Gb 803 Bild Andenken Maria Bell X X 1879 Carl Mayer Nürnberg Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege, und dich bringe an den Ort, den ich bereitet habe. 2. Mos. 23, 20. Der Schutzengel Stahlstich von Carl Mayer's Kimst- Anstalt in Nürnberg. SALZBURG Verlag von Anton Pustet. Der Schutz- Engel. Espe * Q Lehr- und Gebetbüchlein für heilsbegierige Katholiken, besonders für chriftliche Jünglinge und Jungfrauen. Siebzehnte Auflage. Mit Approbatinn des hochwürdigsten fürsterzb. Ordinariates Salzburg. Salzburg 1877. Druck und Verlag von Anton Bustet in Salzburg. 9am 38 Gyu Gb 803 Univ.- Bibl. Giessen Beliebteste Freunde in Christo dem Hern! och einige Tage der Verbannung und Pilgerschaft, und unsere Seele wird von der irdischen Hülle scheiden; der Tod wird sich nähern; jeder Tag kann der leßte unseres Lebens sein, und wir we den vor den Pforten der Ewigkeit stehen. We bleiben dann unsere stolzen Gedanken, unser Ver mögen, unsere Habe, unsere Glücksgüter, wo di rauschenden Vergnügungen, wofür unsere Sinne fr sehr eingenommen sind? Leider, Alles wird wie Traum verschwinden; und uns wird nichts bleiben als die wenigen guten Thaten, welche wir ausgeübt. 11 - In Betrachtung dieses möge es uns also anspor= nen, ohne Rast an dem großen Werte unseres Heiles zu arbeiten, und uns Reichthümer zu sammeln, welche tein Dieb uns rauben kann, die uns bleiben auch über's Grab hinaus. Glücklich, ja glücklich diejenigen, welche, nachdem sie von der unendlichen Güte Gottes diese nimmer vergänglichen Güter empfangen, auch als wahre Christen lebten und alle Gnaden und Mittel, welche der liebevolle Vater ihnen bietet zu ihrem Helle benützt haben. Welche Freude dann für den ihnen zum Führer gegebenen Schutzengel, dem Zeugen all' unserer Thaten, der Tag und Nacht beschäftigt ist, uns zu schirmen vor den Feinden unseres Heils, der uns anspornt zum Guten, und uns nach unserem Hinscheiden hinführen wird zum himmlischen Vater, daß wir bort den ewigen Lohn empfangen für die kurze Zeit unserer Mühen und Be= schwerden. Um also zu diesem Biel, was der alleinige Gegenstand unseres Strebens sein soll, zu gelangen, habe ich es versucht, Euch hier ein Büchlein zusammen zu stellen, das Euch Anleitung geben soll zu einem christlich tugendsamen Lebenswandel; daß aber die darin enthaltenen Worte und Lehren besser und nachdrücklicher in Euer Herz dringen, stellet Euch vor, es sei Euer guter Engel, der zu Euch redet, welchem es sein heißester Wunsch ist, diese Lehren und Ermahnungen in Euch zur That reifen zu sehen. Möge Gott der Allmächtige seine Gnade dazu geben, und seinen Segen auf alle diejenigen ausbreiten, welche fich dieses Werkchens bedienen; dieß der Wunsch des Herausgebers - в недеообездум Morgen- Andacht. esen teh' hurtig auf, sobald du erwacheft, zur bestimmten Zeit, ohne dich lange zu besinnen. Der Leib ist ein fauler Knecht, dem man Gewalt anthun muß. Opfere diese Uebers windung Gott auf; du gewinnst dadurch für ben ganzen Tag, und wirst zu größeren Siegen gestärkt. Träge Weichlichkeit ist verderblich für Leib und Seele. Früh aufstehen verlängert das Leben. Die Morgenstunde hat Gold im Munde. Wie du aus dem Bette aufstehest, so erhebe dein Der anbrechende Tag, die Gemüth zu Gott. aufgehende Sonne, die erneu'te Lebenskraft in dir und um dich her Alles fordert dich zum Preise deines Schöpfers auf. Wie du mit Gott anfängst, so wirst du auch mit Gott vollbringen. Verrichte knieend, mehr aus dem Herzen, als blos mit Worten, dein - ma - 6 Morgen- Andacht. Tägliches Morgengebet. AMPA ein Gott und Vater! zu dir erhebe ich meine ersten Gedanken. Du hast mich diese Nacht behütet, während so viele Menschen Krankheit oder Tod überfallen hat. Gestärkt durch den erquickenden Schlaf erwachte ich auf's Neue zum Leben, und kann mit frohem Muthe an meine Geschäfte gehen. Du schenktest mir diesen Tag, daß ich wieder fortschreite auf dem Wege der Besserung und Tugend zur Seligkeit, zu welcher du mich erschaffen hast. Wie kann ich dir genug danken, mein Gott und Vater! Wie viele Tage meines Lebens sind schon dahin auf ewig! Wie wenige habe ich nach dir und meiner Bestimmung gelebt! Heute sei's wieder angefangen in deinem Namen! So oft schon habe ich meine besten Vorsätze gebrochen! Soll es auch heute wieder so gehen? Davor bewahre mich, mein Gott! Je mehr ich meine Schwachheit fenne, desto sorgfältiger will ich mich hüten, besonders vor der Sünde, zu der ich am meisten geneigt bin; will mir Gewalt anthun, diese Untugend mir abzugewöhnen, und die entgegengesetzte Tugend zu üben. Der Gedanke, daß ich von dir überall gesehen werde, halte mich von allem Bösem ab, treibe mich zum Guten an! Segne und unterstüße dein - 7 Morgen- Andacht am Sonntage. schwaches Kind, himmlischer Vater, mit dem Beistande des heiligen Geistes, durch Christum, meinen Herrn und Heiland, und die heiligste Mutter Maria! Amen. Morgengebet am Sonntage. habe ich nun wieder eine Woche voll deiner Wohlthaten, o Gott! durchlebet, und kann heute abermal diesen heiligen Ruhetag feiern. Dank sei dir für Beides, mein Vater! Aber wie habe ich die verfloffenen Tage zugebracht?- wie werde ich den heutigen würdig feiern? Du schenktest mir diesen Tag der Ruhe, daß, wie der Leib von der Arbeit, so auch die Seele ausruhen soll von allzu heftigem Trachten nach vergänglichen Dingen, damit sie, freier von Zerstreuungen, sich zu dir erheben, und über sich selbst nachdenken möge. Ich soll doch öfter still stehen auf dem Wege meiner Wanderschaft, ob ich nicht mein Ziel aus den Augen verloren und verfehlt habe; ob ich vor- oder rückwärts gekommen, beffer oder schlechter geworden bin! Dein heiliges Wort erwecke, erleuchte und leite mich; deine Gnade helfe mir dazu! Ich kann und soll heute auch außer der Kirche manches Gute thun, wozu ich sonst nicht Zeit Morgen- Anbat am Sonntage. und Gelegenheit habe durch ein lehrreiches Buch und Gespräch mich und Andere erbauen - christliche Liebeswerke ausüben, welche dir das wohlgefälligste Opfer sind. Unsere gewöhnliche Arbeit bleibt heute nur darum eingestellt, daß wir, fern vom verderblichen Müßiggange, uns auf eine noch bessere, edlere Weise beschäf tigen sollen. Der ganze Tag soll dir geheiligt sein! - Du hast uns diesen Tag zur Erholung un serer Kräfte gegeben, und gönnest deinen Kindern gern unschuldige Freude. Du hast ja deine Welt so schön geschaffen, und spendest deine Gaben so reichlich aus. Das Andenken an dich, mein Vater! soll sie mir noch lieblicher machen; aber auch mich stets in den Schranken der Zucht und Mäßigkeit halten. Durch frommen kindlichen Frohsinn will ich dich ehren und preisen. Aber ach! an diesem heiligen Tage geschieht oft mehr Böses, als die ganze Woche hindurch. Davor bewahre mich, mein Gott! Das Beiſpiel Anderer soll mich zu nichts verführen, was wider die christliche Sittsamkeit wäre. Vielmehr will ich Andere davon abzuhalten suchen, und durch heitere Fröhlichkeit, die ein reines Ge wiffen gibt, zeigen, wie vergnügt die Gottseligteit macht. So werde von mir gefeiert und heilig gehal. ten, ehrwürdiger Tag des Herrn, Tag der ersten Gute Meinung und Aufopferung ac. Schöpfung dieser sichtbaren Welt- unserer durch Christi Auferstehung vollbrachten Erlösung fei mir und allen Gläubigen ein Tag des Heiles und Segens! Amen. Gute Meinung und Anfopferung in Vereinigung mit den Verdiensten Jesu, wodurch erst alles Thun und Lassen verdienstlich wird. Hillwissender, heiliger Gott! du weißt, wie ich gefinnet bin; wie ich's meine. Alles, was du von mir verlangst, was ich heute zu thun habe, geschche von mir zu deiner Ehre, aus Gehorsam und Liebe zu dir, meil und wie es dein heiliger Wille und meine Schuldigkeit iſt. Alle meine Gedanken, Worte und Werke, meine Mühe und Arbeit, meine Tritte und Schritte, meine Sorgen und Anliegen- Alles, was mich hart ankommt opfere ich dir auf mit dem kräftigen Vorsake, immer so zu denken, zu reden, zu handeln, daß du daran Wohlgefallen haben mögeft. Ich will Alles nicht nur gut meinen, sondern auch so gut machen, als ich kann. So darf ich getrost auf deinen Segen vertrauen; du nimmst den guten Willen für's Werk an. Jesu! mit deinen Verdiensten vereinige ich all' mein Thun und Laffen, Bemühen und Lei den. Alles in deinem Namen- nach deinem Sinne wie du alles gethan, getragen und - - 10 Gute Meinung und Aufopferung 2c. aufgeopfert hast, und an meiner Stelle thun würdest. Heiliger Geist! erleuchte, leite, stärke mich auf allen meinen Wegen, durch deine göttliche Gnade und Liebe. Heilige Jungfrau und Mutter Maria! mein heiliger Schußengel! mein heiliger Namenspatron! bittet für mich! daß ich, wie ihr, Gottes Willen thun, und so einst zu ihm und zu euch in den Himmel kommen möge¹ Nun getroft an mein Geschäft- wohin meine Pflicht mich ruft! Im Namen Gottes des Vaterst, der mich erschaffen, des Sohnes+, der mich erlöset, des heiligen Geistes t, der mich geheiliget hat. Amen. Bedenke dann: 1) Was bir zu thun obliegt, wie du es anschicken und gut vollbringen mögeft. 2) Welche Gelegenheiten, sowohl zum Guten als auch zum Bösen, die heute vorkommen könnten, um jene zu benutzen, und diese zu vermeiden. 3) Du weißt, was dir gefährlich ist: davor nimm dich besonders in Acht. Sei behutsam und standhaft. Sage zu Gott und zu dir selbst: Heute, heute will ich gewiß meinen Vorsak halten. 4) Richte deinen Vorsatz besonders gegen diejenige Sünde, die du am öftesten begehst, und die dich wieder zu andern Fehltritten verleitet, z. B. Hoffart Eigenfinn Zorn Schelten und Fluchen Schmähsucht Vorwig- Trägheit Lüfternheit — - - - Gute Meinung und Aufopferung 2c. 11 aller Art u. s. f. Einen Tag tannst du dich ja doch halten. Am folgenden ist's schon leichter. 5) Thust du das täglich, so wird es auch täglich besser gehen. Du wirst nicht mehr leichtsinnig fündigen, und jedes Versehen sogleich erkennen, bereuen und zu verbessern suchen. Mit solchen Vorsätzen geh' an deine Arbeit. Gott wird sie segnen. Bei der Arbeit. 1) Bedenke wie gut es ist, daß du arbeiten und bein Brod verdienen kannst! Wie viele Kranke wolltens gern! Danke Ge dafür, und sei desto fleißiger! 2) Thu' nichts nur halb oder nachlässig, sondern wie's sein soll, und wie's Gott will, mit Fleiß und Bedachtsamkeit. 3) Frisch daran ist halb gethan. Muntere Arbeit gefällt Gott und den Menschen, und geht noch so gut von Statten. Verdrossenheit macht sie noch schwerer und schlechter. 4) Verschieb nichts auf morgen, was heute ge= schehen kann. Morgen ist die Zeit für etwas anderes. 5) Enthalte dich vor Zorn und Fluchen, und allen Reden wider die Sittlichkeit und Nächstenliebe. 6) Wenn du im Stande der Sünde beharrest, so ist all' deine Arbeit, mit der du den Himmel ver= dienen könntest, für die Ewigkeit verloren. Welcher • Schaden! Wie kannst du säumen, dich zu bekehren! Beim Essen. enke an den Spruch: Ihr esset und trinket, was ihr immer thut, so thut Alles zur Ehre Gottes 1 Cor. 10. Gute Meinung und Aufopferung sc. Wann die Uhr schlägt. ieder eine Stunde dahin, die ewig nicht mehr wieder kommt! Wie habe ich sie zu gebracht? Wieder eine Stunde näher am Grabe! Wie stände es um mich, wenn diese meine letzte wäre? Ich will die folgende, und jede, die du mir noch schenken wirst, mein Gott, so zubringen, wie ich's in meiner Ießten Stunde wünschen werde. Gott! dir will ich leben und sterben. 12 - Nach einem begangenen fehltritte. ch! so habe ich nun wieder dieß Unrecht gethan. Mein Gott wie reuet es mich! Aber nun nimmermehr! Meine Schwachheit soll mich nicht kleinmüthig, sondern vorsichtiger, demüthiger machen!- Stärke mich mein Gott! Im Augenblicke einer Versuchung. ott sieht mich! Er wird mich richten! Sollt' ich das große Uebel thun, und vor seinen Augen fündigen? Gott bewahre mich! Was werde ich davon haben, wenn ich meiner bösen Lust folge? Wie theuer werde ich sie büßzen müssen! Wie müßte ich mich vor mir selbst schämen! Wie wird mir im Tode in der Ewigkeit sein? Aber wie wohl, wenn ich überwunden haben werde! - Gebet des Herrn. Wer will, der kann! Jesus, Maria und Joseph stehet mir bei, und stärket mich. 13 Gebet des Herrn. ewiß das beste Gebet, weil es uns der Herr Je= fus felbft gelehret, und Alles hineingelegt hat, was unser Verlangen und Trachten sein sollte: Wer's ihm von Herzen nachbetet, der betet in seinem Nas men, und wird gewiß erhört. Es kommt dabei nicht auf die Worte an, die Manche nicht einmal recht verstehen, sondern auf den erhebenden Sinn, den sie in sich fassen. Nimm die folgende Erklärung zu Gemüthe, nicht eben Alles auf einmal, sondern etwa allemal nur eine oder die andere Bitte, aber desto betrachtender. Himmel! Vater unser, der du bist im Gott! Du unser Vater! mein und aller Menschen Vater! wir alle deine Kinder in Christo. Wie der Himmel über die Erde erhaben, und überall ober uns ist; so soll sich mein Gemüth zu dir erheben, und du siehst gnädig auf mich herab, und hörst jeden Seufzer meines Herzens. Mit ehrfurchtsvollem, kindlichen Vertrauen, himmlischer Vater! erscheine ich betend vor dir. Wie deine Vaterliebe uns alle umfasset, so schließe ich auch Alle- Freunde und Feinde, als meine lieben Brüder und Schwestern, in mein Herz und Gebet ein, und bitte für Sie um alles Gute, daß ich mir selbst wünsche und erbitte. Du, Herr des Himmels und der Erde bist auch Gebet bes Herrn. reich genug, und gnädig bereit, Jedem zu geben, was er bedarf. 14 Geheiliget werde dein Name! Dieß ist mein ernster, kindlicher Wunsch! O möchten doch Alle, die deinen heiligen Namen aussprechen und anrufen, dich, heiliger Vater, und deinen Sohn Jesus Christus, immer besser er kennen und verehren, findlich fürchten und lieben! All' unser Thun und Laffen gereiche dir zur Ehre! Die ganze Welt sei deiner Herrlichkeit voll! - Es komme dein Reich! Dein Reich ist wo du regierst. Komm also in unsere Herzen, regiere durch deine Gnade darin, und mache uns in all unseren Gedanken, Worten und Werken unterthänig: so ist dein Reich inwendig in uns, bis du uns einst zur Belohnung unserer Treue in dein ewiges Reich, zu Mitgenoffen der himmlischen Glorie und Freude, aufnehmen mögeft! Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden! Wie deine Engel im Himmel auf jeden Wink bereit sind, deinen heiligen Willen schnell und genau zu erfüllen, fo geschehe er auch von uns mit aller Treue und Bereitwilligkeit. Dann würde schon auf dieser Welt ein himmlisches Leben sein. Du willst ja nichts, als lauter Gutes. Verleih' mir Stärke, meinen Eigenwillen und Eigensinn zu verlängnen, und nichts anderes wollen, als was du Gebet des Herrn. 15 willt weil du es willst, und wie du es willst. - Gib uns heute unser tägliches Brod! Vater! Du weißt, was wir heute und täglich nöthig haben, für Leib und Seele. Wir bitten dich findlich darum. Gib deinen Segen dazu! Laß mich ferner mein Brod mit redlichem Fleiße verdienen, jede deiner Gaben dankbar, zufrieden und mäßig genießen, und auch Andern gern davon mittheilen, daß deine fürsorgende Güte von uns Allen gepriesen werde. Vergib uns unsere Schulden, als wie wir vergeben unsern Schuldigern! Ach, mein Gott, wie groß ist schon meine Sündenschuld vor dir, die ich ewig nicht bezahlen kann! Reumüthig bitte ich dich: vergib sie mir um Chrifti willen! Gib mir aber zugleich ein versöhnliches Herz, daß ich auch Allen, die mich beleidiget haben, aufrichtig verzeihe, wie ich wünsche, daß du mir verzeihest, und daß ich mit Jefu für sie bete: Vater! verzeih' ihnen, fie wissen nicht, was sie thun!- Wir sind ja Alle fehlerhafte Menschen, die täglich der Verzeihung und Nachsicht bedürfen. Führe uns nicht in Versuchung! Gott! du weißt, wie schwach ich bin, wie leicht verführbar, und zum Bösen geneigt. Laß mich in keine schlechte Gesellschaft, in keine Gelegenheit gerathen, wo ich fündigen würde. Stärke mich zum Fliehen wo ich fliehen kann, und zum 16 Gebet der Liebe. Widerstehen, wo es sein muß. Bewahre meine Augen und Ohren vor bösen Eindrücken durch einen mächtigen Abscheu gegen Alles, was sünd haft und schändlich ist. Erhalte mich in Demuth und heilsamer Furcht. In jeder Versuchung, durch welche unsere Treue erprobt werden muß, steh' du uns bei, Allgegenwärtiger! Laß uns nicht unterliegen! Sondern erlöse uns von dem Nebel! Das größte, ja einzige wahre Uebel ist die Sünde, die uns von dir scheidet, und in's ewige Verderben stürzet. Davor bewahre uns, davon erlöse uns, o Vater! Dann wird auch das andere Uebel in der Welt immer minder, und weit erträglicher werden. Ja, selbst das unvermeidliche und aus eigener Schuld gezogene Leiden soll uns als väterliche Züchtigung zum Heile gereichen, bis wir einst, dir getreu bis zum Tode. von allem Uebel erlöset, vollkommen selig werder Amen. Es geschehe! Es wird geschehen, so wir recht gebetet haben, in Jesu Namen. Das Gebet der Liebe. Gott, unser Vater! du willst, das wir uns als gute Geschwister einander lieben, wie du uns als deine Kinder liebest. Wie für uns felbst, so wünscher., bitten und hoffen wir auch für unsere Mitmenschen alles Gute von deiner unermeßlichen Grite. Gebet der Liebe. 17 Gott! du kennst sie Alle; dein Vaterherz umfasset sie Alle; deine Liebe thut mehr, als wir bitten und verstehen. Du hörst aber gütig das Gebet unserer Liebe, womit wir dich als unsern gemeinschaftlichen Vater anrufen und für einander bitten. - Wir wollten oft gern, aber wir können nicht helfen; nicht unser Herz den Abwesenden öffnen; nicht immer unsere Liebe im Werke erweisen. Da wenden wir uns an dich, unsern allmächtigen Vater; dir empfehlen wir sie: dir überlaffen wir, was wir nicht vermögen. Dieß ist unser Trost, und beruhigt unser Herz. Wir wünschen, daß des Uebels immer weniger, und des Guten immer mehr werde in deiner Welt, o Gott! Darum bitten wir dich: Laß das Licht des seligmachenden Glaubens immer weiter und heller leuchten, und mit deinem Gnadenstrahle die Herzen durchdringen. Erfülle die Hirten und Lehrer mit deinem Geiste, und segne ihr heilbringendes Amt. Vereinige Alle, die an dich glauben, durch das Band der Liebe und Eintracht. Beschüßze deine heilige Kirche vor allen innern und äußern Feinden. Rette die Unschuld aus der Hand des Verführers und Verfolgers; stärke die Schwachen, richte die Gefallenen auf, führe die Verirrten auf den rechten Weg. Segne unsern Landesvater. Laß seine Regierung durch Weisheit und Gerechtigkeit das Der Schußengel. 18 Gebet der Liebe. Ebenbild und Werkzeug der deinigen werden. Beglücke die Völker durch gute Obrigkeiten und weise Anstalten. Segne den Schweiß des Landmannes und des Bürgers Broderwerb. Laß in den Häusern stille Tugend, Ordnung und Zufriedenheit wohnen. Versöhne die Feindseligen, und wehre dem Uebel, das böse Zungen anrichten. Verbinde die Untergebenen und Vorgesetzter durch Treue und Liebe; laß sie beide nie vergessen, daß sie dich zum Herrn und Vater haben. Segne die Mühe der Erziehung; laß die Eltern Freude an ihren Kindern erleben, und ihre Hoffnung in Erfüllung gehen. Den Leidenden sei du der Gott des Trostes, stärke sie zur Geduld und Ergebung im Vertrauen auf dich. Lindere ihre Schmerzen, erheitere ihr Gemüth und die Aussicht in die bessere Zukunft. Lege den Reichen Mitleid und Demuth in's Herz, den Armen Zufriedenheit und frommen Sinn. Sei den Wittwen und Waisen ihr Vater, und der Verlaffenen Zuflucht. Steh' den Sterbenden bei, und nimm sie zu dir auf! Unsern Eltern, Wohlthätern und Freunden sei du der treue und reiche Vergelter des Guten, das sie an uns gethan haben, und laß uns ihrer Liebe nicht unwerth sein. Auch für unsere Feinde bitten wir dich um allen Segen, den wir uns selbst wünschen. Verzeih' ihnen, sie wissen nicht, was sie thun. Es Gebet der Liebe. fet ihnen auch von uns herzlich verziehen, wir wischen, daß du uns verzeihest. es une bald gelingen, durch liebreiches Entgegenkommen ihr Herz zu gewinnen, und der Irrung ein Ende zu machen. Gott! du siehst unser Herz: weißt, ob es aufrichtig gebetet hat. So zeige sich dann unfere Liebe auch im Werke, in unserem ganzen Betragen. Du willst, es sollen auch wir, so viel wir können, das Unsrige dazu beitragen, daß unsere Wünsche in Erfüllung gehen. Wie könnten wir noch gegen einen Menschen kaltfinnig oder feindselig sein, den wir eben auch in unser Gebet eingeschloffen haben! Ja, wie lieb und werth sollen unsere Mitmenschen uns werden, wenn wir daran denken, wie gut du gegen uns Alle bist! Ertheile dann uns Allen deinen väterlichen Segen. Amen. Go 19 28 wie laß се Abend- Andacht. am حسن - enke nach, wie du dich, der Kirche verhalten wie gut du den Tag zugebracht- oder vielleicht entheiligt hast? Bereue deine Fehltritte und Nachlässigkeiten fasse kräftige Vorsätze auf die eingehende Woche. Bitte Gott um seinen väterlichen Beistand und Segen. - - 1 - in und außer - Gebet. Mein Gott! ich danke dir für alle Wohlthaten, die du mir und meinen lieben Mitmenschen diefen Tag erwiesen haft. Du höreft nicht auf, Vater zu sein, und uns Gutes zu thun. Aber wie habe ich, dein Kind, mich heute verhalten? wie habe ich meine Zeit und Kräfte deine Gaben angewendet? Hier denke nach, so viel es die Zeit, oder die Müdigkeit zuläßt: Abend- Andacht. Was du heute Gutes oder Rüßliches gethan haft und wie?- mit welcher Absicht. 21 Wie du deine guten Vorsäße gehalten? Ob du feine deiner Schuldigkeiten unterlassen? Ob du Niemanden beleidigt, gehasset, beneldet, beschädigt, oder zu einer Sünde verleitet? Ob du nie gegen dein Gewissen gehandelt? Ob deine böse Neigung oder Gewohnheit dich nicht wieder zu Sünden verleitet hat? was Ursache davon gewesen sein mag? Danke Gott! wenn es oir gelungen ist, etwas Gutes auszurichten, und dich vor schweren Sünden zu hüten. Bereue aber auch die geringern. Jede ist Beleidigung Gottes. Vater! ich habe wieder gefündiget! Mit reumüthigem Herzen bitte ich dich um Verzeihung und um Hilfe zur Besserung. Ich vill fünf. tighin vorsichtiger sein, das Versäumte gereinzu bringen, und das Uebel wieder gut zu machen, so viel mir möglich ist. Mein Jesu! wie muß ich mich schämen, daß ich heute in deiner Nachfolge wieder so weit zurückgeblieben bin! Erbarme dich meiner! Maria und ihr seligen Bewohner des Himmels! preiset Gott für mich, da ich jetzt ruhe, bis ich ihn einst ewig preise. Laß auch, o Gott! die abgeschiedenen Seelen in Frieden ruhen, und das ewige Licht leuchte ihnen! Owie gut ift's, wenn man mit gefundem Leibe schlafen gehen kann! Wie süß ist die Ruhe des Müden! Gott! ich danke dir dafür, und Abend- Andacht. empfehle mich und alle meine lieben Mitmenschen deinem väterlichen Schuße. 22 Ich schlafe ruhig ein; Denn, Vater! ich bin dein, Und du willst bei mir sein. 1) Beim Auskleiden sei ehrbar und schamhaftig. Gott sieht dich auch im Finstern. 2) Der Schlaf ist ein Vorbild des Todes. Denke, wie dir zu Muthe sein wird, wenn du einst auf dem Sterbebette daliegen wirst. Was wirst du bereuen und wünschen? Darnach richte jetzt dein Thun und Lassen ein. 3) Du weißt nicht, ob du den Morgen erleben wirst. Viele, die sich gesund niederlegten, hat man todt im Bette gefunden. Wenn es auch dir so erginge: wie würde es um dich stehen? 4) Wie schrecklich ist es, mit bösem Gewissen einschlafen! 5) Eine schlaflose Stunde wird schon so lang. Wie verzweiflungsvoll muß den Verdammten die lange Ewigkeit sein! wie schrecklich die Finsterniß, wo nur die Höllens flamme durchbliget! Meß- Andachten. чездро seafs te heilige Messe ist das unblutige Opfer det neuen Bundes, das nämliche, das Jesue Christus beim letzten Abendmahle eingesetz: und am Kreuze blutiger Weise dargebrachy: hat, und nun durch den Priester, der in sei nem Namen spricht und handelt, auf's Neue darbringt. Stelle dir das recht lebhaft vor, und be denke: wie Er sich aufgeopfert hat, auch für dich; wie auch du dich Gott mit ihm aufopfern sollft. Also: dankbares Andenken an die Aufopferung Jesu aus Liebe zu uns und willige Selbstaufopferung durch thätige Gottes- und Nächstenliebe- in Vereinigung mit Jesu. Dieß zusammen macht die wahre MeßAndacht aus. Es kommt Alles darauf an: wie glaubst du? wie liebest du? Dahin zielen auch die ehrwürdigen Ceremonien und Gebete der Kirche bei der heil. Messe. Folge dem Priester mit frommen Gedanken. Er opfert und betet für Alle, auch für dich. Bete und opfere auch du mit. In diesem Sinne nennt der heilige Petrus Meß- Erklärung. alle Christen Priester.- Der Chor und der Ministrant antwortet immer im Namen aller Anwesenden. Um aber zu wissen und zu betrachten, was am Altare vorgeht, bediene dich öfter folgender Meß- Erklärung. 24 B eim Staffelgebet demüthigt sich der Priester, tief gebeugt, vor Gott, spricht, mit dreimaligem Brustklopfen, das öffentliche Schuldbekenntniß, bittet um Gnade und Erbarmung, und flehet wiederholt die göttliche Erbarmung an. Kyrie eleison 2c. 2c. Bitte auch du reumüthig um Verzeihung und Beistand zur ernstlichen Besserung. 1 Glorie ist Lobpreisung Gottes mit den Engeln bei der Geburt Jesu, durch den wir begnadigt und erlöset sind. Bete an, danke, vertraue. Dominus vobiscum! Der Herr set mit euch! Mit diesem Segenswunsche begrüßet der Priester jetzt und öfters das Volk, seine Arme ausstreckend, und dadurch andeutend, daß er Alle in das Gebet einschließe, das er jetzt, wie es auf den Tag trifft, verrichtet. Im Namen des Volkes wird ihm der Segenswunsch erwiedert, und das Gebet mit Amen beantwortet, zum Zeichen, daß Alle mit einstimmen. Epistel ist ein Lehrstück aus dem Sendschreiben der heiligen Apostel. Danke Gott für den christlichen Unterricht, und nimm dir einen Denkspruch daraus zu Herzen. Evangelium heißt erfreuliche Nachricht, nämlich non unserer Erlösung durch Jesum Christum. Das Meß- Erklärung. Aufstehen dabei ist Zeichen der Bereitwilligkeit, es standhaft zu befolgen. Das versprich Gott auch du. 25 Credo ist das christkatholische Glaubensbekenntniß. Glaubeft du an Gott den Bater, den Sohn und den heiligen Geist, so zeige deinen Glauben durch dein Verhalten, als Kind Gottes, als Erlöster Jesu Christi, als erleuchtet vom heiligen Geiste. Thue, was dir der Glaube sagt, damit du erlangeft, was er dir verheißt. Offertorium heißt die erste Aufopferung des Brodes und Weines, zur Vorbereitung auf das Opfer des Leibes und Blutes Jesu Christi. Das Gott gefällige Opfer ist Gehorsam aus Liebe. Opfere du Gott in Vereinigung mit den Opfergaben des Priesters deine guten Vorfäße, dein Herz und Leben auf. Orate fratres! betet Brüder!( ermahnet der Priester), daß mein und euer Opfer Gott wohlgefällig werde. Bald darauf sagt oder singt er: Sursum corda: Aufwärts die Herzen- zum Allerhöchsten zur Anbetung und Danksagung mit den Engeln im Himmel. - Sanctus: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Gott Sabaoth und mit dem frohlockenden Volke beim Einzuge Jesu in Jerusalem: Hosanna, Heil von oben herab, durch den, der kommt im Namen des Herrn! Noch mehr als Lobgesang gefällt Gott das Gebet der Liebe. Darum betet der Priester für die ganze christliche Kirche, für ihre Vorsteher und für alle Gläubigen insgesammt- insonderheit. - Beim Memento für diejenigen, die ihm näher anliegen oder empfohlen sind! dann für alle Umstehenden, die andächtig mitopfern, unter welchen auch Meß- Erklärung: du sein sollst. Er vereinigt seine Bitten mit den Fürbitten der Heiligen. Dann schreitet er, die Hände über den Kelch ausstreckend, zur Consecration. Nun thut und sagt er das, was Jesus beim letzten Abendmahle gesagt und gethan hat, auf seinen Befehl, in seinem Namen. Und so wird auch durch das allmächtige Wort des Herrn das Brod in den Leib, der Wein in das Blut Jesu Christi verwandelt. 26 - Sobald jene Worte ausgesprochen, fällt der Pries ster auf die Kniee, erhebt die heilige Hostie, nun den Leib Christi unter Brodesgestalt, dann das heilige Blut im Kelche, zur Anbetung empor. Alles fällt auf die Kniee, schlägt an die Brust und betet in gläubiger Demuth an. Das thu' auch du! Stelle dir vor, du sähest den Leib Jesu Christi an's Kreuz erheben, sein Blut zur Erde fließen. Es ist der nämliche Leib, das nämliche Blut, der nämliche hohe Priester Jesus, der sich auf's Neue und unblutiger Weise opfert für unser Hell auch für dich! Nach der Wandlung betrachte dieses große Opfer der göttlichen Liebe! Danke Gott bereue deine Sünden bitte um Verzeihung und um Beistand zur Besserung, zur Bewahrung vor künftigen Sünden, daß das Opfer und das Blut deines Erlösers an dir nicht verloren gehe opfere dich ganz ihm auf, wie er sich für dich aufgeopfert hat. - - Univ.- Bibl. Giessen - - - Beim zweiten Memento gebenke der Verstorbenen, besonders derer, die dich näher angehen. Da in den Himmel nichts Unreines eingehen kann, so befleiß' dich, vor jeder Sünde dich rein zu erhalten, damit du in die Gesellschaft der Reinen und Heiligen tommen mögest L Meß- Erklärung. Pater noster, das Vater unser, bete indächtig dem Priester, oder vielmehr Christo selber, nach. Der Priester bricht die heilige Hoftie( wie Christus das Brod brach) und sagt: Pax Domini: Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch. Um diesen seligen Frieden bittet er nun. Bitte auch du! 27 Agnus Dei heißt das Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt hinwegnimmt, und, als Versöhnopfer dafür, den Frieden zwischen dem beleidigten Gott und den sündigen Menschen wieder herstellt.- Friede sel in den Häusern und in den Herzen! Zur Kommunion, zur Gemeinschaft und Vers einigung mit Christus, durch den Genuß seines Leis bes und Blutes, find alle Christen berufen und eingeladen. Weil du aber jetzt nicht genug vorbereitet bist, an den Gnadentisch wirklich hinzugehen, so sprich mit dem Priester: Herr! ich bin nicht würdig 2c. 2c., in demüthigem Vertrauen, daß durch sein mächtig und heiliges Wort deine Seele gesund und würdig gemacht werde, ihn wirklich zu empfangen. Dieses fromme Verlangen und Vorhaben der Vereinigung mit Jesu, in Liebe zu Jesu, heißt die geistliche Kommunion, welche nothwendig zur Meß- Andacht gehört, und die Frucht davon sein soll. Bist du wirklich so gefinnt, so hast du den besten Segen von diesem heiligen Opfer empfangen, welchen der Priester im Schlußgebete Allen, die in frommen Gedanken mitgeopfert und mitgenossen haben, erbittet, und mit dem Kreuzzeichen anwünschet. Diesen Segen empfängst auch du, wenn du andächtig Messe gehört, und nun hingehst, und thuft, mie du gebetet hast. Meb Ertlärung. Präge diefe Meßerklärung burch öftere aufmertfame Lefung deinem Gemüthe ein, um mit Andacht und Nutzen Messe zu hören, Wenn du mit dem Lesen der Meßgebete dem Brie: ster vorkommest, so dente barüber nach, oder lles fie noch einmal. Auch alle übrigen Gebräuche und Ceremonien haben ihre erbauliche Bedeutung. Der Priester erfcheint in einem, blos dem Altare gewihmeten Anzug, weil er nicht in seiner- sonbern in Chrifti Verson auftritt. Das Meßkleid trägt die Form des Kreuzes, und wechselt in den Farben nach Verschiedenheit der Feste und Zeiten. Die Glocke ruft zur gemeinschaftlichen Gottesvers ehrung, und ermahnet auch die Entfernten zur stillen Theilnehmung. Die Lichter brennen zur Ehre dessen, der das Licht der Welt ist, und erinnern uns, daß auch unser Licht leuchten soll durch gutes Beispiel, durch Andacht und Tugend. Der Weihrauch ist Sinnbild des Gebetes und frommer zu Gett aufsteigender Gedanken. Das Weihwasser ist Zeichen der Reinigung des Herzens, die Gott fordert, wenn wir vor ihm ers scheinen. Die Segnungen werden immer mit dem Kreuzzeichen, oft auch mit dem hochwürdigsten Sakramente gegeben, weil uns in Christo, in seinem Kreuztode und in dem heiligsten Altarssakramente Alles gegeben ist, was die ewige Liebe geben kann. T Meßandacht für Jünglinge sc. Meßandacht für Jünglinge und Jungfrauen. Staffelgebet. CYP J 29 it findlicher Ehrfurcht nahe ich mich mit dem Priester dem Altare. O möchte ich auch mit ganz reinem Herzen und Ge wissen vor dir erscheinen! Wie froh könnte ich dann zu dir aufschauen, mein himmlischer Vater! Aber nun muß ich meine Augen niederschlagen, und mich demüthigen vor dir, allwissender, heiliger Gott! Du kennst mich, wie ich gesinnt und beschaffen bin. Du siehst mit Mißfallen alle Flecken meiner Seele, alle unlauteren Gedanken und Lüfte meines Herzens. Wenn auch vor der Welt mein Wandel noch ganz ehrbar und unsträflich wäre, so bin ich doch nicht rein vor dir. Reumüthig klopfe ich an meine Bruft, bereue meinen Leichtsinn, meinen Undank, meinen Ungehorsam. Erbarme dich meiner, o Gott! wie sich ein Vater seines Kindes erbarmet, das seinen Fehler bereuet, und sich beffern will. Ja, das will ich auch mit deiner Gnade, mein Gott! So, wie ich meine Fehler erkenne und bereue, will ich sie künftig zu vermeiden suchen, will vorsichtiger sein, folgfamer, fleißiger in allem Guten werden. Bei dieser heiligen Messe erneuere ich meine guten Vorfäße, und rufe dich um deinen Beistand an. - 30 Meßandacht Gloria. Lob und Dank sei dir, gütiger Vater, für alles Gute, das ich aus deiner Gnade habe und genieße! Von dir kommt ja alles Gute. Bewahre mich vor Stolz und Eitelkeit, daß ich mich deiner Gaben wegen nie über Andere erhebe; nur desto demüthiger und sorgsamer in guter Anwendung soll ich werden. Dieß ist der Dank, den du von mir forderst. Durch frommes Wohlverhalten will ich dich loben und preisen. Gebet nach dem Dominus bobiscum. Gott! ohne deine Gnade vermag ich nichts; von mir selbst kann ich mich nicht halten. Darum bitte ich dich, präge dein heiliges Wort meinem Herzen ein, daß es alle bösen Gedanken und Lüste daraus verdränge, und zur Stunde der Versuchung mich kräftiglich warne, stärke und rette. Durchdringe mich mit deiner heiligen Furcht und Liebe, daß ich die Sünde als das größte Uebel verabscheue, und dein Wohlgefallen für mein größtes Glück halte. Ich bitte dich durch Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Bei der Epistel und dem Ebangelium beherzige abwechselnd ein und anderes folgender Worte Gottes aus der heiligen Schrift. Am Sonntage. Freue dich, Jüngling( Jungfrau)! in deiner Jugend! genieße deine jungen Tage für Jünglinge und Jungfrauen. im Guten. Aber wisse, daß dich Gott über dieß Alles vor's Gericht ziehen wird. Jugend und Wolluft vergehen bald. Gedenke also deines Schöpfers in deiner Jugend, ehe die Zeit der Trübsale kommt, und die Tage, die dir nicht gefallen werden. Freuet euch immer im Herrn! abermal freuet euch! Euere Eingezogenheit leuchte dabei Jedermann in die Augen. Der Herr ist nahe. Herr! du erforschest mich und kennest mich; ich liege oder stehe auf, du weißt es. Du siehst meine Gedanken von fern; alle meine Schritte siehst du voraus, Finsterniß verhüllt mich nicht vor dir. Nacht ist dir so licht wie der Tag. Wie sollt' ich solches Uebel thun, wider meinen Gott zu fündigen? - 31 Die Furcht des Herrn vertreibt die Sünde. Fürchte den, der Leib und Seele in die Hölle stürzen kann. Was nüßt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne, aber an seiner Seele Schaden litte? - Am Montage. Wisset ihr nicht, daß euere Leis bei Glieder Christi sind?- Und diese Glieder Chrifti sollt' ich nehmen und sie zu Werkzeugen der Unzucht machen? Davor bewahre mich, mein Gott! Wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, den ihr( in der Taufe) empfangen habet, und daß ihr nicht euch selbst angehöret! Denn ihr seid um einen hohen Preis( mit dem Blute Christi erkaufet. Ehret und traget Gott in curem Leibe Wer Gottes Tempel verderbet, den wird der Herr auch verderben. Denn Gottes Tempel ist heilig und der seid ihr. Meßandacht Lasset euch nicht bethören: die Unteuschen werden das Reich Gottes nicht ererben. dein Auge Wenn dich deine Hand- dein Fuß ärgert, st haue sie ab, reiß' es aus, und wirf es von dir.( Versage dir alle Vortheile und Freuden, wenn sie dich zur Sünde verleiten.) Es ist dir besser, ohne sie in's Himmelreich eingehen, als sammt denfelben in das höllische Feuer geworfen werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht auslöscht. 32 Am Dienstage. Flieh vor der Sünde, wie vor dem Anblicke einer Schlange. Wer die Gefahr liebt, der geht darin zu Grunde. Herr! wende meine Augen ab daß sie nicht lüstern auf Eitelkeit blicken. Jeder Mensch wird versucht, wenn er von seiner Lust gerezze und hingelockt wird. Hat die Luft( durch Einigung) empfangen, so gebärt sie Sünde, die vollbrachte Sünde aber bringt Tod und Verderben. Unterwerfet euch Gott, widerstehet dem Teufel( und überhaupt jedem Versucher). und er wird vor euch fliehen. Gott ist getreu; er wird in der Versuchung nicht eure Kräfte übersteigen, sondern einen guten Ausgang gewinnen lassen. Ich vermag Alles durch den, der mich stärkt. Wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung fallet. Am Mittwoch. Müßiggang lehrt viel Böses. Wer Pech angreift, bejubelt fich. Lasset euch nicht verführen. Böse Geschwäße vers derben gute Sitten. Süße Worte sind auf des Verführers Sippen, aber im Herzen sinnt er auf dein Verderben. für Jünglinge und Jungfrauen. Sündige nicht, Jemanden zu gefallen. Verzäune deine Ohren mit Dornen; höre keine schamlose Zunge an. Schlag' Thür und Schlösser vor deinen Mund, und mache dir eine Wage für deine Worte. Bei vielen Reden geht es nie ohne Sünde ab. Der Mund redet, wovon das Herz voll ist. 33 Ich aber sage euch: Die Menschen werden am Eage des Gerichtes von jedem unnüßen Worte Rechenschaft geben müssen. - Am Donnerstage. Hoffart ist der Anfang aller Sünde. Der Stolz ist bei Gott und Menschen verhaßt. Was erhebt sich doch Staub und Asche! Was hast du, o Mensch! das du nicht empfangen hast? Was prahlest du also, als ob du's nicht empfangen hätteft. Glaubeft du, daß du noch stehest, so sei nicht stolz, sondern fürchte dich; gib Acht, daß du nicht fallest. Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden. Am Freitage. Richtet euch nicht nach dieser Welt, damit ihr nicht mit dieser Welt verdammet werdet, sondern wandelt als unsträfliche Kinder Gottes mit: ten unter einem argen, verkehrten Geschlechte. Viele wandeln als Feinde des Kreuzes Chrifti. Ihr Ende ist Verderben, ihr Gott ist der Bauch, ihre Ehre sehen sie in ihre Schande, ihr Sinnen geht blos auf's Irdische. Unser Wandel aber ist gen Himmel. Wisset ihr nicht, daß die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer also der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind. Weit ist die Pforte und breit die Straße, die zum Verderben führet, und Viele gehen darauf. Wie eng Schußengel. 3 Meßandacht ist dagegen die Pforte, wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und Wenige wandeln ihn. Wer zu mir kommen will, der verläugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. 34 Am Samstage. Bei allen deinen Handlungen gedenke an deine letzten Dinge, und du wirst nimmermehr fündigen. O Eitelkeit über Eitelkeit! Alles ist eitel. Alle Menschen sind wie Gras, und ihre Herrlichfeit wie eine Grasblume. Das Gras verdorret, und die Blumen fallen ab. Was der Mensch säet, das wird er auch ernten. Selig der Mensch, der die Probe aushält. Wenn er die Probe besteht, so wird er die Krone der Seligfeit erlangen, die Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. Wer in der Treue verharret bis an's Ende, der wird selig sein. ( Für's weibliche Geschlecht besonders.) Schönheit an einer eitlen Närrin ist wie ein goldener Ring am Rüssel eines Schweines. Reize sind betrüglich, Schönheit ist eitel. Ein gottesfürchtiges Weib ist schätzenswerth. Ihr Schmuck sei nicht auswendig, Haarpuz, Goldgeschmeide und Kleiderpracht, sondern inwendig.- Reinheit und Güte des Herzens, immer gleiche stille Gemüthsart, dieß ist ihre kostbarste Zierde vor Gott und den Menschen. Alles was schäzbar ist, ist mit einem keuschen Weibe nicht zu vergleichen. Wie die aufgehende Sonne an Gettes Himmel, so glänzet die Schönheit der weiblichen Tugend zur Bierbe ihres Hauses. - für Jünglinge und Jungfrauen. 