Habe Gott vor Augen und im Herzen. 62363 Gb 2363 Neues Gesangbuch für die evangelisch- lutherischen Gemeinden in den kurfürstlich- heffischen Landen. Our 000000 Caffel, 1865. Druck und Verlag des reformirten Waisenhauses. 3 2363 khm 0 Name: ច nduisms DGB? Untv, Bibl. Giessen panes we mth? diat Inhalt.. Erste Abtheilung. Lieder über die christliche Glaubenslehre. 1. Enthält die Lieder von Gott, ven Nr. 1-10. 2. Von den Eigenschaften Gottes, von Nr. 11-30. a. Von der Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes, Nr. 11-13. b. Von der Allwissenheit Gottes, Nr. 14. 15. e. Von der Weisheit Gottes, Nr. 16. 17. d. Von der Allmacht Gottes, Nr. 18. e. Von der Allgegenwart Gottes, Nr. 19. f. Von der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes, Nr. 20. 21. g. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes, Nr. 22. h. Von der Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes, Nr. 23-29.09 i. Von der Geduld und Langmuth Gottes, Nr. 30. 3. Von der heiligen Dreieinigkeit, Nr. 31-34. 4. Von der Schöpfung, Nr. 35-39. 5. Von der Vorsehung Gottes, Nr. 40-50. 6. Von den Engeln, Nr. 51-53. 7. Von dem Menschen und seiner Bestimmung, Nr. 54-60. 8. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen, Nr. 61-65. 9. Von der Erlösung des Menschen, Nr. 66-72. 10. Von Christo, dem Erlöser, Nr. 73-76. 11. Von der Menschwerdung und Geburt Christi, Nr. 77-99. a. Advents- Lieder, Nr. 77-81. b. Weihnachts- Lieder, Nr. 82-93. c. Von der Erscheinung Christi, Nr. 94. 95. d. Auf die Darstellung Christi im Tempel, Nr. 96. 97. e. Am Tage Mariä Verkündigung, Nr. 98. f. Von dem Vorläuferamte Johannis, Nr. 99. 12. Vom Wandel Christi auf Erden, Nr. 100-102. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu, Nr. 103-141. a. Vorbereitung zur Betrachtung des Leidens Jesu, Nr. 103. 104. b. Dankbare Erwägung der Leiden Jesu, Nr. 105-112. c. Kraft und Trost der Leiden Sesu, Nr. 113. 114. d. Gebet zu dem Versöhner, Nr. 115-118. e. Die Liebe Jesu in dem Werke der Erlösung, Nr. 119-122. f. Das Leiden Jesu am Delberge, Nr. 123. 124. g. Gefangennehmung Jesu, Nr. 125. h. Ueber die Verlassung Jesu von seinen Jüngern, Nr. 126. 1* 4 Inhalt. i. Das Leiden Jesu vor dem weltlichen Gericht, Nr. 127-129. k. Das Leiden Jesu am Kreuz, Nr. 130-138. 1. Ueber die Wunder bei dem Tode Jesu, Nr. 139. m. Begräbniß Jesu, Nr. 140. 141. 14. Von der Auferstehung Jesu, Nr. 142-156. 15. Von der Himmelfahrt Jesu, und seinem Sißen zur Rechten Gottes, Nr. 157-164. 16. Vom heiligen Geiste, Nr. 165-181. it 17. Vom Worte Gottes, Nr. 182-193. a. Von den zehn Geboten insbesondere, Nr. 189. 190. b. Vom Evangelio, Nr. 191-193. 18. Von der Taufe, Nr. 194-198. a. Vor und bei derselben, Nr. 194-197. b. Nach derselben, Nr. 198. 19. Vom heiligen Abendmahl, Nr. 199-215. a. Vor und bei demselben, Nr. 199-211. b. Nach demselben, Nr. 212-215. 20. Von der christlichen Kirche, Nr. 216-225. 21. Vom Tode, Nr. 226-253. 22. Von der Auferstehung der Todten, Nr. 254-260. 23. Vom jüngsten Gericht, Nr. 261-267. 24. Von der Ewigkeit, Nr. 268-275. 3weite Abtheilung. Lieder über die christliche Sittenlehre. 1. Von der Buße und Bekehrung, Nr. 276-296. a. Ueberhaupt, Nr. 276-294. b. An öffentlichen Bußtagen, Nr. 295. c. Nach geschehener Bekehrung, Nr. 296. 2. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen, Nr. 297-307. 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt, Nr. 308-323. 4. Von der Erkenntniß Gottes, Nr. 324-327. 5. Von der Furcht Gottes, Nr. 328-330. 6. Von der Liebe und Treue gegen Gott, Nr. 331-333. 7. Von der Freude an Gott, Nr. 334-336. 8. Vom Gehorsam gegen Gott, Nr. 337. 338. 9. Vom Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen, Nr. 339-354. 10. Vom Gebete, Nr. 355-362. Inhalt. 11. Vom Lobe Gottes, Nr. 363-370. sue 6.01 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott, Nr. 371-381. 13. Von den Gesinnungen gegen den Erlöser, Nr. 382-392. 14. Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Nr. 393-398. 15. Von der Selbstliebe, Nr. 399. 400. 16. Von der Sorge für die Seele, Nr. 401-404. 17. Von der Sorge für den Leib, Nr. 405-408. 5 18. Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf, Nr. 409-413. 19. Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter, Reichthum, Ehre und dergleichen, Nr. 414-417. 20. Vom rechten Gebrauch des Lebens, Nr. 418-421. 21. Von der Zufriedenheit, Nr. 422-426. 22. Von der Geduld, N. 427-439. 18 21 23. Von der Liebe des Nächsten, Nr. 440-445. 1922 ar 24. Von der Gerechtigkeit und Billigkeit, Nr. 446. 447. 25. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Nr. 448-454. 26. Von der Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutseligkeit, Nr. 455-458. 27. Von der Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit, Nr. 459. 460. 28. Von der Freundschaft, Nr. 461. 462. 29. Von der Glückseligkeit wahrer Christen, Nr. 463-472. Dritte Abtheilung. Lieder für besondere Zeiten, Stände und Vorfälle. 1. Von dem öffentlichen Gottesdienst, Nr. 473-483. a. Beim Anfänge desselben, Nr. 473-481. b. Beim Schlusse desselben, Nr. 482. 483. 2. Von der Feier des Sonntags, Nr. 484-487. AS 3. Bei der Katechismus- Lehre, Nr. 488. 489. 4. Bei der Confirmation junger Christen, Nr. 490. 491. 5. Für die Obrigkeiten und Unterthanen, Nr. 492-494. 6. Bei Einführung eines neuen Predigers, Nr. 495. 7. Bei Einsegnung neuangehender Eheleute, Nr. 496. 497. 8. Für Eltern und Kinder, Nr. 498-501. 9. Für Herrschaften und Gesinde, Nr. 502. 503. 6 Inhalt. 10. Für Alte, Jünglinge, Jungfrauen, Witwen und Waisen, Nr. 504-508. 11. Neujahrs- Lieder, Nr. 509-514. 12. Von den vier Jahreszeiten, Nr. 515-518.= a. Vom Frühling, Nr. 515. b. Vom Sommer, Nr. 516. c. Vom Herbst, Nr. 517. d. Vom Winter, Nr. 518. 13. Morgenlieder, Nr. 519-532. 14. Abendlieder, Nr. 533-542. a. Abendlieder überhaupt, Nr. 533-540. b. Abendlied am Sonntage, Nr. 541. c. Abendlied am Ende der Woche, Nr. 542. 15. Bei Reisen, Nr. 543. 544. a. Vor der Reise, Nr. 543. b. Nach glücklich vollbrachter Reise, Nr. 544. 16. Vor und bei der Erndte, Nr. 545-551. Bei sparsamer Erndte, Nr. 551. 17. In allgemeiner Noth, Nr. 552-554. 18. Witterungs- Lieder, Nr. 555-558. a. Um Regen, Nr. 555. b. Nach erhaltenem Regen, Nr. 556. c. Um Sonnenschein, Nr. 557. d. Nach erlangtem Sonnenschein, Nr. 558. 19. Bei Feuersnöthen, Nr. 559. 560. a. Für Abgebrannte, Nr. 559. b. Nach der Feuersgefahr, Nr. 560. 20. Beim Gewitter, Nr. 561-563. Nach dem Gewitter, Nr. 563. 21. In Wassersnoth, Nr. 564. 565. Nach geendigter Wassersnoth, Nr. 565. 22. Jn Kriegszeiten, Nr. 566-569. Nach erlangtem Frieden, Nr. 568.569. 23. In Theurung, Nr. 570. 24. Bei gefährlichen Seuchen, Nr. 571. 25. In Krankheiten, Nr. 572-581. Nach der Genesung, Nr. 581. 26. Jn Todesnöthen, Nr. 582-587. Fürbitte für einen Sterbenden, Nr. 588. 27. Bei Begräbnissen, Nr. 589. 590. 80 12 16 toto vi # 2 Erste Abtheilung. Lieder über die christliche Glaubens- Lehre. 1) Von Gott. Mel. Nun danket alle gott 2c. Mel. Sey lob und ehr' dem böchst. 2c. 1. Anbetungswürd'ger gott, Mit 2.Der herr ist gott und keiner mehr; Frohlockt ihm, alle frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen? Der herr ist groß! sein nam ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos In seinem ganzen wesen. Du bist unendlich mehr, Als wir begreifen nen: O flöße meinem geist Die tiefste demuth ein, Und laß mich stets vor dir Voll ehrerbietung seyn! 2. Du riefst dem, das nicht war, Um luft und seligkeiten Aufs mannigfaltigste Um dich ber auszubreiten. Die liebe bist du selbst, Verstand und rath sind dein; Und du gebrauchst sie gern, Zu segnen, zu erfreun. 3. Dusprichst, und es geschiebt. Auf dein allmächtig: werde! Entstand dein großes werk, Der himmel und die erde. Mit deinem kräft'gen wort Trägst du die ganze welt, Und deine macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. 4. Du bist der Herren herr; Der erde majestäten Sind, höchster, vor dir staub; Auch geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, Des bobeit muß bestehn. 5. Wer hat dich ie gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich auge reicht Bis zu den lichteshöhen, Von welchen du mit huld Auf deine schöpfung blickst, Und alles, was da lebt, Erfreuest und beglückst. Ale 6. Ja, hier erkennen wir Dich nur sehr unvollkommen; Wird aber dermaleinst Der vorhang weggenommen, Der dich, unendlicher, Noch unserm blick verschließt: Dann sehn wir heller ein, Wie herrlich du, gott, bist. 7. Indeß sey auch schon jest Dein ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein lob Von äußerst schwachen zungen! Dort soll, wann wir dereinst In hellerm licht dich sehn, Auch stärker unser lied Dich, großer gott, erhöhn. 2. Er ist und bleibet, wie er ist! Wer strebet nicht vergebens, Ihn auszusprechen? wer ermißt Die dauer seines lebens; Wir menschen sind von gestern her; Eh noch die erde war, war er, Noch eher, als die himmel. 3. Des ew'gen thron umgiebt ein licht, Das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle himmel nicht, Die seine kraft erfüllet! Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und auch offenbar In seiner werke wundern. 4. Wir sind allein durch seine kraft Das, was wir sind und werden! Er kennet alles, was er schafft, Sm himmel und auferden. Bei ihm ist weisheit und verstand, Und kraft und stärke; seine hand Umspannet erd und himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? Weiß er nicht aller wege? Wo ist die nacht, da sich dem herrn Ein mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in finsterniß? Was ihr beginnt; er siebts gewiß, Er sieht es schon von ferne. 6. Wer schüßt den weltbau ohne dich, O herr, vor seinem falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein aufsehn über alle? Du bist voll freundlichkeit, voll huld, Barmherzig, gnädig, voll geduld, Ein vater, ein verschoner. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut, Und reiner, als die sonne. Wohl dem, der deinen willen thut; Denn du belohnst mit wonne; Du hast unsterblichkeit allein, Bist selig, wirst es ewig seyn. Hast freuden, gott, die fülle. Erste Abtheilung. 8 8. Dir nur gebühret lob und dank, Anbetung, preis und ebre. Kommt, 4. Greit, Vor deinen thron Mel. Christ, unser Herr, zum 2c. Rott, mache du werdet gottes lobgesang, Ihr alle, seine heere! Der herr ist gott, und keiner zu treten, Und deine große herrlichmehr! Wer ist ihm gleich? wer ist, keit Voll ehrfurcht anzubeten: Laß, wie er, So herrlich, so vollkommen. herr, vor deinem angesicht Mein Herz sich deiner freuen, Und einen strahl Mel. Dreieinigkeit, der Gottheit 2c. von deinem licht Die finsterniß zeroder: Eigene Melodie. streuen, Die mich hier noch umgiebet. 3. Erbabner gott, was reicht an deine größe; Denk ich an dich, so findt sich meine blöße; Ich fühle, herr, daß du unendlich bist, Und daß umschränkt mein forschend denken ist. 2. Du bist der herr und keiner mehr; Nichts sind der heiden götter. Nur dir gebühret preis und ehr; Kein belfer noch erretter Ist außer dir: laß mich allein Auf dich, o herr, vertrauen, Mein ganzes leben dir nur weihn, Mein glück blos auf dich bauen, Und dich niemals verleugnen. 2. Du wohnst im licht, dazu kein mensch kann kommen: Was ists, das wir von deinem ruhm vernommen? Ach nur ein theil von deiner majestät, Die über alles dich, o Gott, erhöht. 3. Du bist der höchstvollkommne geist, Der vater aller geister; Dich preiset, was vernünftig heißt, Als seinen berrn und meister: Laß meiner seele hohen werth Mich diese tugend lehren, Daß ich, wie es dein wort begehrt, Dich möge kindlich ehren, Im geist und in der Wahrheit. 4. Du bist, o gott, von ewigkeit, Und wirst allzeit bestehen; Es bleibet deine herrlichkeit, Wann himmel selbst vergehen. Laß von der erde eitlem tand Mein Herz sich stets erheben zu meinem wahren vaterland, Und mich nach dem recht streben, Was ewig mich erfreuet. 3. Dein ew'ges sein, dein ganz vollkommnes wesen; Das, was du wirkst, und was dein rath erlesen, Ist viel zu hoch für menschlichen verstand; Von engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich staub, mich unterwinden Unendlicher, dich völlig zu ergründen; O mache mich von solchem dünkel frei, Daß mir dein wort des glaubens richtschnur sey. 5. Mein eigner geist kann sich leicht hintergehen; Dein wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich wesen nicht: So gnüge mir davon dein unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle dinge: Gieb, daß ich dir mich selbst zum opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die welt regierst: So sei mirs gnug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren; Einst werd ich mehr von deinem rath erfahren: Wenn ich nur dem, was mich dein wort gelehrt, Geglaubt, gefolgt, und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit ehrfurcht vor dir wandle; In allem thun nach deinem willen handle; Zufrieden sey wie du mich hier regierst, Bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd' ich dich im hellern Lichte sehen, Und, froh in dir, dein ewig lob erhöhen: Herr! du bist groß und zeigst es mit der that, Unendlich groß an huld, an macht und rath. 5. O gott, was seyn wird, ist und war, Und was wir thun und dichten, Das ist dir alles offenbar; Du wirst einst alles richten. Laß mich dein helles auge scheun, Aufrichtig vor dir wandeln, Und, deines beifalls mich zu freun, Auch dann rechtschaffen handeln, Wann finsterniß mich decket. 6. Unendlich ist, herr, deine macht Zu retten, die dich lieben, Und wenn der frevler dich verlacht, Auch strafrecht auszuüben: Gieb, daß mich deiner allmachtschuß Stets, als ein schild bedecke; Mich auch nicht menschengrimm und truß, Nur dein gericht erschrecke: Du strafest leib und seele. 7. Voll höchster weisheit bist du, gott! Kein mensch kann sie ergründen. Ümringt uns allenthalben noth, Du, berr, weißt rath zu finden; Bewahre 1. Von mich, daß ich mich nicht mit bangen sorgen quäle. Gieb, daß ich dir mit zuversicht Mein wohl und web befehle, Und findlich auf dich traue. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, Und kannst nichts böses leiden; Wer sagen will, er sey dein knecht, Muß jede sünde meiden: Gieb, daß ich mich der heiligkeit mit rechtem ernst befleiße, Nachjagederrechtschaffenheit, Und deine wege preise, So wunderbar sie scheinen. 9. Du bist sehr gnädig, gott, und gut. Bergiebst die schuld dem sünder; Erbarmst dich, wie ein vater thut, Von herzen deiner kinder: Laß reichen trost, von deiner buld, In meine seele fließen; Und laß mich nach bereuter schuld Auch wieder rub genießen, Und dann vorsichtig handeln. 10. Gott, dessen wahrheit stets besteht: Wohl denen, die dir gläuben! Wann erd und himmel einst vergeht, Wird dein wort ewig bleiben: Gieb, daß ich fürchte dein gericht, Und alles, was du dräuest; Auch hoffe, was dein wort verspricht, Daß du mirs gern verleihest: Wer hofft, wird nicht zu schanden. 11. Gott, wenn ich dich so kenn' und ehr', Dein wort zum grunde setze: Erfreu' ich mich darüber mehr, als über alle schäße: Bis ich dort dich, mein heil und licht! Vollkommener erkenne, Von angesicht zu angesicht Dich schaue, dich erkenne, Und unaufhörlich lobe. Mel. Herzliebster jesu, was haft 2c. oder: Eigene Melodie. st auch ein gott? wer darf Gott. 9 laufbahn eilet, Und wie durch beide tag und nacht der erde Regieret werde. 5. Was machts, daß diese ordnung stets vorhanden, Und unverrückt jahrtausende bestanden? Kannst du der gottheit daseyn, kraft und wesen Nicht darin lesen? 6. Sieb, mensch, du edler unter kreaturen! Sieh an dir selbst der gottheit klare spuren! Kannst du mit wahrheit dich verständig nennen, Und gott mißkennen? 7. O sünder! frag das nagende gewissen: Ist denn ein gott? o fühl doch in den bissen, Die du empfindest, fühl bei böser sache Den Herrn der rache. 8. Doch nicht genug: es ist ein gott, zu sagen. Oft leugnets doch der mensch durch sein betragen, Wenn er, als wär kein gott, in sünden wandelt, Und gottlos handelt. 9. Du sagst: gott ist und kennt mein ganzes leben. Bist du ihm denn auch recht zum dienst ergeben? Ist dank und gegenliebe im gemüthe Für seine güte? 10. Im wohlstand trozig, zagbaft in beschwerden, Vergötterst du oft dinge dieser erden, Machst gold zum trost, hältst fleisch für deinen retter; Elende götter! 11. O hilf uns, gott, doch deinen heil'gen willen Mit redlichkeit und herzenslust erfüllen; Sonst werden wir, beim ruhm des glaubens lügen, Uns selbst betrügen. 12. Laß uns dein wort den weg der wahrheit lehren, Uns zeigen, wie wir dich stets recht verehren, Bis du 5. man nicht laute stimmen, die es sagen? Es zeigen schrift, vernunft und freaturen, Der gottheit spuren! Mel. Wach auf, mein herz 2c. 2. Sich um dich ber, sieb himmel, 6. gott, aus deinen werken länder, meere; Sieb der geschöpfe unzählbare heere! Schließ von dem bau und vom verstand der geister, Auf ihren meister. Kann ich dein daseyn merken; In allen kreaturen Find ich der gottheit spuren. 3. O! sieb hinauf zu den gestirnten höhen, Wo welten sich in ihren kreisen drehen, Und von der bahn, ihr jahrsziel zu erreichen, Kein haarbreit weichen. 2. Das große weltgebäude, Dein ruhm und meine freude, Ruft in viel tausend chören: Gott ist, gott mußt du ehren! 4. Sie, wie die sonne jahr und tage theilet, Wie auch der mond durch seine 3. Wer sprach es, daß die erde, Und daß der himmel werde? Wer sprach es, daß im meere Des wassers sammlung wäre? 29709 Bei dir zu leben. Erste Abtheilung. 10 4. Wer ließ in jenen höhen Das sternenheer entstehen? Wer bieß des donners brüllen Die welt mit furcht erfüllen? 5. Du bists, gott! deine werke Erzählen deine stärke Und deine weise güte Dem achtsamen gemüthe. 6. Das würmchen in dem staube, Die bunte raup' am laube, Das gras, die schlanken halmen, Sind deines ruhmes psalmen. 7. Herr, du bist hoch erhoben, Und ewig hoch zu loben, Wenn auch der fünder rotten Dich leugnen und verspotten. 8. Laß alle, die dich kennen Und dich mit ebrfurcht nennen, Und die dir fest vertrauen, Dein gnädig antlig schauen. Mel. Aus meines herzens grunde. 7. chwingt, heilige gedanken, Euch von der erde los! Gott, frei von allen schranken, Ist unaussprechlich groß. Er ist ein geist! lobsingt Vor seinem angesichte! Gott wohnt in einem lichte, Zu dem kein auge dringt. 2. Kein mensch kann ihn erreichen, Kein endlicher verstand. Wer darf sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein bild! Wer kann den höchsten sehen, Ob er gleich alle höhen Und jede tief erfüllt? 3. Die sonn' in hoher ferne Mag strablenreicher glübn; Glänzt heller noch, ihr sterne! Was seyd ihr gegen ihn? Ihr seyd mit eurer pracht, In eurem schönsten lichte, Vor seinem angesichte Noch dunkler, als die nacht. 4. Wie sollen wir dich nennen, Dich, schöpfer der natur? Was wissen wir? wir kennen Nicht halb die kreatur, Die du hervorgebracht: Und du bist doch viel größer Und unaussprechlich besser, Als werke deiner macht. 5. Von dir strömt alles leben; Du bist der reinste geist; Hast alle kraft gegeben Dem engel, der dich preißt. Zu deines namens ehr' Ertönen lobgesänge In seiner brüder menge, Im ganzen himmelsheer. 6. Stimm in der engel chöre, O! meine seele, auch; Sey voll von seiner ehre, Du seines odems hauch! Dies, dies ist dein beruf. Auf! widme deine kräfte Dem würdigsten geschäfte, Wozu dich gott erschuf. 7. Im geiste bet ihn, seele, Bet thn in wahrheit an! Liebst du des herrn befehle, Wie selig bist du dann! Er hat unsterblichkeit, Und seligkeit und leben: Das alles will er geben Dem, der sich ganz ihm weiht! Mel. Mein gott, das herz ich br. c. ode:: Nun danket all', und bringet 2c. Zingt unserm gott ein frohes lied! Er ist's und keiner mehr. Groß, unaussprechlich groß ist er, Der weltkreis sein gebiet. 2. Groß ist sein nam! er will und ſprichts: Da steht voll herrlichkeit, Der welten meng; und er gebeut; Sie fallen in ihr nichts. 3. Licht ist sein kleid: unendlich reich, Ein meer voll seeligkeit; Von ewigkeit zu ewigkeit Ist er; wer ist ihm gleich? 4. Er überschaut, was ist und war Im himmel, erd und meer, Und seiner werke zahllos heer Bleibt vor ihm offenbar. 5. Deff' freuet euch! die lieb ist gott, Das beste seine wahl; Groß seine thaten allzumal Und heilvoll sein gebot. 6. Gerechtigkeit und wahrheit ist Die feste seines throns. Lobt ihn, der auch des erdensohns, Des menschen, nicht vergißt. 7. Er kennet uns; er ist mir nab, Im Abgrund, in der höh, Wohin ich fliehe oder geb, Ist er doch immer da. 8. Er ist um mich, vernimmt mein flehn, Schafft meiner seele ruh, Siehts, wann ich fehl und gutes thu Und eilt, mir beizustehn. 9. Er wog mir seine gaben dar, Schrieb auf sein buch auch mich Und meiner tage zahl, da ich noch unbereitet war. 10. Ihm dank ich alles; nichts ist mein, Das gott nicht angehört. Herr, deine huld, die ewig währt, Soll stets mein loblied seyn. 11. Werfaffet deiner wunder pracht, Die da sind, wenn du rufft? Ein jeder staub, den du erschufft, Verkündigt deine macht. 1. Von Gott. 12. Hell strahlet aus dem kleinsten halm, Gott, deine weisheit her, Und au und hügel, luft und meer Sind deiner ehre pfalm. 13. Frohlockend preiset dich das land, Das beine milde träntt! Und forn und wein und freud empfängt Der mensch aus deiner hand. 14. Herr, ohne deinen willen fällt Kein sperling bin, und ich, Ich freute nicht des trostes mich, Daß deine huld mich hält? 15. Ich fürchte, bleibest du mein schuß, Gefahr und schrecken nicht, und biete voller zuversicht Der ganzen hölle truß. Mel. Herzliebster jesu, was hast zc. oder: Ist auch ein gott? wer 2c. ann 9. zu dir erhebe, Dich suche, dich zu finden mich bestrebe: So mußt du selbst, recht groß von dir zu denken, Die kraft mir schenken. 2. Was ist im himmel, höchster, was auf erden, Das so, wie du, verdient, erkannt zu werden? Welch wissen ist wohl herrlicher zu nennen, Als dich erkennen? 3. Dich suchen, ist die berrlichste der sorgen; Zwar bist du unerforschlich und verborgen; Doch willst du, wenn wir nur dein licht nicht haffen, Dich finden lassen. 4. Mit lauter stimme lehren deine werke Uns deine weisheit, deine güt und stärke: Auch hast du selbst, sei hoch dafür gepriesen! Uns unterwiesen. 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, Wenn, was du lehrst, wir nur getreu bewahren; Wenn wir, was deine lehren wirken sollen, Uns bessern wollen. 6. Ach, möcht ich, gott, aus allen meinen kräften Dich suchen; auch bei sorgen und geschäften, Mein herz, zu dir mich leichter aufzuschwingen, Zur andacht bringen! 7. Drum führe durch dein wort doch meine seele, Daß sie den weg zum lichte nicht verfehle; Gieb mir, weil thre kräfte leicht ermüden; Ernst, lust und frieden. 8. Dann werd ich immer besser dich erkennen, Und täglich mehr von deiner 11 lieb entbrennen, Dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, Und, gott, dir leben. Mel. Herzlich lieb hab ich dich 2c. 10. Web dem, der leugnet, daß gott ist! Sein armes menschenleben ist Ihm leer von edler freude. Sein wilder, lasterhafter blick Sehnt sich umsonst nach wahrem glück, Umsonst nach trost im leide. Die lust zu guten thaten fliebt Vor ihm, der seinen gott nicht sieht. Nie fühlet sich sein Herz erfreut Von wonne der unsterblichkeit. Gott, unser gott! wie jammervoll, wie fürchterlich Wird unser leben ohne dich! 2. Wenn du nicht bist, wer trägt und wer welt? Wer sorgt auch für mein leben? Wem danke ich mein leben dann? Wer nimmt bis jetzt sich meiner an? Wem kann ich mich ergeben? Verhängniß oder ungefähr Wär dann mein gott: und arm ist der; Dann wär vernunft und freiheit, spott; Und schreckenvoll wär mir der tod! Gott, wahrer gott! Wie graunvoll wird mir deine welt, Wenn nicht dein arm sie führt und hält. 3. Kann ohne dich ein glück erfreun, Für mich ein guth auf erden seyn, Und kann ichs froh genießen? Was hilft mir freiheit und verstand, Was jede wohlthat deiner hand, Was nüßt ein gut gewissen? Bist du nicht, so erfreun sie nie; Ein traum ist ihre lust, wie sie. Die erd ist finsterniß; kein licht Strahlt her von deinem angesicht. Kein schutz ist da! Auf tugend wartet dort kein lohn; Und hier folgt ihr oft schmach und hohn. 4. Nein! eh ich zweifle, daß du seyst, Unwandelbarer ew'ger geist, Mag mich die welt verspotten! Laut will ich zeugen, daß du bist, Daß es ein schnöder frevel ist, Dich fühlen und dich spotten! Mein geist und leib freut sich in dir: Tu ewiger, weich nicht von mir! Was sind die leiden dieser zeit Dem, der sich seines gottes freut? Dort im gericht, Wenn erd und himmel untergebn, Wird dich der gottesleugner sehn. 12 Erste Abtheilung. 2) Von den Eigenschaften Gottes. a. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. Mel. Liebster jesu, wir sind hier. 11. Ở ott, du bist von ewigkeit! Deine majestät und größe Mehrt und mindert keine zeit: Gieb, daß ich nie das vergesse, Nie auf kreaturen baue, Sondern dir alleinvertraue. 2. Ewig und unwandelbar Ist dein grenzenloses wissen. Was dir einmal wahrheit war. Wirds auch ewig bleiben müssen. Nie kanns deiner weisheit fehlen, Nur das beßte zu erwählen. 3. Du bist nicht, wie menschen sind, Daß dich etwas reuen sollte! Bleibest immer gleich gesinnt, Und was je dein rathschluß wollte, Weiß dein mächtiges regieren Herrlich auch hinauszufübren. 4. Sünden bist du ewig feind! Wehe denen, die sie lieben! Ewig bleibst du derer freund, Die, was recht und gut ist, üben. Lehre mich in allen dingen Deinen willen treu vollbringen. 5. Immer ist dirs eine lust, Menschenkinder zu beglücken. Wohl dem, der sich auch mit lust Lernt in deine ordnung schicken. Der, der geht auf sichern wegen Deinen segnungen entgegen. 6. Deine worte trügen nicht, Du du bist der ewig treue, Der das hält, was er verspricht: Gieb, daß ich mich dessen freue, Und mich, bist ich einst erfalte, Fest an deine wahrheit halte. 7. Mag doch dann die welt vergehn, Mag mich alles doch verlassen: Du, du bleibst mir ewig stehn. Deine huld wird mich umfassen, Wenn ich einst von hinnen scheide. Ewig bist du meine freude. Mel. Dreieinigkeit, der gottheit zc. oder: Erhabner gott, was 20. err gott, du bist die zu 3. Du hast vorbin die erbe zubereitet; Dein arm hat, gott, den himmel ausgebreitet: Doch sie vergehn, veralten wie ein kleid; Du aber daurst in alle ewigkeit. 4. Das ist der trost, die Hoffnung aller frommen: Du schüßest sie und läßst sie nicht umkommen. Ihr redlich herz kann sich stets deiner freun. Du bleibst ihr gott, und sie sind ewig dein. 5. Das sey mein trost in allen trüben stunden: Vom tode selbst werd ich nicht überwunden. Nicht er, nur sünd trennt mich, o gott, von dir, Du bleibst mein trost, mein heil, auch ewig mir. 12. du bist gott in allen ewigkeiten; Du warst es schon, eh erd und himmel ward, Eh du dich noch uns hast geoffenbart. Mel. Sey lob und ehr dem 2c. 13. Unendlicher, den keine zeit mit ihren ken! Beim anblick deiner ewigkeit Vergehn mir die gedanken. Ich sinne nach bewundrungsvoll, Und weiß nicht wie ichs fassen soll: Du bistund bleibestewig. 2. Noch ward von keiner sonne licht Durch eine welt verbreitet; Die himmel jauchzten dir noch nicht, Durch deine macht bereitet; Noch war kein land, noch strömt kein meer An hoher berge gründen her: Du aber warst schon ewig! 3. Von ewigkeit her sahest du Die künftge welt entstehen, und maßest thre zeit ihr zu, Und sabst sie untergehen. Vom engel bis zum wurm berab Wogst jedem du sein schicksal ab Und nannteſt ihn mit namen. 2. Was bin ich, berr, was alle menschenkinder? Staub ist vor dir der heilige, der sünder. Wie schnell enteilt dies leben doch von mir! Du, höchster! du nur bleibest für und für. 4. Längst steht nun deine schöpfung da, Von dir bisher erhalten. Einst kommt sie ihrem ende nah; Sie eilet zu veralten. Denn ihrer fahre werden viel, Und du bestimmtest ihr ein ziel, 5. Kaum eine stund ist es vor dir Vom anfang bis zum ende. Kaum augenblicke leben wir, Die werke deiner hände. Niemals nimmt, gott, dein alter zu: In aller ewigkeit wirst du Derselbe seyn und bleiben. 6. Ja, du bist ewig, stirbest nie, Bleibst ewig meiner seele Der fels, 2. Von den Eigenschaften Gottes. den sterbend ich für sie Zur sichern zuflucht wähle. Denn deine gnad und wahrheit ist So ewig als du seiber bist: Heil mir, daß ich dir traue! 7. Mein leib ist sterblich, nicht mein geist, Den will ich dir vertrauen: Dein wort, das wahrheit ist, verheißt, Er soll dein antlig schauen. Mein fleisch ruht auch nur kurze zeit: Am erntetag der ewigkeit Wirst du es auferwecken. 8. Wenn alles um mich her vergeht, Soll ich doch nicht vergehen; Vor deinem thron, der ewig steht, Soll ich auch ewig stehen. Du giebst an allem b. Allwissenheit Gottes. Mel. Chrift, unser herr, zum jordan 2c. 14. sievollkommner geist! Deß auge alles het, Was nacht und abgrund in sich schleußt, Und dem sich nichts entziehet: Es kann vor deinem hellen licht Sich kein geschöpf verstecken. Was in der finsterniß geschicht, Das weißt du aufzudecken, Und vor gericht zu bringen. 3. Was deiner freunde herz begehrt, Das weißt du, eh' sie beten, Ihr seufzen wird von dir erhört, Eh sie noch por dich treten. Was deiner feinde rath beschließt, Das ist dir unverborgen; Dir, der du ihren anschlag siebst, Als wie den lichten morgen, Den keine schatten decken. 13 deinem heil, Gott, deinen wahren freunden theil: Auch mir gewiß mit ihnen! 9. Einst fallen erd und himmel hin An deinem weltgerichte: Dann dank ichs dir, daß ich noch bin, Und wohn in deinem lichte. Dann werd ich ewig, ewig seyn, Mich ewig deiner gnade freun, Und meiner seligkeiten. 10. Der seligen unsterblichkeit, Die du mir dort willst schenken, Laß mich in dieser kurzen zeit, O gott, mit ernst bedenken! Sie sey mein trost, mein höchstes gut, Sie stärke mich mit kraft und muth; Gerecht vor dir zu leben! 2. Selbst die gedanken kennest du, Eh' sie in mir entstehen, Und was ich wünsche, rede, thu, Das kann dein auge sehen, Vor dir ist alles offenbar! Du prüfest herz Proft bu flar, Die unſer thun regieren; 15. Hir bin ich unverborgen; ſtebst du Nichts bleibt vor dir verborgen. Mel. O gott, du frommer gott. err, mich, Du kennst mein ganzes thun Und alle meine sorgen; Was meine seele denkt, War dir bereits bekannt, Eh der gedanke noch In meiner seel' entstand. 2. Nie spricht mein mund ein wort, Das du, o herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu; Du ordnest, du beschließest, Was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich; Wie groß ist deinverstand! Wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich Vor deinem geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals wohl Mich deinem aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf; So bist du, böchster, da; Führ ich zur tief hinab, Auch hier bist du mir nah. 4. Was nach verfließung vieler zeit, Noch künftig wird geschehen, Das sieht dein auge allbereit Als gegenwärtig stehen. Dir stellt sich alles deutlich dar, Das, was erst noch soll werden, Und was nun ist, und was einst war Im himmel und auf erden. Wer sollte dich nicht fürchten. 5. Bleibt gleich vor menschen manches noch In dieser welt verschwiegen: So wird dein Auge künftig doch Die finsterniß besiegen. Dein unpartheiisches gericht Wird alles einst entdecken, Was im Und schande, furcht und schrecken Wird dann die heuchler treffen. 6. Laß mich, o höchste majestät! Dein helles auge scheuen. Das nie ein heuchler hintergeht Mit falschen schmetcheleien. Durchdringe kräftig feel und geist Mit deinen heitern blicken. Laß, was geheime schande heißt, Sammt allen bösen tücken, Mich stets sorgfältig meiden. 4. Nähm' ich auch, schnell zu fliehn, Die fittige vom morgen; Selbst an dem fernsten meer Blieb ich dir nicht verborgen: Auch da umschlöffe mich 49 Erste Abtheilung. 14 Doch deine allmachtshand; Denn du bist überall, Und dein ist jedes land. 5. Wollt ich in finsterniß Mich deinem aug' entziehen, So sucht ich doch umsonst, Auch da dir zu entflieben: Tie dickste finsterniß Ist vor dir belles licht; Die nacht glänzt, wie der tag, Vor deinem angesicht. 6. Du warst schon über mir In meiner mutter leibe; Du bildetest mein herz, Gott, daß ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du Mich wunderbar gemacht, Und meiner, eh ich war, Schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein gebein, Eb ich ans licht gekommen, da ich im dunkeln erst Die bildung angenommen, Dein auge sah mich schon, Eh ich bereitet war, Und meiner tage lauf War dir schon offenbar. 8. Was für erkenntnisse, Für köstliche gedanken! Unzählbar sind sie mir; Denn sie sind ohne schranken. Mit ehrfurcht will ich stets Auf dich, mein schöpfer, sehn, Dir folgen und dein lob, So gut ich kann, erhöhn. Mel. Wer nur den lieben gott te. oder: Eigene Melodie. 9. Erforsche mich, mein gott, Und prüfe, wie ichs meine; Ob ich der wirklich bin, Der ich zu seyn mir scheine. Sieh, ob mein fuß vielleicht Sich einem irrweg naht, Und halte mich zurück Auf ebnem sichern pfad. c. Weisheit Gottes. lebens ganzem lauf. Ich weiß den weg zur wohlfahrt nicht: Drum leite mich 16. Du weiser schöpfer aller dein sichres licht. alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, Das nicht nach deiner ordnung geht! Sie ists, die deine große welt In ihrer daur und pracht erhält. 2. Die vielen wundervollen werke, Was unsern augen fern und nah, Steht alles, wie durch deine stärke, So auch durch deine weisheit da. Unendlich, herr, ist dein verstand; Der ganze weltbau machts bekannt. 3. Mit eben diesen meisterhänden, Mit welchen du die welt gemacht, Regierst du auch an allen enden, Was du höchst frei hervorgebracht; Du brauchst, o unerschaffnes licht! Der menschen rath und beistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, Krönt auch, so bald du willst, die that: Wenn tausend hindernisse fommen, So triumphirt dein hoher rath. Den besten zweck wählt dein verstand: Die mittel stehn in deiner hand. 7. Du hast mich durch mein ganzes leben Bisher aufs weiseste geführt. Ja, dir muß ich die ehre geben, Daß du aufs beste mich regiert: O leite mich durch welt und zeit Hinüber in die ewigkeit. 5. Die menge so verschiedner willen, Wojeder seinen weg erwäblt, Muß doch den deinen blos erfüllen, Der seines zieles nie verfehlt, Und aller feinde stolzen wahn, Als unvernunft beschämen kann. 6. O weisheit! decke meiner seele Des eigendünkels thorheit auf, Damit sie dich zum führer wähle In dieses Me!. Gott des himmels und der zc. nerforschlich sey mir im17. U weg und rath, Und die nacht sei ohne schimmer, Die mich hier umschattet bat; Doch ist alles, was er thut, Wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Sollt ich das von gott nur loben, Wo ich rath und weisheit seh? Ists nicht ein geschenk von oben, Wenn ich seinen weg versteh? Frevelt der nicht, welcher klagt, Daß ihm gott mehr licht versagt? 3. Soll ein vater unterlassen, Was dem kinde thorheit ist? Kühner tadler! engel fassen Das, wo du im dunkeln bist: Hier sollst du dem herrn vertraun; Und nur glauben, noch nicht schaun. 4. Sollt er zu regiererinnen Seiner werke, seiner welt, Meine lüste setzen? sinnen, Ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, Was ein thöricht herz begehrt! 2. Von den Eigenschaften Gottes. 5. Hier in meinem pilgerstande Sey mein theil zufriedenheit! Dort in meinem vaterlande Wohnt die wahre seligkeit. Führt mein gang zum himmel ein, Mag er immer dunkel seyn. d. Allmacht Mel. Machs mit mir, gott, nach: c. 18. S err! deine allmacht reicht so weit, Als selbst dein wesen reichet. Nichts ist, das deiner herrlichkeit, Und deinen thaten gleichet. Es ist kein ding so groß und schwer, Das dir zu thun unmöglich wär. 2. Du sprichst, und auf dein mächtigs wort Fällt alles dir zu füßen. Du führest deinen anschlag fort Bei allen hindernissen. Du winkst, so stehet plötzlich da, Was vorher noch kein auge sah. 3. Du bast dein großes schöpfungswerk Allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein augenmerk, Und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die welt, Weil dein allmächtig wort sie hält. 15 6. Darum auch auf rauhen wegen, Christenseele, klage nicht: Was hier schmerzet, wird dort segen, Was hier nacht ist, wird dort licht; Und ich faß erst gottes sinn, Wann ich ganz vollendet bin. In voriger Melodie. Gottes. 4. Die menge vieler wunder zeigt, Daß, schöpfer! dein vermögen Weit über die geseße steigt, Die die natur bewegen. Du bleibst ihr herr, und ihren lauf Hebst du nach weiser willkühr auf. e. Allgegenwart Gottes. 2. Was je mein herz empfunden hat, Was ich verwerf und wähle, Der erste trieb zu jeder that, Der stillste wunsch der feele, Der leiseste gedank in mir, Gott, alles liegt enthüllt vor dir! 3. Wohl mir, wenn ich durch deine kraft Mein Herz zu dir erhebe, Und redlich und gewissenhaft Nach deinem willen lebe! Du siebst es herr, und stehst mir bei, Damit ich immer treuer sey! 5. Was für ein wunder deiner macht Wird unser aug einst sehen, Wann nach der langen grabesnacht Die todten auferstehen! Wann du von unserm staub den rest zu neuen körpern werden läßt. 6. Ach zünd in mir den glauben an, Der sich auf dich verlasse. Ist etwas, das ich fürchten kann, Wenn ich dich, herr! umfasse? Gieb, daß ich traue deiner kraft, Die alles kann, und alles schafft. alle meine fehle; Du zeigst sie mir, 19. Du bist, o unermeßlicher, und züchtigst mich zu meiner beßUnd wirkst rung Ich bin, wie ich auch bin, o herr, In deinen vaterhänden! Ich leb und athme nur durch dich; Du trägst, du unterstüßest mich. 5. Du hörst auch meinen seufzern zu; Schaffst, daß mir bülf erscheine; Voll mitleid, vater, zählest du Die thränen, die ich weine; Dein trost erquicket mein gemüth, Und jeder schmerz und fummer flieht. 6. O drück, allgegenwärtiger, Dies tief in meine seele, Daß, wo ich bin, mein berz, o herr, Nur dich zur zuflucht wähle; Daß ich dein heilig auge scheu Und dir zu dienen eifrig sey! 7. Laß ohne falsch und heuchelei mich alle sünde meiden, Daß ich vor dir unsträflich sey, Im glück und auch im leiden; Weil deine huld so mächtig ist, Weil du allgegen4. Du kennest sicher und gewiß, Was ich der welt verhehle; Siehst jedes werk der finsterniß, Siehst wärtig bist. 16 Erste Abtheilung. it. f. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. seben: So laß mich die gerechtigkeit, Die mich von schuld und straf befreit Im glauben eifrig suchen. Mel. Es ist gewißlich an der 20. Gerechter gott! vor dein gericht Muß alle welt sich stellen; Du wirst in ihrem angesicht Auch mir mein urtheil fällen. Mel. Jesu, deine tiefen wunden. laß mich jede fünde scheun, Und 21. Gott! vor dessen angesichte hier mit ernst beflissen seyn, Vor dir einst zu bestehen. Ehrfurcht billig uns erfüllt! Ew'ges licht, aus dessen lichte Stets die reinste klarheit quillt! Laß doch deine heiligkeit Unsern herzen jederzeit Kräftige ermuntrung geben, Nach der heiligung zu streben. 2. Du siehst von deinem hohen thron Auf alle menschenkinder; Bestimmtest fedem seinen lohn, Dem frommen und dem fünder. Nie siehst du die personen an; Auf das allein, was wir gethan, Siehst du gerechter richter. 3. Viel gutes und barmherzigkeit Giebst du schon hier den frommen; Cu schüßest sie vor manchem leid, Darein die fünder kommen. So zeigest du vor aller welt, Daß dir der eifer wohlgefällt, Den man der tugend widmet. 4. Sa, herr, du liebst, was recht und gut; Du bist ein freund der from men. Wer deinen willen gerne thut, Wird von dir aufgenommen; Sein sinn und thun gefällt dir wohl, Ist er gleich nicht, so wie er soll, Ganz heilig, ganz vollkommen. 5. Doch dem, der dich, o gott, nicht scheut, Dem frevelnden verbrecher, Der dein geseß und recht entweiht, Bist du ein strenger rächer. Verachtung, elend, schmerz und bohn, Gewissensmarter find sein lohn Oft schon in diesem leben. 6. Und bleibt auch hier viel ungestraft, Viel gutes unbelohnet, So kommt ein tag der rechenschaft, Der keines sünders schonet. Da stellest du ins hellste licht, Wie recht und billig dein gericht; Dann triumphirt der fromme. 2. Heilig ist dein ganzes wesen, Denn kein böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, Und so bleibst du für und für. Was dein wille wählt und thut, Ist unsträflich, recht und gut, Und mit deines armes stärke Wirkst du stets vollkommne werke. 7. Gerechter gott, laß mich wie du, Das gute eifrig lieben; Gieb selber mir die kraft dazu, Es willig auszuüben. Regt sich die sünde noch in mir, So stärke mich die furcht vor dir, Daß ich sie überwinde. 3. Herr! du willst, daß deine kinder Deinem bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor dir der sünder; Denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der frommen freund; Uebelthätern bist du feind. Wer beharrt in seinen fünden, Kann vor dir nicht gnade finden. 4. O! so laß uns nicht verscherzen, Was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine herzen! Tödt in uns der sünden macht! Denn was sind wir, gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von sünden zu erlösen, Gabst du deinen sohn dahin. O! ſo reinige vom bösen Durch ihn unfern ganzen sinn. Gieb uns, wie du selbst verheißt, Gieb uns deinen guten geist, Daß er unsern geist regiere Und zu allem guten führe. 6. Keiner fündlichen begierde Bleibe unser herz geweiht! Unsers wandels größte zierde Sey rechtschaffne beiligkeit! Mach uns deinem bilde gleich! 8. Und weil vor dir, gerechter gott Denn zu deinem himmelreich Wirst Nur die allein bestehen, Die gläubig| du, herr! nur die erheben, Die im auf des mittlers tod Bei wahrer reue glauben heilig leben. 2. Von den Eigenschaften Gottes. Mel. Wer nur den lieben gott ic. Was g. Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. Gieb, daß ich nie leichtsinnig scherze, 22. Noch nie haft du dein wort Mit deiner strafgerechtigkeit; Nie gebrochen, Nie deinen werde das von bund, o gott, verlegt; Du hältst dein befehl mir untersagt. getreu, was du versprochen, Vollführst, was du dir vorgeseßt. Wenn erd' und himmel auch vergehn, Bleibt ewig doch dein wort bestehn. 5. Doch laß mich auch mit festem glauben Dem worte deiner gnade traun. Wer kann den trost uns jemals rauben, Den wir auf dein versprechen bau'n? Du bist ein fels, dein bund steht fest; Wohl dem, der sich auf dich verläßt! 2. Du bist kein mensch, daß dich gereue, Was uns dein mund verheißen hat! Nach deiner macht, nach deiner treue Bringst du, was du versprichst, zur that. Scheint die erfüllung gleich noch weit, So kommt sie doch zur rechten zeit. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, Was deine huld uns zugedacht: So wird, wenn du vergeltung übest, Dein drohwort auch gewiß vollbracht: Wer dich, o gott, beharrlich haßt, Fühlt deiner strafe schwere last. 4. O drücke dies tief in mein herze, Daß es vor jeder sünd' sich scheut; h. Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes. Mel. Wer nur den lieben gott: c. oder: Du weiser schöpfer 2c. 17 6. Wie stark sind unsers glaubens gründe: Hier ist dein wort, das niemals trügt: Und daß dies allen beifall finde, Hast du den Eid hinzugefügt Wahrhaft'ger! was dein mund beschwört, Ist völlig unsers glaubens werth. 7. Erwäge dies, o meine seele! Und traue gott, der's treulich meint. Sey gern, nach seines worts befehle, Der wahrheit freund, der lügen feind, Beweise dich als gottes find, Dem treu und wahrheit heilig sind. Lehr alles das, was in mir ist, Froh rühmen, daß du gnädig bist. 5. die und 23. Doen, noir, dessen Gedächtniß, willen und verstand? ir, gott, dir will ich fröhWer segnet des berufs geschäfte? Wer stärkt die arbeitsame hand? Wer schüßte mich vor der gefahr, Die unsichtbar mir nahe war? freude woblthun ist: Dir will ich dank und ehre bringen, Dir, der du gut und freundlich bist. Ja, gott, du bist ganz gnad' und treu, Gieb, daß mein herz ganz freude sey. 2. Dich preisen alle engelbeere, Dir singen die verklärten dank. Dir, herrschber, brausen wind und meere; Jbr brausen ist dein lobgesang. Die ganze schöpfung ruft mir zu: Es sey kein solcher gott, wie du. 3. Dir, höchster, ist nichts zu vergleichen; Denn deine güte reicht so weit, Als über uns die wolken retchen, Von ewigkeit zu ewigkeit. Kein wurm kriecht unbemerkt dabin: Du siehst, erhältst und schüßest ihn. 4. Auch, water, hast du mein gemü6. Wer fristet meine lebenstage? Wer krönet sie mit lust und heil? Du, vater, thust's: drum seele, sage: Gott, du bleibst ewiglich mein theil. Von ganzem Herzen liebst du mich. Von ganzem Herzen preis' ich dich. 7. Dir will ich fernerhin vertrauen, Denn du hast mir stets wohlgethan. Ich will mit glauben auf dich schauen, Schau mich mit vaterblicken an. So geh' ich ruhig durch die zeit, Und fröhlich in die ewigkeit. erfreut: gieb mir auch nach deiner 24. augroßer gute, BarmMel. Herzliebster jesu, was haft: c. oder: Ist auch ein gott, wer ic. auchzt unserm er ist güte Den trieb zur frohen dankbarkeit. von 2 Erang. luth. 18 este Erste Abtheilung. herzig, und von duldendem gemüthe; 4. Wo ist ein gras! wo nur ein Will denen heil und ew'ge luft besche- blatt, Ein stäublein auf der erde, ren, Die ihn verehren. Wodurch, o mensch, nicht gottes rath Und kraft verherrlicht werde: D, wie ist seine macht so reich! Was aber deiner trägheit gleich, Daß du's nicht siehst, nicht fühleft? 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern sünden, Und läßt verschonend uns das nicht empfinden, Was wir, weil wir ihm unser herz nicht gaben, Verschuldet haben. 3. Hoch ist der himmel über seiner erde, So groß ist auch, daß er geliebet werde, Die huld des herrn bei denen, die ihn lieben, Und gutes üben. 4. So zärtlich sich ein vater seiner kinder Erbarmet, so erbarmt sich gott der fünder, Wenn sie von herzen sich zu ihm bekehren, Ihm treue schwören. 5. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen; Er weiß, der mensch ist ein zerbrechlich wesen; Er denkt daran, daß das geschöpf aus erde Doch asche werde. 6. Von ewigkeit zu ewigkeiten währet Die gute gottes dem, der tugend ehret. Ach! leite denn auch mich auf deinem pfade, Du gott der gnade! 7. So werd ich ewig deiner huld genießen; So wird mein leben sanft vor dir verfließen: So werd' ich dort mit allen engelchören Dich fröhlich ehren. Mel. Es ist das heil uns kommen zc. oder: Eigene Melodie. 25. Lob obsinget gott und betet an! Es dank', es rühm', es singe, Es jauchze, wer nur jauchzen kann, Dem schöpfer aller dinge! Wie groß, wie schön ist seine kraft! Wie Herrlich, wie untadelhaft Sind alle feine werke! 5. Gab seine macht, die schöpferin, Zum führer deines lebens Dir deinen geist, so manchen sinn, So viel gefühl vergebens? Für wen, für wen, als dich, erschafft, Erhält und schmücket seine kraft So viele große werke? 6. Dein gott bedarf nichts; seine hand, Die seine schöpfung schmückte, Gab dir empfindung und verstand, Damit er dich beglückte. Willst du, o mensch, nicht glücklich seyn? Will sich nicht deine seele freun, Nicht immer froher werden? 7. Er selbst entflammt in deiner brust Die sehnsucht nach vergnügen. Er schuf auch quellen, die voll lust Stets rinnen, nie versiegen. Gieb nur auf seine güte acht; Denn seine segenvolle macht Schafft allen wahre freude. 8. Dir wohlzuthun, das ist ihr ziel; Laß dich zum Dank erwecken! O hätt' ich doch genug gefühl, Wie gut er ist, zu schmecken! Ist seiner wohnung vor hof schon so schön; wie wird mich einst sein thron, Wie wird er selbst entzücken! 3. Nicht wunder für das aug' allein: Auch wunder für die seele: Damit es ihr, sich zu erfreun, An keiner schönheit fehle. Wie kunstvoll ändert gott sie ab! Dem mangelt, was er andern gab; Und jedes ist doch herrlich. 9. Lobsinget gott und betet an! Es dank, es rühm, es singe, Es jauchze, wer nur jauchzen kann, Dem schöpfer aller dinge! Wie groß ist unsers schöpfers macht! Wie herrlich, wie untadelhaft Sind alle seine werke! wie seiner Mel. Nun lob, mein seel', den ic. macht Mit allen ihren heeren Die 26. Ons wohlzuthun ist deine gott, du bist die himmel! wie viel licht und pracht Bestrahlt sie, ihr zu ehren! Das auge steht sich nimmer satt, Sieht, was es auch gesehen hat, Doch immer neue wunder! lust. Drum preist mit frohem triebe Dich unsre dankerfüllte brust. Wie so gar ohne grenzen Ist deine gütigteit! So weit die himmel glänzen, Uebst du barmherzigkeit. Du siehst mit wohlgefallen Auf das, was du gemacht; Und hast auch uns, uns allen, Viel gutes zugedacht. 2. Uns ewig zu beglücken, Erschufft du uns und deine welt, Die hier schon zum entzücken So viele wunder in sich 2. Von den Eigenschaften Gottes. 19 hält; Noch größrer güte proben Hat gebürgen währt Die güte, die dein für uns deine hand Im bimmel aufgehoben, Der wonne vaterland. Dahin uns zu erheben, Sandtst du den fohn herab, Der huldreich selbst sein leben Für uns verlorne gab. 3. Wie groß ist deine gnade! Wer ist so reich an huld, als du? Auch auf dem sündenpfade Stebst du uns voller langmuth zu. Du lockest uns zur buße, Und fallen wir gebeugt Voll reue dir zu fuße, Voll reu, die beßrung zeugt; So schenkest du uns armen Auch trost an deiner huld, Und tilgest aus erbarmen Die ganze sündenschuld. 4. Mit jedem neuen morgen Ist immer deine güte neu! Selbst unserm wunsch und sorgen Kommst du zuvor mit vatertreu. Du, ursprung aller gaben, Du weißt, was uns gebricht; Und was wir nöthig haben, Versagst du keinem nicht. Wie sind doch unsre tage Von deinem wohlthun voll; Selbst ihre last und plage Lenkst du zu unserm wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, Und bist stets treu geblieben, Wie viel wir wider dich verübt. Mit gnaden uns In eigner Melodie. zu fegnen Ist ewig deine lust; Mit 28. Wie groß ist des allmächtbank dir zu begegnen, Sey stets auch unsre lust! Zu ehren deinen willen, Uns selbst zum glück und heil, Ibn freudig zu erfüllen, Sey unser bestes theil! gen güte? Ist der ein mensch, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem gemüthe Den dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine liebe zu ermessen, Sey ewig meine größte pflicht. Der herr hat mein noch nie vergessen; Vergiß, mein herz, auch seiner nicht. 6. Wer hier auf seinen wegen Dein wort vor augen hat und hält, Den setzest du zum segen Schon bier, noch mehr in fener welt. Du schaffst ihm selbst aus leiden Den herrlichsten gewinn, Und führest ihn zu freuden, Die ewig währen, hin. Wie groß ist deine güte! Mich ihrer stets zu freun, Laß, gott, auch mein gemüthe Voll liebe zu dir seyn. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit langmuth mich geleitet? Er, dessen rath ich oft verwarf. Wer stärkt den frieden im gewissen? Wer giebt dem geiste neue kraft? Wer läßt mich so viel guts genießen? Ists nicht ſein arm, der alles schafft? 3. Blick, o mein geist, in jenes leben, Für welches du erschaffen bist; Wo du, mit herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du haft ein recht zu diesen freuden; Durch gottes güte sind sie dein. Sieh, darum mußte christus leiden, Damit du könntest selig seyn. 2* Mel. Wer nur den lieben gott: c. oder: Du weiser schöpfer: c. 27. Soweit nur deine ſonnen glänzen, Reicht deine huld, die uns erhält; Reicht über unfers himmels grenzen, D vater, bis zur fernsten welt; Gleich ewigen volk verehrt. 2. Dir, gott, ist kein geschöpfverborgen! Nicht eins, vom menschen bis aufs thier; Du würdigst alle deiner sorgen; Sie danken lust und leben dir. Es mag auch klein und niedrig seyn, Dir, gott, ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommem freudigen gemüthe Erheb ich, gott voll gnade, dich! Wie herrlich ist nicht deine güte! Wie liebst du uns so väterlich! Uns, die wir ohne furcht und graun Stets deinem schuß und segen traun! 4. Mit welchem reichen überflusse Erfüllst du diese welt, dein Haus! Du theilst ihn allen zum genusse, So väterlich, so reichlich aus, Und jedes lebens quelle fließt Aus dir, der du das leben bist. 5. Wir sehn, o herr, in deiner sonne, Den segen deiner huld, dein licht; Entzeuch uns deiner güte wonne, Dein gnadenvolles Aufsehn nicht! Herr, deine huld erfreue die, Die dich verehren! segne sie! Erste Abtheilung. 20 4. Und diesen gott sollt' ich nicht ehren, Und seine güte nicht verstehn? Er sollte rufen? ich nicht bören? Den weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein will' ist mir ins Herz geschrieben; Sein wort bestärkt ihn ewiglich; Gott soll ich über alles lieben, Und meinen nächsten so, wie mich. 5. Dies ist mein dank; dies ist sein wille: Ich soll ganz liebe seyn, wie er. So lang ich dies gebot er fülle, Stell ich sein bildniß in mir her. Lebt seine lieb' in meiner seele, So treibt sie mich zu jeder pflicht; Und ob ich schon aus schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die sünde nicht. 6. O gott, laß deine güt' und liebe Mir immerdar vor augen seyn. Sie stärk in mir die guten triebe, Mein ganzes leben dir zu weihn: Sie tröste mich in noth und schmerzen, Sie leite mich zur zeit des glücks; Und sie besieg in meinem herzen Die furcht des legten augenblicks. i. Geduld und Langmuth Gottes. Mel. Ein lämmlein geht: c. 30. G etreuer gott, wie viel geduld Beweisest du uns armen! Wir häufen leider unsre schuld; Du aber dein erbarmen. Was ist des menschen lebenslauf? Er ist verderbt von jugend auf, Und dem gesetz entgegen; Und gleich wohl, vater, suchst du ihn Langmüthig davon abzuziehn, Zur beßrung zu bewegen. 2. Der menschen elend fammert dich; Selbst wenn sie sich verstocken, So suchst du sie doch väterlich Durch huld zu dir zu locken. Wie lange fahst und riefest du nicht ehmals deinem volke zu, Damit es sich bekehrte! Wie trugst du nicht mit gütigkeit Die erste welt so lange zeit, Eh sie die fluth verheerte. Mel. Sey lob und ehr' dem zc. 29. Wie viele freuden dank ich dir, Die du mir herr, verliehen! Und wie viel sünden hast du mir Aus gnaden nicht verziehen! Gott, voll erbarmung und geduld, Auch bei der mir verborgnen schuld, Währt ewig deine liebe. Blick ich in jene ferne, Und überseh 2. Bedenk ich, schöpfer, deine macht, des himmels pracht Und sonne, mond und sterne; So bet ich dich voll ehrfurcht an. Was ist der mensch, ruf ich alsdann, Daß du dich sein erbarmest? So geht er nicht verloren. Nicht für 3. Dein auge schaut auf ihn herab; die welt, nicht für das grab Ist er allein geboren. Die welt vergebt mit ihrer lust; Der du den willen gottes thust, Dein glück soll ewig dauern. 4. Wann ich erwache, denk ich dein, Und wann ich schlafen gehe; Denn du, mein vater, kannst verleihn, Was ich von dir erflebe. Drum seufz' ich kindlich stets zu dir: Herr, was mir nüßet, schenke mir Um deiner güte willen. 3. Noch giebst du sündern zeit und raum, Der strafe zu entgehen; Du läßt den unfruchtbaren baum Nicht ohne pflege stehen; Du schonest sein von zeit zu zeit, Verziehest voll barmherzigkeit, Ihn gänzlich abzuhauen; Du wartest sein mit größter treu, Und hörst, damit er fruchtbar sey, Nicht auf, an ihm zu bauen. 4. Langmüthigster! so große huld Bezeigst du frechen fündern; Und o! nicht weniger geduld Hast du mit deinen kindern; Sie werden ja, weil fleisch und welt Hier ihnen häufig neßze stellt, Oft sicher, matt und träge; Sie strauchcln, sie vergehen sich, Und fehlen oftmals wider dich, Auf blind gewähltem wege. 5. Da warnst du sie vor der gefahr, So oft sie irre geben; Reichst ihnen hand und stärke dar, Von sünden aufzustehen; Du trägest sie mit vaterhuld, Bist willig, ihre sündenschuld Durch christum zu vergeben; Giebst ihnen neue tugendkraft, Und nach vollbrachter pilgerschaft, Ein ewig freudenleben. 6. Laß diese langmuth und geduld, 3. Von der heiligen Dreieinigkeit. 21 Gott, unsre herzen rühren! Nie müß' sinn, Daß wir die sünde hassen, Und uns deine vaterhuld zur sicherheit ver- uns noch in der gnadenzeit, Den führen! Trag uns erbarmend ferner- reichthum deiner gütigkeit Zur beßrung hin; Doch gieb uns auch dabei den leiten lassen. 3) Von der heiligen Dreieinigkeit. Bekannte Melodie. 31. A llein gott in der höh sev ehr, Und dank sey seiner gnade. Er forget, daß uns nimmermehr Gefahr und unfall schade. Uns wohlzuthun ist er bereit! Er will nur unsre seligkeit. Erhebet ihn mit freuden! 2. Ja, vater, wir erheben dich Mit freudigem gemüthe. Du herrschest unveränderlich Mit weisheit und mit güte. Unendlich groß ist deine macht, Und stets geschieht, was du bedacht, Wohl uns, daß du regierest! 3. O jesu christ, des höchsten sohn! Dich seinen eingebornen, Dich sandte gott vom himmelsthron Zur rettung der verlornen. Du mittler zwischen uns und gott, Hilf uns im leben und im todt; Erbarm' dich unser aller! stand er siegreich auf, Und fuhr verklärt zu gott hinauf; Kömmt einst, wann diese welt vergeht, Und richtet dann voll majestät Die lebenden und todten. 3. Ich glaub' auch an den heil'gen geist, Der mich der finsterniß entreißt, Den weg des glücks mich lehret, Und mich zu gott bekehret. Auch er ist ew'ger wahrer gott! Er tröstet mich in jeder noth, Läßt in der noth der sünden Mich gnad' und rettung finden. Er macht mich fromm und tugendhaft, Und giebt zum guten lust und kraft. Er führet mich zur seligkeit, zu der, wann gott die welt erneut. Mein leib auch auferstehet. Mel. Wie schön leucht't uns der sc. 33. 4. O heil'ger geist, du geist von gott, Erleuchte, bey're, tröfte, Die jesus chrift durch seinen tod Zum dienst des herrn erlößte. Auf deinen beistand hoffen wir; Ach leit' uns stets, so sind wir hier Und auch einst ewig selig. obfinget gott! dank, preis und ehr' Sey unserm gott je mehr und mehr, Für alle seine werke! Von ewigkeit zu ewigkeit Lebt er, und herrschet weit und breit, Mit weisheit, güt' und stärke. Singet, Bringet Frohe lieder! Fallet nieder! Mel. Ich glaub' an einen gott 2c. Sch 32. glaub' an gott, den eini- Gott ist berrlich; Unaussprechlich groß und selig. gen; Den ewigen: den herrlichen. Der himmel und die erde Ward, als er sprach: es werde; Er ist mein vater, dessen ruf Auch mich zu ſeinem dienst erschuf. Er hat auch mir zum leben Empfindung und vernunft gegeben. Er, groß durch weisheit, gür' und macht, hat vor der welt an mich gedacht, Bleibt stets mein vater und mein gott, Der für mich sorgt, mir hilft in noth, Mich nähret, mich beschüßzet. 2. Ich glaub' an jesum, gottes sohn. Er herrscht mit gott auf einem tbron, Er wurde mensch, vom bösen Mich sünder zu erlösen. Er tilgte meiner sünden schuld, Erwarb durch blut mir gottes huld, Und ließ für mich sein leben, Den himmel mir zu geben. Vom tode 2. Lobsinget gott! dank, preis und ruhm Sey von uns, deinem eigenthum, Herr jesu, dir gesungen. Du, mittler zwischen uns und gott, hast, durch geborsam bis zum tod, Das leben uns errungen. Heilig, Selig, Ist die freundschaft Und gemeinschaft Aller frommen, Die durch dich zum vater kommen. 3. Lobsinget gott! du geist des Herrn Sey nie von unserm geiste fern, Mit kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weis' und rein, Hilfst uns getrost und siegreich seyn Im streit mit unsern lüsten. Leit' uns, Stärk uns, In der freude, Wie im leide, Gott ergeben Und der tugend treu zu leben. 22 aistinis Erste Abtheilung. In bekannter Melodie. 34. Mir glauben an den ein'gen gott, Schöpfer himmels und der erden. Er, aller vater, unser gott, hieß uns seine kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, Jedes wahre guth gewähren. Er erwog schon, eh' wir waren, Unsre rettung in gefahren. Er ist's, der für uns sorgt und wacht, Und alles steht in seiner macht. 2. Wir glauben auch an jesum christ, Gottes sohn, den eingebornen, Den herrn, der mensch geworden ist, Den erretter der verlornen. Er, er achtete 4) Von der Mel. Wer nur den lieben gott 2c. oder: Du weiser schöpfer zc. 35. Beherrscher himmels und der erden, Der du allgegenwärtig bist, Bon niemand kannst Vor dem ding verborgen ist; Auch ziehe mein gemüth zu dir, Und deine größe leb' in mir. 2. Wohin ich herz und augen lenke, Da find' ich deiner gottheit spur. Wenn ich voll andacht überdenke Dein werk, die herrliche natur, So ruft sie nah und fern mir zu: Wie groß ist gott, wie klein bist du! 3. Uns zeigen alle elemente, Wie weis' und gut der schöpfer sey; O wenn das stumme reden könnte, Es stimmte der ermunt'rung bei; Rühmt, menschen, gottes güt' und macht, Die euch und uns hervorgebracht! 4. Herr, gott, wie groß ist deine liebe; Die erd' ist deiner güte voll. Verleih' mir deines geistes triebe, Dich zu erkennen, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab' und bin, zu deinem dienst auf ewig hin. sein leben nicht zu theu'r, für uns zu geben. Er erstand; herrscht, hoch erhöbet, In dem reich, das nie vergehet; Er läßt auch uns im grabe nicht, Und kommt dereinst zum weltgericht. 5. Hilf, daß die güter dieser erden Mich zu dir locken, höchstes gut. Daß sie mir nicht zum fallstrick werden, und ihr Genuß mir schaden thut. Laß allen mißbrauch ferne seyn; Mein legtes ziel sey du allein. 3. Wir glauben an den heil'gen geist, Unsern göttlichen regierer, Den jesus christus uns verheißt, Uns zum betstand und zum führer. Der in trübsal seine christen Eilt mit muth und kraft zu rüsten; Der uns lehrt vergebung finden, Und der tugend werth empfinden, Er flößet uns in todesschmerz. Des ew'gen lebens trost ins herz. Schöpfung. gefällt; Und end ich diesen kurzen lauf, So nimm zu deiner ruh mich auf. Mel. Wie schön leuchtet der zc. 36. Gott, dessen starke band die welt hat noch erhält, Ich sehe deine güte; Ich sehe sie und werd' entzückt, Wohin auch nur mein auge blickt, So bald ich mein gemüthe Auf dich, Schöpfer, Achtsam lenke Und ich denke, Find' ich armer Dich als vater und erbarmer. 2. Seh ich, so weit mein auge reicht, Gen himmel, so entdeck' ich leicht Die spuren deiner güte. Der himmelslichter lauf und pracht, Sein sternenheer, das du gemacht, Erwecket mein gemüthe, Großer Schöpfer, Dich zu singen, Dir zu bringen Ehr' und stärke. Groß sind deiner allmacht werke. 3. In ungewittern, sturm und wind, Die deines thrones diener sind, Entdeck' ich deine güte. Das feuer, wie der wasser grund, Macht deine große liebe fund. Mit fröhlichem gemüthe Will ich Täglich Darauf achten, Und betrachten Deine werke; Rühmen deine huld und stärke. 4. Dein erdreich, gott, das jedermann Giebt brød und kleider, seb' ich an Und schmecke deine güte; Ich lrieche, fühl und höre sie Im feld 6. Hier ist mein leben eine reise, und wald; ich sehe sie In aller fluHier geht mein weg zur andern welt; ren blüthe. Vor dir Zeugen Alle Drum mache du mich fromm und dinge, So geringe Sie mir scheinen: weise, Daß ich hier thu', was dir Wie im größen, so im kleinen. 4. Von der Schöpfung. 5. O zeuch mich über welt und zeit dir, o herr der beine große liebe. Auf dich laß mich in allem sehn. Für jedes gute dich erhöh'n. Belebe meine triebe, O mein vater, Dir in allen, Zu gefallen; Dirzu leben Sey mein einziges Bestreben. Mel. Ein lämmlein geht zc. 37. Lobsinget gott! er schuf die welt schauplaß seiner güte: Lobsingt ihm, der sie noch erhält, Mit freudigem gemüthe. Gott ist die liebe! rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, Die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine gütigfeit Mit jedem morgen sich erneut, Und ewig, ewig währet! 2. Daß außer dir nicht alles leer Von freud' und leben bliebe, Schufft du, o gott, der himmel heer Und unsere erd' aus liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie; Unendlicher, du ließest sie Zu ihrem glücke werden. Du aber sättigest dich nun Mit wonne, allen wohlzuthun Im himmel und auf erden. 3. Kein mensch, kein engel selbst, ermißt Die größe deiner segen; Wie gütig deine weisheit ist In allen ihren wegen. Gott, deine güte reicht so weit, Als deines reichs unendlichkeit, So weit, herr, als dein leben. Ach, was sind wir? die deine macht Aus todtem staub hervorgebracht, Uns ewig heil zu geben. 4. vater, welchem keiner gleicht An liebe, wie an stärke! Kein dank, kein lobgesang erreicht Die wunder deiner werke. Doch ist dirs angenehmer dank, Dir ist es mehr als lobgesang, Wenn ich dich thätig liebe! Und gern in meiner lebenszeit Erbarmen und wohlthätigkeit An andern menschen übe. 5. Du bist die liebe, dank sey dir, Daß ich dich so erkenne, Und dir zum ruhm, zum troste mir, Dich meinen vater nenne. Auch ich will gerne liebreich seyn, Will glücklich machen, will erfreu'n, und bir gleichen. Von diesem beit und dieser pflicht, O gott der liebe, laß mich nicht, So lang' ich lebe, weichen. 23 Mel. Warum sollt' ich ic. 38. Sey zufrieden mein gemüthe! Gott ist gut, Was er thut, Ist voll lieb' und güte. Er nur weiß in allen sachen, Groß an rath, Wie von that, Alles wohl zu machen. 2. Beides, erd' und himmel, preisen Seine macht, Tag und nacht Müssen sie beweisen. Sonn' und mond, das heer ber fterne, Was sich regt Und bewegt, Lobt ihn nah' und 3. Schau' die werke seiner bände! Mensch und thier Melden dir Seinen ruhm ohn' ende, Was mir noch so kleines nennen, Gras und laub, Selbst der staub, Giebt ihn zu erkennen. 4. Was auf bergen und in gründen, In der höh', In der see, Oder sonst zu finden, Rühmt die weisheit seiner werke; Jeder wurm, Wind und sturm, Preisen seine stärke. 5. Sollt' ich denn nicht ihn erheben; Wie so gar Wunderbar Gab er mir mein leben! Was ich hab' ist sein geschenke, Auch der geist, Der ihn preist, Mit dem ich ihn denke. 6. Wie mich sein getreues sorgen, Tag und nacht Nimmt in acht, Das zeigt jeder morgen. Ja kein augenblick verschwindet, Der mich nicht, Gott, mein licht! Dir zum dank verbindet. 7. Setzen mir des kreuzes plagen Heftig zu, So halfft du, O mein gott, sie tragen; War kaum noch geduld vorhanden: Deine kraft Hat geschafft, Daß ich's überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan; Denke dran, Wird dir jemals bange, Als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschicht Wahrlich nicht: Er kann dich nicht haffen. 9. Drum ergieb dich seinem willen, Heiße gut, Was er thut, Er wird's auch erfüllen. Denn er ist in allen sachen Groß von rath, Wie von that; Er, er wirds wohl machen. Mel. Sey lob und ehr' dem c. 39. Wenn ich, o schöpfer, deine macht, Die weisbeit deiner wege, Die liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege: So weiß ich, von bewundrung voll, Erste Abtheilung. 24 Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein gott, mein herr und vater! 2. Mein auge sieht, wohin es blickt, Die wunder deiner werke. Der himmel, prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du gott der stärke! Wer hat die sonn' an ibm erhöht? Wer kleidet sie mit majestät? Wer ruft dem heer der sterne? 3. Wer mißt dem winde seinen lauf? Wer heißt die himmel regnen? Wer schließt den schooß der erde auf, Mit vorrath uns zu segnen? O gott der macht und herrlichkeit, Gott, deine gute reicht so weit, So weit die wolken reichen. 4. Dich predigt sonnenschein und sturm Dich preist der fand am Mel Herzliebster jesu, was 2c. oder: Ist auch ein gott? wer zc. 5) Von der Vorsehung Gottes. meere. Bringt, ruft auch der geringste wurm, Bringt meinem schöpfer ehre! Mich, ruft der baum in seiner pracht, Mich, ruft die saat, hat gott gemacht; Bringt unserm schöpfer ehre! 5. Der mensch, ein leib, den deine hand So wunderbar bereitet; Der mensch, ein geist, den sein verstand Dich zu erkennen leitet; Der mensch, der schöpfung ruhm und preis, Ist sich ein täglicher beweis Von deiner güt' und größe. 3. Nach dir, gott, schauen aller menschenblicke, Daß deine hand sie väterlich erquicke! Du giebst auch einem jeden seine speise, Daß er dich preise. 6. Erheb' ihn ewig, o mein geist, Erhebeseinen namen! Gott unser vater, sen gepreist, Und alle welt sag': amen! Und alle welt ehr' gott den herrn, Und hoff' auf ihn, gehorch ihm gern! Wer wollte gott nicht dienen? 4. Herr, du erhältst mit deinem wohlgefallen, Was lebt; thust deine hand auf und giebst allen, Was bedürfen: keiner sucht vergebens, Dich, quell des lebens. 40. ein reich, o gott, ist herrlich; ewig währen Dein reich und deine macht, die wir verehren, Und ewig wird von aller völker zungen Dein lob gesungen. Mel. Sey lob und ehr' dem 2c. 2. Der herr bewabret alle, welche 41. Dir, unserm gott, ist nie fallen; Der höchste hilft den unterdrückten allen; Ist stets bereit, mit segen, die ihn bitten, Zu überschütten. mand gleich Im himmel und auf erden: Du bist der höchste; und dein reich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die majestät, Die über alle dich erhöht, Die kron' und scepter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein auge sieht, Da seh' ich deine größe. Weit, über alle himmel weit, Geht deines reiches he eit. Du herrschest über alles. 3. Du herrschest weislich, recht und gut Nach heiligen gesehen: Du willst auch deiner treuen hut Das kleinste würdig schätzen. Auf alles geht dein augenmerk, Und immer ist's dein liebstes werk, Zu segnen, zu beglücken. 8. Auf ewig will ich seinen namen loben. Von allen menschen werde gott erhoben! Was lebet, müsse, berr, zu allen zeiten Dein lob verbreiten! 5. In allen wegen gottes strahlet gnade, Untadelhaft sind alle seine pfade, Und was er thut, gereicht zu seinem preise, Ist gut und weise. 6. Der herr behütet alle, die ihn lieben, Und ernstlich sich im wahren guten üben; Er thut, was diese, die ihn so verehren, Mit recht begehren. 7. Der Herr beglücket alle, die ihn lieben, Die aber, betrug und frevel üben, Verstößt er, bis er alles das vollführet, Was sich gebühret. mich in gnaden. 4. Wohl uns! daß du das regi ment, Gott, über alles führest. Und wohl dem, der den zweck erkennt, Dazu du uns regierest! Ich, dein so schwacher unterthan, Sch bete dich in demuth an; O, sieh auf 5. Von der Vorsehung Gottes. 25 5. Ich bin verderbt und fehlervoll:| und leid. Schick' alles, herr, zu Bin auf dem tugendwege Nicht stets so deiner ehre Und meiner seelen seligkeit. eifrig, wie ich soll! Bin oft zum guten So preif' ich einst vollkommen dich; träge. Doch du bist gnädig; und vell So freu' ich dein auf ewig mich. huld Vergiebst du reuenden die schuld; Drum hoff' ich auch vergebung. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, Den du für mich gegeben. Mein jesus, welcher für mich litt, Erwarb mir recht zum leben. Sein tod macht mich vom zweifel frei, Ob ich der gnade fähig sey: Auch mich hat er versöhnet. 7. Herr! ewig will ich deinen ruhm Mit lob und dank erheben. Dir will ich, als dein eigenthum, Mich ganz zum dienst ergeben. Mit lust will ich, bis in den tod, Nach deinem heiligen gebot, Durch deinen beistand wandeln. Mel. Wer nur den lieben gott zc. 3. Auch mir gabst du, mein gott und heil, Noch täglich mein bescheiden 42. Fürwahr, bu bist,& gott, theil; Sabft mirs mit huld und freundfür uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre sorgen; Du sorgtest, eh' die welt noch war, Für unser wohl schon väterlich: Dies sey genug zum trost für mich. 2. Dein weg ist zwar in finsternissen Vor unsern augen oft versteckt; Doch, wenn wir erst den ausgang wissen, Wird uns die ursach auch entdeckt. Warum dein ratb, der niemals fehlt, Den uns so dunkeln weg gewählt. Mel. Vater unser im himmelreich zc. 43. Gott, deine weise macht erhält Die ganze lebenvolle welt, Und aller augen freuen sich, Und warten hoffnungsvoll auf dich. Auf dich, der du sie alle liebst, Und allen ihre speise giebst. 2. Du öffnest deine hand, so fließt Herab, was jedem nöthig ist; Mit woblgefallen sättigt sie Dein aufsehn und versäumt sie nie. Nie sind geschöpfe deiner hand Dir unwerth oder unbekannt. 3. Nie sind die tiefen zu ergründen Von deiner weisheit, macht und güt': Du kannst viel tausend wege finden, Wo die vernunft nicht einen sieht. Aus finsterniß bringst du das licht; Du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstliche gedanken; Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib', seele! in der demuth schranken; Die demuth wird von gott erböht. Ja, herr, du liebst den, der dich liebt, Und deiner führung sich ergiebt. 5. Drum will ich mich dir überlassen, Mit allem, was ich hab' und bin. Ich werfe, was ich nicht kann fassen, Auf dich, den gott der liebe, hin; Der ausgang zeigt doch immerdar, Daß stets dein rath voll güte war. zeit. Kein vater sorgt so väterlich Für seinen sohn, als du für mich. 4. Ich bins gewiß, du kannst mich nicht Verlassen, meine zuversicht! bins gewiß, du thust mir wohl, So lang' ich hier noch leben soll. Nicht überfluß bitt' ich von dir; Was ich bedarf, das giebst du mir. 5. Der vogel bauet nicht das land, Doch nährst du ihn mit milder hand. Du schmückst die blume königlich; Doch bat sie nicht verstand, wie ich. Vergiß es, meine seele, nie; Weit mehr bin ich vor gott, als sie. 6. Mich schufst du nicht für diese zeit; Mein ziel ist in der ewigkeit. Du gabst mir weisheit und verstand, Und machtest selbst dich mir bekannt; Nichts, was die erde zeugt und nährt, Gleicht mir an hoheit und an werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, Werd' ich auch speis und trank empfahn. Selbst dem, der dich mit sünden schmäht, Giebst du sie ohne sein gebet; Wie solltest du bei fleiß und flehn Mich nicht genug damit versehn? 8. Laß du mich nur genügsam seyn, Und deiner gaben mich erfreun, 6. Gieb, daß dies mein vertrauen Doch mehr noch deiner, der du dich, mehre Im glück und unglück, freud So freundlich zeigest gegen mich, 26 otte Erste Abtheilung. Und selbst des segens quelle bist,| Die wunder deiner hand. Mein herz Aus welcher alle wohlthat fließt! ist frob! ich finge: Herr, meine lust bist du! Dir, dem ich lieder bringe, Dir jauchz' ich, höchster, zu. 2. Du bist auf deinem throne Der richter aller welt, Der jeglichem zum lohne Das rechte urtheil fällt. Wenn dich die fünder schmähen, Dann strafft du ihren spott; Du sprichst, und sie vergehen Vor deinem hauch, o gott! 3. Du, herr, hast zum gerichte Dir deinen thron erhöht. Vor deinem angesichte Bleibt nicht, wer widersteht. Ihr kühnen fünder zittert: Bereut noch euren spott! Sein thron wird nie erschüttert; Der herr bleibt ewig gott. 9. Bet deiner gaben überfluß Erhalt mich mäßig im genuß; Bewahr' mich in der dürftigkeit Vor schmach und unzufriedenheit. Du nährst mich immer; preis und dank Bring' ich dir, gott, mein lebenlang. Mel. Von gott will ich nicht ic. ott, der an allen enden 44. Unzählig gutes thut, Du bist's, in dessen Händen Mein ganzes schicksal rüht; Der für die übungszeit Mir jeden meiner tage, Mein glück und meine plage Bestimmt von ewigkeit. 2. Da ich noch ganz verborgen Im mutterleibe lag, Da wachte schon dein sorgen; Ach! vater, wie vermag Mein dürftiger verstand Das gute zu erheben, Daß du in meinem leben Mir huldreich zugewandt! 3. Du bist schon treu im lieben, Noch eh' wir sind, und hast Nie lust uns zu betrüben; Und, drückt wns müh' und last, So bleibst du mitleidsvoll; Hilfft liebreich deinen finbern Sie tragen und vermindern; Beförderst stets ihr wohl. 4. Stets hat in meinem leben Mir dieses trostes licht Von neuem kraft gegeben, Und frohe zuversicht. Wenn ich bekümmert war: So seufz't ich und war stille, Und dein stets guter wille Entriß mich der gefahr. 5. Dein name sey gepriesen, Der jederzeit an mir So herrlich sich erwiesen. Mein Herz und mund soll dir, Du retter aus gefahr! Ein schuldig opfer bringen, Von deiner güte singen Segund und immerdar. 6. Du hast mir woblgerathen, Und lauter guts gethan; Daß deiner liebe thaten Ich nicht g'nug rühmen kann. Hilf, vater, daß ich dort Verklärt und ganz vollkommen, Mit allen deinen frommen, Dir danke immerfort. 4. Du, herr, regierst und liebest, Was ungerecht ist, nicht. Du wägst die welt und übest Partheilos dein gericht. Die waage sinkt und steiget, Wie dein gesetz gebeut; Und jedes land bezeuget, Gott, deine heiligkeit. Mel. Befiehl du deine wege: c. 45. Gott, meine ganze seele kannt. Dir dank' ich und erzähle 5. Du bist ein fels der armen, Ein fels in jeder noth. Sie trau'n auf dein erbarmen, Wenn ihnen unfall droht. Die thränen, die sie weinen, Sind dir bekannt und werth. Du, gott, versäumest keinen, Der deinen schuß begehrt. 6. Ihr finder gottes preiſet, Verkündigt in der welt, Wie groß sich gott beweiset, Der, was er zusagt, hält. Er denkt daran, und fraget Nach des gerechten blut, Er hört ihn, wann er klaget, Und stillt der wetter wuth. 7. Herr, sey mir gnädig: schaue Voll huld auf meine noth! Du bist's, dem ich vertraue: Du hilfft auch selbst vom tod. Nach überwundnen leiden Geb' ich ins heiligthum; Und über dich, voll freuden, Erheb' ich deinen ruhm. Mel. Mein gott, das herz: c. 46. h finge meiner ſeelen erfreut; Ich sing' aus dankerfüllter brust Bon deiner gütigkeit. 2. Was ist der mensch, der staub, vor dir, Daß seiner du gedenkst? Herr aller welt, was haben wir, Wenn du es uns nicht schenkst? Macht deinen ruhm be3. Wer hat den himmel ausge= spannt, Der unser aug' entzückt? Unlv,-Bibl. Giessen 5. Von der Vorsehung Gottes. Wer hat mit göttlich milder hand, Den erdkreis ausgeschmückt? 4. Wer kleidet hügel, thal und au, Und ziert mit pracht den hain? Tränkt sie mit regen und mit thau? Und giebt der Saat gedeihn? 5. Wer führt die sonn' in ihrer pracht Mit jedem tag uns zu? Wer spricht zum mond in dunkler nacht: Den menschen leuchte du! 6. Wer frönt mit segen jedes jahr Daß unser herz sich freut? Wer liebet uns unwandelbar, Auch wann sein donner dreut! 7. Wer sichert uns vor der gefahr, Die uns von ferne droht? Wer rettet oft so wunderbar Aus gegenwärt'ger noth? 8. Herr, unser Herrscher, nur von dir Fließt alles heil uns zu. Dein volk, dein eigenthum sind wir, Und unser gott bist du! 9. Wie groß ist deine huld und treu! Du zähltest unser haar, Stehst uns allgegenwärtig bei In jeglicher gefahr. 10. Uns fünder trägst du mit geduld, Lehrst uns durch deinen geist, Und reut uns recht der fünden schuld So siehst du's und verzeihst. 11. Ja, deine güte reicht so weit, So weit die wolken ziehn; Der junge rab', erbarmer, schreit Zu dir; du nährest ihn. 12. Und rührte dich, o menschenfreund, Nicht eines christen schmerz? Die stille zähre, die er weint, Bemerkt dein vaterherz. 13. Web dem, der, herr, an dir verzagt, Und seine zuversicht Auf menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unsrer nicht! 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst: Ist, seele, dir nicht fern, Und eilt zu helfen, eh' du flehst. Vertraue gern dem Herrn! 15. Er schaut herab von seiner höh' Auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, unsterbliche, Zu ihm, von dem du bist. 16. Lobsing' ihm, bet ihn ewig an Mit frommer zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! Vergiß es, seele, nicht. 27 Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. 47. h weiß, mein Gott, daß all' nem willen muß beruhn, Von dir kommt glück und segen; Was du regierst und fördern willst, Geht seinem ziel entgegen. 2. Es steht in keines menschen macht, Daß das gescheh, was er bedacht, Und er sich dessen freue; Dein segen, höchster, macht's allein, Daß menschenrath gedeihe. 3. Oft denken wir mit sicherm muth, Dies oder jenes sey uns gut, Und ist doch weit gefehlet; Oft sehn wir auch für schädlich an, Was doch dein rath erwähiet. 4. Drum gieb mir weisheit aus der höh, Mein vater, daß ich nicht besteh Auf meinem eigenwillen; Sey du mein licht und lehre mich Nur deinen rath erfüllen. 5. Was dir gefällt, gefall' auch mir, Zufrieden sey mein herz mit dir Bei allen deinen wegen; Und, was dir misfällt, laß mich nie In meiner seele hegen. 6. Tritt du zu mir und mache leicht, Was mir sonst fast unmöglich däucht. Reichst du mir deine hände, So kömmt, was angefangen ist, Gewiß zum guten ende. 7. Ist gleich der anfang etwas schwer, Und muß ich gleich ins tiefe meer Der bittern leiden treten: So stärke mich der glaub' an dich Und ein trostvolles beten. 8. Wer christlich betet, dir vertraut, Wird alles das, wovor ihn graut, Mit tapferm muth bezwingen. Du beißest seine sorgen fliehn, Hilfst ihm den sieg erringen. 9. Zwar rauh ist oft der tugend pfad, Den uns dein wort gewiesen bat; Doch, wer ihn muthig gehet, Wird endlich, herr, durch deinen geist Zu steter wonn' erhöhet. 10. Du bist mein vater, ich dein kind; Was ich bei mir nicht hab' und find', Hast du in voller gnüge. So bilf nun, daß ich meinen stand Wohl halt und herrlich siege. 11. Dein sey, gott, aller ruhm und ehr: Ich will dein thun je mehr 28 este Erste Abtheilung. und mehr Aus hocherfreuter seelen Vorgehe, wie es gehe! Dein vater in der deinem volk und aller welt, So lang' höhe Weiß doch zu allen sachen rath. ich leb', erzählen. Met. Nun ruhen alle wälder zc. ibi, böchſter, rathen, n allen meinen thaten Las 48. Der alles kann und hat. Du mußt in allen dingen, Soll etwas mir gelingen, Mein belfer seyn mit rath und that. 2. Nichts hilft mein banges sorgen Vom abent bis am morgen; Nichts meine ungeduld. Du magsts mit meinen sachen Nach deinem willen machen: Ich traue deiner vaterhuld. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was dein rath ersehen, Und für mich nüßlich hält. Ich nehm' es, wie du's giebest; Was du von mir beliebest, Das hab' ich völlig, auch erwählt. 4. Sch traue deiner gnade, Die mich auf deinem pfade Vor allem übel schüßt. Leb' ich nach deinen säßen, So wird mich nichts verlegen, Nichts 5. Laß mich nur meiner sünden Vor dir vergebung finden, Und tilge meine schuld! Zum heiligungsgeschäfte Verleih mir muth und kräfte, Und habe dann mit mir geduld. 6. Leg' ich zum schlaf mich nieder Weckt mich der morgen wieder zu meines lebens pflicht; Irr' ich auf finstern wegen, Geb' ich dem leid entgegen, So giebt dein wort mir trost und licht. 7. An das, was du beschlossen, Will ich ganz unverdrossen, Mit froher hoffnung, gehn. Stein unfall unter allen Wird je zu schwer mir fallen; Mit dir werd' ich ihn überstehn. 8. Dir hab' ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, Wie es dein wink gebent; Es sey mein end' verborgen, Es komm' heut oder morgen, Du weißt dazu die beste zeit. 9. So sey nun, seele, seine, Und traue dem alleine, Der dich geschaffen hat! Es Mel. Bor deinen thron tret' zc. Von deinem throne hilf du mir! Mein beil kömmt 49. Mein auge sieht, o gott, nur von deiner macht, Die diese welt hervorgebracht. 2. Getrost, mein herz! mein treuer hirt Schafft, daß mein fuß nicht gleiten wird; Der mich behütet, schlummert nicht, In finsterniß ist er mein licht. 3. Kein übel sey mir fürchterlich, Denn gottes rechte schüßzet mich: Durch seine treue vaterhand Wird, was mir schadet, abgewandt. 4. Sein schuß gewährt mir sicherheit Sein troft füllt mich mit freudigkeit. Er leitet mich auf ebner bahn, Und nimmt mich einst zu ehren an. 5. Herr! segne und behüte mich. Du bist mein heil, ich hoff' auf dich. Dein segen folg aus dieser zeit Mir Mel. Befiehl du deine wege zc. 50. Nin immt gott, dem wir vertrauen, Nicht unsers werks sich an: will er das haus nicht bauen, Vergebens baut man dann; Will er die Stadt nicht schüßen, Er, groß durch rath und macht, Was wird der wächter nüßen? Umsonst ist's, daß er wacht. 2. Was hilfts, daß spät und frühe Ihr est voll traurigkeit Das brod der sorg und mübe, Und häuft euch gram und leid? Was nüßt der bange kummer, Da gott dem, der ihn liebt, Was er hat, wie im schlummer Und unerwartet giebt? 3. Weil denn an deinem segen, Wie niemand läugnen kann, O gott, so viel gelegen: So segne du uns dann. Laß deines sobnes segen Die feele recht erfreu'n, So wird auf unsern wegen Gewiß auch segen seyn. 6) Von den Engeln. geister könig! Ich bin zwar viel zu wenig, Um deinen ruhm recht zu erhöh'n. 51. 2. Doch preif' ich deine güte Mit nen, Und zu gebote stehn; Gott, aller dankbarem gemüthe Für deiner engel Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. u herr der serapbinen! Dem tausend engel die 6. Von den Engeln. schaar; Das menschliche geschlechte Mel. In allen meinen thaten zc. Beſchüßzet deine rechte Durch ihren 53. Wer zählt der engel beere, beistand in Die du zu 3. Doch sollen sie nicht weichen: So laß mich ihnen gleichen An wahrer heiligkeit. Wie sie nur tugend lieben, und sie auch stets ausüben, So mach' auch mich dazu bereit. 4. Sie thun nur deinen willen; Laß ihn auch mich erfüllen. Sie leben beilig, rein: laß mich nichts beflecken; Nein, wenn mich schatten decken, Stets so wie sie, die fünde scheun. 5. Hilf aug' und herz bezähmen, Kein ärgerniß zu nehmen, Lehr' mich behutsam sehn; Nie durch ein böses leben Dem nächsten anstoß geben: Denn dieses stürzt in ew'ge pein. 6. Wenn ich dann endlich scheide, So führe mich zur freude In ihren umgang ein: Da werd' ich dich recht loben, Und in dem himmel droben Dir und den engeln ähnlich seyn. Mel. Jesus, meine Zuversicht: c. err, du hast in deinem 52. Hreich Millionen beil'ger engel! Ihnen bin ich noch nicht gleich, Sondern vielmehr voller mängel. Ach, wann werd' ich auch so rein, Als wie diese geister seyn? 2. Mich verführt noch fleisch und blut; Stärke mich bei der beschwerde; Rüste mich mit fraft und muth, Daß ich bier schon auf der erde, Als dein erbe und dein kind, Immer himmlisch sey gesinnt. 3. Gieb mir weisheit, gieb mir fleiß, Dich, o gott, recht zu erkennen, Laß mich deines namens preis Gern auch vor der welt bekennen, Daß ich darin auf der erd' Deinen engeln ähnlich werd'. 4. Herr! dein wille soll geschehn, Wie im himmel, so auf erden; Laß uns doch stets darauf sehn, Daß wir dir gehorsam werden; So in deinem willen ruhn, Wie die reinen geister thun. 29 7) Von dem Menschen Mel. D gott, du frommer gott 2c. 54. mächtig großer gott, Wer kann dich g'nug erheben; Du gabst der ganzen welt O herr der welten schufst? Sie freu'n sich, deinen willen Gehorsam zu erfüllen, Wie flammen schnell, wenn du sie rufft. 2. Sie eilen, in gefahren Den frommen zu bewahren, In seiner pilgerzeit. Sie freu'n, an deinem throne, Sich einst auch seiner krone, Wie ihrer eignen seligkeit. 3. Bekehren, gott, sich fünder Und werden deine finder, Die dir dein sohn gewinnt; Dann fauchzen ihre lieder, Daß ihre neuen brüder Dem fluch entrissen worden sind. 4. Sie fauchzen deinem sohne, Daß du sie ihm zum lohne Für seine leiden giebst; Daß du sie trägst und leitest, Zum Himmel vorbereitest, Und zärtlich wie ein vater liebst. 5. In solchen geister- chören Dich ewig zu verehren, Welch eine seligkeit! Wer wird sie einst empfinden? Der, der entwöhnt von fünden, Sich, ihrer gleich zu werden, freut. 6. Giebst du, daß ich auf erden Kann ihnen ähnlich werden, Mir lust und stärke nur; So mag mich in gefahren Erhalten und bewahren Dein engel oder die natur. 7. Ich zittre nicht; ich schaue Auf dich nur; dir vertraue, Gott meines heils, ich mich Vergnügt, daß einst mit engeln Ich heilig; rein von mängeln, Dein antlig schaue, vater, dich! 8. Wenn du zu ihren liedern, Zumetnen höhern brüdern, Vor deinen thron mich rufft: Empor will ich mich schwingen Und dank und preis dir singen, Daß du für mich auch engel schufft. 9. Sie, über mich erhoben, Sie lehren, dich zu loben, Mich ihren höhern dank. In deinem heiligthume Wird dann zu deinem ruhme Der ganze himmel ein gesang. und seiner Bestimmung. Bewegung, kraft und leben. Was geist und körper beißt, Was erd' und himmel schmückt, Hat deine huld gebaut, Die alles noch beglückt. 30 2. Du schufst, ich dank' es dir, Auch mich zu deiner ehre, Und wolltest, gnädigſter! Daß ich dein bildniß wäre. Darum hast du den geist, Der in mir lebt und denkt, Mir zur unsterblichkeit Aus freier huld geschenkt. Erste Abtheilung. 3. O welch ein großer zweck, Dazu du, gott, mich schufest! Wie herrlich ist das glück, Wozu du mich berufest! Dir, höchster, ähnlich seyn, Wohlthätig seyn, wie du! O wohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu. 4. Laß mir dies große ziel Doch stets vor augen schweben; Mein allerstärkster wunsch, Mein eifrigstes bestreben In allen meinem thun Sey dies, o gott, allein, Daß ich auch, so wie du, Gesinnet möge seyn. 5. Du bist der wabrheit freund; Laß mich auch wahrheit lieben, Und mit stets munterm fleiß, In allem dem mich üben, Was mich zur weisheit führt; Zur weisheit, die dich ehrt, Und allem beifall giebt, Was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit Mich stets zum muster nehmen. Hilf mir die sünde fliehn, Die sinnlichkeit bezähmen; Nur das, was recht ist, thun, Des guten mich erfreun, Und dem, der's üben will, Auch gern behülflich seyn. E 7. Gieb, daß ich, so wie du, Ein freund der menschen werde, Dem wohlthun freude macht, Der kummer und beschwerde Dem nächsten gern erspart, Sein leben ihm verfüßt, Und wo er helfen kann, Zum helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, O gott, von diesem ziele; Du weißt, was mir noch fehlt, Und ich, ich selber fühle, Wie wenig ich dir noch Im guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz Nach dir und deinem sinn. 9. Beglückt ist nur alsdann Mein lebenslauf auf erden, Wenn ich dir immer mehr Schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch Mit dir vereinigt seyn, Und mich ohn' unterlaß, Gott, deiner güte freu'n. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 55. Dein bin ich, gott; dein ist mein leben. Wie tröstlich ist mein ursprung mir; Du hast den odem mir gegeben; Mein ganzes wesen kömmt von dir. Du, vater, riefst mich aus dem nichts Zum frohen anschaun deines lichts. 2. Du gabst mir die vernünft'ge seele, Die nur so lang' im fleische lebt, Bis sie, daß ihr kein wohlseyn fehle, Dein ruf zum bessern stand erbebt; Gedächtniß, willen und verstand, Hab' ich allein von deiner hand. 3. Wenn ich auf meinen körper sebe, Den du so kunstvoll ausgebild't, So wird, o vater in der höhe! Mein berz von ehrfurcht ganz erfüllt: Ein jedes glied, ein jeder sinn, Reißt mich zu deinem lobe hin. 4. Durch deiner vorsicht gnädig's walten, Die mich von kindheit an umfing, Bin ich bis hierher noch erbalten, so daß der tod vorüberging. Ich stebe noch und preiſe dich; Herr, deine rechte schüßzet mich! 5. Ich bin nicht werth der großen güte, Die du, mein gott, an mir gethan; Beschämt empfindet mein gemüthe Die schuld, die ich nicht läugnen kann. Ich babe, was mich sehr erschreckt, Vielfältig feel und leib befleckt. 6. Ja, herr, ich habe meine glieder Zu sündengliedern oft gemacht. Vor dir fall ich in demuth nieder; Vergieb, was ich nicht recht bedacht! Verwirf mich, water, nicht von dir, Schaff selbst ein treues herz in mir. 7. Hilf, daß ich dir zur ehre lebe, Und redlich thu', was dich erfreut, Und geist und leib und glieder gebe Zum dienste der gerechtigkeit! Daß ich bis in den tod dir treu, Und stets ein freund der tugend sey. 8. Fällt dieses leibes hütte nieder; Vollend' ich dieses lebens lauf: O gott, so richte du mich wieder VerHerrlicht aus dem staube auf. Dein e'wges leben sey mein theil, So preis ich ewig dich, mein heil. 7. Von dem Menschen Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. 56. Dir ir, gott, sey preis und dank gebracht! Dich soll mein lied erheben! Ich bin ein wunder deiner macht, Du schufft auch mich zum leben! Mein ganzer leib erbaut von dir, Sammt einem jeden sinn an mir, Beweiset deine größe. 2. Haupt, aug' und ohr, herz, mund und hand, Die ich zu dir erhebe; Die haut, so künstlich ausgespannt, Der nerven fein gewebe, Und alle glieder sagen mir: Ich sevy, o gott, ein werk von dir, Ein werk von deiner weisheit. 3. Ach hättest du mein auge nicht So künstlich zubereitet: Was nüßte mir der sonne licht, Der glanz, den sie verbreitet? Dann säh ich nicht, mit welcher pracht, Du, herr, durch deine weise macht, Was du erschaffen, schmückest. 4. Ich jauchze, daß ich sehen kann, Und hören und empfinden, Froh bet' ich meinen schöpfer an: Ihn überall zu finden, In allen werken, die er schuf, Das ist mein seligster beruf, Mein lobgesang und opfer. 5. Wer leitet meines lebens lauf? Regiert des Herzens schläge? Bewegt die lung' und schwellt sie auf, Damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag', berz! entflamme mich, mein blut! Daß ich den schöpfer preise. 6. O pries' ich, böchster, immer dich, Wenn ich die sinnen brauche, Geh', lieg' und ausrub', oder mich Bewege, athme, hauche! Gieb, daß ich ewig dein mich freu'! Und daß mein leib ein tempel sey, Worin dein geist stets wohne. und seiner Bestimmung. 31 Wer zählt die reize, die sie schmücken? Was ich hier sehen kann, gefällt! Und dennoch kann sie nicht, wie schön, Wie wundervoll sie sei, verstehn. 3. Für geister nur, und nur für seelen, Die zu den geistern gott erhob, Sind sie so herrlich! sie erzählen Nur ihnen meines schöpfers lob. O seele! jauchze, daß der ruf Der allmacht dich zum geiste schuf. 4. Gott! ich fann denken; ich gewinne, Weil ich zu einem geiste ward, Durch die empfindung meiner sinne, Gedanken tausendfacher art; Groß, mannigfaltig ist ihr heer, Und doch wird ihrer täglich mehr. 5. Ich kann sie sammeln und verbinden, Und trennen, wie es mir gefällt; Die welt empfinden, mich empfinden, Weit unterschieden von der welt. Zu tausend thaten hab' ich kraft! Wer giebt sie? gott, der alles schafft. 6. Wie feurig dürstet meine seele Nach glück und lust und seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, Was mich nach dem genusse reu't. Doch, das ist, vater! meine schuld; Vergieb sie mir nach deiner huld. 7. Begabt mit wundervollen sinnen, Mit freiheit, mit vernunft von dir, Sollt' ich nur dich, gott! lieb gewinnen, Dich nur: und was gebräche mir? Ach, möchte meine seele dein Mit allen ihren kräften seyn! 8. Gott, meine lust sey, dich zu kennen, Dich, urquell der vollkommenheit! Von deiner liebe ganz zu brennen, Das sey mir ruhm und seligkeit. Bin ich durch christum nur mit dir Vereint, mein gott, was fehlet mir? Mel. Nun sich der Tag 2c. 58. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 57. Gott werde stets von dir dein. Mein größtes glück, mein wahrer ruhm Ist ewig dein zu seyn. erhoben, Du, deines schöpfers bild, mein geist! Sollt' ich nicht meinen vater loben, Den jedes seiner werke preist? Er schuf mich ja, sein bild zu seyn, Ihn einst zu schau'n, mich sein zu freu'n. 2. Anmuthig, prächtig zum entzücken, Ist gottes ganze förperwelt. ch bin, o gott, dein eigen2. Du gabst mir den vernünft'gen geist, Bewundernd einzusehn, Wie dich, herr! deine schöpfung preist; Mit ihr dich zu erhöh'n. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott! deine herrlichkeit. Zu ihrem preise reizt mich hier Selbst jede jahreszeit. Erste Abtheilung. 32 4. Und ich, ich sollte fühllos seyn, Und dich, herr! rühmen nicht? Ein berold deines ruhms zu seyn, Dazu bin ich verpflicht't. 5. O mache dieser pflicht mich treu, So treu, herr, als ich soll. Mein herz, mein mund, mein wandel sey, Stets deiner ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hält dein gebot; Ihm ist's nicht last, nicht pein. Drum gieb auch mir die kraft, o gott! Geborsam dir zu seyn. 7. Was du befiehlst, ist für uns gut, Du willst nur unser heil. Wohl dem, der deinen willen thut, Du bist sein trost und heil. 8. Er wandelt hier auf ebner bahn; Und selbst in traurigkeit Schmeckt er, dir, höchster! zugethan, Durch dich zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter prüfungszeit Nimmt ihn der himmel ein. Herr! laß nach dieser seligkeit Mein ganz bestreben seyn. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. oder: Du weiser schöpfer 2c. 59. gott! ich preiſe deine 9. Gott, wenn mein geist dies überleget, So hofft er schon unsterblichkeit. Noch stärker fühl' ich mich beweget Beim licht, das mir dein wort verleiht; Da seh' ich weit gewisser ein, Daß ich auch einst soll selig seyn. güte, Die wun10. Herr! laß zu jenem bessern leben Mich täglich hier die aussaat streu'n. Laß deinen geist das wollen geben Und das vollbringen auch verleihn. O wonne der unsterblichkeit! Sei stets mein trost in allem leid. derbar erschuf, Und mit froblockendem gemüthe Verehr' ich deinen schöpfersruf. Ein herold deines ruhms zu seyn; Und deiner wunder mich zu freun. Daß er auf immer rubig werde, Bedarf er mehr, als ihn erfreu. Er fühlt, daß diese ganze welt Sein wünschen nicht zufrieden stellt. 3. Und diesen geist, der in mir denket, Schufst du nicht blos für diese zeit. Du hast mir, vater, ihn geschenket Zum leben in der ewigkeit, Um da vollkommner zu verstehn, Was sterbliche nur dunkel sehn. 4. Zu eng sind dieses lebens schranken Für seinen forschenden verstand. Der keim zu höheren gedanken, Als je ein sterblicher erfand, Entwickelt sich erst nach der zeit Im hellern licht der ewigkeit. 6. 3war ist er tief berabgesunken Von seines ursprungs herrlichkeit, Sucht oft, von lust der erde trunken, Sein glück in dingen dieser zeit: Jedoch er sucht, und findet nicht, Was ihm der äußre schein verspricht. 5. Ihn sättiget kein guth der erde; Kein zeitlich glück, so groß es sey, 7. Du prägtest ihm durch sein gewissen Gefühl von recht und unrecht ein, Daß böse böses leiden müssen Und tugendhafte glücklich seyn, Erkennt er; doch sieht er noch nicht Den richter hier schon im gericht. 8. Dem tugendhaften ist hienieden Oft ein sehr widriges geschick zum loos für diese zeit beschieden; Dem lasterhaften oft viel glück. Gewiß! erst eine andre welt Ist zum vergel. tungsort bestellt. 2. Du gabst zum denken und empfinden, Allgütiger, mir diesen geist, Der zwar zu schwach ist, zu ergründen, Wie herrlich du, mein schöpfer! seyst; Mel. Allein gott in der höh: c. Jedoch, was du an mir getban, Er- 60. Wie wichtig ist doch der kennen und bewundern kann. beruf, Den uns der herr gegeben! Gott, als uns deine liebe schuf, Da schuf sie uns zum leben: Zum leben, welches ewig währt, Das weder leid noch angst beschwert, Willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser vaterland; Allein bei dir, gott, droben; Da ist der ort, wo deine hand Das glück uns aufgehoben, Das nie ein traurig ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, Uns dazu anzuschicken 3. O laß mir doch dies große ziel Durch nichts verrücket werden! Was hilfts, wann ich auch noch so viel Von gütern dieser erden; Von ehre, geld 8. Von der Sünde und dem und lust gewinn, Wenn ich dabei nicht tüchtig bin, Dein bimmelreich zu erben? 4. Dein pilgrim bin ich ja nur hier, Laß mich dies nie vergessen! Nur wenig tage hast du mir Zur wallfahrt zugemessen. Schnell, wie ein traum, sind sie vollbracht, Und dann wird dieser erde pracht Auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels herrlichkeit Mich stets vor augen baben. Laß mich in meiner übungszeit Um jene beßre gaben, Die mir im tode nicht entfliehn, Am ersten und mit ernst bemühn, Damit ich nicht einst darbe. 8) Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. Mel. Wo soll ich flichen hin 2c. menu, der kein böses thut! 61. schen gut; Du, böchster, gabst ihm träfte zum seligen geschäfte, In heiligkeit zu wandeln, Stets recht vor dir zu handeln. Verderben des Menschen. 33 6. Ein herz, das dich, o vater! liebt, Und deines sohns sich freuet; Das durch den glauben tugend übt, Und sich vor fünden scheuet: Ein solches herz, das wird allein Sich ewig deiner güte freun, Und einst dein antlig schauen. 7. Und solch ein herz das wollst du mir, Gott, aus erbarmen geben, Damit ich möge auch schon hier Nach den gesetzen leben, Die selbst im himmel gültig sind; Bis ich als dein bewährtes kind Zu deiner freude gehe. 4. Verderbt ist unser sinn. Die weisheit ist dahin, Die uns regieren sollte, Nur, was dein wille wollte, Mit freudenvollen trieben zu wählen und zu üben. 2. Wo ist der unschuld ruhm; Ach! wir, dein eigenthum, Wie tief find wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen Ein mensch ganz rein von sünden Vor dir, o gott, zu finden? 3. Hier ist kein unterschied. Dein helles auge sieht Auf alle menschenfinder, Und find't sie alle sünder; Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Da ist vor dir, herr, keiner Unschul- 62. Gott, du bist heilig und dig, auch nicht einer. gerecht 5. Der finne lust und schmerz Rührt, leider! unser Herz Mehr, als die höhern freuden, Mehr, als die größern leiden, Die wir auf ewigkeiten Selbst unserm geist bereiten. 6. Dir folgen, dünkt uns zwang. Des herzens böser hang Reißt uns mit starkem triebe Zu schnöder fündenliebe. Ach, können wir wohl zählen, Wie oft wir vor dir fehlen? 7. O herr, gieb uns dein licht, Daß wir, was uns gebricht, Beschämt Evangel. luth. sor dir erkennen, Und von dem ernst Der entbrennen, Der sünde zu entsagen, 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, So willst du uns doch heilen, Und kräfte uns ertheilen, Schon wiederum auf erden Dir gleichgesinnt zu werden. 9. Herr! diese deine huld Laß uns durch unsre schuld Nicht freventlich verscherzen. Erwecke unsre berzen, Dir nicht zu widerstreben, Damit wir ewig leben. wegen. Vor dir bleibt nicht ein böser knecht; Den frommen krönt dein segen. Auf ihm ruht deine vaterhuld; Der böse träget seine schuld; Ihn treffen deine strafen. 2. Du bist der richter aller welt. Nach heiligen gesezen, Die deine weisheit festgestellt, Mußt du die menschen schätzen; Mußt übertretern strafe dreun, Und, wenn sie sich vor dir nicht scheun, Die strafe auch vollziehen. 3. O herr! dein heiliges gericht Entdeck ich schon auf erden. Du läsfest, fürchten wir dich nicht, Uns hier schon innen werden, Daß du auf unsre thaten siebst, Und ein gerechter richter bist, Das böse heimzusuchen. 3 34 Mail Erste Abtheilung. 4. Es klagt uns das gewissen an, was dein, Ach! was würd' mir Wenn wir dir widerstreben, Und sagt, daß wir unrecht gethan Durch unser böses leben. Es raubet uns die inn're ruh', Und spricht uns die vergeltung zu, Die missethat verdienet. 5. Oft stäupst du hier den fünder schon Für seine bösen thaten, Und läsfest ihn in schmach und hohn Und andre noth gerathen. Hat ihn der sünden lust erfreut, So muß er auch das herzeleid, Das sie gebiert, empfinden. 6. Jedoch, o herr! zur besserung Strafft du noch hier die sünder, Und züchtigst auch zur heiligung Oft deine trägen finder. Wohl dem, der deinen willen lernt, Und sich vom sündenpfad entfernt, Und deiner zucht gehorchet! 7. Den aber trifft dein zorngericht, Das ohn' aufhören währet, Der in der zeit der gnade nicht Sich recht zu dir bekehret. Er hat veracht't sein ewig heil. Drum wird er dort, herr, keinen theil An deinem himmel haben. 8. Herr! dies bezeugt dein klares wort. Wahrhaftig ist dein dräuen. So hilf denn, daß wir immerfort Den weg der fünde scheuen. Erbarm' dich unser allesammt. Daß niemand unter uns verdammt, Ein jeder selig werde. Mel. Alle menschen müssen sterben 2c. 63. übrig seyn? 4. Doch die menge deiner gaben Klagt nur meinen undank an, Weil ich sie oft ganz vergraben, Oder damit groß gethan; Oft voll leichtsinn sie verschwendet; Und zu sünden angewendet. O wie häuft sich meine schuld Durch verachtung deiner huld! 5. Sieh', hier lieg' ich in dem staube Tief vor dir, mein gott, gebückt; Doch mein demuthsvoller glaube, Der auf meinen heiland blickt, Hofft auf deine vatergüte, Und mein tief beschämt gemüthe, Das den muth fast ganz verlor, Hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die wunder deiner liebe Ziehen ganz mein herz zu dir. Ach! erhalte selbst die triebe Treuer dankbarkeit in mir. Vater! laß das schwache lallen Meines lobes dir gefallen. Bilde mich, dein eigenthum, Ganz zu deines namens ruhm. sen, Das voll segnender begier, Menschen sich zum dienst erlesen! Ach! was ist der mensch vor dir, Wenn ich deine größ' erwäge; Und, was ich bin, überlege: O wie niedrig und wie klein Muß ich mir nicht selber seyn? 2. Ach, es herrscht der trieb zur sünde Mächtig oft in dem gemüth, Und macht mich zu einem finde, Das vor seinem vater fliebt. Ach, ich seh' mit reu' und schrecken Tausend fehler, tausend flecken, Und in der verderbten brust Regt sich öfters böse lust. 7. Meine kräfte, meine glieder Sind zu deinem dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder Voller ehrerbietigkeit. Deinen willen thun und leiden, Sey die quelle meiner freuden Gott und herr der ganzen welt, Thu' mit mir, was dir gefällt. roßer gott, erbab'nes we- 64. Hérben, Ach! es regt in Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. du kennest mein vermeiner brust, Wie bei allen adamserben, Sich noch immer böse luft Die mein herz, herr, von dir neiget Und viel böse thaten zeuget. 2. Wie verderbt sind meine wege! Wie verkehrt mein eigner sinn! Sch empfind' es, gott, wie träge Ich dir zu gehorchen bin. Ach! wer wird vom bang zum bösen Mich doch endlich ganz erlösen? 3. Hilf mir durch den geist der gnaden Von der angeerbten noth; Heile meiner seelen schaden Durch des mittlers freuzestod; Tilge alle meinen sünden; Laß mich vor dir gnaden finden. 3. Was ich gutes an mir habe, Ist von deiner vaterhand. O wie manche gute gabe Hast du, herr, mir zugewandt; Selber auf dem 4. Deinen willen hier auf erden sündenpfade Trägt mich schonend zu vollbringen wird mir schwer. deine gnade. Nähmest du zurück Soll ich dazu tüchtig werden, Must 8. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. 35 du selbst von oben her Kraft und stärke mir verleihen, Und mein sündhaft herz erneuen. 2. Des bösen herzens grund Wird oft durch thaten fund, Die mich vor dir verflagen Und mein gewissen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, Wer wird mir rettung schaffen? 3. Ich habe wider dich, Den nächsten und auch mich Vielfältig, herr, gehandelt; Ich bin den weg gewandelt, Der menschen von dir wendet, Und sich mit schrecken endet. 4. Ein jegliches gebot Zeugt wider mich und droht, Weil ich( dies schlägt mich nieder) Nur gar zu oft dawider Gedacht, gethan, gesprochen, Und deinen bund gebrochen. 7. Reize mich durch jene krone, Die mir droben beigelegt, Daß ich meiner niemals schone, Wenn die sünd' in mir sich regt; Hilf mir selber muthig kämpfen, Alle böse lüste dämpfen. 5. Verwirf mich nicht von dir; Hilf, herr, erbarmend mir! Erneure meine seele, Daß sie nur gutes wähle. Wer kann mich sonst vom bösen, Als du, o herr, erlösen? 8. Sollt' ich etwa unterliegen; so hilf mir wieder auf! Laß durch 6. Drückt mich der sünden joch deine kraft mich siegen, Daß ich mei- Gleich mächtig, so bleibt doch Weit nen lebenslauf Unter deinen treuen mächt'ger deine gnade; Wie groß händen Möge gut und selig enden. auch nun mein schade, So kannst du ihn doch heilen, Und leben mir ertheilen. 7. Hat sonst des fleisches macht In mir ihr werk vollbracht: So gieb mir lust und stärke, Daß ich nur gute werke Beschließe und vollbringe, Und ewig dir lobsinge. 5. Schaffe dann ein reines herze, Herr, durch deinen geist in mir, Daß ich nicht mein heil verscherze; Laß der sündlichen begier Mich mit nachdruck widerstehen, und auf deine hülfe sehen. 6. Unter wachen, beten, ringen, Hilf mir selbst mein fleisch und blut Unter deinen willen zwingen; Denn dein wille, gott, ist gut. Was nicht kann dein reich ererben, Laß schon hier an mir ersterben. Mel. Wo soll ich fliehen hin, weil 2c. 65. Mein gott, bir iſt bewußt, Die inn're böse lust, Die quelle meiner fünden, Die menschen nicht ergründen. Oheile du aus gnaden Der seele tiefen schaden. > 9. Von der Erlösung des Menschen. Mel. Sey lob und ehr' dem höchst. zc. die bahn, Tie von der erd' uns himmel66. Auf, christen, laßt uns an Zur ew'gen wonne leitet. gott Mit frohem dank erheben! Er hat nicht lust an unserm tod, Will, daß wir ewig leben. Was uns zum heile nöthig ist, Das hat er uns durch jesum christ Erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen rath Kam er, sein sohn, auf erden. Von unsrer schuld und missethat Ein retter uns zu werden. Er ward's; und hat sein werk vollbracht, Und sich nach kurzer grabesnacht Gen himmel aufgeschwungen. 3. Wo ist des todes herrschaft nun? Hier ist sein überwinder. Die furcht davor hinweg zu thun, Starb er, das heil der fünder. Gebrochen ist uns nun 4. Wie hat uns doch der herr so lieb! Wie sucht er unser bestes! Er giebt für uns aus freiem trieb Sein liebstes und sein größtes. Preis ihm! der so viel an uns thut. Preis seinem sohn: der uns zu gut Sich bis zum tod erniedrigt. 5. Was er zu unserm glück verschafft, Das ist in seinen bänden. Sein ist das reich, sein ist die kraft, Das heil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns erwarb, Als er für uns am kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen. 6. O laßt uns ihm uns anvertraun Und seine stimme hören; Auf seine mittlers- hülfe baun, Ihn mit gehorsam ehren. Das ist der weg zum ew'gen 36 Erste Abtheilung. wohl; Der weg, auf den man friede- Allen kummer zu zerstreun; Ihrer voll Auch schon auf erden wandelt. größe mich zu freun; Durch ihr anschaun schon auf erden Herrlich und entzückt zu werden. 7. Herr, leite selbst uns diesen pfad! Zeuch uns zu deinem sohne! Daß glaub' an ihn auch mit der that In unsern herzen wohne. So haben wir an seinem heil, Zur freude für uns, ewig theil; o preisen wir dich ewig. 2. Ich verehre dich, o liebe! Daß du dich erbarmet hast, Und aus freiem, edlen triebe Den allweisen rath gefaßt, Der verdammnißwerthen welt, Durch ein theures lösegeld, Durch des eignen sohnes sterben, Gnad' und freiMel Bon gott will ich nicht laffen. 67. Erhebt den berrn, ihr from beit zu erwerben. 3. D ein rathschluß voll erbarmen, Voller buld und freundlichkeit! Welcher uns hülflosen armen Gnade, trost und hülfe beut. Liebe, die den sohn uns schenkt, Der mit dir die welten lenkt, Um die fünder zu erretten Aus den schweren sündenketten. men! hält, was er verspricht. Der heiland ist gekommen, Der völker trost und licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum heil und leben Selbst seinen sohn gegeben; Durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche liebe Hat uns der herr erzeigt! Mit welchem vatertriebe ein herz zu uns geneigt! Von seiner himmel thron Kömmt, rettung vom verderben Uns sündern zu erwerben, Sein eingeborner sohn. 3. Er kömmt zu uns auf erden In tiefer niedrigkeit, Nimmt auf sich die beschwerden von unsrer pilgerzeit; Enthält sich seiner macht, Verleugnet himmelsfreuden, Bis er durch todesleiden Sein großes werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht! o bringet Gott euren lobgesang. Erlöste menschen, singet Dem mittler ewig dank. Wo niemand helfen kann, Da hilft er gern aus gnaden, Heilt unsrer seelen schaden. O nehmt ihn gläubig an. 5. Du freund der menschenfinder! Verwirf uns, jesu, nicht. Dein name, heil der fünder, Ist unsre zuversicht. Gieb unsern seelen rub; Hilf jeden reiz zu sünden Uns glücklich überwinden! Gieb muth und kraft dazu. 6. Dich wollen wir erheben hier und in ewigkeit, Wo uns ein beß'res leben Vor deinem thron erfreut. Dann sind wir ewig dein, Und nichts wird uns mebr fehlen; Dann werden unsre feelen Vollkommen selig seyn. 4. Doch, du hast, o weise liebe! Eine ordnung auch bestimmt, Daß darinnen jeder bliebe, Der am segen antheil nimmt: Wer nur an den mittler glaubt, Und ihm treu ergeben bleibt, Der soll nicht verloren gehen, Sondern heil und leben sehen. 5. Da du keinen zum verderben Ohne grund bestimmet hast: Tragen sünder, wann sie sterben, Ihrer eignen bosheit last. Wer nicht glaubt an deinen sohn, Der hat noth und tod zum lobn: Sein muthwillig widerstreben Schließt ihn aus vom heil und leben. 6. Ewig seymitdankbesungen, Was dein rath beschlossen hat; Mit uns preisen engelzungen Diesen weisen heilgen rath, Den der glaub' in demuth ehrt, Wo Die vernunft erstaunend hört, der engel tiefen findet, Die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, Meines beils gewiß zu seyn. Richte selbst mein ganzes leben So nach deinem willen ein, Daß des glaubens frucht und kraft, Den dein geist selbst in mir schafft, Mir zum zeugniß dienen möge: Ich sey auf dem rechten wege. 8. Laß mich einst dich selbst anschauen Und vor deinem throne stehn: So nur werd' ich ohne grauen Meinem tod entgegen gehn; Keine kreatur wird Mel. Werde munter, mein gemüthe. w'ge liebe, mein gemüthe 68. vertraun, In den abgrund deiner huld entreißen können, Noch von deigüte Ehrfurchtsvoll hinab zu schaun, ner liebe trennen. 9. Von der Erlösung des Menschen. Mel. Ich dank' dir schon durch: c. Redanke, der uns leben giebt Wer kann dich ganz durchdenken? Also hat gott die welt geliebt, Uns feinen sohn zu schenken. 2. Hoch über die vernunft erhöht, Umringt mit finsternissen, Erhebst du gottes majestät, Und stillest mein gewissen. 3. Ich kann der sonne wunder nicht, Noch ihren bau ergründen; Und doch kann ich der sonne licht Und ihre kraft empfinden. 69. S 7. Nein, diesen trost der christenheit Soll mir kein spötter rauben; Ich fühle seine göttlichkeit Und halte fest am glauben. 4. So kann ich auch nicht gottes rath Von jesu tod ergründen; Allein das göttliche der that, Das kann mein herz empfinden. 5. Feblt mir der trost, daß jesus christ Nicht meine schuld getragen; Nicht gott und mein erlöfer ist: Wie 70. Gott, der du für uns bei ich zagen! 6. Ist christi wort nicht gottes sinn: So werd' ich irren müssen, Und wer gott ist, und was ich bin, Und werden soll, nicht wissen. nen gegeben: Wer kann doch gnugsam deine huld erheben? Wie herrlich zeigst du im erlösungswerke Der gnade stärke! 2. Dein ew'ger sohn stirbt für die menschenkinder; Der heiligste tritt an die statt der sünder; Der seligste begiebt sich seiner freuden, Für uns zu leiden. 8. Ich bin nun ganz deln eigenthum, Und auch des himmels erbe: Dies, sohn des höchsten! ist mein ruhm, Auf den ich leb' und sterbe. 9. Du giebst mir deines geistes kraft, Im glauben mich zu stärken; Der wollen und vollbringen schafft Zu allen guten werken. 10. So lang' ich gottes willen gern Mit reinem Herzen thue: So fühl ich freude in dem Herrn, Und im gewissen rube. 11. Und wenn mich meine fünde kränkt, Und ich zu dir, herr, trete, Weiß ich, daß dein herz mein gedenkt, Und thut, warum ich bete 37 14. Erfüll' mein herz mit dankbarkeit, So oft ich dich nur nenne, Und hilf, daß ich dich allezeit Treu vor der welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch würdig seyn, Deswegen schmach zu leiden, So laß mich weder furcht noch pein Von deiner liebe scheiden. 12 Ich weiß, daß du, mein heiland, lebst, Und mich einst aus der erde Erweckst und dann dahin erhebst, Wo ich dich schauen werde. 13. Kann unfre lieb' im glauben hier Für dich jemals erkalten? Doch ist dies liebe nur zu dir, Dein wort von herzen halten. 16. Ja, sollt' ich gleich nicht für und für Des glaubens freud' empfinden. So lebe er doch so in mir, Daß er mich schüßz' vor sünden. 17. Hat gott uns seinen sohn geschenkt( Laß mich noch sterbend denken): Wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, Mit ihm nicht alles schenken? Mel. Herzliebster jesu, was haft zc. oder: Ist auch ein gott?: c. 3. Er wird das lamm, das aller sünden träget, Drauf du die strafe weislich selbst geleget: Daß du die schuld an den verlornen schaafen Nicht dürftest strafen. 4. Was ist der mensch, daß du ſein so gedenkest, Und deinen sohn ihm zum versöhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen Für wohlgefallen? 5. Verdient verachtung gütiger gesebe, Verdient verschwendung unschäßbarer schätze, Verdient gehäufte gröbliche verschuldung So viele duldung? 6. O welche tiefe deiner menschenliebe? Wer faßt, o gott, die größe ihrer triebe? Du thust weit mehr zu unserm wohlergeben, Als wir verstehen. 7. Ach lehre mich recht deine buld erkennen, Voll zuversicht dich meinen vater nennen, und zum gehorsam dir mein ganzes leben Willig ergeben. 8. Was mir dein sohn, da er für mich gestorben, Von deiner huld Erste Abtheilung. C 38 durch seinen tod erworben, Das werde mir zu meinem ew'gen heile Nun auch zu theile. 9. Dein friede wohne ſtets in meinem 72. H herzen, Und tröste mich bei des gewissens schmerzen; Dein geist sey mit mir, deinen guten willen Treu zu erfüllen. el. Wenn mein stündlein 2c. 71. Gott, hätte dein geliebter sohn Sich mein nicht angenommen, Und wär' er nicht von seinem thron Zu uns herab gekommen, So müßte mir vor ew'ger pein, Gerechter richter, bange seyn, Um meiner fünden willen. 2. Doch er schafft dem gewissen rast, Nun darf ich nicht verzagen. Denn meiner fünden schwere last Hat er für mich getragen. Am kreuz versöhnt er mich mit dir; Da floß sein blut, damit er mir Die seligkeit erwürbe. 3. Wohl mir, mein herz schöpft neuen muth, Faßt findliches vertrauen. Ich kann auf sein versöhnend blut Mein ewig heil nun bauen. Dies blut, das mich gereinigt bat Von aller meiner missetbat, Wird ewig, ewig gelten. 4. Hinweg mit banger kümmerniß, Sey, seele, voller freuden! Dein heil ist dir nun ganz gewiß: Von gott kann dich nichts scheiden. Was dir des höchsten fohn erwarb, Da er in schmach undmartern starb, Kann dir kein satan rauben. 5. Nichts nüßet die gerechtigkeit, Die stolz auf werke bauet; Der ist von seinem heil noch weit, Der eignen kräften trauet. Er erntet schaden statt des lohns: Nur die gerechtigkeit des sohns Macht uns gerecht und selig. 6. Auch mich macht sie gerecht, weil ich Sie fest im glauben fasse; Auch ewig felig macht sie mich, Weil ich nicht von ihr lasse. Gott, der erfüllt, was er verheißt, Erhält auch mich durch seinen geist In seines sohns gemeinschaft. 7. Du, vater, warfest unsre schuld Auf deinen sohn, als bürgen. Du, jesu, ließest in geduld Dich, als ein lamm, erwürgen. Du, geist, theilst dieses heil uns zu. In alle ewigkeit sev du, Dreieiniger, gepriesen. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c.- oder: Lobsinget gott, und 2c eil uns, aus unsrer fündennoth Ist rettung uns erworben. Der herr will nicht des fünders tod. Was adams fall verdorben, Hat er aus gnaden uns erseßt. Wie werth sind wir vor ihm geschäßt! Wie groß ist sein erbarmen. 2. Selbst seinen eingebornen sohn Sandt' er zu uns auf erden, Von dem verdienten sündenlohn Ein retter uns zu werden. Er kam und mit ihm unser heil; Er kam, am ew'gen leben theil Uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o tod, dein stachel nun? Hier ist dein überwinder. Für unsre schuld genug zu thun, Starb er, das heil der fünder. Wo ist nun, sünde, deine kraft? Hier ist er, der uns kräfte schafft, Dein joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sey gott! gelobt sein sohn, Der retter unsrer seelen! Nun kann uns auch auferden schon Das wahre glück nicht fehlen; Getrost und froh in gott zu seyn, Wenn wir uns nur dem heiland weih'n, Den gott für uns verordnet. 5. Was er zu unserm glück verschafft, Das ist in seinen händen. Sein ist das reich, sein ist die kraft, Das heil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns erwarb, Als er für uns am freuze starb. Wohl allen, die ihm trauen. 6. O laßt uns ihm uns anvertraun, Und niemals sein uns schämen; Auf seine mittlershülfe bau'n, Und sein joch auf uns nehmen. Das ist der weg zum ewgen wohl, Der weg, auf dem man friedevoll Auch schon auf erden wandelt. 7. Herr, laß uns diese seligkeit Doch über alles schätzen. Nie können güter dieser zeit Den mangel uns ersetzen, Wenn uns das größte gut gebricht, Ein reines herz voll zuversicht Zu dir, gott, unserm vater! 8. O lenk' auf dies erhab'ne glüc Der seele stärkste triebe! Zeuch mächtig unser herz zurück Von schnöder sündenliebe. An dem uns theu'r erworbnen beil Laß uns im wahren glauben theil Stets suchen und behalten. 10) Von Christo, dem Erlöser. Mel. Es ist das heil uns kommen: c. 73. Der ein, Herr jeſu! für die fünder, Und wolltest haupt und bürge seyn Gefallner adamskinder; Nahmst alle ihre schuld auf dich, Trugst ihre lasten williglich, Sie los und frei zu machen. u stelltest dich zum mitt- und segen. 2. Du, deines vaters ew'ger sohn, Gebor'n ein mensch auf erden, Ertrugst in früher kindheit schon Die größesten beſchwerden: Nahmst nach und nach an weisheit zu; Durch frühe tugend wurdest du Ein vorbild frommer jugend. 3. An jahren reif, an weisheit groß, Verließest du die stille, Darin dein jugendlauf verfloß; So war's des vaters wille. Am jordan weihetest du dich, Durch deine taufe, öffentlich Zum antritt deines amtes. 4. Dein vatergoß vom himmelsthron Auf dich des geistes gabe, Und sprach: dies ist mein lieber sohn, Dran ich gefallen habe. So würdest du, herr! vor der welt Vom himmel selber dargestellt Als auserkorner mittler. 5. Zwar dem, der unser erstes haupt, Den adam, überwunden, Ward auch an dir viel macht erlaubt In langen prüfungsstunden: Doch hier ward er des siegs nicht frob. Du standst als beld, und satan floh. Die engel sahn's und jauchzten. 6. Bestimmt nach gottes weisem rath Zum lehrer und propheten, Sah man dich nun, durch wort und that, Voll kraft dies amt vertreten. Des lasters schande straftest du, Sprachst müden seelen freundlich zu, Und predigtest gewaltig. 7. So warest du das wahre licht Mit aufwand deiner kräfte; Jedoch, o herr, dies war noch nicht Dein wichtigstes geschäfte. Zum Hohenpriesterthum bestellt, Gabst du zum opfer für die welt Dein eignes theures leben. 8. Dem tode nahmst du seine macht, Fuhrst zu des himmels höhen, Wo dich in deiner siegesprächt Die himmelsbürger sehen, Und wo du unsre sache führst, Als könig 39 herrschest und regierst Zu unserm heil 9. Herr jesu, großer mittler! sey Von herzensgrund gepriesen Für deine gnade, huld und treu, Die du an uns erwiesen! Gieb, daß wir gänzlich dir vertraun, Gehorsam seyn, und einst dich schaun Zu unsrer ew'gen freude. Rel. Ein lämmlein geht und 2c. 74. Lob, ehre, preis und dank ſei dir, O jeſu unser leben! Preiswürdig bist du für und für: Wer kann dich g'nug erheben? Eh' noch die welt ward, warst du schon Groß, herrlich und des höchsten sohn, Ein erbe seiner ehre. Dein ist das reich, die herrlichkeit, Und du beherrschest weit und breit Der freaturen beere. 2. Dein sind sie; denn durch wessen kraft Ward himmel, meer und erde? Wer hat das leben uns verschafft? Wer sprach zum engel: werde! Du bist es, dessen allmachtsruf Die ganze welt aus nichts erschuf: Du bist's, der alles träget, Was sichtbar und unsichtbar ist, Was erd' und himmel in sich schließt, Und was im meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut In diese welt gekommen; Haft willig unser fleisch und blut, O herr, an dich genommen; Aus der erschrecklichsten gefahr zu retten, was verloren war, Wardst du ein knecht auf erden. O huld, die sonst nichts gleiches hat! Du starbst für unsre missethat, Ein heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns, und bist es noch Jetzt auf der himmel throne; Suchst liebreich von der fünde joch Und ihrem schnöden lohne, Die ihr noch dienen, zu befrein; Beschwerter berzen troft zu seyn, Ist deines berzens freude: Du giebst den müden seelen ruh, Und wer dich liebt, Den stärkest du, Daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der deinigen gebet, Und endest ihre plage; Du bleibst Erste Abtheilung. 40 bis zeit und welt vergeht, Bei uns noch alle tage. Herr, dir sey ewig dank und ruhm Für deinen tod und marterthum, Für alle deine liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin; Gieb, daß ich mich, so lang' ich bin, In deinem lobe übe. zu fuße fällt. Dich preisen seraphinen, Erhabner menschensohn! Mit freuden dir zu dienen, Stehn sie vor deinem thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, preis und ruhm Auch herr, von uns zu nehmen, Uns, deinem eigenthum. el. Nun lob', mein secl', den 2c. 6. Sohn gottes, ich verehre Und bete dich in demuth an. Beschäme und 75. Mein beiland! deine größe bekebre Die, die dir noch nicht zugethan, Gebt über alle himmel weit; Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei gott von ewigkeit; Du bist der erstgeborne Vor aller kreatur; Kamst zwar für uns verlorne In menschlicher natur; Doch in der menschheit orden Tratst du erst in der zeit. Eh' noch die welt geworden, Hatt'st du schon herrlichkeit. Die deinem wort nicht glauben, Und dir, der für sie litt, Die schuld'ge ehre rauben: Theil ihnen gnade mit, Dich gläubig zu erkennen. Laß nichts, die dich erkannt, Von deiner liebe trennen. Dein ruhm füll' jedes land! 2. Der himmel und die erde Sind durch dein kräftges wort gemacht; Auf dein allmächtig: werde! Entstand die welt mit ihrer pracht. Du bist auch unser meister! Auch uns schuf deine hand So, wie das heer der geister, Das dich noch eh'r erkannt. Ein erbe über alles, Das ist dein ew'ger ruhm; Trum jammert dich des falles Von deinem eigenthum. 3. Du trägest alle dinge Durch deiner allmacht starkes wort. Das große und geringe Geht blos durch deinen willen fort. Sohn gottes! du regierest Den ganzen kreis der welt! Weil du das ruder führest, Geschieht, was dir gefällt. Bei dir stebt tod und leben; Drum wird einst jede gruft Tie todten wiedergeben, Wann deine stimme ruft. 4. Gott läßt dir ebr' erzeigen, Die keinem andern wiederfährt: Dir soll sich alles beugen: Denn göttlich groß ist, herr, dein werth. Du bist das heil der erden. Wer auf dein wort nicht hört, Der kann nicht selig werden; Wer aber dich verehrt, Dem hilfft du vom verderben, Schaffst ihm zufriedenheit, Und machst ihn einst zum erben Vollkommner ſeligkeit. 5. Wie herrlich ist dein name Schon jezt, o berr, in aller welt; Dich preist der frommen saame, Der gläubig dir Mel. Herr chrift, der einig' gottes zc. 76. Soon gottes, eingeborner, Von ewigkeit gezeugt; Des vaters auserkorner, Zu dem sein herz sich neigt Mit ihm von einem wesen, Ibm, wie du slets gewesen, Stets gleich an herrlichkeit. 2. Für uns ein mensch geboren, Der keuschen jungfrau sohn; Zu suchen, was verloren, samst du von deinem thron; Starbst, daß wir leben möchten, Erhobst uns zu gerechten Und erben deines reichs. 3. Gieb doch in reichem maaße Er kenntniß deines heils; Daß keiner je verlasse Die wabl des besten theils. Dich über alles schäßen, An dir sich gern ergößen, Macht himmel aus der welt. 4. Du schöpfer aller dinge, Des vaters ew'ge kraft, Ohn' den ich nichts vollbringe, Der alles gute schafft: Gieb, daß mich nichts verblende, Mein Herz nichts von dir wende; So bleib ich stets an dir. 5. Brich alle macht der fünden Durch deinen kreuzestod; Und bilf mir über winden, Was mit verführung droht. Dein triumpbirend leben Kann mir ein leben geben, Das neu und himmlisch ist 6. Dank, lob und preis und ehre Sey gott in ewigkeit, Für diese gnad und lehre, Womit er uns erfreut! Sie tröst' uns, wann wir leiden; Sie stärk' uns, wann wir scheiden; Sie schüß' uns im gericht! 11) Von der Menschwerdung und Geburt Christi. a. Advents- Lieder. Mel. Lobt gott, ihr chriften 2c. oder: Nun danket all', und 2C. Iso hat gott die welt ge77. Alfo liebt Daß er aus freiem trieb Uns seinen sohn zum heiland giebt; Wie hat uns gott so lieb. 2. Was sein erbarmungsvoller rath Schon in der ewigkeit Zu unserm heil beschlossen hat, Vollführt er in der zeit. 3. Er, aller menschen höchstes gut, Der alle segnen kann, Nimmt, wie die kinder, fleisch und blut, Doch ohne sünde an. 4. Ich freue mich, mein heil, in dir; Du nimmst mein fleisch an dich: Was fehlt dir nun? ist gott mit mir, Wer ist dann wider mich? 5. Du sohn des allerhöchsten, wirst Auch mir rath, fkraft und held, Mein vater und mein friedefürst, So, wie das heil der welt. 6. Was mir zum seligseyn gebricht, Das, herr, erwarbst du mir: Versöhnung, leben, trost und licht, Das hab' ich nun an dir. 7. Dein mangel wird mein reiches theil; Dein leiden stillt mein leid; Durch deine knechtsgestalt, mein beil, Gewinn' ich herrlichkeit. 8. Gelobt sey gott! gelobt sein sohn, Durch den er gnad' erweist! Lobt, engel, ihn vor seinem thron! Erheb' ihn auch mein geist. 41 Und vor aller kreatur Es zum wohlthun dir erwählet! Ja, in dir du gottessohn, Herrscht die menschheit auf dem tbron. 3. Du, du bist der völker segen; Kamst, von noth uns zu befrei'n; Und wir können deinetwegen Jett schon kinder gottes seyn. Hat die sünd' uns gleich verdorben: O so hast du neue kraft Uns zur heiligung verschafft, Und die tüchtigkeit erworben, Einst von sünden völlig rein, Aehnlich dir, o berr, zu seyn. 4. Du, du bist der mittler worden, Der die welt mit gott versöhnt; Hast der schwachen menschheit orden Wieder mit dem recht belehnt, In den himmel einzugehen, Und da gottes Herrlichkeit, Nach vollbrachter übungszeit, Ewig einst verklärt zu sehen. Fromme, fasset zuversicht, Glaubet fest; nur sündigt nicht. 5. Sollte mich wobl gott verlassen, Wenn ich krank und hülflos bin? Nein, sein heil wird mich umfassen, Trösten den betrübten sinn. Und dann kann mich nichts anfechten. Er, der meinen jammer kennt, Und mich gnädig bruder nennt, Sißt als herr zu gottes rechten; Durch ihn bin ich gott vereint; Gott ist vater und mein freund. 6. Herr, wie groß ist deine güte! Meine seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz gemüthe Voll von deinem ruhme seyn. Nimmer will ich dein vergeſsen; Dir will ich mich ganz vertraun, Freudig baun. Teine huld ist nicht zu meſsen; Gieb, daß ich für deine treu; Dir auf ewig dankbar sey. d Mel. Sollt' ich meinem gott 2c. 78. D Der du uns das heil errungen, gewordner gottes- sobn! Ewig sey dir lob gesungen, Daß du von des himmels thron, Uns zu gut, ins fleisch gekommen; Der du voller freundlichkeit, Längstens schon vor meiner zeit, Dich auch meiner an- t genommen, Und mein bruder worden bist; Sey gelobt herr jesu christ! 2. Sey gelobt! denn dir gehöret 79. obsinge gott, o chriſtenPreis und dank und ruhm mit recht. O wie boch Bast du geehret Unser sterbliches geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet Mit der göttlichen natur, beit; Und danke deinem herrn! Ihm, welcher dich so oft erfreut, Dir hilft so herzlich gern.:,: 2. Ein ganzes jahr hast du sein wort, Sein göttlich wort, gehört. Mel. Lobt gott, ihr christen 2c. oder: Nun danket all', und 2c. Erste Abtheilung. 42 Und heute wirds an diesem ort Von neuem dich gelehrt.:,: brachtem edlem lauf Fuhrest du zu ihm hinauf. 3. Herr, dir und deiner vatertreu Bring' ich mein opfer dar. Gieb, daß dein volk gesegnet sey Im neuen kirchenjahr.:,: 8. Lob sey dir! du kamst herab; Lob dem vater! der dich gab; Lob dem geiste! dankt und singt, Daß er uns zu jesu bringt. ER 4. Hilf uns! und bis an unser end' Erhalt uns dein wort rein. Laß deine heil'ge sakrament Mit trost das berz erfreun.:,: Bekannie Melodie. 5. Erleuchte, was in irrtbum steckt. 81. Wie soll ich dich empfanGieb, daß zu deiner ehr' Der sünder, durch dein wort erschreckt, Necht schaffen sich bekehr'.:,: gen, Heil aller sterblichen! Du freude, du verlangen Der trostbedürftigen! Gieb selbst mir zu erkennen, Wie, deiner güte voll, 6. Gieb allen lehrern freudigkeit Und weisheit, muth und kraft. Welch glück für uns, wenn jederzeit Ihr vortrag nußen schafft!:,: ich meine seele nennen, Dich würdig preisen soll. 7. Regiere uns mit deinem geist Bei unserm tirchengehn, Und laß bei dem, was du uns heißst, Ohr und herz offen stehn.:,: 2. Dein zion streut dir palmen, Und meine dankbegier Ergießt in freudenpsalmen Sich, gütigster, vor dir. Dich, dich will ich erheben, So gut ich schwacher kann; Mein Herz will ich dir geben. Ach, rimm es gnädig an. 8. Wie wir auf eine kurze zeit Allhier versammelt seyn, So werden wir in ewigkeit Uns miteinander freun.:: 3. Nur daß du mich befreitest, Gabst du dich selbst für mich. Mich zu erretten, freutest Du, seligmacher, dich. Du sahst, es wäre keiner Vermögend g'nug dazu. Da jammerte dich meiner, Da kamst und halfest du. 4. Du machst mich von den banden Des tod's auf ewig los. Entreißest mich den schanden Der fünde, machst mich groß, Und hebst mich hoch zu ehren, Und schenkest güther mir, Die unvergänglich währen. Dank, ewig dank sey dir. 5. O du, an den ich glaube, Was war's, das dich bewog? Was war's, das dich zum staube, Zu mir berniederzog? Dein göttliches erbarmen! Ja, du, o jesu haft Mit mitleidsvollen armen Die ganze welt umfaßt. 6. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte, trau'rt nicht mehr. Zagt nicht in euren schmerzen, Ais ob kein helfer wär'. O sehet auf; ihr babet Den besten helfer nah. Der eure seele labet, Der treue freund ist da. Mel. Nun kommt der heiden heil: c. 80. Sohn, der uns verheißen war, Den die jungfrau uns gebar, Friedefürst, rath, kraft und held, Herr und heiland aller welt. 2. Du entsproffest nicht wie wir; Gottes geist selbst richtet dir Deiner menschheit hütte zu; Wunderbar erscheinest du. 3. Gottmensch, du betrittst die welt, Eilest mächtig als ein held, Rubst nicht, bis, was uns bekriegt, Garz zu deinen füßen liegt. 4. Deinem vater gleich an fraft Hast du sieg und beil geschafft. Herr, von rath und bülf entblößt Waren wir; und sind erlöſt! 5. Preis sey dir in ewigkeit; Auf, dir ihr erlöset seyd! Rühmet den, der, groß von that, Euch vom tod erlöſet hat. 6. Tu, der solchen sieg vollbracht, Brich in uns des fleisches macht. Du vermagst es, herr der welt, Dessen machtwort sie erhält. 7. Von dem vater, der dich gab, Kamest du zu uns herab. Nach voll7. Die ihr mit ernster reue Still eure schuld beweint: Wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der men 11. Von der Menschwerdung und Geburt Chriſti. 43 schenfreund, Ruft heilbegier'gen sün- stets gewußt? Erfreun ist seine freude dern Der gnade trostwort zu, Macht Und wohlthun seine lust. sie zu gottes kindern, Schafft ihren feelen ruh. 8. Er übersiehet feinen Und weiß, was jedem nüßt. Hat er nicht stets die seinen Von anbeginn geschüßt? Nicht sie in ihrem leide zu trösten An seiner rechte stehn! 9. Er kommt zum weltgerichte Und bringt, wann er erscheint, Fluch jedem bösewichte Und beil dem tugendfreund. Wohl ewig allen denen, Die seine wege gehn, Und einst mit freudenthränen b. Weihnachts- Lieder. I Mel. Wir christenleut' c. oder: Eigene Melodie. 82. Auf fuf schicke dich, Recht feierlich Des heilands fest mit danken zu begeben! Lieb' ist der dank, Der lobgesang, Durch den wir ihn, Den gott der lieb', erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also Hat gott die welt in seinem sohn geliebet! O, wer ich bin, Herr, daß du mich so herrlich hoch in deinem sohn geliebet? 3. Er, unser freund, Mit uns vereint, Zur zeit, da wir noch seine feinde waren; Er wird uns gleich, Um goties reich Und seine lieb' an uns zu offenbaren. 4. An ihm nimm theil! Er ist das heil: Thu' täglich buß, und glaub an seinen namen! Der ehrt ihn nicht, Wer: herr, herr, spricht, Und doch nicht sucht sein beispiel nachzuabmen. 5. Aus dank will ich In dürft'gen dich, Dich gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; Der frommen herz In ihrem schmerz Mit trost erfreun, und dein dabei gedenken. 6. Rath, kraft und held, Durch den die welt Und alles ist, im himmel und auf erden! Die christenheit Preist dich erfreut, Und aller knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den herrn! Er hilft uns gern, Und wer ihn ehrt, den wird sein name trösten. Gelobt sey gott, Gelobt sey gott, Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr erlösten. Mel. Vom himmel hoch, da ic. 83. ies ist der tag, den gott gemacht; Sein werd in aller welt gedacht! Shn preise, was durch jesum christ, Im Himmel und auf erden ist. 2. Die väter haben dein geharrt. Doch, als die zeit erfüllet ward, Da fandte gott von seinem thron, Dich, heil der welt! dich, seinen sohn! 3. Wenn ich dies wunder faſſen will, So steht mein geist vor ehrfurcht still! Er betet an und er ermißt, Daß gottes lieb' unendlich ist. 4. Damit der fünder gnad' erhält, Erniedrigst du dich, herr der welt! Nimmst selbst an unsrer menschbeit theil, Erscheinst im fleisch zu unserm heil. 5. Und zu erfüllen gottes rath, Sprachst du sowohl durch wort als that: Gott, deinen willen thu' ich gern. Lob sey dir, der da kam vom Herrn! 6. Dich, der du mensch geboren bist, mit uns vereint, dich, jesum christ, Auf den die völker hoffend sahn, Dich bet' auch ich, mein heiland, an. 7. Du unser trost und höchstes guth! Vereinigt dich mit fleisch und blut, Wirst unser freund und bruder hier, Und gottes tinder werden wir. 8. Gedanke voller majestät! Du bist es, der das herz erhöht. Gedanke voller seligkeit! Du bist es, der das herz erfreut. 9. Durch eines sünde fiel die welt, Ein mittler ist's, der sie erhält. Was zag' ich nun, wenn der mich schützt, Der in des vaters schooße sigt? 10. Jauchzt himmel! die ihr ihn erfuhrt, Den tag der heiligsten geburt, Und erde! die ihn heute siebt, Sing' ihm, dem herrn, ein neues lied. 11. Herr, der du uns den tag gemacht, Der uns solch großes heil gebracht, Dich preise, wer, durch jesum christ, Dein freund und dein verehrer ist. 44 Erste Abtheilung. Bekannte Melodie. 84. Gelobet feyst du, jesu christ, Der du uns geboren bist, Und uns zu gute wardst wie wir, Preis sey, o welterlöser, dir, Auf ewig preis! 2. Dich, unsern beiland, unsern herrn, Sahn die väter schon von fern; Du, aller völker trost und licht, Du warst auch ihre zuversicht. Gelobt sey gott! 3. Die nacht entflieht, der tag bricht an Ueber die, so nie ihn sahn; Auf die, so finsterniß umgab, Glänzt gottes wahrheit nun herab. Gelobt sey gott! 4. Er, durch den uns geholfen ist, Der einst richtet, jesus christ, Der schöpfung herr, fömmt in sein reich, Erniedrigt sich und wird uns gleich. Gelobt sey gott! 5. Jauchzt himmel! erde, freue dich! Gott versöhnt die welt mit sich; Uns adams sündiges geschlecht, Entsündigt er, macht uns gerecht. Gelobt sey gott! 6. Gelobet seyst du, jesu christ, Daß du mensch geworden bist. Deß freue sich die christenheit, Und dank es dir in ewigkeit. Gelobt sey gott! du erschienen, Um mir zum heil zu dienen! 4. O lehre mich den großen werth Von deiner huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser erd' Dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts, als noth, Verachtung, kummer, schmerz und tod; Und doch kamst du auf erden, Ein menschensohn zu werden. 3. Der du zu uns, gesandt vom herrn, Aus deinem himmel famest, Und unser fleisch und blut so gern In demuth an dich nahmest! Sohn gottes! o wie hast du dich So tief erniedrigt auch für mich! Wie arm bist 5. Viel stärker, herr, als schmerz und tod, War deine menschenliebe. Du sahest unsre sündennoth Mit mitleidsvollem triebe. Du stelltest, unser heil zu seyn, Nach deines vaters rath dich ein, Wardst mensch und kamst mit freuden, Für uns den tod zu leiden. 6. Dein, sohn des höchsten, freu' ich mich; Du bist auch mein erretter. Auch mir zum troste sandte dich Der herr, der gott der götter. Was mir ein wahres wohl verschafft, Erleuchtung, friede, beßrungskraft, Und freuden, die stets währen, Willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter freund, Für deine treue geben? Du bist's, der mich mit gott vereint, Du bringst mir heil und leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, Das geb' ich dir zum dienste hin; Ich will dich ohn' aufhören Mit leib und geist verehren. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher ic. 85. Gott, beine gnade sey gepreist! Sie schuf uns heil und leben. Ermuntre dich, mein träger geist, Ihr wohlthun zu erheben. Denk an die nacht, da auf der welt Des höchsten sohn sich dargestellt, Um sein so theures leben Für sünder hinzugeben. 2. O große that! erwünschte nacht! Von engeln selbst besungen; Du hast den mittler uns gebracht, Der uns das heil errungen. In dir erschien der Mel. Jesu, meine freude, meines: c. starke held, Der alles schuf und alles 86. Gott ottes sohn ist kommen! Dankt ihm, seine from hält, Der freund der menschenkinder, Des todes überwinder. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; Doch wirst du wiederkommen, Und dann schau'n dich von angesicht, Herr, alle deine frommen. Dann werd' auch ich, herr jesu christ, Dich schau'n, so herrlich, als du bist; Dann wirst du mich zum leben, Das bei dir ist, erheben. men, Dankt ihm, daß er kam! Daß er bier auf erden, Unser heil zu werden, Seine wohnung nahm. Mensch, wie wir Erschien er hier, Um des vaters gnäd'gen willen An uns zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, Danken! daß er allen Freund und bruder ist, 11. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 45 meinen habt gethan, Das, spricht er, habt ihr mir gethan. Und er, er will's vergelten. 4. Wer ihn mit treuem berzen ehrt, Den wird sein name trösten. Vertraut auf ihn, der flehn erhört, Lobsingt ihm, ihr erlösten! Es freut sich deine christenbeit, Herr, deiner menschenfreundlichkeit. Dir, dir sey ewig ehre! Gott, auf seinem throne, Liebt uns in dem sohne, Hilft durch jesum christ. Welch ein heil! An christo theil, Theil an seiner sendung gaben, An gott selbst, zu haben. 3. Keine macht der leiden Kann von ihm uns scheiden; Er bleibt ewig treu. Einst wird er vom bösen Gänzlich uns erlösen; Hier steht er uns bei. Unser freund, Mit gott vereint, kann nicht seine brüder hassen, Noch sie hülflos laffen. 4. Wenn wir einst ermüden, Führt er uns nacht. in frieden In des grabes Unsre todten glieder Giebt die erde wieder Ihm, der sie bewacht. Jesus ruft Uns aus der gruft, Er, der selbst den tod einst schmeckte, Den das grab auch deckte. 5. Auf dem richterthrone Werden wir im sohne Unsern retter schau'n. Heil und ewig leber Wird er allen geben, Die ihm bier vertraun. Er ward hier Versucht, wie wir; Ueberschwenglich wird er lohnen, Und der schwachbeit schonen. 6. Eilet! eilt, ihr fünder! Werdet gottestinder! Werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr frommen! Seyd wie er, vollkommen! Bleibet seiner werth! Preiset ihn, Daß er erschien, Und sich für euch hingegeben Durch ein göttlich leben. mel. Allein gott in der höh' seyy 2c. 87. Laßt uns mit ebrfurchtsvollem dank Ten gott der lieb' erhöhen, mit feierlichem lobgesang Des beilands fest begehen! Preis sey dem vater, der ihn gab! Preis sey dem sohn! er kam berab, Und ward das heil der menschen. 2. Ist der ein christ, der dieses heil Nicht schäßt und lieb' gewinnet? Nimm froh an seiner liebe theil, Und werd' ihm gleich gesinnet! Wer nicht wie er, gesinnet ist, Der ehrt ihn nicht, ist nicht ein christ, Der herr erkennt die seinen. 3. In dürft'gen laßt uns ihn erfreun, Bekleiden, speisen, tränken! Ja, laßt uns frohe geber seyn, Und sein dabei gedenken. Was ihr den Mel. Fröhlich soll mein herze 2c. 88. Laßt uns unserm gott lobuns heut Ihm anbetung bringen. In des himmels hohe chöre Stimmet ein: Gott allein, Unserm gott sey ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, Freue ich Inniglich; Christus ist geboren. Er, der könig aller wesen, Steigt herab Bis in's grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann gottes rathschluß fassen? Aber dies Ist gewiß: Gott kann uns nicht hassen. Kömmt der sohn aus freien trieben Zu uns her, Wie, sollt' er nicht die menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, Nähm er dann Menschheit an, Daß er uns errette? Deß soll sich der erdfreis freuen! Zum gericht Kommt er nicht, Sondern zum verzeihen. 5. Eilt im geist nach bethlems hütten, Seht, was er, Euer herr, Schon für euch erlitten. Er wird niedrig eurentwegen. Welch ein freund! Er erscheint Feinden selbst zum ſegen. 6. Er, er will für eure schulden Armuth, noth, Schmach und tod Göttlich groß erdulden. Lernt den menschenfreund erkennen, Gnadenreich Will er euch Seine brüder nennen. 7. Tankt ihm, der das innre sehnen Sehen kann, Betet an, Opfert freudenthränen. Liebt ihn, der von liebe brennet, Traut dem herrn, Der euch gern Seine brüder nennet. 8. Wenn euch eure sünden kränken, Eilt herzu, Suchet ruh! Er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit glaubensblicken! Zittert nicht! Denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Drückt euch hier so manche plage; Euren schmerz Fühlt sein Herz, Erste Abtheilung. 46 Kein erlöster zage. Bringet iým an seinem feste Preis und ehr'! Wisset, er Wählt für euch das beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr schwachen; Mehr, als ihr, Litt er hier, Euch beglückt zu machen. Diese kurze zeit der leiden Und der müh, Was ist sie, Gegen ew'ge freuden. 11. Jesu, du nahmst meine bürde Gern auf dich, Daß auch ich Frei und selig würde. Wer kann deine lieb' ergründen? Ewig soll Freudenvoll Sie mein Herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher befreier, Folg ich nach Obwohl schwach, Doch um so viel treuer. Keine freatur, kein leiden, Keine noth Und kein tod Soll von dir mich scheiden. 13. Du kommst einst zum weltgerichte. Dann werd' ich, Richter, dich Schaun von angesichte. Wenn da, gott, die sünder beben, So werd' ich Deiner mich Freun und ewig leben. stimmt, Und der sich liebreich dein annimmt. 2. Ihn sandt' er, unser trost zu seyn, Vom sündendienst uns zu befrei'n! Mit licht und fraft uns bei zustehn Und uns zum himmel zu erböhn. 3. O welch ein liebevoller rath! O unaussprechlich große that! Gott thut ein werk, dem keines gleicht, Das keines menschen lob erreicht. 4. Sein sohn, durch den er alles schuf, Nimmt willig auf sich den beruf, Uns vom verderben zu befrei'n, Und schämt sich nicht uns gleich zu seyn. 5. Er kommt zu uns in knechtsgestalt, Verleugnet boheit und gewalt, Und läßt, selbst bis zum tod und grab, Zu unsrer rettung sich berab. 6. Was sind wir, daß uns gott so liebt, Und seinen sohn selbst für uns giebt? Was nützen wir dem höchsten guth, Daß es so großes an uns thut? 7. Nimm seele, nun dein bestes wahr, Verschmähe den nicht undankbar, Den gott zum helfer dir be 8. Bet' ihn als deinen retter an, Und sey ihm willig unterthan. Turch seine lebre zeigt er dir. Den weg zum leben, folge ihr. 9. Bei dieser treue hast du theil An dem von ihm erworbnen heil. Wo nicht, ach! so verschließt du dir Muthwillig selbst des himmels thür. 10. Cein' erste zukunft in der zeit War voller huld und freundlichkeit; Tie andre wird, zu großer pein Der sünder, majestätisch seyn. 11. Zu ehren aber nimmt er dann Mit freuden seine frommen an, Und wird sie in des vaters reich Verklärt erhöhen, engeln gleich. 12. Gelobt sey gott, der ihn gefandt! Sein ruhm erfülle jedes land! Gelobt sey von uns jesus christ, Der uns zum heil erschienen ist! Mel. Lobt gott, ihr chriften, allzugl. oder: Nun danket all', und zc. Bekannte Melodie. 89. Lob fev dem allerhöchsten 90. Lobt gott, ibr christen gott! Erbarmend er unsre noth, Und sandte jesum, seinen sohn, Zu uns von seiner himmel thron. freuet euch! Von seiner himmel thron Beruft er uns zu seinem reich Und sendet seinen sohn. 2. Der sohn kommt nach des vaters rath, Mit heil uns zu erfreu'n, Und auf des ew'gen lebens pfad Der welt ein licht zu seyn. 3. Bei seinem eintritt in die welt Umgiebt ihn keine pracht, Die glänzend in die augen fällt, Und groß vor menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten knechte gleich, Begehrt kein erdenglück, Verlangt allhier kein königreich Von einem augenblick. 5. Er kömmt, durch seiner wahr. beit macht Zu gott uns hinzuziehn; Vor seinem lichte muß die nacht Des aberglaubens fliehn. 6. Er lehret uns die sünde scheun, Er giebt auch kraft dazu, Und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und ruh. 7. Er bringt den troft der bessern welt Vom himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre hütte fällt, Den frommen geist kein grab. 11. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 47 gekommen. Mit uns ist gott Nun in der neth. Frohlockt dem herrn und hofft auf ihn, ihr frommen! 4. Auch mein gesang, Herr, bringt dir dank. Du würdest mensch, damit wir selig würden; Du machst uns groß und ewig los Bom fluch der sünd' und ihren schweren bürden. 5. Gelobt sey gott! Auf unsre noth Sab er mit hülfe mitleidsvoll hernieder. christenbeit! Preif' ihn erfreut! Des höchsten sohn bringt das verlorne wieder. 8. Er öffnet uns dereinst die tbür Zu seinem himmelreich. Ihr christen, wie beglückt sind wir, Lobt gott und freuet euch. Mel. Es ist das heil uns tommen: c. 91. Mein iefu, bu hast unsre schuld, Mit ihrer strafe plagen,( O unerhörte lieb und huld!) Freiwillig wollen tragen. Du, der gerechte, ließest dich Zum sünder machen, daß ich mich In dir gerecht kann nennen. 2. So heißest du nicht jesus nur: Du bist auch, was du heißest, Weil du die menschliche natur Aus allem jamMel. Vom himmel kam der engel ic. om himmel ward der enmer that 93. V nachts ben namen ein: Du wolltest, was du heißest, seyn, Mein beil, mein seligmacher. 3. In feinem andern ist ja heil: Kein mittel ist gegeben, Wodurch wir können nehmen theil An seligkeit und leben: Du bist's allein, der jedermann Ein ew'ges leben schenken kann, Verehret werd' dein name! Mel. Wir christenleut', sind zc. oder: Auf! schicke dich zc. 3. Er, er befreit Uns von dem leid, Das durch der fünde macht auf uns hirten offenbar, Und große freude that ihr mund Mit lautem jubel ihnen kund. 92. nie erfreut! Das heil der welt, der mittler, ist geboren. Nimm freudig theil An seinem heil; Wer an ihn glaubt, geht nimmermehr verloren. 2. Welch große that! Nach gottes rath Hat sich sein sohn für uns dabin gegeben. Ein menschenkind, Doch ohne sünd', Wird er, und bringt uns allen heil und leben. Del. Es ist das heil uns kommen: c. 94. Dein beil bat heut', volk gottes, sich zu nähern angefangen, Ein belles licht ist auch für dich Den völkern aufgegangen. Dies sey dir, welt, ein freudentag. Die nacht, die auf den völkern lag, Durchbrach zuerst sein schimmer. 2. Geht, eilet hin, geboren ist In davids stadt der herr, der christ, Des vaters eingeborner sohn, Der fünder heil, der frommen lohn! 2. Kaum fandte gott mit seinem sohn Der erde große freuden So 3. Send fröhlich, daß er sich mit euch Vereinigt, ohne sünd' euch gleich; Selbst gott, doch euch durch fleisch und blut Verwandt und euer höchstes gut. 4. Ihr habt mit euch den wahren 3. Von der Erscheinung Christi. und tod. Laßt teufel, welt und hölle drohn! Ein mensch, wie ihr, ist gottes sohn. 5. Auf ihn sett eure zuversicht, und seyd gewiß, er läßt euch nicht; Fiel auch ein ganzes heer euch an: Truß, daß euch einer schaden kann. 6. Ihr seyd nun göttlichen geschlechts, Und mit uns gleichen bürgerrechts; Ihr stegt, nur stehet fest im streit; Euch bleibt zulegt die seligkeit. sammelt er sich selber schon Die erstlinge der heiden. Zu ihrem neugebornen herrn Muß sie ein wunderbarer stern Aus fernen landen führen. 3. Der vor'gen zeit denkt, christen, doch. Heil euch! sie ist verschwunden. Was war't ihr, eh' der herr euch noch, Eh' ihr noch ihn gefunden? Fragt euch nur selbst, was waret ihr? O deutsches voll, er Erste Abtheilung. 48 wecket dir Dein vor'ges bild nicht grauen? 4. Ein volk, mit gott ganz unbekannt, Von seiner lehr' entfernet, Das, von der tugend abgewandt, Nur böses thun gelernet; Das todten stein, geschnigtes Holz, Wohl gar auf seine blindheit stolz, Als seine götter ehrte. 5. Du gingst in schand' und laster hin, Wie jede lust dich führte. Wenn ja noch den verkehrten sinn Einst das gewissen rührte: So konnte da doch aus der noth, Die die natur schon sündern droht, Dir nichts den ausweg zeigen. 6. Beglückter tag, der jene macht Des gößendienst's entwendet! Daran uns gott nach langer nacht Sein licht und heil gesendet! Da gott, in dir, immanuel, Mit deinem wahren israel Nun auch die beiden dankten. 7. Nun prüfe heut', volk gottes, dich Vor seinem Angesichte. Bebarrst du unveränderlich In seiner wahrheit lichte? Was helfen opfer des gebets Zum wahren gott; wenn du noch stets Der sünde sclavisch fröhnest? 4. Lob und preis, und dank und ebre Sey dir, herr, für diese lehre, Die ein licht uns aufgestecket, Uns den weg des heils entdecket. Da du deinen sohn zum leben Der verlornen 8. Was hilft es, daß du gott er- welt gegeben, Sehn wir unsers gotkennst, Und seinen ganzen willen, Wenn tes klarheit, Und empfangen guad' du das thun und wissen trennst, Zu und wahrheit. träg', ihn zu erfüllen? Wenn du oft treu gelobst und brichst: Zwar christlich glaubst, und christlich sprichst, Und doch als heide wandelst? 9. Ach prüfe dich! gott nimmt sein licht, Wenn man's nicht schäßt, zurücke. Steb' auf vom schlaf, damit er nicht Sein wort auch dir entrücke. Gott, hör' nicht uns zu tragen auf, Und fördre deiner lebre lauf Noch zu den fernsten heiden. Mel. Schmücke dich, o liebe feele 2c. ott! dein unsichtbares 95. Gott wesen Läßt sich in dem lichte lesen, Das du uns für dieses leben Haft mit der vernunft gegeben. Daß du gott bist, muß ich merken, Herr, aus deinen großen werken; Und die pflicht, dich zu verehren, Kann mich deine schöpfung lehren. 2. Die vernunft zeigt deine größe, Und entdeckt mir meine blöße: Sch soll mich mit gott verbinden; Doch dies bindern meine sünden: Und ich kann sie nicht verfühnen; Meine kraft kann nichts verdienen. Ach vernunft! dies ist der schade, Aber wie find' ich nun gnade? 3. Hier erscheint in größter klarbeit Uns ein licht, das wort der wahrheit; Dies verspricht den geistlich armen Reiches, göttliches erbarmen. Hier ist heil für menschenkinder; Hier ein bürge für die fünder; Hier steht allen, die sein hoffen, Nun der weg zum bimmel offen. 5. Gott! wie groß in deinen wegen, Und für uns wie reich an segen Zeigt dich uns das wort vom glauben! Wer will uns den himmel rauben, Wenn wir auf dein zeugniß bauen, Deiner vaterhuld vertrauen, Jesum gläubig heiland nennen, Und das durch die that bekennen? 6. Ist dies nicht von uns geschehen; O vergieb uns das vergehen! Sieh hier unsers herzens reue, Und mach' unsern glauben neue. Ach, das wort des ew'gen lebens Gabst du uns doch nicht vergebens. Laß es ihm bei uns gelingen; Laß es uns zum himmel bringen! 4. Auf die Darstellung Christi im Tempel. Mel. Vom himmel hoch da kcmm zc. zens trost und theil, Erfreue mich 96. Dich bitt' ich, beiland aller mit deinem heil. welt! An welchem sich 2. Weil du mein treuer heiland mein glaube hält, Sey meines her- bist, Der mir von gott gegeben ist; 11. Von der Menschwerdung und Geburt Chriſti. 49 3. Was nur dem fleische wohlgefällt, Das opfre die verkehrte welt Dem satan, ihrem gotte. Sie erndtet schaden blos für müh; Für ihren fündendienst wird sie Einst ewiglich zu spotte. So reinige herz, sinn' und muth, Und mache mich gerecht und gut. 3. Zeig' mir die babn, o belles licht! Daß ich des heils verfehle nicht. Du bist allein mein preis und ruhm, Und ich dein ew'ges eigenthum. 4. Dein friede, herr, bewahre mich; Mein auge blicke stets auf dich: So will ich gern aus dieser welt Hinfahren, wann es dir gefällt. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. oblauf, mein ver5. Wer wort, er 97. W laß die welt, Dem, der traut, Im glauben ſeinen beiland schaut, Der kann im frieden fahren. Der heiland hält, was er verspricht, Er wird sich ihm in seinem licht Dort herrlich offenbaren. 6. Herr, mache mich gerecht und rein! Herr, laß mich stets voll glaubens seyn, Und stets im geiste leben! Bis du auch mich, wann dirs gefällt, In frieden wirst aus dieser welt Hinauf zu dir erheben. für dich sich dargestellt, Nun dich auch darzustellen! Er ist das licht; drum sey gewiß, Er werd' auch deine finsterniß Durch seinen glanz erbellen. 2. Ach! du sollst ihm sein tempel seyn! Er selbst macht dich von sünden rein, Und hat hier lust zu wohnen. Doch hoffe nicht, daß jesus christ In solchen herzen wohnhaft ist, Die noch den lüsten frohnen. e. Am Tage Mariä Verkündigung.. Mel. Durch adams fall ist ganz 2c. oder: Das jesulein soll dich zc. 98. N un ist der tag der seligkeit Den fündern angebrochen, Die langerwünschte gnadenzeit, Die gott der welt versprochen: Denn gottes sohn Ist von dem thron Zu uns hernieder kommen; Das höchste guth Hat fleisch und blut Von menschen angenommen. 4. Doch, wer vom geist, wie simeon, Sich treiben läßt; nur gottes sohn Zum heil begehrt zu haben; Gott fürchtet, sich der welt entwöhnt, Aus ihr ſich nach dem himmel ſehnt: De opfert 2. Nun ist des vaters wort erfüllt; Der gläubigen verlangen Ist nun nach herzenswunsch gestillt; Denn Mel. O gott, du frommer gott ic 99. Es lag die ganze welt Mit sündennoth beladen: Da öffnetest du, gott, Die schätze deiner gnaden. Dein sohn erscheint; du schickst Den, dessen dienst die bahn Dem herrn bereiten ſoll, Als seinen knecht, voran. 2. Die juden sollte er Von deinem heil belehren. Gott, ihn auch ehrest Evang. luth. | jesus ist empfangen. Der uns erhält, Hat sich gesellt Zu den verlornen fündern. War er schon reich, Wird er doch gleich Den armen menschenfindern. 3. O jesu! unser herr und gott! Der du ins fleisch gekommen, Und uns'rer dich bis in den tod So hülfreich angenommen, Haft nach dem streit Die herrlichkeit Des ew'gen reichs empfangen. D'rum werden wir auch einst bei dir Ein ew'ges glück erlangen. f. Von dem Borläufer- Amte Johannis. du, Um deinen sohn zu ehren. Sein vater wird erst stumm; Der ſtumme schnell beredt, Und weissagt, da auf ihn Der geist des herrn geräth. 3. Allein zu jesu hin Verweist er seine jünger; Allein auf jesum zeigt Sein ausgestreckter finger; Seht gottes opferlamm, Das mit der schuld belegt, Für uns geschlachtet wird, Und alle strafen trägt. 4 Erste Abtheilung. 50 dos 4. Wohl dem, der diesen tod, Auf den johannes weiset, Mit festem glauben faßt Und dankbar heilig preiset. Wer, seinem taufbund treu, Sich tesu ganz ergiebt, Der wird in ihm von gott Begnadigt und geliebt. 12) Vom Wandel Mei. Machs mit mir, gott, nach: c. 100. Du wesentliches ebenbild Der allenhöchsten liebe! Du warst, o jesu, ganz erfüllt mit gottgeweihtem triebe. Gott war dein zweck, dein höchstes guth, Ihm folgtest du mit heldenmuth. 2. Du warst mit ihm ein sinn, ein berz; Sein wille war dein wille: Du ehrtest ihn, gedrückt von schmerz, Mit höchst zufriedner stille; Auch auf der allerrauhsten bahn Sahst du ihn doch als vater an. 3. Du suchtest nichts, als sein gebot Vollkommen zu erfüllen, Und unterwarfst dich bis zum tod Ganz deines vaters willen. Dein hauptgeschäft war dies allein, Vollführer seines plans zu seyn. 4. Du gingst ganz still zum kreuze hin, Die martern auszustehen; Bereit, mit göttlichgroßem sinn, Für mörder selbst zu flehen. Wie trugst du nicht, in gott gefaßt, Der schande und der marter last! 5. Herr, lehre mich, dein eigenthum, Nach deiner tugend streben. Dir gleichgesinnt seyn, sey mein ruhm, Und wonne, so zu leben. O hilf, daß ich, so gern wie du, Den willen deines vaters thu. Mel. Vater unser im himmelreich 2c. 101. in Kein lehrer ist dir, jefu, gleich. An weisheit und an liebe reich Wärst du, so wohl durch wort als that, Der schwachen menschen sich'rer rath. Es freut mein geist im glauben sich, Herr jesu, dein und lobet dich. 5. Das werd auch unser theil! Jo hannis amt und lehre Verherrliche noch stets, Gott, deines namens ebre. Wer buße thut und glaubt, Hat trost zu jederzeit. Wer glaubt und heilig lebt, Der bleibt in ewigkeit. Christi auf Erden. huld. Auf ewig sey dir dank und Sabl rubm, Herr, für dein evangelium. 3. Jm lichte der allwissenbeit du mit aller deutlichkeit, Was nag des höchsten weisem rath Die welt noc zu erwarten bat; Und machtest dan durch deinen mund Das künftige der menschen kund. 4. Dies und die wunder deiner hand Sind uns ein göttlich sich'res pfand Daß das, was man von dir gehört Die wahrheit sey, die gott uns lehrt Nie schwäche mir der frevler spott Den glauben an dies wort von gott 5. Du lehretest durch wort un that. Man trifft der reinsten tugempfad In deinem beil'gen wandel an Gieb, herr, daß ich auf dieser bah Gestärkt von dir, mit steter tre Dir nachzufolgen eifrig sey. 6. Du bist es, herr! von dem dal amt, Das die versöhnung predigt stammt. Du machst durch treue lehrer mund Noch feßt dein heil der menschen fund. Begleite stets mi deiner kraft Ihr amt, damit es nute schafft. 7 Noch immer hilfst du deiner wort In seinen siegen mächtig for Du sendest, wie dein mund verheißt Noch immer deinen guten geist, De dem, der wahrheit sucht und liebt Zum glauben licht und kräfte giebt 8. Mein heiland, send' ihn auch mir, Daß er mich zu der wahrhei führ, Von eigendünkel mich befrei Damit ich dir gehorsam sey; Bl mich dereinst in ewigkeit Ein hellre licht bei dir erfreut. 2. Du uns, von gott gesandt, Und machtest uns den weg 102. Vorliebe, Jeſu, beins Mel. Schmücke dich, o liebe seele zc. wahrer menschen Auf dem wir denschuld Theilhaftig werden seiner mitleids triebe Zogen dich herab ar 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 51 erden, Der verlørnen heil zu werden, Und für sie sogar dein leben In den tod dahin zu geben. Wo ist jemand, der die größe Deiner lieb' und buld ermesse? 2. Ohne vortheil zu begehren, Sich in andrer dienst verzehren; Jedem gerne guts erzeigen, Zu beleidigungen schweigen, Auch an feinden wohlthun üben: Das heißt, menschen göttlich lieben. Und wie voll von solcher güte, War, erlöser, dein gemüthe. 3. duzuflucht der elenden! Wer hat nicht von deinen bänden Segen, trost und heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, Wenn dich kranke angesprochen: Und wie pflegtest du zu eilen, Das gebetne mitzutheilen! 7. Demuth war bei spott und hohne Deiner tugend schmuck und krone; Nie hast du nach ruhm getrachtet, Und auf menschenlob geachtet. Deines vaters heil'gen willen Mit gehorsam zu erfül4. Menschenseelen zu beglücken, Neu- len, Und uns heil und trost zu geben, erfüllte zu erquicken, Unverständ'ge War der zweck von deinem leben. zu belehren, Abgewichne zu befehren; 8. Laß mich, herr! zu reichem segen, Sünder, die sich selbst verstocken, Lieb- Deinen wandel oft erwägen. Laß mich reich zu dir hinzulocken, War dein täg- in der angst der sünden Trost und liches geschäfte, Selbst mit schwächung hülfe bei dir finden! Heilige auch deiner Fräfte. meine triebe zu rechtschaffner menschenliebe. Laß mich immer mehr auf erden Deinem bilde ähnlich werden. Gottes strafen abzuwenden, Unter frecher mörder händen Angst und unerhörte schmerzen Littest mit gelaßnem Herzen; Als ein missethäter starbest Und uns ew'ges heil erwarbest. 6. Deine huld hat dich getrieben, Sanftmuth und geduld zu üben; Haß mit baß nicht zu vergelten, Deine schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, Für die lästerung zu fegnen, Deine feinde zu vertreten Und für mörder selbst zu beten. 5. Und wie hoch stieg dein erbarmen, Da du, mittler, von uns armen 13) Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. a. Vorbereitung zur Betrachtung des Leidens Jesu. Mel. Christus, der uns selig 2c. 103. Deine leiden, gottes sobn, Herzlich zu bedenken, Wollst du mir von deinem thron Geist und andacht schenken. Ach erschein' in diesem bild, Jesu, meinem herzen, Wie du gottes zorn gestillt Durch die größten schmerzen. 4. Drohet mir die höllenpein Um der fünde willen: Ach, so tritt ins mittel ein, Hilf die schrecken stillen. Laß mich dann mit beilbegier, Dich, mein jesu, fassen. Halt' ich gläubig mich an dir, Kann mich gott nicht hassen. 5. Gieb auch, fesu, daß ich gern Dir das kreuz nachtrage, Wahre demuth von dir lern', Nicht in noth verzage; Daß ich in der prüfungszeit Nimmer von dir wanke, Und dann einst in ewigkeit Dir, herr! fröhlich danke. 2. Laß mich aber nicht allein Deine schmerzen sehen; Laß die ursach' deiner pein Mich zugleich verstehen. Ach! die ursach' war auch ich, Ich und meine sünde; Diese schlug und quälte dich, Daß ich gnade finde. 3. Hilf, daß ich in bus und reu Dieses recht bedenke, Und dich künftig 104. Hleiden zu bedenken, Mel. Herzliebster jesu, was hast zc. err mich, nicht auf's neu Durch die sünde kränke. Dämpf' in mir die sündenlust, Laß mich alles meiden, Was du, jesu, büßen mußt Mit so schwerem leiden. mich in das meer der liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller schuld des bösen Uns zu erlösen. 4* Erste Abtheilung. 52 2. Vereint mit gott, ein mensch gleich uns auf erden, Und bis zum tod am freuz gehorsam werden; An unsrer statt gemartert und zerschlagen, Die fünde tragen! 3. Welch wundervoll hochbeiliges geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so finken meine kräfte, Mein herz crbebt; ich sehe und empfinde Den fluch der sünde. 4. Gott ist gerecht, ein rächer alles bösen. Gott ist die lieb' und läßt die welt erlösen. Dies kann mein geist mit schrecken und entzücken Am kreuz erblicken. 5. Es schlägt den stolz und mein verdienst darnieder. Es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; Lehrt mich mein glück, macht mich aus gottes feinde Zu gottes freunde. 6. O herr, mein beil! an den ich herzlich glaube, Ich liege hier gebückt vor dir im staube; Verliere mich mit dankendem gemüthe In deiner güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen gedanken. Allein, soll ich darum im glauben wanken? Ich bin ein mensch: darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Des höchsten thun ist gnad' und lieb erweisen; Uns kömmt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, Zu sebn wie hoch, wenn gott uns gnad' erzei get, Die gnade steiget. 9. So sey dann ewig auch von mir gepriesen Für das erbarmen das du mir erwiesen! Da du, mein heiland, auch für mich dein leben Dahin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will did wieder lieben, Und stets mit freuder deinen willen üben; O gieb zu diesem seligen geschäfte Stets neue fräfte! b. Dankbare Erwägung der Leiden Jesu. Mel. Jefu meines lebens leben: c. treffen müssen. Wie verpflichtet bi 105. Du, der menschen beil ich dir nicht auf ewig, herr, dafür und leben, Deß sich 5. Frevler krönten dich zum hohne meine seele freut, Der für mich sich Deine stirn, die blutete Unter eine hingegeben, Stifter meiner seligkeit; dornenkrone, König aller könige. Mi Du, der lieber wollte sterben, Als zu gut hast du's erlitten; Mir di mich lassen im verderben: Ach, wie ehrenkron' erstritten. Preis, anbetung dant, wie dank' ich dir, Mein erlöser, dank sey dir, Liebenswürdigster, dafü g'nug dafür! 2. Menschenfreund, von gott gesendet, Zu erfüllen seinen rath, Längst hast du dein werk vollendet, Weg zu thun die missethat! Doch in den gedächtnißtagen Deiner leiden, jesu, sagen Deine theu'r erlösten dir Billig neuen dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, Willig deine leidensbahn; Stiegst, uns leben zu erwerben, Gern den todesberg binan; Trugst, vergessend eigner schmerzen, Deine menschen nur im herzen Diese liebe preisen wir, Unvergeßlich sey ste mir. 6. Du, der tausendfache schmerzen Mir zur liebe gern ertrug, Deinen großmuthsvollen herzen War meir heil belohnung g'nug. Trost in mei nen letzten stunden Floß für mich au deinen wunden. Herr, ich dank', id danke dir Einst im tode noch dafür. 7. Ruh im leben, trost am grabe Unaussprechlicher gewinn, Den id dir zu danken babe! Dir, deß ich nun ewig bin; Jesu, dir mein Herz zu geben, Deiner ingend nachzustreben. Dir zu traun, zu sterben dir; Dies dies sey mein dank dafür. Mel. 4. Meinetwegen trugst du bande, Littest du der lästrer ſpott, Achtetest 106. F Und bete gottes gün Nun ruhen alle wälder ic. mein du nicht der schande, Mein versöhner und mein gott. Mich hast du der schmach entrissen, Die mich hätte In deinem beiland an. Was selbs der engel schaaren zu thun nicht fähig 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 53 6. Herrjesu! deine angst und pein, Und dein versöhnend leiden, Laß meine letzte zuflucht seyn, Wenn ich von hier soll scheiden. Ach bilf, daß ich durch deinen tod Fein sanft beschließe meine noth, Und selig sterbe, amen. waren, Das hat des menschen sohn gethan. 2. Schau hin, wie der gerechte Für uns, der sünden knechte, Den bittern zornkelch trinkt: Wie er, ans kreuz erhöbet, Für seine mörder flehet Und siegreich in den tod binsinkt. 3. Wir sünder sollten sterben, Fluch auf adams erben; Fluch auf der Mel. Christus, der uns selig 2c. argen welt; Doch er kam uns zu gute, 108. Ursprung meiner freulicht, Und gab mit seinem blute Für uns ein ew'ges lösegeld. 4. Kein freund meint es mit freunden Go treu, als es mit feinden Er, unser mittler, meint. Preis ihm, dem überwinder, Nun sind wir gottes finder, Mit gott versöhnt durch unsern freund. Mel. Wenn mein stündlein vorh. sc. 107. Hem err jesu, deine angst und pein Und dein versöhnend leiden, Laß allzeit mir vor augen seyn, Die sünde zu vermeiden. Laß mich an deine große noth Und deinen herben bittern tod, Dieweil ich lebe, denken. 2. Die angst, die deine seele litt, Da schrecken sie umfingen; Was du ertrugst, um uns damit Befreiung zu erringen: Das präge tief mir, jesu, ein, Und laß mir's ernste warnung seyn, Wenn mich die fünde reizet. 3. Die wunden alle, die du hast, Hab' ich dir helfen schlagen. O du, der meine fündenlast So willig hat getragen; Ach liebster heiland, schone mein, Laß diese schuld vergessen seyn, Für recht laß gnad' ergehen. 4. Du haft verlassen deinen thron, Bist ins gericht gegangen; Vertrugest schläge, sport und hohn, Und wurd'st ans kreuz gehangen, Auf daß du für uns schafftest rath, Und unsre schwere missethat Bei gott versöhnen möchtest. 5. Drum soll mein berz voll dankbarkeit, Erbarmer, dir lobsingen. Und wenn du einst zur seligkeit Aus gnaden mich wirst bringen, Dann will ich, deir erlöſeter, Dich ewig und viel würdiger Mit allen sel'gen loben. den, Wie viel trost und zuversicht Fließt aus deinem leiden! Nimmt den dank in gnaden an, Den ich dir jetzt singe; Deß, was du an mir gethan, Bin ich zu geringe. 2. Ich erwäg' es hin und her, Was dich angetrieben, Eine fünderwelt so sehr, Wie du thast, zu lieben; Uns verlorne zu befrei'n, Hast du angst und banden, Geisseln, schmach und todespein Willig ausgestanden. 3. War es unsre würdigkeit? Nein, des vaters güte, Deines herzens freundlichkeit Und dein treu gemüthe; Dies hat dich ans kreuz gebracht, Daß kein mensch verzagte, Wenn der sünden meng und macht Das gewissen nagte. 4. D du wunderbarer rath, Den man nie ergründet! O du wunderbare that, Die man nirgend findet! Sünden, deren gott zum bohn, Menschen sich erfrechen, Die läßt gottes eigner sohn An sich strenge rächen. 5. Meine große sündenschuld Traf den treuen bürgen; Er ließ sich aus großer huld, Mir zu gut, erwürgen. So hat er uns beil gebracht; Sollt' uns nicht geziemen, Seiner liebe starke macht Ewiglich zu rühmen? 6. Herr, dein friede sey mit mir, Und auf mein gewissen, Wenn es zaget, laß von dir Trost und freude fließen! Trost ergießt in jedes Herz Sich aus deinem herzen, Auch den bängsten, herbsten schmerz Heilen deine schmerzen. 7. Laß, so bald mein berz erschrickt Ueber seine sünden, Wenn auf dich mein glaube blickt, Mich, berr, gnade finden! Sieh, ich fall', zerknirscht von reu, Mit wahrhafter buße Und dem vorsag besfrer treu, Jesu, dir zu fuße. Erste Abtheilung. 54 8. Nun ich weiß worauf ich bau Und bei wem ich bleibe, Wessen für sprach ich vertrau, Und an wen ich gläube. Jesu, du, du bist's allein, Welcher mich beschirmet, Wenn gleich des gewissens pein Auf die seele stürmet. 9. Hier bin ich dein eigenthum, Soll dort mit dir erben. Drum will ich zu deinem ruhm Leben und auch sterben; Daß auch ich einst rühmen mag, Aus dem grab erstanden: Meines jesu großer tag, Heil mir! ist vorhanden. 9. Ich bin ja dein, schon selig hier im glauben! So wird mir nichts, nichts meine frone rauben; So werd' ich dort von herrlichkeit umgeben, Einst ewig leben. 10. Ja, wenn ich stets der tugend pfad betrete, Im glauben kämpf', im glauben wach' und bete: So ist mein heil schon so gewiß erstrebet, Als jesus lebet. 11. Lockt böse lust mein berz mit ihrem reize, So schrecke mich dein wort, das wort vom freuze, Und Mel. Herzliebster jesu, was ic. 109. Laß beinen geist mich stets, werd' ich matt in übung guter werke, So sey mir's stärke. mein heiland, lebren, Das wort von deinem kreuze so zu ehren, Daß ich getreu in dem beruf der liebe Mich christlich übe. 12. Seh' ich dein kreuz den klugen dieser erden Ein ärgerniß und eine thorheit werden; So sey's doch mir, trotz alles frechen spottes, Die weisheit gottes. 2. Das gute thun, das böse fliehn und meiden, Herr, diese pflicht lehrt mich dein heilig leiden. Könnt' ich zugleich das böse mir erlauben, Und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, Wie könnt' ich noch nach meinem willen leben, Und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, Zu deiner ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn leiden dieser erden, Wenn kreuz mich trifft, gelaßnen herzens werden; Da du so viel für uns, die wir's verschuldet, Liebreich erduldet? 5. Für welche du dein leben selbst gelassen, Wie könnt' ich sie, sie, meine brüder, hassen? Und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, Für sie noch beten? 6. Ich will nicht haß mit gleichem haß vergelten, Wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten; Du heiliger! du herr und haupt der glieder, Schaltst auch nicht wieder. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen herzen, Dies ist der dank für deine kreuzesschmerzen; Und gott giebt uns die kraft, in deinem namen, Dich nachzuahmen. da du für mich gestorben, Dies glück erworben. 8. Unendlich glück! du littest uns zu gute; Ich bin versöhnt in deinem theuren blute, Du hast auch mir, 13. Wann endlich, herr, mich meine fünden kränken, So laß dein kreuz mir wieder ruhe schenken; Dein sterben sey, wenn ich den tod einst leide, Mir fried' und freude. Mel. Christus, der uns selig 2c. Der du für mich lit110. Mein erlöfer, gottes sobn test, Und auch auf der himmel thron Jetzt noch für mich bittest; Welche wohlthat ist für mich Dein versöhnend leiden! D, wie preis' ich würdig dich, Ursprung meiner freuden. 2. Unermeßne herrlichkeit War dit, herr! gegeben; Und du konntest jeder zeit Voller freuden leben. Aber, der großen huld! Daß ich selig würde, Uebernahmst du in geduld Schwerer leiden bürde. 3. Nun kann meine missethat noch vergebung finden; Denn du starbst, nach gottes rath, Auch für meine sünden. Meine schulden trugest du, Ließ'st für mich dich strafen, Meiner seele trost und rub Gnädig zu ver schaffen. 4. Was mir luft zur beff'rung schafft, Was zur tugend leitet, Dazu hast du neue kraft Durch dein freuz bereitet Nicht vergebens darf ich nun Mich 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 55 um kraft bewerben, Gottes willen durch deinen tod erworben, Das hast treu zu thun, Sünden abzusterben. du, von barmherzigkeit geleitet, Auch mir bereitet. 5. Nun kann ich dem todesthal Froh entgegen sehen; Und zu jener welt einmal Ohne schrecken gehen. Du, herr, haft aus aller noth Rettung mir errungen, Und durch deinen kreuzestod Meinen tod bezwungen. 5. Erhalte selbst mein herz bei diesem glauben; Kein banger zweifel müsse mir ihn rauben; Er müsse mich zum fleiß in guten werken Beständig stärken. 6. Herr! was bin ich, daß du mein So dich angenommen; Daß die frucht von deiner pein Auch auf mich soll kommen? Gieb mir weisheit, gieb mir kraft( Du hast sie in händen), Was du mir zum heil verschafft, Treulich anzuwenden. 7. Laß das wort von deinem kreuz Mich mit muth beleben, Ernstlich fedem fündenreiz Hier zu widerstreben, Treib' mich mächtig dadurch an, Gottes zorn zu scheuen: Was ich unrecht je getban, Innig zu bereuen. 8. Drückt mich meine sündennoth, Straft mich mein gewissen; O! dann laß aus deinem tod Mich den trost genießen, Daß du auch für meine schuld Büßend bist gestorben, Und mir alle gnad' und bulb haft bei gott erworben. 9. Stärke mich durch deinen tod Auf die letzten stunden. Wie du deine todesnoth Siegreich überwunden: O! so hilf dazu auch mir. Laß mich fröhlich scheiden; Herr! so dank' ich ewig dir Für dein bitt'res leiden. Mel. Ein lämmlein geht, und 2c. 112. Mas ist der mensch, deß du gedenkst? Was bin ich? gott! erbarmer! Du, der du tausend welten lenist? Was bin ich, herr! ich armer? Ich lag im blut, und meine noth War fluch, und der gedrohte tod; Wo sollt' ich rettung finden? Der berr erbarmte meiner sich, Jehova sprach ganz väterlich: Ich tilge deine fünden. 2. O göttliche barmherzigkeit! Der 111. Se bochgeprieſen, herr, sohn ſoll für uns sterben; Der mittuns für ler, drang dich zu dem mitleidsvollen triebe, Für eine welt voll fünder selbst dein leben Dabin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest unsrer sünden schmerzen. O welch ein herz gleicht deinem edlen herzen? Du ließest unsre schuld an dir bestrafen, Uns heil zu schaffen. Mel. Herzliebster jesu, was 2c. oder: Ist auch ein gott? 3. O laß dies heil doch auch mein erbe werden! Was hab ich sonst für sichern trost auf erden? Was giebt mir sonst wohl sichern grund zur freude, Wenn ich einst scheide? 6. Sollt' ich mich nun noch frevelbaft erkühnen, Der sünde, die dich tödtete, zu dienen: So könnt' ich mich mit den von dir erlösten Nicht deiner trösten. 7. Nein, dir allein, der du durch deine wunden Auf ewig mich zu deinem dienst verbunden; Nur dir, mein beiland, sey mein ganzes leben Zum dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, Wo deine liebe mit dankvollen zungen Stets wird besungen. 4. Du bist mein heiland, auch für mich gestorben. Was du der welt dem verderben. Er kleidet sich in fleisch und blut, Und was kein freund, kein bruder thut: Wer kann was größers denken? Er stellt sich aller marter blos; Er leidet, er stirbt göttlich groß, Und läßt ins grab sich senken. 3. Ganz fast dich selbst ein engel nicht, Gedanke zum erschüttern; Zwar bist du meine zuversicht, Doch denk' ich dich mit zittern. Wenn ich im geist gethsemane, Wenn golgatha im geist ich seh, Was ist's, das ich empfinde? Ich weine, herr, doch nicht um dich, Ich wein' und klage über mich Und über meine fünde. Erste Abtheilung. 56 4. Was du bezahlt, ist meine schuld; Der herr stirbt für die knechte. Es büßt mit göttlicher geduld Für fünder der gerechte. Mein ist die last, die jesus trägt, Der zorn des höchsten, der ihn schlägt, Der sollte mich verderben. Es war nur meine missethat, Die, heiland, dich gemartert hat; Des todes sollt' ich sterben. 5. D fünde, sünde, gute nacht! Zu lang, ach viel zu lange, Hast du das berz um trost gebracht; Nun will ich, falsche schlange! Dich hassen, deine lockung fliehn, Und mich der liebsten lust entziehn. Bei christi tod am freuze, Entsag' ich, was dem fleisch gefällt, Der bösen lust der argen welt, Und ihrem falschen reize. Mel. Jesu, deine tiefen wunden. 113. Zesu christ, durch deine wunden, Deinen martervollen tod, Hab' ich beil bei gott gefunden, Kraft zur tugend, trost in noth. Fällt mir etwas arges ein, Denk' ich, berr, an deine pein; Die verbietet meinem Herzen, Mit der sünde je zu scherzen. 6. Herr! laß mich aus barmherzigfeit, Wie freundlich du bist, schmecken. Wenn sünden der vergangnen zeit Mit ew'gen strafen schrecken. Es stärke mich in seelennoth, Herr jeſu, dein versöhnungstod, Die kraft von deinen wunden. Es tröste mich dein banges flehn, Da du nach rettung ausgesehn In heißen prüfungsstunden. 2. Schmachtet nach verbotnen freuden Mein verderbtes fleisch und blut: O so blick ich auf dein leiden; Schnell verlöscht die wilde glut. Streb' ich eitler ehre nach, Und ich denk' an deine schmach; Schnell erniedrigt sie mich wieder, Und schlägt meinen stelz darnieder. 7. Dank, mein erlöser, dank sey dir Für jede deiner plagen, Für alle leiden, die du bier An seel' und leib getragen. Für allen schmerz, für alle angst, Darin du für mich fünder rangst, Sey ebre deinem namen. Gedenk, berr, meiner in der noth, Gedenk auch meiner einst im tod, Und im gerichte, amen! c. Kraft und Trost der Leiden Jesu. 5. Ja, für alles, was mich kränfet, Schaffen deine wunden rath; Wenn mein geist an sie gedenket, Geh' ich frisch den schmalen pfad. Mich erschrecket keine müh, Denn der trost erleichtert sie, Daß du, herr, als du gestorben, mir ein ewig heil erworben. 6. Auf dich setz' ich mein vertrauen, Du bist meine zuversicht; Selbst der tod macht mir fein grauen: Du befreist mich vom gericht. Durch dein mir erworbnes heil Hab' ich an dem himmel theil. Wahrlich, herr, ein ewigs leben Wirst du nach dem tod mir geben. 3. Während meiner prüfungszeit, Oft 114. W tränken, Mein bei. Mel. Wenn meine sünd' mich zc mich zur zu mürrisch bangen klagen. Und unzufriedenheit: O so denk ich an die pein, Die du uns zu gut allein Unverschuldet hast ertragen, Und dann schäm' ich mich, zu klagen. land, jesu christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist; Wie du auch meine schuldenlast, Am stamm des beil'gen kreuzes, Auf dich genommen hast. 4. Wenn mein schreckendes gewissen Mir mit fluch und strafe drobt: O, in diesen kümmernissen, Denk' ich, berr, an deinen tod, Und wie du auch meine last An dem freuz getragen hast; Dies kann mein gewissen stillen, Und mein Herz mit trøst erfüllen. 2. O wunder ohne maßen, Für sündiges geschlecht Hast du dich martern lassen; Du, herr, starbst für den knecht. Du, wahrer mensch und wahrer gott, Gabst für mich armen menschen Dich selber in den tod. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 57 6. Mein kreuz und meine plagen, Selbst bittern bohn und spott, Hilf mir geduldig tragen: Gieb, o mein herr und gott, Daß ich verläugne diese welt, Und folge dem exempel, Das du mir vorgestellt. 3. Nun kann sie mir nicht schaden, Der schulden große last; Ich bin bei gott in gnaden, Weil du bezahlet Hast. Auch meine schulden tilgt dein blut: Ich darf den zorn nicht fürchten Und nicht die höllenglut. 4. Drum sag' ich dir von herzen, Jetzt und mein leben lang, Für deine pein und schmerzen, O jesu, lob und dank, Für deine noth und angstgeschrei, Für dein unschuldig sterben, Für deine lieb' und treu. 5. Stets reize mich dein leiden, Die fündliche begier Mit allem ernst zu meiden, Und fromm zu seyn vor dir: Es komme nie mir aus dem sinn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. Bekannte Melodie. gottes! 115. Christe, du lamm gottes! Der du trägst die sünde der welt, Erbarm' dich unser! d. Gebet zu dem Versöhner. 2. Christe, du lamm gottes! Der du trägst die fünde der welt, Erbarm' dich unser! 3. Christe, du lamm gottes! Der du trägst die sünde der welt, Gieb uns deinen frieden! amen. 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen nächsten lieben, Ihm dienen, wo ich kann, Obn' eigennuß und heuchlerschein, Und wie du mir erwiesen, Aus reiner lieb' allein. Mel. Herzlich lieb hab ich dich zc 117. Laßt uns doch christo dankbar seyn, Daß er für uns in große pein Sich willig bingegeben; Auch laßt uns seyn der fünde feind, Und, weil gott nunmehr unser freund, Nach seinem willen leben; Die lieb' erzeigen jedermann, Wie christus seibst an uns getban. O menschenkind! betracht' es recht, Wie gottes zorn die fünde schlägt! Herr jesu christ! Mein herr und gott! Mein Herr und gott! Von sünden schrecke mich dein tod. Bekannte Melodie. 2. Du litteſt ganz unschuldig Von 118. lamm gottes, unschulschmerzen, Und trugst sie doch geduldig Mit sanftem versöhnlichen Herzen. Dein bild müss' uns beleben, Zu dulden, zu vergeben, Wie du zu lieben, herr jeſu! dig stamm des kreuzes geschlachtet! Allzeit erfunden geduldig, Wie sehr du wurdest verachtet, Die fünd' bast du getragen, Sonst müßten wir verzagen; Erbarm' dich unser, o jesu! 2. O lamm gottes! unschuldig 2. Erbarm' dich unser, o jesu! 3. D lamm gottes! unschuldig 2c. Gieb uns deinen frieden, o jesu! Mel. D lamm gottes! unschuldig 2c. 116.& rlöfer, der im staube Einst lag mit angstschweiß bedecket, Dein tröste sich mein glaube, Wenn tod und fünde mich schrecket; Dein tiefer schmerz, dein flagen, Dein todeskampf, dein zagen, Sey meine ruhe, berr jeſu! 8. Laß endlich deine wunden, Auch in der letzten pein, In jenen finstern stunden, Mir trost und zuflucht seyn. O herr, auf den allein ich trau, Erbarm' dich mein im tode, Daß ich dich ewig schau! 3. Am freuze hingst du kläglich, Entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein tod belehr' uns täglich, Wie boch du scelen geachtet. Er schreck' uns ab von fünden; Er müss' uns dir verbinden zu innigem banke, herr jesu! 58 Erste Abtheilung. e. Die Liebe Jesu in dem Werke der Erlösung. Mel. Dir, dir, jehovah 2c. 119., fieb ibn dulden, bluten, sterben! O meine seele, sag' ihm frommen dank! Sieb gottes ein'gen sohn und erben! Wie mächtig ihn die menschenliebe drang. Wo ist ein freund, der je, was er gethan? Der so, wie er, für fünder sterben kann? 2. Wie dunkel waren jene stunden, O herr, und welche lasten drückten dich! Wie quoll das blut aus deinen wunden! Und ach, es floß zum heil und trost für mich; Und ruft noch heute mir ermunternd zu, Daß du mich liebst, du frommer dulder, du. 3. So sollt' es seyn, du mußtest leiden; Dein tod macht mir des vaters liebe kund. Er wird für mich Mel. Ein lämmlein geht und zc. ein quell der freuden, Ein fiegel auf 120.& in lamm geht bin und den trägt die Der abgefallnen finder; Geht hin und büßet in geduld Die sünden aller fünder. Es geht den rauhen todesgang, Folgt seinen würgern ohne zwang, Begiebt sich aller freuden, Und sieht die marter, die ihm droht, Und will die schmerzen und den tod Toch gern und willig leiden. 2. Das lamm ist jesus, unser freund; Zum heiland unfrer seelen Wollt' ihn der strenge fündenfeind, Der ew'ge vater, wählen." Sohn", sprach er, nimm dich derer an, Die außer dir nichts retten kann vom schweren fluch der sünden. Groß ist die schuld, die strafe groß; Doch übernimm's, so sind sie los, Und sollen gnade finden." 3." Ja, vater", sprach der große sohn, Kein fünder soll verzagen! " Ich steig' herab von deinem thron, Und will die sünden tragen." O liebe! liebe! deine macht Ist stärker als ein mensch gedacht, Als je ein engel dachte! Du bringst den sohn dem vater ab, Und streckest den ins finstre grab, Der erd' und himmel machte. 4. Er büßt für uns am kreuzesstamm, Damit wir gnade finden. Er dich gott für mich zum opfer giebt, So feste stehts, daß er mich herzlich liebt. 4. Dein bin ich nun und gottes erbe; Ich sehe in sein vaterherz hinein. Wenn ich nun leide, wenn ich sterbe, Kann ich unmöglich je verloren seyn. Wenn sonn' und mond und erde untergehn, So bleibt mir gottes gnade ewig stehn. 5. Ja, mir zum trost und dir zur ehre, Gereicht dein ganzer kampf, dein Freuzestod; Bestätigt ist nun deine lehre: Ich baue fest darauf in jeder noth. Unschuldig littest du: doch preis und ruhm Ist auch im kampf der unschuld eigenthum. 6. Herr, dies dein beispiel soll mich lehren, Des lebens unschuld sey mein ebrenkleid. Ich will treu deine stimme hören, Und gerne thun, was mir dein wort gebeut. Die dankbarkeit dringt innigst mich dazu; Wer hat es mehr um mich verdient, als du? hin; Ich folge dir, weil ich dein jünger bin. 8. Was fürcht' ich noch des todes schrecken? Du schliefft auch einst im grab, o seelenfreund. Mag site doch meine asche decken, Die erde, wann des todes nacht erscheint. Der gott der dir das leben wiedergab, Wälzt einstens auch den stein von meinem grab. 7. Nie will ich mich am feinde rächen: Auch dies lern' ich, mein heiland, hier von dir; Nie gottes schickung widersprechen, Wär' gleich sein pfad jetzt noch so dunkel mir. Auf dornen giengst du selbst zum ziele 9. Nimm hin den dank für deine plagen, Mein retter, den die treuste liebe bringt. Dort will ich dirs noch besser sagen, Wenn dich mein geist im engelchor besingt. Dann stimmen alle sel'gen fröhlich ein; Der ganze himmel soll dann zeuge seyn. 13. Von dem Leiden, Tede und Begräbniß Jesu. 59 wird geschlachtet wie ein lamm, Zum 5. Der feind nehm' alles, alles hin! opfer für die sünden. Für alle stirbt Das glück, Daß ich versöhnet bin, er, auch für mich Ergießt sein theu- Ist meiner seelen böchstes guth, Und res leben sich In milden strömen blu- macht mir auch im tove muth. tes. Lamm gottes, ewig dank' ich 6. Wann des gesetzes fluch mir dir! Doch nie genug, du thatest mir,| droht; Dann tröstet mich dein mittEh' ich noch war, schon gutes. 5. So lang' ich lebe, will ich dein, O jesu, stets gedenken; Mein herz soll dir geweihet seyn, Ganz will ich dir es schenken. Nur dir gefallen, sey mein ruhm; Ich will mich dir zum eigenthum Auf ewig übergeben. Nur du bist meine zuversicht, Und wann Mel. Herzliebster jesu, was hast 2c. mein aug' im tode bricht, Bist du 122. Wie grundlos ſind die beiner liebe! auch dann mein Wie treu und zärtlich, jesu, deine triebe! Kein mutterherz gleicht deinem treuen herzen, Du mann der schmerzen. 6. Was ist das leiden dieser zeit, Und alles, was mich kränket, Wenn meine sect' in traurigkeit, Herr, an dein leiden denket? Dies flößt in meine bange brust, Zur zeit der trübsal sanfte lust, Läßt mich nicht unterliegen, und stärket mich mit kraft und muth, Auch über welt und fleisch und blut Im schwersten kampf zu siegen. 2. Was zieht sich dann, o heiland, auf die erde? Was schadet dir's, wenn ich verdammet werde? Du bleibest doch, wenn ich gleich strafe leide, Des vaters freude! 7. Ist endlich ganz vollbracht, was mir Gott auferlegt zu leiden, Und rufst du, jesu, mich zu dir Und deines himmels freuden: Dann reichest du von deinem thron Mir jenen großen gnadenlohn, Den mir dein tod erworben; Dann werde dir in ewigkeit Anbetung, preis und dank geweiht, Daß du für mich gestorben! Mel. D jesu chrift, mein's lebens 2c. 121. bu mein mittler und mein gott! Ich danke dir für deinen tod, Der mir des himmels seligkeit, Und hier gewissensruh' verleiht. 2. Ach, glaubt' ich deine gottheit nicht, So schreckte mich doch das gericht: So würde deines todes pein Für mich kein geltend opfer seyn. 3. Wärst du der menschen heiligster, Und nicht auch gott, gekreuzigter! So würd' ich nicht von sünden rein, Nicht durch dein blut versöhnet seyn. 4. Ich weiß es, lesu, du bist gott; Versöhnend ist dein kreuzestod: Und dieses troftes göttlichkeit Versichert mich der seligkeit. lerstod: Ich weiß, daß du auch meine last Am kreuze, herr, getragen hast. 7. Und ist die letzte stunde da, Dann blick' ich bin nach golgatba; Der trost, daß ich begnadigt bin, Macht mir das sterben zum gewinn. 3. Verehrt mit dank den weisen rath, ihr christen, Den einzusehn, die engel selbst gelüsten. Bewundert hier in dem erlösungswerke Der liebe stärke! 4. Des höchsten sohn büßt für die menschenkinder: Der heiligste bezahlet für die fünder; Des lebens fürst, und aller bosheit rächer, Stirbt für verbrecher! 5. Herr, lehre selbst mich deine huld erkennen, In rechtem glauben meinen herrn dich nennen! Erbarme dich, und heile meinen schaden, Du brunn der gnaden! 6. Ich bin verderbt vom fuße bis zur scheidel, Mein Herz ist tropig, widerspenstig, eitel; Mein bestes thun ist mangelhaft und sündlich: Ich feble stündlich. 7. Ich flieh', o herr, zu deinen liebesarmen, Ich such' und bitte nichts, als dein erbarmen; Verstoß den nicht, der seine fünden haſset, Und dich umfasset. 8. Was machst du, feind, mir christi bulb verdächtig? Schweig! feine fraft ist in den schwachen mäch Erste Abtheilung. 60 tig. Er selbst macht den gerecht, der an ihn gläubet, Und in ihm bleibet. 9. Zeuch mich, o gotteslamm, zu deinem kreuze, Damit dein blut die seele dring' und reize, Dich, den erwerber aller guten gaben, Recht lieb zu haben. 10. Was du auch mir, da du für mich gestorben, Aus gnaden hast durch dir werden? Warum liegst du blaß, entstellt, Bebend auf der erden? Trost ist es, was du verlangst, Tröster unsrer seelen? Was kann mit so schwerer angst Deine seele quälen? f. Das Leiden Jesu am Delberge. Mel, Christus, der uns selig 2c. err des himmels, starter 124. Slig bin, Dein leiden 123. Held! Was wird mit 124. Mel. Ein lämmlein geht und 2c. o gehst du, anzutreten, Für mich, der ich verloren bin, zu kämpfen und zu beten. Du, der du nichts verbrochen hast, Gehst bin, um aller fünder last Allein auf dich zu laden. Ich nur verdiente strafen, ich; Du aber nimmst sie all' auf dich, Damit sie mir nicht schaden. 2. Kann den, der allen stärke giebt, Kann den auch furcht erschüttern? Selbst christi seele wird betrübt, Und seine glieder zittern. Ach, hingesunken auf die knie, Arbeitet er in schwerer müh', Und betet, kämpft und zaget! Er wünscht den schweren kampf verkürzt; Wer siebts und höret nicht bestürzt, Wie leidenvoll er klaget. 3. Gott, du bist heilig; wunderbar In allen deinen werken. Ein knecht, ein engel muß sogar Den herrn vom himmel stärken. Er ringt, sein heilig angesicht Träuft blutschweiß, wer entsegt sich nicht? Wer litt, wie er, auf erden? Der du in reiner unschuld prangst, Wie konntest du von solcher angst, herr, bestürmet werden? 2. Vor dir liegt,( denn dir kann ia, Herr, sich nichts verhehlen;) Eine welt voll sünden da, D, wer kann sie zählen? Niemand, als nur gott und du, Können sie ergründen. Und für alle büßest du, Als für deine sünden. 3. Liebe strablte dir sonst stets Aus des vaters blicken, Und in stunden des gebets Mußt' sie dich erquicken. Da nun gottes straf dich schreckt; Da er in gewittern Furchtbar sich vor dir versteckt, Solltest du nicht zittern? 4. Hier fühl ich der sünden gräu'l, Ganz von angst erschüttert. Auch für mich hast du, mein heil, Hier im staub gezittert. Held, da sünd' und strafgericht Dich fast niederstürzen: Soll der gräu'l der sünde nicht Meinen geist bestürzen? 5. Aber du versöhntest mich; Denn auch mir zum segen Ließest du allein auf dich, Gott, die strafe legen. Du ergabst dich demuthsvoll In des vaters willen, Um das, was uns retten soll, Sterbend zu erfüllen. deinen tod erworben; Das werde mir, zu meinem ew'gen heile, Nun auch zu theile. 6. Nun, berr, meine zuversicht, Hilf du meiner seele, Daß im letzten kampfe nicht Sündenangst sie quäle. Ach, laß deinen blut'gen schweiß, Wann ich ganz beklommen, Alsdann keine bülfe weiß, Mir zu statten kommen. 11. Dir, jesu, leb' ich; dir will ich auch sterben. Laß den nur nicht, den du versöhnt, verderben; O bilf mir jetzt, und in den letzten stunden, Durch deine wunden. 4. Du zagst, mein heiland; ach, nur ich, Ich hätte zagen sollen; Doch selbst durch leiden hast du mich Vom tode retten wollen. Ach, hättest du nicht sein gericht Auf dich genommen, wär ich nicht In jammer ganz versunken? Nun läßt der richter, auf dein flehn, Vor mir den kelch vorüber gehn; Denn du hast ihn getrunken. 5. Heil mir, der sohn des höchsten hat Für mich sich richten lassen. Gott, wer kann deinen weisen rath, Wer dein erbarmen fassen? Nun jauchze, 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 61 rang, bedeckt mit todesschweiß, Mit blut für dich getaufet. Ach, wache, daß die sünde sich Nie dein bemächtige, noch dich In deiner treu erschüttre. Lockt ihre stimme, höre nicht; Schau' hin zum ölberg ins gericht, Das wen die fünde reut, Wer jesu christi sich erfreut: Er wird vor goit bestehen; Du, der du glaubst, wer schadet dir? Wer will verdammen? gott ist hier! Du wirst den too nicht sehen. 6. Doch denk', um welchen theuren preis Dein heiland dich erkaufet. Er jesum traf und zittre. g. Die Gefangennehmung Jesu. Mel. Jesu meines lebens leben zc. 125. Zesu christe, dessen wunden Heil und leben uns gebracht. Ach wie hart wirst du gebunden, Du verbrechern gleich gemacht. Deiner feinde ganze tücke Kennst du, und weichst nicht zurücke; Giebst mit edlem heldensinn Dich in ihre bande hin. 2. Mehr als zwölf der legionen, Die um deines vaters thron, Seines winks zu warten, wohnen, Stehn bereit, o menschensohn. Nur ein wink, du bist befreiet Und der feinde heer zerstreuet. Doch wie viel ihr grimm verbricht; Du winkst deinen engeln nicht. 3. Du bist selber reich an stärke, Die auch hier sich nicht verlor. Aber herr, in diesem werke Geht geduld der allmacht vor. Niemand nimmt von dir dein leben, Du willst selbst für uns es geben; Du nicht schmach noch marter scheun, Aus der höll' uns zu befrein. h. Ueber die Verlassung Mel. Wo soll ich fliehen hin zc. 126. Mein jefu, für dein herz Welch ein so herber schmerz, Den du weit mehr empfunden, Als striemenschläg' und wunden! Die kleine zahl von freunden Kränkt dich, gleich deinen feinden. 2. Kaum naht sich die gefahr, So bebt der jünger schaar. Die erst sich hoch vermessen, Eh' sie der treu vergessen, Den tod auch vorzuziehen, Verlassen dich und fliehen. 3. Der fühn sein schwert gezückt, Dein petrus selbst, erschrickt; Er flieht, eb' bande drohen; Schämt sich, daß er geflohen: Und eilt doch recht verwegen Dem tiefern fall entgegen. 4. Treuer bürg' um unsertwillen Streckst du deine hände dar; Gottes rathschluß zu erfüllen, Schonest du der frechen schaar; Wehrst dem schwerte deines freundes; Heilst die wunde deines feindes; Nimmst die bande willig an, Da dein arm sich weigern kann. 5 Dank dir für so große güte; Zeige nun auch deine treu, Und befreie mein gemütbe Von der fünden sclaveret, Daß mein fleisch mich nie verstricke, Weltverführung nie berücke; Deß versuchers arglist nie In sein neß mich wieder zieh. 6. Und soll ich den ruhm erlangen, Daß ich, deines geistes voll, In bekennerfesseln prangen, Deinetwegen leiden soll: Gieb dann mir in meinen banden Reichen trost aus deinen handen, Daß, gleich dir, ich sie nicht scheu, Ich, gleich dir, gelassen sey. Jesu von seinen Jüngern. 4. Wie ist der mensch so schwach, So viel sein muth versprach! Dort liegt er da im staube; Erloschen ist sein glaube; Sein kühner muth gedämpfet, Ach christen! wacht und kämpfet. 5. Wo ist nun petri treu? Der jesum vormals frei, Für gottes sohn bekannte, Für ihn vor eifer brannte, Der hat vor jesu ohren, Bald frech ihn abgeschworen. 6. Doch, herr, dein liebesblick Bringt ihn alsbald zurück. Er fühlte sein verbrechen, Kann nun vor schmerz nicht sprechen, Und weint nur bitt're thränen, Die sich nach gnade sehnen. 7. Er sucht und findet sie. Verzagt drum, sünder, nie; Gott ist unendlich 62 Erste Abtheilung. gütig! Send glaubig, nicht kleinmü-| Die stets mir neße stellt, Einst, jesu, thig, So groß sind keine sünden, von den deinen: Laß mich mit petro Sie können gnade finden. weinen, Um gnad' in demuth beten, Nie judä weg betreten. 8. Ach, trennt mich auch die welt, i. Das Leiden Jesu vor Mel. O gott, du frommer gott. 127. Sebt, welch ein mensch! ach seht! Mit schand ist er bedecket, Der glanz der Herrlichkeit! Schaut, menschen, und erschrecket! Des höchsten sohn habt ihr So tief herabgebracht! So viele noth hat ihm Nur eure schuld gemacht. 2. Seht, welch ein mensch! weh euch, Wenn hier noch vor den sünden Nicht euren herzen gräult! Sein zorn wird sich entzünden: Dann fordert er die schmach, Die er für euch empfand, So ihr euch nicht bekehrt, Mit recht von eurer hand. 3. Seht, welch ein mensch! die ihr In heiligkeit ihm dienet; Schaut, wie er fünden büßt Und wie er uns verfühnet! Wohl euch, daß seine dem weltlichen Gerichte. hand Ein eisern zepter trägt! Sorgt, frevler, daß sie euch nicht einst, gereizt, zerschlägt. 8. Sebt, welch ein mensch! schaut bin! Erblickt ihr nicht mit schrecken, Wie schmach und speichel ihm Sein antlig überdecken? Gott, wie viel bitt'rer spott Trifft deinen sohn um mich! Mein dank ergießt vor dir In heißen thränen sich. 9. Sebt, welch ein mensch! mein berz Soll seiner stets gedenten. Ob diese leiden mir Schon ew'ge freuden schenken! So laß, herr, ihrer nie Mich ohne beß'rung freun, Und laß mich ja für dich Nie spott und schande scheun. Mel. Wenn mein stündlein 2c. schmach Euch schmerzet und betrübt! Erfreuet euch des beils, Das diese 128. Sebt, welch ein mensch! schmach euch giebt! 4. Seht, welch ein mensch! hier steht, Verbrechern gleich gebunden, An dem sein richter selbst Ganz keine schuld gefunden! Dies zeugniß ist mir werth! Denn wär' er nicht ganz rein, Wie könnt' er da für uns Ein gültigs opfer seyn? wie lag so schwer Auf ihm die last der fünder! Wie unaussprechlich duldet er Für euch, ihr menschenkinder! So leiden sah von anbeginn Die erde keinen je, als ihn; So wird auch keiner leiden. 5. Seht, welch ein mensch! ach seht! Wie ist sein leib zerrissen! Seht, was für ströme bluts Aus seinen wunden fließen. Heilsame theure fluth! Aus diesen wunden quillt, Was unfre schäden heilt, Und das gewissen stillt. 6. Geht, welch ein mensch! ach seht! Schmerzhafte dornen krönen Sein majestätisch haupt! Doch mag die welt dich böhnen, Mein jesu, mir bleibst du Ein könig auch noch hier! Voll ehrerbietigkeit Beug' ich die knie vor dir. 7. Seht, welch ein mensch! ach sebt! Er uß, vom rohr zerschlagen, Noch in der eignen band Des frevels werkzeug tragen! Ach wißt, daß diese 2. Der sohn des höchsten und selbst gott, Ein belfer, ein gerechter, Ward frecher miſsethäter spott, Und ſeines volks gelächter. Wie ein verbrecher wer ihn sah, Der sah ihn mit ver stand er da, Verklagt, verläumdet; achtung. 3. Ganz unbegränzt war ihre wuth, Den beiligsten zu plagen. Bedeckt mit striemen und mit blut, Zergeis selt und zerschlagen, Mit einem dor. nenkranz gekrönt, In königskleidern ausgehöhnt, Stand er vor seinen feinden. 4. Den heiden, der sein richter war, Ergriff ein menschlich schrecken: Er stellt ihn seinen brüdern dar, Ihr mitleid zu erwecken. Seht, welch ein mensch! ich kann ihn nicht Verdam 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 63 zur schmach gekrönet, Gegeisfelt, und von schmerzen schon entkräftet, Ans freuz geheftet. men; denn die unschuld spricht Zu mächtig für sein leben. 5. Vergeblich, ach! vergeblich war Die menschlichkeit des heiden; Die aufgebrachte wilde schaar Sah jesu schmach mit freuden. Sein tod befriedigt sie allein; Sie stürmten auf den richter ein, Und schrie'n: er sterb' am freuze! 6. Du denkest ohne schaudern nie An dieses wort der fünder; Du sprichst: die rache strafe sie, Und straft noch ihre kinder. Doch, seele, denkst du auch dabei An deine sünden? bist du frei Von schuld am tode jesu? 7. Sieh, welch ein mensch! er wird für dich Verschmähet und zerschlagen! Hör' ihn, er spricht: ich selber, ich muß deine sünden tragen. Die schul dist dein! durch meinen tod Versöhn' ich, sünder, dich mit gott, Und sterb' um deinetwillen. 8. bochgelobter gottessohn, Du tilger meiner fünden, Erhöht auf deines vaters thron, Ach, laß mich gnade finden! Laß deines todes schmach und pein Gerechtigkeit und heil mir seyn, Um deiner liebe willen. 9. Ich schwöre, welterlöfer, dir, Und ewig will ich's halten: So wahr du lebest, sell in mir Nie deine lieb' erkalten. Dein leiden und dein tod soll mich, So lang' ich lebe, herr, an dich Und deine lieb' erinnern. 10. Entzündet sich der lüste gluth, Lockt mich die welt zur sünde: Dann rüste mich mit kraft und muth, Daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: Denk', welch ein mensch ich war, und du, Du wolltest mich nicht lieben? Bekannte Melodie. 129. Unschuld'ger jesu, was baft du verbrochen, Daß man das todesurtheil dir gesprochen? Du heiligster, bist ja in missethaten Niemals gerathen. 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, Mit einem dornenkranz 3. Was ist die ursach' aller solcher plagen? Ach, unsre sünden haben dich geschlagen. Zu ihrer tilgung bast du, Herr, erduldet, Was wir verschuldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese strafe! Du, guter birte, leidest für die schaafe; Die schuld bezahlst du, berr, für böse knechte, Du, der gerechte. 5. O große lieb'! o liebe, kaum zu fassen; Auch mir zum heil bast du dich martern lassen. Damit ich lerne fünden ernstlich meiden, Willst du, herr, leiden. 6. Ach, großer mittler, groß zu allen zeiten, Wie kann ich g'nugsam deine treu ausbreiten? Kann ich sie dir, beherrscher aller welten, Wohl je vergelten? 7. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe; Dir folge und des fleisches lüste dämpfe; So sey dann auch forthin mein ganzes leben Nur dir ergeben. 8. Gieb selbst zu diesem seligen geschäfte Mir schwachen deines guten getstes kräfte, Daß er mich zu dir ziehe und regiere, Zum guten führe. 9. Dann werd' ich dankvoll deine huld betrachten, Die lust der welt, aus lieb' zu dir, verachten; Mit allem eifer suchen, deinen willen Treu zu erfüllen. 10. Zu deiner ehre will ich alles wagen, Kein drohen achten, keine schmach noch plagen; Mich sollen auch des bängsten todes leiden nicht von dir scheiden. 11. Dies alles, ob's für schlecht gleich ist zu achten, Wirst du doch, mein erbarmer, nicht verachten; Du wirst dies opfer gnädig von mir nehmen, Dich mein nicht schämen. 12. Empfang' ich dann dereinst vor deinem throne, Aus deiner band der überwinder krone; So soll dich, höchster, unter engel chören Mein loblied ehren. 64 Erste Abtheilung. k. Das Leiden Jesu am Kreuz. Mel. Ein lämmlein geht und 2c. 6. Von allem, was erquickt, ent130. Begleite mich nach golblößt, Wünscht er, der herr der erde, gatha, O christ, auf Daß ihm, der uns so theu'r erlöst, dessen höhen, Die welt die höchste liebe Sein durft gestillet werde. O mensch! sab, Sab, was sie nie gesehen! Komm, noch jest ruft er zu dir Aus tausend denke jenen worten nach, Die ster- armen neben dir, Die noth und manbend dein erlöser sprach. Sie können gel drücket. O selig, wer den ruf dir im leben, Und, betest du goit erfüllt! Den wer den durst des argläubig an, Einst, wenn dich nichts men stillt, Hat jesum selbst erquicket. mehr trösten kann, Noch trost im 7. Der heiland spricht: es ist tode geben. vollbracht!" Nun endet sich sein leiden. Es nimmt dem tode seine macht. Dies wort des siegs und freuden. Heil uns! wer klagt uns nun noch an, Da er für uns genug gethan? Wer kann von gott uns scheiden? Gieb, daß an meinem sterbetag Auch ich mit freuden sagen mag: Vollbracht ist nun mein leiden! 2. Hör' ihn, bei seinem größten schmerz, Für seine feinde beten; Und sieh sein sanftmuthvolles herz, Noch sterbend sie vertreten. Vergieb ver" gieb( ruft er gott an), Sie wissen nicht, was sie getban!" Muß, mensch, dich dies nicht rühren? Auf, ahme seinem beispiel nach: Laß nie beleidigung und schmach Zur rache dich verführen! 8. Das letzte wort aus deinem mund Laß mir zum trost gedeihen; Mir noch in meiner todesstund, Herr, muth und kraft verleihen. Du rufest: vater, ich befehl' In deine bände meine seel'! Laß mich auch nicht verderben, Der du den menschen heil erwarbst: Du neigtest sanft dein haupt und starbst: Ach, laß mich auch so sterben! 3 Dein zärtlich herz, o herr, empfahl, Aus kindlich frommem triebe, Die mutter, unter schmerz und qual, Dem jünger deiner liebe. Ach, wenn auch einst mein auge weint, Einst sterbend für die meinen weint, Dann soll dies wort mich trösten Du wirst auch ihnen trost verleihn, Ihr beistand, Helfer, pfleger seyn, Auch sie sind dein' erlösten. 4. Wer sich bekehrt, fürcht' fein 131. Diebel Meine lieb' ist Mel. Werde munter mein gemüthe zc. er am meine gericht: Dreuige verbrecher! Hört, was der mund der liebe spricht Zu dem gebeugten schächer:" Du wirst noch heut' mit mir dich freun, Mit " mir im paradieſse seyn!" So ruft er ihm entgegen. O herr, dies gnadenreiche wort Schenk mir auch an des todes pfort' Erquickung, muth und segen. jesus christ, Dem ich treu zu sein mich übe, Weil er mein erlöser ist. Jede sünde hasset gott, Ihre liebe bringt den tod: Jesum will ich nie betrü ben, Meinen jesum will ich lieben. 2. Der am freuz ist meine liebe! Sünder, was befremdet's dich, Daß ich fesum christum liebe? Er, mein heiland starb für mich; Er hat mich mit gott versöhnt, Hat mit gnade mich gekrönt. Jesum will ich nie betrüben, Meinen jesum will ich lieben. 3. Der am freuz ist meine liebe! Aller sünd' entsag' ich gern, Daß ich ihn nur nicht betrübe, Meinen heiSünde tritt land, meinen heren. ſein blut mit hohn, Kreuzigt wieder 5. Als jesus an dem kreuze rief: " Gott, hast du mich verlassen?" Wie beugt ihn da sein schmerz so tief! Wer kann die leiden fassen, Die er für unsre sünden trug, Da er, unschuldig, als ein fluch, Berlassen da gehangen? Mein berr und gott, verlaß mich nicht; Du bist, auch mir zur zuversicht, In deinen tod gegangen. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. gottes sohn; Drum will ich ihn nie betrüben, Meinen jesum will ich lieben. 4. Der am kreuz ist meine liebe! Schweig, gewissen, gott vergiebt. Darum preist gott seine liebe, Weil sein sohn stirbt, der mich liebt. Wer verdammt nun? gott ist hier! Gott verzeibt durch christum mir. Jesum will ich nie betrüben, Meinen jesum will ich lieben. 5. Der am freuz ist mein vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, Keine noth, kein todesgrauen, Reißt von dir mich, jesu christ. Nicht gewalt, nicht gold, nicht ruhm, Engel nicht, kein fürstentbum! Dich, dich will ich ewig lieben, Nie mit sünden dich betrüben. 6. Der am kreuz ist meine liebe! Kommt der tod, er ist mein freund! Lies verwesliche ze stiebe; Dann werd' ich mit gott vereint. Auf des glaubens kurzen streit Seh' ich seine berrlichkeit. Sesum will ich nie betrüben, Ewig meinen heiland lieben! In bekannter Melodie. 132. Du, ber voll blut und wonn' hinauf. wunden Für uns am kreuze starb, Und unsern lebenestunden Ten größten troft erwarb: Du, ber 133. sein leben, ich war, auch mir Zum beit hast hingegeben: Mein jesu, dank sey dir. 2. Entblößt von allem reize, Der menschen wohlgefällt, Fingst du an deinem freuze, Ein fluch vor aller welt. Da folgte schmerz auf schmerzen, Ta traf dich spott und schmach, Schwer lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Wer kann dir nachempfinden Den schmerz, die todesangst, Mit welcher du, von fünden Uns zu erretten, rangst. Die last gebäufter plagen Fiel da so schwer auf dich, Daß sie dich drang zu klagen: Gott, wie verläß'st du mich? 65 schuldet hat, Und hilf mir aus erbarmen Von meiner missethat. 5. Ich will auf dich stets sehen, Mit aller zuversicht. Wobin soll ich sonst geben? Verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich rube finden, Wenn du mich, herr, nicht liebst? Wo retnigung von fünden, Wenn du sie mir nicht giebst? 6. Du bast mir durch dein leiden, Vergebung, beßrungskraft, In trübsal trost und freuden, Die ewig sind, verschafft. Ogieb an dieser gnade Auch meinem glauben theil, Und auf des lebens pfade Mir muth, kraft, trost und beil. 7. Mit innig frohem triebe Bring ich dir meinen dank: Die größte deiner liebe Bleibt stets mein lobgesang. Gieb nur, daß ich mich balte zu dir mit gegentreu, Daß, wenn ich einst erkalte, Ich noch der deine sey. 8. Belebe dann mein boffen, Zum bimmel einzugehn. Laß mich im geist ibn offen, Und dich verberrlicht sehn. Ta ruf ich dann mit freuden: Nimm meinen geist, herr, auf! Und du nimmst ibn im scheiden Zu deiner 4. Ah diese last und mühe Hab ich dir auch gemacht. O mein erlöſer, siebe Vom throne deiner macht In gnaden auf mich armen, Der sich verGoongel. luth. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. G Es ist vollbracht! ruft nach dem leiden den erlöfers mund. O wort voll trost's und heil'ger freuden! Du machst mir die erlösung fund. Das große opfer ist geschehn, Das gott auch mir zum beil essebn. 2. Mein jesus stirbt! die felsen beben; Der sonne schein verlieret sich; In todte dringt ein neues leben; Der heil'gen gräber öffnen sich; Der vorbang reißt, die erde kracht; Der welt versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein heil, hast du vollendet, Als dir das berz im tode brach! Tu hast die straf' hinweggewendet, Die auf der welt voll fünder lag, Und uns aus finstrer todesnacht Zur frohen ewigkeit gebracht. 4. O bilf mir, herr, nun auch vollbringen, Was wahre dankbarkeit begebri; Laß nach der heiligung mich 5 66 ringen, Dazu dein tod mir kraft gewährt. O stärke mich dazu mit macht, Bis meine beß'rung ist vollbracht. 5. Du litt'st so viel zu meinem leben. Wie, sollt' ich nicht voll eifer seyn, Mich deinem dienste zu ergeben? Sollt' ich dabei vor schmach mich scheun? Dein dienst, mein heiland, sey mein ruhm; Denn ich bin ganz dein eigentbum. 6. Soll ich, bei dir ergeb'nem berzen, Auch hier durch manche trübsal gebn, Und hat mein gott gehäufte schmerzen Zu meiner prüfung ausersebn; So laß die boffnung mich erfreun: Auch das wird einst geendigt seyn. 7. Fühl ich zuletzt des todes schmerzen, So stärke mich in solcher last, Und mach' es lebhaft meinem herzen, Daß du den tod besieget hast. So geh' ich froh zur grabesnacht mit siegsgesang: es ist vollbracht! Erste Abtheilung. In eigner Melodie. 2. Du, ach, du hast ausgestanden Lästerreden, spott und hohn, Speichel, schläge, strick und banden, Du gerechter gottessohn, Nur, mich von den fündenketten Und vom tode zu erretten: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. Refu, meines lebensleben! 134. S Jesu, meines todes tod! Jesu, für mich hingegeben In die tiefste ſeelennotb! Ach, du scheutest kein verderben, Nur, daß ich nicht durfte 135. Swelt, sich hier den Mel. In allen meinen thaten 2c. leben Am stamm de sterben: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. freuzes schweben; Dein heil sinkt in de tod. Der große herr der ehren Lä willig sich beschweren Mitbanden, schli gen, bobn und spott. 2. Tritt her und schau mit fleiß Sein leib ist ganz mit schweiße De blutes überfüllt. Aus seinem edlen be zen, Für unerhörte schmerzen, Ei seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlager Mein heil, und dich mit plagen S übel zugericht't? Du bist ja nicht ei sünder, Wie andre menschenkinder Von missethaten weißt du nicht. 3. Ach, zu heilen meine plagen, Und für meine seelenrub, Ließest du dir wunden schlagen: Wer war mehr geplagt, als du? Ja, du ließest, mir zum segen, Dich mit fluch und tod belegen: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 4. Ach, wie hart warst du verböhnet, Und sogar zur bittern schmach Mit der dornenkron' gekrönet! Was litt'st du für ungemach? Mir einst kronen aufzuseßen, Mußten dornen dich verlegen: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. lich dich verklagen, Daß ich könnte sicher seyn; Daß ich möchte trostreid prangen, Hast du ohne trost gehangen: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 5. Gerne ließest du dich schlagen, Abzuwenden meine pein; ließest fälsch 6. Du warst ganz von fluch bedecket Und litt'st alles mit geduld; Herber tod hast du geschmecket, Um zu büßen meine schuld. Daß ich würde losge zählet, Wardst du bis zum tod gequä let: Tausend, tausendmal sey dir Liebster jesu, dank dafür. 7. Deine tiefe demuth büßte Meine finns vermessenheit, Und dein berbe tod versüßte Mir des todes bitterkett Was dich quälte, wird mir arme Heil und trost, durch dein erbarmen Tausend, tausendmal sey dir, Liebste jesu, dank dafür. 8. Nun ich danke dir von herzen Jesu, für gesammte noth, Für di marter, für die schmerzen, Für de berben bittern tod: Für dein zittern für dein zagen, Für die tauſendfac plagen, Ja für alle deine pein Wil ich ewig dankbar seyn. 4. Wir, wir und unsre sünder Der sich so viele finden, Als sandes a dem meer: Die haben die geschlager Die brachten diese plagen Und die martern auf dich her. 5. Auch ich, ich sollte büßen, Di strafe leiden müssen, Entbehren gotte huld; Die geißeln und die banden, Un was du ausgestanden, Verdient' i wegen meiner schuld. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 67 so getrost, wie du, Den geist an meinem ende In deines vaters hände Befeblen zu der ew'gen ruh. 6. Du nimmst auf deinen rücken Die lasten, die mich drücken, Bis zum ertödten schwer. Du wirst ein fluch, dagegen Erwirbst du mir den segen; Wie herrlich und wie groß ist der! 7. Du sehest dich zum bürgen; Ja läſfeſt dich erwürgen Für mich und meine schuld. Für mich läßt du dich frönen Mit dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit geduld. 8. Du gehst, auch meinetwegen, Der todesnacht entgegen Mit wahrem heldenmuth; Du stirbst, mir vom verderben Errettung zu erwerben, und alles thust du mir zu gut. 9. Hoch bin ich dir verbunden, Mein heil, zu allen stunden Bin ich dein eigenthum. Es thätig zu beweisen, Soll seel' und leib vich preisen. Mein ganzer wandet sey dein rubm. 10. Was könnt in diesem leben Ich dir sonst wiedergeben? Das, jesu, will ich thun; Es soll dein tod und leiden, Bis leib und seele scheiden, Mir stets in meinem berzen ruhn. 11. Ich wills vor augen setzen, Mich stets daran ergötzen, Ich sey auch, wo ich sey; Es soll mir seyn ein spiegel Der unschuld, und ein siegel, Von deiner großen lieb' und treu'. 12. Wie strenge gott verbrechen An denen einst wird rächen, Die seine huld verschmähn: Wie viel die werden leiden, Die nicht die fünde meiden, Will ich aus deinem leiden sehn. 13. Dein beispiel soll mich lebren, Des böchsten rath zu ehren, Auch wenn er trübsal schickt. Ich will des lebens plagen Getrost und willig tragen Bis gottes bülfe mich erquickt. 14. Nie will ich wieder schelten, Nie spott mit sport vergelten; Nie, wenn ich leide, dräun. Das unrecht will ich dulden, Dem nächsten seine schulden, Wie du, von Herzensgrund verzeihn. Me!. Jesus, meine zuversicht: c. oder: Meinen jesum laß ich nicht. 136. Seele, komm zum goljesu kreuze, Und bedenke; was dich gatha, Hin zu deines da Für ein tod zur buße reize. Hier muß dich die fünde reun. kannst du nicht fühllos seyn; Hier 2. Schaue jesum, dir zu gut, Hier am kreuze bülflos hangen. O wie strömet bier sein blut! Alle kraft ist ihm vergangen. Gott, was duldet er für noth! Jesus duldet meinen tod. 3. lamm gottes, ohne schuld, willig, blos aus huld, Um mich zu Alle strafen meiner schulden Willst du willst du dich, Herr, jetzt opfern, herr, befrein, erdulden; Selbst am freuze für mich. 4. Solche liebe kann ich dir Nimmer, o mein heil, vergelten; Viel zu welten. Was ich habe, herr, ist dein! wenig ist dafür Aller reichthum aller Ach, wie soll ich dankbar seyn? Dies mein herz soll ich dir geben. Dir 5. Nun ich weiß, was du begehrst: gehört es, du gewährst Ihm auch unin noth, Dein im leben, dein im tod. schuld, heil und leben. Dein, o jesu, seys Laß mich in der trübsal stunden Dei6. Laß mich nur vor dir bestehn; deinen wunden; Und, wenn ich zu ner liebe größe sehn, Deine huld in ihnen flieb, Ach, so tröste mich durch sie. Stets verabscheun und verachten; Laß 7. Was du hassest, laß mich, herr, reiche trachten, Führe mich durch glück mich immer eifriger Nur nach deinem und leid, Wie du willst, zur seligkeit! Froh und standhaft überwinden. Nir8. Laß mich auch die letzte noth gends müsse mich der tod Als im stand der gnade finden. Wer sich dich zur zuflucht macht, Spricht getrost: es ist vollbracht! 15. Gerührt von deinen plagen, Will ich mit ernst entfagen Dem, was dir nicht gefällt; Was deine augen hassen, Das will ich fliehn und lassen, Gefiel es auch der ganzen welt. Mel. D lamm gottes, unschuldig 2c. 137. 16. Soll ich denn endlich sterben, So laß dein reich mich erben, und vor dir nieder. wir fallen Anbetend Zu deinem himmel 5* 68 and Erste Abtheilung. schallen Die jubel deiner brüder. Du| Herr jesu chrift! Gelobt seyft du Für haft den sieg errungen, Für uns den deinen tod! Gott ist durch dich noch todt verschlungen. Preis sey dir ewig, unser gott. o jesu! 2. Du fabst von fern die bande, Die dir die bosbeit drobte; Sabst vor dir qual und schande Und martern bis zum tode; Toch du, voll buld und gnade, Gingst gern die marterpfade. Preis sey dir ewig, o jesu! 3 Vor deinem antlig standen Der adamskinder schulden. Was diese nie empfanden. Von qualen, willst du dulden: Durch marter, tod und thränen Willst du uns, herr, versöhnen. Preis sey dir ewig, o jesu! 4. Von tiefer angst erschüttert, Lagst du vor gott im staube. Wie battest du gezittert! Doch überwand dein glaube. Tich faßte todesgraun; Doch bliebst du voll vertraun. Preis sey dir ewig, o j su! 5. Für uns untreue kinder Wardst du mit schmerz geschlagen; Für uns, die großen fünder, Hast du den fluch getragen; Für uns den sicg errungen, Dir singen alle zungen Preis, dant und ehre, herr jesu! Mel. Herzlich lieb hab ich dich 2c.. 138. 11m gnade für die fünderwelt Fleht jesus, blutend und entstelit Vom grimm der bösen rotten. Er füblet zwar der feinde wuth, Die, nicht gesättiget von blut, Am freuz ibn auch verspotten. Toch siebt er mit erbabnem blick Von ihnen weg, auf den zurück, Den diese schaar in ihm entebrt; Ruft, daß es erd' und himmel hört: Vergieb, o gott! Und fübre nicht Sie ins gericht; Das, was sie thun, verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seb' ich diese huld. Wie mitleidsvoll ist die geduld, Die mördern so begegnet! Ibr, die ihr euren beiland ehrt, Füblt seiner großmuth boben werth, Die selbst die feinde segnet. Er bat, durch segnendes gebet, Auch uns ein ewig heil erflebt. Er sagt auch uns, zu unsrer rub, Erbarmen und vergebung zu. 3. Daß gott mit langmuth und geduld, Auch selbst bei sehr gebäufter schuld, Der fünder dennoch schonet; Caß er so liebreich ibrer denkt, Und ibnen frist zur buße schenkt, Eb' nach verdienst er lobnet: Daß ich noch fröblich sagen kann: Auch mich, mich fünder, nimmt gott an! Hast du durch deiner fürsprach kraft, Mein treuer beiland! mir serschafft. jesu christ! Mein berr und gott! Mein berr und gott! Bertrittst du mich bis an den tod. 4. Wird je mein Herz vom troste leer, Weil meiner fünden furchtbar beer Aufs neue mich erschrecket; 0 dann versichre mich aufs neu, Tu stebest mir als mittler bei, Ter meine schuld bedecket. Mein geist blickt glaubensvoll auf dich, Und freuet dei ner bülfe sich. Beschlicß ich meine pilgrimschaft, So stärke mich mit neuer fraft. Herr jesu chrift! Der lette kampf Wird mir verfüßt, Wenn du mein trost im tode bist. 5. Wohl mir, wenn ich dir ähn lich bin; Drum flöße deinen fanften finn Doch auch in meine seele: Gieb, daß, bei unverdientem schmerz, Sch dir des feindes beil und berz Und meine sach' empfehle. Besänftige mein reges blut; Und flammt des zornet wilde gluth Mein herz zur rachbe gierde an; O jo erinnre mich daran, Herr jesu christ! Wie du am freuz Durch dein gebet Selbst deinen mör dern gnad' erfleht! 6. Mich tröste dein versöhnungs tod, Es bilde mich dein geist, mein gott, Daß ich dir ähnlich werde O zeuch mich, du erhöhter held, Zu dir hinauf vom dienst der welt, Zum bimmel von der erde! Tu bist das haupt, wir folgen dir. Zeuch dir uns nach, so laufen wir; So wollen wit uns deiner pein Und deiner fürsprach ewig freun. Herr jesu chrift! Wie selig ist, Wie selig ist Der mensch, dem du ein heiland bist. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 69 1. Ueber die Wunder bei dem Tode Jesu. Mel. Ich hab' mein sach' gott 2c. 139. Nun ist es alles wohl jeſus ruft: es ist vollbracht! Der neigt sein haupt, o mensch, und stirbt, Cer dir erwirbt Das erbe, welches nie verdirkt. 2. Der, dem an bobeit keiner gleicht, Der Herr der berrlichkeit erbleicht. Was wunder, daß die erde kracht, Und dicke nacht Verhüllt der sonne glanz und pracht. 3. Das heiligtbum stebt aufgedeckt, Die felfen bersten, alles schreckt; Der todten graber öffnen sich. Wie sichtbarlich Zeigt hier der gottheit finger sich. 4. Weil denn die kreatur sich regt, So werd' auch du, mein berz bewegt, Empfinde reuvoll deine schuld; Aus gottes buld Starb jesus auch für deine schuld. 5. Sein ted( o nimm es wohl in acht!) Hat trost und beil auch dir gebracht. Verehre den, der bis zum grab Sich für dich gab, Und stirb dem sündenleben ab. 6. Ja, vater, unter pein und bohn Erbleicht am freuz dein eigner sohn; Mel. D traurigkeit, o herzeleid 2c. 140. m kreuz erblaßt, Der marterlast, Der todesqualen müde, Findet mein erlöser erst In dem grabe friede. Nun ist kein zweifel, deine buld Tilgt meine schuld, Und trägt forthin mit 7. Hin auf sein kreuz will ich stets sehn Und dankvoll seine treu' erböbn; Trost soll er mir im sterben seyn, Mich dann erfreun. So schlaf' ich sanft und selig ein. 8. Und dient' ich nun der sünde noch? Fern sey von mir ibr schnödes joch! Auf, seele, daß du dich erbebst, Nur jesu lebst, Jhm zu gefallen dich bestrebt. 9. Ertödte selbst in meiner brust, Mein beiland, jede böse lust; Dein tod, der mir das leben schafft, Verleib mir kraft Jm kampf mit meiner leidenschaft. 5. Es ist vollbracht; Riefst du mit macht. Du zeigst, daß du dein leben, Dein versöhner, göttlich frei Habest hingegeben. 10. Gestärkt von dir, besieg' ich sie, Und scheue dabei keine müh. Ich sege, freudig auf dein wort, Den kampf bier fort, Und volle rub' erwart ich dort. m. Begräbniß Jesu. 11. Wie dank' ich dir, herr jesu cbrift, Daß du für mich gestorben bist! Dich preif' ich bier schon bocherfreut, Doch, nach der zeit, Noch frober in der ewigkeit. 6. Hochbeil'ge that! Des höchsten rath Will ich in demuth ebren. Der erwerber meines heils Wird mir's einst erklären. 7. Allmächtig rief Er, der entschlief, Den todten; sie erstanden. Leicht entschwingt der lebensfürst Sich des todes banden. 2. Ein beil'ger schmerz Durchdringt mein berz; Und herr, was kann ich sagen? Nur an meine brust kann ich, Tief gerühret, schlagen. 3. Du schüßest mich, Und über dich Gebn aller trübsal wetter. Sterben wolltest du für mich), Einziger erretter. 4. Du bast's gethan. Dich bet' zum schauen. ich an, Du könig der erlösten; Dein will ich im tode mich Glaubensvoll getrösten. 8. Das finstre thal Will ich einmal durch dich, erlöser, ist's Mir der pfad Durchwandeln ohne grauen; Denn 9. Ich preise dich, Erforsche mich, Und siebe, wie ich's meine; Ja, du siebst es, wenn ich still Meinen dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, So werde mein In ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang' ich bin, Deine lieb' ermessen. 70 abt things Erste Abtheilung. In veriger Melodie. 141. für Qur grabesrub Entschliegestorben Und am kreuz uns schmerzensvoll Ew'ges heil erworben. 2. Du bist erblaßt, herr, und bast Doch in dir selbst das leben. Gleich den sterblichen hielt dich Einst das grab umgeben. 3. Doch, heil sey mir, Du konntest hier nicht die verwesung sehen. Bald bieß dich des höchsten kraft Aus dem grabe gehen. 5. Hier werd' ich einst, Bis du deinen erscheinst, In sanftem frieden liegen. Mel. Sey lob und ehr' dem: c. oder: Lobsinget gott, und 2c. 142. Bringt preis und ruhm und grab besiegen. 6. Shr, die die welt Gefesselt bält, Zagt nur vor der verwesung. Ich, ich hoff' in christo einst Meines leibs erlösung. 4. Ich weiß, du wirst, Mein lebens- 8. So sink ins grab, Mein leib, fürst, Wie dich, auch mich erwecken; binab! Ich will mich drum nicht kränSollte denn mein gläubigs herz Vorten, Sondern, jesu, mir zum trost, der gruft erschrecken? An dein grab gedenken. 7. Nein, nichts verdirbt, Selbst das, was stirbt, Der leib, wird auferstehen, Und zu bimmelsglanz verklärt, Aus dem grabe gehen. 14) Von der Auferstehung Jesu. 5. Mein berr, mein gott, hilf mir dazu! Befreie mich von fünden. Laß mich für meine seele rub' Im frieden mit gott finden! Und pflanze deinen sinn in mir, Damit ich, gott ergeben, hier, Als dein erlöster, wandle. 6. Dein ist das reich, dein ist die macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der gräber nacht Wird du, herr, auferstanden bist, So werd' auch ich, ojesu christ, Durch dich einst auferstehen. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, Jm glauben an dich wandeln, Und jederzeit nach deinem sinn, Und stets rechtschaffen bandeln; Daß ich, wenn ich einst aufersteb', Und dich, des todes sieger, seh', Vor dir dann nicht erschrecke. lockt ihm alle frommen! Er, der für uns getödtet war, Ist aus dem grab' gekommen. Gelobt sevst du, jeſus christ, Daß du für uns gestorben bist, Und siegreich auferstanden. 2. Dein leben in der majestät Befestigt unsern glauben. Wer kann, da dich dein gott erhöht, Den großen trost uns rauben: Daß du uns von der sünde macht Befreiung bast ans licht gebracht, Den himmel uns geöffnet 8. Da, wo du bist, da soll auch einst Dein jünger mit dir leben. Du 3. Gott selbst, der dich dem grab wirst ihn, wann du nun erscheinst, entrückt, Hat dem, was du gelebret, Zu deiner freud' erheben Laß dieses Der wahrheit siegel aufgedrückt, Und auch mein erbtheil seyn; So werd' ich dich als sohn geehret; Und deines ewig deß mich freu'n, Daß du vom opfers hoben werth Hat er aufs herr- tod erstanden. lichste bewährt, Da er dich auferwecket. 4. Erstandner! ich frohlocke dir, Mel. Ermuntre dich, mein schwacher ic. Daß bu nun ewig lebest. Du lebst 143. Das grab it leer bes sobn Verließ und siegst, auch mir Das ew'ge leben gäbest; Daß du auch mein erretter seyst, Und neue träfte mir verleibst, Mit freuden gott zu dienen. des todes banden! Nun schallete der jubelton: Der herr ist auferstanden. Herr, den der engel so gepreist, Ent reiße du doch meinen geist Den lüften dieser erde, Daß er dir heilig werde! 2. Ich sterblicher vermag noch nicht Mit dir empor zu steigen, Als bis einst diese hütte bricht. Wird dann mein haupt sich neigen; So nimm du 14. Von der Auferstehung Jesu. nach vollbrachtem lauf Auch mich in deinen himmel auf; Nimm, berr, an meinem ende Den geist in deine hände. 3. Doch soll ich einst, o gottessohn, In deinem reich dich sehen, So muß ich auf der erde schon Vom sündentod aufstehen; Der lebt nicht, den die lust der welt Und ihre pracht gefesselt hält. Nach gott und tugend streben, Nur das heißt wirklich leben. 4. Du auferstandnermenschenfreund, Erweck in mir dir triebe, Durch die man sich mit dir vereint, Den glauben und die liebe! Ich will, o berr, dein eigen seyn: Laß mich mit ernst die fünde scheun; Und gieb selbst muth und kräfte Zum heiligungsgeschäfte. 5. So kann ich als ein wahrer christ Jetzt leben und einst sterben: Und endlich da, wo du nun bist, Vollkommne freuden erben. Dabin, mein beiland, hilf du mir; So bring' ich, ewig froh in dir, Mit deiner frommen menge Dir lob- und dankgesänge. Mel. Erschienen ist der herrlich 2c. 144. Dein beiland lebt, o christenheit! Heil dir in zeit und ewigkeit! Das grab ist leer, der sieg ist sein; Und wir, o jesu! wir sind dein. Gelobt sey gott! 2. Wo ist dein stachel, nun, o tod? Der heiland starb, und bleibt doch gott: Nun bleibt auf seines vaters thron, Zu unserm trost, des menschen sohn. Gelobt sey gott! 3. Gelobt, gelobt sey jesus christ, Daß er vom tod erstanden ist! Lob sey dem Herrn der berrlichkeit Von ewigkeit zu ewigkeit. Gelobt sey gott! 4. Auf diesen felfen will ich baun: Er lebt! dies stärket mein vertraun. Er flehet noch zu gott für mich, Fleht göttlich, und fleht brüderlich). Gelobt 5. Bei aller leiden ungestüm Sey dies mein troft: ich leb' mit ihm. Das haupt läßt seine glieder nicht: Dies bleibe meine zuversicht. Gelobt sey gott! 6. Leb' ich, so forget er für mich; Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich: Denn wo er ist, da soll ich seyn: 71 Nun kann ich meines tods mich freun. Gelobt sey gott! 7. Er führt mir nach des todes rub Auch meine lieben wieder zu. Erwachen werden wir zugleich Und mit ihm eingehn in sein reich. Gelobt sey gott! 8. Durch seiner auferstehung kraft Vollend' ich meine pilgrimschaft. Herr, bilf mir nur, daß ich dir treu, In guten thaten fleißig sey. Gelobt sey gott. 9. Dann rufe mich, wann dirs gefällt, Aus dieser sündenvollen welt, Und führe mich an deiner hand Hin in mein himmlisch vaterland. Gelobt sey gott! In voriger Melodic. 145. Der herr bat alles wohl gemacht! ist das große werk vollbracht! Nun ist die welt mit gott versöhnt, Und jeſus ist von gott gekrönt. Gelobt sey gott! 2. Aus liebe sandt' gott seinen sohn, Der litt von menschen schmach und hohn, Und starb, stieg aus dem grab hervor, Und siegreich schwang er sich empor. Gelobt sey gott! 3. Er hat auf erden gott geehrt, Gewandelt so, wie er gelehrt. Folgt, christen, christi lehr' und rath; Thut, was er euch zum fürbild that. Gelobt sey gott! 4. Er, der sein leben für uns gab, Für uns verläßt er auch sein grab. Zerstört ist nun des todes macht, Unsterblichkeit an's licht gebracht. Gelobt sey gott! 5. Er ist im himmel noch mein freund; Ich bin als glied mit ihm vereint! Er, der versöhnend für mich litt, Fühlt seiner freunde leiden mit. Gelobt sey gott! Mel. Vor deinen thron tret': c. ich bet' ich an, erstand146. Diner beld, Erretter einer sünderwelt; Du, unsre zuflucht für und für, Froh huldigt meine seele dir. 2. Um deinen thron, der ewig steht, Glänzt wahrheit, heil und majestät. Ich nahe mich voll zuversicht Zu dir, denn du verwirfst mich nicht. Erste Abtheilung. 72 3. Ferr, meine seele preiset dich. Erlöst bast du auf ewig mich; So wahr du selbst vom himmel kamst, Dein leben gabst, und wieder nabmst. 4. Wer ist's, der mich verdammen kann? Ich glaub' an dich und sage dann: Der gott, durch den die bimmel find, Der ist mein vater, ich sein kind. 5. Nun ist dies erste leben mir Ein segensreicher weg zu dir. So lang' ich hier bin, herr, mein beil, Hab' ich an deinem frieden tbeil. 6. 3war trifft noch mancher schmerz uns bier, Noch, o erbarmer, sterben wir! Doch du regierst, und wir sind dein, Und ewig werden wir es seyn. 7. Ich weiß, daß mein erlöser lebt: Otrost, der meinen gei erhebt! Hierdurch gestärkt, seb' ich aufs grab Mit unerschrocknem aug' hinab. 8. Welch' neue welt voll seligkeit Erwartet mich nach dieser zeit. Da findet der verklärte christ Das heil, das unaussprechlich ist. 9. Der du für unsre seele wachst, Sie zu dir ziehst und selig machst, Laß mich, mit freudigem vertraun, Im tod auf dich, vollender, schaun! Mel. Vom himmel hoch, da zc. oder: Wo gott zum haus nicht 2c. 147. Grinn're dich, mein geist, von dem tod erstanden ist. erfreut, Des hoben tags der herrlichkeit. Halt im gedächtniß leſum chrift, Der von dem tod erstanden 2. Fühl' alle dankbarkeit für ihn, Als ob er beute dir erschien; Als spräch' er: friede sey mit dir!! So freue dich, mein geist, in mir. 3. Schau über dich, und bet' ibn an. Er mißt den sternen ibre bahn. Er lebt und herrscht mit gott vercint, Und ist dein könig und dein freund. 4. Kraft, ruhm und hobeit immerdar Dem, der da ist, und der da war! Sein name sey gebenedeit Von nun an bis in ewigkeit. 6. Vor seinem tbron, in seinem reich, Unsterblich, beilig, engeln gleich, Und ewig, ewig selig seyn, Herr, welche berrlichkeit ist mein! 7. Mein herz erfreut sich des schon bier; Lieb und verwund'rung kämpft in mir, Und voll von ehrfurcht, dank und pflicht, Fall' ich, gott, auf mein angesicht. 8 Du, der du in den himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wehnst; Und du erfüllst einst mein vertraun, Verkläret dich dort anzuschaun. 9. Ich soll, wann du, des lebens fürst, Mit majestät einst kommen wirst, Erweckt aus meinem grabe gebn, Und frob zu deiner rechten stehn. 10. Erbabner mittler, gottes sobn, Mit engeln dort v r deinem thron, Mit allen frommen aller zeit Soll ich mich freun in ewigkeit. 11. Zu welchem glück, zu welchem rubm Erbebt uns nicht das christenthum! Mit dir gekreuzigt, gottes sohn, Sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm' es mir aus meinem sinn, Was ich, mein heil, dir schuldig bin; Damit ich mich, in liebe treu, Zu deinem bilde stets erneu'. 13. Crist's, der alles in uns schafft; Sein ist das reich, sein ist die fraft; Halt im gedächtniß jesum christ, Der 5. O glaube, der das berz erfreut, Was ist der erde berrlichkeit, Wenn sich mein geist das glück gedenkt, Das jesus hier und dort mir schenkt. Mel. Erschienen ist der herrlich 2c. 148. Er ist erstanden, iefus trost und heiland ist! Er ist nicht mehr des todes raub; Als sieger tritt er auf den staub. Gelobt sey gott! 2 Er hat erfüllt, was er verbieß, Eb' er für uns das leben ließ; Drei tage sollen nicht vergehn, Eo werdet ihr mich lebend sebn. Er hat's erfüllt! 3. Ich lebe, sprach er, und auch ibr Sollt leben, gläubige, mit mir! Ich komme, meine stimme ruft: Ver laßt, ihr todien, eure gruft! Und folgt mir nach! 4. Er wird's erfüllen, jesus christ, Der selbst vom tod erstanden ist: Durch ibn ist unvergänglich beil Und neues leben unser theil, In ewigkeit. FILE 14. Von der Auferstehung Jesu. Mel. Jesus, meine zuversicht: c. 149. tag dat die nacht der Creue dich, des herren furcht vertrieben. Christus der im grabe lag, Ist im tode nicht geblieben. O wie boch sind wir getröst't! Jesus bat die welt erlöst 2. Er ist gottes ew'ger sohn. Ewig sey er auch gepriesen! Seiner feinde schaar zum bohn Hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllte durch die that, Was er propbezeiet bat. 3. Unsre schulden sind zwar groß; Doch wir dürfen nicht verzagen, Gott läßt unsern bürgen los, Der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit preis gefrönt, Und wir sind mit gott versöhnt. 4. Sterben war der fünden sold: Nun ist christus unser leben, Der für unsre schuld nicht gold, Nein, sich selber hingegeben. Er bat aus des grabes nacht Neues leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine kraft? Grab, wo sind nun deine fetten? Hier ist gott, der hülfe schafft; Hier ist jesus, der kann retten, Wenn gleich unser fleisch und bein Wird in staub verwandelt seyn. 6. Herr, dies glaub' ich, dir zum ruhm, Und mein trost ist nicht vergebens, Tenn ich bin dein eigenthum, Du, der schöpfer meines lebens. Hocherfreuet sing' ich dir Jeßt und ewig dank dafür. 150. M.I. Es ist das heil uns kommen 2c. bracht Für uns, o berr, reiwillig hast du dargedein leben. Du hattest, es zu lassen, macht; Macht, wieder dirs zu geben. Und darum liebte dich dein gott, Weil du, gehorsam bis zum tod, Dich baft für uns erniedrigt. 2. Tu warst nur eine kleine zeit Von deinem gott verlassen: Er krönte dich mit herrlichkeit, Die sterbliche nicht fassen. Dein kreuz, daran man dich erhöht, Verwandelt sich in majestät, D nn du gingst aus dem grabe. 3 Gehaßt in deiner niedrigkeit, Warst du ein ziel des spottes, Und zeigtest doch zu gleicher zeit An dir die hoheit gottes. Dein kreuz schien 73 zwar der welt ein gräul; Doch sterhöchste tugend. ben für der feinde heil, Dies ist die 4. Dein reich war nicht von dieser welt, Tein ruhm nicht menschenebre. An demuth groß, an lieb' ein beld, Und göttlich in der lehre; Geduldig und von sünden rein, Gehorsam bis zum freuze seyn; Dies war, berr, deine größe. 5. Nun irren mich nicht schmach und spott, Noch deines kreuzes schanden. Tu bist mein berr, du bist mein gott; Denn du bist auferstanden. Du bist mein beil, mein fels, mein hort, Der berr, durch dessen mächtig wort Auch ich einst ewig lebe. 6. Wir sind nun göttlichen geschlechts, Durch dich des bimmels erben. Dies ist die boffnung deines tnechts; In dieser will ich sterben. Wie du vom tod erstanden bist, So werd' auch ich, herr jesu christ, Durch dich einst auferstehen. 151. Mel. Nun dantet all', und: c. Problockt, ihr christen, und eures mittlers gott! Der vater bat den sohn erhört, Erbört in seiner noth. 2. Die mörder triumpbirten schon: Wo ist des sobnes macht? Der berr errettet deinen sohn, Sein ratbschluß ist vollbracht. 3. Der sohn befahl in seine hand Dem vater seinen geift; Er ward begraben, er erstand; Gott hält, was er verheißt. 4. Dies rühme, wer errettet ist, Und werd' ihm unterthan; Welt, die du nun sein erbtheil bist, Lobsing' und bet' ihn an. 5. Preist jesu vater, denn er bat Nicht seines sobns gebet, Nicht, was er für die fünder that, Sein opfer nicht verschmäbt. 6. Das ist des mittlers preis und lobn: Der, welchem er verzeibt, Soll ewig leben, wie der sohn, In seiner herrlichkeit! 7. Sagts aller welten völkern an: Bekebret euch zum berrn! Ihm werde jeder unterthan, Und jeder dien' ihm gern. Erste Abtheilung. 74 8. Des vaters reich ist auch das reich Des sobnes: er regiert, An ruhm und macht dem vater gleich, Den aller ruhm gebührt. 9. Es fehl' ihm an bekennern nie, So lange diese welt Noch menschen hat, so lange sie Der arm des Herrn erhält. 4. Jesus lebt, sein beil ist mein; Sein sey auch mein ganzes leben. Reines Herzens will ich seyn, Und den lüsten widerstreben. Er verläßt err, du bist meine zu den schwachen nicht: Dies ist meine Mel. Auf christenmensch! auf! 2c. 152. Hversicht. Du lebst: auch zuversicht. 5. ich werd' leben. Mir wirst du, was dein wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein jünger fommt nicht ins gericht: Dies stärke meine zuversicht. 2. Hier geh' ich oftmals weinend bin, Den saamen auszustreuen: Dort wird der berrlichste gewinn Der ernte mich erfreuen. Ich leide, doch verzag' ich nicht, Tenn du bist meine zuversicht. 3. Und sinkt dereinst mein leib in staub, Gott wird ihn neu beleben. Er werde der verwesung raub, Dort werd' ich ewig leben. Wie start it dieser trostgrund nicht, Wie sicher meine zuversicht! 4. Herr, diesen segen dank ich dir. Mich aus der gruft zu heben, Gingst du aus deinem grab herfür: Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub' es dir, und zweifle nicht; Dein wort ist meine zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, Lästert ihn und gottes ehre. Gnade hat er zugesagt, Laß der sünder sich bekehre. Den, der folgt, verstößt er nicht: Dies ist meine zuversicht. 5. In diesem glauben stärke mich, Laß mich den trost empfinden, Den großen trost, daß ich durch dich Den tod soll überwinden. Grab und verwesung schreckt mich nicht: Denn du bleibst meine zuversicht. 153. Sid. Lob, wo find nun Mel, Jesus, meine zuversicht: c. Resus lebt, mit ihm auch und deine schrecken? Er, er lebt, wird auch mich Von den todten auferwecken; Er verklärt mich in sein licht: Dies ist meine zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das reich Ueber alle welt gegeben, Und ich werd' mit ihm zugleich Ewig bort in freuden leben. Gott erfüllt, was er verspricht: Dies ist meine zuversicht. Jesus lebt, ich bin gewiß; Nichts soll mich von jesu scheiden, keine macht der finsterniß, Keine herrlichfeit, kein leiden. Er gibt fraft zu dieser pflicht: Dies ist meine zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der tod Mir der eingang in das leben. Welchen trost in todesnoth Wird es meiner seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr! meine zuversicht. Mel. Heut triumphiret gottes 2c. 154. Lebt christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt; Und stirbt auch alle welt mir ab, G'nug, daß ich ihn zum freunde bab! Lob sei dem Herrn! 2. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich; Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm' ich auch hin; Weil ich mit ihm vereinigt bin. Lob sey dem herrn! 3. Durch ihn bin ich mit gott versöhnt; Durch ihn mit gnad' und heil gekrönt. Mein banges berz ermuntre sich! Gott und die engel lieben mich. Lob sey dem berrn! 4. Durch seiner auferstehung kraft Vollend' ich meine pilgerschaft; Freu seiner mich in seinem reich, Und bin dort seinen engeln gleich. Lob sey dem herrn! 5. Für solchen trost der seligkeit Dankt dir, herr, deine christenheit. Wenn wir dereinst dein antlig sehn, Soll dich ein würd'ger lied erhöhn. Lob sey dem Herrn! Mel. Wachet auf, ruft uns ic. 155. Lobt den höchsten! jeſus menschen, o erhebet Des welterlösers majeſtät! 15. Von der Himmelfahrt Jesu 2c. 75 Hörts, betrübte fünder, gebet Der| 5. O erstandner, welch ein segen freude raum; denn jesus lebet; Gott Erwartet uns, wenn wir auf wegen hat ihn aus dem staub erhöht. seele, dein gesang Erschalle ihm zum dank! Ihm zur ehre! Dich, großer beld, Erhebt die welt, Weil deine hand den sieg behält. Einhergehn, die dein fuß betrat! Unerforschte seligkeiten, Die ewig währen, sind die beuten, Die uns dein sieg erkämpfet hat. Einst sind sie unser theil; Einst frönet uns das heil Deines lebens. Gelobt sey gott! Auch noch im tod Ist er und bleibet unser gott. 2. Jesu jünger, wehrt dem leide, Lobsinget ihm, und nehmt voll freude Am siege theil, den er erstritt. Seyd ihr gleich des grabes finder; Er ist des todes überwinder. Er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig seyn? Betrost könnt ihr euch freun! Jesus lebet In ewigkeit, zu aller zeit Bleibt er zur hülfe uns bereit. 3. Nun verzagt auch nicht, verbrecher! Gott ist euch nun kein strenger rächer, Wenn ihr die schuld mit ernst bereut. Durch des todes überwinder Ist er dem reuerfüllten fünder Ein vater der barmherzigkeit. Er nimmt ihn liebreich auf, mit kraft zum tugendlauf Ihn zu segnen. Preis sey der huld, Tie unsre schuld Bertilgt und trägt mit uns geduld! 4. Tod, wo sind nun deine schrecken? Nicht ewig wird das grab uns decken; Verwest der leib gleich in der gruft, Einst wird er zum bessern leben Sich aus des todes staub erheben, Wenn jesus den entschlafnen ruft. Dann wird des todes feld zu einer regen welt. Alles lebet, Co wie verneut Zur Frühlingszeit, Sich alles regt und alles freut. Mel. Wer nur den lieben gott: c. 156. Mein jeſus lebt, mag ich doch sterben! Hier ist mein haupt und triumphirt: Nun muß auch ich das leben erben, Weil seine macht der tod verliert. Ich fürchte seinen fluch nicht mehr: Mein jesus lebt, sein grab ist leer! 2. Mein jesus lebt; er hat bezwungen, Was mir das leben rauben kann; Er hat mir heil und sieg errungen, Und ihm ist alles unterthan. Der hölle tiefster abgrund bebt; Denn sie vernimmts, daß jesus lebt! 3. Mein jesus lebt, das grab ist offen: Mit freuden geh' ich in die gruft, Auf seine stimme will ich hoffen, die mich vom tod ins leben ruft. Wie lieblich schallt sie nicht schon hier: Ich leb' und ihr lebt auch mit mir. 4. Mein jesus bleibe denn mein leben, Der tod soll mir nicht schmerzlich seyn. Ich will ibm dienen, ihm ergeben, Mich seiner auferstehung freun, Weil er auch mich zum bimmel hebt, So wabr er jesus ist und lebt! 15) Von der Himmelfahrt zur Rechten Mel Komm, o gott, schöpfer 2c. 157. Anbetung, Lob und preis sey dir, Sohn gottes, auch von uns geweiht! Du fährest auf, dess' jauchzen wir, zu deines vaters berrlichkeit. Jesu und seinem Sitzen Gottes. 3. O segne heut' in uns das wort, Das uns von deinem throne lehrt: Es sey zur ew'gen freude dort, Zum trost hier stets dem Herzen werth. Mel. Lein gott in der höh: c. 2. Zu unſerm vater fährst du auf, 158. Auf christi himmelfahrt Und nimmst die wobnung gottes ein. Laß nach vollbrachtem pilgerlauf Auch uns dort ewig bei dir seyn. allein Soll sich mein glaube gründen; Und sorge, zweifel, furcht und pein Dadurch stets über Erste Abtheilung. 76 winden. Mein haupt, das nun im bimmel ist, Wird mich, sein glied, nach kurzer frist, zu sich gen bimmel bolen. 2. Gen himmel fuhr mein beiland zu: Zu gott ist er gegangen. Nun kann mein Herz auch seine ruh' Im himmel nur erlangen; Denn wo mein freund gekommen bin, Da ist auch stets mein Herz und sinn: Nach ihm geht mein verlangen. 3. Ach, berr, laß deine auffabrt mich, Dein kind, doch dabin bringen, Daß durch die kraft des glaubens ich Mag aufwärts zu dir dringen; Und dann cinmal, wenn dirs gefällt, Mit freuden scheiden aus der welt. Herr, höre doch mein flehen. 9. Du bast die stätte uns bereit't, Bei dir zu seyn in ewigkeit. Nach treu vollbrachtem glaubenslauf Nimmst du uns in den Himmel auf. 6. Ja, heiland, wir erheben dich, Und unsre herzen freuen sich Der herrlichkeit und majestät, Dazu dich gott, dein gott, erböht. 7. Wohl nun auch uns! denn herr, bei dir Steht fraft und macht und dein sind wir. Nimmst du dich unsrer bülfreich an, Was ist, das uns gebrechen kann? 8. In deiner band ist unser beil. Wer an dich glaubt, dem giebst du theil Am segen, den du uns erwarbst, Als du für uns am freuze starbst. 10. Ozeug uns immer mehr zu dir; Hilf uns mit eifriger begier Nach dem nur trachten, was da ist, Wo du, verklärter beiland, bist. 11. Dein eingang in die herrlichkeit tärk' uns in unsrer prüfungszeit, Nur dir zu leben, dir zu traun, Bis wir dereinst dein antlig schaun. 12. Dann werden wir uns ewig dein, Herr christ, du menschenfreund, erfreun. Dann singen wir von deinem ruhm Ein neues lied im heiligthum. Mel. Alle menschen müssen sterben: c. Mel. Vom Himmel hoch da komm ic 159. Auf! jefu freunde, freuet 160. Großer mittler, der zur euch! Der berr fährt auf zu seinem reich, Er triumphirt, lobsinget ibm, Lobsinget ihm mit hober stimm'! 2. Sein werk auf erden ist vollbracht; Zerstört bat er des todes macht; Er hat die welt mit gott verföhnt, Und gott bat ibn mit preis gekrönt. 3. Weit, über alle himmel weit, Gebt seine macht und herrlichkeit; Jbm dienen selbst die seraphim. Lobfinget ihm mit hoher stimm'! 4. Sein sind die völker aller welt; Er herrscht als sieggewohnter held; Er herrscht, bis unter seinen fuß, Der feinde beer sich beugen muß. 5. Er schüßet seine christenbeit, Erhält sie bis in ewigkeit; Er ist ihr haupt: lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit hoher stimm'! rechten Gottes, feines vaters, sist, Und die schaar von seinen knechten Ueberall beglückt und schüßt; Dir froßlocken, dir zur ehre, Aller deiner engel chöre, Und in ihren lobgesang Jauchzet aller frommen dank. 2. Denn du kamst, uns zu erlösen; Und das opfer ist vollbracht, Das von aller schuld des bösen Uns befreit und selig macht. Ailen giebst du beil und leben, Die sich gläubig dir ergeben, Herr, du starbst und überwandst Tod und grab; denn du erstandst. 3. Alles sollen wir empfangen, Was uns noth ist; denn du bist In den himmel eingegangen, Der nun unsre beimath ist. Da regierst du, da vollendest Du dein großes werk und sendest Deinen geist auf die herab, Die zum erbe gott dir gab. 4. Herrlich wirket deine lebre, Denn du giebst ibr licht und fraft, Sünder macht sie, gott zur ebre, Gläubig und gewissenbaft. Alle lehret sie, den fünden Widerstehn und überwinden. Strau cheln sie in ihrem lauf: Hilfst du ihnen mächtig auf. 5. Tu vertrittst bei gott die deinen; Du versäumst sie, beiland, nie. Alle thränen, die sie weinen, Zählst du und belobnest sie. Alle, welche standhaft gläuben Und mit dir vereinigt bleiben, Führst du aus der welt hinaus, Hin in deines vaters haus. 1751 15. Von der Himmelfahrt Jesu 2c. 6. Du entzeuchst dich auch den armen, Die noch nicht bekehrt sind, nicht, Weil dein herz dir aus erbarmen Ueber ihrem elend bricht; Bittest gott, sie zu verschonen, Nach verdienst noch nicht zu lohnen, Zeit zur buße zu verleihn, Der sich selbst die engel frern. 7. So vertrittst du, so regierest Du dein erbe, bis du einst Ganz dein großes werk vollführest, Wenn du zum gericht erscheinst. Dann ist ernte! heil den christen, Welche kämpfen mit den lüsten, Weil sie deinem thron sich nayn, Deine krone zu empfahn. und ebre dir. Können wir einst nicht mebr beten, Wollest du uns noch vertreten, Bis der ganz verklärte grist Dich mit allen himmeln preist. 8. Großer mittler, sev erboben! Mel. Von gott will ich nicht zc. Weil wir leben, wollen wir Deiner 162. Mein jefus triumpbiret den 77 5. Dort bereite mir die stätte In des vaters bause zu. Russt du frühe oder späte Mich zu meines grabes rub; Leucht auch mir in dieser nacht Durch die stärke deiner macht, Die des todes macht bezwungen, Und für uns den sieg errungen. ner herrlichkeit; Doch mich drücken noch die leiden Tiefer armen lebenszeit. Jesu, gieb mir muth und fraft, Daß ich meine pilgrimschaft So mit dir zurückelege, Daß ich stets bein bleiben. möge. 2. Laß mir deinen geist zurücke, Aber zeuch mein berz nach dir; Wenn ich nach dem himmel blicke, O so öffne du ihn mir. Netg' zu meinem flehn dein ohr, Trag es deinem vater vor, Daß er mir die schuld vergebe, Daß ich mich befebr' und lebe. 6. Kommst du endlich glorreich wieder An dem ende dieser zeit: O so sammle meine glieder, Wenn verwesung sie zerstreut: keil'ge und verklär sie ganz, Daß der leib im himmelsglanz, Frei von diesem staub und erde, Aehnlich deinem leibe werde. mel ein. Er hat sein werk vollfübret, Vom fluch uns zu befrein. Die boben seraphim Empfangen ibn mit freuden Nach überstandnem leiden. Lobfingt, lobsinget ibm! Mel. Freu dich sehr, o meine seele 2c. 2. Wobl uns, die auf ihn hoffen! 161. Herr, bu fährst mit glanz Nun jefus triumpbirt, Stebt uns der und freuden weg auch zu dem Himmel fübrt. Er selbst, er macht uns bahn. Wer hier nur an ihn gläubet, Ihm folgt, und treu ihm bleibet, Der wandelt bimmelan. 3. Lehre mich die welt verachten, Und was in ihr eitles ist; Lebr mich nach dem himmel trachten, Wo du, mein erlöser, bist. Wollust, ehrgeiz und gewinn Soll mich nicht zur erde ziebn, Da ich jenseit überm grabe Eine größre boffnung babe. 4. Laß nichts diese boffnung rau ben; Tu erwarbst sie theuer mir. Sego feb' ich sie im glauben, Cort find' ich sie selbst bei dir: Dort belohnst du das vertiaun Deiner gläubigen durch schaun; Und verwandelst ihre leiden In unendlich große freuden. 3. Nur dort, nicht hier auf erden, Ist unser bestes theil. Um selig einst zu werden, Erwarb der herr uns beil. Erlöste, macht euch auf, Wo jesus hingegangen, Dabin blickt mit verlangen, Dabin geb euer lauf. 4. Herr, hilf uns eifrig ringen Nach jener herrlichkeit. Laß unsern fleiß gelingen, Unt stärk' uns in dem streit. Laß uns in dieser welt Im glauben an dich wandeln, So denken und so handeln, Wie dir es wohlgefällt. 5. Was sind der erde freuden? Wie bald sind sie dahin! O hilf uns alles meiden, Was hier noch unsern sinn Vereitelt und uns stört, Auf deinen ruf zu achten, Und nur nach dem zu trachten, Was ewig heil gewährt. 6. Sey du selbst unser letter In unsrer prüfungszeit, Und bring' uns immer weiter zu deiner herrlichkeit; Bis diese zeit vorbei, Bis wir cich, Erste Abtheilung.... 78 heiland, sehen, und freudig vor dir stehen, Von allem fummer frei. Mel. Wie schön leuchtet der: c. nie Mel. Erschienen ist der herrlich sc. 163. W fer beld, Du retter 164. Wir freuen uns, berr einer fündenwelt, sich du geendet! Nach überstandnem leidenslauf Fährst du verklärt zum vater auf, Der dich zu uns gesendet. Ewig Trifft dich nun kein leiden; Voller freuden Lebst du droben, Ueber alles hoch erhoben. 2. Dir dienen alle seraphim, Und wir vereinen Herz und stimm' Mit ihnen, dich zu loben; Weil du dein großes werk vollbracht, Nach über standner leidensnacht Gen himmel dich erhoben. Preis dir! Daß wir Auf der erden können werden Gottes finder Und des todes überwinder. 3. Du, du bist unser haupt und wir Sind deine glieder, nur von dir Kommt auf uns peil und leben. Was unsern ſeelen nußen schafft, Licht friede, freude, tugendkraft Wird uns von dir gegeben. Laß doch Dein joch Gern uns tragen, Und entsagen Allen sünden, Daß wir hier schon ruhe finden. 4. Zeuch unsre herzen ganz zu dir; Hilf, daß vor allen dingen wir Nach deinem reiche trachten. Mach uns von allen sünden rein, Und flöß uns muth und eifer ein, Das eitle zu verachten. Jede Unart Hilf uns meiden, Und mit freuden Unser leben Deinem dienste ganz ergeben. 5. Sey unser schuß und unser hort, Und tröst uns durch dein heilsam wort, Wenn hier uns trübsal dränget. Nur da ist wonne, wo du bist; Die freude, die man hier genießt, Ist noch mit leid vermenget. Von dir Kommt hier Trost im herzen; Laß in schmerzen Uns schon offen Deinen himmel sehn, und hoffen. auch gelangen. Dafür Soll dir Von uns allen Dank erschallen. Ohn auf hören Wollen wir dich, beiland, ehren. 6. Du bist, uns sterblichen zu gut, Nach theuer hier vergoßnem blut, Zur freude eingegangen. Zeuch, jesu zeuch auch uns dir nach, Daß wir, nach kurzem ungemach, 3ur freude erhöht gen himmel bist. O du, den unser Ioblied preist, Stärk' auch im glauben unsern geist, Der auf dich bofft. 2. Du sigest auf der himmel thron, Als unser freund, als menschensohn. Du schämst auch da dich unser nicht; Drum bist du unsre zuversicht In ewigkeit. 3. Dein ist die macht, dein ist das reich. Wer ist an majestät dir gleich? Mensch, engel, jede kreatur Ist dein, beherrscher der natur! Gelob: seyst du? 4. Umsonst, umsonst empören sich, Herr, deine basser wider dich; Dein thron steht fest und wanket nicht, Wenn gleich der frevler widerspricht. Gelobt seyst du! 5. Du, unser triumphirend haupt, Wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein licht, sein troft, sein theil, Sein starker schuß, sein ew'ges heil. Gelobt seyst du! 6. Herr, unsre herzen trau'n auf dich; Dein freuet unsre seele sich. Du, der du huldreich an uns denkst Und gern uns deinen segen schenkst, Bist unser trost. 7. Was uns beglückt, ist dir be kannt, Und alles ist in deiner hand! Von keinem deiner freunde fern, Be merkst du ihn und hilfst ihm gern. Erbarmender! 8. Blick auch uns an mit freundlichkeit Vom throne deiner herrlichkeit! Hilf unserm schwachen glauben auf, Und kröne unsern lebenslauf Mit dei nem heil. 9. Gen himmel fuhrst du auf als held: Als herr und richter aller welt Wird dich dereinst der erdkreis sehn. Hilf, daß wir dann vor dir bestehn, Und dein uns freun. 10. Dann triumphirt der glaub' an dich; Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, herr jesu christ! Dir, der du unser heiland bist, Sey ewig preis! 16) Vom heiligen Geist. Mel. Werde munter, mein gemüthe. neu; Zu dem heiligungsgeschäfte Gieb 165. Der du uns als vater mir immer neue fräfte. liebest, Treuer gott, und deinen geist Denen, die dich bitten, giebest; Ja, uns um ihn bitten beißst. Demuthsvoll fleb' ich vor dir: Vater! send ihn auch zu mir, Daß er meinen geist erneue Und ihn dir zum tempel weihe. 8. Wenn der anblick meiner fünden Mein gewissen niederschlägt; Wenn sich in mir zweifel finden, Die mit angst mein herze hegt; Wenn mein aug' in nöthen weint, Und gott nicht zu hören scheint: O dann laß es meiner seelen nicht an trost und stärkung fehlen. 2. Ohne ihn fehlt meinem wissen Leben, kraft und fruchtbarkeit; Und mein herz bleibt dir entrissen, und dem dienst der welt geweiht, Wenn er nicht durch seine kraft Die gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe Und zu deiner ebre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu! nech mit ächter treu' Meinen gott und berrn dich nennen, Stehet mir dein geist nicht bei. Drum so laß 166. ihn kräftiglich In mir wirken, daß ich dich Glaubensvoll als mittler ehre Und auf dein stimme höre. 4. Ew'ge quelle beil'ger güther, Hochgelobter gottesgeist, Der du menschliche gemüther Besserst und mit troft erfreust! Nach dir, herr, verlangt auch mich; Ich ergebe mich an dich, Mache mich, zu gottes preiſe, Heilig und zum himmel weise. 79 9. Was sich gutes in mir findet, Ist dein gnadenwerk in mir; Selbst den trieb hast du entzündet, Daß mich, herr, verlangt nach dir. O so sebe durch dein wort Deine gnadenwirkung fort. Bis sie durch ein selig ende Herrlich sich an mir vollende. 6. Geist des friedens und der liebe! Bilde mich nach deinem sinn, Daß ich lieb' und fanftmuth übe, Und mir's rechne zum gewinn, Wenn ich je ein friedensband Knüpfen kann, wenn meine band, Zur erleicht'rung der beschwerden, Kann dem nächsten nüßlich werden. Mel. An wasserflüssen babylon 2c. ir vater, der du deinen sohn Zum heil uns bast gegeben, Dir dank ich hier mit freuden schon, Noch mehr im du den geist, Der uns der finsterniß höhern leben. Ich danke dir, daß kam auf jesu wort herat, Der seinen entreißt, Zur erde hast gesendet. Er boten stärke gab, Daß sie dein werk 5. Fülle mich mit heil'gen trieben, Daß ich gott, mein höchstes gutb, Ueber alles möge lieben, Daß ich mit getrostem muth Seiner vaterhuld mich freu, Und mit wahrer findestreu Stets vor seinen augen wandle, Und recht- Wo schaffen denk' und handle. vollendet. 2. Erfüllt von seiner wunderkraft, Gebn sie, die welt zu lehren. Der geist, der neue herzen schafft, Hilft ihnen sie bekehren. Die völfer bören, hocherfreut, Die botschaft ihrer ſeligkeit, Vernunft und wahrheit siegen. Die blindheit und das laster flieht; man den finger gottes sieht, Muß beides unterliegen. 3. Umsonst, daß wilder eifer tobt, Verfolgung zu erregen. Dein name, jesu, wird gelobt; Dein wort ist kraft und segen. Die jünger schreckt nicht pein noch müh, Dein geist, o vater, stärkte sie In martern und im tode; Sie bleiben ihrem herrn getreu, Bekennen seinen namen frei, Und preisen ihn im tode. 7. Lehre mich, mich selber kennen, Die verborgnen fehler sebn, Sie voll 4. Noch jetzt bist du der geist der demuth gott bekennen, Und ihn um kraft; Noch jetzt der menschen lehrer. vergebung flebn. Mache täglich ernst Du machst sie weis' und tugendhaft, und treu, Sie zu bessern, in mir Des sündenreichs zerstörer. In ſün Erste Abtheilung. 80 dern wirkst du reu und leid, In fremmen feelen trost und freud', Und mutb im kampf der sünden; In bangen stunden schenkest du, So wie im tode, feelenruh, Und lehrst ihn überwinden. 5. Des vaters und des sobnes geist, Du quell des lichts, der liebe, Len jesus betenden verheißt, Ach b.ll'ge meine triebe; Gieb über meine sünden Und mutb zum glauben in mein Herz; Eilf mir mit andacht be en; In bangen stunden tröste mich Und deine hülfe zeige sich Mir einst in todesnöthen. Mel. Komm, gott schöpfer 2C. 167. Du führer, der mit treuer hand Den weg uns zu dem himmel weist; Tu unsers erbes unterpfand! Gepriesen seyst du, heil'ger g ist! 2. auch dich preist deine christenheit, Tu geist des vaters und des sobns! Tu bist, wie sie, von ewigkeit; Mit ihnen herrscher eines throns. 3. Der gottheit willen that'st du kund. Dura) dich weissagte der prophet. Du legtest ibin in seinen mund Das wort des heils, das nie vergeht. 4. Nichts schließt vor deinem blick sich zu Den abgrund der unendlich. teit, Der gottheit rath erkennest du Mit göttlicher allwissenheit. 5. Du hast dem erdkreis offenbart, Was keine weisheit je erkannt; Als dich, nach deiner bimmelfahrt, Ter herr den feinen zugesandt. 6. Welch eine pracht verklärte dich. Ein schnelles brausen füllt das baus. Da gießest du dich sichtbarlich Auf ste in feuerflammen aus. 2. Edelster von allen segen, Die uns gott in christo gab! Du träuff als ein milder regen Aus des him mels schoos berab. Tu machst barte bristene berzen weich, Wüſten auch an früchten reich; Und dein sanfter trost erquicket, Was der Drangsal hiße drücket. 3. Du kannst alle berzen prüfen, Tu durchschaust sie ganz und gar; Selbst der gottheit innre tiefen Sind vor dir, herr, offenbar. Nun, so kennst du auch gewiß Meiner seele finsterniß. Drum gieb weisheit und vor allen, Daß ich möge gott gefallen. 4. Du bist selber rein, und siebest Auch an reinen deine lust. Böses hasfest du und fliehest Aller sünden gräul und wust. Heilige du selbst mid dir! Schaff ein reines Herz in mir, Daß ich, was du licbest liebe, Nie mit vorsaß dich betrübe. 7. Nun scheuten sie nicht schmach nicht müh; Denn du hast alle furcht entfernt. Die thaten gottes priesen sie In sprachen, die sie nie erlernt. voll! Stärk, berr, in drangfal unsern mutb! Tröst uns in angst und leit uns wobl! 8: Wir haben, geist der gnad' und stärk, an deinen gaben gleichfalls theil. Unsichtbar schaffest du dein werk In uns, zu unsrer scelen beil. 9. Sep uns auch in die reinste gluth! Mach uns der liebe gottes 10. Des vaters liebe, christi gnad', Und die gemeinschaft deiner kraft Verleih une tugend, trost und rath Auf unsrer ganzen pilgerschaft. Mel. Jesu, deine tiefen wunden. 168. Du, der frommen beßte freude, Und troft in traurigkeit, Der ihr berz in allem leide, Und im tode selbst erfreut: Geist des höchsten, komm zu mir, Und indem ich gläubig dir rob und rubm zum opfer bringe, O so höre, was ich singe: 5. Du, berr, matst mein Herz zufrieden, Wenn mir menschentrof gebricht. Bleib ich von dir ungeschie den, O so fehlts an troft mir nicht. Bleib ich nur dein eigentbum, So werd' ich zu deinem ruhm, Um die tugend mich bemühen, Und die fünde standhaft fliehen. 6. Nur ditt' ich, daß du mich stär kest; Stebe mir im kampfe bei. Hilf mein belfer, wenn du merkest, Daß mir hülfe nöthig sey. Den verkehrten eitlen sinn Nimm aus meiner seele bin, Daß ich mich nun ganz verneue Und mein gott sich meiner freue. 16. Vom heiligen Geist. 81 Mel. Liebster jesu, wir sind hier: c. 7. Sey mein beistand, wenn ich sterbe! Zeige dem gebrochnen blick, Mir zum troſt, mein herrlich erbe, 170. Gott! du haft in deinem Ewig unverwelklich glück! Stärke du das matte herz, Daß ich, unter allem schmerz, Noch im letzten todesschweiße, Gott in jesu vater beiße. sohn Mich von ewigkeit erwäblet; Sende nun von deinem thron, Was zu meinem heil noch fehlet; Und gieb mir des geistes gaben: Durch sie werd' ich alles baben. el. 3ion tlagt mit angst und ic. 2. Mich umfangen noth und tod Auf dem finstern sündenpfade; Heil169. Geist vom vater und vom ger geist, mein berr und gott! Rette sohne! Der du unser tröster bist, Und von unsers gottes throne Hülfreich auf uns schwache siehst, Stehe du mir kräftig bei, Daß ich gott ergeben sey: O so wird mein herz auf erden Schon ein tempel got mich durch deine gnade; Mach mich los von dem verderben, Laß mich nicht in fünden sterben! tes werden. 2. Laß auf jedem meiner wege Deine weisheit mit mir seyn; Wenn ich bange zweifel hege, Deine wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen sinn Auf mein wahres wohlsevn bin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen: Werd' ich nie mein heil verfehlen. 3. Heilige des herzens triebe, Daß ich, meinem gott getreu, Ihn stets über alles liebe; Daß mir nichts so wichtig sey, Als in seiner buld zu stehn. Seinen namen zu erhöhn; Seinen willen zu vollbringen, Müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, so oft zur sünde Mein gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, O so rübre du mein berz, Daß ich unter reu' und schmerz Mich vor gott darüber beuge, Und mein berz zur beßrung neige. 5. Reize mich, mit flehn und beten, Wenn mir hülfe nöthig ist, zu dem gnadenstubl zu treten. Gieb, daß ich auf jesum chrift, Als auf meinen mittler schau', Und auf ihn die hoffnung bau', Gnad' um gnad', auf mein verlangen, Von dem vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allem leiden Stets mit deinem troste bei, Daß ich auch alsdann mit freuden Gottes führung folgsam sey. Gieb mir ein gelasnes berz. Laß mich selbst im todesschmerz, Bis zum frohen überwinden Deines troftes fraft empfinden. Evangel. luth. 3. Treibe weg die finstre nacht Falscher zweifelnder gedanken: Wenn die welt mich irre macht, Halte die vernunft in schranken. Würd' ich mich von dir entfernen, O, wo will ich weisheit lernen? 4. Schaffe mir ein reines berz, Daß ich stets an gott gedenke, Und mich oft mit reu und schmerz Ueber meine sünden kränke; Laß mich, nach dem schmerz der sünden, Trost bei meinem jesu finden. 5. O verbinde mich mit ihm, Als ein glied an seinem leibe; Und wenn ich sein eigen bin, Hilf mir, daß ich es auch bleibe; Mich ihm völlig übergebe, Und zu seiner ebre lebe. 6. Glaube, lieb' und hoffnung sey Stets die stärke meiner seele: In versuchung steh' mir bei, Daß ich nicht mein heil verfehle: Gieb mir demuth in den freuden; Gieb geduld und muth im leiden. 7. Hilf mir reden recht und wohl; Hilf mir meine christenpflichten, Wie du forderst, wie ich soll, Ohne heuchelei verrichten; Christlich leben, felig sterben, Und dein himmlisch reich einst erben. Mel. Fröhlich soll mein herze 2c. 171. nieder. Geist des Herrn, Sey nicht fern, Stärke jesu glieder. Der, der nie sein wort gebrochen, Jesus hat Deinen rath Seinem volk versprochen. 2. Geist der weisheit, gieb uns allen Durch dein licht Unterrricht, Wie wir gott gefallen. Lehr' uns freudig 6 Erste Abtheilung. ar 82 vor gott treten, Sey uns nah, Und sprich ja, Wenn wir gläubig beten. 3. den kampf 173. kämpfen, Gieb uns muth, Fleisch und blut, Sünd' und welt zu dämpfen. Laß uns trübsal, kreuz und leiden, Angst und noth, Schmerz und tod, Nicht von jesu scheiden. 4. Hilf uns nach dem besten streben; Schenk uns traft, Tugendbaft Und gerecht zu leben. Gieb, daß wir nie stille steben, Treib uns an, Froh die bahn Deines worts zu gehen. 5. Sey in schwachbeit unsre stüße, Steh uns bei, Mach uns treu In der wenn gott uns nach dem leide Eterben beißt, Unsern geist In des himmels freude. 6. Wecke aus dem sündenschlafe, Rette doch heute noch Die verlornen schaafe! Reiß' die welt aus dem verderben; Laß sie nicht Jm gericht Der verstockung sterben. mil. Komm, heilger geist: c. ör' unser gebet, geist 172. Hör des Herrn! E'u hörst der menschen flehen gern. Wir wollen unser berz dir geben; O lebre beilig uns leben! Rüst' uns mit stärke, much und kraft, Du, der das gute in uns schafft, Daß nicht die lockungen der sünden Uns, christi jünger, überwinden. Wir trau'n auf dich! Wir trau'n auf dich! 2. Du heiliges licht, starker hort! Laß uns der wahrheit helles wort Auf dieses lebens pfaden leiten, Daß unsre füße nicht gleiten. Treib fern von uns des irrthums nacht, aß siegen deiner wahrbeit macht; Daß jesus christ der ganzen erde Bekannt und angebetet werde. O bilf dazu! O hilf dazu! 3. Laß, freudiger geist, voll vertrau'n, In noth auf deine hülf' uns schau'n. Lehr uns, wenn wir zum vater treten, Mit froher zuversicht beten! Mach uns durch deine fraft bereit Zum sterben und zur ewigkeit! Daß wir mit frohem mutbe ringen, Zu dir durch tod und leben dringen. Erhöre uns! Erhöre uns! Mel. Liebster jesu, wir sind 2c. Pomm auf uns, o geist Kom K des berrn, Lebr' uns zu dem vater beten, Und beleb' uns, daß wir gern Und voll glaubens zu ibm treten. So wird er, um christi willen, Unser bitten gern erfüllen. 2. O du geist der herrlichkeit, Wohn' und wirke in uns allen. Jedes berz sev dir geweibt! Schmück es aus nach wohigefallen. Reich sind wir versehn mit gaben, Wenn wir deine salbung haben. Me!. Gott des himmels und der: c. Pomm, o fomm, du geist 174. Kº des lebens! Hilf uns schwachen mächtig auf! Wir bemühn uns sonst vergebens hier in unserm pilgerlauf Um das beil, das gottes raib Für uns auserseben hat. 2. Gieb in unser aller seelen Weis beit und entschlossenheit, Cap wir anders nichts erwählen, Als was uns dein wort gebeut, Steb mit deinem licht uns bei, Und mach uns von irrthum frei. 3. Zeig uns selbst die rechten stege Zu der wabren wohifabrt an, Näume alles aus dem wege, Was daran uns bindern kann; Birke reue nach der that, Wenn der fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein zeugniß haben, Daß wir gottes finder sind; Stärke uns mit deinen gaben, Wenn sich trübsal für uns find't: Lehr uns, daß des vaters zucht Einzig unser bestes sucht. 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten Kindlich und mit freudigkeit, nur nach seinem willen beten, Und vertritt uns allezeit! So wird unser flehn erhört, Und die zuversicht ge mehrt. 6. Wird uns auch um hülfe bange, Seufzt das herz voll traurigkeit: Ach, mein gott, mein gott, wie lange? so wende unser leid! Sprich der feele tröstlich zu: Gieb ihr muth, geduld und rub. 7. O du geist der kraft und stärke! Der in uns das gute schafft, Fördre in uns deine werke, Und im kampfe 16. Vom heiligen Geiste. 83 gieb uns kraft, Wenn versuchung auf nicht, Tie todesstunde, das gericht, uns dringt, Daß uns dann der sieg gelingt. Den himmel und die bölle. 8. Ja, bewahr uns unsern glauben, Daß verfolgung, schmach und spott Niemals ihn uns möge rauben. Du bist unser schuß, o gott. Sagt das kerz gleich zweifelnd nein! Laß dein wort gewisser seyn. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, O so steh mit trest uns bei; Gicb, daß uns als gottes erben Jene herrlichkeit erfreu, Tie uns unser gott bestimmt, Und die nie ein ende nimmt. 5. Gost, unserm gott, und jesum christ Recht kennen, dieses ist der quell, Aus welchem ewig wonne fließt. Mach diese kenntniß in uns hell. Mel. Komm, o gott schöpfer 2c. schöpfer, komm, Mel. Mein gott, das herz 2. oder: Nun dankit all' zc. 175. Ko beil'ger geift, Schaff 177. Nicht um ein flüchtig gutb deiner menschen herzen neu! Tu kennek dein geschöpf und weißt, Wie jeglichem zu helfen sey. zeit: Ich fleb' um deinen geist, Gott, den zu meiner seligkeit Tein tbeures wort verbeißt. 2. Tu geist der weisheit, leite du Uns zu der wabl des besten theils. Ten himmel fübr' uns alle zu, Du führer auf der bahn des heils. 2. Die weisheit, die vom himmel stammt, O vater, lchr' er mich; Die weisheit, die das berz entflammt zur liebe gegen dich. 3. Des lebens wort, das gottes sohn Vom bimmel uns berab gebracht, Erleuchte jede nation Curch deiner lei tung sanfte macht. 3. Dich lieben, gott, ist seligkeit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt edlere zufriedenheit, Als alles glück der welt. 4. Vereine deine christenbeit Durch deines fel'gen friedens band. Erinnr' uns pilger dieser zeit Etets an das begre vaterland. 6. Lob sey dem vater, lob dem sobn, Lob dir, o tröster, gottes geist! Einst fingen wir vor deinem thron Ein lied, as würdiger dich preist. 3. Gieb, daß ich denke jederzeit An diese legten dinge, Und dadurch alle fündenfreud' Aus meinem berzen bringe; Damit ich dich mein lebenlang Berehre obne furcht und zwang Mit willigem geborsam. 4. O stärke mich dazu mit kraft, So wird es mir gelingen; Hilf jede böse leidenschaft Tes berzens mir bezwingen. Steb mir in diesem kampfe bei, Daß ich dazu stets wacker sey, Und immer überwinde. 2. Ob böse lust auch hier und dort Mich anficht, weil ich lebe: So bilf mir, daß ich ihr sofort Im anfang widerstrebe; Und daß ich ja vergesse 4. Vertrauen bab' ich dann zu dir, Tann schenket selbst dein geist Das freudige bewußtseyn mir, Daß du mir gnädig seyst. 5. Er leite mich zur wahrbeit bin, Zur tugend stärk' er mich; Beweise, wenn ich traurig bin, Auch mir als tröster sich. 6. Er schaff' in mir ein reines berz Versiegle deine huld, Und er bewaffne mich im schmerz Mit muth und mit geduld. Mel. Allein gott in der höh' sey 2c. Bekannte Melodie. 176. Laß, vater, deinen guten 178. Nun bitten wir den beilgen geist Mich allezeit ren, Daß ich zu dem, was unrecht heißt, Mich lasse nichts verführen; Der sünde reizung widersteh', Und stets auf deinen willen seb', Darnach allein zu handeln. jesus christus uns verheißt, Daß er uns bebüte vor falscher lebre; Alle, die im irrthum sind, bekehre. Erbarme dich, berr! 2. Du geist der wahrheit und der kraft! Mach uns durch dein wort auch tugendbaft; Hilf, daß wir ihm glauben, dem treuen heiland, Der uns 6* 84 Erste Abtheilung. bringen will zum rechten vaterland. im sterben Einst vollkommnes glück Erbarme dich, herr! 3. Du geist der lieb' und einigkeit! Mach uns allsammt dazu bereit, Daß wir uns von herzen einander lieben; Gern verzeihn und nicht gern betrüben. Erbarme dich, herr! 4. Du höchster trost in aller noth! Hilf, daß wir nicht fürchten grab noch tod! Laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, Sondern mach uns frei von allen plagen. Erbarme dich, berr! Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 179. großer gott, du reines wesen, Du hast nur reine berzen dir zu deiner wohnung auserlesen: Ach, schaff ein reines herz in mir, Ein herz, das unbefleckt und frei Von allen bösen lüsten sey. 2. Ich falle dir, mein gott, zu fuße, Mich mache christi blut auch rein; Laß redlich meines herzens buße, Und ernstlich meinen glauben seyn: So mache mich zur reinigkeit Des lebens fertig und bereit. 3. Dein guter geist, o gott, regiere Mein ganzes herz und stebe mir In meiner schwachheit bei und führe Mich von der eitelkeit zu dir; Gieb einen geist, der dir geireu, Und willig zu gehorchen sey. 4. Durch deine gnade stärk mich schwachen; Mach mich vorsichtig in gefahr. Gieb, daß ich durch gebet und wachen Die seele unverletzt bewahr'. Laß mich in deiner gnade stehn, Stets in der beßrung weiter gehn. 5. Nimm deinen geist, den geist der liebe, Den geist des glaubens nie von mir, Und stärke mich durch seine triebe, Durch seinen beistand für und für! So leite durch die pilgerzeit Mich aus der welt zur seligkeit. Mel. Wie schön leucht't uns der ic. 180. beil'ger geist, kehr' bei uns ein, Und laß uns deine wohnung seyn, Du unsrer seelen sonne! Laß deiner wahrheit bellen schein In unsern herzen kräftig seyn, Zu steter freud' und wonne; Daß wir Schon hier, Gott ergeben, Ruhig leben, Und ererben. 2. Tu quelle, d'raus die weisheit fließt, Die uns zum heil so nöthig ist, O schenk' aus deiner fülle Uns so viel einsicht und verstand, Daß heilsam von uns werd' erkannt Des höchsten gnäd'ger wille. Ja, gieb Den trieb Unsern seelen, Nur zu wählen Und zu üben, Was er uns hat vorgeschrieben. 3. Steb uns stets bei mit deinem rath, Und führ' uns auf den rechten pfad Des heils, den wir nicht wissen, Verleih uns willigkeit, daß wir Dir treulich folgen, wenn wir bier Auch darum leiden müssen. Drückt last Uns fast Muthlos nieder, Laß uns wieder Trost empfinden, Und die trübsal überwinden. 4. Stärk' uns durch deines trostes kraft Zum kampf mit jeder leidenschaft, Darüber herr zu werden; Und sind wir wo dem falle nah, So sey mit deiner bülfe da, Erheb' uns von der erden. Neue Treue Gieb uns schwachen, Du kannst machen, Daß wir siegen, Und im kampf nicht unterliegen. 5. Erhalte bei uns immerfort Den glauben an dein göttlich wort. Nichts wir ihn von Herzensgrund Mit thaten muß von ihm uns trennen. Gieb, daß so, wie mit dem mund, Vor aller welt bekennen. Jesum Christum Ohn' aufhören Recht zu ehren, Mach uns tüchtig, Und sein heil uns werth und wichtig. 6. Nimm alle härte von uns hin; Erfülle uns nach deinem sinn Mit wahrer menschenliebe, Daß unser hers mit buld und treu Stets zugethan dem nächsten sey, Und sich darinnen übe. Kein neid, Kein streit Dich betrübe! Fried' und liebe Wollst du geben, Daß wir froh und ruhig leben. 7. Gieb, daß in wahrer heiligkeit Wir führen unsre lebenszeit; Sey unsers geistes stärke! Laß uns stets bleiben unbewußt Der eitelkeit, der sinnen lust, Und ihre schnöden werke. Nübre, Führe Unsre sinnen Und begin. nen Von der erden, Daß wir himmelserben werden. 17. Vom Worte Gottes. Mel. Konm, heiliger geist: C. 181. Se, weltversöhner, ſey gepreist! Du sandtest uns den theuern geist, Der uns in alle wahrheit leite, Und uns zum himmel zubereite. Er lehret uns des glaubens kraft, Stärkt uns in dieser pilgerschaft, Den lauf zum ziele zu vollbringen, Und einst die krone zu erringen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 2. Durch deines geistes kraft erfreut, Wagt deiner boten schaar den streit, Kämpft gegen falscher götter heere, Und siegt durch deines kreuzes lehre. Begabt mit stärke, ging ihr wort Bis an der erde grenzen fort, Erleuchtete die nationen, Und drang von hütten zu den thronen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 3. D send' ihn auch zu uns, den geist, Der uns den weg zur wahrheit weist. Ach, dunkel sind des lebens pfade: Erleuchte sie durch deine gnade! Er lehr' uns gottes heil verstehn, Er leit' uns, wenn wir irre gehn; Und wenn wir straucheln und ermüden, Dann stärk' er uns durch gottes frieden! Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! Mel. Wer nur den lieben gott: c. 182. Dein wort, o böchster, 85 4. Hier, in dem heiligthum des herrn, Hier warten deiner, geist des herrn, Wir christen, unsers hauptes glieder; Komm segensvoll auf uns hernieder! Hilf uns, gieb dem verstande licht, Dem herzen muth und zuversicht, Daß uns von ihm, den wir bekennen, Hier weder glück noch leiden trennen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 5. O leit' uns, herr, an deiner hand Hinauf ins wahre vaterland. Entreiß uns mächtig dem verderben: Erhalt uns gläubig, bis wir sterben. Dann stärk' uns in des todes schmerz Das schwache, freudenleere herz, Daß wir mit muth zum bimmel dringen Und dann den letzten sieg erringen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 17) Vom Worte Gottes. lehrt uns unsre ganze pflicht; Es giebt dem sünder und dem frommen 3um leben sichern unterricht. O selig, wer es achtsam hört, Bewahrt, und mit gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern wegen, Zerstreut des irrthums finsterniß; Verkündigt gnade, heil und segen, Und Herz Es lehrt uns, böchster, was du bist, Und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein wort ermuntert, dich zu lieben; Lehrt, wie viel gut's du denen giebst, Die dein gebot mit freuden üben, Und wie du väterlich uns liebst. Und was, o herr, dein mund verspricht, Bleibt ewig wahr, und trüget nicht. 