年 園 B 小 BPDⒽ $ 100 个 30 个 30 用 30000 CALZEY 4 、 由 行 3 日 2 * * Gf 2019. Der Weiße Sonntag. Belehrungen und Gebete für Erstkommunikanten und die gesamte Jugend, welche würdig und mit Nußen kommunizieren will. Dif einer Brigahe: Unterricht und Gebete für Firmlinge und Gefirmte. Don Pfarrer f.*. fecht. 38. Auflage. Mit Empfehlung des Hochw. Herrn Erzbischofes von Freiburg und der Hochw. Herren Bischöfe von Augsburg, Rottenburg, St. Gallen u. Graz. Donauwörth. Druck u. Verlag der Buchhandlung 2. Auer. 2019 Imprimatur. Augustae Vind., 4. Februarii 1888. Vicarius in spir. gls. Dr. Jos. Heim. Lense, Secr. - XV 3. Erste Meßandacht 4. Zweite Meßandacht 5. Beichtgebete. - Anrufung des heiligen Geistes. Vorbemerkung. Gewissenserforschung. Reue und Vorsaß. Gebet nach der heil. Beicht. Gebet um Besserung des Hauptfehlers 6. Kommuniongebete.- Erste Kommunionandacht. Vor der heiligen Kommunion. Tugendübungen vor d. Hr. Kommunion. Nach der hl. Kommunion. Dankpsalm. Ablaßgebete. Ablaßgebet zu Jesus, dem Gekreuzigten. Schluß der Danksagung. 3 weite( gemeinschaftl.) Kommunionandacht. Monatliche Andacht der CorporisChristi- Bruderschaft. Vorbereitungsgebet 311 7. Steben Besuchungen des Allerheiligsten auf jeden Tag der Woche. 8. a) Gebet zum lieben Jesukinde. b) Litanei zum lieben Jesukinde. e) Gruß ans liebe Jesuskind. d) Am Namensfeste des Jesukindes. e) Wie süß der Name„ Jesus" sei 9. Die Andacht zum leidenden Heiland. a) Die heiligen fünf Wunden. b) O Christi Wunden rot. c) Todesangst Christi. d) Kreuzwegandacht 10. Gebet zum heiligen Geiste 11. Gebete zur heiligsten Dreifaltigkeit 12. Gebet zum heiligen Schutzengel 13. Andacht zur lieben Mutter Gottes. a) Die. lauretanische Litanei. b) Das„ Memorare". c) Gebet um einen guten Tod zur unbefleckten Jungfrau. d) Salve Regina. e) Schußgebetlein 422 14. Gebete zu andern Heiligen Gottes.- a) Zum heiligen Joseph, um seinen Schuß zu erlangen. b) Gebet zum heiligen Namenspatron und zum heil. Kirchenpatron. e) Litanei zu allen Heiligen 428 - Seite 254 277 - 291 364 391 403 418 419 421 XVI 15. Verschiedene Gebete. a) Gebet für den Heiligen Bater. den Papst. b) Gebet für den Bischof. c) Gebet für den Seelsorger. d) Gebet für den Lehrer. e) Gebet für die Eltern. f) Gebet für verstorbene Eltern. g) Gebet für alle armen Seelen im Fegfeuer. Kommt zum großen Abendmahl. Lauda Sion - Beigabe I. Die rituellen Gebete bei der Feier der ersten heiligen Kommunion in den Diözesen Freiburg und Augsburg. Seite . 436 Erste feierliche Kommunion in der Erzdiözese Freiburg. Erneuerung der Taufgelübde. Die heil. Messe. 443 Der Erstkommunikanten Taufgelübde- Erneuerung in der Diözese Augsburg. Te Deum laudamns 452 Beigabe II. Unterricht und Gebete für Firmlinge und Gefirmte. Die hl. Firmung. Bedeutung der hl. Firmung. Wirkung der heil. Firmung bei den Aposteln. Wirkung der Hl. Firmung bei frommen Christen. Wie soll man sich auf die hl. Firmung vorbereiten? Gebet vor der Hl. Firmung. Gebete um die sieben Gaben des hl. Geistes. Veni Creator Spiritus. Die Spendung der Hl. Firmung Erneuerung d. Taufbundes. Gebet nach d. hl. Firmung 470 Gebet zur Erneuerung der Firmungsgnade. Litanei vom hl. Geiste. Hymnus zum hl. Geist. Verhalten nach der Hl. Firmung 455 474 te 3 2 Erster Teil. Belehrungen für KommunikantenKinder. Einleitung. Borbemerkung. Die Zahlen, welche am Anfang des Textes so() eingeklammert stehen, zeigen dir an, welche Lesung du an jedem Monatstag halten sollst. Die Lesung bei der Zahl( 1) liesest du am ersten Tag, bei der Zahl( 2) am zweiten Tage des Monats usw. Die Zahlen, welche noch Sternchen haben, zeigen die Lesung für den zweiten Monat an. Bitte deine Eltern, daß du jeden Abend die betreffende Lesung laut vorlesen darfst! 1. Der schönste Tag des Lebens. " Ehre sei Gott in der Höhe und( 1) Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind," sangen die Engel in der hl. Nacht, als das Jesukindlein geboren war. Und einer der Engel sprach zu den Hirten auf dem Felde: Fürchtet euch nicht! Weißer Sonntag. 1 BOKE 2 Ich verkünde euch eine große Freude. Heute ist der Heiland geboren worden. Und das soll euch ein Zeichen sein: Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln eingewickelt ist und in einer Krippe liegt." O mit welch inniger Freude und Sehnsucht werden die Hirten zur Krippe geeilt sein! Welche Lust und Wonne werden sie empfunden haben, als sie vor der Krippe auf den Knieen liegend das göttliche Kind mit ihren Augen schauten! Ihr Herz ist übervoll von Freude; sie können sie nicht mehr verbergen, sie eilen sort und rufen andere Hirten herbei, damit auch diese Jesus schauen und Ihn anbeten und sich glücklich fühlen. Das war für die Hirten ihre glücklichste Stunde, ihr größter Freudentag. Und dir wird am Tage deiner ersten Hl. Kommunion noch eine größere Freude verkündet, ein größeres Glück. Auf dem Altare liegt jetzt das göttliche Seind, in der Brotsgestalt verhüllt. Und du darfst Es nicht bloß anbeten wie die Hirten, nicht bloß mit den Augen freudig schauen, nein, weit größer ist dein Glück, denn in dein Herz hinein will der Heiland kommen, darin will Er ruhen wie einst in der Krippe; bei dir will Er Wohnung nehmen. der Herr selber ist es, der dich einladet, Und 3 daß du zu Ihm kommen sollst, damit Er bei dir Einkehr halten kann. 11 Einst brachten noch spät am Abend fromme Frauen ihre Kinder zu Jesus, damit Er sie segne. Da der Heiland so müde war, wollten die Apostel die Frauen mit den Kindern nicht mehr zu Jesus lassen. Allein der Heiland, der die Kinder so herzlich liebt, sprach mit unaussprechlicher Liebe und Milde: Lasset die Kleinen zu Mir kommen und wehret es ihnen nicht!" Und Er schloß die Kinder in Seine Arme und segnete sie. Und ganz derselbe Heiland, der jene Kinder so liebreich aufnahm, Er ist im allerheiligsten Altarssakramente zugegen, Er wartet auf dich in innigster Liebe und Er ruft auch für dich vom Tabernakel aus jene heil. Worte: Lasset die Kleinen zu Mir kommen und wehret ihnen nicht." Und der himmlische König will dich nicht bloß in Seine Arme einschließen, Er will noch mehr thun, Er will auf wunderbare Weise in deine Seele eingehen, Er will bei dir bleiben und will dir alles geben, was du brauchst, um ein frommer Christ zu werden, bis du würdig bist, in die himmlische Wohnung einzugehen. Dwie glücklich bist du! Jesus ist der allmächtige Gottessohn; 1* 4 Himmel und Erde hat Er geschaffen, Millionen heil. Engel, lauter wunderbar glänzende und prächtige Himmelsfürsten, fallen vor Ihm nieder und beten Ihn an als ihren Herrn und Gott. Alles ist Sein Eigentum; die Sonne gehört Fhm und alle Gestirne; Blitz und Donner folgen Ihm. Und dieser unendlich große und mächtige Gott ladet dich so freundlich und liebevoll ein, du sollest an Seinen heiligen Tisch kommen, dann wolle Er einen Besuch bei dir machen und einkehren in deinem Herzen. Kann es eine größere Freude geben, ein größeres Glück? 2. Sehinfudit frommer kinder nadi der ersten heil. Kommunion. ( 2) Als Imelda zehn Jahre alt war, übergaben die Eltern das Kind einem Kloster zur Erziehung. Im Kloster hatte es nur Ein Herzeleid. Da es nämlich noch so jung war, wollte es der Beichtvater noch nicht mit den Klosterfrauen zur heiligen Kommunion gehen lassen, obgleich er wohl bemerkt hatte, wie fromm Imelda alle Tage vor dem heiligsten Altarssakramente betete und wie oft sie weinte aus Liebe und Sehnsucht nach Jesus. Da alle 5 Bitten des Kindes umsonst waren, so wollte der liebe Heiland selbst durch ein Wunder zeigen, daß Er Imeldas Bitten erhört habe und ihre Sehnsucht nach der ersten heiligen Kommunion stillen wolle. Al ષ્ઠ die Klosterfrauen eines Tages wieder zur heiligen Kommunion gingen, und Imelda weinte, daß sie nicht mitgehen durfte, da sah man eine heilige Hostie in der Luft schweben, die über Imeldas Haupt stehen blieb. Der Priester erkannte jetzt, daß es des Heilands Wille sei, in das unschuldige Herz Imeldas einzukehren. Er fing die heilige Hostie auf einem vergoldeten Teller auf und speiste damit Imelda. Jhr höchster Wunsch war jetzt erfüllt, aber sie war körperlich zu schwach, um. die unaussprechliche Freude und Seligkeit, daß ihr Heiland auf so wunderbare Weise zu ihr gekommen war, zu ertragen; ihr Herz brach und Imeldas heilige Seele flog hinauf in den Himmel im Alter von elf Jahren am zwölften Mai 1333. Kaum hatte Magdalena von Papis im christlichen Unterrichte gehört, daß Jesus Christus im heiligsten Sakramente des Altares gegenwärtig sei, da kam ihr die Zeit bis zur ersten heil. Kommunion wie tausend Jahre vor. Da sie selbst wegen 6 MAN. ihrer Jugend noch nicht kommunizieren durfte, so schätte sie sich überglücklich, den ganzen Tag in der Nähe ihrer Mutter zubringen zu dürfen, wenn dieselbe zur heiligen Kommunion gegangen war. Amna, das gottselige Negermädchen, starb im Jahre 1856. Als es im Alter von sieben Jahren getauft wurde, wuchs auch seine Sehnsucht nach der ersten Hl. Kommunion mit jedem Tage. So oft es den Bischof sah, sagte es zu demselben: Lieber Bischof, gib mir, bitte, bitte, meinen Jesus; ich halte es nicht mehr aus ohne meinen Jesus." Der Bischof sagte:„ Du bist ja jetzt getauft, was wünschest du mehr? Für den Augenblick mußt du zufrieden sein." ,, Nein, nein, ich bin nicht zufrieden, solange ich nicht Jesus in meinem Herzen empfangen kann." Dann legte Amna ihre Händchen wie eine Bettlerin zusammen und rief: ,, Lieber Bischof, sei doch barmherzig und gib mir meinen Jesus recht schnell!" Und Thränen erstickten ihre Stimme. Freue dich also auch du; nicht auf die neuen schönen Kleider am Weißen Sonntag, sondern freue dich darauf, daß dein Heiland zu dir kommt, der reicher und vornehmer ist, als alle Fürsten und Könige der Erde, und der dir Geschenke für die Seele mit 7 bringen will, die mehr wert sind, als alles Gold und Silber. 3. Die Vorbereitung auf den großen Freudentag. Wenn die erste hl. Kommunion am( 3) Weißen Sonntag dir himmlische Freude und Segen bringen soll, dann mußt du den lieben Heiland recht würdig empfangen. Kinder, welche unwürdig kommunizieren, für diese wäre es besser, wenn sie vor dem Weißen Sonntag sterben würden; denn wenn man unwürdig kommuniziert, so erhält man den Fluch Gottes. Es ist aber auch ein Unglück, wenn man gleichgültig kommuniziert, wenn man zwar ohne schwere Sünde ist, aber feine rechte Liebe, tein rechtes Verlangen nach Jesus hat und die Seele mit vielen kleinen Sünden befleckt ist; denn je weniger das Kind nach dem Heiland sich sehnt und je weniger es sich Mühe gegeben hat, das Herz auch von kleinen Sünden zu reinigen, desto weniger himmlische Schäßze erhält es; es kommuniziert ohne Nutzen, ohne Frucht für seine Seele. Den himmlischen König aber zu sich kommen lassen, ohne etwas von Ihm zu erhalten, das ist doch wohl auch ein Unglück. 8 SZEN Darum wird es dir große Freude machen, wenn ich dir jetzt sage, wie du dich auf eine recht würdige, freudenreiche und segenbringende Kommunion vorbereiten sollst; denn ich hoffe, daß du wie die frommen Kinder es kaum erwarten kannst, bis du kommunizieren darfst, und daß du fest entschlossen bist, alles zu thun, um dein Herz zu einer schönen, prächtigen Wohnung fürs liebe Jesukind einzurichten, damit Es auch zu dir mit Freuden kommen und reiche himmlische Schäße in deine Seele legen kann. Mert also recht auf! Willst du Jesus Christus, den himmlischen König, würdig und mit Nußen in der Hl. Kommunion empfangen, so mußt du 1. deine Seele von Sünden reinigen und 2. sie mit Tugenden ausschmücken; " ( Das weiße Kleid der Erstkommunikantinnen erinnert an das Reinigen der Seele", der Kopfkranz an das Ausschmücken".) Wenn nun das Kind seine Fehler ablegen soll, so muß es zuerst seine Fehler einsehen, erkennen; denn erst, wenn es seine Fehler erkennt, kann es sich Mühe geben, dieselben aus dem Herzen herauszureißen. Ich beschreibe daher dir die gewöhn 9 lichsten und häufigsten Fehler, mit denen auch Kinder schon ihre Seelen beflecken. Du kannst dann wie in einem Spiegel sehen, welche Fehler du an dir hast, und kannst sie dann allmählich bis zum Weißen Sonntag aus deinem Herzen herausreißen. Ich nenne dir dann auch die Tugenden, mit welchen dein Herz geziert sein sollte, damit Jesus ein Wohlgefallen an deinem Herzen hat. Du wirst dir dann eifrig Mühe geben, dieselben dir zu eigen zu machen. Man vergleicht die Tugenden gern mit Blumen; so nennt man die Demut das Veilchen der Seele, die Freigebigkeit vergleicht man mit der Resede, die ihren Wohlgeruch uns bietet, die Kenschheit ist die Lilie der Seele, die wohlwollende Liebe die Rose; das Sinnbild der Mäßigfeit ist eine Blume, die auf magerm Boden wächst, das Edelweiß; die Sanftmut vergleicht man mit einem Glöcklein, das ganz stille ist, dem Maiglöcklein; an den Eifer im Guten mahnt das himmelblaue Vergißmeinnicht. Das Sinnbild des Gehorsams ist die Passionsblume, das Sinnbild der Aufrichtigkeit bas Silberkraut. Das ist der Tugendtanz, mit dem dein Herz geschmückt sein sol am Tage der ersten und jeder folgenden - 10 heil. Kommunion. Ohne die Hilfe Gottes vermögen wir aber nichts Gutes zu thun; daher gebe ich dir auch noch die kräftigsten Mittel an, welche am meiſten geeignet sind, die Hilfe Gottes auf dich herabzuziehen, damit du an Tugend immer reicher werden kannst. Durch die Tugend wirst du Jesus ähnlich, und je ähnlicher du Ihm bist, desto mehr sehnt auch Er Sich, zu dir zu kommen, um Gottes Freude und Seligkeit in dich auszugießen, so daß auch du dann dein ganzes Leben lang sagen kannst: Der erste heil. Kommuniontag war der schönste und glücklichste Tag in meinem ganzen Leben. 4. Wie fromme Kinder sich auf die erfte heilige kommunion vorbereitet haben. 11 ( 4) Da kommt die heilige Jungfrau, mich abzuholen; ach, wie schön ist sie!" sprach die fromme Malvina D'Connor, als sie am 26. Oktober 1835 im Alter von zwölf Jahren eines seligen Todes starb. Dieses gute Kind bereitete sich mit allem Eifer auf seine erste hl. Kommunion vor. Das erste, was Malvina unternahm, war dieses: Ihre Lehrerinnen hatten sie auf einige Fehler aufmerksam gemacht. Sie 11 war von Natur aus geneigt zur Trägheit, zur Empfindlichkeit und zur Ungeduld. Malvina fing nun an, eifrig an der Besserung und Ausrottung dieser Fehler zu arbeiten. Sie stellte alle Tage strenge Gewissenserforschung über diese Neigungen an; am Ende der Woche verglich sie dann die Zahl der jetzigen Fehler mit den frühern; so fonnte sie bald sehen, ob es wirklich besser gehe. Der liebe Gott belohnte den guten Willen des Kindes, indem Er reichlich Seine himmlische Hilfe gab, und so machte das Kind immer größere Fortschritte im Guten. Das zweite Mittel, um die Fehler desto leichter zu überwinden, war die Uebung kleiner Abtötungen. Oft bat Malvina um Erlaubnis, am Morgen etwas früher aufstehen oder sonst eine Abtötung im Essen usw. üben zu dürfen. Das dritte Mittel zur gründlichen Besserung und würdigen Vorbereitung auf die erste heilige Kommunion war das Gebet. So oft sie nur konnte und durfte, eilte Malvina zu Jesus im heiligsten Saframente. Obwohl sie kränklich war, versäumte sie nie die heilige Messe und wohnte derselben mit solcher Andacht bei, daß sie oft Thränen vergoß, besonders wenn der 12 SCHEN Priester die Hl. Kommunion austeilte. Am liebsten sprach sie mit ihren Gespielen von der ersten heiligen Kommunion. Das vierte Mittel, dessen sich Malvina bediente, war eine herzliche Reue über ihre bisherigen Fehler und Mängel. Als ihr im Unterricht erklärt wurde, was die Sünde sei, wollte ihr das Herz brechen vor Leid; bitterlich weinend nahm sie sich vor, ihre Charakterfehler noch mehr zu besiegen und sanfter und geduldiger zu werden. Es ist wohl anzunehmen, daß nach solcher Vorbereitung Jesus mit Freuden Seinen Einzug in diese Seele hielt. Die gottselige Maria Tatalte rief nach der ersten heil. Kommunion aus:„ O wie süß ist es, Jesus zu empfangen und Ihn im Herzen zu haben!" Sie bereitete sich aber auch mit allem Eifer darauf vor. Von nun an lernte sie fleißig den Katechismus und hörte mit Aufmerksamkeit zu, wenn er erklärt wurde. Sie fing an, über ihre bisherigen Fehler nachzudenken und an ihrer Besserung zu arbeiten; sie wurde gehorsam, fleißig und betete gerne. Als der Missionär Pieper von Stehl in Kösfeld Abschied nahm, brachte ihm ein Knabe 21 Mark für den Loskauf eines 13 Heidenkindes, indem er sagte:„ Ich darf im nächsten Jahr zur ersten hl. Kommunion gehen und da wollte ich zuvor dem lieben Heiland einen Gefallen thun, damit Er um so lieber in mein Herz einkehre. Ich habe mir dieses Geld für die armen Heidenkinder erbettelt, um dafür eines loszukaufen; denn das macht Jesus sicher Freude." Ja sicher wird der gute Kleine für ein so großes Opfer bei der Einkehr Jesu Christi eine besondere Gnade von Ihm erhalten haben. ( Steyler, Miss.- Kal. 1887.) Erster Abschnitt. Reinigung und Ausschmückung der Seele. 1. Soffart und Demut. Man versündigt sich durch Hoffart,( 5) wenn man sich zu viel einbildet, Gott die schuldige Ehre nicht gibt und den Nebenmenschen verachtet. Hoffärtig ist also ein Kind, welches meint, es sei besser oder mehr als andere Kinder, weil seine Eltern reich und ange 14 sehen sind, weil es schönere Kleider hat und darum meint, es müsse auch von andern Leuten gelobt werden, es müsse mehr gelten als andere Kinder, welche ärmer sind als es. Ein hoffärtiges Kind will immer zuvorderst stehen, beim Spielen immer das erste sein; meint, andere Kinder sollten immer das thun, was es haben will; murrt, wenn es nicht nach seinem Kopfe geht; ein hoffärtiges Kind ist oft ungehorsam, weil es sich für die Arbeit zu vornehm dünkt; es steht lieber vor dem Spiegel, um zu sehen, ob es auch schön sei. Ein solches Kind bildet sich zu viel ein; denn schöne Kleider am Leibe haben, reichen Eltern gehören, das macht ein Kind vor Gott nicht besser, als arme Kinder. Ein anderes Kind ist zwar fleißig, gehorsam, betet; dabei denkt es aber: ich bin doch ein recht fleißiges, gehorsames, frommes Kind; ich bin viel besser als andere Kinder. Es hat es gern, wenn es die Eltern und Lehrer loben; es erzählt selber, wie gescheit es sei und wie dumm und einfältig andere Kinder. Auch ein solches Kind ist hoffärtig, und zwar deswegen, weil es Gott die Ehre nicht gibt, weil es meint, es habe das gute Gedächtnis, den scharfen Verstand aus sich selbst und 15 nicht vom lieben Gott. Und doch hat ihm Gott alles gegeben, Verstand und. Gedächtnis, hat ihm geholfen beim Beten und Gehorchen. Ein hoffärtiges Kind verachtet den Nebenmenschen, verlacht andere Kinder, weil sie schlechtere Kleider haben, nicht so viel wissen; es mag nicht mit armen Kindern spielen, nicht neben ihnen sizzen; es verkleinert gern andere Kinder, ist zornig, wenn andere Kinder gelobt werden; es gibt den Dienstboten schnippische Antworten und meint, es dürfe zu ihnen sagen, was es wolle, weil es ja nur die Magd oder der Knecht sei. Brüfe dich, ob etwas von dieser Sünde in deinem Herzen ist, und dann gewöhne dir es, ab; denn hoffärtige Kinder sind Gott und den Menschen verhaßt, sagt der heilige Geist( Sirach 10, 8), und die Hoffart jei der Anfang aller Sünde, heißt es nochmals in der Heiligen Schrift( Sirach 10, 15). Luzifer ist es gewesen, der aus Hoffart zuerst gesündigt hat, und diese Hoffart hat diesen prächtigen Himmelsfürsten zum häßlichsten Teufel gemacht. Hochmut kommt vor dem Fall, Schande folgt ihm überall. 16 Das Gegenteil vom Laster der Hoffart ist: die Tugend der Demut. ( 6) Ein demütiges Kind will nicht mehr sein und gelten, als es ist. Es geſteht seine Fehler ein und will sie nicht verdecken, wegleugnen oder entschuldigen. Auf Schönheit, Kleider, Geld, Ansehen bildet es sich nichts ein; es weiß, daß dieses alles vor Gott nichts gilt, daß es deshalb um kein Haar besser ist als andere. Die guten Eigenschaften, welche es wirklich an sich hat, überschätzt es nicht. Es weiß und bekennt es, daß es dieselben nicht aus sich hat, sondern nur durch die Hilfe Gottes. Es will nicht dafür gelobt sein, es redet nicht davon, es verbirgt sie vielmehr und gibt Gott allein die Ehre. Ein demütiges Kind verachtet andere nicht; es will lieber andere Kinder für besser halten, als es selber ist; selbst wenn es andere große Sünden thun sieht, denkt es: Hätte der liebe Gott andern so viele Gnaden gegeben, wie mir, dann würden sie schon weitaus besser sein, als ich jetzt bin. Ein demütiges Kind erträgt mit Geduld Schimpf und Strafe, auch wenn es dieselben nicht verdient hätte. 17 Demütige Kinder sind Lieblinge Gottes; ihr Gebet erhört der liebe Gott gerne und gibt ihnen reichlich Seine himmlische Hilfe. Die Demut macht dich dem lieben Heiland ähnlich. Er selbst ruft dir zu: Lerne es von Mir, Ich bin von Herzen demütig. Jesus, Vorbild der Demut. Jesus ist der allmächtige Sohn Gottes, unendlich reich, allwissend, allweise, allheilig. Und dennoch hat Er Sich eine arme Mutter und einen armen Pflegevater aus gewählt; Er wollte in einem Stalle auf die Welt kommen und nicht in einem Königshaus; Er wollte in der Krippe liegen auf Heu und Stroh und nicht in goldener Wiege auf weichen Kissen. Der allweise Sohn Gottes läßt Sich vom Hl. Joseph das Handwerk lehren, läßt Sich geduldig von den Menschen schimpfen, verrichtet ganz gewöhnliche Arbeit, wäscht den Aposteln die Füße, ist am liebsten mit verachteten, verlassenen Menschen umgegangen, hat Sich verborgen, als die Leute Ihn zu einem irdischen Könige machen wollten, hat Sich endlich wie ein großer Sünder ans Kreuz nageln lassen, obgleich Er, der allheilige Gott, nie eine Sünde thun konnte. Weißer Sonntag. 2 18 Um Jesus ähnlich zu werden, haben alle Gotteskinder in der Demut sich geübt. fromme Kinder als Muster der Demut. Wollte man den hl. Kastmir loben, so sprach er schnell: Ich will das nicht hören; lobet Gott!" Benedikt Labre, in der Schule falsch verklagt, bittet den Lehrer, es nicht zu glauben. Als dieser ihn einen Lügner schilt und straft, erträgt Labre diese Strafe stillschweigend, ohne demjenigen böse zu sein, der ihn verklagt hatte. Katharina von Siena sollte einst von ihrer Mutter schöne Kleider bekommen; das Kind aber sagte: ,, Mutter, gib sie mir nicht, denn das Jesukind hatte auch nur schlechte und geringe Kleidung." Als einst die Gespielen der Maria Tatalte verächtlich über einen Mann redeten und sagten, er sei gottlos, er werde sterben, wie er gelebt habe, entgegnete Maria:, wir sollten ihn lieber beklagen als verachten. Wenn er nur einen Teil der Gnaden gehabt hätte, die wir mißbrauchen, so wäre er vielleicht ein Heiliger. Wir thäten wohl besser, für ihn zu beten; vielleicht würde ihm dann Gott die Gnade der Bekehrung geben." Die Mädchen befolgten den guten Rat, beteten für den Mann und bald 19 darauf empfing er mit aufrichtiger Reue die heiligen Sakramente. Mittel, die Demut zu erlangen. Willst du ein Liebling des Jesukindes werden, auf daß Es in der hl. Kommunion gerne in dein Herz kommt, dann ahme Seine Demut nach! Vor allem mußt du den festen Willen haben: ich will demütig werden. Dann bitt' Jesus und Maria recht oft um diese Tugend; bet' recht oft: O Jejus, demütig und sanftmütig von Herzen, bilde mein Herz nach Deinem Herzen! Jesus! wenn mir eitle Gedanken kommen, als ob ich fromm und brav wäre, so erinnere mich doch daran, daß ich aus mir selber nichts habe, als Sünden, und wie armselig und sündhaft ich bin im Vergleich zu Dir und zu den hl. Kindern. Und wenn mir die Versuchung kommt, mir auf körperliche Wohlgestalt, Kleider, Geld und Ansehen etwas einzubilden, o dann präg' mir das Bild tief ein, wie Du mit Dornen gekrönt und mit dem Spottmantel angethan unter namenlosen Leiden die Sünden der Hoffart büßtest, damit ich jegliche Hoffart und Eitelkeit verabscheuen lerne und einzig darauf bedacht bin, meine Seele vor Dir reich und schön zu machen!" Auf diese 2* — 20 Weise wird es dir wohl möglich sein, allmählich die Hoffart aus dem Herzen hinauszubringen. 2. Seiz( Sabsucht) und Freigebigkeit. ( 7) Man fündigt durch Geiz und Habsucht, wenn man Geld und Gut unordentlich sucht und liebt und gegen Notleidende hartherzig ist. Geizig ist ein Kind, das alles allein haben will; alles sorgfältig versteckt, was es bekommt; einem solchen Kinde darf man nichts anrühren, was ihm gehört; es braust gleich auf, wenn man etwas von seinen Sachen benüßen will. Ein geiziges, habsüchtiges Kind nimmt in der Schule gerne Feder, Papier, Bleistifte, damit es von seinem Geld nichts zu kaufen braucht. Ein geiziges Kind gibt fast nie einem andern Kinde etwas, und wenn es etwas gibt, so gibt es nur das Schlechteste, von dem es meint, es könne es nicht mehr gebrauchen. Ein habsüchtiges Kind gibt gefundene Sachen nicht zurück; es betrügt und stiehlt gern beim Spiel und bei andern Gelegenheiten, um mehr Sachen aufhäufen zu können. Wenn du in diesen Spiegel hineinschaust, erblickst vielleicht auch du an deiner 21 Seele Flecken, welche dir Geiz und Habsucht schon gemacht haben. Höre, was der heilige Geist von diesem Laster sagt: ,, Wer das Geld( unordentlich) liebt, hat selbst seine Seele feil"( Sir 10, 10). Er scheut keine noch so große Sünde, wenn sie ihm nur etwas einträgt, mag auch der Satan die Seele bekommen. Um ein wenig Geld hat Judas den Herrn verraten und ist jetzt ewig verloren; der reiche Prasser büßt seine Hartherzigkeit gegen den armen Lazarus ebenfalls in der ewigen Pein. Wie fromme Kinder Geiz und Habsucht verabscheut haben. Weil es Sünde ist, sich aus Geiz und Habsucht etwas anzueignen, was nicht uns gehört, darum haben heilige Kinder teils entschieden sich gewehrt, auch nur eine Kleinigkeit von ungerechtem Gut anzunehmen, teils haben sie es später bitter bereut, wenn sie in der Jugend kleine Diebereien sich zu Schulden kommen ließen. Eines Tages war der heilige Benedikt Tabre mit einigen Knaben seines Alters auf dem Felde und diese stahlen in einem Garten Aepfel. Sie glaubten nun dem kleinen Benedikt einen Gefallen zu thun, wenn sie ihm auch einige gestohlene 22 Nepfel geben würden; Benedikt aber nahm durchaus feinen Apfel an, weil sie gestohlen seien. Der hl. Paskal schrieb es gewissenhaft auf, wenn die Tiere, welche er zu hüten hatte, unversehens auf fremdem Feld etwas abweideten oder beiſchädigten. bezahlte es dann aus seinem Lohn, oder half dafür den Leuten bei der Feldarbeit. Der hl. Aloyfius bereute es in seinem spätern Leben bitterlich, daß er als Kind heimlich den Soldaten etwas Pulver genommen hatte. Haft auch du vielleicht dich schon ähnlicher Sünden schuldig gemacht, o dann bereue auch du dieselben, mache sie wieder gut und übe dich fortan in den Tugenden, welche dem Geiz und der Habsucht entgegengeseßt sind und das ist die - freigebigkeit, Barmherzigkeit, Ehrlichkeit, Zufriedenheit. ( 8) Freigebig ist ein Kind, wenn es gerne einem andern Kinde etwas von dem mitteilt, was es selbst hat, Obst, Brot usw. Ein barmherziges Kind hilft gerne aus, wenn es andere in Not sieht, z. B. mit Papier, Feder, Griffel usw. Es gibt mit Erlaubnis der Eltern gern einem Armen einige Pfennige aus seiner Sparbüchſe oder 23 bringt einem armen Kranken ein Almosen; es freut sich, für die armen Heidenkinder alle Monat seinen Beitrag geben zu dürfen. Ehrliche und redliche Kinder geben und lassen jedem das Seinige und machen zugefügten Schaden wieder gut. Jesus, Vorbild der Barmherzigkeit und Zufriedenheit. Der liebe Heiland wollte von keinem irdischen Hab und Gut etwas wissen; arm ist Seine Mutter an indischen Gütern, arm ist Sein Pflegevater, und immer war die heilige Familie damit zufrieden. Vom Almosen lebte der Heiland, arme Fischer waren Seine vertrauten Freunde, arm und entblößt stirbt Er am Kreuze. Wohlzuthun war Seine Freude. Allen armen, kranken, bresthaften, traurigen, betrübten Menschen war Er Helfer und Tröster. Und diesem armen und barmherzigen Heiland haben fromme Kinder fleißig nachgeahmt. fromme Kinder als Muster der Barmherzigkeit und Zufriedenheit. Die heilige Magdalena von Pazzis verteilte ihr Morgenbrot gewöhnlich an Arme und reichte die Speisen, die man ihr in die Schule mitgab, den Gefangenen 24 bei denen sie vorüberging. Der heilige Dinzenz von Paul teilte in seinen Knabenjahren einem Bresthaften sogleich die 42 Kreuzer mit, die er sich am Munde abgespart hatte. Guido, der Arme von Anderlach, schränkte sich so sehr im Essen ein, als es seine anstrengende Arbeit zuließ, um ein noch ärmeres Kind unterstüßen zu können. Wenn du also deinem Heiland wohlgefällig werden willst, dann leg' ab jeden Geiz und jegliche Habiucht; höre auf des Heilands Worte, wenn Er zu dir spricht: Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt( noch so reich wird, noch soviel Geld und Gut und Aecker und Wiesen zusammenbringt), wenn er aber Schaden leidet an seiner Seele?( wenn er ewig verdammt wird).( Matth. 16, 26.) Am Ende der Welt dagegen spricht Jesus Christus: Komm', du Gesegneter Meines Vaters; Ich war hungrig und du hast mich gespeist, indem du dem Armen um Gotteswillen etwas gegeben hast. Für die Unbarmherzigen aber hat der hl. Geist furchtbare Worte in die hl. Bücher hineinschreiben lassen. Es heißt bei Jakobus( 2, 13): ,, Ein Gericht ohne Barmherzigkeit wird über den ergehen, der keine Barmherzigkeit geübt hat." 25 3. Die Sünde der Unkenschheit hat( 9) Gott im sechsten und neunten Gebote verboten. Man begeht diese Sünde, wenn man freiwillig, mit Wohlgefallen unschamhafte Sachen anschaut, berührt, davon spricht; freiwillige Gedanken und Begierden nach solchen verbotenen Dingen hat. Diese Sünde ist für den Menschen die größte Schande; sie macht ihn unglücklich auf dieser Welt, und in der Ewigkeit wartet auf ihn die schreckliche Hölle, wenn ein solcher Mensch sich nicht aufrichtig bekehrt. Der hl. Geist sagt:„ Der Unzüchtigen Anteil wird sein im Pfuhle, der mit Feuer und Schwefel brennt"( Offenb. 21, 8). Darum haben auch die Heiligen den größten Abscheu vor dieser Sünde gehabt. Der hl. Stanislaus fiel in Ohnmacht, die hl. Dringa mnßte sich erbrechen, wenn sie unehrbare Worte hörten. Der heilige Walarich wollte lieber unter freiem Himmel bei der bittersten Kälte übernachten, als in einem Hause bleiben, in welchem unehrbare Reden geführt wurden. Der heilige Franz von Sales spie einer Person, die schamlos redete, ins Gesicht. Ankeuschheit und Keuschheit. 26 Der Apostel Paulus sagt( Eph. 5, 3): Unreinigkeit, d. h. unkeusche Sachen, sollen unter euch( Christen) nicht einmal genannt werden( ihr sollt gar nicht davon reden), weder Schamlosigkeit( unschamhafte Dinge) noch Zoten und Possen( unehrbare Worte und Späße), wie es Heiligen geziemt, d. h. wie es sich für Christen schickt, denn alle Christen sollen heilig sein und darum nur Heiliges und Ehrbares reden. Wir wollen daher von diesem Lafter nichts weiter mehr sagen und lieber länger bei jener Tugend verweilen, welche dieser Sünde entgegengesetzt ist, und diese ist: die Keuschheit, auch Unschuld, Reinigkeit genannt. Das unschuldige Kind ist ein Liebling der Hl. Engel. Weiß ist die Lilie, prachtvoll steht sie da in ihrem Glanze; mit Luft und Wonne betrachtet sie das Auge; noch schöner ist das Kind in der Unschuld. Gottes Auge ruht auf ihm mit Wohlgefallen. Einen herrlichen Duft verbreitet die Lilie; jeder, der an ihr vorübergeht, labt sich daran; so duften unschuldige, feusche Seelen vor Gott und den Menschen; sie sind die blendend weißen Lilien im Garten Gottes. Darum sind sie auch LiebUniv.- Bibl. Giessen 27 linge der hl. Engel, welche sich freuen, so oft sie ein unschuldiges Kind in den Himmel abholen dürfen. Als der arme, aber unschuldige Guido im Sterben war, da hörte man die Engel singen: ,, Komm', du unser Liebling, die Krone der ewigen Seligkeit zu empfangen!" Das unschuldige Kind ist ein Liebling Mariens. Maria ist die allerreinste Jungfrau, darum liebt sie auch vor allem die unschuldigen, keuschen Seelen. Den unschuldigen Ildephonsus bekleidete sie mit einem prachtvollen himmlischen Gewande. Den unschuldigen Stanislaus besuchte Maria in seiner Krankheit; den seligen Alexander Bertius, eine Blume von besonderer Unschuld und Schamhaftigfeit, bestreute sie während des Schlafes mit Blumen. Das unschuldige Kind ist ein Liebling des Heilandes. Als der heilige Edmund neun Jahre alt war, versprach er dem lieben Heiland, immer rein und unschuldig zu leben. Leichtsinnigen, un keuschen Knaben ging er immer aus dem Wege. Als er eines Tages wieder von Kameraden weglief, welche angefangen hatten, böse Reden zu führen, da begegnete ihm ein wunderschöner Knabe; auf Seiner Stirne 28 glänzte der süße Name Jesus". Es war der Heiland selber und Er sprach zu Edmund: ,, Weil du diese bösen Kameraden 2 fliehest, deswegen komm' Ich jetzt zu dir." Das unschuldige Kind hat Friede und Freude Tag und Nacht in seinem Herzen, und im Himmel wird es nahe bei Gott seinen Platz haben. Deswegen sagt auch der hl. Geist( Weish. 4, 1): O wie schön ist ein feusches Geschlecht( d. h. keusche Menschen); bei Gott und den Menschen ist es in Ehren." Lieblich ist der Tod des unschuldigen Kindes; mit süßer Freude empfängt es der Heiland, und die Königin der Jungfrauen nimmt es auf in die unzählbare Schar jungfräulich reiner Seelen, und es bekommt eine Krone, strahlender. als alle andern; es darf dem Lamme Gottes ( das heißt: dem lieben Heiland) folgen, wohin Es geht, und ein neues Lied singen, einen jubelvollen Preisgesang, den niemand singen kann, als die jungfräulich reinen Seelen. Wenn du das alles recht bedenkst, willst du dir dann nicht auch alle Mühe geben, den herrlichen Schaß der Unschuld und Reinheit treu zu bewahren? Du willst den Heiland in der heiligen Kommunion in deinen Leib und in deine Seele auf 29 nehmen; der Heiland wird gern zu dir kommen, wenn du unschuldig bist. Denn: Jesus ist ein Vorbild der Unschuld und Reinheit. Jesus konnte gar keine Sünde( 10) thun. Wie sehr Er aber die Reinheit und Unschuld hochschätzte, hat Er während Seines irdischen Lebens vielfältig gezeigt. So wollte Er mur die makellose Jungfrau Maria zu Seiner Mutter haben; nur der keusche, unschuldige Joseph durfte Sein Nährvater sein. Wie ein Engel lebte Johannes der Täufer und dieser wurde des Heilands Vorläufer Der Evangelist Johannes war gerade deswegen der Lieblingsjünger des Herrn, weil er so überaus reinen Herzens war; er durfte sein Haupt auf des Heilands Brust legen beim letzten Abendmahl, sonst kein Apostel; und am Fuße des Kreuzes bekam Johannes die Jungfrau Maria zur Mutter. Wenn Jesus, als Er in Menschengestalt bei uns war, nur unschuldige, reine Seelen so nahe bei Sich haben wollte, dann kannst du sehen, daß der Heiland nur dann mit Wohlgefallen zu dir kommt, wenn auch du die Unschuld üher alles licbest und hochschäßzest. 30 Die Heiligen als Musterbilder der Unschuld. Die Unschuld ist der kostbarste Schak, deswegen sagt auch der hl. Geist:„ Alles, was man auch hochschäzen mag, es ist nicht zu vergleichen mit einer keuschen Seele" ( Sir. 26, 20). Die Heiligen haben alles gethan, um die Keuschheit zu bewahren. Sie waren mäßig in Speis und Trank, schliefen auf hartem Lager, arbeiteten mit allem Eiser, um dem Müßiggang- der aller Laster Anfang ist keinen Zutritt zu gewähren; sie flohen jede böse Gesellschaft und empfahlen sich alle Tage dem Schutz der lieben Mutter Gottes. - - Vom Hl. Franz Borgia lesen wir: Um die Unschuld zu bewahren, hat er über seine Augen gewacht, die Gefahren geflohen, eifrig gebetet, in frommen Büchern geleſen und oft die heiligen Sakramente empfangen. Der heil. Stanislaus Koltka war sehr mäßig im Essen und Trinken, mied ausgelassene Kameraden und nahm auch noch freiwillige Bußwerke auf sich, um die Unschuld zu bewahren. Der Hl. Franz Regis übte aufs genaueste die schöne Tugend der Reinheit. Er wußte, daß hierzu die Andacht zur 31 Gottesmutter eine mächtige Hilfe sei. Darum trug er von Kindheit auf eine innige Liebe und Verehrung zu ihr. Die Heiligen haben sich lieber das Leben nehmen lassen, als die Unschuld. Die hl. Ranes, die hl. Lucia, die heilige Agatha und unzählige andere ließen sich schrecklich martern und starben unter den Henkerbeil; ihre Unschuld aber brachten sie unbefleckt zu Gott. Mittel zur Bewahrung der Unschuld. Mach' auch du den Vorsatz, alle Mittel anzuwenden, um unschuldig zu bleiben. Wache und bete! Flieh' alle böse Gesellschaft; merk' das Sprichwort: Ein böser Geselle führt zehn andere in die Hölle. Empfange öfters die heiligen Sakramente. Je aufrichtiger du beichtest, desto mehr wird dir der liebe Gott durch das heilige Sakrament die Gnade geben, allen bösen Versuchungen zu widerstehen; und wenn du oft und würdig das hochheilige Fleisch und Blut des Gottmenschen genießest, so wird dein Leib und deine Seele gestärkt und geheiligt, so daß du immer mehr Kraft und Liebe zur Unschuld bekommst. In plöglicher Versuchung empfiehl dich Gott und der allerreinsten Jungfrau! Sprich: 32 O Gott, mert auf meine Hilfe! Herr, eile mir zu helfen! Mein Jesus, Barmherzigfeit!" Süßes Herz Mariä, sei meine Rettung!" O meine Königin" usw.( sieh' bei dem Morgengebet). Dent' an den Tod: Ich muß sterben- ich weiß nicht wann; aber das weiß ich gewiß, wenn ich in einer Todsünde sterbe, bin ich ewig verdammt. 11 4. Neid( Mißgunst, Schadenfreude). Wohlwollende Liebe. ( 11) Du fündigst durch Neid, wenn du dem Nächsten das Gute mißgönnst, traurig bist, wenn es ihm gut geht, und dich freust, wenn es ihm übel geht. Neidisch ist also ein Kind, welches traurig ist, wenn es einem andern Kinde gut geht, wenn dasselbe gelobt wird, reich, gesund usw. ist. Man nennt ein solches Kind auch ein mißgünstiges Kind. Desgleichen versündigt sich ein Kind, das sich freut, wenn es dem Nebenmenschen schlecht geht, z. B. lacht, wenn ein anderes Kind fällt und sich wehe thut; wenn es getadelt, gestraft wird; man nennt diese Art von Neid Schadenfreude, weil man sich frent, wenn andere einen Schaden er 33 leiden an ihrem Leib oder an ihrem Vermögen oder sonstwie. Prüfe dich, ob du auch schon beim Unglück anderer Kinder gedacht oder gesprochen hast: ,, Dem geschieht es recht!" ob du auch schon in deinem Herzen unzufrieden und traurig warst, wenn Geschwister und andere Kinder mehr hatten, als du; dann denk' im Herzen darüber nach, wie häßlich und verderblich der Neid ist. Der heilige Geist sagt: Durch den Neid des Teufels ist der Tod in die Welt gekommen"( Weisheit 2, 24). Der Teufel war also der erste, welcher neidisch war. Er mißgönnte es Adam und Eva, daß sie es im Himmel so gut bekommen sollten, und daher verführte er sie aus Mißgunst zur schweren Sünde und brachte so den Tod für die Menschen, und all das Elend und Unglück in die Welt. Zum Morde kann sogar diese Sünde den Menschen bringen: aus Neid ( Mißgunst), daß Gott Abels Opfer mit Wohlgefallen anschaute, schlug Kain seinen Bruder tot, aus Neid, daß der Vater Jakob seinen frommen Joseph besonders liebte, wollten ihn seine Brüder töten und verkauften ihn zuletzt in ein fremdes Land, aus Neid, daß die Leute dem Heiland mehr nachliesen, als den Pharisäern, Weißer Sonntag. 3 34 verklagten diese Ihn falsch und ruhten nicht, bis der Heiland am Kreuze hing. Du siehst also, wie weit man kommen kann, wenn man diese Sünde nicht schon als Kind aus dem Herzen herausreißt. Du bist deswegen schon so oft an jenes Sprüchlein erinnert worden, wo es heißt:„ Den Neid jag' auf der Stelle fort; aus Neid geschah der erste Mord." O befolg' es, und gewöhne dich an das Gegenteil vom Neid, das ist: die wohlwollende Liebe. Diese Tugend übst du, wenn du dich von Herzen freust und Gott dankst, wenn es dem Nächsten gut geht, wenn du Mitleiden hast und nach Kräften hilfst, wenn es ihm schlecht geht. Jesus, Vorbild der wohlwollenden Liebe. 11 Der liebe Heiland war voll wohlwollender Liebe, und diese Liebe hat Er uns immer gepredigt durch Seine Worte und Sein Beispiel. Das gebiete Ich euch, sagt der Heiland, daß ihr euch untereinander liebet." Daran wird man erkennen, daß ihr Meine Jünger seid, wenn ihr einander liebet"( Joh. 13, 35). Alles, was ihr wollt, daß euch die Leute thun, das sollt ihr ihnen auch thun"( Matth. 7, 12). 11 11 11 35 Heilige Kinder als Muster der wohl. wollenden Liebe. Die Eltern der heiligen Maria vom Kreuz waren arme Leute. Deswegen verzichtete die brave, siebenjährige Tochter freiwillig auf das Morgenessen, damit die Eltern weniger Geld brauchten, und überließ aus Liebe den größten Teil der Mahlzeit ihrem Bruder. Dem heil. Bernhard war es eine große Freude, wenn er seinen Geschwistern etwas helfen, holen und geben konnte. So oft eine Mitschwester der heil. Margareta von Ungarn gestraft werden sollte, bat Margareta, man möge ihr die Strafe für die Schuldige geben. Mittel, um die wohlwollende Liebe zu erlangen. Du willst den liebevollsten Heiland in der hl. Kommunion empfangen. Siehe, wie notwendig es ist, daß auch du die wohlwollende Liebe dir zu eigen machst. Bete jedesmal ein Ave Maria", wenn neidische Gedanken kommen wollen; sei besonders freundlich mit jenen Kindern, welche du beneiden wolltest, so wirst du durch das Gebet für den Nebenmenschen, daß ihm der liebe Gott noch mehr geben möge, was 3* 36 er für Leib und Seele braucht, durch deine Freundlichkeit und durch deine Teilnahme an des Nächsten Unglück das Laster des Neides im Keime ersticken; du wirst auch bei Gott dir großen Lohn verdienen; denn je mehr du einem andern das Gute gönnst, desto mehr wird der liebe Gott auch dir Seine Gnade und Seinen Segen geben und in der heiligen Kommunion gerne zu dir kommen. 5. Anmäßigkeit im Effen und Trinken.- Mäßigkeit in Speis und Trank. ( 12) Man fündigt durch Unmäßigkeit, wenn man zu viel oder allzu gierig ist oder trinkt. Unmäßig im Essen und Trinken ist also ein Kind, das noch ist, obgleich es feinen Hunger mehr hat, und trinkt, obschon es keinen Durst mehr hat, d. h. mehr als zur Erhaltung der Gesundheit notwendig ist; welches ohne Bedürfnis bloß ist und trinkt, weil die Speise und der Trank so gut schmecken". Unmäßig ist auch ein Kind, das allzu gierig ist oder trinkt, schnell und hastig aufs Essen und Trinken losfährt, Speise und Trank schnell hinunterwürgt, 37 wie ein hungriges Tier; unmäßig ist auch ein Kind, das es kaum erwarten kann, bis es Speis und Trank bekommt und schnell alles hinunterschluckt, obgleich die Speise schadet, weil sie noch zu heiß ist( warmes Brot), oder der Trank zu kalt, besonders wenn man erhitzt ist und schwitzt. Unmäßig ist ein Kind, das den ganzen Tag essen will, sich an keine Zeit hält, sondern, wenn es jemand essen sieht, gleich auch essen will, obwohl es keinen Hunger hat. Unmäßig ist auch ein solches Kind, das heikel und leckerhaft ist, welches alle seine Sparpfennige in Krämerläden trägt, um Zuckerwaren zu kaufen; das nur solche Speisen essen will, die ihm besonders schmecken, dagegen viele andere Speisen stehen läßt, weil es dieselben nicht mag, oder murrt, weil die Mutter nicht focht, was es wünscht. Das Allerschändlichste ist es aber, wenn jemand so viel Bier, Wein oder Schnaps trinkt, bis er betrunken ist, so daß er seinen Verstand nur halb oder gar nicht mehr brauchen kann und so nicht mehr recht zu denken, zu sprechen, gerade zu stehen oder zu gehen vermag. Die Unmäßigkeit im Essen und Trinken heißt man auch Fraß und Völlerei". Wer diese Sünde thut, macht sein Herz schwer 38 fällig zu guten Werken; er mag nicht gerne beten, er wird leicht unkeusch; denn je mäßiger man in Speis und Trank ist, desto leichter bewahrt man die Unschuld. Der heil. Geist sagt durch den heiligen Apostel Paulus, daß die unmäßigen Menschen die Eßluft zu ihrem Gott machen ( Phil. 3, 19), d. h.: wie dem guten Christen der liebe Gott das Höchste, Liebste und Teuerste ist, was er hat, und wie er daher auch alles dem lieben Gott zulieb thut: so ist dem unmäßigen Menschen die Befriedigung seiner Eßluft, das Essen und Trinken das Liebste und Teuerste, was er kennt. Daher haßt auch der liebe Gott die Unmäßigkeit. Den reichen Brasser, der immer nur gut gegessen und getrunken hat, warf Gott in die Hölle. Denke nach, ob du nicht auch schon etwas von dem gethan hast, was ich soeben beschrieben habe. Willst du Jesus wohlgefällig werden, dann mußt du dir es abgewöhnen und in dein Herz hineinpflanzen: die Tugend der Mäßigkeit in Speis und Trank. Mäßig ist ein Kind, welches nur so viel ist und trinkt, als es braucht, um seinen Hunger und Durst zu stillen, damit 43 Böses wünscht, die heiligen Namen verunehrt oder andern Leuten sonst wüste, grobe, schimpfliche Worte oder Namen gibt. Was denkst du, was der Zorn wohl für ein Laster ist? Er ist ein recht häßliches Laster. Der Zorn entstellt das Antlig, er macht das Gesicht bald ganz bleich, bald ganz rot. Ein Mensch wollte einmal eine Thüre ausschließen; sie ging nicht auf. Darüber wurde er so zornig, daß er mit den Zähnen in den Schlüssel biß, mit den Füßen stampfte, mit dem Munde schäumte und greulich zum Himmel empor fluchte. Ein Jüngling, der das mitansah, bekam darüber einen solchen Ekel und Abscheu vor dem Zorn, daß er sich sein ganzes Leben lang davor in acht nahm. Ein Zorniger wurde einmal dadurch bekehrt, daß ihm jemand einen Spiegel vorhielt, worin er sein häßlich entstelltes Gesicht sah. Er schämte sich darüber und besserte sich. Der Zorn ist ein verderbliches Laster, weil er Leib und Seele verdirbt. Er verdirbt die Gesundheit, das leibliche Leben. Schon manchmal ist einer im Zorn tot umgefallen; andere haben im Zorn schon Krämpfe bekommen, z. B. die Fallsucht. Der hl. Geist sagt in der Heiligen Schrift ( Sir. 30, 6):„ Neid und Zorn verkürzen - 44 die Lebenstage." Zornmütige Menschen sehen oft nicht gut aus; sie kränkeln. Der Zorn schadet der Seele, weil der ungerechte Zorn eine Sünde ist und zwar eine kleine oder eine große, je nachdem man nur ein wenig oder sehr stark zornig ist. Der Zorn verleitet auch noch zu vielen andern Sünden, besonders zu greulichen Flüchen und Gotteslästerungen, Beschimpfung, Mißhandlung, Mordthaten. Esau wollte seinen Bruder Jakob im Zorn umbringen. Nicht wahr, dieses Laster willst du gleich bei dir im Reime ersticken und willst dich befleißen der schönen Tugend der Sanftmut( Geduld). Sanftmütig und geduldig ist ein Kind, das ruhig und gelassen bleibt, nicht aufbraust, nicht schimpft, sich nicht rächen will, sondern sich Mühe gibt, jede Aufregung in seinem Herzen zu unterdrücken, das dem Beleidiger gerne verzeiht, ja selbst noch Wohlthaten ihm erweist, wenn er sie nötig hat. Die Sanftmut ist eine der schönsten Tugenden, lieblich vor Gott und den Menschen. Ein Kind, das beim lieben Heiland etwas gelten will, das muß sanftmütig werden; denn 45 Jesus ist Vorbild der Sanftmut und Geduld. Der Heiland hat es selber gesagt:( 15) Lernet von Mir, denn Ich bin demütig und sanftmütig von Herzen!"( Matthäus 11, 29). Die Pharisäer haben unzählige Male den Heiland bei den Leuten verkleinert, gescholten, verleumdet. Aber der liebe Heiland wurde dadurch nicht hizig und aufgebracht, Er blieb ganz liebreich und freundlich; Er läßt Sich anspeien, ins Gesicht schlagen und sagt nichts; Er läßt Sich ans Kreuz hinnageln und wehrt Sich nicht dagegen; Er betet im Gegenteil für seine Mörder und entschuldigt sie: sie wissen nicht, was sie thun." Zur Sanftmut antreiben soll dich auch noch das Beispiel heiliger Kinder. Heilige Kinder als Musterbilder der Sanftmut. Als der hl. Stanislaus in Wien studierte, wurde er von seinem Bruder Paul wegen seiner Frömmigkeit verspottet, ja sogar geschlagen. Zwei Jahre lang ertrug Stanislaus stillschweigend diese rohe Behandlung. Der hl. Joseph von Kupertino hatte eine sehr strenge. Mutter. Nichts übersah sie dem Knaben. Joseph - 46 11 aber beklagte sich nicht und war auch nicht böse auf die Mutter, sondern dachte, wenn er gestraft wurde: Das läßt Gott zu, damit die Neigung zum Zorn aus meiner Seele getilgt wird." Wenn er Schläge bekommen hatte, oder wenn er gescholten worden war, so schaute er seine Mutter so freundlich an als zuvor und bat gleich um Verzeihung, wenn er meinte, die Mutter beleidigt zu haben. Die hl. Melania wurde von einem Manne unschuldig sehr hart geschlagen: sie sagte aber ihrem Vater nichts davon; im Gegenteil bat sie den Vater, er möge ihr ein Geschenk geben für jenen Mann; und als dieser bald nachher sehr krank wurde, brachte sie es ihm selber. Mittel, um die Sanftmut zu erlangen. In der Jugend ist es noch leichter, den Zorn zu bezähmen, ahme also Jesus und die heiligen Kinder nach und lerne von ihnen die Sanftmut! Bete oftmals untertags: ,, Jesus, sanftmütig und demütig von Herzen, bilde mein Herz nach Deinem Herzen!" mach' mich auch so sanftmütig wie Du bist. Schweig' still, wenn du aufgeregt bist; geh' hinweg von dem, was dich reizt und ärgert. Hast du einmal ein hißiges Wort gesagt, so mach' es gleich wieder gut, 47 indem du still z. B. betest: Gelobt sei Jesus Christus! Sei verträglich mit Geschwistern und Gespielen, necke sie nicht, ertrage aber du die Neckereien von andern. Willst du sanftmütig werden, so schimpf' nicht und schlag' nicht, gib keine Uebernamen( Spitznamen); gib kleinen Kindern gerne nach und ertrage harte Behandlung gelassen und geduldig. Sprich nichts Böses über Menschen, gegen die du Abneigung fühlst; beklage dich zu Hause nicht, wenn du in der Schule gestraft worden bist; füge dem, der dich beleidigt hat, keinen Schaden zu; erweise ihm eine Gefälligkeit, soweit es dir möglich ist. Wenn du dir redlich Mühe gibst, dich alle Tage so zu üben, dann wird der Zorn in dir nicht aufkommen, du wirst die schöne Tugend der Sanftmut erlangen. 7. Trägheit.- Gifer im Guten. Man fündigt durch Trägheit, wenn( 16) man aus Widerwillen gegen Mühe und Arbeit seine Christen- und Standespflichten vernachlässigt. Es gibt nun eine leibliche und eine geistliche Trägheit. 48 Die leibliche Trägheit( mäßiggang, Arbeitsschen). Dein Stand ist der Kindesstand und Schülerstand. Im Kindes- und Schülerstand mußt du den Eltern bei der Arbeit helfen, du mußt lernen. Wenn du nun am Morgen nicht aufstehen magst, faul im Bett liegen bleibst, mehrmals geweckt werden mußt, deine Aufgaben nicht lernst, sie aufschiebst, solange du kannst, oder sie abschreibst, mit deinen Händen, mit deinem Leib die Arbeit nicht thust, welche man dir auferlegt, sie andern aufladen willst, dann hast du gefündigt durch leibliche Trägheit. Von dieser Sünde sagt der heilige Geist: ,, Der Müßiggang lehrt viel Böjes" ( Sirach 23, 29). Und schon das Sprichwort sagt: ,, Müßiggang ist aller Laster Anfang." Wer ein rechter Faulenzer ist, der verdient sein Brot nicht, kommt oftmals an den Bettelstab, wird ein Lügner und Betrüger und ein Dieb, weil er ja doch zu essen haben will, es aber nicht durch Arbeit verdienen mag; so steht dem Faulenzer das Zuchthaus offen. Der fleiß ist das Gegenteil der faulheit. Fleißig ist jenes Kind, welches seine Aufgaben und die ihm aufgetragenen Ar 49 beiten gern, pünktlich und zur rechten Zeit verrichtet. Jesus, Vorbild des fleißes in leiblicher Arbeit. Der liebe Heiland hat unermüdlich gearbeitet. Alle Hausarbeiten, welche Seine Mutter Ihm auftrug, besorgte Er pünktlich: und bis zu Seinem dreißigsten Jahre half Er Seinem Pflegevater Joseph als Zimmermann das Brot verdienen. Die Heiligen als Muster des fleißes. Franz von Sales stand sehr frühe auf, um seine Aufgaben zu machen. Deronika von Mailand hatte nicht einmal das Glück, eine Schule besuchen zu können. Sie lernte in ihrem elften Jahre aus sich felbst lesen und schreiben und zwar des Nachts; denn während des Tages mußte sie den armen Eltern bei der Arbeit helfen. Wenn es in der Heiligen Schrift heißt: der Mensch sei zur Arbeit geboren, wie der Vogel zum Fliegen; wenn Jesus und die heiligen Kinder so gerne und so fleißig gearbeitet haben, dann wirst wohl auch du den Entschluß fassen: ich will ein fleißiges Kind sein; sobald ich geweckt werde, will ich mich nicht lange besinnen, sondern gleich Weißer Sonntag. 4 30 aufstehen und Gott zulieb alle mir befohlene Arbeit verrichten und meine Aufgaben pünktlich lernen, besonders in der heiligen Religion. Geistliche Trägheit. Du bist nicht bloß ein Kind; du bist auch ein Christ, weil du getauft bist; darum mußt du die zehn Gebote Gottes und die fünf Gebote der Kirche halten: du mußt beten und die heil. Sakramente empfangen, daß dir der liebe Gott hilit, alle Gebote beobachten und halten zu können. Wenn du nun nicht beten magst, dein Morgenund Abendgebet bald gar nicht, bald faul im Bett verrichtest, wenn du nicht in die Kirche gehst, an Beicht und Kommunion feine besondere Freude hast, weil es Mühe fostet, so hast du dich durch geistliche Trägheit verfündigt. Der faule Knecht, dem der Herr ein Talent gab, der es aber im Sacktuch vergraben hat und nichts mit dem Gelde verdiente, wurde in die äußerste Finsternis, in die Hölle geworfen. Und so müßte der liebe Gott es auch mit dir machen, wenn du dir nicht mit Leib und Seele Mühe geben magst, Gott zu dienen und reich zu werden vor Gott an guten Werken. Das Gegenteil von der geistlichen Trägheit ist der 51 ~ m Eifer im Guten. " 1 Unter dem Guten" versteht( 17) man hier die drei Arten von guten Werken: Gebet, Fasten, Almosen. ( Inwiefern erinnert die Kommunionferze, deren Licht sich zum Himmel erhebt, die sich selbst verzehrt und die Licht und Wärme spendet, an ,, Beten, Fasten, Almosengeben"?) a) Unter ,, Gebet" versteht man alle Werke der Andacht, z. B. Morgen-, Abend-, Tischgebet, Andacht zum göttlichen Christkinde, Englischer Gruß, Anhörung der heil. Messe, Besuchung des heil. Altarssakramentes, Empfang der heil. Sakramente, Kreuzwegandacht, Rosenkranzgebet, tägliche Schußgebete, Lesen in einem frommen Buch usw. b) Mit dem Fasten" sind alle Werke der Abtötung gemeint. Die Abtötung besteht darin, daß wir unsern fünf Sinnen und den Wünschen des Herzens manches versagen, was ihnen lieb und angenehm ist, sogar in erlaubten Dingen uns Abbruch thun, damit wir von unerlaubten, verbotenen Dingen uns um so leichter enthalten. Man 4* 52 fann also abtöten den Gesichtssinn- die Augen, z. B. nicht herumschauen in der Kirche und Schule, auf der Straße nicht alles sehen wollen usw. Man kann abtöten den Gehörssinn, die Ohren, z. B. nicht an Thüren und Wände hinstehen, um zu hören, was andere reden. Man kann abtöten den Geschmackssinn, z. B. nicht naschen, nicht außer der Zeit essen, sich keine Speisen heraussuchen, nicht über schlecht Gekochtes flagen; man kann abtöten die Zunge, nicht alles erzählen, was man gesehen und gehört hat, am wenigsten fremde Fehler, nichts unnötig aus der Schule erzählen, nicht offenbaren, was andere dir anvertraut haben, nach dem Abendgebet bis zum Morgengebet ganz stillschweigen, nicht mehr im Bett mit den Geschwistern plaudern. Man kann abtöten den Gefühlssinn, den ganzen Leib, alle seine Bequemlichkeit und Weichlichkeit, z. B. nicht über Hiße und Kälte klagen, zur bestimmten Zeit aufstehen, nicht zu spät kommen in die Kirche und in die Schule, sich bisweilen ein Spiel versagen usw. Man kann abtöten die Wünsche und Begierden des Geistes, z. B. den Stolz, den Geiz, Neid usw., indem man gerade das Gegenteil von dem thut, wozu die 53 bösen Begierden des Herzens uns verleiten wollen. c) Unter dem ,, Almosengeben" versteht man alle Werke der Nächstenliebe. Es gibt sieben leibliche und sieben geistliche Werke der Barmherzigkeit. Die leiblichen Werke der Barmherzigkeit heißen: 1. die Hungrigen speisen, 2. die Dur stigen tränken, 3. die Nackten bekleiden, 4. die Fremden beherbergen, 5. die Gefangenen erlösen, 6. die Kranken besuchen, 7. die Toten begraben. Die geistlichen Werke der Barmherzigkeit heißen: 1. die Sünder zurechtweisen, 2. die Unwissenden lehren, 3. den Zweifelnden recht raten, 4 die Betrübten trösten, 5. das Unrecht geduldig leiden, 6. denen, die uns beleidigt haben, gerne verzeihen, 7. für die Lebendigen und die Toten Gott bitten. Aus den unten angeführten Beispielen aus dem Leben frommer Kinder kannst du ersehen, wie auch du die Werke der nächstenliebe üben kannſt. Wenn du nun von diesen drei Arten von guten Werken recht viele um Gotteswillen verrichtest, dann hast du Eifer im Guten. - 54 Jefus ift Vorbild vom Eifer in allen drei Arten von guten Werken. ( 18) In Werken der Andacht. Mit zwölf Jahren macht Er schon eine große Wallfahrt, bleibt drei Tage in der Kirche, betet oft ganze Nächte hindurch. In Werken der Abtötung. Er liegt auf Stroh, im Stall, friert, hungert, fastet, läßt Sich kreuzigen. In Werken der Nächstenliebe. Er ging umher und that Gutes," sagt der Evangelist vom Heiland, d. h. wo Er einen Menschen im körperlichen und geistigen Elend sah, hat Er ihm geholfen. Die Heiligen als Musterbilder von Eifer in allen drei Arten von guten Werken. a) Freude am Gebet. Wenn der selige Hermann Joseph in die Schule ging, trat er jedesmal zuerst in die Kirche, an der sein Weg ihn vorbeiführte, kniete nieder und betete das Jesusfind an. Der hl. Franz Regis brachte an Sonn- und Festtagen die freie Zeit fast ganz mit frommen Uebungen zu. Er ging entweder zu mehrern hl. Messen, oder las zu Hause in frommen Büchern, oder dachte bei sich über heilige Wahrheiten nach. 55 Man sah ihn an solchen Tagen oft in einer Kirche oder Kapelle in einem Winkel einsam knieen; er war da ganz bei Gott im Gebete und strömte so von Freude über, daß er oft weinen mußte. Es war ihm wie dem Kinde, wenn es nach langer Zeit wieder einmal bei Vater und Mutter zu Hause sein kann. b) Liebe zur Abtötung. Die ehrwürdige Crescentia litt oft freiwillig Hunger und Durst, nahm oft auch recht bittere Sachen in den Mund, um gleichsam etwas vom Myrrhentrank Jesu zu verkosten. Magdalena von Pazzis ließ sich als Kind im Winter das Bett nicht wärmen. Katharina Emmerich tötete die Augen ab, indem sie dieselben niederschlug oder abwendete, wenn etwas Schönes und Angenehmes oder Dinge zu sehen waren, welche die Neugierde reizen konnten. War etwas Liebliches oder Neues und Anziehendes zu hören, so dachte sie: Nein! ich gebe dazu meine Ohren nicht her! Ich höre es Gott zulieb nicht an. Die Zunge tötete sie ab, indem sie verschwieg, was sie gerne hätte sagen wollen, und solches nicht aß, woran sie einen Wohlgeschmack gefunden hätte. Ihre Füße tötete sie ab, wenn 56 sie ein Verlangen hatte, da- oder dorthin zu gehen, ohne von einer Pflicht oder einem Liebesdienst gerufen zu sein; sie dachte dann: Nein! ich gehe nicht; es ist viel besser, ich bleibe Gott zulieb weg, denn danach könnte es mich gereuen. Die gottselige Bartholomäa tötete den Stolz ab, indem sie manchmal vor ihrer Lehrerin niederkniete und bat, sie möge ihr doch ihre Fehler sagen und eine Buße dafür aufgeben. Wenn Elisabeth von Thüringen mit andern Mädchen spielte und gerade rechte Freude daran hatte, hörte sie plößlich auf und sprach: Jetzt will ich um Gotteswillen nicht mehr spielen." Entbehr' auch in erlaubten Dingen, Dann wirst du leicht in unerlaubten dich bezwingen. c) Eifer in Werken der Nächstenliebe. 