35 Credo. $ o So wahr ich an dich glaube, allwissender, heiliger, gerechter Gott! und an deinen Sohn, meinen göttlichen Lehrer, Erlöser und Richter, und an den heiligen Geist, der durch diese gött. lichen Worte mich ermahnet und warnet: so treulich will ich sie in meinem Herzen bewahren, bei jeder Gelegenheit mich daran erinnern und mich darnach verhalten. Verleih' mir deine Gnade dazu, daß ich auch meines Glaubens lebe! Amen. Zur Opferung des Brodes und Weines. Mit diesem erneuerten ernstlichen Vorsage will ich dir, o Gott! mein Herz zum Opfer bringen. Rein sei es, wie das weiße Brod, lauter, wie der edle Wein, den dir jetzt der Priester zum Opfer bestimmt. Nicht nur meine Aufführung soll durchaus ehrbar, eingezogen und untadelhaft sein, wie es sich auf meinen Stand geziemet; es soll auch keine sündhafte Begierde, keine unlautere Neigung meine Seele beflecken.- Ach! ich kenne ja meine Schwachheit aus trauriger Erfahrung. Desto sorgfältiger muß ich mich in Acht nehmen und hüten vor Allem, was mich zur Sünde verleiten möchte, was im mindesten wider die Schamhaftigkeit und Sittsamkeit wäre, fliehen alle ausgelassene Freude, alle unanständigen Scherze- alle gefährlichen Bekanntschaf3* 36 ten und Vertraulichkeiten- lieber auch das Angenehmste meiden und entbehren, als mich der Gefahr zu fündigen auszusetzen immer auf mich selbst mit genauer Wachsamkeit Acht haben, daß ich mich nie vergesse, mich nie zu weit einlasse; daß ich jeden aufsteigenden fündhaften Gedanken, jede böse Lust alsobald unterdrücke. Nie soll eine unflätige Rede über meine Zunge kommen, oder meinem Ohre wohlgefallen. Schamhaftigkeit und Eingezogenheit sollen mich gegen Muthwillen und Verführung schüßen. Das Andenken an dich, allgegenwärtiger Gott! und dein heiliges Gesetz soll mich in steter Ehrfurcht erhalten, und in meinem guten Vorhaben stärken. Meßandacht - Sanktus. Gott, du allein bist heilig, ganz rein und vollkommen. 11 Du rufft uns zu: Seid heilig, wie ich heilig bin!" Kann ich gleich deine höchste Vollkommenheit niemals erreichen, so will ich mich doch bestreben, immer reiner und besser zu werden. - Nur die ein reines Herz haben, können zu deiner Anschauung gelangen. Ich bete dich in Demuth an, mit den reinen Geistern im Himmel, deinen Engeln und Heiligen, und allen guten Menschen auf Erden. Aber meine Anbetung kann dir nicht gefallen, wenn sie nicht aus reinem Herzen kommt. Men für Jünglinge und Jungfrauen. schen sehen auf's Neußerliche; aber du durchschauest das Innerste der Seele. Du verab. scheuest jede sündhafte Gesinnung, jede unlautere Begierde; du liebeft und belohneft nur reine Tugend. hilf meinem schwachen Bestreben nach, daß ich mich würdig mache, einst in die Gesellschaft aller Reinen und Seligen zu gelangen, und dort fammt meinen lieben Eltern, Freunden und Wohlthätern deine Güte ewig zu preifen. 37 Wandlung. Jesu! du haft dich als das unbefleckte, Gott gefällige Opfer für uns hingegeben am Kreuze, und stellest dich uns auf's Neue unblutiger Weise, unter den Brodesgestalten dar. Ich bete in dir die mit der Menschheit vereinigte Gottheit an. Du hast dein unschuldiges Blut vergoffen, um uns von Sünden zu reinigen, uns heilig und selig zu machen. Ich danke dir für alle deine Liebe, und ergebe mich dir von ganzem Herzen. Nach der Wandlung. Sohn Gottes, du bist vom Himmel gekommen, um uns vom Verderben zu retten, und uns auf den rechten Weg zum Himmel zu führen. An deinem Kreuze erkenne ich den großen Werth meiner Seele; da sehe ich, welch' ein entseg liches Uebel die Sünde, welch' ein unschätzbares 38 Meßandacht Gut Unschuld und Tugend ist. Sollte ich dieß fostbare Kleinod, den Werth deines Blutes, mein Heiland, so leichtsinnig verscherzen? Sollt' ich mich selbst in den Untergang stürzen, daraus du mich retten wolltest? Davor bewahre mich, Herr, durch das Andenken an dein bitteres Leiden und Sterben, und dein großes Opfer, das du am Kreuze für uns dargebracht hast, und das jetzt am Altare erneuert worden ist! Dein Blut ist zur Reinigung meiner Seele geflossen. Aber wehe mir, wenn ich sie nicht rein bewahre!- Auch die guten Seelen unserer abgeschiedenen Freunde, die wir jetzt deiner Liebe empfehlen, müssen erst von den ihnen noch anElebenden Makeln, wie das Gold durch's Feuer, gereinigt und geläutert werden. Ach, wenn ich kleine Fehler nicht scheuete, sondern immer leichtsinniger, frecher und lasterhafter würde, bis ich endlich selbst an meiner Besserung verzweifelte wenn ich so ungebeffert, mit fündhaften Begierden und Gewohnheiten behaftet, überginge in die andere Welt- und also ausgeschloffen auf ewig von den himmlischen Freuden der Reinen und Seligen- verurtheilt zur ewigen Pein in der Gesellschaft aller unreinen Geister und verworfenen Seelen ewig meinen Leichtsinn verfluchen, beseufzen und büßen müßte!- Schauder und Entsetzen ergreift mich, wenn ich daran gedenke an jenes höllische Feuer, das nicht ausLöscht; an jenen nagenden Wurm, der nicht - - für Jünglinge und Jungfrauen. 39 stirbt. Und doch würde dieses entseßliche Unglück auch mich treffen, wenn ich mich nicht forgfältig hüten und ernstlich bessern würde! Wie bald könnte auch mich der Tod, wie so manche andere meiner Bekannten, überraschen! Ach! wenn ich in meinen Sünden dahin stürbe - wie unselig würde ich sein auf ewig- und aus eigener Schuld! Demüthig bete ich mit dem Priester: Vater unser!... führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Utebel! Amen. Agnus Dei. Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sün den der Welt! Erbarme dich meiner! Sieh' meine Reue, meinen Vorfaß! Laß dein unschuldiges, für uns erduldetes Leiden an meiner Seele nicht verloren gehen! Schenke mir jenen seligen Frieden, den deine Gnade und ein gutes Gewissen gibt! Kommunion. Ich sollte dich nun, o Jesu! wenigstens geiſtlicher Weise mit dem Priester in mein Herz empfangen. möchte es rein genug sein, daß du darin wohnen könntest, und nichts darin fändest, was dein reinstes Auge beleidigte! Herr! ich bin nicht würdig, daß du eingehest unter mein Dach! aber laß nur die Kraft deines Gnadenwortes auf meine Seele wirken, so wird 40 Meßandacht fie gesund und rein. Ja, reinige, bewahre, heilige mich, daß ich ganz vereiniget werde mit dir, in dankbarer inniger Liebe: denn wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott in ihm. Deine Liebe, du Liebenswürdigster! vertilge in mir jede sündhafte Lust, jede unheilige Liebe, und stärke mich, die Anreizung auszuschlagen, und nur dir zu folgen, mein göttlicher Heiland! Der Geist ist wohl bereit; aber das Fleisch ist schwach. Darum will ich an dich mich halten, dir anhängen, mit dir vereinigt bleiben. Nichts soll mich von dir abtrünnig machen, nichts von deiner Liebe mich scheiden ewiglich! Amen. Schlussgebet. So nimm nun diese Aufopferung und Angelobung meiner Treue wohlgefällig an, mein Gott! Segne meine guten Vorsäße, und stärke mich, daß ich sie vollbringen möge! Segne die Blüthezeit meiner Jugend, daß sie auch gute Früchte bringe! Ja, mein Gott, ich darf deinen Segen, um den ich dich bitte, vertrauensvoll hoffen, wenn ich ihn durch Fleiß und Wohlverhalten zu verdienen suche. Was ich jetzt fäe, werde ich einst ernten. Was ich jetzt Gutes lerne, übe und mir angewöhne, das wird einst mein Reichthum, mein Glück sein. Je mehr es mich Mühe kostet, desto größer wird meine Belohnung, meine für Neumüthige. 41 Freude werden. Meine gute Aufführung wird mir das Zutrauen, die Schäßung und Liebe guter Menschen erwerben, und mein gutes Fortkommen befördern. Und wie wohl ist mir zu Muthe, wie froh und getrost kann ich sein, wenn ich ein gutes Gewiffen habe! Du, o Gott, bist mein Freund und Vater! der mich leitet und schüket. Heiter und ruhig kann ich meinem künftigen Schicksale, dem Alter, dem Kode und der Ewigkeit entgegen sehen. Laß dieses Segens, mit dem du die Tugend fröneft, mich theilhaftig werden, mein Gott! Laß mich erfahren, wie froh und selig die wahre Tugend macht! Amen. Meßandacht für Reumüthige. Staffelgebet. m it Furcht und Zittern sollte ich mich dir nähern, heiliger und gerechter Gott! und es wagen, meine Augen zu dir zu erheben. Von dir habe ich mich entfernt und abgewendet, um meinen Lüften zu folgen. Deine Gabe habe ich leichtsinnig verschwendet, zu deiner Beleidigung und meinem Verderben mißbraucht. Ach! wie weit habe ich mich ver irrt: wie tief bin ich gesunken! Was ist aus mir geworden? Was wird noch aus mir werden? Wie muß ich mich schämen und verab () 42 Meßandacht scheuen, vor mir selbst und vor dir, o Gott! Mein Gewiffen beunruhigt und verdammet mich; es sagt mir, wie elend und strafbar ich bin. Vater! ich habe gefündiget und bin nicht mehr werth, dein Kind zu heißen. Mit bitterer Reue werfe ich mich vor dir nieder, schlage an mein fündiges Herz und bekenne meine Schuld, meine eigene meine große Schuld! Aus diesem Abgrund meines Sündenelends rufe ich deine erbarmende Gnade an. Vater! verzeihe mir noch diesmal! stoß' dein verloren gegangenes, aber wieder zu dir zurückkehrendes Kind nicht von dir! Erbarme dich meiner, o Gott! nach deiner großen Barmherzigkeit! Jesu, durch dein großes Versöhnopfer, das jetzt auf dem Altare erneuert werden soll, erbarme dich meiner Seele, die du auch so theuer erlöset hast! Gloria. Lob und Dank sei dir, o Gott, für all' deine Güte und Gnade! Du willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Du gehst dem verlorenen Sohne mit offenen Armen entgegen und nimmst ihn wieder mit Freuden auf.- Du, o Jesu, bist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren war, und legtest das wieder gefundene Schaf mit Freuden auf deine Schultern. Wie du am Kreuze um unserer Sünden willen starbst, so lebst du nun im Himmel zu unserer Begnadigung. Laß sie auch mir widerfahren! für Reumüthige. 43 Gebet. Erleuchte mich, o Gott! meinen ganzen Seelenzustand einzusehen, und reiche mir deine Hand, um von meinem Sündenfalle aufzustehen. Ohne deine Gnade vermag ich's nicht. Um diese bitte ich dich durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Zur Epistel. $ o spricht der Herr:„ Jede Seele, die fündiget, ist des Todes." Bekehret sich aber der Gottlose von seiner Gottlosigkeit, und thut nun, was recht und gut ist, so wird er seine Seele retten. Will ich den Tod des Sünders, und nicht vielmehr daß er sich bekehre und lebe?" - Zum Ebangelium. Thuet Buße und glaubet dem Evangelium, das euch Gottes Gnade verkündigt. Bekennen wir( reumüthig) unsere Sünden, so ist Gott treu und gütig, daß er sie uns vergibt, und uns von aller Untugend reiniget. Wir haben einen Fürsprecher beim Vater, Jefum Chriftum, den Gerechten, und er ist das Versöhnungsopfer für unsere Sünden. Sei getrost, mein Sohn!( meine Tochter!) deine Sünden sind dir vergeben. Geh' hin, fündige nicht mehr, daß dir nicht etwas Aergeres widerfahre. - Mehanbadht Es ist Freude im Himmel über einen Sünder, der Buße thut. 44 Credo. Der Glaube an Jesus gibt uns die tröstliche Hoffnung der Sündenvergebung; aber nur unter der Bedingung einer aufrichtigen Bekehrung und ernstlichen Besserung. Ohne Buße würde der Glaube fruchtlos, ohne Glaube die Buße trostlos sein. Herr! belebe meinen Glauben durch deinen Geift zur wahren Buße! Opferung. Das erkenne ich auch wohl, mein Gott! Ach, nachdem ich einmal die Unschuld verloren, die Hölle verschuldet habe, so bleibt mir kein anderes Rettungsmittel, als Buße. Die Sünde muß gebüßt werden, entweder hier oder dort, auch dort entweder zeitlich oder ewig; entweder freiwillig und verdienstlich, oder gezwungen und vergeblich. Was will ich lieber?- Deine Gerechtigkeit fordert Genugthuung; deine Barmherzigkeit muntert meinen Bußeifer auf. Das Opfer, das du verlangest, ist ein bußfertiger Sinn. Ein von Reue zerknirschtes und demüthiges Herz wirst du nicht verschmähen. Und dieß will ich dir darbringen, vereinigt mit dem Versöhnopfer Jesu! Nie soll mich die heilsame Trauer über meine verlorene Unschuld, nie der Abscheu gegen die für Neumüthige. - 45 begangene Sünde verlassen. Mein ganzes Leben soll ein Bußleben sein. Immerdar soll mir mein Gewissen vorhalten, was ich gethan, mas ich verscherzt, was ich verdient habe. Ach, wie soll es mich schmerzen! Was habe ich nun davon? Scham und bittere Reue, und selbstverschuldetes, unaussprechliches Elend. Ich erkenne nun meine Armseligkeit und Sündhaftigkeit. Desto strenger muß ich gegen mich selbst sein; muß mir auch im erlaubten Vergnügen Abbruch thun, um die verbotene Lust zu büßen, und künftig zu überwinden; forgfältig Alles meiden, was mir gefährlich ist, was mich zum Falle gebracht hat; mich losreißen davon, so hart es mich ankommen mag- machen und beten, daß ich nicht wieder in Versuchung falle. -Vorsichtiger und demüthiger soll und will ich werden; mitleidiger und nachsichtiger gegen meine Mitmenschen; fleißiger in allen meinen Geschäf ten; geduldiger in Leiden und Widerwärtigkeiten: da ich tausendmal mehr, ja die Hölle selbst verschuldet habe. Wie gelinde ist noch diese Buße; wie nothwendig und heilsam! Sanktus. Heiliger Gott! nimm diese Bußgesinnung gnä. dig auf. So weit ich mich leider! von deiner Heiligkeit entfernt habe, so ernstlich will ich mich befleißen, durch stete Besserung ihr wieder 46 Meßandacht näher zu kommen, und deiner Gnade und Zufriedenheit mich würdig zu machen. Das Lob und Gebet des ungebesserten Sünders kann dir nicht gefallen. Du willst nur durch einen heiligen Sinn und Wandel geehret sein. Ihr lieben Engel und Heiligen! preiset und bittet Gott für uns, eure schwachen Geschwister auf Erden, für mich und Alle, die mich beson. ders angehen, damit wir nach verlorener Unschuld doch noch auf dem Wege der Buße in euere selige Gesellschaft gelangen, durch Jesum Chriftum, unsern göttlichen Mittler, der sein Versöhnopfer am Kreuze jetzt unblutiger Weise auf dem Altare erneuert! Zur Wandlung. Das ist der Leib, der für uns hingegeben ward, wie ein Lamm auf die Schlachtbank- in Mar ter und Tod, um uns vom ewigen Tode zu befreien. Jefu, dir will ich leben und sterben. Dieß ist das Blut, das für uns gefloffen ist zur Vergebung der Sünden, zur Bestätigung des neuen Bundes der Gnade und Liebe. Jefu, laß es für mich nicht umsonst gefloffen ſein! Nach der Wandlung. Liebster Jesu! wie muß mir um's Herz sein, wenn ich deinen zermarterten Leib, deine blut strömenden Wunden betrachte! Dein Leben und für Neumüthige. Blut war dir nicht zu theuer; du hast es auf geopfert für uns Sünder. So viel hat es dich gekostet, um der göttlichen Gerechtigkeit für unsere Sünden genug zu thun, und die beleidigte Majestät auszuföhnen! Weil du unsere Sündenschuld auf dich genommen hatteft, so mußteft du auch die Strafe ausstehen, die wir verschuldet hatten; mußtest so schmerzhaft unsere sündhaften Lüfte büßen. welch ein entsetzliches Nebel muß doch die Sünde sein; wie muß ich sie verabscheuen, da sie die Ursache deines bittersten Leidens und Todes ist! Hat der Vater sogar dich, seinen vielgeliebten Sohn, nicht ver schonet, weil du dich zum Bürgen für unsere Sündenschuld dargestellt haft, wie wird es den strafbaren Sündern selbst ergehen! Ach! ich wäre schon verworfen, wenn du dich für mich nicht hingegeben hättest, mein göttlicher Mittler! Ich erkenne die ganze Größe des Üebels, das ich gethan und verschuldet habe; aber auch die ganze Größe deiner Liebe, und die Wohlthat meiner Erlösung. Allein was nüßte sie mir; wie unverzeihlich wäre mein Undank, wenn ich diese Gnade wieder leichtsinnig verscherzte, durch neue Sünden dein Leiden mir ganz fruchtlos, und mich nur noch verdammungswürdiger machte Das sei fern, mein Jesu! davor bewahre mich das Andenken an das große Opfer, das du am Kreuze zur Versöhnung unserer Sünden dargebracht hast, und jetzt auf dem Altare erneuerst! 47 48 Meßandacht Auch das Andenken an die abgeschiedenen Seelen, die ich besonders deiner Erbarmung empfehle, ist mir ernste Mahnung, mich nun rein zu halten von Sünden, und die begangenen, da ich noch Zeit habe, zu büßen. Bei dieser Gesinnung kann ich dann ver trauensvoll beten: Vater unser! unsere Schulden 2c. vergib uns - TA Agnus Dei. Lamm Gottes! freiwillig übernahmst du die Sündenschuld der Welt, um sie mit deinem unschuldigen Blute zu tilgen. Dein Tod war sas einzige gottgefällige Opfer, das seiner Gecechtigkeit Genüge that, und uns so Erbarmung erwarb. So werde mir dann auch der selige Friede mit Gott und meinem Gewissen, den nichts mehr stören soll, ewiglich! Kommunion. Herr! ich bin nicht würdig, an deinem Tische zu erscheinen, und dich in mein beflecktes Herz aufzunehmen. Aber du kehrteft auch gern bei Sündern ein, und gibst den Demüthigen Gnade. Sprich nur ein Wort, ein Wort des Troftes: Deine Sünden sind dir vergeben; so wird meine Seele rein und gesund. Deine er. barmende Liebe ist größer, als meine Unwürdigteit. Desto dankbarer muß ich dich lieben, mein 49 für Reumüthige. göttlicher Versöhner und Retter! Du willst sogar zum Unterpfand meiner Aussöhnung und Begnadigung an diesem Opfer mich Antheil nehmen lassen, mit deinem heiligen Leib und Blute meine Seele speisen, und mich auf's innigste mit dir vereinigen. O, daß ich schon jetzt genug bereit dazu wäre! Mein ganzes Verlangen und Bestreben gehe dahin, immer reiner zu werden, um Alles zu entfernen, was dir an mir mißfallen müßte, damit ich dich würdig empfangen möge! Bereite du dir selbst in mir eine würdige Wohnung. Verzehre durch das Feuer deiner heiligen Liebe Alles, was in mir unrein ist. Vereinige mich wiederum ganz mit dir, daß mich nichts mehr von dir scheide ewiglich. Schlussgebet. So nimm denn, o Gott! dieses Opfer zur Versöhnung meiner Sünden gnädig auf. Sieh' erbarmend auf mich herab! Stärke mich zum Kampfe gegen die böse Lust und jede Verführung! Verleih' mir Kraft, meine guten Vorsätze auch treulich zu halten, und das Werk meiner Besserung standhaft zu vollbringen! Segne mein Vorhaben und Bemühen, daß es auch würdige Früchte der Buße bringen möge! Gott! du versüßest die wahre Buße durch deine erbarmende Liebe, durch den Troft deiner wieder erlangten Gnade, und durch den seligen Frieden eines beruhigten Gewissens und des Der Schußengel. Meßandacht findlichen Vertrauens auf deine väterliche Güte. Laß es auch mich erfahren, wie froh und selig die wahre Buße macht! Amen. 50 Meßandacht in besonderen Anliegen und Nöthen. Bitte. Cröttlicher Heiland, gütigfter Herr! Du haſt gesagt, daß Jeder, der bittet, empfängt, der suchet, findet, und der anklopft, Eingang erlanget, und daß dein himmlischer Vater dem Alles geben wird, der in deinem Namen bittet. Wie trostvoll ist diese Verheißung für mich Armen! Ich habe ein schweres Anliegen auf meinem Herzen und groß ist das Leid, das mich fast zu Boden drückt.- Dir ist die Noth und das Elend der Menschenkinder nicht verborgen, du hast all ihr Leid selbst empfunden, ihre Schmerzen geduldet, ihre Nöthen auf dich genommen. Mit deinem Kreuze hast du die Sünden und alles Elend der Welt getragen. Deßhalb kennest du auch meine Noth und haft Mitleid mit mir und Erbarmen. Im Vertrauen auf deine Barmherzigkeit, mit der du den Be trübten und Leidenden immer entgegen kommeft, und auf deine Allmacht, mit der du ihnen helfen fannst, und auf deine Güte, mit der du ihnen helfen willst, rufe ich jetzt zu dir und in besonderen Anliegen ic. 51 lege mein Anliegen in deine Hände.- Du erneuerst jetzt auf dem Altare jenes hochheilige Opfer, welches du einst am Kreuze vollbracht haft, bringest alle Bitten und Seufzer deiner Gläubigen vor das Angesicht deines himmlischen Vaters und flehest für sie um Gnade und Erbarmen. Wenn ich dir jetzt meine Noth klage und um deinen Beistand flehe, so glaube ich fest, daß ich durch dich Erhörung finden werde. So nimm denn gnädig auf mein Gebet, das ich in Vereinigung mit der ganzen heiligen katholischen Kirche in deine heiligen Hände lege und wende deine barmherzigen Augen auf mich, der ich im Geiste der Demuth und mit zerknirschtem Herzen bekenne, daß ich ein armer Sünder bin und nicht werth, deinem reinsten und heiligsten Opfer beizuwohnen. Mein heiliger Schußengel! der du an meiner Seite knieest und mit heiligem Entzücken und tieffter Ehrfurcht die unendliche Liebe Gottes anbetest, hilf mir jetzt so beten, wie es der heiligsten Majestät Gottes geziemet, auf daß ich Erhörung finde durch Jesum Christum, meinen Herrn und Heiland. Amen. Zum Staffelgebet. Herr und Gott, Allmächtiger, Ewiger und Heiliger! Wer ist rein, daß er vor deinem Angesichte erscheinen und sich dir nahen dürfte? Die Engel verhüllen ihr Angesicht und liegen Meßandacht tiefgebeugt vor Ehrfurcht auf den Knieen vor deinem Throne, und ich, ein armer Sünder, mit Schuld beladen, will es wagen, vor dich hinzutreten, deiner göttlichen Majestät zu huldigen! Doch du hast ja gesagt, daß du nicht wegwenden willst dein Angesicht von denen, die in Demuth und Reue, mit Vertrauen und Er gebung dir nahen und deine Barmherzigkeit an. flehen. Erkennend meine Unwürdigkeit, werfe ich mich nieder vor dir im Staub und lege mein Herz voll der Reue und Zerknirschung zu deinen Füßen. Ich habe gesündigt, ich habe viel Böses gethan vor deinen Augen und deine Majestät beleidiget! Mit Recht hast du mich heimgesucht mit deiner Züchtigung und mir Leiden und Trübsal zugeschickt. Ich habe es verdient, ich habe noch mehr verdient; nur deine unendliche Liebe hat mich bisher ertragen, sonst hättest du mich schon längst meiner vielen Missethaten wegen verwerfen müssen. Doch mein Gott und Vater, deine Erbarmung geht über alle deine Werke, und grenzenlos ist deine Güte, du willst nicht den Tod des Sünders und sein Verderben. Um deines geliebten Sohnes willen, der am Kreuze für mich geblutet, erbarme dich meiner und vergib mir meine Missethaten! Verflucht sei jede Sünde, die ich begangen, nimmermehr will ich dich beleidigen. Gerne will ich meine Leiden als Buße hinnehmen und tragen, doch, wenn es dein Wille ift, gütigfter Vater! 52 - in besonderen Anliegen se. 53 so nimm diesen Kelch von mir, und sende mir Trost und Hilfe. Du hast das Verlangen der Armen allzeit erhört; so höre auch mich gnädig an und erhöre mich um deines Sohnes Jesus willen, der sich jetzt als Opferlamm für aller Menschen Sünden und Schuld auf dem Altare opfert, und mit dir lebt und regiert im Himmelreiche. Amen. Zum Gloria. Laß mich einstimmen, o Herr, allmächtiger Gott! in den Lobgefang deiner heiligen Engel und lobpreisen deine unendliche Liebe, mit der du deinen Sohn auf die Erde herabfandtest, damit er uns erlöse von Sünde und Tod, und Frieden bringe allen Menschen, die guten Willens find. Nach diesem Frieden, den die Welt nicht geben kann, sehnt sich mein Herz. O gib mir, gütigster Vater! guten, aufrichtigen und beharrlichen Willen, damit ich diesen Frieden erlange und dich mit reinem Herzen und Munde verherrlichen könne im Lande der Seligen mit deinen Engeln und Heiligen. Ist auch betrübt meine Seele und mit Leiden erfüllt mein Herz, so freut es mich doch, wenn ich dein Lob vernehme und höre, wie die heilige katholische Kirche, wie Himmel und Erde dich preiset, dich, den heiligen, den starken, den unsterblichen Gott.- Ja, Ehre fei dir im Himmel und auf Erden, Ehre und Lob Vreis und Dank von allen Geschöpfen! 54 Meßanbacht Ich lobe deine Güte, mit der du dich aller er barmest, die deiner Hilfe bedürfen, ich lobe deine Allmacht, mit der du immer zur rechten Zeit Hilfe erweiseft, ich lobe deine Weisheit, mit der du auch des Sünders dich erbarmest und ihn aufnimmst, wenn er in Reue sich zu dir wendet. Ich will dich loben, o Herr! wenn du mir auch nicht gewährest, um was ich flehe; es geschehe dein heiligster Wille allzeit und in Ewigkeit. Amen. Bei den Gebeten der Kirche. mein Gott und Vater! welch' ein Trost ist es für mich, mein Herz im Gebete vor dir ausgießen zu dürfen. Du hast ja gesagt: Rufe mich an in der Trübfal und ich will dich erhören." so laß mein Rufen zu dir kommen und neige dein Ohr zu meinen Bitten! Du kennst das Verlangen meines Herzens, und in aller Demuth, mit kindlichem Vertrauen flehe ich zu dir, daß du mir geben wolleft, was mir zum Heile dient. Ich vereinige mein Gebet mit dem Gebete des Priesters, der im Namen der ganzen Kirche um Erbarmen ruft, und bitte dich, gib mir festen, lebendigen Glauben, unerschütterliches Vertrauen und feurige Liebe; hilf mir überwinden das Böse in mir und außer mir und stärke mich, immer und allzeit deinen heiligen Willen zu vollbringen, damit ich hier auf Erden nach deinem Wohlgefallen lebe und einst glückselig sterbe. Amen. in besonderen Anliegen 2c. Zur Epistel. Dank sei dir, o Gott! für dein heiliges Wort, das du uns durch die Patriarchen und Propheten und zuletzt durch deinen Sohn Jesus Chriftus geoffenbaret hast und durch deine heilige Kirche uns lehreft. Verzeihe mir gnädig, daß ich die vielen heilsamen Lehren, welche ich aus dem Munde deiner Diener, der Priester gehört, nicht immer mit willigem Herzen aufgenommen und befolgt habe. Dein Wort ist Licht und Wahrheit; o laß mir dieses Licht immer leuchten und diese Wahrheit immer mich begleiten, damit ich nicht abirre vom rechten Wege und mein Heil verliere! Aber nicht blos mir laß dieses Licht leuchten, sondern allen Menschen, die noch in der Finsterniß wandeln, auf daß fie dich erkennen, und den du gesandt haft, deinen Sohn, Jesus Christus, der mit dir lebt und regieret in Ewigkeit! Amen. - 55 Zum heiligen Evangelium. Bester Vater im Himmel! mit kindlichem Herzen danke ich dir, daß du mich in jener Kirche haft geboren und erzogen werden lassen, welche dein göttlicher Sohn auf den Felsen Petrus gegründet hat, und welche rein und unverfälscht bewahrt das heilige Evangelium, das sein heiliger Mund der Welt verkündete. Verleihe mir nur die Gnade, daß ich immer ein gehorsames Kind dieser Kirche sei und bleibe, ihre Stimme 56 Meßandacht willig höre, ihre Anordnungen immer ehre und beobachte, und niemals den Lockungen Jener Gehör gebe, denen die Wahrheit verhaft und denen die Finsterniß lieber ist als das Licht. Ich will immer und allezeit bekennen, mit Herz und Mund, was deine heilige Kirche lehrt, und niemals meines heiligen Glaubens mich schämen, ja lieber will ich den Tod leiden, als nur einen Artikel des Glaubens bezweifeln oder läugnen. Vor deinem Angesichte stehe ich, du hörest mein Versprechen, o gib mir nur Kraft, daß ich es treu halte bis zum Ende! Amen. Zum Credo. Mit dem Priester und der ganzen heiligen katholischen Kirche will ich sprechen: Ich glaube an einen Gott, allmächtigen Va. ter, Schöpfer Himmeis und der Erde, all' def Sichtbaren und Unsichtbaren. Und an Einen Herrn Jesus Christus, den einzig gezeugten Sohn Gottes, der aus dem Vater geboren ist vor aller Zeit; Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott; erzeugt, nicht erschaffen, gleich wesentlich dem Vater, durch den Alles geschaffen ist; der unser, der Menschen wegen, und wegen unseres Heiles herabgestiegen vom Himmel und Fleisch angenommen hat durch den heiligen Geist aus Maria der Jungfrau, und Mensch geworden ist: der auch gekreuziget wurde für uns, unter Pontius Pila in besonderen Anliegen sc. 57 tus gelitten hat und begraben worden, und der auferstanden ist am dritten Tage, nach der Schrift, und aufgestiegen in den Himmel; der figet zur Rechten des Vaters und wiederum kommen wird mit Glorie, zu richten die Leben digen und die Todten; dessen Reich kein Ende sein wird. Und an den heiligen Geist, den Herrn und Lebendigmacher, der aus dem Vater und dem Sohne hervorgeht; der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und verherrlicht wird; der geredet hat durch die Propheten. Und Eine heilige katholische und apostolische Kirche. Ich bekenne Eine Taufe zur Nachlaffung der Sünden und erwarte die Auferstehung der Todten und ein Leben in kommender Ewigkeit. Amen. - Zur Opferung. Gütigster Vater, wie viel bin ich dir nicht schuldig! Du hast mich erschaffen und mein Leben bisher erhalten; du hast mich genährt und gekleidet, und während ich dich beleidigte und deinen heiligen Willen mißachtete, hast du doch nicht aufgehört, mir Gutes zu thun. Du hast mir aber einen noch größern Beweis deiner Liebe gegeben. Deinen Eingebornen haft du mir geschenkt, der für mich Mensch geworden und am Kreuze gestorben ist und sich jetzt wieder auf dem Altare für mich opfert. Was kann, was soll ich dir, bester Vater! für diese Liebe 58 Meßandacht geben, wie soll ich sie vergelten? Ach, ich habe nichts, was nicht schon dein gehöret; so nimm denn hin meinen Leib und meine Seele, und alle Kräfte und Glieder derselben zum Opfer. Ich lege sie und mein Herz in die Hände des Priesters und zugleich auch mein Anliegen, das mir auf dem Herzen liegt, und bitte dich flehentlich, du wolleft gnädig dieses Opfer hinnehmen, und meine Bitte erhören. Laß den Segen des Kreuzes, mit welchem jetzt auf dem Altare der Priefter die Gaben des Brodes und Weines segnet und weihet, auch in mein Herz gelangen, auf daß alle seine Wünsche und Begierden geheiliget und dir wohlgefällig seien. Amen. Zum Sanktus. Heilig bist du, o Herr, einiger und dreifaltiger Gott Vater, Sohn und heiliger Geift! heilig ist dein Wille und dein Gesetz, heilig dein Wort, heilig ist Alles, was von dir kommt, du Quelle aller Heiligkeit! Auch ich soll heilig sein wie du, das ist dein Verlangen, aber ach, wie weit ent fernt bin ich von diesem Ziele; wie darf ich es wagen, in den Preisgesang deiner heiligen Engel einzustimmen? Und doch soll ich dich preisen, soll dich loben und verherrlichen alle Zeit! So gestatte mir denn, daß ich die Stimme meines Lobes und Dankes mit den Lobpreisungen des Himmels und der heiligen Kirche vereinige und rufe: Heilig, heilig, heilig ist der Herr in besonderen Anliegen ze. Gott Sabaoth! Himmel und Erde find voll deiner Herrlichkeit, Hosanna in der Höhe! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe! 59 Vor der Wandlung. gütigster Jesus, Heiland der Welt! es war deiner grenzenlosen Liebe nicht genug, für uns arme Sünder am Kreuze zu sterben und unsere Schuld mit deinem Blute zu bezahlen, du wolltest uns auch ein Denkmal deiner Liebe hinterlaffen und dein blutiges Opfer am Kreuze unblutiger Weise auf dem Altare täglich vor unfern Augen erneuern, damit uns die Früchte deines Opfertodes zugewendet und wir würdig gemacht werden, deinen himmlischen Vater zu versöhnen, ihm zu danken, ihn anzubeten und zu bitten. Aus dem Innersten meines Her zens danke ich dir für diese Liebe und Gnade, und bitte dich, du wolleft gütigst das Opfer meines Herzens mit dem deinigen vereinigen und mein Fürbitter bei deinem himmlischen Vater sein. Gedenke aber auch deiner heiligen Kirche auf dem ganzen Erdkreise, erleuchte, erhöhe und verbreite fie und demüthige ihre Feinde; gedenke deines Dieners, des Papstes, der Bischöfe und Priester, leite fie auf deinen Wegen! gedenke aller Gläubigen und erhalte sie in der Einheit des Glaubens durch das Band des Friedens; gedenke aller Jener, die außerhalb - Meßandacht deiner Kirche leben, und führe sie zur Wahrheit; gedenke aller Armen, Kranken und Sterbenden, tröste sie und stehe ihnen mit deiner Gnade bei; gedenke der armen Sünder und bekehre ihre Herzen zu dir, du guter Hirt, du Vater des Trostes, du Fürst des Friedens, du Heil der ganzen Welt, der du lebeft und regiereft mit dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes in Ewigkeit! Amen. 60 Nach der Wandlung. Barmherzigster Vater im Himmel! fiehe herab vom Throne deiner Herrlichkeit auf deinen eingebornen Sohn, der wie ein unschuldiges Lämmin verborgen unter den Gestalten des Brodes und Weines, auf dem Altare liegt, zum wohl. gefälligen Opfer deiner Majestät und zur Versöhnung für unsere Sünden und Missethaten. Um der unendlichen Liebe dieses deines eingebornen Sohnes und seiner unerschöpflichen Verdienste willen, erbarme dich meiner, himmlischer Vater! und erhöre das Flehen meines Herzens, das ich in seinem heiligen Namen zu dir richte. Schwer ist das Anliegen, welches auf meiner Seele liegt; nur du, o Vater im Himmel! kannst mir helfen, und ich vertraue fest, daß du mir Hilfe senden wirst, wenn ich im Namen deines geliebten Sohnes zu dir rufe! Göttlicher Heiland Jesus! ich glaube daß du jeßt auf dem Altar gegenwärtig bist, um - in besonderen Anliegen 2c. mein Sachverwalter und Fürbitter bei deinem himmlischen Vater zu sein. Ich bete dich an, als meinen Herrn und Gott, Schöpfer und Erlöser, und bitte dich, du wolleft mich von der Liebe deines heiligsten Herzens nicht ausgeschlos sen sein laffen und meiner Armuth und Noth gedenken. laß ein Tröpflein deines kostbaren Blutes auf meine Seele fallen, damit sie gereiniget werde von aller Makel; laß nur ein Fünfchen deiner unendlichen Liebe in mein Herz dringen, damit es entflammt werde zu dir, und nur einen einzigen Seufzer deines erbarmenden Herzens sende empor zu deinem Vater für mich, und ich werde erhört, getröstet und gestärket werden. Du liebest mich, dessen ist Zeuge dein Tod am Kreuze und dein Opfer auf dem Altar. O gib, daß auch ich dich liebe von ganzem Herzen und nimmermehr aufhöre, dich zu lieben in Ewigkeit! 61 Gedenke auch, liebevollster Heiland! der Seelen der Abgeschiedenen, welche im Glauben an dich das Zeitliche gesegnet und nun im Reinigungsorte weilen; lasse ihnen die Früchte deines heiligsten Opfers zum Troste und zur Erlösung gereichen, damit sie bald dein Angesicht schauen und loben dich und den Vater und den heiligen Geist ewiglich. Amen. Meßandacht Vor der Kommunion des Priesters. 11 Wie glückselig waren nicht, göttlicher Heiland! deine heiligen Apostel, als sie beim letzten Abendmahle dich selbst, den ewigen hohen Priester, das heiligste Opfer feiern und das heiligste Altarssakrament einsetzen sahen. Wie werden ihre Herzen sich ganz in Andacht und Liebe aufgelöst haben, als sie dich, leuchtend im göttlichen Glanze, sprechen hörten Mich hat es verlangt, dieß Mahl mit euch zu halten," und nun aus deiner Hand selbst dein reinstes Fleisch und Blut empfingen zum Unterpfande der glor reichen Auferstehung und des ewigen Lebens! Ach, wenn doch auch ich diese unschätzbare Gnade gehabt hätte! Doch was die Apostel mit Augen sahen, das lehrt mich und zeigt mir der Glaube. Im Lichte des Glaubens sehe ich dich auf dem Altare und höre deine Stimme rufen: Kom met her, ihr Mühseligen und Beladenen alle, ich will euch erquicken." Du ladest mich liebe voll ein, mit dir jetzt das Mahl zu halten und dein heiligstes Fleisch und Blut zu empfangen. Gerne wollte ich deinem Rufe folgen, aber ich bin nicht würdig, deinem Tische zu nahen und dich in mein Herz aufzunehmen. Es verlanget meine Seele nach dir, o Herr! aber sie ist nicht rein genug und bereitet, dich, den Heiligen, zu empfangen. Doch lasse, o Herr! ihre Sehnsucht nicht ganz unbefriedigt, fehre geistlicher Weise bei ihr ein und erfülle sie mit deiner Gnade. 62 in besonderen Anliegen 2c. Romm, Herr Jefus! komm und nimm mich ganz in Besitz.- Ich liebe, ich liebe dich über Alles und will dich ewiglich lieben. Amen. 63 Nach der Kommunion. ( Herr und Gott! was ist doch der Mensch, daß du ihn heimsuchest und dich herablaffest, ihm von dem Reichthume deiner Gnaden mitzutheilen? Wie habe ich es verdient, daß du dich auf dem Altare für mich zum Opfer dar gebracht und von deinen unendlichen Verdiensten mir hast so reichliche Gnade zufließen lassen! Schon das war süßer Trost für mich, daß ich im Angesichte deiner göttlichen Majestät habe beten und das Anliegen meines Herzens dir habe kundgeben dürfen, aber mehr noch, als ich verlangte, hat deine Güte mir gethan. Du, o liebevollster Heiland! hast den kostbaren Preis deines Blutes wieder vor den Chron deines Vaters bringen lassen, wo es gerufen hat für mich um Erbarmen. Du hast Fürbitte für mich eingelegt und ich hoffe zuversichtlich, daß ich durch dich Erhörung finden werde. Innigfter Dank sei dir für deine unendliche Liebe, und Lob und Preis für deine überreiche Barmherzigkeit. weiche nicht von mir, o Jesus! mit deiner Gnade, bleibe bei mir mit deiner Liebe, und stärke mich mit deiner Kraft, damit die Früchte deines heiligsten Opfers nicht an mir verloren gehen.- Du hast dich für mich Meßandacht am Kreuze und auf dem Altare hingegeben, auch ich will mich dir ganz ergeben und dir alle meine Neigungen und Begierden zum Opfer bringen. Hilf mir nur, daß ich sie immer auf dich und deinen heiligsten Willen richte und von der Erde und ihrer Lust losreiße, damit ich erlange, was du versprochen hast, die ewige Seligkeit. Amen. 64 Zum letzten Segen. Heiligste Dreifaltigkeit! du Urgrund aller Hel terfeit und Quelle aller Liebe, nimm gnädig an meinen Dank für dieses hochheilige Opfer der Liebe, welches ich deiner Majestät durch die Hände des Priesters dargebracht habe und verleihe mir um dieses Opfers willen die Gnade, um melche ich gefleht habe. Doch wenn deine unerforschliche Weisheit beschlossen hat, mein Flehen nicht zu erhören, so geschehe dein Wille und nicht der meine. Du bist gütig und barmherzig, du wirst mir geben, was mir zum Heile ist; fest vertraue ich auf deine Macht und Güte. Nun ist der heilige Dienst in deinem Tempel vollbracht; aber auch außer deinem Tempel willst du, daß ich dir diene und immer deinen heiligen Willen vollbringe. Es geschehe, o mein Gott und Herr! es geschehe! ich will thun, was du willst, versage mir nur deinen Beistand nicht. Ich gehe jetzt an meine Arbeit, fie sei dir aufgeopfert; segne sie, daß sie von Nußen sei mir Meßandacht zum Preise Maria. und meinen Mitmenschen. Leite meine Schritte, regiere meine Gedanken, halte rein meine Augen und meine Zunge vom Bösen und bewahre mein Herz vor jeder Befleckung. 65 Dein Segen, barmherzigster Vater, t, be gleite mich! dein Segen, göttlicher Erlöser+, stärke mich! dein Segen, o heiliger Geist t, heilige mich! Amen. Meßandacht zum Preise der allerseligsten Jungfrau Maria. Aufopferung. imm gnädig an, o heiligste Dreifaltigkeit! dieses unbefleckte Opfer, an welchem ich heute Antheil zu nehmen in Demuth vor dir erscheine, und welches ich dir aufopfere zur Danksagung für alle Gnadenfülle und Herrlichkeit, welche du der auserwählten Jungfrau, der Königin aller deiner Geschöpfe und der Mitwirkerin unseres Heiles verliehen hast. Ich lobe und grüße dich, o Mutter der Selig. feit! und rufe durch das heiligste Herz Jesu, deines göttlichen Sohnes, dich an, daß du mit deiner mächtigen Fürbitte eine innige und starke Liebe zu ihm und zu dir uns erlangen wollest. Amen. Der Schußengel. Mepantat Eingang. Sei gegrüßt, o heiligste Mutter, die du geboren den höchsten König, der Himmel und Erde regieret in Ewigkeit! Dich, o reinste Jungfrau, dich, o wunderbare Mutter des Gottmenschen! verehren wir mit innigster Andacht. Du erquickest unsere Herzen mit himmlischen Lichtstrahlen zur Glorie deines Sohnes. Amen. 66 Kyrie eleison. 0 Herr, ich bin dein Knecht, dein Knecht bin ich, und ein Sohn deiner Magd! O gütiger Herr, schone den Knecht deiner Magd! O gütige Frau, bitte für den Knecht deines Herrn! gütig mächtige und mächtig gütige Jungfrau, aus welcher der Quell der Barmherzigkeit hervorkam, sieh' unser Leiden, lasse dein Mitleid uns zu Theil werden. Gloria. Ich lobe und erhebe und preise dich, o allerheiligste Dreieinigkeit! um deiner Weisheit und Macht und Gütigkeit willen, in welcher du die Jungfrau, die Gnadenvolle, zu einer Mitwirkerin unseres Heiles erschaffen, und durch sie Alles, was unter dem Himmel ist, mit dem Segensthaue deiner Gnade neu belebt hast. Ruhm, Preis und Danksagung, im Namen aller Ge zum Preise Mariä. ichöpfe, sei dir Vater, Sohn und heiliger Geist nun und ewiglich! Amen. Gebet. Verleihe unsern Bitten, o Herr, unser Gott! daß wir, deine Diener, der ewigen Gesundheit des Leibes und der Seele uns erfreuen, und durch die glorreiche Fürbitte der heiligsten und unversehrten Jungfrau Maria von der gegenwärtigen Traurigkeit erlöset, und der ewigen Glückseligkeit theilhaftig werden. Amen. 67 Epistel. ( Sir. 24, 24-26.) Ihr Kinder, höret mich:„ Ich bin die Mutter der schönen Liebe und der Gottesfurcht, der Erkenntniß und der heiligen Hoffnung. Bei mir ist alle Gnade des Wandels und der Wahrheit, bei mir alle Hoffnung des Lebens und der Tugend. Kommet her zu mir Alle, die ihr mein begehret, und sättiget euch von meinen Früchten." bangelium. 