Gb 2128.. Nur zur Benutzung im Lesesaal UB GIESSEN 61 322 264 G. Lingenhöl'sche Buch-, Kunst- und MusikalienHandlung und Buchbinderei in Wangen. Siek da dieles Herz, welches die Menschen. so ſehr geliebt hat!" A.M. Alacoque. Lith. Anstalt von J Kravoglin Insbruck. Das Gebet der Fürbitte in Vereinigung mit dem göttlichen Herzen Jesu oder Apoftolat des Gebetes durch Vermittlung des göttlichen Herzens Jesu. Von einem Priester des Franziskaner- Drdens. Zweite vermehrte Auflage. ( Mit einem Titelbilde). 1081 Nit Approbation des Hochwürdigsten Fürfterzbischöff. Ordinariafes Salzburg, und der Fürstbischöff. Ordinariafe Trient und Brixen und Erlaubnik der Obern. Pa as 699 Innsbruck, 1864. Druck und Verlag von Felician Rauch. 4302512 Gb 2128 Approbation. Das Manuscript ,, das Gebet der Fürbitte" enthält nichts gegen die katholische Glaubens- und Sittenlehre, und wird ihm daher das ,, Imprimatur" ertheilt. F. B. Ordinariat Briren, am 10. Oktober 1863. Kometer, Kanzler. Singer. Gesehen und approbirt auch für die Diözese Trient. F. B. Ordinariat Trient am 8. Jänner 1864. Benedikt, Fürst- Bischof. Nro. 199. Die zur dießämtlichen Upprobation vorgelegte Drucks schrift: ,, Das Gebet der Fürbitte" ist ihres erbaulichen Inhaltes und des daraus zu erhoffenden Seelennußens wes gen der oberhirtlichen Unempfehlung ganz würdig. Salzburg den 18. Jänner 1864. Fürsterzbischöfliches Drdinariat. 3. Mooslechner, Präses. 61322.264 Universitats Bibliothek T GIESSEN J. Klingler, Kanzler mong sumisini yith nine initi Vorrede zur ersten Auflage. TO Fast niederdrückend für jedes gläubige Herz ist der Gedanke an die sich immer weiter breitende Gottlosigkeit unserer Tage. Der Unglaube und das Laster triumphirt und das Reich des Fürsten der Finsternisse scheint immer mächtiger zit werden; der Glaube und die Tugend hingegen und das Reich Gottes, die Hl. Kirche, sind mehr oder minder überall der Gegenstand des Spottes, des Hasses und der Verfolgung. Verfolgung. Gott allein ist es, der in diesen Bedrängnissen helfen kann, und durch seine Erbarmung die in Gefahr des ewigen Verderbens stehenden Seelen zu retten vermag. Aber er will um seine Erbarmung, Hilfe und Gnade auch gebeten sein. Welch größere Wirksamkeit können wir aber unsern Gebeten verschaffen, als wenn wir in Vereinigung mit dem göttlichen Herzen seines ewigen Sohnes, unsers Heilandes, beten? Dazu will nun dieses Büchlein frommen gläubigen Seelen' eine Anleitung geben und auf einen frommen Verein hinweisen, der anderswo schon seit Jahren mit unaussprechlichem Segen wirkt. Es möchte die Gläubigen aneifern zu dem Gott so wohlgefälligen Gebete der Fürbitte; es möchte ihnen die wahre Verehrung des süssesten Herzens Jesu selbst recht dringend ans Herz legen, und eben dadurch die Vereinigung unserer Gebete mit diesem göttlichen Herzen befördern. Was in diesem Büchlein vorkommt ist übrigens nichts Neues; es sind nur zu diesem Zwecke zutsammengetragene Gedanken aus bereits schon vorhandenen Büchern für die Andacht zum göttlichen Herzen und einigen andern Schriften. O göttliches Herz Jesu! segne diese kleine Gabe und ersetze mit deiner Gnade, was diesem ärmlichen Büchlein mangelt. Erkannt, geliebt, gelobt, gebenedeit, geehrt und vers herrlichet sei allzeit und überall das göttliche Herz Jesu und das unbefleckte Herz Mariä! Amen. Am Feste der Wundmale des heil. V. Franziskus 1863. Der Verfaffer. sme 01 forsisid mo windyke, mil Vorrede zur zweiten Auflage. ni ale Die gütige Aufnahme der ersten Auflage dieses Büchleins hat nach vier Monaten bereits diese zweite Auflage nöthig gemacht. Das Büchlein ist in seinem wesentlichen Theile unverändert geblieben, nur wurde Einiges, die Einführung des Gebetsapostolates und die hl. Abläffe betreffendes, berichtiget, über welches der Verfasser selbst erst durch direkte Verbindung mit dem Direktorate des Apostolates benachrichtiget wurde. Auch wurde eine Meßandacht und Gebete zum göttlichen Herzen Jesu und zum unbefleckten Herzen Marià beigegeben. Möge das göttliche Herz Jesu noch ferner diese kleine Gabe segnen, und recht viele christliche Seelen erwecken, die in Vereinigung mit Ihm ihre Fürbitte für die streitende und leidende Kirche zum Himmel senden, und möchte durch die vielen Gna denschäße, welche vom heiligen apostolischen Stuhle diesem Gebetsvereine ertheilt worden, besonders folchen Orten ein Ersatz werden, wo die Einführung: der besonders für unser theures Vaterland so bedeutungsvollen Bruderschaft des göttlichen Herzens Jesu bisher nicht ermöglichet werden konnte. Am Feste der h. h. Martirer von Japan 1864. Der Verfasser. ola Das Gebet der Fürbitte in Vereinigung mit dem göttlichen Herzen Jesu. I. Kapitel. Vom Gebete überhaupt. Eine der größten Gnaden, welche Gott uns Menschen gegeben, ist gewiß die, daß wir, so oft wir nur wollen, wie Kinder zu ihrem Vater, in allen unsern Anliegen uns an Ihn wenden dürfen. Ach, wer sind denn wir? Wir sind so gering und armselig, daß wir uns kaum schlechter vorstellen können, als wir wirklich sind. Und wer ist Er, unser ewiger Vater? Er ist die unendliche Majeftät, das beste, heiligste, reinste, erhabenste, anbetungswürdigste, allervollkommenste Wesen, der unendliche, dreimalheilige Gott! Zu Ihm also dürfen wir reden, Ihn bitten, wie Kinder ihren Vater. Und Er will, daß wir oft, ja beständig und immer mit unfern Bitten zu Ihm fommen, und Er läßt die vielen, die unzähligen Bedürfnisse, die wir haben, nur deshalb zu, um uns zu nöthigen, recht oft Ihn zu bitten; und wir wissen es auch, denn - - es ist ein Glaubensartikel, der an tausend Stellen der hl. Echrift gefunden wird, daß wir ohne Seine Hilfe in Bezug auf unser Heil nichts können, absolut nichts, nicht einmal es verlangen, nicht einmal daran denken:» Ohne mich könnt ihr nichts thun;"( Joann. 15, 5.) nicht weil wir 8 vermögend find, durch uns selbst etwas zu denken, wie aus eigener Kraft, sondern unsere Fähigkeit ift aus Gott."( 2. Cor. 3, 5.) Und nicht genug, daß wir in unsern Anliegen zu Ihm fommen dürfen, Er befiehlt es uns sogar, und knüpft an diese Pflicht das Versprechen, unsere Gebete zu erhören, wenn wir nur um Dinge bitten, die zu unserm Heile förderlich sind, und wenn wir auf die rechte Weise bitten, nämlich mit Ehrfurcht und Vertrauen. Bittet, sagt Er, uud ihr werdet em„ pfangen; suchet, und ihr werdet finden, klopfet an, und es wird euch aufgethan."- Urtheile felbst, christliche Seele! kann man wohl mit größerem Ansehen und mit größerer Güte etwas befehlen? und ist es nicht seltsam, daß ein für uns so vortheilhaftes Gebot so viele Uebertreter hat? psjo Wenn ein mächtiger Fürst auf Erden ein folches Versprechen machen würde: Verlanget nur, und ihr werdet es erhalten; ich bin bereit, alle Wünsche meiner Unterthanen zu erfüllen- meine Schätze sollen Allen geöffnet sein;" wäre es wohl nothwendig seine Unterthanen noch zu er muntern? Wie eifrig würden sie von allen Enden seines Reiches herbeieilen, wie dringend würden Große und Kleine, Reiche und Arme kommen, und ihre Bedürfnisse, ihre Wünsche vortragen! Und doch, wie reich, wie mächtig ein solcher Fürst auch wäre, so wäre er dennoch nicht im Stande, sein Versprechen auch nur theilweise zu halten, da ja fein Sterblicher allem Elende abhelfen und alle Verlangen befriedigen kann.in Jnfict Hier ist es aber nicht ein Sterblicher, nicht ein König der Erde, sondern der König der Un- 9 fterblichkeit, der Ewige, der Urheber alles Guten und aller Güter; derjenige, von dem alle Gaben fommen der Tröster aller Unglücklichen, der Vater aller Menschen- es ist Gott selbst- der uns mit einer unendlichen Güte, die nur Jbm eigen ist, sagt: Verlanget, und ihr werdet erhalten: Fürchtet euch nicht, meine Reichthümer zu erschöpfen, zweifel nicht an meiner Güte, verlanget: petite et accipietis!" 11 O wie ist es doch möglich, daß ein so süßes Gebot, ein so großmüthiges Versprechen uns so falt und gleichgültig läßt!- Zu den Reichen, zu den Großen dieser Erde geht man so oft und er= müdet sie mit Bitten und Beschwerden;- warum wenden wir uns so selten an Gott, von dem ja alles Gute kommt, von dem allein unser wahres Glück abhängt, und der uns alles das geben will, was uns dazu führen kann! Doch, nicht bloß Bittgebete allein sollen von uns zum Himmel dringen: wir gehören Gott ganz und gar an, und alles, was wir sind und haben, ist von Ihm; darum soll auch unser ganzes Denken, Fühlen und Handeln, unser ganzes Leben, letztlich auf Ihn gerichtet sein, Ihm follen wir täglich und noch öfter unsere Handlungen und uns selbst zum Opfer bringen, zu Ihm oft unser Herz erheben, Ihn anbeten, Ihm danken, Ihm unsere und Anderer Sünden abbitten; durch diese Richtung uns fers Herzens auf Gott werden wir dann auch jene große Pflicht erfüllen, die uns Jesus ans Herz legt, wo Er sagt, daß man allzeit beten und nich nachlassen müsse,"( Luc. 18, 1.) und welchet Pflicht wir im Leben aller Heiligen und wahren 10 Diener Gottes, uns zum Vorbilde, so schön erz füllt sehen. II. Kapitel. Vom Gebet der Fürbitte. 11 Durch das Gebet durch das glaubensund vertrauensvolle Gebet- vermögen wir Alles;. eine Allgewalt in gewissem Sinne ist uns durch dasselbe gegeben worden über das Herz Gottes. Dieß sagt uns Jesus, die ewige Wahrheit selbst mit den Worten: Alles, um was ihr immer im Gebete mit Glauben bitten werdet, das werdet ihr erhalten."( Matth. 21, 22.) Und nicht nur für unsere Bedürfnisse allein gilt dieses göttliche Wort, es gilt auch für unsere Bitten zum Heile der Mitmenschen, unserer Brüder; auch für sie hat uns Gott die unermessliche Macht und Gnade des Gebetes in die Hände gegeben, und Er will, daß wir sie auch für dieselben gebrauchen. Daher an uns Alle die zahllosen Ermahnungen dazu in der hl. Schrift, besonders im neuen Testamente, wo unser Herr selbst uns lehrt, für unser nicht für mein täglich Brod zu bitten, und uns nicht mir unsere Schulden zu vergeben. O wie oft und dringend legt besonders der Hl. Paulus den ersten Christen das Gebet der Fürbitte ans Herz! Ich , ermahne, daß vor allen Dingen Bitten, Gebete, Fürbitten, Danksagungen geschehen für alle Men" schen; denn dieß ist gut und wohlgefällig vor Gott unserm Heiland.( I. Tim. 2, 1. 3.) Betet 11 - für einander, damit ihr selig werdet; denn viel vermag das beharrliche Gebet des Gerechten!" ( Jac. 5, 96,) 11 11 Ja, viel vermag bei Gott das beharrliche Gebet des Gerechten" für seine Mitmenschen, für feine Brüder. Siehe; Abraham bittet für die in den Abgrund des Lasters versunkenen Städte, und erhält das Versprechen der Erbarmung, wenn nur noch 10 Gerechte darin zu finden wären. Loth bittet für die Stadt Segor, und erfleht ihre Rettung. Gott will das hartnäckige Volk Israel vertilgen, und das Gebet des Moses versöhnt den Herrn. Israel ist im Kampfe gegen Amelek dem Unter gange nahe; weil aber Moses seine Hände im Gebete für sein Volk zum Himmel erhebt, so siegt Israel. Siehe da die Macht des Gebetes der Fürbitte; die Gewalt, welche ein einziger Gerechter durch sein Gebet für Andere auf das Herz Gottes. übt! - O möchten wir fatholische Christen doch recht bedenken und erkennen, welche Macht und Gewalt uns Gott durch die Gnade des Fürbitt- Gebetes in unsere Hände gelegt hat, und was wir alles für die Interessen Jesu, zu seiner Ehre und zum Heile unserer Brüder durch das Gebet der Fürbitte thun und wirken fönnten! Wir können vielleicht nicht im öffentlichen Leben auftreten für die Sache Gottes, nicht predigen oder Bücher schreiben; wir können nicht als Missionäre in ferne Länder ziehen, oder Geld dazu hergeben, um Andere dorthinzusenden; wir sind vielleicht in einer Lage, worin wir für das Reich Gottes vor den Augen der Menschen ſo gut als nichts thun können; aber siehe da: durch - 12 die Fürbitte reichen wir überall hin, wohin immer die Gnade des Herrn hinreicht, überall fönnen wir dort wirkend und helfend auftreten. Wir hören z. B. von mehr als 300 Millonen Seelen im Kaiserreiche China, welche noch immer von Jesus nichts wissen; von den Millionen und Millionen Menschen in Indien und Japan, im Innern Asiens und Afrika's und in den Urwäldern Amerika's und auf den Inseln der Südsee, welche noch immer begraben sind in den Greueln eines wüsten Gößendienstes; wir wissen, daß mehr als 70 Millionen Christen durch verderbliches Schisma von ihrer Mutter, der bl. fatholischen Kirche, ge= trennt sind, und mehr als 80 Millionen protestantischer Christen in Hunderten von Secten nun bald fast alle Kenntniß von Chrifto verloren haben; wir hören von unausgesetter offener oder verdeckter Verfolgung der bl. fath. Kirche durch eine durchgreifend firchenfeindliche Richtung der Zeit, von der Bes drängniß des hl. Vaters, von den Leiden der Bischöfe und ihrer Diözesen, von der Bedrückung oder Zerstörung hl. Orden, von Unterdrückung des Rechtes und der Gerechtigkeit, der Unschuld und Tugend und den Triumphen der Ungerechtigkeit und des Lasters, von der immer größern Ausdehnung der Neße der Verführung über Stadt und Land, über Berg und Thal; und diese Gedanken und dieser Anblick drücken unser Herz darnieder und füllen unsere Augen mit Thränen. Allein; soll das schon genug sein, im Stillen über das Verderben in Israel zu seufzen? O welch' mächtigen und heilsamen Einfluß auf alle diese Uebelstände können wir üben durch 13 die eifrige Uebung des Gebetes der Fürbitte! Ein stilles, verborgenes, ganz unscheinbares Leben. einer Gott wohlgefälligen Seele unter den Menschen, kann so vielleicht die ganze Erde mit seiner Thätigkeit bedecken, wenn es ein Leben ter Fürbitte ist, während der Eroberer, der Staatsmann, oder der Mann der Wissenschaft meistens nur einen verhältnismäßig kleinen Kreis haben, den sie theilweise beeinflussen können. Das Gebet der Fürbitte allein hat die Macht einer weltumfassenden Wirksamkeit; es gibt jedem Leben tie Macht, wahrhaft universell zu werden, überdll und jederzeit auf das Allgemeine wie auf das Besondere einzuwirken. D wenn einst der jüngste Tag und Christus zum Gerichte kommen, und uns das Buch der göttlichen Weltregierung offen sein wird; da werden wir mit Staunen sehen, wie das unsichtbare, stille Wirken des Gebetes ter Fürbitte neben dem äußern Wirken der Kirche durch die Jahrhunderte einhergegangen ist, und wie alle Eiege und Triumphe der Kirche und ihrer Kinder und Diener darin eine ihrer Haupts ursachen haben. - 11 Wie wohlgefällig aber vor Gott das Gebet der Fürbitte sei, mögen uns einige Worte aus den Schriften der Heiligen bezeugen. So sprach einst Gott zur hl. Mechtildis: Wenn Jemand aus brüderlicher Liebe für seinen in Noth und Trübfal sich befindenden Nebenmenschen betet, so ist mir ein solches Gebet sehr angenehm; wenn aber Je= mand für die ganze Kirche betet, und für seinen Mitmenschen gerade so als wie für sich selbst, dann wird durch ein solches Gebet der ganze Himmel erleuchtet und es ist, als ginge ein neues Licht auf." 11 14 41 - Das finden wir noch deutlicher in den Offenbarungen der hl. Gertrudis ausgedrückt. Als sie einst für mehrere Personen in verschiedenen Anliegen betete, sab sie aus dem Herzen Jesu ein Bächlein hervorfließen, welches alle Gegenden ringe um reichlich begoß, und als sie für eine Person betete, von der sie ehemals sehr verfolgt wurde, hörte sie die Stimme: Gleichwie es unmöglich ist, daß Jemand durchbohrte Füße habe, ohne daß sein Herz mitleide, ebenso fann auch meine väterliche Güte nur mit barmherzigen Augen auf denjenigen herabschauen, welcher seufzend unter der Last seiner eigenen Gebrechen und wohlerkennend, daß er Vergebung bedarf, dennoch aus einem hl. Antrieb der Liebe nicht aufhört, für das Heil des Nächsten zu beten."( B. 3. c. 74. S. 1.) Als einst die Heilige am Gründonnerstage vor der bl. Kommunion die Wünsche und Begierden aller Personen, die sich ihrem Gebete empfohlen hatten, Gott aufs opferte, antwortete ihr der Herr:„ Du hast in meinem Herzen ebensoviel Feuer angezündet, als du für diese Personen mich gebeten hast."( B. 4.) Ein anderes Mal empfing diese Heilige folgende Mittheilung vom Herrn: Wenn Jemand ein Vaterunfer und ein Ave Maria, oder eine Collecte, oder einen Psalm wegen und im Namen der all " gemeinen Kirche betet, so nimmt dieß der Sohn " Gottes mit der tiefsten Dankbarkeit an, als eine Frucht der Leiden der göttl. Menschheit, und in" dem Er Gott dem Vater dafür dankt, segnet Er ,, diese Gebete, vervielfältigt sie durch diesen Segen und vertheilt sie über die ganze Kirche, damit sie vihr zum ewigen Heile dienen."-Zur hl. Katha11 11 11 ( 1 11 rina von Siera sprach einst Gott: Du mußt mir mit der größten Sorgfalt Gebete dárbringen für alle vernünftigen Geschöpfe, für den mystischen Leib der hl. Mutter Kirche, und für diejenigen, welche Ich dir anvertraut habe, um sie mit einer Ein anderes besondern Zärtlichkeit zu lieben." Mal sprach der Herr zu ihr: Ich empfehle dir inständig, anhaltend für die Rettung der Sünder zu beten, und bitte dich, durch deine Gebete und Thränen mir gleichsam Gewalt anzuthun, damit ich mein Verlangen befriedigen kann, ihnen Gnade und Barmherzigkeit zu erzeigen."- Wieder sprach Gott zu ihr: Du sollst dich freuen im Kreuze; hier wirst du dich mit der Nahrung der Seelen ersättigen zur Ehre und zum Lobe meines Hl. Namens, indem du beständig mit bekümmertem Herzen über den Tod des menschlichen Geschlechtes seufzest; denn, wie du siehst, es ist in folches Elend gefunken, daß deine Zunge es nicht aussprechen fann. Durch dieß Seufzen und Klagen meiner Freunde fühle ich mich geneigt, der Welt Barmherzigkeit zu erzeigen. Dieß ist es, um was Ich dich und meine übrigen Freunde beständig bitte, und dieß wird das Zeichen sein, daß du Mich wahrhaft liebst, und Ich meinerseits verspreche dir deine hl. Wünsche nie unberücksichtigt zu lassen." Endlich beklagte sich Gott gegen sie in folgenden Worten: Siehe, meine Tochter! mit was für Sünden sie mich plagen, besonders mit der Selbstliebe, woraus alles Uebel hervorgeht. Die Selbstliebe hat die Welt angesteckt, als ob sie Gift getrunken hätte; dieselbe entstammt dem Stolze und enthält alle möglichen Uebel in sich. Seid also ( 1 11 11 11 " 1 11 - 15 - 16 ,, ibr, meine treuen Diener bereit, meine Barmherzigfeit durch eure Bitten und frommen Wünsche anzuflehen; seufzet über die mir zugefügten Beleidigungen und auch über die Verdammung der „ Sünder selbst, und so werdet ihr meinen Zorn entwaffnen und mein göttliches Gericht mildern." Dieß sind nun einige Aussprüche Gottes aus dem Leben der Heiligen, und wir sehen daraus, wie wohlgefällig in den Augen Gottes das Gebet der Fürbitte sei. Weiterer Begründung wird diese Lehre hier wohl nicht bedürfen; denn als fatholische Christen wissen wir ja, was für uns Alle der so tröstliche Glaubensartikel von der Gemeinschaft der Heiligen bedeute. Deso laffet uns nun durch das Gebet der Fürbitte thätig sein und wirken für das Reich Gottes, für die Interessen Jesu, für das Heil der Seelen! Alle ohne Ausnahme haben wir von Gott diese Befähigung, diese Gnade empfangen, daß wir für Andere beten können und dürfen. O wie Vieles fönnen wir da thun für die Ehre Gottes und das Heil der Seelen! Welche Verantwortung aber, wenn wir gleichgültig wären für das ewige Heil unserer Brüder, wenn wir eine so große Gnade, die uns zum Heil Anderer gegeben ist, wenig oder nicht benügen würden! O möchten wir darum das göttl. Wort des Apostels immer in unserer Seele hören: Ich ermahne, daß vor allen Dingen Bit„ ten, Gebete, Fürbitten, Danksagungen geschehen für alle Menschen. Denn dieß ist gut und wohlgefällig vor Gott unserm Heilande;"( 1. Tim. 2, 1.3) und möchten auch wir von solchem Verlangen für das Heil unserer Mitmenschen erfüllt werden, daß 11 17 wir in Wahrheit in heldenmüthiger Liebe mit dem Hl. Paulus sagen könnten:„ Ich wünschte selbft im Banne zu sein, los von Chrifto, statt meiner " Brüder;"( Rom. 9, 3) ,, Meines Herzens Wunsch und Flehen zu Gott geschieht für sie, daß sie selig werden möchten."( Rom. 10, 1.) III. Kapitel. Von der Verehrung des allerheiligsten Herzens Jesu, und von der Vereinigung unserer Gebete mit demselben. Chriftliche Seele! die du dieses liefest, vielleicht fühlst du jetzt in dir einen Antrieb, ein Verlangen, dich in Zukunft des Gebetes der Fürbitte zu be fleißen; aber der Gedanke an deine eigene Armseligkeit macht dich wieder muthloß und du sprichst zu dir selbst: Mein Gott! was wird mein fo schwaches Gebet wirken? Und da antworte ich dir: Vereinige dein Gebet mit dem Gebete des göttlichen Herzens Jesu, und es wird dann wohlgefällig und vielvermögend sein vor Gott.- Dieter Gedanke führt mich nun dahin, vor Allem hier Einiges über die Verehrung des süssesten, göttlichen Herzens Jesu zu sagen. A. Von der Verehrung des allerheiligsten Herzens Jesu. In der Hl. Kirche soll das Leben und Leiden unsers Gott und Heilandes Jesu Christi auf ge= 2 18 Heimnißvolle Weise durchlebt werden bis zum Ende der Zeiten. Um dieses den Gläubigen recht nahe ans Herz zu legen, fügte und ordnete es der in der katholischen Kirche stets waltende hl. Geist, daß durch eine Reihe von 17 Jahrhunderten herauf nach und nach ein Geheimniß der Liebe unsers göttlichen Heilandes nach dem andern durch glänzende Feste und besondere Andachten und Bruderschaften den Kindern der Kirche vor Augen gestellt wurde, bis endlich das ganze Kirchenjahr nichts anders war, als die goldene Kette, als die fortlaufende Dars stellung der größten Wunder seiner göttlichen Liebe gegen uns Menschen. Wohl sollte man meinen, die fortwährende Entgegenhaltung dieser unendlichen Liebeswunder im Leben, Leiden und Sterben unsers Heilandes mit seiner wahrhaften und wirklichen Gegenwart im heiligsten Sakramente als Opfer und Kommunion, müßte uns zur Gegenliebe fast zwingen; allein, Er hat es an uns Menschen erfahren: Kälte der Herzen und greulicher Undank waren der Lohn solcher Liebe; ja, so weit ging der Undanf, daß das XVIII. Jahrhundert, von seinem ungläubigen Anfange bis zu seinem entsetzlichen gottlosen Ende mit Recht in der Geschichte als Saeculum irreligiositatis, als Jahrhundert der Gottlosigkeit gebrandmarkt ist. Was wird die göttliche Liebe thun, nachdem sie sehen mußte, daß alle ihre unendlichen Liebesgeheimnisse die Kinder der Kirche faum mehr bewegen konnten, sie, die unendliche Liebe wieder zu lieben?- Cor suum dabit ad consummationem operum, Er wird sein Herz geben zur Vollendung seiner Werke, sagt der Hl. Geist im Buche - 29 - 19 der Weisheit( Sap. 38, 31.) Dadurch wollte die unendliche Liebe unsers Heilandes die immer zunehmende Kälte verdrängen, daß Er seine ganze Liebe und alle ihre Geheimnisse wie in einem Brennpunkte sammelte, um diese vereinte, unermeßliche Gluth auf die Seelen wirken zu lassen. Und wie fonnte Er dieß? Wie vermochte Er den Feuerkern seiner unsichtbaren, unaussprechlichen Liebe sichtbar zu machen, damit man ihn beachte und sich von ihm ergreifen lasse? Er offenbarte die Verehrung feines göttlichen Herzens. Das Herz ist die Wohnung aller guten Eigenschaften und der Sitz der Liebe. Wir wissen aus dem Leben der Heiligen, wie groß oft ihre Liebe gegen Gott und für das Seelenheil ihrer Mitmenschen war. Diese Liebe zeigte sich oft selbst auch äußerlich: oft schien ihnen das Herz vor Liebe zu zerspringen und das förperliche Herz die Gluth dieser Liebe nicht mehr fassen zu können; so im Leben des Hl. Petrus Regalatus, des hl. Petrus von Alkantara, des bl. Franz Xaver, des hl. Philipp Neri, der bl. Theresia und vieler Anderer.- Wenn nun die Macht und Gewalt der Liebe im Leben der Diener Gottes auf Erden schon so groß und glühend war, welche Liebe gegen die Menschen muß das Herz Jesu erfüllt haben, nur nach seiner menschlichen Natur betrachtet? Da aber in Christus die Gottheit mit der Menschheit in Einer göttlichen Person vereiniget ist, und somit im Herzen Jesu eine menschlich göttliche Liebe schlägt: welch' unermeßliches Feuermeer der Liebe gegen uns brennt in diesem göttlichen Herzen. 2* 20 Und mit diesem von solcher Liebe flammendenHerzen trat der liebe Heiland nun gleichsam hin vor die Menschen, die in Kälte gegen Gott und gegen alles Heilige, der Welt, dem Fleische und dem Satan ihre Liebe und das Trachten ihrer Herzen zugewendet hatten, als wollte Er ihnen fagen: O Menschenfinder! bedenket doch, wie sehr Ich euch geliebt und noch liebe. Wollet ihr wirklich, statt mir eure Liebe zu schenken, die ich mir doch so verdient, sie meinen und eueren Feinden schenfen?" ,, Fili mi, praebe cor tuum mihi; Mein Sohn, schenke mir dein Herz;"( Isai. 23.) Hören wir seine Worte, die Er sprach zu seiner fel. Dienerin Margaritha Alacoque, als Er sich würdigte, durch fie der Welt sein heiligstes, göttliches Herz zu offenbaren. Als sie einst vor dem allerheiligsten Sakramente betete, sab sie den Tabernakel wie in Gluth verwandelt, und in der Mitte dieses Herz. ganz von lodernden Flammen umgeben wie in einem Feuerofen, mit einem Kreuze oben, mit einer tiefen breiten Wunde und umgeben mit einer Dornenkrone, und der Herr sprach zu ihr:„ Sieh da dieses " Herz, welches die Menschen so sehr geliebt hat, daß es nichts sparte bis zur Selbsterschöpfung und bis zur Selbstverzehrung, um ihnen seine Liebe zu beweisen. Sieh da mein Herz, das so " überwältiget ist von der Liebe zu den Menschen, daß es die Flammen dieser Liebe nicht mehr in sich zurückzuhalten vermag; es muß dieselben aus brechen lassen." Und der Herr forderte sie nun auf, die Verehrung dieses feines heiligsten Herzens unter den Gläubigen zu verbreiten; dadurch sollten die Herzen 21 der Menschen neuerdings zur innigsten Liebe gegen Ihn entflammt und zugleich bewogen werden, Ihm durch eben dieses fein heilightes Herz- wie Er es selbst verlangte allen Undanf, alle Gleichgültigkeit und Kälte der Menschen, besonders gegen feine unendliche Liebe im heiligsten Sakramente des Altars, abzubitten und zu verföhnen. Dafür aber versprach der Herr Allen das Uebermaß der Gnaden aus seinem heiligsten Herzen. Verkünd' es und laß es der ganzen Welt verkünden, daß ich meinen Gnadengaben kein Maaß und fein Ziel seßen werde für Alle, welche dieselben in meinem " Herzen suchen," sprach Er zur fel. Margaritha Alacoque. 11 Chriftliche Seele! hat unsere Zeit nicht auch in mehr als einer Hinsicht eine traurige Aehnlichkeit mit der Zeit, als sich der Herr bewogen fand, der Welt die Verehrung seines heiligsten Herzens zu offenbaren?- Ach, was wäre zu sagen, wollte man reden von der Bedrückung und Verfolgung der Hl. Kirche in unseren Tagen; von der immer weiter sich ausbreitenden Glaubenslosigkeit, von der Verführung der Unschuld und Tugend, von der himmelschreienden Verlegung der Gerechtigkeit und aller göttlichen und menschlichen Gesetze und Pflichten; von der Gleichgültigkeit und Kälte gegen alles Heilige und gegen Gott selbst; von dem maßlosen Hochmuthe und dem immer frecher auftretenden abscheulichen Lafter; von der schaudererregenden Verftocktheit, in der die Menschen verharren gegenüber den verschiedenen und so großen Strafgerichten, wo mit der Herr in den letzten Jahren und heimgesucht! Was kann es nun gegen diese allgemeine fittliche 22 Todesfälte für ein geeigneteres und wirksameres Mittel geben, als eben dieses unermeßliche Feuermeer der Liebe im göttlichen Herzen? Wenn einst das Heer des großen Konstantin durch den Anblick jenes Kreuzes am Himmel für Gott und Seine hl. Sache so entflammt ward, sollte dieß minder der Fall sein, wenn man heutzutage den gläubigen Kindern der Kirche hinzeigt auf dieses in unermeßlicher Liebe gegen uns flammende göttliche Herz?- - " 1 Nun müssen wir uns aber eine andere Frage beantworten: Wie sollen und können wir denn eine folche Liebe vergelten? Was verlangt der liebe Heiland für diese seine Liebe von uns!- wir wissen es wohl: Liebe verlangt Gegenliebe; eine unendliche Liebe aber fordert unsere ganze Liebe, daher das Wort des Herrn: Du sollst Gott deinen Herrn lieben aus ganzem Herzen, aus ganzer " Seele, aus ganzem Gemüthe, aus allen deinen ,, Kräften." Diese Liebe besteht aber nicht in unfruchtbaren, sentimentalen Acten des Gefühles, sondern vor Allem darin, daß der Liebende dem Geliebten sich immer ähnlicher zu machen bestrebt ift in seinen Gedanken, Worten und Werken, so daß er mit ihm gleichsam Ein Herz und Ein Sinn werde. Das will auch Jesus von allen wahren Verehrern seines heiligsten Herzens; dus bedeutet jenes Wort: ,, Mein Sohn, schenke mir dein Herz!" das verlangt Er von uns Allen, wenn Er uns sagt: Wer meine Gebote hält, der ist's der mich " liebt;" Lernet von mir, denn ich bin sanftmüthig ,, und demüthig von Herzen;" das meint der Apostel, wenn er den Philippern sagt:„ So sollet ihr ge" 23 sinnt sein, wie auch Christus Jesus gesinnt war." ( Phil. 2, 5.) Durch Nachahmung der Eigenschaften, Tugenden und Vollkommenheiten, der ganzen Gesinnung und Richtung seines heiligsten Herzens also beweisen wir Ihm unsere Liebe. Wo sehen wir nun aber die Tugenden und Vollkommenheiten seines heiligsten Herzens?- Wir sehen sie in seinem ganzen irdischen Leben, wie uns dieß die hl. Evangelien zeigen. Betrachte Ihn als armes, vor Kälte wimmerndes Kindlein in der Krippe, wie Er sich dem Geseße der Beschneidung und der Opferung im Tempel unterwirft; wie Gr 30 Jahre seinen Eltern gehorsamt und verborgen lebet im armen Häuschen zu Nazareth als der vermeintliche Sohn eines armen Zimmermanns; betrachte Ihn, wie Er verkannt, verleumdet, verfolgt, wie ein armer Bettler 3 Jahre lang Valästina durchzieht, und für seine Wohlthaten und Gnaden nur Undank, Haß und Verfolgung erntet; betrachten wir Ihn endlich, wie Er nach dem letzten Abendmahle zu den Füßen. seiner Jünger kniet und dieselben wäscht, wie Er dann hingeht zu leiden, und in unsäglicher Pein und Schmach und Verlassenheit, nach namenlosen Leiden für uns am Kreuze stirbt: welche Demuth, welcher Gehorsam und Ergebung in den Willen seines ewigen Vaters, welche Geduld und Sanftmuth, welche Liebe zur hl. Armuth, welche Entfagung, Selbstverleugnung und Abtödtung, welcher Seeleneifer, welcher Durst nach dem Heile der Seelen, welche Liebe gegen uns, welche Liebe selbst gegen seine Feinde, gegen seine Mörder, furz: welch' göttlich vollendetes Vorbild aller Tugend 24 und Vollkommenheit!(- Alle diese Tugenden und Vollkommenheiten aber nahmen von seinem heiligsten Herzen ihren Ausgang; dort war ihr Siß, darum auch das Herz unsers lieben Heilandes, wie der Sig und Inbegriff, so auch das Vorbild aller Tugend und Heiligkeit ift.-) Chriftliche Seele! siehe nun: dieses nämliche göttliche Herz, das einst als Vorbild und Sig aller Tugend und Heiligkeit im sterblichen Leibe unsers Erlösers geschlagen und jetzt verklärt im Himmel wohnt; dieses nämliche Herz ist auch uns noch heute so nahe, wie es einst den Aposteln nahe war. Der hl. Glaube sagt uns, daß Christus mit Gottheit und in verklärter Menschheit, wahrhaft und wirklich im heiligsten Sakramente des Altars in der hl. Hoftie zugegen ist; sein ganzer verklärter Leib, der nämliche Leib, der als Kindlein in der Krippe lag und für uns am Kreuze starb- in Gottheit und Menschheit wohnt Jesus im heiligen Tabernakel in der Gestalt des Brodes; darum ist auch sein heiligstes Herz da, und in ihm alle die Tugenden und Vollkommenheiten, die es einst im sterblichen Leibe geübt, und die unermeßliche gottmenschliche Liebe, von der es immer entflammt ist. Ja, im heiligsten Sakramente führt Er das felbe Leben fort bis ans Ende der Zeiten, wie einst im sterblichen Leibe, nur auf eine geheimnißvolle, aber nicht minder wahre Weise. D blicke hin auf den Tabernakel, und schaue dieses göttl. Herz in Brodsgestalt: Welch' ein Muster aller Tugend steht da vor unsern Augen. Siehe dort im heiligsten Sakramente diefelbe Armuth und Losschälung von allem Irdischen, 25 welche uns den Erlöser so besonders lieb macht, mögen wir Ihn als armes Kindlein in der Krippe schauen, oder Ihn versichern hören, daß Er nicht einmal so viel habe, worauf Er sein göttlich Haupt hinlegen könnte, oder mögen wir Ihn von Allem entblößt am Kreuze sterben und im fremden Grabe seine Ruhe finden sehen. Keine Spur von Glanz, von Majestät ist da; die einfache Brodsgestalt verhüllt Ihn, ein ärmlicher Tabernakel ist seine Wohnung; so hat Er es selbst gewollt; und wie ist Er dabei so selig und wie so lieb, ja darum so lieb, weil so arm!