1. Leibliche Werke der Barmherzigkeit. ( 19) Hungrige speisen. Vom siebenten Jahre an versagte sich die heilige Koletta alles Zuckerbackwerk, welches die Winder sonst sehr lieben. Bei Tisch stand sie oft auf und trug das, was sie bei der Hand hatte, zu den Armen hinaus, welche vor der Hausthüre stunden; ihre Eltern 57 ließen es gerne geschehen und dankten Gott, daß Er ihnen ein solches Kind geschenkt hatte. Wenn die gottselige Katharina Emmerich einen Hungrigen oder Durstigen sah, so lief sie auf ihn zu und rief mit rührender Einfalt: ,, Warte, warte, ich hole dir ein Brot zu Hause." Und die gute Mutter ließ es geschehen und verwies es nie dem Kinde. Klopfte ein Armer an die Thüre oder an das Fenster, so eilte die ehrwürdige Crescentia von Kaufbeuren sogleich mit einer Freude herbei, als wäre Christus der Herr selber draußen; sie redete mit ihm in den liebreichsten Worten. War sie eben gerade bei Tische, so bat sie die Eltern um Erlaubnis, von ihrem Essen den Armen geben zu dürfen. Die selige Germana war ein armes Hirtenmädchen, sie konnte nur wenig für andere thun, aber sie fand doch Mittel, andern zu helfen. Sie teilte ihr Stücklein Schwarzbrot mit andern Armen, und zwar that sie dieses alle Tage. Auch die heil. Franziska von Chantal hatte von Jugend auf eine zarte Liebe für die Armen und Notleidenden. Wenn sie einen dieser Unglücklichen sah, kamen ihr vor Mitleid die Thränen ins Auge. Sie stellte sich dabei Christus den Herrn vor, der auch so arm war, daß Er nicht hatte, —— 58 worauf Er Sein Haupt legen konnte. Sei auch du mitleidig gegen Arme, und freue dich besonders, wenn du etwa an dürftige Kranke Speisen oder anderes Almoſsen überbringen darfst. - Nackte bekleiden. So oft die ehrwürdige Maria von der Menschwerdung einen Armen oder Kranken erblickte, ward sie von innigstem Mitleid gerührt. Ihnen beizustehen, sie zu kleiden und ihnen die niedrigsten Dienste zu leisten, machte ihr die größte Freude. Die gottselige Anna Garcias sagt von sich: Als ich noch bei meinen Brüdern wohnte, gab ich von meinen Kleidern und von allem, was ich zu vergeben hatte. Ich versteckte auch die Speisen, die man mir gab, und teilte sie den Armen aus. Fremde beherbergen. Der gottselige Johann Dianney hatte das Mitleid mit den Armen durch das Beispiel der Eltern gelernt. Wenn schlechtes Wetter war und Arme kamen, um Herberge zu bitten, ließ der Vater in der Küche ein großes Feuer anmachen, um die Armen zu erwärmen. Dann stellte man einen großen Topf mit Kartoffeln ans Feuer. Hierauf setzten sich die Kinder des Hauses mit den Armen an einen Tisch zum Essen. Dann wurde ge 59 meinsam gebetet. Der Vater führte die Gäste auf den Heuboden oder in die Scheune, und sorgte, daß ihnen nichts von dem Notwendigen abging. Johann hatte seine größte Freude, seinen Eltern bei dieser Armenpflege zu helfen. Er führte alle Armen, die er auf dem Wege fand, nach Hause; einmal hatte er ihrer 24 gesammelt. Die Notleidenden hatten oft auch kleine Kinder bei sich; das Elend derselben ging Johannes immer besonders tief zu Herzen. Er führte eines nach dem andern zum Feuer, sammelte die bessern Ueberreste des väterlichen Tisches und sparte für sie auch von seinem eignen Munde ab. Er bat auch die Mutter manchmal um ein Kleidungsstück für diese armen Kinder. Das Werk der hl. Kindheit. Gefangene erlösen. In manchen( 20) Ländern, wo noch das Heidentum oder sonst eine falsche Religion herrscht, wie z. B. in Afrika, geschieht es noch immer, daß man Kinder raubt, wie die Tiere auf den Markt treibt und dort verkauft. Diese armen schwarzen Kinder befinden sich in sehr trauriger Gefangenschaft. An andern Orten, z. B. in China, werden unzählige Kinder, wenn sie schwächlich oder kränklich sind, als 60 unbrauchbar wie das liebe Vieh ins Wasser geworfen oder auf die Straße ausgesetzt, wo sie dann von Hunden oder Schweinen aufgefressen werden oder sonst elendiglich umkommen. Da haben denn fromme Priester sich dieser armen Kinder erbarmt und die christlichen Kinder zu Hilfe gerufen; sie sollen helfen durch ihre Gebete und Almosen, daß die unglücklichen Heidenkinder aus der Gefangenschaft losgekauft, oder den graufamen Eltern abgekauft, oder auf der Straße aufgesucht und in ein Waisenhaus gebracht werden können. Und die Tausende und abermals Tausende von christlichen Kindern hatten Mitleid mit diesen armen Geschöpfen und sagten: Wir haben so gute Eltern, die so zärtlich für uns besorgt sind, wir genießen die große Gnade, in der hl. Tause Kinder Gottes geworden zu sein; daher wollen wir auch den armen Heidenkindern helfen. Und so sind sie dem Werke der h. Kindheit beigetreten und haben jeden Monat ihren kleinen Beitrag gezahlt und täglich das vorgeschriebene Ave Maria" gebetet. Manche Kinder haben sogar ihr Spielzeug verkauft, um dem Jesukind zulieb für die Heidenkinder mehr geben zu können. Andere haben den Eltern versprochen, sie wollen noch weit folgsamere Kinder sein, 61 wenn sie nur dem Werk der hl. Kindheit" beitreten dürfen und von den lieben Eltern jeden Monat den kleinen Beitrag dazu erhalten. Durch diese Hilfe der christlichen Kinder ist es den frommen Priestern möglich gewesen, schon Millionen solcher armen Heidenkinder zu kaufen, ihnen die hl. Tause zu spenden und, wenn sie der liebe Gott nicht gleich zu den hl. Engeln abrief, in christlichen Waisenhäusern zu glücklichen und brauchbaren Menschen und braven Christen zu erziehen. O welche Freude hat das Christkind an diesem hl. Werke! Hast du auch schon dem lieben Jesukind eine Freude gemacht, indem du Jhm zulieb einem armen Heidenkinde ein Almosen zukommen ließeſt? Kranke besuchen. Die ehrwürdige Klothilde hatte ein Schwesterlein, Namens Elisabetha. Dasselbe wurde schwer frank und Klothilde ließ es sich nicht nehmen, die Krankenwärterin bei ihm zu machen. Sie pflegte es mit unausgeseßter Sorgfalt, verweilte stets in seiner Nähe und bediente es in jeder Weise. Von dem sehr vornehmen hl. Franz Borgia wird erzählt, daß er schon als Knabe die Armen und Kranken in den Spitälern bediente und ihnen Speise und Arzneien darreichte. Wie 62 rührend ist es nicht, was wir von der gottseligen Katharina Emmerid lesen: Kein Kind, heißt es von ihr, konnte Katharina frant und weinend sehen, ohne Gott zu bitten, Er möge ihr selbst die Krankheit oder die Schmerzen schicken, damit die andern befreit würden. Tote begraben. Die hl. Elisabeth von Thüringen gab sich Mühe, so oft als möglich den Sterbenden beizustehen und ihnen durch frommen Zuspruch den Todeskampf zu erleichtern. Starb einer in ihren Armen, so wachte sie oft selbst bei der Leiche und war beim Begräbnis zugegen. Mit Bewunderung sah man diese Fürstin demütig und fromm dem ärmlichen Sarge des letzten ihrer Unterthanen folgen. In manchen Gegenden tragen, wenn ein Schulkind stirbt, es Schulkameraden zu Grabe. Fleiß und Sparsamkeit. ( Mittel, um wohlthätig sein zu können.) ( 21) Du hast jetzt diese Beispiele frommer Kinder gelesen, wie sie alle wetteiferten in den Werken der Nächstenliebe. Der liebe Gott selbst hat oft auf wunderbare Weise gezeigt, wie lieb und angenehm in Seinen Augen die Werke der Barmherzigkeit sind. 63 Eine solche außerordentliche Begebenheit lesen wir z. B. im Leben des hl. Martinus. Als der heil. Martin fünfzehn Jahre alt war, wurde er Soldat. Als solcher kam er in die Stadt Amiens. Während er dort war, fiel ein sehr kalter Winter ein, in welchem viele Leute erfroren. Da ritt Martin mit mehrern Soldaten zum Stadtthor hinaus. Dort traf er einen Bettler, der schlecht bekleidet und vor Kälte faſt erstarrt war und die Vorübergehenden um Mitleid anflehte. Dem jungen Krieger Martin ging sein Elend zu Herzen. Allein sein Geld hatte er schon alles an die Armen verschenkt; da er nun nichts mehr besaß, als seinen Kriegsmantel, so war Martin rasch entschlossen; er zog sein Schwert und schnitt den Mantel entzwei, gab die Hälfte dem Bettler und ritt dann seines Weges weiter bis an den Abend, wo er in einem Gasthaus einkehrte. Im Schlafe hatte er nun eine merkwürdige Erscheinung. Er sah plößlich Christus inmitten einer großen Schar heiliger Engel vor sich Christus hatte Sich mit dem Stück des Mantels umhüllt, welches Martin dem Bettler geschenkt. Der Herr sprach nun zu den Engeln: ,, Martin, noch ein Christenschüler, hat mich mit diesem Ge - 64 wande bekleidet." Diese Erscheinung erfüllte den jungen Martin mit großer Freude und trieb ihn noch mehr an, alles, was er an Speis und Trank am Munde sich abbrechen oder von seinem verdienten Gelde entbehren konnte, den Armen zu geben. Brave Kinder haben darum auch immer den Wunsch gehabt: O wenn wir nur das Beispiel heiliger Kinder nachahmen und recht viel Almosen geben könnten! Sie dachten dann darüber nach, wie es den heiligen Kindern möglich war, so viele Werke der Barmherzigkeit zu üben, und sie fanden, daß sie alle die schöne Tugend der Arbeitsamkeit und Sparsamkeit geübt hatten. Sie gebrauchten in Speis und Trank und Kleidung und Vergnügen nur das Notwendigste; und was sie so sich am eignen Mund absparten, oder an der Kleidung oder an einem Vergnügen, das gaben sie dann den Armen und in denselben dem lieben Heiland. Du könntest vielleicht auch noch in manchen Stücken genügsamer und sparsamer sein, zum Beispiel in deiner Kleidung, wenn du dich nicht über deinen Stand fleiden und die Kleider besser schonen würdest, eine kleine Beschädigung sogleich ausbessern ließest, keine Flecken in den Kleidern dulden würdest. So würde das Kleid lange 65 Zeit Dienste thun; du wärest reinlich und anständig gekleidet, wenn es auch nicht immer nach der neuesten Mode wäre. Ich habe ein Mädchen gekaunt; es war weit weg von der Mutter in einer Unterrichtsanstalt. Die Vakanz nahte heran; die Mutter schickte eine große Sumine als Reisegeld; das Kind aber bat, die Mutter möge es diesmal in der Anstalt lassen; es möchte gern dem Heiland durch ein Werk der Barmherzigkeit eine Freude machen, dazu wolle es das Reisegeld benützen und armen Kindern Kleidungsstücke kaufen. War diese Entsagung nicht großer Edelmut? Der Heiland selber hat uns ein Beispiel gegeben, wie wir auf alles acht haben und nichts verderben lassen sollen. Als Er Sein großes Wunder gewirkt und mit fünf Broten und zwei Fischen Tausende von Menschen gespeist hatte, da wollte Er die übriggebliebenen Bissen nicht zu Grunde gehen lassen; er befahl den Aposteln, die Stücklein zu sammeln und es gab noch zwölf Körbe voll. Als Katharina Emmerid eine Jungfrau geworden war, ließ sie überall alte Lappen sammeln und diese wußte sie so geschickt zusammenzunähen, daß Hunderte von Kindern aus ihrer armen Hand Kleidungsstücke aller Art erhielten. Weißer Sonntag. 5 SEAR 66 Wahr ist das Sprichwort: Wohlthun armet nicht( macht nicht arm); der hl. Geist selber bestätigt es, wenn Er( Spr. 28, 27) ſagt: Wer einem Armen gibt, dem wird nichts mangeln. Der Herr selber verspricht, nicht einmal ein Trunk Wasser, um Gotteswillen gegeben, werde ohne Lohn bleiben, und alles, was man dem geringsten Menschen um Gotteswillen Gütes thue, das sehe Er an, als ob man es Ihm selbst gethan habe und werde es belohnen. So bitte denn auch du den lieben Gott um ein mitleidiges Herz. Sei genügsam, entsage und spare, sei fleißig und arbeitssam, damit du Mittel hast, Werke der Barmherzigkeit zu üben, damit auch du dereinst Barmherzigfeit bei Gott finden mögest. 2. Geistliche Werke der Barmherzigkeit. ( 22) Sünder zurechtweisen. Wenn ein Kamerad des hl. Franz von Sales in seiner Gegenwart sich vergaß und einen Fluch, eine Lüge oder irgend ein unanständiges Wort auszusprechen wagte, wies ihn der fromme Knabe mit sanftem Ernste zurecht und bat ihn, auf seine Worte acht zu haben. So verhinderte er manche Sünde unter seinen Mitschülern. Ja, seine bloße Gegenwart war mächtig genug, andere vom EVA 67 Bösen abzuhalten. Sobald man ihn kommen sah, hieß es: Wir wollen brav sein, da fommt der Heilige. Vielleicht könntest auch du durch Wort und Beispiel deine Geschwister und Mitschüler von mancher Sünde abmahnen! Unwissende lehren. Als der gottselige, Johann Dianney noch ein Knabe war, lehrte er Kinder seines Alters das Vaterunser, den Englischen Gruß, die drei göttlichen Tugenden und die notwendigen Wahrheiten der Religion. Er ermahnte fie, sie sollen recht brav sein, Gott inn lieben, sich nicht über den Reichtum anderer beklagen und ihre eigne Armut mit Geduld und Ergebung leiden. Vielleicht könntest du deinen kleinen Geschwistern aus der Biblischen Geschichte und dem Katechismus erzählen und ihnen so das Lernen erleichtern! Betrübte trösten. Die Mutter des seligen Johann Berchmans war viele Jahre krank. Das fromme Kind war immer voll findlicher Liebe gegen sie. Johannes erwies ihr jeden Dienst, den sein Alter zu leisten vermochte. Auch redete er ihr so herzlich und klug Trost zu, daß die Leute, welche gegenwärtig waren, sich nicht genug darüber verwundern konnten. Unrecht geduldig leiden. Weil 5* 68 die selige Germana schwächlich und kränklich war, konnte die böse Stiefmutter das Kind nicht ausstehen. Es bekam kein liebevolles Wort, keinen freundlichen Blick; fie reizte sogar den Vater gegen das Kind auf. Es durfte nicht in der Stube bei den andern Kindern wohnen; es mußte beim Vieh im Stall schlafen oder unter der Stiege auf einem Bündel Reisig. Germana aber ertrug alles mit unbesiegbarer Geduld. Gott hat es so zugelassen," sagte sie, und damit war sie zufrieden. Der Heiland habe durch Sein Leiden gezeigt, daß Er sie liebe; jetzt wolle auch sie durch geduldiges Leiden zeigen, daß sie Jesus liebe. Darum hörte man nie eine Klage von ihr, sie beschuldigte mit feinem Worte die Stiefmutter oder den Vater. Immer zeigte sie ein heiteres, ruhiges Gesicht. Denen, dir uns beleidigen, gerne verzeihen. Es geschah hier und da in der Schule, daß ein ungezogener Knabe den seligen Benedikt Labre schlug. Benedikt nahm es stillschweigend hin. Er verzieh dem Beleidiger und entschuldigte ihn sogar beim Lehrer, er habe es nicht so bös gemeint. ( 23) Für Lebendige Gott bitten. Wenn Katharina Emmerich ein Kind 69 sah, das üble Gewohnheiten und Fehler an sich hatte, so betete sie um dessen Besserung, legte sich aber, um erhört zu werden, eine Strafe auf und begehrte von Gott, für das Kind die Buße tragen zu dürfen.- Wenn der selige Petrus Faber in ein Dorf oder in eine Stadt kam, oder sie auch nur von weitem sah, so betete er zu den heiligen Engeln, welchen der Schutz der Leute jenes Ortes anvertraut war. Dann dachte er an den lieben Heiland, der in der Kirche des Ortes auf dem Altare gegenwärtig war; er bat Jhn, als den eigentlichen Hirten und Seelsorger der dortigen Leute, daß Er ihnen beistehe, und daß Er Sich der Sünder, der Sterbenden und aller Betrübten, die dort wohnten, erbarmen möge. Auch du kannst auf diese Weise beten. Wenn du in die Schule gehst oder in der Schule bist, kannst du still im Herzen zum heiligen Schutzengel deiner Mitschüler beten, daß er sie an diesem Tage vor Sünde bewahre oder vor Unglück beschüßze. Auch wenn du etwas Schlechtes siehst oder hörst und es nicht verhindern kannst, magst du Gott bitten, Er möge denen, welche die Sünde thun, eine ernste Reue und eine gute Beicht verleihen. Und wenn du eine Kirche oder einen Turm von weitem siehst, und weißt, 70 daß dort dein Heiland im allerheiligsten Sakrament verborgen wohnt, magst du Ihn still im Herzen anbeten, Jhm danken für alles Liebe und Gute, das Er dir und den Deinen und den andern Leuten in der Gegend schon gethan hat. Solches Beten wird dir Segen bringen. Für Tote Gott bitten. Die gottselige Armella hatte großes Mitleid mit den armen Seelen. Sie half ihnen, soviel sie konnte, durch Gebet und gute Werke. Wenn sie im heißen Sommer die Schafe hütete oder im Winter von harter Kälte zu leiden hatte, so opferte sie diese Leiden für sie auf. Mußte sie austehren oder andere schwere Hausarbeiten verrichten, so that sie dies wieder in derselben Meinung. Oft blieb sie in der Sonnenhize oder an einem großen Feuer stehen und litt das Brennen, um dadurch die Qualen der armen Seelen zu lindern. Beim Essen bewahrte sie das Beste, oft die ganze Mahlzeit, zu Almosen auf für einen Armen, um durch das Verdienst dieses guten Werkes den Verstorbenen zu helfen. Ein anderes Mal wieder versagte sie ihrem Durste das Wasser oder enthielt sich des Spieles, um diese kleinen Opfer Gott für die leidenden Seelen darzubringen. 71 Ein Pfarrer in Untersteier erklärte den Englischen Gruß und sagte den Kindern, wie schön es wäre, wenn der Englische Gruß und das Vaterunser für die armen Seelen am Abend in der Kirche gebetet würden. Sein Wort fiel auf ein gutes Erdreich. Denn nicht lange darauf ging allabendlich ein Mädchen von neun Jahren etwas vor der Abenddämmerung im Orte auf und ab. Alle Kinder, welche es fand, sammelte es um sich und führte es in die Kirche. Dort beteten sie aber nicht nur den Englischen Gruß, sondern auch noch einen Rosentranz für die armen Seelen. Bald schlossen sich den guten Kindern auch noch viele Erwachsene an, und jetzt ist alle Abende das ganze Dorf, alt und jung, in der Kirche versammelt, um für die armen Seelen zu beten. Vergiß auch du deine Verstorbenen nicht! 1 Die Kanigkeit. Wenn du nun den Eifer frommer( 24) Kinder in Ausübung guter Werke beherzigst, dann wirst du wohl einsehen, daß der Heiland schlecht mit dir zufrieden ist, wenn du nicht einmal die täglichen Gebete regel1 Aus dem Heidenkind', S. 182, 1. Jahrgang 1888. ( Missionshaus St. Ottilien.) SCHW 72 mäßig verrichtest, Scheu hast vor jeder Abtötung und dich um die Ausübung guter Werke gar nicht kümmerst. Du gehörst zu den lauen Christen, die bloß noch so notdürftig und gezwungen thun, was streng geboten ist; sie beten noch manchmal, aber ohne Sorgfalt, beichten leichtfertig, empfangen die heilige Kommunion ohne Vorbereitung, ohne Andacht und so auch ohne Nußen. Solche Seelen lieben den Heiland nicht recht, machen sich nichts aus kleinen Sünden, mögen freiwillig fein gutes Werk thun, halten gleich andere für überspannte Leute, die nur einigermaßen mit Eifer ihren religiösen Pflichten nachkommen wollen. Wie nun das laue Wasser zum Erbrechen reizt, ebenso hat Jesus Christus einen Widerwillen vor den lauen Christen. Er spricht es geradezu aus in der Geheimen Öffenbarung( 3, 5): Wenn du lau bist, will ch dich ausspeien aus Meinem Munde; das will sagen: von Mir stoßen und dir Meine Gnade entziehen. Die lauen Seelen meinen immer, mit ihnen stehe es gut, sie seien wohl daran bei Gott; der Heiland aber sagt das Gegenteil: sie täuschen sich, sie find elend daran, kennen ihren bedauernswerten Zustand nicht; sie sind arm an guten Werken( Offenb. 3, 17). 73 Fürchte dich daher vor dieser gefährlichen Seelenkrankheit, vor der Lauigkeit! Erneuere deinen Eifer im Guten; vergiß nie mehr deine täglichen Gebete; kniee nieder beim Morgen- und Abendgebet; such' den Heiland öfter heim und grüß' Ihn ein paar Augenblicke, wenn du an der Kirche vorbeigehst. Denk' oft daran, was der Heiland gethan hat, um deine Seele zu retten. Ganze Nächte durchwachte Er im Gebete, um auch für dich zu beten; unaufhörlich war Er mit dem beschäftigt, was unser ewiges Heil betrifft; mit Freuden lud Er das Kreuzholz auf Seine wunden Schultern und starb für dich den Tod am Kreuze. Was konnte Er noch) mehr für dich thun, und was hast du bisher für Ihn gethan und für deine arme Seele?! Denk' weiter nach, was andere Kinder schon für Gott und den Himmel gethan haben, und befleiße dich jetzt, daß auch du durch zahlreiche Werke der Andacht, der Abtötung und Nächstenliebe reich werdest vor Gott und deine Seele zierest auf des Heilands Ankunft, damit du so zeitlich und ewig glücklich wirst. 8. Ungehorsam. Gehorsam. Vor den sieben Hauptfünden habe( 25) ich dich jetzt gewarnt und dir auch die ent- 74 gegengesetzten Tugenden empfohlen. Es gibt aber noch zwei Fehler, von welchen brave Kinder durchaus frei sein müssen, und zwei Tugenden, die sie notwendig haben sollten, wenn sie mit Recht ,, Gotteskinder" genannt werden wollen. Einer von den Fehlern, die ich meine, ist der Ungehorsam. Es gibt Kinder, welche ihren Eltern und Vorgesetzten nicht folgen mögen teils aus Eigensinn: sie meinen, es müsse alles nach ihrem Kopfe gehen; teils aus Faulheit: es ist ihnen mühsam, zu thun, was man sagt. Es ist also eine Sünde, so oft die Kinder ihren Eltern und Vorgesetzten gar nicht oder schlecht folgen.- Schlecht folgen" heißt zwar thun, was man sagt, aber zuerst zwei- bis dreimal sich's sagen lassen; mürrisch, unfreundlich, nur halb, eilfertig thun, was man sagt. Wenn die Eltern und Vorgesetzten die Kinder zum Guten ermahnen und vom Bösen abhalten wollen, und die Kinder machen dann ein wüstes Gesicht, sind im Herzen aufgeregt, denken: ich geh' doch hin, wo ich will; desgleichen, wenn die Kinder davonspringen, sich wehren wollen, wenn sie von den Eltern gezüchtigt werden sollen, so haben solche Kinder sich versündigt gegen den den Eltern schuldigen Gehorsam. 75 Trotzige, widerspenstige Kinder mag der liebe Gott nicht; ja, Er hat sogar gesagt, der Fluch komme über solche Kinder; auf dieser Welt und in der Ewigkeit sollen sie kein Glück und keinen Segen und keine Freude haben, wenn sie sich nicht bekehren. Aber du willst ein Gotteskind sein und Gott Freude machen und daher jeden Ungehorsam haffen und verabscheuen; dir wird es Freude bereiten, die dem Ungehorsam entgegengesetzte Tugend allzeit zu üben, und das ist der Gehorsam. Wenn ein Kind recht gehorsam sein will, dann muß es um Gottes willen, schnell, auf der Stelle folgen, mit Freuden, genau und pünktlich, und darf den Eltern nicht dreinreden und gescheiter sein wollen als fie. Der liebe Gott belohnt nur den Gehorsam, nicht deine Geschicklichkeit; hast du deine Arbeit so verrichtet, wie die Eltern es befohlen, um das vierte Gebot zu beobachten, dann hast du von Gott einen Lohn zu erwarten, und wenn die Arbeit so, wie die Eltern sie verlangten, auch unbrauchbar wäre. Die Eltern haben das Recht, deinen Gehorsam zu prüfen, und das können sie besonders auch dadurch thun, daß sie dir etwas befehlen, wobei du denken kannst: 76 umgekehrt läm's besser heraus. Das schönste Beispiel des Gehorsams hat der liebe Heiland gegeben. Jesus, Vorbild des Gehorsams. Der liebe Heiland hat nie Seinen Willen gethan. Vater, Dein Wille geschehe und nicht der Meinige, hat Jesus am Delberg gebetet, obgleich Er aus Angst vor dem schrecklichen Tode Blut schwißte. Der Heiland selber sagt es, daß es Seine Freude sei, den Willen des himmlischen Vaters zu thun; deshalb hat Er sogar am Kreuze Sein Leben hingegeben, weil es der himmlische Vater so haben wollte. Dreißig Jahre lang hat Jesus der Jungfrau Maria, Seiner Mutter, und Seinem Pflegevater Joseph pünktlich, auf der Stelle, mit Freuden und demütig gehorcht; obgleich Er unendlich besser alles gewußt und verstanden hat, so hat Er doch nie dareingeredet, sondern in Demut gethan, was Seine Eltern haben wollten. Daher kann der Heiland auch kein Kind im Himmel brauchen, das sehr ungehorsam ist und seinen Ungehorsam nicht bereut und besser wird. In den Himmel kommen nur diejenigen Kinder, welche Jesus ähnlich sind; Jejus aber war gehorsam 77 dreiunddreißig Jahre lang. Der Gehorsam ist der Weg zum Himmel, der Ungehorsam der Weg zur Hölle. Es haben daher auch alle Kinder, welche fromm sein wollten, die Tugend des Gehorsams pünktlich, schnell, freudig und demütig geübt. Musterbilder des Gehorsams. Der hl. Hieronymus erzählt von der hl. Eultochium, sie habe den Befehlen der Mutter so genau gehorcht, daß sie ohne Erlaubnis derselben nie zu Bett: ging, nie das Haus verließ, nie Speise zu sich nahm, nie über ein einziges Geldstück verfügte. Um Rosas pünktlichen Gehorsam zu prüfen, befahl ihr die Mutter, Blumen verkehrt auf Seide zu sticken. Sie that's, ohne ein Wort zu erwidern. Hernach stellte sich die Mutter unwillig: Das sind schöne Blumen! Was hast du gethan? Ich glaube, du hast geschlafen bei der Arbeit!" Ganz gelassen erwiderte Rosa: Ich glaubte auch, das werde nicht gut sein, was du mich geheißen, liebe Mutter; doch du haft's befohlen und ich that's. Ich bin's zufrieden; wenn du willst, trenne ich das Gestickte auf und fange von neuem an, wie es dir gefällt." 11 Du mußt dir demnach alle Mühe geben, die Tugend des Gehorsams dir anzueignen. 78 Wenn Jesus in der heiligen Kommunion zu dir kommen soll, dann will Er vor allem auch das Herz mit dieser Tugend geschmückt sehen. Gleich und gleich gesellt sich gern;" der Heiland, der dreiunddreißig Jahre gehorsam war, kommit gern zu einem gehorsamen Kinde. " 1 9. Jüge.- Wahrheit. ( 26) Der andere Fehler, von dem ich noch nicht gesprochen habe und der dich abscheulich vor Gott machen würde, falls du ihn an dir hättest, ist die Lüge. Ein Kind lügt, so oft es wissentlich und vorsäglich eine Unwahrheit sagt, um andere zu täuschen. Man kann auf verschiedene Arten Lügen. Man kann lügen, daß ein anderer in Schaden kommt( Schadenlüge); man kann auch lügen, um sich und andern aus der Not zu helfen( Not- und Dienstlüge); man kann auch lügen, daß andere lachen sollen ( Scherzlüge). Es ist aber jede Lüge eine Sünde vor Gott und daher verboten. Der heilige Geist sagt es ausdrücklich: Lügenhafte Lippen, d. h. Menschen, welche die Gewohnheit haben, zu lügen, sind ein Greuel vor Gott, Er verabscheut sie( Sprichw. 12, 22). Und nochmals sagt der heilige Geist: 79 Ein häßlicher Schandfleck an dem Menschen ist die Lüge"( Sir. 20, 26), d. h. die Seele des Menschen wird häßlich vor Gott, wenn fie lügt. Es ist also immer ein Unglück, wenn man lügt. Zwar sagen die Leute oft: meine Lüge hat niemand geschadet, und meinen dann, es habe nichts zu bedeuten, wenn sie lügen aus Scherz, oder um sich aus der Not zu helfen oder andern eine Gefälligkeit zu erweisen. Allein sie täuschen sich sehr. Wenn auch die Lüge dem Nebenmenschen nicht schadet, so ist sie eben doch eine Beleidigung Gottes und schadet der eignen Seele; die Seele bekommt häßliche Schandflecken, mit welchen sie nicht in den Himmel hinein kann, bis sie dieselben be-. reut und auf Erden oder im schmerzlichen Fegfeuer abgebüßt hat. Du kennst denjenigen, welcher zuerst gelogen hat; es ist der Teufel, der Adam und Eva im Paradies angelogen hat: es sei nicht wahr, was Gott gesagt habe. Wenn du also lügst, dann machst du bloß dem Teufel Freude, der dich gern bei sich in der Hölle hätte; den lieben Gott aber betrübest du und machst, daß Er dich nicht liebt und dich strafen muß. Den Ananias und sein Weib Saphira hat der liebe Gott plötzlich sterben lassen zur Strafe 80 dafür, daß sie den Apostel Petrus angelogen hatten; und der liebe Gott hat sogar diese Strafe in den heil. Büchern aufschreiben lassen, damit alle Menschen bis ans Ende der Welt es lesen können, wie sehr Gott das Lügen haßt und verabscheut. Hasse und verabscheue daher auch du jede Art von Lüge, ziere deine Seele mit der Tugend der Wahrhaftigkeit. Jesus, Vorbild der Wahrhaftigkeit. 11 Ich bin die Wahrheit," sagt der Hei land( Joh. 14, 16), d. h. das, was Ich rede, ist immer wahr. Es ist unmöglich, daß Gott lügen kann," sagt der Apoſtel ( Hebr. 6, 18); deshalb ist Jesus auch lieber gestorben, als daß Er eine Unwahrheit gesagt hätte. Als nämlich die höchsten Richter zu Jerusalem Ihn fragten, ob es wahr sei, daß Er Gottes Sohn sei, da bekannte es Jesus: Ja, Ich bin der Sohn Gottes, obgleich Er wußte, daß Er dafür zum Tod verurteilt würde. Gott ist die ewige und unfehlbare Wahrheit. Er kann Sich nicht einmal irren( täuschen), weil Er allwissend ist und alles weiß; und zwar ist Gott von Ewigkeit her die Wahrheit, und alles, was Er jemals gesagt hat und sagen wird, war immer wahr und wird in alle Ewigkeit 81 wahr sein. Weil die Wahrheit so kostbar ist in Gottes Augen, darum sind auch die Heiligen lieber gestorben, als daß sie eine Lüge gesagt hätten. Musterbilder der Wahrhaftigkeit. An unserm Rudolf ist kein falsches( 27) Aederchen!" fonnte mit Recht die Mutter eines Knaben sagen, der in Augsburg am 1. Februar 1878 starb. ,, Unwahrheit, Falschheit, Berstellung kannte er nicht. Es schien ihm ganz unmöglich, zu lügen. Nie ist eine Unwahrheit über seine Lippen gekommen. Er beschönigte es nie, wenn er ein Unrecht begangen, etwas zerbrochen, vergessen oder gefehlt hatte." 1 Auch aus dem Munde des Hl. Franz von Sales hörte man niemals ein Wort, welches sich mit der Wahrheit nicht vertrug. War aus Uebereilung oder Unvorsichtigkeit ein kleiner Fehler vorgekommen, so wollte er lieber gestraft werden, als sich durch eine Lüge aus der Not helfen. Seine Mutter hatte ihm oft gesagt: Nur nicht lügen, lieber Franz! Lügen macht ehrlos vor Gott, vor den Menschen und vor dem eignen Gewissen. 11 1 Aus dem schönen Büchlein: Rudolf, ein Vorbild für Kinder'. Donauwörth, Auer. Weißer Sonntag. 6 82 Die Lüge ist vom Teufel und durch das Lügen wird man ein Kind des Teufels." Als Jesus den Nathanael( den Apostel Bartholomäus) zu Sich kommen sah, da jagte der Heiland:„ Sieh' da, ein wahrer Israelit, in welchem kein Betrug ist!" Nathanael liebte die Wahrheit und sprach die Wahrheit, darum hat er dies schöne Zeugnis vom Gottes- Sohn erhalten. O möchte der Heiland, wenn Er in der hl. Kommunion zu dir kommt, auch von dir sagen können: Hier kniet ein wahrhaftes Gotteskind, das die Lüge verabscheut und nur die Wahrheit spricht; zu diesem komm' Ich gerne. O mach' dich dieses Lobes würdig! Und solltest du je das Lügen dir schon angewöhnt haben, so bereue es, beichte es, mach' jeden Morgen den Vorsatz beim Morgengebet: O mein Jesus, Du hassest die Lüge und strafft den Lügner; Dir zuliebe will ich heute sorgfältig mich vor jeder Lüge in acht nehmen." Und ist dir doch einmal eine Lüge entwischt, so bereue es sogleich wieder, verbessere es, bet' etwas als Buße. Hüte dich vor dem vielen unnötigen Schwätzen! Das Sprichwort sagt:" Wer viel schwäßt, lügt viel." Und der heilige Geist sagt:„ Beim Vielreden geht's nicht ohne Sünde ab"( Sprichw. 10, 19). 83 Wenn du jeden Tag so kämpfst gegen diesen Fehler, dann kannst auch du wieder ein wahrhaftes Gotteskind werden, das der Heiland lieb hat. 10. Der Hauptfehler. Du hast dich jetzt vielleicht manch-( 28) mal getroffen gefühlt und im stillen dir sagen müssen: Den Fehler hab' ich auch; in diesem Punkte muß ich mich auch noch bessern." Und das ist recht, daß du solche Vorsäße machest, um wahrhaft besser zu werden. Ich will dir daher auch noch weiter behilflich sein und will dir jetzt gleich sagen, daß deine meisten Sünden von einer Hauptsünde herkommen, die in deinem Herzen ist. Wenn du diesen deinen Hauptfehler entdeckst und diesen ganz aus deinem Herzen herausbringst, dann hast du auch schon manche andere Fehler abgelegt, welche vom Hauptfehler herkamen. Wie wird nun der Hauptfehler erkannt? a) Oft leicht; denn oft ist er die Gewohnheitssünde, die wir am meiſten begehen. b) Oft schwer; weil der Hauptfehler sich versteckt hinter viele kleine Fehler. 6* 84 Hier muß man sich fragen: Warum thue ich immer diese oder jene Sünde? aus welchem Grund? c) Oft ist er unser Lieblingsfehler, den wir gar nicht eingestehen mögen. Hier sagen uns die Leute oft, wo es uns fehlt; sie sagen: er wäre ganz brav, wenn er nur nicht so lügen würde usw. Wie wird der Hauptfehler überwunden? Wenn du deinen Hauptfehler erkannt haft, so mußt du ihn durch häufige GeDu wissenserforschung bekämpfen. mußt schon beim Morgengebet den Vorsatz machen, den Tag hindurch, besonders bei dieser oder jener Gelegenheit, wo du gewöhnlich in den Fehler gefallen bist, dich besonders in acht zu nehmen und dies oder jenes Schußgebetlein zu beten, z. B. bei der Hoffart: ,, Jesus, demütig und sanftmütig von Herzen, bilde mein Herz nach Deinem Herzen!" Jeden Mittag mußt du dein Gewissen erforschen, wie du dich gegen den Hauptfehler am Vormittag gewehrt habest; jeden Abend beim Nachtgebet mußt du es ebenso machen. Hast du bei der Gewissenserforschung gefunden, daß du gefehlt hast, so mußt du deinen Fehler gleich bereuen, 85 bei Gott abbitten und dir selbst eine Buße auferlegen. So mußt du lange Zeit hindurch es jeden Tag machen, bis du endlich Sieger bist. Bei der heiligen Beicht mußt du es jedesmal besonders sagen, wie es mit deinem Hauptfehler aussieht, wie du gegen ihn gekämpft habest, wie oft du ungefähr täglich oder wöchentlich in denselben gefallen bist, ob du eine Buße dafür verrichtet habeſt. Nur wenn du ernstlich diese Mittel anwendest, wird es dir gelingen, allmählich die Wurzeln deines Hauptfehlers alle abzuschneiden. Laß es dich nicht verdrießen, wenn es auch langsam geht; du wirst ganz gewiß Meister werden, wenn du tagtäglich und bei jeder heiligen Beicht es so machst, wie ich dir gesagt habe. Und deine Freude wird dann groß sein, weil du mit dem Hauptfehler auch zugleich noch manche andere Fehler abgelegt hast. Wie die Heiligen den Hauptfehler bekämpft haben. Der heil. Aloysius dachte nicht bloß über seine Fehler nach, sondern er erforschte auch genau, woher diese Fehler kämen und was er thun könnte, sie zu bessern. Als ersten Fehler entdeckte er, daß ihm leicht 86 der Unwille und die Ungeduld aufstieg. Um sie zu überwinden, brauchte er folgendes Mittel. Er überlegte bei sich, wie es so häßlich und abscheulich sei, sich vom Zorn hinreißen zu lassen, weil der Mensch während der Zeit des Zornes seiner selbst nicht mehr mächtig ist, und darum Dinge thut und Worte redet, die ihm später, wenn der Zorn vorüber ist, selber häßlich vorkommen. Dieser Gedanke trieb ihn an; den festen Vorsatz zu fassen, diesem Fehler für die Zukunft zu widerstehen und ihn gänzlich aus dem Herzen zu reißen. Mit dem Beistand Gottes gelang dies seinem Eifer auch wirklich.- Fürs zweite fand er bei der Gewissenserforschung, daß ihm bei seinen Unterredungen ziemlich oft Worte entfielen, welche in irgend einer Weise die Ehre des Nächsten berührten, wiewohl sie noch kaum läßliche Sünden waren. Er wollte auch davon sich befreien. Er hat sich deshalb von solchen Orten zurückgezogen, wo er solches hören oder reden konnte, was die Seele hätte beflecken können. Wenn man ihm sagte, er sei doch etwas zu ängstlich oder menschenscheu, so kümmerte er sich um solche Reden nicht. Durch die tägliche Gewissenserforschung, durch Gebet und Bußwerke siegte Aloysius gar bald über alle seine Fehler. 87 11. Die Todsünde( große Sünde). Bosheit derselben. Wenn du eines von den zehn Ge-( 29) boten Gottes oder von den fünf Geboten der Kirche in einer wichtigen Sache übertrittst und thust es wissentlich und freiwillig, ſo hast du eine große Sünde begangen und damit hast du dir das allergrößte Ünglück aufgeladen, das dich treffen kann. Die Todsünde ist aber deswegen ein so schreckliches Unglück, weil sie 1. eine schwere Beleidigung Gottes ist. Weißt du, wer der liebe Gott ist? Gott ist der unendlich allmächtige Herr Himmels und der Erde. Alles ist Sein Eigentum. Alle Fürsten und Könige der Erde sind vor Ihm nichts als Staub und Asche. Dieser gewaltige Gott hat dir nun gejagt: Halte Meine Gebote! Wenn du aber eine Todsünde thust, dann ist es gerade so viel, als ob du sagen würdest: Ich mag aber nicht; ich thu', was Satan will; ich frag' nichts nach Dir, nichts nach Deinem Himmel, nichts nach Deiner Hölle; ich folg' lieber dem Teufel, Teinem Feinde." Du siehst, daß es eine schreckliche Schmach und Beschimpfung ist, die du dem. - 88 lieben Gott durch die große Sünde zufügst. Noch mehr: 2. die Todsünde ist ein schändlicher Undank gegen Gott, unsern besten Vater.- Wer hat dir das Leben gegeben? die Seele mit Verstand, Gedächtnis, freiem Willen? den Leib mit seinen fünf Simmen: Augen, Ohren, Zunge usw.? Das hast du alles vom lieben Gott, und Er sagt dir: Mach' Mir Freud' mit dem, was Ich dir geschenkt habe! Benüße die Kräfte deines Leibes und deiner Seele und halte meine Gebote! Wenn du aber eine große Sünde thust, dann beleidigst du den lieben Gott gerade mit den Gaben, welche Er dir gegeben hat, z. B. mit der Zunge durch Lügen, mit der Hand durch Stehlen. Wenn du lahm wärest an der Hand und ein Arzt heilte dir dieselbe- und anstatt zu danken, würdest du nach dem Arzte mit der geheilten Hand schlagen: wäre das nicht arger Undant?- Nun, dein Undank ist noch größer und schändlicher, wenn du die Gaben Gottes: deine Augen, Ohren, Zunge, Hände, Füße benütztest, um durch die große Sünde Gott Schmach anzuthun. Endlich ist die Todsünde - 3. eine fluchwürdige Treulosigfeit gegen eius, unsern liebe 89 vollsten Erlöser.- Unter schrecklichen Qualen starb der Heiland am Kreuze, um die Menschen vor der Hölle zu bewahren. Wenn du in einem brennenden Haus wärest, aus welchem du nicht mehr heraus könnteſt, was würdest du dem geben oder versprechen, der dich unter Lebensgefahr mit einer Leiter noch retten würde? Du würdest vielleicht rufen: Ich geb' mein ganzes Vermögen her; laß mich nur nicht verbrennen!" Der Heiland, der Sein Leben für dich hergab, um dich von einem ewigen Feuer zu erretten, verlangt von dir nicht dein Vermögen, sondern bloß, daß du die Gebote Gottes und Seiner heiligen Kirche haltest und mit dem Teufel nichts zu schaffen habest. Bei der hl. Taufe und bei jeder heiligen Beicht hast du versprochen, du widersagest dem Teufel und allen seinen Werken, allem, was dem Teufel Freude macht. Wenn aber jemand eine Todsünde thut, was dann? Dann hat er sein Versprechen gebrochen; ja noch mehr! er ist ein Gottesmörder geworden. Erschrick nur über dieses schreckliche Wort: Gottesmörder". Der hl. Geist selber sagt es durch den hl. Apostel Paulus: Wer eine große Sünde thut, verspottet und freuzigt, soviel an ihm liegt, Jesus Christus, den Sohn Gottes, aufs neue" 11 11 90 ( Hebr. 6, 4). Du meinst, Jesus könne ja keine Schmerzen mehr leiden. Das ist wahr: allein wenn ein gottloser Mensch den König umbringen will, so wird er mit dem Tode bestraft, auch wenn er sein Ziel nicht erreicht hat, wenn der König am Leben bleibt und keine Schmerzen hat; es wird nämlich einem solchen teuflischen Menschen sein böjer Wille, seine böie Absicht angerechnet und bestraft. So ist es bei dir, wenn du eine große Sünde thust; es wird dir so angerechnet, als ob du den Sohn Gottes hättest aufs neue frenzigen wollen. O schau' in deine Seele, und sagt dir dein Gewissen, daß du den lieben Gott durch schwere Sünden beleidiget habest, dann kniee gleich nieder und bet': O Jesus! wie hab' ich doch so bös gegen Dich sein können! Meine Sünden haben Dir bei Deinem Leiden so viele Schmerzen verursacht! O Jejus, es reut mich aus der Tiefe meines Herzens, daß ich Dich beleidigt habe; ich verspreche es Dir, daß ich lieber sterben will, als wissentlich und freiwillig eine große Sünde thun. Gib Du mir Haß und Abscheu vor der Sünde, wie Deine Heiligen sie gehabt haben, dann werde ich mein Versprechen sicher halten. 91 Wie die Heiligen die Todsünde gefürchtet haben. 11 Die heil. Blanka sagte oft zu( 30) ihrem kleinen Ludwig: Mein Kind! Du weißt, daß ich dich herzlich liebe, wie nur eine Mutter ihr Kind lieben kann. Dennoch will ich dich lieber tot zu meinen Füßen sehen, als deine Seele mit einer großen Sünde befleckt wissen." Diese Worte der frommen Mutter machten einen tiefen Eindruck auf den Sohn, er hat die Sünde mit aller Sorgfalt gehaßt und gemieden und wurde ein Heiliger. Die hl. Coletta wußte so eindringlich von der Abscheulichkeit der Todsünde zu sprechen, daß die Leute von tiefer Reue erfüllt wurden und vielen darüber das Weinen kam. , Vater!" sagte die ehrwürdige Crescentia von Kaufbeuren, nur keine Sünde; lieber will ich tausendmal sterben, als einmal sündigen." Unzählige Kinder haben auch nicht bloß gesagt, sie wollen lieber sterben, als eine Todsünde thun, sie haben auch in der That ihr Blut verspritzt, nur um nicht durch eine große Sünde von Jesus getrennt zu werden. In Japan sollten die Christen den Gößen opfern, oder das Leben lassen. Unter diesen waren auch 11 92 drei Knaben, Thomas mit 14, Anton mit 13, Ludwig mit 11 Jahren. Alle drei ließen sich mit Freuden an Kreuze binden und mit der Lanze das Herz durchstoßen; den Glauben aber verleugneten sie nicht. Desgleichen zählten die hl. Martina und Aunes erst 13 Jahre, als sie schon zu allen Martern bereit waren, zur Todsünd' aber haben sie sich nicht verführen lassen. Und sie hatten es nicht zu bereuen. Als nämlich die Eltern der heil. Agnes über ihren frühen Tod weinten, ist sie ihnen erschienen, angethan mit goldglänzendem Kleide, und sprach: Weinet nicht über meinen Tod, sondern freuet euch vielmehr mit mir. Denn ich habe im Himmel einen glänzenden Thron bekommen und bin jetzt bei Jesus, den ich auf Erden über alles geliebt habe." 11 12. Die Folgen der großen Sünde. ( 1*) Wenn du eine große Sünde mit ganz freiem Willen gethan hast und du wußtest, daß es eine große Sünde sei, dann ist mit dir eine schreckliche Veränderung vorgegangen: Der liebe Gott ist dein Feind geworden. Er muß Abscheu haben an 93 dem Schmuß in deiner Seele; du bist keinen Augenblick sicher, ob dich nicht ein Unglück trifft, ob du nicht stirbst, bevor du bereuen und beichten kannst, und dann in die Hölle versinkst. Deine Seele wird häßlich, tot vor Gott. Die Todsünde reißt dir das weiße Seelenkleid( das hochzeitliche Gewand), das du in der heiligen Taufe erhalten hast, von der Seele, so daß deine Seele aussieht wie der Leib, wenn die Seele fort ist. Solange die Seele im Leib sich befindet, ist der Leib lebendig: er kann arbeiten, sich bewegen, etwas verdienen; geht aber die Seele aus dem Leibe, dann ist der Leib tot, er kann nichts mehr thun. So ist es mit der Seele. Solange sie das Seelenkleid hat, d. h. die heiligmachende Gnade, ist die Seele lebendig vor Gott, sie kann für den Himmel arbeiten; sobald aber die große Sünde die heiligmachende Gnade aus der Seele vertrieben hat, so ist die Seele tot vor Gott, tot für den Himmel; fie kann in diesem Zustande nichts mehr. thun, was im Himmel belohnt wird. Solange die Seele im Leibe ist, hat der Leib seine Wohlgestalt; sobald aber die Seele fortgeht, wird der Leib häßlich; man deckt ihn zu, man begräbt ihn sobald als 94 möglich in die Erde. Aehnlich ist es mit der Seele. Solange sie das Seelenkleid hat, ist sie schön vor Gott; mit Wohlgefallen ruht Gottes Vaterauge auf ihr; sobald aber die Todsünde die heiligmachende Gnade vertrieben hat, wird die Seele häßlich vor Gott und Seinen heiligen Engeln, so daß sie Gott, wenn die Seele in einem solchen Zustand in die Ewigkeit kommt, nicht in Seinem schönen Himmel brauchen kann, sondern sie in der Hölle begraben lassen muß. Du verlierst alle Verdienste. Die Todsünde raubt dir alles, was du im frühern Leben für den Himmel verdient hast. Wenn du auch fünfzig Jahre lang unzählige Werke der Frömmigkeit, der Abtötung und der Nächstenliebe geübt hätteſt, wenn du Millionen Heiden bekehren würdest und du thätest nach fünfzig Jahren eine einzige große Sünde und würdest mit derselben sterben, dann wäre alles verloren, was du für den Himmel auch früher verdient hättest. Der heil. Bischof Franz von Sales sagt: Gleichwie ein einziger starker Reif in einer Nacht alle schönen Blüten des Frühlings wie mit einem Schlage zu Grunde richtet, so vernichtet eine einzige Todsünde VEZANEN 95 alle unsere guten Werke und Verdienste auf einmal. ,, Wenn der Gerechte sich von dem guten Wege entfernt und Sünden begeht, so wird all seiner guten Werke, die er gethan, nicht mehr gedacht werden," heißt es in der Heiligen Schrift( Ezech. 18, 24). Wie thöricht bist du also, wenn du eine große Sünde thust! Darum: Wohl dem, der frei von Schuld und Fehle Bewahrt die kindlich reine Seele! Die Todjünde bringt dich endlich in die Hölle. 13. Die Hölle. Weißt du, was die Hölle ist?( 2*) Was sagt der liebe Gott von diesem schrecklichen Orte? Er nennt die Hölle einen Ort der ewigen Bein und des ewigen Feuers, wo der Wurm( d. h. die Gewissensbisse) nicht stirbt und die Flamme nie erlischt: sie ist ein Land des Jammers und der äußersten Finsternis, wo ewiger Schrecken wohnt; sie ist ein Feuerofen, wo Heulen und Zähneknirschen sein wird; sie ist ein schrecklicher Kerfer, woraus keine Erlösung mehr zu hoffen ist; sie gleicht einem Flammen- und Schwefelteich, wohin diejenigen 96 11 geworfen werden, welche im Leben Gottes Gebote schwer übertraten und unbußfertig gestorben sind. O Kind! schon das Wort Feuer" klingt schrecklich. Wenn ein glühender Funke auf deine Hand fällt, so schreist du auf vor Schmerz; oder wenn du liesest, wie man der Hl. Eulalia und andern hl. Märtyrern siedendes Bech über ihren Leib goß, so entsetest du dich vor solch furchtbaren Qualen; doch sie nahmen bald ein Ende, der rasch eintretende Tod erlöste die Märtyrer und führte ihre Seele in den Himmel. Aus den Qualen der Hölle aber gibt es keine Erlösung. Höre, was die heil. Theresia erzählt: Ich befand mich eines Tages, wo ich im Gebete war, plößlich, ohne zu wissen, wie, gleichsam ganz in der Hölle. In der Seele empfand ich ein solches Feuer, daß ich mir gar nicht denken kann, wie man es nur beschreiben könnte. In meinem Leben hatte ich schon ungemein große Leibschmerzen gehabt; wie die Aerzte sagten, die größten, die ein Mensch auf Erden leiden kann, weil sich, als ich gichtbrüchig war, die Nerven zusammengezogen hatten. Aber all dies war nichts im Vergleich mit dem, was ich da empfand, indem ich sah, daß die Qualen ohne alles Aufhören dauern würden. Und 97 dies alles ist noch nichts gegen den Todeskampf der Seele; da ist eine Aengstigung, ein Zwang, eine entsetzliche Qual mit einem so verzweifelten gramvollen Schmerz, daß es nicht auszusprechen ist. Die Seele zerreißt sich selber in Verzweiflung, in ungeheuren Schmerzen, in einem innerlichen Feuer. Und wie wenn einer im Sarg unter der Erde aufwacht, so ist es gräßliche Finsternis, Beengung und fortwährendes Ersticken. So viel ist gewiß, daß alles, was die Menschen sich von der Hölle denken, und selbst wenn man auf Erden brennt, gegen jene Feuersqual ist, wie ein gemaltes Feuer gegen ein wirkliches." So erzählt die heilige Theresia. Und wie lange dauert diese Qual? ,, Ewig" heißt das trostlose und schreckliche Wort. Denke dir, alle tausend Jahre käme ein Vöglein und würde von eurer Kirche ein Sandkörnlein forttragen; wie viele tausend Jahre würde es brauchen, bis es das ganze Haus abgepickt hätte? Und doch würde es einmal fertig werden. Die Ewigkeit aber hat kein Ende; und wenn Millionen und abermal Millionen Jahre verflossen sind, so bist du immer noch am Anfang, kommst nie ans Ende. So leidet Lazifer schon seit Jahrtausenden; Judas schon achtzehnhundert Jahre. So geht es Weißer Sonntag. 7 98 dir, wenn du Gott nicht fürchtest, wenn du eine große Sünde thust und mit ihr ſtirbst. Du wirst jetzt einsehen, daß die große Sünde das größte Unglück für dich ist. Die große Sünde ist auch der einzige Grund, weshalb die heilige Kommunion unwürdig werden könnte. Damit du die große Sünde noch um so mehr hassest, will ich dir jetzt auch hier gleich sagen, was die unwürdige Kommunion ist, denn an diesem schauerlichen Verbrechen ist nur die Todsünde schuldig. 14. Die unwürdige kom. munion. ( 3*) Wer es weiß, daß er eine große Sünde auf der Seele hat, und diese große Sünde nicht bereut oder dieselbe mit Wissen und Willen in der Beicht verschweigt und doch zur Kommunion geht, der kommuniziert unwürdig. Die unwürdige Kommu nion ist ein schauerliches Verbrechen. Einst wohnte ein vornehmer Heide, so wird erzählt, im Dom zu Aachen einem Hochamte bei, in welchem Kaiser Karl der Große mit vielen vornehmen Herren zur heil. Kommunion ging. Nach 99 dem Gottesdienste erzählte der Heide dem Kaiser, er habe in der Hoftie ein wunderschönes Kind gesehen. In den Mund der meisten vornehmen Herren sei Es mit freundlichem Lächeln eingegangen; bei einigen wenigen habe Es geweint und sei nur mit Widerwillen in sie eingegangen. Der Naiser belehrte den Heiden, daß der liebe Heiland zu den Seelen, die sich gut vorbereiten, mit Freuden komme und viel Segen bringe; zu den unwürdigen aber mit Widerstreben und Verderben. Denn wie du gelernt hast, macht die Todjünde die Seele häßlich und abscheulich vor Gott; wer nun ohne das Seelenkleid zum himmlischen Hochzeitsmahle geht, der zwingt Jesus, Sich mit seiner häßlichen Seele zu verbinden; das ist aber für Jesus ein weit größerer Greuel, als es einem lebendigen Menschen schrecklich wäre, wenn man ihn mit einem übelriechenden Leichnam zusammenbinden würde. Weil die unwürdige Kommunion ein so schauerliches Verbrechen ist, deswegen ist sie auch für Leib und Seele sehr verderblich. Darum sagt auch der heilige Thomas von dieser himmlischen Speise: Gute kommen, Böse kommen; Alle haben Ihn genommen: Die zum Leben, die zum Tod. 7* 100 Bösen wird Er Straf' und Hölle, Frommen ihres Heiles Quelle. So verschieden wirkt dies Brot. Schon in diesem Leben bewirkt die unwürdige Kommunion manchmal plößlichen Tod. Folgende Thatsache erzählte ein Missionär aus dem Orden der Minderen Brüder" der französischen Diözese Versailles: Ich hatte eine Mission abgehalten. Am Schlusse wollte der Piarrer daß ich einer es war Monat Mai, Anzahl Kinder die erste heilige Kommunion erteile. Acht Tage vorher bezeichnete er mir einen Knaben von 13 Jahren, einen ausgemachten Taugenichts, welcher weder seinen Katechismus wußte, noch sich sonst ernstlich auf den wichtigen Tag vorbereitete und dazu ganz und gar unfähig schien. Die Eltern waren nicht besser; sie hatten durchaus feinen Anteil genommen an der Mission und kamen auch fast nie in die Kirche. Die erste heilige Kommunion war für sie eine bloße Förmlichkeit. Am Tage der letzten Prüfung stellte ich dem kleinen Burschen mehrere Fragen. Keine derselben konnte er beantworten: es war also unmöglich, ihn zur hl. Kommunion zuzulassen. Weinend und beschämt kehrte er nach Hauſe zurück. Als die Mutter unsern Beschluß - 101 erfuhr, wurde sie aufgebracht gegen mich, den Herrn Pfarrer, gegen die Religion und auch gegen ihren Sohn. " 1 Was liegt mir daran?" schrie sie, du gehst doch. Die Kleider sind angeschafft! Ob sie wollen oder nicht, du gehst!" Das Kind antwortete: ,, Aber sie werden mir die Absolution nicht geben!"- ,, Was macht das?" sagte das böse Weib. Du gehst zur Kommunion, ohne zu beichten. Ich ziehe dir die schönen Kleider an und du gehst mit den andern zur Kommunion. Sie werden es nicht merken." M Das Schreckliche geschah. Am bestimmten Tage zog der Knabe die neuen Kleider an und schlich sich während des Hochamtes zwischen die andern Kinder. Als an ihn die Reihe kam, begab er sich an den heiligen Tisch, empfing die heilige Kommunion aus meinen Händen, ohne daß ich ihn erkannt hätte, und kehrte an seinen Platz zurück. Kaum waren einige Augenblicke vorüber, als er ohnmächtig zusammenfant. - Man trug ihn fort. Nach Beendigung der Hl. Messe rief man mich:„ Pater fommen Sie schnell, eines der Kommunionfinder ist nahe daran, zu sterben!" Ich begab mich sofort in das Haus. Sobald der unglückliche Knabe mich erblickte, wandte - 102 er sich der Wand zu und schrie: Fort, fort! nein, ich will nicht, nein!"- In ihrer Verzweiflung sagte mir die Mutter den ganzen Verlauf. Vor Schrecken war ich wie versteinert. Plößlich stellten sich neue und heftigere Krämpfe ein. Der kleine Gottesschänder erhebt sich, sieht seine Mutter mit wütendem Blicke an, und mit heiserer, gebrochener Stimme stößt er folgende schrecklichen Worte gegen sie aus: ,, Du hast mir befohlen, unwürdig die hl. Kommunion zu empfangen; nun komme ich in die Hölle, Und und das ist deine Schuld!" alsbald verschied er unter den letzten fürch terlichen Krämpfen. ( 4) Meistens straft der liebe Gott nicht so plößlich; denn ,, Gottes Mühlen mahlen langsam; langsam, aber trefflich fein; was durch Langmut Er versäumet, holet Er durch Schärfe ein"; das heißt: der liebe Gott schlägt nicht jedesmal gleich drein, wenn man Ihn so schwer beleidigt hat, wie es durch die unwürdige Kommunion geschieht, und der Mensch verstockt bleibt; Gott wartet oft ein ganzes Menschenleben lang; wenn man aber in der Sünde der unwürdigen Kommunion stirbt, so sind die Qualen in der Ewigkeit unaussprechlich. 103 Eine gewöhnliche Strafe in diesem Leben für die Seele ist, daß sie blind und verstockt wird; d. h. die Seele weiß entweder gar nicht mehr, wie traurig es mit ihr aussieht; sie meint noch, sie sei brav, während Gott Abscheu von ihr hat; fie ist blind; oder sie ist verstodt, d. h. sie weiß zwar, wie abscheulich sie vor Gott ist; aber es ist ihr alles gleich; ob man sie lobe oder schelte, ob sie in die Hölle komme oder nicht. So wurde Judas durch seine unwürdige Kommunion verstockt. Obgleich der Heiland ihn so liebreich ermahnt hatte, daß er Ihn nicht verraten möchte, hörte Judas doch auf nichts mehr; als er unwürdig kommuniziert hatte, fuhr der Satan in ihn- er ging hinaus, verriet den Heiland und erhängte sich dann an einem Stricke. - ein Die unwürdige Kommunion ist Gottesraub. Man raubt dem lieben Gott Seinen Sohn, wenn man unwürdig zur heiligen Kommunion geht; man zwingt Gottes Sohn, in eine Seele einzukehren, die wegen der Todsünde übelriechender und abscheulicher ist, als ein Grab mit einem verfaulenden Leichnam. Das Feuer bringt dem Menschen Nutzen oder Schaden, je nachdem man es anwendet. 104 So ist es auch mit der heil. Kommunion. Wir haben großen Nußen, wenn wir würdig kommunizieren, aber auch namenlosen Schaden, wenn man unwürdig kommuniziert. Die unwürdige Kommunion verfeindet uns mit Christus, macht, daß unsere schlechten Begierden noch größer werden, raubt uns den Eifer und die Luft zum Guten, den Frieden und die Freude des Herzens; sie macht uns zu allen Lastern fähig und ist das Unterpfand der ewigen Verdammnis, d. h. so gewiß jemand unwürdig kommuniziert, so gewiß wird er verdammt, wenn er so in die Ewigkeit kommt. Deswegen sagt auch der Apostel Paulus: Wer unwürdig dieses Brot ißt, der ist sich das Gericht hinein; d. h. ein solcher Mensch trägt sein eignes Verdammungsurteil schon in seinem Herzen. So gewiß er den Leib des Herrn unwürdig gegessen hat, so gewiß wird er verdammt werden, wenn er sich nicht zur Barmherzigkeit Gottes wendet und sich nicht bekehrt. Und an all diesem Elend ist die Todsünd' schuldig; darum fliehe sie als das größte Unglück, das dich treffen kann. Dein Wahlspruch sei: Nur keine Todsünde! Lieber sterben, als eine Todsünde thun! 105 15. Die läßliche Sünde( fleine Sünde). Die Todsünde ist zwar das größte( 5*) Unglück und macht die heilige Kommunion ganz unwürdig, wenn man sie in der Todsünde empfängt. Es ist aber auch die freiwillige kleine Sünde ein Unglück für die Seele; die kleinen Sünden machen die heilige Kommunion zwar nicht unwürdig, aber sie vermindern die Gnaden, welche der göttliche Heiland in die Seele legen möchte. Daher will ich dich jetzt noch genauer belehren, was die kleine Sünde ist, damit du auch diese als ein großes Unglück hassest und verabscheuest. Ich spreche aber von der freiwilligen läßlichen Sünde. Denn aus Schwachheit, aus Unachtsamkeit, aus Uebereilung, wirst du wohl immer läßliche Sünden begehen; das läßt sich ohne eine außerordentliche Gnade von Gott nicht vermeiden. Aber freiwillig, d. h. mit Wissen und Willen, solltest du nie eine Sünde begehen, und schiene sie dir auch noch so gering. Man begeht ein kleine Sünde, wenn man die Gebote Gottes und der heiligen Kirche nur in einer geringen Sache oder 106 in einer wichtigen nicht ganz freiwillig übertritt. Aber auch die kleine Sünde ist 1. eine Beleidigung Gottes, unsers höchsten Herrn, unsers besten Vaters, unsers liebevollsten Erlösers. Deshalb sollen wir sie ärger hassen und meiden als eine ekelhafte Krankheit; ja die Heiligen wollten lieber sterben, als freiwillig eine kleine Sünde begehen. Die hl. Katharina von Genua sagt:„ Wenn ich in einem Teich voll geschmolzenen, siedenden Bleies wäre und könnte nur dadurch herauskommen, daß ich eine kleine Sünde beginge, so wollte ich lieber die ganze Ewigkeit darin bleiben." Die kleine Sünde - 2. verhindert viele Gnadengeschenke, die Gott uns geben will. Der liebe Gott möchte den Seelen viele Gnaden schenken, das heißt: himmlische Hilfe geben, damit die Seelen frömmer, reiner, heiliger werden könnten und einen schönern Platz im Himmel erlangten. Diese Gnaden gibt nun der liebe Gott gerade denjenigen Seelen, welche Ihm am pünktlichsten folgen, welche Ihn auch in den kleinsten Dingen nie ganz freiwillig beleidigen. Dagegen die Seelen, welche sich aus kleinen Sünden nichts machen, welche alle Tage kleine Lügen sagen, alle Tage 107 ungehorsam sind, alle Tage faul sind im Gebete, alle Tage kleine Händel haben usw., diese Kinder bekommen diese besondern Gnaden Gottes nicht. O wie wird es uns einst reuen, wenn uns Gott in der andern Welt zeigt, diese und jene Gnade habe Ich dir geben wollen, und du hättest damit einen viel schönern Platz im Himmel verdienen können, wenn du nur die kleinen Sünden nicht auf dir gehabt hättest. Was denkst du jetzt von der kleinen Sünde?! Willst du wieder alle Tage zehn, zwanzig und noch mehr kleine Sünden thun? Die läßliche Sünde - 3. zieht uns manche Strafen Gottes zu. Lots Frau hatte aus Neugierde auf dem Wege zurückgeschaut, ob auch wirklich Feuer vom Himmel falle auf Sodoma und Gomorrha, obgleich der Engel es verboten hatte. Zur Strafe für ihren Zweifel wurde sie in eine Salzsäule verwandelt, d. h. sie erstickte, und ihre Leiche wurde mit Schwefel und Salz bedeckt. Die Schwester des Moses war ein wenig stolz und schimpfte die Frau desselben; dafür bekam sie sieben Tage die schreckliche Krankheit des Aussatzes. Viele Leiden und Drangsale treffen den frommen und gerechten Menschen wegen 108 seiner kleinen Sünden. O wie leichtsinnig sind die Menschen! Wenn man sagen würde: Sobald du in der Kirche unartig dich beträgst, ungeduldig bist, kleine Händel hast, wenn du lügst, naschhaft bist, wirst du gleich heftiges Zahnweh bekommen," du würdest diese Sünden gewiß nicht thun. Nun wissen wir wohl, daß wir im Fegfeuer für kleine Sünden noch viel härter gestraft werden, und doch begeht man so viele kleine Sünden! Was willst du thun? Die läßliche Sünde 4. führt nach und nach zu Todsünden. Mit kleinen Sünden fängt man an, mit großen hört man auf," sagt das. Sprichwort. Wer sich nichts daraus macht, durch kleine Sünden Gott zu erzürnen, der hat keine herzliche Liebe zu Gott, keinen rechten Abscheu vor der Sünde. Er wird immer leichtsinniger, gleichgültiger werden. Seine bösen Begierden, welchen er in kleinen Dingen nachgibt, werden immer stärker. Und weil der liebe Gott einem solchen gleichgültigen Menschen auch nicht so viele Gnaden gibt, wie einem frommen Christen, so ist es sehr leicht möglich, daß er bald in schwere Sünden hineinfällt. Deswegen sagt auch der hl. Geist( Sir. 19, 1):„ Wer das Geringe nicht achtet, geht nach 109 und nach zu Grunde," d. h. wer sich aus kleinen Sünden nichts macht, der begeht zuletzt große Sünden und kann so leicht zu Grunde gehen, d. h. ewig verdammt werden, wenn er in der großen Sünde stirbt. Nun wirst du erkennen, daß auch die kleine Sünde ein großes Unglück ist und daß du sie, soviel du kannst, aus dem Herzen hinausschaffen mußt, wenn du recht würdig und mit Segen kommunizieren willst Wie die frommen Kinder Kleine Sünden verabscheut haben. Die beiden Eltern der sel. Mar-( 6*) gareta Blakok erzogen das Kind in aller Gottesfurcht. Es war noch kaum drei Jahre alt, als es schon großen Abscheu vor der kleinsten Sünde hatte. Margareta erschrat schon bei dem bloßen Namen: Sünde und Beleidigung Gottes. Von Natur aus war sie sehr lebhait; wenn sie daher manchmal daran war, sich zu vergessen und einen Fehler zu begehen, sagten die Eltern nur: ,, Kind, das wäre Sünde, das könnte Gott beleidigen." Sogleich bekämpfte Margareta ihre Aufwallungen und überwand die Regungen der Ungeduld aus Furcht, Gott zu mißfallen. 110 www 11 Der hl. Benedikt Tabre wollte ohne Erlaubnis nicht einmal ein paar Erdbeeren aus dem Garten seines Oheims einem Mädchen geben. Als das Kind sagte: der Dheim erfahre es ja nicht, antwortete Benedikt:„ Aber Gott sieht es." Und als das Mädchen meinte, es wolle ja nicht viel, nur ein paar, was liege an dieser Kleinigkeit? sagte Benedikt: Was sagst du, Kleinigkeit? Kann das eine Kleinigkeit sein, was Gott beleidigt? Und dann: wir fangen mit kleinen Dingen an und kommen allmählich zu größern; heute sind es nur ein paar Erdbeeren, aber bald wird man Dinge Du von größerm Werte entwenden. würdest heute eine Nadel stehlen, ein andermal eine Schere; dann würde es dir möglich sein, bedeutende Dinge zu nehmen. Bereue deinen bösen Gedanken und beicht' ihn recht bald." - 16. Das Seelenbad( die heilige Beicht). ( 7*) Einst kam ein großer Sünder zum Hl. Antonius von Padua in den Beichtstuhl und wollte beichten. Vor Weinen und Schluchzen konnte er aber kein Wort hervorbringen. Der Heilige sagte nun zu dem AWAYANG - 111 m Sünder: Schreib' deine Sünden auf und dann komme wieder!" Als nun der Sünder seine Sünden vom Papier ablas, wurde jedesmal die Sünde, die er reumütig gebeichtet hatte, von unsichtbarer Hand ausgelöscht. Nachdem er alle Sünden gebeichtet. hatte, waren sie auch alle vom Papier verschwunden. Der liebe Gott hat dieses Wunder gewirkt, um den Sünder zu trösten und ihm zu zeigen, wie durch das Bußsakrament die Sünden in der Seele getilgt werden. Es ist also das heilige Bußsakrament ein so wunderbar kräftiges Heilbad für die Seele, daß wir dem lieben Gott nicht genug dafür danken können. Denn wie manches Kind muß es eingestehen, daß es mit ihm nicht mehr gut steht! vielleicht hat es das Seelenkleid schon durch eine große Sünde verloren, oder wenn das größte Unglück auch noch nicht geschehen ist, hat es doch schon durch kleine Sünden das Seelenkleid befleckt. Und doch möchte das Kind wieder besser werden; es thut ihm sehr leid, daß es so unglücklich war, Sünden zu thun und den lieben Heiland zu beleidigen. O wie unendlich gut ist Jesus, da Er ein Mittel erfurden hat, daß auch jene Kinder, welche gesündigt haben, sich wieder rein waschen und 112 sich so würdig machen können, daß Jesus auch zu ihnen gerne kommt. Und dieses Mittel ist das Seelenbad, die heilige Beicht. Der liebe Heiland sagt: „ Mein Kind, hast du auch gesündiget viel und schwer, geh' zum Priester, sag' ihm aufrichtig alles, verschweig' ihm nichts; habe Ekel und Abschen vor deinen Sünden, weil die Sünde so häßlich ist vor Gott, daß Ich am Kreuze sterben mußte und sie mit dem Feuer in der Ewigkeit gestraft wird; habe den festen Vorsatz, Mir zulieb. ein anderes, besseres Kind zu werden, dann will Ich dich in der heiligen Beicht wieder rein waschen mit meinem Blut, so daß du an der Seele wieder weißer bist als der Schnee." O das ist doch recht trostreich! nicht wahr, mein Kind? Darum können auch die Kinder dem lieben Heiland nicht genug danken, daß Er das heilige Bußsakrament zur Vergebung der Sünden eingesetzt hat, und brave Kinder freuen sich auf die Zeit, wo sie im Seelenbad, in der heiligen Beicht, die Seele ganz rein waschen dürfen von jeder Befleckung, damit Jesus, wenn Er in der heiligen Kommunion ins Kindesherz kommt, nichts mehr finde, was Ihm mißfällig ist. Und auch du wirst jetzt, wo du dich auf die Ankunft des lieben Hei 113 landes vorbereitest, dir alle Mühe geben, eine recht gute heilige Beicht abzulegen. Ich sage: eine recht gute heilige Beicht; denn man kann auch schlecht und unwürdig beichten, und statt daß man dann weiß wie der Schnee an der Seele zum Beichtstuhl herausgeht, ist man schwärzer als man hineinging, weil man durch die unwürdige Beicht eine neue große Sünde auf seine Seele geladen hat. Prüfung der seitherigen Beichten. Du beichtest aber ungültig, wenn du eines von den fünf Stücken, welche zu einer guten heiligen Beicht gehören, nicht erfüllst. Du kannst ungültig gebeichtet haben, wenn das erste Stück, die Gewissenserforschung, nichts nuß war, wenn du zu träg warst, dein Gewissen zu erforschen, wenn du es ganz nachlässig und gleichgültig gethan hast, obschon du schwere Sünden begangen hattest; wenn du nur schnell in der Kirche vor dem Beichtstuhle dich besonnen haft: was soll ich jetzt sagen? oder wenn du bloß so ein paar Sünden aus einem Beichtspiegel oder von einem Beichtzettel anderer Kinder abgeschrieben und im Beichtstuhl gesagt haft, ohne dich ernstlich Weißer Sonntag 8 114 zu befinnen, ob du nicht auch noch andere, vielleicht große Sünden begangen hast. Du kannst ungültig gebeichtet haben, wenn das zweite Stück, die Reue, gefehlt. hat; diese hat gefehlt, wenn du keine wahre innerliche, übernatürliche Reue über deine Sünden, wenigstens über jede große Sünde gehabt haft; wenn du bloß mit dem Munde aus dem Buche ein paar Reuegebetlein herabgelesen hast, ohne daß es dir im Herzen ernstlich leid war; wenn du die Sünden bloß bereut hast, weil du auf dieser Welt Strafe und Schande erhalten, nicht aber deswegen, weil du für die häßliche Sünde das Feuer in der Ewigkeit verdient hast, den lieben Gott beleidigt, den Heiland ans Kreuz gebracht hast. Du kannst ungültig gebeichtet haben, wenn es am dritten Stück, am guten Vorsay, gefehlt hat. Es hat aber am rechten Vorsatz gefehlt, wenn du nicht entschlossen gewesen bist, die Sünden, besonders die ichweren, zu meiden; wenn du gar gedacht hast: ich thue diese schwere Sünde doch wieder, ich geb' die Gelegenheit zur Sünde nicht auf, obgleich der Beichtvater mich gemahnt hat. 115 Du kannst ungültig gebeichtet haben, wenn es am vierten Stück, am Sündenbekenntnis, gefehlt hat, wenn du mit Wissen und Willen aus falscher Scham eine Sünde verschwiegen hast, die du für eine große Sünde gehalten; wenn du dich haft vor dem Beichtvater schöner machen wollen, als du vor Gott warst, z. B. gesagt hast, du habest bloß einmal diese große Sünde begangen, während du sie vielleicht zehnbis zwanzigmal gethan hast, oder wenn du große Sünden absichtlich so geſagt haſt, daß der Beichtvater nicht verstehen konnte, was du gethan hast. Du kannst ungültig gebeichtet haben, wenn es am fünften Stück, an der Genugthuung, gejehlt hat; wenn du schon im Beichtstuhl gedacht hast: ich verrichte nicht die Buße, welche der Beichtvater mir aufgibt; wenn du nicht den Willen gehabt haft, größern Schaden wieder gutzumachen, entwendete Sachen wieder heimzugeben. Wenn dich einer von diesen fünf Punkten trifft, so darfst du wohl in Sorge sein, daß deine heilige Beicht nicht gut war. Es ist aber auch da noch zu helfen. In einem solchen traurigen Falle, wenn eine 8* 116 oder mehrere deiner Beichten ungültig geweien wären, müßtest du eben zum Beichtvater gehen und sagen: ,, Vor so und soviel Jahren habe ich aus dem und dem Grund ungültig gebeichtet; ich will es jetzt wieder gut machen." Dann sagst du alle Sünden seit deiner letzten guten würdigen heiligen Beicht nochmals, bis auf die gegenwärtige Stunde; du kannst auch den Beichtvater bitten, er soll dir helfen. Und wenn's dir jetzt recht ernst ist, und du beichtest all deine Sünden seit der ungültigen Beicht recht reumütig und bußfertig, dann kannſt du wieder glücklich und zufrieden werden; Gott hat in der Absolution alles weggewaschen von deiner Seele, du bist wieder Sein Kind; und wenn du dich jetzt recht befleißigest, durch größern Baßeifer deine Sünden gutzumachen, dann kommt Jesus auch zu dir mit Freuden in der heiligen Kommunion. Eines Tages kniete ein Mädchen, das jetzt unter der Zahl der Heiligen glänzt, in einer Beichtkapelle und bereitete sich mit großer Andacht zum Beichten vor. Auf einmal entschwebten seinen Lippen die Worte: " O mein Jesu, auch mir! O mein Jesu, auch mir!" Bom Beichtvater nachher zu Rede gestellt, warum es diese Worte ge 117 sprochen, erklärte es: es habe dentlich gesehen, wie bei der Lossprechung des Priesters ein ro enfarbener Tauregen vom Himmel auf die Beichtenden herabfiel und ihre Seelen wunderbar rein und schön gemacht habe; es habe dann zu sich gejagt: in einer Viertelstunde knieft auch du im Beichtstuhl, o daß dann dieser himmlische Tau des göttlichen Blutes Jesu auch auf deine Seele herabkommen und sie reinigen und verschönern möge! Darum seien seinen Lippen die Worte entschwebt: O mein Jeju, auch mir! O mein Jesu, auch mir!" Aufrichtigkeit in der heiligen Beicht. Laß dich also nicht vom Teufel( 8) verführen; glaub' das nicht, was er dir einflüstert; er luat dich an, wie er Adam und Eva und schon unzählige Menschen angelogen hat zu ihrem Schaden. Dem Teufel kann es freilich nicht recht sein, wenn du gut beichtest; denn die gute Beicht bringt dich zu Jesus in den Himmel, die schlechte Beicht bringt dich zum Teujel in die Hölle. Und da er dich gern für ewig unglücklich machen will, so gibt er dir allerlei Gedanken ein, um dich zu einer unwürdigen Beicht zu bringen. Da schwätzt er dir einmal vor: Sag' doch jene wüste Sünde " 1 118 nicht, die du gethan hast; denk' auch, was wird der Beichtvater von dir halten?" Ich will dir sagen, was der Beichtvater denkt, wenn du auch große und schreckliche Sünden sagen würdest; er würde denken: Das ist ein aufrichtiges Kind, das will seine Seele reinigen und besser werden; es hat von Gott die Gnade der Reue empfangen. Dafür dankt auch der Beichtvater Gott und hält es nach der Beicht für ein Kind Gottes, weil ja der liebe Gott einem solchen aufrichtigen, reumütigen Kinde das Seelenkleid wieder gibt und, mit dem Seelenkleide angethan, ist man ein Gotteskind.