11, 46-55.) In derselben Zeit sprach Maria: Hochpreiſet meine Seele den Herrn, und mein Geift froh. locket in Gott, meinem Heilande." Denn er hat angesehen die Niedrigkeit seiner Magd; denn sieh' von nur as werden mich selig preisen alle Geschlechter. 68 zesanbaas Denn Großes hat an mir gethan, der da mächtig und dessen Namen heilig ist. Er ist barmherzig von Geschlecht zu Geschlecht denen, die ihn fürchten. Er übet Macht mit seinem Arme, zerstreuet, die da hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Die Gewaltigen stürzt er vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen erfüllt er mit Gütern, die Reichen läßt er leer ausgehen. Er nimmt sich Israels an, seines Knechtes, eingedenk seiner Barmherzigkeit. Wie er zu unsern Vätern gesprochen hat, zu Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Credo Selig bist du, die du geglaubt hast, denn es wird Alles erfüllt werden, was dit vom Herrn gesagt worden." Gegrüßt durch die Allmacht des Vaters, durch die Weisheit des Sohnes durch die Güte des heiligen Geistes seiest du Maria, Stern, welcher Himmel und Erde bestrahlet; du bist voll der Gnaden, die da überströmt in Alle, die dich lieben; der Herr ist mit dir, der Eingeborne des Vaters, deines jungfräulichen Herzens einziger Sohn; gebenedeit bist du unter den Wei bern, weil du den Fluch hinweggenommen, und die ewige Segnung gebracht haft; und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes; der Herr und Preise Mariä. as Wort, fo Alles hervorbringt, erhält und geiligt, Jesus, Christus! der Abglanz der Glorie des Vaters, und das Bild seiner Wesenheit, durch welchen alle Dinge erschaffen sind. Heilige Maria, Mutter des Gottmenschen, bitte für uns, o mächtige Jungfrau, jetzt und in der Stunde mseres Eodes! Amen. 69 Offertorium. imm an, o ewiger Vater! diese Gaben, welche er mit dem Diener des Altars zum Heile der Släubigen, durch die reinsten Hände der glor. vürdigen Jungfrau dir darbringen, damit selbe in den Leib und das Blut ihres jungfräulichen Sohnes, deines Eingebornen, des ewigen Hohenpriesters verwandelt, unser Heil auf Erden und ihre Freude im Himmel vermehren und fördern. Lasse uns an Leib und Seele rein werden durch die Macht ihrer Fürbitte, welche die Wandlung des Wassers in Wein zu Kana vermittelte, wardle unsere Lauigkeit in eifrige Liebe und heiligen Gehorsam, damit wir mit ihrem Beistand alle unsere Fehler und Leidenschaften bezwingen, und hier und ewiglich deiner Barmherzigkeit danken. Präfation. Denn wahrhaftig würdig und gerecht ist es, heilig und heilsam, daß wir dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, emiger Gott! ftets und 70 Meßandacht überall Dank sagen, und dich in der Verehrung der allzeit jungfräulichen, seligen Maria loben, benedeien und preisen. Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott der Heerschaaren! Himmel und Erde find voll deiner Herrlichkeit! Gebenedeit sei, der da kommt im Namen des Herrn, Jesus Christus, der Sohn der Jungfrau, der Aufgang der Höhe! Wandlung. Sei gegrüßt, du Sohn Davids, Wort des Va ters, Lamm Gottes, Sohn der Jungfrau, wahrer Gott und wahrer Mensch! Sei gegrüßt, o Blut des ewigen Hohenprie sters, Quell der Reinigkeit, Preis der Welt! Ich bete dich an durch jene allertiefste und freudige Ehrfurcht, mit welcher Maria und Jo feph im Stalle zu Bethlehem dir dienten. Ich bete dich an, in Vereinigung jener schmerz lichen Anbetung, welche Maria dir und deinem himmlischen Vater darbrachte, als sie aus deinen tödtlichen Wunden all' dein Blut für unser Hei: dich vergießen sah. Nach der Wandlung. ihr himmlischen Lichter, die ihr von dem Gnadenthrone leuchtet: Maria und Johannes! zerstreuet mit euern Strahlen die Gewölfe meiner Laster. Denn ihr seid jene Seligen, an zum Preise Maria. welchen der Sohn Gottes wegen euerer reinsten Jungfräulichkeit seine Liebe vorzugsweise bewährt hat, da er am Kreuze blutend zu euch sprach: 11 Weib, sieh' deinen Sohn; Jünger, siehe deine Mutter!" In der Süßigkeit jener hochheiligen Liebe, mit welcher ihr durch das Wort des Herrn damals vereinigt wurdet, empfehle ich Armseliger meinen Leib und meine Seele in euere treue Obhut, um durch euere glorreiche Fürbitte in der Liebe Gottes und des Nächsten, und in der Reinigkeit des Herzens zuzunehmen und zu verharren. Gebet für Verstorbene. Timm gnädig auf, o Herr! unser Gebet für die Seelen der Abgestorbenen( insbesonders für N. N.) und lasse durch die Fürbitte der Mutter aller Menschen, und durch die Verdienste ihrer unaussprechlichen Leiden, an diesem hochheiligen Opfer fie Antheil nehmen. Pater noster. Vater unser, der du bist x. Kommunion. heiligste Jungfrau! Durch jene überseraphische Liebe und Andacht, mit welcher du in der ersten Christengemeinde das heilige Altarssakrament, den göttlichen Leib deines Sohnes, aus den Meßandacht zum Preise Maria. Händen der Apostel empfangen haft, erwerbe mir die Gnade jederzeit, und vorzüglich in der Todesstunde, dieß wunderbarste Geheimniß seiner Liebe mit reinem Herzen zu empfangen, und dadurch mit ihm und dir ewiglich vereinigt zu werden. 72 Gebet. Verleih' uns, o Herr! daß wir allenthalben durch den Schutz der allerfeligsten Jungfrau Maria beschirmet werden, zu deren Ehre wir dieß Opfer deiner göttlichen Majestät dargebracht haben. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regieret von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen. Zum Segen. Es fegne uns der allmächtige Gott der Vater, der Sohn und der heilige Geist, und die allerfeligste, unbefleckte und liebevollste Gottesmutter Maria. Amen. porez notes Festandachten, из жет auch bei der heiligen Messe an diesen Tagen zu gebrauchen. Auf die Advent- als Vorbereitungszeit zur Ankunft unseres Herrn. esus Christus ist in die Welt gekommen, die Sünder selig zu machen. Ach, Gott! wie viel Unheil und Elend hat doch die Sünde in die Welt gebracht! Das Uebel pflanzte sich auf die ganze Nachkommenschaft Adams fort. Das ganze Menschengeschlecht war verdorben und verloren ewig. Aber du hast dich der armen gefallenen Menschen noch gnädig erbarmet und ihnen einen Erlöser verheißen, der sie von der Sünde und ihren bösen Folgen frei machen, sie vom Untergange retten würde. O wie lange seufzten die Frommen mit größtem Verlangen nach diesem Erlöser! Endlich da bei dem allgemeinen Verderben die Noth am höchsten und die Hilfe am nöthigsten war, brachte der Engel des Herrn Mariä die Bot Andacht auf die Adventzeit. schaft, daß sie die Begnadigte, die Gebenedeite sei, die den verheißenen Messias, den Sohn des Allerhöchsten, als Jungfrau zur Welt bringen sollte. Und sie empfing ihn vom heil. Geiste. O gnadenreiche Botschaft! wie können wir dir, o Gott! genug dafür danken, daß du sogar deinen eigenen Sohn in die Welt gesendet hast, uns zu erlösen! O welch' ein entseßliches Uebel muß die Sünde sein, weil uns nur ein Gottmensch davon erlösen konnte! Aber, wie groß war deine Liebe, Sohn Gottes, daß du vom Himmel zu uns herabgekommen, und Mensch geworden bist, damit wir Kinder Gottes werden, und in den Himmel kommen möchten; daß du unsere Natur mit allen ihren Mühseligkeiten angenommen haft, um für uns leiden und sterben zu können, um uns dadurch Begnadigung zu erwerben! Aber, damit die Absicht deiner Ankunft erfüllt werde, sollst und willst du auch in unsere Herzen kommen, wenn wir nur ein recht sehnliches Verlangen haben, dich als unsern Heiland recht zu erkennen und zu lieben bir ähnlich durch dich gut und selig zu werden. - Ach, ich bin ein schwaches Geschöpf und be darf eines mächtigen Helfers, der mich aufrichte und unterstüße; der mich von meinen Sünden und bösen Begierden erlöse, die ich von mir felbft nicht überwinden kann. Ich habe einen Meßandacht zur Weihna, tszeit zc. 75 Heiland nöthig, der meine Seelenkrankheit heile, mein zum Bösen geneigtes Herz zum Guten geneigt, fromm und Gott ergeben mache. Ich gehe verloren, wenn ich nicht einen sichern Führer und Retter habe, der mich vor Gefahren bewahre, und in Versuchungen stärke. Dieser göttliche Erlöser und Heiland, dieser treue Führer und Freund bist du mir, Mensch gewordener Sohn Gottes, Jesus Chriftus!- Erwecke du selbst das sehnliche Verlangen nach deiner Ankunft in mir! Belebe meinen Glauben, stärke meine Hoffnung, entzünde meine Liebe; reinige und bereite mein Herz, um dich darin aufzunehmen, und die ganze segensvolle Wirkung deiner gnadenreichen Ankunft zu erfahren. Komm auch zu mir, Herr Jesu komm! Mach mich demüthig, rein und fromm! Mekandacht zur Weihnachtszeit bis Lichtmek. hre sei Gott im Himmel, Heil dem Erlöser! Ehre sei Gott im Himmel, Heil und Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind!- Uns, uns ist der Heiland geboren!" " Das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnt." Meßandacht Der Sohn Gottes ist als Mensch auf die Welt gekommen, und hat unter den Menschen gelebt. Er ist unsers Gleichen, unser Bruder geworden, damit wir, ihm ähnlich, Kinder Gottes werden sollten. In ihm ist die Liebe Gottes fichtbar erschienen, und hat selbst zu uns gesprochen. Der himmlische Vater hat sich uns in seinem Sohne geoffenbaret, und uns seinen gnädigen Willen zu erkennen gegeben. Wohl uns! nun wissen wir, wie gut unser Gott ist, wie lieb er uns hat; was wir zu hoffen und was wir zu thun haben, um selig zu werden. Der Sohn des Allerhöchsten wird in Armuth und Niedrigkeit, der himmlische König in einem Stalle geboren. Armen Hirtenleuten wird zuerst seine Geburt von Engeln verkündigt. Sie kommen und finden das göttliche Kind in Windeln eingewickelt, und in einer Krippe liegend. So lehret uns schon seine Geburt, daß sein Reich nicht von dieser Welt, und die Glückseligkeit, die er uns verschaffen wollte, nicht in hohem Ansehen, nicht in Reichthum und Wohlleben, sondern in Gottseligkeit und Tugend zu finden ist; daß Gott nur auf diese sieht. Unser göttlicher Heiland kommt als ein schwaches, armes, hilfsloses Kind auf die Welt; er hat die Mühseligkeiten unserer Natur auf sich genommen, um sie uns tragen zu helfen und zu erleichtern. Von der Krippe an bis zum Kreuze war sein Leben zugleich ein fortwähren76 zur Beihnachtszeit b. Richie des Leiden, um uns Geduld zu lehren, und uns die Größe seiner Liebe zu zeigen. 77 Wie lehr- und trostreich ist mir deine Geburt, o Jesu! Wie liebenswürdig bist du mir in deiner zarten Kindheit, in deiner Erniedrigung! du hast dich so tief zu uns herabgelassen, um uns zu dir hinauf zu erheben; du bist arm geworden, um uns reich zu machen an ewigen himmlischen Gütern. Wie hoch ist die menschliche Natur durch dich geehrt und begnadigt worden! mein Jesu! wie viel Dank bin ich dir schuldig! wie kann ich dir deine übergroße Liebe vergelten! - Ein redliches, liebendes, folgfames Herz und ein frommes Leben ist das Opfer, das du von mir verlangest, und daß ich dir darbringen will. Ich erkenne und verehre dich als meinen göttlichen Lehrer und Heiland, als meinen, aus Liebe zu mir Mensch gewordenen Gott und gelobe dir meine ganze Ergebenheit und getreue Folgsamkeit. In meinem Mitmenschen will ich dich lieben, wie du mich geliebt haft. Was ich den Ge ringsten aus ihnen, die du deine Brüder nennst, den Armen und Hilflosen, besonders Kranken und Kindern, Gutes thue, das nimmst du an, als wäre es dir selbst gethan. Nie will ich mich selbst in eitler Einbildung erheben, da du dich so tief erniedriget hast. Ich will die Menschheit, die du so hoch gewürdiget 78 Meßandacht zur Weihnachtszeit zc. haft, an mir und Andern in Ehren halten, keinen Menschen verachten, und mich selbst durch schändliche Gelüste und schlechte Thaten nicht entehren. Nie komme mir aus dem Sinne die wichtige Lehre des Apostels: Es ist die Gnade Gottes allen Menschen erschienen, uns anzutreiben, daß wir allem gottlosen Wesen, allen schnöden Gelüſten entsagen, und eingezogen, rechtschaffen und fromm leben in dieser Welt, und so voll der seligen Hoffnung der glorreichen Wiederkunft des großen Gottes und unseres Heilandes Jesu Chrifti entgegen harren sollen. Za Jesukind in der Krippe. Du steigst herab von deinem Himmelsthron' Zu uns herab o Gottessohn! Als Menschenkind, so arm, so klein, Damit wir Kinder Gottes sei'n. Da liegst du, liebes, holdes Kind! Was leidest du für uns're Sünd'! Schon in der Krippe Frost und Noth; Am Kreuze gar den bittern Tod. Was geb' ich deiner Lieb dafür? Mein Herz allein willst du von mir. Nimm's, weih' es deiner Liebe ein, Und laß es Eins mit deinem sein! Die brei heiligen Messen ac. Die drei heiligen Messen am hochheiligen Weihnachtsfeste. 79 Erste heilige Messe. Christi ewige Geburt vom Vater- der göttlichen Natur nach. am Gingnng. E in Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt worden; Herrschermacht ruht auf seinen Schultern! Sein Name wird sein: der Wunderbare, der Rathgeber, Gott, der Starke, der Vater der künftigen Zeit, der Friedensfürst. Es wird sich mehren sein Reich, und des Friedens wird kein Ende sein. Die Könige von Tharsis werden ihm opfern, die Könige von Saba werden Geschenke bringen. Es werden ihn anbeten alle Fürsten der Erde, und alle Völker ihm dienen. Denn er wird retten den Armen vor der Hand des Mächtigen, den Armen, dem sonst kein Helfer war. Gebenedeit sei der Herr, der Allmächtige! Gebenedeit der Name seiner Herrlichkeit in Ewigkeit! Alleluja, Alleluja! Die brei heiligen Messen Gebet. O Gott des Himmels und der Erde! der du deine göttliche Majestät und himmlische Glorie aus Liebe zu uns unter die holdselige Gestalt eines Kindes eingeschlossen hast, ich bitte dich, verleihe mir, nach deinem Beispiele die Demuth zu lieben und den Hochmuth zu verabscheuen; leite und regiere mich; erfülle mich mit deinen Tugenden, und lehre mich, vor der Welt klein und im Himmel groß zu sein, der du lebest und regiereft mit Gott dem Vater und demselben heiligen Geiste, Gott von Ewigkeit zu Emigfeit. Amen. } 80 Zum Gloria. Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden den Menschen, die eines guten Willens sind! Dich loben wir; dich preisen wir; dich beten wir an; dich verherrlichen wir; dir danten wir wegen deiner großen Herrlichkeit; Herr Gott, König des Himmels, Gott allmächtiger Vater, Herr eingeborner Sohn, Jesu Christe, Herr Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters; der du hinwegnimmst die Sünden der Welt, nimm auf unser Flehen, der du fißeft zur Rechten des Vaters, erbarme dich unser; denn du allein bist heilig, du allein der Herr, du allein der Allerhöchste, Jefu Chrifte, mit dem heiligen Geiste in der Herrlichkeit Gottes des Vaters! Amen. am Weihnachtsfeste. 81 Zu den Collekten. Gott, der du diese allerheiligste Nacht durch Erleuchtung des wahren Lichtes in heller Klarheit hast scheinen lassen, wir bitten dich, verleihe uns, daß wir, die wir die Geheimnisse dieses Lichtes auf Erden erkannt haben, auch seine Freuden im Himmel genießen mögen, durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn! Amen. Sur Epistel. Es ist die Gnade Gottes, unseres Seligmachers, allen Menschen erschienen, die uns lehret, daß wir, der Gottlosigkeit und den weltlichen Begierden entsagend, züchtig und gerecht und fromm leben in dieser Welt, harrend der seligen Hoff. nung, und der Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilandes Jesu Christi, der sich selbst für uns hingegeben hat, daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und ich ein Volk reinigte, das der guten Werke deflissen, ihm angehöre. Solches lehre und schärfe ein, und weise zurecht mit allem Ansehen, in Jesu Christo, unserem Herrn.( Tit. 2, 11-14.) Zum geiligen Ebangelina. In derselben Zeit geschah es, saß vom Kaiser Augustus ein Befehl ausging, das ganze Reich zu beschreiben. Dieß war die erste Beschreibung, Der Schußengel. 82 Die brei heiligen Messen und geschah durch Cyrinus, den Statthalter von Syrien. Und Alle gingen hin, sich anzugeben, ein Jeder in seine Stadt. Und es ging auch Joseph von Galiläa, von der Stadt Nazareth, nach Judäa, in die Stadt Davids, welche Bethlehem heißt, weil er aus dem Hause und Ge schlechte Davids war, um mit Maria, seinem verlobten Weibe, die schwanger war, sich anzu geben. Es begab sich aber, als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren erstgebornen Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. Und es waren Hirten in derselben Gegend, die hüteten und Nachtwache hielten bei ihrer Heerde. Und siehe, ein Engel des Herrn stand vor ihnen, und die Herrlichkeit Gottes umleuchtete sie, und sie fürchteten sich sehr. Der Engel aber sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; denn siehe, ich verkündige euch eine große Freude, die allem Volke widerfahren wird; denn heute is euch in der Stadt Davids der Heiland geboren wor den, welcher Christus der Herr ist. Und dieß folt euch zum Zeichen sein: Ihr werdet ein Kind finden in Windeln eingewickelt und in einer Krippe liegend. Und sogleich war bei dem Engel eine Menge himmlischer Heerschaaren, melche Goti lobten und sprachen: ,, Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden den Menschen, die eines guten Willens sind!"( Luk. 2, 1-14.) am Weihnachtsfefte. Zum Credo. Ich glaube an Einen Gott, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde 2c., wie Seite 56. 83 Zum Offertorium. Laß dir wohlgefällig sein, o Herr! dieses festfiche Opfer und verleih' uns aus dem reichen Schaße beiner Gnade, daß wir durch diese hochheilige Handlung demjenigen ähnlich befunden werden an Gestalt, in welchem mit dir vereinigt ist unsere Wesenheit, der mit dir lebt und regieret Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Jesu, wahrer Gott vom wahren Gott, von Ewigkeit geboren aus dem Schooße des Vaters: nimm auf unsere Opfergaben, als ein Dienst unserer Unterwürfigkeit vor deiner göttkichen Majestät! Vater unser u. s. w. Zur Präfation. Wahrhaft würdig und recht ist es, gebührend und heilsam, daß wir dir immer und überall Dank sagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, emiger Gott, weil durch das Geheimniß des fleischgewordenen Wortes ein neues Licht deiner Klarheit den Augen unseres Geistes aufgegangen, so daß wir, indem wir Gott sichtbar erkennen, durch ihn zur Liebe des Unsichtbaren hingezogen werden; darum fingen wir mit den Die drei heiligen Messen Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Herrschaften und mit der ganzen himmlischen Heerschaar den Preisgesang deiner Herrlichkeit, Hosanna in der Höhe! Gebenedeit sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe! 84 Gebet. Wir bitten dich, o gütigster Vater! durch Jesum Christum, deinen Sohn, dessen Geburts feier wir mit Freuden begehen, du wollest gnädig herabsehen auf diese deine Versammlung und unter der Fürsprache der unbefleckten Jungfrau und Gottesgebärerin Maria, sowie aller deiner Heiligen, uns nach deinem Wohlgefallen Erhörung unserer Bitten ertheilen, durch denfelben Jesum Christum 2c. Amen. Vor der Wandlung. Dich also, gütigster Vater, bitten wir demüthigst und flehentlichst durch Jefum Chriftum, deiner Sohn, unsern Herrn, daß du wohlgefällig auf tehmen und segnen wollest diese Geschenke un Saben, diese heiligen unbefleckten Opfer, inson. ders die wir dir darbringen für deine heilige fatholische Kirche, auf daß du fie in Frieden ellen, beschüßzen, vereinigen und regieren wollest auf dem ganzen Erdkreise, zugleich mit deinem Diener, unserm Papste N., allen Rechtgläubigen und allen Verehrern des katholischen und apo stolischen Glaubens. am Weihnachtsfeste. Gedente, o Herr! deiner Diener und Diene rinnen( N. N.), und aller hier Gegenwärtigen, deren Glaube und Andacht dir bekannt ist, für die wir dieses Lobopfer darbringen, oder die es dir selber darbringen für sich und alle die Ihrigen, zur Rettung ihrer Seelen, für die Hoffnung ihres Heiles und ihrer Wohlfahrt, und die dir, dem ewigen, lebendigen und wahren Gott, ihre Gelübde entrichten. 85 Dabei verehren wir in Gemeinschaft der Heiligen besonders das Andenken der glorwürdigen, allzeit reinen Jungfrau Maria, der Gebärerin unseres Herrn und Gottes Jesu Christi; sowie deiner heiligen Apostel und Martyrer Petrus und Paulus, Andreas, Jakobus, Johannes, Thomas, Jakobus Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Simon und Thaddäus; Linus, Cletus, Clemens, Xyftus, Cornelius, Cyprianus, Lau rentius, Chrysogonus, Johannes und Paulus, Cosmas und Damianus, und aller deiner Hei ligen, durch deren Verdienste und Fürbitte du gnädig verleihen wollest, daß wir in Allem unter deinem hilfreichen Schuße gesichert sein mögen, durch denselben Jesum Chriftum, unsern Herrn. So nimm denn, o Herr! wir bitten dich dieses Opfer der Demuth von uns und deiner ganzen Gemeinde gnädig an, ordne unsere Tage in deinem Frieden und laß uns vor der ewigen Verdammniß bewahret und zu der Schaar dei 86 Di brei heiligen Messen ner Auserwählten gerechnet werden, durch Jesum Chriftum, unsern Herrn. Amen. Zur Wandlung. Und so wollest du denn, o Gott! wir bitten dich, dieses Opfer in Allem gesegnet, geweihet, giltig, würdig und wohlgefällig machen, auf daß es für uns werde der Leib und das Blut deines geliebten Sohnes, unseres Herrn Jefu Chrifti: Welcher am Tage vor seinem Leiden das Brod in feine heiligen, verehrungswürdigen Hände nahm, und die Augen gegen Himmel zu dir, o Gott! feinem allmächtigen Vater erhebend und dir Dank sagend, es fegnete, brach und seinen Jüngern gab, mit den Worten: Nehmet hin und effet Alle davon, denn dieses ist mein Leib." 11 " ( Aufhebung und Anbetung der heil. Hoftie.) In gleicher Weise nahm er nach dem Abendmahle auch diesen hehren Kelch in seine heiligen, verehrungswürdigen Hände, dankte dir, segnete ihn und gab ihn feinen Jüngern mit den Wor ten: Nehmet hin und trinket Alle daraus, denn dieses ist der Kelch meines Blutes, des neuen und ewigen Testamentes, das Geheimniß des Glaubens, welches( Blut) für euch und für Viele wird vergossen werden zur Vergebung der Sünden. So oft ihr dieses thun werdet, thuet es zu meinem Gedächtniß." ( Aufhebung und Anbetung des heil, Blutes.) am Weihnachtsfefte. 87 Nach der Wandlung. Sei gebenedeit in Ewigkeit, du Kind der Jungfrau, menschgewordenes Wort des ewigen Vaters, allmächtiger König, vor welchem erzittern die Gewalten, die den Erdkreis tragen; du Friedensfürst, der gekommen ist, zu versöhnen die Tiefe mit der Höhe, den Staub mit dem Himmel, den Menschen mit dem ewigen Vater! Gebenedeit sei dein Name, dein heiliger Name, dein starker Name, dein insterblicher Name, der füße Name Jesu, vor velchem sich beugen alle Kniee, derer die im Himmel und auf der Erde und unter der Erde sind, in welchem wir auf genommen werden zu Kindern des lebendigen Gottes! Gebenedeit sei deine unendliche Weisheit, die dieß unaussprechliche Geheimniß erfunden, daß in der Einheit einer göttlichen Person sich Gottheit und Menschheit verbinde, daß Gott Mensch, und Mensch Gott werde, gebenedeit sei deine Allmacht, die ein so großes unbegreifliches Werk vollführt hat; gebenedeit sei deine unendliche Liebe, die dich in Windeln eingewickelt, in die Krippe gelegt, zur äußersten Armuth zebracht und dich ganz mein gemacht hat! D füßester Jesu, dich benedeie Alles, was in mir ift; mein Leib, mein Herz und meine Seele, mein Sinn und mein Verstand, mein Gedächtniß und mein Wille, und Alles, was ich bin, sei dein und meinem Lobe geopfert! Strecke aus, Die brei helligen Meffen Friedenskind! deine holdseligen Arme nach meiner Seele, damit sie gewürdiget werd, dich zu umfengen und zu tragen, dich zu lieber und zu beften, dich zu preisen und anzubeten, ruit dir in Freuden zu laufen den Weg des Lebens, un dich anzuschauen in Ewigkeit, der du Gott bi und Menschenkind, o süßer, o milder, o liebreichster Jefu, mein Gott und mein Alles! 88 Zur Kommunion. Somm, o Jeful in mein armes Herz und be. reite es zu deiner Krippe, damit es wiederglänze von dem Lichte deiner Gnade; durchdringe meine Seele mit dem Feuer deiner Liebe, damit ich würdig werde, dich zu besitzen in Ewigkeit. Laß, o Herr! wir bitten dich, durch die er. neuerte Feier dieses allerheiligsten Geheimnisses unser Heil immer mehr gesichert werden; laß fie uns gedeihen zu einer Erneuerung des alten Menschen, damit wir von dir als dem zweiten Adam unsern neuen Ursprung haben und, wie wir in jenem ersten unsern Eod empfangen, so in dir Alle gesegnet werden zum ewigen Leben, der du lebeft und regiereft u. f. m. Amen. Zum Schluss- Segen. Laß herabthauen, o Herr Jesu! die Fülle del nes Segens, wie in der heiligen Nacht, da du 89 am Bethnachtsfefte. geborer wurdeft. Segne uns an Leib und Seele, und führe ve dem ewigen Leben. Amen. Schluss- Ebangelium. Im Anfange war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Diefes war im Anfange bei Gott. Alles ist durch dasselbe gemacht worden, und ohne dasselbe wurde nichts gemacht was genacht worden ist. In ihm war das Leben, und der Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsterniß, aber die Finsterniß hat es nicht begriffen. Es war ein Mensch von Gott gefandt, der hieß Johannes. Dieser kam zum Zeugniffe, damit er Zeugniß von dem Licht gäbe, auf daß Alle durch ihn glauben möchten. Er war nicht das Licht, sondern er sollte Zeugniß von dem Lichte geben. Dieses war das wahre Licht, welches alle Menschen, die in die Welt kommen, erleuchtet. Es war in der Welt und die Welt ist durch dasselbe gemacht worden, aber die Welt hat ihn nicht erkannt. Er kam in sein Eigenthum, und die Seinigen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, denen nämlich, die an seinen Namen glauben, welche nicht aus dem Geblüte, nicht aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Die drei heiligen Messen Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnet; und wir haben seine Herrlichkeit ze sehen, eine Herrlichkeit als des Eingebornen som Vater, voll der Gnade und Wahrheit." 90 Bweite heilige Messe. Christi zeitliche Geburt aus Maria, der allzeit reinen Jungfrau- der menschlichen Natur nach. Eingang( Isat 9.) 8 wird heute ein Licht über uns glänzens denn der Herr ist uns geboren. Er wird heißen der Wunderbare, Gott, Friedensfürst, Vater der Zukunft. Sein Reich wird kein Ende nehmen. Der Herr regieret, und hat seinen Schmuck angezogen; er hat sich selbst mit Stärke beglei det und mit Kraft umgürtet. Ehre sei dem Vater 2. ( Alles Andere wie in der ersten heiligen Messe S. 79 und 80.) Gebet. Wir bitten dich, allmächtiger Gott! daß, da wir mit dem neuen Lichte deines fleischgewordenen Wortes durchstrahlet werden, das durch den Glauben in unserer Seele glänzende Licht auch am Bethnachtsfeste. in unsern Werken leuchte, durch denselben unsern Herrn Jesum Chriftum 2c. Amen. 91 Epistel des Hl. Apostels Paulus an Titus 3, 4-7. Als die Güte und Menschenliebe Gottes, unseres Heilandes, sich offenbarte, da hat er, nicht wegen Werken der Gerechtigkeit, die wir gethan hätten, sondern nach seiner Erbarmung, uns selig gemacht, durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er reichlich ausgegossen hat über uns durch Jesum Christum, unsern Heiland: auf daß wir, gerechtfertiget durch seine Gnade, Erben werden nach der Hoffnung des ewigen Lebens, in Chrifts Seju, unserm Herrn. Grad. Gelobt sei, der da kommt im Na men des Herrn. Gott ist der Herr, und ist uns erschienen. Das hat der Herr gethan und es ist wunderbar in unsern Augen. Alleluja! Alleluja! ( Pf. 92.) Der Herr Herrschet: Er hat seine Zierde angethan, er hat sich mit Stärke bekleidet, mit Kraft umgürtet. Alleluja! Evangelium nach Lukas, 2, 15-20. n derselben Zeit sprachen die Hirten zu einander: Lasset uns bis nach Bethlehem gehen, Die brei heftigen Messen und das sehen, was geschehen ist, und was der Herr uns angezeigt hat. Und fie famen eilends, and fanden Maria und Joseph, und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es aber sahen, fanden sie wahr, was von diesem Kinde zu ihnen gesagt worden war. Und Alle, die es hörten, verwunderten sich über die Dinge, welche die Hirten ihnen erzählt haben. Maria aber behielt alle diese Worte und überlegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten zurück und priesen und lobten Gott um alles dessen willen, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war." 82 Credo. Ich glaube an einen Gott, den allmächtigen Schöpfer c., wie S. 56. Anfopferung.( Pf. 92.) Gott hat den Erdkreis befestiget, der nicht er schüttert wird: von jener Zeit ist dein Thron bereitet, du bist von Ewigkeit. Wir bitten dich, o Herr! laß unser Opfer den Geheimnissen der heutigen Feier angemessen fein, und uns beständigen Frieden gewähren, auf daß dieses irdische Wesen uns so das Göttliche verleihe, wie der neugeborne Mensch zugleich auch als Gott im Glanze erschienen am Weihnachtsfefte. ist, durch denselben Jesum Chriftum, unfern Herrn 2c. ( Präfation, 93 Kanon und Wandlung wie in der ersten heiligen Messe S. 83-87.) Kommunion.( Bach. 9.) Frohlocke, o Tochter Sion! Singe ein Loblied, o Jerusalem: sieh', dein König kommt, der Heilige und der Erlöser der Welt! Nach der Kommunion. Verleihe, o Herr! daß wir allezeit ein neues Leben durch dieses Sakrament erlangen, welches uns das Andenken der Geburt unseres Erlösers erneuert, der die Sünden des alten Menschen vollkommen vernichtet hat; durch denselben unsern Herrn Jesum Christum 2c. Amen. ( Alles Uebrige wie oben S. 89.) Dritte heilige Messe. Christi geistliche Geburt in einer jeden frommen Seele durch Glaube, Liebe und Gnade. E offer - Eingang.( Isai 9.) in Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, dessen Herrschaft auf seiner Schulter ist; und sein Name wird heißen Engel( der Gesandte) des großen Rathes. Die drei heltigen Messen ( Pf. 97.) Singet dem Herrn ein neues Lied, weil er Wunderdinge an mir gethan hat. Ehre sei dem Vater, und dem Sohne und dem heiligen Geiste 2c. ( Wie zur ersten Messe. S. 79.) 94 Gebet. Allmächtiger Gott! wir bitten dich demüthig, verleihe, daß uns deines eingebornen Sohnes neue Geburt im Fleische befreie, welche die alte Knechtschaft unter dem Joche der Sünden gefangen hält: durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebt und regieret in alle Ewigkeit Amen. Zur Epistel. des Hl. Apoftels Paulus an die Hebräer 1, 1-12. Nachdem Gott manchmal und auf vielerlei Weise vordem zu den Vätern geredet hat, durch die Propheten, hat er zuletzt, in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er zum Erben über Alles gesetzt, durch den er auch die Welten erschaffen hat; der da ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild feines Wesens, und Alles erhält durch das Wort seiner Macht; und der, da er vollbracht hat unsere Reinigung von Sünden, sizzet zur Rechten der Herrlichkeit in der Höhe; um so größer geworden als die am Weihnachtsfeste. 95 Engel, je vorzüglicher der Name ist, den er von ihner ererbt hat. Denn zu welchem der Engel hat er jemals gesagt: Du bist mein Sohn, ich zeugte dich heute? Und wiederum:„ Ich werde sein Vater sein und er wird mein Sohn sein." Und wiederum, da er den Erstgebornen in den Erdkreis einführt, sagt er:„ Es sollen ihn anbeten alle Engel Gottes." Und von den Engeln sagt er: Er macht Geifter zu seinen Boten, und zu seinen Dienern Feuerflammen;" zu dem Sohne aber: Dein Thron, o Gott! besteht von Ewigkeit zu Ewigkeit; der Gerechtigkeit Scepter ist der Scepter deiner Herrschaft; du liebest die Gerechtigkeit und haffest das Un recht; so hat denn dich, o Gott! gesalbet dein Gott mit dem Dele der Wonne, mehr als deine Genoffen." Und: ,, Du, o Herr! hast von Anbeginn der Erde gegründet, und die Himmel find deiner Hände Werke; sie werden vergehen; du aber wirst bleiben, und sie alle werden veralten, wie ein Kind, und wie ein Kleid wirst du sie wenden, und sie werden umgewandelt; du aber bist derselbe, und deine Jahre werden nicht aufhören." Graduale.( Ps. 97.) Alle Gegenden des Erdbodens haben das Heil unseres Gottes gesehen. Frohlocket vor Gott, alle Länder! Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht: vor dem Angesichte der Völker hat er 96 Die drei heiligen Messen feine Gerechtigkeit fund gethan. Alleluja! Alleluja! Der geheiligte Tag ist uns erschienen, fommet, Völker! und betet den Herrn an; denn heute ist ein großes Licht auf die Erde herabgestiegen. Alleluja! Alleluja! Ebangelium nach Johannes 1, 1-14. ( Siehe am Schlusse der ersten Messe S. 89.) Brido. Ich glaube 2c., wie S. 56. Aufopferung.( Pf. 88.) Dein sind die Himmel, und dein ist die Erde. Du haft den Erdkreis mit seiner ganzen Völle gegründet. Gerechtigkeit und Billigkeit sind deines Thrones Grundfeste. Gebet. O Herr! heilige dieses Opfer durch die neue Geburtsfeier deines Eingebornen, und reinige uns von den Flecken unserer Sünden; durch denselben unsern Herrn Jesum Chriftum 2c. Präfation, Kanon und Wandlung. ( Siehe S. 83-87.) am Weihnachtsfeste. Kommunion.( Ps. 97.) Alle Gegenden der Erde haben das Heil unseres Gottes gesehen. 97 Gebet nach der Kommunion. Wir bitten dich, allmächtiger Gott! verleihe, daß, gleichwie uns der Erlöser durch seine heutige Geburt zu Kindern Gottes gemacht hat, ebenso er uns auch der Spender der Unsterblichkeit sei; der mit dir lebt und regieret c Laß, o Herr! wir bitten dich zc. ( Siehe S. 88.) Schluss Ebangeltum, nach Matthäus 2, 1-12. La nun Jesus geboren war zu Bethlehem, im Lande Juda, zur Zeit des Königs Herodes; siehe, da kamen Weife nom Morgenlande nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Morgenlande gesehen, und sind gekommen, ihn anzubeten." Da das der König Herodes hörte, erschrack er, und ganz Jerusalem mit ihm. Und er versammelte alle hohen Priefter und Schriftlehrer des Volkes, und befragte fie, wo Christus sollte geboren werden. Und sie fagten ihm: zu Bethlehem im Lande Juda, denn also steht geschrieben bei dem Prheten: Und Der Schußengel 98 Die brei heiligen Messen 2c. du Bethlehem im Lande Juda bist nicht die kleinste unter den Häuptern in Juda, denn aus dir soll kommen der Fürst, welcher regieren wird mein Volk Ifrael." Da berief Herodes die Weisen heimlich, und forschte genau nach der Zeit, wann ihnen der Stern erschienen wäre; und fandte sie nach Bethlehem und sprach: Ziehet hin, und erkundiget euch sorgfältig nach dem Kindlein, und wenn ihr's findet, so saget es mir, daß ich auch komme und es anbete." Als sie den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe! der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er hin kam und oben über dem Orte stand, wo das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wur den sie hoch erfreut. Und sie gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fie fielen nieder und beteten es an; und sie thaten ihre Schätze auf, und brachten ihm Geschenke dar, Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und da ihnen im Schlafe offenbaret worden, daß sie nicht wieder zu Herodes kehren sollten, zogen sie eines andern Weges in ihr Land. Meßbetrachtung des Leidens 2c. Meßbetrachtung des Leidens und Todes Jesu, in und außer der Fasten. Dieß thut zu meinem Andenken. Lut. 22. In dieser Absicht erscheine ich nun wieder bei dieser heiligen Handlung, die du, o Jesu! zum ewigen Andenken deiner großmüthigen, sich ganz aufopfernden Liebe eingesetzt hast. Alles, was am Altare vorgeht, soll mich an die Umstände deines Leidens und Todes erinnern und mein Gemüth zur andächtigen Betrachtung erheben. 99 Unter lehr- und trostreichen Abschieds- Gesprächen gingest du mit deinen Jüngern dem Delberge zu, deinem Leiden und Tode entgegen. Da fühltest du als Mensch wie unser Einer wenn gleich der Geist bereit, das Fleisch jedoch schwach ist. Die grausamste Mißhandtung, die schmerzhafteste Todeart- schwebte dir in aller ihrer Entsetzlichkeit vor Augen, erfüllte deine Seele mit Trauer und Bangigkeit, und preßte dir sogar Angstschweiß, wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen, aus. Ach! die Sündenlast der Welt auch die meinige die du auf dich genommen haft, lag auf dir, und drückte dich darnieder. Der Undank, der Seichtsinn, und der Untergang so vieler, so theuer Erlösten schmerzte dich noch mehr, als dein 7," - - - 100 Meßbetrachtung eigenes bitterftes Leiden.- Herr, erbarme dich meiner, fei mir Sünder gnädig! Du sucheft Kraft und Troft im anhaltenden, inbrünstigen Gebete. Dreimal riefest du in deiner größten Angst: Vater! verschone mich mit diesem bitteren Kelche!" aber auch allezeit: Nicht mein, sondern dein Wille geschehe." Verschont bleiben konntest du nicht, weil du die Genugthuung für unsere Sünden übernommen hatteft. Aber ein Engel kam, und stärkte dich mit der himmlischen Kraft, die das kindlich gottergebene Gebet mit sich bringt. Dieß foll auch mein Gebet, mein Trost, meine Zuverficht sein! Gestärkt und entschloffen siehst du den Verräther kommen, empfängst den falschen Kuß, und nennst ihn noch Freund. Deine groß müthige Liebe erfülle mein Herz mit desto grö Berem Abscheu gegen alle Untreue und Falschheit! - Mit einem Worte konntest du die bewaffnete Schaar darnieder donnern. Heere von Engeln standen dir zu Gebote. Freiwillig gibst du dich gefangen, damit Gottes Wort und Wille er füllet werde. So lehre auch mich Alles willig thun, tragen und leiden, was Gott will, aus gehorsamer Liebe! Alle deine Jünger hatten dich verlaffen. Selbst der eifrige Petrus hat seinen Muth ver loren, deiner Warnung und seines Versprechens 101 bes Seldens und Todes Jesu. vergessen, und dich sogar dreimal verläugnet. Ein Blick deiner Liebe durchdringt sein Herz mit innigster Reue, und bestärkt seine Treue auf immer.- Schau' auch, o Jesu, erbarmend auf mich herab; laß mir meine Fehltritte zur Warnung dienen, daß ich künftig desto demithiger, vorsichtiger, liebvoller werde! Laß mein Herz gegen die Mahnungen deiner Gnade fich nicht verhärten, daß mich nicht das unfelige Ende des verzweifelten Judas treffe! Da stehst du vor deinen ungerechten Richtern, o Jesu! schweigst zu den falschen Angaben, die sich selbst widerlegen, oder verantwortest dich mit Weisheit und Würde; sageft es endlich auf die ernste Frage, daß du wahrhaftig der Sohn Gottes, der verheißene Messias, der künftige Weltrichter bist, ob du gleich weißt, daß dieses Wort dich das Leben kosten wird. Mit erhabener Gelaffenheit hörest du dein Todesurtheil an, und duldest die muthwilligste Mißhandlung. Lehre mich reden, wenn es Pflicht ist, und schweigen, wenn reden nichts nüßet! Lehre mich Sanftmuth und Geduld, wenn mir Unrecht gethan wird. Auch vor Pilatus schweigst du zu den Verläumdungen deiner Ankläger, vor Herodes zu der Verspottung seines Hofgesindes; schweigst zu dem Mordgeschrei des aufgehegten, undantbaren Volkes. Nur die Würde eines himmlischen Königs behauptest du, deffen Reich nicht Meßbetrachtung von dieser Welt ist. Dein Stillschweigen ist mir die lehrreichste Predigt. Wie ruhig und selig ist die Unschuld, die um der Gerechtigkeit willen leidet! 102 - L Ecce homo! Welch' ein Mensch- bist du, o Jesu! und welch' ein Mensch bin ich!