4. Herr, deine tröstungen sind besser, Als alles silber, gold und geld; Ein 6. Dort, wo der zeugen jesu schaar, Die hier durch dich erleuchtet war, Am thron des lammes jauchzend stehet, Und deiner werke preis erhöhet; Dort ist auch unsers erbes theil; Auch uns ist der erlösung heil Durch dich versiegelt: und wir kommen Durch dich zur seligkeit der frommen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! schap, weit köstlicher und größer, Als alle schäße dieser welt. Wer das ist dein segen stets bereit. 5. Drum laß auch mich mit luſt betrachten, Was mich dein wort, o böchster, lehrt. Laß mich darauf geborsam achten, Was dein befehl von mir begehrt: So fließen trost und seelenrub Auch mir aus deinem worte zu. Mel. Christus, der uns selig c 183. Debit, Gott, zu dem ich er singe. Gott, den kein verstand ermißt, Ursprung aller dinge! Alle weisheit kommt von dir zu den menschenfindern. Sie erleuchtet uns, wenn wir Selbst ihr licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und finsterniß Füllen unsre seelen; Unser blick ist ungewiß, Unsre schlüsse fehlen; Aber dein ver 86 stand weicht nicht von der lautern wabrheit. Was du denkest, das ist licht, Richtigkeit und flarbeit. 3. Wirf dich, sterbliches geschlecht, Dankbar ihm zu füßen! Seine wahrbeit und sein recht Lässet er dich wissen. Weit erschallt das wort des herrn, Das die welt bekehret; Glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völker, die ibr's böret! Erste Abtheilung. 4. Gott, was uns dein wort verspricht, Wird und muß geschehen; Deine drobung kann auch nicht Leer vorüber geben. Haben tausende nicht schon, Welche vor uns waren, Deine strafen, deinen lohn, Unsehlbar erfahren? 4. Cein wort erklärt Der seele werth, Unsterblichkeit und leben. Zur ewigkeit Ist diese zeit Von dir mir ja gegeben. 5. Tein ew'ger ratb, Die missethat Der fünder zu versübnen, Den fennt ich nicht, Wär' mir dies licht nicht durch dein wort erschienen. Mel. Erhalt' uns, herr, bei deinem zc. spötter strom reißt 6. Nun mein In reu und 184. Defert. Erbalt schmerz Der fünden nicht vergeben; Dein, du verzeibst, Lehrst meinen geist Recht kindlich zu dir fleben. 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weibn, Ist meines beils geschäfte. Durch meine müh Vermag ich's nie; Dein wort giebt mir die kräfte. 8. Erhalt uns, herr, nur deine lebr'! Du haft sie uns gegeben. Sie sey mein theil, Eie sey mir heil, Und kraft zum ew'gen leben. uns, herr, bei deinem wort! So können, vater! wir uns dein Im leben und im tode freun. 2. Ein baufe läst'rer wagts, o gott! Mit wildem, ausgelaßnem spott, Den heiland, deinen soen, zu schmähn, Verachtend auf sein beil zu schn. 3. Ach! ibrer lehre pest, o berr! Schleicht jezo nicht im finstern mehr: Sie bricht am mit ag selbst hervor, Und bebt ibr tödtend haupt empor. 4. Sie herrscht durch große dieser welt. Herr, berr, wenn uns dein arm Mel. Wir christenleut haben 2c. oder: Auf! schicke dich: c. tod auch fort. Gieb sieg und leben 186. Herr, dir ſey preis! 34 wort. glaub' und Der grund des heils sind deine lebens worte. Bei diesem licht Verfehl' ich nicht Den schmalen weg, die enge himmelspforte. 2. Wir menschen sind Verkehrt und blind, Und keiner weiß den weg ins ew'ge leben. Den unterricht, Der uns gebricht, Kann uns allein das wort der wahrbeit geben. 3. Daß jesus christ Mein beiland ist, Daß er für mich und meine schuld gestorben; Daß ich durch ihn Erlöset bin, Daß mir sein blut die seligkeit erworben; 5. Beschüße une, herr jesu christ! Der du zur rechten gottes bist! Sev unser schild und starke wehr! Nichts ist vor dir der spötter beer. 6. Du bast von ewigkeit gesebn, Wie lange noch ihr trop bestehn Und wider dich bier toben soll. Vielleicht ist nun ihr maaß bald voll. 7. Auch sie, o berr, bast du verföhnt, Sie, deren spott dich jetzt verböbnt. Gieb, daß noch vor der todesnacht Zur ernsten reu ihr herz erwacht. seele trauen; Ich wandle hier, Mein gott, vor dir Im glauben, nicht im schauen. 2. Dein wort ist wabr; Laß immerdar Mich seine kräfte schmecken. laß keinen spott, O berr, mein gott, Mich von dem glauben schrecken. 3. Wo hätt' ich licht, Wofern mich nicht Dein wort die wabrbeit lehrte? Gott, ohne sie Verstünd' ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. Mel. A gott und herr! wie ic. ott ist mein herr! Auf seine lehr' Soll meine 185. Sott 4. Daß sich mein geist Dem leib entreißt, Daß er durch gott unsterb lich ist und bleibet! Daß mich mein 17. Vom Worte Gottes. 87 hirt Erwecken wird, Wenn gleich den| demutb lernen, Und von zweifelsucht leib des todes macht zerstäubet; entfernen. 5. Daß einst die welt In trümmern fällt, Wenn gottes sobn wird majestänisch kommen; Daß er den lobn Von seinem thron Tann geben wird den bösen und den frommen; 6. Daß er, mein freund, Wenn er erscheint, Mich zu sich nimmt ins ew'ge freudenleben: Tavon bat er, Mein gott und herr, Nur durch sein wort erkenntniß mir gegeben. 7. Dies wort erfreut In traurigkeit, Und lindert mir den kummer, der mich drücket: Die schwermuth weicht, Das berz wird leicht, Wenn mich in angst, o herr, dein wort 8. O laß binfort Dein gnadenwort Mein ganzes berz zu deinem ruhm beleben; Bis nach der zeit, In ewigkeit, Ich besser dich im himmel werd' erheben. Mel. Liebster jesu, wir sind hier 2c. err, mein licht, erleuchte 187. und dich erkenne; Daß ich voll vertrauen dich meinen gott und vater nenne: Daß ich dadurch auf der erde Für den himmel weiser werde. 2. Lauter wahrbeit ist dein wort: Lehre mich es recht verstehen. Hilf selbst meinem forschen fort, Richtig daraus einzusehen, Was zu meinem heil mich führet, Und mir, deinem knecht, gebübret. 3. Aber laß mich nicht allein Richtig seinen sinn verstehen; Laß mein herz auch folgfam seyn, Ten erkannten weg zu gehen. Denn sonst würd' ich, bei dem wissen, Doppelt streiche leiden müssen. 4. Gieb, daß ich den unterricht Deines wortes treu bewahre; Daß ich, was es mir verspricht, Reichlich an mir selbst erfabre. Ja, es sey in meinem leiden Mir ein quell von trost und freuden. 5. Hilf auch, daß von zeit zu zeit Meine kenntnisse sich mebren. Find' ich dann noch dunkelbeit Bei des glaubens hohen lehren: O so laß mich 6. Lenke, höchster, meinen sinn Von den gütern dieser erde Durch dein wort zum himmel bin, Wo ich ewig selig werde. Laß mich diese welt verachten, Und nach ew'gen freuden trachten. 7. O verleih' mir stets die kraft, Deinem wort gemäß zu bandeln, Und vor dir gewissenhaft Auf der tugend prad zu wandeln: So wird einst in jenem leben Mich ein hell'res licht umgeben. Mel. Aus tiefer noth schrei ich 2c. 188. Wir menschen sind zu dem, o gott, Was geistlich ist, untüchtig. Dein wesen, wille und gebot Sit viel zu hoch und wichtig; Wir wissen und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich wort und licht Den weg zu dir nicht zeiget. 2. Von jeber hast du ausgesandt Propheten, deine knechte; Sie machten in der welt bekannt Tein heil und ſelbſt bein eigner sobn, O vater, von des himmels thron Gekommen, uns zu lehren. 3. Für solches heil sey, herr, gepreist! Laß uns dabei verbleiben, Und gieb uns deinen guten geist, Taß wir dem worte gläuben, Daß wirs annehmen jederzeit Mit ebrfurcht, treu und willigkeit, Als gottes, nicht der menschen. 4. Hilf, daß der frevler frecher spott Uns nicht vom wort abwende: Denn du bist ein gerechter gott, Und strafft gewiß am ende. Erweck uns durch der wabrbeit fraft. Und was sie gutes in uns schafft, Das laß uns treu bewahren. 5. Herr, öffne du verstand und herz, Daß wir dein wort recht fassen; In lieb' und leid, in freud' und schmerz Es aus der acht nicht lassen; Daß wir nicht hörer nur allein, Nein, auch desselben tbäter seyn, Frucht hundertfältig bringen. 6. Geist gottes! mache selbst uns gleich Dem fruchtbar'n guten lande, Daß wir, an guten werken reich, In unserm amt und stande Das thun, was uns dein wort gebeut, Und, frei 88 Erste Abtheilung. vom dienst der eitelkeit, Des glaubens| licht auf unsern wegen seyn. Hilf, daß kraft beweisen. wir d'raus genießen Kraft, rath und trost in aller noth, Daß wir im leben und im tod Beständig auf dich trauen. 7. Laß uns, dieweil wir leben hier, Der fünder weg vermeiden. Gieb, daß wir halten fest an dir, Im wohlstand, wie im leiden. Rott aus, was dir, berr, nicht gefällt, Hilf uns die sorgen dieser welt Und böse lüste dämpfen. 8. Erhalt uns dein wort klar und rein, Und laß es unsern füßen Ein a. Von den zehn Mel. Allein gott in der höh' sey: c. 7. Unreine werk' der finsterniß Laß 189. Herr, beine rechte und mich ſorgfältig meiden. Du sieht gewiß Mit schwer ge häuftem leiden! Schaff in mir, gott, ein reines berz, Daß ich schandbare wort' und scherz Und alles schwelgen fliehe. 8. Verleih, daß ich mich redlich nähr', Mich böser ränke schäme; Mein herz niemals zum geize kehr', Mit unrecht nichts hinnehme; Und von der arbeit meiner händ', Was recht ist, gern auf arme wend', Und nicht auf pracht und Soffarth. 9. Hilf, daß ich meines nächsten glimpf zu retten mich befleiße, Von ihm abwende schwach und schimpf; Doch böses nicht gut heiße. Sieb, daß ich lieb' aufrichtigkeit, Hab' einen abscheu jederzeit Äm lästern und an lügen. Geboten insbesondere. sollen leben, zu halten, wollest du o gott, Mir kraft und gnade geben, Daß ich zum guten willig sey, Mit forgfalt, ohne heuchelei, Was du befiehlst, vollbringe. 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau', Dich über alles liebe; Auf menschenhülf' und trost nicht bau', Nicht muthlos mich betrübe: Daß mir nicht andrer menschen gunst, Macht, ansehn, reichthum, wiß und kunst Zu einem abgott werde. 9. Es müsse sich zu deiner ehr', Gott vater, weit ausbreiten! Hilf, jesu, daß uns deine lehr' Erleuchten mög' und leiten! O beil'ger geist, dein göttlich wort Laß in uns wirken immer fort Lieb', hoffnung, trost und glauben. 3. Hilf, daß ich deinen gnadenbund Recht schätze und erkenne: Von Herzen, nicht blos mit dem mund, Dich und dein wort betenne: Daß ich bedenke jederzeit, Wie sehr mich meiner taufe eid Zum dienste dir verbindet. 4. Am tage deiner heil'gen rub' Laß mich gern vor dich treten, Die zeit auch beilig bringen zu Mit danken und mit beten! Daß ich hab' meine lust an dir, Dein wort so höre, daß ichs mir Auch recht zu nuße mache. 5. Die eltern, lehrer, obrigkeit, Die vorgeseßt mir werden, Laß mich verehren jederzeit, Daß mir's wohlgeh' auferden; Daß ich für ihre sorg' und treu Recht folgsam und recht dankbar sey, Und sie niemals betrübe. 6. Hilf, daß ich niemals eigne rach' An meinem feinde übe; Und die mir zugefügte schmach Verzeih', vielmehr ihn liebe: Sein glück gern gönne jedermann; Seb', ob ich jemand dienen fann, Und es dann thu mit freuden. 10. Laß mich des nächsten haus und guth Nicht ungerecht begehren; Was aber mir vonnöthen thut, Das wollt du mir gewähren; Doch, daß es nie mand schädlich sey, Ich auch ein ruhig herz dabei, Und deine gnad' behalte. 11. Mein gott! dein mir gegebnes recht Und deinen heil'gen willen, Wie Auf mir gebühret, deinem knecht, immer zu erfüllen, Vermag ich von mir selber nicht; Ich fühle, daß es mir gebricht Dazu an eignen kräften. 12. Drum gib du mir von deinem thron, O vater, gnad' und stärke! Verleib, herr jesu, gottes sobn, Daß ich thu' rechte werke! O beil'ger geist, bilf, daß ich dich Von ganzem her. zen, und, wie mich, Den nächsten thätig liebe! 17. Vom Worte Gottes. 89 In voriger Melodie. 5. Der geist, von sündenliebe rein, err, dein geseß, das du Soll zu gott Soll im190. Hver welt zur richtschnur merbin beslissen ſeyn, Treu jeder pflicht zu leben. Begierig auf des nächsten wohl, Nach weisheit und der tugend, soll Der mensch voll eifer streben. 6. So hat uns gott geoffenbart Sein recht und seinen willen. Willst du, o mensch, auf solche art, Nun sein gesez erfüllen? Wie oft der sünden sclaverei Der wille unterworfen sey, Das wirst du leicht erkennen. bast gegeben, Das du zur regel vorgestellt, Wornach wir sollen leben, Das deinen willen offenbart, Ist ganz von einer andern art, Als menschliche geseße. 2. Mit äußerlicher ehrbarkeit Läßt es sich nicht begnügen, Obgleich die band nicht schlägt, noch dräut, Die lippen nicht betrügen, Das auge nichts verbotnes sieht, Und unbefleckt sonst jedes glied In seiner ordnung bleibet. 3. Ob man nicht flucht, betrüget nicht, Ob man kein sabbathsschänder, Kein frevler, der die ehe bricht, Rein mörder, kein verschwender, Kein freund von sündlichem geschwäß: So ist dein heiliges gesey Doch damit nicht zu frieden. 4. Es fordert, daß das Herz dich, gott, Wie du's verdienest, liebe, Und sich, zu halten dein gebot, Aus allen kräften übe. Es will, daß, wie du beilig heiß'st, Auch unser herz und ganzer geist Sey heilig und unsträflich. b. Vom Mel. Ich ruf zu dir, herr jesus 2c. 191. He eil deinem volke, dem du dich, höchster, offenbarest, Das du regierst, und väterlich Auf ebner bahn bewahrest! Heil uns, denn dies dein volk sind wir; Du lehrst uns deinen willen Recht erfüllen, Und unsern durst nach dir Selbst aus der quelle stillen. 2. Web denen, die sich finsterniß, Gott, für dein licht erwählen! Wie hoffnungslos, wie ungewiß sind ihre stolzen seelen! Du selbst berufft sie immer noch, Dein himmlisch reich zu erben, nicht zu sterben! Ihr leichtsinn stürzt sie doch In ewiges verderben. 3. Der flügler sagt, du werdest nicht Uns etwas neues lehren; Denn die vernunft sei schon das licht, Dich würdig zu verehren. Doch wem nur dieser schimmer scheint, Der kann nicht völlig sehen, Sicher gehen; Nein, sinket, wenn er meint, Auf festem grund zu stehen. 7. Entschließ dich drum, zu deinem beil, Dem mittler zu ergeben; Komm, nimm an dessen gnade theil, Durch den die fünder leben; Nimm dankbar, froh und gläubig an, Was er zu deinem heil gethan, Und preise ſeine liebe! 8. Laß aber auch in deinen geist Dir sein geseze schreiben, Thu' alles willig, was er heißt, Laß seinen geist dich treiben. Denn wer die sünd' nicht redlich flieht, Nicht ihm zu leben sich bemüht, Der bleibet im gerichte. Evangelio. 4. Zwar die vernunft erkennet dich In deinen großen werken, Weiß dein gebot; doch weiß sie sich zum guten nicht zu stärken. Wir sündigen, und sie kann nie Uns wieder dir versöhnen. Unter thränen Siebst du; doch können sie nicht g'nug thun, nicht versöhnen. 5. Aus furcht des todes würden wir 3um traurigsten geschlechte, Wenn uns dein wort nicht, gott! von dir Des himmels hoffnung brächte. Der sünder fann durch jesum christ Für alle seine sünden Gnade finden; Der lüste macht und list Durch glauben überwinden. 6. Ach theu'r und wertb sey uns dies wort; Denn du hast's uns gegeben! Es leit' uns hier, es bring' uns dort, O gott, zum ew'gen leben! Lehr' auch die Spötter, die es noch Mit stolzem muth verachten, Darnach schmachten, Und so bei jesu licht Nach seinem reiche trachten. 90 otto Erste Abtheilung. Mel. Liebster jesu, wir sind hier zc. Mel. Jesu, meine freude, meines 2c. 192. Köftlich, mein beiland, ift 193. Mort, aus gottes munde! Keines vom lebre. Gieb, daß ich mit folgsamkeit Treulich ihre vorschrift ebre; Dem, was sie verbeißet, traue, Fest mein hoffen darauf baue. 2. Deines wortes unterricht Lehret uns gott recht erkennen, Ibn mit Herzenszuversicht Unsern gott und vater nennen, Und nach seinem beil'gen willen Unsre pflichten treu erfüllen. 3. Was die weisen dieser welt Unerforscht gelassen haben, Das hast du ans licht gestellt, Und durch deines geistes gaben Bringst du es in unsre feelen, Daß wir beil und leben wählen. 4. Du entdeckst uns unsre schuld, Und der fünde großen schaden; Aber auch des höchsten buld, Und den reichthum seiner gnaden; Lebrst uns aller unfrer fünden Gnädige vergebung finden. 5. Du rufft uns voll liebe zu: Kommt zu mir, ihr müden seelen, Es soll euch zu eurer rub' nicht am troste bei mir feblen; Werdet ihr von mir nur lernen, Wird der kummer sich entfernen. 6. Herr, dein evangelium Hat viel tausend, tausend zeugen, Die zu deines namens ruhm Dankbar ihre kniee beugen, Daß du noch dies wort erfülleft, Und der seele kummer stillest. 7. O nimm gnädig an den dank, Den ich dir voll ebrfurcht bringe; Höre meinen lobgefang, Den ich hocherfreut dir singe: Du beilst allen meinen schaden, Herr, und kröneft mich mit gnaden. 8. Stöstlicher, als gold sey mir, Was dein göttlich wort mich lebret! Dank, ja ewig dank sey dir Für den trost, den es gewäbret! Werd' ich einst zu dir erhoben, Will ich würdiger dich loben. bunde! Evangelium! Bald, da wir gefallen, Licß dich gott erschallen! Du bist unser rubm! Gottes fraft, Die glauben schafft, Gute botschaft, uns zum leben Von gott ſelbst ge geben. 2. Was dein woblgefallen Vor der zeit uns allen, Gott! bestimmet hat; Was sonst dunkle schatten Vergebildet batten Das vollführt dein rath, Daß dein eid Dich nicht gereut, Zeigst du nun; in jesu namen Wird er ja und amen. Mel. Wer nur den lieben gott zc. 194. err, der du keinen je 3. Alles ist vollendet. Gott hat den gesendet, Der verbeißen war. Jesus, der sein leben Wollie für uns geben, Stellt sich wirklich dar; Ja er bat Tes böchsten rath Ganz vollbracht und lebt in ehre. Ach, erwünschte lebre! 4. Da uns strafen drohten, Thaten friedensboten Heil von gott uns kund. Was für bolde lebren Lassen sie uns hören! Welch ein tbeurer bund! Got tes huld Tilgt unsre schuld, Und wer ibn mit glauben ehret, Wird von ihm erhöret. 5. Auf, und webrt den schmerzen; Kommt ibr, deren herzen Das gesez zerschlug; Kommt zu dessen gnaden, Der, für euch beladen, Alle schmerzen trug. Jcsu tod Verfühnt euch gott; Gott, der euch als vater liebet, Und die schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen, Und in ihm mich freun. Ihm nur will ich leben, Jbm mich ganz ergeben, Ewig treu ihm seyn. So werd' ich Auch einst durch dich, mein beiland! selig sterben, Und den himmel erben. 18) Von der Taufe. a. Vor und bei derselben. LOH im glauben dir genabt; Nie unerfreut den von dir ließest, Cer dich um deine 18. Von der Taufe. 91 2. Du bast mich für dein find erkläret, vater, in der taufe schon; Du bast auch mir das beil gewähret, Das du erworben, gottessohn; Tu, geist des höchsten, stehst mir bei, Daß ich dir ganz geheiligt sey. 3. Die liebe ist nicht zu ermessen, Die du, mein gott, mir zugewandt. O laß mich nie die pflicht vergessen, Dazu ich selbst mich dir verband, Als du in deinen bund mich nabmst, Und mir mit heil entgegen kamst. 4. Du bist getreu; auf deiner fette Bleibt dieser bund stets feste stebn. Und falls ich ihn auch überschreite, Läßt du dein vaterberz doch sebn; Du tlopfst an mein gewissen an, Und lockst mich auf die rechte babn. lichkeit, Die gern erhöret und erfreut! 2. Du wiesest ehmals nicht die kleinen, Die dir die ältern brachten, ab; Erkanntest, herr, sie für die deinen, Und ließest huldvoll dich berab. Laßt, sprachst du, laffet sie zu mir, Und wißt, das bimmelreich ist ibr. 3. Du bist, erhabner freund der finder, Die auch durch dich erlöste sind, Zur rechten gottes jetzt nicht minder Holdselig gegen sie gesinnt. Tu bleibst der deinen zuversicht, Vergisfest ihrer ewig nicht. 4. Dir sey auch dieses kind empfohlen, Dir, diffen treu unwandelbar! Wir bringens, wie du selbst befohlen, Dir in der heil'gen taufe dar. O segne es, berr jesu christ, Der du der taufe stifter bist! 5. Go geb' ich denn, mein gott, aufs neue mich ganz zu deinem opfer 5. Laß durch dies siegel deiner gnade bin. Erwecke mich zu neuer treue, Sein christenrecht bestätigt seyn, Und Und bilde mich nach deinem sinn. weib es nun in diesem bade Zu got- Weich, eigner sinn! o sünde, weich! tes find und erben ein. Das glück. daß es dir angehört, Herr, sey ihm ewig theu'r und werth. Gott bört es; jetzt entsag' ich euch. 2012 6. Befestige dies mein versprechen, Mein vater! und bewabre mich, Taß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes leben preise dich! Gett meines Mel. Liebster jesu, wir sind hier 2c. err, 195. Hew, her fiebt du uns beils, fey ewig mein, Und laß mich dein auch vor dir Siehst dies Hind auf unsern armen. Dich, o vater, bitten wir, Dich auch seiner zu erbarMel. Chrift, unser Herr, zum zc. men, Daß es gottes find auf erden 197. gott, bei bir ist belt Und einst selig und gnad' In aller 2. Heiland, jesu! es ist dein: Laß es durch dich gnade finden. Heil'ger geist, kebr bei ihm ein, Laß es deine kraft empfinden, Die in ihm den fünden steuert, Es zu gottes bild erneuert. 3. Mach uns alle in der welt Dir von berzensgrund ergeben, Daß wir, wie es dir gefällt, Eingedenk des taufbunds leben; Und daß wir auch nach dem sterben Unfrer taufe segen erben. notb zu finden. Du schenkst uns durch dein wasserbad Vergebung unsrer fünden. Du lehrst, o vater, sobn und geist, Uns durch ein sichtbar zeichen, Wie sehr du unsers heils dich freust, Der du nicht deines gleichen An gnade hast, an liebe. 2. Du bast uns, berr, durch deinen bund Zu findern angenommen; Machst jedem deine wege kund, Willst, daß ste alle kommen. Ach, strafe nur verdienten wir: Und du( wer kann es mit Mel. Wer nur den lieben gott: c. 196. 2 bin getauft, nach faffen?) Vereinigst uns, o gott, vater, deinen ſobn und geist so tudiri haft uns die straf erlaſſen, Und So zu willst uns selig bekennen und zu chren, Daß berz und mund und that dich preist, Und dann des glücks, ein chrift zu seyn, Mich hier und ewig zu erfreun. 3. Dadurch bin ich nun, als dein kind, Versichert deiner gnaden: Was sich für schwachbeit an mir find't, Das läßst du mir nicht schaden. Lu giebst Erste Abtheilung. 92 zur heiligung mir kraft, Erhörst mich, wenn ich bete. Und wenn ich fromm und tugendhaft, Dein recht nicht übertrete, Soll mir kein gutes mangeln. 4. Hochheilig sei denn mir die pflicht, Der fünde macht entrissen, Zu dir zu haben zuversicht Und auch ein gut gewissen; Dich nicht, o vater, sohn und geist, Blos meinen herrn zu nennen; Dich, wie dein wert mich unterweist, Mit thaten zu bekennen, Dir nur, und gern zu dienen. 5. Ter sünd' hab' ich entsagt, o gott, Und allen ihren werken. Laß wider trug, gefahr und spott Mich deine gnade stärken! Zu deinem tempel wählst du mich; Dir bin ich neu geboren; Daß ich dich fürchte, herr, nur dich, Dazu bin ich erkoren, Erschaffen und erlöset. 6. Dem alten sinne sterb' ich ab, Damit ich göttlich lebe, Und deinem muster bis ins grab zu nähern mich bestrebe. Der tugend hang ich eifrig an Und liebe deinen willen; Mit fleiß und sorgfalt denk ich dran, Wie ich ihn mög' erfüllen Durch deines geistes stärke. 7. Gott vater, sohn und geist, ver leih, Daß ich an dich fest gläube; Mich deines bundes tröst' und freu, Und treu darin auch bleibe; Daß ich das böse flieh und hass', Auf deiner bahn nicht gleite, Im guten nimmer werde laß, Hier bis ans ende streite, Und dort dein reich ererbe. 198. Sewe Mel. Nun lob, mein seel', den zc. eweibt zum christenthume, Ist dieses find nun gott geweiht! Erzieh' es, dir zum ruhme, O vater der barmherzigkeit! Verlängert deine liebe Sein leben; so verleih Turch deines geistes triebe, Daß es dir immer treu, Ten hohen werth der tugend Schon früb empfinden lern'. Es ziere seine jugend Die sel'ge lust am herrn! b. Nach der Taufe eines Kindes. ung uns zum vertrauen, Mit kindlich frohem sinn Gen himmel aufzuschauen, Zu unserm vater hin; Erweck' uns, zu ermessen, Was uns sein wort verspricht, Und nimmer zu vergessen Der ihm gelobten pflicht. 3. Tu vater von uns allen, O lehre du uns selber thun Nach dei nem wohlgefallen: Laß deinen segen auf uns ruhn! Du wirst zu diesem leben, Wie du bisher gethan, Was wir bedürfen, geben. Verleib uns nur alsdann Tie besten deiner gaben, Daß wir durch jesum christ Theil an dem erbe haben, Tas unvergäng 2. Auch wir sind gott geweibte, Durch unsre taufe gott geweiht; Dies glück entflamm' uns heute Zu lob und preis und dankbarkeit; Erweck' lich ist. 19) Vom heiligen Abendmahl. a. Vor und bei demselben. el. Jesus, meine zuversicht 26. sich ganz dir weihen; Laß ihr herz 199. Die ihr christi jünger vom stolze rein, Boll von deiner demuth seyn. seyd, Theure mit erlöste brüder! Alle seinem dienst geweiht, Alle seines leibes glieder: Kommt, versöhnte! kommt, erneut Euren bund der seligkeit. 2. Tie, so jetzt mit zuversicht, Jesu! deines beils sich freun, Die laß stets in diesem licht Wandeln und 3. Tröste, die in traurigkeit Ueber ibre seelen wachen; Stärke, Herr der herrlichkeit, Ihren glauben, hilf den schwachen, Die gebeugt von ferne stehn, Können unerhört nicht flehn. 4. Hoherpriester! ia du bist In den himmel eingegangen; Segne uns, 19. Vom heiligen Abendmahl. 93 berr jesu christ! Da wir nun dein mir. O vater, ich lobsinge dir. Gieb, mahl empfangen. Hilf, o herr! daß daß ich jeden tag aufs neu Mich deiwir es nicht Jemals nehmen zum ner vaterhuld erfreu. Gott meines gericht. heils! Sey ewig mein, Sey ewig mein, Und laß mich dir recht dankbar seyn. 2. Voll froher ehrfurcht beug' ich mich Vor dir, sohn gottes! der du dich Für mich hast hingegeben. Es komme mir nie aus dem sinn, Wie viel ich dir, herr, schuldig bin. Dein tod bringt mir das leben. Durch deines opfers ew'ge kraft Hast du, o herr! auch mir verschafft, Was mich vor dem verderben schüßt, Was meinem geiste ewig nüßt. Herr jesu christ! Wie liebst du mich! Wie liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich! Mel. An wasserflüssen babylon: c. 200. Du, berr, bast aus barmherzigkeit, Zum denkmal deiner gnaden, Das ganze volk der christenheit Wohlthätig eingeladen. Du rufft: mühsel'ge, kommt zu mir! Ich komme, beiland! ja zu dir Erheb' ich meine seele. Entzeuch mich deiner gnade nicht, Sey auch mein trost, mein beil, mein licht. Du siebst, wie oft ich feble. 2. Ja, meiner schulden sind weit mehr, Als ich vermag zu zählen. Ich fühl' es wohl, und leide sehr Vor unruh meiner seelen. Doch du bist meine zuversicht, Verlaß mit deinem trost mich nicht; Du siehest meine reue. Erbarmer, nimm sie gnädig an; Du bist's, der helfen will und kann! Daß sich mein herz erfreue. 3. Nach deinem troste sehn ich mich, Gebückt vor dir im staube; Dein tröst' ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein glaube. Gebeugte willst du nicht verschmäbn; Versprichst, den schwachen beizustehn, Die nach der beff'rung trachten. Stets bleibst du deinen worten treu, Und wirft ein gläubig herz voll reu, Auch meines, nicht verachten. 4. Regiere nun auch künftig mich, Daß ich vorsichtig handle, Und heilig, voll vertrau'n auf dich, Nach deinem willen wandle. Gieb, daß aus dank für deine buld, In liebe, glauben und geduld Ich dir auf erden lebe! Bis ich dereinst in deinem reich Verklärt, unsterblich, engeln gleich, Dich ewig froh erhebe. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. elobt seyst du, herr, 201. unsers mittlers tod, Der uns das heil erworben! Wie hoch bast du auch mich geliebt! Er, der uns ewig's leben giebt, Ist auch für mich gestörben. Mein ganzes herz frohlockt in 3. Mit inbrunst fleh' ich, herr, zu dir: Befördre du doch selbst in mir Ein gläubiges gemüthe! Mich dürstet, gleich dem dürren land, Bei deiner liebe unterpfand, Nach deiner großen güte. Ich fühle wohl, was mir gebricht, Ostärke meine zuversicht, Daß du auch mein versöhner seyst, Und mich vom ew'gen tod befreist. Herr, dieser trost Sey fest in mir, Sey fest in mir, So dien' ich voller freuden dir. 4. Zur weisheit und gerechtigkeit, Zur heiligung und seligkeit Bist du mir ausersehen. Auf diesen herrlichsten gewinn Laß mich treu richten meinen finn, Mein streben und mein flehen: Mein heiland, zieh mich ganz zu dir; Ja, durch den glauben wohn in mir: So nimmt in mir die seelenrub, Und meines herzens beff'rung zu. Mein herr und gott! Verlaß mich nicht, Verlaß mich nicht! Nur du bist meine zuversicht. 5. Zu deinem himmel bilf du mir. Der freuden fülle ist bei dir; Laß mich sie einst genießen. Belebe mich mit muth und fraft, So meine ganze pilgrimschaft zu führen und zu schließen, Daß mir dein wort stets heilig sey, freuden thu', was dir gefällt, Und dich auch ehre vor der welt. O herr, mein heil, Sey stets mit mir, Sey stets mit mir: So komm ich einst gewiß zu dir. Erste Abtheilung. 94 Mel. D jesus chrift, mein's lebens: c. Mel. Wachet auf! ruft uns die zc. err, der 202. Flamm Ammartervollen 203. Herr, du woll'ſt sie vor kreuzesstamm, Beschwert mit unsrer fün: denlast, Cich selbst für uns geopfert bast. 2. Hier fei'r ich deinen mittlertod; Hier nährst du mich mit bimmelsbrod; Hier ist das unschäßbare gutb, Tas du mir giebst, dein leib und blut. deines mables seligkeiten; Sey mitten unter iynen, gott! Heil und leben zu empfaben, laß würdig sie zum beiland nahen, Und sprich sie los von sünd' und tod! Sind sie schon nicht ganz rein, So sind sie, jesu, dein, Und unsterblich! Laß, laß sie sehn In deinen böy'n, Von fern der überwinder lohn! 3. O liebe, welcher keine gleicht! O wunder, das kein mensch erreicht! Mir unbegreiflich und doch wahr; Du sagst es, und dein wort ist klar. 4. O gott- merich, hilf mir, daß ich ja Mit tiefster ehrfurcht dir mich nab! O herr, mein mund empfabe nicht ein heilig mahl mir zum gericht! 5. Hier deinen liebevollen tod Verkündigen, ist dein gebot. So preiſe denn m in ganzes berz Dich jetzt für deinen todesschmerz! 6. wie so großen segen giebt Dein leib und blut dem, der dich liebt! Jbm iste ein pfand der seligkeit, Ein siegel der gerechtigkeit. 7. Ach, wie so reich ergießet sich Hier meines gottes lieb' in mich! Hier schmeck' ich voll zufriedenheit Les besten vaters freundlichkeit. 2. Nehmt und esst zum ew'gen leben Das brod, das euch der herr will geben! Sein troft und friede ſey mit euch! Nehmt und trinkt zum ew'gen leben Den kelch des heils, auch euch 10. Herr, dieses beil'gen mables kraft Stärkt mich in meiner pilgerschaft, Den feinden treu zu widerstehn, Die mir nach meiner seele stehn. 11. Es steuert allem stolz und neid; Vermcbret lieb' und einigkeit; wiebt trost, der nie das berz verläßt; Und macht den guten vorsay fest. 12. Nun, jesu, führ ihn selbst zur that, Und leite mich rach deinem rath; So bring' ich in gelaßner ruh Die tage meiner wallfahrt zu. 13. Und wenn du mich, du lebensfürst, Zur seligkeit einst führen wirst; So nehm ich wohl vollkommen theil An deinem uns erworbnen heil. gegeben! Ererbt, ererbt des mittlers reich! Wacht! eure seele sey Bis in den tod getreu! Amen, amen! Der weg ist schmal, Seyd in der zahl Der sieger, die der richter frönt. Mel. Wer nur den lieben gott ic. 204. Hier bin ich, jeſu, zu erfüllen, Was du in deiner leidensnacht, Nach deinem gnadenvollen willen, Zur pflicht und wohl that mir gemacht. Verleih, zur übung dieser pflicht, Mir deines geistes kraft und licht. 8. Wie feurig du, mein jesu, liebst, Bejeugt dies pfand, das du mir giebst. Nichts scheidet ferner dich und mich. Mich liebest du; ich liebe dich. 2. Es werde mir für mein gewissen Dein mahl ein tröstlich unterpfand, 9. Ja, herr, dich lieb ich unverrückt, Daß ich, der sündenschuld entrissen, Wenn ünde lockt, wenn fummer drückt, Durch dich bei gott vergebung fand; Verschmachtet leib und seele mir; Docho freuet meine seele sich In deinem lieb' ich dich und bleib in dir. heil, und lobet dich. 3. Bewundernd denk' ich an die liebe, Womit du unser heil bedacht; Wie stark sind deines mitleids triebe, Die dich bis an das freuz gebracht! Es mache, herr, dein todesschmerz Jetzt neuen eindruck auf mein herz! 4. Laß mich mit ernst die sünde scheuen, Für welche du, erlöser, starbst; Durchschnöden mißbrauch nie entwethen, Was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur sicherheit Der trost, den mir dein tod verleiht. 5. Ich übergebe mich auf's neue, O du, mein herr und gett, an dich Ich schwöre dir beständ'ge treue Bei 19. Vom heiligen Abendmahl. deinem mable feierlich. Dein eigen will ich ewig seyn, Du starbst für mich, drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor jemand schämen Der ebre, die man dir erweist; Mich nie zu einem schritt bequemen, Den mein gewissen sündlich beißt. O flöße mir den eifer ein, Wie du, o Herr, gesinnt zu seyn. 7. Laß mich mit ernst den nächsten lieben, Und wenn er straucheind was versiebt, Verföhnlichkeit und sanft mutb üben, Aus wirklich christlichem gemütb; Stets eingedenk der schuldenlast, Die du mir, berr, erlassen bast. Es stärte ſich in mir der glaube, Taß meine seele ewig liebt, Und daß einst aus des grabes staube Mich dein allmächt'ger ruf erhebt, Wenn du dich, großer lebenefürst, Den völkern sichtbar zeigen wirst 9. Im geist lieg' ich zu deinen füßen Mit dank und lob, gebet und flebn. Laß neue gnade auf mich fließen! Mein heiland, laß es doch geschebn, Taß mir, zur stärkung meiner treu, Dein abendmahl gesegnet scy. 95 geben. Nur soll ich dem, der für mich starb Und mir so großes beil erwarb, Von ganzem berzen leben. 2. Dich ber' ich zuversichtlich an, Du bist das beil der fünder, Haft ihre schulden abgethan, Und wir sind gottes kinder. Ich denk' an deines leidens macht, und an dein wort: es ist vollbracht! Du hast mir beil erworben. Für mich bast du dich dargestellt. Mit sich versöhnte gott die welt, Da du für sie gestorben. 3. So freuc dich, mein herz, in mir; Er tilget meine sünden, und läßt, bei seinem mahle bier, Mich gnad' um gnade finden; Er bört der reue fehnlich flehn, Will gern mich frei und alücklich fehn, Mill mir die schuld ver4. Ja, herr, mein glück ist dein gebot: Ich will es treu erfüllen. Verleihe mir durch deinen tod Die kraft zu diesem willen: Laß mich von nun an eifrig seyn, Mein ganzes leben dir zu weibn, Und deine huld zu preisen. Laß mich den ernst der heiligung Durch eine wahre besserung Mir und der welt beweisen. Mel. Es ist das heil uns kommen: c. oder: Lebsinget gott, und 2c. 206. preise o mein heil, für deine todesleiden. Hab' ich an ihren früchten theil, Was fehlt dann meinen freuden? Du wardst ein opfer auch für mich: O gieb, daß meine seele sich Deß ewig freuen möge. 2. Du läsfest mich in deinem tod Das wahre leben finden, Erlösung aus der größten noth, Vergebung aller sünden, ewissensruh', zur beff'rung fraft, Das hast du, berr, auch mir verschafft, Da du am kreuze starbest. 3. Tein abendmabl ist mir ein pfand O stärke mein Von dieser großen güte. Wie viel hast gemüthe Zum gläubigen vertraun auf dich, Daß ich, so lang' ich lebe, mich An deiner gnade halte. 4. Ich fühle, berr, voll reu' und schmerz Die last von meinen sünden. Laß mein vor dir gebeugtes herz Den großen trost empfinden, Daß du, aus gottes vaterhuld, Auch mir vergebung meiner schuld Auf buße bast erworben. Mel. Un masserflüssen babylon 2c. 205. du an ch komme, herr, und und beladen. O mein erbarmer, würdge mich Des siegels deiner gnaden. Ich liege bier vor deinem thron, Sobn gottes und des menschen sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner sünden müh', Ich suche rub' und finde sie Im glauben der erlös'ten 5. Der trost, den mir dein tod verschafft, Werd' ewig mir zum ſegen; Er stärte mich mit neuer fraft Auf allen meinen wegen, Nur das zu thun, was dir gefällt, Und alle furcht und lust der welt, Standhaft zu überwinden! 6. Wie soll ich die barmherzigkeit, Die du mir thust, ermessen! Gieb, daß ich sie zu keiner zeit Undankbar mag vergessen: Daß ich aus ächter gegentreu Ganz deinem dienst ergeben fey, Und dir zur ehre lebe. 96 7. Laß deines leidens großen zweck Mir stets vor augen stehen; Nimm alle hindernisse weg, Die ebne bahn zu gehen, Die mir dein heilig vorbild weist, Und die einst den erlösten geist Zu deiner freude führet. 8. Zu meinem heile hast du dich Für mich dahin gegeben; Dein abendmahl erwecke mich, Sit ernst darnach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, Und werd' ich einst der welt entrückt, So sey dein tod mein leben. Erste Abtheilung. Mel. Schmücke dich, o liebe seele zc. 207. Gefu, freund der menschen- ganz empfinden. du dich zum der fünder Von des himmels hoben freuden zu den bangsten todes- 208. Fleben In den tod für Mel. Sollt' es gleich bisweilen 2c. bat leiden Willig bast herabgelassen, Wer kann dein erbarmen fassen? Tief gerührt von solcher güte, Preist dich dankvoll mein gemüthe. 2. Herr, du hast auch mir bereitet, Was zum wahren wohl mich leitet; Licht, den weg des beils zu finden; Trost, bei dem gefühl der sünden; Kraft, der bess'rung nachzujagen; Muth, des lebens last zu tragen; Und die hoffnung beff'rer zeiten In dem reich der ewigkeiten. 6. Hilf mir wider alles streiten, Was von dir mich will verleiten. Auch den stärksten reiz zu sünden Hilf mir glücklich überwinden. Daß ich hier stets im gewissen Deinen frieden mag genießen, Und dereinst auch über'm grabe Theil an deinem segen babe. 7. O, wie will ich dich erheben, Wenn du mich im höhern leben Zu den freuden deiner frommen( Herr, ich hoff' es) läsfest kommen. Da, da wird mich nichts mehr stören, Dich aufs innigste zu ehren; Da, da werd' ich, frei von sünden, Deinen frieden 3. Ja, du willst mit Selbst mich auf des lebens pfade Zum genuß der seligkeiten, Die du mir erworben, leiten. Du, du willst mich bessern, trösten, Und zum erbtheil der erlösten, Zu des himmels herrlichkeiten, Folg' ich dir nur, vollbereiten. 4. Nun, so sey der bund erneuet: Ganz sey dir mein herz geweibet; Täglich will ich mich bestreben, Nur nach deinem wort zu leben; Was du liebst, will ich auch lieben, Ernstlich mich im guten üben; Was du hasfest, will ich bassen, Stets von dir mich leiten lassen. 5. Doch, ich fühle meine schwäche. Jesu, was ich dir verspreche, Ach, wie leicht ist das gebrochen! Schneller oft, als ich's versprochen. Darum stärk in mir die triebe Dankbeflißner gegenliebe, Daß ich, bis ich einst erkalte, Treu dir sey und glauben hatte. uns gegeben, Uns vomtode zu befrein, Uns zum himmel einzuweihn. 2. Daß wir niemals dess' vergessen, Giebt er uns sein mahl zu essen. Brod soll deines leib's, und wein Deines blut's gemeinschaft seyn. 3. Willst du diesem mahl dich nahen: Such' es würdig zu empfahen! O, in was für elend sinkt, Wer unwür dig ist und trinkt! 4. Gott den vater sollst du preisen, Daß, die gnade zu beweisen, Selbst ſein eingeborner starb, Und vergebung dir erwarb. 5. Glauben sollst du, und nicht wanken, Daß er ist das heil der franken, Dich so hoch und treulich liebt, Seinen leib, sein blut dir giebt. 6. Auch der schwachen, auch der armen Will der heiland sich erbarmen. Sey bußfertig, fürchte nicht Dann sein beiliges gericht. 7. Er spricht selber: kommt ihr armen; Ich will eurer mich erbarmen. Starken ist der arzt nicht noth: Kranke nur rett' ich vom tod. 8. Könntest du dir was erwerben: Hätt' ich dürfen für dich sterben? Willst du selbst dir helfen; dann Geht dich auch mein mahl nicht an. 9 Doch fühlst du, was du be kennest, Wenn du deinen berrn mich nennest; Dann bist du geschickt und ich Stärke durch mein mahl auch dich. 19. Vom heiligen Abendmahl. 10. Gläubig mußt du dann dich üben, Deinen nächsten auch zu lieben. Nimm dich seines elends an, Denn gott hat's an dir gethan! Mel. Herr jesu christ, mein's 20. Mel. Schmücke dich, o liebe seele 2c. 209. ffu cbrifte, gottes 210. Schicke dich, erlöse feele! lamm, du aus lieb' am Freuzesstamm, Zur tilgung meiner fündenlast, Den schwersten tod erduldet hast: Gläubig, nach des herrn befeble, Seinen mittlerstod zu feiern, Deinen dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein leben In den bängsten tod gegeben ,. Dir auf zeit und ewigkeiten Heil und wohlfahrt zu bereiten. 2. Ich komm zu deinem abendmabl, Gebeugt durch manchen fündenfall; Doch meines herzens zuversicht Steht, herr, zu dir, verwirf mich nicht! 2. 3um genusse feiner gnaden Wirst du von ihm eingeladen. Eil' thin demuthsvoll entgegen, Und nimm theil an seinem segen. Komm getrost, es ist sein wille; Komm und schöpf aus seiner fülle Neuen muth und neue triebe Zur verehrung seiner liebe. 3. Herr, ich komme mit verlangen, Glaubensstärkung zu empfangen; Der du huldreich deinen frieden Sterbend auch mir bast beschieden. Hier fall' ich zu deinen füßen; Laß mich würdig doch genießen Deines mahls, der seelen speise, Mir zum heil und dir zum preise. 3. Du bist der arzt, der seelen heilt; Der reuerfüllten trost ertheilt, Und zur rechtschaff'nen beiligkeit Den schwachen muth und kraft verleiht. 4. Darum, berr jesu! bitt ich dich: Von meinen sünden heile mich; Mach in mir das gewissen rein, Und laß mich ganz dein eigen seyn. 5. Erleuchte durch dein wort mein herz, Und richt' es zu dir himmelwärts, Daß glaubensvoll und dankbarlich Ich deiner lieb' erinnre mich. 6. Bieb, daß ich's mir zum heile tbu', Zur förd'rung meiner feelenrub', Zur stärkung in der heiligung Und wabrer lebensbesserung. 7. Tilg alle laster aus in mir; Mein Herz mit glaub und liebe zier', Und was sonst ist von tugend mehr, Das pflanz in mir zu deiner ehr'. 8. Gieb mir, was meiner fecle nügt Und mich vor dem verderben schüßt. Du bist mein heil: laß mich mit dir Vereinigt bleiben für und für. 9. Du bist's, der in uns gutes schafft. Ach flärke mich dazu mit kraft, Damit ich glücklich welt und sünd', Im glauben an dich, überwind'. 10. Dein freue meine seele sich! Mein ganzes leben preise dich! Den guten vorfaß, den ich hier Erneure, mache fest in mir. 97 12. Bis du mich, o du lebensfürst, In deinen himmel nehmen wirst, Daß ich da bei dir ewiglich In deiner güte freue mich. 11. Gieb, daß ich treu sey meiner pflicht, Und mich nach deinem willen richt'; So bring ich christlich und in rub Auf erden meine tage zu. Granget, turb. 4. D, wie sehnt sich mein gemüthe, Menschenfreund, nach deiner güte! Ewig wäbret deine treue, Und du siehst mein herz voll reue. Ach, so wollst du meinen zähren Teine tröstung auch gewähren. Meiner fünden nicht gedenken, Und mir deinen frieden schenken! 5. Ja, ich hoff' auf deine gnade, Daß sie mich der schuld entlade, Und mit neuer kraft, zum werke Meiner du für uns starbest, Jedem, der gott beiligung, mich stärke. Was du, da sucht, erwarbest, Seelenruh' und ew'ges leben Wirst du mir gewiß auch geben. 6 Deiner will ich stets mich freuen, Ganz mich deinem dienste weihen, Nur nach deinem willen leben, Und dich dankbar frob erheben. Deine huld ist unermeßlich; Herr, sie sey mir unvergeßlich! Daß ich dich auf alle weise Herzlich lieb' und thätig preise. 7 98 Erste Abtheilung. 7. Du, dem die verklärten schaa-| nem tische nahn? Ja, mit neuem ern ren, Die, wie ich, auch schwache will ich mich vor sünden scheun, und waren, Ewig dank und jubel singen, dich Durch ein dir geheiligt leben Mit Daß sie hier dein heil empfingen: Laß vermehrtem fleiß erheben. auch mich einst dahin kommen, Daß ich mich mit allen frommen Ewig deiner huld erfreue, Und dir meinen jubel weihe. 5. Diesen vorsaß, den ich habe, Thätig dankbar dir zu seyn, Präg ihn, jesu, bis zum grabe Tief in meine seele ein Gieb mir fraft, ibn zu vollziehn. Lehre mich mit vorsich flichn, Was ihn könnte bei mi schwächen, Was mich reizt, ihn ga zu brechen. 6. Laß mich über alles schätzen Dein mir theu'r erworb'nes heil, Und ni aus den augen seßen, Wie nur de daran vat theil, Der auf deine stimm hört, Mit gehorsam dich verchrt, Und in deinem dienst auf erden Imme besser sucht zu werden. 2. Ich empfind es jetzt aufs neue, Was ich dir, herr, schuldig bin. Du, 7. Geh' mir, wo ich bin und du gabst mit großer treue Ganz dich wandle, Immerfort mit hülfe nach mir zum dienste hin; Wiesest mir den Daß ich als ein christ stets handle weg zu gott, Und ertrugst den schwer- Und wird ja mein glaube schwad sten tod, Mir im leben und im sterben Sich're tröstung zu erwerben. O so bilf mir liebreich auf, Daß ic in dem tugendlauf Nimmer want nie ermüde. So erquicke mich dein friede. 8. Ewig will ich dir es danken, Daß du so barmherzig bist; Daf auch, wenn wir schwache wanten Deine treu' beständig ist. Herr, hoff' es frob und fest, Daß sie mid auch nicht verläßt. Zu des himmel seligkeiten Wird sie mich gewiß aud leiten. 211, 3 Mel. Jesu, deine tiefen wunden ic. oller ehrfurcht, dank und freuden, Komm ich, herr, auf dein Gebot, Zu dem denkmal deiner leiden, Und gedenk' an deinen tod. Mittler, der du für mich starbst, mir ein ewig heil erwarbst, Dir zur ehre stets zu leben. Sey mein eifrigstes bestreben. 3. Durch dich ist zu gottes gnade Freier zutritt, und die kraft, Auf der tugend sel'gem pfade Fest einher zu gehn, verschafft. Und du rufst aufs neue mir Durch dein nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem segen nehme Und mich deiner niemals schäme. 4. Sollt ich, jesu, denn vergebens Diese deine huld empfahn? Nicht zur beff'rung meines lebens Mich zu deib. Nach dem heiligen Abendmahl. Mel. Gott sey gelobet und zc. 212. Hebu bast dein leben du Für uns sünder hingegeben! Stärk' unsern glauben; deine himmelsspeise Heilige uns, dir zum preise! Du verföhner gottes! niß deiner pein Mir immerdar ge err, sey gelobet, daß segnet seyn. 2. Und euch, ihr seines leibes glie der, Die jesu heil, wie mich, erfreut Euch lieb' ich stets als seine brüder Als erben seiner herrlichkeit. Wir haben einen herrn und gott: Uns tränkt und speis't ein wein, ein brod. Mel. Wer nur den lieben gott: c. 3. Hinfort soll weder spott nod 213. Nun habe dank für deine leiden, Noch ebre, freud' und lust de liebe, O du, mein mittler, jesu christ! Gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe, Ter du für mich gestorben bist. Laß ras gedächtwelt, Mich, berr! von deiner lieb scheiden, Lie selbst im tode miche bält. Du bist und bleibest ewig mein Und ewig will ich dein auch seyn! 20. Von der christlichen Kirche. 99 Mel. Meinen jesum laß ich: c. Mel. Allein gott in der höh' sey zc. oder: 2cbsinget gott, und 2c. 214. deine treu und tag der freude! Du erhellst des kumjesu! dir sey ewig dank 215. Tag, den mir der herr Sey gesegnet, gaben. Ach! laß durch diese speis' mers nacht, Und erquickest mich im und trank Auch mich das leben haben; leide. Heil und leben schenkst du mir: Denn du giebst mir des lebens brod: Gott, wie dank' ich dir dafür! Mein wird dein leiden, blut und tod: Wie soll ich dir dank sagen? 2. O fesu christ! du kannst allein Mein herz beständig laben. Nun bin ich dein, und du bist mein Mit allen deinen gaben. Hier hab' ich, was ich haben soll; Dein gnadenbrunnen ist stets voll: Hier find' ich trost und 2. Widerspenstig seinem ruf, Hab' ich meinen gott betrübet, Jhn, der mich zum glück erschuf, Und mich stets so treu geliebet: Ich verdiente straf' und tod, Den er frechen sündern droht. leben. 3. Laß mich auch ewig seyn in dir, Laß dir allein mich leben, und bleib' du ewig auch in mir! Mein gott, du wollst mir geben, Daß ich, kraft die ser speis' und trank, Stark bleibe, wenn ich schwach und frank Die letzte prüfung dulde. 20) Von der christlichen Kirche. Bekannte Melodie. 216. , gott, vom himmel sieh darein, Und laß es dich erbarmen, Wie wenig Herzen sind noch dein! Entzieh' dich nicht uns armen. Dein theures wort hält man für spott; Empört sich wider dich, o gott! Will deinen sohn nicht kennen. 2. Die anstalt, so die gnade traf, Von aller macht des bösen, Und aller wohlverdienten straf' Die menschen zu erlösen, Betrachtet man als ein gedicht, Und scheut und schämt sich endlich nicht, Es öffentlich zu sagen. 3. Dennoch nimmt der güt'ge mich Wieder auf zu seinem kinde; Heut' vergißt er väterlich Seines zorns und meiner fünde; Gieb durch seiner boten hand Mir der gnade unterpfand. 4. Tag der wonne, heilig's mahl, Ewig will ich dein gedenken! Meines jesu todesqual, Soll mir troft im leiden schenken, Und mein leben soll allein Seinem dienst gewidmet seyn. menschenliebe, Und zählt auf gnad' und huld bei gott, Auch ohne seines sohnes tod Und seines geistes gnade. 4. Gott sieht's, und spricht: bald kömmt die zeit, Daß ich dem frevel steure, Damit sich in der christenheit Kein heidenthum erneure. Indessen greif den schnöden wahn Mein wort mit starken waffen an Und bleib' unüberwindlich. 5. O berr, beschüß uns, daß uns nie Das frevelnde geschlechte In feine schlaue nege zieh', Nie unter uns sich flechte: Denn alle bosheit wächst geschwind, Wo frecher spott erst kraft gewinnt; Sein gift ertödtet ſeelen. 6. Ja, dämpfe selbst, du starker gott, Die dir die ehre rauben. D jesu christ, bei ihrem spott Stärk kräftig unsern glauben. O heil'ger geist, verleih' uns gnad, Daß wir stets auf dem schmalen pfad, Von dir geleitet, wandeln. Mel. Sey lob und ehr' dem: c. oder: Herr jesus christ, du höchstes 2c. 3. Man rühmt sich großer ehrlichkeit, Die edles denken übe, Ja glän- 217. Die feinde deines kreuzes warmer drobn, reich herr, zu verwüsten; Du aber, mittler, gottes sohn, Beschüßest deine christen. Dein thron bestehet ewiglich: Vergeblich wird sich wieder dich Die ganze Hölle waffnen. 2. Dein reich ist nicht von dieser welt, Kein werk von menschenkindern: Drum konnte keine macht der welt, Herr, seinen fortgang hindern. Dir können deine basjer nie Dein erbe Erste Abtheilung. 100 rauben; selbst durch sie Wird es vergrößert werden. 3. Weit woll'st du deine berrschaft noch In dieser welt verbreiten, Und unter dein so sanftes joch Die völker 4. Das wort stebt fest! die stolze alle leiten! Vom aufgang bis zum nie- welt Mag noch so heftig toben! Der dergang Bring alle welt dir preis und dank, Und glaub' an deinen namen. 4. Auch deine feinde, die dich schmäh'n, Die frevelnd sich empören, Laß deiner gnade wunder sehn, Daß sie sich noch bekehren Lehr' sie mit uns gen himmel schau'n, Und unerschüttert im vertrau'n, Auf deine zukunft warten. berr mit uns! der starke held! Der giebt uns sieg von oben. Tödten sie den leib, Nehmen kind und weib, Rauben gut und ehr'; Sie nehmen's! was ist's mehr? Uns muß der himmel bleiben. 5. Uns, deine christen, wollest on 219. Er Fest in der wahrheit gründen, Daß wir durch sie heil, trost und ruh' Für unsre seelen finden! Mach unsers glaubens uns gewiß; Vor irrthum und vor finsterniß Bewahr' uns, weil wir leben! 6. Ein reines Herz schaff' in uns, herr, Ein herz nach deinem willen, Und lehre täglich williger Uns dein gebot erfüllen! Gehorsam deiner vorschrift sein, Und dann uns deiner gnade freu'n, Sey unser heil auf erden! 7. So wird dein volk dir unterthan, Und lernt die fünde meiden, Und du fübrst es auf ebner babn Zu deines reiches freuden: Und berrlich wird in dieser zeit, Noch herrlicher in ewigkeit Dein großer name werden. der welt Sich schon grimmig stellt, Uns doch schreckt er nicht, Er ist ja längst gerich't. Ein wort kann ihn schon fällen. Bekannte Melodie. Krhalt' uns, berr, bei deinem wort! Wehr aller feinde list und mord. Die jesum christum, deinen sohn, Vom throm frech zu stürzen droh'n. 2. Zeig' deine macht, herr jeſu christ! Der du herr aller herren bit: Beschirme deine christenheit, Daß sie dich lob' in ewigkeit. 3. Gieb, beil'ger geist, uns einen sinn, Nimm alle zwietracht von un bin. Vor deines wortes licht und macht Entflieh' des wahns und irrthum nacht. 4. Herr! laß uns dir befohlen seyn In aller noth; wir sind ja dein. Er halt' im glauben uns getreu; Mad uns nur von der fünde frei. 5 Laß alle welt erkennen doch, Du unser herr gott, lebest noch, Und steht bei deiner kirche fest, Tie sich allein auf dich verläßt. Mel. Eine feste burg ist unser 2c. 218. Ein starker schuß ist unser gott! Auf ihn steht unser hoffen. Er bilft uns treu aus aller noth, So uns hat je betroffen. Satan, Mel. Es woul' uns gott gnädig: c. unser feind, Der mit ernst es meint, 220. Es wolle gott uns gnädig seyn, seinen seger Rüstet sich mit list, Troßt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht kein feind auf erden. 2. Nicht unsre macht ist's, die ibn fällt; Wir wären bald verloren: Es kämpft für uns der rechte held, Den uns gott selbst erkoren. Frägst du, wer er ist? Er heißt jesus christ, Den herr zebaoth. Er, unser herr und gott, Er muß den sieg behalten. geben. Mit seines wortes hellem schein Erleucht' er uns zum leben. Laß un erkennen, unser gott, Dein große werk auf erden; Laß jesu christi bei und tod Erkannt von allen werden Und alle sich bekehren. 2. So danken dir und loben dich gott, die völker alle! Und alle wel erfreuet sich, Und singt mit großem 3. Und wenn die welt voll feinde schalle, Daß du auf erden richter bi wär', Und wollten uns verschlingen: Die fünd' nicht läsfest walten, Und daj So fürchten wir uns nicht so sehr, Edein wort das mittel ist, Uns aller soll uns doch gelingen. Wenn der fürst erhaiten, Une uns zu dir zu führen 20. Von der christlichen Kirche. 3. So danke, gott, und lobe dich Dein volk durch gute thaten. Es bringe frucht und bess're sich! Tein wort laß wohl gerathen. Der vater segn' uns und der sohn, Und der, so herrscht mit beiden! Es segn' uns gott von seinem Mel. Nun danket alle gott 2c. thron, Tröst uns in allen leiden, Und 223. Sebr groß, berr, ist die belf uns selig sterben. Die du an uns erwiesen; Seb dafür inniglich Gelobet und gepriesen! O pflanz dein wort in uns, Daß es je mehr und mehr Recht 221. Laß doch, o jeſu, laß dein reiche früchte bring' zu deines namens ehr! reich auf erden Unter den fündern ausgebreitet werden! Schenke doch ihnen, deiner leiden wegen, Leben und segen. 2. Gieb ihnen gnade, dich recht zu erkennen, Daß sie dich gläubig ihren heiland nennen; Gieb ihnen eifer, deinen guten willen Treu zu erfüllen. Mel. Herzliebster jesu, was: c. oder: Ist auch ein gott?: c. 3. Laß sie dein wort mit frommer achtung ehren; Denn es verkündigt deines mundes sterbliche vergebens Worte des lebens. 4. Steure, erbarmer! deiner feinde grimme: Warne die deinen vor des irrthums stimme: Lebre sie prüfen, daß sie falsche freuden Klüglich vermeiden. 5. Sey du ihr licht in ihren finster. nissen; Heile selbst ihr verwundetes gewissen. Schlägt oft ein kummer ihre herzen nieder, Stärke sie wieder. 6. Schüße uns mächtig mitten unter böſen, Bis du von ihnen ganz wirst uns wir zum der verklärten frommen Frohlockend kommen. 101 4. Ewig, o beiland, sey dein nam' erhoben; Ewig frohlockend müsse dich einst loven, du beschirmer deiner schwachen beerde, Himmel und erde. In voriger Melodie. 222. Schüße die deinen, die nach dir sich nennen, Und dich, o jesu, vor der welt bekennen. Laß deinen bänden, wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen. 2. Laß deine wahrheit rein verkündigt werden: Mach ihre siege herrlicher auf erden. Gieb muth und weisheit denen, die sie lehren, Dein reich zu mehren. 3. Cu hast noch niemals, herr, dein wort gebrochen; Führe die deinen, wie du selbst versprochen; Führe sie endlich aus dem kampf pienieden Zum ew'gen frieden. 2. Im glanze deines lichts Laß uns bien ieden wallen, Zu unserm währen heil Und dir zum wohlgefallen! Breit' deine lehre aus; Schüß deine christenheit; Und führ' uns allesammt 3um licht der ewigkeit! In bekannter Melodie. 224. Verleib uns frieden gnä unsern zeiten! Du kannst alleine mächtiglich Für unsre woblfahrt streiten; Nur du, herr! kannst es alleine. 2. Gieb unserm fürsten und aller obrigkeit Fried' und gut regiment, Daß wir unter ihnen Ein gerubiges und stilles leben führen mögen In aller gottseligkeit und ehrbarkeit. Amen. Mel. Ein' feste burg ist unser gott. 225. Wenn christus ſeine kirche mag hölle wüthen; Er, der zur rechten gottes sißt, Hat macht, ihr zu gebieten. Er ist mit hülfe nah; Wenn er gebeut, stehts da. Er schüßt, zu seinem rubm, Mit macht sein christenthum; Mag doch die bölle wütben. 2. Gott sieht wohl fürsten auf dem thron Sich wieder ibn empören, Die den gesalbten, seinen sobn, Den herrn der welt, nicht ehren. Von ihrer macht bethört, Durch wollust ganz verkehrt, Ist's christenthum ihr spott: Doch duldet sie noch gott, Ob sie sich gleich empören. 3. Der frevler mag die wahrheit schmähn, Uns kann er sie nicht rauben. Der unchrist mag ihr widerstehn, Wir halten fest am glauben. Gelobt Erste Abtheilung. 102 sey jesus christ! Wer hier sein jünger ist, Sein wort von herzen hält, Dem fann die ganze welt Die seligkeit nicht rauben. 4. Auf, christen, die ihr ihm vertraut, Laßt euch kein drohn erschrecken! Bekannte Melodie. 226. Alle lle menschen müssen sterben, Ihre herrlichkeit verblüht. Und wer kann den himmel erben, Der zuvor den tod nicht sieht? Staub wird dieser leib von erde; Doch damit er himmlisch werde, Wird er einst von gott erneut, Und zieht an unsterblichkeit. 2. Darum will ich dieses leben, Wann es meinem gott beliebt, Willig ihm zurücke geben, Ihm, der mir den himmel giebt. Hab' ich doch in jesu wunden sinade, beil und rub gefunden, Und mein trost in todesnoth Ist des großen mittlers tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? Mein ist er, und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; Sein soll ich mich ewig freun. Ja mir soll's durch ihn gelingen, Mich zu ihm empor zu schwingen; Freudenvoll vor ihm zu stehn, Seine herrlichkeit zu sehn. 21) Vom 4. Da, da ist das freudenleben, Wo viel tausend seelen schon, Mit des himmels glanz umgeben, Gott vor seinem höchsten thron Dank und preis und ehre bringen, Und mit allen engeln singen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der vater, sohn und geist! 5. Vaterland verklärter frommen, Heil, unsterblichkeit und ruh, Was kein sterblicher vernommen, Gottes heil gewährest du! Freudenernten schenkt gott denen, Die erst hier gefä't mit thränen; Alle thränen trocknet er, Sünd' und elend sind nicht mehr. Er, welcher von dem himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der herr, der höchste gott, Hält über sein gebot, Giebt uns geduld in noth, Und kraft und mutb im tod: Was will uns dann erschrecken? 6. Ich entbrenne von verlangen, Was ich glaub', im licht zu sehn, Jene krone zu empfangen; Bald erhöret gott mein flehn. Diese hütt' zerfall in staube! Ich, ich weiß, an wen ich glaube; Mir ist sterben ein gewinn, Denn zum Vater geh' ich hin. Tode. 7. Welche tröstung, das zu wissen! Dieser großen hoffnung voll, Zag' ich nicht in kümmernissen, Die ich bier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese leiden, Sie verwandeln sich in freuden, Wenn ich christlich sie ertrug, Bis gott spricht: es ist genug! Mel. Ich hab' mein sach' gott ze. 227. Dein sind wir, gott, in band steht unsre zeit. Eh zeiten waren, ward schon mir mein leben hier, Und auch sein ziel bestimmt von dir. 2. Ist dies erreicht, so schaue dann Erbarmend unsre seelen an! Hilf uns in unsrer letzten noth, Herr, unser gott: Ein sanfter schlaf werd' uns der tod! 3. Begleitet ihn der krankheit schmerz, So stärke das beklemmte herz. Selbst in der schmerzen größten wuth Gieb uns den muth, Der freudig denkt: gott machts doch gut! 4. Verleih' gelassenheit und ruh! In unsern herzen wohne du! Und laß mit freudigem vertrau'n, Und ohne grau'n, Auf unser nahes grab uns schau'n. 5. Sey von uns schwachen dann nicht fern! Zeig uns den himmel, geist des herrn! Laß uns, wenn wir zum vater flehn, Getröstet sehn, Wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 6. Ach, gnad' ergebe dann für recht! Denn von dem menschlichen geschlecht Ist auch der heiligste nicht rein. Wer kann wohl dein, Gott, ohne deine gnade seyn? 7. O sey uns dann nicht fürchter lich! Erbarme, vater, unsrer dich! Wenn unser auge sterbend bricht Leit uns dein licht: So fehlt uns troft im tode nicht. 21. Vom Tode. 103 Mel. Von gott will ich nicht lassen. Mel. Befiehl du deine wege sc. oder: Balet will ich dir geben ic. er 228. DIst mir vielleicht nicht 229. Die auf der erde wallen, fern; O dann wird meine klage Ein lobgesang dem berrn! Vollbracht ist dann mein lauf: Ich trete zu dem throne, Und gott segt mir die krone Der überwinder auf. 2. Für seines reiches erben Hat jesus mich erklärt; Was fürcht' ich mich, zu sterben, Wie er mich sterben lehrt? Mir ist der tod gewinn! Daß ich ganz glücklich werde, Entschwing ich mich der erde, Und geh zum himmel bin. 3. Nicht mich, nur meine bürde, Verschließt die finstre gruft. Mich hebt zu höh'rer würde Mein vater, der mich ruft. Er ruft mich durch den tod: Der reißt die sündenglieder, Den trägen leib darnieder: Mich selbst führt er zu gott. staub; Sie blühen auf und fallen, Des todes sich'rer raub. Verborgen ist die stunde, Da gottes stimme ruft; Doch jede, jede stunde Bringt näher uns zur gruft. 2. Getrost gehn gottes kinder Die schreckenvolle bahn, Zu der verstockte sünder Verzweiflungsvoll sich nah'n: Wo selbst der freche spötter Nicht mehr zu spotten wagt, Und vor dir, seinem retter, Erzittert und verzagt. 3. Wann, diese bahn zu gehen, Dein will' einst mir gebeut; Wann vor mir offen stehen Gericht und ewigkeit: Wann meine kräfte beben Und wann mein herz schon bricht: Herr über tod und leben! O dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, todes- überwinder! Hilf dem in solcher angst, Für den du, heil der fünder! Selbst mit dem tode rangst! Und wann des kampfes ende Gewaltiger ihn faßt, Nimm ihn in deine hände, Den du erlöset hast. 5. Des bimmels hohe freuden Ermißt kein sterblich herz; O trost für kurze leiden, Für kurzen todesschmerz! Dem sünden- überwinder Sey ewig preis und dank! Preis ihm, der für uns sünder Den kelch des todes trank. 6. Heil denen, die auf erden Sich schon dem himmel weih'n; Die, aufgelös't zu werden, mit heil'ger furcht sich freu'n! Bereit, es ihm zu geben, Wann gott, ihr gott, gebeut, Fließt dies ihr sterblich leben hin zur unsterblichkeit. 4. Ich, der gefahr entronnen, Geb' aus dem kampf hervor. Hoch über alle sonnen Hebt mich mein glaub' empor. Da tret ich in die reih'n Der engel, meiner brüder: In ihre hohen lieder Stimm' ich mit jauchzen ein. 5. Gott schaut von seinem throne Mit huld auf mich berab, Dem er in seinem sohne Das recht der kindschaft gab. In seiner ewigkeit Wird er zu größern freuden Mich einstens sicher leiten, Wenn ich mich ihm geweiht. 6. Die leiber seiner frommen Sind saat, von gott gefä't: Die freudenzeit wird kommen, Da reif die ernte steht. Dann wird der erntetag Ein neues ew'ges leben Auch meinem staube geben, Der tief im tode lag. 7. Mit dir steh' ich im bunde, Herr, meines lebens fürst, Der du mir einst die stunde Des todes senden wirst! Erhalt' mich stets bereit Im Mel. Wer nur den lieben gott 2c. glauben deiner frommen: Laß dann 230. Du, herr und vater metdie stunde sie erfreut. mich und ner tage! 8. Dann geh' ich, frei von fummer, Des todes dunkle bahn; Mir bricht nach kurzem schlummer Ein ew'ger morgen an. Heil mir, er ist nicht fern, Der letzte meiner tage! 2. Daß du, o höchster, meinem Er kommt, und meine klage Wird leben Ein mir verborgnes ziel belobgesang dem Herrn. stimmt Und daß die zeit, die mir daß ich, dein schwaches kind, Des todes keim in gliedern trage, Die irdisch und zerbrechlich sind: Drum gieb, daß ich zu jeder zeit Zu meinem tode sey bereit. 104 Erste Abtheilung. gegeben, Vielleicht gar bald ein entebigen entzücken Laß meine seele sehn, nimmt: Das flöße mir die weisheit Wie im gericht für fünder, Du mit ein, Recht für mein heil besorgt zu dem tode rangst, Und wie du, über seyn. winder, Allmächtig ibn bezwangst. 3. Hier bab' ich lebenslang zu lernen, Mein berz von sünden abzuziehn, Mich von der weltlust zu entfernen, Und um den himmel zu bemühn: O mache mich dazu geschickt, Eh' mich der tod der welt entrückt. 4. Der frobe siegsgedanke: Wo ist dein stachel, tod? Stärk' mich, daß ich nicht wanke In meiner todesnoth! So ist, obgleich ich sterbe, Doc sterben mein gewinn. Ich bin des himmels erbe! Dein wort sagt, daß ich's bin. 4. Nicht auf der erde, sondern droben Bei dir, gott, meiner seele theil, Ist mir das beste aufgehoben; Dort ist für mich vollkomm'nes heil; Da, wo dies beil ist, sey mein herz! Herr, lenke selbst es himmelwärts. 5. Hier allen sünden abzusterben; Zu leben der gerechtigkeit, Um einst dein bimmelreich zu erben, Dazu laß Mel. Mit fried' und freud' ich fahr'*. meine sterblichkeit, Mir fiets, mein 232. Getroit und freudig ger gott, vor augen Und Hülfe mich erfreun. ich hin! In willen Ergeb' ich mich; er, deß ich bin, Wird erfüllen, Was er gnädig mir verhieß, Der tod ist mir ein schlummer. 6. Willst du mich länger leben laffen, So laß es mir zum heil gescheyn; Doch, soll ich heute noch erblaffen, So höre, vater, auf mein flebn! Sey, wann mein herz im tode bricht, Mein trost und meine zuversicht. 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, Dir, dessen eigenthum ich bin; Bist du, mein heiland, nur mein leben, So bleibt selbst sterben mein gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir! Sey nur mein trost, so g'nüget mir. 5. Du bist der Herr des lebens, Ich aber bin ja dein: Kann denn dein blut vergebens Für mich vergossen seyn? Dir trauet meine seele, Dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner seele, Der du die liebe bist. Mel. Befiehl du deine wege 2c. oder: Valet will ich dir geben 2c. ern will ich mich erge231. Ger ben, Dich zu verlassen, welt. Ich geh' zum bessern leben, Sobald es gott gefällt. Was wär's, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig den, Den meine seele liebte, Noch eb' ich ihn gesehn. 2. Erbarmend sprach der Herr zu mir: Dir ist vergeben! Mein beil, mein friede sey mit dir, Du sollt leben! Fürchte nichts; denn du bist mein, Ich habe dich erlöset. 3. Dies ist mein trost: ich bin er lös't Und gottes erbe! Ich weiß, daß er mich nicht verstößt, Wann ich sterbe. Dich mit deinen schrecken, tod, Werd' auch ich überwinden. 4. Er ist mein fels! auf ihn allein Will ich vertrauen. Ich sehne mich, bei ihm zu seyn, Ihn zu schauen, Dürstet meine seele lang', Und dort ihn anzubeten. 5. Im letzten schlummer soll der tod Mich nur entkleiden. Dann komm, o tag, bestimmt von gott, Tag der freuden! Ganz unsterblich, wonnevoll, Fall ich vor ihm dann nieder. 2. Er ruft, zur zeit der schmerzen, Uns voll erbarmen zu: Kommt ber, beladne herzen. Zu mir, und findet 233. Hemich, Denn dées tode Met. Jesus, meine zuversicht 2. err, bitte, stärke ruh'. Dies wort aus deinem munde Laß, herr, mich zu erfreun, In meiner lepten stunde Mir geist und leben seyn. schrecken naben, Und das grab eröff net sich, meine glieder zu empfahen. Stärke mich mit deiner macht, Denn um mich wird alles nacht. 3. Mit dir muß es mir glücken, Den kampf zu überstehn. Im gläu 21. Vom Tore 2. Lind're, wenn es dir gefällt, Meine leiden, meine schmerzen! Laß die freuden dieser welt Seyn verbannt aus meinem herzen! Steure jeden eitlen sinn, Daß der tod sey mein gewinn! 3. Tröste mich mit jesu tod, Tröste mich mit jesu wunden, Daß ich in der letzten noth, Daß ich in den legten stunden, Wann mein mattes berze bricht, Standhaft gehe zum gericht. In veriger Melodie. 234. He err, ich hab' aus deiner treu', Mir zum beil, noch zeit in Händen. Gieb, daß ich beslissen sey, Sie auch weislich anzuwenden; Denn, wer weiß, wie bald zur gruft Deiner vorsicht wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn Die mir zugezählten stunden! Wie ein traum sind sie dahin, Und auf ewig mir verschwunden; Nur der augenblick ist mein, Deß ich mich noch jetzt kann freun. 3. Laß bei ihrer flüchtigkeit mich, mein gott, doch nie vergessen, Wie un schäßbar sey die zeit, Die du hier uns zugemessen: Wie, was hier von uns geschiebt, Ew'ge folgen nach sich ziebt. 4. Reize mich dadurch zum fleiß, Eh die zeit des teils verlaufen, Mir zur wohlfahrt, dir zum preis. Jede stunde auszukaufen, Die zu meiner seligkeit Deine gnade mir verleibt. 105 den tod des kreuzes starbst, Und mir des vaters buld erwarbst; Ich bitt', kraft deiner todespein: Cu wollst mir fünder gnädig seyn. 2. Wenn ich nun komm' in sterbensoth, Und ringen werde mit dem tod; Wenn mir vergebet mein gesicht, Und meine obren hören nicht; Wenn meine zunge nicht mehr spricht, Und mir vor angst das herze bricht; 3. Wenn mein verstand im dunkeln irrt, Und menschenhülfe kraftlos wird; So steb' im letzten angstgeschrei Mir, herr! mit deiner gnade bei; Verkürze mir des todes qual, Und führ' mich aus dem jammertbal. 7. Deine gnade steh mir bei, Daß mein leben auf der erde Reich an tugendfrüchten sey, Und ich reif zum himmel werde. Nahet dann mein ende sich, O so stärk' und tröfte mich! 235. Mel. Bater unser im himmelreich: c. err jesu christ, mein du erlittest angst und spott, Für mich 4. Laß deinen geist stets bei mir seyn, Und seinen trost mein Herz erfreun, Bis sich die scel' vom lcibe trennt: Dann nimm sie, herr! in deine händ'; Der leib rub' in der finstern gruft, Bis einst dein großer tag ibn ruft. 5. Deine schonende geduld, Trage mich hier nicht vergebens! Ach vergieb mir meine schuld, Daß so manchen theil des lebens Ich zu meiner feele wohl nicht gebraucht so, wie ich foll. meine Für mein hauptgeschäfte achten, Und nach meiner heiligung Mit so treuem eifer trachten, Als erwartete noch heut mich gericht und ewigkeit. 5. Dann laß ibn fröhlich auferstehn Und mich dein gnädig antlig sehn. Gedenke nicht mehr meiner schuld, Gedenk an deine lieb' und buld: Das leben( berr! ich traue dir), Verheißt dein eignes wort selbst mir. 6. Vergieb mir nur, herr! meine schuld: Schenk' mir zum kampf muth und geduld, Mach meinen glauben stark und fest, Wenn mich die ganze welt verläßt! Und bricht alsdann der tod berein, Eo laß ihn sanft und selig seyn. Mel. Dewigkeit, du donnerwort. 236. h bin ia, berr, in bei ner macht: Du hast mich an das licht gebracht, Du sorgest für mein leben. Du kennest meiner tage zahl, Weißt, wann aus diesem thränenthal Mein geist sich soll erheben. Wo, wie und wann ich sterben soll, Das weißt du, herr des lebens, wohl. 2. Wer wird in meiner legten pein Mich sünder trösten, mich erfreun, Mir mutb und hoffnung geben? Wer nimmt sich meiner seele an, Wann ich von dem, was ich gethan, Gott rechenes, o mein schaft soll geben? Wer ist, der alsdann heiland, nicht? 106 Erste Abtheilung. 3. Mich dünkt, da lieg' ich schon;| kannt, Und nach der erdengüter tand, ich seh, Daß ich am finstern grabe steh', Nach großem überfluß gegeizt, Und Mit todesangst umgeben: Der augen von dem niedern stolz gereizt, Dem licht verdunkelt sich, Und finsterniß schnöden prunk der eitelkeit Mein herz umhüllet mich; Ein traum ist dann und mein bemühn geweiht! mein leben. Dort schweigen meine sünden nicht; Sie fordern mich vor dein gericht. 4. Ich hör' bereits des richters ton, Ich sehe mich vor seinem thron, Das urtheil mir zu sprechen; Ich seh' vor seinem angesicht, Ich sehe in dem hellsten licht Die reihe der verbrechen, Die ich in dieser welt gethan? Wer ist's, der mich nun retten kann? 5. Kein geld an arme rettet mich; Und weint' ich noch so bitterlich: Es kann mich nicht erlösen. Nein, jeder wird alsdann empfahn Nach dem, was er allhier gethan; Nichts schützt alsdann die bösen. Hier ist gott zum verzeihn bereit; Dann übet er gerechtigkeit. 6. Wie soll ich dann, o gott, bestehn, Wenn du in das gericht willst gehn, Und nach verdienst mir lohnest? Wie kann ich deiner straf entfliehn, Mich dir in deiner welt entziehn, Wenn du nicht meiner schonest? Ach, herr, ach geh nicht ins gericht! Verwirf mich armen fünder nicht! 7. Voll reu und buße such ich dich. Errette, gott, befehre mich, Und tilge meine sünden. Geheiligt sey dir meine zeit, Dein dienst sey meine seligkeit. Ach, laß mich gnade finden! Gieb, daß ich, meiner pflicht getreu! Zum tode stets bereitet sey. Mel. Vater unser im himmelreich ic. ch fühle, daß ich sterb237. für ein leben welkt, wie gras, dahin. Wer weiß, wie unerwartet bald Des höchsten ruf an mich erschallt: Siensch, kehre wieder in den staub! Wie leicht bin ich des todes raub! 2. Wenn man ins finstre grab mich senkt Und meiner bald nicht mehr gedenkt: So bleibt, was irdisch ist, zurück, Und hätte gleich der erde glück Mich hier beständig angelacht, Und glänzend vor der welt gemacht. 3. O thorheit! hätt' ich mich ver4. Wie viele nimmt dies blendwerk ein! Herr, laß es ferne von mir seyn. Ich übergebe ganz mich dir; Hier bin ich, cs geschehe mir Nach deiner weisheit besserm rath, Die nur mein heil zur absicht vat. 5. Der mensch, der oft ein stolzer thor, Schreibt tindisch dir oft weisheit vor. Du liebst ihn mehr, als er sich liebt; Doch wenn ihm deine hand nicht giebt, Was seinem wahne glücklich scheint, So denkt sein herz, du seyst sein feind. 6. Der dich gemacht hat, sorgt für dich! Nicht auf die erde schränket sich Des höchsten große absicht ein: Du sollst, o mensch, unsterblich seyn. Dies leben ist ein augenblick; Ein frühlingstraum sein längstes glück. 7. Gedanke der unsterblichkeit! Du hebst uns über welt und zeit. Erfülle meine ganze brust, Wenn mich die lockung falscher lust Vom guten ab. zuführen strebt. Wohl dem, der hier der tugend lebt! 8. Die rosen um der laster haupt Verblühen, eh' ihr sclav es glaubt. Ihr schändlicher genuß entweiht; Und dauert doch nur kurze zeit. Nur freuden, die der himmel nährt, Sind meiner ganzen sorge werth. Mel. Herr jesu christ, mein's lebens. ch weiß, mein ende 238. I nabet sich mit je dem pulsschlag rückt die zeit, Die oft so ungenügt verstrich, Mich näher hin zur ewigkeit. 2. Herr, lehre mich der stunden werth, Die du mir zugezählt, verstehn; Laß keine, die mir noch gehört, Aus leichtsinn ungenügt vergehn. 3. Und wann von dir geordnet, dann Die richterliche stund erscheint; So nimm dich meiner seelen an, Du, mein erlöser und mein freund. 4. Verleihe sterbensflugheit mir! Von eitelkeiten abgewandt, Sey meine 21. Vom Tode. seele ganz bei dir, Der für mich starb und auferstand. 5. Mich stärk', ob auch mein Herz erbett, Das felsenfeste glaubenswort: Ich weiß, daß mein erlöser lebt; Sein bin ich ewig hier und dort. 6. Es sei mein herzlicher entschluß, Mein leben meiner pflicht zu weibn, Und beizufriedenem genuß, Mich dankbar gottes zu erfreun. 7. Mein ende komm früh oder spät, Wie es mein weiser vater schickt, In dessen hand mein leben steht; Ich weiß, daß mir's mit jesu glückt. 107 daß ich vielleicht Allhier noch zu leben babe? Denk, o mensch, an deinen tod, Säume nicht, denn eins ist noth. 4. Du, herr, erstand'st, so werd' auch ich nicht in dem grabe bleiben; Ja, deine auffahrt lehret mich Die todesfurcht vertreiben. Wo du bist, da komm ich auch hin, Daß ich bei dir stets leb' und bin. Ich gehe hin mit freuden. 5. Dein bin ich, dein in ewigkeit. Mich soll das grab nicht schrecken. Ich ruh; nach kurzer zwischenzeit Wirst du mich auferwecken. Dann will ich dir, o gottessohn, Du menschenfreund, vor deinem thron Mit freudenliedern danken. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, Wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du bier erwirbst, Würden, die dir menschen gaben, Werden dich dann nicht erfreun; Diese güter sind nicht dein. 3. Nur ein herz, das gutes liebt; Nur ein ruhiges gewissen, Das vor gott dir zeugniß giebt, Wird dir deinen tod versüßen; Dieſes herz, von gott erneut, Giebt im tode freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten noth Freunde bülflos um dich beben; Dann welt und herz erheben. Dann erschreckt dich kein gericht, Gott ist deine zuversicht. Mel. Wenn mein stündlein vorh. 2c. 239. st nun auch meine stunde scheiden: So sey mit deiner hülfe nab, Du treuester freund im leiden: Nimm du dich meiner seelen an, Dir übergeb' ich sie alsdann O jesu, mein erlöser. 2. Sind meine sünden dann vor mir, Drückt ihre last mich nieder! So ist mein seufzen auch vor dir, Und du erhebst mich wieder. Ich denk' in meiner tiefen noth An deine liebe bis zum tod; Die, die wird mich erhalten. 6. Ueberwind ihn durch vertrau'n, Sprich: ich weiß, an wenn ich gläube; Und ich weiß, ich werd' ihn schaun 3. Ich bin an deinem leib ein glied, Einst in diesem meinem leibe. Er, der Deß tröst' ich mich von berzen. Erbar- rief: Es ist vollbracht, Nahm dem tode mer der mich leiden sieht. Du linderst meine schmerzen. Und sterb' ich nun, so sterb' ich dir, Ein ew'ges leben hast du mir durch deinen tod erworben. 5. Ueberlaß des todes zeit Gott allein, und bet' und wache, Daß er dich zur ewigkeit Fertiger im guten mache. Uebe dich, recht fromm zu seyn; Lerne, dich des todes freun. seine macht. 7. Tritt im geist zum grab oft hin, Siehe dein gebein versenken; Sprich: herr, daß ich erde bin, Lehre du mich selbst bedenken, daß ich täglich weiser sey, Bis zum tode dir getreu. Mel. Wer nur den lieben gott: c. 241. Mein gott! ich weiß wohl, bin ein mensch, der bald vergeht; Und finde hier kein solches erbe, Das ewig dauert und besteht. Drum zeige mir in gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein gott! ich weiß nicht, wann ich sterbe, Stein augenblick gebt sicher hin; Wie bald zerbricht doch eine scherbe; Die blumen müssen bald verblühn. Drum mache du mich stets Mel. Jesus, meine zuversicht: c. 240. Meine lebenszeit ver- bereit hier in der zeit zur ewigkeit. streicht, Stündlich eil' ich zu dem grabe; Und was ist's, 3. Mein gott! ich weiß nicht, wie ich sterbe, Dieweil der tod viel wege hält; Erste Abtheilung. 108 Dem einen wird das scheiden herbe, Mel. Ich hab' mein sach' gott: c. Wenn jener fanft und rubig fällt. 243. Mein leben steht in gottes wie du willst; gieb nur dabei, Daß ich wohl zubereitet sey. Er thu', was er mir heilsam fand; Er zählte mir, so wie mein haar, Schon eh' ich war, Auch meine lebensstunden dar. 4. Mein gott! ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und welcher sand mein grab bedeckt. Doch, wenn ich nur das beil ererbe, Daß mich dein wort zum leben weckt. So kann dies mir gleichgültig seyn, Die erd' ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster vater! wenn ich sterbe, So nimm du meinen geist zu dir. Denn, bin ich nur dein kind und erbe, Und hab' ich jesam nur bei mir; So gilt mir's gleich und gebt mir wohl, Wann, wie und wo ich sterben soll. 3. Die blume pranget und fällt ab; So blüht der mensch und sinkt ins grab. Nicht jugend schützt, nicht stand noch geld; Nichts in der welt Ist, was ihn dafür sicher stellt. 4. Wer rüstet mich mit muth und Mel. Christus, der ist mein leben. fraft Auf's ende meiner pilgerschaft? der von dir, und ein jesus ist mein leben, Und wer beruhiget mich hier? Allein 212. ruhe mir. 5. Du bringst mich, steb' ich nur bereit, Zum sichern glück der ewigkeit. Wo man des kurzen grams vergißt, Wo mancher christ Schon froh vor angegangen ist. 6. Frob werd' auch ich, wenn's dir gefällt, Ein bürger der vollkommnen welt. Den meinen sag' ich auf dein wort: Gott, unser hort, Vereint uns bald auf ewig dort. 7. Den trost, o jesu! dank' ich dir; Du brachtest ihn vom himmel mir. Du hast gefaget: ihr sevd mein, Auch ibr sollt seyn, Wo ich bin, und euch ewig freun. mich hin; Was sollt' ich ängstlich beben; Der tod ist mein gewinn. 2. Wer an ihn glaubt, wird selig; Dies wort steht ewig fest; Die freuden sind unzählig, Die es mich hoffen läßt. 3. Drum geh' ich einst mit frieden Zu dir, o jesu christ! Von dir stets ungeschieden, Der du mein bruder bist. 4. Du kennest meinen glauben, Und keine furcht noch pein Soll mir dies kleinod rauben; Ich bin und bleibe dein. 2. Ich nütze mit zufriedenheit Die tage meiner sterblichkeit. Wie väterlich verfüßt sie gott! Doch müh' und noth Sind ihr gefolg', und dann der tod. 5. Durch ihn bin ich gereinigt, Durch ihn mit gott versöhnt, Durch ihn dir fest vereinigt Und bald mit preis gekrönt. 6. Wer kann dich g'nug erheben? Du hast, sohn gottes, dich Für uns dabin gegeben, Und, wohl mir! auch für Mel. Herr jesu christ, mein's: c. 7. Gebeilt ist nun mein schade. Im 244. Obist, Nun ewig lebest, himmel ist mein theil. O tbeure hohe gnade! O unaussprechlich beil! 8. Zu dir, berr, will ich fleben, So lang ich lallen kann; Du kannst mein inn'res sehen, Und nimmst auch seufzer an. jesus christ! Mein berz erhebt sich ganz zu dir, Und ruft und schreit: sey gnädig mir! 2. Des lebens legte stunde nabt, Mein leib und jedes glied ist matt; Doch dich, der neu beleben kann, Bet' ich mit frobem glauben an. 9. Du selber hilfst mir ringen, Allmächtig bilfst du mir, Ins leben durchzubringen; Und dann bleib ich bei dir. 3. Dein wahres wort, herr, sey mein licht! Mein glauben an dich wante nicht; Mein Herz verlange nur nach dir; Und deine huld sey alles mir. 4. Und wann des grabes dunkle nacht Dem schwachen herzen bange macht; 10. D wohl mir! ich vollende Vielleicht bald meinen lauf, Und geb' in deine hände Ten geist; du nimmst ihn auf. 21. Vom Tode. So rufe du dem herzen zu: Ich lebe, leben sollst auch du! 5. Mein trost sey, wann der tod mir dräut, Unsterblichkeit! unsterblichkeit! Wer an dich glaubt, der stirbet nicht; Ihn schreckt kein grab und kein gericht 6. Der erde schnell vergänglich's glück, Und allen schmerz laß ich zurück; Dring' ewig', frei von aller noth, Ins freudenleben durch den tod. 7. Der gott, der mich so zärtlich liebt, Der vater, der so gern vergiebt, Vergiebt nach seiner großen buld, Mir die mit ernst bereu'te schuld. 8. Herr! viel vergebung ist bei dir. Ja, du vergiebst, berr jesu, mir; Verzagen müßt' ich ohne dich, Du aber, jesus, tröstest mich. 9. Für mich vergossest du dein blut; Was ich verdorben, machst du gut; Von jeder sünde machst du rein; Bom tode kannst du mich befrei'n. 10. Ich werfe mich in deinen schooß, Herr! herr! denn deine huld ist groß: Du nimmst gebeugte sünder an, Und hilfst, wo niemand belfen kann. 109 mehr, als wir, Hat er auf der erd' gelitten. Laß uns gläubig auf ihn sehn, Und durch ihn im kampf bestehn. Mel. Wachet auf, ruft uns:. 11. Mich leitet deine treue hand Sanft bin ins beßre vaterland. Ich ſterb', um, beiland, dich zu sehn; 246. Selig find des himmels erben, Die todten, Ich sterb', um herrlich aufzustehn. 12. 3u frommen seelen eil' ich bin, Wenn ich dir ganz ergeben bin. Und wen mir früh der tod geraubt, Den find' ich, hat er dir geglaubt. 4. Was ist piese lebenszeit? Ach! nur eine kurze stunde, Gegen jene ewigkeit. Gleichwohl kömmt auf dieſe stunde, Die gott noch verkürzen kann, Unser ew'ges schicksal an. 5. Gieb uns weisbeit, herr, und kraft, Diese stunde wohl zu nüßen; Und beim schluß der pilgrimschaft Wollest du uns unterstützen, Daß wir freudig aufdich sehn, Und getrost zum tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der welt, daß du uns wirst auferwecken: Diese kraft der bessern welt Laß uns, wann wir sterben, schmecken! Flöß' uns muth und ruhe ein, Selbst im tode froh zu seyn. 7. Wenn wir, um auch einst zu ruhn, Zu den todten gottes geben: Woll'st du mehr noch an uns thun, Als wir bitten und verstehen. Auch für unsre tovesnacht Riefst du einst: es ist vollbracht! die im herren sterben, Zur auferstehung eingeweibt! Nach den letzten augenblicken Des todesschlummers folgt entzücken, Folgt wonne der unsterblichkeit! Im frieden ruhen sie, 13. O frohe aussicht, nahes ziel! Los von der erde müh! Gelobt sey Wie warten mein der freuden viel! gott! Vor seinem thron, 3u seinem Wie selig bin ich, wenn mein geist sohn, Begleitet ihre tugend sie. Sich dieser hütte bald entreißt! 2. Doch du willst's; wir leben noch Mühsam bier in pilgerhütten. Alle trugen einst dies joch, Die des lebens kron' erstritten. Endlich aber führt der tod Uns auch bin zu dir, o gott! 3. Jesus selber lebte hier Vormals auch in pilgerbütten. Noch unendlich Eigene Melodie. Me!. Jesus, meine zuversicht: c. 245. Selig, gott! sind die, 247. Was ſorgst du ängstlich die nun Schon im friedenvollen grabe Von des lebens arbeit ruh'n, Und sich deiner größten gabe, Eines ew'gen lebens freun. Möchten wir es auch schon seyn. für dein leben? Es gott gelassen übergeben, Ist wahre rub' und deine pflicht. Du sollst es lieben, weislich nützen, Es dankbar, als ein glück, besißen, Verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der tod soll nicht dein Herz erschrecken; Doch, dich zur weisheit zu erwecken, Soll er dir stets vor augen seyn. Er soll den wunsch zu leben mindern; Doch dich in deiner pflicht nicht hindern, Bielmehr die kraft dazu verleibn. 110 Erste Abtheilung. 3.Ermattest du in deinen pflichten: Mel. Wenn mein stündlein 2c. Se laß den tod dich unterrichten, 248. Wann einst mein sterbend Wie wenig deiner auge Mein letzter hauch verschwindet, Mein leib erstarrt, und selbst es nicht, Daß e entschläft, empfindet; Wann um mich, den entschlummernden, Gott, alle meine lieben stehn, Und traurig zu dir weinen: follt' ich pflichten wohl verschieben? Nein, meine zeit, sie auszuüben, Ist kurz und sie verfliegt geschwind. 4. Denk' an den tod, wenn böse triebe, Wenn lust der welt und ihre liebe Dich reizen, und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben, und könnt' ich auch die welt ererben, Beging' ich doch solch übel nie. 2. Dann, vater, nimm ihn auf, den geist, Der freudig zu dir fliehet, Der dankbar deine güte preist, Da er den tod nicht siehet: Und tröste die betrübt um mich Mit thränen klagen; laß sie sich Mehr meiner wonne freuen! 5. Denk' an den tod, wenn ruhm und ehren, Wenn deine schäße sich vermehren, Daß du sie nicht so beftig liebst. Tent' an die eitelkeit der erden, Daß, wann sie dir entrissen werden, Du dann dich nicht so sehr betrübst. 3. Mein hingefall'ner leib bleibt bier, Ihn wird das grab verschließen. Wohl mir! das grab wird dennoch dir Ihn wieder geben müssen. Du kommst! erwecker! deiner macht, Di ihn aus nichts hervorgebracht, Kann auch aus staub ihn bauen. 6. Denk an den tod bei frohen tagen. Kann deine lust sein bild vertragen; So ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein vergnügen zu verfüßen: Welch glück werd' ich erst dort genießen, Wo ich unendlich leben soll. 7. Denk' an den tod, wenn deinem leben Das fehlt, wornach die reichen streben; Sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? Heil mir, wenn ich in christo sterbe, Dann ist ein unbefleck- 5. Des todes schmerzen, gott, will tes erbe, Dann ist des himmels reich- ich, Wann er nun fommt, nicht ach thum mein. 4. Wie könnt' ich trauern, daß im tod Mein leib zu staub vermodert? Wie könnt' ich klagen, da ihn gott Vom tode wieder fodert? O hoffnung daß nach kurzer rub' Mein leib er wacht, wie groß bist du, Und welch ein trost im tode! 8. Denk' an den tod, wenn leiden kommen; Sprich: alle trübsal eines frommen Ist zeitlich und durch hoffnung leicht. Ich leide; doch von allem bösen Wird mich der tod bald, bald erlösen; Er ist's, der mir die krone reicht. ten; Mit glaubensvollem blick auf dich Nach meinem ziele trachten, Und mich dem tode freudig nahn. Mein himmlisch kleinod zu empfah'n, Das jesus mir erworben. In eigner Melodie. i. Denk an den tod, wenn freche 249. Wein ende! Die zeit oder: Wer nnr den lieben gott: c. er wie nabe mir rotten Des glaubers und der tugend spotten, Und lasterstolz ihr haupt erböhn. Sprich bei dir selbst: gott trägt die spötter; Doch endlich ist für sie kein retter, Wenn sie nicht hier noch in sich gehn. geht hin; es kommt der tcd. Äh wie geschwind ach, wie behende Kann kommen meine todesnoth! Mein gott, ich bitt' durch christi blut, Mach's nur mit meinem ende gut. 10. So suche dir in allen fällen Den tod eft lebhaft vorzustellen, So wirst du ihn nicht zitternd scheun: Dann wird er dir ein troft im klagen, Ein weifer freund in guten tagen, Ein schild in der versuchung seyn. 2. Es kann vor nacht leicht anders werden, Als es am frühen morgen war; So lang' ich lebe auf der erden, Leb' ich in steter tod'sgefahr. Mein gott u 3. cerr! lebr' mich stets ans ende denken, Und laß mich, eb' ich sterben 21. Vom Tode. muß, Das heil der seele wohl bedenken, Ja nicht verschieben meine buß'. Mein gott 2c. 4. Laß mich doch bald mein haus bestellen, Daß ich bereit sey für und für, Und sagen könn' in allen fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein gott 2c. 111 um sein lager weinen, Ermahnt und tröstet sie; Und seiner treue wegen, Erfüllt gott seine segen, Und weichet auch von diesen nie. 6. Gott! laß mich ernstlich streben, So in der welt zu leben, Wie man dies glück erwirbt; Damit ich, als ein erbe Der seligkeit, auch sterbe So freudig, wie ein frommer stirbt. 5. Gieb mir ein brünstiges verlangen Nach deinem himmel; laß, o gott, Mich fest an meinem heiland hanMel. Ermuntre dich, mein schwacher 2c. gen: So überwind' ich leicht den tod. 251. Wie ungewiß ist, herr! gott 2c. 6. Ach, vater! deck' all' meine sünde Mit dem verdienste christi zu, Damit ich hier vergebung finde, Und dort bei dir vollkommen ruh. Mein gott 2c. das ziel Der wallfahrt auf der erde! Ob ich noch wenig oder viel An tagen zählen werde, Das weiß ich nicht; du weist's allein. Ich kann vielleicht der nächste seyn, Vom abgekürzten leben Ein beispiel abzugeben. 7. Nichts ist's, das mich von jesu scheide, Nichts, es sey leben oder tod; Er bleibt im leiden meine freude, Mein schutz, mein alles in der noth, Mein gott 2c. 2. Befrei mich, gott, von wahn und dunst, Von irdischen beschwerden, Und lehre mich die große kunst, Bei gräbern flug zu werden. Nur der ist weise, der bedenkt, Wie viel von seinem tod abhängt, Und der dazu in zeiten Sein herz sucht zu bereiten. 8. So komm mein end' heut oder morgen; Ich weiß, daß mir's mit jesu glückt. Er ist's, der mich in allen sorgen, Er ist's, der mich im tod erquickt. Drum glaub ich fest: durch christi blut Macht's gott mit meinem ende gut. 3. Hilf, daß aufs vorgesteckte ziel Mein auge stets sich kehre, Daß nicht der weltlust eitles spiel Mein schwaches berz bethöre. Und sieht dein auge, daß mein schritt Noch nicht den rechten weg betritt, So wollst du, herr! in Mel. In allen meinen thaten 2c. 250. Wie fanft sehn wir der zeiten Auf solchen weg mich leiten. 4. frommen Nun bald der erd' entnommen, Sich seinem ziele nahn! Wo sich des lebens freuden Vom frechen fünder scheiden, da gehn des christen freuden an. Daß ich mich vor der kalten hand Des todes nicht entfärbe; So mache mich mit ihm bekannt Vorher, noch eh' ich sterbe. Laß mir sein bild vor augen seyn, Damit ich lerne sünden scheun, Die das gewissen schrecken, Und todesfurcht erwecken. 2. Er freut sich auf sein ende Und hebt voll dank die hände Zu seinem vater auf. Gesichert vor verderben, Kann er nun fröhlich sterben. Nach einem wohl vollbrachten lauf. 5. Gieb, daß ich dich mit frohem muth, Als meinen gott betrachte; Hingegen freunde, glück und gut Nicht als mein eigen achte: So wird mein tod mir angenehm, Ein schlaf mir seyn, und nichts von dem, Was du mir hier verliehen, Mein Herz zur erde ziehen. 6. Laß des erlösers herrlichkeit Mit hoffnung mich erquicken, Und mitten in der dunkelheit Mich diesen trost erblicken. Dann nimm, herr! nach vollbrachtem lauf, Den geist aus dieser hütte auf, Die einst im reich der detnen Wird neugebaut erscheinen. 3. Sein ruhiges gewissen Bebt nicht vor finsternissen Der bahn, die er nicht kennt. Die schreckensvolle pfade Erleuchtet ihm die gnade Tes gottes, den er vater nennt. 4. Kein angstgeschrei mit thränen, Kein unruhvolles stöhnen Quält sein gelaßnes herz. Es ist zu gott erhoben, Empfängt den trost von oben, Und fried' und freude in dem schmerz. 5. Er segnet froh die seinen, Die 112 Erste Mel. Wie schön leuchtet der: c. 252. Wie wird mir dann, mein heiland, seyn, Wenn Abtheilung. ich, mich deiner ganz zu freun, In dir entschlafen werde! Alsdann werd' ich auch ganz befreit Von sände und von fterblichkeit, Entflieben dieser erbe. Freu' dich Innig, Meine seele, erwähle Schon hienieden, Was dir dient zum ew'gen frieden. Und 2. Besiege denn des todes graun, Mein geist, er ist ein weg zum schaun In jenem bessern leben. Er sey dir nicht mehr fürchterlich! Zum allerbeiligsten wird dich Der herr dadurch erheben. Hier wird Dein hirt Nach den thränen, Nach dem sehnen, Dich erlösten Völlig und auf immer trösten. 3. Herr, herr! ich weiß die stunde nicht, Die mich, wenn nun mein auge bricht, zu deinen todten sammelt Vielleicht umgiebt mich ibre macht, Eh' ich das fleben noch vollbracht, Mein lob dir ausgestammelt. Mach mich Fertig! Ich befehle Meine seele Deinen bänden; Laß mich meinen lauf gut enden. 4. Vielleicht sind meiner tage viel; Ich bin vielleicht noch fern vom ziel, An dem die krone schimmert. Bin ich von meinem ziel noch weit; So sey mein leben dir geweiht, Bis einst mein leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir Ganz mein leben Zu ergeben, Daß ich droben Dich ohn' ende könne loben. 5. Wie wird mir dann, mein heiland, seyn, Wann ich mich deiner ganz erfreun, Dich dort anbeten werde? Dann bin frei von fünd' und leid, Ein mitgenoß der berrlichkeit, Nicht mehr ein mensch von erde. Preis vir! Daß mir Durch dein leiden Jene freuden Öffen stehen! Ewig will ich dich erhöhen! Rel. Mitten wir im leben sind sc. ir, der 253. W find Mit dem tob umfangen. Ach! wer nimmt sich unser an, Daß wir gnad' erlangen? Das thust du, berr, alleine. Es reut uns unsre missetbat, Die dich, berr, erzürnet hat. Heiliger schöpfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger, barmherziger tröster! Du ewiger gott! Laß uns gnade finden, Mach uns recht zum tod bereit; Erbarm dich unser! 2. Bet dem sterben werden uns Unsre sünden schrecken; Ach! wer wird, wer wird uns dann Vor'm gerichte decken? Das thust du, herr, alleine. Denn wegen unsers heilands tod Fin den wir nun gnad' bei gott. Heiliger schöpfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger, barmherziger tröster! Du ewiger gott! Sey von uns nicht ferne In der allerleßten noth! Erbarm dich unser! 3. Ach, wann uns in dieser angst Unsre sünden treiben: Wo, wo fliehen wir dann hin, Daß wir sicher bleiben? Zu dir allein, versöhner! Vergossen ist dein beilig's blut, Das g'nug fürdie fünde thut. Heiliger schöpfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger, barm herziger tröster! Du ewiger gott! Hilf uns überwinden Durch des rechten glaubens kraft; Erbarm dich unser! 22) Von der Auferstehung der Todten. Mel. Was gott thut, das C. 254. Seit, Da ich werd auferstehen. Dann werd' ich in der Herrlichkeit Dich, gott, mein heiland, sehen. Dann werd' auch ich, Oberr! durch dich, Vereint mit allen frommen, Zur ew'gen ruhe kommen. ch freue mich der frohen herrlichkeit umgeben. melreich Ich ewig werde leben, Mit 2 Ja, herr, du führst sie einst heran, Die stunde der erlösung; Die stunde, da ich boffen kann Trost, freiheit und genesung! Da engeln gleich, Im him3. Der du die auferstehung bist Du bist's, auf den ich traue! Ich weiß, daß ich durch dich, herr christ, Einst auserweckt, dich schaue. Auch werd' ich nicht Vor dein gericht, Wie die, die dich verschmähten, mit ange und schrecken treten. 4. Ich hoffe dann mit freudigkeit Vor dir, mein baupt, zu stehen, Und mit dir in die herrlichkeit Frohlockend 22. Von der Auferstehung der Todten. einzugehen. O bilf mir doch Aus gnaden noch Zum glück der ewigkeiten Mich würdig zu bereiten. Mel. Christus, der ist mein leben: c. ch geb' ohne beben 255. zu meinem tobe bin; Denn christus ist mein leben Und sterben mein gewinn. 2. Ich scheue nicht die schrecken Der freudenleeren gruft; Der wird mich auferwecken, Der mich zum grabe ruft. 3. Und rief mich, abzuscheiden, Auch heute schon mein gott; So geb' ich bin mit freuden, Und sterb' auf sein gebot. 4. Ich hoff' ein beßres leben, Das nimmermehr verfließt. Ein leib wird mich umgeben, Der ewig herrlich ist. 5. Dann eil' ich dir entgegen, Mein triumphirend haupt! Und seb' entzückt den segen Des heils, das ich geglaubt. In bekannter Melodie. Resus, meine zuversicht, ihm leben! Dieses weiß ich; sollte nicht Sich mein herz zufrieden geben, Was die lange grabesnacht mir auch für gedanken macht? 2. Jeſus, mein erlöſer lebt, Und kann ihm sicher er mich zu sich erhebt: Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch dies haupt ein glied, Das es einst nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch des glaubens band 3u genau mit ihm verbunden. Er, der auch den tod empfand, Hat für mich auch überwunden. Er erstand! und einst erwacht Auch mein leib durch seine macht. 113 6. Dann werd' ich in bellem licht Seine große lieb' erkennen; Und wie freudig werd' ich nicht Ihn dann meinen retter nennen, Wann er von der sterblichkeit Nun auf ewig mich befreit. 7. Was Fleiſch und blut kann gott nicht ſehen. Irdisch wird mein leib gesä't, Himmlisch wird er aufersteben. Erst verweset mein gebein; Dann wird's unverweslich seyn. 8. Ceyd getrost und hocherfreut! Jesus kennt uns, seine glieder. Christen, wehrt der traurigkeit! Sterbt ihr, jesus ruft euch wieder. Dann verlassen wir die gruft, Wann uns gott aus solcher ruft. 10. Laß uns nur den geist erheb'n Von den lüsten dieser erden, Und uns 256. Denn wer schon hier dem ergeb'n, Dem wir 4. Ich bin staub und muß daher Wiederum zu staube werden. Dieses weiß ich, aber er Weckt mich wieder aus der erden, Daß ich in der Herrlichkeit Bei ihm sey in ewigkeit. 5. Da wird mich, statt dieser baut, Ein verklärter leib umgeben, Für die neue welt gebaut, Und geschickt zum bessern leben; Und in diesem leib seb' ich meinen jesum ewiglich. Evangel. luth. 9. Wo ist dein triumph, o tod? Nimm den staub hin; ohne grauen Folgen wir, wir werden gott Und auch unsern jesum schauen. Dann wird schwachheit und verdruß Liegen unter unserm fuß. seiner sich will freun, Muß hier rein und heilig seyn. Mel. Wenn mein stündlein 2c. 257. Mein heiland lebt, er macht Des todes ganz bezwungen, Und siegreich aus des grabes nacht Zu gott sich aufgeschwungen. Er ist mein haupt; sein sieg ist mein. Sein soll mein ganzes leben sein, Und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein wort hält, Den tod, o jesu! schauen. Das ist's, was mich zufriedenstellt, Selbst bei der gräber grauen. Ich bin getrost und unverzagt, Weil du den deinen zugesagt: Ich leb' und ihr sollt leben. 3. Wird gleich mein leib des todes raub, Er wird doch wieder leben, Und einst aus der verwesung staub Sich neugebild't erheben, Wenn du, o großer lebensfürst, Einst deinen todten rufen wirst, Zum leben aufzuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd' ich dann Vor dir, mein heiland, stehen! 8 Erste Abtheilung. 114 Dann nimmst du mich mit ehren an; Läss'st in dein reich mich gehen. Forthin von keiner last beschwert, Hingegen herrlich ganz verklärt, Leb' ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein sel'ges theil ist mir In jener welt bereitet! Der freuden fülle ist bei dir. Von dir, o herr, geleitet, Werd' ich in deinem himmelreich Unsterblich, deinen engeln gleich, Vollkommne lust genießen. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, Die hier dir folgen, leben, Und ewig frei von schmerz und müh, von Genießen deiner herrlichkeit. O was sind leiden dieser zeit, Herr, gegen jene freuden. 7. Laß die zukünft'ge herrlichkeit Mir stets vor augen schweben, Und oft in dieser prüfungszeit Mein Herz dahin erheben, Wo keine schwachheit uns mehr drückt, Wo wir, der sterblichkeit entrückt, Frohlockend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum fleiß, Der tugend nachzustreben, und als ein christ, auch dir zum preis, Nach deinem wort zu leben. Und fühl' ich hier noch noth und schmerz, So tröste selbst damit mein herz: Es kommt ein beßres leben. Mel. Wachet auf! ruft uns die zc. 258. Machet auf, ruft einst die stimme, Des sobnes gettes allmachtsstimme: Verlaßt, ihr todten, eure gruft! Wachet auf, erlöf'te sünder! Bersammelt euch, ibr gotteskinder! Der welten herr ist's, der euch ruft. Des todes stille nacht Ist nun vorbei, erwacht, Und lobt den herrn! Macht euch bereit Zur ewigkeit Sein tag, sein großer tag ist da! 2. Erd' und meer und Hölle beben, Die frommen stehen auf zum leben, Zum neuen leben stehn sie auf! Ihr versöhner kommt voll flarbeit, Vor ihm ist gnade, treu' und wahrheit, Des krönt ihren Licht ist um deinen thron Und leben, gottes sohn! Preis dir, beiland! Erlöser! dir, Dir folgen wir zu deines vaters herrlichkeit. 3. Ew'ges lob sey dir gesungen! Wir sind zum leben durchgedrungen! Am ziel sind wir beim großen lobn Christus strömt der freuden fülle Auf uns, wir schaun ibn obne hülle, Jhn, unsern freund und gottessohn. Kein auge sabe sie, Dem ohr erscholl sit nie, Diese wonne. In ewigkeit Se dir geweiht, Herr! unser dank und lob und preis! Mel. Wer nur den lieben gott: c. oder: Du weiser schöpfer: c. 259. Warum erbebst du, mein Bei dem gedan ken an das grab? Nicht dich umschließt einst seine höhle; Nur deine hütte sinkt hinab. Sie schuf der allmacht wink aus staub; Drum wird sie de verwesung raub. 2. Du, zur unsterblichkeit erlesen, Schwingst dich empor du gottes light, Und schaust den ursprung aller wesen Von angesicht zu angesicht; Bewun derst deines gottes macht In jenet welten bau und pracht. 3. Dann, seele, wirst du das verstehen, Was hier kein weiser mund erklärt: Was hier vollkommen ein zusehen, Des wissens trieb umsonst begehrt. Dann täuscht dich wahn und irrthum nicht, Und selbst die finsterniß wird licht. 4. Dann wirst du den, ach, den erblicken, Den hier allein der glaub sieht; Den, der dich ewig zu be glücken, Für deine sünd' am trez verschied. Dann jauchze, daß kein wahn, kein spott Dich hier getrennt von deinem gott. 5. Wann nun der tag des herm erscheinet, Berläßt dein leib der gräbe rub. Zum zweitenmal mit dir ver einet, Wird er unsterblich, so wie du. O seele, zittre darum nicht, daß deiner hütte bau zerbricht! Mel Befiehl du deine wege: c. oder: Valet will ich dir geben ic. 260. W grabe Des tedes fill nacht Ich durchgefchlummert habe, So weckt mich jesu macht, Gicht 23. Vom jüngsten Gericht. diesem leib aus staube Des himmels herrlichkeit. O trost! den mir der glaube An gottes wort verleiht! 2. Es soll mir diesen glauben, Der fest, als felfen ruht, Kein spötter jemals rauben, Kein feind, kein zweifelmuth. Es mag der unchrist beben, Sinkt er in tod und gruft: Ich kenn' ein neues leben, Wozu mich jesus ruft. 3. Den heiden hier auferden War dieser trost verdeckt, Daß wir dereinstens werden Aus tod und grab erweckt. Sie, die das licht nicht hatten, Das uns der tag gebracht, Umgaben todesschatten Und furcht der grabesnacht. 4. Des spötters kübnes lachen Beschimpft ihn selber nur. Es sind gar leichte sachen Dem schöpfer der natur, Den leib neu zu beleben, Den er aus staub erschuf; Ihm klarheit auch zu geben Durch seiner allmacht ruf. 5. Aus saamen, den wir säen, Läßt gott ja alle jahr Die neue frucht ent115 stehen, Die in dem keime war. Es wächset jede blume Aus ihrer saat hervor: Zu seiner allmacht ruhme Steht sie in neuem flor. 6. Kanngott denn nicht auch machen, Daß einst aus tod und gruft Die glieder neu erwachen, Wann seine stimme ruft? Es werden diese glieder, Wie saamen ausgefä't. Gott will: sie leben wieder; Der neue leib entsteht. 7. Ich frag' nicht nach dem spotte Verwegner zweifeler, Und weiß von meinem gotte: Er ist des todes herr. Daß tode leben sollen, Ruht ganz in seiner macht; Und sollt er nicht auch wollen, Daß einst mein leib erwacht? 8. Die aus des grabes banden Gott eh'mals schon erweckt, Und jesum, der erstanden, Da er den tod geschmeckt, Betrachtet unser glaube, Und siegreich rühmet er: Auch uns weckt aus dem staube Zum leben einst der herr. 23) Vom jüngsten Gericht. Mel. O ewigkeit, du donnerwort. bösen schmach und pein, Ten frommen 261. Erhöhtericfu, gottes sobn! aber führst du ein In das verheißne leben. Dann zeigt die that, berr jeſu christ, Daß du der erden richter bist. Der du schon längst der himmel thron, Als herrscher, eingenommen, Du wirst dereinst zu rechter zeit In großer kraft und herrlichkeit Vom himmel wieder kommen. Gieb, daß dann froh und mit vertraun Dich, herr! auch meine augen schaun. 5. O gieb, wann dieser tag erscheint, Daß ich in dir dann meinen freund Und treuen heiland finde; Daß ich mit freuden vor dir steh, Und mit dir in den himmel geh Ganz frei von aller fünde! Wie wird dein anblick mich erfreun! Wie werd' ich dann so selig seyn! 2. Hier faßt kein sterblicher die pracht, Die deinen tag einst herrlich macht; Wie groß wirst du dich zeigen, Wann du auf lichten wolken einst mit deiner engel heer erscheinst, Die selbst sich vor dir beugen: Dann siebt die welt die majestät, Dazu dich gott, dein gott, erhöht. 6. Deine name sey mir ewig werth, Und was dein wort von mir begehrt, Das laß mich treulich üben. Dich, den der ganze himmel preist, Dich müsse hier auch schon mein geist Aus allen kräften lieben: So schreckt mich deine zukunft nicht, So hab' ich muth auch im gericht. 3. Dann tönt dein ruf in jedes grab Mit allmachtsvoller kraft hinab, Und schafft ein neues leben. Auf deinen wink muß erd' und meer Das große unzählbare heer Der todten wieder geben. beseelt Nun alle auf, keiner Mel. Es ist gewißlich an der zeit: c. geeSie stehn durch dich, berr! neu 262. Er kommt, er kommt zum 4. Du sammelst sie vor deinen tbron, Um jedem den bestimmten lohn Nach seiner that zu geben, Dann trifft den weltgericht, Der heiland, den wir ebren: O weigert euch, erlöste, nicht, Jetzt auf sein wort zu bören. Wer hier nicht seine stimme 8* 116 Erste Abtheilung. Bört, Und sie nicht mit gehorsam ehrt,| Väterlich Führst du mich Auf des Wird nicht vor ihm bestehen. 2. Herr, laß mich deiner majestät Mit wahrer freude dienen! Wie herrlich dich dein gott erböbt, Ist zwar noch nicht erschienen; Doch was uns hier verborgen war, Macht jener tag uns offenbar, An welchem du erscheinest. 3. Da, wann vor dir die erde bebt, Und unter deinen füßen Sich alles, was dir widerstrebt, Wird völlig beugen müssen: Wann alle engel vor dir stehn: Da wird auch jedes auge sebn, Wie hoch dich gott erhoben. 4. Da werden, herr, auf dein geheiß, Die todten wieder leben: Dein feind mit furcht, dein freund mit preis Sich aus dem grab erheben; Und wer wird da, herr jesu christ, Daß du der herr des lebens bist, Noch ferner leugnen können? 5. Wer spottet dann noch deiner kraft, Wann du, die hier dich fliehen, Für ihre schuld zur rechenschaft Mit majestät wirst ziehen? Wie wird, wann dich ihr aug' erblickt, Und sie dein strafgerichte drückt, Der spötter heer verstummen! 6. Und wann du dann die deinen nun Mit preis und ehre zierest, Sie ewig ihnen woblzuthun, Zu deinem himmel führest: Wie völlig wird's dann offenbar, Daß es in deinen Händen war, Die deinen zu beglücken. 7. Gieb, daß ich dann, berr jesu christ, Mit freuden vor dir stehe, Und dir, der du so berrlich bist, Getrost entgegen sehe. Wann deiner feinde rotte zagt, Von reu' und angst und furcht geplagt, Dann jauchze meine seele! 8. Daß ich dies glück erlangen mag, So laß in diesem leben, beiland, deinen großen tag Mir stets vor augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weihn, In deinem dienste treu zu seyn, Und so mein heil zu hoffen. lebens wegen Meinem ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer fraft Zum gericht auf erden: Dann soll ich zur rechenschaft Dargestellet werden. Dein gericht Schonet nicht, Richter aller welten! Denn du will vergelten. mein leben! Mir zum heil und dir zum ruhm, Hast du mir's gegeben. 3. Weh dann mir in ewigkeit, Wenn ich deine gabe, Meine fräfte, meine zeit Hier gemißbraucht habe! Weh dann mir, hab' ich hier Dein geschenk verschwendet, Und nicht angewendet! 4. Möchte täglich dein gericht Mir vor augen schweben; Möcht' ich mich stets, meiner pflicht Treu zu seyn, bestreben! Daß ich nie Thöricht sie Außer augen setzte, Noch mit fleiß verlegte! 5. Lehre mich gewissenhaft Meine tage zählen, Eingedenk der rechenschaft Nur was gut ist, wählen! Gieb, daß ich Ernstlich mich, Täglich und auch heute, Zum gericht bereite. 6. Zeigt sich erst die ewigkeit Furchtbar in der nähe, O! dann ist es selten zeit, Daß ich in mich gebe: Wann der tod Mir schon droht, O dann is gewißlich Meine buße mißlich! 7. Mein gewissen strafe mich Gleic für jede sünde, Mittler, daß ich bald durch die Gnade such' und finde; Rufe du Dann mir zu: Alles ist ver geben! Sünder, du sollst leben! 8. Dann werd' ich auch im gericht Vor dir, herr, bestehen, Und vor deinem angesicht Freud' und wonne sehen. Ewig dein Werd' ich seyn, Und mich, dich zu lieben, Ewig, ewig üben. Mel. Ach herr! mich armen 2c. an dein 264. Du richter aller well! Dem thor sey's ein gedichte, Das schwachen nur gefällt: Mich soll sein wahn nicht stören, Weil mich dein göttlich licht, Und mein gewissen leh ren: Du haltest einst gericht. 2. flieht dann Mel. Straf' mich nicht in deinem 2c. 263. Hum; Dein ist auch vor deines armes kraft. Herr, all Herr, ich menschenfinder Ziehst du zur recher schaft. Du rufft, und sie erscheinen 23. Vom jüngsten Gericht. 117 Vor deinem richterthron. Den fün- sünder, die dich hier verschmäht, Gebn dern und den deinen Giebst du gerechten lohn. dann gewiß zur höllen. Da trifft ſie unerforschte pein; Wer wird dann noch ihr retter seyn? Ihr warten ist verloren. 3. Frohlockend sehn die frommen Dein göttlich angesicht; Schon hier dem fluch entnommen, Zagt ihre seele nicht. Nun triumphirt ihr hoffen; Erlös't von aller müh', Sehn sie den himmel offen, Und du, herr, segnest sie. 5. Wie herrlich aber wird alsdann Der frommen werth erscheinen! Du berr, nimmst sie zu ebren an, Erklärst sie für die deinen; Und sie sehn mit erstauntem blick, Daß glaub' und lieb' das höchste glück Aus gottes huld ererben. 4. Wie angstvoll aber beben Die hier dein wort verböhnt, Und durch ein fündlich leben Das eitle herz verwöhnt. Du giebst den sündenknechten Sbr theil in jener pein, Und führest die gerechten Zu deinen freuden ein. 5. Drum laß, herr, dein gerichte Mir stets vor augen seyn, Und drücke sein gewichte Tief ins gewissen ein! Vor dir laß recht mich handeln Und hier zu aller zeit, So wie ein weiser wandeln, Der seinen richter scheut. 6. Ist dann dein tag vorhanden, Wird diese welt vergehn: So hoff' ich nicht mit schanden Vor deinem thron zu stebn. Du stellst mich dann zur rechten von aller schuld befreit, Führst mich mit deinen knechten In deine herrlichkeit. Mel. Es ist gewißlich an der 20. 265. Schon ist der tag von gott bestimmt, Da, wer auf erden wandelt, Sein loos aus gottes händen nimmt, Nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des menschen sohn; Er kommt und wolken sind sein thron, Den erdenkreis zu richten. 2. Hier, an dem rand der ewigkeit, Hier stehn die millionen, Die seit dem ersten tag der zeit Auf dieser erde wohnen, Nur dem allwissenden bekannt, Unzählbar, wie am meer der sand; Hier stebn sie vor dem richter. 3. Hier muß der falsche wahn der welt Der wahrheit unterliegen! Hier, wo das recht die waage hält, Wird keine bosheit siegen; Hier ist zur buße nicht mehr frist, Hier gilt nicht mehr betrug und list; Hier gilt kein falscher zeuge. 4. O herr, mit welcher majestät Wirst du das urtheil fällen; Die 6. Sie gehn nun in das sel'ge reich, Das gott für sie bereitet, Und sehn auf ewig, engeln gleich, Ihr wohlseyn ausgebreitet. Das stückwerk wird vollkommenheit, Kein kummer, keine fraurigkeit Stört forthin ihre freude. 7. Mein heiland, laß mich dein gericht Oft und mit ernst bedenken! Es stärke meine zuversicht Wenn hier mich leiden kränken; Es reize mich, gewissenhaft Und eingedenk der rechenschaft Nach deinem wort zu wandeln. Mel Wachet auf! ruft uns die: c. 266. Wachet auf vom schlaf ihr fünder! Erwacht! denn euch, o menschenkinder, Erwarten tod und ewigkeit. Lohn und strafe, tod und leben Wird der gerechte richter geben. Erwacht! noch ist zur buße zeit. Gerecht, gerecht ist gott, Er hört der frevler spott. Frevler, zittert! Wißt, was er spricht, Gereut ihn nicht, Er kommt gewiß und hält gericht. 2. Plötzlich wird sein zorn entbrennen; Dann wird der spötter ihn erkennen, Des vaters eingebornen sohn. Jauchzet, jauchzt ihr, seine frommen, Er wird zu eurem heile kommen. Bald kommt er und mit ihm sein lohn; Euch richtes christus nicht. Er selbst ging ins gericht Für die fünder, Wir sind versöhnt, Mit gott versöhnt. Wer überwindet wird gekrönt. 3. Seyd bereit, ihn mit verlangen, mit reinem berzen zu empfangen, Denn plößlich bricht sein tag berein, Und der richter wird vom bösen Sein volk, die frommen, ganz erlösen, Von sünd' und tode sie befrei'n. Dann ist vollkommnes heil In ewigkeit ihr theil. Jauchzt, Erste Abtheilung. 118 ihr frommen, Seyd stets bereit Auf diese zeit Und singt gott dank in ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben gott: c. oder: Du weiser schöpfer: c. 267. W ean ich auf gottes wegen wante, Und straucheln will, so schrecke mich Der Herzerschütternde gedanke: Gott richtet einst die welt und dich! Er hat's verkündigt; sein gericht Ist unausbleiblich, strauchle nicht. 2. Der weg der tugend, den ich walle, Sey rauh und steil: wo führt er hin? Zum himmel, wenn ich gott gefalle, Weil ich getreu und standhaft bin; Gestärkt, o gott, durch deine huld Zur selbstverläugnung, zur geduld. 3. Laß mich zu meiner seele sagen: Die welt vergeht mit ihrer lust: Wohl mir, wenn ich bei allen plagen, mir keines frevels bin bewußt! Es kommt, es kommt die ewigkeit, Die mich aus jeder noth befrei't. 4. Denn jesus wird vom himmel kommen; Ich werd' ihn, meinen hei land, sehn, Shn, wie er ist; mit allen frommen Aus meinem grab' auch auf erstehn. Ihm werd' ich völlig ähnlich seyn, Mich ewig meines glaubens freun! 5. Ich werde seine stimme hören: Der du zu meiner rechten bist, Du warst gehorsam meinen lehren; Nimm hin, was dir bereitet ist! Sey, treuer christ, den engeln gleich! Komm, erbe meines vaters reich! Mel. Sey lob und ehr' dem 2c. oder: Lebsinget gott, dem zc. 268. Derfreuden füll' ist, gott, bei dir; Und in dem höhern leben Wird deine huld daraus auch mir zu voller g'nüge geben. Was mich mit reiner luft erfüllt, Was meiner seele sehnsucht stillt, Und sich ohn' ende mehret. 6. Du hast in deinem armen brüdern Barmherzigkeit an mir gethan; Ich nahm meines Icibes gliedern Den segen deiner wohtbat an! Komm nun, gesegneter, zu mir! Den himmel geb' ich dir dafür. 2. Dich lern' ich dann im bellern licht In deiner größe kennen, Und mit vollkommner zuversicht Dich meinen vater nennen. Mit hoher freude ber' 7. Solch eine wonne wartet meiner, Wenn ich mit brüderlichem sinn, Den nächsten lieb' und gern mich seiner Erbarm', und jesu ähnlich bin. Gott, wer kann hart und lieblos seyn? Be trübte sehn, und nicht erfreun? 8. Dort, dort trifft den, der obn' erbarmen Nie menschenfreundlich sich beweist; Der, fühllos bei der noth der armen, Bedrängte nie erquickt, noc speist; Den hungrigen sein brod nicht bricht, Ein unbarmherziges gericht. Verschlossen habt ihr eure hand, Ver 9. Fühllose( wird der richter sagen), achtet eurer brüder klagen: Entweicht; bekennt, und doch nie sucht, Was men ich hab' euch nie erkannt! Wer mich schen froh macht, sey verflucht! 10. So wirst du jede sünde richten, Die nicht bereu't ist; wenn du eint Den übertretern ihrer pflichten Sn deiner majestät erscheinst. Dann wird der fromme nur bestehn; Wer laster haft blieb, wird vergehn. 24) Von der 11. Gieb mir denn licht und muth und stärke, Damit mein glaube dir getreu, Geübt in jedem guten werke, Bewährt und unverwerflich sey! So werd' ich ewig selig seyn; Mich ewig deiner, gott, erfreun. Ewigkeit. ich dann Auf ewig dein erbarmen an, Das mich zum himmel führte. 3. Wann mein erhöhter geist da sieht, Was ich dir zugetrauet; Wann er dein unumschränkt gebiet Noch heller überschauet: Gott, welche wonne ist dann mein! Wie werd ich deiner da mich freun! Wie selig da mich finden! 4. Noch größre werke seb ich dann Von deiner schöpfersgüte, Als ich auf erden sehen kann, Und mein entzüc gemüthe Verliert voll dank und freude 24. Von der Ewigkeit. sich In deiner berrlichkeit, die ich In vollem glanz erblicke. 5. Da werd' ich deinen gnäd'gen rath Noch mehr, als bier verstehen; Dir danken, daß du mich den pfad Der tugend bießest gehen. Und selbst durch leiden dieser zeit Mich zu dem glück der ewigkeit So väterlich bereitet. 6. In unbefleckter beiligkeit Werd' ich dann, gott, dich lieben, Und was dein wille mir gebeut, Mit frohem berzen üben. O welche quelle reiner lust, Sich keiner fünde mehr bewußt, In allem richtig bandeln! 7. Mein leib, aufs herrlichste verflärt, Mit himmelsglanz umgeben, Von allem frei, was ihn beschwert, Geschickt zum höhern leben, Auch der nimmt dann an allem heil Und an der boben wonne theil, Die meinen geist entzücket. 9. Mit allen bürgern jener welt, Die deinen thron umgeben, Werd' ich dort, ibnen zugesellt, In reinster freundschaft leben. Wie klopfet dann in meiner brust Mein ganzes herz voll lieb' und lust, Die ich mit ihnen theile. 8. Den heiland, den ich hier geliebt, Seh' ich dort, mir zur wonne. Die herrlichkeit, die ihn umgiebt, Ist mir auch licht und sonne. Auch da ist er mein herr, mein freund, Durch Mel. Wer nur den lieben gott: c. den ich, gott, mit dir vereint, Stets 270. Es ist noch eine ruh' vorneue freuden gott 10. Ja, ewig ist, mein gott, bei dir Der freuden reichste quelle. Ich schöpfe d'raus, doch bleibt sie mir Stets voll auf alle fälle. Mein glück währt da in ewigkeit, Nichts fehlt ihm an vollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! Mel. Wenn mein stündlein: C. 269. in frembling bin ich in welt, kurz meine tage: So manche noth, die mich befällt, Neizt mich bier noch zur flage, Doch, vater, jene seligkeit Verfüßt mir meine pilgrimszeit, Und stärkt mich selbst im leiden. 119 merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd' ich vollkommen rein, Ganz heilig und ganz selig sein. Dies tröstet meine seele. 3. Wenn mich der zukunft schicksal schreckt, Die noth der fernen tage! Wenn sie in mir die sorg' erweckt, Ob ich sie auch ertrage: So mildert mir die ewigkeit Das turze elend dieser zeit, Daß nicht mein herz verzage. 4. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, Der tod mir näher winket; Wenn nach der arbeit dieser zeit Mein haupt zum schlummer sinket: So sterb' ich frob; die ewigkeit Zeigt mir des himmels herrlichkeit, Tie alles übersteiget. 2. Jetzt, da die sünde mich noch drückt, Seufzt meine bange feele; Wie bald ist nicht mein Herz bedrückt! Wer 5. Herr, diesen trost, der mich erfreut, Vermehr in meinem Herzen. Es stärke mich die seligkeit Bei meiner wallfahrt schmerzen. Sie sey in meinem tod mein heil Und einst mein längst gewünschtes theil, Wenn ich vom tod erwache. ergeb'nen geist, Wenn er sich dieses körpers banden, Nach gottes willen einst entreißt, Und nun nicht mehr so eingeschränkt, Als hier auf erden, lebt und denkt. 2. Die, herr, zu dieser ruhe kommen, Wie felig sind doch alle die! In deinen himmel aufgenommen, Rub'n sie von dieses lebens müh'. Nach aller last, die sie gedrückt, Wird ewig nun ihr herz erquickt. 3. Wie mütter ihre finder trösten, So segnet mit zufriedenheit Auch deine gnade die erlösten Nach überstand'ner übungszeit. Dann wird es ihnen offenbar, Wie gut stets deine führung war. 4. Da schweigen alle ihre klagen; Da bringt mit frobem lobgesang, Selbst für die ausgestandnen plagen, Dir ihre seele froben dank. Nun jauchzen sie: es ist vollbracht! Der herr hat alles wohl gemacht! 5. Forthin bekümmert sie kein leiden, Kein schmerz, selbst keine furcht nicht mehr. Gott führt sie zu den höch 120 Erste Abtheilung. sten freuden, Und krönet sie mit preis| neu besungen. Völlig Giebt sich Den und ehr'. O unaussprechlich süße ruh! erlösten, Sie zu trösten, Der zu kenWie herrlich, herr, beglückest du! nen, Den sie hier schon vater nennen. 6. Wer kann hier deine gnade fas sen? Du willst den, der dich redlich liebt, Nicht ewig in der unruh lassen, Die dieses leben noch umgiebt. O, mach uns ja hier in der zeit Recht würdig für die ewigkeit. 7. Mein heiland, der du selbst auf erden, Der leiden joch getragen bast; Will ich des lebens müde werden, Und fühl ich meiner bürde last: So stärke mächtig meinen geist, Daß er dem unmuth sich entreißt. 8. Gieb, daß in boffnung jener ruhe, Die gottes volk verheißen ist. Ich gern des vaters willen thue, Wie du darin mein vorbild bist: So folget auf der leiden zeit Gerviß vollkommne seligkeit. Mel. Wie schön leuchtet der 2. 271. Mein ganzer geist, gott, wird entzückt, Wenn er nach jenem himmel blickt, Dahin dein wort uns leitet; Wo deine milde vaterhand Aus neuen wundern wird erkannt, Die du da haft verbreitet. Mächtig Fühl ich mich getrieben, Dich zu lieben, Der zum leben Jener welt mich will erheben. 2. Was sind die freuden dieser zeit, Herr! gegen jene berrlichkeit, Die dort bei dir zu finden! Du stellst uns hier auf erden zwar Viel wunder deiner güte dar, Daß wir sie froh empfinden; Doch hier Sind wir Bei den freuden Noch mit leiden Stets umgeben, Dort ist nur vollkomm'nes leben. 3. Kein tod ist da mehr und kein grab, Dort wischest du die thränen ab Von deiner kinder wangen. Da ist kein leid mehr, kein geschrei, Denn du, o herr! machst alles neu; Das alte ist vergangen. Hinfort Sind dort Für gerechte, Deine knechte, Keine plagen Mehr zur prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern heiligthum Erschallet deines namens ruhm Von lauter frohen zungen. Da strahlt die herrlichkeit des Herrn, Hier schaut man sie nicht mehr von fern, Da wird sie 5. Vor seinem antlig wandeln sie, Auf ewig frei von aller müh, Und schmecken seine güte. Hier stört den frieden ibrer brust Und ihre tausend fache lust Kein feindliches gemüthe. Kein neid, Kein streit Hemmt die triebe Reiner liebe Unter seelen, Die hinfort nun nicht mehr fehlen. 6. Gott! welche schaar ist dort ver eint! Die frommen, die ich hier beweint, Find' ich dort alle wieder. Dort sam melt deine vaterhand, Die deine liebe hier verband, Herr, alle deine glieder. Ewig Werd' ich Frei von mängeln, Selbst mit engein Freundschaft pfle gen. O, ein umgang voller segen! 7. Da komm' ich zu des menschen sohn, Der für mich starb, um dessen thron Viel tausend sel'ge stehen. Der du der deinen wonne bist, Dich werd ich da, herr jesu christ, Auch mit ent zücken sehen. Da wird, Mein hirt, Von den freuden Nichts mich schei den, Die du droben Deinen freunden aufgehoben. 8. Wie selig werd' ich da erst seyn! Wie sicher werd' ich mich dann freun! Dir ewiglich lobsingen. O jeſu! berr der herrlichkeit! Du hast dies glüd auch mir bereit't, Hilf mir es aug erringen! Laß mich Eifrig Darnach streben Und so leben Auf der erde, Daß ich dort dein erbe werde! Mel. Wer nur den lieben gott 2c. oder: Du weiser schöpfer 2c. 272. Nach einer prüfung kuryer tage Führst du uns, gott, zur ewigkeit. Dort, dort ver liert sich jede klage In himmlische zufriedenheit. Hier übst du unsern tugendfleiß, Dort aber reichst du uns den preis. 2. Du schenkst dem frommen schon auf erden So manchen sel'gen augen blick; Doch alle freuden, die ihm werden, Sind noch kein recht vollkomm nes glück. Er bleibt ein mensch, und seine ruh' Nimmt in der seele ab und zu. 121 24. Von der Ewigkeit. 3. Bald stören ihn des körpers| O gott, wie muß dies glück erfreun, schmerzen, Bald das geräusche dieser Der retter einer seele seyn! welt; Bald kämpft in seinem eignen Herzen Ein feind, der öfter siegt als fällt; Bald sinkt er durch des nächßen schuld In fummer und in ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, Das laster öfters glücklich ist; Wo man den glücklichen beneidet, Und des bekümmerten vergißt; Hier fönnen wir nie frei von pein, Nie frei von aller schwachheit seyn. 5. Hier such' ich's nur, dort werd ich's finden; Dort werd' ich heilig und verklärt Der tugend ganzen werth empfinden, Den unaussprechlich großen werth; Dich, gott der liebe, werd ich sehn, Dich lieben ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o berr, dein beil'ger wille Mein will' und meine wohlfahrt sein: Und lieblich wesen, heil die fülle, An deinem throne mich erfreun. Dann läßt mein dir geweihter sinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im licht erfennen, Was ich auf erden dunkel sab; Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein geist mit preis und dank Die schickung im zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem throne dringen, Wo gott, mein heil, fich offenbart; Ein heilig, beilig, heilig singen Dem, der für mich geopfert ward; und aller himmel fel'ges heer Jauchzt ihm einstimmig preis und ehr'. 9. Da werd' ich' in der engel schaaren Mich ihnen gleich und heilig sehn; Das nie gestörte glück erfahren, mit frommen stets fromm umzugehn; Da wird durch jeden augenblick Ihr heil mein heil, mein glück ihr glück. 10. Da werd' ich dankvoll dem begegnen, Der gottes weg mich gehen hieß, Ihn mit entzückter rührung segnen, Daß er mir ihn so treulich wies; Da find' ich in des höchsten hand Den freund, den ich auf erden fand. 11. Da ruft( v möchte gott es geben!) Vielleicht mir ein zu: Heil sey dir! denn du hast mein " leben, Die seele mir gerettet, du!" 12. Was seid ihr, leiden dieser erden, Doch gegen jene berrlichkeit, Die an uns offenbar soll werden, Von ewigkeit zu ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie, Ist doch ein augenblick voll müh! Mel. O traurigkeit, o herzeleid 2c. schrecklichs leid Der ewigkeit, Das sünder dort erfahren, Die durch keine zucht von gott Hier zu bessern waren. 2. Durch ihre schuld Von gottes huld und angesicht geschieden, Sehn sie nimmermehr das licht, Haben nimmer frieden. 273. 3. In dieser welt Zum ort bestellt, Wo wir geprüfet werden, Haben auch die bösen noch Theil am glück der erden. 4. Hier können sie In ihrer müh Sich noch des eitlen freuen, Und, wenn das gewissen plagt, Ihr gemüth zerstreuen. 5. In jener welt, Die nichts enthält Für sie an guten gaben, Auch ein tröpflein wassers nicht, Sie im durst zu laben; 6. Und wo forthin Jbr böser sinn Umsonst zerstreuung suchet, Da, da fühlen sie sich nun Von dem Herrn verpfluchet. 7. Ihr wurm, der nagt Und sie zerplagt; Stirbt nimmer im gewiſsen; Nie verlischt des feuers brand, Den fie leiden müssen. 8. So dräut der herr; Gerecht ist er, Wahrhaftig ist sein drüuen. Wehe denen, welche doch Sein gericht nicht scheuen. 9. O gott des heils! Wir unsers den trost der bess'ren welt Keinen theils Verehren dich im glauben, Laß feind uns rauben! 10. O rette doch Auch fünder noch, Die jest dir widerstreben! Laß sie recht zu dir bekehrt, Ewig mit uns leben! Mel. Alle menschen müssen sterben zc. 274. Swie unausſprechlich selig im himmel seyn! Da, da ernten wir unzählig Unsers glaubens früchte ein. Erste Abtheilung. 122 Da wird, ohne leid und zähren, Unser leben ewig währen. Gott! zu welcher seligkeit Führst du uns durch diese zeit. 2. Hier ist zwar, was du den from men Dort für glück bereitet haft, Noch in feines berz gekommen. Welcher mensch auf erden faßt Deines bimmels große freuden? Doch nach dieses lebens leiden Werden alle, die dirtraun, Mehr noch, als sie hoffen, schaun. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 3. Neue wunder deiner gute Werden 275. Wie wohl thuft du, mein gott, den deinen! Du da ihr glück erhöhn. Mit erstaunendem gemütbe Wird dann unser auge sehn, Deine buld sey überschwänglich, Und das gute unvergänglich, Das dem, der dich redlich liebt, Deine vaterband dort giebt. 4. Dann wirst du dich unsern seelen Offenbaren, wie du bist. Keine wonne wird uns fehlen, Da, wo alles wonne ist. Zu den reinsten seligkeiten Wird uns dort der mittler leiden, Der uns dieses glück erwarb, Als er an dem kreuze starb. 5. Da wird deiner finder menge Ein berz, eine seele seyn; Liebe, dank und lobgesänge Dir, erhabenster, zu weihn; Dir, und dem, der selbst sein leben Willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten freund, Sind wir ewig dann vereint. 6. O wer sollte sich nicht sehnen, Aufgelöst und da zu seyn, Wo, nach kummer, noth und ihränen, Ew'ge güter uns erfreun; Wo sich unser kampf in palmen, Unser klagekied in pfalmen, Unfre angst in lust verkehrt, Die forthin fein fummer stört! 7. Was ist unser loos auf erden? Ob's auch noch so köstlich sey, Ist's doch nie ganz von beschwerden, Sørgen, furcht und kummer frei. Schnell folgt hier auf lust oft weinen; Dort nur wird die zeit erscheinen, Wo kein wechsel mehr uns beugt, Wo die wonne immer steigt. 8. Sey, v seele, bocherfreuet Ueber das erbabne glück, Das dir einst dein gott verleihet! Richte deiner boffnung blick Oft nach jener stadt der frommen, mit dem ernst, dabin zu kommen. Trachte, weil du hier noch bist, Necht nach dem, was droben ist. 9. Ohne beiligung wird keiner, Herr, in deinen himmel gehn. O, so mache immer reiner Hier mein herz, dich einst zu sehn! Hilf du selber meiner seele, Daß sie nicht den weg verfeble, Der mich sicher dahin bringt, Wo man ewig dir lobsingt. führst sie einst zum himmel ein. Da werden leid, geschrei und weinen Mir nur ein dunkles traumbild seyn. Da wird auf leicht verschmerzte pein Vollkommne wonne mich erfreun. 2. Wie fröhlich wird mein ganzer wille Da, herr, in deinem willen ruhn! Da find ich aller wünsche fülle; Was ich gehofft, das schau ich nun; Ja, über alle hoffnung weit Empfind' ich da glückſeligkeit. 3 Wie überwiegend ist die wonne, Die den erlösten geist entzückt, Wenn er nun dich, der deinen sonne, In deiner berrlichkeit erblickt. Und so, mein heiland, seh ich dich, Und freue dein auf ewig mich. 4. Da komm ich zu den edlen seelen, Die nun, durch höh'res licht verklärt, Sich gottes führungen erzählen; Der sie durch prüfungen bewährt, Und wundervoll nach seinem rath Zum ew'gen glück erhoben bat. 5. Nie geht ein frevler, ein empörer Ins reich der sel'gen geister ein; Kein schaderfrøber friedenstörer, Kein men schenfeind wird da mehr seyn, Wo der, der in dem himmel thront, Der frommen treu dereinst belohnt. 6. Wie wohl wird uns da seyn, wo klarheit Durch alle wege gottes scheint; Wo lauter liebe, lauter wahrbeit Des himmels bürgerschaft vereint, Und wo du dich, herr jesu christ, Verklärt uns zeigest, wie du bist. 7. Zur boffnung solcher seligkeiten, In der vereinigung mit dir, Wollst du, o herr, mich vollbereiten; Drum schaff ein reines Herz in mir! Du, den ich schauen soll, bist rein; So laß auch meine seele seyn. Zweite Abtheilung. Lieder über die christliche Sittenlehre. 1. Von der Buße und Bekehrung. Mel. Jesu, meines lebens leben 2c. vorsag strafst du nur. Hätt' ich nicht 276. A, wann werd' ich von den trost, ich würde Unter meiner fehler bürde Ganz erliegen, und mich dein, Höchstes gut, nie können freun. der sünde, Gott, mein vater, völlig frei, Daß ich ganz sie überwinde, Ganz dir wohlgefällig sey? Noch nicht, ich gesteh's mit thränen, Kann ich mich von ihr entwöhnen; Ach, zu oft noch regt sie sich, Und versucht zum bösen mich. 7. Stellet mir denn hier auf erden Lebenslang die sünde nach; Kann ich nicht vollkommen werden, Bin und bleib' ich oft so schwach;, so segne mein bestreben, So gerecht ich kann, zu leben, Daß ich doch von heuchelei Und von bosheit ferne sey. 8. Wenn ich wante, laß mich)' s merken; Laß mich sterben fest zu stebn; Eile, mich, dein kind, zu stärken; Lehre selbst mich sicher gebn; Warne mich; sey mein begleiter; Täglich führe, gott, mich weiter, Bis ich in der ewigkeit Dringe zur vollkommenheit. 123 2. In der andacht sel'gen stunden, Wo mein geist die wahrheit bört, Hab' ich oft das glück empfunden, Das die frömmigkeit gewährt; Habe auch gar sehr vienieden, Mir gewünscht den innern frieden, Und ein verz, dir ganz geweiht, So wie meine seligkeit. 3. Voll von heiligen entschlüssen Schwur ich dann, dir treu zu seyn, Und mit wachsamen gewissen Meiner unschuld mich zu freun; Willig wollt' Rel. Herzliebster, jesu was hast: c. ich da mein leben Dir, mein gott, zum 27. Nch, wider dich, mein dienst ergeben, widerstehn, gott, hab' ich gesünStandhaft deine wege gehn. digt! O laß die gnade, die dein sohn verkündigt, Wenn sünden uns von ganzem Herzen reuen, Auch mich erfreuen. 4. Aber, ach! zu schnell empöret Sich der leidenschaften macht; Die verdunkelt, schwächt und störet, Was ich sonst so gut bedacht. Plögliche versuchungszeiten, Beispiel, reiz der eitelkeiten, Deren schwarm mich stets umringt; Das ist's, was zum fall mich bringt. 2. Er selbst hat ja sich auch für mich gegeben. Laß mich vor dir um seinetwillen leben. Tilg' aus die sünden, welche mich entweihen, Weil sie mich reuen. 5. O, ich armer, dem zur treue Feste seclenstärke feblt, Den so oft schmerzvolle reue Und so oft doch fruchtlos quält! ch! wer wird mich ganz vom bösen, Von der bösen lust erlösen? Ich elender! wer befreit Ganz mich von der sündlichkeit? 6. Du verzeibst, gott, die gebrechen Meiner fündigen natur. Nicht die schwachheit wirst du rächen; Bösen 3. O schaff' in mir, gott, eine reine seele, Ein neues herz, das deine mege wähle. Befördere und stärke mein bestreben, Nur dir zu leben. 4. Verwirf mich nicht von deinem angesichte! Gieb deinen geist, daß er mich unterrichte; Gieb ihn, daß er auf deiner wahrheit wege Mich leiten möge. 5. Erquicke mich in meiner feele leiden Mit deiner hülfe, gieb den geist Abtheilung. Mel. Herzliebster jesu, was hast 2c. fus einem tief vor dir 279. A gebeugtem herzen, Ruf ich zu dir in meinen sündenschmerzen: mache mich, gott, meines kummers ledig, Und sey mir gnädig. 2. Beschämt erkenn' und fübl' ich meine fünden; Laß, vater, mich erbarmung vor dir finden. Willst du auf schuld und übertretung sehen, Wer wird bestehen? 124 Zweite der freuden, Damit er, weil ich keine kraft besitze, Mich unterstüße. 6. Mit neuer treue will ich dich verehren; Ich will die fünder deine wege lehren. Mein beispiel soll sie reizen, deinen willen Bern zu erfüllen. 7. O böre, gott, erbarmend auf mein fleben, Wie solltest du ein reuend herz verschmähen, Das deine huld im glauben ernstlich suchet, Der fünde fluchet? 8. Ein herz voll reu und glauben willst du haben, Das liebst du, dem schenkst du des geistes gaben. Du willst die, so nach deiner gnade schmachten, Gott, nie verachten. Bekannte Melodie. 278. Allein zu dir, herr jeſu christ, Steht mein vertraun auf erden. Ich weiß, daß du mein tröster bist; Kein trost kann mir sonst werden. Es ist kein retter außer dir, Kein mensch, kein engel, welcher mir Aus meinen nöthen helfen kann. Dich ruf' ich an: Du bist's, der helfen will und kann. 2. 3war meine schuld ist übergroß; Doch reut sie mich von Herzen. Erbarme dich, und sprich mich los Durch deines todes schmerzen. Ich nehm' dich als den heiland an, der auch genug für mich gethan, Dann werd' ich los der sündenlast. Mein glaube faßt, Herr, was du mir versprochen hast. 3. Gieb mir auch aus barmherzigkeit, Durch diesen glauben, stärke, Zzu dem, was mir dein wort gebeut, zu jedem guten werke; Vor allem laß mich lieben dich, Und meinen nächsten gleich als mich: Und kömmt die lette stund' heran, So stärk' mich dann, Daß ich mich dein getrösten kann. 4. Lob sey gott auf dem höchsten thron, Dem vater aller güte; Und dir, o jesu, seinem sohn, Ter uns schafft heil und friede: So wie auch deinem guten geist, Der uns den weg zum himmel weist. Laß uns dir treu ergeben seyn, Daß wir uns dein, Und deines heiles ewig freun. 3. Bei dir allein, herr, steht es, zu vergeben, Du schenkst uns gerne wahres glück und leben; Muß uns nicht diese große liebe lehren, Dich treu zu ehren? 4. Verzeihe mir, herr, alle meine fehle; Dein harret, vater, meine müde ſeele; Laß trost und rub, um des versöhners willen, Mein Herz erfüllen. 5. Von einem tag bis an den andern morgen, Hoff ich auf dich; stille meine sorgen! Du schenkest ja beladenen und müden Gern deinen frieden. 6. Ja, hoffe nur, mein herz auf gottes gnade! Viel größer ist sie als dein seelenschade; Und endlich wird sie dich von allem bösen Herrlich erlösen. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt zc. 280. Herr, an dir bab' ich gefündigt; Dein ge rechter urtheilsspruch, Allerheiligster, verkündigt Jedem übelthäter fluch. und was kann vor deinen schrecken, Richter aller welt mich, decken? 2. Kann ich deinem arm entfliehen? Du bist allenthalben nah. Flöh' ich, dir mich zu entziehen, Himmelan, ſo bist du da; Stürzt ich in die tiefe nieder, Deine rechte faßt mich wieder. 3. Herr, ich flieh' in deine hände; Außer dir ist keine ruh. Dein erbarmen hat kein ende; Wer ist gnädiger, als du? Du bist gott und kannst vergeben; Ach vergieb und laß mich leben! 4. Groß sind meine sündenschulden, Ibre last ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, Deine lang. muth müde wär, müßt ich, würdest du nur winken, In des todes nacht versinken. 1. Von der Buße und Bekehrung. 5. Mich für straflos zu erklären, Reichet nicht bedaurung zu. Und zerflöß mein herz in zähren, Fänd' ich darum doch nicht ruh. Können eines fünders thränen Dich, o heiliger, verföhnen? 6. Herr, mein heiland, dein erbarmen, Dein für mich vergoßnes blut, Und dein tod erlöst mich armen, Heilet mich und giebt mir muth; Dein verdienst ist's, was mich decket, Wenn mich dein gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen sünden, Schaff' ein reines herz in mir, Laß bei dir mich ruhe finden, Zieh mich immer mehr zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, Mein erlöser, dir zu leben. 7. Wie groß ist doch die seligkeit, Sein herz durch dich zu stillen, Und dann zu thun auch seyn bereit, Herr, deines vater willen! O leite mich auf dieser bahn, Daß ich geborche und fortan Nur dir zu ehren lebe. 8. Stärk' auch mit deinem freudengeist Mich in den letzten stunden, Wenn sich mein geist der erd' entreißt, Von sünden ganz entbunden, Und nimm mich so, wann dirs gefällt, In wahIn eigner bekannter Melodie. 281. Herriesu chrift, du böch- rem glauben aus der welt, zu dei2. Wie drückt mich meiner fünden last! Nimm du sie mir von Herzen, Der du auch mich versöhnet hast Am kreuz mit todesschmerzen; Daß nicht mein herz vor angst und weh Bei der empfindung ganz vergeh, Wie sehr ich mich verschuldet. der erlösten! Ich komme mit gebeugtem dir, mich dein trösten; Mel. Jesu, deine tiefe wunden 2c. Durch dich zum vater mich zu nahn, 282. Hüte, Die du mir bisan die Von ihm vergebung zu empfahn Und kraft zum neuen leben. 3. Denn, denke ich mit ernst zurück An mein geführtes leben, An das durch sünd' verscherzte glück, Was kann mir da trost geben? Doch find' ich ihn bei dir allein, Und brauche nicht trostlos zu seyn, Weil ich dein wort nun habe. 125 sie auf euch und faßt Die hoffnung, ruh' zu finden. 4. Dies ewig theure wort verspricht Ja allen gnad' und leben, Die sich von neuem ihrer pflicht Und ihrem gott ergeben, Und nun vom sündenjoch befreit, mit ganzer berzenswilligkeit Treu deine wege wandeln. 6. Drum komm ich, herr, auf dein gebot, Erfüllt mit baß der sünden, Und hoff', in meiner seelennoth, Bei dir auch troft zu finden: Erbarme dich doch über mich; Bergib mir, was ich wider dich Von jugend auf begangen. 5. Du rufft ja fündern selbsten zu: Ihr reuerfüllten alle Kommt her zu mir! ich schaff' euch ruh' Und richt' euch auf vom falle; Mein joch ist sanft, leicht meine last, Nehmt willig her erzeigt: O so wird mein ganz gemüthe Zu der tiefsten schaam gebeugt, Daß ich dich gering geschäßt, Häufig dein gebot verlegt, Und dich, der mich so geliebet, Doch mit sünden oft betrübet. 