaden, die Du mir wie bisher so besonders wieder an diesem Tage geschenkt hast, für jede Wohlthat der Seele, für jeden Antrieb zum Guten, für jede Erleuchtung des Geistes, für jede andächtige Erhebung des Herzens, für jeden Schmerz der Reue, für jeden Nachlaß der Sünden und ihrer wohlverdienten Strafen, für jeden Blick Deiner Liebe, und für alles Gute, das ich nicht kenne, und das Du dennoch uns täglich verleihest! Aber, mein Gott, was habe ich gethan, um dieser Wohlthaten mich in Etwas würdig zu machen? habe ich die dargebotene Gnade nicht selbst zurückgestoffen? habe ich sie dazu benützt, wozu Du sie mir gegeben? Habe ich sie vielleicht gar mißbraucht zu neuen Sünden? Mein Gott, 178 mohadisda Abendbetrachtung. erleuchte mich, daß ich jetzt meinen Undant, meine Lieblosigkeit und meinen Frevel recht lebendig erkenne und vom Herzen verabscheue. Smrt 1478 Jual Wood Ja, mein Gott, ich erkenne es: auch heute habe ich all Deine Wohlthaten mit Nichts vergolten, als mit Sünden und zahllosen Unvollkommenheiten, die ich nicht beachtet habe. Wie oft hätte ich es verdient, daß Du Deine Hand einmal ganz von mir Undankbaren zurückzögest und mich dem Verderben überließest, das ich so wenig zu vermeiden trachtete! Auch heute verdiente ich das; aber vertrauend auf Deine unendliche Langmuth gegen mich armen, schwachen Menschen, bitte ich Dich dennoch wieder um Verzeihung für alles, wodurch ich Dich mein ganzes Leben lang und diesen Tag über beleidiget miss habe. Schaue nicht auf mich allein, o Herr! denn sieh, ich stehe vor Dir leer an allem Guten; aber auf meine Brüder schaue, die Dir treu nachleben! Nach Deinem väterlichen Willen ist Alles, was sie haben, auch mein; darum habe ich trok meiner Armuth Vieles, o mein Gott, recht Vieles, was ich Dir heute zum Danke darbringen kann. Sieh' ich opfere Dir nebst den Verdiensten Jesu Christi, unsers geliebten Herrn und Bruders, und denen unserer lieben Frau und aller Heiligen, auch noch auf alle Bekehrungen, die Deine Gnade heute unter den Menschen gewirkt, alle Bußthränen und Bußwerke derer, die sich ganz zu Dir hinwendeten, ihre Gebete, ihre heiligen Vorsäge, ihren Empfang der TOE TOY Fo Abendbetrachtung. 179 heiligen Sakramente. Nimm das Alles an, o Herr, als ob ich es gethan hätte, damit auch ich Dir wohlgefällig sein könne. Damit übergebe ich mich Dir in meiner Armseligkeit ganz und gar, meinen Leib und meine Seele. Von jetzt an will auch ich mit allen Kräften mich anstrengen, um in diesen Tagen des Heils wirklich mein ewiges Heil zu begründen, um es für die Zukunft zu sichern und dereinst auf dem Sterbebette mit ruhigem Herzen und freudiger Hoffnung Dir entgegenzusehen, bis die letzte Stunde mich hinüberführen wird zu Dir, o himml. Vater, in die ewige Ruhe, in das Licht Deiner Glorie! Amen. Jesus, mein Erlöser! Sei bei mir, und schüße + mich! Sei in mir, und erneuere+ mich! Sei um mich, und bewahre+ mich! Sei über mir, und umschließe mich rings und segne † mich! Du, heil. Geist, komm' herab über mich und bleibe über mir! Amen! Jesus, Jesus, Jesus! In Deine Hände, o Herr, empfehle ich meinen Geist! Herr Jesus Christus, nimm auf meinen Geist! Heilige Maria, bitt für mich! Maria, Mutter der Gnade, Mutter der Erbarmung, Du beschirme mich vor dem Feinde, Du nimm mich auf in der Stunde meines Absterbens! Amen.*) *) Papst Benedikt XIII. verlieh am 12. Jan, 1728 allen Gläubigen, welche andächtig die heiligsten Namen Jesus und Maria anrufen, für jedesmal einen Ablaß von 25 Tagen; und wenn 180 Andacht am Schlusse des Jubiläums. Vor Deinem Angesichte, hochheiligste Dreifaltigkeit werfe ich mich denn jetzt in tiefster Demuth nieder, und mein Dank für all Deine Liebe sei ein neuer vertrauensvoller Ruf um neue Gnade! Sieh! mein Gott, Du hast mir den Entschluß in das Herz gegeben, mit so vielen Tausenden und Tausenden dem Gnadenschatze unserer heil. Kirche zu nahen, um auch für mich davon zu schöpfen zu meinem zeitlichen und ewigen Heile. Du hast mir Eifer gegeben, der mich stärkt, um jene Bedingungen zu erfüllen, die unsere Kirche uns vorgeschrieben hat. O was ist alles dieses, mein Gott, gegen jene Busse, die da nothwendig wäre, um Deiner göttlichen Gerechtigkeit genugthun! Wie gütig bist Du, o Herr, und wie nachsichtsvoll unsere Mutter, die Kirche, gegen unsere Schwäche und Armseligkeit! Wahrhaftig, gering ist die Mühe, die von uns gefordert worden für so reichen Lohn, für so unschäßsie während ihres Lebens die fromme Gewohnheit hatten, häufig die heiligsten Namen anzurufen, einen vollkommenen Ablaß für die Todesstunde, wenn sie alsdann mit reumüthigem Herzen, falls sie es mit dem Munde nicht vermöchten, die heiligsten Namen anrufen. Rod 40 Schluß des Jubiläum 181 bare Gnaden! Aber wie Vieles wird selbst an diesem Wenigen durch meine