- Von Geißeln zerfleischt am ganzen Leibe, mit Blut und Wunden bedeckt, die Dornenkrone auf dem Haupte, das Angesicht von Backenstreichen und Speichel entstaltet, als Afterkönig verhöhnet stellt man dich dem Volke zur Schau, um es durch diesen entsetzlichen Anblick zu besänftigen, und zum Mitleid zu bewegen. Vergebens! Noch waren diese Martern zu wenig. An's Kreuz mit ihm! schrie die wilde Wuth, an's Kreuz! Der schwache Richter gibt dich endlich aus feiger Furcht und Gefälligkeit der Blutgier preis, indem durch sein Händewaschen er sich schuldlos an deinem unschuldigen Blute erklären will. So ergeht das Todesurtheil, das wir verschuldet haben, über dich, unschuldiger Jesus! Und du nimmst das Kreuz selbst auf deine wunden Schultern, weil du die Sünden der Welt zu tragen übernommen hast, um sie von uns hinweg zu nehmen; laffest dich wie ein Lamm zur Schlachtbank führen, wie dort Isaak das Holz zu seinem Brandopfer den Berg hinan trug. Wie wird mir zu Muthe, wenn ich dir auf deinem Leidenswege folge; wenn ich diese Bande, des Leibens und Todes Jesu. 103 diese Geißeln, diese Dornen, dieses Kreuz, diese Nägel, diese Lanze, diese Ströme unschuldigen Blutes betrachte wenn ich diese Verrätherei, diesen Undank, diese Ungerechtigkeit und Bosheit, diese unversöhnliche Grausamkeit und höhnende Schadenfreude bedenke! Aber nicht so sehr über dich, als vielmehr über mich selbst soll ich weinen; nicht über jene Anstifter und Werkzeuge deiner Leiden soll ich mich entrüften; sondern über die Sünde, welche sie verursacht, und die Früchte davon vernichtet oder vereitelt. - Ach, wenn ich um eines schnöden Vortheils oder Vergnügens wegen, dir, mein Herr und Freund! untreu werde wenn ich Christenthum heuchle, oder mich gar deffen schäme wenn ich mich vor Menschen mehr scheue und fürchte, als vor Gott- wenn ich gegen öftere Mahnungen unbewegt bleibe. wenn ich meiner Leidenschaften Pflicht und Gewissen aufopfere wenn ich meinen Nächsten unbillig rathe und behandle- o, so bin ich deinem Verräther und deinem Verläugner- deinen verblendeten und erbosten Feinden deinen ungerechten Richtern, und dem undankbaren Volke ähnlich- ja wohl noch strafbarer, als jene, weil ich mit mehr Erkenntniß fündige! O mein Jefu! verzeih' mir meinen Leichtsinn, meinen Undant, meine Untreue! Dein großes Opfer am Kreuze- und jetzt auf dem Altare jei meine Versöhnung! - - 104 Meßbetrachtung Bater! fieh' vom Himmel herab auf deinen Geliebten! Noch erhebt er seine sterbenden Augen, seine brechende Stimme; noch hat er eine Bitte an dich, die letzte und herzlichste: ,, Vater! verzeih' ihnen, sie wissen nicht, was sie thun." Diese Bitte gilt auch mir, und ist mein Trost, wenn ich nach diesem schönen Beispiele auch meinen Beleidigern herzlich verzeihe. Der reumüthige gläubige Missethäter wird in der letzten Stunde begnadigt: der andere lästert, bleibt verstockt, und geht verloren nächst an deinem Kreuze, o Jesu!- Mit Furcht und Zittern hoffe ich auf dich, mein Heiland und Richter. Wie du mit fürsorgender Liebe auf Mutter und Freund vom Kreuze herabsahst, so schaue nun erbarmend auf mich vom Himmel herunter. In deiner unaussprechlichen- stundenlangen Todesqual und äußersten Verlaffenheit rufst du zu deinem Gott. In brennendem Durste wird dir Essig zur Labung gereicht. Stärke mich zur Geduld und zum Vertrauen, wenn ich in Noth gerathe, wo ich von Gott und Menschen verlaffen zu sein glaube; wo mir von der Welt, statt des gehofften Trostes, nur Bitterfeit zu Theil wird! Du, Getreuester! sollst meine 3flucht sein. An deinem Kreuze will ich das meinige niederlegen, um es wieder getrofter auf mich zu nehmen. Gehorfam bis zum Tode, hast du dein Werk 10 Leidens und obes Rest. vollbracht, und übergibst nun in ruhiger Zuverficht mit geneigtem Haupte deinen Geist in die Hände deines Vaters. Wie wird's einst mit mir stehen, wenn's heißen wird: Er hat's vollbracht! Wann werde ich einmal das Werk meiner Besserung, und was mir obliegt, vollbringen! Hilf mir dazu, du Urheber und Vollender meines Heils, und nimm dann meine Seele zu dir auf. Die ganze Schöpfung feierte deinen Tod, o Gott- Mensch! Die Sonne war verfinstert, die Erde bebte, die Felsen spalteten, die Gräber öffneten sich, der Vorhang des Tempels zerris, Blut und Wasser fließt aus der durchstochenen Seite. Wirke durch deine allmächtige Gnade auf mein Herz, daß ich wie dort die erstaunten Zuschauer, gerührt an meine Brust schlage, und mit guten Vorfäßen nach Hause kehre. Bereite dir selbst in mir eine würdige Ruheftätte. Erfreue, beglücke und heilige meine Seele durch deine Gegenwart, wie dort die Seelen der frommen Väter in der Vorhölle, die so lang nach deiner Ankunft geseufzet hatten. Deine glorreiche Auferstehung erwecke auch mich zu einem neuen Leben, daß ich in der Sünde abgestorben, nur dir lebe, der du für mich starbst! Du mußtest durch so viele Mühe und Leiden in deine Herrlichkeit eingehen. Leite mich auf diesen Weg, der zum Himmel führt; stärke mich, Meßbetrachtung daß ich dir folgen möge, um einst auch dahin zu kommen, wo du, unser göttlicher Freund! nun zur Rechten des Vaters lebest und regierest, bis du einst als Weltrichter kommen wirst. 106 O schau' jetzt von deinem himmlischen Throne mit einem Gnadenblicke auf mich herab, der mein Herz durchdringe, und mich zu dir hinaufziehe. Mein Auge sei auf dich gerichtet, und mein Wandel zum Himmel. Wie du dort segnend von deinen Jüngern Abschied nahmst, so ertheile nun auch uns deinen allmächtigen Segen. Sende uns den verheißenen heiligen Geist der Wahrheit und Liebe, des Friedens und Trostes, der uns erleuchte, regiere und heilige, daß die Früchte deines groBen Opfers uns wirklich zu Theil werden, an Keinem verloren gehen. Amen. Betrachtung des Leidens Christi. m das Leiden Christi recht zu betrachten, bedenke: 1) Was litt er?- Er, der Unschuldige, Heilige, der beste der Menschen, der Sohn Gottes selbst? Ach, er litt den schmerzhaftesten und schmählichsten Tod, die grausamsten Martern an Leib und Seele, Alles zugleich, was am wehesten thut- Undank und Spott, Verlassenheit und Trostlosigkeit. Er litt- als Mensch, wie ich, mit aller schmerzhaften Empfindung, mehr als ein Mensch ausstehen, oder sich nur vorstellen Ich Sünder, darf ich klagen, wenn mich einige Leiden oder Beschwerden treffen? kann. - des Leidens und Todes Jesu. 2) Warum litt er das Alles? Um unseren Sünden willen, aus erbarmender Liebe zu uns Welch' ein entsetzliches Uebel muß die Sünde sein das nur durch das Blut des Gott- Menschen getilg und ausgesöhnt werden konnte! Aber noch größer war seine Liebe, da er diese schwere Schuld unt Strafe freiwillig auf sich nahm, um uns davon zv erlösen, uns Gottes Gnade und ewiges Heil zu erwerben. Damit du solleft selig sein, litt er für dich so viele Pein. - - für 3) Für wen litt er? Für alle Menschen Unwürdige und Undankbare, für seine Feinde. Seine Liebe hat Alle umfasset. Darf ich Einen von meiner Liebe ausschließen, der so theuer erkauft ist, wie ich? Wie groß ist der Werth der menschlichen Seele? Der Sohn Gottes hat sein Leben für sie hingegeben. 107 4) Wie hat er gelitten? Mit standhafter Geduld und Ergebung; willig und schweigend, wie ein Lamm auf der Schlachtbank; Gott vertrauend und Gott gehorsam bis zum Tode, uns ein Beispiel hinterlassend, daß wir seinen Fußtapfen nachfolgen sollen. Petr. 2. 5) Was soll die Frucht seines Leidens sein? Daß ich der Sünde absterbe, und nur dem lebe, der für mich gestorben ist; daß ich ihm getreu bleibe, und, das Kreuz nachtragend folge daß ich gebessert, zum Guten angeeifert, zur Erfüllung auch schwerer Pflichten gestärkt; gegen meinen Nächsten liebreicher, in Widerwärtigkeiten geduldiger; in Allem zufriedener, Gott ergebener, und also endlich der Seligkeit theilhaftig werde, die mir mein Heiland so theuer erworben hat. Dadurch will ich meine dankbare Liebe beweisen. Das sei mein Vorsatz, so 1 - 108 Ofterandacht. oft ich sein Kreuz betrachte, oder mich damit bezeichne. Das soll die Frucht davon sein. Gott gebe es! Was that'st, was litt'st du, Herr, für mich! Was thu', was leide ich für dich? Osterandacht. leluja! Lob und Dank sei Gott, dem Vater unseres Herrn Jefu Chrifti, der feinen Sohn für uns hingegeben, und Qwieder auferweckt hat. Der für uns am Kreuze gestorben ist, und nun lebet auch für uns. Er ist auf erstanden, wie er's vorhergesagt hat. -- Du haft gesiegt, glorreicher Jesus! über Marter und Eod, über alle deine Feinde. Nun freuen wir uns wegen deiner überstandenen Leiden deiner göttlichen Herrlichkeit und all' des Guten, das wir dir zu danken haben. Nun ist deine göttliche Lehre als ewige Wahrheit bestätiget. Jedes deiner Worte wird so gewiß in Erfüllung gehen, als deine vorhergesagte Auferstehung erfolget ist. Wir wissen nun, daß du der von Gott gesandte Weltheiland, unser Erlöser bist. Wir glauben und vertrauen dir ficher. Wie troftreich, wie ermunternd ist das! Du stiegest vom Kreuze nicht herab, mie deine Feinde spottend es gefordert hatten. Aber - Operanbacht. wie weit herrlicher gingest du aus dem Grabe hervor!-Nur wer ausharret bis an's Ende, der wird felig. Aus weiser Absicht thut Gott nicht, was thörichte Menschen verlangen. Er führt sein Werk doch gewiß aus und beffer, als wir meinen. Sein Wille muß geschehen, wenn auch die ganze Welt sich entgegensetzte. 190 - - Bei deinem Tode frohlockten deine Feinde, und deine Freunde verzagten; es schien mit dir aus zu sein. Aber nach deiner Auferstehung, wie erstaunten sie beide diese vor Freude, jene vor Schrecken! Wie plötzlich hat sich, das Alles geändert! Wie glorreich war der Ausgang deiner Leiden! So wird sich die schnöde Freude der Welt in Jammer, und das Leid der Frommen in desto größere Freude verwandeln; beide hier so kurz und dort ewig! Der Glaube an dich, fiegreicher Erlöser! stärke mich dann, alle Anreizung zur Sünde standhaft zu überwinden. Meine Schwachheit soll mich nicht muthlos machen; deine Auferstehung versichert mir Gottes Gnade und Beiftand. Selbst der Tod soll mir nicht mehr schreckhaft sein, denn du haft ihn überwunden; durch dich ist er uns Eingang in's ewige Leben. Werden wir dir ähnlich im Leben und Leiden, so werden wir dir auch ähnlich in der Aufer. stehung sein. Amen. 110 Osterandacht. Du u lebst, du lebst auch uns, und bift Auch unser, unser Jesus Chrift! Und von dem Himmel rufest du Im Geist auch unserm Herzen zu: Ihr Kinder; Friede sei mit euch, Auch euer ist mein himmlisch Reich. Alleluj Wir freuen uns, Herr Jesu Christ! Daß du vom Grab erstanden bist. Sünd', Höll' und Tod sind nun besiegt, Dein Wort erfüllt, das niemals trügt. Wir werden auch vom Grab ersteh'n, Und dich in deinem Reiche seh'n. Allelujo Auch uns ist dort ein Ort bereit, Bei dir zu sein in Ewigkeit. Wie wohl wird einst den Frommen sein, Nach überstand'ner Müh' und Pein! Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott! gegen jene Herrlichkeit! Alleluja. So wahr du auferstanden bist, So feft auch unser Glaube ist; Wie sicher können wir dir trau'n. Auf dich all' uns're Hoffnung bau'n! Sieh segnend nun auf uns herab, Stärk' uns zur Treue bis in's Grab: Zieh uns're Herzen hin zu dir! Dir leben wir, dir sterben wir. Alleluja! Um Himmelfahrtsfeste. 111 Am Himmelfahrtsfeste. Suf Erden hattest du dein Werk vollbracht, theuerster Erlöser! und gingest nun wieder zu deinem Vater zurück in den Himmel. Dort lebest und regierest du mit aller Gewalt, die dir gegeben ist zum Heile aller deiner Erlösten. Du, unser göttlicher Bruder und Freund, einst so tief er niedrigt, nun über Alles erhöht, zur rechten Hand Gottes! Deß freuen wir uns, und beten dich lobpreisend an. Du hast diese Erde verlassen, weil dein Reich nicht von dieser Welt, und hier keine vollkommene Glückseligkeit zu finden ist. Unser Erdenleben ist nur eine Wanderschaft und Vorbereitung zu jenem himmlischen, in welches du uns vorausgegangen bist. Hier haben wir keine bleibende Stätte; dort ist unser wahres Vaterland. Dorthin soll unser ganzes Verlangen und Trachten gerichtet sein. Wenn ich aber zu dir dorthin kommen will, so muß ich erst nach Gottes Willen meinen Beruf auf Erden erfüllen, wie du ihn erfüllet haft, mein Jesus! Es führt kein anderer Weg dahin, als den du uns vorgezeiget hast. Nur für treue Dienste, für ausharrende Mühe und Geduld, aus Liebe zu Gott, ist der große Lohn - 112 Am Himmelfahrtstage. im Himmel bestimmt; nur durch erprobte Tugend muß er verdient werden. Je mehr ich hier, um Gottes Willen und mit Gottes Gnade Gutes thue, oder Beschwerniffe überwinde, desto größer wird meine Freude und Seligkeit sein. Wie viel mußtest du, o Jesu! vollbringen und leiden, ehe du in deine Herrlichkeit eingingest! Dein Beispiel ermuntere mich, dir zu folgen; dein Beistand stärke mich; deine Liebe ziehe mich nach dir! Herr! du hast gesagt:" Ich gehe hin, euch dort einen Ort zu bereiten, und ich werde wieder kommen, und euch zu mir nehmen, damit, wo ich bin, auch ihr, meine Getreuen, sein follet." O welcher Trost, welche erhebende Hoffnung! Du vergiffest meiner in deiner himmlischen Herrlichkeit nicht; du forgest auch dort für mich, und willst, daß ich einst immer bei dir sein soll. Ach! soll ich dieses Glück leichtsinnig ver scherzen? Soll mir eine Mühe zu groß sein, um dieses zu erlangen? Nein, mein Jesus! Zu dir will ich aufschauen bei jeder Anreizung zur Sünde, unter den Mühseligkeiten des Lebens, bei Annäherung des Todes. - Schaue auch mit huldreichem Blicke auf mich herab, bis ich dich einst von Angesicht zu Angesicht in deiner liebenswürdigen Herrlichkeit sehe, ja, selbst derselben theilhaftig werde ewiglich. Amen. Auf Pfingsten und die Aposteltage. Liebe zu Jesu. Meinen Beiland lass ich nicht, Bei ihm find' ich Gnab' und Leben, Er ist meine Zuversicht, Er hat sich für mich gegeben. Da er litt, ba ward ich setn; Weil ich glaube, ift er mein! Treuer Heiland, laß mich nicht; Sei mein Führer in der Jugend; Set im Alter noch mein Sicht. Gib mir Trieb und Kraft zur Tugend! Sei mein Alles in der Zeit, Ewig meine Seligkeit! 113 Auf Pfingsten und die Aposteltage. ank und Anbetung sei dir, o Gott! daß du die Jünger deines Sohnes, mit deinem heiligen Geiste erfüllet, als Boten des Heils in die Welt ausgesandt hast. Welch große Dinge haft du an ihnen und durch sie gethan! Durch den heiligen Geift ging ihnen ein neues Licht auf: ein muthvoller Gifer entflammte ihre Herzen. Mit seinen Gaben ausgerüstet, gingen sie unerschrocken allen Gefahren und Hindernissen entgegen, scheuten weder die Wuth ihrer Feinde, noch Marter und Shukenael 114 af Pfingsten Tod; bekämpften Aberglauben und Laster; predigten Buße und Vergebung der Sünden, und verkündigten Jefum, den Gekreuzigten, als den Heiland der Welt. So wurden durch sie Tausend und Tausende bekehrt und selig; so wurde das Christenthum in die Welt eingeführt, und die Kirche, das Reich Jesu auf Erden, gegründet. Dieß ist dein Werk, o Gott! Nur durch die Kraft des heiligen Geistes konnten sie es vollbringen, und alle die Feinde überwinden, mit denen sie zu kämpfen hatten.- Auch uns wird das Evangelium, diese erfreuliche Botschaft unserer Erlösung, verkündigt. Der heilige Geist, den einst die Jünger Jesu empfingen, wohnt und wirket noch immer fort in allen reinen und frommen Seelen, die an Jefum glauben, und jeine Gebote halten. Er ist der Geist der Wahrheit und Liebe, der uns erleuchtet und stärket, der uns tröstet und heiliget, der uns in Jesu zu Kindern Gottes macht. Dlaß auch mich, o Gott! die Wirkungen deines heiligen Geistes erfahren, den dein Sohn allen denen verheißen hat, die dich mit aufrichtigem Verlangen darum bitten. Ohne deine Gnade kann ich nichts Gutes, o Gott! Aber ohne mein eigenes ernstliches Wollen und Mitwirken wirst du mich auch nicht heilig und selig machen. Du willst, daß ich dein göttliches Wort gerne anhöre, zu Herzen nehme, und im Leben befolge. Dein heiliger und die Aposteltage. Geift erleuchte mich, daß ich es verstehe, und stärke mich, daß ich auch darnach lebe. 115 Du mahnest und warneft mich durch die Stimme meines Gewissens. Es ist deine Stimme, o Gott, ich muß ihr gehorchen. Du schaffest mir so viele Gelegenheit, Mittel und Aufmunterung zum Guten; ich soll sie mir zu Nußen machen. Du öffnest mir die Quelle deiner Gnade in den heiligen Sakramenten. O, daß ich sie jedesmal mit rechter Vorbereitung empfange! Ich hoffe, daß der heilige Geist auch mich belehren, regieren und heiligen werde. Er stärke mich zur Stunde der Verführung und Trübsal; sei mein Beistand und Tröster. Erfülle, o Gott! mit deinem heiligen Geiste, wie einst die Apostel, auch ihre Nachfolger, unsere Lehrer und Seelenhirten- wie auch die Regenten und Obrigkeiten! Segne ihr Wort und Amt. Sende deinen stärkenden Tröster allen Bedrängten und Leidenden, Allen, die verfucht und geängstiget werden, oder dem Tode sich nahen. Führe die Irrenden auf den rechten Weg; erleuchte alle Menschen mit dem Lichte der ewigen Wahrheit und durchdringe alle Herzen mit der Flamme deiner heiligen Liebe! Amen. 8.* 116 Auf Pfingsten unb bie Apofteltage. Anrufung des heiligen Geistes. Romm heil'ger Geist, auf uns herab; O tomm, bes Himmels beste Gab'! Wie du auf die Apostel kamst, Und ihnen alle Schwäche nahmst. O tomm, des Himmels beste Gab', Komm, heil'ger Geist, auf mich herab! Du bist der Urquell alles Lichts, Und ohne dich vermag ich nichts. Es ist nur deine Gnadenkraft, Die gute, reine Herzen schafft. O tomm 2c., wie oben. Du bist's, der uns zum Guten treibt, Uns mahnet, stärket, in uns bleibb; Du, der uns kindlich beten lehrt, Und unser Herz zu Gott bekehrt. O tomm 2c., wie oben. Erleucht' und leite mich, und gib, Daß ich, was Gott will, thu' und lieb, Und laß mein Herz von Sünden rein, Zur Wohnung dir geweihet sein! 0 komm 2c., wie oben. Auf das heilige Dreifaltigkeitsfest. Auf das heilige Dreifaltigkeitsfest. Erneuerung des Taufgelübdes. ( Auch auf alle Sonntage.) 117 ater, Sohn und heiliger Geift! Einiger Gott in drei Personen!- Mein Schö pfer, mein Erlöser, mein Heiligmacher! Ich bete dich in tiefster Demuth an. So unbegreiflich unserem schwachen Verftande dein ewiges, höchstes Wesen ist, so huldreich gibst du dich uns durch den Glauben zu erkennen, in deinen herrlichen Werken, in unzähligen Wohlthaten, und durch dein heiliges Wort. Ich danke dir für alles Gute, das du mir durch die Erschaffung, Erlösung und Heiligung erzeiget haft. Alles, was ich durch deine Gnade bin und habe, an Leib und Seele, mein ganzes Herz und Leben, bringe ich wieder zum Opfer, übergebe es dir ganz und gar; und will es nur zu deinem Dienste, nach deinem heiligen Willen und Wohlgefallen gebrauchen. Meine findliche Ehrfurcht und Liebe, mein Gehorsam, mein Dank und Vertrauen fei dir heut' und immer angelobet. - Auf deinen Namen, dreieiniger Gott! hin ich getauft, und die geweihet worden. Was dart in meinem Namen mein Kaufpathe ver Auf das Frohnleichnamsfest. sprochen hat, das gelobe ich dir heute auf's Neue, and will es, mit deinem Beistande, treulich halten. Als dein gehorsames Kind, Vater im Himmel! als dein dankbarer Erlöster und treuer Nachfolger, o Jesu! als dein geheiligter lebendiger Tempel, o heiliger Geist! will ich mich verhalten; dem Bösen entsagen und der ertheilten und verheißenen Gnade mich würdig zu machen streben. 118 Wie ich an dich glaube, dreieiniger Gott, und auf dich hoffe, so will ich auch meine Liebe zu dir durch genaue Haltung deiner heiligen Gebote beweisen. Das sei mein Sinn und Vorsatz, so oft ich mich mit dem Zeichen meines Glaubens, dem heiligen Kreuze, bezeichne. Vater, Sohn, heiliger Geist! segne, stärke, bewahre, regiere mich, bis daß ich dich einst mit allen Engeln und Heiligen vollkommener erkennen, preisen und anbeten möge. Amen. Auf das Frohnleichnamsfest. ir feiern heute das Triumphfest unserer heiligen Religion, das Fest deines herrlichen Sieges, o Jesu! den du über deine und unsere Feinde, über Sünd' und Tod, errungen hast. Darum geht uns das Kreuz mit fliegenden Fahnen, als Siegeszeichen voran. Deßwegen wird uns das Evangelium viermal gelesen, weil es Auf das Fröhnleithnamsfeft. 119 fich an allen vier Enden der Welt verbreitet und erhalten hat. Dahin deutet und zielet das Geläute der Glocken, die Anzahl der brennenden Kerzen, der laut erschallende Lobgesang mit dem vereinigten Gebete deines Volkes, und all' das hochfestliche Gepränge in Kirchen und Straßen. Alles dir zur Ehre und uns zur heiligen Freude. Dant, ewiger Dank sei dir für die übergroße Liebe, die dich bewog, vom Himmel zu uns herabzukommen, um uns zu erlöfen und selig zu machen, und, zum ewigen Andenken daran, dieses heilige Sakrament einzuseßen, wo du dich unter der geheiligten Brodgestalt zur Speise unserer Seele hingibst, und auf den Altären zum unblutigen Opfer für unsere Sünden darftelleft. Demüthig glaubend verehren wir dieses Wunder der Liebe. Doch bist du mitten unter uns, göttlicher Heiland, wie du einst auf Erden gewandelt, und alle deine Fußtritte mit Wohlthaten bezeichnet hast- wie du dort beim Abschiedsmahle unter deinen Jüngern saßest- am Kreuze dein Leben für uns hingabft, nun aber im Himmel ewig lebeft und regiereft. Auch in deiner göttlichen Herrlichkeit bist du noch der liebevolle Menschenfreund, uns immer nahe, und bereit, unsere Bitten anzuhören und zu gewähren. Wir beten dich, unser Herr und Gott, in diesem heiligen Sakramente als wirklich gegenwärtig an; geloben dir ewige Treue und Folg Auf das Frohnleichnamsfeft. samkeit, und ergeben uns die gänzlich, wie du dich ganz für uns hingegeben haft und noch dich selbst uns dargibst. Vereinige uns ganz mit dir, und in dir, in heiliger Liebe! Ach, verzeih' unsern Kaltsinn und Undank, alle die Unehre, die dir, besonders in diesem heiligen Sakramente, widerfährt! Nimm dafür unsere heutige Hul digung und Abbitte gnädig an. Entzieh uns nur deine Gnade nicht. Segne uns in Kreuz und Leiden, durch dein heilbringendes Evan gelium, durch dein allvermögendes Mittleramt im Himmel, wo du uns zum Besten lebeft und regiereft mit dem Vater und dem heiligen Geiste in Ewigkeit. Amen. 120 Ecoe panis Angelorum. Chriften! feh't die Engelspeise, Die uns wunderbarer Weife Jesus auf der Pilgerreife Dieses Lebens liebreich schenkt! Laßt in Staub uns nieberbeugen, Dank und Ehre dem erzeigen, Vor dem sich die Himmel netgen, Uns'rem Heiland, Herrn und Gott! 3 Am Kirchweißfeste Zum ersten Segen. ir beten, Herr! dich gläubig an, Als wirklich uns zugegen; Was du zum Heil der Welt gethan, Ift unser größter Segen; Du segneft uns noch für und für: Wir preisen dich und danken dirk Zum zweiten Segen. Du bist im heil'gen Sakrament Wahrhaftig uns zugegen, Herr! bleib' bei uns bis an das End', Ertheil' uns selbst den Segen! Es bleibe, geh'n wir gleich von hier, Doch all'zeit unser Herz bei dir! Am Kirchweihfeßt. B ebente erstens, wie gut es ist, daß wir Kirchen haben, wo wir uns ungehindert und ordentlich zur gemeinschaftlichen Andacht verOsammeln, die heiligen Sakramente empfangen, und aus Gottes Wort Unterricht, Kraft und Trost schöpfen können. Danke also Gott für alle Wohlthaten, die er dir und Anderen an diesem Orte erzeiget hat und noch erzeigt. 2) Durch die zwölf Lichter an den Wänden der Kirche wird vorgestellt, daß das Licht des seligmachenden Glaubens durch die heiligen Apostel in ber Welt aufgegangen, und bis auf uns gekommen ist. Am Kirchweihfest. 3) Die ausgefteckte Fahne ist das Stegeszeichen des Christenthums, ein Zeichen der heiligen Freude. Leider wird aber dieser Freudentag von Vielen durch unmäßiges Essen, Trinken und Spielen, freche Tänze und andere Ausgelassenheiten entheiliget! Davor hüte dich. Laß dich vom bösen Beispiele nicht dahinziehen; meide die Gelegenheit! Habe auch bei deiner Ergößlichkeit stets Gott vor Augen! Denke dabei an so viele Arme, Kranke, Betrübte und Leis dende. Theile mit, hilf oder tröste, wo du kannst. Das ist die schönste Freude, Andere durch Wohlthaten erfreuen, und der beste Dank für die empfangenen. 4) Weihe dich selbst zum lebendigen Tempel Gottes, zum beständigen Gottesdienst ein, durch den heiligen Vorsak, Gott durch ein frommes Leben zu ehren, und dich, mit seiner Gnade, von Sünden rein zu halten. Dazu diene dir auch folgendes 122 - Gebet, wenn man in die Kirche kommt. Dieses Haus heißt Gottes Haus, weil es dazu bestimmt und eingeweiht ist, daß sich da Got tes Kinder, wie im Hause ihres Vaters, versammeln, ihn gemeinschaftlich anzubeten und an zurufen, seinen heiligen Willen zu vernehmen, fich in Bruderliebe zu vereinigen, und zu allem Guten zu ermuntern. Dwie schön, wie gut ist das! Wer sollte da nicht mit Freude erscheinen! Zwar bist du uns überall nahe, Allgegenwärtiger! Aber wir kommen dir näher, da uns hier Alles an dich erinnert, und unser Geist ungehindert sich zu dir Am Kirchweihfeft. erheben, und seine wichtigsten Angelegenheiten dir vortragen kann. Ja, du bist uns da, verborgener Gott und Heiland! auf eine so wunder- und gnadenvolle Weise wirklich zugegen, wohnest da mitten unter uns, thronest hier auf dem Altare, und spendest Segen in Fülle aus. Anbetung und Dank sei dir ewiglich. 123 Hier haben unsere Voreltern gebetet, und die Nachkommen werden da den Gott ihrer Väter suchen. So viele gingen gebeffert, begnadigt, getröstet und gestärkt von hier weg; ist das auch von mir wahr? Wo fehlt es? Wie verhalte ich mich? Gott! verzeih meinen Leichtsinn, meine Unachtsamkeit.- Verzeih' die Unehrerbietung, die dir in deinem Hause von uns widerfährt! Entzieh' uns darum deine Gnade nicht! Segne unsere Andacht, unsere guten Vorfäße, all' unser Thun und Lassen. Amen. - Bedenke, was die Kirche ist, Und in der Kirche, wo du bist. nefess 20 Buß- Andacht. ast du das Unglück gehabt, in eine schwere Sünde zu fallen, so säume ja nicht, durch eine inbrünstige Reue, und bei erster Ges legenheit, durch das Sakrament der Buße dich mit Gott wieder auszusöhnen. Mit jedem Aufschub wird der Schaden und der Verlust größer; es kommt dich immer schwerer an; du sintest immer tiefer. Jede Stunde ist verloren; Alles, was du thuft, ist verdienstlos vor Gott. Du schwebeft über dem Abgrund der Hölle. Was kann schrecklicher sein, als Gottes Güte verachtet, sich von ihm abgewendet, mnd seine Gnade verloren zu haben! Eile dann, elle zur Barmherzigkeit Gottes hin, daß du der strafenden Gerechtigkeit entgeheft. Wenn du dich aber auch keiner Todsünde schuldig wüßtest, so haft du doch Fehltritte genug zu bereuen and zu büßen. Auch die sogenannte läßliche Sünde ist Beleidigung Gottes, und führt unvermerkt zur Codsünde, wenn man sie nicht achtet, und ist's oft schon, da man's nicht meinte. Das hetlige Buß- Sas trament soll btch davor bewahren. Je türzer die Zwischenzeit von einer Beicht zur andern ist, desto leichter kannst du dich befinnen, reinigen und bessern. - Buß- Unbacht 125 Fallen nur kannst du von bir selbst, aber aufstehen nicht ohne Gottes Hufe. Beginne also mit einem andächtigen Gebet vor der heiligen Beicht. N₁ Uwiffender, heiliger Gott! Du kenneft mich opganz, wie ich gefinnt und beschaffen bin; fennest mich weit beffer, als ich mich selber kenne. Vor dir kann ich mich nicht verbergen, nicht verstellen, oder beschönigen. Du mirst mich einst nach der Wahrheit und Gerechtigkeit richten, nicht nach dem Scheine, oder nach der Meinung. Von jedem nichtswürdigen Worte werde ich dir einst müffen Rechenschaft geben. Wie werde ich vor dir bestehen?- Noch schenkest du mir Zeit, mich selbst zu richten, und deinem gestrengen Gerichte zuvor zu kommen. Ich muß es doch recht wissen, wie weit es mit mir fteht, ob ich besser oder schlimmer geworden bin- was ich zu erwarten habe, und was ich noch verbessern kann. Ich darf dieses wichtigste Geschäft nicht obenhin vornehmen: es liegt mir alles daran, daß es recht geschieht. Aber ohne deine mächtige Gnade, mein Gott! vermag ich nichts. Heiliger Geist, leite, stärke mich! 126 Buß- Andacht. Die Gewissenserforschung soll mit größtem Fleiße und Ernste geschehen, weil man weder aufrichtig beichten, noch sich bessern kann, wenn man seinen Sündenzustand nicht erkennt. Eben da fehlt es schon zuerst. Die Eigenliebe scheuet den Spiegel, und die Trägheit die Mühe. Du, scheue sie nicht, wenn du es redlich mit deiner Seele meinest! Frage dich selbst, und laß dir von deinem Gewissen aufrichtige Antwort geben. Wie habe ich mich verhalten in Gedanken, Worten, Werken und Unterlassungen Gegen Gott. Wie habe ich meine letzte Beicht und Buße verrichtet? und wie meine Vorsätze und Versprechungen gehalten? Habe ich seitdem öfter an Gott gedacht? mein Morgen- und Abendgebet mit Andacht gepflogen? Habe ich mich nie in Glaubenszweifel eingelassen? nie Aberglauben getrieben? Habe ich nie über Gott heimlich oder laut gemurret? seinen heiligen Namen oder andere heilige Dinge verunehret? geschworen, gescholten, gefluchet? Wie habe ich die heilige Messe, die Predigt und chriftliche Lehre angehört? mit welchem Nutzen? habe ich nicht oft vorwißig umhergesehen, in Gedanken ausgeschweift, geschwätzt? Andere gestört und geärgert? Wie habe ich übrigens die Sonn- und Feiertage zugebracht und geheiliget? Gegen den nächsten. Bin ich gegen meine Eltern Lehrmeister, Vorgesepte 2c. nicht trotzig, falsch, undankbar gewesen? Buß- Andacht. 127 Habe ich nie heftigen Zorn, Haß, Rachgier, Neid, Schadenfreude, falschen Argwohn in meinem Herzen gehabt? wie lange? oder habe ich sie vielleicht noch? Wie weit ist's gekommen? Habe ich mich nicht stolz über Andere erhoben, sie verachtet, ausgehöhnt, schlecht gehalten? - Habe ich Niemanden mit Spctt- oder Schimpf= namen gekränkt und beleidiget? Niemanden an seiner Ehre verletzt falsch angegeben, verkleinert und verschwärzet? noch unbekannte Fehler ohne Noth und Rußen ausgesagt? lieber Schlechtes als Gutes nachgeredet und angehöret? aus übler Gewohnheit und Plauderhaftigkeit, Leichtsinn, Unbesonnenheit, Eitelkeit, oder aus heimlicher Bosheit? Wie würde ich's empfunden haben, wenn mir's geschehen wäre? Wie kann ich den Nachtheil ersetzen, der daraus entstanden? nie betrogen? in welchen Habe ich durch Schwäßerei, Trotigkeit und Eigensinn nicht Unfrieden, Verdruß, Feindschaft verursacht? Habe ich selbst gern gezankt? oder gar gerauft und geschlagen? Hätte ich nicht gefälliger, nachgiebiger, verträglicher sein sollen? Habe ich nie etwas entfremdet oder verdorben? nie dazu geholfen oder geschwiegen, wo ich's hätte verhindern können oder sollen? habe ich mich nicht selbst heimlich bezahlt gemacht? weßwegen und wie? Habe ich nicht auch durch meine Nachlässigkeit Schaden verursacht? Habe ich kein Nergerniß gegeben? nie Andere zur Sünde angereizt, verführt, veranlasset- durch unkeusche Reden und Gesänge, durch üppige Kleidung - Habe ich nie gelogen- Stücken und warum? - Buß- Andacht. und Geberben, burch böses Beispiel, burg Wohlges fallen und Mithalten? selbst durch Schweigen und Busehen, wo ich hätte mißbilligen und abwehren sols en habe ich Niemanden vom Guten abgehalten? 128 Gegen mich selbst. - abe ich meine Seele nie mit unreinen Gebanken nb Begierben freiwillig befleckt? Habe ich nicht selbst bagu Ursache und Anlaß gegeben, durch Vorwiß, Lettfinn, Lüfternheit? Habe ich nie etwas ges rebet, gern angehört, angesehen, oder gar gethan und zugelassen, daß ich mich jetzt schämen muß vor Gott und vor mir selbst wenn's auch Niemand wüßte, als Gott und ich? Bin ich nicht etwa noch in nächster Gelegenheit und Gefahr? - habe ich mich nicht verborben und geschwächt durch Unmäßigkeit im Effen und Trinken, burch unnöthige Ueberspannung, durch heftigen Born, durch das schletchende Gift der Wollust? Habe ich nicht durch Spielen Kleiberprachtund unnüßen Aufwand verschwendet, was ich einft besser würde brauchen können, und nöthig haben? - Habe ich durch mein Betragen mir wahre Ehre gemacht vor Gott und Menschen, und also auch für mein künftig gutes Fortkommen gesorgt? oder habe ich mir selbst durch schlechte Aufführung daran ges habet? Habe ich das Gute, und was meine Pflicht war, wegen Gott gethan? ober blos aus Eigennuß, des zeitlichen Gewinns, ober ber eitten Ehre wegen? oder nur aus Zwang oder auf ben Schein? Babe ich blos aus Schwachheit, aus Uckereilung Buß- Andacht. oder wissentlich, vorsätzlich, leichtsinnig gegen die Warnungen meines Gewissens gesündigt? 129 Habe ich den geschehenen Fehltritt sogleich bereuet und zu verbessern gesucht? oder etwa gar nicht ge= achtet und bald wieder begangen? wie oft?- vielleicht gar mit dem vermessenen Gedanken: Ich könne es schon wieder beichten? Wo fehlt es bei mir am meisten? Welcher ist mein Hauptfehler, den ich am öftesten begangen, und schon so oft gebeichtet habe? zu dem ich am leichtesten gereizt werde, gegen den ich am härtesten zu streiten habe der mich wieder zu andern Fehltritten verleitet; der mir die meisten Vorwürfe und die schlimm= ften Folgen zuzieht? Was tadeln an mir die Leute, die mich kennen, besonders meine Widersacher, die mich schärfer beurtheilen? Was kann ich daraus lernen? Haben sie nicht recht? Was würde ich von Anderen denken, die eben diese Fehler hätten, wie ich wenn ich ihnen in's Herz sehen könnte? Was würde mich am meisten ängstigen und schmerzen, wenn ich jetzt sterben müßte? Eile über diese Frage nicht flüchtig weg, und warte die aufrichtige Antwort deines Gewissens ab. Je besser du deine Fehler erkennest, desto Herzlicher wirst bu sie bereuen. Bur Erweckung ber Rene über schwere Sünden bedenke: Was hast du gethan! Du hast gesündiget, wider Vernunft, Pflicht und Gewissen gehandelt Gottes heilige Gebote übertreten, seine Gaben mißbraucht, seine Warnungen verachtet. Nach seinem Der Schußengel 9 130 Buß- Andacht. heiligen Willen und Wohlgefallen fragtest du nichts, tehrtest ihm den Rücken, und folgtest deinen böjen Lüsten. Die Sünde ist daher abscheulicher Undant und Ungehorsam gegen deinen besten Bater, Verachtung des höchsten Guts, und heißt daher mit Recht Beleidigung Gottes. Bedenke, wie thöricht und schändlich du gehandelt haft, wie strafbar du bist, da du mit Wissen und Willen- gegen so viele Verpflichtungen und Antriebe zum Guten so oft vielleicht gar vermessentlich auf Gottes Barmherzigkeit gesündiget hast. Solche Umstände vergrößern die Sünde. - - Bas hast du nun davon? Was wirst du in der Zukunft im Todbette in der Ewigkeit davon haben? Was ist der Lohn der Sünde?- Scham und bittere Reue vielfaches, zeitlich und ewiges Elend. Die Sünde zieht gewöhnlich schon in diesem Leben ihre Strafe nach sich; sie ist das größte Uebel in der Welt. Du mußt die kurze sündhafte Lust theuer büßen; auf die schnöde Freude folgt desto größeres, langes, ewiges Wehe. - Wie schrecklich weit erstreckten sich oft die Folgen einer einzigen Sünde! Wer kann ben Schaden bes rechnen und erseßen, den die Verführung, das böse Beispiel, eine leichtfertige Neue, eine Berläumbung anstiftet! Wie haft du dich durch die Sünde selbst verdorben, verschlimmert, vielleicht um Gesundheit, Glüd und Ghre gebracht!- Kann dir die ganze Welt den Verlust deiner Unschulb, des guten Gewissens, der Seelenruhe, der Gnade und Freundschaft Gottes, und deiner ewigen Seligkeit ersetzen? Buß- Andacht. Wie wird es dir vor Gottes Gericht ergehen? Welche Ewigkeit wartet deiner! Der Himmel ist allen Unreinen auf ewig verschlossen. Dort brennen sie im ewigen Feuer, und verfluchen in rasender Verzweiflung ihre sündhaften Lüste. Dort wärest auch du schon, wenn dich Gottes Erbarmung nicht gnädig behütet und verschonet hätte, deiner Besserung wartend. Ja, dafür bietet er dir jetzt noch Gnade und Seligkeit an durch Jesum, seinen Sohn, der auch um deiner Sünden willen litt und starb. Sieh' am Kreuze deines Erlösers die Größe deiner Sünden und die Größe der Liebe! Kann da dein Herz noch ungerührt bleiben? - 131 Bete dann reumüthig mit dem verlornen Sohn: Vater! ich habe gefündigt. Mit Scham und Reue bekenne ich meine Schuld, meine Schande, mein Elend. Ich bin nicht mehr werth, dein Kind zu heißen. Aber du bleibst noch Vater, und nimmst dein verlornes Kind, sobald es sich aufrichtig bekehrt, mit erbarmender Liebe, in deine offenen Arme auf. In demüthigen Vertrauen auf das Wort und die Verdienste Jesu, meines Heilandes, flehe ich deine Barmherzigkeit an. Verzeih' mir auch diesmal, sei mir Sünder gnädig!- Nicht mehr blos aus Furcht vor der verdienten Strafe, sondern aus Liebe zu dir, du höchstes Gut! verabscheue ich die Sünde, als das größte Uebel, und entsage ihr vor deinen Augen auf immer, besonders dieser.... der ich am meisten er9* - - Buß- Andacht. geben bin. O könnte ich das Böse ungeschehen oder wieder gut machen! Konnte ich die verlorne Zeit zurückrufen; mein Leben wollte ich dafür geben! Von nun aber will ich lieber sterben, als noch einmal leichtsinnig fündigen lieber auch das Härteste thun und dulden, auch das Liebste mir verjagen, als mich der Gefahr aussetzen, dich wieder zu beleidigen. Weil ich das Böse, das ich that, nicht mehr vernichten kann, so will ich dafür so viel Gutes thun, als möglich ist, und das Versäumte mit desto größerem Fleiße hereinzubringen suchen. Habe ich Andere geärgert, so sollen sie an mir ein Beispiel der Bekehrung sehen. Habe ich Jemanden Schaden oder Leid gethan, so soll es vergütet werden. Wie ich wünsche, daß du mir verzeihest, mein Gott! so sei auch meinen Beleidigern verziehen. Mit Fehlenden will ich Geduld, mit Unglücklichen Mitleid haben- barmherzig sein, wie du barmherzig bist. 132 - Demüthig unterwerfe ich mich den zeitlichen Strafen meiner Sünden, da du mir die ewigen Strafen so gnädig erlassen willst. Züchtige du mich, mein Vater! wenn meine eigenen Bußwerte nicht hinreichen, um deiner Gerechtigkeit genug zu thun, und mich vor größeren Uebeln zu verwahren. Mein Leichtsinn soll durch ver schuldete Leiden und bittere Erfahrungen gewar net und eingehalten werden. Diese böse Lust darf nicht ungebüßt bleiben. Laß nur die heil Buß- Andacht. 133 same Buße, die du mir auflegft, mir auch heil sam werden, zur wirklichen Abbüßung und Bef ferung. Sieh', o Gott! diese meine Reue um Jesu willen gnädig an, und stärke meiner schwachen guten Willen. Amen. Reue über sogenannte lässliche oder SchwachheitsSünden. ehltritte, die man mehr aus Uebereilung, alt mit Vorsatz, oder in kleinen Dingen begeht, nenn man läßliche oder Schwachheits- Sünden. Auch diese müssen von Herzen bereut werden, weil Gott dadurch beleidigt, seine Liebe und Gnade ge: schwächt, ja, oft schon, ohne daß man's meinet, eine schwere Sünde daraus wird. Wer im Kleinen un: treu ist, der wird es auch im Großen sein", sagt Christus. Aus kleinen Fehlern, die man nicht achtet, werden böse Gewohnheiten, und oft große Laster. Wenn du lauter läßliche Sünden beichtest, aber ohne Neue, ohne Besserung; so wäre deine Beicht ungiltig. Bedenke dieses wohl, und bete reumüthig: Ach, mein Gott! wie schwach, wie armselig, wie voller Mängel und Fehler bin ich noch vor dir! Wie träge zum Wachen und Beten; wie nachlässig in Erfüllung meiner Pflichten, und in Ausübung des Guten, sobald es mich schwer ankommt! Wie unbesonnen und leichtsinnig in meinen Reden und Thun- wie ausschweifend in meinen Gedanken; wie mürrisch und ungeduldig in Widerwärtigkeiten wie jähzornig, wie unfreundlich und eigensinnig! Wie hoffärtig 134 Buß- Andacht. und eitel in meinem Sinn und Betragen! Wie viele Fehler habe ich wieder begangen, die ich schon so oft bereuet, gebeichtet, und zu beffern versprochen habe! Wie wenig Gutes thue ich aus Liebe zu dir, und wie's sein soll, weil, und wie du es willst, mein Gott! Wie undankbar bin ich dir für so viele Gnaden! Wie tief wäre ich schon in Sünd' und Laster versunken, wenn du mich nicht bewahret hättest! Ach mein Gott und Vater! von Herzen bereue ich diese meine wieder begangenen Fehltritte, meine Untreue, meinen Leichtsinn. Verzeih' mir auch diesmal um Jesu willen! Ich will desto demüthiger, fleißiger, dankbarer sein, und mich desto sorgfältiger hüten vor Allem, was dir mißfallen kann. Stärke mich in diesem guten Vorhaben. Amen. Der Vorsatz, der nothwendig in der Neue enthalten ist, muß sich über alle Sünden erstrecken, besonders aber auf dies jenige gerichtet sein, der du am meisten ergeben bist. Bedenke, was dich am öftesten zur Sünde verleitet; wann, warum du gefallen bist, was du also vor Allem zu meiden, und was du zu thun hast, welche Vorschriften und Gegenmittel du brauchen sollst. Mit diesem festen Vorsatz geh dann zur Beicht. lage dich aufrichtig und demüthig an, als vor Gott, deinem Richter, ohne Rückhalt, ohne Beschöni Buß- Andacht. 