2. Alle meine seelenkräfte, Meine glieder, sind ja dein, Und sie sollten zum geschäfte Deines dienstes fertig ſeyn; Doch hab' ich der eitelkeit Unbedachtsam sie geweiht: Ja zum ſchnöden dienst der sünden Ließ ich mich oft willig finden. Ueber mir, o vater, neu. Von wie 3. Deine huld war jeden morgen manchen schweren sorgen machtest du mein herze frei. Was mir nüßte gabst du mir; Aber ach! wie dankt ich dir? wie hab' ich, so vermessen, Leiner langmuth zweck vergessen! 4. Bei so hellem licht der gnaden Sollt' ich ja die fünde fliebn, Und um rettung von dem schaden Meiner seele mich bemühn. Deine güte lockte mich Oft zur buße, aber ich Floh vor ihrem sanften locken, Suchte selbst mich zu verstocken. Zweite Abtheilung. 126 5. Ich bereue meine fünden, Beuge mich, mein gott, vor dir. Laß mich bei dir gnade finden, Neige deine huld zu mir; Ach vergib, was ich getban! Nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom sündenpfade Aufben sel'gen weg der gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue; Gieb, daß mein gebeugter geist Deiner vaterhuld sich freue, Die dein tröstend wort verheißt. Was mein Heiland mir erwarb, Als er für die fünder starb, Fried' und freude im gewissen, Ach! das laß mich auch genießen. 7. Stärke selbst in meiner feele Den entschluß, mich dir zu weihn; Gieb, daß mirs an kraft nicht feble, deinem wort zu mir stets mächtig bei, Mache du mich selbst recht treu. Dich zu lieben, dir zu leben, Sey mein herzliches bestreben. vor deinem angesicht. Erbarmer aller menschenkinder, Gott, geb' mit mir nicht ins gericht! Bin ich es gleich vor dir nicht werth, Taß mir noch gnade wiederfährt. 2. Um trost ist meiner feele bange; Die last gebäufter missethat Liegt schwer auf mir, die mich so lange Von dir, mein gott, entfernet bat. Weß tröst' ich mich, ich schuldiger, Als deiner nur, barmherzigster? 3. Soll ich an deiner buld verzagen, Ich, dein geschöpf? das willst du nicht. Du, der du mich bis jetzt ertragen, Bleibst ewig meine zuversicht. Du, gott, durch den ich leb' und bin, Giebst mich nicht dem verderben hin. gott, zu dir. Ich verehre deine güte; wie theuer ist sie mir! Gott der liebe und des lebens, Keiner harrt auf dich vergebens! Nur verächter deiner huld Stürzet ihre eigne schuld. 2. wege; Mel. Wer nur den lieben gott: c. mensch, o herr, 283. Farmer mene bier zeige deinen willen mir! veite mich die rechten stege, Führe du mich selbst zu dir: Gott, du siehest mein vertraun: Sicher kann ich auf dich bauen; Deine vatertreue ist Ewig, wie du selber bist. 3. Ach, gedenke an die sünden Meiner jugendjahre nicht! Laß mich vor dir gnade finden, Geh' nicht mit mir ins gericht. Sünden, die wir recht bereuen, Willst du, water, verzeihen: O so böre denn auch mich! Meine seele hofft auf dich. ja 4. Tu siehst die folgen meiner sünden; Und denk' ich: wer vertilget die? So läsfest du mich ruhe finden, Und sprichst: ich, ich vertilge sie! Du schenkest mir an jesu beil, Zur stillung meiner unruh, theil. dem gott, der gern vergiebt, Und lieber segnet, als betrübt. 5. Auch mir hat er das glück erworben, Getroft zu dir empor zu sehn; Auch ich soll, da er ist gestorben, Durch ihn begnadigung erflehn, Bei dir 6. Sprich dann zu mir: dir ist vergeben! Und stille des gewissens schmerz Und will mein zagbaft herz noch beben, So sprich du kräft'ger als mein herz. Dein gnadenwort mach' alles gut, Und schenke selbst zur beßrung mutb. 7. Ich zweifle nicht: ich bin erböret; Mein glaube sagt mir, daß ich's bin. Der trost, der sich im Herzen mehret, Der neue dir geweihte sinn, Mein kindliches vertraun auf dich Bezeugen's: du begnadigst mich. Mil. Jesu meines Lebens leben: c. १ ch erhebe mein gemüthe mein 284. eine seele ist dir werth; Gnädig 4. Gott, du willst des sünders leben. willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem sündenwege Wachst du sein gewissen rege Wohl dem, der zu seiner pflicht Umkehrt! den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die elenden, Deren herz sich dir ergibt, Die sich flehend zu die wenden, Ueber ihre schuld betrübt. Freude schenket deine güte Tem geängsteten gemüthe, Welchem du die fündenlast Liebreich abgenom men hast. 6. Herr, zu was für seligkeiten Du, in jener bessern welt, Jeden frommen noch willst leiten, Der dir treu und 1. Von der Buße und Bekehrung. glauben hält, Offenbarst du allen feelen, Die zu ihrem theil dich wählen, Deinen tbeuern gnadenbund Machst du deinen kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben. Gott, mein gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, Treu seyn meiner ganzen pflicht: Keine schnöde lust der sünden Soll mich ferner überwinden; Denn du nimmst dich meiner an, Daß ich standhaft bleiben kann. Mel. Herzliebster jesu, was hast zc. 285. ch flebe, got Ja von ewig großer güte, Zu dir, mit heilsbegierigem gemüthe. Wer hofft auf dich, der hoffet nicht vergebens, Du gott des lebens. 2. Du willst nicht opfer, richter aller welten! Was könnten doch ge schenke vor dir gelten? Du kennst das herz, und willst, statt aller gaben, Nur bess'rung haben. 3. Wenn sich der fünder wieder zu dir kehret, Und dich durch glaubige gesinnung ebret: So willst du sciner fünden nicht gedenken, Ihm gnade schenken. 4. Statt aller opfer, richter aller welten, Soll christi tod für mich alsdann auch gelten: Um seinetwillen soll ich meiner fünden Vergebung finden. 5. Allwissender, du siehest meine reue, Mit der ich bess'rung dir gelob' aufs neue; Sie wirst du, der du in das herz kannst sehen, Gott, nicht verschmäben. 6. Stärk' mich, des lasters falschen reiz zu fliehen, Ein gut gewissen allem vorzuziehen; mit heil'gem ernst gelob' ich dir auf's neue Beständig treue. 127 ner werth zu seyn, Im glauben mich bestrebe. Wenn ich das gute thu', Das mir dein wort gebeut: So dien' ich stets mir selbst Und meiner seligkeit. Mel. O gott, du frommer gott zc. 286. Laß mich doch, o mein gott, Die buße nicht verschieben, Die mir dein wort gebeut; Wie könnt ich sonst mich lieben? Ist wahre besserung Nicht meiner seele glück? O warum säum ich denn Noch einen augenblick? 3. So süß ein laster ist, So giebts doch keinen frieden. Der tugend nur allein Hast du dies glück beschieden. Wer dir, o gott! gehorcht, Erwählt das beste theil. Wer dich, o gott! verläßt, Verläßt sein eignes heil. 8. Du reichst ja kräfte dar, Uns selber zu besiegen. Der sieg, so schwer er ist, Bringt doch gar groß vergnügen. Geht er im anfang gleich Nur noch sehr langsam fort: So bist du gott, mir nah, Und stärkst mich durch dein wort. 9. Wie schnell kann nicht der tod Mich dieser welt entrücken! Und buße ist kein werk Von wenig augenblicken. Ein seufzer, gott! zu dir, Ein wunsch nach besserung, Und angst auf missethat, Ist noch nicht heiligung. 10. So gieb denn, weil ich noch, Herr! deine stimme höre, Daß ich mich ungesäumt Von allem bösen kehre: So darf ich nicht dereinst Zu meiner 2. Du, gott, gewinnest nichts, größten pein Mein bier versäumtes Wenn ich mich dir ergebe, Und, dei- glück, Wiewohl zu spät, bereun.. 4. Was weigre ich mich denn, Das laster zu verlassen? Weil es mein unglück ist, Befehlst du, es zu bassen. Was säum' ich länger noch, Der tugend mich zu weihn? Weil sie mich glücklich macht, Befiehlst du sie allein. 5. Die buße führt mich nicht In eine welt voll leiden: Sie führet mich vielmehr zu dauerhaften freuden; Macht meine seele rein, Füllt mich mit zuversicht, Giebt weisheit, wahre rub, Und muth zu meiner pflicht. 6. Wahr ist es, es ist schwer, Sein eignes Herz bekämpfen; Begierden widerstehn, Und seine lüste dämpfen, Doch bleibts ja meine pflicht; Und diese schwierigkeit, Die heute mich erschreckt, Wird schwerer durch die zeit. 7. Je öfter ich das thu, Was böse lust befohlen, Je stärker wird der hang, Die that zu wiederholen. Scheu ich mich heute nicht, Dein feind, o Herr, zu seyn, Um wie viel weniger Werd' ich mich morgen scheun? Zweite Abtheilung. 128 Mel. Schwing' dich auf zu deinem 2c. iebster vater, ich, dein Lieb kind, Falle vor dir 287. nieder. Du weißt, was mein herz empfind't: O erbarm' dich wieder! Groß ist meine sündenschuld, Die mich innigst reuet, Größer deine vaterhald, Die mich noch erfreuet. 2. Zwar ich bins nicht werth, zu dir Kindlich aufzusehen; Doch du bleibst ein vater mir, Du vernimmst mein flehen; Kennst mein berz, ermunterst mich, Es vor dir zu stillen: Denn du hörst mich väterlich noch um christi willen. 3. Du bist meine zuversicht; Ohne dich ist's keiner; Mich, voll reu, verwirfst du nicht, Du erbarmst dich meiner; Der du deinen sohn für mich In den tod gegeben! Sein erlöster bin auch ich, Theu'r erkauft zum leben. 4. Dies, dies soll in jedem schmerz Mein vertraun erwecken. Vor der fünde soll mein herz, Nicht vor dir, erschrecken. Trauen will ich, vater, dir, Stets die sünde hassen, Rie vergessen, daß du mir So viel schuld erlassen. 5. Preis sei dem allgütigen, Der mein seufzen kennet! Der dem gnadesuchenden Freien zutritt gönnet. Sing es, secle, vor dem Herrn, Fleuß von freuden über! Gott, dein gott, verstößt nicht gern, Er begnadigt lieber. 6. Ewig bist du so gesinnt, Schöpfer meiner feele! Auch wenn ich, dein strauchelnd kind, Noch aus schwachheit feble: So gedenkst du, der du weißt, Daß mein herz dich ehret, Meiner 289. S schwachheit, und verzeihst, Dem, der wiederkehret. Mel. Wenn wir in höchsten: c. 288. Nach dir verlanget mich, nach dir; Gott, meine Hülfe kommt von dir! Wer ist, wie du, so gnadenreich? Wer dir an macht und weisheit gleich? 2. Ach, mein erbarmer, rechne du Mir meine Missethat nicht zu! Sie reuet, gott, sie reuet mich, Und meine seele bofft auf dich. 3. Wie gut, wie leicht ist dein gebot; Du willst, ich soll dich lieben; gott; Willst, daß ich redlich handeln soll Zu meinem und des nächsten wohl. 4. Und doch verletzt ich diese pflicht, Und schätte deine gnade nicht; Ein elend scheingut zog ich thor Oft ihr und meinem heile vor. 5. Mein herz, das seine schuld erkennt, Das siehest du, und wie's entbrennt, Zu thun, was dein gesetz befiehlt, Das nur mein bestes mir empfiehlt. 6. Ich traue der barmherzigkeit, Die sich noch jeden tag erneut; Der vaterhuld, die immerdar Verirrter seelen zuflucht war. 7. Dein wort giebt mir versicherung Vollkommener begnadigung; Ich bin gewiß durch jesum chrift, Daß sie auch mir verliehen ist. 8. Doch nie entfall' es meinem sinn, Daß ich, als christ, berufen bin, Auch meines mittlers tugenden Hier thätig zu verkündigen. 9. Wie ich die gaben angewandt, Die ich empfing aus deiner Hand: Dies wird die große frage seyn, Bricht dein entscheidungstag herein. 10. Ein herz, das sich des guten freut, Voll menschenlieb' und gott ge weiht, Dies soll ich dort nicht erf empfahn; Mein richter fordert's schon alsdann. 11. Schaff' dieses herz in mir; denn, ach! Du weißt es, water, ich bin schwach. Mein trost sey mein vertraun auf dich, Und redlichkeit behüte mich. Mel. Wenn mein stündlein 2c. 289.vater der barmber zigkeit. Ich falle dit zu fuße, Und thu' noch in der gna denzeit Von ganzem Herzen buße. Was ich nicht recht gethan vor dir, Erbarmer, das verzeihe mir, Nag deiner großen güte. 2. Du geber wahrer seelenruh, Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine gnade wirke du, Woran es mir noch fehlet. Gieb mir den geist der beiligung, Daß ich in meiner besserung Es täglich weiter bringe. 3. Und du, o jesu, der du die Für uns dahin gegeben, Du haft aus freier huld auch mich Erlöst zum 1. Von der Buße und Bekehrung. ew'gen leben. Mein seligmacher und mein gott, Erbarm dich meiner seelen noth, Und gieb mir deinen frieden. 4. Für fünder floß dein theures blut Zur rettung vom verderben: So komm es denn auch mir zu gut Im leben und im sterben. Es halte von verschuldungen, Der reichthum der erbarmungen Des höchsten mich zurücke. 5. Geist gottes, du, der feelen licht, Regierer der gedanken, Erinnre mich and weltgericht, Wenn ja mein herz will wanken; Damit ich jedes laster flieh Und, ehrsucht, geiz und wollust nie Mein berz beflecken möge. 6. Und schlägt die letzte stunde mir, So hilf mir überwinden! Laß meine ſeele trost bei dir, Du gott des trostes, finden! Belehre mich, daß schmerz und noth, Der krankheit last und selbst der tod, Mich doch zum leben führe. Mel, Sefu, deine tiefe wunden. 290. Schaffet, schaffet, menschenkinder, Schaffet 4. Werd't ihr aber nicht recht ringen, Sondern träg' und lässig seyn, Eure neigung zu bezwingen; Wie kann cuch der sieg erfreun? Denn es folget nie ein sieg Obne solchen ernsten krieg; Nur die sieger schmückt, zum lohne, Unverwelkt die himmelskrone. 129 die pflicht zur freude machen; Unablässig sich bemühn, Selbst beim spott und hohn der welt, Das zu thun, was gott gefällt: Dieses wollen und vollbringen Heißet, nach dem himmel ringen. bgmodt 6. Drum entreißet euch den lüsten, Wenn ihr noch gefesselt seyd, Und beweiset euch, als christen, Muthig, standhaft in dem streit. Schont der liebsten sünde nicht, Wär' es auch die schwerste pflicht, Und denkt oft an christi worte: Dringet durch die enge pforte. 7. Zittern will ich vor der sünde, Und dabei auf jesum sehn, Daß ich seinen beistand finde, In der tugend zu bestehn. Ja, mein heiland, ach! geh' nicht mit mir armen in's gericht. Gieb mir deines geistes waffen, Meine seligkeit zu schaffen. eure seligkeit! Bauet nicht, wie sichre sünder, Auf die ungewisse zeit; Unverweilt bekchret euch Ringet nach dem himmelreich, Und bemüht euch, hier auf erden Heilig, selig dort zu werden. Mil. Mache dich, mein geist 2c. 2. Doch, soll dieses recht geschehen, 291. Sichrer mensch, noch ist ihr mit sünde widerstehen, Nur was gott, das böchste guth, Von euch fordert, muß allein Eures lebens richtschnur seyn, Wenns gleich eurem schwachen herzen Freude dünket oder schmerzen. 2. Noch weckt der posaunen schall es zeit, Aufzustehn vom schlafe! Nabe ist die ewigkeit, Nabe lohn und strafe. Hör', gott spricht: Säume nicht, Seinen ruf zu hören, Und dich zu bekehren. 3. Selig, wer durch glauben kämpfet! Selig, wer im tampf besteht, Wer der fünde lüfte dämpfet, Standhaft ibren reiz verschmäht! O so jagt dem guten nach, Seht dabei auf christi schmach; So könnt ihr den himmel erben, Frößlich leben, rubig sterben. Nicht die todten alle; Noch bebt nicht der erdenball, Nabe seinem falle; Aber bald, Bald erschallt Gottes rus; zur erden Sollst du wieder werden. 3. Kömmt nun, ehe du's gedacht, Unter sündenfreuden, Deines lebens letzte nacht, Was wirst du dann leiden, Wenn dein Herz, Von dem schmerz Deiner schuld zerrissen, wird verzagen müssen? 4. Wenn vor deinem antlig sich Jede sünd' enthüllet, Wenn dann eine jede dich Ganz mit graun erfüllet; Dich nichts dann Stärken kann, Keine deiner freuden: Was wirst du dann leiden? 9 5. Fleißig beten, all'zeit wachen; Die versuchung weislich fliehn. Sich Scangel. Luth. 18. Gieb zum wollen das vollbringen, Muth und kräfte zu dem streit; Lehre mich, mich selbst bezwingen, Und verleih beständigkeit! Zeige mir" von deinem thron Den verheißnen gnadenlohn, Daß ich wache, bete, ringe, Und also zum himmel dringe. ( bin m 130 med Zweite Abtheilung. I Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 5. Nah' dem untergang, wirst du, An des grabes stufen, Bang um trost 293. Wie theuer, gott, t und rufen: Nette, gott, Mich vom tod! Rette noch im sterben Mich von dem verderben! 6. Noch, noch wandelst du allhier Auf des lebens pfade; Noch ist zur errettung dir Nah des ew'gen gnade. Eil' ihr zu, Daß du ruh Für dein Herz empfindest, Und vergebung findest. deine güte, Die alle missethat vergiebt, Sobald ein reuendes gemüthe Die sünden, die es sont geliebt, Erkennt, verdammt und ernst lich haßt, Und zuversicht zum mittler faßt. 2. Doch lap mich ja nicht sicher werden, Weil du so reich an gnade bist! Wie kurz ist meine zeit auf erden, Die mir zum heil gegeben ist! Gieb, daß sie mir recht wichtig ſey; Daf ich sie meiner beff'rung weih. Mel. Vater unser im himmelreich. 292. So wabr ich lebe, spricht mein gott, Mir ist nicht lieb des sünders tod; Mein wunsch und wille ist vielmehr, Daß er rechtschaffen sich bekehr'; Sich beßre in der gnadenzeit, Undmit mir leb' in ewigkeit. 2. O sünder, drum verzage nicht, Bedenk' es, was gott selbst verspricht Der dir vergebung, treft und gnad' Auch hierdurch zugesaget bat. Und er besiegelt's mit dem eid, Sey nur zur besserung bereit! im 3. Hür dich dabei vor sicherbeit, Denk' nicht: zur buß' ist's immer zeit, Ich will erst thun, was mir gefällt, Und werd' ich müde dieser welt, Alsdann will ich bekehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es: gott ist stets bereit Zum wohlthun, zur barmherzigkeit; Doch fündigst du auf gnade bin, Beharrst in deinem bösen sinn, Und willst nicht sorgen für dein heil, so nimmst du nie am himmel theil. 5. Um christi willen bat zwar gott Verheißen leben für den tod; Allein entdeckt er dir auch wohl, Wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir kund; Verborgen ist die todesstund'. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich; Noch heute kann es ändern sich. Wer heut ist stark, gesund und roth, Ist morgen frank, vielleicht auch todt. Stirbst du nun obne beff'rung bin, Wie willst du denn 7 bilf, o berr jefu, bilf bu mir, Daß ich jetzt komme gleich zu dir, und mich bekehre unverweili, Eb' mich mein ende übereilt; Damit ich heut'und jederzeit Zu meinem hingang sey bereit. 3. 3war beine gnade zu verdienen, Sind ren und bess'rung viel zu klein. Doch darf sich auch kein mensch erfüß nen' zu glauben, dir versöhnt zu seyn, Wenn er noch liebt, was dir mißfällt, Und nicht dein wort von herzen hält. 4. Wie kannst du dem die schuld erlassen, Der frevelnd schuld aufschul den häuft. Der kann kein herz zu jefu fassen, Der zwar auf sein verdient sich steift, Doch in der sünde noch be harrt, Dafür er aufgeopfert ward. 5. Drum fall' ich dir, mein gott, zu füßen, Vergieb mir gnädig meine schuld. Und heile mein verwundt ge wissen Mit trost aus deiner vaterhuld, Sch will mit ernst die fünden scheur Und willig dir gehorsam seyn. 6. Daß mit gerechtigkeit auch stärke Durch christum mir geschenket seg, Will ich durch übung guter werke Beweisen; mache selbst mich treu, Herr, in der liebe gegen dich! Sie dringe stets und leite mich. 7. Laß mich zu deiner ehre leben, Der du die missethat vergiebst! Das baffen, was du mir vergeben, Das lieben, was du selber liebst. Lap vater, mein gewissen rein, Und heilig meinen wandel seyn. Bekannte Melodie. 29-4. We befor Wenn ich beschwere bin Von dem gefühl der fünden? W soll ich rettung finden? Wer wird sid mein erbarmen? Wer schaffet trot mir armen? 1. Von der Buße und Bekehrung. 131 2. O, mein herr jesu, du Russt gute gabe, Die ich noch nöthig habe auch mir gnädig zu. Mit hoffendem Du wirst mich unterstüßen, Und in gemüthe Flieh ich zu deiner güte; Du versuchung schützen. bilfft beladnen ſeelen, Die dich zum helfer wählen. 6. Wie unerschrocken ruht Das herz in deiner hut; Du hast ja selbst verheißen, Nichts solle mich entreißen Dir, dem ich angehöre, Folg ich nur deiner lehre. 3. Sch traue froh auf dich, Dein blut floß auch für mich; Du rettest mich von sünden, Lässt mich den frieden finden, Den der hat, der dich liebet, Und den die woelt nicht giebet. 7. Darum verlaß ich mich, O jesu, ganz auf dich; Jetzt kann ich nicht verderben, Dein reich muß ich ererben: Denn du hast mirs erworben, Da du für mich gestorben. 1. Wie groß die sünde sey, Du machst von ihr mich frei, Wenn ich dein wort recht faffe, Mich fest darauf verlasse. Du sprichst: dir ist vergeben! So fühl' ich neues leben. 8. Herr, deß ich ewig bin, Gieb mir den festen sinn, Das alles stets zu meiden, Was mich von dir kann scheiden: So leb' ich dir, und erbe Den himmel, wann ich sterbe. 5. Zwar viel noch mangelt mir; Toch, gütigster, von dir Kommt jede Bußtagen. schütz'uns, nicht ihr raub zu seyn; Laß 295. land O laß gedeihn sicherheit das land erfreun. Herr, unser b. An öffentlichen Mel. Herzlich lieb hab ich dich ic. u gott, der unsre zumittler, jesu christ, Gott, heil'ger geist der gnaden! Unendlicher! verwirf uns nicht; Wir kommen vor dein angesicht Mit missethat beladen. Nimm von uns unsre sündenschuld. Du gott der langmuth und geduld! Und merk' auf unser beißes flehn, Daß wir dein beil, erbarmer, sehn. Herr, unser gott! Verbirg uns nicht Dein angesicht, Und geh' mit uns nicht ins gericht. 2. Wir haben unsern stand entweiht, Den stand der christen, unsern eid, Und deinen weg verlassen: Doch, sieh, wir kehren voller ren Zurück zu dir: o laß aufs neu Uns deine rechte fassen! Laß sie uns leiten auf den pfad, Den bein befehl gebeiligt bat; Daß irrthum und versuchung nie Uns auf die babn des lasters zich. Herr, unser gott! Vor ungeduld, Vor aller schuld Behüt' uns deine vaterhuld. 3. Dein antlig leucht' auf unser land; Ningsum bedeckt von deiner hand, Laß es der ruh genießen! Wend' ab von uns, mit deiner hut, Der flamme grimm, den zorn der fluth, Des frieges blutvergießen. Sey rettend mit uns, wenn die noth Des mangels und der seuchen droht, und Und sicherheit das land erfreun! 4.. Sohn gottes, der zur erde kam, Und unsre schwachheit auf sich nahm, | Um gott uns zu versöhnen; Der durch den tod ins leben drang, Eich dann zu rechten gottes schwang, Wo ehr' und preis dich krönen: Vertritt, o mittler, uns bei gott! Durch deine leiden, deinen tod, Stärk' uns in unfrer prüfung lauf, Und wenn wir straucheln, hilf uns auf! Herr, unser gott! Dein trost, dein licht Verlaß uns nicht Im rod, im grab, im weltgericht. 5. Schüß' uns vor irrthum und gefahr; Erhalte deiner frommen schaar Der eintracht glück und seegen! Uns leite, gott, dein guter geist, Und was dein wort verspricht und heißt, Sey licht auf unsern wegen! Laß auch in lehr' und wandel rein Die diener deines wortes seyn, Und bringe zu der wahrheit glück, Zu dir, die irrenden zurück. Herr, unser goit! Breit' aus dein wort An jedem ort, Gieb geist und kraft zu deinem wort. 6. Auch die regenten lenke du, Daß sie durch weisheit und durch ruh Der länder wohlstand heben; Dem fürsten, 9* 132 Ad Zweite Abtheilung. no der uns schüßt und liebt, Gieb, der Bereitle der verfolger ratb, Und lebre in ibm so viel uns giebt, Das beste sie den rechten pfad. Herr, unser ſpät'ste leben! Noch lange sey sein gott! Durch alles leid Der pilgerzeit vaterblick Uns, feinen kindern, schuß Fübr' uns zu deiner herrlichkeit. und glück; O! schütt' auf ibn, und auf sein baus, Und seine räthe segnung aus! Herr, unser gott! In deiner band Ist unser land; Beglück' es, segne jeden stand. S 17. Vernimm der leidenden gebet; Wer in gefahr und noth dir flebt, Dem bilf aus seinen nöthen! Gieb kranken linderung und ruh; Die sterbenden erlöse du, Erhör' ihr christlich beten! Sey aller unterdrückten heil, Der witwen und der waisen theil; uns, leit' uns väterlich! e. Nach geschehener Bekehrung. Rel. O gott, du frommer gott. as kann ich doch für 296. W dank, O herr, dir dafür sagen, Daß du mich mit geduld So lange zeit getragen: Da ich in großer sünd' Und übertretung lag, Und dich, o heil'ger gott, Erzürnte manchen tag. 2. Sehr große lieb' und huld Erwiesest du mir armen; Ich fuhr in bosheit fort, Du aber in erbarmen: Ich schob die buße auf Und wider strebte dir! Du schobst die strafe auf, Und trugst geduld mit mir. 3. Daß ich nun bin bekehret, Verdank' ich deiner gnade; Tu, du, riefft mich zurück Von des verderbens pfade. Turch deine gut' und tren, Die an die wolken reicht, Hast du mein har tes herz Gerühret und erweicht. 4. Selbst konnte ich dich wohl Beleidigen mit sünden; Doch konnt' ich ohne dich Ten weg zum heil nicht finden. Selbst fallen konnte ich Und ins verderben gehn: Nur selbsten konnt' ich nicht von meinem fall aufstehn. 8. Du thust weit mehr, als wir verstehn, Kannst mehr gewähren, als wir flebn; Laß uns erbörung finden! D! neig' auf unser flehn dein ohr, Heb' unser Herz zu dir empor, Und mach uns rein von sünden. Laß uns nun ganz dein eigen seyn, Jm leben und im tode dein; Wir sind durc chrifti blut erlöst; O du, der fünder nicht verstößt, Herr, unser gott; Er barme dich, Erbarme dich! Verglid 15. Du hast mich aufgericht't, Und mir den weg gewiesen, Den ich nun wandeln soll; Dafür sey, berr, ge priesen! Sey hochgelobt, daß ich Die alten sünden hass'; Und das, was dir mißfällt, Nun willig unterlaß. 6. Damit ich aber nicht Aufs neue wieder falle: So gieb mir deinen geit So lang' ich hier noch walle, De mich, den schwachen, stärk', Und in mir mächtig sey, Auch mein gemüthe stets Zu deinem dienst erneu. 7. Ach leit' und führe mich, St lang' ich leb' auf erden; Laß mich nicht, ohne dich, Durch mich geführe werden. Führ' ich mich ohne dich, So werd' ich leicht verführt; Wenn du mich leitest selbst, Thu' ich, was mir gebührt. 2) Vom Glauben und In veriger Melodie. ben, Und was uns nüßlich ist, Getrost zu suchen haben: O sieh erbarmend 8. O gott, du großer gott! vater, hör' mein flehen! Laß, jesu, gottes sohn, Mich deine wege geben; Regier' o heil'ger geist, Durch dein wort mich allzeit, Daß ich dir dient hier, Und dort in ewigkeit. seinen nächsten Folgen. mich In meiner schwachheit an, Weil ich nicht, wie ich will, Dir recht ver 297. Hei dem wir alle ga- trauen fann. err, allerhöchster gott! 2. Ich glaube zwar an dich, Dod nur mit schwachem glauben; Oft wil 2. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 133 die zweifelsucht mir alle boffnung| daß ich dir im glück Und unglück stets rauben. Wer macht das berz gewiß, getreu, lind dem, was du gebeutst, Als du, o herr, allein? Laß deine Von Herzen folgsam sey.nolitin hülfe doch Von mir nicht ferne feyn. 3. O reiche du mir selbst Aus gnaden deine bände! Mach, daß dein guter geist Sein werk in mir vollende. Ist schon, dem senfkorn gleich, Mein glaube noch sehr klein, So laß ihn doch bei mir In stetem wachsthum seyn. 4. Auch hilf mir, daß ich den, Den du gesandt, erkenne. Ihn meinen herrn und gott, In geist und wahrheit nenne; Und treu und redlich thu, Was mich sein wort gelehrt, Daß ihn herz, mund und that Als meinen heiland ehrt. 4. Gieb, daß ich stets in mir Die zuversicht vermehre, Daß du mein vater seyst, Und ich dir angehöre; Daß alle meine schuld Von dir vergeben sev: Damit mein herz sich dein, Als feines gottes freu. Sad 5. Mach diese zuversicht In mir, o gott, so kräftig, Daß ich mein lebenlang In deinen dienst geschäftig, Und stets beslissen sey, Zu thun, was dir gefällt: So hab' ich schon in dir, Den himmel auf der welt.im junches vertraun. que 6. Mein heiland! der du einst Für deine jünger batest, Und, wenn sie wanketen, Beim vater sie vertrateſt: Ach, unterſtüß' auch jetzt Mein fehnliches gebet, Und schenke glaubenskraft Dem, der dich darum flebt. 5. Sein göttliches verdienst Sey mir beständig theuer; Es fülle mich mit trost; Es mache mich stets freier vom schnöden sündendienst; Es stärke mich mit kraft, 3u deines namens rubin, In meiner pilgrimschaft. 6. Wie selig leb' ich dann Im glauben schon auf erden! Noch berrlicher wird einst Mein theil im himmel werden. Da werd' ich, was ich hier Geglaubt, im lichte schaun Und du erfüllst dann ganz Mein kindli7. In deiner mittlershand Ist beil und aller segen. Herr, unterstüße mich Auf allen meinen wegen! So geb' ich freudig fort, In dieser pilgerzeit, Zu meines glaubens ziel, Der feelen seligkeit. gnad' und cbristi blut; Ich hoff' ein ewig leben! Du bist ein vater, der verzeiht, Hast mir das recht zur seligfeit Durch deinen sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich heil, An dir, an deiner gnade theil, Theil an dem himmel haben! Im herzen durch den glauben rein, Dich lieben und versichert seyn Von deines geistes gaben! In voriger Melodie. 298. He err, ohne glauben kann Kein mensch vor dir 3. Tein wort, das wort der seligkeit, Wirkt göttliche zufriedenheit, bestehen; Drum wend' ich mich zu Wenn wir es treu bewabren; Es dir Mit demuthsvollem flehen; Ospricht uns trost im elend zu, Verzünde selbst in mir Den wahren glau- süßet uns des lebens ruh, Und stärkt ben an, In welchem ich allein Dir uns in gefahren. wohlgefallen kann. 2. Laß mich, gott, daß du seyst, Mit überzeugung glauben. Nichts müsse mir das wort Aus meinem berzen rauben: Daß du dem, der dich fucht, Stets ein vergelter seyst, Und bier und ewig ihn Mit deinem beil erfreuft. Me. Kommt her zu mir, spricht: c. 299. ch hoff, v.gott, mit fe 4. Erhalte mir, o herr, mein hort, Den glauben an dein göttlich wort, Um deiner güte willen! Laß ihn mein licht auf erden seyn, Ihn täglich mehr mein berz erneun, Und mich mit troft erfüllen. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich sc. 3. Wahrhaftig ist dein wort. Gieb, daß ich darauf traue, Und meine boff- 300. h komme, friedensfürft, zu dir! nung fest Auf deine treue baue; Gieb, rufst du ja auch mir, Den frieden zu 134 empfangen. Die fündenlast ist mir zu schwer: O laß mein herz von trost nicht leer, Laß es zur ruh gelangen! Die jedem tief gebeugten geift Dein theuer werthes wort verbeißt. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von sünden rein? Herr jesu christ, Mein trost, mein licht! Mein trost, mein licht! Verwirf mein sehnlich flehen nicht. oglo na Zweite Abtheilung. 2. Anbetend steh' ich, herr, vor dir; Dein antlig neige du zu mir. Und sey mir fünder gnädig! Wenn mein vergehn um rache schreit, So mache aus barmherzigkeit Mich aller strafe ledig. Der du am freuz gelitten hast, Du trugst auch meiner sünden last, Als du zum heil der sünder starbst, Und ibnen gottes huld erwarbst. Herr jesu christ, Mein gott und Herr! Mein 4. Herr, lenfe meines geistes blid gott und herr! Gieb mir den trost, begnadigter. Von diesem weltgetümmel Auf dich, auf meiner seele glück, Auf ewigkeit und himmel. Die welt mit ihrer berrlichkeit Vergebt und währt nu kurze zeit, Im himmel scy mein wandel. 5. Jeßt, da mich dieser leib beschwer, Ist mir noch nicht erschienen, Was jene beßre welt gewährt, Wo wir gott ewig dienen. Dann, wenn mein auge nicht mehr weint, Und nun vollkomm nes glück erscheint, Dann werd' ich's froh empfinden. 3. Du, du bist meine zuversicht! Durch dich entflieh' ich dem gericht, Dem schweren lohn der sünden; Durch dich kann ich der straf' entgen, Und mich mit gott vereinigt sehn, Durch dich das leben finden. Dein tod ist der verlornen beil, Gieb mir an seinem segen theil! Er schaff auch mir beru bigung, Und wahre lebensbesserung. Herr jesu christ! Ich hoff' auf dich! Ich hoff' auf dich! In dieser Hoffnung stärke mich. indenly and 4. Mein ganzes Leben preise dich! Erlöst, mein mittler, hast du mich, Dein eigenthum zu werden. Bin ich nur dein, so fehlt mir nicht! Nichts einst am tage des gerichts, Nichts hier auf dieser erden. Auf dieser bahn zum vaterland Entzeuch mir niemals deine band: Zu allem guten stärke mich, Und laß mich siegen einst durch dich. Herr jesu christ! Mein berr und gott! Mein Herr und gott! Hilf mir zum leben durch den tod.* Mel. Sey lob und ehr' dem zc. eder: Lebsinget gott, dem zc. mel einer bessern welt, Leb' ich bier nur im glauben; Dort schau' ich, was ich hier geglaubt; Wer ist, der mir mein erbtheil raubt? Es ruht in jesu händen. 2. Mein leben ist ein kurzer streit, Und herrlich ist die frone. Das glüc der ganzen ewigkeit Wird mir zum frohen lohne. Du hast für mich den tod geschmeckt; Mir, wenn nur deine huld mich deckt, Kann selbst der too nicht schaden. 3. O herr, du bist mein ganzer ruhm, Mein bester trost auf erden; In jener welt mein eigenthum; Was kann mit größers werden? Von fern glänz mir mein kleinod zu; Du schaffst mir nach dem streite rub, Und reichst mir meine krone.br 103 ch weiß, an wen mein 301. feind soll mir ihn rauben; Als bürger 6. Im dunkeln seh ich hier mein heil; Dort seh ich's klar und heiter. Hier ist die schwachheit noch mein tbeil; Dort hebt mein geist sich weiter. Hier ist mein werth mir noch verhüllt; Dort wird er sichtbar, wenn dein bild Mich einst vollkommen schmücket. 7. Zu diesem glück bin ich erkauft, O herr, durch deine leiden; Auf der nen tod bin ich getauft, Wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine hand; Ich bin dir, herr, du mir bekannt, Mein sind des himmels freuden. 8. Wie groß ist meine herrlichkeit! Empfinde sie, o seele! Von lust der erde unentweiht, Erhebe gott, o feele! des Der erde glänzend glück vergebt, Nur ewigkeiten. ama allt 2. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. Met. Befiehl du deine wege: c. 302. daß ich Erlöst bin, ch weiß und bins gewiß, 303. Set für mich, fo trete gottes sohn, durch dich Vom schnöden dienst der fünde. Gelobt sey gott! ich bins gewiß, Hilf, mein erretter, daß ich dies Bis an mein end' empfinde. 2. In dieser so verderbten zeit Des leichtsinns und der sicherheit Wach' über meinen glauben! Du freund der menschen, wache du, Daß keine zweifel meine ruh Und meinen trost mir rauben. Gleich alles wider mich: Tenn wenn ich gläubig bete, Zeigt er mit hülfe sich: Hab' ich ihn nur zum freunde, Und liebet mich mein gott, Was schad't mir dann der feinde Verfolgung, schmach und spott? 3. Den spott der frevler über dich Und deinen tod am freuz laß mich, Wie er's verdient, verachten. Mit desto stärkerer begier Laß meine feele, herr, nach dir Und deinem reiche trachten. 135 7. Dann würd ich nach dem himmel nicht mit freud', o herr, im angesicht, mit seelenruhe sehen: Dann hätt' ich keinen heitern sinn; Dann wär' die frohe hoffnung hin, Zu ihm einst einzugeben. 4. Wenn mir die welt gelegenheit Zur sünde giebt, zur eitelkeit, Und zu verbotner freude: So dämpfe du in meiner brust Die reizung aller bösen lust, Daß ich sie standhaft meide. 3. Der grund, worauf ich baue, Ist christus und sein blut: In ihm, dem ich vertraue, Find' ich das ew'ge gut. An meinem armen leben Ist nichts auf dieser erd', Was christus mir gegeben, Das ist der liebe werth. 5. Ich möchte sonst, durch sie verführt, Die fünde, die den tod gebiert, Mich übereilen lassen; Mich dann aus sündenlust vergehn, Und deiner wahrheit widerstehn, Ihr helles licht gar haffen. 4. Er ist mein ruhm und ehre, Er ist mein trost und licht. Wenn er nicht für mich wäre. So täm' ich ins gericht. Wie würd' ich da bestehen Vor seinem richtersiz? Ich müßte gleich vergehen, Wie wachs in feuers big. 5. Doch jesu hat sein leben, Zür tilgung meiner schuld, Am kreuz da6. Wenn meine freudigkeit zu dir, bin gegeben; Wie groß ist diese huld! Mein glaub' und meine Hoffnung mir Ich darf mich seiner freuen, Hab einen Hierdurch entrissen würde: So würde heldenmuth; Darf kein gericht mehr nichts mich recht erfreun, Die welt scheuen, Wie sonst ein sünder thut. mir trüb' und traurig seyn, Mein 6. Nichts, nichts kann mich verleben eine bürde. didammen, Denn jesus starb für mich; Die böll' und ihre flammen Sind mir nicht fürchterlich: Kein urtheil kann mich schrecken; Nichts, was uns sonst betrübt: Denn christus will mich decken, Mein heiland, der mich liebt. 7. Sein geist wohnt mirim berzen, Regiert mir meinen sinn, Stillt ſorgen, furcht und schmerzen, nimmt feden kummer bin: Gieb auch in trüben tagen Mir freudigkeit, und schafft, Daß ich kann, vater, sagen, Durch seines wortes fraft. 8. Gewissensschrecken würden mich, Der ich vom pfad des guten wich, Schon hier zur qual ergreifen, Und peinigende furcht vor dir, Der welten richter, sich in mir Mit jedem tage häufen. 2. Ich weiß und glaub' es feste, Und rühm' es ohne scheu. Daß gott, der höchst' und beste, Mein freund und vater sey. Er wird in allen fällen Zu meiner rechten stebn: Er dämpfet sturm und wellen, Läßt mich nicht untergebn. 9. Der du für mich am freuze 8. Der spricht auch meinem geiste starbst, und hoffnung mir und trost Manch andres trostwort zu: Wie gott erwarbst, Laß mich so tief nicht fallen! dem bülfe leiste, Der bei ihm suchet Erhalt mir meines glaubens rub', rub, Und wie er hab' erbauet Mir eine Und meinen wandel lenke du Nach neue stadt, Wo aug' und herz einst deinem wohlgefallen. enndung schauet, Was er geglaubet hat. S uspions Zweite Abtheilung. mo 10 6. Herr, deine ewigkeit Wird mir mehr licht gewähren, und deine große lieb' Durch schauen mir erklären. Un endlich ist mein beil. O glaube, der erfreut! Gelobet sey der herr, Gelobt in ewigkeit. 136 9. Da ist mein theil und erbe Mir herrlich zugericht; Wenn ich gleich fall' und sterbe, Fällt doch mein himmel nicht. Mein jesus bilft mir ringen, Und muß ich manche zeit Mit weinen auch hinbringen, Versüßt er mir mein leid. 10. Kein schmerz und keine freuden, Nicht herrlichkeit, noch noth, Kein glück und keine leiden, nicht angst, 305. gottes fobn, herr jest gefahr, noch wir Dein es, denken können, So groß es immer sey, Soll mich von jesu trennen; Ich bleib' ibm ewig treu. mir zu geben, Was mir zum glauber nüße ist, Was ihm giebt kraft und leben; Drum bilf du mir von oben her, Daß ich, gestärkt je mehr und mehr, Recht und beharrlich glaube. 2. Durch dein wort unterweise mich, Den vater recht zu kennen, Mit freu denvoller ehrfurcht dich Des höchsten sohn zu nennen! Daß ich auch deinem guten geist, Der uns den weg zum him mel weißt, Von ganzem Herzen folge. 3. Laß mich dein großes gnadenheil Mel. O gott, du frommer gott ic. 304. Mag doch der ſpötter Im rechten licht erblicken, Und mi beer Sich deines namens schämen; Ich freue mich, dein beil, Herr jesu, anzunehmen. Dein kreuz ist thorheit nur Dem, der es nicht versteht, Und keiner spottet ſein, Der gottes wege geht. dazu an meinem theil Mit allem eifer schicken. Durch dich nur sind' ich trof und rub, Und ewiges beil; der weg bist du, Die wahrheit und das leben. 2. Du kamst, des höchsten sohn, Im leben und im sterben Uns weisheit, kraft und trost, Und gnade zu erwerben. Du warst der welt ein licht; Und folg' ich seinem schein, Wie weise bin ich dann! Wie selig werd' ich seyn! 3. Ich kann hier freilich nicht Das große wunder fassen: Gesandt vom ewigen, Der himmel thron verlassen, Die thaten gottes thun Als eingeborner sohn, Und dann am kreuz empfahn Der missethäter lohn! 11. Mein berz ist voller freuden, Wie sollt' ich traurig seyn? Ich achte nicht der leiden, Seh beitern sonnenschein; Der für mich lebt und wachet Ist mein herr jesus christ; Das, was mich jauchzen machet, Ist, was im himmel ist. siffsid the s Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 4. Doch kann mein herz gar wobl Der wahrheit fraft empfinden, Die meinen geist belebt, mich reiniget von fünden; Auch hab' ich, berr, durch dich Gerechtigkeit und heil, Und an der seligkeit Der gottversöhnten theil. 5. Dies müsse meine lust An dir, o herr, erwecken. Zu schwach, den ganzen rath Der gottheit zu entdecken, Nehm' ich dein großes heil Mit dank und freuden an, Und folge dir getreu Auf ebner tugendbahn. d) 4. Gieb, daß ich traue deinem wort Es tief zu Herzen fasse; Daß sich mein glaube immer fort Auf dein verdienst verlasse; Daß zur gerechtigkeit mit werd', Der ich mit sünden bin beschwert, Dein heil auch zugerechnet. 5. Doch soll auch stets mein glaube sich Des bluts, das du vergossen, Nicht anders trösten, als daß ich, 3 deinem dienst entschlossen, Durch seine kraft die arge welt, Und was sie dir entgegenstellt, Besieg und überwinde. 6. Zwar ist mein glaube schwad und klein; Oft kann ich ihn kaum merken: Doch willst du mir, herr, kraft verleihn, Und kannst mich mäch tig stärken. Das schwache rohr zer brichst du nicht, Verlöschest kein noc glimmend licht; Drum stärke mich, den schwachen. 7. Hilf, daß ich recht sorgfältig sev, Den glauben zu bewahren, Ein gut gewissen auch dabei; Daß ich bei den gefahren Der welt, sey wachsam alle zeit, Durch früchte der gerechtigkeit Des glaubens kraft beweise. mut 2. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 137 8. O laß den glauben stets in mir 2. Deinem rath ergeben, Freu' ich So wachsen, und sich stärken, Daß er mich zu leben; Was du willst, ist gut. sey fruchtbar für und für, Und reich Nichts vermag ich schwacher; Du, an guten werken, Daß er sei thätig mein feligmacher, Schenkst mir kraft durch die lieb', Mit freuden und geduld und muth, Wenn die welt Erbebt sich üb' In dem, was gott gefällig. und fällt, Wenn gericht und hölle die kraft, 9. In meiner Den legtenrecken, Willst du mich bedecken. yeh kann ohne grauen Tod und grab anschauen; Mein Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, Weiß, daß aus dem staube Mich sein arm erhebt. Todestag, Dein schrecken mag Eines frevlers herz erschüttern: Was brauch' ich zu zittern? Daß ich an schritt der pilgrimschaft Durch glauben froh vollende. D, mache mich, herr stets bereit, Daß ich der seelen seligkeit, Des glaubens end', erlange. Mel. Mach's mit mir gott. 306. Wer gottes wort nicht hält, und spricht: Ich kenne gott, der heuchelt, In dem ist gottes liebe nicht, Wie sehr er sich auch schmeichelt. Wer aber sein wort glaubt und hält, Der liebt ihn so, wies ihm gefällt. 2. Der glaube, den sein wort er- 5. Daß ich gott erfenne, Frob ihn zeugt, Muß auch die liebe zeugen; Je höher dein erkenntniß steigt, Je mehr wird diese steigen. Der glaub' erleuchtet nicht allein; Stärkt auch das herz und macht es rein. vater nenne, Und mich ewig seyn; Daß ich bier am grabe Trost und hoffnung habe, Dank' ich dir allein. Daß dein geist Mich unterweist, Und mich führt auf deinem pfade, Dank' ich deiner gnade. fin ibin 3. Durch jesum rein von missethat, Sind wir nun gottes kinder; Wer solche boffnung zu ihm bat, Ter flieht den pfad der sünder, Folgt christi beispiel als ein christ, Und reinigt sich, wie er rein ist. 6. Du hast blut und leben Für mich hingegeben, Daß in meiner noth Ich nicht hülflos bliebe: Groß ist deine liebe, Stärker als der tod. Herr, und ich, Ich sollte mich Deiner huld nicht dantbar freuen? Dir mein herz nicht weihen? 4. Alsdann bin ich gott angenehm, Wenn ich gehorsam übe. Wer seinen willen thut, in dem Ist wahrlich gottes liebe: Ein immer thätig's christenthum: Das ist des glaubens frucht und ruhm. 5. Der bleibt in gott, und gott in ihm, Wer in der liebe bleibet. Die lieb' ist's, die die serapbim Gott zu geborchen treibet.( Gott ist die lieb'! an seinem heil Hat ohne liebe niemand theil. Mel. Jesu, meine freude: c. 307. Wie getroft und heiter, leiter, Machst du meinen geist! Der du, die dich lieben, Selbsten im betrüben, Doch so gern erfreust. Niemals wird Bei dir, mein hirt, Freund und tröster meiner scelen, mir er quickung fehlen. 4. In mir ist noch fünde: Doch, ich überwinde Sie, gestärkt durch dich. Sint' ich schwacher nieder; Du erhebst mich wieder, Du begnadigst mich. Leine buld tilgt meine schuld, Nie läßt du reuvollen seelen Dein erbarmen fehlen.n 7. Würdig dir zu leben, Dies sey mein bestreben, Meine lust und pflicht! Was die welt vergnüget, mein gott, das gnüget Meiner feele nicht. Hab' ich dich, Wie gern will ich Das, wornach die sünder trachten, Reich in dir, verachten. 8. Macht ein gut der erde, Dağ ich glücklich werde In der ewigkeit? Sind nicht auch die ehren, Die den finn bethören, Wahre eitelkeit? Du meinen geiſt: Und du willst, die dich verehren, Ewig wieder ebren. 9. Deinen hohen frieden Schmeck' ich schon hienieden: Und was hoff'ich dort? Unbegrenzte zeiten, Voller seligkeiten Hoff' ich auf dein wort. Sie sind 138 mein, Durch dich allein; Bleib' ich dir getreu im glauben, er kann sie mir rauben. ghal Zweite Abtheilung. 10. Voll von deiner güte Frohlockt mein gemüthe, Gott, mein heiland, S dir; Dieser geist der freuden Stärke mich im leiden, Weiche nicht von mir! Laß mich so Beherzt und froh Einst durch's thal des todes dringen, Dort dein lob zu singen. 3) Vom thätigen Christenthum überhaupt. Mel. Chrift, unser herr, zum 2c. zu gute, Schmachvoll an dem freuze 308. Bewabre mich, berr, daß starbst; Ach, wie dienen deine christen Immer noch der fünde lüsten; Leben obne besserung, Fern von wahrer beiligung. der wahn Nie mein gemüth bethöre, Als wär' es schon genug gethan, wenn dir nur äußre ehre Der mensch, dein unterthan, erweist. Erinnere mein gewissen, Daß alle christen dir im geist Und wahrheit die nen müssen, Die dir gefallen wollen. 2. Herr, du litt'st, uns vom ver derben, Von der sünd' uns zu be frein; Und wir wollen lieber sterben, vieber ihre knechte seyn? Glauben immer noch, in sünden Unsers lebens glück zu finden, Und vergessen dein gebot, Deine schmach und deinen tod. 2. Die kommen nicht ins himmelreich, Die, berr! zu jesu sagen, Und nicht mit rechtem ernst zugleich Der heiligung nachjagen, Nur die, die deinen willen thun, Läss'st du als deine kinder, O gott, in ew'gem frieden ruhn, Wenn heuchlerische jünder Von dir verstoßen werden. 3. Ach, wann werden wir's erkennen, Warum du gestorben bist? Wann uns nicht blos christen nennen, Sondern thun, was christlich ist? Wann, um deines todes willen, Jesu, dein geseh erfüllen, Und den sünden widerstehn, Weil sie deine leiden schmähn? 3. Drum laß mich doch vom glauben nie Ein heilig leben trennen; Mich nicht für einen christen bie Blos äußer- 4. Wer dich sieht von Gott ver lich bekennen.( Bieb, daß mein glaube thätig sey, Und tugendfrüchte bringe, Daß ich, vom fündendienste frei, Mit eifer darnach ringe, Im guten zuzunehmen. lassen In der tiefsten traurigkeit; Dich, erlöser, sieht erblassen Nach vollbrachtem schweren streit; Und läßt doch zum dienst der fünden Seine lüfte sich entzünden: Der hat nicht an deinem heil, Nicht an gottes gnade theil. 5. Meiden könnt er sein verderben, Hülfe giebt ihm gott genug; Aber ach! er selbst will sterben: Denn sein glaub' ist wahn und trug. Er bekennet deinen namen, Ohne doch dir nachu abmen; Rühmet seines glaubens sich, Und verleugnet, herr, doch dich. 6. Ach, wenn uns der trieb zur fünde Neizet wider unsre pflicht! Heiligster, so überwinde Uns der trieb zur fünde nicht! Lehr' uns mutbig ihn bekämpfen, Und die macht der lüfte dämpfen; Steb uns in versuchung bei, Und erhalt uns dir getreu! 4. Du kennst, o gott, der menschen herz, Und liebst, die redlich handeln; O laß in freude, wie im schmerz, Mich christlich vor dir wandeln. Tein wille sey mein augenmerk; Hilf mir ihn treu vollbringen, Durch dich muß jedes gute werk, Sollt es auch nicht gelingen, Zum segen mir gereichen. 5. Doch, wenn ich aus unwissenheit Und übereilung fehle; So thu an mir barmherzigkeit, Und richte meine seele Durch gnade auf von diesem fall. Erbalt' mich bei dem einen, Daß ich dich fürchte überall, Bis ich einst mit den deinen Tir ohne fehltritt diene. Mel. Alle menschen müssen sterben: c. er du uns mit deinem 7. Jesu, lebr' auf dich uns schauer, Uns besieg' die fünde nie. Laß dein beispiel uns erbauen! Stärke selbst uns 309. deiner thum erwarbst, Und uns fündern, uns zen Präge tief in unsre herzen, Daß 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 139 gewissen; Nie wird es jemals dich gereun, Wenn du, unsträflich fromm zu seyn, Dich redlich bast beslissen. wir, von der sünde rein, Heiligster dir ähnlich seyn. Mel. Ein lammlein geht, und ic. trbarm dich, herr; mein schwaches herz, Geneigt zu eitelkeiten, Läßt bald durch freude, bald durch schmerz, Sich auf den irrweg leiten. Gleich einem rohr, vom wind bewegt, Wankt auch, von leidenschaft erregt, Oft meine schwache seele. Wann' komm ich zu der wahren rub, Caß ich recht feste tritte thu Und nur das gute wähle? 2. Laß doch mein herz nicht fernerhin In seiner neigung wanten. Stärk' meinen ungewissen sinn Zu festeren gedanken. Wenn von der lust zur eitelkeit Mich deines geistes kraft befreit, Wie will ich dir lobsingen; Mich ganz zu deinem dienst zu weibn, Soll stets mein ernster wille seyn, Gieb dazu das vollbringen. 310. 2. Gehorch nicht deinem fleisch und blut; Gehorche gott! gott meint es gut; Was er gebeut, ist segen. Er liebt uns menschen väterlich, Führt auf der bahn der tugend dich Dem böchsten heil entgegen. 3. Gott theilt dir seine stärke mit; Drum gehe stets mit festem schritt Fort auf der tugend pfade. Die lust verführt, die tugend nie; Und gett, dein gott, belohnet sie mit segensreicher gnade. 4. Laß dir die schreckenvolle pein Der fünde bell vor augen seyn, Wenn sie dich lockt mit freuden. Gott kennt den quälenden verdruß, Der auf die sünde folgen muß, Und will sie dir verleiden. Mel. Kemmt her zu mir, spricht. 311. Grmuntre, feele, dich und sey Dem gott, der dich erschuf, getreu, Und folge dem 5. Gott stebet jene ew'ge nacht, ew'ge nacht Wo sünder, die ibn bier verlacht, In tiefem jammer schmachten. Gott kennt der tugend boben werth, Und den bat jesus dich gelehrt; Und den willst du verachten? 6. Nein, übe sie mit allem fleiß, Zu deinem glück und gottes preis: Er siehet dein bestreben, Und wird dir einst gewiß dafür, Nach treuem tugendlaufc bier, Der freuden fülle geben. M40 3. Auch wenn ich auf der tugend pfad, Bisweilen gleitend walle, So unterstüße deine gnad' Mich vor dem nahen falle. Wenn in mir böse lust aufsteigt, Und ich zum weichen bin geneigt, So lenke meinen willen; Erhebe meinen schwachen muth, Daß ich der leidenschaften wuth Durch dich, Herr, möge stillen. 4. Mein gott, mein gott, gedenke nicht Der fünden meiner jugend. Wie bart schien mir oft meine pflicht: Wie raub die bahn der tugend! Und doch Mel. Wer nur den lieben gott zc. tragſt du mich mit geduld; Laß, vater, 312. Gott! dir gefällt kein gottwesen; Wer bös laß mich Nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres beil: O laß mich's, als mein bestes theil, Auch immerfort betrachten. 5. Ich bin ein mensch; du kennest mich. Wie schwach sind meinesträfte! Doch meine seele bofft auf dich; Du wirst zu dem geschäfte Der heiligung mir kraft verleihn, Mein berz je mehr und mehr erneun, Vor dir gerecht zu leben. Ich aber will hier in der zeit Und einst in der vollkommenheit, Herr, deine kraft erheben. THE $ 1$ ist, bleibet nicht vor dir, Drum laß von sünden mich genesen, Und schaff'. ein reines herz in mir; Ein herz, das sich vom sinn der welt Entfernt, und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen fünden Mit inniger beschämung sehn! Durch christum vor dir gnade finden, Und auf den weg der fugend gehn. Ich will forthin das unrecht scheun, Und deinem Dienst mein leben weihn. 3.D stärke mich in dem gedanken! Gieb meinem vorsatz festigkeit: Und will mein schwaches herz je wanken, so bilf der unentschloffenbeit! Wie viel vermag ich, gott, mit dir! Nimm deinen geist nur nicht von mir. Liquindisdi Zweite Abtheilung. 140 4. Gieb, daß er mir stets hülfe leiste, Und muth und kräfte mir verleib, Daß ich mit findlich treuem geiste Tir bis zum tod ergeben sey: So sieg' ich über sünd' und welt, Und thue, was dir wohlgefällt. 175. Wenn ich indeß aus Schwachheit teble, Mein vater! so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten secle, Wenn sie dich sucht, dein angesicht; Und mache in bekümmerniß Mein berz von deiner buld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen freuden, Schaff'ein getreues berz in mir; Und stärke mich in freud' und leiden, So halt ich mich, mein gott, zu dir, Bis nach vollbrachter übungszeit, Der deinen erbtheil mich erfreut. Mel. O gott, du frommer gott: c. 313. S err, höre mein gebet, Und laß es es dir gefallen! Es ist mein ganzer ernst, Auf deiner bahn zu wallen. Ergreife, leite, stärk. Den ſchwachen, der dir 314. He wabren lebens Mel. Herr christ, der einig' gottes 10. err jefa, gnadensonne! fleht; Verwirf die bitte nicht, Die mir von Herzen gebt. licht! Laß leben licht und wonne, Die allen kummer bricht, Mein ganzes berz erfreuen, Und meinen geist erneuen. Dies glück versag' mir nicht. 2. Du willst, daß ich mich treu In jeder tugend übe, Der glaube, den du wirkst, Soll fruchtbar durch die liebe, In wahrer beiligkeit, in guten werken seyn; Drum will ich dir, mein gott, Mein ganzes leben weihn. 2. Bergieb mir meine sünden, Und laß mich, berr, durch dich Der gnade trost empfinden. Verleihe gnädiglich, Daß an des friedens gabe Mein herz stets antheil habe. O herr, erhöre mich! 3. Dies will ich; und doch macht Die schwäche meiner seele, Und der versuchung reiz, Caß ich so oft noch fehle. Ich seh der tugend glück! Ich wünsche gut zu seyn; Und doch giebts immer noch So vieles zu bereun. 4. Das siehst du, herr, mein gott, sich es mit erbarmen, Und reiche väterlich Doch deine hand mir armen! Gieb meinem geiste licht, wieb meinem vorsat kraft; So kämpf ich glücklicher Mit welt und leidenschaft. 5. Eröffne den verstand, Stets beller einzusehen, Daß sünd'uns elend macht, Daß wahres wohlergeben Und innrer friede nur Aus reinem berzen fließt; Daß du mit deiner buld Der freuden quelle bist. m 10 8 zum muth, Und hilf dem schwachen fiegen! Mein auge laß allein Auf deine weisheitschaun, Mein herz dir folgsam seyn, Und dann dir froh vertraun. 7. Ich bin ein pilger hier, Umringt von vielen sündern; Ihr beispiel könnte leicht Der tugend eifer hindern, Wenn der verführung gift, Des leichtsinns frecher spott, Dem geist gefährlich wird, Dann steh' mir bei, mein gott! 8. Bewahre mein gemüth, Daß mich, bis an mein ende, Die falsche fröhlichkeit Der sünder nie verblende. Ihr thöricht lachen wird Bald lange reu und pein; Laß diesen wechsel mit Doch ja vor augen seyn. 9. So werd' ich, herr, mein gott, Dir nicht umsonst vertrauen; Einst, wenn ich treu dir bin, Der freuden fülle schauen. Und, wenn du ewig lohnst Für jede gute that, Froblocken, daß mein herz Sich dir geheiligt hat 6. Laß in versuchung mich Nicht zaghaft unterliegen; Ermuntre mich 3. Tilg' ganz aus meiner seele Des alten menschen sinn, Daß ich, was du willst, wähle, Voll eifer mich forthin Treu deinem dienst ergebe, Und dir zu ehren lebe, Weil ich erlöset bin. 14. Beförd're dein erkenntniß In mir, mein seelenhort, Und öffne mein ver ständniß Durch dein heilsames wort; Damit ich an dich glaube, Nichts böses mir erlaube, Sey selig hier und dort. Dr. 5. Ach, zünde deine liebe In mei ner seele an, Daß ich aus innerm triebe Dich ewig lieben kann, Und, dir zum wohlgefallen, Beständig möge wallen Auf rechter tugendbahn. 6. Du giebst den schwachen stärke. Verleih auch mir die kraft Zu jedem 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt.guten werke, Die dein geist in uns schafft. Mein eigenes bestreben, In die sem armen leben, Ist viel zu mangelhaft.md 7. Ich hoff' auf deine gnade; Mich tröstet deine treu, Auf deinem guten pfade Mach immer mehr mich neu! Und daß ich deinen willen Aufrichtig mög' erfüllen, So steh' mir kräftig bei. diap Mel. Was mein gott will, das 2. dioder: Das jefulein soll doch 20. 141 Der wahrheit freund, Laß mich aufrichtig wandeln; Und jederzeit Nach billigkeit mit meinem nächsten handeln. Ich nach dem guten strebe; Gottselig, züchtig allezeit In deinem reiche lebe; Und wante ich, So stärke mich Bald wieder, fest zu stehen, Und stets dabei, mit wahrer treu, Der tugend pfad zu gehen. 7. Gieb, daß ich stets den müſſiggang mit wahrem abscheu fliehe; Daß ich dem nächsten lebenslang zu dienen mich bemübe; Laß meinen fleiß, Zu deinem preis, O gott, mir wohl gelingen, Und segne du Das, was ich thu, So wird's auch nußen bringen. 8. Hilf, daß ich folge treuem rath, Von falscher meinung trete; Den ar315. daß nach dir Von herzen mich verlange; Daß ich dich suche mit begier, Und standhaft dir anbange Verletb, daß ich mit freuden dich In deiner hülfe schaue, Im her zen rein, Auf dich allein Mein ganzes glücke baue. Rel. Wenn mein stündliin: c. christ; 2. Sied, daß in wahrer beiligkeit 316. it mein freund, und feind stets bete; Dien' jedermann, So viel ich kann, und alles unrecht meide An allem ort, Nach deinem wort, Lis ich von hinnen scheide. p gott dieser hohen würde Steh' ich, und fürchte keinen feind, Trag muthig meine bürde. Dies glück erfüll' mit muth und kraft Mein Herz in dieſer pilgerschaft, Darin ich hier noch wandle. 3. Laß glauben, lieb' und hoffnung 2. Mein glaube steht und wanket sich In meinem Herzen mehren, So ist mir wohl und so kann ich Als wahter christ dich ehren. Nimm dich auch dann Des leibes an, So lang ich hier noch walle: Damit dabei, Von fummer frei, Ich dir stets wohlgefalle. nicht; Start, fest ist er gegründet. Er stüzet sich voll zuversicht Auf jefum christ, und findet Bei ihm kraft, rath, trost, ruh und heil, Und nimmt an allem segen theil, Den christus hat erworben. dog mar 4 Gieb, daß ich treu und fleißig sey In dem, was mir gebühret, Daß ich auch nicht durch heuchelei Und ehrgeiz werd' verführet; Ja, daß ich nicht Je meine pflicht Durch eigennuß entehre, Und nie durch neid, Haß, falsch 3. Mich soll hinfort nicht eitelkeit, nicht bitterkeit der leiden, Auch nicht ein schlaf der sicherheit Von gottes liebe scheiden. Was gott an meiner seele thut, Macht mir zum kampfe starken muth, Darinnen nicht zu weichen. beit, streit, Des nächsten ruhe störe. 4. Was sind die leiden dieser zeit 5. Steh' du mir bei, daß mein gemüth Kein wilder grimm regiere, Daß ich vielmehr durch sanfte güt Auch selbst den hasser rühre. Vergeß ich mich, Daß hoffarth sich Will in ber seele regen, So bilf du mir Gebeugt vor dir, Der demuth schmuck anlegen. Doch gegen jene kronen, Womit gott in der herrlichkeit Die frommen will belohnen? Was ist die eitle lust der welt, Wenn man das glück dagegen hält, Das gott uns dort will schenken? 5. Mich soll auch nicht des todes macht Von gottes liebe scheiden. Er führt mich durch des grabes nacht 6. Lehr' mich auch, herr, enthalt- Zu jenem licht der freuden, Darinnen famidit, Und gieb ein rein gemüthe, ich, nach allem leid, Ihn seh' in Daß ich in dieser übungszeit Bor böser seiner herrlichkeit Und ewig mit ihm luft mich büte: Der lügen feind, tebe. 142 Jaundron Zweite Abtheilung. Mei. Ich hab' in gottes herz: c. oder: Das ieíulein soll doch zc. 317. Klag nicht, mein herz, bat, genommen. wie schwer es sey, Hier als ein christ zu wandeln, Und täglich gottes willen treu, Zu denken, und zu handeln. Wabr ist's, die tugend fostet müh, Und sie besiegt die lüste, Doch, richte selbst, was wäre sie, Wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer laster freun, Trifft die kein schmerz bienieden? Sie find die sclaven eigner pein, Und baben keinen fricden. Ter fromme, der die lüste dämpft, Hat oft auch seine leiden; allein der schmerz, womit er kämpft, Verwandelt sich in freuden. 3. Des lasters bahn ist anfangs zwar Ein breiter weg durch auen: Allein sein fortgang wird gefahr, Sein ende nacht und granen. Der tugend pfad ist anfangs steil, Läßt nichts als mühe blicken: Doch weiter fort führt er zum heil, Und endlich zum entzücken. 4. Was wär' es, bätt' uns gott vergönnt Nach unsers fleisches willen, Wenn wollust, neid und zorn entbrennt, Die lüste frei zu stillen; Ließ er den raub, den undank zu, Den frevel, dich zu kränken, Den menschenhaß: was würdest du Von diesem gotte denken? 5. Gott will, wir sollen glücklich seyn? Drum gab er uns geseße. Sie find es, die das berz erfreun, Sie sind des lebens schäße. Er spricht zu uns durch den verstand, Er spricht durch das gewissen, Was wir, geschöpfe seiner hand, Fliehn oder wählen müſſen. 6. Ihm folgen, das ist weisheit nur, Und freibeit ist's, dies wählen; Ein thier folgt trieben der natur, Ein mensch dem licht der seelen. Was ist des geistes eigenthum? Was sein beruf auf erden? Die tugend; was ihr lohn, ihr ruhm? Gott ewig ähnlich werden. mehr bekommen; Wer sie nicht brau chet, dem wird auch Das, was er 7. Lern' nur geschmack am wort des Herrn Und seiner gnade finden; Und übe dich, getreu und gern, Dein berz zu überwinden. Wer kräfte hat, wird durch gebrauch Von gott noch 8. Du streitest nicht durch eigne fraft; Trum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, Das wollen und vollbringen. Wann gab ein vater einen stein Dem sohn, der brod begehrte? Ber' oft! gott müßte gott nicht seyn, Wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärker auf der tugend pfad Das beispiel sel'ger geister: Ibn zeigte dir, und ihn betrat Ja selbst dein herr und meister. Laß dich nur nie des frechen spott Auf diesem pfade hindern; Der wahre ruhm ist ruhm bei gott, Und nicht bei menschenkindern. 10. Sey start, o seele, allezeit, Denk' oft an deine bahre; Vergleiche mit der ewigkeit Den kampf so kurzer jabre. Das kleinod, das dein glaube hält, Wird neuen muth dir geben; Und kräfte der zukünft'gen welt, Die werden ihn beleben. 11. Denk' endlich zur beruhigung, Daß gott den schwachen duldet, Ta bei dem ernst der heiligung Doc manches noch verschuldet. Gott liebet herzens redlichkeit, Und sieht auf dein bestreben; Er ist ein vater, der verzeiht, Und er hat lust zum leben. 318. Mel. Jesus, deine tiefe wunden: c. Dommt und laßt euch jesum lehren! Kommt und lernet allzumal, Welche die sind, die gehören Zu der rechten christenzabl! Die im glauben fest bestehu, Freudig gottes wege gebn. Und den beiland frei bekennen, Dürfen sich die seinen nennen. 2. Selig, wer in demuth lebet, Seine schwachheit nie vergißt, Nie sich selbst mit stolz erhebet, Wenn er groß und glücklich ist. Gottes buld wird ihn erfreun, Und das himmelreich ist sein; Gott wird dort zu ehren segen, Die sich bier geringe schäßen. 3. Selig ist, wer seine fünde Web muthsvoll vor gott bereut, Und, damit er ruhe finde, Sich vor neuen sünden scheut. Gott will ihm die schuld ver 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 143 zeibn, Kraft zum guten ihm verleihn, Und er soil schon hier auf erden, Und auch dort getröstet werden. 4. Selig ist, wer sanftmuth übet, Seinem feinde niemals flucht, Seine fehler ihm vergiebet, Nie sich selbst zu rächen sucht, Ruhig seine pflicht vollbringt, Und sein eigen herz bezwingt. Gott wird selbst sich sein annehmen, Daß sich seine feinde schämen. 11. Daß ich hilfreich mich gewöhne, Immer hab' ein reines herz, Die in feindschaft stebn, versöhne. Dir anhang in freud und schmerz. Vater, bilf von deinem thron, Daß ich glaub' an deinen sobn, Und, durch deines geistes stärke, Mich befleiße guter werke. pe cainda often Mel. Dir, dir, jehovah zc. 5. Selig, die mit ernst verlangen, 319. Laß mich, o herr, in allen Recht gesinnt und fromm zu seyn: Die fest an dem guten hangen, Und sich ganz der tugend weihn; Deren herz nichts mehr begehrt, Als was gottes ruhm vermehrt. Gott wird ihr verlangen stillen, Und den frommen wunsch erfüllen. Gu dingen Auf deinen willen sehn, und dir mich weihn; Gieb selbst das wollen und vollbringen, Und laß mein herz dir ganz geheiligt seyn. Nimm meinen leib und geist zum opfer hin; Dein, herr, ist alles, was ich hab' und bin. 6. Selig, wer der noth des armen Niemals fühllos sich entzieht, Ihm aus zärtlichem erbarmen Wohlzuthun sich froh bemüht, Und wenn er um hülfe weint, Ihm mit hülf' und trost erscheint. Dieser wird auch hülfempfangen, Und barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen Züchtig, keusch und rein zu seyn; Die der wollust nege fliehen, Und der heiligkeit sich weibn. Die der lockung dieser welt, Und dem, was dem fleisch gefällt, Treu und standbaft widerstehen, Werden gottes antlig sehen. 8. Selig, wer im frieden lebet; Wer die ruh und einigkeit zu erhalten sich bestrebet, Und wenn feindschaft, baß und streit, Seiner brüder glück zerstört, Sie die pflicht der eintracht lehrt. Die des friedens sich besleißen, Werden gottes finder heißen. 9. Selig, die ums guten willen Leiden und sich deſſen freun; Standhaft ihre pflicht erfüllen, Und der tugend müh' nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, Und will sie für ihre treu Einst mit won' und sieges kronen Auf das herrlichste belohnen. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten Auf der wahren tugendbahn, Daß ich dieser seligkeiten Hier und dort mich freuen kann Gieb, daß ich demüthig sey, Meine schuld vor dir bereu, Die gerechtigkeit stets liebe! Auch an seinden sanftmuth übe. 2. Gieb meinem glauben muth und stärke, Laß ihn durch menschenliebe thätig seyn, Daß man an seinen früchten merke, Er sey kein eitler traum und falscher schein. Er stärke mich in meiner wanderschaft, Und gebe mir zum kampf und siege kraft. 3. Laß mich, so lang' ich hier soll leben, Auch an dem bösen tage seyn vergnügt, Und deinem willen mich ergeben, Der mir zum besten alles weislich fügt. Gieb furcht und demuth, wenn du mich beglückst, Geduld und trost, wenn du mir trübsal schickt. 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen, So will ich einst, wenn ich den lauf vollbracht, Dir ewig dank und ehre bringen, Dir, der du alles haft so wohl gemacht. Dann werd' ich heilig, rein, ganz dir geweiht, Dein lob verkündigen in ewigkeit. Mcl. O gott, du fremmer gott 2c. 320. Mein vater und mein Der diesem leben, Die reine christuslehr, Zum führer mir gegeben, Regiere doch mein berz Durch deinen guten geist, Daß ich stets folgsam sey Dem, was dein wort mich heißt. 2. Verleih, daß ich zuerst Nach deinem beifall trachte, Und kein vergänglich gut Mehr, als es werth ist, achte. Wer nach dem ewigen Mit rechtem eifer ringt, Empfängt schon hier zum lohn, Was wahre ruhe bringt. dondradil Zweite Abtheilung. m.8 und muß, So gieb den worten kraft Und nachdruck ohn' verdruß.. 144 3. Gieb, daß ich von der sünd Mich unbefleckt erhalte, Und daß in mir der trieb Zum guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, Im kampf des glaubens treu, Und in der Hoffnung start Und unbeweglich sey. do 19 4. Find't sich gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen; Gieb einen frohen muth Und trost in leidenstagen. Gieb, daß ich meine feind' Durch sanftmuth überwind; Und sende bülf' und rath, Wenn sie mir nöthig sind. Chlor 4. Gieb, daß ich als ein christ Mich christo ähnlich zeige, Und folgsam mein gemüth zu seiner lehre neige. Sein geist regiere mich, Und nicht der geist der welt; So bleib ich auf dem weg, Der dir, o herr, gefällt. da 5. Laß mich mit jedermann In fried' und eintracht leben, So weit es christ lich ist. Willst du mir etwas geben, An reichthum, ehr und glück: So gieb auch dies dabei, Daß ich nicht ungerecht, Nicht stolz, nicht sicher sey. 5. Hilf, daß ich dich, mein gott, Von ganzer feele liebe, Und lieb und gütigkeit Auch an dem nächsten übe. 6. Soll ich in dieser welt Mein Demüthig, dankbar laß Mich bei des glückes schein: Geduldig, hoffnungsvoll In trüben tagen seyn. leben höher bringen, Und unter mancher last Hindurch ins alter dringen: So gieb, daß ich auch stets Ein frommes herz bewabr, Damit ich tragen mag Mit ehren graues haar. Mous 7. Laß mich auf christi todt Einst froh von hinnen scheiden, Die seele nimm zu dir Hinauf zu deinen freu den; Es ruhe sanft der leib In seiner stillen gruft, Bis ihn dein allmachtswort Jus neue leben ruft. 8. Wenn alle todten dann Auf dein gebot erwachen, So wird auch mei nen staub Dein ruf lebendig machen: Dann führe mich verklärt In deinen himmel ein, Und laß mich selig dort Mit allen frommen seyn. 46. Nie müsse sich mein berz Des fleisches lust ergeben, Und nie dem schnöden geiz! Mein dir geweihtes leben Sey von betrug und neid, Von unbarmherzigkeit, Von ungerechtem guth Und stolzem sinn befreit. 7. Will deine hand mich hier Auf rauhe wege leiten: So unterstüße mich, Wenn meine tritte gleiten. Laß mich in aller noth Auf deine bülfe bau'n, Und auch, wenn sie verzeucht, Dir doch getroft vertrau'n. 8. Erlöse endlich mich von allen mei nen leiden; Und ist die stunde da, Aus d) moi tout l dieser weltzu scheiden: D vater, so verlaß, wenn meine hütte bricht, Mich sterben- Mal. Ein lämmlein geht und. den mittrost Und froher hoffnung nicht. 322. Was hilft es mir, in christ zu seyn, hi ich nicht christlich lebe, Und heilig fromm, gerecht und rein Zu wanden mich bestrebe? Wenn ich dem seligen beruf, Zu welchem mich mein gott erschuf, Nicht würdig mich beweise, Und den, der mich erlöset hat, St worten blos, nicht durch die that Und gute werke preiſe? 2. Was hilft der glaub' an jesum christ. Den ich im munde fübre, Wenn nicht mein berz rechtschaffen ist, Und ich die furcht verliere; Wenn mich die eitelfeit der welt mit ihrer luft ge fangen hält, Ich ibre fesseln liebe, Und, fühlbar für der fünde reiz, Zorn, boffarth, fleischeslüfte, geiz It werk und thaten übe? In bekannter Melodie. 321. gott du frommer gott, Du quelle aller gaben, Ohn den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben; Gefunden leib gieb mir, Und daß in solchem leib Ein' unverleßte seel Und rein gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit fleiß, Was mir zu thun gebühret; Wozu mich dein besebl In meinem stande führet; Gieb, daß ichs jedesmal Thu, wann und wie ich soll, Und so gerathe mirs Durch deinen segen wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann besteben. Laß kein unnüßes wort Aus meinem munde gehen; Und wenn nach meiner pflicht Ich reden soll 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 145 3. Weit strafenswürd'ger bin ich| gütigster, Daß ich dein bildniß wäre. dann, Ich, der ich christum kenne, Darum hast du den geist, Der in mir Weiß, was er einst für mich gethan, lebt und denkt, Mir zur unsterblichkeit herrn und heiland nenne. der, der in der finsterniß Les als Aus deiner huld geschenkt. irrthums tappt, noch ungewiß, Ob er auch richtig wandle. Was nüßt mir seines wortes licht, Was hilft mir aller unterricht, Wenn ich nicht darnach handle. 4. Und woher nehm' ich troft und ruh, Wenn leiden mich umgeben, Und 4. Laß dieses große ziel Mir stets meine sünden noch dazu Mir dann vor vor augen schweben! Des herzens größaugen schweben? Was hilft mir in ter wunsch, mein eifrigstes bestreben der letzten noth, Wenn sich der schauer- In allem meinen thun, Sey dies, 0 volle tod Mir zeigt mit seinen schrek- gott, allein, Mit ernst je mehr und ken, Und mein gewissen wachet auf, mehr, Wie du, gesinnt zu seyn. Von meinem ganzen lebenslauf Die schuld mir aufzudecken? 5. Weh mir, was hilft es mir einst dort, Erweckt aus meinem grabe, Daß ich an christum und sein wort Zum schein geglaubet babe, Wenn keine fromme gute that Mein leben hier bezeichnet hat, Den glauben zu bestärken? Denn meine ganze seligkeit Wirkt glaube und rechtschaffenheit, Der glaub' in guten werken. 6. Golt, dieser hoffnung werth zu seyn, Hilf, daß ich christlich lebe, Und vor dir heilig, fromm und rein Zu wandeln mich bestrebe; Gieb mir erkenntniß, fraft und muth, Damit ich welt und fleisch und blut Im glauben überwinde, Und dann, nach wohldurch lebter zeit, Den lohn in jener ewigkeit Um christi willen finde. Mel. D gott, du frommer gott ze. met ons 323. Wer kann doch, großer gott, Dich würdig g'nug erheben? Du gabst der ganzen welt Bewegung, kraft und leben Der geister zahllos heer, Die ganze törperwelt Hat deine hand gemacht, Die jest noch alles hält. 2. Du schuft( ich dank' es dir!) Auch mich zu deiner ehre, Und wolltest, 3. Di welch ein großes ziel, Dazu du, gott, mich schufest! Wie herrlich ist das theil, Dazu du mich berufest! men seyn, wie du. O wohl mir, wenn Dir, höchster, ähnlich seyn, Vollkomich's bin! Hilf du mir selbst dazu. Grangel, Inrk. 5. Du bist der wahrheit freund, Laß mich auch wahrheit lieben; Mit unverbroßnem fleiß, In allem dem mich üben, Was mich zur weisheit führt, Zur weisheit, die dich ehrt, Und allem beifall giebt, Was uns dein wille lehrt. ni zum muster nehmen. Hilf mir die 6. Laß deine heiligkeit Mich stets fünde fliehn, Des fleisches lüste zähmen, Nur das, was recht ist, thun, Des guten mich erfreun, Und dem, der's üben will, Auch gern behülflich seyn. 7. Gieb, daß ich so, wie du, Ein freund der menschen werde, Dem wohlthun freude macht, Der kummer und beschwerde Dem nächsten gern erspart, Sein leben ibm versüßt, Und, wo er belfen kann, Zum belfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, D gott, von diesem ziele. Du weißt, was mir noch fehlt, Und ich, ich selber fühle, Wie wenig ich dir noch Im guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz Nach dir und deinem sinn. 9. Beglückt ist nur alsdann Mein lebenslauf auf erden, Wenn ich dir immer mehr Schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch Mit dir vereinigt seyn, Und mich ohn' unterlaß, Gott, deiner güte freun. 19 146 4) Von der Erkenntniß Gottes. Mel. Vom himmel kam der engel 2c. oder: Wo gott zum haus nicht zc. 4. Das ist der weg zum ew'gen leben, Daß wir, o vater, dich und den, Den 324. Gott, heilig sey bein nam' du zum beil uns haft gegeben, Erkennar und recht Dem ganzen menschlichen geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, Im geist und in der wahrheit an! lieben und erböhn. O führe du aufdie ser bahn Mich auch zu diesem glücke an. 2. Verbreite deines wortes schall, Wie deine werke, überall, Daß alle lernen, wer du seyst, Der allerhöchst und beste geist. 3. Durch jesum christ, den du gefandt, Werd' immer mehr der welt bekannt, Daß du stets unser vater bist, Und er der völker beiland ist. 4. Lehr uns doch deinen rath verstehn, Geborsam deine wege gehn. Durch deines wortes licht und fraft Mach gläubig uns und tugendhaft. 5. Durch wahrheit dämpfe jeden wahn; Erleucht' uns allen unsre bahn. Tas laster tilg' aus unfrer brust Und tödt' in uns die böse lust. 6. So preiset deine christenbeit, Herr, deinen namen in der zeit; Sie ist und bleibt dein eigenthum Und ihre thaten sind dein ruhm. 7. Du sättigst sie mit seligkeit Von nun an bis in ewigkeit, Und ewig ist ihr frommer dank, Herr, deiner gnade lobgesang. 5. Vor allem gieb, daß stets leben dig Bei mir, gott, dein erkenntnij sey, Und daß ich dir darnach beständig Lieb', chrfurcht und gehorsam weiß. Gieb, daß ich thu' mit allem fleiß, Was ich von deinem willen weiß. Mel. Wer nur den lieben gott zc. 325. Mein gott, du wohnest zwar im lichte, Dahin kein sterblich auge dringt, Doch giebst du uns zum unterrichte Dein wort, das uns erkenntniß bringt, Was du, o allerhöchster, bist; Was mit uns deine absicht ist. 6. Was hilft das richtigste erkenntniß Wenn's nicht zu deiner liebe treibt? Was nüßt ein aufgeklärt verständnis, Wenn doch das berz noch böse bleibt? Drum bilf, daß ich der wahrheit tren, Und daß mein glaube thätig sey. 7. Laß dein erkenntniß mir im leider Die quelle wahres troftes sehn; Un mich, wenn leib und seele scheiden, Des beßren lebens zu erfreun. Dain und want' ich weiter nicht, Und sehe dich im hellern licht. Mel Lobt gott, the christen ic. oder: Scun banket all', und 2. 326. Mie felig bin ich, wen mein geist Hinauf zu gott sich schwingt, Und wenn er se nen schöpfer preist, Der engel wer vollbringt.:,: 2. Wer gleicht ibm, wer ist so ge schmückt mit herrlichkeit und licht! Wie herrlich ist er; wen entzüct Sen werk, die schöpfung, nicht?:: 3. Ein voller strom von freude quill Aus seiner güt' und kraft; Denn a ist selig und erfüllt Mit freuden, was er schafft.:,: 4. Er schuf die welt, das werk de zeit, Und nicht für sich allein In gren zenloser ewigkeit Der selige zu seyn. 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, Als auf ein licht im dunkeln ort; Und wenn ich ernstlich es betrachte, 5. Er spricht ein wort, und schnell So bilf selbst meinem forschen fort. Für deiner wahrheit bellen schein Laß aug' und herz stets offen seyn. umringt Den seligen ein beer, Das selig ist und ihm lobsingt, Das nie mand zählt, als er.:,: 3. Hilf, daß ich deinem worte glaube, Das mich macht flug und tugendhaft, Tamit kein falscher wahn mir raube, Was mir ein ew'ges beil verschafft. Kein spöttergeist verführe mich; Kein aweifel sey mir hinderlich. 6. So will es der, der mich erschu Auch ich soll selig seyn. Heil, seele, dir, denn dein beruf Ist, gottes did zu freun.:,: 7. Noch siebst du, als im wider schein, Den unaussprechlichen; Eint Zweite Abtheil.- 5. Von der Furcht Gottes. 147 wirst du größern lichts dich freun, 6. Noch heller scheint von allen Und ibn viel heller ſeyn.: licht; Doch blendwerk schnöder eitelkeiten Verdunkelt da oft mein gesicht. Trum gieb mir deinen guten geist, Der mich dadurch recht unterweist. Mel. Wer nur den licben gott: c. 327. W o find' ich gott, den meine seele Weit über alles schäßt und liebt? Gott, den ich mirzum freunde wäble, Und der allein mir freude giebt? Wann kommt die zeit, da gott, mein freund, Sich völliger mit mir vereint? 2. Wie wollt' ich meinen gott nicht preisen, Wenn ich ihn sähe, wie er ist? Zwar deine werke, herr, beweisen, Wie unaussprechlich groß du bist. Wie glänzen sie! doch zeigt ihr glanz Mir deine herrlichkeit nicht ganz. Und bete dich in schwachheit an; Ach, 3. Ich sehe dich bier nur im spiegel, bätte meine seele flügel, Sich dir, mein schöpfer, mehr zu nahn: Wie würde sie sich deiner freun! Wie felig, wie verherrlicht seyn! 4. Dürft' ich am fuße deines thrones Mir deinen engeln dich erhöhen; Könnt ich im antlig deines sohnes, Wie deine seligen dich sehn: Ich, der ich jetzt schwach loben kann, Welch hobes loblied stimmt ich an! 5. Mir macht zwar jedes deiner werke Mehr, als ich rühmen kann, bekannt; Es zeigt mir deiner allmacht stärke, Und deinen weisesten verstand, Und gnade, die das größte lob, Zu schwach, nie würdig g'nug erhob. 5) Von der Mel. Wer nur den lieben gott: c. oder: Du weiser schöpfer: c. 7. 3war, wenn in meinen finsternissen Er auch mein blödes aug' erhellt: Was lern' ich, gott, von dir? mein wissen Bleibt immer stückwerk in der welt. Ich suche dich und forsche nach. und bleibe, dich zu schn, zu schwach. 8. Doch hört ich nur auf deine stimme In deinem worte, hört ich nur, Wie du verdienest, auf die stimme Der dir lobsingenden natur: So lernt ich hier schon, gott, allein, Mich deiner herrlichkeit erfreun. lieben! Mit welchem eifer würd' ich 9. Wie feurig würd' ich dann dich Wie selig würd ich blos durch dich! mich Dir, vater, zu gefallen üben! Nun aber täuscht oft meinen geist, Gleich kindern, tand, wenn er nurgleißt. 328. und unfre pflicht. Kein mensch kann deiner huld sich freuen, Scheut er dein beilig auge nicht. Drum flöße, um mich dein zu freun, Mir wahre findesehrfurcht ein. 10. Welch elend! vater, ich empfinde Mein elend; zeuch mich mehr zu dir! Entkräfte ganz die macht der fünde; Dein geist der weisheit wohn' in mir, Damit ich vor der täuscherei Der fünde stets gesichert sey. Furcht Gottes. noch lust zur sünde hat, Ehrt wahrlich dich nicht in der that. nehme, Daß du allgegenwärtig bist, 3. Gieb, daß ich stets zu herzen 2. Sie leite mich auf meinen wegen; Sie sey mir weisheit und verstand, Und treibe mich, das abzulegen, Was ich als unrecht hab' erkannt. Denn wer 11. Gieb, daß dein geist durch deine wahrheit Mein leben leite, bis ich dort Dich näher seh, und mit mehr klarbeit Als hier an diesem prüfungsort. Ich, der ich hier nur stammeln kann, Erhebe würdiger dich dann. vor ich, böchster, ehrerbietig Was dir, mein gott, zuwider ist. Der beifall einer ganzen welt Hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Nie laß mich dein gericht vergeffen, Mich nie mit fündern fündlich freun; Nie muthlos, doch auch nie vermessen Und stolz in deinem dienste seyn: Nie führe mich zur sicherheit Der reichthum deiner gütigkeit. 148 Zweite Abtheil.-5. Von der Furcht Gottes. 5. Laß michmit weiser vorsicht fliehen, M.1. Wer nur den lieben gott. Was mich zu fünden reizen kann, 330. Willst du der weishet um reines quelle Und nimm dich meiner hülfreich an: So komm' ich in der gnadenzeit Durch dich zur wahren seligkeit. E 6. Erhalt' in mir ein gut gewissen, Das weder spott noch trübsal schen', Und mache von den hindernissen Der wahren tugend selbst mich frei. Nie störe furcht und lust der welt Mich das zu thun, was dir gefällt.nl! 7. Mit ehrfurcht laß mich vor dir wandeln, Und stets, ich sey auch wo ich sey, Nach deiner vorschrift redlich bandeln, Entfernt von aller heuchelei. Wer dich von Herzen liebt und ehrt, Nur der ist dir, o vater, werth. 8. In deiner gnade laß mich sterben, So schreckt mich weder tod noch grab; So werd' ich jenes leben erben, Dazu dein sohn sich für mich gab. Da werd' ich dein mich ewig freun, Und völlig durch dich selig seyn. hisle 1923.01 Mel. Es ist gewißlich an der zeit se. 329. Laß doch in meines herzens grund Gott! deine furcht stets wohnen! So werd' ich auch mit meinem mund, Herr! deine ehre schonen, Und nicht durch fluchen sie entebr'n, nicht aus gewohntem leichtsinn schwör'n, Nie deinen namen lästern. 2. Groß, majestätisch bist du, herr, Im himmel und auf erden Soll deines großen namens ehr Tief angebetet werden. Wer deines namen heiligkeit Durch lästrung, fluch und schwur entweiht, Den treffen deine strafen. 3. D web dem verwegnen mund, Der gerne flucht und schwöret! Der macht den größten leichtsinn kund, Der so dich, berr, entehret. Wer oft so schwöret, fündigt oft, Und wird von dir wohl unverhofft Zur strafe hingeraffet. die furcht vor gott, dem Herrn, Nur der ist weis' und flug zu nennen, Der alle seine pflichten gern, Weil gott fie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein mensch ihn zwingt. 2. Lern' gottes größe recht empfin den, Und fühle deine nichtigkeit! So wirst du nie dich unterwinden, Mit thörigter verwegenheit Zu tadeln, was sein rath beschließt, Der wunder bar, doch heilig ist. 3. Wirst du den höchsten findlic scheuen, So wird dir keine pflicht zur last: Nur das wirst du vor ihm bereuen, Daß du sie oft versäumet haj Wer gott als zeugen vor sich hat, Der freut sich jeder guten that. 4. Herr! lağ voll ehrerbietigkeit Uns deiner stets gedenken. Wer dich, den höchsten, kindlich scheut, Wird seine junge lenken, Daß sie sich nicht zum fluch und schwur, Zu deiner ehr, zum guten nur, Nach deinem willen rege. 4. Wenn nacht und dunkelheit die decken, Die dem verbrecher muth ver leihn, Wird dich die furcht des berr erwecken, Auch dann, was unrecht is zu scheun. Denk' nur: vor seinem an gesicht Ift finsterniß wie mittagslicht 5. Den höchsten öffentlich verehrer Sowohl als in der einsamkeit; Auj des gewissens stimme hören, Und willig thun, was sie gebeut: Auch das leht dich die furcht des Herrn; Auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läßt dich der tvor verachtung merken, Wenn du dich fromm vo ihm entfernst: Die furcht des höchsten wird dich stärken, Daß du dich selb recht schäßen lernst. Wer gott, dem höchsten, wohlgefällt, Ist glücklic, selbst beim spott der welt. 7. Sich stets vor dem allmächiga scheuen, Giebt heldenmuth und tapfer feit, Wenn uns der menschen stole dräuen, Was gott mißfällt, zu thu gebeut. Ist gott mein schuß, mein heil und licht, So beb' ich vor der menschen nicht. 8. Laß deine furcht, gott, mich regi ren, Auf dich den höchsten, stets sehen; Laß sie mich zu der weisheit für ren; So werd' ich niemals irre geb Wohl dem, der dich stets findlich schet Dich fürchten, gott, ist seligkeit. 6) Von der Liebe und Treue gegen Gott. Mel. Kus meines herzens grunde. " n dich, mein gott, zu du mir dazu vorschrift giebst; Was dir gefällt, gefall' aucy mir, Nichts 331. mein gott, von 3. Bewahre mich durch deine liebe, Wenn böses beispiel mich verführt, Und gieb, daß ich verläugnung übe, Wenn sinnenlust zu sehr mich rührt. Wie, sollt ich je die kreatur Dir vorziehn, schöpfer der natur? trost für mich. Wenn sorg' und gram mich fränken, So siebt mein aug' auf dich.. Dann mindert sich mein schmerz, Dann fliehn die bangen sorgen, Wie nebel vor dem morgen, und ruh' erfüllt mein Herz.i 2. Denk' ich an deine liebe, Wie werd' ich dann erfreut; Dann fühl ich neue triebe Zur dankbeslissenheit, Mein herz dir ganz zu weihn, Dich freudig zu erheben, Zur ehre dir zu leben, Vor fünden mich zu scheun. 4. Laß mich um deiner liebe willen Gern thun, was mir dein wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, So sieh auf meine willigkeit; Und rechne mir, nach deiner huld. Die schwachheit, vater, nicht zur schuld. 3. Tu gabst mir aus erbarmen Den sohn, der für mich starb, Und großmuthsvoll mir armen Die ſeligkeit erwarb. O welch ein glück ist mein! Gott, wenn ich dies erwäge, Wie wird mein herz so rege, Dir ewig treu zu seyn! 5. Der liebt dich nicht, der noch mit freuden Das thut, was dir, o gott, mißfällt; Drum laß es mich mit ernst vermeiden, Gefiel es auch der ganzen welt. Die kleinste sünde selbst zu scheun, Paß, vater, mich behutsam seyn. 4. Mit hoffendem gemüthe Denk' ich 6. Aus licb' zu dir will ich auch an deine treu', Und harre deiner güte; leiden, Was mir dein weiser rath Sie ist mir täglich neu. Du unter bestimmt. Du führst durch trübsal stüßest mich; Auch wenn ich schweiß auch zu freuden, Und wer sie willig vergieße, Wird mir die arbeit süße, übernimmt, Geduldig trägt und weisSeh' ich dabei auf dich. elich müßt, Wird mächtig von dir un5. Wie gut ist's, dein zu denken! terstützt. Die welt mag immerhin Ihr herz auf's böse lenken, Wie schlecht ist ihr gewinn! Ich halte mich zu gott! Ties bringt mir ware freude, Dies stärkt mich, wenn ich leide, Und ist mein troft im tod. 6. Drum will ich an gott denken, So lang ich denken kann. Wird man ins grab mich senken, So geb' ich zwar vie de bahn, Da mich die welt vergißt: Doch du, noch meiner, Wenn auch auf erden keiner Mein eingedenk mehr ist. 149 Mel. Wer nur den lieben gott: c u, vater deiner menschen selber bist, Und dessen berz auch gegen sünder noch gütig und voll mitleid is; Laß mich von ganzem Herzen dein, Laß mich's mit allen frästen seyn! 2. Gieb, daß ich als dein kind dich liebe, Da du mich als ein vater liebst, Und so gesinnt zu seyn mich übe, Wie 7. In deiner liebe laß mich sterben, So ist selbst sterben mein gewinn; So werd' ich deinen himmel erben, Wo ich ganz frei vom übel bin. Da werd' ich einmal völlig rein Dich lieben und ganz selig seyn. Mel. Alle menschen müssen sterben: c. 333. Quelle der vollkommenGott, gott, wie lieb' ich dich, Und mit welchen seligkeiten Sättigt deine liebe mich! Seel' und leib mag mir verschmachten: Hab' ich dich, will ich's nicht achten, Mir soll deine lieb' allein 332.D, als und himmel ſeyn. - 2. Denk ich recht an deine güte, Wie frohlockt mein Herz in mir! Mit dem frobesten gemüthe Seb' ich sie, und danke dir. Jeder blick auf deine werke, Deine güte, deine stärke, Wie entledigt er mein herz Von befümmerniß und schmerz.de) Zweite Abtheilung. 150 3. Floß aus deiner segensfülle Mir nicht so viel gutes zu? Daß ich ward, das war dein wille; Daß ich noch bin, das machst du; Daß ich denke, daß ich wäble, Dafür danft dir meine seele, Dankt dir, daß sie dich erkennt, Und dich ihren Vater nennt. 4. Du erlöfest vom verderben mich, durch deinen sohn, o gott; Ließest den gerechten sterben, Mir zum leben ward sein tod: Dadurch hast du mir gegeben, Ewig dort mit ihm zu leben, Ewig deiner mich zu freun, Und von dir geliebt zu seyn. 5. Sollt' ich den nicht wieder lieben, Der mir so viel gutes giebt? Und nicht mehr als vatertrieben So unendlich mich geliebt? Könnt' ich kommnen liebe lohn. Mel. Christus, der uns selig 2c 334. Deines gottes freue dich, Dank 7) Von der Freude an Gott. Sorget er nicht väterlich, Daß dir glück nicht feble? Schüßt dich seine vorsicht nicht, Wenn gefabren dräuen? Ift's nicht seligkeit und pflicht, Seiner dich zu freuen? ruhig hier auf erden, Ohne dich zu lieben, werden; Ohne dies nach dieser zeit Würdig seyn der seligkeit. 6. Heil mir, daß ich es empfinde, Wie so liebenswerth du bist! Daß mein herz vom haß der sünde Innig lich durchdrungen ist; Daß auf dein gebot ich achte, Und es zu erfüllen trachte. Heil mir! du verbirgest nicht Einst vor mir dein angesicht. 2. Ja, mein gott, ich hab' an dir, Was mein herz begehrte: Einen vater, welcher mir, Was mir nüßt, gewähret: Der mich durch sein göttlich wort Hier zum guten lenket, Und mit himmelswonne dort Meine seele tränfet. 3. Wenn ich dich, mein herr und gott, Kindlich ehr' und liebe, Wenn ich redlich dein gebot Und mit freuden übe: O wie ist mir dann so wohl! Wie ist mein gemüthe Seliger empfindung voll, Voll von deiner güte! 4. Dann darf ich mit zuversicht Nach dem himmel blicken; Meine leiden acht' ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und zufriedenheit Wohnen mir im herzen, Trösten und erhöh'n mich weit Ueber alle schmerzen. 5. Du bist mein! so jauchz' ich dann: Wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann: Mein ist deine gnade; Dir ist meine wohl fahrt werth! Ter du mir das leben 7. Noch lieb' ich dich unvollkommen; Meine seel' erkennt es wohl Dort, im vaterland der frommen, Lieb' ich dich, herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen willen Kennen, ehren und erfüllen, Und empfahn an deinen thron Der voll Schenftet, wirst auch, was mich nähti Und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem rath In die welt gekommen; Alle meine misse that at er weggenommen. Ihm ver treu ich, bet' ich an, Glaub' an seine leiden; Folg ihm treulich und so kann Nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du trost der sterblichkeit, Heil des bessern lebens, Himmlische vollkommenheit, Such ich nicht vergebens! Wenn mein lauf vollendet ist, Und vollbracht mein leiden, Ruft mein mittler, jesus christ, Mich zu ſeinen freuden. 8. Meine lust an dir, mein gott, Wird dann ewig währen. Noch jo furchtbar sei der tod, Er wird se nicht stören; Willig werd ich mein gebein Der verwesung geben, Denn sie macht mich frei von pein, Fürt zum neuen leben. 9. Gieb mir nur, so lang' ich biet In der fremde walle Das bewußtseyn, daß ich dir, Herr, mein gott, gefalle! Diese sanfte freudigkeit, Die ich dir habe, Sey mein heil in dieser zeit, Und mein trost am grabe. 10. Laß die lust zur fünde nie Die ses heil mir rauben! Rüste selbst mic wieder sie, Stärke meinen glauben: Gieb mir deinen geist, der mich Und 151 7. Bei dir ist bis in ewigkeit Der reinsten freuden fülle, Des wohlseyns größte sicherheit, Vollkommne ruh und stille. Nie reize mehr lust, geld und ehr', Zur sünde mein verlangen! Bis Rel. Was mein gott will, das zc. oder: Das jesulein soll doch ic. 335. Hier ist mein berz, herr, in den tod Soll dir, mein gott, nimm es Dir mein herz anhangen. es ganz ergeben. Was hat die ſeele für gewinn Bom schnöden fündenleben? Der nicht Mel. In dich hab' ich gehoffet ac. und statt den geiſt zu nähren, Füt 336. Fh freue mich, mein gott in Du bist mein er das berz mit reu' und schmerz; Wie sollt' ich's so beschweren? trost, und was kann mir In deiner liebe fehlen? Du, herr, bist mein, Und ich bin dein; Was mangelt meiner seelen? 2. Nur du, gott, bist das höchste gut; Nach dir steht mein verlangen. Erfülle mich mit kraft und muth, Allein dir anzuhangen. O, hätt' ich doch dein sanftes joch All'zeit auf mich genommen! So wär auch ich Schon längst durch dich Zur wahren ruh' gekommen. 2. Du hast mich von der welt erwählt, Und deinen kindern zugezählt; Nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein wohl, Hast gnadenvoll Mein glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit geduld, Vergiebst durch christum mir die' schuld, Wenn ich aus schwachheit fehle. An seinem heil Hab' ich auch theil; Dies tröstet meine seele. 7. Von der Freude an Gott. mein thun regiere, Daß ich mein vertrau'n auf dich Ewig nicht verliere. 3. Kann auch das größte glück der welt Das herz vor kummer schüßen? Kann es, wenn trübsal uns befällt, Mit trost uns unterstützen? Sein glanz verschwind't! Wie rauch vom wind, Und schnell fliehn seine freuden; Nur deine treu wird täglich neu, Und giebt auch ruh im leiden. 4. Wer dich zu seinem trost erwählt, Sein herz zum guten neiget, Das arge baßt, und wenn er fehlt, Sich gläubig vor dir beuget: Der schmeckt schon hier, Erfreut in dir, Der seele wahren frieden; Und volles heil Ist einst das theil, Das du ihm haft beschieden. 5. Wie thöricht irrt' ich doch umber! Fern von dem sinn des christen, Sucht' ich, an wahrer freude leer, Rub' in der erden lüften. Welch ein betrug! Es fey genug, Mich so getäuscht zu haben. Richt meinen sinn, O gott, forthin, Nach wünschenswürd'gern gaben! 6. Hilf, daß ich mein gemüth zu dir In andacht oft erbebe, Und mit der eifrigsten begier Nach deiner gnade strebe; Dir folgsam sey, Und dein mich freu, Du meiner feele leben! Denn, gott, nur du kannst wahre ruh Und trost dem Herzen geben. 4. An dir hab' ich den treuen freund, Der es auf's beste mit mir meint; Wo find' ich deines gleichen? Du stehst mir bei, Und bleibst mir treu, Wenn berg und hügel weichen. 5. In finsterniß bist du mein licht, Erfreust mein herz; drum acht ich nicht zu sehr das gut der erde. Denn ohne dich Ist nichts für mich, Das einst zum trost mir werde. 6. Du bist mein allerhöchstes gut; Du stärkst im leiden meinen muth; Durch dich muß mirs gelingen; Selbst was mich fränkt, Das muß, gelenkt Von dir, mir segen bringen. 7. Und schließ ich dann einst meinen lauf, So nimmst du mich zu dir hinauf. Zu deines himmelsfreuden! Und da vergißt der sel'ge christ, Des lebens längste leiden. 8. Zwar hat's kein menschlich ohr gehört, Was uns dein himmel einst gewährt, Doch seh' ich's schon im glauben! Vollkommnes beil ist da mein theil; Und niemand wird mir's rauben. 152 8) Vom Gehorsam gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben gott: c. oder: Du weiser schöpfer zc. 337. Geborsam ist die beste gabe, Die man, o gott, dir bringen kann; Wenn ich sie dir geopfert habe, Welch' ruh' und freud' empfind' ich dann! Nur muß ich, dir zum preis und dank, Aus liebe folgen, nicht aus zwang. 2. Mein heiland ist mir vorgegangen, Er thate deinen willen gern, Will ich des christen ruhm erlangen; Und ihm gefallen, meinem Herrn; So muß auch ich von lastern rein, Gleich ihm, zum guten willig seyn. 3. Laß deine heiligen geseße Mir immer vor den augen seyn, Und gieb, daß ich sie nie verlezze; Stets fürchte, was sie fündern dräun. Wie schwer's auch meinen lüsten däucht; So ist dein joch doch sanft und leicht. 4. So oft ich deine stimme höre, So mache leib und geist bereit, Daß ich mit folgsamkeit sie ebre, Und thue, was sie mir gebeut: Ich soll nicht hörer nur allein, Ich soll und will auch thäter seyn. 5. Beut mir die welt gleich taufend freuden, Damit ich ungehorsam sey, Und droht sie mir auch tausend leiden, So bleib' ich dennoch dir getreu: Dir will ich folgen, o mein gott, Dir, mehr als menschen, bis in tod. 6. Wenn ich mich im gehorsam übe, So bin ich sicher, daß ich dich Von ganzem Herzen redlich liebe, Und wie so sehr liebst du dann mich! Auch den gehorsam in der zeit Belohnst du in der ewigkeit. 7. Drum laß mich, herr, mit treuem herzen Dir folgen, dir geborsam seyn; O laß im glücke, wie in schmerzen, Stets treu mich deinem dienste weibn: So bin ich glücklich in der zeit, Und selig in der ewigkeit. con i Mel. Sout' ich meinem gott 2. 338. Gut ut und heilig ist dein wille, Wie du selbst es bist, o gott; Du gebeutst! in tiefster stille Hört die schöpfung dein gebot. Die im himmel dir lobsingen, Stehn um deinen thron bereit, Freuen sich der seligkeit, Deinen willen zu vollbringen: Nur der mensch erkennt's oft nicht Für sein glück und seine pflicht. 2. Dir gehorcht mit sanfter wonne Sel'ger geister zahllos heer. Deine feste, deine sonne, Sturm und donner, erd' und mehr, Alles dienet deinem willen; Alles, höchster, was wenn du rufft, Dein gebot stets zu du schufft, Eilt und drängt sich, erfüllen; Nur der mensch erkennt's oft nicht, Für sein glück und seine pflicht. mi 300 3. Oft empört sich seine seele, Herr und schöpfer, wider dich. Deine herrlichen befehle Wirft er thöricht hin ter sich, Läßt sich nicht von dir regieren; Klüger oft, nach seinem wahn, Wählt er eine andre bahn, Die ihn soll zum heile fübren: Über seine bahn, fein sinn Führt ihn ins verderben bin. 4. Gott, laß es uns doch empfin den, Daß uns unser herz verführt, Daß die eitle lust der sünden Uns zuletzt den tod gebiert. Mach uns deinen willen wichtig, Führ' auf deine bahn uns bin, Lehr' uns jeden in weg fliehn; Denn dein weg allein ist richtig. Mach uns unsern pflichten tren, Daß der wandel heilig sey. 5. So wird auch bei uns auf erden, Wie im bimmel, dein gebot, Willig ausgerichtet werden, Heiliger und großer gott! Alle werke deiner hände Werden unterthan dir seyn, Alle deiner huld sich freun, Bis an deiner schöpfung ende. Denn, der deinen willen thut, Hat allein es ewig gut. 153 9) Vom Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen. 3. Gott kennet, was mein herz begehrt, und bätte, was ich bitte, Mir gnädig eh' ich's bat gewährt, Wenns meine wohlfabrt litte. Er forgt für mich recht väterlich! Nicht, was ich mir ersehe, Sein wille nur geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrige geschick, Bei dessen laſt wir klagen? Die größte noth Hebt einst der tod! Und chre, glück und habe Verläßt uns doch im grabe. 5. An dem, was seelen glücklich macht, Läßt gott es keinem fehlen; Gesundheit, weltlust, ehr' und pracht, Sind nicht das glück der seelen. Wer gottes rath Vor augen hat, Dem wird ein gut gewissen Die trübsal auch versüßen. 4. Auch die boffnung kann erquicken. Was mir gut ist, wirst du schicken; Du bist berr der ganzen welt. Dir will ich mich froh ergeben Glück und trübfal, tod und leben, Ülles sey dir heimgestellt. 6. Was ist der erden herrlichkeit? lich Fett Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das leiden dieser zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern; Seyd fröhlich, ihr gerechten! Der herr hilft seinen knechten. Mel. In allen meinen thaten 2c. 5. Ist mein wunsch nach deinem willen, O so wirst du ihn erfüllen, Und gewiß zu rechter zeit. Dir bab' ich nichts 341. Auf deine weisheit vorzuschreiben; Wie du willst, so soll es bleiben, Was du willst, ist seligkeit. 6. Soll ich hier noch länger leben, O so wollst du fraft mir geben, Mich um das recht zu bemüh'n, Was in ewigkeit bestehet, Alles irdische vergebet Und fährt wie ein strom dahin. schauen, Gott, deiner Wer kann mein wohl entscheiden? güte trauen, Das schafft zufriedenheit. Wer schenkt mir beß're freuden, Als du, herr aller seligkeit? Mel. Alles ist an gottes sc. 339. As lles ist an deinem segen, Großer gott, allein gelegen; Du bist unser höchstes gut. Üeber alles hoch dich schäßen Und auf dich die hoffnung setzen, Giebt allein getrosten muth. 2. Der du mich bisher ernähret, Manche freude mir gewähret, Bist und bleibest ewig mein. Du mein vater und regierer, Wirst mein Helfer und mein führer Durch mein ganzes leben ſeyn. 3. Sollt' ich ängstlich mich um sachen, Die mir sorg' und unruh machen Und vergänglich sind, bemühn? Ich will mehr nach gütern streben, Die mir wahre ruhe geben, Und im tode nicht entfliehn. Mel. Was gott thut, das ist zc. 340. Auf gott, und nicht auf meinen rath Will ich mein glück stets bauen, Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer seele trauen Er, der die welt allmächtig bält, Wird mich in meinen tagen, Als gott und vater, tragen. 2. Er fab von aller ewigkeit, Wie viel mir nüßen würde, Bestimmte meine lebenszeit, Mein glück und meine bürde. Was zagt mein berz? Ist auch ein schmerz, Der du des glaubens ebre Nicht zu besiegen wäre? 2. Vor dir ist nichts verborgen; mein vater bist? Du, herr, gabst mir Wie sollt' ich ängstlich sorgen, Da du mein leben, Und wirst mir alles geben, Was mir zur wohlfahrt nöthig ist. 3. Wir streben oft nach dingen, Die, wenn sie uns gelingen, Des unglücks quellen sind. Ein schein, der uns bethöret, Und unsern stolz vermehret Macht uns für wahre güter blind. 4. Der hang zu eitelfeiten Stört doch zu allen zeiten Die wahre seelenrub. Wann wir dir unser leben, vater, übergeben, Dann fließt dem herzen frieden zu. 105. Dein rathschluß sey mein wille, Ich will in heil'ger stille Mich deiner 154 Zweite Abtheilung. vorsicht freun. Dein ewiges erbarmen, und bahn, Der wird auch wege fin: Dein beistand soll mir armen Zufriehenheit und muth serleihn. den Die dein fuß geben kann. 6. Laß mich nicht zweifelnd wanken, Wenn traurige gedanken Mir deinen trost entziehn. Ich werde nie vergebens Zu dir, herr meines lebens, mit kindlichem vertrauen fliehn. 7. Erleicht're meine leiden Durch deines geistes freuden; Durch muth und hoffnung mir. Drückt mich die last der schmerzen, Dann sprich zu meinem berzen! Ich, dein erretter, helfe dir.! 8. Was sollt' ich mich betrüben? Den menschen, die dich lieben, Muß alles segen seyn. Ich bin ja dcin erlöster; Sonst weiß ich keinen tröster, Sonst keinen schuß, als dich allein. Mel. Wo soll ich hin, weil 2c. 342. Auf meinen lieben gott Trau ich in aller noth. Die ihn um rettung flehten, Verließ er nie in nöthen. Er wird mein unglück wenden, Es steht in seinen händen. 2. Auch beim gewissensschmerz Verzaget nicht mein berz. Auf christum will ich bauen, Und fest auf ihn vertrauen; Ihm bleib' ich stets ergeben Im tode wie im leben. 3. Und nimmt der tod mich hin, Ist's dennoch mein gewinn. Ich weiß, an wen ich glaube, Er läßt mich nicht im staube. Es mag der leib erkalten; Den geist wird gott erhalten. 4. Mein heiland, jesu christ, Der du aus liebe bist Für mich am kreuz gestorben, Du hast mir heil erworben: Du schenkst nach allem leiden Den deinen ew'ge freuden. 5. Ich barr' und traue dir, Einst schenkst du sie auch mir. Ich babe dein versprechen, Tas kannst du nimmer brechen. Auch ich bin, wenn ich sterbe, Des ew'gen lebens erbe. ite mistais 199 37 Bekannte Melodie. 343. Be efiehl du deine wege, Und was dein berze kränkt Der treuen vaterpflege Değ, der den weltkreis lenkt: Der wolken, fluth und winden Giebt ordnung, ziel 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, Wenn dir's soll woblergebn, Auf ihn mußt du stets schauen, Wenn dein werk soll bestehn: Mit sorgen und mit grämen, Und mit selbsteigner pein Läßt gott sich gar nichts nehmen; Es muß erbeten seyn 3. Dein aug' o gott der gnade! Siebt immer ungeschwächt, Was gut sey oder schade Dem sterblichen geschlecht. Und was du dann erlesen, Dein rath für's beste hält, Bringst du zum stand und wesen, Wie es dir wohlgefällt. 4. An mitteln und an wegen Fehlt dir's allweiser, nicht: Dein thun ist gnad' und segen, Dein gang ist recht und licht: Dein werk kann niemand hindern, Du kannst nicht träge ruhn, Wenn du, was deinen findern Er sprießlich ist, willst thun. 5. Und wollten welt und teufel Hier boshaft widerstehn; So wird doch ohne zweifel Gott nicht zurücke gehn: Was er sich vorgenommen, Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen zu seinem zweck und ziel. 6. Hoff', o gedrängte seele! Hoff, und sey unverzagt! Gott weiß es, was dich quäle, Den kummer, der dich nagt; Er wird dich ihm entrücken, Erwarte nur die zeit! Bis dich mit holden blicken Sein angesicht erfreut. 7. Auf! wehre deinem schmerze, Der sorgen bange nacht. Laß fahren, was das herze Betrübt und traurig macht: Bist du doch nicht regente, Der alles führen soll; Gott sißt im regimente, Und führet alles wohl. 118. Jhn, ihn laß thun und walten, Er ist ein weiser fürst; Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie's ihm gebühret, mit wunderbarem rath Das werk binaus geführet, Das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine weile Mit seinem trost verziehn, Und thun an seinem tbeile, Als hätt' in seinem sinn Er deiner sich begeben, Und sollst du für und für In angst und nöthen schweben; Als fragt' er nichts nach dir. 9. Vom Vertrauen auf Gott zc 155 6. Gott zäblet deine zähren, Und wird was gut ist, gern Auch deinem wunsch gewähren; Harr' in geduld des herrn, Der's niemals böse meinet Hoff' unverzagt auf ibn; Wann seine zeit erscheinet, Wird deine wohlfahrt blühn. 7. Ergieb dich ihm mit freuden, Sey stark durch seine kraft! Sey auch zur zeit der leiden Ein christ und tugendbaft! Und dann ergreif' im glauben Den troft der ewigteit. Wer kann dir diesenrauben, Der allen gram zerstreut? 8. Sey froh! dein gott regieret, Sein rath ist wunderbar: Einst wirst du überführet, Daß er der beste war. Will auch dein herz oft wanken, als dächt er deiner nicht. Wirst du ihm Sudoch einst danken. Er hält, was er verspricht. 10. Wird's aber sich befinden, Taß du ihm treu verbleibst; So wird dein leid verschwinden, Da du's am mindsten gläubst: Er wird dein berz erlösen Von der so schweren last, Die du zu keinem bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir! denn deine treue Trägt da den sieg davon; Sieh muthig auf, und freue Dich über ihren lobn: Gott schmückt mit siegespalmen Gewiß einst deine hand, Und du singst freudenpsalmen Dem, der dein leid gewandt. 12. Herr! mach' ein fröhlich ende Mit aller unsrer noth, Und reich' uns deine hände Im leben und im tod. Stets laß uns deiner pflege Und treu empfohlen seyn: So gehen unsre wege Gewiß zum himmel ein. In voriger Melodie. 9. Wie, sollt er dein nicht denken, 344. Chrift, alles, was dich Er, der dich kennt und liebt? Nicht kränket, Befiehl getrost dem Herrn! Er, der die Himmel lenket, Ist auch von dir nicht fern. Erwach' aus deinem schlummer, Zu gott erbebe dich! Er siebet deinen kummer, Und liebt dich väterlich. 20 trost und glück dir schenken; Er, der so gerne giebt? So gern mit seinem segen Der menschenherz erfreut. Auch auf den rauhsten wegen Führt er zur seligkeit. 10. Mit ruhigem gemüthe Verlaß auf ihn dich fest, Und wiss', daß seine güte Dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer weile Dich desto mehr erfreun; Zu deinem größten heile Verzeucht er; harre sein! 2. Sind's sünden, die dich schmerzen, So fühle deine schuld, Coch trau' mit ganzem Herzen Auf deinesmittlers huld. Zu wahrer rube führet Die reu', die gott gefällt; Allein den tod gebieret Die traurigkeit der welt. 3. Trau' gott, nicht deinen schlüssen, Die wahl des besten zu. Sprich, wer wird's besser wissen, Dein schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir feblet In jedem augenblick; Was er, dein vater, wählet, Das dient zu deinem glück. 4. Der gott, auf desſen ſegen Dein 345. Dein gott! Mich durch Mel. Aus tiefer Noth schrei ich: 0. u bast, mein vater und ganzes wohl bernht, Ist stets in seinen wegen Gerecht und weis und gut: Und was er seinen findern Zu ihrem heil erfab, Kann kein erschaffner hindern! Wann er gebeut, steht's da. dein wort belehret, Daß deine hand der frommen noth Dereinst in freude kehret; Und daß ich alles, was mich fränkt, Auf dich, der unser schicksal lenkt. Mit zuversicht soll werfen. 5. Vergeblich toben feinde Auch noch ſo fürchterlich; Hast du nur ihn zum freunde, Ist er, dein gott, für dich. Wer gleicht ihm? seinen winken Gehorchen erd' und meer; Laß deinen muth nicht sinken, Tein schirm und schild ist er. and mag Idom 11. Wohl dir alsdann, du treuer, Wie groß ist einst dein lobn! Dein richter, dein befreier Reicht dir die siegeskron. Aufkurze prüfungstage Folgt ew'ger preis und dank; Dann schweiget jede klage Und wird ein lobgesang. 2. So will denn, auf dein wort, auch ich der sorgen mich entschütten. Erhöre, gott, mein vater! mich, Erhör' mein kindlich bitten. Gieb meiner seele wahre ruh. Was mich bekümmert, lenke du Zu meinem ew'gen besten. Zweite Abtheilung. 156 3. Der forgen macht hat freilich oft Mich übermeistern wollen Stets hab' ich nicht auf dich gehofft, Wie ich wohl hoffen sollen. Mein gott, wie groß ist meine schuld! Au dir bab' ich durch ungeduld Vielfältig mich verfündigt. 4. Erbarmender! vergieb es mir Nach deiner großen güte; Erfülle mit vertraun zu dir Mein schüchternes gemüthe. Gieb, daß ich freudig boff' auf dich, Du werdest nie, als vater, mich Verlassen noch versäumen. 5. Seh' ich schon keine wege noch Zur rettung vor mir offen; Auch da laß mich, mein retter! doch Auf deine bülfe hoffen. Du bleibst doch immer groß an rath, Und immer mächtig auch an that, Mein bestes zu besorgen. 6. Dies sey mein trost, dies sey mein licht, Wenn mich die sorgen fränken. Erfüllst du meine wünsche nicht, So laß mich gläubig denken, Daß mir's nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste weisheit bist, So schickst du stets das beste. 7. Herr, du bist meine zuversicht; Auf dich hofft meine seele. Du giebst, was meinem glück gebricht, Giebst, daß ich mich nie quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger! ver lassen, Und muth und hoffnung fassen. 8. In deine hand befehle ich Mein wohlseyn und mein leben. Mein bos fend auge blickt auf dich: Dir will ich mich ergeben. Seh du mein gott; Und einst im tod Mein fels, auf den ich traue, Bis ich dein antlig schaue. Mel. Alle menschen müssen sterben. 346. Dersicht, Mein einz'ger 347. Gº ott der wahrheit, dessen Mel. Was gott thut, das ist 2c. u, meine zutreue Unsre hoffnung trost im leben. Mir fehlt es nie an trost und licht, Weil ich mich dir ergeben; Du bist mein gott, Auf dein gebot Wird meine seele stille; Denn gut ist stets dein wille. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir Auf's reichlichste ersetzen, Wenn ew'ge freuden mich bei dir In deinem reich ergößen. Da ist mein erb' und höchstes gut, O, stärke mir dadurch den muth Bis an mein selig ende. 2. Wer wollte dir, herr, nicht vertraun? Du bist des schwachen stärke. Die augen, welche auf dich schaun, Sehn deiner weisheit werke. Herr, groß von rath Und stark von that! Mit gnadenvollen Händen Wirst du mein glück vollenden. 4. Hoff', feele, hoffe nur auf gott! Des sünders trost verschwindet, Wenn der gerechte in der noth Die gunst des schöpfers findet. Wenn jener fällt, St er ein held, Er steht, wenn jene zittern, Als fels in ungewittern. 5. Drum werf ich nicht die hoffnung hin, Die mir mein glaube reichet. Wie elend, die zu menschen fliebn! Wohl! wer von gott nie wei chet! Mein heiland starb; Er, er erwarb, Durch seine todesleiden, Mir ew'ge bimmelsfreuden. 6. Getroft bin ich, wenn um mich ber Sich ungewitter sammeln! Du hilfst, gott, wenn wir freudenleer Zu dir um gnade stammeln, Die zeit der qual, Der thränen zahl! Zählst du, du wiegst die schmerzen Und wälz'st sie von dem Herzen. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, Verlassen seben müssen: Du läßt ihn, wenn ihn noth umgiebt, Doch deinen trost genießen. Des frommen herz Wird frei von schmerz. Der fünder böses dichten Pflegst du oft zu zernichten. stützt und hält! Ich erkenn' es voller reue, Daß mich kleinmuth oft befällt. Ach, mein herz hängt noch an dingen, Die nie wahre ruhe bringen; Und wie oft vergeb' ich mich, Aengstlich zweifelnd, wider dich! 2. Gott, vergieb mir diese sünde! Nimm die kleinmuth von mir hin, Schenke, vater, deinem finde Einen dir ergebnen sinn, Der von dir nur bülfe beischest, Den nicht falsche hoffnung täuschet, Die das berz aufs eitle zicht Und so schnell wie rauch entflicht. 3. Laß mich gram und sorgen meiden, Weil dein auge für mich wacht, Und du schon in manchen leiden Mit mir alles wohl gemacht! Laß mich auf dein 9. Vom Vertrauen auf Gott 2c. wort stets hoffen, Das doch immer eingetroffen. slott, wer deinem wort nicht traut, hat auf leichten sand gebaut. 4. Laß mich fest im glauben werden, Daß dein wort wahrhaftig sey; O, so werd ich hier auferden Von so mancher unruh frei. Dann werd' ich, gott, mit vertrauen Stets auf deine Hülfe schauen; Dann wächst meine zuversicht Und die boffnung trügt mich nicht. 15. Auch erhebt sie meine seele Selbst noch über tod und grab, Wenn ich den zum führer wäble, Der sich einst auch für mich gab. Er, der siegreich auf erstanden, Macht mich los von todes banden, Führt mich zu dem leben ein; Wo kein leid wird weiter seyn. 6. Muß ich gleich noch hier auf erden, Gott, vor dir ein pilgrim seyn, Wirst du doch von den beschwerden Dieser zeit mich einst befrei'n. Derwünschte sel'ge stunden! Ewig aller noth entbunden, Werd' ich dich, mein beiland, seh'n, Und, wie du, zur freud' eingeb'n. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, berr, meine zuversicht! Bis bas wort verspricht. Auf dich, quelle alles lebens, Harrt der glaube nie vergebens! Was wir glauben, schauen wir Einst gewiß, o herr, bei dir. 2. Auch auf den allerrauhsten wegen Führst du mich zur glückseligkeit; Bon jeder trübsal ernt' ich segen, Ist dir nur, gott, mein Herz geweiht. Ihr ausgang wird erfreulich seyn, Siehts gleich mein blöder geist nicht ein. 157 4. Uns bleibt oft, was uns nügt, verborgen. Wer hat es je genau erkannt? Wie oft sind unsre wünsch und forgen Boll thorheit und voll unverstand! Wer kann, was seinem wohlergehn Zumschaden dient, ganz übersehn? 3. Drum laß mich stille seyn und hoffen, Wenn du mir Prüfung hast bestimmt. Dein vaterherz steht dem, doch offen, Der zu dir seine zuflucht nimmt. Wer hier treu deinen willen thut, Mit dem machst du's auch immer gut. 5. Nur du, gott, kennst und wählst das beste. O vater, mache selbst mein berz In dieser überzeugung feste; So ehr' ich auch im größten schmerz Dich stets mit der entschlossenheit: Was gott will, das gescheh' allzeit. 6. Die stunde wird gewiß doch kommen, Da mich vollkommnes glück erfreut. Denn einmal führst du deine frommen Zur völligen zufriedenheit. Und dann wird ihnen offenbar, Daß nur dein rath der beste war. 7. Da ernt' auch ich von meinen plagen Die fel'gen früchte ewig ein! Da wird mein herz statt aller flagen, Nur voll des frohen lobes seyn; Der herr, der für mein heil gewacht, Hat alles mit mir wohlgemacht.ne PE00 und sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir gewinn, Der tod selbst ist mein leben; Denn gott ist mein, Und ich bin sein. Was ist wobl, das mir schade? Ob er gleich schlägt, Und kreuz auflegt, Ist doch sein thun voll gnade. 2. Das kann mir nimmermehr, Mel. Wer nur den lieben gott 20. err, mache 348. Hfittel Was mich hie- Mein vater muß mich lieben; Läßt er nieden fränkt und drückt, Das ist dein weiser rath und wille, Der nichts zu meinem schaden schickt. Du bist, der alles ändern kann, Und was du thust, ist wohlgethan. auch oft mich freudenteer, So will er mich nur üben Und mein gemüth In seiner güt' Gewöhnen, sich zu fassen; Ueb' ich geduld, Trau seiner huld, Wird er mich nicht verlassen. Mel. Was mein gott will, das izid hab' in goltes herz 349. 3. Ich bin ja nicht von ungefähr Entsprungen aus der erden; Gott ist's der mich zu seiner ehr' Das, was ich bin, ließ werden. Gab er das seyn Dem leib allein, Der kurze zeit nur währet? Nein, auch dem geist, Derießt ihn preist, Und der ihn ewig chret. 4. Und wer erhält mit allgewalt Mir jede kraft zum leben? Wär' ich nicht längstens todt und kalt, Wenn mich nicht gott umgeben Mit seinem arm, Der alles warm, Gesund und Zweite Abtheilung. 158 fröhlich machet? Was er nicht bält, Das bricht und fällt; Was er erfreut, das lachet. 2. Räum alles weg aus meiner seclen, Was deinem willen widerspricht, Und wollte mirs sich auch verhehlen, So stelle du mir selbst ins licht, Was mir noch fehlt an findessinn, Und neige dann mein herz dahin. 5. Bei ihm ist weisheit und verstand Mehr, als wir menschen fassen; Er bat von ewigkeit erkannt, Was er will kommen lassen. Er weiß, wann freud', Er weiß, wann leid Uns, seinen findern, diene, Und was er thut, Ist alles gut, Ob's noch so traurig schiene. 3. Hilf mir in geist und wahrheit sprechen; Du bist mein vater, licht und heil, Berzeihst mir gnädig meine schwächen, Und schenkst auch mir an christo theil; Du bist mein allerbester freund, Der's treu und redlich mit mir meint. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht bast, Was sinnenlust begehret, Als sey mit einer großen last Dein lebensgang beschweret; Haft spät und früh Viel sorg und müh Auf selbstgewählten wegen, Uud denkest nicht, Daß, was geschicht, Geschehe dir zum segen. 4. Denn darf ich mich dein find nur nennen, Bist du mein vater und mein freund; So muß mir alles nüßen können, Was mir auch noch so böse scheint. Das bitterste wird mir versüßt, Wenn du nur, gott, mir gnädig bis 7. Es kann bei lauter sonnenlicht Das feld nicht früchte tragen; So reift auch menschen- wohlfahrt nicht Bei lau- 5. Drum gieb, daß ich dir kindlich ter guten tagen. Wie bitter sey, Die arzenei, Schafft sie doch neues leben; So muß das leid Zu neuer freud' Und wahrem glück erheben. traue, Und demuthsvoll, doch unver zagt, Mein Hoffen sicher darauf baue, Was dein so theures wort mir sagt. Dein geist erkläre meinem geist, Was deine vatertreue heißt. fr 8. Ey nun, mein gott, so fall' ich dir Getrost in deine hände. Nimm mich, und mach' es so mit mir Bis an des lebens ende, Wie dir's gefällt, Der du die welt Nach weisem rath regierest, Und so auch mich Stets väterlich Auf richt'gem pfade führest. 6. Ich bin ja auf so viele weise, Mein herr und gott, dein eigen thum; Drum gieb, daß ich, zu deinem preise, Und deines großen namens rubm, Dir diene in gerechtigkeit Mit williger ergebenbeit. 9. Willst du mir geben sonnenschein, So nehm' ich's an mit freuden; Soll's aber schmerz und trübsal seyn, Will ich's geduldig leiden. Willst du allhier Noch länger mir Des lebens kraft erbalten; Wie du mich fübrst Und führen wirst, So laß ich gern dich walten. 7. Du schaffst das wollen und voll bringen, Von dir kommt weisheit und verstand; Drum reiche mir in allen dingen Aus gnaden deine vaterhand. Erbarme meiner schwachheit dich Und stärk' zu allem guten mich. 10. Auch noch im tode bin ich dein, Vor ihm soll mir nicht grauen; Er führt zum bessern leben ein, Er ist der weg zum schauen. Du bist mein birt, der alles wird zu solchem ende kehren, Daß ich mit dank Und lobgesang Tich ewig werde ehren. 8. Legst du was auf, so bilf's aud tragen. Sieb mir geduld in leidenszeit, Und sey in gut und bösen tagen. Mein trost und meines herzens freud'. Gieb demuth, einfalt, lieb' und zucht; Was unrecht ist, das sey verflucht. 9. Nun, herr, du siehest mein be streben; Verleib' mir deines geistes fraft! Du willst sie ja dem gerne geben, Der treulich gutes durch sie schafft. Dann zeigt mein redlich frommer finn, Daß ich dein ewig bleib' und bin. In voriger Melodie. Mel. Wer nur den lieben gott: c. 350. Mein ein gott, du weißt am allerbesten Das, was mir gut und nüßlich ist; Du bleibst, ist auch die noth am größten, Mein helfer, wie du's ewig bist. Gieb, daß ich eiig dir vertrau', Und nie auf 351. Mein schuß ist gott! in menschenhülfe bau'. hoff' auf ihn, er kennet mich. Shm 9. Vom Vertrauen auf Gott 2c. 159 fehlte, die seinen zu erhalten, An er auch gewähren, Was unsern leib mitteln nie, und sein bin ich; Ich gründe meine zuversicht Auf diesen fels und wanke nicht. ernähren, Den geist erfreuen kann. 5. Lobt ihn mit berz und munde, Ihn, der uns beides schenkt. Gesegnet ist die stunde, Darin man sein gedenkt; So braucht man recht die zeit. Wir sollen ja auf erden Durch ihn schon selig werden, Noch mehr in ewigkeit. 2. Was quäl ich mich? bin ich ein beide, Der ohne gott und hoffnung ist? Nein, das ist meines herzens freude, Daß du, o gott, mein helfer bist. Hilf, mein erbarmer, stärke mich; Denn nichts vermag ich obne dich. 3. Der herr erzieht hier seine kinder Zur ewigkeit mit weiser huld; er schont, er züchtigt viel gelinder, Als wir verdient, und hat geduld; Er hat nicht lust an unserm schmerz; Ganz anders denkt sein vaterberz. 4. Die lieb' ist gott! wie kann ich zagen? Bad er für mich nicht jesum christ? Was könnte mir ein gott versagen, Der so unendlich gütig ist? Erhabner trost, der nimmer trügt, Und jeden zweifel überwiegt! 5. Ich barre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die prüfungszeit! Dann schöpf' ich dort aus seiner fülle Unendliche zufriedenheit Er leite mich nach seinem rath, Wie er mir zugesaget hat. In bekannter Melodie. 352. Von gott will ich nicht 3. Ihm, ihm will ich vertrauen Auch in der schwersten zeit. Auf seine bülfe bauen; Er wendet alles leid. Ihm sey es beimgestellt; Leib, seele, gut und leben Will ich ihm übergeben! Er mach's, wie's ihm gefällt. 6. Mag doch die welt vergeben Mit aller ihrer pracht! Das glück bleibt ewig stehen, Das gott mir zugedacht. 3war schließ ich hier den lauf; Doch, wenn ich nun im grabe Genug geruhet habe, Weckt er mich wieder auf. 7. Die seel' ist unverloren In gottes vaterhand; Der leib wird neu geboren Zum bessern vaterland; Wie selig werd ich seyn! Mit gott und seinen frommen Soll ich mich da vollkommen, Soll ich mich ewig freun. 8. Ob ich gleich nun auch dulde Viel leiden dieser zeit, Wie ich's auch oft verschulde, Kommt doch die ewigfeit. So großer frenden voll, Die, da ich christum kenne Und mich von ihm nicht trenne, Mein erbtheil werden soll. läßt mich nicht; Im fummer mich zu fassen, Giebt er mir kraft und licht. Mel. In allen meinen thaten_ic. Er steht mir hülfreich bei! Mit jedem 353. Was soll ich ängstlich der morgen er zu versorgen, Ich sey auch, wo ich sey. 2. Wenn menschen- gunst und liebe In kaltsinn sich verkehrt, Bleibt er voll mitleidstriebe, Er, der mein flehen bört. Er hilft in jeder noth, Hilft von der fünde banden, Befreit von ihren schanden Und rettet selbst vom tod. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Als was uns nüßlich ist; Gut meint ers mit uns allen: Er gab uns jesum christ. Hat er so viel gethan, So wird 9. Das ist des vaters wille, Der uns erschaffen hat; Aus seines sohnes fülle Empfahn wir gnad' um gnad'; Er giebt uns seinen geist, Damit er uns regiere, Die bahn zum bimmel noth verzagen? Der höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner seele Kein wahres wohlseyn feble. Genug zum trost, mein herz, für dich! 2. Was nüßt es, ängstlich sorgen Und jeden neuen morgen mit neuem kummer sehn? Du, vater meiner tage, Weißt, eh' ich dirs noch sage, Mein leid und auch mein wohlergehn. 3. Auf deine Hand zu schauen, Dir findlich zu vertrauen, Das, herr, ist meine pflicht. Ich will sie treulich üben Und dich, mein vater, lieben; Denn du versäumst die deinen nicht. 4. Der du die blumen kleidest Und alle thiere weidest, Du schöpfer der natur! Weißt alles, was mir feblet. 160 or tot Zweite Abtheilung. Drum, seele, was dich quälet, Befiehl| traurigkeit. Wer gott, dem allerhöchdem Herrn, und glaube nur. sten, traut, Der hat auf keinen sand gebaut. 5. Herr, alle meine sorgen, Die noth, die oft verborgen An meinem Herzen nagt, Werf' ich auf dich, den treuen; Du weißt den zu erfreuen, Der fromm nach deiner bülfe fragt. 2. Was helfen uns die schweren sorgen, Was bilft uns unser web und ach? Was hilft es, daß wir alle morgen Beseufzen unser ungemach? Wir machen unser kreuz und leid Nur größer durch die traurigkeit 6. Wenn meine augen thränen, Und sich nach hülfe sebnen, So flag' ich dirs, dem herrn: Dir, Vater, dir befeble Ich jeden wunsch der seele. Du hörst, du hilfst, du segnest gern. 7. Der du mir bier im leben Schon größres heil gegeben, Und deinen sobn geschenkt: Du wirst mir alles schenken, Und mir zum besten lenken, Was mich bekümmert, quält und fränkt. 3. D halte doch dem böchsten stille, Und sey mit seinem rath vergnügt, Erwarte, wie sein guter wille, Wie sein' allwissenheit es fügt. Gett, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten freudenstun den, Weiß, wenn uns hülfe nüßlich sey! Wenn er uns nur hat treu erfun den, Geduldig, obne beuchelei, So kommt er, eh' wir's uns verjebn, Und lässet uns viel gut's geschein. 5. Denk nicht in deiner trangsels bize, Daß du von gott verlassen seyt Daß ihm nur der im schooße size, Den alle welt für glücklich preist; Die zu funst ändert oft sehr viel Und sehet jeglichem sein ziel, 500 6. Es sind ja gott sehr leichte sachen, Und seiner allmacht gilt es gleich, Den reichen klein und arm zu machen, Den armen aber groß und reich; Er it der herr, der jedermann Gar bab erhöhn, bald stürzen kann. 8. Du fübrest, berr, die deinen Nie so, wie sie es meinen; Nein, nur nach deinem rath. Ob ich mich auch betrübe, Bleibt doch dein rath voll liebe; Das zeigt der ausgang mit der that. 9. Wenn ich hier tiefen sehe, Und es nicht ganz verstche, Was du mit mir gethan, Kann ich doch deß mich trösten: Du nimmst mich, mich erlösten, Gewiß dereinst zu ebren an. 10. Dort bei den frommen schaaren, Dort werd' ich es erfahren, Wie gut du mich geführt. Da sing' ich dir mit freuden, Nach überstandenem leiden, Den dank, der deiner huld gebührt. In bekannter Melodie phen an 354. Wer nur den lieben gott fet auf ibn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In aller noth und 7. Sing', bet' und geb' auf gottes wegen, Verrichte deine pflicht getren! segen, Trau ihm und seinem reichen ſegur, wird er dir werden neu Denn wer nur seine zuversicht Auf gott setzt, den verläßt er nicht. cupt dildar com 4 10) Vom Gebäte. Mel. Wer nur den lieben gott ic. oder: Du weiser schöpfer c. was dir nüßt, geschehen, Ist dir zu helfen niemals fern; Und thut, fo du 355. Dein beil, o christ, nicht du nur zu ihm flehſt, Mehr, als di zu verscherzen, Sey bittest und verstebst. wach und nüchtern zum gebät! Ein 3. Welch glück, so hoch geehrt findlich fleyn aus gutem berzen Hat zu werden, Und im gebät vor gott gott, dein vater nie verschmäht; Er zu stehn! Der Herr des himmels ist die liebe selbst, und hört, Was und der erden, Bedarf der eines seiner finder verz begehrt. menschen flehn? Er will blos deint seligkeit, Wenn er zu bäten dir g beut. 2. Erbebe dich zu seinen höhen Mit dank und fleben oft und gern. Er läffet, 10. Vom Gebäte. 161 4. Sagt gott nicht: bittet, daß ibr| mich zur seligkeit Der glaubenden nehmet? Ist des gebätes frucht nicht gerechten. dein? Wer sich der pflicht zu beten schämet, Der schämt sich, gottes freund Mel. Was mein gott will, das zc. zuseyn; Und ſtößt das angebotne glück 357. Gott! deſſen nam' ist, von sich zurück. wie ruhm, 5. Sein glück von seinem gott be gebren, Ist wahrlich keine schwere pflicht, Und seine wünsche gett erklären, Gereuet sicher niemals nicht. Es giebt uns muth und stärkt die kraft Zur dämpfung jeder leidenschaft. 6. Sich in den leidensstunden stärken, In dem vertraun, daß gott uns liebt, Im fleiß zu allen guten werken, Ist diese pflicht für dich betrübt? So triffst du nichts auf erden an, Das dauerbaft erfreuen kann. 7. Gott, laß mich nicht mein heil verscherzen, Gieb lust und kraft mir zum gebät, Und wenn mein mund aus gutem berzen Zu dir um hilf und gnade flebt; So höre mich von deinem thron Durch jesum christum deinen sohn. Mel. Sey lob und ehr' dem: c. 356. Gott, ott, deine güte reicht so weit, So weit die wolken geben; Du frönst uns mit barmherzigkeit, Und eilst, uns beizustehen, Bist mächtig, väterlich gesinnt; Vernimm mein flevn, hör mich, dein find! Denn ich will vor dir beten. 3. Ich bitte nicht um ehr' und ruhm, So sehr sie menschen rühren. Des guten namens eigenthum Laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer ruhm sey meine pflicht, Der ruhm vor deinem angesicht, Und frommer freunde liebe. wag's zu dir zu treten, Und will, als für mein eigenthum, Für andrer wohlfabrt beten. Für sich allein Beglückt zu seyn, Bringt christen nicht g'nug freuden; Drückt mich kein joch, So fränkt mich doch Des nebenchristen leiden. 2. Ich bitte nicht um überfluß Und 5. Hilf, daß die ganze christenbeit schäße dieser erden, Laß mir, so viel Dich, als den höchsten, ehre, Daß ich haben muß, Ourch fleiß und ar- weder hochmuth, haß, noch neid Dein beit werden. Gieb mir nur weisheit und verstand, Dich, gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen. 4. So bitt' ich dich mein herr und gott, Auch nicht um langes leben; Im glücke demuth, trost in noth, Das wollest du mir geben. Miß mir zu, wie du willst, die zeit, Nur führe Evangel, luth. 2. Du schufft ja, was von adam stammt, Zum wahren glück und leben; Willst allen auch, von lieb entflammt, Die seligkeit gern geben. Erleuchte doch, Die jezzo noch, Bei dicken finsterniſsen, Sich selbst allhier Den weg zu dir Durch sünd' und wabn verschließen. 3. Erweiche der verstockten Herz, Bekehre die verführten. Ach! daß sie doch der sünden schmerz, Und deine gnade spürten, Daß keiner nicht In dein gericht Und strenges urtheil fiele! Ach, leite sie Doch spät und früh Zum vorgesteckten ziele. 4. O stärke die im glauben stehn, Und findlich dich verehren, Daß deinen weg sie freudig gehn: Und deinen ruhm vermehren. Hilf ihnen auf In ihrem lauf, Wenn ihre füße gleiten, Und lehre sie Des lebens müb Durch deine kraft bestreiten. eilig wort verkehre. Laß seine macht Ces irrthums nacht, Der fünde reich bestreiten, Und seinen schall Sich überall Zu unserm glück verbreiten. 6.( sieb, daß sich ebre, recht und treu Im ganzen lande küsse; Daß jeder fromm und heilig sey Ünd richte jedes füße Vom sündensteg zum himmelsweg, Daß deines namens ebre, Herr! durch dein wort Sich fort und fort Bei allen menschen mehre. 7. Die armen laß durch deine huld Sich ihrer arbeit näbren: Den kranken wollest du geduld, Betrübten trost gewähren. Wer dich verehrt, Sich redlich nährt, Dem wollest du, herr, 11 Zweite Abtheilung. 162 geben Zu aller zeit Zufriedenheit, Glück, hülfe, trost und leben. 8. Wir alle, vater, wir sind ja Ein werk von deinen bänden; Laß nie, ist angst und trübsal da, Dein schuß sich von uns wenden. Du bist ja der, Dem nichts zu schwer; Drum sprich durch jesu namen Zu deren flehn, Die vor dir stehn, Dein ja, und mächtig amen. 8. Mach' uns von allem übel frei Daß unser heil vollkommen sey; Bewahr' uns vor dem ew'gen tod; Hil uns in unsrer sterbensnoth; Vollende selig unfern lauf, Und nimm und in den himmel auf. mel. Vater unser im himmelreich zc. 358. Gott vater, an erbarmen deine hand geschebn. reich, Der du in ein4. Dein will' gescheh' auf erden schon, Wie er geschieht vor deinem thren. Mach' uns, o gott! in freud' und leid Zu dem, was dir gefällt, bereit; Und wehr des fleisches übermuth, Das wider deinen willen tbut. 5. Gieb uns heut' unser täglich brod! Du kennst am besten unsre noth. Hilf uns, entferne krieg und streit, Pest, seuchen, mißwachs, theure zeit. Laß bei uns heil und friede blühn, Und laß uns geiz und sorgen flichn. 6. Vergieb uns alle unire schuld, Und trage doch mit uns geduld. Begnadiget von dir dem herrn, Verzeihn wir unfern schuldigern, Und du thust auch barmherzigkeit An dem, der gern, wie du, verzeibt. 9. Das reich, die kraft, die herr lichkeit Ist dein, o herr, in ewigkeit. Wir alle sind dein eigenthum, Gebät erhören ist dein ruhm. Unendlich mehr, als wir verstehn, Kann stets durc 7. Herr! in versuchung führ' uns nicht, Und wenn's im tampf an traft gebricht; So hilf mit deiner starken hand, Und gieb uns kraft zum widerstand, Daß wir zuletzt als sieger stehn, Und deiner gnade ruhm erhöhn. tracht uns zugleich Als brüder beisfest, zu dir nahn, Wir rufen auf dein wort dich an. Doch laß, berr! unsere mundes flehn Aus unsers herzens fülle gebn. 2. Tein name müss' uns heilig seyn; Dein wort erbalte bei uns rein; Damit, wie du beilig bist, Auch veilig ſey ein jeder chriſt. Behut uns, 359. Ficht, Verwirf, o gott, Mel. Vor deinen thron tret': c. dein ange herr, vor falscher lehr', Und die im irrthum sind, befebr. mein flehen nicht: Vergieb mir alle meine schuld, Du gott der gnade und geduld. 3. Dein gnadenreich komm' in der zeit, Und einst das reich der herrlichfelt. Steb' uns mit deinem geiste bei; Mach' uns von fündenknechtschaft frei. Dämpf' aller feinde macht und wuth: Nimm deine firch' in deine hut. 2. Schaff' du ein reines herz in mir; Ein herz voll lieb und furcht zu dir; Ein herz voll demuth, preis und dank; Ein ruhig berz mein lebelang. 3. Sey mein beschüßer in gefahr, Ich barre deiner immerdar; Wo ist ein übel, das mich schreckt. Wenn deine vaterhand mich deckt? 4. Ich bin ja, herr, in deiner hand, Von dir empfing ich den verstand; Erhalt ihn mir, und durch dein wort Erleucht' und leit' ihn immerført. 10. Herr! amen! ja es werde wahr! Stärk' unsern glauben immerdar, Daß wir nicht zweifeln, unser flebn Dund deine gnad' erfüllt zu sehn. Ein freu dig amen sprechen wir, O vater! auf das wort von dir. 5. Laß, deiner güte mich zu freun Sie stets vor meinen augen seyn; Laj meines glaubens mich zu freun, Ihn stets durch liebe thätig seyn. 6. Das ist mein glück, was du mic lehrst; Das sey mein glück daß ich zuerst Nach deinem reiche tracht und treu In allen meinen pflichten sey. 7. Ich bin zu sawach aus eigner fraft, Zur dämpfung meiner leiden schaft. Du aber ziebst mit kraft mich an, Daß ich den sieg erlangen kann. 8. Gieb von den gütern dieser welt, So viel mir nüßt und dir gefällt, Be wenigem zufriedenheit, Zu meinem fleiße beiterkeit. 10. Vom 9. Schenkst du mir aber überfluß, So laß mich mäßig im genuß, Und, dürft'ge brüder zu erfreun, Mich einen froben geber seyn. 10. Gieb mir gefundheit, und verleib, Daß ich sie nüß' und dankbar sey, Und nie aus liebe gegen sie, Mich zaghaft meiner pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen freund, Der's treu mit meiner wohlfabrt meint, Mit mir in deiner furcht sich übt, Mir rath und trofst und beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein läng'res ziel, Und werden meiner Tage viel: So sey, herr, meine zuversicht; Verlaß mich auch im alter nicht. 8. Bet' oft zu gott für deine brüder, Für alle menschen, als ihr freund; Denn wir sind eines leibes glieder, Kein glied soll seyn des andern feind; Solch bitten, das aus liebe fließt, Gefällt dem, der die liebe ist. 9. Bet' oft; so wirst du glauben balten, Dich prüfen und das böse scheun, An lieb' und cifer nicht erkalten, Und reich an guten werken ſeyn; Denn muth und kraft und seelenruh el. Wer nur den lieben gott: c. 360. Komm betend oft und mit Sagst du, gott, dem, der bittet, zu. vergnügen, christ, vor gottes angesicht. Laß keine trägbeit dich besiegen In der Erfüllung dieser pflicht. übe sie, zu gottes preis Und deinem heil mit treuem fleiß. 10. Dies reize mich, vor dich zu treten Mit lob und dank, mit wunsch und flehn; Doch meine fehler bei dem beten Wollst du, mein vater, übersehn Weil der, der dir zur rechten sißt, Mich, als mein mittler, unterstüßt. 13. Und wann sich wird mein ende nahn, So nimm dich meiner herzlich an, Und sey, durch christum, deinen sohn, Mein schirm und schild, mein großer lohn. 2. Bet' oft in einfalt deiner feelen; Gott sieht aufs berz, gott ist ein geist. Wie können dir die worte fehlen. Wenn nur dein Herz dich beten heißt; Der glaub' an gott und seinen sohn Rührt ihn, nicht leerer worte ton. 3. Ber' oft zu gott und schmeck in freuden, Wie freundlich er, dein vater, ist; Bet' oft zu gott, und fühl im leiden, Wie treulich er das leid versüßt. Gott hört's, gott ist's, der bülfe schafft; Er giebt den müden trost und kraft. Gebäte. 163 6. Bet oft, gott wohnt an jeder stätte; In keiner minder oder mehr. Denk nicht wenn ich mit vielen bete, So find' ich ehr bet gott gehör. Ift nur dein wunsch gerecht und gut, So sey gewiß, daß gott ihn thut. 7. Doch säume nicht in den gemeinen Auch öffentlich gott anzuflehn, Und seinen namen, mit den seinen Mit deinen brüdern, zu erhöhn. Führ der vereinten andacht werth, Die deine eigne stärkt und nährt. 4. Bet' oft und beiter im gemüthe, Schau dich an seinen wundern satt; Schau auf den ernst, schau auf die güte, Womit er dich geleitet hat. Oft irtest du, er trug geduld; Erkenn' und preise seine buld. 5. Bet* oft, durchschau mit frohem muthe Die herzliche barmberzigkeit Deff', der mit seinem theuern blute Uns vom verderben hat befreit: Und eigne dir, zu deiner ruh' Und beiligung sein opfer zu. In voriger Melodie. 361. Wer kann, gott, je was gutes haben, Das nicht von dir den ursprung hat? Du bist der geber aller gaben, und immer groß an rath und toat. Du willst, daß mit gebet und flehn Wir stets auf deine hülfe sehn. 2. Drum komm' ich auch mit meinem beten, O gott, vor deinen heil'gen thron. Wie freudig kann ich vor dich treten, Denn mich vertritt bei dir dein sohn; Durch ihn bin ich voll zuversicht, Mein schwaches flehn verwirfst du nicht. 3. Co gieb mir denn nach deinem willen, Was deinem finde heilsam ist; Nur du kannst mein verlangen stillen. Weil du des segens quelle bist. Vor allen dinzen sorge du Für meines geistes wahre ruh'. 4. Gieb mir beständigkeit im glauben, Laß meine liebe thätig seyn. Will 11* Zweite Abtheilung. 164 etwas mir dies kleinod rauben, So schränke die versuchung ein, Und stärke mich mit kraft und muth, So sieg' ich über fleisch und blut. 5. Bewahr' in mir ein gut gewissen, Ein herz zu dir voll freudigkeit; Ein herz auf's gute stets beflissen, Das sich vor deinem auge scheut; Und febi' ich, gott, so zücht'ge mich, Zu meiner bess'rung, väterlich. 6. Ein herz, das in beglückten tagen, O vater, deiner nie vergißt; Ein herz, das unter noth und plagen Mit deinem rath zufrieden ist; Ein herz voll zuversicht zu dir, Und voll geduld, verleibe mir. 6. Du hast die welt in deiner hand: 7. Du wirst es alles weislich fü- Dein unermeßlicher verstand We gen; Du weißt am besten, was mir alles wohl zu machen. Wie sollte dein müßt. An deiner huld laß ich mir vorsicht nicht Für meine wohlfahr g'nügen, Die schwache machtig unter- wachen? stüßt: Zufrieden, vater, folg' ich dir; Befest'ge diesen sinn in mir. 8. Soll ich auf erden länger leben, So gieb, daß ich dir leben mag. Laß mir den tod vor augen schweben; Und kommt dereinst mein sterbetag; So sey mein ausgang aus der zeit Ein eingang in die herrlichkeit. 3. Wenn unser blödes auge wäst Dann wird sehr leicht das ziel va feblt Nach dem wir ringen wollten. Wir suchen oft nach unserm wahr Cas, was wir flieben sollten. 4. Du willst, wir sollen voll ver traun Auf deiner vorsicht wege schau, Und dir uns übergeben; Denn du du forgst mit vaterhuld Für unse ganzes leben. 5. Wo ist auch wohl ein besse freund? Wer kann den, der verlassen scheint, it segen überschütten? D gott, tbuft überschwenglich mehr, A wir verstehn und bitten. heil und segen giebst, Erheb' ich herz und hände. Was deine weisheit will und ihut Nimmt stets ein gutes ende. 2. Ich weiß nicht was mir nüßzlich ist, Du weirt's, der du mein vater bist, Und willst mein wohlergehen. Drum laß mich nie mit eigensinn Auf meinen wunsch bestehen. 7. Wenn deine macht für mich ge beut, Wie könnte meine sterblichke und ohnmacht mich erschrecken? D wirst mich in gefahr und noth Mi deinem schuße decken. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. u dir, mein gott, 362. 36, 90eir leben, Und nicht auf menſchenbülfe bam 9. gnade schau du Die uns so leicht betrüget. Gieb nur daß sich mein schwaches herz Mi deiner huld begnüget. 10 Gabst du mir deinen sobn uz beil, So wirst du mir gewiß aud theil An deinem bimmel schenken. J kann nun an die ewigkeit Im glav ben freudig denken. Mel. Nun dantet all', und 2c. 363. Auf, cbriften, bringet preis und ehr' Dem herrscher aller welt; Dem mächtigen, der erd' und meer, Und alle himmel hält. 2. Lobt gott mit frohem jubelschall, Ibn, unser höchstes gut, Der große wunder überall, Auch an uns menschen thut. 8. Ach leite mich durch deine fra Auf meiner kurzen pilgrimschaft, Da ich von dir nicht weiche, Den weg der tugend freudig geh, Und einst das ziel erreiche. 11) Vom Lobe Gottes. 3. Von unsrer zarten kindheit a Hat er uns unterstüßt; Er, der allein uns helfen kann, Und gern uns hi und schützt. 4. Aus feiner fülle nehmet wi Noch immer, was uns nährt, unsern seelen auch schon hier Zust denheit gewährt. 5. Er breitet stets auf unserm p Viel freuden um uns her. Die not 11. Vom Lobe Gottes. 165 womit sein weiser rath Uns prüft,| Die sprache dankt ihr ihm allein, Und erleichtert er. wolltet nicht voll rühmens sein? 6. Er trägt, nach güt'ger vaterart, Uns schwache mit geduld; Er züchtigt wohl, doch nie zu hart, Und schenkt uns gern die schuld. 