& WA مره Gb 1377 Univ.- Bibl. Giessen ولا Jesus mein Leben. Ein chriſtkatholiſches Gebetund Erbauungsbuch. Von SEBASTIAN BRUNNER, Weltpriefter der Wiener Erzdiöcefe. Mit 6 Stahlstichen. ( 8020 Zweite bedeutend vermehrte Auflage. WIEN, Fr. Grottendiek's Verlag. Singerstrasse N° 877. fo ohlfc. дв 1377 Vorbereitung & um Morgengebete. Du hast die Welt durch dein Wort geschaffen, damit aus Unsichtbarem Sichtbares würde. Dein ist der Himmel, und dein ist die Erde, du hast den Erdkreis und seine Fülle gegründet. Du läsfest.die Sonne aufgehen, und sie sendet ihre Strahlen über die Erde weithin, und die natürliche Welt erlangt Licht und Leben; dunkel aber ist es noch in meinem Gemüthe, über dein Geschöpf ist die Nacht der Sünde gelagert, und wer wird sie verscheuchen? Herr ich weiß es, daß du Erbarmung bist und Liebe; ich weiß aber auch, daß du Gerechtigkeit übest; und darum bitte ich dich innigst um das Licht deiner Gnade, um das Leben meiner Seele; lasse mich erkennen meine Schuld, meine ungeheure Schuld; lasse mich erkennen die Erlösung, durch deinen eingebornen Sohn Jesus Christus, der Fleisch geworden ist und unter uns gewohnet 1 - 1 -2 17 hat; lasse mich erkennen die Wahrheit der heiligen, einigen, katholischen und apostolischen Kirche; dann gib mir auch die Kraft, standhaft zu wandeln in deinem Gesetze, laß den Irrthum und die Verführung mich durchschauen, sie möge mir in was immer für einer Gestalt erscheinen, lasse mich die Sünde verabscheuen. Denn wenn du mit mir bist, o Herr, wer wird wider mich sein? Dann mögen mir die Gottlosen- die von dir sich abge= wendet haben vorsagen und erzählen was sie immer wollen, ich weiß, daß dieß Alles nicht ist, wie dein Gesetz; darum belebe mich, daß ich die Zeugnisse deines Mundes bewahre. Schütze mich vor dem gefährlichsten aller Irrthümer, als ob du nie unversöhnlich zu beleidigen wärest, und als ob füße Reden, die wohl Menschen bethören können, auch dich zu versöhnen und deinem gerechten Zorne Einhalt zu thun vermöchten. Nachdem ich nun zu dir gefleht, um Bewahrung vor Finsterniß und Irrthum, so lasse mich auch bitten, um Licht und Wahrheit. Himmlischer Vater! Du hast im Unfange gesagt: Es werde Licht, und es ward Licht; erleuchte meine Augen, daß ich nimmer in den Schlaf der Sünde verfalle; Gott Sohn! der du erschienen bist, ein Licht die Finsterniß erhellend, und Jeglichen erleuchtend, der da in die Welt kommt, mache die Nebel der Unwissenheit vor -3- — meinen Augen verschwinden, gib mir Erkenntniß, daß ich in und durch dich den Vater schaue, welchen zu erkennen Leben, welchem zu dienen Herrschen ist. Heiliger Geist, der du die Herzen derjenigen entflammest, in welchen zu wohnen du dich gewürdigt hast, entzünde in mir himmlische Begierden, gieße heilige Liebe in meine Seele, lehre mich verachten was eitel und vergänglich ist, und gib mir ein unauslöschliches Verlangen nach den wahren und ewigen Freuden im himmlischen Reiche. Heilige Dreifaltigkeit, einiger Gott! bewahre mich heute vor Versuchung, vor der Sünde, vor einem jähen und unvorgesehenen Tode! Wie du meinen Leib vom Schlafe erweckt hast, so laffe meine Seele von der Sünde erwachen, daß ich loben und preisen könne deinen heiligen Namen, hier auf Erden, und einst von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen. Morgengebet für den Sonntag. Komme heil. Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen, und zünde in ihnen das Feuer deiner Liebe an. Wir bitten dich, erleuchte unsere Herzen, lehre uns einsehen, was recht ist; gib aber auch, daß wir es vollbringen. Lasse uns jetzt auferstehen vom Tode der Sünde, daß wir auch einst auferstehen 1* 4— som Tode des Fleisches, und eingehen zum ewigen Leben. Durch Jesum Christum unsern Herrn. 18. Pfalm. Es verkünden die Himmel die Herrlichkeit Gottes, und das Himmelsgewölbe verkündigt die Werke seiner Hände. Ein Tag sagt es dem andern, und eine Nacht kündet es der andern. Es gibt keine Sprache noch Mundart, in welcher man ihren Zuruf nicht verstünde. In alle Lande hat sich ihr Schall, und bis in aller Welt Ende ihre Worte sich verbreitet. Die Sonne hat er an den Himmel gesetzt, und sie geht hervor einem Bräutigam gleich aus seinem Schlafgemache, fie freut sich wie ein Riese, in ihrer Bahn fortzulaufen. Vom äußersten Himmel geht sie aus, und bis zum äußersten Himmel geht sie zurücke, und Niemand vermag ihre Hitze zu fliehen. Unbescholten ist des Herrn Gesetz, die Seelen bekehrt es, getreu ist sein Zeugniß, Einfältige macht es zu Weisen. Die Vorschriften des Herrn sind gerade, sie erfreuen die Herzen, das Gebot des Herrn ist lichtvoll und erleuchtet die Augen. Heilig ist des Herrn Furcht, in alle Ewigkeit dauert sie, wahrhaft sind des Herrn Gerichte, sie rechtfertigen sich selber. Wünschenswürdiger find sie als Gold und viel Edelge stein, und süßer denn Honig und Honigseim. Da her werden sie auch beobachtet von deinem Knechte, -5und in ihrer Bewahrung ist vielfacher Lohn. Aber alle Fehler, wer erkennet sie? Reinige mich von meinen verborgenen Sünden, und der Fremden wegen schone deines Knechtes. Werden sie über mich nicht herrschen, so bin ich unbefleckt, und rein vom größten Verbrechen. Und es wird dann allezeit die Sprache meines Mundes, und meines Herzens Sinnen vor deinem Angesichte Wohlgefallen erlangen. Herr! du bist mein Helfer und mein Erlöser! Herr lasse die Worte, die ich jetzt aus den Tiefen meiner Seele gesprochen habe, dir von meinem Munde eben so angenehm sein, wie sie dir einst vom Munde deines Dieners David waren. Gib mir eben so, wie du ihm gegeben haft den Durst nach deinem heiligen Reiche; welches über alle Himmel gegründet ist, und keine Gränzen hat, wo alle Engel und Erzengel dir dienen, wo alle Cherubim und Seraphim dein Lob singen. Laß mich einst gelangen in die unabsehbare Zahl deiner Heiligen, der Patriarchen und Propheten, der Apostel und Evangelisten, der Blutzeugen, Bekenner, und heiligen Jungfrauen! Dort ist Gesundheit ohne Schwäche, Freiheit ohne Schranken, Schönheit ohne Mangel, Unsterblichkeit ohne Verwesung, Ruhe ohne Störung, Sicherheit ohne Furcht, 13 6Weisheit ohne Irrthum, Freude ohne Schmerz. Dort find in Fried' und Freude alle Auserwählten versammelt, und jedem ist je nach seinem Verdienst ein Ort angewiesen; dort ist der Thron der Königin der Heiligen und der Engel, nimmer aber kniet sie bei einer ärmlichen Krippe, nimmer ist die Furcht in ihr, ihren Sohn zu verlieren, Freude ist jetzt über ihr Untlig ausgegossen, und sie ist versunken in der Anschauung Jesu Christi, und der Herrlichkeit des Vaters. Dorthin meine Seele, dorthin sei dein Streben, löse dich los von irdischen Gedanken und thörichten Sorgen um hinfällige Dinge, wende deinen Blick himmelan, und erschwinge dich auf den Flügeln des Geistes ins Land der Verheißung, in das Haus des Segens, wo all deine Wünsche Gewährung finden, nachdem du so lange geseufzt hast, und auch jetzt noch seufzest und trauerst. Wie lange werden die Tage meiner Verbannung noch dauern, wie weit dehnt sich noch vor mir der Weg meiner Wanderschaft? Herr erlöse mich vom Uebel, und vereinige mich mit dir! Amen. Morgengebet für den Montag. Die Geschäfte meines Berufes erwarten mich, gib o Herr! daß ich sie vollbringe nach deinem hei - 7ligen Willen. Laß mich nicht überdrüßig werden, wenn mir dieß oder jenes mißlingt, denn Ruh' und Friede wird ja erst unser Loos sein in deinen ewigen Wohnungen. Laß mich aber auch von den Sorgen um das Zeitliche nicht so sehr umfangen werden, daß ich darüber der ewigen Güter vergesse. Alles was ich beginne, laß mich beginnen in deinem Namen, und vollenden zu deiner Ehre. Nie will ich darauf vergessen, daß dein allsehendes Auge mir nachfolgt auf all meinen Wegen, und daß die geheimsten Gedanken meines Herzens vor dir offen daliegen. Gib mir Reue und den Geist der Buße für das, was vergangen ist; gib mir einen guten ernstlichen Willen für die Zukunft, und lasse das Blut deines eingebornen Sohnes unsers Erlösers Jesu Christi nicht an mir verloren gehen. Erhöre mein Gebet! Lasse mein Rufen zu dir gelangen. 1. Pfalm. Glückselig der Mann, der nach dem Rath der Bösen nicht geht, und auf dem Weg der Sünder nicht steht, und nicht sitzt auf dem Stuhle der Spötter; sondern im Gesetze des Herrn seine Lust hat, und in seinem Gesetze betrachtet Tag und Nacht. Denn er wird sein wie ein Baum, der ge= pflanzt ist an Wasserfällen, welcher Frucht gibt zu seiner Zeit, sein Blatt wird nicht abwelken, und -8alles was er thut, wird gelingen. Die Gottlosen aber sind nicht so, sie gleichen dem Staub, welchen der Wind von der Erde wegbläst. Daher werden die Gottlosen im Gerichte und die Sünder in der Versammlung der Gerechten nicht bestehen; denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, aber der Wandel der Gottlosen führt zum Untergange. Der Lobgesang des Bacharias. Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, denn er hat sein Volk heimgesucht und hat es erlöfet. Einen mächtigen Erlöser hat er uns erweckt im Hause Davids seines Dieners. Wie er sprach durch den Mund seiner heiligen Propheten, seit undenklicher Zeit, uns von unsern Feinden zu erlösen, und aus der Hand aller, welche uns hassen; und seines heiligen Bundes eingedenk, Gnade zu erweisen unsern Vätern. Eingedenk des Eides, welchen er unserm Vater Abraham geschworen hat, daß er uns verleihen wolle, uns aus der Hand unserer Feinde zu befreien, damit wir ihm dienen ohne Furcht, und vor ihm wandeln in Heiligkeit und Gerechtigkeit alle Tage unsers Lebens. Und du, o Kind, wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden; denn hergehen wirst du vor seinem Angesichte, seinen Weg zu bahnen, um seinem Volke einzuflößen die Erkenntniß des Heiles zur Bergebung der 9- - Sünden, aus innigster Erbarmung unsers Gottes, durch welche uns ein Licht vom Himmel aufging, zu erleuchten diejenigen, welche in der Finsterniß und im Schatten des Todes sitzen, und unsere Füße zu lenken auf den Weg des Friedens. Ich bin die Auferstehung und das Leben, sagt der Herr, und jeder der an mich glaubt, wird, auch wenn er gestorben sein wird, leben; wer aber lebet und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Herr! ich will jetzt mit der Kirche auch eingedenk sein meiner abgestorbenen Brüder. Ich glaube, daß mein Erlöser lebt, und werde am jüngsten Tage von der Erde auferstehen, und mit meinem Fleisch umgeben, werde ich Gott meinen Heiland schauen. Ich selber werde ihn sehen, und schauen werden ihn meine eigenen Augen. Der du den Lazarus erweckt hast, welcher schon den Geruch der Fäulniß von sich gab, gib du den Abgeschiedenen Ruhe und Vergebung; der du einst kommen wirst zu richten die Lebendigen und die Todten: gib ihnen Frieden, und führe sie ein in den Ort der Verheißung. Herr! wenn du erscheinen wirst die Erde zu richten, wo soll ich mich verbergen vor dem Zorne deines Untliges; denn viel habe ich gesündigt in meinem Leben, und meine Missethaten machen mich erbeben, und ich werde 10- - schamroth; wenn du zum Gerichte kommst, verdamme mich nicht! Herr, gedenke meiner, denn wie der Lufthauch ist mein Leben, zeige mich nicht den Augen der Menschen. Aus den Tiefen rufe ich zu dir, o Herr! Herr: höre meine Stimme! Ein un nennbares Wehe ist in meiner Seele ausgegossen, denn ich habe viel gesündigt! Was soll ich Elender beginnen? Wo soll ich hinfliehen, wenn nicht zu dir, o Gott? Erbarme dich meiner am jüngsten Zage! Siehe, meine Seele ist in Verwirrung ge rathen, aber komme du ihr zu Hilfe, o Herr. Vergesse meiner Missethat, wenn du erscheinen wirst, die Welt mit Feuer zu richten. Führe mich, mein Herr und mein Gott, vor deinem Angesichte! Ich fündige täglich, und die Reue bleibt mir fremd, deßhalb macht mich die Todesfurcht wirre, denn es ist keine Erlösung aus dem Abgrund, erbarme dich meiner, o Herr, und rette mich! Gott, in deinem Namen errette mich, und mache mich gerecht in deiner Kraft. Urtheile mich nicht nach meinen Thaten, denn ich habe nichts gethan, das deines Anblicks würdig wäre, ich flehe daher deine unendliche Größe an, daß du o Gott auslöschest meine Missethat. Wasche mich von meiner Ungerechtigkeit, und reinige mich von meinem Vergehen. Leite mich hinweg von der Bahn die zur Hölle führt; denn ein Leichtes ist es dir, eherne Thore zu zerbrechen; - - - 11 du hast den Abgrund besucht, und denen, die in der Strafe und in der Finsterniß waren, hast du das Licht gegeben, auf daß sie dich schaueten, und sie haben gerufen: so bist du denn gekommen unser Erlöser!- Herr, zeige bald dein Angesicht denjenigen, welche dort die Sünden ihres Lebens abzubüßen haben; lasse dann auch mich nicht lange weilen im Ort der Strafe. Amen. Morgengebet für den Dinstag. Herr Jesus! Urheber und Quelle unsers Lebens, der du die Unschuld so sehr liebest, daß du die Seelen der Menschen, welche durch die Sünde befleckt wurden, sogar mit deinem eigenen kostbaren Blute gereiniget hast: lasse mich niemals, o göttlicher Erlöser, das Kleinod deiner Gnade verlieren, welches meine höchste Zierde ist, und lasse diese deine Gnade allen, welche sie durch die Sünde verloren haben, durch die Buße wieder gewinnen. 66. Pfalm. Gott erbarme sich unser und segne uns, er lasse sein Untlig über uns leuchten, und erbarme sich unser. Damit wir erkennen deinen Weg auf Erden, und dein Heil unter allen Völkern. Es sollen dich preisen die Völker, o Gott! es preisen dich alle Völker. Die Völker sollen sich freuen und froh - 12. - locken: denn du richtest die Menschen nach Gerechtigkeit, und lenkest die Heiden auf Erden. Es sol len dich preisen die Völker, o Gott! es preisen dich alle Völker. Die Erde wird ihre Frucht geben. Es segne uns Gott, unser Gott, Gott segne uns, und fürchten sollen ihn alle Grenzen der Erde. Herr! lasse dir gefallen das Lob meiner Lippen, ich will dich loben mit dem Munde, um mich zu erheben, ich will dich aber auch loben im Herzen, und in all' meinem Thun und Lassen, um dir wohlgefällig zu sein. Ich weiß es wohl, daß das Gebet meiner Lippen zu wenig ist, du hast ja ge sprochen: Nicht jeder, der sagt: Herr, Herr, wird in das Himmelreich eingehen; sondern der den Willen meines himmlischen Vaters vollzieht. So lasse aus meinem Gebete auch Früchte, d. h. gute Werke erwachsen, welche mich zum ewigen Leben führen. Lasse mich den Tag über daran denken, was ich dir des Morgens zu thun gelobte, und verleihe mir hier auf Erden ein ruhiges Gewissen, das wahre Morgenroth des ewigen Lebens. Amen. Morgengebet für die Mittwoche. Vielfach sind die Gefahren der Welt, die mich bedrohen, beschirme du mich, o Herr Jesus, und - 131 lasse mich nicht unterliegen; gib mir Standhaftigkeit: den Verlust irdischer Güter zu ertragen. Wenn mich irgend ein Unglück trifft, entferne von mir Schmerz und Traurigkeit, welche dem Leben meiner Seele nur Hindernisse in den Weg legen. Befreie mich, o Herr, nicht nur alleine von der Eitelkeit der Welt, sondern auch von dem Elende, welches durch deinen Fluch über die Menschheit gekommen ist; lasse mich nicht fallen im Kampfe mit der Fleischeslust, mit der Augenlust, und mit der Hoffart des Lebens; und will das trügerische Vergnügen dieser Welt mich zum Genusse einladen, fo Lasse mich eingedenk sein der himmlischen Freuden, auf die ich hoffe, und lasse mich gedenken der ewigen Entfernung aus deinem Angesicht in die äußerste Finsterniß, die ich zu vermeiden trachte. Herr! kräftige meinen Willen. 4. Pfalm. Der Gott meiner Gerechtigkeit hat meinen Ruf erhört; das Herz hast du mir in der Trübsal erLeichtert. Erbarme dich meiner, und erhöre mein Gebet. Ihr Menschenkinder, wie lange werdet ihr harten Herzens sein? Warum liebt ihr die Eitelkeit und strebt nach Lügen? Wisset, daß der Herr an seinen Heiligen Wunder gewirkt hat: der Herr wird mich erhören, wenn ich ihn anrufen werde. Zürnet, aber fündiget nicht; was ihr in euerm 14- Herzen geredet habt, das sollt ihr bereuen auf euern Lagern. Bringt der Gerechtigkeit ein Opfer, und hoffet auf den Herrn. Viele sagen: Wer zeigt uns gute Aussichten? Der Strahl deines Antlitzes o Herr! leuchtet über uns; in mein Herz hast du Freude gegossen. Sie sind reich geworden von der Ernte ihres Getreides, Weines und Deles. Ich aber will eben deßhalb in Frieden schlafen und ruhen, denn auf eigene Weise hast du, o Herr, mich in der Ruhe befestigt. Lasse, o Gott, den Widersacher nichts dermögen wider mich, der es auf mein Verderben abgesehen hat. Gib meinem Geiste Klugheit, seine Hinterlist zu erkennen; gib mir Muth, um ihm zu widerstehen; gib mir Geduld, um ihn zu ertragen; gib mir Beständigkeit, um auszuharren. Schenke mir statt allen Behaglichkeiten der Welt den süßen Trost des heiligen Geistes, und statt aller irdischen Liebe, präge meinem Herzen die keusche Liebe zu deinem heiligen Namen ein. Gib mir, o Herr, deine Gnade, daß ich nicht nach Ueberfluß strebe, und lasse mich von zeitlichen Gütern einen solchen Gebrauch machen, der deine Ehre befördert, und durch den du nicht beleidiget wirst. Gewähre dieß, o Jesus, der du mit dem Vater und dem heil. Geist regiereft von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. - 15- Morgengebet für den Donnerstag. Herr Jesus, der du in der vollkommensten Selbstverläugnung den Willen deines himmlischen Vaters vollzogen hast, lasse in allen meinen Handlungen mir Geduld zu Theil werden; gerne will ich dann meine Wünsche deinem Wohlgefallen aufopfern, so lange ich noch leben muß unter der Last dieses meines verderbten Leibes; denn obwohl dieß Leben meiner Seele drückend erscheint, so wird es doch durch deine Gnade verdienstlich. Dein Beispiel und das Beispiel deiner Heiligen möge mir Kraft verleihen. Wie großen Dank bin ich deiner Güte schuldig, o mein Gott, daß du dich herabließest, mir und all' deinen getreuen Nachfolgern den wahren und geraden Weg zu deinem heiligen Reich zu zeigen. Was meiner Natur, wenn sie sich selbst überLassen bleibt, unmöglich ist, das gewähre mir deine Gnade! 53. Pfalm. O Gott, rette mich durch deinen Namen, und schaffe mir Recht durch deine Kraft! O Gott! erhöre mein Gebet, horche auf die Worte meines Mundes. Denn Fremde sind wider mich aufgestanden; Starke haben meiner Seele nachgestellt, und Gott nicht vor Augen gehabt. Aber sieh! Gott steht mir bei, - 16- und der Herr beschüßt meine Seele. Wende das Böse von mir zurück auf meine Feinde, und vernichte sie nach deiner Wahrheit. Dann will ich gerne dir opfern, und o Herr, deinen Namen preisen, weil er gut ist. Denn erlöset hast du mich aus aller Trübsal, und über meine Feinde hat mein Auge Hinweggesehen. Herr Jesu, lasse mich siegen über meinen Stolz, verleihe mir Demuth! Du hast deinen Jüngern, bevor du den bittern Leidensweg angetreten, die Füße gewaschen; jene, die deine Diener und deine Knechte waren, hast du zu deinen Brüdern gemacht; und ich will höher stehen als viele meiner Mitmenschen, und halte mich für besser als sie, und ich habe tausend Ausflüchte, wenn ich Jemanden um deinetwillen einen Liebesdienst erweisen soll, und ich suche meine Schuld vor mir dann selber zu verdecken, und zu beschwichtigen die Stimme meines Gewissens; bewahre mich vor dieser gefährlichen Selbsttäuschung; gib mir wahre Demuth, daß ich mich nicht erhebe über irgend einen meiner Brüder, die du doch alle erkauft haft mit deinem kostbaren Blut. Helfe mir, o Herr! daß ich mein gutes Vorhaben auch in Ausführung bringe. Amen. 202 - 17- Morgengebet für den Freitag. O gnädigster Jesus! Erlöser der Welt, dessen heiliges Haupt gekrönt ward mit einer Dornenkrone, dessen Hände und Füße am Kreuze ausge= spannt und grausam mit Nägeln durchbohrt wurden, dessen Seite mit einem Speere durchstochen ward, so daß alsogleich Blut und Wasser sich daraus ergoß, dessen heiliger Leib schmählich zwischen zwei Missethätern gekreuzigt wurde! Wer vermag es, diesen bittersten der Schmerzen zu beschreiben, welchen deine Unschuld ertragen mußte? Ich bitte dich um der Qualen Willen, die du meinetwegen gelitten, erleuchte meine Seele mit dem Lichte deiner Weisheit, kühle die Gluth meiner Leidenschaften, mache meine Hände geneigt zu guten Werken, lasse meine Füße deinen Fußstapfen nachfolgen. Herr lenke meine Gedanken, meine Worte, meine Werke nach deinem heiligen Gesetze, und am Ende meines irdischen Lebens führe mich ein in dein himmlisches ewiges Reich, daß ich dort mit den Engeln und Heiligen dich loben und preisen möge. 120. Pfalm. Ich hebe meine Augen zu den Bergen, von wannen mit Hilfe kommt. Meine Hilfe kommt von dem Herrn, welcher Himmel und Erde geschaffen. 2 - 18Er wird nicht zulassen, daß dein Fuß wanke, er schlafet nicht, der dich behütet. Siehe, er schlummert und schläft nicht, der Israel behütet. Der Herr behütet dich, der Herr ist dein Schuß zu deiner Rechten. Die Sonne brennt dich des Tages nicht, noch der Mond bei der Nacht. Der Herr behüte dich vor allem Uebel, der Herr bewahre dein Leben. Der Herr bewahre deinen Eingang und Ausgang, von nun an bis in Ewigkeit. Was hast du gethan mein Herr und Heiland, daß ein so furchtbares Gericht über dich ergangen, was ist dein Verbrechen? was ist deine Schuld? was die Ursache deines Todes? Ich, ich bin der Urheber all' deiner Leiden, meine Missethaten haben dich geschlagen, mein gottloses Leben brachte dir den Tod, über dich ist die Rache ergangen, und über dein Haupt hat der Herr die Schaale seines Zornes ausgegossen, die ich verdient hätte. Welch' wunderbare Art eines Gerichtes. Welch strenges geheimnisvolles Verfahren? Der elende, verderbte Mensch fündigt, und der Gerechte wird gestraft; der Schuldige beleidigt, und der Unschuldige wird gezüchtigt; was der Böse verdient hat, das ergeht über den Guten; der Sohn Gottes zahlt mit seinem eigenen Leben die Schuld der Menschheit! O unvergleichliche Demuth! Ich war von Stolz aufgeblasen, - 19- — und du ließest dich verachten; ich war ungehorsam, und du trugst die Strafe für meine Empörung; ich verlange nach sinnlichem Vergnügen, und Hunger und Durst ist oft dein Loos gewesen, als du noch auf Erden gewallt. Ich habe die Frucht des Paradieses gegessen, und dir ist bittere Galle zu Theil geworden! Was aber soll ich nun beginnen, um deine Gnade wieder zu erlangen? Nichts soll mich in Zukunft abhalten, deinen heiligen Willen zu thun, weder den Tod will ich scheuen, noch mich verführen lassen von den Lockungen der Welt, dir, o Herr Jesus, will ich angehören hier im Leben, daß ich auch dort Theil habe an deiner ewigen Herrlichkeit. Amen. Morgengebet für den Sonnabend. Aus allen Kräften meiner Seele danke ich dir, o Gott, für deine unendliche Güte, und preise deinen heiligen Namen. Du hast mich aus Nichts er-@ schaffen, nach deinem Ebenbilde hast du mich gebildet. Ich danke dir, o Heiland, für deine unbegränzte Liebe; du hast mich erlöset durch dein kostbares Blut, du hast mich durch die heilige Taufe wieder zu deinem Kinde aufgenommen, du gibst Nahrung meinem geistigen Leben durch das allerheiligste Sakrament des Ultars.. Du hast Geduld 2* 20 - gehabt mit mir: von meiner Kindheit an bis jetzt wartest du auf die Besserung meines Lebens; mancher Betrübniß, manchem Elend hast du mich entrissen, und bisher mich vor der ewigen Verdamm= niß bewahret. Deine mildreiche Hand hast du aufgethan, und mich mit Segnungen überschüttet, welche du vielen meiner Mitmenschen nicht gegeben hast, und die ich nicht verdient habe. Reinige nun auch mein Herz von alle dem, was dir mißfällig ist; bewahre mich hier in Glück und Unglück, bis ich dich einst von Angesicht zu Angesicht sehe, der du lebst und regierst mit Gott dem Vater und dem heiligen Geiste in Ewigkeit. Amen. 122. Pfalm. Zu dir erhebe ich meine Augen, der du wohnest im Himmel. Siehe, wie die Augen der Diener auf die Hände ihrer Herren, und wie die Augen der Magd auf die Hände ihrer Frau sehen: so sind unsere Augen zu dem Herrn unsern Gott gerichtet, bis er sich unser erbarmet. Erbarme dich unser, o Herr, erbarme dich unser, denn wir sind übervoll mit Verachtung. Unsere Seele ist übervoll; zum Spotte sind wir den Reichen, und zur Verachtung den Stolzen. Ich bete dich an, mein Herr und mein Gott, und danke dir für deine unendliche Güte, durch die - 21- - - du mich elenden und undankbaren Sünder leben lassest, der ich des Lebens ganz unwürdig bin; aber du vergibst meine Sünden, und spendest mir deine geistigen Güter. Möge immerfort, o Gott, deine Heiligkeit über meine Sünde siegen, möge dein Mitleid meine Hartnäckigkeit erweichen, möge deine flammende Liebe mein eisiges Herz zerschmelzen; mache mich aus einem Gefäße des Bornes zu einem Gefäße deiner Gnade, und lasse mich, nachdem du mich von Sünden befreit hast, um so mehr in deiner Liebe erglühen, je kälter bisher mein Herz war in dem Streben nach dir. Zuerst bitte ich dich um deine Gnade für mich selber, denn ich fühle mich gar so schwach in deinem heiligen Dienste, und so wenig geneigt: Gutes zu thun. Ich bitte dich aber auch für diejenigen, die meinem Gebete sich anvertraut haben, oder für welche ich zu beten schuldig bin. Ich empfehle sie deinem Schuße, und schließe sie ein in dein liebendes Herz; bewahre sie hier in deinem heiligen Willen, und führe sie zum ewigen Leben. Amen. - 22- Vorbereitung zum Abendgebete. Die Zeit meines Lebens hier auf Erden ist die Gnadenzeit, ist die Zeit des Heiles, das heißt, ich kann, so lange ich lebe, mein Heil wirken, und habe in Christo die Kraft es zu thun. Auch der heutige Tag sollte mir ein Tag des Heiles sein, und ist er es auch gewesen? War ich eingedenk des ewigen Lebens, und habe ich gestrebt es zu erlangen? War jede meiner Handlungen, war all' mein Thun und Lassen am heutigen Zage so beschaffen, daß ich ohne Furcht und Zittern den Gedanken erfassen kann: Du legst dich heute zum letzten Male hin auf dein Lager, du wirst von demselben dich nimmermehr erheben? Und was berechtigt mich, diesen Gedanken zu verscheuchen? wie leicht kann er verwirklicht werden? Wie oft habe ich heute wieder auf dich vergessen, mein Herr und mein Gott! wie oft bin ich nur auf meinen Vortheil und auf mein Vergnügen bedacht gewesen, wie oft habe ich vergessen, daß wir Menschen alle unter einander Brüder sind, und habe mich dann im Stolz über - 23- andere erhoben? Immer noch bin ich nicht entschlossen, die Freuden und Behaglichkeiten dieses Lebens aufzugeben um deinetwillen; und doch lehrt mich jeder Abend, wie schnell das Alles vorübergeht! Was ist mir übrig geblieben, von den heitern Gastmahlen, bei denen ich zugegen war? Was ist mir übrig geblieben, von den munteren Gesellschaften, bei denen meine unwachsame Seele geschlafen hat; wo sie vielleicht so manches unreine Wort vernahm, wo mancher unreine Wunsch sich einstellte, gegen welchen der Geist im Zustande des Wachens und Betens sich hätte empören sollen. Aber der Geist empörte sich nicht denn er schlief. Herr! gib mir in Zukunft Wachsamkeit! Lehre mich einsehen und erfassen das Elend dieses Lebens; daß ich im Hinblicke auf den Verfall und die Vergänglichkeit irdischer Freuden, einen Geschmack gewinne für himmlische Dinge. Habe ich heute deinem heiligen Willen entgegen gehandelt, so siehe, o Gott, wie die Reue meiner sich bemächtigt hat, siehe, wie mein Herz zerknirscht ist, und lasse mir Vergebung zu Theil werden, wenn ich das heilige Sakrament der Buße empfange; daß ich zu deinem Tische würdig und gereinigt hintreten möge. Sei du, o Jesus! mein letzter Gedanke, wenn ich einschlafe, sei du mein erster Gedanke, wenn ich erwache! Sei du mein letzter Hilferuf, wenn ich scheide aus diesem - - - 24- Leben, sei du mein erster Jubelruf- wenn ich von dem Donner der Posaune geweckt, hintreten muß vor deinen Richterstuhl. Einen deiner heiligen Engel sende mir, daß er mich bewache; unter seinem Fittig möge meine Seele ruhen, daß sie durch böse Träume nicht wirre gemacht werde. Und wie ich warte auf das Morgenroth des künftigen Tages, so will ich auch warten auf das Morgenroth deines heiligen, ewigen Tages. Lasse ihn freudig für mich, und für alle die, welche in deinem Namen auferstehen, anbrechen- daß wir dich dann in der ewigen Freude loben und preisen mögen, o Herr Jesus, der du lebest und regierest u. s. w. Abendgebet für den Sonntag. 110. Pfalm. Herr! von meinem ganzen Herzen will ich dich preisen vor der Versammlung der Gerechten, und vor der Gemeinde. Groß sind die Thaten des Herrn, nach seinem Willen sind sie alle trefflich eingerichtet. Höchst löblich und herrlich ist sein Werk, und ewiglich bestehet seine Gerechtigkeit. Der gnädige und barmherzige Gott stiftete in seinen Wundern ein Denkmal. Denen, die ihn fürchten, gab er Speise, seines Bundes wird er ewig eingedenk sein. Die Kraft seiner Werke wird er seinem Volke verkünden, — - 25- da er ihnen die Erbschaft der Väter zu Theil werden läßt. Wahrheit und Recht sind seiner Hände Werk. Alle seine Gebote sind treu, auf Wahrheit und auf Gerechtigkeit sind sie gegründet. Er hat seinem Volke einen Erlöser gesendet; auf ewig seinen Bund beschlossen. Sein Name ist heilig und fürchterlich. Der Anfang der Weisheit ist des Herrn Furcht. Klug handelt, wer immer nach ihr lebet, denn sein Lob bleibet immer und ewig. Heilige Jungfrau Maria! gesegnete, unbefleckte Mutter unsers Herrn und Erlösers Jesu Christi, ich bitte dich, bringe mein demüthiges Gebet deinem göttlichen Sohne dar, erwirke mir bei ihm Vergebung meiner Sünden, bitte ihn, daß er mich befreie von jeglicher Versuchung, daß er mich auf all' mei nen Wegen beschüße und schirme mit seiner Gnade O gesegnete Jungfrau, um der unendlichen Freude willen, die deine Seele erfüllt hat, als der Engel Gabriel dir das Geheimniß der Menschwerdung unfers Erlösers ankündete, um der vollkommenen Ergebung willen, mit welcher du sagtest:» Siehe, ich bin eine Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Worte;"> bitte ich dich, lasse durch deinen göttlichen Sohn mir zu Theil werden, einen lebendigen Glauben, eine wahre Demuth, eine vollkommene Ergebenheit in Gottes Willen. O Mutter des Mitleides, 3 26um jener Schmerzen und Kümmernisse willen, die in deiner Seele waren, als du Zeugin gewesen von den Leiden deines Sohnes, als du ihn sahest im bittern Todeskampf, mit Wunden bedeckt und an dem Kreuze blutend; vergessen und verlassen von seinen Freunden, und in der Mitte seiner Feinde, um jener Schmerzen willen erwirke mir Mitleid bei dem Leiden meiner Mitmenschen, und Geduld in meiner eigenen Betrübniß. Endlich um der Freuden willen, welche deine Seele empfunden bei der glorreichen Auferstehung deines Sohnes, und bei seiner wunderbaren Himmelfahrt, erwirke mir ein tugendhaftes Leben, einen seligen Tod und eine freudige Auferstehung, daß ich mich freuen könne im Angesichte Gottes, daß ich seine Glorie bewundere und seine Güte preise, durch Jesum Christum unsern Herrn, welcher mit dem Vater u. s. w. Abendgebet für den Montag. O mein Gott, gib mir einen glühenden Eifer: das zu vollbringen, was dir wohl gefällt; gib mir einen beharrlichen Fleiß, es zu suchen, gib mir Weisheit, es zu finden, gib mir Gnade es ins Werk zu sehen, und das zwar, um der Ehre deines Namens willen. Leite mein Leben so, daß mir immerfort Kenntniß, Wille und Kraft zu Theile wird, so Univ.- Bibl. Giessen 1 27zu handeln, daß ich dir gefalle, und daß ich meine Seele errette. Dann, o Herr, werde ich auf dem sichern und geraden Wege sein, welcher zu dir führt; die Stürme des Lebens werden mich dann nicht niederbeugen, und das Glück wird mich nie zu jenem Uebermuthe verleiten, welcher an und für sich schon ein Abfall von dir ist. Freuen will ich mich nur über das, was mich näher zu meinem Heilande bringt, und über das nur betrüben, was von ihm mich entfernet. O mein Gott! dich zu erkennen und zu lieben, ist ja mein höchstes Glück, und ich will keine andere Freude haben, als in dir, und kein anderes Verlangen, als nach dir. Lasse mich durch) deine Gnade erlangen, daß ich gehorsam sei ohne Widerspruch; geduldig, ohne Murren; rein ohne den Hauch des Verderbens; demüthig ohne Heuchelei, liebevoll ohne Leichtsinn, furchtsam ohne Zaghaftigkeit; daß ich hoffend sei ohne vermessentlich zu vertrauen, daß ich meinem Nächsten seinen Fehler vorhalte of ne Zorn, daß ich ihn liebe ohne Schmeichelei, daß ich durch Wort und Beispiel ihn belehre ohne Stolz. Gib mir, o Herr, ein wachsam Gemüth, daß es der Weltsinn nicht zerstreue; gib meinem Geiste ein standhaftes ausdauerndes Streben, daß er nicht durch irgend eine Leidenschaft hinweggelockt werde aus deinem Dienste. Gib mir deine Gnade hier in diesem vergänglichen Leben, daß ich 3* - 28- im ewigen der himmlischen Freuden theilhaft werde, durch Jesum Christum deinen Sohn, der mit dir und dem heil. Geiste gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Abendgebet für den Dinstag. O Herr und Gott! wo ist es besser zu wohnen, als unter deinem Schirm; wo ist es sicherer zu wei[ en als in deinem Hause, welches da ist auf Erden, die heilige Kirche, welche dein eingeborner Sohn Jesus Christus mit seinem Blute gegründet hat. In diesem deinem Hause, wie viele Gnaden habe ich da schon erhalten, mit wie vielen Gütern bin ich beschenkt worden, von wie vielen Gefährlichkeiten, die mein ewiges Leben bedroht haben, wurde ich geschützt. Kaum war ich zur Welt geboren, so haft du, o Gott, die Sünde meiner Vorältern, die noch an mir war, hinweggenommen, durch das unendliche Verdienst Jesu Christi, im Bade der geistigen Wiedergeburt. Kaum war ich herangewachsen, und die Versuchung rings um mich wurde größer und gefährlicher, so wurde mir im heil. Sakramente der Firmung auch schon mehr Kraft zu Theil, um tichtigen Widerstand leisten zu können. Bin ich aber unglückseliger Weise im Kampf mit der Sünde unterlegen, so hast du mir den Zutritt in dein heiliges - 29 - Haus noch keineswegs verwehrt; liebevoll streckest du die Arme mir entgegen, und nimmst das verlorene Schäflein freudig auf im Sakramente der Buße. Und bin ich dann von der Sünde rein, so darf ich hinzutreten zu jenem größten, heiligsten, geheimnisvollen Male, und der Leib des Herrn vereiniget sich mit meinem Leibe, und die Gotteskraft geht über in den Menschen, der sich des Heiligthums würdig gemacht hat. Und wenn einst die Stunde kommt, wo ich soll von hinnen scheiden, dann laß mich nicht sterben, ohne daß ich mit dir, o Jesus, vereinigt werde. Sende mir einen Priester, der das Sakrament der Weihe in der Kirche erhalten. Er möge mir Vergebung bringen in deinem Namen, er soll mich vereinigen mit deinem heiligen Leibe, er soll mit dem geweihten Dele mich salben, daß dann Gnade und Kraft über mich herabkomme, wo ich sie mehr bedürfen werde, als jemals. Jesus laß mich nicht ohne Reue sterben. Jesus laß mich als Glied deiner heiligen Kirche sterben! Amen. Abendgebet für die Mittwoche. 101. Pfalm. Herr erhöre mein Gebet, und laß mein Rufen zu dir kommen. Wende dein Antlit nicht von mir ab. An was immer für einen Tag ich in Trübfal - 30— bin, neige dein Ohr zu mir. Wann ich dich immer anrufe, erhöre mich eilends. Denn meine Tage schwinden wie Rauch dahin, und meine Gebeine verdorren wie dürres Reis. Ich bin wie Gras abgemäht, und mein Herz ist trocken, weil ich vergessen habe, mein Brot zu essen. Von meinem vielfachen Jammer klebt mein Gebein an meiner Haut. Dem Pelikan gleiche ich, der in der Wüste ist; einer Nachteule bin ich ähnlich geworden, die in einem zerfallenen Hause wohnt. Ich kann nicht schlafen, und bin wie ein einsamer Sperling auf dem Dache. Meine Feinde schmähen mich den ganzen Tag; und die mich sonst priesen, die haben sich auch wider mich verschworen. Denn Asche habe ich wie Brot gegessen, und meinen Trank mische ich mit Thränen, wegen deines Zornes und deines Unwillens. Denn nachdem du mich erhobest, hast du mich zu Boden geworfen. Meine Tage sind dem Schatten gleich verschwunden, und ich bin verdorret wie Gras. Du aber, o Herr! bleibst ewig, und dein Andenken bleibt von Geschlecht zu Geschlecht. Du wirst aufstehen und dich Sions erbarmen, denn die Zeit, sich zu erbarmen, ist gekommen. Deinen Namen, o Herr, werden die Völker, und alle Könige beine Herrlichkeit fürchten. Denn der Herr wird Sion bauen, und in seiner Herrlichkeit gesehen werden. Gesehen wird auf der Demüthigen Gebet, - 31- und ihr Flehen nicht verachtet. Dieß soll aufgezeichnet werden für das künftige Geschlecht, und das Volk, das kommen wird, wird den Herrn preisen. Denn er blickt herab von seinem hohen Heiligthum, der Herr hat vom Himmel auf die Erde herabgeschauet, um zu hören das Seufzen der Gefangenen, um zu erlösen die Kinder des Todes; damit sie den Namen des Herrn in Sion, und sein Lob zu Jerufalem verkündigen, wenn die Völker zu Einem Volke zusammen kommen, und die Könige zu dienen dem Herrn. Hierauf sprach zu ihm der Mann, als er noch bei Kräften war: Offenbare mir die Zahl meiner Tage des Lebens; rufe mich nicht in der Mitte meiner Tage ab, deine Jahre währen von Geschlecht zu Geschlecht. Im Anfange, o Herr, hast du die Erde gegründet, und deiner Hände Werk sind die Himmel. Sie werden vergehen, du aber bleibst, sie werden wie ein Kleid veralten, du aber wirst sie wie ein Oberkleid verwechseln, und sie lassen sich verändern. Nur du bleibst derselbe, und deine Jahre werden kein Ende haben; die Söhne deiner Diener werden allda wohnen, und ihr Geschlecht wird bestehen in Ewigkeit. Was wird es mir nützen, wenn ich einsehe die Vergänglichkeit irdischer Güter, und wenn ich sie dennoch immer zu erlangen strebe- was wird es - 32- mir nüßen, wenn ich versunken bin in Betrachtung der Herrlichkeit des ewigen Lebens, da ich mich doch oft ganz kalt und gleichgültig zeige, wenn es darauf ankommt, mein Ziel mit Kraft zu verfolgen. Denn das Himmelreich leidet Gewalt, und nur die, die Gewalt brauchen, werden in dasselbe eingehen. Über der Mensch hört bereitwilliger das, was die Welt sagt, als das, was Gott sagt, und folgt lieber der Lust seines Fleisches, als dem Willen seines Gottes. Die Welt verspricht nur vergängliche Dinge von geringem Werthe, und doch strebe ich oft darnach mit großem Eifer, und du, o Gott, versprichst mir die ewige Herrlichkeit, und mein Herz bleibt ungerührt und unbewegt. So rühre mein Herz, so bewege meinen Willen, daß ich nach meiner bessern Einsicht auch handle, daß ich dich, o Herr Jesus gewinne, und in dir das Leben habe. Amen. Abendgebet für den Donnerstag. Herr, lasse durch deine Gnade mein Leben sich so gestalten, daß ich nicht nöthig habe, vor dir mich verbergen zu wollen, daß ich immer deiner Allgegenwart eingedenk bin. Und so will ich den Gedanken festhalten, daß dein wachsames Auge mich überall sieht, und mich überall begleitet, und dieser Gedanke wird mich stärken und kräftigen auch im Ver - - - 33- - borgenen Gutes zu thun, denn du, o Herr, siehest es ja; in diesem Gedanken werde ich die Sünde meiden denn du, o Herr, würdest mich sehen. Wenn du aber gleich überall bist, so ist doch zunächst in unseren heiligen Tempeln, deines Sohnes Leib und Leben, sein Fleisch und Blut in der Brotesgestalt, gegenwärtig. Heute will ich mich nun dankbar erinnern an die Einsetzung des allerheiligsten Sakramentes, und will dich bitten, daß ich es durch deine Gnade immer würdig empfange, und daß es mir werde ein Brot des ewigen Lebens, und nicht eine Speise, die mir zur Verdammniß gereicht. Lasse deinen heiligen Leib und dein heiliges Blut mich immer würdig empfangen! Ich will mich aber auch dankbar erinnern an den Beginn deines bitteren Leidens, an die angstvollen Stunden im Delgarten, wo deine menschliche Natur niedergesunken war unter der furchtbaren Wucht geistiger Betrübniß. Nicht umsonst sollen die feierlichen Glockenschläge der Kirche heute ertönen, sie sollen in mein Herz dringen, und die lebhafte Erinnerung an deine Qualen, soll auch in meinem Gemüthe ein schneidend Wehe bereiten. Ja, mein Heiland, ich sehe dich mit Schmerzen ringend knieen, wie blutiger. Thau rollen die Perlen deines Angstschweißes auf die Erde nieder, und die dürftende Erde verschlinget dein Blut, es ist in ihr der Durst nach Erlö 34- fung. Körperliche und geistige Leiden haben in dir ihre höchste Höhe erreicht. Der schmachvolle Kreuzestod vor dir, und dieser Tod, er ist so unabwendbar gewiß, so gewiß, als deine Liebe für die Mensch... heit, welche sie nicht verdient hat. Im Gedanken an deine Todesangst und an dein Leiden will ich heute einschlafen, und im Gedanken an deine unendliche Liebe lasse mich Morgens erwachen; in jedem meiner Gebete will ich sagen: Herr, nicht wie ich will, sondern wie du: dein heiliger Wille soll ge= schehen. Amen. - Abendgebet für den Freitag. Mein Heiland und Erlöser Jesus Christus! du bist von deinem himmlischen Vater auf die Welt gesandt worden, um hier die grauſamsten und bittersten Schmerzen freiwillig auf dem Kreuze auszustehen, indem du es zuerst getragen hast auf deinen heiligen Schultern, und dann auf demselben starbest, um uns zu erlösen, und um uns ein vollkommenes Beispiel deiner Geduld zu hinterlassen. Wir bitten dich um deiner unvergleichlichen Geduld willen, welche dein ganzes Leben dich niemals verlassen hat, welche wir aber besonders bewundern zu jener Zeit, wo die Wuth deiner Feinde sich gegen dich kehrte, wo sie dich verspotteten und verspieen, wo sie dich 35— mit ihren unreinen Händen ins Antlitz schlugen, wo sie dich auf die Säule gebunden, geißelten, wo sie die Dornenkrone auf dein Haupt setzten, so daß die scharfen Spitzen deine Schläfe durchbohrten, wo sie dich ans Kreuz schlugen, und höhnend dir einen Schwamm darreichten, der mit Essig und Galle getränkt war- wir bitten um dieser Geduld willen, verlasse uns Sünder nicht. Ja! verwirf mich nicht, o Herr, lasse mich nicht untergehen im fürchterlichen Gerichte; dein Leiden möge mich dann bewahren, dein Leiden möge zu ewiger Seligkeit mich hinführen. Vorzüglich dann, o Jesus, sende mir deine heiligen Engel, wenn mein letztes Stündlein nahet, dann mögen sie mich bewahren, beschützen und erhalten, dann mögen sie mir beistehen im letzten Kampf mit meinem Feinde, um ihm keine Macht zu lassen über meine Seele, welche dein kostbares Blut erkauft hat. Amen. Abendgebet für den Sonnabend. 30. Pfalm. Ich habe auf dich gehofft, o Herr, laß mich in Ewigkeit nicht zu Schanden werden! Rette mich nach deiner Gerechtigkeit! Neige dein Ohr zu mir, und eile mich zu retten! Sei mir ein Schußgott und ein Haus der Zuflucht, daß du mir helfest. - 36- - - Denn du bist meine Kraft und meine Zuflucht, wegen deines Namens wirst du mich leiten und ernähren. Du wirst mich ziehen aus dieser Schlinge, die sie mir verbargen, denn du bist mein Beschützer. In deine Hände empfehle ich meinen Geist, denn du hast mich erlöset, o Herr! du Gott der Wahrheit. Der Lobgefang der seligsten Jungfrau. Meine Seele preiset den Herrn, und mein Geist hat frohlocket in Gott meinem Heile. Weil er die Niedrigkeit seiner Magd angesehen hat. Denn sieh! von nun an werden mich selig nennen alle Geschlechter. Weil er, dessen Name mächtig, und der da heilig ist, große Dinge an mir gethan hat. Und seine Barmherzigkeit geht von Geschlecht zu Geschlecht über jene, die ihn fürchten. Er hat die Macht seines Armes gezeigt, und jene zerstreuet, die hochmüthig sind in ihres Herzens Sinne. Die Mächtigen hat er vom Throne gestürzt, und die Demüthigen erhöhet. Die Hungrigen hat er mit Gütern überhäuft, die Reichen aber leer entlassen. Er hat Israel seinen Diener aufgenommen, eingedenk seiner Barmherzigkeit. Wie er unsern Vätern, dem Abraham und dessen Nachkommen auf ewige Zeiten versprochen hat. — 371 Heilige Maria, segensreiche Himmelstochter, die du den Erlöser zur Welt geboren hast! Deine Fürbitte flehe ich an in allen Bedrängnissen und Gefahren des Lebens! Liebevolle Mutter, die du Macht hast durch Jesum Christum, deinen Sohn, stehe mir bei in all' meinen Leiden! Auch deine Seele hat das Schwert der Schmerzen durchdrungen! Bittere und betrübte Stunden mußten wie Dornen sich in den Kranz deines Lebens flechten, du mußtest den Schmerz an dir selber erfahren, um in der Folge eine wahre Mutter der Verlassenen zu werden. Sei denn auch meine Mutter! deiner Fürbitte lasse mich ganz und gar empfohlen sein! Sei aber auch mein Vorbild! Gerne möchte ich in Reinigkeit wandeln, wie du gerne möchte ich meinen Leib, welcher durch deinen Sohn Jesus Christus ein Tempel des heiligen Geistes geworden ist, als solchen bewahren! Mutter der Gnaden, erhöre diese meine Bitten eben so, wie dich, wenn du als Fürbitterin erscheinest, erhört dein göttlicher Sohn Jesus Christus, der mit Gott dem Vater und dem heil. Geiste regieret gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. - - 38- - Meßgebete. Vorbereitung. Unser Heiland und Erlöser Jesus Christus lebte 30 Jahre auf Erden, ehe er sein Lehramt antrat; drei Jahre unterrichtete er die Menschen in der Lehre des Heiles und des ewigen Lebens; endlich besiegelte er durch den Kreuzestod die Wahrheit des Evangeliums, und bewies sie aufs neue durch seine glorreiche Auferstehung, durch seine wunderbare Himmelfahrt. Was war aber sein ganzes Leben anders, als eine Vorbereitung zu dem wichtigsten Tage aller Zeiten, an dem das größte Opfer dargebracht werden sollte. Er bereitete sich selber vor, indem er schon in seinem Leben die Schuld der Menschen auf sich nahm, und für sie duldete; er bereitete aber auch die Menschen vor, indem er sie zur Buße aufforderte, zur Buße, die erst durch seinen Tod gültig werden sollte; und indem er sie auf sein, dem himmlischen Vater darzubringendes Opfer, aufmerksam machte. Dieß Opfer aber, weit es für alle Zeiten und für alle menschen darzubringen war, sollte auch in allen folgenden Zeiten, für alle folgenden Geschlechter dargebracht werden, und daher sette der Heiland noch - 39- vor seinem Kreuzestode diese heilige Handlung ein, bei der auch ich jetzt mit versammeltem Geiste und mit zerknirschtem Herzen zugegen seyn will, daß dieß Opfer auch an mir fündigen Menschen seine erlösende, seine fühnende Kraft erweise. Sei also durch dieß heilsame Opfer, o Gott, mir armen Sünder gnädig! Lasse dich erbitten von einem schwachen, gebrechlichen, fehlerhaften Menschen, der es gerne gesteht, daß er nicht würdig ist, hinaufzublicken zum Himmel; daß er nicht werth ist, zu betreten die Erde, weil er dich, seinen Herrn und Schöpfer, so oft beleidigt hat; in Gedanken, in Worten und in Werken dein heilig Gesetz übertretend. Ja, dein höchstes Mißfallen habe ich mir zugezogen, und das Schreckbild deiner strafenden Gerechtigkeit verfolgt mich auf all' meinen Wegen. Aber du, Ullmächtiger! erbarme dich über deinen Diener, denn siehe, tief hat ihn die Reue ergriffen, zerknirscht hat sie seine Seele! Siehe, in Sünden bin ich ja empfangen ich hätte zwar der Sünde widerstehen können, aber ein gebrechlich Gefäß, wie ich bin, fiel ich durch men eigenen Willen. Schone um des Opfers willen, meiner, o Gott! schone meiner! Hier stehe ich nun vor deinem Throne, lechzend stehe ich hier, und warte, bis der Thau deiner Gnade mich bethauet, bis er herabfällt, erquickend das dürre Erdreich meines - - 40- Herzens. Herr! du rettest deine Diener, die auf dich hoffen; zeige auch mir die Fülle deiner Erbarmung! Nicht um meiner Werke willen will ich vor dir, o Gott, gerecht erscheinen, sondern auf deine unendliche Güte will ich bauen. Erhöre mich durch das Verdienst deines eingebornen theuersten Sohnes, der für Sünder gekreuzigt wurde und des Todes starb, auf daß er durch sein Leiden die Sünden der Welt hinwegnehme. Siehe, o Vater, von deinem Heiligthume, von deinem erhabenen Himmelsthron, auf dieß dir wohlgefällige Opfer herab! Dein Sohn ist das Schlachtopfer, er selbst bringt sich dir dar, ein unbeflecktes heiliges Opfer! Erheben will ich mich auf den Flügeln des Gebetes zu diesem hochheiligen Geheimniß! Mehre meine Andacht, o Gott! Entzünde in mir das Feuer deiner Liebe! Bum Introitus. ( Eingang.) In Demuth stellt der Priester im Namen der ganzen Gemeinde sich hin an die untersten Stufen des Altares, und fleht Gott an um die Sündenvergebung; auch ich will mit ihm rufen: Erbarme dich unser, o Gott, und nachdem du vergessen hast unsere Missethat, führe uns ein zum ewigen Leben! Ich erinnere mich auch jetzt an den Beginn - 41- des Leidens unsers Herrn und Erlösers Jesu Christi; ja ich sehe dich, geliebtester Herr und Heiland, ich sehe dich im Geiste auf den Delberg gehend, ich sehe dich betend immer mit erneuerter Kraft; bis endlich deine menschliche Natur sich erschöpft, und du betrübt wirst bis zum Tode; meiner Sünden wegen fällst du auf dein heiliges Untlik hin; auf deiner Stirne wird eine Perlenkrone sichtbar, aber die Perlen sind roth, sie rollen die bleichen Wangen hinab; es ist Angstschweiß, es ist theures kostbares Blut, für mich vergossen! Für mich zum Tode bangender Jesus! von deinem Untlik küsse ich diesen Blutschweiß; denn ich bin es ja, der gesündigt, mir gebührt diese Todesnoth; aber du hast sie auf dich genommen in deiner unendlichen Liebe so sei auch wieder geliebt vom Grunde meines Herzens! Vor dem Priester steht der Kelch auf dem Altare, auch vor dir stand der Kelch der Leiden, und er ging nicht vorüber, und du hast ihn geleeret bis auf den letzten Tropfen, um der fündigen Menschheit willen. Bum Kyrie eleison. Herr und Schöpfer unserer Seelen, erbarme dich über das Werk deiner Hände! Vater des Erbarmens, lasse vor deinem Angesichte uns Barmherzigkeit erlangen! Du aber, o Urheber und 4 - - 42- - Gründer unseres Heiles und unserer Seligkeit, lasse uns theilhaft werden der unendlichen Verdienste deines Todes am Kreuze! Göttlicher Erlöser, süßester Jesus, lasse dich rühren von unserem Elende; vergib uns unsere Sünden, nimm uns wieder zu deinen Kindern auf! Bum Gloria. Ruhm sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden den Menschen, die eines guten Willens sind. Der gute Wille ist die Bedingung des Friedens. Selbst die ewige Wahrheit kann der Mensch in seines Herzens verstocktem Sinne von sich weisen, wenn es ihm an gutem Willen mangelt. Aber dein Ruhm, o Gott, ist in der Höhe, deine Herrlichkeit ist in dem Himmel, sie kann durch böse Menschen nicht verringert, nicht verdunkelt werden. Schenke mir, o Gott, um das ewige Leben zu erlangen, den guten Willen, dann will ich dich loben und preisen und anbeten, und in der Tiefe meines Herzens dir danken, daß du meine blöden Augen geöffnet hast, welche fähig wurden, hier auf Erden schon deine Herrlichkeit zu schauen. O du Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt hinwegnimmt, erbarme dich unser! o du Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt hinwegnimmt, höre unser flehentliches Gebet an; Sohn — 43— Gottes, der du zur Rechten des Vaters sikest, erbarme dich unser! Du allein bist der Herr, du allein der Heilige, du der Allerhöchste! Wie ich dich jetzt preise mit Herz und Mund, so will ich dich auch preisen in That und Leben; wie ich jetzt einstimme in den Jubelchor der Engel und Heiligen im Himmel, so soll auch dein und deiner Heiligen Leben auf Erden mein Vorbild sein. Dieß gewähre mir, Jesus Christus, der du mit Gott dem Vater und dem h. Geiste gleicher Gott lebest und regiereft von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Bur Collect, Allmächtiger ewiger Gott! höre an das flehentliche Gebet deines Volkes, wende in der Zeit unserer Betrübniß nicht dein huldreiches Antlitz von uns ab, leihe unsern Bitten ein geneigtes Ohr, wir bitten ja im Namen deines vielgeliebten Sohnes, der uns die Versicherung gab: was wir in seinem Namen bitten, das werden wir empfangen. Höre also auf das Gebet deines Dieners, des Priesters, welcher das Heil deines Volkes in deine Hände niederlegt. Erhöre ihn durch Jesum Christum unfern Herrn. Amén. Ihr Heiligen Gottes aber, deren Undenken die Kirche heute besonders feiert, bitttet auch ihr für mich, so wie für alle jene, für welche ich zu 4* - 44 - bitten schuldig bin, und lasset durch eure Fürbitte uns jene Gnaden zu Theil werden, welche wir nothwendig bedürfen, um das ewige Leben zu erlangen. Amen. Bur Epistel. ( Aus dem Briefe des h. Paulus an die Hebräer.) Mannigfach und auf vielerlei Weise hat Gott vor Zeiten durch die Propheten zu unsern Vätern geredet, am letzten aber sprach er in diesen Tagen zu uns durch seinen Sohn, welchen er zum Erben über Alles gesetzt hat, und durch den er die Welt erschaffen. Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit, und das Ebenbild seines Wesens, durch sein mächtiges Wort erhält er Alles; und nachdem er uns von Sünden gereinigt hat, sitet er zur Rechten der Majestät in der Höhe. Er ist so viel vornehmer als die Engel, je höhere Würde er vor ihnen geerbt hat. Denn zu welchem der Engel sprach Gott jemals: du bist mein Sohn, heute habe ich dich erzeugt, und ferner: Er wird mir Vater, und ich werde ihm Sohn seyn. Und wenn er den Erstgebornen abermal in die Welt einführt, spricht er: Es sollen ihn anbeten alle Engel Gottes. Von den Engeln spricht er zwar: Der die Geister zu feinen Engeln, und Feuerflammen zu seinen Die 45nern macht. Vom Sohne aber spricht er: dein Thron, o Gott, währt in alle Ewigkeit; der Scepter deines Reiches ist ein gerechter Scepter. Du liebst Gerechtigkeit und hasfest Ungerechtigkeit, daher hat dich Gott, dein Gott, mit dem Dele der Freude mehr gesalbet als deine Genossen. Ferner: du hast, o Gott, vom Anfange die Erde ge= gründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, du aber bleibst, und sie werden alle wie ein Kleid veralten. Du wirst sie wie ein Kleid verändern, und sie werden alle verwandelt werden, du aber bist derselbe, und deine Jahre nehmen kein Ende. - Bum Graduale. ( Psalm 97.) Alle Gränzen der Erde haben das Heil unseres Gottes gesehen, alle Völker sollen ihn preisen. Der Herr hat sein Heil allenthalben verkündet, und enthüllet hat er seine Gerechtigkeit im Angesichte aller Völker. Bum Evangelium. Jahrtausende sind vergangen, und die Altväter sind gesessen im Schatten des Todes, und haben da geharrt auf eine freudige Bothschaft. Und die freudige Bothschaft ist gekommen, der Sohn Gottes selber ist auf Erden erschienen, er selber -46hat sie gebracht, und die frommen Väter in der Vorhölle haben durch ihn den Jubelruf der Erlösung vernommen. Und wir können im Lichte wandeln, denn das Licht ist über uns aufgegangen, aber wir sind nicht immer im Lichte gewandelt, wir haben uns freiwillig hingesetzt in den Schatten des Todes, in die Finsterniß der Sünde, und wir haben treuloser Weise die frohe Bothschaft ver= schmäht. Gott und Herr strafe uns nicht nach deiner Gerechtigkeit, wie wir verdient haben, sondern schone uns nach deiner Gnade, die dein Sohn uns erworben! Nimm die Hülle von unsern Augen, daß wir sehen, wie mächtig wunderbar dein Geset sey! Gib unsern Füßen Kraft, daß sie nicht wanken auf dem Pfade des ewigen Lebens! Gib unsern Ohren Gehör, daß sie nicht allein vernehmen den Donner deiner durchdringenden Wahrheit; sondern auch das leise Wehen deines Geistes! Wie du dem Meeressturm Stille geboten hast, so lasse nichts vermögen über mich die riesigen Wogen der Versuchung, die auf mich heranstürmen! Und habe ich nach Kräften dein heiliges Gesetz bewahret, so erfülle auch deine Verheißung an mir, o Jesus! Umen. - -47Bum Credo ( wenn es gebetet wird). O mein Herr und mein Gott! wodurch habe ich es verdient, daß ich unter so vielen auserwählt worden bin, daß ich durch dich erleuchtet wurde mit dem Lichte der Wahrheit und des Glaubens, daß du mich geboren werden ließest in dem Schooße deiner heiligen Kirche, daß ich kaum ge= boren, schon in die Gemeinschaft der Heiligen aufgenommen wurde? Um so mehr muß diese große unverdiente Wohlthat mir einleuchten, wenn ich sehe, wie viele Völker noch dem finstern Götendienste huldigen, wie viele durch eine unselige Spaltung von der Kirche, Irrlehrern aller Art in die Hände fielen, von dere n List sie dort und dahin gewendet werden, wie ein schwaches Rohr vom Sturm gebogen! Von tiefer Reue aber werde ich ergriffen, wenn ich denke, wie oft ich schon dieser Gnade unwürdig mich zeigte; wenn ich denke, wie manche Untreue ich mir zu Schulden kommen ließ! Laß mich denn nun, o süßester Jesus, deine heilige Wahrheit umfassen, lasse mich ein treuer Sohn der Kirche sein mein Lebenlang, lasse mich den Glauben öffentlich und standhaft bekennen, wenn es mir auch zeitlichen Nachtheil, ja, wenn es mir so - 48gar den leiblichen Tod brächte. Denn was würde mir nüßen der Welt Gewinn, wenn ich dabei Schaden litte an meiner Seele?- Ja mein Blut und mein Leben will ich lieber aufopfern, als ein Haarbreit weichen von meinem Glauben; denn du selber, o Jesus, hast die Wahrheit mir offenbaret, und du kannst nicht betrügen und nicht betrogen werden. Jesus, stärke meinen Glauben, bis er einst zum Schauen wird in deinem Reiche. Amen. Bum Offertorium. Himmlischer Bater! mit dem Priester bringe ich dir jetzt dar Brot und Wein, welches verwandelt wird in den Leib und das Blut unsers Herrn Jesu Christi. In Vereinigung mit dieſem Opfer bringe ich dir auch dar alle Leiden die ich dulde an meinem Leibe und an meiner Seele, denn eben erst durch dieses heilige Opfer können meine Leiden Verdienst erlangen. Dieß Opfer wird dir heute dargebracht durch die Hand des Priesters für die Lebenden und für die Verstorbenen, für alle unsere Anliegen und Nöthen! Dieß hochheilige Geheimniß aber ist nicht deßhalb gegeben, daß es erfaßt werde vom menschlichen Verstande, sondern fromm soll es verehrt werden, gläubig sollen wir es anbeten, unerschütterlich glauben, und fort — 49 - gesetzt soll es werden bis ans Ende der Zeiten. D du süßes, überaus kostbares Opfer, welches dem ewigen Bater dargebracht hat der von Ewigkeit her gezeugte Sohn, der sich selbst zum wahren, lebendigen, heilsamen, einzigen und vollkommenen Opfer gemacht hat: ja fürwahr, du bist der heilige, schuldlose, unbefleckte Hohepriester gewesen, der von den Sündern ausgeschieden war, und höher als der Himmel geworden ist. Der nicht täglich, wie jene Hohenpriester, erstlich für seine eigenen Sünden, hernach für die Sünden des Volkes opfern mußte, denn dieses hast du einmal gethan, indem du dich selbst geopfert hast. Denn das Gesetz des alten Bundes hat schwache Menschen zu Priestern aufgestellt; die eidliche Versicherung aber, welche nach dem Gefeße gekommen ist, gibt uns in dir, o Herr und Heiland, den ewig vollkommenen Sohn zum Hohenpriester, der als Diener des Heiligthums zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel wohnet. Habe ich also auch an mir Sünden gefunden, so zage nicht meine Seele, so verzweifle nicht! Siehe, Christus ist der Brunnen, der dich reiniget, Christus ist der Arzt, der dich heilet! 3age nicht, meine Seele! stelle die Leiden deines Hohenpriesters dem ewigen Bater vor; stelle ihm vor die Geduld, mit der er empfangen den Kuß des Verräthers Judas, stelle 5 <-50ihm vor die Sanftmuth, mit der er die viehische Roheit, und die unmenschliche Grausamkeit verwildeter Kriegsknechte hingenommen, stelle ihm vor alle Qualen und Peinen des Körpers, vereint mit dem geistigen Wehe über unsere Sünden und unsere Verstocktheit, und meine bangende Seele, du gewinnest Erhörung um des Leidens Jesu Christi willen! Amen. bil Bei der Einräucherung des Altars, m wenn ein Hochamt gesungen wird. Mein Gebet, o Gott! möge wie dieser Rauch emporwallen zu deinem heiligen Thron, über uns aber steige herab deine Erbarmung! Wie ein Rauchwerk steige mein Gebet zu dir auf, und die Aufhebung meiner Hände sei dir ein Abendopfer. D Herr, stelle eine Wache vor meinen Mund, und bewahre die Thüre meiner Lippen. Laß mein Herz nicht in boshafte Worte ausbrechen, um Entschuldigungen für die Sünden zu suchen, wie die Boshaften thun.( Psalm 140.) Möge der Herr in unsern Herzen die Sehnsucht erwecken, die nach ihm verlangt, und möge er in uns anzünden das Feuer seiner ewigen Liebe. Endu ErdiaTIO hd 108 - 51- Bum Orate Fratres. and Betet, ihr Brüder! spricht der Priester. Ja wir wollen beten, und uns erinnern an jene Schmach, die der Heiland erduldete, als er von Pilatus nach der Geiselung halbbloß dem Volke vorgeführt wurde, mit den Worten: Sehet einen Menschen; und auch diese Schmach hat Christus geduldet um unsertwillen. Wir wollen beten mit der Kirche: Empfange, o Herr, dieß Opfer aus deines Priesters Hand, sowohl zum Lob und Ruhme deines Namens, als auch zu unserm Wohl, und zum Wohl der ganzen heiligen Kirche. wird and romnic Bur Präfation. 100 Herr der Majestät! Was auf der weiten Welt könnte des Lobes und des Ruhmes mehr würdig seyn, als du! Ich bringe dir nun dar, die Lobgesänge der Engel und der seligen Geister, ich bringe dir dar die Huldigung deines vielgeliebten Sohnes, welcher sich dir gehorsam erwies bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuze; der liebend das Holz der Schmach auf seine heiligen Schultern nahm, und es nach Golgatha trug, und es dort aufpflanzte als einen Hochaltar, auf welchem seine Liebe deiner Gerechtigkeit das größte Opfer dargebracht. Und dasselbe Opfer in all' seiner segens5* -52reichen Wirkung auch jetzt, auch hier wird es dargebracht, auch ich bin zugegen, und ich bin leider so kalt und so gefühllos! Es naht schon der erhabene Augenblick, in welchem der König der Engel und der Menschen in unsere Mitte herabkommt! Herr! Dein Geist möge mich durchglühen, er möge verzehren in mir jeden irdischen Gedanken, jede weltliche Sorge, jede sündhafte Regung! Allmächtiger, ewiger Vater gib mir die Liebe! daß ich liebend dein Lob singe, und einstimme in der Engel Chor: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott der Heerschaaren, alle Welt ist seiner Herrlichkeit voll! Heil in den himmlischen Höhen! Gesegnet ſei, der da kommt im Namen des Herrn! Heil ihm in der Höhe. Bum Memento für die Lebenden. Herr! siehe mit gnädigen Augen an deine Diener und Dienerinen, welche zu ihrem eigenen Heile, und zur Verherrlichung deines Namens sich hier versammelt haben. Wir flehen jetzt euch ihr Heiligen Gottes um eure Fürbitte an! Bitte für uns du seligste Jungfrau Maria! Bittet für uns ihr heiligen Apostel, Martyrer, Bekenner und Jungfrauen- bittet für uns, daß dies Opfer unseren Seelen zum ewigen Leben gereiche. Nimm - - aber auch in deinen Schuß, o Herr! die Vorsteher deiner heiligen Kirche! nimm in Schuß ihr sichtbares Oberhaupt, und ihre Hirten, die Bischöfe; leite ihre Priester, damit die Seelen, welche ihnen anvertraut sind, nicht durch ihre Schuld zu Grunde gehen, sondern gib ihnen deine heilige unverwüstliche Kraft, welche sie da stehen macht als starke Vormauern des Hauses Israel, welche durch Lehre und Beiſpiel, hellstrahlenden Ampeln gleich, ihr Licht weithinsenden in die christliche Gemeinde, und die wachsam sind, daß der Feind nichts verderbe, und daß nicht Schaden leide irgend eine Seele. Den weltlichen Regenten gib Weisheit und Gerechtigkeit, daß sie nach deinem Gesetze handelnd, auch dein Reich hier auf Erden verbreiten helfen. Gieße über sie aus den Geist deines Friedens, welcher dir so wohlgefällig ist. Den Sündern lasse ange= deihen Buße und Besserung des Lebens; jene aber, die zu kämpfen haben mit irgend einer Versuchung, stärke mit deiner Gnade, daß sie nicht unterliegen. Allen, die außer der Einen Kirche sich befinden, sende dein Licht, und erbarme dich ihrer! Berufe sie zur Erkenntniß des wahren Glaubens. Gedenke, o himmlischer Vater, daß dein eingeborner Sohn Jesus Christus auch für sie den Tod gelitten hat, und daß er der Sünder wegen in diese Welt gekommen ist, führe sie daher alle zu- 53- - - 54- rück zur Gesellschaft der wahren Gläubigen, daß fie deiner väterlichen Gnade und Güte theilhaftig werden, und daß sie deinen heiligen Namen in Ewigkeit preisen. Durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regieret, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. TUNU Bei der Aufhebung der heiligen Hoftie. Sei gegrüßet, o du mein Heiland und Erlöser Jesus Christus! Meine Hoffnung bist du und meine Zuversicht. Du bist das ewige Wort des Baters, wahrer Gott und wahrer Mensch! Ich bete dich an, ich liebe dich aus meinem ganzen Herzen, ich gebe mich dir hin, ganz und gar, mit Leib und Seele! Du bist mein Gott und mein Alles! Jesus, der du am Stamme des heiligen Kreuzes deinem himmlischen Vater dich aufgeopfert hast, mache mich theilhaft deines Leidens, deines wahren Leibes und Blutes, in diesem heiligen Sakramente, jetzt, und in der Stunde meines Todes. Amen. Bei der Aufhebung des Kelches. Sei gegrüßet du wahres lebendiges Blut, das aus den Wunden meines Herrn Jesu Christi geflossen, und mit seinem heiligen Leib in diesem - 55- - Sakramente vereiniget ist. O theurer Schat, o edles Blut, reinige meine Seele von jedem Makel, welchen sie sich durch die Sünde zugezogen hat, heilige und stärke sie zum ewigen Leben. Amen. månd Nach der Wandlung. www ( Augustinus.) Du, mein Jesus, bist mein lebendiger und wahrer Gott! Du bist mein heiliger Herr, mein großer König, du bist mein guter Hirte, mein einziger Lehrmeister, du bist meine stärkste Hilfe, meine reinste Liebe, mein lebendiges Brot, mein Priester in Ewigkeit, mein Führer zum Vaterland, mein wahres Licht; du bist meine heiligste Freude, mein sicherster Weg, meine vortrefflichste Weisheit; du bist Friede und Eintracht meiner Seele, mein bester Untheil, mein ewiges Heil, meine unendliche Barmherzigkeit, meine unerschütterliche Geduld, mein unbeflecktes Schlachtopfer, meine heilige Erlösung; du bist meine untrügliche Hoffnung, meine vollkommene Liebe, meine wahre Auferstehung, mein ewiges Leben, du bist meine ſeligste Betrachtung, meine ewig währende Freude: ich ersuche dich, ich bitte dich, ich flehe dich an, lasse mich wandeln in dir, lasse mich kommen zu dir, lasse mich ruhen in dir; denn du bist Weg, -56- du bist Wahrheit, du bist Leben, und ohne dich kommt Niemand zum Bater! du Abglanz der Herrlichkeit des Vaters, der du hoch thronest ober dem Sit der Cherubim, und zu ihnen hinabsiehst wie in einen Abgrund; du Licht, das in Wahrheit erglänzet, du Licht, das erleuchtet, du Licht, das nie verglühet, es verlangen die Engel hinaufzuschauen nach dir. Siehe, offen liegt mein Herz vor dir da, verscheuche die Finsternisse, die es umringen, und laß von der Klarheit deiner Liebe es durchdrungen werden. ng Bum Memento für die Verstorbenen. Vater der Barmherzigkeit! Gott des Trostes! Höre um des heiligsten Opfers willen, welches dir eben dargebracht wird, mein flehentliches Gebet an, das ich emporsende zu deinem Heiligthume für die abgeschiedenen christgläubigen Seelen, welche nach deiner Gerechtigkeit für ihre hier begangenen Sünden noch Strafe leiden. Auch sie sind deine Geschöpfe, auch sie sind deine Kinder, lasse sie nicht mehr lange entfernt leben von dem Angesichte ihres Vaters. Besonders aber bitte ich für die Seelen meiner Weltern, Freunde, Wohlthäter, ich flehe dich an, o Gott, du wolleft ihnen, durch die Kraft dieses Opfers, und um - 57- — Deines Namens willen, das ewige Leben geben. Amen. - Bum Pater nofter. Vater unser u. s. w. Erlöse uns, o Gott, von jeglichem Uebel der Vergangenheit, der Gegenwart, und der Zukunft erlöse uns von der Sünde. Gebeugt ist unser Nacken, und die Schuld laßt uns nicht aufschauen zu dir! Richte mich auf, o Gott, daß ich meinen Blick zu dir wenden könne! Die Sünde ist über mein Haupt gewachsen, und sie drücket mich nieder, wie eine schwere Last; nimm die Last von mir hinweg! entferne die Sünde von mir, und freuen will ich mich wieder in deinem heiligen Hause, und fröhlich will ich dir dienen. Gib uns hier, o Herr, durch Wegnahme der Sünde von uns, deinen seligen Frieden, diesen streben wir zu erlangen durch die Fürbitte der ewig glorwürdigsten Jungfrau Maria, wie auch der heiligen Apostel und aller andern Heiligen; durch ihre Hilfe und durch deine Barmherzigkeit erlöſe uns von jeglichem Uebel. Durch unsern Herrn Jesum Christum, u. s. w. jar Bum Agnus Dei. O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erbarme dich- unser! - 58- O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Erbarme dich unser! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Gib uns den Frieden! Vorbereitung zur geistigen Communion. ( Nakatenus.) O sanftmüthigster und demüthigster Jesus! weil du uns zurufest mit den Worten: Kommt alle zu mir, die ihr arbeitet und beladen seid, und ich will euch erquicken, darum trete auch ich mit einem demüthigen und vertraulichen Herzen zu dir; und will so viel mir möglich ist, theilhaft werden deines heiligen Leibes und Blutes bei diesem heiligen Opfer und Sakramente, und genießen will ich das Brot der Engel auf geistige Weise. Komm, o Jesus Komm in mein Herz, erquicke und erfülle es mit deinem Geiste und deiner Gnade! Odu meines Herzens Süssigkeit, du Leben meiner Seele! Verzeihe mir all' meine Sünden und meine Unvollkommenheiten: nimm von mir les hinweg, was von dir mich abkehret. Ich bin verwundet, o Jesus! heile mich! Ich bin schwach und abgemattet, erquicke mich! Ich bin verblenlehre det, erleuchte mich! Ich bin unwissend, mich! Ich bin hungerig, speise mich! Ich bin durstig, tränke mich! Meine Sünden und meine - 59- - Gebrechen sehe ich ein, o liebster Jesus, bekehre mich! führe und regiere mich, bereite dir eine angenehme Wohnung in meiner Seele, damit du jederzeit in mir bleibest, und ich in dir; der du lebest und regierest mit dem Vater und dem heiligen Geiste, u. s. w. Bur geistigen Communion. O mein Herr und Heiland, Jesus Christus, der du jetzt meinetwegen dich verbirgst unter den Gestalten des Brotes und des Weines; der du dich hingibst für mich zur täglichen Nahrung; der du mein Beistand bist in all' meinen Nöthen! 3war bin ich jetzt nicht geeignet dich im heiligen Sakramente zu empfangen; da ich aber ohne dich, der du bist die wahre Speise meiner Seele, da ich ohne dich nicht leben kann, so bitte ich dich in Demuth, du wollest mich stärken geistiger Weise, du wollest mich theilhaft machen aller jener Gnaden, welche denen zu Theil werden, die dich würdig empfangen. O gütigster Jesus, bleibe in mir! würdige dich deinen Diener heimzusuchen, würdige dich, in mir all' dasjenige zu wirken und zu vollbringen durch deine Gnade, was zu deiner Ehre und zum ewigen Heile meiner Seele gereicht. Dieß Opfer aber, welches hier und in der gan= zen Kirche dargebracht wird als eine beständige - 60- - Danksagung, und als eine tägliche Erinnerung an den segensvollen Kreuzestod deines Sohnes, unsers Herrn und Erlösers, Jesu Christi, dieß möge uns deine Gnade bringen, und die Vergebung unserer Sünden erwirken. Amen. Nach der Communion. Allmächtiger, ewiger Gott! Ich danke dir aus meinem ganzen Herzen für alle Wohlthaten und Gnaden, welche du mir erwiesen hast; ganz besonders aber danke ich dir, daß du deinen Sohn als Mittler zwischen dir und uns, zwischen Gott und den Menschen auf die Erde gesendet hast, welcher uns seinen theuern Leib und sein kostbares Blut zur Nahrung unserer Seelen gegeben hat. O möchte ich immer mit der größten Ehrerbietung bei diesem heiligen Opfer zugegen sein, daß mir gute und nützliche Früchte für mein Heil daraus erblühen. Bewahre du mich, o Jesus! daß ich nie zum Schaden meiner Seele das Unglück an mir erfahre, zu deinem heiligen Tisch hinzu zu treten, ohne würdig vorbereitet zu sein! Heute aber lasse keine Stunde vergehen, wo ich nicht durch deine übergroße Gnade aufgefordert werde, dankbar und liebend deiner eingedenk zu sein. Ja ganz will ich mich dir ergeben, ganz will ich es deinem Willen anheimstellen über mich zu verfügen; nur höre - 61- noch diese einzige Bitte an: Lasse mich lieber sterben, als dich beleidigen; vermehre in mir den Glauben, die Hoffnung und die Liebe; und in Uebung dieser Tugenden will ich ausharren bis ich zu dir gelange, o Jesus! Amen. Bu den leßten Gebeten. O Gott, der du Keinen zu Grunde gehen läsfest, welcher auf dich hoffet, und der du unfern Bitten immer geneigtes Gehör gibst, wir danken dir für jene Wohlthaten und Gnaden, die wir heute erlangt haben; und bitten dich zugleich, du wollest durch jene Speise, die wir geistiger Weise empfangen haben, uns von jeglichem Uebel ferne halten. Durch Jesum Christum unsern Herrn, u. s. w. Bum Segen. ( Nakatenus.) baud Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi, das Verdienst seines heiligen Leidens, das Zeichen seines heiligen Kreuzes, die Reinigkeit der seligsten Jungfrau Maria, die Fürbitte aller Heiligen und Auserwählten Gottes, sei zwischen mir und all' meinen sichtbaren und unsichtbaren Feinden, jetzt und in der Stunde meines Absterbens. Amen. - 62- Das letzte Evangelium. Im Anfange war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dieſes war im Anfange bei Gott. Alles ist durch dasselbe erschaffen, und ohne dasselbe ist nichts, was da ist erschaffen. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Das Licht leuchtete in die Finsternisse, die Finsternisse aber haben es nicht begriffen. Es war ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes. Dieſer kam zum Zeugnisse, um Zeugniß zu geben vom Lichte, damit alle durch ihn glaubten. Er war nicht selbst das Licht, sondern er sollte nur Zeugniß geben vom Lichte. Dieser war das wahre Licht, welches alle Menschen, welche in die Welt kommen, erleuchtet. Er war in der Welt, die Welt wurde durch ihn erschaffen, und hatte ihn nicht erkannt. Er kam in sein Eigenthum, aber die Seinigen nahmen ihn nicht auf. Allen, die ihn aufnahmen, gab er die Macht, Kinder Gottes zu werden: nämlich denen, welche an seinen Namen glauben: Welche nicht aus dem Geblüte, nicht nach dem Willen des Fleisches, noch nach dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort wurde Fleisch, wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit: eine Herrlichkeit, - 63- wie dem Eingebornen des Vaters gebührte, voll der Gnade und der Wahrheit. Gebet nach der heiligen Messe. ( Bonaventura.) Süßester Jesus! Verwunde mein Herz mit deiner wahren, heiteren, heiligen Liebe! Lasse meine Seele schmachten in Sehnsucht, hinschmelzen soll sie im eifrigen Verlangen nach dir; du sollst ihr Ziel seyn, und in deinen Vorhöfen zu weilen sei ihre einzige Freude! sie soll wünschen aufgelöset zu werden, um nur mit dir sein zu können. Nach dir soll sie dü: sten, o Jesus, nach dem Brote der Engel, nach der Stärkung heiliger Seelen; du sollst ihr übernatürliches Brot sein, welches die Süßigkeit und den Geschmack jeder überirdischen Speise in sich enthält. Nach dir soll meine Seele hungern, dessen Angesicht die Engel mit Lust anschauen, nach dir soll sie dürsten, denn du bist der Urquell alles Leou but a bens, der Brunnen der Weisheit und der Wissenschaft; der Strom des ewigen Lichtes, das lebendige Wasser aller Freude, die Fülle des Hauses Gottes! Nach dir soll die Seele verlangen, dich soll sie suchen, dich soll sie finden, nach dir soll sie streben, zu dir soll sie kommen, über dich soll sie nachdenken, von dir soll sie reden; und was sie immer beginnt, das geschehe zum Ruhme und zur Ehre - 64- - - deines Namens. Mein Herr und mein Gott! Lieben will ich dich gerne über alles, in Demuth und Unterwerfung will ich dir dienen, in dir nur will ich mich freuen, und in diesen Gesinnungen will ich verharren bis an mein Ende. Jesus! du bist meine Hoffnung! du bist meine Zuversicht, du bist mein Reichthum, du bist meine Freude! du bist meine Ruhe, mein Erbtheil, mein Friede. In dir soll mein Herz ewig ruhen. Amen. ei ole Andere Meßgebete. Vorbereitung. Wir sind hier versammelt, um der Früchte jenes einzig wahren Opfers uns theilhaft zu machen, welches, obwohl zuerst auf Golgatha dargebracht, doch nach dem Willen des Hohenpriesters, der sich selber opferte, fortdauern soll bis ans Ende der Zeiten. Mögen wir beim Eintritt in deinen heiligen Tempel vergessen auf alles Wandelbare, welches der Zeit angehört, und mit ihr ent - 65- schwindet; mögen wir vergessen auf die Stellung, die wir in der Gesellschaft einnehmen, mögen wir vergessen auf jeden Unterschied der Erziehung denn Ein geistiges Bedürfniß ist es, welches uns hier alle versammelt, welches uns erhebt über die wechselnden Verhältnisse der Zeit- dieß Bedürfniß ist die Erlösung, denn wir alle sind Sünder, wir alle haben die Gnade Gottes nothwendig, wir alle bekennen die Eine, ewige unvergängliche Wahrheit, die eben so zugänglich für den ist, der sie im kindlichen Sinne voll Einfalt ergreift, wie für jenen, der zu einem höheren Standpunct von wissenschaftlicher Ausbildung sich emporgeschwungen. Daß wir Gott beleidigt haben, daß der göttliche Mittler durch sein Todesopfer uns Versöhnung brachte, daß wir nur durch Buße dieser Versöhnung würdig werden können, das seien die Grundgedanken unseres jezigen Gebetes, das erfülle unser Herz mit Undacht, das sollen die Mitchriften an unserer Stellung und Geberde erkennen. Wie oft wird uns noch die Gnade zu Theil werden, bei diesem erhabenen Opfer zugegen zu sein? Können wir das wissen? Suchen wir daher unsern Geist zu sammeln, suchen wir ihn zu jener Andacht, zu jener Theilnahme am Opfertod des Erlösers zu erheben, von der wir wünschen, daß sie unser letztes Gebet hier auf Erden kräftige und stärke. Denn wie leicht ist es möglich, daß der Tod 6 - 66- die Pforte hinter mir zuschlägt, wenn ich heute hinaustrete über die Schwelle des Tempels; wie leicht ist es möglich, daß ich heute zum letzten Male Zuflucht nam beim Thron deiner Gnade, o Gott, wie leicht ist es möglich, daß ich jetzt mein Herz zum letzten Male zu dir erhebe bis zu jenem furchtbaren Augenblick, wo ich erscheinen muß vor deinem heiligen Richterstuhle? Wie viele Tausende sind heute in der ganzen Christenheit beim unblutigen Opfer zugegen, deren Leiber bis zum künftigen Jahre schon hingefäet sind in die Furchen des Grabes- und über deren Seelen dann das Urtheil schon ergangen? Diesen Gedanken an dein Gericht, lasse o Herr mich ihn tief erfassen, er möge das Feuer meines Herzens ernähren, daß es in Andacht erglühe. Lehre mich, daß ich dich, den strengen Richter, fürchte: denn die heilsame Furcht ist der Weg zu deiner Liebe. Christus, der du als Opfer auf dem Altare erscheinest, nähre mich im Glauben an deine heilige Gegenwart. Dein Leib, den ich geistiger Weise empfangen will, möge mich stärken, daß ich, wenn auch wankend unter meiner Sündenlast, dennoch den Weg des Lebens wandle, um dich, an den ich hier geglaubt habe, einst dort zu schauen. Amen. adok -67- - Bum Introitus. Die Sünde die ich übte Un Jenem, der mich liebte, Bevor ich ihn geliebt; Die hat mit Todesbangen Die Seele mir umfangen Und macht mein Herz betrübt! Du, o Herr, bist die Quelle alles Lebens, du haft gesagt: Wenn Jemand dürftet, der komme zu mir, und trinke. Meine Seele aber, die ist durstig worden, und verschmachtend liegt sie darnieder, und kraftlos ist sie, fürder zu wandeln auf der Bahn ihres Heiles, denn die Sünde hat ihr tiefe Wunden geschlagen, und diese sind noch nicht vernarbet. Wie jener der von Jerusalem nach Jericho ging, unter die Räuber fiel, die ihn beraubten, schlugen und halbtod liegen ließen; so habe auch ich dein heiliges Gesetz verlassen, und bin der Lust meiner Augen und meines Fleisches und meiner Hoffarth nachge= gangen und ich fiel in die finsteren Gewalten der Sünde, mein Auge ist getrübt, und erstorben mein geistiges Leben. Du willst aber, o Herr, daß ich diesen traurigen Zustand meiner Seele erkenne, daß ich von Reue durchdrungen meine Schuld gestehe, daß ich zu dir dem Einzigen, der mich erretten kann, meine Zuflucht nehme! Habe ich erst dos gethan, dann wirst du mir deine Hilfe nicht ver6* - 68- sagen. Wenn ich es aber auch bedenke, wie sehr ich dich beleidigt habe, so ist doch der Quell meiner Thränen versiegt, deine Gnade, o Herr, sei der Stab, der, an mein Felsenherz geschlagen, jene heilsamen Fluthen strömen macht, welche zu Zeugen meiner Buße und meiner Zerknirschung werden. Ich sehe und erkenne meine Schuld, ich will sie aber auch tief innig fühlen. Reinige das Gefäß, das du geschaffen, vom Geiste der Bosheit, und gieße in demselben deine Gnadenfülle aus. Nicht nur alleine dem Bruder, der mich beleidigte, muß ich verziehen haben, wenn meine Gabe dir wohlgefallen soll, sondern auch deiner Vergebung muß ich mich würdig machen, um mein Gebet und mein Opfer als ein dir angenehmes darzubringen. Abschütteln will ich das schmachvolle Joch der Sünde, daß ich in geistiger Freiheit deinem heiligen Dienste meine künftigen Tage weihen kann. Amen. Bum Kyrie eleison. Uus der Sünde schweren Ketten Wird uns dein Erbarmen retten Welches ohne Ende ist; Und den Himmel hat gewonnen Uns des Blutes heil'ger Bronnen, Welcher ewig fühnend fließt. Weil wir es wissen, daß wir Unrecht gethan haben, so steht es uns auch nicht zu, deine Gerech - 69- tigkeit zu begehren, denn sie würde uns vernichten, wir wollen also dein Erbarmen anflehen, denn deine unendliche Barmherzigkeit ist der einzige Trost unsers sündigen Lebens! Lasse mich es aber nie vergessen, daß der verstockte Sünder, der in der Abkehr von dir dahinstirbt, nicht gerettet wird von deiner Barmherzigkeit, weil er sie verschmäht hat; durch Buße will ich daher würdig sein deiner Erbarmung, daß ich gerettet werde. Bum Gloria. Es ist dein Ruhm auf Erden Von uns geehrt zu werden Im Wandeln deiner Pfade; Und wer dir trent hienieden, Dem wird des Himmels Frieden Und seines Heilands Gnade! Wir preisen dich, o Herr, weil du uns geschaffen, weil du uns erlöset, weil du uns geheiliget haft. Wir freuen uns über die sichtbare Schöpfung, die wir erkennen durch das Licht unserer Augen, wir freuen uns aber viel mehr über das ewige Leben, welches dadurch erlangt wird, und darin besteht, daß wir dich, den allein wahren Gott erkennen, und Jesus Christus den du gesandt hast. Es freuet sich und jubelt unser Herz, wenn wir dich hier ſuchen, um wie viel größer wird unser Jubel sein, wenn wir dich dort gefunden haben. Du selber bist - 70- indiag - das Erbtheil deines Volkes, welches du erlöset hast, du selber bist der Lohn, den du uns versprochen hast. Du wirst uns krönen und bist selber die Krone, du hast uns die ewige Herrlichkeit versprochen, und sie wird darin bestehen, daß wir in dir leben. Wer seine eigene Ehre sucht, bei dem wird der Unfriede einkehren, und er wird mit der Welt und mit sich in Zwietracht leben, weil er das nicht erlangt, nach dem er trachtet— darum will ich o Herr in all' meinem Thun und Lassen, deinen Ruhm und deine Herrlichkeit suchen, auf daß ich jenen Frieden finde, dessen Quelle du bist, und den die Welt nicht gewähren kann. Amen. Bur Collect. Was der Priester dort begehret, Das sei deinem Volk gewähret, Welches innig zu dir fleht; Und an deines Thrones Stufen Wollen wir mit Inbrunst rufen: Höre unser Bittgebet! sig JOT und Wir dürfen bitten, daß du von uns ferne haltest die Leiden dieses Lebens, daß du von uns nebmest die Last, die zur Prüfung uns auferlegt wor= den; wir dürfen bitten um irdische Güter, wenn wir solche theils für uns, theils zur Erhaltung derer, die uns anvertraut sind, nothwendig haben. vorzüglich aber soll unser Augenmerk auf die ewigen - 71- Güter gerichtet sein. Du, o Gott, willst uns immer mehr geben, als wir verlangen. Wir flehen dich an um Gesundheit und langes Leben- und vergessen darob auf die ewige Herrlichkeit, die du deinen Auserwählten versprochen hast. Wir verlangen nach Weisheit, und gedenken nicht, daß du die ewige Weisheit bist; wir klagen, daß wir keine treuen Freunde finden und suchen doch nicht deine Freundschaft, welche uns allein unaussprechliche Seligkeit zu gewähren vermag; wir suchen Freude und suchen fie oft leider in der Uebertretung deiner Gebote, und vergessen, daß die wahre Freude nur zu finden ist in der Beobachtung deines Willens. Die wahren, ewigen Güter, o Jesus, lehre uns kennen, daß wir nach ihnen ein Verlangen tragen. Amen, bu od nao na zdi sid Bur Epistel. Möge mir die klare, helle Niemals noch versiegte Quelle: Wahrheit strömen, immerfort; Möge mir der Himmel werden Weil ich horchte hier auf Erden Auf dein ewig wahres Wort! ( Aus dem ersten Briefe des heil. Johannes.) Butt Das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schw denn Alles, was aus Gott geboren ist, überwindet ie Welt, und das ist der Sieg, welcher die Welt - 72überwindet, unser Glaube. Wer ist, der die Welt überwindet, als der, welcher glaubet, daß Jeſus der Sohn Gottes ist? Wenn wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß weit mehr, dieß aber ist das Zeugniß Gottes, welches größer ist, was er gegeben hat von seinem Sohne. Wer an den Sohn Gottes glaubet, der hat Gottes Zeugniß in sich, wer dem Sohne nicht glaubt, der erklärt ihn zum Lügner, weil er an das Zeugniß nicht glaubet, welches Gott von seinem Sohne ge= geben hat. Dieses aber ist das Zeugniß, daß uns Gott das ewige Leben gegeben hat, und daß dieß Leben in seinem Sohne ist. Wer den Sohn hat, der hat das Leben, wer den Sohn nicht hat, der hat auch das Leben nicht. Das schreibe ich euch, damit ihr wisset, daß ihr das ewige Leben habet, die ihr an den Namen des Sohnes Gottes glaubet. Bum Evangelium. Jedes Wort aus Christi Munde Ist uns eine frohe Kunde: Von der Liebe selbst gegeben; Laß die Worte Wurzel schlagen, Laß sie in uns Früchte tragen, Welche nähren unser Leben. Wie einst beim Schmettern der Posaunen die Mauern Jerichos wankten und zusammenfielen, so möge durch die hohe Kraft deines Wortes, o Gott, - 73- jenes Gebäude, das die Sünde in unsern Herzen aufgeführt hat, zusammenstürzen. Denn wie können wir Tempel Gottes sein, wenn wir die Sünde als ein Gößenbild hingestellt haben auf den Altar unsers Herzens? wie ist es möglich, Gott und der Welt zugleich zu dienen? Gib mir, o Gott, ein Verlangen und einen Durst nach dem lebendigen Quell deines Wortes! Laß mich bereitwillig auf das hören, was die Priester in deinem Namen verkünden, gib meinem Geiste Licht, daß er es erfasse, gib meinem Willen Kraft, daß er es befolge. Nimmer will ich in der Stunde der Schmerzen den eitlen nichtigen Trost der Welt aufsuchen; nur durch den Balſam deines Wortes sollen die Wunden meines Herzens heilen; nur durch die hohe himmlische Kraft deiner Verheißung will ich die Wehen meines Geistes, die bangen Zweifel verscheuchen, welche durch meinen Stolz, durch meine Fahrlässigkeit im Gebeth, durch meine Lust an der Sünde in mir rege werden. Wer dir nachfolgt, hast du selber gesprochen, der wandelt nicht in Finsterniß, sondern er wird das Licht des Lebens haben. Ich will dir nachfolgen, denn du bist der Weg, ich will auf dich hören, denn du bist die Wahrheit, ganz und gar will ich mich dir überlassen, denn du bist das Leben! Möge dein Wort wie ein zweischneidig Schwert in meine Seele dringen, daß es die Sündenlust entkräfte, 7 - 74- möge es mich umschaffen zum Tempel des heiligen Geistes. Bum Credo, ( wenn es gebetet wird). Finsterniß herrscht in der Seele; Nur im Glauben wird sie helle Durch der Gnade Sonnenlicht; Wenn sich Zweifel rings erheben, Goll mich deine Kraft umgeben, Und mein Glaube wanket nicht! Christus muß nach dem Ausspruche des Apostels durch den Glauben in unseren Herzen wohnen. Der Heiland war einst im Schifflein, und siehe, da kam ein gewaltiger Sturm, es rafeten die Winde, es wogten die Fluthen heran, das Schiff tauchte unter, denn Christus schlief. Auch wir werden auf dem Meere dieses Lebens heimgesucht von Stürmen der Versuchung, auch unser Herz wird dann verwirret, wie das der Jünger, als sie den Sturm sahen. Aber auch in uns schläft Christus, wie er dort im Schifflein schlief- auch wir müssen ihn in uns erwecken, und die Stürme werden vorübergehen. Herr Jesus! der du dem Meere Ruhe geboten, der du die Stürme gefesselt und deine Jünger aus der Gefahr befreiet hast, gib auch meinem Herzen Ruhe, wenn es in bangen Zweifeln ringet, halte mich aufrecht, daß ich nicht versinke in den Fluthen der Trübsal, errette mich - - 75- aus den Gefahren, in denen das Heil meiner Seele schwebet. Du hast deine Auferstehung verheißen, und du bist erstanden, du hast die Ausbreitung deiner Kirche verheißen, und sie ist geschehen, du hast der Welt Trübsale vorhergesagt, und sie sind eingetroffen, du hast mir den Frieden der Seele gekündet, wenn ich in deinem Gesetze wandle, und ich habe ihn gefühlt, als ich dir treu war; du hast dem Sünder die Strafe gedroht, und die Last deines Fluches ist auf mir gelegen, als ich abgewichen bin von der Bahn deiner SaBung- und wie bei alle dem ist es noch möglich, daß ich einem Zweifel mich hingebe, daß ich nicht mit voller Zuversicht das erwarte, was du versprochen hast? Herr Jesus stärke meinen Glauben, daß ich ihn bewahre, daß er mich zum ewigen Leben führe. Amen. Bum Offertorium. 2018 die Leidensnacht gekommen, Hast du Brot und Wein genommen In die segensreiche Hand, Hast dem Vater hingegeben Opfernd: Leib und Blut und Leben, U18 der Liebe Unterpfand. Nimm, o Gott, dieß reine unblutige Opfer an, welches der Priester im Namen der versammelten Gemeinde dir darbringet. Gib mir ein reines 7* -76Herz, welches mit Reue erfüllet, und durch das Feuer der Buße geläutert ist. Denn was wird es mir nüßen, wenn der Gottsohn sich hingab für meine Sünden, ich aber gegen seinen Willen handle, indem ich mich sträube, mich selber als Opfer darzubringen, und meinen Leib mit seinen Lüften zu kreuzigen? Auch ich will mich daher, so viel es meine Schwäche zuläßt als ein Opfer darbringen, und meine Gabe vereinigen mit dem unblutigen Opfer, welches dort auf dem Altare dargebracht wird. Ich will in den mannigfachen Widerwärtigkeiten, die mir begegnen, und in den Sorgen, die mir das Leben verbittern, flehend meine Hände zu dir erheben, daß du meine Leiden als ein geringes Opfer für meine Sündenschuld hinnehmeft. Meine Seele will ich dir aufopfern, ihr verderbtes Verlangen, welches sie hinzieht zur Welt und ihren Freuden, will ich unterdrücken, und selbst dann, wenn ich um erlaubte irdische Güter bitte, will ich immer die Worte hinzufügen, welche dir ein wohlgefälliges Opfer sind, die Worte: Herr, dein Wille geschehe! Wie der Priester jetzt Brot und Wein darbringet, welches durch die Kraft des Segens zur Himmelsspeise wird, die wie ihr Vorbild, das Manna Nahrung des Leibes war, so unserer Seelen Nahrung ist in der Wüste des Lebens: so bringe auch ich meinen Leib und mein Leben dir dar, und will - 77- mein Blut zu jeder Stunde für dich hingeben indem ich auf die Kraft deiner Gnade vertraue. Für die Beleidigungen, die ich bisher deiner unendlichen Majestät zugefügt habe- nimm mein zerknirschtes, reuergriffenes Herz als ein Brandopfer an, entzünde es aber früher mit dem Feuer deiner Liebe! Möge mein Geist im Andenken an diese Liebe erstarken, das er würdig werde beizuwohnen bei der Feier des hochheiligen Geheimnisses deines Leidens und Todes, welches wir so eben nach deinem Willen begehen wollen. Bum Orate Fratres. Wie der Heiland mußte flehen Vor dem Tage seiner Wehen In der schreckensvollen Nacht: So mög auf der Undacht Schwingen Unser Seufzen zu ihm dringen im Eh das Opfer dargebracht! Pas Wir werden vom Priester zum Gebete aufgefordert. Auch der Heiland, dessen ganzes Leben uns ein Vorbild ist, das wir nachahmen sollen, hat vor seinem Leiden, zum Vater gebetet. Da wir jetzt die Feier seines Leidens und Todes begehen, so ist es auch an uns, zu danken für seine unaussprechliche Liebe, durch die bewegt, er unsere herbe Todesangst auf sich genommen, so müßen wir ihn auch bitten, daß dieß Leiden und dieser Tod durch -78ein unbußfertiges Leben nicht für uns fruchtlos sei. Wie du am Delberge deines schmachvollen und bitteren Todes gedenkend, geweinet hast, so will auch ich jest Thränen der Buße vergießen, und wie du die Zähren des Weibes von Canaan, und des Zöllners und des reumüthigen Apostels Peterus aufgenommen hast, so nimm mein inniges Gebeth auf und rette meine Seele. Bur Präfation. Wer die Sünde hat verlassen Der wird bald das höchste fasſen Was der Herr uns kann verleih'n: Denn sein Geist wird sich erheben Zu dem engelgleichen Leben Und sich Gottes Lobe weih'n. Lobpreise meine Seele den Herrn und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe meine Seele den Herrn, und vergiß nicht alle seine Wohlthaten, denn er vergilt uns unsere Missethaten, und er heilet unsere Echwachheiten, er erlöset vom Untergange unser Leben, und frönet uns mit Gnade und Erbarmung( Psalm. 