135 gung, sonst hast du keine Bergebung zu hoffen.- Schäme dich nur, gesündiget zu haben; aber nicht, es dem Priester an Gottes Statt bemüthig zu bekennen, von dessen Verschwiegenheit und Mitleiden bu versichert bist, und der dir nicht helfen kann, wenn du nicht aufrichtig bist. Selbst diese Beschä mung ist heilsame Buße, und soll dir einst eine weit größere Beschämung ersparen am Tage des großen Weltgerichts. rer, Entbecke und unterwirf dich ihm, als deinem FahSeelenarzt und Richter. Sollte er's auch für nöthig finden, die Lossprechung aufzuschieben, bis du dich ernstlich besserst- er thut's aus Pflicht, zu deinem Besten. Was hälfe dich auch bie Lossprechung, wenn du nicht wirklich von der Sünde los würdest?- Bleib' bei dem, der deinen Seelenzustand kennt, und schenke ihm dein ganzes Vertrauen auch dann noch, wenn du wieder so unglücklich gewesen sein solltest, in die alten Sünden zu fallen. - Nach der Seicht. Di ante Gott für seine Barmherzigkeit, bekräftige beine guten Vorfäße, und gelobe, sie zu halten. Nimm dir zu Herzen, was dir ber Beichtvater gesagt und aufgetragen hat, und erinnere dich öfters daran. Denke an das Wort des Heren: Sei getroft mein Sohn( meine Tochter), beine Sünden sind dir vergeben. Geh' hin, unt sündige nicht mehr, damit dir nicht etwas Aergeres widerfahre." Je tiefer du in Sünden versunken sein wirst, desto schwerer und mühsamer wird die Besserung; aber 136 Buß- Andacht. glaube nur nicht, daß es dir unmöglich sei, deine böfe Gewohnheit abzulegen, deine heftige Neigung und Begierde zu bemeistern. Denke nur: es kann sein, es muß sein. Gott, der nichts Unmögliches fordert, ber beine Schwachheit kennt, und dir beistehen will, sagt es, und will es. Entschuldige deine Trägheit, deinen Leichtsinn nicht mit der menschlichen Schwachheit. Was kann der Mensch nicht Alles mit Gottes Beistand, wenn er ernstlich will! - Habe immer alles Mißtrauen auf dich selbst, aber desto mehr Vertrauen auf Gott. Wende nur die empfangene Gnadenkraft treulich an, so wirst du immer mehr erhalten. Verzage nicht, wenn es dir nicht gleich gelingt. Schaue nur, nach einem aus Ueberraschung begangenen Fehler, reumüthig zu Gott auf, bitte um Gnade und werde vorsichtiger, demüthiger. Sündige nur nie wissentlich, indem du etwa leichtsinnig dentest: ,, Nur dießmal noch." O dieß einzige Mal schlägt dich weit zurück; es wird bald wieder geschehen. Du wirst immer schwächer und schwächer, bis du endlich gar an beiner Besserung verzweifelst, und wieder fortsündigest, ärger als zuvor. Erneuere täglich deine Vorsätze im Gebet, und frage dich Abends, wie du sie gehalten hast. Bitte deine guten Freunde, daß sie dich erinnern und warnen, wenn du dich wieder vergessen solltest. Flieh' die Gefahr, und wo du sie nicht vermeiden tannst, da rüste dich zum Kampf und Widerstand. Verfage dir auch manches erlaubte Vergnügen, da mit du die sündhafte Lust überwinden lernest. Thu' bir Gewalt an, handle bei jeder Gelegenheit mit Fleiß und vorsätzlich deiner bösen Neigung und Beierde entgegen. - Buß- Andacht. 137 Halte dein Gelüst' und deinen Vorwitz- deine leichtfertige Zunge deine Augen und Ohren deine ganze Sinnlichkeit in strenger Zucht. Wende deine Glieder, die du so oft zum Sündigen mißbraucht hast, nur zu Buß- und Tugendübungen an, nach der Lehre des Apoftels( Röm. 6). Solche Uebungen und Enthaltungen sind die heilsamsten Bußwerke, weil sie sowohl zur Genugthuung, als auch zur Besserung dienen. Das ist es auch, was Abtödtung und Kreuzigung des Fleisches heißt, welche das Christenthum fordert. Deine Mühe und Arbeit Trübsal und Leiden Alles, was dich hart ankommt, wenn du es Gott zu lieb thust und leidest, Gott aufopferst- gilt dir auch zur Abbüßung deiner Sünden, zur Besserung. Stelle dir Buße und Bekehrung nicht als eine zu traurige Sache vor! Sie ist der Zustand der Aussöhnung mit Gott und der Genesung, ja, der Wiedergeburt zum neuen Leben. O welche Freude wirft du haben, wenn du im Gewissen beruhiget, und dir der Gnade und Liebe Gottes bewußt sein kannst wenn du dich durch jede Ueberwindung stärker und freier von der Gewalt der sündhaften Begierden fühlen wirst! 1 1 Wie viel Gutes kannst du noch ausrichten, wenn bu gleich jetzt anfängst!- Nur der Anfang ist die größte Beschwerde, die aber mit jedem Aufschub noch größer, mit jedem Fortschritt leichter wird. Wie unerfäßlich ist der Verlust und Schaden, wenn du länger säumest! Wie kannst du dein ewiges Heil leichtsinnig der ungewissen Zukunft überlassen. - Die heil. Messe als Versöhnopfer soll diese Bußgesinnung in dir noch mehr beleben und bestärken. mal Kommunion- Andacht. 6389 C as theuerfte Unterpfand der Sündenvergebung ist das ewige Gedächtnißmahl der Liebe Jesu, der da sein Fleisch und Blut zur Seelenspeise hingibt, um sich auf's Innigste mit uns zu vereinigen.„ Nehmet hin und effet! dieß ist mein Leib- dieses thut zu meinem Ans denken!" - Nimm dir das zu Gemüthe, christliche Seele! Dente nach, was Jesus für dich gethan und gelitten hat, bis zum Tod am Kreuze! Erkenne, bewuns dere, verehre die unendliche Liebe, die dir mehr nicht geben kann, als sich selbst. Dein Herr und Gott kommt zu dir. Bereite dich zu seinem Empfange. Hast du dich redlich geprüft, deine Sünden aufs richtig bereuet und gebeichtet, damit du nicht uns würdig zum Tische des Herrn hinzugehest, unb dir selbst das Gericht hinetnessest: so nahe dich mit Des muth und Vertrauen dem Gabentische, das Brod des Lebens zu empfangen. Der Glaube sagt dir, was du zu hoffen, und die Liebe, was du zu thun haft. Kommunion- Andacht. 139 Gebet vor der Kommunion. 35 ch komme nun also, o mein Jesu! an deinen heiligen Tisch, zu dem du uns so liebreich eingeladen hast. Ich bekenne durch meinen Hinzutritt öffentlich, daß ich an dich glaube, wenn ich dich gleich nicht sehe. Ich glaube auf dein untrügliches Wort, daß ich dich felbst empfange, mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut, mit Menschheit und Gottheit, wie du einst am Kreuze für uns geblutet hast, und nun im Himmel lebst und regierest. Je unbegreiflicher mir dieses Wunder deiner Liebe ist, desto größer ist die Gnade, die mir widerfährt. Was kann ich von dir, gütigster Heiland! nicht Alles hoffen, der du für mich deinen Leib, zum Versöhnopfer für meine Sünden, in den schmerzhaftesten Kreuztod hingegeben haft- und ihn jeßt zur Nahrung meiner Seele und zum Unterpfand des ewigen Lebens hingibst! Je arm. seliger ich bin, desto fester vertraue ich auf deine Güte. Und wie vergelte ich dir deine unaussprechliche Liebe? Was thue ich, was leide ich zum Danke für Alles, was du für mich gethan und gelitten haft? Ich sollte dich, wie jene Büßerin, um so mehr lieben, je mehr du mir vergeben und geschenket hast! Aber, ach, wie muß ich mich schämen! Ich kann nichts Anderes, als be Kommunion- Andacht. dauern, daß ich dich so wenig liebe, und wün schen, dich immer mehr zu lieben, du Bester, Liebenswürdigster! Fache du das Fünklein in meinem Herzen zur hellen Flamme an- durch dieses Sakrament der Liebe. 140 Du siehst auf den guten, obgleich schwachen Willen. Du reichest mir zur Stärkung das Brod des Lebens dar, und rufest uns Allen zu: ,, Kommet zu mir, ihr Alle, die ihr unter der Last euerer Mühseligkeiten seufzet, und ich will euch erquicken." Auch ich habe Ursache zu seufzen, und komme also, weil du mich rufest. Herr! ich bin nicht würdig, daß du eingehest unter mein Dach, aber du kehrtest auch bei Sündern ein, und ließest ihrem Hause Heil widerfahren. Herr! ich bin nicht würdig 2c. Aber sprich nur ein Wort deiner Erbarinung, so wird meine Seele gesund. Dein heiliger Leib bewahre, stärke, heilige meine Seele zum ewigen Leben! Nach der Kommunion. Beju esus! du bist bei mir!- du bist mein und ich bin dein- mein Herr und mein Gott! Ich versinke in mein Nichts vor dir, und bete dich an, in tieffter Ehrfurcht mit allen Engeln und Heiligen. Kommunion- Andacht. — Preise, meine Seele, preise den Herrn, und vergiß ewig der Gnade nicht, die er dir gethan hat! Was konnte deine Liebe, o Herr, noch mehr geben und thun? Wie soll ich dir also die Liebe vergelten, mein Jesus! Mein Herz verlangst du von mir, mein ganzes Herz. Wie du dich ganz für mich hingegeben hast, so soll ich mich dir auch ganz ergeben; nur dir leben, der du für mich gestorben bist. Nicht mehr der alte Mensch, sondern du sollst leben in mir, der du dich jetzt so innig mit mir vereinigt hast. Deine Lehre, dein Beispiel, dein Geist der heiligen Liebe soll alle meine Gesinnungen, Reden und Handlungen leiten. Das soll mein Dank, und die Frucht meiner Andacht sein. Bei deinem heiligen Leib und Blut verheiße ich dir Treue, und erneuere heute wieder mein Taufgelübde. Ich widerfage dem bösen Feind, allen seinen Werken, aller seiner Hoffart, allen fündhaften Freuden, aller böfen Gesellschaft, allem gefährlichen Umgang, allen Anreizungen zur Sünde. Ich will alle meine Pflichten redlich erfüllen, Alles treulich halten, was ich eben in der Beicht versprochen habe. 141 Weil Liebe dein Hauptgebot, und das Kennzeichen wahrer Christen ist; so will ich auch alle Menschen lieben, wie du uns geliebet, verzeihen, wie du verziehen auch für meine Feinde beten, wie du gebetet haft. So will ich - Kommunion- Andacht. Fried' und Eintracht zu erhalten suchen- Ge duld und Sanftmuth üben- freundlich und dienstfertig sein schonen, helfen, wohlthun, wo und wie ich kann. Denn ich habe ja heute das gemeinschaftliche Liebesmahl genoffen, da du uns Alle, als Kinder eines Vaters, an einem Tische speisest, und in Liebe mit dir und unter uns vereinigen willst. 142 nommen Aber ach! wie oft bin ich schon da vor dir erschienen! Wie viel habe ich mir schon vorge und wie wenig gehalten! Was würde erst geschehen, wenn ich meine Vorsätze nicht öfters erneuerte, und mich noch seltener mit diesem Himmelsbrode stärkete! laß es meiner Seele gedeihen, und Kraft geben zum Kampf gegen die Versuchungen, zur Geduld in Beschwerden und Leiden, zur Beharrlichkeit bis an's Ende! Dann soll mich der, Tod selbst nicht mehr schrecken, sondern nur auf immer mit dir vereinigen. Denn du sagtest: ,, Wer mein Fleisch ißt, und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich in ihm.- Wer dieß Brod ißt, der wird in Ewigkeit leben." - - O selige Kommunion- Andacht, welche diese Früchte des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, der Besserung und Heiligung in mir hervorbringt! Wie getrost, wie gestärkt, wie reichlich begabt kann ich zurückkehren! Ich habe kein kräftigeres Stärkungsmittel meiner Schwachheit, als diese öftere andächtige L Kommunion- Andacht. 143 Kommunion. O daß ich ja bald wieder mit neuem Liebeseifer dabei erscheine! Mein Jesus! ich verlasse dich nicht, ohne daß du mich segnest! An dich halte ich mich. Vereinige mich immer mehr mit dir. Nichts foll mich mehr von deiner Liebe scheiden.- Dir will ich leben, der du für mich starbst! Dir will ich sterben, der du für mich lebest! Dein will ich sein in Zeit und Ewigkeit! Amen. Gebet zu Jesus, um das Beste. Jesus! du liebevoller Heiland! verleih' mir diese wahre, einzige reinste Glückseligkeit, ein kindlich frommes, unschuldiges Leben vor dir zu führen. Mahne und warne leite und stärke mich durch deinen heiligen Geist, damit ich ja allezeit dein Gebot und Beispiel lebhaft vor Augen habe, überall nur dir zu gefallen suche, all' mein Thun und Lassen, alle meine Kräfte, alle Augenblicke meines Lebens in kindlicher Liebe und Treue dir widme und aufopfere. O mein Heiland! liebster Jesus! fteh' mir mit deiner Gnade kräftig bei, daß ich sowohl meine, als auch die Unschuld und Tugend Anderer forgfältig achte und bewahre; daß ich nie so leichtfertig und unselig werde, je eine Seele zu ärgern und zu verführen, oder mich selber verführen zu lassen. Bewahre mich, o Herr! vor Leichtsinn und Weltsinn, daß ich ja nebst meiner eigenen feine Anbetung Jesu Christi fremde Sündenschuld auf mich lade! Rette mich, hilf mir aus Gefahren, Versuchungen und Gelegenheiten zur Sünde! Stärke mich, daß ich fliehen, oder widerstehen möge! Je schwächer ich mich fühle, desto fester halte ich mich an dich. Je weniger ich mir selbst trauen darf, desto kindlicher vertraue ich auf dich. O Gnade meines Erlösers, komm' und steh' mir erbarmend bei. 144 Anbetung Jesu Christi bei Aussetzung des allerheiligsten Altarssakramentes. ( Auch zur abwechselnden Meßandacht dienlich.) Fit iniger Gott! Vater unsers Herrn Jesu Chrifti! wir beten dich in deinem Eingebornen an. Er ist dein vielgeliebter Sohn von Ewigkeit, dein vollkommenes Ebenbild, Eins mit dir, gleich dir, Gott! Wer ihn lennt und ehrt, der kennt und ehrt dich. Ohne zu ergründen, was er an sich, und wie er mit bir Eins ist, wollen wir nur dankbar erkennen, was er uns ist, um ihn nach unserem Vermö gen würdig zu verehren. O, daß unsere Erkenntniß und Verehrung immer vollkommener, inniger, thätiger werde! Dieß soll die Frucht anserer Andacht sein. bei Aussegung des Altarssakramentes. 145 Jesus Christus, unser göttlicher Lehrer. Miel und mannigfaltig hatte Gott einst schon durch die Stimme der Natur und Vernunft, dann durch die Propheten zu den Vätern geredet, und selbst durch seinen Sohn. Das Wort, das vom Anfange, vvn Ewigkeit bei Gott war, Eins mit Gott; durch welches die Welt ge schaffen war, ist Fleisch geworden, als Mensch auf Erden erschienen, uns seine Herrlichkeit zu offenbaren, voller Gnade und Wahrheit.- Gott hat Niemand je gesehen; du, der Eingeborne, der im Schooße des Vaters ist, haft ihn uns bekannt gemacht. Du, das Leben und zugleich das Licht der Welt, das jeden Menschen erleuch. tet, der ihm nicht die Augen verschließt, du lehrtest uns Gott als Vater kennen, der die Liebe ist, und durch folgsame Liebe geehrt sein will, und gabst uns Macht, Kinder Gottes zu werden. Du kamst auf die Welt, und ließest dich zu unserer Schwachheit herab, um uns zu. Gott zurück, und in den Himmel zu führen. Du selbst bist uns der Weg, die Wahrheit und das Leben. -3u wem wollen wir gehen? Du haft Worte des ewigen Lebens. Ja, nicht blos Lehrer und Erklärer des gött. lichen Gesetzes bist du uns, sondern Gesetzgeber selbst. Dein Gesetz ist Liebe, die alle Pflichten umfaßt, und die Gesinnung heiligt. Bei aller Der Schußengel. .10 146 Anbetung Jesu Christi Mühe, welche die Tugend kostet, die du forderst, ist doch dein Joch sanft, und deine Bürde leicht, durch die Liebe, die sie auflegt, durch die Gnade, die du dazu darreichst, und durch die übergroße Belohnung, die du verheißest. Selbst wenn du den Widerspänstigen und Ungebefferten Ver dammniß androhest, so willst du sie noch war. nen und retten. Keines deiner Worte blieb unerfüllt: eher werden Himmel und Erde vergehen. Göttliche Thaten bestätigen die Göttlichkeit deiner Lehre. Selbst ihre wunderbare Verbreitung in der Welt und ihre Erhaltung ist uns der stärkste Beweis. Zu deiner Ehre und Anbetung, göttlicher Lehrer! will ich die Wahrheit lieben und mit aufrichtigem Herzen suchen, damit deine heilige Lehre mir als Gottes Wort über Alles schäßzbar werde, und dann meinen Verstand erleuchten, mein Herz beffern, mein Leben leiten, mein Gemüth beruhigen möge. 3u deiner Ehre will ich, für mich und Andere, Erbarmung, Kraft und Trost daraus schöpfen, und dazu mitwirken, daß diese seligmachende Lehre unter uns erhalten, geschätzt, befolgt und fortgepflanzt werde.- Zu deiner Ehre will ich deine Thaten nicht blos bewundern, sondern daraus erkennen, daß dein Wort ewige Wahrheit, und die höchste Macht Gottes zugleich mit seiner höchsten Liebe vereinigt ist. Zu deiner Ehre will ich glauben, wenn ich auch nicht mehr Wunder sehe; ich kann aus - bei Aussetzung des Altarssakramentes. 147 eigener Ueberzeugung und Erfahrung wissen, wie göttlich und seligmachend deine Lehre ist, wenn ich sie treulich befolge. Jesus Christus, unser Vorbild. Den Weg, den du uns zeigtest, gingſt du selbst voran. Dein Leben war die kräftige Bestätigung deiner heiligen Lehre, eine beständige Ausübung der vollkommensten Gottes- und Menschenliebe. Den Willen deines Vaters thun, und sein Werk auszuführen, war dein ganzes, dein angelegenstes Geschäft auf Erden. Mit größter Anstrengung und Aufopferung hast du es vollbracht. Ihm allein gabst du die Ehre für Alles. Durch willigsten Gehorsam bis zum Tode, durch standhafteste Ergebenheit und unerschütterliches Vertrauen, auch in der größten Verlaffenheit, ehrtest du deinen Vater, als sein wahrer, vielgeliebter Sohn, an dem er sein größtes Wohlgefallen hatte. Als seine Kinder, seine Brüder, liebtest du die Menschen, wie sie noch keiner geliebt hat. Den Armen das Evangelium, die frohe Botschaft ihres Heils zu verkünden, war dein liebster Beruf. Den Mühseligen riefst du zu: Kommt zu mir! ich will euch erquicken!" Keiner ging frostlos von dir. Immer war deine Hand zur Hilfe ausgestreckt; alle deine Fußtritte waren mit Wohlthaten bezeichnet. Nie brauchtest du deine Wunderkraft zu deinem Ruhine 10* 148 Anbetung Jesu Chrifti oder Vortheile; nur zu Gottes Ehre und zum Heile der Menschen, damit sie glaubten, daß du ihnen zum Heile gegeben seiest, und Macht habeft, die Seelen zu heilen, zu retten und ewig zu beglücken, indem sie sahen, wie mächtig du ihre Krankheiten heiltest und ihrem zeitlichen Elende abhalfest. Wie liebreich nahmst du die Sünder auf, und führtest du die Irrenden zurecht! Unermüdet war dein Eifer, schonend und sanft; nur den Heuchlern und Verführern furchtbar. Freiwillig führtest du ein armes, beschwerliches Leben, und verzehrtest es in rastLofer Thätigkeit zum Besten der Menschen. Der schändlichste Undank, der hartnäckigste Widerstand konnte deine Liebe nicht ermüden. Die empfindlichsten Leiden ertrugst du mit schweigender Geduld, oder wenn du nicht schweigen konnteft, bliebst du doch gefaßt und gelassen, und sprachst für Wahrheit und Recht mit edler Würde. Wie großmüthig liebst du auch deine ärgsten Feinde, und vergaltest das Böse mit Segnung und Wohlthat! Du hattest nichts als Gutes, ja, allezeit das Beste gethan. Und wo ist eine Tugend, davon uns dein heiliger Wandel nicht das schönste Beispiel gab. Zu deiner Ehre und Anbetung, göttlicher Jesus! will ich dieß vollkommenste Vorbild jeder Tugend, das du uns an dir zum Muster darstellest, stets vor Augen haben, und an mir möglichst nachzubilden mich bestreben. - bet Aussetzung des Altarssakramentes. 149 Von dir will ich lernen, gehorsam und gott ergeben, sanftmüthig und demüthig zu sein von Herzen, mich dadurch als deinen Jünger und Nachfolger zu erkennen geben, daß ich liebe, wie du geliebt haft. Zu deiner Ehre und Nachahmung will ich das Kreuz, die Laft der Mühen und Leiden, die mir Gott auflegt, willig auf mich nehmen, geduldig tragen, und das mir angewiesene Tagwerk vollbringen. Zu deiner Ehre will ich durch Selbstverläugnung mich von dem Verderben der Welt- Sitten und Freuden sorgsamst zu bewahren suchen, und dafür in billigen Dingen desto dienstfertiger mich bezeigen. Zu deiner Ehre will ich die mir von Gott verliehenen Gaben und Kräfte nach seiner Absicht weislich und nützlich gebrauchen, und im stillen täglichen Wohlthun mich üben. Nicht große, sondern gute Thaten verlangest du von mir. Zu deiner Ehre will ich meinen Eifer für's Gute zuerst an mir selbst zeigen und üben, durch Liebe die Herzen gewinnen, und ohne Gleißnerei durch mein Tugendbeispiel leuchten, damit du in deinem, obgleich schwachen, Nachahmer gepriesen werdest! - - - Jesus Christus, unser Erlöser and Seligmacher. Dazu bist du uns von Gott gegeben. Eines solchen Erlösers und Retters bedurfte die so tief gesunkene Menschheit, der sie von ihrem Verfalle aufrichtete, vom Verderben rettete, mit 150 Anbetung Jesu Christi Gott ausföhnte, und sie wieder zur verlornen Eeligkeit führte. Das fonntest nur du- GoitMensch! bewirken. Dein Tod und deine Erhöhung ist uns Bürge dafür. Du haft mit deinem Blute nicht blos die Göttlichkeit deiner Lehre und Sendung besiegelt, sondern auch die Sündenschuld der Welt getilget, der göttlichen Gerechtigkeit durch dein groBes Versöhnungsopfer genug gethan, und allen reumüthigen Sündern Verzeihung und Gnade erworben. Wie du um unserer Sünden willen starbst, so lebst du nun zu unserer Rechtfertigung und Seligmachung. Du hast den Tod überwunden, und uns den Eingang in den Himmel eröffnet. Dort regierest du mit dem Vater und übest alle Gewalt aus, zum Schutze und Heile deiner Erlösten, die an dich glauben, und dir folgen. Von dorther sendest du uns deinen heiligen Geist, der dein Werk an uns durch Heiligung vollendet und wirft einst wieder kommen als Richter der Welt, um Jedem zu vergelten nach dem Verdienste seiner Werke. - Zu deiner Ehre und Anbetung, du einst aus Liebe zu uns so tief erniedrigter, nun über Alles erhöhter Erlöser! will ich mir das, was du auch für mich gethan und gelitten haft, was du mir bist und ewig sein wirst- so zu Herzen faffen, daß ich dadurch vom Sündigen abgehalten, zum Guten angetrieben, und endlich der Seligkeit theilhaftig werden möge, die du auch mir zu Bel Aussehung des Altarssakramentes. 151 erwerben in die Welt gekommen und gestorben bist, und nun ewig lebst und regierest. Zu deiner Ehre und Anbetung will ich dir, meinem göttlichen Heilande und Freunde, meine dankbare Liebe und ehrfurchtsvolle Ergebenheit durch unverrückte Treue und Folgsamkeit zu erweisen suchen, um desto getroster auf deine Verheißung zu vertrauen. Zu deiner Ehre, nun verherrlich. ter, im Himmel und auf Erden angebeteter Jesus! will ich meinen Glauben an dich durch mein ganzes Leben bekennen, und es also führen, wie es Christen geziemt, die deinen Namen tragen und ihre wahre Glückseligkeit nicht hie nieden, sondern im Himmel zu suchen, und also dorthin, wo du bist, zu trachten haben. Zu deiner Ehre will ich mich vor Allem scheuen und hüten, was mir deine Wiederkunft zum Gerichte schreckhaft machen müßte, und durch beständige Wachsamkeit und Tugendübung mich also darauf vorbereiten, daß ich dir, als meinem treuen Belohner entgegensehen möge, der mich in sein himmlisches Reich einführen, und seine Herrlichfeit mit mir theilen wird. Wie selig wirst du mich dann machen, wenn ich dir folge; wie selig! Amen. An dich glaub' ich, auf dich hoff' ich, Ueber Alles lieb' ich dich; Dir, mein Gott, ergeb' ich mich; Ja, dir leb' und sterbe ich. 152 Glaube, Hoffnung, Liebe, Glaube, Hoffnung, Liebe. Reue und gute Meinung. ( Auch bei der heiligen Meffe oder bei öffentlicher Anbetung.) Ifft ein ein Gott! ich glaube Alles festiglich, was du uns durch Jesum Christum deiofnen Sohn geoffenbaret hast, wie es deine 9 heilige christkatholische Kirche, die ganze rechtgläubige Christenheit, von jeher geglaubt hat, und zu glauben vorstellt. Ich glaube es, als dein untrügliches Wort; es ist ewige Wahrheit, und kann mich nicht irre führen. Jejus hat seiner Kirche den heiligen Geist verheißen, und sie nicht verlassen. Ich danke für jede heilsame Wahrheit, die ich durch den Glauben erkenne. Dieser Glaube macht mich selig, wenn ich darnach lebe. Hilf mir dazu, mein Gott! Nach der Vorschrift dieses Glaubens will ich leben und sterben. Mein Gott! ich hoffe von dir Verzeihung meiner Sünden, das ewige Leben, und Alles, mas mir dazu nothwendig und nüßlich ist. Du hast es durch Jefum Chriftum verheißen, und du bist der allmächtige, gütige und getreue Gott, der Alles gewiß erfüllt. Wie du bisher väterlich für mich geforget hast, so wirst du es auch fernerhin thun. Wenn ich nur deine Gaben, und die Mittel zu meinem Heile treulich an Reue und gute Meinung. wende, so kann ich mich sicher deines Beistan. des und Segens, so oft ich darum bitte, ver trösten, und mit kindlichem Vertrauen mich deiner väterlichen Führung überlaffen. Diese Hoffnung gibt mir Trost und Kraft im Leben und Sterben. 153 Mein Gott! wie liebe ich dich! du bist schon in dir selbst wegen deiner göttlichen Vollkommenheiten das liebenswürdigste, höchste Gut. Alles Gute kommt von dir, und ist in dir. Du bist mir mit Liebe zuvorgekommen, bist die Liebe felbst. Ich muß dich also von ganzem Herzen, aus allen Kräften über Alles lieben. Das will ich auch mit deiner Gnade, mein Gott! Dein Will' und Wohlgefallen soll mir mehr gelten, als Alles in der Welt. Was ich Gutes sehe, erfahre oder genieße, soll mich an deine Güte erinnern, und mich ermuntern, gut zu sein, wie du gut bist. Ich kann dir meine Liebe nicht beffer erweisen, als wenn ich deine heiligen Gebote treulich halte, in allem meinem Thun und Laffen nur dir zu gefallen suche, und Alles, was dir mißfällig ist, sorgfältigst meide. Diese Liebe heilige mein Leben und Sterben. Mein Gott und Vater! Du willst, daß tch jeden Menschen als meinen Nächsten( als Bruder oder Schwester) lieben soll, wie mich selbst. Denn Alle sind deine Kinder, wie ich nach deinem Ebenbilde, und zur ewigen Seligkeit era schaffen. Auch du liebest fie Alle. Dein Sohn Glaube, Hoffnung, Liebe. hat für Alle gelitten, und am Kreuze sogar für seine Feinde gebeten. Das ist sein Gebot und das Kennzeichen wahrer Christen, daß wir einander lieben, wie er uns geliebt hat.-So will ich dann aus Liebe zu dir, mein Gott! jeden Menschen( er sei, wer er will, Freund oder Feind, als dein Kind, als meinen Nächsten brüderlich lieben; Jedem alles Gute nicht nur herzlich wünschen, und gönnen, sondern auch in der That erzeigen, wo und wie ich kann mittheilig dienen, helfen, verzeihen, mit den Leidenden Mitleid, mit den Schwachen Geduld, mit den Feh. lenden Nachsicht haben und mich durchaus gegen Alle so betragen, wie ich es von ihnen in den nämlichen Umständen recht und billig verlangen könnte. In dieser Liebe will ich leben und sterben. 154 - - Aber mein Gott! wie wenig habe ich bisher dich und den Nächsten geliebt, wie vielmal mich dagegen verfündiget wie oft deine Gebote übertreten, deine Gaben mißbraucht, deiner Gnade und Ungnade nicht geachtet wie viel Böses zethan, und das Gute unterlaffen, oder nur schlecht gethan! Ich bekenne meine Schuld, meine Strafbarkeit. Ich bereue meinen Leicht sinn, meinen Undank, meinen Ungehorsam, und verabscheue die Sünde, als das größte Ulebel, weil ich dich, o höchstes Gut! damit beleidigt habe. Du siehst in mein Herz. Verzeih' mir, barmherziger Vater! um Christi willen! Mit - 1 155 Reue und gute Meinung. deiner Gnade nehme ich mir kräftig vor, mich ernstlich zu beffern, das Versäumte hereinzubringen, und das Uebel, so viel es möglich ist, wieder gut zu machen, und lieber zu sterben, als dich noch einmal wissentlich durch eine Sünde zu beleidigen. Mein Gott! alle meine Gedanken, Worte und Werke, Mühen und Sorgen; Alles, was mich hart ankommt, zu thun, zu entbehren oder zu leiden, opfere ich dir auf zu deiner Ehre, zum Danke für alle deine Güte, zur Abbüßung meiner Sünden. Du siehst auf's Herz, auf den guten Willen. Wenn ich es gut meine, und so gut als ich kann, verrichte; so habe ich vor dir genug gethan. Alles, was ich aus Pflicht und Liebe thue, ist dir mohlgefällig, und wird mir verdienstlich für's ewige Leben. Alles, was ich mit Geduld und Ergebung in deinen heiligen Willen leide, ist mir eine heilsame Buße, zu meiner Reinigung und Seligkeit.- Alles in Vereinigung mit den Verdiensten Jesu Chrifti, der göttlichen Mutter Mariä und allen lieben Heiligen. Amen. Glaube, Hoffnung, Liebe heißen die drei göttlichen Tugenden, weil Gott ihr unmittelbarer Gegenstand, Beweggrund und Urheber ist; sie machen das Wesen des Christenthums aus, und sollen also öfters von Herzen erwecket werden. Darum ist auf jede solche Herzliche Erweckung ein Ablaß, und auf die tägliche Erweckung in jedem Monat an einem selbst zu er= Vespergesänge. wählenden Tag zur Beicht und Kommunion ein vollkommener Ablaß, wie auf die Sterbstunde verliehen. 156 Vespergesänge. 1. Psalm. Von Gott und seinen Vollkommenheiten. Der er Herr ist Gott und keiner mehr, Frohlockt ihm alle Frommen, Wer ist ihm gleich, wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen. Der Herr ist groß, sein Nam' ist groß. Er ist unendlich, grenzenlos In seinem ganzen Wesen. Des Ew'gen Thron umgibt ein Licht, Das ihn vor uns verhüllet, Ihn fassen alle Himmel nicht, Die seine Kraft erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und auch offenbar In seiner Werke Wundern. Wo wären wir, wenn seine Kraft Uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, tennet, was er schafft, Der Wesen ganze Kette. Bespergesänge Bei ihm ist Weisheit und Verstand, Und er umspannt mit seiner Hand Die Erde sammt dem Himmel. Ist er nicht nah, ist er nicht fern, Weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn Ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, Was ihr beginnt, er sieht's gewiß, Er sieht es schon von ferne. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, O Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, Barmherzig, gnädig, voll Geduld, Ein Vater, ein Verschoner. Unsträflich bist du, heilig, gut, Und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut; Denn du vergibst mit Wonne. Du bist Unsterblichkeit allein, Bist selig, wirst es ewig sein, Hast Freuden, Gott, die Fülle. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgesang, Ihr alle seine Heere. 151 158 Vespergesänge. Der Herr ist Gott und keiner mehr, Wer ist ihm gleich, wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen? Ehre sei dem Vater, dem Sohne Und dem heiligen Geiste Von allen Menschen zu allen Zeiten. Amen. 2. Pfalm. Von der Schöpfung. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege: So weiß ich, von Bewund'rung voll, Nicht, wie ich dich verehren soll, Mein Gott, mein Herr, mein Vater! Mein Auge sicht, wohin es blickt, Die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du Gott der Stärke! Du hast an ihm die Sonn' erhöh't, Und kleidest sic mit Majestät, Du rufft dem Heer der Sterne. Wer mißt dem Winde seinen Lauf, Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, Mit Vorrath uns zu segnen? D Vespergesänge. O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken gehen. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preisen Berg und Meere, O Menschen, ruft der kleinste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Es ruft der Baum in seiner Pracht, Die Saat ruft, uns hat Gott gemacht, Bringt unserm Schöpfer Ehre! Des Menschen Leib, den deine Hand So wunderbar bereitet, Des Menschen Geist und sein Verstand Der ihn zum Guten leitet; Der ganze Mensch, der Schöpfung Preis, Ist selbst der herrlichste Beweis Von deiner Güt' und Größe. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen, Gott, unser Vater, sei gepreist, Und alle Welt sag': Amen. Ehre sei dem Vater 2c. 3. Pfalm. Von der Allgegenwart Gottes. Nie bist du, Höchster, von uns fern, Du wirkst an allen Enden, 159 160 Bespergesänge. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, Bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich, Und deine Rechte schützet mich. Was ich jetzt denke, weißt ja du, Du prüfest meine Seele; Du siehst es, wenn ich Gutes thu', Du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug' entflieh'n Und nichts mich deiner Hand entzieh'n. Wenn ich in stiller Einsamkeit Mein Herz an dich ergebę, Und über deine Huld erfreut, Lobsingend dich erhebe: So siehst du es und stehst mir bet, Daß ich dir immer treuer sei. Du merkst es, wenn des Herzens Rath Verkehrte Wege wählet, Und bleibt auch eine böse That Vor aller Welt verhehlet; So weißt du sie und strafest mich Zu meiner Beff'rung väterlich. Du hörest meinen Seufzern zu, Daß Hilfe mir erscheine, Voll Mitleid, Vater zählest du Die Thränen, die ich weine. Du siehst, und wägest meinen Schmerz, Und stärkst mit deinem Trost mein Herz. O drück' Allgegenwärtiger, Dieß tief in meine Seele; Vespergesänge. Daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, Mein Herz zur Zuflucht wähle; Daß ich dein heilig Auge scheu' Und dich zu ehren eifrig set. Ehre sei dem Vater zc. Zum Magnificat. Der Lobgesang Maria. Meine Seele preiset hoch den Herrn, und meine Seele ist voll Freude in Gott, meinem Helfer. 2. Herunter sah er auf seine geringe Magd, selig werden mich von jetzt an alle Geschlechter der Mens schen preisen. 3. Denn große Dinge that er an mir der Mächtige, heilig ist sein Name. 4. Seine Barmherzigkeit gegen jene, die ihn verehren, geht von einem Geschlechte auf das andere fort. 161 5. Mächtig wirkt sein Arm; Hochmüthige weist er ab; Fürsten stößt er vom Throne, und die Geringen erhebt er. 6. Gutes gibt er den Hungrigen zur Genüge, Reiche schickt er leer fort. 7. Israels nahm er sich an, seines Knechtes, eingedenk der Gnaden, die er den Vätern versprochen hat; 8. Eingedenk der Gnaden, die er dem Abraham versprochen hat, und seinen Kindern immer und ewig. Ehre sei dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geifte von allen Menschen zu allen Zeiten. Amen. Schußengel. 11 162 Rosenkranz- Gebete. Rosenkranz- Gebete. urch das Gebet des heiligen Rosenkranzes wird Christus und seine göttliche Mutter gelobt und gebenedeit, und die Prophezeihung des heiligen Geistes wird erfüllt:„ Von nun an werden mich alle Geschlechter selig preisen,"( Luk. 1, 48.) Das Lob, welches Maria durch dieses Gebet er hält, ist das Lob, welches Gott selbst durch den Erzengel Gabriel nnd durch Elisabeth der hochgebenedeiten Jungfrau gegeben hat.( Luk. Kap. 1.) Das Gebet des Rosenkranzes ist auch das, was am gewöhnlichsten und den Gläubigen am geläufigsten ist. Freudenreiche Geheimnisse. ir beten dich an, o Jesus, zu Ehren dei ner Menschwerdung in dem allerreinsten Leibe Mariens, und bitten dich, durch dieses Geheimniß und die Fürsprache deiner heiligen Mutter um die tiefste Demuth. 2. Wir beten dich an, o Jesus, zu Ehren der Heimsuchung deiner heiligen Mutter bei ihrer Base Elisabeth und der Heiligmachung des heiligen Johannes des Täufers, und bitten dich, uns durch dieses Geheimniß und die Für prache deiner heiligen Mutter die Liebe gegen Den Nächsten zu verleihen. Rofentranz- Gebete. 163 3. Wir beten dich an, o Jesus, zu Ehren deiner Geburt im Stalle zu Bethlehem, und bitten dich durch dieses Geheimniß und die Fürbitte deiner heiligen Mutter um Verachtung der Reichthümer, und um Liebe zur Armuth. 4. Wir beten dich an, o Jesus, zu Ehren der heiligen Darstellung im Tempel und bitten dich durch dieses Geheimniß und die Vermittlung Maria's um eine völlige Reinigung an Leib und Seele. 5. Wir beten dich an, o Jesus, zu Ehren deines Wiederfindens im Tempel durch deine heiligste Mutter Maria und den heiligen Joseph, und bitten dich durch dieses Geheimniß und deiner heiligen Mutter Fürbitte um die voll kommene Erkenntniß deiner heiligen Gefeße. Schmerzhafte Geheimnisse. ir beten dich an, o Jesus, zu Ehren deiner Todesangst im Delgarten, und bitten dich durch dieses Geheimniß und die Fürbitte deiner heiligen Mutter um Ergebung in deinen göttlichen Willen, und um aufrichtige Reue über unsere Sünden. 2. Wir beten dich an, o Jesus, zu Ehren deiner Geißelung, und bitten dich durch dieses Geheimniß und die Fürbitte deiner heiligen Mutter um Abtödtung unserer Sinne. 11* 164 Rosenkranz- Gebete. 3. Wir beten dich an, o Jesus, zu Ehren deiner Dornenkrönung, und bitten dich vermöge dieses Geheimnisses und die Fürsprache deiner göttlichen Mutter um Verachtung der Welt und ihrer falschen Ehrenbezeigungen. 4. Wir beten dich an, o Jesus, zu Ehren deines Kreuzes, dessen Laft dich zu Boden drückte, und bitten dich durch dieses Geheimniß und durch die Fürbitte deiner heiligen Mutter um Geduld, wenn auch wir das Kreuz tragen müssen. 5. Wir beten dich an, o Jesus, zu Ehren deiner Kreuzigung und deines schmerzvollen Todes auf den Berg Calvaria, und bitten dich, du wolleft durch dieses Geheimniß und die Für sprache deiner göttlichen Mutter die Bekehrung der Sünder, die Beharrlichkeit der Gerechten, die Erlösung der armen Seelen im Fegfeuer und die Gnade eines seligen Todes uns verleihen. Glorreiche Geheimnisse. ir beten dich an, o Jesus, zu Ehren deiner glorreichen Auferstehung, und bitten dich vermöge dieses Geheimnisses und der Für sprache der allerreinsten Jungfrau um deine heilige Liebe und einen großen Eifer zu deinem Dienste. 2. Wir beten dich an, o Jesus, zu Ehren deiner glorreichen Himmelfahrt, und bitten dich Rosenkranz- Gebete. vermöge dieses Geheimnisses und der Fürbitte der heiligsten Mutter Maria um ein lebhaftes Verlangen nach dem Himmel, dem uns verheiBenen Vaterlande. 165 3. Wir beten dich an, o Jesus, zu Ehren der Ausgießung des heiligen Geistes über die heilige Jungfrau und über die Apostel am Pfingsttage, und bitten dich durch dieses Geheimniß und die Fürbitte deiner heiligen Mutter um den Beistand deiner heiligen Eingebungen und um die Gnade, denselben getreu zu bleiben. 4. Wir beten dich an, o Jesus, zu Ehren der Himmelfahrt deiner heiligen Mutter, und bitten dich durch dieses Geheimniß und ihre Fürsprache uns einen seligen Tod zu verleihen, und um eine göttliche Liebe zur allerfeligsten Jungfrau. 5. Wir beten dich an, o Jesus, zu Ehren der Krönung und Erhöhung deiner heiligen Mutter im Himmel, und bitten dich durch dieses Geheimniß und die Fürsprache der göttlichen Jungfrau um die Beharrlichkeit im Guten bis an's Ende. Nach dem letzten Absazze des Rosenkranzes sagt man das Ehre sei Gott" u. s. w. 11 Wir danken dir, o Gott für die verliehene Gnade, den Rosenkranz gebetet zu haben, und 166 Rosenkranz- Gebete. bitten dich um Vergebung der Fehler und der Zerstreuungen, die wir uns dabei schuldig gemacht haben mögen. Vater unser u. s. w. Wir bitten dich, hochheiligste Jungfrau, beim ewigen Vater dich zu verwenden, unsern Verstand zu erweitern, damit uns die Gnade zu Theil wird, ohne Aufhören seine ewige Barmherzigkeit zu betrachten und vollkommen fassen zu lernen. Gegrüßt selst du u. s. w. Verleihe uns, o Herr, das Andenken an deinen theuern Sohn, damit uns die Erinnerung an seine Leiden und seinen Tod gegenwärtig bleibe. Gegrüßt seist du u. s. w. Verleihe uns auch, o Gott, durch die Fürsprache der seligsten Jungfrau, daß unser Wille mit dem Feuer des heiligen Geistes zu allem Guten entflammt werde. Gegrüßt seist du u. s. w. Alles dieses aber, o mein Gott, zu deinem Ruhm und zur Ehre deiner heiligen Kirche! Vater unser u. s. w. Verehrung Martä. Verehrung Mariä, nach dem Sinne des englischen Grußes. 167 Where regrüßet sei du auch uns, und hoch verehret, du unbefleckte Jungfrau Maria, und liebreiche Mutter unsers Herrn! Mit EhrGerbietung sprechen wir die Worte des Engels nach, welcher dir die erfreuliche Botschaft gebracht hat. Gepriesen sei Gott für alle Gnade, die er dir, und durch dich auch uns erzeiget hat. Du hast dich durch deine Demuth, durch deine Reinigkeit und treue Mitwirkung der göttlichen Gnade in vollem Maße würdig gemacht. Der Herr ist mit dir, und du bist mit ihm innigst vereinigt geblieben. Sein Wille war allezeit auch der deinige. Du hattest deine einzige Freude an Gott, und Gott hatte an dir fein größtes Wohlgefallen. Du Gebenedeite unter den Weibern, auserwählt aus Allen, und zur höchsten Würde erhoben, warst du in deinen Augen doch nichts, als die geringste Magd des Herrn! Du rühmtest nur die Gnade des Allmächtigen, der die Demüthigen erhebt, und Barmherzigkeit ausübt nach seiner gnädigen Verheißung. Gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesus Christus, der Sohn Gottes, der Mensch geworden, als dein Sohn für uns in die Welt gekommen ist! Wie lieb und ver 168 Gebet zu Maria ehrungsmürdig bist du uns auch um Seinet. willer! Du zeigst ihn uns auf deinem Schooße, in deiren Armen, und weisest uns auf ihn hin, den du uns zum Heile geboren und erzogen hast. Heilige Maria! Deiner Herrlichkeit wegen verdientest du die Mutter Gottes zu werden. Der Heilige konnte nur die reinste Jungfrau zur Mutter wählen. Gleich deiner Würde verehren wir deine ausnehmende Tugend, die sich uns, als das schönste Vorbild, zur Nachahmung darstellt. Als Mutter unsers Erlösers bist du auch unsere Mutter; du schließeft uns Alle, für welche dein Sohn gestorben ist, in dein mütterliches Herz und Gebet ein. Bitt für uns arme Sünder; um die Gnade einer wahren Be kehrung und fortschreitenden beharrlichen Befferung; bitt für uns, jetzt, zur Zeit der Prüfung und Versuchung, der Gefahr und Noth, und einst in der entscheidenden Stunde unseres Abscheidens von dieser Welt! Amen. Gebet zu Maria um Bewahrung der Unschuld. Maria! du engelreine Unschuld und schön. stes Muster einer kindlich frommen, jungfräulichen Seele! Wie rührend und erbauend ist uns Alles, was das Evangelium von dir erzählt. Rein und heiter, lieblich und friedsam ward dein ganzes Herz und Leben, wie der Himmel an um Bewahrung der Unschuld. 