- Manchmal kommt es auch vor, daß ein Kind etwas für eine große Sünde hält, was es nicht ist. Der Beichtvater kann es belehren, wenn es aufrichtig beichtet. Ein andermal sagt der Teufel wieder: ,, Sag's nicht! deine Sünden könnten sonst offenbar werden." Das ist abermals gelogen vom Teufel; denn das, was der Beichtvater aus der heiligen Beicht weiß, darf er keiner Seele sagen, nicht einmal mit dem Kind darüber sprechen; er müßte eher sterben, als etwas aus der Beicht offenbaren, wie es schon manche Priester thun mußten, z. B. der heilige Johannes von Nepomuk, der sich lieber ertränken 119 ließ, als dem König offenbaren, was die Königin gebeichtet hatte. Höre also nie auf den Teufel. Beicht' aufrichtig alles; sag' die Sünde, welche dich so schwer drückt, zuerst, und denk', daß es doch besser ist, dem verschwiegenen Priester die Sünde zu sagen, als die Sünde zu verschweigen und dann mit der Sünde auf dem Herzen lebenslänglich unglücklich zu sein, und am Ende der Welt vor allen Menschen zu Schanden zu werden und dann in der schrecklichen Hölle ewig leiden zu müssen.- Laß die heilige Beicht ein Seelenbad für dich sein, das dir der Heiland aus Seinem kostbaren Blute bereitet hat; beichte öfters, aber erforsche sorgfältig dein Gewissen; beichte mit wahrer Reue und voller Aufrichtigkeit, und nimm dir vor, lieber zu sterben als dich mit dem Fluch einer unwürdigen Beicht zu belasten. Wenn du oft und würdig zum heiligen Bußsakramente hinzutrittst, dann wird deine Seele immer reiner und schöner; immer lieber wird der göttliche Heiland in deinem Herzen einkehren, dir Seinen Segen, Seinen süßen Frieden bringen, und im Himmel wirst du es dann erst recht einsehen und dem Heiland die ganze Ewigkeit dankbar sein, daß Er auch nach der heiligen Tause 120 dir noch ein Mittel gegeben hat, die arme Seele rein zu waschen in Seinem Blute, im Seelenbad, in der heiligen Beicht. 17. Das lehte Mittel. 1. ( 9*) Ein frommer Priester erzählt folgendes: Vor einigen Jahren wurde ich gerufen, einen Mann zu versehen, den plötzlich ein Blutsturz befallen hatte. Als ich anfam, war er schon verschieden. Sein Sohn, ein Erstkommunikant, erzählte mir später, er habe, während die andern jammernd das Bett umstanden, schnell das Kruzifig von der Wand genommen, habe es dem sterbenden Vater vorgehalten und ihn ermahnt, vollkommene Reue und das Verlangen nach der heiligen Beicht und Kommunion zu erwecken. Er habe ihm dann ein Reuegebet zur Erweckung der vollkommenen Reue vorgebetet, so wie er es im Unterricht gelernt habe." Dieser Knabe hat sehr flug gehandelt. Denn wenn sein Vater eine schwere Sünde auf sich hatte, so fonnte er durch die vollkommene Reue noch Verzeihung erlangen nnd gerettet werden. Du hast zwar in der vorigen Lesung 121 gehört, daß der liebe Gott das heilige Bußsakrament eingesetzt hat, um Verzeihung der Sünden zu erlangen; allein viele Christen sterben so schnell, daß sie nicht mehr beichten können. Wenn diese schwere Sünden auf fich haben, würden sie ewig verloren gehen, wenn es nicht noch ein letztes Mittel zur Rettung geben würde. Es gibt aber ein solches, und das ist die vollkommene Reue. Ohne Reue gibt es keine Verzeihung, das weißt du wohl. Der unendlich heilige und gerechte Gott, welcher die Sünde unendlich verabscheut, kann dir die Sünde und ihre Strafe nicht nachlassen, solange du die Sünde liebst und nicht von ihr lassen willst. Du mußt aus Furcht vor Gott oder aus Liebe zu Gott alle Sünden, besonders alle schweren Sünden, inwendig in deinem Herzen verabscheuen. Es ist nicht genug, daß du nur die Strafe für die Sünden, die Hölle oder das Fegfeuer, fürchtest. Du mußt die Sünden selbst verabscheuen; sie sind Greuel vor Gott und häßliche Schandflecken an deiner Seele; darum werden sie auch von Gott so hart gestraft. Du mußt denken: Dwenn ich es nur nicht gethan hätte, wenn ich es nur ungeschehen machen könnte; du mußt für die Zukunft den festen Willen haben, mit der Gnade Gottes um feinen 122 Preis mehr die Sünde thun zu wollen. Wenn du so gesinnt bist, dann hast du Reue. Es ist nicht nötig, daß du die Reue fühlst und Thränen vergießest. Es haben zwar Magdalena und Petrus über ihre Sünden bitterlich geweint; es ist eine Gnade Gottes, wenn der Schmerz der Seele auch in Thränen sich zeigt. Wir lesen aber auch vom Zöllner im Tempel, daß er Reue hatte über seine Sünden, er hat aber dabei nicht geweint; er sprach ernst und ruhig:„ Gott sei mir Sünder gnädig!"( Luf. 18, 13). Er verabscheute seine Sünden und hatte den festen Vorsaß, sein Leben zu bessern. Und der liebe Heiland sagt, er sei gerechtfertigt in sein Haus zurückgegangen, d. h. Gott hat ihm seine Sünden verziehen. Weil ohne Reue feine Sünde vergeben wird, deswegen ist auch beim heiligen Bußsakrament die Reue das allernotwendigste, das allerwichtigste. Eine Nußschale ohne Pern ist nichts wert; eine Beicht ohne Rene ist auch nichts wert, weil der Kern, das ist: die Reue fehlt; ja sie ist sogar ein neues Unglück, weil man das hl. Sakrament ungültig empfängt. Wenn nun aber auch bei der hl. Beicht die Reue die Hauptsache ist, so genügt doch die unvollkommene Reue. Es wäre freilich besser, wenn du auch beim 123 Veichten vollkommene Reue hättest; denn dadurch würdest du das Bußsakrament besser empfangen, du würdest Gott größere Freude machen. Er würde dir in weit reicherem Maße Verzeihung gewähren, d. h. Er würde dir mehr zeitliche Strafen nachlassen, Er würde dir mehr heiligmachende Gnade geben und mehr Gnade des Beistandes, damit du dich besser vor Sünden hüten und in der Tugend Fortschritte machen könntest. 2. Du weißt aus dem Unterricht noch den Unterschied von vollkommener und unvollkommener Reue. Deine Reue ist vollkommen, wenn dir deine Sünden leid thun zuerst und vor allem wegen Gott, weil du Jhn, das höchste, liebenswürdigste Gut, beleidigt und ihm wehe gethan hast. Gott ist unendlich lieb und gut. Er verdient es, daß du Ihn von ganzem Herzen liebst und Ihm immer Freude machst. Wenn du nur ein wenig nachdenkst, dann muß es dir von selber kommen, daß Gottes Liebe zu den Menschen unendlich groß ist. Er hat dir das Leben gegeben, um dir in der andern Welt ewige Himmelsfreuden schenken zu können. Ist das nicht Lieb' von Gott? Du hast Sünden gethan, und Gott hätte 124 dich so nicht im Himmel brauchen können. Was thut Gott? Er thut selbst Buß' für dich. Er wird Mensch, liegt als kleines Kind im Stall', erträgt 33 Jahre lang alles menschliche Elend, breitet in Liebe die Arme am Kreuze aus und stirbt für dich. Warum? Nur um dich glücklich zu machen, nur um dich nicht in die Hölle kommen zu lassen. Ist das nicht Lieb' von Gott? Und wenn Gott große Wunder wirkt, daß Er im allerheiligsten Altarssakrament bei uns bleiben kann bis ans End' der Welt, wenn Er sogar in der hl. Kommunion in dein Herz einkehren will, ist das nicht unbegreifliche Lieb' von Gott? Es geht dir nun solche Lieb' auch zu Herzen; du denkst und sagst: O warum hab' ich auch einen so lieben und guten Gott mit meinen Sünden aufs neue geißeln, mit Dornen krönen, kreuzigen können! Es thut mir in der Seele weh, daß ich Gott, das höchste und liebenswürdigste Gut, so beleidigt habe. Es ist mir nicht mehr einzig und allein um meinetwegen; daß ich den Himmel verloren, der Hölle mich schuldig gemacht habe, das geschieht mir recht; wenn es aber auch keinen Himmel und keine Hölle gäbe, so wollte ich doch um feinen Preis die Sünde wieder thun. Wenn es dir 125 wirklich im Herzen so ist, dann hast du vollkommene Reue. Diese vollkommene Reue löscht die Sünden in deiner Seel' aus, bevor du beichtest. Wenn du dann Gelegenheit zur Beicht hast, mußt du freilich die Sünden noch bekennen, weil der liebe Gott es so haben will. Jener Mann, welchen Jesus vom Aussaße geheilt hatte, mußte sich auch noch den Judenpriestern stellen und sich vom Aussaß rein erklären lassen, obgleich der Sohn Gottes selber ihn gereinigt hatte( Matth. 8, 4). Eine solche Gesinnung, wie ich sie soeben beschrieben habe, hatte z. B. der Hl. Franz Xaver und darum hat er oft zum lieben Gott also gebetet: D Gott, von Herzen lieb' ich Dich, Nicht, daß Du gnädig rettest mich, Noch weil Du, die nicht lieben Dich, Mit Feuer strafest ewiglich. O Jesu, Du hast gänzlich mich Am Kreuz umschlungen inniglich, Du trugst die Nägel, trugst den Speer, Und viele Schmach und Leiden schwer; Und Schmerzen ohne Zahlen, Und blut'gen Schweiß und Qualen, Den Tod dies trugst Du all' für mich, Für mich, den Sünder, gnädiglich. - 126 Wie sollt' ich denn nicht lieben Dich, Dich, Jesus, der so liebte mich? Nicht, daß Du einst beseligst mich, Und ew'ger Pein entreißest mich; Nein, so wie Du geliebet mich, So lieb' und will ich lieben Dich, Allein, weil Du mein König bist, Allein nur, weil mein Gott Du bist. Amen. 3. Es wird mun vielen Menschen schwer fallen, in Wahrheit und von Herzen so zu beten, wie der Hl. Franz Xaver es gethan hat; denn die meisten Menschen sind sehr eigennüßig und denken immer zuerst an sich, was ihnen wohl und weh' thut. Und so machen sie es auch bei der Reue. Sie berabscheuen die Sünden, weil sie Gott beleidigt haben, aber hauptsächlich deswegen, weil der liebe Gott sie mit der Hölle oder mit dem Fegfeuer straft, sie nicht in den Himmel hineinläßt. Wenn auch du eine solche Reue hast, dann ist es dir weniger um den lieben Gott, als wegen deines Nußens oder Schadens. Deine Reue ist zwar noch gut und reicht mit dem hl. Bußsakrament hin zur Vergebung deiner Sünden. Aber so gut wie die erste ist sie nicht, und darum heißt man sie die unvollkommene 127 Reue. Man hat auch schon die vollkommene Reue die goldene Reue genannt und die unvollkommene die silberne Reue. Du weißt nun auch nicht, ob du vor deinem Tod noch beichten fannst. Solltest du dann das Unglück haben, in einer schweren Sünde zu sein, so kann dich nur die vollkommene Reue noch retten. Wirst du aber dann auch daran denken, vollkommene Reue zu erwecken? Wirst du noch Zeit dazu haben? Wirst du sie wirklich zu stande bringen? Ich antworte: Wenn du bei Lebzeiten dich daran gewöhnt hast, oft vollkommene Reue zu erwecken, besonders auch vor jeder hl. Beicht, dann darfst du hoffen, daß dir der liebe Gott auch die Gnade geben wird, im plößlichen Sterben noch vollkommene Reue erwecken zu können, auf daß du gerettet wirst. Du kannst auf verschiedene Weise dem lieben Gott sagen, warum und wie sehr dich die Sünde schmerzt. Es ist aber doch sehr nüßlich, wenn du von Kindheit an dich an ein Reuegebet zur Erweckung der vollkommenen Reue gewöhnst, z. B.: Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz, Und ist mir dies der größte Schmerz, Daß ich erzürnt Dich, höchstes Gut! Ach! wasche mich mit Deinem Blut! 128 Oder: O mein Gott! alle meine Sünden reuen mich von Grund meines Herzens, weil ich Dich, meinen besten Vater, meinen größten Wohlthäter, das höchste und liebenswürdigste Gut, das ich jeßt über alles liebe, erzürnt und beleidigt habe. Ich nehme mir ernstlich vor, Dir zulieb' mit Deiner Gnade mein Leben zu bessern und die nächste Gelegenheit zur Sünde zu meiden. Natürlich mußt du in deinem Herzen einverstanden sein mit dem, was du mit den Lippen sagst; sonst hast du keine vollkommene Reue zu stande gebracht. Wenn man auch nicht immer über seine Reue die Gewißheit haben kann, ob sie wirklich eine vollkommene sei, so darf man doch hoffen, daß man sie mit Gottes Gnade zu stande gebracht hat, wenn man, so gut als man kann, sie zu erwecken gesucht hat. Ulebung macht den Meister", sagt das Sprichwort. Das gilt auch für Erweckung von vollkommener Reue. Je mehr nun die Liebe Gottes in deinem Herzen entzündet wird, um so leichter wird dir die Liebesreue oder die vollkommene Reue werden. Die Liebe zu Gott wird aber in dir wachsen, wenn " 1 129 du recht oft darüber nachdenkst, was Gott alles aus Lieb' zu dir gethan hat. Ein Beispiel dafür ist der hl. Josaphat. 4. Als der Hl. Josaphat noch ein ganz kleiner Knabe war, nahm ihn seine fromme Mutter mit in die Kirche. Daselbst sah er das Bild des gekreuzigten Heilandes. Er fragte seine Mutter, wer das sei und was es zu bedeuten habe. Die Mutter erklärte ihm, das sei der liebe Heiland, der Sich uns zulieb' habe kreuzigen lassen. Das ging dem kleinen Knaben so zu Herzen, daß er eine innige Liebe zu Jesus faßte. Gott gab das seiner Mutter durch ein auffallendes Zeichen zu erkennen. Als nämlich der Knabe mit mitleidigem Herzen zum Kreuz emporblickte, da fiel plötzlich von dem Kreuzbild ein Feuerfunke in das Herz des kleinen Josaphat. Die Mutter erschrak gar sehr: sie meinte, das Kind brenne; sie fand aber am Kleide kein Brandmal; sie erkannte jetzt, daß das kein natürlicher Feuerfunke gewesen sei, sondern daß ein Funke glühender Gottesliebe das Herz des Kindes entflammt habe. Diese Liebe zu Gott nahm nun bei Josaphat immer mehr zu, bis er im Martertod sein Leben für Gott hingab. Weißer Sonntag. 9 130 Wenn du nun beim Morgen- und Abendgebet deine Augen auf das Kreuzbild richtest, solltest du nicht auch von Mitleid gerührt werden, wenn du daran denkst, Jesus starb für mich; sollte es dich nicht antreiben, die heiligen fünf Wunden zu küssen und auszurufen: Wer so mich liebt, mir alles gibt, Dem schenk' auch ich auf ewig mich. Oder wenn du den hl. Kreuzweg gehst oder den schmerzhaften Rosenkranz betest, sollteſt du da kalt und gleichgültig bleiben, wo jede neue Station und jedes neue Geheimmis nichts als die Liebe deines Gottes predigt! Solltest du da nicht denken und sagen: ,, Mein Jesus, Barmherzigkeit! Ich will lieber den Tod leiden, als durch die Sünde mich von Dir trennen." Oder du siehst ein Herz- Jesu- Bild; du schaust die offene Wunde, die Dornenkrone um das Herz, das Kreuz, die Feuerflammen, du erinnerst dich, was der Heiland einst zur seligen Margareta Alacoque gesprochen: Sieh' an das Herz, welches die Menschen so sehr geliebet und nichts gespart hat, um ihnen seine Liebe zu beweisen". Sollteſt du da nicht ausrufen: ,, Süßes Herz Jesu, sei meine Liebe!" Dich allein will ich von 131 ganzem Herzen lieben und alles fliehen, was der Lieb' zu Dir zuwider ist. Je mehr du so in der Lieb' zu Gott dich übst, um so leichter wird es dir auch werden, vollkommene Reue zu erwecken. Aber nicht erst im Sterben sollst du anfangen, vollkommene Reue zu erwecken, du mußt bei Lebzeiten dich schon daran gewöhnen. Insbesondere such' vollkommene Reue zu erwecken, wenn du das Unglück gehabt hast, in eine schwere Sünde zu fallen und du nicht sofort beichten kannst. Dasselbe thue, wenn du in Todesgefahr kommst, z. B. mit dem Fuhrwerk, oder auf der Reise auf der Eisenbahn, auf dem Schiff, auch bei einem Gewitter usw. Du kannst auch Kranken und Sterbenden feinen gröBern Liebesdienst erweisen, als ihnen öster vollkommene Reu' und Leid vorzubeten. So machte es ein Mädchen in Wien. Es brannte nämlich am 8. Dezember 1881 in Wien das Ringtheater. Hunderte von Menschen waren in den Flammen und sind lebendig verbrannt. Manche von ihnen werden wohl schwere Sünden auf der Seele gehabt haben; beichten konnten sie nicht mehr. Was konnte sie noch retten? Die Erweckung der vollkommenen Reue. Wer dachte aber daran? Ein Mädchen von 9* 132 neun Jahren, das mit seiner Mutter auch im Theater war. Als alle jammerten und laut weinten, da kniete es sich nieder, betete laut zum heiligen Schußengel und erweckte vollkommene Reue. Als das die unglücklichen Menschen hörten, fnieten sie auch nieder und beteten mit; denn das Mädchen fing immer von neuem an, laut vollkommene Reue vorzubeten. Es erzählte dies den andern Tag nach seiner Errettung selbst seinem Seelsorger. So hat dieses gute Kind vielleicht manchem, welcher nicht mehr gerettet werden konnte, zu einem guten Tod verholfen. Viele Menschen sind schon gesund schlafen gegangen, aber nicht mehr aufgewacht; man hat sie tot im Bett gefunden. Wie trostlos und schrecklich, wenn sie mit einer schweren Sünde in die Ewigkeit gingen! Darum bitt' ich dich, vergiß niemals, am Abend vollkommene Reue zu erwecken; zwing' dich dazu, wenn du auch noch so müde bist. Manche verdanken ihre ewige Seligkeit einzig und allein dieser heiligen Uebung. Vielleicht ist auch für dich die vollkommene Reue das letzte Mittel zu deiner Rettung. Ein zerknirschtes und gedemütigtes Herz wirst Du, o Gott, nicht verschmähen"( Psalm 50). 133 18. Der Ablak. " 1 Der heilige König Ludwig hat( 10*) noch auf dem Todbette seinem Sohne die Mahnung gegeben: Mein Sohn, gewinne fleißig die Ablässe der heiligen katholischen Kirche." Ludwig wußte wohl, welch großen Nußen für uns die Ablässe haben. Der Ablaß tilgt die zeitlichen Strafen für jene Sünden, die bereits verziehen sind. Die Gewalt, Ablässe zu erteilen, hat die Kirche vom göttlichen Heiland empfangen, der gesprochen hat: Was ihr auf Erden lösen werdet, wird auch im Himmel gelöset ſein. In den ersten christlichen Zeiten haben die Beichtväter den Sündern wohl große Bußen aufgegeben. Wer z. B. den Namen Gottes leichtsinnig zum Schwören mißbrauchte, mußte 7 Tage streng fasten; war es zwei- bis dreimal geschehen, 14 Tage. Wer während der, hl. Messe arg bös gewesen, bekam eine Kirchenbuße von 10 Tagen. Wer gegen Vater oder Mutter Scheltoder Fluchworte ausgestoßen hatte, mußte 40 Tage streng fasten, wer dieselben schwer beleidigt und beschimpft hatte, mußte drei Jahre Buße thun usw. Wenn aber ein Sünder besondern Bußeifer zeigte, so ließ 134 die Kirche, besonders auf Fürsprache eines Märtyrers, die Strafzeit teilweise oder auch gänzlich nach. Nun rechne für dich aus, wie lange du fasten müßtest, wenn du geflucht hast, wie lange für dein Kirchenschwätzen, Elternbeleidigen, Lügen usw. Du wirst dann leicht einsehen, daß du noch viel, sehr viel, abzubüßen hast. Und wenn hier auf Erden nicht alles abbezahlt ist, was du schuldig bist, so mußt du nach deinem Tod ins Fegfeuer, bis du den letzten Heller bezahlt haft. Damit nun auch du den Mut nicht verlierst, und schneller und leichter dem lieben Gott zahlen kannst, was du Ihm noch an Strafen schuldig bist, will dir die gute Mutter, die katholische Kirche, zu Hilfe fommen. Sie bietet dir die Ablässe an und ermuntert dich, recht viele zu gewinnen, so daß es dir noch vor deinem Tode möglich wird, ganz oder fast ganz deine Sündenstrafen wegzubringen. Die katholische Kirche hat nämlich einen Schatz, der zwar nicht aus Gold und Silber besteht, aber aus etwas, was unendlich mehr wert ist, nämlich aus den Bußwerken des lieben Heilandes, die Er dreiunddreißig Jahre hindurch verrichtet hat; dazu kommen die Bußwerke der Heiligen, 135 welche mehr, als für ihre Sündenstrafen notwendig war, Buße verrichtet haben. Aus diesem geistigen Schaß von Bußwerken des Heilandes und der Heiligen kann nun die Kirche Bußwerke herausnehmen und für dich beim lieben Gott bezahlen, soviel du schuldig bist. Die Kirche thut es aber nicht ganz ohne deine reumütige Mitwirkung. Die Kirche legt den Ablaß auf gewisse Gebete oder andere gute Werke; diese mußt du genau verrichten, und mußt wahrhaft bußfertig sein, wenn du den Ablaß gewinnen willst. 3. B. ist dir, wenn du so das Schußgebet:„ Süßes Herz Mariä, sei meine Rettung!" betest, 300 Tage Ablaß verheißen. Die Kirche will aus ihrem Kirchenschaß noch so viele Bußwerke vom Heiland hinzulegen, als die ersten Christen bei 300 Tagen Kirchenbuße verrichten konnten es ist dir also, wenn du solch einen Ablaß gewinnst, beim lieben Gott an deiner zeitlichen Strafe so viel bezahlt, als wenn du selbst, wie die ersten Christen, 300 Tage lang strenge Buße gethan hättest. Es gibt noch viele Gebete und andere gute Werke, welche größere oder kleinere Ablässe haben. Suche solche Gebete im Weißen Sonntag'! Damit du nun die Ablässe sicher ge 136 winnst, mußt du die Meinung machen, die Ablässe gewinnen zu wollen. Sage deswegen schon beim Morgengebet: O Gott, ich will heute alle Ablässe gewinnen, die ich durch meine Gebete und guten Werke gewinnen kann. Dann mußt du im Stand der Gnade sein und ganz genau alle guten Werke verrichten, welche die Kirche zu thun befohlen hat. Du kannst auch für die armen Seelen fürbittweise Ablässe gewinnen und so ihre Strafen ganz oder zum Teil abzahlen. O wie froh und wie dankbar sind sie, wenn sie durch dich aus dem Fegfeuer erlöst werden! Die heilige Magdalena von Pazzis sah in einer Verzückung eine Mitschwester ichon nach 15 Stunden vom Fegfeuer befreit werden, weil man ihr viele Ablässe geschenkt hatte. Der Papst Paskalis erlöste seine Schwester aus dem Fegfeuer durch den Ablaß, den er bei der Geißelsäule Christi in der Kirche der heiligen Praxedis zu Rom gewonnen hatte.- Achte und schäße also die heiligen Ablässe und suche deren recht viele auf eine würdige Weise zu gewinnen, sowohl für dich, als für die Verstorbenen; es wird dir ein großer Nußen sein im Leben, ein großer Trost im Tode, eine große Hilfe im Fegfeuer, 13. eine große Freude in der bei, als wenn Vergiß aber Eines nich hätte; eine deine Bußfertigkeit ist, um so gimnar jetzt auch die Früchte, die du aus den Av.ind ziehen kannst. Durch die heiligen Ablässe will die Kirche unsern Bußgeist nicht verringern, sondern vermehren. - Zweiter Abschnitt. Heiligungsmittel. In der hl. Tause hast du das( 11*) weiße Seelenkleid( das hochzeitliche Gewand) erhalten mit der Mahnung, es rein und unbefleckt zu bewahren, damit du das ewige Leben erlangest. Ich habe dich bisher vor den Sünden gewarnt, die du nicht auf dir haben darfst, wenn du Jesus gefallen willst, und dir die Tugenden beschrieben, die du haben sollst; ich habe dir gezeigt, wie du durch das Seelenbad und durch die heiligen Ablässe von Sünde und Strafe frei werden kannst. Jeßt aber nenne ich dir noch besondere Mittel, wodurch du nicht nur im stande bist, das Seelenkleid unbefleckt zu bewahren, sondern welche dir auch 138 winnst, mußt dyen werden, dasselbe täglich die Ablässe fostbarer in Gottes Augen zu deswegen is du würdig bist, unter den Heiich wileinen Thron im Himmel zu besteigen. Das erste Mittel iſt 1. Die heilige Kommunion. A. Die würdige heilige Kommunion. a) Die würdige heilige Kommunion vereinigt dich aufs innigste mit Christus. Jesus kommt in der hl. Kommunion in dein Herz; du wirst ein Gottesträger, ein Tabernakel, eine lebendige Monstranz. Aber nicht bloß eine Weile hält Sich Jesus in dir auf, Er will in deiner Seele bleiben. Wenn du ein Stück Eisen ins Feuer legst, so wird das Eisen vom Feuer durchglüht. So will auch Christus mit dem Feuer Seiner göttlichen Liebe deine Seele durchglühen. Wie Brot und Wein, das wir genießen, mit Leib und Blut vereinigt wird, so vereinigt Sich Jejus, unsere Seelenspeise, aufs innigste mit unserer Seele. Als die hl. Deronika Giliani im Alter von zehn Jahren zum erstenmal zur hl. Kommunion 139 gehen durfte, war es ihr dabei, als wenn sie etwas Feuriges genossen hätte; eine solche Glut der Liebe zu Jesus war jetzt in ihrem Herzen. Wenn ein armes Kind oftmals mit einem reichen, gutgeſitteten, frommen Kinde umgehen darf, dann nimmt es allmählich seine Sprache an, es lernt mehr Lebensart und Anstand; es bekommt von dem reichen Gespielen bessere Kleider, bessere Speisen, es bekommt ein ganz an deres Aussehen, so daß die Leute es nach ein paar Jahren fast nicht mehr kennen. Wenn Jesus oft dein Gast in der heiligen Kommunion ist, so wird Er auch allmählich deine Seele umwandeln, daß sie Ihm ähnlich sieht im christlichen Denken, Reden und Thun. Es wird an dir in Erfüllung gehen, was der Hl. Paulus sagt:„ Ich lebe, doch nicht ich, sondern Christus lebt in mir," das heißt: du wirst gleichsam ein zweites Jesuskind werden, so fromm, gehorsam, demütig, friedfertig, keusch, sanftmütig; du wirst ein Christkind werden nicht bloß dem Namen nach, sondern in der That und Wahrheit. Das Himmelsbrot, das wir verehren, Mit dem sich uns're Seelen nähren, Dies Brot macht Menschen Engeln gleich. 140 b) Die würdige hl. Kommunion vermehrt die heiligmachende Gnade. Die heilige Marina durfte einmal eine Seele im Himmel schauen, welche mit einen prächtigen silberweißen Gewande bekleidet war. Dasselbe war mit Goldfäden durchwoben und mit herrlichen Edelsteinen verziert. Dieses Seelenkleid ist die heiligmachende Gnade. Durch jede würdige heilige Kommunion wird das Seelenkleid weißer, glänzender, mit mehr himmlischen Darum Perlen und Edelsteinen besetzt. glänzen auch die Heiligen wie die Sterne," sagt die Hl. Schrift. Jede, auch die kleinste Bermehrung der heiligmachenden Gnade ist tausendmal mehr wert als die ganze Welt. Darum gehen Seelen, welche ein recht schönes, kostbares Seelenkleid wollen, um hoch in den Himmel hinaufzukommen, oftmals mit Sehnsucht und Verlangen zur Hi. Kommunion, weil die würdige heilige Kommunion am reichlichsten die heiligmachende Gnade vermehrt.- Wie Brot und Wein die Lebenskraft des Leibes vermehrt, so vermehrt diese Seelenspeise die Lebenskraft der Seele. 141 c) Die würdige hl. Kommunion schwächt die bösen Neigungen. Zum hl. Philipp Neri kam ein junger Mensch und klagte unter Thränen, daß er schon so oft in eine gewisse große Sünde hineingefallen sei. Er verabscheue die Sünde von ganzem Herzen; doch die Neigung dazu sei so groß, daß er nicht widerstehen könne. Der Heilige tröstete den jungen Menschen, und hieß ihn 13 Tage hintereinander zur Beicht und Kommunion gehen. Endlich war durch den oftmaligen Empfang des Heiligsten der Heiligen die Neigung zu der alten Sünde in ihm so geschwächt, daß er niemals mehr in die Sünde hineinfiel. Er machte von nun an große Fortschritte im Guten, erbaute die Christen in Rom durch seinen Eifer und seine Tugenden und starb den Tod der Heiligen. Diese Neigung zum Bösen fühlen wir alle. Durch die Erbsünde sind wir übel zugerichtet. Das Gute kommt uns hart an, das Böse geht leicht. Wir sind in beständiger Gefahr, in Sünden zu fallen. Besonders heilsam wirkt die würdige hl. Kommunion, um die bösen Neigungen zu schwächen. In der Himmelsspeise der hl. Kommunion genießen wir die Arznei, welche das Fieber der 142 Leidenschaften in der Seele schwächt und vermindert. d) Die würdige hl. Kommunion gibt dir Lust und Kraft zum Guten. Als die hl. Rofa von Lima gefragt wurde, wie es ihr nach dem Empfang der hl. Kommunion sei, gab sie zur Antwort: es komme ihr vor, als wenn die Sonne in ihrem Herzen aufgehe. Denn wie die Sonne die ganze Natur mit ihrem Licht und ihrer Wärme erfreue, die Pflanzen zum Wachsen und Blühen bringe, die Früchte reife, gerade so wirke auch Christi Gegenwart in ihrer Seele. Das glaub' ich gern, daß Rosa erlustigt wurde zu allem Guten und Kraft in sich fühlte zu allen edlen Werken; wird doch die hl. Kommunion genannt die Speise der Starken. Wie das natürliche Brot dem Leibe Lust und Kraft zur Arbeit gibt, so machen wir auch die Erfahrung, daß wir jedesmal nach würdiger hl. Kommunion aufgelegter sind zur Arbeit für den Himmel, zu allen guten Werken. Das Beten geht wieder leichter; wir sind Jesus zulieb gehorsam, friedfertig, geduldig, lieben die Unschuld. Es ist uns nichts zu viel für Gott. 143 e) Die würdige hl. Kommunion reinigt dich von kleinen Sünden. Der hl. Katharina hat der liebe Gott einmal in wunderbarer Weise gezeigt, wie häßlich eine einzige läßliche( kleine) Sünde ist in Seinen Augen, wenn sie mit Wissen und Willen begangen wird. Dieser Anblick war so schrecklich, daß die Heilige gesagt hat, sie wolle lieber ihr Leben lang barfuß auf glühenden Kohlen gehen, als noch einmal so etwas zu sehen. Die kleinen Sünden sind die Krankheiten der Seele; die würdige heilige Kommunion befreit uns davon, wenn wir sie bereuen, und das ist ein unaussprechliches Glück. ,, O Herr, sprich nur Ein Wort, und es wird gesund meine Seele!" Wie die Arznei, die wir genießen, vom Ausschlag und von Flecken reinigt, so reinigt dich die heilige Kommunion von läßlichen Sünden. f) Die würdige hl. Kommunion bewahrt dich vor Todsünden. Die Todsünde ist der Tod der Seele; sie raubt uns das hochzeitliche Kleid, die heiligmachende Gnade; sie ist das allergrößte Unglück, das uns auf Erden treffen 144 fann. Wenn wir aber Jesus in der heiligen Kommunion würdig empfangen, dann flößt Er uns einen solchen Ekel, Abscheu und Greuel vor der großen Sünde ein, daß wir lieber sterben wollten, als eine große Sünde begehen. Wie den Wanderer, der zum Tode ermattet ist, Speise und Trank wieder zum Leben bringt und vor dem Tode bewahrt, so bewahrt die heilige Kommunion, diese Speise der Unsterblichkeit, die Seele vor dem geistigen Tode. g) Die würdige hl. Kommunion ist uns das Unterpfand unserer zukünftigen Auferstehung und ewigen Seligkeit. Durch den würdigen Empfang der heiligen Kommunion wird der Leib des Menschen der Träger und lebendige Tempel des glorreich auferstandenen Heilandes; dadurch empfängt nicht nur die Seele, sondern auch der Leib eine geheimnisvolle Weihe. Wie wir alle zum ersten Stammvater blutsverwandt sind, so werden wir durch den Genuß des heiligen Leibes und Blutes des Herrn auch blutsverwandt zu unserm zweiten Stammbater, Jesus Christus. So wahr Jesus dir Seinen hh. Leib 145 zur Nahrung gibt und du ihn stets würdig genießest, so wahr wird Er den Leib von dir, der du mit der Speise der Unsterblichkeit dich nährst, auferwecken am jüngsten Tag. Gegen den Tod des Leibes ist kein Erdenkräutlein gewachsen aber dieses Himmelsbrot ist uns das Unterpfand, die Versicherung der herrlichen leiblichen Auferstehung und der ewigen Seligkeit. Bedenke es, wie ehrwürdig dein Leib und deine Glieder sind! Sei allezeit und allerorts vor allem schamhaft! Halte in Ehren diesen deinen Leib und seine Glieder: Auge, Zunge, Hand! Sie sind hochgeweiht durch den Empfang der hl. Kommunion. - B. Häufige Kommunion. Damit die heilige Kommunion( 12*) Heiligungsmittel für dich ist, mußt du sie häufig empfangen. Wenn du deinem Leibe bloß alle Jahre einmal Speise und Trank geben würdest, so würde er es nicht aushalten; der Leib würde mit jedem Tag schwächer, von einer Arbeit wäre feine Rede mehr; zuletzt würde er sterben. Aehnlich ist es auch mit der Seele: damit man die herrlichen Wirkungen der heiligen Kommunion an sich verspürt, muß man öfter zur heiligen Kommunion gehen und nicht Weißer Sonntag. 10 146 ein ganzes Jahr warten; darum hast du auch schon im Katechismus gelernt, daß es die Absicht und der sehnlichste Wunsch der heiligen Kirche ist, daß du nicht bloß einmal im Jahre, sondern recht oft dieser so großen Gnaden dich teilhaftig machest. Höre also auf den Rat deines Beichtvaters und geh' zur heiligen Kommunion, so oft er dir sie anrät; fürchte dich nicht vor deinen Kameraden; fie gehen nicht mit dir vor das Gericht Gottes, sie können dir nicht helfen; Jesus aber kann dir helfen, und Er wird es thun, wenn du dich nicht Seiner geschämt haft vor den Leuten, sondern mutig und ohne Scheu deinen Herrn und Gott ins Herz aufgenommen hast, sobald du merktest: ich brauch' wieder Seelenspeise, damit ich kräftiger bin gegen die Versuchung, eifriger im Guten. Wir lesen im dritten Buche der Könige eine wunderbare Geschichte. Der große Prophet Elias war auf der Flucht vor der gottlosen Königin Jezabel, die ihm nach dem Leben strebte. Sein Weg ging durch eine grauenvolle Wüste. Nachdem er eine Tagreise zurückgelegt, war ihm der Mundvorrat ausgegangen und er ſetzte sich matt und müde unter einen Wacholder 147 baum. Endlich versant er in einen Schlaf. Da weckte ihn der Engel des Herrn und sprach zu ihm: Steh' auf und iß; denn du hast noch einen weiten Weg!" Elias sah um sich und zu seinen Häupten lag ein Brot und ein Gefäß mit Wasser. Und er stand auf und aß und trank und schlief wieder ein. Und der Engel des Herrn trat wieder zu ihm und rührte ihn an und sprach: Steh' auf und iß; denn du hast noch einen weiten Weg." Und er stand auf und aß wieder; und durch die Kraft dieser Speise gestärkt, fonnte er, ohne zu ermüden, vierzig Tage und vierzig Nächte lang reisen und auf den Berg Gottes, Horeb, gelangen. Jenes Brot, das Elias wiederholt essen mußte, war ein Vorbild des allerheiligsten Altarssakramentes. Hätte Elias dem Engel nicht gehorcht und nicht wiederholt von dem Brote gegessen, so hätte er den Berg Gottes nicht erreicht. Auch du hast noch einen weiten und gefährlichen Weg vor dir. Du mußt aufwärts den schmalen Pfad der Tugend wandeln, bis du oben an der Pforte des Himmels ankommst. Auf deiner Pilgerreise hast du die kräftige Speise der heil. Kommunion überaus notwendig. Du wirst also dem göttlichen Heiland eine große Freude be10* 148 reiten, wenn du dir am Weißen Sonntag fest vornimmst, alle Monate, oder wenigstens alle sechs oder acht Wochen einmal zum Tische des Herrn zu gehen und das zum festen Grundsatz deines ganzen Lebens zu machen. Es gibt, Gott sei Dank, noch viele Kinder, welche mit Erlaubnis ihres Beichtvaters alle acht oder vierzehn Tage zur hl. Kommunion gehen und daraus für ihre Seelen überaus großen Nußen ziehen. Vielleicht möchtest auch du noch öster als bloß alle Monat die hl. Kommunion empfangen. ,, Steh' auf und iß das Himmelsbrot!" ruft auch dir dein Schußengel zu, und der Herr selber spricht: Komm' zu Mir, Ich will dich erquicken." Nimm also die Einladung an und sei versichert: die oftmalige würdige Kommunion wird dir zum größten Heile für Zeit und Ewigkeit. C. Fromme Kommunion. ( 13*) Aber nicht bloß oft im Jahre sollst du kommunizieren, sondern auch fromm, das heißt jedesmal mit großer Inbrunst und heißem Verlangen. Dann kommt Jesus gern zu dir und bringt dir viele Geschenke für deine Seele. YEGK 149 Nächste Vorbereitung. Der Vorabend und Morgen vor der heiligen Kommunion. Nach der Hl. Beicht ist es am besten für dich, wenn du auf dem Heimweg und zu Hause etwas Stillschweigen beobachtest. Natürlich mußt du mit deinen Eltern und Geschwistern freundlich reden, soweit es notwendig ist und du gefragt wirst. Du kannst dann: a) betrachten oder nachdenken über die überaus große Liebe Jesu Christi im allerheiligsten Satramente zu dir, Seinem armen Geschöpfe. Du kannst dich fragen: Wer kommt morgen zu mir in der heiligen Kommunion? Zu wem kommt mein Heiland und warum kommt Er? Und wenn dir nichts einfallen sollte, nimmst du den Weißen Sonntag' zur Hand und liejest aufmerksam nach, was ich dir unten bei den Kommuniongebeten( S. 311) über dieje Punkte niedergeschrieben habe.„ Jesus hat uns ein Beispiel gegeben, auf daß wir Ihm nachfolgen," sagt der Apostel. Und in der heiligen Kommunion will der Heiland gerade deswegen zu dir kommen, um dir zu helfen, daß du Ihm immer ähnlicher wirst. Lies also im Weißen Sonntag wieder 150 nach, wie der Heiland dir ein Beiſpiel gegeben hat in der Demut( S. 17), in der Keuschheit( S. 29), in der wohlwollenden Liebe( S. 34), in der Mäßigkeit( S. 39), in der Sanftmut( S. 45), im Gehorsam ( S. 76), in der Wahrhaftigkeit( S. 80), und wenn du dann so nachdenkst über die Tugendbeispiele des Heilandes, dann erweck' in deinem Herzen auch ein lebhaftes Verlangen nach diesen Tugenden und bitt' den Herrn recht inbrünstig um Hilfe, namentlich um diejenige Tugend zu erlangen, welche dir noch am meisten fehlt. Auch du hast vielleicht ein ,, Leiden- ChristiBuch" zu Hause, z. B. ein Gethsemane und Golgatha' oder Kaspar Erhards, Leben Christi'. Nimm es und lies darin oder in deiner Biblischen Geschichte, wie der Heiland für dich Blut geschwißt hat usw. Ich habe ein Mädchen gekannt, das hat jedesmal bittere Thränen vergossen, so oft es in einem solchen Buch ausführlich das Leiden Christi las. Was könnte es auch für dich eine bessere Vorbereitung auf die heilige Kommunion geben, als wenn du beim Lesen erinnert wirst, wie unendlich dich dein Heiland in Seinem Leiden geliebt hat! Dein Herz muß dadurch mit Liebe zu Jesus erfüllt werden; je mehr du aber 151 Liebe zum Heiland hast, um so gnadenreicher ist deine heilige Kommunion. b) Auch fromme Uebungen mußt du machen, indem du Tugenden übſt. So kannst du nach der heiligen Beicht am Vorabend vor der heiligen Kommunion viele Tugenden üben: z. B. mit größerer Freude folgen, stillschweigen, wenn dich die Geschwister necken; du fannst beim Nachtessen etwas weniger essen, etwas zur lieben Mutter Gottes beten, z. B. ein Geseßlein vom Rosenkranz, damit sie dir eine würdige Kommunion erflehe. Jedenfalls sollen deine Gedanken beim lieben Gott sein und recht oft sollst du beten: ,, wie sehn' ich mich nach Dir! eile, Jesus, komm' zu mir; nimm mein ganzes Herz für Dich und besitz' es ewiglich," oder auch andere Schußgebetlein, wie die Liebe und Sehnsucht nach Jesus sie dir eingeben, z. B. ,, Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz, und ist mir dies der größte Schmerz, daß ich erzürnt' Dich, höchstes Gut; ach wasche mich mit Deinem Blut!" Das Nachtgebet verrichte fromm und andächtig auf den Knieen; wenn du dich in Gottes Namen zur Ruhe gelegt hast, so sprich in deinem Herzen noch Schußgebetlein zu Jesus und zu Seinen Heiligen, bis du einschlässt, wiederhole sie bei deinem 152 Erwachen, steh' frühzeitig auf, beobachte Stillschweigen, sprich mit Jesus, bete knieend dein Morgengebet; kleide dich ehrbar ( nicht hoffärtig), bleib' ganz nüchtern. Von nachts 12 Uhr an darfst du nichts mehr genießen, feinen Kaffee, keine Milch, kein Wasser, keine Fleischbrühe, nicht einmal eine Arznei. Wenn dir schlecht( übel) wird, so darfst du dir keine Pfefferminze oder sonst etwas geben lassen. Solltest du aus Gedankenlosigkeit, oder weil's dir schlecht( übel) wurde, doch etwas genossen haben, so dürftest du an diesem Tage nicht kommunizieren, du müßtest warten bis zum andern Tag. Schon die Apostel haben das Gebot der Nüchternheit gegeben, weil eben das allein schicklich ist, daß diese heilige, göttliche Speise vor jeder andern irdischen Speise genossen wird. Geh' nicht aus deiner Wohnung, bis es Zeit ist. Meide langes Herumstehen auf der Straße oder Unterhaltung mit andern; diese sind ein großes Hindernis für eine fromme Kommunion. Bewahre daher auf dem Weg nach der Kirche deine Sinne, besonders die Augen, meide alles unnötige Geplauder, lautes Reden, Schreien, Lachen. Sprich mit deinem heiligen Schußengel, daß er dich hingeleiten möge zum himmlischen Gast 153 mahl. In der Kirche angekommen, erwed' noch Glaube und Anbetung, Hoffnung, Liebe, Demut, Reue und sehnliches Verlangen( Seite 315). Danksagung nach der hl. Kommunion. ( Der Kommuniontag.) Augustin von Japan war drei-( 14*) zehn Jahre alt, als er zum erstenmal den Leib des Herrn empfing. Nach der heiligen Kommunion trat es ihm vor die Seele, was der liebe Jesus alles schon seit der heil. Taufe für ihn gethan, wie lieb und freigebig Er gegen ihn gewesen. Da konnte sich Augustin nicht länger mehr halten; er hob vor aller Augen seine Hände zum Himmel und fing an, laut zu Jesus zu reden; er zählte alles auf, was Gott ihm Gutes gethan, und dankte unter heißen Thränen für alles. Er that dies so herzlich und so ernst, daß auch die Leute in der Kirche sich vor Rührung nicht mehr halten fonnten; sie fingen nun auch an, mit dem Knaben zu weinen, und weinten so laut und so herzlich, als wenn ihnen Vater oder Mutter weggestorben wäre. Nach der Hl. Kommunion sollst daher auch du mit der größten Sittsamkeit dich an einen ruhigen Ort in der Kirche begeben, 154 und dort noch einige Zeit in andächtigem Gebete verharren. Keine Zeit ist kostbarer und gnadenreicher, als die nach der heiligen Kommunion; daher sollst du dieselbe aufs beste benüßen. Es ist gut, wenn du nicht gleich aus deinem Gebetbuch zu lesen anfängst, sondern zuerst aus deinem Herzen heraus mit Jesus sprichst, so wie du es kannst. Der Heiland verlangt keine gelehrten Reden; an deinen kindlichen, vom Herzen kommenden Worten hat Er Seine Freude. Wenn du aus dir dem Heiland nichts mehr zu sagen weißt, dann nimm das Gebetbuch und bete die Gebete nach der heiligen Kommunion so langsam und mit solcher Inbrunst, als ob jedes Wort aus deinem eignen Herzen wäre. Verharre wenigstens eine Viertelstunde noch im Gebete, besser noch länger. Ist das Stillschweigen vor der heiligen Kommunion so gut für eine segensreiche Einkehr Jesu, so ist es nach der heiligen Kommunion fast noch notwendiger, um die Gnade nicht zu verlieren. Geh' also ruhig aus der Kirche und sei an deinem hl. Kommuniontag gern für dich allein. Weltliche Vergnügungen, Spiele und Lustbarkeiten oder gar der Besuch von Wirtshäusern ziemen sich nicht für einen so heiligen Tag. Sei mäßig in 155 Speis und Trank, und wenn du auch bei deinen Angehörigen oder Kameraden und Gespielen bist, so vergiß nicht, daß am Morgen dein Gott bei dir eingekehrt ist und halte deine Zunge und deine übrigen Sinne im 3aum. Lies am Nachmittag etwas im Leben der Heiligen oder sonst in einem guten Buch; besuch' einen Kranken oder die Gräber deiner lieben Verstorbenen; gib ein Almosen, wenn du kannst; jedenfalls besuchst du am Abend wieder den lieben Heiland im heiligsten Sakrament und dankst Ihm nochmals für Seine liebevolle Einkehr am Morgen. Im Umgang mit andern bist du recht freundlich, damit sie sehen, wie die heilige Kommunion einen süßen Frieden in dein Herz ergossen hat. Wenn du so, wie ich dir jetzt geſagt habe, oft und fromm kommunizierst, dann ist die hl. Kommunion ein wahrhaftes Heiligungsmittel für deine Seele. Wie oft und wie andächtig fromme Kinder zur heil. Kommunion gingen. Im Jahre 1840 starb Peter( 15) Perboar in China den Martertod für Jesus. Nach der ersten heiligen Kommunion hielt er treu seine gemachten Vorjäße; er ging jeden Monat und an 156 den Hauptfesttagen zur hl. Kommunion und seine Andacht dabei war so groß, daß man einen Engel an der Kommunionbank zu sehen glaubte. In diesem oftmaligen Empfange des heiligsten Altarssakramentes holte er sich die Kraft, im spätern Alter Missionär zu werden und für Jesus sterben zu können. Nachdem der hl. Franz von Sales im Alter von zehn Jahren die erste heilige Kommunion empfangen hatte, ging er jeden ersten Sonntag des Monats zum Tische des Herrn, danach noch öfter und bald darauf jede Woche. Wenn man ihn fragte, warum er die heilige Kommunion so oft empfange, antwortete er: Jesus ist Lehrer, wie man heilig wird; ich gehe oit zu Ihm, damit Er mich diese Kunst lehre. Denn wenig wäre mir daran gelegen, viel zu wissen und gelehrt zu werden, wenn ich nicht auch heilig würde. Mit elf Jahren durfte der selige Berdimans zum erstenmal kommunizieren. Von dieser Zeit an pflegte er alle vierzehn Tage, sowie an den Festen des Herrn und der Mutter Gottes zu kommunizieren. Jedesmal verdemütigte er sich zuerst, indem er zu seinem Vorgesetzten ging, um ihn um Verzeihung für alle seine Fehler zu bitten. 157 Die Tage vor der heil. Kommunion las der heilige Aloyhus in Büchern, welche über das heiligste Sakrament geschrieben waren; alle seine Gebete und Betrachtungen stellte er über dasselbe an. Als er im spätern Leben alle acht Tage zur heiligen Kommunion ging, teilte er die Woche in zwei Teile. Donnerstag, Freitag und Samstag betete er zu Gott Vater, Gott Sohn und Gott dem heiligen Geist um die Gnade des würdigsten Empfanges. Montag, Dienstag und Mittwoch dankte er jeder der drei göttlichen Personen für die am Sonntag empfangene Gnade. Die selige Margareta von Ungarn fastete an jedem Vorabend vor der heiligen kommunion und brachte jedesmal mehrere Stunden im Gebete zu. Wenn der selige Alfons Rodriguez die heilige Kommunion empfangen hatte, so lud er alle Engel und Heiligen und alle Geschöpfe ein, sie möchten sich mit ihm vereinigen und unaufhörlich mit ihm rufen: Ehre sei Gott dem Vater! usw. und heilige Loblieder mit ihm singen zur Dankjagung für das so große Glück der heiligen Kommunion. Die heilige Gertrud übte am Kommuniontag, soweit es möglich war, das Stillschweigen. Sie war 158 ganz in Gott vertieft. Sie hielt es für unschicklich, den Mund, durch welchen Jesus Christus einging, zu unnüßen Gesprächen zu mißbrauchen. 2. Die Besuchung des heiligsten Sakramentes. ( 16) Fm allerheiligsten Sakramente des Altars ist der liebe Heiland gegenwärtig mit Fleisch und Blut, mit Leib und Seele, mit Gottheit und Menschheit. Aus Liebe zu uns bleibt Er im heiligsten Sakramente des Altars bei uns bis ans Ende der Welt. Er möchte gerne, daß wir Menschen zu Ihm kämen. Wenn wir nun recht andächtig vor dem Altare beten, dann will Er uns viele himmlische Geschenke geben für Leib und Seele. Aber viele Menschen lieben Jesus Christus nicht mehr und suchen Ihn deswegen auch nicht heim im heiligsten Altarssakramente. Deswegen hat Sich der liebe Heiland selbst einmal bitter beflagt bei einer heiligen Jungfrau. Die Jungfrau hieß Margareta Blakok. Diese hat den Heiland sehr oft im heiligsten Sakramente heimgesucht. Als sie nun eines Tages wieder gar fromm vor dem Tabernafel betete, stand auf einmal Jesus Chri 159 stus in Menschengestalt auf dem Altare und zeigte ihr Sein heiligstes Herz. Um die Mitte des Herzens war eine Dornenkrone, auf dem Herzen ein Kreuz und rings um das Kreuz lauter Feuerflammen. Die Feuerflammen bedeuten die große Liebe, mit welcher der Sohn Gottes von Ewigkeit her alle Menschen geliebt hat und im heiligsten Sakramente des Altars immer noch liebt; das Kreuz erinnert uns, wie Jesus aus Liebe zu uns ans Kreuz Sich nageln ließ, um uns durch Sein Leiden und Sterben und Sein vergossenes Blut von der Sünde und der ewigen Verdammnis zu erlösen. Die Dornen mahnen uns an die Schmerzen, die Jesus im heiligsten Altarssakrament erduldet von ungläubigen, von lauen, unehrerbietigen und gottesräuberischen Christen. Es sprach nun der liebe Heiland zu der frommen Jungfrau: ,, Margareta, sieh' an Mein Herz, wie sehr es die Menschen geliebet hat und im hochheiligen Sakramente immer noch liebt! Aber zum Danke für Meine Liebe erhalte Jch von den meisten Menschen nur Ündank. Denn obwohl Ich im hochheiligen Sakramente wahrhaft gegenwärtig bin, so besuchen sie Mich doch selten, 160 sind oft sehr unehrerbietig in der Kirche und manche gehen sogar noch unwürdig zur heiligen Rommunion!" Nachdem der liebe Heiland bei der frommen Jungfrau so geklagt hatte, fagte Er noch zu ihr, daß Er alten denjenigen Menschen große Gnaden, viele himmlische Geschenke geben werde, welche Ihn oftmals im hh. Sakramente besuchen und bei Ihm durch ihre Gebete abbitten würden für die vielen Sünden, mit welchen die Menschen den lieben Heiland beleidigen. Wie eifrig fromme Seelen den Heiland im heiligsten Sakramente besucht haben. Weil nun der liebe Heiland selbst ſo sehr wünscht, daß wir Ihn in der Kirche besuchen, und weil Er uns so große Gnaden dafür versprochen hat, deswegen haben auch fromme Seelen den lieben Heiland im heiligsten Altarssakramente immer fleißig besucht und viele Gnaden von Ihm erhalten. So hat der heil. König Wengeslaus mitten in der Nacht, selbst im Winter, den himmlischen König, Jesus Christus, in der Kirche heimgesucht. Der hl. Herzog Franz Borgias besuchte gewöhnlich siebenmal des Tages das heiligste Sakrament. Der heilige 161 Franz Xaver hat oft ganze Nächte vor dem heiligsten Sakrament gebetet. Von einem braven Bauer weiß man, daß er, so oft er auf das Feld hinausging oder heimkehrte, beim lieben Heiland einen Besuch gemacht hat. Von einem frommen Soldaten ist es bekannt, daß er oft in seiner freien Zeit eine Stunde vor den heiligsten Sakramente gleichsam Wache gestanden ist. Wenn wir nun auch nicht so lange, wie diese heiligen Seelen, vor dent heiligsten Sakramente beten können, so sollten wir uns doch Mühe geben, jeden Tag, oder doch am Sonntag- Nachmittag eine Zeitlang den lieben Heiland in der Kirche zu besuchen. Aber was sollen wir denn bei Jesus im heiligsten Sakramente thun? Wir sollen Ihn in tiefster Demut und innigster Liebe anbeten, Ihm danken für Seine Gegenwart und Ihn um Seine Gnaden bitten. Die Hirten von Bethlehem eilten mit Freude und Sehnsucht zur Krippe, als der Engel ihnen gesagt: In der Krippe liegt Christus der Herr." Sie knieten nieder und beteten: Du kleines Kind in der Krippe, Du bist unser Gott Weißer Sonntag. 11 162 und Herr, unser Heiland und Erlöser; wir danken Dir, daß Du in Menschengestalt zu uns gekommen bist, um uns zu erlösen. Die heiligen drei Könige aus dem Morgenlande machten einen sehr weiten Weg, um das göttliche Kind zu finden, wozu ihnen der Stern den Weg zeigte. Und als sie Es gefunden, knieten auch sie nieder. und beteten Es an und brachten Ihm zum Zeichen ihres Glaubens, ihrer Dankbarkeit und Liebe reiche Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhen. Das ewige Licht", das vor dem Altare leuchtet, zeigt uns an, und der Glaube lehrt es uns, daß im Tabernakel das gleiche göttliche Kind ist, welches die Hirten und die heiligen drei Könige angebetet haben. Deswegen müssen auch wir oft mit Freuden in die Kirche eilen und den im heiligsten Sakrament im Tabernakel verborgenen Heiland anbeten, Jhm danken und um Seine Gnaden bitten. Wie sollen wir es aber machen, wenn wir den lieben Heiland im heiligsten Sakrament besuchen? ( 17%) Wenn man in die Kirche eintritt, soll man gleich denken:„ Ich bin im Hause des himmlischen Königs," und soll eine weitaus größere Ehrfurcht haben, als wenn man 163 in einem Fürstenschlosse wäre. Man soll aus Ehrfurcht vor dem lieben Heiland langsam in der Kirche gehen und bevor man in die Bank hineingeht, das Knie bis auf den Boden beugen. Es ist ja Jesus Christus im Altar, vor dem sich, wie der Apostel sagt, alle Kniee beugen müssen im Himmel, auf Erden und unter der Erde. Wer in die Kirche hineinspringt, wer keine fromme Kniebeugung macht, der hat keinen lebendigen katholischen Glauben, der beleidigt Jesus. Bei der Kniebeugung kann man ein furzes Gebet zu Jesus sagen, z. B.: ,, Mein Jesus, Barmherzigkeit!" oder:, wie Se11 sehn' ich mich nach Dir!" oder: lobt und gebenedeit seist Du, mein Jesus, im heiligsten Sakrament!" Wenn man auf die Bank hingekniet ist, soll man nicht mehr rückwärts und nicht seitwärts schauen, sondern allein vorwärts auf den Altar, in welchem Jesus wohnt. Jeßt muß man beten, und zwar soll man erwecken: 1. Glaube und Anbetung, 2. Hoffnung, 3. Liebe, 4. Reue, 5. Sehnsucht nach Jesus; 6. soll man Jesus um Seine Gnade bitten. Du kannst dabei eine der Andachten beten, welche für jeden Tag der Woche als Gebete bei der Besuchung des allerheiligsten Sakraments in diesem Büchlein abgedruckt sind( Seite 364-391). 11* 164 Die Sehnsucht nach Jesus heißt man auch geiftliche Kommunion". Sie ist ein großes Verlangen, den lieben Heiland im heiligsten Sakrament ins Herz aufnehmen zu dürfen. Diese Kommunion heißt geistlich", weil sie bloß mit dem Geiste geschieht, in Gedanken und Begierden. Die geistliche Kommunion ist uns sehr nüßlich sie macht, daß uns Jesus mehr liebt, uns reichlichere Gnaden mitteilt, und ist eine sehr gute Vorbereitung auf die wirkliche Kommunion; denn Jesus kommt am liebsten zu derjenigen Seele, welche das größte Verlangen nach Ihm hat und welche Ihn am häufigsten einladet, zu ihr zu kommen. Da die selige Maria von den Engeln noch zu jung war, um wirklich die heilige Kommunion empfangen zu dürfen, pflegte sie sich an ein Fensterchen des Hauses zu begeben, von wo aus sie den Hochaltar der gegenüberliegenden Pfarrkirche sehen und so das hochwürdigste Gut besuchen, begrüßen und anbeten konnte. Unter Thränen und vielem Flehen seufste sie hier wiederholt: sd, mein höchstes Gut! o allerheiligstes Saso frament, mein Trost, mein Leben, warum terbarmst Du Dich nicht, warum kommst Du nicht in dieses Herz, das von Dir getremit 165 VAN in Liebe vergeht?" Nach dem Rate eines Priesters öffnete auch sie, wenn sie andere zur beiligen Kommunion gehen sah, in heiBem und innigem Verlangen nach Jesus ihren Mund und schloß ihn dann wieder, als ob sie wirklich kommuniziert hätte. Und durch diese geistliche Kommunion erhielt sie so viele Gnaden, daß sie einige Stunden hernach in süßer Verzückung blieb. Zum Schlusse soll man Jesus um Seine Gnade bitten. Der liebe Heiland ist reich, Er kann uns alles geben, was wir für Leib und Seele notwendig haben. Deswegen müssen wir recht findlich und vertrauensvoll Jesus bitten, Er möge uns geben, was wir notwendig brauchen für Leib und Seele, insbesondere, daß wir jeden Tag frömmer werden und täglich mehr Liebe zu Jesus bekommen. Bevor man aus der Kirche geht, soll man die liebe Mutter Gottes, den heiligen Namenspatron, die heiligen Engel inständig bitten, sie mögen den lieben Heiland anbeten, loben und preisen, bis die Seele wieder zu Ihm kommt. Dann macht man eine tiefe Kniebeugung und verläßt das Gotteshaus mit dem Verlangen und Versprechen, recht bald wieder zu kommen. 166 Die gottjelige Maria Tatalte erzählte ihrem Seelsorger: ,, Wenn ich auf allen Seiten von Versuchungen zur Sünde angefochten wurde, ging ich in die Kirche, um dort zum Heiland, der im Tabernakel gegenwärtig ist, zu beten. Und ich darf Ihnen geſtehen, der Heiland hat mich in diesem heiligen Sakramente mit den ausgezeichnetsten Gnaden überhäuft. Zu Jesus im Tabernakel zieh' ich mich am liebsten zurück, dort suche ich Ruhe und finde eine Freude, die ich niemand begreiflich machen kann. Jesus im Tabernakel schüßt mich gegen meine Feinde, gegen den Teufel, gegen die Welt, gegen meine ungeordneten Neigungen. Er ist mein Trost im Leiden, meine Waffe im Kampfe, mein Himmel auf Erden, mein Gott und mein Alles, mein Jesus, mein Erlöser." Du siehst, daß wenn du in dieser Weise das heiligste Sakrament besuchst, dieſe fromme Uebung für Dich eine Quelle des Segens ist und viel zur Heiligung deiner Seele beiträgt. 3. Das hochheilige Opfer der heiligen Melle. ( 18*) Ein großer Schatz von Gnaden zur Heiligung deiner Seele liegt im heiligen 167 Mesopfer für dich verborgen, und wie aus einem Brunnen fannst du schöpfen Gnade über Gnade, wenn du es verstehst, dem heiligen Meßopfer fromm und andächtig beizuwohnen. Ich will dir nur wenige Worte darüber sagen. a) Was die heilige Messe wert ist. Wenn der hl. Leonhard von Porto Maurizio die Hl. Messe las, so war es ihm gerade so, als ob er den lieben Heiland auf den Kalvarienberg begleite und Seinem blutigen Opfer am Kreuze beiwohne. Er wurde bleich im Gesichte, er atmete schwer, er vergoß Thränen, es war ihm, als ob er den Heiland sterben sähe. Er hatte recht; denn bei der Hl. Messe wird das bittere Leiden und Sterben Jesu Chrifti für uns wieder gegenwärtig gemacht, uns aufs neue vor Augen gestellt und die Frucht des Kreuzopfers uns zugewendet. Am Kreuze hat Jesus Christus unter unnennbaren Martern und Peinen dem unendlich heiligen Gott Sein Leben geopfert, Sein Blut floß aus Seinen heiligen Wunden, für uns ist Er gestorben. Dieſe Opfergabe war mehr wert, als die ganze Welt. Der himmlische Vater hatte ein so großes Wohlgefallen daran, daß Er jetzt bereit ist, 168 wegen dieses unendlich heiligen Opfertodes unseres Herrn Jesu Christi alle Sünden zu verzeihen, welche von Adam an geschehen sind bis zum Ende der Welt. Bei der Hl. Messe thut nun Jesus auf geheimnisvolle, wunderbare Weise ganz dasjelbe, was Er am Kreuze that. Er stellt dem ewigen Vater jedesmal aufs neue vor Augen Seine gemarterten Hände und Füße, Er opfert Ihm auf alle Leiden, die Er in den 33 Jahren Seines Lebens ausgestanden, und bittet, der liebe Gott möge den jetzt lebenden Menschen gnädig und barmherzig sein, ihnen die Sünden verzeihen und Gnade geben zu einem tugendhaften frommen Leben. Weil die hl. Messe den Opfertod des Herrn am Kreuze aufs neue gegenwärtig macht, so sind auch die beiden Gestalten von Christus angeordnet. Die Brotsgestalt, vom heiligen Blut getrennt bei der Hl. Messe, zeigt an den gemarterten Leib Jesu Christi am Kreuze, von dem das Blut sich getrennt di hatte; die Weinsgestalt zeigt an das auf dem Kalvarienberg von der Erde aufgesogene Blut. Es ist also das Meßopfer dem Wesen nach das nämliche, wie das Kreuzopfer; und wenn du auch vor 1800 Jahren noch nicht gelebt hast, so fließen doch noch jetzt bei der heiligen Messe die Gnaden des 169 Kreuzopfers, nämlich Verzeihung deiner Sünden und himmlische Hilfe zu einem christlichen Leben, gerade so gut auf dich herab, wie wenn du persönlich beim großen blutigen Opfer auf Golgatha zugegen gewesen wäreft und den Kreuzesstamm umfaßt hätteſt, wie Magdalena. Die hl. Messe ist also das Heiligste, was es gibt auf Erden. Sie ist das einzige große Opfer, welches Gott gefällt, und nichts in der Welt ist Ihm eine solche Ehre, wie die Hl. Messe. In der Hl. Messe haben wir das träftigste Mittel, auf würdige Weise Gott zu loben, Ihm zu danken, Ihn zu versöhnen und zu bitten. Die Hl. Messe ist das höchste Lobopfer. Ein hl. Lehrer erzählt uns von einem frommen Mädchen, das ein hef tiges Verlangen in sich trug, Gott den Dreieinigen nach Möglichkeit zu loben und zu verherrlichen.„ Hätte ich," seufzte es,„ hätte ich doch tausend Zungen, um damit meinen Gott zu loben! Wäre es mir doch vergönnt, Dich, o mein Gott, so zu verherrlichen, wie es die Chöre der himmlischen Geister thun, o wie glücklich wär' ich dann!" Als es inbrünstig so zum Himmel flehte, vernahm es eine Stimme, die ihm zurief: ,, Liebe Tochter! wisse, daß ein einziges Meß 170 opfer Mir größere Ehre bereitet, als alle Lobgesänge der Engel und Heiligen. Höre deshalb die hl. Messe an und opfere sie Mir als Lobopfer auf, so kannst du mich nach deinem Verlangen ehren." Die heilige Messe ist das beste Dankopfer. Durch die Hl. Messe kannst du auch dem lieben Gott würdig danken für alle Gnaden und Wohlthaten, die du an Leib und Seele bis auf diese Stunde vom unendlich gütigen und barmherzigen Gott erhalten hast. Aus dir hätteſt dit nichts, was du dem lieben Gott entgegen geben könntest. Vergilt Ihm mit Seinem eingebornen Sohn, welchen du Ihm bei der hl. Wandlung darbringst. Die hl. Messe ist das wirksamste Versöhnungsopfer. Durch die heilige Messe kannst du den lieben Gott am besten versöhnen, wenn Er über dich erzürnt ist wegen deiner Sünden. Bring' Ihm in der Hl. Messe Seinen göttlichen Sohn dar und bet':, Vater, ich habe Dich beleidigt und Strafe verdient, aber verschone mich und sei mir gnädig um Jesu willen!" Und der ewige Vater läßt Sich besänftigen, wenn du Ihn hinweisest auf die hl. fünf Wunden, die Jesus auch für dich empfangen und die Er in der heil. Messe dem ewigen Vater entgegenhält. 171 Die Hl. Messe ist das kräftigste Bittopfer. Möchtest du von Gott etwas haben, so besuch' die Hl. Messe. Jesus selbst trägt deine Bitten dem himmlischen Vater vor und sagt Ihm: Sieh', Vater, das Kind bittet um Deine Gnade; es verdient sie zwar nicht, aber gib sie ihm um Meinetwillen. So erbittet uns Jesus alles, was für uns gut ist, in allen Anliegen und Nöten des Leibes und der Seele. B. Wie man der heiligen Messe beiwohnen soll. a) Oft, wo möglich täglich.( 19*) ,, Ein Tag ohne Hl. Messe ist mir, wie eine Speise ohne Salz," sprach einmal ein eifriger Konvertit; ,, täglich wird das hl. Mesopfer dargebracht, täglich wohne ich ihm bei." Das soll dein Vorsatz sein für dein ganzes Leben, wenn es dir leicht möglich ist. An Sonn- und Feiertagen aus bloßer Bequemlichkeit, ohne sehr wichtigen Grund aus der Hl. Messe wegbleiben, ist sogar eine große Sünde. Die ersten Christen wollten sich lieber martern lassen, als die heilige Messe versäumen. Im Jahre 306 wurden in der Stadt Allula in Afrika 51 Christen bei der Feier des Hl. Mesopfers ergriffen, vor den heidnischen Richter geschleppt und 172 grausam gemartert, weil sie gegen den Befehl des Kaisers der hl. Messe beigewohnt hatten. Der hl. Joseph von Kupertino besuchte schon als Kind täglich die Hl. Messe. Auch als er an einem bösartigen Geschwür aufs schmerzlichste litt, schleppte er sich mit einer Krücke zur Kirche, und als er auch das nicht mehr vermochte, ließ er sich von seiner Mutter täglich zur Hl. Messe tragen. Die heilige Germana war ein armes Hirtenmädchen. Alle Tage ging sie zur heiligen Messe; sie ließ sich selbst von schlechtem Wetter nicht abhalten. Eines Tages hatte der Regen den Bach, über welchen der Weg zur Kirche führte, so angeschwollen, daß er alle Brücken mit sich fortriß, so daß niemand mehr hinüberkam. Indes läutet das Glöcklein zur Messe. Germana geht wie gewöhnlich der Kirche zu, findet aber zu ihrem größten Herzeleid den Weg zum heiligen Opfer durch den tosenden Bach abgesperrt. Das hl. Hirtenmädchen will nicht umkehren. Voll Sehnsucht, der hl. Messe beizuwohnen und voll Vertrauen auf den Herrn macht sie das Kreuzzeichen; und siehe! die Wasserflut teilt sich und das arme Hirtenmädchen geht trockenen Fußes durch den Bach hindurch. So kommt Germana zur Kirche und so kehrt sie zum Staunen aller, 173 welche sie beobachteten, nach beendeter heiliger Messe wieder zu ihrer Herde zurück.