102.) Wir wollen o Herr unsern Lobgefang mit dem der Engel und seligen Geister vereinen, welche nicht, so wie wir, dich nur im Spiegel sehen, und im Abglanz deiner Herrlichkeit, welcher da ist die geschaffene sichtbare Welt, sondern welche von Un 79 - gesicht zu Angesicht dich schauen. Mein Geist soll sich erheben auf der Liebe Schwingen, auf daß er vor deinem Thron erscheine, und dir bereite einen wohlgefälligen Lobgesang; vergessen soll er und sinken lassen auf eine Zeitlang die Erinnerung an den Staub, an dem er klebet, daß er ungefesselt und in Freiheit emporstreben kann zu deiner heiligen Höhe. Was kann uns der Tod anhaben, da wir doch wissen, daß wir auf wunderbare Weise, die wir jetzt nicht zu erfassen vermögen, dich, den Unsichtbaren schauen werden? Herr zeige uns nach dem Trübsale dieses Lebens dein heiliges Angesicht, und wir wollen einstimmen in den Lobgesang der heiligen Engelschöre die deinen Thron umstehen, und wollen dich ewiglich preisen. Amen.sds jun Vor der Wandlung. Jesus, du bist unser Hoterpriester, den du haft dem ewigen Vater dich dargebracht auf dem Altare des Kreuzes als ein reines und unbeflecktes Opfer; du hast dich für uns Sünder geopfert, und im hochheiligen Geheimniß deinen Leib und dein Blut uns hinterlassen, du hast im Gedächtniß an dein Leiden und deinen Tod, deine Allmacht und Liebe uns gekündet. O daß ich ganz und gar mich dir hingeben könnte mein Herr und mein Erlöser, um in schuldiger Ehrfurcht, in Reinheit des Herzens - 80- und in des Geistes Freude durch meine schwache Kraft dieß ewige Denkmal deiner Liebe zu verherrlichen. Du hast uns umschlungen mit dem Bande deiner Liebe, und wir alle bilden nach deinem Willen eine heilige Gemeinschaft, wir sollen im Gebete und in der That einander zu Hülfe kommen. Habe nun auch ich den aufrichtigen Willen in mir, das zeitliche und ewige Heil meines Nebenmenschen auf jede Weise zu befördern? Nagt nicht der Neid bisweilen an meinem Herzen, und erstickt die edle Frucht der heiligen Liebe, daß sie nicht feimen und blühen kann? Habe ich nie eine geheime Freude und bezeuge ich auch nie ein offenes Wohlgefallen wenn die Mängel und Gebrechen eines Mitbruders auf lieblose Urt besprochen werden? Wie wird mir der ewige Richter gnädig sein, wenn ich hier über meinen Nächsten ohne Barmherzigkeit und Gnade Gericht halte? Beten soll ich jetzt mit dem Priester für die Lebenden. Wird aber mein Gebet aufrichtig und Gott angenehm sein, so lange ich nicht den Entschluß gefaßt habe, die Liebe gegen andere zu nähren, und den kleinlichen elenden Haß aus meinem Herzen auszurotten? Jesus, du haft für deine Feinde gebetet, eh du für uns in den Tod gegangen. Soll nun unser Opfer dem deinen ähnlich sein so laß auch uns beten für unsere Freunde und Feinde, lehre sie alle deine Wege wandeln, - 81- - führe sie alle in dein heiliges Reich, daß wir dort in vollkommener Liebe dich preisen können. Deine Fürbitte flehen wir an, o selige Jungfrau Maria, die du die Mutter der reinen Liebe bist, bittet ihr für uns ihr heiligen Gottes, die ihr eure Liebe mit dem Blut besiegelt habt!Möge mir jetzt meine Unwürdigkeit und die Wohlthat deiner Erlösung recht klar werden. Möge mich demüthigen das Bild meiner Sünde, durch welche ich aufs neue an deinem Kreuzestod schuld geworden. Möge ich deine Liebe erkennen, in der du täglich deinem himmlischen Vater dich opfern wolltest, um uns zu erhalten im Zustand der Gnade, der um so theuren Preis erkauft worden ist. Bei der Aufhebung der heil. Hoftie. Jesus, Quell des Lebens, ich sehe dich hier im Glauben in Gestalt des Brodes, ich werde dich einst schauen in der ewigen Herrlichkeit wie du bist! Ich bete dich an und verehre dich, ich danke dir, weil du meine Seele aus dem Abgrund gerettet, weil du von endlosem Elende sie befreiet haft. Sei mir gnädig, o Jesus, und verleihe, daß ich in der Stunde meines Todes dich voll des Glaubens empfange, denn dann wird meine Seele gerettet sein, wenn ich dich würdig genoffen habe, - 82- wenn sie mit dem Siegel der Erlösung vor dir erscheinet. Jesus, lasse mich nicht zu Grunde gehn! Bei der Aufhebung des Kelches. Dieß Blut ist es, welches von jeglichem Vergehen uns reiniget, diese heiligen Fluthen sind es, welche über unsere Sünden hinströmend, uns Versöhnung bringen, und die Schrift vertilgen auf der unsere unerschwingliche Schuld geschrieben stand. Jesus, laß den unschäßbaren Preis der Erlösung, dein kostbares Blut, das du für uns vergossen, nicht an uns verloren gehen! Amen. Nach der Wandlung. O Gott wir sind dir unaussprechlichen Dank schuldig für das Werk der Erlösung. Wir sollen jetzt in heilsamer Furcht erbeben, daß wir deiner Barmherzigkeit uns nicht unwürdig machen. Dir verdanken wir ja Alles was wir haben, dir verdanken wir es, daß wir zu einem neuen Leben berufen sind, daß wir die Werke der Bosheit abgelegt und die Waffen des Lichtes angezogen haben; dir verdanken wir die höchste Wissenschaft, welche uns zum Heile führt! Wir danken dir, daß du gesendet hast deinen ewigen Sohn, der unser Leben angenommen, um es für uns dahinzugeben, der Gott ist, ewiglich von dir gezeugt, und Mensch -83--aus Maria der seligen Jungfrau geboren, der schwach geworden, um uns seine Macht zu zeigen, der starb um den Tod zu besiegen, der sich wie ein Lamm zur Schlachtbank führen ließ, um der Hirt unserer Seele zu werden, der durch seine heilige Erlösung unserm Gebete die Kraft gab, die Pforten des Himmels aufzuthun, indem er uns die Verheißung machte:» Was ihr den Vater in meinem Namen bitten werdet, das wird er euch geben." So bitten wir dich also heiliger, ewiger Bater, durch unsern Hohenpriester, durch unsern guten Hirten, der sein Leben für uns hingab, der als unser Mittler zu deiner Rechten sitzt, daß du durch die Kraft seines fühnenden Blutes uns ein neues geistiges Leben verleihen wollest, daß wir durch wahre Reue der Sünde absterben, daß du den Quell unserer Thränen fließen lassest, und uns eröffnest den unerschöpflichen Born deiner Gnade. Bum Memento für die Verstorbenen. Wer im Glauben hingestorben, Daß du ihm das Heil erworben: Den verschone im Gericht; Und den Unsern, die geschieden Schenke deinen Himmelsfrieden, Laß sie schaun dein Ungesicht Eagle Wir wollen nach dem Worte des Herrn eingedenk sein unserer abgestorbenen Brüder, möge - 84- dieses Opfer ihnen Linderung gewähren in ihrer Strafe, möge es deine heilige Gerechtigkeit vollends mit ihnen aussöhnen. Welch ein Trost ist es für uns, zu wissen, daß auch nach unserm Tode für uns geopfert wird, daß die Verdienste der heiligen Gemeinschaft auch uns zu Gute kommen. Gedenke ihrer, o Gott, die auf die Erlösung deines Sohnes hoffend, und festivertrauend auf dein heilig Wort, dahingegangen. Mache sie zu Gefäßen der Auserwählung, und erquicke sie durch die Aufnahme in dein Reich, wo ihnen deine freudenreichen Geheimnisse enthüllt werden. Dir zum Preise, o Gott, ist dieß Opfer, dir zum Lobe mein Gebet, nimm es an, o Herr, für jene Seelen, deren Gedächtniß ich heute begehe. Lasse sie, o Herr, aus den Schatten des Todes, in denen sie. noch wandeln, zum Leben gelangen, das du uns verheißen hast durch Jesus Christus. Amen. Vater unser u. s. w. Bur Communion. Es ist das Wort, das du gesprochen, Es ist das Brot, das du gebrochen, Was meiner Seele Kraft gewährt; Den Leib, den Engel selbst verlangen, Den will ich geistig nun empfangen Dieweil er meine Liebe nährt. Ich bete dich an, Erlöser meiner Seele, ewiges Wort vom Vater ausgegangen, wahres Opfer, darge - 85- bracht für die Sünden der ganzen Welt! In dir findet ein reines Herz seinen ungestörten Frieden, seine ungetrübte Quelle himmlischer Freude. O Speise der Engel, nach der die Heiligen des neuen Bundes jederzeit ein glühend Verlangen getragen, entzünde auch in mir eine ähnliche Sehnsucht, und lasse mein kaltes Herz im Lande der Liebe und des Lebens, in deiner Kirche nicht Hungers sterben, sondern durch das himmlische Manna Kraft gewinnen, deine Pfade zu wandeln. Du, o Brot des Lebens, du bist die sicherste Hoffnung der Sünder, du der einzige Arzt derjenigen die dahinsiechen in geistiger Krankheit! Du bist der unerschöpfliche Schatz, durch den wir erquickt und gestärket werden, wenn auf der Pilgerreise des Lebens die Sündenlast uns zu Boden gedrückt. Geheiliget sei dein süßer Name, o Herr Jesus Christus! Möge jede Creatur, welche durch dich die geistige Freiheit wieder erlangt hat, dich preisen, weil du um ihretwillen deinen Leib am Kreuze hingegeben, und ihn in Demuth verbirgst unter der Brotesgestalt. O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst, die Sünden der Welt, stärke durch deine Gnade unsere Seele und lasse uns nicht im Leben und nicht im Tode von dir getrennet werden, und jederzeit möge dein himmlischer Segen uns bewahren. Wie die Jünger mit dir nach Emaus gingen und hoch erfreut waren über dein heilig Wort, welches - 86- eindrang in die Tiefen ihrer Seelen, und wie sie dich dann am Brotbrechen erkannt haben- so will auch ich auf deine Worte hören, will auch ich wandeln mit dir, und nicht abweichen von der Bahn deines Gesetzes, daß auch ich im Brotbrechen dich erkenne, daß mir in diesem hochheiligen Sakramente deine unendliche Liebe kund wird, und sie zur Gegenliebe mich entflammet. So lange wir noch umgeben sind von den Banden des Körpers, so lange sich noch die Finsterniß des natürlichen Lebens über uns ausbreitet, da bedürfen wir zur Seelenspeise deinen heiligen Leib, da bedürfen wir deines Wortes, daß es unsern Füßen als Leuchte diene. O hätte ich mich doch jederzeit würdig vorbereitet, wenn ich deinen heiligen Leib empfieng, wäre ich doch immer andächtig gewesen, wenn ich bei dem heiligsten Opfer zugegen war, gewiß dann würden sich andere Früchte an mir zeigen, als bisher an mir sichtbar geworden; ich würde dann weniger gierig sein nach den Gütern der Welt, und mehr geneigt, den Armen zu helfen; ich würde weniger Gefallen finden an dem Fabelwerk flüchtiger und dahinschwindender Dinge, und mehr Freude haben an deinem göttlichen Wort, ich würde weniger aufgelegt sein, über Thorheiten der Menschen zu lachen, und mehr gestimmt: über meine eigenen Sünden zu weinen; ich würde weniger übermüthig sein in den Tagen 87- des Glückes, und stärker und gefaßter, wenn ein Unglückt droht; ich würde dir wohlgefallen, da ich jetzt wegen meiner geistigen Trägheit bei dir mißfällig bin. Laße mich, o Jesus, immer mehr und mehr der Sünde entsagen, daß ich deine Gnade erlange und mir die ewige Wahrheit deiner Worte klar vor die Seele trete! Wenn ich nun künftighin deinem Rufe folge, den du an uns durch die Worte haft ergehen laffen:» Kommet zu mir alle, die ihr arbeitet und beladen seid, und ich will euch erquicken"- so will ich voll Vertrauen auf dich, dem heiligenden Mahle mich nahen, und gedenken, daß deine Worte, die du zu uns gesprochen hast, Geist und Leben sind, und daher auch in uns den wahren Geist erwecken, und das ewige Leben erschaffen. Stärke mich im Glauben, o Jesus, daß er mich führe, stärke mich in der Hoffnung, daß sie mich aufrecht erhalte, stärke mich in der Liebe, daß ich das große Glück zu erkennen vermag, was jenen zu Theil wird, welche mit dir vereiniget sind. Amen. Bu den letzten Gebeten. Was zu unserm Seelenfrieden Deine Weisheit hat beschieden, Nehmen wir in Demuth hin: Daß nach wechselvollem Leben Unfre Seelen aufwärts schweben, Und der Tod wird zum Gewinn. Wir sind hier, o Herr Jesus Christus, gegen - 88- wärtig gewesen bei deinem heiligen Opfer, um uns durch die hohe Kraft desselben stärken zu lassen in jeder göttlichen Tugend; versage uns daher deine Hülfe nicht im Kampfe mit der Sünde, weil wir nur durch dich die Krone erlangen; denn nur du wirst uns bewahren, daß wir nicht umsponnen werden vom Truge der Zeit und des hinfälligen Lebens, nur du wirst unsere Augen zu den künftigen Gütern hinwenden. Möge dein himmlischer Segen über uns herabkommen, und uns bewahren vor jedem Unglück des Leibes und der Seele; und wir wollen, ebenso wie der Thau deiner Gnade über uns herabfließt, stets das Opfer unsers Dankes zu dir emporsteigen lassen. Du, o Jesus Christus, bist das Wort, durch das Alles entstanden, und ohne dir ist nichts geschaffen. Du hast im Anfange gesagt:» Es werde Licht," und es ist Licht geworden. Auch in der Finsterniß meiner Seele möge auf dein Geheiß das Licht aufgehen, daß ich deine heilige unveränderliche Wahrheit erkenne; daß ich sie liebend umfasse, daß ich sie immer befolge; und dann wird dein Joch mir süß werden, und leicht deine Bürde. Nur wer in deinem Lichte wandelt, wird auf dem dornenvollen Pfad des Lebens dahinschreiten, ohne sich zu verwunden, nur wer in deinem Lichte wandelt, wird siegreich kämpfen mit der Unwissenheit, mit der - 89Blindheit und mit dem Tode. Dieses dein Licht hat schon Tobias gesehen, als er mit verschlossenen Augen des Leibes, seinen Sohn den Weg des Lebens lehrte, dieß Licht hat Jacob gesehen, als er am Sterbelager seinen Söhnen ihr Schickſal voraus sagte, dieß Licht haben deine Propheten gesehen, als sie vom göttlichen Strahle durchdrungen, die segensreiche Zukunft, die Welterlösung gekündet. Wie ein Abgrund ist mein Gemüth, und einer schrecklichen Untiefe ist es ähnlich, ich werde zerschellen an den Klippen der Sündenlu st, wenn dein Licht mir nicht leuchtet, wenn deine Hand mich nicht aufrecht hält, wenn dein Opfer mich nicht erlöset. Amen. Danksagung nach der heil. Messe. Deine Güte, o Gott, hat mich geschaffen, deine Barmherzigkeit hat mich von der Erbsünde befreiet deine Langmuth hat meine Rückkehr erwartet, als ich nach der Taufe wieder in die Sünde fiel. Deine Gnade, die du durch dieß heilige Opfer ſpendest, möge mich beleben, daß das Werk deiner Erlösung an mir nicht verloren sei, sondern vollendet werde. Habe ich jetzt nicht in voller Liebe deines Leidens und deines Todes gedacht, so verzeihe es meiner menschlichen Schwäche, und siehe auf meinen auf richtigen Willen. Wie du dich für uns hingegeben 8 -90hast, so will ich dir im Leben und im Tode angehören, und es soll meine Seele sich freuen auf jenen Tag, wo sie erscheinen darf vor dem Angesichte ihres lebendigen Gottes. Amen. Beichtgebete. - Erweckung des Bußgeistes. ( Urban VIII.) Wir tragen vor deine Augen, o Herr! unsere Schuld, und bringen die Wunden mit, die uns geschlagen worden. Wenn wir das Böse überdenken, was wir gethan, so sehen wir wohl, daß es zu wenig ist, was wir leiden, und verdient hätten wir größere Strafe! Schwer ist das Vergehen, nur zu schwer! Gering ist die Strafe! zu geringe! Wir fühlen die Strafe der Sünde, aber dennoch fündigen wir hartnäckig fort. Es krümmt sich unsere Schwäche unter deiner Geisel, aber fort währet unser Unrecht! Der kranke Geist, er leidet große Qual, aber unsern starren Nacken, wir beugen ihn nicht unter dein Joch! — - 910- Unser Leben, wir seufzen es dahin in bittern Schmerzen, aber wir bessern es nicht in unsern Werken.- Du wartest auf uns, aber wir ändern nicht unsern Wandel, es ereilt uns deine gerechte Rache, und ertragen wollen wir sie nicht. So lange die Ruthe deines Zornes schwebet über uns, so lange auch bekennen wir unser Bergehen; kaum aber hört die Heimsuchung auf, so ist es auch schon vergessen, worüber wir ge= weint.- - 1 Du streckest deine Hand über uns aus und zitternd versprechen wir Alles; du ziehst dein Schwert zurücke, und wir wollen nichts erfüllen.- Es schlaget uns deine Hand, und wir rufen um Schonung, und du schonest uns, und wieder rufen wir deine Hand, daß sie uns schlaget. Schuldige hast du vor dir, o Herr! welche bekennen; und wir wissen wohl, wenn du nicht vergibst, so gehen wir zu Grunde, und das in aller Gerechtigkeit. Allmächtiger Bater, gewähre das, was wir bitten, auch wenn wir es nicht verdienen, hast du doch jene aus Nichts geschaffen, welche dich bitten. Gewähre es durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 8* - 92- im Gebet vor der Beicht. all Schöpfer des Himmels und der Erde, König der Könige, Herr der Herren! aus Nichts hast du mich nach deinem Ebenbilde geschaffen, und mich durch dein kostbares Blut erlöset! Ein Sünder bin ich und nicht werth, daß du meiner gedenkst; aber ich bitte dich demüthig, sich mich an in deiner Erbarmung, habe Mitleid mit mir! Gnade hast du ja erwiesen dem Weibe von Canaan und der Maria Magdalena, vergeben hast du dem Zöllner, und dem reumüthigen Missethäter. Dir, allmächtiger Gott, bekenne ich meine Sünden, und wenn ich auch wollte, könnte ich sie denn verbergen vor deinem Angesichte? Erbarme dich meiner, o Jesus, denn über die Maßen habe ich dich belei digt, in Gedanken, in Worten und in Werken, und das zwar durch meine eigene Schuld, durch meine eigene ungeheure Schuld! Jesus! der du meinetwegen vom Himmel herabgekommen bist, erbarme dich meiner! du bist mein Heiligmacher und mein Erlöser, du bist meine Kraft und meine Zuflucht! du bist meine Hoffnung und meine Auferstehung! du bist mein Leben und meine ewige Seligkeit! Lasse die Menge meiner Sünden nicht siegen über deine Barmherzigkeit! Schone meiner, o Gott! schone meiner! und habe Erbarmen mit meiner fündigen Seele! Wohin soll ich fliehen, wenn nicht zu dir? 93 - Hast du mich einmal verworfen, wer wird mich dann aufnehmen? Wenn du dein Untlitz abw endest von mir, wer wird mich dann noch ansehen? Wenn ich auch fündig bin, und deiner Güte nicht werth, so nimm mich dennoch gnädig auf! denn wenn ich befleckt bin, so kannst du mich reinigen, wenn ich krank bin, so kannst du mich heilen, wenn ich gestorben bin und begraben, so kannst du mich lebendig machen! Deine Gnade ist größer als mein Unrecht, und du kannst mir mehr vergeben, als ich dich beleidigen kann! Siehe daher nicht, o Gott, auf die Menge meiner Sünden, sondern nach der Größe deines Erbarmens, schone meiner Missethat! Sprich zu meiner Seele: Ich will, daß du gerettet werdest! der du zur ganzen Welt gesagt haft: Ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und ewig lebe. Bekehre mich zu dir, o Gott, und gib mir eine größere Furcht, daß ich dich nicht, beleidige, gib mir einen Sinn für dein Gesek, daß ich meine Pflichten genauer erfülle; lenke meine Handlungen zu deiner Ehre; laß mich die Zeit einbringen, die ich verschwendet habe, daß ich durch ein heiliges Leben einen seligen Tod erlange, und mit dir mich erfreue in Ewigkeit! Gott der Erbarmung! In der Liebe zur Menschheit hast du in deiner heiligen Kirche das 94Sakrament der Buße eingesetet, als ein Heilmittel unserer geistigen Wunden, als ein Reinigungsmittel für diejenigen Sünden, mit welchen wir uns nach der Taufe befleckt haben. Wende einen Blick der Erbarmung auf mich undankbaren Sünder, der auf so mannigfache Weise dich beleidigt hat, und der durch deine Gnade aus dem Todesschlaf der Sünde erweckt, in diesen deinem Sakramente 3uflucht und Hilfe suchet. Deinem göttlichen Befehle gemäß, will ich nun deinem Diener dem Priester, meine Sünden bekennen, in der Zuversicht, daß ich nach deinem Versprechen vollkommene Verzeihung erhalte. Wie mir nun schon deine Gnade behilflich war, als ich diesen Entschluß faßte, welcher für meine Seele so heilsam ist, so möge mich auch deine Gnade nicht verlassen in der Ausführung meines Vorhabens. Hilf mir also, daß ich in Ehrerbietung hintrete vor deinen Richterstuhl, daß die Reue mein Herz zerknirsche, daß die Aufrichtigkeit die Untiefen meiner Seele eröffne, so, daß ich auf diese Weise eine vollkommene Vergebung meiner Sünden erlangen könne! Die geheimen Irrgewinde meines Herzens, welche vor mir selber sich verbergen wollen, zeige sie mir, o Gott! Lasse zu dem festen Entschluß mich gelangen, für die Zukunft durch deine Gnade mein Leben zu bessern. Wie aber kommt es, o barmherziger Gott, daß ich trot meinem innigen -95Verlangen, treu zu bleiben deinem heiligen Willen, dennoch dir wieder untreu geworden bin, und in meine schon früher begangenen Sünden zurückfiel? Woher anders soll es kommen, als von meiner eigenen Unbeständigkeit und Verkehrtheit? Wie oft wollte ich jede böse Gelegenheit meiden, und doch, als es darauf ankam, bin ich der Versuchung nicht ausgewichen! Daher demüthige dich meine Seele, demüthige dich, und gestehe es nur, daß du die schwächste, die elendeste bist, aller Creaturen! daß Niemand mehr der Barmherzigkeit Gottes bedarf, als du, daß es höchste Zeit ist, nicht mehr neue Beleidigungen auf die alten zu häufen, und einmal mannhaft den Kampf mit der Sünde auszufechten, und über den alten Feind den Sieg davon zu tragen. Dazu verhelfe mir die Gnade Christi. Amen. Gewissensspiegel. Sünden gegen das erste Gebot. Eine Creatur mehr lieben, und ihr mehr Ehre erweisen als Gott. Gott nicht über Alles lieben. In Glaubenssachen zweifeln. In den Grundlehren des Glaubens durch eigene Schuld unwissend sein.- Gegen Gott im eigenen Unglücke murren, oder andere um ihre Glücksumstände beneiden.- Entweder kein, oder ein vermessentliches - - - -96Vertrauen auf Gott haben. Un Gottes Gnade verzweifeln. Traumauslegern oder Wahrsagern Gehör geben. Zaubersprüche gegen Krankheiten, oder auch in was immer für Umständen gebrauBöse Beispiele geben, und so dadurch schuld werden, daß jemand von Gott und der Befolgung seiner Gebote abgelenkt wird.- Sich nicht täglich Gott im Gebete vorstellen. Sich in den Willen Gottes nicht fügen wollen. chen. Gegen das zweite Gebot. 13 - — - - - - Den Namen Gottes ei tel nennen.- Gott oder deine Heiligen unehrerbietig aussprechen. Von heiligen Dingen oder von Religionssachen mit Verachtung reden.- Falsch, oder bei jeder Gelegenheit oder geringfügiger Dinge wegen, schwören.- Sich selber, oder andere, oder überhaupt irgend eine Creatur verfluchen. Gemachte Gelübde brechen. Andere zu einem Schwur oder zu einer Gotteslästerung bringen. Gegen das dritte Gebot. Den Sonntag oder gebotenen Feiertag nicht heiligen.-Un diesem Tage ohne Noth kaufen oder verkaufen. Eine knechtliche Arbeit ohne Nothwendigkeit, entweder verrichten oder auch befehlen. Nicht die heilige Messe hören, oder dabei willkührlich der Zerstreuung sich hingeben.In der Kirche reden, lachen oder herumgaffen. Das Predigthören vernachlässigen.- Den Tag im Trunke, bei Spiel, Tanz, u. s. w., zu bringen. Gegen das vierte Gebot. Die Weltern oder Vorgesetzten nicht ehren, oder sie wohl gar verachten.- Ihnen Uebles nachreden. Sie verfluchen. Gegen sie murren.- Für sie nicht beten. Sie belügen oder betrügen. Ihnen ungehorsam sein.-Den Ueltern nicht Hilfe und Beistand leisten, wenn sie es bedürfen. Sich ihrer, wenn sie arm oder unansehnlich sind, schämen. Sie betrüben.- Bejahrten Personen überhaupt keine Ehrfurcht erweisen. Sie verspotten, oder ihnen Schimpfnamen geben. - - 97- - Gegen das fünfte Gebot. Entweder seinen eigenen oder eines andern Menschen Tod herbeiführen, wünschen oder beschleunigen.- Un irgend eines menschlichen Wesens Tode Schuld sein.- Gegen Jemand Haß tragen, oder Bosheiten ausüben.-Jemanden unterdrücken. Rachgierig und nicht geneigt sein, zu verzeihen.- Mit solchen, von denen man sich beleidigt glaubt, nicht reden wollen.-Jemanden zum Zorn reizende Antworten geben. Jemanden mißhandeln oder schlagen. Andere zum Zanken bringen. 9 - - - Gegen das sechste Gebot. Unkeuschheit überhaupt, an andern oder an sich selbst begehen.- Ehebrechen- Unreine Worte, Blicke, Geberden.- Freche Kleidung.- Besuche schlechter Gesellschaft, unanständiger Bühnenſpiele, Bälle, oder überhaupt verdächtiger Belustigungsörter. Das Lesen unehrbarer Bücher. Singen unreiner Lieder. Das Anhören oder Mitreden bei schmuhigen Gesprächen.- Das Betrachten unkeuscher Gegenstände oder Bilder.- Unkeusche Berührung. Das - -98- Gegen das siebente Gebot. Das Stehlen überhaupt.- Betrug im Spiele, im Rechnen, im Kaufen oder Verkaufen, in der Waare, im Preise, im Maß und Gewichte. - Mit dem Gute anderer willkührlich verfahren. - Nachlässigkeit in der Besorgung der Geschäfte anderer, so, daß man sie auf diese Art um das Thrige bringt. Sich sorgenlos in Schulden stürzen, die man zu bezahlen keine Aussicht hat.- Schulden machen mit dem Vorhaben sie nicht zu bezahlen. Ungerechte Processe führen.- Seine Schulden nicht zahlen. Sein Versprechen nicht erfüllen.- Das zurückbehalten, was man andern geben soll. Den angerichteten Schaden nicht ergüten wollen. - -- - -99- Gegen das achte Gebot. Falsches Zeugniß ablegen.-Jemanden ehrenrührige Namen geben. Geheime Fehler eines andern bekannt machen. Andere um ihren guten — Ruf bringen. Falschen Angebern und Zuträgern Gehör leihen. Die angegriffene Ehre des Nächsten nicht vertheidigen. 3wietracht aussäen.- VorFremde Briefe schnell über andere urtheilen. öffnen. Eine Wahrheit die man weiß, zum Schaden eines Undern verhehlen.- Lügenhafte Dinge erzählen. - - - - - - Gegen das neunte Gebot. Wünsche, Begierden nach solchen Dingen, von welchen im sechsten Gebote gesprochen wurde, und die daselbst verboten sind. Gegen das zehnte Gebot. Das ungerechte Streben nach dem Eigen um eines Andern.- Unzufriedenheit mit dem, was Gottes Güte uns gegeben. Die Sucht, reich zu werden. - Die sieben Hauptsünden. 1. Hoffart. 2. Geiz. 3. Unkeuschheit. 4. Neid. 5. Fraß und Völlerei. 6. Zorn. 7. Trägheit. 9* - 100- Die sechs Sünden in den heiligen Geist. 1. Bermessentlich auf Gottes Barmherzigkeit sündigen. 2. Un Gottes Gnade verzweifeln. 3 Der erkannten christlichen Wahrheit widerstreben. 4. Seinem Nächsten die göttliche Gnade mißgönnen, und ihn darum beneiden. 5. Wider heilsame Ermahnungen ein verstocktes Herz haben. 6. In der Unbußfertigkeit vorseßlich verharren. Die vier himmelschreienden Sünden. 1. Vorsetzlicher Todtschlag. 2. Die stumme oder sodomitische Sünde. 3. Die Unterdrückung der Armen, Wittwen und Waisen. 4. Vorenthaltung und Entziehung des verdienten Liedlohnes für geleistete Arbeit und Tagewerk. Die neun fremden Sünden. 1. Zur Sünde rathen. 2. Anderen etwas Sündhaftes befehlen. 3. In Anderer Sünden einwilligen. 4. Undere zur Sünde reizen. 5. Die Sünde loben. 6. Zur Sünde stillschweigen. 7. Die Sünden nicht strafen. 8. An der Sünde theilnehmen. 9. Die Sünde vertheidigen. Gebet zur Erweckung der Rene. O mein Gott! Gott meines Herzens! meiner Seele! meines Lebens! welchen ich so sehr beleidigt habe, so sehr, mein Gott und mein Erschaffer, 101- daß weder der Sand am Ufer des Meeres, noch die Sterne des Himmels, noch die Blumen der Flur, noch das Laub des Waldes verglichen werden können mit meiner Sünden endloser Unzahl und Verschiedenheit! Ich habe gesündigt, o Herr! Ich habe dich beleidigt, ich habe im Angesicht des Himmels und der Erde Böses gethan! Ich bin abgewichen von der Bahn deines Gesetzes, ich habe deiner Gnade den Rücken gekehrt, ich bin dem nachgehangen, was dich beleidigt, aus meiner Sünde habe ich ein Gößenbild gemacht, und das habe ich angebetet! ohne Furcht und ohne Scham bin ich fortgerannt auf dem Wege des Betruges, der Eitelkeit und des Verderbens! O mein Gott, wie tobt der Schmerz in mir ob dieser Beleidigung! Ja, ich traure darüber, daß der Schmerz über die Sünde so klein ist, während doch meine Missethat so groß gewesen! Die Undankbarkeit, mit welcher ich dich beleidiget habe, hat mich tiefer ergriffen, als die Furcht vor den Qualen, die ich verdiene! O könnte der Schmerz darüber, daß ich dich beleidiget habe, so groß sein als meine Schuld! Siehe an die Thränen meiner Augen, siehe sie an, aber sie sind nicht von mir nein, denn sie strömen aus dem unerschöpflichen Quell deiner Barmherzigkeit: denn deine Barmherzigkeit hat in mir die Reue hervorgerufen! Und nun komme ich und falle nieder vor dir, und werfe mich - 102 dir zu Füßen; in deiner Gnade finde ich einen sichern Hafen; dein Mitleid nimmt mich auf, deine Güte ist meine Zuflucht! Wohl zittere ich vor deiner Gerechtigkeit, aber ich erstarke wieder im Vertrauen auf deine Güte! Wohl habe ich das Recht verloren, dein Kind genannt zu werden; aber dennoch willst du immer mein Vater bleiben! So möge nun deine Gnadenfülle das in mir vollenden, was deine Barmherzigkeit begonnen hat. Mein Leben will ich bessern, bekennen will ich meine Sünden, bleiben will ich in deinem Dienste; vergeben will ich in Zukunft die zugefügten Beleidigungen, vermeiden jegliche Gelegenheit zur Sünde; das was ich Uebles gethan habe, will ich verabscheuen; und den Schaden, den ich angerichtet habe, den will ich, so viel es in meiner Macht steht, wieder gut machen. Mein Gott, vergib mir alle meine Sünden, durch den Tod und das Leiden unsers Herrn und Erlösers Jesus Christus! denn wenn auch seine Wunden Zeugen sind einer unwandelbaren Gerechtigkeit, so find sie doch auch wieder die Merkmahle einer unendlichen Liebe! Gnade und Erbarmen, o süßester Jesus! Gnade und Erbarmen dem Sünder! Gebet während der Priester die Lossprechung ertheilt. Barmherziger Gott! Wie du einst durch dei - 103- - nes Engels Wort die Fesseln, welche um die Füße des heiligen Apostel Petrus geschmiedet waren, zerbrochen hast, so daß sie zu Boden fielen und dein Heiliger dastand in Freiheit; eben so zerbrich durch das Wort des Priesters in deinem heiligen Sakramente, die Ketten, mit welchen mich die Sünde umschlungen hält, so daß auch ich in Freiheit dastehe und mir Verzeihung von dir zu Theil wird. Amen, Jesus, Sohn Davids! Erbarme dich meiner. Gebet nach der Beicht. Mein Gewissen ist jetzt frei, der Last die mich zu Boden drückte, bin ich durch Gottes Gnade und Barmherzigkeit entledigt worden. In aller mir möglichen Demuth habe ich nun deinem Diener, o Gott meine Sünden enthüllet. Ich bitte dich, o mein Gott, nimm dieß Bekenntniß an, vergib mir nicht nur allein jene Sünden, deren ich mich erinnerte, sondern auch jene Gebrechen, welche durch menschliche Schwäche mir in Vergessenheit geriethen. Von nun an will ich eine größere Sorgfalt tragen für mein ewiges Heil; abstehen will ich von meinen Thorheiten und Sünden, die ich von ganzer Seele verabscheue, und ich habe den festen Entschluß gefaßt, mit Beihülfe deiner Gnade, dich nimmermehr zu beleidigen. Der Gerechte, heißt es, fällt siebenmal des Tages, und dieser Ausspruch erschüt — 104 tert mich; denn was soll erst mit mir geschehen, der ich mich doch nicht zu den Gerechten zählen darf? Aber das ist es, was ich, ein armer sündiger Mensch, der durch seinen Leichtsinn und durch seine üblen Gewohnheiten, die Schwäche und Blindheit, die er von seinem Urvater Adam ererbte, noch vermehrt hat, das ist es, was ich Dich bitte, o Gott, lasse mich in meinem Leben nimmer einwilligen in eine Todsünde; dann will ich gerne und mit neuer Kraft den Kampf mit den läßlichen Sünden und mit den übrigen Unvollkommenheiten ausfechten. Um dieß aber ins Werk zu setzen, so mahne mich täglich daran, o süßester Jesus, daß ich, ehe ich meinen Leib dem Schlafe hingebe, mein Gewissen erforsche, und daß ich jeden Morgen mit dir beginne, daß ich dir die Erstlinge meines Handelns am Tage, d. i. ein inbrünstiges Gebet darbringe. Die Buße, die mir auferlegt wurde, will ich eifrig und genau erfüllen, und die Besserung meines Lebens soll das Ziel sein, was ich immerfort anstreben werde. Und so will ich nun ein reumüthiger Büßer sein, der durch das Verdienst deines Leidens, hier auf Erden Vergebung seiner Sünden, und dort das ewige Leben erlanget. Lasse, o mein Herr! diese Beicht vollgültig sein durch die Fürbitte der seligsten Jungfrau Maria und aller deiner Heiligen, und was durch meine Nachlässigkeit entweder in dieser oder in mei 105- nen frühern Beichten mangelhaft gewesen ist, daß möge deine Güte und Barmherzigkeit mir nachsehen, und so wird dann die Lossprechung, die hier auf Erden durch den Priester geschah, auch im Himmel durch dich vollzogen werden, der du lebest und regierest mit Gott dem Vater und dem heiligen Gei ste, gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Communiongebete. Mahnung des Apostels. ( Cor. Brief. I. Hauptstück 11. Vers 26-29.) » So oft ihr dieses Brot esset, und diesen Kelch trinket, werdet ihr den Tod des Herrn verkündigen, bis er kommt. Wer nun unwürdig dieses Brot ist oder den Kelch des Herrn trinkt, der wird sich an dem Leibe und Blute des Herrn verfündigen. Der Mensch also prüfe sich selbst, alsdann esse er von diesem Brote, und trinke von diesem Kelche. Denn wer unwürdig ist und trinkt, der ist und trinkt sich selbst das Gericht, weil er den Leib des Herrn nicht unterscheidet.» Diese Prüfung, welche der Apostel meint, wenn er sagt: der Mensch prüfe sich selbst, u. f. w. be - 106- steht darin, daß wir den Glauben vor Empfang des allerheiligsten Sakramentes erwecken; das heißt, wir müssen glauben die wirkliche Gegenwart des wahren Fleisches und Blutes unsers Herrn und Erlösers Jesus Christus unter der Gestalt des Brotes, indem er selbst bei Einsehung des letzten, heiligsten Abendmahles gesagt hat: dieß ist mein Leib, und dieß ist mein Blut.- Wir müssen ferner Reue und Leid erwecken, unsere Sünden aufrichtig beichten, den ernstlichen Vorsak fassen, keine Todsünde mehr zu begehen, und unsern Beleidigern zu verzeihen. Unser Betragen muß so beschaffen sein, daß es eines Christen würdig ist, wir müssen uns also zum Empfange dieses allerheiligsten Sakramentes durch Gebet und Nüchternheit vorbereiten, um mit Ehrfurcht und Demuth zum Zische des Herrn hintreten zu können. Wer vom Stolze aufgeblasen ist, wessen Herz der Weltfinn einnimmt, der ist nicht fähig seine Gedanken zu sammeln, und sie zur Betrachtung der unendlichen Liebe des Sohnes Gottes hinzuwenden. Wer das, was hier im Kurzen angedeutet ist, nicht beobachtet, der hat sich auch nicht geprüft, und auf einen solchen warten jene Folgen, welche der Apostel ihm ankündet. - 107- Gebete vor Empfang des allerheiligsten Sakramentes. Ich verehre dich und bete dich an, o Jesus Christus, König von Israel, Licht der Heiden, und König aller Könige der Erde, Herr der Heerschaaren; ich bete dich an, dich, den unschäßbaren Preis unserer Erlösung! Du hast beim himmlischen Vater das Mitleid erregt mit unserm traurigen Loose, du hast uns wieder zu seinen Kindern gemacht! Daher lasse mir nun darbringen ein Lobund Dankopfer für die Größe deiner Güte, die du uns Sündern gezeigt hast, uns dem verkehrten und undankbaren Geschlechte! Allmächtiger, ewiger Gott, du bist wahrhaft gut, und ich beständig in der Sünde befangen; du bist heilig und gerecht, und ich unglücklich und elend; du bist die Arznei meines Lebens, und ich bin schwach, krank und todt; du bist Licht und Wahrheit, und ich bin Eitelkeit durch und durch! Mein göttlicher Erlöser, was soll ich dir sagen? Wenn du siehst auf meine Hände, welche befleckt sind mit Schuld; so sich auch zugleich auf die Wundmahle der deinigen; ja in deine heiligen Hände, o Herr, hast du meine Freiheit, meine Erlösung geschrieben. - 108- Zu dir seufze ich, du bist mein Schöpfer; zu dir rufe ich, du bist mein Leben; zu dir erhebe ich meine Stimme, helfe mir und richte mich auf! Doch, was ist der Mensch, daß er so mit seinem Schöpfer spricht! Schone deines Dieners, o Herr! der es wagt mit dir, mit seinem großen Gott also zu reden! Herr es ist mein Schmerz, der mich zwingt, es ist mein Elend, das mich so verwegen macht. Krank bin ich, daher verlange ich nach dem Arzte; blind bin ich, daher sehne ich mich nach dem Lichte; todt bin ich, daher nehme ich zum Leben meine Zuflucht! Zu dir, o Jesus von Nazareth eile ich, du bist der Quell alles Lebens! O Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner, erbarme dich meiner und heile die Augen meiner Seele, daß ich dich schauen kann, und daß ich zu dir kommen kann, und daß ich in deinem Lichte das ewige Licht erkenne! Schone meiner, o Gott, denn nichts sind meine Tage vor dir, mit Elend sind sie erfüllet; was ist mein Leben anders als ein Schatten, der schnell entschwindet, was ist es anders als eine Blume; in ihrer Blüthe steht sie freudig da, und siehe, da kommt der Frost, und trauernd senket sie ihr Haupt zur Erde nieder; ja, eben so hinfällig ist mein Leben, eben so trügerisch schwindet es dahin. Ich weiß es gewiß, daß ich sterben muß, aber wann und wie, das ist noch meinen Augen verborgen. O mein Gott! ich bitte - 109- dich, erhalte mich aufrecht mit deiner Kraft und Macht; nie mögen die Strahlen deines ewigen Lichtes, die in mein Herz scheinen, sich verdunkeln, daß ich immerfort in meinem ganzen Leben dich erkenne, daß ich einst, sei es wann immer und wo immer, in dir sterbe, also auch in dir lebe! bei dir nur will ich sein, in deinem heiligen Reich! Erfülle diese Bitte zu deines Namens Ehre, zu meiner Seele Heil! Ich danke dir für deine unendliche Liebe, o süßester Herr Jesus, für deine unzähligen Wohlthaten und Gaben, die du an mir, dem unwürdigen Sünder verschwendet hast, ich bringe dir all diese Wohlthaten dar, als ein Opfer von unendlichem Werthe. Ich danke dir für alle Gnaden die deine Güte mir erwiesen hat. Ich danke dir für deine heilige Menschwerdung, für deine Geburt, deine Kindheit, für deine Mühen, für deine Sorgen, für deine Leiden, für deinen Tod, für deine Auferstehung, für deine Himmelfahrt. Ich danke dir für die Erlaubniß, welche du mir, dem unwürdigen Sünder ertheilest, hintreten zu dürfen zu deinem heiligen Tische, zu deinem belebenden Mahle. Um deiner Liebe willen, o Jesus! welche dich bewogen hat, für mich Mensch zu werden, zu leiden und zu sterben, um deiner Liebe willen bitte ich dich, richte von nun an mein Thun und Lassen nach deinem Wohlgefallen ein, und durch diese heilige 110Speise, ziere mich mit deinem Verdienste, mit deinen Tugenden. Laß mich, o gnädigster Jesus in demüthiger Ehrfurcht, mit heißem Verlangen, und mit der reinsten Liebe das Sakrament deines allerheiligsten Leibes empfangen; eingedenk will ich dabei elles dessen sein, was du auf Erden gethan, gesprochen, geduldet hast, um meines Heiles willen! Sei gnädig allen denen, für welche du dein kostbares Blut vergossen hast. Vergebung der Sünden und deine Gnade schenke dem Lebendigen, Ruhe und das ewige Leben meinen in dir abgeschiedenen Brüdern! O gütigster Jesus! aus Liebe zur Menschheit hast du so riele Leiden, ja den Tod selbst geduldet; deines kostbaren Blutes hast du nicht geschont, um unsere Sünden abzuwaschen; wie groß und wun dervoll ist deine Liebe! Ich bitte dich gütigster Herr! vergib mir alle Sünden, die ich begangen habe, in Gedanken, Worten und Werken; indem ich jene Sinneswerkzeuge mißbrauchte, die du mir nur für deinen Dienst gegeben hast, indem ich deine Gebote nicht hielt, indem ich die Zeit mit ungedeihlichem, thörichtem Handeln ausfüllte, indem ich die Tugend und überhaupt jene guten Werke nicht übte, die ich hätte üben sollen. O gütigster Jesus, heile mich nun, kräftige mich, belebe mich mit diesem -111- allerheiligsten Sakramente, welches du uns auf Erden hinterließest als Heilmittel, durch dessen Empfang wir in dir leben, und du in uns lebest, wie du selbst uns mit den Worten versichert hast: Das Brot, welches ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich für das Leben der Welt geben werde. Wer daher mein Fleisch ist und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm*). O Jesus! du heiliger ewiger Hoherpriester und Bischof unserer Seelen, der du durch deine göttliche Macht dieß allerheiligste Sakrament eingesetzt hast, gib mir die Gnade, es heute zu empfangen mit reinem Herzen, mit unbefleckter Seele, mit Liebe, Andacht, und mit einem festen Glauben! Wohl sehe ich ein, daß ich unwürdig bin geweidet zu werden mit einer so hochheiligen Speise! Aber, gnädiger Gott! du willst und kannst mich auch reinigen! du hast Alles aus Nichts geschaffen, du kannst die Sünde umgestalten in Heiligkeit und Gerechtigkeit. In der Fülle deiner Gnaden mache mich also würdig deinen kostbaren Leib zu empfangen. O du heiliger Leib meines Erlösers, komme in meinen Mund und in mein Herz, daß meine Seele sich weide, daß sie mit dir vereiniget werde, in vollkommener Liebe! Erfülle mich, o Gott, mit deiner Gnade, und stärke mich, daß ich in Zukunft in dir leben darf, und du in mir leben *)» Johannes VI. Hauptstück 52. und 57. Vers". - 112—— kannst Rette mich, o Jesus, durch deine übergroße Güte von allen Gefahren, welche mich bedrohen; in Zweifeln gib meiner Seele Klarheit, und in Furcht und Angst gieße beseligenden, himmlischen Trost ihr ein! Reinige mich von meinen Sünden; in meinem Herzen möge nichts Underes weilen, als nur du alleine; denn du bist meiner Seele Leben, und ihr höchster Herr! O himmlisches Mahl! o Freude der Engel! o Kraft der Seelen! O kostbares Blut! ognädigster Jesus! du sagst:» Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, und wer dieß Brot ißt, der wird in Ewigkeit leben." Heiligster Jesus! mache mich würdig dieß große Sakrament zu empfangen, daß ich mit dir leben könne in Ewigkeit, daß ich einst von Angesicht zu Angesicht dich schaue im himmlischen Reiche. Amen. Während des Empfanges kann man mit dem Priester sprechen: Herr! ich bin nicht würdig, daß du eingehest unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, und es wird gesund meine Seele.- Der Leib unfers Herrn Jesus Christus bewahre meine Seele zum ewigen Leben, Amen. - 113- Gebet nach der heiligen Communion. ( Thomas von Uquin.) Ich danke dir, heiligster Herr! allmächtiger Vater! ewiger Gott, der du mich, einen Sünder, einen unwürdigen Diener, ohne mein Verdienst, nur allein durch deine Gnade und Barmherzigkeit, mit dem kostbaren Leibe und Blute deines Sohnes, unsers Herrn Jesus Christus gesättiget hast. Ich bitte dich, lasse diese heilige Communion mir nicht zur Schuld angerechnet werden, sie sei mir vielmehr ein heilsames Mittel zur Verzeihung! Sie fei mir eine Rüstung des Glaubens, ein Schild des guten Willens. Es mögen durch sie von mir hinweggebannt werden meine Fehler; es mögen durch sie in mir ausgerottet werden die unreinen, sündhaften Begierden; Liebe, Geduld, Demuth, Gehorsam und alle Tugenden soll sie in mir vermehren; gegen Nachstellungen meiner sichtbaren und unsichtbaren Feinde möge sie mich vertheidigen; wenn Geist und Blut in mir erregt sind, schaffe sie mir Ruhe! durch sie will ich für immer vereinigt werden mit meinen Gotte, und auf dieſe Beise ein seliges Ende meines Lebens erlangen, Ich bitte dich auch, lasse mich Sünder in jene unaussprechliche Gemeinschaft kommen, wo du mit deinem Sohne und dem heiligen Geiste, und all' 10 - 114deinen Heiligen, das wahre Licht bildest, wo jeder Wunsch seine Erfüllung hat, wo die ewige Freude herrschet, wo endloses Vergnügen, und vollkommene Sicherheit sich finden. Durch denselben Jesum Christum unsern Herrn, der mit dir und dem heiligen Geiste u. s. w. Dankgebet. Ich bete dich an, ich verehre dich, und bringe in tiefster Demuth und vom Herzen meinen Dank dir dar, o süßester Jesus; der du heute zu deinem heiligen Mahle mich zugelassen. Aber mein Glück ist nicht vollkommen, ich fühle mich elend, weil ich mich zu nachlässig vorbereitet habe, und weil ich das allerheiligste Sakrament zu unwürdig empfing. Aber erbarme dich dennoch, o Herr! und vergib mir! das heilige Geheimniß deines Leibes, welches ich empfangen, bringe ich dir dar zum ewigen Ruhme deines Namens, zur Ehre deiner liebreichen Mutter, der seligen Jungfrau Maria, und all' deiner Heiligen und Engel im Himmel, ich bringe es dir dar zur Rettung meiner Seele, und zum Troste aller Gläubigen, sie mögen nun noch in diesem Leben sich befinden, oder von dieser Welt schon abgeschieden sein. Dieses heilige Sakrament möge eine Genugthuung sein für all' meine Sünden und Un - 115- vollkommenheiten, ja für die Sünden der ganzen Welt; es möge bewirken die Besserung meines Lebens, und mich einst sterben lassen einen bußfertigen Zod in deiner Gnade! Alles, was dir mißfällig ist, soll durch dieß heilige Sakrament in mir vernichtet werden; erleuchte die Finsternisse meiner Natur mit dem Lichte deiner Gottheit. Herr! mache mich zu einem andern Menschen, als ich bisher war, vereinige dich mit mir in der Liebe, und ich will leben und sterben zur Ehre deines heiligen Namens. Amen. Eine andere Danksagung. Ich danke dir, heiligster Vater, allmächtiger Gott; der du von des Himmels Höhen deinen eingebornen Sohn in unser Thal der Thränen gesen= det hast, daß er hier unsere Natur annehme, die größten Peinen und den bittersten Tod duldete und zwar deßhalb, um unsere Seelen in dein heiliges Reich zu bringen, und uns in seinem kostbaren Leibe ein Denkmahl seiner Liebe zu hinterlassen welches uns Nahrung und Trost gewährt auf der Pilgerreise unsers Lebens. Mit jener Kraft und Macht, die ich von dir empfangen habe, danke ich dir auch, o süßester Jesus, weil du mich genähret haft mit deinem kostbaren Leibe; welche Nahrung ein Unterpfand der Rettung meiner Seele ist, und 10* 116 des ewigen Lebens. Komm, o heiliger Geist, entflamme mein Herz mit dem Feuer der göttlichen Liebe, daß die heilige Dreieinigkeit wohlgefällig meinen Dank hinnehme, welche alle Creaturen loben und ehren sollen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Schlußgebet. Führe, o Gott! alle Sünder auf den rechten Weg zurücke; alle diejenigen, welche außer der Einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche ich befinden, führe in den Schooß ihrer liebenden Mutter! Alle Ungläubigen erleuchte, daß sie dich erkennen, den alleinigen, wahren Gott, und deinen eingebornen Sohn, den du gesandt hast, Jesus Christus. Deinen Beistand verleihe allen denen, die gegenwärtig sich in Angst und Noth befinden; hilf allen, welche in mein Gebet eingeschlossen sein wollen. Sei barmherzig gegen meine Weltern, gegen meine Wohlthäter, und überhaupt gegen die, für welche zu beten ich besonders verpflichtet bin. Deine Barmherzigkeit, Jesus, möge gegen alle diejenigen sich zeigen, für welche du dein kostbares Blut am Kreuze vergossen hast. Ich bitte dich auch für meine Feinde, und für alle, die mir Uebles wollen, erleuchte ihren Sinn, und gib ihnen deine Liebe. Versage mir die kostbare Speise deines heiligen Leibes nicht, - 117- - wenn ich einst von hinnen scheide, führe du mich ein ins himmlische Vaterland. Umen. Betrachtungen für jeden Tag der Woche. Betrachtung für den Sonntag Gott erhört das billige Unsuchen derjenigen, welche ihn lieben( Idiota.) Gütigster Herr Jesus Christus! du selber bist die Liebe, und wer dich liebet, wie leicht wird dem gewährt, um was er bittet? Denn wer dich in Wahrheit liebet, den erhörest du ja gerne, und willfahrest seinem Verlangen! Es steht geschrieben:»> Liebe erfüllt mich, weil der Herr die Stimme meines Flehens erhört hat." So groß und überströmend ist deine Liebe, o süßester Herr Jesus Christus, der du im Geiste liebest, daß die Deinen nicht nur geistige, sondern oft auch zeitliche Güter erlangen, wie es von dir geschrieben steht:» Wenn ihr nun meinen Geboten gehorchet, die ich euch heute gebiete, daß ihr den Herrn, euern Gott, liebet, und ihm dienet aus eurem ganzen Herzen und eurer ganzen Seele: - - 118- so wird er eurem Lande Regen geben, den Frühregen und Spätregen, daß ihr Getreide einsammelt, und Wein, und Oel, und Heu von euern Feldern." Du zeigest dich auch denen, und streckest deine barmherzige Hand über sie aus, welche dich lieben, denn es steht in der Schrift:» Ich thue Barmherzigkeit bei denen, die mich lieben, bis ins tausendste Glied." Auch Weisheit gießest du ihnen ein, denn so sagt die Schrift:» Einer ist der Höchste, und seine Weisheit gewährt er jenen, die ihn lieben." Denn der dich liebet, dem wird auch zu Theile Freude und Fröhlichkeit, wie es heißt:» Du liebest Gerechtigkeit, und hasfest das Unrecht: darum hat dich, o Gott! dein Gott mit Freude gesalbet, mehr als deine Genossen." Wer dich also liebet, o Herr Jesus Christus, der du die Liebe so großmüthig vergiltst, den erhörest du, und machst ihn theihaft vieler Güter. Aber so geschieht es nicht jenen, welche gleichgültig sind, und die dich nicht lieben wollen. Du erhörest sie nicht, sie fordern dich auf zu einem heiligen Zorne, wenn sie etwas von dir verlangen. Denn wird ein Unwürdiger als Fürsprecher gesendet, so wird das Gemüth des Beleidigten noch mehr entrüstet. Herr des Erbarmens, wie oft habe ich deinen Zorn erregt? Als unwürdiger, großer Sünder habe ich Vieles von dir verlangt, dessen ich nicht würdig - 119- — war; weil ich dich nicht im Herzen und in Werken, sondern nur mit Wort und Zunge geliebt habe. Nicht also der Liebe war ich werth, sondern des Hasses habe ich mich schuldig gemacht, Strafe habe ich verdient, und nicht Ehre! Aber ich vertraue auf deine unaussprechliche Liebe, heiligster Herr Jesus Christus! du unerschöpflicher Brunnen der Liebe! entziehe dich mir nicht, sondern gib mir gütigst Gewährung; entflamme zur Liebe mein eisig kaltes Herz, daß ich verachte die Hinfälligkeit und Vergänglichkeit dieses elenden Lebens, und daß ich durch eifrige Betrachtung zur reinen Liebe, welche in dir ist, erhoben werde, in alle Ewigkeit. Amen. Betrachtung für den Montag. Von der Kürze des menschlichen Lebens( Bernard.) Wie der Schatten über die Erde, so fliehen des Menschen Tage dahin, es ist gar keine Gegenwart, und in der Wirklichkeit hat nichts Bestand. Warum sammelt also der Mensch Schäße auf Erden, da doch Alles vorübergeht, das, was gesammelt wird, und der, welcher sammelt? Und du, o Mensch, was willst du für Früchte haben auf der Welt, dessen Frucht Verderben, und dessen Ende der Tod ist? O wenn du es doch wissen würdest, und erkennen, du würdest für die nächste Zu 120- kunft mehr Sorge tragen. Ich kenne einen, der durch viele Jahre mit dir in der größten Vertraulichkeit gelebt hat, er saß mit dir an einem Tische, er bekam die Speise aus deiner Hand, er hat geschlafen an deiner Brust; er hat mit dir gesprochen, so oft es ihm beliebte. Dieser sollte nun dein Sklave sein, denn als solchen hast du ihn ererbet. Du hast aber von deiner Jugend an ihn zu zärtlich gepflogen, und haft der Ruthe geschont, darum ist er widerspänstig geworden. Er hat seinen Fuß auf deinen Nacken gestellt, und dich in Knechtschaft gebracht, und geht mit dir um auf grausame Weise! Du wirst nun fragen: Wer ist denn das? Das ist der alte Mensch( der sündhafte Leib), welcher deinen Geist unterjocht hat, der das Land der Verheißung für nichts achtet, und dessen Streben nur auf das ausgeht, was dem Fleische wohlgefällt. Dieser Mensch ist nun von Geburt aus blind und taub und stumm; er ist in bösen Tagen verhärtet, er empört sich gegen Tugend und Wahrheit, und ist ein Feind des Kreuzes Christi. Er verlacht den Unschuldigen, und den, der in Einfalt wandelt. Er erhebt sich immer über sich selbst hinaus, und dünkt sich wunderbar groß, seine Unmaßung ist ungeheuer, aber klein ist seine Stärke; er behauptet: Niemanden zu fürchten oder zu ehren, und sagt in seiner Thorheit: es ist kein Gott! - 121 - elender, erbärmlicher Mensch, wer wird dich befreien vom Joche dieser Knechtschaft? Gott wird auferstehen, und der Bewaffnete wird fallen, fallen und zerschmettert werden wird mein Feind ( der alte Mensch), der Gott verachtet und nur sich selbst verehret, der die Welt liebet, und ein Diener Satans ist. Was dünket dir? wenn du mich recht verstanden hast, wirst du mit mir sagen: Er ist des Todes schuldig, er soll gekreuziget werden! Zeige dich also nicht gefällig, die Sache leidet keinen Aufschub, verschone ihn nicht, sondern alsogleich, muthig, ohne zu zaudern, kreuzige diesen Menschen( kreuzige deinen Leib mit seinen Lüsten), aber am Kreuze Christi, in welchem Heil und Leben ist, der, wenn du vom Herzen zu ihm rufest, dir gütig antwortet: Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein. Betrachtung für den Dinstag. Fortsegung des Vorigen( Bernard.) O Heiligkeit Christi! unerwartet bringst du dem Elenden Leben! So freigebig und bereit ist die Liebe Gottes, so wunderbar seine Süßigkeit, so unverhofft seine Herablassung, so unbesiegbar ſeine Sanftmuth, daß derjenige, der zu ihm ruft, Erhörung findet, weil er barmherzig ist. O wie 11 122 - groß ist die Barmherzigkeit Gottes, die Rechte des Allerhöchsten wandelt die Strafe um! Gestern warst du in der Finsterniß, heute bist du in dem Strahlenglanz des Lichtes! Gestern warst du im Rachen des Löwen, heute bist du in deines Mittlers Hand! Gestern standest du an den Pforten der Hölle, heute stehen dir die Freuden des Paradieses offen. Aber was nüßet dieser Mahnungsbrief, wenn du nicht die Schrift des Todes im Buche deines Gewissens vertilgest? Was nützen dir diese Worte, wenn du sie auch gelesen und verstanden hast, wenn du nicht in dir selber liesest, wenn du dich selber nicht verstehest? Lese also gerne in deinem Innern, um dich zu lesen, um dich zu verstehen, um dich selber kennen zu lernen. Lese auch von Gott, und liebe Gott, daß du kämpfen kannst und siegen, mit und über die Welt, und über jeglichen Feind; dann wird deiner Mühe Ruhe folgen, dann wird deine Trauer in Freude sich kehren, dann wird nach den Finsternissen des Lebens dir ein herrliches Morgenroth entgegen strahlen, welches der Sonne der Gerechtigkeit vorangeht, dann wirst du schauen den Herrn deirer Glorie, welcher lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. - 123 - Betrachtung für die Mittwoche. Die Wohlthaten des Heilandes( Unselm.) mnd Betrachte, o Mensch, was Christus dir war, und was mit dir geschehen wäre, und denke, welcher Liebe derjenige würdig ist, der also an dir gehandelt hat? Betrachte deine Noth, und seine Güte, und siehe, wie sehr du ihm danken sollst, wie viel du seiner Liebe schuldig bist. Bersunken warest du in Finsterniß, und in den unzugangbaren Abgrund des Verderbens, ein bleiern Gewicht hing an deinem Halse, welches dich abwärts zog. Eine unerträgliche Last drückte dich zu Boden, unsichtbare Feinde waren gegen dich losgelassen. So warst du ohne Hülfe, und wußtest es selber nicht, denn von deiner Empfängniß, von deiner Geburt an, hast du schon in diesem Zustande dich befunden. Wäre es noch so, wie damals, was wäre mit dir schon geschehen? Schaudere, wenn du dich dessen entfinnest, schrecke zusammen, wenn du daran denkst! Und da bist du erschienen, o Herr Jesus Christus, ohne daß ich dich gebeten, ohne daß ich dich gehofft, denn ich erkannte dich nicht, da bist du wie die Sonne aufgegangen, und hast. mir mich selber gezeigt, wie ich war. Abgeworfen. 