Hiram Gott und halte feine Ochote. Gb 8.88 Allgemeines Evangelisches Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen. Im Verlage der Großherzoglichen Invaliden- und Soldaten- Waisen- Anstalt. Darmstadt, 1865. Druck der 2. C. Wittich'schen Hofbuchdruckerei. GB 888 000110 Univ.- Bibl. Giessen Inhalt. Allgemeine Lieder beim Anfange und Schluß der öffentlichen Gottesverehrung. Nr. 1-9. 716. Erste Abtheilung. Christliche Glaubenslehren. Nr. 10-289. Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. Nr. 10-41. Dasein Gottes 10. Einheit Gottes 11. 12. Majestät und Größe Gottes 13-17. Auch 11. 56. 57. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes 18. 20. Allgegenwart und Alwissenheit Gottes 21. 22. 24. 25. Allmacht Gottes 23. Auch 50. 72. Weisheit Gottes 26. 27. Auch 50. 59. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes 28. 29. Auch 270-275 Wahrhaftigkeit und Treue Gottes 30. 31. Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes 32-39. Geduld, Langmuth und Gnade Gottes 40. 41. 703. Die heilige Dreieinigkeit. Nr. 42-46. Werke und Wohlthaten Gottes. Nr. 47-242. Schöpfung 47-53. Auch 420 und 589. Vorsehung oder Erhaltung und Regierung der Welt 54-66. Auch 26. 34. 36. Von den Engeln 67-69. Der Mensch; seine Würde und Vorzüge 70-73. Bestimmung des Menschen 74-77. IV Menschen Erlösung Erlösung 78-187. Sündhaftigkeit des 78-83. Folgen der Sünde 84-88. und Veredlung des Menschen durch Christum 89-100. Würde des Erlösers 101-103. Sendung und Geburt Jesu( Adventslieder) 104-109. 704. 719. ( Weihnachtslieber) 110-119.729. Erscheinung Christi 120. 121. Darstellung Christi im Tempel 122. 123. Johannes, der Vorgänger Jesu 124. 125. Lehre, Leben und Thaten Jesu 126-134. 333. 479. Leiden, Tod und Begräbniß Jesu.( Passionslieber) 135-173. Auferstehung Jesu( Ofterlieber) 174-184. 705. 723. 724. 725. Christi Hingang zum Vater und Verherrlichung 185-187. 706.726. Heiligung 188-242. Sendung des heiligen Geistes ( Pfingstlieder) 188-197. 727. Vom Worte Gottes 198-208. 707. Von der heiligen christlichen Kirche 209. 211. 728. 729. 730. 733. 734. 750. 754. Am Reformationsfest 210. Bei der heiligen Taufe 219-224. Bei dem heiligen Abendmahle 225-242. Auch 133. 161. 164. 165. 312. 335. har Unsterblichkeit und Vergeltung nach dem Tode. Nr. 243-289. 02 Vom Tode 243-263. 665. 666. Von der Auferstehung der Todten 264-269. Auch 699. 708. Vom jüngsisten Gerichte 29. 270-275. 709. 710. 748. Seligfeit der Frommen nach dem Tode 276-287. 289. Auch 77. 178. 312. Verdammniß der Gottlosen 273. 275. 288. 3 weite Abtheilung. Christliche Lebenspflichten. Nr. 290-498. Gesinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen. Nr. 290-354. ther Eigenschaften des Christen überhaupt. 290, 292. 293. 317. 325. 328. 336. 346. 347. 354. Werth und Wichtigfeit V feit der christlichen Tugend 291. 296. 310-312. 314. 318. 319. 322. 324. 334. 342. 353. Entschluß zur christlichen Tugend 297, 313. 323. 330. 341. Selbstprüfung 295. 300. 338. 349. Erkenntniß der Sünde und Reue 78. 79. 83. 294. 306. Buße oder Sinnesänderung und Lebensbefferung 298, 299. 301. 304. 711. 735. Bitte um Gottes Beistand zum Guten 80. 337. 339. 340. Wider den Aufschub der Besserung 303. 307. Am Allgemeinen Bußtage 309. Trost der Sündenvergebung durch Christum 302. da 305. 308. 316. Auch 144. Thätiger Glaube an Jefum Chriftum 312. 320. 321. 326. 331-333. 335. 343-345. 347. 348. 504. 736. 738. 740. Wachdssamkeit auf unsern Sinn und Wandel 81. 274. 349. Beharrlichkeit und Fortschritte in der Besserung 315. 327. 332. 350-352. 737. pel sinist Gesinnung und Verhalten des Christen in Beziehung auf Gott. Nr. 355-420. Erkenntniß Gottes 355-358. Ehrfurcht vor Gott und Heiligbaltung des Eides 359-361. 754. Liebe zu Gott 362. 365. 739. 752. 753. Gehorsam gegen Gott 366. 367. Freude in Gott 368-370. Vertrauen auf Gott 371-390. 744. Gebet 391-403. 742. Dankbarkeit gegen Gott 404-411. 712. Lob Gottes 412-420. 713. 714. 717. 718. Gesinnung und Verhalten des Christen gegen sich selbst. Nr. 421-476. gamme Selbstliebe Selbsterkenntniß und Demuth 421-425. 526. Selbstachtung 71. 73-76. 443. Sorge für die Seele 427-431. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit 432-435. Berufstreue 436-439. Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Güter 440-448. Weiser Gebrauch der Lebenszeit 445-448, 260-262. Genügsamkeit und Bufriedenheit VI beit 449 452. Streben nach Herzens- und Ge wissensruhe 453. 454. 500-503. Weiser Genuß der Lebensfreuden 455-456. Geduld und Gelasfenheit im Leiden 459-476. Gesinnung und Verhalten des Christen gegen andere Menschen. Nr. 477-498. Allgemeine Menschenliebe 477-482. Mitfreude und Mitleid 482. Gerechtigkeit und Billigkeit 483. 484. who Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit 485. 486. Dienste fertigkeit und Gefälligkeit 487. Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht 488. Versöhnlichkeit und Feinbesliebe 489-491. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit 492-496. Gutes Beispiel 497. Bescheidenheit 421-424. 498. Glückseligkeit wahrer Christen 499-509. Auch 316. 319. Dritte Abtheilung. Die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Nr. 510-702. Gesinnung und Verhalten des Christen in besonderen gesellschaftlichen Verbindungen. Nr. 410-559. Häusliche Gesellschaft 510-532. Der Ehestand 512. 513. 745. Bei Trauungen 514. 515. Nach der Trauung 516. Aelternpflicht 517-521. Kindespflicht 522-524. Geschwisterliebe 525. Für Herrschaften 526. 527. Für Dienende 528. 529. Für VII Für Wittwen 530. Für Waisen 531. Dankbarkeit gegen Wohlthäter 532. mitt Kirchliche Gesellschaft 533-544. Lehrer und ZuBei Einführung eines Religionslehrers Bei der Konfirmation 535-542. 198. 330. Vor der Einsegnung 539. Nach der Einsegnung 540. Nach der Konfirmation 541. 542. Bei Einweihung einer Kirche 543. 732. Bei Einführung eines Schullehrers 544. hörer 533. 534. 731. Bürgerliche Gesellschaft 545-556. Vaterlandsliebe 546. Regent, Obrigkeit und Unterthan 402. 547. 548. Hoher Stand 549. Der Richter 550. Der Soldat 551. Der Landmann 552. Der Nachbar 553. Umgang 554. Freundschaft 555. 556. Christliches Verhalten in Ansehung det Thiere und Bäume 557-559. Gesinnung und Verhalten des Christen zu besonderen Zeiten. Nr. 560-624. Tageszeiten. Am Morgen 560-570. Am Sonntagsmorgen 571. Beim Anblicke der aufgehenden Sonne. 572. Am Abend 573-583. Unter gestirntem Himmel 584. Jahreszeiten 63. Im Frühling 585-587. Im Sommer 588-590. Im Herbst 591. 592. Im Winter 593. 594. Saat- und Aerndtezeit. Zur Saatzeit 595. Nach einer reichen Nerndte 596. 597. 62. Nach einer sparfamen Aerndte 598. Witterung. Flehen um Regen 599. Nach verliehenem Regen 600. Flehen um Sonnenschein 601. Nach verliehenem Sonnenschein 602. Beim Gewitter 603. 604. Nach dem Gewitter 605. Jahreswechsel. Neujahrslieder 606-613. 721. 722. Beim Anfang des Kirchenjahres 614. 212. 719. Lebenszeiten. Am Geburtstage 615. 616. 66. 407. 411. 418. 576. Die Lebensalter 617. Für die Jugend 618-620. Für Jünglinge 621. 447. 455. 457. Für Jungfrauen 622. Für das Alter 623. 624. Ge VIII Gesinnung und Verhalten des Christen unter be sonderen Umständen. Nr. 625-702. Bei allgemeinem Wohlstand 625. In allgemeiner Noth 2626. 627. 3n Kriegszeiten 628-630. 3ur Frie adensfeier 631. 632. In Theuerung 633. In Wasfersnoth 634. 635. Nach überstandener Noth 636. Nach einer Feuersbrunst 637. Nach einem großen Verluste 638. Auf der Reise 639. Der reifende Jüngling 640. Fürbitte für liebe Abwesende 641. Bei ansteckenden Krankheiten 642. Nach denfelben 643. In Krankheiten 644-652. 252. 378. 382. 462. 463. 474. Abendmahlsfeier eines Kranken 653. 654. Fürbitte für Kranke und Leidende 655. 656. Nach der Genesung 657. 274. Vorbereitung auf den Tod und Trost für Sterbenbe 658-668. 247. 260-262. 268. 270. 282-286. 746. Der sterbende Jüngling 669. Das sterbende Kind 670. Fürbitte für Sterbende 671. 672. Einsegnung eines Sterbenden 673. Der Tod des Frommen 674. Beim Tode guter Aeltern 675. Beim Tode hoffnungsad voller Kinder 676. 677. Beim Tode eines guten Ehegatten oder eines Freundes 678. Bei Begräbniffen 679-702. Auch 243. 250. 258. 264. 265. 267 269. 276. 278-287. 289. Am Trauerhause und beim Zug zum Grabe 243. 246. 248. 253. 254. 258. 260. 262. 679. 680. 747. Am Grabe 681-691. Beim Grabe eines Verunglückten 692. Am Grabe Frühverstorbener 693-695 Am Grabe eines verdienstvollen Lehrers und Seelsorgers 697. Trost und Gelübde auf Gräbern 698-700. Trost des 106 Wiedersehens 701. 702. Choralgesänge zu den Geburtsfesten des Großherzogs und der Großherzogin. DIT SIS 200 16.aid 08 THE = 6₁ 5. tbi not the last e = Allgemeine Lieder Rus rus! 1 = bei n E. der öffentlichen Gottesverehrung. dradelp to: 170 K omm, heiliger Geist! stärt uns und erhalt uns Erfüll die Herzen dei ner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer beiner göttlichen Liebe, der du durch Mannichfaltigkeit dir! Mit deinem Trost, o Gott, verlaß uns nicht in unsrer letzten Noth! Erbarme dich! In eigener Melodic. der Bungen die Völker der 3 Nob, Breis und Ehre bringen Gott, Bater, Sohn und Geist, nur dir! Es müsse jedes Land auf Erden mit deinem Ruhm erfillet werden! Wie selig, wie begnadigt ist ein Volk, deß du Welt haft zur Einigkeit des Glau bene! Halleluja! Halleluja! In eigener Melodie. 2 Schöpfer, Gott, Herr Zeit und feit, Vater der Barmherzig feit, aller Welt Erhalter und Regierer! Erbarme dich! 2. Christe, aller Welt Licht, unser Heil und Trost und Zuversicht, du Gottes ewger Sohn, ach, unser Mittler vor des Höchsten Thron, Vor der Predigt. In eigener Melodie. Heiland! brünstig seufzen 4 Liebster Jefu, wir find wir zu dir: Erbarme dich! 3. Heiliger Geist, dich, dich flehen wir: führ uns, um dein göttlich Wort zu hören; lenke Sinnen und Begier zu des HimA mels Höchster, deinem großen Namen sei ewig Ruhm und Ehre! Amen! Erhör uns, Gott! Erhör uns, Gott! 4 Gott, deffen Wesen puary 97200911 5112 394 193 Gott, unsern Eingang glei- und Lassen, segne uns mit chermaßen, segne unser täg- selgem Sterben und mach lich Brod, segne unser Thun uns zu Himmelserben. And Erste Abtheilung. hed bon Tor Lieder med min astrol 633 t finde die christlichen din ni ber Dasein Gottes. roomasellos la Mel. Kommt ber zu mir HIST QUE Galra him ol dan od 150 Gott, beffen Wesen und Eigenschaften. 3. Eins muß dem andern nutzbar sein, daß die sich ihres Daseins freun, die sich empfinden können. Und wie? doch wäre die Natur und ihre Glaubenslehren. weise Ordnung nur des Zu falls Werk zu nennen? 4. Nein, wahrlich nicht vor 10 Wer fönnte zwei- ungefähr entstanden Him feln, daß du bist, o Gott! der ganze Weltbau ist ein Beuge deines Lebens, Zu sichtbar ists, daß Güt' und Macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts ist baran vergebens. mel, Erd und Meer: so konnte nichts entstehen! Nur du, Gott, schufest die Na tur, und einzig deine Crea tur ist Alles, was wit sehen. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh ich Ordnung, die entzückt, im GroBen und im Kleinen; ich seh und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu Einem Ziel vereinen. 5. Du bists, der die ge schaffne Welt in ihrer Ord nung stets erhält, mit Weis heit fie regieret. Du bist es, der nach seinem Rath auch uns auf unsers Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 6. O wohl mir, Höchster, daß du bist, daß dein Werk Erd und Himmel ist! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel; ich darf nach meiner Wün sche it fche Biel, nun nicht vergeblich streben. so i it und e d imenichoftene feiner Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß, er ist unendlich, gränzenlos in feinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht ver= d gebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war er, noch eher, als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn 1² vor uns verhüllet; ihn fase T, In St ; 7. Mein Sehnen nach Zufriedenheit, mein Durst nach ewger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 8. Drum soll es stets mir Freude sein, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost und einst im Tod des Himmels Wonne geben. 3 sen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, fennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand und Kraft und Stärke: seine Hand umspannet Erd und Himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern; weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er siehts gewiß, Einheit Gottes. Mel. Es ist das Heil uns 11 Der Herr ist Gott er sieht es schon von ferne. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwär tig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Gerecht bist du, bist heilig, gut und reiner, als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne! Du haft Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, der Seligkeiten Fülle! 8. Du nur verdienest Lob und Dank, du nur Gesang A 3 und 6 Gott, dessen Wesen t und Ehre! Kommt, werdet kein Andrer sein, von dem Gottes Lobgefang, ihr alle ich Heil verlange. seine Heere! Der Herr ist Gott und feiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? 8 Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 12& ist nur Einer Herr und Gott im Himmel und auf Erden. Nur sein allmächtiges Gebot hieß Erd und Himmel werden. 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine Kraft bestehen; will er, die Welt soll nicht mehr sein, so muß die Welt vergehen. 3. Mit Allgewalt und Majestät ist er nur Weltregierer, der Sterne, die er ausgesät, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Name, mit der That kann ers der Welt beweisen. Herr! groß an Huld, an Macht und Rath, wer sollte dich nicht preisen? 5. Dich preist entzückt der Himmel Heer; es fennt nicht deines Gleichen! Nur du bist Gott, sonst keiner mehr; sollt ich von dir je weichen? 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, dem ich anhange; und ewig solls 7. Mein ganzes Leben weih ich dir, du Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr, als hier, in deiner Größe schaue. Majestät u. Größe Gottes. In eigener Melodie. 13 ( chwingt, heilige Gedanken, euch von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, istunaussprechlich groß. Lobsinget Gott, lobjingt vor seinem Angesichte! Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge bringt. 2. Kein Sinn kann ihn- erreichen, kein endlicher Ver-: stand; was kann sich ihm vergleichen? Wer hat ihn. ganz erkannt? Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreise zu seinem ewgen Preise mit Herrlichkeit erfüllt! 3.. Die Sonn in hoher Ferne mag strahlenreicher glühn; glänzt heller noch, ihr Sterne, was seid ihr gegen ihn? Ihr seid mit eurer Pracht in eurem schönsten Lichte vor seinem Angesichte nur Schimmer seiner Macht. 4. Wie sollen wir dich nennen, dich, Bater der Nas tur? und Eigenschaften. tung sein! tur? Was wissen wir? Wir stets vor dir voll Ehrerbiekennen der Wesen Hülle nur. Der Weisen Scharffinn steigt nie zur Natur der Geister. Hier staunt der flügste Meister; er glaubet nur und schweigt. 2. Du bist das höchste Gut, du weißt von keinem Leide; böchst selig in dir selbst, schmecst du volltommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit; auch ohne Creatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur. 5. Von dir strömt alles Leben, du bist der reinste Geist; du hast die Kraft gegeben dem Engel, der dich preist. In deinem Heiligthum ertönen Lobgesänge in 9 seiner Brüder Wienge, zu deines Namens Ruhm. 6. Stimm in der Engel - Chöre, o meine Seele, auch; sei voll von Gottes Ehre, tdu, seines Odems Hauch! Wie groß ist dein Beruf! Auf, widme deine Kräfte dem würdigsten Geschäfte, wozu dich Gott erschuf. 1 7. Im Geiste bet ihn, 1 Seele, bet ihn in Wahrheit an! Liebst du des Herrn Befehle, wie selig bist du dann! Er hat Unsterblichfeit und Seligkeit und Leben: das Alles wird er geben Idem, der sich ganz ihm weiht. C " Mel. Nun banket Alle Gott 14 Anbetungswürdger Gott, mit Ehr- furcht stets zu nennen! du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein und laß mich 7 3. Du riefst dem, das nicht war, um Lust und Seligkeiten aufs mannichfaltigste rings um dich auszubreiten. Du bist die Liebe selbst; Verstand und Nath sind dein: und du gebrauchst sie gern, zu fegnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Wert, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräft'gen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr, der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub; auch Geister fannst du tödten. Wen du erniebrigest, Gott, wer kann den erhöhn? wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit befizet, der Leben gibt und nimmt, der unfern Odem schützet; den Geist, der in uns lebt, den A 4 ha 8 Gott, dessen Wesen haben wir von dir. Willst Was sind Engel? Was bin du, so wird er Nichts, doch du bleibst für und für. ich? Du, an den kein Sei raph reichet, wer, ach! wer begreifet dich? Niemand war und Niemand ist, was du warst und immer bist. Wer ersteigt des Himmels Höhen, um dich selbst im Licht zu sehen? 2. Unerschaffner, Erster, Bester, Schöpfer, Vater der Natur, du der höhern Gei. ster größter, Gott der Men schen, Gott der Flur! du bist ganz Vollkommenheit, lebst und wirkst von Ewig teit. Wer verkennt bei dem Gedanken feiner Einsicht enge Schranken? 7. Wer hat, Unendlicher, wer hat dich je gesehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst und Alles, was da lebt, mit Seligkeit beglückft. 8. Was wir, Unendlicher, von deinem Wesen wissen, das haft du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deine Liebe fund. 9. Wir schaun dich nur von fern, noch schwach, noch unvollkommen; doch wird die grobe Hüll dereinst hinweggenommen, die, Unbe greiflicher! dich unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Indeß sei auch schon hier dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwa chen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein beßrer Preisgesang dich, großer Gott, erhöhn. 3. Du, der Ursprung al ler Gaben und Beherrscher jeder Welt, über Alles hod erhaben, was ihr Umfang in sich hälf, du bist unver änderlich, Alles, Alles blot durch dich. Nur in deinel Reiches Gränzen sehn wit deine Wunder glänzen. g i 4. Ja, du wohnst in ei nem Lichte, das kein Mensc durchdringen kann. Dein Wege und Gerichte staune selbst der Engel an. Kei Erschaffner siehet ganz der ner Hoheit vollen Glanz Stets wird neue Tiefen finden, wers versucht, st 1 zu ergründen. Viel. Freu dich sehr, o meine 5. Dennoch soll mir mei i 15 nen du bil und auch für mich, nie de Thot der bir gleichet? und Eigenschaften. n Thor und Spötter rauben, der vom Tugendpfade wich. T Sei gleich unerforschlich mir, d dennoch bleib ich stets an dir. Welten sinds, die von dir zeugen und mein Herz zum Glauben neigen. I Com 9 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergeben. Dein Wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich Wesen nicht, so gnüge mir davon dein Unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge; gib, daß ich dir mich selbst zum In eigener Melodie. 16 Erhabner Gott! was Opfer bringe. Begreif ichs reicht an deine Größe? Denk ich an dich, so fühl ich meine Blöße; tich fühle, Herr, daß du unnicht, wie du die Welt regierst, so sei mirs g'nug, daß du mich selig führst. endlich bist, und daß umschränkt mein forschend Denten ist. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren; einst werd ich mehr von deinem Nath erfahren, wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle, zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich im hellern Lichte sehen und, froh in dir, dein ewig Lob erhöhen! Herr! du bist groß und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an 2. Du wohnst im Licht, wozu kein Mensch kann 1 kommen. Was haben wir von deinem Ruhm vernommen? Den kleinsten Theil von deiner Majestät, die dir gebührt und über Alles 1 geht. 3. Dein ewges Sein, dein ganz vollkommnes Wesen; das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand: von Engeln 1 selbst wird es nie ganz erfannt. 4. Wie sollt ich denn, ich. Macht und Nath. Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? mache mich von frei und gib, daß nur dein Wort mir Richtschnur sei. In eigener Melodie. 17 Gott ist mein Lied! Er der Gott der Stärke; groß ist sein Nam und groß sind seine A 5 Wer Gott, dessen 10 Werke und alle Himmel fein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, chn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das tennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe, er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. Wesen 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immerbar soll deines Namens Ebre, dein Lob in meinem Munde sein! 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lasſen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 7. Er ist bir nah, du sitzest over gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöheft; so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränfft das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen: sollt ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter werden; so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Trut. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich Mel. Liebster Jesu, wir sind leben sollte, da ich noch un- 18 Gott, tu bist von war. und > dein und Eigenschaften. 11 dein herrlich großes Wesen in deinem Willen übe! Dann, ändert sich zu keiner Zeit. Du bleibst stets, was du gewesen. Laß dieß meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. o Herr, wirds meiner Seelen nie an wahrem Wohlsein fehlen. 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen; was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen. Laß mich ihn zum Leitstern wählen! 3. Herr! du bist kein Menschenkind, daß dich et was reuen sollte; immer bleibst du gleich gefinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. O hilf uns allen thun nach deinem 4. Feind; wehe denen, die sie lieben. Ewig bleibst du de rer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Laß uns darin schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. ünden bleibst du ewig 19 Here Zuflucht aller Mel. Erhabner Gott err, Gott, die Zeiten, denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh Erd und Himmel ward, eh noch dein Arm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr. und alle Menschenfinder? Staub ist vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Du, Höchster, du nur bleibest für und für. 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Getreue, der da hält, was er verspricht. O, daß dieß mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bleiben. 7. Erd und Himmel wird vergehen; alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich bestehen. Deine Hand wird mich umfassen, wann ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 6. Stets ist Wohlthun deine Lust, ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn ich auch mit Lust mich 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, diese teine Ewigkeit einen starten Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen und mein Glück auf dich zu bauen. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, A 6 ver Gott, dessen Wesen 12 veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigfeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden wie ein Gewand von dir verwandelt werden; du bleibest, wie du bist: benn welche Zeit umgränzet wohl, Herr, die Unendlichkeit? 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du schützest sie mit deiner starten Rechte, du läßt ihr Herz fich ewig deiner freun und bleibst ihr Gott: denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir: mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. Mel. Ich freue mich, mein Gott 20 o wie du bist, so warst du schon, Gott, ehe du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, beriefft zu sein, um deine Macht und Güte zu erfahren! 2. Du wirst auch sein, so wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist, wenn längst schon Ewigkeiten uns Kämpfer frönen, die wir hier um deinen Himmel streiten! 3. Von Ewigkeit zu Ewigteit kann deines Wesens Herrlichkeit sich selbst nicht ungleich werden, bedarf auch nie, sich gleich zu sein, der Himmel und der Erden. 4. Gott, mit dir unveränderlich, bezeugte deine Weisheit sich Geschöpfen, die da waren, und wird den Welten, die du schufft, fich ferner offenbaren. 5. Ob Felsen weichen, Berg ins Thal sich stürzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 6. Was zaget denn mein Herz in mir; was flag ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße, und daß in Unbeständigkeit dieß Leben mir verfließe? 7. Was flag ich, der dein Wort noch hat, den Trost, f daß meine Missethat mich- einst gewiß nicht richte, und daß mein Erbtheil ewig sei vor deinem Angesichte? 8. Was flag ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch und willst mich ewig lieben, haft selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 9. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein; und ewig, 1 ewig wirst du's sein. Von dir tann mich nichts scheiden. Die Welt vergeht mit ihrer Luft und Eigenschaften. Lust, nicht du und deine ter, zählest du die Thränen, Freuden. die ich weine! Du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Troft mein Herz. 6. Odrück, Allgegenwärtiger! dieß tief in meine. Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge schen und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln! Daß du, o Gott, stets um mich seist, das tröst und beßre meinen Geist! Allgegenwart Gottes. Mel. Auf, Christenmensch! 21 Nie bist du, Höchster, von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich; denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, weis fest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wann ich Gutes thu; du siehst es, wann ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe und, über deine Huld erfreut, lobsingend did) er hebe; so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet, so weißt du sie und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine. Voll Mitleid, Va 13 In eigener Melodie. 22 Allgegenwärtiger! verborgen, wo ich bin, wollt auch auf schnellen Schwingen mich an die fernsten Meere hin die Morgenröthe bringen. 2. Flieg ich zum Himmel hoch empor, mich unter sei nem Sternenchor im Glanze zu verstecken, so bist du da, ziehst mich hervor, und Schande wird mich decken. 3. Steig ich vor deinem Drohn hinab ins Haus der Finsterniß, das Grab: du bist auch da zugegen; auch da folgt mir dein Richterstab auf schauervollen Wegen. A 7 4. Der Gott, dessen Wesen 14 4. Der Alles schuf, ist Allmacht Gottes. überall: o fürchterlicher Donnerschall in aller SünIn eigener Melodie. der Ohren! Sie fürchten 23 Herr! deine Allnun macht reicht so weit, als selbst dein Wollen 1 reichet. Nichts ist, das dei ner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist i zu groß, was ist zu schwer,. das dir zu thun unmöglich wär? 2. Du sprichst, und auf i dein mächtig Wort fällt Alles dir zu Füßen. Du fübrest deinen Rathschluß fort bei allen Hindernissen. Wenn du gebeutst, ſo steht auch da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du hast dein großes Schöpfungswert allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets- dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie ers hält. tern sie, die Thoren. 5. Der Gott des Himmels ist so nah, das Heiligste der Wesen sah, was wir im Herzen dachten, was in geheimer Nacht geschah, wann wir und Satan wachten. 6. Wir Thoren haben wohl gedacht, du würdest uns, o Mitternacht, mit schwarzen Flügeln decken! Umsonst! Gott wacht um uns, er wacht mit allen seinen Schrecken. 7. Noch keines Herzens böser Rath, ihr Sünder, keine schnöde That ist seinem Aug entronnen. Er fennet den geheimen Pfad des Staubes und der Sonnen. 8. O gehe nicht, Herr, ins Gericht, wann wider die gelobte Pflicht wir, deine Knechte, handeln! Laß uns vor deinem Angesicht in frommer Ehrfurcht wandeln! 9. Daß deinem Blicke nichts entflieht, was war und ist und einst geschieht, sei meine Ruh und Freude! Ein Gott, der Alles weiß und sieht, der weiß auch, wann ich leide. TR 4. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wann nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wann du und Eigenschaften. 15 du von unserm Staub den Wo könnt ich jemals wohl Rest zu neuen Körpern werden läßt! mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nab. 6. Allmächtiger! erstaunt fall ich vor deinem Throne nieder; mein blöder Geist verlieret sich und lallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 7. O schente mir die Zuversicht, die deiner Macht vertrauet; der Macht, die Hülf und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet, auf dich und deines Armes Kraft, die Alles kann und Alles schafft. Allwissenheit Gottes. Mel. O Gott, du frommer Gott 24 Herr, bu erforschest dir bin unverborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits befannt, eh der Gedanke noch in meiner Seel entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu; du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich: wie groß ist dein Verstand! wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? 4. Nähm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand, denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Spräch ich zur Finsterniß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken, denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem An6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht und meiner, eb id) war, schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Gebein, eb ich ans Licht gekommen, da ich im Dunklen erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntniſſe, für 16 Gott, dessen Wesen für köstliche Gedanken! Un- wüßt ich gegen Gott noch zählbar sind sie mir, denn nichts. fie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, fehn, bir folgen und dein Lob, so gut ich kann, erböhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ichs meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ich von außen scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. 3. Nichts gegen ihn, der sie durchschauet, die Tiefen der Unendlichkeit und jede Welt, die er gebauet, und jeden Punkt der Ewigkeit. O du, der Alles weiß und nennet, was ist, was werden soll und war: wie bist du jedem, der dich kennet, unendlich groß und wunderbar! 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen Mel. Wie groß ist des Allmächt. kann ich nicht. Gott! nach dem Licht, in dem du wohnest, schau ich mit heiliger Begier; du siehst es gnäs dig und belohneft mit Weisheit meinen Blick nach dir. 5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, vor Selbstbetrug und Heuchelei. Ich denke stets: Gott kann mich finden, wie tief ver borgen ich auch sei. Vor ihm kann keine Nacht mich decken, kein falscher Schein betrüget ihn. Mich würde stets sein Dasein schrecken, könnt ich gleich aus der Welt entfliehn. 6. Wer fennet seines Her zens Tiefen? Wer darf, o Gott, sich selber traun? Allwiffenber! bu wollst mich prüfen, du wollest ganz mein 25 Wo find die Weifen, die mich lehren, wie unser Gott allwiffend ist? wer kann mir Forschenden erklären, was sein Verstand faßt und ermißt? Wer kennet ihn von Angesichte? wer, wenn er noch so hoch sich schwingt? Bekennts: Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein sterblich Auge dringt. 2. Könnt ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer und die Gedanken aller Seelen von ihrem ersten Ursprung her, so wär ich weiser, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts vielleicht selbst Engel jemals werden; doch T 1 7 S t = 1 1 e 5 3 1 und Eigenschaften. mein Herz durchschaun. Er wenn tausend Hindernisse blickst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn und laß mich einst am Ziel den Segen der Frömmigkeit von dir empfahn! kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten Zweck wählt dein Verstand; die Mittel stehn in deiner Hand. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo jeder feinen Weg erwählt, muß doch den deinen blos erfüllen, der seines Bieles nie verfehlt und aller Feinde Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 26 Du weifer Schöpfer stolzen Bahn als Ünverbeschämen kann. aller Dinge, Alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe ganzem Chor schreibst du Maas, Ziel und Regel vor. 2. Die vielen wundervollen Werte, was unsern Augen fern und nah, stehn als Beweise beiner Stärke, als Zeugen deiner Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand: der ganze Weltbau machts bekannt. 3. Mit eben diesen Meisterhänden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du auch an allen Enden, was dein Verstand hervorgebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht, der 27 Unerforschlich fei Rath und Bei17 stand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, krönt auch, sobald du willst, die That; 6. Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle auf ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, drum leite mich dein sichres Licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem weisen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs beste mich regiert; o leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit! Mel. Gott des Himmels und der Erden nes Gottes Weg und Rath, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat; doch ist Alles, 18 Gott, dessen Wesen les, was er thut, wie's auch Heiligkeit scheine, weis und gut. und Gerechtigfeit Gottes. 2. Sollt ich meinen Gott nur loben, wenn ich seine Mel. Freu dich sehr, o meine ihn auch dann zu loben, wenn ich sie noch nicht versteh. Frevelt der nicht, welcher flagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? Absicht seh? Pflicht ists, 28 Gott! vor deſſen Angesichte nur e ein reiner Wandel gilt; G ewges Licht, aus dessen m Lichte stets die reinste Wahr- 3 heit quillt: deines Namens u Heiligkeit werde stets von h uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig bringen, nach r der Heiligung zu ringen! F 3. Soll ein Vater unter laffen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tadler! Engel faffen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, glauben, noch nicht völlig scaun. 4. Sollt er zu Regiererinnen seiner Werke, seiner Welt meine Lüste setzen? sinnen, orduen', thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so g gewesen und so bleibst du g für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadelhaft, ist gut; und t mit deines Armes Stärke t wirkst du stets vollkommne t Werke. S 5. Hier in meinem Pilger stande sei mein Theil Zufriedenheit; dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligteit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel sein. 3. Herr! du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen. rein. Nur der Fromme darf sich dein, deiner Gnad und Huld erfreun. Wer beharrt in seinen Sünden, kann I vor dir nicht Gnade finden. t 4. O! so laß uns nicht 6. Wenn du auch auf rauhen Wegen wandelst, ach! so flage nicht. Was hier schmerzet, wird dort Segen: was hier Nacht ist, wird dort Licht, und ich faß erst Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. ADL h D le It D verscherzen, was du uns E noch zugedacht, Schaff in uns stets reine Herzen; tödt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott! vor dir? Du bist bei und Eigenschaften. 19 heilig, aber wir sind ver- wir gethan, siehst du, gerechderbt, und wer kann zäh- ter Richter. len, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O so reinige vom Bösen unsern gan= zen Sinn durch ihn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und uns zu dem Himmel führe. 6. Jede Neigung und Begierde, jede That sei dir geweiht! Unsers Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heiligkeit! Mach uns deis nem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. Schon ist der Tag von Gott 29 Gerechter Gott! vor dein Gericht muß alle Welt sich stellen; du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. O laß mich jede Sünde scheun und hier mit Ernst beflissen sein, vor dir einst zu bestehen. auf 2. Du siehst von deinem bohen Thron berab deine Kinder; bestimmest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nicht siehst du die Personen an, auf das allein, was 3. Das Vorgefühl der Seligkeit gibst du schon hier den Frommen; du schützest sie vor manchem Leid, in das die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. 4. Du liebst, was recht ist. Herr, und gut, du bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Tugendfleiß gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz beilig, ganz vollfommen. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, bem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Gewissensmartern sind sein Lohn oft schon in diesem Leben. 6. Bleibt hier viel Böses ungestraft, viel Gutes unbelohnet: so kommt ein Tag der Rechenschaft, der feines Sünders schonet. Da zeigeft du im hellsten Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumphirt der Fromme 7. Gerechter Gott! Laß mich, Gott, dessen Wesen 20 mich, wie du, das Gute eifrig lieben; verleihe mir die Kraft dazu, es willig auszuüben. Regt sich die Sünde noch in mir, so stärke mich die Furcht vor dir, daß ich sie überwinde. Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. 4. O drücke tief dieß in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut; gib, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafge rechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. mit feftem Glauben dem 5. Doch laß mich auch Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels, dein Bund steht fest: wohl dem, der sich auf Gott verläßt! Mel. Wer nur den lieben Gott 30 Noch nie haft du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, verletzt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vor geseßt. Wenn Erd und Himmel auch vergehn, wird ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist tein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Wort verheißen hat; nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, Mel. Gott des Himmels und was du versprichst zur 31( a) Weicht, ihr Ber ErfülLung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, was beine Lieb uns zugedacht: so wird, wann du Vergeltung übeft, die Drohung auch gewiß vollbracht: wer hier verlebet seine Pflicht, entgehet deiner Strafe nicht. 6. Erwäge dieß, o meine Seele, und traue Gott, der's treulich meint. Sei stets, nach seines Worts Befehle, der Wahrheit Freund, der Lügen Feind; beweise dich als Gottes Kind, dem Treu und Wahrheit heilig sind. Sügel, brecht, ihr Felsen, stürzet ein! Fester wird, als Berg und Hügel, Gottes Batertreue sein, unbeweg ter noch, als sie. Seine Wahrheit trüget nie. 2. Gnade hat er mir versprochen, das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen; seine Treue bürgt dafür. Erd und Eigenschaften. Erd und Himmel mag vergehn; was er zusagt, muß geschehn. 3. Nicht auf Menschen will ich bauen; wie betrüglich ist die Welt; meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hält. Er, ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaftig, ift getreu. In eigener Melodie. 4. Dräut die Welt mir, 31( b) Gott ist getreu! vermich zu haffen, und folgt mich, will ich mich immer auf den Herrn verlaffen: er erbarmt doch meiner sich. Denn er blei bet immerdar, was er ist und was er war. 5. Scheint auch er mich nicht zu achten und verbirgt sein Angeficht; läßt mich rufen, läßt mich schmachten: so vergißt er mich doch nicht; benn er bleibet immerbar, was er ist und was er war. 6. Friebe will er mit mir balten, wenn sich auch die Welt empört; ihre Liebe mag erkalten, bleib ich meinem Gott nur werth. Er, der meinen Kummer stillt, bleibt mir immer Sonn und Schild. 21 8. Ihm allein will ich vertrauen, will auf diesem Felsen ruhn, will mein Glück auf ihn nur bauen, was er sagt, wird er auch thun! Erd und Himmel mag vergehn: ewig wird sein Bund bestehn. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt; das ist Trost genug: ich Armer werde nie von ihm getrennt. Er will meine Zuflucht sein; follte nicht mein Herz fich freun? l- istand na tind sein Vaterherz verläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! Im Wohlfein und im Schmerz erfreut und schützt er sie. Mich decken seiner Allmacht Flügel. Stürzt ein, ihr Berge, fallt, ihr Hügel: Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freund! Dieß weiß, dieß hoff ich fest: ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er stärket mich nach seinem Bunde in meiner Prüfung trübster Stunde. Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist, so irr und gleit ich nicht. Das Lafter soll mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht betrügen. Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und was er thut, ist gut. Auch Trübfal 22 Gott, dessen Wesen sal ifts; mein Vater beffert sei treu im Glauben! Laf mich durch Alles, was er thut. Die Trübsal gibt Geduld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er, dem ich theuer bin, führt mich nach weisem Plan im In eigener Melobie. Wechsellauf der Dinge zum 32 Wie groß ist des AllGewinn ewgen hinan; vergibt mir gnädig meine Sünden und läßt mich Trost durch Christum finden. Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder Acht. Auch freut es ihn, wenn schon ein irdisch Glück fie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist ge treu! 7. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freun? Sei Gott getreu und fürchte nichts; mag doch die Welt voll Arglift sein. Selbst falscher Menschen Neid und Tüde gereichen mir als dann zum Glücke. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Vergiß, o Seel, es nicht, wie zärtlich treu er ist! Ihm treu zu sein, sei deine liebste Pflicht, weil du so werth ihm bist! Salt fest an Gott, nichts den starten Trost di rauben: Gott ist getreu! Liebe, Güte und Barm herzigkeit Gottes. Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit ver härtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermess sen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewiffen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glüd genießen? Ifts nicht der Herr, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geift! in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du haft ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Auch darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und und Eigenschaften. 23 4. Und biefen Gott sollt 2. Er handelt nicht mit ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gebn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben: fein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über Alles lieben und meinen Nächften gleich als mich. 5. Dieß ist mein Dant, dieß ist sein Wille: ich soll vollkommen sein, wie er. Selang ich dieß Gebot erfülle, ftell ich fein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt fie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit feble, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott! Laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein. Sie stärk in mir die guten Triebe, Imein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Beit der Schmerzen, fie leite mich zur Zeit des Glücks und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Mel. Herzliebster Jeſu! 33 auchztunserm Gott! Güte, barmherzig und von duldendem Gemüthe; will Allen Heil und ewge Lust gewähren, die ihn verehren. uns nach unsern Sünden und läßt verschonend uns das nicht empfinden, was wir, weil wir ihm unser Herz nicht gaben, verschuldet haben. 