- Da lerne, wie erwünscht dem lieben Gott der fleißige Besuch der Hl. Messe ist, wenn Er diesem armen Mädchen sogar durch ein Wunder dazu verhilft. Aber nicht bloß oft sollst du dem hl. Opfer beiwohnen, sondern auch: 1 b) mit innigster Andacht und Ehrfurcht. Beim Opfer auf dem Kalvarienberg hat die Natur sich entsetzt; die Sonne wurde verfinstert, die Felsen zersprangen, die Gräber öffneten sich, die Leute schlugen an ihre Brust. Die heilige Messe ist das gleiche Opfer, wie das Opfer am Kreuze. Die Heiligen durften es sehen, wie eine Menge Engel in glänzenden Kleidern, geneigten Hauptes während der heiligen Messe den Altar umsteht. Darum sagt auch Papst Urban VIII.: Die sterblichen Menschen sollen sich in acht nehmen, daß sie nicht die Engel beleidigen und erzürnen, die beim hl. Meßopfer zugegen sind und sich dabei der größten Ehrfurcht befleißen und keine Nachlässigkeit um sich her dulden." Veronika von Binasko erzählt von sich selber: Eines Tages schaute ich während der Hl. Messe aus bloßer Zerstreuung neugierig auf eine Mitschwester hin, die am 174 Altare kniete; da gab mir aber mein Schußengel einen so derben Verweis, daß ich vor Entfeßen beinahe erstarrte, so schreckbar waren die Worte und Blicke des zürnenden Engels. - An den Engeln nahm sich ein Muster der heil. Stanislaus Kotka. Dieser heilige Knabe wohnte mit so glühender Andacht dem Gottesdienst bei, daß er alle erbaute, die ihn sahen. Viele Eltern in Wien brachten ihre Kinder in die Engelkirche, um ihnen an Stanislaus zu zeigen, wie sie sich im Hause Gottes betragen sollten. Die hl. Margareta, Königin von Schottland, wohnte der heiligen Messe mit größter Ehrfurcht bei, so daß sich alle Anwesenden erbauen mußten. Einmal sagte ein vornehmer Herr zu seinem Freunde: Willst du sehen, wie im Himmel die Engel beten, dann geh' in die Kirche und sieh' unsere Königin beten mit ihren Kindern. Der hl. Martin zitterte schon am ganzen Leibe, wenn er nur in eine Kirche eintrat. Als man ihn um die Ursache fragte, sagte er: Soll ich nicht zittern und beben, wenn ich vor Gott, meinem Richter, der im Altare gegenwärtig ist, erscheine?" Auch du bist das Gleiche gelehrt worden, was ein braver Knabe dem Prinzen Condé sagte, als dieser ihn leichtfertig bei der Hl. Messe ver# 1 175 11 schiedenes Unnötige fragen wollte. Zuerst gab er keine Antwort, endlich aber sagte er: Durchlaucht, wir sind gelehrt worden, in der Kirche nicht zu schwägen. Deshalb ahme das Beispiel der frommen Kinder nach. Du siehst, wie sie mit so großer Sehnsucht, so fleißig und so fromm diesem hl. Opfer beiwohnten und daraus für Leib und Seele den reichsten Segen schöpften. Auch für dich ist die hl. Messe eine Quelle des Segens. Besuche sie, so oft du kannst, wo möglich täglich, aber immer mit inniger Ehrfurcht und Andacht. 4. Die Andacht zum heiligen Schuhengel. Es war in der Nähe eines( 20*) Dorfes, da kam ein schwer beladener Wagen die Straße herunter; drei Pferde waren in angestrengtem raschem Gange begriffen- da ertönte ein fürchterlicher Schrei. Ein Kind von vier Jahren war unter den Wagen gekommen, und mit Grausen sahen die herbeieilenden Leute, wie ein Rad des schweren Wagens, der nicht mehr aufzuhalten war, dem Knaben über die Brust ging. Jest endlich gelang es dem Fuhrmann, die Pferde zum Stehen zu bringen und jammernd und 11 176 weinend hob man das Kind auf. Es lebte und schaute um sich, als ob es keine Schmerzen habe. Schon war der Arzt zur Hand, die Mutter entkleidete das Kind, er untersuchte es und er fand auch nicht die geringste Beschädigung! Das Kind war völlig unverletzt geblieben, obgleich das Hinterrad des schweren Wagens mitten über seinen Leib weggegangen war. Fröhlich schaute jetzt das kleine Bübchen zur Mutter auf und sagte treuherzig: ,, Gelt, Mutter, wenn ich heute Morgen nicht zum Schutzengel gebetet hätte, so hätte ich jetzt sterben müssen." Wie dieses Kind, so haft auch du einen Schutzengel. Und diese Engel sind sehr mächtige Himmelsfürsten. - Du selbst hast in der Biblischen Geschichte bei der Erzählung von der Befreiung des heiligen Petrus die Macht und die Kraft der heiligen Engel kennen gelernt. Der heilige Apostel Petrus war in einem finstern Kerker eingesperrt. Daselbst war Petrus an zwei schwere Ketten angebunden; sechzehn Soldaten hielten Wache bei ihm. Der Kerfer, worin er eingesperrt war, hatte drei eiserne Thüren, die fest und gut verriegelt waren. Nur noch zwölf Stunden und der Apostel sollte sterben. Da kommt der Engel des Herrn in den Kerker und 177 befreit den Petrus. Die zwei starken Ketten hat der Engel zerbrochen, als ob sie nur zwei dünne schwache Fäden gewesen wären. Die wachehaltenden Soldaten hat er auf den Boden hingeworfen, wie der Wind die dürren Strohhalme auf dem Felde umwirst. Die eisernen Thüren hat er nur leise angehaucht und sie sind aufgesprungen; das Stadtthor hat sich von selbst geöffnet und so war Petrus frei und der Engel verschwand wieder. Auch andere große Heilige haben ihre Schußengel manchmal gesehen und ganz besondere Hilfe von ihnen erlangt. Al3 Maria Franziska von den fünf Wunden noch ein Mädchen war, ließ sie der liebe Gott ihren Schutzengel oftmals sehen. Er hatte die Gestalt eines wunderholden Knäbleins von glänzendem Licht umflossen. Er erzählte ihr das bittere Leiden des Herrn, lehrte sie beten und half ihr auch manchmal beim Weben. Auch Franziska von Rom durfte den heiligen Schutzengel sehen. Sie sagt: der Strahlenglanz, welcher von dem Engel ausgeht, verbreite ein solches Licht, daß sie auch zur Nachtzeit wie am hellen Tage lesen könne. Angesicht und Auge habe der Engel immer aufwärts gerichtet; er erscheine Weißer Sonntag. 12 178 immer jugendlich, wie ein holder Knabe, die Hände vor die Brust gekreuzt; sein Haar sei kraus und und golden; sein Gewand bald weißer als der Schnee, bald Gehe er himmelblau, bald purpurrot. neben ihr, so würden seine Füße nie vom Straßenstaub verunreinigt. Wenn sie oft im Zweifel sei, was sie thun solle, frage sie bloß den Engel und er sage es ihr dann. Und wenn der böse Feind sie anfechten wolle, so sage sie es wieder dem Engel. Dieser sende dann leuchtende Blicke gegen die finstern Mächte und sie müßten fliehen. So begleitet auch dich unsichtbar ein Engel Gottes; er ist immer bei dir, überall geht er mit dir, und wenn du schläfst, so wacht er bei deinem Bette. Die gottselige Armella war voll Andacht und Verehrung zum heil. Schußengel. Sie redete zu ihm, wie zu ihrem Freunde und Lehrer. Sie bat ihn, er möge sie lehren, Gott zu lieben und Ihm zu dienen. Hatte sie einen Fehler begangen, dann klagte sie sich oft bei ihm an und bat ihn unter Thränen, er möge ihr von Gott Verzeihung erflehen. Sie fürchtete sich so sehr, in seiner Gegenwart etwas Ungeziemendes zu thun, daß der bloße Gedanke an ihn sie vor jeder Unvollkommenheit bewahrte, um ihm nicht zu mißfallen. 179 Allabendlich bat sie ihn vor dem Schlafengehen, er möge die Nacht hindurch an ihrer Statt Gott lieben; morgens flehte sie wieder, er möge sie bewahren vor allem, was Gott beleidigen könnte. Ging sie zur Kirche, so sagte sie zu ihm, er möge mit ihr gehen und in ihrem Namen Jesum Christum im allerheiligsten Sakramente anbeten. Liebe und verehre also auch du deinen heiligen Schußengel, ruf' ihn täglich an, daß er dir beistehen möge in allen Gefahren des Leibes und der Seele; folg' willig den guten Einsprechungen deines heiligen Engels; er möchte deine Seele immer reiner und schöner sehen, so oft du das Brot der Engel, die heilige Kommunion, empfängst, auf daß er dann die Freude hat, wenn deine Seele von Leibe scheidet, sie hinaufzuführen in den Himmel, in die Gesellschaft aller seligen Geister. ( Gebet zum heiligen Schußengel S. 421.) 5. Die Andacht zu den Beiligen. a) Die Andacht zur lieben Mutter Gottes. Ein schönes Beispiel der Liebe( 21*) zur Mutter Gottes gibt dir der selige Dlier. 12* 180 Nie begann er eine Arbeit, ohne vorher das Ave Maria zu beten, um sich so dem Schuß der Jungfrau zu empfehlen. Wenn er ein neues Kleidungsstück bekam und zum erstenmal anzog, so ging er zuerst zum Bilde seiner himmlischen Mutter, um sich ihr vorzustellen und sie zu bitten, sie möge doch nicht zulassen, daß er in diesem Kleide Gott durch eine Sünde beleidige.- Auch für dich ist Maria die mächtigste Fürbitterin; sie gilt am meisten vor allen Heiligen beim lieben Gott, sie ist sogar die Königin aller Engel, sie ist zugleich unsere milde, gütige Mutter. Wenn dir daher am Reichwerden vor Gott, an Tugend und guten Werken etwas gelegen ist, dann wende deine Augen vor allem auf deine liebe Himmelsmutter. O wie ichön beschreibt der heilige Bischof Ambrosius das findliche Leben Mariens! Er jagt:„ Sie war jungfräulich am Leibe und an der Seele und von Herzen demütig; sie redete wenig und züchtig und las fleißig in den heiligen Schriften. Sie suchte nicht reich zu sein, sondern vertraute auf Gott und arbeitete eifrig. Sie fümmerte sich nicht um Menschenlob, sondern wollte nur Gott gefallen. Sie that niemanden weh, war wohlwollend gegen alle, bezeigte dem 181 Alter Ehrfurcht und trug keinen Neid gegen ihresgleichen. Sie vermied jedes Selbstlob, folgte der Stimme des Gewissens, und liebte, tugendhaft zu sein. Sie that ihren Eltern nie mit einem Blick wehe, verachtete keinen Armen und verlachte nie gebrechliche Leute und wies nie einen Notleidenden von sich. In ihren Blicken war nichts Unfreundliches, in ihren Worten nichts Mutwilliges, in ihrem Gange nichts Unartiges, in ihrer Stimme nichts Schreiendes. Das Leben Mariens war so heilig, daß es allen Menschen zum Vorbild dienen kann." Vergiß sie keinen Tag; die Mutter Gottes sieht sehr darauf, daß du täglich ihrer gedenkest. Trag' fromm auch eine geweihte Medaille von der Mutter Gottes, drück' sie an dein Herz in der Versuchung und bet': ,, Süßes Herz Mariä, sei meine Rettung!" Bet' mit herzlicher Andacht untertags den Englischen Gruß vielleicht könntest du auch dem Lebendigen Rosenkranz beitreten und jeden Tag ein Gesetzlein beten! Der Samstag ist der lieben Mutter Gottes geweiht: ehre auch du sie an diesem Tage besonders, etwa durch etwas Abbruch im Essen, oder bet' den ganzen Rosenkranz. An den hohen Festtagen der seligsten Jungfrau könnteſt du wohl die heiligen Sakramente empfangen, 182 dich freuen und Gott danken für alle Gnaden und Wohlthaten, die der liebe Gott deiner Himmelsmutter erwiesen hat. Du fönntest dich auch wohl in eine Bruderschaft zu Ehren der lieben Mutter Gottes aufnehmen lassen, z. B. in die Rosenfranz- Bruderschaft oder in die Herz- MariäBruderschaft, oder, was ich dir sehr anraten möchte, in die Bruderschaft vom heiligen Skapulier. Sei versichert, je mehr du deine Himmelsmutter ehrst, um so mehr schaut sie mit mütterlichem Blick auf dich und hilft dir durch ihre mächtige Fürbitte, ein Kind Gottes zu bleiben und sicher ins glückselige Vaterland zu gelangen.( Gebete Seite 422.) Wie fromme Kinder die liebe Mutter Gottes verehrt haben. Der hl. Bernardin von Siena pflegte alle Samstage zu Ehren der Mutter Gottes zu fasten und oft ihre Bildnisse zu besuchen und dort zu beten. Eines der schönsten Bilder Mariens war oberhalb eines Stadtthores zu Siena. Alle Tage ging er zu ihm hinaus, kniete andächtig vor ihm nieder, schaute es mit Innigkeit an und betete lange vor demselben, daß die Himmelskönigin ihn in so vielen Gefahren rein und unschuldig 183 bewahren möge. Der selige Johannes Berchmans entzog sich öfters etwas von seinem Frühstück zu Ehren der Himmelskönigin. An allen ihren Festtagen ging er zu den heiligen Sakramenten und bat sie oft um ihren mütterlichen Segen für seine Studien. Der heil. Stanislaus Kotka las gerne in Büchern, welche von der Mutter Gottes handelten. Wenn er den Namen Mariens fand, füßte er ihn und schaute dann zum Himmel und grüßte Maria andächtig. An den Rand der Bücher schrieb er häufig die kindliche Bitte: ,, Maria, sei mir gnädig!" Und sie war ihm gnädig. Denn sie erschien ihm und legte ihm das Jesukindlein in die Arme, daß er Es umfangen und liebkosen konnte; heilte ihn von seiner Krankheit; verhalf ihm zum Eintritt ins Kloster und holte ihn in den Himmel ab; er zählte erst siebzehn Jahre. b) Die Andacht zum heiligen Joseph. Nach der lieben Mutter Gottes( 22*) verehre besonders den hl. Joseph. Er hat eine große Würde, er war der Pflegevater des Jesutindes; Jesus hat ihn sehr lieb gehabt, hat ihm pünktlich gehorcht und darum vermag auch jetzt der heil. Joseph viel 184 im Himmel. Es sind besonders drei Gnaden, welche fromme Christen durch den heiligen Joseph sich erbitten. Die erste ist, recht keusch und unschuldig zu leben, weil der heil. Joseph sein ganzes Leben lang ganz rein gelebt hat. Die zweite ist, recht andächtig beten zu lernen; beten heißt: vertraulich mit Jesus reden. Der hl. Joseph hat das sehr gut gekonnt, darum bitten wir ihn um diese Gnade. Die dritte ist: ein seliger Tod. Joseph ist eines seligen Todes in den Armen Jesu und Mariä verschieden. Ich habe dir daher ins Morgen- und Abendgebet ein Vaterunser zum heil. Joseph geschrieben um eine glückselige Sterbestund'; vergiß nie, es zu beten.( Gebete S. 428.) Sankt Joseph bekehrt ein Kind. Vor nicht gar langer Zeit lebte in Frankreich eine brave Frau, die ihrem Töchterlein eine fromme Erziehung gab. Allein das Kind hatte einen leichtfertigen Charakter. Die Mutter war daher für seine Zukunft sehr besorgt. Da kam sie auf den Gedanken, das Mädchen unter den Schutz des heiligen Joseph zu stellen und sein Seelenheil in Sankt Josephs Hände zu legen. Das Mädchen wußte davon nichts. Nach einiger Zeit merkte es aber, daß mit ihm etwas anders 185 werde. Es bekam ernste Gedanken, es fiel ihm oft der Tod und die Ewigkeit ein. Es fing an, über seinen Seelenzustand nachzudenken; es fühlte immer mehr Abscheu vor der Sünde, dagegen mehr Freude am Guten. Das Kind fuhr fort, mit der Gnade Gottes mitzuwirken, und als es erwachsen war, wollte es sich mit Leib und Seele ganz Gott schenken und trat ins Kloster. In Otts Josephi- Buch' kannst du überaus viele Beispiele lesen, wie der heilige Joseph in leiblicher und geistlicher Not durch seine Fürbitte geholfen hat. Die heilige Theresia erzählt deswegen auch von sich, daß sie immer alles von Gott erhalten habe, um was sie Ihn durch die Fürbitte des hl. Joseph angerufen habe. Sie meint, wir sollen es nur einmal versuchen, dann würden wir selbst erfahren, wie überaus heilsam es ist, zum heil. Joseph seine Zuflucht zu nehmen. - e) Der Namenspatron ist dir in der hl. Taufe deswegen ge-( 23) geben worden, daß er dir ein Muster und Vorbild sei, wie du fromm leben sollst, und daß er dein himmlischer Beistand und Fürsprecher sei. Bete täglich zu ihm und besonders an deinem Namenstag: ,, Hl. N., hoch 186 erhoben Hoch bei Gott im Himmel oben, Bitte, daß ich hier auf Erden Dir mög' gleich und selig werden." 11 Der Namenspatron vermag durch seine Fürbitte viel bei Gott für seine Schüßlinge. 1837 starb zu Rom Anna Maria Taigi in Ruf der Heiligkeit. Diese gottselige Frau bekehrte durch ihr Gebet und ihre Bußwerke viele Sünder. Eines Tages betete sie mit besonderer Inbrunst vor dem heiligsten Saframente für einen großen Sünder. Da hörte sie die Stimme: Du mußt auch diesen Heiligen bitten" und die Stimme nannte seinen Namen. Als Anna Maria vertrauensvoll fragte:„ Warum muß ich diesen Heiligen bitten?" Weil dieser Heilige sein Namenspatron ist," antwortete die Stimme. Manche fromme Christen hören an ihrem Namenstag die heil. Messe mit besonderer Andacht an, empfangen die hl. Sakramente oder verrichten sonst ein gutes Werk zu Ehren des Hl. Patrons, damit sie seines Schußes im Leben und im Tod um so sicherer sind. Kennst du auch das Leben deines hl. Namenspatrons? Wenn nicht, so bitte deinen Seelsorger um seine Lebensgeschichte. Lies sie aufmerksam und denk' darüber nach, in welchen Stücken du ihn besonders nachahmen sollst.( Gebet S. 430.) - 187 d) Besondere Schußpatrone. Neben den genannten Heiligen( 24*) empfehle ich dir noch eine besondere Andacht zu deinem Kirchenpatron und zu den andern Heiligen, welche in deiner Pfarrei verehrt werden. In besondern Anliegen des Leibes und der Seele pflegen fromme Christen einzelne Heilige noch besonders zu verehren und anzurufen. So hatte der hl. Stanislaus Koffka eine innige Andacht zu Sankt Barbara, der Patronin für die Gnade, die heil. Sterbsakramente vor dem Tode zu empfangen. Und Stanislaus that das nicht vergebens. Als er einst schwer krank war und der irrgläubige Hausherr keinen katholischen Priester ins Haus ließ, um dem franken Stanislaus die heilige Wegzehrung zu bringen, da flehte der Kranke mit Inbrunst zu Sankt Barbara, sie möge doch jetzt seiner gedenken und durch ihre Fürbitte ihm die Gnade des Empfanges der heil. Wegzehrung erlangen. Und seine Bitte wurde erhört. St. Barbara erschien ihrem frommen Verehrer in Begleitung von heiligen Engeln, von denen einer Sankt Stanislaus die heilige Kommunion reichte. ( Gebet zu St. Barbara S. 253.) 188 - 6. Die gute Meinung. ( 25*) Ein heiligmäßiger Laienbruder aus der Gesellschaft Jesu kam zum Sterben. Dem Tode nahe ließ er sich seine Nadel bringen, mit der er viele Jahre im Kloster gearbeitet hatte. Er füßte sie mit freudestrahlenden Blicken und sagte:„ Seht, das ist mein Himmelsschlüssel!" Er wollte damit sagen: Weil ich, wie ich hoffe, im Stande der Gnade, alle meine Arbeit Gott zulieb gethan habe, so hab' ich auch mit jedem Nadelstich einen Lohn im Himmel verdient und darum hoff' ich jetzt das ewige Leben. Willst du reich werden vor Gott, dann ahme diesem Laienbruder nach! Hüte dich vor der großen Sünde, damit du mit Jesus verbunden bleibst durch die heiligmachende Gnade; dann opfere dein Tagwerf Gott auf durch die gute Meinung. Erwecke sie wenigstens jeden Morgen, wie sie beim Morgengebet steht; untertags sag' eine kürzere, so oft du eine Arbeit anfängst, 3. B.: Mein Gott, Dir zulieb!"„ Alles meinem Gott zu Ehren!" Frag' dich auch manchmal untertags: Warum thu' ich das?" Geschieht es Gott zu Ehren?" Durch die gute Meinung machst du alles kostbar und wertvoll für den Himmel, selbst 11 " 1 11 die geringsten Werke, die alltäglichsten Geschäfte. Auch folgende gute Meinung" fannst du auswendig lernen und oftmals beten oder singen: 1. Jede Bitt', die ich still flehe, Tritt, den ich je gehe, grabe, Jede Arbeit, die ich habe: Alles Dir, o Gott, zu Ehren, Hier und dort Dein Lob zu mehren. - - 189 2. Alle Lasten, die ich trage, Worte, die ich sage, thue, - Alle Stunden, die ich ruhe:- Alles Dir, o Gott, zu Ehren, Hier und dort Dein Lob zu mehren. - Jeden Jede Scholle, die ich - - - Jedes 3. Alle Zeilen, die ich schreibe, Glied an meinem Leibe, meiner Hände, Jede Regung Tages Anfang, Mitte, Ende: Alles Dir, o Gott, zu Ehren, Hier und dort Dein Lob zu mehren. Alle Alle Werke, die ich - 4. Jedes Tröpflein Blut im Herzen, Jede heiße Glut der Schmerzen, Freudenstunde, Jede süße Jede bitt're Leidensstunde: Alles Dir, o Gott zu Ehren, Hier und dort Dein Lob zu mehren. - - 5. Jede Speis', die ich genieße,- Wenn ich and're freundlich grüße, Wenn ich nur ein Blümlein pflücke, Mich um einen Strohhalm bücke: Alles Dir, o Gott, zu Ehren, Hier und dort Dein Lob zu mehren. 190 6. Alles, vom Geringsten, Kleinsten, Bis zum Größten, Höchsten, Reinsten, Mag's die ganze Welt erbauen, Mag's nur still mein Engel schauen: Alles Dir, o Gott, zu Ehren, Hier und dort Dein Lob zu mehren. -- - - 7. Und an meinem letzten Ende, Wenn mein brechend' Aug' ich wende Hin zum Kreuz', es nochmals grüßend Und dann still mein Leben schließend: Alles Dir, o Gott, zu Ehren, Ewiglich Dein Lob zu mehren. - - - 7. Sesung frommer Bücher. ( 26) Die fromme Mutter des heiligen Franz von Sales wandte alle Mittel an, um den kleinen Franz von Jugend auf zu einem wahren Gotteskind zu erziehen. Ein vorzügliches Mittel war für sie die geistliche Lesung. Sie las dem Knaben oft aus dem Leben der Heiligen vor und erklärte ihm jedesmal, was er davon nachahmen könne und solle. Dadurch erwachte in ihm ein heftiges Verlangen, den Heiligen nachzufolgen. Oft rief er während des Vorlesens aus: ,, Mutter, ich möchte auch heilig werden!" Mit Thränen in den Augen entgegnete dann die Gräfin: Liebes Kind, wenn du ernstlich willst, so wird dir Gott die notwendige Gnade geben." 191 Wie dieser junge Franz, so haben unzählige Kinder gerade beim Lesen in frommen Büchern ihre Seelen mit guten Gedanken und heiligen Vorsätzen erfüllt. Darum war auch die geistliche Lesung zu jeder Zeit eine Lieblingsbeschäftigung aller, die mit Ernst nach dem Himmel verlangten. Die heil. Coletta war am liebsten bei ihrer Mutter zu Haus, um ihr bei den verschiedenen Arbeiten zu helfen oder mit ihr zu beten oder ihr aus der Legende der Heiligen vorzulesen. Durch die Lesung lernte sie nebst anderm Guten besonders eine tiefe Verachtung der Putzsucht. Sie nahm und gebrauchte die Kleidungsstücke, wie sie ihr die Mutter machte. Von der hl. Juliana wird erzählt, daß sie mit großem Eifer die lateinische Sprache erlernte, um desto mehr in heiligen Büchern lesen zu können. Wie eine Biene von Blume zu Blume fliegt, um Honig zu sammeln, so sammelte Juliana aus dem Leben der Heiligen Gottes die schönsten Lehren und Beispiele eines christlichen Lebens. Der hl. Aloysius wurde von der innigsten Andacht und Liebe zur Hl. Mutter Gottes erfüllt, als er ein Büchlein über das Leben und die Leiden der Himmelskönigin gelesen hatte. Die gottselige Bartholomäa, welche 1833 starb, erhielt die Lebens 192 geschichte des heil. Aloysius in die Hand. Sie las eifrig darin und dachte über das Gelesene nach, um es zu verstehen und um zu lernen, wie sie es nachahmen könnte. Sie trug das Buch überall bei sich und wußte es fast auswendig. Die selige Maria von den Engeln las eines Tages ein Buch, welches vom Leiden Christi handelte. Dadurch bekam sie ein ganz besonderes Mitgefühl mit dem leidenden Heiland. Sie weinte bei dem Gedanken, wie das göttliche Antlig durch die Backenstreiche so mißhandelt und entstellt war, und machte den Vorfah, für den Herrn zu leiden, was immer Er ihr Wehes schicken würde. Wenn nun die heiligen Kinder so großen Nußen und Vorteil für ihre Seele aus der geistlichen Lesung gezogen haben, so möchte ich auch dich bitten, in deinem ganzen Leben dieses leichte Mittel zur Heiligung deiner Seele fleißig anzuwenden. Es gibt sehr schöne Bücher, welche für dich passend sind, z. B., Der katholische Kindergarten' von Pater Hattler; Fromme Kinder von Fortner; Lebensbeschreibungen der Heiligen Aloysius, Stanislaus, Berchmans, der heiligen Agnes; die, Philothea' vom hl. Franz von Sales;, Legende der Heiligen für Schule und Haus' von Joseph Jungniß( Breslau, 193 Goerlich. 2 M); Spiegel der Heiligen' von Wankmüller( Augsburg, Schmid); Das himmlische Jerusalem'; Heiligenlegende für die katholische Jugend( Mainz. Kirchheim); Jugendspiegel für Jung und Alt in heiligen Lebensbildern' von L. Donin. Auch dieses Büchlein, welches du hier in der Hand hast, Der Weiße Sonntag' könnte dich an vieles erinnern, wenn du auch später noch darin lesen würdest. Leg' es also nicht ganz weg nach deiner ersten heil. Kommunion; bewahre es vielmehr als teure Erinnerung an deinen ersten großen Freudentag dein lebenlang auf. Honoria la Corre, gestorben 1837 im Alter von 15 Jahren, bewahrte ihre Kleider und Bücher auf, welche sie an dem schönen Tage ihrer ersten hl. Kommunion gebraucht hatte. Oft hat man gesehen, wie sie diese Gegenstände ehrfurchtsvoll küßte. Wenn man sie fragte, weshalb sie das thue, gab sie zur Antwort: ,, Ach, diese Gegenstände erinnern mich an den Tag, wo meine Seele so gut mit Gott stand! Wenn ich sie sehe, ist es mir, als ob ich noch dasselbe Glück genießen würde." So fönnte also auch für dich das öftere Lesen im, Weißen Sonntag' ein gutes Bewahrungsmittel vor der Sünde sein, indem dir die heiligen Vorsäge, welche du bei Weißer Sonntag. 13 194 der ersten hl. Kommunion gefaßt hast, immer wieder vor Augen gehalten werden. Vielleicht hast du alle Tage einige Minuten am Morgen oder Abend frei, um geistliche Lesung zu halten; du darfst die Lesung aus diesem Büchlein auch in der Kirche vor Beginn des Gottesdienstes halten. Jedenfalls soll kein Sonn- und Feiertag vorübergehen, ohne daß du einige Zeit in einem frommen Buche gelesen hast. Gar erbaulich ist es, wenn du mit Erlaubnis der Eltern das Sonntags- Evangelium oder eine Biblische Geschichte manchmal laut daheim vorlesen darfst. 8. Tägliche Gewissens. erforschung. ( 27*) Als der hl. Jgnatius gestorben war, fand man noch unter seinem Kopftissen das Büchlein, in welches er jeden Tag alles aufzeichnete, was er noch an sich verbessern zu müssen glaubte. Ja, der Heilige hat es bei Lebzeiten geradezu ausgesprochen: wenn er in den Tugenden Forschritte gemacht habe, so verdanke er dies der Treue, mit welcher er täglich sein Gewissen erforscht habe. Auch für dich ist die tägliche Gewissens- Erforschung ein sehr gutes Mittel, 195 um schnell die Seele von ihren Fehlern zu reinigen und sie mit Tugenden zu schmücken. Das wirst du selbst leicht einsehen. Waschest du nicht auch täglich das Angesicht des Leibes, um es vom geringsten Staub zu reinigen? Noch viel leichter setzt sich an deine Seele tagtäglich mehr oder weniger der Staub der Sünde an. Und doch möchte der liebe Gott allezeit die Seele rein und ohne Makel sehen. Wie man nun im Spiegel den körperlichen Schmuß wahrnimmt, so ist die Gewissens- Erforschung das Mittel, unsere täglichen Fehler zu erkennen. Und wie das Wasser den Leib rein wäscht, so trägt auch die tägliche Reue und der ernste Vorsatz dazu bei, die Seele von ihren Fehlern immer mehr und mehr zu reinigen. Gebrauche daher auch dieses Mittel der täglichen Gewissenserforschung, und du wirst bald erfahren, daß deine Fehler abnehmen und deine Tugenden wachsen.- So haben es alle Heiligen gemacht. Die alten Einfiedler trugen, wie der hl. Ignatius, fleine Büchlein im Sack bei sich, worin sie jeder Tag bei der Gewissenserforschung ihre Fehler turz aufschrieben, um über dieselben Reuc zu erwecken. Auch der hl. Hirtenknabe Pafchalis Baylon erforschte jeden Tag sein Gewissen, und machte sich jedesmal einen 13* 196 Knopf an eine Schnur, so oft er einen Fehler begangen hatte. 9. Gifer im Gebet. ( 28) Einst rief ein Knabe aus, als ihm gesagt wurde, es sei die süßeste Freude von Adam und Eva gewesen, mit dem lieben Gott im Paradiese wie ein Kind mit einem liebevollen Vater reden zu dürfen: Wie schade, daß es jetzt nicht mehr so ist! Wie gerne möchte ich mit dem lieben Gott reden!" Der hl. Bischof Franz von Sales aber, der dem Knaben das erzählt hatte, sagte: ,, Sei getrost mein Kind! Wenn uns auch das Paradies verloren ist, den lieben Gott selbst haben wir nicht verloren. Ueberall ist Er uns nahe, und zu jeder Stunde, an jedem Orte können wir mit Ihm reden im Gebet." Das gilt auch dir; auch du darfst und kannst mit Gott reden und du thust es, so oft du andächtig betest; und wahrhaft groß sind die Früchte, welche du aus einem guten, frommen Gebet erhältst. Der liebe Heiland hat uns ja selbst das ,, Gebet des Herrn", das Vaterunser, gelehrt, und uns gesagt: ,, Bittet, und ihr werdet empfangen." Der liebe Gott ist stets bereit, uns alles zu geben, was für uns gut ist. 197 früchte des Gebetes. 1. Das Gebet vereinigt dich mit Gott und macht himmlisch gesinnt. Du redest ja mit Gott und Gott mit dir; deine Liebe zu Gott wird größer, du bekommst Efel und Abschen vor den sündhaften Freuden dieser Erde und deine Sehnsucht und dein Verlangen geht dahin, wie du Gottes Wohlgefallen erlangen mögest. Nachdem Moles 40 Tage lang gefastet und im Gebet mit Gott gesprochen hatte, da war sogar sein Angesicht verklärt, so daß ein himmlischer Glanz von ihm ausstrahlte.- Henoch wandelte mit Gott", er betete ohne Unterlaß und war in innigster Liebe mit Gott verbunden. Er wurde mit Leib und Seele ins Paradies versetzt. 2. Das Gebet stärkt gegen das Böse und kräftigt zum Guten. Der Heiland selbst sagt: ,, Betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet"( Matth. 26, 41). Eine schreckliche Versuchung kam einst über den hl. Franz von Sales. Er verfiel in eine überaus große Traurigkeit. Er meinte, er sei nicht im Stand der Gnade und er könne nicht selig werden. Zwei Jahre 198 lang peinigte ihn diese Versuchung so sehr, daß der junge Graf am ganzen Körper abmagerte, die Gelbsucht bekam und dem Tode nahe war. Weil aber Franz seine Gebete nie unterlassen und in diesem Leiden sie nur noch verdoppelt hatte, so wollte auch der liebe Gott dieses herzliche und beharrliche Gebet nicht unerhört lassen. Als er eines Tages wieder traurig und niedergeschlagen aus der Schule kam, begab er sich. in eine Kirche, um dort vor dem Altare der lieben Mutter Gottes nochmals seine inbrünstigen Gebete zu Gott emporzuschicken, daß er der Versuchung zur Verzweiflung doch nicht unterliegen möge. Er betete das schöne Gebet: Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria, daß es noch nie erhört worden ist" usw. Kaum hatte er das Gebet beendet, so fühlte er sich wie umgewandelt. Er war gesund an Leib und Seele. Das Gebet war sein Retter; mit diesem hatte er den bösen Geist der Schwermut und Verzweiflung vertrieben. 3. Das Gebet erlangt Trost in der Trübsal und bringt Hilfe in der Not. Der gottselige Bartholomäus Holzhaufer war ein sehr armer Student; da wurde er auch noch so krank, daß er fast 199 nicht mehr stehen konnte. In der größten Not raffte der Knabe alle seine Kräfte zusammen, um die Heilig- Kreuz- Kirche in Augsburg, wo er sich damals befand, zu besuchen und dort bei dem wunderbaren Gute" Hilfe zu erflehen. Die Kirchthüre war verschlossen. Nun kniete er vor der Thüre auf die Treppe und begann sein flehentliches Gebet. Auf einmal empfand er einen mächtigen Schlag, der ihn in allen Gliedern erschütterte und ihn auf den Boden warf. Er sah keinen Menschen, von dem der Schlag hätte kommen fönnen. Zugleich fühlte er sich ganz gesund und kräftig; er war von der Beſt geheilt. Auch dir sagt der Apostel Jakobus:„ Ist jemand unter euch traurig, so bete er, damit er wieder fröhlich wird." Dieses Mittel hat selbst der Heiland angewendet als Er am Delberg in die tiefste Traurigkeit und bitterste Todesangst versenkt war, hat Er gebetet, und darauf kam ein Engel und stärkte Jhn, brachte Ihm Trost und Stärke vom himmlischen Vater. 4. Das Gebet erlangt die Gnade der Beharrlichkeit im Guten bis zum Tode. Nur wer ausharrt im Guten bis ans Ende, der wird selig werden. Die Beharr 200 lichkeit im Guten bis zum Tode ist die wichtigste aller Gnaden. Oder was würde es dich nüßen, wenn du auch lange Zeit brav wärest, aber zuletzt noch in eine Todsünde fallen und darin sterben würdest? Die Gnade der Beharrlichkeit kann nur durch das Gebet erlangt werden. Deswegen hab' ich dich ermahnt, beim Morgen- und Abendgebet jedesmal ein Vaterunser um eine glückselige Sterbstunde zu beten. Vergiß es nie! Ein glückseliger Tod führt in die ewige Freude. - Wie man beten muß. ( 29*) Schau' den lieben Heiland an, wie Er auf dem Delberg betet. Betrachte Seine heilige Stirne; sie ist blutbeneßt. Der Heiland denkt in Seinem Todeskampf an das, wovon Er mit Seinem himmlischen Vater redet, an den Leidenskelch. Der Gedanke an Sein Leiden treibt Ihm das Blut aus den Adern. So lehrt dich dein Heiland an das zu denken, was du betest, zu beten mit heiliger Andacht. Jesus entfernt Sich von den Aposteln, um recht andächtig beten zu können. Betrachte das Auge deines Heilandes es ist nach oben gerichtet. Der Heiland betet mit Vertrauen schau' Seinen heiligen — - 201 11 Mund, der dreimal spricht: Nimm weg den Kelch; obwohl Er keine Erhörung bemerkt, läßt Er nicht ab, zu beten. Er betet beharrlich; auch du sollst, wenn du betest, beharrlich bitten, aber mit Ergebung sollst du beten. Nicht wie Ich will, sondern wie Du willst," betet dein Heiland. Seine hl. Hände sind geschlossen, wie gebunden zum Zeichen der Ergebung. Betrachte endlich Seine heiligen Kniee; die Kniee sind gebeugt; der Heiland macht Sich klein Er fällt sogar auf Sein heiliges Angesicht nieder in Seiner unbeschreiblichen Demut, da Er betet. So sollst auch du mit Demut beten. Ahme Jesu Beispiel nach und du wirst gut beten lernen. Hüte dich vor allem vor einem unandächtigen Lippen- Gebet! Gott will die Andachtsglut des Herzens. Dies Volk ehrt Mich mit den Lippen, aber sein Herz ist weit von Mir," flagt einmal der liebe Gott. Die leere Nußschale ist eben nichts wert, wenn der Kern fehlt; so kann auch Gott das leere Lippengebet nicht gefallen, wenn der Kern des Gebetes, die Andacht, fehlt. Darum Heb' mit den Händen auch das Herz, So oft du betest, himmelwärts! " 1 11 Bete aber auch häufig! Lerne es wiederum vom Heiland. Jesus betet im 202 Hause zu Nazareth, Er betet im Tempel, betet in der Wüste, betet oft ganze Nächte hindurch; betet beim Genuß von Speise und Trant; betet, wenn Er Wunder wirft; betet, wenn Er leidet; betet noch sterbend am Kreuze; ja Sein ganzes Leben, von der Wiege bis zum letzten Atemzug am Kreuze, war ein fortwährendes Gebet. Vergiß daher auch du niemals die pflichtschuldigen Gebete: Morgen-, Abend-, Tischgebet. Das Morgengebet ist von der größten Wichtigkeit. Ein frommer Mann sagte: Ich weiß gewöhnlich am Morgen schon, wie' s mir den Tag über gehen wird. Hab' ich am Morgen gut gebetet, dann gibt's auch einen guten Tag. Hab' ich aber schlecht gebetet, dann kann ich darauf rechnen, daß ich den Tag über in Sünden falle und vielleicht sonst noch Unglück habe.„ Betet ohne Unterlaß"( 1 Thess. 5, 17) ermahnt der Apostel; ja der Heiland selber sagt, daß man allezeit beten müsse und nicht nachlassen dürfe( Lukas 18, 1). Mach' daher, damit du diese Mahnung befolgst, deine Arbeit dadurch zum Gebet, daß du durch die gute Meinung alles Gott zulieb thust und leidest; vergiß auch nicht die Schußgebetlein, die du in dem Unterricht gelernt hast, oftmals untertags zu beten, z. B.: Mein Jesus, Barmherzigkeit!" Süßes Herz Mariä, sei meine Rettung!", wie sehn' ich mich nach Dir, o Jesus!" Ehre sei Gott dem Vater" usw. Der heilige Baldomer, ein Schmid, hatte die fromme Gewohnheit, bei jedem Schlag mit dem Hammer zu sagen: Im Namen des Herrn!" 11 " 1 203 11 Der Wandel in Gottes Gegenwart. Um allezeit zu beten, wie der( 30*) Herr sagt, kann dir auch viel helfen, wenn du dich daran gewöhnst, alle Dinge in der Welt, die dir in die Sinne fallen, auf Gott und auf das Heil deiner Seele zu beziehen. Ich will dir das an Beiſpielen frommer Kinder klar zu machen ſuchen. Von dem gottseligen Jüngling bulcher heißt es: Sein frommer Sinn ließ ihn oft an Gott denken, was ihm nicht viel Mühe fostete. Denn er verstand es wohl, was ihm der Missionär gesagt hatte, daß die ganze Erde ein großes Kunstwerk Gottes sei und das Lob und die Größe Gottes verkünde. Darum redete ihm das Getreide, das auf dem Acker wogte, bon Gottes Güte; die Blumen gaben ihm ein 204 Bild von Gottes Schönheit. Die Sonne mit ihrem Lichte, die Sterne mit ihrem Funkeln, der Himmel mit seiner Klarheit stellten ihm Gottes Größe und Pracht vor. Sah er die Tauben Nahrung holen auf dem Felde für ihre Jungen, so dachte er mit Freude, wie besorgt die göttliche Vorsehung ist, um unsern Bedürfnissen abzuhelfen. Sah er Geierfalken in Langen Schwingungen die Luft durchstreifen und dann blitzschnell auf ihre Beute stürzen, so dachte er betrübt, wie auf ähnliche Weise der böse Feind die sorglosen Christen überfällt und zur Beute nimmt. So wurde ihm die Natur wie ein Buch, in dem er von Gott und Seiner Liebe und Allmacht und von dem Heil und Verderben der Menschenseele las. Wenn Armella die Kleider anzog, dachte sie an das Spottkleid, mit welchem Jesus bekleidet wurde. Wenn sie das Haupt bedeckte, bemitleidete sie den Heiland wegen der Schmerzen bei der Dornenkrönung; trug sie Holz in die Küche, so erinnerte sie sich an das schwere Kreuz des Heilandes und bat um Hilfe, daß auch sie ihr Kreuz trage mit Geduld. Wenn sie Feuer anmachte, dachte sie an das Feuer in der Ewigkeit, und bat Gott, Er möge in ihr Herz das 205 Feuer der göttlichen Liebe legen, daß sie immer mehr und mehr von der Sünde gereinigt werde und nicht, wie Betrus beim Feuer, den Herrn verleugne, sondern Ihm treu bleibe bis in den Tod. Uebe also auch du das Gebet in dieser Weise; bet' gut und häufig, dann wirst auch du bald die segensreichen Früchte des Gebetes an deiner Seele verspüren. Das Gebet wird auch für dich ein Heiligungsmittel sein, daß du in der Gnade Gottes bleibst bis ans Ende, selig stirbst und Jesus schauen darfst von Angesicht zu Angesicht in alle Ewigkeit. Schluß. 1. Treu bis zum Tod. Selig, wer in Wahrheit spricht: „ Meinen Jesum lass' ich nicht." Im Monat Mai im Jahre 304( 31*) nach Christi Geburt wurden zu Rom einige zwanzig Christen in den Kerker geworfen. In wenigen Tagen sollten sie alle gemartert werden, weil sie nicht vom hl. katholischen Glauben abfallen wollten. Die Christen sahen mit Freuden dem Tod entgegen. Nur 206 einen Wunsch hatten sie noch: sie wollten noch einmal den lieben Heiland in der heil. Kommunion empfangen. Allein das war sehr schwer. Die Priester durften sich auf der Straße nicht sehen lassen. Wen sollte man ins Gefängnis senden? Da bittet der hl. Ministrant Tarcisius, der Priester möge ihn schicken. Wohl meinte Dionysius, der Priester, Tarcisius sei noch zu jung. Er aber sprach:" Ich flehe dich an, heiliger Vater, erfülle meine Bitte. Ich werde lieber sterben, als mir meinen Gott rauben lassen." Und so empfing er das allerheiligste Sakrament, verbarg den himmlischen Schatz in den Falten seines Kleides und eilte fort. Unterwegs aber überfielen ihn die Heiden. Diese mißhandelten den Tarcisius mit Steinen und Prügeln, weil er nicht zeigen wollte, was er unter den Kleidern verborgen trug. Ein Schlag folgte auf den andern, bis er schließlich, mit Beulen und Wunden bedeckt, ohnmächtig zu Boden fiel und bald darauf den Geist aufgab. Die Heiden fanden das hochheilige Sakrament nicht. Ein christlicher Soldat trug die Leiche des heiligen Knaben in die Katakomben, wo er beerdigt wurde. Tarcisius hatte Wort gehalten. Er wollte lieber sterben, als sich den lieben Heiland rauben lassen. 207 Auch du hast bei deiner hl. Kommunion Jesus empfangen; du bist noch glücklicher als Tarcisius, denn Jesus wohnt in deinem Herzen. Möchtest auch du sprechen: Ich will lieber sterben, als mir meinen Gott rauben lassen! Du hast vor der ganzen Pfarrgemeinde laut und feierlich dem Teufel abgesagt und dem Heiland Treue geschworen; denk' daran, wenn der Satan naht, um dir deinen Gott durch die Sünde zu rauben, und sei Jesus treu bis in den Tod, dann wirst du die Krone des ewigen Lebens erhalten. Fahre also fort mit deinen frommen Uebungen! Halte nach deiner ersten heiligen Kommunion eine achttägige Danksagungsandacht! Geh' jeden Tag, wenn du kannst, zur heiligen Messe, lies die auf den Tag fallende Monatslesung und bete öfter noch die Gebete nach der heiligen Kommunion! Würdest du am Weißen Sonntag mit den frommen Uebungen aufhören, so würde es dir ergehen, wie einem Menschen, der längere Zeit in einem warmen Zimmer sich aufgehalten hat und nun auf einmal schlecht gekleidet in die Kälte des Winters hinaustritt; er würde sich erkälten und eine Krankheit davontragen; so würde es dir ergehen, wenn du jetzt gleich Thür und Thor deiner Seele öffnen und sie nicht mehr warm 208 halten würdest durch deine bisherigen frommen Uebungen. Zudem sind wir eigentlich immer in der Vorbereitungszeit auf die Hl. Kommunion. Denn wenn man einmal zur heil. Kommunion gegangen ist, so kehrt der Weiße Sonntag ebenso oft wieder, als man zur heil. Kommunion geht. Vor einigen Jahren weinte ein Kind ein paar Tage vor dem Weißen Sonntag. Der Priester fragte es, weshalb es weine. Es gab zur Antwort, es weine vor Freude über sein Glück, zugleich aber thue es ihm weh, daß der Weiße Sonntag sobald vorbei sei. Leicht war es dem Priester, das Kind zu trösten, indem er ihm sagte, daß ja jedesmal, so oft es in Zukunft zur heiligen Kommunion gehe, derselbe göttliche Heiland bei ihm einkehre, wie am ersten Weißen Sonntag; es liege also bloß an ihm, die Freuden des ersten hl. Kommuniontages zu wiederholen, so oft es nur immer wolle. Das gilt auch für dich. Jede folgende heil. Kommunion ist für dich die Wiederholung der Freuden des Weißen Sonntags. Und wenn du dich auf die erste hl. Kommunion gut und mit Eifer vorbereitet hast, ſo solltest du dich mit zunehmendem Alter und bei reiferm Verstande mit noch größerm 209 Eifer vorbereiten, auf daß die Tugend in dir immer mehr erstarke und du so gesichert bist, daß du nicht so leicht von Jesus getrennt wirst, sondern Ihm die Treue bewahrst bis in den Tod und von Ihm die Krone des ewigen Lebens erhältſt. Mach' dir demnach folgende christliche Lebensordnung: 1. Jeden Tag will ich das Morgengebet verrichten und durch eine gute Meinung mein Tagewerk heiligen; wenn leicht möglich, will ich die Hl. Messe mit Andacht anhören. Die liebe Mutter Gottes will ich keinen Tag vergessen. Jeden Tag will ich mit dem Abendgebet und mit der Gewissenserforschung beschließen. 2. Jede Woche will ich den Sonntag besonders heilig halten durch Besuch des Gottesdienstes, und zum wenigsten an diesem Tage will ich eine fromme Lesung halten. 3. Jeden Monat oder doch alle sechs bis acht Wochen will ich die heil. Sakramente würdig empfangen. ( Mit Erlaubnis des Beichtvaters darfst du aber auch noch öfters als alle Monat kommunizieren.) Weißer Sonntag. 14 210 4. Den Jahrestag meiner ersten heil. Kommunion will ich andächtig begehen, die Taufgelübde erneuern und um eine glückselige Sterbestunde beten. Bleibst du diesen vier Vorsäßen treu, so wirst du nicht verloren gehen. Wer ausharrt bis ans Ende, der wird selig werden"( Matth. 10, 22). 11 2. Kurze Zusammenstellung einiger kleinen frommen Uebungen. ( Nach dem gottſsel. Bischof Michael Wittmann.) 1. Besuche heute den lieben Heiland im allerheiligsten Altarssakrament! 2. Geh' langsam im Hause Gottes! 3. Sprich ein Schußgebet beim Kniebeugen vor dem Allerheiligsten! Bete heute aus Mitleid mit dem Leiden Christi die hl. fünf Wunden"! 5, Bete heute vor den geweihten Stationen den hl. Kreuzweg! 4. 6. Sprich im Laufe des Tages, zur Kirche hingewendet, wenigstens zwölfmal: Gelobt und gepriesen sei ohne End' das heiligste und göttlichste Sakrament! oder Hochgelobt und gebenedeit sei das allerheiligste Sakrament des Altares! 211 7. Mache heute außer dem Kirchenbesuch wenigstens dreimal die Ulebung der geistlichen Kommunion( Jesu, Jeſu, fomm' zu mir!"). 8. Höre heute beim Spiel früher auf! 9. Gewöhne dich, die Thüren stille zitzumachen! 10. Töte dich heute fünf bis sechsmal im Reden ab, indem du schweigst zur Zeit, wo du gern reden möchteſt. 11. Wenn du etwas Schweres zu ertragen hast, so klage nicht! 12. Sei beim Essen zufrieden mit dem, was man dir gibt, und klage nicht! 13. Hilf deinen Geschwistern bei der Arbeit, auch wenn es nicht befohlen ist! 14. Sieh' heute aus Neugierde nicht zum Fenster hinaus! 15. Thu' denjenigen etwas Gutes, welche dir wehe gethan haben! 16. 17. 18. Kniee heute beim Morgengebet mit dem Gesichte zur Kirche hingewendet und erwecke dann wenigstens im Herzen ein lebhaftes Verlangen, recht bald bei Jesus im heiligsten Sakrament zu sein! Wenn du aus dem Hause gehst, nimm vorher das Weihwasser! ß heute einmal ein bißchen weniger als du dürfteſt! 14* 212 19. Trinke heute nicht gleich, wenn dich dürftet! 20. Versuche es, ein oder das andere Mal länger nüchtern zu bleiben! 21. Schlafe mit freuzweis übereinandergelegten Händen ein! 24. 22. Enthalte dich heute des Lärmens! 23. Enthalte dich heute des Springens! Sieh' zu, daß du in dieser Woche einem Armen etwas schenken fannst! Schwäße nicht lieblos über die Fehler anderer! 25. 26. Beklage dich nicht über unangenehme Witterung! 27. Schau' nicht unnötig in den Spiegel! 28. Suche, daß jemand ein Gebet oder ein Werk der Barmherzigkeit mit dir verrichtet! 29. Wenn du jemand fluchen hörst, so bete gleich: ,, Ehre sei Gott dem Vater, dem Sohn und dem heiligen Geiste!" 30. Lies zu Hause eine Biblische Geschichte, wenn es dir erlaubt ist, laut! 31. Nimm heute keinen Zucker in Kaffee, Thee oder Milch! 32. Steh' gleich auf, wenn du geweckt wirst! 33. Lerne heute während der Erholungszeit ein Lied vom hh. Sakrament 213 auswendig! Im Weißen Sonntag' stehen mehrere: S. 367; 373; 378; 380; 388; 390. 34. Bete heute den Rosenkranz oder einen Teil desselben zu Ehren der lieben Mutter Gottes! Höre heute Spottreden über dich mit Geduld stillschweigend an! 35. 36. Bete beint Schlafengehen in dieser Woche drei Ave Maria für die, welche in der Nacht sterben. Ueberschau über die Lehre vom hochbl. Altarssakrament. I. Begriff und verschiedene Namen. Was das allerheiligste Sakrament ift. Das hochhl. Sakrament hast du schon oft gesehen, z. B. in der heiligen Messe bei der Wandlung, wenn der Priester die heilige Hostie aufhebt, oder wenn er mit der Monstranz den feierlichen Segen gibt, oder wenn er die Leute speist( kommuniziert). Du haft gesehen, wie die Christen vor dem hochhl. Sakrament niederknieen und es anbeten, und du fragst mich, was ist denn das aller 214 heiligste Sakrament? Es ist der wahre Leib und das wahre Blut unseres Herrn Jesu Christi, der unter den Gestalten von Brot und Wein wahrhaft, wirklich und wesentlich gegenwärtig ist. Es ist der lebendige liebe Heiland. Er sieht aber jetzt nicht mehr so aus, wie damals, als Er im Judenlande umherwandelte; da hat Sein Leib ausgesehen wie der Leib anderer Menschen. Im hochhl. Sakrament hat Er Seine Gottheit und Seine Menschheit verborgen unter die Gestalten von Brot und Wein. Es ist aber fein Brot und kein Wein da, sondern der lebendige liebe Heiland mit dem nämlichen Leib, der in der Krippe gelegen, am Kreuz gehangen und jetzt verklärt im Himmel ist. Du kennst das schöne Lied, worin es heißt: „ Wohl siehst du Brot, doch dieses Brot ist nimmer Brot. Was darin ist, Herr Jesu Christ', Du selber bist. Ave Jesu, wahres Manhu, Christe Jesu! Dich, Jesu süß, ich herzlich grüß', o Jesu süß!" Warum der Heiland im hochhl. Sakrament unter den Gestalten von Brot und Wein Sich verborgen hat? Er that das 1. um uns Gelegenheit zu geben, Verdienste( Lohn) für den Himmel 215 zu sammeln. Zum Apostel Thomas sprach der Heiland:, Selig sind, die nicht sehen und doch glauben"( Joh. 20, 29). Wenn du Jesus mit deinen leiblichen Augen im hochhl. Sakrament sehen würdest, dann könntest du es ja gar nicht leugnen, daß Er da ist. Allein jetzt siehst du nur die Brotsgestalt, dein Auge meint, es sei Brot. Wenn du nun doch ganz fest glaubst, es ist Jesu Fleisch und Blut, dann zeigst du, daß du den Worten des Heilandes mehr glaubst als deinen fünf Sinnen( Augen, Ohren usw.). Dadurch ehrst du Jesus und wirst im Himmel dafür belohnt, daß du Seinen Worten geglaubt hast. Dein Lohn wird um so größer sein, je mehr du dir Mühe gibst, deinen Glauben an die Gegenwart des Herrn im hochhl. Sakrament zu zeigen. Jeden Tag, jede Stunde hast du Gelegenheit dazu, z. B. in der Kirche, bei der Hl. Messe, bei einem Versehgang, bei der feierlichen Prozession mit dem Allerheiligsten usw. Aus dem, wie du dich Tag für Tag gegen das hochhl. Sakrament benimmst, kann man erproben, wie es mit deinem Glauben und deiner Frömmigkeit aussieht, ob du ein eifriger oder lauer Christ bist. Der Heiland hat Sich aber noch aus 216 einem andern Grund unter der Brotsgestalt verborgen, und der ist: 2. damit wir Ihn herzhaft in der Kirche besuchen können. Du hast in der Biblischen Geschichte geleſen, daß Moses vierzig Tage auf dem Berg Sinai beim lieben Gott war. Als er vom Berge herabkam, leuchtete sein Angesicht vom himmlischen Glanze wegen seines Umganges mit Gott. Die Israeliten konnten aber diesen Glanz nicht aushalten. Sie baten den Moses, er möge sein Angesicht verhüllen, wenn er mit ihnen rede. Moses machte es so und legte einen Schleier über sein Angesicht, so oft er vom lieben Gott kam und zum Volke redete. Was meinst du nun, wenn erst der Heiland in Seiner unaussprechlichen Herrlichkeit im Tabernakel gegenwärtig wäre, wie könnten wir in Sein Angesicht schauen? Wir würden ja von Seinem Glanze geblendet. Darum hat Jesus aus Liebe zu uns Sich auch mit dem Schleier der sakramentalen Gestalten bedeckt, damit wir Ihn herzhaft besuchen können. - 3. Der Heiland wollte uns aber nicht bloß alle Angst nehmen, wenn wir Ihn besuchen, Er wollte es uns auch möglich machen, daß wir Ihn als Speise empfangen könnten, und das ist der 217 dritte Grund, weshalb Er Sich unter Brotsgestalten verborgen hat. Viele Juden meinten, es sei unmöglich, daß Jesus ihnen Sein Fleisch zu essen geben könne, und gingen nicht mehr mit Jhm. Sie hätten es vertrauungsvoll dem Heiland überlassen sollen, auf welche Weise Er Sein Fleisch und Blut zu genießen geben werde. Sie hätten denken sollen, Er wird es schon recht machen, anstatt gleich voreilig ungläubig fortzulaufen. Und der Herr hat es gar wunderbar gemacht. Er gibt uns Sein Fleisch und Blut unter den Gestalten von Brot und Wein, und so können wir den Herrn gut genießen. Namen vom allerhl. Sakrament. Weil nun dieses Sakrament das höchste und heiligste von allen ist, darum hat es viele Namen, welche alle versuchen wollen, uns die unendliche Größe und Erhabenheit dieses hochhl. Sakramentes klarer und anschaulicher zu machen. Das dritte heilige Sakrament heißt: 1. Altarssakrament", weil es bei der Hl. Messe auf dem Altare bereitet und dann im Altar, im Tabernakel, aufbewahrt wird. 2. Das Allerheiligste"( Sanetissimum). Dieses Sakrament enthält ja 218 Gott selber, welcher der Allerheiligste ist. 3. Das Hochwürdigste Gut". Gott ist das größte und höchste Gut. Er selbst ist im hochhl. Sakrament und darum ist es würdig, hochverehrt und angebetet zu werden. 4. Engelsspeise", um uns zu sagen, daß wir an der Seele so rein sein sollten wie die Engel, wenn wir dieses hochhl. Sakrament genießen. 5. Fronleichnam". Fron hieß früher soviel als„ Herr", und Leichnam bedeutete einen lebendigen Leib"; also Fronleichnam ist soviel als Leib des Herrn"( Corpus Christi). 6. ,, Heilige Hostie", soviel als hl. Opfer, weil der liebe Heiland in diesem hl. Sakrament bei der Hl. Messe Sich dem ewigen Vater zum Opfer darbringt. 7. ,, Abendmahl", weil der Herr am Abend vor Seinem bittern Leiden dieses hochhl. Sakrament eingesetzt hat. 8. Wegzehrung"( Viaticum), weil dieses hl. Sakrament uns Speis und Trant ist auf dem Wege in die Ewigkeit. 9. Tisch des Herrn", weil auf dem Altare Christus liegt als unsere Seelenspeise. 10. ,, Eucharistie", d. h. gute Gabe oder auch Danksagung, weil der Herr Seinem himmlischen Vater Dank gesagt hat, als Er dieses hl. Sakrament einsetzte. Es gibt noch viele andere Ehrennamen auf das 219 11 allerhl. Sakrament; aber fein Name kann Sein Lob erschöpfen. Breis' nach Kräften Seine Würde, die kein Lobspruch, keine Bierde je genug erheben kann." II. Geschichte des heiligsten Altars: sakramentes. A. Vorgeschichte des hhl. Altarssakramentes. Wie der liebe Gott schon im Alten Bunde das allerhl. Sakrament angedeutet( vorge. bildet) hat. Wenn du in der Biblischen Geschichte des Alten Testamentes liesest, so findest du vieles, was auf das hochhl. Sakrament hindeutet oder ein Vorbild von diesem wunderbaren Geheimnis der Liebe Gottes ist. Schon im Paradiese hat uns Gott ein solches Vorbild gegeben, das war: 1. der Baum des Lebens.( Viertausend Jahre vor Christus.) Die Früchte dieses Baumes sollten eine wunderbare Wirkung bei den Menschen haben. Wenn sie würdig gewesen wären, davon zu essen, wären sie immer am Leibe jung und fräftig geblieben, sie wären nie krank und alt und schwach geworden. Nach einem glücklichen Leben auf Erden wären sie mit 220 Leib und Seele in den noch weitaus schönern Himmel gefahren. Der Lebensbaum im Paradiese ist verloren gegangen, weil Adam und Eva vom verbotenen Baum gegessen haben. Dafür hat uns der liebe Gott einen andern Lebensbaum geschenkt; es ist der hl. Kreuzesbaum auf Golgatha. Das, was nun wie als Frucht an diesem hl. Baume hängt, das ist der heiligste Leib des Herrn. Diesen darfst du in der hl. Kommunion genießen. Durch den würdigen Genuß wird die Seele kräftig und stark im Guten, bleibt lebendig vor Gott; ja auch der Leib empfängt den Keim für seine glorreiche Auferstehung. ,, Wer von diesem Brote ißt, wird ewig leben." 2. Ein weiteres Vorbild hast du am Opfer des Melchisedech". ( 2000 Jahre vor Christus.) Abraham befreite mit seinen Knechten seinen Vetter Lot aus den Händen seiner Feinde. Auf der Rückkehr kommt ihm Melchisedech entgegen. Dieser war Priester des Allerhöchsten. Er opfert Brot und Wein und hält mit Abraham und seinen Knechten ein hl. Opfermahl. Sieh' da, wie Melchisedech und sein Opfer ein gar schönes Vorbild Jesu Christi und vom hochhl. Satrament ist. Melchisedech opfert Brot und 221 Wein. Jesus brachte beim letzten Abendmahl und bringt noch täglich bei der heiligen Messe unter den Gestalten von Brot und Wein Sich selbst Seinem himmlischen Vater als wohlgefälliges Opfer dar. Melchisedech bereitete von der Opfergabe den Umstehenden ein Mahl, um sie nach dem Kampfe zu erquicken. Jesus läßt gleichfalls Sein Opfer unter die Gläubigen verteilen, um durch den Genuß Seines heiligsten Fleisches und Blutes uns zu stärken für den Kampf um das Himmelreich. 3. Als Opfer und Opferspeise war ein ausgezeichnetes Vorbild Jesu Christi im hhi. Sakrament das Opferlamm beim Auszug aus Aegypten. ( 1500 Jahre vor Christus.) Als die Israeliten zum Auszug aus Aegypten gerüstet waren, mußte am Tag vorher jeder Hausvater ein Lamm schlachten. Das Blut desselben mußte an die Pfosten und Oberschwellen der Häuser gestrichen werden, um dadurch Verschonung vom Würgengel zu erlangen. Du erkennst leicht die Aehnlichkeit mit Christus. Das Osterlamm mußte geschlachtet und sein Blut vergossen werden. Christus ist als göttliches Opferlamm auf dem Altare des Kreuzes geschlachtet worden und hat all Sein Blut 222 für uns vergossen. Durch das Blut des Ofterlammes sind die Israeliten vor dem leiblichen Tode bewahrt worden; durch das Blut Jesu Christi werden wir bewahrt vor dem Seelentod und vor der ewigen Verdammnis. Das Osterlamm war aber nicht nur ein Opfer, sondern auch eine Speise. Der Genuß seines Fleisches stärkte die Israeliten zur Wanderung. So ist auch Christus, das Osterlamm des Neuen Bundes, eine Seelenspeise in der Hl. Kommunion, damit wir gestärkt werden auf unserer Wanderschaft in den Himmel. 4. Ein anderes gar schönes Vorbild ist das Mannabrot in der Wüste. ( 1500 Jahre vor Christus.) — Die Israeliten hatten die Speisen, welche sie aus Aegypten mitgenommen, aufgezehrt. In der Wüste gab es für so viele Leute nichts zu essen. Da erbarmte Sich der liebe Gott über Sein Volk und sprach: Ich will Brot vom Himmel regnen lassen." Am Morgen, als der Tau weg war, war die Wüste mit lauter kleinen weißen Körnlein bedeckt. Als dies die Israeliten sahen, sagten sie voll Verwunderung zu einander: Manhu?" d. h. was ist das? Moses fagte:„ Das ist das Brot, welches euch der Herr zu essen gibt." Mit diesem Himmels 223 brot nährte Gott die Israeliten 40 Jahre lang, solange sie in der Wüste waren. Der Heiland erklärte selbst das Manna als ein Vorbild vom allerhl. Sakrament. Du wirst die Aehnlichkeit leicht herausfinden. Das Manna war ein Brot vom Himmel; es war nicht auf der Erde gewachsen.„ Brot vom Himmel hast Du ihnen gegeben, das alle Süßigkeit in Sich enthält," sagt der Psalmist. Jesus Christus, welcher im allerheiligsten Sakrament gegenwärtig ist, ist aus dem Himmel gekommen. Täglich ist das Manna vom Himmel gefallen; täglich steigt Jesus bei der hl. Wandlung vom Himmel herab. Das Manna sollte den Juden eine Speise sein auf ihrer Reise ins Gelobte Land; die heilige Kommunion, dieses wunderbare Himmelsbrot, ist die Nahrung unserer Seele auf der Reise durch die Wüste dieses Lebens in den Himmel. 5. Ein letztes Vorbild ist das hl. Zelt mit der Bundeslade. Gott hatte dem Moses die genauesten Vorschriften gegeben, wie er Jhm eine heilige Wohnung erbauen und den Gottesdienst einrichten sollte. So errichtete Moses auf Gottes Befehl das hl. Zelt. Es war abgeteilt ins Heiligtum und ins Allerheiligste. Im Allerheiligsten war die Bundeslade. 224 Das war ein sehr kostbarer, reich vergoldeter Schrein. In demselben lagen die zwei Tafeln, auf welche Gott die zehn Gebote geschrieben hatte; auch von dem wunderbaren Manna wurde etwas in goldener Schale darin aufbewahrt. Auf der Lade war ein Deckel aus reinstem Gold, zu beiden Seiten waren zwei goldene Cherubim. Auf diesem goldenen Deckel zwischen den beiden Engeln ließ sich die wunderbare Wolke nieVon der, in welcher Gott zugegen war. diesem Gnadenthron aus redete Gott durch Moses mit Seinem Volke und schenkte ihm viele Gnaden. Die Bundeslade mit dem Gnadenthron ist ein Vorbild des Tabernakels, in welchem Jesus in allerheiligsten Satrament bei uns wohnt. Von diesem Seinem Gnadenthron aus ist Er immer bereit, alle zu segnen und zu erquicken, die mit Mühsal und Elend beladen Ihn um Hilfe anflehen. In der Bundeslade war in goldener Schale das Manna. Im Tabernakel ist im goldenen Kelche das wahre Manna, Christus der Herr. Er will Seelenspeise sein allen, die ein Verlangen nach Ihm haben. Du siehst, auf wie verschiedenartige Weise der liebe Gott schon im Alten Bunde das allerheiligste Sakrament angedeutet hat. - 225 B. Geschichte des hh. Altarssakramentes zur Zeit Christi. Welche Wunder der Herr gewirkt hat, um den Menschen den Glauben an das allerheiligste Altarssakrament leichter zu machen. Es war die Zeit gekommen, da der liebe Heiland den Menschen verkünden wollte, Er werde ihnen Sein Fleisch und Blut zur Speise und zum Tranke geben. Das war aber etwas ganz Außerordentliches Deswegen wirkte der Herr verschiedene Wunder, um es den Aposteln und Juden leichter zu machen, das große Geheimnis zu glauben, das Er ihnen offenbaren wollte. Schon das erste Wunder auf der Hochzeit zu Kana war eine Hinweisung auf das allerheiligste Sakrament. Jesus wollte damit sagen: Wie Er zu Kana durch Seine Allmacht Wasser in Wein verwandelte, so könne Er auch geradeso gut Wein in Sein Blut verwandeln. Besonders aber sollte das Wunder der Brotvermehrung und die andern Wunder, welche der Herr am Tage nach der Brotvermehrung gewirkt hat, bei den Menschen den Glauben bestärken, daß Jesus uns Sein Fleisch und Blut als Speis und Trank geben könne. Du hast in der Bibel gelesen, Weißer Sonntag. 15 226 wie der Heiland auf wunderbare Weise fünf Brote und zwei Fische so vermehrte, daß über fünftausend hungernde Menschen sich sättigen konnten. Durch dieses Wunder wollte der Herr sagen:„ Sehet! Ich habe jetzt das Brot vermehrt und Tausende von Menschen sind davon satt geworden; es ist aber noch mehr übrig geblieben als im Anfang da war; im Anfang waren es nur fünf Brote und zwei Fische, nach dem Essen sind es aber noch zwölf Körbe voll; so kann Ich nun aber auch machen, daß alle Menschen bis ans Ende der Welt Mein Fleisch und Blut genießen können; und wie viele Mich auch als Speis und Trank empfangen werden, so werde Jch doch nie aufgezehrt, Jch bleibe immer da." Und so ist es auch. Im allerheiligsten Sakrament läßt jeßt der Heiland durch die Priester Seinen allerheiligsten Leib fonsefrieren und austeilen. Alle Menschen können davon genießen und an der Seele gesättigt werden. Denn diese wunderbare Speise stillt allen Seelenhunger, weil sie uns mit Jesus, der unsere Sehnsucht und unser Verlangen ist, vereinigt. Wer zu diesem Mahle eilet, nimmt Ihn ganz und unzerteilet, ungebrochen, unverzehrt. Einer kommt und Tausend kommen, 227 doch hat keiner mehr genommen, Jesus selbst bleibt unverzehrt." 11 Am frühen Morgen nach der Brotvermehrung wirkt der Herr neue Wunder von ganz neuer Art. Die Apostel rufen jetzt zum erstenmal aus: Du bist der Sohn Gottes!" Du kennst diese Wunder. Jesus selbst wandelt auf dem Meere. Er geht leicht und sicher wie auf festem Boden über die schäumenden Wogen. Dieses Wunder wirkt Jesus an Sich selbst. Er sinkt im Wasser nicht unter wie ein gewöhnlicher Menschenleib; damit wollte Er zeigen, daß Er auch machen kann, daß im hochheiligsten Sakrament Sein Leib nicht schwer ist, daß Er ganz wunderbar gegenwärtig sein wird. Ein Wunder war es sodann, daß auch Betrus auf des Herrn Befehl auf dem Wasser wandelt; mit unsichtbarer Macht hat ihn der Heiland gehalten, daß er nicht untersant. Ebenso legte sich sofort der Sturm, als Jesus das Schiff betrat, auch war dasselbe jetzt augenblicklich am Land, obgleich es sonst noch eine halbe Stunde dahin war. So zeigte Jesus, daß Er allmächtig ist und alles machen kann, was Er will. Darum sollten die Menschen auch glauben, daß Er ihnen Sein Fleisch und Blut als Speis und Trank wird geben können. 