169 einem schönen Frühlingsmorgen, wo sich kein Wölkchen sehen läßt. Was die schöne, weiße, hohe Lilie in einem Garten ist, das warst du in deiner Umgebung, und in deinem ganzen Geschlechte. Keine Mackel war an dir all' dein Thun und Laffen gab den lieblichsten Wohl geruch jeder Tugend. Durch Andacht und Demnth hast du dich von deiner Empfängniß an unbefleckt erhalten, und die hohe Stufe von Heiligkeit und Würde erreicht, die wir an dir verehrer. - - Deir schönes Tugendbild schwebe mir, wie ein heller Spiegel, vor Augen, und deine mütterliche Fürbitte unterstüße mich, daß ich meinen Leib und meine Seele mit jungfräulicher Sittsamkeit vor aller Befleckung bewahre- daß ich demüthig und kindlich festhaltend an Gott wachsam gegen die Gefahren, die mich um geben, gegen die schmeichelnde Verführung, und gegen mein eigenes Herz, verwahret bleibe vom Verderbniß der Welt, und von sündhafter Luft. Kindliche Furcht und Liebe zu Gott glühe in meiner Seele, als eine reine Flamme, und verzehre sogleich jeden aufsteigenden Funken einer unlautern Neigung und Lust. Mutter meines Heilandes! sei auch meine Mutter! laß mich als dein treues Pflegekind deinem Schußze empfohlen sein. Unschuld Reinheit göttliche Liebe! du kostbarer Schatz, du schönste Zierde meiner Seele! - - - 170 Gebete leuchte aus meinem Angesichte, blühe auf meiner Wange, glänze aus meinem Auge, schwebe auf meiner Zunge, offenbare dich in meinem ganzen Betragen, heilige mein Herz und weihe es zum Tempel Gottes ein. Gebete an den Festtagen Mariens. An Mariä unbefleckter Empfängniß. Gott, der du durch die unbefleckte Empfängniß der seligsten Jungfrau Maria deinem Sohne eine würdige Wohnung bereitet hast, verleihe uns, daß, wie du dieselbe in Rücksicht auf den Tod deines Sohnes vor aller Sündenmackel bewahret hast, wir von allen Sündenflecken gereinigt zu dir gelangen mögen. Durch Jesum Christum 2c. An Mariä Lichtmeß. Merleihe, allmächtiger Gott, daß dem einge. borner Sohn, der sich selbst für uns durch den heiligen Geist makellos dir dargestellt hat unser Gewissen von allen bösen Werken reinige und uns mit sich selbst dir als ein angenehmes Opfer darbringe. an den Festtagen Mariens. An Mariä Verkündigung. Fillmächtiger, ewiger Gott, der du heute durch einen Engel der seligsten Jungfrau Maria verkündiget hast, daß dein mit dir ewiger Sohn nach dem Fleische aus dem heiligen Geiste zum Heil der Welt von ihr empfangen werde, verleihe, daß wir, da wir das Geheimniß seiner Menschwerdung erkennen, die Frucht seiner Er lösung zu empfangen würdig werden. 171 An Mariä Heimsuchung. Ewiger, allmächtiger Gott, der du das Geheimniß der Menschwerdung deines Sohnes, die der Engel verkündigt hat, bei der Heimsuchung der seligsten Jungfrau Maria durch die freudige Bewegung Johannes im Mutterleibe und die Ausrufung seiner Mutter Elisabeth noch mehr zu offenbaren dich gewürdiget hast, verleihe gnädig, daß wir durch deine dauernde Heimsuchung getröstet und von allen Gefahren befreit werden. An Mariä Himmelfahrt. Beilsame Hilfe, o Herr, verleihe uns die ehrwürdige Festlichkeit dieses Tages, an welchem die heilige Gottesgebärerin das zeitliche Leben verließ, jedoch nicht von den Banden des Todes gefesselt werden konnte, da sie deinen Sohn, 172 Gebete unsern Herrn Jesum Christum geboren, der von ihr Fleisch angenommen hat. An Mariä Geburt. Gott, der du nach deinem Wohlgefallen die Welt mit mir verföhnen wolltest, ver leihe uns, wir bitten dich, daß wir, da wir die Geburt der Gottesgebärerin feiern, durch die Fürbitte der Mutter das Heil erlangen, welches ihr Sohn uns bereitet hat. Am Rosenkranzfeste. Herr Jesu Christe, der du uns auf die Fürbitte der seligsten Jungfrau Maria Sieg über die Feinde des Glaubens verliehen hast, erhöre gnädig unsere Bitten, und erleuchte die Herzen derselben, damit sie mit uns dieselbe Wahrheit erkennen, dich in Wahrheit verehren und vom ganzen Herzen lieben. Empfindungen vor dem Bilde Mariens. Schönste Zierde uns'rer Erde, Reinste Jungfrau, Unverschrte, Mutter Gottes sei gegrüßt! Die du Gott mit treuer Liebe Weihteft alle deine Triebe, Maria sei gegrüßt! an den Festtagen Mariens. Wer kann dich nach Würde loben, Die Gott selbst so hoch erhoben, Mutter seines Sohns zu sein; In das Lob der Engel- Chöre, Die lobsingen deine Ehre, Stimmen auch wir Christen ein. Flehe für uns um Erbarmen, Bei ihm, der auf deinen Armen Einst als Knäblein hat geruht. Er erhört gewiß dein Flehen, Wird auf uns mit Gnade sehen, Wird gewiß uns wieder gut. Mutter, hilf, daß wir in Allem Gott stets streben zu gefallen, Mit der Unschuld reinem Sinn. Hilf uns Mutter in Gefahren, Deine Macht wird uns bewahren, Bleib uns Mutter immerhin. Deine Mutterlieb' bereite Uns Hilf im letzten Streite, Daß wir selig scheiden hin, Und einst in den Himmelshöhen Dich bei deinem Sohne sehen, Jungfrau, Mutter, Königin! 17 174 Lauretanische Litanel. Lauretanische Litanei zu der seligsten Jungfrau Maria, die man täglich um ein feliges Ende beten soll. Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme dich unser! Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heiligste Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Christi, Mutter der göttlichen Gnaden, Du allerreinste Mutter, Du allerkeuschefte Mutter, Du ungeschwächte Mutter, Du unbefleckte Mutter, Du liebliche Mutter, Du wunderbare Mutter, Du Mutter des Schöpfers, Du Mutter des Erlösers, Du allerweiseste Jungfrau, Du ehrwürdigste Jungfrau, Du lobwürdigste Jungfrau, Du mächtigste Jungfrau, Du sanftmüthigste Jungfrau, Du gütigste Jungfrau, Du getreuste Jungfrau, Bitt für uns! Lauretanische Litanet. Du Spiegel der Gerechtigkeit, Du Sitz der Weisheit, Du Ursache unseres Heils, Du geistliches Gefäß, Du ehrwürdiges Gefäß, Du vortreffliches Gefäß der Andacht, Du geistliche Rose, Du Thurm Davids, Du elfenbeinener Thurm, Du goldenes Haus, Du Arche des Bundes, Du Himmelspforte, Du Morgenstern, Du Heil der Kranken, Du Zuflucht der Sünder, Du Trösterin der Betrübten, Du Helferin der Christen, Du Königin der Engel, Du Königin der Patriarchen, Du Königin der Propheten, Du Königin der Apostel, Du Königin der Martyrer, Du Königin der Beichtiger, Du Königin der Jungfrauen, Du Königin ohne Makel empfangen, Du Königin aller Heiligen, 175 Bitt für uns! O du Lamm Gottes, das du hinnimmst die Sünden der Welt, verschone unser, o Herr! O dy Lamm Gottes, das du hinnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, das du hinnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr! 176 Lauretanische Litanci. Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Vater unser 2c. Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gebärerin Gottes! verschmähe unser Gebet in unsern Nöthen nicht, sondern erlöse uns jederzeit aus allen Gefahren. du glorreiche und gebenedeite Jungfrau, unsere Gebieterin unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin, versöhne uns mit deinem Sohne, empfehle uns deinem Sohne, stelle uns deinem Sohne vor. V. Bitt für uns, o heilige Gottesgebärerin! R. Damit wir der Verheißungen Chrifti theilhaftig werden. Gebet. Wir bitten dicho Herr! sende deine Gnade in unsere Herzen, damit wir, nachdem wir durch die Ankündigung des Engels die Menschwerdung deines Sohnes erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz einst deiner herrlichen Auferstehung würdig werden; durch denselben Herrn und Heiland, Jesum Christum. Ainen. V. Bitt für uns, o heiliger Joseph! R. Damit wir der Verheißungen Christi theilhaftig werden. Gebet. Wir bitten dich, o Herr! daß wir durch die Verdienste des heiligen Josephs, des Bräutigams Lauretanische Bitanet, deiner heiligsten Gebärerin, Hilfe empfangen; damit uns dasjenige, was unsere Kräfte nicht erreichen können, durch seine Fürbitte geschenket werde. Der du lebeft und regierest in alle Ewigkeit. Amen. 177 Antiphon. Sei gegrüßet, o Königin! du Mutter der Barmherzigkeit, du unser Leben, unsere Freude und unsere Hoffnung, sei gegrüßet! Zu dir rufen wir arme Kinder Evä. Zu dir seufzen wir trauernd und weinend in diesem Thal der Thränen. O du unsere Fürsprecherin! wende deine mitleidigen Augen auf uns, und zeige uns nach diesem Elende Jesum, die gebenedeite Frucht deines Leibes. O milde, o gütige, o holdselige Jungfrau Maria! V. Bitt für uns, o heilige Gottesgebärerin! R. Damit wir der Verheißungen Christi theil. haftig werden. Bebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der du den Leib und die Seele der glorreichen Jungfrau und Mutter Gottes Maria durch die Mitwirkung des heiligen Geistes bereitet hast, daß sie eine würdige Wohnung deines Sohnes wurde: gib uns, daß wir uns ihres Andenkens erfreuen, und durch ihre milde Fürbitte von allen gegenwärtigen und künftigen Uebeln und vom ewigen Tode befreit werden. Amen. Der Schußengel 178 Kindliche Erinnerung ac. Kindliche Erinnerung an die vorzüglichen Freuden ber seligsten Jungfrau Maria. S enn du ein kindliches Herz und eine fromme Liebe gegen die allerbeste Mutter haft, so wirst du dich gerne threr Vorzüge erinnern, und dich über ihre Seligkeit erfreuen. Theuere und liebenswürdige Mutter meines Erlösers! und durch ihn auch meine Mutter! Maria, ich liebe dich mit einem findlichen Herzen, ich wünsche eifrig, deinen schönen und frommen Tugenden nachzufolgen, und einst im Himmel dich ewig zu ehren und zu lieben! deßwegen freue ich mich auch recht innig, da du so selig bist und daß dein Gott dir so herrliche Vorzüge und ein so unbeschreibliches Glück gegeben. Sei jederzeit eine wahre Mutter, und laß mich in deinem mächtigen Schuße empfohlen sein. Amen. Sieben Vorzüge und Freuden Maria, die ihr, als der Mutter des Ewigen eigen sind. ei gewiß des Schutzes dieser liebreichen und wohlthätigen Mutter versichert, wenn du mit einem edlen und ihr ergebenen Herzen an ihrer Heiligkeit Theil nimmst, und sie kann, sie wird das gute Kind vorzüglich in der letzten Stunde nicht verlassen, von welchem sie im Leben zärtlich ist geliebt worden. Ich freue mich, o meine große Mutter, daß Sieben Vorzüge und Freuden Martä. 179 dich der Allmächtige zur Königin der Engel und der Heiligen erhoben hat. Ich freue mich, o heilige Jungfrau! weil du unter allen Geschöpfen die Nächste am Throne des Ewigen bist. Ich freue mich, o du Herrliche! denn alle Engel und Heiligen des Himmels verehren und bewundern dich als die Mutter des ewigen Sohnes Gottes. Ich freue mich, o Maria! denn du bist groß und rein und unbeschreiblich liebenswürdig durch deine Tugenden; wie die Sonne unsere Erde, so erfreuest du die Wohnungen der Seligen. Ich freue mich, o du Mächtige! du kannst nur das wollen, was der Allmächtige und ewig Gütige will, und darum wird dir auch keine Bitte versagt; wenn du mich beschüßest, dann kann mir nichts schaden. Ich freue mich, o meine Mutter! denn du bist ganz gut und liebevoll, und du nimmst dich gern deiner Kinder an; wie sicher bin ich an der Hand einer solchen Mutter! Ich freue mich, o du Seligste! denn dein Glück wird ewig sein, wie Gott! O meine Mutter, führe mich zu dir. Amen. Fünf Bitten zu Marin. ie beste und schönste Verehrung der göttlichen Mutter besteht darin, wenn du dir Mühe gibst, ihren vortrefflichen Tugenden nachzufolgen. Rufe also 12* Fünf Bitten zu Maria. mit Vertrauen zu ihr, daß sie dir von Gott bie Gnade erwerbe, immer mehr und mehr ein gottges fälliges Leben nach ihrem Beispiele führen zu können. 180 Ich bewundere und ehre die liebenswürdige Unschuld und Reinigkeit deines Herzens, o Maria! Durch sie wurdest du vorzüglich die würdige Wohnung des Unendlichen! Ach, du kanntest feine Sünde, nicht den Schatten einer Missethat! meine Mutter, erbitte auch mir die Gnade, daß ich dir in dieser herrlichen Tugend folge, daß ich Alles großmüthig verachte, was die niederträchtige Wollust mir anbieten kann; daß ich wachsam bin über mein Herz und meine Sinne, und Alles mit Sorgfalt meide, was Gottes reinen Augen in mir mißfallen würde. Ich bewundere und ehre deine heilige Demuth, o große Jungfrau! Du warst die Gnadenvolle, die Gebenedeite unter Personen deines Geschlech tes, und als Mutter des Allerhöchsten hattest du die erhabenste Würde. Aber dein Herz war demüthig, und es wurde nie durch einen unreinen Hauch eines Stolzes befleckt: erbitte auch mir die Gnade einer wahren Demuth, beson ders, o meine Mutter, da ich so viele Ursache habe, demüthig zu sein von Herzen. O Mutter, dein ganzes Herz war voll der edelsten Liebe gegen Gott und Menschen: ich bitte dich, verleihe mir die Gnade, daß ich meinen Gott, diesen meinen ersten und größten Wohlthäter, meinen guten Vater, kindlich, innig Fünf Bitten zu Maria. 181 und standhaft liebe, und seine Gebote halte, und daß ich wegen seiner alle Menschen aufrichtig und thätig liebe, und sie gern erfreue und ihnen helfe, wo es immer meine Kräfte gestatten. Mit ganzer Seele warst du stets in den Willen deines Gottes ergeben; in den größten Leiden betetest du die Fügungen des Ewigen an, erbitte auch mir die Gnade, daß ich jederzeit mit dem willigsten Herzen Alles das aus den Händen meines Vaters annehme, was er mir sendet; daß ich wie du, seinen heiligen Namen auch dann preise, wenn Widerwärtigkeiten und Schmerzen rings um mich und in meiner Seele find. Dein ganzes Leben war gut und tugendhaft, o Maria! und dein Tod erwünscht und selig; o hilf mir, daß ich eifrig, daß ich unaufhörlich nach der christlichen Vollkommenheit strebe, und wenn dann mein Ende kommt- dann, o Mutter der Barmherzigkeit, verlaß dein armes Kind nicht, das dich herzlich liebte, und das wenigstens sich bemühte, dir zu folgen. Amen. 182 Bu Ehren der heil. Engel. Bu Ehren der heil. Engel. 05 roßer Gott! wie gütig bist du! du sen. deft fogar deine heiligen Engel, diese guten, dienstbaren Geister vom Himmel, daß fie uns schüßzen, und leiten auf unWanderschaft und uns dem Wege der Tugend zur Seligkeit führen. Auf den Flügeln der Liebe eilen sie mit Freuden, deine Befehle zu vollziehen, und uns beizustehen, daß wir einst Miterben ihrer Seligkeit werden follen. Sie lieben uns als ihre Brüder und künftige Mitgenossen deines himmlischen Reiches tragen uns gleichsam auf den Händen, daß wir nicht anstoßen und Schaden leiden und freuen sich, wenn sie nur immer Gutes ausrichten können. - Auch wir sind deine Kinder, o Gott, wie die Engel im Himmel. Du schickest sie zu uns herab, daß wir unter ihrem Beistande und Schuße heilig und selig werden, wie sie. Deinen Willen vollziehen, Gutes wirken, Böses verhüten, helfen und wohlthun nach unserem Vermögen, das soll unser liebstes Geschäft, unsere Freude sein- daß Einer des Andern Schutzengel werde. Wie im Himmel die schönste Ordnung, Eintracht und lautere Liebe herrscht, so vereinige uns durch diese Hl. Bande schon hier, daß wir, deinen Engeln ähnlich, unter ihrer Zu Ehren der heil. Engel. Leitung auch in ihre Gesellschaft im Himmel gelangen mögen. Jede Mahnung meines Gewiffens- jede heilsame Lehre und Warnung jeder gute Rath und Trost jeder Antrieb und Anlaß zum Guten jedes lehrreiche Ereigniß, jede Erfahrung sei mir, wie ein Engel, durch den du mich auf den Weg des Heiles leiten willst. Mein Gott, wie viel Dank bin ich dir schuldig! - - - 183 - - Zum heiligen Schutzengel. uch dir, mein heiliger Schutzengel, mein theuerster himmlischer Freund! danke ich für alle deine Liebe und Trenue, Sorgfalt und Geduld, die du bisher an mir erzeiget hast. Verzeihe meinen Leichtsinn, daß th dir so oft nicht folgte! dich so oft mit meinem Ungehorsam betrübte. Zieh' darum deine Hand von mir nicht ab; fahre fort, mich ferner zu leiten und zu bewahren. Wie sehr bedarf ich deiner wachsamen Obhut, unter so viel Gefahren an Leib und Seele. Mahne, warne, strafe mich; treib' mich zum Guten an, halt' mich vom Bösen ab! stüße mich, wenn ich strauchle; hebe mich auf, wenn ich falle; weise mich zu recht, wenn ich irre gehe, und führe mich in die Arme Gottes zurück. Ich will deinen Einsprechungen, der Stimme meines Gewissens 184 Su Chren ber heil. Engel. " 1 folgen, nicht den Reizungen der fündhaften Lust und der Verführung. Wenn mir etwas Böses in den Sinn kommt, will ich zu mir selbst sagen: Der Engel Gottes steht dir zur Seite; ehre seine Gegenwart; schäme dich vor ihm, betrübe ihn nicht, und treibe ihn durch eine Sünde nicht von dir!" O welche Freude wird es dann für mich und dich sein, wenn ich, dir folgsam, an deiner Hand, nach vollbrachter Wanderschaft zu Gott kommen werde! wie will ich dir da danken, mein himmlischer Führer und Beschüßer! Wie wollen wir da unsern Gott miteinander dankend anbeten und lobpreisen in ewiger Liebe und Seligkeit. Amen. Wer zählt der Engel Heere, Die du zu deiner Ehre, Herr aller Welten, schufft? Sie freu'n sich deinen Willen Gehorsamst zu erfüllen, Wie Flammen schnell, wenn du sie rufft. Sie eilen, vor Gefahren Den Frommen zu bewahren In seiner Pilgerzett. Sie freu'n an deinem Throne Sich einst auch seiner Krone, Wie ihrer eig'nen Seligkeit. Bekehren sich die Sünder, Und werden deine Kinder, Die bir bein Sohn gewinnt, Bu Ehren der heil. Engel. Dann jauchzen ihre Lieder, Daß ihre neuen Brüder Zurückgekehrt zum Vater sind. In solchen Geister- Chören, Dich ewig zu verehren, Welch' eine Seligkeit! Wer wird ste einst empfinden? Nur der, der rein von Sünden, Der Tugend sich und Gottes freut! D'rum laß mich, Herr, auf Erden. Den Engeln ähnlich werden, So weit ich Schwacher kann! Dann bet' ich mit den Engeln, Ganz heilig, rein von Mängeln, Im Himmel einst dich würdig an. Wenn du zu diesen Brüdern, Bu ihren Jubelliedern, Vor deinen Thron mich rufft, Will ich empor mich schwingen, Und Dank und Preis dir singen, Daß Engel du und Menschen schuift. Dann lehren sie mich droben, Dich würdiger zu loben, Des Himmels höhern Dank. Ich stimm' in ihre Chöre, Dann wird zu deiner Ehre Der ganze Himmel ein Gesang. 185 186 Auf das Allerheiligenfest. Auf das Allerheiligenfest. ( Auch auf jeden Gedächtnißtag der Heiligen.) ir allein gebühret Achtung, Allerheiligster! Dich ehren wir auch in deinen Heiligen. Dir sei Ehre und Dank, daß du die Welt mit ihren Tugenden erleuchtet und sie in den Stand gesetzt haft, so viel Gutes zu thun, das noch auf die späte Nachwelt fortwirkt, deffen sie sich nun freuen im Himmel. Wie viele Tausende, aus allen Zeiten und Ländern aus allen Ständen und Geschlechtern sind nun bei dir in deinem himmlischen Reiche versammelt! Du haft sie aus ihrer Niedrigkeit zu hohen Ehren erhoben. Wir ehren sie als deine Freunde, ihrer Tugenden und Ver dienste wegen, und freuen uns ihrer Seligkeit, als ihre Brüder, die einst auch ihre Mitgenossen werden sollten. ihr lieben Heiligen Gottes, deren Gedächt niß heute von der Kirche begangen wird. Wie erhebt sich mein Herz, wenn ich zu euch gen Himmel aufblicke! Wie ermunternd ist mir der Gedanke, daß ich jetzt mit euch in Gemeinschaft stehe, und einst ewig bei euch sein soll! Auch mir steht der Weg dahin offen, den uns Jesus vorgebahnt hat, und auf dem auch ihr uns Auf das Allerheiligenfest. 187 vorangegangen seid. Ich soll heilig leben, um selig zu werden. Werde ich es auch können? O gewiß, denn auch ihr waret von Natur schwache, gebrechliche Menschen, wie ich. Einige, einst vor ihrer Bekehrung, waren sogar große Sünder. Ihr lebtet auch in einer verderbten, gefahrvollen Welt; viele in dem nämlichen Stand, wie ich. Ja, ihr hattet wohl mit weit stärkeren Versuchungen und Beschwernissen zu kämpfen, als ich. Ihr habet fie mit Gottes Beistand überwunden. Was euch möglich war, das kann ich mit der nämlichen Gnade, die auch mir Gott verleiht, um heilig und selig zu werden. Die Meisten aus euch führten im gemeinen Stande ein heiliges Leben, als fromme Bürger und Landleute. Ihre Namen sind hier unbekannt und längst vergessen; aber im Buche des Lebens stehen sie oben an, und ihre Glorie ist desto größer im Himmel, je weniger sie von der Welt bemerkt und geachtet waren. Gott sieht nicht auf große Thaten, sondern auf den frommen Willen, der thut, so viel er kann, und so gut er's kann. Er schäßzet und belohnet die gute Absicht und Mühe, die wir dabei haben, wenn sie schon nicht in die Augen fallen. Nicht die Wunder und außerordentlichen Thaten, die uns an Einigen unter euch in Erstaunen seßen, sondern euere Gottes- und Menschen Auf das Allerheiligenfest. liebe, euere Gewissenhaftigkeit und Treue, euere gänzliche Hingebung in Gottes Willen, euere Demuth und Geduld machte euere Heiligkeit aus, und wird uns nicht blos zur Bewunderung, sondern zur Nachahmung vorgestellt. Nur durch diese kann ich euch wahrhaft ver ehren. Euere Bilder sollen mich an euere Bei spiele erinnern; euere Festtage zur Nachfolge ermuntern. Was nüßt mir meine Andacht zu euch, wenn ich immer so weit von euerer Hei ligkeit entfernt bliebe, daß ich nicht hoffen dürfte, ainst zu euch im Himmel zu kommen? Ihr sehet mit brüderlicher Liebe auf uns herab, und wünschet nichts mehr, als uns in euerer Gesellschaft zu sehen. Dieß ist euer Ge bet bei Gott für uns. Wir vereinigen unser schwaches Gebet mit dem eurigen, da wir euere Fürbitte anrufen. Euere erleuchtete Liebe bittet für uns, um das Einzige, Beste: daß Gottes Wille an uns geschehe. 188 Auch in unseren zeitlichen Anliegen bittet ihr um einen guten Ausgang, der zu unserem wahren Besten gereiche- um stärkenden Trost, um Geduld und Ergebung. So bittet denn auch für mich, daß meine Andacht zu euch zu meiner eigenen Heiligung gereiche, damit ich einst auch euerer Seligkeit theilhaftig werde, durch Jesum Christum, unsern Herrn! Amen. Litanei zu allen Heiligen. Zum heiligen Namenspatron. Ⓡ eiliger..... Dein Name, den ich bei der Taufe empfangen habe, erinnert mich, daß ich heilig leben soll, um selig zu werden, wie du. Auf diese Bedingung bin ich getauft worden. Erbitte mir bei Gott die Gnade dazu, um einst im Himmel zu dir zu kommen, durch Jefum Christum, unsern Herrn. Amen. — Litanei zu allen Heiligen. Berr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heiligste aller Jungfrauen, Heiliger Michael, Heiliger Gabriel, Heiliger Raphael, 189 Alle heiligen Engel und Erzengel, Alle heiligen Chöre der seligen Geister, Bitt( bittet) für uns! 190 Bitanei zu allen Heiligen. Heiliger Johannes der Täufer, Heiliger Joseph, Alle heiligen Patriarchen und Propheten, Heiliger Petrus, Heiliger Paulus, Heiliger Andreas, Heiliger Jakobus, Heiliger Johannes, Heiliger Thomas, Heiliger Jakobus, Heiliger Philippus, Heiliger Bartholomäus, Heiliger Matthäus, Heiliger Simon, Heiliger Thaddäus, Heiliger Matthias, Heiliger Barnabas, Heiliger Lukas, Heiliger Markus, Alle heiligen Apostel und Evangelisten, Alle heiligen Jünger des Herrn, Alle heiligen unschuldigen Kinder, Heiliger Stephanus, Heiliger Laure tus, Heiliger Vincentius, Heiliger Fabianus und Sebastianus, Heiliger Johannes und Paulus, Heiliger Kosmas und Damianus, Heiliger Gervasius und Protasius, Alle heiligen Martyrer, Heiliger Sylvester, Heiliger Gregorius, Heiliger Ambrosius, Heiliger Augustinus Bitt( bittet) für uns! Litanel zu allen Heiligen. Heiliger Hieronymus, Heiliger Martinus, Heiliger Nikolaus, Alle heiligen Bischöfe und Beichtiger, Alle heiligen Lehrer, Heiliger Antonius, Heiliger Benediktus, Heiliger Bernardus, Heiliger Dominikus, Heiliger Franziskus, Alle heiligen Priester und Leviten, Alle heiligen Mönche und Einsiedler, Heilige Maria Magdalena, Heilige Agatha, Heilige Lucia, Heilige Agnes, Heilige Cäcilie, Heilige Katharina, Heilige Anastasia, Alle heiligen Jungfrauen und Witwen, Alle Heiligen Gottes, Sei uns gnädig! verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig! erhöre uns, o Herr! Von allem Uebel, erlöse uns, o Herr! Von aller Sünde, Von deinem Zorne, Vom gähen, unvorhergesehenen Tode, Von den Nachstellungen des Teufels, Von Zorn, Haß und allem bösen Willen, Von dem Geiste der Unreinigkeit, Von Blizz und Ungewitter, Von der Geißel des Erdbebens, Von der Pest, dem Hunger und dem Kriege, Von dem ewigen Tode, 191 Bitt( bittet) für uns! Erlöse uns, o Herr! 192 Litanet zu allen Heiligen. Durch das Geheimniß beiner heiligsten Mensch- 1 werdung, Durch deine Ankunft, Durch deine Geburt, Durch deine Taufe und dein heiliges Fasten, Durch dein Kreuz und Leiden, Durch deinen Tod und deine Begräbniß, Durch deine heilige Auferstehung, Durch deine wunderbare Himmelfahrt, Durch die Ankunft des heiligen Geistes, des Trösters, Am Tage des Gerichtes, Wir arme Sünder, wir bitten dich, erhöre uns! Daß du uns verschonest, Daß du uns verzeihest, Daß du uns zur wahren Buße bringen wollest, Daß du beine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, Daß du den obersten Hirten und alle Stände der Kirche in deiner heiligen Religion erhalten wollest, Daß du die Feinde der heiligen Kirche bemüthi- f gen wolleft, Daß bu ben christlichen Königen und Fürsten Frieden und wahre Einigkeit geben wollest, Daß du dem ganzen christlichen Volke Frieden und wahre Einigkeit verleihen wolleft, Daß du uns selbst in deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wollest, Daß du in unsern Gemüthern himmlische Begierden erregest, Daß du alle unsere Gutthäter mit den ewigen Gütern belohnest, Daß du unsere und unserer Brüder, Freundel Erlöse uns, o Herr! Wir bitten bich, erhöre uns! Psalm 69. Gutthäter Seelen von der ewigen Verdammnis bewahreft, wir bitten dich, erhöre uns! Daß du die Früchte der Erde geben und erhalten wolleft, wir bitten dich, erhöre uns! Daß du allen Verstorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, wir bitten dich, erhöre uns! Daß du uns erhören wolleft, wir bitten dich, erhöre uns! 198 O bu Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Chrifte, erhöre uns! Herr, erbarme dich unser! Chrifte, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Vater unser 2c. Gegrüßet sc. Psalm 69. Gott! sei bedacht, mir beizustehen! Herr, eile, mir zu helfen! Beschämt und zu Schanden sollen werden, die meiner Seele nachstellen. Sie sollen zurückweichen und in Schande stehen, die mir Uebles wollen. Sie sollen bald beschämt abtreten, die meiner spotten und mir Hohn sprechen. Alle aber, die dich suchen, sollen frohlocken und sich über dich freuen, und die deine Hilfe Der Schußengel. 13 194 Psalm 69. wünschen sollen immer sagen: Hochgelobet sei der Herr! Ich aber bin bedürftig und arm, o Gott! fteh mir bei. Denn du bist meine Hilfe und Rettung, o Herr verweile nicht zu lange. Die Ehre sei Gott dem Vater und dem Cohne und dem heiligen Geiste. Wie es war vom Anbeginne, jetzt und alle zeit und in Ewigkeit. Amen. Priester. Rette deine Diener. Volk. Die auf dich hoffen, o mein Gott! P. Sei uns, Herr, ein starker Thurm. V. Wider unsere Feinde. P. Laß den Widersacher nichts vermögen wider uns. V. Und das Kind der Bosheit schade uns nicht. p. Herr! handle nicht mit uns nach unseren Sünden. V. Und vergelte uns nicht nach unseren Bosheiten. P. Laffet uns beten für unsern obersten Hirten dem Papste. V. Der Herr erhalte ihn, verleihe ihn Leben und Heil auf Erden, und übergebe ihn nicht den Händen seiner Feinde. P. Lasset uns beten für unsere Wohlthäter. V. O Herr, gib allen unsern Wohlthätern um deines Namens willen das ewige Leben. M Gebete. 195 P. Laffet uns beten für die abgeftorbenen Chriftgläubigen. V. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen. P. Laffet sie in Frieden ruhen. V. Amen. P. Laffet uns beten für unsere abwesenden Brüder. V. O mein Gott! rette deine Diener, die auf dich hoffen. Herr, sende ihnen Hilfe von deinem P. heiligen Site. V. Und von Sion aus beschüßze fie. P. Herr, erhöre mein Gebet. Und laffe meinen Ruf zu dir kommen. 1 Gebete. Gott! dem Erbarmen und Schonen immer eigen ist, nimm unser flehentliches Gebet an, damit wir und alle deine Diener, die wir in Ketten der Sünde liegen, durch deine erbarmende Güte von demselben gnädigst befreiet werden. Wir bitten dich, o Herr, erhöre unser demithiges Gebet, und verschone uns, die wir dir unsere Sünden bekennen, damit wir zugleich Verzeihung und Frieden durch deine Güte erlangen. Herr, erzeige uns gnädig deine unausprechliche Barmherzigkeit, durch welche wir zu13* Gebete. 196 gleich von allen Sünden befreit, und von der Strafe, die wir für solche verdienen, gerettet werden. O Gott, der du durch die Sünde beleidigt und durch Buße versöhnet wirst, siehe gnädig auf das Gebet deines um Gnade flehenden Volkes, und die Geißel deines Zornes, die wir für unsere Sünden verdienen, wende gnädigst von uns ab. Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme dich deines Dieners..., unsers obersten Hirten, und leite ihn nach deiner Milde auf dem Wege des ewigen Heiles, damit er durch deine Hilfe, was dir gefällt, begehre und mit allem Eifer vollbringe. Gott, von welchem fromme Wünsche, gute Vorsätze und gerechte Werke entspringen, gib deinen Dienern jenen Frieden, welchen die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen deinen Geboten ergeben, und gegenwärtige Zeiten durch deinen Schutz vor Feindesfurcht gesichert und ruhig seien. Herr, entzünde unser Innerstes mit dem Feuer deines Geistes, damit wir dir mit keuschem Leibe dienen und mit reinem Herzen gefallen mögen. O Gott, Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Verzeihung aller Sünden, damit sie die gnädige Nachlaffung, welche fie allezeit ↓ Gebet für den Landesfürsten. 191 gewünscht haben, durch gottseliges Fürbitten er. langen. Herr, wie bitten dich, komm unseren Handhungen durch deine Einsprechungen zuvor, und begleite selbe mit deiner Hüfe, damit all' unser Beten und Handeln von dir jederzeit anfange, wie es durch dich angefangen hat, also auch durch dich geendet werde. Allmächtiger, ewiger Gott, der du über die Lebenden und Abgestorbenen herrscheft und dich Aller erbarmeft, welche du aus dem Glauben und den Werken für die Deinigen erkennest, wir bitten demüthig, daß die, für welche wir uns vorgenommen haben, unser Gebet zu verrichten, sie mögen nun noch auf dieser Welt im Leben oder bereits davon abgeschieden sein, durch die Fürbitte aller deiner Heiligen nach deiner Gütigkeit Verzeihung aller ihrer Sünden erlangen mögen durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit dir lebet und regteret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet für den Landesfürsten. Bütiger Gott, du Beschüßer aller Reiche, verleihe deinem Diener, unserm Kaiser..., daß er deine fiegreiche Macht erkenne und verehre, damit er durch deinen Schuß jederzeit mächtig sei, sowie er durch deine Anordnung Landesfürst geworden ist. Durch Jesum Chri 198 Geket für das allgemeine Anliegen stum, deinen Sohn, der mit dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet für die Kaiserin. Erbarme dich, o höchstbarmherziger Gott, un serer Kaiserin, und erhalte sie jederzeit in deiner Gnade, verleihe ihr einen lebendigen Glauben und eine allzeit thätige Liebe. Schütze sie vor allen Gefahren des Leibes und der Seele, damit ihre zeitliche und vergängliche Krone in jene ewige Siegeskrone verwandelt werde, welche du Jenen verheißen hast, welche den guten Kampf des Glaubens bis an's Ende muthig gekämpft und auf Erden nur dir allein die Ehre gegeben haben, welcher von den En geln und Heiligen in Ewigkeit gepriesen und gelobet wird. Amen. Gebet für das allgemeine Anliegen der ganzen Christenheit. deiner unend Hillmächtiger, ewiger Gott! Herr, himmlischer Vater, siehe mit den Augen lichen Barmherzigkeit auf der Deinigen Jammer, Elend und Noth. Erbarme dich aller Christgläubigen, für welche dein eingeborner Sohn, unser Herr und Heiland Jesus Christus, in die Hände der Sünder freiwillig gekommen ist und sein kostbares Blut am Kreuze vergoffen hat. ber ganzen Christenheft. Durch diesen unsern Herrn Jesum wende ab, gnädigster Vater, die wohlverdiente Strafe, gegenwärtige und zukünftige Gefahren, schädliche Empörung, Kriege, Theuerung, Krankheit und betrübte mühselige Zeiten. Erleuchte auch und ftärke in allem Guten geistliche und weltliche Obrigkeiten, damit sie Alles befördern, was zu deiner göttlichen Ehre, zu unserem Heile und insgemein zum Frieden und zur Wohlfahrt der Christenheit gedeihen mag. Verleihe uns, Gott des Friedens, echte Vereinigung im Glauben, ohne alle Spaltung und Zertrennung. Lente unsere Herzen zur wahren Buße und Besserung des Lebens, zünde in uns das Feuer deiner Liebe an; erfülle uns mit eifrigem Verlangen nach Allem, was recht ist, damit wir als gehorsame Kinder im Leben und Sterben dir angenehm und wohlgefällig feien. Wir bitten auch, wie du willst, o Gott, daß wir bitten follen, für unsere Freunde und Feinde, für Ge. funde und Kranke, für alle betrübten und leidenden Chriften, für die Lebendigen und Verstorbenen. Dir hei auf immer empfohlen, o Herr, all unser Thun und Laffen, Handel und Wandel, unser Leben und Sterben. Laß uns nur deine Gnade hier genießen und dort mit allen Auserwählten erlangen, daß wir in der ewigen Freude und Seligkeit dich loben und ehren mögen. Dieß verleihe uns, Herr, himmlischer Vater! durch Jefum Chriftum, deinen Sohn, Empfehlungsgebet in den besonderen unsern Herrn und Heiland, welcher mit dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebet und regieret in Ewigkeit. Amen." 200 Empfehlungsgebet in den besonderen Schuk des heiligen Aloisius. Het Jeitiger Aloifius, du Vorbild wahrer Reinigkeit und eines Gott wohlgefälligen Lebens, mit inniger und ehrfurchtsvoller Ergebenheit, mit aufrichtigem Verlangen, in der sorgfältigen Bewahrung der Unschuld und Keuschheit dir nachzufolgen, erwähle ich dich heute zu meinem besonderen Schußheiligen und Fürbitter bei Gott. Sch bitte dich voll Ver. trauen, nimm mich an zu deinem Schutzfinde, und stehe mir bei in allen Gefahren und Ver suchungen dieses Lebens. Bitte für mich, daß ich überall in der Furcht dés Herrn lebe, meine Sinne in strenger Zucht bewahre, jede Gefahr der Keuschheit fliehe, allen Versuchungen ernstlich und beharrlich widerstehe, und wie du, Jefum und Maria über Alles liebe. Versage mir doch deine Hilfe nicht, um die ich dich inständig anrufe. Erbitte mir von Gott die Gnade, Alles zu meiden, was den reinsten Augen Gottes mißfällt. Damit ich ihm wohl. gefällig werde, nehme ich mir ernstlich vor, die, Shut des heiligen Aloifius. 201 o heiliger Aloifius, in deinen Tugenden nachzufolgen. Du sollst mein Beispiel und mein Lehrer sein. Unterstüße mich durch deine mäch tige Fürbitte, daß ich alle Weltfreuden und alles Unehrbare verabscheue und den schmalen Weg der Tugend zum Himmel gehe. Ich bekenne mit Reue meine Unbeständigkeit in der Befolgung der gemachten guten Vorfäße. Erbitte mir die Andacht und den Eifer, womit dein Herz erfüllt war. Erlange mir die Guade, daß ich mein Herz auch von der geringsten freiwilligen Verweilung an unreinen Gedanken allzeit rein bewahre, und mein Leben dem dei nigen gleiche. Laß nicht nach, für mich bei Gott zu bitten, bis du meine Seele dahin befördert hast, daß ich ohne schwere Sünde lebe und einst zu dir in den Himmel gelange. Sei mein Beschüßer, wie im Leben so auch im Sterben, und bewirke, daß ich nicht ohne die heiligen Sakramente sterbe. Stehe mir bei bei meinem Hinscheiden mit deiner tröstenden Gegenwart, und bete und seufze dann mit meinem sterbenden Herzen zu den heiligsten Herzen Jesu und Mariä. Beschüße und bewahre meine Seele, wenn die Sinne mich verlassen. Flöße mir heilige Gedanken ein, damit ich in meinen leßten Zügen fest und beharrlich auf Jefum, meinen Erlöser, hoffe, und ihn bis an's Ende durch Geduld in Leiden über Alles liebe. hei liger Aloifius, hilf mir durch deine Fürbitte, - Gebet eines Dienftboten. daß ich einst von Jesus, Maria und Joseph, von meinem heiligen Schußengel und von dir begleitet, vor dem Richterstuhle erscheine und durch eure Fürbitte einen gnädigen Richter an Jefum Chriftum finde. Amen. 202 Gebet eines Dienstboten. Fiebreichster Jefus! welch ein Troft ift es für mich, wenn mein Stand mir schwer fallen will, daß der Glaube mich lehrt, daß ich dir in meinem Berufe am gleich förmigsten bin, weil auch du für uns die Knechtsgestalt angenommen haft, um Allen zu dienen. Ich will daher in dem Berufe, den deine hei lige Vorsehung mir angewiesen hat wie dein Apostel mich lehret, um deiner willen so lange in getreuer Erfüllung meiner Dienstpflichten verharren, bis du mich offenbar in einen an deren Stand versetzen wirst. Ohne dich, o Herr, vermag ich es aber nicht. Darum flehe ich zu dir, mein Gott, um den Beistand deiner stärkenden und tröstenden Gnade, i damit ich allen Ueberdruß und Unwillen, alle Beschwerlichkeiten und Hindernisse und alle Kämpfe, die mir auch meine Nebenmenschen, deren Umgang ich nicht ausweichen kann, verursachen, mit gelassener Geduld, Sanftmuth, Gebet eines Dienstboten. Liebe und Freundlichkeit nach deinem Vorbilde ertrage und so mein Heil wirke, und dir, indem ich nur um deiner willen meinen Obern pünktlich gehorsame, jeden Tag treuer diene. Du, o Herr, ordnest und heiligest den Stand eines Jeden, und zahllose Heilige und Auserwählte freuen sich nun in der Seligkeit des Himmels, die einst auf Erden dir in dem nämlichen Stande gedient haben. Mein Herr und mein Gott! regiere meine Zunge, daß ich durch keine Unbehutsamkeit im Reden, im Umgange mit Andern deine göttliche Majestät beleidige, meinen Nächsten betrübe, oder selbst den Frieden des Herzens verliere, der mir so nothwendig ist, um dir aufrichtig und getreu in meinem Stande zu dienen. Lenke meine Gedanken, meinen Sinn und alle meine Schritte auf den Pfad deiner Gebote und bethaue mein Herz mit den Tröstungen deiner Gnade, damit es durch die Aufmerksamkeit auf die zeitlichen Geschäfte und unnöthigen Sorgen nicht zu sehr in das Irdische zerstreut werde, sondern, während die Hand arbeitet, mein Herz liebend in dir ruhe. Wenn die Nacht der Trübsale dieses Lebens sich geneigt haben wird, wo du Allen, welche dir hier in ihrem Stande treu gedient haben für die Mühsale dieses kurzen Lebens reichlich vergelten wirst, dann, o Herr, zähle mich auch zu den getreuen Dienern, und laß mit ihnen mich eingehen in den Himmel, - 203 204 um dich, meine ewige Liebe, zu sehen, zu lieben und zu loben von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gebet in Leiden und Widerwärtigkeiten. Jerr, dein Wille geschehe! Ohne deinen Willen fällt kein Haar von meinem Haupte. Du hast auch diese Leiden und Widerwär tigkeiten mir gesendet. Ich nehme sie willig an von deiner Hand, wie du, o Jesus, den Kelch des Leidens von der Hand des himmlischen Va ters angenommen hast, an dem meine Sünden Schuld waren. Nur um Geduld und Liebe bitte ich dich. Ich übergebe mich ganz deinem, Alles zu meinem Heile leitenden Willen. Mein Gott! rechne es denen nicht zur Sünde, die mich beleidigen; verzeihe ihnen, sowie ich bitte, daß du mir verzeihest. Ach, mein Herr und mein Gott! wie viel größere Leiden hätte ich verdient, wenn du nach meinen Verschuldungen mit mir verfahren wolltest. Wie wenig darf ich mich über zeitliche Uebel beklagen, da ich in den Qualen der Hölle ewig leiden müßte, wenn mich deine Barmher zigkeit von dieser gerechten Strafe nicht befreit hätte. Ist es nicht besser, daß ich hier Schmer zen, Verachtung, Armuth und andere Drangsale leide, wie der arme Lazarus, als daß es mir Mtberwärtigfelten. 