7. Er weckt uns das gewissen auf, Rust uns zur besserung, Und stärkt uns, achten Mit kraft zur beiligung. wir darauf, 8. Er bleibt uns treu; sein wort stebt fest. Wer hier sich zu ihm hält, Kommt, wenn er diese welt verläßt, Zum glück der bessern welt. 9. Drum, christen, singt ibm preis und dank Für seine freundlichkeit. Mel Vom himmel hoch, da komm': c. oder: Wenn gott zum baus nicht zc. 364. Auf, christen! preist mit mir den berrn! Wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Er, den der ganze himmel ehrt, Ist unsers böchsten lobes werth. 2. Lobt ihn! sein ganzer nam' ist ruhm; Unendlichkeit sein eigentbum. Ties grenzenlose meer von licht Durchschaut der böchste engel nicht. 3. Ja, freuet cuch, ihn zu erböhn; Solch lob ist heilsam, herrlich, schön, Es zeigt verstand, erfreut das Herz, Und stillt im leiden unsern schmerz. In bekannter Melodie. Dort preift fie unser lobgefang Noch 365. Herr gott, dich loben wir! wir in 4. Wie wird der geist dadurch entzückt: Hinauf zum himmel bingerückt; Mit seinem bocherhabnen freund, Mit gott, stets inniger vereint. 9. Wer ist gutthätiger, als er? Denn welche gabe sollt uns der Nicht schenken, der so sehr uns liebt, Daß er auch seinen sohn uns giebt? 5. Welch ein so berrlicher beruf, Zu dem gott selbst die engel schuf; Welch eine theure, süße pflicht, Tie uns so reichen lohn verspricht! 6. Ja, pflicht ist's, daß ihr sein gedenkt, Ihr, denen er verstand geschenkt! Die ehre des verstandes ist, Daß ihr den ew'gen fennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, Die ihr von ihm ein herz empfingt, Das sich zu gott mit inbrunst nahn Und seine größe füblen kann. 8. Auch euer mund, so oft er spricht, Erinnert euch an dieserflicht. Gebt ihm ein herz voll dankbegier, 10. Was gebet ihr nun ihm dafür? Das ganz in seiner lieb' entbrennt; Das ist es, was ihr geben könnt. 11. Auf, christen! preist mit mir den herrn. Wer preist nicht milde geber gern? Gedenkt, was er an uns getban; Wer ist, der ihn g'nug loben kann? dir! Dein, vater, ist in ewigkeit Das reich, die kraft, die herrlichkeit. Die welt, dein werk und eigenthum, Verfündigt deines namens ruhm. Der engel heer, die seraphim, Lobfingen dir mit hoher stimm'; Heilig ist unser gott! Heilig ist unser gott! Heilig ist unser gott, Der herr, herr zebaoth! 2. Weit über alle himmel weit, Gebt deine macht und herrlichkeit; Sie, die den erdkreis wunderbar Befebrten, deiner boten schaar; Sie, deiner lebre märtyrer, Erheben ewig dich, o berr! Auch deine ganze christenheit Preist dich auf erden weit und breit, Dich, vater, auf der himmel thron, Und jesum, deinen ein'gen sohn, Samt deinem geiste, deffen kraft, Ein neues leben in uns schafft. 3. Du herr der ehren, jesu christ, Der du der fünder heiland bist, Du wardst, um unser troft zu seyn, Ein mensch, wie wir, doch sündenrein. Du hast den weg zu gott gelehrt, Des todes macht hast du zerstört. Nun herrschest du in's vaters reich An majestät und gnad' ihm gleich. Im grabe läsfest du uns nicht: Du kommst dereinst und hältst gericht.. 4. So hilf uns denn, dir dankbar seyn, Dir folgen und uns deiner freun. Einst sey im bimmel ew'ges beil, mit allen frommen, unfer theil. Hilf deinem volf, herr jesu christ, Zweite Abtheilung. 166 Und segue, was bein erbtheil ist. Leit' uns durch unsre prüfungszeit, Bis zu der frohen ewigkeit. 5. Täglich, herr gott, wir loben dich, Dir heiligt unsre seele sich. Vor aller ungerechtigkeit Bebüt uns heut und allezeit. Sey gnädig uns o treuer gott! Sey gnädig uns in aller noth! Wenn wir zu dir, erbarmer, flebn, So laß uns deine hülfe sehn. Auf dich steht unsre zuversicht; Verlaß uns auch im tode nicht! Amen. Mel. Nun danket au', c. 366.J ch finge dir mit herz und mund, Herr, meines berzens lust! Ich sing', und mach' auch andern fund, Was mir von dir berbußt. 2. Ich weiß, daß du von ewigkeit Die reiche quelle bist, Woraus uns allen jederzeit Viel beil und gutes fließt. 3. Was sind wir doch? was haben wir Von gütern aller art, Das uns, o vater, nicht von dir Allein gegeben ward? 4. Du bast des Himmels schönen bau So prächtig ausgeschmückt. Du bist's, der unser feld mit thau Und regen stets erquickt. 5. Du forgst für uns beim größten frost, Bei allem sturm und wind. Du machst, daß jährlich korn und 11. Du fennest unsrer arbeit mü Und bist mit kraft nicht fern! Du för derst und vertilgst uns sic, Erfreuß und segneft gern. 12. Du füllst des lebens mangel aus Mit gütern, die bestehn, Wenn die ses leibes irdisch haus, Einst wird in trümmern gehn. 13. O seele, die du zaghaft bist, Sey froh und fasse muth, Gott, alles guten ursprung, ist Und bleibt aud stets dein gut. 7. Allgütiger, allein von dir Fließt alles beil uns zu. Geschöpfe deiner hand sind wir, Und unser schuß bist du. 8. Du nährest uns von jahr zu jahr. Bleibst immer gut und treu, Und stehest uns auch in gefahr Und nöthen gnädig bei. 9. Du trägst uns fünder mit geduld, Und strafft nie allzusehr; Ja endlich nimmst du unsre schuld, Und wirfst fie in das meer. 10. Das unglück, das von ferne drobt, Kehrst du so oft zurück, Und die schon gegenwärt'ge noth Verwandelst du in glück. 14. Er ist dein schuß, dein ewig theil, In finsternis dein licht, Ji aller noth dein trost und hell; Schaft rath und läßt dich nicht. 15. Was fränfst du dich in deinem sinn, Und grämst dich tag und nacht? Nimm deine sorg' und wirf ste hin Auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von jugend auf Bersorget und ernährt, Und wunderba der dinge lauf Zu deinem glück gekehrt! 17. Er hat noch niemals was ra sehn In seinem regiment; Nein, was er thut und läßt geschehn, Das nimm ein gutes end'. 18. Ei nun! so laß ihn ferner thun, Und red' ihm nicht darein; So wirt du hier in sriede rühn, Und ewig fröß lich seyn. Mel. Nun lob', mein' seel', den. an lobt dich in stille uns 6. Du giebſt und leben und gedeihn. 367. Must be a great Du schenkst mit treuer band Den frieden, deß wir uns erfreun, In unserm vaterland. o gott. Aus deiner segensfülle Fließt alle frend' und hülf' in noth. Nur du bist herr auf erden, Der frommer zuversicht; Si trübsal und beschwer den Läßt du die deinen nicht. Drum soll dich freudig ebren Mein mund vor jedermann, Und deinen ruhm vermel ren, So lang' er reden kann. 2. Es müsse dein sich freuen, Be deiner güte größe kennt; Und deinem dienst sich weiben; Wer jesu christi namen nennt. Hoch seyst du stets ge priesen, Du bist's, der wunder thut, Und hast auch mir erwiesen Das, was mir nüß' und gut. Drum geb' ich mid mit freuden Dir zum geborsam bin Nichts soll mich von dir scheiden, St lang' ich hier noch bin. 11. Vom Lobe Gottes. 167 3. Herr, du hast deinen namen test mich nach deinem rath, Der nur Sehr herrlich in der welt gemacht. Wenn schwache zu dir kamen; Hast du mit hülf' an sie gedacht. Auch mir half deine gnade. Herr, wie vergelt' ich's dir? Bleib auf des le bens pfade Noch fernerbin mit mir; So will ich dich erheben, Dich, der so gern erfreut, Und dir zur chre leben hier und in ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. könnt' ich dich, mein 368. gott, recht preisen, Wie du des preises würdig bist! Könnt' el. Es in das heit uns 2c. ich dir gnuz den bank beweisen, Den 369. Sy lob und ehr' dem ey dies mein Herz dir schuldig ist! Dies berz, das deiner gütigkeit Sich täglich mit entzücken freut. 2. Wer überströmet mich mit segen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schüßzet mich auf meinen wegen? Wer schenkt dem geiste trost und licht? Wer giebt zu meinem thun gedeihn? Allgütiger, du bist's allein. 3. Zu zählen sind sie nicht, mein vater, Die werke deiner segenshand. Du warst schon lange mein berather, Eh mein bedürfniß ich empfand; Selbst eh' ich war, da maßest du Mir schon mein schicksal liebreich zu. 4. Du stärkst mir das geschenkte leben, und läss'st es nie ganz freudenleer; Zum höhern glück mich zu erheben, Schickst du zwar manche trübsal her; Doch stehst du auch mit kraft mir bei, Daß ich nicht trost- und muthlos sey. 5. So oft bab' ich meinen tagen Mit freud' und dank es schon verspürt, Wie du mich unter allen plagen Zwar wunderbar, doch gut geführt: Ich werd' in drohender gefahr Stets deines troftes licht gewahr. mein beil beschlossen hat. 8. Von deiner güte will ich singen, So lange sich die zunge regt; Dir will ich dank und ehre bringen, So lange sich mein herz bewegt; Und wird mein mund auch kraftlos seyn; So stimm' ich noch mit seufzen ein. 9. Dies schwache lob kann ich nur geben. Nimm es, mein gott, in gnaden an, Bis ich in einem bessern leben Dich würdiger erheben kann. Da steiget mit der engel chor Mein lobgefang zu dir empor. 6. Wie, sollt' ich denn nicht voller freuden Beständig deinen ruhm er böhn? Wie, sollt' ich, auch im tiefsten leiden, nicht freudig trauend auf dich sehn? Und fiele selbst der himmel cin, So wirst du mein beschirmer seyn. 7. Drum reiß ich aus des fummers böhle Mein sorgendes gemüthe los, Und rufe mit erfreuter seele; Wie gut bist du, mein gott, wie groß! Du leivater aller güte; Dem gott, der alle wunder thut; Dem gott, der mein gemüthe Mit seinem reichen trost erfüllt: Dem gott, der allen jammer stillt. Gebt unserm gott die ehre! 2. Es danken dir des himmels heer, Beherrscher aller thronen! Und die auf erden, luft und mehr, In deinem schatten wohnen, Tie preisen deine schöpfersmacht, Die uns und sie Hervorgebracht. Gebt unserm gott die ehre! 3. Was unser gott geschaffen bat, Das will er auch erhalten; Darüber will er früh und spat Mit seiner gnade walten. In seinem ganzen königreich Ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm gott die ehre! 4. Ich rief zum herrn in meiner noth! Ach gott, vernimm mein weinen; Da balf mein helfer mir vom tod Unb ließ mir trost erscheinen. Drum dank' o gott, drum bank ich dir! Ach danket, danket gott mit mir! Gebt unserm gott die chre! 5. Hott ist uns nah, und niemals nicht Von seinem volk geschieden; Er ist der frommen zuversicht, Jbr segen, heil und frieden. Mit vaterbänden leitet er Eie seinen glücklich hin und her. Gebt unserm gott die ehre! 6. Ruft man die welt um hülfe an, Die sie doch nicht erzeiget, Dann hilft, ber ewig belfen kann, Der schöpfer selbst, und neiget Die vatersaugen denen zu, Die sonsten nirgends finden ruh. Gebt unserm gott die ehre! Zweite Abtheilung. 168 7. Ich will mein ganzes leben lang, Mel. Nun danket alle gott 2c. dein lob ver O gott, dich freudig ebren, Einst fol. 370. So lang ich athme, gott, len meinen lobgesang Auch deine himmel hören. Mein geist und leib erbebet dich: Mein ganzes herz erfreuet sich! Gebt unserm gott die ehre! 8. Jhr, die ihr christi namen nennt, Gebt unserm gott die ehre! Ihr, die ihr gottes macht erkennt, Gebt unserm gott die ehre! Die falschen gözzen macht zu spott; Der berr ist gott! der herr ist gott! Gebt unserm gott die ebre! 9. Kommt, laßt uns vor sein an gesicht Mit frober ehrfurcht dringen! Bezahlet die gelobte pflicht, Und laßt uns fröhlich singen: Der berr hat alles wohlbedacht, Und alles recht und gut gemacht. Gebt unserm gott die ehre! 12) Von der Dankbarkeit gegen Gott. Mel. Vom himmel hoch da, 20. oder: Wo gott zum haus nicht giebt. ich, herr und kam, Voll buld mich, als sein kind, aufnabm. 8. sind und täglich neu 371.D preist mein ge- Die proben deiner vatertreu. Dir fliegt, sang, und dir mißfällt Der frommen stammelnd danklied nicht, Dies, gott, ist meine zuversicht! o gott! der gern erfreut, Die zähre meiner dankbarkeit. 2. Schon früb warst du ein vater mir; Frob dank' es meine seele dir, Daß du auch jetzt mein vater bist, Der seines findes nicht vergißt! 9. Gott, weil ich nichts vergelten kann, So nimm dies schwache opfer an. Aus pflicht und dank bin ich ganz dein; Mein leben müsse zeuge sept. 3. Früh ward ich in der taufe schon breiten. Das leben giebst du mir, Und glück von allen seiten. Du schenktest mir verstand, Der dich erkennen kann. Und botest ew'ges heil Durch deinen söhn mir an. 2. Was bin ich, gott der buld, Daßdu so viel mir schenkest? Was ist der mense, der staub, Herr, daß du sein gedenfest? Ja, du gedachtest, herr, Schon vor der welt an mich, Und denkst noch meiner stets, Regierst mich väterlich. 3. Ich freue mich in dir, Und tran auf deinen segen. Mein ganz bestreben sey, Zu gebn auf deinen wegen. Bis auf den legten hauch Sey dir mein dank geweibt, Und einst vor deinem thron, Gott der barmherzigkeit. Mel In allen meinen thaten: c. Geweibet dir und deinem ſobn. Und 372. Dir dank' ich für mei deines wortes unterricht, Was gab mir der für fraft und licht! leben, der du mirs gegeben; Ich danke dir dafür, Du hast, von buld bewogen, Mich aus dem nichts gezogen; Durch deine güte bin ich hier. 2. Du, berr, bast mich bereitet, Mich väterlich geleitet Bis dieſen augenblick. Du gabst mir frohe tage, Und selbst der leiden plage Verwan deltest du in mein glück. 3. Ich bin, berr aller dinge, Der treu viel zu geringe, Mit der du mid bewacht. Damit ich, staub und erde, Auf ewig glücklich werde, Hast de schon ewig mein gedacht. 4. Du börtest schon mein sehnen, Und zähltest meine thränen, Eb' ic 4. Mich führte deine gütigkeit Langmüthig stets in dieser zeit, Und stürmte trübfal auf mich zu, Wer half mir überwinden? du. 5. Du sabst mich stets voll güte an, Und liefs'st auf meiner pilgrimsbahn, Für mich so viele freuden blühn; Durch wolthun mich zu dir zu ziehn. 6. Du bist und wabrest immerdar Mein schuß, mein retter in gefabr, Der stifter meines wohlergebns, Und der erbörer meines flehns. 7. Wie oft entfernt' ich mich von dir! Doch du bliebst stets ein vater mir, Der, wenn ich reuvoll wieder 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott. bereitet war; Eh' ich zu seyn begonnte Und zu dir rufen konnte, Da wogst du schon mein theil mir dar. 5. Du ließ'st mich gnade finden, Und sabst doch meine sünden Vorher von ewigkeit. O höchster, welch erbarmen! Du sorgest für mich armen, Und bist ein vater, der verzeiht. 6. Für alle deine treue, Für das, deß ich mich freue, Lobsinget dir mein geist. Tein größeftes geschenke Ist er, durch den ich denke; Dein ist's, daß er dich fröblich preist. 7. Daß du mit kraft mich stärkest, Auf meine tage merkest, Dies, vater, dank' ich dir; Daß du mich liebreich fübrest, Mit deinem geist regierest, Ties alles, vater, dant' ich dir. Mel. Wer nur den lieben gott*. 8. Was mir in dieſem leben Noch 374. Durch dich, o großer gott, bin ich vornüßt, du mir geben. Du giebst's, ich hoff' auf dich. Dir, vater, dir befehle Ich meinen leib und seele. Herr, segne und behüte mich. Mel. Nun danket alle gott 2c. 373. Du bist's, dem ehr und ruhm gebührt; Und das, herr, bring' ich dir. Mein schicksal hast du stets regiert, Und stets warst du mit mir. 2. Wenn angst und noth sich mir genaht; So hörtest du mein flehn, Und ließest mich nach deinem rath Hülf' und errettung ſehn. 3. Wenn ich in schmerz und krankbeit sank, Und rief: herr, rette mich! So halfft du mir: mit welchem danf, Mein gott, erheb' ich dich? 4. Betrübte mich des feindes haß, So flag' ich dir den schmerz! Du balfft mir, daß ich ihn vergaß, Und gabst geduld ins Herz. 5. Wenn ich den rechten pfad verlor, Und mich verschuldet sab, Rief ich zu dir, mein gott, empor, Und gnade war mir nah. 169 8. Ich danke dir für deinen sohn, Der für mich fünder starb, Und der zu deinem gnadenthron Den zutritt mir erwarb. 9. Wie sehr liebt gott der menschen wohl! Erheb' ihn, volk des berrn! Die ert' ist seiner güte voll; Er hilft und rettet gern. 10. Er hilft und läßt die traurigfeit Bald vor uns übergehn; Will uns nach kurzer prüfungszeit Zu ew'gem glück erböhn. 11. Vergiß nicht seele, deinen gott; nicht, was er dir gethan. Verehr' und halte sein gebot, Und bet' ihn ewig an. 6. Herr, für die leiden dank' ich dir, Dadurch du mich geübt, und für die freuden, welche mir Dein milder segen giebt. 7. Dir dank ich es, daß die natur Mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck in jeder kreatur, Gott, deine freundlichkeit. handen; Die himmel und ihr beer Sind durch dein wort entstanden. Denn, wenn du sprichst, geschiebts; Wenn du gebeutst, stehts da. Mit allmacht bist du mir, Und auch mit güte nah. 2. Du bist der gott der kraft. Dich preisen erd' und meere, Und himmel predigen Die wunder deiner ehre. Dich bet' ich dankend an; Mein heil kommt von dem herrn. Du hörst der menschen flehn Und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner huld, O gott gewürdigt werde, Was frag' ich außer dir Nach allem glück der erde! Im himmel donnerst du, Und schrecken füllt das land; Doch fürcht' ich nichts, denn du Deckst mich mit deiner hand. 4. Wenn ich die himmel seh, Die du, herr, ausgebreitet, Der sonne majestät, Den mond, den du bereitet; So sprech ich: was ist doch Der mensch, daß du sein denkst, Und daß du täglich uns Unzählig gutes schenkst! 5. Voll güte läßt du uns Auf grünen auen weiden, Nährst uns mit speis und trank, Und füllst das berz mit freuden. Du dachtest mein, eb' mich Die mutter noch gebar; Ja, sabst mich, eh' der grund Der welt geleget war. 6. Du wogst mein glück mir ab, Und leiden, die mich üben; Und meiner tagezahl War in dein buch geschrie Zweite Abtheilung. 170 ben. Du bist der frommen schuß, Du bist der müden ruh'; in gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, gott, bist du! 7. Wem sollt' ich sonst vertrau'n, Als dir, du gott der götter? Wen ehren, so wie dich. Mein schuß und mein erretter? Wie sanft ist dein befehl: Gieb mir dein herz, mein sohn, Und wandle meinen weg; Ich bin dein schild und lohn. 8. Herr, dein gebot ist beil, Dein weg ist fried' und leben. Wie, könnt' ich einem gott Der liebe widerstreben? Der lasterbafte mag In stolzem glücke blühn; Mich soll er dennoch nicht In seine nege ziehen. 9. Auch, wenn kein mensch mich sieht, Will ich die fünde flieben; Denn du wirst ailer werk Vor dein gericht einst zieben. Ich will, wenn meinem fleisch Was böses noch gelüst, Bedenken, daß mein leib, O gott, dein tempel ist. 10. Sollt' ich nach ebr' und ruhm Mit sünd' und unrecht trachten? Nein, herr, wenn du mich ehrst, Mag mich die welt verachten. Du bist es, dem zum dienst Ich leib und seele weih'; sieb, daß mein wandel stets Dir wohlgefällig sey. 4. In den zarten jugendjabren Warst du meines Lebens stab; Mein beschirmer in gefahren: An dir hab ich bis ins grab Einen vater, der mich liebt, einen vater, der mir giebt, Was zum wahren wohl mir nüßet; Einen vater, der mich schüßet. 5. Gott, du machst's mit uns stets besser, Als wir wünschen und verstehn. Deine güte ist viel größer, Als die traft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein dank, Wie der seraphim gefang; Dennoch würde durch mein loben Deine huld nicht g'nug erhoben. 6. O, so neig' durch deine liebe, Herr, mein ganzes berz zu dir; Stärk und mehre selbst die triebe Wahrer dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein eigen seyn; So mich deines wohlthuns freun, Daß auch mir auf dieser erde Wohlthun wahre freude werde. 7. Ja, laß jede deiner gaben Recht zu brauchen mich bemühn; Stets den zweck vor augen haben; Dazu du sie mir verliehn. Deine güte reize mich, Daß ich immer treuer dich Lieb' und deinen beiligen willen Freudig suche zu erfüllen. Mel. Von gott will ich nicht lassen. Mel. Freu dich sehr, o meine seele zc. 375. Gott, ott, mein vater, beine 376. Groß ist des höchsten güte! liebe Reicht, so weit der himmel ist. Deines wohlthuns starte triebe sind so ewig, als du bist. Deiner huld unendlichkeit, sott, erschöpfet keine zeit; Und wer kann die vielen proben Deiner güte würdig loben? Wer sie nicht achtete, Welch fübllos herz verriethe Der un erkenntliche! Sie rettet uns aus noth, Erquicket uns im leide, Verwandelt es in freude, Versüßet selbst den tod. 2. Als ich noch mir selbst verborgen Auf dem schooß der mutter lag, Wachtest du, für mich zu sorgen, Ueber mich schon jeden tag. Durch den beistand deiner macht Bin ich nun so weit gebracht, Und was bat mein ganzes leben Gutes, das du nicht gegeben? 2. Wenn meine lippen schwiegen, O so versagt ich mir, Das himmlische vergnügen, Gott, lobzusingen dir! Nein, Herr, von meinem dank Sey jeder morgen zeuge, Und jeden abend steige Zu dir mein lobgesang. 3. Du wirst mich ferner leiten, So unwerth ich's auch bin; Treu bleibt zu allen zeiten Dein milder vatersinn. Ich hoffe stets auf dich. Du wirst in kümmernissen Mir wohl zu helfen wissen; Cir überlaß ich mich. 3. Nie gedenke mein gemütbe, Obne warme dantbegier, Jener un verdienten güte, Die du durch die taufe mir Das erhabne recht gewübrt, Daß, zu deinem find erklärt, Ich des segens der erlösten Mich voll zuversicht darf trösten. 4. Ja, deine huld ist größer, Als es der mensch versteht; Dein rath unendlich besser, Als was sein wunsch erfleht. Herr, meine zuversicht! Dir 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott. froh mich zu ergeben, Dich dankbar zu erheben, Sey meine liebste pflicht. Mel. Wach' auf, mein herz, und 2c. 377. Last unserm gott uns fingen, Ibm dank und ehre bringen, Daß wir so viele gaben Von ihm empfangen baben. 2. Nur er hat uns das leben Und seel' und leib gegeben. Er ist es, der sie schüßzet, Und giebt, was beiden nüßet. 3. Dem leibe giebt er speiſe: Die feele macht er weise, Damit sie, frei von sünden, Mög' wahres glück empfinden. 4. Für uns dahingegeben, Ward christus, unser leben; Er, der für uns gestorben, hat uns das beil erworben. 5. Sein wort wird, uns zum segen, Ein licht auf unsern wegen; Zu allen guten werken Soll selbst sein geist uns stärken. 6. Er läßt uns gnade finden, Vergiebt uns unsre sünden, Wenn sie uns herzlich reuen Und wir forthin fie scheuen 7. Da wir denn schon auf erden So hoch begnadigt werden: Gott was wird nicht für gaben Für uns dein bimmel baben! 8. Wir bitten deine güte, Daß sie uns stets bebüte; Laß, dir zum wohlgefallen, Uns gute wege wallen. 9. Leit' uns durch deine wahrbeit, Bis wir in voller klarbeit Dich sehn, und deinen namen Dort ewig preisen; amen! Tel. 2obt gott, ihr chriften, alizugl. oder: Nun danket all' 20. 378. Mein geist erstaunt, allmächtiger! Wenn er das gute denkt, Das du auch mir, mein gott und herr, So unverdient geschenkt. 171 4. Du willst des menschen wahres glück, Eb' er geboren ist; Und so ward ich( o welch ein glück!), Schon als ein find ein christ. 3. Da ich noch in der mutter schooß, Mir selbst verborgen, schlief: Bestimmtest du für mich das loos, Das mich zum leben rief. 5. Noch schwach und klein, ward ich durch dich Geschüßet unsichtbar; Am geist und leibe stärkte mich Dein arm von jahr zu jahr. 6. Wenn in der jugend ich vom pfad Der tugend mich verirrt: So hat mich, herr, dein treuer rath Darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein schutz und meine wehr Vor unglück und gefahr; Und vor dem laster, das noch mehr Wie sie, zu fürchten war. 8. In frankheit hast du väterlich Mir neue frist geschenkt; Und deine huld erquickte mich, wenn sünden mich gefränkt. 9. Wie froh und heiter ist mein blick, Da du so hoch mich liebst; Auch kommt von dir der freundschaft glück, Wodurch du trost mir giebst. 10. Und welche wohlthat, berr, ist nicht Dies herz, das fühlen kann; Dies herz, ganz dein, das dankbar spricht, Was du an mir getban! 11. Froh soll mir jeder tag vergehn Bei deinem ruhm und preis; Ich will dich lieben und erhöhn, So gut ich kann und weiß. 12. In schrecken, angst, gefahr und noth, Trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der tod Mir nicht mehr fürchterlich. 13. Und wenn einst erd' und himmel bebt Durch dich, den herrn der welt, Will ich den preisen, der stets lebt, und mich alsdann erhält. 14. Denn, berr, auch bei der welten sturz Bleib ich dein eigenthum. Die ewigkeit selbst ist zu kurz Zu deinem lob und ruhm. 2. Dann ist mein herz so boch Mel. Wer nur den lieben gott: c. erfreut. Ganz deiner güte voll, Und 39. Mein berz, ermuntre weiß voll beißer dankbarkeit nicht, wie es danken soll. zum preise Des gottes, der dein vater ist! Bedenke, auf wie viele weise Du ihm zum dank verpflichtet bist. Bring' ihm, der stets bein helfer war, Mit freuden ruhm und ehre dar. 172 Zweite Abth.- 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott. 2. Herr! deine hand ist immer offen, Zu geben, was mir nüßlich ist. Und dennoch wanket oft mein hoffen Auf dich, der du die liebe bist. Mein gott! wie wenig bin ich's werth, Daß mir noch gnade widerfährt! und allen enden; Der uns von mutterleib Und kindesbeinen an Bis diesen augenblick Unzählig guts getban. 3. Unendlich groß ist dein erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt: Drum wird auch mir, mein gott, mir armen, von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer stebt mir deine treu Mit segen, trost und hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen sorgen Mit rettung mir entgegen eilt; Und wenn sie, noch vor mir verborgen, Nach meinem wahn zu lang verweilt; So kommst du, eh' ich mich's verseba, Und hilfst mir und erhörst mein flebn. 6. Du bist mein heil! mein ganz gemüthe Ist deines ruhms, mein retter, voll. O könnt' ich deine große güte Doch so erheben, wie ich soll! Doch meine fraft reicht nicht dahin, Du weißt es, gott! wie schwach ich bin! 7. Und hätt' ich auch viel tausend zungen; So würde deines wohlthuns preis Nie würdig g'nug von mir beſungen; Auch bei dem größten ernst und fleiß. Denn mehr guts, als ich zählen kann, hat deine huld an mir gethan. 8. Jedoch, du siehst mit wohlge: fallen Auch auf des herzens redlichkeit; Und hörest selbst das schwache lallen Der deinen mit zufriedenbeit; Du hörst es, wie ein vater pflegt, Der seiner kinder schwachheit trägt. Mel. Warum betrübst du dich 2c. 5. Du wählst und wirkest stets das 381. Voll freud' und frommer beste, wenn auch meine noth sich bäuft, So steht durch dich mein wohl doch feste; Und wenn mich elend ganz ergreift, So willst du mein erbarmer seyn, Mich vom verderben zu befrein. 9. Drum soll mir deine huld und güte Beständig, gott, vor augen seyn. Ich will mit redlichem gemüthe Mein leben deinem lobe weihn, Bis ich vollkommner deinen ruhm Erheb' im böhern heiligthum. 2. Der emig reiche gott Woll uns, so lang' wir leben, Ein immer fröblich herz Und edlen frieden geben; Und uns in seiner gnad' Erhalten immerfort, Und uns aus aller noth Erlösen hier und dort. Bekannte Melodie. 380. und un danket alle gott Mit bänden, Der große dinge thut An uns 3. Lob, ehr' und preis sey gott, Dem vater und dem sohne, Und seinem heil'gen geist. Er, der vom himmelstbrone Erbarmend auf uns siebt, Bleibt, wie er ewig war, Unendlich groß und gut. Lob sey ihm ihm immerdar! ich meinen geist zu dir. Mein vater und mein gott. Wie froh und heiter machet mich Der himmlische gedank' an dich! 2. Mein aug' erblickt' die stolze pracht Der werke deiner weisen macht. Du riefft, da wurden sie. Und erd' und himmel sind noch heut Ein spiegel deiner herrlichkeit. 3. Da freuet sich, allgütiger, Ein zahllos heer lebendiger Der milden vaterbuld, Die nun an jedem morgen ist, Und auch des wurmes nicht vergißt. 4. Du, herr, durch den ich leb' und bin, Giebst mir so vieles gute hin zum fröhlichen genuß. Was ist der mensch hier, deß du dich so gnädig annimmst? was bin ich? 5. Den menschen krönte deine hand, Dich zu erkennen, mit verstand; Sie bildete dies herz, Das dankbar froh empfinden kann, Wie viel sein gott an ihm gethan. 6. Und welche sel'ge hoffnungen Schenkst du nicht den erlöseten; Du stifter unsers heils! Versüßt wird jedes leid durch sie, Und leicht der tugend edle müh'. 7. Ihr will ich, deiner werth zu seyn, Die theuren lebensstunden weihn, Frieden dann, Als dieſe well Die mir noch übrig sind. Viel höhern mir geben fann 13) Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. Mel. Meinen jesum laß ich 2c. sie dir der himmel singen: Menschen, 382. Du, herrscher, stiegst engel, ſeraphim, Groß ist jeſus, ibm! vom thron, Und kamst als ein knecht auf erden; Du bist würdig, gottes sohn, Ewig hochgelobt zu werden, Freund, der froh sein blut vergoß, Werd' und bleib' mir ewig groß! 2. Du, erlöser, bist mein theil; Denn du bist für mich gestorben, Du bast gnade, trost und heil Und den himmel mir erworben. Alles, alles ist nun mein. Wie kann ich g'nug dankbar seyn? 3. Für die leiden ohne zahl, Für die leibs- und seelenschmerzen, Und für deine todesqual Dank' ich dir mit treuem herzen. Treu dank' ich, doch mangelbaft; Gieb zu besserm dant mir kraft. 4. Welche liebe! daß für mich Du dich ganz dabin gegeben; Feurig, ewig lieb' ich dich, Und will dir zu ebren leben, Will dir stets gehorsam seyn; Denn ich bin ja ewig dein. 5. Nichts soll mich so sehr erfreun, Als, daß ich dir angeböre, Jesum lieben, fesum sein, Ist des christen trost und ehre. Wenn ich dein, o beiland! bin, Wird mir alles zum gewinn. 6. An dir, jesu, balt' ich fest, Weil ich werd auf erden wallen. Webe dem, der dich verläßt! Er muß in's verderben fallen; Meine ganze seele spricht: Meinen jesum laß ich nicht. 7. Durch dich bin ich reich und hoch, Ich bin göttes kind und erbe; Gott liebt mich: was fehlt mir noch? Eins noch daß ich selig sterbe. Auch so sterben hilsst du mir, Und dann nimmst du mich zu dir. 8. Drum, erlöseten des Herrn, Preiset ihn, lobsingt ihm fröhlich. Alle sünden trug er gern. Nichts war für ihn zu beschwerlich; Für die welt, die strafbar war, Gab der heiligste sich dar. - 173 9. Preis und dank, und herrlichkeit Müsse dir der weltfreis bringen. Und wenn aufhört erd'und zeit Müff' Mel. Alle menschen müssen sterben: c. 383. Gins ist noth! o herr, dies eine Lehre meine seele doch! Alles andre, wie's auch scheine, Ist nur ein beschwerlich joch, Unter dem das berz sich quält Und der ruhe doch verfehlt. Nur dies einzige giebt mir Wahren frieden dort und hier. 2. Seele, willst du dieses finden, Such's bei keiner kreatur. Laß nicht irdisches dich binden; Erdengüter täuschen nur. Nur bei dem auf gottes throne Hocherhöhten menschensohne Findest du dein wahres heil Und das allerbeste theil. 3. Dir ist auch das glück beschieden, Was maria sich erlas, Als sie, ohne zu ermüden, Fromm zu jesu füßen saß. O wie brannt ihr herz, die lehren Aus der weisheit mund zu hören! Da vergaß sie welt und sich, Als sie hörte, jesu, dich. 4. Also richt' auch mein verlangen, Mein erlöser! stets nach dir; Deiner wahrheit anzuhangen, Schenke trieb' und kräfte mir! Wenn auch andre sie nicht achten, Will ich sie mit lust betrachten, Und, mich deines heils zu freun, Ihren lehren folgsam seyn. 5. In dir liegt der weisheit fülle. Was die seel' allein beglückt, Zeigst du mir; und wenn mein wille Sich in deine ordnung schickt, Dann werd' ich wahrhaftig weise, Mir zum heil und dir zum preise, Lerne gottes rath verstehn Und den weg des lebens gehn. 6. Mit vergebung aller sünden, Herr, begnadigst du mich dann! Läßt mich wahre ruhe finden, Daß ich fröh lich rühmen kann: Ich bin auch bei gott in gnaden; Und was kann mir denn nun schaden? Meines mittlers gütigkeit Dank' ich diese sicherheit. 7. Aber du bist meiner seele Auch zur heiligung gemacht, daß sie nicht mit vorsay fehle, Fliehe vor der sün Zweite Abtheilung. 174 den macht. Muth und fraft zum beil'gen leben Kannst und willst du allen geben, Die mit ernst sich nur bemühn, Schnöde sündenlust zu fliebn. 8. Darum sollst du mir das eine, Jesu, und mein alles seyn. Prüf' und forsche wie ich's meine, Tilge allen beuchelschein! Daß ich bier schon auf der erde Durch dich gut und selig werde, Und dir treu sey bis zum tod: Nur dies eine ist mir noth. 9. Deines geistes trieb In die seele gieb, Daß mit wachen und mit beten Wir, als kinder, vor dich treten; So verlischt das licht Unsers glaubens nicht. 10. Ohne prüfung ist Nie ein wahrer christ; Willst du uns in leiden führen, Laß uns dich nur nicht verlieren; In der trübfalsnacht Nimmſt du uns in acht. 11. Deine freundlichkeit, Wenn sie uns erfreut, Treibe herz und mund mel. Seelenbräutigam, jesus 2c. zum danken, Und bewahr uns in den eld aus davids stamm, schranken Einer heil'gen freud', Ohne 384. Hei, dattes fam! ficherheit. Selbst von gott zum heil erforen Allen denen, die verloren; Wie erheb' ich dich, Heiland! würdiglich? 2. Uns von aller notb, Ja selbst von dem tod, Vom gericht und allem bösen uns auf ewig zu erlöser, Kamst du in der zeit, Herr der ewigkeit! 5. Auf der gottheit thron, Gottund menschensohn! Sigest du nun bocherhaben, Und theilst deine gnadengaben, Als der Herr vom Haus, Deinen findern aus. 3. Jesu, böchstes gut! Unser fleisch und blut Nahmst du an, für uns zu sterben; Sündern leben zu erwerben, Schmecktest du den tod, Wahrer mensch und gott! 4. Für die ganze welt War das lösegeld Deines theuren blut's binlänglich, Und die gnad' ist überschwengſich, Welche gottes rath Uns ver- 385. Herz 6. Heiland voller buld! Unfrer sünden schuld Wollest du nicht mehr gedenken, Bielmehr uns vergebung schenken. Durch dich laß uns rein Von den fünden seyn. 7, Was durch deine kraft Neue berzen schafft, Was der fünden herrschaft wehret, Und die luft zur tugend mehret: Das erbitten wir, Heiligster! 12. Einen heldenmuth, Der auch gut und blut Gern um deinetwillen lasse, Und des fleisches lüste hasse, Bieb zu deiner ehr' Uns je mehr und mehr. von dir. 8. Weck' uns nur recht auf, Daß wir unsern lauf Unverrückt zu dir vollenden; Führ' uns fort mit treuen händen Auf der tugend bahn; Führ' uns Himmelan. 13. Jesu, hilf, daß wir Ritterlich allhier Alles durch dich überwinden, Und durch deine kraft empfinden, Daß ein wabrer christ Treu und standhaft ist. 14. Wird's zum sterben gehn, Wollst du bei uns stehn, Uns zur seligkeit bereiten Und durchs todesthal begleiten; Daß wir einst uns sehn, Dir zur rechten stehn. In bekannter Melodie. erzlich lieb hab' ich dich, o herr! Und meine seele schäßt nichts mehr Als deiner gnaden gaben. Die ganze welt er freut mich nicht, Nach ihren schäßen frag' ich nicht, Wenn ich dich nicht sollt' baben. Wenn auch mein herz im tode bricht, Bist du doch meine zuversicht, Mein beiland, der, weil ich erlöst, Mich auch im tode nicht verstößt, Herr jesu christ, Mein berr, und gott; Mein herr und gott! Hilf mir im leben und im tod. 2. Es ist ja dein geschenk und gab, Mein geist, mein leib und was ich) hab' In meinem ganzen leben. Daß ich es deinem lobe weib, Den nächsten damit nüßlich sey, Woll'st du mir gnade geben. Laß mein vertrauen auf eich rein Und beilig meinen wandel seyn; In aller trübsal stärke mich, Daß ich sie dulde williglich. Herr 13. Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. 175 jesu christ, Mein Herr und gott! Mein herr und gott! Hilf mir auch in der legten noth. 3. Verleib, wenn du mich sterben heißt, Daß dann dein engel meinen geist In's reich der wonne trage. Dann wird mein leib und mein gebein Zwar erde, doch nicht länger seyn, Als bis zum letzten tage. Du läsfest mich im tode nicht; Du kommst, du kommst und hältst gericht. Ach! laß mich dann dich ohne graun, Getrost als meinen richter schaun. Herr jesu christ, Erhöre mich! Erhöre mich! So preij' ich hier und ewig dich. Bekannte Melodie. 386. Refu, meine freude! Bester troft im leide! Meines berzens theil! Deine mittlertreue Macht, daß ich mich freue Deiner, herr, mein heil. Hab' ich dich, Wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf erden Nie, recht glücklich werden. 2. Unter deinem schirme Können keine stürme Mir erschrecklich seyn. Laß die felsen splittern, Laß den erdkreis zittern, Und den einsturz dräun! Was ist's mehr? Nings um mich her Mag es stürmen, donnern, blizen! Jesus will mich schüßen. 3. Wenn der sünde schrecken Angst in mir erwecken, Jesus stillet sie. Mag der tod sich nahen, Mich das grab umfaben, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht Das weltgericht: Freudig, daß ich jesum sebe, Blick' ich auf zur höhe. 4. Wer ist, der den glauben Meinem herzen rauben, Ihn erschüttern fann? Bei der feinde toben Stimm' ich, gott zu loben, Freudenlieder an. Mich bewacht, Des mittlers macht, Die fann selbst der feinde wüthen Auch in eil' gebieten. 5. Lockt nur, gold und schäze; Ehre sey der göße Der so stolzen welt! Mich follt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, Der mich treu erhält. Elend, noth, Kreuz, schmach und tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von jesu scheiden. 6. Weich', verbotne liebe, Weicht, der wollust triebe! Gift ist eure lust: Sünden, eure freuden Will ich ewig meiden, Flicht aus meiner brust. Ueppigkeit, Geiz, bochmuth, neid, Ihr beschweret das gewissen, Euch will ich nicht wissen. 7. Weg mit sorg' und zagen! Schweiget, bange flagen! Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, Muß, was erst betrübet, Noch zuletzt erfreun. Hab' ich hie Biel angst und müh: Jesu, auch im bängsten leire Bleibst du meine freude. In eigner bekannter Melodie. 387. Meinen jefum laß ich er für mich gegeben, So erfordern dank und pflicht, Ibn zu lieben, ihm zu leben. Er ist meines Lebens licht: meinen jesum laß ich nicht. 2. Er, der welt und mir gesandt, Uns zu lehren, uns zu retten, Gab sein leben uns zum pfand, Daß wir gottes gnade bätten. O wie bin ich ibm verpflicht't! Meinen jefum laß ich nicht. 3. Durch ein herz voll dankbarkeit, Durch gehorsam, den ich übe, Das zu thun, was er gebeut, Halt' ich fest an seiner liebe; Traue dem, was er verspricht, Und so laß ich jefum nicht. 4. So ist er mein theil und ruhm Bis an meines lebens ende; Jhm geb' ich zum eigenthum Ganz mich bin in seine hände. Er ist meine zuversicht: Meinen jesum laß ich nicht. 5. Wenn mein auge schon verlischt, Wang' und lippen sich entfärben, Mich kein labsal mehr erfrischt, Alle sinnen mir ersterben, und das matte berz nun bricht, Laß ich meinen jesum nicht. 6. Auch im himmel ist er mir Seligfeit, und trost, und freude; Da belohnt er, was ich hier Ihm zu ehren willig leide; Da schau' ich sein angesicht; Meinen jesum laß ich nicht. 7. Nichts auf dieser erden ist's Was des Herzens wünsche stillet; Du, o jesu, du nur bist's, Der sie einst noch ganz erfüllet. Dich, mein reichthum, ruhm und licht, Dich, mein jesu, laß ich nicht. Zweite Abtheilung. 176 8. Dich, mein jesu, balt ich fest, Lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt! Jbr be raubt euch ew'ger freuden. Selig! wer in wahrbeit spricht: Meinen jesum laß ich nicht. Mei. Wie schön leuchiet der zc. 388.jefu, jefu, gottes sobn, Der du, noch eh' ich war, mich schon Geliebt aus reinem triebe. Vor dir ist alles sonnenklar; Mein Herz ist dir auch offenbar, Du weißt, daß ich dich liebe. Herzlich Such' ich Dir vor allen Zu gefallen, Nichts auf erden kann und soll mir theu'rer werden. dich herzlich liebe, Und mich in dem, was dir gefällt, Je mehr und mehr in dieser welt Nach deinem worte übe, Bis sich Für mich Jenes leben Wird anbeben, Wo die frommen Aller trübsal sind entnommen. 7. Da werd' ich deine gütigkeit, Die mich schon hier so sehr erfreut, In vollem Umfang schmecken; Da seb ich in dem bellsten licht Dein gnadenvolles angesicht, Auf immer frei von schrecken. Wob! mir! Preis dir! De mir droben Aufgehoben Ew'ge freu mich von dir den; Nichts, herr, scheiden. Mel. Machs mit mir, gott, nach. 2. Dies eine nur bekümmert mich; Daß ich mit solcher treue dich nicht 389. iefu, wahrer frömmig liebe, wie ich wollte. Ich selbst empfind' es nur zu sehr, Daß ich durch thaten dich noch mehr, Mein beiland, lieben sollte. vaß mich Glaubig Deine güte In's gemüthe Stärker fassen, Dir mich ganz zu überlassen. feit Vollkommenstes exempel; Tein berz, dem vater ganz geweiht, Was jeder tugend tempel; Dein wandel, rein von aller schuld, Gott werth und würdig seiner huld. 2. Wer war wohl eifriger, als du, zu thun des vaters willen? Dir war es ruhm und feelenruh, Ihn treulich zu erfüllen; Dir keines eigen ruhms bewußt, War, ihn zu preisen, deine lust. 3. Du stehst mit deiner Fraft mir bei: Drum will ich auch mit größter treu, Und ewig dir anhangen. Nichts was sonst menschen wohlgefällt Nicht lust der sinne, ehr' und geld Befrie- 3. Wenn wo dein auge frevler sab, digt mein verlangen. Obn' dich Kann Warst du voll edler schmerzen: Doch mich nichts von schätzen Recht ergöz- wenn des vaters wort geschab, Quell zen Und beglücken; Du nur kannst| freud' aus deinem berzen. An ihm mein herz erquicken. nur hing dein ganzer sinn; Auf ihn sah stets dein auge hin. 4. Den, der dich liebt, den liebst auch du, Dem schaffst du für die seele rub Und trosft für sein gewissen. Ob mich auch manche noth bier drückt, So werd' ich doch durch dich erquickt In meinen kümmernissen. Endlich Wird sich Nach dem leide Volle freude Für mich finden; Da wird all' mein trauern schwinden. 5. Noch hat kein aug' es je gesebn, Es kann's auch bier kein mensch verstehn Und würdig g'nug beschreiben, Was denen dort für herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit't, Die dir ergeben bleiben. Was hier Von dir It gegeben, Unser leben zu ergötzen, Ist dagegen nichts zu schäßen. 6. Drum laß ich billig dies allein, O jesu, meine freude seyn, Daß ich 4. Ibn ehrtest du mit wort und that Vor aller welt mit freuden. Du warst bereit, nach seinem raty, Zum heil für uns zu leiden. Wie er die liebe selber ist, So warst du's auch, herr jesu christ. 5. Du zeigtest, daß die größte noth Dich nicht zum murren reize; Wark gott gehorsam bis zum tod, Ja bis zum tod am kreuze; Auch da war deine zuversicht Auf ihn allein und fest gericht't. 6. Von ihm verlassen, blieb dein herz An ihm, trotz alles spottes. Dein hoffen war im größten schmerz Die sichre bülfe gottes. Und was du hoff test, ist geschehn; Gott hörte deiner stimme flehn. 13. Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. 177 7. Mit ehr' und preis von ihm ge-| mein herr und gott, Jemals vou dir krönt, Lebst du zu seiner rechten Voll scheiden. Sünden, welt und eitelfeit majestät, und dir ertönt Von allen Und die bösen triebe, Alles überwind' gottesknechten Das lob, desf' du so ich weit, Herr, durch deine liebe. würdig bist. Oselig, wer dir ähnlich ist! 8. Hilf, daß ich dein exempel mir, nun zum Mel. Seelenbräutigam, Jesu 2c. den berrn, gesinnt gleich dir, Weit 391. Wer ist wohl wie du, über alles schätze, Mit freuden seinen willen thu', Und ganz in seiner fügung ruh. Stifter wahrer ruh? Jesu freund der menschenkinder, Netter der verlornen fünder! Licht und feelenruh Fließt von dir uns zu. 2. Herr der herrlichkeit! Zur bestimmten zeit Kamst du uns zum heil Mel. Schwing' dich auf zu deinem 2c. 390. da mir schon eine güt' erschienen, Dich verlassen, gottes sobn, Und der fünde dienen? Mit den lüsten dieser zeit Wieder mich beflecken, Und nicht mehr die freudigkeit Meines glaubens schmecken? 2. Hab' ich doch allein bei dir Meine rub' gefunden; Mittler, heiltest du doch mir Liebreich meine wunden, Und ich sollte dein gebot, Wie die sünder, bassen, Und mein recht an deinem tod Wieder fabren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib' ein corist, Folge deinen lehren, Lasse weder macht noch lift Meinen glauben stören. Fielen tausend ab, nicht ich; Mag's die welt verdrießen! Sie wird mein vertrau'n auf dich mir doch lassen müssen. 4. Zeigt sie mir ein heil, wie du? Bringt sie kraft den müden, Den bedrängten trost und ruh, Sündern gottes frieden? Giebt sie mir die zuversicht, Daß ich, trop dem grabe, Jener ewigkeiten licht zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor gott Einst die völker stehen, und das leben und den tod Ihm zur seiten sehen? Wenn der sichre nun zu spät Aus dem schlaf erwachet; Und der spötter, der hier schmäht, Bebt und nicht mehr lachet? 6. O wie thöricht, wenn ich mich Noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes huld genieße; Da ich weiß, auf wessen wort Ich die hoffnung gründe, Daß auch ich unfehlbar dort Gnad! und leben finde! 7. Nicht das leben, nicht der tod, Trübfal nicht, noch freuden, Sollenmich, Grangel. luth. beschwerden Unsrer niedrigkeit Großmuthsvoll bereit. 3. Tiefe schmach und noth, Selbst den kreuzestod Haft, zur tilgung unsrer schulden, Du, als mittler, wollen dulden, Hast durch deinen tod Uns versöhnt mit gott. 4. Keine furcht der welt Schreckte dich, o held! Sünd und tod hast du bezwungen Und ein ew'ges heil errungen Für die ganze welt, Durch dein lösegeld. 5. Deine majestät, König und prophet! Will ich demüthsvoll verehren Und auf deine stimme hören; Denn dein reich besteht, Wenn die welt vergeht. 6. Laß mich dir zum ruhm, Als dein eigenthum, Recht und nach gewissen handeln, Und mit freuden dir nachwandeln. Wahres christenthum Sey mein größter ruhm. 7. Zeuch zu dir mein herz, Laß in freud' und schmerz Mich an deine treue denken, Und, wenn noth und furcht mich kränken: O, so gieb in schmerz Muth und trost ins herz! 8. Bilde mich nach dir, Daß ich eifrig bier Mich in wahrer sanftmuth übe, Und, wie du, die demuth liebe; Stolz und rachbegier Herrsche nie in mir. 9. Neiget sich mein sinn Zu dem eiteln bin: O, dann warne meine seele, Daß sie nicht ihr ziel verfehle! Lenke meinen sinn Auf das ew'ge bin. 10. Wecke mich stets auf, Daß in meinen lauf Nichts von dir zurück mich halte, Und mein eifer nicht erkalte; In dem tugendlaufhilf mir schwachen auf! 12 Zweite Abtheilung. 178 11. In versuchungszeit Stärke mich zum streit; Laß mich wachen und mit beten Voll vertrauen vor dich treten, Bis nach kampf und streit Mich der fieg erfreut. schrecken flohen? Macht nicht, Lift nicht, Deine gaben, Mittler, baben Dich verkläret, Und den weg zu gott gelehret. 12. Will der trübsal nacht Und der menschen macht Meine bange seele schrecken, Müsse mich dein schild bedecken. Hab' in solcher nacht Huldreich auf mich acht! 3. Wir werden deinen ruhm erhöhn, Wir werden deine himmel sehn, Ten preis von deinen leiden; Genießen, was du uns erwarbst, Als du für uns am kreuze starbst, Der engel hobe freu den. Welche Gnade, Daß wir fünder, Gottes finder Werden sollen, Wenn wir an dich glauben wollen. 13. Einen edlen muth, Daß ich irdisch gut Willig, ja mein eigen leben, Mag für ew'ges glück hingeben: Solchen weisen muth Gieb mir, höchstes gut! 4 Du hast dich deiner herrlichkeit Entäußert eine kurze zeit, Und deinen thron verlassen; Doch nun, mit ehr 14. Soll's zum sterben gehn, Laß und ruhm gekrönt, Nun machst du mich auf dich sehn! Bleib mir hülffelig, die versöhnt Der sünden gräud reich dann zur seiten, Mich durch hassen. Ihnen Willst du Heil und schmerz und tod zu leiten, Bis ich leben Gerne geben, Und uns allen einst dich seh; Dir zur rechten steh. Helfen, daß wir gott gefallen. Mel. Wie schön leuchtet uns der: c. 5. Vom aufgang bis zum untergang Erschallet dir der lobgesang Er 392. Wie groß, wie angebe- retteter gerechten. Unzäblbar sind die tet ist Dein name, o berr jesu christ! Wie theuer deinem volke! Welch licht ging in der finsterniß Mit dir der welt auf, wie zerriß. Wie floh des irrthums wolke! Als du Kamest, Hörten taube, Und der glaube Half den kranken, Stumme fangen, dir zu danken. schaaren schon, Die gerne dir vor deinem thron Ein würdig loblied brächten. Jbrer ehr noch Jesu, werden Schon auf erden, Dir lobsingen, Preis und dank und ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist Dein name, heiland, jesu christ, Wie herr lich bei den deinen! Führst du uns 2, Nur schwache warens, die dein einst zu deiner rub, O wie weit herrlicht Verbreiteten, die weisen nicht. licher wirst du Den frommen dann Wo sind sie, wo die boben? Und wo erscheinen; Ewig Müsse, Dir zu ehre, die reichen? wo die macht, Vor der Ihrer chöre Lob erschallen, Durch des gößendienstes nacht Und seine die himmel wiederhallen. 14) Von der Selbsterkenntniß uno Demuth. Mel. In allen meinen thaten 2c. wahrer frömmigkeit? Oft sind die 393. Gieb, gott wenn ich dir guten triebe Nicht früchte deiner liebe, Nur früchte der natur und zeit. diene, Daß ich mich nicht erkühne, Auf mich selbst stolz zu seyn. Wer kann bei seinen werken, Wie oft er fehlet, merken? Wer ist von mängeln völlig rein? 2. Such' ich stets deinen willen So eifrig zu erfüllen, Als es dein wort gebeut? Trag' ich der tugend bürde, Aus fenntniß ihrer würde, Auch immer mit zufriedenheit? 3. Entzieh' ich mich den sünden Auch stets aus rechten gründen? Aus 4. Der sünden meiner jugend, Det mängel meiner tugend, herr, ge denke nicht! Willst du mit deinen knechten, Wie sie's verdienen, rechten: So trifft sie alle dein gericht. 5. Doch, wenn auch dir zur ehre, Rein meine tugend wäre, Wess' ist dies cigenthum? Wer ließ mich un terrichten! Wer ließ in meinen pflich ten Mein glück mich sehn und me nen ruhm? 14. Von der Selbsterkenntniß und Demuth. 179 was mich selbst entehrt, mich allzeit innigst schämen. Nie komm'' es mir aus meinem sinn, Was alles ich vermag und bin, Durch deine weise güte. 2. Du schufst mich nicht bloß fleisch und bein; Du hauchtest mit dem leben Mir auch zugleich die seele ein, Und haft es ihr gegeben, Noch mehr, als was die sinne rührt, Und durch sie schmerz und luft gebiert, zu fassen, zu erwägen. 3. Gott, diesen vorzug gabst du mir Vor so viel millionen, Die, auch beseelt, genährt von dir, Auf deiner erde wohnen. Was jenen fehlt, verliehst du mir, Vernunft und freiheit, und mit ihr Gefühl von recht und unrecht. 6. Wer gab mir, dich zu lieben, Und dein gebot zu üben, Die lust und freudigkeit? Wer stärkte meine fräfte Im heiligungs- geschäfte? Wer gab mir muth und sieg im streit? 7. Du schaffst, daß ich dich mähle; Du rufft mich, wenn ich fehle, Auf rechten weg zurück; Du ziebst mich ab von sünden, Und läßt mich gnade finden, Und giebst zu meiner bessrung glück. 8. Sollt' ich mich deß erheben, Was du mir, herr, gegeben? Hab' ich zum ein recht? Könnt ich auch alles üben, Was du mir vorgeschrieben: Wer bin ich? ein geringer knecht. gott, du frommer gott 2c. err, der du alles giebst, Mel 394. Was ist mein stand, mein glück Und jede gute gabe? Es ist nicht mein, es ist Ein unverdientes gut; Darum bewahre mich Vor stolz und übermuth. 2. Wenn ich vielleicht der welt Mehr, als mein nächster nüße; Und wenn ich mehr verstand, Als er besigt, besige? Bin ich drum mehr, als er? D, beides kommt von dir, Verstand und tüchtigkeit, Und du erhältst es mir. 3. Wenn mir ein größer glück Nach deinem rath begegnet, Und deine gütigkeit Mich mehr als andre, segnet; Giebt diese deine huld Mir wohl zum stolz ein recht? Bin ich darum nicht auch, Was andre sind, dein knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß In höhern würden stehe, Und andre unter mir Sm kleinern glücke sehe: Wer machte sie gering, Und wer erhöhte mich? Ist nicht mein nächster oft Viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o gott, Des guten überheben; Was ich besig' ist dein! Von dir hab' ich mein leben, Und was ich gutes thu', Dazu giebst du gedeihn; Drum laß mich ewig fern Von stolz und Hochmuth seyn. Mel. Es ist gewißlich an der zc. 395. Laß mich des menschen wabren werth, Mein gott, zu herzen nehmen, Und dessen, 4. Du schusst mich zur geselligkeit Und für der freundschaft freuden; Für andrer glück und leiden; Noch mehr, ein herz, das fähig ist, Sich dein, der du mein vater bist, zu freun und dich zu lieben. 5. In stiller andacht kann mein geist Sich bie zu dir erheben, Und dir, den jeder bimmel preist, Auch preis und chre geben. Auch ich kann deinen willen thun, In deiner vorsicht ratb beruhn, Und fröhlich auf dich hoffen. 6. Nicht blos für diese kurze zeit Riefst du mich in dies leben; zu freuden einer ewigkeit Soll sich mein geist erheben. Und wird auch gleich der leib zu staub, So bleibt er nicht des grabes raub; Du wirst ihn auferwecken. 7. Vom himmel kam, gesandt von dir, Dein sohn zu uns auf erden; Er kam und ward ein mensch, wie wir, Der menschen heil zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt; Wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, Der menschheit werth zu schäzen! 8. Und ich, ich sollte ibn entweihn, und gleich den thieren handeln? Der fleischeslust ergeben seyn, Und nicht vor dir, gott, wandeln? Fern sey ein solcher sinn von mir! Bewahre mich, mein gott, dafür, Daß ich mich so nicht schände. 9. Gieb mir vielmehr, daß ich allzeit Auf mein gewissen achte, Nach weisheit und gerechtigkeit mit allen 12* Zweite Abtheilung. 180 eifer trachte; Dich liebe, und mich deiner freu', Und so des vorzugs würdig sey, Den du mir hast verliehen. Mel. In allen meinen thaten 2c. 3. So schwach ist, herr, der mensch, 396. Was ich nur gutes habe, so bald zur fünde fortgerissen! Sein deine eifer gar Nach gebend sein gewissen. Web ihm, wenn er vermessen ist, Wenn seiner schwach heit er vergißt, In sich nur stärk fiehet! Der irrthum und die sinnlich feit Besiegen ihn in jedem streit, Wenn er nicht flüglich fliebet. 4. Wer sich selbst, gott, vor die erhöht, Kann nicht vor dir bestehen: Wer seine niedrigkeit gestebt, Nur den wirst du erhöhen. Veracht' ich andre neben mir, So mißfällt meine tugend dir, Wie groß ich sie auch finde. Mein glaube hat da keinen werth. Dem, der auch demuthsvoll dich ehrt, Vergiebf du seine sünde. Du vater alles lichts! Mein daseyn und mein leben Ward mir von dir gegeben; Und ohne dich vermag ich nichts. 2. Sowohl verstand als kräfte Zum nüßlichen geschäfte, Hab ich aus deiner huld. Dein ist's, wenn gute thaten Tem vorsaß wohl gerathen; Die fehler sind nur meine schuld. 3. Das glück, deß ich mich freue, Schaffst du nach deiner treue, Du herr der ganzen welt! Du ordnest unsre tage, Ihr glück und ihre plage, Nur so, wie dir es wohlgefällt. 4. Sollt' ich mich denn erheben, Wenn mir in diesem leben Viel gutes wiederfährt? Was hat dich, herr, bewogen, Daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe Der huld, herr aller dinge, Die du mir bast erzeigt. Olaß mich's nie vergessen, Wenn sich mein herz vermessen Zum stolz und eigendünkel neigt. sey nur klein Und jene pflicht nicht wichtig. Nun ist er seinem falle nay, Fällt unvermerkt und glaubt noch da, Er wandle fest und richtig. 6. Das nützlich anzuwenden, Was du mit vaterhänden Mir gütig zugewandt: Dies sey in meinem leben Mein eifrigstes bestreben! Dazu gieb demuth und verstand. 5. Drum lehre mit behutsamkeit Auf meine bahn mich schauen, Und ni mais aus vermessenbeit Auf meine kräfte bauen, Wenn wo versuchungen mir drohn, So zeige sie von fern mir schon, Daß ich mich zeitig rüste. Aufmerksam mache meinen blick Auf diese welt, auf zeit und glück, Und auf die macht der lüfte. 6. Du weißt's, zum guten, berr, bin ich nur öfters falt und träge. Mein täglich straucheln mache mich Vorsichtig allewege. Find' ich mich auf der rechten bahn: So gieb, daß ic so gut ich kann, Bei jedem schritte wache. Bewahre meinen fuß, daß 397. Wenn ich, o gott, von nicht Stolz und vermesine zuversicht Mel. Ein lämmlein geht und ic. Zu mir, mich fallen mache. dir geführt Auf deinen wegen wandle; Wenn ich durch deinen geist regiert, Nach deiner vorschrift handle; Wenn mir mein Herz das zeugniß giebt, Daß meine ſeele mehr dich liebt, Als alles gut auf erden: So laß durch stolz und sicherheit Mich deiner huld und gütigkeit Doch nicht verlustig werden. 2. Wie leicht erliegt ein sichrer sinn, Bekämpft durch seine lüste! Sieht ruhig auf gefahren hin, Wovor er zittern müßte. Vollkommen glaubt er schon zu seyn; Denkt, diese sünde 7. Mein glaube, meine frömmig keit, Und was ich an mir habe Von tugend und rechtschaffenbeit, Ist alles deine gabe. Ich bin nur staub, den du erschusst, Den du begnadigt und berufst, In deinem reich zu leben. Laß mich, entfernt von stolz und wahn, Mit demuth deine gab' em pfahn, Und dir die ehre geben. 8. So werd' ich, gott, von dir geführt, Auf deinen wegen wandeln, Durch deinen guten geist regiert, Nach deiner vorschrift handeln. I 15. Von der Selbstliebe. 181 werde nicht durch sicherbeit, Durch| Trum laß mich oft und ernfil: h prüstolz und durch vermessenheit Von fen, Ob ich sey christe gleichgesinnt. deinem worte weichen. So bleibt auch Befreie mich vom falschen wahn, Der deine gnade mir, Und ich werd, un- auch den flügsten täuschen kann. terstügt von dir, Des glaubens ziel erreichen. 5. Wie kann der, der bei allem wissen Des herzens zustand sich verbeblt, Auf wahre beßrung seyn befliffen, Er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht kennen, 398. Wer bin ich? wichtig ist verstand, Drum mache mich mit ist die Mel. Wer nur den lieben gott: c. oder: Du weiser schöpfer 2c. lehre sie mich recht verstehn! Gieb, daß ich mir die wahrheit sage, Um mich, so wie ich bin, zu sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, Bleibt von der weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein werk von deinen bänden, Du schufst mich, gott, zu deinem preis; Dazu mein leben anzuwenden, Das ist dein väterlich geheiß. Doch, leb' ich, als dein eigenthum, Auch, wie ich soll, zu deinem ruhm? 3. Jch bin ein cbrist nach dem bekenntniß; Doch, bin ich das auch in der that? Herr, öffne selbst mir das verständniß, Recht einzusehen, ob ich den pfad, Den jesus mir gewiesen, geh' und ob ich auch im glauben steb. 4. Du kennest unsers herzens tiefen, Die uns selbst unergründlich sind; 15) Von der Mel. Jesus, deine tiefe wunden zc. 399. Daß ich mich, mein gott, selbst liebe, Kann dir nicht mißfällig seyn; Du, du pflanzest ja die triebe Tief biezu den menschen ein. Lenke du nur meinen sinn Auf die wahre weisheit hin, Daß ich nicht mein glück verfehle Und selbst das verderben wähle. 2. Hilf mir, alle meine pflichten Recht verstehn, und mit bedacht Auf das mein bestreben richten, Was wahr. haftig glücklich macht. Wer dir, o du höchster, lebt, Und dir zu gefallen trebt, Der nur kennt der seele adel, Der nur liebt sich ohne tabel. 3. Doch, wie oft und leicht verführet Eigenliebe unser herz, Durch den äußern schein gerühret, Wünscht es freud' und wählt den schmerz, 6. Was mir zu meinem beil noch fehlet, Mein vater, das entdecke mir! hab' ich der wabrbeit weg erwählet, So gieb, daß ich ihn nicht verlier'. Erleuchte mich mit deinem licht, So täuschen mich verführer nicht. 7. Bin ich jetzt von dem sichern pfade, Der mich zum leben führt, noch fern; So wecke mich durch deine gnade, Daß ich ihn ernstlich suchen lern'. Gieb mir zur beßrung lust und fraft. Du bist's, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, Was ich hier war und bier gethan. O laß mich's nicht bis dahin sparen, Wo reue nichts mehr belfen kann. Hier mache mich zum himmel klug Und frei vom schnöden selbstbetrug. Selbstliebe. Sucht und findet niemals rub, Hofft fie, und kommt nie dazu, Weil es sich verliert in dingen, Die kein wahres glück uns bringen. 4. Wir versäumen unsre pflichten, Von bequemlichkeit regiert; Werden, wenn wir gut's verrichten, Oft von eigennutz verfübrt. Nur gar selten trachten wir Nach dem wahren ruhm bei dir; Und, wie oft fehlts uns am wollen, Wenn wir andern dienen sollen? 5. Mache, o mein gott, in gnaden Mich von solcher unart frei, Daß ich nicht zu meinem schaden Gegen mich verblendet sey. Pflanze selbst den trieb mir ein ich vor allem dein zu freun, Auch nach andrer wohl zu trachten Und sie, wie du willst, zu achten. 6. Gieb mir dann auch das vollbringen, Mich zu lieben, wie ich soll; Zweite Abtheilung. 182 Laß mich eifrig darnach ringen, Was mir dient znm wahren wohl. Auch dem nächsten beizustebn, Liebreich stets auf ihn zu sehn; Ueber alles dich zu lieben: Das, das hilf mir treulich üben. Mel. O gott, du frommer gott 2c. 400. Du willst es, herr, mein gott, Daß ich mich selber liebe. Bieb, daß ich diese pflicht Nach deiner Vorschrift übe, Und laß den sel'gen trieb, Mich meines glücks zu freun, Den du mir eingepflanzt, Nie mein verderben seyn. 2. Gieb, daß mein ganzes Herz Sich deiner liebe weihe, Und daß ich überall Dich findlich ehr' und scheue. Wer als ein christ sich liebt, Der flieht auch, als ein christ, Was deinem beil'gen rath, O gott, entgegen ist. 3. Kein schnöder eigennuß Beherrsche meine seele, Und wenn zu meinem glück Ich weg'und mittel wähle; So laß mich stets dabei Auf recht und wahrheit schaun, Und nie mein wohlergehn Auf andrer elend baun. 4. Dein fluch trifft jedes glück, Dabei die tugend leidet, Dabei der, Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 401. Herth, den mir dein err, meiner feele großen theures wort erklärt Laß mich mit ernst bedenken, Und auf die sorge für ihr wohl So unermüdet, als ich soll, Den größten eifer lenken. 2. Wie boch ist sie vor dir geacht't, Welch glück hast du ihr zugedacht! Wie viel an sie gewendet. Du schufft fie, gott, dein bild zu seyn, Und hast, es in ihr zu erneun, Selbst deinen sohn gesendet. 3. Zu groß für diese kurze zeit, Bestimmt zum glück der ewigkeit, Lebt sie im fleisch auf erden, Durch glauben und gottseligkeit zu größerer vollkommenheit Im Himmel reif zu der es sucht, Gott, deine wege meidet, Wer unrecht liebt und thut Erbt deinen himmel nicht, Nie treffe mich, o gott, Dies schreckliche gericht! 16) Von der Sorge für die Seele. werden. 4. Mit großer treue willst du sie Selbst durch des lebens kurze müh', 3u jenem leben führen. O, laß mich 5. Nie blende mein gemüth Der eitelkeiten schimmer: Die welt mit ihrer lust Vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze lust? Was bilst uns eitle pracht? Nicht ein vergänglich gut Ist's, was uns glücklich macht. 6. Ein gottergebnes herz, Ein unverletzt gewissen, Nur das kann uns allein Des lebens last verfüßen; Das bleibt uns auch im tod Und folgt uns aus der zeit Zum großen segen nach Bis in die ewigkeit. 7. O selig, wer darnach Mit heil'. gem eifer trachtet Und für sein größ tes glück, Gott, deine gnade achtet! Der liebt allein sich recht, Der find't schon in der zeit Die wahre ruh und einst Vollkommne seligkeit. 8. Das sey mein zweck, mein fleiß; O segne mein bemühen! So wird das wahre wohl nicht meinem wunsch ent fliehn. So liebe ich mich so, Wie dir cs wohlgefällt, Und über alles dich, Mein gott, und nicht die welt. nicht durch eigne schuld Das beil, verlieren! das deine vaterhuld Ihr auserschn, 5. Wie du, o gott, gesinnt zu seyn, Mich ewig deiner huld zu freun, Und dich zum trost zu wählen: Das sey mein fleiß und höchster zweck; Laß mich dazu den rechten weg Aus leicht sinn nie verfehlen. 6 Wer fünde liebt, bleibt nicht vor dir: Drum schaffe selbst, o gett, in mir Ein berz, das sünden basſet, Das seine schuld vor dir bereut Und das zu deiner gütigkeit Turch chri stum boffnung faffet. 7. Gieb, daß ich dir mich ganz ergeb; Und was ich noch auf erden leb', laß mich im glauben leben An jesum chri stum, der auch mich So boch geliebet, daß er sich Für mich dahingegeben. 8. In meiner ganzen pilgrimschaft Laß mich, gestärkt durch deine kraft, 16. Von der Sorge für die Seele. 183 Nach jenem kleinod trachten, Das 8. Nun, so will ich immerdar mir dein ruf vor augen stellt, Und alle güter dieser welt Wie nichts dagegen achten. Wachen, kämpfen, beten, Und vermehrt sich die gefabr, Nie von gott abtreten. Kurze zeit Währt der streit, Und welch eine krone Wird mir dann zum lohne! 9. Wie selig werd ich dann nicht seyn; Schon hier werd' ich mich deiner freu'n, Durch dich, gott, ruhig leben: Und du wirst nach vollbrachter zeit Auch mich gewiß zur herrlichkeit In deinem reich erheben. Mel. Straf' mich nicht in deinem 2c. 402. Mache dich, mein geiſt bereit! Wache, fleb' und bete! Daß dein herz zur bösen zeit nicht von gott abtrete. Ach, schon ist Mancher christ Von versuchungsstunden Plößlich überwunden! 2. Auf dann, und ermuntre dich Aus dem sichern schlafe! Immer, glaub' es, zeiget sich Bald darauf die strafe. Der fällt leicht, Dem es däucht, Daß er sicher stehe Auf der tugend böbe. 3. Wache! denn hier hat der christ Noch von allen seiten, Was der seele schärlich ist, Muthig zu bestreiten. Gott läßt zu, Daß auch du, Wenn du sorglos wallest, In versuchung fallest. 4. Wache; daß dich nicht die welt Durch gewalt bezwinge! Oder, wenn fie sich verstellt, Listig an sich bringe. Wach' und sieh', Daß dich nie Die verführer fällen, Die dir nege stellen. 5. Wach' und bab' auf dich wohl acht, Trau nicht deinem Herzen. Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes buld verscherzen. Ach, es ist Voller list, Weiß sich selbst zu heucheln Und mag gern sich schmeicheln. 6. Aber bet' auch stets dabei, Bete bei dem wachen; Das wird dich von trägheit frei Und behutsam machen. Gott verleibt Munterfeit Auf dem rechten pfade Durch erbetne gnade. Mel. Was mein gott will, das ic. oder: Das jefulein soll doch 2c. 403. Mein gott, erschaffen haft du mich, Einst ewig frob zu leben. O möchte doch mit inbrunst sich Mein herz dahin erbeben, Wo volles beil Dem wird zu theil, Der bier dich treu verehret; Wo alles leid Der prüfungszeit In wonne sich verkehret! 2. Wenn dieses lebens last mich drückt, Weß soll ich dann mich trösten? Die hoffnung ist's, die mich erquickt, Einst auch mit den erlösten Bei dir zu seyn, Und, frei von pein, In ewigkeit zu leben. Sollt' ich denn hier nicht mit begier Nach solcher hoffnung streben? 3. Was stärkt mein herz mit muth und kraft, Nach deinem wort zu wandeln, Und auch alsdann gewissenhaft, Wenn sünde lockt, zu bandeln? Ein öftrer blick Auf jenes glück Des wonnevollen lebens; Richt ich dahin Nur meinen sinn, So kämpf ich nicht vergebens. 4. So gieb denn, daß ich allezeit Vorzüglich darauf achte, Und nach dem glück der ewigkeit Vor allen dingen trachte! Damit ich treu Im glai ben sey, Der tugendfrüchte bringet. Denn ew'ges heil Wird nur zu theil Dem, der darnach recht ringet. 5. O wäre dieses beil schon mein! O schmeckt ich schon die freuden, Die dort sich finden, frei von pein, Und frei von allen leiden! Sieb dieſer zeit Mit ruh' und freud' Doch stets, mein geist, entgegen! Herr, steb' mir bei, Im guten treu, Den lauf zurückzulegen. 7. Nabe dich denn mit gebet Oft zu seinem throne! Wenn dein herz nur gläubig fleht, Hörct er in dem sobne. Er verheißt einen geist, Mel. Es ist gewißlich an der zeit: c. mit ihm kraft und leben, Auf dein 404. Nach meiner ſeelen ſeligflehn zu geben. mich cifrig ringen! Sollt' ich die kurze gna 184 Zweite Abtheilung. denzeit In sicherheit hinbringen: Wie welt mit allem, was sie in sich hält, würd' ich einst vor dir bestebn? Wer Mir deine gnad' ersetzen. in dein reich wünscht einzugehn, Muß reines herzens werden. 5. Was führt mich zur zufrieden beit Schon hier in diesem leben? Was kann mir trost und freudigkeit In noth und tode geben? Nicht menschengunst, nicht irdisch glück, Nur gottes gnade und ein blick Auf jenes lebens freuden. 2. Erst an dem schluß der lebensbahn Auf seine sünden sehen, Und wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um erbarmung fleben, Das ist der weg zum leben nicht, Den uns, o gott, dein unterricht In deinem wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur heiligung; Drum laß auch hier auf erden Des geistes wahre besserung Mein bauptgeschäfte werden. Herr, stärk' in mir dazu den trieb: Nichts sey mir je so groß, so lieb, Mich davon abzuwenden. 4. Gewönn' ich auch die ganze welt Mit allen ihren freuden, Und sollte das, was dir gefällt, O gott, darüber meiden; was hülfe mir's? nie kann die Mel. Wer nur den lieben gott zc. oder: Du weiser schöpfer: c. 17) Von der Sorge für den Leib. er wollust reiz zu wi6. Nach diesem kleinod, herr, laß mich Vor allen dingen trachten, Und, was mir daran hinderlich, Mit edlem muth verachten. Daß ich auf deinen wegen geh' Und im gericht dereinst besteh', Sey meine größte forge. 405. laß deine weisheit seyn! Bewahre, liebst du glück und leben, Dein herz von ihrem gräuel rein. Von ihrer schnöden lockung fliehn, Heißt dem verderben sich entziehn. 7. Doch was vermag ich, wenndu nicht Vor trägheit mich beschüßet, Und mich zur treu' in dieser pflicht Mit kräf ten unterstüßest? O stärke mich, mein gott, dazu! So find ich hier schon wahre ruh Und dort das ew'ge leben. spott; Sie sind vor dem gewissen schande, Und noch weit mehr vor dir, o gott! Der lastersclav entflieht dir 6. Du übergiebst den dem verderben Schon hier, der seinen leib entweiht; Und nie wird der den himmel erben, Der sich unreiner lüste freut, Drum fleh' ich demuthsvoll zu dir, O schaff ein reines herz in mir! 7. Gieb, daß ich allen bösen lüften Mit much und nachdruck widersteb; Und stets, dawider mich zu rüsten, Auf dich, allgegenwärt'ger, seh. Denn, wer dich, gott, vor augen hat, Flieht auch verborgne miſſethat. 2. Die wollust kürzet unsre tage, Sie raubt dem förper seine fraft, Und armuth, seuchen, schmerz und plage Sind früchte dieser leidenschaft. Der baßt sich selber, der sie liebt, Und sich in ihre fesseln giebt. 3. Sie raubt dem geiste muth und stärke, Schwächt den verstand, der feele licht; Sie raubt den eifer edler In veriger Melodie. werke, Und ernſt und luft zu jeder 406. Des leibes warten pflicht. Sie führt reu und schmerz In das ihr bingegebne berz. und nähren, Das iſt, 4. Der mensch sinkt unter ihrer türde Zur niedrigkeit des thiers herab; Er schändet und entehrt die würde, Die ihm sein weiser schöpfer gab; Vergißt den zweck, dazu er lebt, Weil er nach niedern lüsten strebt. 5. So schimpflich sind der wollust bande! Schon vor der welt sind sie ein o schöpfer, meine pflicht; Durch eigne schuld ihn zu zerstören. Verbietet mit dein unterricht. O stebe mir mit weiß heit bei, Daß diese pflicht mir heiligsey! 2. Sollt ich, o herr, geringe scäz zen, Was deine hand mir anver traut? Den wundervollen bau ver legen, Den du, als schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein leib? er ist ja 10. Von der Sorge für den Leib. dein: Sollt' ich denn sein zerstörer seyn? 3. Ihn zu erhalten, zu beschüßzen, Giebst du mit milder vaterhand Die mittel, die dazu uns nüßen, Und zum gebrauch giebst du verstand. Dir ist die sorge nicht zu klein: Wie sollte sie es mir denn seyn. 4. Gesunde glieder, muntre kräfte, O gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des berufs geschäfte, Wenn frankheit seinen leib beschwert? Ist nicht der erde größtes gut Gesundheit und ein heitrer muth? 5. Drum gieb, daß ich mit sorgfalt meide. Was meines körpers wohlseyn stört; Daß nicht, wenn ich je krankheit leide, Mein geist den innern vorwurf hört: Du selbst bist störer deiner ruh', Du zogst dir selbst dein übel zu! 6. Laß jeden sinn und alle glieder Mich zu bewahren achtsam seyn; Und drückt mich eine krankheit nieder, So flöße selbst geduld mir ein. Gieb frohen muth, und dann verleih, Daß auch des arztes rath gedeih. zielt; Und stets in jenen schranken bleibe, Die dein gebot mir anbefiehlt. Des leibes wohl laß nie allein Das ziel von meinen sorgen seyn. 8. Mein größter fleiß auf dieser erde Sey meinem geiste, gott, geweiht, Daß er zum himmel weise werde, Noch in der vorbereitungszeit: So wird sich leib und seele dein In alle ewigkeit erfreun. treibe, Was auf des förpers pflege 408. Wie gaben, wodurch, 7. Doch ich nicht überM.L. Wer nur den lieben gott c. mannigfaltig sind Mel. In allen meinen thaten ze. as ist mein zeitlich 407. gott, gegeben? Ein unschäßbares gut. Du gabst mirs, hier auf erden Zum bimmel reif zu werden, Worauf mein wabres glück beruht. 185 3. Sollt' ich dies glück mir rauben? O berr, laß mir, im glauben Der künft'gen erndtezeit, Mein leben auf der erden So werth und wichtig werden, Als es mir selbst dein wort gebeut. 2. Hier wird die saat gestreuet, Dort erndtet man, erfreuet, Der tugend früchte ein; Je länger ich hier lebe Und gut zu handeln strebe, Je gröher wird mein glück dort seyn. 4. Mir selbst es zu verkürzen, Mich in den tod zu stürzen, Ist wider meine pflicht. Ein redliches gemüthe Lohnt nie mit undank güte; Entweicht auch dem berufe nicht. 5. Was leicht in frankbeit stürzet, Das leben leicht vertürzet, Laß mich mit forgfalt fliebn; Doch auch nicht ängstlich zagen, Für meine pflicht zu wagen, Was du mir, gott, für sie verlicbn. 6. In deine vaterbände Befehl ich, herr, mein ende, Und meiner tage lauf. Es sey mein ganzes leben Dir bier zum Dienst ergeben; Hilf du nur selbst der schwachheit auf. 7. Wie heilsam ist das leben Dem, der dir ganz ergeben, Nach wahrer tugend strebt! Drum will ich dich treu lieben, Mich stets im guten üben: So hab' ich lang' und wohl gelebt. herr, deine buld uns nährt, Die alles gute, was wir haben, Beständig und so gern gewährt! Auch das, was unser mund genießt, Zeigt uns, wie gut und mild du bist. 2. Du gibst uns brod für unser leben; Uud läsfest auch, uns zu erfreun, Die mittel, die uns nahrung geben, So viel, so mannigfaltig seyn. Wie angenehm ist der genuß Von dem, was uns ernähren muß! 3. Du segnest auen und gefilde Mit unerschöpfter fruchtbarkeit, Die, vahungern mög', erneut; Daß jedermann, von sorgen frei, Gesättigt werd' und dankbar sey. 4. Du giebst, daß ich nicht mangel leide, Was nöthig ist; auch mehr als brod: Giebst zum bedürfniß auch noch freude Für einen jeden sinn, o gott! Wie ist, zum wechsel im genuß, So groß, so reich dein überfluß! 186 5. So will ich denn mit freuden effen, Was deine vaterhuld mir schenkt; Nie aber auch, o herr, vergessen, Daß sie mich speist, daß sie mich tränft; Nie, daß sie keine lust mir wehrt, Als die, die schadet und zerstört. Zweite Abtheilung. 6. Drum laß die kraft, uns zu vergnügen, Die du in speif' und trank gelegt, Mich nie, o höchster, so besiegen, Daß sie zum schwelgen mich bewegt; Laß, deiner gaben mich zu freun, Mich mäßig im genusse seyn. 7. Mit speis' und trank sich so beschweren, Daß man derselben übervoll, Dadurch wird das, was uns ernähren Und unser Herz erquicken soll, Ein gift, das in die adern schleicht, Und krankheit, schmerz und tod erzeugt. 18) Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf. Wel. Allein gott in der höh' sey zc. von dir hernieder. Was deine hand 409. Aus deiner milden uns zugewandt, Das fließet stets aus segenshand, Du| hand in hand Durch nüßliche gewerbe. 6. Herr, unser gott, wir preisen dich Mit dankbarem gemüthe. Du herrschest unveränderlich Mit weisheit und mit güte. Geuß deinen segen ferner aus Auf unser land, auf jedes baus zu deines namens ehre. 2. Von dir kommt kunst und wissenschaft, Wodurch die länder blühen, 7. Hilf, daß ein jeder redlich sey Du schenkest jeglichem die kraft, Sich In seinem thun und handel; Recht nüßlich zu bemühen In seinem amt, schaffen, brüderlich und treu Sn seiberuf und stand, Dazu dein rath nem ganzen wandel. Mit lust, o vater, ihn tüchtig fand, Zum besten mitzu- wendest du Dem lande deinen segen wirken. zu, Das solch ein volk bewohnet. geber aller gaben, Muß jedes volk und jedes land Des guten zufluß haben. Mit großer weisbeit bältst du haus, Und breitest deine güte aus, Der völfer wohl zu gründen. 3. Als milder geber zeigst du dich Den völkern aller lande; Und du verknüpfft sie unter sich Turch deines segens bande. Zum fernen ost, zum fernen nord Strömt deines segens quelle fort Von westen und von süden. 8. Unmäßigkeit raubt uns die kräfte zu dem, was uns die pflicht gebeut! Macht träge zum berufsgeschäfte, Untüchtig zur gottseligkeit; Erweckt un ordnung, streit und zank, Erstickt den dir, gott, schuld'gen dank, 9. Wer sich den bauch zum gott erforen, Unmäßig deine gaben braucht: Der ist für's himmelreich verloren, Zu dem kein knecht der lüste taugt. Gott, laß mich ja dies laster scheun, Ent haltsam, mäßig, nüchtern seyn! 10. So oft ich speis' und trank ge nieße, Solaß es mit vernunft geschebn; Und, daß ich beides mir versüße, Mit dank auf dich, den geber, sebn; Auf dich, der du mich zärtlich liebst, Mir nahrung und erquickung giebst. Mel. Herr jesu christ, dich 2c. welt ernährt, Und 410. Gott, deffen band die jedermann sein theil gewährt, Laß deinen segen auf mir ruhn, Und mich mein werk mit freuden thun. 4. Du giebst den schiffen ihren lauf Auf strömen und auf meeren, Und hilft dem flor der bandlung auf, Viel tausende zu nähren. Zur noth- Dazu verleih mir deinen geist. durft, zur bequemlichkeit Vertheilst du deine gaben weit Von einem land 2. Du sorgst für mich, doch so, daß ich Auch sorgen fall, zu thun, was mich Dein offenbarer wille beißt: 3. Hilf, daß ich stets in dieser welt So lebe, wie es dir gefällt; Mich von der sünde zu befrein, Laß. meine erste sorge seyn. zum andern. 4. Stehts erst mit meiner seele wobl, Dann lehre mich auch, wie ich soll, 5. Du segnest jedes menschen fleiß 3um nußen seiner brüder. Was er nur gutes kann und weiß, Das kommt 18. Von der Arbeitsamkeit und Trene im Beruf. 187 Auf meines leibes wohlergehn Mit lebens müh', Ihr herz mit trost und wahrer christenweisheit sehn. hoffnung. 5. Dich ruf' ich an, verlaß mich nicht! Du weißt ja wohl, was mir gebricht. Was du willst geben, gieb du mir, Und dann zufriedenheit mit dir. 4. Drum gieb, o gott, daß ich auf dich Bei meiner arbeit sehe. Mit licht und weisheit segne mich, Daß ich nie wege gebe, Die mir, herr, dein gesetz verbeut. Nach christlicher rechtschaffenheit Laß mich vor allem trachten. 6. Mit beten geh' ich an mein werk, Gieb du dem leibe kraft und stärk'; Mit dir fang' ich die arbeit an, Durch den ich sie vollenden kann. 7. Erleichtre mir der arbeit last, Laß mich, wie du befohlen hast, Das thun, was meines standes ist; Erfreut, daß du mein belfer bist. 5. Laß müßiggang und trägheit mich, Als vir mißfällig, meiden, Und bilf, daß ich, gestärkt durch dich, Voll muth, mit lust und freuden, In meinem stand geschäftig sey; Tein segen kröne meine treu, Daß sie auch andern nüße. 8. Zu dir hoff' ich voll zuversicht, Du werdest meinem fleiße nicht Dein segnendes gedeihn entzichn; Vergebens ist sonst mein bemühn. 9. Du machst die dürren berge naß, Du kleidest blumen, laub und gras; Für deine sorg' ist nichts zu klein: Du wirst auch mein versorger seyn. 6. Sey überall, mein gott, mit mir! Die werke meiner hände Befehl ich, allerhöchster, dir; Hilf, daß ich sie vollende Zu deines großen namens preis, Daß mir die frucht von meinem fleiß In jenes leben folge. 10. Verstünd ich nur nach deinem sinn, So lang' ich noch auf erden bin, Mit deinen gaben umzugebn; Wie wohl würd' es dann um mich stehn! 11. O mache mich dazu recht treu, Daß ich dir thätig dankbar sey! Hilf, daß ich sorge, wie ich soll; Ja, sorge du, so geht mir's wohl. Mel. Nun freuet euch, lieben: c. oder: Lobsinget gott, und 2c. 411. Gott ott ist's, der das vermögen schafft, Das gute zu vollbringen. Er giebt zur arbeit muth und kraft, Und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, Wird, wenn's mit seinem willen stimmt, Nicht ohne fortgang bleiben. 2. Wer das zu seinem hauptzweck macht, Gefällig ihm zu werden, Zuerst nach seinem beifall tracht'i Dem giebt er auch auf erden Bom zeitlichen mit milder band, So viel, beim fleiß in seinem stand, Als ihm wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der frommen schild und lobn; Er krönet sie mit gnaden: Was follte ihrer feinde bohn Und mißgunst ihnen schaden? Mit seinem schuß bedeckt er sie, Und segnet, bei des Mei. Wer nur den lieben gott: c. 412. Mit dir geb' ich an mein geschäfte, O gott! du giebst durch deinen geist mir auch gewiß zur arbeit kräfte, So lange du mich leben heißt. Laß, dieser hoffnung mich zu freun, Auch deinen rath mir heilig seyn. 2. Der ehrt dich nicht, der seine tage In trägem müßiggang verlebt, Und, sich und andern gleich zur plage, Das ihm geliehene pfund vergräbt. Du bist's, der uns den fleiß gebot, Und wer ihn übt, ehrt dich, mein gott! 3. Du gabst, mit so viel andern trieben, uns auch den tricb zur thätigkeit, Und, ihn aufs nüßlichste zu üben, Giebst du uns auch gelegenheit. Du kennest unfrer arbeit müh, Und deine kraft erleichtert sie. 4. Laß mich auf diese ordnung sehen, Ihr folgen und mich ihrer freu'n Wie, sollt' ich dabei irre gehen Und nicht vielmehr gesegnet seyn Von dir, der du der arbeit last Auch reichen lohn beschieden haft? 5. So wart ich, gott, auf deinen segen, Und sorge nicht, wie's werden soll; Ich geh' ihm doch gewiß 188 entgegnen Und bin der froben boffnung voll: Mein fleiß ist wohlgefällig dir; Du siehst und du vergilist ihn mir. 6. Ich tröste mich deß nicht vergebens, Eleibt er gleich unvergolten bier; Du reichst am abend meines lebens Auch mir der treue lobn dafür. Dann freu' ich mich in ewigkeit Des nüßlichen Gebrauchs der zeit. Zweite Abtheilung. Mel. Kus tiefer Noth frei ich: c. 413. Nach ach deinem rath, o gott, sind wir Zum fleiß bestimmt auf erden; Du willst es, daß wir alle bier Einander nützlich werden. Gieb mir verstand und luft und fraft, Geschickt, treu und gewissenhaft zu thun, was mir gebühret. 2. Hilf, daß vor träger weichlich feit Ich standhaft mich bewahre; Und wo die pflicht mir müh' gebeut, Nie meine fräfte spare. Erbolen darf ich mich nur dann, Wenn ich, von kraft erschöpft, mich kann Zu neuer arbeit stärken 6. Dir zu gefallen, sey mein ziel Bei allem, was ich thue; So hat, es gehe, wie es will, Doch mein ge wissen ruhe; Denn wer dir, heiligster mißfällt, Was nützet dem die ganze welt Mit allen ihren schätzen; 7. Gieb, daß mein fleiß in dem beruf, Dazu mich auf der erde Dein weiser rath, mein gott, erschuf, Mir 3. Gieb treuen fleiß, und laß mich eine stufe werde, Worauf ich nach nicht Die zeit mit nebendingen, Und vollbrachter zeit Zur böheren geschäf mit versäumung meiner pflicht, Vertigkeit Des bessern lebens steige. schwenderisch verbringen. Das müsse mein vergnügen seyn, Mich den geschäften ganz zu weihn, Die du mir auferleget. mel. Es ist gewißlich an der zeit zc. 414. wissenhaft Mein zeiterr, laß mich doch gelich gut verwalten. Gich selbst mir weisheit, gieb mir kraft, Damit wohl hauszuhalten; Auf daß ich, im geringern treu, Durch deine gnade fähig sey Zu größern gnadengüthern. 4. Ein heil'ger trieb belebe mich, O böchster, meine pflichten In deiner furcht, gestärkt durch dich, Mit freuden zu verrichten. Ein herz, das sich des guten freut, Giebt zu der arbeit munterkeit, Macht leichter unsre lasten, 5. Laß mich von dir, herr, unverrückt mit einem herzen wandeln, das geiz und ehrsucht nie bestrickt, Gewissen los zu handeln. Mein leben deinem dienst zu weihn, o nüglich, als ich kann, zu seyn: Tas sey mir ehr' und reichthum. 19) Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter, Reichthum, Ehre und dergleichen. 2. Mein hab' und gut kommt ja von dir Und deinem milden segen. Nicht zum verderben gabst du mir Mein zeitliches vermögen. Du gabst es mir zum wahren wohl: Drum gieb, herr, daß ich's wie ich soll, Nach deiner vorschrift brauche. 3. Es ist das mir geschenkte gutb. Vergänglich, wie die erde. Hilf, daß ich nie zum übermuth Dadurch verleitet werde. Nie reiß ein irdischer gewinn Mein herz so weit zum eiteln vin, daß ich mein heil vergesse. 4. Was hülfe mir die ganze welt mit allen ihren schätzen, Verblendete mich gut und geld, Mich dir zu widersetzen? Verschmäht ich, was bein wort begehrt, Was mir ein wenig heil ge währt; Wie elend würd' ich werden! 5. Mein stärkstes trachten sey allhier Nach deines geistes gaben. Wie reich bin ich, o gott, in dir, Kann ich nur diese baben! Besitz' ich, höchster, deine buld, Bin ich voll glauben und geduld: Was fehlt dann meinem glücke? 6. Den geiz laß ferne von mir feyn, Die wurzel alles bösen. Von sünden und gewissenspein kann reichtbum nicht erlösen. Er hilst in todesstunden nichts, Und nichts am 19. Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter 2c. 189 tage des gerichts; Gold schüßt da keinen sünder. 7. Lehr' mich die weise sparsamkeit, Um das nicht zu verschwenden, Was du mir gabst in dieser zeit Es nüßlich anzuwenden. Gieb mir die klugheit, daß ich hier, Dadurch dem nächsten so wie mir, Des lebens müh erleichtre. 8. Es kommt ein tag der rechenschaft: Das laß mich stets bedenken, Und mein gemüth gewissenhaft Zur beil'gen sorgfalt lenten, Also die güter dieser zeit Zu nüßen, daß ich dort, erfreut, och segen davon erndte. Mel. Wenn meine sünd' mich: c 415. Herr, laß nach eitler ebre fener tie ewig deine frommen In welt Mich niemals geizig seyn. Gieb, daß dein geist mich 1: bre Der chre mich zu freun, Die ewiglich mel D gott, du fremmer gott 2c. vor dir bestebt, Und mit mir von der 416. Laß mich doch nicht, o gott! erde Zum himmel übergebt. Den schätzen dieser erden 2. Nie müsse rang mich blenden, Noch ansehn vor der welt, Das oft aus ihren Händen Der böse auch erbält: Wer weis' und fromm ist in der that, Ist edler, als der größte, Ter aber dies nicht hat. 3 Nicht im besitz von schäßen, Und gütern dieser zeit, Laß meinen rubm mich setzen; Sie sind doch eitelkeit, Sind oftmal auch des thoren glück, Verlassen uns im sterben, Und bleiben hier zurück. 4. Laß mich in demuth leben, Wenn mich die weit verebrt; Durch stolz mich nie erheben, Wenn sich mein ansehn mehrt; Und schenkst du mir der erde gut, O vater, so bewahre Mich auch vor übermuth. 5. Dich kennen, meine pflichten Mit treu und redlichkeit Gewissenhaft verrichten, Wie mir dein wort gebeut, Und überall mein christenthum Nach jesu vorbild üben: Das fey mein wahrer ruhm. 7. Nie laß mich ruhm erschmeicheln, Der mir doch nicht gehört; Nie als ein gleisner heucheln, Den menschengunst bethört. Der tugend meinen fleiß zu weihn, Und andrer glück zu fördern, Laß mein bestreben seyn. 8. Auf dieser bahn der ehre Erhalte meinen gang, Durch deines sohnes lehre, Mein ganzes lebenlang: So werd ich bei verständigen Das glück des guten namens Mir g'nug gesichert fehn. 9. Gieb mir, o berr, die gnade, Mich dieses glücks zu freun. Leit mich auf rechtem pfade, Ein solcher mensch zu seyn, Den einst die ehrenkrone 6. Dein beifall ist das beste, Was ich mir wünschen kann; Wenn ich mich deß getröste, So hab' ich g'nug daran, Wenn mir es auch an ruhm der welt, Bei allen guten thaten, Die ich verrichte, fehlt. so sehr ergeben seyn, Daß sie mein abgott werden! Oft fehlt beim überfluß Doch die zufriedenheit, Und was ist ohne sie Des lebens herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich gut Auch unsre wünsche stillen? Es steht ja ſein besig Nie blos in unserm willen. Nicht stets wird's dem zu tbeil, Der ängstlich darnach ringt; Und schnell verlierts oft der, Dem sein bemühn gelingt. 3. Ein gut, das unsern geist Wahrbaftig soll beglücken, Muß nicht vergänglich seyn Und für den geist sich schicken. Der fünder bat oft geld, Und wünscht sich dessen mehr; Doch dabei bleibt sein herz Von wahrer ruhe leer. 4. O gott, so wehre doch Den ungerechten trieben, Und heilige mein herz, Nie sclavisch das zu lieben, Was man mit müh gewinnt, Bald schwelgerisch verzehrt, Bald unruhvoll bewacht, Ünd baid mit fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes herz, Das sey mein schaß auf erden. Sonst alles, nur nicht dies, Kann mir ent rissen werden, Dies bleibt im tod auch mein, Dies folgt mir aus der zeit, Zum seligsten gewinn, Bis in die ewigkeit. Zweite Abtheilung. 190 6. Wann dieses fehlt, dann ist Das herrlichste vergnügen Nur süßen träumen gleich, Die unsern geist betrügen. Drum lenke, gott! den wunsch Bom irdischen gewinn, Durch deines geistes fraft, zu ew'gen gütern hin. Mel. Mach's mit mir gott:. dem, der 417. We liebt, Als schäße dieser erden! Wohl dem, der sich mit eifer übt, An tugend reich zu werden; Und in dem glauben, deß er lebt, Sich über diese welt erhebt. 2. Zwar ächte tugend wehrt uns nicht, Hier güter zu besitzen. Gott gab sie uns, und auch die pflicht, mit weisheit sie zu nutzen. Sie dürfen unser Herz erfreun, Und unsers fleißes antrieb seyn. 3. Doch, nach den gütern dieser zeit Mit ganzer seele schmachten, Nicht mehr nach wahrer frömmigkeit, Und gottes beifall trachten: Ist dieses eines menschen ruf, Den gott zur ewigkeit erschuf? 4. Der geiz erniedrigt unser herz, Erstickt die edlern triebe. Die liebe für ein schimmerd erz Verdrängt der tugend liebe, Und machet, der vernunft zum spott, Der erden gold zu deinem gott. 5. Der geiz, so viel er an sich reißt, Läßt nichts recht froh genießen; Er quält durch habsucht deinen geist, Und tödtet dein gewissen; Und reißt durch schmeichelnden gewinn Dich blind zu manchem frevel hin. 6. Um vortheil wird er gar wohl schon Aus dir mit meineid sprechen; Dich zwingen, der arbeiter lohn Unmenschlich abzubrechen; Er wird in dir der witwen flehn, Der waisen thränen widerstehn. 20) Vom rechten Mel. Wer nur den licben gott: c. 418. Du gabft mir, ew'ger, dieses leben Nicht für den augenblick der zeit; Du hast es mir, o gott, gegeben Zur saatzeit für die ewigkeit: Hier ist der vorbereitungsort, Belohnung und bestrafung dort. 2. Du schenktest mir verstand und willen, Die wahrheit zu erkennen licht; Kraft, deinen willen zu erfüllen, Und lehrtest selbst mich meine pflicht; Zur tugend gabst du mir gefühl Und freiheit, wie ich wählen will. 7. Wie könnt ein vom geize bart, Des wohlthuns freuden ſchmet ken, Und in des unglücks gegenwart Den ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines standes pflicht, Die nicht der geiz entehrt und bricht? 8. Cu bist ein vater; und aus geiz Entziehst du dich den kindern, Und läsfest dich des goldes reiz, Ihr berz zu bilden, hindern; Und glaubst, du babst sie wohl bedacht, Wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Tu hast ein richterliches amt; Und du wirst dich erfrechen, Die sache, die das recht verdammt, Aus habsucht recht zu sprechen: Und selbst der iugend größter feind Erkauft an dir sich einen freund. 10. Gewinnsucht raubt dir muth und geist, Die wahrbeit frei zu leb ren; Du schweigst, wenn sie dich reden beißt; Ebrst, wo du nicht sollst ehren, Und wirst um ein verächtlich geld Ein schmeichler, und die pest der welt. 11. Erhalte mich, o gott, dabei, daß ich mir g'nügen lasse; Geiz ewig, als abgötterei, Von mir entfern' und hasse. Dich lieben, herr, mit frohem muth, Sey meines lebens größtes gut. Gebrauch des Lebens. 3. Der leib ist oft der seelen bürde; Doch schmücktest du, herr, dies ihr haus, Daß sie durch ihn auch fröhlich würde, Mit vielen fäbigkeiten aus: Und wie viel luft giebst du nicht hier Durch jeden meiner sinne mir! 4. Du hast mich aber lassen wissen, Daß dies mein irdisch haus zer bricht; Ich soll zwar diese welt ge nießen, Doch als genöß ich ihrer nicht; Ich soll der sinnen lüfte fliehn, Wenn sie mich zu dem bösen ziehn. 20. Vom rechten Gebrauch des Lebens. 5. Dein unterricht sey nicht vergebens: Gieb, vater, daß ich ihm getreu Und beim genusfe dieses lebens, Zu dir zu kommen, würdig sey. Vollkommne freude wobnt nicht hier, Wobnt nur im himmel, gott, bei dir. 6. Wohl mir, wenn ich es redlich wage, Ter großen freude werth zu seyn, Und diese kurzen übungstage Nur dir und meiner pflicht zu weihn; Wenn nie mein fuß den pfad verliert, Der mich zu deinem himmel führt. 7. Wohl mir, wenn ich den hang zur fünde, All' böse lust in dieser welt, Und jede lockung überwinde, Die macht daß sünde mir gefällt: Dann bin ich schon ein sieger bier, Werd' dort gewiß gekrönt von dir. 8. Gieb du mir deines geistes stärke, Der du in schwachen mächtig bist, Mir, der zu diesem großen werke Gar oft zu schwach und sinnlich ist; Laß mich, das böse zu verschmähn, Stets auf mein ewig kleinod sehn. 9. Laß, gott, schon in gesunden tagen, Im geist, mich oft zum grabe gebn, Und stets bei freuden und bei plagen, Auf dich und jene zukunft sehn; Daß ich, stets meinen pflichten treu, Des höhern lebens fähig sey. Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. oder: Du weiser schöpfer: c. 419. seilt der letzte von den tagen, Die du hier lebst, o mensch, herbei. Erkauf die zeit! und statt zu klagen, Sie sey zu kurz, gebrauch sie treu; Nimm mit erkenntlichem gemüth Der nahen stunde wahr; sie flieht. 2. Getäuscht von eitlen kleinigkeiten Verlierst du deines lebens zweck, Verschiebst dein heil auf ferne zeiten, Und wirfst leichtsinnig jahre weg. Bist du, verwegner sterblicher! Des nächsten augenblickes herr? 191 4. Drum eil', errette deine seele, Und denke nicht: ein andermal. Sey wacker, bät' und überzähle Der menschen tage kleine zabl. Gesetzt, dein ende wär auch fern: So wandle du doch vor dem Herrn. 5. Ja, gott, mit jedem neuen morgen Erwecke mich zu dieser pflicht. Denn dir, o herr! ist nicht verborgen, Ich bin vor deinem angesicht, Und, will, mich deiner huld zu freun, Mein leben gern der tugend weihn. 6. Erleucht' und stärke meine seele Weil ohne dich sich nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein heil erwähle, Aus gnaden mir noch dieſen tag. Was ist nicht eine stunde werth, Die deine langmuth mir gewährt? 7. Wohl mir! wenn ich aus allen frästen Nach gottes beifall bier gestrebt; In gottgefälligen geschäften Die pilgertage durchgelebt, Und einst im glauben sagen kann: Du nimmst mich, herr! zu ehren an. 8. Mein sprachlos flehn bei meinem ende Vernimmst du herzenstündiger! In deine treuen vaterbände Befehl' ich meinen geist, o herr! Er schwingt sich über grab und welt Zu dir, wenn seine hütte fällt. Me!. Jesus, meine zuversicht: c. 420. Herr derzeit und ewigich bis ans ende, so wie mir dein wende: Die mir noch dein weiser rath wort gebeut, Klüglich meine zeit ver Auf der welt beschieden hat. fliehn Jahre, zeiten, tag und stun2. Wie ein traum, so schnell entden, Das, womit wir uns bemühn, Sst mit ihnen nicht verschwunden. Der vergeltung ewigkeit Folgt auf diefe arbeitszeit. 3.( Sott, wie thöricht hab' ich schon Hier so manche meiner zeiten, Die bereits mir sind entflohn, Unter schnöden eitelkeiten, Und auf solche art verbracht, Die mich jetzt bekümmert macht! 3. Ein ewig glück einst zu besigen, Sollst du des kurzen lebens zeit, Als deine saatzeit, weislich nüßen, Und thun, was dir der herr gebeut. Er 4. Doch, erbarmend schenkst du mir ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh, Sept noch zeit und raum zur buße; eins ist noth! was säumest du? Herr, ich komm', und falle dir Bit 192 tend und beschämt zu fuße; Sey mir gnädig! sieh, mich reut Meine hier verlorne zeit. Zweite Abtheilung. 5. Wiederbringen kann ich nicht, Was mir einmal ist verschwunden; Doch bin ich der zuversicht, Nüß' ich nur getreu die stunden, Die du mir noch ferner schenkst, Daß du gnädig mein gedenkst. 6. Lehre mich, die kurze frist, Die du mir bast zugemessen, So, wie es dein wille ist, Brauchen, und es nie vergessen: Hier nur sey die übungszeit Zu dem glück der ewigkeit. 7. Säen muß ich hier mit fleiß Zu der erndte jenes lebens. O wie glücklich, daß ich weiß, Dies geschehe nicht vergebens. Ewig freut sich seiner faat, Wer hier treulich gutes that. 8. Gott, laß deinen guten geist Mich zu dieser weisheit führen, Und, wie es dein wort verheißt, Meinen wandel so regieren, Daß ich gutes hier ausstreu' Und mich dessen ewig freu'. 421.Wi Mel. Ich hab' mein sach' gott ze. ie flieht dabin der menschen zeit! Wie eilen wir zur ewigkeit! Wie mancher sinkt, 21) Von der Mel. In allen meinen thaten 20. 422. Dirbab' ich mich ergeben, Mein gott, im ganzen leben, Im unglück wie im glück! Dir dank ich meine freuden; Dich preif' ich auch im leiden, Bis an den letzten augenblick. 2. Du bist's, der für mich wachte, Noch eh' ich war und dachte. Du bast mit treuer band Mich huldvoll stets geleitet, Auch da mir glück bereitet, Wo ich nur schmerz und leiden fand. 3. Was helfen meine sorgen? Ist mir mein glück verborgen, So ist's doch dir, herr, nicht. Dir will ich mich empfehlen, Du weißt, was meiner seelen Und meinem leibe hier gebricht. 4. Warum ich heute flebe, Das möchte, wenns geschähe, Schon moreh' ers gedacht, Ins todes nacht! O seele, nimm dies wohl in acht! 2. Dies leben ist gleich einem traum, Gleich einem leichten wasserschaum It alle seine herrlichkeit. Der strom der zeit Reißt schnell uns fort zur ewigkeit. 3. Nur du, mein gott, du bleibest mir Das, was du bist; ich traue dir, Es falle berg und bügel bin! Mir bleibts gewinn, Wenn ich dein todt und lebend bin. 4 So lang' ich noch auf erden wohn' Erwecke mich, o gottessobn! Verborgen ist mein todestag! Gieb, daß ich wach', Und wann er kommt, bereit seyn mag. 5. Was hilft die welt in todesnoth? Was ehr' und reichthum nach dem tod? Bedenk's, o mensch, was eilest du Dem schatten zu? Kein irdisch glück giebt wahre rub. 6. Das eitle schafft nur kurze lust; Dir ist ein beßres gut bewußt! Da hin gebt stets mein bauptbegier, Das bleibet mir. Herr jesu, mich verlangt nach dir. 7. Wie wird mir seyn, wenn ich dich seh', Und froh zu deiner rechten steb! O mein erlöser! stärke mich, Daß eifrig ich Bis an mein ende liebe dich. Zufriedenheit. gen mich gereun. Nur einen wunsch von allen Laß dir, o berr! gefallen, Zufrieden allezeit zu seyn. 5. Wenn ich verlassen scheine, In leiden zag' und weine, Was wünscht mein banges berz? Ach, bilf es mir besiegen! Es wünschet sich vergnügen, Und was es wünscht, wird oft sein schmerz. 6. Drum will ich findlich schweigen, Zufrieden mich bezeigen Mit allem, was du giebst. Du kannst uns nicht verlassen, Die dir vertrau'n, nicht hassen; Weil du die frommen ewig liebst. 7. Nicht das, warum ich flehe, Dein wille nur geschehe, Und was mir selig ist. Ich will dir ganz ergeben, Getrøst und ruhig leben, Bis einst der tod mein auge schließt. 21. Von der Zufriedenheit. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher ic. 423. u bist ein christ, was 1 sorgst schon heut für morgen? Nur blinde beiden quälen sich Mit tausend bangen sorgen. Dein vater lebt, dein gott regiert; Drum sey vergnügt, wie er dich führt. Willst du durch gram und plagen Dir selbst dein glück versagen? 2. Wer hat gesorgt, wer hat gewacht Im anfang deiner tage, Da noch dein leib in finstrer nacht Dir selbst verborgen lage? Wer hat da schon dein heil bedacht? Was thät da aller menschen macht, Da geist und sinn und leben Dir ward von gott gegeben? 3. Den leib schuf gottes weise hand, Ein wunder seiner werke; Sab jedem glied den rechten stand Und angemeine stärke. Er fügte bei dem wunderbau Ein glied ans andre ganz genau; Gab jedem seine kräfte Und jedem sein geschäfte. 4. Ist dir dein vorzug nicht bekannt, Die boheit deiner seele? Der schöpfer gab ihr den verstand Und willen, daß sie wähle. Sie schauet ja mit ihrem blick Auf beut', die zukunft, und zurück, Geschehenes zu wissen Auf das, was kommt, zu schließen. 193 7. Gott, ich kann überdenken nicht Die größe deiner güte; Drum seg ich meine zuversicht, Mit ruhigem gemüthe, Zu aller zeit, auf dich, den herrn; Du sorgest und du hilfft uns gern. Ich will stets mit vertrauen Auf deine hülfe bauen. Evang. luth, Mel. Wie groß ist des c. 424. Du flagst, und fühleſt die beschwerden Des stand's, in dem du mühsam lebst; Du strebest glücklicher zu werden, Und siebst, daß du vergebens strebst. Ja, flage! gott erlaubt die zähren; Doch denk' im klagen auch zurück. Ift denn das glück, das wir begehren, Für uns auch stets ein wahres glück? 2. Nie schenkt der stand, nie schenken güter Dem menschen die zufriedenheit. Die wahre ruhe der gemüther Ist tugend und genügsamkeit. Genieße, was dir gott beschieden, Entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder stand bat seinen frieden, Ein jeder stand auch seine last. 3. Gott ist der berr, und seinen segen Vertheilt er stets mit weiser band; Nicht so, wie wirs zu wünschen pflegen, Doch so, wie ers uns beilsam fand. Willst du zu denken dich erfühnen, Daß seine liebe dich vergißt? Er giebt uns mehr, als wir veritenen, Und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des lebens kräfte In träger unzufriedenheit; Beforge deines stands geschäfte Und nüße deine lebenszeit. Bei pflicht und fleiß sich gott ergeben, Ein ewig glück in hoffnung sebn; Dies ist der weg zu ruh und leben. Herr, lehre diesen weg mich gehn! 5. Hat gott dich nicht von jugend auf Mit seiner macht getragen? Durchdenke deinen lebenslauf, Kannst du es anders sagen? Lu athmest seine luft in dich; Sein boden trägt und nähret dich, Und seine gnad und treue Wird alle morgen neue. Mel. Herzliebster jesu, was haft 2c. oder: Ist auch ein gott? zc. 6. Kannst du, was gott an dir 425. Gott kann allein das beste gethan, Die wohlthat alle zählen? Fang' bei der frühsten kindbeit an, Und wenn dir zahlen fehlen, So zähle erst der sterne heer, Und dazu auch den sand am meer, Und nimm dann diese zahlen Zu millionen malen. für uns wählen. Wie thöricht handeln unzufriedne seelen! Sie quälen sich und machen ihren herzen Vergeblich schmerzen. 2. Was helfen uns die ängstlich bangen sorgen Für den noch ungewissen andern morgen? Der uns doch, daß wir uns umsonst gegrämet, Schon oft beschämet. 3. Es ist umsonst: wir werdens nicht erzwingen, Wenn wir auch nächte durch mit kummer ringen, Und tag vor tag mit ängstlichen geschäften Den leib entkräften. 13 Zweite Abtheilung. 194 4. Mein glück beruht, o gott! auf deinem segen. Vertrau ich dir und geh auf deinen wegen, So wirst du mir, auch ohne sorg' und kränken, Was gut ist, schenken. 5. Bin ich getreu mit dem verharr ich nur der rechten fegensſtunde; So kommt ſie, 426. zufrieden,& herr, und Mel. Wer nur den lieben gett it. mit deiner und dann werden meine thaten Zum glück gerathen. dem, was du zum theil An glück und leiden mir beschieden: Dein weiser rath sucht stets mein heil; Ob a gleich wunderbar oft scheint, Doc weiß ich, daß er's treulich meint. 2. Du weißt allein, wodurch auf erden Mein glück und wohlfahrt für und für Muß fester und vollkommner werden: Dies zeiget deine weisheitmir; Trum bin ich ruhig und vergnügt mit allem, was dein rath, herr, fügt 3. Wird mir die freudensonne scheinen, Eo dank ich's fröhlich deiner buld; Muß aber ich in trübsal weinen, So nehm ich's auch an mit geduld. Denn das, was deine weisheit thut, Ist alles ewig recht und gut. 6. Drum fördre selbst die werke meiner hände. Gesegnet sey der anfang und das ende! Gieb guten rath, damit, was ich vollbringe, Mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit treue meine pflicht erfüllen; Und dann mein herz mit froher hoffnung stillen. Sollt ich mit dem, was du, herr, mir beschieden, Nicht seyn zufrieden. 8. Kann ich den leib nicht so, wie andre laben, So gieb mir nur zufriedenheit, und gaben, Die mehr, als alles irdische erquicken, Uns stets beglücken. 22) Von der Geduld. Mel. Was gott thut, das ist 2c. ie bahn ist rauh, auf börest meine flage; Du frönst mich einst, Wenn du erscheinst, In deinem 427. wonne, preis und 9. Dann werd' ich auch, o gott, mit allen frommen zu dem genuß der himmelsgüter kommen; Dann wird mein wunsch, den irdisch gut nie stillet, Völlig erfüllet. meiner heimath eile. Wie viel gefahr seh' ich vor mir! Wie drobt sie meinem heile! Gott, wärst du nicht, Mein trost und licht, mein heil in finstern tagen, So müßt ich längst verzagen. 2. Vor dir darf ich mein traurig berz, Erbarmer, nicht verhehlen; Darf meinen fummer, meinen schmerz Vertraulich dir erzählen: Dann schaffest du Mir trost und ruh aus deiner segensfülle; Und meine seel' ist stille. 3. Du lehrest mich den hoben werth Der trübsal, die ich leide; Daß sie mich dir vertrauen lehrt, Mich führt zu wahrer freude. Ich würde dein Mich minder freun, Nur dieser welt begehren, Wenn keine leiden wären. 4. Dein wert giebt mir die zuversicht Tu sorgst für meine tage, Dein auge schläft und schlummert nicht, Du ruhme 5. O, dann wird alle traurigkeit Aus meiner brust verschwinden; Ver gessen werd ich ganz mein leid; Und nur dein heil empfinden. Mein lob gesang, Voll preis und dank, Wird dir zum wohlgefallen, Durch deinen himmel schallen. 6. Mich, den vollendeten, darf dann Nicht mehr die sünd' entweiben; Mit unschuld steh' ich angetban In der verklärten reiben. Und ewiglich Erfreut du mich, Daß ich, der mensch von erde, Gleich deinen engeln werde! 7. Drum will ich dieses lebens schmerz, Mein gott, geduldig tragen; Berubigen soll sich mein herz, Night mehr voll unmuth klagen. Du bif bereit, Zur rechten zeit, O gott, von allem böjen Mich herrlich z erlösen! 22. Von der Geduld. 195 11. Es jammert gott der fünder, Wie väter ihre kinder, Wenn sie ihn findlich scheun. Er läßt sich gnädig finden, Und schuld und straf' der sünden Von ihnen weit entfernet seyn. Mel. In allen meinen thaten: u fühlst, o christ! das 428. D leiden, Daß nun der geist der freuden Von dir gewichen ist. Du rufft: herr, wie so lange; Gott schweigt, und dir wird bange, Daß du von gott verlassen bist. 2. Ist meine sünd' vergeben( Klagst du) und heil und leben Durch christum mir verschafft; Warum fühl ich die liebe, Und seines geistes triebe, Und boffnung nicht in voller fraft? 3. Mühselig und beladen Hör' ich das wort der gnaden, Und ich empfind es nicht; in träg', vor gott zu treten, Und kann nicht freudig beten, Und fühle keine zuversicht. 4. Mir, der ich seinen willen Treu suchte zu erfüllen, War sonst sein wort gewiß. Jetzt kann ich's nicht recht faffen; Sein licht will mich verlassen. Mich decket gleichsam finsterniß. 5. Sonst konnte ich die sünden Weit besser überwinden, lind ich bestritt sie gern. Jetzt ist die fünd geschäftig, Mel. Herzliebster jesu, was hast zc. oder: Ist auch ein gott? wer zc. Und ihre reizung heftig. Ich fühlé 429. Ein herz, o gott, in leid keine fraft vom Herrn. und kreuz geduldig, Das bin ich dir. gott, meinem heile schuldig. Laß mich die pflicht, die wir so oft vergessen, Loch recht ermessen. 2. Bin ich nicht staub, wie alle meine väter? Bin ich vor dir, herr, nicht ein übertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren tage Standbaft ertrage? 6. Christ, fasse mutb! die schmerzen Sind zeugen bess'rer herzen, Als dir das deine scheint. Wünsch'st du recht, gott zu lieben, Wie kannst du dich betrüben? Du bist gewiß mit ihm vereint. 12. Zwar ist dir jetzo bange, Denn züchtigung, so lange Sie da ist, scheint uns hart; Doch nachmals wird fie geben Friedsame frucht und leben Dem, der durch sie geübet ward. 13. Fahr' betend fort zu wachen. Stark ist gott in den schwachen, Und gütig für und für. Sein ausspruch kann nicht trügen! Er heißt: laß dir genügen An meiner gnad'; ich helfe dir. 14. Du willst in diesen nöthen Mich, herr, also nicht tödten: Drum harr ich ferner dein. Du wirst mich, den erlösten, Einst schon noch völlig trösten, Da werd' ich dein mich ewig freun. 7. Vermagst du gott zu kennen, 3. Wie oft, o gott, wenn wir das Und jesum herrn zu nennen, Als nur böse dulden, Erdulden wir nur unsrer durch gottes geist? Den hast du ja thorheit schulden, Und nennen lohn, empfangen; Er ists, der gott- verlanden wir verdient bekommen, Trübfal gen Und seine gnad' dich suchen heißt. 8. Trau gost! er wohnt bei denen, Die sich nach bülfe sehnen; Er kennt und will dein glück. Er höret deine stimme Und schweigt, doch nie im grimme, Nur einen kleinen augenblick. 9. Gott ließ schon manchen frommen In dies gedränge kommen, Und stand ihm dennoch bei. Du sollst dich kennen lernen, Von hochmuth dich entfernen Und sehn, was gottes gnade sey. 10. Die sicherbeit zu hindern, Schickt gott oft seinen kindern, Auch dir jeßt, diese last. Er reinigt dich im feuer, Macht dir dein heil jept theuer, Damit du haltest, was du hast. der frommen! 4. Doch selbst, o gott, in strafen unsrer fünden Läßt du den weg zu unserm heil uns finden, Wenn wir sie uns, die missethat zu haffen, Erwecken lassen. 5. Streb' ich nur nach dem frieden im gewissen, Wird alles mir zum besten dienen müssen. Du, herr, regierst, und stets gewährt dein wille Gutes die fülle. 6. Ich bin ein gast und pilger auf der erden, nicht hier, erst dort foll ich ganz glücklich werden; Und was sind gegen euch, ihr ewgen freuden, Dieser zeit leiden? 13* Zweite Abtheilung. 196 7. Wenn ich nur nicht mein elend selbst verschulde, Wenn ich als mensch, als christ, hier leid' und dulde; So kann ich mich der bülfe der erlösten Sicher getrösten. 8. Ich bin ein mensch, und leiden müssen fränken; Toch in der noth an seinen schöpfer denken Und ihm vertraun, dies stärket unsre herzen Mitten in schmerzen. 9. Schau über dich: wer trägt der himmel heere? Merk auf! wer spricht: bis hierher! zu dem meere? Ist er nicht auch dein helfer und berather, Ewig dein vater? 10. Willst du so viel, als der allweise, wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; Allein du wirst, was seine wege waren, Nachmals erfahren. 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm naben, Die heiligung des geistes zu empfahen, und mit dem trost der hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. 431. Sev, feele! stark und un verzagt, Wenn irgend dich ein kummer plagt. Befiebl gott deine fachen. In aller pein Vertrau allein Auf ihn, er wirds wohl machen. 2. Kein leiden tommt von obnge fähr; Die hand des höchsten schickt es her; Sein rath bats so erschen. Drum sey nur still, Was dein gott will, Laß immer gern geschehen. 3. Erweckt dir gleich das leiden pein, So solls dir doch nicht schädlich seyn; Gott kann sein kind nicht bassern. Wer ihn recht liebt, Sich ihm er giebt, Den wird er nicht verlassen. 430. 4. Wie lange währt der frommen leid? Nicht ewig, berr! nur kurze Mel. In allen meinen thaten 2c. zeit, Nach überstandnem leide Er hab' in guten stun- quickest du ihr herz mit ruh, Und den Des lebens glück einst mit ew'ger freude. empfunden, Und freuden ohne zahl! 5. Drum bab', o seele! guten So will ich denn gelassen Mich auch im leiden fassen; Versüßen durch geduid die qual. muth: Vertraue gott! es wird noch gut Nach aller trübsal werden. E ziehet dich Durch kreuz zu sich zum himmel von der erden. 12. Das freuz, o gott! wirkt weisheit und erfahrung, Und diese giebt dem glauben muth und nahrung. Drum stehe ich in meinem glauben feste; Gott thut das beste! 2. Ja, herr, ich bin ein sünder, Und stets strafft du gelinder, Als es der mensch verdient. Sollt ich, beschwert mit schulden, Kein zeitlich weh erdulden, Das doch zu meinem besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, Und weder ruh' noch leben Mehr lieben, als den herrn. Dir, gott, will ich vertrauen, Und nicht auf menschen bauen; Du bilfst und du errettest gern. 5. Wenn ich in christo sterbe, Bin ich des himmels erbe; Was schreckt mich grab und tod? Auch auf des to des pfade Vertrau ich deiner gnade; Cu, herr, bist bei mir in der noth. 4. Laß mich nur gnade finden, Mich elle meine sünden Erkennen und bereun. Jetzt hat mein geist noch kräfte; Mein þeil laß sein geschäfte, Dein wort mein trost und führer seyn. 6. Ich will dem kummer wehren, Dich durch geduld verehren, Sm glauben zu dir slehn; Ich will den tod bedenken;; Du, herr, wirst alles lenken, Und was mir gut ist, wird geschehn. 6. Gott ist dein gott! er ist getren, Und stehet dir als vater bei In aller noth auf erden. Der leiden heer Wird nie zu schwer Curch ihn dem christen werden. 7. Es haben ja zu aller zeit Lie beiligen in traurigkeit Hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du Hier nur von ruh, und nichts von trübsal wissen? 8. D bet und sieb auf deinen gott In aller deiner angst und noth! kas wie er will, es gehen. Sein will it gut; Bebalte muth! Gott wird big einst erhöhen. 22. Von der Geduld. 9. Der du ein gott des trostes bist, Laß jeden, der bier traurig ist, Doch deinen trost empfinden. Hilf, den du liebst, Durch trübsal übst, Den unmuth überwinden. mel. Was gott thut, das ist 2c. 432. F mir geschiebt, zu mei- du doch meine zuversicht, Bist in der was nem heil mir diene. Gut ist, was mir mein gott beschied, Wenns noch so traurig schiene. Höchst heilsam ist, Was gott beschließt. Allweisheit, so wie grade, Sind alle seine pfade. nacht, o gott, mein licht. 4. Verzage, berz, verzage nie! Gott legt die last auf, gott fennt sie. Er weiß den kummer, der dich quält, Und geben kann er, was dir sehit. 2. Schon hat, seit erd' und himmel stehn, Sein herrlich reich gewähret, Und niemals bat noch ein versehn Dasselbe je entehret. Nein! was er thut, Ist alles gut, Ist seines namens ehre, Wenns noch so dunkel wäre. 5. Wie oft, herr, weint ich, und wie oft Half deine hand mir unverbofft! Oft jammert ich untröstbar heut, Und morgen ward ich schon erfreut. 6. Oft sah ich keinen ausgang mehr; Dann weint' ich laut und flagte sehr: Wo bist du, gott? wie? schauest du Denn meinem elend rubig zu? 3 Sehr herbe zwar, doch reich an frucht, Sind gottes züchtigungen. Was güte selbst umsonst versucht, Ist wohl durch sie gelungen; Oft wird das herz, Durch ihren schmerz, Recht frei von den gebrechen, Die leicht den glauben schwächen. 4. Ich weiß, was auch für trübfal dräut, Daß der doch meiner schone, Der mich zu seiner herrlichkeit Berief in seinem sohne. Wie könnte der, Der mich so sehr Hienieden wollen lieben, Zum schaden mich betrüben? 5. Gott, führe denn mich, wie du willst, Tir bleib' ich stets ergeben. Wenn du dich schon in dunkel hüllst, Will ich doch niemals beben. wunderbar der weg auch war, So hat mich doch geführet Dein rath, und wohl regieret. 197 der mich nicht haffen kann, Voll dank und voll vertrauen an. 2. Du, der du selbst die weisheit bist, Du kennest, was mir heilsam ist: Nur du siehst, was mir jedes leid Für heil bringt in der ewigkeit. 3. Ist alles dunkel um mich her, 6. Zwar schien der weg, den ich erlas, Mir besser: doch ich fehlte. Bald pries ich selbst dich über das, Was erst mein herz nicht wählte; Drum faß ich muth. Ja, er ist gut, Der kreuzpfad, den ich gehe, Wenn ichs schon nicht verstehe. Wel. Wenn wir in höchsten 20. on dir, o vater, nimmt 7. Dann hörtest du, o herr, mein flehn, Und eiltest, bald mir beizustebn, Du öffnetest mein auge mir: Ich sah mein glück und dankte dir. Die ihr zu ihm um hülfe rieft; 8. Sagts alle, die gott je geprüft, Sagts, fromme, ob er das gebät Geduldig leidender verschmäht? 10. Du erntest deiner leiden lohn Vielleicht in diesem leben schon; Vielleicht daß, eh' du ausgeweint, Dir gott mit seiner hülf' erscheint. 11. Schau deinen heiland glaubig an; Wenn niemand dich erquicken kann, So schütte du in seinen schooß Dein herz aus; seine buld ist groß. 12. Einst hat er auch, der menschenfreund, Im thränenthale hier geweint. Auf deine thränen giebt er acht, Und dir zu helfen bat er macht. 13. Ja, gott, du hilfst, ich zweifle nicht; Denn jesus, mein erbarmer, 433. glaub an spricht: Folg' treulich mir, ich rette fall, freuden oder schmerz, Von dir, mich. 9. Die stunde kommt früh oder spät, Wo dank und freud' aus leid entsteht; Wo pein, die stunden nur gewährt, In freudenjahre sich verkehrt. 198 Zweite Abtheilung. Bekannte Melodie. 434. Warum betrübst du dich, lest dich mit bangem schmerz, Blos um ein zeitlich gut? Vertrauc dem nur, der die welt Erschaffen hat, und noch erhält. 2. Dich lassen will und kann er nicht; Auch weiß er wohl, was dir gebricht, Die ganze welt ist sein. Er ist dein vater und dein gott, und hilft dir gern in aller noth. 3. Weil du nun, gott, mein vater bist, So weiß ich, daß mich nie vergißt Dein väterliches herz; Ich, staub und asche, habe hier Ja teinen trost, als nur bei dir. 4. Ach gott, so reich bist du noch beut, Ais du es warst von ewigkeit; Zu dir steht mein vertraun. Mach mich an meiner seele reich, So gilt mir alles andre gleich. 5. Mir mangelt reichthum, ruhm und pracht; Wenn jesus mich nur selig macht, So bin ich reich genug. Der erde glück währt kurze zeit, Und schenkt mir nicht die seligkeit. 6. Dir, jesu, gottes sohn, sey preis, Daß ich aus deinem worte weiß, Was ewig selig macht; Bieb, daß ich, nun auch fest und treu Im glauben und im guten sey. 7. Lob, ehr' und preis sey dir gebracht, Daß du es immer wohl gemacht! Du bist höchst weis' und gut; Das zeigst du uns in dieser zeit, Und noch mehr in der ewigkeit. Mel. Fröhlich soll mein herze zc. arum sollt' ich mich geben, Nehm ers hin; Mein gewinn Bleibt ein ewigs leben. 4. Schickt er mir ein freuz zu tragen, Dringt berein Angst und pein, Sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wirds auch wenden; Er weiß wohl, Wie er soll All' mein unglück enden. ich doch Jesum noch, Wer will mir den nehmen? Wer will mir den himmel rauben, Den mir schon Gottes sobn Beigelegt im glauben. 2. Arm und bloß kam ich ins leben, Da es mir Ward von dir, Herr, zuerst gegeben; Nichts nehm ich auch von der erde, Wenn ich sie Nach viel müh, Einst verlassen werde. 3. Was ich hab', leib, seel' und leben, Ist nicht mein; Gott allein Hat es mir gegeben. Soll ich es ihm wieder 5. Gott hat mich bei guten tagen Oft ergößt, Sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Liebt er mich doch drum nicht minder. Nie zu schwer Züchtigt er Seine treuen kinder. 6. Stolz, haß, neid und ihre rotten Können mir nichts mehr hier Thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein heil, Wird in eil' Sie zu schanden machen. 7. Unverzagt und ohne grauen Soll ein christ, Wo er ist, Stets sich las sen schauen. Was sollt er zu schredlich finden? Auch den tod Hilft ihn gott Freudig überwinden. 8. Denn er kann den leib nur tödten: Und dann reißt Er den geist Aus viel tausend nöthen; Endigt dieses lebens leiden, Und giebt mir Einst dafür Dauerhafte freuden. 9. Dann wird sich an bessern schäßen Geist und herz Auf den schmerz Ewiglich ergößen. Hier ist kein recht gut zu finden; Was die welt In sich hält, Muß wie rauch verschwinden. 11. Herr, mein heil, quell' aller freuden! Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin 435. du dein dein 10. Was sind dieser erden güter? Unbestand, Eitler tand, Lasten der gemüther Dort, dort sind die edlern gaben, Da mein hirt, Christus, wird Mich ohn' ende laben. blut, Mir zu gut, In den tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich faffe, Und dich nicht, mein licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich bingelangen, Wo du mich, Und ich dich Ewig werd umfangen. Bekannte Melodie. 436. Was gott thut, das il und bleibt sein wille. stets der seinen an; wohlgetban, Gut ist Er nimmt sich Drum halt ich 22. Von der ihm auch stille. Er ist mein gott, Der in der noth Mich wohl weiß zu erhalten; Crum laß ich ihn nur walten. 2. Was gott thut, das ist wohlgethan, Sein wort kann ja nicht frügen; Er führet mich auf rechter bahn, Drum laß ich mir genügen An seiner huld, Und hab' geduld: Er wird mein unglück wenden, Es steht in seinen händen. Geduld. 199 3. Du stärkst mir unter aller plage, gott, auf mein gebät, den muth, Daß ich gelassen sie ertrage, Und machst zuletzt doch alles gut. Auf fummer folgt zufriedner dank, Auf klagen frober lobgesang. 4. Was bist du denn, o meine seele! In deiner noth so fummervoll? Du weißt ja wohl, daß gott nur wähle, Was dir zum besten dienen soll. Einst dankst du ihm nach der gefahr, 3. Was gott thut, das ist wohlgethan, Er wird mich wohl beden- Daß er dein gott und retter war. fen, zu dem, was ich von selbst nicht kann, Mir licht und kräfte schenken; Denn seine treu Ist täglich neu; Drum will ich auf ihn bauen, Und seiner güte trauen. 5. Er wird es seyn, ruf in gefahren Ihn, als den besten helfer, an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, Und da, wo niemand helfen kann, Fehlt ihm die kraft zum helfen nicht. Dies stärke deine zuversicht. 4. Was gott thut, das ist wohlgethan, Er ist mein licht und leben, Der mir nichts bösen gönnen kann; Ihm will ich mich ergeben Jn freud' und leid; Es kommt die zeit, Da es gewiß erscheinet, Wie gut ers mit 6. Empfehl' dich seiner vaterpflege; Hoff und vertrau ihm allezeit. Auch auf dem allerrauhsten wege Sieh fröhlich hin zur ewigkeit, Da wirst du, frei von aller pein, Ganz selig, ganz zufrieden seyn. uns meinet. 5. Was gett thut, das ist wohlgetban! Muß ich gleich bittres schmekken, So nehm' ich's doch geduldig an Und lasse mich nicht schrecken; Weil er zuletzt Mich doch ergößt Mit süßem trost im herzen; Da weichen alle schmerzen. 2. Weß soll ich mich, o herr, denn trösten? Nur deiner huld, du bist mein beil, Und bleibst, wenn auch die noth am größten, Loch meines berzens trost und theil, Und stehst, nach deiner vatertreu, Mir stets mit rath und hülfe bei. 7. So laß mich, gott, stets dahin schauen, Und dann mit starkem muth auf dich, Auch in der größten noth vertrauen. Du bist bei mir; das stärke mich. Wer dessen stets versichert ist, Der lebt und stirbt getrost als christ. 6. Was gott thut, das ist wohlgeMel. In allen meinen thaten 2c. than, Darauf will ich stets bauen; 438. Was ist's, daß ich mich wann er todesbahn Betreten ohne grauen: Denn da wird mich Gott väterlich In seinen armen halten! Drum laß ich ihn nur walten. quäle? meine seele, Harr' und sey unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet! Gott weiß es, und gott schüßet; Er schüßet den, der nach ihm fragt. Mel. Wer nur den lieben gott: c. oder: Du weiser schöpfer 2c. 2. Er zählte meine tage, Mein glück und meine plage, Eb' ich die welt noch 437. Was ist mein leben auf fab. Eh' ich mich selbst noch kannte, Eh' ich ihn vater nannte, War er mir schon mit hülfe nab. der erde? Ein wechsel ist's von lust und leid. Hier stört oft unruh und beschwerde Die sanf teste zufriedenheit. Hier wohn' ich noch in einer welt, Die kein vollkommnes glück enthält. 3. Die kleinste meiner sorgen Ist dem gott nicht verborgen, Der alles sieht und hält; Und was er mir beschieden, Das dient zu meinem frieden, Wär's auch die größte last der welt. 4. Ich lebe nicht auf erden, Ganz glücklich hier zu werden; Die lust der welt vergebt. Ich soll mein glück hier gründen, Um dort ein beil zu finden, Das ewig, wie mein geist, besteht. 200 5. Was dieses glück vermehret, Sey mir von dir gewähret; Gott! du gewährst es gern. Was dieses glück verletzet, Wenns alle welt auch schäßet, Sey von mir jetzt und ewig fern. 6. Sind auch der krankheit plagen, Der mangel schwer zu tragen, Noch schwerer haß und spott: So harr' ich doch in stille; Denn nicht mein eigner wille, Dein wille nur gescheh', o gott! Zweite Abtheilung. 7. Du bist der müden stärke, Und aller deiner werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, Wenn du mich willst bewahren? Und du, mein gott, bewahrest mich. 4. Dein väterlich bemühen Will uns, als tinder, ziehen, zu thun, was dir gefällt; Will eignen willen brechen, Die macht der sünde schwä chen Und uns entwöhnen von der welt. 5. Es sind nur liebesschläge, Wenn ich es recht erwäge, Voll gnad' und voller buld. Du willst den eifer meh ren, Gehorsam dich zu ehren Mit glauben, boffnung und geduld. 6. Was will uns, herr, auch schei den Von dir und jenen freuden, Die du für une ersehn? Wir leben oder sterben, So wird uns, deinen erben, In voriger Melodic. 439. Will mich, o gott! bie- Doch einst der himmel offen stebn. 7. Zu jenem bessern leben Willst ermüden, So stärke meinen geist. du auch mich erheben; Der tod ist Wenn mich die leiden kränken, So mein gewinn. Muß gleich mein leib laß mich wohl bedenken; Auch das verwesen, Wird doch mein geist gesey gut, was trübsal heißt. nesen; Er eilt zu seligkeiten bin. 8. D drücke meinem Herzen Bei allen seinen schmerzen Dies doch aufs tiefste ein: Es kann der, der dich liebet, Auch wenn er wird betrübet, Doch niemals unglückselig seyn. 2. Nicht ewig soll sie währen; Oft werden unsre zähren Auch hier schon abgewischt: Und seufzen wir: wie lange Ist unsrer seelen bange? So wird das Herz mit troft erfrischt. 3. Du wendest solche bürden, Die uns erdrücken würden, Gott! gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern plagen auch auf die kraft zu tragen, Die deine hand uns selber gab. 23) Von der Liebe des Nächsten. Mel. Jefus, meine zuversicht: c. 440. Allen menschen und auch mir Hat der herr vorgeschrieben: Euren nächsten sollet thr, als euch selbst, von Herzen lieben! Christen, was gott hier gebeut, Sey uns beilig allezeit. 2. Wir sind bürger einer welt, Kinder eines vaters, brüder, Die er huldreich all' erhält; Alle eines leibes glieder, Die sein weiser allmachtsruf All' zum ew'gen glück erschuf. 3. Eine sterbliche natur Hat er jedermann gegeben, Und auch eine hoffnung nur, Hoffnung auf ein beßres leben; Wenn wir hier in dieser welt Redlich thun, was ihm gefällt. 4. Und wir sollten uns entzwein? Lieblos uns einander bassen? Und, zu unsrer eignen pein, Stolz und neid beherrschen lassen? Wer kein freund des nächsten ist, Ist fürwahr kein 5. Was wir auch aus gottes hand Zum voraus vor andern haben: Ansehn, reichthum, hoher stand, Leibes träfte, geistesgaben, Alles dies befreit uns nicht von der menschenliebe pflicht 6. Selbst der gaben unterschied Dient zum allgemeinen besten, Wenn nur jeder sich bemüht, Von dem klein sten bis zum größten, Andern und nicht sich allein, Nüßlich, wie er kann, zu seyn. 7. Darum gieb uns, gott, ein herz, Voll von wahrer menschenliebe, Das an andrer freud' und schmerz Antheil nehm', und gern das übe, Was der liebe pflicht begehrt, Wie sie uns dein sohn erklärt. 23. Von der Liebe des Nächsten. 8. Laß uns, großer menschenfreund! Alle dir recht ähnlich werden, Daß wir, hier mit dir vereint, Nach voll brachtem lauf auf erden, Einst auch ewig bei dir seyn, Deiner lieb' uns ganz zu freun. menschen segnest, Ja seibst dem, der dein feind noch ist, Mit freundlichkeit begegnest: O bilde meinen sinn nach dir, Und laß mich doch, mein heiland, bier, Wie du gewandelt, wandeln! Die können keine christen seyn, Die sich nicht andrer wohlfahrt freun Und menschenfeindlich handeln. 2. Dein leben in der sterblichkeit War für die menschen segen; Dir folgten lieb' und freundlichkeit Auf allen deinen wegen. Wohin du gingst, ging wohltbun mit; Dein wort, dein werk, und jeden schritt Begleitete erbarmen; Du übernahmst die schwerste pein, Uns vom verderben zu befrein, Und starbst zum heil uns armen. Mal. Ein lämmlein geht, und: c. er ich den dürftigen, So 441. Debit, und gern die mich liebreich ellen, Bon dem, was du du die mir giebst, Ihm willig mitzutheilen! nicht aus dem eiteln trieb, Groß vor der welt zu seyn Und mich verehrt zu sehn; Nein, menschen zu erfreun. 3. Dies sey mir gottesdienst: Auch unbemerkt von ihnen, Den nebenmenschen gern Mit rath und that zu dienen. Mich treibe nicht erst dank Zu milder wohltbat an; Nein! was ich andern thu, Das sey dir, gott, gethan. 4. Ein trunk, mit dem mein dienst Dem durstigen begegnet; Ein blick voll trost, mit dem Mein herz bedrängte segnet; Ein rath, mit dem mein mund Sm fummer andre stärkt; Nichts bleibt, so klein es ist, Von dir, herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft herz, Unfrieden anzurichten; So laß mich sorgsam seyn, Der brüder zwist zu schlichten. Aus schmäbsucht störe nie Mein mund des nächsten ruh; Er rühme sein verdienst, Deck seine fehler zu. 3. Auch jetzt noch auf der himmel thron Bist du das heil der fünder; Auch da bleibst du, o gottes sohn, Ein freund der menschenkinder. Du schafft den deinen wahre ruh Und die verirrten suchest du Auf rechten weg zu leiten; Du hörst der seufzenden gebät, Und brauchest deine majestät, Nur segen auszubreiten. 4. O laß in meiner pilgerschaft Mich auf dein vorbild sehen! Erfülle mich mit lust und kraft, Dem näch sten beizustehen; Betrübter herzen trost zu seyn, Mich mit den fröhlichen zu freun, Mit weinenden zu klagen, Und dem, der mir sein berz vertraut, Die redlichkeit, auf die er baut, Nicht treulos zu versagen. 201 5. Laß mich mit brüderlicher buld Des nächsten fehler decken; Durch sanftmuth, mitleid und geduld Zur beßrung ihn erwecken; Und fündiget er gegen mich, o freue meine seele sich, Ihm willig zu vergeben; So werd' ich dich, berr jesu christ, Der du die liebe selber bist, Auf's würdigste erheben. Mel. D gott, du fremmer gott 2c. 442. Gieb mir, o gott! ein herz, Das jeden menschen liebet; Bei seinem wohl sich freut, Bei seiner noth betrübet; Ein herz, das eigennut Und neid und härte flicht, Und sich um andrer glück, Wie um sein glück bemüht. 6. Die rach' ist dein, o gott! Du sprichst: ich will vergelten. Drum laß mich stille seyn, Wenn menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht; Den liebe, der mich haßt: Den segne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein Auf zeitlich wohlergeben mit eingeschränktem blick Bei meinem nächsten sehen. Noch stärker müsse mich Sein ewig glück erfreun; Noch mehr sein seelenheil mir angelegen seyn. 8. Den, der im glauben wankt, zu leiten und zu stärken; Den, der noch sicher ist Bei seinen bösen werken, Von der verkehrten bahn Des lasters abzuziehn: Dazu verleih mir kraft, Und segne mein bemühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner seelen triebe, Durch deine lieb' und 202 Zweite Abtheilung. furcht, zu wahrer menschenliebe. Wer Ihn nicht verläumde, nicht durch nicht den nächsten liebt, Geht nicht zum himmel ein. Laß diese wahrheit gott, Mir stets vor augen seyn. Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. 443. Herr! neige mein gemütbe Mit vorsicht ſebe. Durch Mich fremden glücks zu freun; Und fern von meinem herzen Laß, bei des nächsten schmerzen, Doch alle schadenfreude seyn. falsche ränke Sein wohlseyn fränke. 2. Gieb, daß ich nachsichtsvoll des nächsten fehle, Wenn's meine pflicht erlaubt, der welt verhehle, Und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, In meinem leben folgsam bin. 6. Gott, dein sind ja die gaben, Die ich und andre haben; Mit weisheit hältst du haus, Und theilest unter allen, Nach weisem wohlgefallen, Die güter deines bauses aus. 7. Dich selbst, den allerhöchsten, Wenn ich beneid' den nächsten, Greift ja mein tadel an. O, welche schwere sünde! Wenn ich mich unterwinde, zu tadeln, was dein rath gethan. 8. Ich spür' an meiner seele, Daß ich mich selbst nur quäle, Herrscht neid in meiner brust. Drum mach, o berr! dies laster Mir immer mehr verhaßter: Des nächsten glück sey meine lust! Mel. Herzliebster jesu, was haft.ic. oder. Ist auch ein gott?: c. 444. ilf, jesu, daß ich meinen lieblos richten ihn ja nicht betrübe, 3. Hilf, daß ich flüglich ihn zu bessern trachte. Und seiner seele wohl fahrt theuer achte. Wie viel hast du für sie in todesbanden Selbst aus gestanden! 2. Wer sich des guten freuet, Was deine huld verleibet, Er find' es, wo ers find't: Der ist nach deinem bilde Barmherzig, gütig, milde Und menschenfreundschaftlich gesinnt. 3. 3war wird mit bindernissen Mein geist oft kämpfen müssen Bei übung dieser pflicht; Denn scheint's, daß fremde gaben Für mich viel nachtheil haben, Alsdann gefallen sie mir nicht. 4. Dann schöpft, versucht vom neide. Mein Herz nicht lust und freude Aus andrer wohlergebn; Dann regen sich die triebe Der stolzen eigenliebe, Tes nächsten glück nicht gern zu sehn. 5. Doch, da hilfst du mir kämpfen, Die böse neigung dämpfen, Die mich Mel. Mach's mit mir gott 2. zum neid reißt hin; Wenn ich nur dei- 445. So jemand ſpricht; th nem liebe gott, Und doch seine brüder, Der treibt mit gottes wahrheit spott, Und handelt ganz darwider. Gott ist die lieb, und will, daß ich Den nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser erden güter hat, Und sieht den nächsten leiden, Und macht den hungrigen nicht satt, väßt nackende nicht kleiden: Der übertritt die erste pflicht, Und liebt den gott der liebe nicht. 3. Wer seines nächsten ehre schmäht, Und gern sie schänden höret; Frohlockt, wenn sich sein feind vergebt, Und nichts zum besten kehret, Verläumdern niemals widerspricht; Der liebet sei nen nächsten nicht. 4. Wer, wenn er auch mit rath und schuß Den nächsten unterstüzet, Doch nur aus stolz und eigennus, aus aus pflicht: Aus weichlichkeit ihm nüßzet; Nicht der liebt seinen nächsten nicht. 4. Laß mich aufrichtig schäßen andrer gaben, Die sie doch auch von deiner güte haben; Es müsse nie mein Herz des nächsten freuden Und glück beneiden. 5. Gieb, daß ich nie zum zorne leicht entbrenne, Nie auch dem feinde etwas übels gönne; Und allen zu beweisen güt und treue, Mich herzlich freue. 6. Laß mich, mein beiland, immer mehr auf erden, An lieb' und gütig keit dir ähnlich werden. Gieb fraft dazu, so schmeck' ich schon hienieden, Herr, deinen frieden. 24. Von der Gerechtigkeit und Billigkeit. 203 5. Wer nur dem bilft, der sehr 10. Wir haben einen gott und gebückt Vor seinem stolz erscheinet; Wer nicht den dürftigen erquickt, Der heimlich vor ihm weinet, Wer kärglich giebt dem, dem's gebricht: Auch der liebt seinen nächsten nicht. 6. Wer andre, wenn er sie beschirmt, Mit härt' und vorwurf quälet, Und obne nachsicht straft und stürmt, Sobald sein nächster feblet: Wie bleibt bei solchem ungestüm Des nächsten liebe wohl in ihm? 7. Wer für der armen heil und zucht Mit rath und that nicht wachet; Dem übel nicht zu wehren sucht, Das oft sie dürftig machet; Nur sorglos ihnen gaben giebt: Der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, Stets durch die that zu lieben; Doch bist du nur geneigt, die pflicht Getreulich auszuüben, Und wünschest dir die kraft dazu, Und sorgst dafür: so liebest du. 9. Ermattet dieser trieb in dir, So such' ibn zu beleben; Denk' oft: gott ist die lieb', und mir Hat er sein bild gegeben. Das, was ich habe, ist nicht mein: Sollt' ich, wie er, nicht gütig seyn? 2. Gerechter gott! laß deinen geist Zu dem, was recht und billig heißt, Stets meine seele lenken! Nie komm' es mir doch in den sinn, Aus schnöder habſucht, um gewinn, Des nächsten recht zu kränken. berrn, Sind eines leibes glieder. Drum diene deinem nächsten gern; Denn wir sind alle brüder. Gott schuf die welt nicht blos für mich; Mein nächster ist sein kind, wie ich. 3. Pflanz redlichkeit in meine brust Und laß mich stets mit wahrer lust Der liebe pflichten üben. Ein berz, das gern auf unrecht denkt, Gern 11. Sein beil ist unser aller gut. Ich sollte brüder hassen, Die gott durch seines sohnes blut So theu'r erkaufen lassen? Daß gott mich schuf, und mich versühnt, Hab' ich dies mehr, als sie, verdient? 12. Du schenkst mir täglich ſo viel schuld, Du, berr von meinen tagen! Ich aber sollte nicht geduld Mit meinen brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, Und den nicht lieben, den du liebst? 13. Was ich den menschen hier gethan, Dem kleinsten auch von diesen, Das siebst du, mein erlöser, an, Als bätt' ich dirs erwiesen. Und ich, ich sollt' ein mensch noch seyn, Und dich in brüdern nicht erfreun? 24) Von der Gerechtigkeit und Billigkeit. Mel. Kommt her zu mir, spricht: c. 446. u liebst, o gott! gerechtigkeit, Und hafsest den, der sie entweiht, Am nächsten unrecht übet. Du bist's, der jedem seinen lohn, Ohn' alles ansehn der person, Nach seinen werken giebet. 14. Ein streng und höchst gerecht gericht Wird über den ergehen, Der liebreich seinen nächsten nicht In noth eilt beizustehen; Drum gieb mir, gott, durch deinen geist, Ein herz, das dich durch liebe preiſt. schaden sucht, und andre kränkt: Wie kann das brüder lieben? 4. Nie seufze jemand wider mich, Mein ganzes herz bestrebe sich, Dem nächsten gern zu geben, Was er mit recht verlangen kann; Und immerfort mit jedermann In einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dabin sehn, Mit jeglichem so umzugehn, Wie ich's von ihm begehre; Damit ich keines menschen herz, Durch meine bärte, je mit schmerz Und kümmerniß beschwere. 6. Herr! mit dem maaß, damit ich bier Dem nächsten messe, wirst du mir Dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur billigkeit; So werd' ich auch zu keiner zeit Der liebe pflicht vergessen. ne Zweite Abtheilung. 204 Mel. Erhalt' uns, herr, bei deinem 2c. oder: Wenn wir in höchsten 20. Zern sey 447. Feiton aller ungerechtigkeit; Wie lönt ich gottes freund sonst seyn, Und seiner gnade mich erfreun. 2. Wer seines nächsten rechte fränkt, Auf seinen schaden boshaft denkt, Verleget des gewissens- pflicht, Und ehrt den gott der liebe nicht. 3. Du schriebst in jedes berz, o gott, Tief ein das heilige gebot: Was dir mißfällt, wenn dir's geschicht, Das thue du auch andern nicht. 4. Wenn ich dies billige gefeyz Durch ungerechtigkeit verley', Verurtheil ich ja selber mich Als übertreter wider dich. 5. Dein wort, das sündern strafe droht, Schärft mir dies beilige gebot, Frei von unrechtem gut zu seyn, Mit noch viel größerm ernste ein. 6. Es drohet jedem deinem fluch, Der seinen nächsten durch betrug, 3. Wir geloben dir mit freuden: Willig wollen wir verzeihn; Nie uns rächen, wenn wir leiden, Nie zu dir um rache schrein; Vielmehr vor dein antlig treten, Und für unsre feinde beten. Durch dieberei, an seinem gut Und seiner habe schaden thut. diebes ver7. Das flucht, Wird hier auch schon oft heim. gesucht, Und dort trifft vollends dein gericht Den ungerechten bösewicht. 4. Vater, stärk' uns, deine from men, Treu zu bleiben dieser pflicht! Wenn wir in versuchung kommen, So besiege sie uns nicht: Laß uns sanftmuth dann empfinden, Um sie schnell zu überwinden. 5. Laß in unserm ganzen leben Uns bir gleichgesinnet seyn, Willig feinden 8. Darum, mein Gott, bewahre mich Vor allem unrecht väterlich: Beging ich's je, so sey mir's leid Und zum ersatz mein herz bereit. 9. Wer andern schaden einst gethan Und irgend ihn erstatten kann, Doğ deff' sich weigert, findet nicht Vor dir erbarmen im gericht. 25) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt: c. zu vergeben; Denn, wenn ihnen wir 448. Allen, welche nicht ver- verzeihn, Läſfest du uns gnade finden geben, Wirst, du, rich- Auch für unsre eignen sünden. ter, nicht verzeihn; Trostlos werden sie im leben, Trostlos einst im tode seyn, Unentladen ihrer sünden, Nimmer vor dir gnade finden. 6. Wohl uns! gott verzeiht uns sündern, Geht nicht mit uns in's gericht, Nimmt uns auf zu ſeinen findern, Strafet uns dann ewig nicht. Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, Rachsucht in uns stets zu dämpfen. 2. Wie dein berz mit jedem sünder Väterliches mitleid hat; Wie der freund der menschenkinder Selbst für seine mörder bat: So soll auch der Mel. Sollt' ich meinen gott. christ verzeihen, Und ſich nicht der 449. Gott, der du die mensen Der du nicht 10. Er kann nicht wahre buße thun, Dein segen kann nicht auf ihm ruhn, Eh' er das böse, das er that, Nac möglichkeit ersetzet hat. 11. Gieb, herr! daß ich dies wobl bedenk, Und nie durch unrecht andre kränk. Die habsucht, auch die armuth nicht, Verleite mich von meiner pflicht. ein strenges recht, Sondern lauter gnade übest An dem sündlichen ge schlecht, Laß mich deinen geist bele len, Daß ich, vater, als dein kind, Liebreich sey, wie du gesinnt. Hert, du wollt den sinn mir geben, Der bei feblern nachsicht zeigt, Und mit sanftmuth spricht und schweigt 2. Laß mich meines nächsten schonen, Willig tragen seine last; Und, so lang' ich bier soll wohnen, Bleibe zantsucht mir verhaft! Auch das is o gott, dein wille, Und die eintracht liebest du; O so bilf mir auch dazu. 25. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 205 5. Vergieb mir, herr, und wende mein verderben! Bei wildem zorn läßt sich dein reich nicht erben; Und jener tag vergilt nach strengem rechte Dem harten knechte. Gieb ein berz mir, das die stille Und den frieden such und liebt, Das, statt rache, sanftmuth übt. 3. D, wie wird das Herz beschweret Durch des zornes leidenschaft! Zanksucht, rachgier, baß verzebret Nach und nach des lebens kraft; Kürzt das ziel von unfern jahren, Macht zum himmel ungeschickt. Herr, der auf mich schwachen blickt, Ach, du wollest mich bewahren, Daß des jäbzorns raserei Nie des Herzens meister sey. 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, So wie mein erlöser that, Und dem nachsichtsvoll begegnen, Der zum zanken neigung hat; Für die feinde will ich beten, Und vor dich, du friedensfürst, Wenn du menschen richten wirst, Mit dem schmuck der liebe treten. Gott des friedens, stärke du mich mit deiner fraft dazu! In veriger Melodie. 