- Dort im heiligsten Sakramente ist dieselbe Demuth, mit der Er einst unter uns Menschen gewandelt. O welche Demuth, daß Er, der unendliche Gott, Menschennatur annahm; abec jest, im Zustande der Glorie, sich in die niedrige verweßliche Gestalt des Brodes hüllen, das ist eine Demuth, welche jene erstere noch zu übertreffen fcheint. O göttliches Herz, wie theuer muß dir doch diese erste aller Tugenden sein!- Daher sein so verborgenes, stilles, nur dem Glauben offenes Leben im heiligsten Sakramente; daher seine Geduld und Sanftmuth, mag Ihn auch die Bosheit der Menschen noch im Sakramente der Liebe verkennen, verstoffen, verachten, beleidigen, mißhandeln; mag Ihn selbst der Sünder zwingen, durch die unwürdige Kommunion in seine sündhafte Bruft einzukehren. Hier im heiligsten Sakramente sehen wir Ihn noch den nämlichen Gehorsam üben, der Ihm in seinem irdischen Leben so theuer war. O wie gehorcht Er hier so bereitwillig der Stimme einer Kreatur und zieht seine Unermeßlichkeit gleichsam zusammen in den engen Raum einer Hostie; in 26 welch' unerschöpflicher Geduld legt er sich täglich auf des Priesters Ruf in der demüthigsten und unscheinbarsten Gestalt auf unsere Altäre, gewärtig des Augenblicks, wo wir Ihn austheilen, in arme Hütten oder in schauervolle Kerker tragen wollen; Er gehorcht und widerspricht nicht!- So sehen wir, wie uns das göttliche Herz Jesu auch noch im hl. Sakramente des Altars alle nur denkbaren Tugenden vor Augen hält, wenn wir dieses göttliche Sakrament nur mit gläubiger Seele betrachten wollen. O wie einfach, wie schön und himmlisch erhaben ist doch das Leben dieses göttlichen Herzens! Wie ist es doch möglich, daß wir vor Rührung und Liebe nicht in Thränen zerfließen, wenn wir hinblicken auf das geheimniß volle Leben dieses liebevollsten, süßesten Herzens im heiligsten Sakramente! Welche Anziehungskraft zur Nachahmung, welchen Muth und welches Vertrauen sollte es in uns erwecken! denn dieses göttliche Herz ist ja auch zugleich ein Herz unsers Gleichen, ein wahres Menschenherz! Kann es eine liebenswürdigere und größere und bessere Schule aller christlichen Vollkommenheit geben, als dieses Herz, in dem wir alle Tugenden und Vollkommenheiten in ihrer schönsten und lieblichsten Form erblicken? O bildeten wir unsere Herzen nach dem Herzen Jesu, wie bald würden wir tugendhafte, ja heilige Christen werden! Darüber sagt die Braut dieses göttlichen Herzens, Margaritha Alacoque: Ich kenne feine andere Uebung der An„ dacht im geistlichen Leben, die geeigneter wäre, eine Seele in furzer Zeit zur höchsten Vollkommenheit zu erheben, und die wahren Süßigkeiten " 1 „ kosten zu lassen, welche man im Dienste Jesu Christi findet, als die wahre Andacht zu seinem heiligsten Herzen- Die Schäße der Segnungen und Gnaden, welche dieses heiligste Herz in sich schließt sind unendlich." 11 27 Olaffet uns denn also nicht müde werden, die Tugenden und Vollkommenheiten dieses liebenswürdigsten göttlichen Herzens zu betrachten und dieselben immer mehr in unserm Leben nachzuahmen! Dieses Streben soll unsere Lebensaufgabe sein; denn. die Gott vorhergesehen, hat er auch dazu bestimmt, „ daß sie dem Bilde seines Sohnes gleichförmig werden."( Rom. 8.) Das ist auch die Hauptsache aller Verehrung dieses süßesten Herzens, das ist der erste Beweis aller Gegenliebe gegen dasselbe: Wer meine Gebote hält, der ist's der mich liebt;" und wo gibt es ein lieblicheres, anziehenderes. Vorbild dazu, als eben das Herz unsers göttlichen Erlösers? Dadurch werden wir endlich auch erfüllt werden mit jener innigen Liebe, welche da mit dem Apostel sagt: Nicht ich lebe, sondern Christus lebt in mir." - 11 B. Von der Vereinigung unserer Gebete mit dem göttlichen Herzen Jesu. Wohl faßt die Nachfolge des göttlichen Herzens, die Aneignung seiner Gesinnungen und seiner hl. Absichten, eigentlich Alles zusammen, was von seiner Verehrung gesagt werden kann; doch scheint noch ein Gegenstand bezüglich der Verehrung des göttlichen Herzens- besonders zur Erreichung des 28 Zweckes dieses Büchleins einer besondern Auseinandersetzung zu bedürfen, und dieses ist: Die Vereinigung unserer Gebete mit dem göttlichen Herzen Jesu. Was thut denn Jesus in seinem stillen Wohnen im heiligsten Sakramente? Wir sagten schon oben, daß Er hier sein Leben auf geheimnißvolle, aber nicht minder wahre Weise fortsett bis ans Ende der Zeiten, und schauten das Tugendbeispiel, welches Er uns noch im heiligsten Sakramente gibt. Was die hl. Schrift in der Apostelgeschichte ( 10, 38.) von seinem irdischen Leben sagt: ,, Er 30g umher und that Gutes," das gilt von Ihm auch in seinem sakramentalischen Leben. Ja, im Tabernakel weilt Er unter uns, nur um uns Gutes zu thun; Sein heiligstes Herz ist von innigstem Mitleiden erfüllt für alle unsere Gebrechen, Mühseligkeiten und Leiden. Hier heilt Er die geistig Kranken, tröstet Er die Betrübten, stärkt Er die Schwachen, erleuchtet Er die Blinden, unterrichtet Er die Unwissenden, verzeiht Er den Reuigen, erweckt Er die geistig Todten, und nährt Er die Seelen mit seinem eigenen Fleische, damit sie dadurch gestärkt fortwandeln bis zum Berge Gottes, zur seligen Ewigkeit. Vor Allem aber besteht seine Thätigkeit hier im heiligsten Sakramente darin, daß Er ein beständiges Leben des Gebetes führt. Wie Er einst in seinem irdischen Leben ganze Nächte im Gebete zu seinem ewigen Vater zubrachte, so betet, fo dankt, bittet und verföhnt Er auch hier ohne Unterlaß in allen Theilen der Welt und in jedem Augenblicke der Zeit, und bringt sich selbst für uns dar - 29 als Lob und Preis als Versöhnungs- als Bittund Dankopfer. O wie wohlgefällig werden dem ewigen Vater diese beständigen Gebete seines ewigen Sohnes sein, und wer vermöchte die Wirkung des Gebetes dieses göttlichen Erlöserherzens auszu sprechen? Chriftliche Seele! wenn es uns Gott gestatten würde, Jesum in seiner Hl. Menschheit am Altare zu sehen und zu hören, wie Er da für uns Men schen ohne Unterlaß zum Vater flebt: Für die Rettung der Seelen, für die Bekehrung der Heiden, der Ungläubigen und Irrgläubigen, der Echismatiker und Sünder; für seinen Stellvertreter auf Erden und für alle Diener der Kirche; für die Erhaltung und Stärkung der Unschuldigen und Gerechten, für die geistige Belebung der Lauen und für die Sterbenden; für die Ausbreitung und Wohlfahrt seiner Kirche und die Demüthigung ihrer Feinde; wie Er da dankt für alle Gaben und Gnaden seiner hl. Menschheit und für alle Wohlthaten der Natur, Gnade und Glorie Mariens, aller Engel und Auserwählten; wie Er da um Erbarmung bittet für alle Sünder; wie Er da an unserer und aller Geschöpfe Statt sich selbst seinem ewigen Vater als Opfer der Anbetung, des Lobes und Preises, der Bitte und der Versöhnung darbringt: Christliche Seele! wenn wir so unsern lieben Erlöser wirklich am Altare sehen und diese Gebete seines heiligsten Herzens hören würden: wäre es uns wohl möglich, dabei gedankenlos, gleichgültig und kalt zu bleiben?- O gewiß nicht. Im Innersten unserer Seele ergriffen würden wir unser Herz mit dem Seinigen vereinigen, und mit 30 Ihm beten, bitten, Gott loben und preisen und Abbitte leisten für unsere und der ganzen Welt Sünden. Sieh nun; wenn wir auch den Ersöser nicht mit unsern Augen sehen und die Gebete seines heiligsten Herzens nicht mit den Ohren unsers Leibes vernehmen, so versichert uns doch der hl. Glaube, daß es wirklich so ist. Was anders und besseres sollen und können wir also bei unsern Gebeten thun, als uns vereinigen mit den Gebeten seines heiligsten Herzens, mit seinen Meinungen und hl. Absichten? So haben es auch die Heiligen Got tes gemacht, wie wir aus den uns von ihnen hinterlassenen Schriften sehen; so wünscht es von uns der Herr selbst, wie Er dieß einst der bl. Mechtildis geoffenbart. Diese Heilige fragte einstmals den Herrn:„ Sage mir doch, allersüßester Jesus! ,, wie der Mensch seine Gebete und Werke auf die ,, beste Weise verrichten möge?" Der Herr gab ihr zur Antwort: ,, All sein Gebet soll der Mensch Gott, meinem Vater aufopfern in Vereinigung meiner Gebete, denn alsdann erhebt es sich voll Annehmlichkeit zu Ihm und wird mit meinem Gebete eins. Wenn verschiedene Spezereien zugleich angezündet werden, wird Ein Rauch daraus, dessen Wohl= geruch zum Himmel aufsteigt: so ist auch das Gebet, welches mit dem Meinigen vereiniget wird, gleich dem süßesten Wohlgeruche vor Gott. Jedes andere Gebet, welches nicht so verrichtet wird, durchdringt zwar den Himmel, ist aber Gott nicht so angenehm und wird von Ihm nicht so aufge= ,, nommen.-Ebenso soll auch der Mensch alle seine Arbeit und Werke in Vereinigung mit meinen Arbeiten und Werken vollbringen. Sie wer 11 11 31 den dadurch veredelt, wie Kupfer, das mit Gold " geschmolzen wird, seine Geringfügigkeit verliert, und gleichsam den Werth des Goldes erlangt, oder wie ein Tröpflein Wasser, wenn es in Wein gegossen wird, sich in Wein verwandelt. Auf diese Weise werden die Werke der Menschen durch die Meinigen verbessert und geadelt."( B. 1. c. 14.) " 1 11 Darum schreibt Margaritha Alacos que: Suchet euer Leben nach dem Vorbilde der Demuth und Sanftmuth des liebenswürdigen Herzens Jesu zu ordnen, indem ihr euch mit allen seinen Absichten vereiniget. Opfert deren Reinheit, um zu ersetzen, was in den euern sich Unreines befindet. Das heilige Herz wird " Alles für mich thun, wenn ich es thun laffe: es wird wünschen, es wird verlangen, es wird lieben für mich und in mir, und alle meine Mängel erseßen. Bei dem Gebete vereiniget das euere mit dem seinen im hl. Sakramente, bei euren Lobgesängen vereiniget euch gleichfalls mit seinen Lobpreisungen, die es in demselben " Sakramente seinem Vater darbringt. Um die „ Messe zu hören, vereiniget euch mit den Absichten des geopferten Jesus. Vereiniget eure Anbetungen mit jenen, die Jefus im heiligsten Saframente seinem Vater darbringt. Liebet Gott mit der Liebe dieses göttlichen Herzens, betet Ihn an mit seinen Anbetungen, lobet Ihn mit seinen Lob" preisungen, arbeitet mit seinen Arbeiten, und wollet nichts, außer nach seinem Willen.( Leben der fel. Margar.)- Sieh hier ein Beispiel, wie Margaritha selbst im Gebete sich mit dem göttl. Herzen vereinte und solche Meinungen und Auf11 ( 1 - 32 opferungen machte: Ewiger Vater! gestatte, daß ich dir das Herz Jesu Christi, deines vielgeliebten Sohnes, so aufopfere, wie es sich selbst dir als Opfer darbringt. Nimm dieses Opfer auf nach deinem Wohlgefallen mit allen Wünschen, allen " Gefühlen, allen Empfindungen, allen Bewegungen, allen Acten dieses heiligen Herzens. Nimm alles dieses auf als eben so viele Acte der Liebe, der Anbetung, des Lobes, welche ich deiner göttlichen Majestät darbringe, da du nur durch dasselbe allein würdig angebetet und verherrlichet wirst."Chriftliche Seele! ich will dir hier noch einige Beispiele beiseßen, wie du dich bei deinem Gebete und Arbeiten mit dem göttlichen Herzen Jesu vereinigen kannst. ( 1 " Wenn du beten willst, kannst du dir denken oder sagen: " O göttliches Herz Jesu: in Vereinigung mit jener Liebe und Andacht, mit welcher du selbst gebetet hast und noch immer im heiligsten Sakramente betest, will auch ich jetzt beten." Wenn du bei dem heiligsten Sakramente vor übergehst, kannst denken oder sagen: „ Ich bete dich an, allerheiligstes Sakrament; in Vereinigung mit jener Liebe, mit welcher du, o göttl. Herz! zu deinem himmlischen Vater betest und ihn verherrlichest." Wenn du essen willst, kannst du dir denken: 11 Liebster Jesus! in Vereinigung mit jener Liebe deines heiligsten Herzens, mit der du mir diese Speise gegeben haft und einst auf Erden selbst hast Epeise genießen wollen, will ich nun dieselbe auch zu mir nehmen." 33 Wenn du arbeiten willst, so denke dir oder sprich: Liebster Jesus! in Vereinigung mit jener " Liebe deines Herzens, mit der Du auf Erden „ haft arbeiten wollen, will auch ich jetzt diese Arbeit verrichten, Dir zum ewigen Lobe und der ganzen " Kirche zum Heile. Ich empfehle Dir dieselbe, damit du sie nach Deinem heiligsten Willen leitest und zum Ziele führest." Wenn du dir etwas versagen willst, fannst du dir denken: Gütigster Jesu! in Vereinigung mit jener " Liebe deines Herzens, mit welcher Du deine fünf " Sinne abgetödtet hast, will auch ich diese Ab" tödtung vollbringen. ,, Wenn du etwas zu leiden hast, so sprich oder denke dir: 11 Gütigster Jesu! in Vereinigung mit jener Liebe deines heiligsten Herzens, mit welcher Du in deinem Leiden so viele Schmach und Schmerzen " haft ausgestanden, will auch ich jetzt dieß Kreuz rauf mich nehmen, Dir zum Lobe und der ganzen Kirche zum Heile." Am Morgen, wenn du aufstehst, sage: " 1 " O göttliches Herz Jesu! den ersten Seufzer dieses Tages sende ich zu Dir, und bitte Dich, so viel ich vermag, daß Du dich würdigest, alle meine Werke durch dich selbst in mir zu wirken " und mit deinen hl. Werken zu vereinigen, damit sie deinem himmlischen Vater wohlgefallen und zur ewigen Verherrlichung gereichen mögen" Am Abende, wenn du dich zur Ruhe begibst, sprich: 3 34 Herr Jesu Christe! nimm diesen Schlaf auf in jener Liebe deines heiligsten Herzens, mit welcher du denselben geheiliget hast, als du in deiner bl. Menschheit auf Erden geschlafen hast, zum " Lobe Gottes des Vaters und für das Heil der ganzen Welt. Ich bitte dich, daß mein Schlaf unter deiner Obhut rein und unbefleckt sei und ich früh Morgens mit reinem Herzen und Leibe " dir danke und dich loben und preisen könne Amen." #} So sollen und können wir unsere täglichen Gebete, aber auch unsere täglichen Werke und Arbeiten mit dem göttlichen Herzen Jesu vereinigen. Ja, ganz und gar sollen wir mit Ihm vereiniget sein, wie die Rebzweige mit dem Nebstocke, wie die Glieder eines Leibes mit ihrem Haupte; Seine Gefühle, seine Anschauungen, seine Neigungen, Gefinnungen und Absichten uns aneignen; in Ihm und mit Ihm arbeiten, leiden, kämpfen, opfern, beten, leben und sterben, und auf solche Weise von Ihm, von seiner Gnade und seinen Verdiensten für unser Leben den übernatürlichen Werth erlangen und dadurch den Himmel und die ewige Seligkeit verdienen. Diese gänzliche Verschmelzung unserer Gefühle und Interessen mit den Seinigen; die beständige Nachahmung seines heiligsten Herzens; das unausgesetzte Streben der Umbildung unsers Herzens nach dem Vorbilde und Muster des Seinigen: das ist die Hauptsache und letzte Höhe aller wahren Verehrung des Herzens Jesu, dieß ist der Beweis und der Triumph der wahren Liebe, dieses soll die Aufgabe unsers Lebens sein. 35 11 Wohl eine große, Vieles umfaffende Aufgabe, so das göttliche Herz zu verehren," wirst du dir nun vielleicht denken, christliche Seele! Doch habe Vertrauen; zu dieser Höhe der Verehrung des göttlichen Herzens zu gelangen ist nicht so schwer, als es dir auf den ersten Anblick vorkommen möchte. Im Gegentheile: wahrhaft leicht ist das Joch und süß die Bürde, die wir im Dienste des göttl Herzens tragen. Höre nun Einiges, wie du auf dem kürzesten Wege zu diesem Ziele, zur innigsten Vereinigung mit dem göttl. Herzen gelangen kannst: 1. Vor Allem betrachte oft und oft die gränzenlose Liebe dieses göttlichen Herzens Siehe; Alles, Alles hat Es aus Liebe zu uns gethan, was ein Gottesherz nur immer in unendlicher Liebe für uns ersinnen konnte. Siehe das Kreuz, den Inbegriff aller Leiden, gleichsam hervorwachsend aus der Mitte dieses Herzens;- und die Dornenkrone um dasselbe geschlungen: ach so haben wir Menschen Ihm seine Liebe gelohnt!- und die tiefe, breite Wunde; schaue an ihr die Hingabe des letzten Tropfen seines Herzblutes für uns; und die Flammen der Liebe, welche von Ihm ausgehen; -ach, was sollte uns denn noch zur heißesten Gegenliebe bewegen können, wenn die Betrachtung einer solchen Liebe es nicht vermöchte! Betrachte also oft und vielmal die unendlichen Liebeswunder dieses göttlichen Herzens, vor allem die Krippe, das Kreuz, das allerheiligste Sakrament des Altars, und bedenke besonders, wie dieses nämliche Herz vor dir, und für dich und alle Menschen in unendlicher Liebe im heiligsten Sakramente schlägt und 3* 36 lebt. D Seele! wenn du dieses recht bedenkst: nein, es fann dir nimmer möglich sein, gegen dieses süßeste, liebevollste Herz gleichgiltig oder gar falt zu bleiben; es wird dich mit bl. Verlangen erfüllen, Es in heißer Liebe entgegen zu lieben und sein Wohlgefallen zu suchen besonders durch Nachahmung seiner Tugenten und Vollkommenheiten; du wirst dich hüchen, dieses liebende Herz nicht nur mit feiner schweren, sondern auch mit keiner freiwilligen läßlichen Sünde mehr zu beleidigen; es wird dich drängen, Ihm allen Undank und alle Beleidigungen abzubitten, welche dieses Herz selbst noch im größten Geheimnisse seiner Liebe von den Menschen erfahren muß, welche Abbitte es auch ausdrücklich von allen seinen Verehrern verlangt. 2. Vereinige dich oft mit Jesus durch die hl. Kommunion, dieß ist das zweite große Mittel, in der Verehrung des heiligsten Herzens Jesu recht große Fortschritte zu machen. O wenn die Liebe die Verkörperung, das Uebergehen, das Einswerden mit dem Geliebten wünscht und zur Folge hat, was muß die hl. Kommunion in uns wirken, wenn wir sie mit reinem Herzen und eifriger Vorbereitung und Danksagung empfangen! Was wird und uß in uns vorgehen, wenn wir uns wirklich und so innig mit dem göttlichen Herzen Jesu vereinigen, wenn unser Herz in Wahrheit am göttl. Herzen Jesu ruht, wenn das Feuer der göttl. Liebe selbst wirklich in unserm Herzen flammt!" Es ist unmöglich, sagt die bl. Schrift( Sprichw. 6, 27.) Feuer in seinem Bufen zu bergen, ohne daß die Kleider brennen." So ist auch die bl. Komu nion, besonders die oftmalige Kommunion, gewiß 11 - 11 das größte Mittel, die Liebe gegen dieses göttliche Herz in uns zu entzünden; jene Liebe, die da aus ihrem Innersten spricht: Ich habe gefunden, den meine Seele liebt; ich will ihn nimmer lassen." ,, Mein Geliebter ist mein und ich bin sein:" jene Liebe, von der geschrieben steht, daß sie stärker ist als der Tod, und mit Freuden alle Mühfeligfeiten und Leiden für den Geliebten trägt, indem fie mit dem Hl. Paulus sagt: Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst, oder Hunger, oder Blöße, oder Gefahr, oder Verfolgung, oder Schwert? Aber in diesen " 1 11 „ Allen überwinden wir um desjenigen willen, der uns geliebt hat. Denn ich bin versichert, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zufünftiges, weder Stärke, weder Höhe noch Tiefe noch ein anderes Geschöpf es vermag uns zu scheiden von der Liebe Gottes die da ist in Chrifto " Jesu, unserm Herrn."( Rom. 8, 35-38.) 11 3. Und wenn du nicht wirklich kommuniziren kannst, christliche Seele! vereinigè dich oft während des Tages durch die geistliche Kommunion mit dem göttlichen Herzen Jesu; besuche öfters, wenn du kannst, daß allerheiligste Sakrament; erwecke oft kurze und innige Acte und Schußgebete; Acte des Glaubens, der Anbetung, des Dankes; sage Ihm, daß du Es liebeft, daß es dir leid thut, Es beleidiget, ihm so nachläßig gedient zu haben; theile ihm mit, was dein Herz beengt und was dir mangelt; klage ihm deine Leiden und Kümmernisse, bitte ihn für dich und Andere; thue aber dieß Alles mit Chrers bietung und findlichem Vertrauen, und du wirst 37 " 1 38 gewiß daraus bald die Wirkung seiner Liebe er fahren. 4 Endlich, o Seele! vernimm hier noch ein viertes Mittel, zu immer größerer Liebe zum göttlichen Herzen Jesu zu gelangen, ihm diese Liebe recht zu beweisen und dasselbe recht würdig zu verehren. Ein großes Mittel für den Fortschritt in der Tugend und christlichen Vollkommenheit ist das Beispiel der Heiligen Gottes. Erinnere dich oft an dasselbe, besonders an das Beispiel jener Heiligen, welche sich durch recht innige Liebe zu Jejus und zu seinem heiligsten Herzen ausgezeichnet haben. Vor Allen an Maria, die allerfeligste Gottesmutter und Königin aller Heiligen selbst. Sie ist ja die Mutter der schönen Liebe, und die Mutter ist der Weg zum Sohne, wie der Sohn der Weg zum Vater; ihr unbeflecktes Herz ist das vollendetste Abbild des göttlichen Herzens Jesu und in Wahrheit die Pforte zum Himmelreich aller Gnaden. Erinnere dich an Heilige, wie zum Beispiele: hl. Johannes Evangelist, hl. Vater Franziskus, hl. Franz Xaver, hl. Philipp Neri, hl. Theresia, hl. Magdalena von Pazzis, sel. Margaritha Alacoque und so viele andere. Die Heiligen haben uns aber nicht nur ihr Beispiel hinterlassen, alle ihre Verdienste und guten Werke gehören gewissermassen auch uns durch die Gemeinschaft der Heiligen. Gemäß dieses Glaubensartikels nehmen wir, so lange wir in der Gnade Gottes stehen, Theil an allen guten Werken der Mitglieder der Kirche, sowohl der triumphirenden im Himmel als auch der streitenden auf Erden, und wir dürfen und können 39 uns derselben zu unserm Heile bedienen, wir können dieselben Gott zum Opfer bringen zu seiner Verherrlichung oder zur Genugthuung für unsere Sünden. Wie wir also oben gesagt haben, wie wir unsere Gebete und Werke mit den Gebeten und Verdiensten Jesu vereinigen und Gott aufopfern können, so sei nun auch hier gesagt, daß wir Gott ebenso auch die Verdienste seiner Engel, Heiligen und Auserwählten zum Opfer bringen können, sammt allen Gaben der Natur, Gnade und Glorie, welche je von Gott auf seine Geschöpfe ausges. flossen sind. Denke nun, o christliche Seele! an die unermeßlichen Verdienste, Gaben und Gnaden Maria, unserer Mutter und Königin, denke an die Lobpreisungen der zahllosen Engel in ihrer Stärke und Schönheit; denke an alle guten Werke und Bußübungen, welche je auf Erden vollbracht wurden; an die unerhörten Leiden derjenigen, welche im Fegfeuer seufzen, an die Gnaden, welche die Verlornen batten, aber nicht benüßten, an die Heiligkeit der Heiligen, des hi. N. Joseph, des Hl. Joh. Baptista, der Hl. Apostel, des hl. V. Franziskus und aller Uebrigen: Siehe, Alles dieses gehört auch uns, und wir können es Gott zum Opfer bringen. Oso gewöhne dich daran, Alles dieses oft und oft dem göttlichen Herzen Jesu zum Opfer zu bringen; so oft du dieses mit lebendigem Glauben thuest, wirst du auch zugleich erinnert werden an das Beifpiel der Heiligen, wie sie mit dem göttlichen Herzen fo innig vereiniget waren und demselben sich so ähnlich gemacht haben, und wird dir dieses eine 40 eindringliche Mahnung sein, mit allem Eifer nach bemfelben zu streben. Allein; nicht nur die Verdienste und Gaben und Gnaden der Heiligen Gottes sollst du dem göttlichen Herzen zum Opfer bringen: opfere ihm auch seine eigenen unendlichen Verdienste, welche Er sich erworben in seinem Leben, Leiden und Sterben; tenn auch sie gehören uns, sie sind die Erbschaft, welche uns Christus hinterlassen hat, unsere Schulden abzutragen. Höre, wie Christus felbst wünscht, daß wir Ihm dieses Opfer bringen. Cinst sprach Er zur hl. Mechtildis:, Warum sollte " der Mensch nicht annehmen, was Ich ihm zu geben bereit tin? Ich gebe ihm gerne meinen „ Heiligsten, unschuldigsten Wandel auf Erden, daß er sich dessen Verdienste theilhaftig mache und da,, mit ersetze, was ihm mangelt." Und als diese Heilige sich einst sehr bekümmerte, fie möchte Gott nicht so dienen, wie sie schuldig wäre, sprach der Herr zu ihr. Alles, was Mein ist, ist auch dein." Darauf erwiederte sie: ,, Wenn Alles mein ist, was Dein, so ist auch deine Liebe mein, und dieselbe opfere ich dir für die Liebe, die mir mangelt." Jesus nahm dieß Opfer mit Wohlgefallen an und sprach: Das ist das Beste, wenn du also thust," als wollte er fagen: Nicht besser kannst du ersetzen, was dir mangelt, als wenn du mir alle meine Vollkommenheiten opferst. Damit du aber siehst, gottliebende Seele! was du durch dieses Opfer erwirbst, so vernimm noch, was Christus ein anderes Mahl zur Hl. Mechtildis sprach:„ Sieh', ich gebe „ dir alle meine Verdienste zu eigen, damit du mir dieselben als die deinen wieder opferst. Und wenn 11 " 1 - - 41. ein Mensch dieß thun wird, so gebe ich ihm dies selben zweifach wieder; ja, ich werde ihm dieß " Opfer hundertfältig in diesem Leben vergelten, und ihm das ewige Leben geben, wie ich es ver" heißen" 11 - Owie tröstlich ist diese Wahrheit für uns, die wir uns vorgenommen, das göttl. Herz Jesu recht innig zu verchren, und nur zu oft und zu sehr es fühlen, dat all unser Lieben, all unser Gebet und alle unsere Werke zur Verehrung dieses heiligsten Herzens so mangelhaft, unvollkommen und ungenügend find! Oso opfern wir denn diesem anbetungswürdigen Herzen oft und oft seine eigenen Anbethungen und Verdienste, sein kostbares Blut, so viele hl. Messen, die gelesen wurden und bis ans Ende der Welt noch gelesen werden, seine eigene Liebe, die gegenfeitige Liebe der drei göttlichen Personen und jene unmittheilbare Liebe, womit sich Gott selbst in alle Ewigkeit liebt. Opfern wir ihm die Verdienste, Gaben und Gnaden seiner heiligsten Mutter Mariä, aller Engel, Heiligen und Auserwählten nebst aller Verherrlichung, welche selbst die stumme Natur Gott darbringen muß! O wie wohlgefällig wird dieses Opfer dem göttl. Herzen sein, wenn wir es ihm mit recht liebenden aufrichtigem und einfältigem Herzen bringen, und welch' heiligen Eindruck wird und muß dieses auf unser Herz selbst machen!- Endlich, chriftliche Seele! wirst du es nicht unterlassen zu wünschen, zu wirken und darum zu beten, daß recht Viele dieses liebevolle Herz verehren und lieben. Ja thue dieses und zeige ihm auch dadurch deine Liebe, und bitte den göttlichen Geist und die Hl. Schußengel aller Menschen, daß sie 42 durch ihre hl. Einflößungen immer mehrere zur Andacht dieses heiligsten Herzens führen möchten, welche Andacht ja eine Quelle der höchsten Verherrlichung für Gott und des reichsten Segens für die Menschen ist, und sprich deßhalb recht oft aus innerstem Herzensgrunde das bekannte Schußgebet: , Erkannt, geliebt, gelobt, gebenedeit, geehrt und verherrlichet sei allzeit und überall das göttliche " Herz Jesu und das unbefleckte Herz Mariä!" Ja, möchte das göttliche Herz Jefu immer mehr und mehr erkannt und verehrt werden! D wie wichtig ist diese Andacht besonders für unsere Zeit, wo das Leben aus dem Glauben und der bl. Glaube selbst so furchtbaren Feinden gegenüber steht; wo der Unglaube sich so offen selbst gegen die göttliche Person unsers lieben Erlösers und gegen das heiligste Sakrament der Liebe erhebt, um durch Spott und Hohn und Verachtung namentlich gegen diese größten Geheimnisse unserer Hl. Religion, und durch alle Mittel einer glaubenslosen Zeit schwache Seelen um ihren Glauben zu betrügen! Was kann es gegen den Strom des Unglaubens Besseres und Wirksameres geben, als wenn man die Gläubigen hinweist auf dieses gottmenschliche Herz im heiligsten Sakramente! O wie leicht wäre es, christliche Seele! dir aus dem gläu-. bigen Anblicke dieses heiligsten Herzens alle die größten Geheimnisse unsers hl. Glaubens zu zeigen, so daß du klar sehen würdest, wie diese Andacht in Wahrheit ein beständiges Entgegenhalten der größten Glaubenswahrheiten, und eben dadurch die kräftigste Waffe zur Bewahrung unsers heiligen Glaubens sei.- Von welchem Erfolge aber muß diese Andacht für Bewahrung und Hebung chriftlicher Sitten sein, wenn sie anders im wahren Geiste geübt und gepflegt wird; von jenem Geiste nämlich, der die Hauptsache der Verehrung des göttlichen Herzens in der Nachfolge und dem Streben nach Gleichförmigkeit mit demselben sieht! Von welcher Bedeutung ist endlich die Verehrung dieses heiligsten Herzens namentlich für unser liebes Vaterland, das ja ohnehin dem göttlichen Herzen verlobt und gerade in unserer Zeit von so vielen und großen Feinden seines heil. Glaubens und seiner frommen Sitten bedroht ist! Und endlich die Gnadenfülle, womit diese Andacht nach dem Ver sprechen Jesu begleitet ist!- - 43 O süßestes, göttliches Herz! wir bitten dich bei deiner Liebe und Erbarmung, durch die Verdienste deiner allerseligsten Mutter und aller Engel und Heiligen, schenke besonders unserm theuern Vaterlande die große Gnade, daß du in demselben immermehr erkannt, geliebt und geehrt werdest, und daß die Andacht zu dir immermehr gehoben und verbreitet werde zur Bewahrung des Hl. Glaubens und frommer christlicher Eitten! - Nun erst, christliche Seele! nachdem wir dieß über das Gebet der Fürbitte, über die Verehrung des göttlichen Herzens Jesu und über die Vers einigung unserer Gebete und Werke mit demselben gleichsam als Grundlage des nun Folgenden erwogen haben: nun erst wollen wir handeln über den Haupttheil dieses Büchleins, über das IV. Kapitel. Apostolat des Gebetes durch Vermittlung des göttlichen Herzens Jesu. In Frankreich diesem merkwürdigen Lande, wo vor einigen Jahrzehnten das Böse zu solch' schrecklicher Höhe emporgestiegen und noch immer so entsetzliche Züge der Entchristlichung sichtbar sind, wo aber auch zugleich das Gute von so vielen Gläubigen mit glühendem Eifer umfaßt wird und die herrlichsten Thaten christlicher Liebe sich zeigen; in diesem Lande, dem der Herr zuerst die Verehrung seines heiligsten Herzens geoffenbart; wo Er, während der entsetzlichen Stürme der Revolution und der heftigsten Verfolgung seiner heil. Kirche, die Verehrung seines heiligsten Herzens wie ein hl. Feuer von geächteten Mitgliedern eines niedergedrückten hl. Ordens bewahren ließ; wo in neuester Zeit die Mutter Gottes, unsere liebe Frau, unter dem Namen Maria vom Siege" so viele Wunder der Natur und der Gnade gespendet, und auf dem Berge Salette die Menschen zur Umkehr zu Gott und zur Buße zu mahnen sich würdigte; wo der Herr im letzten Dezennium das Skapulir feines hl. Leidens und das sog. Werk der Entz schädigung" den gläubigen Kindern der Kirche kund werden ließ;- in diesem vom Himmel so auffallend mit Gunstbezeugungen begnadeten Frankreich vereinigten sich in den vierziger Jahren mehrere fromme Priester und Laien der Diözese Puy zu einem frommen Vereine, um durch ihr Gebet zum göttlichen Herzen Jesu Hilfe für die streitende Kirche 11 11 —— 45 und Bekehrung der Ungläubigen, Irrgläubigen und Sünder zu erbitten. Das Beginnen dieses fromment Vereines war gesegnet; in kurzer Zeit schlossen sich Tausende von Gläubigen ihm an; im 3. 1846 beſtättigte ihn der hochwürdigste Bischof von Buy, Mgr. Darcimoles, sowie dessen Nachfolger Mgr. Morlhon im 3. 1848. Dasselbe geschah von Sr. Heiligkeit Pius IX., der den Verein durch die beiden Breven von 19. August 1849, und vom 26. Februar 1861 mit vielen Abläfsen bereicherte; endlich, am 8. April 1861 wurde das Apostolat des Gebetes der Erzbruderschaft vom heiligsten Herzen Jesu in der Kirche Maria della Pace in Rom aggregirt und ihm so alle Ablässe dieser Erzbruderschaft zugewendet. 