3. Hoch ist der Himmel über seiner Erde. So groß ist auch, daß er geliebet werde, die Huld des Herrn bei denen, die ihn lieben, und Gutes üben. 4. Wem bleibt sein Antlitz, wenn ers sucht, verborgen? Soweit der Abend ist entfernt vom Morgen, entfernt auch Gott der Sünde Schuld und Schmerzen von unserm Herzen. 5. So zärtlich sich ein Vater seiner Kinder erbarmet, so erbarmt sich Gott der Sünder, wenn sie von Herzen sich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. 6. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen. Er weiß, der Mensch ist ein gebrechlich Wesen; er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde doch Asche werde. 7. Von Ewigkeit zu Ewigfeiten währet die Güte Gottes jedem, der ihn ehret. auf deinem Pfade, du Gott der Gnade! 8. So werd ich ewig deiner Huld genießen; so wird mein Gott, dessen Wesen 24 mein Leben fanft vor dir verfließen; so werd ich bort mit allen Engelchören dich fröhlich ehren. Mel. Mein Gott, bas Herz 34 Wenn sich mein Allmächtiger, der Gnaden Menge denft, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt: 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß in Nacht verborgen schlief, bestimmtest du, o Herr, mein Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschic, eb er geboren ist; und so ward ich, o welch ein Glück! durch die Geburt ein Christ. 5. Schwach an der Brust, vernahmst du schon, was kein Gebet noch war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr gefällig dar. 6. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich unsichtbar, Herr, dein Rath oft wieder drauf geführt. 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr vor Unglück und Gefahr; und vor dem Laster, das noch mehr als ste, zu fürchten war. 8. Ich fab, vor Krant heit bleich, durch dich mei Leben hergestellt, und dein Gnade schmückte mich, wen Sünde mich entstellt. 9. Von Freudenstrahle glänzt mein Blick, da du s hoch mich liebst und mi in wahrer Freundschaf Glück mehr, als ich wünschte gibst. 10. Und welche Wohl that, Herr, ist nicht die Herz, das fühlen kann, die Herz, ganz dein, das dant bar spricht, was du an mi gethan! 11. Kein Tag soll würd ger mir vergehn, als, Em ger, dir zum Preis; id= will frohlockend dich erhöht als Jüngling und als Greis 12. In Schrecken, Angst Gefahr und Noth trau id allein auf dich. Durch did gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich Mel. Mein ganzer Geift, Gott 35 Gott, deß stark E Hand die Welt E erschaffen hat und noch er g hält, ich spüre deine Güter hier auf der Welt an je t dem Ort. Sie hilft mit Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll und Eigenschaften. 25 voll Erbarmen und voll reichen, reicht deine Huld, Wohlthun nach mir Armen. it die nxs erhält. Eh werden Berg und Hügel weichen, als deine Gnade wankt und fällt; gleich mächtigen Gebirgen steht die Güte, die dein Volk erhöht. 2. Seh ich den weiten Himmel an, so viel ich davon sehen kann, so seh ich deine Güte. Der Himmelsförper Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Gemüthe, mächtig, freudig dir zu fingen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß Groß find deiner Hände Werke. 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis find deines Wohlthuns lauter Preis und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich d dein zu freuen und von neuem, Herr, mein Leben & dir zum Dienste zu ergeben. 4. Herr! dazu bitt ich, dhilf du mir. Zeuch immer d näher mich zu dir durch deine große Güte. O heilige zu teinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undant thüte. Laß mich, was ich It bitt, erlangen; dir anhanrgen hier auf Erden, bis te mir wird der Himmel were den. ir b e Mel. Wer nur ben lieben Gott 36 ( oweit, Herr, deine Himmel 2. Gott, dir ist kein Geschöpf verborgen; nicht Eins vom Seraph bis zum Thier. Du würdigst alle deiner Sorgen, Sorgen, sie danken Lust und Leben dir. Es mag auch klein und niedrig sein: dir, Gott! ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommem, freudigem Gemüthe erheb ich, Gott der Gnade, dich; wie theuer ist doch deine Güte! Wie liebst du uns so väterlich, uns, die wir ohne Furcht und Graun dem Schatten deiner Flügel traun! 4. Mit welchem reichen Ueberfluffe erfüllst du dieſe Welt, dein Haus! Du theilst ihn Allen zum Genusse so väterlich, so reichlich aus. Herr! unsers Lebens Quelle fließt aus dir, der du das Leben bist. 5. Wir sehn, o Herr, in deiner Sonne den Schatten deiner Huld, dein Licht. Entzeuch uns deiner Güte Wonne, dein gnadenvolles Antlitz nicht! Herr! deine Huld erfreue die, die dich verehren; segne fie! B Mel. 26 Gott, dessen Wesen Mel. Herzliebster Jesu! 3. Dein Auge schaut au 37 Gott ist die Liebe! ihn berab, so geht er nic Gott kann nur beglücken! Dieß ruft uns Alles zu, wohin wir blicken. Sei blau der Himmel, sei er schwarz und trübe: Gott ist die Liebe! verloren: nicht für die Welt nicht für das Grab ist e allein geboren. Die Wel vergeht mit ihrer Lust; de du den Willen Gottes thuf dein Glück soll ewig dauern 2. Gott ist der Menschen Bater, und ich fände, selbst wenn ich an dem Saum der Erde stände, selbst wenn ich in die tiefste Gruft mich grübe, dich, Gott der Liebe! 3. So sei es denn mein höchstes Ziel auf Erden, dir, Geist der Liebe, ähnlich hier zu werden; der heißeste, der erste meiner Triebe sei Menschenliebe. 4. Wann ich erwache, den ich dein, und wann ich schla fen gehe; denn du, mei Vater, kannst verleihn, un was ich findlich flehe. Dru seufz ich findlich stets dir: Herr, was mir nütze schenke mir um deiner Güt willen! Mel. Herr, wir fingen deiner 39 i Mel. Es ist das Heil uns 38 Wie Mie viele Freuden bank ich dir, die du mir, Herr, verliehen; und wie viel Sünden haft du mir aus Gnaden schon verziehen! Gott, voll Langmuth und Geduld! noch täglich häuf ich meine Schuld, und deine Liebe währet. frohen Triebe Der Gott des Himmels i die Liebe! Er ists in all Ewigkeit! wo kann it Worte finden, den Ruh der Liebe zu verkünden, di ewig segnet und erfreut Wer bin ich, Herr, vo dir? Nur stammeln kam ich hier: Liebe! Liebe! Kei Mensch ermißt, wie gut d bist; ia selbst der Enge faßt es nicht. 2. Bedenk ich, Schöpfer, deine Macht, blick ich in 2. Wundervoll find dein jene Ferne und überseh des Werke. Ich sehe Weisheit Himmels Pracht und Sonne Macht und Stärke, un Mond und Sterne; so bet meine Seele beuget fid ich dich voll Ehrfurcht an. Aber deine Liebe throne Was ist der Mensch, ruf da auch, wo Macht un ich alsdann, daß du dich Weisheit wohnet; ich fel fein erbarmest! es und erhebe mich. Wal Univ.- Bibl. Giessen ift! und Eigenschaften. 27 ift's, das mich erschreckt? und lockst mich hin zu dir Mein heller Blick entdeckt durch die Liebe. Und wer nichts, als Liebe. Dertleinste dich ehrt und wiederkehrt, Wurm, der Donnerſturm, o Breis dir! den begnadigst und 3. Huldreich riefst du mich ins Leben, um hohe Kräfte mir zu geben, um Freude um mich her zu streun. Jeder Tag erzählts dem andern: die Erde, wo die Menschen wandern, soll Vor hof beines Himmels sein. Ich jauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deiner Liebe. Von dir ge schützt und unterstüßt, durch lauf ich fröhlich meine Bahn. 4. Trüben sich auch meine Tage; hinweg mit jeder Jammerklage! Nur du, mein Vater, trübest fie. Licht entströmt den Dunkelheiten; du willst nur Segen mir bereiten, und Trost und Hoffnung fehlt mir nie. Vor dir entweicht der Schmerz, und froh erfährt mein Herz deine Liebe. Wenn Alles bricht; ich zage nicht! Du reichst mir deine * Vaterhand. 1 5. Ach! wie kann ich dir vergelten, was du, Beherrscher aller Welten, mir ar men Erdbewohner gibst? Sünde häuf ich oft auf Sünde und dennoch seh ich und empfinde, daß du, Er6. Ja, du willst der Sünder Leben. Selbst deinen Sohn hast du gegeben, daß er ihr Seelenretter sei. Weisheit kam mit ihm bernieder; er litt und starb für seine Brüder und sprach ihr Herz von Aengsten frei. Gott, was fühlt mein Geist! Wie staunt er nun und preist deine Liebe! Dein Sohn erschien, du fandtest ihn! Wie hoch hast du die Welt geliebt! 7. Gott! ich will dir folgsam werden. Wer ist im Himmel und auf Erden, der so, wie du, beglücken kann? Einst umstrablet, gleich der Sonne, mich ewig, ewig Licht und Wonne, geh ich nur gern auf deiner Bahn. Dann schwebt mein Geist empor und singt im Sternenchor: Liebe! Liebe! D Herr der Zeit und Ewigkeit! Ich weiß, daß du die Liebe bist. Geduld, Langmuth und Gnade Gottes. Mel. Ein Lämmtein geht barmer, mich noch liebst. 40 Mit welcher Langmir B2 duld 28 Gott, dessen Wesen bulb trägst du die Men- häufe Schuld auf Schulb schenkinder, o Gott! Auch durch fühnen Mißbrauch bei gebäufter Schuld trägst deiner Huld! Nur Tugend du die frechen Sünder! sei uns Freude, damit uns Sie nahen dem Verderben in der Prüfungszeit der sich; du siehst es, und es Reichthum deiner Gütigkeit jammert dich des Elends zur wahren Beßrung leite. dieser Armen. Daß sie dem 1972, JI felben noch entfliehn, suchst In eigener Melodie. du ihr Herz zu ziehn aus innigem Erbardir zu 41 A ller Welten Herrscher! Gott! dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Sie vers herrlicht täglich sich auch an uns allen, die wir noch auf Eiden wallen. Ja, fie pflegt, nährt und trägt nicht nur deine Kinder, selbst die größten Sünder. men. 2. Du gönneft ihnen Zeit und Raum, noch in ihr Herz zu gehen, du läßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schoneft sein von Zeit zu Zeit; verziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzuhauen. Dwelche Langmuth und Geduld! Wer sollte deiner Baterhuld nicht inniglich vertrauen? 3. Erbarmest du dich schon so sehr selbst frevelhafter Sünder, so trägst du schonend noch viel mehrdieFrome men, deine Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach und träg zu guten Werken, so zürnst du nicht; du denkst daran, wie leicht ein Herz sich täuschen kann, und eilest, sie zu stärken. 4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott! unsere Herzen rühren! Nie müsſe deine Baterhuld zur Sicherheit uns führen! Ach! keiner dind 2. Dieser Langmuth Größe läßt sich zwar empfinden; aber wer kann sie ergründen? Sünder so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden und dabei doch so treu warnen, die dich baffen: Herr! wer kann dieß fassen? 3. Doch du strafft nicht gerne, liebst nur unser Leben, Beit zur Beßrung uns zu geben, dringt dich deine Liebe, zärtliches Er barmen. Darum hast du mit uns Armen, so voll Huld, noch Geduld, daß wir darauf achten und nach Beßrung trachten. 4. Draß doch der Reich thum deiner Vaterliebe uns zur Sinnesändrung triebe! 1 C und Eigenschaften. 29 O daß wir, voll Reue, daß du unser schonest und unsre Schuld bedächten und dir willig folgen möchten! Unser Schmerz rührt dein Herz, Schulden, die uns tränken, gnädig uns zu schenken. nicht nach Verdienst uns lohnest. Stets noch ist uns Schwachen nöthig deine Gnade, selber auf dem Tugendpfade. Leit uns doch das mit noch, bis wir dich einst droben ohne Sünden loben. 5. Dank sei dir, o Vater, Von der heiligen Dreieinigkeit. Gott, Vater, Sohn und ben und im Tod: erbarm heiliger Geist. dich unser aller! In eigener Melodie. 42 Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade! Er ; forget, daß uns nimmer mehr Gefahr und Unglück schade. Uns wohlzuthun, ist er bereit; er will nur punire Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! 2. Ja, Bater! wir erheben dich mit freudigem Getmüthe; tu herrschest unver= änderlich mit Weisheit und 3 mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und was sie wirkt, ist wohl bedacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. D Jesu Christ, des Höchsten Sohn! dich, seinen Eingebornen, dich fandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Le4. O heilger Geist, du Geist von Gott! Erleuchte, beßre, tröste, die Jesus Christ durch seinen Tod vom Sündendienst erlöste. Auf deinen Beistand hoffen wir; ach! leit uns stets, so sind wir hier beglückt, dort ewig selig. Mel. Erschienen ist der herrlich 43 Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat. und noch erhält. Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland dir. Du littst für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrein. Halleluja! 3. Gelobet feist du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern. Du hast durch deines Wortes Macht B3 uns 30 Von der heiligen Dreieinigkeit.. uns allen Licht und Heil den. Er flößet uns im Todesgebracht. Halleluja! schmerz des ewgen Lebens Trost ins Herz. In eigener Melodie. 44 Wir glauben an den eingen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, Aller Vater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er erweg schon, eb wir waren, unsre Rettung in Gefahren. Er ists, der für uns sorgt und wacht, und Alles steht in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jefum Christ, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete sein Leben nicht zu theur, für uns zu geben. Er erstand, berricht, hoch erhöhet, in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt uns auch im Grabe nicht und kommt dereinst zum Weltgericht. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, unsern göttlichen Regierer, den Jesus Christus uns verbeißt, uns zum Beistand und zum Füb rer, der in Trübsal seine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten; der uns lehrt Vergebung finden und der Tugend Werth empfinMel. Mein ganzer Geift 111 45 Lobfinget Gott! re und Ehr sei unserm Gott w je mehr und mehr für alle he seine Werke! Von Ewigkeit w zu Ewigkeit lebt er und ei herrschet weit und breit al mit Weisheit, Güt und Stärke. Singet, bringette frohe Lieder! fallet nieder vo Gott ist herrlich, unaus du sprechlich groß und selig. V 2. Lobsinget Gott! Danthe Preis und Ruhm sei von H uns, deinem Eigenthum, ge Herr Jesu, bir gesungen. G Du Mittler zwischen unsur und Gott, hast durch Gew horsam bis zum Tod dal Leben uns errungen. Heiſo lig, selig ist die Freund w schaft und Gemeinschaft allerzu Frommen, die durch dic zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott! du Geist des Herrn, sei nie von unserm Geiste fern mit Kraft ihn auszurüſten! Du machst uns gläubig weis und rein, bilfft und getroft und fiegreich sein im Streit mit unsern Lüften Leit uns, stärk uns in derde Freude, wie im Leide, Gott 2 ergeben und der Tugentge treu zu leben.. u Mel Von der heiligen Dreieinigkeit. Mel. Es wolle uns Gott 46 5 err, wer ist dir gleich? Du bist das höchste Wesen: und doch hast du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Bater, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Väter ihrer Kinder. Du haft für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben; dein Herz, voll Güte und Geduld, verleih uns Trost und Leben, daß wir dich findlich fürchten. 31 zu befrein von Sünd und du zu Erden. O laß uns, unser Herr und Gott! froh deines Segens werden und dir im Glauben dienen. 4. O heilger Geist, du Geist von Gott! wehr in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du gibst zum Guten Lust und Kraft, laß es uns stets erfahren. Stärk uns in unsrer Pilgrimschaft, bewahr uns vor Gefahren, hilf uns dir willig folgen. 5. Laß, Gott! uns bein auf Erden schon, als unsers Gottes, freuen. Herr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich 3. O Jesu, ewger Gottes sohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns ewig schauen. Werke und Wohlthaten Gottes. Schöpfung. Mel. Es ist das Heil uns 47 Wer machte diese schöne Welt, das Nahe und das Ferne? Wer bat am Himmel hingestellt die Sonne, Mond und Sterne? Wer schuf die Wälder, Feld und Au? befahl dem Regen, sprach zum Thau: Erquicke Saat und Blütben? 2. Auf wessen mächtiges Geheiß entstanden Ström und Seeen? Wer gab dem Winter Schnee und Eis? Wer hieß die Winde weB4 hen? Werke und Wohlthaten Gottes. 32 hen? Wer rief der Thiere In eigener Melodie. zahllos Heer in Flur und 48 Nobfinget Gett! a Wald, in Luft und Meer, in Staub selbst frohe Wesen? 3. Das Alles, Alles, groß und klein, ist dein Werk, Unsichtbarer! Du bist der Erste, du allein bist Schöpfer und Bewahrer. Durch deine Macht und dein Gebot ist Alles, liebevoller Gott, ist auch der Mensch geworden. schuf die Welt zum Schauplatz seiner Güte; lob singt ihm, der sie noch er hält, mit freudigem Gemü the! Gott ist die Liebe rühmt es laut, Geschöpfe die ihr ihm vertraut, di ihr ihn kennt und ehret Rühmt es, daß seine Gütig feit mit jedem Morgen sid erneut und ewig, ewig wäh ret! 4. Wie gut, wie liebevoll du bist, seh ich, wohin ich blicke; denn gut ist, was geschaffen ist, und dient zu meinem Glücke. Luft, Sonn und Mond und Pflanz und Thier und Stein und Wasser nützen mir und nützen allen Menschen. 5. Für dich nicht, für Geschöpfe nur, daß jedes glücklich werde, schufst du die prächtige Natur, den Himmel und die Erde. du, der uns als Vater liebt und Allen alles Gute gibt, was kann der Mensch dir geben? 6. Wie bin ich froh! du machst auch mich zum Zengen deiner Güte. Ich danke dir und denk an dich mit freudigem Gemüthe. Ich seh dich nicht, doch lieb ich dich; du schufft und du erhältst auch mich zu immer größern Freuden. 2. Du wolltest, daß vo dir nichts leer von Freu und Leben bliebe: drun schufst du, Gott, der Himme Heer, schufft unsre Wel aus Liebe. Du selbst be durftest ihrer nie; Unend licher! du ließest sie 31 ihrem Heil nur werden Dich aber, dich erfreue nun die Wonne, Allen wohl zuthun im Himmel un. auf Erden. 3. Kein Mensch, kein En gel selbst ermißt dein Wohl thun, deinen Segen; wi groß, wie weisheitsvoll du bist in allen deinen Wegen Gott, deine Güte reicht so weit, als deines Reicht Unendlichkeit, so weit, Herr als dein Leben. Ach! wal sind wir, die deine Mach aus tobtem Staub bervor gebracht, uns ewig Heil zu geben! 4. O Vater, welchem Kei net Schöpfung. 33 Stärke, tein Dant, tein Lobgefang erreicht die Wunder deiner Werke; doch ist dirs angenehmer Dant, dir ist es mehr, als Lobgesang, wenn ich dich thätig liebe und gern in meiner Lebenszeit Erbarmen und Wohlthätigkeit an andern Menschen übe. ner gleicht, an Liebe, wie werf auch ich mich nieder: an Herr! dein Preis sei mein Beruf! Preis, daß ich dich Vater nenne, Preis, daß ich dich preisen kann, daß auch ich durch dich begann, dich als meinen Schöpfer kenne und, von hohem Eifer voll, mehr dich kennen lernen soll! 5. Du bist die Liebe! Dank sei dir, daß ich dich so erkenne und dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich meinen Vater nenne! Auch will ich gerne liebreich E sein, will glücklich machen, will erfreun, will helfen = und dir gleichen. Von dies sem Heil und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, so lang ich lebe, weichen! 1 Mel. Gott, der du die Menschen 49 Sott! aus deinen Schöpferhänden ging die herrliche Natur. Solchen Bau so schön vollenden, konnte solch ein Schöpfer nur. O wie fönnt ich deine Werke, ihre Regel-mäßigkeit, Pracht und Mannichfaltigkeit, wie die Zeugen deiner Stärke, deiner Huld und Weisheit sehn und doch stumm vorübergehn? 2. Rings auf Erden hallt es wieder: Gut und groß ist, der uns schuf! Betend 3. Ja, wenn Thränen mir entgleiten, will ich deine Schöpfung sehn und durch ihre Herrlichkeiten stets mit offnem Herzen gehn. Alle. stehn ja unverschlossen, sind dem Aermsten ja bekannt. Näher werd ich dir gewandt, hab ich schuldlos sie genossen. Still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. 4. Du gedachtest meiner Leiden, eh noch dieses Herz dir schlug; sorgtest schon für meine Freuden vor dem ersten Athemzug. Zum Genuß für Leib und Seele hast du, Herr, mit Freundlichkeit so viel Gaben ausgestreut, daß ich im Genuß oft wähle. Wer so viel, so gern mir gibt, o der zeigt, daß er mich liebt. 5. O, wer wollte je vermeffen mitten in der schönen Welt deiner Macht und Huld vergessen und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst dem kleinsten Wurme seine Vaterforge B5 weibt, 34-Werke und Wohlthaten Gottes. weiht, du bists, der auch nem Schöpfer Ehre! Mich, mich erfreut in der Stille, wie im Sturme. Herr, dir will ich ganz vertraun und mein Heil auf dich nur baun! ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt i unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunder L bar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verg stand, dich zu erkennen i leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe.! 6. Erheb ihn ewig, o mein i Geist, erhebe seinen Na men! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag: Amen: Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien, ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Mel. Sei fob und Ehr dem ich, 50 Wenn o Schöpfer deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alles wacht, anbetend überlege, so weiß ich. von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wo hin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer In eigener Melodie. ruft dem Heer der Sterne? 51 Die Himmel rith rüh Gottes Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; i vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt die unzähle baren Sterne? Wer führt a die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne und lauft den Weg gleich als ein Held. seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu fegnen? Du Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, als Erd und Himmel reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meiadism 3. Vernimms und sich g bie Wunderwerke, die die Na Schöpfung. Natur dir aufgestellt! Verfündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühllos wohl beschaun? Durch wen ist Alles? Gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich! Ich werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich! 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gett der Ordnung und dein Heil! Ich bins! Mich liebe dein Gemüthe und nehm an meiner Gnade Theil! Mel. Herr, wir fingen 52 Unser Gott ist groß und mächtig, und seine Schöpfung schön und prächtig, voll Weisheit und Vollkommenheit. Dihr, seiner Allmacht Heere, verkündigt eures Schöpfers Ehre und preiset seine Herrlichkeit! Sein Kleid ist reines Licht, er hält im Gleichgewicht gan ze Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 35 Allmacht spricht: so stürzen Welten, die Berge fliehn vor ihrem Schelten und sinken vor dem Donner hin. Er hat wie ein Gewand die Himmel ausgespannt. Durch ihn gehet, gleich wie ein Held aus seinem Zelt, die Sonne und erfreut die Welt. 3. Er, der auf den Winden schwebet, er schaut die Erde an: sie bebet! Er rührt den Berg an, und er raucht! Vögel nährt er, speist die Heerde, erneuert die Gestalt der Erde, erfreut, was in ihr lebt und haucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit Allen Speise, liebt und erhält die ganze Welt und tränkt die Thiere auf dem Feld. 2. Allmacht sprach zum Nichts: Es werde! Da trat auch unsre schöne Erde vor ihren Herrn, um aufzublühn. 4. Kräuter schuf er, uns zu heilen; den Mond, das Jahr danach zu theilen; der Sonne Licht zur Fruchtbarteit. Gott ist gnädig, Gott regieret, wenn er die Flur mit Blumen zieret und sie mit Saaten überstreut. Der Wallfisch und der Wurm, der Blüthenduft und Sturm zeugt vom Schöpfer. Der Tag, die Nacht rühmt seine Macht und rühmt, daß er für Alles wacht. 5. Gott, voll Weisheit, Gott, voll Stärke, wie viel und groß sind deine Werte! Wie reich an Gütern ist das Land! Schiffe gehn in weiB6 ten 36 Werke und Wohlthaten Gottes. ten Meeren; da wimmelts Ding verborgen ist! Ach, ziehe von den frohen Heeren der Thiere, zahllos wieder Sand. Mit Mannichfaltigkeit, mit Regelmäßigkeit prangt die Erde; wohin entzückt mein Auge blickt, da ist die Welt mit Reiz geschmüct. 6. Der vergänglich Gras bekleidet, die Fische nähret, Lämmer weidet, der sorgt als Vater auch für mich. Seele, wolltest du für morgen schon heute bang und ängstlich sorgen? Nein, sei getroft, ermanne dich! Vertraue Gott! Auf ihn werf alle Sorgen hin! Er wird sorgen: er, der uns hört und gern gewährt, was unfer wahres Wohl vermehrt. 7. Dank dem guten Gott zu singen und stets mein Herz ihm darzubringen, soll meine höchste Freude sein. Laut soll ihm mein Lob erschallen, mein Opfer wird ihm wohlgefallen, gerührt will ich mich seiner freun, Sein Lob ist Seligkeit! Es macht schon bier bereit für den Himmel. Dort werd ich stehn, entzückt ihn sehn und ewig seinen Ruhm erhöhn. Mel. Wer nur den lieben Gott 53 Gott des Himmels und der Erden, der du allgegenwärtig bist, von Niemand kannst begriffen werden, vor dem fein mich doch ganz zu dir und offenbar dich selber mir! 2. Wohin ich Herz und Augen lente, da find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke dein Werk, die prächtige Natur, so ruft mir Alles, Alles zu: Wie groß ist Gott! wie flein bist du! 3. Mir zeigen alle Elemen te Macht, Güt und Weisheit überall. Owenn das Stumme reden könnte, wie groß wär stets der Jubelschall! Rühmt, Menschen, Gottes Güt und Macht, die euch und uns hervorgebracht! 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! Die Erd ist deiner Güte voll. D gib mir dankbar fromme Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab und bin, zu deinem Dienst auf ewig bin! 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir lok ten, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick wer den, und ihr Genuß mir Schaden thut! Laß allen Mißbrauch ferne sein; mein letztes Ziel sei du allein! 6. Hier ist mein Leben eine Reife, ich geb nach jener höhern Welt. Drum mache du mich fromm und weise, daß ich hier thu, was dir gefällt! Und end ich diesen turs Vorsehung. kurzen Lauf, so nimm zu höherm Glück mich auf! Vorsehung, od. Erhaltung und Regierung der Welt. Mel. Nun dantet Alle Gott 54 Nich ichts ist von unges fähr! Ein großer Gott regieret, ein Gott, der seine Welt mit reichem Segen zieret. Auch was uns Zufall heißt, ist, eh es noch geschieht, in seinem Plan beſtimmt und einer Kette Glied. 2. Er sah vor aller Zeit, 3 was fünftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird sein, als was sein Rathschluß wollte: und Alles, was er I will, ist weise, recht und gut. Owohl mir, daß mein Glück in Gottes Händen ruht! 3. Wie dürft ich mißverOgnügt in meinem Stande leben? Kann jemals böse sein, was Gott mir pflegt zu ge: ben? Der Thor nur klagt und murrt und lästert Gottes Rath; er hat nicht, was er will, und will nicht, was = er hat. 37 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg ich meinem Gott, so lindert sich mein Schmerz; denn was mich elend macht, ist immer nur mein Herz. 4. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Gedanken: Mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch Welten wanfen! Ich sollte, was ich bin, nicht etwas Anders sein, und mein besondres Loos stimmt mit dem Ganzen ein. 6. Wie thöricht würd ich sein, wenn ich begehren wollte, daß alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt auch mich und mischt mit Freundlichkeit in seinen Segenskelch des Leidens Bitterfeit. 7. Im Leiden lern ich mich und meinen Gott erkennen und mich mit edlem Sinn von falschen Freuden trennen. Wie kann mir schrecklich sein, was mich vollkommner macht? Mehr ist die Tugend werth, als Sinnenlust und Pracht. 8. Die Tugend wird bald schwach im Schooße niedrer Freuden und stark erscheinet sie, umringt von stillen Leiden. Sie strahlt am göttlichsten aus tiefer Dunkelheit; da leuchtet sie der Welt und überlebt die Zeit. 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, mich auch auf rauher Bahn zu meinem Biele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott! O stehe du mir bei, daß selbst in Noth undTod mein Herz dir folgfam fei! 37 In 38 Werke und Wohlthaten Gottes. In eigener Melodie. 7. Ihm hab ich mich er 55 In allen meinen Thas geben, zu sterben und zu den es ge beut. Sei mir mein End verborgen, fomm es heut oder morgen, er weiß dazu die rechte Zeit. 8. So sei nun, Seele, stille, dich leitet dessen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! Dein Bater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath! Höchsten rathen, der Alles kann und hat. Er muß in allen Dingen, folls anders wohlgelingen, mein Helfer sein mit Rath und That. 2. Nichts hilft mein banges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen: ich traue seiner Baterhuld. Mel. Es ist das Heil uns 3. Es kann mir nichts ge= 56 Dir, unser Gott, if schehen, als was ersehen und mir für beil-. sam hält. Mit dem, was Gott beschieden, bin ich, sein Kind, zufrieden: mir geh es, wie es ihm gefällt. 4. Ich traue seiner Gnade, die mich auf meinem Pfade vor allem Uebel schützt. Leb ich nach seinenSätzen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Leg ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflicht; irr ich auf finstern Wegen, geh ich dem Leid entgegen, so sei sein Wort mir Trost und Licht. 6. Was über mich beschlossen, dem will ich unverdrosfen, getrost entgegengehn. Kein Unfall unter allen soll ie zu hart mir fallen; ich will mit Gott ihn überstehn. im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste, und dein Reich kann nie begriffen wer den. Unendlich ist die Maje ftät, die über Alle dich er höht, die Kron und Scepter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der der es messe? Wohin auc nur mein Auge sieht, da ſeb ich deine Größe. Weit, über alle Himmel weit geht bei nes Reiches Herrlichkeit. Du herrschest über Alles. 3. Du herrschest weislich, recht und gut, nach heiligen Gesetzen. Du willst auch tei ner treuen Hut das kleinste würdig schätzen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ists bein liebstes Wert, zu segnen, zu beglü den. 4. Wobl Vorsehung. 39 4. Wohl uns, daß du das den Weisen, der keinen seiRegiment, Gott, über Alles = führest! Und wohl dem, nes Gleichen hat! Der Herr thut große Werke. Wer beuget seine Kraft? Wer seines Armes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, den weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. I der den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! Ich, dein so schwacher Unterthan, ich bete dich in Demuth an. fieh auf mich mit Gnade! 5. Ich bin verderbt und , fehlervoll, bin auf dem Tugendwege nicht stets so eifrig, wie ich soll, bin oft zum Guten träge. Doch du bist gnädig und voll Huld vergibst du Reuenden die Schuld. Drum hoff ich auf Vergebung. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, wel cher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sei; auch mich hat er verich hat er föhnet. 7. Herr! ewig will ich bei nen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Lust will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beistand wan• deln. In eigener Melodie. 57 Kof ommt, kommt, den Herrn zu preisen, der groß von Rath ist, groß von That, den Gütigsten, 2. Er will, und Sonnen flammen; auch drängt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern, das Meer wird ungestüm, des Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blitze zünden, daß Städte flammend stehn. Er winkt und droht den Winden, schnell wird sein Himmel schön. 3. Er, er gebeut den Wellen: Bis hierher! Ihm gehorchen sie. Er legt in Felsen Quellen; sie rieſeln und versiechen nie. Er füllet Wüsteneien mit seinen Wuns dern an; heißt Thiere da sich freuen, wo kein Mensch wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren, zerstören und erneun? - 4. Herr! dein ist alle Stärte, und alle Hülfe, Gott, ist dein! Das preisen deine Werte, die deiner Allmacht fich Werke und Wohlthaten Gottes. 40 sich erfreun. Auch wir erfreun uns ihrer; ihr Lob jei unsre Pflicht! O Bater, o Regierer, wen hält, wen schüßt sie nicht? Du lebst, du wirkst in Allen; wir leben nur in dir. Erhalter, wer kann fallen? Dir, dir vertrauen wir! Mel. Von Gott will ich, oder: Zeuch ein zu deinen Thoren 58 Gott, der an allen Enden viel große Wunder thut! Du bists, in dessen Händen mein ganzes Schicksal ruht; bast in der Prüfungszeit mir jeden meiner Tage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, wacht über mich dein Sorgen. Ach, Bater! wie vermag mein stand das Gute zu erheben, das du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? d 3. Drückt mich auf meinen Wegen gleich manche Laft und Müh, so führt auch fie zum Segen, und du verfüBest sie. Du bleibeft mitleidsvoll; hilfft liebreich deinen Kindern sie tragen und vermindern, beförderst stets ihr Wohl. 4. Stets hat in meinem Leben mir dieses Trostes Licht von neuem Kraft gegeben und frohe Zuversicht. Wenn ich bekümmert war, so seufzt ich und war stille, und dein stets guter Wille entriß mich der Gefahr. 5. Dein Name sei gepriesen, der jederzeit an mir ſo herrlich sich erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, von deiner Güte fingen jetzund und immerdar. 6. Du hast mir wohl gerathen und lauter Guts gethan, baß deiner Liebe Thaten ich nicht aussprechen kann. Hilf, Vater, daß ich dort, verklärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen, dir danke fort und fort!" Mel. Wer nur den lieben Gott 59 Fürwahr, du biſt, o Gott, verborgen, dein Rath bleibt für uns wunderbar! Umsonst find alle unsre Sorgen; du sorgtest, eh die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich. Dieß sei genug zum Trost für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie Vorsehung. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, deiner Macht; du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft sie nie gedacht. AusFinsterniß bringst du das Licht; dir folgen sei stets unsere Pflicht. 4. Drum will ich mich dir überlassen mit Allem, was ich hab und bin; und kann ich auch nicht Alles faffen, so trau ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang macht mir endlich klar, daß stets dein Rath voll Güte war. 5. Gib, daß dieß mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud und Leid; denn Alles wirkt zu deiner Ehre und meiner Seele Seligkeit, und einst preis ich vollkommen dich und freue deiner ewig mich. 41 3. Schau die Werke seiner Hände! Mensch und Thier melden dir feinen Ruhm ohn Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub, gibt ihn zu erkennen. ist gut; was er thut, ist voll Lieb und Güte! Er nur weiß in allen Sachen, groß von Rath, wie von That, Alles wohlzumachen. 2. Beides, Erd und Him mel preisen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie beweisen. Sonn und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; ieder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. 5. Sollt ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir das Leben! Was ich bab, ist sein Geschenke, auch der Geist, der ihn preist, mit dem ich ihn denke. 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Mel. Warum sollt ich mich 60 Seizufrieden, mein Licht, dir zum Dank verGemüthe! bindet. 7. Setzten mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfst du, o mein Gott, sie tragen. War faum noch Geduld vorhanden, deine Kraft hat geschafft, daß ich überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan! Denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlassen. Es ge= schicht 42 Werke und Wohlthaten Gottes. schicht wahrlich nicht; er nnd Leben, Alles sei dir kann dich nicht haffen. 9. Drum ergib dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch erfüllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rath, wie von That: er, er wirds wohlmachen. In eigener Melodie. 61 Al lles ist an deinem Segen, großer Gott, allein gelegen; du bist unfer höchstes Gut. Uleber Alles hoch dich schätzen und auf dich Vertrauen setzen, gibt allein getrosten Muth. 2. Du, der mich bisher gewährte, bist und bleibelt ewig mein. Du, mein Schöpfer und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Leben sein. 3. Sollt ich ängstlich mich um Sachen, die nur Sorg, und Unruh machen, nur um eitles Glück bemühn? Nein, ich will nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben und im Tode nicht entfliehn. 4. Auch die Hoffnung kann erquicken: was mir gut ist, wirst du schicken; du bist Herr der ganzen Welt! Dir will ich mich froh ergeben; Glück und Unglück, Tod heimgestellt! 5. Ist mein Wunsch nach- deinem Willen, o so wirst i du ihn erfüllen, und gewiß i zu rechter Zeit. Dir hab ich nichts vorzuschreiben; wie du willst, so soll es bleiben: was du willst, ist Celigkeit. រ 6. Soll ich hier noch län ger leben, o so wollst du- Kraft mir geben, daß ich i stets dir folgsam sei. Alles I Irdische vergehet; nur die Frömmigkeit bestehet, und sie macht mich sorgenfrei. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 62 ott forgt für uns. O singt ihm Dank, ihr Christen, singt ihm gern! Bom Aufgang bis zum Niedergang trägt z uns die Huld des Herrn. 2. Vom Menschen bis zum i kleinsten Wurm reicht feine Gnad und Macht; im Son nenschein, sowie im Sturm, ist er auf Heil bedacht. 3. Mit frohgerührter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar! Die Lehre, die vom Segen sinkt, ist sein: Gott krönt das Jahr. 4. Ja, Höchster, wir ver ehren dich mit kindlich fro hem Dank; du nährst uns und gibst väterlich auch mehr, als Speis und Trant. 5. Fried Vorsehung. 5. Fried und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das gibst ' du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6 6. Laß deines Segens ; Ueberfluß uns nun auch nützlich sein und hilf uns, 7 daß wir beim Genuß uns dessen mäßig freun.bo 7. Vermehr in uns die Zuversicht, dir ewig zu verà traun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Aerndte schaun. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften, oder Mein Gott, das Herz ich bringe 43 Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Erquicung zu? Wer ist ſo gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? 7. Herr! ohne dich vergingen wir und wir verdientens auch; und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Nicht Einem mangelt deine Huld; wem strablet nicht dein Licht? Mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht! 9. Obetet, Menschen, betet an! Erwägts und denket nun: Was hat Gott schon an uns gethan! was will er nicht noch thun? 63 No och immer wech seln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich I dein Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die i milde Hand, Herr, wie du Mel. Vom Himmel hoch ſtets gethan; bu fegneſt und 64 Mein Gott, nach Auge fieht du füllst das Land mit deiner Güte an. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet gibt der Baum, wenn Einer Schatten sucht, ihm unter seinen Zweigen Raum, Erfrischung und auch Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude dir: von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 2. Getrost, mein Herz! Mein treuer Hirt schafft, daß mein Fuß nicht gleiten wird; der mich behütet, schlummert nicht; in Finsterniß ist er mein Licht. 3. Kein Uebel sei mir fürchterlich; denn Gottes Rechte schützet mich. Durch fei Werke und Wohlthaten Gottes. 44 feine treue Baterhand wird aller Schade abgewandt. 4. Sein Schutz gewährt mir Sicherheit, sein Trost füllt mich mit Freudigkeit. Er leitet mich auf ebner Bahn und nimmt mich einst zu Ehren an. 5. Herr! segne und behüte mich! Du bist mein Heil: ich hoff auf dich. Dein Segen folg aus dieser Beit hinüber mir zur Ewigfeit! 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. meine Zuversicht! Ich bin gewiß, du thust mir wohl solang ich hier noch lebe soll. Nicht Ueberfluß bi ich von dir: was ich bedarf das gibst du mir. Mel. Gott Vater, an Erbarmen 6. Mich schufft bu nid 65 Gott beine weise für diese Zeit, mein 3 Macht erhält die ganze lebevolle Welt, und Aller Augen freuen sich und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie alle liebst und allen ihre Speise gibst. ist in der Ewigkeit. D gabst mir Weisheit und Ver stand und machtest felbig dich mir bekannt. Nichti was die Erbe zeugt un nährt, gleicht mir an Hos heit und an Werth. 1 7. Von dir, der das ari mir gethan, werd ich aud C Speis und Trank empfabr Selbst dem, der dich mi Sünden schmüht, gibst dit sie ohne sein Gebet; un f fleht ich nicht darum g dir, gewährtest du sie den noch mir. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich mein bescheiden Theil, gabst mirs mit Huld und Freundlichkeit, solang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du für mich. 4. Ich bins gewiß, du fannst mich nicht verlassen, 5. Der Vogel bauet nich das Land; du nährst ih doch mit milder Hand. D schmückst die Blume könig lich, die nicht zur Arbe eilt, wie ich. Vergiß e meine Seele, nie: we mehr bin ich vor Gott, al fie. 8. Laß du mich nur ger nügsam sein und deine Gaben mich erfreun, meh f aber deiner, der du dich s freundlich zeigest gegen mich ter du des Lebens Quell bist, aus welcher alle Wohl b that fließt. F 9. Be Vorsehung. in 9.Bei deiner Gaben Uleber h fluß erhalt mich mäßig im Se Genuß; bewahr mich in der Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit. Du nährst mich immer: Preis id und Dank bring ich dir, Gott, mein Lebenlang. dr DI ig 45 4. Täglich warest du mir nahe: deine Weisheit lehrte mich. Was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, o Vas ter, bich. Ja, du famst mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen. Was nur je mir heilsam war, reichte deine Hand mir dar. 5. Wie so viele frohe Tage schenkte deine Güte mir! Sandtest du auch eine Plage, o so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Güter alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Vaterhuld verlieh? Nein, zu zählen sind sie nie. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 66 Bester, weisefter Regierer! Aller al Welten Preis sei dir! Dir, auch meines Lebens Führer, d sei auch ewig Preis von i mir! Unter allen Millionen, die dein weites Reich beer wohnen, siehst du huldreich auch auf mich und verti forgst mich väterlich. 2. Kann ich dich genug 50 erheben? Du, der Alles werden heißt, gabst mir mit ar des Leibes Leben auch die 6. Sollt ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben sein? Sollt ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder dräun? Nein, o Herr, dich laß ich walten, du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Wonne, sende Schmerz, dankvell nimmts von dir mein Herz. Seele, die dich preist. Ich, nein Wunder deiner Güte, feb mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht faffen kann, als ein Bild von dir 7. Flöhn mich auch die mich an. n 3. Auf der Menschheit hobe Stufe stellte, Herr, e mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Vaterarmen in der Kindheit schon zu dir. O wie preis ich dich dafür! besten Freunde, fehlt auch andre Freude mir, wären viel auch meiner Feinde; dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich nicht verzagen, will aufs Ziel von meinen Tagen, auf die beßre Zukunft schaun und von Herzen dir vertraun. 