11* -124dins - hast du mir, was wie Blei mich in die Tiefe zog, weggenommen die furchtbare Last, die mich zu Boden drückte. Meine Feinde hast du zurückgetrieben, und dich selber ihnen entgegen gestellt. Nach deinem Namen haft auch du mich genannt; und der gebeugt vor dir dagestanden, den hast du aufgerichtet vor deinem Angesichte, und haft zu ihm gesprochen: Vertraue dich mir, ich habe dich erlöset, ich habe meine Seele für dich hingegeben. Wenn du mir anhängst, so wirst du dem Uebel entfliehen, in welches du dich verwickelt, und du wirst nicht in den Abgrund stürzen, welchem du schon entgegengeeilet bist; sondern ich werde dich in mein Reich führen, und werde dich zu einem Erben Gottes, und zu meinem Miterben machen. Da bist du mein Schutzherr geworden, und Nichts konnte meiner Seele mehr schaden, außer, wenn sie sich selber verderben wollte. Und siehe, ich bin dir noch nicht so angehangen, wie du gewollt hast, aber du ließest mich doch noch nicht in die Tiefe sinken, und du wartest, bis ich dir getreulich anhangen werde! So elend war ich, und so milde hast du an mir gehandelt! him the 1 125 — Betrachtung ASTOR für den Donnerstag. Fortsegung des Vorigen( Unselm), Das Gewicht, welches mich in die Tiefe gezogen, war die Erbsünde; die unerträgliche Last, welche mich zu Boden drückte, war das furchtbare Gericht Gottes; meine Feinde waren die bösen Geister, die von Sünde zu Sünde mich lockten und der Verdammniß mich immer näher brachten. So war ich entblößt aller Hilfe, und da bist du erschienen, und hast mein Elend mir gezeigt. Freilich konnte ich es dort noch nicht verstehen, denn ich war noch nicht ins Dasein gerufen, aber meine Vorältern haben es für mich verstanden. Und ehe ich noch geboren war, hast du die Last von mir hinweggenommen, und hast meine Feinde besiegt, und hast ihnen verboten, meiner Seele Gewalt anzuthun. Von deinem Namen habe ich den Namen eines Christen bekommen, durch welchen ich zeige, daß ich zu denen gehöre, welche erlöset sind, welche du zu deiner Liebe erhoben hast. Jeht hoffe ich das Heil meiner Seele zu erlangen, für welche du die deinige hingegeben hast: und mir hast du, wenn ich dir nachfolgen werde, deine Herrlichkeit versprochen Und siehe, da ich dir nicht gefolgt bin, - 126wie du mir gerathen, sondern sogar Vieles begangen habe, was du mir verboten hast- so wartest du dennoch, bis ich dir nachfolge, um das, was du versprochen hast, mir auch zu ertheilen.-Herr, ich will dir von nun an nachfolgen, ich will ganz dir angehören. Amen. nagor Betrachtung für den Freitag. Nur in Gott, ihrem höchsten Gute, kann die Seele Ruhe finden( Augustin). So lange das Streben des menschlichen Herzens nicht in der Sehnsucht nach dem ewigen Leben begründet ist, wird es niemals Bestand haben; flüchtig wird es Ulles erhaschen wollen, von einem Ort wird es zum andern fliehen, und immer dort die Ruhe suchen, wo sie nicht zu finden ist. So lange das Herz von vergänglichen und hinfälligen Dingen sich angezogen fühlt, so lange wird es nie zur wahren Ruhe gelangen; denn so groß ist die Würde des menschlichen Herzens, daß ihm nur alleine das höchste Gut genügen kann, so groß ist seine Freiheit, daß nichts vermag, es in die Fesseln der Sünde zu schlagen. Denn jeder wählt, vermittelft seines eigenen freien Willens, sich entweder Verdammniß oder Erlösung; daher - 127- - ergibt sich, daß Gott dem Menschen keine vortreff. lichere Gabe geben kann, als den guten Willen. Der gute Wille macht uns Gott geneigt, und lenkt uns zu ihm hin. Durch den guten Willen lieben wir Gott, wählen wir Gott, gehen wir Gott entgegen, gelangen wir zu Gott, und besitzen ihn. Der gute Wille ist es also, welcher in das Ebenbild Gottes wieder auf's Neue uns umschafft; so, daß wir ihm ähnlich werden. So wohlgefällig ist Gott der gute Wille, daß er seine Wohnung in keinem Herzen aufschlägt, wo nicht der gute Wille hauset. Die Weisheit wird dem guten Willen die Erkenntniß der Wahrheit schenken, die Liebe wird in ihm die Sehnsucht nach dem Heiligsten erregen, und der ewige Vater wird dann den Untergang der Creatur verhüten, die er geschaffen hat. Betrachtung für den Sonnabend. Was ist die Erkenntniß der Wahrheit?( Uugustin) Was ist die Erkenntniß der Wahrheit? Zuerst: Erkenne dich selbst, und was du sein sollst, das ſuche zu werden; was aber an dir zu verbesſern ist, das verbessere. Dann erkenne und liebe deinen Schöpfer. Denn darin besteht des Menschen ganze Seligkeit. Siehe! wie unnennbar groß 1 128ist die Liebe Gottes gegen uns! Sie hat uns aus Nichts geschaffen, und alles was wir haben, das haben wir von ihr. Aber weil wir das mehr lieben, was wir bekommen haben, als den, der es uns gegeben hat; weil wir das Geschöpf mehr lieben, als den Schöpfer, fallen wir in die Schlingen des Satans, und werden seine Knechte. Gott aber in seiner Barmherzigkeit, sendet seinen Sohn, um uns zu erlösen, und den heiligen Geist, der uns Knechte wieder in die Kindschaft Gottes aufnimmt, Wer ist so hart, daß er nicht erweicht würde durch die Liebe Gottes, welche den Menschen so sehr zuvorkommt, welche so überschwenglich ist, daß Gott wegen dem Menschen sich herabließ, menschliche Gestalt anzunehmen? Wer kann nun mehr einen Menschen hassen, da er doch seine Natur und sein Ebenbild in der Menschheit Gottes sieht? Wahrhaft, wer einen Menschen hassen kann, der haßt auch Gott!- So will ich nun die Menschen um Gottes willen, und Gott um seiner selbst willen lieben, und in dieser Liebe hoffe ich auf das ewige Leben. Umen. - 129 - Betrachtungen für den Anfang eines jeden Monats. Im Januar. Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht leben! Ifaias 38. So sprach Isaias, der Prophet, im Namen des Herrn, zu dem Könige Ezechias, welcher darauf mit zur Wand gewendetem Angesichte zu Gott betete:» Ich bitte Herr, gedenke doch, wie ich gewandelt vor dir in Wahrheit und mit vollkommenem Herzen, und wie ich gethan was gut ist vor deinem Ungesicht; und Ezechias weinete überlaut." Wenn nun zu mir Jemand käme, wenn nun mir Jemand diese Nachricht brächte, um wie viel mehr hätte ich Ursache zu weinen, und wegzuwenden meine Augen von jeder Eitelkeit der Welt. Ich könnte nicht mit Ezechias sagen:» Ich bin gewandelt in Wahrheit vor dir und mit vollkommenem Herzen," denn mein Gewissen würde mich Lügen strafen. Vielleicht ist dieses Jahr mein letztes vielleicht schon dieser Monat mein letzter, welchen ich zu leben habe. Daher soll ich wohl immer mein - - 1301 — Haus bestellt haben, d. h., ich soll immer bereitet sein zum Tode, daß er mich nicht unerwartet hinwegrufe; was ich nun thun will vor meinem Tode, ich will es schon in diesem Monat beginnen, und was ich bei meinem Tode wünschen werde, daß ich es nicht gethan hätte, will ich ebenfalls schon jetzt anfangen, zu meiden! Im Februar, Er thut Böses im Lande der Heiligen, und wird die Herrlichkeit des Herrn nicht schauen. Jeremias 26. Was ist das Land der Heiligen anders als die heilige Kirche, zu der auch mich Gottes Gnade gerufen hat? Und was ist meine Pflicht, im Lande der Heiligen zu vollbringen? Ich kann nichts thun, als das Gute, wenn ich anders meine ewige Se ligkeit nicht auf's Spiel sehen, ja sogar, wenn ich die Ruhe meines Lebens nicht verscherzen will. Sobald ich ablasse vom Gesetze des Herrn, und den Willen in mir habe, den Weg meiner Lust zu wandeln, so ist auch schon der Saame der Zwietracht in meiner Seele ausgestreuet, dann habe ich das Geset meiner Glieder aufgerufen, daß es streite gegen das Gefeß Gottes, und ich selber bin der Kampfplak geworden, und die Unruhe ist in mir. Herr! gib mir Lust an deinem Gesetze, daß 131 ich den Frieden meiner Seele erlange, daß ich hier auf Erden schon einen Theil jener Herrlichkeit schaue, welche du erst im andern Leben mir ganz enthüllen wirst. Im März. Dann habe ich gesprochen: jest will ich anfangen; diese Veränderung steht in der Hand des Ullerhöchsten. 76. Pfalm. Ich sehe es ein, es ist für meine Seele höchst nothwendig, einmal einen festen, unbeugsamen Entschluß zu fassen, daß ich nimmermehr wanke, wenn ich ein böses Beispiel sehe, das keine falsche Scham mehr in mir sich rege beim Hohnlächeln eines gottlosen schalen Spötters, daß keine menschliche Rücksicht mehr auf mich einen Einfluß übe, daß das Fleisch nicht mehr wider den Geist verlange, daß die List des Satans von der Bahn zum ewigen Leben, die ich eingeschlagen habe, mich nimmermehr hinweglocke. Ich habe es gesagt, es soll einmal geschehen, ich will nun, da ich die Hand an den Pflug gelegt habe, nimmer rückwärts schauen, und nicht auf halbem Wege stehen bleiben, sondern wacker vorwärts schreiten, daß mein Heil gewirkt werde. Aber ich weiß es auch, o Gott, daß diese Veränderung, welche in mir vorgehen soll, in deiner Hand steht; auf dich will ich daher auch ganz 132 - vertrauen, denn ohne dich kann ich nichts vollbringen, und in dir kann ich alles, wenn du mich stärkest, und du versagst deine Hilfe keinem, der dich darum bittet. Ja, ich will anfangen zu arbeiten an dem Werke meines Heiles, aber strecke du deine allmächtige Hand aus, und ich werde es auch glücklich vollenden. Im April. Schon ist die Urt an die Wurzel der Bäume gefegt. Matthäus 3. Der heilige Vorläufer des Herrn ermahnte die Juden zur Buße, er zeigte ihnen aber auch zugleich den Lohn, der sie erwarten wird, wenn sie seinem Zuruf Folge leisten. Thut Buße, sprach er, denn schon ist das Himmelreich nahe! Die Juden waren aber zu sehr von den Freuden der Welt eingenommen, als daß die Liebe zum Reiche Gottes sie hätte ergreifen können. Und bin nicht auch ich die Zeit meines Lebens her, den Juden ähnlich gewesen, hat nicht auch die Gnade Gottes in mir sehr wenig Früchte getragen? Johannes rief den Juden zu: Schon ist die Art an die Wurzel der Bäume gelegt, und das zwar, um sie vollkommen auszuhauen. Und soll nicht auch mich mit Recht die Furcht ergreifen, daß es mir eben so ergehe, weil - 133 - ich Gottes Geduld und seine Langmuth schon so oft mißbrauchte? Will ich also nicht ausgehauen werden, so muß ich wohl selbst die Art an die Wurzel legen, aber an die Wurzel meiner Unvollkommenheiten, meiner Fehler, meiner Sünden. Ich will es thun, o Herr! verleihe mir Kraft! Im Mai. 00 Haue den Feigenbaum weg, was soll er noch das Land einnehmen. Lucas 13. Es war ein Mann, der hatte einen Feigenbaum in seinem Weingarten, welchen er jährlich zu besichtigen pflegte; dieser Mann sprach nun einmal zu seinem Weingärtner: Siehe, schon drei Jahre komme ich, und suche Frucht an diesem Feigenbaume, und finde keine, hau ihn also weg! Was soll er noch den Platz einnehmen? Er aber antwortete, und sprach zu ihm: Herr, laß ihn auch noch dieses Jahr stehen, bis ich um ihn her aufgegraben, und Dünger daran gelegt habe, vielleicht bringt er Frucht: wenn nicht, so magst du ihn für die Zukunft weghauen. Bin nicht ich selber diesem Feigenbaume ähnlich? hat nicht auch mich der Herr in seinem Weingarten, in seine heilige Kirche gepflanzt, und was habe ich bisher für Früchte getragen? Wäre es am Ende kein gerechter Aus- - 134 - ſpruch Gottes, wenn er sagen würde: der Baum soll ausgehauen werden? Wer ist der Gärtner anders, als die Barmherzigkeit Gottes, welche so langmüthig wartet, bis einmal an mir Früchte der Buße und Besserung zum Vorschein kommen? D Gott! ich will sie von nun an benügen, diese Gnadenzeit, ich will wirken so lange es Tag ist, daß mir nicht Aehnliches widerfahre! Im Juni. Das Land, welches den oft darauffallenden Regen einsaugt, aber Dornen und Disteln trägt, ist verwerflich und dem Fluche nahe, sein Ende ist Verbrennung! Brief an die Hebräer. 6. in Der Thau, welcher vom Himmel herab in unsere Herzen fällt, ist die göttliche Gnade. Das Erdreich des Herzens ist gewöhnlich trocken und dürre, daher kommt der Thau der Gnade, um es zu befeuchten, daß es Früchte bringe. Was für Gnaden habe ich von Gott in meinem bisherigen Leben erlangt? Ich wurde geboren in seiner heiligen Kirche, oder zu ihr berufen, ich nahm Theil an den heiligen Sakramenten, ich habe gute Beispiele vor mir gesehen, es hat sich mir so manche Gelegenheit dargeboten, Gutes zu üben, und dennoch, wie viele dieser Gnaden sind an mir durch meine eigene Schuld spurlos vorübergegangen? die 135- Früchte, die ich getragen habe, sind nichts anders als Dornen und Disteln gewesen; die Sünden haben wie Dornen mein Herz verwundet, und die Gewissensbisse haben den Disteln gleich mich gepeinigt. Wie lange werden diese Qualen noch dauern? Bis ich die Sünde ganz und gar verlassen habe; und es ist höchste Zeit, die Sünde zu meiden, denn sie hat mich schon dem Fluche nahe gebracht; hilf, o Gott, daß mein Ende nicht, wie das des unfruchtbaren Ackers, Verbrennung sei! Im Juli. Ich finde deine Werke nicht vollkommen, vor meinem Gott! Offenbarung 3. Unentschieden stehe ich auf dem Scheidewege da, und frei ist mir die Wahl, zu gehen den Weg, der zum Leben, zu gehen den Weg, der zum Verderben führt! Unbegreiflich ist die Blindheit des Menschen, und der Mensch versteht es wohl selber nicht, wie er da noch so lange zaudern kann. Wie nun, wenn einst meine Werke nicht vollkommen befunden werden vor meinem Gotte? Schrecklicher Gedanke, der mich erzittern macht! Wohl habe ich oft schon das Gute gethan, aber es kostete mir keinen Kampf, es bot sich eben die Gelegenheit dar; wohl meide ich oft die Sünde, aber warum? 136- Meide ich sie nur allein um Gott zu gefallen, oder vielleicht auch aus Furcht vor der Schande der Welt, oder aus Furcht vor der Unruhe meines eigenen Gewissens, welche der bösen That auf dem Fuße nachfolgt? Sind meine Beweggründe auch immer rein, sind sie immer ungetrübt von jeder zeitlichen Rücksicht? Wann also werde ich einmal die Welt verachten lernen, und Gott aus meinem ganzen Herzen zu lieben anfangen? Herr, lasse mich das bald thun! Denn sonst werden meine Werke vor deinen Augen kaum bestehen, nur so viel lasse mir wenigstens vollbringen, daß ich deines Erbarmens und deiner Schonung würdig werde. Im August. O wenn du es doch erkennen möchtest an diesen deinem Tage, was dir zum Frieden dienet. Lucas 19. Der Mensch in seiner Verblendung verschmähet oft die Mittel des Heiles, welche Gottes Barmherzigkeit ihm als eben so viele Zufluchtsorte gegeben hat, daß er dort Schutz suchen und finden könne. Owenn du es doch erkennetest an diesen deinem Tage, so ruft der Heiland einem Jeden von uns zu, und wie er einst geweint hat über Jerusalem, so weint er über jeden Sünder, der die Buße stets weiter und weiter hinausschiebt, - 137- bis endlich die Zeit des Heiles abgelaufen ist; un ser ist noch der Tag, an dem wir leben, aber wir wissen nicht, ob er nicht vielleicht schon einer der letzten Lebenstage ist, wir wissen nicht, ob der morgige noch uns gehört; daher muß ich nun alsogleich anfangen, meine Ruhe in Gott zu suchen, und die Heilmittel an mir anzuwenden, welche er in seiner unendlichen Güte mir dagereicht hat; dann werde ich es gewählt haben, was mir zum Frieben dient. Sa fürwahr, demüthige Hingebung in deinen heiligen Willen, o Gott! das ist der schönste Friede, lasse ihn mir erlangen!, hood ug stro23 is gidnöfnd da noch igidmedien u ding mo sis motinis in Im September nó Wie viele Taglöhner in meines Vaters Haus haben Brod im und we Lucas 15. 36 Ueberfluß, und ich soll hier de des Hungers sterben?, fogl 1028 bis 190, mondiak mu 4p In großen Haushaltungen gab es in früherer Zeit dreierlei Arten von Untergebenenionämlich: Sklaven, Miethlinge, und die Söhne des Hauses; so verhält es sich auch in der Kirche Gottes; da gibt es ebenfalls Sklaven, das sind jene, welche dienen aus Furcht vor der Strafe; da gibt es Miethlinge, welche nur immerfort die Belohnung im Auge haben, da gibt es aber auch Söhne, oder Kinder des Hauses, welche ihre Arbeit, die ihnen obliegt, aus Liebe verrichten. Welcher Gat 12 - 138- tung dieser Untergebenen gehöre nun ich an? Habe ich vielleicht auch dem verlornen Sohn gleich, meine Kindesstelle aufgegeben, und bin ein Miethling, oder ein Sklave geworden? goi@ mds3 maigsl 130 so mu bijum od hodin" ann bon opigrom Im October. that ng ito sa mismaspninn bisigot Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet. sid dim PICTURE Mathäus mod and thirsgad sim st ma 26. U Wenn es schon den Jüngern des Heilandes nöthig war, ceine solche Sprache anzuhören, um wie vielmehr wird es mir noth thun, auf dieſe Worte zu horchen, und sie zu beherzigen. Wie nothwendig ist es, zu wachen, und beständig auf der Huth zu sein, da in tausenderlei Gestalten die Versuchung sich verbirgt? Rufet doch schon der Apostel Petrus:» Seid nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe herum, und sucht, wen er verschlinge. Diesem widerstehet standhaft im Glauben, und wis set, daß eure: Brüder in der Welt die nämlichen Widerwärtigkeiten zu leiden haben." Warum aber ist es mit der Wachsamkeit allein noch nicht abge than, warum bedarf ich, um nicht in Versuchung zu fallen, auch des Gebetes? Eben das Gebet ist es, was mich im wahren Verhältniß zu meinem Herrn und Schöpfer, in der Abhängigkeit und Demuth erhält, das Gebet muß mir die Gnade RI - - 139- 450 Gottes erwirken, ohne der ich nichts, mit der ich alles vermag. Herr! deine Gnade stehe mir bei, hier in diesem schweren Streit, deine Gnade führe mich zum erwünschten Ziele, zum ewigen Leben! Im November. Wer sein Kreuz nicht trägt und mir nachfolgt, der kann mein Schüler nicht sein. Lucas 14. Es scheint ein hartes Wort zu sein, was der Heiland ausgesprochen hat, und es ist auch schon vielen ein Stein des Unstosses geworden. So lange man ein gemächliches, angenehmes Leben führen kann, das von keinem Unglücke getrübt ist, so lange ist es auch leicht, in Dankbarkeit und im Vertrauen zu seinem Gott zu beten; wann aber die Tage der Trübsale herankommen, wenn der Mensch geläutert werden soll, wie das Gold im Feuer, wann es eigentlich darauf angekommen ist, zu beweisen, daß man ein Jünger Christi sei, da haben schon viele den Muth verloren. Ist es denn aber gar so schwer, sein Kreuz zu tragen? Spricht der Heiland nicht: Mein Joch ist süß, und meine Bürde ist leicht. Ist es denn gar so schwer, Christo nachzufolgen: sprach er nicht ebenfalls:» Wer mir nach. folget, der wandelt nicht in Finsterniß, sondern wird das Licht des Lebens haben? Herr Jesus! 12 - 140 - schenke mir Geduld und Ausdauer, daß ich nicht erliege unter der Last meines Kreuzes; gib mir deine Gnade, auf daß mein Kreuz ein süßes Joch werde, und eine leichte Bürde. Umen. bim Im December. Kommet ihr Gesegnete meines Vaters, besiket das Reich, welches feit Unbeginn der Welt euch bereitet ist. 2 Matthäus 25. Bald ist das Jahr zu Ende gelaufen, und was für Früchte für das ewige Leben habe ich mir erworben? habe ich nach Möglichkeit und Kraft an meinen armen nothleidenden Mitbrüdern Werke der Barmherzigkeit geübt? habe ich Hungrige geſpeiset, Durstige getränket, Fremdlinge beherbergt u. s. w.? Wohl muß ich mir den Vorwurf machen, daß die zärtlichste Sorgfalt, die ich hegte, immer jene gegen mich selber war, und daß ich kaum von meinem Ueberflusse den Armen etwas gab, ohne dadurch eine oder die andere Bequemlichkeit zu entbehren. Ich muß also in Zukunft für meine dürftigen Brüder mehr Sorgfalt haben, sonst könnte am Ende das Wort des Todes und des Verderbens mich treffen:» Weichet von mir, ihr Verfluchte, in das ewige Feuer, welches dem Teufel und feinem Anhange bereitet ist; denn ich war hungerig, und ihr habt mich nicht gespeiset; ich war - 141- - durstig, und ihr habt mich nicht getränket u. s. w. Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser Geringsten nicht gethan habt, das habt ihr auch mir nicht gethan!" Lasse mich, o Jesus, beim Anblicke meines leidenden Bruders innig gerührt werden, daß ich deine Worte in ihrer vollen Kraft verstehe, und in jedem hilfsbedürftigen Armen dich erkenne. Amen. mduni mem m3 am3vide Betrachtungen für jeden Tag im $ 190 190/91 bit si emudigilisce 890 and drou 8m Monate. by us 390 101]. 190 Vergänglichkeit des Irdischen. cifraid ming( oni o spillind sais tida Die Freuden der Welt sind dem Schatten gleich; denn wie der Schatten mit uns geht, und mit uns verschwindet, wenn wir das Licht der Sonne verlassen: so weichen auch die Lüste der Welt von uns, wenn wir nimmer beschienen werden von der Sonne des Lebens, und sie schwinden dahin wie der Schatten an der Wand. Daß die irdischen Freuden, ebenso wie das irdische Leben keinen Bestand haben, das vermag jeder zu erfassen, das beklagen Jene, die am Abend ihres Daseins sich in dem verödeten Lustgarten der Erinnerung an entflohene Jahre ergehen, das beklagen mit ihrien alle - 142 jene, welche die Sehnsucht nach dem wahren geistigen Leben in Gott von sich weisen und zu unterdrücken suchen. Welchen Nutzen soll es aber dem Christen gewähren, wenn er bedenket, daß alles, was seine leiblichen Augen sehen, keinen Halt hat? Es soll ihn lehren nach dem einzig wahren und ewigen Gut, nach seinem Schöpfer ein Verlangen zu tragen, es soll ihn lehren die Grundsteine alles geistigen Lebens und Wirkens, den Glauben, die Hoffnung und die Liebe in ſeine Seele zu ſenken, daß er in sich selber den Aufbau des Heiligthums vollbringe, und zum Tempel Gottes werde. Jeder Sünder, der auf dem Strome der Lust sich unthätig abwärts treiben läßt zum Verderben hin, fühlt eine heilige Kraft in sich zum Widerstand, sie wird rege, wenn er sieht, wie alle seine Freuden den lachenden Ufern gleich, schnell an ihm vorüberfliehen; und wehe ihm, wenn er nicht seine Hände zum Gebete faltet, daß sie erstarkt durch die Kraft Gottes, ringen können mit den Wogen der Versu chung. Nimmer will ich, o Herr, um die entflohene Zeit klagen, und meine dahingeschwundene Jugend soll mir keiner Thräne werth sein, ich will nicht weinen um die Zeit, wo mir das Leben schöner geschienen hat, als es ist sondern vielmehr in der Bitterfeit meiner Seele jener Tage gedenken, die ich nicht deinem Dienste geweiht habe. - - 143- - - Sunilugu song) Der falsche Weg. s duos gant golpidemenagog 45 mblor ele se Die größte und verderblichste Lüge für den Menschen ist jene, die er sich selber vormacht. Groß ist sie, denn wie könnte sonst der, der für die Wahrheit geschaffen ist, der Wahrheit den Rücken kehren? verderblich ist sie, denn sie ist das Gericht des Menschen. Worin besteht sie nun diese große Lüge? Darin, daß der Mensch, der das Gesetz Jesu Chrifti in seiner Kirche einmal erkannt hat → sich gegen die Stimme seines Gewissens von der Kirche lossagt, und sich dabei vorspiegelt, er könne auch anderswo den Weg wandeln, der zum Leben führt.» Es ist ein Weg, heißt es im Buch der Sprichwörter, der dem Menschen recht scheinet, aber ſein Sklave der Sinnlichkeit meint, es sei sein Leben dann schon ohne Sünde, wenn er von Rechten der Natur faselt, und der aufgeblähte Mann eines kleinen oder größeren Wissens will seinen Unglauben entschuldigen, wenn er von Rechten einer prüfenden Vernunft redet, jeder mäckelt so lange mit Wor ten, bis ihm und seinen Genossen der Weg, den sie wandeln, recht scheinet, aber sein Ausgang führt zum Tode. Der wahre Christ muß auch den wahren Weg wandeln.» Der aber ist ein wahrer Christ, Ausgang g führt zum Tode." Der Der du thin, ifting 2. - 144- spricht Augustinus, der den Weg Christi nicht verachtet, und keinen andern Weg zu gehen wünscht, als welchen er gegangen; dieser Weg mag rauh scheinen, doch ist er der einzige, der Sicherheit gewährt; eine andere Straße hat vielleicht mehr Annehmlichkeit, aber auch eine überwiegende Gefahr, und mag dieſe auch klein erscheinen, so wird sie um so größer sich zeigen, wenn der Weg zu Ende geht, und die Stunde sich nahet, von der es heißt: » Der Mensch wird eingehen in's Haus seiner Ewigkeit." Herr, vor dir will ich wandeln in deiner heiligen Gemeinde, dir will ich nachfolgen, daß ich nicht irre gehe, denn du bist mein Weg, meine Wahrheit und mein Leben! 2 ned omersano buo duck mig as died, pak mis i 89. mi by nothing mind dochinge sist usdo unsichtbar. Die zeitlichen Güter sehen wir mit den Augen des Leibes, und deßhalb streben die meisten Menschen sie zu erlangen, die ewigen Güter aber vermögen wir nur durch den Glauben zu erkennen, und darum wird die Sehnsucht nach ihnen in je nen rege, die ein gottseliges Leben führen, und die daher geübt sind in der Sehkraft des Geistes. » Das Sichtbare ist zeitlich, sagt Paulus, das Unsichtbare ist ewig" trachten wir daher nach dem UnCanliging Die ewigen Güter sind mads most ist - 145- sichtbaren, und nicht nach dem Sichtbaren. Alle Güter und Würden der Erde sind ein Gewand, daß dem Menschen auf einen Tag geliehen ist, er freut sich wohl darüber, wie das Kind über ein neues Festkleid seine Lust bezeiget, bald aber kommt der Abend des Lebens heran, und er muß sein Gewand ausziehen und es andern überlassen. Welch eine schreckliche Zukunft öffnet sich dann vor jenem der im Traum des Lebens sein Alles gesucht hat, und den keine höhere Hoffnung kräftigt, weil er während der Zeit seines Heiles verschmäht hat, fie im Glauben zu suchen? Welche Bitterkeit: die sichtbare Welt zu verlassen, die man so sehr geliebt hat, und in der man schon so heimisch gewor den? welch ein Schrecken: hintreten zu müssen in die unsichtbare Welt, an die man so selten gedacht hat, und für die man so wenig wirkte? Nur im Hinblick auf die ewigen Freuden kann der Tod seine Bitterkeit verlieren, wie aber soll der auf Freuden hoffen, der es nur zu gut fühlt, daß er durch ſein Handeln und durch seine Gesinnungsweise ihrer sich so wenig würdig gemacht hat? Durch keine Ungerechtigkeit, durch keine böse Lust, durch kein gieriges Trachten nach dem Sichtbaren will ich mich in Zukunft beflecken, und dorthin will ich mehr und mehr die Blicke wenden, wo die unvergängliche Freude wohnt. Das Reich Gottes, was mir Christus 13. - 146- - verheißen, sei mein erstes und mein vorzüglichstes Streben! 4. Das Reich Gottes ist in uns. Wenn es in der heil. Schrift heißt: Das Reich Gottes ist in uns, so wird darunter verstanden, daß es in unserer Gewalt steht, es zu erlangen. Es wird durch den Samen des Wortes Gottes in unsere Herzen gestreut, es keimt empor zur Blüthe des Glaubens, die guten Werke sind seine Früchte, durch die uns Gerechtigkeit, Friede und Freude im heil. Geiste zu Theil wird. Wohl stellt sich das Reich Gottes auch als etwas äußerlich Sichtbares heraus: in der Gesellschaft der Gläubigen, in der heil. Kirche; den innern Untheil, den wir jeder für uns daran haben, den müssen wir uns selber erwirken. Wir erkennen durch die Gnade die Wahrheit der Offenbarung, unser Wille wird durch sie befestigt, daß wir das als wahr Erkannte auch im Leben ausführen. Wie' strafbar wird nun der Mensch sein, wenn er statt nach dem Reich Gottes Verlangen zu tragen, das ihm doch so nahe liegt, lieber seine Sehnsucht den Gütern der Erde zuwendet, die wie Nebelgebilde zerrinnen, wenn er sie erhaschen will und die bezeichnet sind mit dem Stempel des Truges und der Nichtigfeit? Gott nur kann einen heiligen Frieden in die - 147- Seele des Menschen gießen, der im Besitze hinfälliger Dinge nimmer zu finden ist, weil die Welt ihn nicht geben kann. Klopfe an, o Herr Jesus, an der Thüre des erkrankten Herzens, heile es von seiner Schuld und ziere es mit deiner Gnade, dann wird nach deiner unendlichen Güte des Reich Gottes zu mir gekommen sein- der himmlische Friede, den es hier im Erdenleben schon gewähret, der wird mich ermuntern, fleißig an seinem Baue in mir fortzuarbeiten, daß ich einst in deinem heiligen Reiche von jenem ungetrübten und vollendeten Frieden durchdrungen werde, den ich hier mit deiner Gnade gesucht, und dessen Vorgenuß ich hier schon auf Erden empfunden habe. 5. Benüßung der Beit. Was ist es dem Menschen für eine furchtbare Qual, wenn er das Bild der verlebten Tage vor feine Seele ruft, und sieht, wie er sie dahingebracht hat in ungedeihlichem Treiben, und wie er in keiner geübten That einen Trost für die Zukunft findet: Ein Tag, an dem der Mensch vom Taumelbecher der Lust getrunken, mag ein Bild abgeben von vielen Jahren, die im Jagen nach den Genüssen der Welt dahingeschwunden. Wenn du einen Tag dahingebracht hast in glänzender und froher 13* -148Gesellschaft, wenn man dich halb angestaunt hat und halb beneidet als ein Wunder des Wizzes oder der Schönheit, wenn du von des Tones melodischen Wogen ergriffen im fröhlichen Reigen dahingeraset bist, wenn du dich ersättigt haft im Gaumengenuß,- was wird dir das für eine Freude gewähren, wenn du abgeműdet in dein Kämmerlein kommest, und auf dein Lager dich hinwirfst? Dann kommt es dir vor, als ob du dir zu viel Unterhaltung von diesem Feste versprochen hättest, du fürchtest dich diesen oder jenen beleidigt zu - haben kurz, es bemächtigt sich ein unheimliches Gefühl deiner ganz und gar. Und eben so ist es, wenn man über viele Jahre nachdenkt, die man in und für die Welt verlebt hat. Je mehr du dann genofsen hast, desto größer wird dein Kummer sein, desto unbehaglicher dein Ueberdruß. Wie können wir nun die Zeit benüßen, daß uns die Erinnerung an verlebte Tage mehr ein Freudenfest wird, als daß sie uns Kummer gewähret? dadurch, das wir keinen Tag vorbeigehen lassen, ohne im innigen Gebete unser Herz zu Gott erhoben, ohne die Früchte unfers Gebetes, in unserer Gesinnungs- und Handlungsweise gezeigt zu haben. Lehre, uns, o Gott die Zeit gebrauchen, daß wir die Ewigkeit gewinnen. 1 - - - 149- - 6. Der wahre Friede. Die Unruhe ist die Qual des Menschen, die Ruhe ist seine höchste Freude. Wie kommt es nun, daß alle Menschen Ruhe und Frieden suchen, und daß dennoch so wenige sie finden? Das kommt daher, weil die meisten ihren Frieden in irgend einem äußern Besigthume zu erhaschen meinen, der doch nur in einem guten Gewissen und in einer mit Gott vereinigten Seele einkehrt. Der von Sünden durch die Buße rein, seinem Heilande lebet, der fühlt in sich die Frucht der Erlösung, d. i., den wahren und ungestörten Frieden. Und einzig nur von einem solchen Menschen mag es gelten, was schon der alte Römer sang:» Und wenn die Welten auch in Trümmer gehen, sie werden einen Unerschrocknen treffen!» Denn der wahre Muth ist die Geistesruhe, die sich nicht so bald zerstören läßt unzerstörbar aber ist die Ruhe desjenigen, der sie in Gott gesucht und gefunden hat, sie ist so ewig als Gott selber ist. Denn was können Krankheiten und andere Uebel dem anhaben, welchen der Herr mit Geduld gewaffnet hat? Was kann der Tod dem schaden, dem das ewige Leben verheißen ist? Wie so unermeßlich groß ist der Lohn des Frommen? Hier auf Erden ist das gute Gewissen - 150- sein treuer Gefährte, der ihm stets den wahren Frieden kündet; dort gelangt er zur Anschauung Gottes. Der Sünder hingegen ist hier schon der Furcht und der bittern Verzweiflung hingegeben, und dort erwartet ihn die ewige Entfernung vom höchsten Gute. Schenke, o Gott, unsern Seelen deinen heiligen Frieden, er wird, wie einst dein Wort den Stürmen auf dem Meere zu schweigen geboten hat, auch die Stürme der Versuchung und des Unglücks schweigen machen, die uns zu verderben drohen. Gib uns deinen Frieden, er wird ein Zeichen unserer Auserwählung zum ewigen Leben sein. 7. Beständige Wachsamkeit. Wer hätte den Muth zur Nachtzeit bei völliger Finsterniß mit festem Schritte auf einem Wege fortzugehen, von dem er doch weiß, daß er höchst un sicher ist, daß bald zur Rechten und bald zur Linken ein Abgrund gähnt, ja, daß noch keiner, der ihn gewandelt, zurückgekommen, und daß jeder durch einen Sturz in die Untiefe verschwunden ist. Und was ist dieser Weg anders als unser Leben, und was der gähnende Abgrund anders als der Tod, und was die finstere Nacht anders, als unser Nichtwissen von seinem Nahe- oder Fernesein, und wer sind die — - 151- verwegenen Pilger anders, als wir? Festen Schrittes wandeln wir fort in der Nacht, als ob heller Mittag wäre, ohne daran zu denken, wie nahe wir schon dem Verderben sein können. Wie aber ist denn Rettung möglich, da doch der Sturz in die Untiefe einem jeden von uns bevorsteht? Dadurch nur alleine, daß wir wachen und beten, daß wir stets die Hülfe desjenigen anflehen, der uns seine Engel senden kann, die uns bewahren auf jeglichem Weg, daß unser Fuß an keinen Stein stoße. Und der hat selber zur Wachsamkeit uns aufgefordert, indem er sprach:» Wachet, denn ihr wisset weder den Tag noch die Stunde." Gewiß ist einem jeden der Tod, und keiner kann ihm entgehen, er ist die letzte Strafe, der Sünde, der letzte Schmerz des Gerechten. Wenn wir aber auch dem zeitlichen Tod nicht entgehen können, so vermögen wir doch durch unsere Wachsamkeit dem ewigen Tode zu entfliehen, und nur der ewige Tod ist der Sturz in die Untiefe, aus der keine Rettung und kein Entkommen. Wir wollen also wachsam sein im Gebete, wir wollen unser Heil, unsrer Schuld eingedenk, mit Furcht und Zittern wirken, und gedenken der Ungewißheit des kommenden Tages, daß uns der Tod nicht unvorbe. reitet ereile. - 1528. Gefahr des Verzuges. Es ist gewiß eine große Thorheit des Menschen, der die Besserung seines Lebens immer weiter und weiter hinausschiebt, der ihr eine bestimmte Lebensperiode anweiset, wo er, wie man einen fälligen Wechsel bezahlt, so auch Gott dasjenige abtragen will, was er ihm schuldig ist;- und worin besteht diese Thorheit? Darin, daß der Mensch mit der Zukunft verfügt, als ob sie sein Eigenthum wäre, und daß er die kostbare Gegenwart ungenügt vorüberstreichen läßt, die er doch nur alleine sein Eigenthum nennen kann. Das Zifferblatt auf dem Uhrwerk unsers Lebens ist mit einem Schleier verhüllet, wir wissen nicht, wo der Zeiger stehen bleibt, und wann die letzte Stunde schlaget, und wenn es geschieht, dann ist es größtentheils schon zu spät, das noch einzuholen, was man durch jahrelange Nachlässigkeit versäumt hat. Wohl ist es möglich, daß ein einziger Act der Liebesreue die beleidigte Gottheit wieder versöhnt, aber wie selten ist dieser Fall, und welch ein großer Thor jener, der auf die letzte Stunde seine vermessene Hoffnung setzt? Sind wir doch vor der Zeit da, und warten lieber, wenn uns ein Wagen oder ein Schiff, das zur bestimmten Stunde abfährt, mitnehmen soll an irgend ein 153- vorgesetztes Reiseziel- warum wollen wir uns denn zur großen Reise in die Ewigkeit nicht vor der Zeit unsers Hinganges bereit halten? Lasset uns also gute Werke üben, so oft sich nur die Gelegenheit darbietet, denn diese alleine werden uns nachfolgen als treue Gefährten unserer Reise, und alles andere was wir im Sinne der Welt geschaffen und er worben, das bleibet zurück, weil es ohne Bestand war, und nur Trug und Täuschung gewesen ist. Deine Gnade, o Jesus, erwecke uns vom Schlaf der Sünde, und die Leuchte deines Gesetzes soll unsere Pfade erhellen, daß wir jeder Gefahr entgehend einst zu dir gelangen. 9. Wahre Reichthümer. » Es ist seliger geben, als nehmen." Im Sinne der Welt lautet die Auslegung dieser Worte also: Der ist besser daran, der etwas zu verschenken hat, als derjenige, der in der traurigen Lage sich befindet, etwas annehmen zu müssen, daß er sein Leben friste. Im Sinne Christi und der Kirche aber lautet die Auslegung anders: Jener nämlich hat mehr Berdienst, der aus Liebe zu Gott seinem Nächsten etwas schenkt, als der, welcher aus Liebe zu sich selber etwas nimmt. Wer aus wahrer Liebe seinem Mitbruder eine kleine Münze gibt, der hat durch 154- diese einzige Handlung sich größere Reichthümer erworben, als wenn er Tausende gewonnen hätte: denn das, was wir aus Liebe zu Gott geben, das wird zu einem Kapital, von dem wir einmal ewig leben können, das aber, was wir uns erwerben, ist ein Vermögen, von dem wir oft nicht einmal zeitlich zu leben im Stande sind, weil es entweder zu geringe ist, oder weil wir desselben leicht verlustig werden können. Die wahren Reichthümer also find jene, welche ewig dauern, wir erlangen sie dadurch, daß wir in Allem des Herrn Willen thun. Sie unterscheiden sich von den Gütern der Erde dadurch, daß sie unverwüstlich sind, daß sie uns treu bleiben und nachfolgen, jene sind vergänglich, sie werden uns oft schon im Leben untreu, und verlassen uns gewiß im Tode. Sammeln wir also, wie der Herr es uns befiehit, solche Schätze, welche der Rost und die Motten nicht verzehren, welche die Diebe nicht ausgraben und stehlen können, sondern welche ewig dauern. Dort im Himmel soll unser Schatz und unser Herz sein. 11 10. Sehnsucht nach Christus. So lange wir nicht von der Sehnsucht nach Christus dem Erlöser durchdrungen sind, so lange hält uns noch die Welt mit ihrer Lust gefangen. 155David hat gerufen:» Wie der Hirsch nach der Wasserquelle verlanget, so sehnt sich meine Seele nach dir, o Gott." In diesem bildlichen Ausruf soll das Sichtbare uns das Unsichtbare abspiegeln. Der Hirsch, wenn er durstig ist, wird nicht an Einem Orte stehen bleiben, es treibt ihn fort, er eilet was er kann, und gönnt sich eher keine Ruhe, bis er die Quelle gefunden hat. Eben so wird der Mensch, der ein Verlangen nach seinem Erlöser traget, nicht diese Erde zum beständigen Gegenstand seines Denkens machen denn hier findet sich der Quell nicht, der seinen geistigen Durst löschen könnte; wer aber die Kirche Christi verlassen hat, der hat auch den Quell des lebendigen Wassers verlassen und sich eine Grube gegraben, die kein Wasser halten kann. Das Kennzeichen eines wahren Christen ist die wahre Sehnsucht nach Christus. Unser Denken und Handeln muß es zeigen, daß wir ihm stets näher zu kommen suchen, indem wir nach jener Vollkommenheit streben, die er uns in sich selber zum Muster gegeben hat. Rufen wir daher mit den Worten des Apostels:» Komm Herr Jesus! komm uns entgegen mit deiner Gnade, und wir werden dir entgegen gehen mit einem aufrichtigen Willen, und in einem dir wohlgefälligen Wandel. Komm uns entgegen, wenn wir ringen mit den Schmerzen des Todes, mache unsern letzten Kampf zu einem siegreichen, sei uns ein milder Richter, 156 komm uns entgegen und geleite uns zur ewigen Herrlichkeit, nach der wir verlangt haben alle Tage un seres Lebens. 1 11. Ergebung in Gottes Willen. Gott kann uns demüthigen, wenn wir mit seiner Fügung unzufrieden sind und dagegen murren, er kann uns aber auch erhöhen, wenn wir mit sei nen Anordnungen uns zufrieden geben, und sie in Demuth hinnehmen. Hat uns nun irgend ein Unglück getroffen, so lasset uns die Worte des frommen Samuel sagen:» Er ist der Herr, er thue, was ihm gut zu sein dünket," und lasset uns folgen dem Rathe des Apostels:» Demüthige dich unter der gewaltigen Hand Gottes.» Ist es denn nicht besser, wenn wir uns selber demüthigen, und so ein Verdienst fürs ewige Leben haben, als wenn wir murren ge= gen den Willen Gottes, und so nicht nur kein Berdienst haben, sondern zu unserer Schande auch noch mehr gedemüthigt werden? Scheint sich auch Alles gegen uns verschworen zu haben, so werden wir doch einst in der Kraft Gottes den Sieg davon tragen, wenn wir im Vertrauen auf ihn geduldig gewesen sind. Und wie leicht wird es uns sein zu dulden, wenn wir immerfort den Gedanken festhalten, daß denen, die Gott lieben, Alles zum Besten gerei 157chet, daß alles, was uns da auch widerfahren mag, irgend einen, wenn auch für uns jetzt noch unsichtbaren Nußen in sich verschlossenhält? Entledigen wir uns daher jeder unnöthigen Sorge, und hat sich auch ein Knoten von Unglücksfällen, die uns nach einander treffen, scheinbar unauflöslich zusammen. geschlungen, so verzagen wir nicht, wenn wir auch fühlen, daß unsere Hände zu schwach sind, um ihn zu entwirren, denn es ist Gott, der mit starker Hand in die Schicksale der Menschen eingreift, und der noch keinen verließ, welcher auf ihn sein Vertrauen sette. Unsere größte Sorge sei also dem Willen Gottes getreu zu bleiben, und was uns auch dann immer treffen mag, das wird seine Weisheit zu unserm Heile lenken. - 12. Selig der, den Christus lehret. Was uns die Menschen sagen, das ist oft betrüglich und unwahr, was uns aber Christus sagt, das ist unfehlbar, denn er ist die Wahrheit selber. Er ist bereit, alle zu lehren, aber es sind nicht alle bereit ihn zu hören; wer ihn aber hört, der ist selig, denn er wird zur künftigen Seligkeit hingeführet. Undere Lehrer vermögen wohl irgend eine Wahrheit zu verkünden, aber es wird erst von der Fähigkeit des Schülers abhängen, das Gesagte auf 158zufassen, und in sich lebendig zu machen; Christus aber lehrt nicht nur alleine, sondern er macht auch jeden, der nur selber will, tauglich, das Gelernte ins Werk zu sehen, und es zu vollbringen. Durch seine Gnade vermag der Mensch so tief in die Ge heimnisse Gottes einzubringen, als er es zur Erlangung seines ewigen Heiles nothwendig hat. Ganz und gar die Geheimnisse Gottes zu erfassen, ist hier auf Erden nicht unsere Bestimmung, denn diese ist für jeden: Vollziehung des Gesetzes; und das Geset kann auch ohne dem Verständniß hoher Geheimnisse erfüllet werden. Glückselig werden in den Psalmen jene gepriesen, die in Unschuld dahin gehen, die da wandeln im Gesetze des Herrn; aber weder das eine, noch das andere ist möglich ohne der Grade des göttlichen Lehrers, es ist also auch nicht möglich, ohne seine Gnade glückselig zu wer den. Nimmer soll die lügenhafte Welt von deinem Willen mich abwendig, und deiner Gnade verlustig machen. Hören will ich immerdar dein göttlich Wort, und in meinem Herzen es treu bewahren, daß ich einst mit David dir danken kann, in der Aufrichtigkeit meines Sinnes, daß ich gelernt habe die Ge richte deiner Gerechtigkeit." Du, o Jesus, hast mein geistiges Leben erweckt, halte es wach durch den Donner deines Wortes, daß ich einst die Seligkeit - — - - 159- - fühle, welche du denen verheißen hast, die auf dich hören, und dir nachfolgen. 13. Abkehr von der Welt, Hinkehr zu Gott. Es gibt Werke, die vor Gott gut sind, es gibt solche, die ihm wohlgefällig sind, und endlich solche, welche wir seinem Willen gleichförmig nennen. So ist es gut seinen Feind nicht zu hassen, es ist Gott wohlgefällig ihn zu lieben, es ist aber am besten: sich so weit zu bezwingen, daß man ihm Gutes thun kann. Solch' eine Stufenleiter vom Beginne bis zur Vollkommenheit finden wir nun in einer jeglichen Tugend. Wollen wir die Welt verlassen, und uns zu Gott hinwenden, so dürfen wir nicht auf halbem Wege stehen bleiben, sondern wir müssen immer vollkommener zu werden trachten. Nur durch das Näherrücken an die Vollkommenheit Gottes wird die so nothwendige Erneuerung unseres Sinnes hervorgebracht, das heißt, wir werden Alles so beurtheilen können, als ob wir in den Stand der Unschuld zurückgekehrt wären. Diese Erneuerung des Sinnes aber kann nur durch die Gnade Christi geschehen, nur durch sie werden wir den alten Menschen mit seinen Werken ausziehen und den neuen anlegen, oder mit andern Worten, die Sünde verlassen und der Tugend anhangen. Nur wenn wir - 160- die Sünde verlassen, erkennen wir ihre Häßlichkeit, nur wenn wir dem Herrn nachfolgen, erkennen wir es, wie süß sein Joch sei, und wie leicht seine Bürde. Haben wir aber einmal das versucht, dann wird es der Welt schwer sein, uns durch ihre Täuschung zu verlocken, wir durchschauen ihren Trug, und wissen, daß ihre Freuden nur immer Reue und Elend im Gefolge haben. Nachdem wir dein Licht geschaut haben, so laß es uns leuchten immer mehr und mehr, daß uns nimmer die Finsterniß der Sünde umnachte, führe uns auf ebenem Wege, daß wir nicht straucheln in der Bersuchung, und erlöse uns von allem Uebel, daß uns einst in dir die höchste Freude zu Theile werde!. 2 14. Alles durch die Gnade. Daß wir ohne Christus nichts Gutes wirken können, das zeigt er uns selbst in folgenden Worten:» Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben: wer in mir bleibet, und ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn ohne mich könnet ihr nichts thun.» Wer durch den Glauben zwar in Christus bleibt, durch die Sünde aber die Liebe verloren hat, der wird wie die Rebe dürre werden, denn Christus bleibt nicht in ihm- er hat also keine keimende Lebenskraft, die in ihm gute Früchte hervorbrächte. Christus nennt sich deßhalb den Weinstock, und uns die Re - - 161- 98 ben, weil wir durch ihn die Kraft erlangen, Gutes zu thun, und weil es uns ohne ihn unmöglich ist, Früchte zu bringen. Wenn aber auch Christus das Hervorbringen wirket, so ist noch keine Folge, daß unser Wille dabei unthätig sei, und daß wir bei unsern guten Werken kein eigenes Verdienst haben. Denn er sagt nicht, daß es uns ganz und gar unmöglich sei etwas Gutes zu thun- sondern er sagt nur: es kann nicht ohne ihn geschehen. Die Traube ist nicht alleine Frucht des Weinstockes, sie ist auch Frucht der Rebe, obwohl sie zuvörderst vom Weinstock ihre Nahrung erlanget; und so können auch die guten Werke dem Heiland als die Grundursache, aber auch uns als einer zweiten Ursache zugeschrieben werden. Darin besteht die Größe der Liebe Gottes, daß er uns seine Gaben als unser Verdienst an. rechnet. Was wir clso Gutes thun, das kommt von Gott, denn er gibt uns das Wollen und das Vollbringen; was wir aber Böses thun, das kommt von uns selber, indem wir seiner Gnade widerstreben. Wir dürfen also weder die guten Werke uns alleine zueignen, noch unsern freien Willen läugnen, und das Böse Gott zuschreiben, weil es nur eine Frucht unsers freien aber verderbten Willens ist. Herr! wir wollen in dir bleiben, um gute Früchte zu bringen, daß wir einst deiner Gnade das ewige Leben danken können. 14 - - 162- 15. Die Kraft in Chriftus. Die wahre Demuth des Christen besteht nicht darin, daß er gestehe: er vermöge gar nichts, und ſei ganz und gar unmächtig; denn ein solches Wort wäre nur Trägheit, die in den Mantel der Demuth sich hüllet. Es soll vielmehr der Stolz des Christen sein, und zwar ein Stolz, durch den seine Demuth durchaus nichts leiden darf, daß er sage:» Ich vermag Alles, aber in dem, der mich stärket:« Nicht allein also mit Gott vermögen wir Alles, sondern in ihm, das heißt in der Kraft Gottes, welche in uns ist. Wir werden daher von der Kraft Gottes gestärkt, wenn wir etwas Gutes wirken wollen, wir werden aber nicht genöthigt, es zu wirken. Denn gestärket fann nur derjenige werden, der bei irgend einer Arbeit selber Hand ans Werk legt; und eine Hülfe von der Art leistet die Gnade Gottes dem Menschen; sie nöthiget ihn nicht das Gute zu thun, sondern sie steht ihm nur mit ihrer Hülfe bei, daß er es vollbringe, und so kann der Mensch sich ein gutes Werk in so weit selber zuschreiben, daß er dabei nie vergißt, wie es nur in der Kraft Gottes ihm möglich war, es auszuführen.