1. Zweck dieses Vereines. Wir sagten schon oben, daß es keine wirk famere Art des Gebetes und gottgefälligen Arbeitens geben könne, als wenn wir unsere Gebete und Arbeiten vereinigen mit den Gebeten und Werken des göttlichen Herzens Jesu, und haben ebenfalls schon gesehen, wie wohlgefällig vor Gott das Gebet der Fürbitte sei. Auf diesen zwei Punf ten beruht der Zweck und das Wesen dieses Vereines und seiner Gebetsweise. S Das fromme Werk dieses Vereines, genannt „ Apostolat oder Apostelamt des Gebetes," hat(um nach dem französ. Handbüchlein zu reden-) den Zweck, gleichsam so viele Apostel zu bilden, als es Christen gibt, die beten können, und ist auf folgende leider nur zu oft vergessene Glaubenswahr 46 heit gegründet, daß es außer dem Apostolate des Wortes, welches die Beschäftigung unsers göttlichen Heilandes während der drei Jahre seines öffentlichen Wirkens ausmachte, und das seine Nachfolger, die Priester, noch bis heute in seinem Namen fortseßen, noch ein anderes nicht minder wirk fames und verdienstliches Apostelamt gibt, aus welchem das Apostolat des Wortes seine ganze Kraft schöpft, nämlich das Apostolat des Gebetes, welchem der göttliche Heiland ausschließlich dreißig Jahre seines irdischen Lebens gewidmet hat, und welches Er in seinem Leben der Glorie im Himmel so wie in seinem geheimnisvollen Wohnen im Tabernafel und in seinem Opferleben auf dem Altare fort setzt. Das war auch das Apostolat Mariens wie des hl. Joseph und jener großen Menge den Augen der Menschen verborgener vor Gott aber durch ihr Gebet mächtigen Seelen, welche für das Heil der Kirche und der Menschheit gewiß nicht weniger gethan haben, als alle Lehrer durch ihre Schriften und alle Prediger durch ihre Beredsamkeit. Dieses Unternehmen ist nun ein Ruf an die Christen, sich diesem geheimnisvollen Wirfen, diesem göttlichen Apostolate des heil. Herzens Jesu und des unbefleckten Herzens Mariä anzuschließen. Es fordert sie auf, sich alle die Meinungen dieser heiligsten Herzen anzueignen und mit ihnen zu beten für alle jene Interessen, die der Gegenstand ihres Gebetes sind: für die immer größere Ausbreitung der Ehre Gottes, für die Bekehrung der Sünder, für die Vervollkommnung und Beharrlichkeit der Gerechten, für die Ausbreitung und den Triumph der Kirche. Es lehrt sie ferner auf diese Weise die 47 wahre Andacht und Verehrung des heiligsten Herzens Jesu, welche weniger darin besteht, ge= wisse Gebete herzusagen, als vielmehr in der Vereinigung und Verschmelzung unserer Gedanken und Gesinnungen, Interessen und Gefühle mit den Gedanken, Gesinnungen, Absichten, Interessen und Gefühlen dieses göttlichen Herzens. Es ladet alle kath. Christen ein sich in Etwas zu erheben über die materiellen Interessen dieser Welt, über die kleinlichen Sorgen des Tages, welche sie nur zu oft ganz in Anspruch nehmen, alle Thätigkeit ihrer unsterblichen Seele fordernd; es ladet sie ein einen thätigen Antheil zu nehmen an den Kämpfen der Kirche, an den Mühen ihrer Diener, an dem großen Werke der Vorsehung, welche die Rettung und das Heil aller Seelen bezweckt. Das Apostolat drängt sie, mit mehr Erfolg, als alle Politiker unserer Tage vermögen, an der Wiedergeburt Europas zu arbeiten, das nur darum seinem Verderben entgegenzugehen scheint, weil es die Lebensbedingung des Glaubens, das Gebet, verloren hat. Ja, noch weiter können sie ihre Gedanken richten und sich sagen, daß es gleichsam nur von ihnen abhängt, durch ihr Gebet das Licht der göttlichen Gnade auf alle die Völker herabzurufen, die noch in dem Todesschatten des Unglaubens dahinleben. Gewiß, wir dürfen nicht zweifeln, daß das Versprechen Jesu Christi erfüllt werden wird, daß uns nämlich Alles werde gegeben werden, um was wir den Vater in seinem Namen bitten, zumal wenn wir nur um das beten, um was Er selbst im Vater unser uns zu beten gelehrt hat; um die Heiligung seines Namens, um die immer weitere 48 Ausbreitung seines Reiches, um das tägliche Brodder Wahrheit und Gnade für so viele Seelen, welche hungernd darnach schmachten, um Befreiung vom Uebel, besonders der Sünde, sowohl für uns als für unsere Brüder. Und wenn wir auch in unsern Gebeten für unsere Mitmensben weniger sicher sind des Erfolges, weil wir ja diejenigen, für die wir bitten, nicht zwingen können die Gnade anzunehmen, so sind wir doch wenigstens sicher, daß wir ihnen diese Gnade erbitten, und zwar im Verhältnisse zu der Innigkeit, zu dein Vertrauen und zu der Beharrlichkeit unserer Gebete Diese tröstliche Gewißheit aber wird noch vermehrt, wenn wir unsere Gebete vereinen mit dem Gebete und Flehen des göttlichen Herzens Jesu selbst, und wenn wir uns vereinen mit den Gebeten unserer Brüder; denn alsdann haben wir ja gewissermaßen das Recht, von unserm göttlichen Heiland die Erfüllung seines Versprechens und Erhörung zu erwarten; denn also hat Er, die ewige Wahrheit ja selbst gesprochen: „ Ich sage euch: Wenn zwei aus euch auf Erden einstimmig sein werden über was immer für eine " Sache, um die sie bitten wollen, so wird es ihnen von meinem Vater, der im Himmel ist, gegeben werden; denn wo Zwei oder Drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." ( Matth. 18, 19. 20) Denke dir nun christliche Seele! Tausende und abermal Tausende von Mitgliedern dieses Gebets- Apostolates, welche da unter sich vereint und vereint mit den mächtigen Biften des göttl. Herzens Jefu selbst zum Himmel rufen um die Bekehrung dieses oder jenes noch ungläubigen Landes, um Rückkehr der Irrgläubigen und Schismatiker zur 49 Kirche, um Befehrung der Sünder, um den Sieg und Triumph der hl. Kirche in ihrer heutigen Bez drängniß u. f. w., von welch' mächtigem Erfolge wird solches Gebet sein, welch' große Gnaden wird Gott auf solche Bitten gewähren!- Soviel nun über Zweck und Aufgabe dieses Gebetsvereines, des Apostolates des Gebetes durch Vermittlung des götts lichen Herzens Jesu. 2. Obliegenheiten dieses Vereines des GebetsApostolates. Um der durch päbstliches Breve vom 26. Februar 1861 den Mitgliedern des Apostolates verliebenen Gnadenschäßze theilhaftig zu werden, ist weder ein besonderes Gebet, noch irgend ein besonderes Werk zu verrichten vorgeschrieben. Die einzige Bedingung, die den Mitgliedern dieses Vereines obliegt, um der geistlichen Vortheile desselben theilhaftig zu werden, ist die, daß sie sich die Interessen des heiligsten Herzens Jesu anzueignen suchen, indem sie wenigstens einmal des Tages ihre Gebete, ihre Werke und Leiden in jener Absicht Gott aufopfern, in welcher dieses göttliche Herz selbst ohne Unterlaß fürbittet und sich opfert, und sollen ste in dieser Aufopferung noch besonders jener Meinungen und Anliegen gedenfen, welche der Direktor des Apostolates am Beginne des Monats dem Gebete der Mitglieder besonders empfohlen. Sind dir aber, christliche Seele! diese unbekannt, so fannst du dir selbst solche bestimmen nach den Gebetsmeinungen des weiter unten folgenden Rosenkranzes des Apostolates. 4 - 50 Weil aber der apostolische Stuhl diesen Gebetsverein mit der Erzbruderschaft des göttlichen Herzens Jesu in Rom vereiniget hat, und ihm darum auch alle Ablässe der Herz- Jesu- Bruderschaft ertheilt sind, so wird zur Gewinnung dieser so vielen Abläse( siehe unten 4 Nro. II.-) erfordert, daß die Mitglieder des Apostolates täglich beten: Ein Vater unser und Ave Maria mit dem apostolischen Glaubensbekenntnisse und dem Schußgebetlein:" O süßestes Herz meines Jesu! mache daß ich dich immer mehr liebe." Das Apostolat legt also seinen Mitgliedern keine neuen Lasten auf; es will sie nur mit einem neuen Geiste beseelen, mit dem Geiste des göttlichen Herzens und gibt allen ihren Werfen ein neues Verdienst; es ist auch kein besonderes Werk für sich, das andere Werke verdrängen, oder auch nur neben ihnen bestehen will; es ist nicht einmal eine Erzbruderschaft mit besondern Statuten, die sich an andere Bruderschaften anschließt; es ist nur ein Verein eifriger Beter nach dem Geiste und den Absichten des göttlichen Herzens Jesu, in den alle frommen Genossenschaften und Congregationen, ohne im Geringsten etwas in ihrer Regel zu ändern, oder sonst ihre Obliegenheten zu vergrößern, ebensogut eintreten können, wie diejenigen, die allein in der Welt leben. Weil wir Menschen jedoch schon einmal so armselig sind, daß wir unsere bestgemeinten Vorfäße. oft so bald wieder vergessen, wenn wir nicht durch äußere Gegenstände oder durch besondere Uebungen stets daran gemahnt werden, so wird es gut sein, wenn sich die Mitglieder des Apostolates manche bes 51 fondere, auf den Zweck desselben direkt abzielende Gebetsübungen angewöhnen, damit so der Geist dieses Vereines nicht erlösche und mit ihm das daraus erwachsende Verdienst nicht verloren gehe. I. Täglich: opfere man demnach gleich am Morgen alle Werke des Tages Gott auf, indem man dieselben mit den Absichten, Gebeten und Werfen des allerheiligsten Herzens Jesu vereiniget. In dieser Meinung bete man auch das oben bemerkte Vereinsgebet, welches genügt, um aller Privilegien und Gnaden theilhaftig zu werden, sowohl der Bruderschaft des Herzens Jesu als auch des Vereines des Gebets- Apostolates. Es ist wohl kaum nöthig hier zu bemerken, daß diese Vereinigung unserer Werke und Gebete mit den Absichten des göttlichen Herzens Jesu uns nicht hindert, dem göttlichen Heiland auch noch unsere besondern Anliegen zu empfehlen,(- so wenig uns auch jener großmüthige Liebesaft für die armen Seelen" hindert, Gott unsere besondern Bitten vorzutragen:-) Im Gegentheile: wir werden um so mehr bei ihm erlangen, je inniger wir alle unsere Absichten und Zwecke mit den Seinigen vereinen. Besonders soll man im Geiste des Apostolates beten und sich mit dem göttl. Herzen vereinigen, wenn man dem Hl. Mesopfer beiwohnt.- Man bedenke aber auch, daß von den beiläufig 300,000 Priestern der ganzen kath. Welt täglich auch ebenso viele Hl. Messen- die größte Anzahl in den Morgenstunden gelesen werden. Schriftliche Seele! vereinige dich darum im Geiste während des Tages oft mit den Hl. Messen. Siehe, schon ein Blick, den man in dieser Absicht zum Himmel richtet, 4* ― 52 genügt; Gott weiß es ja, was du Ihm sagen willst. — Beim Beten des englischen Grußes fann man sich, neben der Meinung, Gott für die Menschwerdung des ewigen Wortes und für die Maria erwiesenen Gnaden zu danken, vornehmen, das erste Ave- Maria für die Ungläubigen, das zweite für die Irrgläubigen, das dritte für die Sünder dem Herrn aufzuopfern, und es sollen bei allen Gebeten und Werken dieselben Hauptintentionen vorschweben die Ehre Gottes, das Heil der Seelen, der Sieg der Kirche. Beim Abendgebete wiederhole man im göttlichen Herzen sein Tagesopfer. II. Wöchentlich opfere man besonders die hl. Messe am Freitage nach der Meinung des Apoftolates auf, und kann man sich auch an jenem Tage in derselben Absicht sonst noch irgend eine kleine Abtödtung auferlegen. III. Monatlich bestimme man sich ganz be sonders den ersten Freitag oder ersten Sonntag(jeder Freitag, insbesondere jeder erste Freitag im Monat, ist der dem göttl. Herzen von der bl. Kirche besonders geweihte Tag-) um in sich den Geist des Apostolates wieder zu erneuern, um sich zu er= forschen, was uns in der Vereinigung mit dem göttlichen Herzen hindert, um Vorsäge zu besondern guten Werfen zu machen, die man im folgenden Monate in der besondern Absicht des Apostolates vollbringen will, wenn man nicht vorzieht, ein für allemal dem göttlichen Herzen alle seine Werke zu schenken, damit Er nach seinem Wohlgefallen dies selben verwende. IV. Jährlich begehe man mit besonderer An 53 dacht die Fefte des heiligsten Herzens Jesu und der unbefleckten Empfängniß Mariä; man erneuere an diesen Tagen seine gänzliche Hingabe an das Herz Jesu und Maria, und den festen Entschluß, sein eigenes Herz immer mehr nach dem Vorbilde dieser beiden heiligsten Herzen zu richten, Ihre Ehre und Interessen zu fördern, und in Ihren Absichten zu beten und weiter zu arbeiten. Dieß nun einige Bemerkungen darüber wie man seinen Eifer in dieser hl. Sache beleben und erhalten könnte; im V. Kapitel folgen einige Gebete, deren man sich, wenn man will, zu obgenannten Uebungen bedienen kann. 3. Organisirung oder Einrichtung des Apostolates. Die Einrichtung des Apostolates ist eben so einfach als dessen Ausübung. Wie die Ausübung den Mitgliedern nichts Neues auferlegt, und sich allen sonstigen Andachtsübungen, die ein jeder nach seinem Stande ohnehin ausüben muß, anfüget, so paßt sich auch die Organisation allen Einrichtungen. jeglicher religiösen Genossenschaft und Bruderschaft an, die sich dieser Gebetsform bedienen will, wie aus dem bis nun Gesagten wohl genügend ersichtlich sein wird. 1. Will man in einer Seelsorgsgemeinde den Verein des Gebets- Apostolates einführen, oder will eine Bruderschaft, ein Seminar, Pensionat u. s. w. demselben beitreten, so wendet man sich um ein Aggregations- oder Aufnahme Diplom für die Gemeinde, Bruderschaft, Seminar u. s. w. an den 54 Direktor des Gebets- Apostolates in Puy in Südfrankreich, eröffnet, nach Empfange desselben( es wird gratis ertheilt-) ein Vereinsregister zum Einschreiben der sich zur Aufnahme meldenden Mitglieder, und übergibt jedem derselben ein Aufnahme Formular.) Diesen Filialverreinen können dann auch auswärtige, nicht zur Gemeinde, Bruderschaft u. f. w. gehörige Gläubige beitreten, nur müssen sie in das Vereinsregister eingeschrieben, und muß Jedem ein Aufnahme Formular übergeben werden. Außer dem Namen der beitretenden Gemeinde, Bruderschaft u. f w., die auf ihren Namen um das Aggregations- Diplom na hsucht, sind keine ein zelnen Namen an das Direktorat weiter einzusenden. 2. Religiöse Genossenschaften und Klöster werden kollektiver Weise aufgenommen und erhalten so das Aggregations- Diplom, und bedarf es daher für die einzelnen Mitglieder derselben weder des Einschreibens ihrer Namen nach der Uebergabe von Aufnahme- Formularien, und sind die gegenwärtigen wie die zukünftigen Mitglieder dem Vereine so lange einverleibt, bis nicht die Genossenschaft selbst ihren Austritt aus demselben erflärt.- Auch in religiösen Genossenschaften und Klöstern, wo man ein Aggregations- Diplom besitzt, können Einschreibungslisten zur Aufnahme anderer Gläubigen eröffnet werden, nur muß dann Jedem der eingeschriebenen Gläubigen auch ein Ausnahme Formular übergeben werden. 3. Eisrigen Verbreitern der Verehrung des *) Gedruckte Formulare sind zu haben in der Buchhandlung Felician Rauch in Innsbruck. 55 göttlichen Herzens Jesu und des Gebetsapoftolates werden von dem Direktor des Apostolates sog. Diplome eines Eiferers ausgefertiget( Diplome Zelateur du Sacré- Coeur de Jesus et de l' Apostolat de la Prière), womit zugleich viele vollkommene Ablässe verbunden sind. Die Bestger eines solchen Diploms können ebenfalls Gläubige in diesen Gebetsverein aufnehmen und AufnahmeFormulare austheilen, nur müssen sie die Namen der Aufgenommenen gelegentlich in ein Vereinsregifter eines Filialvereines einschreiben oder einschreiben lassen. Die Adresse an den Direktor des Apostolates, an den man sich in Allem, was diesen Verein betrifft, wenden fann, lautet: Le Reverend Pere Ramiére au seminaire à Vals près le Puy ( Haute- Loire.) 4. Weil nach der ausdrücklichen Erklärung des Bischofes Petrus von Puy(- im ersten Monatsheftchen des Messager du Sacre- Coeur 1864, welcher Erklärung auch Obiges in Nro. 1, 2, 3 entnommen ist) das Apostolat des Gebetes weder eine Congregation noch eine Bruderschaft, im eigentlichen Sinne des Wortes, ist, sondern nur eine Verbindung des hl. Eifers für die Ehre Gottes und des Gebetes, in welche einzutreten alle Gläubigen eingeladen sind, denen die Interessen Jesu und seiner heil. Kirche am Herzen liegen;- fo ist auch nicht nothwendig, daß dieser Verein nach kanonischen Regeln in irgend einer Pfarrei einge führt werde, wie dieß geschehen muß, wenn es sich 56 um eine neu zu errichtende Bruderschaft handelt. Es handelt sich hier, wie gesagt, nur um ein Mittel, den Eifer der schon bestehenden Andachten und Bruderschaften durch die besondere Hinwendung derselben an das göttl. Herz Jesu zu erhöhen und zu beleben. 5. Ein einfaches Mittel, das Apostolat des Gebetes sowohl in religiösen Genossenschaften, als sonst in Pfarreien einzuführen und zu verbreiten, dürfte wohl die Verbindung desselben mit dem lebendigen Rosenkranze sein. Jedermann weiß, daß die Andacht des hl. Rosenkranzes vom hl. Do= minikus mitten in einer der schrecklichsten Bedrängnisse gegründet wurde, welche die hl. Kirche zu bestehen hatte, und daß dieselbe von Anfang an ein durchaus apostolisches Gepräge trug. Der in späterer Zeit eingeführte lebendige Rosenkranz, der von Pabst Gregor XVI. vollständig approbirt und mit so vielen Gnaden bereichert wurde, verdankt ohne Zweifel diese Privilegien nur seiner bewunderungswürdigen Einrichtung, die ihn zu einem herrlichen Werkzeuge des Glaubens macht. Die Verbindung des lebendigen oder auch gewöhnlichen Rosenkranzes mit dem Geiste und den Absichten des Gebetes- Apoftolates( wovon im Anhange ein Formular sich findet) hat aber auch noch den Vortheil, daß Ersterer dadurch nur noch mehr in lebendiger Uebung erhalten werden wird. Doch, über alles Nähere, was die Einführung und Erhaltung dieser Gebetsform in den einzelnen Orten, Genossenschaften u. s. w. betrifft, läßt sich nichts Bestimmtes sagen(- so wie man über= haupt durch dieses Büchlein nichts anderes beab 57 fichtiget hat, als diese hl. Sache in unserm Vaterlande wenigstens mehr bekannt zu machen und eben dadurch auch etwas beizutragen zur immer größern Verehrung des allerheiligsten Herzens Jesu-) und muß Alles der Klugheit und dem Eifer derjenigen überlassen bleiben, welche in der Lage sind, für dieses große Werk der Fürbitte in ihrem Wirkungsfreise etwas zu thun. ,, Die Liebe macht ja erfinderisch," sagt das Sprüchwort. Wo wahre Liebe zum liebenswürdigsten aller Herzen sich findet, dort wird man auch leicht die Mittel und Gelegenheit finden, dem göttl. Herzen Seelen zuzuführen, welche es sich angelegen sein lassen, es wahrhaft zu lieben und zu verehren, und sich mit Ihm in ihren Gebeten und Arbeiten zum Heile ihrer Brüder zu vereinigen. 1. Anmerkung. Sollte es dir, christliche Seele! nicht möglich sein, dich dem Vereine wirklich beizugesellen, so wirst du dennoch gewiß mit großen Seelennußen diese Gebetsweise üben, und wird dir dieses das göttliche Herz Jesu gewiß mit vielen Segen vergelten. 2. Anmerkung. Wie schon anderswo bemerkt wurde, ist dieser Gebetsverein namentlich in Frankreich sehr verbreitet und so gut organisirt, daß. er alle Klassen der Bevölkerung, die meisten Institute geistlicher Genossenschaften und Bruderschaften umfängt, oder besser gesagt: Der Geist desselben ist überall durchgedrungen. In Franks reich wird jeder Gedanke und jedes Gefühl schneller zur That, als anderswo, und so zeigten sich auch als Folgen dieses Gebetsvereines bald viele gute Werke, mancherlei Hilfeleistung christlicher Liebe, namentlich ein wunderbarer Aufschwung der Andacht zum göttlichen Herzen Jesu; ja der Verein selbst, wie er dort besteht, ist wahrlich das schönste Werk christlicher Liebe. Um sich in steter Lebendigkeit zu erhalten, und besonders für die Seelsors ger und Vorsteher dieses Vereines, erscheint sogar eine 58 Monatsschrift unter dem Titel: ,, Le Messager du Sacré , Coeur, der Bothe des hl. Herzens Jesu", welche einen Elaren Einblick in den Geist und in die Verfassung dieses Gebetsvereins thun läßt. Es enthält jedes Heftchen ges wöhnlich 1. Einige sehr schöne Gedichte an das göttl. Herz; 2. Eine Abhandlung, Betrachtung u. dergl. über das göttliche Herz; 3. wird ein Heiliger als Protector des Monats bestimmt und eine interessante Schilderung Diese seines Lebens im Geiste des Apostolates gegeben. Heiligen stehen dann in einer gewissen Beziehung mit dem besondern allgemeinen Anliegen, für welches in jedem Monate speziell zu beten empfohlen wird; 4. Einen Uns terricht über irgend eine Gebetsweise, als z. B. über die genugthuende Kommunion u. dergl 5. Correspondenz des Apostolates, als da sind: Missionsberichte, Berichte über die Ausbreitung des Vereins(- Die Ausbreitung des Gebetsapostolates ist, seit diesem Vereine vom apo stolischen Stuhle so viele Gnadenschäße zugewendet wor den, wahrhaft erstaunlich. Es ist nach den neuesten Berichten verbreitet in Belgien, in Spanien, selbst in dem von der Freimauerei so arg zerrütteten Portugal, in Böhmen, im unglücklichen Italien, in beiden Sizilien, auf der Insel Malta; neuestens hat es auch in Oberitalien festen Fuß gefaßt und nimmt sich der Cars dinal Patriarch von Venedig desselben besonders an; ferner in den übrigen Welttheilen. Aus Indien schreibs im verflossenen Jahre Bischof Canoz von Tamasus, daß er diesen Gebetsverein in allen Unstalten einführen werde, in den Seminarien, Erziehungshäusern u. s. w. Uus China schreibt P. Gonnet, das Haupt der Mission zu KiangKang, daß das Vereinsbüchlein, den dortigen Zuständen Uus Syrien anpassend, in's Chinesische übersetzt wurde.- dieselbe Nachricht. Aus den vereinigten Staaten von Amerika und aus Canada fortwährende Berichte der fort gefegten Ausbreitung und wunderbarer Erfolge der Fürbitte dieses Vereins u. f. w Mehrere ganze hl. Orden und Congregationen haben sich seit den letzten 4 Monaten dem Vereine angeschlossen, und laut Bericht des ersten Monats Heftes des Messager du Sacre Coeur 1864 haben: in Rom die Vorsteher verschiedener Orden und Congres S - - gationen ihren bevorstehenden Beitritt dem Direktorate des Apostolates gemeldet u. f. w. Welches gläubige Herz sollte sich nicht erfreuen und Gott danken und zu neuem Eifer im Gebete der Fürbitte sich gemahnt fühlen, wenn es bei aller religiösen Gleichgiltigkeit und sittlichen Todeskälte unserer im Glaubensleben so tief gesunkenen Zeit dennoch wieder andererseits solche Bes weise der Erbarmung des Herrn und den fortschreitenden Triumph des hl. Glaubens und des göttlichen Herzens Jesu gewahrt!-) 6. Einen Bericht über die Lage der kath. Welt,- über den hl. Bater die Ausbreitung der hl. Kirche. 7. Die Hauptmeinung, in der man im laufenden Monat besonders beten soll, z. B. Jänner 1863: priestert. Beruf; Februar: Bekehrung Rußlands; März: Bekehrung der Protestanten; Jänner 1864: Bekehrung Japans, u. s. w., dann die Meinung für besonders große Unliegen, welche an die Direktion des Vereins berichtet worden.- 8. Endlich auffallende Gebetserhörungen. — 59 4. Ablässe. Pius P. P. IX. Zum immerwährenden Gedächtniffe. Man hat Uns fund gegeben, daß in den vers gangenen Jahren in der Diözese Puy ein frommer Verein oder Bruderschaft der Christgläubigen beiderlei Geschlechtes nach kanonischen Vorschriften eingesetzt worden sei unter dem Titel ,, Apostolat des Gebetes," dessen Mitglieder außer vielen andern Werken der Liebe und der Frömmigkeit, welche auszuüben sie sich gewöhnt haben oder beabsichtigen, besonders dieß sich vornehmen, täglich zu Gott zu beten für die ganze Kirche und besonders für den römischen Pabst. Durch ein ähnliches Schreiben, gegeben zu Gaeta am 19. August 1849, haben Wir den Mitgliedern dieses Vereins einige Ablässe 60 auf sieben Jahre ertheilt. Da nun die Zeit dieser Gewährung schon vorüber ist, so hat man wieder die demüthige Bitte an Uns gerichtet, Wir möchten Uns in Unserer Apostolischen Güte würdigen zu eröffnen die Schäße der himmlischen Gaben, deren Ausspender Wir nach dem Willen des Allerhöchsten sind. Auf daß dieser Verein immer mehr wachse und täglich sich vergrößere, glaubten Wir die an Uns gerichteten Bitten gewähren, und, wie folgt, verleihen zu sollen: Vertrauend auf die Barmherzigkeit des allmächtigen Gottes, und auf das Ansehen Seiner hHl. Apostel Petrus und Paulus verleihen Wir darum einen vollkommenen Ablaß allen Christgläubigen beiderlei Geschlechtes, welche in Zukunft in besagten Verein eintreten werden, am Tage ihrer Aufnahme, wenn sie reumüthig gebeichtet und die heil. Kommunion empfangen haben; und sowohl den eingeschriebenen Mitgliedern dieses Vereins, als auch jenen, welche noch werden eingeschrieben werden verleihen Wir einen vollkommenen Ablaß am Feste der unbefleckten Empfängniß Maria und an jenem Freitage, welcher unmittelbar auf die Frohnleichnamsoktave folgt, von der ersten Vesper an; eben so auch an einem Freitage(- mit Ausnahme des Charfreitags-) und auch an einem andern Tage eines jeden Monats des Jahres, nach der beliebigen Wahl eines jeden Mitgliedes, vom Aufgange der Sonne bis zu ihrem Untergange, wenn die Mitglieder an diesen Tagen reumüthig beichten und die Hl. Kommunion empfangen, irgend eine öffentliche Kirche besuchen und daselbst um die Erhöhung der Hl. Mutter Kirche, um Ausrottung 61 der Ketzereien und um Frieden und Eintracht der christlichen Fürsten andächtig, zu Gott beten. Uleberdieß erlassen Wir den Mitgliedern dieses Vereins, welche wenigstens reumüthigen Herzens die frommen Werke, welche am Beginn jeden Monatsvon dem jeweiligen Vereinsvorsteher vorgeschrieben worden sind, gehörig verrichtet haben, für jedes ebenbezeichnete Werk, hundert Tage der ihnen auferlegten, oder sonst wie immer schuldigen Buße, in der der Kirche üblichen Form. Alle diese Ablässe, Nachlaffungen der Sünden und Erlassungen der Bußen gestatten Wir im Herrn fürbittweise jenen christgläubigen Seelen zuzuwenden, welche durch die Liebe mit Gott vereiniget aus diesem Leben geschieden sind. Alles dieses gewähren und verleihen Wir, was immer für Hindernisse entgegen sein mögen, und soll es feine Kraft und Geltung haben für alle zukünftigen Zeiten. Und Wir wollen, daß den Abschriften dieses vorliegenden Schreibens und den gedruckten Eremplaren, unterschrieben von der Hand eines öffentlichen Notars und versehen mit dem Sigel einer mit einer kirchlichen Würde bekleideten Person, der gleiche Glauben beigemessen werde, wie dem vorliegenden Schreiben, wenn es abgegeben oder gezeigt werden könnte. Gegeben zu Rom beim hl. Petrus unter dem Fischerring, den 26. Februar 1861, Unseres Pabstthums im 15. Jahre. J. Card. Antonelli. Gesehen u. zur Veröffentlichung übergeben Puy, 12. März 1861.. Augustin, Bischof von Puy. Alirol, Canonic. Secr. 62 Ablässe für die Mitglieder des Apoſtolates. I. Kraft des apostolischen Breve's vom 26. Februar 1861 fönnen die Mitglieder des Gebets- Apostolates einen vollkommenen Ablaß gewinnen: 1. Am Tage ihrer Aufnahme.- 2. Am Feste des göttlichen Herzens Jesu und der unbefleckten Empfängniß Maria.- 3. An einem Freitage eines jeden Monats, und auch an einem andern Tage des Monats, nach ihrer Wahl. Um diese hl. Ablässe zu gewinnen, muß man an den genannten Tagen die hl. Sakramente der Buße und des Altars empfangen, eine öffentliche Kirche besuchen und dort nach der Meinung des hl. Vaters beten. Ferner ist ein Ablaß von 100 Tagen verlieben für alle Gebete und guten Werke, welche der Direktor des Vereins den Mitgliedern am Beginne eines Monats empfiehlt. Alle diese Ablässe können fürbittweise den armen Seelen im Fegfeuer zugewendet werden. II. Ferner: Kraft des Aggregations- Diploms vom 8. April 1861, durch welches das Apostolat des Gebetes mit der Erzbruderschaft des göttlichen Herzens Jesu in der Kirche della Pace zu Rom, vereiniget wurde, können die Mitglieder des Apostolates folgende Ablässe gewinnen: Vollkommene Abläsſe: 1. Am Tage der Aufnahme.- 2. Am Herz Jesu Feste oder am unmittelbar darauf folgenden 63 Sonntage. 3. Am ersten Freitage und auch an einem andern beliebigen Tage eines jeden Monats und auch noch an einem andern beliebigen Tage; ( der Ablaß des ersten Freitags kann auch auf den ersten Sonntag übertragen werden.)- 4. In der Todesstunde, wenn man mit wahrem Reueschmerzen über seine Sünden den Namen Jesu wenigstens im Herzen anruft, wenn es mit dem Munde nicht mehr geschehen könnte. Anmerkung: - Um die in Nro. II. ebenbezeichneten voll kommenen Ablässe zu gewinnen, ist es nicht nothwendig, daß man die Gebete nach der Meinung des hl. Baters, die bei allen vollkommenen Ablässen nebst Beicht und Kommunion gefordert werden, in einer Kirche verrichte. 5. An folgenden Festen des Herrn: 1. Am ersten Weihnachtstage. 2. Am Gründonnerstage. - 3. Am Osterfonntage. 4. Am Christi Himmelfarhtstage. 6. An folgenden Festen der allerfeligsten Jungfrau Maria: 1. der unbefleckten Empfängniß, 2. der Geburt, 3. der Verkündigung, 4. der Reinigung, 5. der Himmelfahrt.- An folgenden Festen der Heiligen: Am Feste Allerheiligen; am Tage Allerseelen; am Feste des Hl. Nähevaters Joseph; am Feste der Hl. Apostel Petrus und Paulus; am Feste des Hl. Apostels Johannes und des hl. P. Gregor d. G.( 12. März), mit der Bedingung, daß man die Gebete zur Ges winnung der Hl. Ablässe in der Vereinskirche verrichte. 7. An den 6 Freitagen oder 6 Sonntagen, welche dem Herz Jesu Feste vorangehen, wenn man zur Gewinnung der hl. Ablässe und zur Verrichtung 64 der dazu erforderlichen Gebete, eine Kirche besucht, wo das Fest des göttlichen Herzens gefeiert wird. 8. Für alle diejenigen, welche zum Vereine der ewigen Anbethung gehören, einen vollkommenen Ablaß an dem ihnen bestimmten Tage, wenn sie an diesem Tage ungefähr eine Stunde in frommen Uebungen verharren, ihr Taufgelübde und ihre sonstigen heil. Vorsäge erneuern, und in irgend einer öffentlichen Kirche nach den Absichten des heiligen Vaters beten. Um diese vollkommenen Ablässe gewinnen zu fönnen, muß man an diesen Tagen auch beichten und fommuniziren. Unvollkommene Ablässe. 1. Einen Ablaß von 60 Tagen für jedes fromme, Werf,( immer vorausgeseßt, daß man täglich das obenerwähnte Gebeth: 1 Vater unser und Ave Maria, mit dem apostolische Glaubensbekenntnisse und dem Liebesseufzer, süßes Herz meines Jesus! mache, daß ich dich immer mehr liebe," bete). 2 Einen Ablaß von 7 Jahren und 7 Quadragenen an den 4 Sonntagen, welche dem Feste des göttlichen Herzens Jesu vorangehen. 3. Die Ablässe der Stationen von Nom, am Tage vor, und an den 3 Tagen nach dem Weihnachtsfeste; an den Vigilien und Octaven von Ostern und Pfingsten; am Neujahrstage, am hl. Dreikönigstage, am Feste des hl. Markus, an jedem Tage der hl. Fastenzeit, der Bittwoche und der Quatember, an den Adventfonntagen, an den Sonntagen Septuagefima, Ses ragesima und Quinquagesima, wenn man an jenen Tagen die Vereinsfirche besucht und daselbst nach der Meinung des hl. Vaters betet. 4. Einen Ablaß von 7 Jahren und 7 Quadragenen, unter derselben Bedingung, an den kleinern Festen der Gottesmutter und der Hl. Apostel. 5. Einen Ablaß von 7 Jahren und 7 Quadragenen an den neun Tagen, welche dem Herz Jesu Feste vorangehen, wenn man eine Kirche besucht, in welcher jenes Fest gefeiert wird. Alle diese Abläffe fönnen fürbittweise den armen Seelen im Fegfeuer zugewendet werden. Endlich sind Kraft eines Breve vom 21. Jän ner 1861 folgende vollkommene Ablässe für alle Vereinsmitglieder bewilliget, welche in jedem Monate eine Viertelstunde vor dem allerheiligsten Altarssakramente ihre Anbethung verrichten, um den Zorn der beleidigten göttl. Majestät zu besänftigen, und zwar: 1. Am Tage des Monats, der ihnen für diese Anbethung zugefallen ist, oder den sie sich für diese Anbethung selbst wählen. 2. Am Gründonnerstage. 3. In der Todesstunde, wenn man mit wahrem Reueschmerze. den Namen Jefu wenigstens im Herzen anruft, wenn es mit dem Munde nicht. mehr sollte geschehen können.lu mastic Sno(- Nach dem Handbüchlein für das Apoftolat des Gebetes approbirt vom Erzbischöfl. Ordinariate zu Paris. Paris. In der deutschen Mission zum hl. Joseph 126, rue Lafayette 1863.-) 1 auretats HIDUR 65 15 2015 66 III. Ablässe, welche den Verbreitern des Gebetsapostolates und sog. Eiferern für die Ehre des göttlichen Herzens Jesu eigens verliehen sind. Bittgesuch des Bischofes ven Puy an Sr. Heiligkeit P. Pius IX. Heiligster Vater!' Der Bischof von Puy, demüthigst hingewor fen zu den Füßen Euerer Heiligkeit, bittet zu Gunsten jener, welche sich bemühen zu verbreiten den frommen Verein, genannt, Apostolat des Gebetes," welchem Vereine Euere Heiligkeit vor Kurzem sich gewürdiget hat verschiedene Ablässe zu ertheilen, und welche sich ganz und gar dem. Dienste Gottes, seiner Kirche und des hl. römischen Stuhles weihen: 3911 1. Um einen vollkommenen Ablaß, zu gewinnen zweimal im Monat an den Festen der Patrone des Vereins, welche einmal für immer gewählt wurden, unter der Bedingung, daß die Verbreiter dieses Vereins an jenen Tagen die Hl. Kommunion für den hl. Vater, für die Kirche Gottes, und für die Bedürfnisse der Seelen entrichten. 2. Um einen Ablaß von 300 Tagen, jedesmal, so oft die Verbreiter oder sogenannten Zelateur's ( Eiferer) dieses Vereins Alle zusammenkommen, oder zwei und zwei sich darüber besprechen und sich 67 gegenseitig ermuntern, mit mehr Eifer noch die Ehre Gottes zu befördern. Rom, beim heil. Petrus, den 13. April 1862. Um die Frömmigkeit bei den Gläubigen zu vermehren, erfüllen Wir mit freudigem Wohlwollen die Bitten des Bischofes von Buy. Pius IX. P. P. Folgt nun die Bezeichnung der heil. Patrone des Vereins und der Tage, an welchen die genann. ten Mitglieder vollkommene Ablässe unter der obbemerkten Bedingung gewinnen können. Jänner, 3. hl. Genovefa.| Juli, 22. hl. M. Magdal 29. hl. Franz von ,, 31. hl. Ignatius Sales. Lovjol. Febr. 1. hl. Ignat. Mrt. Augst. 4. hl. Dominikus. 13. hl. Kath v. Ricci. März, 9. hl. Franziska R. 19. hl. Nah. Joseph. April, 5. hl. Vinz. Ferrer. 30. hl Kath. v. Sien Mai, 4. bl. Monika. " 1 21. hl. Johanna Franziska Chantal. Sep. 15. hl. Kath. v. Gen. 29. hl. Michael Grzl. Oktb. 4. hl. Franzk. Assis. 15. hl. Theresia. Nov. 11. hl. Mart. Bisch. 19. hl. Elisabeth W. Dezb. 13. hl. Lucia J. M. 27. hl. Joh. Apoft. " 1 24 hl. Gregor VII. P. Juni, 3. hl. Clotilde K. 29. H. hl. Peter und Paul. Um diese Begünstigung zu erlangen muß man sich an den Direktor des Apostolates, oder an solche wenden, welche von ihm ermächtiget sind, solche Diplome auszufertigen. 