15* 228 Als Jesus und Seine Apostel ans Land gestiegen waren, brachte man von allen Seiten Kranke herbei. Und alle, welche nur den Saum Seines Kleides berührten, wurden gesund. Du siehst leicht ein, was Jesus damit sagen wollte: Wenn schon die Berührung Meines Kleides die kranken Leiber heilt, um wie viel mehr wird es dann zum Heil des Leibes und der Seele sein, wenn man Mein Fleisch und Blut als Speis und Trank genießt? Wie Jesus das allerheiligste Sakrament verheißen hat. Noch an demselben Tage verkündet der Heiland, nachdem Er durch so große Wunder die Menschen darauf vorbereitet hatte, in der Synagoge zu Kapharnaum das große Geheimnis vom allerhl. Altarsjakrament. Das Volk, welches der Heiland am Tag vorher auf so wunderbare Weise gespeist hatte, suchte den Herrn und fand Ihn in Kapharnaum. Jesus wußte aber wohl, weshalb die Leute wieder zu Ihm kamen. Sie wollten nochmals so gut gespeist werden wie gestern. Darum tadelt sie der Heiland und sagt: Bemühet euch nicht um vergängliche Speise( um irdisches Brot), sondern um die, welche bleibt zum ewigen Leben, 229 die der Menschenjohn euch geben wird," d. h. suchet jene Speise, durch deren Genuß ihr das ewige Leben erlangen werdet. Dieses Brot, fügte der Heiland bei, werde wunderbarer sein als das Manna, welches die Israeliten in der Wüste gegessen haben. Voll Eifer sprachen die Juden: ,, Herr gib uns immer dieses Brot!" Jesus antwortete: Das Brot, welches Ich geben werde, ist Mein Fleisch für das Leben der Welt," d. h. den nämlichen Leib, den Ich am Kreuze hingeben werde, damit die Menschen das Leben der Gnade haben, will Ich als Brot, als Speise darreichen. Das gefiel nun den Juden nicht. Sie fingen jetzt untereinander an zu streiten, wie es denn möglich sei, daß Jesus ihnen Sein Fleisch zu essen geben könne. Es war das unrecht von den Juden. Hatten sie nicht erst gestern das Wunder der Brotvermehrung geschaut? Und jetzt sagen sie: „ Wie kann uns Dieser Sein Fleisch zu essen geben?" Die Juden hatten den Heiland recht verstanden. Hätte Jesus es anders gemeint, dann hätte Er den Juden sagen müssen, ihr habt Mich falsch verstanden. Thut das Jesus? Nein, Er nimmt Sein Wort nicht zurück, sondern erklärt feierlich: „ Wahrlich, wahrlich sag' Ich euch, " 1 230 wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht essen und Sein Blut nicht trinken werdet, so werdet ihr das Leben nicht in euch haben; denn Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und Mein Blut wahrhaft ein Trant." Nach dieser bestimmten Erklärung des Herrn gingen viele von Seinen Jüngern nicht mehr mit Ihm, sie waren ungläubig, sie wollten nicht glauben, daß Er ihnen wirklich Sein Fleisch zu essen geben könne. Was thut Jesus? Hat Er sie zurückgerufen? Nein! So weh es auch dem göttlichen Herzen Jesu that, so viele ewig verloren gehen zu sehen, Jesus kann. Sein Wort nicht ändern. Sein Wort iſt Wahrheit, und Er verlangt den Glauben an Sein Wort. Ja, Er stellt es sogar Seinen Aposteln frei: entweder glauben oder weggehen. Wollt auch ihr hinweggehen?" spricht Er zu ihnen. Da antwortet Ihm Petrus im Namen der übrigen: " Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, daß Du bist Christus, der Sohn Gottes." Petrus wollte sagen: Deine Worte sind Worte der ewigen Wahrheit, wer Dir glaubt, ist auf dem rechten Weg zum Himmel. Wenn wir jetzt das 231 auch nicht begreifen, was Du uns voin Genuß Deines Fleisches und Blutes gesagt hast, so zweifeln wir doch nicht daran, sondern glauben, daß Du es uns schon möglich machen wirst, Dein hl. Fleisch und Blut zu genießen. Freilich wird es sie wohl gewundert haben, wie das alles noch kommen werde; aber sie blieben bei Jesus und haben die Glaubensprüfung glänzend bestanden. Wie der Heiland das allerheiligste Sakrament eingesetzt hat. Die Apostel werden wohl manchmal einander gefragt haben, wann wird uns wohl der Herr Sein Fleisch zu essen und Sein Blut zu trinken geben? Denn es war schon über ein Jahr, daß Jesus die wunderbare Speise versprochen hatte. Nun war endlich die passende Zeit gekommen, wo der Herr Sein Versprechen erfüllen wollte. Ich habe dir schon erzählt, daß das Osterlamm der Juden ein Vorbild vom hochhl. Altarssakrament war. Die Juden begingen alle Jahre sehr feierlich das Fest des Östermahles. Auch der Heiland ließ jedes Jahr von den Aposteln das Osterlamm bereiten und hielt mit ihnen die vorgeschriebene Festesfeier. Nun sollte aber 232 eine neue Zeit anbrechen; der Alte Bund sollte abgeschafft werden und an seine Stelle der Neue Bund treten. Das, was bisher nur ein Bild gewesen war, das alte Osterlamm, sollte aufhören, und das neue, wahre Osterlamm, Dessen Blut uns wahrhaft vom Würgengel befreit und ewiges Leben uns verschafft, von nun an geopfert werden. Darum beging der Herr am Abend vor Seinem bittern Leiden zum letztenmal die Feier des alten Ostermahles und setzte dann in derselben Stunde, auf demselben Tische das neue Ostermahl, das allerheiligste Sakrament ein. Darum heißt es so schön im Liede: In der Nacht des letzten Mahles saß von Brüdern Er umringt. Aß mit ihnen von dem Lamme nach dem heiligen Geset, reichte dann des Neuen Bundes Himmelskost den Zwölfen dar." Es ist ungemein rührend, was der Heiland unmittelbar vor der Einsetzung des hochhl. Sakramentes gethan hat. Der Evangelist Johannes erzählt es uns( 13, 2-12). Er sagt: ,, Nach gehaltener( Oster-) Mahlzeit, als schon der Teufel dem Judas Iskariot ins Herz gegeben hatte, den Herrn zu verraten, stand Er vom Mahle auf, legte Seine Kleider ab, nahm ein leinenes Tuch und umgürtete Sich damit. Dann goß Er 233 Er, Wasser in ein Becken und fing an, die Füße Seiner Jünger zu waschen und mit dem leinenen Tuche, womit Er umgürtet war, abzutrocknen." Da sieh' die unermeßliche Demut und Liebe deines Heilandes. der König Himmels und der Erde, vor dem die Fundamente des Weltalls zittern, vor dem sich alle Kniee beugen müssen, Er wirft Sich in den Staub vor Seinen Aposteln, wäscht mit Seinen gebenedeiten Händen ihnen die Füße, und thut das sogar an Judas, von dem Er wohl wußte, daß er Ihn verraten werde. Du siehst, wie sehr es dem Herrn daran gelegen war, die Herzen Seiner Apostel mehr und mehr auf den Empfang des allerheiligsten Sakramentes vorzubereiten. Er wollte auch uns allen die Lehre geben, daß unsere Seelen rein sein müssen von der Sünde und geschmückt mit guten Werken, wenn die hochhl. Speise der Seele nüßen soll. Durch die äußere Fußwaschung hat der Herr die Seelen der Apostel auch vom Staub der Sünde gereinigt mit Ausnahme von Judas, welcher der Gnade Gottes sich widersette. Dann hat der Heiland nach vollendeter Fußwaschung ausdrücklich gesagt: ,, Ein Beispiel habe Ich euch gegeben, auf daß auch ihr thut, was Ich euch gethan habe," d. h. auch ihr sollt 234 Werke der Demut und Liebe gegeneinander üben; das macht Jesus ähnlich und die Seele wohl bereitet zum Empfang der Engelsspeise. Nachdem der göttliche Heiland den Aposteln die Füße gewaschen, legte Er Sein Oberfleid wieder an und setzte Sich zu Tische. Nun nahte der hochheilige Augenblick. Das Herz des Heilandes ist voll Feuer und Glut der Liebe zu uns armseligen fündigen Menschen. Diese Liebe zeigt sich auch nach außen. Sein heiligstes Antlig leuchtet, Seine ganze Haltung ist so voll von Majestät und Würde, daß die Apostel Jhn nur mit innigster Andacht und stummer Bewunderung anblicken konnten. So ernst und feierlich, so himmlisch erhaben, so von Liebe und Andacht erglüht, so sahen sie Ihn noch nie. ,, Er muß etwas Großes vorhaben," so werden sie wohl gedacht haben. Da nimmt der Heiland Brot in Seine heiligen Hände, welche soviele Wunder gewirkt haben, blickt voll heiliger Glut zum Himmel, dankt Seinem himmlischen Vater, segnet es, bricht es, gibt es Seinen Jüngern und spricht das allmächtige Wort: ,, Nehmet hin und esset, das ist mein Leib." Dann nimmt Er auch den Kelch mit Wein, dankt, segnet ihn, gibt ihnen denselben und 235 spricht: Trinket alle daraus, denn dies ist mein Blut." So war denn durch das allmächtige Wort Gottes die erste Wandlung geschehen, die Verheißung war erfüllt; die Apostel hatten zum erstenmal das Fleisch und Blut Christi genossen. Jegzt war ihre Wißbegierde gestillt, wie wird es der Herr wohl machen, daß wir Sein Fleisch und Blut genießen können. Der Herr verwandelte das Brot in Seinen Leib; es blieb aber die Form, der Geschmack, das Aussehen, die Gestalt des Brotes. Er verwandelte den Wein in Sein Blut; es blieb aber das Aussehen und der Geschmack des Weines. Brot und Wein sind Speis und Trank, und so ist auch der Leib und das Blut Christi jetzt wahrhaft eine Speise und wahrhaft ein Trank, wie es der Herr in der Synagoge zu Kapharnaum verheißen hatte. Die ungläubigen Juden haben dort geschrieen: Wie kann uns Dieser Sein Fleisch zu essen geben? Die Apostel haben gesagt: Er ist ja Gottes Sohn, Er wird es schon recht machen. Wer hat jetzt recht gehabt und den besten Teil erwählt? Die ungläubigen Juden gingen ewig verloren; die Apostel und alle Gläubigen empfangen den Leib und das Blut des Herrn und retten ihre Seelen fürs ewige Leben. 236 Wie der Heiland für alle Menschen und für alle Zeiten den Abendmahlstisch bereitet hat. Du hast jetzt gehört, daß die Apostel so glücklich waren, des Heilands Fleisch und Blut zu genießen. Wie steht es aber mit den Menschen, welche nach den Aposteln und bis ans Ende der Zeit leben? Bekommen diese auch noch die göttliche Speise und wie hat es der Heiland gemacht, daß Er immer bei uns sein kann? Das lesen wir bei den Evangelisten, welche uns die Feier der Einsetzung des allerhl. Sakramentes beschrieben haben. Sie sagen uns nämlich, daß der Heiland gleich beim letzten Abendmahl Seinen Aposteln die Gewalt gegeben hat, Brot und Wein in Seinen HI. Leib und in Sein hl. Blut zu verwandeln. Er that das mit den Worten: Thut das zu meinem Angedenken." Sie erhielten also den Befehl, das Gleiche zu thun, was der Herr gethan hat. Wenn aber der liebe Gott jemand einen Befehl gibt, so gibt Er ihm zugleich auch die Gewalt dazu, den Befehl auszuführen. Das haben die Apostel schon gewußt. Denn als sie früher schon vom Herrn ausgesandt waren, Kranke zu heilen, Teufel auszu 237 treiben, so haben sie auch nicht lang gefragt: Ja, Herr, können wir es aber auch? Sie gehorchten, trieben Teufel aus, salbten die Kranken mit Del und heilten sie. Das hast du selbst in der Biblischen Geschichte gelesen. Auf Befehl des Herrn haben nun die Apostel den Leib und das Blut des Heilandes bereitet und den Christen diese göttliche Speise ausgeteilt. Weil aber die Apostel nicht überall sein konnten, wo durch ihre Predigten Christengemeinden entstanden. waren und weil sie auch nicht immer am Leben blieben, so weihten sie nach dem Befehl des Herrn fromme Männer zu Bischöfen und Priestern und gaben ihnen durch die Weihe die gleiche Gewalt, welche die Apostel hatten, nämlich Brot und Wein in den Leib und das Blut des Heilandes zu verwandeln. Die Bischöfe haben wieder andere zu Bischöfen und Priestern geweiht, und so ging es fort bis auf den heutigen Tag und wird so fortgehen bis ans Ende der Welt nach der Anordnung des Heilandes, die Er insbesondere nach Seiner Auferstehung während der vierzig Tage, wo Er noch auf Erden weilte, den Aposteln gab. Du hast ja im. Katechismus gelernt, daß Jesus nach Seiner Auferstehung den Aposteln, besonders dem Betrus, verschiedene Vollmachten und Unter 238 weisungen zum Besten Seiner Kirche gab. Wo also ein fatholischer Priester ist, da kann er auch das hochhl. Sakrament bereiten; er thut das bei der hl. Messe, wo er ganz das Gleiche thut und spricht, wie der Herr selbst beim letzten Abendmahle; er nimmt Brot und Wein in seine Hände, ſegnet beide und spricht darüber dieselben Worte, wie Jesus sie gesprochen:„ Das ist Mein Leib, das ist Mein Blut." Und in demselben Augenblick ist auch das Brot in den hl. Leib Christi und der Wein in das heil. Blut des Herrn verwandelt. Sofort sinkt der Priester in die Kniee und betet den lieben Heiland an, und die Wandlungsglocke verkündet es der ganzen Pfarrgemeinde, daß Jesus wieder vom Himmel auf den Altar herabgestiegen und ladet alle, auch die nicht in der Kirche sind, zur Anbetung ein. Du siehst also, daß du die Apostel am Abendmahlstisch nicht zu beneiden brauchst, denn an jedem Kommuniontisch empfängst du aus der Hand des Priesters denselben Heiland, den die Apostel beim Abendmahle aus Seiner eignen Hand empfangen haben. Darum juble und frohlocke auch du, daß dein Jesus dir so nahe ist und im allerheiligsten Sakrament dir Seelenspeise ist auf der Reise in die Ewigkeit. 239 C. Nachgeschichte des allerheiligsten Altarssakramentes. Wie die katholische Kirche und die Gläu. bigen gegen das allerhl. Sakrament fich ver. halten haben. Die Apostel haben wohl gewußt, daß der Heiland den Menschen nichts Kostbareres vermachen konnte als Sich selbst im allerheiligsten Sakrament. Darum lag es ihnen sehr am Herzen, den Befehl des Herrn zu vollziehen: Thut dies zu meinem Angedenken!" Gleich nach der Herabkunft des Hl. Geistes am Pfingstfeste feierten sie die Hl. Messe im Abendmahlssaal und in den Häusern frommer Christen. Dabei kommunizierten die ersten Christen jedesmal. Es heißt nämlich in der Apostelgeschichte ( 2, 46): Täglich verharrten sie( die Gläubigen) im Brotbrechen und genossen die Speise im Jubel und in der Einfalt des Herzens." Das Brotbrechen war aber nichts anderes als die Feier der hl. Messe; der Apostel nahm, wie der Heiland beim letzten Abendmahle, Brot, segnete es und brach es und gab als Speise den Gläubigen den Leib des Herrn, den sie mit großer Herzensfreude empfingen. Doch warnt auch schon der Hl. Apostel Paulus, der vom lieben 11 240 Heiland besonders unterrichtet worden war, vor der unwürdigen Kommunion. In seinem ersten Briefe an die Christen zu Korinth ( 11, 23-30) fagt er: Ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch überliefert habe, daß der Herr Jesus in der Nacht, in welcher Er verraten wurde, das Brot nahm und dankte, es brach und sprach: Nehmet hin und esset, das ist Mein Leib, der für euch hingegeben wird; thut dieses zu meinem Angedenken. Desgleichen( nahm Er) nach dem Abendmahle auch den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blute; thut dies, so oft ihr trinket, zu Meinem Andenken. Denn so oft ihr dieses Brot esset und diesen Kelch trinket, sollet ihr den Tod des Herrn verkündigen, bis Er kommt. Wer nun unwürdig dieses Brot ißt oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig des Leibes und Blutes des Herrn. Der Mensch aber prüfe sich selbst und so esse er von diesem Brote und trinfe aus diesem Kelche. Denn wer unwürdig ißt und trinkt, der ist und trinkt sich das Gericht, indem er den Leib des Herrn nicht unterscheidet. Darum sind unter euch viele Schwache und Kranke und schlafen manche ( im Grabe), das heißt: weil viele unwürdig kommunizieren, darum sind viele 241 frank und elend und müssen früh, oft plößlich sterben. Wie die Apostel vom Herrn selber über Seine wirkliche Gegenwart im hochheiligsten Sakrament belehrt worden sind, so haben sie ihre Nachfolger( den Papst und die Bischöfe) mündlich unterrichtet, und darum hat auch durch alle Jahrhunderte hindurch die hl. katholische Kirche immer geglaubt, daß im hhl. Sakrament Chrifti Fleisch und Blut ist. Als in den ersten drei Jahrhunderten die Kirche blutig verfolgt wurde, da hielten die Christen häufig den Gottesdienst in tiefen, unterirdischen Höhlen, Katakomben genannt. Um zur Marter gestärkt zu sein, kommunizierten sie fast täglich. Tu haft Seite 205 gelesen, wie sehr den Christen daran lag, den Gefangenen, bevor sie gemartert wurden, den Leib des Herrn zu bringen, und wie selbst Kinder lieber den Tod litten, als Jesus im hhl. Sakrament von den Heiden verunehren zu lassen. Als mit Kaiser Konstantin die blutige Verfolgung aufgehört hatte, und die Kirche sich wieder herzhaft ob der Erde sehen lassen durfte, da wendete sie alles auf, um das allerhl. Sakrament zu verherrlichen. Prachtvolle Gotteshäuser wurden erbaut, schmucke Altäre errichtet, goldene und silberne Ge16 Weißer Sonntag. 242 fäße für das hochhl. Sakrament bereitet. Fürsten und Unterthanen, Gelehrte und Ungelehrte, Reiche und Arme, Kinder und Greise, aus allen Völkern, Stämmen und Sprachen siehst du am hl. Tische knieen und mit aufgehobenen Händen um das Himmelsbrot bitten. Im Mittelalter trat leider eine größere Lauigkeit im Empfang der hl. Kommunion ein, deswegen erließ die Kirche im Jahre 1215 das vierte Kirchengebot, in welchem sie befiehlt, daß die Christen wenigstens einmal im Jahre die hl. Kommunion empfangen müssen, wenn sie noch als Kinder der Kirche angesehen sein wollen. Bald darauf, im Jahre 1264, ordnete Papst Urban IV. an, daß das Fronleichnamsfest in der ganzen katholischen Kirche gefeiert werde. Wiederum wetteifert die ganze Christenheit, unsern Hergottstag" so festlich als möglich zu begehen. Voll heiliger Freude beeilt sich jeder wahre Katholik, mitzuhelfen, was er kann, zum Schmuck der Kirche und zur Verherrlichung des hochheiligen Tages. Mit Kränzen und Blumen werden die Häuser und Altäre, die Straßen mit Maien verziert, und klein und groß, jung und alt begleitet den Heiland bei der feierlichen Prozession; fromme Jubellieder 243 erschallen, daß der Herr so nahe bei uns ist und heute die Fülle des Segens spendet, wo immer Er vorübergeht. Als in der neuern Zeit die sogenannten Reformatoren allerlei falsche Lehren über das hochhl. Altarssakrament aufbrachten und besonders in Deutschland viele Christen vom wahren Glauben wegrissen, da erhob sich wiederum die hl. kathol. Kirche und legte in der Kirchenversammlung zu Trient die katholische Lehre über das Altarssakrament klar und deutlich auseinander. Wie einst der Heiland die ungläubigen Jünger hatte gehen lassen, ohne sie zurückzurufen, so hat auch die Kirche, so weh es ihr that, erklären müssen, daß alle diejenigen nicht ihre Kinder sein können, welche nicht bekennen, daß der Heiland wahrhaft, wirklich und wesentlich im allerheiligsten Sakrament zugegen ist. Viele sind abgefallen; dagegen geben sich jetzt die treu gebliebenen nur um so mehr Mühe, Jesus im hl. Sakrament alle Ehre und Liebe zu erweisen, die Ihm gebührt. Die Bischöfe lassen jetzt abwechslungsweise in ihren Pfarreien das ganze Jahr hindurch ,, ewige Anbetung" halten; ganze Ordensgenossenschaften haben es sich zur Regel gemacht, daß Tag und Nacht wenigstens einige der ihrigen vor dem Tabernakel in 16* 244 Anbetung fnieen. Was soll ich sagen von Tausend und abermal Tausenden aus allen Ständen, denen es Luft und Wonne ist, nach des Tages Last und Hiße noch ein Viertelstündchen beim lieben Herrgott zu weilen und Ihm alles zu sagen, was das Herz noch drückt. Und wie der Herr einst im Judenlande Hilfe und Segen spendete allen, die Ihn in ihrem Elend gläubig anriefen, so erhört Er auch jetzt noch vom Tabernakel aus alle, die mit Glauben zu Ihm kommen, und wirkt bis auf den heutigen Tag große Wunder. So wurde erst vor wenigen Jahren( 1865) ein adeliges Fräulein, Anna v. Clery in Metz, die schon viele Jahre lang gelähmt und von den Aerzten als unheilbar erklärt worden war, als sie zur ewigen Anbetung sich in die Kirche hatte tragen lassen, vor dem Allerheiligsten plötzlich geheilt, so daß sie ohne Beihilfe aufstehen und gehen konnte. So lesen wir jetzt, daß viele Kranke und Bresthafte, denen die Aerzte nicht helfen konnten, nach Lurd( Lourdes) reisen, einem berühmten Wallfahrtsort der lieben Mutter Gottes. Die Jahrbücher berichten aber, daß manche Kranke gerade beim Vorüberzug des Heilandes in feierlicher Prozession, also vor dem hochhl. Sakrament, oder wäh 245 rend der Anhörung der hl. Messe nach dem Empfang der Hl. Kommunion geheilt wurden. Es ist auch gar nicht zu verwundern, warum das nicht so sein sollte, wenn ein Kranker den lieben Heiland im hochhl. Sakrament so inbrünstig und glaubensvoll anruft, wie es das kananäische Weib gethan hat und der Blinde am Wege. Der Tabernakel ist und bleibt der heiligste Ort, wo wir immer den reichsten Segen für Leib und Seele empfangen können. Nicht umsonst hat der Heiland gesagt: O ihr alle, die ihr mühselig und beladen seid, kommet zu Mir, Ich will euch erquicken. Den Ungläubigen zulieb hat der liebe Gott schon viele Wunder mit dem allerheiligsten Sakrament gewirkt. Bald hat Sich der liebe Heiland in der hl. Hoftie gezeigt als ein Kind, bald als guter Hirte oder auch unter irgend einer andern Gestalt. An einem Orte sind Wunder geschehen am hl. Blute im Kelch, an einem andern wieder am Leib des Herrn in der heil. Hoftie. Viele Ungläubige und Frrgläubige haben sich bei solchen Wundern bekehrt. Der gläubige Katholik braucht kein Wunder. Das Wort des Heilandes genügt ihm, der gesagt hat:„ Ich bin es!" Dagegen haben wir doch eine große Freude, 246 wenn der liebe Gott die Ungläubigen an Sich zieht und wir besuchen mit Jubel und Frohlocken solche Orte, welche bis auf den heutigen Tag Zeugnis geben von den Wundern, welche der liebe Gott mit dem allerheiligsten Sakrament gewirkt hat. So ist eine berühmte Wallfahrtskirche zum hochheiligen Sakrament in Walldürn in Baden; ebenso in Augsburg zum wunderbaren Gut". Nach Deggendorf in Bayern wallfahren jährlich oft 30-40 000 Menschen zum heiligsten Mirakel". In dem Eucharistie- Buch von Ott( Regensburg, Pustet) fannst du über diese und viele andere Wallfahrtsorte dich genauer unterrichten; auch belehrt dich ausführlich das gleiche Buch, wie die Kirche und die gläubigen Christen in allen Jahrhunderten das hochheilige Satrament als ihr höchstes Gut geehrt und geliebt haben und gerne bereit waren, auch das Leben herzugeben für den Glauben an die Gegenwart des Herrn im allerheiligsten Sakrament. 11 Zweiter Teil. Gebete für Kommunikanten- Kinder. 1. Morgengebet. ( Mache gleich nach dem Erwachen das heilige Kreuz, steh' rasch auf, wenn du geweckt wirst, und gewöhne dich auch, immer folgende Verschen zu beten:) Beim Erwachen: Zu Dir erwach' ich, lieber Gott, Lehr' mich stets halten Dein Gebot, Daß ich nichts denke, thue, sag',- Was Dir, o Gott, mißfallen mag. - - - Beim Ankleiden: Ich ziehe, Herr, die Kleider an;- führe mich O die Tugendbahn!- Lass' mich nach Deinem Willen leben Und eifrig nach dem Himmel streben. Beim Waschen: Durchs Wasser, das geflossen ist- Aus Deiner Seit', Herr Jesu Christ',- Wasch' rein mein 248 Herz, verwirf mich nicht,- O Herr, von Deinem Angesicht! ( Bist du angekleidet, so kniee dich nieder und bete noch vor dem Morgenessen:) Im Namen meines gekreuzigten Herrn Jesu Christi stehe ich auf, der mich erlöset hat mit Seinem kostbaren Blute. Derselbe wolle mich behüten vor allem Uebel an Leib und Seele, wolle mir auch alles geben, was mich befördern und mich bekräftigen möge in allem Guten zum ewigen Leben. Amen. Erweckung der drei göttlichen Tugenden. O mein Gott! ich glaube fest und unbezweifelt alles, was Du uns durch Deine heilige katholische Kirche zu glauben lehrest, weil Du, die ewige, unfehlbare Wahrheit, solches geoffenbaret haft. O mein Gott! ich hoffe um der Verdienste Jesu Christi willen von Dir Verzeihung meiner Sünden, Deine Gnade und das ewige Leben zu erlangen, weil Du, allmächtiger, barmherziger und getreuer Gott, solches versprochen hast. O mein Gott! ich liebe Dich von ganzem Herzen und über alles, weil Du 249 mein bester Vater, und das höchste, liebenswürdigste Gut bist. Deinetwegen liebe ich auch meinen Nächsten, Freund oder Feind, wie mich selber. Amen. ( Ablaß von 7 Jahren und 7 Quadrag. Benedikt XIV.) Erweckung der guten Meinung. O mein Gott! ich opfere Dir auf alle meine Gedanken, Worte und Werke und Leiden des heutigen Tages zu Deiner größern Ehre und Verherrlichung; ich vereinige alles mit den unendlichen Verdiensten unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi am Kreuze. Ich nehme mir fest vor, alle Sünden heute sorgfältig zu meiden, besonders diese welche mein Hauptfehler ist. Gebet zum heiligen Schutzengel. Engel Gottes, mein Beschüßzer, dem des Höchsten Vaterliebe mich empfohlen, erleuchte, beschüße, regiere und leite mich. Amen. ( 100 Tage Ablaß. Pius VI.) Gebet zur lieben Mutter Gottes um Bewahrung der Unschuld. O meine Königin, o meine Mutter! Ich schenke mich dir ganz und zum Beweise meiner Hingabe weihe ich dir heute 250 meine Augen, meine Ohren, meinen Mund, mein Herz und meine ganze Person, und weil ich dein bin, o gute Mutter, so bewahre mich, verteidige mich als dein Gut und dein Eigentum. Gegrüßet seist du, Maria! usw. Zuflucht der Sünder, bitte für uns! Heilige Jungfrau Maria und heiliger Joseph, bittet für uns und die armen Heidenkinder! Ein Vaterunser zum heiligen Namenspatron. Ein Vaterunser zu St. Joseph und St. Barbara um eine glückselige Sterbstunde. Ich empfehle mich auch in alle heiligen Messen, welche heute in der ganzen Welt gelesen werden, und wünsche alle Ablässe zu gewinnen, welche ich heute durch mein Gebet und meine guten Werke gewinnen kann. ( Wenn du Zeit hast, kannst du jetzt auch die Lesung halten, welche es auf den Tag trifft; dann geh' in Gottes Namen an die Arbeit, bespreng' dich mit Weihwasser und bet' dabei:) Heiliges Blut Christi, wasche mich rein von allen meinen Sünden und bewahre mich vor allen Nachstellungen des bösen Feindes.- Gib auch, o Herr, den armen Seelen die ewige Ruhe! Amen. 251 2. Abendgebet. ( Kniee nieder!) Ich danke Dir, himmlischer Vater, durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn, daß Du mich diesen Tag so gnädig beschüßet haſt. Vergib mir alle meine Sünden und bewahre mich auch diese Nacht; denn in Deine Hände empfehle ich meinen Leib und alles, was ich habe. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Gewalt über mich habe! Gewissenserforschung. Komm', heiliger Geist, erleuchte mich, daß ich alle Sünden, die ich heute begangen habe, recht erkennen und von Herzen bereuen möge. ( Hier erforsche dein Gewissen! Denke, nach, wie oft du heute deinen Hauptfehler wieder begangen hast; dann frage dich: Wie habe ich mich heute verhalten beim Aufstehen beim Morgengebet- bei der heiligen Messe in der Schule bei der Arbeit bei im Umgang mit Eltern Geschwistern- Mitschülern- Dienstboten? 2c. - Hast du noch das Seelenkleid? hast du. Tische - - - - 252 alles durch die gute Meinung heute verdienstlich gemacht vor Gott?) Erwed' Reue und Leid. O mein Gott! es reut mich von ganzem Herzen, daß ich auch heute wieder Dich, meinen gütigsten Vater, das höchste und liebenswürdigste Gnt, erzürnt und beleidigt habe. Um Jesu willen vergib mir meine Sünden! Ich nehme mir fest vor, morgen mich besser in acht zu nehmen und jede Sünde sorgfältig zu fliehen, besonders diese..., welche mein Hauptfehler iſt. ( Wenn es den Tag über gut gegangen und du keiner freiwilligen Sünde dich erinnerst dann danke Gott und freue dich recht herzlich.) Gebet zum heiligen Schutzengel. Engel Gottes, mein Beschützer, dem des Höchsten Vaterliebe mich empfohlen, erleuchte, beschütze, regiere und leite mich. Amen. ( 100 Tage Ablaß. Pius VI.) Gebet zur lieben Mutter Gottes. Unter deinen Schuß und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin! verschmähe nicht unser Gebet in unsern 4 253 Nöten, sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren, o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau; unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin! versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne! Bitt' für uns, o heilige Gottesgebärerin! Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Chriſti! Ein Vaterunser zum heiligen Namenspatron. Ein Vaterunser zu Sar Joseph und St. Barbara um eine glückliche Sterbestunde. Sankt Barbara, du edle Braut, Mein Sterben sei dir anvertraut; O komm' zu Hilf', wenn Unglück droht, Bewahre mich vor jähem Tod, Und mache, daß vor meinem End' Der Herr mich speis' im Sakrament! Ein Vaterunser für die armen Seelen! ( Jetzt besprenge dich mit Weihwasser, bet dabei wie beim Morgengebet, kleide dich ehrbar aus; im Bette sprich nicht mehr mit Geschwistern, sondern bete Schußgebete, bis du einschläfst; wenn du in der Nacht erwachst, bete für die armen Seelen.) Beim Auskleiden: Ich lege, Herr, die Kleider ab,- Bald wird 254 man legen mich ins Grab; Gib Gnade mir im Sterben, den Himmel erben! Lass' mich Beim Niederlegen: Zur Ruhe ich mich niedersent',' ich, Jesu, denk'! An Deinen Tod In Deine Wunden schließ' mich ein, Dann schlaf' ich sicher, keusch und rein. 3. Erste Meßandacht. ¹ - - Einleitung. Vier Fragen. I. Wo wird das heilige Opfer dargebracht? 1. Auf der ganzen Welt äußersten Osten wie im fernsten Westen, 2. in Kirchen und Kapellen, 3. bloß an gesalbter Stätte, dem Altar. Die notwendige Zierde des Altares sind: 1. das Kruzifix, rechts und links davon brennende Wachskerzen, 3. drei geweihte Linnentücher. Das Kruzifix sagt dir: Denk' ans Sterben deines Heilandes; in der Hl. Messe erneuert sich das Opfer Golgathas. Das Licht ver- im 1 Kann auch als Schulmesse" von allen Kindern ges meinsam gebetet werden mit eingefügten Gesängen bet Opferung, Wandlung und Kommunion. Die Pausen werden durch schwache Federstriche bezeichnet. 255 kündet: Am Altare erscheint das Licht der Welt, das erleuchtet, das Herz erwärmt und die Sünde verzehrt. Die drei Linnenund - tücher erinnern an die hl. Grabtücher- an die dreifache Kirche Christi. — II. Wann wird das heilige Opfer dargebracht.? 1. Zu jeder Zeit- wird es bei uns Mittag, so beginnt die Hl. Messe in Südamerika, wo es Morgen wird, 2. überall, aber nur am Vormittag. Das Bild der aufsteigenden Sonne ist Sinnbild des Auferstandenen, welcher der Sonne gleich vom Altare Segen spendet. III. Welches sind die Gewänder, die der Priester am Altare trägt? 1. Die Albe, das Sinnbild der Demut und Reinheit; 2. das Cingulum( Gürtel), Bild der Eingezogenheit; 3. der Manipel ( Schweißtuch ehedem), Bild des Arbeitseifers und der Reue; 4. die Stola; 5. das Meßgewand( Casula, ehedem mantelförmig), das Sinnbild der Liebe. Die Farbe des Meßgewandes kann sein: 1. weiß( Freudenfarbe; an den meisten Tagen des Herrn, Mariens und der Heiligen, die nicht Märthrer waren); 2. rot( Feuer- und Blutfarbe und deshalb Pfingst- und Märtyrerfarbe); 3. violett, die Farbe des bescheidenen Veilchens, zur Buße mahnend, besonders an 256 den Sonntagen von Advent und Fasten; 4. grün( die Frühlingsfarbe, Sinnbild der Hoffnung auf den Himmel), trifft bei Weltpriestern selten zu anderer Zeit, als an einigen Sonntagen nach Erscheinung oder Pfingsten, wenn auf diesen Tag kein Heiligentag oder sonstige Feier fällt; 5. schwarz ( die Karfreitags- und Totenfarbe). IV. Welches ist die Sprache, in welcher die Hl. Messe gelesen wird? Die lateinische: dazu kommt einiges Griechische und Hebräische. Dieselben 3 Sprachen, die beim Kreuzopfer gesprochen wurden, kommen in der heiligen Messe vor. Die Kirche gebraucht als Opfersprache für alle Orte eine und dieselbe; sie thut dieses um der Einheit willen. Der Katholik kann sich so auch im fremdem Lande in der Kirche wie zu Hause fühlen. Für das, was das Volk im einzelnen verstehen soll, wie für die Predigt, sind die verschiedenen Landessprachen im Gebrauche. Vorbereitungsgebet. ¹ 1 Wenn du zur heiligen Messe gehest, so schlage alle weltlichen Gedanken aus dem Sinne und richte die Seele aufwärts zu Gott; denke: ich will jetzt den Kalvarien1 Die erläuternden Bemerkungen sind nach Mey und Schutzengelbrief Nr. 73 bearbeitet. 257 berg hinaufgehen und mit der Mutter Gottes, mit Johannes und Magdalena unter das Kreuz stehen. Es ist keine leere Einbildung, wenn du dir das vorstellest. Auf dem Kalvarienberg hat Jesus Christus Sich aufgeopfert für uns Menschen. Eben das thut Er auch auf dem Altare bei der heiligen Messe. Wie sehr also geziemt es sich, daß du mit ernster Gesinnung kommest und mit frommem Herzen verweilest. Hüte dich vor jeder Unehrerbietigkeit. Durch das Schwätzen in der Kirche raubst du 1. Gott die Ehre, 2. den Engeln die Freude, 3. den Seelen im Fegfeuer die Hilfe, 4. den Nebenmenschen die Andacht und schuldige Erbauung, 5. folgt darauf( wenn die Strafe nicht auf Erden abgebüßt wird) das sehr schmerzliche Fegfeuer. Denk' also daran, daß das Haus Gottes ein Bethaus ist, und sei voll Andacht; du wirst reich belohnt werden. Die Gnaden, welche Jesus Christus am Kreuze verdient hat, werden bei der heiligen Messe ausgeteilt. Gebet. Ewiger, dreieiniger Gott! Vater, Sohn und heiliger Geist! in Deinem heiligen Namen und zu Deiner größern Ehre will ich jetzt dem geheimnisvollen Opfer der heiligen Messe mit möglichster Andacht und Ehrfurcht beiwohnen und Weißer Sonntag. 17 258 dieselbe aufopfern zur Verherrlichung und zum Lobe des dreieinigen Gottes; zum Danke für alle von Gott empfangenen Gnaden und Wohlthaten und vorzüglich zum Dank für die Erlösung durch Jesum Christum; zum Preise der seligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen; zur Genugthuung für alle begangenen Fehler und Sünden; zur Erlangung derjenigen Gnaden, welche sowohl mir als andern zum zeitlichen und ewigen Wohle notwendig sind, ganz besonders aber zur Bewahrung der Unschuld und Reinheit des Herzens. Laß Dir, o dreieiniger Gott, diese meine gute Meinung und Aufopferung wohlgefallen und verleihe mir dasjenige, was für meine ewige und zeitliche Wohlfahrt notwendig ist. Amen. Zum Staffelgebet( bete die offene Schuld). Wenn der Priester am Altare angekommen ist, breitet er ein weißes Tuch, ,, Corporale" genannt, aus und stellt den Kelch darauf. Nachdem er das Meßbuch geöffnet, tritt er an die unterste Stufe des Altares und verrichtet mit dem Ministranten ein Gebet: er fleht um Hilfe und klagt sich als fündiger Mensch an; zum Zeichen der Demut und Reue verneigt er sich tief und TRAPE 259 klopft an seine Brust. Dieses Gebet heißt Staffelgebet", weil es vor den Staffeln oder Stufen des Altares verrichtet wird. Denk an die Stammeltern, wie sie ihre Sünden bereuen, und denk' auch an deine Sünden, erwecke herzliche Reue darüber und bete: Ich armer fündiger Mensch widersage dem bösen Feind, allen seinen Eingebungen in Rat und That. Ich glaube an Gott den Vater, an Gott den Sohn und an Gott den heiligen Geist. Ich glaube auch gänzlich alles, was die katholische Kirche zu glauben vorstellt. In diesem heiligen katholischen Glauben beichte und bekenne ich Gott, dem Allmächtigen, Maria, Seiner hochwürdigen Mutter, allen lieben Heiligen, und gebe mich schuldig, daß ich von meinen kindlichen Tagen an bis auf diese Stunde oft und viel gesündigt habe mit Gedanken, Worten und Werken und Unterlassung vieler guter Werke; wie denn solches alles geschehen ist, heimlich oder öffentlich, wider die zehn Gebote, in den sieben Hauptsünden, an den fünf Sinnen meines Leibes, wider Gott, wider meinen Nächsten und wider das Heil meiner armen Seele. Solche und alle meine Sünden sind mir 17* 260 leid und reuen mich von Herzen; darum bitte ich demütig Dich ewigen, barmherzigen Gott, Du wollest mir Deine göttliche Gnade verleihen, mein Leben fristen so lange, bis daß ich alle meine Sünden möge beichten und büßen, Deine göttliche Huld erwerben und nach diesem elenden Leben die ewige Freud' und Seligkeit erlangen. Deshalb klopfe ich an mein fündiges Herz und spreche mit dem öffentlichen Sünder: O Herr Gott! sei mir armen Sünder gnädig! Amen. Zum Kyrie eleiſon. Der Priester steigt die Stufen wieder hinan, füßt den Altar aus Ehrfurcht vor den Heiligen, deren Reliquien im Altare sind, und liest ein Gebet, Introitus oder Eingang genannt, und fleht dann mit dem Ministranten im Kyrie eleison neunmal um Barmherzigkeit. Bitt' auch du mit den Hirten an der Krippe, mit den zehn Aussäßigen im Evangelium, daß Sich Gott über dich erbarme und deine Seele von den Geschwüren der Sünde heile, und bete: Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser!( Wird dreimal abwechslungsweise zwischen Priester und Meßdiener gebetet.) 261 Zum Gloria. Dieses beginnt mit dem Lobgesang, welchen die Engel in der heiligen Nacht gesungen haben. Bete mit freudigem Herzen dieses Lobgebet, weil auch für dich in Bethlehem der Erlöser geboren wurde, der Sich in all deiner Not und Bedrängnis deiner erbarmen will. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind. O Gott, Dich loben wir, Dich, Herr und König des Himmels, preisen wir wegen Deiner großen Macht und Herrlichkeit. Jesus Christus, unser Herr und Heiland! Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt, erhöre unser Gebet und nimm hinweg unsere Sünden! Der Du sißest zur Rechten des Vaters, erbarme Dich unser! Du allein bist heilig, Du allein der Allerhöchste, Du Jesus Christus mit dem heiligen Geiste in der Herrlichkeit des Vaters. Amen. Kollekte, Epistel und Evangelium. Der Priester wendet sich zum Volke und grüßt: Dominus vobiscum, d. h. Der Herr sei mit euch; der Ministrant antwortet: Et 262 betet. cum spiritu tuo, d. h. Und mit deinem Geiste ( mit dem Geiste des Priesters nämlich). Dann wird für die ganze katholische Kirche gebetet; dieses Gebet heißt Kollekte. Der Priester betet mit ausgespannten Armen.- Du kannst an den greisen Simeon denken, wie er in seinen Armen das Christfind hält und um ein selig' Ende Hierauf wird ein Stück aus der Heiligen Schrift gelesen; es wird Epistel, d. h. Brief, genannt, denn es ist meistens eine Stelle aus den Briefen der heiligen Apostel. Für die kostbaren Lehren sind wir Gott Dank schuldig, darum sagt der Ministrant im Namen der ganzen Gemeinde: Deo gratias, d. h. Gott sei Dank! Auf der andern Seite des Altares wird sodann das Evangelium gelesen. Es ist ein Stück aus den vier Evangelien, d. h. aus jenen vier heiligen Büchern, in welchen die vier Evangelisten: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, uns so viel Erfreuliches vom lieben Heiland erzählt haben. Das Volk hört das Evangelium aus Hochachtung stehend an, der Priester küßt am Schlusse aus Ehrfurcht das Buch und der Ministrant ſagt im Namen der Gläubigen: Lob sei Dir, o Christus! Wir bezeichnen am Anfang mit dem heiligen Kreuze Stirne, Mund und Herz, wodurch wir Gott bitten, Er wolle uns segnen, daß wir die Worte Christi recht verstehen, treu mit dem Munde bekennen und im Herzen bewahren. Stell' dir den Hei 263 land auf dem Berge vor, wie Er dem Volke predigt, und bete die drei göttlichen Tugenden zum Zeichen deines Glaubens, deiner Hoffnung und Liebe zum Worte Gottes. Erwecke die drei göttlichen Tugenden! O mein Gott! ich glaube fest und unbezweifelt alles, was Du uns durch Deine katholische Kirche zu glauben lehrest, weil Du, die ewige, unfehlbare Wahrheit, solches geoffenbaret hast. Vater unser usw. O mein Gott! ich hoffe um der Verdienste Jesu Christi willen von Dir Verzeihung meiner Sünden, Deine Gnade und das ewige Leben zu erlangen, weil Du, allmächtiger, barmherziger und getreuer Gott, solches versprochen hast. Vater unser usw. O mein Gott! ich liebe Dich von ganzem Herzen und über alles, weil Du mein bester Vater und das höchste, liebenswürdigste Gut bist. Deinetwegen liebe ich auch meinen Nächsten, Freund oder Feind, wie mich selber. Amen. Vater unser usw. Zum Credo. An Sonn- und Feiertagen wird nach dem Evangelium das Credo, d. h. der , Glaube', gebetet. Im Evangelium hat Gottes 264 Sohn zu uns geredet. Wir sollen sprechen wie Petrus in Karpharnaum gesprochen Herr, Du hast Worte des ewigen Lebens. Ich glaube fest an Deine Lehre. Bete jetzt das Apostolische Glaubensbekenntnis. Ich glaube an Gott Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde, und an Jesum Christum, Seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geiſte, geboren aus Maria, der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuziget, gestorben und begraben; abgestiegen zu der Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten; aufgefahren in den Himmel, sizzet Er zur Rechten Gottes, des Allmächtigen Vaters, von dannen Er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige, katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen Nachlaß der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Zur Opferung. Was bis jetzt vorausgegangen ist, heißt Vormesse; jetzt beginnt der erste Hauptteil der Hl. Messe. Es wird nun der Kelch enthüllt, der Priester legt Brot und Wein und zuletzt seine Hände als Opfergabe auf 265 den Altar und segnet dann, wie der Herr beim hl. Abendmahl Brot und Wein gesegnet hat. Weihe und opfere auch du dich selbst dem lieben Gott; Er hat dir Leib und Seele gegeben, das schenk' Ihm wieder, indem du Jhm versprichst, die Kräfte des Leibes und der Seele bloß zum Dienste Gottes zu verwenden und nicht zur Sünde zu mißbrauchen. Ewiger Vater! ich opfere Dir auf das Opfer, welches Jesus, Dein geliebter Sohn, am Kreuze durch die Aufopferung Seiner selbst darbrachte und jetzt auf diesem Altare wieder erneuert. Ich opfere es Dir auf im Namen aller Geschöpfe samt jenen heiligen Messen, welche schon dargebracht wurden und in der ganzen Welt noch dargebracht werden, um Dir die gebührende Ehre zu erweisen, um Dir den schuldigen Dank für Deine unzähligen Wohlthaten abzuſtatten, um Deinen göttlichen Zorn zu besänftigen, um Dir die schuldige Genugthuung zu leisten, und Dich um Gnade zu bitten für mich, für die heilige Kirche, für den Heiligen Vater, für die ganze Welt und für die armen Seelen im Fegfener. ¹ 1 Bei der Schulmesse" werden hier zwei Strophen eines passenden Liedes gesungen, z. B. O Jesu, nur zu denken Dein, flößt schon dem Herzen Wonne 2c."(, Cäcilia'). 266 Ich opfere Dir zugleich auf meinen Leib und meine Seele und alles, was ich habe. Nimm hin mein Herz, o süßester Jesu! und, vereinigt mit Deinem heiligsten Herzen, bring' es Deinem himmlischen Vater zum Opfer dar. Gleichwie Brot und Wein in Dein Fleisch und Blut verwandelt werden, so verwandle, verändere auch mein Herz, daß es Deinem allerheiligsten Herzen ähnlich werde. Ich will nicht mehr meinem eigenen Willen, nicht mehr meinen sündhaften Neigungen folgen, sondern mir alle Mühe geben, nach Deinem Willen, nach Deinen Geboten zu leben, damit ich durch all mein Thun und Lassen Dich, meinen Gott, verherrliche, und Dir stets wohlgefällig sei. - Der Priester wendet sich, nachdem er die Opfergaben gesegnet hat, zur Epistelseite zur Händewaschung, zum Lavabo. Du magst an den lieben Heiland denken, wie Er im Abendmahlssaal den Seinigen demütig die Füße wäscht, um sie an die Herzensreinheit zu erinnern, die man zur heiligen Kommunion besitzen muß und aufs neue Reue und Leid über deine Sünden zu erwecken suchen; kehrt der Priester wiederum in die Mitte zurück, wendet sich zum drittenmal( zum jetzt 267 letztenmal vor der hl. Wandlung) zum Volk und spricht: Orate fratres! Betet, Brüder ( Geschwister)! So hat auch der Herr beim Abendmahl die Seinigen gemahnt: Wachet und betét! Folge der Mahnung des Priesters und sprich in der Stille deines Herzens mit dem Ministranten: Der Herr nehme an das Opfer aus den Händen des Priesters zum Lob und Ruhm Seines Namens, zu unserm Heil und zum Besten der ganzen Kirche. Amen. Zur Präfation. Kurz vor Seinem Leiden hat Jesus einen feierlichen Einzug in Jerusalem gehalten; unter großem Jubel ist Er vom Volke aufgenommen worden. Bei der heiligen Messe kommt Jesus auch zu uns, um Sich für uns zu opfern. In wenigen Augenblicken liegt Sein Fleisch und Blut auf dem Altar. Aus Freude darüber. verrichtet die Kirche durch ihren Diener, den Priester, ein Lob- und Dankgebet. Es heißt Präfation, d. h. Vorrede oder Vorbereitung auf die Hl. Wandlung. Erinnere dich, mit welcher Freude die Kinder zu Jerusalem am Palmtag dem Heiland entgegengejauchzt haben, und stimm' ein in ihren Lobgesang, indem du beteſt: - Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserm Gott! Es ist billig und recht. 268 Ja wahrlich: würdig und recht, billig und heilsam ist es, daß wir Dir immer und überall Dank sagen, o heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, durch Jesum Christum, unsern Herrn; durch Ihn loben die Engel Deine Majeſtät, beten an die Herrschaften, zittern die Mächte, die Himmel und die Kräfte der Himmel und die seligen Seraphinen preisen Dich in gemeinsamem Frohlocken. Daß Du mit Ihnen auch unsere Bitten wollest zu Dir kommen lassen, flehen wir, indem wir in demütigem Bekenntnis sprechen: Sanktus. Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott der Heerscharen. Voll sind Himmel und Erde von Deiner Herrlichkeit! Hosanna in der Höhe! Gebenedeit sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe! Vor der heiligen Wandlung. Die Zeit nach Seinem Einzuge in Jerusalem bis zu Seinem Tode brachte Jesus hauptsächlich im stillen Gebete zu für alle Menschen, besonders für Petrus und die übrigen Apostel. Stell' dir Jesum am Delberg betend vor und bete auch du jetzt für 269 die geistliche und weltliche Obrigkeit, für deine Eltern und Vorgesetzten. Allmächtiger, ewiger Gott! liebreichster Vater! ich bitte Dich durch Jesum Christum, Deinen Sohn, erhalte Deine heilige katholische Kirche und beschüße ihre Vorsteher, Papst und Bischöfe; segne meine Eltern und Lehrer, wende alles Unglück ab von ihnen, erhalte sie mir noch lange und belohne sie für alle Sorgfalt und Mühe, welche sie mit mir haben, und für alle Wohlthaten, die sie mir erweisen. Ich bitte auch für meine Geschwister, Verwandte und Freunde; behüte sie vor allen Gefahren des Leibes und der Seele! Deiner Huld empfehle ich auch alle kranken, bedrängten und elenden Menschen; bekehre die Sünder und leite sie wieder auf den Weg der Tugend! Lobwürdige Jungfrau und Mutter Gottes Maria, und ihr Heiligen Gottes alle, besonders ihr, unsere heiligen Namenspatrone, bittet für uns, daß wir durch ein tugendhaftes Leben uns würdig machen, einst auch in eure Gesellschaft zu kommen. Amen. Bei der heiligen Wandlung. Die hochheilige Wandlung ist der wichtigste und heiligste Teil der heiligen Messe. 270 Wir sagen Wandlung" weil jenes Brot und jener Wein, welche bei der Opferung gesegnet worden, durch die Kraft des allmächtigen Gottes verwandelt werden in den Leib und das Blut Jesu Christi. Auf dem Altare ist jetzt der gleiche Leib, der am Kreuze gehangen, dasselbe Blut, das aus des Heilands Wunden geflossen ist. O wie heilsam ist dieses kostbare Blut! Es hat die ganze Welt erlöst. Auch um deiner Sünden willen ist der Sohn Gottes gekreuzigt worden, darum schlag' reumütig an deine Brust und bei der Aufhebung der heiligen Hostie bete: Jesus, Dir leb' ich; Jesus, Dir sterb' ich; Jesus, Dein bin ich tot und lebendig. Amen. ( Bei der Aufhebung des Kelches mit dem heiligen Blute bete:) Ewiger Vater! ich opfere Dir auf das kostbare Blut Jesu Christi zur Sühne für meine Sünden und für die Anliegen der heiligen Kirche. Amen. ( 100 Tage Ablaß.) Nach der heiligen Wandlung. Wie Christus der Herr mit ausgespannten Ärmen am Kreuze für 271 uns betete, so betet jetzt auch der Priester mit ausgestreckten Armen; und wie Christus nach Seinem Tode in die Vorhölle zu den Verstorbenen hinabstieg, um sie zu trösten, so gedenkt auch jetzt der Priester der armen Seelen im Fegfeuer; bet' auch du jetzt so innig und herzlich, als es dir möglich ist, für dich und deine Verstorbenen. 1 Göttlicher Erlöser, der Du jetzt wirklich und wesentlich auf dem Altare gegenwärtig bist, Du hast Deine Liebe zu uns armen Sündern nicht kräftiger zeigen können, als daß Du Dein Leben für uns hingabst. Und obwohl wir Deine Feinde waren, so hat Sich doch Dein süßes Herz durchstechen lassen, um uns in Seine heilige Wunde zu verbergen. O mein Gott, dieses Dein liebendes Herz will auch ich lieben, so gut ich es vermag; ich lobe dasselbe für Seinen Opfertod und bereue alle meine Sünden, durch welche ich Dich so oft beleidigt habe. Bringe dem ewigen Vater Deine unendliche Liebe für mich dar und entzünde auch durch Deine gebenedeite Gegenwart mein Herz mit Liebe, damit ich Dich von 1 Bei der Schulmesse wird anstatt der Gebete bis zum Paternoster ein passendes Lied gesungen, zum Beiſpiel O Jesus, Dir leb' ich". 272 ganzem Herzen liebe und es durch einen tugendhaften Wandel zeigen möge. Ich empfehle Dir, o Herr, die Seelen aller, welche in der Gnade Gottes von dieser Welt geschieden sind und jetzt noch im Fegfeuer leiden, besonders meine lieben Laß Dein kostbares Blut in ihre Flammen fließen; erquicke sie und erlöse sie aus ihren Beinen. Liebe Mutter Gottes! die du deinen Sohn am Krenze leiden und sterben sahst, erbitte mir die Gnade, daß ich meinen gekreuzigten Heiland liebe, damit Sein Kreuz mein Trost sein möge in meiner Sterbestunde. Stehe alsdann auch mir bei, wie du deinem Sohne beigestanden, damit ich eine glückliche Sterbestunde erlange und in der Gnade Gottes verscheide. Zum Paternoster. Durch Deinen Befehl und Untericht, o Jesu, ermutigt, wage ich zu beten: Vater unser, der Du bist in dem Himmel, geheiliget werde Dein Name; zukomme uns Dein Reich; Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden: gib uns heute unser tägliches Brot; vergib uns unsere Schulden wie auch wir vergeben unsern Schuldigern; 273 und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Uebel. Amen. Wir bitten Dich, o Herr! erlöſe uns von allen vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Üebeln, und durch die Fürbitte der seligsten, glorreichen, allezeit jungfräulichen Gottesgebärerin Maria, Deiner heiligen Apostel Petrus und Paulus, Andreas und aller Heiligen, schenke uns Frieden in unsern Tagen, damit wir unter Deinem Beistande von jeder Sünde frei und vor aller Verirrung bewahrt werden durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. Zum Agnus Dei. Bevor der Priester den hochheiligen Leib des Herrn genießt, betet er noch vorher, daß dieser Genuß für ihn und alle Christen recht heilsam werden möge. Darum spricht er zuerst dreimal das Gebet Agnus Dei, d. h. O Du Lamm Gottes! Unter diesem „ Lamm Gottes" ist Jesus Christus gemeint, der ja auf geheimnisvolle Weise auf dem Altare gegenwärtig ist und der Sich am Kreuze wie ein Lamm hat schlachten lassen, um uns den Frieden mit Gott wieder zu erlangen. Es folgen dann noch einige andere Gebete zur Vorbereitung auf die heilige Kommunion. Du kannst da an die Jünger Weißer Sonntag. 18 274 auf dem Wege nach Emaus denken, die den auferstandenen Heiland am „ Brotbrechen" erkannt haben. O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser! O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser! O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, schenk' uns den Frieden! Zur heiligen Kommunion. Der Priester betet dreimal: Domine non sum dignus, d. h.: O. Herr, ich bin nicht würdig, dann genießt er den Leib und das Blut Jesu Christi. Dieser Genuß wird Kommunion" genannt, d. h. Gemeinschaft oder Vereinigung, weil wir dadurch mit Jesus Christus vereinigt werden. Erwecke auch du ein inniges Verlangen nach Jesus im allerheiligsten Sakramente, kommuniziere geistlicherweise und bete: Mein Herr und Gott! welch ein Glück wäre es für mich, wenn ich jetzt das heiligste Sakrament, welches Du beim letzten Abendmahl eingesetzt hast, mit dem Priester am Altare genießen dürfte! Allein ich bekenne es: Herr! ich bin nicht würdig, daß Du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur Ein Wort, so wird 275 gesund meine Seele.( Dreimal.) Mit Dir, o mein Jesu, möchte ich immer vereiniget sein! Deswegen bitte ich Dich herzinniglich, komm' doch geistigerweise zu mir und bleib' bei mir mit Deiner Gnade! Vermehre meinen Glauben, stärke meine Hoffnung, entzünde mich mit Deiner Liebe; in Liebe will ich mit Dir leben und sterben. Amen. Bei der Schulmesse wird hier anstatt der legten Gebete wieder ein passendes Lied gesungen( Marienlied). Zu den letzten Bittgebeten. Nach der heiligen Kommunion verrichtet der Priester noch mehrere Gebete als Danksagung und zur Fürbitte für die Anliegen der Gläubigen; du magst an den Heiland denken, wie Er auf dem Delberg für die Seinigen gebetet hat, bevor Er zum Himmel aufgefahren ist. Dann begrüßt der Priester wiederum das Volk mit dem Gruße: Der Herr sei mit euch! und setzt hinzu: Ite, missa est, d. h. Gehet, das heilige Meßopfer ist vollbracht! gibt den Segen und liest zum Schluß den Anfang aus dem Evangelium des Hl. Johannes; das sind gar heilige und kräftige Worte, vor denen die bösen Geister fliehen. Bitte den Heiland, Er möge auch dich durch die Hand des Prie18* 276 sters segnen, wie Er einst die Kinder gesegnet hat, und verrichte noch folgende Gebete: Noch einmal erhebe ich flehentlich meine Hände zu Dir, allmächtiger Gott! und bitte Dich, Du wollest um der Verdienste Deines Sohnes und Seiner Heiligen willen mir und allen, für die ich zu beten mir vorgenommen habe, die Früchte dieses heiligen Opfers zukommen lassen. Segne mich und alle Menschen, daß wir alle im Frieden leben, einander aufrichtig lieben, Deine Gebote halten, als wahre Christen zu Deiner Ehre leben und selig sterben. Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des hl. Geistes, komme auf uns herab und bleibe bei uns allezeit! Amen. Schlußgebet. Ich will diesen heiligen Ort nicht verlassen, lieber Gott! ohne Dir noch einmal für alle Gaben und Gnaden, besonders für die große Wohlthat zu danfen, daß ich wieder dem hochheiligen unblutigen Opfer Deines Sohnes beiwohnen durfte. Verzeihe mir, wenn ich nicht so andächtig und gesammelt war, als ich hätte sein können und sollen, und gib 277 mir die Gnade, daß alles, was ich heute denken, reden, thun oder leiden werde, zu Deiner Ehre und zu meinem Heile gereichen möge. Amen. 4. Zweite Mekandacht. ( Zur Verehrung des hh. Altarssakramentes.) Vorbereitungsgebet. Allmächtiger Gott, Schöpfer Himmels und der Erde! Es naht die feierliche Stunde, wo der Priester zum Altare tritt und das große Opfer, welches Dein eingeborner Sohn, unser Herr und Heiland Jesus Christus, zur Erlösung des menschlichen Geschlechtes blutig am Stamme des heiligen Kreuzes darbrachte, unblutigerweiſe vor meinen Augen erneuert wird. Ich will dieser hl. Messe auf eine Dir wohlgefällige Weise beiwohnen und dadurch aller Verdienſte teilhaftig werden, die uns Jesus Christus durch Sein bitteres Leiden und Sterben erworben hat. Gib mir dazu Deine Gnade. Amen. Zum Staffelgebet. Mit dem Priester trete ich hin an die Stufen Deines hl. Altares, allmächtiger Gott! Aber wenn ich armer Sünder 278 der Menge meiner Vergehen und der Größe meiner Unwürdigkeit gedenke, so sollte mich Angst und Zittern befallen. Denn ich bin ja schuldbefleckt an Leib und Seele und habe weder meinen Geist noch meine Zunge im Baum gehalten. Darum, o gütigster Gott, fliehe ich in meiner Not zu Dir, der Quelle der Barmherzigkeit. Zu Dir eile ich, um geheilt zu werden, bei Dir suche ich Schuß, bei Dir flehe ich um Gnade, weil ich vor Deinem Gerichte nicht bestehen kann. Dir, D Herr, zeige ich meine Wunden, Dir gestehe ich mein Elend. Sieh' mich an mit den Augen Deiner Barmherzigkeit, o Herr Jesu Christe, der Du für uns Menschen gekreuzigt worden bist. Es reut mich, daß ich gesündigt, und ich wünsche zu ersetzen, was ich verbrochen habe. Nimm also weg von mir alle meine Sünden und Missethaten, verleihe mir eine wahre Andacht, damit ich würdig diese hl. Messe höre und dadurch Gnade und Barmherzigkeit erlange. Amen. Zum Kyrie und Gloria. Preis, Dank und Anbetung sei Dir, o allmächtiger, ewiger Gott, der Du uns Deinen eingebornen Sohn gesendet haſt, 279 auf daß Er uns von unsern Sünder: befreie und mit Dir wieder aussöhne. Ehre, Lob und Preis sei Dir, Herr Jesu Christe, der Du auf wunderbare Weise bei uns im allerheiligsten Sakramente wohnest. Erbarme Dich unser und vergib uns alle Sünden, wodurch wir Dich im hh. Sakramente beleidigt haben. Ehre, Lob und Preis sei Dir, hl. Geist, der Du uns erleuchtest, stärkest und tröstest. Dir, o allerheiligste Dreieinigkeit, Vater, Sohn und hl. Geist, sei Preis, Dank und Anbetung in alle Ewigkeit. Amen. Zu den Kollekten. O Gott, der Du uns in dem wunderbaren Sakramente das Andenken Deines Leidens und Todes hinterlassen hast, gib, daß wir die heilige Feier Deines Leibes und Blutes so begehen, daß wir den Segen Deiner Erlösung stets in uns empfinden mögen.- O Jesus, Du, die Liebe selbst, den wir hier unter den Gestalten des Brotes gläubig anbeten, o sende Deine Gnade in unsere Herzen, daß wir keine größere Freude kennen, als mit Dir durch den Genuß Deines hochheiligen Leibes und Blutes hier auf das innigste 280 vereinigt zu werden und in dieser Vereinigung ewig zu verharren. Amen. Zur Epistel.( 1 Kor. 11, 23-24.) Brüder! ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch auch überliefert habe, daß der Herr Jesus in der Nacht, in welcher Er verraten wurde, das Brot nahm und dankte, es brach und sprach: „ Nehmet hin und esset, das ist Mein Leib, der für euch hingegeben wird; dieſes thut zu Meinem Andenken!" Desgleichen nahm Er auch nach dem Abendmahle den Kelch und sprach:„ Dieser Kelch ist der neue Bund in Meinem Blute; thut dieses, so oft ihr trinket, zu meinem Andenken!" Denn so oft ihr dieses Brot esset und diesen Kelch trinket, sollt ihr den Tod des Herrn verkünden, bis Er kommt. Wer mun unwürdig ist, oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig des Leibes und Blutes des Herrn. Der Mensch aber prüfe sich selbst und so esse er von diesem Brote und trinke aus diesem Kelche. Denn wer unwürdig ist und trinkt, der ist und trinkt sich das Gericht, indem er den Leib des Herrn nicht unterscheidet. 281 Zum hl. Evangelium.( Joh. 6.) ( Verheißung des heiligen Abendmahles in Kapharnaum.) PP In derselben Zeit sagte Jesus zit den Scharen der Juden: Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und Mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer Mein Fleisch ist und Mein Blut trinkt, der bleibt in Mir und Ich in ihm. Gleichwie Mich der lebendige Vater gesandt hat und Ich um des Vaters willen lebe, so wird auch der, welcher Mich ist, um Meinetwillen leben. Dieses ist das Brot, welches vom Himmel herabgekommen ist, nicht wie das Manna, daß eure Väter gegessen haben und gestorben sind. Wer dieses Brot ist, wird ewig leben." Zum Credo bete das Apostolische Glaubensbekenntnis. Zum Offertorium. Empfange, o himmlischer Vater, dieses reine Brot, welches der Priester am Altare Dir jetzt darbringt und welches in den heiligsten Leib Deines göttlichen Sohnes bald wird verwandelt werden. Wir opfern Dir auch auf den Kelch 282 des Heiles und flehen zu Deiner Güte, daß derselbe im Angesichte Deiner Majestät für unser Heil und zum Segen der ganzen Welt mit lieblichem Wohlgeruche zu Dir emporsteige. Mit dieser Opfergabe des Priesters bringe ich auch mich selbst Dir dar. Nimm an, o Herr, meinen Willen, mein Gedächtnis, meinen Verstand, meinen Leib und meine Seele und alles, was ich habe. Alles ist von Dir, und ich überlasse es Dir wieder. Gib mir mur Liebe zu Dir und Deine Gnade und ich bin reich genug und suche nichts weiter. Amen. Zum Stillgebet nach dem Orate fratres. O Jesu! der Du uns Deinen heiligen Leib und Dein heiliges Blut zur Seelenspeise hinterlassen hast, gib uns die Gnade, jederzeit an diesem hl. Geheimnisse mit so wahrer Andacht teilzunehmen, daß unser Glaube immer herzlicher und tugendreicher werde und wir durch ihn das ewige Leben erhalten. Amen. Zur Präfation. Ich erhebe nun mein Herz, heiligſter Gott! Dich dankbar zu preisen durch 283 Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn, der Seinen Leib und Sein Blut zu einem Versöhnungsopfer für uns dargegeben hat, das auch heute noch auf diesem Altare in Brot- und Weingestalten geheimnisvoll erneuert wird, damit wir Seines Opfertodes und Seiner unendlichen Liebe niemals vergessen, sondern durch den Genuß dieser göttlichen Speise mit Mut und Kraft zur Tugend erfüllt, zur Gegenliebe entflammt und, mit Ihm vereinigt, der seligen Unsterblichkeit teilhaftig werden. Von dieser unendlichen Liebe und Güte gerührt rufen wir deswegen mit allen Chören ber Engel und allen Heiligen im Himmel: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott der Heerscharen. Himmel und Erde sind voll Deiner Herrlichkeit! Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem hl. Geiste, wie sie war von Anfang, so jetzt und zu ewigen Zeiten. Amen. Vor der hl. Wandlung. Ich bitte Dich, o barmherziger Gott, durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn, Du wollest im gnädigen Hinblick auf dieses Opfer Deines Sohnes 284 schützen und regieren Deine hl. katholische Kirche. Bewahre sie im Frieden, breite sie aus und führe sie zum Siege in der ganzen Welt. Gieße Deinen besondern Segen aus über den obersten Hirten, den Papst N., unsern Bischof N. und alle Bischöfe und Priester der Kirche, über unsern Landesherrn und all die christlichen Könige und Fürsten. Gedenke auch, o Herr, meiner lieben Eltern, Geschwister, Anverwandten, Freunde und Wohlthäter und aller, für welche ich zu beten schuldig bin. Verleihe ihnen durch Deine mildreiche Güte alles, was sie an Seel' und Leib zu ihrer zeitlichen und ewigen Wohlfahrt bedürfen. Erbarme Dich der Sünder, der Irrgläubigen und Ungläubigen, der Betrübten und Notleidenden, der Kranken und Sterbenden. Erbarme Dich endlich auch meiner; komm' mir zu Hilfe in allen meinen Nöten, und nach diesem irdischen Leben nimm mich auf zu Dir in die ewige Freud' und Seligkeit! Amen. Zur hl. Wandlung. ( Bei der Aufhebung der hl. Hoſtie.) Jeju, wahrer Gott und Mensch, der Du hier unter der Gestalt des Brotes 285 wahrhaft und wesentlich gegenwärtig bist, ich bete Dich in tiefster Ehrfurcht an. O Jesus, Dir leb' ich; o Jesus, Dir sterb' ich; o Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tod. O Jesus, sei mir gnädig; o Jesus, sei mir barmherzig; o Jésus, verzeih' mir meine Sünden! Amen. ( Bei Aufhebung des Kelches.) O Jesus, ich bete an Dein hh. koſtbares Blut, hier unter der Geſtalt des Weines im Kelche gegenwärtig. Du wahres Blut Jesu Christi, vergossen am Stamme des hl. Kreuzes zur Erlösung der fündigen Menschheit, wasche mich rein von allen meinen Sünden. Amen. Nach der hl. Wandlung. ( Feierliche Abbitte vor dem hh. Sakrament.) Jesus Christus, Du Sohn des lebendigen Gottes, hier im hh. Sakramente als Gott der Liebe gegenwärtig, ich bete Dich an. Möchten doch alle Menschen Dich in diesem Geheimnis erkennen, unaufhörlich anbeten und Dich aus ganzem Herzen lieben! Ach, wenn Dich alle wahrhaft liebten, dann wären gewiß alle Kirchen immer angefüllt mit Gläubigen, 286 die Dich in Demut anbeteten und Dir Dank sagten, wenn sie mit den Augen des Glaubens in dem allerheiligſten Altarssakrament Dich verborgen sähen. Aber leider! so viele Menschen vergessen Dich und Deine Liebe; sie verweilen so ungern in stiller Anbetung vor dem heiligsten Sakrament, sind ohne Ehrfurcht bei dem hl. Opfer oder versäumen daßselbe selbst an Sonn- und Feiertagen, empfangen die hl. Kommunion leichtfertig oder gar gottesräuberisch, lästern das allerheiligste Sakrament durch Fluchen. Die Bosheit und der Frevel der Menschen verunehrt Dich in diesem hh. Geheimnis und vergilt Deine unaussprechliche Liebe mit Spott und Unglauben, mit Hohn und schwerer Sünde. Ach! könnte ich beihelfen durch meinen Eifer, Dir zu dienen, einen so großen Undank wieder gutzumachen! Amen. Zum Gedächtnis der Abgestorbenen. Gedenke, o Herr, der Seelen der Abgestorbenen, besonders derer, für welche ich zu beten schuldig bin und die bei Lebzeiten das hh. Sakrament besonders verehrt haben. Laß sie durch die Kraft des hl. Opfers aus ihrer Qual zum Ort 287 der Erquickung und des ewigen Friedens gelangen. Amen. Auch uns armen Sündern, die wir auf die Menge Deiner Erbarmungen hoffen, gib Heil und Gnade zur Buße. Laß uns hier leiden, damit wir dort verschont werden und alsbald mit allen Heiligen der ewigen Seligkeit teilhaftig werden. Zum Paternoster. Bete andächtig das„ Vaterunser". Zum Agnus Dei. O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser! O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser! O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, schenk' uns den Frieden! Zur Kommunion. O Jesu! in Deiner unendlichen Liebe gingst Du so weit, daß Du die Nahrung unserer Seelen werden wolltest. Der Briester genießt jetzt diese himmlische Speise; 288 er empfängt Deinen hl. Leib und trinkt Dein kostbares Blut. O Jesus, Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, komm' zu mir, gehe ein in mein Herz und erfreue es durch Deine süße Gegenwart. Gib mir Kraft, daß ich meine Leidenschaften bezähme und in allen Versuchungen siegreich bestehe. Laß nicht zu, daß ich freiwillig wieder in eine Sünde falle. Binde mich immer fester an Dich, auf daß ich mit Dir vereinigt bleibe in der Zeit und in der Ewigkeit. Amen. Bet' jetzt noch von Herzen:„ Jesu, Jesu, komm' zu mir," usw.( Seite 318). O Herr, ich bin nicht würdig, daß Du eingehst in mein Herz; aber sprich nur ein Wort, so wird gesund meine Seele.( Dreimal.) Nach der hl. Kommunion. ( Liebesseufzer des hl. Ignatius.) Die Seele Christi heilige mich, Der Leib des Herrn erlöse mich, Das Blut des Heilands tränke mich, Sein Seitenwasser wasche mich, Das Leiden Christi stärke mich, O Herr voll Huld, erhöre mich, In Deine Wunden berge mich, 289 Von Dir laß nimmer scheiden mich, Vor dem bösen Feind beschütze mich, In meiner Todesstunde rufe mich, Zu Dir zu kommen, heiße mich, Daß ich mit Deinen Heiligen Dich, mein Jesu, preise ewiglich. Amen. Schlußgebete. O Herr Jesus Christus! der Du das Geheimnis Deines Leibes und Blutes zum Unterpfand Deiner göttlichen Liebe, zur Nahrung und zum Troste Deiner Kirche hinterlassen hast, verleihe uns, daß wir gewürdigt werden mögen, Dich, den wir in diesem hh. Sakrament verborgen verehren, in Deiner himmlischen Herrlichkeit zu schauen.- Gib uns, o Herr, Deine Gnade, daß wir jederzeit Deinen Hl. Leib und Dein hl. Blut mit vollkommenem Glauben und mit sündenfreiem Gewissen empfangen, damit wir uns nicht an Dir versündigen und des Gerichtes schuldig machen, sondern uns der Genuß des hochh. Sakramentes zum ewigen Leben gereiche, der Du mit dem Vater und dem hl. Geist als gleicher Gott lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Weißer Sonntag. 