8. Beffer noch, als selbst das Leben, ist, o Vater, dei 46 Werke und Wohlthaten Gottes. deine Huld. Was mir nützt, dung, Allergütigster, m wird sie mir geben und dir! Gib, o Bater, ste mich tragen mit Geduld. Empfindung deiner Vate Laß mich nur, du Aller- liebe mir! Mache du mi bester, immer inniger und immer reiner, daß mei fester hier mit dir vereinigt Herz auch einst noch dein fein, deiner Gnade mich zu sich in deinem Reiche fr freun. und in dir ganz fel 9. der seligen Verbin- sei! Die vorzüglichsten Geschöpfe. Engel und Geister. so oft entehret, vom Blen werk jedes Wahns befrei der die Vernunft bethöre Mel. Auf, Christenmensch! That, betreten sie der Ti gend Pfad. 67 Gott! reine Güte, vell Kraft zu jeder gut deine Macht, kann nie ein Mensch ergründen. Sie zeigt sich in der Erde Pracht und in den tiefsten Schlünden; und noch begreift, bei aller Müh, der größte Weise niemals fie. 5. Voll Eifer und vo Thätigkeit sucht jeder dein Willen und was bein h her Wink gebeut gehorsa zu erfüllen, und preist lautem Jubeln gern di seinen Vater, seinen Herr 2. Du bildeteft im Stufengang, uns deiner zu erfreuen, durch Ordnung und Zusammenhang der Weien lange Reiben; vom Men schen. bis zum Thier und Baum ist nirgends leerer Zwischenraum. 6. Auch Menschengli und Menschenheil vermehr ihre Freuden, frob nim an ihnen jeder Theil, wird sie nie beneiden; wit wenn der Sünder Re weint und Tugend lieb des Sünders Freund. 3. Auch Engel, deren Geisterblick tein schwaches Licht begränzet, und denen hobes Himmelsglück im reichen Maaße glänzet, schufft du, o Gott, Unendlicher, der Wesen Vater und ihr Herr! 7. Gott, laß mich, d nen Engeln gleich), mit r nen, frommen Trieben, sie an Tugendfrüchten reil dich und die Brüder liebe so werd ich einst ganz eng rein mich deiner, o me Vater, freun. 4. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, der uns Me 20 re te 00 n b a li t De rt ge tel Vorsehung.$ 129US Mel. Bom Himmel tam der 68 Wer zählt, Unendlicher, die Reihn der Wesen, die sich deiner freun, hinauf zu dir, als Bater, fehn, aus allen Welten zu dir flehn? 2. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die einst an Staub gefesselt war, nun losgewunden, diese Welt nicht mehr in ihren Schranken hält. 3. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die unbegreiflich wunderbar du noch zur Erde senden wirst und durch den Tod zum Leben führst. 4. Auf diesem Erdball nicht allein sind Wesen, die sich deiner freun, hinauf zu dir als Vater sehn, dir jauchzen, betend dich erhöhn. 5. Ein ungezähltes Geisterheer riefst du ins Leben, Gütigster! Dein Reich ist unermeßlich groß, ist, Allerhöchster, gränzenlos. 6. Wann einst auf deinen Wink mein Geist sich seinen Fesseln auch entreißt, misch ich in eure felgen Reihn mich, Mitanbeter Gottes, ein. 7. Entzückt vernimmt mein schärfres Dhr das höhre Lied im Geisterchor, und meine Seele strebt und ringt euch nach, wenn sie dem Vater fingt: 8. Dem Bater, dessen Allmachtsruf auch sie mit euch 47 verschwistert schuf, nur meiner Hülle hier ein Grab, Unsterblichkeit dem Geiste gab. Mel. Alle Menschen müssen 69 Wann wir unſern Lauf wann wir unsre Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinemSchooßeruhn: eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu sein, ewig deiner uns zu freun. 2. Wir, zu Gnaden angenommen, hoffen, Vater, voll Vertraun, auch wie fte mit allen Frommen deine Herrlichkeit zu schaun. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, gleiche Wonn uns dann entzücken: wir, erhoben in dein Reich, werden deinen Engeln gleich. 3. Dieses Heiles der Erlösten, dieser Wenne, dich zu sehn, dürfen wir im Tod uns trösten, wenn wir deine Wege gehn; wenn wir ringen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit dir zu dienen stets bereit. 4. Wenn wir vor Begierde brennen und, den Engeln gleich, uns freun, immer mehr dich zu erkennen, immer heiliger zu sein; wenn wir hülfreich gern mit ihnen unsern schwächern Brüdern dienen; wenn ohn allen Eigennut Werke und Wohlthaten Gottes. 48 gennut wir ihr Beistand sind, ihr Schuß. 5. Welch ein Heil, Gott, schon auf Erden Engeln an Vollkommenheit immer ähn licher zu werden, ähnlich einst an Seligkeit! Laß uns nicht in eitlen Träumen die ses große Heil versäumen; lehr uns deine Wege gehn: einst, wie sie, dich auch zu sehn! Der Mensch. Seine Wür de und Vorzüge. Mel. Wer uur den lieben Gott 70 Dein bin ich, Gott! Dein ist mein Leben! Erfreulich ist mein Ursprung mir! Du hast das Dasein mir gegeben; mein ganzes Wesen fommt von dir. Du, Bater, riefst mich aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines Lichts. 2. Du gabst mir die vernünftge Seele, die nur so lang den Leib belebt, bis sie, daß ihr kein Wohlfein fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du gabst Verstand und Willen mir, Vernunft und Freiheit dank ich dir. 3. Wenn ich auf meinen Körper sebe, den du so tunstvoll ausgeschmückt: so wird, o Vater in der Höhe, mein Herz vor Freude ganz entzückt. Ein jeder Sinn, ein jedes Glied erweckt zum Breise mein Gemüth. 4. Ich bin nicht werth de großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan; vol Rührung preift dich mein Gemüthe und betet dich in Demuth an. Dir will ich Herz und Leben weihn und stets ein Freund der Tugent sein. Baile Mel. Wer nur ben lieben Gott 71 Fs werbe Gott vo dir erhoben, bu seines Odems Hauch, mein Geist. Sollt ich nicht meine Vater loben, den jedes sel ner Werke preiſt; ihn, de mich schuf, sein Bild z sein und seiner Liebe mid zu freun? 2. Schön ist der sonnen reiche Himmel, den er zu sei nem Stuhle wählt; doch is der sonnenreiche Himmel ge dankenlos und unbeseelt mir nur, dem Werke seine Hand, gab er Gefühl, gal er Verstand. 3. Anmuthig, prächtig zur Entzücken ist seine ganze Stör perwelt. Wer zählt die Reize die sie schmücken? Was id nur sehen kann, gefällt, und dennoch kann sie nicht, wi schön, wie wundervoll fit sei, verstehn. 4. Für Engel nur, und nur für Seelen, die Got zu ihrer Würd erhob, find ste so herrlich; sie erzählen nur Geistern meines Schö pfert asia = pfers Lob. O Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht Idich zum Geiste schuf. 5. Gott, ich kann denten; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meinerSin ne Gedanken tausendfacher Art. Ach, strebt ich, alle Gott zu weihn; wie selig könnt ich hier schon sein! 6. Ich kann sie sammeln, fie verbinden, sie trennen, wie es mir gefällt, die Welt empfinden, empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab ich Kraft; die gibt mir d Gott, der Alles schafft. 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. i Doch das ist, Vater, meine Schuld: du schaffest, was du schafft, aus Huld. 8. Begabt mit wundervol len Sinnen, mit Freiheit, wit Vernunft von dir, sollt ich nur dich, Gott, liebgewinnen, dich nur, und was gebräche mir? Ach, möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften sein! 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit; von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm und Seligkeit! Nimmst du zum Ernd en Vorsehung. re 49 ben, Gott, mich an; hab ich nur dich, was fehlt mir dann? 10. Es werde Gott von dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn? Mel. Es ist das Heil uns 58 ift ba 72 Dir, Gott! ſei Preis ge= bracht! Dich rühme Harf und Psalter!* Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv an mir beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug und Ohr, Herz. Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut, so künstlich ausgeſpannt, der Adern fein Gewebe und alle Glieder sagen mir: ich sei, o Gott, ein Wert von dir und deiner Weisheit Spiegel. 3. O hättest du mein Auge nicht so künstlich zubereitet, was nützte mir der Sonne Licht, der Glanz, den sie verbreitet? Dann säh ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht die ganze Schöpfung schmückest. 4. 3ch jauchze, daß ich sehen kann und hören und ( S empfinden; Werke und Wohlthaten Gottes. empfinden; froh bet ich mei- mir verliehn, Gewiffen mir nen Schöpfer an; ihn über- gegeben. all zu finden, in allen Werfen, die er schuf, das ist mein seligster Beruf, mein Lobgefang und Opfer. 5. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und schwellt sie auf, damit ich athmen möge? Gott ist es, der dieß Alles thut. Preis, Schöpfer, dir: Dir wallt mein Blut, mein Herz schlägt dir, o Schöpfer! 6. Ja, dir sei Lob und Dank gebracht! Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Gib, daß ich nie mich selbst entweih, auf daß mein Herz ein Tempel sei, in welchem dein Geist wohnet. 50 Mel. Mein erft Geschäft sei Preis 73 welch ein Glück, ein Mensch zu sein! Wer kann genug es preisen? Laß des Berufs, ein Mensch zu sein, Gott, würdig mich erweisen! 2. Den Leib, die Sinne dank ich dir; du gabst mir auch die Seele, Berstand, Vernunft, Gefühl mit ihr, durch die ich denk und wähle. 3. Mich allen Wesen vorzuziehn, die auf der Erde leben, hast du auch Freiheit 4. Der Mensch nur ists, der reden kann, sonst fein Geschöpf auf Erden: der Mensch nur ruft dich, Schöpfer, an, kann Andrer Lehrer werden. 5. 3hn schufst du zur Geselligkeit, gabst ihm ein Herz voll Triebe zum Mitgefühl für Freud und Leid, zur Freundschaft und zur Liebe. 6. Und dieser Gaben Fülle schafft mir unzählbare Freuden, gibt mir zu edlen Thaten Kraft und Ruh und Trost im Leiden. 7. Dich, meinen Gott, erkenn ich hier in jedem deiner Werke. Du bist, dieß find ich selbst an mir, voll Weisheit, Güt und Stärke. 8. Ich höre deinen heilgen Ruf; die Tugend ist dein Wille! Du, dessen Güte mich erschuf, gib, daß ich ihn erfülle! 9. Ich bin ein Mensch und darf vor dich getroft und freudig treten; ich darf, du hörest liebreich mich, dich preisen, zu dir beten. 10. Heil mir! o Heil der Zuversicht, die ich in Staube babe: Ich bin unsterblich! Gott, dein Licht erhellt Nacht am Grabe! 11. O welch ein Glück, ein Mensch zu sein! Ich will es dankbar preisen und des Berufs, Berufs, ein Mensch zu sein, mich würdig stets erweisen. Vorsehung. Bestimmung des Menschen zur Gottähnlichkeit. Mel. Nun banket Alle Gott 74 Allmächtig großer du uns ſelbst gelehrt. Gott, wer dich gnug erheben? Du gabst der ganzen Welt Bewegung, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd und Himmel hegt, hat deine Huld gebaut, die jetzt noch Alles trägt. 51 Freund; laß mich auch Wahrheit lieben und mit stets munterm Fleiß in Allem zur Weisheit führt, zur dem mich üben, was mich Weisheit, die dich ehrt und Allem Beifall gibt, was 2. Du schufft, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wollteft, Gütigster! daß ich dein Bildniß wäre. Darum hast du den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufeft, dir, Höchster, ähnlich sein, vollkommen sein, wie du! Owohl mir, wenn ichs bin! Hilf du mir selbst dazu! 4. Laß mir dieß große Ziel doch stets vor Augen schweben; mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun sei dieß, o Gott, allein, daß ich auch, so wie du, gefinnet möge sein. 5. Du bist der Wahrheit 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüfte zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun und dem, ders üben will, auch gern behülflich sein. 7. Gib, daß ich so, wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächsten gern erspart, sein Leben ihm versüßt und, wo er helfen kann, zu helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, o Gott, von diesem Biele; du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber füble, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd ich ewig auch mit dir vereinigt sein und mich ohn Unterlaß, Gott! deiner Güte freun. S2 Mel. 52 Werke und Wohlthaten Gottes. 75 Iein Eigenthum. Mel. Mein Gott, das Herz ch bin, o Gott, Du schufft mich, dein zu sein, mein ganzes Leben dir zum Ruhm und deinem Dienft zu weihn. 2. Du gabst mir den vernünftgen Geist, bewundernd einzuſehn, wie dich, Herr! 76 Herr, lehre mich, den preist, mit Werth des Menschen tief empfinden und Allem dem, was mich entehrt, voll Abscheu mich entwinden. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, als Mensch, vermag und bin durch deine weise Güte. ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verfündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit; zu ihrem Breise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühlLos sein? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu sein, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei stets deiner Ehre voll! 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot, ihm ists nicht Last, nicht Bein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu sein. Höchster, zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr, laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben sein. 7. Was du gebeutft, ist für uns gut; du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Troft und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Mel. Schon ist der Tag von Gott ber Tag von Go 2. 3ch, ich bin mehr, als Fleisch und Bein. Du hauchtest, Gott, aus Liebe mir auch die rege Seele ein und gabst ihr Kraft und Triebe, mehr, als was diese Sinne rührt und nur zu Sinnenfreuden führt, zu fühlen und zu fassen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die, auch beſeelt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was ihnen fehlt, gabst du mir hin, Vernunft und Freiheit und den Sinn für Wahrheit, Weisheit, Tugend. 4. Du schufft mich zur Geselligkeit und für der Freundschaft Freuden, gabst meinem Herzen Fühlbarkeit für Vorsehung. für Andrer Glück und Leiden und setztest auch mich in den Stand, das, was ich dachte und empfand, in Worten auszudrücken. 5. Ich kann mich selbst und deine Welt und dich erkennen lernen; ich kann von dem, was dir mißfällt, mich ohne Zwang entfernen. Und wer, wer zeigt die Gränzen an, wo ich nicht weiter streben kann nach Licht und Herzensgüte? 6. In stiller Andacht kann mein Geift sich bis zu dir erheben und dir, den Erd und Himmel preist, auch Preis und Ehre geben. Ich kann mich deiner Liebe freun, dir folgen, dir ergeben sein und deiner Vorsicht trauen. 7. Nicht blos für diese turze Zeit riefst du mich in dieß Leben. Zum Vollge nuß der Seligkeit soll einst die Seele schweben. Und wird auch einst mein Leib zu Staub, er bleibt doch nicht des Grabes Raub; du, Herr, wirft ihn verklären. 8. Vom Himmel tam, gesandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, um Heiland uns zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schätzen! 201 53 9. Und ich, ich sollte mich entweihn und gleich den Thieren handeln, der Fleischeslust ergeben sein und, Herr, vor dir nicht wandeln? Fern sei ein solcher Sinn von mir! Bewahre mich, daß ich mich hier so frevelhaft nicht schände! 10. Gib, daß ich jetzt und allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich liebe und mich deiner freu und so des Vorzugs würdig sei, den du mir haft verliehen. Mel. Es ist das Heil uns 77 Wie wichtig ist doch der Beruf, den uns der Herr gegeben! Gott, als uns deine Liebe schuf. da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid, noch Anast beschwert, willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bei dir, dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traurig Ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. O laß mir doch dieß große Ziel durch nichts verrücket werden! Was hilfts, wenn ich auch noch so viel von 54 Werke und Wohlthaten Gottes. von Gütern dieser Erden, Die Erlösung von Sünden von Ehre, Geld und Lust durch Christum. gewinn, wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmelreich zu erben? 4. Dein Bilgrim bin ich Von der Sünde. Mel. Auf meinen lieben Gott ia nur hier; laß mich dieß 78 Du, der kein Böſes thut, schufft den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligfeit zu wandeln und recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach! wir, dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? Tage hast du mir zur Wallfahrt zugemessen. Schnell wie ein Traum sind sie vollbracht, und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene bessern Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemüthn, damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Vater, liebt und deines Sohns sich freuet, das in dem Glauben Tugend übt und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun und einst dein Antlitz schauen. 7. Und solch ein Herz das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich möge auch schon hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig find, bis ich, als dein bewährtes Kind, zu deiner Freude gebe. 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster, fieht auf alle Menschenkinder und sieht sie alle Sünder. Vor dir, o Herr, ist keiner ganz schuldlos, auch nicht Einer. 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu lieben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt leider unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr, als die größern Leiden, die wir für Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen dünkt uns Zwang; Erlösung.doll Zwang; des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe, und wer vermags zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. Herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir bekennen und stets von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nachzujagen. 8. Wohl dem, der ste gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du doch uns heilen und neue Kraft ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sünden frei zu werden. 9. Ach, laß durch unsre Schuld uns deine Vaterhuld nicht freventlich verscherzen! Erwecke unsre Herzen, bir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben! Mel. Schon ist der Tag von Gott 79 Kein Mensch, o Gott, ist sündenfrei: wer dürfte sich erheben? Was hilft uns Trug und Heuchelei? Du kennest Herz und Leben. Umsonst, umsonst verbergen wir selbst die geheimsten Triebe dir; dein Blick durchschauet Alles. 2. Du weist, wie oft wir frevelhaft uns böser Thaten freuen und unsers Geistes edle Kraft dem Sünden55 dienste weihen. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, verscherzen wir oft unsere Zeit und unsers Herzens Ruhe. 3. Wir sollten stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken: wir könnens auch; denn du, o Gott, willst gern die Schwachen stärken. Und dennoch unterdrücken wir so oft die Ehrfurcht, Herr, vor dir und folgen unsern Lüsten. 4. Wie leicht entwöhnt sich unser Herz, im Glück auf dich zu schauen! Wie bald vergessen wir im Schmerz, dir kindlich zu vertrauen! Wie mächtig reizen Stolz und Neid uns oft zur Unzufriedenheit mit deiner freien Güte! 5. Du hast mit Menschen uns vereint, die dir, Gott, angehören; wir sollen, aller Bosheit Feind, auch ihre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll? sorgt für den Nächsten, wie er soll? Wer hilft, so viel er tönnte? 6. Oft wirkt auch unsers Beispiels Macht, daß Andre, wie wir, fehlen. Sie sehn auf uns, die Lust erwacht, das Böse zu erwählen. Gleich uns verschmähn fie deine Huld, und ihr Verderben, ihre Schuld vermebret unsere Schulden. 7. O großer Gott, hier C4 ftes 56 Werke und Wohlthaten Gottes. stehen wir, verklagt von un- und Wahn zerstreut. Mach fern Sünden. Vor dir, mich ledig von den Ketten Allheiliger, vor dir ist kei trügerischer Sinnlichkeit! ner rein zu finden. Wie Tilg die Quelle meiner fümmert unsre Seele sich! Schmerzen, die Begier aus Wir alle fehlen wider dich: meinem Herzen! Tief im Erbarm dich unser aller! Staube bitt ich dich: leite selbst zur Tugend mich. 5. Sieh, mich dürftet nach dem Guten. Früh und ſpät ruf zu dir: laß mein Herz nicht länger bluten; deinen Geist verleihe mir! Hilf die böse Lust bezwingen und nach deinem Beifall ringen; stärke mich mit hoher Kraft, das zu thun, was Segen schafft. 6. Ja, du hörst mein findlich Flehn, du erquickst mein Herz mit Ruh. Leben werd ich, nicht vergehen: meine Stärke, Gott, bist du! Ueberwinden, überwinden werd ich durch dich alle Sünden. Meine Seele, faffe Muth! Endlich werd ich fromm und gut. Mel. Alle Menschen rrüffen sterben 80 Vater, heilig möcht thun wäre meine Lust; aber Lüste widerstreben dem Geset in meiner Brust, und der Sündentrieb im Herzen ist noch oft mir Quell von Schmerzen. Mich beschwert der Sünden Joch; was ich nicht will, thu ich doch. 2. Sieh um Kraft mich Schwachen beten; meinem Vorsatz trau ich nicht. Lottende Begierden treten zwischen mich und meine Pflicht. Selbst den heilgen Andachtsstunden, wo, der niedern Welt entschwunden, ich von dir und Tugend sprach, folgten Sündentage nach. 3. O wie oft hab ich geweinet, schmerzlich meinen 81 Wer not, wie leicht mel. O Gott, du frommer Gott nur Ein liebt, Fall bereut, gläubig mich mit dir vereinet und mich deiner Huld gefreut! Gnädig fahst du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht und, Vater, dich, und die Welt besiegte mich. fällt der in alle! Wer Ein Gesetz entweiht, entheiligt in dem Falle die andern auch zugleich in seinem Herzen mit und schwächt die Kraft in sich, die sonst fürs Gute stritt. 2. Ein Fehltritt kann den Grund zu hundert andern le= 4. Dit allein, du kannst mich retten, wo mich Sünd Erlösung.shsak legen und gibt nicht selten uns das schreckliche Vermögen, dann, dreist und ohne Furcht vor des Gewissens Bein, auch jede andre Pflicht vorsätzlich zu entweihn. 3. Wie oft versucht der Mensch, aus Scham, aus Furcht und Schrecken, durch eine zweite Schuld die erste zu bedecken! So führt zur ler hin; und wo die Tu gend weicht, muß auch die Ruhe fliehn. 4. So sei es mir denn Pflicht, der kleinsten Schuld zu wehren und jede Tugend ftets mit Eifer zu verehren. Kein Fehltritt scheine mir und kein Vergehen klein; dieß könnte leicht der Grund von schweren Sünden sein. 5. Durch Tugend steigen wir zum göttlichen Geschlechte, und ohne Tugend find selbst Könige nur Knechte. Sie, fie nur macht uns erst des Lebens Anmuth schön, nur fie fann über Beit und Schicksal uns erböhn. 57 7. Denn Tugend wird ins Reich der ewgen Herrlichkeiten, den Geist, der sie geliebt, vor Gottes Thron begleiten. Und wie? mir Sterblichen wär dieses Glück zu klein, um strenge gegen mich und tugendhaft zu sein? 6. Im letzten Augenblick, wenn Alle von uns gehen, wird sie in Lichtgestalt zu unsrer Seite stehen. Hell wird durch sie der Blick auf die durchlaufne Bahn, und muthig treten wir die neue Wallfahrt an. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 82ünde iſt nie klein zu schätzen. Nennt fie klein: doch bringt fle Schuld. Denn sie widerspricht Gesetzen, die mit Weisheit und voll Huld uns der Heilige gegeben, um durch sie beglückt zu leben. 2. Sein Gesetz ist gut und weise, wie sein Wille selbst es ist. Mensch, befolg es und beweise, daß du feiner nicht vergißt! Ewig muß Gott Sünde haffen, kann nie ungestraft site laffen. 3. Über gibt es nicht selbst Dinge, die der Sünder Schuld erhöhn? O, die Schuld ist nicht geringe, wenn wir sein Gesetz verstehn, es als wahrhaft gut zwar schätzen, doch aus Leichtsinn oft verletzen. 4. Sünd'gen wir mit Ueberlegung wider des Gewiffens Spruch; achten nicht des Herzens Regung, nicht des innern Richters Fluch: so ist das, was wir vollS5 brach Werke und Wohlthaten Gottes. 58 brachten, schon für größre Schuld zu achten. 5. Hat dich Gott hervorgezogen und mit Wohlthun überhäuft, und du bleibest dem gewogen, was der Pflicht entgegenläuft, so mehrt Undant deine Sünden; wichtiger wird Gott fie finden. 6. Fühlest du in dir schon Kräfte, Lieblingsfünden zu entfliehn, und eilst doch zu dem Geschäfte, welchem Gott dich wollt entziehn; wirst, Mel. Alle Menschen müssen sterben geſtärkt durch ihn, nicht bef- 83 Großer Gott, er wird deine noch größer. 7. Wenn dich nichts von außen reizet, und nur innre böse Lust blos nach solchen Dingen geizet, deren Unrecht dir bewußt, o, so ist dann dein Vergehen größer als sonst anzusehen. 8. Machen ganz besondre Dinge gutes Beispiel dir zur Pflicht, und du schätzest fie geringe, ärgerst, aber befferst nicht, größer wird dann dein Verbrechen, und der Richter wird es rächen. 9. Doch wer kann das Alles zählen, was Troß, Unbesonnenheit, Wahn, Stolz, Heuchelei sich wählen, was der Thaten Sündlichkeit vor dem Nichter nur vermehret, weil es sein Gesetz entehret! 10. Gott, laß mich dieß wohl bedenken und, entfernt von Sicherheit, meines Lebens Gang so lenken, daß ich mit Behutsamkeit das nur thu, was dem gebühret, der den Christennamen führet! 11. Laß mir niemals eine Sünde klein und unbedeutend sein! Vater, flöße deinem Kinde Redlichkeit und Kräfte ein, folgsam dem Gesetz zu leben und nach Tugend nur zu streben. habnes das, voll segnender Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen: ach, was ist der Mensch vor dir! Wenn ich deine Größ erwäge und, was ich bin, überlege: o wie niedrig und wie klein muß ich mir nicht selber sein! 2. Ach, es herrscht der Trieb zur Sünde mächtig oft in dem Gemüth und macht mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Ach, ich seh mit Neu und Schreden tausend Fehler, tausend Flecken, und in der verderbten Brust regt sich öfters böse Lust. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vaterhand. O, wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zu= Erlösung. STYR zurück, was dein, ach, was wird mir übrig sein! 4. Doch die Menge deiner Gaben klagt nur meinen Undank an, weil ich sie oft ganz vergraben, oder damit groß gethan; oft voll Leichtsinn sie verschwendet und zu Sünden angewendet. O, wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt. Doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinen Heiland blidt, hofft auf deine Vatergüte, und mein tief beschämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder dei ner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach, erhalte felbst die Triebe treuer Dankbarkeit in mir; Bater, laß das schwache Lallen deines Lobes dir gefallen; bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Was du willst, zu thun, zu leiden, dieß gelob ich dir mit Freuden. Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir gefällt. 59 Folgen der Sünde. Mel. Jesus, meine Zuversicht 84 wie fanft ist, Herr, o wie leicht dein guter Wille! Oft gedenkt die Seele noch jener Ruhe, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt und den Fleiß der Tugend lohnt. 2. Aber, ach, ist er entflohn, des Gewissens sanfter Friede, dann wird Qual der Sünde Lohn, und ihr Dienst macht frank und müde. Keine wahre Freude blüht, wo des Herzens Unschuld flieht. 3. Drüdend ist des Lafters Joch, schwer der Sünden harte Bande; und ihr Sclave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande, dünkt sich glücklich, groß und frei bei der tiefften Sclaverei. 4. In der ungestümen Brust weilet keine Freude lange. Unmuth folgt auf Sündenluft; angstvoll bebt sein Herz und bange, sucht vergebens Fried und Ruh und eilt neuen Lastern zu. 5. Unter schuldlos frohen Reihn wandelt er mit trübem Blicke, will und kann nicht fröhlich sein, wünscht vergangne Zeit zurücke, wird, das Herz voll Groll und Neid, Störer ihrer Fröhlichkeit. 6. Gottes schön geschmückte Welt ist umsonst für ihn geschmücket; Blumenau und 6 Saa Werke und Wohlthaten Gottes. Saatenfeld, was den Tu- ron jenem Reiche fern, nach gendfreund entzücket, dem dem die Frommen streben. sein Herz entgegenwallt, läßt Wie thöricht und wie undie stumpfe Seele falt. dankbar! Entreiße, Gott, mich der Gefahr! 7. Herr, dein heiliges Gericht trifft die Sünder, die dich haffen, die Verächter ihrer Pflicht. Herr, ich will dich nie verlassen; steh mir in Versuchung bei und erhalte selbst mich treu! 5. Wer Sünde thut, ach! der entzieht sich stolz dem Ruf der Gnade. Verkehrt, verstockt wird sein Gemüth und tief sein Seelenschade. Dwelch ein frevelhafter Sinn, wenn ich dir, Gott, nicht folgsam bin! 60 Mel. Auf, Christenmensch! 85 Wer Sünde thut, der liebt nur Wahn, nur Träume, die ihn trügen. Er wandelt auf des Irrthums Bahn und lernt sich selbst belügen. O hilf mir, Gott, daß ich dir treu und fern vom Selbstbetruge sei! 2. Wer Sünde thut, der unterdrückt und schwächt die Seelenkräfte, wird frech und blind und ungeschickt zum Heiligungsgeschäfte. O Bater, gib, daß nie mein Geist sich seine Würde selbst entreißt! 3. Wer Sünde thut, der baßt das Licht, das Gott uns bat entzündet; er kennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet. Olehre, Gott, mich weise fein und stets den Reiz zur Sünde scheun! 6. Wer Sünde thut, verwirft das Wort, das Heil und Frieden stiftet; er eilet auf dem Pfade fort, wo sich sein Herz vergiftet, wo sein Gewissen einst ihn nagt und laut ihn, Herr, vor dir verklagt! 7. Wer Sünde thut, sieht schreckenvoll die letzte Stunde kommen; die Hoffnung, die ihn trösten soll, ist seinem Geist benommen. Er liebte Gott und Jesum nicht; nun droht ihm Tod und Weltgericht. 8. So täuscht die Sünde ihren Freund. So lohnt sie schon auf Erden. Ach, wann die Ewigkeit erscheint, ach, wie wirds dann ihm werden! Viel Gutes, Herr, ist mir verliehn: o lehre mich auch Sünden fliehn! 4. Wer Sünde thut, der Mel. Herzliebster Jeju! trotzt dem Herrn, durch den 86 Wo ist wohl Noth wir sind er bleibt und Elend auf der Botia Erlösung. 61 der Erde, das von der Sünde Mel. Herr, ich habe mißgehandelt nicht geboren werde? Ber- 87 Gott, wie schrecklich wandeln sich nicht stets der Thorheit Freuden in bittre Leiden? sind Verbrechen, weil sie, faum vollendet, sich felbst verfolgen, furchtbar rächen, Richter, dein Gesetz und dich! ach, dem Laster folgt Verderben, Armuth, Schmach und frühes Sterben. 2. Und wie quält den sein Gewissen, der verworfne Thaten übt! Kann er jenes Trosts genießen, den nur reine Tugend gibt? Kann er, ohne zu erbeben, denken an ein fünftig Leben? 3. Nur Ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wandeln sollen, Gott, was vernichtet der für Segen, wie versenkt oft der in Noth! Ach, was müssen wir oft leiden blos für Einer Thorheit Freuden! EHS 2. O wären wir vom Jüngling bis zum Greise dir, Gott, gehorsam, immer gut und weise; was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen! 3. Erhöhet würde jede Luft auf Erden und jede Bürde uns erleichtert werden, wenn unser Herz den Lockungen der Sünde stets widerstünde. 4. Doch ach, sie herrscht, um Alles zu zerrütten, erschüttert Thronen und verwüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht unsern Tagen mit harten Plagen. 5. Wann können Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Herr, denken ohne Furcht und Grauen? an Tod und Grab und an der Zutunft Leben und nicht erbeben? 6. Die Lust zum Bösen fes selt sie und wüthet; fie leiden selbst durch das, was sie gebietet, fie bahnen sich den Weg durch ihre Freuden zu Gram und Leiden. 7. O du, zu dem wir fromm die Hände falten, gib, daß wir fest uns an die Tugend halten und, siegend in Versuchung, uns zum Leben in Gott erheben! 4. Starke, Gott, verfolgen Schwache; Schwache Schwächre; Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Wollust, Stolz und Uleppigkeit: wie erfüllen die mit Plagen deine Welt, mit welchen Klagen! 5. Wie die Arglist Frevel brütet! Wie Gewalt und Ty rannei gleich der Best im Mittag wüthet! Wie im Finstern Heuchelei trachtet, über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! 6. Und wir Sünder könn7 ten X 62 Werke und Wohlthaten Gottes. ten wähnen, Gottes heiliges ich Gutes wähle, er sehnt Gericht strafe feines Elends sich, Gott, so heiß nach dir; Thränen, acht auf unsre allein das Fleisch verführt Laster nicht? der Gerechte, ben Willen, macht ihn den der Verbrecher gelt ihm Sinnen unterthan, strebt, gleich; es sei kein Rächer? ihre Lüfternheit zu stillen, und schmiegt sich, ach! den Sünden an. 1 7. Wären wir nur gut und weise, deinem Willen unterthan; gingen Jünglinge und Greise immer auf der Tugendbahn; o wie strömte Heil und Segen Jeglichem von dir entgegen! 8. Würde nicht, wenn schon auf Erden feiner je der Noth entgeht, jede Last erleichtert werden, jede wahre Luft erhöht, wenn den Loktungen der Sünde unser Herz stets widerstünde? 9. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist: selig dort und schon auf Erden ruhig und getroft zu werden. 10. Laß des Lasters bittre Früchte mir stets in Gedanfen sein, mich nie zweifeln am Gerichte, auch den kleinften Fehltrittscheun! Stärke mich, daß ich die Sünde immer glorreich überwinde! Mel. Wie groß ist des Allmächt. 88Ah! ch! welch ein Kampf in meiner Seele, welch steter Widerspruch in mir! Mein Geist will, daß 2. Ein doppeltes Gesetz regieret mein Wesen; o wie räthselhaft! Wenn mich der Wahrheit Strahl berühret, dann schmeck ich Frieden, fühle Kraft; doch schnell entzieht ein Todesschatten mir dieses himmlisch reine Licht, ich muß im halben Lauf ermatten, ich will, doch ich vollbringe nicht. 3. Der gute Vorfats, den ich faffe, er bleibt ein Traum der Phantasie; ich thu das Böse, das ich baffe, und scheue oft der Tugend Müh. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt sie mich hin, die Macht der Sünde; zu späte Thränen folgen nach. 4. Wer löst mich von den Sklaventetten? Wer schafft in meinem Innern Rub? Wer kann mich von mir selbst erretten? Nur du. Allmächttiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade gnüget zur seligsten Genesung mir; o send ihn, daß mein Glaube sieget, und schenke Kraft zur Tugend mir! Erlösung. Erlösung. 63 erwacht, um Gottes Licht zu sehen. 4. Breiset ihn, ihr Jubellieder! der Sohn des HöchErlösung. 89 In eigener Melodie. err, deiner Ehre. Erbarm dich unser und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir danten voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, deffen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Beit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie sein. 2. Um zu dir uns zu erheMel. Mache dich, mein Geist ben, hauchst du in unsre 90nser Gott, der Herr Welt, Leben und test uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott! und führst auch durch den Tod uns zum Leben. Du suchst allein uns zu erfreuen; daß wir verderben willst du nicht. 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief dein Vaterblick durch Jesum uns zurück von der Sünde. Aus ihrer Nacht sind wir erwacht, Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen: ein Siegeslied werd ihm gesungen! Uns fegnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge tönt; tönt zum Himmel! Herr, Preis sei dir! Einst knieen wir an deinem Thron und beten an. der Zukunft Beiten, tann, was ihm zu thun gefällt, lange vorbereiten. Stets zur That wird sein Rath; auf verborgnen Wegen kommt uns Heil entgegen. 2. Jesus ward zum Heil der Welt einer nnsrer Brüder; freudig, wie zum Sieg der Held, kam er zu uns nieder; rang mit Noth, Schmach und Tod, um zu edlerm Leben Menschen zu erheben. 3. Seiner Ankunft frohe Zeit ließ in frühen Jahren Gott mit ihrer Herrlichkeit Völkern offenbaren. Was geschah, fern und nah, wußt er dann zu lenken, um uns ihn zu schenken. 4. Preiset 1 Werke und Wohlthaten Gottes. 64 4. Preiset ihn voll Zuversicht, der die Welt regieret! Immer wird, was er verspricht, herrlich ausgeführet. Ehret ihn, der erschien, uns zu Gott zu leiten: folget ihm mit Freuden! Mel. Mein erft Geschäft sei Preis 91 Sebanke, der uns Leben gibt, wer kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt geliebt, uns feinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt von Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen: und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd ich angstvoll zagen. 6. Ist Chrifti Wort nicht Gottes Sinn; werd ich stets irren müssen und, wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wisſen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Zweifel rauben: ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des Himmels Erbe; dieß bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterbe. 9. Du gibst mir deinen Geist, das Pfand, im Glauben mich zu stärken, und bildest mich durch deine Hand zu allen guten Werken. 10. Solang ich deinen Willen gern mit reinem Herzen thue, so. fühl ich eine Kraft des Herrn und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt und ich zum Kreuze trete, so weiß ich, daß er mein gedenkt und thut, worum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und mich einst aus der Erde erweckt und zu dem Reich erhebt, da ich dich schauen werde. 13. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne; und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt betenne. 14. Soll ich dereinst auch würdig sein, für deinen Ruhm zu leiden, so laß mich keine Schmach und Bein von deiner Liebe scheiden. 15. Hat Gott uns ſeinen Sohn geschenkt, laß mich noch sijal Erlösung. 1753 65 noch sterbend denken, wie zugleich Gott, durch den wir sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles schenken! leben; denn der Tugend heilig Reich ist ihm übergeben, Wer zu Jesu: Herr, Herr! spricht und doch Böses übet, kennt ihn und den Vater nicht, der nur Fromme liebet. 92K Mel. Schwing dich auf zu Sommt mit Dank vor Gottes Thron! Preiset Gott auf Erden! Denn er fandte seinen Sohn, unser Heil zu werden. Ehret, preist ihn, der da fam, daß wir felig würden! Er ward Mensch undübernahm schwerer Leiden Bürden. 1 2. Tren vollbracht er seine Beit. Seines Vaters Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit war des Heilgen Lehre; Menschen trösten und er freun, immer sein Bestreben; und um Aller Heil zu sein, ließ er selbst sein Leben. 3. Nun als Herr, von Gott erhöht, nach vollbrachtem Werke, herrschet er voll Majestät und mit Gnad und Stärke, fammelt All danach streben. Fromme sollen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben. 4. Ehrfurcht und Gehorsam soll ihm der Mensch bezeigen, Aller Knie sich demuthsvoll vor dem Mittler beugen, freudig jede Nation es mit Dank bekennen: Er sei Gottes höchster Sohn, unser Herr zu nennen. 5. Wer ihn ehret, ehrt 6. Laßt uns, Christen, laßt uns ihn reines Herzens lieben, auch die kleinste Sünde fliehn, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Vorbild sehen und wie er mit Freudigkeit auch durch Leiden gehen. 7. Können wir: es ist vollbracht! froh, wie er, einst sprechen, o dann schreckt uns nicht die Nacht, wenn die Augen brechen. Sicher wird uns seine Hand zu den Seligkeiten seines Reiches, in das Land der Verklärten leiten. Mel. Vom Himmel hoch, da 93 Auflfreue dich, mein preise beinen Gott, der dir selbst seinen Sohn zum Helfer gibt; preif ihn, daß er so sehr dich liebt! 2. Er, den dir Gott zum Heil gesandt, er machte dir den Trost bekannt, wie innig seine Batertreu, wie werth ihm deine Wohlfahrt sei. 3. Durch ihn hat er die sichre Bahn zur Seligkeit dir fund Werke und Wohlthaten Gottes. 66 tund gethan; durch ihn hat er dir Muth und Kraft, auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. 4. Vergiß, vergiß zu teiner Zeit die Größe seiner Gütigkeit; denk oft und stets mit Freuden dran und bete Gott in Demuth an. 5. Aus Gegenlieb und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zugehört und selig ist, wenn es ihn ehrt. 6. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge redlich bis ins Grab; folg ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan. 7. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung: das ist der Preis, den echte Dankbarkeit dem gibt, der dich so göttlich groß geliebt. 8. In diesem Preise übe dich mein Geist, so hilft er 2. Sonst sahn mit Furcht im Angesicht auf Gräber unsre Brüder; doch bald erschien ein neues Licht dem bangen Herzen wieder. Des Menschen Geist umschließt kein Grab, nur seine Hülle sinkt hinab: dieß lehrte Jesus glauben. Mel. Allein Gott in der Höh 94 Ni imm unsre Dantgefühle an, die wir dir, Vater, weihn; durch Jesum zeigtest du die Bahn der Tugend uns von neuem. Ja, ewig, ewig Dant sei dir; belehrt durch Jesum, können wir uns unsrer Würde freuen. 3. Mitedler Wärme lehrte er als erste Pflicht die Liebe, und jedes Gute immer mehr zu thun aus reinem Triebe. Er selbst, er gab sein Leben hin aus edlem, reinem Tugendsinn zum Beften für die Brüder. 4. Auf, Christen, ehrt ihn lebenslang durch reine Tugendliebe! O, daß ihm Keiner diesen Dant, kein Christ ihm schuldig bliebe! Wir sind erlöset: Dank sei dir, o Vater! Möchten alle wir frei von der Sünde leben! Mel. Sei Lob und Ehr dem sicherlich dir zu dem Glück, 95 Auf, Christen, laßt Gott Gottes durch ihn der Welt bereitet hat. mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von unsrer Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Erlösung. 67 Er wards und hat sein diesen Pfad, zeuch uns zu Werk vollbracht und sich, nach kurzer Grabesnacht, gen Himmel aufgeschwungen. deinem Sohne, daß Glaub an ihn auch mit der That in unsern Herzen wohne; so baben wir an seinem Heil, zur Freude für uns, ewig Theil; so preisen wir dich ewig. 3. Wo ist des Todes Herrschaft nun? Hier ist sein Ueberwinder; die Furcht davor hinwegzuthun, starb er, das Heil der Sünder. Gebroist uns nun Bahn, die von der Erd uns himmelan zur ewgen Wonne leitet. mel. Schon ist der Tag von Gott 96 Nun laßt uns alle fröhlich Gott uns Jeſum sandte! Laßt uns des Gottes hoch erfreun, den Jesus Vater nannte; der Alles schuf und liebt und nährt, der alle seine Kinder lehrt und alle gut erziehet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes! Preis ihm, der so viel an uns thut! Breis seinem Sohn, der uns zu gut sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zu unserm Glück verschafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, fein ist die Kraft, das Heil 3. Er schaut auf Alle mild uns zuzuwenden, das er sc liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen! 6. last uns ihm uns anvertraun und seine Stimme hören, auf seine Mittlerhülfe baun, ihn mit Gehorsam ehren! Das ist der Weg zum ewgen Wohl, der Weg, auf dem man friedenvoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite selbst uns 2. Zur Reife der Vollkommenheit, die schon hienieden keimet, erzieht er Alle weit und breit; nicht Einer ist versäumet. O wohl mir, ich bin Gottes Kind! O wohl mir, alle Menschen sind des höchsten Vaters Kinder! herab, führt auf verschiebnen Wegen uns alle über Tod und Grab zu höherm Licht und Segen. Der Gott, den jede Sprache nennt, der Gott, den Niemand ganz verkennt, hat Jesum uns gegeben. 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Vernunft uns zieret, und findlich fromm den Weg zu gehn, der uns zum Ziele führet, der Menschheit hohen Zweck und Werth hat Jesus Chris stus Werke und Wohlthaten Gottes. 68 stus uns gelehrt: Gott sei dafür gepriesen! 5. Wie Wahrheit nie dem Trug erliegt; wie Pflicht und Weisbeit handelt; wie Tugend über Alles siegt und fest zum Ziele wandelt, auch wenn ihr Hohn und Marter droht, verkündigt Jesu Lehr und Tod: Gott sei dafür gepriesen! 6. Wir zagen nicht; was kann uns je des Vaters Liebe nehmen? Für Armuth, Sorgen, Schmach und Weh, für Krankheit, Schmer; und Grämen, und für den schweren Schritt ans Grab beut Jesus einen festen Stab: Gott sei dafür gepriesen! 7.O guter Gott, wir zagen nicht, du wirst zum höhern Leben, wirst zu des Himmels reinstem Licht einst unsern Geist erheben. Wohl uns! Die Lehre Jesu beut uns Hoffnung der Unsterblichkeit: ſei hoch dafür gepriesen! Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren 97 Frhebt den Herrn, ihr Frommen! Er hält, was er verspricht, Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben felbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche Liebe hat uns der Herr erzeigt; mit welchem Vatertriebe sein Herz zu uns geneigt! Von seines Himmels Thron kommt, Rettung vom Verderben uns Sündern zu erwerben, sein hocherhabner Sohn.. 3. Er kam zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit, nahm auf sich die Beschwerden von unsrer Pilgerzeit, enthielt sich seiner Macht, verläugnet Himmelsfreuden, bis er durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht! O bringet Gott euren Lobgesang! Erlöste Menschen, singet dem Mittler ewig Dank! Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seele Schaden. O nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht! Drum kommen wir zu dir. Hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden; denn dein, o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser Leben. Zu unserm ewgen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil. Laß uns dir folgsam sein. Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich Gottes ewig freun. an Mel. Erlösung. de Mel. Herzliebster Jesu! 98 ott, der bu für uns deinen Sohn gegeben: o wer kann gnugsam deine Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnade Stärke! 69 ter nennen und zum Gehorfam dir mein ganzes Leben willig ergeben. 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, von deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir, zu meinem ewgen Heile, nun auch zu Theile! 2. Dein ewger Sohn ftirbt für die Menschenkinder; der Heiligste tritt an die Statt der Sünder; der Seligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das Aller Sünden träget, drauf du die Strafe weislich selbst geleget: daß du die Schuld 99 ott verhieß, pen In eigener Melodie. eiland, den uns an den verlornen Schafen nicht dürftest strafen. der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erd erschienst. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest und deinen Sohn ihm zum Verföhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen? 5. Verdient Berachtung göttlicher Geseße, verdient Verschwendung unschätzbarer Schätze, verdient ge häufte gröbliche Verschuldung so viele Duldung? 6. welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thuft weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. Ach! lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Buversicht dich meinen Va9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist sei mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. 2. Wie dein Nam ist auch bein Ruhm. Jesu, wir, dein Eigenthum, ehren dantvoll und erfreut, deine große Gütigkeit. 3. Du, deß Hand die Himmel hält, du kamst willig in die Welt, uns von Sünden zu befrein, unser Licht und Trost zu sein. 4. Start in deines Vaters Kraft, hast du Leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf entblöst, sind, o Herr, durch dich erlöst. 5. Preis jei dir in Ewigkeit! Auf! die ihr erlöset seid, rühmt den, der mit Lehr 70 Werke und Wohlthaten Gottes. Lehr und That euch vom feiten wiederum uns zu beTod erlöset hat! reiten! 6. Der du liebreich zu uns kamst, unsre Rettung übernahmst, dein uns theur erworbnes Heil sei auf ewig unser Theil! 7. Unsre Seele trau auf dich, unser Leben preise dich; und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt! In eigener Melodie. 100 Mit it frohlockendem Gemüthe schau ich, Gott, voll Dankbegier in die Tiefen deiner Güte und verliere mich in ihr. wie groß ist deine Huld! Unsre ganze Sündenschuld willst du uns so gern vergeben; denn du hast nur Lust am Leben. 2. Ich verehre, Gott voll Liebe, deiner Gnade weisen Rath, die aus eignem freien Triebe unser sich erbarmet hat. Uns Verlornen dachtest du Rettung vom Verderben zu, und dieß Heil uns zu erwerben, sollte dein Geliebter sterben. 3. D ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns, uns verlaffnen Armen Gnad und reichen Trost verleiht! O wie hast du uns geliebt, daß dein Sohn sich für uns gibt, die verscherzten Selig 4. Ja, du zeigst aus weiser Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geistes Triebe uns zu Buß und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler gläubt, soll, befreit von dem Verderben, Himmelsseligkeiten erben. 5. Du bestimmteſt zum Verderben auch nicht Einen; deine Huld hilft auch Sündern. Wenn sie sterben, sterben sie aus eigner Schuld. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, den trifft seines Frevels Lohn; sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnade, Heil und Leben, 6. Ewig sei mit Dant besungen, was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen, heilgen Rath, den der Glaub in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Vater, hilf mir danach streben, meines Heils gewiß zu sein. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir das sichre Zeugniß geben, ich sei auf Erlösung. 71 8. Ueberzeugt von deiner Gnade und gewiß, dich einst zu sehn, will ich selbst des Todes Pfade ohneGraun und muthig gehn. Hab ich deine Gnade nur; so wird teine Creatur mich von dei4. Du hast durch deine Lehren des Irrthums Nacht zerstreut. Wenn wir sie folgfam hören, wird unser Herz erfreut. Es lernt mit Kraft und Muth nach wahrer Tugend streben, lernt für die Zukunft leben, gewinnt das höchste Gut. ner Liebe trennen, mich dir 5. Um unser Heil zu grünNichts entreißen können. den, nahmst du so brüderlich den Sold der schwersten Sünden, des Kreuzes Laft auf dich. Du tilgtest fremde Schuld, ertrugest Haß und Bande und starbst bei Qual und Schande mit göttlicher Geduld. 6. Doch, Herr, im Siegsgepränge tommst du zur Welt zurück. Dann steht der Völker Menge vor deinem Richterblick. O welche Angst und Bein verfolget dann den Sünder! Und Gottes fromme Kinder, wie wirst du sie erfreun! 7. Dich, Heiland, zu verehren, sei stets mir theure Pflicht; befolg ich deine Lehren, so seh ich einst dein Licht. Du bist, was Keiner war, im Himmel und auf Erden, was auch nicht En gel werden; du bleibst es immerdar. auf dem Weg zum Leben. Würde des Erlösers. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren 101 Du kamst herab zum Staube, herab von deinem Thron; in dir erblickt mein Glaube des ewgen Vaters Sohn. Glanz seiner Herrlichkeit! Wer kann dich gnug erheben? Du schenkst uns neues Leben und Herzensfreudigteit. 2. Wer reicht an deine Größe? Im weiten Schöpfungsreich fühlt Jeder seine Blöße, fühlt Keiner dir sich gleich. Du warst, eh Meer und Land, eh Sonne, Mond und Erde durch jenes Machtwort: Werde! hervorging und entstand. 3. Der höchste Seraph beuget sich demuthsvoll vor dir, verhüllt sein Antlitz, schweiget, bewundert dich, wie wir; und deiner Hoheit Glanz, Mel. Kommt, kommt den wagt ers, sie zu ergründen, 102 Mein Heiland, wird er zu blendend finden; auch er schaut nie sie ganz. geht über alle Himmel weit. Wer 72 Werke und Wohlthaten Gottes. Wer ist, der sie ermesse? widerfährt. Dir soll sich Du warst bei Gott in Alles beugen; denn göttEwigkeit. Du bist der Erst- lich groß ist, Herr, dein geborne vor aller Creatur, Werth. Du bist das Heil kamst zwar für uns Ver- der Erden. Wer auf dein Lorne in menschlicher Natur; Wort nicht hört, der fann doch in der Menschheit Dr- nicht selig werden; wer den tratst du erst in der aber dich verehrt, dem Beit; eh noch die Welt ge- hilfst du vom Verderben, worden, warst du voll Herr- schaffst ihm Zufriedenheit lichkeit. und machst ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein träftig Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf beine Hand, sowie das Heer der Geister, das dich noch nie erkannt. Ein Erbe über Alles! das ist dein ewger Ruhm: drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Saame, der gläubig dir zu Fuße fällt. Dich preifen Seraphinen, erhabner Menschensohn! Mit Freuden dir zu dienen stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bift du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum.nict. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht startes Wort. Das Große und Geringe geht blos durch deinen Willen fort. Sohn Gottes, du regierest den ganzen Kreis der Welt; weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben; drum wird einst jede Gruft die Todten wiedergeben, wann deine Stimme ruft. Gott läßt dir Ehr erzeigen, die keinem Andern 6. Sohn Gottes, ich verehre und bete dich in Demuth an; beschäme und befehre die, die dir noch nicht zugethan, die deinem Wort nicht glauben und dir, der für fie litt, die schuldge Ehre rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen; laß Nichts, die deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll jedes Land! Mel. 80110 strErlösung. 73 Mel. Mein ganzer Geift. nun machst du selig, die 103 Wie groß, wie versöhnt der Sünden Gräuel haffen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne geben und uns allen helfen, daß wir Gott gefallen. angebetet ist dein Nam, o Heiland, Jesu Chrift! wie theuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf! Wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolfe! Als du famest, hörten Toube, und der Glaube half den Kranten, Stumme sangen, dir zu danken. Tist arst 5. Vom Aufgang bis zum Niedergang erfcballet dir der Lobgesang erretteter Gerech ten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer mehr noch, Jesu, werden schon auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie anges betet ist dein Nam, o Heiland, Jesu Christ! wie berrlich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Rub: o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann erscheinen! Ewig müsſe, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen! sinse 2. Nur Schwache warens, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo sind sie? Wo die Hohen? Und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht, List nicht, deine Gaben, Mittler, haben dich verfläret, uns den Weg zu Gott gelehret. Dip 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn; wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinem Leiden; genießen, was du uns er- ing warbst, da du für uns am Dankbares Andenken an Kreuze starbst, der Engel hohe Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn die Sendung Jeſu. ( Adventslieder.) Mel. Jeju, koum doch selbst zu wir an dich glauben wollen! 104 Gott sei Dank in aller 4. Herrlichkeit entäußert eine furze Zeit, für uns von Gott verlassen. Und nun mit Ehr und Ruhm gekrönt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rath zu uns hergesendet hat. ndslid d Toin 2. Was 74 Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Was der frommen Mel. Aus meines Herzens Grunde Väter Schaar Wunsch und 105 Mit Ernst, o Trost war, was sie fern im Dunkeln sah, Heil uns! ist im Lichte da. Irin 3. Hier ist mehr, als Davids Sohn. Unvergänglich ist sein Thron; denn der Tugend Reich ist sein, bier und dort uns zu erfreun. 4. Licht der Seelen, ewges Heil ward durch ihn der Welt zu Theil. Menschenfreund, wie dant ich dir! Du schenkst dieses Heil auch mir! 5. Deines Segens mich zu freun, laß mein Herz dein eigen sein; mach es von der Sklaverei jeder Sünde völlig frei... 6. Und wie deine Ankunft war Hülf und Rettung aus Gefahr: so erscheine stets auch mir Hülf und Rettung, Herr, von dir. 7. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bei Allem, was ich hier zur Befördrung meiner Ruh denke, wünsche, wähle, thu. 8. Trifft mich Traurig keit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz! Wenn kein Mensch mir helfen kann, so nimm du dich meiner an! 9. Und, o Jefu, wann du einst herrlich zum Gericht erscheinst, laß mich freudig zu dir gehn und gerecht vor bir bestehn! der, bereitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sünder, er rettet sie so gern. Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben versprochen hat zu geben; ihr könnt nun selig sein. 2. Kemmt, reinigt eure Seelen, feid heilig, feid bes reit, was ihm gefällt, zu wählen, zu fliehn, was er verbeut! Eilt willig in sein Reich, verabscheut und verlaffet, was euer König hasset, vertraut ihm, beffert euch! 3. Das hat der Herr geboten, sein Sohn hats selbst gelehrt; das lehren ſeine Boten, und selig ist, wer hört! Ach, leben wird, wer gläubt, und wer nicht glaubt, wird sterben, ein Jeder wird verderben, der noch ein Sünder bleibt. 4. Wer wahre Demuth liebet, den will Gott einst erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sehn; wer ihm sein Herz ergibt, wird gut und selig werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie Gott liebt. 5. Doch was vermag ich Schwacher, ich Sünder ohne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, bereite selber mich! ottent Erlösung.dmust 75 mich! Schon seufzt mein kommt das Leben: o was Herz nach dir, es seufzet dir entgegen: Komm, komm mit deinem Segen und wohne stets in mir! fannst du Größres geben? 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Neu und Schmerz, bereit, vor dir zu wandeln, ja, dir und unserm Nächsten Mel. Mein ganzer Geift, Gott 106 Der Heiland tren, aufrichtig, ohne Heuchekommt, lobsingei ihm, dem Herrn, bem alle Seraphim das: Heilig! Heilig! singen. Er fommt, der eingeborne Sohn, und steigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir vor der Sünde Rettung finden, höchstes Wesen! Durch dich werden wir ge nesen. lei, zu denken und zu handeln. Zu dir flehn wir: hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen und des Fleisches Lust bezwingen. Bod 2. Willkommen, Friedefürst und Held, Rath, Vater, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du fleidest dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch und willst, der Welt Mel. Befichl du beine Wege zu gut, selbst unser Bruder 107 Wie soll ich dich die Arme voll Erbarmen uns entgegen und verwandelst Web in Segen. 5. Laß uns zu unſerm ewgen Heil an dir im wahren Glauben Theil durch deinen Geist erlangen, auch wenn wir leiden, auf dich fehn, im Guten immer weiter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben und in deinem Reiche leben. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ewge Seligkeit! Sei hoch dafür gepriesen! O Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns erwiesen! Von dir, da wir im Verderben müßten sterben, Heil aller Sterblichen? Du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen, gib selbst mir zu erkennen, wie, beiner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 2. Einst streute man dir Balmen: jetzt soll die Dantbegier, mein Heil, in Freudenpsalmen ergießen sich vor dir! Dich, dich will ich er02 heben, Werke und Wohlthaten Gottes. 76 heben, so gut ich Schwacher kann, mein Herz will ich dir geben: o nimm es gnäs dig an! 3. Damit du mich befreiteft, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten, freutest du, Seligmacher, dich. Du sahest, daß hier keiner vermögend war dazu: ta jammerte dich meiner, da kamst und halfest du! 4. D du, an den ich glaube, was wars, das dich bewog? Was wars, das dich zum Staube zu mir hernieder zog? Dein göttliches Erbarmen. Ja du, o Jesu, haft mit mitleidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt. 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte, flagt nicht mehr! Bagt nicht in euren nicht sie in ihrem Leide zu trösten stets gewußt? Erfreun ist seine Freude und Wohlthun seine Lust.m 7. Er übersiehet Keinen und weiß, was Jedem nützt. Hat er nicht stets die Sei nen von Anbeginn beschüst? 8. Er macht uns von dem Bande des Tods auf ewig los, entreißet uns der Schande der Sünd und macht uns groß, gibt Weißheit, Muth im Leiden und Kraft zu jeder That, verfichert uns die Freuden, die Gott bereitet hat. 9. Er kommt zum Weltgerichte; der Bösewicht vergeht, wenn da im hellen Lichte der Tugendfreund besteht. Wohl ewig allen denen, die seine Wege gehn und einst mit Freudenthränen zu seiner Rechten stehn! Mel. Gott, der du die Menschen Schmerzen, als ob kein Hel- 108 Der du uns das errunauf! Ihr habet den besten Helfer nab, der eure Seele labet: der treue Freund ist dater 6. Die ihr mit Reue still eure Schuld beweint, wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der Men schenfreund, ruft heilbegiergen Sündern der Gnade Trostwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihren Seelen Ruh. gen, Mensch gewordner Gottessohn! Ewig sei dir Lobgesungen, daß du von des Himmels Thron uns zu gut ins Fleisch gekommen; der du voller Freundlichkeit längstens schon vor meiner Zeit dich auch meiner angenommen und mein Bruder worden bist, ſei gelobt, Herr Jesu Christ! 2. Sei gelobt! denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O wie hoch bast du geehret unser sterbliches Geschlecht! Herr Botten Erlösung. dusts 77 Gott vereint; Gott ist Bater und mein Freund. Herr, du hast es selbst ver- ten. Durch ihn bin ich mählet mit der göttlichen Natur und vor aller Creatur es zum Wohlthun dir erwählet; ja, in dir, du Gottessohn, herrscht die Menschheit auf dem Thron. 3. Du, du bist der Völter Segen, kamst, von Noth uns zu befrein; und wir fönnen beinetwegen jetzt schon Kinder Gottes sein. Hat die Sünd uns gleich verdorben, oso hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft und diens ist dan Tüchtigkeit erworben, einst, 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme sein! Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertraun, freudig folgen, auf dich baun. Deine Huld ist nicht zu messen; gib, daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar ſei. Mel. Nun danket alle Gott von Sünden völlig rein, 109 Er ist gekommen, ähnlich dir, o Herr, zu sein. 14. Du, du bist der Mittler worden, der die Welt mit Gott verföhnt: haft der schwachen Menschheit Drben wieder mit dem Recht belehnt, in den Himmel einzugehen und da Gottes Herrlichkeit nach vollbrachter Prüfungszeit ewig einst verklärt zu sehen. Fromme! faffet Zuversicht, glaubet fest, nur fündigt nicht. er, auf die Bäter barrten, und länger dürfen wir nun keines Andern warten. Sein Lob erschalle laut in aller Welt umher! Wer brachte je der Welt mehr Licht und Heil, als er? 2. Gott ist mit uns, wir sehn den Sohn, den einges bornen, des Vaters Ebenbild, den Retter der Verlornen, der Reuevollen Trost. Ihr Sünder, nehmt ihn an! Freut des Erlösers euch, der selig machen kann! 5. Sollte mich wohl Gott verlassen, wenn ich krank und hülflos bin? Nein, sein Heil wird mich umfassen, trösten den betrübten Sinn. Und da kann mich nichts anfechten. Er, der meinen Jammer kennt und mich gnädig Bruder nennt, fitzt als Herr zu Gottes Rech 3. Gott ist mit uns! nun bört der Arme seine Lehren, und, was er lehrt, ist Heil. Er ists! die Tauben hören; der Blinde sieht und schaut voll Dank zu Gott hinauf; des Lahmen Füße die Todten stehen auf. D 3 gehn; 4. Er 78 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Er ist gekommen, uns tären. Jesus erschien, und dem Vater zu verföhnen und es ward Friede durch ihn. mit der Tugend Kranz die Friede! Singts laut ihm zu Gläubigen zu frönen. Gott Ehren! ist mit uns! Er will die Traurigen erfreun; er will der Schwachen Kraft, der Mü den Stärke sein. 5. Gott sei gelobt! Er ists, auf den die Väter harrten. Heil uns! wir dürfen nun nicht eines Andern warten. Er schließt den Himmel auf; er nimmt die Sünder an. Frohlockt und betet ihn und seinen Vater an! 4. Unschuld und Tugend entfeimten des Göttlichen Tritten, Trost und Erquittung trug er in der Weis nenden Hütten, ward ihnen Freund, hatte oft selber geweint, selber geduldet, gelitten. 5. Ehre sei Gott in der Höbe! ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum zu heben. Geburt Jesu. ( Weihnachtslieder.) Diel. Tobet den Herren, denn hre 110 in der Höhe! der Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus naden erkoren. Lasset uns sein dankvoll, ihr Christen, uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? 2. Schatten und Dunkel bedeckte den Erdkreis; es irrten Völker umber, wie die Heerden, verlaffen vom Hirten. Jesus erschien! Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 2. Er kommt nach seines Vaters Rath, mit Heil uns zu erfreun und auf des ewigen Lebens Pfad der Welt 3. Menschen, berufen, ein Licht zu sein. durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Al& C 3. Bei seinem Eintritt in die Welt umgibt ihn feine Bracht, die glänzend in die Augen 6. Selige Hoffnung, einst Jesum, den Retter, zu sehen und Schaaren der Himmlischen ihn zu erhöhen! Völlig beglückt, fing ich dann himmlisch entzückt: Ehre ſei Gott in der Höhe! bordfor Aus In eigener Melodie. 111 Nobt Gott, ihr Christen, freuet euch! Von seiner Gnade Thron beruft er uns zu seinem Reichs und sendet seinen Sohn. sio Erlösung. de s 79 Augen fällt und groß vor liebgewinnet? Nimm froh an Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt fein Erdenglück, verlangt allhier tein Königreich von einem Augenblick. 5. Er kommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn. Vor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens fliehn. 6. Er lehret uns die Sünde scheun, spricht Muth dem Schwachen zu und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und Ruh. 7. Er bringt den Trost der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hülle fällt, uns weder Tod, noch Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmelreich. Ihr Christen, wie beglückt sind wir! Lobt Gott und freuet euch! Mel. Allein Gott in der Höh el. Allein Go 112 Laßt uns mit ebr furchtsvollem Dank den Gott der Lieb erhöhen, mit feierlichem Lobgefang des Heilands Fest begehen! Preis sei dem Vater, der ihn gab! Preis sei dem Sohn! Er kam herab und ward das Heil der Men schen. 2. Ist der ein Christ, der dieses Heil nicht schätzt und Bove seiner Liebe Theil und werd ihm gleich gesinnet! Wer nicht, wie er, gesinnet ist, der ehrt ihn nicht, der ist fein Christ. Der Herr erkennt die Seinen. 3. In Dürftgen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, speisen, tränken! Ja, laßt uns frohe Geber fein und sein dabei gedenken! Was ihr den Meinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan; und er, er wills vergelten. 4.Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Vertraut auf ihn, von ihm gelehrt, lobsingt ihm, ihr Erlösten! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschenfreundlichkeit. Dir, dir sei ewig Ehre! dosili Mel. Mein ganzer Geist, Gott 113 O fimm auch du mit frohem Dant, mein Geift, in jenen Lobgefang, von dem der Himmel tönte, als er zur Welt hernieder kam und unfre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte! Freu dich innig! Er, dein Führer und Regierer, fam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ehre, D4 Gott, Werke und Wohlthaten Gottes. 80Gott, sei dir! Wie gnaden voll bist du auch mir in deinem Sohn erschienen! Du fandtest aus Erbarmen ihn, die dem Berderben zu entziehn, die dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd entrückt zu sehen! 3. Und wie vergelt ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir schon, eh ich war, bewiesen? Du bahntest unter bittrem Leib auch mir den Weg zur Seligkeit: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieben Gottes Frieden schon empfangen und einst volles Heil erlangen. 4. O gib, daß ich an die sem Heil nun auch im wahren Glauben Theil durch dei nen Beistand nehme; daß ich hinweg vom Eitlen seh, die Wege deiner Wahrheit geh und deiner nie mich schäme; bis ich durch dich, wann ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinst werd aufgenommen! 5. Ich bringe dir ein dankbar Herz, bereit, in Freuden und in Schmerz, wie dirs gefällt, zu wandeln. Ver leibe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissen haft zu denken und zu handeln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben und einst broben wonnevoll dich ewig loben. Mel. Fröhlich soll mein 114 Laßt uns unſerm Gott hocherfreut laßt uns heut ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich: Christus ist geboren. Er, der König aller Wesen, steigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rathschluß faffen? Aber dieß ist gewiß: wir sind nicht verlaffen! Kommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns ber; wie sollt er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm er dann Menschheit an? Er spricht: Ich errette! Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was bort euer Hort schon für euch gelitten. Er wird niedrig euretwegen! Welch ein Freund! er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlichgroß. Erlösung. da stre 81 groß erdulden. Lernt den viel treuer. Keine Creatur, Menschenfreund erkennen: gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. kein Leiden, keine Noth und fein Tod soll von dir mich scheiden. 7. Dankt ihm, der eur innres Sehnen sehen kann; betet an: weinet Freudenthränen; liebt ihn, der von Liebe brennet; preist den Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 13. Du kommst einst zum Weltgerichte. Dann werd ich, Richter, dich schaun ron Angesichte; und wenn dann die Frevler beben, so werd ich deiner mich freun und ewig leben. 8. Wenn euch eure Sünden fränken, eilt herzu, su Mel. Jesu, meine Freude chet Rub: er will fie euch 115 Gottes Sohn iſt schenken. auf ihn mit Glaubensblicken; zittert nicht; denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlöster zage! Bringet ihm zu seinem Feste Zutraun her! Wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh, was ist sie gegen ewge Freuden? 11. Herr, du nahmst auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg ich nach, ob wohl schwach, doch um so 118 ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, erschien er hier, um an uns des Vaters Willen liebreich zu erfüllen.) 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott auf seinem Throne, liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil durch seiner Sendung Gaben selbst an Gott zu haben! 3. Keine Macht der Leiden soll von ihm uns scheiden: er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen völlig uns erlösen; hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht ſeine Brüder baffen oder bülflos lassen. D5 nid Teat 4. Wann 82 4. Wann wir einst ermitden, führt er uns zum Frieden durch des Grabes Nacht. Unsre todten Glieder gibt die Erde wieder ihm, der ste bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. Werke und Wohlthaten Gottes. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unsern Bruder schaun. Heil und ewig Leben wird er Allen geben, die ihm hier vertraun. Er ward hier versucht, wie wir: überschwenglich wird er lohnen und der Schwachheit schonen. 6. Gilet, eilt, ihr Sünder! Werdet Gottes Kinder! Werdet seiner werth! Eilet! eilt, ihr Frommen! Seid, wie er, vollkommen! Bleibet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien; daß er sich für euch gegeben durch ein göttlich Leben. mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. Thu täglich Buß und glaub an seis nen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht und doch nicht sucht, fein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich, Gottessohn, bekleiden, speisen, tränten; der Frommen Herz in ih rem Schmerz mit Trost erfreun und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Erden! Die Christenheit preist dich erfreut und Aller Knie soll dir gebeuget werden. In eigener Melodie. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern; und wer ihn 116 2uf! fide dich, ehrt, den wird sein Name trörecht feierlich des Heilands Feft mit Danfen zu begehen! Lieb ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott ter Lieb, erhöhen. sten. Gelobt sei Gott! Gelobt seiGott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten! Mel. Ermuntre bich, mein 2. Sprich dankbar froh: 117 Sott, beine GnaAlso, also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! O! wer bin ich, Herr, daß du de sei gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich in mir, mein Geist, ihr Wohlthun zut Erlösung. dan 83 zu erheben! Denk an die nach deines Vaters Rath Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich dargestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. dich ein, wardst Mensch und tamst, mit Freuden für uns den Tod zu leiden. 6. Dein, Sohn des Höchsten, freu ich mich; du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede. Behrungstraft und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 2. O große That! er wünschte Nacht, von Engeln selbst besungen! Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In bir erschien der starte Held, der Alles schuf und Alles hält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du, zu uns gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel famest und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest, Sohn Gottes! o wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich! Wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 4. Olehre mich den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser Erd dich so herabzulassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Rummer, Schmerz und Tod, und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bists, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab und was ich bin, das geb ich dir zum Dienste hin; ich will dich ohn Aufhören mit Leib und Geist verehren. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; doch du wirst wiederkommen: und dann schaun dich von Angesicht, Herr! alle deine Frommen. Dann werd auch ich, Herr Jesu Christ, dich schaun, so herrlich, als du bist; dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deiMel. Vom Himmel kam der Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe. Du stelltest, unser Seil zu sein, st ne Menschenliebe. Du ja 118 Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, 06 was 84 was durch Jesum Chrift im Himmel und auf Erden ift! 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gett von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ift. Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst felbft an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 5. Dein König, Bion, kommt zu dir! Ich komm, im Buche steht von mir: Gott! deinen Willen thu ich gern. Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich bet auch ich, mein Heiland, an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, verbindest dich mit Fleisch und Blut, wirst unfer Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir 8. Gedanke voller Maje stät! du bist es, ber bas BOUT Herz erhöht. Gedanke voller Seligteit! du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ibn schützt, der in des Vaters Schooße sitzt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute fieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 05 11. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was burch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Mel. Kommt, kommt, den 119 Vom Grab, an dem wir wallen, soll, Jesu Christ, dein Lobgesang empor zum Himmel schallen! Dir opfre jede Seele Dant! und jeder der Gebornen erfreu sich, Mensch zu sein; und jeder der Verlornen rühm es, erlöst zu sein! Uns Sündern ward gegeben einst Jesus, Gottes Sohn; mit ihm erschien das Leben mit ihm des Himmels Lohnkon 2. Kommt, laßt uns nie derfallen vor unserm Mitt ler, Jesu Christ, und danten, 11 ten, daß er Allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er gleicht der Morgensonne mit ihrem ersten Strahl, verbreitet Licht und Wonne und Leben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er leuchtet unserm Pfade durchs Leben bis zum Grab. Erlösung. 85 dann dem Throne und schauen deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne dringt dann der Dank zu dir; weit über Sonn und Sterne erhaben, jauchzen wir. Mit aller Himmel Heere schallt unser Lobge= sang. Dem Ewigen fei Ehre, dem Weltversöhner Dank! A Erscheinung Christi. 35900 Mel. Was mein Gott will 3. Frohleckt, ihr Mitgenoffen der Schwachheit und der Sterblichkeit! Nicht länger ist verschlossen der Eingang zu der Herrlichkeit. Heils, mein Zu unsrer Erd hernieder 120 Erfreue dich des tam Gottes ewger Sohn; nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder und der Verlornen Hort. Hier sind wir Gots tes Kinder und Gottes Erben dort. 4. O du, dem laut die Menge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volt im Staube bringt! Auch du warst einst auf Erden, was deine Brüder sind, ein Dulder der Beschwerden, ein schwaches Menschentind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder sein, wenn sie, entrückt der Erden, sich deines Anschauns freun. und 5. Bald find wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah sind wir * 90 Geist, das Gott für dich erforen! Der Heilige, der Jesus heißt, ward auch für dich geboren. Er machte klar, was dunkel war, daß uns tein Zweifel bliebe. Wem leuchtet nicht sein reines Licht hinauf zum Gott der Liebe? 2. Der Mensch soll von der Sinnlichkeit die Freiheit sich erringen und., von der Sünde Macht befreit, zum wahren Leben bringen, gutthätig sein, wie Gott erfreun und stets zufrieden leben. Dazu verschafft der Herr auch Kraft, den Gott uns hat gegeben. 3. Drum sei uns sein Erscheinungsfest ein Fest der Liebe Gottes. Wohl dem, der sich auf: ihn verläßt, trotz aller Macht des Spot 07 tes! Werke und Wohlthaten Gottes. 86 tes! Der ihn uns gab, blickt mild berab auf seine from men Kinder und väterlich erbarmt er sich der reuerfüllten Sünder. 4. Mit dieser frohen 3uversicht geh ich dem Tod entgegen. Ich weiß, mein dunkler Pfad wird Licht und Leid und Schmerz mir Segen. Schließt sich mein Lauf, werd ich hinauf zu Jesu mich erheben und mit der Schaar, die treu ihm war, in seinem Himmel leben. Mel. Gottlob, ein Schritt zur 121 Dem ganzen Erdtreis ist vom Herrn ein helles Licht erschienen: es leuchtet nah, es leuchtet fern. Bahllose Völker dienen den todten Göttern nun nicht mehr; fie kennen ihn den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. 2. Kaumsandte Sett durch feinen Sohn der Erde große Freuden, so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern, führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen, anzubeten. noch jetzt den Götzen dienen. Nicht sie, nicht eigne Würdigkeit, nur deine Huld hat uns befreit von jenen Finsternissen. 4. Drum laß mit froher Dankbarkeit uns nun im Lichte wandeln, uns in der gnadenreichen Zeit stets fromm und weise handeln, auf dich, bei treu erfüllter Pflicht, zufrieden und voll Zuversicht in Noth und Tod vertrauen. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erkennt, erkennen deinen Willen, und wer das Thun vom Wissen trennt, nun seine Pflicht erfüllen! Nichts helfen Opfer des Gebets dem, der da glaubet und noch stets der Sünde sclavisch dienet. 6. Und wo noch bange Dunkelheit und falsche Schatten liegen, wo Irrthum, Wahn und Sinnlichkeit noch Sterbliche betrügen, auch da geh nun im Siegeslauf das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene. Darstellung Jesu im Tempel. 3. D wär uns nicht dein Mel. Chriftus, der ist mein Leben Licht, Gott, so hell und 122 Dem großen Barein erschienen; wir würden der Vernunft zum Spott, am heiligen Altar jetzt die fast. Ges 81 Erlösung. dansk Gebenedeite den Sohn, den fie gebar. 2. Da betete im Tempel ein Greis zu seinem Gott und ward uns ein Erempel von einem schönen Tod. 3. Gott sah ihn still und weise den Weg der Tugend gebn, verhieß dem frommen Greise, den Heiland noch zu sehn. 4. Jegt lag vor seinen Blicken das Kind, des Himmels Luft; er nahm es mit Entzücken und drückt es an die Brust; bi 5. Und rief: Nun, Herr, mit Freuden neig ich mein Haupt zur Gruft; voll Dantes will ich scheiden, sobald dein Wint mich ruft. 6. Dein Heil hab ich gesehen; hier ist der Völker Hirt, der Israel erhöhen, die Welt erleuchten wird. 7. So schloß am Pilgerstabe der Fromme feinen Lauf; und, Gott, du thatst am Grabe ihm deinen Himmel auf. 8. Gib, daß auch ich mit Treue den Weg der Tugend geh, wie er, den Tod nicht scheue, mit Freuden Jesum feb. 87 Lieder: Heil mir, nun seh ich ihn! Der Himmel tönet wieder: Heil dir, nun stehst du ihn! 9. 3war werd ich ihn nicht sehen, nicht bier, wie Simeon, doch in bes Lichtes Höhen erwartet er mich schon.d 10. Dort tönen meine 8 Mel. Kommt her zu mir 123 Entreiße dich, mein Geist, der Welt, dem, der für dich sich dargestellt, nun dich auch darzustellen! Er ist das Licht, drum sei gewiß, er wird auch deine Finsterniß durch seinen Glanz erhellen. 2. Er macht das Herz von Sünden rein, um dich zum Leben einzuweihn, zum fittlich schönen Leben. Er gibt dir Kraft zu jeder Pflicht und stärket deine Zuversicht, zu Gott dich zu erheben. 3. Wer noch der niedern Sinnlichkeit, wer noch des Lasters sich erfreut, ach, der verscherzt den Segen! Nie wird ihm wahres Glück und Heil, nie wird ihm Seelenruh zu Theil auf seinen bösen Wegen. 4. Wer aber wünscht, wie Simeon, das Heil der Welt, des Höchsten Sohn, zu seinem Heil zu haben; wer Recht thut, sich der Welt entwöhnt, nach wahrer Heiligung fich fehut, der opfert rechte Gaben. 5. Wer durch das Wort, darauf er traut, im Glauben 88 Werke und Wohlthaten Gottes. ben seinen Heiland schaut, 3. Ein himmlisch Licht ist kann einst im Frieden fah- seine Lehre, und Geist wird ren. Der Herr erfüllt, was seine Taufe sein. Ihm, ihm er verspricht; er wird sich allein gebührt die Ehre! Er einst in seinem Licht ihm kommt, und jedes Herz ist herrlich offenbaren. sein. Schon wurden ganze Völker rege; schon strömte froh es auf dem Wege nach dem erhellten Kanaan, und Heiden riefen Jesum an. 4. Und wir, die Jesu Stimme hören, wir sollten träg und sicher ruhn? wir nicht still weinend uns betehren? nicht froh des Höchsten Willen thun? Last uns entrinnen dem Verderben, fromm leben, um einſt zu 6. Ich komme, Herr, mich dir zu weihn. O mache mich von Sünden rein und laß mich heilig leben, bis du auch mich, wenn dirs gefällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Wonn erheben. Johannes, der Vorgänger Jesu. In eigener Melodie. 124 ging ein Mann voll Gnad und Segen, Johannes, dem Erlöser vor. Die Hügel bahnt er ihm zu Wegen, hob Herzen aus dem Staub empor. Es bebte, wer ihn reden fehrte gerührt, mit thränenvollem Blick, zur Tugend und zu Gott zurück. 2. Er schredte Heuchler, strafte Sünder. Er rief: Das Himmelreich ist nah! Thut Buße, werdet Gottes Kinder; denn der VerheiBene ist da! Er kommt und wird die Menschheit sichten, parteilos alle Thaten rich ten. Heil frönet die er füllte Pflicht, den Frevler trifft sein Strafgericht, ond 90 werden wir nie muthlos sein, wenn Trübfal, Noth und Tod uns dräun. In eigener Melodie. 125 mmer fich befüllen seine Pflicht, fromm und gut zu leben, bis das Auge sterbend bricht: dieß nur ist nach Jefu Lehre wahre Weisheit, Tugend, Chri stenebre. 2. Heil dir schon auf Erden, Freund der Wahrheit und des Rechts! Denn durch Tugend werden Menschen göttlichen Geschlechts. Unter aller Leiden Bürde bleibt die Tugend unsre höchste Würde. nsnat tro 01 3. So, 0911 Erlösung. dau rs 3. So, in höhrer Klar- auf; aus dem Tobesthale heit, so umstrahlt mit Gottes ringen wir zum Ziel hinauf, Licht, ging den Weg der wo in deinen lichtern Höhen Wahrheit ein Johannes, wir die Wunder Gottes wankte nicht, fest entschlossen, beller sehen. selbst sein Leben für die Pflicht zum Opfer hinzu geben. Fino angold His 4. Und vergebens drohte Kerter, Marter, Blutgerüst; treu dem Pflichtgebote, das Gebot des Ewgen ist, stirbt er, stirbt mit eblem Muthe, zeugt für Wahrheit selbst mit seinem Blute. 9. Heilge mein Bestreben; gib, o Gott, mir Kraft und Muth, tugendhaft zu leben, dhriftlich weise, chriftlich gut, daß mich weder Schmerz, noch Freude, noch der Tod von wahrer Tugend scheide. tad, kishaplai Lehre, Leben und Thaten bison Jesu. 5. Tugend, Segensfülle, du, o Ziel des höchsten Ruhms, du der Gottheit Wille, Geist des wahren Christenthums, durch dich tann der Mensch auf Erden Gottes höhern Geistern ähnlich werden.se! 6. Tugend, unter Freuden dieses Lebens bist du schön; doch nur unter Leiden kann man deinen Ursprung sehn; sehn, daß du vom Himmel stammest und den Geist fürs Göttliche entflammest. 7. Du, o hehre Sonne, strahlst mit überirbschem Schein, schaffit dem Geiste Wonne, weibst zu Gottes Himmel ein; du veredelst unsre Freuden, du veredelst uns durch Schmerz und Leiden. 89 8. Unter deinem Strahle blühn auf Gräbern Blumen Mel. Liebster Jesu, wir sind 126 Führer zur BollLehrer, Muster uns zu werden hoher, reiner Sittlichfeit, wurdest du ein Mensch auf Erden. Dir schlägt unser Herz entgegen, Jesu, dir, der Menschheit Segen! 2. Du gabst unserm Geiste Licht, lehrtest uns Gott näher kennen und mit froher Zuversicht unsern Schöpfer Vater! nennen, der uns liebt, versorgt, beschütet und uns gibt, was wahrhaft nüget.. 3. Du hast uns der Menschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, aufgeklärt, uns gelehrt, des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen und das Laster überwinden. 4. Dann 90 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Dann auch, wenn das einherzugehn; ihr Licht, Auge bricht, Todesschrecken mit freudigem Vertraun uns umgeben, blickt, erhellt hin in die Ewigkeit zu von deinem Licht, unser schaun. Geift in jenes Leben, in das Land vollkommner Freuden, um mit frohem Muth zu scheiden. dasa de 5. Dantet, Christen, betet an! Laßt uns Christum herzlich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen seinen Lehren, treu durch Noth und Leiden gehen, um sein ewges Licht zu sehen! 4. Und um der Welt dieß Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch selbst die größesten Beschwerden! Und drückte dich gleich ihr Gewicht, so trugst du doch voll Güt und Huld fie gern mit himmlischer Geduld. Mel. Wer nur ben lieben Gott 127 Auf [ uf Erden Wahrheit auszubreiten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt, und, uns zum ewgen Glück zu leiten, das Herz zu Gottes Lieb entflammt: dazu erschienst du, Jesus, hier, von Gott, gefandt, zum Heil auch mir. 2. Dieß war das tägliche Geschäfte, darin bein Geist Bergnügen fand. Wie emsig hast du Zeit und Sträfte, beseelt von Liebe, angewandt, durch deiner 5. Fürwahr, noch immer ist das Leben, das du auf Erden haft geführt, ein Segen, den uns Gott gegeben, dafür ihm ewger Dant gebührt; ein Segen, bessen auch mein Geist sich freut und dich, Erlöser, preift. sein! and sid 3. 3hr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil recht einzusehn; ihr Licht, auf diesem felgen Pfade mit sicherm Schritt 6. Ja, Preis fei dir, dubefter Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gesandt! D, würde Jeber dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Hilf, daß ich deiner Wahrheit treu und ewig durch dich selig sei! Mel. Liebster Jesu, wir sind Lehre bellen Schein ber 128 Theuer fei mir zu allezeit, mein Heiland, deine Lehre! Gib, daß ich mit Folgsam teit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheißet, traue, fest mein Hoffen dar auf baue. In adale 2. Nur Erlösung. din strs ER selte 2. Nur bei deiner Wahrheit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gott und Vater nennen und nach seinem heilgen Willen unsre Pflichten treu erfüllen. 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erforschet haben, das hast du uns aufgehellt; und durch dei nes Geistes Gaben wirkest du in unsern Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde großen Schaden, doch auch deines Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unsrer Sünden gnädige Vergebung finden. 5. Huldreich rufest du uns zu: Kommt zu schwerte Seelen; es soll euch zu eurer Ruh nicht bei mir am Troste fehlen, wollt ihr anders von mir lernen, euch von Sünden 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend, tausend Beugen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfüllest und der Seelen Kummer stillest. 7. O nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe! Höre meis 91 nen Lobgesang, den ich hocherfreut dir singe! Du befreist auch mich aus Gnaden von der Sünde Macht und Schaden. 