5* 86 sid don nie hm mustmums philst pop my Diplom, wodurch das Apostolat des Gebetes mit der Erzbruderschaft des göttl. Herzens Jesu in der Kirche S. Maria vom Frieden in Rom vereiniget worden ist: páquest dime Die Versammlung der Weltpriester vom Hl. Apostel Paulus an der Kirche S. Maria vom Frieden in Rom. Da wir von Gott belehrt sind, daß es gut und lieblich sei, wenn Brüder zusammen wohnen, und daß vom Vater der Erbarmungen ein größeres Maaß seiner Gaben über jene ausgegossen werde, welche in seinem Namen versammelt sind, so ist es doch vor Allem gut und am allerliebsten, eine solche gegenseitige Vereinigung im süßes sten Herzen Jesu zu haben, und daselbst wie in den Felsenklüften und in der Mauerhöhlung das gemeinsame Nest zu bauen und die höchste Zuflucht. Der liebenswürdigste Jesus will, daß wir alle in diesem Herzen wohnen, aus dem die vollen Bäche der Süßigkeit entquellen, damit wir in ihm vereiniget ein geordnetes Heerlager ausmachen, dessen Fahne die Liebe und jenes allerheiligste Herz ist, welches von dem Pfeile der Liebe zu uns ist verwundet worden. Aus dieser Ursache hat Pius VII. in seinem opfers willigsten Eifer, von dem er entflammt war, damit Alle im Herzen Chrifti feien, der Versammlung der Weltpriester des heil Apostels Paulus die Bollmacht ertheilt, eine Con gregation unter dem Titel des Herzens Jesu in der Kirche St. Maria in der Kapelle zu errichten, welche Congregaz tion dann in der Kirche St. Maria vom Frieden kanonisch ist übertragen worden, und welcher Se. Heiligkeit, nachdem er sie mit vielen Ablässen bereichert hatte, auch das Privilegium ertheilte, die Gläubigen ohne Unterschied in dieselbe aufzunehmen. Zur Erzielung eines noch bessern Erfolges aber, schien es als gut, auch an andern Orten solche Con gregationen zu errichten; darum bestimmte derselbe Pabst 69 durch apostolisches deßwegen erlassenes Schreiben vom 25. Januar 1823, daß gleich den übrigen Erzbruderschaften der Stadt Rom, auch die erwähnte Congregation des heil. Paulus die Vollmacht haben sollte, Congregationen, Bruderschaften oder fromme Vereine desselben Unternehmens, welche außer Rom wo immer gegründet worden oder noch gegründet werden würden, sich einzuverleiben oder mit sich zu vereinigen, und ihren alle Ablässe, welche die Versammlung zu Rom besigt, mitzutheilen, so daß jene Vereine, obgleich örtlich voneinander getrennt, wie viele Glieder doch ein Körper desselben Hauptes seien. Da nun die Vorsteher des frommen Vereins des Apostolates des Gebetes unter Unrufung des heiligsten Herzens Jesu im öf= fentlichen Oratorium des hl. Valerius in der Stadt Puy in Frankreich von uns, die wir der Leitung der obbesagten Versammlung vorgefeßt sind, erbaten, wir möchten jenen Verein mit dem Unf'rigen vereinigen und aufnehmen, so geben wir, in Ansehung ihres so frommen Willens, mit größter Freude ihren Bitten unsere Zustimmung, und nehmen auf und vereinigen mit Apostolischem Unsehen, welches uns, wie oben gesagt, ist ertheilt worden, den erwähnten der Ehre des Herzens Jesu geweihten Verein in demselben Oratorium, mit Bewahrung der neun Bestimmungen, welche in der Methode beschrieben werden, mit unserer Congregation desselben allerheiligsten Herzens und theilen ihm mit alle und jede Ublässe, welche unserer Congregation von den Päbsten Pius VII. und Leo XII fel. Undenkens, sind verliehen und von Gregor XVI. vermehrt und bestätiget worden. Uns aber und unseren Wünschen und Gebeten möge gnädig sein der Erlöser der Menschen, Jesus, in dessen Herzen wir uns vereinigen, damit wir Alle entzündet von jenem Feuer, welches er selbst auf die Erde zu senden gekommen ist, unter dem Beistand des Himmels und besonders Mariens der Mutter der Liebe, laufen, damit wir endlich den Preis der unvergänglichen Krone erlangen und mitregieren in der Kirche der Heiligen. Allen zum Zeugnisse haben wir ihnen dieses von uns eigenhändig unterschriebene und mit dem Siegel der Versammlung versehene Diplom übergeben lassen. 70 Gegeben zu Rom bei St. Maria vom Frieden, am 8. April 1861. Reg. Spad. 25. Nro. 6209. Joseph Cardoni, Bischof von Carysta, i. p. erster Vorstand Dominicus Carl. Borghi. Ssmi. Cordis Jesu Congreg. a secretis. Das ist nun der Zweck und die Aufgabe diefes Gebetvereins, und dieß sind die Gnadenschäße, welche derselbe bietet. Ueber die Erhabenheit und Wichtigkeit dieser Aufgabe brauchen wir wohl nichts mehr zu sagen, nachdem wir schon oben vom Ge= bete der Fürbitte weitläufiger gehandelt. Aber von den Gnadenschäßen, welche dieser Verein seinen Mitgliedern bietet:- o die oben verzeichneten allein sind es noch nicht! Wenn Christus dem Trunk 2affer, in seinem Namen gereicht, und dem Heller der armen Witwe schon hohen Lohn verheißt, und versichert, was immer man dem mindesten seiner Brüder gethan, habe man Ihm selbst gethan; welch' hoher Lohn wird einst dem unermeßlich kostbaren Almosen des Gebetes werden, das wir für unsere Brüder zum Himmel senden!- Gedenke hier, o Christ! des Werthes auch nur einer einzigen Menschenseele! Welch' begnadigenden Einfluß auf das Leben des Einzelnen, ganzer Familien und Gemeinden muß aber eine Andachtsweise haben, deren Hauptaufgabe diese ist, ihre Mitglieder mit - - 71 den Absichten, Gefühlen, Gefinnungen und Intereffen, mit Einem Worte: mit dem Geiste des göttlichen Herzens Jefu immer mehr zu durchbringen, und sie in diesem Geiste arbeiten, beten, kämpfen, opfern, leiden, leben und sterben zu lebren! Und wenn wir in unsern Tagen die Abnahme der christlichen Liebe so ganz besonders zu beklagen haben, welch mächtigern Beweggrund, diese Liebe in den Herzen der Kinder der Kirche zu erneuern und zu erhalten kann es wohl geben, als eben die Liebe des göttlichen Herzens, als das Streben, unsere Brüder in den Gefühlen und Absichten die ser unermäßlichen Liebe und in Vereinigung mit ihr, zu lieben! Und wenn wir endlich in unsern Tagen so große Kämpfe und Leiden unserer Mutter, der bl. katholischen Kirche und ihres Oberhaupt= tes und ihrer Diener zu beklagen haben und sehen müssen, wie so viele Kinder der Kirche so wenig Antheil nehmen, ja falt und gleichgiltig bleiben bei den Trübfalen ihrer heil. Mutter: was fann wichtiger sein, als daß man die Gläubigen mit einer Andachtsweise bekannt mache, welche ihnen echt fatholischen Geist einflößt, ihnen ihre Würde als Kinder der fatholischen Kirche begreiflich macht und dadurch in ihnen eine unbegränzte Hingabe an jene alleinige Mutter aller Kinder Gottes er= weckt: eine Andachtsweise, welche sie daran gewöhnt, sich mit allen Freuden und Schmerzen der Kirche zu vereinigen, Alles, was die heil. Kirche angeht, als etwas zu betrachten, das sie selbst bes trifft, und für ihren Sieg und Triumph durch ihr Gebet zu kämpfen und zu streiten beständig er= mahnt! 72 O erbarmungsvollstes, göttliches Herz Jesu! gib die Gnade, daß immer mehr Kinder deiner hl. Kirche zur Andacht gegen dich bewogen werden; daß sie dich wahrhaft verehren und lieben, ihre Herzen nach deinem Vorbilde bilden, und ihre Abfichten und Gefühle, Gebete und Werke mit dir vereinigen, zu ihrem eigenen Heile, und zum Heile fo vieler Brüder, welche noch in der Todesnacht des Unglaubens, des Irrglaubens und der Sünde schmachten. Schenfe diese Gnade besonders unserm lieben Vaterlande, daß dir ja schon lange sich besonders geweiht hat und auch von dir den endlichen Sieg und die Bewahrung seines heiligsten Gutes, die Einheit des heil. Glaubens hofft. Um dieses bitten wir dich bei deiner unendlichen Liebe und den Verdiensten deines Lebens, Leidens und Sterbens; durch das unbefleckte Herz deiner heiligsten Mutter und durch die Verdienste aller Engel und Außerwählten! Amen. Den adals 31 dbi shi and 14 injor Andachtsübungen. Den Mitgliedern des Apostolates und allen Verehrern des göttl. Herzens Jesu dienliche Gebete. 9836 and V. Kapitel. Andachtsübungen. 75 I. Fromme Hingabe an jedem Morgen.* Herr, allmächtiger Gott, hier liege ich auf den Knien vor dir, um deine göttliche Majestät im Namen aller Geschöpfe anzubeten und deinen gerechten Zorn zu besänftigen. Aber wie vermag ich das, der ich selbst ein elender, verworfener Sünder bin? Und dennoch kann und will ich es thun; denn ich weiß, daß es dich verherrlichet, der Vater der Barmherzigkeit genannt zu werden, und daß du in deiner unendlichen Liebe deinen eingebornen Sohn für uns hingegeben hast, der sich für unsere Sünden am Kreuze geopfert, und noch unaufhörlich dieses Opfer seiner Selbst auf dem Altare für uns fortsett. Siehe! obwohl ein Sünder, aber voll der Neue, obwohl ein Armer, aber reich in Jesu Christo, wage ich es vor dir zu erscheinen, und mit dem Feuereifer aller Engel und Heiligen, mit den Gefühlen des unbefleckten Herzens Marià, in gänzlicher Bereinigung mit dem Herzen Jesu selbst opfere ich dir im Namen und statt aller Geschöpfe alle hl. Messen auf, die in diesem Augenblicke ge= feiert werden mit allen Jenen der Vergangenheit und Zukunft bis ans Ende der Welt. Ich habe *) Nach dem französ. Handbüchlein des Apostolates. 76 die Meinung diese Aufopferung jeden Augenblick des Tages und meines ganzen Lebens zu erneuern, um deiner unendlichen Majestät eine ihr gebührende Ehre zu erweisen, um für deine uns erwiesenen Wohlthaten der Natur, Gnade und Glorie zu danken, um deinen gerechten Zorn zu besänftigen, um deiner Gerechtigkeit jene Genugthuung zu leisten, die sie mit Recht für unsere Missethaten fordert, um die Fülle deiner Erbarmung herabzurufen über mich und alle Sünder, über Lebende und Verstorbene, über die ganze Kirche, insbesondere über das sichtbare Haupt derselben, über den römischen Pabst; endlich über alle armen Schismatiker, Ketzer und Ungläubigen, auf daß sie sich bekehren und das ewige Heil ihrer Seele erlangen. O ewiger Vater! blicke auf das Herz deines eingebornen Sohnes, und nimm in Ihm, mit Ihm und durch Ihn dieses unser Opfer an! GAN 301 II. Aufopferung während der hl. Mesſe. Ewiger Vater, ich bringe dir das Kreuzesopfer deines vielgeliebten Sohnes dar, welches Er nun hier erneuert. Ich bringe es dir dar im Namen und anstatt aller Geschöpfe, und vereinige es mit allen hl. Meßopfern, die jemals dir dargebracht worden und noch ferner werden dargebracht werden: um dich anzubeten und gebührend zu ehren, um für alle deine Gnaden und Wohlthaten dir zu danken, um deine wegen unserer Sünden zürnende Gerechtigkeit zu versöhnen und ihr jenen Ersatz zu leisten, der ihr gebührt; endlich um für die heil. Kirche und für die ganze Welt, für mich und die 77 Meinen und für die armen Seelen im Fegfeuer deine Gnade und Barmherzigkeit zu erlangen. III. Aufopferung während des Tages. Mein Gott! im Namen und anstatt aller Geschöpfe opfere ich dir alle hl. Messen auf, zu deiner Ehre, und für das Heil, für die Vervollkommnung oder Befehrung aller Menschen. D Jesus, mein Heiland, ich wünsche mich in diesem deinem Opfer ganz hinzuopfern, in derselben Meinung und Absicht, mit welcher du dich in diesem Augenblicke deinem himmlischen Vater hinopferst. Anmerkung. Se. Heiligkeit Pius IX. hat durch Breve v. 30. Septbr. 1850 einen Ablaß von 500 Tagen, der später auf 3 Jahre ausgedehnt wurde, allen denen bez williget, die mit reumüthigem Herzen am Morgen das Gebet Nro I. oder während der ht Messe jenes Nro. II. beten. Diejenigen, welche diese Gebete täglich während eines ganzen Monates sprechen, können einmal im Mos nat einen vollkommenen Ablaß gewinnen unter den ges wöhnlichen Bedingungen. Diese Abläse können auch den armen Seelen zugewendet werden. IV. Gebet ( wodurch man an jedem Morgen alle seine täglichen Werke: und Gebete im Geiste des Apostolates Gott aufopfern kann.) Ewiger Vater! gestatte, daß ich dir das Herz. Jefu Chrifti deines vielgeliebten Sohnes, so aufs opfere, wie es sich selbst dir bei allen hl Mesopfern auf dem Altare zum Opfer bringt. In Vereinigung mit allen seinen Wünschen, Gefühlen und Absichten 78 opfere ich dir auf alle Verdienste, Gaben und Gnaden Mariä, meiner himmlischen Mutter und Königin, aller Engel, Heiligen und Auserwählten, und alle Worte, Werke, Leiden und Gebete, die ich selbst an diesem Tage vollbringen werde. In beständiger Vereinigung mit dem allerheiligsten Herzen Jesu will ich heute arbeiten, beten und leiden. nimm dieß an als ein Opfer der Anbetung deiner göttlichen Majestät, des Dankes, der Versöhnung und der Bitte; besonders der Bitte um Ausbreitung deiner Ehre, um Erhöhung der hl. Kirche, um Bekehrung der Heiden, der Ungläubigen Irrgläubigen und Sünder, um Bewahrung und Stärkung der Unschuldigen, Gerechten und Sterbenden, um Erlösung der armen Seelen im Fegfeuer, und schenke mir die Gnade, in Demuth, Sanftmuth, Geduld, Gehorsam und in allen Tugenden dem allerheiligsten Herzen deines ewigen göttlichen Sohnes immer gleichförmiger zu werden, und so dasselbe immer mehr zu lieben. Amen. Erkannt, geliebt, gelobt, gebenedeit, geehrt und verherrlichet sei allzeit und überall das göttl. Herz Jesu und das unbefleckte Herz Mariä! Amen. Meßandacht. Christliche Seele! bedenke wohl, was dir der heil. Glaube über das heil. Meßopfer sagt: ,, Es ist ein und dasselbe Opfer, und mittelst des Dienstes der Priester jetzt derselbe Opfernde, welcher sich damals am Kreuze opferte, und nur die Opferungsweise ist verschieden."( Conc, Trident. 79 Sess. 22, cap. 2.) Ulso: Ein und dasselbe Opfer, wie das Kreuzesopfer, hier nur unsichtbar und unblutig. Mit welcher Undacht würdest du wohl der hl. Messe beiz wohnen, wenn du von dieser Wahrheit recht durchdrungen wärest, wenn du schon auf dem Wege zur Kirche deinem Geiste lebhaft vorstellen und im Herzen fromm bedenken würdest, daß du nun den Kalvarienberg hinansteigeft, um daselbst mit Maria, der Mutter Jesu, mit Johannes, seinem Liebesjünger, und der heil. Maria Magdalena Zeuge des hochheil. Kreuzesopfer zu sein. O mit welcher Ehrfurcht, Undacht und Demuth, mit welcher Reue nnd Zerknirschung über deine Sünden würdest du neben dem Kreuze knien, wenn du jest Jesum, deinen Gott und Erlöser in seinem unermeßlichen Leiden vor dir da am Kreuzesstamme ange= nagelt erblicken, und ihn für dich dieses sein Leiden und sein kostbares Blut, und sich selbst in Gottheit und Menschheit seinem himmlischen Vater für uns Menschen aufopfern hören würdest! Wie würdest du dein Herz vor aller Zerstreuung bewahren; mit welcher Undacht und mit welchem Vertrauen würdest du dich vereinigen mit dem Herzen Jesu, mit ſeiner Opfergesinnung, mit seiner Anbetung, mit seinem Danke, mit seinen Bitten, mit seinen Versöh nungsworten, die er für dich zum himmlischen Vater ruft! Siehe nun; wenn wir auch nicht mit den Augen unseres Körpers Jesum, unsern Heiland, sehen, wie er sich, wie einst am Kreuze für uns dem himmlischen Vater opfert, so sagt uns doch der hl. Glaube, daß dieses vor den Augen Gottes beim heilgst. Opfer geschieht, darum sollen wir uns bei der heil. Messe nicht anders betragen, als wenn wir beim sichtbaren Kreuzesopfer auf dem Kalvarienberge zugegen wären. So haben die Heiligen gethan, und ihre Herzen überströmten von Gefühlen der Rührung und des Mitleides, des Dankes und der Liebe, der Reue und Zers knirschung. Vom hl. Wilhelm, Erzbischof von Bourges, z. B. lesen wir, daß er bei Entrichtung des Hl. Mesopfers von wundersamer Liebesreue durchdrungen war. Aus seinen Augen quollen, wie aus einem unversieglichen Born, reichliche Thränen, Thränen voll unbeschreiblicher Süßigkeit und glühender Undacht. Er pflegte zu sagen: ,, Wenn ich beim 80 hl. Neßopfer bedenke, daß Jesus Christus auf dem Altare sich selbst dem himmlischen Vater als Schlachtopfer darbringt, so empfinde ich nicht geringern Schmerz, als wenn ich ihn auf dem Kolvarienberge am Kreuze ausgeſpannt sterben sähe." Woher kommt es, daß heut zu Tage so manche Christen ohne jegliche Rührung der heil. Messe, jener geheimnißvollen Darstellung des Kreuzopfers, beiwohnen? Ach, es mangelt an lebendigem Glauben, an Thränen des Mitleids für Jesus. Unsere empfindsame Zeit hat Thränen im Ueberflusse für verschiedene, oft gar sonder bare Dinge; nur für Jesus, den gekreuzigten Erlöser, keine! Von diesem lebendigen Glauben an das Kreuzesopfer, welches Jesus da vor dir in der hl. Messe dem himmlischen Bater darbringt, durchdrungen, bete nun, christliche Seele! wenn es dir die Zeit gestattet, folgendes: Vorbereitungsgebet zur heil. Messe. Mein Gott und Heiland, süßester Jesus! so war es denn deiner Liebe nicht genug, dich einstens blutig am Stamme des hl. Kreuzes für mich als Opfer hinzugeben? Nein, durch so viele hundert Jahre schon erneuert sich täglich wieder unblutig auf so vielen Altären, in so vielen Kirchen dieser dein Opfertod. O wenn diese Wahrheit, daß es wirklich dasselbe Opfer ist, welches dit einst blutig am Kreuze dargebracht hast, meine Seele im lebendigsten Glauben durchdringen würde, mit welcher Andacht würde ich nun diese hl. Meffe hören! O wie glücklich bin ich, daß ich sie hören kann, daß ich wirklich vor meinen Augen jenes Opfer bringen sehe, das mich der Hölle entrissen und mir den Himmel aufgeschlossen hat! So 81 strahlet denn, mein Jesus! dein göttliches Herz, der Sonne gleich, in diesem hochheiligen Opfer auf. diesem und jedem Altare, wo immer nur in der ganzen Welt die heilige Messe gelesen wird. Nun denn, in eben der Meinung, in eben dem Geiste des Opfers, als dieses tein Herz vom ersten Aus genblide teiner Empfängniß bis auf dem letzten Athemzug in deiner Brust geschlagen hat, in eben diesem Geiste bringe ich durch diese hl. Messe mein Herz vereiniget mit dem deinigen Gott gonz zum Opfer dar. O daß ich doch mit jener Andacht und Versammlung dich hier nun anbethen könnte, als wäre ich wirklich am Kalvarienberge unter dem Kreuze, und als fäbe ich mit Augen alle die beis ligen Engel, die nun diefsen bl. Altar umschweben, nur dich, ihren Herrn und Gott, verwandelt im Opfer, anzubeten! Ich will diese hl. Messe hören zur Anbethung der allerheiligsten Dreieinigkeit, zu Deiner Verherrlicbung, mein Jesus! zur Feier deines göttlichen Herzens, zur Freude deiner jungfräulichen Mutter und des ganzen Himmels, zum Lebe aller Engel und Heiligen, zum Troste aller Abgestortes nen, zur Hilfe der ganzen streitenden Kirche Gottes, zur Bekehrung der Ungläubigen, der Irrgläubigen und Sünder, zur Genugthuung für alle meine ünden, und zur Erlangung aller Gnaten, die mir zu meinem zeitlichen und ewigen Heile gerelcben fönnen. Gib mir dann, o Jesus! daß ich mit englischer Eittfamfeit, Andacht und Liebe diese heil. Messe in folcher Meinung wirklich zur( Shre und Freure deines allerheiligsten Herzens hören möge. Amen. 6 82 Zum Stufengebet und Eingange. Im Namen des Vatters und des Sohnes und des heil. Geitstes, beginne ich jetzt mit dem Priester am Altare, mit der streitenden Kirche auf Erden und mit der triumphirenden im Himmel dieses heilige Opfer der Messe, welches Gott dem Herrn die allerhöchste Anbetung bringt, mir selbst aber die kostbarsten Güter und die höchsten Schätze des Heils Darum preife meine Seele den Herrn und frohlocke in Gott, deinem Heilande. Da ich aber meiner Sündhaftigkeit wegen nicht würdig bin, Theil zu nehmen an diesem Hochheiligen Geheimnisse, so spreche ich in Demuth und Neue meines Herzens die offene Schuld meines Lebens: Ich beichte und bekenne Gott dem Allmächti gen, Maria der allzeit reinen Jungfrau, und dem bl. Erzengel Michael, dem hl. Johannes Baptista, den Hl. Aposteln Petrus und Paulus, allen Heiligen, und dir, Priester, daß ich oft und viel gefündiget habe, in Gedanken, Worten und Werken. Das ist meine Schuld! meine Schuld! meine größte Schuld! Darum bitte ich Maria, die allzeit reine Jungfrau, und den hl. Erzengel Michael, den hl. Johannes Baptista, die Hl. Apostel Petrus und Paulus, alle Heiligen, und dich, Priester, daß ihr alle für mich beten wollet zu Gott unserem Vater, auf daß ich Vergebung, Verzeihung und Nachlaß aller meiner Sünden erlangen möge. Amen. Nimm, o Herr! wir bitten dich, unsere Sünden von uns, auf daß wir in das Allerheiligste mit reinem Herzen einzugehen vermögen. Wir bitten dich, o Herr! durch die Verdienste deiner - 83 Heiligen, deren Reliquien hier sind, und aller deiner Heiligen, daß du mir alle meine Sünden verzeiben wollest. Im Vertrauen auf deine unendliche Güte und Barmherzigkeit will ich dich nun preifen von ganzem Herzen, dich um deine Gaben und Gnaden bitten, dir danken, durch unsern Herrn und Heiland Jesum Christum. Amen. - Zu den Gebeten. O Allmächtiger, ewiger Gott! vermehre in mir den Glauben, stärke mich in der Hoffnung, entzünde in mir deine beil. Liebe, und leite mich mit deiner Gnade bei all meinem Thun und Lassen nach deinem heiligsten Wohlgefallen, damit ich deine Gebote allzeit erfülle und im Namen deines ge= liebten Sohnes unsers Erlösers Jesu Christi, an Tugenden zunehme und mein Leben mit guten Werken ziere. Gnädigster Vater, du Gott alles Trostes! erbarme dich über dein Volk, erhalte die Gerechten in deiner Gnade, erleuchte die geistig Blinden mit dem Lichte des heil. Glaubens, befehre die Sünder zur Buße, tröste die Betrübten, heile die Kranken komme den Armen und Elenden zu Hilfe: errette die Seelen des Fegfeuers aus ihren Beinen, und führe uns alle zur ewigen Glückseligkeit, damit wir einst Alle dich ewig loben und preisen mögen. Amen. dised Jindr CHELS#od Zur Epistel und zum Evangelium. O Herr! die Lesung der Epistel und des hl. Evangeliums erinnert mich an die größte Gnade 6* 84 welche du mir vor Millionen Anderer haft zu Theil werden lassen, an die Gnade des wahren, heiligen fatholischen Glaubens. Ach, wie soll ich dir für dieſe größte aller Gnaden gebührend danken? D liebevollstes, göttliches Herz Jesu: durch dich habe ich diese Gnade erhalten, ich bitte dich, laß mich auch durch dich dafür danken! O Maria, unbes fleckte Gottesmutter, und ihr hl. Engel, helfet auch ihr mir danken! Besonders ihr, heilige Glaubensprediger und Patrone meines Vaterlandes: heil. Lucius, hl. Kaffian, hl. Lukan. bl. hl. Martirius, Alexander, Sisinius und Vigilius, hl. Valentin, Hl. Rupert, hl. Hl. Ingenuin und Albuin, hl. Korbinian, bl. Heinrich, hl. Nothburg, hl. Hl. Andreas und Simon, o helfet mir Gott danken für die Gnade des wahren hl. Glaubens. Da du aber, o mein Gott! in der gewissenhaftesten und eifrig= sten Benügung deiner Gnaden den ersten Beweis unseres Dankes erblickest, so bitte ich dir durch das göttl. Herz Jesu ab allen Mißbrauch der Gnaden, dessen ich mich bisher schuldig gemacht habe, und erneuere nun vor dir jenes Versprechen, welches ich einst in der hl. Taufe gemacht habe: Ich widerfage dem Teufel und allen seinen Versuchungen; ich widerfage der Welt und all' ihrer Hoffart und Pracht; ich glaube alles, was du geoffenbaret haft und was mir die hl. kath. Kirche zu glauben vorstellt. Diesen hl. Glauben und deine hl. Kirche will ich, so viel ich vermag, in meinem ganzen Leben getreu und ohne Menschenfurcht bekennen, vor allen Feins den bewahren und vertheidigen, ja ich wäre bereit, für diesen meinen hl. Glauben selbst mein Leben hinzugeben; in diesem heiligen Glauben will ich 85 leben und sterben. Gott, stärke in mir den O Glauben! Amen. 3um Offertorium. Allmächtiger, ewiger Gott! jetzt fangen die Geheimnisse deines göttlichen Werkes an, indem der Priester Brod und Wein auf deinem heiligen Altare zu dir emporhält, und in Gestalten eines wahren Opfers nach der Ordung Melchisedechs deiner undendlichen göttlichen Majestät aufopfert. Deswegen trete ich jeßt im Geiste zum hl. Altare, hebe zugleich mit dem Priester meine Hände zu dir auf, und opfere dir diese reine unbefleckte Hoftie, und diesen Kelch des Heils mit Wein und Wasser, so hernach in den wahren Leib und das wahre Blut deines eingebornen Sohnes, unseres. Herrn Jesu Chrifti, verwandelt werden, ja in Vereinigung derselben unaussprecklichen Liebe, mit welcher du uns deinen Eohn gegeben, und er sich selbst am hl. Kreuze für uns geopfert hat, opfere ich dir vom Grund meines Herzens, auf die beſte Weise, so viel mir möglich ist, dies hochwürdigste Opfer der Hl. Messe sammt allen bl. Messen, so diesen Tag in der ganzen Christenheit gelesen werden, welche vom Anfang an schon gelesen worden find, und bis ans Weltende werden gelesen werden. Zugleich mit diesen opfere ich dir auf deinem bl. Altare alle Verdienste, Tugend- und Bußwerke, wie auch alle Leiden, Schmerzen und Verfolgungen deines lieben Sohnes, seiner allerfeligsten Mutter und aller Heiligen, sammt allem Lob und Preis, so sie dir jemals erzeigt haben und in alle Ewig 86 feit erzeigen werden. Ingleichen opfere ich dir auf alle Verdienste und guten Werke aller Frommen: das Elend, die Armuth, die Verfolgungen, Schmerzen, Thränen, Seufzer und Klagen aller franfen und betrübten Menschen, und aller armen Seelen im Fegfeuer, fammt dem ganzen Schaße der heil. katholischen Kirche. Diesem schließe ich besonders ein: meine Geschäfte und Sorgen, mein Kreuz und Anliegen, besonders dies N. N., meine Worte und Werke, sammt allen Gütern, so ich und alle meine geistlichen und leiblichen, lebendigen und abgestorbenen Freunde jemals gewirkt und sammt allem Uebel, so wir jemals gelitten haben, und fünftig in dieser oder auch noch in jener Welt leiden werden. Alles opfere ich dir nun auf dei nem hl. Altare auf, und lege es in den heil. Kelch, damit es durch die Kraft der bl. Messe gesegnet, geheiliget, geweiht und zugleich mit dem heiligen Leib und Blute Jesu Chrifti durch die Hände des Priesters aufgehoben und dir aufgeopfert werde. So nimm, nimm nun hin, o ewiger Vater! diese heilige Opfergabe durch deinen vielgeliebten Sohn, und in der Kraft des hl. Geistes, im Namen der ganzen katholischen Kirche, zum wohlgefälligen Brandopfer, zur Anerkennung deiner höchsten Majestät und Herrschaft über alle Kreaturen. Fera ner opfere ich es dir zum würdigsten Lobopfer und zur besondern Freude deiner göttlichen Majestät, damit du in Ansehung dieses allerwürdigsten Opfers höchstes Wohlgefallen empfangen mögest, weil wir fündige Menschen dir nicht vollkommen gefallen können. S03 Drittens opfere ich es dir zum allerkräftigsten . - 87 Versöhnungsopfer, zu gänzlicher Auslöschung aller Schmach und Unbild, so dir vom Anfang der Welt bis auf diese Stunde ist zugefügt worden, auf daß dies Opfer dir mehr Freude und Wohlgefallen bringe, als dir von allen Sündern Beleidigungen sind angethan worden. AUT Viertens opfere ich es dir zum allervollkommsten Dankopfer, zu würdigster Vergeltung aller Gnaden und Wohlthaten, so du der glorwürdigsten Menschheit Christi, der allerfeligsten Jungfrau Maria, und allen Engeln und Heiligen, wie auch mir und andern Menschen an Leib und Seele erwiesen haft und in Ewigkeit erweisen wirst, um dererwillen ich dich zugleich mit allen himmlischen und irdischen Kreaturen anbete, preise und benedeie, und dir von ganzem Herzen danke. Ferner opfere ich dir diese heilige Messe auf zur Verehrung der gebenedeiten Menschwerdung, des Leidens und Sterbens, der Auferstehung und Himmelfahrt unsers Herrn Jesu Chrifti; zur Danksagung für seine mühevollen Arbeiten, die er für uns gethan, für seine Wunden und Schmerzen, die er für uns gelitten, für seine Thränen und Blutstropfen, die er für uns vergossen hat; zur Erneuerung und Vermehrung aller Ehren, Freuden und Gnaden der allerseligsten Jungfrau Maria, meiner heiligen Patronen und aller Heiligen. Ingleichen opfere ich sie dir auch für die fatholische Kirche, für den hl. Vater der Christenheit, für die Bischöfe, für alle Priester und Leviten, für alle Orden und geistlichen Stände; für alle Obrigkeiten und Unterthanen, daß du sie vereinigen, regieren und in Frieden erhalten wolleft; zur Bekehrung 88 der Heiden, der Ungläubigen, Irrgläubigen und Sünder, und zur Stärkung der Unschuldigen und Gerechten. Ich bitte dich auch, Herr! für alle meine geistlichen und leiblichen Freunde und Woblihäter, für alle Armen und Elenden, für alle Kranken, und Sterbenden, und für Alle, die sich in mein unwürdiges Gebet empfohlen haben, und für welche ich zu beten schuldig bin. Für diese alle zugleich, und für einen jeden besonders opfere ich dir diese Hl. Messe sammt aller Andacht der Umstehenden, demüthig bittend, du wollest ihnen ihre Sünden verzeihen, die wohlverdienten Strafen nachlassen, Deine göttliche Gnade mittheilen, sie vor schädlichen Anfechtungen bewahren, ihnen in allem Kreuz und Leiden beistehen, alles zum Leben Nothwendige verleihen, und sie endlich durch ein seliges Ende zur ewigen Seligkeit aufnehmen. Amen. Zur Präfation und zum Sanktus. O mein Heiland! wie der Priester nun ſeine Stimme zu deinem Lobe erhebt und uns Alle auf fordert, dasselbe zu thun, so will auch ich armer Sünder mein schwaches Lob dir darbringen: Ich lobe, bete an, preise und benedeie dich, o allerliebreichster Jesus, in Vereinigung mit dem unaussprechlichen Lobe, mit welchem die allerheiligste Dreis faltigkeit sich selbst lobt, und welches von ihr ausfließt auf die allerfeligste Jungfrau Maria und alle Engel und Heiligen, die deine glorwürdigste Menschheit unaufhörlich loben, preisen und verherr 89 lichen aller Gnaden und Wohlthaten wegen, die du allen himmlischen und irdischen Geschöpfen erwiesen haft und beständig erweisest, mit denen auch ich meine Stimme erhebe und von Herzen rufe: Heilig, heilig, heilig! ist der Herr Gott Sabaoth! Himmel und Erde sind voll von deiner Herrlichkeit! Hosanna in der Höhe! Gebenedeit sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe!" - Zum Canon oder zur Stillmesse. Chriftliche Seele! bedenke, daß nun der Augenblick naht, in dem Jesus Christus mit Gottheit und in verklärter Menschheit unter den Gestalten des Brodes und Weines auf dem Altare erscheint, und in jener Leidens- Gestalt, in der er einst auf dem Kalvarienberge sein Haupt geneigt, sich für uns dem himmlischen Vater zum Opfer bringt. Welche Gedanken, welche Gefühle würden dich durchdringen, wenn dich Gott diesen göttlich erhabenen Vorgang mit den Augen des Leibes schauen lassen würde! Doch, was wir mit körperlichem Auge nicht sehen, wissen wir als göttliche Gewißheit und schauen es mit dem Auge des hl. Glaubens. Darum sprich in größter Demuth und Dankbarkeit des Herzens folgendes Gebet: O unergründlicher Gott! jetzt beginnen jene hohen Geheimnisse, die weder Cherubim noch Seraphim, noch alle Kräfte des Himmels begreifen können; denn du allein weißt es, mit welch unergründlicher Demuth und unaussprechlicher Liebe sich Jesus dein eingeborner Sohn dir dem ewigen Vater für das Heil der Gläubigen opfert. Daher fallen alle Chöre der Engel in tiefster Demuth nieder und verehren dieses heiligste Geheimniß, indem sie sehen, daß Gott der Herr, welcher einst vom Himmel 90 herabgestiegen die Menschen zu erlösen, jetzt wieder des Heiles derselben Menschen wegen sich herabläßt und unter den niedrigen Gestalten des Brodes und Weines sich verbirgt. O mein Heiland, süßester Jesus! wie groß ist doch deine Liebe zum Heile der Menschen! wie groß deine Weisheit, die ein fo wunderbares Mittel erfunden, deinen Vater zu vers föhnen und uns Glenden zu helfen! Ich befenne, daß ich nicht würdig bin, diesem so erschrecklichen Geheimnisse beizuwohnen. Daher will ich mich auf das tiefste verdemüthigen und vom Grunde meines Herzens zu dir seufzen und deine Gnade erwarten. Ach, komm, liebreichster Jesus! mit deiner heiligen Liebe und entzünde alle falten Herzen, die hier zugegen sind; komm mit deiner mildesten Freigebigfeit und bereichere unsere Seelen mit deiner Gnade; fomm mit deinem ewigen Lichte und erleuchte unsere finsteren Herzen; fomm mit deiner großen Barmherzigkeit und verzeihe uns alle unsere Sünden. Amen. Zur heiligen Wandlung. Wenn das erste Zeichen zur heil. Wandlung gegeben wird und du die hl. Hoftie siehst, so bete: Sei gegrüßt, o süßester Jesus! In tiefster Demuth bete ich dich an mit allen Engeln und Heiligen und bitte um Gnade.- Jesus, sei mir gnädig! Jesus, sei mir barmherzig! O gütigster Jesus, verzeih mir meine Sünden. 