5. Ewig beil ist dem beschieden, 451. Hebu für mich littest, err, der du Und noch zur rechten gottes für mich bittest: Erweck' in mir, du muster wahrer liebe, Der sanftmuth triebe. Der nach frommer eintracht strebt. Höchster, gieb mir deinen frieden, Der zur sanftmuth uns erhebt. Er regiere herz und sinnen; Denn, wenn er das berz regiert, Wird, was zu der zwietracht führt, Niemals übermacht gewinnen, Bist einst in der herrlichkeit Ew'ger friede uns erfreut. 2. Wann hast du jemals haß mit haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, da man dich gescholten, Du segnetest mit wohlthun nicht blos freunde, Auch deine feinde. 3. Und ich, herr, sollte mich den deinen nennen, Und doch von rachgier gegen andre brennen? Ich sollte Und Mel. Herzliebster jesu, was hast: c. oder: Ist auch ein gott? zc. err, deine sanftmuth 450. Wie viel bast du vergeben und vergessen! Ach, führe mir doch deine große güte Necht zu gemüthe. 2. Du fegnetest mitleidig, die dir fluchten; Du beiltest selbst, die dich zu fangen suchten; Du zeigtest stets bei deiner feinde toben Der sanftmuth proben. 3. Ach, glich ich dir, o heiland! ich bekenne, Daß ich noch oft von schnellem zorn entbrenne, Und mich vor dir manchmal, durch eigne rache, Verwerflich mache. 4. Cir, herzenstündiger, dir muß ich's flagen, Wie wenig kann mein stolzes herz vertragen; Wie schwer weiß ich, wenn andere mich hassen, Mich recht zu fassen! 6. So bilf mir denn die rachbegier ersticken! Laß sich dein bild in meine seele drücken! So werd ich mich verföhnlich finden lassen, Nicht wieder hassen. 7. Flucht mir mein feind, so gieb, daß ich ihn segne, Und seinem grimm mit freundlichkeit begegne; Daß mich das böse, das ich dann empfinde, Nicht überwinde. 8. Verleih mir das, um deiner sanftmuth willen: So erb ich auch, im lande deiner stillen, Die seligkeit, wozu sie jenes leben Einst wird erheben. wieder schelten? 4. Wie kann ich vater zu dem höchsten sagen, Und groll im herzen gegen brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, Und rache schreien? 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine sünden Auch nicht bei dir o herr, vergebung finden. Dein jünger ist nur, der, wie du, vergiebet, und feinde liebet. 6. So heilige denn meiner seelen triebe, Mein Heiland, durch den geist der wahren liebe; Daß nie die unglücksel'gelust derrache Mich strafbar mache. 7. Wenn meine brüder sich an mir vergeben, So lehre mich ihr unrecht übersehen, Und, sollten sie mich 206 Zweite Abtheilung. auch empfindlich kränken, An dich ge-| christ, zum frieden, Zu diensten willig denken. 8. Erwecke dann, o herr, in meinem berzen Aufs neue das gedächtniß jener schmerzen, Die du in deinen schweren leidensstunden Für mich empfunden. seyn. Wenn mich zu untertreten, Ihn güte mehr erhigt, So will ich für ihn beten Und gott vertraun; gott schüßt! 9. Laß mich mit sanftmuth meinem feind begegnen, Und, so wie du, den, der mir fluchet, segnen. Herr, maché gegen alle, die mich hassen, Mein Herz gelassen. 10. Will zu der rachsucht mich die furcht verführen, Als würd' ich sonst mein ganzes glück verlieren: So zeig' mir, herr, dies sey mein glück auf erden, Dir ähnlich werden. 11. Denn du beglückest den, der christlich handelt, Und überall nach deinem vorbild wandelt; Drum lag in allem mich schon hier auf erden Dir ähnlich werden. 3. Kinder guttes sollt' ich haffen, Lieblos, unbarmherzig seyn? Meinem feinde nicht verzeihn? Keine schulden ihm erlassen? Gott, nicht fürchten dein gericht? Dein erbarmen achten nicht? 4. der du für übelthäter Um Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. will ich wiederfluchen, 452. Niet te mein passer vergebung batst, die laſt, Welche du getragen hast, War die last der übertreter; Doch warst du von rache fern, Duldetest, vergabest gern. flucht; Nie dem zu schaden suchen, Der mir zu schaden sucht. Ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht, Schilt er, so will ich segnen. Dies ist des herrn gebot. 2. Mein jesus, der gerechte, Vergalt die schmach mit huld; Die wuth ergrimmter tnechte Ertrug er mit geduld. Sollt' ich denn wieder schelten, Da er nicht wieder schalt, Mit liebe nicht vergelten, Wie er dem feind vergalt? 3. Verläumdung dulden müssen, Ist schwer; doch diese pflicht Wird leicht, wenn das gewissen Für meine unschuld spricht. Dies will ich treu bewahren: So bessert mich mein feind, Und lehrt mich flug verfahren, Indem er's böse meint. 4. Ich will die fehler scheuen, Die er von mir ersann; Auch die will ich bereuen, Die er nicht wissen kann. Durch huld will ich mich rächen, An ihm das gute sehn, Und gutes von ihm sprechen: Wie? könnt' er länger schmäbn? Mel. Ach, was soll ich sünder 2. 453. Sollten menschen, meine brüder, Mir, mein gott, nicht theuer seyn? Sollt' ich sie nicht gern erfreun? Sind nicht alle christen glieder Dessen, der für alle starb, Allen gottes huld erwarb? 2. Alle sind wir eines stammes, Gleich an dürftiger natur; Allen hilft ein opfer nur Des unschuld'gen gottes lammes, Und dieselbe seligkeit It für alle gleich bereit. 5. Ich will niemals ermüden, Ihm thätig zu verzeihn, Und, als ein 5. Wenn mein herz, vom bang zur sünde Hingerissen, dich verkennt, Und zu baß und rach' entbrennt: Hilf dann, daß ich überwinde Meinen haß, und laß mich sehn In den tod für uns dich gehn. 6. Wie dir deine thränen flossen, Als dein aug' um mich geweint; Wie du, großer menschenfreund, Auch für mich dein blut vergossen, Wie du litt'st, mich zu erfreun: Das laß mir vor augen seyn. 7. Gieb es mir so zu erkennen, Daß ich thu, wie du gethan. Wer nicht liebt, geht dich nicht an; It kein glied von dir zu nennen; If dem gott der lieb' ein gräu't Und verscherzt sein eignes heil. 8. fo bilf mir, daß ich übe, Was dein wille mir gebeut, Nachsicht, sanft mutb, gütigkeit; Daß ich, wie du lie best, liebe, Innig liebe, milde, treu, Sanft, und leicht versöhnlich sey. 9. Ja, ihr meines hauptes glieder, Chrifti, der für alle starb, Allen gnad 26. Von der Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit zc. und huld erwarb, Lieben will ich euch, ihr brüder! Für euch beten, euch erfreun, Wohlthun, dulden und verzeihn. Mel. Mach's mit mir, gott 20. erbitt're dir dein leben 454. eigne rache; Verzeihen ist des christen pflicht, Vergelten gottes sache. Die fanftmuth, die sein wort gebeut, Liebt feinde, segnet und verzeiht. 2. Wahr ist's, empfindlich ist der schmerz, Von menschen unrecht leiden; Und dennoch soll des christen berz Am zorne sich nicht weiden, Soll nicht ein eigner richter seyn; Soll alles unrecht gern verzeihn. 3. So widrig diese pflicht dir scheint, So mußt du sie doch üben; Sonst bist du nicht des heilands freund, Der sie dir vorgeschrieben. Empört dein Herz dawider sich, So sieb' auf ibn; besiege dich. 4. Wer hat wohl größern widerspruch Von sündern hier erduldet, Als er, der berr, der schmach und fluch Von andern nie verschuldet; Und dennoch will er langmuthsvoll, Daß keiner ewig sterben soll. 207 5. Ihm folgen, ist dein wahrer ruhm. Beleidigern verzeihn Ist ehre für dein christenthum; Sich ihres falls nicht freun. Nicht den, der dich schmäbt, wieder schmähn, Gereicht dir selbst zum wohlergebn. 6. Im zorn denkt niemand ernstlich rache selbst vermehrt die schmach, Die man bestrafen wollte. Kein schimpf wird ungeschehn gemacht, Wenn deine rachgier wild erwacht. 7. Die rachgier reißt gerechtigkeit, Reißt glauben aus dem herzen, Stört des gemüths zufriedenheit Und straft mit bittern schmerzen. Sie hindert dank, gebät, vertraun Und raubt den muth, auf gott zu baun. 2. Du läßt dich von uns fündern Durch undank nicht verhindern, Uns täglich zu erfreun; Zu ew'gen seligfeiten Uns sterbliche zu leiden, Wird immer dein vergnügen seyn. 3. Wie groß ist deine milde! Barmherz'ger vater, bilde Wein herz nach deinem sinn. Daß ich der noth der armen Mich willig mög erbarmen; Nimm alle härte von mir hin. 4. Gieb, daß ich willig gebe, Mich wohlzuthun bestrebe, So, wie mein 8. Durch sanftmuth( übe nur die pflicht!) Wirst du den feind besiegen. O raube deiner seele nicht Dies göttliche vergnügen. Dann wird der herr auch dir verzeihn, Dein vater und vergelter seyn. 9. Laß mich aus liebe, gott, zu dir Das unrecht nicht selbst rächen. Du wirst, verzeih' ich gern, auch mir Ein gnädig urtheil sprechen. Von dir kommt auch der sanftmuth sinn; Nach deiner gnade gieb mir ihn. 26) Von der Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutseligkeit. Mel. In allen meinen thaten 2c. heiland that, Der zärtliche erbarmer, 455. Du, aller menschen vater, Den kein bedrängter armer Vergebens ie um hülfe bat. Tu gütigster berather In allem, was uns drückt! Die freuden, die wir baben, Sind einzig deine gaben; Du bist's, der unser Herz erquickt. 5. Erhalt' in mir die triebe Der mitleidsvollen liebe; Wie du mir guts gethan, So laß, um deinetwillen, Mich andrer seufzer stillen, So oft ich sie nur stillen kann. 6. Zum fleiß in guten werken Laß mich die hoffnung stärken: Vor dir, dem herrn der welt, Der frohe geber liebet, ey, was man willig giebet, Ein opfer das dir wohlgefällt. 7. O wohl mir! ich gewinne Schon hier, bei diesem sinne, Trost und zufriedenheit, Und einst vor gottes throne Zum unschäßbaren lohne, Die freuden einer ewigkeit. 208 Zweite Abtheilung. Mel. Wer nur den lieben gott: c. 456. Ni icht mürrisch, finster ungesellig Ist, wer ein christ zu seyn sich freut; Ist ohne schmeichelei gefällig; Vereinigt ernst und freundlichkeit; Ist traurig mit den traurigen, Und fröhlich mit den fröhlichen. 2. Es liegt in feinem seiner blicke, Als wie in einem hinterhalt, Auflaurend schadenfrohe tücke, Und haß in lächelnder gestalt. Sein blick, kein blick der heuchelet, Ist liebreich, offen, gut und frei. 3. Sein antlig, heiter, wie der morgen, Wird trüb und seine freud' entflieht, Wenn es bekümmerniß und sorgen In seines bruders auge sieht; Und strablt in neuer heiterkeit, Wenn ein getrösteter sich freut. 4. Bescheiden, sittsam, ehrerbietig Ist, wer ein jünger jesu ist; Nie sclavisch; auch nicht übermüthig, Wenn er vor andern glücklich ist. Er ist, weil er, wie jesus, liebt, In allem, was erfreut, geübt. 5. Er schleicht, für fromm erklärt zu werden, nicht traurig, heuchlern gleich, einher; Doch fündenreizende geberden Haßt, wie sein gott sie haßt, auch er; In seinem blick auch keusch und rein, Stets fröhlich, ohne frech zu seyn. menschen freude werden, Dir, hei land, immer ähnlicher; So werden wir uns ewig freun Und gottes wahre kinder feyn. 8. Nicht rauh, noch bart, noch menschenfeindlich, Nein, eifrig, jeden zu erfreun, Und sanft, und anmuthsvoll, und freundlich, Soll jeder jünger jesu seyn. Ach wären wir's! ach glichen wir, O vorbild aller liebe, dir! 9. In allen worten und geberden, In allen thaten laß, o herr! Uns aller Mel. Herr, ich habe mißgehandelt: c. 457. Se Zeyd barmherzig! men schen, höret, Hört das heilige gebot, Das uns jesus christus lehret: Seyd barmherzig! seyd's, wie gott! Gebt, so wird euch auch gegeben, Was euch noth ist, beil und leben! 2. So viel menschen, so viel brüder, Denn ein gott ist's, der uns schuf. Wir sind alle christi glieder; Allgemein ist gottes ruf. Seine sonne läßt er scheinen Auch den bösen, wie den seinen. 3. Gleicht dem vater im erbarmen! Seyd barmherzig! seyd's, wie er! Gebt den dürftigen und armen; Was ihr gebt, empfängt der herr! Helft und eilt, auch ungesehen, Euern brüdern beizustehen! 4. Hülfreich zu bedrängten eilen, Sie beschüßen und erfreun, Kummer lindern, wunden heilen, Wohlthun, trösten und verzeihn, Und dies ohne stolz verrichten: Das sind jedes chri sten pflichten. 5 wir von dem dei nen, Was wir geben; laß uns nie Fühllos seyn, wo brüder weinen! Unser mitleid trößte sie; Daß, wenn wir zu dir uns nahen, Wir auch trost und bülf empfahen. .GO 6. Durch liebliches gespräch erheitert Er auch des blöden angesicht; Und jedes herz fühlt sich erweitert Und freudenvoller, wenn er spricht: Denn, was er sagt und was er thut, Ift wohlgemeint, ist wahr und gut. Mel. D gott, du frommer gott zc. 7. Er muß gefallen, er gebiete, Er warn', er straf auch; er gebeut, Er 458. Wie selig lebt ein mensch, Der dienstbegierde warnt, er straft aus lieb' und güte, Mit ernst, und doch mit freundlichkeit; Und tröstet er: wie leicht vergißt Sein nächster, was sein kummer ist. kennet, Und andern woblzuthun Aus menschenliebe brennet! Der, wenn ihn auch kein eid Zum dienst der welt verbind't, Beruf und eid und amt Schon in sich selber find't. 2. Dir, höchster, ahmt er nach, Im wohlthun dir zu gleichen, Durch dienstbeslissenheit Sucht er dies zu er reichen: Er hält für eignes wohl sich nicht allein gemacht; Er hält sich für die welt Von dir hervorgebracht. 27. Von der Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. 209 ergeben Sind mittel, die er braucht, Behülflich gern zu seyn, Um einen leidenden Mit troste zu erfreun. 6. Was andrer nothdurft beischt, Das reizet feine triebe, Auch ohne ruhm und lohn, Zur wahren menschenliebe. Kein stolz, noch eigennuß Wirkt seine gütigkeit. Er sieht auf seinen gott, Der liebe ihm gebeut. 7. So laß mich auch gesinnt, Mein gott, durch christum werden! Voll regen eisers sey Mein leben hier auf erden, So nüßlich, als ich kann, Dem nächsten stets zu seyn! Dann geb ich einst zu dir Ins reich der 3. Er denkt, die welt hat recht Auf meinen dienst und kräfte, Jhr nützen ist für mich Ein seliges geschäfte. Als glieder schuf uns gott, Als bürger einer welt, In der des einen hand die hand des andern hält. 4. So denkt der menschenfreund; Und das ist sein bestreben, So treu, als er sich lebt, Zum wohl der welt zu leben. Ihm wird des nächsten beil Sein eignes himmelreich; Er fühlet fremde noth, Als träf ihn selbst der freich. 5. Er eilt, dem, ders bedarf, Mit bülfe beizustehen; ein ansehn und sein freund, Sein stand, sein wohl- licbe ein. 27) Bon der Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Mel. Alle menschen müssen sterben: c. 439. Laß mich, böchster, darnach streben, Stets der wabrheit freund zu seyn. Zu des himmels frohem leben Geht kein frecher lügner ein, Und vor deinem Met. Befiehl du deine wege: c. angeſichte Werden ſie, beſchämt, zu 460. Wohl dem, der richtig nichte; Denn vor dir sind immerdar Aller herzen offenbar. 2. Andern zu gefallen lügen, Leeren schwägern gleich zu seyn, Heuchelnd brüder zu betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Bahrbeit leit an allen orten Mich in werken und in worten; Redlich sey des berzens grund, Redlich sprech' auch stets der mund. wandelt, als ein wahrbeitsfreund In wort und werken handelt, Und das ist, was er scheint; Der recht und treue liebet, Und von dem sinn der welt, Die trug und falschheit übet, Sich unbefleckt erhält. 2. Wohl dem, der lügen haffet, Und der, so oft er spricht, So seine reden fasset, Daß er die wahrheit nicht mit vorbedacht verletzet, Und der an jedem ort Sich dies vor augen sebet: Gott merkt auf jedes wort. 3. Die der falschheit sich ergeben, Sind vor dir, o gott, ein gräul; Und ein unglückselig leben Ist gewiß ihr künftges theil. Fier schon trifft verdiente schande Sie bei redlichen 3. Wohl ihm, wenn sein gemüthe, im lande! Denn ein jeder menschen- Gott, so die wahrheit übt; Ibn leitet freund Ist der falschheit ränken feind. deine güte, Er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, Wenn in der wahrheit licht Beschämt die falschen stehen, Geschreckt durch dein gericht. 4. Schmäht mich, ohne mein verschulden Der verläumder lästermund, O so laß michs still erdulden! Einst wird doch die wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, Meine unschuld zu bezeugen; So verleihe, daß dabei Herz und mund voll sanftmuth sey. 4. Herr, drücke diese sache Mir tief ins berze ein, Daß ich's zur pflicht mir mache, Der lügen feind zu seyn; Erinnre mein gewissen, 5. Daß du, herr, an jedem orte, Du hassest heuchelei, Damit ich Zeuge meines wandels bist, Daß kein stets beslissen Der treu und wahrting'ges meiner worte Deinem ohrheit sey. Evangel. luth. 14 verborgen ist: Dies erwecke mein gemüthe, Daß ich mich vor lügen büfe; Denn du liebst den wahrheitsfreund Und bist allem falschen feind. Zweite Abtheilung. 210 5. Laß niemals mich versprechen, Was ich nicht halten kann, Auch nie zusagen brechen, Die ich einmal gethan; Nie mich den stolz verleiten Und nie des beispiels macht, Als wahrheit auszubreiten, Was, ich doch selbst erdacht. 6. Doch laß zu allen zeiten Auch deiner wahrheit licht, Herr, meine seele leiten, Damit ich meine pflicht Mit flugheit üb' und wisse, Wann ich für andrer wohl Und für mich reden müsse, Und wann ich schweigen soll. 28) Von der Mel. Nun banket all', und 2c. 461. Das glück ist groß, das gott mir schenkt In einem wahren freund! Der als ein christ rechtschaffen denkt, Und treu es mit mir meint. 2. Man schäßt den freund in jedermann, Wär er auch nicht ein christ. Doch ganz unschäßbar ist er dann, Ist er auch wahrer christ. 3. Als wahrheits- und als tugendfreund Besizzet er mein herz. Ich theil mit ihm, der's redlich meint, Mein glück und meinen schmerz. 4. Ich schmeck' des lebens süßigkeit In doppelt starker kraft, Wenn mich das edle glück erfreut, Das so ein freund verschafft. 5. Manch leid umwölket mein gemüth; Ich klag' es meinem freund, Fühl, daß schon halb der kummer flieht, Wenn er nur mit mir weint. 6. Oft lindert mir sein guter rath Des leidens herben schmerz. hilft er mir auch mit der that; Und froh dankt ihm mein herz. Oft 7. Freimüthig obne bitterkeit Straft er mich, wenn ich febl, Und eigne unvollkommenheit Hält er vor mir nicht hebl. 8. Manch wort, zu unsers gottes ruhm, Theil ich mit ihm vertraut; Und werd' in meinem christenthum Oft sehr durch ihn erbaut. 9. Ich freue mich mit ihm der zeit, Das uns, in jener welt Verklärt zum 7. Wenn jemals, mich zu drücken, Des feindes rath gelingt, Wenn e mit bösen tücken In kümmerniß mic bringt: So stärke meine secle, Daj sie nicht unterlieg', Und alles dir be feble; Du giebst der unschuld sieg, 8. Ein herz voll treu und glauben, Das, gott, dein auge scheut, Das soll mir niemand rauben; So kann mit freudigkeit Ich hier zu dir auf sehen und dort vergilist du mir, Wenn falsche nicht bestehen, Mit wonn' und preis dafür. Freundschaft. glück der ewigkeit, Nichts mehr an woblseyn feblt. 10. Da wir, vor gottes thron ver eint, Bon allen mängeln rein, Ihn sebn, den allerhöchsten freund, Mi ihm uns ewig freun. 11. O gott, mein gott, wie dank ich dir, Wenn so ein freund mich schäßt! Ich bitte dich, erhalte mir Dies glück stets unverlegt. Mel. Allein gott in der höh' sey. 462. Welch glück, gott, freundschaft hier, In diesem pilgerleben! Sie kann im unglück und im glück Uns troft und freuden geben. Sie ist der tugend starkes band; Es führet ihre fromme hand Uns ab vom sündenwege. 2. O jesu, bester menschenfreund, Der du uns fünder liebtest, Nur das, was groß und edel heißt, Uns bier zum beispiel übtest; So göttlich lieb reich für uns starbst, Selbst gottes freundschaft uns erwarbst, Üns ewig zu beglücken. 3. Schenk mir auch einen frommen freund( Nur du kannst ihn mir geben), Der edel und rechtschaffen denkt, Da mir in meinem leben Ein reizend tu gendmuster sey, Und bei mir standhaft und getreu Im glück und unglück stehe. 4. Der meine unvollkommenheit Mit sanfter schonung trage, Mit febler obne bitterkeit, Nur mich bessern, sage; Der mich vor fünden 29. Von der Glückseligkeit wahrer Christen. 211 leugnet, menschen treu Und redlich seyn und bleiben? immerdar, Vor irrthum, schaden und gefahr An leib und seele warne. 5. Doch laß mein herz vorsichtig seyn, Mit wem es freundschaft machet. Kein spölter der religion, Der über tugend lachet; Kein wollüstling, kein stolzes herz, Wer fühllos ist bei andrer schmerz, Eey niemals mein vertrauter. 6. Ein mensch, vom laster angesteckt, Wird mich auch leicht anstecken; Laß mich ihn fliehn als eine pest, Mich nicht durch ihn beflecken, Und wie kann der, der ohne scheu Stets gott ver29) Von der Glückseligkeit wahrer Christen. Mel. In allen meinen thaten 2c. men: ich bin dein; Im glauben der 463.& in ruhiges gewissen erlösten, Sich deiner buld getrösten: Welch glück, mein gott, kann größer seyn? Laß, berr! mich stets genießen. Denn hab ich dieses nur, So ist für mich in tagen, Wo andre ängstlich zagen, Nichts schreckliches in der natur. 8. Läst du mich im gewissen Einst diesen trost genießen, Wenn alles von mir weicht; Kann ich dann, voll vertrauen, Auf dich noch, vater, schauen, So wird mir selbst das sterben leicht. 9. O laß zu allen zeiten Mich deine weisheit leiten, und mache selbst mich treu! Zum fleiß in guten werken Laß mich die hoffnung stärken, Daß groß der lohn im himmel sey. 2. Wenn meine schuld mich beuget, Und dann dein geist bezeuget, Daß ich begnadigt bin; Wenn mich dein troft erquicfet, So oft mich trübsal drücket: Wie unschäzbar ist mein gewinn! 3. Sollt ich solch rubig leben Für lust der sünde geben, und dann die innre pein, Mich selber zu verklagen, In meinem busen tragen? Gott, laß dies ferne von mir seyn! 7. Doch hab ich einen wahren freund Von dir, o gott, erhalten; So laß denn auch mein warmes herz Nie gegen ihn erkalten. Laß mich verschwiegen, redlich seyn, Neid, falschhelt, argwobn, schmeichelein Und eigennuß stets flieben. 8. Hott, präge du der liebe sinn So freunden ein als feinden. Auch die, die meine feinde sind, Die mache mir zu freunden. Bild unser berz zur einigkeit; Lehr uns, daß jene seligkeit Sey wahre lieb' und freundschaft! 4. Sein eignes herz bekämpfen, Und seine neigung dämpfen, Ist freilich schwere pflicht; Doch, wenn wir uns besiegen, Welch himmlisches vergnügen Gewährt die überwindung nicht! 5. Nichts kann im wohlergeben So unser glück erhöhen, Als ein gerubig berz. Das schafft uns innre freuden, Und mildert auch im leiden Durch seinen trost den größten schmerz. 6. Tie freuden zu verachten, Wornach die fünder schmachten, Was giebt uns dazu muth? Was tröstet gottes finder Beim spotte frecher fünder? Ein ruhig herz, das beste gut. 7. Zu dir gen himmel schauen, gott, und mit vertrauen Sich rühMel. Wer nur den lieben gott: c. ott, deine gnad' ist Gott, unser leben, Sie 464. schafft uns heil und seelenrub. Dein ists, die sünden zu vergeben, Und willig ist dein Herz dazu. Du nimmst die sünder gnädig an, Die sich voll reue zu dir nahn. 2. Uns, uns verlorne zu erretten, Gabst du für uns selbst deinen sohn, Er litt, damit wir friede hätten, Für uns den tod, der fünde lohn. O gott! wie hast du uns geliebt! Welch ein erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig dank sey deiner treue, Die niemand g'nug erheben fann! Nun nimmst du jede wahre reue Um christi willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, Und glaubig seinen mittler ehrt. 14* Zweite Abtheilung. 212 4. Den, herr, befreist du von den plagen, Die dem gewissen furchtbar sind; Der kann getrost und freudig sagen; Gott ist für mich, ich bin sein kind; Hier ist der, welcher für mich litt, Und mich noch jetzt bei gott vertritt. 5. O herr, wie selig ist die seele, Die so sich deiner gnade freut! Ob auch groß irdisch gut ihr fehle, Fehlt ihr doch nicht zufriedenheit; Gott, deine huld ist weit mehr werth, Als alles, was die welt gewährt. 6. Dein friede stärkt mit frohem muthe Das berz auch in der größten noth; Giebt hoffnung zu dem ew'gen gute, Und macht getrost selbst in dem tod; Wer diesen frieden bat, genießt Lust, die des bimmels anfang ist. 7. Laß, vater, denn in diesem frieden Auch meine feele freudig ruhn. Auch mir hast du dies glück beschieden; Denn auch für mich genug zu thun, Ward sterbend der am kreuz ein fluch, Der aller menschen sünden trug. 8. Claß mich dies im glauben fassen, Und mich mit starker zuversicht Auf deine vatertreu verlassen; Wenn alles wankt, wankt sie doch nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Sein heil stebt unbeweglich fest. 9. Lobsingend will ich dich erheben, Mich ewig deiner gnade freun, Und deinem dienst mein ganzes leben In findlichem gehorsam weihn; Denn du vergabst mir meine schuld; Nie, nie vergeß ich diese huld. Mel. Sollt' ich meinem gott 2c. 465. Gott, ott, durch welchen alle dinge Sind und wirken und vergehn, Stärk' mich, daß ich dich besinge; Lehre mich, dein lob erböhn! Laß mich dich im stillen loben, Mich, den du voll lieb' und huld Aus den tiefen seiner schuld Zu des christen glück erhoben! Dich erheb ich immerdar, Der mich schuf und neu gebar. 2. Könnt ihr die gestirne zählen: Gottes gnade zählt ihr nicht. Er errettet unsre seelen, Ist ihr freude, trost und licht. Wenn wir mit den eitelkeiten, mit versuchungen der lust, Mit dem feind in unsrer brust, Wenn wir mit dem tode streiten: Dann bilft er der schwachheit auf, Und erleichtert kampf und lauf. 3. Wenn uns stolze sünder meiden, Weil wir ihre freuden fliehn, Dann giebt er uns seine freuden; Unser berz empfindet ihn. Kann ich größers glüc begebren? Ewiger, bat dich mein herz: O so wird es ohne schmerz Den besig der welt entbehren. Alles andre wird mir klein Gegen deine gnade seyn. 4. Wenn mich leiden niederdrücken, Nehm ich sie als woblthat an Von der band, die nur beglücken, Aber niemals schaden kann. Du belohnft mir meine schmerzen Mit ver seele heiterkeit, Und versüßest alles leid Durch die fanfte rub' im herzen, Die mich stets mit muth belebt, lleber alles leid erbebt. 5. Von gefahr und noth umgeben, Ueber diesen rauhen pfad Geh ich, va ter, in dein leben, Das nicht leid, nur wonne hat. Sollten mich der erde freuden, Sollte mich der fünder spott Und das elend und der tod, Herr, von deiner liebe scheiden? Raubt ich meine krone mir! Nein, ich leb', ich sterbe dir. Mel. D ewigkeit, du donnerwort. 466. Mein glaub' ist meines lebens ruh, Und führt mich deinem himmel zu, du, an den ich glaube! Ach gieb mir, berr, bestän digkeit, Daß diesen trost der sterblich feit nichts meiner feele raube. Tief präg es meinem Herzen ein: Welch glück es sey, ein Christ zu seyn! 2. Du hast dem sterblichen geschlecht Zur sel'gen ewigkeit ein recht Durch deinen tod erworben. Nun wird mein leib zwar asch' und staub, Doch nicht des todes ew'ger raub; Du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein erlöster bin, Ist, daß ich sterbe, nun gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein christ; Mein Herz ist ruhig, und ver gißt Die schmerzen dieses lebens. J dulde, was ich dulden soll, Und bin des hohen trostes voll: Ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein theil mir zu, Hier kurzen schmerz, dort ew'ge ruh. 29. Von der Glückseligkeit wahrer Christen. 4. Was seyd ihr leiden dieser zeit Mir, der ich jener herrlichkeit Mit rub' entgegen schaue? Bald ruft mich gott, und ewiglich Belohnet und erquickt er mich, Beil ich ihm hier vertraue; Bald, bald verschwindet aller schmerz, Und himmelsfreuden schmeckt mein herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der sünde schändlich joch In meinem lauf auf erden. Die tugend ist mir süße pflicht! Und wenn ich gleich hienieden nicht Ganz frei von fehlern werde, So ist mein trost: gott hat geduld Und straft nicht meiner schwachheit schuld. 6. Der du den tod für mich bezwangst, Du hast mich, mittler, aus der angst, Die ich verdient, geriffen. Dir, dir verdank' ich meine ruh; Du heilest meine wunden zu, Du stillest mein gewissen; Und fall' ich noch in meinem lauf, So richtest du mich wieder auf. 7. Belobt sey gott! ich bin ein christ, Und seine gnad' und wahrheit ist An mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner heiligung, Ich spüre täglich besserung des Herzens und des lebens. Ich fühle durch des geistes kraft Mich, herr, getrost und tugendhaft. 8. Dank sey dir, vater, dank und ruhm! Du lehrtest mich das christenthum Fest glauben, redlich üben; Es macht mich ruhig und erfreut, Führt mich zur wahren seligkeit: Wie, sollt' ich es nicht lieben? Erhalte stets mein herz dabei, So preis' ich ewig deine treu'. Mel. Wer nur den lieben gott: c. 467. Mit it dir, o höchster, friede haben, Und deiner buld versichert seyn, Das ist die größte aller gaben, Die je des menschen herz erfreun, Das bleibt auch in der ewigkeit Die quelle der zufriedenheit. 2. Wovor darf meiner seele grauen, Wenn du mir, gott, nicht schrecklich bist? Kann ich getrost auf dich nur schauen, Dem alles unterworfen ist: So seh' ich auch mit heiterm sinn Auf alles andre ruhig bin. 3. Beschämt mich meiner fehler menge: Du, vater, du verzeihst sie mir. 213 Bringt eine noth mich ins gedränge, So hab' ich doch den trost an dir, Daß du auch leiden dieser zeit Stets lenkst zu meiner seligkeit. 4. Froh seh' ich deinem höhern se= gen, Den deine hand in jener welt Den deinen aufbewahrt, entgegen; Und wenn mein leib in staub zerfällt, So zagt mein herz doch darum nicht: Denn du bist meine zuversicht. 5. Mein heil steht blos in deinen händen, Und dein ist, vater, alle macht, Mir jedes gute zuzuwenden, Das deine buld mir zugedacht; Nur du vollführst stets deinen rath. Wohl dem, der dich zum freunde hat. 6. Dies ist das glück der reinen seelen, Die sich mit ernst vor sünden scheun, Nur dich zu ihrem trost erwählen, Und vor dir, recht zu thun, sich freun. Wer dich mit solchem sinn verehrt, Der ist dein freund, der ist dir werth. 7. Der hat dich auch in allen fällen Gewiß zum trost, und kann sein herz Durch dich, o gott, zufrieden stellen Bei jedem gram, in jedem schmerz; Den wird zum ew'gen wohlergebn Unsehlbar deine huld erhöhn. 8. So bilf denn, daß ich, weil ich lebe, Um deiner gnade mich zu freun, Nach einem reinen herzen strebe, Und präg' es mir aufs tiesste ein: Kein größres glück sey auf der welt, Als wenn man dir, gott, wohlgefällt. Mel. Nuein gott in der höh' sey 2c. 468. welch ein unschäßbares gut Ist doch ein gut gewissen! Hab' ich nur das, so bab' ich muth, Wenn andre zagen müssen. Dann zittert meine seele nicht; Mich schreckt kein tod und kein gericht: Denn ich hab' gott zum freunde. 2. Bin ich mir dessen, gott, bewußt, Und steh' bei dir in gnaden, So wohnet rub' in meiner brust Und wer will dann mir schaden? Ich feb' auf dich in aller noth, Womit die zukunft mich bedroht; Mich tröstet deine liebe. 3. Trifft mich auch hier zuweilen noch Das gift der lästerungen; Wird 214 Zweite Abtheilung. meines herzens ruhe doch Dadurch| ich gutes nur allein; Such' ich, water, nicht ganz bezwungen. Weiß sich nur mehr als allen, Such' ich stets dir mein gewissen rein, Und flieb' ich zu gefallen, So sind ew'ge freuden auch den bösen schein, Wirst du mich mein. schon beschützen. 5. Kann ich, wenn mich menschen bassen, mich auf dich nur, gott, verlassen, Und verdammt mein herz mich nicht: O, so bin ich voller freude, Und verlier', auch wenn ich leide, nicht den muth zu meiner pflicht. 4. Sch sebe mit zufriedenheit Der fünft'gen welt entgegen; Sie giebt mir muth und freudigkeit Auf allen meinen wegen. Denn dort macht selbst, o herr, dein mund Den hohen werth des christen kund; Da wird der fromme siegen. 5. So bilf denn, daß ich mir zum heil, Ein unverleßt gewissen, Des lebens allerbestes theil, Zu vaben sey beslissen. Mit dir, gott, ausgesöhnt zu seyn: Dein heilig recht nicht zu entweihn: Das sey mein größter eifer. 6. Des richtigen gewissens spruch Laß mich stets folgsam ehren, Und immer aufmerksam genug, Auf seine warnung hören. Erinnerts mich an meine schuld, So laß mich, water, Mel. Wer nur den lieben gott. deine huld, Voll reu' und glauben 470. Wer durch dein wort is neu geboren, O vater! und von dir empfängt Ein herz, das dich zum heil erforen, Der sünd' ent sagt, und göttlich denkt, Und beilig lebt; wie selig ist Ein solcher mensch, ein wahrer christ! 7. Mit deiner gnade tröste mich Und stärke meine seele, Daß sie vor fünden hüte sich, Und nie aus vorsatz fehle: Denn wer nur reines herzens ist, bat immer dich durch jesum christ, Allgütiger, zum troste. 6. Laß den reiz der eitelkeiten Nie von dir mein berz ableiten, Bleib du mir mein höchstes gut! Hilf mir den betrug der sünden Sehn und standhaft überwinden; Gieb mir dazu kraft und muth. 7. Lenke, vater, mein bestreben Hin zu einem bessern leben; Lehre mich schon in der zeit An dem ewigen ergößen, Hier den werth der dinge schäßen, Wie einst in der ewigkeit. 2. Befreit von seinen finsternissen Und von der sünde sclaverei; Begnadigt, ruhig im gewissen, Von strafen des gesetzes frei; Sieht er in dir, Mel. Alles ist an deinem 2c. 469. Vater, ben mein berz mit dir vereint, Den vater und den besten freund. verehret, Dem mein leben angeböret, Heilig sey mir dein gebot: Ueber alles dich zu lieben, Deinen willen gern zu üben, Und dir treu zu seyn, o gott! 2. Ohne dich ist doch kein friede; Und die seele quält sich müde Um das blendwerk dieser zeit. Ihren durst kanst du nur stillen, Und du willst ihn gern erfüllen Hier und auch in ewigkeit. 3. Gieb, herr, daß das glück der erde Nie für mich verführung werde; Deine buld sey mehr mir werth. Sie nur ist das glück der seelen, Und das werd' ich nicht verfehlen, Wenn mein herz dich findlich ehrt. 4. Friede werd' ich im gewissen, Und den Himmel hier genießen, Licb' 3. Er darf, o gott, von dir ver langen, Was ihm dein eigner sohn erwarb; Er wird es auch von dir empfangen, weil er auch ihm zum heile starb; Verständniß, so wie muth und kraft. Zum kampf in seiner pil grimschaft. 4. Zum sichern siege deine stärke, Und deinen geist der heiligung Zu einem jeden guten werke; Im leiden trost und linderung; Und selbst, in dieser übungszeit, Den vorschmack jener herrlichkeit. 5. In seinem kindlichen gebäte Ist er der frohen zuversicht, Daß ihn dein sohn vor dir vertrete, Und du beschämst dein kind auch nicht: Ja, 29. Von der Glückseligkeit wahrer Christen. deine vaterhuld gewährt Ihm immer mehr, als er begehrt. 6. Bereit zu helfen und zu trösten, Lenkst du mit väterlicher huld Zum besten alles dem erlösten, Und hast, wenn er auch fehlt, geduld; Hilfst ihm in seiner schwachheit auf, Und förderst seinen tugendlauf. 7. Er wandelt gern auf deinen wegen, Liebt alle menschen brüderlich, Sein thun, o herr, wird endlich segen, Auch freut er deines beifalls sich; Wenn alle spötter ihn verschmähn, Bleibt doch sein trost und glück bestehn. 8. Er, sicher, daß er selig werde, Zufrieden stets mit seinem loos, Ist für die schnöde lust der erde Zu glücklich schon, zu reich, zu groß. Ein zeitlich glück ist ihm zu klein; Denn er wird ewig glücklich seyn. 9. Er sieht den tod von ferne kommen, Und zittert nicht, er ist sein freund; Von dir zum erben angenommen, Frohlockt er, wenn der tod erscheint; Er endet fröhlich seinen lauf Und schwinget sich zu dir hinauf. 10. Wie selig, wer so neu geboren, Ein frommes herz von dir empfängt, Und dich zum eigenthum erkoren, Der sünd' entfagt, und göttlich denkt, Und heilig lebt: wie selig ist Dein lind, dein eigenthum, der christ! Mel. O gott, du frommer gott. 471. Mer gottes wege geht, Nur der hat wahren frieden. Wie herrlich ist sein glück Ihm selbst von gott beschieden: Voll glaubens widersteht Er jeder bösen lust, Ist seiner tugend sich Froh vor dem herrn bewußt. 2. Er merkt auf seinen gang, Geht ihn mit festem muthe; Wird in der schwachheit stark, Liebt immer mehr das gute. Ihn machet gottes geist Durch sein wort tugendhaft, Und er nimmt immer zu An kenntniß und an fraft. 3. Gott hat er allezeit Vor augen und im Herzen; Wacht über sich und scheut Sich vor der sünde schmerzen; Er cilet, wenn er fällt, Den fall gleich 215 zu bereun; Sucht gnad und strebt noch mehr Der tugend treu zu seyn. 4. Getreu in seinem stand, Genießt er gottes gaben Vergnügt, wenn andre gleich mehr glück und ansehn haben. Mit dem, was gott ihm giebt Zufrieden, frei von neid, Von habsucht und von geiz, Von stolz und eitelkeit. 5. Schenkt gottes hand ihm viel, So wird er vielen nüßen; Des freundes glück erhöhn, Verlaßne tugend schüßen; Auch selbst beleidigte Wird er in noth erfreun; Gut, wie sein gott gesinnt, Und milde wird er seyn. 6. Er kränkt den nächsten nie, Schüßt seinen ruhm, sein leben: Er trägt ihn mit geduld, Ist willig, zu vergeben; Und übereilt ihn auch Der zorn, so faßt er sich, Und denket bald: wie oft Verschonet gott auch mich. 7. Er suchet jedes herz Im guten zu bestärken; Und jeden reizet er Zu allen guten werken: Mit allen suchet er Ein herz und sinn zu seyn, Mit ihnen eines herrn Und heils sich einst zu freun. 8. Das heil der ewigkeit, Das hier der fromme schmecket, Erhält ihn so getrost, Daß ihn kein unfall schrecket! Es schafft ihm frohen muth, Und stillet seinen schmerz: Im tode selbst frohlockt Sein gottergebnes herz. Mel. Wie groß ist des allmächt'gen. 472. Wie mächtig ſpricht in meiner seele, Herr, deine stimme voller huld! Du schonest meiner, wenn ich fehle; Zürnst nicht; hast väterlich geduld; Schickst deinen geist, mich zu regieren; Sprichst meinem Herzen freundlich zu; Wirst niemals müde, mich zu führen, Und sorgst für meine wahre ruh. 2. Erbarmer deiner freaturen! Liebreicher Herr der ganzen welt! Die deiner güte reiche spuren In jedem sonnenstaub enthält: Zu groß sind sie, daß ich ermessen Die wunder deiner liebe kann. Nie will ich undankbar vergessen, Was du zu meinem heil gethan. 3. Sollt' ich nun noch den gott mit willen Beleidigen, der mir ver Dritte Abtheilung. 216 giebt? Der mir, gebote zu erfüllen, Gegeben hat, weil er mich liebt; Der die erfüllung meiner pflichten Aus lauter güte mir vergilt? Und der, anstatt mich streng zu richten, Mein herz mit tröst und freud' erfüllt? 4. Sein dienst ist glück für meine seele; Gehorsam meine seligkeit! Wie kindlich wein' ich, wenn ich fehle, Vor tbm, dem vater, der verzeiht! Ich fühl die schwere meiner fünden, Dritte Abtheilung. Lieder für besondere Zeiten, Stände und Vorfälle. Tie weder mensch noch engel büßt; Wie freudig kann ichs dann empfinden, Daß christus mein erlöser ist! 5. Den großen tröstenden gedanken Geb ich für alle welten nicht. Wahr bleibt er, wenn auch thronen wanken, Fest steht er, wenn die welt auch bricht. Es mögen fündigen und zittern, Die kinder des verderbens sind! Gott wird der erde grund erschüttern; Ich bebe nicht: ich bin sein kind. 1) Bei dem öffentlichen Gottesdienſte. a. Beim Anfange desselbeu. Mel. Vom Himmel hoch da, 2C. oder: Wenn wir in höchsten 2c. 473. Grör uns, gott, wir flehn um licht, Versage deinen geist uns nicht, Laß uns dein heilig wort verstehn Und freudig deine wege gehn. 2. Erleuchte unsre seelen nun, Stärk' uns, und lehr' uns redlich thun Nach deinem wohlgefallen, gott; Denn wir sind dein jetzt und im tod. 3. Mach uns im glauben stark und frei Von trägheit und von heuchelei; Zu dienen dir die lebenszeit In christlicher rechtschaffenheit. 4. O böchster! unser lobgesang Gefalle dir und unser dank, Bis wir vor deinem throne stehn Und dann vollkommner dich erhöhn. bringe, Und daß es uns mächtig stärke Zur vollbringung guter werke. 2. Laß es uns seyn trost und licht, Herr, auf allen unsern wegen; Unfre starke zuversicht, Wenn sich noth und trübsal regen; Es vermehre unfre freuden Bis wir von der welt einst scheiden. In voriger Melodie. 475. Herr, vor deinem ange dich anzubeten; Laß uns ohne andacht nicht, Nicht ohn ernst dein haus betreten; Gieb uns herzen, die dich ebren, Christlich flehn, aufmerksam hören. 2. Laß dein seligmachend wort Viele gute früchte bringen, Und uns seine kraft sofort Tief in unsre seelen drin gen; Laß es unsern sinn erneuen Und Mel. Liebster jesu, wir sind hier 2c. 474. Gieb, berr, daß bein theu- des irrtbums nacht zerstreuen. res wort Unsern geist heut so durchdringe, Daß es dann auch immerfort Frucht in unserm leben 3. Daß, mit deinem wort bekannt, Wir, was du befohlen, üben; Dich und den, den du gesandt, Jesum 1. Bei dem öffentlichen Gottesdienste. christum herzlich lieben! Das kein leid und keine freude Uns von dieser liebe scheide. In bekannter Melodie. 476. esu chriſte, wir sind hier, Um dein göttlich wort zu hören:( sieb uns andacht und begier nach der wahrbeit theuern lehren, Daß die herzen von der erden Ganz zu dir erhoben werden. 2. Ohne dich ist der verstand Sehr mit finsterniß umgeben, Drum so mach' uns recht bekannt, Was uns dient zum frommen leben. Gutes denken, gutes üben, Komt von deines geistes trieben. 3. Deines wortes göttlich lichtleuchte jest so unfern seelen, Daß wir seinem unterricht Folgen und das gute wählen. Lenke du gebät und lehre Uns zum heilmel. Herr jesu christ, dich zc. und dir zur ehre. 480.vater, fend' uns deinen geist, Den uns dein göttlich wort verheißt, Daß er uns stärke, tröst', regier', Und uns den weg zur wahrheit führ'. In bekannter Melodie. 477. Komm, beilger geist! Erfüll' die herzen deiner gläubigen ,. Und entzünd' in ihnen Das seuer deiner göttlichen liebe; Der du durch mannigfaltigkeit Der zungen, Die völker Der ganzen welt versammelt hast, In einigkeit des glaubens. Halleluja, Halleluja. Mel. Ach bleib' bei uns, herr 20. 478. beiliger geist! laß uns dein wort heut und ferner fort, Daß sich auch stets durch deine lehr', Glaub', lieb' und hoffnung in uns mehr'. 2. Erleucht' uns buldvoll durch dein licht, Versag' uns deinen beistand nicht; Tröst' uns in aller unsrer noth, Gieb kraft zum guten bis in tod. 217 Daß ich mit fleiß gewissenhaft Und treu dein wort vollbringe! Auch mache mir bis auf den grund Mein herz mein ganzes leben fund, Daß ich nie heucheln möge! 3. Gieb alles, was dein sohn verbeißt, Und send' uns kraft von oben, Damit wir dich mit einem geist Aus einem munde loben! Laß unser lob und unser flehn, Auch unsern dank von herzen gehn, Und dir, o herr, gefallen! 4. Dann sehen und empfinden wir Schon deine huld auf erden; Dann wird auch unsre andacht hier Recht heilsam durch dich werden; Dann werden wir, nach dieser zeit, Zur ruh in jener seligkeit Dereinst unfehlbar kommen. Mel. Nuein gott in der höh' sey 2c. 479, berr, wenn deine lebren mir Den weg zum himmel zeigen: So laß die seel' empor zu dir In stiller andacht steigen; Erleuchte mich und gieb verstand, Daß mir dein wille recht bekannt, Und ich stets weiser werde. 2. Gieb, das des wortes geist und traft Mein ganzes Herz durchdringe, 2. Stärk' unsern glauben und verstand; Mach' deine lehr' uns recht bekannt; Treib' auch zur heiligkeit uns an, Und führ' und auf der tugend bahn. 3. Mach' uns geschickt, den engeln gleich, Zu preisen dich in deinem reich, Und dich zu sehn von angesicht In ew'ger freud' und sel'gem licht. 4. Dir, gott, den erd' und himmel preist, Dir, vater, deinem sohn und geist, Dir, der mit hülf' uns gern erfreut, Sey lob und preis in ewigkeit. Mel. Liebster jesu, wir sind sc 481. Wir erscheinen heut' vor dir, Dich, o vater, zu verehren, und in deinem hause hier Dein hochheilig wort zu hören; Vom geräusch uns zu entfernen Und, was uns beglückt, zu lernen. 2. Gieb uns deinen geist, o gott! Und durch ihn fruchtbaren glauben; Nicht der welt list, macht und spott Laß uns diesen jemals rauben; Gieb vielmehr muth, licht und stärfe Uns zu jedem guten werke. 218 3. Hilf, daß alle sünder sich Durch dein wort zu dir bekehren, Und wir alle, gott, durch dich Treu vollbrin- selig werden. Dritte Abtheilung. b. Beim Schlusse desselben. Mel. Jesus, deine tiefe wunden ic. 4 Um dies alles recht zu wissen, 482. Gott, durch den wir sind Sey dein wort uns rath und licht. und leben! Höre, wie der christ dich preist, Daß du uns dein wort gegeben, Das uns heilsam unterweist, Das uns unsre pflichten lehrt, Warnt, ermahnet, straft, bekehrt, Und, wenn uns ein leiden drücket, Uns mit reichem trost erquicket. Laß uns trost daraus genießen, Wenn es uns an trost gebricht. Es verfüg uns jede noth; Es erquick' uns auch im tod, Durch die hoffnung, nach dem leiden Dort zu schmecken himmelsfreuden. 2. Gieb, daß wir dein wort recht lieben, Ernstlich, obne beuchelschein, Mel. Liebster jesu, wir sind hier zc. Daß wir uns im guten üben, und nicht 483. Treuer gott, wir danken dir, Daß du uns dein bloße hörer seyn; Denn wer deinen willen weiß, Und ihn doch nicht thut mit fleiß, Der ist ärger als die beiden Und wird doppelt streiche leiden. wort gegeben; Hilf uns ferner, daß auch wir Nach demselben heilig leben: Gieb dem glauben solche stärke, Daß er thätig sey durch werke. 3. Darum drück, was wir vernommen, Tief in unsre seelen ein; Laß uns zur erkenntniß kommen Und des wortes thäter sevn; Dein geist treibe stets uns an, Daß dich von uns jeder mann Recht erkenne, ehr' und liebe, Und mit sünden nicht betrübe. gen, was wir bören; Daß wir alle fromm auf erden Und dereinst auch 2) Von der Feier Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 484. Den höchsten öffentlich verehren Und in sein haus mit freuden gehn, Um andachtsvoll sein wort zu hören Und ihn lobpreisend zu erhöhn, Ist eine pflicht, wozu der christ, So lang' er kann, verbunden ist. 2. Denn billig ist's, das höchste wesen, Durch das der mensch ist, lebt und denkt, Den herrn und richter aller wesen, Den, der uns jede wohlthat schenkt, Mit lob und preise zu erhöhn, Um neue buld ihn anzuflebn. 3. Wenn du nur in der still' ihn chrest, Und jesum deinen heiland nenst; Doch ihn nicht öffentlich verehrest, Ibn nicht auch vor der welt bekennst: Bist du dann sein? bist du ein christ, Der seinem heiland dankbar ist? 2. Uns, o vater, lchrest du, Was wir thun und glauben sollen; Schenk uns deine kraft dazu; Gieb zum wissen auch das wollen. Und zum wollen das vollbringen, So wird alles wohl gelingen. des Sonntags. 4. Wer sich dem dienst des herrn entziebet An dem dazu beſtimmten tag, Aus leichtsinn die versammlung flehet, Und nicht mit andern beten mag: Der, der verleget feine pflicht, Verachtet gott, ehrt jesum nicht. 5. Auch deinen nächsten zu erbauen, Mußt du zum hause gottes gebn; Wie viele sind, die auf dich schauen, Die sehr auf andrer beispiel sebn; Wenn einer durch dich träge wird, Bist du es nicht, der ihn verführt? 6. Und selbsten uns in unsern pflich ten, Und von der bahn zur seligkeit, Noch immermehr zu unterrichten, In dieser vorbereitungszeit: Wie nöthig ist dies nicht, o christ, Der du geneigt zu feblern bist! 7. Der gottesdienst ist ein geschäfte, Dazu aus lieb' uns gott verband; Er 2. Von der Feier des Sonntags. stärket unsers geistes kräfte, Giebt mehr erkenntniß und verstand; Er ist ein mittel, das uns kraft Zum glauben und zur tugend schafft. 8. Hast du nicht auch oft trost empfunden, Wenn du das wort des herrn gebört? Sind dir nicht lieb die frohen stunden, Da man gott öffentlich verebrt, Und, um das ewige bemübt, sich dem geräusch der welt entzieht? 9. Was gleicht dem bimmlischen entzücken, Das hier ein frommes herz belebt, Wenn es in stillen augenblicken mit andern sich zu gott erhebt, Und, voll des glücks, das es genießt, Von dank und freuden überfließt. 10. Kommt dann, o christen, theure brüder! Vereint im geist vor gott zu stehn; Kommt, wir sind eines leibes Mel. Herzliebster jesu, was haft zc. oder: Ist auch ein gott: c. 485. Dies ies ist der tag, an wel chem deine frommen, Herr, in dein baus, dich anzubeten, kommen; Mit lob, gebät und dank dich zu verehren, Dein wort zu hören. 2. Es sey nun auch, o heiland, dir geweibet, Ihn feiert gern, wer deines beils sich freuet. D, laß auch mich mit freuden vor dich treten, Dich anzubeten! 3. Dich preist der lobgesang der himmelsheere, Auch unser tempel schall von deiner ehre! Auch unser dank und unfrer ehrfürcht fleben Soll dich erböhen. 4. Wie freu ich mich, die stätte zu begrüßen, Wo durstigen des lebens bäche fließen, Und wo dein heil von der erlösten zungen Froh wird besungen. 5. Mich lockt die welt umsonst zu ihren freuden, Mein geist soll sich an deiner lehre weiden; Dein himmlisch wort, das deine boten lehren, Das will ich hören. 219 7. O, laß auch heute deinen geist mich lehren, Vom weg, der dir mißfällt, mich abzukehren: Er leite mich, daß meine ganze seele Zum trost dich wähle. 6. Mit andacht will ich heute vor dich treten: Ich weiß, du hörst, die findlich zu dir beten. Der menschen glück, die sich der fünde freuen, Kann nicht gedeihen. 8. Dein tag sey mir ein denkmal deiner güte! Er bring' mir heil, und lenke mein gemüthe Auf jenes glück, das du der welt erworben, Da du gestorben. 9. Dich bet ich an, du todesüberwinder! An diesem tag bast du zum heil der fünder, Die fern von gott in todesschatten saßen, Dein grab verlassen. 10. Es fei're dankbar diesen tag die erde, Daß jedes land voll deines ruhmes werde! Lob sey, erlöser, deinem großen namen Auf ewig; amen! glieder: Kommt, unsern vater zu er- 486. chrift, böhn! Frohlockend preiset jesum Der unser herr und beiland ist. Mel. O jesu christ, mein's lebens: c. gott! du bist mein preis Mein berz sey ganz dein eigenthum, Laß mir den sonntag beilig seyn, Und gern ihn meinem glücke weihn. 2. Gieb, daß ich mein gemüth bewahr', Wenn ich mit deiner christenschaar Zu deines Hauses stätte geh'; Und so mit andacht vor dir steh. 3. Erinnre selber meinen geist, Daß du mir gegenwärtig seyst, Damit ich deines geistes lehr' Begierig und mit nußen bör'. 4. Drück alles tief ins herz hinein, Und laß mich nicht blos hörer seyn; Steb' mir mit deiner gnade bei, Daß ich der lebre thäter sey. 5. Hilf, daß ich deinen ruhetag Zu meinem segen feiern mag; Bewahr' mich vor dem geist der welt, Der diesen tag verächtlich hält. 6. Was dein wort heute in uns schafft, Behalt die ganze woche kraft; Daß jeder tag und allezeit Sey deinem lob und dienst geweiht. Mel. Wer nur den lieben gott 20. 487. Wie beilfam ist doch, herr, die stätte, Wo deines namens ehre wohnt; O gieb, daß ich sie gern betrete, Weil da dein segen die belohnt, Die deiner lebre sich erfreun, Sich feierlich dir ofte weihn. Dritte Abtheilung. 220 2. Wohl dem, der dich in deinem tempel, Gott, zu verebren, ernst beweist! Du börst sein lob: und sein exempel Stärkt auch des nebenmenschen geist, Daß er auf deiner wahrheit bahn Rechtschaffen vor dir wandeln kann. 3. Dein wort bleibt niemals ohne segen Wenn mans nur recht zu herzen nimmt; Es giebt uns trost auf trübfalswegen, Die du zu unserm heil bestimmt; Es giebt im tampf uns muth und fraft, So wie es sieg und freude schafft. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 488.0 u läsfest, herr, uns unterweisen, Durch deiner lehre helles licht. Ogieb, daß wir dich dafür preisen! Und segne jeßt den unterricht An uns, aus unsers lehrers mund! Mach' dich recht unsern seelen fund! 2. bier wird dein saame ausgestreuet, Der künftig früchte tragen soll. Wer sich dir in der jugend weibet, Legt grund zu seinem wahren wohl. Aus jugendlicher frömmigkeit Quillt segen unsrer fünft'gen zeit. 3 So gieb denn jetzt zu deinen lehren Auch bei uns allen das gedeihn; Laß uns mit lehrbegierde bören, Und auch der lehre thäter seyn. O pflanz' dadurch zu deinem ruhm In uns das wahre christenthum. 3) Bei der Katechismuslehre.ngo reb Mel. Nun ruh.n alle wälder zc. Pommt, kinder, anzube489. Kom ten; Laßt uns zum vater treten, Der aller vater heißt; Er ist's, der uns das leben, und seinen sohn gegeben; Er schenk uns auch den heil'gen geist; 4. D, laß auch mir dein licht heut scheinen! Dein tag, herr, bring' auch mir gewinn, Wenn andachtsvoll ich mit den deinen Vor dir an heilger stätte bin. Laß dir das lob, das wir dir weihn, Ein angenehmes opfer seyn. 2. Fehlts uns in unsrer jugend, An weisheit und an tugend, lind kennen wir dich nicht: So mach uns, dir zum preise, O Herr, doch fromm und weiseDurch deines theuern wortes licht. 5. Du bist der vater aller frommen, O segne heute deine lehr'! Erhör', wenn wir zusammen kommen, Der frommen wunsch zu deiner ehr; Wir suchen nur, herr, deine gnad', Ach, leit uns auf der tugend pfad! 3. Lehr' uns den heiland kennen, Gieb, daß, wenn wir ihn nennen, Sich unser Herz erfreu! Hilf, daß wir an ihn gläuben, Und ihm geborsam bleiben; Mach' unser herz ihm recht getreu. 4. Präg deine heilgen lehren, Die wir anheute hören, Tief in die herzen ein; Gieb, daß wir sie, zum segen, Behalten und erwägen, Laß uns des wortes thäter seyn. 5. Hilf unsern guten trieben, Die eltern recht zu lieben; Gieb fleiß und folgsamkeit; Mach leichtsinn und das laster Uns täglich mehr verhaßter; Laß uns thun, was dein wort gebeut. vater, vor dir fünder, Ach, geh 6. Wir sind schon jetzt als finder, nicht ins gericht; Gott! sey uns gnádig, schenke Uns unsre schuld; gedenke Doch unsrer jugend fehler nicht! 7. Wir sind noch unerfahren, Uns reißt in jungen jahren Der leichtsinn oft dahin; Laß uns die lust der fünde, Das sie uns nicht entzünde, Als tödtend gift der schlangen fliehn. 8. Herr! laß zu allen zeiten Uns deine gnade leiten, Auf jeder guten bahn; Führ' uns in früher jugend Durch gottesfurcht und tugend Zum glück des ew'gen lebens an. 4) Bei der Confirmation junger Christen. Mel. Wer nur den lieben gott: c. 490. Herr! dir gelobt mein bin ich! herz treue! neuen fleiß im christenthum. Dir, jeſu! geh ich mich aufs ngue zeinem guten geist allein Will ich hinfort geleitet seyn. 2. Nimm, treuer gott! von deinem finde Ten theuern eid der treue hin. Reizt mich in zukunft noch die fünde, So will ich ihre neye fliehn; Will jung mich schon der tugend weihn; Sieh, dieser tag soll zeuge seyn. 3. Oft hab' ich schon das wort gebrochen, Das ich dir in der taufe gab; Oft hab' ich besserung versprochen, und ließ dech nicht von feblern ab; Nun, heute kehr' ich ganz zu dir, Ich will mich bessern, bilf du mir. 4. Nie will ich hierin treulos werden, Nie deine guten wege fliehn. Kein scheingut, keine lust der erden, Kein unglück soll mich dir entziehn; Weich, sünde, o unglaube, weich! Gott hört es, jetzt entsag' ich euch. 5. Ja, ja, gott böret mein versprechen; Tief sieht er in mein berz hinein; Sollt ich's in zukunft treulos brechen, nem Von Gewissensangst und ew'ge vein Wird meiner falschheit strafe seyn. 6. Darum regiere du mein leben, Und mache selbst mein berz dir treu, Daß ich, o höchster, dir ergeben, Stets heilig, fromm und weise sey! Denn ohne dich ist immerdar Mein herz verkehrt und wandelbar. 7. So werd ich, herr! vor deinem throne Mich dieses heil'gen tages freun; Geschmückt mit jener siegestrone, Werd ich dann ewig selig seyn. O welch ein heil' wie freu' ich mich! Herr, nimm mich hin; dein, dein 221 Mel. Allein gott in der höh' sey 2c. 491. Herr, unfer gott erbarme In christo fünder, Und sich auch jezo gnädiglich Auf diese unsre kinder; Du nahmst sie schon bei ihrer tauf' Durch deinen sohn zu kindern auf Und erben deines himmels. 2. Zu ihres glaubens rechenschaft, Zu ihrem angelobten,( Bieb, vater, deines geistes kraft, Daß sie des glaubens proben, Voll eifer für das christenthum, Zu ihrem heil und deinem ruhm Im ganzen leben zeigen. 3. Zwar wird wohl einst in ihrer brust Auch fünde sich empören: Sie werden oft zur bösen lust Gefährlich locken hören: An sie wird der versuchung macht, Die nur zu ihrem schaden wacht, Sich unvermerkt einst wagen: 4. Alein es kann doch deine grad' In größesten gefahren, Auf ächter tugend ebnem pfad, Sie unverrückt bewahren; Erbarme dich, steh' ihnen bei, Daß ihre lebenszierde sey Be5. Sie nahen sich zu dir, o gott! Dir heilig zu versprechen; In freud' und leid, bis in den tod Den taufbund nie zu brechen; Gieb ihnen doch durch deine kraft, Die alles gute in uns schafft, Das wollen und vollbringen. 6. Uns selbsten, herr, verlasse nie, Die wir es freudig wagen, Für uns zu bitten, und für ste: Du wollst uns liebreich tragen; Ja, nimm dich aller gnädig an Und leit' uns auf die tugendbahn, Diezu dem himmel führet. 5) Für die Obrigkeiten und Unterthanen. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich: C. 492. Erhalt uns, berr, die obrigkeit, Die du uns gabst auf erden, Mit wohlstand und mit sicherheit Durch sie beglückt zu werden; Verleih ihr weicbeit, trieb und kraft, Was wahres wohl dem lande schafft, Mit sorgfalt wahrzunehmen. 2. Gieb, daß sie, deinem vorbild gleich, Uns väterlich regiere, Und stets Dritte Abtheilung. 222 an huld und weisheit reich, Die herrschaft glücklich fübre, Daß sie ein schuß der unschuld sey, Den redlichen im land erfreu, Dem unrecht kräftig steure. 3. Laß uns, durch ihren schuß bewacht, des friedens glück genießen, Und ruhig unter ihrer macht Das leben uns verfließen. Hilf, daß sie in gottseligkeit Dir diene, und in unsrer zeit Wir frucht davon empfinden. 4. Beschirme sie durch deinen schuß, Daß, die ihr übels gönnen, mit ihrer list und ihrem truß Ihr niemals schaden können. Nie fehle jeder guten that, Die unser glück zur absicht hat, Dein segnendes gedeihen! 7. Um seinen stuhl sey immerdar Recht und gerechtigkeit; Und dann beschüß ihn in gefahr, Wenn ihm und uns sie dräut. 5. Er zeig' in seinen thaten sich Als deinen treusten sohn; Den lastern sey er fürchterlich, Der tugend schuß und lohn. 8. Er wünsche nie der helden ruhm; Doch zeucht er in den krieg, Zu schüßen recht und eigenthum, So folg' ihm muth und sieg. 6. Beglückter völker liebe sey Sein edelster Gewinn; Und kein gerechter seufzer schrei Um rache wider ihn. 9. Auch ihm bast du bestimmt das ziel, Das er erreichen soll; Laß werden seiner tage viel, Und jeder segensvoll. 5. Gieb denen eifer, fleiß und treu, Die ihr sind untergeben, Daß jedermann beflissen sey, Nach seiner pflicht zu leben. Erleichtre ihr des lebens Mel. Nun kommt der heiden heil ic. müh, Mit deinem ſegen fröne sie, 494. Wer gehorcht, der thu's Und sey ihr lohn auf ewig. mit lust; Jeder, der sich wohl bewußt, Daß er nicht regie ren tann, Sey ein guter unterthan. 6. Laß sie mit uns beslissen seyn, In deiner furcht zu leben; Uns deiner overherrschaft freun, Mit ihr dein lob erheben; Caß so vor deiner majestät, Die über alle hoheit geht, Regent und volt sich beuge. 10. Sein werd in jedem flehn zu dir Mit lieb' und dank gedacht. Er hör' uns, gott! so jauchzen wir Und preisen deine macht. Mel. Nun danfet all', und 2c. 493. Es freu' der fürst des lan- gelten kann. des sich, Gott, deiner allezeit! Sein auge sehe stets auf dich; Sein herz sey dir geweiht. 2. Begnadiget mit deiner fraft, Und deines geistes voll, Gedenk' er stets der rechenschaft, Die er dir geben soll. 3. Sehr groß und schwer ist seine pflicht, Und er ein mensch, wie wir; Wie sehr braucht er vor andern licht Und rath und kraft vor dir. 4. Verleih ihm das, wenn er begehrt, Dir ähnlich, gott, zu seyn; Und laß ihn, in dein bild verklärt, Sein volf, wie du, erfreun. 2. Bist du niedrig, bis du groß, Sey vergnügt mit deinem loos, Schäm' dich deines standes nicht; Nüßlich ist doch jedes pflicht. 3. Zur gemeinen wohlfahrt sey Dem gesetze stets getreu; Gott will das von jedermann, Der es dir ver4. Echaue jesum christum an; Er war auch ein unterthan. Thu, wie er, ohn' zwang und noth Deiner obrigkeit gebot. 5. Gieb dem ruhm, dem ruhm gebührt; Schoß und zoll dem, der regiert. Gieb, als gäbst du's gott dem Herrn, Was du schuldig bist, stets gern. 6. Ordnung und gerechtigkeit, Schutz und fried' und sicherheit Ift ein glück, das man nur hat Durch der obern rath und that. 7. Leben wir gewissenhaft, Einge denk der rechenschaft; So wird gott, der höchste herr, Uns dies geben mehr und mehr. 8. Obrigkeit und unterthan, Betet drum den höchsten an; Fürchtet ihn: denn sein gericht Wird gerecht seyn, fündigt nicht. 6) Bei der Einführung Mel. Liebster jesu, wir sind hier: c. err! hier stehet unser 495. nun angetreten, Der uns künftig weiden wird; Höre sein und unser beten; Sein gebet, uns recht zu lebren, Ünser flehn, ihn recht zu hören. 2. Gieb ihm kraft, nach seinem flebn, Das verwundete zu heilen, Den verirrten nachzugehn, Den bestürzten zu zueilen, Frevler heilsam zu erschrecken Und die trägen zu erwecken. 7) Bei Einsegnung neuangehender Eheleute. 4. Mach sie in heil'ger einigkeit Zu deinem lob und dienst bereit; Zum beten und zur freud' an dir Geschickt und eifrig für und für. 5. Was ihnen ihr beruf gebeut, Das laß sie thun mit munterkeit; Und so geling' ihr treuer fleiß Zu ihrem wohl und deinem preis. 6. Und wenn des lebens last und müb Auch sie beschwert, so lenke sie, Daß jedes an dem sauern tag Des andern bürde bülfreich trag'. 223 eines neuen Predigers. 3. Ruf' ihm zu: so hab' nun acht Auf dich selbst und auf die heerde; 7. Willst du durch finder sie erfreun, So gieb zu deren zucht gedeihn; Laß sie sich christlich treu bemühn, Dem himmel solche zu erziehn. 8. Wenn freuz, nach deinem rath, sie drückt, Laß sie darin nicht unerquickt; Gieb heitre tage nach dem leid, Und leite sie zur seligkeit. nicht selbst verwerflich werde; Daß er nicht die frucht der lehre Durch den wandel selbst zerstöre. 4. Legt er endlich in das grab Lebenssatt die matten glieder, Und auch seinen hirtenstab Nach der saueen arbeit nieder: Herr! so gieb ihm dort zum lohne Die verheißne gnadenkrone. Mel. Erhalt' uns, herr, bei deinem 2c. 9. Und trennet dann auch sie der 496. Du bast gestiftet, herr, tod: So wissen wir, daß unser gott, tugendhaft geliebt, ander ewig wiedergiebt. die Schau auf dies paar aus deiner höb', Das vor dir steht, den festen bund Hier vor dir schließt mit herz und mund. 2. Mit gnade schau auf sie berab, Taß sie zusammen bis ins grab Verträglich, freundlich, gleichgesinnt, Vor allem gottesfürchtig sind. 3. Laß sie einander inniglich Stets lieben, doch nicht mehr, als dich; Von untreu fern, im Herzen rein, Keusch auch in wort und thaten seyn. Mel. Vom himmel hoch, da komm' ic. oder: Wenn gott zum haus nicht zc. 497. O gott! deß gnadenvoller rath eingesetzet hat, Der du ihn segnest, schüßzest, liebst, Und ihm glück, heil und gnade giebst. 2. Gieb diesem neuen paare heut' In deinem dienst einmüthigkeit; Und laß, so oft sie zu dir flehn, Ihr thun beglückt von statten gehn. 3. Auch wenn sie kreuz und kummer drückt, So zeige, daß du es geschickt; Hilf bald, und gieb, daß sie zuletzt Dein gnadenreicher trost ergößt wenn sie einst kinder auferziehn, Daß 4. Laß böses beispiel stets sie fliehn, durch sie gottesfurcht und treu Mit jedem tage werde neu. 5. Gieb treuen fleiß in ihrem stand, Auch segen, berr, durch deine band; Laß sie stets deinen willen thun, Und unter deinem schuße ruhn. 6. Und so sey ihre lebenszeit Durch dich stets voll glückseligkeit, Bis dich, gott vater, sohn und geist, Ihr frober dank dort ewig preist. Dritte Abtheilung. 8) Für Eltern und Kinder. Mel. Aus meines herzens grunde. Und sich befleißen jederzeit Der tu498. Aus freudigem gemüthe gend, zucht und frömmigkeit. gott binauf; Es zeugt von seiner gute Mein ganzer lebenslauf. Von dir, mein gott! von dir kommt jede gute gabe, Kommt alles was ich habe, Auch finder gabst du mir. 7. Daß wir in ihnen christen sehn, Die freudig deine wege gehn, Und menschen einst, voll lust und muth, zu thun, was edel ist und gut. 8. D hilf uns, vater, sohn und geist, Bis man dich dort im himmel preist! Dann danken noch vollkommner wir mit allen unsern kindern dir. 224 2. Laß mich stets überlegen, Daß du ibr vater bist, Und daß auch ihrentwegen Dein sohn gestorben ist. Verhüte, daß ich die Nicht ärgre, nicht verachte, Die christus selig machte: Ach, dies gescheb' ja nie! 3. Dir, vater! dir zum preiſe, Wollt' ich sie gern erziebn,! mache du mich weife, Und segne mein bemühn. Dies sey mein augenmerk, Dir, gott, sie zuzuführen, Und feines zu verlieren: Welch großes, wicht'ges werk! 4. Zu schwach sind meine fräfte zu, schwach ist mein verstand; Der finderzucht geschäfte Steht unter deiner Hand: Gott! darum bitt' ich dich, Um jesu christi w'llen.( Du wollst die bitt' erfüllen!) Regiere sie und mich. Met. Jesus, meine zuversicht 2c. 500. Gott, bir sey mein dank geweibt, Heilig dir mein ganzes leben. Denn aus freier mildigkeit Hast du selbst es mir gegeDie zur tugend mich erziehn ben; Es durch eltern mir verliehn, 2. Hilf, daß gegen sie mein berz Kindlich sey und nicht blos scheine; Und daß ich, trifft sie ein schmerz, Zu dir fromme thränen weine, Für ihr glück dir dankbar sey Und mich ihrer wohlfahrt freu'. 3. Laß auf ihre winke mich Kindlich und mit sorgfalt achten; Ja, selbst ihren wünschen mich Noch zuvorzukommen trachten: Gern, was sie verMel. Herr jesu chrift, mein 2c. 499. Die finder, deren wir gnügt, vollziehn; Stets, was ihnen mißfällt, fliehn. Sind alle, gott und vater, dein; Sind deine beste gab', o herr! Bewahre sie, barmherziger! 2. Wenn treuer eltern liebe sucht Sie aufzuziehn in deiner zucht: So steh', damit sie glücklich sey, Mit deiner weisheit ihnen bei. 3. Gieb allen kindern lehrbegier, 3um guten lust und lieb' zu dir; Und laß sie meiden obne zwang Troßz, eigensinn und müßiggang. 4. Gesegnet sey ihr unterricht! Laß sie durch deines wortes licht Dich recht erkennen; laß sie nie Gefährlich irren; 5. Im glauben mache sie gewiß; Bewahre sie vor ärgerniß Und wider der verführung list, Weil jesu ihr erlöser ist. 6. Hilf, daß sie dich an jedem ort Vor augen haben und bein wort 4. Jesus stelle mir sich dar, Er, das beispiel frommer kinder. Der der herr vom Himmel war, Gottes sobn, das heil der fünder; Er war doch von findheit an Seinen eltern unterthan. 5. Freude sey es dann auch mir, Folgsam seyn, denn das ist billig, und gefällig, gott! vor dir. Mady du selbst dazu mich willig. Wohl mir dann! es wird auch mein Dein verheißner segen seyn. Mel Aus tiefer noth schrei' ich zc. gott! ich 501. Sbert, men im weit dich bheit und um tugend. Negiere du mich väterlich In meiner frühen jugend. Laß deinen segen auf mir ruhn, Nur das zu lieben und zu thun, Was dir, mein gott! gefällig. 9. Für Herrschaften und Gesinde. 225 2. Gieb, daß sich meine eltern freun, wohlergeben. Das gute, was du mir Mich tugendhaft zu sehen. Laß ihre getban Von meiner ersten kindheit zucht an mir gedeihn Zu meinem an, O das vergilt du ihnen. 9) Für Herrschaften und Gesinde. 10 06 Mel. Machs mit mir, gott, nach zc. 2. Du beißest mich den menschen 502. Durch dich, gott, bin ich, dienen; Und bir nur folg' ich, dien' was ich bin, Und es ist deine gabe, Daß ich, als herr, so viel gewinn von meinen brüdern babe: Sie leihen ihre fräfte mir; Dies, böchster berr! verdank' ich dir. ich ihnen, Mit fleiß und treue, herr mein gott! Drum bilf mir, meiner herrschaft willen, Gewissenhaft und froh erfüllt, Als deinen willen, dein gebot. 2. Mich zu beglücken, dienen sie, Verzehren ihre kräfte, Und dulden gern des lebens müh' In meinem bausgeschäfte. Laß dieses vorrechts fromm mich freun, Nie hart, nie stolz, nie lieblos seyn. 3. Auch der geringste diener ist Bestimmt zum ew'gen leben. Für ihn und mich hat jesus christ Sich in den tod gegeben. Vor deinem richtstuhl hat mein knecht Mit mir dereinst ein gleiches recht. 4. Gott! präg dies meinem Herzen ein. als bruder ihn zu lieben, Laß immer mich beflissen seyn. Wie sollt ich den betrüben, Der über meine grausamkeit Um rache still gen himmel schreit? 5. Laß mich ihm seine saure pflicht Durch lindigkeit verfüßen. Er soll, wenn hülfe ihm gebricht, Sie stets von mir genießen. Ihn tragen will ich, ihm verzeihn, Und wird er krant, sein pfleger seyn. Mel. Was sorgst du zc. 503. Gott! dessen weisheitsvollen willen, Ein jeder mensch hier soll erfüllen, Laß meine pflicht mir heilig seyn; Laß treu mich alle meine fräfte Sich gern und willig dem geschäfte, zu dem du mich beriefest, weihn. Evangel. luth. 3. Bewahre mich vor bittern flagen, kehr' mich mein joch gelassen tragen, Und stets auf deinen willen sehn. Herr! lehr' mich reden, lehr' mich schweigen, Mich unbeweglich treu erzeigen, Und nur gerade wege gehn. 4. Der herrschaft glück soll mich erfreuen, Laß jeden fehler mich bereuen, Und frömmer werde stets mein herz. Bewahre mich vor stolz und neide, Vor ungeduld, berr, in jedem schmerz. wenn ich leide; Sey du mein trost 5. D! gieb mir weisheit, mich zu schmiegen, Gehorsam, berr, sev mein vergnügen, Und freude sey mir jede pflicht. Ich bin ja, wo ich geh' und wandle, Bei allem, was ich thu' und handle, O herr! vor deinem angesicht. 6. Du bist der treue, der gerechte, Der Herr der herren und der knechte, Der armen, wie der reichen beil. Der allerniedrigste auf erden Kann groß in deinem reiche werden, Hat dort an ew'gen ehren theil. 7. Ja, du wirst ewig mich beloha nen, In deinem himmel werd' ich wohnen, Und mich mit deinen engeln freun. Ach, herr! laß mich dies recht ermessen, Nie dein und deines reichs vergessen; So werd' ich ewig glücklich seyn. 15 226 Dritte Abtheilung. 10) Für Alte, Jünglinge, Jungfrauen, Witwen und Waisen. Mel. In allen meinen thaten: c. 504. Gott bat in meinen tagen mich väterlich getragen, Von meiner jugend auf; Hat mich auf meinen wegen Geleitet und zum segen Gelenket meinen lebenslauf. 2. Ich hatt' oft große sorgen: Doch wie ein heit'rer morgen Durch dunkle nächte bricht, So hab' ich stets erfahren: Der Herr weiß zu be wahren, Und führt durch finsterniß zum licht. 2. Du pflanztest, berr, in meine brust Berlangen nach vergnügen; Laß mich den hang zu jeder lust. Die du verbeutst, besiegen! Dein unausbleibliches gericht Vergesse meine seele nicht; Und weder glück noch leiden Laß, berr, von dir mich scheiden. meiner seele da! 7. Sch barre froh und stille, Bis meines gottes wille Mich nach dem tampfe frönt. An meiner laufbahn ende Sink ich in jesu hände; Denn er hat mich mit gott versöhnt. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher ic. ch 505. gesicht, Tu schöpfer meiner jugend! Verwirf mein kindlich flehen nicht Um weisheit und um tugend. Mein ganzes leben dank ich dir; Erbarmer, weiche nicht von mir, Damit ich deine wege Unsträflich wandeln möge. 3. Wenn, vater, sich auf meiner bahn, Mich in ihr neß zu ziehen, Verführer meiner seele nahn, So las mich flüglich fliehen. Ihr beispiel, herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner pflicht; Ihr spotten und ihr lachen Laß nie mich wankend machen. 3. War menschenrath vergebens, So kam der herr des lebens Und half und machte bahn. Ich ließ ihn thun und rathen, Denn er thut große thaten, Und nimmt sich aller mächtig an. ich 4. Bis zu des alters tagen Will ich dich heben, tragen, Und dein erretter seyn! Dies hat mir gott versprochen; Hat nie sein wort gebrochen; Deff' will ich auch als greis mich freun. 5. Er wird in meinem alter tragen; mein erhalter Ist gütig und getreu. Bin ich gleich schwach und müde: Lei ihm ist trost und friede; Er steht auch meiner schwachheit bei. 6. Nach wenig bangen stunden Hab' ich ganz überwunden: Ich bin dem Dem ziele leiden; welche bohe freuden Erwarten 506. I samfeit mein herz In voriger Melodie. ch will in stiller ein4. Der tugend heilige mich ganz, Mein schöpfer und erhalter! Eie werde meiner jugend glanz Und einst mein trost im alter. Erhalte mein gewissen rein; Laß keinen meiner tage seyn, Der nicht zu deiner ehre Von mir geheiligt wäre. 5. Ach, lebre mich den werth der zeit, Daß ich sie nie verschwende; Daß ich mit weiser tvätigkeit zum guten sie verwende. Paß meiner jugend fleiß und müh Umsonst nicht seyn, und segne sie; Laß auch durch mich auf erden Dein werk gefördert werden. zu dir erheben; Nur deinem dienste feys geweiht, Tir ewig, gott erge ben. Vernimm, o vater, mein gebät, Tas stets um licht und stärke flebt, Ganz deinen guten willen Mit treue zu erfüllen. 2. Preis dir und dank, mein schöpfer, gott! Du gabst mir meine seele. gott! Du starbst für meine feele. Preis sey dem geiste, dank und lob, Der mich zu seinem licht erhob, Der mich zur wahrheit führet, Erleuchtet und regieret. 3. Ich bin, o herr, mein gott, dein tind; Mein heil ist's, dich zu 10. Für Alte, Jünglinge, Jungfrauen 2c. lieben. O mache mich dir gleichgesinnt In allen meinen trieben; Laß meine feele keusch und rein, Stets deiner liebe wohnung seyn, Und suchen, dir vor allen, O vater, zu gefallen! 4. Vor eitler selbstgefälligkeit Bewahre meine jugend; Stets sey ihr schmuck bescheidenheit, Und ihre schönheit tugend. Kein schmuck gefalle mir, wie sie, Ten gieb mir, gieb, daß ich mich nie Für unbescheidne blicke, Um sie zu reizen, schmücke! 5. Die lust zur eitelkeit laß nicht Mein junges Herz entzünden; Sie streitet wider meine pflicht, Und locket mich zu sünden. Was hilft das prangen vor der welt, Wenn, gott, mein herz nicht dir gefällt? Drum will ich mich bescheiden In zucht und demuth fleiden. 6. Auch sey mein auge, wie mein berz Unsträflich; nie entzünde Ein freier unfittsamer scherz Geheime luft zur fünde. Die unschuld sey mein liebster ruhm; Ein guter ruf mein eigenthum, Den jeder gern mir gönne Und niemand lästern könne. 7. Gieb, daß in stiller häuslichkeit Sch eitle zeitvertreibe Stets gern entbehr', und allezeit Im guten thätig bleibe! Der umgang, der verführung drobt, Sey mir mehr schrecklich, als 8. Mit wahren frommen müss ich mich Durch frömmigkeit verbinden; Und, ihrer liebe werth, durch dich Der freundschaft glück empfinden. Laß diesen umgang sanft und rein, Mir lehrreich durch ihr beispiel seyn, Daß mich, wenn ich mich freue, Nie mein vergnügen reue. 9. Ach, sende deine hülfe mir, Dies gern zu thun! erhöre Mein brünstiges gebät zu dir, Daß ich dich ewig ehre. Dir weih' ich, gott, mein lebenlang Ter unschuld und der tugend dank; Und will, zu dir erhoben, Lich inst vollkommner loben. 227 Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 507. gott, erbarme väterlich Der witwen und der waisen dich! Sey ihr versorger; laß sie nie Verzagen; schüß' und segne fie. 2. Sey selbst ihr vater, trost und rath. Die witwe, welche finder hat, Soll, dir sie zu erziehn, sich freun; Keusch, sittsam, still, untadlig seyn. 3. Fromm, lebrreich, nur geschwäzzig nicht Sey jede; sey ein scheinend licht Für ihr geschlecht, sanft, voll geduld, Und hoffnung, herr, auf deine huld. Mel. Herr jesu chrisi, mein's lebens. der tod; Laß ſeine wilden freuden, 508. So früh bringt, gott, eine pest, mich meiden. mich 4. Es nehme, wer ihr dienen kann, Sich ihrer mild und liebreich an. Wohl dem, der sie beglückt und ehrt! Denn er ist dir und menschen werth. 5. Hilf ihnen! sey der waisen gott! Früh lehre diese dein gebot, Fleiß, demuth, dienstbeslissenheit, Zur tugend lust und willigkeit. 6. Bewahre sie vor ärgerniß, Und mach' auch ihren gang gewiß Auf deinen wegen, leite sie; Verlaß sie in versuchung nie. 7. Daß, wer sie sieht, sich ihrer freu, Und gern ihr rath und beistand sey; Daß sie, hier glücklich, sich auch dein, O gott, in deinem himmel freun! auf einer dunklen bahn Tret' ich den einen kummervollen stand! Und ach! lauf des lebens an. 2. Ich fasse deinen rathschluß nicht: Doch sey es, vater, meine pflicht, Im dunkeln auch auf dich zu sehn, Und willig deinen pfad zu gehn. 3. Wie treulich du mit mir es meinst, Dies, o mein gott, erfahr' ich einst; Vielleicht noch in der prüfungszeit, Gewiß in deiner ewigkeit. 4. Gieb stärke, daß ich dir getreu In meinem frühen leiden sey! Laß nur der tugend weg mich gehn Und stets auf deine hülfe sehn. 15* 228 Dritte Abtheilung. 11) Neujahrs- Lieder. Mel. Es ist das heil uns kommen: c. 509. Du, jott, du bist der D"; berr der zeit, Und auch der ewigkeiten! Laß mich auch Dein lob Eigene Melodie. verbreiten. Ein fahr ist abermal da- 510. Sie erden durch ihren err, den die sonnen und hin, Wem dank' ich's, gott, daß ich noch bin? Nur deiner gnad' und güte. 2. Dich, ewiger, dich bet' ich an, Dir hab' ich mich ergeben! Dir, den kein wechsel treffen kann, Bertrau' ich froh mein leben. Wir blühn und vergehn durch dich; Nur du bist unveränderlich; Du bleibst den frommen gnädig. bau voll pracht erhöhn! Durch dessen machtwort welten werden, Und welten wieder untergebn! Herr, den durch frobe lobgesänge Der kreaturen ganze menge Und aller zeiten lauf erhob; Der engel chöre nachzuahmen, Dankt unser Herz stets deinem namen, Und unsern mund erfüllt dein lob. 3. Herr, ewig währet deine treu, Mit buld uns zu begegnen; Und jeden morgen wird sie neu, Mit wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen augenblick, Da nicht von ihr stets neues glück Uns zugeflossen wäre. 2. Wie deine kraft die welt bewahre, Verkündiget der tag der nacht Ein jahr erzählt dem nächsten jahre Tie großen wunder deiner macht. Dein thron, o gott, bleibt ewig stehen. Du bleibst derselbe; wir vergehen. Wie schnell verströmet unsre zeit! Schon wieder ist ein jahr vom leben, Das deine huld uns hat gegeben, Im abgrund der vergänglichkeit. 4. Du hast auch im verfloßnen jahr Uns väterlich geleitet; Und wenn das Herz voll sorgen war, Uns hülf' und trost bereitet. Von ganzer seele preis ich dich. Auf's neue, gott, ergeb' ich mich Ganz deiner weisen führung. 3. Kommt! dies sey uns ein tag des bundes! Bleibt gott, dem böchsten, ewig treu; Und den gelübden unsers mundes Stimm' unverstellt das Herz auch bei; O land! gelobe, gott zu dienen; Und du wirst wie ein garten grünen, Den er sich selbst gepflanzet hat. Nur wandelt treu auf seinen wegen; Und aus der fülle seiner segen Macht uns dann seine gnade satt. 4. Gott, schau berab von deinen höhen! Du! der du deine menschen liebst! Erböre unser findlich fleben, Weil du uns gerne gutes giebst; Gieb unserm fürsten langes leben, Laß huld und weisheit ihn umgeben Allzeit auf seinem fürstenthron! Laß ihn auf recht und tugend schauen, Stets seines lan des wohlfahrt bauen, Und dann sey du sein schutz und lohn. 5. Tritt den gewaltigen zur seite, Die um den stühl des fürften stehn, Daß ihren anschlag glück begleite, Und sie des voltes wohl erhöhn. Auf alles, was das land kann bauen, Laß sie mit wahrer forgfalt schauen, Sie, 5. Vergieb mir die bereute schuld Von den verfloßnen tagen, Und laß doch deine vaterhuld Mich liebreich ferner tragen. Laß mich in deiner gnade ruhn, Und lehre lebenslang mich thun Nach deinem wohlgefallen. 6. Gieb neue luft und neue kraft, Vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, herr, stets gewissenhaft mit mir und andern handeln. Dein geist belebe herz und muth, Dich, o du allerhöchstes gut, Und fünde nicht, zu lieben. 7. Die welt vergeht; dies reize mich, Die böse luft zu fliehen. Um begre freuden müsse sich Mein geist schon jetzt bemühen. Denn hier ist nur mein pilgrimstand; Im himmel ist mein vaterland, Dahin, herr, laß mich trachten. treu vollenden. Der tage last erleichtre mir, Bis meine ruhe einst bei dir Kein wechsel weiter störet. 8. O mache mich geschickt, die zeit Recht weislich anzuwenden. Laß mich den lauf der ewigkeit Mit vorsicht 11. Neujahrs- Lieder. die des fürsten Hülfe sind. Der unschuld flehn, des land's begehren, Laß sie mit wahrer sorgfalt hören, Sie, die das ohr des fürsten sind. 6. Schenk weisen eifer unsern lebrern Für deiner lebre lauterkeit; Mach sie zu redlichen verehrern Der sanft muth, lieb' und frömmigkeit. Hilf ihnen, herr, daß ihre lebren Nie ohne früchte wiederkehren; Wir ganz der gottesfurcht uns weihn Laß deinen fegen auf uns fließen, Denn, herr, jie pflanzen und begießen, Von dir tommt aber das gedeihn. 7. Die obrigkeiten dieſes landes Mach' doch, Herr, ihren pflichten treu, Daß uns die wohlfahrt jedes standes Und unsers fleißes frucht erfreu. Bild' auch das Herz der zarten jugend, Und hilf, daß weisheit, fleiß und tugend In allen unsern schulen blüh. Des landes hoffnung laß gerathen, Daß man da bürger für die taaten, Und für den Himmel selbst erzich. 8. Ach, keinen laß sein heil verscherzen, Mach für ihr heil die fünder flug! Gieb trost und kraft bedrängten herzen, Und unsern armen brod genug. Dies unser flebn sey ja und amen Durch jesum; denn in jesu namen Giebst du, war unser berz begehrt. Auch dies jahr segne, dir zum preise! O vater, auch an uns beweise, Du sepest es, der gebät erhört. Mel. Werde munter, mein gemüthe. 511. Hi, ilf, berr, laß es wohl gelingen, Hilf, das neue jahr geht an; Laß es neue kräfte bringen, Neuen segen jedermann. Unsern leib, feel', bab und gut Nimm in deine vaterhut; Neues glück und neues leben Wollst du uns aus gnaden geben. 2. Laß dies seyn ein jabr der gnaden, Habe ferner noch geduld; Denn wir sind mit schuld beladen, Ach, erlaß sie uns aus huld! Wirke wahre reu und leid, Dann laß aus barmberzigkeit Uns vergebung aller fünden In dem blute jesu finden. 229 3. Du hast uns dies jahr gegeben: Gieb, daß dirs gebeiligt sey! Laß uns fromm und christlich leben, Nedlich, ohne heuchelei, Und voll nächstenliebe seyn, Auch den feinden gern verzeihn, Daß wir glücklich hier auf erden, Und dort ewig selig werden. 4. Im vertraun auf deine liebe, Gehn wir dann getrost dahin; Was ist, das uns noch betrübe, Bei dem dir ergebnen sinn? Lebend, sterbend sind wir dein, Du wirst uns stets gnädig seyn, Und uns, wenn wir zu dir treten, Schüßen, segnen und erretten. Dieses angefangne jahr! Leit' uns, 5. O, so laß uns fröblich enden berr, mit vaterbänden, Schüße uns doch in gefahr. Steh uns bei in aller Dann so können wir mit freuden noth, Auch verlaß uns niat im tod. Auch dereinst von hinnen scheiden. Mel. Nun laßt uns gehn und 2c. 512. Mit freuden laßt uns treten Vor gott, ihn Bisher noch kraft gegeben. anzubeten! Denn er hat unserm leben einem jahr zum andern; Die schnelle 2. Wir erdenpilger wandern Von flucht der stunden Wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese wandertage Sind nie ganz frei von plage; Wir gehn auf rauhen wegen der ewigkeit entgegen. 4. Doch du bist voll erbarmen Und wirst mit vaterarmen In nöthen und gefahren Uns schüßen und bewahren. 5. Erhalter unsers lebens, Wir sorgen ja vergebens, Wenn du uns nicht beschüßest, Mit kraft nicht unterstüßest. 6. Lob dir, o gott, dem treuen, Durch den wir uns erfreuen; Lob deinen vaterhänden, Die so viel noth abwenden. 7. Hör' ferner unser fleben, Und cil' uns beizusteben; Gieb mäßigung in freuden, eduld und trost im leiden. S. Gieb uns und allen denen, Die sich von herzen sehnen Zu thun, berr, deinen willen, Auch kraft, ihn zu erfüllen. 230 Dritte Abtheilung. 11. Neujahrslieder. 9. D, wehre du den kriegen, Laß| der augenblick, Der einst, o herr, menschenliebe siegen, Und wo nur aus dieser zeit Uns führt zu deiner thränen fließen, Sich deinen trost herrlichkeit. ergießen. 10. Gieb deinen reichen segen Zu allen guten wegen. Laß großen, herr, und kleinen Die gnadensonne scheinen. 11. Sey der verlaßnen vater, Der irrenden berather, Der unversorgten gabe, Der armen hülf' und habe. 12. Hilf gnädig allen kranken; Gieb fröhliche gedanken Den kummervollen seelen, Die sich mit sorgen quälen. 13. Vor allem, herr, verleihe Uns deinen geist aufs neue, Der uns mit tugend ziere, Und so zum himmel führe. 14. Das wollest du uns geben, Du herr von unserm leben; So gehen wir im segen Der ewigkeit entgegen. Mel. Vom himmel hoch da komm zc. 513. Verflossen ist das alte jahr, Das uns ein jahr der gnade war; Herr jesu, frcudig bringen wir Dir unsern frohen dank dafür. 2. O gottes eingeborner sohn, Wir nahen uns zu deinem thron, Und bitten um barmherzigkeit Für deine ganze christenheit. 3. Erhalte doch an jedem ort, Zum unterricht und trost dein wort; Erhalt uns, deinem dienste treu, Von sünd und aberglauben frei. 4. Laß uns dem bösen widerstehn, Und freudig deine wege gehn; Bestrafe dann durch dein gericht Des alten jahres sünden nicht. 5. Beweis in diesem jahre dich An uns aufs neue väterlich; Wach' über unser ganzes land, Und segne kuldreich jeden stand. 6. Dem leib gieb sein bescheiden theil, Den ſeelen stets mehr licht und heil, Und laß dies jahr, das wir dir weihn, Ein gnadenreiches jahr uns seyn! 8. Dann danken und frohlocken wir Mit allen engeln ewig dir. O treuer heiland, laß uns dein Im leben und im tode seyn! Mel. Allein gott in der höh' sey zc. er schuf die sonne und 514. uns licht und freud' zu geben? Gott ist es, der uns noch verschont, Und noch erhält im leben; Er forget für uns tag und nacht; Auf, laßt uns seine güt und macht, Voll frohen danks, erheben! 2. Herr, der da ist, und der da war! Von dankerfüllten zungen Sey dir für das verfloßne jahr Ein hei lig lied gesungen; Für leben, wohl fahrt, trost und rath, Für fried' und ruh, für jede that, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies jahr gesegnet seyn, Das du uns neu gegeben. Verleih uns kraft, denn sie ist dein, In deiner furcht zu leben. Du schüßest uns und du vermehrst Der menschen glück, wenn sie zuerst Nach deinem beifall streben. 4. Gieb uns, wofern es dir gefällt, Des lebens ruh und freuden; Doch schadet uns das glück der welt, So gieb uns kreuz und leiden. Nur gieb zugleich ein freudig berz, Und laß uns nicht in noth und schmerz Die glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem volke väterlich In diesem jahre wieder. Erbarme der verlaßnen dich, Nähr' unsre armen brüder. Gieb glück zu jeder guten that, Und laß dich, gott, mit heil und rath Auf unsern fürsten nieder. 6. Daß weisheit und gerechtigkeit Auf seinem stuble throne; Daß tu gend und zufriedenheit In unserm lande wohne; Daß treu' und liebe bei uns sey; Dies, herr und vater, dies verleih In christo, deinem 7. Laß fromm uns leben, uns zum glück; Dann schreckt uns nicht sohne. 12) Von den vier Jahreszeiten. a. Vom Frühling. 515. mel. Sout' ich meinen gott 2c. och am himmel steht die sonne, Länger strahlt uns nun ihr licht. Alles leben athmet wone, Wonn' ist jedes angesicht. Pracht des frühlings senkt sich nieder In die wälder, auf die flur. Die erstorbene natur Lebet auf und wirket wieder. Opfre meinem schöpfer dank! Preis ihn fröhlich, mein gesang! b. Vom 5. Duftend und im feierkleide Prangt die blühtenreiche flur; Jede blume lächelt freude Vor dem schöpfer der natur, Der mit thau die erde tränket Und sie wärmt, bis ihre saat, Wenn sie sich entwickelt hat Sich von früchten schwer nun senket. Bringe meinem schöpfer dank! Preis' ihn fröhlich, mein gesang! 2. Schreckenvolle stürme heulen Nun nicht durch die luft daher, Und die vollen segel cilen Ruhig wieder hin aufs meer. Nicht mehr strömen regengüsse, Deren fluth das thal erfüllt, Und kein dicker nebel hüllt Stadt und land in finsternisse. Opfre meinem schöpfer dank! Preis' ihn fröhlich, mein gesang! 3. Munter zu der arbeit wallet Nun der landmann hin ins feld, Und sein fröhlich lied erschallet Hoffnungsvoll dem Herrn der welt. Er vertraut die saat der erde, Ehrt durch fromme zuversicht Seinen gott und zweifelt nicht, Daß sie gut gerathen werde. Opfre meinem schöpfer dank! Preis' ihn fröhlich, mein gefang! 6. Dieser frühling, wie geschwinde, mein gott, wird er verblübn! Wie ein schiff vom stoß der winde Fortgeführt, wird er entfliehn! Aber dort vor deinem throne Wird ein ew'ger frühling sein; Ewig wird er die erfreun, Die dich ehr'n in deinem sohne. Opfre meinem schöpfer dank! Preis ihn fröhlich, mein gesang! 7. Diese berrlichkeit der erde Ist ein schatten von dem licht, Das ich ewig schauen werde Dort' vor gottes angesicht; Auch das freudenvollste leben 4. Sebt, wie in die weiten felder hier auf erden, ist nur tod Gegen Freudenvoll die heerden ziehn; Fröh- jenes, das mir gott Dort verheißen lich wandern durch die wälder Satter hat zu geben. Opfre meinem schöpfer thiere schaaren hin. Hört der vögel dank! Preif' ihn ewig, mein gefang! Mel. Allein gott in der höh' scy. 516. gott! so bald der tag erwacht, Erfreust du, was da webet; Und abends danket deiner macht, Was auf der erde lebet. Voll segens machst du unser land, Und schenkest uns mit milder hand Die frucht, die uns ernähret. 2. Du giebst uns regen früh und spät, Und jeder grashalm zeuget Von dir, vor dessen majestät Die volle ähr' sich neiget. Daß flur und auen sich erneun, Dazu giebt deine huld gedeihn Durch sonnenschein und regen. 231 3. Du frönst mit unerschöpfter band Das jahr in sommerzeiten, und schüttest fanfte chöre; Hier der lauten nachtigall, Dort der lerche froben schall! Alles bringt dem schöpfer ebre! Bring, auch du ihm lob und dank! Preis ihn fröhlich, mein gesang! Sommer. auf das ganze land Des segens lieblichkeiten. Es triest von ihrem milden guß nun über berg und thal dein fuß. Wir freun uns seiner spuren. 4. Das korn, von deinem segen schwer, Bedecket nun die selder; Die freude breit't sich weit umher, Auf wiesen und durch wälder, In jedem thier, das du ernährst, Und dem du überfluß gewährst, Mit freuden satt zu werden. 5. Der fromme landmann bringt dir dant Für deinen milden segen. Dir schallt sein froher lobgesang Aus voller brust entgegen. Wir stimmen in sein lied mit ein, Und wollen dir, herr, dankbar sein Für so viel reiche gaben. 232 Dritte Abtheilung. c. Vom Herbst. Mel. Erhalt' uns, herr, bei 2c. 517. Du got und vater aller wie es dir gefällt; Doch theilest du die jahreszeit Mit weiser unpartheilichkeit. 2. Der naben sonne glanz und kraft Hat uns nun freud' und brod verschafft; Nun eilt sie andern brüdern zu: Sc weis' und gnädig herrschest du. 3. Zwar flieht uns jetzt die sommer- 6. Der armen hütten decke du Mit luft, Dafür erfreust du unsre brust deinem segen, vater, zu. Wenn frost, Mit dieses jahres speis' und trank: Owenn hungersnoth sie drückt, Schaff dafür sagen wir dir dank! hülfe, welche sie erquickt. Mel. Auf christenmensch! auf! 20. 518. Des es jabres schönheit ist nnn fort! Wie traurig stehn die triften! Es stürmt ein ungestümer nord Aus schwer beladnen lüften. Die erde starrt vom froste nun, Und ihre nahrungskräfte ruhn. 2. Wohl mir bei dieser rauhen zeit! Ich darf vor frost nicht beben. Mich schützt mein dach, mich wärmt mein fleid, Und brød erhält mein leben. Auf meinen betten schlaf' ich ein Und kann mich fanfter ruhe freun. d. Vom Winter. 3. So hat's der arme bruder nicht, Dem brod und kleidung fehlet, Den, wenn es sehr daran gebricht, Frost oder hunger quälet. Und dreifach fühlt er seine pein, Wenn krankheit plagt und finder schrein. 4. Bald wird ersterben die natur; Jedoch ſie schläft und ruhet nur, Em pfängt zum neuen leben Das deine band ihr wieder schafft. Erleichtre allen ihre noth, Die in der 5. Inmittelst segne uns, o gott! rauhen jahreszeit Kein obdach, so wie uns, erfreut. 2. Daß nicht in tiefem schlummer Des lebens licht verlischt, Und daß mich, frei vom fummer, Ein fanfter schlaf erfrischt: Cies dank' ich deiner macht und deiner vatertreue. 4. O zaudre, zaudre nicht, mein herz, Jbm liebreich zuzucilen! Führ seinen jammer, seinen schmerz, Dein brod mit ihm zu theilen; Wer seiner brüder noth vergißt, Verdient nicht, daß er glücklich ist. Die in der stille klagen, Da wärm' 5. Vor tausenden bist du beglückt, und nahrung dich erquickt In diesen rauhen tagen. Lobsinge, frohes berz, in mir, und bringe gott den dank dafür! 6. Sieh nicht auf das, was dir noch fehlt, Und mancher mehr besihet: Nein; auf die noth, die andre quält, Auf gott, der dich beschüßzet. Ach vater! lindre icden schmerz, Und gieb mir ein zufriednes herz. Morgen- Lieder. 13) Mel. Aus meines herzens grunde. 519. mächtiger, ich bebe beiterem muth erwacht. Mein aug' empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, Und neuer dank dafür! Herr, deine huld ist groß, Und niemals hat das lallen Des dankes dir mißfallen, Das aus dem Herzen floß. Durch sie bin ich auf's neue Mit 3. Beschüßer unsrer seelen, Ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wählen? D wähle du für mich!( Sieb, was mir nüßlich ist. Gott, dem ich alles danke, Mich stärke der gedanke: Daß du stets um mich bist. 4. Er stärke mich, mit freuden Zu thun, was dir gefällt; Er tröste mich im leiden; Und will die lust der welt Mich jemals nach sich ziehn, Helf' er 13. Morgen- Lieder. mein herz bewahren, Helf er mir die gefahren Der fünde sehn und fliehn. 5. Beglücke du die meinen Nach deiner gütigkeit. Verlaß der armen keinen, Wend' alles herzeleid. Du willst zwar gern erfreun, Eilst allen beizustehen: Doch soll der liebe flehen Dir auch gefällig seyn. 6. Gott, dem ich angeböre, Dein segen rub auf mir. Mein seufzen, meine zähre, Erbarmer, ist vor dir; Deß soll mein herz sich freun: Wer dir nicht traut, der bebe! Ich sterbe oder lebe, So bin ich ewig dein. Mel. Gott des himmels und der 2. er du alle deine werke 520. D Liebtest, gott, von ewigkeit, Du bist auch mit huld und stärke Ihnen nahe in der zeit. Deine güt' und deine treu' Ist mit jedem morgen nen. 2. Unter vielen millionen Siebst du liebreich auch auf mich; Sicher läsfest du mich wohnen, Und beschirmst mich väterlich. Dafür preist mit neuem dank Dich mein froher lobgesang. 3. Darf ich, erd' und staub, es wagen, Heut' zu dir empor zu sehn? Meinen fumer dir zu klagen? Kindlich frei dich anzuflehn? Ja durch christum habe ich Dieses zutraun gegen dich. 4. Du läßt meine fümmernisse, Bin ich redlich fromm, entfliehn. So wie alle finsternisse, Da die morgensonn' erschien. Keine forge raubt dann mir Meine freudigkeit zu dir! 5. Tu gewährst mir neue stunden Zur vollbringung meiner pflicht, Werd ich da nur treu befunden, so bin ich voll zuversicht, Wenn mein richter nun erscheint, Der erhabne menschenfreund. 6. Stärke du mich schwachen; leite Mich mit deinen segnungen. Ich ergebe mich auch heute Deinen weisen fügungen. Herr, mich sieht dein vaterblick: O, wie groß ist dies mein glück! Mel. Aus meines herzens grunde. 521. Des morgens erste stunde dir weihn. Mein herz stimmt mit dem Will ich, mein gott, munde Zu deinem lobe ein. Ja, laß 233 den ganzen tag Mich so vor dir, herr, wandeln, Taß ich nicht blos fromm handeln, Nein, auch from denken mag. 2. Fromm laß mich, doch gesellig; Klug, doch von falschheit rein; Freimüthig, doch gefällig; Und stark zur tugend seyn; Auch standhaft in der noth; Kein zorn schwäch' meine liebe, Rein ernst der sanftmuth triebe, Kein scherz die furcht vor gott. 3. Was dein gebot verleget, Laß nie mit lust mich schaun; Wenn es die welt ergößet, Erweck' es mir doch graun. Schnell wirkt des lasters gift. Nichts, nichts sey mir verbaster; Doch daß mein baß das laster, Nicht meinen nächsten trifft. 4. Des nächsten chre schmälern, Entebrt mein christenthum. Ein ruhm aus fremden fehlern Ist schande und kein ruhm. Laß mich das richten fliehn; Nie schlimm, was gut ist, deuten, Und, seb ich andre gleiten, Es jedem aug' entziehn. 5. Bei fleiß und arbeit schleiche Kein geiz sich in mein berz, Und fremde noth erweiche Mich leicht zu edlerm schmerz. Kein glück, das andern blüht, Empöre mich zum neide; Und kein genuß der freude Verzärtle mein gemütb. 6. Bewahr' an diesem tage Mich vor gefahr und leid, Und trifft mich eine plage, So gieb gelassenheit; Nur bilf, o vater, mir, Daß ich sie nicht verschulde, Nicht murre, christlich dulde, Voll zuversicht zu dir. 7. Wie bald ist überwunden. Das leiden dieser zeit; Auf wenig bange stunden Folgt glück in ewigkeit: Dies stärket mich in noth, Daß ich nicht ängstlich zage; Am letzten meiner tage Giebt dies mir much im tod. 8. Der tod komm, willst du, heute; Denn da ich dein, berr, bin, So giebst du, daß er leite( Sewiß zu dir mich hin; Und wenn er kommen soll, Soll er mich frei von sünden, Dir wohlgefällig finden: Dann, vater, sterb' ich wohl. Mel. Wie schön leuchtet der zc. 522. Dich seh ich wieder, mormich der edeln pflicht, Dem höchsten 234 lobzusingen. Ich will voll frommer dankbegier, O mildester erbarmer, dir Preis und anbetung bringen. Schöpfer, Vater! Deine treue Rührt aufs neue Mein gemüthe. Froh empfind ich deine güte! 2. Du warst auch diese nacht um mich. Was wär ich, hättest du nicht dich So bülfreich mir bewiesen? Zu meinem leben segest du Jeßt einen neuen tag binzu; Sey hoch dafür gepriesen! Durch dich Bin ich, Und ich merke Neue stärke; Dich erhebe Herz und mund, so lang ich lebe! 3. Verleih, o gott der lieb' und macht, Daß fünd' und gram, wie diese nacht, Auf ewig von mir fliehe! Daß ich die kurze lebenszeit In christ-| licher zufriedenheit Zu nüßen mich bemühe. Prüfe, Siebe, wie ich's meine, Dir ist keine Meiner sorgen, Auch die kleinste nicht, verborgen. Dritte Abtheilung. 4. Ich bin ein christ; o herr, verleib', Daß ich des namens würdig sey! Mein ruhm sey deine gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein irrend schaaf; erhalte mich, Mein hirt, auf deinem pfade. Stärk mich, Daß ich Stets mich übe, Deine liebe Zu betrachten, Ueber alles dich zu achten. 5. Auch im geräusch der welt soll mich Der heilige gedank' an dich Oft still zu dir erheben. Im dunkeln thale wall ich hier; Einst nimmst du mich hinauf zu dir, Zum licht und höhern leben. Auf dich Hoff ich. Herr, ich werde mich der erde Gern entschwingen, Dir dort ewig lobzusingen. 2 Wie oft warst du mit hülfe nah, Wenn ich den tod fast vor mir sab! Wie oft sank ich in meinem lauf, Und du balsst väterlich mir auf. 4. Vergossen hast du mir zu gut, Sohn gottes, dein so theures blut! Du bists, der liebreich für mich starb, Und mir des Vaters huld erwarb. In bekannter Melodic. 524. S ott des himmels und 523. Du erfüllt, Mich, und beil'ger geift! Der es tag und Mel. Vor deinen thron tret' 2c. schufst, von der erden, Vater, gott, nach deinem ebenbild; Ich bin und leb allein durch dich, Du nährst, erhältst, und schüßzest mich. nacht läßt werden, Sonn' und mond uns scheinen heißt; Dessen starke band die welt, Und was drinnen ist, erhält. 3. Gesundheit, leben und verstand Empfing ich, herr, aus deiner hand, Ein christlich herz, das gern vergiebt, Und alles gute redlich liebt. 5. Du starbst ja auch zu meinem heil, Durch dich hab' ich am himmel tbeil; Ich kann durch dein verdienst allein Hier ruhig und dort selig seyn. 6. Gott, heil'ger geist, du, dessen fraft In uns ein neues leben schafft: Das gute, was ich hab an mir, Kommt durch dein wort, kommt ganz von dir. 7. Durch dich erkenn ich, als ein christ, Daß gott mein treuer vater ist; Und daß mein Herz ihn kindlich ehrt, Hat mich dein theures wort gelehrt. 8. Dies wort ist meiner seelen licht, Dies giebt mir kraft und zuversicht In aller trübsal, aller noth, Und endlich auch gewiß im tod. 9. Drum preis' ich dich zur morgen-( mittags-, abends-) zeit, Dreieiniger, voll dankbarkeit, Für deine langmuth und geduld, Für alle proben deiner huld. 10. Sey auch nun ferner, herr, mein schußz, So biet ich jedem unfall trup: Leib, seel' und leben, haab und gut Befehl ich deiner vaterhut. 11. Verleih, o herr, zu deinem ruhm, Daß immerfort mein christenthum Aufrichtig und rechtschaffen sey, Nicht augenschein, noch heuchelet. 12. Dann wird mein ende selig seyn; Und bricht dein großer tag berein, So wecke und verkläre mich! Dann preis ich ewig, ewig dich. 2. Gott, ich danke dir von herzen, Daß du mich in dieser nacht Vor gefahr, angst, noth und schmerzen Hast so gnädiglich bewacht, Und bei aller meiner schuld, Mich noch trägst mit vaterhuld. 3. Ich gedenk an meine fünden, An die strafen, die mir drohn; Laß mich trost und gnade finden! Denn ich glaub 13. Morgen- Lieder. an deinen sohn, Der für meine missethat Sich am kreuz geopfert hat. 4. Dir will ich an diesem morgen Ganz zu deinem dienst mich weihn; Will für meine seele sorgen, Will dir trev, gehorsam seyn: Dann werd' ich erschrecken nicht, Wenn erscheinet dein gericht. 5. Auf der bahn der tugend leite Du mich selbst, verlaß mich nicht; Und verleihe mir auch heute Muth und kraft zu jeder pflicht. Dein geschenk, Die gnadenzeit, Werde nie von mir entweiht. 6. Deinem schußze sey ergeben Alles, was ich hab und bin. Dir vertrau' ich feel und leben, Werf' auf dich die sorgen hin. Segne mich zu deinem ruhm, Denn ich bin dein eigenthum. 7. Hülfe wollest du mir senden, Wenn gefahr und noth mir drobt; Alles mir zum besten wenden, Es sey leben oder tod. Sterb' ich, herr, so bringe du Mich zu jener himmelsruh. 8. Höre, gott, was ich begehre; Gieb mir, was dein wort verheißr! Dir sey preis und dank und ebre, Dir, o vater, sohn und geist; Du erhörst gebät und flehn; Ewig will ich dich erhöhn. Mel. Warum betrübst du dich ze. 525. gefund erwachen ließ, Sey preis und froher dank! Ihm bring' ich dieſes offer heut; Shm sey mein ganzes herz geweiht. 2. Sieh, herr, ich unterwinde mich, Mit dir zu reden, obgleich ich Zum theil nur asche bin. Gleich einem todten lag ich hier, Daß ich noch lebe, dank ich dir. 3. Ein jedes gut, dess' ich mich freu, Empfang' ich jezo wieder neu Aus deiner milden hand. Min auge wird, wobin es blickt, Von wundern deiner buld entzückt. 235 5. O du, den meine seele preist! Erwecke mich durch deinen geist Zur übung meiner pflicht; Er helfe meiner schwachbeit auf, Bis ich vollende meinen lauf. an bm, der das licht ent4. Dich, dem ich nichts vergelten kann, Dich, vater, bet' ich findlich an; Ich opfre dir mein berz. Ein herz, voll lieb' und zuversicht, Ein dankbar berz verwirst du nicht. 6. Ein gut gewissen sey mein theil, Dies wirk' in mir, o herr, mein heil, Und segne meinen fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, Und alles steht in deiner band. 7. Die blume kleidest du mit pracht, Nährst jeden vogel, gott der macht! Bin ich nicht mehr denn sie? Sch werfe meine sorg' auf dich, Du, mein erbarmer, sorgst für mich. Mel. Befiehl du deine wege 2c. 526. obt gott am frohen mor. gen, ihn, in der nacht, Da wir ganz ohne sorgen Sanft schliefen, für uns wacht. Der uns im schlaf erquicket, Und unfre kraft erneut; Für uns die erde schmükfet, Uns jeden tag erfreut. 2. Ihn preist der engel heere Mit hohem lobgesang; Auf, singt in ihre chöre, Auch euern frohen dank. Wer sollte gott nicht loben, Und ihm nicht dankbar seyn? Da seiner güte proben Sich jeden tag erneun. 3. Dir will ich mich ergeben, Durch den ich leb' und bin; Denn dies mein irdisch leben Eilt schnell zum tode bin; Bald ist es ganz verschwunden: Doch stunden, Das glück der ewigkeit. 4. Dies reize meine seele Zum fleiß im guten an, Daß ich nichts denk' und wähle, Was dir mißfallen kann: Dann kann ich nicht verderben; Ich fürchte nicht den tod: Ich werde selig sterben, Denn ich bin dein, o gott! 5. Dann tröstet mich der glaube; Ich werd' nicht ganz vergebn! Ich werd' erweckt vom staube Zum bimmel auferstehn. Dies will ich nicht vergessen, Und dieser Hoffnung voll, Will täglich ich ermessen, Was ich dann werden soll. 6. Durch dies gestärkt ermüde Ich in der tugend nicht. Mich stärket gottes friede Mit kraft und zuversicht. Ich siege in dem streite, Des sieges lohn ist nah. Getrost! vielleicht ist heute Des kampses ziel schon da. 236 Dritte Abtheilung. Mel. Ich dant' dir schon durch) zc. 527. Mei ein erst geschäft sey preis und dank! Er hebe gott o feele! Der herr hört deinen lobgesang, Lobsing' ihm, meine seele. 2. Mich selbst zu schüßen ohne macht, Lag ich, und schlief in frieden. Wer schafft die sicherheit der nacht, Und ruhe für die müden. 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein leben zu bewahren? Wer stärkt mein blut in seinem fleiß, Und schüßt mich vor gefahren? 4. Wer lehrt das auge seine pflicht, Sich sicher zu bedecken; Wer rust dem tag und seinem licht, Uns wieder aufzuwecken? 5. Tu bist es, gott und herr der welt, Und dein ist unser leben. Du bist es, der es uns erhält, Und mirs jest neu gegeben. 6. Gelobet feyst du, gott der macht! Gelobt sey deine treue, Daß ich nach einer sanften nacht Mich dieses tags erfreue. 7. Laß deinen segen auf mir rubn, Mich deine wege wallen, Und lehre du mich selber thun Nach deinem wohlgefallen. 8. Nimm meines lebens gnädig wahr: Auf dich hofft meine seele. Sey mir ein retter in gefahr; Ein vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein herz voll zuverficht, Erfüllt mit lieb' und ruhe; Ein weises herz, das seine pflicht Erkenn' und willig thue. 10. ich, dein Dir zu gefallen strebe: Dir treu erge ben, gut gesinnt In deinem reiche lebe. 11. Daß ich, dem nächsten beizu stebn, Nie fleiß und arbeit scheue, Mich gern an andrer wohlergebn, Und ibrer tugend, freue. 12. Daß ich das glück der lebenszeit In deiner furcht genieße, Und meinen lauf mit freudigkeit, Wenn du gebeutst, beschließe.. Tel. Wer nur den lieben gott: c. 528. Mein gott, auch dieser neue morgen Verkündigt deine gnade mir. Mit mir erwachen meine sorgen, Jedoch, and mein vertraun zu dir. Ich werfe meinen fummer hin Auf dich, durch den ich leb' und bin. 2. Ich bin noch immer auf der erde, Wo alles wohl sich mischt mit web, Und ich, zu größerer beschwerde, So manchen fehltritt noch begeh. Gott, der mich schüßet und ernährt, Wär ich doch deiner liebe werth. 3. Laß den entschluß mein herz erfüllen, Stets gern zu thun, was dir gefällt. Es gehe mir nach deinem willen, weiser herrscher aller welt! Schließ mich in deine vorsicht ein, Dein will ich tod und lebend seyn. 4. Vergieb mir, vater, alle sünde, Vergieb, was ich nicht recht getban. Nimm mich zu deinem gnadenkinde Um meines mittlers willen an. In seinem namen bitt' ich dich! Er litt und starb ja auch für mich. 5. Hilf du in allen sachen ratben; Ich bin mir selbsten nicht genug. Be hüte mich vor missethaten, Vor böser menschen list und trug; Erbalt mich auf der tugend bahn; Was ich dann thu, sey wohlgethan. 6. Bewahre mir leib, seel' und leben, Verwandte, freunde, ebr' und gut. Willst du mir kreuz zu tragen geben, So stärke mich mit troft und muth; Und willst du mich mit glüd erfreun, So laß mich dir auch dankbar sepn. Rel. Christus, der ist mein leben: c. 529. Noch läßt der berr mich leben! Mit fröblichem gemüth Eil' ich, ibn zu erheben, Er hört mein frohes lied. 2. 3u ibm ruft mich jest wieder Ter morgensonne pracht, Sch falle vor ihm nieder, Der sie und mich gemacht. 3. Du herrscher aller welten, Nim dich auch meiner an; Wie soll ich dit vergelten, Was du an mir gethan? 4. Wirst du nach opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir. Duforderst nur vertrauen Und liebe, gott, von mir. 5. Drum will ich dir lobsingen, Mich deines namens freun, Nach 13. Morgen- Lieder. deiner gnade ringen, herz dir weihn. Mein ganzes 6. O tilger meiner sünden, Mein beiland, jesu christ! Laß mich den troft empfinden, Daß du mir gnätig bist. 7. Dir bab' ich mich ergeben, Ich freue mich in dir. Viel köstlicher als leben, Ist deine güte mir. 8. führe mich auch heute Aufwahrer tugend pfad. Du, ewigweiser! leite Mich selbst nach deinem rath. 9. Noch eins laß mich erfleben: Das christlich weise herz, Auf dich stets auf zusehen In freuden, wie im schmerz. 10. Laß mich am ersten trachten Nach dem, was dir gefällt: Mehr deinen beifall achten, Als allen ruhm der welt. 11. Laß mich dir findlich trauen. Das gute redlich thun, Getrost gen himmel schauen, In deinem willen rubnt. 12. Daß frei vom dienst der sünde, Getroft und glaubensvoll, Der tod alsdann mich finde, Wenn ich einst sterben soll. In bekannter Melodie. 530. Mach auf, mein herz, 237 7. In allen meinen thaten Wollst du mir selber rathen; Mich stets zum besten leiten; Zum himmel auch bereiten. 8. Auf allen meinen wegen Begleite mich dein segen: Dein wort sey meine speise Auf meiner pilgerreiſe. 5 Hör meinen dank, mein fleben: Du kannst ins herze seben, Und weißt, daß ich zur gabe Für dich nichts bessers babe. 6. Du wollst in meinen tagen Mich ferner buldreich tragen: Mir deinen fegen senden; Dein wert an mir vollenden. Mel. Werde manter mein gemüthe ic. 531. Wenn ich einst von jenem schlummer, Welcher tod beißt, aufersteh; Und erlöst von allem fummer, Jenen schönen morgen seh; O dann wach ich anders auf. Schon am ziel ist dann mein lauf. Sorgen, die mich ängstlich machten, Werd ich dann für träume achten. 2. Hilf, daß feiner meiner tage, Geber der unsterblichkeit, Im gericht mich einst verklage, Er sey ganz von mir entweibt. Auch noch jetzt bin ich erwacht, Dank sey deiner güt' und macht; Laß mich beilig und im segen Jeden tag zurücke legen. 3. Daß ich frob gen himmel sebe, Wenn mein letzter tag erscheint, Wenn zum dunkeln thal ich gehe, Und mein freund nun um mich weint. Lindre dann des todes pein; Laß mich da am stärksten seyn, Daß ich ihn zum bimmel weise, Und dich, herr des todes, pfer aller dinge, Dem geber aller güter, treuem büter. 2. Mit göttlichem erbarmen Be- 532. 3erwacht, Drum bring u deiner bin ich decktest du mich armen; Und stärkteſt mein vertrauen, Der sonne licht zu schauen. ich ruhm und preis Dir, gott, der durch die ruh' der nacht Uns zu erquicken weiß. 3. Und dies, berr, ist geschehen: Ich kann das licht noch sehen. Du machst, daß ich aufs neue Mich meines lebens freue. 2. O vater, deine gütigkeit Sst alle morgen neu. Du thust uns wohl zu aller zeit, Und groß ist deine trea. 4. Du mußt ein opfer haben; Hier bring ich meine gaben: Mein leib, mein feel und leben Sey dir, berr, ganz ergeben. 3. Jest schenkst du mir zu meinem beil Von neuem einen tag. Gieb, daß ich davon jedes theil Mit weisheit nützen mag. Mel. Kun danfet al' zc. 4. Die zeit, in deinem dienst vollbracht, Bringt ewigen gewinn, So fließe vor dir, gott der macht, Auch dieser tag mir hin! 5. Gieb, daß ich fern vom müssiggang, In meinem stande treu, Und wem ich kann, mein lebenlang Bereit zu dienen sey. Dritte Abtheilung. 238 6. In allem, was ich denk' und thu', Sey dein gebot vor mir; Und wenn ich von geschäften ruh', Sosey mein herz bei dir. 7. Was du mir zum vergnügen giebst, Vermehr in mir die lust, Ganz dein zu seyn, der du mich liebst Und so viel gut's mir thust. 14) Mel. Werde munter mein gemüthe. 533. Auf, feele! werde munter! Lob ist immer deine pflicht: Denn die sonne geht zwar unter, Aber gottes güte nicht, Heut' auch hat sie mich genährt; Heut' auch freud' und trost gewährt, Vor gefahren mich beschüßet, Meine schwachbeit unterstüzet. Abend- Lieder. 8. Wenn sorg' und kummer mich befällt, So laß mich auf dich schaun, Und deiner vorsicht, herr der welt, Mit frohem muthe traun. 9. An deiner gnade g'nüge mir! Sie ist mein bestes theil; Mein trost und meine zuflucht hier, Und dort mein volles heil. 5. Gieb nun bis zum froben morgen Meinem leibe sanfte ruh, Durch dich schlaf' ich obne sorgen, Wenn ich schlafe, wachest du. Seel' und leib befehl ich dir; Walt allmächtig über mir. Sey auch du der gott der meinen; Laß sie ruhen als die deinen. 6. Ach, laß uns kein banges schrecken, Weder raub noch feuersalutb, Plößlich aus dem schlafe wecken; Halt uns, berr, in deiner hut. Hilf, wenn krankheit oder tod Uns im sichern schlafe droht, Schickst du aber schnelles sterben, So geschebs nicht zum verderben. 7. Höre, vater; ach erhöre, Was dein kind von dir begehrt. Osohn gottes, dir zur ehre Werd' es mir durch dich gewährt. Heil'ger geist! verlaß mich nicht. Gieb mir kraft und zuversicht. Hör', dreieiniger! mein fle hen. Amen! ja! es wird geschehen. 2. Stets verehret, hochgepriesen Sey, mein treuer gott, von mir; Was du gutes mir erwiesen, Dankt mein ganzes Mel. Nun ruhen alle wäider zc. leben dir. Du hast, war ichs schon nicht 534. Befreit von allem tumnun in werth, Dennoch mein gebät Das ich beut, als ich erwachte, Dir durch jesum glaubig brachte. 3. Gott, da ich voll danks erzäble, Wie so groß dein woblthun war; Stellen sich auch meiner seele Die begangnen sünden dar. Ihre zahl ist gar nicht klein. Denn nicht wort und werk allein: Nein, gedanken und geberden können mir zur sünde werden. 4. Doch von ernster reu durchdrungen Wag' ichs, gott, mich dir zu nahn. Steb nicht die beleidigungen, Sieh den tod des mittlers an. Sprich mich frei von straf nnd schuld; Schenk mir ferner deine buld; Laß vergebung aller sünden Mich durch meinen mittler finden. süßem schlummer Ein theil der müden welt. Auf, sammelt euch, ihr kräfte! 3um feligsten geschäfte, Zu einem dank, der gott gefällt. 2. Lobsinge, seel'! und sage, Wie auch an diesem tage Mein gott mir wohlgethan. Durch jesu blut versöhnet, Mit gnad und beil gekrönet, Bet ich dich, vater, findlich an. 3. Dein ist's, daß ich noch lebe, Jetzt deine treu' erhebe, Mich deiner liebe freu'. Zu jeglichem geschäfte Verliebst du mir die fräfte, Und standest mir auch segnend bei. 4. Zwar want ich oft und gleite. Sch weiß, mein gott, auch heute Sind meiner fehler viel; Doch du hast mich geleitet, Und, wenn mein fuß gegleitet, Es nicht gestattet, daß ich fiel. 5. Umsonst sinnt mein gemütbe, Wie es, berr! deine gute Nach wür den preisen soll. Doch hab' ich sie empfunden, Denn jede meiner stunden Ist, vater, deines wohl: huns voll. 6. Stets bist du boch zu loben, Von deiner liebe proben Zeugt nicht der tag aflein; Gott! deine liebe wollte, 14. Abend- Lieder. Daß selbst die nacht auch sollte Für uns reich an erquickung seyn. 7. Wenn wir die augen schließen, Im schlaf nichts von uns wissen, Bewabst uns dein schuß. Willst du mich nun beschirmen, So biet' ich allen stürmen Und aller list der bosbeit truß. 8. Jch darf nicht ängstlich beben, Denn der bewahrt mein leben, Der selbst, der mir es gab. Bis ich die wallfahrt schließe Und ewig sein genieße, Zieht er von mir die hand nicht ab. 9. Nun, vater, ich befeble Dir 8. War mir mein fehltritt leid, alles, leib und seele, Und schlaf in' Sobald ich ihn begangen? Bestritt sidrer ruh. Ich trau' auf deine gnade. ich auch in mir Ein unerlaubt verWas ist wohl, das mir schade? All- langen? Und wenn in dieser nacht mächtiger, mein schuß bist du.( diesem jahr) Gott über mich gebeut, Bin ich, vor ihm zu stehn, Auch willig und bereit? 9. Gott! der du alles weißt, Was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch Die schwachheit meiner seclen. Vergieb durch christi blut, wir die verlegte pflicht; Vergieb und gehe du Nicht mit mir ins gericht! Mel. Nun danket alle gott 2c, 535. Der tag( bas jahr) ist wieder hin; Und diesen theil des lebens, Wie hab' ich ihn vollbracht? Verstrich er mir vergebens? hab' ich mich allem ernst De guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir nicht meiner pflicht gelebt? 2. Hab' in der furcht des berrn Ich ihn auch angefangen? Mit dank und mit gebät, Mit eifrigem verlangen, Als ein geschöpf von gott, Der tugend mich zu weihn, Und züchtig und gerecht, Und gottes freund zu seyn? 3. Hab' ich in dem beruf, Den gott mir angewiesen, Turch eifer und durch 239 6. Und wie genoß mein berz Tes umgangs süße stunden? Fühlt' ich der freundschaft glück? Hab' ichs mit dank empfunden? War stets mein ernst auch sanft, Mein scherzen unschuldsvoll? Und hab' ich nichts gered't, Tas ich bereuen soll? 7. Hab' ich die meinigen Durch forgfalt mir verpflichtet? Sie durch mein beispiel still Zum guten unterrichtet? War zu des mitleids pflicht Mein herz nicht zu bequem? Ein glück, das andre traf, War das mir angenehm? 4. Wie hab' ich diesen tag( dieses jabr) Mein eigen herz regieret? Hat mich im stillen oft Ein blick auf gott gerühret? Erfreut ich mich des Herrn, Der unser flehn bemerkt? Und hab' ich im vertraun Auf ihn mein Herz gestärkt? Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. ür alle sey gepreist! Ihn, meinen gepriesen? Mir und der welt genügt, und jeden 536. Foff gefert dienst getban, Weil ihn der berr gebot, Nicht weit mich menschen sahn? 5. Tacht ich bei dem genuß Der güter dieser erden An den allmächtigen, Durch den sie sind und werden? Berehrte ich ibn recht? Empfand ich seine buld? Trug ich das glück mit dank, Den unfall mit geduld? 10. Ja, du verzeihst dem, Den seine sünden kränken; Du liebst barmherzigkeit, Und wirst auch mir sie schenken. Auch diese nacht( dieses jahr) bist du Der wächter über mir. Leb ich, so leb' ich dir! Sterb' ich, so sterb' ich dir! beil'ger geist! Jhr bin ich zu geringe. Vernimm den dank, Den lobgefang, Den ich dir kindlich singe. 2. Du nabmst dich meiner herzlich an, Hast großes heut' an mir gethan, Mir mein gebät gewähret; Haft väterlich Mein haus und mich Beschützet und ernähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein geschenk; Der geist, mit dem ich dein gedenk, Ein ruhiges gemüthe. Was ich vermag, Bis diesen tag, Ift alles deine güte. 4. Sey auch, nach deiner lieb' und macht, Mein schutz und schirm in Dritte Abtheilung. 240 dieser nacht; Vergieb mir meine fünden. Und kommt mein tod, Mein Herr und gott, So laß mich gnade finden. Mel. In allen meinen thaten zc. err, der du mir das 537. He leben Bis diesen tag gegeben, Dich bet ich kindlich an! Ich bin viel zu geringe Der treu, die ich besinge, Die du bisher an mir gethan. 2. Mit dankendem gemüthe Freu' ich mich deiner güte; Ich freue mich in dir. Du giebst mir fraft und stärke, Gedeih'n zu meinem werke, Und schaffst ein reines herz in mir. 3. Gott! welche ruh' der seelen, Nach deines worts befehlen Einher im leben gehn; Auf deine güte boffen, Im geist den Himmel offen, Und dort den preis des glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nabe mich im staube, Zu dir, o gott, mein heil! Ich bin der schuld entladen, Ich bin bei dir in gnaden; Und in dem himmel ist mein theil. 5. O leite mich im jegen Dem großen ziel entgegen, Dabin dein wort mich weist. Mein leben und mein ende Ist dein, in deine hände Befehl ich, vater, meinen geist. kommt wieder, Und schlaf und ruh' mit ihr. Sie schenkt uns neue träfte Für jedes tags geschäfte; Das danfen wir, o vater! dir. 5. Du führst aus dunkler ferne Den mond und tausend sterne Mit majestät herauf: Sie leuchten, dir zur ehre, Hoch über erd' und meere, Und deine hand lenkt ihren lauf. 2. Noch wach' ich und erzähle mit tiefgerührter seele, Was du an mir gethan; Sey dankbar, mein gemütbe! Besing' des schöpfers güte! Stimm' ihm ein frohes loblied an. 3. Von dir kommt jede gabe; Das leben, das ich habe, Die sicherheit der nacht, Auch alle andre güter Bertank ich, treuer hüter, Blos deiner vaterhuld und macht. 4. Du läßt es finster werden und büllst den freis der erden In schwarze dunkelheit. Doch auch in dunkler stille Wohnst du mit deiner fülle Und zeigst uns deine herrlichkeit. 6. Groß, wenn der morgen grauet; Groß, wenn der abend thauet; Groß in der stillen nacht; Im sonnenschein und turme, um menschen und am wurme; Groß zeigst du, vater! deine macht. 7. Voll ordnung, pracht und stärke Stehn deiner hände werke In deiner schöpfung da. Wie kann ich dirs vergelten? Du gott und herr der welten Warst auch mit deiner huld mir nah. 8. Wem kann ich ohne grauen Mich froher anvertrauen, Allmächtiger, als dir? Ja, vater! dir befehle Sch darum leib und seele, Verherrliche dich auch an mir. Mel. Werde munter, mein gemüthe. 539. Sint' ich einst in jenen 538. Jest fin, die stille nacht iodes finstre nacht, Wo kein frommer Mel. Nun ruhen alle wälder: c. Zeßt sinkt In des mehr zum fummer Dieser zeitlichkeit erwacht: O dann schlaf ich anders ein; Weg aus dieses lebens pein Eil' ich hin zu deren hütten, Die vordem auch standhaft litten. 9. Dir dafür ruhm zu singen, Und ferner dank zu bringen, Sey meine liebste pflicht. Ich leg' nun meine glieder Getrost und freudig nieder: Du wachst für mich, ich sorge nicht. 10. Soll mir der schlaf zum leben Noch neue kräfte geben, So schlaf ich fröhlich ein: Soll er mein leben enden, So wirst du mich vollenden Und auch mein gott im tode seyn. 2. Jest boff ich noch aufzuwachen Aus dem schlaf für diese zeit. Laß mich doch stets fertig machen, Vater! zu der ewigkeit, Daß ich, als ein wandrer, sey Wacker, tugendhaft und frei Bon den lüsten dieser erde, Wenn ich abgerufen werde. 3. Laß mich meine tage zählen; Wie ein strom verlaufen sie; Laß das beste theil mich wählen, Daß ich, nach des lebens müt, Ruhe, freude, sicher heit, Wonne, ew'ge seligkeit, Dort vor deinem thron genieße, So wird mir mein sterben süße. 14. Abend- Lieder. Mel. Nun sich der tag geendet hat. oder: Scun danket all', und ic. 540. fliehen unsre tage bin! Auch dieser ist nicht mehr. Die nacht, der müden trösterin, Eilt wieder zu uns her. 2. Nur du, berr! bleibest wie du bist, Du schläfft und schlummerst nicht; Die finsterniß, die uns umschließt, Ist deinem auge licht. 3. Voll zuversicht befehl' ich mich Dir auch in dieser nacht; Ich bin getrost, ich trau' auf dich; Mich schüßet deine macht. 4. Hab' ich an deiner gnade nur Noch theil, o herr, mein gott! So fürcht' ich keine kreatur, Und scheue nicht den tod.apidos In voriger Melodie.. 241 5. 3war ich erkenne meine schuld, Mit reue fühl ich sie; Doch, mein versöhner, deine huld, Wie trostvoll ist mir die! schen wir; fen ein, un bricht die finstre nacht Doch che wir noch schlapricht unser berz mit dir. 2. O vater, gott und berr der welt! Den niemand seben kann, Du fiebst, wer dir zu fuße fällt, Sieh' uns auch grädig an. 3. Der tag, den wir nunmehr vollbracht, Der war, o böchster, dein! Dir sollt' er auch bis in die nacht Bon uns geheiligt seyn. 4. Doch ach! wir müssens nur gestehn, berr' daß fleisch und blut Auch heute manches hat versehn, War gleich der wille gut. 6. Ich eil' im glauben zu dir bin, Und weiß, wie sicher ich Im schatten deiner flügel bin; Du wachest über mich. 7. Flieht, bange sorgen, weit von mir, Du, jesu! wohn' allein In meinem herzen, weih' es dir Zu delnem tempel ein! 90, lo all b. Abend- Lied am Sonntage. 5. Trum schenk' uns anad' von deinem thron; Steb' unsre schuld nicht an, Und denke, daß dein theurer sohn Für uns genug gethan. In meiner pilgrimszeit; So fübre 8. Ist dies vielleicht die letzte nacht mich durch deine macht Zum licht der ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, Dein bin ich auch im tod! Du, mein erretter! bist bei mir, Und hilfft aus aller noth. CACIO 46. Schreib' das, was du uns heut' gelehrt, In unsre herzen ein, Und 541. die wirs auch ME gehorsam seyn. 7. Gieb, daß stets fruchtbar sey dein wort, Und thu' uns ferner wobl; Damit wir dir auch immerfort Treu dienen, wie man soll. 8. Nun suchen wir, gott! unfre rub; Steh' deinen kindern bet, Und laſſe keinem übel zu, Daß es uns schädlich sey. 9. So stehen wir, wenn dirs gefällt, Frob morgen wieder auf; Und wir vollbringen in der welt Dann glücklich unsern lauf. 10. Und dann führst du uns, wenn es zeit, Auch in den himmel ein. Da wird in deiner herrlichkeit Für uns stets freude seyn. c. Am Ende der Woche. Mel. Wenn wir in höchsten zc. 2. Dank dir, du ewigtreuer gott! 542. Unwiederbringlich schnell Für deinen beistand in der noth. Für entfliehn Die tage, tauſend proben deiner treu: Denn die uns gott verliehn. Die woche deine bulb war ewig neu. tommt( Das jahr tritt ein) und eilt davon! BVergangen ist auch diese( dieses) schon. 3. Wenn unser herz von schuld befreit Sich mancher guten that erfreut: Weß war die kraft? wer gab 16 Grang. Luth. 242 gedeihn? Dir, herr! gebührt der ruhm allein. 4. Oft fehlten wir und merkten's nicht, Verzeih' uns die verletzte pflicht. Du siehst, erbarmer! unsre reu: Um christi willen sprich uns frei. 5. Wir eilen mit dem stromt der seit Stets näher bis zur ewigkeit. Du hast die stunden zugezählt, Die letzte weislich uns verhehlt. 6. Herr unsers lebens! mache du 15) Bei Dritte Abtheilung. b. Nach glücklich Mel. Wer nur den lieben gott zc. 544. Dant fey bir, vater meines lebens, Du hast mich froh zurückgebracht; Ich flehte nicht zu dir vergebens, Du bast mich väterlich bewacht: Durch deine gnade bin ich hier, Dein schuß und schirm war über mir. Me. Herzlich thut mich verlangen 2. 3. So will ich denn mein leben 543. Dich bitt ich, gott, beweiſe, Getrost und wohlgemuth, Dir, va Wie gut du's meinst mit mir; Beglücke meine reise; Denn ich vertraue dir. Auf allen meinen wegen Begleite väterlich mit deinem schuß und segen, mit deiner bülfe mich. ter! übergeben, Ünd deiner treuen buth: Erhalte meine kräfte; Beglücke meinen fleiß Und meiner pflicht geschäfte, zu deinem ruhm und preis. 2. Ich bin in deinen händen, Ceß soll mein herz sich freun; Denn dn fannst rettung senden, Wo mir ge fahren bräun. Bin ich bei dir in gnaden; So fürcht ich nichts, o gott! Du webreft allem schaden, Mein retter in der noth. 4. Laß dir auch meine lieben Zum schuß empfohlen seyn; Nichts müſſe uns betrüben, Dein trost uns stets erfreun. Und seben wir uns wie der In rub und wohiergehn, Wie sollen unsre lieder Dann deine buld erhöhn! 2. Gesundheit hast du mir verliehen Und schaden von mir abgewandt; Du bast gesegnet mein bemühen Durch deine milde vaterhand: In voriger Melodic. a. Vor der Reiſe. 545. Dir 16) Vor und Uns selber recht geschickt bazu, Dağ nicht, indem wir sicher sind, Der tod uns unbereitet find't. ir, milber geber aller gaben, Herr! dir ge7. Ist einst die zahl der stunden voll, Die jeder hier durchleben soll: So führ' uns aus der übungszeit Zu jener frohen ewigkeit. 8. Da sind wir unsers beils gewiß; Da wechseln licht und finsterniß, Wie hier auf erden, ferner nicht; Herr, unser gott! verlaß uns nicht. Reisen. vollbrachter Reiſe. Auch meiner seelen wandtest du, O berr, so manches gute zu. 3. Nun kann ich wieder mit den meinen Mich deiner güt' und bülfe freun; Mit ihnen mein gebät vereinen, Und dir des dankes opfer weihn; Daß du mit deiner vaterhand Gefahr und schaden abgewandt. 4. Sep ewig, gott, sey bochgepriesen Für alles gute, das du mir Aufmeiner reise haft erwiesen; Mein frohes lob ge. falle dir: Dir will ich nun mich ferner weihn, Dein lebend und im tode seyn. bei der Erndte. bühret ruhm und dank. Du hörst das schrein der jungen raben, Und aller vögel lobgesang. O neige jetzt dein ohr 16. Vor und bei der Erndte. zu mir! Du forderst dank; ich danke dir. 2. Die kleinste deiner freaturen Macht deine weisheit offenbar. Man fiehet deiner güte spuren Und deine macht von jahr zu jahr. Ein jeder tag belehret mich: Du seyst mein gott; drum preis' ich dich! 3. Du sorgst nach treuer väter weise Für alle werke deiner band; Und allem fleische giebst du speise, Beschirmst und segneft jedes land; Du liebest unveränderlich; Der bösen selbst erbarmst du dich. 4. Der erdkreis ist von deiner güte, Von deiner weisheit ist er voll. Herr, unterweise mein gemütbe, Wie ich dich würdig loben soll; Gieb, daß mein berz dich freudig liebt, Dich, der mir so viel gutes giebt. Eigene Melodie. 546. Gott im pimmel und auf erden, 243 3. Bater, du hast aus erbarmen, Uns unwürdige ernährt. Du bast reichen, du hast armen Milder gaben viel gewäbrt. Gott, der uns viel guts erwiesen, Sey gelobt und bochgepriesen. 4. Du bast sonnenschein und regen Uns zur rechten zeit geschickt, Daß man deinen vatersegen Allenthalben bat erblickt. Berg und thäler, tiefen, höhen Lassen deine huld uns sehen. in der ganzen welt; Laß das Herz oll preises werden, Da man dir zu juße fällt, Für den nahen erndteegen Dank und opfer darzulegen. 2. Herr! dir jauchzen feld und auen, Wald und bügel zeugt von dir; Ueberall läßt du dich schauen: Und undankbar schwiegen wir, Gleich als ob zu deiner ehre Feld und au 10 schön nicht wäre! 5. Ach! wer ist, der deine güte Dir genug verdanken kann? Nimm ein dankbares gemüthe Für die große wohlthat an; Unser mund foll stets erschallen: Gott macht satt mit wohlgefallen. 5. Das saamkorn wird in deinem namen Auf hoffnung in das feld gestreut; Allgütiger, du gabst dem saamen, Da du ihn schufft, die fruchtbarkeit, 3ur aussaat giebst du auch allein Dem landmann fraft, jeit und gedeihn. 6. Was dürr ist, feuchtest du mit tegen; Was kalt ist, wärmt dein sonnenschein; Du theilst die zeiten, wie en segen, Zu unserm besten weislich in. Bei wärme, hipe, kält' und frost Grünt, wächst und reifet unfre fost. 7. Kommt, preist des schöpfers huld und stärke, Bringt seinem namen ehre bar! Groß ist der herr, und seine werke Sind berrlich, groß und wunderbar! kommt, laßt uns seine macht erböbn! Mel. Nun dankit all' 2c. Der herr ist gut! sein lob ist schön! 547. Gott forgt für uns! o fingt ihm dank, Ibr chriften, singt ihm gern! Vom aufgang bis zum niedergang Trägt uns die huld des Herrn. 2. Vom menschen bis zum kleinsten wurm Reicht seine gnad' und macht; Im sonnenschein, so wie im sturm, Ist er auf heil bedacht. 6. Hilf uns, herr, daß trank und speise, Die uns deine vuld gewährt, Ja nicht, nach der sünder weise, Werd' zu unserm fluch verzehrt: Bleiben wir in alten sünden, Kann das gute leicht verschwinden. 7. Schenk uns auch vergnügte herzen; Stolz und geiz laß ferne seyn; Laß den undank nichts verscherzen; Gieb uns ferner dein gedeihn. Willig laß mit deinen gaben Uns die dürftigen auch laben. 8. Laß es deinem wort gelingen, Daß auch wir zu deiner ehr', Hier schon reichlich früchte bringen: Stärke du uns immer mehr. Schenk' uns auch, nach allem leide, Droben mehr als erndtefreude. 3. Mit froß gerührter seele bringt Ein herz voll dank ihm dar! Die ähre, die vom segen sinkt, Ist sein; gott frönt das jahr. 4. Ja, böchster! wir verehren dich Mit findlich frohem dank; Du nährst 16* Dritte Abtheilung. 244 uns und giebst mildiglich Auch mehr als speis und trank. 5. Fried' und gesundheit, kraft, gedeibn Zu unsrer hände fleiß; Auch das giebst du, und dir allein Gebührt Mel. Wer nur den lieben gott it. dafür der preis. 6. Pof beines jegens überfluß Uns 549., baß doch bei der ri Paß nun auch nüßlich seyn; Und bilf uns, daß wir beim genuß Uns dessen mäßig freun. 7. Vermehr in uns die zuversicht, Dir ewig zu vertraun, Bis wir der einst in deinem licht Des glaubens erndte schaun. mel. In dich hab ich gehoffet 2c. 548. iebreicher gott, dein segenswort Erzeiget sich noch immerfort In seiner kraft auf erden, Daß unser feld Mit nug bestellt Und angebaut kann werden. 2. In hoffnung streun wir saamen aus; Doch segnest du nicht feld und baus, So ist die müh vergebens. Nur deine kraft Und güte schafft Uns unterhalt des lebens. Viel gute frucht zu bringen: So will ich dir Dereinst dafür In ewigkein lobsingen. 2. Du siebst es gern, wenn deine güte, O vater! unfer herz sich freut; Und ein erkenntliches gemütbe Auch das, was du für diese zeit Uns zur erquickung bafst bestimmt mit ban aus deinen händen nimmt. 3. So fommt denn, gottes huld zu feiern, Kommt, christen, laßt uns feiner freun! Und bei den angefüllten scheuern Dem berrn der erndte dankbar seyn. Ibm, der uns stets versorger war, Bringt neuen dank zum opfer dar. 4. Nimm gnädig an das lob der liebe, Das unser berz dir, vater, weiht. Dein segen mehr in uns bie triebe Zum thätgen dank, zur folg samkeit; Daß preis für deine vater treu Auch unser ganzes leben sey. 5. Du näbrest uns blos aus erbar men, Dies treib auch uns zum wohl thun an. Nun sey auch gern ein trof der armen, Wer ihren mangel stillen fann. Herr! der du aller vater bist, Gieb jedem, was ibm nüglich ist. 5. Bei solcher saat seb' ich allbier 6 Thu deine milden segenshände, Zugleich manch tröstlich bild von mir. Uns zu erquicken, ferner auf. Ver Denn unter sturm und winden Er sorg uns bis an unser ende, Und hebt sie sich: So muß auch ich Beim mach' in unserm lebenslauf Uns dir kreuz den himmel finden. im fleinsten auch getreu; Daß einst 6. Und wie das förnlein erst ver- uns größres glück erfreu. dirbt, und der uns so 3. Laß unsre saat gesegnet seyn; Gieb regen, wind und sonnenschein, Daß wachsthum und gedeiben Uns spät und früb, Nach sorg' und müh', Einst wiederum erfreuen u 4. Bewabre sie das ganze jabr Vor so vielfältiger gefabr, Die sic leicht fann verlegen, Und den, den beut Sein feld erfreut! In fummer bald versehen. du, böchster, uns erfreust, Ein jeder froh empfinden lernte, Wie reich du, uns zu segnen, seyst; Wie gern du unsern mangel stiust, Und uns mit speis und freud' erfüllst. gen; Gieb, daß uns sein genuß ge deib, Und unser Herz auch seinetwegen Dir dankbar und ergeben sey. Du der uns täglich nährt und speist, Er. quick auch ewig unsern geist. stirbt um neue frucht zu bringen; So werd', o gott! Ich durch den tod Ins beßre leben bringen. 7. Auf diesen seligen gewinn Freut sich bereits mein berz und sinn; Muß ich bei trüben fällen Die thränensaat, Nach deinem rath, Gleich öf ters hier bestellen. In voriger Melodie. deinen fegen, Bie reit Im glauben und gottseligkeit wohl sie nicht zu zählen sind. Du giebt 8. Nur mache mich, o gott! be- 550. Wir fingen, her, vo uns sonnenschein und regen, Frost, biße, donner, thau und wind; So blüht und reifet unsre faat, Nach deinem wundervollen rath. 16. Vor und bei der Erndte. 2. Der himmel träufelt lauter güte, Die erd ist deiner schäße voll: Damit ein achtsames gemüthe Dich finden und bewundern soll, Dich, der durch seine weise macht Das alles bat hervorgebracht. 3. So sey die liebe denn gepriesen, Gepriesen sey die wunderkraft, Die auf den feldern, auf den wiesen Den erdbewohnern nahrung schafft. Du nähreft uns, wir werden satt; Du giebst's, daß man noch übrig hat. 4. Du schüttest deines segens fülle Herab, die wir doch nicht verdient. Es ist allein dein guter wille, Daß feld und au und garten grünt, Und 551. Mel. Was gott thut, das ist 2c. Bei sparsamer Erndte. denheit, Preist gott! den herrn der erndte, Daß sich nicht ganz die fruchtbarkeit Von au und feld entfernte. Noch stets erhält Er seine welt; Was nöthig ist zum leben Will er uns alles geben. 245 uns, sind wir es gleich nicht werth, Die frucht der erde reichlich nährt. 2. Er ist der herr; in seiner hand St, was die erde bringet. So sehr auch menschenfleiß das land Baut, pfleget und bedünget: Kommt doch allein Von ihm gedeihn. Nur er, er läßt die saaten Blühn, reifen und gerathen. 3. Oft sehn wir froh in hoffnung schon Der reichsten erndt' entgegen, Und plößlich ist er uns entflohn, Der uns gezeigte segen. Gott nimmt und giebt, Was ihm beliebt, Daß er als herr der erde Von uns verehret werde. 4. Zeigt auch gleich nicht so sichtbar sich Der reichthum seiner gaben; So 5. Bewabre ferner unfre saaten, Und unsre häuser, hab' und gut, Bewahre uns vor missethaten; Vor wollust, geiz und übermuth; Well sonst im reichsten überfluß, Die seele doch verderben muß. 6. Ja, wenn wir, vater, dein vergessen, Der du so liebreich an uns denkst, So muß der fluch den segen fressen, Mit dem du feld und haus beschenkst. Wird auch der vorrath nicht zerstreut, So mangelt doch zufriedenheit. 7. So wollen wir denn hier auf erden, Des guten saamens auszustreun, Nie müde, nie verdrossen werden, Und uns vielmehr der erndte freun, Die einst nach dieser zeit der saat, Dein rath für uns ersehen hat. giebet er doch sicherlich, So viel wir gnad' und macht, Die seinen zu erhalten, Die ihn nur lassen walten. 5. Und, o, was ist's für ein_gewinn, An dem sich gnügen lassen; Was da ist, und mit heiterm sinn Das feste zutraun fassen, Daß, der die welt Regiert und hält, Auch uns, so lang' wir leben, Was nöthig ist, wird geben. 6. Ja, höchster, wir verehren dich In allen deinen wegen, Und trauen unveränderlich Auf deinen milden segen. Auch unser brod Wirst du uns, gott, Von zeit zu zeit gewähren, Wenn wir dich findlich ehren. 7. Wir beten demuthsvoll dich an, Der alles weislich füget, Deß vorsicht niemals irren kann, Deß wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter, dir, Und preiſen deine güte, Mit g'nügsamem gemüthe. 17) In allgemeiner Noth. Mel. Auf einen lieben gott: c. 552. Es züchtigt deine hand armen; Erhör' es mit erbarmen. O höchster, jeßt das bittern schmerzen Sich das gebät der 2. Du sichst des landes noth, Sie kam auf dein gebot. Du kannst mit land. Zu deinem vaterherzen Erhebtin Dritte Abtheilung. 246 mächt'gen händen Sie lindern und auch enden. Ein wort aus deinem munde Verändert zeit und stunde. 3. O herr, wir murren nicht; Gerecht ist dein gericht Bei allem, was wir dulden; Denn groß sind unsre schulden, Und du bestrafft uns min der, Als wir's verdient, wir fünder. 4. Doch, vater, deine huld Ist größer, als die schuld. Gedenke an die deinen, Die reuend vor dir weinen; Gedenke mit erbarmen An die gebeugten armen! 5. Verkürze doch, o gott, Die dauer unsrer noth! Laß, die voll angst dir flehen, Trost und erleicht'rung sehen; Verwandle alles leiden In neue lebensfreuden. 6. Doch wenn, herr aller welt, Es dir noch nicht gefällt, Die trübsal zu entfernen: So stärk uns, daß wir lernen. Mit ehrfurchtsvollem schweigen, Vor dir uns findlich beugen. 7. Ja, deine züchtigung Leit' uns zur besserung; Laß sie die sichern schrecken, Die schläfrigen erwecken, Auf dein gebot zu merken, Und redlich fromme stärken. 8. Wenn unser berz dich liebt, So wird, was uns betrübt, Uns doch zum heil gedeihen, Und uns zuletzt erfreuen; So wird uns deine gnade Zum licht auf dunkelm pfade. 9. So stärke denn das berz, Daß auch im größten schmerz Es nie an muth uns fehle; O sprich zu unsrer ſecle: Getrost; dich soll kein leiden Von meiner liebe scheiden. 10. Am schluß von unserm lauf, Tann flärt sich alles auf; Dann wird die aussicht beiter; Dann thränt kein auge weiter; Und dieses lebens leiden Verwandeln sich in freuden. 553. Her Mel. Aus tiefer noth forei zc. err, deine langmuth ist sehr groß; Wer kann sie gnug ermessen? Lebt gleich so mancher zügellos, Und seiner pflicht vergessen; Doch schonst du seiner lange zeit, Und trägst ibn mit barmherzigkeit: Und willst nicht sein verderben. 2. Der leichtsinn berrschet immerfort In der verkehrten herzen, Tie, heiligster, mit deinem wort, Wie mit der sünde, scherzen; Und wilde sitten losigkeit, Gestärkt durch falsche sicher. beit, Kennt oftmals keine grenzen. 3. Wir flehn, allmächtiger, zu dir, Du wollst dem übel wehren; Noch mancher kann, das boffen wir, Judit sein herz bekehren. Nur beispiel, schein und lust der welt Ist, was ihn in verblendung hält, Daß er dem bösen folget. 4. Erbarme dich, getreuer gott, Der tiefgefallnen seelen, Die jetzt verführt, in sünden todt, Ihr wahres wohl verfehlen. Der wahrheit licht erleuchte sie, Und furcht der strafe schrecke die, Die nicht die liebe bessert. 5. Die aber thun, was dir gefällt, Erhalt in deinem segen; Gieb ibnen fraft, trop aller welt. Zu gehn auf rechten wegen. Laß deine treue va terhand Seyn deinen kindern wohl bekannt, Daß sie dir treu verbleiben. 6. Ein vater und ein hirte meint Es treulich mit den seinen; Mehr bist du, größrer menschenfreund, Du kannst's nicht böse meinen; Drum traun wir dir, und bitten dich: Erbalt' uns ferner väterlich In deiner furcht und liebe. 7. Dir treu zu seyn, ist freilich schon Gewinn für dieses leben; Doch wirst du einstens größern lohn Den treugebliebnen geben. Dann wan deln wir in deinem licht; Dann wird uns fel'ge ferner nicht Des lasters anblick fränken. Tel. Wenn wir in höchsten 20. Zehn wir nur trübsal um 554. uns her, Und wissen keinen ausgang mehr, Und finden weder schuß noch rath, Ob wir auch sorgen früh und spat: 2. Dann ist es unser trost allein, Daß wir uns deiner noch erfreun, Und fliehn zu dir, du treuer gott, Du bester helfer in der noth. 3. Wir beben unser aug' und herz Hinauf zu dir in unserm schmerz Und flehn dich um begnadigung Und aller strafen linderung. 4. Nach deiner gnade sagest du Sie allen, die drum bitten, zu, Durch 18. Witterungs- Lieber. den, der unser mittler ist, Durch unsern beiland, jesum christ. 5. Drum kommen wir, herr unser gott, Und klagen dir all' unsre noth. Ach, deine vateraugen sehn, Wie so verlassen wir da stehn! 6. Nur du bist unsre zuversicht, 18) In voriger Melodie. n a. Um 555. unferm tummer kom wir glaubensvoll zu dir; Wir rufen dich im himmel an, Daß er für uns werd' aufgethan. 2. Die felder sind ein dürres land, Von langer hitze ausgebrannt; Sieb, es verborret immer mehr, Send einen milden regen her. 3. Betäubt und mit gebeugtem haupt Der boffnung und des trost's beraubt, Schaun wir das feld und sind betrübt, Weil es uns sein gewächs nicht giebt. 4. Entkräftet steht fast alles da, Cem gänzlichen verderben nah. Die boffnung, die das feld uns gab, Nimmt jeden tag zusehens ab. 5. Wir alle schrein aus tiefer noth; Nimm uns nicht unser täglich brod; Witterungs- Lieder. Regen. Hilf uns im elend! du allein Kannst helfer und erretter seyn. 6. Ach, gieb uns noch zu rechter zeit Den regen, der das land erfreut, Der die zerbørstne erde tränkt Und sich in ihre tiefen senkt. 