- Verleihe auch mir, o Jesus, diese heilige Kraft, die du noch keinem versagt hast, der dich darum gebeten; in ihr will ich - - 163- alles besiegen, was dem Heile meiner Seele fich feindlich erweiset; in ihr will ich siegreich kämpfen mit den Feinden des Glaubens und der Wahrheit, die durch ihren Spott und ihre falschen Lehren mich in das Gewebe ihrer Lügen verlocken wollen; in ihr werde ich kämpfen mit den Feinden meiner Hoffnung, die dein heiliges, ewiges Reich nicht anerkennen, weil sie die Strafe fürchten, die in jenem Leben ihrer harret; in deiner Kraft endlich will ich siegen über die Feinde meiner Liebe, welche das Geschaffene höher stellen als dich, den Schöpfer, durch den Alles gemacht worden; in deiner Kraft will ich das Leben erlangen. 16. Die Furcht des Herrn. Die Furcht Gottes ist das Fundament des innern geistigen Lebens im Menschen, durch sie nur kann jenes heilige Gebäude im Christen aufgeführt werden, welches durch Streben nach Vollkommenheit zum heiligen Tempel im Herrn wird. Selbst die Liebe gründet sich auf diese heilsame Furcht, denn die Liebe ist der Gipfel des ganzen Gebäudes, weldhes seinen Ausbau anzeigt. Deßhalb heißt es:» Der Unfang der Weisheit ist die Furcht des Herrn, ihr Ende aber ist die Liebe,« Es wird aber hier nicht jene 14* 164- - sclavische Furcht verstanden, welche die Sünde flieht, weil sie vor der Strafe erbebt, sondern; die kindliche Furcht, deren größtes Leidwesen darin bestehen würde, Gott, das höchste und liebenswürdigste Gut beleidiget zu haben. Diese kindliche Furcht aber ist schon der Liebe Unfang, und hat die Liebe zu Gott einmal das Menschenherz entzündet, dann wird fie bald zur größern Flamme anwachsen, bis die Furcht ganz und gar in ihrem Feuer verzehret und verglühet wird. In eben dem Maße also als die Liebe wächst, in eben dem Maße wird auch die Furcht abnehmen.» Denn die vollkommene Liebe sagt der heil. Johannes, schließet die Furcht aus." Und der weise Sirach spricht:» Selig ist der Mensch, dem es gegeben ist Gott zu fürchten.( 25.) Die Furcht des Herrn ist die Krone der Weisheit, sie gibt vollkommenen Frieden." Willst du es wissen, ob auch die wahre Furcht des Herrn in deiner Seele Wurzel geschlagen hat, so sich auf die Früchte welche in deinem Leben hervorkeimen; übest du gute Werke, so wird auch die Wurzel in dir sein, durch die ihnen ihre Nahrung zugeführt wird. Durchdringe mich, o Gott, mit deiner heilsamen Furcht, daß ich durch sie jene echte Weisheit erlange, die nichts anders sucht als deine Liebe, die im Wandeln deiner Wege ihren höchsten Frieden auf Erden, und im Schauen deines Angesichtes ihr höchstes Glück in der Ewigkeit findet. - 16517. Vorsicht im Wandel. » Kurz sind die Tage des Menschen, sagt Hiob, bei dir steht seiner Monate Anzahl, du hast ihm ein Ziel gegeben und er kann es nicht überschreiten.» Und diese wenigen Tage die uns gegeben sind, um unser Heil in ihnen zu wirken, wie wenden wir sie an? Wie viele fliehen vorüber, ohne daß wir an ihnen nur Einen einzigen ernsthaften Gedanken ans ewige Leben hervorgerufen haben? Wie oft füllen wir die Kluft der Tage mit eitlem, thörichten Treiben aus, das nimmer zu einem gedeihlichem Ziele uns hinführet? Ohne Vorsicht, ohne Hinblick auf bie Zukunft und ihre Gefahren gehen wir unbekümmert um den nächsten Tag fort auf dem Weg unserer Wanderschaft; nur immer damit beschäftigt, daß wir uns die Gegenwart behaglich gestalten. Den Tod halten wir unserm Gesichtskreise gleich, der je weiter und weiter wir gehen, auch weiter und weiter sich hinausschiebt- so daß wir mit ihm nie zusammenkommen, und nie jenen scheinbar in der Ferne liegenden Punkt finden, wo die Wolken auf der Erde ruhen. Aber der Tod läßt sich nicht vor uns hertreiben, er wartet auf uns, wir müssen ihm entgegeneilen, und ist die Zahl unserer Tage vollendet, dann führt er uns, ob wir bereitet oder - 166nicht bereitet sind, vor den Richterstuhl Gottes. Daß der ein Thor ist, der ein Vermögen, daß ihm sor genfreie Tage verschaffen könnte, verschwendet und sich so zum Bettler macht, das sieht wohl jeder ein, daß aber der ein noch größerer ist, der die Zeit vergeudet ohne der Ewigkeit zu gedenken, das will nicht einem Jeden einleuchten. Hören wir den Apostel, der im Epheserbriefe( V. 15) uns zur Vorsicht ermahnet:» So sehet zu Brüder, wie ihr vorsich tig wandelt, nicht wie Unweise, sondern wie Weise, und benützet die Zeit." Was wir also bisher durch unsere Nachlässigkeit im Dienste Gottes versäumt haben, das wollen wir jetzt durch unsern Eifer einbringen. Selbst der Schaden an hinfälligen Gütern soll uns nicht schwer fallen, wenn wir nur dadurch Zeit gewonnen haben, dir zu dienen, und dich uns zum Freunde zu machen. 18. Die Verblendung des Sünders. di Wir sind Gefäße, die sich erfüllen lassen sol len vom Geiste Gottes, wenn wir uns aber von der Sünde erfüllen lassen, so erblinden wir, und halten in unserer Verblendung das für Thorheit, was der Geist Gottes zu uns geredet. Die Leiden dieser Zeit sind uns, wenn wir sie in Geduld und Hingebung tragen, ein sicheres Mittel, das ewige - 167- - Ziel zu erreichen. Das will aber der Mensch, der nur seinem Leibe lebet nicht verstehen, denn er suchet nur die Lust und will in ihr seine Seligkeit finden. So lange wir der Sünde nicht abgestorben sind, und der unbeugsame Wille nicht in uns ist: nur im Lichte des göttlichen Gesetzes zu wandeln, so lange wird uns auch das Ewige und Unsichtbare nie wünschenswerth erscheinen, denn nach den Worten des Apostels( Corinth. I. 2.)» faßt der natürliche Mensch nicht, was des Geistes Gottes ist: denn es ist ihm Thorheit, und er kann es nicht verstehen, weil es geistig beurtheilt werden muß." Wir müssen Gott im Geiste und in der Wahrheit anbeten, wer aber das sinnliche Leben gewähren läßt dessen Geist wird unterliegen, und die Verehrung und Liebe Gottes wird ihm fremd bleiben. Die Sünde führet zum Unglauben, und der Unglaube entsprießt nur immer aus der Sünde, sei es nun aus der Lust des Fleisches oder aus dem Stolz des Lebens; aus der Sucht nach irdischem Genuß, oder aus dem Streben, für einem sogenannten großen Geist zu gelten.( Ephes. IV.)» Daß wir nicht verderbt werden durch des Irrthums Lüste, so lasset uns ablegen den alten Menschen, und den neuen anziehen, der nach Gott geschaffen ist in Gerechtigkeit und wahrhafter Heiligkeit, daß es uns nicht wie jenen ergehe, die in der Eitelkeit ihres Sinnes 168wandeln, deren Verstand mit Finsterniß verdunkelt ist, die entfremdet sind dem Leben Gottes durch die Unwissenheit, die in ihnen ist, durch die Blindheit ihres Herzens;- denn wir haben Christus kennen gelernt und ihn angehört- lasset uns also den Geist Gottes nicht betrüben, mit dem wir verfiegelt sind bis auf den Tag der Erlösung. 19. Das Leben ein Kampf. Wenn wir mit der Sünde kämpfen, so wird unser Sold die Gnade Gottes sein, welche un ferm Geiste Nahrung gibt und Leben. Wer aber der Sünde unterliegt, der ist ihr Sclave, er fühlt die Last ihrer Fesseln, aber er kann sie nicht zer, sprengen, weil er die Kraft verschmäht, die ihm nur in der Buße und im würdigen Empfange des h. Leibes Christi werden kann. Un einen 3ustand der Ruhe ist im Erdenleben nicht zu denken, entweder müssen wir kämpfen, oder wir unterliegen, denn hier ist des Kampfes kein Ende, und die Krone wird uns erst am Ziele unserer Laufbahn gegeben. Der Kampf, in den wir verwickelt sind, ist auf Tod und Leben, aber der Sieg ist uns dennoch gewiß, wenn wir nicht unserer Will kühr folgen, sondern auf die Worte desjenigen hören, - 169- der uns mit dem Banner des Kreuzes vorangegangen, und der die Macht unserer Feinde gebrochen hat. Um Ende eines jeden Tages, der vorübergegangen, ohne daß wir im Verlauf desselben Gott schwer beleidiget haben, sollen wir dem Herrn danken, und uns freuen, daß der Tag in seinem Dienste, und im Kampfe für sein heiliges Reich glücklich dahingeflossen. Auch am Abende unseres Lebens werden wir unsere größte Freude in jener Ruhe finden, die es uns kündet, daß wir in der Kraft Christi den Sieg errungen. Lasse uns, o Herr, in Betrachtung deines Leidens und deines letzten Kampfes Muth gewinnen, daß wir im Streit mit der Sünde standhaft bleiben; und wie der Sieger auf den zerstörten Mauern einer eroberten Stadt seine Fahne zeiget, so wollen auch wir das Siegesbanner des heiligen Kreuzes hinpflanzen auf die Ruinen der unterjochten Sinnlichkeit. Dein heiliger Name, und das Gebet zu dir sei unser Schlachtenruf, ein seliger Tod unser Sieg, die ewige Herrlichkeit unsere Krone! 20. Die Fehler des Nächsten. So nüßlich und heilsam es wäre, wenn wir bisweilen über unser eigenes Thun und Lassen ein strenges Gericht halten würden, so unnüz und 15 - 170- gefahrvoll für uns selber ist es, wenn wir uns zu Richtern über die Handlungsweise des Nächsten aufwerfen. Denn je liebloser wir mit dem Geifer des Neides die Fäden der Verläumdung um den Nebenmenschen spinnen, desto mehr verhüllen wir uns und andern das Gute und Schäkenswerthe, was er an sich hat, und desto besser dünken wir uns seiber zu sein, wenn wir uns im rosigen Lichte befangener Eitelkeit betrachten. Wir sehen wohl den Splitter in des Bruders Auge, den Balken aber im eigenen gewahren wir nicht. Was wird es aber nützen, wenn wir das Schlechte, Thörichte oder Lächerliche, was wir an andern gefunden haben, in einer Gesellschaft zur Unterhaltung preisgeben, oder wenn wir, da andere es thun, unser Wohlgefallen an solchem Gespräche merken lassen? Wird der gebessert, über den man spricht, oder jene mit denen man redet, oder wir selbst, die wir uns über das lustig machen, was uns betrüben sollte?» Nein" wird als Antwort folgen auf alle diese Fragen; denn nur an Stolz und Hochmuth gewinnt der, welcher über andere lästert, weil er sich für vollkommener hält als die andern; und die Anzahl derer, die sich deßwegen gebessert haben, weil man ihre Schwächen und Fehler öffentlich besprach, wird gewiß nicht die größte sein. Befolgen wir also in Zukunft mehr das Gebot christ - 171- - licher Nächstenliebe, als wir es bisher gethan haben; freuen wir uns über die guten Eigenschaften unserer Brüder, ohne auf elende und niedrige Weise uns darüber zu grämen; seien wir vielmehr betrübt über ihre Fehler, und suchen wir mit Liebe und Schonung sie davon abzubringen, statt daß wir uns darüber freuen. Gieße, o Jesus, jene heilige Liebe, mit der du alle umfassest, in unsere Herzen, daß wir an dem Nächsten Barmherzigkeit übend, auch von dir einst Barmherzigkeit erlangen. 21. Die Aussaat im Geiste. Der, welcher mit seinem Lebensunterhalte auf ein bestimmtes Stück Landes angewiesen ist, der wird wohl zur Zeit der Aussaat nicht lange wählig sein und sich bedenken: ob er Unkraut oder guten Waisen anbauen soll. Jedem Menschen ist ein solches Stück Landes gegeben, das ist der Wirkungskreis, in den ihn Gott gesetzt hat, und auf den Menschen kommt es an, sich eine gute oder schlechte Ernte fürs ewige Leben vorzubereiten, je nachdem er in seinem Fleische, oder im Geiste fäet.( Galat. VI. 8.)» Denn, was der Mensch säet, das wird er auch ernten. Wer in seinem Fleische säet, der wird vom Fleische auch Verderben ernten: wer aber im Geiste säet, der 15* - 172wird vom Geiste ewiges Leben ernten." Bist du nun aus Liebe zu Gott barmherzig gegen den Urmen, so hast du guten Samen gesäet, dienest du aber mit deinem zeitlichen Gute nur deiner Lust und Hoffart, so hast du im Fleische gesäet und wirst das Verderben ernten. Lasset uns daher alle Gaben, die wir von Gott empfangen, nur in seinem Dienste und nach seinem Willen gebrauchen, daß wir das Leben ernten; nicht aber sie anwenden zur Uebertretung seiner Gebote, denn das würde uns Verderben bringen. Gott wird einen jeden nach seinen Werken belohnen, üben wir daher solche Werke, welche Lohn verdienen! Wählen wir nicht lange zwischen Ewigem und Vergänglichen, zwischen Gott und Welt, zwischen dauernden und hinfälligen Gütern, halten wir das Geistige hoch, weil es ewig ist, und weil es nur der Geist ist, welcher leben. dig macht. Herr Jesus, gib uns einen klaren Sinn und einen guten Willen, daß wir das Wahre erkennen und üben, und es wird uns eine frohe Ernte einst durch deine Gnade werden. 22. Die Strafe des Ungläubigen. Sener Ungläubige ist strafbar, der die Wahrheit nachdem ihre Stimme an ihn ergangen ist, - 173- - verläugnet. Entweder widersetzt er sich im Werke, indem er das nicht thut, was ihm durch den Glauben befohlen wird, oder er widersetzt sich der Lehre, die Gott durch die Kirche an die Menschen ergehen läßt, oder er widersetzt sich zugleich dem einen und auch dem andern. In jedem Falle hat der freie Wille dann entschieden, und das Böse was er gewählt hat, das wird ihm auch zugerechnet werden. Der Apostel spricht:( Hebr. X. 26.)» Wenn wir vorsäglich sündigen, nachdem wir die Erkenntniß der Wahrheit erlangt hahen, so ist kein Opfer für Sünden mehr übrig, sondern es wartet unser ein schreckliches Gericht und eiferndes Feuer, das die Widerspenstigen verzehren wird." Wer daher gegen seine bessere Ueberzeugung vom Glauben abfällt, für den ist auch die Erlösung verloren; weil er durch seine Verstocktheit an der Rückkehr gehindert wird. Wir werden aber noch keinen genügenden Beweis unsers innigen Glaubens geliefert haben, wenn wir uns nur mit der Bekenntniß desselben dem Worte nach zufrieden geben, wir müssen auch in der That bekennen, daß wir der Erlösung würdig sein wollen, weil der Glaube ohne die Werke in sich selber gestorben ist. Wir wollen also die geoffenbarte Wahrheit gläubig annehmen, und unser Leben soll es beweisen, wie tief ihr heiliger Friede in unsere - 174- Brust gedrungen. Nichts soll uns hindern, das, was wir einmal durch Gottes Gnade als wahr erkannt haben, auch offen zu bekennen. Lassen wir uns durch keinen Trug von der Wahrheit abwendig machen, denn wenn auch hier der Betrüger mehr zu verantworten hat, als der Betrogene, so wird doch auch letterer dem strengen Gerichte nicht entgehen, weil auch er, so er nur wollte, durch den Herrn der Gnade theilhaft geworden wäre: im Glauben zu leben und im Glauben zu sterben. Deine Gnade, o Jesus, bewahre mich im Glauben. 23. Gottesfurcht, Menschenfurcht. Es sind Biele, die im Glauben wandeln, die in mancher Versuchung siegen, die sich aber auch bisweilen zum Schaden ihres Seelenheiles von Menschenfurcht einschüchtern lassen. Gegen Gottes Willen zu handeln, gebricht es ihnen nicht am Muthe, vor einem geringen Schaden aber, den ihnen Menschen zufügen könnten, fürchten sie sich. Ist denn das Mißfallen und die Strafe Gottes leichter zu ertragen als der Haß und der Spott von Menschen, die von heute auf morgen da sind? Es rufet der Prophet uns zu:( Isaias LI.) » Fürchtet euch nicht vor der Menschen Schmach, - 175- vor ihren Lästerungen zaget nicht; denn wie ein Kleid wird der Wurm sie fressen, und wie Wolle die Motte sie verzehren; aber mein Heil wird ewiglich bleiben, und meine Gerechtigkeit von Geschlecht zu Geschlecht.- Wer bist du, daß du dich fürchtest vor sterblichen Menschen, vor Menschenkindern, die wie Gras verdorren, daß du des Herrn deines Schöpfers vergisfest?" Nimmer also wollen wir durch jene kluge Feigheit uns bestimmen lassen, die, um nirgends anzustossen, zu allem schweigt, und es ruhig geschehen läßt, wenn Gott in seiner geoffenbarten Wahrheit von Thoren verspottet wird. Es bedarf oft nur eines entschiedenen kräftigen Wortes, das man noch dazu aussprechen kann, ohne die gewöhnlichen Formen der Höflichkeit zu verletzen, um solche Menschen zum Schweigen zu bringen. Vergessen wir in Zukunft nicht darauf, daß wir Gott mehr gehorchen müssen, als den Menschen; und daß jenes Uebel, welches von Menschen kommt, eben so schnell vergeht, als diese selbst vergehen, und daß wir nur von Gott allein das wahrhaft Gute erlangen können, welches ewig währt. Nur die Furcht des Herrn ist der wahre Muth auf Erden, nur in dieser Furcht können wir die Welt besiegen, daß uns einst jenes Heil erblühe, welches ewiglich währet. - 176- - 24. Freude und Trauer. Manche Menschen haben eine Scheu, wenn es darauf ankommt: sich ganz und gar zum Herrn zu bekehren, weil sie den Zustand desjenigen, der in Gott lebt, für einen höchst traurigen halten, der jegliche Lust ausschließt. Wohl müssen wir, wenn wir das ewige Leben erlangen wollen, uns unter das Joch Christi fügen, und seine Bürde tragen, aber es ist ja dieß keine gewöhnliche Last, von der wir nur Beschwerden zu erwarten hätten, sondern sie ist ganz eigener Art, und nicht ohne Freuden wird sie getragen nach dem Worte des Herrn: ( Matth. X. 30.)» Mein Joch ist süß, und meine Bürde ist leicht.» Der nur für die Welt lebt, der wird darüber sich betrüben, daß ihm nicht alles nach Wunsch geht, daß das Leben so schnell entflieht, und endlich wird ihn die Furcht vor dem einstigen Gerichte peinigen, ob er nun dieses offen aner= kennt, oder ob er es, wiewohl vergebens, zu läugnen sich bestrebet. Der in Gott lebt, wird auch trauern, aber über seine Sünden, die er begangen hat, und über die Gefahr, in der er schwebt, das ewige Leben zu verlieren. Der Betrübniß kann also niemand entgehen. Der Fromme aber wird außer dieser Trauer über seine Sünden von 177- der Freude einer gegründeten Hoffnung auf's ewige Leben durchdrungen sein. Seine Trauer wird daher durch die Größe seiner Freude vermindert werden. Im Hinblick auf diese selige Hoffnung sagt der Apostel:»> Freuet euch allezeit im Herrn!" Frohlocken können wir also, da wir seiner Gnade uns bewußt sind. Wie kommt es aber, daß Jesus jene selig spricht, die weinen und trauern, und der Apostel dagegen uns zur Freude auffordert? Diese Freude und jene Traurigkeit können wir wohl in Einklang bringen, denn wenn wir auch einerseits über unsere Sünden und über die Welt trauern, so wird doch andererseits die freudige Hoffnung auf die Gnade Gottes und das ewige Heil uns beleben. 25. Die wahre Frende in Gott. Der Mensch kann nur in Gott seine wahre Freude finden. Es ist von jeher die Freude der Gerechten gewesen, die Wege Gottes zu betrachten, und sich zu erfreuen über seine Zeugnisse. Die Führungen des Menschengeschlechtes im alten Bunde, die Erlösung desselben durch Christus gewährt den reichhaltigsten Stoff zur Betrachtung. Ist der wahre Glaube in uns, so wird es auch die wahre Freude sein, und die Worte Davids wer 178den uns dann klar:» Auf dem Wege deiner Zeugnisse bin ich freudig worden, wie bei allen Reichthümern." Es freuet sich ein Reicher an seinen Schätzen, aber die Furcht, sie einst zu verlieren, drückt seine Freude nieoer. Der wahre Chriſt freuet sich an den zukünftigen Gütern, und die gewisse Hoffnung, sie einst zu gewinnen und zu besizzen, richtet ihn auf in jeder Trübfal des Lebens. Wer auf die zeitlichen Güter sein ganzes Ver trauen setzt, der wird der geistigen entbehren, und auch seines zeitlichen Glückes kann er verlustig werden.» Wer aber den Herrn fürchtet," sagt der Psalmist,»> leidet keinen Mangel. Die Neichen haben gedarbt und gehungert, die aber, ſo den Herrn fürchten, mangeln keines Gutes.» So lange wir noch an den Erdengütern hängen, so lange wir nicht begreifen, daß man erst, nachdem man sie im Sinne des Wortes Gottes verachtet hat, des vollen innern Friedens genießen kann, dann ist auch die wahre Freude noch nicht in uns, und wir vermögen sie nicht zu verstehen.( Psalm 118.)»> Thue auf, o Gott, meine Augen, und ich werde dann schauen die Wunder deines Gesetzes. - Meine Seele schmachtet und verlanget nach deinen Satzungen allezeit.- Dann werde ich nicht zu Schanden werden, wenn ich eingesehen habe alle deine Gebote!" In deiner Kirche, o Jesus, 179- — zu leben, deiner Gnadenmittel theilhaft zu werden, in deinem Namen einst von dieser Welt zu scheiden, und dort zu deiner seligen Anschauung zu gelangen, das sei meine Freude, das mein einziges Hoffen! 26. Der Glaube macht selig. Wenn wir irgend etwas Gutes erwarten, so ist die Hoffnung, welche dann in uns lebet, einer Blüthe gleich, und die Erfüllung des Gehofften wird einer Frucht ähnlich sein. So verhält es sich auch mit Glauben und Schauen; der Glaube ist die Blüthe, das Schauen ist die Frucht. Hier glauben wir, was wir nicht sehen, dort aber sehen wir das, was wir geglaubt haben. Es wird aber von unserm Glauben nicht verlangt, daß er ein blinder sei, und es ist uns wohl erlaubt zu forschen: ob der Grund, auf dem wir fußen, ein hinreichender, ein genügender sei. Der völlige Einklang des Wortes Gottes von außen, und der Stimme des Gewissens von innen ist ein Beweis für die Wahrheit des Glaubens, den jeder an sich selber zu machen gezwungen ist, wenn er einmal das Wort Gottes vernommen hat; es wird daher dem Ungläubigen durch sein eigenes Gewissen das Urtheil gesprochen. Der Glaube ist eine Gabe Gottes, ein Licht, durch das wir die - 180-- Wahrheit der göttlichen Offenbarung durch den Sohn Gottes in seiner Kirche erkennen. Vieles, was uns der Glaube vorschreibt, vermögen wir wohl auch durch das natürliche Licht unserer Vernunft zu erkennen, aber alles dürfen wir nicht erfassen und durchdringen wollen, denn sonst wäre der Glaube keine Gnade, und er würde auch kein Verdienst zur Folge haben. Es ist zur Seligkeit nicht nothwendig, daß jeder die Wissenschaft be sist: die Glaubenswahrheiten durch natürliche Be weisgründe gegen die Angriffe der Ungläubigen zu vertheidigen, denn das geht nur jene an, welche die Kirche als Lehrer aufgestellt hat; aber das ist zur Seligkeit nothwendig, daß wir das glauben, und darnach leben, was die Kirche uns zu glauben vorstellt. Bitten wir daher Gott, daß er uns durch seine Gnade im Glauben befestige, daß wir nicht wanken. Sagen wir mit David:» Lasse dein Angesicht leuchten über deinen Diener, und lehre mich deine Satzungen." Nur im Lichte Gottes selbst werden wir Gott erkennen, dem Stolzen und Hoffärtigen aber, der ihn durch das Licht seines eigenen Geistes sehen will, wird er sich verbergen. Beige uns, o Gott, im Strahlenglanze des himm. lischen Lichtes die Schäße der göttlichen Wahrheit, und nähre in uns das Verlangen, dich immer mehr und mehr zu erkennen; bis wir in deinem - 181- heiligen Reiche zur Anschauung dessen gelangen, was wir hier geglaubt haben. 27. Die Wissenschaft des Heiles der größte Schaz. Je mehr der Mensch nach den Gütern der Erde verlanget, um in so größerer Gefahr schwebet seine Seele; je mehr er sie aber verläßt, um nach der göttlichen Gerechtigkeit, dem Reichthum des Heiles zu streben, desto förderlicher ist dieses Streben seiner Seligkeit. Die Güter der Erde haben alles Uebel in ihrem Gefolge, sie verleiten den Menschen zur Schuld, und die Schuld zieht die Strafe nach sich; wenn der Mensch aber nach den ewigen Gütern dürstet, ſo wird ihm hier die Gnade Gottes, und durch sie einst die ewige Herrlichkeit. Was ist nun der größte Reichthum des Menschen auf Erden? Die wahre Weisheit und Wissenschaft. Die wahre Weisheit erkennet ihr letztes Ziel, und das ist Gott, durch die wahre Wissenschaft werden wir mit den Mitteln bekannt, welche uns zu ihm führen. Die wahre Weisheit wird demnach jener besitzen, dem es klar geworden ist, daß nicht Lust und Schätze, nicht Ehre und Ruhm den Menschen glücklich machen, sondern daß er seine Seligkeit nur in seinem Gotte findet, und die wahre Wissenschaft ist jenem geworden, der solche Mittel wählt, welche ihn am sichersten zu Gott sei 182nem Ziele hinführen. Bitten wir also Gott um die Reichthümer des Heiles, denn ohne sie ist es uns nicht möglich zu unserm ewigen Ziele zu gelangen. Schenke uns Weisheit, o Gott, daß unsere blöden Augen sich nicht von den Scheingütern der Erde be zaubern lassen, sondern daß sie vielmehr zu dir erho: ben, dich als ihr höchstes Gut, als ihr letztes Ziel erkennen; lasse uns aber auch durchdrungen werden von der wahren Wissenschaft des Heiles, welche uns gelehrt wird von deiner heiligen Kirche, in der du die Schätze des echten, wahren und unvergänglichen Wissens niedergelegt haft. - 28. Im Gebet wird uns die Gnade. Es ist besser, wenn wir den Herrn suchen nach unserm Willen; als wenn wir warten, bis er uns beruft gegen unsern Willen. Wir werden den Herrn suchen und finden im Gebete, da erscheint er uns als König der Gnaden, und gewähret uns nach seiner unendlichen Barmherzigkeit jene Bitten, welche dem Heile unserer Seele förderlich sind. Wenn wir aber warten, bis er uns ruft, dann müssen wir, ob wir wollen oder nicht, als Schuldige vor seinem Richterstuhle erscheinen. Ein Mensch, welcher weiß, daß er irgendwo große Geschenke erlangen kann, der wird sich wohl mehr beeilen als ein anderer, der vor einen 183Richterstuhl berufen wird, und dem noch dazu das Bewußtsein der Schuld Qualen verursacht. Warum wollen aber wir nicht zum Thron der Gnade Gottes unsere Zuflucht nehmen, um daselbst Vergebung unserer Sünden, und Kraft zu erlangen, daß es uns leichter wird, dem Willen Gottes getreu zu bleiben? Rufen wir mit Paulus:( Hebr. IV.)» Lasset uns mit Zuversicht hintreten zum Throne der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen, und Gnade finden, wenn wir Hilfe nöthig haben." Wenn wir so viel Gutes wirken, als in unserer Kraft steht, wenn wir in wahrer Reue und Betrübniß über unsere Sünden weinen, dann können wir voll des Vertrauens im Gebete uns dem Herrn nahen, und er wird uns erhören. Flehen wir zum König der Gnaden, ehe noch die Zeit des Heiles abgelaufen, flehen wir ihn an um Barmherzigkeit im Gerichte; gewiß dann werden wir mit eben dem Vertrauen einst zu seinem Richterstuhle hintreten, mit welchem wir hier im Gebete bei ihm unsere Zuflucht genommen. Er wird uns seine Barmherzigkeit herabsenden, wie wir unser Gebet zu ihm emporgesendet haben. - 29. - Chriftus unser Leben, Sterben unser Gewinn. Jeder Christ soll an sich selbst die Frage stellen: Für wen lebest du, für Christus oder für dich? Wirst - - 184- - du in deinem Thun und Lassen von Christi Willen, oder von deinem eigenen Willen geleitet? Und die meisten werden auf diese Frage voll der Beschämung antworten müssen:» Defter schon haben wir uns vorgenommen, dem Herrn treu zu sein, und zu leben in vollkommener Aufopferung und Hingabe in seinen Willen. Ist aber die Stunde der Versuchung ge kommen, dann sind wir unsers irdischen Vortheiles gewöhnlich mehr bedacht gewesen, als der göttlichen Gebote; und haben das Vergängliche und unsere eigene Ehre höher gehalten, als das Ewige und die Ehre Gottes. Die wahre Demuth konnte uns nicht zurückhalten, wenn eine Gelegenheit sich darbot, unsere eigene Persönlichkeit vor andern Menschen in einem vortheilhaften Lichte zu zeigen. Das Verlangen, daß alles sich nach unserm Wunsche fügen soll, ift uns als etwas ganz Billiges vorgekommen; und je nen, die es wagten, uns nur im Mindesten zu widersprechen, denen haben wir bald unsern Haß zugewandt." Haben wir nun dieß Geständniß aufrichtigen Sinnes ausgesprochen, und eingesehen, daß eine solche Gesinnung keine gottergebene sei, und daß ihr keine Frucht fürs ewige Leben erblühen kann, so wollen wir um so mehr unser Herz der göttlichen Lehre aufschließen, und im Sinne des Apostels sprechen:( Römer XIV.)» Keiner von uns lebet sich selbst, und keiner stirbt sich selbst: denn leben wir, 185- - so leben wir dem Herrn: sterben wir, so sterben wir dem Herrn: wir mögen nun leben oder sterben, so sind wir des Herrn." Alles, auch das scheinbar Gleichgültige, wollen wir demnach auf den Herrn beziehen, und unser ganzes Sein und Leben ihm weihen. Dann werden wir nicht immer um unsern eigenen Vortheil ängstlich besorgt sein, sondern wir werden vielmehr in allumfassender Liebe, so viel wir können das Seelenheil eines Jeden zu fördern suchen, den Gottes Fügung in unsern Lebenskreis hineingezogen hat. Wenn wir diese Gesinnung bewahren, dann wird uns der Himmel offen stehen, und unser Gewinn wird der Tod sein, weil unser Leben Christus war. 30. Die Nachfolge Christi. Eine doppelte Liebe ist es, die in unserer Seele streitet: die Liebe zu Gott und die Liebe zu uns selbst. Wenn wir der Liebe, die in uns ist, Folge leisten, so führt sie uns zum Verderben; was werden also wir von unserer Seite zu beobachten haben, daß wir nicht verloren gehen? Wir sollen diese verderbliche Liebe zu unterdrücken suchen, und dieß kann auf keinem andern Weg geschehen, als auf jenem, den uns Christus zeigte, den er selber voranging; auf dem Wege der Selbstverläugnung. Es ist ein strenges 16 186Gebot, das mit Kraft die geträumten, eingebildeten Rechte der Sinnlichkeit vernichtet, was der Herr uns gegeben in den Worten:( Lucas 1X.)» Wer mir nachfolgen will, der verläugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich, und folge mir nach." Ist die Liebe Christi in uns, dann hat dieß Wort auch seine scheinbare Härte verloren, denn es wird uns eine Freude sein: in Selbstverläugnung dem Herrn nachzufolgen. Wenn der Mensch, welcher von der Liebe zum Geschaffenen befangen ist, schon so Vieles duldet und leidet, um das zu erlangen, nach dem er strebt;-wenn er um eines Schattens willen seine zeitliche Ruhe und oft noch seine ewige Seligkeit hinopfert:- um wie viel kraftvoller und ungebeugter im Leiden wird jener dastehen, in dem die Liebe Gottes mächtig geworden? Scheuen wir in Zukunft im Kampf mit der Sünde nimmer die Mühseligkeiten des Lebens, und wenn sie auch in großer Menge auf uns lasten,( Hebr. XII.)» so gedenken wir an ihn, der solchen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit wir nicht ermüden, und unsern Muth nicht sinken lassen; denn noch haben wir nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampfe wider die Sünde." Leiden ist das große Losungswort der Menschheit, leiden muß auch jener, der der Welt und der Sünde lebt; aber etwas anderes ist es: leiden, sein Kreuz auf sich nehmen, und dabei dem 187- Herrn nachfolgen. Der Sünder, welcher leidet um der Welt willen, der ist doppelt übel daran, denn seine Leiden sind trofilos, und keinen Lohn darf er dafür erwarten. Wohl aber dem, der mit Christo und für ihn leidet, denn er wird auch mit ihm verherrlicht werden. Laffet uns nun geduldig alles Ungemach tragen, was unter dem Namen Kreuz verstanden wird, daß wir dem Herrn nachfolgend auf dem Wege der Schmerzen, ihm auch nachfolgen können in der Auferstehung zum ewigen Leben. 31. Rette deine Seele! Der heilige Hieronymus vergleicht das geſchäf tige Leben mancher Menschen mit der Arbeit der Spinne, die mit unermüdetem Fleiße Tage lang an ihrem Netze webt; denn siehe: da kommt ein Windstoß, und reißt es von einander, und all' ihre Arbeit war vergebens. So pflegen die meisten Menschen nach Verschiedenheit des Standes, in dem sie leben, sich im Geiste irgend ein Ziel vorzustecken, und das Streben nach diesem pflegt ihre ganze Aufmerksamkeit zu fesseln. Der eine freut sich, wenn er eine gewisse Summe sein nennen kann, der andere, wenn er unter seinen Standesgenossen zu einem höhern Range sich emporgeschwungen, der dritte, wenn er anerkannt wird als ein Mann der Wissenschaft und 16* 188des Talentes. Diese verschiedenartigen Wünsche zeigen sich in hohem Grade bei jenen Menschen, welche die Welt geblendet hat und die Gott aus den Augen verloren. Aber auch bei solchen werden sie vorge= funden, die darnach trachten, daß fie der ewigen Gü ter nicht verlustig werden; denn viele von ihnen wollen dabei auch die zeitlichen nicht entbehren. Es kann aber Niemand zweien Herren dienen, und der einen großen Eifer zeigt, wenn es gilt die Güter der Welt zu gewinnen, dessen Eifer wird minder groß sein, wenn es sich um die ewigen Verheißungen handelt. Wenn es der Mensch doch bedenken möchte: wie bald er von den wenigen erfüllten und von der Menge der unerfüllten Hoffnungen, welche er für diese Welt treulich genährt, Abschied nehmen muß? Wenn er es doch bedenken möchte, daß sein letzter Athemzug das Spinngewebe seines Erdenglückes von einanderreißt? Wenn er es doch bedenken möchte; daß es ihm nichts nützen würde, und hätte er auch die Welt gewonnen, wenn er dabei Schaden litte an seiner Seele? Lassen wir also das unsere erste und größte Sorge sein; daß wir unsere Seele retten. Wie ein Mensch, der Schiffbruch gelitten, so lang er noch mit den Wellen kämpfet, auf nichts anders bedacht sein wird, als auf die Rettung seines Lebens, wenn er sieht, daß diese im Bereiche der Möglichkeit liegt, und wie er sich nicht wiegen wird in den süßen Träu 189- - men einer glücklichen Zukunft,- sondern wie er vor der Hand nur trachtet sich über den Wassern zu erhalten, daß er nicht untergehe, so sollen auch wir nicht unsere Gedanken an die vergänglichen Güter einer ungewissen Zukunft hängen, sondern zunächst darauf sehen, daß wir uns ober den trügerischen Gewässern der Welt und ihrer Freuden halten, um nicht zu versinken; es soll also die Rettung der Seele unſere erste Sorgfalt sein. Zu dir, o Herr Jesus, wollen wir unsere Hände erheben aus der gefahrvollen Fluth dieses sündigen Lebens, reiche uns deine Rechte, wie du deinem Apostel sie gereicht hast, daß wir gerettet werden und nicht verloren gehen. Amen. - 190- Das kirchliche Jahr. I. Bewegliche Feste. Adventsandacht. ( Das Folgende ist eine Lesung für jeden Adventsonntag; was an den einzelnen Udventsonntagen zu beten ist, findet sich weiter unten.) Hymnu 3*) Aus des ew'gen Vaters Munde Ist das hehre Wort ergangen, Dem die Welt mit Glutverlangen Lange schon entgegen sah! Ja, sie kommt heran die Stunde, Wo die Welt, die sterbend ringet," Sich zu neuem Heil erschwinget, Weil ihr der Erlöser nah. Möge jedes Herz erglühen In der Liebe heißem Drange, Das es einzig nur verlange Freuden, die der Himmel thaut; *) Frei nach dem Brev. Rom - 191- Möge Jeder Alles fliehen, Was im Zeitenlauf verrinnet, Weil der nie das Heil gewinnet, Der auf eitlen Sand gebaut! Wird der Richter dann erscheinen, Um zu ew'gen Feuersflammen Harte Sünder zu verdammen Dann werd' uns ein schöner' Loos: Eine Stimme mög' erklingen, Lieblich unser Herz durchdringen, Welche aus des Todes Gruft Uns zum Leben aufwärts ruft. Vater, in der Flammen Wehen, Laß uns nimmer untergehen, Zeige deine Herrlichkeit Uns in alle Ewigkeit! Amen. Aus dem Propheten Isaias.( 11. Hauptſtückt.) 1. 2ection. Und ein Reis wird hervorkommen aus der Wurzel Jesse, und eine Blume wird aufgehen aus seiner Wurzel. Und der Geist des Herrn wird auf ihm ruhen, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rathes und der Stärke, - 192der Geist der Wissenschaft und der Frömmigkeit: und der Geist der Furcht des Herrn wird ihn er füllen. Er wird nicht nach dem Augenschein richten, noch nach Hörensagen strafen, sondern mit Gerechtigkeit die Armen richten, und mit Billigkeit die Sanften der Erde strafen. B. Jerusalem, dein Schmerz wird schnell herankommen, warum läsfest du vom Schmerz dich aufzehren? Hast du keinen Rathgeber, da dein Schmerz sich erneuert? Ich werde dich retten und dich befreien, fürchte dich nicht. *. Denn ich bin der Herr, dein Gott, der Heilige Israels, dein Erlöser. Ich werde dich retten und dich befreien, fürchte dich nicht. 2. Lection. Er wird die Erde mit dem Stabe seines Mundes schlagen, und den Gottlosen tödten mit dem Hauche seiner Lippen. Gerechtigkeit wird der Gürtel seiner Lenden sein, und Treue der Gurt seiner Nieren. Dann wohnet der Wolf bei dem Lamme; und der Leopard lagert sich zu dem Böckchen, Kalb, Löw' und Schaf werden zusammen weiden, und ein kleiner Knabe wird sie treiben. Das Kalb wird weiden mit dem Bären, ihre Jungen werden - 193ruhig beisammen liegen, und der Löwe wird Stroh wie ein Rind fressen*). R. Siehe, der Herr wird kommen, und mit ihm alle seine Heiligen, und an jenem Tage wird ein großes Licht leuchten, und sie werden wie reines Wasser aus Jerusalem hervorkommen, und der Herr wird in Ewigkeit regieren über alle Völker. *. Siehe, der Herr wird mit Kraft kommen, und das Reich wird in seiner Hand sein, und die Macht und die Herrschaft über alle Völker. 3. Lection. Der Säugling wird mit Lust am Loche der Otter spielen, und in die Höhle des Basilisken wird der kaum Entwöhnte seine Hand stecken. Es schadet nichts, und tödtet nichts, auf meinem ganzen heiligen Berge: denn die Erde wird voll sein der Erkenntniß des Herrn, wie Gewässer den Meeresgrund decken**). Un diesem Tage wird die Wurzel Jesse zum Feldzeichen für die Völker stehen, die Nationen werden zu ihm beten, und sein Grab wird herrlich sein***). *) d. h., in dem Reiche des Messias wird alle Feindschaft unter den Menschen aufhören. **) d. h. die Völker werden durch Glauben und Liebe umgewandelt sein, und sogar die wilden Thiere werden gezähmt. ***) Das Grab Christi wurde durch seine eigene und durch die Auferstehung der Heiligen verherrlicht. 17 1 194- B. Weine nicht, Jerusalem, denn der Herr hat deiner sich erbarmet, er wird dich befreien von jeder Betrübniß. V. Siehe der Herr wird in der Kraft erscheiar nen, und sein Arm wird herrschen. stor and in Am ersten Adventsonntage.com Capitel*).( Römer 13.) Brüder, es ist die Stunde da, vom Schlafe aufzustehen. Denn unser Heil ist jetzt näher, als da wir zu glauben anfingen. Antiphon.**) Der heilige Geist wird über dich herabkommen, fürchte dich nicht, Maria, du wirst den Sohn Gottes in deinem Schooße haben. 3. Die Stimme des Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn. B. Machet all' seine Fußsteige eben. Gebet. Wir bitten dich, o Herr! komme und verleihe uns deine Macht, daß wir von der drohenden *) Das Capitel ist eine Stelle aus der heil. Schrift, welche auf das Fest, an welchem es gelesen wird, hins deutet. **) Untiphonen, Versikel( V.) und Refponfo rien( R.) sind kurze Stellen aus der h. Schrift, aus den h. Vatern, wohl auch aus den Lobgesängen der h. Kirche; sie stehen zu dem Feste, an welchem sie ges sprochen werden, immer in einer nähern oder auch in einer entferntern Beziehung. - 195 Gefahr unserer Sünden durch deinen Schuß entrissen werden, und durch deine Erlösung das Heil erlangen. Durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Am zweiten Adventsonntage. Capitel.( Röm. 15.) Brüder, alles was geschrieben ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben: damit wir durch Geduld und Trost aus der Schrift Hoffnung behalten. Antiphon. Als Johannes im Gefängnisse die Werke Christi vernommen hatte, fandte er zwei aus seinen Jüngern, ihm zu sagen: Bist du derjenige, der kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? V. Die Stimme des Rufenden in der Wüste: bereitet den Weg des Herrn. B. Machet all' seine Fußsteige eben. Gebet. Erwecke, o Herr, unsere Herzen, auf daß durch sie deinem eingebornen Sohne der Weg bereitet werde, damit wir um seiner Ankunft willen gewürdigt werden, die mit reinem Geiste zu nen. Der mit dir und dem heiligen Geiste, u. s. w. Am dritten Adventsonntage. ind Capitel.( Philipper 4.) Brüder erfreuet euch allezeit im Herrn, ich sage es noch einmal erfreuet euch! 17* 1 196Lasset eure Sittsamkeit allen Menschen kund werden; denn der Herr ist nahe. Antiphon. Er wird auf dem Thron Davids si hen, und über sein Reich herrschen in Ewigkeit, Alleluja. V und, wie am 1. und 2. Sonntage. Gebet. Neige, o Herr, ein günstig Ohr unserm Flehen, und deine Erscheinung möge die Finsternisse unsers Geistes erhellen. Der du lebst und regierest, u. s. w. Am vierten Adventsonntage. Capitel.( Corinth I. 4.) Brüder, also halte uns Jedermann für Diener Christi, und Vertheiler göttlicher Geheimnisse. Hier fordert man von den Ausspendern, daß jeder pflichttreu befunden werde. Antiphon. Sei gegrüßet Maria voll der Gnaden, der Herr ist mit dir, du bist die Geseg nete unter den Frauen, Alleluja. V und, wie an den vorigen Sonntagen. Gebet. Herr! verleihe uns deine Macht! komme, um uns kräftig zu unterstützen, daß wir mit deiner Gnadenhülfe jenes durch deine gnä dige Nachsicht um so schleuniger erlangen, was wir unserer Sünden wegen nicht zu erlangen verdienen. Der du lebest und regiereft, u. Lw. 197— Sieben Antiphonen, welche an den sieben Tagen vor der heiligen Christnacht gesprochen werden können. 1. O ewige Weisheit, die du aus des Allerhöchsten Mund hervorgegangen bist, von einem Ende zum andern reichend, und alles lenkend mit Stärke und Milde: komme um uns den Weg der wahren Erkenntniß zu zeigen. 2. O Adonai( unser Herr) und Führer des Hauses Israel, der du dem Moses im flammenden Dornbusch erschienen bist, und ihm dein Gesetz auf dem Berge Sinai gegeben hast; komme uns zu erlösen in der Stärke deines Armes. 3. O Wurzel Jesse, den Völkern zum Feldzeichen aufgerichtet, vor welchem die Könige verstummen, welchen die Heiden anflehen werden: komme, um uns zu erretten, verweile nicht lange! 4. O Schlüssel Davids und Scepter des Hauses Israel, der du öffnest und Niemand schließet, der du schließest und Niemand öffnet, komme und führe den Gefangenen aus dem Kerker, der in Finsternissen sitzet, und in den Schatten des Todes. 5. O Aufgang, du Glanz des ewigen Lichtes, Sonne der Gerechtigkeit, komm und erleuchte, - 198- die da weilen in Finsterniß und in des Todes Schatten. 6. König der Völker, nach dem sie sich so lange gesehnt haben, du auserwählter Eckstein, der du aus beiden Eines machest*), komme und rette den Menschen, den du aus Staub gebildet. 7. D Emanuel( Gott mit uns), unser König und Gesetzgeber, Erwartung und Heiland der Völker: komm uns zu erlösen, unser Herr und Gott. 1d#d 190 Gebet in der Christnacht. fod ( Nakadenus.) O süßester Jesus! zwar erscheinest du mir armselig im Stalle, jedoch ich erkenne dich für meinen Gott und Herrn, von dem Himmel und Erde regieret werden. Ich verehre und bete dich demüthig an; mit Maria, deiner gebenedeiten Mut. ter; mit Joseph, deinem auserwählten Nährvater, und mit den frommen Hirten, die gekommen sind in ihres Herzens Einfalt. Uch möchte ich mit solcher Demuth, Liebe und Andacht, wie diese gethan haben, dich empfangen. Damit ich aber, o Jesus, nicht mit bloßen Wünschen zu dir komme, so weihe ich dir mein Herz, meinen Wil200 *) d. h., der du die Juden und Heiden vereinigest. 199 len, und alle Kräfte meiner Seele. Ja alle meine zeitlichen Güter, die ich von dir habe, sollen dein eigen sein, und ich will davon nur so viel gebrauchen, als ich zu meines Lebens Unterhalt nöthig habe. Dir, o Jesus, will ich, sobald Gelegenheit kommt, den gebührenden Zins davon geben. Ich nehme mir vor, noch heute zur Erkenntniß meiner Schuld, einem armen Menschen etwas davon mit zutheilen; in deinem Namen soll es ihm geliefert werden. Nun bitte ich dich aber, o Jesus! lasſe mich nicht leer von deinem Angesichte hinnweggehen, sondern erfülle meine Seele mit deiner Gnade, daß ich dich jetzt und in Ewigkeit zu lieben und zu verehren begehre. Amen. - - Gebet zu den drei heiligen Messen am Christtage. RE 1. Gebet. O Gott, der du diese heiligste Nacht mit dem Glanze des wahren Lichtes hell erleuchtet hast, wir bitten dich: verleihe uns, daß wir die Freuden dieses Lichtes auch im Himmel genießen mögen, dessen Geheimniß wir hier auf Erden erkannt haben. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen..004116 2. Gebet. Allmächtiger Gott, wir bitten dich, daß wir, da in uns das Licht des fleischgeworde 200 nen Wortes ausgegossen ist, dieß Licht eben. fo in unsern Werken leuchten lassen: wie es durch den Glauben in unseren Herzen strahlet. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 3. Gebet. Wir bitten dich, allmächtiger Gott, verleihe, daß uns die neue leibliche Geburt deines eingebornen Sohnes erlöse, da uns die alte Dienstbarkeit unter dem Joche der Sünde noch gefangen hält. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gebet am Sonntage nach dem Christfest. Allmächtiger, ewiger Gott! lenke unser Handeln nach deinem Wohlgefallen, daß wir im Namen deines geliebten Sohnes gute Werke in Menge üben, durch Jesum Christum, u. s. w. Am Feste der Beschneidung des Herrn. Capitel.( Titus 2.) Die Gnade Gottes unsers Seligmachers ist allen Menschen erschienen, und hat uns gelehrt, daß wir der Gottlosigkeit und den weltlichen Gelüsten entsagend, sittsam, gerecht und gottesfürchtig in dieser Welt leben. Antiphon. Ein wunderbares Geheimniß wird heute enthüllet; die Naturen werden erneuert, Gott wird Mensch, das was er war, ist er - 201- geblieben, das was er nicht war, hat er angenommen, die göttliche und menschliche Natur wird nicht vermischt, und auch nicht getheilt. X. Das Wort ist Fleisch geworden. Alleluja. B. Und hat unter uns gewohnt. Alleluja. Gebet. O Gott, der du dem menschlichen Geschlechte durch die fruchtbare und selige Jungfrau Maria die Belohnung des ewigen Heiles gegeben hast, wir bitten dich: lasse uns die Fürbitte derjenigen zu Theil werden, durch welche wir gewürdigt wurden, den Urheber des Lebens zu empfangen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Tage der Erscheinung des Herrn. Capitel.( Isaias 60.) Stehe auf Jerusalem, und werde erleuchtet, denn es kommt dein Licht, und die Glorie des Herrn ist über dir aufgegangen. Hymnus ( Brevier.) Du Königinn der Städte, Bethlehem, Ein günstig Loos ist dir zu Theil geworden: Der Führer unfres Heiles ist entsprossen Aus deiner Mitte! 202 Es ist ein Stern erschienen, wunderbar Sein Licht verbreitend über unsre Erde, Es weicht der Sonne Glanz; er kündet Gott an: Im Fleisch geboren. s staunt der Weisen Schaar aus Morgenland, In Demuth sinken vor dem Kind sie nieder Und bringen Gaben dar nach ihrer Sitte: Gold, Weihrauch, Myrrhen. Dem König zur Verehrung dient das Gold; zu Gottes Thron steigt auf des Weihrauchs Wolke; Der Myrrhe Bitterkeit, die soll bedeuten Des Grabes Trauer. Dir, Jesus, singen wir nun unser Lob, Denn du hast dich gezeigt dem Heidenthume. Dir und dem Vater und dem Geist sei Ehre Auf ew'ge Zeiten. Umen. Antiphon. Heute ist die Kirche getraut worden mit ihrem himmlischen Bräutigam; denn im Fluße Jordan wusch Christus ihre Sünden ab: es eilen mit ihren Gaben die Magier zur königlichen Hochzeit; zur Freude der Gäste wird Wasser in Wein umgewandelt. Alleluja. > Betet Gott an! Alleluja. Alle seine Engel! Alleluja. - 203- Gebet. O Gott, der du am heutigen Tage deinen eingebornen Sohn den Heiden geoffenbaret hast, indem du ihnen den Stern zum Führer gegeben: verleihe uns gnädigst, daß wir, nach dem wir dich aus der Kraft des Glaubens erkannt haben, bis zur Anschauung des Wesens deiner Hoheit gelangen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am ersten Sonntage der Erscheinung. Capitel.( Römer 12.) Sch bitte euch, Brüder, um der Barmherzigkeit Gottes Willen, daß ihr eure Leiber als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer darbringet, und so euer Gottesdienst vernünftig sei. Antiphon. Das Kind Jesu blieb zu Jerusalem, und seine Weltern bemerkten es nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Reisegefährten, und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten Betet Gott an! Alleluja. & Alle seine Heiligen! Alleluja. Gebet. Herr! wir bitten dich, du wollest mit himmlischer Güte die Wünsche deines bittenden Volkes erfüllen, und auf daß alle sehen mögen, wie sie handeln sollen, und daß fie - 201- - nach dem handeln, was sie gesehen haben. Durch Jesum Christum, unsern Herrn, u. s. w. Am ersten Fastenfonntage. Capitel.( Corinther 2.) Brüder, wir ermahnen euch, daß ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich empfanget, denn er spricht: Ich erhöre dich zur Gnadenzeit, und an dem Tage des Heils stehe ich dir bei. Antiphon. Jesus wurde vom Geiste in die Wüste geführt, daß er vom Teufel versuchet würde, und nachdem er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Es hat Gott seinen Engeln von dir befohlen. R Daß sie dich behüten auf all deinen Wegen. Gebet. O Gott, der du deine Kirche durch jährliches Beobachten der vierzigtägigen Fastenzeit reinigest, verleihe deiner Versammlung, auf daß, was sie sich durch Abbruch von dir zu erhalten bemühet, durch die Uebung guter Werke erlangen möge. Durch Jesum Christum, u. s. w. Am zweiten Fastensonntage. Capitel.