19 290 Schluß- Aufopferung. Nimm an, o ewiger Vater, das unbefleckte Opfer der Hl. Messe zur Ehre Deines Namens und zum Heile der Welt, wie Du das blutige Opfer Jesu aufgenommen hast, das Er Dir am Kreuze zur Vergebung unserer Sünden darbrachte. Heil. Jungfrau Maria, hl. Joseph, heil. Erzengel Michael und alle Engel und Heiligen, bringet dieses Opfer vor den Thron Gottes als Lob und Danksagung für die Einsehung des hh. Altarssakramentes, und als Sühnung und Gemugthuung für alle Sünden und Nachlässigkeiten, womit jemals die göttliche Liebe in diesem hh. Sakramente von der Undankbarkeit der Menschen ist beleidigt worden. Möge Jesus Christus durch Seine unendlichen Verdienste ersetzen, was mir und allen, die diesem hl. Opfer beiwohnten, an schuldiger Andacht gemangelt hat. Amen.- Dich bet' ich an in jedem Augenblick, O Lebensbrot vom Himmel, großes Saframent! O Jesu mein und Herz Mariä, du, Euch bitte ich, zu segnen meine Seele. Dir weihe ich mein Herz in reiner Liebe, 0 Jesu, Du mein heiligster Erlöser. 291 5. Beichtgebete. ( Lies zuerst das, Seelenbad', Seite 110. Die Hauptsache beim Beichten ist die Reue, der Ekel, der Abschen vor der Sünde; bedenke, daß die Sünde so häßlich ist, daß sie Gott mit dem Feuer strafen muß; die große Sünde mit der Hölle, die kleine mit dem Fegfeuer; bedenke, daß die Sünden den Heiland ans Kreuz gebracht haben und den Lieben Gott beleidigen, unsern größten Wohlthäter und besten Vater. Verabscheue also die häßliche Sünde aus dem tiefsten Grunde deines Herzens, habe den Vorsatz, lieber zu sterben, als freiwillig den lieben Gott schwer zu beleidigen; verschweig' nichts, mach' dich nicht schöner, als du vor Gott bist; denk': ich will jetzt meine Seele baden im Blute Christi und deswegen alles genau thun, was zit einer guten hl. Beicht notwendig ist, damit ich an meiner Seele weiß wie Schnee den Beichtstuhl verlasse.) Anrufung des hl. Geistes. Mein Gott und gütigster Vater! ich komme nun zu Dir, mit dem aufrichtigsten Willen, eine recht gute Beicht abzulegen, damit Du mich wieder als Dein liebes, Dir wohlgefälliges Kind gnädigst aufnehmest. Weil ich aber ohne Deinen 19* 292 göttlichen Beistand nichts vermag, so bitte ich Dich inständig, Du wollest Dich meiner erbarmen und den hl. Geist mit Seiner hilfreichen Gnade in mein armes Herz senden. Komm', hl. Geist, erleuchte mich, damit ich meine Sünden recht erkennen, von Herzen bereuen, aufrichtig beichten und mich vollkommen bessern möge! Heilige Maria, du Zuflucht der Sünder, bitte für mich! Heil. Schutzengel, mein lieber heil. Namenspatron, alle Heiligen Gottes, bittet für mich bei dem Herrn, unserm Gott, damit ich diese hl. Beicht wärdig verrichte und die Gnade erlange, mein Leben zu bessern. Vater unser. Mein Jesus, Barmherzigkeit! Süßes Herz Mariä, sei meine Rettung! Vorbemerkung. Du darfst nicht den ganzen Beichtspiegel auswendig lernen. Du darfst in der Beicht nur sagen, was du selbst gesündigt hast. Bei den schweren Sünden mußt du die Zahl angeben, so genau du sie hast finden können, sonst ist deine Beicht ungültig. Wenn du die Zahl oft nicht ganz genau weißt, so mußt du beichten, wie oft ungefähr in der Woche, im Monat du die schwere Sünde gethan haft; auch die notwendigen Umstände, 293 d. h. das, was die Sünde größer oder kleiner macht, darfst du nicht verschweigen, z. B. wenn ein Kind in der Kirche etwas weggenommen hätte. Bei den läßlichen( kleinen) Sünden ist es nicht notwendig, die Zahl anzugeben, damit die Beicht eine gültige sei. Man kann gültig beichten, wenn man seine kleinen Sünden nicht oder nicht alle beichtet. Ich rate dir aber an, auch bei läßlichen( kleinen) Sünden die Zahl ungefähr anzugeben, denn es könnte das, was du aus schuldbarer Unwissenheit für eine kleine Sünde anſiehst, auch eine große sein; und dann bekommt dein Beichtvater einen viel bessern Einblick in deinen Seelenzustand und kann dir viel besser eine heilsame Ermahnung erteilen, wenn du angibst, wie oft du ungefähr im ganzen oder in einer Woche gesündigt hast im Lügen, Ungehorsamsein, Naschen, Versäumen der täglichen Gebete usw. Du siehst ja selbst ein, daß es ein großer Unterschied ist, ob du einmal oder hundertmal gelogen hast; das kann aber der Beichtvater nicht erkennen, wenn du bloß beichtest, du habeſt gelogen. Bei den großen Sünden mußt du also die Zahlen sagen, so genan du kannst. Bei den kleinen Sünden ist es für dich gut und heilsam. Gewissenserforschung. Frage dich: 1. Wann hab' ich das letzte Mal gebeichtet? 2. Hab' ich nicht ungültig gebeichtet, weil eines von den fünf Stücken 294 gefehlt hat? Besonders frag' dich, ob du nicht aus Angst eine große Sünde verschwiegen habest? Hast du auch die auferlegten Bußen verrichtet? 1. Gebot Gottes.( Glauben und Beten.) Man versündigt sich gegen den Glauben, wenn man an einer Glauben swahrheit freiwillig zweifelt, wenn man meint oder sagt, es sei einerlei, was man für einen Glauben habe, wenn man die Biblische Geschichte und den Katechismus nicht lernt, in der Predigt, Christenlehre, Religionsstunde nicht acht gibt. Man versündigt sich, wenn man sich schämt, vor andern Menschen zu beten, das Kreuz zu machen, in die Kirche zu gehen, Weihwasser zu nehmen, die Kniebeugung zu machen vor dem heiligsten Sakrament; man versündigt sich, wenn man Aberglauben treibt( in Krankheiten abergläubische Mittel anwendet, sich wahrsagen oder Karten schlagen läßt). Man versündigt sich gegen die Hoffnung, wenn man an Gottes Barmherzigkeit zweifelt oder gar verzweifelt, wenn man denkt, Gott ist nicht gut gegen mich, verzeiht mir nicht mehr, hilft mir nicht mehr. Man versündigt sich, wenn man sich mutwillig einer Lebensgefahr aussetzt, wenn man vermessentlich auf Gottes Barmherzigkeit sündigt( denkt: ich thue jetzt diese Sünde nochmals, ich kann's ja wieder beichten). 295 Man versündigt sich gegen die Liebe zu Gott, wenn man über den lieben Gott murrt und klagt wegen schlechten Wetters, Unglück, Armut, Krankheit usw. Man versündigt sich gegen die Gottesverehrung, wenn man in seinen Gebeten ( Morgen, Abend-, Tischgebet, Englischen Gruß) nachlässig oder ohne Andacht ist; wenn man geweihte Sachen( Weihwasser, Palmen, Wachsstöcke, Medaillen, Rosenkränze) verunehrt, Gott geweihte Bersonen( Prieste, Ordensleute) verlacht und verspottet. Frage dich also: 1. Bin ich nachlässig im Lernen des Katechismus und der Biblischen Geschichte gewefen? 2. Habe ich an einer Glaubenslehre freiwillig gezweifelt? habe ich über den Glauben geſpottet? wie oft? 3. Habe ich mich geschämt, vor andern zu beten? 4. Habe ich auf Gottes Barmherzigkeit vermessentlich gesündigt? 5. Habe ich gegen Gott gemurrt? 6. Habe ich die täglichen Gebete( Morgen-, Abend-, Tischgebet) unterlassen? wie oft in der Woche? Habe ich dieselben ohne Andacht gebetet? 2. Gebot Gottes.( Heilige Namen.) Man versündigt sich, wenn man die heiligen Namen Gottes oder hei 296 liger Personen und Sachen im Scherz oder Zorn unehrerbietig ausspricht; wenn man über Gott, Heilige, heilige Dinge ( Predigt, heilige Sakramente, Zeremonien, fromme Gebräuche, kirchliche Anstalten) verächtlich redet oder sie gar verspottet, solche gotteslästerliche Reden, Religionsspöttereien, freiwillig anhört, dazu lacht, heilige Handlungen unehrerbietig nachäfft ( nachmacht), andere Leute wegen ihrer Frömmigkeit verspottet; wenn man falsch oder leichtfertig schwört, wenn man Gott etwas gelobt hat und das Gelübde nicht hält. Frage dich also: 1. Habe ich heilige Namen, z. B.: ,, Herr Gott, Jesus, Sakrament usw. leichtsinnig ausgesprochen? habe ich dieselben im Zorn ausgesprochen? wie oft?( geflucht?) 2. Habe ich über heilige Dinge gespottet? Geiſtliche lächerlich gemacht? 3. Habe ich leichtfertig geschworen, z. B.:„ Auf Ehr' und Seligkeit"; habe ich falsch geschworen? wie oft? 3. Gebot.( Sonn- und Feiertage.) Man sündigt, wenn man an Sonnund Feiertagen aus Trägheit oder ohne wichtigen Grund das heilige Meßopfer versäumt, aus eigner Schuld zu spät kommt, während desselben nicht betet, Unfug treibt, andere in der Andacht stört; wenn man 297 aus Trägheit, zum Aergernis für andere, von der Predigt, vom nachmittägigen Gottesdienste wegbleibt; wenn man an Sonn- und Feiertagen ohne Not knechtliche Arbeit verrichtet. Frage dich demnach: 1. Habe ich an Sonn- und Feiertagen die Hl. Messe aus eigner Schuld versäumt? wie oft? 2. Bin ich in der Kirche unartig( bös) gewesen? habe ich die Nachmittagsandacht aus Trägheit versäumt? 3. Habe ich an Sonn- und Feiertagen verbotene Arbeit verrichtet? 4. Bin ich zu schlimmen Lustbarkeiten gegangen? wie oft? 4. Gebot.( Eltern und Vorgesetzte.) Man versündigt sich gegen die den Eltern und Vorgesetzten schuldige Ehrfurcht, wenn man geringschäßend von ihnen denkt, sich ihrer schämt, alles besser wissen will, bei andern schlecht von ihnen redet, sie auslacht, ihnen Schimpfnamen, grobe Antworten gibt, gegen sie murrt, verdrossen und trotzig sich zeigt; gegen die schuldige Liebe, wenn man nicht betet für lebende und verstorbene Eltern, Abneigung gegen sie hat, besonders gegen Stiefeltern, Uebles, gar den Tod ihnen wünscht, sie schwer beleidigt und dadurch sie zum Zorn, Fluchen und Weinen bringt, wenn man ihnen durch ungezogenes Betragen Schand' und Kummer 298 verursacht; gegen den schuldigen Gehors sam, wenn man gegen die Anordnungen ( Befehle) der Eltern murrt, eigensinnig, halsstarrig, widerspenstig ist, gegen ihre Ermahnungen gleichgültig ist, darüber lacht; wenn man den Seelsorgern und Lehrern grob und trotzig begegnet, bei andern über sie schimpft und spottet; aus Trägheit nicht in die Schule geht, die Aufgaben nicht macht, in der Schule ungezogen ist. Frage dich demnach: 1. Bin ich gegen Eltern und Vorgesetzte ungehorsam gewesen? 2. Habe ich sie schwer erzürnt? ihnen Schimpfnamen gegeben? die Hand gegen die Eltern erhoben? 3. Habe ich mich der Eltern geschämt? Böses über sie geredet? wie oft ungefähr? 5. Gebot.( Geschwister und Nächster.) Man sündigt, wenn man andere( Geschwister, Kameraden) schimpft, schlägt, böswillig wirft, ihnen Uebles, den Tod wünscht, Böses androht; wenn man gegen Dienstboten grob und ungezogen ist; alte, gebrechliche, arme, fremde Leute auslacht, Feindschaft hat, Haß im Herzen, den Gruß nicht gibt; wenn man sich selber an der Gesundheit schadet, z. B. durch unmäßiges und unvorsichtiges Essen und Trinken; wenn man andere zur Sünde verführt, zum Beispiel zum Lügen, Stehlen, Naschen, zu s 299 Unschamhaftem, zu Schlägereien, Versäumnis von Kirche und Schule; wenn man Tiere quält. Frage dich demnach: 1. Habe ich mir oder andern an der Gesundheit geschadet? 2. Habe ich andere( Geschwister, Mitschüler, Dienstboten, arme oder gebrechliche Leute) geschimpft, verspottet, geworfen, geschlagen? Habe ich 3. Haß und Feindschaft gehabt? 4. Habe ich andere zur Sünde verführt? zu welcher? wie oft? 5. Habe ich Tiere gequält? 6. und 9. Gebot.( Kenichheit.) Jm 6. und 9. Gebot befiehlt der liebe Gott, recht ehrbar und sittsam( schamhaft) zu sein in Gedanken, Worten und Werken, mit den Augen, Ohren und Händen, mit dem ganzen Leib. Die Unschuld ist das größte Gut und die schönste Zierde des Menschen. Wenn du dir in diesem Gebote nichts bewußt bist, so danke Gott und geh' rasch darüber hinweg. Wenn du im Zweifel bist, so frage den Beichtvater. Frage dich also recht aufrichtig: 1. Habe ich Unfkeusches gerne( freiwillig) gedacht? wie oft? 2. Habe ich Unschamhaftes geredet, danach gefragt, solches gesungen? wie oft? 3. Habe ich Un 300 schamhaftes gern angehört? 4. Unschamhaftes freiwillig angesehen, gelesen? wie oft? 5. Habe ich Unschamhaftes freiwillig angerührt, Unschamhaftes gethan, allein oder vor andern?( beim Spielen?) wie oft? Bin ich nur halb angekleidet unter die Leute gegangen? unschamhaft beim Baden gewesen? wie oft? 7. und 10. Gebot.( Stehlen.) Man sündigt, wenn man ohne Wissen der Eltern etwas verschenkt, verkauft, Gestohlenes annimmt, stiehlt, nascht, Gefundenes nicht zurückgibt betrügt beim Spiel, beim Einkaufen, beim Geldherausgeben; wenn man fremdes Eigentum ( Aecker, Wiesen, Gärten, Bäume, Brunnen, Vieh, Häuser, Fenster, Kleider, Schulgeräte) beschädigt; wenn man seine eignen Sachen mutwillig verdirbt, als Hirt oder Dienstbote der Herrschaft etwas beschädigt oder aus Nachlässigkeit verderben läßt. Frage dich demnach: 1. Bin ich naschhaft gewesen- verschwenderisch? 2. Habe ich entwendet( gestohlen?) was? wie oft? 3. Habe ich betrogen? wie oft? Geliehenes oder Gefundenes gern behalten? wie oft? 4. Habe ich etwas 301 m beschädigt? was? Habe ich angerichteten Schaden ersetzt? 8. Gebot.( Lügen.) Jm 8. Gebot verbietet Gott die Lüge und Heuchelei, die Ehrabschneidung und Verleumdung, falschen Argwohn, freventliches Urteil, überhaupt alle Sünden, durch welche man dem Nächsten an seiner Ehre oder an seinem guten Namen schadet. Man darf niemals lügen, weder zum eignen noch zum fremden Vorteil, nicht einmal aus Scherz oder Not.„ Ein häßlicher Schandfleck an dem Menschen ist die Lüge"( Sir. 20, 26) und„ Lügenhafte Lippen sind dem Herrn ein Greuel"( Spr. 12, 22). Denn Gott ist die Wahrheit. Frage dich: 1. Habe ich gelogen? wie oft? durch Lügen Schaden angerichtet? 2. Habe ich geheuchelt( mich verstellt)? 3. Habe ich gern die Fehler anderer ausgeschwätzt? wie oft? Habe ich über jemand gelogen( ihn verleumdet)? wie oft? 4. Habe ich durch Schwätzereien( Ohrenbläserei) Unfrieden geſtiftet? wie oft? 5. Hatte ich falschen Verdacht und Argwohn? Habe ich gerne zugehört, wenn über andere gelogen wurde? 302 Kirchengebote. Habe ich aus eigner Schuld an verbotenen Tagen Fleischspeisen gegessen? wie oft? Die Hauptsünden. 1. Hoffart. Bin ich hoffärtig( eitel) gewesen auf meine Kleider; habe ich mehr sein wollen als andere; habe ich andere verachtet; habe ich von andern gelobt werden wollen; bin ich empfindlich, prahlerisch gewesen? wie oft ungefähr in der Woche? 2. Getz Sabe ich alles für mich behalten, nichts hergeben wollen? wie oft ungefähr? 3. Unkeuschheit. Ist schon im 6. und 9. Gebot enthalten. 4. Neid. Bin ich bös gewesen, wenn andere mehr oder etwas Besseres bekommen haben als ich, oder weil sie gelobt worden sind? Habe ich mich gefreut, wenn es andern schlecht ergangen ist? wie oft ungefähr in der Woche? 5. Unmäßigkeit. Habe ich zu gierig und zu viel gegessen und getrunken? 6. 3orn. Bin ich zornig( eigensinnig, streitsüchtig) gewesen? wie oft? 303 7. Trägheit. Bin ich faul im Beten, Arbeiten und Lernen gewesen? Der Hauptfehler. Frage dich: Welches ist mein Hauptfehler? Reue und Vorsak. 1. Bedenke, mein Kind, wie sehr Gott die Sünde straft! Stell' dich an ein Grab, in dem ein schon länger begrabener Leichnam ruht. Das Grab wird geöffnet. Welch ein Anblick! ein verwesender und faulender Menschenleib, den die Würmer verzehren. Siehe, so müssen all die Millionen Mensajenleiber verfaulen. Und woher kommt das? Ach, von einer einzigen Sünde von der Sünde Adams und Evas. Wie wird Gott deine Sünden strafen? Stell' dich sodann im Geiste an den Rand der Hölle und schau' die Verdammten an; höre ihr Heulen und Zähneknirschen, sieh ihre großen Schmerzen und ihre Verzweiflung in den Peinen der Hölle. Wie schmerzt doch das Feuer! O bedenke dies eine Weile!- Begib dich dann auch zu den armen Seelen im Fegfeuer. Wie sie seufzen und jammern nach dem Himmel! wie sie leiden müssen für kleine Sünden, z. B. Naschen und Lügen, aus welchen du dir bisher noch nichts gemacht haſt! 304 2. Betrachte deinen Heiland am Kreuze! Denk' an Sein hl. Haupt, durchstochen von der spißigen Dornenkrone.. denk' an Seine angenagelten hl. Hände und Füße, die Ihn so schmerzen. Ja Sein ganzer heiliger Leib von oben bis unten ist zerfetzt, zerschlagen und verwundet; Er blutet aus tausend Wunden... Betrachte es eine Weile, dann frage dich: Weshalb hat denn der unschuldige Jesus solche Bein gelitten?" O mein Gott! wegen unserer Sünden, auch wegen meiner Sünden! Schmerzt mich denn das nicht, dem lieben Jesus durch meine Sünden solche Leiden zugefügt zu haben? Dann wäre ja mein Herz hart wie Stein. 3. Denk' an den lieben Gott im Himmel! Erinnere dich der so vielen und großen Wohlthaten, mit denen dich Gott überhäuft hat: wie Er dir Leben, Gesundheit, tägliche Nahrung und Kleidung, gute Eltern und einen hl. Schußengel gegeben; dem lieben Gott allein hast du es zu verdanken, daß du nicht ein Heide oder Jude bist, sondern ein Kind der heiligen katholischen Kirche. Owie bös und undankbar müßtest du sein, wenn du fortfahren würdest, einen so unendlich liebreichen Vater zu beleidigen! Und 305 wie schön ist's erst im Himmel! Alle Freuden der Erde zuſammen sie sind zu den Freuden des Himmels nicht einmal wie ein Tröpflein Wasser zum Weltmeer. Nimm dir doch ernstlich vor, lieber zu sterben, als den unendlich guten Gott freiwillig mit einer Sünde zu beleidigen, und bete jetzt langsam, andächtig, mit reumütigem Herzen: O mein liebster Gott und Heiland Jesus Christus! sieh' da zu Deinen Füßen Dein armes, fündiges Kind. Ach, wie muß ich mich vor Deinen Augen schämen! Du hast mir so unaussprechlich viel Gutes erwiesen, bist selbst vom Himmel auf diese Erde gekommen und hast so viele und große Beinen für mich gelitten, endlich Dein Leben für mich hingegeben; und ich war so undankbar und habe soviel Böses gegen Dich gethan! Hättest Dut mich gestraft, wie Du, gerechter Gott, die bösen Engel gleich nach der ersten Sünde gestraft hast; ach, wie unglücklich wäre ich jetzt und in alle Ewigkeit! Du aber warst immer und bist jetzt noch boller Liebe und Barmherzigkeit gegen mich, Dein undankbares Kind. O mein liebster Jesus, wie sehr schmerzt es mich, daß ich Dich so oft und schwer beleidigt habe! Wie sehr wünsche ich jetzt, Dich, Weißer Sonntag. 20 306 das höchste, liebenswürdigste Gut, immer von Herzen geliebt zu haben! Ich bitte Dich demütigst, mein Herr und Heiland, Du wollest mir jetzt verzeihen und mich wieder in Gnaden aufnehmen. Ich hasse und verabscheue alle meine Sünden und verspreche Dir, mein Gott, mich von nun an wahrhaft zu bessern. Dich will ich künftig über alles lieben und jede Gelegenheit und jede Gefahr zur Sünde fliehen, soviel ich kann, damit ich nte das Unglück habe, in eine schwere Sünde zu fallen. O Jesus, Du, der unschuldige Sohn Gottes, blutest für mich am Kreuze; so weit haben es meine Sünden gebracht! ich habe das Böse gethan und an Dir wird dasselbe gestraft; laß doch Dein Leiden an mir nicht verloren sein! Ich bitte Dich durch Dein kostbares Blut, durch Deine heiligen fünf Wunden, durch Deinen bittern Tod, verzeihe mir doch meine Sünden! Ich will von nun an die Sünde, welche Lich ans Kreuz brachte, als das größte Ulebel verabscheuen. Segne meinen Vorsatz und laß mich jetzt die trostreichen Worte hören:„ Deine Sünden sind dir vergeben." ( Wenn du jetzt noch Zeit hast, so bete die heiligen fünf Wunden"( siehe S. 349). 307 oder ein Gesetzchen des schmerzhaften Rosen, kranzes! Ein Kind, dem seine Sünden wahrhaft leid sind, schwätzt und lacht nicht in der Kirche mit andern Kindern vor der ht. Beicht. Wenn der Priester dir im Anfang den heiligen egen gibt, so mache recht andächtig das hl. Kreuz und dann beichte recht aufrichtig und reumütig. Merk' recht gut auf den Zuspruch und die Buße- und bei der heiligen Absolution erweck noch einmal Reue und Leid. Gebet nach der hl. Beicht. O Gott und Vater, wie groß ist Deine Güte gegen mich! Du hast mir um der Verdienste Jesu Christi willen durch den Mund des Priesters, Deines Stellvertreters, die Lossprechung meiner Sünden erteilt. Ich darf nun hoffen, wieder Dein liebes, Dir wohlgefälliges Kind zu sein. Ich danke Dir und lobe und preise Dich, o barmherziger Gott, für die so große Gnade der heiligen Lossprechung. Wie wohl ist's mir im Herzen! ich will mich jetzt sorgfältig hüten, daß ich nicht wieder in die alten Sünden zurückfalle. Segne, lieber himmliſcher Vater! diesen meinen guten Vorsatz, und gib mir Kraft, ihn getreu zu halten bis 20* 308 in den Tod. Ich bitte Dich darum durch das Blut Jesu Christi- das am Kreuze für mich geflossen ist und durch die Verdienste Seiner gnadenreichen Mutter Maria, des Hl. Joseph und aller lieben Heiligen. Amen. ( Verrichte jetzt recht andächtig deine Buße! Nach Verrichtung des Bußgebetes bete:) Ich habe nun, o gütigster Jesu, die Buße verrichtet, welche der Priester mir auferlegt hat. Nimm dieses geringe Werk huldvoll und gütig an und gib mir die Gnade, daß ich alles Unangenehme geduldig trage und freiwillig noch andere Bußwerke verrichte, damit ich so von allen Strafen frei werde, die ich für meine Sünden verdient habe, und im Fegfener nicht mehr zu büßen brauche. O mein Jesus! ja, ich will jetzt alles, was mich herb und hart ankommt, alles, was mir weh thut, mit Geduld tragen, ich will alle Leiden und Schmerzen vereinigen mit Deinem bittern Leiden und Sterben, und Dich bitten, Du wollest es als Genugthuung für meine verdienten Sündenstrafen annehmen, auf daß ich nach meinem Hinscheiden Dich bald in der ewigen Herrlichkeit schauen darf. Amen. 309 Gebet um Besserung des Hauptfehlers. Noch eine Bitte hab' ich an Dich, o mein Jesu! Oft schon habe ich mir vorgenommen, diesen meinen Hauptfehler... zu verbessern. Und doch begehe ich denselben so oft wieder! O Jesus, hilf mir! laß mich jetzt das Unkraut mit der Wurzel ausreißen. Es könnte ſonst immer weiter kommen, zuletzt würde dieser Fehler immer- größer werden, er würde mir zur bösen Gewohnheit und dann würde ich fast gar nicht mehr über ihn Meister werden, und er würde mich noch zu manchen andern Sünden verführen. Darum will ich ihn jetzt bekämpfen mit Deiner Hilfe, o Jesu; ich will alle Tage beim Morgengebet und dann öfters untertags daran denken, wie und wo ich mich besonders davor hüten soll. Ich will es jedesmal gleich wieder bereuen, wenn ich gefehlt habe; ich will mir selbst eine Buße dafür auferlegen und mir aufs neue vornehmen, mich zu bessern. Mit Deiner Hilfe, o Jesu! wird es doch endlich besser werden. O meine liebe himmlische Mutter, hl. Namenspatron, hl. Schußengel, bittet für mich, daß ich 310 meinen Hauptfehler und alle Sünden, welche Gott mißfallen, ablege und von einer Beicht zur andern etwas besser werde. Amen. Du bist nun mit der Beicht fertig und kannst fröhlich nach Hause gehen. Denke jetzt nur noch nach, was du gutzumachen hast. Hast du z. B. am Sonntage die heilige Messe versäumt, so hole es ein; hast du ein Geschwister oder sonst jemand zu einer Sünde verführt, mache es gut; hast du etwas genommen, gib es zurück. Beichtfinder aber, welche fromm sein wollen, beten am Beichttag freiwillig noch so manch anderes Gebet. Der Beichttag soll ein Bettag ſein. blaßgebetchen sind sehr nützlich zur Tilgung der Sünden strafen; bete heute einige derselben noch oftmals mit großer Reue und Andacht! Besonders reich an heiligen Ablässen ist die Kreuzwegandacht, wenn du sie an geweihten Stationen betest. Zum Schluß frage dich: Die 1. Hab' ich einen bösen Umgang gehabt, den ich jetzt meiden muß? 2. Hab' ich mich mit meinen Feinden anszusöhnen? Endlich 3. denk noch einmal an die Mahnungen, welche dir der Beichtvater im Beichtstuhl gegeben hat, und vergiß sie nie! Lies nadi der fil. Beicht, was Seite 149 für den Vor abend vor der fil. Kommunion gefchrieben fteht. 311 6. Kommuniongebete. Erste Kommunionandacht. ( Wenn du würdig und mit Nutzen kommunizieren willst, so muß vor allem durch eine gute hl. Beicht deine Seele rein von Sünden sein. Du mußt aber auch noch Eifer und Andacht in deinem Herzen erwecken durch eine gottselige Betrachtung und die frommen Uebungen des Glaubens und der Anbetung, der Demut und Reue, der Hoffnung und Liebe und vor allem des sehnlichsten Verlangens.) Vor der hl. Kommunion. Betrachtung. Wer kommt zu mir in der Hl. Kommunion? Es ist Jesus, mein Gott und mein Heiland, der Himmel und Erde mit einem Worte aus nichts erschaffen und der mit einem Worte sie wieder zertrümmern kann; es ist Derjenige, vor dem der ganze Erdfreis nur wie ein Sandkörnlein ist, das Meer wie ein Tautröpflein am Grashalm. Es ist Derjenige, der die Sonne lenfet und den Sternen ihre Bahnen weiset, vor dem die Erde bebt und die Stürme sich legen, vor dem die hl. Engel 312 zitternd ihr Antlitz verhüllen. Es ist Derjenige, der mich einmal richten wird, ewig selig machen oder ewig verdammen. Derjenige kommt zu mir, vor dem die mächtigsten irdischen Fürsten, Könige und Kaiser viel geringer sind, als ein Wassertropfen gegen das gewaltige Weltmeer. O wenn ich das alles bedenke, dann muß auch ich Dir zu Füßen sinken, wie Thomas und Petrus, und ausrufen: Mein Herr und mein Gott! was bin ich für ein sündiger Mensch! Ich werfe mich Dir zu Füßen und bete Dich an in tiefster Ehrfurcht als meinen Herrn und Gott, als meinen Gelöser, Richter und Seligmacher. Zu wem kommt Jesus? Zu mir armen, fündigen Kinde. Der große Gott kommt zu mir! Vor Ihm sind die schönsten Himmelsfürsten nur wie ein schwaches Dellichtlein gegen die große, prächtige Sonne. In einem Augenblick könnte Er Millionen Menschen oder Engel erschaffen, die tausend- und millionenmal besser wären als ich. Und doch kommt Er zu mir, zu mir armseligen Geschöpf, das noch dazu ein Sünder ist, mit ſo vielen Fehlern und Sünden verunreinigt, die vor Gottes Augen so entsetzlich häß 313 lich sind! Was würde ein armer, franker Mann thun, wenn der Papst oder der Kaiser ihn in seiner Hütte besuchen würde, um ihn zu trösten und reichlich zu beschenken? Er wüßte wohl vor Erstaunen kein Wort zu sagen. Und doch ist Derjenige, welcher zu mir kommt, unendlich mächtiger und erhabener als Papst und Kaiser. O Herr, ich weiß es wohl, was jener Hauptmann im Gefühl seiner Niedrigkeit und Armseligkeit ausgerufen hat; auch ich will mit ihm sprechen: O Herr! allmächtiger Gott! ich bin nicht würdig, daß Du eingehest in mein Herz. Denn Du bist der große Gott, der gewaltige Gott, der heilige, furchtbare Gott, vor dem die Himmel nicht rein sind, und ich bin ein geringes, elendes Geschöpf, ein armes Kind, ein Sünder, der Dich schon so oft beleidigt hat. Mein Herz ist noch so wenig rein, hat noch so wenig Andacht und Liebe und andere Tugenden, die Dir gefallen. Aber sprich Du nur ein Wort, so wird meine Seele rein und würdig, Dich zu empfangen. Warum kommt Jesus zu mir? Weil Er mich lieb hat und mich selig machen will. Jesus liebt mich. Was 314 m hat Er nicht alles für mich gethan! Schon in der Krippe hat Er für mich gelitten, dreiunddreißig Jahre lang hat Er nichts als Entbehrung und Mühsal meinetwegen ausgestanden; für mich hat Er Todesangst gelitten, Sich geißeln, krönen und freuzigen lassen; Er kann in Wahrheit zu mir sagen: Mein Kind, was hätte Jch noch mehr für dich thun sollen? Aus Liebe hat Er dieses heiligste Sakrament eingesetzt, damit Er mir Hilfe, Trost und Segen bringen könne, wie Er es selber versprochen hat, da Er sagte: „ Wer Mein Fleisch ist und Mein Blut trinkt, der bleibt in Mir und Ich in ihm, der hat das ewige Leben." Und wiederum sagt Er: ,, Kommet zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid; Ich will euch erquicken." Darum will ich mit Vertrauen und Liebe und innigster Sehnsucht hineilen zu diesem Liebesmahl; arm und fündhaft bin ich zwar und durchaus nicht wert, daß Du, mein Gott, zu mir kommst: aber Du bist ja der Allmächtige und Allgütige, und wirst mir alles mitbringen, was ich brauche zu einem frommen Leben. O Jesus! Du schönster, heiligster, herrlichster Gott, der Du aus Liebe zu mir so unendlich viel 315 gethan und gelitten hast und jetzt aufs innigste Dich mit mir vereinigen willst, wie soll ich Dir diese Liebe vergelten? Ich weiß es:" Wer so mich liebt, mir alles gibt, Dem schenk' auch ich auf ewig mich!" Herr! ich will Dich wieder lieben aus treuem, vollem Herzen; aus Liebe zu Dir will ich alles meiden, was Dich betrüben könnte; aus Liebe zu Dir will ich beten, arbeiten, leiden, alles thun, was ich weiß, daß es Dir Freude macht. Aus Liebe zu Dir will ich sterben. Bete jetzt noch folgende Tugendübungen vor der b. Kommunion. Uebung des Glaubens. Wer kommt zu mir? Der Herr, der Herr aller Herren, der Herr des Himmels und der Erde.( Erwecke Glauben.) O mein liebster Jesus, mein Gott und Herr! ich glaube an das untrügliche Wort Deiner heiligen Kirche, welches Du geoffenbaret und in ihr hinterlegt haft; insbesondere glaube ich fest und unbezweifelt, daß Du im hh. Sakramente, unter der Gestalt des Brotes, wahrhaft, wirklich und wesentlich gegenwärtig bist. In diesem heiligen katholischen Glauben will ich leben und sterben. 316 Uebung der Anbetung. Oliebster Jesus! in Vereinigung mit allen Engeln und Heiligen bete ich Dich an im hh. Sakramente. Ehre, Lob und Preis sei Dir in alle Ewigkeit! Ich bete Dich an, als meinen Herrn und Gott, als meinen Schöpfer und Erlöser, und unterwerfe mich vollkommen Deinem heiligen Willen. Uebung der Demut und Reue. Zu wem kommt Jesus? Zu einem armen Sünder, der es nicht würdig ist. ( Erwecke Demut und Reue.) mein Jesus, Du Quelle der Reinigkeit und Heiligkeit! wie darf ich mich nahen Deinem Tische, und Dich empfangen in mein armes Herz? Ja, wahrlich, ich bin nicht würdig, daß ich Dich empfange! Doch Du kennst ja meine Armut und mein Elend; sprich daher nur ein Wort, und meine Seele wird gesund! O liebster Jesus! Es schmerzt mich von ganzem Herzen, daß ich Dich so oft erzürnt und beleidigt habe. O könnte ich doch mit meinem Blute alle meine Sünden wegwaschen von meiner Seele! Ich bereue alle meine Sünden, und verspreche Dir aufs neue, daß ich von jetzt an, nur Dir dienen, und Deinen heiligen Willen, immer und allzeit erfüllen will. 317 Uebung der Hoffnung. Warum kommt Jesus? Daß gesund wird meine Seele.( Erwecke Hoffnung, Liebe, sehnliches Verlangen.) O liebster Jesus! Deine Barmherzigkeit ist ohne Grenzen, und Deine Wahrhaftigkeit ist unveränderlich und ewig. Du hältst immer, was Du verheißen hast. Du kommst zu mir, und willst wohnen in meinem Herzen. So wirst Du auch, ich hoffe es zuversichtlich, mich heiligen, mich stärken, und erfüllen mit Deiner Gnade. Uebung der Liebe. O liebster Jesus! Du hast alles, auch das letzte Tröpflein Blut, für mich hingegeben, und nun willst Du auch die Nahrung meiner Seele sein! Dwie kann ich Dir diese unbegreifliche Liebe vergelten! O könnte ich Dich doch lieben, wie Du es verlangst! O liebster Jesus, ich liebe Dich herzinniglich; in dieser Liebe will ich leben und sterben. Uebung des Verlangens. liebster Jesu, komm' jetzt zu mir! meine Seele sehnt sich nach Dir; ohne Dich kann sie nicht leben. Komm', o liebster Jesus! in mein armes Herz; es soll ganz Dein eigen sein. Bei Dir, o liebster Jesus, finde ich allein Trost und Ruhe, 318 und wahre Seligkeit. O Jesus, komm' doch zu mir, Du bist das Leben meiner Seele, Du meine Lust und Wonne, Du mein Gott und alles. O meine liebe Mutter Maria! Das liebe Jesukind will zu mir kommen, und will Wohnung nehmen in meinem Herzen. Schmücke du mein Herz mit deinen Tugenden, damit mein liebster Jesus ein Wohlgefallen finde an meinem armen Herzen, und heilige meine arme Seele. O mein hl. Schutzengel- und du, mein hl. Schutzpatron!- bittet für mich, daß ich mit ebenjo glühender Andacht dem Tische des Herrn mich nahe, wie die lieben Heiligen Gottes. Jesus! sei mir armen Kinde gnädig und barmherzig, und komm' jetzt zu mir, voll Huld und Gnade! 1. Jesu, Jesu, komm' zu mir!— 0, wie sehn' ich mich nach Dir!- Meiner Seele bester Freund, Wann werd' ich mit Dir vereint? 2. Tausendmal begehr' ich Dein, Tausendmal Leben ohne Dich ist Pein. seufz' ich zu Dir:- O Herr Jesu, komm' zu mir! - Die 3. Keine Lust ist in der Welt, mein Herz zufriedenstellt.- Deine Liebe, - Herr, allein freu'n. 319 Kann in Wahrheit mich erNimm mein 4. Darum sehn' ich mich nach Dir, Eile, Jesu, komm' zu mir! ganzes Herz für Dich ewiglich! Und besih' es - - 5. Zwar bin ich, o Herr, nicht rein, Daß du kehrest bei mir ein, Doch ein Wort aus Deinem Mund Und die Seele wird gesund. - 1 - 6. Herr, ich wart' mit Ungeduld, Sprich das Wort der Gnad' und Huld, Daß ich Deiner würdig sei,- Dein mich jetzt und ewig freu'. Amen. - ( Bei der gemeinsamen Kommunion beten die Kinder zum Confiteor:) Wir bekennen Gott dem Allmächtigen, und vor Maria, der seligsten Jungfrau, vor den hl. Aposteln Betrus und BauIus, vor allen lieben Heiligen, vor dir, ehrwürdiger Priester des Herrn, daß wir oft gesündigt haben, in Gedanken, Worten und Werken, und durch Unterlassung des Guten. Wir bekennen und bereuen unsere Schuld, unsere große Schuld, und bitten deswegen Maria, die seligste Jungfrau, die Hl. Apostel Petrus und Paulus, alle Heiligen, dich, ehrwürdiger Priester 320 des Herrn, und euch, unsere Brüder und Schwestern, daß ihr für uns zu Gott, um Gnade und Verzeihung beten wollet. Nach dem Confiteor spricht der Priester Misereatur und Indulgentiam f, eine Fürbitte, daß Gott dir alle Sünden verzeihe. Dann nimmt er die hochheilige Hostie in die Hand und ruft, wie einst Johannes: Ecce Agnus Dei, sehet das Lamm Gottes! und dreimal: Domine, non sum dignus; bete mit: - „ O Herr! ich bin nicht würdig, daß Du eingehst in mein Herz: aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele von Sünden rein und gesund." Tritt jetzt mit größter Ehrerbietigkeit, mit aufgehobenen Händen und niedergeschlagenen Augen zum Tische des Herrn, halte das Speisetuch vor dich, erhebe das Haupt, lege die Zunge auf die untere Lippe, empfange ehrerbietigst die hochheilige Hostie, schlucke sie gleich hinunter( mach' sie mit der Zunge los, wenn sie am Gaumen ankleben sollte, nicht mit den Fingern); bete, wie der Priester betet, wenn du den Leib des Herrn empfängst: ,, Der Leib meines Herrn Jesu Christi bewahre meine Seele zum ewigen Leben!", geh' dann mit der größten Sittsamkeit an deinen Platz zurück und verharre noch eine gute Weile in andächtigem Gebet! 321 27ach der heiligen Kommunion sollst du dich vor dem Herrn verdemütigen, Ihm danken, dich Ihm aufopfern, Ihn lieben und um Gnaden anflehen. Uebung der Demut und Anbetung. Jesus, mein Herr und Heiland! Du wohnst jetzt in mir. Du, der große Gott, Dessen Herrlichkeit Himmel und Erde erfüllt, Du hast heimgeſucht Dein armes und unwürdiges Kind; Du hast jetzt mein Herz zu einem Tabernakel für Dich gemacht. O wie bin ich glücklich jetzt, da ich Dich, meinen Gott und Heiland, in meiner Seele habe! O jüßester Jesus, Du Gott meines Herzens! Ich werfe mich vor Dir auf meine Kniee nieder, und bete Dich an, in tiefster Demut. Anbeten, loben und preisen sollen Dich alle Menschen auf der Erde, und alle seligen Bewohner des Himmels. O daß ich Dich so anbeten, lieben und loben könnte, wie einst Deine liebſte Mutter Maria Dich angebetet, gelobt und geliebt hat, so oft sie Dich in der heiligen Kommunion empfing! Danksagung. O gütigster Jesus! wie kann ich Dir genugsam danken für Deine unendliche Liebe! Denn wahrlich, Weißer Sonntag. 21 322 einen größern Beweis der Liebe konntest Du mir nicht geben, als daß Du Dich selbst, mit Fleisch und Blut, mit Leib und Seele, mit Gottheit und Menschheit, mir geschenkt hast, zur Nahrung meiner Seele, zum ewigen Leben! Ich danke Dir, Du guter Hirte, daß Du mich, Dein armes Schäflein, mit diesem kostbaren Himmelsbrote erquicken wolltest. O was soll ich Dir vergelten, für eine so große Gnade, für Deine so überaus große Liebe? Nichts ist Dir angenehmer, als wenn ich Dir mein Herz ganz und gar schenke, und es aufs innigste mit Deinem göttlichen Herzen verbinde. O liebster Jesus! ich will Dir ganz angehören; das ist mein einziges Verlangen, daß ich von Dir nicht mehr getrennt werde. Aufopferung. Du, o Jesus, hast Dich von der Krippe bis zum Kreuze ganz und gar, freiwillig, aus reinsterLiebe, Deinem himmlischen Vater aufgeopfert; Du hast immer Seinen Willen erfüllt, Seine Ehre, und das Heil der Menschen gesucht; so opfere ich auch jetzt freiwillig, und aus Liebe zu Dir, mich selbst ganz und gar auf, zu Deinem Dienste. Dir weihe ich meinen Leib mit allen seinen fünf Sinnen; Dir weihe 323 ich meine Seele mit Verstand, freiem Willen und Gedächtnis. Mein Leib und meine Seele sollen Dein Eigentum sein, und daher will ich auch nicht mehr sündigen, mit den Kräften und Gliedern des Leibes und der Seele, sondern ich will sie nur noch gebrauchen, um Dir Freude zu machen. Meine Zunge gehört Dir, sie soll Dich loben und preisen, im heiligen Gebet und Gesang; sie soll liebevoll und freundlich reden, die Wahrheit sagen; niemals aber sei sie ein Werkzeug der Sünde, zum Fluchen, Lügen, bösen Reden. Meine Augen, meine Ohren, Hände und Füße, sie sollen mir jetzt sein, Werkzeuge zu guten Werken, an denen Du Freude hast; nimmermehr aber will ich sie zur Sünde mißbrauchen. O gütigster Jesus! laß diese meine Aufopferung Dir wohlgefällig sein und stehe mir mit Deiner Gnade bei, daß ich auch alles halte, was ich versprochen habe. Bitte. O liebster Jesus, Du Freude meines Herzens, mein Gott und mein Alles, laß doch nicht zu, daß ich Dich wieder schwer beleidige, durch eine große Sünde, und so von Dir getrennt werde. Olaß mich doch lieber vorher, in Unschuld und Reinheit sterben! Du, o mein 21* 324 Jesus, hast zugenommen, wie an Alter, so an Weisheit, vor Gott und den Menschen; o hilf auch mir, daß ich in der Tugend und Frömmigkeit, täglich mehr wachse, und Dich mehr und mehr lieben lerne. Auch für meinen Seelsorger, für meine Eltern, Geschwister, Freunde und Wohlthäter, für alle Menschen, Lebende und Abgestorbene, bitte ich Dich, barmherziger Jesus! Gib ihnen alles Gute, was sie notwendig haben, für Leib und Seele. Schüße und stärke uns alle, in allen Kämpfen und Versuchungen; stehe uns bei, und bewahre uns, vor den Nachstellungen des bösen Feindes, damit wir mit Dir verbunden bleiben bis in den Tod, und Dich in Deiner unaussprechlichen Herrlichkeit, schauen dürfen im Himmel. Amen. Dankpsalm. Nach der Melodie ,, Großer Gott" usw. 1. Meinen Jesum lass' ich nicht,- Er Sollt ich hat Sich für mich gegeben. nicht aus Dank und Pflicht. An Ihm hangen, Ihm nur leben?-: Er ist meines Lebens Licht, Meinen Jesum lass' ich nicht.: - 2. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, Durch Gehorsam, den ich übe- Gegen das, was Er gebeut, Liebe, Halt' ich fest an Seiner : Traue dem, was Er verspricht, Und so lass' ich Jesum nicht.: 3. So ist Er mein Heil und Ruhm bis an meines Lebens Ende. Ihm geb' ich zum Eigentum Ganz mich hin in Seine Hände. Er ist meine Zuversicht: Meinen Jesum lass' ich nicht.: Du, 4. Hier auf Erden kann nichts sein, Was des Herzens Wünsche stillet; o Jesu, bist's allein, Der sie hier schon ganz erfüllet.: Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jesum lass' ich nicht!: - - mich! mich! mich! 325 - - - Ablaßgebete ( nach der heil. Kommunion zu beten). Die Seele Christi heilige mich, Der Leib des Herrn erlöse mich, Das Blut des Heilands tränke mich,- Sein Seitenwasser wasche mich,- Das Leiden Christe stärke mich;- O Herr voll Huld, erhöre mich!- In Deine Wunden berge mich! Von Dir laß nimmer scheiden Vor Feindes Grimm beschirme In meiner Todesstunde rufe Zu Dir zu kommen heiße mich, Daß ich mit Deinen Heiligen Dich, Mein Jesu preise ewiglich. Amen. - — - - ( 300 Tage Ablaß, so oft man es betet; Ablaß von 7 Jahren, wer es nach der heiligen Kommunion reumütig und andächtig betet.) 326 Ablaßgebet zu Jesus, dem Gekreuzigten. ( Du kannst einen vollkommenen Ablaß gewinnen, wenn du nach würdiger Beicht und Kommunion folgendes Gebet mit fünf Vaterunsern, vor einem Bilde des gekreuzigten Heilandes knieend, andächtig und reumütig betest.) Siehe, o mein gütigster und geliebtester Jesus, in Deiner heiligsten Gegenwart, zu Deinen Füßen hingeworfen, bitte ich Dich flehentlich, daß Du die Gesinnungen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, der Reue über meine Sünden und des Vorsatzes, Dich nicht mehr zu beleidigen, in mein Herz einprägen wollest, indem ich mit aller Liebe und innigem Mitleiden Deine fünf Wun 327 den betrachte, und mir vor Augen stelle, was von Dir, o mein Jesus! der heilige Prophet David gesagt hat:„ Sie haben Meine Hände und Füße durchbohrt; sie haben alle Meine Gebeine gezählt." ( Bet jetzt noch fünf Vaterunser nach der Meinung des Heiligen Vaters!) Schluß der Danksagung. Allerseligste Jungfrau Maria! Glor= würdiger heiliger Joseph! Meine lieben heiligen Namens- und Schutzpatrone und all ihr lieben Heiligen Gottes! jehet den lieben Jesus, den ich in meinem Herzen habe, und den ihr auf Erden so herzlich geliebt und so innig verlangt habet, und preiset im Vereine mit allen heiligen. Engeln und meinem heiligen Schutzengel den Herrn, unsern Gott; denn Er hat Wunder der Liebe an mir gethan. Jesus ist in mir. O, welche Freude werdet ihr jetzt haben! Ihr betet Gott an, der jetzt in meinem Herzen ist. Danket für mich Gott, meinem Heilande; ihr könnet ja Gott weit würdiger lobpreisen als ich. Bittet aber auch für mich, daß ich meinen Heiland durch keine Sünde aus meinem Herzen vertreibe. Getrost gehe ich nun 328 nach Hause und zu meinen Arbeiten; denn Jesus, mein Heiland, ist in meinem Herzen; nichts soll mich von Ihm scheiden. Maria! o heiliger Joseph! o ihr Heiligen Gottes! erbittet mir die Gnade, daß ich stets in eurer heiligen Gemeinschaft verharre, und einst mit euch meinen Gott und Herrn nicht mehr unter den Gestalten des Brotes, sondern vom Angesicht zu Angesicht lobe und anbete in ewiger Seligkeit. Amen. ( Mein Kind, besuch' heute nachmittag den lieben Heiland im heiligsten Sakrament und komm' recht bald wieder zur heiligen Kommunion wohl vorbereitet, damit du immer reichlicher die Früchte dieses Liebesmahles empfangest!) Zweite( gemeinschaftliche) Kommunionandacht. ( Wenn du nicht während der heiligen Messe kommunizierst, so beginne mit der Erweckung des Glaubens S. 330.) Dorbereitungsgebet. Jesus! der Du Dich bis in den Tod zum Opfer für unsere Sünden am Kreuze hingegeben und zu Deinem Gedächtnis das unblutige Opfer Deines Leibes und ENEW 329 Blutes in Deiner Kirche hinterlassen haſt: dankbar wollen wir uns in dieser Stunde Deiner unendlichen Liebe erinnern, und dem gegenwärtigen allerheiligsten Opfer mit Andacht und Ehrfurcht beiwohnen. Wir bekennen dadurch öffentlich und feierlich, daß Du unser Gott, Herr über Leben und Tod, daß Du allein groß, daß Du allein mächtig bist.- Preisen und loben wollen wir Dich dadurch, Dir danken für alle die Gnade und Güte, die Du uns erwiesen, besonders für die unbegreifliche Liebe, daß Du das heiligste Sakrament Deines Leibes und Blutes eingesetzt hast, und in demselben Dich uns zur Speise unserer Seele geben willst. Gütigster Heiland! laß uns doch nicht unwürdig und unvorbereitet zu Dir kommen! bereite Du unsere Herzen und nimm von selben hinweg, was Dir an uns mißfallen kann. Das gegenwärtige Opfer sei das Versöhnungsopfer für alle unsere begangenen Fehler. Gib uns dadurch zugleich die Gnade, daß wir das Sakrament Deines Leibes und Blutes mit lebendigem Glauben, mit zuversichtlichem Vertrauen, mit dankbarer Liebe 330 empfangen, und so der Frucht des ewigen Lebens teilhaftig werden. Gott, himmlischer Vater! sieh' auf das gegenwärtige Opfer mit gnädigem Angesichte herab! Es ist Jesus Christus, Dein eingeborner Sohn, an dem Du allzeit Wohlgefallen hast; es sind Seine unendlichen Verdienste, die wir Dir darbringen. Durch diese bitten wir Dich, erhöre unser Gebet! Verzeihe uns unsere Sünden und heilige unsere Seelen. Vermehre unsern Glauben, vermehre unsere Hoffnung, vermehre unsere Liebe, damit wir würdig zu Dem hintreten, den Du aus Liebe für uns hingegeben hast, zu Deinem Sohn, unserm Herrn, Heiland und Seligmacher. Amen. — Glaube. Sie ist nun da die segensreiche Stunde, nach welcher ich verlangte, wo ich das lebendige Himmelsbrot, den allerheiligsten Leib und das Blut Jesu Christi, meines Erlösers, genießen werde. Gütigster Jesus! wie kann ich Dir genug für die unendliche, unbegreifliche Liebe danken, womit Du mich geliebt haſt? Du kamst meinetwegen auf die Erde, wurdest Mensch, ertrugest die Lasten eines - 331 fummervollen, beschwerlichen Lebens, littest den schmerzlichsten Tod, damit ich ewig leben, ewig selig sein möchte. Du hast mich geliebt und Dich für mich hingegeben, nicht allein zum Leiden, zum Tode, sondern auch zur Speise meiner Seele. Mit gerührtem Herzen erinnere ich mich des großen Tages, welcher der letzte vor Deinem Leiden und Hinscheiden von dieser Welt war. Ich sehe Dich mit Deinen Jüngern zu Tische siten, um mit ihnen das letzte Abendmahl zu halten. Da nahmst Du das Brot, und nachdem Du gedankt und es gesegnet hattest, gabst on es Deinen Jüngern und sprachst:„ Nehmet hin und esset, dieses ist Mein Leib;" und so auch den Kelch, sprechend:„ Trinket alle daraus, dieses ist Mein Blut," und dies befahlst Du Deinen Jüngern zu Deinem Gedächtnis zu thun. Du gabst ihnen - die Gewalt, das zu thun, was Du gethan, nämlich: Brot in Deinen heiligen Leib, und Wein in Dein heiliges Blut zu verwandeln, und drohest uns allen insgesamt, wir sollen das Leben nicht in uns haben, wenn wir Dein Fleisch nicht essen und Dein Blut nicht trinken. Unbegreiflicher! wer kann die Tiefe 332 Deiner Weisheit und die Hoheit Deiner Allmacht begreifen? wer den Abgrund Deiner allmächtigen, weisen Liebe er-. gründen? Kein Mensch vermag es; indessen glaube ich, glaube fest und unerschütterlich auf Dein göttliches, unfehlbares Wort. Stärke meinen Glauben, o Jejus! Ich glaube, daß Du Gottes Sohn, unser lebendiges Himmelsbrot, biſt. Stärke meinen Glauben, o Jesus! Ich glaube, daß Du in dem heiligsten Sakramente des Altars mit Leib und Seele, mit Gottheit und Menschheit wahrhaft gegenwärtig biſt. Stärke meinen Glauben, o Jesus! Ich glaube, daß Dein Leib wahrhaft eine Speise und Dein Blut wahrhaft ein Trant ist. Stärke meinen Glauben, o Jesus! Ich glaube, daß ich dieses Deines heiligsten Fleisches und Blutes heute an Deinem Tische teilhaftig werde. Stärke meinen Glauben, o Jesus! Alles dieses glaube ich, weil Du, Allwissender, ewig Wahrhafter, es gesagt hast. Du haſt die Worte des ewigen Lebens; Dein Wort ist Wahrheit und 333 Leben; Dein Wort lügt und trügt nicht; an Dein Wort glaube ich. Stärke meinen Glauben, o Jeſus! Du, Gottmensch, bist mit Fleisch und Blut Wahrhaftig hier zugegen, Und Dein Genuß, o höchstes Gut, Bringt meiner Seele Segen. Dir, ew'ge Wahrheit, glaube ich; In diesem Glauben stärke mich,- Bis ich Dich ewig sehe. - - Hoffnung. Mit diesem festen Glauben komme ich zu Dir an Deine heilige Tafel, wo Du mich mit Deiner segnenden Gnade erfüllen wirst. In zuversichtlichstem Vertrauen erwarte ich dieses von Dir, gütigster Jesus! Du warst, da Du noch auf Erden wandeltest, so liebevoll gegen die Menschen! Das wirst Du heute auch mir sein. Von Dir kann ich alles hoffen, Du bist der Allmächtige;- Du gibst und erfüllest, was Du versprochen hast, Du bist der Allergetreueste;- Dit gibst gerne und mit Freuden, was Du verheißen hast, Du bist der Allgütigste. Stärke mein Vertrauen, o Jesus! Du hast gesagt: ,, Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und Mein Blut ist wahrhaft ein Trank." Ich hoffe, Du 334 wirst meine Seele dadurch nähren und stärken zu allem Guten. Stärke mein Vertrauen, o Jesus! Du hast gesagt:„ Wer Mein Fleisch ißt und Mein Blut trinkt, der bleibt in Mir und Ich in ihm." Ich hoffe, Du bleibest in mir und ich in Dir. Stärke mein Vertrauen, o Jesus! Du hast gesagt: Wer Mein Fleisch ist und Mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und Ich will ihn wieder auferwecken am jüngsten Tage." Dieses hoffe ich. Stärke mein Vertrauen, o Jesus! Du hast geſagt: ,, Wer Mich ist, der wird leben um Meinetwillen; wer dieses Brot ißt, der wird leben in Ewigkeit!" Dieses hoffe ich. Stärke mein Vertrauen, o Jesus! Alles dieses hoffe ich von Dir. Auf Deine Güte, auf Deine Treue, auf Deine Allmacht habe ich meine Zuversicht gebaut, und sie wird ewig nicht zu Schanden werden; denn Du bist der Allmächtige, der Treueste, der Gütigste, mein Herr und mein Gott! Stärke mein Vertrauen, o Jesus! Dein Fleisch und Blut wird meinem Geist Zum Guten Stärke geben,-- Und 335 führt mich, wie' s Dein Mund verheißt, Gewiß zum ew'gen Leben. Dir, güt'ge Allmacht, traue ich, stärke mich, In dem Vertrauen Bis ich Dich einst besitze. Liebe. 1 Ja, stärke mein Vertrauen und entzünde mein Herz mit Deiner Liebe, damit ich im Geiste der Liebe zu Dir komme und von nun an Dich über alles und von ganzem Herzen wieder liebe, der Du mich zuvor geliebt und Dich aus Liebe zu mir zum bittersten Leiden und Tode hingegeben hast. Diesen Deinen Tod verkündige ich heute, da ich zu Deiner heiligen Tafel gehe. Du hast zum Denkmal desselben das Sakrament Deines Fleisches und Blutes eingesetzt: wir sollen es empfangen zu Deinem Gedächtnis. O daß ich mich denn, bevor ich zu Dir fomme, Deines Leidens für mich, Deiner Liebe zu mir dankbarst erinnere! Du hast mich geliebt und Dich für mich hingegeben hingegeben der Todesangst und Traurigkeit am Delberge- hingegeben in die Hände Deiner grauſamsten Feinde, zu den empfindlichsten Verspottungen, zur blutigen Geißelung, zur schmerzlichen Krönung. Ich sehe Dich, - 336 liebender Jesus, für mich entstellt, verspieen, verwundet, mit Blut überronnen, wie einen Wurm zertreten. Und dieses alles ist Deiner Liebe noch nicht genug: Du verdemütigst Dich sogar bis zum Tode, bis zum Tode des Kreuzes! Beladen mit demselben gehst Du wie ein stummes Lamm zur Schlachtbank, zum Marterberge; wirst an Händen und Füßen durchbohrt, ans Kreuz genagelt, an demselben zwischen Himmel und Erde hingestellt, gelästert und verspottet. Von Schmerzen entkräftet, neigst Du zuletzt Dein Haupt und stirbst zwischen zwei Uebelthätern, als ob Du selbst ein solcher wärest, stirbst aus Liebe zu mir am Kreuze. - Und Dich sollte ich nicht wieder lieben? - O Jesus, mein Gott, mein Heiland, mein Alles! Ja, ich liebe Dich aus ganzem Herzen, von ganzer Seele, aus allen Kräften liebe ich Dich. Vermehre meine Liebe zu Dir, o Jesus! Ich liebe Dich, weil Du Dich aus Liebe gegen mich zum Tode und zur Speise meiner Seele im hochwürdigsten Sakramente des Altars gegeben haſt. Vermehre meine Liebe zu Dir, o Jesus! 337 Ich liebe Dich, weil Du aus Liebe in diesem hochheiligen Sakramente allzeit haft bei mir verbleiben wollen. Vermehre meine Liebe zu Dir, o Jesus! Ich liebe Dich, weil Du mir, wenn ich würdig das Sakrament Deines Fleisches und Blutes empfange, das ewige Leben zugesichert hast. Vermehre meine Liebe zu Dir, o Jesus! Ich liebe Dich, weil Du mich zuvor geliebt hast; weil Du lauter Liebe, weil Du die unendliche Liebe und Güte jelbſt biſt. Vermehre meine Liebe zu Dir, o Jesus! Um Deinetwillen, o Jesus, liebe ich auch alle meine Mitmenschen, wie mich selbst. Sie sind Deine Kinder, Deine Erlösten und sollen alle Miterben Deines ewigen Reiches sein. Vermehre meine Liebe zu Dir, o Jesus! In dieser Liebe, o Jesus, verzeihe ich allen, die mich beleidigt und gefränkt haben, so wie Du am Kreuze allen Deinen Feinden großmütig verziehen haſt. Vergib uns allen, o Jesus, unsere Sündenschulden, wie wir einander vergeben. Weißer Sonntag. 22 338 Du littest, starbst und setztest ein Ein Denkmal Deiner Liebe, Daß Du ganz mein, und ich ganz Dein In Ewigkeit verbliebe. Mein Jesus, liebvoll dank' ich Dir; Vermehre Deine Lieb' in mir, Lass' mich Dich ewig lieben! 1 - - Verlangen. Jesus, mein Heiland und Seligmacher! wie groß und unbegreiflich ist die Gnade, deren Du mich heute würdigest, da Du selbst zu mir kommen und meine Seele heimsuchen willst! Du kommst zwar meinen leiblichen Augen verborgen, unter Brotsgestalt, aber sichtbar meinem Glauben. Du gibst Dich meiner Seele zur Speise und Nahrung; willst in mir wohnen, in mir verbleiben. Du kommst, wie Du ehemals verborgen in Knechtsgestalt in die Hütten der armen, verlassenen, kranken, hilflosen Menschen eingingst. Du kommst, meiner dürftigen, nach Hilfe und Trost schmachtenden Seele Gnade, Erquickung, Beistand und Seligfeit zu bringen. Ich freue mich, o Jesus! auf Deine gnadenreiche Heimsuchung; freue mich, daß Du unter mein Dach, in meine Seele eingehen willst. Ich verlange nach Dir; habe ich Dich, so habe 339 ich alles; außer Dir kann ich nichts mehr verlangen im Himmel und auf Erden; Du bist mein Gott und Alles, mein Heiland und Seligmacher, meine Hilfe, mein Trost, meine ganze Seligkeit. O komm' denn, Du lebendiges Himmelsbrot! Nähre, stärke meine hungernde Seele. Komm', Du himmlischer Arzt, ich bedarf Deiner. Heile meine franke Seele. Komm', Du Lamm Gottes! Komm', nimm meine Schwachheit, meine Sünden hinweg. Komm', mein Jesus, du Hilfe und Seligmacher aller. mache mich Komm', hilf mir,- selig! Amen. Demut. Wie darf ich mich aber unterstehen, zu Dir zu kommen, Gott, mein Heiland! Dein reinster, heizu Dir, mein ligster Vorläufer hielt sich ehemals nicht würdig, Dir die Schuhriemen aufzulösen. Die Engel selbst verbergen aus Ehrfurcht vor Dir ihr Angesicht,- und ich will Dich sogar in meine Seele aufnehmen! Herr!- ich bin nicht würdig, daß Du zu mir kommeſt. 22* 340 Ja, ich bin's nicht würdig; ich dürfte mich auch Deiner heiligen Tafel nicht nahen; allein Du befiehlst es mir; drohst mir sogar, mich von Dir, von Deinem ewigen Leben auszuschließen, wenn ich nicht komme, wenn ich Dein heiliges Fleisch und Blut nicht genieße. Ich komme denn aus Gehorsam gegen Deinen Befehl, aus Liebe zu meinem Heile, dem ewigen Leben, gedrungen; komme aber mit den lebhaftesten Empfindungen meiner Unwürdigkeit, mit diesem aufrichtigen Bekenntniſſe: Herr ich bin nicht würdig, daß Du zu mir kommst. - Ich bin nicht würdig,- Du mein Gott, ich Dein Geschöpf; Du der Herr, ich Dein Knecht; Du der Reinste, der Heiligste, die Reinigkeit, Heiligkeit ſelbſt, ich ein sündiger Mensch; Du mein Heiland, der Du mich bis in den Tod geliebt hast, ich der Undankbare, der Dich nicht wieder geliebt und Dich mit Sünden beleidigt hat. Herr! ich bin nicht würdig, daß Du zu mir kommst. Herr! sieh' nicht auf meine Unwür digkeit, sieh' nur auf Deine unendliche Güte und Barmherzigkeit. Ich komme, weil Du mich heißest kommen, weil ich ohne Dich nicht selig sein kann. So nimm mich denn auf, o Jesus! und erfülle an mir, was Du verheißen hast. 341 Zut O Herr! ich bin nicht würdig, Deinem Tisch zu geh'n; Du aber mach' mich würdig, Erhör' mein kindlich Fleh'n. Ostille mein Verlangen,- Du Seelenbräutigam,- Dich würdig zu empfangen, Dich, wahres Gotteslamm! - - - - Nach der hl. Kommunion. Der Leib unseres Herrn Jesu Christi bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Ja, ich habe Ihn bei mir, den Geber und Wiederbringer des ewigen Lebens! Du bist bei mir, in meiner Seele wahrhaftig gegenwärtig, mein Herr und mein Gott!- Du mein Einziges und Alles! Du bei mir, innigst mit mir vereinigt. O, wie kann ich mich tief genug im Staube vor Dir beugen? wie Dich ehrerbietig genug anbeten? Herr! ich bin's nicht würdig, ich getraue mir nicht, meine Augen zu Dir zu erheben. Du, mein Herr und mein Gott, ich Dein unwürdiges Geschöpf; Du, mein Vater und Heiland, ich Dein ungeratenes Kind, ein strafbarer Sünder!- - 342 Wie Du Dich meiner erbarmest! wie Du mich liebest! wie Du Freude haſt, bei mir zu sein!- Heute, ja heute ist meinem Hause, meiner Seele Heil widerfahren! Wie soll ich Dir, mein Jesus! für diese unaussprechliche Gnade, für diese gnadenreiche Heimsuchung würdig danken? Lobet den Herrn, alle Völker! lobet Ihn, alle Geschlechter! Lobpreise Jhn, meine Seele, denn Er hat große Dinge an dir gethan. Gütigster Jesus, sieh' mit gnädigem Wohlgefallen diesen geringen, ungenügenden Dank an, den ich Dir aus der Fülle meiner dankerfüllten Seele spreche. Du hast mich, Dein abtrünniges, ungeratenes Kind, ungeachtet der Treulosigkeiten, womit ich Dich so oft beleidigte, huldreich zu Gnaden aufgenommen. Ich danke Dir, o Jesus! Du hast Dich gewürdiget, in meine Seele einzukehren. Ich danke Dir, o Jesus! Du hast mich an Deiner heiligen Tafel mit Deinem kostbaren Fleische und Blute geſpeiſet. Ich danke Dir, o Jesus! Du hast durch Deine gnadenreiche Heimsuchung meiner Seele Heil und Gnade widerfahren lassen. 343 Ich danke Dir, o Jesus! Du hast mir Deinen heiligen Leib zum Unterpfande meiner seligen Auferstehung gegeben. Ich danke Dir, o Jesus! Du hast mir dadurch das ewige Leben zugesichert. Ich danke Dir, o Jesus! Und da ich Dir für alle Gnaden nicht genugsam danken kann, so danket ihr statt meiner, ihr heiligen Engel und alle Heiligen Gottes! Lobet und preiſet den Herrn in alle Ewigkeit! Gütigster Jesus! Du hast mir heute das Größte, das Beste, was Du mir geben konntest, Dich selbst gegeben und geschenkt. Du bist bei mir, bist innigst mit mir vereinigt, willst ewig in mir und bei mir bleiben. Was soll ich Dir für alles das, was Du mir geschenkt, was soll ich Dir wiederschenken! Ich habe nichts mehr als mich selbst. Nimm mich denn hin; ich schenke und opfere mich Dir mit allem, was ich bin und habe. Besige mich ewiglich! Dein bin ich, o Jejus! Keine Sündenlust, kein Gut der Erde soll mich von Dir trennen. Dein bleibe ich, o Jesus! 344 In Glück und Unglück, in Freuden und Leiden, in Trübsal und Widerwärtigkeit Bleibe ich Dein, o Jesus! Nur Dich will ich lieben, auf Dich vertrauen, Dir anhangen, Dir folgen. Dein bin ich, o Jesus! Dein bin ich im Leben, Dein bleibe ich im Sterben. Dir sterbe ich, Dir lebe ich; o Jesus! Gütigster, wohlthätigster Jesus! Du lehrst mich, in meinen Bedürfnissen mich zu Dir zu wenden, bei Dir Hilfe zu suchen, bei Dir anzuklopfen, zu Dir zu beten, und Du sicherst meiner Bitte gnädige Erhörung zu. Gewiß wirst Du sie denn auch heute erhören, heute, da Du zu mir gekommen bist, mich zu begnadigen, mir Heil und Segen zu bringen. Nimm Dich denn, mein Jesus, nimm Dich meiner in Gnaden an. Ohne Dich bin ich nichts, vermag ich nichts; bleibe bei mir mit Deiner allmächtigen, segnenden Gnade. Laß mich treu erfüllen, was ich Dir heute versprochen habe. Unterstütze meine Schwachheit, entferne meinen Leichtsinn und Wankelmut, stärke meinen Glauben, belebe meine Hoffnung, vermehre meine Liebe! - Erhöre, segne mich, o Jesus! Bewahre mich vor Sünden und allen gefährlichen Versuchungen. Gib und erhalte in mir ein reines, unbeflecktes Herz. Sei Du mir immer werter und teurer als Sündenlust, als alle Güter der Welt. Laß mich lieber alles dulden, alles leiden, lieber alles, selbst mein Leben verlieren, als verlieren meine Unschuld,- Dich, Deine Gnade. - - 345 - Erhöre, segne mich, o Jesus! Laß mich doch nie in meinem Leben ungeprüft, unwürdig zu Deinem Tische gehen und Dein heiligstes Fleisch und Blut mir zum Gerichte und zum Verderben genießen. Der heutige Empfang desselben sei mir ein beständiger, kräftiger Antrieb, Deiner nie zu vergessen, Dich allzeit von ganzem Herzen über alles wieder zu lieben. Ertöte in mir alle sinnliche, unordentliche Liebe. Laß mich, ganz gesättigt von Dir, nach nichts mehr verlangen, als nach Dir,- nach dem, was dort oben, was himmlisch, was ewig ist. Erhöre, segne mich, o Jesus! Mache mich zu Deinem wahren Jünger und Nachfolger.- Laß mrich immerhin und in allem gesinnt sein, wie Du gesinnt warst. Erfülle mich mit - Deinem Geiste, mit dem Geiste der Liebe, daß ich jeden meiner Mitmenschen um Deinetwegen liebe, so liebe, wie Du geliebt hast. Laß uns alle, die wir an Einem Tische essen, untereinander Ein Herz und Eine Seele sein. Erhöre, segne mich, o Jesus! Mit kindlichem Vertrauen übergebe ich Dir alle meine Anliegen des Leibes und der Seele, alle meine Hoffnung und Angst, meine Freuden und Leiden: ordne, leite alles nach Deiner weisen, gütigen Vorsehung, nach Deinem göttlichen Wohlgefallen und zum Besten meiner Seele. Vor allem la Dir das Ende meines Lebens anbefohlen sein. Laß mich doch nicht von hier scheiden, bevor ich Dich würdig in meiner Seele empfangen habe. Dein heiliger Leib sei mir die Wegzehrung und Stärkung auf der Reise in die Ewigkeit. Speise und erquicke alsdann, Du lebendiges Himmelsbrot, meine matte, kraftlose Seele; wasche und reinige sie in Deinem Blute; weiche ihr nicht von der Seite; schütze sie vor dem bösen Geiste und führe sie mit Dir in Dein Reich. Mein Leib ruhe im Frieden; schenke ihm, wenn Du wieder kommſt, alle zu erwecken, alle zu richten, die selige - 346 - 347 Auferstehung. Er hat an Deinem heiligsten Leibe und Blute teilgenommen: laß ihn auch teilnehmen an Deiner Glorie; so werde ich ewig und vollkommen selig durch Dich und in Dir mich freuen, Dich preisen und loben mit Deinen Auserwählten in Ewigkeit. Erhöre,- segne mich, o Jesus! Dein göttlicher Segen komme auch über all die lieben Meinigen, über meine Eltern, Verwandten, Wohlthäter, Freunde und Bekannten. Du kennst ihren Kummer, ihre Not, ihre Bedürfnisse. Segne sie, o Jesus! Auch die, welche ich nicht kenne, die Deiner Hilfe besonders bedürfen, die Lebendigen und die Toten: komm' ihnen, komm' allen zu Hilfe; begnadige sie! Segne sie, o Jesus! Dein göttlicher, wohlthätiger Segen komme über uns alle und bleibe bei uns von nun an bis zu ewigen Zeiten! Amen. O Jesus, gib mir die Gnade, recht bald wieder an Deinem hl. Tische zu erscheinen. Ich bin es zwar nicht würdig, aber ich habe Dich notwendig, daß ich den Versuchungen widerstehen und auf dem Weg der Tugend wandeln kann bis zum Ende meines Lebens. Amen. 348 Monatliche Andacht der Corporis- ChristiBruderschaft. Vorbereitungsgebet. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Lasset uns loben und benedeien das allerheiligste Sakrament! Gelobt und gebenedeit sei ohne Ende und Unterlaß das allerheiligste Sakrament des Altars; denn hier ist das lebendige Brot, das uns vom Himmel herabgekommen ist und alle Süßigkeit in Sich enthält. Gelobt und gebenedeit sei das allerheiligste Sakrament des Altars so innig und so vielfältig, als aller Menschen Zungen aussprechen, und alle Herzen erdenken und wünschen können; denn hier ist das unbefleckte Lamm, durch Dessen Blut wir gereinigt und erlöst sind. Gelobt und gebenedeit sei das allerheiligste Sakrament des Altars so innig und so vielfältig, als Christus in demselben von allen Engeln gelobt und geehrt wird und es der allerheiligsten Dreifaltigkeit wohlgefällig ist. Denn Du, Christe Jesu, hast Dich in demselben zur Speise gegeben, um uns mit Dir ewig zu vereinigen. Sei gebenedeit, Du unser Gott und Herr, in Wahrheit lobwürdig und herrlich und über alles hocherhaben in Ewigfeit! R. Amen. - 349 1. O Christ! hie' merk', Den Glauben Dies stärk Und schau' dies Werk. Brot all' Gut, Gott, Fleisch und Blut Begreifen thut.- Ave Jesu, Manhu, Christe Jesu! süß,- Ich herzlich grüß', - - - - - Wahres Dich, Jesu Jesu süß! I. V. Lasset uns beten ein audächtiges Vaterunser und Ave Maria zu Ehren der heiligen Wunde der rechten Hand unseres Herrn Jesu Christi im allerheiligsten Sakrament! Vater unser usw. Gegrüßet usw. V. Lob und Ehre sei dem allerheiligsten Sakrament des Altars! R. Ehre dem zartesten darin verborgenen Fronleichnam unseres Herrn Jesu Christi! Preis und Benedeiung der heiligen Wunde der rechten Hand Jesu Christi! Ewige Ruhe den armen Seelen! 