8. Köstlicher, als Gold, sei mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dank, ja, ewig Dank sei dir für den Trost, den es gewähret! Werd ich einst zu dir erhoben, will ich würdiger dich loben.s) s 9. Stets, solang ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte handeln: so nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen hö hern Freuden. Mel. Liebster Jesu, wir sind 129 Schon auf Erden Himmelsseligkeit empfinden, wenn nur Lieb und Eintracht hier unsre Herzen fest verbinden, wenn wir dich nach Jesu Lehren, dich, o 2. Diese Herzensfreudigfeit danken wir dir, Gott der Gnade; Jesu Christi Lehre streut Freuden auf des Lebens Pfade, lehrt uns Mäßigung in Freuden, gibt uns hohen Muth im Leiden. 3. Sie gewährt uns Trost und Rath in den allerbängsten Leiden; sie erleuchtet unfern Werke und Wohlthaten Gottes. 92 fern Pfad, wenn wir von der Erde scheiden; uns, von Todesnacht umgeben, leitet sie zum bessern Leben. 4. Wenn uns Erdenglück verläßt, unsre Lieben uns verlassen, hält sie unsern Muth noch fest. lehrt uns frobe Hoffnung faffen; lehrt Geduld uns, gibt uns Stärte zur Vollbringung guter Werken tot 5. Sie lebrt: Menschen zu erfreun, sei des Herzens größter Segen; lehrt uns Feinden selbst verzeihn, die in Noth find, trösten, pflegen, brüderlich die Menschen lieben, fegnen die, die uns betrüben. E! MA 130 eiland 6. Heil dem Menschen, der fie übt, diese schönen Tugendlehren! Heil dem, der die Brüder liebt, sich bestrebt, dich, Gott, zu ehren! Ewig selig wird er leben, stets nach höhrer Tugend streben. be Mel. Schmücke dich, o liebe Seele deine Menschenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. O wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Uleber seine Feinde wei nen, Jedermann mit Hülf # 8331 erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren; das sind Proben wahrer Güte; und so, Herr, war dein Gemüthe. 3. O du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Troft und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! Und wie pflegtest du zu eilen, das Erbetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Ilnwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu bir zu locken: das war täglich rein Geschäfte, wars mit Aufwand aller Kräfte. sue and im 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, dich von Sündern ließt verhöhnen und zur Schmach mit Dornen krönen, ja, uns Leben zu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben. 6. Deine Hulb hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß sitons Erlösung. un Haß nicht zu vergelten, bei ne Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu segnen, deine Mörder zu vertreten und für sie zu Gott zu beten. of 30 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten, o wie wenig hast du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Wil lig littst du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedris gungen. Lob sei dir dafür gefungen! dontic 8. Laß mich, Herr, zu reis chem Segen deinen Wandel oft erwägen! Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden! Heilige auch meine Triebe zu rechts schaffner Menschenliebe: laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich wer den! 93 wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden feiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 3. Du sahest in der Gottheit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchsten weisem Rath die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen fundades 4. Dieß und die Wunder deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dieß Wort von Gott! ud maind Mel. Gott Bater, an Erbarmen 131 ein Lehrer ist bir, Jesu, gleich! An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort, als That der schwachen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein und lobet dich. 2. Du famst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg befannt, wie 5. Du lehrtest uns durch Wort und That; man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu dir nachzufolgen eifrig sei! 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt: du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nutzen schafft! 7. Noch immer hilfft du deinem Wort in seinem Sie ge Werke und Wohlthaten Gottes. 94 ge mächtig fort; du sendest, wie bein Wund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. und selbst die Todten auf erstehn. 4. Sein Segen speiste ganze Heere, da, wo es selbst an Brod gebrach; und faum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sah man ja bei allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruhn. 5. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter sich bewährt. Wir nehmen solchen Mel. Wer nur den lieben Gott 132 Wie göttlich sind gläubig an und sind ihm doch Jesu Lehwillig unterthan. 8. Mein Heiland, send ihn auch zu mir, daß ich mit heiliger Begier nach Wahrbeit strebe, fromm und treu den Lehren deiner Weisheit fei, bis mich bei dir in Ewig teit ein hellres Licht dereinst erfreut! ren! wie überzeugend seine 6. Erfüll, o Herr, nur Macht! Wer fönnte seine unsre Herzen mit seiner Lehre Thaten hören, wer, was für Göttlichkeit, damit wir nicht Wunder er vollbracht, und das Heil verfcherzen, das stimmte nicht dem Glauben uns dein Sohn allein verbei, daß er der Welterlöser leiht, und schaffe, daß ihm ſei! unsre Treu bis in den Tod ergeben sei! 2. Erbarmen war es voller Gnaden, was man in seinen Zeichen sah. Nie wirkte er zu Jemands Schaden, wie von Propheten ſelbst ge 133 Kom schah; er raffte nie in ihrem Sinn die Sünder schnell im Borne hin. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, der Aussatz mußte vor ihm schwinden, der Stumme sang ihm Dank und Ehr. Sein Macht wort hieß die Lahmen gehn Mel. Was mein Gott will ommt, die ihr nicht gewohnet seid, daß ihr euch selbst ent faget, die ihr nur stets nach Eitelkeit, Ruhm, Vortheil, Wollust fraget, kommt, schauet Jesu Vorbild an! Dieß, dieß muß euch beschämen. Kommt, lernt, geheilt von eurem Wahn, hinfort euch selbst bezähmen! 2. Gott giusto Erlösung.nu 195 boch gut und billig; denn jeden Tropfen Bluts war er ihm aufzuopfern willig. 2. Gott war fein Alles; ihm schon schwer: er fands nur an ihm hing seine ganze Liebe; ihm dienen war ihm angenehm; ihm weibt er seine Triebe. Wozu er stets fich willig fand, war dieß den ganzen Willen des Vaters, welcher ihn gefandt, vollkommen zu erfüllen. misin 3. Hoch über Welt und Eitelkeit, ganz heilig, ganz Gott eigen, vermied er nie, aus Schüchternheit fich, wie er war, zu zeigen; und wenn er Bosheit freveln fab, war er voll edler Schmerzen: wenn aber Got tes Wort geschab, quoll Freud aus seinem Herzen. 4. Die Freude, die die Welt verheißt, verlangt er nicht zu schmecken. Und rein bewahrte sich sein Geist, ganz rein von allen Flecken. In Allem sah er immerdar mit Eifer, nie zum Scheine, auf das, was seiner Brüder war, nicht aber auf das Seine. 5. Stets floh er das Geräusch des Ruhms, blieb Mel. O Gott, du frommer Golt niedrig und geringe, ent. 134 Erscheine meinem Geist, der Erbe aller Dinge. Arm ward er selber, daß wir reich aus seiner Armuth würden. Er ist der Herr, sein ist das Reich, doch trug er fremde Bürden. 6. War Gottes Hand auf Stets zeigt er, daß ihn feine Noth auch nur zur Klage reize. Er ward ge= horsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuze. 7. Von Gott verlassen, blieb sein Herz an ihm, trotz alles Spottes. Sein Sehnen war, im bängsten Schmerz, Nichts, als bas Antlitz Gottes. Folgt, Menschen, seinem Vorbild nach! Er hat für euch gelitten; er selbst hat euch, ihr seid zu schwach, die Kraft dazu erftritten. 8. Hilf meinem Glauben, daß ich dir, mein Heiland, ähnlich werde! Bezähm das Fleisch, vertilg in mir die Liebe dieser Erde, daß ich dein großes Beispiel mir allstets vor Augen setze; des Vaters Willen thun, gleich dir, für Freud und Leben schätze! en lavage! nes Bild der Tugend, du Muster jeder Pflicht, des Alters, wie der Jugend! D Jesu, Himmlischer, dein Beispiel leite mich! Ich irr und strauchle nicht, seh ich nur fest auf dich. 2. Wie 96 2. Wie unschuldsvoll, wie rein, wie unentweiht von Sünde, floh deine Jugend bin! Wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüngling schon, was Gottes Wille wählt! Doch ach, wie oft hab ich, noch jung, doch schon gefehlt! 3. So arm, so freudenlos und allem Glanz ents riffen, durch frühen Drud geübt in Müh und Kümmernissen, floß dir das dennoch Werte und Wohlthaten Gottes. bliebst du groß; nie riß das Elend dich von deinem Vater los. 39 4. Gehorsam warst du stets bereit, des Vaters Willen selbst bis zum Kreuzestod mit Freuden zu erfüllen: trugst mit Geduld und Muth des Lebens herbsten Schmerz; du sabst die Glücklichen, und neidlos blieb dein Herz. 5. Nie hast du deine Pflicht, die kleinste nie verletet; nie Leidende gesehn und nicht mit Troft ergötzet; stets hast du Irrende gewarnt, belehrt, gerührt und fie mit Freundeshand auf bessern Weg geführt. 6. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeiche Gewinn, leien, dort da bittrer Feinde Dränen umgaben, wo du gingft, dich, Heiliger, doch du gingst mitten durch fie bin mit Festigkeit und Rub. 7. Boll stillen Friedens blieb dein Herz bis an das Ende; da gabst du deinen Geist in deines Vaters Hände. Vollendet war der Lauf; am Ziele deiner Bahn sahst du den großen Lohn der Ewigkeit dir nahn. d 8. Vollendeter, auch ich, auch ich fann ohne Beben am Ziele einst den Geist dem Vater übergeben, wenn er dir ähnlich war an Tugend und Geduld; denn du, Erlöser, tilgst der Schwachheitssünden Schuld. ds 9. Schau drum, mein Geist, auf ihn; verschmäh des Lasters Freuden! Der Sünden Sold ist Tod und ihre Frucht sind Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens turze Zeit! Dann gehst auch du, wie er, ins Reich der Herrlichkeit. par en sibin Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. ( Passionslieder.) ln 300 301 Mel. Wie groß ist des Allmächt. 135 Laß mir die Feier großer Dulder, beilig sein! Sie lehre mich die Sünde meiden und dir mein gan 3911 Erlösung.de st 97 ganzes Leben weihn, bir, Tod gelaffen sein, die Mender so rubig und entschlossen für mich die Laft des Kreuzes trug, deß Herz, als schon sein Blut geflossen, für mich noch heiß von Liebe schlug. schen, so wie du, zu lieben und selbst dem Todfeind zu verzeihn. Dann wird dein Leiden mir zum Segen, dein Tod mir seligster Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, da ich durch dich gerettet bin! 2. In der Betrachtung heilgen Stunden will ich am Leidenshügel stehn und dich für und Munden mit tiefgerührtem 136 in Leiden zu Mel. Herzliebster Jesu! err, Dank erhöhn; ich will die Lieb und Huld ermeifen, womit bein Herz die Welt umfaßt, und nie gefühllos es vergessen, was du für mich erduldet haſt. 3. Mir sollen diese Feier zeiten der größten Liebe bei lig sein; sie soll mich stärten, soll mich leiten, was bir mißfällig ist, zu scheun. Dein Leiden sei auch mir zum Segen, bein Tod mir seliger Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, weil ich durch dich gerettet bin. 4. Bleibt mir in diesen Tagen theuer, Gethsemane und Golgatha! Ihr Derter, wo die Welt die Feier der allerhöchsten Liebefah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb, und hoffnungsvoll auf den vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb. 5. Da will ich lernen, Tugend üben, in Noth und bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch, gleich uns, auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen die Sünde tragen! 3. Welch wundervoll hoch. heiliges Geschäfte! Sinnich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Nächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dieß fann mein Geift mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. misy 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst danieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; lehrt Werte und Wohlthaten Gottes. 98 lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. D Herr, mein Heil, an den ich findlich glaube, ich liege hier vor dir gebüdt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. du, der lieber wollt erblaffen, als mich im Verderben lassen, ach, wie dant, wie dank ich dir, mein Erlöser, gnug dafür. socht 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, seines Raths Verkündiger! längst haft bu dein Wert vollendet: Preis sei dir, Erhabener! Doch in den Gedächtnißtagen deiner Leiden, Jesu, sagen beine Hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leidensbahn, stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todesberg hinan, dachtest nicht an deine Schmerzen, trugst uns Menschen nur im Herzen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dant dafür. 4. Meinetwegen trugft du Bande, littest frecher Lästrer Spott, achtetest nichtSchmach und Schande, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Du warft werth der höchsten Freuben und trugst willig Gram und Leiden. O wie dank, wie dank ich dir würdig, Heiligster, dafür! In eigener Melodie. 5. Frevler frönten dich zum Hohne; deine Stirne 137 eu, meines Le blutete unter einer Dornenbens Leben, deß trone, König aller Könige! fich meine Seele freut, der Mir zu gut hast du gelitten, für mich sich hingegeben, mir die Lebenskron erstritStifter meiner Seligkeit, ten. Preis, Anbetung, Dant fei 7 7. Sie überfleigt die menschlichen Gedanken; al lein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unter winden, Gott zuergründen? 8. Des Höchsten Thun ist: Gnad und Lieb erweisen. Uns kommt es zu, sie de muthsvoll zu preisen, zu fehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahingegeben. 10. Du liebtest mich: ich will dich wieder lieben und ftets mit Freuden deinen Willen üben! Ogib zu diesem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! Erlösung.de sei dir, Ehrfurchtswürdig- uns strömt Beßrungskraft ster, dafür! und Ruh aus deinem bittern Leiden zu. 6. Du, der tausendfache Schmerzen mir zu Liebe gern ertrug, beinem groß muthsvollen Herzen war mein Heil Belohnung gnug. Trost in meinen letzten Stunden floß für mich aus deinen Wunden. Herr, ich dant, ich danke dir einst im Tode noch dafür. 7. Ruh im Leben, Trost am Grabe! unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, bu, deß ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, beiner Tugend nachzustreben, bir zu traun, zu sterben dir, bieß, dieß sei mein Dank dafür. 99 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt; daß ewig unsre Seele lebt und sich zur bessern Welt erhebt; 5. Daß deine Lehre fest besteht, und daß dein Reich nie untergeht: den großen Trost von dir, o Gott, belebt und stärket Jesu Tod. 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr, ohne sichern Trost und Licht, mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Heil und Retter, hier; und du wirst uns, wenn wir dich fehn, zu deines Himmels Mel. O Jesu Christ, meins 138 2n beine Leiden Wonn erhöhn. denken wir, Herr Jesu Christ, und danfen dir, daß du so willig Mel. Schwing dich auf ihre Last zu unserm Heil 139 Mein Erlöſer getragen hast. auch für mich gingst du hin zum Leiden und begabst, Erretter, dich aller deiner Freuden. Du fahst Bande, Schmerz und Hohn, fahst den Tod von ferne; doch ertrugst du. Gottes Sohn, alle Leiden gerne. 2. Du entflohst nicht der 2. Im Geiste folgen wir dir nach von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach; wir schaun zu beinem Kreuz hinan und beten dich mit Freuden an. 3. Auch uns zu gut, o Herr, betrat dein Fuß den vornenvollen Pfad. Auch Gefahr, die dem Leben 100 Werke und Wohlthaten Gottes. drohte; als die Stund er schienen war, gingst du froh zum Tode. Willig übergabst du dich in der Feinde Hände und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. 3. Lehre mich, wie du, so still und so froh zu leiden, und, wenn es dein Rathschluß will, selig zu verscheiden. Stärke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch des Todes Thal ohne Schrecken gebe. 4. Dank, o Jefu, Dank sei dir für dein willig Leiden; denn dadurch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod ich nicht ewig sterbe; denn ich bin versöhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. Willen leben? und nicht viel mehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wirs verschuldet, liebreich erduldet? 5. Für welde du dein Leben selbst gelaffen, wie könnt ich fie, sie meine Brüder hassen? und nicht wie du, wenn fie mich untertreten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten: wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder! 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deines KreuMel. Herzliebster Jesu! 140 Laß beinen Geist zes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen, dir nachzuahmen. mich stets, mein Heiland, lehren, bein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 8. Unendlich Glück! du littest uns zu Gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du hast mein Heil, da bu für mich gestorben, am Kreuz erworben. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben! So wird mir Nichts, Nichts meine Krone rauben! So werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig le ben! 3. Da du dich selbst für mich dahingegeben, wie könnt ich noch nach meinem 10. Ja, 819) Erlösung. distr 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfab betrete, im Glauben kämpf, im Glauben wach und bete; so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 11. Lodt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd ich matt im Laufe guter Werte, so sei mirs Stärke! 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden; so seis doch mir, trotz alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes! 101 auch mein Erbe werden! Was hab ich sonst für sichern Trost auf Erden? Was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wann ich einst scheide? 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ia, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet. 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken; so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken: dein Kreuz, dieß sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude. 5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Kein banger 3weifel müsſe ihn mir rauben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken! 6. Sollt ich mich nun noch frevelbaft erfühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen; so wär ich ja, o Herr, nicht dein Erlöster, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig. mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben! 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. In voriger Melodie. 141 Sei bod gepriesen, Herr, für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahinzugeben. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünde Schmerzen. O welch ein Herz gleicht deinemedlen Duließest Mel. Schwing dich auf ere Schuld an dir beſtra- 142 Mottes Sohn, unsre fen, uns Heil zu schaffen. 3. O laß dieß Heil doch der du für mich littest und € 3 auch 102 Werke und Wohlthaten Gottes. auch auf der Himmel Thron 6. Herr, was bin ich, daß jetzt noch für mich bittest, welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden! O wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden? 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr, gegeben; und du konntest jederzeit vol du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen; gib mir Weiss heit, gib mir Krast; du hast sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden! ler Freuden leben. Aber, 7. Laß das Wort von deio der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du mit Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden: denn du starbst nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unsre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, doß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Frieden hät ten. 4. Was uns Luft zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich aufs Todesthal noch mit Freuden sehen und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, haft aus aller Rettung mir errungen und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. nem Kreuz mich mit Muth beleben, fiegreich jedem Sündenreiz hier zu widerstreben und voll Dantes dir zum Ruhm alle meine Pflichten als dein theures Eigenthum treulich zu verrichten! 8. Drückt mich meine Sündennotb, straft mich mein Gewissen, o dann laß aus deinem Tod mich den Trost genießen: daß du auch für meine Schuld büßend bist gestorben und Vergebung, Gnad und Huld mir bei Gott erworben! 9. Stärke mich durch deinen Tod in den letzten Stunden! Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden: o so bilf dazu auch mir! Laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. Mel. Freu dich sehr, o meine S. 143 Jefu, beine tiefen Wunden, ne Qual, dein bittrer Tod, geben mir in bangen Stunden Kraft zur Tugend, Troft in atte in Noth. Mich sollt ich durch Sünd entweihn? Nein, ich dent an deine Bein; sie, fie lehrt mich Sünden lassen und fie als mein Unglückt haffen. 2. Die Erinnrung deiner Leiden stärke mich mit Kraft und Muth, alle schnöde Lust zu meiden, zu bekämpfen Fleisch und Blut! Auch wenn meine Seele zagt, Gram an meinem Herzen nagt, laß, im Glauben mich zu stärken, mich auf deine Leiden merken. Erlösung. dun s 3. Will die Welt mein Herz verführen auf der Eitelfeiten Bahn, wo so Viele fich verlieren und sich dem Verderben nahn: dann denk ich, o Jesu, nach über deine große Schmach, daß ich dir getreu verbleibe und die böse Lust vertreibe. 4. Gib bei Allem, was mich fränket, mir aus deinem Leiden Ruh! Wenn mein Herz daran gebentet, ströme neuer Trost mir zu! Wenn mich meine Fehler reun, müsse mich tein Tod erfreun; denn du hast, da du gestorben, diesen Trost auch mir erworben! 103 mir auch einst aus Gnaden geben. 6. Hab ich dann in meis nem Herzen Hoffnung jener Herrlichkeit; so besieg ich auch die Schmerzen von dem letzten Kampf und Streit. Wenn gleich meine Hülle bricht, quält doch Todesfurcht mich nicht; überwunden, überwunden hab ich, durch dich überwunden. 5. Auf dich setz ich mein Vertrauen, Jesu, meine 3uversicht. Du vertreibst des Todes Stauen; durch dich schadet er mir nicht. Sicher ist bei dir mein Heil! Hab ich, Herr, an dir nur Theil, o so wirst du ewges Leben an In eigener Melodie. 144enn mich bie ten, so laß, Herr Jesu Christ, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist und Rettung von der Schulden-. last den reuerfüllten Sündern am Kreuz erworben hast. 2. O wundervolle Liebe, bedents, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eingen Sohn gab Gott für mich verlornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott sieht auf mich in Gnaden; durch Jesu Mittlertod bin ich von diesem Fluch befreit und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Lebelang für deine Todesschmer4 zen, Werke und Wohlthaten Gottes. 104 zen, o Jesu, Lob und Dant. Hilf, daß ich dir für deine Treu auf ewig ganz ergeben und thätig bantbar sei! 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meiden, was vor dir sündlich ist! Nie komme mirs aus meinem Sinn, wie viel es bich gekostet, daß ich erlöset bin! 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wärs auch Schmach und Spott, bilf mir geduldig tragen. Laß nur, mein Herr und Gott, mich fliehen jede Lust der Welt und dem Erempel folgen, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Ändern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jeder mann, ohn Eigennutz und Heuchelei und, wie du mirs erwiesen, aus wahrer Lieb und Treu! 8. In meinen letzten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg auch diese Noth! Du bist es, Herr, auf den ich trau! Stärk meine Seel im Tode, daß ich dich ewig schau! Mel. Befiebl du deine Wege 145 Du, der sich einft voll Liebe selbst bis zum Tod und Grab aus - mitleidsvollem Triebe zu unsrer Rettung gab, ach unter welchen Plagen schloß fich dein Lebenslauf! Mit Bittern und mit Zagen stiegst du zum Delberg auf. 2. Die schauervollen Stunden der Martern waren da. Du sahest Hohn und Wunden, dein Kreuz auf Golgatha, den Tod, die Grabeshöhle und fühltest Angst und Noth; betrübt war deine Seele, betrübt bis in den Tod. 3. Ach, welche Angstges füble ergriffen da dein Herz! 3m nagenden Gewühle von Bangigkeit und Schmerz lagst du vor Gott im Staube, mit Todesschweiß bedeckt. Wie kämpfte da dein Glaube, von banger Furcht bange erschreckt! 4. Auf dich, der Menschen Bester, brang Angst auf Angst herzu, und doch hing Niemand fester an seinem Gott, als du. Wie sehnlich bat dein Flchen um Schonung und wie still: Es soll nur das geschehen, was Gott, mein Vater, will! 5. So warest du mit Freuden gehorsam und bereit, nach Gottes Rath zu leiden, und gingst mit Willigkeit der frechen Schaar entgegen, die blutbegierig kam, dir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. 6. Der Erlösung.dun 199 105 nender Geduld. Erbarmend sprichst du: Freunde, wacht! D wacht mit mir und betet; nah ist des Feindes Macht! 4. Du Tröster schwacher Brüder, Herr, nimm dich meiner an! Wie leicht fall ich auch wieder, verführt durch stolzen Wahn! Ach, oftmal schlummr' ich sorglos ein, bin ruhig bei Gefahren, die meiner Seele dräun! 5. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist verdrossen machen. Gib Kraft und Muth im Streit; flöß meiner Seele Tröstung ein; sprich zu ihr: kämpf und bete! Bald ist die Krone dein! 69tic 6. Der Menschen Heil zu fördern, gabst du mit sanftem Sinn dich willig deinen Mördern und ihren Martern hin. Um dich war Alles trübe; doch du bliebst ruhevoll. So start war deine Liebe zu uns und unferm Wohl! dur. 7. O Freund der Men schenkinder, den nun tein Leid mehr drückt, wie hoch hast du uns Sünder durch diese Huld beglückt! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben. Nimm unser Opfer an! Mel. Wenn mich die Sünden 146 inft, als im Angstgebete, Herr, deine Seele rang und immer heißer flebte, so tiefgebeugt, so bang: da fandst du keinen Troft. tein Licht, da schwebte Nichts als Marter vor deinem Angesicht. 2. Auch fie, die so entschlossen, so männlich dich bekannt, sind muthles, sind verdrossen, vom Schlummer übermannt. Sie schauen deiner Seele Schmerz, und keiner deiner Brüder spricht Labsal in dein Herz. 3. Doch diese schwachen Seelen trägt deine Lieb und Huld, wie sehr sie gleichwohl fehlen, mit schoMel. Herzliebster Jesu! 147 Bekenner Jeſu! werdet nie vermessen! Der Fall ist nahe, wenn wir je vergessen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Dann gleichen selbst die feurigsten Entschlüsse den lichten Dünsten, die durch Finsternisse schnell in die Höhe schimmern und vergeben, wie sie entstehen. 3. Die Jünger stärkten in der ernsten Stunde durch Wachen und Gebet sich nicht & 5 im 106 Werke und Wohlthaten Gottes. im Bunde mit ihrem Herrn; fie fielen selbst vor Kummer in tiefen Schlummer. 4. Als der Verräther kam mit seinen Schaaren, wie bebten sie vor drohenden Gefahren! Wo war ihr Muth, für ihren Herrn mit Freuden den Tod zu leiden? Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todeskampf, dein Bagen sei meine Ruhe, Herr Jesu! 2. Du littest ganz unschuldig von Frevlern Schmähung und Schmerzen und trugst allzeit geduldig ste mit verzeihendem Herzen. Dein Geist soll uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie du zu lieben, Herr Jesu! Hallout 3. Am Kreuze hingst du kläglich entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein Tod belehr uns täglich, wie hoch du Seelen geachtet! Er schreck uns ab von Sünden; er müss' uns dir verbinden zu ewger Liebe, Herr Jesu! 5. Uneingebent bes ir ten flohn die Schafe. Er ward verlassen, er, der unsre Strafe so willig duldete, daß seine Heerde gerettet werde. 6. O welche Liebe! Jesu, welche Treue! Du littest, daß der Mensch sich deiner freue; ach, laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken! 7. Wer dich bekennet, fürchte, Herr, auch Alles von seiner Schwachheit! EinIn eigener Melodie. gedenk des Falles der bes= 149 Christe, du Sohn sern Jünger, streb er, sein Vertrauen auf dich zu bauen! Gottes! du trägst die Sünde der Welt: erbarme dich unser! 8. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten! Er lehrt uns machen, lehrt uns ernstlich beten! So werden wir im Kampfe nicht erliegen, wir werden siegen. 2. Christe, du Sohn Gottes! der du trägst die Sünde der Welt: erbarme dich unser! Mel. O Lamm Gottes, unschuldig 148 Erlöser, der im Staube einst 3. Christe, du Sohn Gottes! der du trägst die Sünde der Welt: gib uns deinen Frieden! Amen. Mel. In allen meinen Thaten lag, mit Angstschweiß be- 150 Wer kann die decket, dein tröste sich mein Leiden die 1, T e Bata Erlösung. dire die du, o Herr, gelassen für mich erduldet hast? Daß ich gerettet würde, trugst du die schwerste Bürde und übernahmst auch meine Last. 2. Laß deine letzten Stunden, und was du da empfunden, mich trösten und erfreun! Es lehre mich dein Leiden den Dienst der Sünde meiden und dir mich jetzt und ewig weihn. 3. Du starbst mit einem Herzen, das auch in Todesschmerzen für deine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, auch meinen Feind zu lieben; oft wußt auch er nicht, was er that.. 107 Trauer im bangen Todesschauer: Verläßt du mich, mein Gott? Nun mag ich einst erblassen, du wirst mich nie verlassen; du fühltest selbst des Todes Noth. 8. Du sprachst am Ziel der Leiden mit namenlosen Freuden: Mein Werk ist nun vollbracht! Lehr es auch mich vollbringen und einst zum Ziele dringen durch meines Todes dunkle Nacht! 9. Du gabst am Leidensende in deines Vaters Hände getrost die Seele hin. Wann ich auch meine Seele ihm einst, wie du, befehle: dann ist auch mir der Tod Gewinn. 4. Du tröstetest den Armen, der sich auf dein Erbarmen am Kreuze fest verlicß. Auch ich bin, wann Mel. Befiehl du deine Wege ich sterbe, war ich bir treu, 151 Der Herrscher aldein Erbe und folge dir ins Paradies. 5. Du sorgtest, voll von Liebe aus regem Mitleidstriebe, noch für der Deinen Ruh. Ach, wenn auch ich muß leiden und von den Meinen scheiden: so sende Trost und Muth mir zu. 6. Du mußtest, matt von Plagen, auch über Durst noch klagen, und keiner labte dich. Warum sollt ich denn beben, wann Leiden mich umgeben? Dulabst ja und erquickest mich. 7. Du riefst roll tiefer fich gebunden sehn, er muß, bedeckt mit Schande, vor seinen Knechten stehn und hier sich richten lassen. Sie suchen ihre Wuth, womit sie längst ihn bassen, zu jättigen mit Blut. 2. Die Unschuld seiner Lehren, wem war sie unbewußt? Wer wars, der ihn mehr ehren, wer, der ihn schützen mußt? Wem waren dieß sonst Pflichten, als denen, die ihr Stand, ein recht Gericht zu richten, aufs beiligste verband? 6 3. Doch 108 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Doch hier wird fal fanft und mild! Lehr mich scher Zeugen Verleumdung die Rache meiden; und gern gehört; hier wird durch muß ich ohne Schuld doch Lästerungen der Heiligste Schmach und Unrecht leiden, entehrt; hier wird das Recht so tröst mich deine Huld! gebeuget, entweiht das Richte Fot teramt; hier, wo die Falsch- Mel. So schlummerft du beit zeuget, die Unschuld 152 Durst nach frech verdammt. Blut, o Wuth, die kaum erhört ist worden! Den Erlöser will sein Bolt grausam schändlich morden! 4. Entweiht ist zwar die Stätte, entheiligt dieß Gericht, in dem man Jesum schmähte, doch seine Unschuld nicht. Er schweigt; es macht fein Schweigen und selbst der Lügner Mund, die wis der ihn hier zeugen, schon seine Unschuld fund. 5. O würde nie mit Ränfen der Ungerechtigkeit, die Recht und Unschuld fränfen, ein Richterstuhl entweiht! entweiht an keinem Orte die Wahrheit und das Recht, daß nie durch Lästerworte die Unschuld leiden möcht! 6. Lehr mich, Herr, wo ich schweigen und wo ich reden soll! Mein Schweigen und mein Beugen sei flug und wahrheitsvoll! Laß meis nen Mund nie trügen, mach mich von Falschheit frei, daß ich ein Feind der Lü gen, ein Freund der Wahrheit sei! 7. Laß mich nie wieder schelten, wenn mich die Bosheit schilt, nie Haß mit Haß vergelten! Mein Herz sei 2. Da geht er bin, ach, seht auf ihn! gefesselt durch die Straßen, muß vom heidnischen Gericht sich verdammen lassen. 3. Sein Richter sieht, wie Alles glüht von Grimm und wilder Rache, und vertheidiget zuerst des Gerechten Sache. 4. Doch zittert er, wanft hin und her, verlangt des Volkes Stimme; und sie rufen: Barrabas! mit erbostem Grimme. 5. Da gibt er ihn zur Geißlung hin, die Wache darf ihn höhnen und mit einem Dornentranz ihn zum König krönen. 6. Wer hat ein Herz und füblt den Schmerz des Heiligen, des Besten nicht mit Wehmuth? Möchte ihn doch ein Mitleid trösten! 7. Seht, welch ein Mensch! seht, welch ein Mensch! spricht selbst Pilatus, stellet ibn ( Erlösung.un s 109 ihn zur Schau dar, eh er ein Gerechter, ward frecher noch ihm sein Urtheil sället! 8. Ans Kreuz mit ihm! ans Kreuz mit ihm! so schreit die tolle Menge. Und der feige Richter kommt endlich ins Gedränge. 9. So sterb er dann! sprach jetzt der Mann, der ihn erretten sollte, aber nie um Recht und Pflicht etwas leiden wollte. 10. Ad), uns zu Gut floß hier dein Blut, trugst du mit stillem Herzen deiner edlen Seele Qual, alle deine Schmerzen. 11. Du hasts gethan. Wir beten an mit dankendem Gemüthe, mit Bewunderung und Preis deine Treu und Güte. 12. Dir wollen wir, o Herr, dafür uns selbst zum Opfer bringen. Gib dem guten Willen Kraft, gib ihm das Vollbringen. Mel. Schon ist der Tag von Gott 153 Sebt, welch ein Mensch! Wie lag so schwer auf ihm die Last der Sünder! Wie unaussprechlich duldet er für euch, ihr Menschenkinder! So leiden sah von Anbeginn die Erde Keinen ie, als ihn, so wird auch keiner leiden. 2.Der Sohn des Höchsten, Eins mit Gott, ein Helfer, Missethäter Spott und seis nes Volks Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da, verklagt, verleumdet. Wer ihn fab, der sah ihn mit Berachtung. 3. Geschäftig war der Frevler Wuth, erfindrisch, ihn zu plagen. Sein Leib war ganz bedeckt mit Blut, voll Striemen und zerschlagen. Mit einer Dornen fron gekrönt, in Königskleidern ausgeböhnt, stand er vor seinen Feinden. 4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schreden; er stellt ihn seinen Brüdern dar, ihr Mitleid zu erwecken. Seht, welch ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdammen; denn die Unschuld spricht zu mächtig für sein Leben. 5. Vergeblich, ach! vergeblich war die Menschlichfeit des Seiden! die aufgebrachte wilde Schaar fab Jesu Schmach mit Freuden. Sein Tod befriedigt fie allein, sie stürmten auf den Richter ein und schrien: Er sterb am Kreuze! 6. Du denkest ohne Schaudern nie an diese Wuth der Sünder, du sprichst: Die Rache strafte sie! noch straft sie ihre Kinder. D Seele, denkst du auch dabei an deine Sün Werke und Wohlthaten Gottes. 110 Sünden? Bist du frei von Schuld am Tode Jesu? 7. Sieb, welch ein Mensch! er wird für dich verschmähet und zerschlagen! Hör ihn, er spricht: Ich selber, ich muß deine Sünden tragen. Die Schuld ist dein, durch meinen Tod versöhn ich. Sünder, dich mit Gott und sterb um reinetwillen. 8. Dbochgelobter Gottessohn, du Tilger meiner Sünden, erhöht auf deines Baters Thron, ach, laß mich Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Bein Gerechtigkeit und Heil mir sein um deiner Liebe willen. 9. Ich schwöre, Welter löser, pir und willig will ichs halten: So wahr du lebest, soll in mir nie deine Lieb erkalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, solang ich lebe, Herr, an dich und deine Lieb erinnern! 10. Lockt mich die Welt, lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünte, so rüste mich mit Kraft und Muth, daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: Dent, welch ein Mensch ich war! und du, du wolltest mich nicht lieben? In voriger Melodie. 154 Wie groß, o Herr erscheinest du auf deinen Leidenswegen! Mit welcher hohen Seelenrub gehst du dem Tod entgegen! Voll Zärtlichkeit und Edelmuth warst du bereit, nur uns zu Gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. 2. Die Menschen für die Ewigkeit voll Weisheit zu erziehen, war stets bei deiner Lebenszeit bein ernstliches Bemühen, und selbst im Tode wolltest du für sie Heil, Trost und Seelenruh voll Großmuth noch erwerben. 3. Drum stiegst du auf der Leidensbahn voll Heldenmuth, mit Freuden getrost auf Golgatha hinan, den Kreuzestod zu leiden; hier zeigest du dich, Gottes Sohn, bei Schmerzen, Martern, Spott und Hohn in deiner wahren Größe. 4. Mit hoher Würde duldest du des Kreuzes Schmach und Schmerzen, sprichst Trost betrübten Seelen zu und bittst mit edlem Herzen selbst in der letzten Todesnoth für deine Mörder noch zu Gott; du stirbst als Menschenretter. 5. Ach, sieb ihn hier, erlöster Christ, schuldlos zum Streuze bringen! Sieb, wie sein Blut zur Erde fließt; sieh ihn zum Tode ringen! Sieh seine Wunden, ſeinen Schmerz! Denk an sein liebes Solo Erlösung. dun sirsk 111 verbrochen; doch ward das Todesurtheil dir gesprochen! Du, Heiligster, bist ja in Missethaten niemals gerathen. 2. Und doch wirst du verworfen und verböhnet, mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, gegeißelt, und von Schmerzen schonentträftet, ans Kreuz gebeftet. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen! Zu ihrer Tilgung hast du, Herr, erduldet, was wir verschuldet. 4. O große Lieb! o Liebe, faum zu fassen! Auch mir zum Heil hast du dich martern lassen. Damit ich lerne, Sünden ernstlich meiden, willst du, Herr, leiden. 5. Ach, großer Mittler, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam deine Treu ausbreiten? Wer hat dich ie für deiner Liebe Proben genug erhoben? 6. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge und des Fleisches Lüste dämpfe: so sei denn auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! 7. Gib selbst zu diesem heiligen Geschäfte mir Schwachen deines guten Geistes Mel. Herzliebster Jesu! Kräfte, daß er mich auf 155 Unschuldigfter, du den Pfad der Tugend führe hattest Nichts und mich regiere! 8. Dann bevolles Herz! Ach! sieh ihn duldend sterben. 6. Hier bent an jenen Zweck zurüd, der ihn hierher getrieben! Nun sag bei diesem Trauerblick: willst du noch Sünden lieben? Nein hier, o Chrift, entschließe dich bei seinem Tode feierlich, dein Leben ihm zu weiben! 7. Entsag den Sünden dieser Welt und fündenvollen Freuden; flieh Menfchenbaß, der ihm mißfällt; such Alles zu vermeiden, was dich zur Sünde reizen kann; geh standhaft auf der Tugendbahn der bessern Welt entgegen! 8. O Jesu! der du für uns starbst zur Rettung vom Verderben, uns so viel Heil und Trost erwarbst durch Lehren, Leiden, Sterben, steh uns mit deiner Hülfe bei, daß wir, stets unsrer Pflicht getreu, nach deiner Lehre leben! 9. Doch auch bei unsrer Sündenschuld und bei dem Druck der Leiden wollst du uns Trost, Muth und Geduld durch deinen Tod bereiten; und naht einst unser Tod heran, so laß uns diese Pilgerbahn als Gläubige beschließen! 112 Werke und Wohlthaten Gottes. 8. Dann werd ich dant- verwegen dem tiefen Fall voll deine Huld betrachten, entgegen. dich lieben und die Lust der Welt verachten, mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. dil 19. 3u deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Drohen achten, keine Schmach, noch Plagen; mich sollen auch des bängsten Todes Leiden nicht von dir scheiden. 10. Empfang ich einst vor unsers Gottes Throne, wie du empfingst, die Seligkeit zum Lohne, dann will ich würdiger dein Lob befingen und Dank bir bringen. Mel. Auf meinen lieben Gott 156 Mein Jefu, für dein Herz, welch ein so herber Schmerz, den du weit mehr empfunden, als Striemen, Schläg und Wunden; die kleine Zahl von Freunden tränft dich, gleich deinen Feinden! 2. Kaum naht sich die Gefahr, so bebt der Jünger Schaar. Die erst sich hoch vermessen, eh sie der Treu vergessen, den Tod selbst vorzuziehen, verlassen dich und fliehen. 3. Der fühn sein Schwerdt gezüdt, dein Betrus selbst erfchrict; er flieht, eh Bande droben; schämt sich, daß er geflohen; fehrt um unb eilt 4. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Muth versprach, dort liegt er tief im Staube; erloschen ist sein Glaube, sein fühner Muth gedämpfet. Ach, Christen, wacht und kämpfet! Mel. Wenn mich die Sünden 157 Von Furcht da läugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen, da weint er bitterlich. Tief bringet ihm bein Blick ins Herz, er fleht zu dir um Gnade, und du stillst seinen Schmerz. 2. Wie wuchs nun deinem Zengen Beständigkeit und Muth! Furcht konnt ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut. Dich, seinen Herrn und seinen Gott, verherrlichte sein Leben, verherrlichte sein Tod. 3. Bewegt ist meine Seele, erfüllt mit Neu und Schmerz, was hilfts, daß ichs verhehle? Du schaust mir ja ins Herz! Bekennen will ichs, Jesu, dir: auch ich hab dich verläugnet; vergib, vergib es mir. 4. Wenn deines Namens Spötter dich schmähten; wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter! dich ihren Herrn Erlösung. dan sed 3911 Herrn und Gott; dann fchwieg ich furchtsam, schämte mich, ein Christ zu sein und scheute mehr ihren Spott, als dich. 5. O du, der du dein Mel. Wie wohl ist mir, o Freund Leben, du Herr der Ewig- 158Den größten Sterbenden zu für meine Seligkeit, wie undankbar, wie schwach war ich, daß ich den Spott der Sünder mehr fürchtete, als dich! 6. Ach, Vater, ich empfinde die Größe meiner Schuld. Vergib auch diese Sünde nach deiner großen Huld! Erbarmend sahst du Betrum an, laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfabn! 113 Schild, o Gott; von mei nem Haupte fällt kein Haar, und drohte mir von Allen die schrecklichste Gefahr. 7. Laß mich bei meiner Reue den Bund mit dir erneun, Standhaftigkeit und Treue, bir, mein Versöhner, weihn! Dich zu verläugnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Tod. 8. Ich will dich frei befennen. Wann Gott Gericht einst hält, wirst du mich auch bekennen dem Rich ter aller Welt. Dein Kreuz ist meine Zuversicht, dein Kreuz ist meine Ehre, dich laß ich ewig nicht. 9. Beschirmt von deiner Gnade, fürcht ich selbst nicht den Tod. Wer ist es, der mir schade? Du bist mein hen, schwing dich, mein Geist, auf Golgatha, wo man des Mittlers Kreuz erhöhen, den Weltbeglücker bluten sah! Erwäg an dies sem beilgen Orte des sterbenden Erlösers Worte und rufe Gott um Glauben an; sie können dir den Trost im Leben und einst den Trost im Tote geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an und ruft mit fanftmuthsvollem Herzen: Sie wissen nicht, was sie getban! Der gött liche, der größte Beter fleht liebreidh noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Bein und Schmach. Mensch, wenn dich Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren und bete deinem Heiland nach. 3. Welch Beispiel findlich frommer Triebe, als unter Leiden ohne Zahl der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch empfahl! Ach, wird mein Aug 114 Werke und Wohlthaten Gottes. Aug einst um die Meinen in meinen letzten Stunden weinen, so soll dieß Wort mir Trost verleihn. Der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schützen strebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. 4. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: Du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese sein! O Herr, laß an des Todes Pforte einst diese trostesvollen Worte mich auch im letzten Kampf erfreun! 5. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Christus an dem Kreuze rief: Mein Gott, wie hast du mich verlaffen! Wie beuget ihn die Last so tief, die freche Sünder auf ihn brachten! Vor Angst und Bein müßt er verschmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, o Herr, mein Trost, verlaß mich nicht! 6. Der Herr des Himmels und der Erde, von allem Labsal jetzt entblößt, wünscht, daß sein Durst gestillet werde. O Mensch, der dich so theur erlöst, der Heiland rufet dich noch heute im Armen, den an deiner Seite auch Hunger, Durst und Mangel drückt. O se lig, wer den Ruf erfüllet! Denn wer des Armen Man gel stillet, der hat den Hei land selbst erquict. 17. Nun enden sich die schweren Leiden; der Hei land spricht: Es ist voll bracht! O Wort des Sieges, Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen? Der Friede ist mit Gott gemacht. Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Es ist vollbracht! es ist vollbracht! 8. Das letzte Wort aus deinem Munde, soll, Jesu, auch das meine sein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! Du rufest: Bater, ich befehle in deine Hände meine Seele! du, der du Allen Heil erwarbst. Nun war das größte Werk vollendet, wozu der Vater dich gesendet, du neigtest sanft dein Haupt und starbst. 9. Menich! kannst du ohne fromme Zähren den Liebling Gottes sterben fehn? Mußt du ihn nicht mit Freuden ehren und willig feis Jalan Erlösung.dnu s 115 seinen Ruhm erhöhn? D dant ich bir; du brachtest weine fromm bei seinen ihn vom Himmel mir. Du Blagen und fröhlich sieh haft verheißen; ihr seid ihn nach drei Tagen aus = seinem Grabe auferstehn! Und wenn ihn Spötter hier - entehren, dort wirst du ihn mein: wo ich bin, sollt ihr ewig sein! Ind als den Berklärten zur 160 Du, deſſen Augen Rechten seines Vaters sehn. stinsson um Mel. O Jesu Christ, meins = 159 Dubenteft in der tiefsten Neth, = ergriffen, Herr, von Qual und Tod, an deiner Freunde Gram und Schmerz und flößeft ihnen Trost ins Herz. 2. Du siehst die Mutter, siehst den Freund und = sprichst zu ihr, die trostlos 3 weint: Sieb, Mutter, dieser Sohn ist dein; was ich dir ! war, wird er dir sein.ru 3. So innig bis zum Tod, so treu sei meine Zärtlich feit; ich sei so willig, Anbern beizustehn und ihnen t Beistand zu erflehn! e " I 4. Wenn euch, die hier = mein Herz geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod betrübt: dann übergeb ich euch dem Herrn, er hört, er hilft, er 5 segnet gern. S t 5. Froh geh ich, wenn es ihm gefällt, den Weg zu jener bessern Welt, euch fag ich, die ihr um mich Pweint: Getrost, bald wer den wir vereint! 6. Den Trost, o Jesu, 3 Jen openen sie, Mel. Befiehl du deine Wege fie Zion fabn, zur Frevelthat entschlossen, sich seinem Falle nahn: wo ist das Thal, die Höhle, die, Jefu, dich verbirgt? Verfolger seis ner Seele, babt ihr ihn ilet schon erwürgt? 2. Welch jammervolles Klagen seufzt in Gethsemane! Wer ist der Mann der Plagen, der langsam Sterbende? Ist Jesu das, der Beste, den je die Erde sah? Er fühlt der Qualen größte; er ist dem Tode nah. 3. Ach, wie er tief im Staube, bedeckt mit Angstschweiß, liegt, mit dem Ge fübl sein Glaube im Kampfe dennoch fiegt! Schon kommt der Mörder Rotte, die kein Erbarmen rührt, die ihn zu Hohn und Spotte, ihn, ach, zum Kreuze führt. 4. Sein Volt im bittern Grimme erweicht sein Anblick nicht, nicht fremden Mitleids Stimme, die von dem Richtstubl spricht. Er ist ihr Hohngelächter; fie drohn mit wildem Ton: auf 116 Werke und Wohlthaten Gottes. auf uns, auf Söhn und Töchter fomm seines Blus tes Lohn! 5. 3ur fernen Schädelstätte trägt er sein Kreuz binan. Sie freuzgen ihn! Obete, mein Geist, mit Wehmuth an. Noch böhnt in frechen Mienen das Volk des Dulders Schmerz. Er ruft: Vergib es ihnen! Ver gebend bricht sein Herz. 6. Es bricht, und schwer von Kummer sinkt auf die Bruft zur Rub sein Haupt; nun schließt der Schlum mer sein müdes Auge zu. Am Kreuze ruht die Hülle, der Geist schwebt sanft entrückt zu Gott, wo ihn die Fülle des hohen Lohns erquidt. 7. D Freund der Menschenfinder, wir danken dir gerührt! Dein Leiden hat uns Sünder zu großem Glück geführt! Tich ehre unser Glaube, Anbetung sei dein Dant; hör ihn, vernimm vom Staube den schwachen Lobgesang.. Mel. Werde munter, mein 161 Der er am Kreuz ist meine Liebe! Meine Lieb ist Jesus Christ! Weich von mir, des Eitlen Liebe, Alles, was nicht ewig ist! Was du gibst, ist nicht von Gott; und womit du Lohnst, ist Tod! Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befrem dets dich, daß ich Jesum Christum liebe? Jesus gab sich selbst für mich; sollt ich nicht sein eigen ſein? mich ganz seinem Dienste weihn? Der am Kreuz ist 2c. 3. Der am Kreuz ist meine reuz ist mei Liebe! Sünde, du bist mit verhaßt. Web mir, wern ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt! Un dank für so herben Schmerz, nie beflede er mein Herz! Der am Kreuz ist zc. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Was ist mir noch fürchterlich? Rub, Gewis fen! Er, die Liebe, Jesus starb ja auch für mich. Wer verdammt nun? Gott ist hier: Gott verzeiht durch Christum mir. Der am Kreuz ist zc. 5. Der am Kreuz ist mein Vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, keines, feines Todes Grauen reißt von dir mich, Jesu Christ! Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum! Dir, bir will ich lebend trauen; sterbend dir, dich werd ich schauen. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, o Tod! Du bift m m tt $ 11 162 Welt, sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der r Ehren läßt willig fich beschweren mit Banden. Schlägen, Hohn und Spott. 2. Komm, schaue seine Schmerzen! Erwäge, was im Herzen der Unschuldsvolle fühlt, was er am Leibe leidet, wie, bis er endlich scheidet, die Qual in seinen Adern wühlt! 3. Wer ists, der dich ge schlagen, mein Heil, und diese Plagen, dir aufgebürdet hat? Du warst ja nicht ein Sünder, wie andre menschenkinder, und rein von aller Misfethat. 4. Du gingest meinetwegen dem Todeskampf ent gegen mit wahrem Helden muth; du starbst, mir vom Verderben Errettung zu erwerben, und littest Alles mir zu gut. 0₁ 11 D 7. otto bist mein Freund! Wenn ich wie ein Staub verstiebe, wird mein Geist mit Gott vereint. Da, da schau ich Gottes Sohn, ärndte seiner Leiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. moz bin inn son Mel. In allen meinen Thaten Erlösung. dan sh ft 5. Wie bin ich dir verbunden, burch den ich Heil dag 117 gefunden, zur tiefsten Dankbarkeit! Dir sei mein ganzes Leben zum Opfer hingege ben, dir, Jesu, Leib und Seel geweiht! 6. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets vor Augen sein, von meinen Christenpflichten mich täglich unterrichten und mir zur Tuverleihn! gend Kraft 7. Dein Beiſpiel foll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren, ihm gern gehorsam sein; auch meine Brüder lieben, und wenn sie mich betrüben, mit erlem I Wohlthun sie erfreun. 8. Als Christ will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, wie du, der für fie bat. Ich will des Lebens Blagen getroft und willig tragen und thun, wie mein Erlöser that. 9. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, nie, wenn ich lcide, bräun. Selbst Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzen gern verzeihn. 10. Gerührt von deinen Plagen will ich mit Ernst entsagen dem, was dir nicht gefällt; was beine Augen haffen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Und • 118 Werke und Wohlthaten Gottes. 11. Und soll ich endlich sterben, so laß dein Reich mich erben, mich so getroft, wie du, in deine Vaterhände den Geist an meinem Ende empfehlen zu der ewgen Ruh. Mel. Befiehl du deine Wege 163 Der er du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst und unsern letzten Stunden den höchsten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung bingegeben, mein Heil, wie dank ich dir! 2. Wie viel bast du erduldet, erhabner Menschensohn, als bu, der nichts verschuldet, empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen: da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an beinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen beine Freunde; du warst der Leute Spott; dich höhnten deine Feinde: Wo ist denn nun bein Gott? 4. Wer kann bir nach empfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst? Die Last ges dail II häufter Blagen fiel ba so schwer auf dich, daß sie dich brang zu flagen: Gott, wie verläßt du mich! 5. Ach, diese Last und Mühe bab ich auch dir gemacht! O mein Erlöser, fiehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sie verschuldet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht; wohin soll ich sonst gehen? Berwirf nur du mich nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? 7. Du hast mir durch dein Leiden zur Tugend Muth und Kraft, in Trübsal Troft und Freuden, die ewig sind, verschafft. O gib an dieser Gnade auch meinem Glauben Theil und auf des Lebens Pfade mir Muth, Kraft, Trost und Heil! 8. Soll ich, o Herr, einst scheiden, o so verlaß mich nicht; sei du in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Aengsten traft beiner Angst und Bein! 9. Laß du mein ganzes Hoffen dann in Erfüllung gehn, Attes Erlösung. dan str 119 gehn und mich im Geiste ausbrechen, verlör auch gleich offen, Herr, deinen Himmel sehn! Mit heiligem Entzücken will ich dann glaus bensvoll nach dir, mein Heiland, blicken. Wer so stirbt, ber stirbt wohl! st sa mein Pfad im Dunkel fich. Durch Leiben ging zum Ziele Jesus hin; ich folge ihm, weil ich sein Schüler bin. 5. Was fürcht ich noch des Todes Schrecken? Im Grabe schlief auch einst der Menschenfreund. Mag Erde sich ihn dul- meine Aiche wenn In eigener Melodie. 164A, bluten, einst des Todes dunkle Nacht erscheint: der Gott, der ihm das Leben wiedergab, ruft einst auch mich aus meinem dunklen Grab. sterben! O meine Seele, fag ihm frommen Dank! Sich Gottes eingen Sohn dort sterben, weil Menschenliebe ihn so heftig drang! Wo ist ein Freund, der je, was er getban, der so, wie er, für Sünder sterben kann? 2. Ja, mir zum Trost und ihm zur Ehre gereicht fein ganzer Kampf, fein Kreuzestob; bestätigt ist nun seine Lehre: ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig litt er zwar; doch Breis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 6. Nimm hin den Dank für deine Liebe, mein Retter, den mein ganzes Herz dir bringt! Dort dank ich dir mit reinem Triebe, wenn dich mein Geist unfterblich einst befingt. Dann ſtimmen alle Selgen fröhlich ein: dann soll der ganze Himmel Beuge sein! highe Mel. Wer nur den lieben Gott 3. Mich soll das Beispiel 165& rftarb, der größJesu lehren, der frommen Unschuld Lohn sei Seligkeit. Auch ich will Gott durch Tu gend ehren und willig thun, was sein Gesetz gebeut. Die Pflicht des Danks brängt innig mich dazu, und Tugend gründet wahre Seelenruh. te Freund der Tugend, er starb, von seinem Volt verkannt, das nicht in ihm den Freund der Jugend, des Mannes und des Greises fand; in ihm, der nie auf Rang und Pracht, nur Anspruch auf das Herz gemacht. 4. Nie will ich mich am Feinde rächen; auch dieß lehrt Jesu hohes Beispiel mich: in bange Klagen nie 2. Wie aber werden wir erkennen, daß wir den größten Menschenfreund auch, wie einst sein nicht Volt, BODY ver Werke und Wohlthaten Gottes. 120 verkennen, daß unser Herz es beffer meint mit Jesu, beffen Tod uns rührt, dem unser ganzer Dank gebührt? 3. Wenn seinem liebevollen Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn unter Leiden, unter Schmer zen es nie von seinen Pflichten weicht; wenn wir dem Feinde selbst verzeihn und ihn mit Rath und Trost erfreun. 4. Wenn wir stets reines Herzens leben; wie Jes sus, uns der Tugend weihn; und unser eifrigstes Bestreben nur das ist: Gott ergeben sein; und wenn wir jebe böfe That vermeiden, wie es Jesus that: 5. Dann können wir den Trost uns geben, daß unser Herz ihn ehrt und liebt, und hoffen, daß nach diesem Leben Gott jene Seligkeit uns gibt, mit der er in der Ewigkeit den, der die Tugend ehrt, erfreut. In voriger Melobie. 166 Du u Bester aller in deinen Mienen, in deiner Seele Zuversicht: du flebst: Vergib, o Vater, ihnen: was sie jetzt thun, verstehn sie nicht! Und ruhig, bis dein Herz dir brach, trugst du des Kreuzes Qual und Schmach. 3. Dein hohes Beispiel soll mich lehren, das Un recht dulden und verzeihn. Will Rachsucht meinen Geist empören. Gefreuzigter, dann bent ich bein, wie du, ge martert und geschmäht, für deine Beiniger gefleht. 4. Wie sollt ich nun nicht Alle lieben, für welche du gestorben bist? Wie könnt ich Einen noch betrüben, für den du littest, Jefu Chrift? Wie nun nicht freudig Gu tes thun und still in Gottes Willen ruhn? 5. Schreckt mich der Lohn der Uebertreter und quält die Schuld der Sünder mich; dann bent ich, göttlicher Vertreter, mit froher Zu versicht an dich. Auch mir, auch mir hat dein Gebet Begnadigung und Heil er fleht. Menschentinber, wie martert dich voll blinder Wuth der Frevel ausgelaffner Sünder! Aus strömt dein Blut, und tiefer, nie gefühlter Schmerz durchdringet Glieder, Sinn und Herz. 2. Doch Sanftmuth ist Mel. Herzlich lieb hab ich dich 167 Um Gnade für welt rufst du, mein Heil, am Kreuz, gequält von fre cher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz wann H 11 7 ft bt U t It 71 et t T, et ir ( ₁ it 8. i 8silon Erlösung. dur sta wann bich bei deinem her ben Schmerz die Bösewichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufft, daß es Erd und Himmel hört: Vergib o Gott, und führe nicht sie ins Gericht: denn was sie thun, verstehn sie nicht! $ 12. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder fo enäget! 3hr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seis ner Großmuth hohen Werth und danket ihm beweget! Er hat burch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt auch uns, zu unsrer Rub, Erbarmung und Vergebung zu. Herr Jesu Christ! Gelobt feist du für deinen Tod! Gott ist durch dich auch unser Gott! 121. Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis an den Tod! 4. Wird je mein Herz von Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o dann verfichre mich aufs neu, du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket! Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! Und schließt fich meine Pilgrimschaft, so stärke mich mit neuer Kraft, Herr, Jesu Christ! Der letzte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den sanften liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß. Herr, in meine Seele; gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sachh empfehle. Besänftige mein reges Blut, und flammt des Zornes wilde Gluth mein Herz zur Rachbegierde an: o so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ, wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad erflebt! 3. Daß Gott mit Lang muth und Geduld, auch selbst bei sehr gebäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an, hast du durch deines Fürspruchs Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. Jesu 6. Mich tröste dein Versöhnungstob; es bilde mich bein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! S zeuch . 122 Werke und Wohlthaten Gottes. zeuch mich, du erhöhter Vaters Willen, auch wann Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schutpanier. Zeuch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Bein und deiner Fürbitt ewig freun. Herr Jesu Chrift! wie felig ist, wie felig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! er Leiden vor sich sah, durch Lehr und Thaten zu erfüllen, fühlt er sich nun dem Biele nah und, Demuth auf dem Angesicht, freut er sich der vollbrachten Pflicht. In 5. Jest nähert sich die ernste Stunde, wo Mancher schon nicht Fassung hielt; doch seht, wie er, mit Gott im Bunde, getroft ihm seinen Geist empfiehlt und unfrer Seelen hohen Werth Mel. Wer uur den lieben Gott 168 Golgatha, zu durch dieses letzte Wort verdeinen Höhen flärt. erheb ich andachtsvoll mein 6. So stirbt denn Jesus, Herz. Ich will den Heil- seine Lehren von Tugend gen Gottes sehen in seines und Unsterblichkeit der Welt Opfertodes Schmerz: ich als göttlich zu bewähren, und will für seine Todespein macht die Seinigen bereit, mein ganzes Leben ihm nur Verkündiger des Worts zu weihn. sein und weder- Schmerz, noch Tod zu scheun. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod als Gottes Sohn bewährt! 3war leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt; doch seines Muths Erhabenheit zeugt laut von sei ner Göttlichkeit. 7. Er stirbt, der Wohlthun ausgebreitet, oft Nächte im Gebet durchwacht, der Irrende zu Gott geleitet und Leidende gefund gemacht! So freudenvoll stirbt auch der Christ, dem Jesus Licht und Beispiel ist. 3. Er fleht für die, die ihu verkannten, mit himmlischer Gelassenheit; bemerkt die traurigen Verwandten und sorgt für sie voll Zärtlichkeit; spricht hohen Trost und Fried und Ruh den fummervollen Seelen zu. 4. Stets eifrig, seines 8. Schon viele tausend Fromme schieden bir, Jesu, nach mit Freudigkeit, em pfanden jenen Seelenfrie den, den nur die Tugend uns verleiht. Ihr will ich denn mein Leben weihn; so wird mein Tod wie deiner sein. In Erlösung. di 123 wanh sterbend unser Auge In voriger Melodie. 169 Sebt, Chriften, bricht. fehet Jefum scheiden, wie er im Tode In voriger Melodie. standhaft ist, wie nach den 1708 ist vollbracht! bängsten sein so ruft Auge sich so ruhig schließt; und wißt, daß, wer die Tugendbahn stets wandelt, ruhig sterben kann! 2. Die Welt mit ihrer Lust verachten, des Reich thums eitlen Glanz verschmähn und Tugend über Alles achten, in jedem Tugendkampf bestehn: das machte, daß auf Golgatha man Jesum ruhig sterben sab. 3. Des ewgen guten Baters Willen durch seine ganze Lebenszeit treu und gewiffenhaft erfüllen, war Jesu größte Seligkeit. Ihn schredte Grab und Zukunft nicht; denn Gott war seine Zuversicht. 4. Er liebte herzlich seine Brüder selbst noch im letzten Augenblick: schalt nie, ward er gescholten, wieber; beförderte des Feindes Glück. Und diese Men fchenfreundlichtfeit gab sterbend ihm noch Heiterkeit. 5. Auf! laßt an Jesu Todestage den Vorsatz lebhaft uns erneun: wir wollen unsre Lebenstage, wie Jesus, nur der Tugend weihn! Dann strablt auch uns ein helles Licht, am Kreuze des sterbenden Er lösers Mund. O Wort, voll Trost und Leben, reize zur Freude meines Herzens Grund! Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt, die Felfen beben, der Sonne Schein verlieret sich, in Tobte bringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen sich der Vorhang reißt, die Erde kracht, der Welt Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, baft bu vollendet, als bir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünder lag, und uns die Bahn durch Todesnacht zur frohen Ewigkeit gemacht. te 4. Dantvolle Thränen, netzt die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar, die Schuldschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Trost gemacht, rief auch für mich: Es ist vollbracht! 5. O hilf mir, Herr, nun F2 auch Werke und Wohlthaten Gottes. 124 auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt! Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt! starte mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ist vollbracht! 6. Du littst so viel zu meinem Leben. Wie sollt ich nicht voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben? Sollt ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 115 7. Soll ich, bei dir ergebnem Herzen, auch hier durch manche Trübial gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Brü fung auserfehn; so laß die Hoffnung mich erfreun: auch das wird einst geendigt sein! 18. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärte mich in solcher Last: laß mich den Trost auch sterbend fchmecken, daß du ihn über wunden hast! So tret auch ich in Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hält dich nun das Grab umgeben. 190 is bi 3. Doch Heil fei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen; son dern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. erworben! 2. Du bist erblast, o Herr, 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürft, wie dich, auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frieden liegen; denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Ihr, die die Welt gefesselt hält, zagt nur vor der Verwesung! 3ch, ich hoff in Christo einst meines Leibs Erlösung. 7. Nein, Nichts verdirbt! Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen und zu Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. 8. So fint ins Grab, mein Leib, hinab; ich will mich drum nicht fränken; Jesu, an dein Grab will ich mir zum Trost gedenken. In eigener Melodie. 171 too schlummerft du in stiller Rub, der du für uns geIn voriger Melodie. storben, uns am Kreuz in 172 Am Kreuz erder Martern Last, des Todes Qualen müde, findet mein Er ft ! t Ft Erlösung. dan se ste Erlöser erst in dem Grabe Friede. den 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. Mel. Nun laßt uns den Leib 3. Du schützest mich, und über dich gehn aller Trübial 173 2ch endlich, DulWetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hasts gethan: dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getröstens 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei ha best hingegeben. 6. Hochheilige That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren; der Erwerber meines Heils wird mirs einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten: sie erstanden. Leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 18. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln. ohne Grauen; denn durch bich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. 125 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vers geffen! Herr, ich will, solang ich bin, deine Lieb ermessen. der, findest du. ein stilles Grab zu deiner Ruh, das nach der Noth, die dich gedrückt, mit ſanften Schlummer dich erquickt! 2. Wohl dir, daß du gefunden hast, wo, nach des heißen Tages Last, dein Haupt du legtest, einmal nun von langer Arbeit auszuruhn! 3. Nicht modernder Verwesung Raub wird, Heili ger des Herrn, dein Staub. Aus dunkeln Todesnächten bricht bald deiner Auferstehung Licht. 4. O daß, wann einst mein, ewger Geist der Erdenhülle sich entreißt, auch ich von eblen Thaten rub, auch Ruh verdiene, Herr, wie du! li autor Auferstehung Jesu.3. Od ned th ( Osterlieder.) dant! ne Time 1513 Mel. Wer nur den lieben Gott eil ihm, dem 9. sche fabe mich ichs meine; ja, du siehst es, 174 Todesüberwinwenn ich still meinen Dank dir weine. ist 091/02 der! Aus seiner Gruft geht immer hervor. Als Retter der F 3 vers Werke und Wohlthaten Gottes. 126 verlornen Sünder empfängt ihn nun der Engel Chor, und aller Himmel Jubelton preist ihn, des großen Gottes Sohn. 2. Er hat des Grabes Rub empfunden; doch kurzer Schlummer war sein Tod. Er hat gekämpft und über wunden; dahin ist alle seine Noth. Ihm, der das Felsengrab durchdrang, erschallt nun ein Triumphgesang. 3. Das segenreichste seiner Werke, die Rettung einer kommt der Herr von neuem wieder, und Engelbeere folgen nach. Dann dringet auch in euer Grab des Todtenweckers Nuf hinab. 7. Dann werdet ihr zum höhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn und, mit des Himmels Glanz umgeben, getroft zum Richterstuhle gehn, dann wird euch der erstandne Held ein Fübrer in der bessern Welt. this Mel. Jesus, meine Zuversicht Menschenwelt, vollendet ists 175 Jefus lebt, mit mit Gottes ihm auch ich. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dieß ist meine Zuversicht. des Irrthums ist erhellt. Sein göttlich Evangelium steht fest zu seines Namens Ruhm. 4. Auf Felsen ruht des Christen Glaube, da sein Erlöser ewig lebt und einst mit Macht aus seinem Staube ihn zur Unsterblichkeit erhebt. Nun wird der Tod an Jesu Hand ihm Hingang in ein beßres Land. sid nd 5. Ja, Christen, singt: Er ist erstanden! Singt ihm Triumph und Breisgefang! Entfesselt von der Sünde Banden, sei nun Gehorsam euer Dank! Nicht mehr der Welt und Eitelkeit, nein, ihm weiht eure Lebenszeit! 6. Ein Tag erscheint, er löste Brüder! Freut euch, es ist ein Wonnetag! Dann 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. entands 397 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, fündigt wider Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich befehre. Gott verstößt in Christo nicht; dieß ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Herzens will ich sein und den Lüsten sajta, st Erlösung. Lüften widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, feine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. gibt Kraft zu dieser Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. Er 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! E 127 mel sind, der ist mein Va ter, ich sein Kind. Mel. Vom Himmel kam der 176 Dich bet ich an er standner Held, Erretter einer Sünderwelt; du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 5. Nun ist dieß erste Leben mir ein fegenreicher Weg zu dir. Solang ich hier bin, Herr, mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, sei der Schauplatz meiner Huld und Treu! Wir sehen deine Huld und Treu auf deiner Erde täglich neu. 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier; noch, o Erbarmer, sterben wir! Doch du regierst; und wir find dein, und Herr, wir werdens ewig sein! 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Du Trost, der meinen Geist erhebt, ich seb, durch dich gestärft, aufs Grab mit unerschrocknem Aug hinab. 9. Welch neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Dort findet der verklärte Chrift das Heil, das unaussprechlich ist. 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Ich nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preis fet dich! Erlöst, erlöset hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst.busins dar misd 4. Wer ists, der mich vers 177 Auf, meine Seele, zur dammen kann? Ich glaub an dich und sage dann: der Gott, durch den die Him10. Der du für unsre Seelen wachst, sie zu dir ziehst und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Vollender, schaun. up an Mel. Wer nur den lieben Gott denn dein Erretter, Jesus, lebt, der dich nach überwundF4 nem Werke und Wohlthaten Gottes. 128 nem Leide einst zur Unsterblichkeit erhebt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Dent lebend ihn, wenn dich die Sünde mit der Verfudung überfällt. Er lehrte dich die stärksten Gründe, fie zu besiegen und die Welt. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 3. Denk ihn im Leben, wenn die Bürde des Stan des und Berufs dich drückt, denn wer sie trägt, wird einst mit Würde zum Lohne seines Kampfs geschmückt. Halt im Gedächtniß Jefum Christ, der von dem Tod erstanden ist! Tip@ comi 4. Fühlst du die Schmerzen harter Leiden, dent, wies dem frommen Dulder ging. Sein neues Leben ist voll Freuden, die er von Gott zum Lohn empfing. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 5. Dich schrecket Tod und Grabeshöhle? Denk ihn, den Sieger, der erstand; im Tode stärke deine Seele mit Hinblick in das beßre Land. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 6. Du weinst beim Grabe deiner Lieben, wie Jesu Schüler ihn beweint; doch, wie sie nicht verlassen blieben, wird auch mit dir dein Freund vereint. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! nist 7. Ja, ewig werth sei dir das Leben des Ueberwinders Jesu Christ! Folg ihm, so wird er dir auch geben die Stärkung, die dir nöthig ist. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! dianted duide 190.51 Mel. Christ lag in Todesbanden 178 Bringt Preis und dem land dar! Frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, der ist dem Grab entnommen. Sei gelobt, o Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auferstanden! Halleluja! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann nun, da dich Gott erhöht, den großen Trost uns rauben, daß du von der Sünde Macht Befreiung haft ans Licht gebracht, den Himmel haft geöffnet? Halleluja! 3. Gott jelbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Deines Todes hohen Werth hat er = I I 129 lichkeit umgeben, mit allen Seligen vereint, durch Ewigkeiten leben. Laß dieß Heil mein Erbe sein, fo werd ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden! Halleluja! sila ni Erlösung.de er aufs herrlichste erklärt, da er dich auferwecket. Halleluja! du 4. Erstandner, ich froh locke dir; mein ist dein Sieg und Leben! Du lebst und herrschest, um auch mir ein ewges Heil zu geben, mei- icall award ner Seele Trost zu sein, dne 2 zur Tugend Kraft mir zu 179 Aus des Grabes der verleihn zu zu führen. Halleluja! 5.. Mein Herr, mein Heil, bilf mir dazu, befreie mich von Sünden! Laß mich für meine Seele Ruh im Frieden mit Gott finden! Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöfter wandle! Halleluja! d Herr erstanden, er, des Höchsten Sohn. Jesus bat gesieget; Alles, Alles lieget unter seinem Thron. Unser Freund hat jeden Feind unsrer Seligkeit bezwungen: Lob sei ihm gesungen! 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Durufst einst, und der Gräber Nacht wird Tobte nicht mehr becken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Halleluja! 2. O wie hoch erhoben lebt nun Jesus oben in der Herrlichkeit! Seiner Herrscherehre jauchzen Engels chöre, ihm zum Dienst be-. reit. Er hat nun, uns wohlzuthun und sein Heil uns zuzuwenden, alle Macht in Händen. 7. O laß, solang ich hier noch bin, mich tren im Glauben wandeln und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen sein und handeln, daß ich, wann ich aufersteh und dich, der Menschen Richter, feh, vor dir nicht angstvoll bebe! Halleluja! 3. Freu dich deß, o Seele, bring ihm Preis und wähle ihn zum Führer dir! Auf die sichern Pfade zu des Höchsten Gnade bringt er dich schon hier. Welche Rub strömt dann dir zu! Und wie wird zum höhern Leben er dich einst erheben! 4. Eitelkeit der Erde, flieh von mir! Ich werde nie dein Sklav, o Welt! Unter allen Gaben wünsch, ich Nichts zu haben, als was F5 Gott 8. Da, wo du bist, soll auch dein Freund, mit HerrMel. Jesu, meine Freude 130 Werke und Wohlthaten Gottes. Gott gefällt. Mich erquict, 4. Macht, Ruhm und wenn Noth mich drückt, dort Hoheit immerdar dem, der nach überstandnen Leiden da ist und der da war! Gott mit seinen Freuden. Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigfeit! NO. daldan An 5. Sterb ich: meine Seele, die ich Gott empfehle, steigt zu ihm empor. des Heilands Throne strahlt des Sieges Krone glänzend mir hervor. Möcht ich hier doch mehr nach ihr, als nach allen eitlen Dingen dieser Erde ringen! 16. der hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöste prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, ist, was mich verlangt! Hilf du mir, daß ich bei dir einst in steter Wonne lebe und dich froh erhebe! Mel. Vom Himmel kam der 180& rinnre bich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist in mir! 3. Schau über dich und bet ihn an; er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht, mit Gott vereint, er ist dein König und dein Freund. 1100 5. D Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Schn erreicht? 6. Vor seinem Thron in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein, Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr, Lieb und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dant und Pflicht, fall ich, Herr, auf mein Angeficht. 8. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllst einst mein Vertraun, in höherm Lichte dich zu schaun! 9. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken herrlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn! 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit! 11. 3u Erlösung. dun shis 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns doch das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. isis 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, das mit ich mich in Lieb und Tren zu deinem Bilde stets erneu! 13. Er ists, der Alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! Mel. Was Gott thut, das ist 181Frohleckt, ihr Chrilebt! Lobsingt dem Ueberwinder! Obetet an; erhebt, erhebt den Retter aller Sünder! Er starb für sie; er starb, für uns. Heil uns, nun lebt er wieder für alle seine Brüder! 2. Er lebt! Er lebt! O weiht ihm Dank mit reiner, frommer Seele! Ihn preise jeder Festgesang, und jedes Herz erzähle, wie viel er litt, wie gern er starb, um tausend Seligkeiten uns Armen zu bereiten! 131 Christen, jauchzt! Er ist er höht! Er drang durch Todesnächte an seines Vaters Rechte. 3. Er starb, geschmückt mit Heiligkeit; er starb von Frevlerhänden! Wo waltet hier Gerechtigkeit? Wie konnt er hier schon enden? O 4. Besiegt ist seiner Feinde Macht und er mit Ruhm gekrönet. Er hat sein großes Werk vollbracht und uns mit Gott verföhnet. Wer an ihn glaubt, wird selig sein. O laßt euch dies sen Glauben durch keine Leiben rauben! 5. Schaut hin zu seiner Herrlichkeit und lernt als Helden leiden! Schaut hin! Die Leiden dieser Zeit find Keime hoher Freuden. Seid unverzagt! Seid hoffnungsvoll! bangen Stunden ist Alles überwunden. 6. Was ist der Tod? Ein Schlaf ist er. O sanfter Schlaf des Müden! Bald glänzt ein schönrer Tag daher; dann stehn wir auf im Frieden. O Tag des Danks! Tag des Heils! Gern wollen wir hun sterben; wir wissen, was wir erben. 7. Erstandner, gib nur, daß wir bier auf deinen Piaden wandeln und stets mit reinster Dankbegier als Kinder Gottes handeln! Unsterblich sein, unsterblich sein und einst dir näher kommen: o welch ein Lohn der Frommen! F6 Mel. 132 Mel. Erschienen ist der herrlich 182& r ist erstanden! Jesus Christ, der unser Trost und Helfer ist. Als Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Frohlocket ihm! Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, eb er für uns sein Leben ließ: Drei Tage sollen nicht vergehn, so werdet ihr mich wiedersehn. Er hats erfüllt. 3. 3ch lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, selig sein mit mir. Ich tomme, meine Stimme rust auch euch, ihr Lieben, aus der Gruft zur Herrlichkeit. 4. Er wirds erfüllen, Je fus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist! Er weckt auch mich, und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 5. Auch führt er nach des Grabes Ruh mir meine frommen Freunde zu. Erwachen werden wir zugleich, uns wiederfehn in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 6. Wie sollt ich, Herr, den Tod noch scheun? Nein, fromm will ich mich seiner freun; dich preisen noch an meiner Gruft, wenn liebreich deine Stimme ruft: Ent schlafe nun! 7. Gib nur, daß ich im Glauben treu und treu in meinem Wandel fei! So komm ich nicht in dein Ge richt, wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwache nun! 8. Herr, rufe mich, wann dirs gefällt, von dieser unvollkommnen Welt und führe mich an deiner Hand einst in das beßre Vaterland! Preis ewig dir! im i tim 118 Mel. Kommt, kommt den 183 Nobsinge, meine Seele, dem Welterlöser, bet ihn an! Lobsing ihm und erzähle, was er aus Huld für dich gethan! Er hat für dich gerungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen und seiner Schrecken Heer. Du darfst nun nicht mehr beben; sein Sieg hat dich befreit. Dein ist unsterblich Leben, dein Gottes Seligteit. 2. Froh führte Gottes Sonne ben festlich hohen Tag herauf. Da stand, belohnt mit Wonne, nach kurzem Schlaf mein Jesus auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Ge danke, der in Leiden mein Herz mit Trost belebt; der schönsten Hoffnung Quelle, wenn die Zerstörung droht! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund er bebet; die Hüter fliehn; das Grab bottoms Erlösung, dan 133 in den Staub, der sich dem Grab entschwang! Er ist nicht mehr des Todes Raub; Erlöfte, fingt ihm Dank! Grab ist leer. Der todt war, 4. Fallt nieder vor ihm Jesus, lebet und geht vor seinen Freunden her! Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten fie gen von dir und deinem Geist belehrt; die Götzentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freubenvoll ein Christ. Ihn bet ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd ihn ewig schauen, wann er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt. 5. Sein großes Werk ist nun vollbracht; errungen iſt sein Sieg, weil er aus seiner Todesnacht empor zum Leben stieg. 6. Heil, Leben und Unsterblichkeit, im Tode Trost und Ruh und Hoffnung hoher Seligkeit ruft uns sein Grabmal zu. sdbac 7. Gedanke, der das Herz erhöht; wir werden auferftehn; auf Hoffnung in das Grab gesät, um schöner aufzugehn. 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglüht, dich stärkt zu jeder Christenpflicht und ganz zu ihm dich zieht! 9. O Auferstehungsfest, du bist des bessern Lebens Pfand! Dich feire dankbar jeder Christ, der deinen Trost empfand. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 184 Vom om Todesthal hinauf zu Gott erhebt sich mein Gefang; dem Sieger über Grab und Tod erschallet laut mein Dank. Guil rid: sedunt ti Christi Hingang zum Vater und Ver2. Die Sonn in ihrer Majestät erhellet kaum die Nacht, als Jesus Christus aufersteht und herrlicher erwacht. herrlichung. ditu ( Himmelfahrtslieder.) 3. Die Erde bebte, als der Grabe Mel. Freu dich sehr, o meine err, du fährst ities; hinauf bis zu dent 185 mit Glanz und Sternenzelt erschallete sein Sieg. Joe Freuden auf zu deiner HerrF7 lich 134 lichkeit; doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit. Gib mir, Jesu, Muth und Kraft, daß ich meine Bilgerschaft so in dir zurückelege, daß ich stets bein bleiben möge! Werke und Wohlthaten Gottes. du die Nacht, die des Todes Thal mir macht! Du hast ja den Tod bezwungen und den Sieg für uns errungen. kal 6. Kommst du endlich glorreich wieder an dem Ende dieser Zeit, o so sammle meine Glieder aus dem Staub zur Herrlichkeit! Heilge und verklär sie ganz, daß der Leib in Himmelsglanz, frei von diesem Staub und Erde, ähnlich deinem Leibe werde! 2. Laß mir deinen Geist zurücke, dir mein ganzes Herz zu weihn! Wenn ich nach dem Himmel blicke, laß mich seinen Trost erfreun! Steigt mein Flehn zu dir hinauf, helf er meiner Schwachheit auf, und duais felber wollst im Beten bei Mel. Herr, wir singen dem Bater mich vertreten! 186 Ueber aller Him 3. Lehre mich die Welt verachten und was in ihr Eitles ist, und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist! Wolluft, Ehrsucht und Gewinn soll mich nicht zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe. mel Heere er hebst du dich in Sieg und Ehre, du Geber der Unsterblichkeit! Engel singen Freudenlieder, und alle die erlösten Brüder verehren deine Herrlichkeit. Du, du bist Gottes Sohn! Gott hebt dich auf den Thron seiner Ehre! Wir stehn von fern, freun uns des Herrn, vertraun und dienen ihm nun gern. 4. Diese müsse Nichts mir rauben; du erwarbst sie theuer mir! Jetzo seh ich sie im Glauben; dort find ich sie selbst bei dir. Dort belohnst du das Vertraun deiner Gläubigen durch Schaun und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 2. Der du, deines Vaters Willen zu unserm Heile zu erfüllen, gehorsam warst bis in den Tod, du regierst nun auf dem Throne; Gott gibt dir seine Welt zum Lohne; dich nennt dein Volk nun Herr und Gott! Erhöhter Gottessohn, wie herrlich ist dein Lohn nach dem Siege! wir folgen dir mit Freu5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu! Rufft du frühe oder späte mich zu meines Grabes Rub, so erleuchte den Erlösung. 135 den hier; einst lohnet Gottsid Mel. Vom Himmel kam auch uns, wie dir. 3. Deine trauernden Erlösten im Kampf zu stärken und zu trösten, gabst du vom Himmel deinen Geist. Gib auch uns in unsern Leiden den Geist des Trostes und der Freuden, den uns dein treues Wort verheißt! Er zieh uns in dein Reich, mach unser Herz dir gleich, dir zu folgen! Du gingst voran; wir sehn die Bahn, die uns zum Himmel führen kann. 4. Uns die Stätte zu be. reiten, um die wir Bilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen; dann führst du alle deine Frommen mit dir binauf ins Vaterland. Durch dei nen Mittlertod sind wir verföhnt mit Gott. Wo du lebest und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir leben für und für. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wiedersehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird sein fein Tag des Bebens, o nein, ein Tag des höhern Lebens; dann schaun wir dich nicht mehr von fern; dann sehn wir, hocherfreut, ganz deine Herrlichkeit, Welterlöser; dann führest du der Wonn uns zu, dort in des Himmels ewger Ruh. 187 187 Nuf, Jefu Jünger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt! Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm. 2. Sein Wert auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit über alle Himmel weit geht seine Macht und Herrlichkeit; ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 4. Sein sind die Völker aller Welt; er herrscht als sieggewohnter Held; er berrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schützet seine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unser bülfreich an: was ist, das uns gebrechen kann? 8. Dein 136 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärt uns in unfrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir bereinst dein An tliß schaun. tituido? Werke und Wohlthaten Gottes. and 9. Dann werden wir uns ewig bein, bu größter Men schenfreund, erfreun; dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. bmuid mot Heiligung des Menschen durch den Geist de Gottes. Sist( Pfingstlieder.) Mel. Bom Himmel hoch da 188 Anbetung sei dir, Gott, gebracht! Du hast uns diesen Tag gemacht. Dich preise, wer durch Jesum Christ erleuchtet und geheiligt ist! 12, Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt; da tam von deinem Angesicht dein Geist, mit ihm der Wahrheit Licht. 3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Segen fichtbarlich. In fremben Sprachen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten fund. 4. Von ihm gestärkt, gehn sie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Niedergang wird Alles Licht und Lobgefang. 0918 3hr Schutz ist Jesus und ihr Ruhm sein theures Evan gelium. 6. Und ihrer Predigt fro her Schall erfüllt den Erdfreis überall; und selbst die fernste Nation kennt dich und Jesum deinen Sohn. 77. Noch dauert dieser Se gen fort; noch flegt, o Ewi ger, dein Wort; und daß wir glauben, danten wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt uns deiner Wahrheit treu, mach uns von Sünd und Irrthum frei; dein Geift treib uns zum Guten an und leit uns auf der Tugend Bahn! 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht dich schaun und in des Himmels Höhn durch dich auch uns verherrlicht sehn. SIST 5. Umsonst bestürmt sie In eigener Melodie. Grimm und Spott; fie fie 189 Nun bitten wir gen stark durch ihn, o Gott! heilgen Geist 137 Thaten fund, die Völker zu bekehren. Der Heiden Tempel wurden leer; es stürzte jenes Gößenheer von seinen Prunkaltären. i n astle at Heiligung. Geist, welchen Jesus Christus uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Lebre, Alle, die im Irrthum sind, befehre. Erkarm dich, Herr! 