556. Mel. ch bleib' mit deinen 2c. in milder regen sinket Erquickend auf die flur, Wie labt sie sich, wie trinket Ihn freudig die natur! b. Nach erhaltenem Regen. 2. Die sanften ströme fühlen Der lüfte weites meer, Und die geschöpfe füblen nicht mehr sich träg' und schwer. 247 Vergilt nach unsrer schuld uns nicht, Steb' uns in allen nöthen bei Und mach' uns aller plage fret. 7. Dann danken und lobsingen wir Mit freud' erfülltem berzen dir: Gehorsam deinem tbeuern wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. 3. Gott spricht, das seufzen schweiget, Und hiz' und dürre fliehn; Der frommen danklied steiget Hinauf und preiset ihn! 4. Mit freud' im angesichte Siebt man jetzt flur und feld, Erquickt hat gott die früchte, Der vater dieser welt. mit theurung und mit hungersnoth; 7. Straf' unsre sünden nicht, o gott, Vergieb uns gnädig unsre schuld, Du gott voll liebe, voll von buld. 8. Sey gnädig uns durch deinen sohn, Der mit dir herrscht auf deinem thron; Er ists, der liebreich für uns spricht, Drum wende, herr, doch dies gericht. 9. Wir wollen dir gehorsam seyn Und dir nur unser leben weihn. Tröft' uns, o herr, verlaß uns nicht Und stärk' uns selbst in jeder pflicht. 5. Nun wird die saat, die äbren Von gottes fegen voll, Der seine menschen nähren, Und sie erfreuen soll. 6. Auf, preiset gottes milde! Er ist's, der regen schickt, und lechzendes gefilde Voll vaterhuld erquickt. 7. Du sendest, vater, regen, Giebst milden sonnenschein; Du eilst, mit deinem segen Uns alle zu erfreun. 8. Ach, laß uns nicht vergebens Toch diese huld empfahn, Erhalter unsers lebens, Zu dem wir dankbar nahn. 9. Laß keine huld vergebens Uns je von dir empfabn, Und nimm, herr unsers, leben, Dich unser ferner an. 248 Dritte Abtheilung. c. Um Sonnenschein. im ning nd sohn verfühnet. Wir nahen dir voll rem THE uns nun, Wir wollen ernstlich bufe thun Und unser leben bessern. Mel. Aus tiefer noth schrei' ich zc. 557. gott, du kannst den himmel ganz Mit wolken überziehen; Doch müssen vor der sonnen glanz Sie, wenn du willst, entflieben; Halt doch den regen jetzt zurück Und laß der sonne frohen blick Uns wiederum erfreuen. 2. Die felder trauern weit und breit, Die früchte leiden schaden; Sie sind von vieler feuchtigkeit Ertränkt und überladen. Dein segen, den du uns gezeigt, Der sich betrübt zur erde neigt, Scheint nahe dem verderben. 3. Herr! unsre sünd' und missethat Hat dieses wohl verdienet; Jedoch erzeig' uns deine gnad', Weil uns dein Und laß uns hülfe sehen; Mach 4. Gedenk', o gott! an deine tren deine gnade bei uns neu, Um die wir findlich flehen; Entzeuch uns deine freundlichkeit Doch nicht bei dieſer trauerzeit, Tu bist ja unser vater! d. Nach erlangtem Sonnenschein. to Mel. O gott, du frommer gott zc. 4. Durch wolken ließest du Das du 558. Mein gott! bu bist sonnenlicht bedecken: Wind, regen gerecht, Und auch wetter, sturm Erfüllten uns mit dabei voll liebe, Selbst, wann es dir schrecken, Weil man den himmel gefällt, Daß leiden uns betrübe; nicht, Nur ftetes regnen, sah, Und Scheints gleich als dächtest du, Bei unsers landes frucht War dem verunsrer sündenschuld, Nicht mehran uns, derben nah. dein volk, Mit vatertreu und huld. 2. Wir reizen freilich dich Gar oft mit unsern sünden, Und gleichwohl läsfest du Uns huld und gnade finden: Wenn du den arm auch schon zu strafen ausgestreckt, und der gedrobte schlag Die menschen heilsam schreckt. 5. Gieb uns, o du liebreicher gott, Den heitern schein der sonne, Und überschütt' uns nach der noth Wit freude, lust und wonne; Und zeig' uns jest nach deiner treu, Daß außer dir kein segen sey Im himmel und auf erden. Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. 559. iammervolle tage, Da Uns hart betroffen hat. Ein großes schien die sonne wieder; Das trauern 5. Doch, herr, auf deinen wink Erist vorbei; Wir singen freudenlieder, Und preisen deine Huld, Daß du auf unser flehn, Bei unsrer kümmerniß, Erbarmungsvoll gesehn. 3. Herr, dein erbarmen kann Kein menschensinn erreichen; Wer ist dir, höchster, gleich? Wen berg und hügel weichen, Wen erde, sonn' und mond Aus ihrem laufe gehn: Bleibt deine gnade doch Stets unbeweglich stehn. Von herzen dankbar seyn. 6. Ja, herr, wir preisen dich Mit freudigem gemüthe. O sorg' auch fernerhin Für uns mit vatergüte; Gieb uns zu rechter zeit Thau, regen, sonnenschein: Wir wollen dir dafür 19) Lieder bei Feuersnöthen. 2. Für Abgebrannte. maaß von thränen Ist bei dem bangen sehnen Jeßt unſre ſpeife früh und ſpat. 2. Drum fallen wir in buße Dir, höchster gott, zu fuße, Erkennen unfre 20. Beim schuld. Erbarme dich der sünder, Verstoß nicht deine kinder, Erzeig' uns wieder gnad' und huld. 3. Gedenk an deine treue, Wir fleben voller reue, Ach, merk auf unser flehn! Du bist ja unfer vater, Erbalter und berather, Laß uns nicht gänzlich untergebn. 4. So groß der sünden schade: So ist doch deine gnade Noch größer, als die schuld. Du kannst uns nicht verder ben; Denn christi blut und sterben Erwarb uns deine gnad' und huld. 5. Wir flehn durch seine wunden, Wo wir stets heil gefunden: Ach! gieb uns trost und heil. Laß sich um deren willen Doch unser elend stillen, Gieb uns an deiner gnade theil. 6. Es soll dir leib und leben Zu Ban c. Nach der Me!. Wenn wir in höchsten 2c. 560. Gott ott, dessen macht des feuers kraft Zum segen und verderben schafft: Mit welcher schrecklichen gewalt Verwüstets! und wie leicht, wie bald! 2. So manche Häuser hats verzehrt; So mancher menschen glück zerstört! Auch dies hat deine hand gethan; Wir weinen, herr, und beten an, 3. Wir weinen; doch verehren wir Auch deine huld; sie half auch hier, und hielt der flammen schnellen lauf, Der übrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern brüdern seufzen wir In ihrem jammer, gott, zu dir! Laß sie nicht hülflos; tröste die, Die du gebeugt haft; segne sie. 20) Beim Gewitter. 249 deinem dienst ergeben Und aufgeopfert seyn. Dein geist, herr, soll uns führen und jederzeit regieren: Dein wort, o herr! soll uns erfreun. 7. Indessen gönn uns armen, D vater! dein erbarmen, Und steh uns mächtig bei; Daß fünftig neuer segen Auf allen unsern wegen, Nach deiner buld, stets bei uns fey. 8. Ersege, was zusammen Wir durch die wuth der flammen So schleunig eingebüßt. Erfülle dies begehren; Du wirst uns, gott, gewähren, Was unsrer wohlfahrt dienlich ist. 9. Erbaue, was zerstöret, Und was die gluth verzehret; Steu'r künftig allem brand; So wollen wir von neuem Uns deiner güte freuen, Und ehren dankbar deine hand. Feuersgefahr. 5. O gieb, daß, wer verschont ward, nicht Vergesse seiner schönsten pflicht, Der pflicht, betrübte zu erfreun, Barmherzig und auch mild zu seyn! 6. Was du uns nimmst, das kannst du; gott, Auch wieder geben; jede noth In heil verwandeln; weis' und gut Ist alles, was dein wille thut. 7. Gieb unterwerfung und geduld, Daß wir nie deiner vaterhuld Verlustig werden: voll vertraun, Dich, wo kein leid ist, einst zu schaun. 8. Schüß unser ganzes vaterland Vor mangel, seuchen, krieg und brand! Gieb, weil du unser vater bist, Uns allen, was uns selig ist! Gewitter. wenn sie die welt erschüttern, Der fromme zittern? 3. Ist gottes absicht, daß sie beben sollen, Wo donner unter seinem throne rollen; Und daß, wo blize flammen, dann zur rache Sein zorn erwache? Mel. Herzliebster jesu, was hast: c. oder: Ist auch ein gott? ic. 561. Kommt, laßt uns gott und seine größ' erheben; Und nicht vor seinem donner heidnisch beben, Und nicht( denn er kann segnen und uns schützen) Vor seinen bligen. 4. Sie zeugen ja, wie alle deine werke, 2. Sie können tödten uns und unsre O gott! von deiner weisheit, huld und beerden; Zerstörer seyn, und auch stärke Gleich herrlich ist im sturm wohlthäter werden; Soll aber dann, und in der stille Dein rath und wille. Dritte Abtheilung. 250 5. Von tiefer ehrfurcht, herr, vor dir durchdrungen, Sehn wir in der natur erschütterungen, Auch güte, die sie schmücket und belebet, Selbst wenn fie bebet. 6. Fruchtbarer wird sie dann, wie deine frommen, Geprüft zu werden, oft in trübfal fommen. Wir leiden, durch geduld zu edeln werken Uns mehr zu stärken. 7. Dann reifen fröhlicher der tu gend saaten Zu mannigfaltigern und schönern thaten. Sie werden, wenn die trübsal sie bewähret, Nur mehr verkläret 8. So strahlt, wenn donner die natur erschüttern, In größrer schönheit sie nach ungewittern, Als schmückte sie nun eine neue sonne Mit neuer wonne. 9. Verderbenschwangre dünft' entfliehn, und seuchen, Die uns und unfern heerden drohn, entweichen; Auch athmen wir, von leichtrer luft umgeben, Mehr kraft, mehr leben. 10. So steigt, wenn einst am größten aller tage Für fromme nicht mehr seyn wird leid und klage, Empor nach jenes weltgerichts getümmel Ein neuer himmel. 11. Wir werden dann zu einen neuen leben Hervorgehn, werden dir entgegenschweben, In diesen neuen himmel aufgenommen Mit allen frommen. 12. Weil wir noch hier sind, sey von uns erhoben! Dann werden wir mit neuer fraft dich loben; Dir bringen, herr, für alle deine werke, Preis, dank und stärke. Mel. Nun danfet alle gott zc. 562.böchster! deſſen kraft Luft, meer und erde träget; Der erde, luft und meer Durch einen wink beweget: Ich traue deiner güt', Und ehre deine macht, Obschon bei deinem blig Der donner schreckend kracht. 2. Du führest väterlich, Der saat zum reichen segen, In wolken über uns Den oft gewünschten regen Durch wind und wetter ber, Machst durch der blige brand Die luft von dünsten rein Und träntst das dürre land. 3. O allmacht unsers Herrn; O güte, der nichts gleichet! O weisbeit, die kein wiß Der sterblichen erreichet! Laß deine größe uns In deinen wer ten sehn, Und selbst im wetter auch Uns deine huld verstehn. 4. Denn, wenn darüber gleiche Luft, erd' und meer erschüttern, So darf ein frommes herz Doch darum gar nicht zittern. Schreckt dich des schö pfers macht; So denke froh dabei, Daß sie auch groß genug Zu deinem schußze sey. 5. Du ehrst, o christ! ihn nicht, Wenn du nur frechtisch bebest, Bei jedem donnerschlag In ängsten trostlos schwebest: Sieb deinen starken gott Coch nicht so machtlos an, Daß er im wetter dich nicht auch beschützen kann. 6. Es wirket scine macht Ein ehrfurchtsvolles grauen; Doch diese macht wirkt auch Bei frommen das vertrauen. An uns liebt unser gott Zwar ehrerbietigkeit, Doch mehr noch zuversicht, Mehr noch gelaffenheit. 7. Und sollte dieser sturm Dir etwa schaden bringen, So suche christlich stark Die unrub zu bezwingen. Es kann dir nichts geschehn, Als was durch ihn geschicht; Und das ist alles gut, Begreifst du es schon nicht. 8. Doch, weil so fester muth In unfrer macht nun stehet, Und man sich nur durch dich Zu dir, o herr! erhöhet: So flehe ich zu dir, Ter alles gute schafft, Gieb mir, dir zu vertraun, Muth, willigkeit und kraft. 9. So oft wir blizen sehn, So oft wir donnern hören, Laß uns durch hoffnung dich Und auch durch ehrfurcht ehren, Hat deine güte schon Den bli hervorgebracht, So ist sein strahl doch auch Ein werkzeug deiner macht. 10. Was ists, das dir dein nichts Mehr fühlbar machen könnte. O mensch! als dieser sturm Empörter elemente? Er predigt, sterblicher, Der oft so tropig ist, mit lauter stimme dir, Wie klein, wie schwach du bist! 11. Gott, der die wolken lenft, Erbarme dich aus gnaden, Laß dies gewitter doch, O vater! uns nichts schaden! Gieb, daß der feuerstrahl, 21. In Wassersnoth. Wind und der schloßen heer Uns nicht an leib und gut, Allmächtiger, versebr. 12. Ach, lag in der gefabr, Bei donner, bliß und stürmen, Uns deine Nach dem 563. Mel. Ber nur den lieben gett 2c. o ist nach gottes ratb und wille, Dies wetter glücklich nun vorbei, Und bei der angenehmsten stille Lebt alles auf und lebt auf's neu. Herz! fordert dies nicht deinen dank! Und deinen froben lobgefang? 2. O seele! preise den erretter; Der seine große fraft bewies; Den starken gott! der sich im wetter So majestätisch hören ließ; Der selbst des blizes strahlen lenkt, Und stets an uns in gnaden denkt. 3. Wann die erhitzten dünste glühen, So, daß die menschen und das vich Den odem matt undschmachtend ziehen, Wie froh, wie munter werden sie, So bald nur in die schwüle luft Der donner fühle winde ruft. Mel Was mein gott will, das ic. 564. Wir sind in notb: Laßuns, gott, Die fluth nicht überschwemmen! Nimm uns in acht; Wehr' ihrer macht; Du kannst die wogen hemen. Verbirgjetzt nicht Dein angesicht: Gedenk an uns in gnaden. Gott, wen uns jetzt Dein arm beschützt: Was kann die fluth uns schaden? 251 lieb' und macht Bedecken und beschirmen! Vor allem aber gieb, Wenn die gefahr vorbei, Daß dir für schuß und huld Auch jeder dankbar sey. Mel. Nun banket alle gott 20. 565. Lob, ehr und dank sey dir, großer gott! gesungen, Daß du durch deine macht Die wilde flutb bezwungen. Es tobete der wind, Das wasser schreckte sehr, Die wellen rauschten schon Fast über uns daher. Gewitter. 4. Wie lieblich bebt sich das getreide, Getränket durch den regenguß! Und wie vergnügt betritt die weide Der neu belebten thiere fuß! Der muntern vögel frobes heer Singt froßer des erbalters ehr. 21) In Wassersnoth. Nach geendigter 5. O gott! es bringt uns manchen segen Der bliß und donner deiner hand, Er bahnt den weg wohlthät'gem re: gen, Und furchtbarkeit strömt auf das land. Drum wird dir, wann der frevler zagt, Vom christen freudig dank gesagt. 6. Jetzt sprichst du zwar nicht mehr aus wettern, Doch heilig bleibst du für und für; Dein blitz droht nicht mehr zu zerschmettern, Doch bleib' ich ehrfurchtsvoll vor dir; Du bleibst stets meine zuversicht, Ich liebe dich, und zage nicht. 2. Ach hilf uns, berr, Allmächdu allein Kannst uns befrein, Kannst tiger! Um jesu christi willen! Ac sturm und wellen stillen! Erbarme dich; Hilf väterlich; Beschüß' uns gut und leben! Dann wollen wir Dir, gott! dafür Dank, preis und ehre geben. Wassersnoth. Daß du von herzen doch Die menschen nie betrübst, Und im betrüben auch Sie, als ein vater, liebst. 3. Nun ist der sturm vorbei, Die flutb hört auf zu toben. Gott! du hast sie bedroht, Mit starker hand von oben. Tie wasser laufen ab, Der mensch wird wieder froh, Der voll von furcht und 2. Doch mitten in der fluth Beangst, Nach hohen orten flob. wiesest du erbarmen, Und balsst uns 4. So sey denn nun gepreift, O säterlich. Tu zeigtest an uns armen, vater aller güte! Nimni an, was Dritte Abtheilung. 252 wir dir jeßt Aus dankbarem gemütbe Für deine große treu Zum opfer bringen dar: Selbst unser herz soll seyn Der lob- und dankaltar. 5. Wir rühmen deine macht; Denn die gebot den wellen, Daß sie sich legeten, Und uns nicht konnten fällen; Du sprachest nur ein wort: Bis bierher sollt ihr gehn! Da konnten wir uns gleich Frei und errettet sebn. 6. Wir wollen dir hinfort Allein 22) In Kriegszeiten. Mel. ch gott vom himmel zc. 7. O berr! wir fallen dir zu füğ 366. A" ch, gott! wir treten bier Und bitten um erbörung. Gieb wahvor dich Mit trauri- ren ernst zur wabren buß Und eifer gem gemütbe; Wir bitten dich demü- zur bekebrung; Damit wir nicht an thiglich: Rett' uns durch deine güte. unserm theil Durch neue sünden unser Schau, wie die große kriegsgefahr beil, Den frieden, selbst verbindern. Sich zu uns naht und auch sogar Uns zu verderben drohet. 8. Breit' wieder über unser land Die flügel deiner gnaden. Beschüß' und segne jeden stand. Laß nichts uns weiter schaden. Wir wollen solche gütigkeit Und vatertreu zu jeder zeit Mit dankbarkeit erheben. zur ehre leben, Und nicht mehr, wie bisher, Mit sünden widerstreben: So balt denn ferner noch mit deinen strafen ein, Und laß in deiner hand Uns eingezeichnet seyn. 7. Erfreue nun das land, Das du bisher betrübet! Erquicke, Herr! dein volk, Das sich dir, berr, ergiebet Zu ewig treuem dienst;( ieb neue frucht barkeit, Und schenk' auf diese fluth Uns segensvolle zeit. 2. Gedenke, vater! doch nicht mehr, Daß wirs verschuldet haben. Gedenke nicht, daß wir so sehr Die uns verliebne gaben Oft schändeten, und lange zeit Zur wollust, pracht und sicherheit Undankbarlich mißbrauchten. Mel. Wer nur den lieben gott zt. 3. Eft ward, der unser nächster 567. Es ziebt, o gott! ein frieund betrogen; schein des rechts, gewalt und list Das feine ihm entzogen. Drum drückt uns deine schwere hand. Die fünde, die wir nicht erkannt, Wird öffentlich vergolten. über unser haupt einher. Doch, bist du unser schuß und retter, So fürchten wir uns nicht so sehr, Wie heftig auch gefahr und noth Den völfern und den ländern droht. 4. Verzeih uns alle missetbat Um jesu christi willen. Da er für uns gelitten hat, kannst du dies unglück stillen. Dein sohn, der unsre sünden trägt, Die du ihm selber aufgelegt, Ist ja auch unsrer mittler. 5. Um seinetwillen schone du Und stille unsre klagen, Verleih' uns wieder fried' und ruh, Und wehre allen plagen. Erbarm', o berr! erbarme dich, Und rette uns doch gnädiglich Von frieg und kriegsbeschwerden. 6. O gott! du kannst der fürsten berz, Wie wasserbäche, lenken. Ach! laß sie doch der völker schmerz Recht väterlich bedenken. Präg'ihnen und den rätben ein, Was beißt, der länder räter seyn; Damit sie frieden lieben. 2. Gieb, vater, in so trüben tagen Uns nur den sinn, auf dich zu sehn, Und da, wo andre trostlos zagen, Mit zuversicht zu dir zu flehn; Weil nie doch menschenhülfe nüßt, Wenn deine rechte uns nicht schüßt. 3. Kein blinder zufall berrscht auf erden; Du bist es der die welt regiert. Ein jeder wird schon inne werden, Daß deine band die welt regiert. Drum wollen wir, herr, voll vertraun, Auf deinen schuß und hülfe baun. 4. Wir fallen gern in deine arme, Ovater der barmherzigkeit! Und fleben demutbsvoll; erbarme Dich über uns, zu dieser zeit! Laß gnade nur für recht ergebn, So bleiben wir noch aufrecht stehn. 22. In Kriegszeiten. 253 5. Und findet, berr, dein weiser wille Noch ferner züchtigungen gut; So fassen wir in frommer stille Dennoch zu dir den froben mutb: Daß 7. Frob werden auch wir rühmen du gewiß zur rechten zeit Uns zu erretten seyft bereit. unsrer noth erbarmst du dich. Wir sollen nur durch angst und pein Geläutert und gereinigt seyn. müssen, Wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach nach uns verborgnen schlüssen, Zum heil uns auch durch noth die bahn. Du bleibest unsre zuversicht. Barmherziger, verlaß uns nicht! 6. Tuzüchtigest doch stets mit maßen Und meinst es immer väterlich; Auch uns wirst du nicht ganz verlassen; Und old me ide. Nach erlangtem In voriger Melodie. 568. Gelobt, gelobt sevst du mit freuden, Gott, der du liebreich an uns denist, Und nun auch nach des krieges leiden Des friedens wonne wieder schenkst! Du beißest die verwüstung fliehn, Und sicherheit und segen blühn. 2. Herr, das tbust du; was du bebütest, Tem darf sich kein zerstörer nabn. Wenn du, allmächtiger, gebietest, Ist alle zwietracht abgetban. Auch über uns hast du gewacht! Auch uns die rub zurückgebracht. 3. O christen! fühlt das ganz, und preiset Frohlockend ihn, der uns erfreut, Der feines armes macht beweiset, Und bei der macht barmberzigkeit; Der uns auf gnadenflügeln trägt, Und wunden heilet, die er schlägt. band 119TOST Frieden. 7. Nimm, vater, unsers dankes lieder Auch jeßt mit woblgefallen an! Froh schallen unsre tempel wieder Von dir, der uns so woblgethan. Herr, unser gott, dich loben wir! Herr, gott, wir danken, danken dir! 5. Preist ibn durch wohlthun und erbarmen, Wo ihr der brüder noth erblickt, Daß ihr die leidenden und armen Speist, tränket, fleidet und erquickt; Damit sich alles, alles freu, Und durch den frieden glücklich sey. 6. Preist, preist ihn durch ein frommes leben; Dies ist der beste lobgesang. So viel ist uns von ihm gegeben! So sebr verdient er diesen dank! O laffet berz und wandel rein Und ihm ein würdig opfer seyn. Mel. Sey lob und ehr' dem: c. 569. Gott, unfer frober lobgefang Erschallet bir zum preise! Vernimm gerührter berzen dank, Daß du nach vatersweise Uns wieder hast so wohlgethan, Und alle zwietracht abgethan, Der völker dich erbarmet. 4. und die trauen; Sbr sebt, was seine bülfe brach, Wo mordgewehre schreckten, fann. Er läßt sie uns auch ferner Wozucht und ordnung niederlag, Das schauen Und nimmt sich unsrer mächfeld erschlagne deckten: Da kehrt zuttig an. Wo wir nichts fönnen, nichts rück die goldne zeit, Erholung, rube, verslebn, Wird, was uns nüht, durch ihn geschehn. sicherbeit, Und deines segens fülle. 4. Der landmann fanmelt ungestört In ausgeleerte scheuern, Was gott, ihm deine hand beschert, Frob deine buld zu feiern. Gerechtigkeit und güt' und treu Begegnen wieder sich auf's neu, Der länder glück zu bauen.d to 5. Gott, unser vater, sey gepreist, Daß du die berzen lenkest, Und in der berrscher sinn und geist Die friedensliebe senkest! Herr, bir gebühret unser dank, Und vich preist unser lobgefang; Der du so gern erfreueft. 2. Wie sehr ward nicht so manches land Von friegeslast beschweret; Von der zum streit erhobnen band Geängstigt und verheeret! Nur du bast größerm leid gewehrt, Du haſt gebät und flehn erhört; Auch diese noth geendet. 254 6. Wehr' ferner nun, nach deiner treu, Wehr' mächtig allen kriegen, Daß uns der friede lang erfreu'; Laß menfchenliebe siegen! Beschüße du mit starter hand Des fürsten stühl, das ganze land, Und jedes standes wohlfahrt. 8. Erhebt, erbebt gott immerdar, Den geber aller güter! Er ist und bleibet, wie er war, Der menschen freund und büter. Gleich herrlich, so von rath als that, Hilft er, wie er geholfen 7. Wir traun auf dich, nur wollst du auch Uns wahre weisheit lehren, Daß wir des friedens rechten brauch hat. Ihm sey allein die ehre. Dritte Abtheilung. 23) In Theurung. Mel. Von gott will ich nicht zc. | 4. Die früchte laß gerathen, Und deine hülf' uns sehn; Erquicke du die 570. oft traurig stehn. Herr, baue selbst das land, Tränk' es mit thau und regen, Und füll' es an mit segen Aus deiner milden hand. 5. Erhör uns, vater, fröne Das jahr mit deinem gut, Daß sich das berz gewöhne Zu wohlgefaßtem muth. Lehr' es, sich deiner freun; Stets zutraun zu dir haben, Und deine segensgaben Durch mißbrauch nie entweihn. Du u befter trost der armen, Du vater, voll erbarmen, Der ewig glauben hält! Du unsre zuversicht, Zu dem wir alle flehn, Auf den wir kindlich sehen, Verlaß, verlaß uns nicht! 2. Erbarmender, ach wende Der zeiten schweren lauf; Thu deine milden bände, Uns zu versorgen, auf! Was irgend leben bat, Nährst du mit woblgefallen. Nähr' uns auch! schaff uns allen, Bei unserm mangel, rath. 3. Herr, der du auch uns schufest, Steh uns mit hülfe bei. Allmächtiger, du rufest Dem nichts, damit es sey; Zu helfen ist dir leicht, Du kannst dem mangel wehren, In überfluß ihn kehren, Wenns uns unmöglich däucht. In mißbrauch nicht verkehren, Und nicht durch stolz, durch üppigkeit, Durch leichtsinn, ungerechtigkeit Uns eigne notb bereiten. 24) Bei gefährlichen Seuchen. barmen. 2. Der seuchen gift verbreitet sich Weit um uns ber; erbarme dich; Laß uns nicht plößlich sterben! Entzeuch dem tod uns, der uns broßt; Entreiß uns dem verderben. 6. Allgütiger! wir hoffen Auf dich und deine treu. Oft bat uns noth betroffen, Und da stand'st du uns bei. Sprich nur dein mächtig wort! Das wird den mangel beben: Wir werden frober leben, Dich preifen hier und dort. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. 4. Kein reichthum schüßt, tein stand, 571. Du, gott, bist unsre hülk kein ort; Hier weinen witwen, eltern und macht. Wenn uns dein auge nicht bewacht: Wer wacht, wer hilft uns armen? Erretter, dir, Dir flehen wir; Du wollest dich erdort, Und da verwaiste kinder. Die feuch' erreicht Auch den, der fleucht, Den frommen, wie den fünder. 5. Deß alles sind wir werth! boch wir Beweinens, gott, und flehn zu dir, Du wollest uns vergeben! Wir wollen gern dir, unserm Herrn, Gehorchen, dir nur leben. 3. Du bist ein gott, der gern verzeiht; laß uns denn noch barmherzigkeit Vor deinem throne finden; Und dein gericht Vertilg uns nicht In unbeweinten fünden. 6. Auch glauben wir an deinen sohn. Um jesu willen duld' und schon', Und laß uns troft erscheinen! Streck aus die hand, und laß das land Nicht länger bülflos weinen. 7. Sev mit den sterbenden, daß sie Dein antlig schaun und alle die Noch 25. In Krankheiten. leben, die bewahre; Tröst' in dem schmerz, Daß bald ihr herz, Wie gern du hilfft, erfahre. 8. Das ganze volk frohlockt dir 25) In Mel. Wer nur den lieben gott: c. Mel. Kus tiefer noth schrei' ich z. 572. Ach! könnt ich doch mit 373. Ach, lieber gott! ich bitte und deinen gliedern Im tempel, jesu, dich erböhn, Und freudenvoll mit deinen brüdern Das denkmal deines tod's begehn: Doch weil mich noth und krantbeit plagt, Sft diese freude mir versagt. Krankheiten. 2. Sicb, bier auf meinem frankenbette Feir' ich dein abendmahl allein. Doch herr, ich weiß, an jeber stätte Hast du verheißen, nab zu seyn. Wo je ein frommer seufzt und weint, Da bist du, großer menschenfreund. 3. Um trost ist meinem herzen bange; Ich suche, herr, dein angesicht. Um deine hülfe, gott, wie lange Ruf' ich! und du erhörst noch nicht! Ach, stärke bei des leibes schmerz Mein banges und beklemmtes herz! 255 dann, Und betet dich, erretter, an, Und preiset deine gnade. Dann wanbeln wir, O gott, vor dir, Mit freuden deine pfade. 4. Vielleicht, o herr! empfang ich beute Zum letzten mal dein leib und blut; Drum gieb dadurch dem herzen freude, Und der verzagten seele muth. Noch einmal, jesu, flehe ich: ach tröste und erfreue mich! 5. Laß das gedächtniß deiner leiden Mir schwachen trost und fraft verleibn. Laß es die quelle sanfter freuden Und jenes lebens vorschmack seyn. Dein leiden, dein versöhnungstod Erquicke mich in meiner noth. andern franken, Und segne jeden doch, wie mich Mit heiligen gedanken, Gieb uns gelassenheit und rub; Und unser bester arzt sey du, In schmerzen unser tröster. 2. Belobne, treuer vater, die, Die liebreich meiner pflegen: Für ihre treue segne sie mit deinem reichen segen. Gieb gegen sie mir freundlichkeit, Laß mich aus unzufriedenheit Sie nie durch murren fränken. 3. Soll diese krankheit tödtlich seyn, Soll ich die welt verlassen; So laß von fündenlieb' mich rein Im glauben dich umfassen. Gieb lust und kraft zu jeder pflicht, Lehr mich, im glauben ans gericht, Die liebste fünde bassen. 4. Doch willst du, bester vater mir Gesundheit wieder schenken; So fleb mein herz dankbar zu dir, Es allzeit so zu lenken, Daß ich in meiner pilgrimszeit Mit neuer treu' und redlichkeit Auf deinen wegen wandle. 5. Du weißt, wie wenig ich vermag, Du wollest selbst mich leiten; Und recht auf meinen sterbetag Durch frömmigkeit bereiten: Daß über alles, alles ich Dich lieb', und dankvoll gegen dich, Dir lebe, gott, dir sterbe. 6. Ich sehe schon den himmel offen: Ich tröst' mich meiner seligkeit. Was fannst du, seele, größres boffen, Als was bir ba dein gott verleiht? Nun 574. Auch diesen tag bab ich aller ein neues Mein herz erbebt dafür nicht mehr. 7. Und naht der tod mit seinen schrecken, Ich bin getrost und zage nicht. Vom tode wirst du mich erwecken, Ich fürchte, herr, nicht dein gericht. Ich bin getrost, dein leib und blut Gibt mir im tode trost und muth. Mel. Nun sich der tag geendet 2. oder: Nun danket all': c. seiner noth. Rur deiner vaterlieb' und macht Verdank' ich es, o gott. 2. Wärst du nicht meines lebens kraft, Mein retter und mein heil; So würd' in meiner pilgrimschaft Rein trost mir je zu theil. 3. Ach, ohne dich, allgütiger, Verging ich in der noth; Von freudig Dritte Abtheilung. 256 keit und hoffnung leer Wär' ohne dich mein tod. 4. Doch welchen trost fühlt nun mein herz: Du bist und bleibst mein gott! Dein wort versüßt mir meinen schmerz, und lindert meine noth. 5. Froh kann ich mich dem schlaf vertraun, Auch schlafend bin ich dein, Vor keinem unfall soll mir graun. Du wirst mein belfer seyn. 6. Und sollt', o vater, diese nacht Auch kommen selbst der tod: Wohl mir, dann ist mein lauf vollbracht, Geendigt alle noth. Mel. Wenn mein stündlein 2c. 575. Dein wille, berr und va ter, ist, Daß ich jest schmerzen leide: Doch weiß ich, daß du vater bist, Und dies ist meine freude. Dir ist die krankheit wohl bekannt; Mein leben stebt in deiner hand, Du zäblest meine tage. 2 Wenn in mir manchen augenblick Gefundes blut geflossen; So schenktest du mir, gott, dies glück, Das ich so jedem oft genossen. Oft war ich frei von schmerz, War gutes muths; drum, o mein herz, Leid' jeßt auch unverdrossen. 3 Nein, bester vater, gieb nicht zu, Taß ungeduld mich kränke; Gieb deinen geist mir, der mir ruh Für meine feele schenke! Den geist, der start in schwachen ist; Damit ich als ein wabrer chrift Dies leiden willig trage. 4 Vergessen laß michs, vater, nie, Du feyst und bleibst die liebe. Gieb nicht zu, daß mein berz doch je Unglaubig sich betrübe. Trug jesus nicht auch meine schuld? Ist grenzenlos nicht deine huld, Nicht ewig deine liebe? 5. Das eilen meiner lebenszeit, Laß mich, mein gott, erwägen: Der todesnacht, der ewigkeit Flieg' ich ftets mehr entgegen. Erst dann, wenn dies mein geist bedenkt, Sich recht zu dir, zum himmel lenkt. Wird mir mein schmerz zum segen. 6. Voll Hoffnung wend' ich mich zu dir, Dir will ich mich ergeben; Schent' wahren ernst und weisheit mir, Wie du befiehlst, zu leben. Bewahre nur für heuchelei O gott, mein herz; zum himmel sey Gerichtet mein bestreben. 164 7. Ach, jeden, jeden augenblick, Laß mich, mein gott, dir weihen! Zieh' von der erde mich zurück; Laß nichts den geist zerstreuen; Kein glüc der welt, kein traum der zeit, Gott, und das glück der ewigkeit, Sey meine höchste freude. 8. Ach, zum gebäte schenke mir Noch munterfeit und stärke; Mein herz wird sonst entfernt von dir, Und träg' zum guten werke. Will gleich mein geist, der leib ist schwach: Hilf deinem finde, vater, mach', Daß deine kraft ich spüre. 9. Laß nicht zu, daß der krankheit pein Zu groß mir schwachen werde; Laß deine gnade mich erfreun Und mildre die beschwerde. Du, vater, weißt, was jeden tag Dein schwaches find ertragen mag. Hilf mir, erbarm' dich meiner. 19p Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 576. Der mergen kommt, und mit diesem morgen neu, Wie trau rig eilen mir die tage Der bangen pilgrimschaft vorbei! Der sonne neugeschenktes licht Erheitert meine feele nicht. 2. Noch immer bin ich auf der erde, Wo mich gefabr und noth umringt, Wo täglich bärtere beschwerde Zu flagen und zu tbränen zwingt: Noch immer fleb ich unerhört Um rettung, die mein berz begehrt. dell 3. Herr, eile doch, mir beizusteben, Verlaß den schwachen pilger nicht! O neige, vater, auf mein fleben zu mir dein gnädig angesicht; Gieb mir geduld, und bei dem schmerz Ein hoffend und zufriednes herz. 4. Mir ist mein schicktal noch verborgen, Das diesen tag mich treffen soll. Auf dich, gott, werf ich meine sorgen: Du kennst und suchst mein wahres wohl; Und was dein rath beschließt und thut, Ist immer höcht gerecht und gut. 5. Soll ich die last noch länger tra gen: Ich halte deiner fügung still. Mit 257 dersant; Mein bester freund und tröster, Ach siehe! dein erlöster Liegt jetzt nach deinem willen krank. 2. Wie viel gesunde stunden Sind wie ein strom verschwunden! Wie schnell verfloß ein jabr! Du, herr, hast mich gestärket; Ich hab' es kaum gemerket, Daß ich gesund und glücklich war. 3. Jeßt, da ich schmerz empfinde, Dent' ich an meine sünde mit wahrer reu und leid. Du hast mich stets geliebet Und treu' an mir geübet; Doch liebte ich dich nicht allzeit. 4. Ich warf mich nicht in demuth Und nicht in wahrer wehmuth Vor dir, erhabner, bin. Jeßt wirfst du meine glieder Auss krankenbette nieder, Und lebrst mich, daß ich erde bin. 5. Ich wandte meine Nicht Mel. Aus tiefer Noth schrei ich: C. ie krankheit, du 577. Dgott, Die ich jetzt an mir stets zum Hauptgeſchäfte, Nicht stets spüre, Bezeugt mir, daß ich meinen tod Stets in und bei mir führe; Ja, jede funde, jede zeit Erinnert mich der sterblichkeit Und spricht: denk' an dein ende. zur tugend an. Das fühl' ich jetzt mit reue, Gelob' dir wahre treue, Dieweil ich gutes denken kann. 25. In Krankheiten. dir zufrieden, will ich sagen: Herr, wie du willst, nicht wie ich will; So laß mich ohne falschen schein Geduldig, wie mein heiland, seyn. 6. Nach allen leidensvollen stunden Rückt einst mein ende doch berbei: Dann hab' ich ewig überwunden, Und bin von aller trübsal frei; Und ich empfang vor veinem thron Den mir verheißnen gnadenlohn. 7. Gestärkt durch diesen frohen glauben Vollend' ich meinen leidenspfad. Herr, stärke, stärke meinen glauben Auch dann, wann sich der tod mir nabt. Vielleicht erscheint er heut; wohl mir! Dir lebt' ich; und dann sterb' ich dir. 2. Du hast die schmerzen auferlegt, Die meine glieder tragen; Doch da mich deine liebe schlägt, Willst du mir damit sagen: Des todes ursach' it in dir, Dein leben aber kommt von mir Und steht in meinen händen. 3. Ja wahrlich! deine vaterhand Will mich durch leiden rühren, Und mich von allem eiteln tand zu edlern sorgen führen. Wenn ich gleich sehr entkräftet bin, Wird doch dein treuer vatersinn Mir, wo es dienlich, belfen. 4. Beschlössest du in deinem rath, Ich solle länger leben; So kannst du leicht auch in der that Den mitteln fräfte geben. Ist aber dies dein weiser schluß, Daß ich nunmehro sterben muß, So bin ich auch zufrieden. 5. Dies eine bitt' ich: beile nur Die wunden meiner seelen, Wenn gleich im leiblichen die fur Und alle mittel feblen. Denn leb' ich fromm por dir, o gott! So werd' ich auch bis in den tod Stets deine wege preisen. Mel. Nun ruhin alle wälder zc. 578. Mein eta iefu, ber voll schmerzen Und matt am leib und berzen Am ölberg nieEvangel. luth. 6. Wie oft bin ich beim beten Ohn ernst vor dich getreten, Wie laulicht sucht' ich dich! Jetzt lernt mein herz nun ringen Und ernstlich zu dir drin gen, Jeßt ruf' ich zu dir flehentlich. 7. So hilfst du, herr, in gnaden Und beilst den seelenschaden, Wenn du den körper stäubst. Mein leiden wird mir segen; Auch auf den rauhen wegen Seh' ich, daß du die liebe bleibst. 8. Vernimm mein glaubig flehen, Laß mich doch hülfe sehen, Verbirg dich nicht vor mir. Mein bester helfer, eile, Erquicke, lindre, beile, Denn meine boffnung steht zu dir. 9. Vermindre meine plage, Verlängre meine tage, Wenn es mir nüßlich ist. Im neugeschenkten leben Will ich mich dir ergeben, Und rühmen, daß du hülfreich bist. 10. Doch soll ich bald erblassen Und diese welt verlassen, So waffne mich mit muth. Laß mich mein baus bestellen, Und mach's in allen fällen Mit mir und mit den meinen gut. Mel. Wer weiß, wie nahe mir 2c. 579. Sie kemmt, ſie kommt die der richter vor der tbür! Schon ist Was für 17 Dritte Abtheilung. 258 seinem munde, Bestimmt mein ewig schicksal mir?„ Skomm, du 580. 3oll schmerz und unge. Mel. Befichl du deine wege zc. eit, die mach! Betrübt ist meine seele, Und kraft und odem schwach; Fast jeder morgen mehret Besorgniß mir und schmerz, Doch gott will seyn geehret; Ehr' ihn auch nun, mein herz. zur Höllenpein." 2. Herr, zeige mir noch vor dem grabe, Lehr mich recht, wie mein berz es meint, Und was ich zu erwarten habe, Wenn jesus zum gericht erscheint. Bin ich noch nicht auf rechter bahn, So nimm dich, vater, meiner an. 3. Allwissender, ist mein vertrauen Auf jesum auch von rechter art? Nicht, wie auf ihn die heuchler bauen, Bei denen er zum spotte ward; Die niemals auf sein beispiel sehn, Nie folgsam seine wege gehn. 4. Hat auch mein glaube dank und liebe Vor dir, mein gott, in mir erzeugt? Entflammte er der demuth triebe, Damit ich kindlich mich gebeugt, Wenn du mich als ein vater trugst, Wenn du mich als ein vater schlugst? 5. Du willst, ich soll die sünd' verlassen: Thu ich es treu und mit geduld? Vergab ich denen, die mich bassen, Mit hand und herzen ihre schuld? That ich auch einem menschen leid, Der über mich noch rache schreit? 6. Empfahl ich dir auch recht die meinen? Hab' ich auch treu für sie gewacht? Darf ihrer keiner darum weinen, Daß ich nicht als ihr freund gedacht; Und sterb' ich in der zuversicht: Der herr verläßt die meinen nicht? 7. Such' ich in deinem wort erquiffung, Wenn mir um trost jetzt bange wird? Sehnt sich mein herz nach der entzückung, Die mir der herr, mein guter birt, Erworben, und in jener welt, Am quell des lebens, vorbehält? 8. Mir sagt dein wort und mein gewissen, Daß ich ein übertreter bin. Laß ich auch fromme thränen fließen Und fliebe betend zu dir hin? Bleib' ich getrost durch christi tod, Auch wenn des grabes schrecken droht? 9. Gott! richter! vater! schone, schone! Weil er den kelch des leidens tranf. Gieb kraft mir zu der siegeskrone, Die er dem frommen christ errang; Dann sag ich durch des glaubens macht Getroft und froh: es ist vollbracht! 2. Was zieht dich noth und plage Von freud' und danken ab? Gedenk der ersten tage, Die dir dein vater gab. O tage! reich an freuden, An tausend segen reich! Was sind nun diese leiden, Vergleich ich sie mit euch? 3. Daß ihr mich einst beglücket, Wem dank' ich's, gottes buld! Daß krankheit mich jetzt drücket, Wem dant ich's? meiner schuld! Nun muß mir schmerz beweisen, Was leichtsinn oft vergißt, Daß unser leib nicht eisen, Sein bau nicht ewig ist! 4. Mein gott! in tiefer reue Mir meiner schuld bewußt, Komm' ich, der ungetreue, Und schlag an meine brust! Laß mich nur gnade finden; So duld' ich demuthsvoll, Was mich von mei nen sünden Zum guten leiten soll. 5. Denn du lenkst unsern herzen Selbst plagen zum gewinn; Zeight mir in großen schmerzen, Wie schwach, wie nichts ich bin; Und läß'st mich innen werden, Daß diese ganze welt, Und alles guth der erden nicht trost für mich enthält. 6. Du machst mich los von sünden, Dämpfst meinen übermuth, Und lässest mich empfinden, Das leiden sey mir gut. Du zeigst mir in der nähe Tod, ewigkeit, gericht. Wenn ich nun in mich gebe, Verstößest du mich nicht. 7. O gott! dein weg ist güte, Und ewig wird er's seyn. Drück' tief in mein gemüthe Mir diese wahrheit ein, Daß in den tiefsten nötben Ich doch von dir nicht lass', Und scheints, du wollst mich tödten, Ich dich im glauben faff'. 8. D, schenk' mir licht und gnade! Lebendig einzusehn, Es sey für mich kein schade, Den trübsalsweg zu gehn; Damit die last ich trage In siegender geduld, Und nimmermebr verzage An dir und deiner huld. 16. Jn Todesnöthen. 259 9. Nun, so gescheh dein wille; Ge- Wovor sollt ich erbeben? Du bist, o treuer gott! zu dir Ist meine seele gott, mein theil; Im tode, wie im stille: Denn täglich hilfst du mir. leben Bist du mein licht und beil. Nach der Genesung. Mel. Xus meines herzens grunde. in eine A zen Die seele fast versank, Und nun aus vollem herzen Mein flehn zum himmel drang: Da hörte gott mein flebn; Der treue, der erhalter! Nun soll auch den erhalter Mein dank und lob erhöhn. 2. Herr über tod und leben, Du meiner väter gott! Wie soll ich dich erheben, Mein heil, mein herr, mein gott? Zu wenig ist mein dank; Wer bat dich gnug erhoben? Zu schwach ist, dich zu loben, Der engel lobgesang. grabes nacht Flieht, herr, vor deiner wahrheit macht; Mein geist, erhellt von deinem licht, Bebt vor des leibs zerstörung nicht. 26) In Todesnöthen. Mel. Nun laßt uns den leib 2c. 8. Viel freude gabst du mir schon 582. wie dank ichs dir? Stets folgte kleinerm ungemach Die größere versüßung nach. 9. So hat schon dieser kindheitsstand Der höhern hoffnung unterpfand; Die liebe, die mich hier beglückt, Die bleibt und segnet unverrückt. 10. Des freudigsten vertrauens voll, Erwart' ich, was mir werden soll, Wenn ich, von sünd und noth befreit, Nun reife zur vollkommenheit. 11. Der tod darf mir nicht schrekfend seyn; Er führt zum wahren leben ein. Durch gottes fraft besiegt mein herz Der krankheit last, der trennung schmerz. 12. Wenn hier von uns, die gott vereint, Der letzte auch hat ausgeweint, Dann wird ein frohes wiedersehn Auf ewig unser glück erhöhn. 13. Herr unsrer tage, führe du Uns alle diesem ziele zu, Daß uns, bei standhaft frommer treu, Tes lebens end' erfreulich sey. 2. Es falle nur die hütte hin, mit der ich bier umgeben hin; Sch selber, lebend, wie zuvor, Schwing aus den trümmern mich empor. 3. Ein innres mächtiges gefühl Verkündigt mir mein höhres ziel; Dies streben nach der ewigkeit Erhebt mich über erd' und zeit. 4. Dich böchster, hab' ich hier erfannt, Voll liebe vater dich genannt; In dieser seelenwürde liegt Ein hoffnungsgrund, der nimmer trügt. 5. Dein sohn zeigt mir die beff're welt; Nun ist mein glaube festgestellt. Wie herrlich wird der menschheit werth Durch jesu zusag' aufgeklärt. 3. Und doch von dir zu schweigen, 6. Glücksel'ge aussicht auch für mich! Entzückt bebt meine seele sich; Ich seh' im geist des christen lohn, Ich sehe meinen himmel schon. ich wills bezeugen, Wie gott errettet hat. Hörts, menschen! gott nur kann Vergeben und erretten. Ach, wenn wir gott nicht hätten, Wer hülf uns armen dann? 4. Dir will ich nun ganz leben, Und seyn dein eigenthum, Mein künftiges bestreben Sey deiner gnade ruhm: Dir weih' ich meine zeit; Vor dir will ich stets wallen, Dir dienen und gefällen In alle ewigkeit. Da ich, was dein guter Mel. O jesu christ, mein's lebens 2c. err rath zu meinem wohl geordnet bat; 583. He licht, mein troft und Genieße deines gnadenblicks Und der sollendung meines glücks. meine zuversicht! Tief beugt mich mei17* Abtheilung. Wohin ich ging, wohin ich sah, War mir stets deine güte nah. 4. Auch jetzt auf meinem sterbebette Sieh meine noth mit mitleid an; Erquicke, lindere, errette! Denn du bists, der mir helfen kann. Stärk mich im guten bis ans end', Damit ich treu den lauf vollend'. 260 Dritte ner leiden last; Ach! unter ihr erlieg ich fast. 2. Mein gott, wo nehm ich kräfte her? Der gang zur ewigkeit ist schwer. Nimm deinen pilgrim an der hand, Und führ' ihn in das vaterland. 3. In mir tobt jetzt des todes schmerz, Voll ist davon mein armes herz: Es schreiet sehnsuchtsvoll in mir: Nimm mich, o berr, nimm mich zu dir! 4. Ich feb zu deinem kreuz empor, Und halte mir dein sterben vor, Denn nichts kann, selbst in todespein, Mir tröstender, als dieses seyn. 5. Wenn dann mein sterbend haupt sich neigt, Und sich mein grab mir traurig zeigt; So sey dein wort: es ist vollbracht! Mein licht in meiner todesnacht. 5. Mein heiland, treib' die furcht zurücke, Besiege meinen legten feind; Lenk auch im sterben meine blicke Auf deinen tod, o seelenfreund! Sprich mir trost, muth und freude zu, Mach' ende, bringe mich zur rub! 6. Shr, meine güter dieser erden, Ihr machet mir den tod nicht schwer; Denn jegund werd ich selig werden, Drum brauch ich eurer nun nicht mehr. Du, gott, bists, wenn das eitle weicht, Der mir des Lebens krone reicht. 7. Ich übergebe dir die meinen, Du vater der barmherzigkeit; Laß ihnen stets dein trostlicht scheinen, Und bleib ihr gott zu aller zeit. Behüte sie vor ungemach, Und bringe sie mir selig nach. 6. Mit sieg gekrönt gingst du in's grab, Ich folge dir getrost hinab. Ich gch zu gott mit freuden bin, Und fauchze, daß ich selig bin. 7. Ich traue, herr, auf deinen tod, In meiner letzten todesnoth; So schließ ich meinen lebenslauf, Und du nimmst mich im himmel auf. Am du mich, Da siebt mein auge frob auf 585. ov erheben, Selbst nah Mel. Wer nur den lieben gott: c. Ich will im tod dich: In jenes schreckliche gericht Führst du mich, deinen freund, ja nicht, 9. Unsterblich werd' ich auferstehn, Verklärt werd' ich den vater sehn, Und du machst mich in deinem reich Auf ewig deinen engeln gleich. am grabe dank' ich dir. Zum segen gabst du mir mein leben, Und auch zum segen nimmst du's mir. Mein leben sucht ich dir zu weibn; Drum bleib ich auch im tode dein. 1 Mel. Wer weiß, wie nahe 2c. 584. Sa Rch fasse, vater, deine bände und halte sie im glauben fest; Verlaß den nicht an seinem ende, Der ewig sich auf dich verläßt; Du bist mein gott von jugend auf, Hilf glücklich enden meinen lauf. 2. Du hast nach deiner vatergüte Beständig wohl an mir gethan; Erhör' auch meine letzte bitte: Nimm, golt, mich doch zu ehren an! Ach! vater, ach! noch eins ist noth Ein gutes end', ein sel'ger tod. 3. Du hast mich se und je geliebet, Versorgt, gestärkt, geschüßt, regiert, Mich oft erquickt, durch leid geübet, Oft wunderbar, stets wohl geführt. 2. Gott, welche feierliche stunden, Wenn du mich nun der erd entziehst, Auf mich, den du getreu befunden, Voll schonender erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein gericht Gehst du mit mir, erlösten, nicht. 3. Der leib wird schwach, die morsche bütte, In der mein geist bier wohnt, zerfällt; Schon gehen meine müden schritte Den weg zu gott aus dieser welt. Ich bin getroft und zage nicht; Denn gott ist selbst mein heil und licht. 4. Wie? sollt ich vor dem tode be ben, Da du, erlöser, für mich starbst? Er ist durch dich der weg zum leben, Das du am freuze mir erwarbst. Wie du ihn gingst, will ich ihn gehn. Wie du, werd ich auch auferstehn. 26. In Todesuöthen. 261 5. Laß auch das grab in seiner 6. Wie wird mir dann zu muthe nähe Mir noch die letzten schrecken dräun, Du, herr, auf den ich hofsend sehe, Wirst auch noch dann mein beistand seyn. So nah' dem lohn, den gott verspricht, So nah' am ziele zag' ich nicht. 7. Ich will dich noch im tod erheben, Selbst nah' am grabe preis ich dich; Denn ewig werd' ich bei dir leben, Und da erfreu' ich ewig mich; Für mich ist selbst der tod gewinn. Wohl mir, daß ich erlöset bin! 6. Du wachest über meine seele, Wenn sie ihr haus, den leib, verliert, Giebst deinen boten dann befehle, Der sie zu deinen freuden führt, Zu denen der rechtschaffne christ Durchführe. jesu tod berechtigt ist. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 586. Noch walle ich im thränenthal, Gedrückt von kummer, müh' und qual, Doch nur noch wenig tage; Dann eile ich aus dieser zeit Hinüber in die ewigkeit, Weit weg von jeder plage. 2. Dann sinkt der leib ins fühle grab, Der staub zu allem staub herab. Nicht sterblich mehr zu leben: Mit freiem flug und frohem blick Kehrt der entbundne geist zurück zu dem, der ihn gegeben. 3. Wohl meinem geist, wenn er dann ruht, Wenn er rechtschaffen, fromm und gut, Wenn thaten ihn begleiten! Wenn er vereint mit jesu christ, Unsträflich, rein und fähig ist Zum glück der ewigkeiten. 4. O bohes glück, vor gott zu stebn! O freude, jesus, dich zu sehn, Und mit dir deine glieder! Zu sehen dich in deinem licht von angeeht zu angeſicht, Dich, größter after seyn, Wenn alle todten, groß und klein, D jesu! vor dir stehen! Wenn du mich dann beim namen nennst, Vor gott und engeln mich bekennst; Ich ewig dich soll sehen. of 5. Doch erst am tag des auferstehns, Am tag des frohen wiedersehns! Wenn neu wird diese erde; Am tag, wo gottes wunderkraft Mich ganz verklärt und neu erschafft! Was ich erst dann seyn werde! 7. Wann ich in jener großen stadt, Die gottes hand gegründet hat, Sm anschau'n mich verliere! Wann ich in deinem himmelreich, Den engeln und dir selber gleich Ein neues leben 8. Ich, ich, der jetzt noch thränen weint, Ich werde, wenn der herr erscheint, Dann leuchten, wie die ſonne! Ich sünder werd' von fünden rein, Ich sterblicher, unsterblich seyn, Ich, gottes bild und wonne! 9. Befreit und ewig fern von qual; Erquickt mit freuden ohne zabl, Gott immer, immer näher: Dann steigt mit jedem augenblick Der seele unaussprechlich glück Noch unaussprechlich böher. Und wer auf erden heilig war, Sind 10. Und aller seraphinen schaar, alle meine brüder; Sind alle nur ein leib mit mir, Und singen ewig, jesu, dir Aus frohem munde lieder! 11. Wie sind der freuden, berr, so viel! freuden ohne maaß und ziel, Hoch über alles sehnen! O ewigkeit! o ewigkeit! Was ist das leiden dieser zeit? Wie nichts sind alle thränen! 12. Sey start! sey freubenvoll mein geist! Gott lebt, gott hält, was er men! Glaubs nur, nichts ist für dich verheißt! Gott ist der gott der fromzu groß, Für dich, zu dem aus gottes schooß Der eigne sohn gekommen. Mel. O ewigkeit, du donnerwort. 587, Mann, beiland, meine pilgerzeit Nun ganz durchlebt ist, und der streit Des glaubens ausgestritten! Wann kaum mein sterbend herz mehr spricht: Dann jesu komm und schweige nicht zu seinen legten bitten; Erhöre mich, wann mein gebät Um trost zu dir, um gnade fleht. Dritte Abtheilung. 262 2. Wann mich kein freund mehr trösten kann, Und doch mein herz bebt, sage dann: Die sünd' ist dir vergeben! Ach, wann des todes schrecken mich Ergreffen, dann, mein beiland, sprich: Ich leb' und du sollst leben! Dies wort von dir nur, und mir g'nügt; Des todes schrecken sind besiegt! 3. Dann droh' mir nicht dein angesicht, Gleich missethätern, das gericht, Und laß mich nicht verderben. Nicht sterben laß mich, berr, wie die, Die dich verwarfen, die sich nie Berciteten zu sterben! Was ist so furchtbar, als der tod, Der ewige verwerfung droht? 4. Ach, sterben, sterben wird den tod, Der ewige verwerfung drobt, Wer, herr, dein beil verachtet! Wer nicht in deinem blute rein, Sich bosbaft weigert, fromm zu seyn, Mit vorsaß dich nicht achtet; Ach, den ergreift der tod, der tod, Der ewige verwerfung drobt. Mel. Ich hab' mein sach' gott zc. 588. D u wollst erhören, gott, fein flebn! Nicht ins gerichte mit ihm gebn, Der jezo deiner ewigkeit Sich nabt, befreit Nun bald von dieser eitelkeit. 2. Des lebens und des todes herr! Nun ist für ihn die zeit nicht mehr! Du haft gezählt des hauptes haar, Sein todesjahr Bestimmt, als feine zeit noch war. Fürbitte für einen 3. Erfüllt ist seiner leiden zabl; Er leidet jest das lestemal! Ach! sey in seiner todes noth Sein freund und gott! Ein schlummer sey für ihn der tod! 4. Vollende, vater, seinen lauf, Nimm ihn zu deinem frieden auf! Verlaß ihn, wenn sein herz nun bricht, Verlaß ihn nicht, Herr! berr! mit deinem gnadenlicht. 5. Von angst des todes ist der frei, Der dir geweiht ist, dir getreu; Ihm ist er keine strafe. Gelobet sey der berr, mein licht; Des todes nacht schreckt mich ja nicht: Mir wird er nur zum schlafe. Es ist ein finstrer weg; doch mir Ein weg zum leben und zu dir. 5. Erleichtre ihm den lezten schmerz! Bon dir erquicket, rub' sein herz! Durch jesu todesschweiß und blut, So ihm zu gut Vergossen, stärke seinen muth. 6. Gelobet sch der Herr, mein schild, Der mich mit rub' und trost erfüllt, Mit willigkeit zu sterben! Ich glaub an ihn, und bin gewiß, Er führt mich aus der finsternis Zu seiner freuden erben. O welchen jubel stimm' i dann Tem todesüberwinder an! 7. Gieb deinen frommen, jesu, kraft, Den schwersten schritt der pilgerschaft Getrost, wie du, zu enden. Sprich zu den schwachen seelen: ich Bin euer beiland; freut euch! sprich: Ich will euch nun vollenden! Erquicke sie und nach dem streit Erhöbe sie zur seligkeit. Sterbenden. 6. In ihm vermehre deine ruh! Sein armes berz erquicke du, Geiß gottes, laß ihn im vertraun, Auf fesum schaun, Und so entgehn des todes graun. 7. Mach ibn getrost, o geist des berrn! Beig' ibm den gnadenlohn von fern; Laß ihn den himmel offen sehn, Und jesum stehn, Bereit, ihn gnädig zu erhöhn. 8. Ach gnade, gnad' ergeb' für recht! Denn von dem menschlichen geschlecht Ist selbst der heiligste night rein! Wer kann wohl bein, Gott! ohne deine buld sich freun? 9. Sep, richter! ihm nicht fürch terlich; Erbarme seiner seele dich! Auch aus der tiefe rufet sie; Erhöre sie! Erlöse, gott! erlöse sie! 10. Behüte ihn in seinem tod; Ihn segne, segne, segne gott! Wenn nun sein auge sterbend bricht, Leit ihn dein licht; Tröft' ihn vor deinem angesicht! 27) Bei Begräbnissen. Mel. Nun laßt uns den leib zc. In voriger Melodie. 589. Begrabt den leib in feine 590. Grabt mein verwesliches gruft, des richters stimme ruft. Wir säen ihn; einst blübt er auf Und steigt verklärt zu gott hinauf. gebein, ihr noch sterblichen, nur ein? Es bleibt, es bleibt im grabe nicht: Denn jeſus kommt und bält gericht. 2. Aus staube schuf ihn einst der herr. Er war nur staub, und wirds nur mehr. Er liegt, er schläft, verwest, ermacht Dereinst aus dieser todesnacht. 3. Des frommen seele lebt bei gott, Der sie aus aller ihrer noth, Aus aller ihrer missethat Durch seinen sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn trübsal oft gedrückt; Nun wird er, gott, von dir erquickt. Hier trug er feju sanftes joch; Entschlief im tod und lebt doch noch. 5. Gott blieb er treu bis an sein grab, Nun wischt gott seine thränen ab. Was sind die leiden dieser zeit, Gott, gegen deine herrlichkeit? 6. Nun, du erlöster, schlaf in rub'. Wir gehn nach unsern hütten zu, Und machen zu der ewigkeit Durch glaub' und tugend uns bereit! 7. Ach, jesu christ! dein bitt'rer tod Stärk uns in unfrer leßten noth! Laß unsre ganze feele dein, Und selig unser ende seyn. 10 263 2. Du wirst mein aufgelöst gebein, O du verwesung, weit verstreun; Allein gezählt ist, wie mein baar, Mein staub, gott wedt mich wunderbar. stößt Im tode nicht, die er erlöſt, 3. Gott ist barmherzig, und verDie nicht, für deren missethat Der mittler sich geheiligt hat. 4. Bei euch bat trübsal mich gedrückt, Nun hat mich gottes rub' sanftes joch, Entschlief im tod, und erquickt: Ich trug des beilands leb' doch noch. 5. Jbm blieb ich treu bis an mein grab; Nun wischt er meine thränen ab. Was sind die leiden jener zeit, Gott, gegen deine herrlichkeit? 6. Nun lasset mich in meiner rub' Und gebt nach euern hütten zu; Schafft, daß ihr selig werdet; ringt, Bis ihr euch auch der erd' entschwingt. 141 264 Register der Gesänge, nach dem Alphabet, eingerichtet. nach dem Alphabet, und auf die Nummer der Lieder 216 Christ, alles, was dich Befiebt du deine wege Befreit von allem fummer Begleite mich nach golgatha Begrabt den leib in seine Beherrscher himmels und der Bewahre mich, herr, daß der Bringt preis und ruhm dem Ach gott, vom himmel ſieh Ach, gott! wir treten Ach! könnt ich doch mit deinen Ach, lieber gott! ich bitte dich Ach, sieh ihn dulden, bluten Ach, wann werd' ich von Das glück ist groß, das 276 Ach, wider dich, mein gott Das grab ist leer; des 277 Allein gott in der höh' sey Daß ich mich, mein gott 31 Allein zu dir, herr jesu christ 278 Dein bin ich, gott; dein ist Deine leiden, gottes sohn Alle menschen müssen sterben 226 Deines gottes freue dich 440 Dein heiland lebt 448 339 Dein heil hat heut, volk Dein heil, o christ, nicht zu 519 Dein reich), o gott, ist herrlich 40 54 14 Dein sind wir, gott, in Tein wort, o böchster, ist Dein wille, herr und vater Den böchsten öffentlich Der am freuz ist meine liebe Der du alle deine werke Allen menschen und auch mir Allen, welche nicht vergeben Alles ist an deinem segen Allmächtiger, ich hebe Allmächtig- großer gott Allwissender vollkommner geist Als in der krankheit schmerzen Also hat gott die welt geliebt Am kreuz erblaßt, der marter Anbetung, lob und preis Anbetungswürd'ger gott An dich, mein gott, zu denken Auch diesen tag hab' ich Auf, christen, bringet preis Auf, christen, laßt uns unsern Auf, christen, preist mit mir Auf christi himmelfahrt allein Auf deine weisheit schauen Auf gott und nicht auf Auf, jesu freunde! freuet Auf meinen lieben gott Auf, o seele! werde munter Der morgen kommt: und Der spötter strom reißt viele Der tag( das jahr) ist wieder 535 Aus deiner milden segenshand 409 Des jahres schönheit ist nun Der wollust reiz zu widerstr. Auf, schicke dich recht feierlich 405 518 Aus einem tief vor dir Aus freudigem gemüthe 279 Des leibes warten und ihn 406 498 521 566 Christe, du lamm gottes 572 573 119 581 77 4026 341 340 159 342 533 82 Dank sey dir, vater meines Der freuden füll' ist, gott Der herr hat alles wohl 4 15 車位 13 3951334444427122204181678282815228 6 140 157 1 331 Der du selbst die wahrheit bist 183 Der du die liebe selber bist 574 165 363 66 364 158 Der herr ist gott und keiner Der legte meiner tage 341 Des morgens erste stunde Des todes graun, des grabes 343 Dich bet' ich an, erstandener 534 Dich bitt' ich, gott, beweise 130 Dich bitt' ich, heiland aller 589 Dich, berr und vater 35 Dich, böchster, ebrerbietig 308 Dich seb' ich wieder 142 Die auf der erde wallen 544 Der du uns als vater liebest Der du uns mit deinem blute 309 Der du uns das heil errungen 78 461 184 582 146 543 96 371 328 522 229 Die bahn ist rauh, auf der Die feinde deines kreuzes Die ihr christi jünger seyd Die finder, deren wir uns Die krankbeit, du gerechter Dir dank ich für mein leben Dir, gott, die will ich fröhlich Dir, gott, sey preis und dank Dir hab' ich mich ergeben Dir, milder geber aller gaben Dir, unserm gott, ist niemand Dir, vater, der du deinen Dies ist der tag an welchem Dies ist der tag, den gott Tu, aller menschen vater Du bester trost der armen Du bist ein christ, was Du bist, o unermeßlicher Du bist's, dem ehr' und ruhm Du, der frommen beste Du, der kein böses thut Du, der menschen heil und Du, der voll blut und Du fühlst, o christ! das leiden Du führer, der mit treuer Du gab'st mir, ew'ger, dieses Du, gutt, bist unsere hülf' Du, gott, der unsre zuflucht Du, gott, du bist der herr Du gott und vater aller welt Du hast gestiftet, herr Du hast, mein vater und Du, herr, bist meine zuversicht Du, herr der seraphinen Du, herr bast aus Du, berr und water meiner: Du flagst und fühleft die Du läsfest, herr, und Du liebst, o gott gerechtigkeit Du, o berrscher, stiegst Durch dich, gott, bin ich Durch dich, o großer gott Du schufst, von vaterhuld Du stellest dich zum mittler Du, vater deiner menschenk. Du weiser schöpfer aller Du wesentliches ebenbild Du willst es, herr, mein Du wollst erhören, gott fremdling bin ich in Ein berz, o gott, in Ein lamm geht bin und Register 427 Ein milder regen sinket 217 Eiu ruhiger gewissen 199 Eins ist noth; o berr, dies Ein starker schuß ist unser Erbarm dich, herr! mein Erhabner gott, was reicht Erhalt uns, herr bei 499 577 372 Erhalt uns, herr, die Erhebt den herrn, ihr fromm. Erhöhter jesu, gottes sobn Erhör uns, gott wir flehn Erinnre dich, mein geist Er ist erstanden, jesus Er kommt, er kommt zum 455 Erlöser, der im staube 570 Ermuntere, seele, dich und Es eilt der letzte von den Es freu' der fürst des landes Es ist noch eine ruh' vorhanden 423 Es ist vollbracht! ruft nach Es lag die ganze welt Es wolle gott uns gnädig 23 56 422 545 41 166 485 83 19 373 168 61 105 132 Es ziebt, o gott! ein friegesw. 428 Es züchtigt deine hand 167 Ew'ge liebe mein gemüthe 418 571 Fern sey mein leben 295 509 517 Freiwillig hast du dargebracht 496 Froblocke, mein gemüthe 345 346 51 Fest glaub ich, daß, was Freue dich! des herren 200 230 Gebante, der uns leben giebt 73 332 16 Froblockt, ihr christen Für alle güte sey gepreist Führwabr, du bist, o gott 424 Geborsam ist die beste 488 446 382 Geist vom vater und vom Gelobet seyst du jesu Gelobt, gelobt seyst du 502 Gelobt sepst du, herr 374 Gerechter gott! vor dein 523 Gern will ich mich ergeben Getreuer gott, wie viel Getrost und freudig geh' ich Geweiht zum christenthume Gieb, gott wenn ich dir Gieb, herr, daß dein theures Gieb mir, o gott, ein herz Gott deine gnade sey gepreist 269 Gott, deine gnad' ist unser 429 Gott, deine güte reicht 120 Gott, deine weise macht 100 400 588 265 556 463 383 218 310 3 219 492 67 261 473 147 148 262 116 311 419 493 270 133 99 220 567 552 68 447 432 149 150 106 151 536 42 69 337 169 84 568 201 20 231 30 232 198 393 474 442 85 464 356 43 266 Gott, dein unsichtbares wesen Gott, der an allen enden Gott, der du die menschen Gott, der du für uns deinen Gott der wahrheit, dessen Gott des himmels und Gott, dessen hand die welt Gott, dessen macht des feuers Gott, dessen nam' ist wie Gott, dessen starke band Gott, dessen weisheitsvoller Gott, dir gefällt kein gottlos Gott, dir sey mein dank Gott, du bist beilig und Golt, du bist von ewigkeit Gott, du hast in deinem sohn Gott, durch den wir sind Gott, durch welchen alle Gottes sohn ist kommen Register 537 202 420 123 95 Herr, der du mir das leben 44 Herr, der du willig als 449 Herr der zeit und ewigkeit 70 Herr des himmels! starfer 347 Herr, dir gelobt mein herz 524 Herr! dir sey preis! ich glaub' 186 Herr, du bist meine zuversicht 152 Herr, du erforschest mich 490 410 15 Herr, du fährst mit glanz und Herr, du hast in deinem Gott, hätte dein geliebter Gott hat in meinen tagen 560 357 36 Herr, du kennest mein Herr, du wollst sie vorbereiten Herr gott, dich loben wir 500 62 Herr gott, du bist die zuflucht 11 Herr, hier siehst du uns 170 Herr, hier steht unser hirt 482 Herr, böre mein gebät 503 312 465 Herr, ich bin dein eigenthum 86 Herr, ich bitte, stärke 71 504 Herr, ich hab' aus deiner Herr jesu christ, du höchstes Herr jesu christ, mein berr Herr jesu, deine angst und 185 Herr fesu, gnadensonne 411 Herr jesu, meines lebens 425 Herr, laß mich doch 546 Gott, heilig sey dein nam' und 324 Gott im himmel und Gott ist mein herr! auf Gott ist's, der das vermögen Gott kann allein das beste Gott, mache du mich selbst Gott, meine ganze feele Gott, mein vater, deine Gott sorgt für uns Gott, unfer frober lobgesang Gott vater, an erbarmen Gott, vor dessen angesichte Gott werde stets von dir Grabt mein verwesliches Großer gott, erhabnes Großer mittler, der zur Groß ist des höchsten güte Gut und heilig ist dein wille 161 52 Heil deinem volke, dem Heil uns! aus unsrer Held aus davids stamm Herr, allerböchster gott 297 Herr, an dir bab' ich gefündigt 280 Herr, deine allmacht reichte 18 Herr, deine langmuth ist sehr 553 Herr, deine rechte und Herr, deine sanftmuth ist Herr, dein gesey, das du Herr, den die sonnen und Herr, der du alles giebst Herr, der du keinen je 64 203 365 12 195 495 313 263 233 234 28 25 10 31 8 45 38 19 28 29 05522555281117 24 28 15 19 25 583 414 4 Herr, laß nach eitler ehre 45 Herr, mache meine seele stille 375 Herr, meiner seele großen 547 Herr, mein erlöser, der 569 Herr, mein licht, erleuchte 358 Herr, neige mein gemüthe 21 Herr, obne glauben kann 57 Herr, sey gelobet, daß 590 Herr, stärke mich, dein 63 Herr, unser gott, erbarme 160 Herr, vor deinem angesicht 376 Herzlich lieb' hab' ich dich 338 Hier bin ich, jesu, zu Hier ist mein herz, herr, 191 Silf, herr, laß es wohlgelingen 511 72 Hilf, jesu, daß ich meinen 384 Hilf mir, mein gott, bilf Hoch am Himmel steht die Höchster, denk' ich an die Höchster tröster, komm Hör unser gebät, geist des 444 348 401 451 187 443 491 335 189 450 Jauchzt unserm gott! er ist 24 190 Sch armer mensch 510 Ich bin ein christ, gott ist 394 Ich bin getauft, nach jesu 194 Ich bin fa, herr, in deiner 236 316 Ich bin mit deiner huld Ich bin, o gott, dein eigenth. Ich denk' an dein gerichte Ich erhebe mein gemüthe Ich fasſe, vater, deine Hände Ich flebe, gott, von ewig Ich freue mich der frohen zeit Ich freue mich, mein Ich fühle, daß ich sterblich Ich geb' einst ohne beben Ich glaub' an gott, den Ich hab' in gottes herz und Ich bab' in guten stunden Ich hoff', o gott, mit festem Ich komme, friedensfürst, zu Ich komme, herr, und Register. 426 Kommt, Kinder, anzubeten 58 Kommt, laßt uns gott und Kommt und laßt euch jesum 264 Laß mich doch nicht, o gott Laß mich doch, o mein gott Laß mich, höchster, darnach Laß mich, o herr, in allen Laß, vater, deinen guten 299 Laßt uns doch christo dankbar 300 Laßt unserm gott uns singen 205 Laßt uns mit ehrfurchtsvollem Ich komme vor dein angesicht 359 Laßt uns unsern gott lobsingen Ich komme vor dein anges., du 505 Lebt christus, was bin Ich preise dich, o berr 206 Ich finge dir mit Herz und 366 Ich weiß, mein ende nabet Ich weiß, mein gott, daß Ich weiß, und bins gewiß Ich will dich, gott, im Ich will in stiller einsamkeit Jesu christ, durch deine Jesu christe, dessen wunden Jesu christe, wir sind Jesu, freund der menschenk. Jesu, meine freude Jesu, meiner scelen licht Jefu, meines Lebens leben Jesus christus hat sein leben Jesus lebt, mit ihm auch Jefus meine zuversicht Jest sinkt die sonne nieder Ihm, der das licht entstehen In allen meinen thaten In unserm kummer kommen Ist auch ein gott? wer Ist gott für mich, so trete Ist nun auch meine stunde 284 584 285 254 336 237 255 32 Kein lebrer ist dir, iefu Klag nicht, mein herz Köstlich, o mein heiland Komm auf uns, o geist Komm betend oft und Romm, beiliger geist, erfüll' Komm, o komm, du geist Komm, schöpfer, komm 349 430 Ich finge meiner seelen 46 Ich weiß, an wen mein glaub' 301 238 Laß deinen geist mich stets Paß doch in meines Laß doch, o jesu, laß dein Laß mich des menschen Liebreicher gott, dein segensw. Liebster vater, ich, dein Lob, ebre, preis und dank Lob, ehr' und dank sey Lob sey dem allerhöchsten 47 Lobsinge gott, o christenbeit 302 Lobsinge gott! dank, preis Lobsinge gott, er schuf 585 506 113 Lobsinget gott und betet an Lobt den höchsten! jesus 125 Lobt gott am froben morgen 476 Lobt gott, ihr christen 207 386 Mache dich, mein geist 108 Mach doch der spötter 134 Man lobt dich in der stille 208 Mein auge sieht, o gott 153 Meine lebenszeit verstreicht 256 Meinen jefum laß ich nicht 538 Mein erlöser, gottes sohn Mein erst geschäft sev preis Mein ganzer geist, gott 525 48 555 Mein geist erstaunt, allmächt. 5 Mein glaub' ist meines 303 Mein gott, auch dieser neue Mein gott, dir ist bewußt Mein gott, du bist gerecht Mein gott, du weißt am 239 101 317 Mein gott, du wohnest zwar 192 Mein gott, erschaffen bast Mein gott, ich weiß wohl Mein Heiland, deine größe Mein Heiland lebt, er hat 173 360 477 267 489 561 318 109 329 221 395 416 286 459 319 176 117 377 87 88 154 548 287 74 565 89 79 33 37 25 155 526 90 402 304 367 49 240 387 110 527 65 558 350 325 403 241 75 257 174 Mein Herz, ermuntre dich 379 175 Mein jesu, der voll schmerzen 578 271 378 466 528 268 Mein jesu, du bast unfre Mein jesu, für dein herz Mein jesus ist mein leben Mein jesus lebt, mag ich doch Mein jesus triumphiret Mein leben steht in gottes Mein schutz ist gott, ihn Mein vater und mein gott Mit dir geh' ich an mein Mit dir, o höchster, friede Mit freuden laßt uns treten Nach deinem rath, o gott Nach dir verlanget mich Nach einer prüfung furzer Nach meiner seelen feligkeit Nicht mürrisch, finster Nicht um ein flüchtig gut Nie will ich wieder fluchen Nimm gott, den wir Noch läßt der herr mich Noch nie hast du dein wort Noch walle ich im thränentbal Nun bitten wir den heil'gen Nun bricht die finstre nacht Nun danket alle gott Nun habe dank für deine Nun ist der tag der ſeligkeit Nun ist alles wohlgemacht 353599339553RRRRR christenheit, sey hocherfreut O, daß doch bei der O, der du einst gestorben du, mein mittler und gott, aus deinen werken gott, bei dir ist heil und gott, des gnadenvoller gott, du bist die liebe gott, du bist mein preis gott, du frommer gott gott, du kannst den himmel gott, erbarme väterlich gottes sohn, herr jesu gott, ich preise deine gott, sobald der tag erwacht großer gott, du reines Oheil'ger geist, kehr' bei Oheil'ger geist, laß uns berr, mein gott! ich O herr, wenn deine lehren O böchster, dessen kraft O O jammervolle tage, da Register. 242 156 91 D jesu christe, goites lamm 126 jesu, dir sey ewig dank D jesu, jesu, gottes sobn O jesu, wahrer frömmigkeit fönnt' ich dich, mein gott O lamm gottes, unschuldig schrecklichs leid der ewigkeit vater der barmherzigkeit 412 O vater, send' uns deinen geist 480 162 243 467 welch ein unschäßbares 468 512 135 274 351 320 O welt, sieh bier dein leben O wie unaussprechlich felig 423 288 Preist, christen, mit 272 404 Quelle der vollkommenheit 456 507 305 Schon ist der tag von gott Schüße die deinen, die nach Seele, komm zum golgatha Schwingt, heilige gedanken Sehn wir nur trübsal 333 177 Schaffet, schaffet, menschenk. 290 452 Schicke, dich, erlöſte 210 50 265 529 222 22 7 586 178 541 380 213 98 139 Sebr groß, herr, ist die Seht, welch ein mensch! ach So fliehen unsre tage hin 209 214 388 389 368 118 So früh bringt, gott, mich So gehst du, jesus, willig 273 289 Seht, welch ein mensch, wie Selig, gott! sind die, die 245 92 111 431 Selig sind des himmels erben 246 Seyd barmherzig, menschen 457 Sev hochgepriesen, herr 549 Sey lob und ehr' dem höchsen 369 244 Sey, seele, stark und 121 Sey, weltversöhner, sey 6 Sey zufrieden, mein 197 Sidh'rer mensch, noch ist es 497 Sieb, gott und herr, wie 26 Sie kommt, sie kommt, die 486 Singt unserm gott ein frohes 8 321 Sink ich einst in jenen 539 557 59 Sohn, der uns verheißen war 516 Sohn gottes, eingeborner 179 So jemand spricht: ich liebe 180 So ist nach gottes rath und 478 So lang ich athme, gott 501 Sollten menfchen, meine 479 Sollt' ich jetzt noch, da mir 562 So wahr ich lebe, spricht 559 So weit nur deine sonne 551 436 554 223 127 128 181 38 291 137 579 540 508 124 80 76 445 563 370 453 390 292 27 Tag, den mir der Herr Treuer gott, wir danken 11m gnade für die fünderwelt Unendlicher, den keine zeit Unerforschlich sey mir immer Unschuld'ger jesu, was hast du Unwiederbringlich schnell Vater, den mein herz Verbittre dir dein leben nicht Verflossen ist das alte jahr Verleih uns frieden gnädiglich Voller ehrfurcht, dank und Voll freud' und frommer Vom himmel ward der engel Von dir, o vater, nimmt Von gott will ich nicht lassen Vorbild wahrer menschenliebe Wach auf, mein herz, und Wachet auf! ruft einst Wachet auf vom schlaf, ihr Wann einst mein sterbend Wann, heiland, meine Bann ich einst von jenem Wann ich, gott, meinen geist Warum betrübst du dich Warum erbebst du, meine Warum sollt' ich mich denn Was gott thut, das ist Was hilft es mir, ein Was ich nur gutes habe Was ist der mensch, dess' Was ist mein leben auf der Was ist mein zeitlich Was ist's, daß ich mich quäle Was kann ich doch für dank Was soll ich ängstlich klagen Was sorgst du ängstlich für Web' dem, der leugnet Welch glück, o gott, ist Wenn christus seine firche Wenn einst in meinem grabe Wenn ich auf gottes wegen Wenn ich, o gott, von dir Wenn ich, o schöpfer, deine Wenn mich die sünden Wer bin ich? wichtig ist die Register. 215 483 138 13 17 129 Wer kann, gott, je was Wer nur den lieben gott 542 Wer schuf die ſonne und den weiß wie nahe mir 454 469 Wer zählt der engel heere Wie flieht dahin der menschen Wie getrost und heiter Wer durch dein wort ist neu Wer gehorcht, der thus mit Wer gottes wege geht 471 306 Wer gottes wort nicht hält Wer ist wohl wie du, Stifter 391 Wer kann doch, großer gott 323 269 470 494 413 224 Wie groß ist des allmächtgen 211 Wie groß, wie angebetet ist 381 Wie grundlos sind die tiefen Wie heilsam ist doch, berr 93 433 Wie herrlich, jesu, starker 102 530 352 Wie mächtig spricht in meiner Wie mannigfaltig sind Wie fanft sehn wir den Wie selig bin ich, wenn Wie selig lebt ein mensch 266 Wie soll ich dich empfangen 248 Wie theuer, gott, ist deine 587 Wie ungewiß ist, herr 531 258 Wie viele freuden dank' ich 9 Wie wichtig ist doch der 434 Wie wird mir dann, mein 259 Wie wohl thust du, mein 435 Will mich, o gott, hienieden 436 Willst du der weisheit quelle 322 Wir, der erde pilger, sind 396 Wir erscheinen heut vor dir 112 Wir freuen uns, herr jesu 437 Wir glauben an den ein'gen 407 Wir menschen sind zu dem Wir sind in noth; laß uns Wir singen, herr, von deinen 353 Wo find' ich gott, den meine 247 Wohlauf, mein herz, verlaß 10 Wohl dem, der bess're schäße 462 Wohl dem, der richtig 225 Wort, aus gottes munde 260 Wo soll ich fliehen hin 267 438 296 397 Beit, die ich seufzend zäble 39 Zu deiner ehr' bin ich erwacht 114 3u dir, mein gott, der du 398 3ur grabesrub, entschliefeft 361 354 514 249 53 421 307 28 392 122 487 163 472 408 250 326 458 81 293 251 29 60 252 275 439 330 253 481 164 34 188 564 550 327 97 417 460 193 294 580 532 362 141 270 Einige 1) Morgengebete. a. Längere Morgen- Andacht. P₁. 5, 4. Herr, frühe wollest du meine Stimme hören? frühe will ich mich zu dir schicken, und darauf merken. ütiger Gott und Vater! durch Gebete. Erhalte mich auch heute bei dem einigen, daß ich dich stets auf die rechte Art vor Augen habe, daß ich der christlichen Frömmigkeit und Tugend unverrückt treu bleibe, da ich doch auf keinem andern Wege ein wirklich zufriednes Herz und wahres dauerhaftes Glück finden kann. Hilf mir immer mehr zu einer richtigen lebendigen Erkentniß dessen, was zu meinem Besten dienet. Befestige in mir den Glauben an Jesum, meinen Heiland, seine Erlösung und Lehre, die so zue verlässig meine Seele, wenn sie darauf achtet, weise und gut macht. Stärke meinen Vorsaß, auch diese mir aufs neue geschenkte Zeit meines Lebens mit aufmerksamem und treuen Ernst dir diesen Tag erlebt, und mit dankbarem Herzen erkenne ich auch darin, wie viel ich dir schuldig bin. Daß ich mich durch den Schlaf erquickt, an meinen Kräf Entferne von mir alle gefährliche ten jezzo von neuem gestärkt, und durch Versuchungen, zu welchen mein Beruf, den Anblick des Tageslichts und der mein Umgang, meine Verbindung mit sichtbaren Natur erfreuet finde: das Andern, auch selbst meine eigene naist dein Werk. O gieb, daß ich das mit türliche Gemüthsart mir Gelegenheit Aufmerksamkeit bedenke, und ja deiner geben könnten; und wenn solche Vernie vergesse, dem allein ich mein Leben suchungen mir nabe kommen sollten, so und dessen Erhaltung zu danken babe. stehe mir bei o Gott! und unterstüße Dein allmächtiger väterlicher Schuß meine dann vielleicht wankende Seele war über mir, da ich, meiner selbst nicht durch den großen Gedanken deiner bewußt, in unbesorgter Rube lag; und Gegenwart, deiner Wohltbaten und nun stellest du mich in deine Welt bin, deiner Vergeltung; damit ich nicht von daß ich dich in deinen Werken sehen und dir abweiche, nicht in Sünden gerathe, bewundern und mit wiederhergestellter und mich nicht der tröstlichen BeruhiMunterkeit meiner Geschäfte wahrneh- gung eines guten Gewissens und deimen kann. So läsfest du mich auch an nes Beifalls beraube. mir selbst erfahren, daß deine Güte alle Morgen neu, und deine Treuc groß ist. Nimm dafür, o mein Gott, das demüthige freudige Lob meiner Seele an. Gieb dein Gedeiben zu einem jeden dir wohlgefälligen Vorhaben, womit ich heute zu thun haben werde, und verleibe mir Muth und Kräfte, das recht auszurichten, was in meinem Stande und Berufe mir obliegt. Be wabre meine Gesundheit; mein Vermögen und meinen guten Namen vor Schaden. Walte mit deiner gnädigen Beschirmung über meine Angehörigen, daß uns der freudige Genuß deiner wohltbätigen Güte durch keinen Un glücksfall gestöret werde. Soll ich aber auch, nach deinem Rath, heute meinen Antheil an den Bitterkeiten des Lebens empfinden und von Widerwärtigkeiten unverlegten Gewissens höher zu achten, als alles Irdische, was ich mir durch die Sünde verschaffen könnte. 271 Herzen für die Gnade, daß du mich auch diesen Tag erleben lassen. Du hast mich die Nacht über beschüßt und durch den Schlaf erquickt; und von dir babe ich die Munterkeit, mit welcher ich nun abermals die Vollbringung der mir obliegenden Pflichten übernehmen kann. Gieb mir dies so zu erkennen, daß es mir nie aus dem Sinn komme, wie ich dir ganz angehöre, und wie viel ich dir schuldig bin. Leite mich nun auch an diesem heuZu dir, liebreicher Vater aller Men- tigen Tage mit deiner Gnade auf schen, der du allen gütig bist, und dich lauter guten Wegen. Bewahre mich aller deiner Werke erbarmest, zu dir vor aller Ungerechtigkeit und Sünde, bete ich auch für alle diejenigen, die die doch am Ende nichts anders, als neben mir von deiner Güte leben. Er- das äußerste Elend nach sich ziehet. fülle die Welt mit deinem Segen, der Mache mich wachsam und stark gegen alles erfreuet. Segne unsern Landes- die Versuchungen, die mir heute vorberrn, sein Haus und seine Regierung, kommen könnten, damit ich nicht am zur Sicherheit und zum Woblergehen Abend Vergebungen gegen dich, und so vieler Tausenden. Breite über alle Untreue gegen mein Gewissen, mit Stände und alle Ordnungen meiner bitterm Schmerze zu bereuen habe. Nebenmenschen deine Wohlthätigkeit aus, und wirke dabei die Gesinnungen in ihnen, daß sie darin seine Vaterband erkennen und desto dankbarer gegen dich werden mögen. 1. Morgengebete. und Bekümmerniß befallen werden: so waffne mein Gemüth mit der christlichen Standhaftigkeit und Ergebung in deinen Willen, mit dem kindlichen Vertrauen auf dich), und mit der getrosten Hoffnung einer bessern Zukunft, durch welche das Gefühl der Leiden so sehr gemildert, und ihre Last um so vieles erträglicher gemacht wird. Führe du mich, Herr, wie es dir wohlgefällt; denn du weißt besser, was mir gut ist, als ich selbst. Und so gehe ich, mein Gott und Vater, an die heutigen Pflichten meines Lebens, mit einem dir geweihten Herzen. Sey du mit mir, so werde ich sicher bleiben, und kein Uebel fürch ten. Dies hoffe ich von dir nach deiner Barmherzigkeit, und nach der Verbeißung, die du mir durch Jesum Christum gegeben hast. Amen! Klagl. Jerem. 3, 23. 24. Die Barmherzigkeit des Herrn ist alle Morgen neu, und deine Treue, o Gott, ist groß. Der Herr ist mein Theil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. b. Kürzeres Morgengebet. Pf. 63, 7. Wenn ich erwache, so rede ich von dir. Herr, mein Gott, du Erhalter und Wohlthäter meines Lebens, dir danke ich jezo wieder mit erfreuetem Gieb meinen rechtmäßigen Geschäften und Unternehmungen einen guten Fortgang, da obne dein Gedeihen doch alle unsere Arbeit vergebens ist. Wende Gefahr und Unglück ab von mir und von denen, die mir angehören. Erbarme dich auch nach deiner väterlichen Güte aller Menschen, die mit mir deine Kinder sind, und laß die Welt deines Segens voll werden. Dir, mein Gott, übergebe ich also auch für beute mein Herz, mein Leben und meine Schicksale. Erhalte mich in deinem Wohlgefallen und in deiner Liebe, und laß dann alles, was mir nen. Du wirst mich gnädig erhören, begegnen soll, zu meinem Besten diewie du durch Jesum Christum mir verheißen hast. Amen. Pf. 73, 23. 24. Ich bleibe stets an dir; denn du hältſt mich bei meiner rechten Hand, und leitest mich nach deinem Rath, und nimmst mich endlich mit Ehren an. Mehrere gute Gebete am Morgen sind in den Morgenliedern dieses Gesangbuchs von Nummer 519 bis 532 enthalten. 272 1. Morgengebete. C. c. An Sonn- und Festtagen, Gott; darum ist es für mich böchst nothbei dem Morgengebete hinzuwendig, denselben nach seinem Willen zufügen. Verleihe mir auch insonderheit, o Gott, die Gnade, daß ich mir den heutigen Tag nach deiner Absicht und zu meinem eigenen Besten recht zu Nuße mache. Es ist Wohlthat für meine Seele, daß eigene Zeiten verordnet und bestimmt sind, an welchen das Andenken an dich und die Sorge für mein geistiges Wohl stärker und feierlicher erweckt werden soll. Mache also den Eindruck davon in meinem Gemüthe auch heute so lebendig, daß ich mich von allen irdischen Zerstreuungen mehr, als sonst, losreiße; mit ernsthafter Ueberlegung meine Gedanken zu dieſem wichtigen Geschäfte fammle; den öffentlichen Unterricht aus deinem Worte mit Aufmerksam. keit böre und annehme; bei der gemeinschaftlichen Anbetung mit meinem Nebenchristen mein Herz, so viel lebhafter gerührt, zu dir erhebe; und in meinen eigenen Andachtsübungen und Betrachtungen ein ernstliches Nachdenken auf mich selbst und auf meine weitere Besserung richte. Laß mich solche Weise von diesem Tage wahren Segen erfahren, dessen ich mich in dem Wachsthum meiner Erkenntniß, in der Ermunterung meiner Gottseligkeit und in der Stärkung meines Vertrauens und meiner Hoffnung noch auf meine folgende Lebenszeit erfreuen könne. Heilige mich ganz dir und deiner Verehrung, so werde ich glücklich seyn und dir dafür danken in Ewigauf keit. Amen. zu zu welchen er ihn mir gegeben hat. 1) Vor allen Dingen will ich mir deßwegen jezzo wieder den Gedanken tief und levendig ins Gemüth prägen, daß Rechtthun und Gottgefallen der Hauptzweck meines Lebens ist, weil ich dabei allein ein ruhiges Herz und eine freudige Hoffnung durch Jesum Christum, meinen Heiland, haben kann. 2) Ich will mich hieran diesen Taz über, so oft ich kann, auch während meiner Geschäfte, und unter den Umständen, worin ich mich etwa befinden mag, wenigstens mit einem kurzen ernstlichen Gedanken, zu erinnern suchen, damit es mir ja nie ganz aus dem Sinne komme, wozu ich in der Welt lebe.ats du 3) Ich will zum voraus mit Aufmerk samkeit bedenken, was für Gelegenhei ten zu Verfündigungen in meinem Be rufe und in demjenigen, was ich mit andern Menschen zu thun habe, mir heute aufstoßen möchten; und ich will auf meiner Hut seyn, daß ich mich nicht zu etwas Bösem hinreißen lasſe. 4) Besonders will ich über die Neigung meines Gemüths wachen, von welcher ich weiß, daß sie am meisten in mir herrschet und am leichtesten mich übereilet. 5) Ich will, so viel es sich thun lässet, solche Gesellschaften, Verbindungen und Unternehmungen vermeiden, wo entweder ein äußerliches Vergnügen zu leicht mein Gewissen betäuben, oder eine Absicht auf zeitlichen Gewinn zu leicht mein Herz verblenden, und mich verleiten könnte, etwas zu reden oder zu thun, was mich hernach bittere Reue kosten würde. d. Nöthige Entschließungen am Morgen. Pf. 25, 4. 5. Herr, zeige mir deine Wege, und lehre 6) In den Verrichtungen meines Berafes will ich mit Treue und Fleiß arbeiten; nicht allein um meines eige mich deine Steige. Leite mich in deinen Vortheils willen, sondern auch vornämlich aus der Betrachtung, daß ner Wahrheit und lehre mich; denn es Gottes Ordnung und Wille ist, du bist der Gott, der mir hilft. der mich zu dem Ende in diesen Ich habe alles, und also auch die- meinen Stand gesetzt bat, daß ich sen neuen Tag meines Lebens, von darin thätig und nüglich seyn soll. 1. Morgengebete. 7) Jeder Betrug in meinen Geschäften, jede Berückung meines Nächsten, jedes unrechtmäßige Mittel des zeitlichen Erwerbes, oder irgend einer andern zeitlichen Absicht, soll mir ein Abscheu seyn, so sehr auch etwa das Urtheil und die Gewohnheit meines Gleichen solches, als etwas Erlaubtes, zu rechtfertigen scheinen mag. Denn Gott sieht mich, und ihm muß ich Rechenschaft davon geben. 273 12) Bei allem aber, was mir Erfreuliches und Glückliches wiederfährt, auch bei den gewöhnlichsten täglichen Wohlthaten der Gesundheit, der Ernährung, des Genusses von Speise und Trank, der Gemächlichkeiten des Lebens, die ich etwa genieße: beidem allen will ich es mir immer mehr zur Gewohnheit machen, mit dankbarem Herzen an Gott, den gütigen Geber desselben, zu denken, weil das an sich selbst so billig ist, und weil zugleich dadurch meine Freude an solchen Gaben so viel reiner und rührender wird.ldog 8) Bei allen meinem Verfahren gegen meinen Nebenmenschen soll mir die große beilige Regel ver Augen schweben: ihnen das zu thun, was ich mit Billigkeit will, das sie mir thun möchten. 13) Ueberhaupt will ich den seligen 9) Wenn mir heute ein Hülfsbedürftiger bekannt, oder in Erinnerung gebracht wird, so will ich mit herzlicher Willigkeit, nach meinen Umständen und nach dem Maaße meines Vermögens, und durch eigene Mildthätigkeit, oder durch Fürsprache, Rath und Trost die Liebe an ibm beweisen, die ich, als Mensch und als Christ, ihm schuldig bin. Gedanken von der beständigen Gegenwart meines Gottes so feste zu halten, und in meinem Gemüthe immer so nabe zu haben suchen, daß er bei jeder Gelegenheit bald in mir merklich und rege werde, daß er mich in Gefahren der Versuchung warne und stärke! daß er mein Vergnügen reinige und erhöhe, daß er die last der Leiden mir erleichtere, und daß ich also, gleichsam in seiner steten Begleitung, den ganzen Tag über so viel sicherer und froher wandele. 10) Ich will mich sorgfältig hüten, daß ich meinen Angehörigen, Hausgenossen, Freunden oder Anderen, mit welchen ich sonst umgehe, durch Worte oder Thaten keinen Anstoß gebe, damit ich nicht die schwere Verantwortung auf mich lade, ihnen eine Ursache zur Sünde und zum Verderben geworden zu seyn. Vielmehr fell es mir mit Ernst am Herzen liegen, wo ich kann, und wo irgend ein guter Erfolg davon zu boffen ist, durch meine Reden, Ermahnungen und Vorstellungen, wenigstens durch mein eigenes gleichförmiges, gewissenhaftes Verhalten meinem Nächsten zu seiner Besserung oder Befestigung im Guten beförderlich zu seyn. 14) Auch dies Heute wird bald nicht mehr seyn, und ist dann, was seine Dauer betrifft, unwiderruflich und auf ewig verschwunden. Nur die Folgen und Früchte davon, wie ich diesen Tag angewendet habe, die bleiben; es sey nun zum Guten, oder zum Bösen; zu meinem Glück, oder zu meinem Elende. Ich will mit Gottes Hülfe dafür sorgen, daß es kein verlorner Tag, kein Tag des künftigen Vorwurfs und eines schref fenden Andenkens für mich seyn möge. 11) Vielleicht soll mich heute auch noch eine Noth und Plage befallen; und dann will ich mein Gemüth in Geduld und Gottergebenheit fassen, mit der festen Ueberzeugung, daß mein Vater im Himmel das, woran ich nicht durch eigene Thorheit und Sünde schuld bin, gewiß auch für mich zu etwas Gutem lenken werde. Und du, allwissender und heiliger Gott, bist Zeuge dieser meiner Vorsäge; sey du aber auch mein Beistand, sie zu erfüllen. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Amen! Pf. 119, 5. Evangel. iuth. O, daß mein Leben deine Rechte mit ganzem Ernst hielte. 18 274 Contin 2) Abendgebete. jeder Regung in meinem Gemütbe, jeder Absicht bei meinen Unterneh mungen, jedem Schritte in meinem Verhalten zugesehen, und untrüglich Barmherziger Gott, ich komme erkannt, was darin gut oder böse jetzt am Ende dieses Tages wieder ist: und also sind dir in dem hellsten mit Dank und mit Gebet vor dich, Lichte auch alle die Vergehungen und der du mir bis hierher geholfen, und Fehler offenbar, deren ich mich schulauch heute deine wohlthätige Güte dig gemacht, und wodurch ich, in so mannigfaltig bewiesen hast. Dein größerem oder geringerem Maaße, Auge hat über mich gewacht und das wahre Glück meines Lebens zerbeine Hand hat mich geleitet, daß ich störet oder vermindert habe. Gieb vor Unglück bewabret geblieben. Von nicht zu, guter und heiliger Gott, dir ist mir Gedeihn und Fortgang daß ich unwissend und gleichgültig in meinen Verrichtungen gekommen, darüber hinweg gebe. Stelle mir indem du meine Gesundheit und vielmehr mein Unrecht so klar vor meine Kräfte erhalten, mir Muth und Augen, daß es einen tiefen, dauernFreudigkeit zu meinen Berufspflich- den Eindruck in meine Seele mache, ten gegeben, und auch die äußerlichen und daß ich mit Neue und Schaam Umstände zu meinem Nußen gelenket das betrachte, wodurch ich dir miß hast. Dir allein habe ich auch jede fällig und meiner eigenen Wohlfahrt angenehme Stunde und Empfindung schädlich geworden bin. Vergieb mir zu danken, deren ich heute in dem dann, nach deiner väterlichen Erbar Genusse der Gaben der Natur und mung die von mir begangenen Fehl in der Verbindung mit der mensch- tritte, und laß den seeligen Trost des lichen Gesellschaft frob geworden bin. Glaubens an Jesum Christum, meiSelbst die erquickende Ruhe des Schla- nen Heiland, und an die Verheißun fes, per ich mich jego überlassen will, gen seiner heiligen Lehre in mir lebenist deine Wohlthat, um mich durch dig werden, daß redliche Bereuung erneuerte Kräfte zu demjenigen, was und thätige Umkehrung zu dir, für ich morgen zu thun habe, so viel Niemand vergeblich seyn soll. Aber geschickter zu machen. So sichtbar laß dann auch diese ernstliche Em wird mir in dem allen, wenn ich es pfindung meiner Schuld und deiner nur recht bedenken will, deine lieb- Gnade bei mir zu einem kräftigen reiche Fürsorge; Und so viel Ursache Antriebe werden, immer treuen Eifer habe ich, mit dankbarer Seele mich dessen zu freuen, was du an mir thust. Ja, mein Gott, dir will ich danken und deinem Namen lobsingen, der du so gnädig bist. Wäre doch nur auch dieser Tag in allen Stücken so von mir angewendet, daß ich mich deshalb mit einem ganz reinen und zuversichtlichen Herzen vor dir darstellen dürfte! Du, o Herr, kennest mich und alle meine Wege. Du hast heute a. Längere Abend- Andacht. 1. Sam. 7, 12. Bis hierher hat uns der Herr geholfen. in meiner Besserung und Gottseligkeit zu beweisen; damit ich mich ia nicht zu meinem eigenen Schaden, in unfruchtbaren Abbitten beruhige, sondern vielmehr in den folgenden Tagen meines Lebens wirklich Früchte meiner Reue und meines bessern Vorsaßes zeige. Mach mich aufmerksam auch auf die Mängel, die mir gerin ger scheinen möchten; und lehre mich so über mich selbst wachen, daß ich aus eigener glückseliger Erfahrung 2. Abendgebete. inne werde, wie sehr jeder Wachs- b. Kürzeres Abendgebet. tham in der Lauterkeit und Unschuld des Herzens auch meine Zufriedenheit und Freude durch Jesum Christum vergrößert. Wer weiß, wie viel Zeit mir noch in diesem Wachstbum im Guten übrig seyn mag! Ein Theil derselben ist auch schon mit dem heutigen Tage wieder vorbei; und so komme ich mit jedem zurückgelegten Schritte meiner irdischen Wanderschaft näher, wo die gegenwärtige Vorbereitungszeit auf höret, und die vergeltende Ewigkeit anfängt. Gott, verleihe mir die Weisheit, das zu bedenken, und also auf die mir verborgene Stunde bereit zu seyn, da ich dir von dem Gebrauche meiner Tage Rechenschaft geben, und die Folgen desselben erfahren soll. Erinnere selbst mich daran, wie leicht ein jeder Tag für mich der letzte seyn kann, und bewahre mich dadurch vor dem gefährlichen Aufschube der Sorge für meine Seele und vor aller Verwahrlosung dieser meiner wichtigsten Angelegenheit. In dieser Gesinnung und in dem Vertrauen auf deine Barmherzigkeit suche ich nun die leibliche Ruhe. Du, Allmächtiger und Allgütiger, wachest über mich während der Zeit, da ich zu meiner Beschüßung selbst nichts vermag. Nimm mich auch diese Nacht über in deine väterliche Aufsicht und Beschirmung. Wende Gefahr, Schrecken und Unglücksfälle ab von mir und von den Meinigen, von diesem Orte und von allen Menschen. laß einen sanften gesunden Schlafmir zu meiner Erholung und Erquickung gereichen; und laß mich morgen mit neuem Danke gegen dich, mit neuen Vorfäßen zur christlichen Rechtschaffenheit und mit neuer Thätigkeit zu meinen Geschäften fröhlich wieder erwachen. Deine Gnade sey mit mir jest und immerdar. Amen! Pf. 4, 9. Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn du, Herr, hilfest mir, daß ich sicher wohne. 275 Pf. 63, 7. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich. Gnädiger Gott, unter deiner Beschüßung und Leitung ist nun auch dieser Tag wieder von mir zurückge legt; und ich beschließe ihn mit dem innigsten Danke gegen dich, für alles das Gute, welches du mir an demselben hast wiederfahren lassen; für die mir erhaltene Gesundheit, für die Abwendung so manches sonst möglichen Unglücks, für den gesegneten Fortgang meiner Geschäfte, und auch für die Wohlthat, daß ich mich nun einer erquickenden Ruhe überlassen kann. Das erkenne ich mit gerührtem Herzen, und freue mich deiner Güte. Siehe du aber auch mit Langmuth auf die Fehler, mit welchen ich an dem heutigen Tage mein Herz und mein Leben etwa befleckt habe, und mache sie in meinen eigenen Augen so offenbar, daß ich sie mit ernstlicher Empfindung bereue, und mit treuer Gewissenhaftigkeit fürs fünftige vermeide. Laß mich dann mit Freudigkeit Antheil haben an der Vergebung der Sünden und an deiner Gnade, welche auch mir dein Sohn, Jesus Christus, durch seinen Tod verschafft, und durch seine heilige Lebre versichert hat. Gieb mir, da wieder ein Tag dahin ist, hierdurch einen neuen lebendigen Eindruck von der schnellen Flucht meiner Lebenszeit, und hilf mir, einen jeden Theil derselben so anzuwenden, daß ich auch vor dem legten meiner Tage, der vielleicht bald und unvermuthet kommen mag, nicht erschrecken darf. Darauf lege ich mich nun auch jetzt getrost zur Ruhe, und übergebe mich, die Meinigen und alle Menschen deinem allmächtigen väterlichen Schuße. Wache du über mich mit deiner Liebe, so wird kein Verderben mich treffen; und wenn ich morgen erwache, soll mein Herz wieder mit 18* 276 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn Freuden deines Preises voll seyn. Segne mich, mein Gott und Vater, nach deiner ewigen Güte, um Jesu Christi, meines Erlösers, willen. Amen! Pf. 40, 12. 1 Laß deine Güte und Treue mich alle Wege behüten. a. 11 Zur Prüfung am Abend lese man das Lied in diesem Gesangbuche Nr. 535: Der Tag ist wieder hin z." Auch mehrere gute Abendgebete sind enthalten in den Abendliedern dieses Gesangbuches von Nr. 533 bis 542. 3) Tägliche Erweckung zum frommen Sinn und Wandel vor Gott. Vertrauen auf Gott und rechtmäßige Gesinnung gegen ihn. " Barmherziger Vater und Schöpfer der Menschen, von dir allein muß ich alles, was zur Nahrung, Bekleidung und Erhaltung meines Lei bes und Lebens, und überhaupt zu meinem ganzen Glücke in Zeit und Ewigkeit nothwendig und ersprießlich ist, erwarten; und ich kann dies auch, nach deiner gnädigen Zufage, bei einem redlichen Gehorsam gegen deine Geseße erwarten. In deine allmächtigen treuen Vaterhände lege ich daher alles, was du mir von irdischen Gütern, an Bequemlichkeit, Vergnügen und Ehre verliehen hast, in Demuth nieder. Dank sey dir, Vater! für den fröhlichen Genuß, den du mir davon bisher, wider alles mein Verdienst, geschenkt hast. Durch deine Gnade will ich mich bereit balten, dies alles, wenn du es befiehlst, freudig wieder binzugeben. Ja, ich bitte dich herzlich, laß mir alle meine irdischen Vortheile nicht einen Augenblick länger, als es mit Bewahrung und Stärkung meines Glaubens und guten Gewissens bestehen kann. Laß keinen meiner Wünsche, wovon du, nie irrende Weisheit! einsiebest, daß er thöricht ist, und meiner unsterblichen Seele zum Fallstrick und Verderben gereichet, erfüllet werden; sondern vereitele sie alle. Ehe du, o Vater Dienst der Wahrheit und der Tugend meiner Seele, zuläsfest, daß ich nach so unermeßlichen, unaussprechlichen, die du mir erwiesen hast, in irgend eine vorsägliche Sünde gegen dich falle; oder daß meine Andacht und Christentu gend einige Abnahme leide: so nimm mir lieber, so bitter und peinlich es mir auch immer seyn mag, meine Ge sundheit, meine Bequemlichkeit, mein irdisches Vermögen( meine Ehrenstel len in der Welt); und belege mich dagegen mit schmerzbaster, langwie riger Krankheit, bitterer Armuth, unschuldiger Verachtung, und andern Leiden dieses bald, bald vorüberei lenden Lebens. Nur bitte ich dich inbrünstig, laß mich nicht meine Leis den etwa durch Unmäßigkeit, durch Lieblosigkeit, oder sonst eine Ver legung meiner Pflichten selbst verursachen. Und wenn dann ein Leiden aus deiner Hand über mich kommt, oder auch etwa durch meine Schwachheit verursacht würde: so laß es mich, nach deiner väterlichen Absicht, in der Beherrschung aller unordent lichen Begierden, in dem himmlischen Sinn, in der allerfeligsten Kunst, deinen Willen schlechterdings zu dem meinigen zu machen, befestigen und stärken, mit meiner Seele die bimm lischen Früchte einer festgegründeten und geübten Tugend geben. Laß mich auch auf den Fall vorbereitet seyn, wenn du von mir, für den und Wandel vor Gott. 277 allem meinem Thun und Vornehmen mit meinem Erlöser sage; Gott, nicht mein, sondern dein Wille geschehe! daß ich allzeit und unter allen Umständen dich findlich fürchte, liebe und dir vertraue, und mit deiner väterlichen Regierung immer zufrieden, ruhig und dankbar bin. Amen. b. Demuthsübung. meine irdischen Vortheile( meine Gü-| nen Wünschen und Hoffnungen, bei ter, mein Amt, meine Ehrenstellen, und selbst mein Leben) zum Opfer fordern, und mich in die Umstände führen solltest, wo ich, um ein unverlegtes Gewissen zu bewahren, meine Vorzüge und Bequemlichkeiten aufgeben, und mich drückenden Umständen blosstellen müßte. So soll denn von nun an alles, was irgend einer Verdrießlichkeit oder mürrischen Klage über deine Regierung ähnlich sieht, mir abscheulich und aus meinem Herzen und Munde ver- Durch deine Gnade, du heiligstes bannet seyn. Dagegen will ich mich und vollkommenstes Wesen, will ich es treulich bestreben, alle Mübseligkeiten stets zu meinem Hauptgeschäfte madieses Lebens, die Beschwerden eines chen, meine Seele von allem Unflat siechen Leibes, und was du mir sonst des für mich so thörichten, und dir an andern Trübsalen hinzufügen möch- so abscheulichen Stolzes zu reinigen. test, nicht allein mit demüthiger Er- Ach! noch immer ist in meinem Hergebung in deinen Willen, sondern zen ein so trauriger Ueberreft dieser auch als Erhörung meiner frommen schändlichen und schädlichen GemüthsGebete, und als wahre Wohlthaten art, und der ehemaligen bösen Gemit einem dankbaren und heitern wohnheit und Fertigkeit, vorhanden, Herzen zu tragen, und zu meiner der mich an der Ausübung der Tuimmer größern Reinigung und Bes- gend so sehr bindert, und mich in serung anzuwenden. Auch will ich so manche, und selbst grobe Fehlmich befleißigen, ein aufgeräumtes, tritte stürzt. So will ich denn( du freundliches Wesen im Umgange mit Gott, einziger Geber aller meiner meinen Nebenmenschen immer mehr Kraft zum Guten, wirst mir helanzunehmen, um dadurch deiner gött- fen!) so will ich denn mir die Belichen Regierung in der Welt Ehre, trachtung und Empfindung immer und meinen Nebenmenschen Freude zu gewohnter, geläufiger und kräftiger machen. Wie viel tausendmal habe zu machen suchen, daß ich alle meine ich dir, mein Gott! zu danken Ur- Kräfte und Gaben nur von dir emsache gehabt, daß du ehedem die- pfangen habe: daß ich sie nur dazu jenigen Wünsche vereitelt, diejenigen empfangen habe, um dadurch VerAbsichten mich nicht hast erreichen gnügen, Ruhe und Wohlfahrt in laffen, die mich damals so angenehm deiner Familie, unter meinen Nebenwaren, und mir zu meinem Wohl menschen auszubreiten, und daß ich unentbehrlich schienen! Hättest du mich folglich ein schändlicher Rebell in deidas vermeinte Glück erlangen lassen, nem liebevollen Reiche werde, wenn das ich so ängstlich und rastlos suchte; ich eine deiner Kräfte und Gaben hättest du mir die Vortheile dazu mißbrauche, irgend einen deiner währet, die ich als mein Glück so Menschen ohne Noth und Recht zu sehnlich wünschte; so wäre mein gan- kränken, zu betrüben, zu beleidigen zes irdisches und ewiges Wohl zer- und zu beschädigen. Ich will es oft nichtet. Dies seh ich jego ein, da erwägen, daß ich nur eine gar sehr der Ausgang deiner weisen und gü- geringe Brauchbarkeit in deinem tigen Führungen vor mir liegt. D! Dienste babe, vielleicht auch durch die stärke mich; daß ich schlechter- Nachlässigkeit und Trägheit schuld dings keinen andern Willen babe, als daran bin; und daß hingegen so viele den deinigen; daß ich bei allen mei- hundert meiner Nebenmenschen viel ge1 278 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn. größere Kenntnisse und Geschicklich-| sonders derer, die sich mit mir um feiten besigen, und deinem Reiche einerlei Sache und Vortheile bewerweit mehrere und wichtigere Dienste ben, fliche; so wie die übergroße leisten. Ich will es nie vergessen, Begierde nach Ruhm und Beifall vor daß der Tadel und die Widersprüche, der Welt; damit ich alle Regungen die ich von Andern erfahre, in dei- eines gebieterischen und auffahrenden ner Hand Segnungen werden, und Wesens, sogleich mit unerbittlicher Mittel sind, meine Einsichten zu Strenge aus meiner Seele verbanne. berichtigen, meine Handlungen zu O Vater! jene uneingeschränkte, un bessern! und manche Tugenden zu verbrüchliche Unterwerfung unter dich, üben. Oft will ich es meinem He- jene bescheidene Meinung von mir mütbe vorhalten, daß die wahre Ehre selbst, und jene liebevolle Beurthei mich in den meist leichtsinnigen, ver- lung und aufrichtige Wertschätzung änderlichen und nichts bedeutenden meiner Nebenmenschen erhalte und Urtheilen der Welt, sondern nur in vermehre täglich in mir; iene christdem Ruhme vor dir, und in deinem liche Gelassenheit bei den auch unge Beifall bestehet: und insbesondere soll rechten und bittern Widersprüchen es mir nie aus dem Sinn kommen, und Tadel Anderer; jener sanfte, daß ich durch mein ehemaliges sünd nützliche, menschenfreundliche Gebrauch liches Leben, und durch meine noch aller meiner Kräfte und Gaben; diese immer fortdauernde große und vielächte Demuth deines Sohnes und fältige Mängel, Schwachbeiten und meines Herrn, ach, diese Zierde Fehltritte, von dir nicht allein gar meiner Seele, und diese Grundlage nichts Gutes, sondern vielmehr Strafe aller meiner Tugenden, laß immer verdiene. Ach, wie würde es mit mehr mein Eigenthum werden. Dar mir steben, wenn du mit mir nach um bitte ich dich um Jesu Christi Gerechtigkeit, ohne Erbarmung ver- willen. Amen! fabren wolltest! Herr mein Gott! thue du durch deine allwaltende Versebung, sollte es mich auch die fränkendsten Urtheile und Verachtung meiner Nebenmenschen kosten; thue alles, so bitter und peinlich mir es immer seyn mag, um diesen Unter der Aufsicht deiner schützenStolz, den ich hasse, aber doch noch den Vorsebung, mein Gott und immer so sehr in mir fühle, zu Vater, und unter dem Einfluß deischwächen und allmählig mit der ner berzlenkenden, bessernden Kraft, Wurzel auszurotten. Gieb jenen Be- will ich zu allen Zeiten meine christ trachtungen die Kraft in meinem liche Mäßigkeit und Keuschheit zu Herzen, daß ich dadurch alle Re- bewahren und zu stärken trachten. gungen der Unzufriedenheit bei den Alle Gelegenheiten zu jenen unwür Trübsalen meines Lebens, alle Re- digen, schimpflichen, viehischen Lügungen einer aufbläbenden Meinung sten; alle neugierigen Anblicke, und von meinen, Einsichten Gaben und allen unvorsichtigen Genuß der Nab Vorzügen; oder einer verächtlichen rung will ich mit aller Sorgfalt, Meinung von meinem Nebenmen- aber auch mit aller christlichen Klug schen, und insbesondere von denen, beit zu vermeiden suchen. Da, wo die mit mir in einerlei Geschäften ich diesen Gelegenheiten und Gefab( oder Amte) arbeiten, mit Ernst ren nicht ausweichen kann, obne unterdrücke; die Unleidlichkeit bei mich in Aengstlichkeit, Mutblosigkeit, den Widersprüchen und dem Tadel Bestürzung und öftere Versuchung zu Anderer, und alle verächtliche Beur- segen, oder irgend eine meiner Pflich theilung meiner Nebenmenschen, be- ten zu vernachlässigen oder zu überc. Um Reuschheit und Mäßigkeit. und Wandel vor Gott. 279 treten! da will ich ihnen getrost und Vorsicht, Selbstbeherrschung und Ent muthig entgegen gehen, und suchen, haltsamkeit zu mir nehme, damit ich mich daran zu gewöhnen, und die ja nicht deine Geschenke schändlichergefährlichen Eindrücke davon auf weise mißbrauche, noch meine christmeine Seele zu verringern. Du, all- liche Arbeitsamkeit, Andacht, Keuſchwissender Vater! der du weißt, daß beit, und andere Tugenden deines ich es nicht aus Selbstvermessenheit Gesetzes, bindere und mir selbst oder Kühnheit thue, sondern in der erschwere. Mit solcher christlichen frommen Absicht, deinen Willen desto Mäßigkeit will ich denn trachten, dein besser, leichter und freudiger zu kostbares Geschenk, meine Gesundheit üben: du wirst mich gewiß mit dei- und Leben, zu erhalten und zu bener Gotteskraft da nicht verlassen, nußen. Ich will dir meine berzliche und mich der Sünde zur Beute nicht Dankbarkeit für deine väterliche Fürhingeben. Mit einem demüthigen sorge zu beweisen, und meine Anberzlichen Danke nehme ich zu mei- dacht und christliche Tugenden auf ner Stärkung die trostvolle Zusage eine edle Art zu bewahren und zu deines Evangelii an, daß du die üben suchen. Lehre mich, Vater, unwillkührlichen Regungen dieser und eben solche Mäßigkeit auch in dem andrer mir abscheulichen Gedanken Gebrauché aller deiner andern irdiund Begierden, die ich basse, be- schen Güter, aller auch unschuldigen kämpfe, und zu verhindern suche, mir Vergnügungen des Lebens, die du um Jesu Christi willen gar nicht zu mir gönnest. Ich will sie besitzen rechnest; bingegen jeden treuen Kampf und genießen mit dem lebhaften dawider mit einem höhern Grade Gefühl der Geringfügigkeit und Verdeines Beifalls und Vaterliebe belob- gänglichkeit aller, auch der besten nest. Hierdurch gestärket, will ich irdischen Güter, und mit der standalle mutblose Furcht und Aengstlich haften Entschlossenheit, sie auf deifeit ibrentwegen verbannen, und sie nen Befehl in deine wohlthätige Vaübersehen und verachten; aber auch terband gern zurück zu geben. Ich durch deine Gnade, mein Gott, ihnen will sie besigen und genießen als ein nicht den geringsten Aufenthalt in Cbrist, der unendlich bessere Güter meiner Seele gestatten, sondern sie kennet, und für eine selige Ewigkeit augenblicklich durch Gebet, durch arbeitet. Stebe du mir dazu bei, Nachdenken und Betrachtung, oder um Jesu, meines Erlösers, willen. auch durch heilsame Beschäftigung, Amen. mit Haß und Abscheu in ihrer ersten Geburt ersticken; und diesen treuen, edlen, christlichen Glaubenskampf, mit unverbrüchlicher Treue fortseßen, erquickt und gestärkt durch das fröhliche Bewußtseyn: daß du der liebe- Liebreicher und gnädiger Gott und volle Zeuge und Richter desselben bist. Schöpfer deiner Menschen, unendlich Und so will ich mich von ganzem gütiger und wohlthätiger Regent der Herzen bestreben, daß ich dir beute ganzen Welt! jedes rechtmäßige Verund jederzeit mit einer ganz unbegnügen meiner Nebenmenschen ist ein fleckten Reinigkeit der Seele, der Geschenk deiner allgemeinen VaterRede und des Wandels diene, und liebe: Neid, Mißgunst, schadenfrohes bir durch Jefum Christum wohlge- Wesen machen mich folglich zu einem falle. Auch bitte ich dich um die Rebellen in deinem liebevollen Reiche. Gnade, mich so zu regieren, daß ich Durch diese feindseligen Leidenschaften die Speisen, den Trank und die werde ich den niedrigsten und unwürRahrungsmittel, die deine Baterliebe digsten Geschöpfen, ja dem Teufel und mit schenken wird, jederzeit mit aller seiner höllischen Gesellschaft ähnlich, und d. Um brüderliche Liebe, Mitfreude und Mitleid. 280 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn in den allerunseligsten Zustand gestürzt, wo ich, ohne Gotteslästerung, von dir keine Gnade und Antheil an dem Verdienste deines Sohnes erwarten kann. Weit, weit größere Ehre und Freude schaffet es mir, wenn ich mit Selbstüberwindung das Vergnügen meiner Nebenmenschen empfinde, als wenn ich den glänzendsten Ruhm, und den lautesten Beifall der ganzen Welt erhielte. Und je mehr Selbstüberwindung mir diese Tugend kostet; desto edler und wichtiger ist sie, nach deiner liebreichen Schäßung; und allen den Verlust, den ich ie an eigenem irdischen Ruhme, Bequemlichkeit, und andern Gütern der Erde leiden kann, erseget sie mir durch den höhern Grad deines Beifalls und Vaterliebe unendlich. Durch diese Betrachtung gestärkt, will ich mir denn jene höllischen Leidenschaften, Neid, Mißgunst und Schadenfreude, immer verbaßter und abscheulicher machen, und sie, wenn sie sich in meiner Seele regen, mit aller Macht daraus verbannen. Hingegen will ich mich immer mehr an eine zärtliche, christlich brüderliche Theilnehmung bei der Noth meiner Nebenmenschen zu gewöhnen suchen; sie als die meinige ansehen und fühlen, sie auf alle mir mögliche Art, mit Gelde, durch thätigen Beistand, und vornemlich mit meinen Kräften und Baben, zu erleichtern oder zu endigen suchen; und mich in die Bereitschaft versetzen, sie ihnen, wenn es deiner Weisheit so gefiele, abzunehmen, und an ihrer Stelle zu tragen. Zu diesem Ende will ich, so viel immer möglich ist, keinen Armen, der sich an mich wendet, gehen lassen, ohne ihn selbst zu sprechen. Kann ich ihm gleich nicht helfen, so kann ich ihm doch vielleicht Muth und Troft einsprechen; oder er hilft mir durch diesen Anblick seiner Noth, daß ich dankbarer gegen dich, meinen wohlthätigen Vater, der du mich, ohne mein Verdienst, mehr als ihn beglücket hast, und mitleidiger gegen deine Menschen werde. Insbesondere aber will ich mich, weil mir dies am schwersten wird, immer mehr befleißen, jedes rechtmäßige Vergnügen meiner Nebenmenschen, besonders derer, die mit mir einerlei Stand, Amt und Vortheile baben, als mein eigenes Vergnügen mit Freude zu empfinden: vornemlich aber da, wo es meinen eigenen irdischen Ruhm und Ehre verdunkelt, und meine irdischen Vortheile verringert. Auch da will ich mich bestreben, ihr Bestes auf alle mir mögliche Art zu suchen, zu befördern, durch gelegentliche, rühmliche Urtheile, Warnung vor Schaden, und Vereitlung böser Anschläge gegen sie, oder durch nüßliche Ratbschläge, Nachrichten und Empfehlungen, oder auf andere mir mögliche Art und Weise; auch wenn das Gespräch hierauf in Gesellschaft fällt, so will ich durch geflissentliche Fortsetzung desselben meinen Neid zu kränken, und meine brüderliche Ge müthsart zu stärken suchen. Herr, mein Gott! bilf mir auch hierin die traurigenlleberreste meines ebemaligen bösen unchristlichen Lebens immer mehr vernichten. Gieb mir Gegenwart des Gemüths und Weisheit, daß ich diese Christen- Tugend nicht blos zur Hälfte ausübe; nicht blos mein Herz vom Neide reinige, sondern auch die, noch so sehr schwache, zärtliche Mitfreude stärke, und die Mittel dazu immer besser erkenne, und treuer anwende. Um Jesu Christi, deines Sohnes, des größten Menschenfreundes willen, bitte ich dich hierum. Amen. e. Um Nachsicht, Sanftmuth, Leutseligkeit und Langmuth. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist, der mit den Sündern nicht nach Verdienst verfährt, und die so oft wiederholten Fehltritte und Schwachheiten der Menschen mit unbegreiflicher Geduld und Schonung trägt! O laß mich doch, mein Gott! durch die dankbare Erin nerung des unermeßlichen Reichthums deiner Langmuth, Batertreue, Nach sicht, Herablassung, Leutseligkeit und Freundlichkeit, welche du mir um Jesu Christi willen immerfort schenkest, erweckt und gestärkt werden, mich von aller auffahrenden Heftigkeit, Ungestüm und Wandel vor Gott. 281 Kleinigkeiten zu bemerken, und mitaller Treue und Lust ins Werk zu richten; und dies will ich thun, nicht etwa aus Schmeichelei und Menschengefälligkeit, sondern durch die edle Begierde, dir, mein Gott, ähnlich zu werden; und deine Menschen aufs mögligste zu vergnügen, will ich mich antreiben und erwecken lassen, nicht allein in großen und wichtigern Dingen, sondern auchin Kleinigkeiten gütig, fanft und freundlich zu seyn; und andern wohlzuthun auf die gefälligste Weise. Dies soll mich antreiben, die Ehre meiner Nebenmenschen mit der größten Zärtlichkeit zu behandeln, und allezeit wohl eingedenk zu seyn, welche schmerzende Kränkungen Andern durch die Verletzung ihrer Ehre und guten Namens verursacht werden; den großen Zweck, zu vergnügen und wohlzuthun, will ich stets vor Augen haben. Das, das ist Ehre, Ruhm und Glück für mich, einen Christen, der berufen ist, Segen von dir zu empfangen und Segen unter deine Menschen zu verbreiten. O Gott! laß mich dies bei keiner Gelegenheit vergessen, und erhöre mich um Jesu Christi willen. Amen! und Hiße zu reinigen, die einem Unterthan und Kinde des so herablassenden freundlichen Gottes, und einem Erlöfeten des so fanftmüthigen Heilandes äußerst, äußerst schimpflich ist. Laß mich täglich erweckt und gestärkt werden, diesen bösen Regungen mit aller Wachsamkeit den Eingang in meine Seele zu verschließen; und wen sie sich da einfinden, mir alsdann keine Rede und That eher zu erlauben, bis ich die Sache dir im Gebet vorgetragen, und mir da eine dir gefällige Art des Verfabrens vorgeschrieben habe. Ja, mein Gott! unter deinem Beistande will ich mich als ein Christ befleißigen, sowohl beiden Unordnungen und Vergehungen derer, die mir untergeben sind, als auch bei allem dem, was mir an meinen Nebenmenschen unangenehm und verdrießlich ist, mich an eine immer gröBere Nachsicht zu gewöhnen. Ich will mich bemühen, die nöthigen Erinnerungen, Verweise oder Bestrafungen, die ich Ändern zu geben babe, mit einem sanften und leutseligen Wesen zu geben; und in der Belehrung und Besserung der Irrenden und Fehlenden nie zu ermüden; aber ich will auch, so viel immer möglich, die sanften Mittel den strengen vorziehen; und überhaupt so fanft gegen andere seyn, als strenge g. Um christliche Liebe gegen gegen mich selbst. Dazu hilf mir durch dein Beispiel und dein Wort um deiner unendlichen Güte willen. Amen! Feinde. f. Um christlche Gefälligkeit und Freundschaft. Alles das, mein Gott! was irgend einem meiner Nebenmenschen, ohne Noth und Recht, nur einen mißvergnügten Augenblick verursacht, will ich mir immer verhaßter nnd abscheulicher zu machen, und alles mürrische, verbrießliche und unfreundliche Wesen immer mehr und mehr abzulegen suchen. Dagegen will ich mich( hilf du mir felbst dazu!) immer mehr gewöhnen, alles, was irgend einem meiner Neben: menschen ein rechtmäßiges Vergnügen und unschuldige Freude macht, auch in Sollten mir auch, o Gott, unter deiner allwissendenundväterlichen Vorsehung, Beleidiger, auch grobe Beletdiger und Feinde begegnen: o so will ich aus herzlicher Dankbarkeit für deine ganz unermeßliche Gnade, auch meinen ärgstenFeindensogleich undvonganzem Herzen vergeben, da du mir solche Beleidigungen um Jesu Christi willen vergeben hast, gegenwelche auchdiegröbsten Feindseligkeiten derärgsten Bösewichter gegen mich wie nichts zu rechen sind. Ich will auch meinen ärgsten Feinden aus eben dieser Ursache alles Gute aufrichtig gönnen und anwünschen: jeden mir möglichen Dienst ihnen gerne leisten; und nach dem Muster meines Herrn Jesu Christi, durch Wohlthun undLiebe sie zu besiegen trachten. Dieſe 282 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn Gesinnungen, barmberziger und verzei-| will ich wachsam auf den Beruf und die bender Gott! Verleibe, erhalte und Gelegenheit seyn, die du mir giebst, befestige in mir, zur Ehre deines Na- vor der Welt ein dankvolles Bekenntniß mens und deiner heiligsten Religion, meiner unendlichen Verpflichtung gegen und zu meiner eigenen Ruhe und deine Religion, und das göttliche, ewig Seligkeit. Amen! theure Verdienst meines gekreuzigten Heilandes abzulegen. Eei allen schicklichen Anlässen will ich es meinen Nebenmenschen sagen, daß ich alle meine Gewissensrube, alle meine Kraft, Licht und Stärke zum Anfange in der Tugend, alle Freuden dieses Lebens, allen Trost im Tode, alle frohe Aussichten jenseits des Grabes, nur dem Verdienste Jesu zu danken habe; und hierdurch will ich suchen mich und meine Nebenmenschen immer mehr zur ehrfurchtsvollen tiefen Werthschätzung und treuen Ausübung dieser ewig, ewig ersprieß lichen Religion zu erwecken. Verleibe mir dazu Kraft und Gnade, Gott der Wabrheit und meines Heils! um Jesu Christi willen. Amen! h. Um Heiligkeit der Reden und des ganzen Betragens. Laß mich, o Gott, stets bedenken, daß auf mein Verhalten im Umgange mit andern Menschen so viel ankommt, und daß üble Reden, nicht selten, eben so viel Unbeil stiften, als üble Thaten. Gieb! daß ich mich daher bei meinen Reden und in meinem ganzen Betragen sowohl bei den Geschäften meines Stan des( und Amtes), als im Umgange mit Andern, einer sorgfältigenlleberlegung immer mehr befleißige. Laß mich da, nach dem Muster deiner Treue und Wabrbaftigkeit, die allerstrengste cbristliche Aufrichtigkeit üben, und mir nicht das geringste unwahre Wort gestatten. Laß mich auch über mein Herz fleißig wachen, daß nicht etwa der Anfang der Heuchelei sich bei mir einschleiche, das zu scheinen, was ich nicht bin, oder es mehr zu scheinen, als ichs bin. Ja, unter deinem Beistande fasse ich hiermit die feste Entschließung: allenthalben soll mich der christlich liebevolle Geist in der Beurtheilung meiner Nebenmenschen so regieren, daß ich nie eine Unwahrbeit, nie etwas erdichtetes Böses oder Nachtheiliges von ihnen sage; daß ich ihre Mängel, Fehler und Vergehungen, aufjede rechtmäßige Art unter drücke und verberge; daß ich davon nie ohne Noth, nie anders, als zu irgend einer guten Absicht, und immer mit einem innern Widerwillen, immer mit dem Wunsche, das Gegentheil sagen zu fönnen, spreche. Die allgemeine Menschenliebe, diese große und heilsame Pflicht des Christen, foll mich vielmehr antreiben, daßichalleranderer Menschen rühmliche Eigenschaften und Hand lungen sorgfältig bemerke, und diese zum liebsten Inhalte meiner Unterredungen und Gespräche mache. Auch i. Um christlichen Gebrauch der Bergehungen, Thorheiten und Laster meiner Nebenmenschen. Wenn ich Thorheiten, Vergebungen und Laster von meinen Nebenmenschen sehe oder höre; so laß, o mitleidsvoller und barmherziger Gott! diese traurigen Erfahrungen meine Menschenliebe gegen sie nicht schwächen; und verbindre dies in mir durch die erweckenden Lehren deiner Religion. Denn diese überzeugt mich, daß auch dem ärgsten Bösewicht, in jedem Augenblicke, der Zutritt zu deiner Gnade cröffnet ist, um durch sie gebessert, geheiliget, begnadiget und zu deiner Freundschaft wieder aufge nommen zu werden: und daß böse Neigungen und Handlungen bei meinen Nebenmenschen Unwissenheits- und Schwachheits- Sünden seyn können, welche bei mir den Verlust des Gnadenstandes unausbleiblich verursachen würde, weil ich mehr Erkenntniß und Mittel zur Besserung babe. Dann aber laß mich auch eben diese traurigen Er fahrungen von den Thorbeiten, Ber gehungen und Lastern, nach der Bele an und Wandel vor Gott. 283 rung deines Wortes, als ein Christ| bierdurch die Erhaltung meiner Chrigebrauchen. Laß mich sie anwenden, stentugend mir so sehr erleichtert und mich zur Demuth zu erwecken und zu mir mein Leben beilsam, und nüßlich stärken; indem ich mich dadurch an für mich und andere gemacht wird. Ich mein eigenes ehemaliges Sündenleben, preise dich, gnadenvoller Gott, daß du und an die noch fortwährenden großen mir bisher dies feben, diese Kräfte und Mängel und Flecken meiner Tugend Munterfeit meines Leibes und Geerinnere. Laß mich sie anwenden, meinc müths, den fröhlichen Gebrauch meiner Dankbarkeit gegen dich zu erwecken Augen und anderer Sinne, meiner Verund zu stärken durch die Erinnerung nunst und Sprache, und andere irdische deiner unermeßlichen Gnade, die mich Gaben anvertrauet hast, und mir daaus dem Abgrunde des Lasters und des durch das ehrenvolle Zeugniß giebst, Unglücks herausgerissen, und mich vor daß du mich in deinem Reiche noch so manchen großen Sünden bewahret nüglich findest. Aber nicht blos mein bat. Laß mich sie zur Erweckung und Mund, sondern auch mein Herz und Stärkung meiner eigenen Vorsicht und Wandel soll dir dafür danken, indem Wachsamkeit gebrauchen, durch die Be- ich diese deine Geschenke als ein treuer trachtung, daß ich selbst den Saamen Haushalter gebrauche. Durch deine zu allen solchen und andern Lastern in Gnade will ich die Geschäfte in dem mir tragé, und meine Tugend ohne Stande und Berufe( in dem Amte und Vorsicht und Wachsamkeit jeden Augen- Posten), den du mir in deiner Welt blick gleichen tödtlichen Gefahren aus- angewiesen hast, weil sie einen Hauptgesetzt seyn kann. Laß mich endlich theil meines Christenberufs bier in diedadurch zum christlichen Mitleiden und ser Vorbereitungszeit ausmachen, zuzur Wohlthätigkeit erweckt und gestärkt vörderst ausrichten mit aller Treue, mit werden, daß ich dies allergrößte Elend Anstrengung aller meiner Kräfte, und meiner Nebenmenschen mit herzlicher nöthiger Selbstüberwindung in gewisTheilnehmung empfinde, und, anstatt senbaster Hintansetzung der mir angesie durch Verachtung, Haß und barte nevmern Beschäftigungen. Ich will sie Begegnung zu erbittern und in das stets mit freudiger Unverdrossenheit, Elend noch tiefer binein zu stürzen, als einen christlichen Gottesdienst, vielmehr alle Gelegenheilen sorgfältig verrichten; ich will dabei mit einem bemerke und treulich gebrauche, um findlichen Vertrauen dich ehren, und durch ihre Besserung ein Woblthäter deswegen die Beschwerden, als deine sowohl an ihnen, als an deinem ganzen Anordnung geduldig tragen, die mir Reiche auf der Erde zu werden. Laß etwa meine eigene Schwachheit des mich auch hierin das Beispiel meines Leibes oder andere Zufälle dabei verurmenschenfreundlichen Erlösers stets zum sachen, und ich will zufrieden seyn, wenn Muster und zur Nachfolge vor Augen ohne meine Schuld der gute Erfolg baben, und erhöre mich um dessent- meiner Geschäfte mißlingen sollte. Ich willen. Amen. will vielmehr ohne alle ängstlichelleberlegungen und unrubige Bestrebungen, den Fortgang u. Ausgang davon lediglich deiner weisen und väterlichen Vorsebung überlassen. Insbesondere schenke mir, Vater meiner Seele, deine Gnade, daß ich die Geschäfte meines Berufs immer mehr mit einer recht christlichen Lauterkeit ausrichte. Reinige mich von der großen Anhänglichkeit an dem irdischen Lobe und Beifalle, und von aller übertriebenen Begierde, dadurch mir zeitliche Vortheile zu erwerben. Sepe k. Um christlichen Gebrauch der Zeit, Sträfte und Gaben Gottes, Mit Herzlichem, ehrfurchtsvollem Danke erfenne und rühme ich deine Gnade, mein Gott, daß du mich bier auf der Erde in ein arbeitsames Leben, in einen solchen Stand und Verbindung gesetzt bast, wo mich eine Arbeit nach der andern beschäftigen muß, und eben 284 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn doch deswegen mein Herz, durch die Liebe zu dir und durch die christliche Hoffnung jenes ewigen Lebens, immer mehr in die allerfeligste Verfassung, daß ich alle meine Geschäfte, wo möglich o mein Gott! nur ganz allein in der edlen Absicht thue, dadurch dir zu gefallen, deinen Befehl auszurichten, deinem Reiche nüßlich zu werden, und für die selige Ewigkeit heilsam zu ar beiten. Wie vernünftig, wie edel, wie beilsam ist es doch für mich, wenn ich, bei solchem Herzen und Leben, es dir lediglich überlasse, ob, und wie viel irdische Ehre, Beifall und andere zeitliche Güter du mir durch meine Geschäfte schenken willst. Durch deine Gnade will ich mich aber auch bereit halten, die andern menschenfreundlichen Handlungen, wozu ich in dem Laufe eines jeden Tages Gelegenheit und Kräfte finde, mit aller Treue und Lust auszurichten. Wo ich meinen lieben Nebenmenschen mit Belehrung und gutem Ratbe zu statten kommen, liebreichen freundlichen Umgang mit ihnen pflegen, thätige Unterstützung, Erquickung, Erfreuung, Aufmunterung zum Guten, oder etwas dergleichen ihnen geben oder durch Andere verschaffen kann; dann will ich nie vergessen, an ihrer Wohlfahlt und an der Wohlfahrt deines Reichs, o Gott, zu arbeiten. Die Wohlthaten, die du mir selbst an Leib und Seele erzeigen wirst, will ich mit frobem, dankbarem, unschuldigem, zufriednem Herzen genießen. Ich will darin deine Vaterliebe schmecken und empfinden, mich über dich freuen, und durch solche Freude meineDankbarkeit und willigen Gehorsam gegen dich zu stärken suchen. Jede Freude, die mir auf dem Wege durch dieses Leben begegnet, laß mich mit einem solchen Herzen voll von Zärtlichkeit gegen dich und voll Liebe zu deinen Menschen, so ganz und inniglich genießen. Denn du, Vater der Freude! giebst sie uns nur dazu, daß wir uns so freuen sollen; und sie so freudig genießen, ist Gehorsam gegen dich. Ich will endlich die allerfeligste Erlaubniß, die du mir durch Jesum geschenket hast, in jedem Augenblicke mit kindlicher Freimüthigkeit mich dir zu nahen, sorgfältig benußen; ich will das beständige Andenken an dich in mir erhalten; meine Seele mit öfteren gottseligen Empfindungen, Betrachtungen oder auch Seufzern und Gebeten für mich und meine lieben Nebenmenschen, zu dir empor schwingen, und mich also in die christliche Gesinnung des beständigen Gebets immer mehr zu versehen suchen. Freund und Vater meiner Seele! bilf du mir zu der Gegenwart des Gemüths, daß meine Pflichten, nebst den großen Bewegungsgründen und den schicklichen Mitteln, sie zu erfüllen, mir zu jeder schicklichen und bequemen Zeit einfallen, und mich zu allen jenen guten, edlen, seligen Thaten stärken. Schaffe du selbst in mir, was dir wohlgefällt. Ewig sey dir Ehre und Anbetung gebracht. Amen! 1. Aufmunterung zu solchem Wandel vor Gott. So vor dir, mein Gott, zu wandeln; so vor dir als ein Christ zu wachen, zu kämpfen, zu beten, zu denken, zu wollen, und zu handeln, soll mich ermuntern: 1) Die kindliche Liebe und Dankbarkeit gegen dich. Ganz unzählig und uner meßlich sind deine Wohlthaten, womit du mich durch das Verdienst Jeſu Christi erfreuet hast, und noch immerfort erfreuest. Jeder Tag, jede Nacht sind mit neuen Gunstbezeigungen be zeichnet. Der sanfterquickende Schlaf, den du mir schenkest! dieser fröhliche Gebrauch meiner Augen, Ohren und anderer Sinne, meiner Vernunft und Sprache; die Verrichtung meiner dir wohlgefälligen und der Welt heilsamen Geschäfte; mein zeitlicher Wohlstand; meine Gemüths- und Leibeskräfte; die gnädige Erlaubniß, zu dir zu beten: diese neue Nahrung für meine Seele.Doch, Herr! mehr als Haare auf meinem Haupte, mehr als Sandkörner an dem Ufer des Meers, mehr als Strahlen aus der Sonne seit dem Anfang der Welt gefahren sind, sind die Gunstbezeigungen, die du mir bisher und Wandel vor Gott. 285 erwiesen hast, und noch immerfort durch| Freunde und Vater, ähnlich zu weralle Ewigkeiten erzeigen willst. Gott! den, und in allen Stücken meiner wie äußerst schändlich und strafbar wird erhabenen Würde gemäß zu denken, für mich jede Sünde! wie stark und zu begehren und zu handeln. viel sind die Bande der Liebe und Treue, Ich ermuntre mich dazu 3) durch womit ich dir zum findlichen Gehorsam die christliche erleuchtete Selbstliebe. verbunden bin! O, ich müßte der aller- Zum Ruhme deiner Barmherzigkeit niederträchtigste, schändlichste Mensch, muß ich es bekennen, daß dein redlicher ein rechtes Scheufal und Schandfleck Dienst bisher, aller seiner vielen und in deiner Schöpfung seyn, wenn ich großen Mängel und Flecken ungeachtet, mich nun noch von irgend einer Sünde eine so göttliche Rube, Zufriedenheit, wollte sclavisch beherrschen, und durch Heiterkeit, und so manche himmlische irgend etwas in deinem Dienste muthlos Freuden in meiner Seele verbreitet und verdrossen machen lassen. Gott, hat. Nur die Sünde allein ist der einmein Vater! gieb mir Weisheit und zige Feind und Störer meines Glücks. Kraft, daß ich in dem Laufe eines jeden Diese will ich daher von ganzem Herzen Tages deine vorzüglichen Liebesproben bassen und fliehen, und alle meine sorgfältig bemerke; mein Herz zu dir, Kräfte darauf richten, daß ich die Zahl dem so liebreichen, so großmüthigen meiner christlichen, gottseligen Gesinund freundlichen Woblthäter, durch nungen und Thaten immer vermehre, innige Empfindungen oder auch Seuf- und dadurch neue göttliche Ruhe und zer und Gebete des Rubms und Dankes Freude in meine Seele leite. empor bebe, und dadurch dieser meiner noch so sehr schwachen Liebe und Dankbarkeit gegen dich neue Nabrung und Stärke verschaffe. So laß denn auch heute meine Seele immer mehr mit der allertiefsten Ehrfurcht und Anbetung deiner unermeßlichen Majestät, und mit einer recht zärtlichen Liebe gegen dich, mein Vater, angefüllet werden; und hierdurch neue Gotteskraft zum Hasse und ewigen Kampf wieder alle Sünde, und zu einem ungetheilten recht willigen freudigen Gehorsam gegen alle deine, auch noch so bittern Schickungen, und gegen alle deine, auch noch so schweren Befehle empfangen. Ich ermuntre mich zu diesem fromen Wandel 2) durch die christliche Ehrbegierde, durch die Betrachtung der Größe, der Vorzüge und Glückseligkeit, die ich als ein Christ besige und dereinst noch besitzen werde. Diese edle Empfindung meiner allererhabensten Würde, um Jesu willen dein Freund und Kind zu seyn, soll mich mit Ekel und Abscheu gegen alle Sünde, als die alleräußerste Schande anfüllen; mirEhrfurcht gegen mich selbst, und ein demüthiges Selbstgefallen einflößen, und dadurch ein träftiger Antrieb werden, daß ich aus aller Macht dahin strebe, dir, meinem Ich ermuntre mich 4) dazu durch das lebhafte Andenken an deine Allgegenwart. In alle Ewigkeit kann ich dir die allerfeligste Belehrung, die mir deine Religion giebt, nicht genug verdanken, daß du, mein allmächtiger, allwissender, unendlich liebreicher Gott und Vater, mir allenthalben und zu allen Zeiten, im Hause und außer dem Hause, bei meinen Arbeiten und Ergögungen, in meiner Einsamkeit und in meinen Gesellschaften, bei meinen Leiden und Freuden, unmittelbar zugegen, und der allwissende liebevolle Zeuge meiner Handlungen, Reden, Begierden, und der geheimsten Gedanken meiner Seele bist. So weiß ich denn, daß mich keine zu schwere Versuchung befallen, und es mir nie an Kraft zum Guten feblen kann; denn deine Macht ist mir stets zur Seite. So weiß ich auch, daß nicht das Geringste von allen dem, was ich in deinem redlichen Dienste unternehme, verloren ist. Sede gottselige Ergebung in deinen Willen, wo mit ich die Mühseligkeiten bei meinen Arbeiten, die Trübsale dieses Lebens, die Krankheiten oder Beschwerden eines siechen Leibes, die du mir etwa auflegen möchtest, ertrage, kennest du; jede Selbstüberwindung, die ich mir bei dem Gebet für die, welche zum heiligen 286 Genusse der Nahrung und erlaubter Vergnügungen, oder bei den Beleidigungen anderer, bei den Regungen des Stolzes, oder bei andern Gelegenbeiten, aus Gehorsam gegen dich anthue, ist dir nicht verborgen; jeder treue Kampf, den ich gegen die Unmäßig keit, Heftigkeit, Zorn, und andere Reizungen fübre; jede fromme, auch blos innere Bestrebung, womit ich dir wohlzugefallen trachten werde, siehst du, Alwissender; ja, jeder Kummer, jede Sehnsucht, jeder Seufzer, den mir bie Empfindung meines geistigen Unvermögens, und das Anbenken der beffern ewigen Welt auspreffet: ties alles, so fchuldig, so unvollkommen und wenig bedeutend es auch ist, wird von dir, meinem Gott, mit Gnade bemerkt; bleibt, wenn ich es selbst schon lange vergessen babe, deinem allwissenden Berstande ewig gegenwärtig; wird mir von dir um Jesu willen mit deinem Beifalle und größern Liebe belohnt; mir ein Denfmal vor dir im Himmel, und wird mich noch nach Jahrdunderten in deinem Himmel ergößen. Dies soll mir neue Luft und Stärke einflößen, allent halben nur nach glaubigen edlen Werfen, und hierdurch nach dem ewigen Leben mit Geduld zu trachten. Endlich 5) laß mir das große Ziel aller christlichen Wünsche, Hoffnungen und Bestrebungen, die selige Ewigkeit nie aus dem Gesichte kommen. Wenn a. Nachdenken über den Zweck und Nugen des heiligen Abend mahle. die Beschwerden und Mütseligkeiten dieses Leibes und Lebens mich niederschlagen; wenn die Peinlichkeiten bei den Kämpfen wider die Sünde mich mutblos und verdroffen machen wol len; oder wenn die Mübe, die mein ver dorbenes Herz mir bei der Ausübung und Befolgung beiner Gebote verur sachet, mir eine faft werden will: alsdann laß die fröhliche Erwartung des fünftigen bessern, durch) bie wollkommenste Tugend und feurigste Anbacht ewig beglückten Lebens, und bie Erinnerung, daß mich jeder Augenblick bahin einführen fanm, mein Anfer, meine Stüde, mein Labfal werden. Da will ich tann meine Glaubensblick in jene ewige Welt richten, sie an mein Baterland besten, und mich dadur göttlich stärken. Du bist meine Hülfe. So will und so werde ich heute, mein Gott, und in der folgenden Zeit meiner Tage leben, daß ich in jedem Augenblicke mit Zustimmung meines Gewif sens und mit Ulebereinstimmung meines ganzen Lebens, sagen kann: ich babe den edlen Glaubenskampf gefäm pfet, ich babe den Lauf vollendet, ich habe Treue gegen mich bewahret. Darum liegt nun auch die Krone der Tugend für mich bereitet da, welche du, Herr, mein gütiger Richter, mir und allen den vielen taufendent geben wirst, die dich von Herzen lieb haben." Amen! Amen! 4) Gebete für die, welche zum heiligen Abendmahl gehen wollen. Das brilige Abendmahl, das von Jesu Chrifto gestiftet und eingeseget, und deffen Genuß mir und allen Befennern feiner beiligsten Religion anbefoblen ist, ist eine gottesdienstliche Handlung, die ich eben so wenig, als die übrigen Anordnungen seiner Religion sorsäßlich 19 unterlassen darf, wenn ich ein Chriſt seyn will. Bielmehr lege ich bandh diefen Genuß ein feierliches Bekenntniß ab, daß ich ein Christ bin, daß id es für eine Ehre und Glück halte, ein Christ zu seyn und daß ich mich meines rlöfers vor Gott und aller Welt rühme und freue. Und will ich von diesem Genusse Nußen haben, so bin ich nicht nur verbunden, mich desselben oft zu bedienen, und den Genuß fleißig zu Abendmahl gehen wollen. wiederbolen; sondern mir auch richtige Begriffe davon zu machen, und mit dem Gebrauche desselben die rechten Absichten und eine schickliche christliche Gemüthsverfassung zu verbinden. 287 empfinde ich, wenn ich in mein voriges Sündenleben zurück sebe! Mehr als Sand am Meer sind seine Gnaden! An dies alles erinnert mich das Gedächtniß meines Erlösers, in welem und durch welchen mir alle dieſe Gnaden wiederfabren sind und noch wiederfahren! und dies soll, dies muj mich nothwendig zur aufrichtigsten innigsten Dankbarkeit, Berehrung und Liebe gegen Gott, meinen höchsten Wohlthäter und treuesten Freund, Dieser Genuß des heiligen Abendmahls aber soll mir 1) ein demüthiges und berzliches Lobopfer für die unermefliche Gnabe meines Gottes seyn, daß er mir durch Jefum Christum die Mittel zu meiner Besserung, Begnabigung und Seligkeit geschenkt, und mir so umzählige, schämtliche und straf- ermeden. hene Simbem vergetem hyat. Welch eine manssprechliche Behlihat ist es, baj Gott der Welt und mir einen Erlöser geschenkt, der mir durch seine heiligste Lehre den deutlichsten und zuverlässigten Unterricht von dem Willen meines Schöpfers, von meiner Bestimmung, von meinen Pflichten, von dem Wege ju meiner Glückseligkeit, und dabei die troftreiche Bersicherung gegeben bat, daß er für meine Sünden gestorben sey, da mit ich durch ihn Gnade, Bergebung, Unsterblichkeit und ewiges Leben er langen sollte! Ach, was würde aus mit geworden seyn; wo wollte ich Rube des Gewissene, Muth und Kraft Jum Anfange und Fortgange in der Tugend, bernehmen, wenn ich nicht die Wahrheiten der Religion und das Verdienst meines Heilandes bätte! Welch eine unaussprechliche Liebe Got tes, die fo viel für mich gethan, mir fin atief vergeben iat! டுகை டியர் Goth night much an mir, indem er mir den G ஜயர் dirier Gnabe macthy fitmmer fort mi in ber Theilnehmung an ber christlichen Religion und ber Erüfung Sefu noch immer bleiben 34 soll mich dabei 3) bes Seilanlapt; mirtäglich Erwedungen, täglich bes bankbar erinnern, ber für unfre Hilfsmittel zur chriftlichen Frömmig- Sünde gestorben ist. Welch ein einfeit schenkt; mir jede Stufe der Hei- leuchtender, schrecklicher Beweis brs ligung erleichtert; mir die Versuchun beiligsten Easses Gottes gegen alle gen zur Sünde überwinden, und die Sünde, und seiner allervollkommensten Hindernisse auf dem Wege der Tugend Strafgerechtigkeit! Dies soll benn auch befingen bilft! Belche unermeßliche meinen Haß und Abschen gegen alle Reighthümer von Langmuth, järt- und jede Sünde verstärken. Reine lider Batertreue, Sorgfalt und Be- einzige Sünde darf ich begen. Jede mübung für meine Besserung, welche soll ich verabscheuen, ewig baffen Barmherzigkeit, Wohlthätigkeit und und verbannen. Auch alles Glüc Freundlichkeit Gottes erblicke und der Welt soll mir nichts werth, foll Der Gemu bes heiligen Abenb mahls foll mir 2) eine bankbare Er innerung und Berherrlichung des am Kreuze gestorbenen Erlöfers fegn. Jefus, der Sohn Gottes, der allererhabenste, der Gegenstand des allerhöchsten Wohlgefallen Gottes, stirbt am Kreuze aus Geborfam gegen feinen himmlischen Bater! Was für Begriffe giebt mir diese Unterwerfung von seiner erhabenen Seele! mit welcher Ehrfurcht muß ich ihn nicht preisen und verebren! Wie muß mir nicht dieser Anblick die Wahrbeit tief einprägen, dağ nichts als liebevoller Gehorsam gegen Gott, uns vor ihm theuer und werth mache! Dies soll meinen bimmlischen Sinn mit neuer Stärte beleben. Nicht in den Gütern diefer Belt, nicht in dem Beifalle und Ruhme, dem Ansehen, dem Gelte, und der Nacht der Erte; fondem fin dem Befige ber bundhy Jejune, be Gefreuzigten, uns erworbenen gitt Hden onahe ub Seligfrit im finmel, foll ich von un an mit verſtän dem Eifer mein Ein unb Alles fuchen. 288 mir schrecklich seyn, wenn ich es durch Sünden erkaufen muß. Dies aber soll auch meinen Glauben mein Vertrauen auf Gott durch Jesum Christum stärken und neu beleben. Durch seinen Tod sind nun alle meine Sünden versöhnet; auch alle meine noch fortdauernden Mängel u. Schwachbeiten gut gemacht. Nun kann mein Glaube in Gott einen gnädigen Gott anbeten, zuversichtlich seinen ununterbrochenen Beistand zu allem Guten bis an meinen seligen Tod erwarten, und freudig nach dem bessern, in Tugend und Andacht vollkommnen Leben aussehn. Dies soll endlich meine treueste, dankbarste, zärtlichste Gegenliebe gegen meinen Erlöser, an welchen und durch welchen Gott solche Wunder einer unermeßlichen Liebe bewiesen hat, stärken und mit neuer Kraft beleben. 4. Gebete für die, welche zum heiligen Bei Endlich 4) soll mir dieser Genuß eine dankbare Erinnerung und Lobpreisung des Heilandes seyn, der für alle Menschen gestorben ist. Wie theuer, wie unermeßlich theuer ist also ein Mensch in den Augen meines Heilandes und meines Gottes! und ich, ich sollte den nicht ehren, dem nicht wohlwollen, den nicht herzlich lieben, für den Jesus sein Leben gelassen, für den Gott seinen Sohn dahin gegeben hat? Ja, hier im Abendmahle überzeuge ich mich aufs neue von meiner Pflicht einer allgemeinen Menschenliebe, und wiederhole dazu meine beiligsten Gelübde. dem Brode, von dem ich in Gesellschaft mit meinen vornehmen und niedrigen, mit meinen reichen und armen Nebenmenschen esse; bei dem Freundschaftsbecher, aus welchen ich mit ihnen allen trinke; bei diesem Ehren- und Freudenmahle des Menschengeschlechts, zu dem ich geladen werde, bei dem Leibe und Blute meines Bruders und Herrn, gelobe und schwöre ich:„ Neid, und " Groll, und Haß, und Lieblosigkeit sollen meine ärgsten Feinde; jeder " Mensch, auch der niedrigste Senecht, auch mein ärgster Feind, soll ein „ Gegenstand meines Wohlwollens; AndernVergnügen machen und Wohl11 H thun soll meine Freude seyn!" 19 b. Selbstprüfung vor dem Ge nusse des heiligen Abendmahls. Dies soll die Absicht, dies soll der Nugen, dies sollen die Gesinnungen und die Gemüthsfassung seyn, womit und weswegen ich mich bei dem Tische des Herrn für seinen Jünger und Nach folger erkläre, und durch diese heilige Handlung es jedermann sage, daß ich mich glücklich schäße, Gemeinschaft mit ihm zu haben, und sein Verehrer, sein Erlöster, sein Unterthan zu seyn. Aber habe ich diese Absicht wirklich? Habe ich die Eigenschaften an mir, die wahre Christen haben müssen?