602) 25115 Jest opfere Christum, sprechend:) Schau herab, o gütigster Vater, von deinem himmlischen Throne, und sieh an deinen vielgeliebten 91 Sohn, wie du ihn einst am Kreuze bängend angesehen haft. In Vereinigung mit seinem heiligsten Herzen opfere ich dir denselben in solcher Gestalt, wie er am Kreuze hing, und bitte, du wolleft mir um seinetwillen gnädig und barmherzig sein! Wenn das zweite Zeichen zur hl. Wandlung gegeben und der Kelch erhoben wird, so bete: Sei gegrüßt, o du kostbares Blut Jefu Chrifti! In tiefster Demuth bete ich dich an mit allen Engeln und Heiligen, und bitte um Gnade! O heiliges Blut, wasche mich von meinen Sünden! Dallmächtiges Blut, lösche aus meine wohlverdienten Strafen! O verdienstvollstes Blut, rufe zu Gott dem Vater um Barmherzigkeit, daß er mich armen Sünder verschone. Ewiger Vater! ich opfere tir auf das kostbare Blut Jefu Chrifti zur Tilgung meiner Sünden, für die Anliegen der hl. Kirche, zur Befehrung der Sünder, zu Hilfe und Trost der armen Seelen im Fegfeuer. - Von der Wandlung bis zum Agnus Dei. So liegst du nun da auf diesem Altare, o für mich und alle armen Sünder geschlachtetes göttliches Lämmlein. In tiefster Demuth nahe ich mich dir, und bete dich an und heiße dich mit herzlicher Liebe willkommen. O Heiland, o du mein gefreuziąter Jesus! vor deinem hl. Kreuze sinke ich auf meine Knie, und bitte demüthig um Gnade und Barmherzigkeit. Du weißt, wie elend und armselig ich bin, und in welch großer Gefahr der Verdammniß ich mich befinde, so lange ich auf Erden lebe. 92 Darum erbarme dich meiner nach deiner großen Barmherzigkeit, und wegen deines bittern Leidens errette mich aus so großer Gefahr. Gedenke, welch' namenlose Leiden du für mich am Kreuze erduldet haft! Um dieses Schmerzes willen erbarme dich meiner, und lasse dein kostbares Blut an mir nicht verloren sein Gleichwie du am Kreuze für alle Sünder gebittet hast, also bitte deinen ewigen Vater jetzt auch für mich, sprechend: Vater, verzeih ihm, denn er wußte nicht, wie übel er that, daß er dich so schwer erzürnt und beleidiget hat. O mein Gott, himmlischer Vater! fiehe jetzt vom hohen Himmel herab und schaue an deinen geliebten Sohn, welcher jest wahrhaft auf diesem Altare gegenwärtig ist, und sich selbst dir als ein angenehmes Versöhnungsopfer darbringt. Siebe an, wie dieser dein lieber Sohn wie ein sanftmüthiges Lämmlein so demüthig auf dem Altare liegt, und dich für die Sünden des Volkes so eifrig bittet. Siehe an feinen allerheiligsten Leib, welcher so grausam für uns ist gemartert worden. Siehe an sein kostbares Blut, welches so schmerzlich für uns ist vergossen worden. Siehe an die glorwürdigsten Wunden seiner heiligen Hände und Füße, welche ihm um unsertwillen geschlagen worden sind. Siehe an die gebenedeite Wunde seines allerheiligsten Herzens, mit welcher Liebe er dieselbe empfangen hat. Diesen deinen lieben Sobn stellen wir dir vor Augen, und opfern dir denselben. In ihm, mit ihm und durch ihn rufen wir zu dir: Herr, erhöre unsere Bitten, habe Erbarmen mit uns Um dieses unendlichen göttlichen Opfers willen bitten wir dich um Verzeihung unserer Sünden, um Abwendung 93 deiner Strafgerichte für Zeit und Ewigkeit, um Heil und Segen für die hl. katholische Kirche, für den hl. Vater, den Stellvertreter Chrifti für alle Bischöfe und für das gesammte Priesterthum. O gütigster Vater! schüße sie alle, gib ihnen die Fülle der Gnade und beschüße sie vor aller Arglist der Hölle und böser Menschen. Demüthige die Feinde der Kirche, schenke die Gnade der Bekehrung den Heidenvölkern, den Ungläubigen und Irrgläubigen, und allen armen Sündern; führe zurück in den Schooß der hl. Mutter Kirche die Schismatiker, bewahre die Unschuld, stärke die Gerechten und Sterbenden. Endlich, o gütigster, ewiger Vater! nimm dieses allerheiligste Opfer hin auch für die armen Seelen, die in den schrecklichen Flammen des Fegfeuers noch die Schuld ihrer Sünden büßen; besonders erbarme dich dieser Seelen N. N. -- Hier nenne jene armen Seelen, für die du besonders beten willst. Dieser und aller armen Seelen gedenke, o gü tigster Gott! nach der Größe deiner Barmherzigkeit. Möge von diesem Altare das Verdienst des fostbaren Blutes Jesu Chrifti aus seinem göttlichen Herzen in jene Flammen hinab fließen, und ihnen Linderung, Trost und baldige Befreiung bringen, daß sie bei dir feien mit Maria, der allerfeligsten Jungfrau und allen Heiligen. Amen. Wenn du ein besonderes Unliegen hast, so bete noch folgendes Gebet: Mein liebster himmlischer Vater! gestatte, daß. ich es wage, hier noch eine besondere Bitte für meine Armseligkeit dir vorzutragen, um durch dieses Hl. 94 Mesopfer von dir Hilfe zu erlangen. Ach, du weißt, welch' schweres Kreuz mich in dieser Sache N. N. drückt, und daß ich mir selbst nicht helfen kann noch mir zu helfen weiß. Darum fliehe ich zu dir, dem allerbesten Helfer in allen Nöthen, und bitte dich durch dieses heiligste Opfer deines Sohnes, du wollest mir in diesem schweren Anliegen zu Hilfe kommen. Ich opfere dir diesen deinen geliebten Sohn, meinen liebsten Herrn Jesum in derselben Gestalt, wie er am Kreuze gehangen, und wie er jetzt auf dem bl. Altare gegenwärtig ist. Ich opfere dir sein ganzes, unermeßliches Leiden, alle seine schmerzlichen Wunden und Thränen und seinen blutigen Edweiß, den er am Delberge in tödtlicher Angst geschwitzet hat; ich opfere dir all fein kostbares Blut, so er für mich vergossen, und welches nun vor deinem Angesichte im Kelche hier auf dem Altare steht; alles dieß bringe ich dir nun zum Opfer dar in Vereinigung mit den unermeßlichen Verdiensten, Gaben und Gnaden Marià, unserer Mutter und Königin; mit den Lobpreisungen aller Engel in ihrer Stärke und Schönheit, mit allen guten Werken und Bußübungen, welche je auf Erden vollbracht wurden, mit aller Heiligkeit der Heiligen, des hl. Nährvaters Joseph, des bl. Johannes Baptista, der hhl. Apostel, des Hl. Vaters Franziskus und aller übrigen Heiligen und Auserwählten, mit allen Gaben der Natur, Gnade und Glorie, welche je aus deiner unermeßlichen Güte anf deine Geschöpfe ausgeflossen sind: all dieses bringe ich dir, o ewiger Vater! vereinigt mit dem göttlichen Opfer Jesu dar, und bitte dich, erbarme dich meiner dieses dir so wohlgefälligen 95 Opfers wegen, und sende mir Hilfe in diesem Anliegen N., befreie mich von diesem schweren Kreuze. mein Gott! auf dich hoffe und vertraue ich, deinem heiligsten Willen übergebe ich mich aber auch mit allem, was ich bin und habe; meine Zeit und meine Ewigkeit lege ich in deine hl. Hände. Ich will und verlange nichts anders, als deinen heiligsten Willen zu thun, mit dir vereiniget zu leben und zu sterben. Darum, o Jesus, mein Heiland! will ich jetzt, wo der Priester am Altare dich wirklich in der Hl. Kommunion in sein Herz aufnimmt, dich geistlicher Weise empfangen; 0 komme mir dazu mit deiner Gnade zu Hilfe. Zum Agnus Dei und zur Kommunion. O du Lamm Gottes, erbarme dich unser und opfere dich für uns deinem himmlischen Vater mit aller deiner Demuth und Geduld auf zum Erfaße aller Tugenden, die uns mangeln. O du Lamm Gottes, erbarme dich unser und opfere dich für uns deinem himmlischen Vater mit der ganzen Bitterfeit deines Leidens auf- zur gänzlichen Versöhnung unserer Sünden! O du Lamm Gottes, erbarme dich unser und opfere dich für uns reinem himmlischen Vater auf mit aller Liebe deines göttlichen Herzens- zur Erfüllung aller guten Werke, die uns mangeln! Amen. Jetzt kommunizire in aller Demuth und Reue geistlicher Weise. Allersüßester Jesus! ach wie herzlich gerne wollte ich jetzt auch kommuniziren, wenn ich es nur 96 würdig wäre!- Ach wie herzlich gerne wollte ich jetzt dieses so süße Sakrament emprangen, wenn ich dürfte!- Weil ich aber meiner so vielen Sün den wegen ganz unwürdig bin, so bitte ich dich in diesem Augenblicke, bereite du selbst mit deiner allmächtigen Weisheit und gütigster Liebe mein armes Herz, damit ich dich wenigstens geistlicher Weiſe würdig in meiner Seele empfangen möge, und du in mir Alles wirken mögest, was du von Ewigkeit nach dem Wohlgefallen deines göttlichen Willens mit mir zu thun beschlossen hast. Amen. Ach verschmähe nicht mich Armen, der ich mit dem Publikan in der Ferne stehe und so berzlich zu dir seufze; sondern gib mir mit dem kananäischen Weibe nun einige Brosamen von deiner hl. Mahlzeit, damit dadurch meine arme Seele erquickt und gestärkt werte, damit sie sich diesen Tag in deiner Gnade erhalten, in allem Guten eifrig üben und den Versuchungen bessern Widerstand leisten könne. Das verleihe mir, o liebvollstes, gütigstes Herz meines Jesus! Durch deine unendliche Liebe und Barmherzigkeit. Amen. Zum Segen des Priesters. Nun, o gebenebeitester Jesus! gleichwie du in dieser hl. Meffe das Brod und den Wein so kräftig und wirksam gesegnet hast, daß sie dadurch in deinen Leib und in dein Blut verwandelt wurden, eben so segne auch mich so kräftig, daß diesen ganzen Tag das Zeichen deines heiligen Segens meiner Seele eingedrückt bleibe und sie dadurch von 97 aller Gewalt der Feinde befreit werde. Amen. ( Offenb. der hl. Mechtild. I. B. 9. Kap.) Dankgebet nach der heiligen Messe. Ewiger Dank sei dir gesagt, mein Heiland! daß es mir gegönnt war, diese heilige Messe zu hören und so deiner uns darin bereiteten Gnaden theilhaftig zu werden. Dank dir für alle die heiligen Messen, die heute und je auf Erden in der ganzen Welt durch so viele hundert Jahre von so vielen Pries stern, in so vielen Kirchen, auf so vielen Altären find gelesen worden; für jede heilige Hostie, die je dein Wort verwandelt hat, für jeden Tropfen Blutes in allen Kelchen, besonders aber für dieses Opfer der heili gen Messe, dem ich heute beizuwohnen so glücklich war. O daß ich doch auch mit jener Andacht dabei erfüllt gewesen wäre, die ein so großes Opfer von mir verlangt! Ersetze du, gütigster Jesus! Alles, was mir daran ermangelt hat, und setze nun deine Gnade wie ein Siegel auf mein Herz, daß ich alle Schätze des Heiles, die ich durch diese heilige Messe für Zeit und Ewigkeit erlangt, auch nie mehr verlieren werde. So nun, gestärkt und getröstet, will ich zu deiner größern Ehre, mein Gott! an mein Tagewerk gehen; doch mein Herz bleibt bei dir hier, o Jesus! Möge dein Segen jeden meiner Schritte begleiten, bis ich wieder so glücklich bin, eine heil. Messe zu hören. O nie soll ein Tag vorüber gehen, an welchem ich nicht trachten will, dieses Glück zu haben, wenigstens eine heilige Messe zu hören. Hilfe und Trost gewährt mir dieß dann 7 98 den ganzen Tag. Gib, mein Heiland! daß ich diese Wirkung deines Opfers besonders heute erfahre durch dich, der du mein Heiland und Mittler bift, o Jesus! Amen. Beichtgebete. Vor der heiligen Beicht. 1. Sage Gott Dank. Gott der Barmherzigkeit, du Gott alles. Trostes! ich armer Sünder komme zu dir, und werfe mich zu deinen Füssen, mit demüthigster Bitte, du wollest mich nicht verstossen. Ich hoffe auf dich, weil du mir so viele Wohlthaten und Gnaden erwiesen, und zum Troste der armen Sünder das Sakrament der Buße eingesetzt hast. Ich danke dir von ganzem Herzen für diese und alle andern Gnaden, insonderheit, daß du so geduldig auf mich gewartet und mir Zeit zur Buße verliehen hast. Zur Danksagung opfere ich dir auf alle Danksagungen des göttlichen Herzens Jesu deines vielgeliebten Sohnes und meines Erlösers, und sein kostbares Blut, welches er zu meinem Heile vergoffen hat. 2. Bitte um Erleuchtung. Damit ich aber würdig werde, Verzeihung aller meiner Sünden zu erhalten; so bitte ich dich, 99 v mein Jesus, du Weisheit deines himmlischen Vaters! du wolleft meinen Verstand erleuchten, daß ich alle meine Sünden erkenne; durchdringe aber zugleich mein Herz mit deiner hl. Furcht, damit ich fie auch ernstlich verabscheue und bereue, und damit ich anfange dich aufrichtig und von ganzer Seele zu lieben. 3. Erforschung des Gewissens. and Bedenke, was du seit der letzten Beicht mit Gedanken, Worten, Werken und Unterlassung des Guten wider Gott, wider den Nächsten und wider dich selbst gesündiget hast. Nach der Erforschung erwäge, wie undankbar du gewesen bist gegen Gott das höchste Gut, gegen Ihn als deinen Erschaffer, der dich mit unzählbaren Wohlthaten überhäuft hat, und gegen Jesum, deinen guten Erlöser, der für dich am Kreuze gestorben ist, dich vom ewigen Tode zu erlösen und dich ewig selig zu machen; dann erwecke folgende 4. Reue und Vorsak. O mein Gott, du höchster Herr, Erschaffer Himmels und der Erde! ich habe Böses vor dir gethan und dich beleidigt, ich komme aber dennoch zu dir, deine Barmherzigkeit anzurufen und dich um Verzeihung zu bitten; denn du bist ein lieb reicher Vater, der gerne verzeiht und den reumüthigen Sündern, zu Gnaden aufnimmt. Ich bereue nun meine Sünden von ganzem Herzen, weil ich 7* 100 dadurch dich meinen Erschaffer, meinen Erlöser, meinen höchsten Wohlthäter so vielfältig und schwer beleidiget habe; ich erkenne meinen entseglichen Undank und verabscheue ihn. Vor Allem aber schmerzt es mich, daß ich dich, mein höchstes Gut, vor dem alle Engel und Auserwählten in Demuthy auf ihr Angesicht anbethend niederfallen und das aller Ehre, Verherrlichung und Liebe würdig ist, beleidiget habe; ach, wie fonnte ich denn so verblendet und ruchlos sein, dich zu verachten und zu beleidigen! O wenn ich doch die Unbild, welche ich dir angethan, durch Reue und Buße, ja durch Hingabe meines Lebens wieder gut machen könnte!- Du weißt aber, o mein Gott! daß ich ohne deine Gnade nichts vermag; erbarme dich also meiner, und gib mir eine Reue, wie du sie dem heil. Petrus, der heil. Maria Magdalena, der heil. Margaritha von Cortona und allen Deinen heil. Büßern gegeben haft. Um diese Gnade bitte ich, o Jesu! bei der gränzenlosen Liebe deines allerheiligsten Herzens; ach, wasche mich von meinen Sünden, ich bitte dich, durch dein heiliges Leiden, durch dein kostbares Blut, welches du für mich vergossen haft; durch deine ganz väterliche Güte und Barmherzigkeit bitte ich dich, verachte nicht mein reumüthiges und zerknirschtes Herz, und was meiner Reue noch abgeht, ersetze du durch deinen Schmerz, den du am Delberge meiner Sünden wegen gelitten haft. Wie ich nun meine vergangenen Sünden ernstlich, von ganzem Herzen und aus Liebe zu dir, bereue, so habe ich auch den festen Vorsatz, Dich, o mein Gott und mein höchstes Gut! nicht nur mit keiner schweren Sünde, sondern, auch mit 101 Feiner freiwilligen läßlichen Sünde mehr zu beleidigen. Du weißt aber, wie schwach und unbeständig ich bin, und daß ich aus mir selbst nichts vermag; stärke mich also mit deiner Gnade, damit ich dir fünftig getreu bleibe und dir eifrig diene. Maria, du Mutter der Gnade und Barmherzigkeit, hl. V. Franziskus, meine Hl. Patronen und alle Heiz ligen Gottes! erbittet mir diese Gnade. Amen. Nach der heiligen Beicht. Preise, meine Seele! den Herrn, und Alles, was in mir ist, soll seinen hl. Namen loben. Bes nedeie, meine Seele! den Herrn, und vergiß nicht Seine Erbarmungen; Er verzeiht dir gnädig deine Sünden, und heilet dich von deinen Schwachheiten; Er hat dein Leben vom Untergange errettet, und Seine Gnade und Barmherzigkeit an dir erscheinen lassen. O Herr, wie langmüthig, gnädig und barmHerzig bist du! Du bist mit mir nicht nach meinen Sünden verfahren, und hast mir nicht nach meiner Bosheit vergolten, sondern mich von meinen Sünden wieder gereiniget. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmt, so hast du dich, o mein Gott! über mich armen, reumüthigen Sünder erbarmt. Oliebreichstes, süßestes göttliches Herz Jesu! Dir verdanke ich alle mir gewordene Gnade und Erbarmung; o gestatte es, daß ich durch dich dem himmlischen Vater meinen Dank für die Verzeihung meiner Sünden darbringe. O Maria, du meine Mutter Königin und Zuflucht, und ihr Engel und 102 Heilige des Himmels, helfet mir Gott danken, loben und preisen für die unermeßlich große Gnade der Verzeihung meiner Sünden! Die Ehre sei dem Vater, der mich erschaffen und nach Seinem Ebenbilde gestaltet hat; die Ehre sei dem Sohne, welcher mich durch Sein Leiden erlöset und durch Sein foftbares Blut von meinen Sünden gewaschen hat; die Ehre sei dem hl. Geiste, welcher mich mit seiner Gnade geheiliget hat; die Ehre sei der heiligsten Dreifaltigkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. SE isdol Kommuniongebete. Vor der heiligen Kommunion. Erinnerung. Christliche Seele! Der heiligste und gnadenvollste Augenblick deines Lebens ist jener, wo du die heilige Kommunion empfängst. Alle Frucht und Gnade der heiligen Kommunion hängt aber für dich davon ab, wie du dieses heiligste Werk deines Lebens vollbringst. Bes reite dich also darauf vor mit aller möglichen Andacht, dann wird dir die heilige Kommunion sein: Das Leben der Seele, die Urznei gegen die Sünde, das Siegel der Auserwählung. Kommunizire aber recht oft, so oft, als es dir dein Beichtvater erlaubt, besonders an den Ablaßtagen des Gebetsopoftolates und der Bruderschaft des göttlichen Herzens Jesu. Lebe aber so, daß du täglich kommuniziren könntest; so sagt der heilige Augustin, also wünscht es die heilige katholische Kirche. Die wirkliche und geistliche Kommunion wird dir das größte Mittel zur innigsten Liebe und Verehrung des göttlichen Herzens Jesu sein. 103 1. Anbethung und Liebe. in höchster Gott, Herr Himmels und der Erde, einfach in der Wesenheit und dreifach in den Bersonen! den der ganze Himmel anbethet und vor dem die Chöre der himmlischen Geister ihr beständiges: Heilig, heilig, heilig, singen; ich bethe dich an; ich bethe dich an, o Herr Jesu Christe, wahrer Gott und wahrer Mensch! und bekenne, daß du mein Erschaffer, mein Erlöser und mein letztes Ziel und Ende bist. Weil aber meine Anbethung all zu gering und unwürdig ist, so bringe ich dir dar die Anbethung des göttlichen Herzens Jesu selbst, wie sie dieses süßeste Herz beständig im Tabernakel darbringt; und in Vereinigung mit dieser Anbethung opfere ich dir auf die Anbethung Maria der allerfeligsten Jungfrau, aller Engel und Heiligen des Himmels und aller Gläubigen auf Erden. Zugleich, o mein höchstes Gut! möchte ich dir meine Liebe betheuern. Ich liebe Dich von ganzem Herzen, von ganzer Seele, aus allen meinen Kräften, ich will dich allzeit über Alles lieben! Owenn ich dich doch so lieben fönnte, wie du verdienst geliebt zu werden! Aber ach, wie unvolls kommen ist doch meine Liebe! O mein Gott! fieh wenigstens meine aufrichtige Begierde an dich innigft zu lieben. Zum Ersatze dessen, was meiner Liebe mangelt, opfere ich dir auf die Liebe des göttlichen Herzens Jesu, die Liebe Mariens, der allerfeligsten Gottesmutter, die Liebe aller Engel und Außerwählten und aller dich liebenden Ceelen. 104 2. Reue und Vertrauen. Aber, o großer Gott! wie ist es doch möglich, daß du in Deiner Liebe und Güte gegen mich armen Sünder so weit gehst, daß nun Jesus, dein eingeborner göttlicher Sohn durch die Hl. Kommunion in mein Herz kommen, daß die unendliche Heiligkeit bei der größten Sündhaftigkeit Einkehr nehmen will? O mein Jesus, mein Gott und Heiland! Es ist dir mein Elend nicht unbekannt; du bist ja nicht gekommen die Gerechten, sondern die Sünder zu berufen und zu suchen, was verloren war. Durch den Eintritt in das Haus des Zachaus hast du ihm das Heil gebracht; du haft auch den Petrus nach seinem Falle barmherzig aufge= nommen; du haft der büßenden Magdalena so viele Sünden verziehen; du hast dem Schächer am Kreuze das Paradies versprochen, da er dich um Gnade angerufen hat. Diese deine Barmherzigkeit und Liebe gegen die Sünder richtet mich auf, mit Vertrauen und größter Reue über meine Sünden zu dir zu kommen. Sieh, o mein Heiland! von ganzem Herzen bereue ich Dich jemals beleidiget zu haben. O wie gerne würde ich Blut und Leben hingeben, wenn ich meine Sünden dadurch ungeschehen machen könnte! Ach, hätte ich doch jenen Schmerz deines göttlichen Herzens mit dem du am Delberge über meine Sünden getrauert haft; die Reue eines hl. Petrus, einer Hl. Magdalena, und aller hl. Büßer! Nein, nimmer beleidigen will ich Dich, o mein Jesus! Keine Sünde, feine Todfünde mehr! Ach laß mich lieber diese Stunde noch sterben, als nochmals in eine Sünde einwilligen. 105 O mein Jesus! Du siehst in mein Herz, und die Aufrichtigkeit dieser meiner Reue und meines Vorfazzes, und mein Vertrauen, welches einzig und allein auf Deiner unendlichen Güte und Barmhere zigkeit beruht, und auf Deinem kostbaren Blute, welches du für mich vergossen hast. O Herr, ich bin nicht würdig, daß du eingehst unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird gesund meine Seele!" 3. Bitte. Liebevollster Herr Jesus! durch die Liebe deines füßesten Herzens bitte ich Dich nun, daß du selbst dich würdigest, jene Vollkommenheit für mich aufzuopfern, mit welcher du in der Stunde deiner Himmelfahrt vor Gott dem Vater bereit gestanden bist, die Verklärung zu empfangen, reinige meine Seele und befreie sie von aller Makel der Sünde; bereichere und ziere sie durch deine über Alles erhabene Gottheit mit jeder Gattung von Tugenden, und bereite sie durch die Kraft jener Liebe, welche die höchste Gottheit mit Deiner reinsten Menschheit vereiniget hat, mit allen deinen Gnadengaben auf das Beste vor für deine heilige Ankunft. Gebet der heiligen Gertrudis zur Mutter On Gottes vor der heil. Kommunion. allerkeuschefte Jungfrau Maria! ich bitte dich durch die unbefleckte Unschuld und Reinigkeit, durch die du dem Sohne Gottes unter deinem 106 jungfräulichen Herzen eine wohlgefällige Wohnung bereitet haft, daß ich durch deine Fürbitte von allen Makeln möge gereiniget werden. Amen. allerdemüthigste Jungfrau Maria! ich bitte dich durch deine tiefe Demuth, durch die du über alle Chöre der Engel und alle Heiligen erhöht zu werden verdient hast, daß durch deine Fürbitte alle meine Nachläßigkeiten ersetzt werden. Amen. O allerliebreichste Jungfrau Maria! ich bitte dich durch die unermeßliche Liebe, die dich unauflöslich mit Gott vereiniget hat, daß mir durch den Schatz deiner Liebe meine Armuth möge ersetzt werden. Amen. Dihr heil. Engel, Erzengel, Cherubim und Seraphim, alle Chöre der seligen Geister, Patriarchen, Profeten, Apostel, Martyrer, Beichtiger, Jungfrauen und Witwen, meine heil. Patronen, alle Auserwählten Gottes! bittet alle für mich, daß ich meinen Herrn und Heiland zu seiner Ehre, zum Nußen der leidenden und streitenden Kirche, und zu meinem Heile würdig empfangen möge. 4. Sehnsucht. O tausendmal ersehntester Jesus! sieh, jetzt naht der Augenblick, in dem ich dich, meinen Gott, in meiner Seele aufnehmen werde. Sieh, mein liebenswürdigster Jesus! mit der höchstmöglichen Andacht und Ehrfurcht komme ich zu dir und gehe dir entgegen. Wie du deine durchbohrten Hände mir entgegenhalteft, um mich armen Sünder aufzunehmen, so strecke auch ich nicht nur meine Hände, sondern auch mein 107 Herz und meine Seele dir entgegen, um Dich zu umfangen und in das Innerste meines Herzens einzuführen. O daß ich doch eine solche und so große Andacht und Liebe und eine so große Reinheit in mir hätte, wie jemals ein menschliches Herz damit geziert war und wie die Heiligen dich in ihrem Leben empfangen haben! Ö daß ich doch mit solcher Andacht und Liebe dich empfangen könnte, wie deine seligste Mutter bei deiner Menschwerdung, und nachher im Sakramente dich empfangen hat! daß ich doch dein eigenes allerheiligstes und göttlichstes Herz hätte, damit ich dich in dasselbe auf eine Weise, wie du es würdig bist, aufnehmen könnte! Zur würdigen Vorbereitung meiner Seele und zum Erfaße aller meiner Unwürdigkeit, aller meiner Nachläßigkeiten opfere ich dir auf, o süßester Jesus! alle Vorbereitungen, Andachten, Gefühle und Liebesakte, mit welchen alle Heiligen, besonders aber deine feligste Mutter dich in diesem Sakramente empfangen haben. Ich opfere dir auf, heiligster Jesus! dein überaus würdigstes Herz, und alle überhimmlischen Tugenden und Gnaden, welche die seligste Dreieinigkeit in dasselbe auf das Reichlitste niedergelegt hat, auf daß mit denselben der Abgrund meiner Niedrigkeit und Unwürdigkeit zugedeckt, und dir in meiner Seele die würdigste -und wohlgefälligste Wohnung bereitet werde. 5. Einladung. O mein süßester Jesus! der du selbst gesagt haft:„ Meine Wonne ist es bei den Menschenkindern 108 zu sein;" mein Herz verlangt und meine Seele sehnt sich nach dir. Ich lade dich also ein mit folcher Andacht und Liebe, wie dich nur jemals eine liebendste Seele zu sich geladen hat. O fo fomm, geliebtester, göttlicher Bräutigam meiner Seele! Komm, und fehre ein in der armen Wohnung meines Herzens! Komm, o göttlicher Arzt, und heile meine franke Seele; fomm, tausendmal geliebtester Freund! und bereichere meine äußerste Armuth. Komm, o liebreiche Sonne, und erleuchte meine Finsterniß. Komm, du lebendiges Himmelsbrod, und sättige meinen Hunger.. Komm, mein Jesus! und halte mit mir das Abendmahl im Saale meines Herzens. O meine einzige Hoffnung und Zuversicht, meine einzige Liebe! ich bin von höchster Sehnsucht nach dir erfüllt, und erwarfe dich mit innigster Liebe. O Schönster unter den Menschenkindern! o Quelle überfließender Süßigkeit! o Abglanz der ewigen Klarbeit! ach, komme zu mir, und verschmähe deinen armseligen Diener nicht, der so sehr verlangt nach dem Gastmahle deiner Liebe. Hier küsse ein Bild Christi und sprich mit der heil. Gertrud: O süßester Jesus! ich bitte dich mit der Kraft aller Gebete und Begierden, die jemals aus deinem heiligsten Herzen geströmmt sind, daß du dich würdigen wollest, in die arme Hütte meines Herzens zu kommen. Amen. Wenn du hingehen willst, so sprich, was einst Chris stus die heil. Gertrud gelehrt hat: Nun, mein liebster Jesus! komme ich, dein fündhaftes, armes, unwürdiges Geschöpf, zu dir, 109 Dem überströmenden Abgrunde aller Güte, damit ich von allen Sünden gereiniget und mit deiner Gnade ausgeschmückt werde. Amen. Nun gehe mit aller Demuth und Ehrerbietigkeit hin und lade deinen hl. Schußengel und deine Hl. Patrone ein, mit dir zu gehen. Wenn du am Kommuniontische knieest, so bete nicht mehr mit dem Munde, sondern seufze nur mit dem Herzen diese oder dergleichen Worte: Komm, mein liebster Jesus, und heile meine Seele! Odu mein allerliebster Jesus! mache doch, daß ich dich würdig empfangen möge! Sobald du die hl. poftie empfangen hast, so sprichy in deinem Herzen: Sei gegrüßt, mein Jesus, mein geliebtester Bräutigam! gepriesen sei deine süßeste Ankunft in mir, deinem armen Geschöpfe. Sei mir tausendmal willkommen, o du mein Gott und mein Alles! Nach der heiligen Kommunion. Erinnerung. Da Christus nach der Hl. Kommus nion so lange in uns bleibt, bis die Gestalten verzehrt sind, so benüße recht eifrig, christliche Seele! diese kostbaren Augenblicke seiner Gegenwart, und unterhalte dich voll des lebendigen Glaubens mit Jesus. Kein Gebet ist Gott angenehmer, als jenes, welches man als Danksagung für die hl. Kommunion verrichtet. Nimm auch nicht alsogleich das Buch zur Hand, sondern laß dein Herz reden mit deinem göttl. Bräutigame. Sei nicht um Worte verlegen, denn der Herr sieht ja vor allem auf unser Herz, auf unsern guten Willen; er weiß, was du ihm sagen willst, wenn du auch keine Worte dafür findest, deine Bewunderung, deine Unbethung und hl. Freude, deine Liebe, deinen Dank und deine Aufopferung auszusprechen; vergiß nicht in diesen heiligsten Augenblicken ihm deine besonderen Bitten für dich und Undere vorzutragen, und sprich folgendes 110 Gebet. O allersüßester Herr Jesus Christus! ich lobe, preise und verherrlicke dich in Vereinigung mit jenem himmlischen Lobe, in welchem die allerglorwürdigste Dreieinigkeit ihr eigenes Lob ist, und welches von da ausfließt in deine gebenedeite Menschheit und in deine glorwürdige Mutter, wie auch in alle Engel und Heiligen; von hier aus aber wieder zurück strömmt in den Abgrund der Gottheit, von dem es ursprünglich ausgegangen ist. Und in Vereinigung mit den Anmuthungen und Zuneigungen aller Geschöpfe danke ich dir für die Liebe, in der du jetzt mich heimgesucht und mit deinem allerheiligsten Leibe und Blute mich gespeiset und getränkt hast. Gepriesen sei deine süße Milde und Herablaffung, in der du dich gewürdiget bast, in die arme und unreine Wohnung meines Herzens'einzugehen und in demselben deine Herberge zu nehmen. Gepriesen sei deine herzliche Liebe und Treue, in der du fein Bedenken getragen hast, meine arme Seele bei dem Genusse dieses allerheiligsten Saframentes zu umfangen und mit dir zu vereinigen. Wie soll ich dir vergelten, o süßester Jesus! für diese so große Liebe und Gnade? wie soll ich dir genug danken für diese unaussprechliche Wohlthat und Barmherzigkeit? Wahrlich, Himmel und Erde find nicht im Stande, dir genugsam zu vergelten und zu danken! Wenn ich dir taufend- und tausendmal danken würde, so würde ich damit doch niemals auch nur den geringsten Theil deiner Güte dir vergelten. Wenn ich auch meinen Leib und meine Seele in deinem Lobe verzehren würde, so alamo 111 würde ich damit doch niemals nach Würde dich loben. Deßwegen bitte ich euch, ihr Engel und Heiligen! ihr wollet mit mir meinen Jesus loben und verherrlichen und mit mir würdige( Shre und schuldigen Dank ihm erweisen. Laßt uns vor dem Throne seiner Majestät auf unser Angesicht nie dersinken und mit einhelliger Stimme ihn preisen: Heilig, heilig, heilig bist du, Herr Gott Sabaoth! Lob und Ehre und Preis sei dir, du heiliger, starfer, unsterblicher Gott! Wir loben und preisen dich, wir beten dich an und sagen dir ewigen Dank wegen deiner großen Glorie und Herrlichkeit und wegen der Liebe, in der du das allerheiligste Altarssakrament eingesetzt hast, und in demselben die arme Menschenseele immerdar stärkest, tröstest und erquickest. Amen. Fromme Anmuthungen. -- Ich habe gefunden, den meine Seele liebt; ich will ihn halten und nicht entlassen, bis er mich gesegnet hat. Dich, mein Jesu, umfasse ich und drücke dich an mein Herz! Du bist der Schatz meines Herzens, in dem ich Alles besitze!- Du bist mein König; o vergiß nicht, wie elend und gedrückt ich bin!- Du bist mein Richter; schone meiner Sünden und erbarme dich meiner!- Du bist mein Arzt; heile alle meine Gebrechen!- Du bist der Geliebte meiner Seele; vermähle sie mit dir für ewig! Du bist mein Führer und mein Schuß, ziehe mich an dich, und wer will, trete gegen mich auf!- Du bist ein Opfer für mich - - 112 -- geworden, sieh! ich opfere mich dir zum Opfer des Lobes. Du bist mein Erlöfer; erlöse meine Seelevon der Hölle und rette mich!- Du bist mein Gott und Alles! Was habe ich im Himmel, was wünsche ich auf Erden außer dir, du Gott meines Herzens und mein Theil in Ewigkeit. Amen. Gebet des heiligen Ignatius. AnnSeele Christi, heilige mich. Leib Chrifti, erlöse mich. Blut Christi, tränfe mich. Wasser der Seite Christi, wasche mich. Leiden Christi, stärke mich. O gütiger Jesu, erhöre mich. In deine Wunden verberge ich mich. Von dir laß nimmer scheiden mich. Von dem bösen Feinde beschüße mich. In der Todesstunde rufe mich. Und laß zu dir dann kommen mich. Damit mit allen Heiligen dich Ich loben möge ewiglich. Amen. gune So oft man dieses Gebet reumüthig betet, 300 Tage Ablaß; Priester, welche es nach Darbringung des hl. Meßopfers, und alle Gläubigen, welche es nach dem Empfange der hl. Kommunion beten, gewinnen jedesmal einen Ablaß von 7 Jahren; alle, welche die fromme Gewohnheit haben, es täglich wenigstens einmal zu beten, können einmal im Monat einen vollkommenen Üblaß gewinnen, wofern sie beichten, kommuniziren und eine Kirche oder öffentliche Kapelle besuchen, und dort nach der Meinung des heil.Baters beten.( Pius IX. Dekret. von 9. Januar 1854.) 