( Thessalonicher 1.) Brüder, wir bitten und ermahnen euch in dem Herrn Jesu, daß nach dem von uns empfangenen Unterrichte, wie ihr euch betragen und Gott gefallen sollt, - 205ihr auch so wanbelt, damit ihr je mehr und mehr zunehmet. Untiphon. Jesus nahm seine Jünger zu sich, und stieg mit ihnen auf einen Berg, und wurde vor ihnen verklärt. V und B, wie oben. Gebet. D Gott, der du siehest, daß es uns an aller Kraft ermangelt, bewahre uns nach innen und nach außen, damit wir gegen alle Unfälle des Leibes geschützt, und von den bösen Gedanken unsers Gemüthes gereinigt werden. Durch Jesum Christum, u. s. w. Am dritten Fastensonntage. Capitel.( Epheser 5.) Brüder, ahmet Gott nach wie die liebsten Kinder. Wandelt in der Liebe, wie Christus uns geliebet, und sich selbst für uns Gott als ein freiwilliges und ihm wohlgefälliges Versöhnungsopfer dargegeben hat. Antiphon. Wenn ein starker Bewaffneter seinen Hof bewahret, so bleibt alles was er hat im Frieden. V und R, wie oben. Gebet. Wir bitten dich, allmächtiger Gott, siehe auf das Begehren deines demüthigen Volkes, und strecke den gewaltigen Arm deiner Maje groente 206dstät aus, um uns zu beschüßhen. Durch Jesum Christum, u. s. w. Suin Am vierten Fastensonntage. Capitel.( Galater 4.) Brüder, es steht geschrieben, Abraham hat zwei Söhne gehabt, einen is von der Sklavinn, den andern von der Freyen. Der von der Sklavinn wurde ihm nach dem Gange der Natur, jener von der Freigebornen aber nach der Verheißung geboren. In diesen bu Worten liegt etwas Bildliches. hur stund Antiphon. Als Jesus die Augen aufhob, sah er eine große Menge Volkes auf sich zukommen, und er sprach zum Philipp: Woher sollen wir Brot kaufen, daß diese zu essen haben? Dieß aber sprach er, um ihn zu versuchen, denn er dwußte wohl, was er thun wollte. * und wie am ersten Fastensonntage. Gebet. Allmächtiger Gott, wir bitten dich, du wollest gnädig verleihen, daß, wenn wir durch unser Handeln Anfechtung und Plage uns zuHamst angezogen haben, wir durch den Trost deiner Gnade erquicket werden. Durch Jesum Christum, u. s. w. Am fünften Fastenfonntage. Capitel.( Hebräer 9.) Brüder! Christus, nach - - 207- dem er als Hoherpriester der künftigen Güter do kam, ging durch ein größeres und vollkomme dneres Zelt, welches nicht von Menschenhänden gemacht ist, das ist: nicht wie die irdischen Gebäude, nicht mit Widder oder Käb sbb berblut, sondern mit seinem eigenen Blute einmal in das Heiligthum, und hat uns auf ewig Erlösung erworben! Untiphon. Jesus sprach zu den Schaaren der Juden und zu den Hohenpriestern: Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes; darum höret ihr sie nicht, weil ihr aus Gott nicht ſeid. savinam Mein Gott! entreiße mich der Gewalt meidisiner Feinde. Und befreie mich von jenen, die wider mich aufstehen. Gebet. Wir bitten dich allmächtiger Gott, stehe gnädig auf die Versammlung deines Volkes, lenke nach deiner Milde ihre Leiber; und be: hüte durch deine Erhaltung ihre Seelen. Durch Jesum Christum, u. s. w. Am Palmsonntage. Capitel.( Philipper 2.) Brüder, ihr sollt wie Christus Jesus gesinnt seyn. Dieser, obschon er in Gottes Gestalt war, und es für keinen -208Naub hielt, wenn er sich Gott gleich zu sein dünkte; legte er doch seine Herrlichkeit ab, nahm die Gestalt eines Knechtes an, wurde andern Menschen gleich, und nach dem äußern Ansehen wie ein Mensch gefunden. ANG Antiphon. Eine Menge Volkes aber, welche zum Feste zusammengeströmt war, schrie zum Herrn: Gebenedeit sei, der im Namen des Herrn kommt! Heil sei in der Höhe! Mein Gott, entreiße mich der Gewalt meiner Feinde. Und befreie mich von jenen, die wider mich aufstehen. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der du deinen eingebornen Sohn dem menschlichen Geschlechte zum Beispiele wahrer Demuth, unser Fleisch haft annehmen, und den Tod des Kreuzes hast dulden lassen: verleihe uns gnädig, daß wir ſeine Geduld nachahmen, und Genossen seiner, Auferstehung werden. Durch Jesum Christum unsern Herrn, u. f. w. - 209 - - Litanei zum allerheiligsten Sakramente*). ( Um Gründonnerstag oder auch am Frohnleichnahmsfeste zu beten.) Herr erbarme dich unser. Christe erbarme dich unser. Herr erbarme dich unser. Gott Vater im Himmel, Gott Sohn Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit ein einiger Gott, Jesus, ein Gott und Mensch, Eine göttliche Person in zwei Naturen, Jesus, du wundervoller Gott, der du herniederkommst auf unsere Altäre, wenn der Priester die Worte der Heiligung ausspricht, Jesus, du unerfaßbarer Gott, den die Himmel nicht fassen, und der du dich dennoch würdigest, in unseren Kirchen zu wohnen, *) Nach Manual of devout Prayers. London, 1688. 18 erbarme dich unser. - 210- Jesus, du höchster König, dessen Thron die seligen Geister umstehen, und der dennoch unsern feierlichen Bittgängen seine Gegenwart schenkt, und sich von so ärmlichen Dienern, wie wir sind, begleiten läßt, Jesus, du himmlischer Arzt, der du wohnest im Hause der ewigen Herrlichkeit, und dennoch in unsere Hütten kommest, um dich selber am Krankenlager uns als Tröstung hinzugeben, Jesus, du glorwürdiger Gott, der du zur Rechten deines ewigen Baters fitest, anMotone gebetet von den Chören der Engel, und umgeben von unzugänglichem Lichte, Jesus, du gnädiger Gott, der du zur Schwachheit unserer Natur dich herabließest, und deine ewige Herrlichkeit unter den Gestalten des Brotes und Weines verborgen hast, Jesus, unter dem Schleier des Brotes verborgen, der du uns einladest, dir zu nahen, um unser betrübtes Herz vor dir zu öffnen, und unsere Bitten in deine Hände zu legen, Jesus, du gnädiger Gott, der du deine göttliche Natur uns armen Sündern mittheileft, und dich uns hingibst zur Speiſe, erbarme dich unser. - 211- - Jesus, du Brot des Lebens, das vom Himmel herabgekommen ist, das jenen das ewige Leben gibt, die es genießen, Jesus, du himmlisches Manna, dessen Süsfigkeit deine Auserwählten in der Wüste dieses Lebens erquicket, Jesus, du Speise der Engel, die unsere Herzen mit himmlischen Freuden erfüllet, Jesus, du unbeflecktes Lamm, das täglich geopfert wird, und dennoch ewig lebet, Jesus, du guter Hirte, der du dein Leben für deine Schafe hingabst, und sie weidest mit deinem eigenem Leibe, Jesus, der du in diesem heiligsten und ehrwürdigsten Geheimniß Priester und Opfer zugleich bist, Jesus, der du in diesem heiligen Andenken deines Todes das größte Wunder gewirket hast, Jesus, der du in diesem wunderbaren Sakramente alle Segnungen deiner Güte vereiniget hast, Jesus, der du durch diese gesegnete Frucht vom Baume des Lebens uns die Unsterblichkeit wiedergegeben hast, Jesus, der du durch diese himmlische Speise 18* erbarme dich unser. - 212 - - uns vorbereitest auf die Nahrung des ewigen Lebens, Jesus, der du in diesem göttlichen Liebesmahle uns hier deine Gnade als ein Unterpfand der ewigen Herrlichkeit verleihest, Sei uns gnädig, o Herr- Und vergib uns unsere Sünden. Sei uns gnädig, o Herr Und erhöre unser Gebet! - erbarme dich unser. Vom vermessenen Vertrauen auf unsern schwachen Verstand, Von der Verwegenheit, die großen Geheimnisse deines Willens erforschen und begreifen zu wollen, Bon jeder Zerstreuung und Unachtsamkeit in deiner heiligen Gegenwart, Von der Vernachlässigung dieses heiligen Mahles, Vom unwürdigen und fruchtlosem Empfange dieses anbetungswürdigen Sakramentes, Von der Härte unseres Herzens, und von der Undankbarkeit für eine so unaussprechliche Segnung, Durch die unwiderstehliche Macht, welche den Lauf der Natur nach deinem Wohlgefallen ändert, befreie uns, D Herr. - 213 Durch deine unerforschliche Weisheit, welche alles ordnet und leitet, Durch deine unendliche Güte, welche sich freiwillig in diesem unbegreiflichen Geheimnisse uns hingibt, Durch deinen heiligen Leib, der für uns am Kreuze starb, und uns in der Communion dargereicht wird, Wir arme Sünder, Lehre uns einsehen, wie nöthig es ist, unsern Verstand dir zu unterwerfen, Lehre uns durch dieß heilige Opfer deine unendliche Vollkommenheit, und deine höchste Herrschaft über alle Dinge erkennen, Zeige uns unsere Abhängigkeit von dir, und auch die Nothwendigkeit, uns deinem heiligen Willen zu unterwerfen, Zeige uns, wie es uns nicht möglich ist, selig zu werden, ohne daß wir dich früher lieben, Lasse uns immer ausgeföhnt mit dir hintreten zu diesem königlichen Mahle deiner Liebe, Lasse uns einen so hohen Gast, wie du bist, würdig und ehrenvoll beherbergen, Stärke uns, daß wir durch diese himmlische befreie uns, o Herr. wir bitten dich, erhöre uns. 214 Arzenei gerettet, nimmer in die Sündey zurückfallen, Wie wir dich hier sehen unter dem Schleier des Brotes, so lasse dich einst schauen von Ungesicht zu Angesicht, -- - erhöre wir bitten bich, uns. du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt. Verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt. Erhöre uns, o Herr! du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt. Erbarme dich unser, o Herr! 3rdh Antiphon. Der glorreiche König des Himmels und der Erde, hat, um uns die Größe seiner Güte zu zeigen, ein glänzendes Gastmahl bereitet, wozu er selbst die Aermsten seiner Unterthanen eingeladen hat, indem er sprach: Kommet zu mir alle, die ihr arbeitet und beladen seid, und ich will euch erquicken; denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und mein Blut ist wahrhaft ein Trant. * Du, o Herr, hast uns das Himmelsbrot gegeben. Welches uns mit Freude und Süßigkeit er füllet. Gebet. D Gott, der du uns unter dem wun 215derbaren Sakramente das Andenken an dein Leiden hinterließest: wir bitten dich, verleihe uns die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes zu ehren, daß wir die Frucht deiner Erlösung auf vollkommene Weise in uns empfinden. Der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebest und regierest, u. f. w. Gebet am Charfreitage. Siehe; o heiliger Bater, wie dein vielgeliebter Sohn meinetwegen die grausamen Martern erduldet! Siehe, o gnädigster König den an, der leidet, und siehe mich an für den er leidet. Ist es nicht, o Gott, dein Sohn ohne alle Schuld, der für die Schuldigen hingegangen ist in den Tod? Ist es nicht der Urheber des Lebens, der wie ein Schaf zur Schlachtbank geführt wird, und gehorsam ist bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuze? Siehe, o göttlicher Vater, den du in deiner göttlichen Macht gezeugt haft von Ewigkeit her, der ist in der Zeit Theilnehmer meiner Schwachheit worden. Ja, es ist dein Sohn, es ist der Sohn des lebendigen Gottes, der meine Natur angenommen, der heute am Holze der Schmach sein Leben für mich hinopfert. Und wem verdanke ich das, wenn nicht deiner unaussprechlichen Güte? Siehe, o Bater, jene unschuldigen Hände, welche - 216 dort mit kostbarem Blut übergossen ausgestreckt find am Kreuze, siehe jene Hände, spenden mir Vergebung meiner Sünden! Siehe die heilige Seite mit einem Speer durchbohrt, ein heiliger Quell strömt aus ihr hervor, reinigend meine Schuld! Siehe die heiligen Füße, die nie auf dem Wege der Sünder gestanden, sondern immer gewandelt sind in deinem Gesetze, siehe sie mit Nägeln durchbohrt und an das Kreuz geheftet; und lenke meine Schritte auf der Bahn des ewigen Heiles! O König der Engel und der Heiligen, um des Heiligsten willen, um meines Erlösers willen bitte ich dich, laß mich immerfort seiner großen Liebe gedenken, daß ich mit jenem vereinigt sei im Geiste, der sich würdigte mein Fleisch anzunehmen. Um der Leiden deines Sohnes willen habe Barmherzigkeit mit der schwachen gebrechlichen Creatur, siehe die Strafe, welche der Erlöser erduldet, und vergiß die Beleidigung des Erlöseten. Es ist derselbe, o Gott, den du geschlagen hast, der Sünden deines Volkes wegen; es ist der Unschuldige, an dem keine Schuld gefunden, und der unter die Gottlosen gerechnet wurde! Herr und Vater, lasse seine Erlösung nicht an mir verloren gehen. Amen. Gebet am Charsamstage. O unendliche Güte, o unschäßbare Liebe, welche - 217- - den Sohn Gottes bewog, vom Himmel herabzukommen, um uns zu retten! Du, o Jesus, hast die menschliche Natur angenommen, und hast sie gezieret mit Unsterblichkeit, welche ist die Krone der Auferstehung! Du hast die menschliche Naturüber alle Himmel, über die Cherubim und Seraphim erhoben, und sie hingesetzt zur rechten Hand des ewigen Vaters. Und es preisen dich nun alle Engel, und es sinken nieder vor dir die himmlischen Mächte, und es zittern vor deinem Ungefichte die Geister alle, wenn sie die wunderbare Vereinigung Gottes und des Menschen schauen. Wie ich jetzt vereiniget bin mit deiner heiligen Kirche, so lasse einst mit dir, o Jesus, mich auferstehen, und mit dir vereiniget sein in deiner ewigen. Herrlichkeit. Amen. 11 Am Oftersonntage. Antiphon. Dieß ist der Tag vom Herrn gemacht, jubeln wollen wir, und an ihm uns erfreuen. Gebet. O Gott, der du am heutigen Tage durch deinen eingebornen Sohn den Tod besiegt, und uns die Pforten der Ewigkeit eröffnet haft: wir bitten dich, du wollest die heiligen Begierden, welche deine Gnade in uns gewecket hat durch deine Hilfe zu ihrem Ziele führen. Wie 19 -218es David, dein Diener, gekündet, so hast du, o Jesus, nicht die Verwesung gesehen, denn du bist auferstanden und hast uns kund gethan den Weg des Lebens, und wirst uns einst durch dein Angesicht erfreuen. Wir begrüßen dich heute als den Sieger über Sünde und Tod, über Gericht und Grab, über die Hölle und ihren Anhang. Wir wollen durch deine Gnade zu einem neuen Leben in dir auferstehen. Da wir dich erkannt haben, wollen wir in Zukunft nimmer nach unsern Lüsten leben, denn es ist ja dein heiliger Wille unser Gesetz geworden. Dann wird unser Herz sich freuen, wie das Herz Davids sich erfreute, und unser Mund wird frohlocken, ohne über das Grab zu klagen, weil sterben unser Gewinn ist, wenn unser Leben Christus war. Danken wir heute mit dem heil. Apostel Petrus: Gelobt sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Todten zu einem unvergänglichen, unbefleckten und unverwelklichen Erbe, welches uns im Himmel aufbewahrt wird. Umen.. — - 219- Am Ostermontage. Antiphon. Jesus nahete sich seinen Jüngern am Wege und ging mit ihnen, ihre Augen aber wurden verblendet, daß sie ihn nicht erkannten, und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren, wie langsam ist euer Gemüth, alles dasjenige zu glauben, was die Propheten geredet haben! Alleluja. 55721 Gebet. O Gott, der du durch die Feier des Osterfestes der Welt viele Heilmittel gewähret hast, wir bitten dich, du wollest dein Volk mit himmlischen Gnaden segnen, daß es der vollkommenen Freiheit würdig werde, und zum ewigen Leben gelange. Durch Jesum Christum, unsern. Herrn, u. s. w.. Am weißen Sonntage. Capitel.( I. Johannes 5.) Theuerste, alles was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt: und das ist der Sieg, welcher die Welt überwindet, unser Glaube. Antiphon. Als es am ersten Tage in der Woche Abend geworden, und die Thüre des Ortes, wo die Jünger sich versammelt hatten, verschlossen war, stand Jesus auf einmal unter ihnen, und sprach: der Friede sei mit euch! Alleluja19* - 220- Um deiner Auferstehung willen, o Christus, Alleluja. Jubeln Himmel und Erden! Alleluja.** Gebet. Wir bitten dich, allmächtiger Gott, verleihe uns, daß nachdem wir das Osterfest gefeiert haben, wir mit deiner Gnade demselben durch gute Sitten und einen rechtschaffenen Wandel würdig werden. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Feste der Himmelfahrt Chrifti. 1 Capitel. Zuerst, o Theophilus, erzählte ich zwar von Allem, was Jesus vom Anfange that und lehrte, bis auf den Tag, an welchem er, nachTHANKS FOTO dem er den Aposteln, welche er erwählte, durch den heiligen Geist Gebote gegeben hatte, aufgenommen wurde. HOLS Antiphon. Ich steige hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinen Gott und zu 1990 eurem Gott. Alleluja. od di and and dim * Es hat der Herr im Himmel, Alleluja. Sich seinen Wohnsitz bereitet. Alleluja. Gebet. Wir bitten dich, allmächtiger Gott, verolleihe uns, daß eben so, wie wir glauben, dein eingeborner Sohn, unser Erlöser, sei heute in iden Himmel gefahren, wir auch unser Gemüth 221 zu den himmlischen Gütern erheben. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. murd Am Pfingstsonntage. Capitel.( Apostelgeschichte 2.) Am Pfingsttage waren alle Jünger einmüthig an einem Orte beisammen: und plötzlich entstand ein Brausen, welches gleich einem gewaltigen Sturmwinde vom Himmel kam, und erfüllte das ganze Haus, in welchen sie beisammen saßen. n Antiphon. Empfanget den heiligen Geist; denen ihr die Sünden nachlassen werdet, denen sind sie nachgelassen! Alleluja. * Alle wurden erfüllet mit dem heiligen Geiste! Alleluja. Und sie fingen an zu reden. Alleluja. Gebet. O Gott, der du am heutigen Tage die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des heiligen Geistes gelehret hast; gib uns, das wir in demselben Geiste immer das Rechte erkennen, und lasse seinen Trost uns immerfort angedeihen. Wir beten dich an, du Geist der Liebe und der Wahrheit, wir danken dir für deine Gnaden, die du uns verliehen, und welche wir nothwendig haben, um das Heil zu erlangen. Möge in herben Stunden dein füßer Trost mich erquicken, möge dein Licht mir - 222 - leuchten, wenn ich nahe komme dem finstern Abgrund des Verderbens, wenn mein geistiges Auge durch die Sünde geblendet worden. Lasse den siebenfachen Strahl deiner Gnaden in meine Seele scheinen, daß in ihr Früchte gedeihen, welche mir aufbewahrt werden zur Ernte fürs ewige Leben. Möge auf mir ruhen der Geist der Weisheit und des Verstandes, daß ich die ewige Wahrheit erfasse; möge auf mir ruhen der Geist des Rathes und der Stärke, daß mir dein Wille immerfort kund sei, und ich deine Lehre standhaft bekenne; möge auf mir ruhen der Geist der Wissenschaft und der Gottseligkeit, daß ich so viel als möglich dein Reich auf Erden verbreiten helfe, und gegen den Nächsten Barmherzigkeit übend von dir Barmherzigkeit erlange, möge mich durchdringen die Furcht des Herrn, daß die Hoffart meiner Seele in ihren Grundvesten erschüttert zusammensinke, und der Gedanke an dein schrecklich Gericht mich wandeln lehre auf deinen Wegen. Amen. Am Pfingstmontage. Antiphon. So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn hingegeben hat, damit alle, die an ihn glauben, nicht zu Grunde 223 gehen, sondern das ewige Leben erlangen. Alleluja.is ma - - Gebet. O Gott, der du deinen Aposteln den heiligen Geist gesendet hast, willfahre dem andächtigen Gebet deines Volkes, daß diejenigen, welchen du den Glauben gegeben, auch des Friedens theilhaft werden. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Feste der heiligen Dreifaltigkeit. Capitel. O unermeßliche Reichthümer der Weisheit und Erkenntniß Gottes, wie unbegreiflich sind seine Rathschlüsse, und wie unerforschlich seine Wege! Antiphon. Gebenedeit sei die heilige, die alles schaffende und regierende, die heilige und unzertheilbare Dreieinigkeit, jetzt und immer und in alle Ewigkeit. X Lasset uns loben den Vater und den Sohn mit dem heiligen Geiste! Lasset uns ihn loben und erheben zu allen Zeiten. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott! der du deinen Dienern verliehen hast, in der Bekenntniß des wahren Glaubens die Ehre und die Glorie der ewigen Dreieinigkeit anzuerkennen, und in der Macht der Herrlichkeit die Einigkeit anzu 224- beten: wir bitten, lasse uns durch die Beständigkeit in demselben Glauben gegen alle Widerwärtigkeiten immerfort geschützet werden. Durch HD Jesum Christum, unsern Herrn, u. s. w. Amen. Am Frohnleichnahmsfeste. Capitel.( Corinth. 11.) Brüder! was ich euch gelehrt habe, habe ich von dem Herrn empfangen: der Herr Jesus nahm in der Nacht, da er verrathen wurde, das Brot, dankte, brach es und sagte: Nehmet und esset, dieses ist mein Leib, der für euch wird hingegeben werden. Dieses thut zu meinem Andenken. Antiphon. Ich bin das lebendige Brot, welches vom Himmel herabgestiegen ist, wer von diesem Brote essen wird, der wird in Ewigkeit leben. Alleluja. V, R und Gebet, wie oben am Gründonnerstage, Seite 209, o wie auch die Litanei. 79 13 4 - 225 II. Unbewegliche Feste. 3. December. Franciskus Xaver. Gebet. O Gott, der du die heidnischen Völker Indiens durch die Predigten und Wunder des heiligen Franciskus zur Herde deiner Kirche führen ließest: verleihe gnädig, daß wir ebenso, wie wir die glorwürdigen Verdienste dieses Heiligen verehren, auch das Beispiel seiner Tugenden nachahmen mögen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 4. December. Barbara. Lasse mich, o Gott, durch die Verdienste der heil. Jungfrau und Blutzeugin Barbara, Kraft gewinnen, daß ich eben so wie sie deinen heiligen Willen höher achte, als alle Versprechungen und Güter der Welt, um nach den treu bestandenen Weisungen dieses Lebens jener unverwelklichen Krone theilhaft zu werden, mit der du die Deinen krönest. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. - 226 - 8. December. Unbefleckte Empfängniß Mariens. ( Tota pulchra es.) O Maria! himmlische, hehre! Rein bist du von jener Sünde, die seit Adam jedem Menschen zum Fluche angeboren war. Du bist die Glorie der heiligen Stadt Jerusalem; du bist die Zierde des Hauses Israels, die Ehre unseres ganzen Volkes. Du bist die Zuflucht der Sünder! o Maria, gütigste Jungfrau, bitte für uns, sei bei dem Herrn Jesus Christus unsere Fürsprecherin! * In deiner Empfängniß, o Jungfrau, warest du unbefleckt. Bitte für uns den Vater, dessen Sohn du zur Welt geboren. Gebet. O Gott, der du durch die unbefleckte Empfängniß der seligen Jungfrau deinem Sohne eine würdige Wohnung vorbereitet hast, wir bitten dich, daß, wie du sie vor jedem Makel rein bewahret hast, auch wir durch ihre Fürbitte rein zu dir gelangen. Durch Jeſum Christum, u.. w. ● - 227 26. December. Stephanu s. Antiphon. Stephanus voll der Gnade und Kraft, that große Wunderzeichen unter dem Volke. * Stephanus sah die Himmel offen. R Er sah, und ging ein, o seliger Mensch, dem die Himmel sich öffnen! Gebet. Verleihe uns, wir bitten dich, o Herr, das, was wir feiern, nachzuahmen, damit wir auch unsere Feinde lieben lernen, weil wir das himmlische Geburtsfest desjenigen feiern, der für seine Verfolger zu bitten wußte unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir lebt und regieret, in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 27. December. Johannes, Apostel und Evangelift. Capitel.( Eccli. 15.) Wer Gott fürchtet, der thut Gutes; und wer sich an die Gerechtigkeit hält, der wird die Weisheit ergreifen, sie wird ihm wie eine geehrte Mutter begegnen. Antiphon. Dieß ist Johannes, der beim Abendmahl an der Brust des Herrn geruhet hat: o 228 seliger Apostel, welchem die Geheimnisse des Himmels offenbaret wurden. Dieß ist der Jünger, der von Allem Zeugniß gegeben. nd loo is modelink Und wir wissen, daß sein Zeugniß wahr ist. Gebet. Sende, o Herr, die Strahlen deiner Güte über deine Kirche: damit sie erleuchtet durch die Lehre des heiligen Johannes, deines Apostels und Evangelisten, zu den ewigen Gaben gelange. Durch Jesum Christum, unsern Herrn, u. s. w. 28. December. Fest der unschuldigen Kindlein. Capitel.( Offenbarung 14.) Ich sah: das Lamm stand auf dem Berge Sion, und mit ihm hundert vier und vierzig tausend, die seinen Namen und seines Vaters Namen auf ihren Stirnen geschrieben trugen. Hymnus*). Erstlinge im Martyrthum Seid gegrüßt! Ihr zarten Sprossen, 03:07 Deren rosig Blut geflossen, Seid gegrüßt im Heiligthum *) Frei nach dem Brev. Rom - 229 - Ihr habt euer Haupt gebeugt, Wie sich zarte Rosenblüthen Neigen bei des Sturmes Wüthen; Christum habet ihr bezeugt! Siehe, schon am Weihaltar: Wie im Spiel die Palmen schwingend, Wie im Spiel nach Kronen ringend, Steht die unbefleckte Schaar! Jesus, dir sei Lob und Ruhm, Den die Jungfrau hat geboren Der vom Vater ist erkoren Mit dem Geist zum Heiligthum! Amen. Antiphon. Diese sind es, die sich mit Weibern nicht befleckt haben; denn sie sind Jungfrauen. Sie folgen dem Lamm, wohin es geht. Herodes ließ in seinem Zorne viele Knaben ums Leben bringen. Zu Bethlehem Judä in der Stadt Davids. Gebet. Gott, dessen Lob die unschuldigen Blutzeugen nicht durch das Reden, sondern durch das Sterben bekennet haben: tödte in uns alle Uebel des Lasters: damit wir deinen Glauben, den unsere Zunge ausspricht, auch durch die Sitten unsers Lebens bekennen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. - 230- ring sound 900 25. Jänner.. Das Fest der Bekehrung des heiligen Apostel Paulus. Capitel.( Apostelgeschichte 9.) Saulus aber, welcher noch immer den Jüngern des Herrn drohte, und nach ihrem Blute lechzte, ging zum Hohenpriester, und bat ihn um Vollmachtsbriefe nach Damaskus an die Synagogen, damit, wenn er etliche, sowohl Männer als Weiber fände, welche dieser Lehre zugethan wären, er dieselben gefangen nach Serusalem führen dürfte. Antiphon. Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet auf zwölf Thronen sitzen, und richten die zwölf Stämme Israels. Du, o heiliger Apostel Paulus, bist ein Gefäß der Auserwählung. Denn du hast die Wahrheit in aller Welt verkündet.. Gebet. O Gott, der du durch das Predigen des heiligen Apostel Paulus die ganze Welt belehret hast, lasse uns, die wir heute seine Bekehrung feiern, auch sein Beispiel nachahmend zu dir gelangen. Durch Jesum Christum, u. s. w. - 231- 2. Februar. Das Fest Mariä Reinigung. Capitel.( Malachias 3.) Siehe ich sende meinen Engel, daß er den Weg vor mir bereite. Und alsbald wird zu seinem Tempel kommen, der Herrscher, welchen ihr suchet, und, der Engel des Bundes, welchen ihr verlanget. Antiphon. Als die Weltern das Kind Jesu in den Tempel brachten, nahm es Simeon auf seine Urme, pries Gott, und sprach: Nun läsfest du deinen Diener in Frieden fahren. Dem Simeon hatte der heilige Geist verkündet: Er werde den Tod nicht schauen, bevor er nicht den Gesalbten des Herrn gesehen. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, flehend rufen wir deine Majestät an: daß gleichwie dir heute dein eingeborner Sohn, mit unserm Fleische umgeben, im Tempel dargebracht wurde, also auch wir mit gereinigten Herzem dir dargestellt werden. Durch Jesum Christum, unfern Herrn, u. s. w. Amen. 232 9. März, Franziska. Gott, der du deine Dienerin, die h. Fran1900 300 ziska unter den Schuß himmlischer Geister gestellt hast, sende auch uns auf ihre Fürbitte deine heiligen Engel, daß sie uns bewahren, und wir in allen Verhältnissen des Lebens der Befolgung deines Willens uns befleißen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn, u. s. w. 19. März. Das Fest des heiligen Joseph. Gebet. O Gott, der du den heiligen Joseph zum Bräutigam der ewigen Jungfrau Maria, und zum Nährvater deines vielgeliebten Sohnes, unsers Herrn und Erlösers, Jesu Christi, gewählet hast, wir bitten dich, du wollest uns durch seine Fürbitte die Reinigkeit der Seele. gnädigst verleihen, damit wir unbefleckt, und angethan mit dem hochzeitlichen Kleide zu den himmlischen Freuden mögen zugelassen werden. Durch Jesum Christum, unsern Herrn, u. s. w. 233- 25. März- ends po Das Fest der Verkündigung Mariens. Capitel.( Isaias 7.) Siehe eine Jungfrau wird empfangen, und einen Sohn gebären, und sein Name wird sein: Emanuel. Butter und Honig wird er essen, damit er das Böse verwerfen, und das Gute wählen lerne. Antiphon. Engel Gottes, wie wird das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Höre, Jungfrau Maria, der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten. Sei gegrüßet, Maria, du bist voll der Gnaden. Der Herr ist mit dir. Gebet. Gott, der du gewollt hast, daß dein ewiges Wort durch die Verkündigung des Engels aus dem Leibe der seligen Jungfrau Maria Fleisch annehmen solle, verleihe unserm demüthigen Flehen, daß, die wir sie wahrhaft eine Gottesgebärerin glauben, durch ihre Fürbitte bei dir Hülfe finden. Durch Jeſum Christum, unsern Herrn, u. s. w. mijodne um 20 234 24. Juni. Das Geburtsfest Johannes des Täufers. Capitel.( saias 40.) Höret ihr Inseln, und merket auf ihr Völker in der Ferne! Der Herr hat mich berufen vom Mutterleibe an, er hat meines Namens gedacht, eh' ich geboren war. Antiphon. Es that sich auf der Mund des Zacharias, und er weisfagte und sprach: Gepriesen sei der Herr Israels! X. Dieses Kind wird groß sein vor dem Herrn. B. Denn es ist seine Hand mit ihm! Gebet. Gott, der du uns den Geburtstag des heiligen Johannes feierlich begehen lassest, verleihe deinem Volke die Gnade der geistigen Freuden, und lenke die Gemüther aller Gläubigen auf den Weg des ewigen Heiles. Durch Jesum Chriftum, unsern Herrn. Amen. 29. Juni. llor nor Fest der heiligen Apostel Petrus und Paulus. Capitel.( Upoftelgeschichte 12.) Herodes legte Hand an, um einige von der Kirche zu peinigen. Er ließ Jakobus, des Johannes Bruder mit dem Schwerte tödten. Und als er sah, daß dieses den Juden gefiel, fuhr er fort und ließ auch den Petrus verhaften. 08 Clementine Russ dt: Leop. Beyer c Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Holle sollen sie nicht überwältigen.( Matth.16,18) - 235- Antiphon. Es sagte der Herr zum Simon Petrus: Was du binden wirst auf Erden, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du lösen wirst auf Erden, das wird auch im Himmel gelöset ſein. 7. Sie haben die Werke des Herrn verkündet. B. Und seine Thaten waren ihnen nicht verborgen. Rot Gebet. D Gott, der du mit deiner Rechten den ſeligen Apostel Petrus aufgerichtet hast, damit er über den Wellen wandelnd nicht untergehe; und der du seinen Mitapostel Paulus, da er Schiffbruch litt, aus dem Abgrund des Meeres gezogen: erhöre uns gnädig, und verleihe, daß wir durch die Verdienste beider, die Glorie der Ewigkeit erlangen. Der du lebest und regierest, mit Gott dem Vater und dem heiligen Geiste gleicher Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Umen. moghal 2. Juli. in 200 Maria Heimsuchung. ( Siehe: Lobgefang der seligsten Jungfrau Maria. Seite 36.) Gebet. Wir bitten dich, o Herr, verleihe deinen Dienern das Geschenk der himmlischen Gnade, damit denjenigen, welchen die Geburt der ſeligen Jungfrau ein Anfang ihres Heiles war, 20* 236- en die feierliche Gedächtniß ihrer Heimsuchung zur Vermehrung des Friedens diene. Durch Jesum Christum, unsern Herrn, u. s. w.mig mi Jis dvior and 22. Juli. H. Maria Magdalena. menor ning Gebet. Wir bitten dich, o Herr, lasse uns durch die Verdienste der seligen Maria Magdalena geholfen werden, deren Flehen du erhört, und deren schon vier Tage lang todten Bruder Lazarus du aus der Unterwelt wieder ins Leben hervorgerufen hast. Der du lebest und regierest, mit dem Vater und dem heiligen Geiste gleicher Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 26. Juli. bigors H. Anna. mis) 19161 1907 rachialg Gebet. Gott, der du der seligen Unna die Gnade verliehen hast, daß sie die Mutter der Gebärerin deines eingebornen Sohnes zu werden verdiente, verleihe gnädig, daß ihre Fürsprache bei dir uns zur Hilfe gereiche. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, u. s. w. Amen. - 237 - 12. August. H. Clara. mon Lasse mich, o Herr, durch die Fürbitte der heil. Clara mitleidig gegen die Armen werden, und so wie sie deiner Worte gedenken: Was ihr den Armen thut, das habt ihr mir gethan; daß ich einst, wenn ich hier gegen meinen Nächsten mich barmherzig erwiesen habe, von dir, wenn du zum Gerichte kommst, deiner Barmherzigkeit würdig befunden werde; der du mit dem Vater und dem heil. Geiste regierest, gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Umen. 15. August. Das Fest der Himmelfahrt der sel. Inngfran Maria. Capitel.( Sirach 24.) Ich habe überall Ruhe gesucht, und bleiben will ich unter dem Erbe des Herrn. Dann gab mir ein Gebot der Schöpfer aller Dinge, der mich erschuf, der in meiner Hütte wohnte. Antiphon. Wer ist die, welche hervorkommt wie die aufgehende Morgenröthe, schön wie der Mond, außerkoren wie die Sonne, furchtbar, wie ein geordnetes Heerlager. Om 238- Es ist erhoben worden die Gottesgebärerin. Hoch über die Chöre der Engel in das Himmelreich. - Gebet. Verzeihe, o Herr, gnädig die Sünden deiner Diener: damit wir, die wir aus unsern eigenen Werken dir nicht zu gefallen vermögen, durch die Fürsprache deines Sohnes, unsers Herrn, gerettet werden. Der mit dir und dem heiligen Geiste regieret, gleicher Gott von Ewigmkeit zu Ewigkeit. Amen. 8. September. Das Fest der Geburt Mariä. Antiphon. Deine Geburt, o Jungfrau, Gottesgebärerin, kündigte der ganzen Welt Freude an, denn aus dir ist Christus, unser Gott, hervorgegangen, der den Flich hinwegnehmend, uns den Segen gab, und uns das ewige Leben verlieh, indem er den Tod entkräftete. Lasset uns mit Freude die Geburt der seligisten Jungfrau Maria feiern. B Damit sie bei Jesus Christus, unserm Herrn, für uns bitte! Gebet. Wir bitten dich, o Herr, verleihe deinen Dienern die Gabe der himmlischen Gnade, damit uns, denen die Geburt der seligen Jung 239 frau Maria der Unfang ihres Heiles gewesen, die feierliche Gedächtniß dieser Geburt zur Vermehrung des Friedens diene. Durch Jeſum Christum, unsern Herrn, u. s. w. Amen. 29. September. Das Fest des Erz- Engels Michael. Capitel.( Geheime Offenbarung 1.) Gott gab zu erkennen, was schnell geschehen soll, indem er durch seinen Engel zu Johannes, seinem Diener sprach, welcher vom Worte Gottes, und von Allem, was er von Jesus Christus gesehen hatte, Zeugniß gab. Antiphon. O glorreicher Himmelsfürst, Erzengel Michael, sei unser eingedenk, hier und überall, bitte allezeit für uns den Sohn Gottes. Alleluja. * Es stand der Engel neben dem Opfertisch e des Tempels. Und hatte ein goldenes Rauchfaß in seiner Hand. Gebet. O Gott, der du in wundersamer Anordnung die Dienste der Engel und der Menschen austheilest, verleihe gnädiglich, daß durch diejenigen, welche im himmlischen Dienste stets vor dir stehen, auch unser Leben auf Erden -- 240- beschützet werde. Durch Jesum Christum, unfern Herrn, u. s. w. Amen. ist sid mi susid andsing and murds 15. Oktober. H. Theresia, Jungfrau. Gebet. Erhöre uns, o Gott, der du unser Heil bist, daß, gleichwie wir, des Festtages der feligen Jungfrau Theresia uns erfreuen, wir auch durch die himmlische Speise ihrer Lehre RESTAU Thoug genährt, und zur inbrünstigen Andacht entflammet werden. Durch Jesum Christum, unsern Herrn, u. s. w. Amen. m 2007 1. November. Das Fest aller Heiligen Gottes. Capitel.( Geheime Offenbarung 7.) Und siehe, ich Johannes sah einen andern Engel vom Aufgange der Sonne emporsteigen, dieser hatte das Siegel des lebendigen Gottes. Er rief mit starker Stimme zu den vier Engeln, welchen die Macht gegeben war, der Erde und dem Meere zu schaden, und sprach zu ihnen: Ihr follt weder der Erde noch dem Meere, noch den Bäumen Schaden zufügen, bis wir die Diener unsers Gottes an ihren Stirnen bezeichnen. - 241- Antiphon. Dich lobet der Chor der Apostel die Schaar der Propheten, das Heer der Blutzeugen; es rufen alle Heiligen und Auserwählten preisend dir zu, heilige Dreifaltigkeit einiger Gott! #. Es werden die Heiligen frohlocken in der Herrlichkeit. B. Freuen werden sie sich in der Ruhe, die sie erlangt haben. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der du uns verliehen hast, die Verdienste aller deiner Heiligen an Einem Tage hochfeierlich zu begehen, wir bitten dich: Du wollest uns deine vollkommene Versöhnung, nach der wir verlangen, um so vieler Fürsprecher willen gewähren. Durch Jesum Christum, unsern Herrn, u. s. w. Amen.. Um 2. November. Allerseelentag. Gebet. Verschone, o Gott, nach deiner unendlichen Barmherzigkeit, die Seelen deiner Diener und Dienerinnen, welche aus diesem Leben abgerufen sind, und verzeihe ihnen die Sünden, welche sie, ihrer menschlichen Schwachheit nachgebend, begangen haben, daß sie durch dich im 21 13 242- Reiche der Herrlichkeit Licht und Leben erlangen. In die Hände der sel. Jungfrau, der Mutter der Gnade und der Erbarmung, lege ich das Gebet für meine abgestorbenen Brüder, in den Schutz der Patriarchen und Propheten, der Apostel und Martyrer, und aller Heiligen Gottes, empfehle ich ihre Seelen, auf daß sie vom Fürsten der Finsterniß, und von den Qualen, welche sie für ihre Sünden verdient haben, durch Gottes Gnade befreiet werden. O Gott, gedenke meiner Weltern, Freunde und Wohlthäter, deren Seelen von hier abgeschieden sind; um des Guten willen, das sie an mir gethan, und um der Liebe willen, die sie mir bezeugten, erleichtere ihnen ihr schweres Loos, und lasse sie gelangen vor dein Angesicht! Mein Herr und mein Heiland, lasse dein kostbares Blut an ihnen nicht verloren sein; deine Gnade gewähre ihnen das ewige Leben. Der du lebest und regierest mit dem Vater und dem heiligen Geiste, gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 58 lact modo magingedoming 243 -- 15. November, i Am Feste des heiligen Leopold. METROUL Gebet. O Gott, der du den heil. Leopold vone den Sorgen des irdischen Lebens zur himmlischen Freude aufgenommen haft: verleihe gnädiglich, daß deine Güte uns dergestalt in den zeitlichen Dingen lenke, daß wir mit ihm des ewigen Lebens theilhaft zu werden verdienen Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 19. November.. Elisabet. 100 drat H. Gebet. Laße uns, o Gott, nach dem Beiſpiel der h. Elisabet im Unglücke nicht verzagen, und in Geduld die Schmach hinnehmen, welche die Welt über uns häuft, wenn wir von der Befolgung deines heiligen Willens nicht ablassen, und ihren verderblichen Grundsätzen zuwider handeln. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 21. November. maka Das Fest der Opferung Mariens. Antiphon. Selige Gottesgebärerin Maria, immerwährende Jungfrau, Tempel des Herrn Heiligthum des heiligen Geistes, du allein warst, 21 - 244- sonder Beispiel, unserm Herrn Jesus Christus wohlgefällig. Alleluja. V. Würdige mich, o geheiligte Jungfrau, dich zu loben. B. Gib mir Kraft gegen deine Feinde. Gebet. O Gott, der du gewollt hast, daß die aftäte Jungfrau Maria, die Wohnung des heiligen Geistes, am heutigen Tage im Tempel dir dargestellt und aufgeopfert wurde: verleihe, daß auch wir durch ihre Fürbitte im Tempel deiner Herrlichkeit dir dargestellt zu werden verdienen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 25. November. H. Katharina. Gebet. O Gott, der du auf den Höhen des Berges Sinai durch Moses das Gesetz gegeben, und auf derselben Stelle den Leib der sel. Jungfrau und Blutzeugin Katharina durch deine h. Engel beisetzen ließest, lasse uns durch ihr Verdienst und ihre Fürbitte zu jener Höhe gelangen, auf der Christus thront, welcher mit dir und dem heiligen Geiste regieret, gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. sin 245- Betrachtungen über das bittere Leiden und Sterben unsers Herrn und Erlösers Jesus Christus. 1. Süßester Jesus! Du wohnest in der Herrlichkeit Gott des Vaters, und bist ihm gleich an Macht, Majestät und Wesenheit, und dennoch hast du in deiner unendlichen Liebe dich gewürdigt, Mensch zu werden; du bist geboren in einem ärmlichen Stalle, du wurdest hingelegt in eine Krippe, du bist beschnitten worden; du mußtest fliehen nach Aegypten, du wurdest getauft, du wurdest ver. sucht, du hast gewachet und gefastet, du hast die Unwissenden gelehrt, und die Kranken geheilt; dein ganzes Leben war eine Reihe von Beschwerden und Verfolgungen, und endlich starbest du freiwillig am Kreuze und für wen, für wen ist dieß alles geschehen? Für mich! Für den elenden Sünder! Wie tief fühle ich meine Schuld! Jesus, entziehe mir deine Gnade nicht! 246- 2. O süßester Jesus! Nachdem du mit deinen geliebten Jüngern das Osterlamm gegessen, bist du vom Mahle aufgestanden, und hast dich umgürtet mit einem Tuche, und gossest Wasser in ein Becken, und bist niedergekniet auf deine Knie, und hast deinen Jüngern die Füße gewaschen, und sie ihnen abgetrocknet mit eigener Hand! Jesus, lehre mich demüthig sein! 3. O süßester Jesus! Als die Zeit deines Todes herangekommen war, da hast du noch früher deinen Kindern ein heiliges Erbe hinterlassen; deinen heiligen Leib hast du uns gegeben zur Speise, und dein kostbares Blut hast du uns gereicht zum Tranke! Wer kann das erfassen? Wer kann ergründen die bodenlose Tiefe deiner wunderbaren Liebe? Jesus, ich will dich lieben! 4. süßester Jesus! Furcht und Bangen hatte dich befallen, als du auf dem Delberge in den Garten kamest; darauf sprachest du zu deinen Jüngern: >> Meine Seele ist betrübt bis in den Tod;» dann bast du die Jünger verlassen; du knietest nieder auf die Erde, ja du fielest sogar hin, mit dei - 247- - nem heiligen Antlitz den Boden berührend! Du haft gebetet zum Vater:» Wenn es möglich ist, laß diesen Kelch an mir vorübergehen;" aber bei alle dem hast du dich vollkommen verläugnet, und dich ihm ganz unterworfen, indem du sagtest: Bater! nicht mein Wille, sondern der deine soll geschehen;" und endlich, nachdem die Todesfurcht, die du für uns auf dich genommen, zum höchsten gediehen war, da ist blutiger Schweiß über dein heiliges Antlig herabgequollen- er war das Morgenroth unserer Erlösung. Jesus, lasse mich ergeben sein in den göttlichen Willen; lasse mich beten: Bater, nicht wie ich will, sondern wie du! 5. O süßester Jesus! du warst entflammt von Liebe, und es war das Verlangen in dir, die Welt zu erlösen; und in der Allgewalt dieser Liebe haft du es vermocht: entgegenzugehen deinen Feinden, und den Kuß zu empfangen vom Verräther Judas; in der Allgewalt dieser Liebe ließest du dich mit Stricken binden, da dir doch Legionen Engel zu Gebote standen, umrungen vom Auswurf des Pöbels, ließest du wie ein Missethäter dich zu Annas führen,- und empfingest einen Backenstreich in dein geheiligtes Antlik von einem niedrigen, rohen Knecht! Jesus, gib mir Sanftmuth! — 248 6.#ilumspilied mit O süßester Jesus! Du ließest dich schmachvoll gebunden, einem schändlichen Verbrecher gleich, von Unnas hinführen zum Hohenpriester Kaiphas; geduldig hörtest du die ungerechte Anklage der Juden an, auch nicht die leiseste Regung des Zornes oder der Entrüstung ward auf deinem heiligen Antlige sichtbar, als die schändlichen, verworfenen Knechtseelen es zu verspeien wagten, als sie dir die Augen verbanden, und dich aufforderten zu weissagen, wer dich geschlagen hat; wo ist der Mensch, der es vermocht hätte, bei Schmerz und Spott und Schmach zu schweigen, und in Geduld die größten Martern des Leibes und der Seele hinzunehmen? Jesus, gib mir Geduld! 7. Bod O süßester Jesus! Man brachte dich Morgens vor Pilatus hin, und du standest da im Gerichtshause mit niedergeschlagenen Augen, in ruhiger Haltung; die falschen Anklagen der Juden konnten den Frieden deiner Seele nicht zerstören, ruhig hast du das Ende des ganzen ungerechten Vorganges erwartet! Jesus, wenn Verfolgung über mich hereinkommt, wenn die Bösen mir Uebles wollen, dann lasse mich des innern Friedens meiner Seele nicht beraubt werden! - 249 8. O süßester Jesus! Vom Pilatus warst du zum Herodes gesendet, der von eitler Neugierde getrieben, Wunder von dir zu sehen verlangte; und während er thörichte Fragen an dich stellt, fahren die Juden fort, ihre Grausamkeiten an dir auszuüben; bei alle dem kommt kein Laut der Klage über deine Lippen. Du wirst verachtet von Herodes und seinem Hofe, höhnend kleiden sie dich in ein weißes Gewand, und führen dich zum Pilatus zurück. O unaussprechliche Demuth! O wunderbarer Gehorsam! Ohne Widerspruch ergibst du dich ganz und gar dem Willen deiner Feinde. Jesus, ich will in Zukunft gerne die Verachtung der Bösen ertragen! 9. O süßester Jesus! Du läsfest dich im Gerichtshause geißeln, du wirst entblößt; dein heiliges Blut benezet den Boden des Saales, und reinigt die Welt von der Sünde! Nach der Geißlung wirst du zur Erhöhung der Schmerzen mit einem alten Purpurmantel umgeben, und die Dornenkrone wird auf dein geheiligtes Haupt gedrückt. Schon sind deine Schläfe von den scharfen Spitzen durchdrungen, und über dein Antlitz und über deinen Nacken strömt das kostbarste Blut. Man gibt 250dir als Scepter ein Schilfrohr in die Hand; spottend knien die Henkersknechte nieder und rufen: Sei gegrüßt, König der Juden! Und alles das crduldest du, o Jesus, um meiner Sünden willen! 10. O süßester Jesus! Pilatus hat dich dem Volke gezeigt im Purpurmantel mit der Dornenkrone, bedeckt mit Blut und Wunden, er wollte das Mitleid der Juden rege machen; aber die Blutgierigen rufen nur um so mehr: Kreuzige ihn, kreuzige ihn! Du wirst den Juden überlassen, sie legen das schwere Kreuz auf deine wunden, blutigen Schultern, du tragest es geduldig; aber viel schwerer, als das Kreuz, drücket dich die Wucht unserer Sünden zu Boden! Endlich kommest du hin an den Ort, wo der Baum des Lebens soll aufge= pflanzt werden, du bist schwach, athemlos, der Ohnmacht nahe, und die schreckliche Erquickung, die man dir reicht, ist Wein mit Galle und Myrrhen gemischt! O Jesus, dieß Leben mit seinen Bitterkeiten und seinen herben Stunden, lasse es mich ertragen und überwinden in deinem Namen! — 11. O süßester Jesus! Kaum auf Golgatha angekommen, wirst du entkleidet, deine Wunden wer 251- - den wieder aufgerissen;-mit rauhen Nägeln werden deine Hände und deine Füße durchbohret, und deine heiligen Glieder werden auf dem Opferbolze ausgestrecket. Mit welcher Liebe reichest du deine Hände und deine Füße dar, daß neue Quellen deines koftbaren Blutes aus ihnen hervorströmen sollen! Schon hingest du zwischen zwei Missethätern am Kreuze;- Gotteslästerungen betäubten dich;- aber du betest für deine Feinde- Flüche werden ausgestossen- und du versprichst tem reuevollen Verbrecher das Paradies: deine Schmerzen erreichen ihre höchste Höhe;- und du empfiehlst deine schmerzdurchdrungene Mutter dem Jünger der Liebe! Endlich, nach drei fürchterlichen Stunden, in welchen du alle Bitterkeit, welche die Sünde über die Welt brachte, aus dem PHOTO Kelche der Leiden ausgeleeret hast, beugest du dein heiliges Haupt und stirbst! O Jesus, dein Tod ist mein Leben, lasse mich das erkennen! - 12 O süßester Jesus! Guter Hirte, der du dein Leben für deine Schafe hingegeben hast, selbst nach dem Tode hatte dein heiliger Leib noch nicht Ruhe gefunden, denn deine Seite wurde mit einem Speere geöffnet, so daß Wasser und Blut daraus hervorfloß. Nun erst, nachdem die Blutgierde dei - 252- - ner Feinde gesättiget ist, gehen sie hinweg, und siehe, nun kommen die Jünger, und nehmen deinen unbefleckten Leib vom Holze der Schmach, und hüllen ihn in Linnen, und legen ihn in ein neues Grab. Jesus! Lasse auch mich auferstehen, wie du vom Tod erstanden bist, lasse mit und in dir mich siegen! Amen. Die Freuden des ewigen Lebens.*) Immer dürstet meine Seele Nach dem wahren Lebensquelle, Und die Knechtschaft ist ihr Loos; Ihre Fesseln will sie sprengen, Die so schmachvoll sie beengen, Die sie selber um sich schloß. Denn sie hat ein freies Leben Für die Sünde hingegeben, Und geschlungen sich ein Band; Jest kann sie nur seufzen, klagen, Und ein tief Verlangen tragen Nach dem Himmelsvaterland. Ach! wer kennet denn hienieden Jenen ewig schönen Frieden, *) Frei nach Petri Damiani: De gloria Paradisi. - - 253- Der in einer Stadt uns blüht, Wo aus Perlen, die da leben, Sich ein Tempel wird erheben, Dessen Zinne golden glüht? Me Wo ein Aufbau wird erscheinen, e Wie aus harten Demantsteinen Für die Ewigkeit gebaut; Wo nicht Krankheit und Beschwerde, Wo kein Uebel dieser Erde, Wo die Lilie und Rose Aus dem immergrünen Schoose Eines ew'gen Frühlings blühn; Wo die balsamischen Düfte Auf den Fittigen der Lüfte Ueber grüne Fluren zieh'n. C d Wo nur ew'ger Friede thaut. si dall Wo auf schwerbelad'nen Zweigen, Sich die Früchte niederbeugen, In dem blüthenvollen Hain; Wo des ew'gen Königs Kronen, Wo der Mond und alle Sonnen Senden wechsellosen Schein. Wo das Licht, dem keines gleichet, Mit dem Glanz, dem alles weichet, - 254 Ist, das unbefleckte Lamm, Das den ew'gen Tag zu bringen. Einst auf eines Engels Schwingen In den Schooß der Jungfrau kam. Das die Heiligen umgeben, Welche schon im Erdenleben Seine Morgenröthe sah'n; Welche, weil sie kämpften, rangen, Jetzt den größten Lohn empfangen, Und die Liebe selbst umfahn. Sie sind nun am Quell des Lebens, Und die Zeit bekämpft vergebens Jene, die vom Tode frei; Kein Geschick trübt ihren Frieden, Wie es oft geschah hienieden, Jeder Kummer ist vorbei! 