- Halte ich Jesum Christum für denjenigen, der er wirklich ist? Verehre ich ihn als den Sohn und Gesandten Gottes, als den Herrn und König der Welt? Weiß ich, was er zum Besten der Menschen gethan und gelitten hat, und empfinde ich den Werth seiner großmüthigen, alles für uns aufopferndenLiebe? Habe ich eine hinlängliche, eine zu meiner Besserung und Beruhigung hinlängliche Erkenntniß von der Lehre, die er vom Himmel gebracht und uns durch seine Boten kund gemacht, und von den Regeln des Verhaltens, die er mir vorgeschrieben bat? Halte ich diese Lehre für wahr und göttlich? Sehe ich diese Vorschriften als Gesetze an, denen ich allen Gehorsam schuldig bin? Verlasse ich mich auf seine Verheißungen als auf Zusagen Gottes, die mich unmöglich täuschen können? Ehre ich ihn also mit wahrem Glauben, mit dem festen Zutrauen, daß ich unter seiner Anführung und in seiner Nachfolge nicht irre gehen, und des Ziels der Vollkommenbeit nicht verfehlen kann? Bin ich durch Jesum wirklich selig geworden? Genieße ich wirklich, we nigstens dem Anfange nach, die Freibeit, die er den Menschen zu verschaffen in die Welt gekommen ist? Bin ich frei von dem heidnischen Aberglauben und der jüdischen Alengstlichkeit, in Absicht auf Religionssachen und gottesdienstliche Gebräuche? frei von allen knechti schen Gesinnungen gegen Gott, und von allen feindseligen Gesinnungen gegen Abendmahl gehen wollen. die Menschen? frei von der Herrschaft der Sünde und des Lasters? von der Tyrannei unordentlicher Begierden und Leidenschaften? von der slavischen Furcht vor dem Tode und der Hölle? 289 | Vater verehrte? Ziehe ich, gleich ihm, seine Gunst und sein Wohlgefallen allen Gütern und Freuden dieser Erde, dem Beifalle der ganzen Welt vor? Ist es mir, gleich ihm, vornehmlich darum zu thun, seinen Willen zu erfüllen, die Absichten, weswegen er mich auf den Erdboden und in den Stand, worin ich mich befinde, gesetzt hat, zu erreichen; die Gaben und Kräfte, die er mir verliehen, auf die nüßlichste Art anzuwenden, und seine Ehre durch ein heiliges Leben zu befördern? Richte ich, wie mein Heiland that, meine Gedanken und mein Herz auf Gott, um ihm alles Gute, als unverdiente Wohlthaten, zu verdanken, und alles Böse, als weise, gütige Schickungen seiner Vorsehung, von seiner väterlichen Hand anzunehmen? Finde ich, gleich meinem Heilande, ein inniges Vergnügen daran, mich mit meinem Geiste zu ihm zu erheben; mich mit seiner Anbetung und Lobpreisung zu beschäftigen; ihn öffentlich und gemeinschaftlich mit meinen Brüdern zu verehren, und durch dies alles Gemeinschaft mit ihm zu haben, und mich seiner nähern Gemeinschaft immer fähiger zu machen? benmenschen gesinnt, wie Jesus gegen Bin ich ferner so gegen meine Nedie Menschen gesinnt war? BVerhalte ich mich so gegen sie, wie er sich gegen sie verhielt? Er liebte sie alle als seine Brüder, als Kinder seines Vaters, und schloß selbst seine Feinde und Verfolger nicht von seiner Liebe aus. Er suchte ihnen allen nüßlich zu werden, that gerne allen Gutes und ließ sich auch durch ihren größten Undank nicht abhalten, solches zu thun. Er war gegen jedermann gerecht, billig, freundlich, gütig, herablassend; bewies sich gegen alle demüthig, sanftmüthig, geduldig, versöhnlich; ob er gleich die größten Vorzüge vor allen besaß, und niemanden die geringste Ursache gegeben hatte, ihn zu beleidigen, oder ihm mit Verachtung zu begegnen. Nie vergalt er Böses mit Bösem, oder Scheltworte mit Scheltworten; nie rächte er sich selbst, ob er 19 Bemühe ich mich insbesondere, um immer mehr ein Christ, und dadurch immer seliger zu werden? Bemühe ich mich ernstlich, meinen Sinn und mein Verhalten ganz nach dem Sinne und dem Verhalten Jesu Christi einzurichten? Dies, dies ist ja das wesentlichste Kennzeichen des wahren Christen. Mein Heiland selbst sagt mir: Wer mein Jünger seyn will, der verläugne sich selbst, und nehme sein Kreuz auf sich, und folge mir nach. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thun sollt, wie ich euch gethan habe. Das ist mein Gebot, daß ihr euch untereinander liebet, gleichwie ich euch geliebet habe. Und seine Boten rufen mir allenthalben zu: Ein jeglicher sey gesinnet, wie Jesus Christus gefinnt war! sebet auf Jesum, das höchste Muster der Treue und Standhaftigkeit; wer in ihm bleibt, wer seiner Gemeinschaft sich rühmen will, der soll auch wandeln, gleichwie er gewandelt hat. Kommt denn wohl meine Gesinnung und Denkungsart, kommt mein Verhalten mit dem Sinne und dem Verhalten meines Herrn überein? Könnte wohl derjenige, der die Geschichte Jesu läse, und dann ein unbemerkter Zeuge meiner Gesinnungen und meiner Handlungen wäre, den richtigen Schluß daraus ziehen, daß ich mir die Person, deren Geschichte er gelesen, zum Muster vorgesest hätte, und daß sich eine merkliche Aehnlichkeit zwischen ihr und mir zeigte? Bin ich so gegen Gott gesinnt, wie Jesus Christus gegen seinen bimmlischen Bater gesinnt war? Wird mein Herz von den Empfindungen der Ehrfurcht, der Liebe, des Gehorsams, der Unterwerfung, der Dankbarkeit, des Vertrauens gegen dieses erhabenste Wesen belegt, wie Jesus zu allen Zetten und unter allen Umständen seinen Evang. luth, 290 4. Gebete für die, gleich die Macht dazu in Händen hatte, und das Unrecht allemal ganz allein auf der Seite seiner Beleidiger war. Enthaltsamkeit, Selbstverleugnung, Aufopferung, Leiden, Neden, Thun, alles war dem Besten seiner Brüder, dem Heile der Menschen, gewidmet. Ist dies auch die Art, wie ich alle meine Nebenmenschen ansehe; wie ich, sie liebe, wie ich mit ihnen umgebe, wie ich ihre zeitliche und geistliche Glückseligkeit suche und befördere? Sind dies die Regeln, denen ich in meinem Verhalten gegen sie folge, ich mag es mit Niedrigen oder mit Vornehmen, mit Armen oder mit Reichen, mit Klugen oder Einfältigen, mit Feinden oder mit Freunden zu thun habun? Denke und empfinde, und arbeite und lebe ich eben sowohl und noch mehr für Andere, als für mich selbst? Welche Vortheile, welche Vergnügungen, welche Bequemlichkeiten opfere ich ihnen wohl auf?-- Strebe ich wenigstens ernstlich und unablässig darnach, mir diesen demüthigen, verfühnlichen, gemeinnüßigen, großmüthigen Sinn Jesu recht zu eigen zu machen, und darin meine Ehre und Glückseligkeit zu suchen, wenn ihn auch alle Welt für Schwachheit, für Niederträchtigkeit, für Mangel des Muths und der Empfindlichkeit halten sollte? Bin ich endlich so gegen die gegenwärtigen und zukünftigen Dinge gesinnet, wie Jesus Christus gesinnet war? Beurtheile ich die Güter, die Vorzüge, die Vergnügungen der Erde so, wie er sie beurtheilte? Halte ich sie, gleich ihm, für Dinge, die keinen großen Werth haben, deren Bestz wir nie zum letzten Ziele unseres Bestrebens allein machen, die wir nicht als Endzwecke, sondern als Mittel, unsre Kräfte und unsere Tugend zu üben und andern wohlzuthun, schäßen und lieben dürfen? Suche ich in dem Besize und in dem Genusse dieser Dinge eben so wenig meine ganze höchste Glückseligkeit, als er sie darin fuchte? Bin ich, gleich ihm, bereit, alle diese Dinge, ja mein Leben selbst, fahren zu lassen, und sie meinem Gewelche zum heiligen wissen und meiner Pflicht aufzuopfern, wenn ich sie nicht behalten kann, ohne diese zu verletzen? Wollte ich lieber noch so arm, noch so verachtet, in den Augen der Welt noch so elend seyn, als daß ich vorsäglich Böses thun, und die Gesetze meines Gottes übertreten sollte? Suche ich hingegen in der Erkenntniß der Wahrheit, in der Ausübung der Tugend, in einem frommen, wohlthätigen, gemeinnüşigen Leben meinen größten Gewinn und meine ganze Ebre, wenn ich gleich vor der Welt unbekannt und wenig geachtet und unbelohnt bleibe? Gewäbret mir jeder Sieg, den ich über mich selbst erhalte; jede gute That, die ich verrichte; jeder Schritt, wodurch ich mich der christlichen Vollkommenheit nähere, mehr wahres Vergnügen, als der glückliche Fortgang meinerirdischen Geschäfte?-Betrachte ich mich, gleich meinem Erlöser, als einen Gast und Fremdling hier auf Erden, der seine höhere Bestimmung stets vor Augen hat, nach dem Hause seines Vaters eilet, und schon jest mit seinen vornehmsten Gedanken und Begierden da ist, wo er ewig zu seyn gedenket? Sind Tod, Gericht und Ewigkeit, sind die Schicksale, die in der zukünftigen Welt auf mich war ten, meinem Geiste oft gegenwärtig, und gewöhne ich mich daran, stets so zu denken, zu urtbeilen, zu bandeln, wie ich dereinst wünschen werde, gedacht, geurtheilt und gehandelt zu haben? Ach, welche wichtige, viel in sich fassende Fragen! wie kann ich mit Ueberzeugung und Beruhigung dar auf Ja antworten! vielleicht ist mir manche darunter noch ganz fremd; vielleicht habe ich über manche davon noch nie ernstlich nachgedacht! und doch ist keine einzige darunter unnö thig. So soll, so muß ich seyn, wenn ich ein Christ seyn, wenn ich mich bei dem Genusse des heiligen Abendmahls meines Gottes und meines Erlösers dankbar freuen will. Denn wer Christi Sinn nicht hat, der ist nicht sein. Wer sich nicht aufrichtig und unnach Abendmahl gehen wollen. lässig bemühet, in allen Stücken so wie er, gesinnet zu seyn, und sich so, wie er, zu verhalten: dem wird der Name, den er trägt; die Lehre, die er bekennt; das Abendmahl, das er hält: dem werden alle äußeren Merkmale, Vorzüge und Uebungen eines Christen nichts helfen. Ich kann es nicht leugnen, ich bin noch weit, noch immer weit von der Vollkommenheit dieser Christengesinnung und dieses Christenwandels entfernt. Was will ich also thun? Um mich bei dem heiligen Abendmahle nicht mit Heuchelei für einen Christen auszugeben; um mich da mit gegründe ter Zuversicht der Seligkeiten zu getrösten, die mir mein Gott durch Jesum verheißen und bereitet hat, will ich von nun an meine tägliche Beschäftigung daraus machen, meinem Gott, meinem Erlöser immer ähnlicher zu werden, und bei dem heiligen Abendmahle meine Vorsätze und Entschließungen zum Guten stärken und befestigen, und mir Gottes Kraft zu ihrer Ausübung erbitten. c. Um Vergebung der Sünden. Herr, Herr Gott, barmherzig, gnädig, geduldig, von großer Güte und Treue! der du Gnade beweisest, und vergiebst Missethat, Uebertretung und Sünde: dich bete ich an als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes demüthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außerordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als väterlichen Liebe gegeben hast. Du haft ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt gesandt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Du bast ihn für uns in den Tod dahingegeben, und willst uns mit ihm und um seinetwillen alles schenken, was wir zu unserer wahren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich Unwür291 digen hast du zur Erkenntniß dieses großen Heils gebracht. Auch mir bietest du, auf die billigsten Bedingungen, Vergebung der Sünden, Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem allen die feierlichsten Pfänder und Versicherungen mittheilen, wenn ich mit wahrer Bußfertigkeit, mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Vorsage, ein heiliges Leben zu führen, zu dir nahe. O Gott! wie wollte ich dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, wenn ich mich durch diese Leweise deiner Güte nicht zur Buße und zur Dankbarkeit leiten ließe! Nein, ferne sey es vor mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde den Werth deiner Gnade. Ich bewundere die Größe deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe. Ich wünsche sehnlich an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ihn gerecht und felig zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, unter welchen du mir alle diese unschäßbaren Vortheile anbietest, zu erfüllen. O Gott! verzeibe mir, daß ich bisher meinen Verpflichtungen so oft zuwider gehandelt; daß ich mich nicht dankbarer und gehorsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen habe. Meine Sünden haben mich von dir entfernt; aber siebe, ich komme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz sagt mir von deinetwegen: Ihr sollt mein Antlitz suchen. Ich suche es, o Herr! verbirg dein Angesicht nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsam deiner Gebote soll mein ganzes übriges Leben gewidmet seyn. Ich entsage in deiner Gegenwart allen Sünden, und dein heiliger Wille soll von nun an die einzige Nichtschnur meines Verhaltens seyn. Ach schenke mir selber Kraft und Stärke, mein Gelübde zu erfüllen! Laß die Betrachtung deiner unendlichen Liebe; laß den Genuß der Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn 292 Gebet nach dem heiligen Abendmahle. empfangen werde; laß die Hoffnung ich nicht der Undankbarste; der Nicder zukünftigen Herrlichkeit, die du derträchtigste unter allen Sterblichen mir vorhältst, so gesegnete Eindrücke seyn, wenn ich dein vergäße, wenn auf mich machen, daß ich alle Ver- ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgül suchungen zum Bösen mit neuem tigkeit an dich gedächte; wenn ich mich Muthe bestreite, alle Pflichten meines weigerte, dir die Ehre und den Dank bimmlischen Berufs mit neuer Sorg- zu geben, die dir gebühren? Nein, falt erfülle, und dir bis in den Tod göttlicher Erlöser! ich folge deiner getreu bleibe. Amen! liebreichen Einladung mit Begierde und mit Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verd. Vor dem Gebrauch des hei- ehrer zu bekennen, und es jedermann ligen Abendmahls. Göttlicher Erlöser, Herr Jesu Christ! du hast ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden setztest du das heilige Abendmahl zum Troste deiner Verehrer, und zur Stärkung ihres Glaubens ein: und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diese feierliche Handlung gemeinschaftlich mit meinen Nebenchristen zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommnen Mittler zwischen Gott und Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne; daß ich dich meinen Herrn und Erlöser nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und zu deinen Erlös'ten und Freunden zählen darf! D, wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade seyn! Wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie schrecklich der Anblick des Todes und des Grabes seyn, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsre Sünden dahingegeben und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest! Ja, alles Licht, das mich erleuchtet; aller Trost, der mich erquicket; alle Hoffnung, die mich belebet, sind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedächtniß seyn! Würde zu sagen, daß ich es für mein größtes Glück und meinen höchsten Ruhm halte, dein zu seyn. Ich komme, als ein mühseliger und beladener Sünder, Nube für meine Seele zu suchen, und ergreife mit bußfertigem Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftet baft. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigentbum aufzuopfern, und den bei ligen Vorsaß zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Ge meinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich auf's neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie und alle Menschen zu verpflichten. Herr, laß mein Vorhaben gesegnet seyn! Erlaube nicht, daß ich blos mit den Lippen zu dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sey. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärkt, und ich auf das kräftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thue, mit un verbrüchlicher Treue zu halten. Amen! e. Nach dem heiligen Abendmahle. So habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnädigen 5. Gebete für Kranke und bei Sterbenden. 293 Vaters und Wohlthäters, gewidmet.| dankbar gegen dich, und so feindselig So habe ich mich verpflichtet, als ein gegen mich selbst handle. Sey du in Jünger und Nachfolger meines hoch- meiner Schwachbeit mächtig. Befegelobten Erlösers zu leben, und ihn stige meine guten Entschließungen, und mit meinem Geiste nnd meinem Leibe, verleihe mir Gnade, an der Ausfühdie beide seyn Eigenthum sind, zu rung derselben unverzüglich und unerpreisen. Wie beilig sind diese Ver- müdet zu arbeiten. Schenke mir neue pflichtungen! Wie undankbar, wie Kraft deines Geistes, und leite mich unglücklich würde ich nicht seyn, wenn durch ihn zu allen Tugenden, damit ich diese Zusagen vergäße, wenn ich ich meine Heiligung treu und redlich diese Versprechungen nicht hielte! Welch vollende. Bewahre mich vor allzugeeine Verantwortung, welch ein Ge- fährlichen Versuchungen; stärke mich, richt würde ich zu erwarten haben, allen Reizungen zum Bösen zeitig zu wenn ich nun noch der Sünde diente; widerstehen, und laß mich die ewige wenn ich nicht alle Fehler, alle böse Seligkeit, zu welcher du mich durch Gewohnheiten, die ich an mir habe, Christum berufen und erlöset hast, nie ernstlich bestritte; wenn ich eben so aus den Augen verlieren. So werde träge und nachlässig im Guten wäre, ich den guten Kampf kämpfen, den als ich es ehemals gewesen bin! So Glauben behalten, und meinen Lauf würde ich mich ja aller Vorrechte und glücklich vollenden. So werde ich Seligkeiten, die ich als ein Christ dereinst die Krone der Gerechtigkeit besige, verlustig, und meine Verdamm- aus deiner Hand empfangen, und niß um so viel schwerer machen. Ach dir Lob und Ehre bringen in EwigGott! laß es nicht zu, daß ich so un- keit. Amen. 124 min 5) Gebete für Kranke und bei Sterbenden. a. Demüthigung vor Gott in Krankheit. Nun erfahre auch ich es in der That, mein Gott! was der Mensch ist, wie binfällig und wie leicht seine Gesundheit und Kraft dabin ist! aber Dank sey dir, daß ich weiß: du könnest nie deinen schwachen Geschöpfen zu viel auflegen, du habest auch jede Last der Krankheit gemäßiget, daß sie erträglich sey, und du werdest auch diese Veränderung mir zum Besten dienen lassen. Was sollt ich also unrubig klagen oder ängstlich sorgen? Was kann ich besseres thun, als zu dir aufzusehn, dem Gott, der da hilft, und der es nie böse meinen kann. Du hast mich bisher so väterlich geleitet, mir so manche Freude geschenket, und mehr Gutes an mir gethan, als ich bitten und verstehen tonnte. Auch mit alle dem, was mir jemals Leid, Unruhe oder Schmerz verursachet hat, hast du es immer weislich gewendet. Gott, das alles erkennet meine Seele wohl! Ich bin zu geringe aller deiner Barmherzigkeit, und meine Seele ist stille zu dir, ohne dessen Willen und Leitung mir nichts begegnen kann! Auch das wirst du wohl machen. Stärke mich in diesem dankbaren, dir ergebenen und vertrauenden Sinn. Füge sonst es mit der Dauer und mit dem Ausgang meiner Krankheit, wie es dein väterlicher Wille ist. Ich weiß nicht, welches besser für mich und meine Verbindung in der Welt seyn möchte, ein langes oder kurzes Krankenlager, das Leben oder der Tod. Wähle du für mich! Auf dich traue ich! Nur lehre mich in meiner vielleicht noch ganz kurzen Lebenszeit, meine Seligkeit mit ganzem Ernst schaffen. Wie ich diese Zeit bisher angewendet habe; wie ich mit den mir verliehenen Kräften und Gelegenheiten zum Guten umgegan 294 gen bin; wie ich gegen alle meine Nebenmenschen gesinnet gewesen bin; wie ich mein Herz und mein Leben rein von lasterhaften Neigungen und Gewohnheiten zu bewahren gesucht habe; wie werth mir die Religion gewesen, und wie treu ich in ihrer Erkenntniß und Uebung gewesen bin; das ist die ernstliche Ueberlegung, die ich jest anzustellen habe. Gieb, daß ich sie weder scheuen, noch leichtsinnig damit zu Ende eilen, und mir die Tröstungen des Evangelii Jesu Christi fälschlich zueignen möge. Auch für mich ist freilich bei dir viel Vergebung; auch mir willst du Barmherzigkeit wiederfahren lassen. Es ist doch aber auch gar zu gewiß, daß ich mit den Gesinnungen, die ich mit mir aus dieser Welt nehme, in der zukünftigen fortleben werde, und wie meine Aussaat ist, so auch die Erndte für mich seyn wird. Stets sey mir also der Zuruf Jesu Christi erinnerlich: Selig sind, die reines Herzens 5. Gebete für Kranke und bei Sterbenden.. andin lists 01 03 matam 11549 dm infalls sis di BE sind, die Friedfertigen, die Sanftmüthigen, die ein aufrichtiges Verlangen haben, gut zu seyn, und so nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten! Das erwecke mich, mein Herz von allem dem loszureißen, was es noch an das Irdische fesselt, noch so viel Gutes zu thun, als ich kann, und allen um mich her durch Geduld, durch Ergebung in deinen Willen, durch frohe Erwartung des Zufünftigen erbaulich zu werden. Dann tröste mich, o Gott, deine Liebe; dann sey mir die Nacht des Grabes nicht fürchterlich; dann laß mich in der ruhigen, freudigen Gesinnung bebarren. Herr, ich warte auf dein Heil! Amen. b. Gebet bei Sterbenden. Siehe in diesem Gesangbuche das Lied Nr. 588, wo auch noch mehr gute Gebete für Kranke von Nr. 572 bis Nr. 587 anzutreffen sind. Buis T Verzeichniß der Gebete. 1. Morgengebete. a. Längere Morgen- Andacht. b. Kürzeres Morgengebet. 2. Abendgebete. . . 271 c. An Sonn- und Festtagen, bei dem Morgengebet hinzuzufügen 272 d. Nöthige Entschließungen am Morgen. .. 272 a. Längere Abend- Andacht b. Kürzeres Abendgebet ♦ ♦ ♦ ◆ frommen Sinn und Wandel e. Um Nachsicht, Sanftmuth, Leutseligkeit und Langmuth f. Um christliche Gefälligkeit und Freundschaft 3. Tägliche Erweckung zum vor Gott. a. Vertrauen auf Gott, und rechtmäßige Gesinnung gegen ihn 276 b. Demuths- Ucbung 277 c. Um Keuschheit und Mäßigkeit 278 d. Um brüderliche Liebe, Mitfreude und Mitleid 279 280 281 281 282 ♦ ♦ ♦ 5. Gebete für Kranke und bei Sterbenden. a. Demüthigung vor Gott in Krankheit b. Gebet bei Sterbenden. • ♦ g. Um christliche Liebe gegen Feinde h. Um Heiligkeit der Reden und des Betragens i. Um chriftlichen Gebrauch der Vergebungen, Thorheiten und Laster unserer Nebenmenschen 4. Gebete für die, welche zum heiligen Abendmahle gehen wollen. a. Nachdenken über den Zweck und den Nußen des heiligen Abendmahls b. Selbstprüfung vor dem Genusse des heiligen Abendmahls c. Um Vergebung der Sünden d. Vor dem Gebrauche des heiligen Abendmahls e. Nach dem heiligen Abendmahle. ♦ 282 k. Um christlichen Gebrauch der Zeit, Kräfte und Gaben Gottes 283 1. Aufmunterung zu solchem Wandel ver Gott... 284 ♦ ● • ● • ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ● ● Seite 270 274 275 286 288 291 292 292 293 294 940 Jet Evangelien und Episteln auf alle Sonn- und Festtage. Um 1. Sonntage des Advents. Evangelium, Matth. 21, 1-9. Laßt uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht Da ſie nun nabe bei Jerufalem in Hader und Neid; fondern ziehet wartet des Leibes, doch also, daß er an Jesum Christum, und nicht geil werde. kamen, gen an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zwei, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Efelin fin. den, angebunden, und ein Füllen bet ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird sagen; so sprecht: Der Herr beEs werden Zeichen geschehen an darf ihrer; so bald wird er sie euch der Sonne, und Mond, und Sterlassen. Das geschah aber alles, auf nen; und auf Erden wird den Leuten daß erfüllet würde, das gesagt ist durch bange seyn, und werden zagen, und den Propbeten, der da spricht: Saget das Meer und die Wasserwogen werder Tochter Zions: Stebe, dein Kö. den brausen, und die Menschen wernig kommt zu dir sanftmüthig, und den verschmachten vor Furcht und reitet auf einem Eſsel, und auf einem vor Warten der Dinge, die da komFüllen der lastbaren Eselin. Die Jün- men sollen auf Erden, denn auch ger gingen bin, und thaten, was der Himmel Kräfte sich bewegen werihnen Jesus befohlen hatte; und den. Und alsdann werden sie sehen brachten die Eselin und das Füllen, des Menschen Sohn kommen in den und legten ihre Kleider darauf, und Wolfen mit großer Kraft und Herrſepten ihn darauf. Aber vieles Voltlichkeit. Wann aber dieses anfängt breitete die Kleider auf den Weg; zu geschehen, so sehet auf, und hebet die andern hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volt aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hoflanna, dem Sohne Darids; gelobt sey, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hostanna in der Höhe! Epistel, Röm. 13, 11-14. Lieben Brüder: weil wir solches eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nabet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sebet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie jest ausschlagen, so sehet ihr es an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nabe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sebet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nabe ist. Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergeben, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber metne Worte vergeben nicht. Aber bütet cuch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung und komme dieser Tag schnell über 1 wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe( fintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wir es glaubten); die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbet gekommen; so laft uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts. ( Ev. Luth.) Am 2. Sonntage des Advents. Evangelium, Luc. 21, 25-36. 2 Um 2., 3. und 4. Sonntage des Advents. euch: Denn wie ein Fallstrick wird er| Blinden ſehen und die Lahmen gehen, kommen über Ulle, die auf Erden wohnen. So seyd nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem Allen, das gefchchen soll, und zu stehen vor des you have Menschen Sohn. die Ausságiaen werden rein, und die Zauben bören, die Todten flehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Und selig ist, der sich nicht an mir árgert. Da die hingingen, fing Jesus an zu zu reden zu dem Volk von Johannes: Was feyd ihr hinaus: Epistel Röm. 15, 4:13. ieben Brüder: Lieben geſchrieben ist, das aber zuvor gegangen in die Wüste zu sehen? ist uns zur Lehre geschrieben, auf taß wir durch Geduld und Trost der Schrift poffnung haben. Gott aber der Geduld und des Troftes gibe euch, daß ihr einerlei gesinnet feyd unter einander nach Jefu Chrifto. Auf daß ihr ein: müthiglich mit einem Munte lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euc unter einander auf, gleichwie euch Striftus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sey ein Diener gewefen der Beschneitung um der Wahrheit will n Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was feyd ihr binaufgegangen zu ſehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Sihe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häufern. Oder was send ihr hinaus: argangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten fehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist es, von dem geschrieben ftehet: Giehe ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Gottes, zu bestáttaen die Verheibung für für Chrifti Diener und Epistel, 1 Cor. 4, 1-5. haite une Jedermann, nám den Vätern geschehen. Daß die Heiden aber Gott loven um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich bich) loben unter den Heiden, und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden mit seinem Bolk. Und aber= mal: Lobet den Herrn, alle iden, und preifet ihn, alle Völker. Und abermal spricht Efaias: Es wird seyn die Wurzel Jeffe, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die beiden hoffen. Gott aber derhoffnung errúlle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geiftes. Um 3. Sonntage des Advents. Evangelium, Matth. 11, 2-10. a aber Johannes im Gefängniß er seiner Jünger zwei, und ließ ihm fagen: Bist tu, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jefus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin, und saget Johannes wieder, was ihr sehet und höret; die Haushalter über Gottes Geheimnisse. Run fuct man nicht mehr an den. Haushaltern, denn daß sie treu er: funden werden. Mir aber ist es ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menfchliden Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiaet; ter berr ist es aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, weldber auch wird ans Lidt bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der her: zen offenbaren; alsdann wird einem Jeglichen von Gott Lob wiederfahren. Um 4. Sonntage des Advents. Evangelium, Joh. 1, 19:28. und dies ist das Zeugniß Johan da die fandten Jeru: salem Priester und Leviten, daß fie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte, und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bin Am 1. und 2. heiligen Christtage. 3 es nicht. Bist du ein Prophet? Und| ließe mit Maria, seinem vertrauten er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? Daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt baben: Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn, wie der Propbet Esaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht fennet. Der ist es, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschab zu Betbabara, fenseits des Jordans, da Johannes taufte. Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ibn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hätten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ibre Heerde. Und siebe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich febr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siebe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk wiederfahren wird; denn euch ist beute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen, ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bet dem Engel die Menge der bimm. lischen Heerschaaren, die lobten Gott und sprachen: Ehre sey Gott in der Höhe und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Epistel, Pbil. 4, 4.7. Lieben Brüder: Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lindigfeit lasset fund seyn allen Menschen. Der Herr ist nahe! Sorget nichts; sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danfsagung vor Gott fund werden. Und der Friede Gottes, welcher böher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Berzen und Sinne in Christo Jesu. Epistel, Tit. 2, 11-14. Um heiligen Christtage. Evangelium, Luc. 2, 1-14. 3 ist er chienen die heilsame Gnade Hottes allen Menschen und züchtiget urs, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottseelig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des gros begab sich aber zu der Zeit, daß Jesu Christ. Der sich selbst für uns Ben Gottes, und unsers Heilandes vom er ausging, daß alle Welt geschäßzet würde. Und diese Schapung war die allererste, und geschab zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrten war. Und Jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein Jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Josepb aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in tas jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war; auf daß er sich schägen von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Um 2 Christtage, oder am Tage St. Stephani. Evangelium, Matth. 23, 34-39. er Herr sprach zu den PhariObersten der Juden: Siehe, ich sende fäern und Schriftgelehrten und zu euch Propheten, und Weise ,, und Schriftgelehrte, und derselben werdet 1* Um Tage St. Johannis des Evangelisten. 4 ihr etliche tödten und kreuzigen, und etliche werdet ihr geiffeln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme alle das gerechte Blut, das vergoffen ist auf Erden, von dem Blute an des gerechten Abels, bis auf das Blut Zacharias, Bacha: rias Sohn, welchen ihr getödtet habt zwischen dem Tempel und dem Altar. Wahrlich ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerufalem, die du to teft die Propheten, und steinigeft, die zu dir gefandt sind! wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer baus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich fage euch: Ihr werdet mich von jest an nicht sehen bis ihr sprecht: Gelobet sey, der da kommt im Namen des Herrn. Lection, Apoft. Gesch. 6, 8:15 und 7, 55-59. Als er aber voll heiliges Geistes war, sah er auf gen Himmel, und sabe die Herrlichkeit Gottes, und Jesum stehen zur Recten Gottes, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen, und des Menschen Cohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrien aber laut, und hielten ihre Ohren zu, und stürmten einmüthiglich zu ihm ein, und stießen ihn zur Stadt hinaus, und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Júng.ings, der hieß Saulus. und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er knieete aber nieder, und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Und als er daß gesagt, entschlief er. Zeichen unter dem Volk. Da standen etliche auf von der Schule, die da heißt der Libertiner und der Cyren r, und der Alexanderer und derer, die aus Cicilien und Asien waren, und befragten sich mit Stephano. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehört Läfterworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk, und die Weltesten und die Schriftgelehrten; und traten herzu, und rissen ihn hin, und führten ihn vor den Rath; und stellten falsche Zeu: gen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Geset. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören, und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn Alle, die im Rath saßen, und sahen sein Ungesicht, wie eines Engels Ungesicht. Um Tage St. Johannes des Apostels und Evangelisten. Evangelium, Joh. 21, 15:24. sie nun das Mahl gehalten Petro: Simon Johanna, hast du Stephanus aber, voll Glauben und mich lieber, denn mich dieſe haben? Er zu Herr, weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andernmale zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schaafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: Haft du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr du weißt alle Dinge, du weißt daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schaafe und Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Da du jünger warest, gürtetest du dich selbst, und wandelteft, wo du hin wollteft; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, ein Underer wird dich gürten, und führen, wo du nicht hin willst. Das fagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Und da er das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte Um Sonnt. n. d. Christtage. Um Neujahrstage. 5 sich um, und sahe den Jünger folgen, bar werden. Und es war eine Prophewelchen Jefus lieb hatte, der auch tin, Hanna, eine Tochter Phanuels, an seiner Brust am Abendessen gele: vom Geschlechte Uffer, die war wohl gen, und gesagt hatte: Herr, wer betagt, und hatte gelebt sieben Jahre ist es, der dich vervåth? Da Petrus mit ihrem Manne, nach ihrer Jungdiesen sahe, spricht er zu Jesu: Herr, frauschaft, und war nun eine Witwe was soll aber dieser? Jefus spricht bei vier und achtzig Jahren, die kam zu ihm: So ich will, daß er bleibe, nimmer vom Tempel, diente Gott bis ich komme, was gehet es dib mit Fasten und Beten Tag und Nacht. an? Folge du mir nach. Da ging Dieſelbe trat auch hinzu zu derselben eine Rede aus unter den Brüdern: Stunde, und pries den Herrn, und Dieser Jünger stirbet nicht. Und Je: redete von ihm zu allen, die auf die sus sprach nicht zu ihm: Er stirbet Erlösung zu Jerufalem warteten. Und nicht, sondern: so ich will, daß er da sie es alles vollendet hatten, nach bleibe, bis ich komme, was gehet es dem Gefeß des Herrn, kehrten fie dich an? Dies ist der Jünger, der wieder nach Galildam, zu ihrer Stadt von diesen Dingen zeuget, und hat Nazareth. Aber das Kind wuchs, und dies geschrieben, und wir wissen, daß ward stark im Geist, voller Weisheit, sein 3eugniß wahrhaftig ist. und Gottes Gnade war bei ihm, Epistel, Galater 4, 1: 7. Lection, Sirach 15, 1: 8. olches thut der ch den Herrn fürchtet, und wer fich fage aber: So lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm an Gottes Wort hålt, der findet sie. Und sie wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wird ihn empfangen, wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes, und wird ibn tránken mit Wasser der Weisheit. Da durch wird er stark werden, daß er fest stehen kann; und wird sich an sie halten, daß er nicht zu Scanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seinen Nächsten, und wird ihm seinen Mund aufthun in der Gemeinde. Sie wird ihn krönen mit Freude und Wonne, und mit ewigem Namen beg aben. Aber die Narren finden sie nicht, und die Gottloser: fönnen sie nicht erfehen. Denn sie ist ferne von den Hoffärtigen, und die Heuchler wissen nichts von ihr. Um Sonnt. nach d. Christtage. Evangelium, Luc. 2, 33-40. Und sein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von Jesu geredet ward, und Simeon segnete fie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gefeßt zu einem Fall und Auferstehen vieler Ifrael, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwerdt durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offen: und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, fandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, und unter das Gefeß gethan; auf daß er die, so unter dem Gefeß waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seyd, hat Gott gefandt den Geist feines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so sind es auch Erben Gottes durch Christum. Um Neujahrstage. Evangelium, Luc. 2, 21. Uns nd da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher ge= nannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Epistel, Gal. 3, 23-29. She denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem verwahrt, und verschlossen auf den 6 Um Sonnt. n. d. Neuenjahr. Am Fest Epiphania. Glauben, der da sollte offenbaret wer-| Um Fest Epiphaniá, oder der den. Also ist das Gefeß unser ZuchtErscheinung Chrifti. meister gewesen auf Christum, daß Evangelium, Mattb. 2, 1-12. war zu Bethwir durch würer. Nun aber der Glauben gekomledem im jüdischen Lande, zur men ist, find wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seyd alle Got. tes Kinder, durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie Viele eurer getauft sind, die baben Chriftum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr seyd allzumal einer in Chrifto Jesu. Syd ihr aber Christi, so seyd ihr ja Abrahams Saamen, und nach der Verbeißung Erben. Zeit des Königs Herobes, stebe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem, und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir baben seinen Stern geſeben im Morgenlande, und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrack er, und mit ibm das ganze Jerusalem. Und ließ versammeln alle Hobepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschte von ihnen, wo Cbriflus Am Sonntage n. d. Neuenjahr. follte geboren werden. Und fie sagten ibm: Zu Betblebem im jüdischen Lande; denn also stebet geschrieben durch den Propbeten: Und du Bethlebem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sey. Da berief Herodes die Weisen beimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und wies sie gen Betblebem, und sprach: Ziebet bin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr es findet, so sagt mir es wieder, daß ich auch komme, und es anbete. Als sie nun den König gehört batten, zogen sie bin. Und siebe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen batten, ging vor ihnen bin, bis daß er fam, und stand oben über, da das Kindlein war. Da fie den Stern saben, wurden sie boch erfreuet; und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Marta feiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an. Und tbaten ihre Schäße auf, und schenkten ibm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befabl tönen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in thr Land. Evangelium, Matth. 2, 13-15. D a die Weisen aus Morgenland aber hinweg gezogen waren, siebe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traume, und sprach: Stebe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fliebe nach Egyptenland, und bleib allda, bis ich dir fage; denn es ist vorbanden, daß Herodes das Kindlein suche, taffelbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich nach Egyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tode Herodes. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propbeten geſagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Epistel, Tit. 3, 4-7. a aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes unsers Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan batten, sondern nach seiner Barmherzigkeit, machet er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des beiligen Geistes, welChen er ausgegessen bat über uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben seyn des ewigen Lebens nach der Hoffnung, das ist je gewißlich wahr. Lection, Jef. 60, 1-6. ache dich auf, werde Licht, denn lichkeit des Herrn gehet auf über dir. Um 1. u 2. Sonnt. n. Denn fiehe, Finsterniß bedecket das Erdreich, und Dunkel die Völker. Aber über dir gebet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heicen werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz der über dir aufgebet. Hebe deine Augen auf, und siebe umber, diefe alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne fommen, und deine Töchter zur Seite erzogen werden. Dann wirst du deine Luft sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekebret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epba. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Wetbrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Um 1. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Luc. 2, 42-52. a Jesus zwölf Jahr alt war, gingen sie binauf gen Jerusalem. nach Gewohnbeit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußten es nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und tamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Befreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem, und suchten ibn. Und es begab sich nach drei Tagen, fanden sie ihn im Tempel sigen, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zubörete und sie fragte, und alle, die ihm zubörten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da fie ibn saben, entsegten fie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum bast du uns das getban? Stebe, dein Bater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ibnen: Was ist's, das ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich seyn muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das 7 er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen binab, und kam gen Nazareth, und war ibnen untertban. Und seine Mutter bebielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisbett, Alter und Gnade, bei Gott und den Menschen. Epistel, Röm. 12, 1-6. ch ermabne euch, leben Brüder, I durch die Barmbersigteit daß thr eure Letber begeber zum Opfer, dae da lebendig, beilig und Gott woblgefällig siy welches sey euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich; sondern verändert euch durch Verneuerung euers Sinnes, auf daß ibr prüfen möget, welches da sey der gute, der woblgefällige, und der vollkommene Gottes Wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, Jedermann unter euch, daß Niemand weiter von sich balte, denn sichs gebübrt zu balten; sondern daß er von ihm mäßiglich batte, ein Jeglicher, nachdem Gott ausgerbeilt bat das Maaß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in Einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte baben, also sind wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des anderen Glied, und haben mancherlet Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. d. Erscheinung Christi. Um 2 Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Job. 2, 1-11. nd am dritten Tage war eine UND Hochzeit zu Cana, in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ibm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ibr: Welb, was babe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern. Was er euch saget, das ihut. Es waren aber allra sechs steinerne Wasserkrüge gesept, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit 8 Am 3. Sonnt. n. d. Erscheinung Christi. Wasser. Und sie fülleten sie bis oben| Und siebe, ein Aussäßiger kam und an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet es dem Speisemeister. Und sie brachten es. Als aber der Spetfemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam( die Diener aber wußten es, die das Wasser geschöpfet batten), da rufet der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu tbm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringeren; du bast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Baliläa, und offenbarte seine Herrlichkeit. seine Jünger glaubten an ihn. betete ihn an, und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an, und sprach: Ich wil es ibun, fey gereinigt. Und alsbald ward er von seinem Aussaß rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siebe zu, sage es niemand; sondern gehe bin, und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn, und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und bat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Jb will kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, Und Epistel, Röm. 12, 6-16. Nieben Brüder: Wir haben mancheruns gegeben ist. Hat Jemand Weissa- dern sprich nur ein Wort, so wird gung, so sey sie dem Glauben ähnlich. mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Hat Jemand ein Amt, so warte er Mensch, dazu der Obrigkeit unterdes Amts. Lehret Jemand, so warte than, und habe unter mir Kriegs. er der Lehre. Ermahnet Jemand, so tnechte; noch wenn ich sage zu einem: warte er des Ermahnens. Giebt Je. Gehe hin; so gebet er; und zum anmand, so gebe er einfältiglich. Re- dern: Kommeber; so kommt er. Und gieret Jemand, so sey er sorgfältig. Uebet Jemand Barmherzigkeit, so thue ers mit Lust. Die Liebe sey nicht falsch. Hasset das Arge, banget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sey herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seyd nicht träge, was ihr thun sollt. Seyd brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seyd fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trütsal, taltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern baltet euch herunter zu den Niedrigen. zu meinem Knechte: Thue das; so thut er's. Da das Jesus börete, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Vicle werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Isaac und Jacob im Himmelreich sitzen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsterniß binaus, da wird feyn Heulen und Zähnklappern. Und Jesus sprach zu dem Hauptmanne: Gehe hin, dir geschebe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselben Stunde. Um 3. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 8, 1-13. Da Jefus aber vom Berge herab ging, folgte ihm viel Volks nach. Epistel, Nöm. 12, 17-21. altet euch nicht selbst für flug. mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen Jedermann. Ist es möglich, so vtel an euch ist, so babet mit allen Menschen Frieden. Nächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Am 4., 5. und 6. Sonnt. n. d. Erscheinung Christi. 9 Raum dem Zorn: denn es steht ge-| kam sein Feind, und säete Unkraut schrieben: Die Rache ist mein, ich zwischen den Waizen, und ging dawill vergelten, spricht der Herr. So von. Da nun das Kraut wuchs, nun deinen Feind hungert, so speise und Frucht brachte, da fand sich auch ihn; bürstet ihn, so tränke ibn. Wenn das Unkraut. Da traten die Knechte du das thust, so wirst du feurige zu dem Hausvater, und sprachen: Koblen auf sein Haupt sammeln. Luß Herr, bast du nicht guten Saamen dich nicht das Böse überwinden, son- auf deinen Acker gesäet? Woher bat dern überwinde das Böse mit Gutem. er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getban. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir bingehen, und es ausgäten? Er ſprach: Nein, auf daß for nicht zugleich den Watzen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausUm 4. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 8, 23-27. Und Jefus trat in das Schiff und feine Jünger folgten ihm. Und fiche, da erhob sich ein großes Unge- gätet. Lasset beides mit einander füm im Meer, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf und sprachen: Herr bilf uns, wir verder ben. Da sagte er zu ibnen: Jbr Kleingläubigen, warum seyd ihr so furchtsam? Und stand auf und beFrobete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? wachsen, bis zu der Erndte; und um die Erndtezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Watzen fammelt mir in meine Scheuern. Epistel, Coloff. 3, 12-17. o ziebet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, berzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld; und vertrage einer den andern, und vergebet euch untereinander, so Jemand Klage bat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ibr. Ueber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen send in einem Leibe, und seyd dankbar. Laffet tas Wort Christ! unter euch reichlich wohnen in aller Weisbeit, lebret und vermabnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr tbut, mit Worten, oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Epistel, Röm. 13, 8-10. ( eyd Niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untereinander liebet; denn wer den andern liebet, der bat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ebebrechen; du sollst nicht tödten; du sonst nicht stehlen; ru sollst nicht fals Zeugniß geben; dich soll nich gelüsten; und so ein ander Gebot mebr ist, das wird in tiesem Wort verfasset: Du sonst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Geseßes Erfüllung. Um 5. Sonntage nach der Am 6. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 13, 24-30. esus legte ihnen ein ander Gleichmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Saamen auf ſeinen Acer Und nach sechs Tagen nabm JeErscheinung Chriſti. Evangelium, Matth. 17, 1-9. 10 Um Sonntage Septuagesima. und Johannem, seinen Bruder, und| gung aus menschlichem Willen berführete fie beiseits auf einen hohen vorgebracht, sondern die heiligen Berg. Und ward verkläret vor ibnen, Menschen Gottes baben geredet, geund sein Angesicht leuchtete, wie die trieben von dem heiligen Geist. Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siebe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die rereten mit Petrus aber Um Sonntage Septuagesima. antwortete, und sprach zu Seiu: Das Himmelreich ist gleich einem Evangelium, Matth. 20, 1-16. esus sprach zu seinen Herr, hier ist gut seyn, winst du, so wollen wir bier dret Hütten machen, dir eine, Mcsi eine, und Elias eine? Da er noch also redete, siebe, da überschattete sie eine lichte Wolte, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieter Sobn, an welchem ich Wohlaefallen babe, den sollt ihr bören. Da das die Jünger börten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschracken sebr Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an, und sprach: Stebet auf, und fürchtet euch nicht Da sie aber ihre Augen aufbuben, sahen sie Niemand, denn Jesum alleine. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus, und sprach: Ihr sollt dies Gesicht Niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. Epistel, 2. Petr. 1, 16-21. Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu mietben in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelobn, sandte er sie in ſeinen Weinberg. Und ging aus, um die dritte Stunde, und sabe andere an dem Markte müssig steben, und sprach zu ibnen: Gehet ihr auch bin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen bin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müssig steben, und sprach zuibnen: Was stebet ihr hier den ganzen Tag müssig? Ste sprachen zu ihm: Es hat uns Niemand gedinget. Er sprach zu ibnen: Gebet ihr auch bin in den Weinberg, und was recht seyn wird soll euch werden. Da es nun Abend ward, ſprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter, und gieb ibnen den Lobn und bebe an, an den Leßten bis zu den Ersten. Da kamen die um die eilfte Stunde gedinget waren, und empfing ein Jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mebr empfangen, und sie empfinist mein lieber Sohn, an dem ich Wobl- gen auch ein Seglicher seinen Groschen. gefallen habe. Und diese Stimme ba- Und da sie den empfingen, murrten ben wir geböret vom Himmel gebracht, sie wider den Hausvater, und sprada wir mit ihm waren auf dem heili- chen: Diese legten baben nur eine gen Berge. Wir haben ein festes pro- Stunde gearbeitet, und du baft sie uns phetisches Wort, und ihr thut wobl, gleich gemacht, die wir des Tages Last daß ihr darauf achtet, als auf ein und Hige getragen haben. Er antworLicht, das da scheinet in einem dunke- tete aber, und sagte zu einem unter len Ort, bis der Tag anbreche und der ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht Morgenstern aufgebe in euren Herzen. unrecht; bist du nicht mit mir eins Und das sollt ihr für das erste wissen, worden um einen Groschen? Nimm daß keine Weissagung in der Schrift was dein ist und gehe hin. Ich will geschlebt aus eigener Auslegung. aber diesen letzten geben, gleich wie Denn es ist noch nie teine Weissa- dir; oder habe ich nicht macht zu ir baben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch fund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi; sondern wir baben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott dem Vater Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschab von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dies Um Sonntage Seragesima. 11 thun was ich will, mit dem Meinen?| trug bundertfältige Frucht. Da er siebest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Leßten die ersten, und die Erpen die Letzten seyn. Denn viele sind berufen, aber wenig sind auserwählet. Epistel, 1 Cor. 9, 24. 27. u. 10, 1-5. nicht, das sagte rief er: Wer Ohren hat, zu bören, der böre. Es fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen: Was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist es gegeben zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes, den andern aber in Gleichnissen, daß den Schranken laufen, die lau fen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein Jeglicher aber, der da kämpiet, enthält sich alles Dinges: Jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als auf das Ungewisse: Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ibn, daß ich nicht andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verbalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolken gewesen, und sind alle durch das Meer gegangen, und sind alle unter Mosen getauft, mit der Wolke und mit dem Meere; und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; fie tranten aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgte, welcher war ChriRus. Aber an ihrer vielen hatte Gott feinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Um Sonntage Seragesima Evangelium, Luc. 8, 4-15. O a nun vieles Volk bet einander war, und aus den Städten zu Jesu eilten, sprach er durch ein Gleichntp: Es ging ein Säemann aus zu fäen seinen Saamen, und indem er fäete, fiel etliches an den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und etlices fiel auf den Fels, und da es aufging, vertorrete es, darum daß es nicht Saft batte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und bie Dornen gingen mit auf, und erflickten es. Und etliches fiel auf ein gutes Land, und es ging auf, und sehen, und nicht versteben, ob fie es schon bören. Das ist aber dies Gleichnig: Der Saamen ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege find, das sind, die es bören; darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und felig werden. Die aber auf dem Fels, sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel, eine zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es bören, und geben bin, unter den Sorgen, Neichtbum und Wollust dieses Lebens, und ersticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind, die das Wort bören und bebalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Epistel, 2 Cor. 11, 19-33. u. 12, 1-9, leben Brüder: Ihr vertraget gern die Narren, dieweil ihr flug seyd. Ihr vertraget, so euch Jemand zu Knechten machet, so euch Jemand schindet, so euch Jemand nimmt, so euch Jemand tropet, so euch Jemand in das Angesicht streichet. Das ſage ich nach der Unebre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun Jemand kühn ist( ich rede in Therheit), darauf bin ich auch fübn. Sie sind Ebräer; ich auch. Sie sind Jiraeliten; ich auch. Sie sind Abrabams Samen; ich auch. Sie sind Diener Cbrißi( ich rede thörlich), ich bin wohl mebr. Ich babe mebr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Teresnötben gewesen. Von den Juden babe ich fünfmal empfangen viersig Streiche, weniger eins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteiniget, 12 Um Fastnachts- Sonntage. breimal habe ich Schiffbruch erlitten,| Jemand mich höher achte, denn er Tag und Nacht babe ich zugebracht in der Tiefe( des Meers). Ich babe oft gereiset, ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüste, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brüdern, in Müh und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße. Obne was sich sonst zuträgt, nämlich daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinden. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rübmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der an mir siebet oder von mir böret. Und auf daß ich mich nicht der ho. ben Offenbarung überbebe, ist mir gegeben ein Pfabl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe, dafür ich dreimal dem Herrn geflebet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß tie Kraft Christi bei mir wobne. Um Fastnachts: Sonntage. Esto mihi over Quinquagesima genannt. Evangelium, Luc. 18, 31-43. Vater unsers Herrn Jefu Chrift, Jeſus nahm zu ſich die Zwölfe, und welcher sey gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damascus der Landpfleger des Königs Areta, verwahrte die Stadt der Damasker, und wollte mich greifen; und ich ward in einem Körbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße; doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich es nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht. Gott weiß es). Derselbe ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselben Menschen( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er ward entzückt in das Paradies, und hörte unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, obne meiner Schwachheiten. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich entbalte mich aber deß, auf daß nicht sprach zu ihnen: Sehet, wir geben binauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet, und geschmähet und verspeiet werden. Und sie werden ihn geiffeln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Ste aber vernahmen der Keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wusten nicht, was das gesagt war. Es geschab aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber börete das Volk, daß durchhin ging, forschte er, was das wäre? Da vertündigten sie ibm, Jesus von Nazareth ginge vorüber, und er rief und sprach: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Die aber vorne an gingen, bedrobeten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sobn Davids, erbarme dich meiner! Jesus aber stand stille, und ließ ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nabe bei ihn brachten, fragte er tón und sprach: Was willst du, das ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich seben möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sey sehend, dein Glaube bat dir gehol Um 1. Sonntage in der Fasten. 13 fen, und alsbald ward er sehend, und| Teufel versucht würde. Und da er vierfolgte ibm nach, pries Gott, und zig Tage und vierzig Nächte gefastet alles Volk, das solches sabe, lobte Gott. hatte, hungerte ihn. Und der Berfucher trat zu ihm, und sprach: Bist du Gottes werden. Und er antwortete, und Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ibm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du den Fuß nicht an einen Stein stößeft. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt, und ihre Herrlichkeit; und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich an. betest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ibn der Teufel, und siebe, da traten die Engel zu ihm, und dienten ihm. Epistel, 1 Cor. 13, 1-13. W enn ich mit Menschen und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönen des Erz, oder eine klingende Schelle, Und wenn ich weissagen könnte, und wüste alle Geheimnisse und alle Erfenntniß, und bätte allen Glauben, also, daß ich Berge verseßte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir es nichts nütze. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht. Sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das ihre, sie lässet sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, fie freuet sich aber der Wahrheit; sie verträgt alles, sie glaubet alles, sie boffet alles, sie duldet alles. Die Liebe bört nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Rind, und war hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was findisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenn ich es stückweise, dann aber werde ich es erkennen, gleich wie ich erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Am 1. Sonntage in der Fasten, Invocavit genannt. Evangelium, Mattb. 4, 1-11. award Jesus vom Geist in die Wüsten geführt, auf daß er von dem Epistel, 2 Cor. 6, 1-10. Qieben Brüder, wir ermahnen cuch, als geblich die Gnade Gottes empfanget, denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sebet, jept ist die angenehme Zeit, jept ist der Tag des Heils. Lasset uns aber Niemand nirgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verläßert werde. Sondern in allen Dingen lasset uns beweisen, als die Diener Gottes, Nötben, in Aengsten, in Schlägen, in in großer Geduld, in Trübsalen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geiste, 14 Um 2. und 3. Sonntage in der Fasten. in ungefärbter Liebe, in dem Wort| welche Gebote wir euch gegeben haben' der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch den Herrn Jesum. Denn das durch Waffen der Gerechtigkeit, zur ist der Wille Gottes, eure Heiligung, Rechten und zur Linken, durch Ehre daß ihr meidet die Hurerei, und ein und Schande, durch böse Gerüchte und Jeglicher unter euch wisse sein Faß zu gute Gerüchte, als die Verführer und behalten in Heiligung und Ehren, nicht doch wahrhaftig. als die Unbekannten, in der Luftfeuche, wie die Heiden, die und doch bekannt, als die Sterbenden, von Gott nichts wissen; und daß Nieund siehe, wir leben; als die Gezüch- mand zu weit greife, noch vervortheile tigten, und doch nicht ertödtet; als seinen Bruder im Handel; denn der die Traurigen, aber allezeit fröhlich; Herr ist Racher über das alles, wie wir als die Armen, aber die doch Biele euch zuvor gesagt und bezeugt haben. reich machen, als die Nichts inne ha- Denn Gott hat uns nicht berufen zur ben, und doch Alles haben. Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Am 2. Sonntage in der Fasten, Reminiscere genannt. Evangelium, Matth. 15, 21:28. Und Jeſus ging aus von dannen, und entwich Gegend Tyrus und Sydon. Und siehe, ein Cananáisches Weib ging aus derselben Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Uch Herr, du Sohn Davids, erbarme dich mei: ner; meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß fie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er aber antwortete und sprach: Ich bin nicht gefandt, denn nur zu den verlorenen Schaafen von dem Hause Israel. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch effen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß, dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu der felben Stunde. Eristel, 1 Theff. 4, 1: 7. euch, und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, Um 3. Sonntage in der Fasten, Oculi genannt. Evangelium, Luc. 11, 14:28. war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen ſpra chen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den obersten der Teufel, Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er vernahm aber ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst un eins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. Ift denn der Satanas auch mit ihm selbst un eins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich triebe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter seyn. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Got: tes zu euch. Wenn ein starker Gewapp: neter seinen Palaft bewahrt, so bleibt das seine mit Frieden; wenn aber ein stárkerer über ihn kommt, und über: windet ihn, so nimmt er ihm feinen Harnisch, darauf er sich verließ und Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, suchet Ruhe und Um 4. Sonntage in der Fasten. 15 findet sie nicht; so spricht er: Ich will| ging hinauf auf einen Berg, und jegte wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin; und wann er kommt fo findet er es mit Besemen gekehret und geschmückt. Dann geht er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die árger sind, denn er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselben Menschen árger denn vorhin. Und es begab sich. da er foldes redete erhob ein Weib im Bolk die Stimme, und sprach zu ihm: Seig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gefogen baft. Er aber sprach: Ja, selig sind die Gottes Wort hören und bewahren. sich daselbft mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Feft. Da hob Jeſus seine Augen auf, und sieht, daß vieles Volk zu ihm fommt; und spricht zu Philippo: Bo kaufen wir Brod, daß diefe effen? ( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thus wollte.) Philippus antwortete ihm: 3: vei hundert Pfennige werth Brores ift nicht genug unter sie, daß ein Zglicher unter ihnen ein Wenig nehme. Spricht zu ihm einer einer Jünger, Andreas, der Bruder Simone Petri: Es ist en Knabe hier, der hat fünf Gersten: Brode und zwei Fisde, aber was ist Echaffet, daß fich das Volk lagere. Es tas unter so Biele? Jesus aber ſprach: war aber viel Gras an dem Orte, Da Eristel, Ephes. 5, 1-9. o fend run Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe; gleich wie Chriftus uns hat geliebt, und sich seltst dargegeben für uns, zur Gab. und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und all Unre nigkeit, oder Geiz, laffet nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet; auch schandbare Borte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, son: dern vielmehr Danks gung. Denn das follt hr wissen, daß kein Hurer noch Unreiner, o`er Geiziger( welcher ist ein Gdhendiener), Erbe tat an dem Reche Chrifti unt Gottes. Last euch Niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser Willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum send nicht ihre Mitgenoffen. Denn ihr waret weiland Finsternis, nun aber seyd ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinter des Lichts. Die Frucht des Geistes ift allerlei Güt'gkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Um 4. Sonntage in der Fasten, Låtare genannt. Evangelium, Joh. 6, 1-15. Darnach fuhr Jefus weg über das Meer an der Stadt Tyberias in Galilda. Und es zog ihm vieles Volk nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber lagerten sich bei fünftaufend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Fingern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; effelben gleid en auch von den Fischen, waren, sprach er zu seinen Jüngern; wie viel er wollte. Da sie aber fatt nichts umkomme. Da sammelten, fie, Sammlet die übrigen Brocken, daß und füllten zwölf Körbe mit Brocken, überblieben denen, die gespe set worden. von den fünf Gersten- Broden, die ben, das Jefus that, sprachen sie: Das Da nun die Menschen das Zeichen sa: ist wahrlich der Prophet, der in die Weit fommen soll. Da Jefus nun ihn hasden, tas sie ihn zum Könige merkte, daß sie kommen würden und Berg, er selbst allein. madten, entwich er abermal auf den Epistel, Gal. 4, 21:31. aget mir, die ihr unter dem Gesek feyn wollt, habt ihr das G.seg nicht gehöret? Denn es stehet geschrie bin, daß Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freyen. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freyen, ist durch die Vers heißung geboren. Die Worte bedeuten etwas, Denn das sind die zwei Testa: mente, eine von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist 16 Um 5. und 6. Sonntage in der Fasten. die Agar. Denn Agar heißt in Arabien| mich selber ebre, so ist meine Ehre der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es stebet geschrieben: Sey fröblich du Unfruchtbare, die du nicht gebierest; und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann bat. Wir aber, lieben Brüder, sind Isaaks, nach der Verbeifung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgeten den, der nach dem Geist geboren war, also gebet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohne; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohne der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sey euer Gott, und kennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen, ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seye. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sabe ihn, und freute sich. Da sprachen die Juden zu ibm: Du bist noch nicht funfzig Jahr alt, und bast Abrabam gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abrabamward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß fie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus. Am 5. Sonntage in der Fasten, Judica genannt. J Evangelium, Job. 8, 46-59. gesus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit fage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort: darum böret ihr nicht, denn ihr seyd nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und bast den Teufel? Jesus antwortete, ich habe keinen Teufel, fondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ebre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich fa. ge euch: So Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel baft. Abraham ist gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Prophe. ten sind gestorben? Was machst du aus bir selbst? Jesus antwortete! So ich Epistel, Hebr. 9, 11-15. Sbristus aber is gekommen, daß er sey ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und volkom. menere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also ge bauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlősung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kub gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mebr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den hetligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Wer fen, zu dienen tem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verbeißene ewige Erbe empfangen. Am 6. Sonntage in der Fasten. palmarum genannt. Evangelium, fiche am ersten Sonntage des Advents. Epistel, Philipp. 2, 5-11. Ein Jeglicher sey gesinnet, wie Je. sus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Geslalt war, Um 1. und 2. heiligen Ostertage. 17 hielt er es nicht für einen Raub, Gott| feget den alten Sauerteig aus, auf gleich seyn; sondern außerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: Daß indem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer' Kniee, die im Himmel und auf der Erde, und unter der Erde daß ihr ein neuer Teig seyd, gleichwie ihr ungesäuert seyd. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und Wahrheit. Um zweiten Oster- Tage. Evangelium, Luc. 24, 13:35. find; und alle Zungen bekennen ſollen, und siehe, zwei aus den Jüngern daß der Herr Ehre Gottes, des Vaters. Herrn gingen an demselben Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechszig Feld- Weges weit, deß Name heisset Emmahus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Beschichten. Und es geschah, da sie so redeten, und befragten ſich mit einzu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und send traurig? Da antwortete einer mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen gefchehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk. Wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, da solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die O, Weiber sagten, aber ihn fanden fie nicht. Und er sprach zu ihnen: ihr Thoren und tråges Herzens, zu 2 Um heiligen Oster- Tage. Evangelium, Marc. 16, 1: 8. Und da der Sabbath vergangen war, Maria Jacobi, und Salome, Specerei, auf daß sie kámen und Jesum salbten. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter ein ander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, lund sahen einen Jüngling zur rechten Hand sigen, der hatte ein langes weißes Kleid an; und sie entsegten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entseget euch nicht; ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, und sagt es feinen Jungern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galilda; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe, denn es war sie Bittern und Entsegen angekommen, und sagten Niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Epistel, 1 Cor. 5, 6: 8. Euer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig sen ganzen Teig versäuert? Darum ( Ev. Luth.) 18 Um 1. Sonntage nach Ostern. wecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, son: dern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und ge trunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. glauben allem dem, das die Propheten| gehånget. Denselben hat Gott aufer: geredet haben; mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt wa ren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellte sich, als wollte er weiter gehen. Und sie nöthigten ihn, und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankte, brach es, und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untere'n ander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie stanten auf zu derselben Stunde, kehrten wieder gen Jerusalem, und fan: den die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simon erschienen. Und sie erzählten is: nen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wåre, an dem, da er das Brod brach. Lection, Up. Gesch. 10, 34-41. und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Jsraels gesandt hat, und verkündigen las: sen den Frieden durch Jesum Christum, welcher ist ein Herrüber Alles, die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiláa, nach der Taufe, die Johannes predigte; wie Gott denselben Jesum von Nazareth gefalbet hat mit dem beiligen Geiste und Kraft, der umher gezogen ist, und hat wohl gethan, und gefund gemacht Ulle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen Ulles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet, und an ein Holz Am 1. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti, genannt. Evangelium, Joh. 20, 19:23. Am Abend aber deſſelben Sabbaths, da und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein, und spricht zu ihnen, Friede sey mit euch! Und als er das sag te, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Je fus abermal zu ihnen: Friede sey mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünde erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Epistel, 1 Joh. 5, 4:10. von Gott ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt über: wunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, oder der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Bater, das Wort und der heilige Geist; und diese drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist, und das Wasser, und das Blut; und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Beugniß annehmen, so ist Gottes Zeug niß größer; denn Gottes Zeugniß ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Am 2. und 3. Sonntage nach Ostern. 19 Um 2. Sonntage nach Ostern,| ein Kleines, so werdet ihr mich nicht Misericordias Domini genannt. Evangelium, Job. 10, 12-16. sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er faget, über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jefus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fragt ibr untereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ibr aber werdet traurig seyn, doch eure Traurigkeit soll in Freude verfebret werden. Ein Weib, wenn sie gebäbret, so hat sie Traurigfeit, denn ibre Stunde ist gekommen; wenn sie aber das Kind geboren bat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will sich freuen, und eure Freude soll Nieeuch wieder sehen, und euer Herz foll J ch bin ein guter Hirte: Ein guter Hirte lässet sein Leben für die Schaafe. Ein Miethling arer, der nicht Hirte ist, deß die Schaafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verläffet die Schaafe und fliebt; und der Wolf erbaschet und zerstreuet die Schaafe. Der Miethling aber fliebt, denn er ist ein Mietbling, und achtet der Schaafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin befannt den Meinen, wie mich mein Vater fennet, und ich kenne den Vater und ich lasse mein Leben für die Schaafe. Und ich babe noch andere Schaafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme bören, und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. Epistel, 1 Petr. 2, 21-25. enn dazu feyd ihr berufen, sinte für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußflapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wie. der schalt, da er gescholten ward, nicht drobete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der darecht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert bat an seinem Leibe auf den Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seyd beil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schaafe; aber ihr seyd nun bekehret zu dem Hirten und Bischoff eurer Seelen. ben Tage werdet ihr mich nichts fragen. Epistel, 1 Petr. 2, 11-20. ieben Brüder, ich ermabne euch, als Enthaltet euch von fleischlichen Lüften, welche wider die Seelestreiten; und führet einen guten Wandel unter den Hetden, auf day die, so von euch afterreden, als von Ulebelthätern, eure guten Werke seben, und Gott preisen, wenn es nun anden Tag kommen wird. Seyd unterthan aller menschlicher Ordnung, um des Herrn willen, es sey dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache überdiellebelthäter, und zulobe Um 3. Sonntage nach Ostern, den Frommen. Denn das ist der Wide Jubilate genannt. Evangelium, Job. 16, 16-23. Ueber eber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gebe zum Vater. Da sprachen Eiliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er saget zu uns: Ueber Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenbeit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als bättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Bott. Ehret den König. Ihr Knechte seyd unterthan mit aller Furcht den Herren, 2* 20 Um 4. u. 5. Sonntage nach Ostern. nicht allein den Gütigen und Gelinden,| zeuget nach seinem Willen durch das sondern auch den Wunderlichen. Denn Wort der Wahrheit, auf daß wir wären das ist Gnade, so Jemand um des Ge- Erfilinge seiner Kreaturen. Darum, wissens Willen zu Gott das Uebel ver- leben Brüder, ein jeglicher Mensch trägt und leidet das Unrecht. Denn sey schnell zu bören, langsam aber zu was ist das für ein Rubm, so ihr um recen, und langsam zum Zorn. Denn Missethat willen Streiche leidet? Aber des Menschen Zorn thut nicht, was wenn ihr um Wohlthun willen leidet vor Gott recht ist. Tarum so leget ab, und erduldet, das ist Gnade bei Gott, alle Unsauberkeit und alle Bosbeit, und nebmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzt ist, welches fann eure Seelen seltg machen. Um 4. Sonntage nach Ostern, Cantate genannt. Evangelium, Job. 16, 5-15. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich hat, unter euch fraget mich: Wo gehefst du bin? Sonderndieweil ich solches zueuch rens geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so fommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber bingebe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbe kommt, der wird die Welt strafen, um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Umbie Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gebe, und ihr mich hinfortnichtsebet. Um das Gerichte, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrbeit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrbeit leiten. Denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch ver. kündigen. Derselbe wird mich verklären, denn von dem Meinen wird er es nehmen, und euch verkündigen.. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen. Um 5. Sonntage nach Ostern, Evangelium, Job. 16, 22-30. abrlich, wahrlich, ich sage euch: W werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisber habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sey. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort gereret; es fommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verfündtgen von meinem Vater. An demselben Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten wid. Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ibr mich liebet und glaubet, daß ich von Goit ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen, und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gebe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Stebe, nun redest du frei heraus, und sagest kein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich Jemand frage, darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. C Epistel, Jaf. 1, 22-27. Epistel, Jak. 1, 17-21. end aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch Alle gute Gabe und alle vollkommene ſelbst betrüget. Denn so Jemand in von von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des ein Hörer des und nicht Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leibliches Angesicht im Spiegel Lichts und Finsterniß. Er hat uns ge-| beschauet. Denn nachdem er sich be Um Fest der Himmelfahrt Christi. Um 6. Sonnt. n. Oftern. 21 schauet bat, gehet er von Stund an| nommen ward, nachdem er den Aposteln davon, und vergißt, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Geseß der Fretheit, und darinnen bebarret, und ist nicht ein vergeslicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig seyn in seiner That. So aber sich Jemand unter euch läßt dünken, er diene Gott, und hält feine Zunge nicht im Zaum, sondern verführt sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der: Die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. ( welche er batte erwählt,) durch den belligen Geist Befebl getban hatte, welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte, durch mancherlet Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen sterzig Tage lang und redete mit ibnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt batte, befabl er ibnen, daß sie nichtvon Jerusalemwichen, sondern warteten auf die Verbeifung des Vaters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes bat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geistgetauftwerden, nichtlang nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn, und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat: sondern ihr werdet die Kraft des beiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen seyn zu Serusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nabm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsaben gen Himmel fahren, siebe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stebet ihr, und sebet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Am Fest der Himmelfahrt Chrifti. Evangelium, Marc. 16, 14-20. Zulet ulegt, da die Eilfe zu Tische faßen, offenbarte sich der Herr und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubt hatten denen, die ibn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gebet hin in alle Welt und predigt das Coangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zetchen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Kranken, werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sizzet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus, und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Lection, Ap. Gesch. 1, 1-11. Die erste Rede habe ich zwar gethan te lieber Theophile, von allem dem, das Jesus anfing, beides, zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufge2m 6. Sonntage nach Ostern, Um Eraudi genannt. Evangelium, Job. 15, 26-27 und 16, 1-4. der kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgebet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seyd von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert, 22 Um heiligen Pfingsttage. Sie werden euch in den Bann thun.| freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch zum Bater; denn der Vater ist größer, tödtet, wird meinen, er thue Gott einen denn ich. Und nun habe ich es euch ge Dienst daran. Und solches werden sie sagt, ehe denn es geschieht, auf daß, euch darum thun, daß sie weder meinen wenn es nun geschehen wird, daß ihr Bater noch mich erkennen. Aber solches glaubet. Ich werde hinfort mehr nicht habe ich zu euch geredet, aufdaß, wenn viel mit euch reden, denn es kommt der die Zeit kommen wird, daß ihr daran Fürst dieser Welt, und hat nichts an gedenket, daß ich es euch gesagt habe. mir. Aber, auf daß die Welt erkenne, Solches aber habe ich euch von Anfang daß ich den Vater liebe, und ich also nicht gesagt, denn ich war bei euch. thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehet auf, und lasset uns von hin: nen gehen. Epistel, 1 Petr. 4, 8:11. Lection, Upoft. Gesch. 2, 1:13. und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewal: tigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zertheilt, als wären sie feurig; und er segte sich auf einen Jeglichen unter ihnen. Und wurden Alle voll des heiligen Geistes, und fingen an ott gepreiset werde, durch Jesum Chri- zu predigen mit andern 3ungen, nach stum, welchem sen Ehre und Gewalt, dem der Geist ihnen gab auszusprechen. von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seyd gastfrei unter einander, ohne Murmeln. Und dienet einander, ein Jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnaden Gottes. So Jemand redet, daß er es rede, als Gottes Wort. So Jemand ein Amt hat, daß er es thue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Es waren aber Juden zu Jerufalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschahe, kam die Menge zusammen, und wurden bestürzt, denn es hörte ein Jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetten sich aber Alle, verwunderten sich und sprachen unter: einander: Siehe, sind nicht diese Alle, die da reden, aus Galilda? Wie hören wir dann ein Jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien, und in Judáa und Cappadocien, Ponto und Asien, Phrygien und Pamphilien, Egypten und an den Enden der Lybien, bei Cyre: ne, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Greter und Araber! wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie ent festen sich aber Alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Um heiligen Pfingst- Tage. Evangelium, Joh. 14, 23:31. Jefu esus antwortete, und sprach zu ihm: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hålt meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Va ters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Über der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbe wird es euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Háttet ihr mich lieb, so würdet ihr euch Um 2. heiligen Pfingsttage. Um zweiten Pfingst- Tage. Evangelium, Joh. 3, 16:21. Pesus sprach zu Nicodemo: Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren wer: den, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht ge= fandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist; und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht. Denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestrafet werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Lection, Ap. Gesch. 10, 42:48. er Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott, ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen Alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen suilen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Worte zuhörten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekommen waren, entsegten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen werde. Denn sie horten, daß sie mit 3ungen redeten, und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleich wie auch wir? Und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. Um Sonntage Trinitatis, oder, am Fest der heil. Dreifaltigkeit. Evangelium, Joh. 3, 1:15. s war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen NicodeUm Sonntage Trinitatis. 23 mus, ein Oberster unter den Juden. Der kam zu Jefu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen; denn Niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sey denn Gott mit ihm. Jeſus antwortete, und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß Jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch ge: boren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden. Der Wind blåset, wo er will, und du höreft sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehn? Jefus antwortete, und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Epistel, Röm. 11, 33:36. welch eine Tiefe des Reichthums, niß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind feine Gerichte, und unerforschlich ſeine 24 Um 1. und 2. Sonntage nach Trinitatis. Wege! Denn wer bat des Herrn Sinn| ibnen ginge, so würden sie Buße thun. erkannt? Oder, wer ist sein Rathgeber Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mo. gewesen? Oder, wer bat ihm etwas sen und die Propheten nicht, so werden zuvor gegeben, das ihm werde wieder sie auch nicht glauben, obJemand von vergolten? Denn von ihm und durch den Todten auferstünde. ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm fey Ebre in Ewigkeit, Amen. Am 1. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 16 19-31. 8 war aber ein reicher Mann, der cher Leinwand, und lebte alle Tage berrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde, und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, bob er seine Augen auf, und sahe Abrabam von ferne, und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner, und sende Lazarum, daß er das Neußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und fühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abrabam aber sprach: Gedenke Sohn, daß Epistel, 1 Joh. 4, 16.21. ott ist die Liebe, und wer in der und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ibn lieben, denn er bat uns erst geliebt. So Jemand spricht: Ich liebe Gott, und basset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siebet, wie kann er Gottlieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot ha. ben wir von ibm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Um 2. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 14, 16-24. Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lut Viele dazu. Und sancte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist Ales bereitet. Und sie fingen an, Ade nach einander sich zu entschuldigen. Dererste du dein Gutes empfangen haft in dei- sprach zu ihm: ich habe einen Acker genem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das Alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von binnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns berüber fabren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an die ſen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propbeten; laß sie dieselben bören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Torten zu fauft, und muß hinausgeben, und ihn besehen; ichbittedich, entschuldigemich. Und der Andere sprach: Ich babe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gebe jetzt bin, sie zu beseben; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam, und sagte das seinem Herrn wie. der. Daward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gebe aus bald auf die Straßen und Gaffen der Stadt, und fübredie Armen, und Krüppel, und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr es ist ge schehen, was du befohlen hast, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf • Um 3. und 4. Sonntage nach Trinitatis. die Landstraßen, und an die Säune, und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die ge= laden sind, mein Abendmahl schmecken wird. Epistel, 1 Joh. 3, 13: 18. Berwundert euch nicht, meine BruWir der, ob euch die Welt hasset. wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebt, der bleibt im Tode. Wer seinen Bruder haffet, der ist ein Todtschlåger; und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder laffen. Wenn aber Jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Um 3. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 15, 1:10. s naheten aber zu Jefu allerlei 3öll ner und sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichniß, und sprach: welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schaafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlornen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so legt er cs auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaaf gefunden, das ver: loren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel seyn über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen ver25 lieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis das sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Gro: schen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude seyn Sünder, der Buße thut. vor den Engeln Gottes über einen Epistel, 1 Petr. 5, 6:11. S demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhö zu seiner Zeit. Alle eure Sorgewerfet auf ihn, denn er forget für euch. Seyd nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widersteht fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit, in Christo Jesu, derselbe wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stårken, kräftigen, gründen. Demselben fey Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Um 4. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 6, 36:42. S arum seyd barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, ſo wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überflüssiges Maas wird man in euren Schoos geben; denn eben mit dem Maas, da ihr mit messet, wird man' euch wieder messen. Und er sagte. ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg wei: sen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? 26 Um 5. und 6. Sonntage nach Trinitatis. Oder, wie kannst du sagen zu deinem| ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehezuvor den Balken aus deinem Auge, und be fiche dann, daß du den Splitter aus dei nes Bruders Auge ziehest. Schiffe voll, also daß sie sunken. Da das Simon Petrus sahe, siel er Jesu zu den Knieen, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken angekommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit: einander getban hatten, desselbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, Epistel, Róm. 8, 18:23. enn ich halte es dafür, daß dieser werth sey, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Farren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deßwillen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die werden von dem Dienst des vergånglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder ( Sottes. Denn wir wissen, daß alle Krea: tur schnet sich mit uns, und ångstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Um 5. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 5, 1:11. S8 8 begab sich aber, da sich das Volk zu Jesu drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth und sahe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Nege. Da trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führte. Und er setzte sich und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehört zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Nege aus, daß ihr einen Und und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefan: gen, aber auf dein Wort will ich das Neg auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Neg zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kámen, und hülfen ihnen und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgeten ihm nach. Epistel, 1 Petr. 3, 8:15. Endlich aber ſeyd alleſammt gleich barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen send, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will, und gute Tage sehen, der schweige seine 3unge, daß sie nichts Bó fes rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich rom Bösen, und thue Gutes: er suche Friede und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Berechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn sieht auf die, die da Boses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, ſo ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so send ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Bott den Herrn in eurem Herzen. Um 6. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Matth. 5, 20:26. ſey denn eure Gerechtigkeit beſſer, denn der und Phárisáer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt geho: ret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig seyn. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zur net, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder saget: Racha: Um 7. und 8. Sonntage nach Trinitatis. der ist des Raths schuldig. Wer aber faget: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf den Altar opferst, und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe: So laß allda vor dem Altar deine Babe, und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sey willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst über antworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und wer: dest in den Kerker geworfen. Ich sage dir wahrlich: Du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den legten Heller bezahlest. Epistel, Rom. 6, 3:11. Wiſet ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christum getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? so sind wir nun mit ihm begraben durch die Taufe Epistel, Róm. 6. 19:23. in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferweckt von den Todten, durch ch muß menſchlich davon reden, um die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzt werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich seyn. Die weil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer ge= storben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Todten erweck. t, hinfort nicht stirbet, der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn, daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestor ben, zu einem mal, daß er aber lebet, das lebeter Gott. Also auch ihr, haltet der willen eures Fli sches. Gleichwie ihr eure Glieder bege: ben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: also begebet auch nun eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte war.t, da waret ihr frei von der Berechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? welcher ihr euch jetzt schámet; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun ihr aber fend von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold, aber die Babe Gottes ist das ewige Leben, in Chrifto Jesu unserm Herrn. euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben Am 8. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Matth. 7, 15:23. send, und lebet( ott in Christo Jesu, unserm Herrn. Um 7. Sonntage nach Trinitat. Sebet euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schaafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind fie reißende Wölfe. Un ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Evangelium. Marc. 8. 1.9. der Zeit, da vieles Volk da war, und hatte nichts zu essen, rief Jesus 3⁰1 27 seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharrt und baben nichts zu essen Und wenn ich sie ungegessen von mir h- im ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüsten, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot d m Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankte, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie diefelben vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein we= nig Fischlein; und er dankte und hieß dieselben auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt, und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. Am 9. Sonntage nach Trinitatis. 28 Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Difteln? Also, ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgebauen und in das Feuer geworfen. Darum, an ibren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht Alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Himmelreich fommen; sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden Viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, baben wir nicht in deinem Namen geweisfaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt, weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. Epistel, Röm. 8, 12-17. o find wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die find Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtlichen Geißt empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kind lichen Geißt empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Der felbe Seif gtebt Zeugniß unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miterben Christi; so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Um 9. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 16, 1.9. Es war ein reicher Mann, der hatte ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und erforderte ihn, und sprach zuibm: Wiehöreich dasvon dir? ThueRechnung von deinem Hausbalten? denn du kannst hinfort nicht mebrHaushalter seyn. Der Hausbalter sprach bet sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir, graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich tbun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser neh. men. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wieviel bistdu meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert TonnenDels. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, seße dich, und schreibe flugs funfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreibe achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind flüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlecht. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, aufdaß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Epistel, 1 Cor. 10, 6-13. Das ist aber uns zum Vorbild gesche. nicht laffen des Bösen, gleichwie fene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttlsche, gleichwie jener Etliche worden, als geschrieben siebet: Das Bolt septe sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch laft uns nicht Hureret treiben, wie Etliche unter fenen Hureret trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von fenen ihnversuchten, und wurden vonden Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener Etlichemurreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geſchrieben und zur Warnung, das Ende der Welt kommen ist. Darum, wer sich Am 10. und 11. Sonntage nach Trinitatis. läßt dunken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten. Über Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Um 10. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 19, 41:48. Und als er, der Herr Jesus, nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an, und weinete über sie, und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten angsten, und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkennet haft die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften; und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, thr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Uber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volk, trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hörete ihn. Epistel, 1 Cor. 12, 1:11. Bon on den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden send gewesen, und hingegangen zu den stummen Gögen, wie ihr geführt wurdet. Darum thue ich euch kund, daß Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geift Gottes redet; und Niemand fann Jefum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geift. Und es sind mancherlei Nemter, aber 29 es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Ulles in allen. Ja einem Jeg. lichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Undern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Undern der Glaube, in demselbigen Geist; einem Undern die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem Undern Bunder zu thun; einem Undern Weiffagung; einem andern Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem Undern die Sprachen auszulegen. Dies aber Ulles wirkt derselbige einige Geist, und theilt einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. Um 11. Sonntage nach Trinitatis. De Evangelium, Luc. 18, 9:14. er Herr sagte zu Etlichen, die sich wären, und verachteten die Undern, selbst vermaßen, daß sie fromm ein solches Gleichniß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Phärisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand, und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel; sprach: Gott, sey mir Sünder gnås sondern schlug an seine Brust, und dig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Epistel, 1 Cor. 15, 1-10. des Evangelif, das ich euch ver= kündigt habe, welches ihr auch ange= nommen habt, in welchem ihr auch ste: het; durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hát: 30 tet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches auch empfangen Um 12. und 13. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Cor. 3, 4-9. solches Vertrauen aber haben gese, daß Chriſtus geſtorben fey für ein wir durch Chriftum zu Gott. unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sey, und daß er aufer: standen sey am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den 3wölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer noch viele leben, Etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln. Um legten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, geſehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln; als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Über von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe vielmehr gearbeitet, denn sie Alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Um 12. Sonntage nach di Trinitatis. Evangelium, Marc. 7, 31:37. Und da der Herr Jesus wieder ausging von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das Galildische Meer, mitten unter die Grenze der zehen Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spüßte, und rührte seine 3unge, und fahe auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephata! das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maaße, und sprachen: Er hat alles wohl ge: macht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selbst, etwas zu denken, als von uns selbst, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Sott; welcher uns auch tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchsta: bens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Seift macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also, daß die Kinder Israels nicht konnten ansehen das Ungesicht Mosis, um der Klarheit willen seines Ungesichts, die doch aufhörte. Wie sollte nicht vielmehr das Umt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß predigt, Klarheit hat, vielmehr hat das Umt, das die Gerechtigkeit predigt, über: schwengliche Klarheit. Um 13. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 10, 23:37. esus wandte sich zu seinen Jún. Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige woll: ten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht geschen; und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. und siehe, da stand ein Schriftgelehr: ter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesen geschrie: ben? Wie liefest du? Er antwortete, und sprach: Du sollst Gott, deinen perrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüthe, und deinen nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nách ster? Da antwortete Jesus, und sprach) Am 14. Sonntage nach Trinitatis. 31 Es war ein Mensch, der ging von Jeru-| Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht falem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber chngefähr, daß ein Priester diefelbige Straße hinabzog, und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselben gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und sahe ihn, ging er vor: über. Ein Samariter aber reifete, und kam dahin, und da er ihn sahe, jam: merte ihn seiner, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß darein Del und Wein, und hob ihn auf sein Thier, und führete ihn in die Herberge, und pflegte seiner. Des andern Tages reisete er, und zog heraus zwei Gro: ſchen, und gab sie dem Wirthe, und sprach zu ihm: Pflege seiner, und so du was mehr wirst darthun, will ich dir es bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünkt dich, der unter dieſen dreien der Nächste sen gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jefus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Epistel, Gal. 3, 15:22. Lieben Brüder, ich will nach menſchman ist doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Verheißung Abraham und seinem Saamen zugesagt. Er spricht nicht, turch die Saamen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Saamen, welcher Chriftus. Ich sage aber davon: das Testament, das von Gott zuvor beståti: get ist auf Christum, wird nicht auf gehoben, daß die Verheißung sollte durch das Gefeß aufhören, welches igegeben ist über vierhundert und dreißig Jahr nachher. Denn so das Erbe durch das Geseg erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenket. Was soll denn das Gefez? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Caame káme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellt von den Engeln, durch die Hand des eines einigen Mittler, Gott aber ist ein'g. Wie? ist denn das Geset wider Gottes Verheißung? Das sey ferne. Wenn aber ein Geseß gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so káme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gefeße. Uber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung káme durch den Glauben an Jesum Chriftum, gegeben denen, die da glauben. Um 14. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 17, 11s 19, Und es begab sich, da Jesus reiſete Samaria und Gallilaa. Und als er in gen Jerusalem, zog er mitten durch einen Markt kam, begegneten ihm zehn ausságige Männer, die standen von fer: ne und erhoben ihre Stimme, und spra: chen: Jesu, lieber Meister, erbarme ich unser. Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet bin, und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er fahe, daß er gesund worden war, kehrete er um, und pries Gott mit lauter seinen Füßen und dankte ihm, und das Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu wortete und sprach: Sind ihrer nicht war ein Samariter. Jesus aber ant: zehn rein geworden? Wo sind aber die der wieder umkehrete, und gåbe Gott neune? pat sich sonst keiner gefunden, die Ehre, denn dieser Fremdling? Und hin, dein Glaube hat dir geholfen er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe Epistel, Gal. 5, 16:24. ieben Brüder: wandelt im Geift, fo werdet ihr die Lüfte des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüftet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbige sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seyd ihr nicht unter dem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hureref, unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, 32 Um 15. und 16. Sonntage nach Trinitatis. 3auberei, Feindschaft, Hader, Neid,| nach dem Reich Gottes, und nach seiner 3orn, 3ank, 3wietracht, Rotten, Haß, Gerechtigkeit, so wird euch solches alles Mord, Saufen, Fressen und dergleis zufallen. Darum sorget nicht für den chen, von welchen ich euch habe zuvor andern Morgen, denn der morgende gesagt, und sage noch zuvor, daß, die Tag wird für das Seine sorgen. Es folches thun, werden das Reich Gottes ist genug, daß ein jeglicher Zag seine nicht ererben. Die Frucht aber des eigene Piage habe. Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Ge= duld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuh, Keuſchheit. Wider solche ist auch im Geifte wandeln. Laßt uns Epistel, Gal. 5, 25 u. 6, 1: 10. o wir leben, so laßt uns das Gesetz nicht. Welche aber Christum angehören, die kreuzigen ihr Fleisch, sammt den Lüften und Begierden. nicht eitler Ehre geizig seyn unter einander( uns) zu entrüsten und zu haffen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanft: müthigem Geist, die ihr geistlich seyd. und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesek Christi erfüllen. So aber sich Jemand läßt dúnken, es sen etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein Jeglicher wird ſeine eigene Last tragen. Der aber unter: richtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unter: richtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sået, das wird er erndten. Wer auf sein Fleisch sået, der wird von dem Fleisch das Verderben erndten. Wer aber auf den Geist sået, der wird von dem Geist das ewige Leben erndten. Laßt uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch erndten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so laffet uns Gutes thun an Jedermann, aller meist aber an des Glaubens Genoffen. Um 15. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 6, 24:34. nier iemand kann zweien Herren dienen, entweder er wird einen haffen, und den anderen lieben, oder wird einem anhangen, und den andern ver: achten. Ihr könnet nicht Gott dienen, und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an; sie såen nicht, sie erndten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seyd ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusehen möge, ob er gleich darum forget? Und warum forget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; fie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben Eins, So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das nicht vielmehr euch thun? Oihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden essen? Was werden wir Womit werden wir uns kleiden? Nach folchem allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten Um 16. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 7, 11-17. daß und es begab sich darnach, bas Jesus Stadt mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingen viel mit ihm, und vieles Bolk. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus Um 17. Sonntage nach Trinitatis. 33 der ein einziger Sohn war seiner fåer, auf einen Sabbath, das Brod Mutter, und sie war eine Witwe und zu essen; und sie hielten auf ihn. Und vieles Volk aus der Stadt ging mit ihr. siehe, da war ein Mensch vor ihm, Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn der war wassersüchtig. Und Jesus derselben, und sprach zu ihr: Weine antwortete, und sagte zu den Schrift: nicht! Und trat hinzu, und rührte den gelehrten und Pharisdern, und sprach: Sarg an, und die Träger standen. Und Sit es auch recht auf den Sabbath er sprach: Jungling, ich sage dir, stehe heilen? Sie aber schwiegen stille. Und auf. Und der Todte richtete sich auf, er griff ihn an, und heilte ihn, und und fing an zu reden. Und er gab ihn ließ ihn gehen. Und antwortete, und seiner Mutter und es kam sie alle sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, eine Furcht an, und priesen Gott, und dem sein Ochse oder Esel in den Brunsprachen: Es ist ein großer Prophet nen fällt, und er nicht alsbald ihn unter uns aufgestanden, und Gott hat heraus zieht am Sabbathtage? Und sein Volk heimgesucht. Und diese Rede ſie konnten ihm darauf nicht wieder von ihm erscholl in das ganze jüdische Untwort geben. Er sagte aber ein Land, und in alle umliegende Länder. Gleichniß zu den Gästen, ta er merkte, wie sie erwählten oben an zu sigen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Epistel, Ephef. 3, 13-21. Lieben Brüder, darum bitte ich, daß Semand geladen wirst zur Hochzeit, um meiner dich nicht oben an, daß etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sey; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müssest dann mit Schaam unten an sigen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin, und sebe dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf; dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sigen. Denn driget werden; und wer sich selbst wer sich selbst erhöhet, der soll ernieerniedriget, der soll erhöhet werden. Trubsal willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reich thum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen und Christum, zu wohnen durch den Glauben in eurem Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden, auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sey die Breite, und die Lange, und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben, viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der über schwänglich thun kann über Alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sey Ehre in der Gemeinde, die in Chrifto Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Epistel, Ephef. 4, 1.6.1 0 So ermahne nun euch ich Gefangener wie es sich gebühret eurem Beruf, in dem Herrn, daß ihr wandelt, darin ihr berufen seyd, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget Einer den Undern in der Liebe, und seyd fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein ist, wie ihr auch berufen seyd auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott, und Vater( unser) Aller, der da ist über euch Ulle, und durch ein Haus eines Obersten der Phari-| euch alle, und in euch Allen. Evangelium Luc. 14, 1:11. nd es begab sich, daß Jesus kam in Und ( Ev. Luth.) 3 Um 17. Sonntage nach Trinitatis. 34 Am 18., 19. und 20. Sonntage nach Trinitatis. Am 18. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 22, 34-46. a aber die Pharisäer hörten, Dear Jesus den Sadducäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und Einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprac: Meister, welches ist ras vornehmste Gebot im Gesetz? Jefus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüthe Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zwei Geboten hanget cas ganze Befes und die Propheten. Da nun die Pharisäer bet einander waren, fragte ste Jesus, und sprach: Wie dünkt euch um Christo? Wep Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn Tavir im Geist einen Herrn? ta er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Sezze dich zu meiner Rechten, bis das ich lege deineFeinde zum Schemeldeiner Füße? Sonun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Um 19. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Cor. 1, 4.9. Evangelium, Matth. 9, 1-8. a trat er, der Herr in das zu Schiff, und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchtgen, der lag auf einem Bette. Tanun Jesus ihren Glauben sabe, sprach er dem Sichtbüchigen: Sey getrost, mein Sohn, deine Sunden sind dir vergeben. Und siehe, Etliche unter den Schriftgelehrten spraden bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus thre Gecanken sabe, sprach er: Warum denket ihr so arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen; Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und wa dele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrücht gen: Stehe auf, hebe dein Bette auf, und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Dadas Volk das sahe, verwunderte es sich, und preisete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Epistel, Ephes. 4, 22-28. o leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtswaffner Gerechtigkeit und Helligkeit. Darum leget die Lügen ab, und die jeglicher meinem Gott allezeit euTrenthalben für die Gnate( sottes, mit ſeinem Nächſten, frintemal wir uns die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seyd durch ihn in allen Stücken retch gemacht an aller Lehre, und in aller Erkenntniß, wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig worden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt, an irgend einer Babe, und wartet nur auftie Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi. Welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, caß ihr unsträfItch fryd auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen feyd zur Gemeinschaft seines Sohns Jesu Christi, unsers Herrn. tereinander Blieder sind. Zürnet und fündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem Zorne untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Um 20. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 22, 2-14. as Himmelreich ist gleich einem köz Um 21. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium Joh. 4, 47:54. machte. Und sandte seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit rufeten, und sie wollten nicht kommen. Abermal fandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Båsten, siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Schnd es war ein Königischer, deß Sohn lag frank zu Capernaum. sen und mein Mastvieh ist geschlachtet, Dieser hörte, daß Jesus kam aus Judáa und alles bereit, kommet zur Hochzeit. in Balitaa, und ging hin zu ihm, und Aber sie verachteten das und gingen bin, bat inn, daß er hinab káme, und hülfe einer auf seinen Ucker, der andere zu sei: seinem Sohne; denn er war todtkrank. ner Handthierung. Etliche aber griffen und Jefus sprach zu ihm: Wenn ihr seine Knechte, höhneten und tödteten sie. nicht Zeichen und Wunder sehet, so glau Da das der König hörete, ward er zor: bet ihr nicht. Der Königische sprach zu nig, und schickte seine Heere aus, und ihm: Herr, komme hin b, ehe denn mein brachte diese Mörder um, und zündete Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, glaubte dem Wort, dis Jesus zu ihm aber die Gäste warens nicht werth. fagte, und ging hin. Und indem er Darum gehet bin auf die Straßen, und hinab ging, begegneten ihm seine Knechladet zur Hochzeit, wen ihr findet. te, verkündigten ihm und sprachen: Und die Knechte gingen aus auf die Dein Kind lebet. Da forschte er von Straßen, und brachten zusammen, wen ihnen die Stunde, in welcher es besser fie fanden, böse und gute, und die Tifde mit ihm geworden war. Und sie ſprawurden alle voll. Da ging der König chen zu ihm: Gestern um die siebente hinein, die Gäste zu besehen, und sahe Stunde verließ ihn das Fieber. Da allda einen Menschen, der hatte kein merkte der Vater, daß es um die Stunde hochzeitlich Kleid an, und er sprach zu wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt ihm: Freund, wie bist du hereingekom- batte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte men und hast doch kein hochzeitlich Kleid mit seinem ganzen Hause. Das ist nun an: Er aber verstummete. Da sprach das andere Zeichen, das Jefus that, der König zu seinen Dienern: Bindet da er aus Judda in Galiláa kam. ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird seyn Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenige find auserwählet. Epistel, Ephef. 6, 10-17. Epistel, Ephef. 5, 15:21. o sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen. sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sey des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes: Und redet unter einander von Pfalmen und Lebgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen. Und saget Dank allezeit für alles, Gott und dem Vater in dem Namen unseres Herrn Jefu Christi. Und send unter einander unterthan in der Furcht Gottes. Um 21. Sonntage nach Trinitatis. 35 dem Herrn, und in der Macht sei: ner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die liftigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um dcßwillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tag Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit; und an Beinen geftiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet send. Vor allen Dingen aber 36 Um 22. und 23. Sonntage nach Trinitatis. ergreifet den Schild des Glaubens, mit Epistel, Phil. 1, 3: 11, ch rige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwerdt des Geistes, welches ist das Wort Gottes. eurer gedenke( welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch Alle, und thue das Gebet mit Freu: den), über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselben in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen, bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaken von euch daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr Ulle mit mir der Gnade theilhaftig seyd. Denn Gott ist mein 3euge, wie mich nach euch Ullen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Er: fahrung; daß ihr prüfen möget, was das Beste sey, auf daß ihr seyd lauter und unanstößia, bis auf den Tag Chrifti, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jefum Chriftum geschehen ( in euch), zur Ehre und Lobe Gottes. Um 22. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 18, 23:35. Das Himmelreich ist gleich einem rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht batte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen, ihn, und sein Weib und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Dajammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Mittnechte der war ihm hundert Broschen schuldig, und er griff ihn an, und würgte ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, son: dern und warf ihn in Evangelium, Matth. 22, 15:22. a hin, und Gefängniß, bié baß er bezahlte, was hielten einen Rath, wie ſie Jeſum er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herren alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalks: knecht, alle deine Schuld habe ich dir erlaffen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Herzen, ein Jeglicher seinem Bruder seine Fehler. Um 23. Sonntage nach Trinitatis. fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodes Dienern und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du frageft nach Niemand, denn du achtest nicht das Unsehen der Menschen. Darum s ge uns, was dúnkt dich: Ist es recht, daß man dem Kaiser 3ins gebe oder nicht? Da nun Jefus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ift Am 24. und 25. Sonntage nach Trinitatis. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn, und gingen davon. Epistel, Phil. 3, 17:21. Colget auf die, die also wandeln, wie ihr uns habet zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ichs auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Chrifti, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklárten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Am 24. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 9, 18-26. a Jesus solches mit ihnen redete, fiefiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jegt gestorben, aber fomm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahr den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei sich selbst: Moch te ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sabe sie, und sprach: Sen getroft meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gefund zu derselben Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volke, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mágdiein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk aus: getrieben war, ging er hinein und er griff sie bei der Hand, da stand das Mágdlein auf. Und dies Gerücht er scholl in dasselbige ganze Land. 37 Epistel, Coloff. 1, 9:14. erhalben auch wir, von dem Tage hören wir nicht auf für euch zu beten, es mit Erkenntniß seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand: daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem gefallen, und fruchtbar send in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestårket werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht in aller Geduld und saget dem Bater, der uns tüchtig geLangmüthigkeit mit Freuden. Und dank: macht hat zu dem Erbtheile der Heiligen im Licht. Welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns versegt in das Reich seines lieben Sohnes. Un welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Um 25. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 24, 15:28. Wer enn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Stätte ( wer das liefet, der merke darauf!). Alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbath. Denn es wird als: dann eine große Trubsal seyn, als nicht gewesen ist, von Anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Toge nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann Jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten auffte 38 Am 26. Sonntage nach Trinitatis. hen, und große Zeichen und Wunder| Böcken scheidet. Und wird die Schafe thun, daß verführet werden in den Irrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Stehe, ich habe es euch zuvor geſagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siche, er ist in der Wüste; so g het nicht hinaus. Siehe, er ist in der Kammer; so glaubet es nicht. Denn gleichwie der Blig ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sevn die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die A- ler. zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommet her, ihr Besegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleiret Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seyd zu mir gekommen. Dann werden Gerechten antworten, Epistel, 1 Theff. 4, 13-18. wollen lieben BrüW der, nicht verhalten von dener, we fragen: Herr, wann haben wir dich die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig send, wie die Andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, dan Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feld. geschret und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Bottes hernieder kommen vom Himmel; und die Torten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn seyn allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. hungrig gesehen, und haben dich gespettränket? Wann haben wir dich einen set? Orer durstig, und haben dich geGast gesehen, und beherberget?[ der nadt, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich frank or er gefangen gesehen, und sind zu dir gekommen? Und der König wird antrorten, und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter die. sen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir geihan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ift dem Teufel und seinen Engeln. Ja mich nicht gespeiset. Ich bin durstig bin hungrig gewesen, und ihr habt gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Bast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht bekletoet. Ich bin frank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht be. suchet. Ta werden sie ihm auch antwor: ten, und sagen; Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackt, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht gez antworten Um 26. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 25, 31-46. Wenn aber des Menschen Sohn in Herr. lichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sißen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völfer versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den er und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Beringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerech. ten in ras ewige Leben. Um 27. Sonntage nach Trinit. Um Tage Mar. Rein. 39 Epistel, 2 Theff. 1, 3:10. allezeit um durch sein Wort gesparet, daß sie zum behalten Tage des ir sollen Gott danken Feuer Weuch, lieben Brüder, wie de billig Serichts und Verdammniß der gettleist, denn euer( Blaube wächset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch Ullen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns eurer rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und( Slauben, in allen euren Berfolgungen und Trübfalen, die ihr duldet; welches anzeigt, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchem ihr auch leidet; nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trúbsal denen, die euch Trubsal anlegen. Euch aber, die ihr Trúbsal leidet, Ruhe mit uns, wann nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel. fammt den Engeln ſeiner Kraft, und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehor: sam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Christi; welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Ungesicht des Herrn, und von seiner herrlichen Macht, wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen und wunderbar mit allen Gläubigen. Am 27. Sonntage rach Trinitatie. Evangelium, Matth. 17, 1-9. Siehe oben am 6. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, 2 Perri 3, 3-13. Lieben Brüder: wiſſet das aufs Erste, in letzten kommen werdenpotter, die nach ihren eigenen Lusten wandeln, und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn, nach dem die Båter entschlafen sind, bleibet es Ulles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber Muthwillens wollen sie nicht wissen daß der Himmel vor Zeiten auch war; dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sundfluth verderbet. Also auch der Himmel jegund und die Erde werden sen Menschen. Eins aber sey euch unverhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist, wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Herr verziehet nicht die Verheissung, wie es Etliche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß Jemand verloren werde, sondern daß sich Jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hiße zerschmelzen, und die Erde, und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das Alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt seyn mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in wel chem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Elemente vor Hiße zerschmelzen werden? Wir warten aber eines neuen Himmels, und einer neuen Erde, nach seiner Verbeißung, in welchen Gerech tigkeit wohnet. Und Um Tage Marià Reinigung. Evangelium, Luc. 2, 22:32. nd da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesek Mosis kamen, falem, auf daß sie ihn darstellten dem brachten sie das Kind Jesu gen Jerudem Gesek des Herrn: Allerlei MännHerrn.( Wie denn geschrieben steht in lein, das zum erſten die Mutter bricht, soll dem heißen;) daß sie gåben das Opfer, nach dem gesagt ist im Gesez des Herrn: Ein Paar Turteltauben, oder zwei junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon, und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geiste, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. und kam aus Unregen des Geistes in den " 40 Um Tage der Verkündigung Maria. Tempel. Und da die Eltern das Kind| zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du Jesus in den Tempel brachten, daß sie haft Gnade bei Gott gefunden. Siehe, für ihn thaten, wie man pflegct nach du wirst schwanger werden im Leibe, dem Gesek; da nahm er ion auf seine und einen Sohn gebåren, deß Namen Urme, und lobte Gott, und sprach: sollst du Jesus heißen. Der wird groß, Herr, nun läsfest du deinen Diener im und ein Sohn des Höchsten genannt Frieden fahren, wie du gesagt haft; werden; und Gott der Herr wird ihm denn meine Augen haben deinen Heiland den Stuhl seines Vaters David geben; gesehen, welchen du bereitet haft vor und er wird ein König seyn über das allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten Haus Jacobs ewiglich, und seines Kddie Heiden, und zum Preis deines nigreichs wird kein Ende seyn. Da Volks Ifrael. sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen? Sintemal ich von keinem Manne weiß. Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich über: schatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Bottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundete, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und gehet jest im sechsten Monden, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sen. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt haft. Und der Engel schied von ihr. Lection, Maleach. 3, 1-4. iehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, deß ihr be: gehrt. Siche, er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag ſeiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wann er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Gold: schmiedes, und wie die Seife der Wå scher. Er wird sizen und schmelzen, und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levis reinigen und läutern, wie Gold und Silber; dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit, und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Judas und Jerusalems, wie vorhin und vor langen Jahren. Am Tage der Verkündigung Maria. Evangelium, Luc. 1, 26-38. Und im sechsten Monden war der Engel Gabriel gesandt von Gott, in eine Stadt in Galilda, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause Davids, und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein, und sprach: Gegrüßet seyst du Holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeyete unter den Weibern. Da sie ihn aber sahe, erschrack sie über seine Rede, und gedachte, welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach Lection, Jef. 7, 10:16. Un nd der Herr redete abermal zu Abas, und sprach: Fordere dir ein Zei chen vom Herrn, deinem Gott; es sey unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber has sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan! so höret thr vom Hause Davids: Ist es euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum, so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebáren, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse Böses zu verwerfen, und Gutes zu erwählen. Denn ehe der Knabe lernet Boses verwerfen, und Gutes erwählen, wird das Land, dafür dir grauet, ver lassen seyn von seinen zween Königen. E Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 15 67 Farbkarte# 13 3 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black