113 todontnee Gebet des heiligen Bonaventura. Verwunde, o mein süßester Herr Jesus! das Innerste meines Herzens mit der süßesten und heilbringendsten Wunde deiner Liebe, und mit wahrer, reiner, apostolischer und heiligster Nächstenliebe. Mache, daß ich immer nur nach dir verlange, nach deinen Vorhöfen schmachte, daß ich wünsche aufge= löst und mit dir zu sein. Gib, daß meine Seele nach dir hungere, o Brod der Engel, Erquickung heiliger Seelen, du unser tägliches, überwesentliches Brod, das alle Süßigkeit in sich enthält; du, auf den die Engel zu schauen verlangen! Mache, daß ich stets nach dir dürfte, o Quelle des Lebens, der Weisheit, der Wissenschaft, und des ewigen Liche tes, o Strom der Gnadenreichthümer im Hause Gottes! Dich allein will ich suchen, nach dir allein verlangen, zu dir kommen, dich betrachten, von dir reden: o laß mich dich finden, laß mich mit Des muth, Liebe und Beharrlichkeit bis zu meinem Tode Alles allein zu Deinem Lobe und zu Deiner Ehre thun! Sei immer du allein, o mein Heiland! meine Hoffnung, mein Heil, meine ganze Zuversicht, mein Reichthum, mein Vergnügen, meine Freude, meine Wonne, mein Frieden, meine Ruhe, meine Süßigkeit, mein Geschmack, meine Speise, meine Erquickung, meine Zuflucht, meine Hilfe, meine Weisheit, mein Antheil, mein Besig, mein Trost, mein Schaß, in dem mein Geist und mein Herz unbeweglich befestiget seien. Amen. 8 114 Dankgebet der heiligen Gertrudis nach der heiligen Kommunion. " Die ganze Wirkung und Kraft deiner Gottheit, o allerwürdigster Jesus! wolle dich für mich loben und benedeien; die ganze Freundschaft und Liebe, die zwischen deiner Gottheit und Menschheit statt findet, wolle dir für meine Schuldigkeit Ersatz und Genugthuung leisten; die ganze Allmacht und Majestät deiner Gottheit wolle dich in dir und mit dir und durch dich anstatt meiner ehren und loben und benedeien mit jenem allerhöchsten Lobe, in welchem die allerheiligste Dreifaltigkeit sich selbst genügt und aller Geschöpfe Mängel aus sich selbst sich erstattet und ersetzt." Amen. Und nun, o guter Jesus! opfere ich dir mein unwürdiges Herz; o nimm es hin; wasche und reinige es noch ganz von allen Makeln der Sünde, und laß es mit deinem allerheiligsten Herzen vereiniget sein von nun an und in Ewigkeit. Jesus, dir will ich leben! Jesus, dir will ich sterben! Jesus, dein will ich sein, ewig, ewig, ewig! Gestatte es mir noch, o göttliches Herz! daß ich mit dir vereiniget noch einige Bitten dem himmlis schen Vater darbringe. O mein Gott! ich bitte dich bei der unendlichen Liebe, womit du das Herz deines ewigen Sohnes liebst, und bei der unermeßlichen Liebe, womit dieses göttliche Sohnesherz dich entgegen liebt: Sende die Fülle deiner Gnaden, deinen Schutz und deine Hilfe der heil. kath. Kirche: segne den heil. Vater der Christenheit, die Bischöfe der katholischen Welt, alle Priester und Leviten, alle Orden und geistlichen Stände: segne 115 die Obrigkeiten und Unterthanen; segne alle meine geistlichen und leiblichen Freunde und Wohlthäter, alle Armen und Glenden, alle Kranken und Sterbenden; segne alle Mitglieder des Gebetsapostolates und alle Mitglieder und Verehrer des göttlichen Herzens Jesu; segne Alle, die sich in mein unwürdiges Gebet empfohlen haben und für welche ich zu beten schuldig bin.- Demüthige die Feinde deiner hl. Kirche; schenke die Gnade der Bekehrung den Juden Mahomedanern und den Heidenvölkern, den Ungläubigen und Irrgläubigen und allen armen Sündern. Führe zurück in den Schooß der Hl. Mutter Kirche die Schismatiker, bewahre die Unschuld, stärke die Gerechten und Sterbenden und schenke den armen Seelen im Fegfeuer baldige Er lösung. Um dieses bitte ich dich, o mein Gott! in Vereinigung mit dem göttlichen Herzen Jesu, und im festen Vertrauen auf jenes göttliche Wort: Alles, was ihr den Vater in meinem Namen bitten werdet, wird er euch geben." Amen. Schlußgebet. Nun, o mein gütigster Jesus! habe ich meine Andacht verrichtet und die hl. Kommunion empfangen. Ich bitte dich noch, verzeihe mir gnädigst, daß ich so unandächtig hinzugegangen und so unwürdig dich empfangen habe. Ach, laß mir dieses göttliche Sakrament nicht zum Gerichte, sondern laß es mir zur Seligkeit gereichen. Ich empfehle dir diese heil. Kommunion sammt aller Andacht und allen Gebeten, die ich dabei verrichtet habe, und 8* 116 verschließe sie in dein allersüßestes Herz mit der demüthigsten Bitte, du wollest durch dieses dein allerheiligstes Herz meine Nachläßigkeit ersetzen, meine Andacht verbessern und dieselbe so in Vereinigung mit deinem göttlichen Herzen deinem himmlischen Vater aufopfern. Bewahre mir in diesem deinem göttlichen Herzen gleich einer forgsamen Mutter, alle Verdienste und Gnaden, die du aus deiner mildreichen Güte mir zu geben bereit bist, damit ich dieselben durch die Sünde und Nachläßigkeit nicht verlieren oder verunreinigen fönne. In Vereinigung mit allen deinen allerreinften, unschuldigen und heiligsten Gliedern empfehle ich dir meinen Mund, meine Zunge, meine Augen, mein Herz und alle meine Glieder, besonders aber diejenigen, die dein allerheiligstes Sakrament jetzt berührt und genoffen haben. Ich bitte dich, du wolleft sie segnen, damit sie heute und alle Tage meines Lebens vor Sünde bewahrt bleiben und in Zukunft nie, als nur zu deinem Lobe und zu deiner. Ehre und aus Liebe zu dir sich bewegen und regen mögen. O süßester Jesus! der du heute meine arme Seele mit deinem heiligsten Blute gewaschen und gereiniget hast, laffe doch nicht zu, daß ste durch Sünden je wieder entstellt und verunreiniget werde. Nochmals schenke und übergebe ich die meinen Leib und meine Seele, meine Gedanken, Worte und Werke, Alles was ich bin und habe, mein ganzes Herz. Ich schenke und übergebe mich dir in der Art, daß du über mich und das Meinige nach deinem göttlichen Wohlgefallen schalten und walten fönneft; nur stehe mir bei in meinen Widerwärtigkeiten und hilf mir o mein Jesus, daß ich 117 vir in Zukunft besser, als bis jetzt, dienen möge. Du weißt, wie ich noch so weltlich, eitel und irdisch gesinnt bin, wie ich so sehr geneigt bin zum Zorn und zur Ungeduld, wie ich so unandächtig bin beim Gebete, so unbeständig in allem Guten, und wie ich so oft in vielfältige Fehler und Un vollkommenheiten falle. Deßwegen klage ich dir meine Noth, und in offenherziger Vertraulichkeit entdecke ich dir mein Elend; ich bitte dich durch die Liebe, welche dich angetrieben hat, in mein unwürdiges sündhaftes Herz einzugehen: erbarme dich meiner und erlöse mich aus meinen Nöthen. Bei der Liebe deines allerheiligsten Herzens bitte und beschwöre ich dich: sei mir nach meinem Tode ein gnädiger Richter; erinnere dich dann, o mein Jefus! wie du so oft bei mir eingekehrt bist und ich dich beherbergt habe in meinem Herzen, und nimm dann auch du mich gnädig auf, in deine himmlischen Wohnungen und erfreue mich ewig, mit deinem holdseligen Angesichte. O Maria, meine Himmlische Mutter, hl. Schutzengel, Hl. Patrone, alle hl. Engel und Auserwählten des Himmels! unterstüßet meinen Dank und meine Bitten bei dem liebreichsten Herzen Jesu, meines Gottes und Erlöfers. Amen. G Uebung der geistlichen Kommunion. Christliche Seele! mache wenigstens einmal im Tage eine etwas längere Uebung der geistlichen Kommunion, und erneuere diese durch einen andächtigen Willensakt oftmals während des Tages, besonders wenn du im Geiste des Sebetsapostolates Meß- Aufopferungen machst, beim Stun 118 denschlage, in der Versuchung, wenn du an einer Kirche vorübergehst, u. s. w. Es ist dieß ungemein wohlgefällig vor Gott und gnadenvoll für dich. mein liebster Jesus! ewiger Bräutigam meiner durch dein Blut erlösten Seele!- Weil du es nicht nur erlaubest, sondern mit unendlicher Liebe sogar wünscheft und verlangeft, daß wir dich recht oft in unser Herz aufnehmen und uns mit dir vereinigen,- und weil diese deine unbegreif liche Liebe von so Vielen nicht geachtet, ja von Manchen gar verachtet wird: so verlange ich dich, o mein ewiges Gut, wenn ich dir eine Freude mas chen kann in jeder einzelnen heiligen Messe der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, in jeder Kommunion, besonders in den unwürdigen und lauen, in jeder heiligen Hoftie, be sonders in den entehrten, mißhandelten und verlasfenen, in jedem Augenblicke deines irdischen Lebens, besonders in den leidenvollen( deiner Kindheit, Schwachheit, Frost, Beschneidung, Flucht nach Egypten, am Delberge, bei der Gefangennehmung, Geißlung, Krönung, Verspottung, auf dem ganzen Kreuzwege, besonders bei der Entblößung, am Kreuze und überhaupt bei jedem einzelnen förperlichen und geistigen Leiden des ganzen 33jährigen Lebens), in jedem Augenblicke deines sakramentalischen Daseins- von der Einsegung bis ans Welt- Ende.... in mein Herz aufzunehmen. Wasche und reinige mich aber zuvor mit deinem heil. Blute von allen Sünden ,. welche ich sammt den Sünden der ganzen Welt mit der Reue aller hhl. Büßer, ja in deiner eigenen unendlichen Liebe und in deinem Todesschmer zen am Kreuze dir abbitte, und ziere meine Seele mit dem Glauben, der Hoffnung und Liebe, Demuth, Sanftmuth und Geduld- Armuth, Gehorsam und Keuschheit, und mit allen anderen Tugenden und Verdiensten aller Heiligen und Auserwählten aller Zeiten( Apostel, Martyrer, Beichtiger, Jungfrauen, Büßer) aller 9 Chöre der Engel, besonders der Seraphinen, deiner Hl. Mutter ganzen Lebens, Wirkens und Leidens) und deiner eigenen heil. Menschheit( deines 33jährigen Lebens, Wirkens und Leidens). - — 119 - Dann verlange ich dich in jeder der obigen Kommunionen mit solcher Liebe in mein Herz aufzunehmen, womit dich a) die Altväter und armen Seelen bei ihrer Erlösung- b) alle Heiligen und Auserwählten in ihren wirklichen und geistlichen Kommunionen, bei Erscheinungen und bei ihrer Aufnahme in den Himmel- c) alle 9 Chöre der Engel bei deiner Himmelfahrt dich aufgenommen und begrüßt haben, d) und womit dich deine heil. Mutter vom heil. Geiste empfangen, in deinem Leben, nach deinem Tode und nach deiner Auferstehung besonders in allen ihren beil. Kommunionen und bei ihrer Himmelfahrt( fie dich und du fie) aufgenommen hat. O fönnte ich dir mit jeder dieser Kommunionen jene Freude erneuern, welche du hattest, als dich dein Vater und der heil. Geist und der ganze himmlische Hof nach deinem 33jährigen Leiden- bei deiner Himmelfahrt unter unendlichem Jubel in den Himmel aufnahm: ich wäre bereit mein Leben hinzuopfern, wenn ich dir alle diese Freuden machen könnte. 120 Ich verlange diese heil. Kommunionen( für jede arme Seele im Fegfeuer, im Namen jedes unschuldigen Kindes und jeder in deiner Gnade stehenden Seele, besonders die es vernachläßigen, und anstatt aller Sünder, die dich, o Jesu, verachten) mit jedem Gedanken, Wunsche, Worte Werke und Leiden, mit jedem Athemzuge, Schritte und bei jeder Versuchung zu erneuern; weil ich es aber wegen meiner Beschränktheit, Schwäche, und wegen der Standespflichten nicht thun kann, so nimm, o gütigster Jesus! den aufrichtigen Willen fürs Werk an, und ersetze du, was mir abgeht, durch deine unendlichen Verdienste. Amen. - Sieben Aufopferungen des kostbaren Blutes Jesu Christi zu Gott dem Vater. 1. Ewiger Vater! ich opfere dir die Verdienste des kostbarsten Blutes Jesu, deines geliebten Sohnes und meines göttlichen Erlösers auf: für die Ausbreitung und Erhöhung der heil. Kirche, unserer lieben Mutter, für die Erhaltung und Wohlfahrt des sichtbaren Oberhauptes derselben, des römischen Pabstes; für die Cardinäle, Bischöfe und Seelenhirten und für alle Diener des Heiligthums. ( Die Ehre sei dem Vater 2c.) Immer sei Jesu Preis und Dank, Der mit Seinem Blut uns erlöset hat. 2. Ewiger Vater, ich opfere dir die Verdienste des kostbarsten Blutes Jesu, deines geliebten Sohnes und meines göttlichen Erlösers auf: für den Frie den und die Einigkeit der Könige und katholischen Fürsten; zur Demüthigung der Feinde des heil. Glaubens, und für die Glückseligkeit des christlichen Volfes. ( Die Ehre sei dem Vater 2c.) 3 Immer sei Jesu Vreis und Dank, Der mit seinem Blut uns erlöset hat. 121 3. Ewiger Vater! ich opfere dir die Verdienste des kostbarsten Blutes Jesu, deines geliebten Sohnes und meines göttlichen Erlösers auf: für die Erleuchtung der Ungläubigen, für die Ausrottung aller Keßereien, und zur Bekehrung der Sünder. ( Die Ehre sei dem Vater 2c.) Immer sei Jeſu Preis und Danf, Der mit seinem Blut uns erlöser hat. 4. Ewiger Vater! ich opfere dir auf die Verdienste des kostbarsten Blutes Jesu, deines geliebten Sohnes und meines göttlichen Erlösers: für alle meine Blutsverwandten, Freunde und Feinde, für die Bedürftigen, Kranken und Bedrängten, und für alle Jene, für welche ich, wie es dir bewußt ist, zu beten schuldig bin, und für welche du willst, daß ich beten soll. ( Die Ehre sei dem Vater 2c.) Immer sei Jesu Preis und Dank, Der mit seinem Blut uns erlöset hat. 5. Ewiger Vater! ich opfere dir die Verdienste des kostbarsten Blutes Jesu, deines geliebten Sohnes und meines Erlöfers auf: für alle Jene, welche am heutigen Tage sterben, damit du sie vor den Peinen 122 der Hölle bewahreft, und sie baldigst zum Besize deiner Glorie gelangen lasseft. ( Die Ehre sei dem Vater 2c.) Immer sei Jesu Breis und Dank, Der mit seinem Blut uns erlöset hat. 6. Ewiger Vater! ich opfere dir die Verdienste des fostbarsten Blutes Jesu, deines geliebten Sohnes und meines göttlichen Erlösers auf: für alle Jene, die diesen Preis unsers Heils schäßen und lieben; für Jene, die sich mit mir vereinigen, selben zu verehren und anzubeten, und welche sich Mühe geben, die Verehrung des kostbarsten Blutes überall auszubreiten. ( Die Ehre sei dem Vater x.) Immer sei Jesu Preis und Dank, Der mit seinem Blut uns erlöset hat. 7. Ewiger Vater! ich opfere dir die Verdienste des kostbarsten Blutes Jesu, deines geliebten Sohnes und meines göttlichen Erlösers auf: für Alles, was an Leib und Seele mir noththut; zu Hilfe der armen Seelen im Fegfeuer, und besonders jener, welche eine größere Andacht trugen zum kostbaren Preise unserer Erlösung, und zu den Schmerzen und Leiden unserer lieben, heiligsten Mutter Maria. ( Die Ehre sei dem Vater xc.) Immer sei Jesu Preis und Dank, Der mit seinem Blut uns erlöset hat. Es lebe das Blut Jesu Chrifti jetzt und alles zeit und durch alle Ewigkeit. Amen. 123 Anmerkung. Pius VII. hat mit Rescript von 22. Septbr. 1817 allen Christgläubigen auf immerwährende Zeiten einen Ablaß von 300 Tagen verliehen für Jedesmal, als sie mit reumüthigem Herzen in was immer für einer Sprache obige Aufopferungen des kostbaren Blutes Jesu Christi zu seinem himmlischen Vater sprechen werden, und zwar mit der frommen Meinung, dadurch einen Ersatz zu leisten für alle Unbilden, die Er um unserer Erlösung willen gelitten hat. Jene, welche diese Aufopferungen einen Monat lang täglich beten, gewinnen am Ende desselben Monats oder im nächsten, und zwar an dem Tage, wo sie beichten, kommuniziren und auf die Meinung des hl. Vaters beten, einen vollkommenen Ablaß. Beide Ablässe sind auch den armen Seelen im Fegfeuer zuwendbar. Tägliche Aufopferung des kostbaren Blutes Jesu Christi. Ewiger Vater; ich opfere dir auf das kostbare Blut Jesu Christi zur Genugthuung für meine Sünden und für die Bedürfnisse der Hl. Kirche. Ablaß von 100 Tagen so oft man mit Undacht dieses Schußgebet spricht. Ppius VII. 29. März 1817. Gebet des hl. Franz Xaver, für das Apostolat des Gebetes eingerichtet. oblj Ewiger Gott! Schöpfer aller Dinge, gedenke, daß die Seelen der Ungläubigen( der Irrgläubigen und Sünder) das Werk deiner Hände sind und daß du dieselben nach deinem Ebenbilde geschaffen haft. Und dennoch, o Herr! füllt sich trotz deines Hl. Namens die Hölle mit solchen Seelen! Ges 124 denke, daß dein Sohn Jesus Christus auch für ihre Erlösung einen schrecklichen Tod erlitten hat. gib nicht zu, wir bitten, daß dein göttlicher Sohn noch länger der Gegenstand der Verachtung dieser Ungläubigen( und Undankbaren) bleibe. Laß dich erweichen durch die Gebete heiliger Seelen und der Kirche, der hl. Braut deines Sohnes; gedenke deiner Barmherzigkeit, vergiß ihren Gößendienst und ihren Unglauben und mache, daß sie endlich denjenigen erkennen und lieben, den du zu unserm Heile in die Welt gesendet haft, der uns zum Leben und zur Auferstehung wiedergeboren und uns von der Hölle befreit hat, ihn, Jesum Christum unsern Herrn, dem Ehre und Anbetung sei von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Ablaß von 300 Tagen für das jedesmalige andächtige Sprechen dieses Gebetes.( Pius IX. 21. Mai 1847.) Gebet für diejenigen, welche an diesem Tage sterben. O gütigster Jesus, Liebhaber der Seelen! ich bitte dich durch die Todesangst deines heiligsten Herzens, und durch die Schmerzen deiner unbes fleckten Mutter, wasche in deinem Blute die Sünder der ganzen Welt, welche jetzt in Todesangst versetzt sind, und heute sterben werden. Amen. Herz Jesu, in Todesangst versetzt, erbarme dich der Sterbenden. Ublaß von 100 Tagen, so oft man andächtig und mit Liebesreue im Herzen dieses Gebet spricht: Jene aber, die es so dreimal zu verschiedenen Zeiten des Tages während eines ganzen Monates sprechen, können an einem beliebi 125 gen Tage im Monat unter den gewöhnlichen Bedingungen einen vollk. Ablaß gewinnen. Pius IX. 2. Febr. 1850. Großmüthiger Liebesact für die armen Seelen, welcher von den Päbsten Benedict XIII. Pius VI. und Pius IX. mit vielen Ablässen bereichert und bestätiget worden ist. Dieser großmüthige Liebesact besteht darin, daß wir die besondere und uns persönlich zukommende Frucht unserer genugthuenden guten Werke im Leben, und alle Gebete und guten Werke, die uns nach dem Tode fürbittweise zugewendet werden, durch die Hände der allerfeligsten Gottesmutter Maria den armen Geelen zuwenden. Nur. der Genugthuungswerth aller dieser Werke wird durch diesen Act der Schenkung den armen Seelen zugewendet. Die Früchte des Verdienstes, der Sühne, der Bitte bleiben uns immer, weil sie andern nicht mitgetheilt werden können. Du kannst diesen Schenkungs= Act auf folgende Weise machen: O mein Gott! in Vereinigung mit den Verdiensten Jesu und Maria, bringe ich dir durch die Hände Mariens für die armen Eeelen im Fegfeuer. dar den Genugthuungswerth aller meiner Gebete, Ablässe und guten Werke, die mir während meines Lebens, im Tode und nach dem Tode zugewendet werden mögen. Anmerkung. Pius IX. hat durch Dekret v. 30. Sep tember 1852 für diesen großmüthigen Liebesact fola gende Ablässe theils bestätiget theis neu verliehen. 1. Den Priestern für jede hl. Messe das persönliche Vorrecht eines privilegirten Altares. 2. Den Gläubigen einen vollkommenen Ablaß, der blos den armen Seelen zugewendet werden kann, jedes Mal, so oft sie die hl. Kommunion, und ebenso an 126 jedem Montage des Jahres, wenn sie zum Troste der armen Seelen die heil. Messe anhören, und in einem wie im andern Falle in einer Kirche oder einem öf fentlichen Oratorium eine Zeitlang auf die Meinung Gr. Heiligkeit beten.- Jene, welche am Montage der Hl. Messe nicht beiwohnen können, können die vom Sonntage zu diesem Zwecke aufopfern. 1 3. Daß die Gläubigen, welche dieß Angelöbniß ablegen, alle Ablässe, welche sie gewinnen, gültig an die armen Seelen übertragen können. Gebete zu Ehren des göttl. Herzens Jesu. Gebet bei dem Besuche des Herz- Jesu- Bildnisses.* Göttliches Herz Jesu! sieh', wir liegen hier auf unsern Knien, und bringen dir dar alle Anbethung, alles Lob und alle Verherrlichung des unbefleckten Herzens Mariä, aller Engel und Heiligen des Himmels und der ganzen heiligen Kirche, und wünschen dich so von allen Kreaturen durch alle Ewigkeit angebetet, gelobt und verherrlichet zu sehen. Auf gleiche Weise danken wir dir für alle Wohlthaten der Natur, der Gnade und der *) Pabst Pius VII. hat denjenigen, welche ein der öffentlichen Verehrung ausgestelltes Herz- Jesu- Bildniß bes suchen, mit Rescript vom 2. Jänner 1809, jedes Mal einen Ablaß von 7 Jahren und 7 Quadragenen verliehen, wenn sie vor dem Bildnisse nach der Meinung Sr. Heiligkeit eine Zeitlang beten. Dazu, so wie zur Andachtsübung an allen ersten Conntagen des Monats, welche ge= wöhnlich als die Monatsonntage des göttlichen Herzens Jesu gefeiert werden, kann nun dieses Gebet dienen. 127 Glorie, welche aus dir, der unerschöpflichen Quelle alles Guten ohne Unterlaß ausströmen. In der Vereinigung aller dich liebenden Geschöpfe bitten wir dir ab allen Unglauben, allen Kaltsinn, alle Gleichgiltigkeit, alle Entehrungen und Beleidigungen, die du, besonders im allerheiligsten Altarsfakramente, von den Menschen erfahrest. Nimm dafür gnädig an unsern Glauben, unser Vertrauen und erhöre gnädig unsere Bitten: V. Göttliches Herz Jesu! erbarme dich über deine heilige Kirche, über alle geistlichen und weltlichen Obrigkeiten, und über alle deine Gläubigen. R. Wir bitten dich, erhöre uns! V. Göttliches Herz Jesu! erbarme dich über alle Mitglieder der Bruderschaft, die deiner Vereh rung geweiht ist. R. Wir bitten dich, erhöre uns! V. Göttliches Herz Jesu! wir empfehlen dir unsere besondern Anliegen. R. Wir bitten dich erhöre uns! V. Göttliches Herz Jesu! erbarme dich über alle abgestorbenen Christgläubigen im Fegfeuer, befonders über die Seelen derjenigen, welche im Leben dieser Bruderschaft angehört haben. R. Wir bitten dich, erhöre uns! Göttliches Herz Jesu! du hast dich für das Heil aller Menschen dem himmlischen Vater am Kreuze geopfert, und du erneuerst dieses Opfer alle Tage unzählige Male auf unsern Altären; laß dieses unendliche Liebesopfer Allen zu Gute kommen. Erhalte, Beschüße und regiere deine Hl. Kirche und das Oberhaupt derselben. Einige mit dem Oberhaupte die Bischöfe, mit den Bischöfen die 128 Priester, mit den Priestern alle Gläubigen, auf daß wir Alle Ein Gebäude ausmachen, aufgeführt auf dem Grunde der Apostel, auf dem Felsen Bes tri, und auf dir, dem ewigen Ecksteine. Falsche Lehre, Spaltung, Aergerniß, Verfolgung und Gleichgiltigkeit halte ferne von deiner heil. Gemeinde. Beschüße die Regenten, Obrigkeiten und Vorgesetzten, damit sie mit deiner Weisheit und Kraft ihre Untergebenen in Frieden und Einigkeit, in Gerechtigkeit und Liebe, in wahrer Gottseligkeit zum ewigen Heile und zur zeitlichen Wohlfahrt leiten mögen. Verleibe allen Eltern deine Gnade, ihre Kinder zu deiner Ehre und zu ihrem Heile zu erziehen, zu Kindern Gottes und zu Erben des Himmels in Unschuld und Tugend heranzubilden. Gib auch allen Kindern Folgsamkeit, Chrfurcht, Dankbarkeit und Liebe gegen ihre Eltern, daß dein göttlicher Vatersegen an ihnen recht reichlich erfüllt werde. Gewähre auch den Dienstboten Treue und Gewissenhaftigkeit in der Erfüllung ihrer Pflichten, Geduld und Demuth, reinen Wan del und die Freude des heiligen Geistes. condi Erhalte die Unschuld, stärke die Büßer, bekehre die Sünder, demüthige die Feinde deines Reiches und führe sie in deinen Schafstall zurück; verbreite die Ehre deines göttlichen Namens immer mehr und mehr, daß alle Menschen zur Erkenntniß der Wahrheit gelangen und selig werden. Laß dir endlich alle Menschen empfohlen sein, erbarme dich auch der abgeschiedenen Gläubigen, besonders unserer Eltern, Verwandten, Freunde, und Wohlthäter, und derjenigen, deren sich Niemand 129 Der besonders erinnert, und laß uns mit ihnen zu deiner ewigen Anschauung und Seligkeit gelangen. du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. stisn Erneuerung des vaterländischen Bundes mit dem heiligsten Herzen Jesu. Herr Jesu Christe, du Sohn des lebendigen. Gottes, wahrer Gott und Mensch zugleich! Dir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden, der du sigest zur Rechten deines himmlischen Vaters und einst fommen wirst in großer Macht und Herrlichkeit mit allen deinen Engeln zum offenen Gerichte der ganzen Welt. Bis dahin aber bist du als guter Hirt deiner Schafe und Beschüßer deiner Rechtgläubigen wahrhaft bei uns gegenwärtig im heiligsten Sakrament des Altares, zum Troste und zur Speise unserer Seelen! Gedenke des heiligen Bundes unserer Väter, welchen sie in der Zeit großer Kriegesnoth mit deinem heiligsten Herzen geschlossen haben auf ewige Zeiten! Du hast sie in ihrem Gebethe und Flehen barmherzig angesehen, dein liebvollstes Herz zum bedrängten Vaterlande gewendet, dasselbe in dem allein seligmachenden christkatholischen Glauben rein erhalten, von mächtigen Feinden befreiet, und da durch deinen heiligen Namen unter den Völkern groß gemacht. endo Wir erneuern mit aufrichtigen Herzen diesen heiligen Bund der Väter, und versprechen dir fortan 9 130 zu dienen in treuer Erfüllung deines göttlichen Willens, in Haltung deiner Gebothe, in Beförderung der Ehre deines heiligsten Namens, der in diesen Zeiten so vielfach gelästert und entheiliget wird. Auf dich allein ist unser Vertrauen festgestellt; weil kein Anderer ist, der für uns streitet, als du unser Gott. Wende dein Vaterherz immer mit Segen uns, deinen schwachen Kindern zu, auf daß wir in der Kraft deines Armes den geistlichen und leiblichen Feinden standhaft widerstehen, in Gerechtigkeit und Frieden dir dienen, und ein einiges christkatholisches Vaterland als heiliges Erbe den späten Nachkommen erhalten mögen. Amen. Begrüßung des göttlichen Herzens Jesu. Sei gegrüßt, du allersüßestes Herz Jesu Christi! du süßklingende Stimme, der allerheiligsten Dreieinigkeit. Sei gegrüßt, o alleredelstes Herz Jesu! du lebendige Quelle aller Güte. Sei gegrüßt, o liebendstes Herz Jesu Christi! du fostbarste Schatzkammer aller Reichthümmer Gottes. Tausend- und tausendmal benedeie und grüße ich dich in jener göttlichen Gütigkeit, in der du der Brunnen und die Quelle bist, aus der alle Güte und Erbarmung hervorquellt. O ebles und fostbares Herz Jesu Chrifti, in der gegenseitigen Liebe der hochheiligen Dreieinigkeit grüße und bete ich dich an in dem Uebermaaß aller Gnaden, welche von dir ausgeströmt sind und ohne Unterlaß ausströmen in alle heiligen und guten Seelen. O Herz Jesu, du süßes Herz! O Herz Jesu, du 131 mildes Herz! O Herz Jesu, du liebevollstes und liebenswürdigstes Herz! In dein Innerstes versenke ich meinen Geist, und in dem Abgrunde deiner Barmherzigkeit begrabe ich all meine Sündhaftigfeit und Nachläßigkeit. In dich verberge ich mich, in dich verschließe ich mich, dir empfehle ich mich ganz und gar. Dir übergebe ich all mein Kreuz und Leiden, die übertrage ich all meine Mühe und Arbeit, dir opfere ich all mein Thun und Lassen, dir empfehle ich mein Leben und Sterben. O Herz, du würdigstes, gottgefälligstes Brandopfer! opfere dich für mich auf dem Altare der Versöhnung zum Erfage aller Augenblicke meines Lebens, an denen ich Gott entweder gar nicht oder nur lau gedient habe. Ich benedeie dich, o alleredelstes Herz Jesu! in jener Liebe, in der du vom hl. Geiste aus dem keuschesten Blute Marià der Jungfrau bist gebildet worden. Ich verherrliche dich, o süßestes Herz Jesu! in jener Liebe, in der du von der allerheiligsten Dreieinigkeit mit allen himmlischen Gütern bist gezieret worden. Ich preise dich, o allermildestes Herz Jesu! in jener Liebe, in der du immer gegen das Menschen Geschlecht entbrennt warest. Ich verehre dich, o allergütigstes Herz Jesu! in jener Liebe, mit welcher du am Kreuze im bittersten Tode gebrochen bist. Ich lobe dich, o allertreuestes Herz Jesu! in jener Liebe, in der du mit einer Lanze hast durchstochen werden wollen, um noch den letzten Tropfen deines Blutes für uns zu vergießen. = Deßwegen, o allerheiligste Dreifaltigkeit! lobe und benedeie ich dich tausend und tausendmal, und durch das übergebenedeite Herz Jesu Christi und im Namen aller Geschöpfe sage ich dir ewigen 9* 132 Dank, daß du diesem alleredelsten Herzen dieses unermeßliche Meer von Gaben und Gnaden mit getheilt haft. Mit schuldigster und aller mir möglichen Ehrfurcht opfere ich deiner höchsten Majestät dieses nämliche göttliche Herz mit aller Seligkeit, die es in sich begreift, zu deinem ewigen Lobe, zu deiner Ehre und Freude, dich demüthig bittend, daß du um desselben willen alle meine Sünden mir verzeihen, und alle meine Nachläßigkeiten und Versäumnisse wieder ersetzen wollest. Amen. Andachten frommer und heiliger Seelen zum göttlichen Herzen Jesu. ng Weihe an das göttliche Herz Jesu. nek stod som das Von Margaretha Alacoque. insi 0 usblum Anzubetendes Herz meines liebreichsten Jesus, Sig aller Tugenden, unerschöpfliche Quelle aller Gnaden! welchen Werth konntest du an mir finden, daß du mich mit so großem Uebermaße liebtest, wenn auch mein Herz, mit tausend Verschuldungen befleckt, dir nichts anderes bewahrte als Gleichgiltigkeit und Härte. Die großmüthigsten Beweise der Liebe, die du mir auch dann noch gabst, wo ich dich nicht liebte, lassen mich hoffen, daß du meine Liebesbezeigungen huldreich aufnehmen wollest. Genehmige also, liebenswürdigster Erlöser! meinen Wunsch, mich ganz der Chre und dem Lobe deines allerheiligsten Herzens zu weihen; nimm die Schen 133 fung huldreich an, welche ich dir von meinem ganzen Wesen darbringe; ib weihe dir meine Person, mein Leben, meine Handlungen, meine Mühsale und Leiden, da ich in Zukunft nichts anderes, als ein deiner Ehre geweihtes Opfer zu sein verlange, das nun von deiner Liebe entzündet, einst aber durch deine Güte von dieser beiligen Flamme gänzlich verzehrt werden möge. Ich opfere also dir, mein Herr und Gott! mein Herz mit allen seinen Empfindungen, und verlange, daß dieselben mein ganzes Leben hindurch den deinen vollkommen ähnlich feien. Sieh also, o Herr! ich gehöre nun ganz deinem Herzen an, ich bin ganz dein. O geliebter Gott! wie groß sind deine Erbarmungen gegen mich. Mein Gott! Gott der Majestät! wer bin ich, daß es dir gefällt, das Opfer meines Herzens anzus nehmen? Dieses Herz wird von nun an ganz dir angehören, und die Geschöpfe sollen keinen Antheil daran haben; denn sie sind es nicht werth. Sei, liebenswürdigster Jesus! fünftig mein Vater, mein Gelicbter, mein Alles; denn ich will von nun an nur für dich allein leben. Nimm, o anzubetender Erlöser der Menschen! das Opfer an, welches ich, die Undankbarste aller Menschen, deinem heiligsten Herzen darbringe, um das Unrecht gut zu machen, das ich bis zur Stunde nicht aufhöre ihm anzuthun, indem ich seiner Liebe so übel entspreche. Ich fühle wohl, daß ich ihm wenig gebe; aber ich gebe ihm wenigstens Alles, was ich geben kann, und wovon ich weiß, daß dasselbe es verlangt; und wenn ich ihm mein Herz weihe, so gebe ich es hin, um es nicht wieder zurückzunehmen. 