350 V. Jesu Christe, für uns am Kreuz gestorben! durch die heilige Wunde Deiner rechten Hand: R. Erbarme Dich unser! Gebet. O Herr Jesus Christus! durch das heilige Sakrament, durch Deinen verklärten darin verborgenen Fronleichnam, durch die heilige Wunde Deiner rechten Hand, durch das heilige Blut, das aus derselben geflossen: erbarme Dich unser! Gib uns mit dieser Deiner gnadenreichen Hand Deinen Segen und schreibe uns mit derselben ein in die Gemeinschaft Deiner Diener und Dienerinnen, auf daß wir dereinst am Tage des Gerichtes mit der Schar Deiner Auserwählten Dir zur Rechten stehen mögen. 1 O Maria, Mutter Gottes, Mutter der Gnade und der heiligen Hoffnung! bitte für uns, daß wir würdig werden der Verheißungen Jesu Christi, Deines geliebtesten Sohnes, unseres Heilandes und Seligmachers.- R. Amen. 2. In der Monstranz Ist Christus ganz, Nicht Brot- Substanz; Vom Brot - 351 allein- Gestalt und Schein dein. Ave Jesu, - 1 Vor Augen Wahres Manhu usw. - II. V. Lasset uns beten ein andächtiges Vaterunser und Ave Maria zu Ehren der heiligen Wunde der linken Hand unseres Herrn Jesu Christi im allerheiligsten Sakrament! Vater unser usw. Gegrüßet usw. V. Lob und Ehre sei dem allerheiligsten Sakrament des Altars! R. Ehre dem kostbaren darin verborgenen Blute unseres Herrn Jesu Christi! Preis und Benedeiung der heiligen Wunde der linken Hand Jesu Christi!- Ewige Ruthe den armen Seelen! V. Jesu Christe, für uns am Kreuz gestorben! durch die heilige Wunde Deiner linken Hand: R. Erbarme Dich unser! Gebet. O barmherziger Heiland! durch das heilige Sakrament, durch Dein kostbares darin verborgenes Blut, durch die ehrwürdige Wunde Deiner linken Hand: erbarme Dich unser! Verleihe uns gnädiglich im Leben eine heilsame Furcht in Deinem Dienste; in unserer Sterbe 352 stunde aber und in der letzten Todesangst erquicke und stärke unsere armen Seelen mit Deinem heiligen Blute wider alle heimlichen Anfechtungen und errette fie von allem Uebel. O Maria, Mutter der heilsamen Furcht Gottes! verlasse uns nicht; Mutter der Barmherzigkeit, steh' uns bei im letzten Streit.- R. Amen. 3. Wohl siehst du Brot, Ist nimmer Brot; ist, Herr Jesu Christ', Brot Du selber bist. Ave Jesu, Wahres Manhu usw. III. V. Lasset uns beten ein andächtiges Vaterunser und Ave Maria zu Ehren der heiligen Wunde des rechten Fußes unseres Herrn Jesu Christi im allerheiligsten Sakrament!" - 1 - Doch dieses Was darin Vater unser usw. Gegrüßet usw. V. Lob und Ehre sei dem allerheiligsten Sakrament des Altars! R. Ehre der hochheiligen darin gegenwärtigen Seele unseres Herrn Jesu Christi! Preis und Benedeiung der heiligen Wunde des rechten Fußes Jesu Christi! Ewige Ruhe den armen Seelen! - 353 V. Jesu Christe, für uns am Kreuze gestorben! durch die heilige Wunde Deines rechten Fußes: R. Erbarme Dich unser! Gebet. O starker Jesus! durch das heilige Sakrament, durch Deine hochheilige darin gegenwärtige Seele, durch die gnadenreiche Wunde Deines rechten Fußes, durch das kostbare Blut, das aus derselben geflossen: erbarme Dich unser! Verleihe uns gnädiglich einen festen Vorsat, unser Leben zu bessern und auf dem Wege Deiner Gebote zu wandeln. Schenke uns Hilfe und Stärke, den Anfechtungen zu widerstehen und alle Gefahren der Sünde zu meiden. Gib uns die Gnade, in allen Tugenden, in dem Glauben, der Hoffnung, der Liebe und der Demnt zu wachsen und in der Andacht und Ehrerbietung gegen dieses hochwürdigste Sakrament bis ans Ende zu beharren, auf daß wir der Früchte Deines bittern Leidens teilhaftig werden mögen. O Maria, du Helferin der Christen! hilf uns allen im Leben und im Sterben. R. Amen. Weißer Sonntag. 23 354 4. Nun bieg' die Knie'! Gott selbst ist Wie das Der Wahres - hie'!- Weißt du nicht, wie? Dem Aug' entflieht, geschieht, Glaub' es sieht.- Ave Jesu, Manhu usw. - IV. V. Lasset uns beten ein andächtiges Vaterunser und Ave Maria zu Ehren der heiligen Wunde des linken Fußes unseres Herrn Jesu Christi im allerheiligsten Sakrament! Vater unser usw. Gegrüßet uſw. V. Lob und Ehre sei dem allerheiligsten Sakrament des Altars! R. Ehre der allerheiligsten darin gegenwärtigen Menschheit unseres Herrn Jesu Christi! Preis und Benedeinng der heiligen Wunde des linken Fußes Jesu Christi! Ewige Ruhe den armen Seelen! V. Jesu Christe, für uns am Kreuz gestorben! durch die heilige Wunde Deines linken Fußes: R. Erbarme Dich unser! Gebet. O gütigster, o süßester Jesus! durch das heilige Sakrament, durch Deine aller 355 heiligste darin gegenwärtige Menschheit, durch die gebenedeite Wunde Deines linken Fußes, durch das kostbare Blut, das aus derselben geflossen: erbarme Dich unser! Erweiche unsere harten Herzen zur wahren Buße und Besserung des Lebens und vergib uns alle unsere Schuld, womit wir Deine göttliche Majeſtät jemals beleidigt haben. O Maria, du Zuflucht der Sünder! bitte für uns arme Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. R. Amen. Mit Cherubim Erheb' die Stimm' Gott Sabaoth, Jesu, 5. - - Und Seraphim Und preise Gott, Für dieses Brot.- Ave Wahres Manhu uſw. V. V. Lasset uns beten ein andächtiges Vaterunser und Ave Maria zu Ehren der heiligen Wunde der Seite unseres Herrn Jesu Christi im allerheiligsten Sakrament! Vater unser usw. Gegrüßet usw. V. Lob und Ehre sei dem allerheiligsten Sakrament des Altars! R. Ehre der anbetungswürdigen darin verborgenen Gottheit unseres Herrn Jesu Christi!- Preis und Benc23* 356 deinng der heiligen Wunde der Seite Jesu Christi! Ewige Ruhe den armen Seelen! - V. Jesu Christe, für uns am Kreuz gestorben! durch die heilige Wunde Deiner Seite: R. Erbarme Dich unser! Gebet. Oliebreichster Jesus! durch das heilige Sakrament, durch Deine darin verborgene Gottheit, durch die heilige Wunde Deiner gebenedeiten Seite, durch das kostbare Blut, das aus der Seite geflossen: erbarme Dich unser! Verleihe uns gnädiglich eine immerwährende Liebe zu dem hochwürdigsten Sakrament, dem Unterpfand unserer Seligkeit, damit unſere armen Seelen, durch Dein bitteres Leiden gestärkt und mit dem hochheiligen Saframente versehen, aus diesem Jammerthale selig scheiden und dort Deinen Auserwählten mögen beigesellt werden. Verleihe auch, daß die notleidenden Seelen unserer in dem Reinigungsorte schmachtenden Brüder und Schwestern, insbejondere aller unserer Vereinigung Angehörigen, durch die Kraft Deines heiligen hier verborgenen Versöhnungsblutes er quickt werden und endlich zur ewigen Seligkeit gelangen. O Maria, Mutter der schönen Liebe! bitte für uns, daß wir mit Deinem Sohne Jesus Christus und mit Dir, unserer gnadenvollen Fürsprecherin, bis zum Ende unseres Lebens in kindlicher Liebe treu verbunden seien. O Trösterin der Betrübten! tröste auch die armen Seelen im Fegfeuer und führe sie zum ewigen Leben.- R Amen. 357 6. Vor meinem Tod Zur letzten Not, Christ', Mensch und Gott, Gib dieſe Speis Mir auf die Reis Zum Paradeis! Ave Jesu, Wahres Manhu usw. - - Am Weißen Sonntag", dem Tage der Aufnahme in die Erzbruderschaft, wird von den Erstkommunikanten folgendes Gebet gesprochen: - Ich armer, sündiger Mensch,- für den Du, o mein Heiland, so vieles gelitten hast- und endlich unter unsäglichen Qualen am Kreuze gestorben bist; für den Du auch zum Andenken an Dein bitteres Leiden und Sterben das allerheiligste Altarssakrament eingesetzt hast- und in demselben Tag von der Erz- und Nacht- gnadenreich zu verbleiben Dich würdigest: ich nehme mir fest vor,-- alle zu Ehren dieses hochwürdigsten Sakramentes und Deiner heiligen fünf Wunden bruderschaft Corporis Christi- löblich angeordneten Andachten- nach Kräften zu üben, und alle Jahre meines Lebens diejenige Stunde, welche mir von dem geistlichen Vorsteher- jährlich angewiesen werden wird, wohl anzuwenden und Dich, meinen Gott und Herrn,- der Du in diesem heiligsten Sakramente- mit Fleisch und Blut, mit Gottheit und Menschheit gegenwärtig biſt, durch lebendigen Glauben zu verehren, auch niemals etwas- wieder dieses allerheiligste Geheimnis zu reden oder zu thun,- sondern vielmehr die ihm schuldige Ehre allen denen, bei welchen mein Wort wird fruchten können, zu empfehlen. Dazu gib mir Deine Gnade, o Jesus, und in der letzten Stunde laß mir das allerheiligste Sakrament zur gnadenvollsten Wegzehrung werden, damit ich gewürdigt werde,- von Angesicht Dich, meinen Gott und Heiland, zu schauen,- den ich jetzt in diesem - - 358 - - 359 Geheimnisse verhüllt anbete,- und den ich zu preisen verlange von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Darauf antwortet der Priester: Zur größern Ehre Gottes, zur Verherrlichung des allerheiligsten Altarssakramentes, zur Vermehrung dieser unserer Bruderschaft nehme ich kraft der mir erteilten Vollmacht euch hiermit auf in die Erzbruderschaft Corporis Christi und mache euch teilhaft aller Gnaden und Ablässe, die vom Heiligen Apostolischen Stuhle derselben verliehen sind, sowie der guten Werke, die allerorts in dieser Erzbruderschaft verrichtet werden. Im Namen des Vaters † und des Sohnes und des heiligen Geistes.- R. Amen. V. Lasset uns beten um ein seliges Ende. Herr Jesus Christus, Du Sohn des lebendigen Gottes, stelle Dein Leiden, Krenz und Tod zwischen Dein Gericht und meine Seele, jetzt und in der Stunde meines Todes; verleihe mir Gnade und Barmherzigkeit, allen Lebenden und Abgeschiedenen Ruhe und Vergebung der Sünden, Deiner Kirche Frieden und Einigkeit, und uns die ewige Glorie. R. Amen. 360 O gütigster Herr Jesus! ich bitte Dich von Grund meines Herzens durch die bittern Schmerzen und Qualen, welche Du am Kreuze, besonders in der Stunde Deines Hinscheidens, für mich erduldet hast, Du wollest Dich meiner und aller Brüder und Schwestern, die dieser Erzbruderschaft einverleibt sind, gnädig erbarmen und unsere armen Seelen, wann sie dereinst von dem Leibe scheiden werden, in Deine liebreiche Hand barmherzig aufnehmen. O allerseligste Jungfrau und Gottesgebärerin Maria! gedenke der schmerzvollen Zeit, als du bei deinem liebsten Sohne am Kreuze gestanden, da Er um meinetwillen Sein heiligstes Leben in den Tod dahingab. Durch diese deine Schmerzen, durch den bittern Tod deines Sohnes, durch Seine seligmachenden Wunden und Sein teures Blut stehe mir in meiner Sterbestunde mit deiner mütterlichen Hilfe bei, und erflehe mir alsdann die Gnade, daß meine arme Seele in die heilige Wunde der göttlichen Seite Jesu Christi möge aufgenommen werden.- R. Amen. + Seele Christi, heilige mich! Leib Christi, erlöse mich! Blut Christi, tränke mich! 361 Wasser der Seite Christi, wasche mich! Leiden Christi, stärke mich! O gütigster Jesus, erhöre mich! Verbirg in Deinen Wunden mich! Laß nimmer von Dir scheiden mich! Vor dem bösen Feinde beschütze mich! In meiner Todesstunde rufe mich Und heiße zu Dir kommen mich, Damit ich möge loben Dich Mit Deinen Heiligen ewiglich! Amen. 300 Tage Ablaß. V. Ich glaube an Dich, Du allerhöchste Wahrheit! R. Ich hoffe auf Dich, Du ewige Glückseligkeit! V. Ich verehre Dich und beuge mich vor Dir, Du erstaunenswürdige Allmacht! R. Jch bete Dich an, Du unbegreif- - - liche Majestät! V. Ich liebe Dich, Du unermeßliche Gütigkeit! R. Ich preise Dich, allerheiligste Gottheit! Ich bereue von ganzem Herzen, daß ich Dich, mein höchstes Gut,- jemals mit der geringsten Sünde erzürnt habe. V. Gelobt sei das allerheiligste Sakrament des Altars. R. Gebenedeit seien die heiligen fünf Wunden unseres Herrn Jesu Christi. 362, V. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste! R. Wie es war im Anfang,- so auch jetzt und allezeit- und in Ewigkeit. A. Schlußgebet. V. Lasset uns beten für das allgemeine Anliegen der ganzen christlichen Kirche, um den heiligen Ablaß zu gewinnen. Wir bitten Dich, o Herr, Du wollest das Flehen Deiner Kirche gnädig aufnehmen, sie von allen Drangsalen befreien, allen Irrtum ausrotten, die christlichen Fürsten vereinigen und Dein heiliges Reich auf Erden allezeit mehr erhöhen, damit wir Dir insgesamt in Ruhe und Frieden dienen mögen; durch Christum, unsern Herrn.- R. Amen. V. Lasset uns beten für die franken Brüder und Schwestern! Oliebreichster Jesus, Du Hilfe und Trost aller Gläubigen! wir bitten Dich durch die Bein und Marter Deines bittern Leidens, Du wollest unser Gebet erhören und Deinen Dienern und Dienerinnen nach Deinem heiligen Willen die vorige Gesundheit gnädig verleihen, damit sie Dich in Deiner Kirche mit uns wieder loben und preisen mögen; der Dut lebſt und regierst in Ewigkeit.- R. Amen. V. Lasset uns beten für die verstorbenen Brüder und Schwestern! 363 O Gott! der Du ans höchster Güte die wohlverdiente Strafe wieder nachläsfest und das Heil der Menschen unendlich liebst: wir bitten Dich demütig, Du wollest die Seelen unserer Brüder und Schwestern, Verwandten und Wohlthäter, welche von dieser Welt in Deiner Guade abgeschieden sind, durch die Fürbitte der allerfeligsten, allezeit unbefleckten Jungfrau Maria und aller Auserwählten zur ewigen Glückseligkeit gelangen lassen; der Du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit.- R. Amen. 1. Wahrer Leib, o sei gegrüßet!- Dich Maria uns gebar; Du hast uns're Schuld gebüßet, Sterbend auf dem Kreuzaltar.- Blut und Wasser sind geflossen, Als Dein Herz durchstochen war; Sei zum Heil von uns genossen In der Todesstund' Gefahr! - 2. Göttlich' Blut, für uns vergossen Aus des Heilands Wunden rot! Du den Himmel hast erschlossen, Uns erlöst vom ew'gen Tod. Herr! der Feind von allen Seiten Mit Gewalt und Arglist droht; Hilf uns beten, hilf uns streiten,- Stärk' uns in des Sterbens Not! - - 364 V. Sei eingedenk Deiner Genossenschaft, R Welche von Anfang an Dein eigen war. V. Der Herr sei mit euch, R. Und mit deinem Geiste. Gebet. Gott, unsere Zuflucht und Stärke! unterstüße, da Du selbst der Urheber der Andacht bist, das andächtige Flehen Deiner Kirche, und verleihe, daß wir wirklich erlangen, um was wir vertrauensvoll bitten; durch Christum, unsern Herrn. R. Amen. 7. Sieben Besuchungen des Allerheiligsten auf jeden Tag der Woche. Erste Besuchung( besonders für Sonntag). ( Vorzüglich für Erstkommunikanten während der Vorbereitungszeit.) Liebster Jesus, der Du im allerheiligsten Sakramente hier zugegen bist! Du haft, als Du noch auf Erden wandeltest, die Kinder so mildreich um Dich versammelt und ihnen Deinen Segen gegeben. Sieh', auch wir arme Kinder sammeln 365 uns hier um Dich, wir beten Dich an mit ehrfurchtsvollem, dankbaren Herzen und bitten recht demütig und herzinnig um Deinen Segen. Du willst uns die Gnade erweisen, bald in unsern Herzen Wohnung zu nehmen. Innig danken wir Dir für diese Liebe. Aber ach! wir sind noch so voller Fehler, die Dir mißfallen, noch so arm an Tugenden, an denen Du Freude haben könntest. Niemand kann uns rein und fromm und gut machen als Du allein. Deshalb bitten wir Dich demütig: such' uns heim mit Deiner Gnade und hilf uns, unser Herz so zu bereiten, daß Du gern zu uns kommen kannst. Wir versprechen Dir aus aufrichtigem Herzen, daß wir mit Deiner Gnade uns Mühe geben wollen, unsere Fehler abzulegen und fromme, brave, Dir wohlgefällige Kinder zu werden. Amen. O mein Jesus! ich glaube fest und lebendig, daß Du im allerheiligsten Saframente zugegen bist, der nämliche Jejus, der als Kind in der Krippe gelegen, der am Kreuze für uns gestorben und jetzt in Herrlichkeit im Himmel ist. - Ich bete Dich an in tiefster Ehrfurcht und möchte Dich gern so aubeten, 366 wie die frömmsten Menschen, wie die Engel und Heiligen, wie Maria, Deine liebe Mutter. Mit innigstem Verlangen sehne ich mich danach, Dich zu empfangen. Schmerzlich bereue ich alle meine Sünden, wodurch ich Dich, meinen liebsten, besten Gott und Heiland, beleidigt habe, und wünsche so rein zu sein, wie Deine liebe Mutter Maria, um Dich recht empfangen zu können. Auch nehme ich mir fest vor, besonders vor wissentlichen und freiwilligen Sünden mich recht in acht zu nehmen.- Da ich Dich jetzt nicht wirklich empfangen darf, so bitte ich recht demütig und herzlich: komm' geistigerweise zu mir, bleibe in mir und richte mein Herz so zu, daß Du dann am heil. Kommuniontag( am Weißen Sonntag) gern wirklich zu mir kommen kannst. Ich bitte Dich darum durch die Liebe Deines göttlichen Herzens, womit Du dieses hhl. Sakrament eingesetzt hast, und durch die Verdienste aller Heiligen, die es am allerwürdigsten entpfangen haben. O Jesus, Dir leb' ich, o Jesus, Dir sterb' ich,- o Jejus, Dein bin ich tot und lebendig. Amen. Geliebt und gelobt sei ohne End' Jesus Christus in allerheiligsten Sakrament! - Licht und blau, Ohne Zahl! Sei gelobt das Sakrament! 2. Gottes Welt,- Wohl bestellt, Wieviel zählst du Stäublein?- Ohne Zahl! Sei gelobt das Sakrament! Uns auch meld', So vielmal Lob ohne Ende. 1. Himmelsau, Wieviel zählst du Sternlein? So vielmal - - - 367 3. Sommerfeld, Wieviel zählst du Gräslein? So vielmal4. Dunkler Wald, Ohne Zahl! Sei gelobt das Sakrament! Grün gestalt't, Wieviel zählst du Zweiglein?- Ohne Zahl! So vielmal- Sei gelobt das Sakrament! Weither, 5. Tiefes Meer, Wieviel zählst du Tröpflein?- Ohne" Zahl!" So vielmal Sei gelobt das Sakrament! - - - 6. Sonnenschein,- Klar und rein, Wieviel zählst du Fünklein? Ohne Zahl! Sei gelobt das Sakrament! So vielmal 7. Ewigkeit, Lange Zeit, Wieviel zählst du Stündlein? vielmal Ohne Zahl!- So Sei gelobt das Sakrament! - - - - Zweite Besuchung( für Montag). Erweckung von Glaube und Anbetung. O liebster Jesus! Ich glaube, daß Du hier im heiligsten Sakramente wahrhaft, wirklich und wesentlich gegenwärtig 368 bist, mit Fleisch und Blut, mit Leib und Seele, mit Gottheit und Menschheit. Ich glaube es, weil Du es selbst geſagt haſt, der Du die ewige, unfehlbare Wahrheit bist. Jesu! vermehre meinen Glauben an Dich im hochh. Sakramente, daß ich in Deiner Gegenwart immer andächtiger werde und immer häufiger und lieber Dich im hh. Sakramente besuche, ja selbst bereit werde, mein Leben für den Glauben an Dich hinzugeben. In tiefster Ehrfurcht werfe ich mich zu Deinen Füßen und bete Dich an mit den heiligen Engeln, welche Dich umgeben, als meinen Herrn und Gott, als meinen Erlöser, Richter und Seligmacher. Durch diese meine Anbetung möchte ich gut machen alle Sünden, mit welchen ich und andere Menschen Dich jemals im hh. Sakramente beleidigt haben. Erweckung der Hoffnung. O liebster Jesu! Du hast der Magdalena alle Sünden verziehen, den Betrus wieder gnädig aufgenommen, dem Schächer das Paradies versprochen. Millionen von armen, sündhaften Menschen bist Du gnädig und barmherzig gewesen, 369 und so hoffe auch ich, daß Du mit Deinem kostbaren Blute meine Seele rein waschest und mir alles gibst, was ich brauche, um gut und selig zu werden. Ich hoffe es, weil Du, allmächtiger, barmherziger und getreuer Gott, solches versprochen hast. Erweckung der Liebe. Oliebster Jesu! Du bist die unendliche, ewige Liebe. Niemand hat mich mehr geliebt als Du. Du rufft mir vom Tabernakel aus zu:„ Mein Kind, schenk Mir dein Herz!" Darum will ich Dir, o liebster Jesu, mein Herz schenken; ich will Dich lieben mit meinem Herzen; ich will Dich lieben mit allen Kräften des Leibes und der Seele, ich will Dich mehr lieben als alles, was in der Welt ist. Erweckung der Rene. O Jesus! Du bist ganz rein und glänzest unendlich schöner als die Sonne und alle Sterne. Meine Seele aber ist durch die Sünde beschmutzt, und ich bin nicht würdig, vor Dir, dem Reinsten und Schönsten, zu erscheinen. Das schmerzt mich von Herzen, besonders auch deswegen, weil ich Dich erzürnt und beleiWeißer Sonntag. 24 370 digt habe, so oft ich eine Sünde that. Ich will jetzt alle meine Sünden herzlich bereuen und mir mit Deiner Gnade Mühe geben, daß ich mein Seelenkleid nicht mehr verliere durch eine große Sünde und es durch kleine Sünden nicht mehr so sehr beflecke. Erweckung der Sehnsucht. ( Geistliche Kommunion.). Mein Gott und Herr! welch ein Glück wäre es für mich, wenn ich Dich jetzt im hh. Sakrament empfangen könnte! Allein ich bekenne es: O Herr, ich bin nicht würdig, daß Du eingehst in mein Herz; aber sprich nur Ein Wort, so wird gesund meine Seele!" Mit Dir, o mein Jesu, möchte ich immer vereiniget sein; deswegen bitte ich Dich herzinniglich, komm' doch geistigerweise zu mir und bleib' bei mir mit Deiner Gnade! ( Hier bete noch das Gebet vor der Hl. Kommunion: Jesu, Jesu, komm' usw., Seite 346.) Bitte. O liebster Jesu! Ich bin jetzt bei Dir, und bitte Dich, Du wollest mir helfen, daß ich reicher werde vor Dir 371 an guten Werken. Vor allem möchte ich eifriger und andächtiger beten können; hilf mir dazu mit Deiner Gnade! Mach' mich so gehorsam, wie Du gewesen bist, auf daß auch ich auf der Stelle, pünktlich, mit Freuden und demütig meinen Eltern und Vorgesetzten folge. Mach' mich demütig und sanftmütig von Herzen, daß ich niemand verachte und gegen alle Menschen geduldig und liebevoll sei. Laß mich eine wahrheitsliebende Seele sein, und erinnere mich immer daran, daß jede Lüge vor Dir ein Greuel ist. Besonders aber bitte ich Dich um die schönste aller Tugenden, um die heilige Unschuld. O laß mich lieber bald sterben, wenn Du sehen solltest, daß ich später in eine Sünde der Unkeuschheit falle. O Jesus! erbarme Dich über meine Eltern und Lehrer: hilf ihnen, mich fromm zu erziehen, daß ich zu Dir in den Himmel komme. Gib auch den armen Seelen, meinen verstorbenen Anverwandten, die ewige Ruhe; laß sie von ihren Leiden erlöst werden und Dich bald in Deiner Herrlichkeit schauen. O meine liebe Mutter Maria! o heiliger Namenspatron! bittet den lieben Heiland, daß Er mir alles gebe, um was 21* 372 ich Ihn gebeten habe. O ihr heiligen Engel! betet für mich jetzt an den himmlischen König im heiligsten Sakrament, bis ich wieder komme. Amen. Dritte Besuchung( für Dienstag). Schöne Weise, Jesus im hochwürdigsten Sakrament zu loben. ( 100 Tage Ablas. Papst Bant V.) 1. Gelobt und gebenedeit sei das allerheiligste Sakrament des Altars mit so vielem Lobe, als Sterne am Himmel, Fünklein im Feuer, Stäublein in der Luft, Tröpflein im Meere und Sandkörnlein auf der Erde sind, als Blumen im Frühling, Früchte im Sommer, Blätter im Herbste, Schneeflocken im Winter und endlich als Kreaturen im Himmel und auf Erden gefunden werden; denn Du bist dessen würdig, o Gott, der Du unter den Gestalten des Brotes und Weines wahrhaftig verborgen bist. 2. Gelobt und gebenedeit sei das allerheiligste Sakrament des Altars mit so vielem Lobe, als mit dem Werke kann verrichtet, mit dem Munde ausgesprochen, mit den Gedanken 373 erdacht, mit dem Herzen begehrt, mit dem Verstand aller Engel und Menschen begriffen und erfunden werden; denn Du bist dessen würdig, o Herr, der Du uns speisest und tränkest mit Deinem heiligsten Fleisch und Blut. 3. Gelobt und gebenedeit sei das allerheiligste Sakrament des Altars mit so vielem Lobe, als die allerheiligste Dreifaltigkeit mit ihrer Allmacht kann hervorbringen, mit ihrer Weisheit erfinden und mit ihrer Gütigkeit wünschen und begehren, auf alle Weise, an allen Orten und zu allen Zeiten in Ewigkeit; denn Du bist desen würdig, o Herr, der Du uns in diesem allerheiligsten Sakramente nicht nur Deine Menschheit, sondern auch Deine allerheiligste Gottheit mitteilest. Amen. Lob und Bitte. ( Melodie in Molitors Kirchenjahr'.) 1. Kommet, lobet ohne End' hochheil'ge Sakrament, geſetzet - Das Welches Jesus einUns zum Testament! 2. Hier ist Jesu Fleisch und Blut Und das allerhöchste Gut; geht verloren- Unter Seiner Hut! Keine Seele Trost in 3. Sei gelobt, gebenedeit, jeder Bitterkeit! Du in allem Kampf und Leiden Wahre Sicherheit! 374 - - 4. Segne uns, o großer Gott, Wundervolles Himmelsbrot! Ach, bewahre und errette Uns aus jeder Not! - 5. Gib stets wahre Buß' und Reu', Spreche uns von Sünden frei! Mach', daß Glaube, Lieb' und Hoffnung Bis ans Ende sei! - - Vierte Besuchung( für den Mittwoch). Litanei vom allerheiligsten Altarssakrament. Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarm Dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, Erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, 1 Gott, heiliger Geist, Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Jesu, lebendiges Brot, das vom Himmel herabstieg, Du verborgener Gott und Heiland, Du immerwährendes Opfer, Du reinstes Opfer, 1 Erbarme Dich unser! 375 Du unbeflecktes Gotteslamm, ¹ Du Speise der Engel, Du verborgenes Manna, Du Denkmal der göttlichen Wunder, Du Wort, das Fleisch geworden, Du Wort, das unter uns wohnt, Du Kelch der Segnung, Du Geheimnis des Glaubens, Du hocherhabenes und anbetungswürdiges Sakrament, Du hochheiligstes aller Opfer, Du wahrhaftiges Sühnopfer für Lebende und Verstorbene, Du himmlische Arznei, die vor Sünden uns bewahrt, Du hochheiliges Gedächtnis des Leidens unseres Herrn, Du vorzüglichstes Denkmal der göttlichen Liebe, Du hochheiliges und erhabenstes Geheimnis, Du Heilmittel der Unsterblichkeit, Du unblutiges Opfer, Du Geheimnis göttlichen Erbarmens, Du Band der Liebe, Du Erquickung heiliger Seelen, Du Wegzehrung der im Herrn Sterbenden, 1 Erbarme Dich unser! 376 Du Unterpfand künstiger Herrlichkeit, ¹ Sei uns gnädig! Verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig! Erhöre uns, o Herr! Vom unwürdigen Empfang Deines Leibes und Blutes, Erlöse uns, o Herr! Von der Begierlichkeit des Fleisches, ² Von der Hoffart des Lebens, Von jeder Gelegenheit zu fündigen, Durch jene Sehnsucht, mit der Du verlangtest, mit Deinen Jüngern Ostern zu halten, Durch jene höchste Demut, mit der Du Deinen Jüngern die Füße gewaschen, Durch die glühende Liebe, in der Du dies gönhe Sakrament eingesetzt haſt, Durch Dein kostbares Blut, das Du uns auf dem Altare hinterlassen, Durch die fünf Wunden Deines heiligsten Leibes, die Du für uns empfangen, Wir armen Sünder, Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du uns verzeihest, ³ Daß Du uns den Glauben und die Andacht zu diesem wunderbaren Saframente vermehren und erhalten wollest, 1 Erbarme Dich unser! 2 Erlöse uns, o Herr! 3 Wir bitten Dich, erhöre uns! 377 Daß Du uns zum öftern Empfang des heil. Abendmahles durch wahres Bekenntnis unserer Sünden hinführen wolleſt,! Daß Du uns von aller Irrlehre, Unglauben und Verblendung des Herzens bewahren wolleſt, Daß Du uns die kostbaren und himmlischen Früchte dieses heiligsten Saframentes zuteilen wollest, Daß Du uns in der Todesstunde mit dieser himmlischen Wegzehrung stärken und waffnen wollest, Jesu, Du Sohn Gottes, Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünd der Welt, Verschone uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, Erhöre uns, o Herr! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, Erbarme Dich unser, o Herr! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Vater unser usw. V. Brot vom Himmel hast Du ihnen gegeben, R. Das alle Süßigkeit in Sich begreift. 1 Wir bitten Dich, erhöre uns! 378 Lasset uns beten! O Gott, der Du uns in dem wunderbaren Sakramente das Andenken Deines Leidens und Sterbens hinterlassen hast; wir bitten Dich, laß uns die heiligen Geheimnisse Deines Leibes und Blutes also verehren, daß wir die Frucht Deiner Erlösung immerdar in uns empfinden mögen, der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. G Adoro te devote. ( Ein Hymnus dom heiligen Thomas von Aquin.) 1. In Demut bet' ich Dich, Verborg'ne Gottheit, an, Wenn auch mein schwacher Sinn- Dich nicht entdecken kann. AnMein Herz, das ganz in Dich schauend sich versenkt, sei ganz Dir unterthan,- Sei ganz Dir hingeschenkt. - - - - 2. Gesicht, Geschmack, Gefühl,— Betrügen sich in Dir; Doch das Gehör verleiht Die sich're Bürgschaft mir. Was Gottes Sohn gesagt, Das glaub' ich hier allein; Es ist der Wahrheit Wort, Und was kann wahrer sein? 3. Am Krenzesstamme war- Die Gottheit nur verhüllt; Hier hüllt die Menschheit auch- Sich gnädig in ein Bild. Doch beide glaubt mein Herz, Und beid' bekennt mein Mund,- Wie einst der Schächer that In seiner Todesstund. - 4. Die Wunden seh' ich nicht,- Wie Thomas einst sie sah;- Doch ruf' ich: Herr, mein Gott, Du bist wahrhaftig da! Gib, daß mein Glaube mehr Und mehr lebendig sei, Mach' meine Hoffnung fest, Mach' meine Liebe tren! - 1 379 - - 5. O Denkmal meines Herrn An Seinen bitt'ren Tod! O Leben spendendes Und selbst lebend'ges Brot!- Gib, daß von Dir allein Sich meine Seele nährt, Und nichts mehr außer Dir Welt begehrt! In aller - 1 6. O güt'ger Pelikan, O Jejus, höchstes Gut!- Wasch' rein mein unrein' Herz Mit Deinem teuren Blut. Ein einz'ger Tropfen macht Die ganze Erde neu, Wascht alle Sünder rein, Stellt alle schuldenfrei. - - - - - 7. O Jesu, den verhüllt mein Auge sieht, Jetzt nur - Wann stillst das Sehnen Du, Das in der Brust mir glüht? Wann darf ich Dich enthüllt Anschau'n von Angesicht? Wann ewig selig sein. In Deiner Glorie Licht? Amen. fünfte Besuchung( für Donnerstag). ( Ein zweiter Hymnus vom heiligen Thomas von Aquin zur Verehrung des allerheiligsten Sakramentes.) Pange lingua. 1. Preiset, Lippen, das Geheimnis Eines Leib's voll Herrlichkeit; Eines Blut's, dem Schätze weichen, Das zum Lösegeld der Welt, Er, der holden Mutter Sprosse, Er, der Völker Heil vergoß. - 380 - - Von 2. Uns geschenket, uns geboren Wandelt der Jungfrau kensch und rein, Er voll Huld auf Erden, Streut des Wortes Samen aus; Krönt mit wundervoller Stiftung Seiner schönen Tage Schluß. - - - - 3. In der Nacht des letzten Mahles Saß von Brüdern Er umringt; AB mit Ihnen von dem Lamme Nach dem heiligen Geſeh, Reichte dann des Neuen Bundes Himmelsfost den Zwölfen dar. - 4. Er nahm Brot und sprach mit Segen: Esset! denn dies ist mein Leib; den Kelch und sprach mit Segen: Mein Blut in Meinem Bund! Nahm Trinkt Und gedenket Mein, ihr Freunde,- Stets bei eurem Liebesmahl! - 381 5. Lasset uns voll Ehrfurcht feiern- Dies erhab'ne Sakrament. Hier sind keine alten Bilder,- Neu ist unser Liebesmahl: Und der Glaube muß enthüllen, Was dem schwachen Sinn entgeht. - - 6. Dir, o Vater, in den Himmeln, Dir, o eingeborner Sohn! Schallen uns're Dankeslieder, Kraft und Segen strömt von Euch! Geist des Vaters, Geist des Sohnes! Dir gebührt der gleiche Ruhm! Amen. - - - 1. Kommet, lasset uns anbeten und niederfallen vor Gott unserm Heile; denn hier ist wahrhaft das Lamm Gottes, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt. V. Gelobt sei das allerheiligste Saframent des Altars! R. Von nun an bis in Ewigkeit! Amen. 2. Kommet, lasset uns anbeten und frohlocken vor Gott unserm Heile; denn hier ist wahrhaft der Heilige der Heiligen, der Schönste unter den Menschenkindern, in Dessen Angesicht die Engel zu schauen gelüstet. V. Gelobt sei das allerheiligste Safraframent des Altars! R. Von nun an bis in Ewigkeit! Amen. 382 3. Kommet, lasset uns anbeten und niederfallen vor Gott unserm Heile; denn hier ist wahrhaft das Brot der Engel, das Brot des Himmels, welches lebt und lebendig macht in Ewigkeit. V. Gelobt sei das allerheiligste Sakrament des Altars! R. Von nun an bis in Ewigkeit! Amen. 4. Kommet, lasset uns anbeten und frohlocken vor Gott unserm Heile; denn hier ist wahrhaft der Herr, der Auferstandene, der uns mit Seinem Blute. erkauft hat. V. Gelobt sei das allerheiligste Sakrament des Altars! R. Von nun an bis in Ewigkeit! Amen. 5. Kommet, lasset uns anbeten und niederfallen vor Gott unserm Heile; denn hier ist wahrhaft der Richter der Welt, der da kommen wird auf dem Throne Seiner Herrlichkeit, um zu richten die Lebendigen und die Toten. V. Gelobt sei das allerheiligste Sakrament des Altars! R. Von nun an bis in Ewigkeit! Amen. 383 Sechste Besuchung( für freitag). Litanei zum hl. Herzen Jesu. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, Erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, ¹ Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Heiligstes Herz Jesu, Herz Jesu, vereinigt mit der Person des Sohnes Gottes, Herz Jesu, Du Heiligtum der Gottheit, Herz Jesu, Du Tempel der heil. Dreifaltigkeit, Herz Jesu, Du Abgrund der Weisheit, Herz Jesu, Du Meer der Güte, Herz Jesu, Du Thron der Barmherzigkeit, Herz Jesu, Du Vorbild aller Tugenden, Herz Jesu, voll Liebe zu den Menschen, Herz Jesu, voll Zärtlichkeit gegen die Kinder, Herz Jesu, würdig unserer Anbetung und Liebe, 1 Erbarme Dich unser! 384 Herz Jesu, an welchem der Vater Sein Wohlgefallen hat, 1 Herz Jesu, unsertwegen mit Bitterkeit erfüllt, Herz Jesu, im Delgarten bis zum Tode betrübt, Herz Jesu, aus Liebe zu uns verwundet, Herz Jeju, mit der Lanze durchbohrt, Herz Jeju, am Kreuze vom Blut entleert, Herz Jesu, leidend für unsere Sünden, Herz Jeju, Du Zuflucht der Sünder, Herz Jeju, Du Stärke der Schwachen, Herz Jeju, Du Trost der Betrübten, Herz Jesu, Du Beharrlichkeit der Gerechten, Herz Jesu, Du Heil der auf Dich Vertrauenden, Herz Jesu, Du Hoffnung der Sterbenden, Herz Jeju, Du Wonne aller Heiligen, O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt Verschone uns, o Herz Jeju! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt- Erhöre uns, o Herz Jesu! O Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt Erbarme Dich unser, o Herz Jeju! 1 Erbarme Tich unser! 385 Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! O göttliches, liebevolles Herz Jeju! flöße unsern Herzen eine solche heilige Liebe ein, wie Du sie besihest, damit wir alles Irdische verachten und das Himmlische erlangen mögen. Amen. Begrüßung des Herzens Jesu im heiligsten Altarssakramente. Gelobt sei das göttliche Herz Jeju, meines Erlösers, in dem hochwürdigsten Sakramente des Altares. Ich glaube fest, daß Du da gegenwärtig biſt, göttliches Herz Jesu! und bete Dich da in tiefster Demut meines Herzens an. Ich setze auf Dich mein ganzes Vertrauen und hoffe durch Dein Versprechen und Deine unendliche Güte Verzeihung meiner Sünden, welche ich von Herzen bereue. Ich liebe Dich aus ganzem Herzen, weil Du mein höchstes Gut bist, und weil Du mich zuvor unendlich geliebt hast. Ich sage Dir innigsten Dank für alle Gnaden und Gutthaten, die Du Weißer Sonntag. 25 386 mir von dem ersten Augenblick meines Lebens bis jetzt erwiesen hast. Ich grüße Dich da in in diesem Sakramente, o Jesus, als meinen besten Freund, meinen zärtlichsten Bruder, meine einzige Liebe. Ich lobe und ehre Dich da als den Gott des Himmels, als den Schöpfer und Erhalter der ganzen Erde. Ich beteure Dir, daß ich Dich als mein höchstes Gut, meinen Gott und Herrn einzig und allein lieben, Dir beständig dienen und stets zu gefallen suchen will. Ach, gib mir die Gnade, o gütigster Jesu! daß ich in Deiner Liebe Leben und sterben möge. Amen. Gebet um den Beistand des göttlichen Herzens. ( 100 Tage Ablaß. Pius IX.) O mildester Jesus! Du allein bist unser Heil, unser Leben und unsere Auferstehung! Wie bitten Dich deshalb, verlaß uns nicht in unsern Nöten und Trübsalen, sondern um der Todespein Deines göttlichen Herzens und um der Schmerzen Deiner unbefleckten Mutter willen komme zu Hilfe Deinen Dienern, die Du mit Deinem kostbaren Blute erlöset hast. 387 Gebet vor einem Bilde des göttlichen Herzens. ( 100 Tage Ablaß. Pius VII.) O mein liebenswürdigster Jesus! Ulm Dir meine Dankbarkeit zu bezeigen, und zum Ersatze für meine vielfache Untreue schenke ich N. N. Dir mein Herz und weihe mich Dir ganz, und nehme mir vor, mit Deiner Gnade Dich nicht mehr zu beleidigen. Schußgebetlein zum heiligsten Herzen Jesu. Jesus, sanftmütig und demütig von Herzen, bilde mein Herz nach Deinem Herzen!( 300 Tage Ablaß einmal im Tage. Pius IX.) 25* 388 Süßes Herz meines Jesu, gib, daß ich immer mehr Dich lieb'! ( 300 Tage Ablaß jedesmal. Pins IX.) Gelobt, angebetet und mit dankbarem Gemüte geliebt sei das Herz Jeju im heiligsten Sakramente in jedem Augenblick, in allen Tabernakeln der Welt bis zur Vollendung der Zeiten. Amen. ( 100 Tage Ablaß einmal im Tage. Pius IX.) Heiligstes Herz Jeju, erbarme Dich unser! Unbeflecktes Herz Mariä, bitte für uns! ( 200 Tage Ablaß. Pius IX.) Mein Dem Herzen Jesu singe! ( Melodie in Mohrs, Cäcilia'.) 1. Dem Herzen Jesu singe, Herz, in Liebeswonn', Durch alle Wolken Gelobt, dringe Der laute Jubelton: gebenedeit- Soll sein zu jeder Zeit- Das heiligste Herz Jesu In alle Ewigkeit, Das heiligste Herz Jesu- In alle Ewigkeit! Aus 2. O Herz, für mich gebrochen übergroßer Huld, Von einer Lanz' durchstochen Ob meiner Sündenschuld! lobt usw. Ge- - - - 3. In dieses Herzens Wunde Jſt meiner Seele Ruh'; In Glück und Leidensstunde Ruf' ich der Welt dann zu: Gelobt usw. - 389 4. Und wenn die Augen brechen, Entflieht der Erde Schein, Will ich noch sterbend sprechen: Dein! Herz Jesu, ich bin Gelobt usw. Siebente Besuchung( für Samstag). Sei gegrüßt, o hochwürdigstes Saframent! Jesus Christus, wahrer Sohn Gottes, der Du unter der Gestalt des Brotes hier gegenwärtig bist. Wir beten Dich an mit jener Andacht und Ehrfurcht, mit welcher Dich die Chöre der Engel anbeten und verehren. Vor Dir fallen wir im Geiste der Demut nieder und bekennen und glauben, daß Du, unser Herr und Gott, hier wirklich gegenwärtig bist und aus diesem hl. Tabernakel uns gnädig anblickst und das Innerste unserer Herzen durchschauest. Wir glauben, daß unter dieser Gestalt des Brotes nicht nur Dein hochheiliger Leib, sondern auch Deine ganze Gottheit und Menschheit enthalten sei. Und obschon wir dieses nicht mit Augen sehen können, so glauben wir es dennoch so fest, daß wir bereit sind, unser Leben für diese Wahrheit hinzugeben. Du einzige und wahre Zuversicht unserer Seele, Jesus Christus! wir loben, 390 lieben und beten Dich an, und bitten Dich, laß uns in Ewigkeit nimmer von Dir getrennt werden. Sei unser Trost im Leben, unsere Wegzehrung und unser Begleiter im Tode, unsere Belohnung in der Ewigkeit; um dies bitten wir für uns und alle, die uns befreundet sind, und für die ganze Christenheit durch Deine Thränen, durch Deinen Schweiß und Dein Blut! Segne uns, o Herr Jesus Christus! mit dem Vater und dem heiligen Geist, und gib uns allen reichliche Gnade, daß wir immer und in allem, jetzt und in der Stunde unseres Hinscheidens Deinen heiligsten Willen umfangen und vollbringen mögen. Amen. ( Bete noch:„ Jesu, Jesu, komm' zu mir" usw. S. 318.) Jubelgesang mit den Engeln. ( Melodie in Molitors, Kirchenjahr'.) 1. Eilt, ihr Himmelsfürsten, nieder,- Mischt euch unter uns're Schar; Lehrt. uns eure Jubellieder, den Altar! Laßt mit singen, Alle Zungen sollen flingen: Hochgelobt sei ohne End' Šatrament! Kniet mit uns aneuch uns fröhlich Das hochheil'ge - 2. Lehret uns die Liebe preisen,- Die Sich uns zur Speise gibt;- Lehret Liebe uns beweisen, So wie ihr im Himmel liebt! Helfet unser Herz entflammen, Daß wir sprechen all' zusammen: Hochgelobt sei ohne End'- Das hochheil'ge Saframent! 3. Ach, daß alle Menschen kenn'ten Dieses Mahles Wunderkraft; Alle von dem Feuer brenn'ten, Das hier neue Herzen schafft! Aller Leben, Lieben, Freuen Wär' ein ew'ges Benedeien: Hochgelobt sei ohne End'- Das hochheil'ge Sakrament! - - 391 - - - - 4. Lass' Dir unser Lob gefallen, Liebster Jesu, Himmelsbrot; Laff' es rein und reiner schallen, Bleib' bei uns in Glück und Not! Lass uns würdig Dich genießen, Nach dem Tod Dich freudig grüßen: Hochgelobt sei ohne End' Das hochheil'ge Sakrament! - - - - 8. Gebete zum lieben Jesukinde. a) 1. Liebes Jesukind, das Du von Deiner reinsten Mutter Dich zu Elisabeth tragen ließest und Deinen Vorläufer Johannes geheiliget hast, ich bitte Dich durch die Liebesdienste, welche Deine Mutter der Base Elisabeth erzeigt hat, Du wollest auch mich heiligen und Dir 392 in meiner Seele eine würdige Wohnung bereiten, damit ich, wenn Du in der heiligen Kommunion mich besuchest, wie Elisabeth Dich mit Freude und Demut empfangen und mit Deiner heiligsten Mutter Dich loben und preisen kann. 2. Liebes Jesukind, ich fniee im Geiste nieder vor Deiner heiligen Krippe; ich bewundere Deine Demut, daß Du in einem Stalle wolltest geboren, in Windeln gehüllt und in eine Krippe gelegt werden. Siehe, ich biete Dir jetzt mein armes Herz zu einem Ruheplatze an; o entzünde mein Herz mit Liebe zu Dir! Du bist aus Liebe zu mir ein Menschenkind geworden; o hilf auch mir, daß ich so demütig werde und die Armut liebe wie Du, und so dann würdig bin, als wahres Gotteskind Dich im Himmel zu schauen. 3. Liebes Jejukind, Du hast bei Deiner Geburt einen neuen Stern an die heiligen drei Könige abgesendet, um sie an Deine Krippe zu rufen und ihre Geschenke anzunehmen; ich bitte Dich, erleuchte auch mich mit Deiner Gnade, daß ich Dich und mich besser kennen lerne, und einsche, was Du alles für mich gethan hast, und was ich dagegen 393 für Dich thun soll. Als Geschenk bring' ich Dir dar mein armes sündhaftes Herz, segne es und führe mich an Deiner Hand, daß ich sicher in die wahre Heimat gelange, hinauf zu den Frenden des Himmels. 4. Liebes Jesukind, Du hast dem heiligen Greise Simeon die Gnade erteilt, Dich zu sehen und auf seinen Armen zu tragen, so daß er vor Freuden zu sterben verlangte; ich bitte Dich, Du wollest mein Herz zu einem Tempel für Dich machen, damit ich Dich nicht bloß auf den Armen, sondern in meinem Herzen tragen darf, wenn Du in der heiligen Kommunion zu mir kommst. Bleib' immer bei mir, und nach meinem Tode stell' mich Deinem Vater vor als frommes, braves Kind, und laß mich wohnen bei Dir und allen heiligen Kindern! b) Litanei zum lieben Jesukinde. Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Göttliches Kind Jesus, höre uns! Göttliches Kind Jesus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, Erbarme Dich unser! 394 Gott Sohn, Erlöser der Welt, ¹ Gott, heiliger Geist, Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Jesus, Du Sohn des lebendigen Gottes, Der Du in einem Stalle von Maria, der Jungfrau, geboren worden bist, Der Du von den Hirten und Weisen aus dem Morgenlande angebetet worden biſt, Der Du am achten Tage beschnitten und Jesus genannt worden bist, Der Du im Tempel Deinem himmlischen Vater aufgeopfert worden biſt, Der Du mit Maria und Joseph nach Aegypten geflohen bist, Der Du mit Maria und Joseph aus Aegypten wieder zurückgekehrt bist, Der Du Dich als ein zwölfjähriger Knabe mit Deinen Eltern nach Jeruſalem begeben hast, Der Du von Deinen Eltern verloren und drei Tage lang mit Schmerzen geſucht worden bist, Der Du in dem Tempel mit Freuden wiedergefunden worden bist, Der Du Deinen Eltern in Nazareth gehorsam und unterthänig gewesen bist, 1 Erbarme Dich unser! 395 Sei uns gnädig! Verschone uns, o Kind Jesus! Sei uns gnädig! Erhöre uns, o Kind Jesus! Vor den Vergehungen der Jugend, Bewahre uns, o. Kind Jesus! Vor den Kindern des Satans, welche die unschuldigen Kinder verführen, ¹ Vor allem Leichtsinn des jugendlichen Alters, Vor allen Gefahren und Gelegenheiten der Sünde, Vor dem Verluste der heiligen Unschuld, Vor dem unwürdigen Empfange der heiligen Sakramente der Buße und des Altares, Durch Deine geheimnisvolle Geburt, Durch Deine Thränen und Seufzer in der Krippe, Durch Deine Verfolgungen und Leiden, Durch Dein demütiges Betragen gegen Deine Eltern, Durch Deine Aufopferung im Tempel, Durch die Fürbitte Deiner heiligsten Mutter, Durch die Fürbitte Deines heil. Pflegevaters, 1 Bewahre uns, o Kind Jesus! 396 Durch die Fürbitte aller unschuldigen und heiligen Kinder, ¹ Wir armen Sünder, Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß wir unsere Taufgelübde treulich halten, 2 Daß wir unsern Vater im Himmel über alles lieben und ehren, Daß wir gern und mit Andacht beten, Daß wir allen Geboten Gottes und der Kirche gehorchen, Daß wir mit den Jahren auch an Weisheit und Tugend zunehmen, Daß Du eine kindliche Verehrung und große Liebe gegen Maria, unsere himmlische Mutter, uns einflößen wollest, Daß Du unsere lieben Eltern uns lange erhalten wolleſt, Daß Du unsere Seelsorger und Lehrer mit dem heiligen Geiste erfüllen wollest, Day Du allen unsern Wohlthätern mit den ewigen Gütern vergelten wollest, Daß Du der armen Seelen im Fegfeuer Dich erbarmen wollest, Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt,( dreimal). 1 Bewahre uns, o Kind Jesus! 2 Wir bitten Dich, erhöre uns! 397 Lasset uns beten! Liebes Jesukind! Du hast Dich gewürdigt, aus Liebe zu uns ein armes Kind zu werden; o wie groß, wie liebenswürdig bist Du in Deiner Erniedrigung! O wie lieb mußt Du die Kinder haben, da Du selbst uns gleich werden wolltest! Mit vollkommenstem Vertrauen versammeln wir uns bei Deiner Krippe, und bitten Dich, Du wollest von diesem Deinen Gnadenthrone mit göttlicher Huld auf uns herabsehen und uns Deinen Segen geben. Obewahre uns vor der Verführung, erhalte und stärke uns im Guten, damit wir, die wir Dich als ein armes Kind auf Erden anbeten, Dich einst in Deiner Größe und Herrlichkeit im Himmel anschauen dürfen. Amen. c) Gruß ans liebe Jesuskind. ( Melodie in, Lieder f. Jungfrauen'.) 1. Dich grüßen wir, o Jesulein, Schön's Kindelein! Wir wollen all' Dein eigen sein,: Herzliebstes Jesulein!: 2. Wie arm bist Du in diesem Stall, Reich' Kindelein! Dein Reichtum ziert des Himmels Saal,-: O armes Jesulein!: 3. Wie schwach bist Du auf dieser Welt, Start' Jesulein! Du, Dessen Kraft die Welt erhält,-: O schwaches Kindelein!: - - 398 4. Wie liegst Du hier so ganz veracht't, Dazu hat Dich die : Herzliebstes Jesulein!: 5. Nimm hin mein Herz, gib mir das Süß Herzelein!- Bass' beide -: O herzig's Jesu- - Schön's Kindelein! Lieb' gebracht, Dein', Herzen ein Herz sein, lein!: - - d) Am Namensfeste des Jesutindes. Litanei vom heiligsten Namen Jesus. ( 300 Tage Ablaß. Pius IX.) Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Jesus, höre uns! Jesus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, Erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, ¹ Gott heiliger Geist, Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Jesu, Du Sohn des lebendigen Gottes, Jesu, Du Abglanz des Vaters, Jesu, Du Ausfluß des ewigen Lichtes, Jesu, Du König der Herrlichkeit, Jesu, Du Sonne der Gerechtigkeit, Jesu, Du Sohn der Jungfrau Maria, 1 Erbarme Dich unser! MWWI 399 Du liebenswürdigster Jesu, ¹ Du wunderbarer Jeju, Jesu, Du starker Gott, Jesu, Du Vater der Ewigkeit, Jesu, Du Engel des großen Rates, Du mächtigster Jesu, Du geduldigster Jesu, Du gehorsamster Jeſu, Jesu, sanftmütig und demütig von Hers zen, Jesu, Du Freund der Keuschheit, Jesu, unser Freund, Jesu, Du Gott des Friedens, Jesu, Du Urheber des Lebens, Jesu, Du Vorbild der Tugenden, Jesu, Du Eiferer für das Heil. der Seelen, Jesu, unser Gott, Jesu, unsere Zuflucht, Jesu, Du Vater der Armen, Jesu, Du Schatz der Gläubigen, Jesu, Du guter Hirt, Jeju, Du wahres Licht, Jeju, Du ewige Weisheit, Jesu, Du unendliche Gütigkeit, Jesu, unser Weg und Leben, Jesu, Du Freude der Engel, 1 Erbarme Dich unser! 400 Jesu, Du König der Patriarchen, 1 Jesu, Du Meister der Apostel, Jesu, Du Lehrer der Evangelisten, Jeju, Du Stärke der Märtyrer, Jesu, Du Licht der Bekenner, Jeju, Du Reinheit der Jungfrauen, Jesu, Du Krone aller Heiligen, Sei uns gnädig! Verschone uns, o Jesu! Sei uns gnädig! Erhöre uns, v Jesu! Vor allem Uebel, Bewahre uns, o Jeju! Vor aller Sünde, ² 2 Vor Deinem Zorne, Vor den Nachstellungen des Teufels, Vor dem Geiste der Unlauterkeit, Vor dem ewigen Tode, Vor den Vernachlässigungen Deiner Eingebungen, Durch das Geheimnis Deiner heiligen Menschwerdung, Erlöse uns, o Jesu! Durch Deine Geburt, ³ Durch Deine Kindheit, Durch Dein göttliches Leben, Durch Deine Mühen, Durch Deine Todesangst und Dein Leiden, 1 Erbarme Dich unser! 2 Bewahre uns, o Jesu! 8 Erlöse uns, o Jesu! 401 Durch Dein Kreuz und Deine Verlassenheit, 1 Durch Deinen Todeskampf, Durch Deinen Tod und Dein Begräbnis, Durch Deine Auferstehung, Durch Deine Himmelfahrt, Durch Deine Freuden, Durch Deine Herrlichkeit, O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, Verschone uns, o Jesu! O Du Lamm Gottes usw., Erhöre uns, v Jesu! Q Du Lamm Gottes usw., Erbarme Dich unser, o Jesu! Lasset uns beten! O Gott, der Du den glorwürdigsten Namen unseres Herrn Jesu Christi, Deines eingebornen Sohnes, Deinen Gläubigen ganz süß und lieblich, den bösen Geistern aber furchtbar und schrecklich gemacht hast, verleihe gnädig, daß alle, welche diesen Namen Jesus andächtig auf Erden verehren, die Süßigfeit heiliger Tröstung in diesem Leben verkosten, und im zukünftigen die Freude 1 Erlöse uns, o Jesu! Weißer Sonntag. 26 402 himmlischen Jubels und unendlicher Seligkeit im Himmel erlangen, durch denselben Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn, der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. e) Wie süß der Name ,, Jesus" fet. ( Melodie in Mohrs, Cäcilia'.) 1. O Jesu, nur zu denken. Dein, Flößt schon dem Herzen Wonne ein;- Doch süßer noch denn alles ist, Wo Du, o Jesus, selber biſt. Kein Lied so sanft zum Herzen dringt, Kein Klang, kein Ton so lieblich klingt, So wonnig kein Gedanke ist, Gottes Sohn, Herr Jesus Christ'. Als - - 2. Dem Sünder bist Du Trost und Ruh',- Wer Dich begehrt, dem rufst Du zu; Wer Dich nur sucht, der hat Dich schon, Und wer Dich findet, welch ein Lohn!- Jesu, der Herzen Süßigkeit,- Du Quell, der Licht dem Geist verleiht; Was immer nur die Seel' erfreut,- Weicht, Jesu, Deiner Lieblichkeit. 3. Stein Mund es je aussprechen kann, Kein Wort, kein Lied kann's zeigen an; Nur wer's erfährt, der weiß dabei, Was Jesus lieben" Süßes sei. Wer Jesus liebt, trinkt Seligkeit- Vom Lebensquell der Ewigkeit, Hat immer Licht und - hellen Tag, schen mag. Weiß nicht, was er noch wünnicht, 4. Bleib' bei uns, Herr, verlass' uns Erleuchte uns mit Deinem Licht, Treib' aus der Seel' die Dunkelheit, Erfüll' die Welt mit Süßigkeit! Der Du der Jungfrau Sprößling bist, süße - O Liebe, Jesus Christ',- Dir sei Lobpreis und Herrlichkeit, Dir sei das Reich der Seligfeit! - - - 403 - 9. Die Andacht zum leidenden Beiland. a) Die heiligen fünf Wunden. O Herr Jesu Christe! für uns am Kreuz gestorben, durch die heilige Wunde Deiner rechten Hand( Deiner linken Hand, Deines rechten Fußes, Deines linken Fußes, Deiner heiligen Seite) erbarme Dich unser! Vater unser usw.( jedesmal). - b)( Mel. in Schweizers, Gesanges- Wethe'.) 1. O Christi Wunden rot, Hilf' in der letzten Not,: Mein Trost im bittern Tod!: - - 2. O Seite, Hände, Füß'!- Mit Küssen ich euch grüß';-: Ihr macht die Bein mir süß!: 404 3. Wenn euch berührt der Mund, Heil wird das Herz zur Stund', Šeel' alsbald gesund.: : Die 4. Bei euch, wenn's Herz schon bricht, Der Mund auch nicht mehr spricht, : Stirbt doch die Seele nicht.: 5. O Füße, Hände, Seit', Mein Sieg im letzten Streit,-: Pfand meiner Seligkeit!: - c) Codesangst Christi. 1. O Du lieber Herr Jesu Christ'! Traurig an Delberg gegangen bist, Denn Du erkanntest in Deinem Herzen, Daß Du mußt leiden große Schmerzen. 2. Dein'n Vater batest mit Begier, Daß Er nehm' diesen Kelch von Dir; Dit sprachst: ,, liebster Vater Mein, Nicht Mein Will' gescheh', sondern der Dein'!" - - - - 3. Wie Du in Angst also hast gebeten, Da ist ein Engel zu Dir getreten, Herab vom Himmel wurd' bemerkt, Der Dich in Deiner Schwachheit stärkt'. - 4. Des Todes Furcht sehr auf Dich drang,- Zum drittenmal zum Beten zwang; Vor Todesangst ward Dir so heiß, Daß Dir ausging der blut'ge Schweiß. 5. Und als Du solche überwunden, Hast Deine Jünger schlafend g'funden. Als sie vor Traurigkeit dalagen,- That'st Du mit großer Liebe sagen: 6. ,, Wachen und beten sollet ihr, Daß keine Versuchung euch verführ'!" - 405 Jesu Christ', Du höchstes Gut, bitt' Dich durch Dein teures Blut Ich 7. Und durch Dein dreifaches Gebet, Wann solche Angst auch auf mich geht, Und auf mich fällt des Todes Pein, Daß ich auch setz' den Willen- mein Bis Und 8. In Deinen Willen allezeit, ich mein Fleisch auch überstreit'. wenn ich werde schwach und zaghaft, So hilf mir, Gott, mit Deiner Kraft, 9. Daß ich nicht mit den Jüngern Dein In Versuchung werd' geführet ein: In Glaub', Lieb', Hoffnung standhaft bleib', Bis sich meine Seele scheid't von dem Leib. Amen. - - 1 d) Kreuzwegandacht. ( Merk' wohl: Du kannst viele heilige Ablässe gewinnen, wenn du vor geweihten Stationen den Kreuzweg betest. Du mußt aber alle vierzehn Stationen nacheinander besuchen, von einer Station zur andern gehen, im Stande der Gnade sein und mitleidsvoll das Leiden Christi betrachten!) Vorbereitungsgebet. Göttlicher Heiland, mit innigstem Mitleiden und bußfertigem Herzen will ich jetzt diese Stationen- Andacht verrichten auch um die Gnade einer recht 406. würdigen hl. Kommunion zu erflehen. Ich will Dich im Geiste begleiten auf jenem blutigen Wege, den Du zu unserer Erlösung gegangen bist. Olaß es mich doch lebhaft erkennen, wie Dein heiligstes Herz so unermeßlich Vieles für mein Heil gelitten hat! Verleihe mir aber auch, daß ich die Sünde, als die Ursache Deines Leidens, immer mehr bereue und sorgfältig fliehe. Du, o schmerzhafte Gottesmutter! die du an dem bittern Leiden und Sterben Jesu den innigsten Anteil genommen, erflehe mir die Gnade, daß ich jetzt so, wie du einst, deinem göttlichen Sohne auf dem Kreuzweg gleichsam nachgehe in lebendigem Glauben, mit herzlichem Mitleiden, in dankbarer Liebe. Amen. Erste Station. Jesus wird zum Tode verurteilt. Wir beten Dich an, o Herr Jesu Christe, und benedeien Dich( Kniebeugung!), Denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöst. Mein Jesus! nachdem man Dich verspottet, gegeißelt und mit Dornen gekrönt hatte, wurdest Du von Pilatus 407 1 ungerechterweise zum schmerzlichsten Tode des Kreuzes verurteilt, damit ich wegen meiner Sünden nicht zur ewigen Höllenpein verurteilt werde. Welche Liebe bin ich Dir dafür schuldig! Laß mich Dir meine Liebe auch dadurch zeigen, daß ich nie lieblos über die Leute urteile und die lieblosen Reden der Menschen geduldig ertrage. Diese Gnade schenke mir in der heiligen Kommunion! Amen. Vater unser usw. Mutter Christi, drück' die Wunden, Die Dein Sohn für mich empfunden, Tief in meine Seele ein! Und die Seelen der verstorbenen Christgläubigen mögen durch die Barmherzigkeit Gottes im Frieden ruhen! Amen. ( Anfang und Schluß sind bei jeder Station gleich.) 3weite Station. Jesus nimmt das schwere Krens auf Seine Schultern. Wir beten usw. Mein Jesus, Dein Gehorsam gegen den himmlischen Vater und Deine Liebe 408 zu mir war so groß, daß Du beim erstenAnblick des Kreuzes Dich auf Deine Kniee niedergeworfen, es umarmt, gefüßt und selbst auf Deine durch die Geißelung verwundete Schulter genommen hast. Gib mir durch die hl. Kommunion die Gnade, daß auch ich aus Liebe zu Dir alle Widerwärtigkeiten und Leiden, alle Krenze bis zum Tode willig auf mich nehme und zur Buße für meine Sünden geduldig ertrage. Amen. Vater unser usw. Mutter Christi usw. Dritte Station. Jesus fällt zum erstenmal unter dem schweren Kreuse. Wir beten Dich an usw. Mein Jesus! durch die Todesangst am Delberg, da Dein Schweiß wie Blutstropfen auf die Erde rann, durch die Mißhandlung während der ganzen Nacht und den großen Blutverlust bei der Geißelung und Krönung warst Du so sehr entkräftet, daß Du bald unter der schweren Last des Kreuzes zu Boden sankest. Doch nein, mein Jesus! nicht die Schwere des 409 VA Kreuzes, sondern die Last meiner Sünden, mein Stolz und meine Hoffart hat Dich in den Staub gedrückt; ich bemitleide Dich und bitte Dich, Du wollest mir doch helfen, daß ich in Zukunft niemand mehr verachte, in allem Gott die Ehre gebe und Dir, o Jesus, der Du unter der demütigsten Gestalt des Brotes unter uns verweileſt, in der Demut nachfolge. Amen. Vater unser usw. Mutter Christi usw. Vierte Station. Jesus begegnet Seiner tief betrübten Mutter. Wir beten usw. Liebe Mutter Maria! wie tief durchdrang beim Anblick des kreuztragenden Heilandes das Schwert des Schmerzes deine Seele! Und doch opferst du deinen Sohn, dein Liebstes auf Erden, dem himmlischen Vater aus Liebe zu Ihm und zu mir ohne Klage. O Maria, bitte auch für mich, daß ich aus Liebe zu dir und zu Jesus alles verlasse, was für mich eine Gelegenheit zur Sünde sein könnte, wenn es mir auch noch so lieb und angenehm NWEZ 410 wäre. Bitte für mich um große Liebe zu dir, meiner himmlischen Mutter, und um Liebe zu meiner Mutter auf Erden. Amen. Vater unser usw. Mutter Christi usw. Fünfte Station. Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen. Wir beten usw. Mein Jesus! weil Simon von Cyrene anfänglich Dich noch nicht kannte, mußte er gezwungen werden, Dir Dein Kreuz tragen zu helfen. Ich erkenne Dich aber als meinen Erlöser, Herrn und Gott, und weiß, welch große Leiden Dich meine Erlösung gekostet hat. O gib mir doch in der heil. Kommunion die Gnade, daß ich meinen lieben Eltern ihr tägliches Kreuz durch Folgsamkeit erleichtere und allen gern beistehe, die ich in Not und Elend jehe. Du nimmst es an, als ob ich Dir selbst hätte das Kreuz tragen helfen. Amen. Vater unser usw. Mutter Christi usw. UNI 411 Sechste Station. Veronika reicht Jesus das Schweisstuch dar. Wir beten usw. Mein Jesus! aus Mitleid und Andacht reicht Dir Veronika auf dem Kreuzweg ein Tuch, um wenigstens durch Abtrocknung des Schweißes Dir die Leiden zu mildern. Zur Belohnung dieses Liebesdienstes hast Du Dein heiligstes Angesicht in das Tuch eingedrückt. mach' auch mich durch den Empfang Deines Hl. Abendmahls mitleidig und barmherzig, daß ich Dir zuliebe gerne von den Seelen, die das Ebenbild Gottes sind, den Schmut der Sünde abwische, indem ich durch Gebet und gutes Beispiel an der Bekehrung der Sünder, besonders in meiner Verwandtschaft, mitwirke. Amen. Vater unser usw. Mutter Christi usw. Siebente Station. Jesus füllt sum zweitenmal unter dem Kreuse. Wir beten usw. Mein Jesus! wie sehr wurden durch das Fallen unter der schweren Last des XWZ 412 Kreuzes die Schmerzen vermehrt, die Dir die Wunden Deines hhl. Hauptes, der Schulter und der übrigen Glieder Deines Leibes verursachten! Und dennoch fandest Du kein Mitleiden. Diesen Deinen zweiten Fall habe ich durch meine vielen Rückfälle besonders in meine Hauptsünde verschuldet. Hilf mir doch, o Jesus, daß ich eifriger als bisher alle Besserungsmittel gebrauche, am Morgen meinen besondern Vorsatz erwecke, am Abend das Gewissen erforsche, damit ich nicht mehr in die alten Sünden falle. Amen. Vater unser usw. Mutter Chriſti usw. Achte Station. Jesus tröstet die weinenden Frauen von Jerusalem. Wir beten usw. Mein Jesus! nur einige fromme Frauen weinten aus Mitleid beim Anblick Deiner Leiden. Diese aber ermahneſt Du: Weinet über euch und über eure Kinder; denn wenn der ewige Vater den Unschuldigen so schrecklich straft, wie werden dann erst die fündigen 413 Menschen gestraft werden! Gib mir doch, o mein Jesus, rechte Erkenntnis und wahre Reue über meine Sünden, damit ich durch ein bußfertiges Leben dieselben hier abbüße und nicht in der Ewigkeit gestraft werde. Bewahre mich auch vor dem Unglück, jemals einem Kinde, einer unschuldigen Seele Aergernis zu geben. Amen. Vater unser usw. Mutter Chriſti uſw. Neunte Station. Jesus fällt zum drittenmal unter dem Krenze. Wir beten usw. Wegen des Uebermaßes der ausgestandenen Peinen fällst Du, mein Jesus, zum drittenmal unter der Last des Kreuzes. An diesem Deinem dritten Falle sind die Gewohnheitssünden schuld. O mache, daß mir niemals die Sünde zur täglichen Gewohnheit wird; ziehe Deine hilfreiche Hand nicht ab von mir wegen meines Wankelmutes und meines Leichtsinnes. Gib mir im Empfang der Hl. Kommunion immer neuen Mut, neues Vertrauen. O mein Jesus, ich will lieber sterben, als je schwer sündigen. Amen. Vater unser usw. Mutter Christi usw. 414 Zehnte Station. Jesus wird Seiner Kleider beraubt. Wir beten usw. Mein Jesus, alle Wunden Deines Leibes wurden wieder aufgerissen, als man Dir die Kleider auszog. O welch ein Schmerz war diese Entblößung für Deinen Leib und Deine Seele! Und Du haft ihn gelitten für die Sünden gegen die heilige Schamhaftigkeit. O Jesus, laß mich doch die Größe und Abscheulichkeit dieser Sünden erkennen; bewahre mich vor dem Unglück, das Herz, in dem Du wohnen willst, durch solch schmutzige Sünden jemals zu beflecken. Gib mir Kraft, daß ich auch in den kleinsten Dingen, im Denken, mit Aug' und Mund und Hand nichts freiwillig zu lasse, was gegen die heilige Unschuld wäre. Amen. Vater unser usw. Mutter Christi usw. Elfte Station. Jesus wird aus Kreuz genagelt. Wir beten usw. Mein Jesus, Deine heiligen Hände und Füße hast Du nur zu 415 Werken der Barmherzigkeit gebraucht und jetzt werden sie dafür mit großen eisernen Nägeln an das Kreuz geschlagen; o hilf mir, daß ich meine Hände nie nach unerlaubtem Gut ausstrecke und meine Füße nicht auf den Wegen der Sünde einhergehen. Aermster Jesus- ohne Sterbehaus, ohne Sterbebett, ohne Stebekleid bist Du am heiligen Kreuze, und unter armer Brotsgestalt wohnst Du im Tabernakel- o laß auch mich alle bösen Neigungen und Begierden der Habsucht in mir bekämpfen, damit ich die ewigen Reichtümer nicht verliere. Amen. Vater unser usw. Mutter Chriſti usw. 3wölfte Station. Jesus stirbt am Kreuse. Wir beten usw. Mein Jesus! in den fürchterlichsten Schmerzen hängst Du am Kreuze- so stirbst Du für uns! so versöhnst Du den beleidigten Gott mit uns fündigen Menschen! O Jesus, aus Liebe bist Du für mich gestorben; ich will auch Dir fortan mein Herz schenken; erfülle es 416 mit Liebe zu Dir, daß ich mein ganzes Leben Dir heilige und einst in Deiner Liebe sterbe. Ja, eine glückselige Sterbestunde verleihe mir, o Jesus, durch den würdigen Empfang der heiligen Kommunion. Amen. Vater unser usw. Mutter Chriſti usw. Dreizehnte Station. Jesus wird vom Kreuse abgenommen und in den Schoss Mariens gelegt. Wir beten usw. Oliebste Mutter Gottes! welche Schmerzen wirst du wohl empfunden haben, als der Leichnam Jeju in deinem Schoße gelegen! Nun siehst du ganz in der Nähe die zahllosen Striemen und blutigen Wunden: welch ein Schmerz! Gottlob! das Leiden deines Sohnes ist nun zu Ende. Sein heiliger Leib ruht aus auf deinem reinsten Schoß. Schmerzhafte Mutter! erflehe mir die Gnade einer würdigen hl. Kommunion, daß der hl. Leib deines Sohnes auch in mir ein reines Herz zur Wohnung habe. Vater unser usw. Mutter Christi usw. 417 Vierzehnte Station. Jesus wird ins Grab gelegt. Wir beten usw. Mein Jesus! nach vielen und großen Leiden ruht nun Dein hl. Leib gleich dem Samenkorn, das unter der Erde liegt im Grabe, um am dritten Tage herrlich aufzuerstehen. So wird man auch meinen Leib unter die Erde legen daß er dort verwese und am großen Ostermorgen, am jüngsten Tage, wieder auferstehe. O mein Jesus! laß mich thörichte Eitelkeit und Hoffart ſtets verachten und meinen Leib und seine Glieder, der mit dem Engelsbrot gespeiſt wird, stets in Ehren halten und einst herrlich auferstehen. Vater unser usw. Mutter Christi usw. Schlußgebet. Ich habe nun, o Jesus, Deinen schmerzhaften Kreuzweg betrachtet. Nimm meine Andacht gnädig an zur Dankjagung für Dein bitteres Leiden und Sterben, zur Nachlassung meiner Sünden und der verdienten Strafen, zur Erlangung der Gnade einer Weißer Sonntag. 