Schwäche und geringe Beständigkeit fehlen! Schaue also, o heiligste Dreifaltigkeit, auf das, was ich gewollt und nicht auf das, was ich gethan habe, oder ergänze nach Deiner unbegrenzten Liebe und Erbarmung alles Fehlende durch eben jenes Uebermaß der Verdienste des bitteren Leidens und Sterbens Jesu Christi und durch den übergroßen Werth seines heiligsten Blutes, das er für uns vergossen hat. Lasse nicht zu, daß ich leer ausgehe oder nur ein Weniges erhalte, sondern gewähre auch mir, obwohl ich es nicht verdiente, die Fülle Deiner Gnaden, das unschäßbare Gut eines vollkommenen Ablasses. Das, o heiligster Gott, hoffe ich von Deiner unendlichen Nachsicht und Langmuth gegen mich, und ich vertraue, daß Du es mir bereits gegeben hast. Habe Dank, o Gott, voll herzlicher Liebe verspreche ich Dir, von nun an Alles zu thun, was Du von mir verlangst, und Deiner Gnaden mich nimmer aufs Neue unwürdig zu machen, wie ich das undankbar bisher so oft gethan habe. Heiliger, dreieiniger Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist, bewahre in mir, was Du in mir gewirkt haft. Seligste Jungfrau, meine Mutter Maria, heiliger Joseph, du Nährvater Jesu, ihr heiligen Apostel Petrus und Paulus und ihr Heiligen alle, bittet für mich, auf daß ich jetzt fest stehe und nicht mehr falle und die gewonnene Gnade nicht wieder Schluß des Jubiläums. verliere! Lasset meine Bitte mit euerer Bitte, meinen Dank mit eurem Dank, mein Lob mit eurem Lobe aufsteigen zu unserm Gott der Barmherzigkeit und Liebe! Ja, alle Engel und Heiligen im Himmel und alle Geschöpfe auf Erden Loben und preisen ihn, und danken ihm mit Einem Munde jetzt und ewig! Amen. 182 Der Ambrofianische Lobgesang. Dich, o Gott, loben wir, Dich, o Herr, preisen wir. Dich, ewiger Vater, ehret die ganze Erde. Dir rufen alle Engel zu, Dir die Himmel und alle Gewalten. Dir rufen die Cherubim und Seraphim mit unaufhörlichem Preise: Heilig, Heilig, Heilig ist der Herr, der Gott der Heerschaaren! Voll sind die Himmel und die Erde von der Majestät Deiner Herrlichkeit. Dich lobet der Apostel glorreicher Chor, Dich lobet der Propheten preiswürdige Schaar, Dich lobet in weißen Gewanden das Heer det Martyrer. Dich preiset über dem Erdkreis die heilige Kirche, Dich, den Vater von unermeßlicher Majestät, Deinen ehrwürdigen, wahren und einzigen Sohn, Und den heiligen Geist, den Tröster. Du, König der Glorie, Christus, Du bist des Vaters ewiger Sohn. Schluß des Jubiläums. 183 Du wolltest es auf Dich nehmen den Menschen zu befreien, und scheutest nicht der Jungfrau Schooß. Du hast bewältigt des Todes Stachel und aufgethan den Glaubenden die Reiche der Himmel. Du sigest zur Rechten Gottes in der Herrlichkeit des Vaters. Als Richter, glauben wir, wirst Du wiederkommen. Darum bitten wir Dich, komm' Deinen Dienern zu Hilfe, die Du erlöset mit Deinem kostbaren Blute; Laß sie zugleich mit Deinen Heiligen beigezählt wer= den in ewiger Glorie. Rette Dein Volk, o Herr, und segne Dein Erbe: Und lenke sie, und erhebe sie in Ewigkeit. Durch alle Tage preisen wir Dich,-- und loben Deinen Namen in Ewigkeit, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Würdige Dich, o Herr, an diesem Tage, frei von Sünde uns zu bewahren. De 154.12uada Erbarme Dich unser, o Herr erbarme Dich unser. Es zeige sich Deine Barmherzigkeit über uns, so wie wir gehofft auf Dich. Auf Dich, Herr, hab' ich gehofft, und werde nicht beschämt werden ewiglich. V. Lasset uns preisen den Vater und Sohn und heiligen Geist! R. Laßt uns ihn loben und erheben in Ewigkeit. V. Gelobt bist Du, o Herr, in des Himmels Veste! R. Und lobwürdig und glorreich und hocherhaben in Ewigkeit. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und mein Rufen komme zu Dir. 184 Schluß des Jubiläums.. Laßt uns beten! O Gott! Deine Erbarmungen sind ohne Zahl, und unendlich ist der Schatz Deiner Güte! Dank sagen wir Deiner huldvollsten Majestät für die uns verliehenen Gnaden, und flehen ohne Unterlaß zu Deiner Milde, daß Du jene nicht verlasseft, denen Du auf ihr Bitten das Verlangte gewährest, sondern sie würdig machest des künftigen Lohnes! Durch unsern Herrn, Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und regiert in der Einheit des heil. Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Wird eine gemeinsame feierliche Schlußandacht in der Kirche vor ausgesettem Allerheiligsten gehalten, so folgt nunmehr der Lobgesang Laßt uns tiefgebeugt verehren zc.( 1. Seite 122) mit dem Gebete; und wird die Audacht mit dem sakramentalischen Segen geschlossen. sim ofern d ma olnion midsect G Inches Centimetres Blue 2 3 2 Cyan 15 6 7 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow G 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 116 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8