134 de Lehre mich, liebenswürdigster Heiland! michy selbst vollkommen vergessen, weil dieß der einzige Weg ist, auf welchem ich zum gewünschten Eingang in dein anzubetendes Herz gelangen kann; und da ich künftig Alles für dich thun werde, so mache, daß Alles, was ich thue, deiner würdig sei. Lehre mich, was ich thun soll um zur Reinheit deiner Liebe zu gelangen. Gib mir jene tiefe Demuth, ohne welche dir nichts gefallen kann, und vollbringe in mir allen deinen heiligen Willen jetzt und in alle Ewigkeit. Amen. Abbitte zu Ehren des göttlichen Herzens Jesu. Von Margaretha Alacoque. Hei Anbethungswürdigster und liebreichster Jesus! du bist stets voll Liebe zu uns; stets von unserm Elende gerührt, stets vom Verlangen gedrängt, uns Deine Schäße mitzutheilen, und dich selbst uns zu geben Jesus, mein Heiland und mein Gott! der du. durch ein Uebermaß der glühendsten und wunderbarsten Liebe in dem heiligen Sakramente des Altars ein beständiges Opfer sein wolltest, wo du dich jeden Tag millionenmal für uns opferst; welche Empfindungen hegest du wohl in diesem Zustande, da du für diese unendliche Güte in den Herzen der meisten Menschen nichts findest als Härte, Vergessenheit, Undank und Verachtung! War es nicht genug, mein Erlöser! daß du den beschwerlichsten Weg einschlugest, uns zu erlösen, da du Doch mit weit geringeren Kosten uns eine übermä 135 sige Liebe erweisen fonntest? War es nicht genug, einmal jenem grausamen Todesfampfe dich hinzugeben, in welchen dich das schauderhafte Bild unserer Sünden, die du auf dich genommen, verseßen sollte? Warum seßest du dich jeden Tag noch immer allen Entwürdigungen aus, deren nur die schwärzeste Bosheit der Menschen und Teufel fähig ist? Ach, mein Gott und mein liebreichster Erlöser! was empfand wohl dein heiligstes Herz bei dem Anblicke eines so großen Undanfes und so vieler Sünden? Wie groß war die Bitterfeit, in welche so viele Entehrungen und Beleidigungen dein Herz versenkten! Vom innigsten Mitleide über alle diese Unbilden durchdrungen, liege ich hier auf meinem Angesichte, und wie vernichtet vor dir, um dir vor den Augen des Himmels und der Erde eine feierliche Abbitte zu leisten für alle Schmach und Unehre, welche du feit der Einfeßung dieses anbetungswürdigsten Sakramentes auf dem Altare erduldet hast. Mit gedemüthigtem und vom Schmerze durchbohrtem Herzen bitte ich dich zu tausend Malen um Vergebung für alle diese ruchlosen Mißhandlungen. O Gott! warum kann ich denn nicht mit meinen Thränen und mit meinem Blute alle jene Orte abwaschen, wo dein Herz so gering geschätzt wurde, und wo man die kostbaren Unterpfänder deiner göttlichen Liebe mit so entsetzlicher Verachtung aufnahm? Warum ist es mir nicht erlaubt, durch eine neue Art von Huldigung, Demüthigung und Entfagung so viele Entheiligungen und Entweihungen gut zu machen? Warum ist es mir nicht gegönnt, einen Augenblick Gebieterin über die Her 136 zen aller Menschen zu sein, und durch das Opfer, welches ich dir mit denselben machen würde, die Vergessenheit und Gefühllosigkeit aller jener gewisfermaßen zu ersetzen, welche dich nicht haben erkennen wollen, und nachdem sie dich erkannt haben, doch so wenig liebten? Aber, mein anbetungswürdiger Heiland! was mich mit Scham bedeckt, und noch mehr zum Weinen bringt, ist, daß ich selbst Eine dieser Undankbaren war. Du, mein Gott! der du den Grund meines Herzens siehst, du siehst auch den Schmerz über meinen Undank, und mein Leid, daß ich dich so unwürdig behandelt habe; du weißt auch, daß ich bereit bin, Alles zu thun und zu leiden, dieſe Schmach zu ersetzen. Hier bin ich also; o Herr! mit vor Schmerzen gebrochenem Herzen, gedemüthigt, hingestreckt, bereit, von deiner Hand anzunehmen, was dir gefällt zum Ersage für so viele Schmach zu fordern. Schlage, o Herr! schlage, ich werde hundertmal die Hand küssen und segnen, welche an mir eine so gerechte Züchtigung ausübt. Warum bin ich nicht ein würdiges Schlachtopfer, um so viele Beleidigungen zu fühnen? Warum kann ich nicht mit meinem Blute alle jene Orte waschen, wo dein heiliger Leib auf der Erde herumgezerrt, und mit Füßen getreten wurde? O wie glücklich würde ich sein, wenn ich durch alle möglichen Qualen alle Beschimpfungen, Verachtungen und Gottlosigkeiten ersetzen könnte! Da ich aber diese Gnade nicht verdiene, so genehmige wenigstens meinen Wunsch. Empfange, ewiger Vater! diese feierliche Abbitte in der Vereinigung mit jener Abbitte, welche dir auf dem Kalvarienberge, das aller 137 heiligste Herz und die jungfräuliche Mutter am Fuße des Kreuzes ihres göttlichen Sohnes darbrachten; verzeihe mir so viele unwürdige Vergehungen und Unehrerbietigkeiten, und kräftige durch deine Gnade meinen Willen und Vorsatz, nichts zu unterlassen, meinen Gebieter, Heiland und Richter mit aller Inbrunst zu lieben, und auf alle mögliche Weise zu ehren, den ich hier im anbetungswürdigen Sakramente gegenwärtig glaube, und dem ich auch von nun an durch meine Ehrfurcht in seiner Gegenwart, und durch meine oftmaligen und andächtigen Besuche und Anbetungen beweisen will, daß ich ihn wahrhaft gegenwärtig glaube. Und da ich mich dazu bekenne, sein heiligstes Herz auf befondere Weise zu verehren, so will ich auch durch mein ganzes übriges Leben in demselben meine Wohnung aufschlagen. Gewähre mir die Gnade, um welche ich dich bitte in eben diesem heiligen Herzen den letzten Seufzer im Augenblicke meines Loves aushauchen zu können. Amen. Gebet zum göttlichen Herzen Jesu um die Bekehrung aller Sünder.mung Von der heil. Veronika Juliani. O mein Gott und Heiland, Jesus Christus! ich bitte dich nicht allein für mein Herz um die Segnungen, welche deinem hochheiligen Herzen entblühen; sondern ich flehe zu dir auch um das Wohl aller armen Sünder, welche du mit deinem Blute theuer erkauft hast. Laffe sie doch alle kommen 138 zu deinem Herzen, o Herr! zu dieser Quelle, ja zu diesem Meere deiner unendlichen Liebe, damit fie in demselben von allen ihren Vergehen gereiniget werden, und sie dich, als den süßesten Bräutigam ihrer Liebe, von jetzt an und allezeit lieben mögen. Gib Allen und auch mir das selige Leben in dei nem Herzen. Amen. Gebetkränzlein zum Herzen Jesu, oder Gebetsübung zur Nachahmung der Tugenden: des göttlichen Herzens. V. O Gott, merke auf meine Hilfe! R. Herr, eile mir zu helfen! 1. Mein liebreichster Jesus! wenn ich die Güte deines Herzens betrachte und sehe, wie voll es von Mitleiden und Zärtlichkeit gegen die Sünder ist, so frohlocket mein Herz und wird mit Zuversicht erfüllt, von dir gnädig aufgenommen zu werden. Ach mein Gott! wie vielfältig sind meine begangenen Sünden! aber, gleich dem Petrus und der reumüthigen Magdalena, beweine und verabscheue ich sie, weil sie eine Beleidigung deiner unendlichen Güte, meines höchsten Gutes sind. O schenke mir vollkommene. Verzeihung und laß mich lieber sterben; ja, ich bitte dich durch dein gütigstes Herz, laß mich lieber sterben, als dich noch einmal beleidigen, oder laß mich nur leben, damit ich dich hinwieder liebe. Amen. ( Ein Vater unser und fünf Ehre sei Gott 2c.) Dein süßes Herz entzünde stets in mir, O Jesus, meine Liebe mehr zu dir. 139 2. Ich benedeie, mein Jesus! dein demüthigstes Herz und danke dir, daß du mich, nachdem du es mir zum Vorbild gegeben, nicht nur so dringend zu seiner Nachahmung ermunterst, sondern um den Preis so vieler Demüthigungen, die du erlitten, mir auch den Weg dazu gewiesen und geebnet hast. Wie undankbar und thöricht war ich! Wie sehr habe ich mich vergangen! O verzeih es mir! Kein Stolz, keine Ruhmsucht mehr, sondern mit demüthigem Herzen, und unter Demüthigungen. will ich dir folgen und den Frieden und das Heil erlangen. O mache mich stark dazu, und ich werde ewig dein Herz benedeien. Amen. ( Ein Vater unser und fünf Ehre sei Gott 2c.) Dein süßes Herz entzünde stets in mir, Jesus, meine Liebe mehr zu dir! Endi 3. Ich bewundere, o mein Jesus! dein überaus geduldiges Herz, und danke dir wegen so vieler bewunderungswürdiger Beispiele deiner unüberwinde lichen Geduld, die du uns hinterlassen hast. Es schmerzet mich nur, daß sie meiner Weichlichkeit vergebens den Vorwurf machen, da ich noch das kleinste Leiden nicht ertragen kann. Ach liebster Jesus! flöße meinem Herzen eine feurige und stands hafte Liebe zur Trübsal, zum Kreuze, zur Abtödtung und Buße ein, damit ich, dir zum Kalvarienberge nachfolgend, auch in die Herrlichkeit und Freude des Paradieses mit dir eingehen könne. Amen. ( Ein Vater unser und fünf Ehre sei Gott 2c) 140 Dein süßes Herz entzünde stets in mir, O Jesus, meine Liebe mehr zu dir! 4. In Gegenwart deines sanftmüthigsten Herzens, o mein Jesus! muß ich über die Ungleichheit der Gesinnungen meines Herzens gegen jene des deinigen wahrhaft erschrecken. Nur zu sehr wird es bei dem mindesten Anlasse, bei einer Geberde, einem widersprechenden Worte beunruhiget, gereißt und zum Murren gebracht! Ach, verzeihe mir diese lei denschaftlichen Ausbrüche und verleihe mir die Gnade, in Zukunft bei jedem Widerspruche deine unveränderliche Sanftmuth nachzuahmen und so eines ewigen heiligen Friedens zu genießen. Amen. ( Ein Vater unser und fünf Ehre sei Gott 2c.). Dein süßes Herz entzünde stets in mir, O Jesus, meine Liebe mehr zu dir! 5. Lob und Preis soll überall ertönen, o Jefus! deinem großmüthigsten Herzen- wie es ihm ganz und gar gebührt- welches den Tod und die Hölle siegreich überwunden hat. Mehr als je beschämt, betrachte ich mein kleinmüthiges Herz, welches schon durch ein schiefes Wort, durch eine kleine Beleidigung aus der Faffung kommt. Von nun an aber soll es nicht mehr so sein. Ich bitte dich um Muth und Kraft, damit ich kämpfend und fiegend auf Erden, auch im Himmel mit dir freudenvoll triumphiren möge. Amen. ( Ein Vater unser und fünf Ehre sei Gott 2c.) Dein süßes Herz entzünde stets in mir, Jesus, meine Liebe mehr zu dir! 141 Wende dich nun, voll Vertrauen auf ihr mitleidiges, unbeflecktes Mutterherz, zu Maria, und sprich: Durch die hohen Vorzüge deines süßesten Herzens erbitte mir, o große Mutter Gottes, und auch meine Mutter! eine wahre und beharrliche Andacht zum heiligsten Herzen Jesu, deines Sohnes, damit ich mit allen meinen Gedanken und Willensregungen in dasselbe mich verschließend, alle meine Pflichten wohl erfülle, allzeit, besonders aber an diesem Tage, meinem Jesu mit Herzensfreudigkeit diene, und immer mehr den Tugenden und Vollkommenheiten Seines heiligsten Herzens nachzufolgen mich bestrebe. Amen. V. O Herz Jesu, brennend vor Liebe zu uns, R. Entflamme unser Herz zur Liebe zu dir! Gebet. O Herr! wir bitten, möge der heilige Geist mit jenem Feuer uns entflammen, welches unser Herr Jesus Christus aus dem Innersten seines Herzens auf die Erde gesandt hat und mächtig wollte entbrennen sehen, welcher mit dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigfeit zu Ewigkeit. Amen. Anmerkung: Für dieses Gebetskränzlein jedesmal ein Ablaß von 300 Tagen; und wenn es täglich durch einen Monat geschieht, unter den üblichen Bedingun gen einen vollkommenen Ablaß, welche Ablässe auch den armen Seelen im Fegfeuer zugewendet werden Fönnen. P. Pius VII. 20. März 1815 und 26. September 1817. 142 Chriftliche Seele! nimm dir zum Behufe der Nachahmung des göttlichen Herzens vor, monatlich wenigstens Eine Tugend desselben besonders nachzuahmen, B. Seine Demuth, Geduld, Abtödtung, 3 Gehorsam, Ergebung in Gottes heiligsten Willen u. f. w. erwecke den Vorsatz dazu bei deinem tåglichen Morgengebete, bitte das göttliche Herz um Kraft und Stärke, erinnere dich daran öfters im Tage und erforsche dich darüber besonders bei deinem Abendgebete,- und du wirst dadurch großen Fortgang in deinem geistlichen Leben erhalten. Morgenopfer an das göttliche Herz Jesu.*) Heiligstes Herz Jesu, ich opfere dir auf meinen Willen, daß du ihn stärkest; meinen Verstand, daß du ihn erleuchteft; mein Gedächtniß, daß du es einnehmest; meine Begierden und Neigungen, daß du ste reinigest. Ich opfere dir auf meine Absichten, daß du sie leitest; meine Mühen und Arbeiten, daß du sie segneft; und alle meine innern und äußern llebungen, daß du sie heiligest, Dein göttliches Herz, o Jesu! soll Alles besigen, was ich bin, und was ich habe. Deine Liebe zu mir ist meine Hoffnung, mein ganzés Vertrauen. Oerhöre mich, und gib nicht zu, daß ich je von dir weiche! Amen. *) Diese zwei folgenden Gebete sind von der gotte seligen Mutter Mechtild vom hl. Sakras mente, Stifterin der ewigen Anbeterinen. 143 Abendopfer an das göttliche Herz Jesu. In deiner unendlichen Güte segne mich, heiligstes Herz Jesu! und nimm auf meine Dantsagung für alle Gnaden, die ich von dir an diesem Tage empfangen habe. Es schmerzen mich die Fehler und Treulofigkeiten, die ich gegen dich begangen; ich habe aber das Vertrauen, daß du mir dieselben verzeihest, und Alles ersetzeft, was sie der göttlichen Ehre geraubt. Mein Glaube, meine Hoffnung, meine Liebe, Alles ist dein. In deinen heiligen Flammen, o anbetungswürdiges Herz! will ich ruhen und schlafen. O möge ich dann ganz entzündet von deiner Liebe wieder erwachen! Amen. Gänzliche Hinopferung an das göttliche Herz. Von P. Claudius de la Colombière. dir O Herz meines geliebtesten Jesus! meiner Liebe und Anbetung würdigstes Herz! entflammt von dem Verlangen, so viele und so große Unbilden, welche dir zugefügt worden sind, zu ersetzen und zu tilgen, und um das Verbrechen eines undankbaren Gemüthes, so viel an mir ist, zu vermeiden, opfere und übergebe ich dir völlig mein Herz mit allen seinen Gefühlen und mich selbst ganz. Ich bezeuge, dieß sei mein reines und aufrichtiges Verlangen, daß ich von dieser Stunde und von diesem Augenblicke an meiner und meiner Angelegenheiten gänzlich vergesse, daß ich mit Hinwegräumung aller Hindernisse in dein allerheiligstes Herz, welches du 1441 mir mit besonderer Barmherzigkeit aufgeschlossen haft, eingehen, und dort mit deinen treuen Dienern im Leben und Sterben wohnen könne. Von der Liebe zu dir also ganz entzündet, opfere ich gern diesem göttlichen Herzen alles Verdienst, alle Genugthuung, welche sowohl in den Mesopfern, als auch in den Gebeten und in den Werken der Buße, der Demuth, des Gehorsams und aller übrigen Tugenden enthalten ist, die ich in der ganzen Zeit meines Lebens bis zum letzten Hauche verrichten werde. Ich ver-= lange nicht nur, daß dieß Alles zum Lobe und zur Ehre des Herzens Jesu geschehe, sondern ich bitte noch überdieß inständig und demüthig, daß es die vollkommene Schenkung von dem Allen, welche ich demselben heiligsten Herzen mache, zuzulassen sich würdigen möge, so zwar, daß es über Alles nach Belieben verfügen könne, indem es dasselbe an wen immer veriheile, oder zu was immer für einen beliebigen Zweck verwende. Und da ich schon den armen Seelen im Fegfeuer übergeben habe, was immer in meinen Werken als Genugthuung gelten kann, so wünsche ich, daß auch dieses nach dem Wohlgefallen des Herzens Jesu jenen Seelen zukommen möge. Da ferner diese Schenkung feineswegs hindern wird, die heiligen Messen und übri gen Gebete aufzuopfern, wie es der Gehorsam und. die Liebe fordern, so ist es meine Meinung, daß wenn ich fremde Güter, und welche dem Herzen Jesu gehören, gebrauchen werde, alle Tugendwerke, welche dann geübt werden, dem Herzen Jesu als ihm eigene, ihm gewidmete und geweihte Güter verbleiben. O heiligstes Herz! ich bitte dich, zeige mir den Weg, welchen ich einschlagen muß, daß 145 ich auf mich selbst gänzlich vergessen, und die Reinheit deiner Liebe, nach welcher du mir das Vers langen eingegoffen hast, erlangen kann. Ich bin zwar von einem heftigen Verlangen entzündet, dir zu gefallen; aber ich fühle, daß ich dasjenige, was ich wünsche, ohne die mächtige Hilfe, welche du allein gewähren fannst, nicht zu erlangen vermag. Wirke also in mir, o allerfeligstes Herz! was immer dir wohlgefällig und deinem Willen gemäß ist. Ich fühle zwar den Widerwillen und Widerstand; aber es ist, wenn ich mich nicht täusche, nicht mein Wille, es ist deine Sache, alles zu leisten und zu vollbringen: dir allein muß die Ehre meiner Heiligkeit, follte sie je erreicht werden, zugeschrieben werden; auch will ich von nun an zu keinem andern Zwecke nach der Heiligkeit streben, als damit du gelobt und verherrlichet werdest. Amen. Litanei der hl. Vereinigung mit dem göttl. Herzen Jesu. Herr, erbarme dich unser! Jesu, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Immerwährende Anbetung des Herzens Jesu, ich vereinige mich mit dir. ist som Glühender Eifer des Herzens Jesu, ich vereinige mich mit dir. Unendlich würdiges Opfer des Herzens Jefu, ich vereinige mich mit dir. 10 146 Vollkommenste Genugthuung des Herzens Jesu, Nie unterbrochenes Lob und Dankopfer des Herzens Jesu, Unerschütterliches Vertrauen des Herzens Jesu, Flammendes Bittgebet des Herzens Jesu, Anbetungswürdiges Schweigen des Herzens Jesu, Tiefste Erniederung des Herzens Jesu, Erstaunliche Demuth des Herzens Jesu, Gehorsam des Herzens Jesu bis in den Tod, Vollkommene Hingebung des Herzens Jesu, Höchste Gelassenheit und Gleichmuth des Herzens Jesu, ORISO Sanftmuth und Frieden des Herzens Jesu, Unerschöpfliche Geduld des Herzens Jesu, Unaussprechliche Güte des Herzens Jesu, Unermeßliche Barmherzigkeit des Herzens Jesu, Liebvollste Sorge des Herzens Jesu für die Sünder, Wundersame Langmuth des Herzens Jesu in Schmach und Leiden, Hochheilige Vereinigung des Herzens Jesu mit dem himmlischen Vater, Einziges Verlangen des Herzens Jesu, daß der himmlische Vater über alles verherrlichet werde. ich vereinige mich mit dir. Gebet zum heiligsten Herzen Jesu. Heiligstes Herz Jesu! ich bete dich an aus dem tiefsten Grunde meiner Seele im hochheiligen Altarssakramente, und vereinige mich, so viel ich es vermag, mit allen deinen Meinungen, Absichten, Gesinnungen und immerwährenden Aufopferungen. Overleihe mir und allen Sündern deine göttliche 147 Hilfe, daß wir die Ehre deines Vaters ersetzen, den die Unthaten und Alergernisse der Welt so sehr beleidigen. Laß uns Alle deine unendlichen Erbarmungen fühlen, auf daß wir ewig dich loben, preisen und lieben mögen. Amen. Gebete zum heiligsten unbefleckten Herzen Mariä. ( An den sog. Monatsonntagen des unbefleckten Herzens Mariä und auch sonst öfter zu beten.) Sei gegrüßt, o heiligstes und unbeflecktes Herz Mariä! Wir opfern dir auf alle Gedanken, alle Begierden der Frömmigkeit, der Liebe und der Buße, die wir diesen Monat hindurch verrichten werden. Erwirb uns die Gnade, sie alle mit der heiligsten Absicht zu verrichten, mit deinen Verdiensten zu bereichern, mit dir die allerheiligste Dreifaltigkeit und das göttliche Herz Jesu anzubeten und im festen Vertrauen auf deine Macht bei deinem göttlichen Sohne unsere Bekehrung und die Bekehrung aller Sünder, Irrgläubigen und Ungläubigen zu erlangen. Gegrüßt seiest du Maria u. s. w. Gedenke, o glorwürdigste, gütigste Jungfrau Maria! es sei noch nie erhört worden, daß, wer unter deinen Schuß geflohen, dich um deine Hilfe angefleht, je wäre verlassen worden. Von solch festem Vertrauen beseelt eile ich zu dir, o Mutter und Jungfrau der Jungfrauen! zu dir komme ich, 10* 148 vor dir stelle ich Sünder mich seufzend hin. O Mutter des ewigen Wortes! verschmähe unsere Bitten nicht sondern höre sie gnädig an und erhöre ste. Für die jedesmalige andächtige Verrichtung dieses Gebetes ,, Gedenke" hat Sr. Heiligkeit Pabst Pius IX. allen Gläubigen einen Ablaß von 300 Tagen, und, wenn es täglich gebetet wird, an einem beliebigen Tage des Monats einen vollkommenen Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen verliehen.( Dekret der Congregation 25. Juli 1846 und 11. Dezember 1846.) Litanei zu Ehren des heiligsten Herzens Mariä. Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser! Heiligstes Herz Mariä, Du vielgeliebtes Herz der Tochter des himmlifchen Vaters, Du hochgebeneteites Herz der Mutter des göttunlichen Sohnes, Du auserwähltes Herz der Braut des heiligen Geistes, mis Herz Mariä, ohne Sünde empfangen, Herz Mariä, voll der Gnaden, Herz Maria, unter allen Herzen gebenedeit, # 0 Bitt für uns! Herz Mariä, nach dem Herzen Jesu das allerreinste, 149 Herz Mariä, ein Tempel der allerheiligsten Dreieinigkeit, Herz Mariä, du Sit der Weisheit, Herz Mariä, du Spiegel der Gerechtigkeit, Herz Mariä, du Thron der Barmherzigkeit, Herz Maria, du Inbegriff aller Heiligkeit, Herz Maria, du Arche des Bundes, Herz Maria, du Pforte des Himmels, O glorreiches Herz Mariä, O mächtiges Herz Mariä, O gütiges Herz Mariä, E getreues Herz Mariä, lobwürdiges Herz Mariä, Oliebreiches Herz Maria, O fanftmüthiges Herz Maria, O demüthiges Herz Maria, geduldiges Herz Mariä, Herz Mariä, für uns mit Schmerzen durchbohrt, Herz Maria, du Licht der Verirrten, Herz Maria, du Zuflucht der Sünder, Herz Maria, du Trost der Betrübten, Herz Maria, du Stärke der Gerechten, Herz Maria, du Kraft in Versuchung, Herz Maria, du Hoffnung der Sterbenden, Herz Maria, du Hilfe in allen unsern Trübsalen, Herz Maria, du Unterpfand der Verheißungen Jesu, Herz Maria, du Spiegel der Liebe des göttlichen Herzens Jesu, Herz Maria, du Freude aller Herzen, Herz Mariä, mit Herrlichkeit und Glorie im Himmel gekrönt, Bitt für uns! 150 O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst dieverschone uns, o Herr! welches du hinwegnimmst dieerhöre uns, o Herr! Sünden der Welt, O du Lamm Gottes, Sünden der Welt, du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr! Chrifte höre uns! Christe erhöre uns! Vater unser u. s. w. Gegrüßt seiest du Mariau. s. w. Gebete zu Maria. O Gott! der du das heilige und unbefleckte Herz der allerseligsten Jungfrau Maria mit denfelben Gefühlen der Liebe und des Erbarmens für uns erfüllt haft, von denen das Herz Jesu Christi, deines und ihres Sohnes, immer durchdrungen war; verleihe uns allen, die wir dieß lobwürdige Herz verehren, daß wir durch die Verdienste desselben eine vollkommene Uebereinstimmung der Gefühle und Neigungen mit dem heiligsten Herzen Jesu Christi bis zu unserm Tode erlangen; daß unsere Herzen mit einem Theile jener Gnadenfülle bedacht, und mit jenen Tugenden geschmückt wer den, womit du das Herz unserer liebreichsten Mut ter Maria bereichert haft, damit wir einstens, wenn wir vor deinem heiligsten Angesichte erscheinen, nicht leer an Tugenden und guten Werken befunden werden, sondern als deine treuen Kinder in dein Reich eingehen mögen um mit Maria unserer Mut ter und Königin und allen Heiligen und Außerwählten dich zu loben und zu preifen in Ewigkeit. Amen. inge word tudying hommig 151 Nimm auf, o süßeste und gütigste Jungfrau! das Lob, welches wir deinem heiligsten und unbefleckten Herzen in Demuth darbringen als Ersatz für die vielen Unbilden, welche dir, der Mutter Gottes und Königin des Himmels, dadurch angethan werden, daß man deinen göttlichen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum, nicht erkennen, ehren und lieben will. Erflehe uns allen wahren Verehrern deines heiligsten Herzens die Gnade, daß wir die noch übrigen Stunden des Tages, so wie die noch übrigen Tage dieses Monats ohne Sünde zubringen und alle Augenblicke nach dem Willen Gottes verwenden. Unsere Hoffnung ist auf das kostbarste Blut Jesu Christi und auf dein mitleidvollstes Herz gebaut. In dieser Hoffnung wollen wir leben und sterben. Amen. Herz Maria, der Mutter Gottes und unserer Mutter! Liebenswürdigstes Herz, Gegenstand des Wohlgefallens ter anbetungswürdigen Dreiei nigkeit, würdig aller Verehrung und Zärtlichkeit der Engel und Menschen. D Herz! welches am meisten dem Herzen Jesu gleicht, deffen vollkommenstes Ebenbild du bist; Herz voll der Güte und so voll Mitleid gegen all unfer Glend! würdige dich, das Eis unserer Herzen zu zerschmelzen, und mache, daß fie fich gänzlich hinneigen zum Herzen des göttlichen Erlösers. Flöße ihnen die Liebe deiner Tugenden ein; entzünde sie mit jenen seligen Gluthen, wovon du beständig in Flammen stehst. Verschließe in dich die heilige Kirche, beschütze fie und bleibe stets ihre füße Zuflucht und unüberwindliche Beste gegen jeden Anfall ihrer Feinde. Sei du unser Weg, auf dem wir zu Jesu kommen, und 152 der Kanal, durch welchen uns die zu unserm Heile nöthigen Gnaden zufließen. Sei du unsere Hilfe in den Nöthen, unsere Erquickung in Trübsalen, unsere Zuflucht in Verfolgungen, unser Beistand in allen Gefahren, besonders in den letzten Kämpfen unseres Lebens, zur Zeit des Hinscheidens, wo die ganze Hölle gegen uns losbrechen wird, um in diesem fürchterlichen Augenblicke, in dem schrecklichen, entscheidenden Punkte, wovon unsere ganze Ewigkeit abhängt, unsere Seele zu rauben. Ach, dann laffe uns verkosten, gütigste Jungfrau! die Süßigfeit deines mütterlichen Herzens, und erfahren die Kraft deines Vielvermögens bei dem Herzen Jesu, indem du uns in der Quelle der Barmherzigkeit selbst eine sichere Zuflucht eröffnest; auf daß wir einst dahin gelangen mögen, ihn mit dir im Himmel von Ewigkeit zu Ewigkeit zu preisen. Amen. Gebet für die Bekehrung der Sünder. Es ist gewiß, daß der Sünder im Stande der Todsünde, das allerunglücklichste Geschöpf auf Erden ist; aber eben so gewiß ist es auch, daß dein heiligstes, unbeflecktes Herz, o liebreichste Mutter Maria! gerade diesen Unglücklichsten allzeit offen steht, damit sie darin Zuflucht, Trost, Frieden und Ruhe finden. Hievon fest überzeugt fallen wir dir demüthig zu Füßen, du Zuflucht der Sünder! Dut Licht der Verirrten! Du Hoffnung aller, welche am Rande der Verzweiflung stehen. Weinend und flehend bitten wir dich, zeige deine Macht, welche Du über die Herzen der Men 153 schen befizest; zeige deine Liebe, mit der du alle Menschen umfangest. Bringe die armen Sünder, welche ohne lebendigen Glauben, ohne wahre Hoffnung und Liebe wüst dahin leben, welche in Unruhe und Schmerz fast vergehen, zur Erkenntniß ihres erbarmungswürdigen elenden Zustandes. Deffne ihnen die Augen, damit sie den Abgrund seh en, in den sie sonst stürzen werden; zeige ihnen die Qua len, die ihrer in der Ewigkeit warten, wenn sie sich nicht bekehren. Mache, daß sie, dadurch aufgeschreckt und von heilsamer Furcht befallen, den Weg der Sünde verlassen, daß sie sich reuevoll zum barmherzigen Vater im Himmel wenden, der ja seinen göttlichen Sohn deßhalb auf die Erde gesendet hat, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren ges hen, sondern das ewige Leben haben. So strecke denn aus deine milde Hand, geliebteste und liebende Mutter! und rette die Sünder. Ziehe sie heraus aus der schrecklichen Gefahr, ewig zu Grunde zu gehen, und lasse sie Plaß finden in deinem heiligften Herzen, von welchem Niemand, am allerwenigsten die Armseligsten ausgeschlossen sind. Amen. 5 Vater unser und 5 Gegrüßt seist du Maria. Erfannt, geliebt, gelobt, gebenedeit geehrt und verherrlichet sei allzeit und überall das göttliche -Herz Jesu und das unbefleckte Herz Maria. Amen. gbarn windung 1004 anlad 154 Hingabe an das allerheiligste Herz Jesu, welche sowohl die Vorsteher des Apostolates als dessen Mitglieder öfters zu erneuern pflegen. e Von ganzem Herzen geliebtester Jesus, unerschöpfliche Quelle der Liebe, Vater des Erbarmens und Gott alles Trostes, der du troß unseres Elendes und unserer Unwürdigkeit dich herabgelassen haft, uns die unendlichen Reichthümer deines Her zens aufzuschließen: ich N. N. bete zu dir und danke dir für die zahllosen Wohlthaten, mit denen du mich und alle andern Menschen überhäuft haft; ich danke dir vorzüglich für die Einsegung des allerheiligsten Altarssaframentes und für die unendliche Liebe, mit welcher du dich täglich für das Wohl der Welt aufopferst, um in diesem Geheimnisſe deines verzeihenden Herzens die Beleidigungen wieder gut zu machen, mit denen ich und die übrigen Menschen dich betrübt haben. In Vereinigung nun mit dem göttlichen Apostolate, welches du unaufhörlich in dem hl. Tabernakel ausübst für das Wachsthum der Gerechten, für die Bekehrung der Ungläubigen, der Keßer und Sünder, weihe ich mich ganz und gar deinem allerheiligsten Herzen für das Heil jener Seelen; Jhm gebe ich zu dies sem Zwecke freudig Alles hin, was ich besige, alle Verdienste, die ich durch deine Gnade erlangt habe oder noch erlangen werde, und nehme mir ernstlich vor, das Apostolat selbst eifrig zu üben so wie dasselbe auch zu verbreiten und für die Verehrung deines allerheiligsten Herzens, soweit es meine schwachen Kräfte zulaffen, zu streben und zu wirken Außerdem erwähle ich mir die allerfeligste Jungfrau Maria, die Königin der Apostel und die Zuflucht der Sünder, um meine ganz besondere Mutter zu sein. Ich weihe mich, mit Allem was ich habe, ihrem allerreinsten, unbefleckten Herzen, und nehme mir besonders vor, ihre sanfte Liebe für die Sünder nachzuahmen, und um denselben wirksamer zu helfen, will ich auch nach allen meinen Kräften, im Geiste der heil. Kirche, und wie es meine Verhältnisse gestatten, auch die Verehrung ihrer unbefleckten Empfängniß und ihres erbarmungsreichen Herzens immer mehr verbreiten und um dieselbe beten. O göttliches Herz Jefu! nimm diesen Vorsat gnädigst an durch das allerreinste unbefleckte Herz deiner allerfeligsten Mutter und stärke mich mit deiner Gnade in Ausübung desselben. smi telebi in pong $ 10 155 is incluT is and 456 Rosenkranz des Apostolates,*) oder besondere Meinungen, welche die Mitglieder des Apostolates bei Abbetung des hl. Rosenkranzes neben der sonst gewöhnlichen machen können. I. Die frendenreichen Geheimnisse. 1. Geheimniß. Gebetsmeinung: Für den heil. Vater und für die Geistlichkeit. Schubpatrenc: Der hl. Erzengel Michael und der Hl. Apostel Petrus. ,, Petrus ward zwar im Gefängnisse verwahrt, aber ,, die Gemeinde betete ohne Unterlaß für ihn zu Gott. ,,( Apostelgesch. 12, 5.) Stimme des Herrn: Mein Kind! wenn du mich liebst, so wirst du dich in diesem Monate mit meinem allliebenden Herzen und mit dem unbefleckten Herzen meiner theuren Mutter vereinigen, um durch deine Gebete und durch alle deine guten Werke für meinen Stellvertreter auf Erden, für die Bischöfe und für die gesammte Geistlichkeit jene Gnaden zu erlangen, die ihnen nöthig sind, ihren hohen Beruf zu erfüllen. Sie sind das Licht der Welt und das Salz der Erde; alle Gnaden, welche du durch dein Gebet für sie erlangen wirst, werden hundertfältige Frucht tragen in den Seelen, die ihnen anvertraut sind. *) Nach dem Französischen Spandbüchlein des Apostolates. 157 2. Geheimniß. Für die Missionäre. Schußpatrone: Der hl. Erzengel Gabriel und der Hl. Apostel Paulus. " 1 Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter ,, in seine Ernte sende Matth. 9. 38. Wenn ihr mit eigenen Augen sehen könntet die Mühseligkeiten und Leiden aller Art, denen jene hochherzigen Apostel unaufhörlich ausgesetzt sind, fie, die Alles verlassen haben, um das Wort Gottes den Heiden und Ungläubigen zu verkünden, ihr würdet brennen vor Verlangen, ihnen Erleichterung zu verschaffen. Allein und verlassen unter barbarischen Völkern, immer auf der Reise, ohne Schutz, ohne Obdach, ohne Familie, allen Gefahren und allen Alengsten der Einsamkeit preisgegeben, erliegen fie unter der Last der Arbeit und rufen laut um Hilfe. Wenn du ihnen nicht selbst welche bringen kannst, so kannst du wenigstens Gott durch das heiligste Herz Jesu bitten, sie ihnen zu senden. 3. Geheimniß. Für die Seelen der Gerechten. Schuspatrone: Der hl. Erzengel Gabriel und der Hl. Apostel Andreas. ,, Ich bin gekommen Feuer auf die Erde zu senden ,, und was will ich anders, als daß es brenne." ( Luc. 12, 49.) Stimme des Herrn: Mein Kind, wenn du mich liebst, so wirst du dich in diesem Monate mit meinem liebenden Herzen und mit dem unbefleckten Herzen meiner theueren Mutter vereinigen, um für die gerechten Mitglieder meiner Kirche die 158 Gnaden zu erlangen, welche ihnen die Beharrlichfeit geben und sie immer inniger mir zuwenden.- Eine einzige Seele, die mir mit heldenmüthiger Aufopferung ergeben ist, bringt mir mehr Ehre, als tausend gewöhnliche Christen. Und wann bedurfte die Kirche wohl mehr, als in unsern Tagen der Finsterniß und Gleichgiltigkeit solcher wahrhaft frommer Christen, die gleich flammenden Feuern Alles um sich her erleuchten und entzünden? Und glaube es nur, die Gnade, welche die Heiligen macht, ist eine von denen, die man durch eifrige Gebete vom Himmel herabrufen kann. 4. Geheimniß. Für die Sünder. Schuspatrone: Chor der Seraphim und der Hl. Apostel Jakob der Welt. ,, Wisse, daß, wer einen Sünder von seinem Irrwege zurückführt, dessen Seele vom Tode errettet, und die ,, Menge der Sünden bedeckt."( Jac. 5, 20.) QuStimme des Herrn. Mein Kind! wenn du mich liebst, so wirst du dich in diesem Monate mit meinem liebenden Herzen und mit dem unbes fleckten Herzen meiner theueren Mutter vereinigen, um durch deine Gebete und Verdienste Bekehrung für die Sünder zu erlangen.- Mich kennen und mich nicht lieben! An meine Leiden und an meinen Tod zu glauben und mein Blut mit Füssent treten! Mir ein vergängliches Geschöpf vorziehen, einen unlautern Genuß, den Satan und die Hölle! Meiner Gerechtigkeit zu trogen, meine Liebe zu be 159 leidigen, mit meiner Barmherzigkeit gleichsam zu spielen: ach, welch' entsegliche Thaten! Und doch thun das in diesem Augenblicke Tausende von Christen! Deine Gebete und dein Flehen können mehr als einen befehren. Und du wolltest es nicht thung - 5. Geheimniß. Für die Lauen und Schwachen. dino Schußpatrone: Chor der Cherubim und der hl. Apostel Johannes. ,, Herr, komme doch herab, ehe mein Sohn stirbt." ( Joann. 4, 49.) ooch mi att Wenn du Seelen suchst, um sie zu bekehren, so findest du vielleicht in deiner nächsten Nähe welche, die deines Mitgefühles ebenso würdig sind, als die Irr- und Ungläubigen. Es sind dieß jene lauen und undankbaren Christen, die gleichgültig sind gegen einen Gott, der sie mit unendlichen Wohlthaten überhäuft. Welch fürchterliche Rechenschaft werden sie dereinst Gott ablegen müssen für soviel Erleuchtung und Gnade, für soviel Saframente und Unterweisung, für so viele gute Beiſpiele und alles dieß mißbrauchen sie unaufhörlich! Beklage ihr Unglück, und zwar um so mehr, jeweniger sie selbst es beklagen. Bete, daß Gott fie nicht aus seinem Munde ausspeie, wie er es zu thun droht. 160 II. Die schmerzhaften Geheimnisse. 1. Geheimniß. Gebetsmeinung: Für die Ungläubigen. Schuspatrone: Chor der Kräfte:- der ht. Apostel Thomas. ,, Der Blinde aber sprach: ,, Herr, daß ich sehen ,, möge."( Luc. 18, 41.) Von allen Unglücklichen, welche das Licht des Glaubens entbehren, sind ohne Zweifel diejenigen am meisten zu beklagen, welche mitten im Lichte des Christenthums in der Finsterniß dahinleben.