27 418 recht würdigen hl. Kommunion, zur Bekehrung derer, die eines verstockten Herzens sind, endlich zum Troste der armen Seelen im Fegfeuer. O schmerzhafte Mutter Gottes! die Gebete, die ich jetzt verrichtet, die guten Vorsätze, welche ich gemacht habe, alles das lege ich in deine mütterlichen Hände, und bitte dich, du wollest alles dem lieben Heiland wohlgefällig machen, auf daß ich durch die unendlichen Verdienste Seines heiligen Leidens in der Gnade Gottes zu allem Guten gestärkt und darin bis ans Ende meines Lebens erhalten werde. Amen. 10. Gebef zum heiligen Geiste. Gott, heiliger Geist, Du Vater der Armen, Du Tröster der Betrübten, Du Licht und Heiligmacher der Seelen! Du bist einst nach der Verheißung Jesu Christi in Gestalt feuriger Zungen auf die Apostel herabgekommen, um sie mit Deiner Weisheit und Liebe zu erfüllen und zu unerschrockenen Predigern des göttlichen Wortes zu machen; ich bitte Dich, komm' auch auf mich herab, und erleuchte in Deiner Barmherzigkeit mein SA SNTERN 419 armes Herz, damit ich, was recht ist, verstehe und ausübe. Stärke und er= halte mich im wahren, alleinseligmachenden Glauben und verleihe mir Deine sieben Gaben. Sei mein Tröster in allen Widerwärtigkeiten, und hilf mir, die Verführungen des Satans, die Begierden des Fleisches, die Lockungen der Welt stets standhaft und unerschrocken zu bekämpfen und zu überwinden, damit ich Dir einst mit allen lieben Heiligen Lob, Preis, Ehre und Dank singen möge in alle Ewigkeit. Amen. VENEZ ( Andere Gebete zum hl. Geiste stehen in der Beigabe:„ Unterricht und Gebete für Firmlinge und Gefirmte". S. 455.) 11. Gebete zur heiligsten Dreifaltigkeit. a) Gelobt und gepriesen sei die allerheiligste Dreifaltigkeit, Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der hl. Geist. Dem Vater Preis! Er schuf und Er erhält in Liebe Seine wundervolle Welt. Dem Sohne Preis! Er liebte uns von Ewigkeit, wird Mensch und stirbt für Sünder in der Zeit. Dem Geiste Preis! Er führt die Himmelsbahn mit Kraft jene, die auf Ihn ver27* - 420 trauen. Ehre sei Gott dem Vater, der mich erschaffen hat! Ehre sei Gott dem Sohne, der mich erlöset hat! Ehre jei Gott dem heiligen Geiste, der mich geheiliget hat. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du uns, Deinen Dienern, die Gnade verliehen hast, daß wir im Lichte des wahren Glaubens die Herrlichkeit der ewigen Dreifaltigkeit erkennen, und in Deiner allmächtigen Majestät die Einheit anbeten, verleihe uns, daß wir durch die Festigkeit dieses Glaubens, ſelbst in den widrigsten Schicksalen, der Tugend tren bleiben, und daß uns nichts von Deiner Liebe zu trennen vermöge. Durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. b) Lob des heiligsten Namens Gottes. ( 1 Jahr Ablaß. Pius VII.) Gott sei gepriesen! Geprieſen ſei Sein heiliger Name! Gepriesen sei Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch! Gepriesen sei der Name Jesus! Gepriesen sei Jesus im allerheiligsten Altars- Sakrament! Gepriesen sei die erhabene Mutter Gottes, die allerseligste 421 Jungfrau Maria! Gepriesen sei ihre heilige und Unbefleckte Empfängnis! Gepriesen sei der Name der Jungfrau Maria! Gepriesen sei Gott in Seinen Engeln und Heiligen! Amen. 12. Gebef zum hl. Schußengel. Treuer Freund und Gefährte auf dieser Lebensreise, heiliger Engel, der du von dem himmlischen Vater zu meinem Schutze bestimmt bist! ich danke dir für alle Liebe und Sorgfalt, womit du bisher über mein Seelenheil gewacht haſt. Ich bitte dich, du wollest mein beſonderer Fürbitter sein und alle meine Anliegen vor den Thron Gottes bringen. Bewahre mich durch die Kraft, welche Gott dir verliehen hat, vor allen Gefahren des Leibes und der Seele; schütze mich gegen die Feinde meines Heiles; mache mich siegreich in allen Versuchungen zur Sünde. Erflehe mir die Gnade, stets in der Furcht und Gegenwart Gottes zu wandeln, damit ich gleich dir, dem reinen Geiste, immerdar reinen Her= zens bleibe. Mache mich wachsam und vorsichtig, daß ich weder durch Worte noch durch Werke eines von jenen Kleinen VOR 422 ärgere, welche an Jesum glauben und deren Engel allezeit das Angesicht des himmlischen Vaters schauen. heil'ger Schußengel! dir empfehle ich mich jetzt und für immer. Steh' mir bei in Kreuz und Leiden. Stärke mich im letzten Kampfe des Todes und führe meine Seele rein und unbefleckt zu Gott, ihrem ewigen Richter. Amen. 13. Andacht zur lieben Mutter Gottes. a) Die lauretanische Kitanei. ( 300 T. Ablaß. Pius VII.) Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, Erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, ¹ 1 Gott heiliger Geist, Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Heilige Maria, Bitt' für uns! Erbarme Dich unser! 423 Heilige Gottesgebärerin, 1 Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Chriſti, Mutter der göttlichen Gnade, Du allerreinste Mutter, Du allerkeuscheste Mutter, Du ungeschwächte Mutter, Du unbefleckte Mutter, Du liebliche Mutter, Du wunderbarliche Mutter, Du Mutter des Schöpfers, Du Mutter des Erlösers, Du allerweiseste Jungfrau, .Du ehrwürdige Jungfrau, Du lobwürdige Jungfrau, Du mächtige Jungfrau, Du gütige Jungfrau, Du getreue Jungfrau, Du Spiegel der Gerechtigkeit, Du Sig der Weisheit, Du Ursache unseres Heils, Du geistliches Gefäß, Du ehrwürdiges Gefäß, Du vortreffliches Gefäß der Andacht, Du geistliche Roſe, Du Turm Davids, Du elfenbeinerner Turm, 1 Bitt' für uns! 424 Du goldenes Haus, 1 Du Arche des Bundes, Du Himmelspforte, Du Morgenstern, Du Heil der Kranken, Du Zuflucht der Sünder, Du Trösterin der Betrübten, Du Hilfe der Christen, Du Königin der Engel, Du Königin der Patriarchen, Du Königin der Propheten, Du Königin der Apoſtel, Du Königin der Märtyrer, Du Königin der Bekenner, Du Königin der Jungfrauen, Du Königin aller Heiligen, Du Königin, ohne Makel der Erbsünde empfangen, Du Königin des hochhl. Rosenkranzes, O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt usw. ( Dreimal.) Vater unser usw. Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin! Verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöten, sondern erlöse uns jederzeit von Bitt für uns! 425 allen Gefahren, o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau, unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin! Versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne! V. Bitt' für uns, o heilige Gottesgebärerin, R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Lasset uns beten! Wir bitten Dich, o Herr, Du wollest Deine Gnade in unsere Herzen eingießen, damit wir, die wir durch die Botschaft des Engels die Menschwerdung Christi, Deines Sohnes, erkannt haben, durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung geführt werden, durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. V. Bitt' für uns, o seligster Joſeph, R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Lasset uns beten! Wir bitten Dich, o Herr! daß uns durch die Verdienste des Bräutigams Gebärerin geholfen Deiner heiligsten werde, damit, was unser Gebet nicht 426 erhalten kann, uns durch seine Fürbitte geschenkt werde, der Du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen." b) Das Memorare". ( 300 Tage Ablaß. - Pius IX.) Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria, daß es noch nie erhört worden ist, daß jemand, der zu dir seine Zuflucht nahm, deine Hilfe anrief, um deine Fürbitte flehte, von dir verlassen worden sei. Von solchem Vertrauen beseelt, eile ich zu dir, o Jungfrau der Jungfrauen; Mutter, zu dir komme ich, vor dir stelle ich Sünder mich seufzend hin; wolle doch, o Mutter des göttlichen Wortes, meine Worte nicht verachten, sondern höre sie gnädig an, und erhöre sie! Amen. - c) Gebet um einen guten Tod zur unbefleckten Jungfrau. ( 100 Tage Ablaß. Pius IX.) O Maria, ohné Makel empfangen, bitt' für uns, die wir zu dir flüchten! O du Zuflucht der Sünder, du Mutter der Sterbenden! o verlass' uns nicht in der Stunde des Todes, sondern erlange uns einen vollkommenen Schmerz und eine aufrichtige Reue über unsere Sünden 427 und den Nachlaß derselben, einen würdigen Empfang der heil. Wegzehrung und die Stärkung durch das Sakrament der letzten Delung, damit wir in Sicherheit erscheinen mögen vor dem Throne des gerechten, aber barmherzigen Richters, unseres Gottes und Erlösers. Amen. d) Salve Regina. Gegrüßet seist du, Königin, Mutter der Barmherzigkeit, unser Leben, unsere Süßigkeit und unsere Hoffnung, sei gegrüßt! Zu dir rufen wir elende Kinder Evas. Zu dir seufzen wir Trauernde und Weinende in diesem Thal der Thränen. Wohlan denn, unsere Fürsprecherin, wende deine barmherzigen Augen zu uns! Und nach diesem Elende zeige uns Jesum, die gebenedeite Frucht deines Leibes. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! V. Bitt' für uns, o heilige Gottesgebärerin! R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Lasset uns beten! Gott, unsere Zuflucht und Stärke, erhöre die frommen Gebete Deiner Kirche, und verleihe, daß 428 wir durch die Fürbitte der glorreichen und unbefleckten Jungfrau und Mutter Gottes Maria, des heiligen Joseph, Deiner heiligen Apostel Petrus und Paulus und aller Heiligen das auch wirklich erlangen, um was wir in den gegenwärtigen Drangsalen demütig bitten. Durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. e) Schußgebetlein. Süßes Herz Mariä, sei meine Rettrung!( 300 Tage Ablaß jedesmal. Pius IX.) * Gepriesen sei die heilige und unbefleckte Empfängnis der allerseligsten Jungfrau Maria!( 100 2. Abl. jedesmal. Pius VI.) O Maria, ohne Sünde empfangen, bitt' für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen!( 100 Tage Ablaß jedesmal. Pius IX.) 14. Sebete zu andern Heiligen Gottes. a) Zum heiligen Joseph, um seinen Schutz zu erlangen. Oheiliger Joseph! du von Gott auserwählter, treuester Hausvater der heiligen Familie! du warst so glücklich, den 429 Weltheiland auf deinen Armen zu tragen, an dein Herz zu drücken, und Ihn als deinen Pflegesohn im Schweiße deines Angesichtes zu ernähren. Du hast viel Kummer und viele Leiden ertragen; aber dein zärtliches Vaterherz blieb dem heiligsten Willen Gottes sowohl in den Stunden der Freude, als in den Tagen des Kummers ganz ergeben. O heiliger Joseph! erbitte mir von Gott die Gnade, deinem frommen Lebenswandel nachzufolgen, standhaft, wie du, dem hl. Willen Gottes mich zu unterwerfen, und in der Trübsal nicht zu vergessen, daß ich durch meine Sünden weit größere Strafen verdient habe. O mächtiger, heiliger Joseph, großer Schußpatron der Sterbenden! tomm' mir in meiner Todesangst zu Hilfe; erinnere dich dann meines Gebetes; erhalte mir durch deine Fürbitte eine vollkommene Reue über meine Sünden und ein festes Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit, damit ich im Glauben an Jesus den Augenblick meines Todes getrost erwarte und unter Anrufung der heiligsten Namen Jesus, Maria und Joseph meinen Geist in die Hände meines himmlischen Vaters aufgebe. Amen. = 430 b) Gebet zum heiligen Namenspatron und zum heiligen Kirchenpatron. Heiliger Namenspatron N., der du mir in der heiligen Taufe zum Beschützer gegeben worden bist, heiliger Kirchenpatron N., du Fürbitter unserer Gemeinde, mit vollem Vertrauen wende ich mich zu dir. Ich verlange auch so fromm zu sein wie du; du hattest Gott so lieb und hast dir alle Mühe gegeben, Seinen Willen treu und pünktlich zu erfüllen. Auch ich möchte einst in den Himmel kommen; ich bitte dich daher, stehe mir bei in allen Gefahren des Leibes und der Seele. Bitt' für mich am Throne Gottes, daß ich alles, was ich in der heiligen Taufe versprochen habe, getreu erfülle, christlich lebe, selig sterbe und dann in die selige Gemeinschaft aller Heiligen im Himmel gelange. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. - c) Litanei zu allen Heiligen. Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! 431 Gott Vater vom Himmel, Erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, ¹ Gott heiliger Geiſt, Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Heilige Maria, Bitt'( bittet) für uns! Heilige Gottesgebärerin, 2 Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Heiliger Michael, Heiliger Gabriel, Heiliger Raphael, Alle heiligen Engel und Erzengel, Alle heiligen Chöre der seligen Geister, Heiliger Johannes der Täufer, Heiliger Joseph, Alle heiligen Patriarchen und Propheten, Heiliger Petrus, Heiliger Paulus, Heiliger Andreas, Heiliger Jakobus, Heiliger Johannes, Heiliger Thomas, Heiliger Jakobus, Heiliger Philippus, Heiliger Bartholomäus, Heiliger Matthäus, Heiliger Simon, 1 Erbarme Dich unser! 2 Bitt'( bittet) für uns! 432 Heiliger Thaddäus, 1 Heiliger Matthias, Heiliger Barnabas, Heiliger Lukas, Heiliger Markus, Alle heiligen Apostel und Evangelisten, Alle heiligen Jünger des Herrn, Alle heiligen unschuldigen Kinder, Heiliger Stephanus, Heiliger Laurentius, Heiliger Vincentius, Heilige Fabianus und Sebastianus, Heilige Johannes und Paulus, Heilige Kosmas und Damianus, Heilige Gervasius und Protasins, Alle heiligen Märtyrer, Heiliger Silvester, Heiliger Gregorius, Heiliger Ambrosius, Heiliger Augustinus, Heiliger Hieronymus, Heiliger Martinus, Heiliger Nikolaus, Alle heiligen Bischöfe und Bekenner, Alle heiligen Kirchenlehrer, Heiliger Antonius, Heiliger Benediktus, 1 Bitt'( bittet) für uns! 433 Heiliger Bernardus, 1 Heiliger Dominikus, Heiliger Franziskus, Alle heiligen Priester und Leviten, Alle heiligen Mönche und Einsiedler, Heilige Maria Magdalena, Heilige Agatha, Heilige Lucia, Heilige Agnes, Heilige Cäcilia, Heilige Katharina, Heilige Anastaſia, Alle heiligen Jungfrauen und Witwen, Alle Heiligen Gottes, Sei uns gnädig Verschone uns, - o Herr! Sei uns gnädig, Erhöre uns, o Herr! Von allen Uebeln, Erlöse uns, o Herr! Von aller Sünde, ² Von Deinem Zorne, Von jähem und unversehenem Tode, Von den Nachstellungen des Teufels, Von Zorn, Haß und allem bösen Willen, Vom Geiste der Unlauterkeit, Von Bliß und Ungewitter, Von der Geißel des Erdbebens, Von Pest, Hunger und Krieg, Weißer Sonntag. 1 Bitt'( bittet) für uns! 2 Erlöse uns, o Herr! 28 434 Vom ewigen Tode, ¹ 1 Durch das Geheimnis Deiner heiligen Menschwerdung, Durch Deine Ankunft, Durch Deine Geburt, Durch Deine Taufe und Dein heiliges Fasten, Durch Dein Kreuz und Leiden, Durch Deinen Tod und Dein Begräbnis, Durch Deine heilige Auferstehung, Durch Deine wunderbare Himmelfahrt, Durch die Ankunft des heiligen Geistes, des Trösters, Am Tage des Gerichtes, Wir armen Sünder, Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du uns verschonen wolleſt, 2 Daß Du uns verzeihen wollest, Daß Du uns zur wahren Buße führen wollest, Daß Du Deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, Daß Du den Apostolischen Oberhirten und alle Stände der Kirche in Deiner heiligen Religion erhalten wolleſt, Daß Du die Feinde der heiligen Kirche demütigen wollest, 1 Erlöse uns, o Herr! 2 Wir bitten Dich, erhöre uns! 435 Daß Du den christlichen Königen und Fürsten Frieden und wahre Eintracht verleihen wolleſt, 1 Daß Du dem ganzen christlichen Volke Frieden und Einigkeit schenken wollest, Daß Du uns selbst in Deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wollest, Daß Du unsere Herzen zu himmlischen Begierden erheben wollest, Daß Du alle unsere Wohlthäter mit den ewigen Gütern belohnen wollest, Daß Du unsere Seelen und die Seelen unserer Brüder, Verwandten und Wohlthäter vor der ewigen Verdammnis bewahren wolleſt, Daß Du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest, Dağ Du allen verstorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, Daß Du uns erhören wollest, O Jesus, Du Sohn Gottes, ODu Lamm Gottes, das Du hinwegnimmſt die Sünden der Welt, usw.( dreimal). Ein Vaterunser und Ave. Lasset uns beten! Allmächtiger, ewiger Gott, der Du über die Lebenden und Toten herrschest 1 Wir bitten Tich, erhöre uns! 28* 436 und Dich aller erbarmest, welche Dut aus dem Glauben und den Werken als die Deinen erkennest, wir bitten Dich demütig, daß alle, für welche wir zu beten uns vorgenommen haben, sowohl Lebende als Verstorbene, durch die Fürbitte aller Deiner Heiligen nach der Menge Deiner Erbarmungen Vergebung aller ihrer Sünden erlangen mögen. Durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Verschiedene Gebete. a) Gebet für den Heiligen Vater, den Papst. O mein göttlicher Heiland! sieh' gnädig herab auf den Heiligen Vater in Rom, den Dit über die ganze Kirche zum Oberhirten gesetzt hast. Gib, daß er sein Hirtenamt getreu verwalte und die heilige Kirche glorreich regiere. Unterstütze ihn mit der Fülle Deiner Gnaden in allem, was er zu Deines Namens Ehre und zum Heil der Seelen unternimmt und thut. Schütze ihn vor den Nachstellungen seiner Feinde. Beglücke ihn, soviel es nach Deiner weisen Güte geschehen kann, mit Gesundheit und Wohl 437 ergehen und laß ihn einst in Deinem Frieden von hinnen scheiden. b) Gebet für den Bischof. O Gott, der Dut der Hirte aller Gläubigen bist und sie leitest und regierest, sieh' gnädig herab auf Deinen Diener, unsern Bischof, den Du unserer Diözese als Hirten vorgesetzt haſt, und laß ihn seinen Untergebenen durch Wort und Beispiel zum Segen gereichen, damit er samt der ihm anvertrauten Herde zum ewigen Leben gelange. e) Gebet für den Seelsorger. Jesus Christus, Du hast Deiner Kirche Seelsorger gegeben, damit sie die Gläubigen zur Tugend und Vollkommenheit führen. Gib ihnen Gnade, daß sie die Heiligkeit ihres Amtes erkennen und Dein Wort uns in rechter Weise verkünden. Laß sie als Muster der Tugend uns voranleuchten, und ihre guten Beispiele uns nachahmen; segne sie und belohne sie für ihre Arbeiten. Sie wachen über die Seelen und müssen Dir dafür Rechenschaft ablegen. Laß uns also ihre Lehre, als Deine Lehre, zu Deiner Ehre und zum Heile unserer Seelen befolgen. 438 d) Gebet für den Lehrer. Vater im Himmel! Blicke herab auf meinen lieben Lehrer, segne ihn mit der Fülle Deiner Gaben für die Mühen und Sorgen, die er um mich gehabt hat und noch hat, für die mannigfache Lehre und Unterweisung, die mir durch ihn zu teil geworden. Schenke ihm Gesundheit, Kraft und freudigen Mut, auf daß er noch lange in unserer Mitte seinen Unterricht mit Segen erteile, und uns zu guten und brauchbaren Menschen für Kirche und Vaterland heranbilde. Erhalte aber auch in mir dankbare Gesinnungen gegen ihn, auf daß ich ihn nie durch Ungehorsam oder gar durch ausgelassenen Lebenswandel betrübe und so das Gute, das er an mir gethan, mit Undank vergelte. Durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. e) Gebet für die Eltern. Gütigster Gott und Vater! Ich danke Dir recht herzlich, daß Du mir Vater und Mutter gegeben, die mich bis zur Stunde gepflegt, ernährt, gekleidet haben, und mich in allem, was nützlich ist, unterrichten ließen. Erhalte sie mir, ich bitte 439 Dich, noch recht lange, und vergilt ihnen, was sie an mir gethan haben; mir aber verleihe die Gnade, daß ich Dein viertes Gebot ſtets treu beobachte, und laß dann auch die Verheißung, die Du diesem Gebote gegeben, an mir in Erfüllung gehen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. f) Gebet für verstorbene Eltern. O Gott, der Du geboten hast, Vater und Mutter zu ehren, erbarme Dich huldvoll der Seelen meiner hingeschiedenen Eltern( meines Vaters oder meiner Mutter); verzeih' ihnen die Sünden, die sie begangen haben, und befreie sie von den Strafen, die sie erdulden. Laß sie Besitz nehmen von der Erbschaft des Himmels, und mich sie einst in der Freude der ewigen Herrlichkeit wiedersehen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. g) Gebet für alle armen Seelen im fegfeuer. Barmherziger Gott, lieber Vater! erbarme Dich der armen leidenden Seelen im Fegfeuer, erhöre doch ihr Flehen! Laß das kostbare Blut Deines Sohnes ihnen zur Reinigung und zur Erlösung gereichen. Erzeige ihnen Deine Barmherzigkeit und nimm sie zu Dir in den Himmel, wo unaussprechliche Freude und Seligkeit ist. Herr, gib den armen Seelen im Fegfeuer die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen! Herr, laß sie ruhen im Frieden! Amen. - Kommt zum großen Abendmahl. 1. Kommt zum großen Abendmahl, Gottes Kinder, kommt mit Freuden; Kommt in Jesu Speisesaal- Und bedenket Christi Leiden; Denkt an Seine Angst und Not, Denkt an Seinen bittern Tod! 2. O wie ist der Herr so gut,- Der zum Lösegeld Sein Leben Und Sein eigen Fleisch und Blut- Uns zur Speise hinDie der Seele Sehnsucht stillt, gegeben, Und das Herz mit Trost erfüllt. - 3. Kommt getrost und laßt euch nicht Von der Hoheit Glanz erschrecken, Denn Er will Sein Angesicht- Unter Brotsgestalt verdecken. Bleibet jemand träg' zurück, Der verkennt sein eigen' Glück. 4. Kommet alle, jung und alt, sus hat euch eingeladen! Brotsgestalt JeWißt: in dieser Ist die Quelle aller Gnaden: Jesu Christi Fleisch und Blut Ist der Menschen höchstes Gut. Wel5. Esset hier das Gotteslamm, ches aller Menschen Sünden- Ausgelöscht 440 - - -- 1 am Kreuzesstamm. Laßt in Liebe euch entzünden, Denn des Lebens Quell erfennt, Welcher liebt dies Sakrament. Dem 6. Das so süße Manna war Volk Gottes auf der Reise In der Wüste vierzig Jahr' Täglich eine Wunderspeise; Doch hat jenes Himmelsbrot geschützet vor dem Tod. Nicht 7. Nur das Brot, das Jesus gibt, Kann des Todes Macht besiegen. Jesus, der uns zärtlich liebt, Läßt uns nicht im Grabe liegen; Gibt Sich selber in der Zeit Uns zum Pfand der Seligkeit. - 441 - - 1 Lauda Sion. Sion! 1. Deinem Heiland, deinem Lehrer, Deinem Hirten und Ernährer, stimm' ein Loblied an. Seine Würde, -Preis' nach Kräften - - Die kein Lobspruch, keine Zierde Je genug erheben kann. 2. Hoch sollst du das Brot erheben, Welches lebt und gibt das Leben, Das man heut' den Christen zeigt; Dieses Brot, das einst im Saale- Christus bei dem Abendmahle Seinen Zwölfen hat gereicht. 3. Unser Lob soll laut erschallen Und das Herz in Freude wallen; Denn der Tag hat sich genaht, zum Tisch der Gnaden mal geladen Da der Herr Uns zum erstenUnd dies Brot geopfert hat. 4. Unter zweierlei Gestalten, Die nicht, was da scheint, enthalten, Große — - - - - Blut ist Trank UnDing' verborgen sind. und Fleisch ist Speiſe; Doch auf wunderbare Weise Lebt in beiden Christus ganz. 5. Wer zu diesem Mahle eilet, Nimmt Ihn ganz und unzerteilet, gebrochen, unversehrt. Einer kommt und Tausend kommen, Doch hat keiner mehr genommen; Jesus selbst bleibt unverzehrt. 6. Gute kommen, Böse kommen, Alle haben Ihn genommen, Die zum Leben, die zum Tod. Bösen wird Er Straf' und Hölle; Frommen ihres Heiles Quelle, So verschieden wirkt dies Brot! 7. Siehst das Sakrament du brechen, Lass' dir's nicht den Glauben schwächen: Auch im Teil ist Jesus Christ'. Nicht das Wesen kann man spalten, Teilen siehst du die Gestalten; Jesum Christum teilt man nicht. 8. Sehet hier die Engelspeise, Die uns wunderbarerweise- Nährt auf uns'rer Pilgerreise; Ferne bleib' Entheiligung! Vorgebildet ist im alten- Osterlamm sie schon enthalten, Brotsgestalten, In des Mannas Und in Isaaks Opferung. 9. Guter Hirt, Du wahre Speiſe! Bis Nähr' uns hier Jesu, stärk' uns auf der Reise in Deines Vaters Reich; im Jammerthale, Ruf uns dort zum Hochzeitsmahle,- Mach' uns Deinen Heil'gen gleich. Amen. - 442 - - - - - ****** - - Beigabe I. Die rituellen Gebete bei der Feier der ersten hl. Kommunion in den Diözesen Freiburg und Augsburg. Erste feierliche Kommunion in der Eradiösese Freiburg. Erneuerung der Taufgelübde. Gesang. An Dich glaub' ich, auf Dich hoff' ich, Gott, von Herzen lieb' ich Dich, Was als Wahrheit Du erkläret, Hast durch Wunder Du bewähret; den teuren Glauben Hölle rauben. Tode Drum soll mir Weder Welt noch In dem Leben, in dem Glaub' ich fest an Dich, o Herr! -- Die Kinder sind während des Liedes mit brennenden Kerzen an den Altar getreten; nach Beendigung desselben betet der Priester: 444 V. Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn! R. Der Himmel und Erde erschaffen hat. V. Lasset die Kleinen zu Mir kommen. R. Denn ihrer das Himmelreich. V. Der Herr sei mit euch. R. Und mit deinem Geiste. Gebet. Blicke, o Herr, mit Vaterhuld auf diese vor Dir in Ehrfurcht versammelte Kinderschar. Segne ihr Vorhaben, durch Erneuerung der Taufgelübde zum erstmaligen Genusse des hochheiligen Leibes und Blutes Deines Sohnes sich vorzubereiten; laß sie dadurch noch inniger mit Dir verbunden und des ewigen Lebens würdig werden, das uns durch Sein Opfer am Kreuze derselbe Herr und Heiland Jesus Christus erworben hat, der mit Dir und dem heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert, von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. Geliebte Kinder! Als ihr durch die heilige Taufe zu' Kindern Gottes und Gliedern der Kirche angenommen wurdet, haben enre Taufpaten in eurem Namen das Bekenntnis des Glaubens und das Versprechen abgelegt, daß ihr diesen Glauben stets tren bewahren und nach seinen Vorschriften leben wollt. Ihr seid nun zu den Jahren gekommen, wo ihr den katholischen Glauben und die Pflichten, welche euch als Kindern Gottes und Mitgliedern der Kirche Jesu Christi obliegen, hinlänglich erkennet. Jetzt ist es eure Pflicht, aus eigner Ueberzeugung und aus vollem Herzen den Bund zu erneuern, den eure Taufpaten damals für euch mit Gott geschlossen haben. Ihr sollt darum heute, wo ihr zu dem göttlichen Mahle des Leibes und Blutes Jesu Christi erstmals hinzutretet, vor Gott, vor dem ganzen Himmel, vor euren Eltern und vor dieser christlichen Gemeinde bezeugen, daß ihr stets eurem katholischen Glauben treu bleiben und bis zum letzten Atemzuge seinen Geboten gemäß leben wollt. Bekennet deshalb jetzt ehrfurchtsvoll euren Glauben! Kinder. Ich glaube an Gott Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde, und an Jesum Christum, Seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geiſte, geboren aus Maria, - 445 - - der Jungfrau, tius Pilatus, und begraben, - - 1 446 von den Toten; am dritten Tage wieder auferstanden aufgefahren in den Himmel, sizet Er zur Rechten Gottes, - des allmächtigen Vaters,- von dannen Er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.- Ich glaube an den heiligen Geist,- eine heilige katholische Kirche,-Gemeinschaft der Heiligen, Nachlaß der Sünden,- Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. A. V. Glaubet ihr also fest und lebendig alles, was in diesem Glaubensbekenntnisse enthalten iſt? gelitten unter Pongekreuziget, gestorben abgestiegen zu der Hölle, -- - R. Wir glauben. V. Glaubet ihr überhaupt alles, was Gott geoffenbaret hat und durch Seine heilige Kirche zu glauben vorstellt? R. Wir glauben. V. Glaubet ihr insbesondere, daß unser Erlöser Jesus Christus sieben heilige Sakramente eingesetzt hat, und daß Er in dem heiligsten derselben, im Sakramente des Altars, wahrhaft, wirklich und wesentlich gegenwärtig iſt? R. Wir glauben. 447 V. Gelobet ihr, diesen heiligen katholischen Glauben mit Gottes Gnade bis an euer Lebensende treu zu bewahren und standhaft zu bekennen? R. Wir geloben. V. Gelobet ihr, dem Satan, seiner Hoffart, seiner Lust und allen seinen Werken zu widersagen? R. Wir geloben. V. Gelobet ihr, die Gebote Gottes unverbrüchlich zu beobachten? R. Wir geloben. V. Gelobet ihr, in eurem ganzen Leben die hl. Sakramente der Buße und des Altars stets gewissenhaft und würdig zu empfangen? R. Wir geloben. V. Gelobet ihr, die Gebote der heiligen katholischen Kirche getreulich zu halten und den von Gott gesetzten Vorstehern der Kirche stets Ehrfurcht und willigen Gehorsam zu leisten? R. Wir geloben. Liebe Kinder! Euer Erlöser und künftiger Richter, der hier im heiligsten Sakramente zugegen ist, hat euer Gelöbnis gehört und wird dereinst strenge Rechenschaft fordern, 448 ob ihr es getreulich gehalten. Lasset daher das Licht des Glaubens, welches die brennenden Kerzen in euren Händen sinnbilden, nie in euch erlöschen, sondern euren ganzen Lebensweg erhellen. Und wie die Kerzenflamme aufwärts strebt, so soll auch euer Streben nicht im Fr dischen versinken, sondern voll froher Hoffnung nach dem trachten, was droben ist. Die heilige Glut der Gottes- und Nächstenliebe möge stets euer Herz erwärmen und der Friede Gottes und die Freude des heiligen Geistes in euch wohnen. Und wenn dereinst eure Sterbekerze angezündet wird, so möge sie euch ein Zeichen und Unterpfand sein des ewigen Lichtes, der ewigen Seligkeit, die Gott in Seiner Barmherzigkeit euch allen verleihen wolle. Amen. Hierauf gibt der Priester den Kindern den Segen: Der Segen des allmächtigen Gottes, † des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes, steige auf euch herab, bewahre eure Herzen, befestige ener Gelöbnis und bleibe bei euch immerdar. R. Amen. Gesang. Ich will zu meinem Taufbund steh'n, Die Kirche kindlich ehren. Sie soll mich allzeit gläubig seh'n Und folgsam ihren Lehren. Dank sei dem Herrn, der gnädiglich- Berief zur wahren Kirche mich; Nie will ich von ihr weichen! - 449 Die heilige Melle. Bete die zweite Meßandacht Seite 277. Die Gebete vor und nach der heiligen kommunion stehen S. 311 oder auch zur Abwechslung S. 328. Die folgenden Gebete sind aus dem Freiburger Ritualbuch. - Vor der heiligen Kommunion. O Jesus! mit Ich glaube an Dich. Ich glaube, daß Du im allerheiligsten Sakramente des Altars zugegen bist mit Gottheit und Menschheit,- Leib und Seele, mit Fleisch und Blut. Denn Du, die ewige Wahrheit, hast gesagt:„ Dies ist Mein Leib. Dies ist Mein Blut."- Ich bete Dich an in tiefster Ehrfurcht- mit allen Engeln und Heiligen im Himmel, - mit allen frommen Christen auf Erden. Betracht' ich Deine Majeſtät und Heiligkeit und meine Armseligkeit Weißer Sonntag. 29 - - - - - und Sündhaftigkeit, dann möcht' ich „ Herr, zitternd mit Petrus sprechen: geh' weg von mir; denn ich bin ein siindiger Mensch."-Aber was bin ich ohne Dich? Wie könnt' ich leben und selig werden, wenn Du mich verließest,- mein höchstes Gut, mein liebster Heiland, mein Retter von Sünde, Tod und Hölle? O Jesus!- mach mein Herz vollends rein- und komm' zu mir. Ich liebe Dich von ganzem Herzen. Schmerzlich reut es mich, daß ich so schmählich und undankbar- Dich vergessen und beleidigt habe.- Nie mehr soll es geschehen, so Du mir Deine Gnade gibst, o Herr! Meine Seele verlangt bleib' Komm' zu mir, nach Dir. bei mir, sei mein Führer und Schützer, - meine Liebe und Freude im Leben, mein Trost und meine Hoffnung im Sterben, mein Lohn und meine Wonne in der Ewigkeit. Amen. - - - - 450 - -- - - Nach der heiligen Kommunion. Du bist jetzt in meinem Herzen, Du Freude o großer, herrlicher Gott, und Wonne der Seligen, Du süßester Erlöser, Du liebreichster Freund der Du bist mein, und ich Winder! STOT - - - - bin Dein. Voll tiefster Ehrfurcht bete ich Dich an, von ganzem Herzen frene ich mich, ans Herzensgrund danke ich Dir. Okönnt' ich Dir doch besser danken für Deine wunderbare Güte, daß Du zu mir armen, sündhaften Kinde gekommen bist! Möchten die allerseligste Jungfrau Maria, Deine und meine liebe Mutter,- und alle Engel und Heiligen- Dir für mich und mit mir danken! Doch auch ich will meinen Dank Dir beweisen, so gut ich kann. Recht bald, recht oft, Wie so recht würdig will ich wieder zu Deinem heiligen Tische kommen. Du Dich ganz mir geschenkt haſt, will auch ich mich ganz Dir hingeben, will Leib und Seele Dir weihen, will Dir und Deinem hl. Willen leben. Fliehen will ich alle Sünden und böse Gelegenheit, meiden, was Dich betrübt, lieber sterben, als Deine Gnade und meine Unschuld verlieren. Deinem heiligen Beispiele will ich folgen,- durch Frömmigkeit und Reinheit,- Fleiß und Gehorsam, Sanftmut und Demut Dir Frende machen. - - - 451 - - - - - - - - Und nun bitte ich Dich noch inständig: gib mir Deinen Segen, wie der29* bleib' bei einst den Kindern, die Du so liebreich in Deine Arme schlossest; mir mit Deiner Gnade, beschüße mich in allen Gefahren.- Laß mich lieber heute noch in Deiner Gnade sterben, als die Unschuld verlieren und ewig verloren gehen. Auch bitte ich Dich, o lieber Heiland,- für alle Mitmenschen, besonders für meine lieben Eltern, Geschwister, Seelsorger und Lehrer, Verwandte und Freunde,- Mitschüler und Wohlthäter.- Gib ihnen Deinen reichen Segen, erhalte uns alle in Deiner Gnade und Liebe und nimm uns dereinst auf in Dein himmlisches Reich. Amen. - 452 - - - Der Erstkommunikanten TaufgelübdeErneuerung in der Diözese Augsburg, ( Nach dem Gebete des Priesters folgt das Apostolische Glaubensbekenntnis dann wird fortgefahren:) - Dieses und alles was die heilige katholische Kirche zu glauben vorstellt, glaube und bekenne ich. Insbesondere glaube und bekenne ich, daß Jesus Christus- zu unserer Heiligung sieben heilige Sakramente eingesetzt - hat, welche nur die katholische Kirche - auszuspenden die Gewalt hat.- Ich glaube und bekenne, daß im heiligen Sakramente des Altars- Jesus Christus unter den Gestalten des Brotes - wahrhaft, wirklich und wesentlich gegenwärtig ist.- Ich glaube, daß Jesus Christus in diesem allerheiligsten Sazugleich ein Opfer geſtiftet hat, in welchem Er Sein Opfer am kramente - Kreuze Altären glaube, orte -- unblutigerweise auf unsern beständig erneuert. Ich daß den Seelen im Reinigungsdurch unser fürbittendes Gebet geholfen werde, und daß die Heiligen im Himmel für uns bei Gott bitten, und daß es heilsam für uns sei, sie um diese ihre Fürbitte anzurufen. Ich glaube, daß die katholische Kirche - die einzig von Jesus gestiftete daher einzig wahre und allein seligmachende Kirche sei, daß sie die unfehlbare Lehrerin der göttlichen Wahrheit und die Inhaberin aller Guadenschätze sei, durch welche wir heilig und selig werden können. In diesem Glauben will ich leben und sterben. Weil aber der Glaube nur dann mich zum ewigen Leben führen wird, - 453 - - - - - - - wenn ich die Gebote halte, so verspreche ich feierlich, die Gebote Gottes, und der Kirche treu zu erfüllen und dahin zu streben, daß ich von Tag zu Tag- in Erfüllung derselben vollkommener werde. Ebenso widersage ich feierlich dem Satan und allen ſeinen Werken und aller seiner Hoffart;- ich will jede Sünde von Herzen verabschenen und meiden. Nur in der Liebe Gottes und in der Erfüllung Seines heiligen Willens will ich leben und sterben. Danach folgt Schlußgebet des Priesters und ,, Großer Gott" usw. Schlußlied. - - 454 - - - -- 1 Te Deum laudamus.¹ 1. Großer Gott, wir loben Dich, Herr, wir preisen Deine Stärke: Vor Dir neigt die Erde sich Und bewundert Deine Werke.: Wie Du warst vor aller Zeit, So bleibst Du in Ewigkeit.: 2. Alles, was Dich preisen kann, Cherubinen, Seraphimen, Stimmen Dir ein Loblied an; Alle Engel, die Dir dienen,: Rufen stets Dir ohne Ruh' ,, Heilig, heilig, heilig" zu.: - 1 Text aus dem neuen Freiburger Gesangbuch, betitelt , Magnificat. 455 3. Heilig, Herr Gott Sabaoth!- Heilig, Herr der Kriegesheere! Starker Helfer in der Not!- Sonnen, Erde, Länder, Meere : Sind erfüllt mit Deinem Ruhm, Alles ist Dein Eigentum.: - - Deine 4. Herr und Gott erbarme Dich! Ueber uns sei stets Dein Segen; Güte zeige sich Uns auf allen unsern Wegen.: Dies wir hoffen allezeit, Vater der Barmherzigkeit!: Beigabe II. Anterricht und Gebete für Firmlinge und Gefirmte. Die hl. firmung. Bedeutung der hl. firmung. In der heiligen Taufe haben deine Paten an deiner Statt dem lieben Gott versprochen, du wollest widersagen dem Teufel, all seinen Werken, all seiner Hoffart. Bei deiner ersten heiligen Kommunion hast du selbst im Angesicht der Pfarrgemeinde dieses Versprechen wiederholt, du wollest dem bösen Feinde niemals. Gehör geben und mit seinen Werken nichts gemein haben. Die Werke Satans aber sind 456 die Sünden und die Leidenschaften. Diesen allen hast du feierlich entsagt. Daß du dein Gelöbnis niemals brechest bis zum Tod! Bald vielleicht mußt du hinaus in die Welt. Du kannst nicht immer unter den Augen braver Eltern leben, du kommst zu fremden Leuten; eine Menge von Gefahren, Gefahren, wovon du manche bisher noch gar nicht gekannt hast, stürmen auf dich ein. Der Satan bietet alle Macht und List auf, dich zum Falle zu bringen, dir das Kleinod der Unschuld, der heiligmachenden Gnade und zuletzt des Glaubens zu rauben. Er hat Helfershelfer, glaubens- und sittenlose Menschen, die es darauf anlegen, dich so schlecht zu machen, wie sie selber sind. Oft verstecken sie heuchlerisch ihre schlechte Absicht, stellen sich als deine besten Freunde und träufeln dir allmählich das Gift ihrer gottlosen Grundsätze ein. Und das alles ist noch um so schlimmer und gefährlicher, da ein dritter Feind mit dem Satan und der bösen Welt verbunden ist, und das ist die eigne verderbte Natur, die eigne böse Begierlichkeit. Mit den Jahren erwacht diese immer mehr und spiegelt dir vor, wie angenehm es sei, den Lockungen schlechter Kameraden oder Gespielen zu folgen. Du sollst aber nicht nur nicht von diesen Feinden überwunden werden, im Gegenteil, du bist berufen, das Reich Gottes auf Erden ausbreiten zu helfen. Du sollst durch die heilige Firmung in den Militär 457 stand der Kirche aufgenommen werden, Waffen und Rüstung erhalten, um nicht bloß deine eigne Seele zu verteidigen, sondern auch andere Seelen retten zu helfen. Gleich den Aposteln sollst du in Wort und That deinen Glauben vor aller Welt mutig und standhaft bekennen und verbreiten helfen. Durch die Geburt erhält das Kind das leibliche Leben; durch gute und nahrhafte Speise genährt, entwickelt sich dann der Knabe zum kräftigen Jüngling; damit er aber als Soldat nicht wehrlos vom Feinde überfallen, gefangen oder getödet werde, bekommt er von seinem König Rüstung und Waffen. Durch die Wiedergeburt, durch die heilige Taufe erhält die Seele das zweite, das übernatürliche Leben( die heiligmachende Gnade); durch die übernatürliche himmlische Speise, durch die heilige Kommunion, erstarkt die Seele in ihrem christlichen Wandel. Damit aber der Getaufte als Streiter Christi heldenmütig alle Feinde des Heils besiege, gibt ihm der himmlische König eine geistige Waffenrüstung, das ist die Kraft des heiligen Geistes, die Gnade der heiligen Firmung. = Wirkung der heiligen firmung bei den Aposteln. Damit du siehst, was der heilige Geist, was die Firmungsgnade in wohl vorbereiteten Seelen wirkt, so betrachte einmal die Apostel, bevor sie den heiligen Geist empfangen hatten, 458 und betrachte, wie sie nach dem Pfingstfeste gewesen sind. Vorher waren sie schwach und zaghaft. Sie hatten noch geringe Einsicht in die Wahrheiten des Glaubens. Vom Leiden wollten sie noch nicht viel wissen. Als der Herr Sein Leiden beginnt, verlassen sie Ihn und Petrus verleugnet Ihn sogar vor einer Magd. Selbst nach der Auferstehung Jesu kommen sie furchtsam nur bei verschlossenen Thüren zusammen. Wie ganz anders aber waren sie nach Empfang des heiligen Geistes! Der heilige Geist erleuchtet und stärkt sie; mutig und unerschrocken tritt Petrus vor das Volk und bekennt und verkündigt den Glauben an Jesus Christus. Sie gehen aus in alle Welt und lehren alle Völker. Und wie warm schlugen jetzt ihre Herzen für Jesus! Sie freuen sich, um Seinetwillen Schmach zu leiden; für Ihn gehen sie jubelnd in den Tod. Die Gestalt feuriger Zungen, unter welcher der heilige Geist Sich auf die Apostel herniederließ, ist ein schönes Sinnbild der Wirkungen der Firmung, denn Feuer erleuchtet, Feuer stählt, Feuer erwärmt. Die Zungen der Apostel, ihre Sprache wurde feurig für Christus Jesus. Wirkung der heiligen firmung bei frommen Christen. Was die heilige Firmung an den Aposteln wirkte, das hat sie auch gethan an Tausenden, 459 ja Millionen von Märtyrern und frommen Christen, selbst an Kindern. In Japan wurde ein elfjähriger Knabe nebst seiner Mutter und Schwester um des Glaubens willen dem Feuertod übergeben. Als die Stricke, mit denen er befestigt war, verbrannt waren, sprang er von seinem Holzstoß herab, aber nicht, um dem Tode zu entfliehen, sondern er eilte zu dem Scheiterhaufen seiner Mutter und mit ihr vereint starb er den Feuertod. Seine Schwester bückte sich, ehe sie starb, hob eine Handvoll glühender Kohlen auf, legte sie wie eine Krone oder einen Kranz auf ihr Haupt, und so hauchte sie ihre reine, edle Seele aus. Andere Kinder haben in der heiligen Firmung die Gnade erhalten, noch treuer nach ihrem Glauben zu leben, als zuvor. Bald nach der ersten heiligen Kommunion empfing die gottselige Maria Lataste auch die heilige Firmung. Jetzt nahm ihre Besserung noch deutlicher zu. Sie war bescheiden, zuvorkommend gegen alle, pünktlich, gehorsam, emsig bei der Arbeit und dabei fröhlich und heiter in ihrem ganzen Benehmen. Durch die sieben geistlichen Werke der Barmherzigkeit wirkten wiederum Tausende von Gefirmten wie durch ein siebenfaches Apostolat, um Ungläubige und Sünder zu bekehren und das Reich Gottes auf Erden weiter auszubreiten. 460 Wie soll man sich auf die heilige firmung vorbereiten? 11 Auch dir will der heilige Geist Seine sieben Gaben schenken, die Gabe der Weisheit, des Verstandes, des Rates, der Stärke, der Wissenschaft, der Frömmigkeit und Furcht Gottes. Auch dich will Er überschütten mit Seinen zwölf Früchten, die da sind: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Milde, Güte, Langmut, Sanftmut, Treue, Enthaltsamkeit, Mäßigkeit, Keuschheit ( Gal. 5, 22 u. 23). Rein muß aber deine Seele sein. Der heilige Geist geht nicht in eine boshafte Seele ein und wohnt nicht in einem Leibe, der Sünd' und Lastern dient," sagt die Heilige Schrift( Weish. 1, 4 u. 5). Daher ist es vor allem notwendig, daß du im Stand der Gnade bist, wenn du in der heiligen Firmung die Gnaden des heiligen Geistes erhalten willst. Reinige des halb durch tägliche Gewissenserforschung, Reu- und Leidgebet, sodann im besondern durch eine gute, reumütige Beicht dein Herz und erwecke ein inbrünstiges Verlangen nach dem heiligen Geiste- bekämpfe täglich deinen Hauptfehler. Die heiligen Apostel blieben neun Tage in Jerusalem versammelt und beteten gemeinsam, bis der heilige Geist auf sie herniederkam. Der heilige Franz Borgia besuchte gewöhnlich siebenmal im Tage das 461 heiligste Sakrament und bat dabei jedesmal um eine der sieben Gaben des heiligen Geistes. Kaum war Amna, das gottselige Negermädchen, getauft, so bat sie auch schon: ,, Lieber Bischof, erteile mir die heilige Firmung.". ." ,, Aber, mein Kind," sagte der Bischof, „ beginne doch erst das Glück der heiligen Taufe zu genießen; die heilige Taufe hat den bösen Geist von dir vertrieben. Bist du noch nicht zufrieden?" Ja, lieber Bischof," antwortete Amna, ich bin zufrieden, denn ich habe ja keinen Teufel mehr im Herzen. Allein der Teufel sucht meine Seele zu beflecken, und ich habe nicht Kraft genug, um zu kämpfen." Darauf sprach der Bischof zu ihr: ,, Nun wohl; bereite dich recht gut vor und lerne den Katechismus recht eifrig, und wenn du bis Pfingsten gut vorbereitet bist, so will ich kommen und dich firmen." Bei diesen Worten war das liebe Kind ganz außer sich vor Freude. ,, Dank, tausend Dank!" rief Amna, indem sie in die kleinen, schwarzen Hände klatschte; ,, ich werde fleißig lernen! Ich lerne schnell; mein Schutzengel wird mir helfen." Sei also auch du in den neun Tagen vor der heiligen Firmung gesammelter, eingezogener; vermeide lärmende und zerstreuende Vergnügen; bete mehr wie sonst, besuch' den lieben Heiland täglich in der Kirche und bitt' Jhn, Er möge dir den heiligen Geist senden; besonders andächtig betebei der heiligen Messe; auch eine 462 Novene oder neuntägige Andacht, bei welcher du besondere Gebete um die sieben Gaben des heiligen Geistes verrichten kannſt, wäre dir sehr nühlich. Vergiß die tägliche Lesung aus diesem Büchlein nicht. Gut ist es, wenn auch in deiner Familie, in der Schule und der Kirche für die Firmlinge alle besonders gebetet wird. Wenn du so, wohl vorbereitet, mit reinem Herzen, voll Sehnsucht und Verlangen vor den Bischof trittst, wirst auch du durch Handauflegung, Salbung und Gebet des Bischofs die Kraft von oben" erlangen, um deinen Glauben standhaft zu bekennen und getreu nach demselben leben zu können. Das gebe Gott! Gebet vor der heiligen firmung. O heiliger Geist, komm' herab über mich und vereinige Dich innig mit meiner Seele. Ach, wäre mein Herz doch Deiner Einkehr würdig! Zwar habe ich meine Sünden gebeichtet und berent nach bestem Wissen und Können, aber dennoch bin ich ein sündhaftes und armseliges Geschöpf und hätte eher Dein strafendes Gericht verdient als Deine kostbare Einfehr. Du jedoch verschmähst nicht ein reumütiges Herz und einen guten Willen, darum hoffe ich mit aller Zu 463 versicht, daß ich in diesem heiligen Sakramente der Firmung die Menge und Fülle Deiner Gnaden empfangen werde. Erhöre mein Flehen und schenk' mir Deine sieben Gaben in reichlichstem Maße, auf daß ich stark im Kampfe gegen die Feinde meines Heiles bin, daß ich mich meines Glaubens niemals schäme, sondern ihn offen und frei vor den Menschen bekenne. Amen. Gebete um die sieben Gaben des heiligen Geistes. 1. Um die Gabe der Weisheit. Gott heiliger Geist, Du Spender aller guten Gaben, gib mir die wahre Weisheit; erleuchte meinen Verstand und erwecke meinen Willen, daß ich alle meine Wünsche, alle meine Arbeit einzig und allein auf Gott, auf mein letztes Ziel, richte und mir einen großen Schatz von Verdiensten für die Ewigkeit sammle. Amen. Vater unser. 2. Um die Gabe des Verstandes. Gott heiliger Geist, der Du die Apostel so wunderbar belehrt hast, gib auch mir eine große Liebe zu dem göttlichen Worte und vermittle mir durch Deine Gnade ein immer tieferes Ver 464 ständnis der göttlichen Wahrheiten. Bewahre mich vor allem schädlichen Irrtum und führe mich einst zur Anschauung des dreieinigen Gottes. Amen. Vater unser. 3. Um die Gabe des Rates. Erleuchte mich, heiliger Geist, in meiner Blindheit und Kurzsichtigkeit, damit ich stets wisse, was gut ist, was ich zu wählen habe, und erkenne, was böse ist und was ich zu vermeiden habe; hilf mir in allen Zweifeln und Verlegenheiten, damit ich das Richtige erkenne und wähle; mache mich klug und vorsichtig, um alle Fallstricke und Täuschungen des bösen Feindes zu erkennen und denselben auszuweichen. Rate Du mir seiner Zeit, um meinen Beruf zu erkennen, den Du mir bestimmt hast. Amen. Vater unser. 4. Um die Gabe der Stärke. In Deiner Gnadenkraft vermag ich alles, aus mir selbst bin ich schwach. Stärke mich in allen Versuchungen, damit ich sie siegreich bestehe; befestige mich im wahren Glauben, damit er niemals wanke; ermutige mich in Leiden und Trübsalen, damit ich nicht ungeduldig werde. Amen. Vater unser. 5. Um die Gabe der Wissenschaft. Gib mir die Wissenschaft alles 465 desjenigen, was sich auf mein ewiges Heil bezieht, und zeige mir die richtigen Wege, die ich wandeln soll, um hier heilig und dereinst selig zu werden. Amen. Vater unser. 6. Um die Gabe der Frömmigteit. Erfülle mein Herz ganz mit der Liebe zu Gott, und gib mir die Gabe der Andacht und Gottergebenheit, damit ich Tag und Nacht Gott im Herzen und im Sinne trage, und nur zu Gottes Ehre lebe und wirke. Amen. Vater unser. 7. Um die Gabe der Furcht Gottes. Schrecke mich durch Deine heilsame Furcht ab von allem Bösen und halte mich durch dieselbe in den Schranken Deiner heiligen Gebote. Flöße mir aber auch eine kindliche Ehrfurcht und Liebe ein, so daß ich stets vor Dir wandle und alles meide, was den heiligsten Augen Deiner göttlichen Majestät mißfällig ist. Amen. Vater unser. Veni Creator Spiritus. wir, 1. Komm', Schöpfer Geist! Dich bitten Die Seelen sehnen sich nach Dir; Erfülle mit der Gnade Ruf- Die Herzen, die Dein Hauch erschuf! - Weißer Sonntag. 30 466 Dut 2. Des Höchsten Gabe, Seelenruh', Des wahren Lebens Quell bist Du! Tröster, Geist, bist Liebesglut,- Bist Salbung, reich an Kraft und Mut. 3. Du bist's, der uns zum Guten lenkt, Der uns der Gaben Fülle schenkt, Den uns der Vater zugesagt,- Der stumme Zeugen redend macht. 4. Dein Licht erleucht' uns, höchstes Gut! Uns wärme Deiner Liebe Glut! Und fehlt dem schwachen Herzen Kraft, Sei Du' s, der neue Stärke schafft. - 5. Verscheuche uns're Feinde fern! lass' strahlen uns des Lichtes Stern! Geh' Du als Führer uns voran, wir entflieh'n der Sündenbahn! Daß 6. Lehr' uns erkennen, heil'ger Geist, Den Vater, den das Weltall preiſt; Und Seinen eingebornen Sohn, gesandt vom Himmelsthron. Den Er Dir, 7. Dir, den die Jungfrau uns gebar, Sei Preis und Ehre immerdar! Vater, werde Lob geweiht, Geist, in Ewigkeit. Amen. Dir, heil'ger - Bet' jetzt noch sicben ,, Gegrüßet ſeist du, Maria", damit die liebe Mutter Gottes dein schwaches Gebet unterstüße, oder bete das 3. Gesetz vom glorreichen Rosenkranz: „ Der uns den heiligen Geist gesandt hat". Bis die Reihe an dich kommt, kannst du dir 467 auch vorstellen, wie andächtig und gesammelt die Apostel am Pfingstfeste waren, und in heiligem Verlangen nach demselben heiligen Geist kannst du noch oftmals aus der Tiefe deiner Seele beten: ,, Geist der Wahrheit, Geist der Liebe, komm' auch auf mich herab!" Oder: O heiliger Geist, gib auch mir das Feuer Deiner göttlichen Liebe!" Du kannst auch, wenn es lange dauert und nicht laut gebetet wird, aus diesem Büchlein eine und die andere Litanei beten. Die Spendung der heiligen firmung. Der Bischof tritt unter Glocken- und Orgelklang ins Gotteshaus. Er erhebt Hand und Herz zum Himmel, um für die Schar der Firmlinge zu beten. Das heilige Opfer wird für dieselben dargebracht. Nun wendet sich der Oberhirte zu den Firmlingen. Schon sein Gewand ist eine Predigt. Die weiße Farbe mahnt: Bleib' sittenrein! Die Jnful auf dem Haupte sinnbildet den Helm des Glaubens, den du wie auf offener Stirne tragen sollst. Der Hirtenstab sagt dir: Folge deinem Hirten, der dich nur auf gute Seelenweide führen will und der Ring an der Hand des Bischofs mahnt: Wie der goldene Ring, der als Sinnbild der Liebe gilt, ohne Ende ist, so soll auch deine Liebe zum Heiland und zur Kirche endlos sein. Die Firmlinge erneuern jetzt mancherorts ihr Taufgelübde. Sie 30* 468 schwören ihren Fahneneid vor Gott, dem Bischof, den Priestern und den Paten. Das ganze versammelte Volk ist Zeuge. Ueberdenk', was du beschwörest, und beherzige es wohl! Lieber haben sich die heiligen Märtyrer töten und von wilden Tieren in Stücke zerreißen lassen, als daß sie ihren Firmungseid gebrochen hätten. Der Oberhirte wäscht nun die Hände rein müssen die Herzen der Firmlinge sein, soll der heilige Geist in denselben Wohnung nehmen. Erwecke nochmals Reue! Der Bischof entblößt das Haupt linge werfen sich aufs Knie hirte betet breitet dann die Hände aus und ruft die sieben Gaben des heiligen Geistes auf die Kinder herab. Er betet: Mach' voll dieselben mit dem Geiste Deiner Furcht und besiegle sie mit dem Siegel des Kreuzes Christi! Viermal antworten die Priester: Amen geschehe! 1 - die Firmder Ober= Wie einst Joseph seine Söhne zu seinem Vater Jakob führte, daß er ihnen die Hände auflege und sie segne so geleitet der Pate den Firmling jetzt zum Bischof hin. Es naht dein Pfingsten. Der Bischof drückt- dir das Wappen des Kreuzes auf die Stirne und dich salbend mit heiligem Chrisam spricht er die Worte:„ N., Ich besiegle dich mit dem Zeichen des Kreuzes Christi und stärke dich mit dem Chrisam des Heils- im Namen des Vaters - 469 und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen." Das ist der Weiheaugenblick der Gnade. Wie das Zeichen des Kreuzes dir auf die Stirne gedrückt wird, so wird das unauslöschliche Merkmal eines Streiters Christi deiner Seele eingedrückt. Denke, was der Katechismus sagt. Auf die offene Stirn erhältst du das Kreuz gedrückt- wie auf offener Stirn sollst du den Glauben an den Gekreuzigten tragen. Im Alten Bunde salbte man Propheten, Könige und Priester. Auch du sollst sein Lehrer( gutes Beispiel), König( Selbstbeherrschung), Priester( Herzensopfer). Der Pate legt bei der heiligen Firmung die Hand auf die Schulter seines Patenfindes, um anzudeuten, daß er sein Patenkind unter dem Schuße seiner Hand bewahren will. Der Oberhirte gibt dem Neugefirmten einen gelinden Backenstreich und spricht: Pax tecum, der Friede sei mit dir! Trage es geduldig, will er sagen, wenn du um des Glaubens willen Schmach zu leiden hast, der Friede wird dein Anteil sein und dein Lohn ist groß im Himmel. - Der Backenstreich ist zugleich der Ritterschlag des Christen. Wahre deine Ritterehre! Die hl. Firmung hat dir ein unauslöschliches Merkmal eingedrückt- im 470 Himmel wie in der Hölle erkennt man den Gefirmten. Ein Priester wischt jetzt dem Gefirmten den Chrisam von der Stirne, und betet, daß der Herr ihn vor aller Unreinigkeit des Leibes und der Seele bewahren wolle. Ja, bewahre Ehrfurcht auch vor deinem Leib und seinen Gliedern, weil sie Gott geschaffen hat. Der Oberhirte betet am Schlusse noch für die Neugefirmten um die Gnade der Beharrlichkeit. Dann segnet er dieselben mit den Segensworten: Es segne euch der Herr von Sion aus, auf daß ihr schauet die Güter von Jerusalem alle Tage eures Lebens und habet das ewige Leben. Amen. Die Neugefirmten danken Gott für die große Gnade der heiligen Firmung.„ Ehre, Lob und Dank sei Dir, Vater, von uns allen hier," so singen mancherorts die neugesalbten Streiter Christi. Segnend verläßt der Bischof das Gotteshaus. Die heilige Handlung ist vollendet. 1 Erneuerung des Taufbundes ( so wie es in der Diözese Augsburg geschieht). 1. Glaubet ihr an Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erde? Antwort: Wir glauben. 2. Glaubet ihr an Jesus Christus, Seinen eingebornen Sohn, der um unsertwillen 471 Mensch geworden ist und den Tod am Kreuze für uns gelitten hat? 3. Glaubet ihr, daß Jesus Christus am dritten Tage wieder auferstanden ist von den Toten, und daß Er aufgefahren ist gegen den Himmel, von wo Er einst wiederkommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten? 4. Glaubet ihr an den heiligen Geist, der durch die Propheten, Apostel und Evangelisten geredet hat? 5. Glaubet ihr an die Eine, heilige, katholische, apostolische Kirche und an eine Gemeinschaft der Heiligen? 6. Glaubet ihr an eine Nachlassung der Sünden, an eine Auferstehung des Fleisches und an ein ewiges Leben? 7. Glaubet ihr, daß die Heiligen Schriften des Alten und Neuen Bundes und die Erblehre der Kirche als Offenbarung Gottes zu achten, zu ehren und zu befolgen sind. 8. Glaubet ihr, daß der heilige Geist nach Christi Verheißung bei der Kirche bis an das Ende der Zeiten verbleibe und sie in aller Wahrheit erhalte? 9. Glaubet ihr, daß die Kirche allein die Gewalt hat, über die rechte Auslegung der Heiligen Schrift und über Streitigkeiten in Glaubenssachen zu entscheiden? 10. Glaubet ihr, daß es sieben heilige Sakramente gibt, welche Jesus Christus zum Heile der Gläubigen eingesetzt hat? 11. Glaubet ihr insbesondere, daß ihr durch das hl. Sakrament der Firmung vom 472 heiligen Geiste in eurem heiligen Glauben gestärkt werdet? 12. Glaubet ihr, daß zur Erlangung der Seligkeit auch die Haltung der Gebote Gottes notwendig ist? 13. Gelobet ihr, diese Gebote Gottes stets vor Augen zu haben? Antwort: Wir geloben. 14. Gelobet ihr, nach Christi Befehl und Beispiel Gott zu lieben über alles und euren Nächsten wie euch selbst? 15. Gelobet ihr, die Sünde immer zu hassen und unbefleckte Tempel des heiligen Geistes sein zu wollen? 16. Gelobet ihr, als gute katholische Christen leben und sterben zu wollen? Gebet nach der heiligen firmung. 1. O Gott, heiliger Geist! Du bist nun bei mir eingekehrt. O wie freue ich mich! Wie soll ich Dich preisen! Wie soll ich Dir danken! O ihr lieben Engel und Heiligen, helfet ihr mir, um zu loben Gott den heiligen Geist! Jhr erkennt und schaut Seine Schönheit und Herrlichkeit. Ja, gelobt und gepriesen sei der heilige Geist mit dem Vater und dem Sohne von nun an bis in Ewigkeit! Amen. 2. O heiliger Geist! Du wohnst nun in meinem Herzen so gnadenvoll; ich bitte Dich, verleih' mir Deine Gaben 473 alle; Dein Licht erleuchte mich, Dein Feuer entzünde mich! Reinige und läutere, was in mir noch unrein ist! Heile an mir, was verwundet ist! Stärke mich in meiner Schwachheit! Unterstüße mich in meiner Armseligkeit! Heilige, erquicke und tröste meine Seele! Amen. 3. O heiliger Geist! Gern möchte ich Dir jetzt die Treue bewahren und ein lebendiges Glied Deiner heiligen Kirche sein und bleiben; standhaft möchte ich den Glauben bekennen und durch einen wahrhaft frommen Wandel den Wohlgeruch der Tugend verbreiten. Aber ich bin schwach und arm. O heiliger Geist, hilf mir! Du bist mein Licht und meine Kraft, verlaß mich nicht! Du hast mich erhoben in die Reihe Deiner Kämpfer für den Glauben, o laß mich niemals untreu werden! Kämpfen will ich als Streiter Christi, leiden will ich gerne und jedes Opfer bringen, damit ich einst zur ewigen Siegeskrone gelangen kann. O Maria, Mutter Jesu und meine Mutter! bitt' für mich den heiligen Geist, daß Er um deinetwillen auch mir Seine sieben Gaben in reichster Fülle mitteilen möge. Amen. 474 Gebet zur Erneuerung der Firmungsgnade. O Gott, heiliger Geist! Demütigst danke 1 ich Dir, daß Du durch das heilige Sakrament der Firmung in mein Herz zu kommen Dich gewürdiget haſt. Ich bitte Dich, sei meine Festigkeit im Glauben, der Wegweiser meiner Hoffnung, das Feuer meiner Liebe, mein Licht auf meinem Lebenswege, meine Stärke im Kampfe wider alle Versuchungen, mein Trost und meine Ermunterung in allen Leiden und Trübsalen. Erhalte mich in Deiner Gnade bis an das Ende meines Lebens. Laß es mich nie vergessen, daß Du mich zu Deinem Tempel erwählt hast; hilf mir, Dichehren in Gedanken, Worten und Werken zu Deinem Wohlgefallen, zur Erbauung meiner Mitmenschen und zu meinem eignen ewigen Heile. Nimm wohlgefällig, D Herr, diese Erneuerung meiner Vorsäge auf, und gib mir die Gnade zur Erfüllung derselben. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. : Vor der hl. Firmung bete:„ bitte ich..., daß Du ... Dich würdigen wolleft. 475 Litanei vom heiligen Geiste. Herr, erbarme Dich unser! Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, Erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, 1 Gott heiliger Geist, Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Geist der Weisheit und des Verstandes, O Geist des Rates und der Stärke, Geist der Erkenntnis und Gottseligfeit, O Geist der Furcht des Herrn, O Geist des Glaubens, der Hoffnung und Liebe, O Geist der Freude und des Friedens, O Geist der Demut und Sanftmut, Geist der Geduld und Langmut, Geist der Güte und Erbarmung, O Geist der Menschheit und Reinigkeit, O Geist der Treue und Wahrhaftigkeit, Geist der Heiligkeit und Gerechtigkeit, O Geist der Vollkommenheit, O Geist der erwählten Kinder Gottes, 1 Erbarme Dich unser! 476 Du Regierer und Beschüßer der Kirche, 1 Du Erforscher der menschlichen Herzen, Du Ausspender aller himmlischen Gnaden, Du Tröster der Betrübten, Du ewiges Licht, Du seliges Fener, Du Quelle des Lebens, Du Salbung des Geistes, Du Freude der Engel, Du Erleuchter der Patriarchen, Du Einsprecher der Propheten, Dit Lehrer der Apostel, Du Stärke und Sieg der Märtyrer, Du Trost der Bekenner, Du Reinigkeit der Jungfrauen, Du Seligkeit aller Heiligen, Sei uns gnädig! heiliger Geist! Sei uns gnädig! liger Geist! Verschone uns, o Erhöre uns, o heiVon allem Uebel! Erlöse uns, o heiliger Geist! Von aller Sünde, ² Von den Versuchungen des bösen Feindes, Vom Geiste des Irrtums und der Lüge, Vom Geiste des Unglaubens und des Aberglaubens, ¹ Erbarme Dich unser! 2 Erlöse uns, o heiliger Geist! 477 Vom Geiste der Hoffart und des Neides, 1 Vom Geiste der Lästerung und der Verleumdung, Vom Geiste der Unreinigkeit, Vom Geiste der Begierlichkeit u. Trägheit, Von Vermessenheit und Verzweiflung, Vom Widerstreben gegen die erkannte Wahrheit, Von einem verstockten und unbußfertigen Herzen, Von einem jähen und unversehenen Tode, Am Tage des Gerichtes, Wir armen Sünder! Wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du die Kinder der wahren Kirche beleben und heiligen wollest, 2 Daß Du die katholische Kirche regieren, erhalten und vermehren wolleſt, Daß Du den Apostolischen Oberhirten erleuchten und befestigen wolleſt, Daß Du allen Irrglauben ausrotten wolleſt, Daß Du die christlichen Fürsten vereinigen und in Frieden erhalten wollest, Daß Du alle Völker zur Erkenntnis und Einigkeit des wahren Glaubens führen wollest, ¹ Erlöse uns, o heiliger Geist! 2 Wir bitten Dich, erhöre uns! 478 Daß Du uns mit Deiner Gnade zuvorkommen und beistehen wolleſt, 1 Daß Du die christliche Jugend mit Deinen heiligen Gaben erfüllen wolleſt, Daß Du uns allen das wahre Heil verleihen wollest, Daß Du die Seelen im Fegfeuer heimsuchen und ewig beseligen wolleſt, O Du Lamm Gottes usw. Vater unser usw. Ave Maria. V. Sende Deinen heiligen Geist aus, und alles wird neu erschaffen. R. Und Du wirst das Angesicht der Erde erneuern. V. Komm', heiliger Geist, erfülle die Herzen Deiner Gläubigen, R. Und entzünde in ihnen das Feuer Deiner Liebe! O Gebet. Gott, der Du die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des heiligen Geistes gelehret hast: gib, daß wir in demselben Geiste das, was recht ist, verstehen und Seines Trostes uns allzeit erfreuen. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. 1 Wir bitten Dich, erhöre uns! Hymnus zum heiligen Geist. 479 Veni Sancte Spiritus, 1 Frankreich, 1. Komm', heil'ger Geist, auf uns herab! Du bist die schönste Himmelsgab' Und aller guten Gaben Quelle;- Du machst die Geister rein und helle. 2. O komm', der Armen Vater Du! Du bringst dem Lebensmüden Ruh' Und Balsam für der Seele Wunde, Kühlung in der heißen Stunde. - von König Norbert von 1031. Und 3. Schenkst bangen Herzen Trost und Freud', Und trüben Augen Heiterkeit; Komm', allerfreuend' Licht, und stille Den Durst nach Dir mit Geistes- Fülle. 4. Was unrein ist, mach', Reinster! rein; Was sich verirrt, lenk' wieder ein; Was noch im Staube friecht, erhebe; Was schon verdorret ist, belebe. 5. Entzünde neu das kalte Herz, Und was der Sünde Todesschmerz rissen hat, das heile wieder; zerstreuten Glieder. 6. Nichts ist, nichts kann - - ZerVereine die der sich Dich; Strahlen der Mensch, Von Dir getrennt, nichts ohne So komm' mit Deines Lichtes Und Deinen sieben Gaben allen. 7. Dann werden wir an Tugend reich, Das Leben hier ein Himmelreich; Dann macht zu Engeln uns das Sterben, Die Ewigkeit zu Gottes Erben. Amen. 1 Wird zu Pfingsten 8 Tage lang in der hl. Messe gebetet. 480 Verhalten nach der heiligen firmung. Lieber Firmling! Entferne dich nicht ohne Not aus der Kirche, bis der Bischof den Segen gegeben hat, auch wenn der Pate die Kirche verlassen ſollte; bete, wenn nicht allgemein laut gebetet wird, die Litanei zum Christkind Seite 393, oder zum Namen Jesu S. 398, oder zu allen Heiligen S. 430, oder die MutterGottes- Litanei S. 422; bete eine von den Besuchungen des allerheiligsten Sakramentes S. 364-391.- Sei am Mittag mäßig in Speis und Trank; wiederhole am Nachmittag deine Danksagung. Meide alles, was unpassend oder sündhaft sein könnte; wäre es nicht schrecklich, wenn ein Gefirmter schon am Firmtag selbst den heiligen Geist etwa durch Unmäßigkeit schwer betrüben würde? Danke herzlich am Abend für die empfangene Gnade, danke noch acht Tage lang in der heil. Messe und erneuere jede Pfingsten die Firmungsgnade. Bleibe treu bis in den Tod! Auf Wiedersehen im andern Leben! - 2013/01/26 1302 $ 200344 LORENT « 由 2015 0000000030 30003e >>>>> 用 用 用 用 用 谷 用电 用 用 用 用 用 130430 《 ( 1) PAMOR D 6 Inches Centimetres Blue Dala 2 Fer 3 4 Cyan 2 5 6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8