205 wie dem reichen Manne wohlergehe und dort den ewigen Peinen der Hölle übergeben werde? Was ist ein kurzes Leiden, wenn ich mir dadurch in geduldiger Ergebung in deinen göttlichen Willen, ewige Freude verdienen kann? Ich habe dich, o mein Gott, ja schon oft gebeten, du wollest mein Herz reinigen, die irdischen Begierden mir bezähmen helfen, mir die Eitelkeit der Welt zu erkennen geben und mein Gemüth zum Himmel erheben. Diese Bitten werden an mir erfüllt, du ewige Güte! dadurch, daß du Jene besonders lieb haft, die du züchtigest. Wie Vieles haben die Gerechten, die mir in deine Herrlichkeit vorausgegangen sind, ge litten? Sie haben die Welt und ihre Freuden verachtet, und die unordentlichen Begierden verläugnet und abgetödtet, so schwer es ihrer Natur auch fallen mochte. Viele haben die Tage ihres Lebens in Mühe und Arbeit, in Fasten und Wachen, in Armuth und strengen Bußwerken zugebracht. Andere haben unschuldig im Elende und in Gefängnissen Hunger und Durst, Kälte und Hiße, Schmerzen und Krankheiten gelitten und in den peinlichsten Martern für dich ihr Leben geopfert. Und ich bin schon so niederge schlagen bei einem geringen Leiden, da ich doch auch in den Himmel kommen will. Und du, o mein Jesus, wie Vieles haft du in deinem sterblichen Leben aus Liebe zu mir gelitten! Du lebtest in der größten Armuth, Gebet um eine Standeswahl. Verachtung und Verfolgung, und starbst endlich für mich den schmählichsten Tod des Kreuzes. Durch Kreuz und Leiden mußtest du in deine Herrlichkeit eingehen. Der Schüler, sagtest du, ist nicht mehr als der Meister. Soll ich, du mein göttliches Vorbild, auf einem andern Wege in den Himmel dir nachfolgen wollen, als durch Kreuz und Trübfal? 206 Nein, mein gekreuzigter Erlöser! ich will aus Liebe zu dir lieber mit dir am Kreuze hangen, als dich mit einer Sünde beleidigen. Wenn ich nur zum Erbe der Seligkeit ges lange, die du mir im Reiche deines himmlischen Vaters bereitet haft; gern will ich dann in der Bitterfeit und Beraubung allen Trostes leben. Gebet um eine Gott wohlgefällige Standeswahl. ਹੋਈ ein Herr und mein Gott! Du hast mich. erschaffen, um nach deiner Lehre und of deinem Beispiele, du Licht der Welt, zu leben und so deiner Herrlichkeit im Himmel theilhaftig zu werden. Dir allein ist es bekannt, in welchem Stande ich dieses selige Ziel meiner Berufung am sichersten erlangen werde: Das weiß ich aber: bei den vielen Gebet um eine Standeswahl. 207 Pflichten, welche die Berehelichten gegen sich, gegen ihre noch lebenden Eltern, gegen ihre Kinder und Dienstboten zu erfüllen haben, und bei den vielen irdischen Sorgen, womit du sie öfters heimsuchest, ist es viel schwerer, als im ledigen Stande, das Herz von der Sünde rein zu bewahren und die Seligkeit zu erlangen. Darum will ich ohne deine Berufung den un ehelichen, jungfräulichen Stand nicht verlaffen. Gib, o Herr, daß mich keine irdische Rücksicht zur Wahl des Eheftandes bewege. Wenn ich dazu versucht werde, so laß mich beherzigen: Du littest und starbft für das ewige Heil meiner Seele am Kreuze, um wie viel mehr wirst du für mein zeitliches Fortkommen sorgen. Stärke meinen Vorfaß, damit ich mich um Alles in der Welt, einer irdischen Versorgung wegen, in den ehelichen Stand nicht eindränge. Noch weniger, o Herr, laß mein Herz von einer nur sinnlichen Neigung zu einer Person dazu verleitet werden, denn dadurch würde ich deiner in diesem Stande so nothwendigen Gnade unwürdig werden. Erleuchte, o mein Gott, meinen Verstand, daß ich nur deine Ehre und das Heil der unsterblichen Seele suche! Sollte ich dich im Ehestande weniger lieben, so vernichte alle Bemühungen, und bleibe du mein Bräutigam im jungfräulichen Stande. Kömmt aber mein Verlangen nach dem Ehestande von dir, so führe mir eine gottesfürchtige Person zu, die mich um - Gebet um eine Standeswahl. deinetwillen liebet, und mit der ich dich, du ewiger Bräutigam meiner Seele, ewig lieben werde. 208 Verleihe, o mein Jesus, wenn du mich zu diesem Stande berufen hast, daß mich die schweren Pflichten desselben nicht davon abschrecken, noch in deiner Liebe wankend machen. Herr, du kennst meine Schwachheit. Ohne den mächtigen Beistand deiner göttlichen Gnade würde ich unterliegen. Ich hoffe auf dich. Laß mein Vertrauen nicht zu Schanden werden! 8228 door fiz mshit & Bregen Heilsame Erinnerungen pere P bei ber mese esers( 59 Todtenkapelle am Gottesacker. H Mensch! gedente, daß du Staub bift, und wieder an Staub wirft. o rufen mir hier die Todten zu, und heißen mich ftill stehen, um Weisheit des Lebens zu lernen. Hier ist die Ruhestätte meiner lieben itchriften( Eltern und Voreltern), und vielleicht auch die meinige sein. Wie meiner jüngeren Freunde und Bekanne ich schon zu Grabe begleitet! Sie find orangegangen und winken mir, daß ich tynen, ehe ich's vermuthe, folgen werde. Meine Jugend stellt mich vor dem Tode nicht sicher, seine Sense mähet die frischen Blumen wie das dürre Gras. Diese morschen Knochen und Schädel waren einst, was mein Leib jetzt ist, und was sie jetzt sind, wird auch er einst werden. Wer kennt ihnen jetzt noch an, was sie einst in der Welt Der Schutzengel. 14 .." Heilsame Erinnerungen ac. waren? Was ist ihnen von ihrer vorigen Schön heit, Stärke, Pracht und Herrlichkeit noch übrig? Faulender Moder und endlich eine Hand voll Staub. 210 Aber es wird nicht immer so bleiben. Wie das Samenkorn im Acker verwesen muß, damit es zur Ernte erwachse, so modern hier die Lei ber auf den Tag der Auferstehung. Hier ist wahrhaftig Gottes Acker, wo der Same zur Unsterblichkeit feimet. Da wird einst große Ernte fein. Die Engel Gottes werden die Gu. ten wie Garben sammeln und in die himmlischen Scheuern überbringen; die Bösen aber wie Unkraut in's Feuer werfen. — D. du, der du einst im Grabe gelegen und wieder auferstanden bist, verleihe mir Gnade, daß ich dir im Leben folge, damit ich dir einst auch bei der Auferstehung in jenes himmlische folgen möge! Amen. Liebe Jugend! mache dich früh und gern mit dem Tode bekannt, so darfst du ihn nicht fürchten, wenn er kommt. Ja, du wirst desto froher leben, wenn du so lebst, daß du allzeit zum Sterben bereit bist. Gehe nie über den Gottesacker oder bei einer Tottenkapelle vorbei, ohne für die Todten und für dich selbst zu beten, daß du gut leben mögest, um gut zu sterben. Meßgebete für Verstorbene. 211 Meßgebete für Verstorbene. Zum Staffelgebet. it tiefster Ehrfurcht und Demuth erscheinen wir vor dir, o Gott! Wenn auch der Gerechte vor deinem Angesichte ich nicht rein findet und vor deinem strengen Gerichte zittert, wie wird der ungebesserte, leichtsinnige Sünder vor dir bestehen? Wenn auch die Seelen der Frommen von ihren noch anklebenden Flecken und Mängeln, wie das Gold durch's Feuer, geläutert werden müs sen, weil in deinen Himmel nichts Unreines eingehen kann; wenn jede Sünde, so gering fie uns auch scheinen mag, gebüßt und gezüchtiget werden muß,- gerechter Gott! wie wird es uns ergehen! Reumüthig schlagen wir an unsere Brust, und bekennen unsere Schuld, unsere große und vielfache Schuld, und versprechen dir Befferung. Vater, erbarme dich unser! Nimm uns als deine verirrten, aber wieder zu dir umkehrenden Kinder gnädig auf. Jesu, Heiland der Welt, erbarme dich unser! Laß die Früchte deines Leidens und Todes, dessen Andenken wir jetzt begehen, an uns nicht verloren sein! Auch für die abgeschiedenen Seelen, besonders unsere lieben rufen wir dich um Erbarmen an. Dir empfehlen wir sie, o Gott, 14* - 212 Meßgebete für Berstorbent. der du ihr Vater, wie der unsrige bist. Du liebeft sie mehr, als wir sie lieben; du weißt, was ihnen nothwendig und gut ist, und wirst es mit ihnen auf's Beste machen. Doch nimmst du auch das Gebet unserer Liebe für fie gnädig auf, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. - Epistel an die Tessalonicher. 4. C. Brüder! Wegen der Entschlafenen wollen wir euch erinnern, daß ihr euch nicht betrübet wie die übrigen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, daß Jesus gestorben und wieder auferstanden ist, so müssen wir auch versichert sein, daß Gott diejenigen, die im Glauben an Jesus entschlafen sind, wie ihn aus dem Grabe herausführen, und zu sich nehmen werde. Und dann werden wir immer bei dem Herrn sein. Mit dieser Verheißung tröstet euch unter einander. Aus der Offenbarung Johannes. 14. C. Ich hörte eine Stimme vom Himmel, die mir zurief: Selig, die im Herrn entschlafen! fie ruhen nun aus von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach. Ebangelium Joh. 11. In derselben Zeit sprach Martha zu Jesus: Herr, wärest du hier gewesen, so wäre mein Meßgebete für Berstorbene. 213 Bruder nicht gestorben. Doch weiß ich auch jetzt, daß Gott dir geben wird, um was du ihn immer bitteft.- Jesus sagte ihr: Dein Bruder soll auferstehen.- Martha antwortete: Ich weiß wohl, daß er auferstehen wird in der allgemeinen Auferstehung am jüngsten Tage. Da sprach Jesus: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, ob er schon gestorben ist; und Jeder, der im Glauben an mich lebt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du dieß?- Ja, Herr! sagte sie, ich glaube, daß du Christus, der Sohn Gottes bist, der in die Welt gekommen iſt. Offertorium. 1 Voll dieses trostreichen Glaubens vereinigen wir uns mit dem Opfergebete des Priesters, und schließen auch die lieben abgeschiedenen Seelen ein. Wir sind noch mit ihnen durch die Bande der Pflicht und Liebe vereiniget, und sie mit uns. Sie sind uns nur vorangegangen, und wir werden ihnen folgen. Einst kommen alle deine guten Kinder, o Vater! wieder zusammen in deinem Hause, wo der Wohnungen viele sind. Dort hoffen wir unsere lieben.... wieder zu finden, um beisammen zu sein ewiglich.- Wenn wir jetzt über ihren Hintritt trauern; wenn wir sie noch gern unter uns hätten, wenn uns ihr früher Verlust und die harte Trennung weh thut, so mißfällt dir diese Empfindung unserer Meßgebete für Verstorbene, wehmüthigen Sehnsucht und Liebe nicht. Wir murren nicht, indem wir seufzen. Unser Glaube gibt uns Troft und Kraft. Sollten wir unseren frommen Freunden die Ruhe, das ewige Leben nicht gönnen? Sie haben's nun überstanden und vollbracht ihr Tagewerk auf Erden, und empfangen nun den verdienten Lohn. Dein Urtheil ist das gerechteste, und selbst die Strenge, mit welcher du sie reinigest, ist weise Güte. Was du thust, ist wohl gethan. Nimm das Opfer unserer Liebe und Ergebung gnädig an. 214 Sanktus. Heilig, heilig, heilig bist du Herr, unser Gott! Darum kann dein reinstes Auge nicht die geringste Sündenmackel unbemerkt und ungetilgt laffen. Darum kann nichts Unreines in den Himmel eingehen, nicht zu deiner feligmachenden Anschauung gelangen, bis es endlich gänzlich abgefegt und gereiniget ist. Desto mehr sollen wir uns bestreben, rein zu sein und immer reiner zu werden, wenn wir vor deinem Altare erscheinen. Jesus Christus, dein vielgeliebter Sohn, der Unschuldige, der allein Heilige, hat sich hingegeben für uns, um uns von aller Sünde zu befreien und uns zu deinem dir wohlgefälligen Volke zu reinigen. Er selbst stellte sich dir als das reinste Opfer dar. Seine Aufopferung wird jetzt auf dem Altare unblutiger Weise nach sei Meßgebete für Verstorbene. ner Einsetzung erneuert. Auch wir opfern une dir mit ihm auf. 21 Zur Wandlung. Jesu! du haft deinen Leib hingegeben an'e Kreuz, haft den martervollsten Tod für uns ausgestanden, um uns ewiges Leben zu verschaffen. Dir wollen wir leben und sterben Dein sind wir todt und lebendig, in der Zeit und Ewigkeit. Amen. Jesu! Du hast dein Blut vergoffen, damit wir von Sünden frei und rein werden sollen. Laß es für uns nicht umsonst gefloffen sein; laß uns nie vergeffen, wie viel dich unsere Erlösung gekostet hat, wie theuer dir unsere Seelen waren! ewiger Dank sei dir dafür! - Nach der Wandlung. liebevoller Heiland! dein Leben und Blut war dir nicht zu kostbar; du hast es aufgeopfert für unser Heil, als Versöhnopfer für unsere Sünden. welch ein entsetzliches Uebel muß die Sünde sein, weil du, der nichts als Gutes gethan, doch um unserer Sünden wegen sterben mußteft! Welch ein Antrieb für uns zur ernstlichen Buße und Befferung! Du haft der göttlichen Gerechtigkeit genug gethan, aber wir müsseu auch selbst thun, was uns möglich ist. Jede Sünde muß gebüßt und gebessert werden, in 216 Meßgebete für Berstorbene. dieser oder in jener Welt.- Darum müffen jetzt die leidenden Seelen im Fegfeuer für jene Sünben und Fehltritte büßen, welche sie hier auf Erden entweder zu wenig erkannt und geachtet, oder nicht genugsam verbessert und abgebüßt haben. Dieß fordert deine Gerechtigkeit, o Gott, und wir beten dein Urtheil mit Ehrfurcht an. Aber deine Güte flößet uns doch Vertrauen ein. Du willst durch zeitliche Strafen hier und dort deine Kinder nur reinigen, beffern; veredeln willst du sie wie das Gold durch's Feuer, weil es nothwendig ist, um sie dann defto vollkommener selig zu machen. Du weißt, was ihnen noch mangelt, was sie schmerzt und betrübet. Erquicke sie mit deinem Troste, und lindere ihre Peinen. Vollende ihre Reinigung, erfülle ihr sehnliches Verlangen und Streben. Erfreue fie bald mit deiner seligmachenden Anschauung, welche das einzige Ziel ihrer heißen Wünsche und Seufzer ist. Agnus Dei. Tamm Gottes, geschlachtet für die Sünden der Welt! reinige fie in deinem Blute! Verföhne, begnadige, erlöse sie vollends. Verleih' hnen ewige Ruhe und Befreiung von Allem, was sie noch quälet und aufhält, und am volllommenen Setigwerden hindert. Dein Tod sei uen und uns ewiges Leben. Meßgebete für Verstorbene, Domine non sum Dignus. Herr, wir sind nicht würdig der Seligkeit, die wir uns und ihnen wünschen. Unsere Sünden schließen uns aus davon. Noch schenkest du uns Zeit zur Buße und Besserung. Wie eifrig sollen wir diese Tage des Heils benützen, da wir keine Stunde sicher sind! So viele unvermuthete Todfälle unserer Freunde und Bekannten erinnern uns daran, wie bald es nun auch mit uns aus sein kann. Weder die blühende, noch die feste Gesundheit stellet uns sicher. Du sagst uns selbst, o Jesu, daß du zu einer Stunde kommen und uns abfordern werdest, da wir es nicht vermuthen. Wir sollen also stets wachsam und bereit sein, dich zu empfangen, und vor dir, als unserem Richter, zu erscheinen. Durchdringe uns mit heilsamer Furcht vor deinem strengen Gerichte, damit wir noch der verschuldeten Verdammniß entgehen, und der oft so leichtsinnig verscherzten Seligkeit noch theilhaftig werden mögen. 217 Zum Schlusse. So wird unser Gebet, o Gott! für die Abgestorbenen dir wohlgefällig, und uns selbst heilsam sein, wenn wir dadurch auf den Zustand unserer eigenen armen Seelen aufmerksam gemacht, und für unser ewiges Heil besorgt sein werden; wenn wir dabei unserer leidenden Brisder auf Erden nicht vergessen, denen wir noc 218 felbst helfen können, und unser mitleidiges Herz in der That erzeigen. Dann dürfen wir getrost auf deine Barmherzigkeit hoffen, daß du uns einst mit unsern frommen Freunden und allen deinen Heiligen im Himmel zusammenbringen werdest. Amen. Dankbares Andenten Dankbares Andenken an verstorbene Eltern, Freunde und Wohlthäter. ihr lieben, werthen Seelen! empfanget noch über dem Grabe meinen herzlichsten Dank für Alles, was ihr für mich gethan habt. Gott vergelte euch dort eure Liebe und Treue ewiglich, und belohne eure Mühen und Sorgen mit der reinen Freude über das Gute, das ihr gethan habt! Ihr sollt eure Wohlthaten an keinen Undankbaren verwendet haben. Ich will euch durch gute Anwendung und Aufführung, durch Befolgung eurer guten Lehren Freude machen; meine Fehler, die euch so oft betrübet haben, verbessern, ja auch, was ihr vielleicht aus zu großer Liebe gegen mich oder menschlicher Schwachheit, gefehlt oder versäumet haben möget, so gut ich kann, zu ersetzen und zu verbessern suchen, und alles Mögliche thun, was euch zum Troste und zur Freude gereichen kann. an verstorbene Eltern ac. 219 Ihr habet euere Liebe zu mir auch in jene Welt hinüber genommen. Ihr forget noch und bittet für mich. Auch ich will eurer nicht vergeffen, in meinem Gebete, in meinem ganzen Leben. Gott führe uns einst zum frohen Wiedersehen und ewigen Beisammensein in sei ner Liebe zusammen! - 11 „ Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Todten zu beten," sagt die heilige Schrift, 2. Machab. 12; heilig und gottgefällig durch Glauben und Liebe, heiljam für uns selbst, kraft der Erinnerung, für unser eigenes Heil zu sor gen. Wie du für die Verstorbenen beteft, so beten fie für dich; und Gott erhöret das Gebet der Liebe. Boyz Der heilige Kreuzweg. enn Andere an Sonntagen, ach! so oft nur ihren Lüsten nachgehen, und ihrem Verderben zurennen, so geh' du, chriftlicher Jüngling, gottesfürchtige Jungfrau, deinem Jesus nach, und begleite ihn auf seinem letzten schmerzvollen Weg, auf dem er für uns in den Tod gegangen, und uns in den Himmel vorangegangen ist. Du wirst dich ja des Kreuzes nicht schämen oder es scheuen, nachdem es dein Heiland aus Lieb' zu dir auf sich genommen, um dich zu erlösen und selig zu machen? Du gehst voran, du guter Hirt, Den Weg, der uns zum Himmel führt; Du ladest uns zur Nachfolg' ein, Daß wir einst ewig bei dir sei'n. Vorbereitung. Jesus, mein göttlicher Lehrer und Erlöser! ich will jetzt andächtig betrachten, auf was für einen schmerzvollen Weg du mir im Himmel voran. gegangen bist. Dein heiliger Geist erleuchte und stärke mich, daß ich in deine Fußstapfen Der heilige Kreuzweg. trete, und dir jetzt im Leben und Leiden getreu nachfolge, damit ich einst durch ein seliges Ende zu dir komme, und mich mit dir und allen Auserwählten erfreuen möge in Ewigkeit. 221 Erste Station. Jesus wird zum Tode berurtheilt. V. Jesu! das Andenken an dein Leiden und Sterben R. halte mich vom Bösen, und stärke mich zum Guten! Du u wirst falsch angeklagt, und zum schmählichen Kreuztod verurtheilt, unschuldiger Jesu! Du hast nichts als Gutes gethan, und nur die Menschen uns terrichten wollen, wie sie Gott gefallen, sich bessern und ewig glücklich werden sollten. Aber eben deßwegen, weil du es so gut gemeint, und deine göttliche Lehre so standhaft vorgetragen hast, mußtest bu sterben. Ich will an dich gedenken, göttlicher Heiland! wenn ich unschuldiger Weise oder gar um des Guten willen etwas zu leiden habe. Weltlohn oder Weltdank soll nie meine Absicht sein, wenn ich recht thue, oder Andern Gutes erweise. Den Menschen zu gefallen, will ich nie wider mein Gewissen handeln, noch aus Furcht vor ihnen das Gute unterlaffen. Ich will mich nur, o Jesu, nach deiner göttlichen Lehre richten, für Der heilige Kreuzweg. welche du gestorben bist. Du wirst einst mein Richter sein; wenn ich nur vor dir bestehe! Vater unser 2c. 222 3weite Station. Jesus übernimmt das Kreuz. Wiig nimmst du das schwere Kreuz auf deine Schultern, sanftmüthigster Jesus! und wie ein Lamm, das seinen Mund nicht öffnet, läsfest du dich zur Schlachtbank führen. Du rufft uns Allen zu:„ Wer mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich!" Ich nehme es auf mich! Gott legt mir ge wiß nicht mehr auf, als ich tragen kann. D es ist gut für mich, daß ich bisweilen etwas leiden und ertragen muß; so will mich Gott gleichsam mit Gewalt zu sich ziehen: dieß ist der Weg zum Himmel. Jesu! du gehst mit dem Kreuz voran; ich folge dir, stärke mich! Vater unser 2c. Dritte Station. Jesus sinkt unter dem Kreuze. wie vieles hast du auch meinetwegen auf dich genommen, o liebevollster Jesus! das schwere Kreuz die Sünden der Welt, auch meine Sünden! Wie groß war diese Last! aber noch größer war deine Liebe zu uns! Du hast alles Leiden standhaft ertragen, um uns Vergebung der Sünden, die Gnade Gottes und das ewige Leben zu verschaffen! Der heilige Kreuzweg. Was ist mein Leiden gegen dein Leiden, unschuldiger Jesus! kann ich wohl über das klagen, was ich mir selbst durch Leichtsinn zugezogen und durch meine Sünden verschuldet habe? Dich will es tragen zu meiner Warnung und Besserung: ich will als Christ Alles, was mir schwer fällt, geduldig und standhaft ertragen! Vater unser 2c. 223 Vierte Station. Jesus begegnet seiner Mutter. Maria! was hat dein mütterliches Herz gelitten, als du deinen Sohn unter den Henkersknechten und spottenden Juden, zwischen zwei Missethätern mit dem schweren Kreuz daherwanken sahst! Wie mußte da der Schmerz, gleich einem Schwert, deine Seele durchdringen! Aber du bleibst immer die ergebene Magd des Herrn, die nichts anderes wollte, als: mir geschehe nach seinem Willen." Dieß soll auch mein Trost sein, wenn ich zu leiden habe, oder Andere leiden sehe, und nicht helfen kann: Der Wille des Herrn geschehe! Ohne seinen Willen fällt kein Haar von unserm Haupte; denen, die Gott lieben, muß Alles zum Guten gereichen. Und endlich gibt es ja noch ein anderes Leben. Jesu, du bist selbst durch Leiden in deine Herrlichkeit eingegangen! auf diesem Weg führst du auch uns zu dir! Vater unser 2C. Der heilige Kreuzweg. Fünfte Station. Simon hilft Jesu das Kreuz tragen. Simon hilft dir das Kreuz tragen, todtschwacher Jesus! Wie gern hätt' ich dir auch einen Dienst ers wiesen, da du für mich so viel gethan und gelitten haft! Aber du sagst:„ Was ihr dem geringsten meiner Brüder, euerer Mitmenschen, thut, das habt ihr mir gethan." 224 Nun dann, wo ich einem Menschen seine Mühe und Last erleichtern, einen Liebesdienst erweisen, mit Rath und Trost beispringen kann, will ich es so gern und bereitwillig thun, als wenn ich dir selbst, o Jesu, dienen könnte. Anders kann ich dir deine Liebe nicht vergelten, als daß ich aus Liebe zu dir alle Menschen liebe, und wo ich kann, diese Liebe in der That zeige. Vater unser sc. Sechste Station. Veronika reicht Jesu das Schweisstuch. er Anblick deines Bildes erinnert mich, was bu für mich gelitten haft, schmerzhaftester Jesus! er stellt mir deine Geduld und Standhaftigkeit, deine Sanftmuth und Liebe vor. Ich sollte in deine Fußstapfen treten, weil du mein göttliches Vorbild und das vollkommenste Muster aller Tugenden bist; nur dann kann ich Gott gefallen, wenn ich dir ähnlich werde. Ja, ich will mir Alles, was und wie du gelitten hast, tief in's Herz drücken, und mich besonders zur Zeit der Anfechtung und Trübfal Der heilige Kreuzweg. 225 daran erinnern. Und einst, wenn vor meinen Augen Alles verschwinden wird, sei mein letzter Blick auf dich gerichtet, mein göttlicher Erlöfer! Sieh' dann auch mich gnädig an, und zeige mir dein liebreiches Angesicht, welches die Freude des Himmels ist. Vater unser C. Siebente Station. Jesus fällt wieder unter dem Brenze Du weißt aus Erfahrung, was Leiden ist, o unter dem Kreuze entkräfteter Jesus! Du weißt, wie viel der Mensch ertragen tann! Du wirst also auch mit unserer Schwachheit Mitleid haben, und uns mit beiner göttlichen Kraft unterstützen. Wenn mich die Laft der Sorgen darniederdrückt; wenn mein Muth finken und meine Kraft erliegen will, wenn ich bei der schweren Arbeit oder in einer heftigen Versuchung fast nicht mehr aushalten kann, so stärke mich, o Jesu! daß ich nicht verzagt oder kleinmüthig werde, sondern auf Gott vertraue. Gott ver läßt die Seinen nicht, und wo alle Hilfe un. möglich scheint, ift feine Hilfe am nächsten. Bater unser ac. Achte Station. Jesus wird von mitleidigen Frauen bitrauert. Weinet nicht über mich, sondern über euch selbst. and über euere Kinder!" So sprichst du, liebreichster Schußengel 15 Der heilige Kreuzweg Jefu! zu ben guten Seelen ble dich auf beinem schmerzvollen Kreuzweg beweinten. Du bist mehr für fte, als für dich besorgt; das Unglück beines Boltes geht bir mehr zu Herzen, als bein eigenes Selben. 226 Ich soll also mehr über meine Sünden, als über dein hartes Leiden, o Jesu, weinen. Ich joll mehr über das nachdenken, wie ich mir dein Leiden zu Nußen mache, als was du für mich gelitten haft. Jesu! sei mir gnädig und barne herzig! Ich bereue meine Sünden. Gott, verzeih' mir um Jefu willen. Ich will nicht mehr fündigen! Bater unser se. Rennte Station. 1270 Jesus fallt noch einmal unter dem Krenze. mit 9poilya Wie jwer, Jesu. wie schwer ist dir dein Kreuz geworben; aber beine Geduld ermüdete nicht, deine Biebe unterliegt nicht: unter den größten Leiden vellendest du standhaft unsere Erlösung; du bist deinem himmlischen Vater gehorsam bis zum Tode bis um Tob am Kreuz. un 9711 Sollte ich nur das thun, was leicht t und angenehm ift? Sollte ich das Gute, wenn es Mühe kostet, unterlassen, oder sogleich ermüden and verzagen, wenn miri chwer fällt, meine Pflicht zu thun? Wie könnte ich so dir, o gött licher Heiland, nachfolgen, wenn ich aus Liebe Der hellige Kreuzweg. zu Gott und zur Tugend nichts leiden wollte, da du so viel, so standhaft gelitten haft? Vater unser 2c. 227 Zehnte Station. Jesus wird entkleidet. Grausam werden dir die Kleider vom Leibe gerissen, sanftmüthigster Jesus! Bei deiner Entkräftung wird dir statt der Labung ein bitterer Wein mit Myrrhen gereicht! Aber auch dieses Labsal, so schlecht es war, nimmst du nicht an; du brauchest für deine größten Schmerzen keine Linderung! Wenn ich deinen zerfleischten Leib, dein mit Dörnern gekröntes Haupt, deine größte Entkräf tung und äußerste Verlassung betrachte, wie kann ich noch verbotene Freuden suchen, die Hoffart, Wollust und leppigkeit lieben? Nein, mein Herr und Heiland! ich will mich von dei Sünde, und von Allem, was mich zur Sünde reizet, losreißen: ich muß, so hart es mir auch ankommt, alle bösen Gewohnheiten und Nei gungen ablegen. Jesu! mit deinem Beistant ist mir Alles möglich! Vater unser 2c. Eilfte Station. Jesus wird gekrenziget. Was soll ich denken, wenn ich, o Jesu! die grau: same Streckung deiner Glieder, deine mit Nägelr 15* Der heilige Kreuzweg. durchschlagenen Hände und Füße, deine aufgerissenen Wunden, deine unbeschreibliche innere und äußere Qual betrachte! Du duldest Alles, du betest noch für deine Feinde und entschuldigest sie damit, daß sie nicht wissen, wie sie thun. 228 Wie leicht werde ich zornig und unwillig, wenn mir nur das Geringste zu Leid geschieht. Sollte ich denn nichts leiden, da du, o göttlicher Heiland, für uns so viel gelitten haft? Sollte ich von Andern nichts ertragen, da sie von mir auch so Vieles ertragen müffen? Könnte ich sie nicht auch oft entschuldigen, da sie es aus Unwiffenheit oder doch aus Uebereilung, nicht aus böser Absicht gethan haben? Und wenn auch dieses nicht ist, so muß ich sie ja vielmehr bedauern, als über sie erzürnen. Vater unser ic. 3wölfte Station. Jesus stirbt am Brenze. o hast du, o Jesu! dein Leben am Kreuze aufgeopfert, und deinen Geist unter den größten Schmerzen aufgegeben! So viel hat es dich gekostet, uns von der Sünde zu erlösen! So lieb und werth war dir die Seele des Menschen! Der Anblick deines Kreuzes soll in mir einen herzlichen Abscheu vor der Sünde erwecken, um deretwillen du gestorben bist. Hilf mir, daß ich der Sünde ganz absterbe, und mich durch ein frommes Leben auf einen seligen Tod be 229 Der heilige Kreuzweg. eite. Laß mich in meiner leßten Angst aus seinen Wunden Troft und Erquichung schöpfen. Auf dich vertraue ich, wenn mich Alles verlasjen wird, daß ich ewig sei, wo du bist. Bater unser ac. Dreizehnte Station. Fer Leichnam Jesu bom Kreuze herab, im Schoosse seiner Mutter. Acht was hast du gelitten, schmerzhafte Mutter! ba bu deinen Sohn, den du zum Heil der Welt ge= boren, todt auf deinem Schooße liegen sahst!- Aber wie balb hat sich Alles geändert! Jezt bist du bei thm im Himmel, und erfreuest dich aller überstandenen Leiden, da du dich so hoch dafür belohnet siehst. So darf ich dann das Leiden nicht immer als ein Zeichen der göttlichen Ungnade ansehen, weil auch du, o Gnadenvolle, so schwer davon betroffen wurdest. Wenn ich unschuldig und geduldig leide, so wird mich Gott einst dafür belohnen; eine kurze Trübsal führt zur ewigen Freude. Bater unser ac. Bierzehnte Station. Ber Jeichnam Jesu im Grabe. Enblich haft du, o Jesu! nach beinem mühevollen Leben und schmerzhaften Tod Ruhe in dem Grabe gefunden! Das Grab ist das Ende aller Plagen dies es Lebens; es ist für den Christen ein wahrer Got Der heilige Kreuzwegs tesacker, wo sein Leib, wie der Same in der Erde berborgen liegt, und verweset: aber einst wieder aufsteht zum ewigen Leben. 230 So will ich denn den Anblick des Grabes nicht scheuen, ich will dabei nicht an das Sterben allein, sondern auch an die Auferstehung und an das ewige Leben denken. So gewiß du, mein Erlöser, vom Grabe erstanden bist, und jetzt ewig lebeft und regierest, so gewiß werde ich auch auferstehen zum ewigen Leben, wenn ich jetzt so lebe, daß ich gut sterben kann. Vater unser 2c. Schlußgebet. Wie glorreich und verehrungswürdig ist nun dein ehemals so schmähliches Kreuz, o du einst felbst so tief erniedrigter und jetzt über Alles erhöhter Jesus! dein Kreuz soll mich an deine Liebe erinnern, und zur Dankbarkeit und treuen Nachfolge erwecken. Du mußtest auf dem Kreuzweg in deine Herrlichkeit eingehen! So soll mich dann keine Beschwerde abhalten, dir auf dem Wege zu folgen, den du mir vorgezeigt haft. Auf dich will ich hinsehen im Leben, Leiden und Sterben, daß ich auch einst zu dir komme in dein himmlisches Reich, wo du mit Gott dem Vater und dem heiligen Geifte lebeft und regierest in Ewigkeit. Amen. 59582 ܩܘܕܐ Kirchen- Lieder. Gesang zur heiligen Messe. Bum 3ntroitus. ir werfen uns barnieber, Vor dir, Gott Sabaoth! Erhöre uns're Lieder, Da wir nach dem Gebot Dir bieses Opfer bringen; Verleihe nun, daß wir Es andachtsvoll befingen Und wohlgefallen bir. 2. Den Tag vor Jesu Leiben, Bet'm lepten Abendmahl, Indem er wollte scheiden Aus diesem Jammerthal, Hat er das Brod gebrochen Und ausgetheilt den Wein, Gesegnet und gesprochen: Dieß thut und dentet mein! 3. Er sprach: Nehmt hin und effet, Dieß ist mein Fleisch und Blut! 232 Kirchenlieber. Damit ihr nicht vergesset, Was meine Liebe thut; Mich opfernd will ich sterben, Am Kreuz zum Hell für euch: Wer an mich glaubt, soll erben Mit mir das Himmelreich. 4. O Herr! bieß Opfer steige Zu dir mit Wohlgeruch: Damit dein Herz sich netge Zu deines Volt's Gesuch. Wir opfern nicht mehr Kälber, Wie Aaron hat gethan, Nein Jesum Chriftum selber, Der uns versöhnen kann. Bum Gloria. 1. Gott Vater, dir gehöret Lob, Ruhm und Dank und Ehr'; Was uns're Ruhe störet. Verstatte nimmermehr. Auf Erden laß uns grünen Den Frieden jederzeit Daß wir dir fröhlich denen, Von Furcht und Angst befreit. 2. Der bu der Menschen Sünden Gebüßt am Kreuzes stamm, Laß uns Erbarmung finden, O Jesu, Gotteslamm! Gelobt mit Mund und Herzen Seift du, Gott heil'ger Geist! Der du in Angst und Schmerzen, Den Frommen Troft verleiht. Kirchenlieder. Bum Evangelinm. 1. Aus Gottes Munde gehet Das Evangelium; Auf diesem Grunde stehet Das wahre Christenthum. Gott selber hat's gelehret, Der nicht betrügen kanng Wohl dem, der's gerne höret, Und nimmt es willig an. 2. Sein Wort zeigt uns die Wege Zum Himmelreiche an, Es weiset uns die Stege. Bu gehen diese Bahn; Herr! drücke deine Worte Tief in die Herzen ein, Daß wir zur Himmelspforte Bu tommen würbig sei'n. Bum Credo. 1. Wir glauben und bekennen, Daß aus höchst weisem Nath, Gott, den wir Vater nennen, Die Welt erschaffen hat; Von ihm ist ausgegangen Sein Sohn, der Jesus heißt, Der ward als Mensch empfangen, Von Gott, dem heil'gen Geist. 2. Marta hat geboren Als Jungfrau dieses Kind; Sonst wären wir verloren, Wir, die wir Sünder sind. 233 234 Kirchenlieder. Er litt an Leib und Seele, Schloß sterbend seinen Lauf; Stand aus des Grabes Höhle Am dritten Tage auf. 3. Er ward hinauf genommen Zu Gottes rechter Hand: Wann er wird wieder kommen, Ist uns zwar nicht bekannt: Doch kommt er einst zu rächen Und wird von seinem Thron Ein billig's Urtheil sprechen Zur Strafe und zum Lohn. 4. Wir glauben nicht alleine, Daß eine Kirche sei; Wir stimmen der Gemeine Der Heiligen auch bei. Die Sünde wird vergeben Durch Christi Diener hier; Der Leib steht auf zum Leben, Geht ein zur Himmelsthür. Bum Offertorium. 1. Herr! laß doch diese Gaben Dir wohlgefällig sein, Die wir geopfert haben, Es ist zwar Brod und Wein; Doch wird's verwandelt werden In Christi Fleisch und Blut; Das ist uns hier auf Erden Und den Verstorb'nen gut. 2. Wir opfern dir den Willen, Herz und Gedanken auf! Kirchenlieber. Hilf uns, daß wir erfüllen In unserm Lebenslauf, Was du uns, deinen Kindern, Bu thun befohlen hast; Nimm weg, was uns kann hindern, Nimm weg die Sündenlast! 3. Wir legen dir zu Füßen All' unser Hab und Gut, Und was wir hier genießen: Das Leben, Leib und Blut. Gib uns bald kühlen Regen, Bald warmen Sonnenschein, Und laß durch deinen Segen Die Felder fruchtbar sein. Bum Sanktus. 1. Laßt uns gen Himmel schwingen, Zum Helfer in der Noth, Und dreimal heilig! singen Dem Herrn, Gott Sabaoth. Herr! Himmel und auch Erde Sind voll von deinem Ruhm. Hilf, daß bekehret werde Das blinde Heidenthum. 2. Daß wir hernach zusammen Dir uns're Herzen weih'n, Und voll von Liebesflammen Dir ein Hosanna schrei'n. Herr! der in deinem Namen Kommt, set gebenedeit! Die Engel sagen: Amen, Jetzt und in Ewigkeit. 235 236 Kirchenlieder. Nach der Wandlung. 1. Hier bet' ich auf den Knieen Verborg'ner Gott, dich an. Ich will mich nicht bemühen, Das, was du hier gethan, Durch Sinne zu begreifen; Dein Wort muß mir allein, Um hier nicht auszuschweifen, Der Grund des Glaubens sein. 2. Die Gottheit war bedecket, Allein am Kreuzaltar, Hier aber ist verstecket Die Menschheit auch sogar. Dieß Denkmal deiner Güte, Dieß wahre Himmelsbrod, Erinnert mein Gemüthe, O Herr! an deinen Tod. 3. Wasch' mich von meinen Sünden, O Jesu, durch dein Blut, Und laß mich Gnade finden Du allerhöchstes Gut! Laß bald den Vorhang fallen, Erschein' im vollen Licht, Und zeige mir und Allen Dein glänzend Angesicht. Bum Agnus Dei 1. Erfreu't euch, fromme Seelen! Ein Wunder ist gescheh'n, Der Herr will sich verhehlen, Kein Auge kann ihn seh'n. In Brod- und Weingestalten Ist Jesu Fleisch und Blut Kirchenlieber. Auf dem Altar enthalten, Dieß größte Seelengut. 2. Verdeckt ist hier zu finden Das wahre Gotteslamm, So aller Menschen Sünden Getilgt am Kreuzesstamm. Es ist der Seelen Speise, Wie uns der Glaube lehrt; Es nährt uns auf der Reise, Und wird doch nicht verzehrt. 3. Wenn wir das Leben schließen, Und dieses Himmelsbrod Recht wohl bereit genießen, So kann der bitt're Tod Uns Christen nicht erschrecken; Es ist ein Unterpfand, Daß Gott uns wird bedecken Mit seiner starken Hand. 4. Herr Jesu! deiner Liebe Set Ehre, Lob und Dank, Weil du nach ihrem Triebe, Zur Speise und zum Trant, Dein Fleisch und Blut gegeben, In Brodsgestalt verhüllt, Daraus für uns das Leben Und reine Freude quillt. 5. Entzünd' in uns Verlangen Nach diesem Sakrament; Herr, laß es uns empfangen, Wenn sich die Seele trennt, Laß uns in Frieden fahren, Bon allen Sünden rein, 237 238 Kirchenlieder. Zu deinen Engelschaaren, Und ewig bei dir sein. Bum Segen des Priesters. 1. Da wir nunmehr gehöret Die Messe, wie man soll, So sei auch Gott geehret, Er mach' uns segensvoll, Und laß es sich gefallen, Was wir allhier gethan, Er bleibe bei uns Allen, So sind wir wohl daran. 2. Gott wolle uns behüten, Daß uns an diesem Tag Des bösen Feindes Wüthen Nicht schädlich werden mag; O laß uns ohne Sünden Einst stehen vor Gericht, Damit wir Gnade finden Vor deinem Angesicht. Zweiter Meßgesang. Bum Kyrie. Jier liegt vor deiner Majestät Im Staub die Christenschaar; Das Herz zu dir, o Gott! erhöht Die Augen zum Altar. Schenk' uns, o Vater, deine Huld! Bergib uns uns're Sündenschuld! O Gott! von deinem Angesicht, Verstoß' uns arme Sünder nicht! Verstoß' uns nicht, Verstoß' uns Sünder nicht! Kirchenlieber. . Wir haben, Herr! bein Gut verschwend't, Wie der verlorne Sohn; Die Sünde hat uns so verblend't! Doch schau' von deinem Thron Mitleidig her auf unsern Schmerz! Verwirf nicht ein zerknirschtes Herz! Entzieh' die Vaterhuld uns nicht, Und sende uns dein Gnadenlicht, Dein Gnadenlicht, Dein göttlich's Gnabenlicht! 3. Wir sind ja deiner Hände Wert, Der Schöpfung unterthan, O gib uns Schwachen Kraft und Stärk', Sieh' uns in Gnaden an. Hier bringen wir auf dem Altar Dir ein Versöhnungsopfer dar. O Gott! der Werth des Bluts ist groß, Das einst dein Sohn für uns vergoß, Für uns vergoß, Bred Am Kreuz für uns vergoß. Bum Gloria. Gott soll gepriesen werden, Sein Nam' gebenedeit Im Himmel und auf Erden, Jetzt und in Ewigkeit. Lob, Ruhm und Dank und Ehre Sei der Dreieinigkeit! Die ganze Welt vermehre, Gott, deine Herrlichkeit. Bum Evangelium. Aus Gottes Munde gehet Das Evangelium! 239 $ 40 Kirchenlieber. Auf diesem Grunde stehet Das wahre Christenthum. Gott selbft ift's, der uns lehret, Der Weis- und Wahrheit ist; Der seine Lehren höret, Wie glücklich ist der Christ! Bum Credo. 1. Allmächtiger! vor dir im Staube Bekennt dich deine Creatur; O Gott und Vater! ja, ich glaube An dich, du Schöpfer der Natur! Auch an den Sohn, der ausgegangen, Von dir geboren, ewig war, Den, von dem heil'gen Geist empfangen, Die reinste Jungfrau uns gebar! 2. Und Jesus Christus ist gekommen, Daß er versöhne uns mit Gott; Er hat die Schuld auf sich genommen, Und litt für uns den Kreuzestod, Erstand, besiegte Tod und Hölle, Fuhr zu des Vaters Rechten auf, Und wird als Richter jeder Seele Einst prüfen unsern Lebenslauf. 3. Ich glaube, Gottes Geist regieret Die wahre Kirch' und Christenheit; Ein büßend Schaf, das sich verirret, Flieht hin zu der Barmherzigkeit. Am großen Tag wird's Fleisch erstehen: Jetzt, Heilige! helft insgemein, Daß wir mit euch zum Leben gehen, Miterben Christi ewig sei'n. Kirchenlieber. Bum Ofertorium. 1. Nimm an, o Herr! die Gaben Aus deines Priesters Hand; Wir, die gesündigt haben, Weih'n dir dies Liebespfand! Für Sünder hier auf Erden, In engsten, Kreuz und Noth. Soll dieß ein Opfer werden Von Wein und reinem Brod. 2. Nimm gnädig dieß Geschenke Dreieinig großer Gott! Erbarm' dich unser, denke An Christi Blut und Tod, Sein Wohlgeruch erschwinge Sich hin zu deinem Thron, Und dieses Opfer bringe Uns den verdienten Lohn. Bum Sanktus. 1. Singt:„ Heilig, heilig, heilig Ist unser Herr und Gott!" Singt mit den Engeln:„ Heilig Bist du, Gott Sabaoth!" Im Himmel und auf Erden Soll deine Herrlichkeit Gelobt, gepriesen werden, Jetzt und in Ewigkeit. 2. Wir singen froh zusammen, Von ganzer Seel' erfreut: Der kommt in's Herren Namen, Der sei gebenebeit; 241 242 Kirchenlieder. Hosanna in der Höhe! Gepriesen sei der Herr. Dem großen Gott geschehe Sein Lob von Meer zu Meer. Nach der Wandlung. 1. Sieh', Bater! von dem höchsten Throne, Sich' gnädig her auf den Altar! Wir bringen dir in deinem Sohne Ein wohlgefällig's Opfer bar. Wir fleh'n durch ihn, wir, deine Kinder, Und stellen dir sein Leiden vor; Er starb aus Liebe für uns Sünder, Roch hebt er's Kreuz für uns empor. Noch hebt er's Kreuz für uns empor. 2. Er hat für uns sich dargegeben, Für alle Menschen insgesammt! Bei'm Vater, daß wir ewig leben, Vertritt er jetzt das Mittleramt. D Jesu, höre uns're Bitte, Steh'uns'rer Schwachheit immer bet, Auf daß dein Leben, deine Güte, An uns niemals verloren set. Dum Xgnus Dei. Betrachtet ihn in Schmerzen, Wie er sein Blut vergießt; Seht, wie aus Jesu Herzen, Der letzte Tropfen fließt! Er nahm hinweg die Sünden, Er trug all' uns're Schuld; Bet Gott läßt er uns finden Den Frieden, seine Huld. Kirchenlieder. Bur Kommunion. D Herr! ich bin nicht würdig, D Herr! ich bin nicht würdig, Zu deinem Tisch zu geh'n, Du aber mach' mich würdig, Erhör' mein kindlich Fleh'n. O stille mein Verlangen, Du Seelenbräutigam! Im Geist dich zu empfangen, Dich wahres, dich wahres, Dich wahres, dich wahres, Dich wahres, Osterlamm! Bum letzten Segen. Nun ist das Lamm geschlachtet, Das Opfer ist vollbracht, Wir haben jetzt betrachtet, Gott! deine Lieb' und macht; Gott! deine Gott! deine, Gott! deine Lieb' und macht! Du bist bei uns zugegen, Aus deinem Gnadenmeer Ström' uns dein Vatersegen, Durch dieses Opfer her. Durch dieses Opfer her! Dritter Meßgesang. Bum Eingange. ier wirft vor dir im Staub sich hin, O Gott! die Christenschaar; Zu dir erhebt sich Herz und Sinn, Das Auge zum Altar. 