6013 Dort in jener Gnadenfülle Herrscht Ein Sinn nur und Ein Wille, Jede Zwietracht bleibet fern. mid n2 Denn des Neides Irrgewinde, DER Und die schwarze Nacht der Sünde Scheucht der Liebe heller Stern.com Lobgesänge nur erschallen and off Dort in jenen Tempelhallen, and tist 26 Lin aisers thim — - 255- - Und der Engel frohe Schaar, Die mit innigem Verlangen Will das Lebensbrod empfangen, Steht gereiht um den Altar. Mensch und Engel ist erfreuet, Wenn des Opfer wird erneuet, Das der Gottsohn dargebracht, indic Weil auf wunderbare Weise Im Genuße dieser Speise Das Verlangen neu erwacht. Welche Wonne, dort zu hören, Wie in tausend Jubelchören Eine Stimme nur ertönt, Die dem Ohr so lieblich klinget, Die in alle Räume dringet: » Christus hat die Welt versöhnt"! Welche Freude, dort zu stehen, Und den höchsten Herrn zu sehen, Der das Weltall hat gemacht, Und zu schau'n in tiefen Räumen Sterne, die sein Kleid umsäumen, Und der Schöpfung volle Pracht. Christus, der den Sieg errungen, Christus, der den Tod bezwungen, in - 256 Laß mein Ende selig sein! nd cult Und ich finge Freudenpsalmen, Und ich schwinge Siegespalmen, mar Und ich will in dir mich freu'n. Umen. bingste Gebet um die Mittel zum ewigen Leben. Ich glaube an dich, o mein Gott, aber befestige meinen Glauben. Ich hoffe zu dir, aber stärke meine Hoffnung. Ich liebe dich, aber vermehre meine Liebe. Es reuet mich, daß ich gesündiget habe, aber gib mir Zerknirschung. Ich bete dich an, o Gott, denn du bist der erste Anfang meines Lebens: ich verlange nach dir, denn du bist mein letztes Ziel; ich danke dir, denn du bist mein beständiger Wohlthäter; ich rufe dich an, denn du bist mein mächtigster Beschützer. O mein Gott, deine Weisheit möge mich leiten, deine Ge= rechtigkeit möge mich zügeln, deine Barmherzigkeit möge mich trösten, und beschützen möge mich deine Macht. Dir, o Gott, will ich weihen all' meine Gedanken, Worte und Werke; nur an dich, o Herr, will ich in Zukunft denken, nur von dir will ich reden, nur nach deinen Geboten will ich handeln; und mein Wille soll dem deinigen unterworfen sein. Ich bitte dich, erleuchte meinen Ber 1 - 2571 stand, entflamme meinen Willen, reinige meinen Leib, heilige meine Seele! Vergib mir, was vergangen ist, lasse mich den Versuchungen der Zukunft nicht unterliegen: gib mir Kraft, meine Leidenschaften zu beherrschen und die Tugend zu üben. Mein Herz, erfülle es mit Liebe zu deiner Güte, mit Abscheu gegen meine Sünden, mit Sanftmuth gegen meinen Nächsten, mit Berachtung für die Welt. Lasse mich, o Gott, gehorsam sein gegen meine Vorgesetzten, liebevoll gegen meine Untergebenen, treu gegen meine Freunde, und nachsichtig gegen meine Feinde. Stehe mir bei, daß ich bezwinge meine Sinnlichkeit durch Abtödtung, meinen Geiß durch Almosen, meinen Zorn durch Sanftmuth, meine Lauheit durch Andacht. Mache mich, o mein Gott, klug in meinen Unternehmungen, muthig in Gefahren, geduldig im Unglücke, demüthig im Wohlergehen. Beim Gebete gib mir Undacht, bei der Mahlzeit Mäßigung, bei meinen Entschlüssen Standhaftigkeit. Lasse mich immer besorgt sein, o Gott, um ein reines Gewissen, um ein bescheidenes Benehmen, um ein erbauliches Gespräch, um einen heiligen Wandel. Lasse mich nicht unterliegen meiner Natur, lasse mich mitwirken mit deiner Gnade, lasse mich halten dein Gesetz, auf daß ich verdiene die Erlösung. Lehre mich einsehen, o Gott, die Vergänglichkeit des Irdischen, die 22 258 Größe des Himmels, die Kürze der Zeit, die Dauer der Ewigkeit. Lasse mich vorbereitet sein zum Tode, fürchten das Gericht, vermeiden die Hölle, und am Ende gib mir die ewige Freude und Herrlichkeit, durch die unendlichen Verdienste deines göttlichen Sohnes, unsers Herrn und Erlösers Jesus Christus. Amen. Gebet für Kranke. O mein Jesus, ich verlange weder Leben noch Zod, ich ergebe mich ganz deinem heiligen Willen, handle mit mir nach deinem Wohlgefallen. Wenn du willst, o Jesus, daß ich sterbe, so nimm meine Seele auf, und komme ich auch nicht alsogleich zu dir, so lasse mich doch einst zu dir kommen, und mit dir sein, und den Lohn des ewigen Lebens erhalten. Willst du aber, o Jesus, daß ich noch länger hier auf Erden lebe, so nehme ich mir vor, mit der Beihülfe deiner Gnade, mein Leben zu bessern, und alles, was ich habe, deiner Ehre aufzuopfern, und in Allem deinen heiligen Willen zu befolgen. O gnädigster Jesus, meine Kraft und mein Leben, mein Trost und meine Hülfe, mein Bechüßer und mein Erlöser, an dich habe ich ge 259geglaubt, auf dich habe ich gehofft, du warst meine Liebe! Von meinen Kindestagen an warst du meine Hoffnung und der Führer meines Lebens; rufe mich, und ich will dir antworten: O Herr, des Himmels und der Erde, deinen Gnadenthau lasse herniedersteigen über deiner Hände Werk, dessen Gebeine du zusammengefügt, und mit Fleisch umgeben hast. Und wenn du es nun befiehlst, o Herr, so soll der Staub zum Staube wiederkehren, die Seele aber nimm du auf, der du sie auch in die Welt gesendet hast. Thue auf die Pforte des Lebens, denn du bist für mich am Kreuze gestorben, und hast mir versprochen, mich aufzunehmen. Komm, o süßester Jesus, und nimm mich in deine Arme auf, lasse mich nicht verloren gehen; dein Reich werde mir zu Theil, denn du bist mein Erlöser und mein Seligmacher, und bei dir will ich wohnen! - - Ich bin krank, meine Lebenskraft ist abgespannt, und deßhalb nehme ich zu dir, o Gott, meine Zuflucht, denn du bist mein einziger Arzt Heile mich, o Gott, und ich werde geheilet sein; ich habe mein Vertrauen zu dir, und deßhalb stehe mir bei. Doch, wer bin ich, barmherziger Gott, daß ich es wage, mit dir eine so kühne Sprache zu führen? Ein Sünder bin ich, in der Sünde ge22* - 260- zeugt, in der Sünde geboren und großgezogen; Verwesung ist meines Leibes Antheil, und ich bin der Würmer Speise! Bergib mir meine Sünden, wenn du von diesem Thränenthale mich hinwegnimmst. Du, o Herr, hattest ja Fleisch wie mein Fleisch, du hattest die menschliche Natur angenommen, und deßhalb wage ich es, zu dir wie zu meinem Bruder hinzutreten; denn du hast im Fleische deine Gottheit verborgen, daß mich der Anblick deiner Majestät nicht vernichte. Verwirf mich nicht, o Herr. Ich bin ein verirrtes Schäflein, ſuche mich auf, o guter Hirte, und bringe zu deiner Herde mich wieder! Du hast jedem Sünder, der die Sünde bereuet, Rettung versprochen! Ich weine und traure über meine Sünden, ich erkenne mein Unrecht, und das Böse was ich verübt habe, immer schwebet es mir vor Augen; ich habe gegen den Himmel und vor dir gesündiget, und bin nicht werth dein Diener genannt zu werden. Herr, verwirf mich nicht vor deinem Angesicht, und gib mir um der Herrlichkeit deines Namens willen, ent weder jetzt oder einst, wie es dir gefällt, das ewige Leben! Amen. - 261- 50. Pfalm. Erbarme dich meiner, o Gott, nach deiner großen Barmherzigkeit, und lösche meine Missethat aus, nach der Menge deiner Erbarmnisse. Wasche mich immer mehr von meiner Missethat, und reinige mich von meiner Sünde. Denn meine Missethat erkenne ich und meine Sünde schwebt mir stets vor Augen. Gegen dich alleine habe ich gesündigt und vor dir Böses gethan, damit du in deinen Reden gerechtfertiget werdest, und den Sieg erhaltest, wenn du richten wirst. Denn sieh! ich bin in Missethaten empfangen worden, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen. Sieh! du liebst die Wahrheit; das Heimliche und Verborgene deiner Weisheit hast du mir geoffenbaret. Du wirst mich mit Hyssop besprengen, daß ich gereiniget werde, und wenn du mich waschest, so werde ich weißer als Schnee. Laß mich Freude und Wonne vernehmen, die zerknirschten Beine werden frohlocken. Wende dein Gesicht von meinen Sünden ab, und tilge alle meine Missethaten. Erschaffe in mir ein reines Herz, o Gott! und den rechten Geist erneuere in meinem Innern. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte; und deinen heiligen Geist nimm nicht von mir. Gib mir wieder die Freude deines Heiles, und befestige mich mit einem - 262 - vortrefflichen Geiste. So werde ich die Gottlosen deine Wege lehren, und die Sünder werden sich zu dir bekehren. Erlöse mich von den Blutschulden, du, o Gott meines Heiles! meine Zunge wird deine Gerechtigkeit preisen. Herr! öffne meine Lippen, und mein Mund wird dein Lob verkündigen. Denn wenn du Opfer verlangt hättest, ſo hätte ich dir ja geopfert: du hast aber kein Gefallen an Brandopfern. Das Gott gefällige Opfer ist ein zerknischter Geist. Gott! du wirst ein zerknirschtes und gedemüthigtes Herz nicht verachten. Herr! bandle nach deinem Wohlgefallen gnädig mit Sion, damit die Mauern Jerusalems erbaut werden. Dann werden dir das Opfer der Gerechtigkeit, die Geschenke und Brandopfer angenehm sein; dann wird man Kälber auf deinen Altar legen. 129. Pfalm. Aus der Liefe rufe ich zu dir, o Herr! Herr! erhöre meine Stimme, laß Acht haben dein Ohr auf die Stimme meines Flehens. Wenn du, Herr, die Missethaten bemerkest, wer, o Herr, wird bestehen? Uber bei dir ist Versöhnung, und um deines Gesetzes willen harr' ich auf dich, 0 Herr! Meine Seele wartet auf dein Wort. Meine Seele hoffet auf den Herrn. Von der Morgenwache bis in die Nacht hofft Israel auf den Herrn - 263 denn bei dem Herrn ist Barmherzigkeit: und bei ihm ist überreiche Erlösung. Und er wird Israel erlösen von all' seinen Sünden. 90. Pfalm, Wer unter dem Schuße des Allerhöchsten steht, der wird unter dem Schirme Gottes des Himmels ruhen. Zu dem Herrn wird er sagen: Du bist mein Beschützer und meine Zuflucht: mein Gott, ich hoffe auf dich! denn er befreite mich von der Schlinge der Jäger, und vom drohenden Verderben. Er wird dich mit seinen Schultern bedecken, und unter seinen Flügeln wirst du Zuflucht finden. Mit einem Schilde wird dich seine Wahrheit um= geben; fürchten darfst du dich nicht vor dem Schreken der Nacht. Nicht vor dem Pfeile welcher bei Tage fliegt, nicht vor dem Verderben, was im Finstern schleicht, nicht vor teuflischen Versuchungen am Mittage. Fallen auch Tausende an deiner Seite, und zehn Tausende zu deiner Rechten, dir wird es sich doch nicht nahen. Sondern du wirst es mit deinen Augen erblicken, und sehen wirst du den Lohn der Sünder. Denn du, o Herr, bist meine Hoffnung: den Allerhöchsten nahmst du dir zur Zuflucht. Dir wird kein Unglück begegnen, und keine Geißel wird deinem Hause sich nahen. Denn deinethalben hat er seinen Engeln befohlen, daß -264— — sie dich bewahren auf all' deinen Wegen. Sie werden dich auf den Händen tragen, daß dein Fuß nicht etwa an einen Stein stoße. Du wirst wandeln auf Nattern und Basilisken, und Löwen und Drachen wirst du zertreten. Ich will ihn retten, dieweil er auf mich gehofft hat; ich will ihn beschützen, denn er hat meinen Namen erkannt. Er wird zu mir rufen, und ich werde ihn erhören, ich bin bei ihm in der Trübsal, und ich will ihn daraus entreißen und zu Ehren bringen, langes Leben will ich ihm schenken, und zeigen werde ich ihm mein Heil! Gebet bei einer gefährlichen Krankheit. Mein Herr und mein Gott! Bewahre mich jest in meiner Krankheit vor jeder Versuchung und vor den Fallstricken des Satans; bewahre mich vor Ungeduld und vor dem Murren gegen deine gerechte Züchtigung, lasse meine Seele nicht niedergeschlagen sein, daß sie nicht verzweifle an deiner Gnade; befreie mich von der Todesfurcht, ersticke in mir das zu heftige Verlangen nach dem irdischen Leben; lasse mein Gemüth nicht verwirrt werden von den Sorgen dieser Welt, daß ich mein ewiges Heil nicht vernachlässige! O könnte ich hinausblicken über den Tod, und schauen den Zustand der seligen Geister, wie würde ich dann 265so gerne zu sterben verlangen? Flöße mir, o Gott Vertrauen ein zu deiner übergroßen Barmherzigkeit. Gib mir noch Frist, um meine zeitlichen Geschäfte mit Klugheit, Gerechtigkeit und Liebe zu ordnen, daß ich mit freiem, ruhigem Gemüthe der himmlischen Dinge gedenken kann. Lasse mich aufrichtig beichten, und meine Sünden tief bereuen. Vergib mir meine Beleidigungen, und nimm als eine geringe Genugthuung die Leiden meiner Krankheir hin. Mit dir und mit der Welt ausgeföhnt, will ich die heilige Wegzehrung deines kostbaren Leibes empfangen, und in deiner Gnade verharren bis ans Ende. Ob du nun, o Jesus Christus du Herr des Lebens und des Todes, ob du Leben. oder Tod über mich ausgesprochen hast, ich ergebe mich deinem heiligen Willen; nimm diese Hingabe als ein wohlgefälliges Opfer, und thue das, was mir zum Heile gereicht, und was meiner armen Seele zum Frieden dient. Amen. Danksagung nach erlangter Gesundheit. mein Herr und mein Gott! Mein Leben ist in deiner Hand gewesen, und du hast mir die Gesundheit wiedergegeben. O möge diese Züchtigung nicht ohne Nutzen für meine Seele vorübergehen. Gib mir die Gnade, alles das, was ich in der Zeit der Bedrängniß, während der Dauer- meiner 23 266- Krankheit, und im Anfalle der Schmerzen, dir versprochen habe, auch redlich in Erfüllung zu bringen; auf daß ich, wenn der Tod wieder erscheint, um anzuklopfen an der Thüre mei. nes Lebens, besser zum Hintritte vorbereitet ſei, als ich es jetzt war, wo mich deine Gnade noch geschont hat, wo die Zeit meines Heiles verlängert wurde, wo ich Frist erhielt, in der übrigen Zeit meines Lebens würdige Früchte der Buße zu bringen. Laß mich von nun an den Weg deines Gesetzes wandeln, welcher mich durch die Pforten des Todes zu deiner ewigen Herrlichkeit einführen wird. Amen. nd Troststellen aus der heil. Schrift bei dem Tode eines Verwandten oder Freundes. ( Psalm 89.) Tausend Jahre sind in deinen Augen wie der gestrige Tag, welcher vorübergegangen ist, und wie eine Nachtwache. Ihre Jahre find wie nichts geachtet. Der Mensch ist wie das Gras, welches bald vergeht. Er blüht am Morgen und verwelkt; am Abend fällt er ab, wird hart, und verdørrt. ( Job 14.) Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit, und ist erfüllet mit Mühseligkeiten aller Art, er hat wie die Blume sein -267Blühen und sein Welken, dem Schatten gleich entfliehet er, und sein Leben ändert sich im merdar. ( Job 14.) Glaubst du, daß ein Verstorbener wieder leben werde? Un allen Tagen meines Kampfes hoffe ich auf eine einstige Umgestaltung. Du wirst mich rufen, o Herr, und ich werde dir antworten, und du wirst dem Werk deiner Hände deine Rechte reichen; gezählet: hast du zwar all' meine Schritte, aber schone dann meiner Missethat. ( Job 1.) Nackt bin ich aus meiner Mutter Leib gekommen, und werde auch nackt wieder dahingehen. Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen: wie es dem Herrn gefal len hat, also ist es geschehen: der Name des Herrn sei gepriesen. ( Job 19.) Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und daß ich am jüngsten Tage von der Erde wieder auferstehen werde. Ich werde auch wieder mit meiner Haut umgeben werden, und in meinem Fleische meinen Gott sehen. ( Johannes 11.) Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird auch, wenn er gestorben ist, leben; wer aber lebet und an mich glaubt, der wird in Ewigkeit nicht sterben. 23* - 268- - Gebet für einen Verstorbenen. Man bete vorerst den 129. Pfalm, Seite 262 und den 50. Pfalm, Seite 261, dann das Folgende: Herr! gib ihm die ewige Ruhe. Und das ewige Licht möge ihm leuchten. Lasse ihn in Frieden ruhen. R Umen. Herr erhöre mein Gebet. Und lasse mein Rufen zu dir gelangen. Gebet. Nimm, o Herr, auf die Seele deines Dieners, welchen du von dieser Welt abgerufen hast, befreie ihn von den Fesseln seiner Sünden, daß er die Glückseligkeit der ewigen Ruhe und des ewigen Lichtes genieße, und er wecke ihn mit deinen Heiligen und Auserwählten. Durch Jesum Christum, unsern Herrn, Umen. Gebet für die Kirche. Wir wissen es, o Gott, daß dein Geist es ist, welcher die Kirche heiliget, leitet und regieret, wir bitten dich aber auch, erleuchte ihre Diener, daß sie in der Kraft des Wortes und des Beispieles die verirrten Schäflein zur einzigen wahren Herde zurückbringen, und daß sie ohne Furcht überall dein heiliges Gesetz verkünden. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. - 269Gebet für den Papst. O Gott, der du alle Gläubigen weidest und regierest, siehe gnädig herab auf deinen Diener, welchen du zum Hirten der Kirche aufgestellet hast; er möge durch deine Gnade mit Wort und Thit jene segensvoll leiten, welchen er vorsteht, daß er mit seiner ihm anvertrauten Herde zum ewigen Leben gelange. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gebet für den Landesfürsten. 19. Pfalm. Der Herr erhöre dich zur Zeit der Trübsal der Name des Gottes Jakob beschüße dich. Er schicke dir Hülfe aus dem Heiligthume, und unterstüße dich aus Sion. Er gedenke deines ganzen Opfers, und dein Brandopfer sei ihm angenehm. Er gebe dir nach deines Herzens Wunsch, und bestätige dir alle deine Rathschläge. Wir werden uns über dein Heil erfreuen, und in dem Namen unsers Gottes uns rühmen. Der Herr erfülle alle deine Bitten. Jetzt erkenne ich, daß der Herr seinen Gefalbten errettet hat. Er wird ihn von seinem heiligen Himmel erhören, in der Macht seiner Rechten ist Rettung. Diese verlassen sich auf Wägen, andere auf Rosse: wir aber wollen den Namen Gottes anrufen. Sie haben sich verwickelt und sind 270 - gefallen; wir aber sind aufgestanden, und haben uns aufgerichtet. Herr, erhalte den König, und erhöre uns zu der Zeit, da wir dich anrufen werden. Gebet im Unglücke. sopismo baud Allmächtiger, ewiger Gott, siehe gnädig auf deinen Diener herab, welchen die Betrübniß niedergebeugt hat; gedenke meiner und stehe mir bei, sende mir Hülfe um des Ruhmes deines Namens willen. Herr, du lassest ja diejenigen, die auf dich, vertrauen, nicht untergehen, und nicht zu Schanden werden. ( Psalm 90. Seite. 263.) Gebet für unsere Freunde. Gott, der du durch die Gnade des heiligen Geistes die Gabe der Liebe in die Herzen deiner Gläubigen eingegossen hast, lasse deine Diener und Dienerinnen, für welche ich deine Barmherzigkeit anflehe, des geistigen Friedens und der leiblichen Gesundheit theilhaft werden, daß sie dich aus allen Kräften lieben, und das was dir wohlgefällig ist, mit allem Eifer vollbringen. Durch Jeſum Christum, unsern Herrn. Amen. Gebet für meine Feinde. O Gott, dem es wohlgefällig ist, wenn wir hier auf Erden in Frieden und Liebe bei einander - - 271- wohnen, sende dein Licht in die Herzen meiner Feinde herab, daß sie die Schönheit des Friedens und der Liebe einsehen, und nach Versöhnung verlangen; vergib ihnen ihre Sünden, mich aber befreie von ihren bösen Rathschlägen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gebet bei einer Reise, oder auch wenn man auf längere Beit seine Wohnung verläßt. Antiphon. Auf den Weg des Friedens und der Wohlfahrt führe uns der allmächtige und barmherzige Herr, und der Engel Raphael begleite uns auf dem Wege, damit wir mit Freude, Friede und Heil zu den Unsern wiederkommen.de om sin! Chil Lobgefang des 3acharias. Seite 8. Herr erbarme dich unser! Christi erbarme dich unser! Herr erbarme dich unser! Vater unser, u. s. w. Rette deine Diener. Die auf dich hoffen, o mein Gott. * Sende ihnen Hilfe von deinem heiligen SizeR Und von Sion beschüße sie. madison Sei uns, Herr, ein starker Thurm. Wider unsere Feinde. Laß den Widersacher nichts vermögen wider uns. 272 - Und das Kind der Bosheit schade uns nicht. Gebenedeiet sei der Herr alle Tage. R Gott unseres Heiles, gib uns eine glückliche Reise. Zeige uns, o Herr, deinen Weg. R Und lehre uns deine Fußsteige treten.mund * Wollte Gott, unser Weg wäre immer gerichtet, zu halten deine Satzungen. y Was schlecht ist, das wird gut, R Und was ein rauher Weg ist, wird ein ebener werden. & Gott hat dich seinen Engeln empfohlen. Damit sie dich behüten auf all' deinen Wegen. Herr erhöre mein Gebet. Und lasse mein Rufen zu dir gelangen. Gebet. O Gott, der du die Kinder Israels durch des Meeres Mitte trockenen Fußes geführet, der du den drei Weisen den Weg durch den Stern erleuchtet haft: verleihe uns eine glückliche Reise, und eine ruhige Zeit: damit wir im Geleite deines heiligen Engels zu dem Orte, wohin wir zu kommen verlangen, geführet werden, und einst in den Hafen der ewigen Seligkeit glücklich einlaufen. - 273- Gott, der du deinen Diener Abraham aus der chaldäischen Stadt Ur herausgeführet, und auf allen Wegen seiner Wanderschaft unverletzt bewahret hast: wir bitten dich, du wollest eben so uns, deine Diener, bewahren. Sei unsere Hilfe, o Herr, bei unserm Aufbruch; sei unser Trost auf dem Wege, sei unser Schatten in der Hitze, sei unser Obdach in Regen und Kälte; sei unser Führer, wenn wir erműden, vertheidige uns in Widerwärtigkeit, ſei unser Stab auf schlüpfrigem Pfade, sei im Schiffbruche unser Hafen, damit wir unter deiner Leitung zu unserm Ziele kommen, und nach vollbrachter Reise unversehrt zu den Unfern wiederkehren.. Herr, stehe uns in dem bei, um was wir dich gebeten haben, und lenke deine Diener zur Wohlfahrt deines Heiles, daß wir auf den verschiedenen Wegen und auch im Wechsel des Lebens, immer durch deinen Schutz beschirmet werden. Lasse uns auch, o Gott, daß wir nicht irre gehen auf dem Wege des Heiles, die Mahnungen deines Vorläufers, des seligen Johannes, befolgen, welche uns sicher zu Jenem führen, - 274den er vorhergekündet, zu Jesum Christum unsern Herrn, deinen Sohn, der mit dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes, ud Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.m Lasset uns in Frieden unsern Weg antreten. Im Namen des Herrn. Amen. ist( spoeld d Betrachtung am Geburtstage. Wieder hat der Strom der Zeit ein Jahr meines Lebens verschlungen; und sollten alle meine Handlungen, die ich während dieses Jahres geübt habe, geläutert werden im Feuer des Gerichtes, dann würde es mir ergehen wie einem alten Kleide, welches ein Habsüchtiger verbrennt, weil es mit einigen Goldfäden durchwoben ist, denn wie dieser nur ein kleines, wenig werthes Stücklein Gold in der Asche finden wird, so werden auch meine guten Handlungen, wenn ich die zeitlichen Gründe, die mich dazu bewogen haben, wegrechne, zu einem ganz kleinem Verdienste zusammenschmelzen, mit welchem ich kaum vor Gottes Gericht werde ad bestehen können. Mein Herr und mein Gott, gib mir von nun an mehr Freude an deinem heiligen, ewigen Reiche!- Dein heiliger Wille allein soll mich in Zukunft lenken und leiten auf dem gefahrvollen Pfade des irdischen Lebens; durch deine Gnade bin ich kurz nach der Geburt meines Lei - 275- bes wiedergeboren worden im heiligen Geiste; durch deine Gnade hoffe ich auch würdig zu werden eines barmherzigen Gerichtes, und dieß barmherzige Gericht sei dann meine neue Wiedergeburt zum ewigen Leben. Dankbar erinnere ich mich an den Tag meiner Ankunft in dieser Welt, denn du, o Gott, hast mich erschaffen, lasse mich aber auch durch die Erlösung deines eingebornen Sohnes eines seligen Lodes sterben, daß ich mich einst dankbar im Himmelreiche an den Tag meines Hinganges erinnern möge. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gebet am Namensfeste zum heiligen Schuhpatron. Sei gegrüßet du blühende Blume im Garten Gottes, sei gegrüßet glücklicher Bewohner des himmlischen Reiches. Ich danke Gott, daß er mir dich gegeben hat bei der heiligen Taufe, zu meinem Beschützer und Fürbitter, zu meinem Vorbild und Beispiel. Da aber der Mund des Sünders dem höchsten Herrn kein würdiges Lob zu bereiten vermag, so lasse durch deine Fürbitte mich Verzeihung meiner Sünden erlangen, daß ich mit Gott ausgeföhnt seiner Gnade theilhaft werde, und einst ewig seiner Liebe mich erfreue. Deine Hand war es, die mich eingeführt hat in die strei - 276- - tende Kirche auf Erden, an deiner Hand will ich auch gelangen zum himmlischen Jerusalem. Schüße mich hier in diesem Leben, und stehe mir bei in meinem Tode, daß ich einst in der Herrlichkeit deine ewige Freundschaft genießen möge. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. - Gebet zum heiligen Schußengel. Gott! In wunderbarer Ordnung hältst du Engel und Menschen in einem Dienste beschäftiget. Verleihe uns, daß diejenigen, welche dir im Himmel dienen, auch unsere Beschützer hier auf Erden seien! Besonders aber richte ich meine Bitte zu dir, du heiliger Engel, den Gottes Liebe mir gesendet hat, mich zu führen auf des Lebens gefahrvollem Pfade; sei mir ein treuer Gefährte auf jeglichem Weg, verlasse mich nie in Gefahren der Seele und des Leibes, stüße mich, wenn ich wanke, und bin ich gefallen, so hebe mich auf, daß ich meinen Weg in Buße weiter fortsete, aber - lasse mich lieber nicht fallen! Hören will ich deine Stimme, wenn sie mich warnet, freudig will ich sie hören, wenn sie mich aufmuntert weiter fortzuschreiten auf dem Wege, der zum Leben führet. Erwecke mich, wenn ich hinschlummern will im Schlaf der Sünde, daß er mir nicht ein Schlaf des ewigen Todes werde. Habe ich je dei - 277- nem Rathe hartnäckigen Widerstand entgegengesetzt, so lasse mich das ja nicht entgelten, weiche nicht von mir, denn nur die Sünde war es, die meinen Willen so verderbt hat. Ich danke dir für deine Leitung, welche mich bisher auf der Bahn des Heiles geführet hat, sei auch in Zukunft mein Führer, daß ich nicht anstoße an irgend einen Stein, daß ich keiner Bersuchung zur Sünde unterliege; stehe mir bei in der herben Stunde des Scheidens. Dein Fittig schüße dann meine Seele und auf deinen Schwingen möge sie hinübergelangen in das Land der ewigen Freuden, daß sie dort ihren Herrn und Erlöser schaue und ewiglich mit ihm in Liebe vereiniget sei. Amen Gebet für eine Jungfrau. Erleuchte mich, o Herr, daß ich erkenne, was mir nöthig ist, wenn ich dir will wohlgefallen. Nicht Schönheit verlange ich von dir, welche schon so vielen zur Versuchung und zur Sünde geworden; ich flehe dich nicht an um körperliche Vorzüge, die ohnehin so gebrechlich sind und so bald vorübergehen, sondern ein höheres Gut ist es, was ich von dir verlange, ein Gut, welches die selige Jungfrau zu der höchsten Würde erhoben welches alle heiligen Jungfrauen dir so wohlgefällig gemacht hat; gib mir, o Herr, ein reines - 278- Herz, unbefleckt von jedem Hauch der Sünde! Ein reines, unschuldiges Herz will mein Gebet von dir erflehen; diesen werthvollen Schatz lasse mich nie verlieren, diesen kostbaren Juwel lasse mich bewahren bis ans Ende meines Lebens! Lasse mir selbst den Tod erwünschter sein, als den schrecklichen Verlust dieser höchsten Zierde einer weiblichen Seele! Fliehen will ich aber auch gern jede Gelegenheit, welche mir gefährlich werden könnte, flichen will ich jede Gesellschaft, in der auch nur ein böser Gedanke sich in mir reget. Gib mir Freude an einem einsamen, zurückgezogenen Leben, welches die Welt und ihre Gefahren meidet. Lehre mich bezähmen meine Zunge, lehre mich bewachen meine Augen, umzäune mit Dornen meine Ohren, wenn irgend wo ein schamloses Wort in meiner Gegenwart gesprochen wird! Gib mir Demuth und Bescheidenheit, lasse mich taub sein gegen jede Lockung zur Sünde. Lasse mich auch zunehmen an Frömmigkeit und Jugend: denn diese sind die einzigen Waffen, mit welchen ich der Welt gegenüber unbesiegbar dastehen kann. Habe ich aber mit deiner Gnade standhaft ausgeharret bis ans Ende, dann gib mir auch den Lohn, welchen du den Reinen versprochen hast, denn die reinen Herzens sind, die werden Gott anschauen. Dich will ich dann sehen in gleicher Herrlichkeit - 279mit dem Sohne und mit dem Geiste; und mit der seligen Jungfrau will ich dann gerne eine Magd und Dienerin meines Herrn sein. Amen. - Gebet für Eheleute. O Gott, lasse mich alle Pflichten, die ich übernommen habe, als ich in den Stand der heiligen Ehe trat, genau und nach deinem Wohlgefallen erfüllen. Die Liebe, die ich angelobt, lasse sie mich beweisen, bis der Tod eines von uns zu dir rufet. Die Treue, die ich an deinem heiligen Altare geschworen, lasse sie mich unverlegt bewahren. Lasse uns beiderseitig in Geduld das Kreuz tragen, welches deine weise Hand uns auferlegt, um uns entweder zu strafen, oder zu prüfen, oder an dich zu ziehen. Wenn ja ein Streit zwischen uns entstehen sollte, gib mir Nachgiebigkeit und Sanftmuth, die besten Mittel um ihn bald erlö. schen zu machen. Nie will ich das Gebet vergessen, welches mich stärkt, alle Beschwerden meines Standes in Demuth zu ertragen, weil ich durch dasselbe mich deinem heiligen Willen ganz und gar hingebe. Nach den vorübergehenden Leiden dieser Welt aber führe uns beide, wenn wir hier in Geduld ausgeharret haben, zur ewigen Herrlichkeit! Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. ndes high - - 280Gebet für Aeltern. O Gott, dein Segen ist über uns gekommen du hast uns Kinder gegeben, wir haben aber auch mit diesen Kindern zugleich die Pflicht erhalten, sie in deinem heiligen Gesetze zu erziehen, sie mit deinem Willen bekannt zu machen, und mit gutem Beispiele ihnen vorzuleuchten. Lasse uns nie vergessen, o Herr, daß du uns diese Kinder nicht gegeben hast zur freiwilligen Verfügung, lasse uns vielmehr eingedenk sein, daß du sie uns nur geliehen, und daß du sie einst von uns zurückfordern wirst, und daß wir dir über sie Rechenschaft schuldig sind. Mäßige unsere falsche Liebe zu ihnen, welche zu nachgiebig und zu nachsichtig ist, lasse uns vielmehr, wenn es nothwendig, die Ruthe nicht sparen, daß wir uns an übelerzogenen Kindern nicht selber für dieses Leben eine Geißel flechten, und für jenes eine große Verantwortung zuziehen. Pflanze du, o Herr, ihren zarten Herzen deine heilige Liebe ein, daß diese mit ihnen wachse und gedeihe, daß sie in ihnen Früchte hervorbringe, welche sie einst des ewigen Lebens theilhaft machen. Lasse mich aber auch ein auferbauliches Leben führen, daß der kindlich fromme Sinn der mir Unvertrauten nicht an mir irre, sondern daß er vielmehr durch mein Beispiel erbauet und befe - 281- - stiget werde. Wie aber ohne deine Gnade nirgends Gedeihen ist in diesem Erdenleben, und wie ohne sie auch mein Mühen vergebens wäre, so flehe ich dich, o Herr, um dieß nothwendigste aller Güter an. Flöße du, o Gott, meinen Kindern schon in ihrem zarten Alter alle jene Tugenden ein, welche sie im reiseren Alter zieren, und durch deren Uebung sie dir ewig wohlgefällig werden, behüte also, o Herr, diejenigen, welche du mir gegeben haft, und lasse keinen von ihnen verloren gehen. Und so hoffe ich mit den Meinen, dich, o Herr Jesus Christus, zu schauen in der ewigen Glorie, wo du mit dem Vater und dem heiligen Geiste regierest, gleicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet für eine Witwe. Nachdem es dir, o Gott, gefallen hat, mich durch den Tod meines Gatten in den Witwenstand zu versetzen, so muß mir dieser Stand gewiß auch heilsam sein zum ewigen Leben; sonst hättest du es ja anders beschlossen in deinen unerforschlichen Rathschlüssen, der du da willst, daß keine Seele verloren gehe, sondern daß sie alle das ewige Leben erlangen. Ich bitte dich also, o Herr, lasse mich auch jetzt dir ein angenehmes und wohlgefälliges Leben führen; beschüße mich vor den Nach24 282 stellungen böser Zungen. Du bist ja der einzige wahre Schutzherr der Verlassenen hier auf Erden, und liebevoll nimmst du der Witwen und Waisen dich an, welche deine Hilfe suchen. Lasse mich, o Herr, bescheiden sein, und demüthig, sowohl in Kleidung als im Gespräche, in Geberden, wie in jeder Handlung; gib mir echte Herzensfrömmig keit, und festes Vertrauen zu dir, die zwei unentbehrlichen Edelsteine im Geschmeide einer christlichen Witwe. Vertheidige mich gegen meine Feinde, welche mich um Gut oder Ehre bringen wollen. Denn du, o Herr, bist mein Schutz und mein Schirm und meine Zuversicht, und du wirst mich auch durch die Leiden der Zeit hindurch zum ewigen Leben führen. Durch Jesum Christum, unfern Herrn. Amen. Das Gebet des Herrn. Vater unser, der du bist in dem Himmel. Zwar wirkest du, o Gott, wie es geschrieben steht im Buche der Weisheit, von einem Ende zum andern mächtig, und ordnest alles lieblich an, aber wir betrachten dennoch den Himmel als den Thron deiner Herrlichkeit! Unser aller Bater bist du, und wir Menschen sind daher alle Brüder untereinander, und als Brüder müssen wir nun mit einander und für einander zu dir un - 283- fere Bitten emporsenden. Und so beren wir also das Gebet, welches dein eingeborner Sohn, Jesus Christus, uns gelehret hat, und rufen Einer für Alle, und Alle für einen: Vater unser! Geheiliget werde dein Name. Wir wollen, o Herr, deinen heiligen Namen loben mit dem Munde, um uns zu erheben, wir wollen ihn loben in unseren Herzen und mit unsern Werken, um dir wohlgefällig zu sein. Unser Handel und Wandel, unser Leben und Sterben sei ein einstimger Lobgesang, welcher deinen heiligen Namen preiset. Deffne, o Gott, die Lippen der Ungläubigen und der Bösen, daß sie deinem Namen einen Lobgesang bereiten, und daß sie es fühlen, wie liebreich der Herr ist! 3ukommeuns dein Reich. Die heilige Kirche ist dein Reich auf Erden, lasse ihr Licht erleuchten die Herzen der Heiden, und strahlen in des Irrthums Nacht! Denn die gehorsamen Kinder der Kirche rufen nicht vergebens: zukomme uns dein Reich du wirst ihnen in jenem Leben dein himmlisches Reich eröffnen, weil sie auf Erden Bewohner deines heiligen Reiches waren. Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden. Wie die Engel und Auserwählten deinen Willen im Himmel voll ziehen, so wollen auch wir ihn hier auf Erden er24* - 284 - füllen. Du liebest uns ja, und willst uns selig machen, wie thöricht müßten wir also sein und wie von Blindheit geschlagen, wenn wir deinen heiligen Anordnungen widerstreben wollten. Gib uns heute unser tägliches Brot. Wir verlangen keinen Ueberfluß für un sern Körper, sondern wir bitten nur um das, was er nothwendiger Weise bedarf, um zu leben: aber für unsere Seele, o Gott! wollen wir nicht so genügsam sein, bethaue fie immerfort mit deiner Gnadenfülle! Denn es ist ja dein heiliges Gebot, daß wir immer vollkommener zu werden trachten sollen, wie aber vermögen wir das ohne deine Gnade? Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Herr, wir wollen nicht deinen Fluch über unser eignes Haupt herabrufen, indem wir feindselig gegen unsere Beleidiger gesinnt bleiben, wir wollen vielmehr unsern Feinden von Herzen vergeben, daß auch wir einst vor deinem Angesicht Gnade erlangen, und daß uns Vergebung unserer Sünden zu Theil werde. Führe uns nicht in Versuchung. Herr, wenn die Stunde der Versuchung kommet, dann lasse uns beten, dann stehe uns bei: denn wenn du uns beschüßest, dann wanken wir nicht, 285- wenn wir auf deine Hülfe vertrauen, dann hat die Versuchung ein Ende. than Sondern erlöse uns von dem Uebet. Befreie uns, o Herr, von den Bitterkeiten dieſes Lebens, daß sie uns nicht verzagt machen, befreie uns von den Feinden unsers Heiles, daß sie uns nicht verführen, befreie uns von der Berdammniß, daß wir zur ewigen Seligkeit gelangen. Amen. Der englische Gruß. Gegrüßet seiest du, Maria, voll der Gnaden! So hat dich der Erzengel Gabriel begrüßet, indem er dir, du Würdigste deines ganzen Geschlechtes, pein hohes Glück verkündete. Wahrlich du bist voll der Gnaden, und Gnaden spendet auch dein göttlicher Sohn auf deine Fürbitte aus. Der Herr ist mit dir. Mit dir ist der Vater: denn durch seine Allmacht bist du über alle Creaturen erhoben; mit dir ist der Sohn, denn er hat dich zu seiner Mutter erwählet; mit dir ist der heilige Geist, denn er hat dein Herz entzündet mit den Flammen der Liebe. Du bist gebenedeit unter den Weibern. Du bist die glücklichste unter allen Töchtern Eva's, du bist die Rose von Jericho, welche nie befleckt wurde von einem Hauche der 286Sünde, du bist die immer blühende Lilie der Thäler, welche schon die Propheten vorhergekündet haben. Du hast uns das Lamm Gottes geboren, wel ches hinwegnimmt die Sünden der Welt. sis Und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes- Jesus. In diesem Namen sollen sich alle Knie beugen, im Himmel, auf der Erde und unter der Erde! Jesus unser Heil! Jefus, unser Erretter, unser Alles! Heilige Maria Mutter Gottes. Du bist Gottes Mutter, weil das ewige Wort, welches von Ewigkeit her beim Vater ist, in der Zeit durch dich auf die Erde gekommen, weil es in deinem unbefleckten Leibe Fleisch angenommen hat. dr Bitt für uns arme Sünder! Arm sind wir an Tugend und Verdienst, erbitte uns die Gnade deines Sohnes, daß wir auf diese Weise reich werden. Sei du die Hilfe der Christen, sei du die Zuflucht der Sünder! Jeht und in der Stunde unsers Absterbens. Die Zeit des Heiles ist für uns noch nicht abgelaufen, es ist die Gegenwart, in welcher wir leben; jetzt bedürfen wir der Gnade Gottes daß wir für unser Heil wirken, so lange es noch Tag ist. Wenn aber die Nacht des Tages hereinbricht, dann, o dann verlasse uns nicht, steh' uns bei in der schweren Stunde des Sterbens! Dann 287- erbitte uns von Gott Reue und Zerknirschung, dann erbitte uns einen seligen Tod, daß wir in Frieden dahin fahren, und das Heil schauen in Christus Jesus, deinem göttlichen Sohne, der mit dem Bater und dem heiligen Geiste gleicher Gott regieret, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Die katholische Kirche*). Gott Vater ist der Gründer der katholischen Kirche; Gott Sohn ist ihr Erlöser; Gott der heilige Geist ist ihr Heiligmacher. Die selige Jungfrau ist ihre Königin, die Engeln sind ihre Beschützer, die Heiligen ihre Fürbitter, die Patriarchen sind ihr Stamm, die Propheten ihr Drakel, die Apostel ihre Begründung. Der Pabst ist ihr Haupt, die Cardinäle ihre Räthe, die Bischöfe ihre Hirten, die Priester ihre Stimme, die Diaconen ihre Haushälter, die Subdiaconen ihre Diener, die Märtirer sind ihre Zeugnisse, die Lehrer ihr Licht; die Bekenner sind ihre Stärkung, die religiösen Orden ihre Unterstützung, die heiligen Jungfrauen ihre Zierde, die Gläubigen ihre Kinder. Die Taufe ist ihre. Wiege, die Firmung ihre Kraft, das allerheiligste Sakrament des Altars - *) Aus dem Englischen. - ihre Nahrung, die Buße und letzte Dehlung sind ihre Heilmittel, die Priesterweihe ihre Gerichtsbarkeit, die Ehe ihre Pflanzschule.- Die zehn Gebote Gottes sind ihre Mauern, ihre eigenen Gebote ihre Wälle, die evangelischen Räthe ihre Außenwerke. Der Leib unsers Herrn Jesus Christus ist ihr Schak, die Unfehlbarkeit ihr Kennzeichen, das Evangelium ihr Bürge, die Einigkeit ihr Mittelpunkt, die Allgemeinheit ihr Siegel; die heilige Schrift ihr Beweis, die Ueberlieferung ihre Festigkeit. - Die Concilien sind ihre Würde, Wahrheit ist ihre Richtschnur, Sanftmuth ihr Geist, Eifer ihre Quelle, Gebet ihr schirmender Schild, Geduld ist ihr Sieg. Der Glaube ist ihr Thor, die Hoffnung ihr Weg, die Liebe ihr Ziel. Die Gnade unfers Heilandes ist ihr Reichthum, die Keuschheit ihre Blüthe. Gerechtigkeit ist ihr Pracht, Klugheit ihr Auge, Starkmuth ihr Arm, Mäßigung ist ihr Leib. Die Gerechten sind ihre Freunde, Sünde ist ihr Abscheu, die Sünder ein Gegenstand ihres Bedauerns. Die Irrgläubigen sind ihr Kummer, die Juden ihre lebendigen Zeugnisse, und die Bekehrung Aller ist die Ursache ihres beständigen Seufzens und Gebetes zu Gott. Die Ausdauer ihrer Glieder ist ihr Verlangen, die Verrherrlichung Gottes ihr Ruhm. Die heilige Dreifaltigkeit ist der Gegenstand ihrer Anbetung, der geschlachtete Gott- - - 288 - 289 mensch ihr Opfer, die Ceremonien sind ihre Zierde.. - Die Erde ist ihre Verbannung, das Kreuz ist ihr Antheil, der Himmel ist ihr Ziel.- ergernisse sind ihr Schmerz, Reue ist ihr Trost, Nachlassung der Sünden ist ihre Freigebigkeit.- Jesus Chri stus ist ihr Bräutigam, seine Gegenwart ihr Rühmen, das Ende der Welt ist der Tag ihrer Krönung. Ihr Kampf ist auf Erden, ihre Leiden sind im Fer gefeuer, ihr Triumph ist im Himmel. Und ich? bin ich ein lebendiges Glied dieser Kirche? bin ich ihre Freude? Das Verlangen meiner Seele*). Gott, du Licht der Herzen, welche dich schauen, du Leben der Seelen welche dich lieben, du Kraft der Geister, welche dich suchen, schenke mir deine heilige Liebe! Ich bitte dich, komme in mein Herz, und berausche es mit deiner Freuden Ueberfluß, daß ich aufhören kann nach Zeitlichem. zu streben. Schon schäme ich mich, und schon bin ich voll des Ueberdrußes, wenn ich gedenke meiner Nachgiebigkeit gegen die Welt. Alles, was ich sehe, stimmt mich zur Trauer, und das Gerede von hinfälligen Dingen, es widert mich an. Stehe du mir bei, o mein Herr und mein Gott, gib Freudigkeit meinem Herzen: komme, daß ich dich *) Nach Augustini Manuale de Contemplatione Christi. 25 - 290- schaue. Aber enge ist das Haus meines Herzens, bis du kommen wirst, um es zu erweitern. Zusammengesunken ist es, baue du es wieder auf! Vieles hält sich noch darinnen auf, was dein Auge beleidigt, das bekenne ich, und das weiß ich wohl; aber wer wird es denn reinigen, und zu wem, wenn nicht zu dir, soll ich rufen: Von meinen verborgenen Sünden reinige mich, und der fremden wegen schone deines Knechtes! Süßester Jesus! Ich bitte dich, lasse durch deine Liebe und durch das Verlangen nach dir mich entledigt werden von der drückenden Last fleischlicher Begierden und irdischer Wünsche. Mein Fleisch sei meinem Geiste unterthan, und mein Geist deiner Gnade, und so will ich von innen und von außen, ganz und gar deinem Willen mich unterwerfen. Mein Herz und meine Zunge, und mein hinfällig Gebein möge dich preisen immerdar. Erleuchte und erhöre meine Geisteskraft, daß ich nur bisweilen auf einen flüchtigen Augenblick, deine ewige Weisheit anschauen möge! Löse die Bande, die mich noch gefesselt halten, daß ich Alles verlasse, un dir zu dienen, um dir anzuhangen, um nach dir zu streben. Amen. Kirchenlieder und sonstige öffentliche Andachtsübungen. 25* CA fieder zur heiligen Messe. Gewöhnliches Meßlied. Zum Eingange. Wir werfen uns darnieder Vor dir, Gott Zebaoth! Erhöre unsre Lieder, Da wir nach dem Gebot, Dir dieses Opfer bringen; Verleihe nun, daß wir 68 andachtsvoll befingen, Und wohlgefallen dir! Den Tag vor Jesu Leiden Beim lekten Abendmahl, Indem er wollte scheiden Aus diesem Jammerthal, Hat er das Brot gebrochen Und ausgetheilt den Wein, Gesegnet und gesprochen: » Dieß thut, und denket mein!«< Er sprach:» Nehmt hin und effet. » Es ist mein Fleisch und Blut, » Damit ihr nicht vergesset, Was meine Liebe thut. 294» Mich opfernd will ich sterben » Um Kreuz zum Heil für euch; — -- » Wer an mich glaubt, soll erbe: » Mit mir das Himmelreich!«< O Herr, dieß Opfer steige:**** Zu dir mit Wohlgeruch, Damit dein Herz sich neige Zu deines Volks Gesuch! Wir opfern nicht mehr Kälber, Wie Uron hat gethan: Nein, Jesum Christum selber, Der uns versöhnen kann. 3um Gloria. Gott Vater, dir gehöret Lob, Ruhm und Dank und Ehr'; Was uns're Ruhe störet, Verstatte nimmermehr! Uuf Erden laß uns grünen Den Frieden jederzeit, Daß wir dir fröhlich dienen, Von Furcht und Ungft befreit! Der du der Menschen Sünden Gebüßt am Kreuzesstamm, Laß uns Erbarmung finden, Jesu! Gotteslamm! Gelobt mit Mund und Herzen Sei'st du, Gott heil'ger Geist, Der du in Ungst und Schmerzen Den Frommen Trost verleih'st! - 295 Zum Evangelium. Uus Gottes Munde gehet Das Evangelium; Auf diesem Grunde stehet Das wahre Christenthum. Gott selbst hat es gelehret, Der nicht betrügen kann; Wahl dem, der's gerne höret, Und es nimmt willig an! Sein Wort zeigt uns die Wege 3um Himmelreiche an; Es weiset uns die Stege, Bu gehen diese Bahn. Herr, drücke deine Worte Tief in die Herzen ein, Daß wir zur Himmelspforte Zu kommen, würdig ser'n! Zum Glaubensbekenntnisse. Wir glauben und bekennen Daß aus höchst weisem Rath Gott, den wir Vater nennen, Die Welt erschaffen hat; Von ihm ist ausgegangen Sein Sohn, der Jesus heißt; Er ward als Mensch empfangen Durch Gott, den heil'gen Geist. Maria hat geboren Als Jungfrau dieses Kind: Sonst wären wir verloren, Wir, die wir Sünder find. - 29644 Er litt an Leib und Seele, Schloß sterbend seinen Lauf; Stand aus des Grabes Höhle Um dritten Tage auf. Er ward hinaufgenommen Zu Gottes rechter Hand; Wann er wird wieder kommen, Ist uns zwar nicht bekannt: Doch kommt er einst, zu rächen, Und wird von seinem Thron Ein billig Urtheil sprechen Zur Strafe und zum Lohn. Wir glauben nicht alleine, Daß eine Kirche sei: Wir stimmen der Gemeine Der Heiligen auch bei. Die Sünde wird vergeben Durch Christi Diener hier; Der Leib steht auf zum Leben, Geht ein zur Himmelsthür. Zur Opferung. Herr, laß doch diese Gaben Dir wohlgefällig sein, Die wir geopfert haben! Es ist zwar Brot und Wein; Doch wird's verwandelt werden In Christi Fleisch und Blut: Dieß ist uns hier auf Erden Und den Verstorb'nen gut. — 297 Wir opfern dir den Willen, Herz und Gedanken auf! Hilf uns, daß wir erfüllen In unserm Lebenslauf, Was du uns, deinen Kindern, Zu thun befohlen haft! Nimm weg, was uns kann hindern, Nimm weg die Sündenlast! Wir legen dir zu Füßen Auch unser Hab und Gut, Und was wir hier genießen: Das Leben, Leib und Blut! Gib uns bald kühlen Regen, Bald warmen Sonnenschein, Und laß durch deinen Segen Die Felder fruchtbar sein! Bum Lobgesange. Laßt uns gen Himmel schwingen Zum Helfer in der Noth, Und dreimal heilig singen Dem Herrn Gott Zebaoth! Herr, Himmel und auch Erde Sind voll von deinem Ruhm! Hilf, das bekehret werde Das blinde Heidenthum: Daß wir hernach zusammen Dir unsre Herzen weih'n, Und, voll von Liebesflammen, Dir ein Hosanna schrei'n! - 298Herr, der in deinem Namen Kommt, sei gebenedeit! - - Die Engel sagen: Umen, Jeht und in Ewigkeit. ( Während der Wandlung betet man im Stillen.) Nach der Wandlung. Hier bet' ich auf den Knien, Verborg'ner Gott, dich an! Ich will mich nicht bemühen, Das, was du hier gethan, Durch Sinne zu begreifen: Dein Wort muß mir allein, Um hier nicht auszuschweifen, Der Grund des Glaubens sein! Die Gottheit war bedecket Allein am Kreuzaltar; pier aber ist verstecket Die Menschheit auch sogar. Dieß Denkmal deiner Güte, Dieß wahre Himmelsbrot Erinnert mein Gemüthe, D Herr, an deinen Tod! Wasch' mich von meinen Sünden, O Jesus, durch dein Blut, Und laß mich Gnade finden, Du allerhöchstes Gut! Laß bald den Vorhang fallen, Erschein' im vollen Licht, Und zeige mir und Ullen Dein glänzend Ungesicht! - 299 -- - 3um Agnus Dei. Erfreut euch fromme Seelen! Ein Wunder ist gescheh'n, Der Herr will sich verhehlen, Kein Uuge kann ihn seh'n. In Brot- und Weingestalten Ist Jesu Fleisch und Blut Auf dem Altar enthalten: Dieß größte Seelengut. Verdeckt ist hier zu finden Das wahre Gotteslamm, So aller Menschen Sünden Getilgt am Kreuzes stamm. Es ist der Seelen Speise, Wie uns der Glaube lehrt; Es nährt uns auf der Reise, Und wird doch nicht verzehrt. Wenn wir das Leben schließen, Und dieses Himmelsbrot Recht wohl bereit't genießen, So kann der bitt're Tod Uns Christen nicht erschrecken; Es ist ein Unterpfand, Daß Gott uns wird bedecken Mit seiner starken Hand. Herr Jesus! deiner Liebe Sei Ehre, Lob und Dank, Weil du nach ihrem Triebe Sur Speise und zum Trank - 300 Dein Fleisch und Blut gegeben In Brotsgestalt verhüllt, Woraus für uns das Leben Und reine Freude quillt. Entzünd' in uns Verlangen Nach diesem Sakrament! Herr, laß es uns empfangen, Wenn sich die Seele trennt! Laß uns in Frieden fahren, Von allen Sünden rein, 3u deinen Engelschaaren, Und ewig bei dir sein! Zum Segen des Priesters. Da wir nunmehr gehöret Die Messe, wie man soll: So sei auch Gott geehret! Er mach' uns segenvoll, Und laß es sich gefallen, Was wir allhier gethan; Er bleibe bei uns allen: So sind wir wohl daran. Gott wolle uns behüten, Daß uns an diesem Tag Des bösen Feindes Wüthen Nicht schädlich werden mag. Er laff' uns ohne Sünden Einst stehen vor Gericht, Damit wir Gnade finden Vor seinem Ungesicht. - 301- Gebet. Gott, ott, von dem fromme Wünsche, gute Vorsätze und gerechte Werke entspringen, gib deinen Dienern jenen Frieden, welchen die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen deinen Geboten ergeben, und gegenwärtige Zeiten durch deinen Schuß vor Feindesfurcht gesichert und ruhig seien. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Ein anderes Meßlied. Zur Anrufung des Herrn. Hier liegt vor deiner Majeſtät Im Staub' die Christenschaar, Das Herz zu dir, o Gott, erhöht, Die Augen zum Altar! Schenk' uns, o Vater, deine Huld! Vergib uns unsere Sündenschuld! D Gott, von deinem Ungesicht Verstoß uns arme Sünder nicht! Wir haben, Herr, dein Gut verschwend't, Wie der verlorne Sohn; Die Sünde hat uns so verblend't! Doch schau von deinem Thron her auf Verwirf nicht ein zerknirschtes Herz! Entzieh' die Vaterhuld uns nicht, Und sende uns din Gnadenlicht Dein Gna- den- licht, Dein göttlich Gnadenlicht. 302 Wir sind ja deiner Hände Werk, Der Schöpfung unterthan; D, gib uns Schwachen Kraft und Stärk Sieh uns in Gnaden an! - Hier bringen wir auf dem Ultar Dir ein Versöhnungsopfer dar!! Gott! der Werth des Blut's ist groß, Das einst dein Sohn für uns vergoß, Für uns- ver- goß, au Um Kreuz für uns vergoß. 3um Gloria. Gott soll gepriesen werden, Sein Nam' gebenedeit 2 Im Himmel und auf Erden, Jegt und in Ewigkeit! Lob, Ruhm und Dank und Ehre Sei der Dreieinigkeit! Die ganze Welt vermehre, Gott, deine Herrlichkeit! Zum Evangelium. Uus Gottes Munde gehet Das Evangelium; Auf diesem Grunde stehet Das wahre Christenthum. Gott felbst ist's, der uns lehret, Der Weis- und Wahrheit ist; Der seine Lehren höret: Wie glücklich ist der Christ! magas t E dru Zum Glaubensbekenntnisse. Ullmächtiger, vor dir im Staube Bekennt dich deine Creatur! Gott und Vater! ja, ich glaube Un dich, du Schöpfer der Natur! — 303 - Auch an den Sohn, der ausgegangen, Von dir geboren ewig war. Den, von dem heil'gen Geist empfangen, Die reinste Jungfrau uns gebar. Und Jesus Christus ist gekommen, Daß er versöhne uns mit Gott: Er hat die Schuld auf sich genommen, Und litt für uns den Kreuzestod, Erstand, besiegte Tod und Hölle! Fuhr zu des Vaters Rechten auf; Und wird als Richter jeder Seele Einst prüfen unsern Lebenslauf. Ich glaube: Gottes Geist regieret Die wahre Kirch' und Christenheit; Ein büßend Schaf, das sich verirret, Flieht hin zu der Barmherzigkeit. Um großen Tag wird's Fleisch erstehen. Heil'ge, helft uns insgemein, Daß wir mit euch zum Leben gehen, Miterben Christi ewig sei'n! 3ur Opferung. Nimm an, o Herr, die Gaben Uus deines Priesters Hand; Wir, die gesündigt haben, Weih'n dir dieß Liebespfand! Für Sünder hier auf Erden, In Ungst und Kreuz und Noth, Soll dieß ein Opfer werden Von Wein und reinem Brot. Nimm gnädig dieß Geschenke, Dreieinig großer Gott! Erbarm' dich unser, denke Un Christi Blut und Tod! 65 - 304 Sein Wohlgeruch erschwinge Sich hin zu deinem Thron, Und dieses Opfer bringe Uns den verdienten Lohn! - 3um Lobgesange. Singt:» Heilig! Heilig! Heilig Ist unser Herr und Gott!«< Singt mit den Engeln:» Heilig Bist du, Gott Zebaoth!« Im Himmel und auf Erden Soll deine Herrlichkeit Gelobt, gepriesen werden, Jegt und in Ewigkeit! Wir fingen froh zusammen, Von ganzer Seel' erfreut: Der in des Herrn Namen Kommt, sei gebenedeit! Hosanna in der Höhe! Gepriesen sei der Herr! Dem großem Gott geschehe Sein Lob von Meer zu Meer! ( Während der Wandlung betet man im Stillen.) Nach der Wandlung. Sieh, Vater,- von dem höchsten Throne Sieh gnädig her auf den Altar: Wir bringen die in deinem Sohne Ein wohlgefällig Opfer dar! Wir fleh'n durch ihn- wir deine Kinder, Und stellen dir sein Leiden vor! Er starb aus Liebe für uns Sünder: Noch hebt er's Kreuz für uns empor. - 305Er hat für uns sich dargegeben, Für alle Menschen insgesammt; Beim Vater, daß wir ewig leben, Vertritt er jetzt das Mittleramt. O Jesus, höre unsre Bitte! Steh' unsrer Schwachheit immer bei, Auf daß dein Leiden, deine Güte An uns niemals verloren sei! 10 1909 3um Agnus Dei. Betrachtet ihn in Schmerzen, Wie er sein Blut vergießt! Seht, wie aus Jesu Herzen Der lette Tropfen fließt! Er nahm hinweg die Sünden; Er trug all' unsre Schuld; Bei Gott läßt er uns finden Den Frieden, seine Huld. 3ur Communion. D Herr, ich bin nicht würdig, Zu deinem Tisch zu geh'n! Du aber mach mich würdig, Erhör' mein kindlich Fleh'n! D, stille mein Verlangen, Du Seelenbräutigam, Im Geist dich zu empfangen, Dich wahres Osterlamm! Zum Beschlusse. Nun ist das Lamm geschlachtet, Das Opfer ist vollbracht; Wir haben jest betrachtet. Gott, deine Lieb' und Macht¹ ARS 26 - 306 Du bist bei uns zugegen; Uus deinem Gnadenmeer Ström' uns dein Vatersegen Durch dieses Opfer her! - Lieder zur Frühmesse im Advente. JENE 1. Maria, sei gegrüßet, Du lichter Morgenstern! Der Glanz, der dich umfließet, Verkündet uns den Herrn. Von jeder Makel rein, Sollst du zum Menschenheile Des Höchsten Mutter sein! Dein Gott, zu dir gewendet, Ertheilet den Befehl Es eilt, von ihm gesendet, Der Engel Gabriel. Er spricht:» D, gnadenvoll, » Geſegnet unter Weibern » Der Herr bedenkt dein Wohl.a Dieß konntest du nicht fassen, Und batest ihn dabei, Dich recht versteh'n zu lassen, Was diese Botschaft ſei. » Maria, zittre nicht, » Denn du hast Huld gefunden » Vor Gottes Ungesicht. 512 - 307 ANA » Er will: du sollst empfangen, » Gebären einen Sohn, » Der wird durch ihn gelangen » Uuf David's Vaterthron; » Des Höchsten Sohn zugleich » Und Jesus soll er heißen; » Unendlich ist sein Reich.« ((»» Wie soll denn dieß geschehen? »» Ich kenne keinen Mann"«- » Jungfrau, du wirst sehen, » Was Gottes Ullmacht kann. » Er sendet seinen Geist; » Der wird dich überschatten, » Damit du Mutter sei'st". » In ihren alten Tagen » Kann auch Elisabeth 1 » Von seinen Wundern sagen, » Die nun gesegnet geht. » Sie heißt zwar unfruchtbar: » Doch dem ist nichts unmöglich, » Der sein wird, ist, und war."- Da sprachst du, tief geneiget: Ich bin des Höchsten Magd; »» Was du mir angezeiget, unDas sei, wie du gesagt." D freudenvolles Wort! Der Bote Gottes eilet Mit seinem Auftrag fort. Bon seines Vaters Freuden Kam jest das Wort herab, Für Sünder hier zu leiden, Bu suchen Tod und Grab. 26* - 308- - Er wählte deinen Leib, Mit Fleische sich zu kleiden, Gebenedeites Weib! Den Echak, den du empfangen: O, bring' ihn bald zur Welt! Wir warten mit Verlangen, Denn er ist jener Held, Der unsre Bande bricht, Und aus des Todes Schatten Uns rufet in das Licht. Dieß Lied sei dir gesungen, Des Heils Gebärerinn, Mit dir ergebnen Zungen, Mit dir ergebnem Sinn. Dein hochgelobtes Pfand Führ' uns auf deinen Fürspruch Hinauf ins Vaterland! 2. ( Wandlung.) Thauet, Himmel, den Gerechten, Wolken regnet ihn herab! Also rief in langen Nächten Einst die Welt, ein weites Grab! In von Gott verfluchten Gründen Herrschten Satan, Tod und Sünden; Fest verschlossen war das Thor Zu des Heiles Erb' empor. - 309 - Doch der Vater ließ sich rühren, 2 Daß er uns zu retten sann, Und den Rathschluß auszuführen, Trug der Sohn sich freudig an; Gabriel flog schnell hernieder. Kehrte mit der Untwort wieder: » Sieh! ich bin die Magd des Herrn » Was er will, erfüll' ich gern." Dein Gehorsam ist mein Leben, Jungfrau, demuthvoll und keusch, Gottes Geist wird dich umschweben, Und des Vaters Wort wird Fleisch. Menschen, betet an im Staube! Weh der Höll' und ihrem Raube! Über Udams Kindern wohl, Weil ein Heiland kommen soll! Einen Zuruf hör' ich schallen: Brüder, wacht vom Schlummer auf! Denn es naht das Heil uns Allen, Nacht ist fort, der Tag im Lauf! D, dann fort mit allen Thaten, Die die Nacht zur Mutter hatten! Künftig ziehe Jedermann Nur des Lichtes Waffen an! Laß uns wie am Tage wandeln, Nicht in Fraß und Trunkenheit,- Nicht nach Fleischbegierden handeln! Weit verbannt sei Bank und Neid! Senem gänzlich nachzuarten, Dessen Unkunft wir erwarten, Dieses ist nun unsre Pflicht, So wie sein Upostel spricht. 1422 LOE Da - 310- - Welterlöser, ich erfülle Deines treuen Knechtes Rath! Komm in meines Fleisches Hülle, Wie dein Bot' verkündet hat, Komm und bringe mir den Frieden! Menschen ist er nur beschieden, Die vom gutem Willen sind: Komm, ich bin es, göttlich Kind! Predigtlieder. Gewöhnliches Predigtlied. In Gott des Vaters, und des Sohns, Und seines Geistes Namen Sprecht hier am Fuße seines Throns, D Christen, freudig: ,, Umen!" Sprecht: ,, Umen," und bereitet euch, Nach eures Meisters Lehren Den Vater in dem Himmelreich Mit Bitten zu verehren! O Vater unser, der du bist Im Himmel und auf Erden, Dein Name, der so lieb'voll ist, Soll stets geheiligt werden! Dein Reich, von Unbeginn der Welt Bereitet allen Frommen, Das laß, wenn dieser Staub zerfällt, Für uns auch einstens kommen! - 311 - So wie auf jeden Wink von dir, Die Himmelsgeister sehen: So soll auch unter Menschen hier Dein Wille stets geschehen! Das Brot, das unsre Seele nährt, Um Dir, o Gott, zu leben, Uuch jenes, das der Leib begehrt: Sei täglich uns gegeben. Vergib uns, Bater, jede Schuld, Die wir vor dir bereuen, So wie wir Ulle mit Geduld Den Schuldigern verzeihen! Ersticke, wenn Versuchung droht, In uns des Bösen Samen! Erlöf uns jetzt und einst, o Gott, Bon allem Uebel. Umen. Weihnachtslied. Dieß ist der Tag von Gott gemacht, Ich will mich herzlich freuen; Uuch mich hat heut' der Herr bedacht; Ich will ihm Lieder weihen. Das Heil, das aus der Jungfrau Schooß Heut' allen Adams- Kindern sproß, Ist auch für mich geboren. Vor deiner Krippe sing' ich dann, Und bete meinen Heiland an In Wonne ganz verloren. - 312 - In meiner Bildung liegt er hier, Den keine Namen nennen! Gott! o Kind! geläng' es mir Die Gutthat ganz zu kennen! Du steigest von dem Thron herab, Den die mit sich dein Vater gab, Um hier für mich zu leiden! Du wählest, mir zu nüßen, heut' Für Ueberfluß die Dürftigkeit, Den Stall für Himmelsfreuden. Du weinst, mein Jesus! Sei gegrüßt, O gnadenreiche Zähre! Sei mir mit Ehrfurcht aufgeküßt, O Tropfen aus dem Meere, Das einstens blutig strömen soll Für mein und aller Sünder Wohl! Sei auch für mich geweinet! Erwärme kalter Christen Herz, Das ihres Heiland's ersten Schmerz Nicht zu empfinden scheinet! Das meine soll dein Wohnplag sein, Geliebtester aus Ullen! Es soll, wie neu geschaffen,[ rein, Von Engeltrieben wallen. Komm aus der Krippe, komm zu mir, Bring echte Frömmigkeit mit dir Und wahre Christen- Sitten! D! noch nicht Richter, noch ein Kind! Dieß macht mich hoffen; Kinder sind Sa leichter zu erbitten. 12 1 313 - Du fehrest einst in Majestät, Vom Engelheer umeinget, Wenn diese Welt zu Trümmern geht, Der Staub aus Gräbern dringet: Dann muß auch ich hin in's Gericht, Ullweiser! vor dein Angesicht, Von Furcht und Ungst durchdrungen; D, sprich dann: ich erkenne dich, Du hast vor meiner Krippe mich Mit Inbrunst einst besungen. Fastenlied. Laß mich deine Leiden singen, Dir des Mitleids Opfer bringen, Unverschuld'tes Gotteslamm, Das von mir die Sünde nahm! Jesus, drücke deine Schmerzen Tief in aller Christen Herzen, Laß mir deines Todes Pein Trost in meinem Tode sein! In's Gericht für Menschen treten, 3um erzürnten Vater beten, Seh' ich dich mit Blut bedeckt Auf dem Delberg hingestreckt! Jesus, drücke deine Schmerzen Tief in aller Christen Herzen, u. f. w. Dich zu binden und zu schlagen, 3u beschimpfen und zu plagen, Nahet sich der Feinde Schar: Und du gibst dich willig dar. 27 - 314- - Jesus, drücke deine Schmerzen Tief in aller Christen Herzen, u. s. w. Von den Richtern, die dich hassen, Wilden Kriegern überlassen, Strömet dein unschuldig Blut Unter frecher Geißeln Wuth. Jesus, drücke deine Schmerzen Tief in aller Christen Herzen, u. f. w. Unter lautem Spott' und Hohne Seh' ich eine Dörnerkrone, Die, mein Heiland, scharf gespist, Deine Stirne schmerzlich rißt! Jesus, drücke deine Schmerzen Tief in aller Christen Herzen, u. s. w.. Wundenvoll, erblaßt, entkräftet, Un das Opferholz geheftet, Seh' ich, wie ein Gottmensch stirbt Und den Sündern Heil erwirbt. Jesus, drücke deine Schmerzen Tief in aller Christen Herzen, u. s. w.. Heiland, meine Misfethaten Haben dich verkauft, verrathen, Dich gegeißelt und gekrönt, Un dem Kreuze dich verhöhnt! Uh, es reuet mich vom Herzen; Laß, mein Heiland, deine Schmerzen, Deines Mittler- Todes Pein, Nicht an mir verloren sein! - 315Osterlied. - Der Heiland ist erstanden, Befreit von Todesbanden, Der als ein wahres Osterlamm, Für mich den Tod zu leiden, fami Alleluja! Nun ist der Mensch gerettet, Und Satan angekettet; Der Tod hat keinen Stachel meht, Der Stein ist weg, das Grab ist leen. Alleluja! Der Sieger führt die Schaaren, Die lang gefangen waren, In seines Vaters Reich empor, Das Adam sich und mir verlor. Alleluja! D, wie die unben prangen, Die er für mich empfangen! Wie schallt der Engel Siegsgefang Dem Starken, der den Tod bezwang.. Alleluja! Mein Glaube darf nicht wanken! O tröstliche Gedanken: Ich werde durch sein Aufersteh'n Gleich ihm aus meinem Grabe geh'n. Ulleluja! Die Nacht, die mich dort decet, Bis mich der Engel wecket, 27* 316- Ist kurz; dann ruft mein Heiland mich In's Reich, wo niemand stirbt, zu sich. Ulleluja! - Meer der Seligkeiten! Den Ort mir zu bereiten, Ging mein Erlöser hin vor mir: Erstandener, ich folge dir! Ulleluja!: Ja, durch ein neues Leben Will ich zur Höhe streben, Wo du mit deinem Vater thronst. Und jede gute That belohnst! Ulleluja! Dann werd' ich im Gerichte Vor deinem Ungesichte Von deinem Blute glänzend steh'n ,. Und zu des Lammes Hochzeit geh'n.. Ulleluja! Ulleluja! Ulleluja! Ulleluja! Wie du vom Tod' erstanden bist, Laß uns ersteh'n, Herr Jesus Chrift!! Ulleluja! - 317- Pfingstlied. Komm, heiliger Geist, o dritte Person, Von einer Natur mit Vater und Sohn! Der du von seiner Sündenlast So manches Herz befreiet haft: Komm, heiliger Geist, erwünschtester Gast! Komm, heiliger Geist! auf uns jetzt herab So wie dich einst Gott den Gläubigen gab Als ihre noch geringe Zahl, Versammelt im verschloss'nen Saal, Sich sehnte nach dir, du göttlicher Strahl! Komm, heiliger Geist! ein Tröster genannt Es werde durch dich der Kummer verbannt, Der uns verstört in unsrer Pflicht! Die Trägheit überwind't uns nicht, Wenn du uns entflammst, o mächtiges Licht! Komm, heiliger Geist, vom himmlischen Thron! Dir werden zugleich mit Bater und Sohn In unzertheilter Wesenheit Von nun an bis in Ewigkeit Unbetung und Dank und Jubel geweiht! 1 - 318Hymnus des h. Thomas von Aquin. ( Pange lingua.) Sing', o Bunge, des glorreichen Leib's Geheimniß hehr und groß, Und des Bluts, dem nichts zu gleichen, Das die Frucht aus reinstem Schoos Und der Herr von allen Reichen Einst zum Preis der Welt vergoß. Uns geboren, uns gegeben Aus der Jungfrau unversehrt, Wollt' er mit den Menschen leben, Hat das Wort des Heils gelehrt, Und am Schluß fein lieb'voll Streben, Wunderstiftend, neu bewährt. Eh' er hinging zu vollenden Wollt' er mit der Brüderschaar Erst das Ostermal beenden, So nach alter Sagung war; Reichte dann mit seinen Händen Ihnen sich als Speise dar. Und das Wort, das Fleisch ist, kehret Durch sein Wort in Fleisch das Brot, Und in Christi Blut verkläret Wird der Wein, weil er's gebot; Hier Gefühl und Sinn nichts lehret, Nur der Glaub' allein ist noth. 319 ( Tantum ergo Sacramentum.) Laßt uns nun anbetend knieen! Vor dem großen Sakrament, Das uns Leben hat verliehen, Und erfüllt das Testament; Was dem Aug' sich muß entziehen, Doch der Glaube weiß und kennt. ( Genitori Genitoque.) Dem Erzeuger und Erzeugten Ruhm und Preis und Jubelchor, Ihm, dem mild zu uns Gebeugten Steige Huldigung empor, Und dem Geist, dem Unerzeugten Der aus beiden geht hervor. Lied zum heil. Geiste. ( Veni sancte Spiritus.) Komm, o heil'ger Geist, o komm! Gieß von deines Lichtes Strom Einen Strahl auf uns herab! Vater, der die Urmen liebt, Allen alles Gute gibt, Licht der Herzen, komm herab! Guter Tröster, holder Gast Unserer Seele, du nur hast Süße Labung für das Herz. Du, durch den der Müde ruht, Du gibst Kühlung in der Glut, Du quillst Tröstung in den Schmerz - 320 Deines heil'gen Lichtes Schein Dringe tief in's Inn're ein Deiner wahren Gläubigen. Ohne deine Gnade, Herr! Ist im Menschen alles leer, Voll der Schuld und Irrungen. Gib als einen Wanderstab Deine siebenfache Gab', Heil'ger Geist, der Christenheit. Gib der Tugend Gnadenlohn, Gib zuleht die Siegeskron' Gib die ew'ge Seligkeit! Lied am Frohnleichnamsfeste. D Engel Gottes, eilt hernieder, Und menget euch in unsre Lieder! Der Tag ist festlich uns und euch. Das Himmelsbrot, das wir heut ehren, Mit dem sich unsre Seelen nähren, Dieß Brot macht Mensch und Engel gleich. D, kommt, so wie ihr einst im Saale Bei Jesu lettem Abendmahle Erstaunungsvoll zugegen war't! Ihr fahet dort das Brot ihn brechen, Ihr hörtet ihn mit Liebe sprechen: » Dieß nehmt vor meiner Himmelfahrt.« » Dieß ist mein Leib: den will ich schenken: Es sei zu meinem Ungedenken, - 321- » So oft ihr Freunde, dieses thut; » So oft ihr dieß Geheimniß handelt, » Wird Brot und Wein, wie jest, verwandelt » In eures Meisters Fleisch und Blut.« DUbgrund unbegriffner Güte! War's nicht genug, in einer Hütte Für uns das Licht der Welt zu seh'n! Die Zeit von mehr als dreißig Jahren, Verachtet, arm und in Gefahren, Mit Undankbaren umzugeh'n? Die Kranken, nicht genug, zu heilen, Trost, Rath Gesunden zu ertheilen, Der Weisheit Lehrer uns zu sein? Für uns in frecher Henker Händen Das Leben und die Qual zu enden, Uns von der Hölle zu befrei'n? Onein! Es wallen neue Triebe Der ewig uns verheiß'nen Liebe In unsers Heilands treuer Brust; Die lehren ihn das Mittel finden, Sich uns noch enger zu verbinden- Bei Menschenkindern sucht er Lust. Er läßt bis an das End' der Zeiten Bei uns sich einen Sie bereiten, Uns feine Neigung darzuthun. Der Gottheit Schimmer einzuhalten, Berhüllt er sich in Brotsgestalten Und will in unsern Herzen ruh'n. D Christen, laßt uns Blumen pflücken, Und Tempel und Ultäre schmücken - 322 - Das Nauchfaß hauche süßen Duft Die Priesterschaft im Feierkleide Verkündige der Kirche Freude! Die Glocke schalle froh zur Luft! O lasset uns mit Jubelliedern Der Liebe Wunderwerk erwiedern, Dem dieser Tag geheiligt ist! Preis, Ehre dir im Sakramente, Nach dem sich einst die Vorwelt sehnte, Der du zu uns gekommen bist! Laßt» Heilig! Heilig! Heilig!« schallen Dem Menschenfreunde, der vor Ullen Bei seinem Christenvolke wohnt; Dem Lamme, das in Broteshülle Mit aller seiner Gnadenfülle Auf unsern Prachtaltären thront. Du bist es, Herr! Gott unfrer Väter Du Brot der Starken, unser Netter! Du bist's in deines Priesters Hand! Wir follen beten an im Staube; Das Uug' ist blind, doch sieht der Glaube: Dein Wort ist ihm ein Unterpfand. Erbarmer! laß uns nicht erröthen, Wenn wir in Leibs- und Seelennöthen Zu deinem Heiligthume flieh'n! Gib heut und allzeit deinen Segen! Laß Fürst und Volk auf ihren Wegen Vor dir in deinem Frieden zieh'n! Sei stets auf dieser Lebensreise Geprüfter Christen Seelenspeise, 323Du hochgelobtes Himmelsbrot! Und, Herr! in deinem Friedenskuffe, In deinem seligen Genusse Vollend' uns einstens unser Tod! Lied vor dem allerheiligsten AltarsSakramente. ( Die lezten zwei Verse werden jedesmal wiederholt.) Komm o fromme Christenschaar! " Wirf dich nieder am Altar, Denn es stellt in Brotsgestalten Sich dein Heiland dar! Hier ist Jefu Fleisch und Blut, Hier das allerhöchste Gut Keine Seele geht verloren Unter seiner Huth. Sei geehrt, gebenedeit, Trost in Widerwärtigkeit, Allen, die sich dir vertrauen, Wahre Sicherheit!" Gib uns Segen, großer Gott! Wandervolles Himmelsbrot, Hilf den Deinen, und bewahre Sie vor aller Neth! Gib uns wahre Buß' und Reu, Mach' uns von den Sünden frei, Daß nach Glauben, Hoffen, Lieben Unser Trachten fei! - 324 1 Ist nun unsre Pflicht gethan, Und vollend't des Lebens Bahn: D, dann nimm zu deinen Freuden Unfre Seelen an! Gei gelobt, gebenedeit, Heiligste Dreieinigkeit! Jesu Preis im Sakramente Bis an's End' der Zeit. Lied zur heiligen Maria. Snabenquelle, sei gegrüßt, Quelle, die beständig fließt Trost der Christen, o Maria, Jungfrau, fei gegrüßt! Sei gegrüßt zu jeder Stund In dem Herzen, mit dem Mund! Alles machet deine Würde, Deine Gnaden kund! Liebste Mutter, wir sind dein! Beig' dich, Mutter stets zu sein; Schreib' uns Ulle deinem Herzen Unauslöschlich ein! Du warst noch zu jeder Beit Ursach' unsrer Fröhlichkeit: Sei es bis zum Lebensend Und in Ewigkeit. - 325Matteres i unerhört, Daß dein Sohn dir nicht gewährt, Guitig hof begehet! Benn Gefahr der Seele broht, In des Lebens jeter Roth, Rettet und in deinem Namen Der verföhnte Gott. Schreckt der Sünden schwere Saft: Sei zu dir Bertrau'n gefaßt. Die du dich der Sünder Zuflucht Stets gezeiget haft! Wer dich in Betrübniß bat, Fand bei dir, Maria, Rath! Trost, wer immer dir, der Mutter, Sich empfohlen hat! 1 Uuch zu streiten bis auf's Blut Um des Himmels großes Gut, Bringst du, Reinste, den Versuchten Neue Kraft und Muth! Groß ist unsrer Feinde Zahl Hier in diesem Thränenthal: Rette Mutter, deine Kinder Vor dem Sündenfall! Und, wann Seel' und Leib sich trennt, Nur noch schwach das Herz dich nennt: D, dann bitte, Mutter!- bitte Um ein fel'ges End' - 326 Nach vollbrachtem legten Streit Führ uns in die Ewigkeit! Milde Jungfrau, zeig' uns Jesus In der Herrlichkeit! Ambrosianischer Lobgesang. Te deum laudamus etc. 6₁ Proßer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke! Vor dir neigt die Erde sich, Und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit: So bleibst du in Ewigkeit! Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphim Stimmen dir ein Loblied an; Alle Engel, die dir dienen, Rufen dir stets ohne Ruh': » Heilig! Heilig! Heilig!" zu. Heilig, Herr, Gott Sabaoth: Heilig, Herr der Kriegesheere! Starker Helfer in der Noth! Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt von deinem Ruhm; Ulles ist dein Eigenthum! Der Upostel Christi Chor, Der Propheten große Menge Schickt zu deinem Thron empor, Neue Lob- und Dankgesänge! - 327- - Der Blutzeugen große Schaar Lobt und preist dich immerdar! Auf dem ganzen Erdenkreis Loben Große und auch Kleine Dich, Gott Vater! dir zum Preis Singt die heilige Gemeine Sie ehrt auch auf seinem Thron. Deinen eingebornen Sohn! 1 Sie verehrt den heiligen Geist, Welcher uns mit seinen Lehren Und mit Troste kräftig speist, Der, o König voller Ehren, Der mit dir, Herr Jesus Christ, Und dem Vater ewig ist! Du, des Vaters ew'ger Sohn, Hast die Menschheit angenommen; Du bist auch von deinem Thron Zu uns auf die Welt gekommen. Gnade hast du uns gebracht, Von der Sünd' uns frei gemacht. Nunmehr steht das Himmelsthor Allen, welche glauben, offen; Du stellst uns dem Vater vor, Wenn wir kindlich auf dich hoffen. Endlich kommst du zum Gerich, t Zeit und Stunde weiß man nicht. - Steh', Herr, deinen Dienern bei, Welche dich mit Demuth bitten, Die dein Blut dort machte frei, U18 du für un 8 hast gelitten: — 328 - Nimm uns nach vollbrachtem Lauf Zu dir in den Himmel auf! Sieh dein Volk in Gnaden an; Hilf uns! Segne, Herr, dein Erbe,- Veit' es auf der rechten Bahn, Daß der Feind es nicht verderbe! Hilf, daß es durch Buß' und Fleh'n. Dich im Himmel möge seh'n! Alle Tage wollen wir Dich und deinen Namen preisen, Und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen! Gib daß wir von Sünden heut Und von Lastern sei'n befreit! Herr, erbarm'- erbarme dich! Ueber uns, Herr, sei dein Segen! Deine Güte zeige sich, So wie wir zu hoffen pflegen! Auf dich hoffen wir allein: Laß uns nicht verloren sein! - 329 - Uebung der göttlichen Tugenden. 1. Glaube. Ich glaube an dich, wahrer dreieiniger Gott, Bater, Sohn und heiliger Geist, der du alles erschaffen hast, der du Alles erhältst und regierest, der du das Gute belohnest und das Böse bestrafest. Ich glaube, daß der Sohn Gottes Mensch geworden ist, um uns durch seinen Tod am Kreuze zu erlösen, und daß der heilige Geist durch seine Gnade uns heiliget. Ich glaube und bekenne Alles, was Jesus Christus gelehret hat, was die Apostel geprediget haben, und was die heilige römisch- katholische Kirche uns zu glauben vorstellet. Dieses Alles glaube ich, weil du, o Gott, es geoffenbaret haft, der du die ewige Wahrheit und unendliche Weisheit bist, welche weder betriegen noch betrogen werden kann. O Gott, vermehre meinen Glauben! 2. Hoffnung. Ich hoffe und vertraue auf deine unendliche Güte und Barmherzigkeit, o Gott, daß du mir 28 - 330 - durch die unendlichen Verdienste deines eingebornen Sohnes, Jesus Christus, in diesem Leben die Erkenntniß, wahre Reue und Verzeihung meiner Sünden ertheilen, nach dem Tode aber die ewige Seligkeit geben und verleihen wirst, dich von Ungesicht zu Ungesicht zu sehen und zu lieben, und ohne Ende zu genießen. Ich hoffe auch von dir die nöthigen Mittel, alles dieses zu erlangen, weil du es versprochen hast, der du allmächtig, getreu, unendlich gütig und barmherzig bist. D Gott, stärke meine Hoffnung! 3. Liebe. O mein Gott, ich liebe dich aus meinem ganzen Herzen über Alles, weil du das höchste Gut, weil du unendlich vollkommen und aller Liebe würdig bist! Auch deßhalb liebe ich dich, weil du gegen mich und alle Geschöpfe höchst gütig bist. Ich wünsche vom ganzen Herzen, daß ich dich eben so lieben möchte, wie dich deine treuesten Diener lieben und geliebt haben; mit deren Liebe vereinige ich meine unvollkommene Liebe; vermehre fie in mir, o gütigster Herr, immer mehr und mehr. Weil ich dich nun aufrichtig und innigst zu lieben wünsche, und es zu thun mich ernstlich bestrebe: so ist es mir von Herzen leid, daß ich dich, mein höchstes Gut, welches ich über Alles lieben soll, - 331- - meinen Schöpfer, Erlöser und Heiligmacher, erzűrnet habe; es schmerzet mich, daß ich gesündiget, daß ich dich, meinen besten Vater, meinen allmächtigen Herrn und gerechten Richter, beleidiget habe. Ich nehme mir ernstlich vor, alle Sünden sammt allen bösen Gelegenheiten zu meiden, die begangenen Missethaten mehr und mehr zu bereuen, die Bosheit der Sünde öfters zu betrachten, und niemals wider deinen heiligsten Willen zu handeln; nimm mich wieder zu deinem Kinde auf, und gib mir die Gnade zur Erfüllung dieses meines Vorsatzes! Darum bitte ich dich durch die un endlichen Verdienste deines göttlichen Sohnes, unsers Herrn und Erlösers, Jesus Christus. Amen. 28* 332 Litanei von allen Heiligen. ( Diese Pitanei, sammt den dazu gehörigen Gebeten, wird, mit Ausnahme der Sonnabende und Frauentage, täglich beim nachmittägigen Gottesdienste mit lauter Stimme und unter Beantwortung des Volkes gebetet.) Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christus, höre uns!- Christus, erhöre uns! Gott Vater im Himmel! Gott Sohn, Erlöser der Welt! Gott heiliger Geist! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerinn, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Heiliger Michael, Heiliger Gabriel, Heiliger Raphael, unser! erbarme dich bitt' für uns! Alle heilige Engel und Erzengel, bittet für uns! Alle heilige Chöre der seligen Geister, bittet für uns Heiliger Johannes der Täufer, bitt' für uns! Heiliger Joseph, bitt' für uns! Alle heilige Patriarchen und Propheten, bittet für uns! Heiliger Petrus, bitt' für uns! - Heiliger Thaddäus, Heiliger Mathias, Heiliger Barnabas, Heiliger Lukas. Heiliger Markus. 333- Heiliger Paulus, Heiliger Andreas, Heiliger Jakob, Heiliger Johannes, Heiliger Thomas, Heiliger Jakob, Heiliger Philipp, Heiliger Bartholomäus, Heiliger Matthäus, Heiliger Simon. bitt für uns! Alle heilige Apostel und Evangelisten, bittet für uns! Alle heilige Jünger des Herrn, bittet für uns! Alle heilige unschuldige Kinder, bittet für uns! Heiliger Stephan, Heiliger Laurenz, Heiliger Vinzenz, Heiliger Fabian urt Sebastian, Heiliger Johann und Paul, Heiliger Kosmas und Damian, Heiliger Gervasius und Protasius, Alle heilige Märtyrer, bittet für uns! Heiliger Silvester, bitt' für uns! bitt' für uns! bittet für uns! Heiliger Gregor, Heiliger Ambros, Heiliger Augustin, Heiliger Hieronimus, Heiliger Martin, Heiliger Nikolaus, Heiliger Anton, Heiliger Benedikt, - Heiliger Bernhard, Heiliger Dominik, Heiliger Franz, Alle heilige Bischöfe und Beichtiger, bittet für uns! Alle heilige Lehrer, bittet für uns! 334- Heilige Luzia, Heilige Agnes, Heilige Cäcilie, Heilige Katharina, Heilige Anastasia, Heilige Maria Magdalena, bitte für uns! Heilige Agatha, bitt' für uns! Alle heilige Priester und Leviten, bittet für uns! Alle heilige Mönche und Einsiedler, bittet für uns! bitt' für uns! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Von allem Uebel, erlöse uns, o Herr! bitt' für uns! Alle heilige Jungfrauen und Witwen, bittet für uns! Alle Heilige Gottes, bittet für uns! Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr! -335- - Von aller Sünde, Von deinem Zorne, Vom gähen und unversehenen Tode, Von den Nachstellungen des Teufels, Vom Zorne, Haß, und allem bösen Willen, Von dem Geiste der Unlauterkeit, Von Blitz und Ungewitter, Von Pest, Hunger und Krieg, Von dem ewigen Tode, Durch das Geheimniß deiner h. Menschwerdung, Durch deine Ankunft, Durch deine Geburt, Durch deine Taufe und dein heiliges Fasten, Durch dein Kreuz und Leiden, Durch deinen Tod und Begräbniß, Durch deine heilige Auferstehung, Durch deine wunderbare Auffahrt, Durch die Ankunft des h. Geistes, des Trösters, Am Tage des Gerichtes, erlöse uns, o Daß du uns verzeihest, Daß du uns zu wahrer Buße bringen wollest, Daß du deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, Daß du den apostolischen obersten Hirten. Herr! Wir armen Sünder, wir bitten dich erhöre uns! Daß du uns verschonest, erhöre uns! wir bitten di 5, 336 und alle Stände der Kirche in deiner heiligen Religion erhalten wollest, Daß du die Feinde der heiligen Kirche demüthigen wollest, Daß du den christlichen Königen und Fürsten wahre Einigkeit geben wollest, Daß du dem ganzen christlichen Volke Frieden und Einigkeit verleihen wollest, Daß du uns in deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wollest, Daß du unsere Gemüther zu himmlischen Begierden erhebest, Daß du alle unsere Gutthäter mit den ewigen Güthern belohnest, Daß du unsere, und unserer Brüder, Freunde und Gutthäter Seelen vor der ewigen Verdammniß bewahrest, Daß du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest, — Daß du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, Daß du uns erhören wollest, wir bitten dich: erhöre uns! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! - Christus, höre uns! Herr, Christus, Herr, O du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt: erbarme dich unser, o Herr! Christus, erhöre uns! erbarme dich unser! pi sbale 0 337 - ( Vater unser u. s. w.) gamistup him in adob Psalm 69. Psalm dia 2 69.2 ånd dull c O Gott, merke auf meine Hülfe! Herr, eile mir zu helfen! big en gl Schamroth und zu Schanden sollen werden, die meiner Seele nachstellen. indig na Sie sollen zurückweichen und in Schanden stehen, die mir Uebles wollen. Sie sollen schamroth abtreten, die mir sagen Da, da, recht auf ihn! Aber Alle, die dich suchen, sollen frohlocken und sich in dir erfreuen, und die dein Heil lieben, follen immerdar sagen: Hochgelobet sei der Herr: Ich aber bin bedürftig und arm; o Gott, stehe mir bei! thig iars Du bist mein Helfer und Erlöser; o Herr, verweile nicht zu lange! Ehre sei dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste, 29 338- id Wie es war im Unfange, jetzt und allweg und zu ewigen Zeiten. Amen. NO - P. Mache selig deine Diener vo V. Die auf dich hoffen, mein Gott! P. Sei uns, Herr, ein starker Thurm! V. Wider unsre Feinde. P. Lasse den Feind nichts vermögen wider uns! V. Und das Kind der Bosheit schade uns nicht. P. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden; V. Und vergelte uns nicht nach unsern Bosheiten. P. Lasset uns beten für unsern obersten Hirten N. V. Der Herr erhalte ihn, mache ihn lebendig und selig auf Erden, und übergebe ihn nicht in die Hände seiner Feinde. P. Lasset uns beten für unsere Wohlthäter! V. O Herr, du wollest allen unsern Wohlthätern um deines Namens willen das ewige Leben geben. P. Lasset uns beten für alle abgestorbenen Christgläubigen! V. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. P. Lasse sie ruhen in Frieden. V. Amen. P. Lasset uns auch beten für unsere abwesenden Brüder! jie maand mos id n 339 - V. O mein Gott, mache deine Diener selig, die di auf dich hoffen. P. O Herr, sende ihnen Hülfe von dem Heiligthume; V. Und von Sion beschüße sie! P. Herr, erhöre mein Gebet; V. Und lasse mein Geschrei zu dir kommen! sid # 19 Sebet. Gott, dem das Erbarmen und Schonen immer eigen ist, nimm an unser flehentliches Gebet, auf daß wir und alle deine Diener, die wir in Ketten der Sünde liegen, durch deine erbarmende Güte gerettet werden. Wir bitten dich, o Herr, nimm an unser demütiges Gebet, und verschone die, die ihre Sünden bekennen, auf daß wir zugleich Verzeihung und den Frieden nach deiner Güte erlangen. O Herr, erzeige uns gnädiglich deine unaussprechliche Barmherzigkeit, auf daß du uns zugleich von allen Sünden erlösest, und von der Strafe, die wir für solche verdienen, errettest! O Gott, der du durch die Sünde beleidiget und durch die Buße versöhnet wirst, sich gnädig an das Gebet deines demütigen Volkes, und werde ab die Geißel deines Grimmes, welche wir für unsere Sünden verdienen! 29* - 340 - - si Allmächtiger, ewiger Gott! Erbarme dich deines Dieners N., unsers obersten Hirten; leite ihn nach deiner Milde auf dem Wege des ewigen Heils damit er durch deine Hülfe, was dir gefällig, begehre und kräftig vollbringe. ned drill O Gott, von welchem fromme Wünsche, gute Vorsätze und gerechte Werke entspringen, gib deinen Dienern einen solchen Frieden, welchen die Welt nicht geben kann, auf daß unsere Herzen deinen Geboten ergeben, und gegenwärtige Zeiten durch deinen Schutz vor des Feindes Furcht gesichert und ruhig seien. O Herr, entzünde unsere Nieren und Herzen mit dem Feuer deines Geistes, auf daß wir mit kuschem Leibe dir dienen, und mit reinem Herzen gefallen mögen! O Gott, ein Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinen Verzeihung aller Sünden, auf daß mug sie die gnädige Nachlassung, welche sie allzeit gewünschet, durch die gottselige Fürbitte erlangen. O Herr, wir bitten dich: du wollest unserm Thun und Lassen mit deiner Gnade zuvorkommen, und dasselbe durch deine Hülfe fortsetzen, damit alle unsere Gebete und Werke von dir jederzeit anfangen, und, durch dich angefangen, durch dich geendiget werden. - 341- — Ullmächtiger, ewiger Gott, der du herrschest über die Lebendigen und die Todten, und dich Aller erbarmest, welche du aus dem Glauben und Wirken für die Deinen erkennest: wir bitten dich demütig, daß jene, für welche wir uns vorgenommen, unser Gebet zu verrichten, sie mögen nun noch in dieser Welt, oder davon abgeschieden sein, durch die Fürbitte aller deiner Heiligen nach deiner Gütigkeit, Verzeihung aller ihrer Sünden. erlangen mögen. Durch unsern Herrn, deinem Sohn Jesum Christum, der mit dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkei zu Ewigkeit. Amen. Gebet für den Landesfürsten. Gott, du Beschützer aller Neiche, und besonders des christlichen Kaiserthums! Verleihe deinem Diener, unserm Kaiser N., daß er deine Macht durch welche er sieget, erkenne und verehre, damit, weil er durch deine Anordnung Landesfürst gewor den ist, er durch deinen Schutz allzeit mächtig sei. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit dir lebt und und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. di - 342 - Gebet für das allgemeine Anliegen der Christenheit. Numächtiger, ewiger Gott! Herr, himmlischer Va ter! Siehe an mit den Augen deiner grundlosen Barmherzigkeit unsern Jammer, unser Elend und unsere Noth. Erbarme dich aller Christgläubigen, für welche dein eingeborner Sohn, unser Herr und Heiland Jesus Christus, in die Hände der Sünder willig gekommen, und auch sein kostbares Blut am Stamme des heiligen Kreuzes vergossen hat. Durch diesen Herrn Jesum wende ab, gnädigster Bater, die wohlverdiente Strafe, gegenwärtige und zukünftige Gefährlichkeit, schädliche Empörung, Kriegsrüstung, Theuerung, Krankheit, und betrübte armselige Zeiten. Erleuchte auch und stärke in allem Guten geistliche und weltliche Regenten, damit sie Alles befördern, was zu deiner göttlichen Ehre, zu unserm Heile, zum gemeinen Frieden und zur Wohlfahrt der Christenheit ge= deihen mag. Verleihe uns, o Gott des Friedens, echte Vereinigung im Glauben ohne alle Spaltung und Zertrennung! Bekehre unsere Herzen zur wahren Buße und Besserung unsers Lebens. Zünde in uns an das Feuer deiner Liebe. Gib uns einen Hunger und Eifer zu aller Gerechtigkeit, damit wir als gehorsame Kinder im Leben und - - 343 Sterben dir angenehm und wohlgefällig seien. ou willst, o Gott, daß Wir bitten auch, wie du wir bitten sollen: für unsere Freunde und Feinde, für Gesunde und Kranke, für alle betrübten und leidenden Christen, für Lebendige und Abgestorbene. Dir sei für immer empfohlen, o Herr, all unser Thun und Lassen, unser Handel und Wandel, unser Leben und Sterben.- Laß uns nur deine Gnade hier genießen, und dort mit allen Auserwählten erlangen, daß wir in ewiger Freude und Seligkeit dich loben und ehren mögen. Das verleihe uns, o Herr, himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn und Heiland, welcher mit dir und dem h. Geiste gleicher Gott- lebet und regieret in Ewigkeit Umene - ( Für die allgemeinen Bedürfnisse werden 5 ,, Vater unser" und ,, Uve Maria" sammt dem Glauben gebetet.) 1 BG 10 domuz siapisonalia G. - 344- Lauretanische Litauci. and no ( Dieſe Litanei wird beim nachmittägigen Gottesdienste an SonnOnu din abenden und Frauentagen gebetet.) sofisod din spidn Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser; Herr, erbarme dich unser Christus, höre uns!- Christus erhöre uns! Gott Vater im Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Christi, Mutter der göttlichen Gnade, Allerreinste Mutter, Ullerkeuschefte Mutter, naduonial Du ungeschwächte Mutter, Du unbefleckte Mutter, Du liebliche Mutter, Du wunderbare Mutter, Du Mutter unsers Schöpfers, Du Mutter unsers Erlösers, Du allerweiseste Jungfrau, unser! erbarme dich bitt' für uns! - 345- Du ehrwürdige Jungfrau, Du lobwürdige Jungfrau, Du Spiegel der Gerechtigkeit, Du Sitz der Weisheit, Du Ursache unsers Heils, Du mächtige Jungfrau, piling sila Du gütige Jungfrau, sotto m Du getreue Jungfrau, Du geistliche Rose, Du Thurm Davids, sd nigindle Du geistliches Gefäß, Du ehrwürdiges Gefäß, Du vortreffliches Gefäß der Andacht, Du elfenbeinener Thurm, Du goldenes Haus, Du Arche des Bundes, Du Pforte des Himmels, Du Morgenstern, Du Heil der Kranken, Du Zuflucht der Sünder, Du Trösterin der Betrübten gindi nG Du Hülfe der Christen, Du Königin der Engel, Du Königin der Patriarchen, bis Du Königin der Propheten, Du Königin der Apostel, gidiju Du Königin der Märterer, ins bitt' für uns 8511 - 346- Du Königin der Beichtiger, Du Königin der Jungfrauen, sgiaid Du Königin aller Heiligen, O du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt: verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt: erhöre uns, o Herr! du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt: erbarme dich unser, o Herr! ( Vater unser, Uve Maria.) uns! bitt' für Unter deinen Schuß und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin! Verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöthen, sondern erlöse uns alle= zeit von aller Gefahr! O du glorwürdige und ge= benedeite Jungfrau, unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherinn, versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stell' uns deinem Sohn vor. P. Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin! V. Daß wir theilhaftig werden der Verheißungen Christi. ipino. Wir bitten dich, o Herr: gieße deine Gnade in unsere Gemüther aus, damit wir die durch den Engel verkündigte Menschwerdung Jesu, deines Sohnes, erkennen, und durch sein Leiden und - 347- - - Kreuz zur Herrlichkeit und Glorie der Auferstehung geführet werden. Durch denselben Christus, unsern Herrn. Amen. P. Bitte für uns, o heiliger Joseph! fod istiss V. Daß wir theilhaftig werden der Verheißungen Christi. RU sido A e MA Wir bitten dich, o Herr, daß uns durch die Verdienste des Bräutigams deiner allerheiligsten Gebärerin geholfen werde, damit, was unser Vermögen nicht erhalten kann, uns durch seine Fürbitte geschenket werde; der du lebest und regierest mit Gott dem Vater, in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Umen. Gegrüßet seist du Königin! Mutter der Barmherzigkeit, unsers Lebens Süßigkeit, und unsere Hoffnung, sei gegrüßt! Zu dir schreien wir elende Kinder Evä; zu dir seufzen wir trauernd und weinend in diesem Thale der Zähren. Eja, unsere Fürsprecherin, wende deine barmherzigen Augen zu uns, und nach diesem Elende zeige uns Jesum, die gebenedeite Frucht deines Leibes, o gütge, o milde, o süße Jungfrau Maria! P. Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin! V. Daß wir theilhaftig werden der Verheißungen Christi. - 348Allmächtiger, ewiger Gott, der du den Leib und die Seele der heiligen Jungfrau und Mutter Maria zu einer würdigen Wohnung deines Sohnes durch Mitwirkung des heiligen Geistes vorbereitet hast gib, daß wir, die wir uns ihres Andenkens erfreuen, durch ihre milde Fürbitte von den bevorstehenden Uebeln und von dem ewigen Tode gerettet werden. Durch denselben Jesus Christus unsern Herrn. Amen. : Bemerkung. Zum Schlusse wird wie bei der Litanet von allen Heiligen( Seite 332) gebetet: Das Gebet für den Landesfüsten. Das Gebet für das allgemeine Unliegen der Christenheit. Für die allgemeinen Bedürfnisse 5 Vater unser« und " Uve Maria« sammt dem Glauben. 3 ITT Morgengebet. Vorbereitung 111 - 349 Inhalt. - für den Sonntag Montag Dinstag Abendgebet. Vorbereitung - 1 - die Mittwoche den Donnerstag Freitag Sonnabend für den Sonntag Montag Dinstag die Mittwoche den Donnerstag Meßgebete. Vorbereitung Sum Introitus Freitag Sonnabend Kyrie eleison Gloria Zur Collect Epistel 3um Graduale Evangelium Seite 1 3 11 12 15 17 19 22 24 25 28 29 32 34 35 38 40 4 42 3 好 45- 26 41 43 44 Meßgebete. Zum Credo ||||||| - 1 Offertorium 350Bei der Einräucherung des Ultars Zum Orate Fratres - Zur Präfation Zum Memento für die Lebenden Bei der Aufhebung der h. Hostie des h. Kelches Undere Meßgebete. Nach der Wandlung Zum Memento für die Verstorbenen Pater nofter. Ugnus dei Vorbereitung zur geist Communion 3ur geistigen Communion Nach der Communion 3u den legten Gebeten Zum Segen Das lette Evangelium Gebet nach der H. Messe Beichtgebete. Erweckung des Bußgeistes Gebet vor der Beicht 1 ● Gewissensspiegel Gebet zur Erweckung der Reue - während der Lossprechung nach der Beicht ● Seite 47 48 50 51 Communiongebete. Mahnung des Upostels Gebet vor dem Empfange Gebet während des Empfanges 52 54 55 56 57 58 59 60 61 64 90 92 95 100 102 103 405 107 112 351- Communiongebete. Gebet nach der h. Communion Dankgebet nach der h. in-thein anderes - Schlußgebet Betrachtungen für jeden Tag in der Woche. Für den Sonntag: Gott erhöret unsre Bitten Montag: die Kürze des menschlichen Lebens Dinstag: Fortsegung - die Mittwoche: Die Wohlthaten des Heilandes. C - den Donnerstag - Fortsetzung Freitag: Nur in Gott findet meine Seele Ruhe Sonnabend: Die Erkenntniß der Wahrheit.. Betrachtungen für den Anfang eines jeden Monats. Im Januar: Ungewiße Lebensdauer Februar: Die Herrlichkeit des Herrn. März: Veränderung zum Guten. Upril: Thue Buße Mai: Fortsetung Die himmlischen Gnaden Die unvollkommenen Werke. ● Seite 113 114 115 116 Juni: Juli August: Was uns zum Frieden dient. September: Die verschiedenen Diener der Kirche October: Wachet und betet. November: Das Kreuz des Herrn - December: Nächstenliebe Betrachtungen für jeden Tag im Monate. 1. Vergänglichkeit des Irdischen 2. Der falsche Weg 3. Die ewigen Güter sind unsichtbar, 117 119 121 123 125 126 127 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 143 144 at JSE 281 SEL Oct TEE BEL CEI 352Betrachtungen für jeden Tag im Monate. 4. Das Reich Gottes ist in uns 5. Benüzung der Zeit 6. Der wahre Friede 7. Beständige Wachsamkeit. 8. Gefahr des Verzuges 9. Wahre Reichthümer 10. Sehnsucht nach Christus 11. Ergebung in Gottes Willen. 12. Selig der, den Christus lehret 13. Ubkehr von der Welt 14. Ulles durch die Gnade 15. Die Kraft in Christus 16. Die Furcht des Herrn 17. Vorsicht im Wandel 18. Verblendung des Sünders 19. Das Leben ein Kampf 20. Die Fehler des Nächsten 21. Die Aussaat im Geiste 22. Die Strafe des Ungläubigen i. 23. Gottesfurcht, Menschenfurcht. 24. Freude und Trauer 25. Die wahre Freude in Gott 26. Der Glaube macht selig 27. Die Wissenschaft des Heiles8 28. Im Gebet wird uns die Gnade 29. Christus unser Leben 30. Die Nachfolge Christi 31 Rette deine Seele - 10 2.2. . ● Seite 146 147 149 150 152 153 15 156 157 159 160 162 163 165 166 168 169 171 172 174 176 177 179 181 182 183 185 187 Das kirchliche Jahr. Udventsandacht 1. Bewegliche Feste. - Gebet in der Christnacht 353 - Gebet am Christtage 1 Um ersten Adventssonntage zweiten dritten vierten Sieben Untiphonen vor der heiligen Christnacht am Sonntage nach dem Christfest am Feste der Beschneidung des Herrn - Tage der Erscheinung des Herrn - ersten Sonntage nach der Erscheinung ersten Fastensonntage. zweiten - dritten - vierten fünften - Palmsonntage. Gründonnerstage Litanei zum allerheiligsten Sakramente Charfreitage Charsamsta ge Oftersonntage - Ostermontage - weißen Sonntage ♦ ● ● 30 ● ♦ Seite 190 194 195 196 197 198 199 200 201 203 204 205 206 207 209 215 216 217 219 Gebet am Himmelfahrtsfeste Pfingstsonntage Pfingstmontage - 354- - - heiligen Dreifaltigkeits- Feste Frohnleichnams- Feste 1 11. Unbewegliche Feste. Franz Xaver. 3. December Barbara- 4. December nic. Mariä Empfängniß. 8. December Stephanus. 26. December. Johannes, Upostel u. Evangelist. 27. Dec. Unschuldige Kindlein. 28. December Pauli Bekehrung. 25. Jänner Maria Reinigung. 2. Februar Franziska. 9. März Joseph. 19. März Mariä Verkündigung. 25. März Johannes d. Täufer. 24. Juni Petrus und Paulus. 29. Juni Mariä Heimsuchung. 2. Juli. Maria Magdalena, 22. Juli: *~ Unna. 26. Juli. Clara. 12. Uugust. Mariä Himmelfahrt. 15. August Geburt. 8. September Michael, Erzengel. 29. September Theresia. 15. October Aller Heiligen. 1. November Aller Seelen. 2. November Seite 220 221 222 223 224 225 1 226 227. 228 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 - 241 Betrachtungen — Leopold. 15. Norember Elisabet. 19. November - Maria Opferung. 21. November Katharina. 25. November 355über das bittere Leiden und Sterben unsers Erlösers Die Freuden des ewigen Lebens Gebet um die Mittel zum ewigen Leben für Kranke bei einer gefährlichen Krankheit Danksagung nach erlangter Gesundheit Troststellen aus der heil. Schrift bei dem Tode eines Vers wandten Gebet für einen Verstorbenen die Kirche den Pabst den Landesfürstenl ● im Unglücke für unsere Freunde für unsere Feinde bei einer Reise Betrachtung am Geburtstage Gebet am Namensfeste h zum heiligen Schußengel für eine Jungfrau Eheleute Weltern. eine Witwe .101 . 30 ♦ Seite 243 244 245 252 256 258 264 265 266 268 - 269 270 ● 456 amitindo 271 274 275 276 277 279 280 281 Gebet des Herrn.( Vater unser). Der englische Gruß Die katholische Kirche Das Verlangen meiner Seele as 302 842 aps Bas - 012 Lobgefang des Zacharias 356 7900SE 1. Pfalm 4. 18. 19. 30. 50. 53. 66. 69. 90. 97. 101. 110. 120. 122. 129. der seligen Jungfrau spol ma sin dning for t Seite 282 285 287 289 CHER 13 269 35 261 14 11 337 263 100 45 29 24 17 20 262 8 36 Kirchenlieder und öffentliche Andachtsübungen. Gewöhnliches Meßlied. Ein anderes Lieder zur Frühmeße im Udvente Predigtlieder Weihnachtslied 294 301 306 310 311 - - 357- Fastenlied Osterlied Pfingstlied Hymnus des heiligen Thomas von Uquino Lied zum heiligen Geiste Lied am Frohnleichnamsfeste Lied vor dem allerheiligsten Ultars- Sakramente Lied zur heiligen Maria Umbrosianischer Lobgefang Uebung der göttlichen Tugenden Litaney von allen Heiligen Lauretanische Litanei Stahlstiche. 1. Die Madonna als Himmelskönigin. Titelbild. 2. Die Flucht nach Egypten. Titel: Bignette. 3. Christus 4. Christus am Delberge 5. Die heiligen Frauen am Grabe 6. St. Petrus Seite 313 315 317 318 319 320 323 324 326 329 332 344 Seite 105 138 218 234 Inches Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 ¹5 6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8