- Ach, wie viele von diesen freiwillig Blinden siehst du vielleicht um dich her, vielleicht selbst im Schooße deiner eigenen Familie. Eine unchristliche Erziehung, Verführung oder gottlose Bücher haben ihnen mit dem Glauben allen Trost dieses Lebens und alle Hoffnung auf die Ewigkeit genommen. O, wenn du sie liebst, bete, bete für sie! Werde nicht müde, bete immerfort. Die Beharrlichkeit wird gekrönt. Kann man die Rettung einer Seele zu theuer erkaufen?- 2. Geheimniß. Für die Protestanten. Schuppatrone: Chor der Mächte, und der ht. Apostel Jakob der Jüngere. ,, Da du anfingest zu flehen, ging das Wort aus und ,, ich bin gekommen, dirs anzuzeigen; denn du bist ,, ein Mann des Verlangens."( Dan. 9, 23.) Stimme des Herrn. Mein Kind, fühlst du nicht Mitleid mit den mehr als 80 Millionen Seelen, 161 welche die Keßerei vom wahren Glauben ferne hält und von denen gewiß eine Menge gläubig sein würde, wenn sie mich kennete, wie du mich fennst? Durch deine Gebete kannst du den Tag beschleinigen, an welchem diese Völker, die einst katholisch waren, wieder in den Schooß meiner Kirche zurückkehren. O, entziehe meinem Herzen nicht diesen süßen Trost. Werde, wie Daniel, ein Mann des Gebetes und wie er wirst du erlangen, daß die Tage der Gefangenschaft abgekürzt werden. 3. Geheimniß. Die Schismatiker. Schußpatrone: Chor der Fürstenthümer und der Hl. Apostel Philippus. ,, Damit Alle Eins seien, wie du, Vater, in mir bist, ,, und ich in dir bin; damit auch sie in uns Eins ,, seien."( Joann, 17, 21.) Stimme des Herrn: Mein Kind! feit vielen Jahrhunderten sind die Länder, die einst die Wiege der Kirche waren, durch ein beklagenswerthes Schisma von meinem geheimnißvollen Leibe, der heil. katholischen Kirche getrennt. Wenn du mich liebst, so wirst du dich, mit meinem alliebens den Herzen und mit dem unbefleckten Herzen meiner Mutter vereinigen, um zu erlangen, daß Griechenland und Rußland wieder mit Rom als dem Mittelpunkte vereiniget werden. O glaube nur, daß jedes deiner Gebete Eegen auf jene Länder herabrufen wird, die einst so fruchtbar im Herrn und jetzt so unfruchtbar sind. 11 162 4. Geheimniß. Für China und Japan. Schukpatrone: Chor der Herrschaften, und der Hl. Apostel Bartholomäus. ,, und Jesus sprach: Mich dürftet."( Joann. 19, 28.) Stimme des Herrn. Mein Kind! lösche den Durst, der mich verzehrt für die Bekehrung der zahlreichen Völkerschaften von China, Japan Cochinchina, Thibet und der Tartarei. Mehr als 300 Millionen Seelen, also ein Drittheil der ganzen Bevölkerung der Erde, leben dort in der Finsterniß eines schauderhaften Heidenthums und als Sklaven der abscheulichsten Laster. Ich habe auch für dieſe Seelen mein Blut hingegeben, und ich wünsche so sehr ihre Erlösung. Auch können ihnen meine Verdienste zugewendet werden entweder durch muthvolles Predigen oder durch heiße Gebete. Wenn du kein Apostel des Wortes sein kannst, so kannst du doch, vergiß es nicht, ein Apostel des Gebetes sein. O sei es, und dein Lohn wird nicht ausbleiben. 5. Geheimniß. Für die Heiden in Indien. Schußpatrone: Chor der Throne und der heil. Apostel Matthäuß. Darum ermahne ich vor allen Dingen, daß Bitten, ,, Gebete, Danksagungen geschehen für alle Menschen; ,, denn dieses ist gut und wohlgefällig vor Gott uns ,, serm Heilande, welcher will, daß alle Menschen selig ,, werden."( 1. Tim. 2, 1.) Stimme des Herrn. Sieh hin, mein Kind! nach jener indischen Halbinsel, die von dem 163 Schweiße und dem Blute schon so vieler Apostel beneßt ist und wo doch noch weit über 100 Millionen Gößendiener unter das Joch des Satans gebeugt find. Wie viele dieser unglücklichen Opfer seufzen unter der Laft ihrer Ketten. Hilf ihnen durch deine Gebete. Nur ein hochherziges Wollen von deiner Seite und viele werden ihre Fesseln brechen sehen. O wie glücklich wärest du, wenn du nur eine einzige dieser Seelen von den schrecklichen Qualen gerettet hättest, um ihr die Pforten des Paradieses aufzuschließen! III. Die glorreichen Geheimnisse. 1. Geheimniß. Gebetsmeinung: Für die Juden und Türken. Schuß patrone: Chor der Erzengel und der hl. Apostel Simon. Brüder! meines Herzens Wunsch und Flehen zu Gott geschieht für sie, daß sie selig werden möchten. ( Rom. 19, 1.) Stimme des Herrn. Mein Kind, die Zeit naht, wo der Fluch, den das gottesmörderische Volk auf sein Haupt herabrief, aufhören, und wo das Gebet, das ich am Kreuze für sie gesprochen, erfüllt wird. Vereinige dich mit mir, um die Ges rechtigkeit Gottes zu verföhnen. Bete auch für die mohamedanischen Völker, die bis jetzt dem heiligen Evangelium unzugänglich waren, aber denen 11* - 164 die bevorstehende Auflösung des ottomanischen Reiches vielleicht bald gestatten wird, die Wahrheit zu ers kennen. Wohl bedarf es eines Wunders der Barm herzigkeit, um sie aus dem Abgrunde des Verderbens, in welchen sie gefallen find, zu erretten ,. aber heiße Gebete können solche große Wunderhervorrufen. 2. Geheimniß. Für die Neger. Schnepatrone: Chor der Engel und der heil. Upostel Thaddäus. ,, Ubermals sage ich euch: wenn zwei aus euch auf ,, Erden einstimmig sein werden über was immer für ,, eine Sache, um die fie bitten wollen, so wird es ,, ihnen von meinem Vater, der im Himmel ist gege= ,, ben werden.( Matth. 18, 19.) Stimme des Herrn. Sieh hin, mein Kind, nach jenen brennenden Wüsten, die für ihre unglücklichen Bewohner nur Noth und Verwilderung haben. Sieh jene mehr als 40 Millionen zählenden Neger, so herabgewürdiget, und die nur noch einen menschlichen Anstrich behalten zu haben scheinen, um Böses zu thun. Und doch sind es schon 18 hundert Jahre her, daß ich für den Schwarzen ebenso gut wie für den Weißen gestorben bin, für den fluchbeladenen Sohn Cham's so gut, wie für die Nachkommen Sem's und Japhet's. Für sie bete ich unaufhörlich im Tabernakel. Aber ach, wie wenig Menschen theilen mit mir die Sorge für ihr Heil! Kann ich denn nicht bei dir Theilnahme für sie erwecken? 165 3. Geheimniß. Für die Wilden in Amerika und Australien. Schußpatrone: Die heiligen Schußengel und der heilige Apostel Mathias. ,, Erhebet euere Augen und betrachtet die Felder denn sie sind schon reif zur Ernte."( Joann. 4, 35.) Stimme des Herrn. Mein Kind, du bist gewiß gerührt worden von der Erzählung, wie einfach und hochherzig die armen Wilden das Wort Gottes aufnehmen. Aber ach, wie viele von ihnen gerathen in die Schlingen, welche ihnen die Keßerei von allen Seiten legt! Wie viele von ihnen warten vergebens auf Jemanden, der ihnen helfe, fich jenem elenden Aberglauben zu entreißen. Wenn du recht eifrig für sie betest, in Vereinigung mit meinem liebenden Herzen und dem unbefleckten Herzen meiner Mutter, so glaube nur, daß mein Himmlischer Vater deine Gebete nicht zurückweisen wird. 4. Geheimniß. Für die Sterbenden. Schußpatrone: Der heilige Nährvater Joseph und der heilige Barnabas. ,, Betet für einander, denn das beharrliche Gebet des ,, Gerechten vermag viel."( Jacob. 5, 16.) Stimme des Herrn. Wenn du je erschüttert worden bist bei dem Gedanken an den schreck. lichen Todesfampf meines Herzens, so bete auch für meine Brüder, die jetzt im Sterben liegen. In dem Augenblicke, wo du diese Zeilen liefest, verläßt eine Seele diese Erde, und ehe 24 Stun 166 den verflossen sind, sind 80.000 in die Ewigkeit gegangen. Wie viele von ihnen werden vielleicht im Zustande der Todsünde sein! Eine gute Beicht ein Act vollkommener Reue würde genügen, um sie zu retten. Deine Gebete können Beides für sie erlangen. Die Zeit eilt!- Morgen könnte es schon zu spät sein! - 5. Geheimniß. Für die armen Seelen im Fegfeuer. Schußpatrone: Die Schußengel jener Seelen. und die heilige Theresia. Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die ,, Verstorbenen zu beten, damit sie von ihren Sünden ,, befreit werden.( II. Machab. 12, 46.) Stimme des Herrn. Vernimm, mein Kind, den Schmerzensruf jener zahlreichen Menge von Seelen, die meinem Herzen so theuer find und welche die Gerechtigkeit meines Vaters in den Flammen des Fegfeuers zurückhält, um dort die letzten Spuren ihrer Fehler zu tilgen. Wie danks bar werden sie dir sein, wenn du ihre Erlösung auch nur um einen Augenblick beschleunigst, und wie gerne werden sie sich für dich im Himmel vera wenden! Ein Ablaßgebet beim Kirchenbesuche. ( Der hochwürdigste Bischof Bouvier hat dieß Ablaßgebet in sein Werk vom Ablasse aufge nommen, weil es in Rom üblich sei."). 167 Mein Herr Jesus Christus! durchdrungen vom lebendigsten Schmerze über meine Sünden (-ach, dich, mein höchstes Gut habe ich beleidiget! o hätte ich doch eine solche Reue über meine Sünden, wie du am Delberge über unsere Sünden getrauert hast, oder wie der Hl. Petrus, die hl. Magdalena, und die größten und heiligsten Büßer ihre Sünden bereuet haben!) bringe ich dieß mein schwaches und demüthiges Gebet dir dar, zu deiner Ehre und Glorie, und zur Verherrlichung deiner Braut, der hl. Kirche. O heilige du es, und verleihe ihm durch deine Gnade Werth und Kraft. Indem ich der frommen Meinung des heil. Vaters, der diesen Ablaß zum Besten der Gläubigen verliehen hat, mich vollkommen anzuschließen verlange, bitte ich im Vertrauen auf deine unendliche Güte dich flehentlich um Ausrottung aller Keßereien der Erde, und daß ein dauerhafter Friede und wahre Eintracht unter den christlichen Fürsten herrschen möge, damit Alle, Herrscher und Unterthanen, die dienen mit reinem Herzen, in gegenfeitiger Liebe, in Einstimmigkeit hl. Gesinnungen, und auf diese Weise einer wahren Wohlfahrt genießen. Erfülle gleichfalls mit deinem Geifte unsern Hl. Vater den Papst; schüße ihn vor allen Nachstellungen und erhalte ihn. mein liebvollster Heiland! würdige dich doch, durch die Verdienste der allerfeligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen des Himmels, mir einen Antheil zu schenken an jenem Schaße, mit dem du deine hl. Kirche durch den unermeßlichen Preis deines fostbaren Blutes bereichert haft, auf daß mir heute die große Gnade und Wohlthat zu Theil werde, diesen Ablaß gewinnen zu können. 168 O mein Gott! um deiner unendlichen Barmherzigkeit willen laß mir die Strafen nach, die ich fonst für die Schuld meiner Sünden entweder in diesem Leben oder jenseits erleiden müßte. Von diesem Augenblicke an nehme ich mir fest und ernstlich vor, mit deiner Gnade ein abgetödtetes und bußfertiges Leben zu führen. Auch bin ich ent= schlossen, deiner göttlichen Gerechtigkeit genug zu thun, so viel als in meinen Kräften ist, und will die Sünde für immer mit Abscheu fliehen, bereuen und haffen, als das größte aller Uebel, indem sie Beleidigung eines Gottes ist, welcher verdient, unendlich geliebt zu werden, und den ich jetzt über Alles liebe, und lieben will Zeit meines Lebens und in alle Ewigkeit. Amen. Gebet um die Vereinigung mit dem göttlichen Herzen Jesn. Von der heil. Gertrudis. Sei mir gegrüßt, göttliches Herz Jesu! lebendig machende Quelle des ewigen Lebens, unerschöpflicher Schatz der Gottheit, du mein Trost und meine Zuflucht! O mein liebvollster Erlöser! entzünde du in meinem Herzen jene inbrünstige Liebe, von welcher dein Herz entflammt ist. Gieß in meinem Herzen jene erhabenen Gnaden aus, welche in deinem Herzen ihren Ursprung haben, und gestatte mir, o holdseliger Jesus! daß mein Herz mit dem Deinigen so verbunden und vereiniget bleibe, daß dein Wille auch mein Wille sei, und mein Wille mit dem deinen ewig übereinstimme; denn dieß ist mein einziger Wunsch, daß in Zukunft dein heiligfter Wille mir zur Nichtschnur aller meiner Wünsche, Worte und Handlungen diene. Amen. Kreuzweg- Andacht. 169 Vorbereitung zum heiligen Kreuzweg. Jesus! mein Erlöser, aus Dankbarkeit für Dein bitterstes Leiden, und aus Gegenliebe zu Dir will ich jest Dein Leiden und Sterben andächtig erwägen. Gib mir, o mein schmerzvollster Erlöser, zu erkennen, wie sehr Du mich geliebt hast, da Du ein so schreckliches Leiden, einen so bittern Tod mir zu Liebe erdulden wolltest. Du hast mich so sehr, so unendlich geliebt. O auch ich will Dich lieben. Deshalb bereue ich jetzt alle meine Sünden des ganzen Lebens, weil ich dadurch Dich, mein höchstes Gut, beleidiget habe. Laß mich die heiligen Ablässe, die auf diesem Kreuzwege verliehen sind, gewinnen. Ich verlange derselben so theilhaftig zu werden, daß sie sowohl mir selbst, als den leidenden Seelen zukommen mögen. Gebet. Sieh, o gütiger und süßester Jesu! vor deinem Angesichte werfe ich mich auf die Knie nieder und bitte und beschwöre dich mit der heißesten Inbrunst meiner Seele, durchdringe mein Herz mit den leb-" haftesten Gefühlen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe und verleihe mir eine wahre neue über meine Sünden mit dem unerschütterlichen Willen, mich zu bessern, indem ich mit inniger Rührung und tiefem Schmerze deine fünf Wunden betrachte und dabei beherzige, was von dir, o 170 guter Jesu, der Profet David geweißagt hat: ,, Sie haben meine Hände und meine Füße durchbohrt; alle meine Gebeine haben sie gezählt."( Ps. 21, 17. 18.) Allen Gläubigen, welche nach reumüthiger Beicht und Kommunion obiges Gebet vor einem Kruzifirbilde vers richten und für die Anliegen der hl. Kirche beten, ist ein vollkommener Ablaß für immer bewilliget.( Pius IX. Dekret vom 31. Juli 1858.) I. Station. Jesus wird zum Tode verurtheilt. Ich bete Dich an, o Herr Jesu Christe! und benedeie Dich, weil Du durch Dein Kreuz die Welt erlöset hast. Der Sohn des höchsten Gottes wird jetzt wirklich zum Tode verurtheilt. Eine schrecklichere Verurtheilung ist noch nie gehört worden. Doch nicht eigentlich Pilatus, sondern ich selbst und meine Sünden haben Jesum zum Tode verurtheilt. Der Herr hat alle meine Missethaten auf sich gelegt, ( Isa. 53, 6.) und wollte wegen derselben zum Tode verurtheilt werden, damit nicht ich zum ewigen Tode der Hölle verurtheilt werde. O Liebe! o Erbarmung! Welche Vergeltung bin ich Jesu für dieses schuldig? Es wäre schrecklich, für diese höchste und äußerste Liebe eine Beleidigung zurückzugeben. Vater unser. Ave Maria. Erbarme Dich meiner, o Jesu! erbarme Dich meiner, und sei mir gnädig wegen Deines heiligsten Leidens. II. Station. Jesus nimmt das Kreuz auf sich. Jch bete Dich an, o Herr Jesu Christe! und benedeie Dich, weil Du durch Dein Kreuz die Welt erlöset hast. Jesus war von jener allergrausamsten bluti 171 gen Geißlung, von jener unerhörten Krönung mit Dornen, von so vielen Schlägen und Mißhandlungen, die er schon ertragen mußte, an allen Kräften schon so sehr erschöpft, daß er wohl kaum das Gehen mehr fortfeßen konnte. Und doch zwingen ihn jetzt diese Unmenschen, sein Kreuz selbst zur Richstätte zu tragen; hat man jemals eine solche Graufamkeit gehört! Doch nimmt Jesus das Kreuz schweigend und mit herzlichster Freude auf sich. Das Kreuz hatte immer in den Augen Jesu so vielen Werth! und er hat es jetzt zum Zeichen feiner Auserwählten erhoben. Nur durch das Kreuz, durch viele Leiden und Drangsale müssen wir in das Reich Gottes eingehen.( Act. 14, 21) D ich muß mit Jesus das Kreuz lieben, muß alle Leiden und Trübsale, die mir Gott schickt, gerne und geduldig tragen; denn wer nicht mit Christo leidet, wird auch nicht mit Chrifto verherrlichet werden.( Röm.. 8, 17.)- Vater unser. Ave Maria. Erbarme Dich meiner, o Jesu! erbarme Dich meiner, nnd sei mir gnädig wegen Deines heiligsten Leidens. III. Station. Jesus fällt das Erstemal unter dem Kreuze. Ich bete Dich an, o Herr Jesu Christe! und benedeie Dich, weil Du durch Dein Kreuz die Welt erlöset hast. O sieh, meine Seele! welch' ein entsetzlicher Anblick! Jesus wird jetzt so schwach, er kann das Kreuz nicht fortschleppen. Er zittert er sinft, er fällt unter dieser schrecklichen Last. Jegt liegt er da, von dem Kreuze darnieder gedrückt. Das Kreuz war schon ohnehin schrecklich schwer; wie weit schwes. - - - 172 rer wird es erst geworden sein, da er auf diesem Holze alle unsere Sünden getragen hat!( Petr. 2, 24.) Eine einzige schwere Sünde ist eine so schreckliche Sache, daß sie mit der ewigen Verdammniß im Gleichgewichte steht, ja selbe auch übertrifft. Nun hat Jesus alle Sünden aller Menschen auf sein Kreuz geladen, wie entseßlich wird ihn diese Laft gedrückt haben! Vater unser. Ave Maria. Erbarme Dich meiner, o Jesu! erbarme Dich meiner, und sei mir gnädig wegen Deines heiligsten Leidens. IV. Station. Jesus begegnet seiner betrübten Mutter. Ich bete Dich an, o Herr Jesu Christe! und benedeie Dich, weil Du durch Dein Kreuz die Welt erlöst hast. Maria, als sie Jesum ihren Sohn zum Tode hingehen sah, eilte ihm auf dem Wege nach. Wer wird nun die Schmerzen dieser besten und zärtlichsten Mutter fassen, welche ihr Herz durchschnitten! Sie eilt auf den Kalvarienberg hinauf, um dort Jenen sterben zu sehen, welcher wahrer Gott, und zugleich ihr eigener Sohn ist. Sie sah auf dem Wege hin das Blut liegen, das er aus ihren Adern angenommen hatte, und das jetzt von den Füßen der Menschen zertreten wurde! O welches Entsetzen! welcher Schmerz! Die Liebe trieb sie an, Jesu auf diesem Wege zu folgen. Die wahre Liebe zu Jesus ist schon so beschaffen, daß sie sich von ihm keinen Augenblick trennen lassen will. Vater unser. Ave Maria. Erbarme Dich meiner, o Jesu! erbarme Dich meiner, und sei mir gnädig wegen Deines heiligsten Leidens. 173 V. Ctation. Simon wird gezwungen, Jesu das Kreuz nachzutragen. Ich bete Dich an, Herr Jesu Christe! und benedeie Dich, wil Du durch Dein Kreuz die Welt erlöset hast. Jesus wird jetzt äußerst schwach, er fann sein Kreuz nicht mehr weiter bringen! Todesschwäche bemächtiget sich seiner; und doch ist Niemand, der fich seiner erbarmt! Simon muß nur gezwungen werden, ihm das Kreuz nachzutragen. Betrachte es doch, meine Seele, wie sich alle bittersten Qualen auf Jesus zusammen häufen. Er, der beste Freund aller Menschen, hat jetzt nicht einen einzigen Freund mehr, der ihm ein wenig das Kreuz tragen hälfe. O, auch von seinen innigsten Freunden ist er verlassen! denn- Petrus hat ihn verläugnet; Judas hat ihn verkauft; die Jünger haben ihn verlassen. O auch von seinen Freunden verlassen werden, wie hart ist dieses!- Aber auch ich habe mich oft von meinem Freunde, von Jesus getrennt, und habe ihn in dem Kreuzziehen so oft und so schändlich verlassen! Hat Jesus durch sein schreckliches Leiden nichts Besseres von mir verdient? Undanf, den ich jetzt bereue und verfluche! Vater unser. Ave Maria. - Erbarme Dich meiner, o Jesu! erbarme Dich meiner, und sei mir gnädig wegen Deines heiligsten Leidens. VI. Station. Veronika reicht Jesu das Schweißtuch. Ich bete Dich an, o Herr Jesu Christe! und benedeie Dich, weil Du durch Dein Kreuz die Welt erlöset hast. Ein Herz, das noch ein wenig menschliches 174 Gefühl hatte, mußte nothwendig durch das erbarmungswürdige Aussehen des Erlösers zum Mitleid bewegt werden. O welches Aussehen! Sein schönstes Angesicht, das er jetzt in das Schweißtuch Veronikas eingedrückt, ist mit Blut ganz überronnen, mit Speichel besudelt, mit Wunden überzogen, sein Haupt mit einer schauerlichen Dornenkrone umgeben; sein Leib mit Stricken und Ketten und mit seinem eigenen Galgen beladen. So geht er einher. Er, der zuvor der Schönste unter den Menschenkindern war.( Pf. 44), hat jetzt keine Schönheit, ja kaum eine menschliche Gestalt mehr. ( Isai. 53.) Meine Seele, sieh doch Jesum in diesem Aufzuge recht an. Wie gefällt er dir? Sieh, seine Liebe gegen dich hat ihn in diesen beweinungswürdigsten Zustand versetzt. Vater unser. Ave Maria. Erbarme Dich meiner, o Jesu! Erbarme Dich meiner, und sei mir gnädig wegen Deines heiligsten Leidens. VII. Station. Jesus fällt das weitemal unter dem Kreuze. Ich bete Dich an, o Herr Jesu Christe! und benedeie Dich, weil Du durch Dein Kreuz die Welt erlöset hast. Die unmenschlichen Kriegsknechte schlagen, reißen und stoßen so lange an dem Erlöser, bis er abermal todtschwach zur Erde hinfällt.- Und da lachen und spotten sie noch zu seinen Schmerzen, zu seiner äußersten Qual!-Wer es erfahren hat, weiß es, wie wehe es thut, im Elende von Andern auch noch verlacht und verspottet werden. Aber da dieses jedem Menschen so empfindlich fällt; was wird erst Jesus gefühlt haben? Er ist Gott - ist eine göttliche Person, ist die allerhöchste und anbetungswürdigste Majestät. Und jetzt wird diese allerhöchste Person von den Ruchlosen mit Füßen getreten, und auf das Schimpflichste mißhandelt! Diese Menschen kennen den Erlöser nicht. Wie weit empfindlicher muß es Jesu fallen, wenn ihn selbst Christen, die ihn kennen, nicht minder mißhandeln;- fann etwa auch mein Gewissen mir etwas Aehnliches vorwerfen? - - 175 1 Vater unser. Ave Maria. Erbarme Dich meiner, o Jesu! erbarme Dich meiner, und sei mir gnädig wegen Deines heiligsten Leidens. VIII. Station. Jesus begegnet den weinenden Frauen. Ich bete Dich an, o Herr Jesu Christe! und benedeie Dich, weil Du durch Dein Kreuz die Welt erlöset hast. Jesus sagt zu diesen Frauen: Weinet nicht über mich, sondern über euch selbst und eure Kinder. Dieses sagt er, um die Stadt Jerusalem noch einmal aufmerksam zu machen an das Unglück, das über sie wegen dieses gräulichsten Gottesmordes kommen würde. Da die Sünde die einzige Ursache des Leidens und Todes Jesu ist, sollen wir über unsere Sünden unabläßig weinen. Doch auch über das Leiden Jesu sollen wir weinen; denn nichts ist so traurig, nichts so schrecklich und jammervoll, als daß ein Gottmensch, eine unendlich würdige Person leiden und sterben muß. O über dieses Leiden, über diesen Tod Jesu muß ich jetzt unabläßig weinen. Diese Thränen über den Tod Jesu 176 find die besten und verdienstlichsten, diese werden zugleich auch ganz sicher meine Sünden waschen. Vater unser. Ave Maria. Erbarme Dich meiner, o Jesu! erbarme Dich meiner, und sei mir gnädig wegen Deines heiligsten Leidens. IX. Station. Jesus fällt das Drittemal unter dem Kreuze. Ich bete Dich an, o Herr Jesu Christe! und benedeie Dich, weil Du durch Dein Kreuz die Welt erlöset hat. Der große Versöhner und unser höchster Pries ster, Jesus, tritt nun an den Kalvarienberg hinan, und stellt sich zwischen Gott und der fündigen Welt in die Mitte. Dieser Berg ist der Altar des großen Versöhnungsopfers, welches er jetzt entrichten will. Am Fuße des Altars fällt er also in Demuth nieder, um seinem himmlischen Vater statt unser Aller abzubitten. der gute Erlöser! wie hat er für uns genug gethan, wie hat er alle unsere Schulden bezahlt!- Wir Alle waren verworfen, waren einem ewigen Verderben preisgege= ben, und er hat uns so erbarmungsvoll erlöst! Aber wie schrecklich ist es,- Jesus thut für unsere Erlösung so Bieles, ja das Aeußerste, und doch nützt diese Erlösung so vielen Menschen nichts? denn auch nach dieser Erlösung bleiben Viele in der Sünde und in der Bosheit, und gehen deßwegen ewig zu Grunde. Denn was hilft es, erlöst sein, wenn. man sich die Erlösung nicht zu Nußen macht! - Vater unser. Ave Maria. Erbarme Dich meiner, o Jesu! erbarme Dich meiner, und sei mir gnädig wegen Deines heiligsten Leidens. 177 X. Station. Jesus wird seiner Kleider beraubt, und mit Galle und Essig getränkt. Ich bete Dich an, o Herr Jesu Christe! und benedeie Dich, weil Du durch Dein Kreuz die Welt erlöset hast. - Eine äußerst bittere Qual, eine unaussprechliche Pein war es für den Heiland, da vor einem unzähligen Volke der Kleider entblößt zu werden. Ich erinnere mich da jener schändlichen Sünden wider die Reinigkeit, welche jetzt unser göttlicher Erlöser mit einer so großen Beschämung abbüßen muß. Ich bereue und verfluche diese Sünden. Wie hart muß mein Jesus büßen, was ich so leichtfertig begangen habe! Könnte ich doch die Blößen meines Erlösers bedecken, wie gerne wollte ich es thun! Wenn ich das Kleid dec ersten Unschuld noch habe, so habe ich den allerwürdigsten Anzug, die Blöße Jesu zu bedecken. Wie will ich also besorgt sein, dieses alleredelste Kleid immer sorgfältig zu bewahren! Habe ich aber das Kleid der Unschuld nicht mehr, so will ich wenigstens in Zukunft ewig keine Todsünde mehr begehen. Vater unser. Uve Maria. — Erbarme Dich meiner, o Jesu! erbarme Dich meiner, und sei mir gnädig wegen Deines heiligsten Leidens. XI. Station. Jesus wird an das Kreuz genagelt. Ich bete Dich an, o Herr Jesu Christe! und benedeie Dich, weil Du durch Dein Kreuz die Welt erlöset hast. Die grausamen Unmenschen, was thun sie doch jetzt mit meinem Jesus! wie entsetzlich peinigen 12 178 fie ihn! Sie nehmen ihn, werfen ihn auf das Kreuz bin, strecken mit grausamer Wuth seine Hände und Füße an dem Kreuze aus!- mit schauerlichen Nägeln durchbohren sie seine Hände und Füße! Der Erlöser hat schon lange vorher durch den Profeten David über diese allerschrecklichste und größte Bein seiner Kreuzigung gejammert: Man sieht mich vielmehr für einen Wurm, als für einen Menschen an. Sie haben mir meine Hände und Füße durchbohrt, meine Gebeine konnte man an mir alle zählen.( Ph. 21.) O welche Bein mag mein Jesus bei dieser Kreuzigung gefühlt haben, da er so bitter darüber klagt! Und ich, wenn ich je in meinem Leben eine Todsünde begangen habe, war Ursache dieser Kreuzigung Jesu. Vater unser. Ave Maria. - — Erbarme Dich meiner, o Jesu! erbarme Dich meiner, und sei mir gnädig wegen Deines heiligsten Leidens. XII Station. Jesus stirbt am Kreuze. Ich bete Dich an, o Herr Jesu Christe! und benedeie Dich, weil Du durch Dein Kreuz die Welt erlöset hast. und Da hängt also Jesus am Kreuze hängt schon drei Stunden. Die Schmerzen, die ihn da foltern, fann fein Name mehr nennen, feine Zunge mehr aussprechen! Er greift wirklich in die Züge- und stirbt. Ein Gottmensch ist also gestorben, und zwar aus Liebe zu mir. Alles geräth jetzt in Verwirrung! Der Mittag wird Nacht, die Gräber reißen sich auf, auch sogar die Felsen spalten sich- nur einer nicht- mein härtestes - - - Herz.- Nichts ist mit diesem Tode des Gottmenschen zu vergleichen. Ein unendlich kostbares Leben ist dahingegeben, ein unendlich theures Blut ist für mich vergossen. O wie theuer bin ich erkauft worden, um nichts Geringeres, als um ein göttliches Blut.( Petr. 1.) Vater unser. Ave Maria. Erbarme Dich meiner, o Jesu! erbarme Dich meiner, und sei mir gnädig wegen Deines heiligsten Leidens. - XIII. Station. Jesus wird vom Kreuze abgenommen. Ich bete Dich an, o Herr Jesu Christe! und benedeie Dich, weil Du durch Dein Kreuz die Welt erlöset hast. Jetzt wird der Leib Jesu vom Kreuze herabgenommen, und so wie er ist, voll Blut und Wunden blaß und todt- in den Schooß Mariä, seiner Mutter gelegt!- Maria, wirst du diesen Anblick aushalten? Jetzt find nun jene Worte des alten Simeon so schrecklich an dir in Erfüllung gegangen: Ein Schwert der Schmerzen wird deine Seele durchdringen.( Luk. 2.) Welches Schwert der Schmerzen hat dich durchbohret, als du vor Kurzem Jesum am Kreuze hangen, bluten, schmachten, dürften mit dem Tode ringen, erblassen, sterben sahest, ohne ihm, was du so gerne würdest gethan haben, nur im Mindesten eine Erquickung verschaffen zu können! Hat je eine Mutter, auch die zärtlichste ihr Kind so geliebt, wie du deinen Sohn geliebt haft! O nein, keine kann so lieben.- Vater unser. Ave Maria. - 179 - - - Erbarme Dich meiner, o Jesu! erbarme Dich meiner, und sei mir gnädig wegen Deines heiligsten Leidens. - 180 XIV. Station. Jesus wird in das Grab gelegt. Ich bete Dich an, o Herr Jesu Christe! und benedeie Dich, weil Du durch Dein Kreuz die Welt erlöset hast. Damit wir ja gewiß überzeugt sein können, daß er wahrhaft am Kreuze uns zu Liebe gestorben ist, so will Jesus jetzt auch begraben werden. Also ist auch dieses Begräbniß ein Beweis seiner Liebe zu uns. Er wird in das Grab gelegt, um da von der großen Arbeit, die er vollendet hat, auszuruhen. Bei Erschaffung der Welt ist er nicht müde geworden, aber bei Erlösung der Welt hat er sich zu Tode gearbeitet. Jetzt bin ich erlöst, und so liebevoll erlöst, da ich sonst hätte ewig zu Grunde gehen sollen. Was will ich denn jetzt meinem Jesus für diese allergrößte Wohlthat der Erlösung vergelten? O! was bin ich doch Demjenigen schuldig, der wegen meiner Erlösung so Vieles und Schrecktiches hat leiden, ja sogar des bittersten Todes hat sterben wollen? Keine Ver-- - — - geltung ist da hinreichend, weil die Wohlthat unendlich ist. Was soll ich doch thun? Ein Einziges nur möchte hinreichen. Ich opfere Dir, o Jeſu, für diese Wohlthat Deine eigenen unendlichen Verdienste; denn diese sind doch auch mein. Zu diesem setze ich wohl auch noch eine Kleinigkeit hinzu- den festen und recht ernstlichen Vorsatz, Dich, o bester Erlöser! weder im Großen, noch im Kleinen mehr zu beleidigen, und ganz für Dich zu leben. Amen. Vater unser. Ave Maria. - Erbarme Dich meiner, o Jefu! erbarme Dich meiner, und sei mir gnädig wegen Deines heiligsten Leidens. - 181 Aufopferung des heiligen Kreuzweges. Jesu, mein Erlöser! nimm diese meine kurzen Betrachtungen des heiligen Kreuzweges als einen kleinen Beweis meiner Gegenliebe zu Dir, und meiner Dankbarkeit gnädig auf. Ich opfere Dir auf das Mitleiden aller Heiligen, besonders jenes, welches Dein göttliches Herz selbst zu einer würdigen Vergeltung bei Deinem Leiden Dir abgestattet hat. Endlich bitte und beschwöre ich Dich durch Dein bitterstes Leiden und Sterben, laß mich doch jenen Vorsaß nimmer brechen, den ich jetzt gemacht habe, Dich nicht mehr zu beleidigen ganz Dir zu leben. Amen. Gelobt sei Jesus Christus! In Ewigkeit, Amen. Diesem Gruße ist jedes Mal ein Ablaß von 100 Tas gen verliehen.( Pabst Sixtus V. 1587.) Inhalt. Vorrede zur ersten Auflage Vorrede zur zweiten Auflage I. Kapitel. Vom Gebete überhaupt 11. Kapitel. Vom Gebete der Fürbitte III. Kapitel. Von der Verehrung des allerheiligsten Herzens Jesu, und von der Vers einigung unserer Gebete mit demselben A. Von der Vereinigung des allerheiligsten Her zens Jesu B. Von der Vereinigung unserer Gebete mit dem göttlichen Herzen Jesu. IV. Kapitel. Apostolat des Gebetes durch Vermittlung des göttlichen Herzens Jeſu 1. 3weck dieses Vereines 2. Obliegenheiten dieses Vereines des Gebets= Apostolates 3. Organisirung und Einrichtung des Apostolates 4. Ablässe,( sammt Päbstliches Breve und Aggregations Diplom der Erzbruderschaft des göttl. Herzens Jesu an der Kirche Maria della pace zu Rom.) Andachtsübungen. I. Fromme Hingabe an jedem Morgen II. Aufopferung während der hl. Messe III. Aufopferung der heil. Messe während des Tages IV. Gebet( wodurch man an jedem Morgen alle seine täglichen Werke und Gebete im Geiste des Apostolates Gott aufopfern kann Seite 3570 10 17 17 27 44 45 49 53 59 75 76 77 77 Meßandacht Beichtgebete. Vor der heil. Beicht Nach der heil. Beicht ♦ Kommuniongebete. Vor der heil. Kommunion Nach der heil. Kommunion Uebung der geistlichen Kommunion. Sieben Aufopferungen des kostbaren Blutes Jesu Christi zu Gott dem Vater Tägliche Aufopferung des kostbaren Blutes Jesu Christi Gebet des heil. Franz Xaver für das Apostolat des Gebetes eingerichtet Gebet für diejenigen, welche an diesem Tage sterben Großmüthiger Liebesact für die armen Seelen im Fegfeuer ● ♦ ● gebete zu Ehren des göttl. Herzens Jefu. Erneuerung des vaterländischen Bundes mit dem allerheiligsten Herzen Jesu Begrüßung des göttlichen Herzens Jesu Weihe an das göttl. Herz. Von Marg. Alac. Abbitte zn Ehren des göttlichen Herzens Jesu. Von Marg. Alacoque. · Gebet zum göttl. Herzen Jesu um Bekehrung aller Sünder. Von der hl. Veronika Juliani. Gebetkränzlein zum Herzen Jesu Morgenopfer an das göttl. Herz Jesu. Von der gottseligen Mutter Mechtild vom hl. Sakr. Gänzliche Hinopferung an das göttl. Herz. Von P. Claudius de la Colombiére Litanei der Vereinigung mit dem göttl. Herzen Jesu Seite 78 98 101 102 109 117 120 123 123 124 125 129 130 132 134 137 138 142 143 145 Seite gebete zum heiligften unbefleckten Herzen Maria. Gebet und« Gedenke»> 147 Litanei zu Ehren des heiligsten Herzens Mariä. 148 Gebete zu Maria. 4.70150 152 Gebet für die Bekehrung der Sünder Hingabe an das allerheiligste Herz Jesu, welche sowohl die Vorsteher des Apostolates als dessen Mitglieder öfters zu erneuern pflegen Rosenkranz des Apostolates Ein Ubtaßgebet beim Kirchenbesuche Gebet um Vereinigung mit dem göttl. Herzen Jesu. Von der hl. Gertrudis Kreuzwegandacht 154 156 166 168 169 Inches 1 Centimetres Blue 2 1 3 4 Cyan 2 15 44 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 Red 11 12 01 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White | 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black