243 244 Kirchenlieber. O blid auf uns mit Vaterhuld, Vergib uns die bereute Schuld, Verstoß' von deinem Angesicht, O Gott, uns arme Sünder nicht! Verstoß' uns nicht, Verstoß' uns Sünder nicht! Bum Gloria. Gott soll gepriesen werden Auf seinem höchsten Thron: Ruh', Friede set auf Erden Der guten Menschen Lohn. Wir loben, ehren Alle Dich, o Dreieinigkeit! Und unser Dant erschalle Bis an das End' der Zeit. Bum Evangelium. Es kommt aus Gottes Munde Das Evangelium; Und nur auf diesem Grunde Steht wahres Christenthum. Herr, laß uns niemals kehren Durch deiner Feinde List Das Ohr zu falschen Lehren, Dies fleht der wahre Christ. Bum Credo. Allmächtiger! vor dir im Staube Bekennt dich deine Creatur, O Gott und Vater, ja ich glaube An dich, du Schöpfer der Natur; An deinen Sohn, den, rein empfangen Die heil'ge Jungfrau uns gebar; Kirchenlieber. Und an ben Geist, der ausgegangen Von Beiden, stets mit Beiden war. Bum Offertorium. 1. Nimm an, o Herr! die Gaben Von deines Priesters Hand: Die dich beleidigt haben, Versöhne dieses Pfand. Bald bleiben nur Gestalten Von diesem Brod und Wein; Und das, was sie enthalten, Wird Seelenspeise sein. 2. Bewegt von dem Geschenke, Dreieinig großer Gott! Erbarme dich und denke, Wer sich für uns erbot; Der sich zum Opfer bringet Vor deinem Gnadenthron Zum Vaterherzen bringet, Ist dein geliebter Sohn. Bum Sanktus. 10 finget: breimal heilig Ist er, Gott Sabaoth! Dreieinig, unzertheilig Ist unser Herr und Gott! Es glänzet seiner Ehren Die ganze Schöpfung voll; O daß uns Engel lehren, Wie man ihn preisen soll. 2. Um Engeln nachzuahmen Singt unser Geift erfreut: 245 Kirchenlieder. Der tam in Gottes Namen. Der sei gebenedeit! Hosanna! schallt es oben, Hosanna! singen wir, Und beten an und loben Und staunen, Herr! vor dir. Nach der Wandlung. 1. Sieh', Vater! von dem höchsten Throne, Sieh' gnädig her auf den Altar! Wir bringen dir in deinem Sohne Ein wohlgefällig' Opfer dar. Wir fleh'n durch ihn, wir, deine Kinder, Und stellen dir sein Leiden vor: Er starb, des Todes Ueberwinder, Stand auf und fuhr zu dir empor. 246 2. Er hat für uns sich dargegeben, Für alle Menschen insgesammt; Vertritt, damit wir ewig leben, Bei'm Vater jetzt das Mittleramt. O Jesu, laß uns Huld erwerben, Steh' uns'rer Schwachheit immer bet, Damit dein Leiden und dein Sterben Ja nicht an uns verloren sei! Bum Xgnus Dei. Betrachtet ihn in Schmerzen, Wie er sein Blut vergießt; Seht, wie aus Jesu Herzen Der letzte Tropfen fließt. Er fließt, uns anzukünden Das wahre Gotteslamm, Das liebreich alle Sünden Von unsern Seelen nahm. Kirchenlieder. Bar Kommunton. Wie soll, o Herr! tch's wagen, An deinen Tisch zu geh'n! Du darfst ein Wort nur sagen, Um mich gesund zu seh'n. O stille mein Verlangen, Du einzig Seelengut! Im Geiste zu empfangen Dein wahres Fleisch und Blut. Bum Schlusse. Nun ist das Lamm geschlachtet, Das Opfer ist vollbracht: Nun haben wir betrachtet Gott, deine Lieb' und macht. Die bleib' uns stets zugegen; Aus deinem Gnadenmeer Ström' uns dein Vatersegen Durch dieses Opfer her. Vierter Meßgesang. ( Für die Schuljugend.) Staffelgebet. ater, fleh' uns Kleine an, Die mir deinem Throne nah'n; Unf'rer Jugenb Zarte Tugend Stimmet dir ein Loblieb an. Hoffnungsvoll erheben wir Unsere Stimme, Herr, zu bir; Obgleich Sünder, Deine Kinder, Rufen dennoch: Vater! hier. 247 248 Kirchenlieber. Bum Kyrie. Gott ber Vater, höre uns! Gottes Sohn, erhöre uns! Schent' uns Armen Dein Erbarmen, Heil'ger Geist, komm' über uns! Bum Gloria. Ehre sei Gott in den Höh'n, Der uns seine Macht ließ seh'n; Daß im Frieden Schon hienieben Alle Guten vor ihm geh'n. Bum Evangelium. Eine Freudenbotschaft ist Uns dein Wort, Herr Jesu Christ; Es erleuchtet Und erweichet Jedes Herz, in das es fließt. Bum Credo. Ich betenn' und glaube treu, Daß Gott Vater Schöpfer set: Von dem Bösen Bu erlösen, Jesus Mensch geworden sei; Ich bekenn' und glaube fest, Daß am Kreuze ich erlöst; In der Kirche Heil mir wirke Gott der Geist, der Alle tröft't; Und nach dieser Zeitlichkeit Kirchenlieber. Ist der Himmel mir bereit; Zu den Frommen Soll ich kommen, Wo dann Seel' und Leib sich freut. Bum Offertorium. Am Altare opfern wir Durch des Priesters Hände bir Unsere Gaben; Was wir haben, Kommt ja Alles nur von dir. Dieses Brod und diesen Wein Laß durch dich geheiligt sein; Jesus wollte, Daß es sollte Seines Todes Denkmal sein: Bum Sanktus. Laß uns rufen bis zum Tod, Wie der Engel singt vor Gott! Heilig, heilig, Immer heilig Ist der Herr Gott Sabaoth! Nach der Wandlung. Der du in dem Himmel wohnst, Ewig mächtig, heilig thronst. Sieh' es finden Uns're Sünden Einen Mittler, daß du schonft. Blick herab auf den Altar: Jesus bringt sich selber dar; Seine Leiden, Sein Verscheiden, Alles bringt er für uns dar. 249 250 Kirchenlieber. Bum Xgnus Dei. Seht das wahre Gotteslamm, Seht den Seelen- Bräutigam! Der das Leben Uns gegeben, Aus dem Schooß des Vaters tam. Vor der Kommunion. Chriften seid auf eurer Hut, Prüfet eure Herzen gut. Es enthalten Die Gestalten Chrifti wahres Fleisch und Blut. Dieses wundervolle Brod Ist der Mensch geword'ne Gott; Gleicher Weise Eine Speise, Wirket Leben oder Cod. Du, der Gott und Schöpfer ist, Kommst zu dem, der sterblich ist. Oberweile Noch, und helle Erst mein Herz, das sündhaft ist. Nach der Kommunion. Bleib' in mir, und heil'ge mich, Nähr' zum ew'gen Leben mich; O beglücke Und erquicke Auch vor meinem Ende mich. Bum Segen des Priesters. Heute, Gott, verlaß uns nicht! Hiif uns durch dein Gnadenlicht. Kirchenlieber. Deinen Willen Treu erfüllen, Bis du rufest zum Gericht. Laß in deinen Schuß uns flieh'n, Und verleih' auch Wohlergeh'n Unsern Freunden, Unsern Feinden, Cobten und Lebendigen. Lied zum Segen mit dem allerheiligsten Altarssakramente. 251 Vor dem ersten Segen. ir beten an, dich wahres Himmelsbrod! Dich, Heiland, Herr, barmherzig großer Gott! Heilig, heilig, heilig, Du bist allzeit heilig! Sei gepriesen ohne End' In dem heiligsten Sakrament.( Der Segen.) Nach dem ersten Segen. Wir knieen hier vor deinem Gnadenthron, Du guter Hirt, o Jesu, Gottes Sohn! Heilig, heilig 2c., wie vor dem ersten Segen Vor dem letzten Segen. Wir bitten bich, erbarm' dich, großer Gott! Und segne uns durch dieses Gnadenbrod. Heilig, heilig 2c. Nach dem letzten Segen. Ach höre uns, wir ringen unsre Händ', Und speise uns vor unserm letzten End'. Heilig, heilig C. 252 Kirchenlieber. Lied zum heiligsten Altarssakramente. Hommet, lobet ohne End' Dieses höchste Sakrament, Welches Jesus eingesetzt Uns zum Testament. 2. Sei gelobt, gebenedeit Du, o Trost in Bitterkeit! Du in Kriegszeit, Pest und Hunger Wahre Sicherheit. 3. Stärke un o großer Gott! Du, der Engel Himmelsbrot! Und bewahre und errette Uns aus aller Noth. 4. Bester Vater, auf uns schau', Gib uns deiner Gnaden Thau; Segne Wiesen, Bäume, Wälder Und den Ackerbau. 5. Zeig' auch deine milde Hand Unserm lieben Vaterland; Setze Fürst und seine Kinder In den besten Stand. 6. Gib stets wahre Buß' und Neu', Sprich uns All' von Sünden fret, Mach', daß Glaube, Lieb' und Hoffnung Bis an's Ende set, 7. Gib, daß wir mit dir verseh'n, Ewig hin zum Leben geh'n, Und dich einst dann, wenn du richtest, Als Erlöser seh'n. Kirchenlieber, 8. Sei von uns gebenedeit, Höchstes Gut in Ewigkeit! Bis wir endlich zu dir kommen In die Himmelsfreud'. Predigt Lied. In Gott des Baters und des Sohn's Und seines Geistes Namen Sprecht hier am Fuße seines Throns, O Christen, freudig: Amen. Sprecht Amen, und bereitet euch, Nach eures Meisters Lehren, Den Vater in dem Himmelreich Mit Bitten zu verehren. 2. O Vater unser, der du bist Im Himmel und auf Erden, Dein Name, der so liebvoll ist, Soll stets geheiligt werden! Dein Reich, von Anbeginn der Welt, Bereitet allen Frommen: Das laß, wenn dieser Staub zerfällt, Für uns auch einstens kommen. 3. So wie auf jeden Wink von dir Die Himmelsgeister sehen, So soll auch unter Menschen hier Dein Wille stets geschehen. Das Brod, das uns're Seele nährt, Um dir, o Gott! zu leben, Auch jenes, das der Leib begehrt, Sei täglich uns gegeben. 253 Kirchenlieder. 4. Vergib uns, Bater! jebe Schuld, Die wir vor dir bereuen, So wie wir Alle mit Geduld Den Schuldigern verzeihen. Ersticke, wenn Versuchung droht, In uns des bösen Samen, Erlös' uns jetzt, und einst, o Gott! Von allem Uebel. Amen. 254 Christenlehr- Lied. Vor dem Anfange. Heil'ger Geist! tomm' zu verbreiten Ueber uns dein Gnadenlicht, Daß wir immer weiter schreiten Im Erlernen uns'rer Pflicht. Mache uns zum Lernen Lust, Hilf, daß wir in uns'rer Brust Das Erlernte wohl behalten Und im Guten nie ertalten. Am Ende. O Gott! segne diese Lehren, Die des Katecheten Mund Deinen Kindern machte tund, Uns zum Heil und dir zu Ehren; Präge sie durch deinen Geist Lief in's Herz, daß wir im Leben Stets zu handeln uns bestreben, Wie es dein Gebot uns heißt. Kirchenliebet. Advent- Bied. Thauet, Himmel, den Gerechten, Wolten, regnet ihn herab! Also rief in langen Nächten Einst die Welt, ein weites Grab. In von Gott gestraften Gründen Herrschten Satan, Tod und Sünden, Fest verschlossen war das Thor Bu des Heiles Erb' empor. 2. Doch der Vater ließ sich rühren, Daß er uns zu retten sann, Und den Rathschluß auszuführen, Trug der Sohn sich freudig an. Gabriel flog schnell hernieder, Kehrte mit der Antwort wieder: Sieh', ich bin die Magd des Herrn, Was er will, erfüll' ich gern. 3. Dein Gehorsam ist mein Leben, Jungfrau, demuthsvoll und keusch; Gottes Geist wird dich beschweben, Und des Vaters Wort wird Fleisch. Menschen, betet an im Staube! Weh' der Höll' und ihrem Raube! Aber Adam's Kindern wohl, Weil ein Heiland kommen soll. 4. Einen Zuruf hör' ich schallen: Brüder, wacht vom Schlummer auf! Denn es naht das Heil uns Allen, Nacht ist weg der Tag im Lauf. 25€ 256 Kirchenlieder. D, dann fort mit allen Thaten; Die die Nacht zur Mutter hatten, Künftig ziehe Jedermann Nur des Lichtes Waffen an. 5. Laßt uns wie am Tage wandeln, Nicht in Fraß und Trunkenheit, Nicht nach Fleischbegierden handeln, Weit verbannt sei Zant und Neid. Jenem gänzlich nachzuarten, Dessen Ankunft wir erwarten, Dieses ist nun uns're Pflicht, So wie sein Apostel spricht. 6. Welt- Erlöser! ich erfülle Deines treuen Knechtes Rath; Komm' in meines Fleisches Hülle, Wie dein Bot' verkündet hat. Komm' und bringe mir den Frieden! Menschen ist er nur beschieden, Die von gutem Willen find; Komm', ich bin es, göttlich' kind. Zweites Advent- Lied. Marta! sei gegrüßet, Du lichter Morgenstern! Der Glanz, der dich umfließet, Verkündet uns den Herrn. Von jedem Makel rein, Sollst du, zum Mnschenheile, Des Höchsten Mutter sein. Kirchenlieder. 2. Dein Gott, zu dir gewendet, Ertheilet den Befehl; Es eilt, von ihm gesendet, Der Engel Gabriel. Er spricht: O gnadenvoll, Gesegnet unter Weibern, Der Herr bedenkt dein Wohl. 3. Dies tonntest du nicht fassen, Und batest ihn dabei, Dich recht versteh'n zu lassen, Was diese Botschaft set. Maria, zitt're nicht! Denn du hast Huld gefunden Vor Gottes Angesicht. 4. Er will, du sollft empfangen, Bekommen einen Sohn, Der wird durch ihn gelangen Auf Davids Vaterthron. Des Höchsten Sohn zugleich, Und Jesu soll er heißen! Unendlich ist sein Reich. 5. Wie soll denn dieß geschehen? Ich tenne keinen Mann. O Jungfrau! du wirst sehen, Was Gottes Allmacht kann. Er sendet seinen Geist, Der wird dich überschatten, Damit du Mutter sei'st. 6. In ihren alten Tagen Kann auch Elisabeth 257 258 1 Kirchenlieber. Bon seinen Wundern sagen, Die nun gesegnet geht. Sie hieß zwar unfruchtbar, Doch bem ist nichts unmöglich, Der sein wird, ist und war. 7. Da sprachst bu, tief geneiget: Ich bin des Höchsten Magd. Was du mir angezeiget, Das set, wie du gesagt. O freudenvolles Wort! Der Bote Gottes eilte Mit seinem Auftrag fort. 8. Von seines Vaters Freuden Kam jetzt das Wort herab, Für Sünder hier zu leiden, Bu suchen Lob und Grab. Er wählte beinen Leib, Mit Fleische fich zu kleiden, Gebenebeites Weib! 9. Den Schatz, den da empfangen, O bring' thn bald zur Welt! Wir warten mit Verlangen, Denn er ist jener Held, Der uns're Bande bricht, Unb aus des Codes Schatten Uns rufet in das Licht. 10. Dieß Lied sel bir gesungen, Des Heils Gebärerin! Mit dir ergebnen Zungen, Mit bir ergeb'nem Sirn. Kirchenlieder. Dein hochgelobtes Pfand Führ' uns auf deinen Fürspruch Hinauf in's Vaterland. Weihnachts- Lied. Dies ist der Tag, von Gott gemacht! Ich will mich herzlich freuen; Auch mich hat heut' der Herr bedacht, Ich will ihm Lieder weihen. Das Heil, das aus der Jungfrau Schooß Heut' allen Adamskindern sproß, Ist auch für mich geboren. Vor seine Krippe sink' ich dann Und bete meinen Heiland an, In Wonne ganz verloren. 2. In meiner Bildung liegt Er hier, Den keine Namen nennen. D Gott, o Kind, geläng' es mir, Die Gutthat ganz zu kennen. Du stiegest von dem Thron herad, Den dir mit sich dein Vater gab, Um hier für mich zu leiden; Du wähltest, mir zu nüßen, heut' Für Ueberfluß die Dürftigkeit, Den Stall für Himmelsfreuden. 3. Du weinst, mein Jesu! set gegrüßt O gnabenreiche Zähre! Sei mir mit Ehrfurcht aufgeküßt, O Tropfen aus dem Meere, Das einstens blutig strömen soll Für mein und aller Sünder Wohl; 259 260 Kirchenlieber. Set auch für mich geweinet! Erwärme talter Christen Herz. Das ihres Heilands ersten Schmerz Nicht zu empfinden scheinet 4. Das meine soll dein Wohnplaß sein, Geliebtester aus Allen! Es soll wie neugeschaffen, rein Von Engelstrieben wallen. Komm' aus der Krippe, komm' zu mir! Bring' echte Frömmigkeit mit dir Und wahre Christensitten. O, noch nicht Richter, noch ein Kind! Dieß macht mich hoffen, Kinder find Ja leichter zu erbitten. 5. Du lehrest einst in Majestät, Vom Engelheer umringet, Wenn diese Welt zu Trümmern geht, Der Staub aus Gräbern dringet. Dann muß auch ich hin in's Gericht, Allweiser, vor dein Angesicht, Von Furcht und Angst durchdrungen; O sprich dann: ich erkenne dich, Du hast vor meiner Krippe mich Mit Inbrunst einst befungen. Krippenlied. Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all! Zur Krippe her, kommet in Bethlehems Stall, Und seht, was in dieser hochheiligen Nacht Der Vater im Himmel für Freude uns macht. 261 Kirchenlieder. 2. O feht in der Krippe im nächtlichen Stall, Seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl, In reinlichen Windeln das himmlische Kind, Viel schöner und holder als Engel es sind. 3. Da liegt es, ach Kinder, auf Heu und auf Stroh, Maria und Joseph betrachten es froh; Die redlichen Hirten tnieen betend davor, Hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor. 4. Manch Hirtenkind trägt wohl mit freudigem Sinn Milch, Butter und Honig nach Bethlehem hin, Ein Körblein voll Früchte, das purpurroth glänzt, Ein schneeweißes Lämmchen, mit Blumen bekränzt. 5. O beugt, wie die Hirten, anbetend die Kniee, Erhebet die Händlein und danket wie sie! Stimmt freudig, ihr Kinder, wer soll sich nicht freu'n? Stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein. 6. O betet: Du liebes, du göttliches Kind, Was leidest du alles für unsere Sünd'! Ach, hier in der Krippe schon Armuth und Noth, Am Kreuze dort gar noch den bitteren Tod. 7. Was geben wir Kinder, was schenken wir dir, Du Bestes, du Liebstes der Kinder, dafür? Nichts willst du von Schätzen und Freuden der Welt, Ein Herz nur voll Unschuld allein dir gefällt. 8. So nimm uns're Herzen zum Opfer denn hin! Wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn, Und mache sie heilig und selig wie Dein's, Und mach' sie auf ewig mit deinem nur Ein's. 262 Kirchenlieber. Fasten- Lied. Laß mich deine Leiden fingen, Dir des Mitleids Opfer bringen, Unverschuld'tes Gotteslamm, Das von mir die Sünde nahm. Jesu, drücke deine Schmerzen Lief in aller Christen Herzen; Laß mir deines Todes Pein Trost in meinem Tode sein! 2. In's Gericht für Menschen treten, Zum erzürnten Vater beten, Seh' ich dich mit Blut bedeckt Auf den Delberg hingestreckt. Jesu, brücke deine Schmerzen 2c. 3. Dich zu binden und zu schlagen, Bu beschimpfen und zu plagen, Nahet sich der Feinde Schaar, Und du gibst dich willig dar. Jesu, drücke deine Schmerzen 2c. 4. Von den Richtern, die dich hassen, Wilden Kriegern überlassen, Strömet bein unschuldig Blut Unter frecher Geißeln Wuth. Jesu, drücke deine Schmerzen ic. 5. Unter lautem Spott und Hohne Seh' ich eine Dornenkrone, Die, mein Heiland, scharf gespitzt, Deine Stirne schmerzlich rigt. Jeju, drücke deine Schmerzen 2c. Kirchenlieber. 6. Wundenvoll, erblaßt, entkräftet, An das Opferholz geheftet, Seh' ich, wie ein Gottmensch stirbt Und den Sündern Hell erwirbt, Jesu, drücke deine Schmerzen sc. 7. Helland, meine Wissethaten Haben dich verkauft, berrathen, Dich gegeißelt und gekrönt, An dem Kreuze bich verhöhnt. Ach, es reuet mich von Herzen! Laß mein Heiland, deine Schmerzen, Deines Mittlertodes Pein Nicht an mir verloren sein. Ofter Steb. Der Heiland ist erstanden! Befreit von Todesbanden! Der als ein wahres Osterlamm Für mich den Cob zu leiden tam. Allelu 2. Nun ist der Mensch gerettet, Und Satan angefettet; Der Tod hat keinen Stachel mehr, Der Stein ist weg, das Grab ist leer. Alleluja! 3. Der Sieger führt bie Schaaren, Die lang gefangen waren, In seines Vaters Reich empor. Das Adam sich und mir verlor. Aleluja! 263 264 4. Kirchenlieber. O wie die Wunden prangen, Die er für mich empfangen, Wie schallt der Engel Siegsgefang Dem Starken, der den Tod bezwang. Alleluja! 5. Mein Glaube darf nicht wanten, O tröstlicher Gedanken! Ich werde durch sein Aufersteh'n Gleich ihm aus meinem Grabe geh'n. Alleluja! 6. Die Nacht, die dort mich decket, Bis mich der Engel wecket, Ist kurz, dann rust mein Heiland mich In's Neich, wo Niemand stirbt, zu sich. Alleluja! 7. O Meer der Seligkeiten! Ein'n Ort mir zu bereiten, Ging mein Erlöser hin vor mir; Erstandener, ich folge dir. Alleluja! 8. Ja, durch ein neues Leben Will ich zur Höhe streben, Wo du mit deinem Vater thronst Und jede gute That belohnst. Alleluja! 9. Dann werd' ich im Gerichte Vor deinem Angesichte, Von deinem Blute glänzend steh'n Und zu des Lammes Hochzeit geh'n. Alleluja! Kirchenlieber. 10. Alleluja! Aleluja! Alleluja! Wie du vom Tod erstanden bist, Laß uns ersteh'n, Herr Jesu Christ! Alleluja! Pfingst Lied. Homm, heiliger Geist, o dritte Person! Von Einer Natur mit Vater und Sohn, Der du von seiner Sündenlast So manches Herz befreiet hast. Komm, heiliger Geist, erwünschtester Gast! 2. Komm, heiliger Geist, auf uns jetzt herab! So wie dich Gott einst den Gläubigen gab, Als ihre noch geringe Zahl, Versammelt im verschloß'nen Saal, Sich sehnte nach dir, du göttlicher Strahl! 265 3. Komm, heiliger Geist, ein Tröster genannt; Es werde durch dich der Kummer verbannt, Der uns verstört in uns'rer Pflicht; Die Trägheit überwind't' uns nicht. Wenn du uns entflammst, o mächtiges Licht! 4. Komm, heiliger Geist, du Lehrer der Welt! Die Straße des Heils wird niemals verfehlt, Wenn man sich nicht an Secten kehrt, Die Kirche, die dein Einspruch lehrt, Mit findlicher Treu als Mutter verehrt. 266 Kirchenlieber Komm, heiliger Geist, vom himmlischen Thron' Dir werde zugleich mit Vater und Sohn In unzertheilter Wesenheit Von nun an und in Ewigkeit. Anbetung, Dank und Jubel geweiht. Frohnleichnams Lied. Engel Gottes, eilt hernieder Und menget euch in uns're Lieder; Der Tag ist festlich uns und euch. Das Himmelsbrod, das wir heut' ehren, Mit dem sich unsre Seelen nähren, Dies Brod macht Mensch und Engel gleich. 2. O bommt, sowie ihr einst im Saale Bei Jesu leztem Abendmahle Erstaunungsvoll zugegen war't; Ihr sahet dort das Brod ihn brechen, Ihr hörtet ihn mit Liebe sprechen; Dies nehmt vor meiner Himmelfahrt. 3. Dies ist mein Leib, den will ich schenken, Es sei zu meinem Angedenken; So oft ihr, Freunde! dieses thut, So oft thr dies Geheimniß handelt, Wird Brod und Wein wie jetzt verwandelt In eures Meisters Fleisch und Blut. 4. O Abgrund unbegriff'ner Güte! War's nicht genug, in einer Hütte Für uns das Licht der Welt zu seh'n? Die Zeit von mehr als dreißig Jahren Verachtet, arm und in Gefahren Mit Undankbaren umzugeh'n? Kirchenlieber. ( 5. Die Kranten nicht genug zu heilen, Trost, Nath Gesunden zu ertheilen; Der Weisheit Lehrer uns zu sein? Für uns in frecher Henter Händen Das Leben und die Qual zu enden, Uns von der Hölle zu befret'n? 6. O nein, es wallen neue Triebe Der ewig uns verheiß'nen Liebe In unsers Heilands treuer Brust; Die lehren ihn das Mittel finden, Sich uns noch enger zu verbinden, Bei Menschenkindern sucht Er Lust. 7. Er läßt bis an das End' der Zeiten Bei uns sich einen Siz bereiten, Uns seine Neigung darzuthun; Der Gottheit Schimmer einzuhalten, Verhüllt Er fich in Brodsgestalten, Und will in unsern Herzen ruh'n, S. O Christen, laßt uns Blumen pflücken Und Tempel und Altäre schmücken; Das Rauchfaß hauche süßen Duft. Die Priesterschaft im Feierkleide Verkündige der Kirche Freude, Die Glocke schalle froh zur Luft. 9. Laßt uns mit Dant- und Jubelliedern Der Kirche Wunderwerk erwiebern, Dem dieser Tag geheiligt ist. Preis, Ehre dir im Sakramente. Nach dem sich einst die Vorwelt sehnte, Der du zu uns gekommen bist. 267 268 Kirchenlieder. 10. Laßt heilig, heilig, heilig schallen Dem Menschenfreunde, der vor Allen Bei seinem Christenvolke wohnt; Dem Lamme, das in Brodeshülle it aller seiner Gnadenfülle Auf unsern Prachtaltären thront. 11. Du bist es, Herr! Gott uns'rer Väter, Du Brod der Starken, unser Retter! Du bist's in deines Priesters Hand. Wir fallen, beten ån im Staube, Das Aug' ist blind, doch sieht der Glaube, Dein Wort ist ihm ein Unterpfand. 12. Erbarmer, laß uns nicht erröthen, Wenn wir in Leibs- und Seelennöthen Zu deinem Tabernakel flieh'n. Gib heut' und immer deinen Segen, Laß Fürst und Volk auf ihren Wegen Vor dir in deinem Frieden zieh'n. 13. Set stets auf dieser Lebensreise Geprüfter Christen Seelenspeise, Gebenedeites Himmelsbrod! Und dann in beinem Friedenskusse, In deinem seligen Genusse Vollend' uns einstens unser Tod. - Gesang in der Bittwoche. I trenger Richter aller Sünder, Treuer Vater deiner Kinder, Der du in dem Himmel wohnst, Drohest, strafest und belohnst: Kirchenlieder. Höre gnädig uns're Bitte, Wende ab von uns'rer Hütte Krankheit, Krieg und Hungersnoth, Gib uns unser täglich Brod. 2. Jeden Tag, ja jeden Morgen Kannst du Alle wohl versorgen, Du bist unermeßlich reich. Nichts ist deiner Güte gleich. Höre gnädig uns're Bitte 2c. . Alles kommt von deinem Segen, Du gibst Sonnenschein und Regen Daß die Feldfrucht wächst und blüht Daß man reiche Ernte sieht. Höre gnädig uns're Bitte 2c. 1. Wenn sich Ungeziefer mehren Und die Früchte uns verzehren, So geschieht's nach deinem Rath, Wegen uns'rer Missethat. Höre gnädig uns're Bitte 2c. 5. Wenn bei vielen Regengüssen Saat und Frucht verderben müssen, So hat's deine Hand gethan, Unf're Sünd' ist Schuld daran. Höre gnädig uns're Bitte zc. 6. Wenn an heißen Sommertagen Schlossen Alles niederschlagen, Was in Feld und Gärten grünt O so haben wir's verdient. Höre gnädig uns're Bitte ac 270 Kirchenfieber. 7. Wenn bei Bliz und Ungewittern Wir an allen Gliedern zittern, So wird beine starke Hand Erst den Sündern recht bekannt. Höre gnädig uns're Bitte 2c. 8. Deine Allmacht zu verbreiten, Schicktest du zu Josephs Zeiten Sieben Jahre Fruchtbarkeit, Und so lange theure Zeit. Höre gnädig uns're Bitte 2c. 9. In des Königs Achab's Tagen Schlugst du Israel mit Plagen, Daß die Erde dürre war Durch drei und ein halbes Jahr. Höre gnädig uns're Bitte 2c. 10. Selbst der Himmel schien verschlossen, Da tein Regen sich ergossen Wegen der Abgötterei, Die das Volk trieb ohne Scheu. Höre gnädig uns're Bitte 2c. 11. Du gabst wunderbarer Weise Dem Elias seine Speise, Da man durch das ganze Land Schwere Hungersnoth empfand. Höre gnädig unsre Bitte 2c. 12. Endlich wirkte Buße Regen Und du schicktest deinen Segen, Du vergabst die Missethat, Als Elias darum bat. Höre gnädig unsre Bitte 2c, Kirchenlieber. 13. Laß auch und Erbarmung finden, Wenn du wegen unsrer Sünden Ungnädig geworden bist, Und das Wetter schädlich ist. Höre gnädig unsre Bitte 2c. 14. Mit recht findlichem Vertrauen Wollen wir die Felder bauen, Deffne deine Gnadenhand, Segne unser Vaterland. Höre gnädig unsre Bitte Wende ab von unsrer Hütte Krankheit, Krieg und Hungersnoth Gib uns unser täglich Brod. Lied an allen Frauenfesten. Mutter Gottes! Hochbelohnt Von Jesu, deinem Sohne; O glänzender als Sonn' und Mond In deiner Himmelskrone. Bon deinem Glücke sing' ich hier Mit Herzenslust auf Erde; D daß mein guter Wille dir Ein süßes Opfer werde. 2. Was kann ich sonst, als oft an dich Und deine Liebe denken, Dich findlich lieben, täglich mich Dir, o Maria, schenken? Was kann dir sonst ein Adamstind Im Jammerthale geben, Wenn Engel selbst dir dienstbar sind Und deinen Thron umfchweben. 271 Kirchenlieder. 3. Die Demuth und die Reinigkeit, Die deine Seele schmückten, Die waren es insonderheit, Die dich so sehr beglückten; Durch diese wählte Gott, dein Freund, Zur Mutter dich vor Allen. Wer diese Tugenden vereint, Wird ihm und dir gefallen. 272 4. Du hörest jetzt an seiner Hand Der Seraphinen Lieder, Und blickest freundlich auf des Land Der Sterblichen hernieder. O, milde Jungfrau, darf ich dir Mit Inbrunst wiederholen, Was dir dein Jesus auch von mir Am Kreuze noch empfohlen. 5. 3war weiß ich, ich verdiente nicht, Bisher dein Kind zu heißen; Doch will ich mich nach Kindespflicht, Es werth zu sein befleißen. D gib auf meiner Pilgerfahrt Mir deinen Muttersegen, So geh' ich Feinden aller Art Mit Christenmuth entgegen. 6. Besonders in der letzten Noth, Wenn Menschen mich verlassen, Wenn Tod erschreckt und Hölle droht, Laß mich das Kreuz umfassen, Das Kreuz, an dem du leidend stund'st Bei deines Sohnes Sterben; Und führe mich durch seine Gunft Zu seines Reiches Erben. Kirchenlieber. Marienlied. Tie te Iteblich, o Maria, klingt Der Andacht Lied, das dich befingt: Denn, Himmelstroft und Frieden bringt Dein Name der das Herz durchdringt, Noch vor der gold'nen Sternensaat Warst du erwählt in Gottes Rath; Durch die er Liebeswunder that, Und Adams Kindern sich genaht. 2. Dich schmückt die Sonne königlich, Zwölf gold'ne Sterne krönen dich, Der Mond, wenn auch veränderlich, Schmiegt treu zu deinen Füßen sich, Dem Eva, schwer bethört, geglaubt, 273 Dem Drachen, der Verderben schnaubt, Und uns das Paradies geraubt, Bertratest du das Schlangenhaupt. 3. Du hast, o Mutter! neuer Art, Die Gott für seinen Sohn bewahrt, Die Jungfrautrone rein und zart Mit deiner Mutterschaft gepaart. Es preist Jerusalem dich laut, Das in den Höhen Gott gebaut: Du bist des höchsten Königs Braut, Die liebentzückt der Himmel schaut! 4. Dort gehst du jenem Lilienflor, Den bräutlich sich das Lamm erfor, Dem lieblichen Jungfrauenchor Als Königin im Reiche vor. Du Jungfrau bift des Himmels Bier. Es huldigen die Engel bir; 274 Kirchenlieber. Du herrscheft bort und herrscheft hier, Denn fieh', bir folgen liebend wir. 5. Dich loben Erde, Luft und Meer; Dich preift des Himmels großes Heer. Doch lobten sie dich noch so sehr, Dein Lob erschöpft sich nimmermehr. Nach dir das Herz mit Macht sich sehnt: Wie viele glänzen dort gekrönt, Wo glorreich nun ihr Lied ertönt, Die du mit deinem Sohn versöhnt. 6. Geh'n wir den Weg, den sie erfor, Seht, strahlend wandelt sie uns vor Den Pfad zu Jesu Reich empor; Und führt uns ein durch's Himmelsthor. O milde Gnadenspenderin! Gib uns jungfräulich reinen Sinn: Wir weihen dir als Königin Ein reines Herz, o nimm es hin! Sobgefang zum göttlichen Herzen Jesu. Im Himmel und auf Erden, An allen Ort' und End' Geliebt, geehrt soll werden Jm heil'gen Sakrament. Gelobt, gebenebeit Soll sein zu aller Zeit Das heiligste Herz Jesu In alle Ewigkeit. 2. Für uns hat es geschlagen Dies Herz, eh' wir's erkennt; Kirchenlieber. Nichts kann es uns versagen, Jm heil'gen Sakrament. Gelobt, gebenedeit ac. 3. Dies Herz steht Jedem offen, Sei noch so groß die Schuld; Stets darf die Neue hoffen Barmherzigkeit und Huld. Gelobt, gebenedeit 2c. 4. In Jesu Herz und Wunden, Da wird zu jeder Zeit Der größte Trost gefunden. Der Auserwählten Freud'. Gelobt, gebenedeit 2c. 5. In Jesu Herz verschließen Wir uns an unserm End', Wann wir zuletzt genießen Das heil'ge Sakrament. Gelobt, gebenedeit zc. 6. Wasch' uns von unsern Sünden Mit deines Herzens Blut; Laß uns einst Gnade finden, O allerhöchstes Gut. Gelobt, gebenedeit ac. 7. In dir set fest verschlossen Das Haus von Oesterreich; Befreie Stamm und Sprossen Vor allem Unglücksstreich. Gelobt, gebenedeit 2c. 275 176 Kirchenlieber. 8. Jesu, in dem Sterben Zeig' uns Barmherzigkeit; Und laß uns nicht verderben, Wenn d'Seel' vom Leib abscheid't. Gelobt, gebenedeit 2c. Frommer Gruß: Gelobt fei Jesus Christus. ( Angewandt auf den täglichen Lebenswandel. Wach ich früh Morgens auf, So sag ich bald darauf: Gelobt sei Jesus Christus! 2. Alsdann zieh' ich mich an Und fang' zu beten an: Gelobt sei Jesus Chriftus! 3. Geh' ich zur Kirch' hinein, So soll mein Erftes sein: Gelobt set Jesus Christus! 4. Es theilt in diesem Haus Gott seine Gnaden aus: Gelobt sei Jesus Christus! 5. Wenn ich gesündigt hab', Bitt' ich's mit Thränen ab: Gelobt sei Jesus Christus: 6. Sei groß auch meine Schuld, So tilgt sie seine Huld: Gelobt set Jesus Chriftus! Kirchenlieber. 7. Er gibt nach wahrer Buß' Mir dann den Friedenskuß: Gelobt sei Jesus Christus! 8. Beim heil'gen Sakrament Erschalle ohne End': Gelobt sei Jesus Christus! 9. Durch gute Werk allein Will er gepriesen sein: Gelobt sei Jesus Christus! 10. In Arbeit, Müh' und Streit. Jetzt und in Ewigkeit: Gelobt sei Jesus Chriftus! 11. Führ' ich die Arbeit fort, Sprech' ich dabei das Wort: Gelobt sei Jesus Christus! 12. Und ist sie nun vollbracht, So wird der Schluß gemacht: Gelobt sei Jesus Chriftus! 13. Wie ird mir alles g'ring, Wenn ich von Herzen fing: Gelobt sei Jesus Christus! 14. Mag die Verrichtung mein Nun schon wie immer sein: Gelobt sei Jesus Christus! 15. Schickt Gott mir gute Beit Ruf' ich mit Dankbarkeit: Gelobt sei Jesus Christus! 277 278 Kirchenlieber. 16. Trifft auch ein Unglück mich So finge hoffend ich: Gelobt sei Jesus Christus! 17. Wenn er mich lieben thut, Dann wird's schon wieder gut: Gelobt sei Jesus Christus! 18. Schmeckt eine Speise mir, Dank' ich dem Herrn dafür: Gelobt sei Jesus Christus! 19. Trint ich, ruf ich dabei: Dem Herrn die Ehre set: Gelobt set Jesus Christus! 20. Dent' ich nur immer dein, Werd' ich wohl mäßig sein: Gelobt sei Jesus Christus! 21. Und leg' ich mich zur Ruh', So fing' ich immer zu: Gelobt sei Jesus Christus! 22. So fingend schlaf' ich ein In Gott dem Vater mein: Gelobt sei Jesus Christus! 23. Von ihm ich Alles hab', Ihm fing' ich bis in's Grab: Gelobt set Jesus Christus! 24. 3ch lad' die Himmel ein, Daß sie mit stimmen ein: Gelobt set Jesus Christus! Kirchenlieder. co Sied vom heil. Moisins. Bu hast, o Gott! von dieser Welt Prinz Alois dir auserwählt, Und führteft ihn schon früh zum Ziel, Weil seine Seele dir gefiel. 2. Er hatte dich, o Gott! so lieb, Dein Wille ihm stets heilig blieb. Wie demuthvoll er hat gelebt, Und jeder Tugend nachgestrebt! O heiß die helle Thräne floß, Wenn sich vor dir sein Herz ergoß; Wenn still sein inniges Gebet Aufstieg zu deiner Majestät. Bie feltg, wie beglückt war er! Er fühlte deine Nähe, Herr! Wie selig ist doch, wer dich liebt, Deß Seele teine Sünde trübt! i. So sanft, so unschuldvoll und schön Wie Engel, bie am Throne steh'n, War Alois, von Liebe voll, Wie jeder Chrift Gott lieben soll. 6. Den Himmel hatt' er fich erwählt; Jhn reizte nicht der Glanz der Welt; Bei dir an deinem Himmelsthron, Dort sucht er seiner Liebe Lohn. 279 Kirchenlieder. 7. Es schwächte teine Leidenschaft Des Jünglings eble Seelenkraft; Sein Herz nur eine Luft empfand, Bu geh'n an Gottes Vaterhand. 280 8. Mit Heldenmuth und Tapferkeit, Bestand er siegreich jeden Streit. Ein Blick auf Jesus stärkte ihn; Für Jesus gab er Alles hin. 9. Oft sprach er vor dem Kreuzesbild: „ Du, lieber Jesus! bist mein Schild Im Streite gegen jeden Feind, Bleib' ich nur stets mit dir vereint." 10. Die Dankbarkeit zog seinen Sinn Zu deiner Lieb', o Jesus! hin; Im Leiden, auch im größten Schmerz Gehörte dir sein ganzes Herz. 11. So war sein Herz von Lieb' entglüht, Wie eine schöne Blume blüht, Sie blühte bir und reifte früh; Du sah'st es Herr! und pflücktest site. 12. Du führteft ihn an beiner Hand, D Gott! hinauf in's Vaterland; Nach bir hat er sich stets gesehnt, Und du haft herrlich ihn gekrönt. 13. Wie Alots, so möcht auch ich O Gott! vom Herzen lieben dich; D gib mir Kraft, so himmlisch schön, Wie er, ben Tugendpfad zu geh'n. Kirchenlieber. Das Le Deum landamus. Großer Gott, wir loben dich! Herr, wir preisen beine Stärke; Vor dir neigt die Erde sich Und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, So bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen Stimmen dir ein Loblieb an; Alle Engel, die dir dienen, Rufen dir stets ohne Ruh' Heilig, heilig, heilig zu. 3. Heilig, Herr Gott Sabaoth! Heilig, Herr der Kriegesheere! Starter Helfer in der Noth! Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt von beinem Ruhm, Alles ist dein Eigenthum. 4. Der Apostel Christi Chor, Der Propheten große Menge Schickt zu deinem Thron empor Neue Lob- und Dankgesänge; Der Blutzeugen große Schaar Lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erdenkreis Loben Große und auch Kleine Dich! Gott Vater, bir zum Preis Singt die heilige Gemeine: 281 282 Kirchenlieber. Sie ehrt auch auf seinem Thron Deinen eingebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heil'gen Geist, Welcher uns mit seinen Lehren Und mit Troste kräftig speift; Der, o König voller Ehren, Der mit dir, Herr Jesu Christ! Und dem Vater ewig ist. 7. Du, des Vaters ew'ger Sohn, Hast die Menschheit angenommen, Du bist auch von deinem Chron Zu uns auf die Welt gekommen, Gnade hast du uns gebracht, Von der Sünde frei gemacht. 8. Nunmehr steht das Himmelsthor, Allen, welche glauben, offen; Du stellst uns dem Vater vor, Wenn wir findlich auf dich hoffen. Endlich kommst du zu Gericht, Beit und Stunde weiß man nicht. 9. Steh' Herr, deinen Dienern bet, Welche dich mit Demuth bitten, Die dein Blut dort machte fret, Als du haft für uns gelitten; Nimm uns nach vollbrachtem Lauf Bu dir in den Himmel auf. 10. Sich' dein Bolt in Gnaden an! Hilf uns, segne Herr, dein Erbe, Kirchenlieber. Leit' es auf der rechten Bahn, Daß der Feind es nicht verderbe; Hilf, daß es durch Buß' und Fleh'n Dich im Himmel möge seh'n. 11. Alle Tage wollen wir Dich und deinen Namen preisen, Und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen; Gib, daß wir von Sünden heut Und von Lastern set'n befreit. 12. Herr, erbarm', erbarme dich; Ueber uns, Herr, set dein Segen; Deine Güte zeige sich, So wie wir zu hoffen pflegen. Auf dich hoffen wir allein Laß uns nicht verloren sein. Volkshymne. Gott erhalte, Gott beschüße Unsern Kaiser, unser Land! Mächtig durch des Glaubens Stüße Führ' er uns mit weiser Hand! Laßt uns seiner Väter Krone Schirmen wider jeden Feind: Innig bleibt mit Habsburgs Throne Desterreichs Geschick vereint. 283 2. Fromm und bieber, wahr und offen Laßt für Recht und Pflicht uns steh'n, Laßt, wenn's gilt, mit frohem Hoffen Muthvoll in den Kampf uns geh'n' 284 Kirchenlieber. Eingedent der Lorbeerreiser, Die das Heer so oft sich wand, Gut und Blut für unsern Kaiser, Gut und Blut für's Baterland! - 3. Was des Bürgers Fleiß geschaffen, Schütze treu des Kriegers Kraft; Mit des Geistes heitern Waffen Siege Kunst und Wissenschaft! Segen sei dem Land beschieden, Und sein Ruhm dem Segen gleich: Gottes Sonne strahl' in Frieden Auf ein glücklich Desterreich. 4. Laßt uns fest zusammenhalten: In der Eintracht liegt die Macht; Mit vereinter Kräfte Walten Wird das Schwerste leicht vollbracht. Laßt uns Eins durch Brüderbande Gleichem Ziel entgegengeh'n; Heil dem Kaiser, Heil dem Lande! Desterreich wird ewig steh'n! 5. An des Kaisers Seite waltet Ihm verwandt durch Stamm unb Sina, Reich an Reiz, der nie veraltet, Unsre holde Kaiserin. Was das Glück zu höchst gepriesen, Ström' auf Sie der Himmel aus: Heil Franz Josef, Heil Elisen, Segen Habsburgs ganzem Haus! 26 tro Juhalt. Aby date Morgen- Andacht Tägliches Morgengebet Morgengebet am Sonntage Gute Meinung und Aufopferung in Vereinigung mit den Verdiensten Jesu, wodurch erst alles Thun und Lassen verdienstlich wird Bei der Arbeit Gron Beim Essen Wann die Uhr schlägt Nach einem begangenen Fehltritte Im Augenblicke einer Versuchung Gebet des Herrn. Das Gebet der Liebe Abend- Andacht. Die heilige Messe ● ● Meßandacht für Jünglinge und Jungfrauen Meßandacht für Reumüthige. Meßandacht in besonderen Anliegen und Nöthen Meßandacht zum Preise der allerseligsten Jungs frau Maria. ● Sette 5 6 8 9 11 11 12 12 12 13 16 20 23 29 41 50 65 286 Inhalt. Festandachten. Auf die Advent als Vorbereitungszeit zur Anfunft unsers Herrn Meßandacht zur Weihnachtszeit bis Lichtmeß Die drei heiligen Messen am hochheiligen Weihnachtsfeste Meßbetrachtung des Leibens und Todes Jesu, in und außer der Fasten Osterandacht . Auf das Frohnleichnamsfest. Am Kirchweihfest Am Himmelfahrtsfeste Auf Pfingsten und die Aposteltage Auf das heilige Dreifaltigkeitsfest.( Auch auf alle Sonntage) ● ● ● Berschiedene Andachten. ● ● "' • Buß- Andacht. Kommunion- Andacht ♦ ● Anbetung Jesu Christi bei Ausseßung des allerheiligsten- Altarssakramentes. ● ● ● . ● Glaube, Hoffnung, Liebe. Reue und gute Meinung Vespergesänge Rosenkranz- Gebete ● 9 ● Seite 73 75 79 . Verehrung der Heiligen. Verehrung Mariä, nach dem Sinne des englischen Grußes Gebet zu Maria um Bewahrung der Unschuld 99 108 . 124 ● 138 111 113 : 144 117 118 121 152 156 162 167 168 Inhalt. Gebete an den Festtagen Mariens Empfindungen vor dem Bilde Mariens. Lauretanische Litanei ● 178 Kindliche Erinnerung an die vorzüglichen Freuden der seligsten Jungfrau Maria Sieben Vorzüge und Freuden Mariä, die ihr als der Mutter des Ewigen eigen sind 178 Fünf Bitten zu Maria 179 Bu Ehren der heiligen Engel. 182 183 ● Zum Heiligen Schußengel Auf das Allerheiligen- Fest, wie auch auf jeden Gedächtnißtag der Heiligen Zum heiligen Namenspatron Litanei zu allen Heiligen. Gebet für den Landesfürsten Gebet für die Kaiserin Gebet für das allgemeine Anliegen der gånzen Christenheit. Empfehlungsgebet in den besonderen Schuß des Heiligen Aloistus. Vermischte Gebete. Gebet eines Dienstboten. Gebet in Leiden und Widerwärtigkeiten Gebet um eine Gott wohlgefällige Standeswahl Heilsame Erinnerungen bei der Todtenkapelle am Gottesacker • Meßgebete für Verstorbene Dankbares Andenken an verstorbene Eltern, Freunde und Wohlthäter. Ter heilige Kreuzweg ● 287 Seite 170 172 174 6 186 189 189 197 198 198 200 202 204 206 208 211 218 220 288 Meß und Kirchenlieder. Erfter Meßgefang Bweiter Meßgefang Dritter Meßgefang Vierter Meßgefang Lied zum Segen mit dem allerheiligsten Altarssakramente Inhalt. Lied zum heiligsten Altarssakramente Predigtlied Christenlehrlied Abventlied. Zweites Adventlied. ● Weihnachtslied Krippenlied Fastenlied Ofterlied Pfingstlied. Frohnleichnamslieb Gesang in der Bittwoche. Lieb an allen Frauenfesten Marienlied ● ● ● ● Lied vom heil. Aloisius Das Te Deum laudamus Vollshymne ● . Lobgefang zum göttlichen Herzen Jesu Frommer Gruß: Gelobt sei Jesus Christus ● ● ● ● ● ● • ● ● ● ● Seite 231 238 243 247 251 252 253 254 255 256 259 260 262 263 265 266 268 271 273 274 276 279 281 283 Walter Köster Buchbinderei 3550 Marburg 1000 Berlin 61 Tel. 0 64 21/2 12 77030/7 86 30 10 bet id Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 147 6 17 Farbkarte# 13 3 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8