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft, mach uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf uns fest ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bringt zum himmlischen Vaterland! Erbarm dich, Herr! 3. Du Geist der Lieb und Einigkeit, mach uns allesammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einander lieben, gern verzeihn, Niemand gern betrüben! Er barm dich, Herr! 4. Du höchster Trost in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab, noch Tod; laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach uns frei von allen Plagen! Erbarm dich, Herr! 3. Umionft, umsonst empörten sich selbst Fürsten, Jesu, wider dich und tödteten die Jünger. Unüberwindlich war ihr Muth, und schwiegen fie, so sprach ihr Blut und zeugte neue Jün4 mi ger. 4. Wie Gottes Sonne, ging dein Wort bis an der Erde Gränzen fort; der Irrthum wich dem Lichte. Die Völker wurden menschlicher, die Menschen lebten heiliger vor Gottes Angefichte. 5. Auch wir begehn, o Gott, dieß Fest, das deine Huld uns feiern läßt, dem Christenthum zur Ehre. Wir leben froher, glücklicher und, belf uns Gott! auch heiliger durch deines Sohnes Lehre. dastur Au Ibitsune si dis In eigener Melodie. Mel. Kommt her zu mir 190 Vollendet hatte 191 Komm, o komm, Gottes sein großes Wert auf Erden schon; und seine Jünger zagten. Doch Gottes Geist gab ihnen Muth, daß sie bald Alles, Gut und Blut, für Jesu Lehre wagten. du Geist des Lebens! Hilf uns Schwachen mächtig auf! Wir bemühn uns sonst vergebens hier in unserm Pilgerlauf um das Heil, das Gottes Rath für uns ausersehen hat. 2. Da that der Ungelehrten Mund des Welterlösers 2. Gib in unser aller See 138 Seelen wahre Weisheit helles Licht, daß wir uns zur Richtschnur wählen Jesu Wort und Unterricht! Stehe du uns kräftig bei und mach uns vom Irrthum frei! Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume Alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern fann! Wirke Reu durch deine Gnad, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß uns stets bein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder find! Stärke uns mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Drangsal findt! Lehr uns, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten findlich und mit Freudigkeit, nur nach seinem Willen beten, und vertritt uns allezeit; so wird unser Flehn erhört und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um Troste bange, seufzt das Herz voll Traurigkeit: ach, ntein Gett, mein Gott! wie lange! o so wende unser Leid! Sprich der Seele tröstend zu, gib ihr Muth, Geduld und Nuh! diste end tmn 7. O du Geist der Kraft und Stärke, der in uns das Gute schafft, fördre in uns deine Werke und im Kampfe gib uns Kraft, wenn Versuchung auf uns bringt, daß uns dann der Sieg ge lingt. 8. Herr, bewahr uns unfern Glauben, daß Verfolgung, Schmach und Spott niemals möge ihn uns rauben. Du bist unser Schutz, o Gott! Spricht das Herz gleich zweifelnd: Nein! Laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, o so steh mit Trost uns bei; gib, daß uns, als Gottes Erben, jene Herrlichkeit erfreu, die uns unser Gott bestimmt und die nie ein Ende nimmt! Mein Mein ganzer Geist, Gott beilger Geist, fehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, du Beistand unsrer Seelen! Erleucht uns durch dein göttlich Licht, antzieh uns deine Hülfe nicht und zeig uns, was wir fehlen! Triebe, Triebe, frommi zu leben, willst du geben, wenn wir beten, gläubig vor den Vater treten. 2. Du Quell, wcraus die Weisheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o ichent aus deiner Fülle uns so viel Einsicht und Verstand, daß heilsam von uns werd erkannt des Höchsten gnädMel. 192 Heiligung. sty gnädger Wille! Ja, gib den Trieb unsren Seelen, nur zu wählen und zu üben, was er uns hat vorgeschrieben! 139 Lebenszeit; du kannst uns dazu stärken. Es bleibe uns stets unbewußt die Eitelkeit, die Sinnenluft mit ihren bösen Werken! Vater, Vater, laß uns streben, so zu leben hier auf Erden, daß wir Himmelserben werden! 3. Steb uns stets bei mit deinem Rath und führ uns felbst den rechten Pfad des Heils, den wir nicht wiss sen! Verleih uns Willigkeit, daß wir dir treulich folgen, Mel. Gott des Himmels und der wenn wir hier auch darum 193Heilger Geiſt, von uns fast muthlos nieder, laß uns wieder Trost empfinben und die Trübsal über winden! 4. Stärt uns durch deiner Wahrheit Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, darüber Herr zu werben! Und sind wir wo dem Falle nah, so sei mit deiner Hülfe da, erheb uns von der Erden! Neue Treue gib uns Schwachen; du kannst machen, daß wir siegen und im Kampfe nicht erliegen. 5. Erhalte bei uns immerfort den Glauben an dein göttlich Wort! Nichts müss uns von ihm trennen! Gib, daß wir ihn von Her zensgrund mit Thaten, sowie mit dem Mund, vor aller Welt bekennen! Jesum Christum chn Aufhören recht zu ehren, mach uns tüchtig und sein Heil uns werth und wichtig! 6. Gib, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre komm, erleucht und heilge mich! Weise, fromm und gut zu leben; dieß vermag ich nur durch dich. Mache täglich Ernst und Treu, mich zu bessern, in mir neu! 2. Ach, ich irr in Finsternissen, Geist der Wahrheit, ohne dich; von Begierden hingerissen, täuscht die trunkne Seele fich, fuchet Ruh und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält, hilf mir Gott und Jesu leben, nicht den Lüsten dieser Welt: lehre mich von Sünden rein, heilig wie mein Heiland sein! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben bin; und mich stärke deine Gnade, wann ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele kommen mag! 5. Gib zu jedem guten Wer 140 Werke und Wohlthaten Gottes. Werke meiner Seele Kraft 6. Er schaff in mir ein und Luft und im Kampfe reines Herz, voll Dank für flöße Stärke mir in meine deine Huld, und er bewaff schwache Brust; gib mir ne mich im Schmerz mit Trost in jeder Noth; hilf Muth und mit Geduld! mir treu sein bis zum Tod! Ar 6. Sei mein Beistand, Mel. Freu dich sehr, o meine wann ich sterbe; zeige mei 195 Geist vom Bater und vom nem Geist von fern das mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! So gestärkt durch deine Kraft, end ich froh die Pilgerschaft. İNG SHİ HIRVATİstipy bim Mel. Mein Gott, das Herz ( 31 194Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit, ich fleh um deinen Geist, Herr, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. Hot thid sada 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Bater, lehr er mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit. Gern thun, was dir gefällt, wirkt reinere Bufriedenheit als alles Glück der Welt. 4. Vertrauen hab ich dann zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freudige Bewußtsein mir, daß du mir gnädig seist.n 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärk er mich und zeige, wenn ich traus rig bin, auch mir als Tröster fich! e mediu ** 580 ne, der du unser Tröster bist und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siebst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei: o so wird ein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden! 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; wann ich bange 3weifel hege, deine Wahrheit mich erfreun! Lenke fräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlsein hin! Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir Nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn! seinen Namen zu erhöhn, seinen Wil len zu vollbringen, müsſe mir durch dich gelingen! 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde! Hab ich irgend mich verirrt, o so rühre du sito du mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darüber beuge und mein Herz zur Behrung neige! Heiligung.dnu stv 15. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Vater hinzutreten: gib, daß ich auf Jefum Christ, als auf meinen Mittler, schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnab auf mein Verlan gen von dem Vater zu em pfangen!! 6. Stehe mir in allen Seiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei! Gib mir ein gelaßnes Herz; laß mich felbst im Todesichmerz bis zum frohen Ueberwinden deines Geistes Trost empfinden! Mel. Wer nur den lieben Gott 196 großer Gott, bu reines We fen, du hast nur reine Herzen dir zu deiner Wohnung auserlesen: ach, schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das unbefleckt und frei von allen bösen Lüsten sei! 141 der Zeit der Tugend Werth und Seligkeit. i m 2. Laß, guter Vater, mein Gemüthe der steten Besserung sich weihn; dein Geist vermehr des Herzens Güte, so werd ich Jesu Schüler sein. Dann fühl ich bier schon in 3. Dein guter Geist, Gott, regiere mein ganzes Herz und stehe mir in meiner Schwachheit bei und führe mich von der Eitelteit zu dir! Gib einen Geist, der dir getreu und willig zu gehorchen sei! 12 4. Entzieh mir Schwachen, wann ich fehle, nur deine Baterliebe nicht und gib, damit ich Gutes wähle, mir deines Geistes Kraft und Licht. Im Kampfe laß mich feft bestehn, um einst zum Himmel einzugehn! 5. Nimm deinen Geift, den Geist der Liebe, den Geist des Glaubens, nie von mir, und stärke mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für! So leite durch die Pilgerzeit mich aus der Welt zur Seligkeit! Mel. Freu bich sehr, o meine 197 Der bu uns als du treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, gibest, ja, uns um ihn bitten heißt: demuthsvoll fleh ich zu dir: Bater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weibe! 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz Werke und Wohlthaten Gottes. 142 Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch feine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 2. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 4. Emge Quelle heilger Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther befferst und mit Troft erfreust; nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit beilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit ge trostem Muth seiner Vaterhuld mich freu und mit wahrer Kindestreu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen benk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich lieb und Sanftmuth übe und mirs rechne zum Gewinn, $ 134 wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nützlich werden. 7. Lehre mich, mich selber tennen, die verborgnen Feh ler fehn, sie voll Demuth Gott bekennen und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meis ner Sünden mein Gewissen niederschlägt: wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meis ner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. so fete durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende! Das Wort Gottes. Mel. Wer nur ben lieben Gott 198 Religion, von gegeben, sei ewig meinem Herzen werth! 89336 werth! Wie dunkel ist der Weg durchs Leben dem, der dein himmlisch Licht entbehrt! Nur du, du führst an sichrer Hand den Pilger hin ins beßre Land. 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getrost ihn Vater nennen, darf sicher sein, daß er mich hört. Du rufft mir zu: Dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen Willen thut. Heiligung.d 13. Wer reizt mein Herz, sich selbst zu richten? Wer schärfet meines Geistes Blick 143 6. Du lehrst mich glauben, lieben, hoffen, vers fündigst mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch dich mir offen, und mein ist seine Seligkeit. Ich glaube fest und zweifle nicht: Du, du bist meine Zuversicht! 7. Ja, du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis ans Grab und leuchte dann mir, gleich der Sonne, den Weg ins Todesthal hinab! Mein erster Laut an Gottes Thron sei Dank für dich, Religion! Mel. Nun dantet Alle Gott zur hellen Einsicht meiner 199 Von Herzen preif ich Pflichten und schreckt vom Bösen mich zurüc? Du stärtest den Gewissenstrieb und machst mir Recht und Tugend lieb, 4. Du leitest mich auf allen Wegen; du zeigest mir das höchste Gut; du machst mir jedes Glück zum Segen und gibst im Unglück frohen Muth. Wo Nichts, sonst Nichts mich trösten fann, da hebt dein wahrer Trost erst an. 5. Du gibst dem Geiste süBen Frieden, erheiterst mild den trüben Sinn, reichst dem Belasteten und Müden den sichern Stab der Hoffnung hin. In Angst, Gefahr und Todesschmerz erquickt und heilt dein Trost das Herz. für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dankbarkeit verebre. Sie ist das Glück der Welt, der Ruhm der Christenheit, mein Kleinod, Trost und Licht bis in die Ewigkeit. 2. 3um Licht, in dem du wohnst, kann die Vernunft nicht bringen; mit 3weifeln und mit Wahn müßt ich voll Unruh ringen, hätt ich dein göttlich Wort, den flaren Unterricht von dir und deinem Sohn und meiner Seele nicht. Is 3. Wie kräftig ist dein Wort! Gott, vielen tausend Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüsten. Sie bessert sanft das Herz 144 Werke und Wohlthaten Gottes. Herz, stärkt mich zu meiner Wer deinen Lehren folgt, Pflicht, ist in Gefahr mein fühlt ihre Göttlichkeit; sie Schuß, in Finsterniß mein geben Licht und Trost, im Licht.d Tode Freudigkeit. Im lick med dred obdo Mel. Wer nur ben lieben Gott 4. Der Fromme wird gestärkt, der Sünder tief erfchüttert, ber 3weifler wird 200 Dein Wort, beschämt. des Spötters Seele zittert; es tröstet sich am Grab der Seinigen ber Christ, wenn er vom Wiederfehn im bessern Leben lieft. 5. Hier lernt der Weiseste der wahren Weisheit Schäzze; hier faßt der Blödeste die göttlichen Gesetze; hier findet jeder Stand für jede Lebenspflicht in allen Fällen Rath und hellen Unterricht. 6. Wer fühlt nicht deinen Geist und seiner Wirkung Stärke! Wer nicht des Glaus bens Kraft und Trieb zum guten Werke, der mit dem lautern Wunsch nach Licht und Frömmigkeit, mit Ehr furcht und Gebet der Schrift die Andacht weiht! 7. So kann kein andres Buch die Größe Gottes preisen, so faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch feine Rednerkunst wird so das Herz erquickt, zu jeder guten That so willig und geschickt. 8. Bei diesem Unterricht laß beinen Geist mich rühren und seine Gotteskraft an meinem Herzen spüren! EDGE ist vollkommen, es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder, wie dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! mal 2. Es leuchtet uns auf. unsern Wegen, zerstreut bes Irrthums Finsternis, ver fündigt Gnade, Heil und Segen und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist und was bir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, und lehrt, wie viel du denen gibst, die bein Gebot mit Freuben üben, wie du so väterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gett, deine Tröstungen sind besser und mehr der Sehnsucht werth, als Geld; ein Schat, weit köftlicher und größer, als alle Schätze dieser Welt. Wer gern thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen fiets bereit. 5. So laß mich denn mit Luft betrachten die Wahrbeit 1 astos Heiligung.$ 17989 145 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntniffe verniehren! Find ich manche Dunkelbeit bei geheimnißvollen Lehren, laß mich Zweifelsucht entfernen und in Demuth glauben lernen! 6. Laß mich, Herr, in deinem Lichte immer rührender erkennen jener Herrlichfeit Gewicht und wie glücklich der zu nennen, der danach mit Eifer trachtet und die Luft der Welt verachtet! heit, die dein Wort mich Lehrt! Laß mich auf das gehorsam achten, was bein Befehl von mir begehrt; so fließen Troft und Seefenrub auch mir aus dei nem Worte zu. 201 Herr Mel. Liebster Jefu, wir sind err, mein Licht, erleuchte mich, daß ich mich und dich erkenne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Bater nenne! Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden! 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich, es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, rich tig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet und mir, deinem Kind, 3. Aber laß mich nicht allein deines Wortes Sinn verstehen; laß mein Herz auch folgsam sein, den er kannten Weg zu gehen! Denn sonst würd ich bei dem Wissen doppelt Strafe leiden müssen. 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre, daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre! Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden! 7. O verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft als dein treues kind zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. SWED Mel. O Gott, du frommer Gott 202 Sell dein verzur Heiligung geneſen, Chrift, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; bedenke, daß dieß Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. 2. Merk auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte, mert auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel redte! So lies, mit Ehrfurcht lies, mit Lust und mit Vertraun und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. S 3. Sprich 146 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Sprich fromm: Gott, Gott, die dir verkündigt vor dem ich meine Hände ist, und dann das Wort falte, gib, daß ich dein Ge- verstehn, dem du gehorsam bot für dein Wort ewig biſt. balte, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Geset, am Wort vom Kreuze fehn! 4. Er, aller Wahrheit Gott, fann dich nicht irren Laffen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft; du wirst es fassen, so viel bein Heil verlangt. Gott ists, der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht und aus Gewissen liebt. 5. Lies frei von Leidenschaft und ledig von Geschäften und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräften. Der beſte Theil des Tags, des morgens Heiterkeit und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht! 6. Rührt dich ein starker Spruch, so ruf ihn, dir zum Glüce, des Tags oft in dein Herz im Stillen oft zurüde: empfinde feinen Geist und stärke dich durch ihn zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Thu, was die Schrift gebeut; dann wirst du inne werden, die Lehre sei von chitus 8. Spricht sie geheimnißvoll; so laß dich dieß nicht schrecken. Ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht, was bein Witz begehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm; und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich of fenbart, ist der Geschöpfe Pflicht, und weise Demuth ists, das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, frommer Christ, durch keinen Zweifel tränken. Hier bist du Kind, doch dort wird Gott mehr Licht dir schenten. Dort wächst mit deinem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Beit des Schauns und hier des Glaubens Beit. 11. Verehre stets die Schrift; und siehst du Dunkelheiten; so laß dich deinen Freund, der mehr als du sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein heilverlangend Herz hebt manche Dunkelheit. 12. Salt 89116 no Heiligung.dur STY92 st 12. Salt fest an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Verachte christlich groß des Bibelfeindes Spott. Die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. Mel. Vom Himmel hoch 203 Gott, heilig fei Recht dem ganzen menschlichen Geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, im Geist und in der Wahrheit 147 6. So preiset deine Chris stenbeit, Herr, deinen Namen in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigenthum, und ihre Thaten sind dein Rubm. Mel. Ach Gott und Herr dein Nam und 204 Gott ist mein Hort, auf sein Wort soll meine Seele trauen! Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. an 2. Verbreite deines Wortes Schall, wie deine Werke, überall, daß Alle lernen, wer du seist: der reinste, allerhöchste Geist. 3. Durch Jesum Christ, den du gesandt, werd immer mehr der Welt bekannt, daß du, Gott, unser Vater bist, und er der Völker Heiland ist. 7. Du sättigst fie mit Seligkeit von nun an bis in Ewigkeit, und ewig ist ihr frommer Dant, Herr, deines Namens Lobgesang. 4. Lehr uns, die deinen Rath verstehn, gehorsam deine Wege gehn. Durch deines Geistes Licht und Kraft mach weise uns und tugendbaft. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben: daß diese Zeit zur Ewigkeit nur sei von bir gegeben. 5. Den ewgen Rath, die 5. Durch Wahrheit däm- Miffethat der Sünder zu pfe jeden Wahn; erleucht verfühnen, den kennt ich nicht, uns allen unsre Bahn; wär mir dieß Licht nicht das Laster tilg aus unsrer durch dein Wort erschienen. Brust und tödt in uns die 6. Nun darf mein Herz in böse Luft. T Neu und Schmerz der SünG 2 den 148 den nicht verzagen; nein, bu verzeibst, lehrst meinen Geist im Glauben: Vater! sagen. Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte! Durch meine Müb vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß dieses Wort mir Licht und Freude geben! Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ewgen Leben! Mel. Freu dich sehr, o meine 205 Gott, durch den wir sind und leben, deine Güte sei gepreist, daß du uns dein Wort gegeben, das zum Heil uns unterweist, das uns unsre Pflichten lehrt, warnt, er mahnet, straft, befehrt und, wenn uns ein Leiden drüdet, uns mit reichem Trost erquidet. 2. Gib, daß wir es innig lieben; ernstlich, ohne Heuchelschein das darin Befohlne üben und nicht bloße Hörer fein; denn, wer dei nen Willen weiß und ihn doch nicht thut mit Fleiß, der ist ärger, als die Heiden, und muß doppelt Strafe leiden. 3. Darum präge deine Lehren tief in unfre Seelen ein, laß fie uns mit Nußen hören und derselben Thäter sein; treib uns das durch kräftig an, daß wir dich vor Jedermann froh bekennen, findlich lieben und mit Sünden nicht betrüben. 054. In der Seele Finsternissen sei dein Wort uns stets ein Licht! Laß uns Trost daraus genießen, wenn es uns an Trost gebricht! Es versüß uns jede Noth; es erquick uns auch im Tod durch die Hoffnung, ganz zu schauen, was wir deiner Wahrheit trauen. asland bid Mel. Schwing dich auf zu 206 Der du selbst die Wahrheit Gott, zu dem ich singe, Gott, den fein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge: alle Weisheit fommt von dir zu den Menschentindern; sie er leuchtet uns, wenn wir selbst ihr Licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und Finsterniß füllen unsre Seelen; unser Blick ist ungewiß, un fre Schlüsse fehlen: aber dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, Richtigkeit und Klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches Geschlecht, dankbar ihm zu Füßen! Seine Wahrheit und sein Recht läffet er dich wiffen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt befehret: glaubt es freudig, 5 8 8 D e 1 = t Heiligung, du has freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihrs böret! de 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Drohung kann auch nicht leer vorübergehen. Haben Tausende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn, dir zum Ruhm erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leicht sinn, soll der Spott deinen Trost dir rauben? Die die Himmel aufgebaut, fann die Wahrheit lügen? Kann sie den, der ihr vertraut, heuchlerisch betrügen? 6. Erd und Himmel wird vergehn; Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, die es schmähn, werdens nicht vertreiben. Könige find Staub vor dir, sie mit ihren Heeren. Du im Himmel lacheft ihr, wenn sie sich empören. D 149 .ilasi Gefe vill adourist dirried Mel. Gottlob, ein Schritt zur 207 Herr, dein Ge setz und dein Gebot, wonach wir sollen leben, haft du, o liebevol ler Gott, mir in mein Herz gegeben, daß ich zum Gu ten willig sei, mit Sorgfalt, fern von Heuchelei, was du befiehlst. vollbringe.od 7. Du bist Wahrheit! Ewig soll mich von dir nichts trennen, mich die Welt, von Arglist voll, nicht er schüttern können. Muß ich hier gleich um dein Wort Schmach und Trübfalleiden, so belohnst du mirs doch dort, Gott, mit Ehr und Freuden. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, allein dich ehr und liebe, auf Menschenhülf allein nicht bau, in deiner Furcht mich übe, daß Beifall, Lob und Menschengunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Witz und Kunst mir richt zum Abgott werde. 3. Hilf, daß ich redlich mich bemüth, dich, Vater, zu erkennen, und laß mich deinen Namen nie ohn Ehrerbietung nennen. Gott, unvergeßlich sei es mir, was ich in meiner Taufe dir so feierlich versprochen. 14. Am Tag der dir geweihten Ruh laß mich, Gott, mit den Deinen in der Verfammlung, so wie du befiehlst, vor dir erscheinen: dann deiner im Gebet mich freun, ein Hörer deines Wortes sein und, wie ich soll, ein Thäter. 5. Gib, daß ich Aeltern, Obrigkeit und Lehrer ehr und liebe, sie nie durch Wider3 fetz Werke und Wohlthaten Gottes. 150 feßlichkeit und böses Herz betrübe; vielmehr für ihre Sorg und Treu erkenntlich und gehorsam sei und deinen Segen erbe. 6. Hilf, daß ich nie mit bittrem Sinn, Herr, Rach und Feindschaft übe und, wenn ich auch beleidigt bin, verzeih und Feinde liebe und Jedem gönne, was er hat, und Alle segne, mit der That gern jedem Menschen diene. 7. Laß mich, wie du geboten hast, unkeusche Werke meiden. Unreinigkeit ist dir verhaßt; auf Wollust folgen Leiden. Schaff du in mir ein reines Herz, das Uep pigkeit und frechen Scherz sich nimmermehr erlaube. 8. Gib, Herr, daß ich mich redlich nähr und böser Ränke schäme, mein Herz vom Geiz und Unrecht febr, durch Macht und List Nichts nehme; daß ich nie Fleiß und Arbeit scheu, wohlthä tig und zufrieden sei, nicht farg und nicht verschwendrisch. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Ehr zu retten mich Böbefleiße, das, was ich kann, zum Besten tehr, doch fes nicht gut heiße; stets zeige Treu und Reblichkeit und Abscheu trage jederzeit vor Falschheit, Schmähn und Lügen. d san dsil 10. Laß mich des Nächsten Haus mit List und Unrecht nicht begehren; das aber, was mir nöthig ist, wollst du mir, Gott, gewähren. Doch laß mich auch das größte Gut, ein ruhig Herz und frohen Muth und deine Gnade haben. 11. Wie gern möcht ich, o Herr, mein Gott, nach deinem heilgen Willen, wie gern möcht ich ganz dein Gebot, das du mir gabst, erfüllen, allein du weißt, was mir gebricht; ich Schwacher, ich vermag es nicht aus meinen eignen Kräften. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott, Bater, Gnab und Stärke, daß ich, o Jeſu, Gottes Sohn, stets auf dein Vorbild merke! Dheilger Geist, hilf mir, daß ich Gott über Alles und, wie mich, auch meinen Nächsten liebe! Evangelium. dviols Tid Mel. Jesu, meine Freude 208 Wort aus Got Wort vom Friedensbunde, Evangelium! Quelle wah rer Freuden, Trost in allen Leiden, unser höchster Ruhm! Gottes Kraft, die Glaus estioHeiligung. sa Glauben schafft! Frohe Bot Die heilige christliche schaft, uns zum Leben selbst von Gott gegeben! Kirche. 151 2. Was sein Wohlgefallen vor der Welt uns allen ausersehen hat: was erst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt sein Rath. Daß sein Eid ihn nicht gereut, rühmen wir; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus hat sein Leben für uns dargegeben, willig gab ers dar. Ja, er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht zu feiner Ehre. erwünschte O Lebre! untertban! Es weiche fal2. Die Völker sein dir unterthan! Es weiche falscher Lehre Wahn vor deiner Wahrheit klarem Licht! Gewalt hilft dem Gewissen nicht. 3. Die Herrschsucht, die den fremden Knecht, er glaube falsch, er glaube recht, gewaltsam zieht vors Richteramt, bleib unter unserm Volk verdammt! 4. Da uns Strafen drohten, riefen seine Boten; 4. Nur geistlich ſei der Heiligt euch und glaubt! Gott will euch vergeben; ewig sollt ihr leben, wenn ihr Jesu glaubt! Seine Huld tilgt eure Schuld; nur müßt ihr die Sünde bassen, Muth zur Tugend faffen! Wahrheit Krieg! Gib wider Irrthum ihr den Sieg. Durch Gründe fieg sie und Beweis und durch des frommen Beispiels Fleiß. ce 5. Jesu, voll Vertrauen will ich auf dich bauen und in dir mich frenn, dir nur will ich leben, dir mich ganz ergeben, ewig treu dir sein. So werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmel erben! in San Hi In eigener Melodie. 209 Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort; den finstern Irrthum treibe fort; bewahr uns vor Gewissenszwang, so preist dich unter Lobgefang! 5. Wir gehn in Dämmrung, irren bald! Die Weisheit übet nicht Gewalt. Laß Fried und Duldung allgemein, nicht mächtig die Verfolger sein! 6. Der Scepter übe Billigteit, verbiete nicht der Gründe Streit! Wer friedsam ist, nicht Lafter lehrt, deß Freiheit bleibe ungestört. 4 7. Ber Werke und Wohlthaten Gottes. 152 7. Berbrich des Zwanges hartes Joch: die freie Wahrheit sieget doch. Sie mache uns von Irrthum frei und von der Sünde Sklaverei! ROS Am Reformationsfeste. In eigener Melodie. in feste Burg ist unser Gott, 210 ein gute Wehr und Wafer hilft uns aus aller Noth, die uns jetzt bat betroffen; der alt böse Feind, mit Ernst ers jetzt meint, groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist: auf Erd ist nicht seins Gleichen 2. Mit unsrer Macht ist Nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erforen. Fragst du: wer er ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen: so fürchten wir uns nicht so fehr; es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht; ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort fie sollen laffen stahn und kein Dank dazu haben: er ist bei uns. wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmn sie uns den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, Laß fahren dahin, sie habens fein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. Mel. Christus, der ist mein Leben ner 211 Ach bleib mit deiuns, Herr Jesu Christ! damit fein Feind uns schade mit seiner Macht und List. 2. Entzieh 1: ns deine Lebre, das Wort der Wahrheit nicht. Durch ihre Kraft gewähre uns immer Trost und Licht. 3. Laß deinen Geist uns treiben, daß wir, von Irrthum frei, bei deiner Rede bleiben, bir folgsam, dir getreu. 4. Kommuns mit Kraftentgegen, hilf unsrer Schwachheit auf und stärke das Vermögen zum ernsten Tugendlauf. 5. Hilf uns die Lüfte dämpfen, hilf uns den Reiz der Welt und ihren Trotz bekämpfen, bu fieggewohnter Held! 6. Ja, bleib mit deiner Treue bei uns, Herr, unser Gott! Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Noth. Mel. Heiligung.us botto Mel. Ein fefte Burg ist 212 Herr err, deine Kirche dantet dir: noch wohnt dein Wort im Lande! Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar: dann, o Jesu Christ, besiege Macht und List und herrsch in jedem Lande! 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder. Hilf deiner Kirch und schütze sie; denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut. Ach, erhalt sie rein; und die den Bund entweihn, die heilige dir wieber. 153 5. Entferne 3wietracht, Krieg und Mord, erhalt uns Ruh und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Brüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 351 6. Herr, deine Kirche streitet noch: hilf deiner Kirche stegen! Wie schwer ihr Stampf ist, müffe doch kein Kämpfer unterliegen! Hör ihr findlich Flehn. Eil, ihr beizustehn, daß sie standhaft sei, stets deiner Wahrheit treu. Hilf deiner Kirche fiegen. 3. Eins ists, was deine Treuen fränkt: daß unter 213 wig, Jeſu, deinen Christen noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüften. Vieler Glaub ist schwach, falt die Lieb, und ach, sie bedenken nicht: es wart ein schwer Gericht auf träge, fichre Christen. Mel. Herzliebster Jesu! o wird dein Wort bestehen und Erd und Himmel werden ehr vergeben, eh eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernichtet. 4. Und du, o Jefu, bist fo treu! Ach, daß wir frömmer wären! Mach alle Herzen rein und neu, laß alle sich bekehren. Gib uns Wissenschaft, Glaube, Lieb und Kraft, gib Entschluß und Muth, zu wagen Ehr und Blut zum Preise deiner Lehre. 2. Immer noch sammelst du dir auf der Erden Menschen, die willig dir getorsam werden und deinen Frieden hier schon im Gewissen fröhlich genießen. 3. Reizt blendende Versuchung sie zu Sünden, bift du ihr Beistand und hilfst überwinden. Nichts wird ste jemals deiner Hand entreißen. Du hasts verheinen. 5 4. Wohl 154 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Wohl allen benen, die jederzeit mit Wahrheitssinn bir, Jesu, trauen! Was fie Verträglichkeit. Die Liebe dir glauben, wird ihr Aug sei der Kirche Zier. Dann einst schauen, dich und die sieget sie; Gott ist mit ihr; Freuden, womit du beloh- er ist ihr Schuß. nest da, wo du thronest. 6. Und wenn auch seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht und Spötter stolz die Wahrheit schmähn: verzaget nicht! Sie wird bestehn; sie ist von Gott. 7. Schaut auf zur Sonne; sie erhellt nicht gleich den ganzen Raum der Welt. Laßt, Christen, unsers Lichts uns freun und Gott durch Thaten dankbar sein, wie er sie liebt. 5. Dann schallen fröhlich von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, höhre Lobgefänge, wenn einst dein Volk, das hier dein Geist regieret, dort triumphiret. Mel. Erschienen ist der herrlich 214 Lobsinget Gott! denn seine Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht. Uns deckte bange Finsterniß; der Herr wars, der uns ihr entriß. Lobsinget ihm! 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht; selbst Christenlehrer sahn es nicht. Aus Unterricht ward Glaubenszwang; in harte Sklaverei versant das Volt des Herrn. 8. Lobfingt, lobsingt dem Herrn und freut voll Hoffnung euch der Ewigkeit! Dort wird nur Liebe, dort allein Ein Hirt und Eine Heerde sein. Lobsingt dem Herrn! 3. Wie tobte der VerMel. Herzliebster Jesu! folger Wuth! Wie strömte 215 Laß boch, o Jeſu, Und treuer Christen Blut! ihre Würger rühmten doch sich ihrer Gottesliebe noch O welch ein Wahn! laß dein Reich auf Erden nie unterdrücket, stets erweitert werden! Gib allen Menschen deiner Leiden wegen Licht, Heil und Segen! 2. Erleuchte sie, daß sie dich recht erkennen und glaubensvoll dich ihren Heiland nennen! Olehre sie mit Eifer deinen Willen schon hier erfüllen! 3. Laß 4. Gott kam und stand der Kirche bei; da wurden die Gewissen frei; daschwanden Aberglaub und Wahn. Das hat der Herr, der Herr gethan. Singt, singt ihm Dank! algu 5. Vereint nun, Christen, Heiligung. 3. Laß sie die Schrift mit frommer Achtung ehren; denn sie enthält der wahren Weisheit Lebren; und ohne diese sucht man doch vergebens den Weg des Lebens. 4. Ach, steure, Herr, dem Toben deiner Feinde und vor dem Irrthum warne deine Freunde! Gib, daß fie prüfen und dem Aberglaus ben die Herrschaft rauben. 5. Sei du ihr Licht in bangen und wede selbst ihr schlafendes Gewissen! Erhebe tröstend, schlägt sie Kummer nieder, ihr Herz auch wieder! 6. Herr, schüß uns mächtig vor der ist der Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen und wir zum Kreise der verklärten Frommen frohlockend kommen. In voriger Melodie. 216 Schüße die Dei nen, die nach dir sich nennen und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen. Telk 155 Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe fie endlich aus dem Kampf bienieden zum ewgen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben! Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beschirmer deiner schwachen Herde, Himmel und Erde! 2. Laß deine Wahrheit rein verfündigt werden; mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die sie leh ren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Mel. Ein fefte Burg 217 Wenn Chriftus seine schüßt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes sitzt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nab; wenn er gebeut, stehts da. Er schützet seinen Ruhm und hält das Heiligthum. Mag doch die Hölle wüthen. 2. Und wenn auch Fürsten auf dem Thron fich wider ihn empören; stets werden ihn, des Höchsten Sohn, zahllose Völker ehren. Sein Wort ist wahr; Nichts ist der Großen Macht und List. Wie lange währt ihr Spott? Auch sie sind Staub vor Gott. Sie mögen sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmäbn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, 6 sein 156 Werke und Wohlthaten Gottes. sein Wort von Herzen hält, lockst der Menschen Menge dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschreden! Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß be beden. Der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth und Kraft und Muth im Tod. Was kann uns denn erschrecken? Der 5. Mag der Krieg die Welt zerrütten! Friede schwebt um deinen Thron. In Palästen, it den Hüt ten, groß ist überall bein Lohn. Jeder, jeder, der dich ehrt, ist und bleibt dir ewig werth. 6. Drohn bir gleich die Frevler alle, rüstet sich der Spötter Heer: ach, fie naHerrlich ists in hen sich dem Falle und dann toben wird dein Reich bestehn; Wahrheit kann nicht untergehn. 7. Reiche dieser Welt verschwanden, Kronen fanten in den Staub; aber seit dein Reich entstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jetzt noch blickt dein Unterthan hochentzückt zu dir hinan. Mel. Gott des Himmels und 218 Her nur hinweg von Angst und Schmerz. Selig, wer dir seine Zeit, seine Kraft, sein Leben weiht! thứ König der erlösten Schaar! Jede Sinnenlust entweiche; dennoch beutst du Wonne dar, Wonne, die den Geist erhöht und dem Strom der Beit entgeht. 2. Was sind Rang und eitle Schätze? Was sind Kronen dieser Welt? Freunde beiner Reichsgesetze find einst Engeln zugesellt. Ebel handeln ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, bier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit deinem Sinne ziert. Selbst der Sünder preist sein Glück, eilet er zu dir zurück. 4. Ja, du herrschest nicht mit Strenge; nur von Liebe wallt dein Herz, und du श 8. 3n den fernsten Himmelsstrichen glänzt, o Herr, bein mildes Licht. Thoren nur, die von dir wichen, sehen seine Strahlen nicht: doch der Weise bleibt dir treu, und du machst ihn groß und frei. 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet und laß einst auch den dich preisen, der noch Heiligung. di strade .89110 noch blind vor Göten kniet; Mel. Liebster Jesu, wir sind Beig uns allen nach der Zeit 221 Herr, wir ſtehen beines hier vor dir: laß dieß Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeuge dein Erbarmen: laß es hier beglückt auf Erden, dort des Himmels Erbe werden. Heilige Taufe. ( Vor der Taufe.) Mel. Sollt es gleich bisweilen 219 Dir, Gott, der so gern erfreuet, immer seine Huld erneuet, weihen durch die 222 Taufe wir dieses Kind, o Vater, dir. 2. Gib ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es stets das Böse scheuen und beglücke das Bemühn, es zum Himmel zu erziehn. 3. Stärke fünftig seinen Glauben, laß ihm den die Welt nicht rauben; nicht den Trost, daß es ein Christ, daß du, Gott, sein Vater bist. 4. Laß es stets dich froh bekennen, daß es Niemand von dir trennen, Niemand auf der Tugend Bahn Heil und Ruh ihm rauben kann. 157 befohlen, dir dessen Treu unwandelbar, dir, sei auch dieses Kind befohlen! Wir bringen es dir flehend dar: o segne es, Herr Jesu Christ, der du der Taufe Stifter bift! ( Nach der Taufe.) Mel. Wer nur den lieben Gott getauft auf deinen Namen, Gott, Vater, Sohn und beilger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt, welch ein Glück ward dadurch mein! Laß, Herr, mich dessen würdig sein! 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater, und ein selig Theil haft du, Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil! Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geist Gottes, selbst mein Beistand sein. Mel. Wer nur den lieben Gott du 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir mich 220 Herloft die auf nie die Pflicht vergeſſen, das err, zu ich selbst mich dir verband, als bu in deinen Bund mich nahmst und mir mit Heil entgegenkamst! 4. Du bist getreu: auf deiner Seite bleibt dieser 7 Bund 158 Werke und Wohlthaten Gottes. Bund stets feste stehn. Ja 3. Gelobt, mein Gott, sei selbst, wenn ich ihn über schreite, läßt du dein Vaterherz mich sehn. Du regest mein Gewissen an und lenkst mich auf die rechte Bahn. deine Liebe, die mir, noch eh ich dich gefannt, aus freiem väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie huldreich hast du mein gedacht und für mein wahres Wohl gewacht! 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es: jetzt entsag ich euch. 4. Dir geb ich mich, mein Gott, aufs neue nun ganz aus Dank und Liebe hin. Erwecke mich zu steter Treue und bilde mich nach deinem Sinn. Was dir mißfällt, sei fern von mir und hei lig sei mein Leben dir! 5. Damit ich, was ich hier verspreche, auch redlich halte und getreu, nie mein Ge lübd aus Leichtsinn breche, steh, Gott, mit deiner Kraft mir bei, und fall ich, so verwirf mich nicht, o Herr, vor beinem Angesicht! bin getauft 6. Erwecke deiMel. Wer nur den lieben Gott 223 Jhad Jeful Sehne Gnade zum steten Ernſt der Besserung und leite mich auf sicherm Pfade des Glaubens und der Heiligung. Gott meines Heils, sei ewig mein und laß mich stets dein eigen sein. 6. Befestige dieß mein Versprechen, mein Vater, und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen! Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils, sei ewig mein und laß mich dein auf ewig sein! ren, dich, Bater, deinen Sohn und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks, ein Chrift zu sein, mich hier schon und einst dort zu freun. 2. Du haft zu deines Reis Mel. Jesus, meine Zuversicht ches Erben, o treuer Bater, 224& wig, ewig bin mich erklärt; es hat die Frucht aus seinem Sterben dein Sohn, mein Heiland, mir gewährt; und dir mein Leben ganz zu weihn, soll selbst dein Geist mein Beistand sein. dants ich dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Def= sen soll mein Herz sich freun, Estens Heiligung. sis freun, ewig, ewig bin ich bein! 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe Gottes Kind und Erbe bin, daß ich ihn zum Bater habe! Heilig, heilig will ich sein; ewig. Vater, bin ich dein! 159 Gott erlaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Ewig, emig laß mich dein, ewig laß mich selig sein. Das heilige Abendmahl. 3. Ich gelobt es, und denMel. Befiehl du deine Wege noch brach ich oft den Bund 225 Versammelt hat der Taufe, die und wurde doch schwach im Kampf und matt im Laufe. Dennoch will noch Je fus mein, Gott will noch mein Vater sein! 4. Dieß, o Gott, versprachst du mir; das hat Jesus mir verheißen. Und ich sollte, Sünde, bir, bir, o Welt, mich nicht entrei Ben? Ja, ich wills; ich will nicht dein, ich will meines Gottes sein! Jünger feierlich; es nahte seine Stunde, die AbschiedsDie sich der stunde sich. Hoffnung freuten, mit ihm zum Thron zu gehn, sie sollten nun ihn dulden, ach, bluten, sterben sehn. 2. Sie sollten nun Betenner der heilgen Wahrheit sein, für sie und für die Brüder, wie er, den Tod nicht scheun. Ach, wie er jest so rührend beim frommen Abschiedsmahl den Freunden, den Erwählten, noch Lieb und Treu empfahl! 3. Er sah am Kreuz sich sterben und weihte Brod und Wein, den Blick zu Gott erhoben, für sie laut dantend ein. Nehmt, sprach er, diese Gaben, das ist mein Leib, mein Blut; o denfet mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 4. Wie konnten fie vergessen, was jeßt ihr Lehrer 7. Höre mich, denn ich- that, der scheidende Geliebte bin dein, theuer dir, mein jetzt, ach, so zärtlich bat! Nehmt 5. Jesum, dem ich bin getauft, bin von ihm so hoch erhoben, bin ihm durch sein Blut erkauft, Jesum soll mein Leben loben! Ihm will ich, denn ich bin sein, meine ganze Seele weihn. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf feinem Wege heilig und gewissenhaft und im Glauben wandeln möge. Und er wird mir Kraft verleihn, treu bis in den Tod zu sein. 160 Werke und Wohlthaten Gottes. Nehmt bin, für euch gege- Denn schon hienieden ge ben wird dieser Leib, dieß währt die Tugend euch Be Blut; o dentet mein, ihr seligung. Lieben, so oft ihr solches thut! 5. Nun ward dieß Mahl zur Feier: stets schwebte liebreich, mild und hehr vor ihren Blicken des treusten Freundes Bild: gab ihnen reinre Liebe, zur Tugend bëhern Muth. Sie opferten der Wahrheit mit Freuden Gut und Blut. 6. Auch uns zum Heil gestiftet ward sein Gedächtniß mahl; für uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer könnte sein vergessen, vergessen, was er bat, eb er den Weg des Todes zu unserm Heil betrat? 7. O laßt nun am Altare uns seiner dankbar freun und froh den Bund der Liebe, der Tugend Bund erneun! Sein Mahl stärk unfern Glauben, stärt ihn in Schmerz und Noth, mach heilig unser Leben, mach freudig unsern Tod. 2. Aber gebietet auf raw heren Wegen die Tugend euch zu gehn; o wanket nicht! Blicket auf Jesum! Mit ewigem Segen, mit Ruhm vor Gott belohnt erfüllte Pflicht. Auf, auf, und ringet zum Ziel! Bollbringet den Ruf der Gottheit! Auf und wan tet nicht! 3. Bei dem Gedächtniß des Heiligen schwöret, dem hohen Tugendbund getreu zu sein! Schwört bei dem Tode des Heiligen! Höret, ihr Ditunsterbliche, Schwur: Wir weihn in dieser Stunde dem großen Bunde der wahren Tugend uns. Gott, wir sind bein! 4. Singt dem erhabenen Muster der Frommen, des Bundes Erstem, Preis und Lobgefang! Er ist zum Segen der Menschheit gelommer; vom Himmel bracht er Licht. Nun Lebenslang im Licht zu wandeln, wie er, zu han beln: dieß, Christen, sei der ihm geweihte Dant. Mel. Liebfter Immanuel 226 Nabt bem Altare, UnsterbliMel. Ein Lämmlein geht und che, nahet und feiert hier 227 Du, Herr, haft den Tag der Besserung! Segnet den Festtag des Bundes! Empfabet bei Jesu Mahle Kraft zur Heiligung. Fühlt Gottes Frieden! aus Barmherzigkeit zum Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit wohlthätig eingelaben. Du rufft: Mühselge, oslo Heiligung. du 91796R 161 felge, kommt zu mir! Ich nem Reich, verklärt, unsterb tomme, Heiland; ja, zu dir lich, Engeln gleich, dich, ewig erheb ich meine Seele. Ent- froh erhebe. zeuch mir deine Gnade nicht, mein ſei auch mein Trost, Del. Wer nur den lieben Gott Heil, mein Licht. Du ſiehst, 228 Hier bin ich, Jefehle. 2. Ja, meiner Schulden sind weit mehr, als ich vermag zu zählen. Ich fühl es wohl und leide sehr vor Unruh meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht. Berlaß mit deinem Trost mich nicht; du siehest meine Reue, Erbarmer, nimm sie gnädig an; du bist, der belfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. zu erfüllen, was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur llebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht! 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen, dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entriffen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Nach deinem Troste sehn ich mich, gebüdt vor dir im Staube. Dein tröst ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Schwachen beizustehn, die nach der Begrung trachten. Stets bleibst du deinen Worten treu und wirst ein gläubig Herz voll Reu und meis nes nicht verachten. 4. Regiere nur auch fünf tig mich, daß ich vorsichtig handle und heilig, voll Vertrann auf dich, nach dei nem Willen wandle. Gib, daß, aus Dank für deine Huld, in Liebe, Glauben und Geduld ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in dei3. Bewundernd denk ich an die Liebe, womit du unser Heil bebacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! Ogib von dei nemTodesschmerz jetzt neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, für weldhe bu, bich opfernd, starbst; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir bein Tod verleiht! 5. 3ch übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott 162 Werke und Wohlthaten Gottes. Gott, an dich; ich schwöre dir beständge Treue vor dei nem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbst für mich; drum bin ich dein. 01. mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Got6. Nie will ich mich vor mich deiner zu getrösten. Ich ich mites und des Menschen Sohn, Spöttern schämen des Dien- füble meiner Sünden Müh; stes, den man dir erweist, mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen fündlich beißt. D flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr! gefinnt zu sein! ich suche Rub und finde fie im Glauben der Erlösten. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben und, wenn er strauchelnd sich versieht, Versöhnlichkeit und Sanft muth üben! Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen haft! 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine See le ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wenn du dich, groBer Lebensfürst, den Böltern sichtbar zeigen wirst! 9. Gebeugt lieg ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Fletn. Laß auf mich neue Gnade flieBen! Mein Heiland, laß es bod geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet ſei! Mel. Ein Lämmlein geht und 229 ch und suche dich, 2. Dich bet ich zuversichtlich an: du bist das Heil der Sünder, hast ihre Schulden abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Nacht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du haft mein Heil verdienet. Du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in bir mit sich verfühnet. 3. So freue dich, mein Herz in mir! Er tilget deine Sünden und läßt in seinem Mahle hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getroft, mein Sohn! die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich ertauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine vereine mich mit dir; ich bin Heiligung.durs astio bin der Weinstock; bleib an mir: so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 75. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen! Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir 230 Welt zu gefällt, und alle Furcht und Mel. Es ist das Heil uns chpreise dich 163 bu an mich gewandt! D stärke mein Gemüthe zum gläubigen Bertraun auf dich, daß ich, solang ich lebe, mich an deine Gnade halte! 4. Ich fühle, Herr, voll Reu und Schmerz die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den süßen Trost empfinden, daß ich in deines Vaters Huld gewiß Vergebung meis ner Schuld auf Buße finden werde! 1 Heil, für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann mei nen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich: o gib, daß meine Seele sich deß ewig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erquidung in der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensrub, zur Beßrung Kraft: das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von deiner großen Güte. Wie viel hast überwinden! überwinden! the aid 6. Laß mich mit Glaubensfreudigkeit vom Bun desmahle essen und der Verbrüdrung heilgen Eid undankbar nie vergessen, daß ich aus echter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sei, dir und den Brüdern lebe! 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen! Nimm alle Hindernisse weg, die steile Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet! 8. Zum ewgen Leben haft du dich für mich dahinges geben. 164 geben. Dein Abendmahl er wede mich, mit Ernst da nach zu streben! Herr, mache mich dazu geschickt, und werd ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben. Werke und Wohlthaten Gottes. bann nahft bu bich der Tu gendbahn, dann gehe zum Altar hinan. 5. Beschämt und mit ge beugtem Sinn schau auf den großen Dulder hin, der liebreich für die Sünder starb und ihnen Gottes Huld erwarb; dann glaube Mel. Gott Bater, an Erbarmen 231 Chrift, eile nie mit sicherm Sinn froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt. zum Liebesmahle Jesu hin, denk nicht, des großen Dul- 6. So, frei von Heucheders Blut macht jedes Sün- lei und Wahn, müss Jeder ders Laster gut! Web dem, sich dem Mable nahn, das der dieses Mahl entweiht du in deiner letzten Nacht, durch Selbstbetrug und Sio Herr, zum Denkmal uns cherheit! a bit gemacht! Da dämpfe der Gedank ans Kreuz der Thor heit Lust, der Sünde Reiz! 7. Da rühr uns lief dein göttlich Bild und mach uns liebreich, sanft und mild; da schenk dein Geist uns Muth, und Kraft zum Kampfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durchs Leben gebn, bem Tode froh entgegensehn! 2. Wer sich zu ihm unwürdig naht, der häuft die Schuld der Missethat. Sei nicht dein Feind, empfah es nicht dir, ach, zum strengeren Gericht! Nein, erst empfinde tief dein Herz der Sünde Schmach, der Neue Schmerz! plisd 3. Erst sei dein Borsatz fest und rein, nicht mehr der Sünde Stlav zu sein; erst gib zurück, was beine Mel. Meinen Jesum laß ich nicht Hand durch Lift, durch Trus, 232 Naht mit Anim Ge durch Raub entwandt, erst Zürnender, versöhne dich mit deinem Bruder brüderlich! im s müth, Brüder, christlich dem Altare; wer in Jugendfülle blüht, und der Greis 4. Befiegst bu so in dei im Silberbaare, hoch und ner Brust des Lasters Macht, niedrig, arm und reich, naht: die böse Luft; bist du ent- hier seid ihr alle gleich! schlossen und bereit, zu käm- 2. Stärkt euch für die pfen manchen harten Streit: höhre Welt! Fließt, der 415058 Lie Astons Heiligung.d Liebe Thränen, fließet! Wer vom Brode jetzt erhält, wer vom Weine jetzt genießet, fühl Entzücken inniglich, stärfe für den Himmel fich! 165 niglich, stärke für den Him og tid mel sich! 8. Wer den Kelch des Nachtmahls trinkt, wer vom Brode jetzt genießet, wer in Andacht fromm versinkt, wem der Reue Thräne flie ßet, ist mein Bruder, ist mein Freund: und ich habe keinen Feind. 9. Fließt, der Liebe Thränen, fließt! Vorgefühl der Himmelsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Guten, Trost im Leiden; fühlt euch all als Menschen gleich, fühlt als Himmelsbürger euch. 3. Stärkt euch, bleibet rein und gut; denket Alle: Wir sind Brüder! denket: Jesu Christi Blut floß für uns am Kreuze nieder; Menschenwürde, Menschen sinn uns zu lebren, floß es hin. 4. Der uns lehrte, Kraft und Gut für der Brüder Wohl zu geben, gab für Wahrheit hin sein Blut, gab für Tugend hin sein Leben, bat, was er empfahl, geübt. O, wie hat er uns geliebt! 5. Dentet seiner! Thränen fließt! Freudenthränen weinet, Brüder! Wer vom Brode jetzt genießt, wer vom Weine trinket, Brüder, den fet an den Menschenfreund, denkt an Jesum, dankt und weint! 10. Jesus Chriftus hat fein Blut für der Menschen Wohl gegeben; laßt uns Kräfte, Geist und Gut Menschen widmen, für sie leben; laßt uns zu des Himmels Höhn auf der Bahn der Liebe gehn. Ted Mel. Freu dich sehr, o meine 6. Laßt mit heiligem Ge 233 Vol 233 Veller Ehrfurcht, müth all uns nahen dem Altare; wer von Lebenskräften glüht und der Greis an naher Bahre, hoch und niedrig, arm und reich! Brüder, hier find Alle gleich! 7. Alle gehn wir Eine Bahn, Alle gehn wir zu dem Ziele ebler Menschlichteit hinan. Voll der ſeligften Gefühle bete Jeder jn llad Dank und Freuden, komm ich, Herr, auf dein Gebot, zu dem Denkmal deiner Leiden und gedent an deinen Tod. Mittfer, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu le ben, sei mein eifrigstes Be streben! 2. Ich empfind es jetzt aufs neue, was ich dir, Herr 166 Werke und Wohlthaten Gottes. Herr, schuldig bin. Du, den Augen setzen, wie nur du gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Dienste hin; wiesest mir den Weg zu Gott und ertrugft den schwersten Tod, mir im Leben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. der daran hat Theil, der auf deine Stimme hört, mit Gehorsam dich verehrt und in deinem Dienst auf Erden immer besser sucht zu werden! 3. Durch dich ist zu Gottes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Tugend selgem Pfade feft ein herzugebn, verschafft. Und du rufft aufs neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme und mich deiner niemals schäme. 4. Sollt ich, Jesu, denn vergebens diese deine Huld empfahn? Nicht zur Beff rnng meines Lebens mich zu deinem Tische nahn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheun, und dich durch ein dir geheiligt Leben mit vermehr- m. tem Fleiß erheben. 5. den ich habe, thätig dankbar dir zu sein, präg ihn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein! Gib mir Kraft, ihn zu vollziehn! Lehre mich mit Vorsicht fliehn, was ihn könnte bei mir schwächen, was mich reizt, ihn gar zu brechen! 6. Laß mich über Alles schätzen dein mir theur erworbnes Heil und nie aus mid 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird je mein Glaube schwach, o so bilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nimmer wanke, nie ermüde! So erquicke mich dein Friede! 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmherzig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanten, deine Treu beständig ist. Herr, ich hoff es froh und fest, daß sie mich auch nie verläßt. Zu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß auch leiten. Mel. Schmücke dich, o liebe S. 234 löfte Seele, gläubig nach des Herrn Befehle, seinen Mittlertod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bangsten Tod gegeben, dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. Zum Genuffe seiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen; eil ihm demuthsvoll astons Heiligung.inst voll entgegen und nimm Theil an seinem Segen. Komm getroft, es ist sein Wille, komm und schöpf aus seiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung seiner Liebe. 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Seelenruhe zu empfangen. Deine Liebe foll mich stärken in dem Fleiß zu guten Werken. Mit den heiligsten Entschlüssen will ich Brod und Wein ge nießen, mich der Bruderliebe meiben, deines Todes mich erfreuen. 4. O wie sehnt sich mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Gülte! Ich ges neue Treue; siehe, Herr, mein Herz voll Reue! Meinem kindlichen Begehren wellst du deinen Trost gewähren, meiner Sünden nicht gedenken, mir Gewissensrube schenken! ilust 5. Ja, ich hoff auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade und mit neuer Kraft zum Werke mei ner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest. Jedem, der Gott fucht, erwarbest, Seelenruh und ewges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 167 und dich dankbar froh erheben. Deine Huld ist unermeßlich; Herr, sie fei mir unvergeßlich, daß ich bich aus frommem Triebe thätig ehre, folgsam liebe! 7. Du, dem dort der Frommen Schaaren, die, wie ich, auch Sünder waren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einst dabin fommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue und dir einst mein Danklied weihe! tod madosi 6. Deiner will ich mich stets freuen, ganz mich meinen Pflichten weihen, nur nach deinem Willen leben Mel. Schon ist der Tag von Gott 235 Ich will den Bund meinem Herrn bei seinem Mabl erneuern; ich will, von Weltgeschäften fern, heut sein Ges dächtniß feiern. Der Tag fei hehr und heilig mir! Froh foll mein dankbar Herz zu dir, Erlöser, fich erheben! 2. Mich führe nicht Gewohnheit hin, nicht der Betrug der Sünde, als ob ein unbekehrter Sinn dadurch schon Gnade finde. Nein, frei von niebrer Heuchelei, von eitlem Selbstbetruge frei, will ich dein Mahl heut feiern! 3. 3um Eigenthume will ich mich aufs neue dir ergeben; bekennen will ichs öffentlich, dein Sterben ſei mein 168 Werte und Wohlthaten Gottes. mein Leben. Solang ich athme, will ich dein und deiner Liebe mich erfreun und sie noch sterbend preisen. 4. Mit Reue will ich meine Schuld vor meinem Gott gestehen und, unwerth seiner Vaterhuld, ihn um Vergebung flehen. Laß mich mit gläubigem Vertraun auf bich, mein treuer Mittler, schaun und Seelenruhe finden. nd gila Herr, mit Dank des Bundes heilgen Trank und geloben vor dir aufs neu der Tugend Treu, daß uns bein Tod stets Segen fet. 2. Zu der Tugend höhern Werfen, zur Liebe jedes Herz zu stärken, dazu ward dieses Mahl geweiht. Wie sein Stifter hier zu wandeln, stets liebreich, gut und fromm zu handeln, sind wir entschlossen und bereit. Neicht, Christen, euch die Hand! Wir gehn ins Vaterland bessrer Wesen. Mit Freudigkeit geht im Geleit der Liebe durch Gefahr und Streit! 3. Sie erfüllt mit Muth die Herzen, fie dulbet Alles. Denkt der Schmerzen, die Jesus für uns Menschen litt! Laßt uns treu einander lieben, treu jede Liebespflicht uns üben, für sie auch streiten, wie er stritt! Der Men schenliebe weihn bei seinem Brod und Wein wir uns alle. Wer Mitleid übt, gern hilft und gibt, der ifts, der Jesum Chriftum liebt. 4. Gott zu leben, Gott zu Mel. Herr, wir singen deiner 236 Herr, wir feiern sterben und seinen Himmel des bens hohes Ziel. Jefu, bilf es uns erringen; bilf Sünd und Lafter uns bezwingen; richt auf den Schwachen, welcher fiel! Ofstärk uns all im Lauf; schließ uns den Himmel auf, wenn wir sterben! 5. Es sei das Mahl der Liebe mir ein Pfand von Gottes Gnade, daß ich mit frohem Muthe dir folg auf der Tugend Pfade, mich immer meines Vaters freu und voll der frohen Hoffnung fei, den Himmel einst zu erben! 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind, Gott über Alles liebe, durch dein Verdienst mit ihm vereint, das Gute eifrig übe! Gefällig ist dir dieser Dank; ihn will ich dir mein Leben lang mit reinem Herzen bringen. niß. Uns freut das heilige Vermächtniß vor deinem blutgen Opfertod. Deiner nimmer zu vergeffen, nahn wir uns dem Altar und effen mit Dankgefühl des Bundes Brod. Wir trinken, # 113 Heiligung. dni stro ote ben! Bon dir herab strömt Licht ins Grab; wir trocknen unsre Thränen ab. 169 diesem Licht wandeln, ewig dir fich weihen! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth sein! 4. Tröste, die in Traurigkeit über ihre Seele wachen; stärke, Herr der Herrlichkeit, ihren Glauben, hilf den Schwachen! Die gebeugt von ferne stehn, können unerhört nicht flehn. # 0719 5. Nehmet hin und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! Der Chor. Mel. Herr, wir fingen deiner 237 Herr, err, du wollst sie vorbereiten zu deines Mahles Seligkeiten; sei mitten unter ihnen, Gott! Heil und Leben zu empfaben, laß sie, o Sohn, sich wür dig nahen, durch dich vergeffen Sünd und Tob! Denn nur von Sünde rein find sie, o Jesu, dein, deine Freunde. Laß, laß sie sehn in jenen Höhn von fern der Ueberwinder Lohn! Die Gemeinde. Mel. Jesus meine Zuversicht 1. Die ihr feine Laufbahn lauft, theure, miterlöste Brüder, all auf Christi Tod getauft, alle feines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, kommt, erneut euren Bund der Seligkeit! 2. Nehmet hin und est sein Brod! Jesus Chriftus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben. Seht, wie er die Sünder liebt, da er selbst sich für sie gibt! 3. Die mit voller Zuver ficht deines Heils, o Sohn, fich freuen, laß sie stets in 6. Hoherpriester Jesu Christ, du bist einmal eingegangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott! 7. Hoherpriester, ja, du bist auch für diese eingegangen! Sprich sie los, Gott, Jesu Christ, wann sie nun dein Mahl empfangen! Laß fie fühlen: ins Gericht kommen, die da glauben, nicht! 8. Augenblick voll heilgen Grauns, voller Wonn und süßen Bebens! Theures Pfand des künftgen Schauns, Ueberzeugung jenes Lebens! Schütte deine Gnad auf sie, alle beine Gnab auf fie! 9. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus $ ward 170 Werke und Wohlthaten Gottes. ward gegeben für die Sün- 12. Ausgeschüttet wareft der in den Tod! Nehmt du, warst, wie Wasser hinund trinkt! Ihr trinkt das gegossen; suchtest, fandest Leben! Hingegeben in den feine Rub! Deine TodesTod ward er, in der Sün- wunden flossen, strömten der Tod! über, ach, vom Blut, deines großen Opfers Blut! Der Chor. 2. Nehmt und eßt zum ewgen Leben! Nehmt bin und trinkt zum ewgen Leben! Der Friede Christi sei mit euch! Nehmt und eßt zum ewgen Leben! Nehmt bin und trinkt zum ewgen Leben! Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eu re Seele sei bis in den Tod getreu! Amen! Amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Zahl der Sieger, die der Richter frönt! Die Gemeinde. 10. Jesu Christi Mittlertod werd in aller Welt verfündigt! Jefu Chrifti Mittlertod, der vorm Richter uns entfündigt! Jesus Christ, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott verföhnt, 11. In das Chor der Himmel schwingt, Herr, sich unfer stammelnd Lallen. Wenn, von Seligen umringt, wir vor dir einst niederfallen, fingt ein beßrer Lobgesang für dein Sterben Preis und Dant. 13. Nehmet bin und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! 14. Deiner Zunge Durft war heiß; heißer noch der Durst der Seele! Müd, in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Seele lechzte schmachtender zum Herrn! Doch schien seine Hülfe fern. 9 15. O wie warst du fürchterlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Versöhner, dich, dich zu retten vom Verderben! Ewig faffen dein Gericht endliche Gedanken nicht! 16. Jesus rief: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen? starb darauf den Kreuzestob. Wer kann diese Liebe fassen? Fluch und Tod sind nun nicht mehr. Gebt, ach, gebt dem Mittler Ehr! 17. Nehmet hin und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und 3 3 = = Heiligung. Se 171 und trinkt! Ihr trinkt das Mel. Schmücke dich, o liebe Seele leben! Hingegeben in den 239 Hund Treue, Tod warb er, in der Sünder Tod! fich, ich widme dir aufs nene bei dem Denkmal deiner Liebe dieß mein Herz voll beißer Triebe dir in mei nem Lauf auf Erden immer dankbarer zu werden und an deines Segens Gaben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dieß Opfer dir gefallen! Du versprichst ja selbst es Allen, die nach deinem Heil verlangen, daß sie Gnad um Gnad empfangen und, wenn sie dich lieben wollen. Kraft dazu empfan gen sollen. O wie könntest du das Flehen meines Herzens denn verschmähen! 3. Nein, ich trau auf dein Versprechen. Herr, du kannst es mir nicht brechen; denn du siehest mein Bestreben, nur nach deinem Wort zu leben. Stärke mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschlusse, dich und deine heilgen Lehren mit Gehors sam zu verebren! Der Chor. 3. Die dein Kreuz in jenen Tagen der Märtyrer bir nachgetragen, verließen oft des Bundes Mahl, um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu geben, voll Freuden in des Todes Qual! Gib, Herr, Beständigkeit auch uns; nicht Lust, nicht Leid laß uns scheiden von dir, daß treu die Seele sei dir, der uns bis ans Kreuz geliebt! Mel. Wer nur den lieben Gott imm hin den 238 Nimm Dank für deine Liebe, erhabner Mittler, Jesu Christ! Gib, daß ich nun mit Freuden übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist! Es müsse deines Todes Bein mir immerbar zum Segen sein! 2. Heil mir! Dein Brod ward mir gebrochen; ich trank, Herr, deines Bundes Wein. Von Herzen hab ich dir versprochen, dir bis zum Tode treu zu sein; und feierlich gelob ichs dir: sei du nun Hülf und Beistand mir! 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schuldig bliebe, wie verwerflich würd ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb, auch mir zum Leben in den Tod dich hinzugeben! Welche Qualen im Gewissen würd ich einmal fühlen müssen! 5. Nein, $ 2 Werke und Wohlthaten Gottes. 172 5. Nein, so strafbar, so veruteffen will ich nie der Pflicht vergessen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heil mich führet. Ewig dir nur anzubangen, ist mein sehnlichstes Verlangen. Hilf du selbst nur meiner Seele, daß sie nicht das Ziel verfeble! 6. Bringe mich durch deine Gnade auf des wahren Glaubens Pfade immer näher zu dem Ziele, wo ich ganz mich selig fühle. Laß indessen mich hienieden beinen mir erworbnen Frieden immer reichlicher genießen, bis sich meine Tage schließen. 7. O wie wird mein Herz fich freuen! Welche Jubel wird dirs weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrschend lebest! Nichts wird dann mich weiter stören, dankvoll, Heiland, dich zu ehren; und du wirst mich mit den Freuden deines Himmels ewig weiden. Mel. Wann mein Stündlein 240 Heiland, des sen hohen Werth des Sünders Herz empfindet, der reuvoll sich zu Gett bekehrt. auf dich sein Heil nur gründet: auch ich, ich Sünder suche dich; erbarme dich auch über mich und laß mich Gnade finden! 2. Ich nehm an deinem Segen Theil; daß ich nicht trostlos bliebe, reichst du auch mir zu meinem Heil, dein Mahl, dieß Pfand der Liebe. Ich nehm es und empfinde dann, wie viel du auch für mich gethan, wie viel, mich zu beglücken. 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut, für mich dahingegeben: du starbft, der ganzen Welt zu gut, erwarbst auch mir das Leben. Ich eß das Brod, ich trink den Wein, um ganz mit dir, vereint zu sein, um ganz für dich zu leben. 4. O laß mich deines Mahles Kraft in meinem Glauben stärken! Die Zuversicht, die es verschafft, treib mich zu guten Werken, zum Eifer in der Heiligung, zur wahren Herzensbesserung, zum Kampf mit bösen Lüsten! 5. Wie? sollt ich diesen Lüsten noch zu meiner Schande dienen? Ich trüge noch ihr stlavisch Joch? Ich soll. te mich erfühnen, den Heis land, der für mich auch starb, mir Gnade, Troft und Heil erwarb, durch Sünden zu verläugnen? 6. Nein, göttlicher Erretter, nein, laß mich das Böse hassen, mich jeden Reiz der Sünde scheun und Muth zum Kampfe fassen, dein Mahl nicht unbekehrt entweihn guitages Heiligung. 173 weihn und den Entschluß, satz dich betrüben, Alles, dir treu zu sein, mit Freu- was du liebest, lieben. Doch digkeit vollbringen. ich kenne meine Schwäche, Jesu, da ich dieß verspreche. Morgen ist wohl schon geMel. Schmücke dich, o liebe Seele brochen was ich heute dir 53% 241 Herr, der du dein versprochen. theures für mich in den Tod gegeben, mich soll deine Liebe dringen, deinen Willen zu vollbringen; drum komm ich, von dir geladen, zu dem Mahle teiner Gnaden, dir mein ganzes Herz zu weihen und den Bund heut zu erneuen. 2. Ja, dir schwör ichs, mein Befreier von dem Tode, hoch und theuer, dich will ich mit allen Trieben meiner ganzen Seele lieben; immer will ich mich bestreben, nur nach deinem Sinn zu leben; mich soll weder Lust, noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden! 3. Ich geleb aus treuem Herzen, meiner Brüder Noth und Schmerzen täglich brüderlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mins dern. Ich gelobe dir, mit Freuden auch das Unrecht fill zu leiden, ungeduldig nie zu klagen, an Gott niemals zu verzagen. 4. Was du hasseft, will ich haffen, ganz von dir mich leiten lassen, nie mit VorJsi 5. Darum hilf du mir und stärke mich zu jedem guten Werke; fomm und eile, mich vom Bösen, das ich thun will, zu erlöſen; hilf den ersten Reiz der Sünden, den, ach, den mir überwinden; laß mich ihre Folgen schrecken und der Unschuld Freudenschmecken! 6. Laß mich deine Treu ermessen, deine Liebe nie vergessen! Laß mich, weich ich ab vem Guten, Herr, dich sehn am Kreuze bluten! Liebe schlug dir deine Wunden; das soll mich in dunfeln Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mit erhabnem Trost erCHICATION quicken. 7. Gib, daß ich und alle Christen sich auf deine Zufunft rüsten, daß, wenn heut dein Tag schon käme, feiner, Herr, vor dir sich schäme! Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich ſehn und ewig ehren? bird m - Nach $ 3 174 Sha! 18 245 ( Nach der Kommunion.) Unsterblichkeit und Vergeltung. Mel. Wie groß ist des Allmächt. gen Güte 242 Vollbracht ist nun die heilge Feier; verkündigt ward von uns dein Tod. O dein Gedächtniß sei uns theuer und unvergeßlich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erkalten und vergehn; laß würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn! Chum Unsterblichkeit und Bergeltung. und Leben, o dann verlaß mich nicht! Tod. Mel. Befiehl du deine Wege 4. Hilf, Todesüberwinder, mir dann in meiner 243 Die auf der Erde Angst, der du zum Heil wallen, die Sterblichen, sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes fichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft: dech jede, jede Stunde bringt näher uns zur Gruft. der Sünder selbst mit dem Tode rangst! Und wann des Kampfes Ende gewal tiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöfet haft! 2. Getrost gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Epötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Retter, erzittert und ver3agt. ob 5. Des Himmels Wonn und Freuden ermißt fein sterblich Herz. O Trost für furze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Sündenüberwinder sei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trant! 3. Wann diese Bahn zu gehen, dein Will einst mir gebeut; wann vor mir offen stehen Gericht und Ewigfeit; wann meine Kräfte beben und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Him mel weihn, die, aufgelöst zu werden, mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, wenn Gott, ihr Gott, gebeut, gehn sie getrost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. Mel. Mel. Was Gott thut, das ist 244 Nur kurz ist hier mein Aufent 124 allegro Tod. still 175 Gott geboren. Für ihn ist, kämpft er nur als Held, die Krone nicht verloren. Er tritt hervor und schaut empor; die Krone strablt im Himmel, hier nicht im Erdgetümmel. halt, ich bleibe nicht auf Erden. Das Herz, das jetzt noch fräftig wallt, wird einst entträftet werden. Zerrüttet sinkt, wann Gott mir winkt, mein Staub zum Staube nieder; mich selbst erhebt Gott wieder. 6. So tämpfe denn, mein froher Geist! Sei muthig: du wirst siegen. Nur deines Leibes Band zerreißt; du selbst wirst nicht erliegen. Dein Lebensquell fließt ewig hell; er tränkt nach kurzen Leiden dich mit des Siegers Freuden. 2. Ich selbst bin mehr, weit mehr, als Staub; er ist nur meine Hülle. Ich felbst bin nicht des Todes Raub; ein Geist hat Le bensfülle. Wenn auch die7. Nur kurz ist hier dein Welt in Trümmer fällt; er Aufenthalt. Dank dem jauchst, daß er noch lebet Freudengeber! Wer weiß, und aus den Trümmern wie bald die Stimme schallt: schwebet. ace Verlaß das Land der Gräber! Dein Vaterland ist dir bekannt. O sei nur gut und weise und rüste dich zur Reise. 3. Was fürcht ich denn des Todes Macht? Sie kann mich nicht erreichen. Was fümmert mich des Grabes Nacht? Sie muß dem Tage weichen. D Tag des Danks, Mel. Jesus, meine Zuversicht des Preisgefangs! Wann 245 Wie im Herbdas du dunkle Thal entrücken? 4. Hier glänzt noch nicht mein höchstes Biel. Was fann die Erde geben? Sie gibt, und gäb sie noch so viel, kein reines Freudenleben. Mein Geist begehrt, was ewig währt und ihn auch dann erheitert, wann alles Andre scheitert. 5. Er ist ein Glied der höhern Welt; er ist von Laub, wirst du einst, mein Leib, zerfallen; wirst zerstäuben, Staub zu Staub, und wie leicht Gewölk verwallen, ruhen in des Grabes Schooß, jedes Erdenfummers los. 2. Doch nicht für die Erde nur gab der Vater mir das Leben; ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben; hier ist nur $ 4 mein 176 Unsterblichkeit und Vergeltung. mein Uebungsstand; jenseits Mel. Alle Menschen müssen sterbe ist mein Vaterland.m 3. Jenseits überm Staub 246 Dir zu leben beginnt erst mein echtes, wahres Leben; dort erst reift zum Mann das Kind, dort erst werd ich mich erheben zu der Tugend, die nicht fehlt, Irrthum nicht für Wahrheit wählt. dir zu sterben, ewig, Bater, dein zu sein, mit des Himmels frommen Erben hier schon deiner mich zu freun und mit rubigem Gewissen einst mein Auge sanft zu schließen; diese Gnade wünsch ich mir; sie erbitt ich mir von dir! ds 4. Dort erst ist mein Auge nicht trüb und schwach mehr für die Wahrheit; dort umgibt mich reines Licht; dort wird Alles mir zur Klarheit; dort erscheint mir unverhüllt sie, die Wahrheit, nicht ihr Bild. 5. Auf der immer lichtern Bahn seh ich dann mit hellern Blicken, was, Erbarmer, du gethan, Menschen ewig zu beglücken. Dunkel war mir hier dein Plan; dort bet ich ihn freudig an. 6. Jauchz, o Seele, fühle dich! Einst schwingst du dich auf vom Staube! Heil mir! einst belohnet mich, wenn er thätig war, mein Glaube! Furchtbar ist mir nicht der Tod, wenn ich that, was Gott gebot. 7. Ohne Furcht und ohne Graun werd ich ihm entgegengehen, werde Gott an betend schaun, werde, wie er ist, ihn sehen, weil mein Tod durch Jesum Christ Eingang in den Himmel ist: Mi od dadas tort [ 1 2. Daß ichs fönne, laß mich streben, frei von Wahn und glaubensvoll und gerecht vor dir zu leben und zu leisten, was ich soll! Ja, mein Gott, gib Licht und Stärke, daß im Fleiße guter Werte ich beständig dir getreu, jeder Tugend Vorbild sei! 3. Allen will ich nützlich werden, ungehorsam keiner Pflicht nie ein Aergerniß auf Erden, auch nach meinem Tode nicht. Seelen noch nach seinem Sterben ihre Freuden zu verderben, sie zu reizen, dich zu fliehn: welch ein Fluch! wie fürcht ich ihn! 4. O wer wollte nicht auf Erden immer streben, gut zu sein, um ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freun? Ja, ich will die Sünder locken, daß sie nie ihr Herz verstocken und mit mir zum Ziele gebn, deine Herrlichkeit zu sehn. de misdad 5. Daß 1 6 1 e S Ž Tod.androlt ugra 5. Daß auch, was ich hinterlasse nie zur Ungerechtigkeit, nie zu Zank und bitterm Haffe meinen Erben Reiz verleiht, will ich früh schon weislich sorgen; denn mein Tod ist nicht verborgen. Freudig scheid ich von der Welt, hab ich so mein Haus bestellt. 6. In den letzten Augen blicken sei mein Herz von Sorgen frei! Sagen müff ich voll Entzücken: Du, mein Vater, stehst mir bei, du, dem ich nun meine Seele und die Meinigen empfehle! Welch ein Ende! Guter Gott, gib mir einen solchen Tod! 177 glücken, den Kampf zu überftehn. 3m gläubigen Entzücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsge danke: Wo ist dein Stachel, Tod? stärk mich, daß ich nicht wante in meiner Tobesnoth! So ist, obgleich ich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. 250 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen sein. Dir trauet meine Seele, dich lebt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele, der du die Liebe bist. Mel. Valet will ich dir geben 247 Gern will ich mich ergeben, dich zu verlassen, Welt: ich geh zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was Mel. Nun laßt uns den Leib wäre, bas mich betrübte? 248 Wie sicher lebt Dort den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: Kommt her, beladne Herzen, zu mir und findet Ruh! Dieß Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner letzten Stunde mir Geist und Leben sein! a 3. Mit dir muß es mir der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes jei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: Ich denk $ 5 in 178 in Glück und Noth, im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht wei ser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. Unsterblichkeit und Vergeltung. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unfers Lebens fleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vors Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar, 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei stets wachsam und bereit, prüf deinen Glauben als ein Christ, ob 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, p Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried und thätig ist, er durch Liebe Treu die Frucht des Geistes 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein; dieß macht dich nicht ron Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und kehrt, ein von Lieb erwas in 10. Der Zwed, zu wel chem du hier lebst, dein Ziel, wonach du weise strebst, und was dir ewig Heil verschafft, ist: Tugend durch des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedent des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Tobserinnerung. 12. Wie oft vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht; drüc tief des Todes Bild mir ein und laß es in mir wirksam sein; sich vom Bösen gläubig Herz, füllt: dieß ist es, Christo gilt. 9. Die Heiligung erfor dert Müh; du wirkst sie nicht, Gott wirfet sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir! bir pig 14. Daß ich zu dir um zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh und freudig durch des Glaubens Macht im Tode ruf: Es ist vollbracht! Mel. Wann mein Stündlein 249 Du wirft, o Ba mein Wohl auch einst im Tode sorgen; nur wann und wie ich sterben soll, das haft du mir verborgen. Mein Ende steht allein bei dir. Erhalte nur den Glauben mir, daß du es weislich ordnest. 2. Gib, daß ich meine höch -1 S R $ 1 e 5 1 1 3 3 gunsgrs höchste Lust an meinem Hei land habe, und, seiner Liebe mir bewußt, ihm folge bis zum Grabe! Auf ihn, der für die Sünder starb und Trost und Hoffnung mir erwarb, laß freudig mich vertrauen! Tod. children! 3. Die Kraft, zu denken, bleibe mir, wenns sein kann, bis ans Ende, damit mein Geist sich stets zu dir und deiner Gnade wende und voll Gedanken, von diesem sich getroft und ruhig scheide. Gott, an 179 mein Vater, bein im Leben und im Tode! 4. Soll ich gewaltsam, o mein Gott, und schnell und angstvoll sterben; so führe nur auch dieser Tod mich zu des Himmels Erben! Ah, hilf nur, daß ich alle zeit zur Rechenschaft vor dir bereit als Christ die Welt verlaffe! 7. 3a, bleib ich immer, wo ich bin, nur dir, o Herr, ergeben, dann ist der Tod nur mein Gewinn und Christus ist mein Leben. Und geh ich nur zum Himmel ein, so will ich mich des Endes freun, ich sterb auch, wie ich wolle! 5. Empfind ich keine Freubigkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Gelassenheit aus meinem bangen Herzen; dann, guter Vater, rechne du die Schwachbeitsfehler mir nicht zu, die ich begehen könnte! 6. Nimm auch verborgne Seufzer an und laß, wenn ich nicht beten, nicht denten und empfinden kann, mich deinen Schn vertreten! Geheiligt müß ich dir nur sein; dann bin ich, Gott, Mel. Wer nur den lieben Gott 250 Ich will dich noch im Tod erheben, selbst nah am Grabe preis ich dich: zum Segen gabst du mir mein Leben; nimmst du es mir, du segnest mich. Mein Leben sucht ich dir zu weihn; mein Tod soll auch dir heilig sein. 2. Gott, welche feierliche Stunden, wann du mich nun der Erd entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger, in. dein Gericht gehst du mit mir Erlösten nicht. 3. Der Leib wird schwach, die morsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; ich eile hier mit jedem Schritte entgegen einer beßren Welt. Ich bin ge= trost und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuversicht. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbst? Er ist durch $ 6 dich Unsterblichkeit und Vergeltung. 180 dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Du gingst voran: ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mir den letzten Schrecken dräun: du halist mir, Herr, die Welt bezwingen; ben Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nab am Ziele sint ich nicht. 6. Du wacheft über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert; gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht und mir des Le bens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe preis ich dich; dann ewig werd ich bei dir leben und ewig freu ich bei ner mich. Durch dich ist Sterben mir Gewinn! Wohl mir, daß ich erlöset bin! 2. Schnell und unaufhaltbar fliehn die mir zugezählten Stunden. Wie ein Traum sind sie dahin und auf ewig dann verschwunden. Dieser Augenblick ist mein; wird es auch der fünftge sein? 3. Laß mich bei der Flüchtigkeit meiner Tage nie ver geffen, wie unschätzbar sei die Zeit, die du, Herr, uns zugemessen, wie, was hier von uns geschieht, ewge Folgen nach sich zieht! Ho 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, jede Stunde auszukaufen, die zu meiner Seligkeit deine Gnade mir verleiht! 5. Deine schonende Geduld trage hier mich nicht vergebens! Herr, verzeihe mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl so benutzte, wie ich soll! 6. Laß mich meine Besserung für mein Hauptges schäfte achten und nach meiIs Mel. Jesus, meine Zuversicht 251 Herr, ich hab aus ner Heiligung mit so trenem deiner Treu, mir zum Heil, noch Zeit in Händen. Gib, daß ich stets Eifer trachten, als erwartete noch heut mich Gericht und Ewigkeit. eifrig sei, sie auch weis- 7. Deine Gnade steh mir lich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wint mich ruft! bei, daß mein Leben auf der Erde reich an Tugendfrüchten sei und ich reif zum Himmel werde! Nahet 3.6 gullsgrs diTob.fild full $ 181 het dann mein Ende fich, bein Wert: Gott, unser o so stärk und tröste mich! Hort, vereint uns bald auf ewig dort. S7 Den Troft, o Jefu, dank ich dir; du brachteft ihn vom mir. Du hasts verheißen: Ihr seid mein, auch ihr sollt sein, wo ich bin, und euch ewig freun. Mel. Dein sind wir, Gott ein Leben steht es 252 Hand; er thut, was er mir heilsam fand! Er zählte mir, so wie mein Haar, schon eh ich war, auch meine Le- a bensstunden dar. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2. 3ch nüße mit Zufrie 253 Meine Lebenszeit denheit die Tage meiner Sterblichkeit. Wie väterlich versüßt fie Gott! Doch Müh und Noth sind ihr Gefolg und dann der Tod. 3. Die Blume pranget und fällt ab; so blüht der Mensch und sinkt ins Grab. Nicht Jugend schützt, nicht Stand, noch Geld; Nichts in der Welt ist, was ihn davor sicher stellt. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wo mancher Christ schon frob vorangegangen ist. stündlich eil ich zu dem Grabe. Und wie wenig ists vielleicht, das ich noch zu leben hobe? Dent, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht, denn Eins ist Noth. d 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft aufs Ende meiner Vilgerschaft? Und nicht bein. Herz, das wer hier? Nur ein Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 6. Frch werd auch ich, wenn dirs gefällt, ein Bürger der vollkommnen Welt. Den Meinen sag ich auf 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter find Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Beugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Ted dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich fein Gericht! Gott ist deine Zuversicht. $ 7 5. Daß Unsterblichkeit und Vergeltung. 182 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und mache. Sorge nicht, wie bald du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun! Bokadi 6. Uleberwind ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube; weiß, ich schwinge, Gott zu schaun, mich empor einst aus dem Staube. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht.alii 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe bein Gebein versenfen; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lebre du mich selbst bedenken: lebre du mich8 jeden Tag, daß ich weiser werden mag! Mel. Wer nur den lieben Gott 254 Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das ewig dauert und Gnaden an, wie ich recht felig sterben fann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick gebt sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe! die Blume muß gar schnell verblühn, Drum mache du mich stets bereit hier in der Zeit zur Ewigteit! 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält. Dem Einen wird das Scheiben herbe, fanft geht ein Andrer aus der Welt. Doch, wie du willst; gib nur dabei, daß ich wohlzubereitet sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht wo ich sterbe und welcher Sand mich einst bedeckt. Doch wenn ich nur den Trost ererbe, daß mich bein Ruf zum Leben wedt, so nehm ich jede Stelle ein; die Erd ist allenthalben dein. t 5. Drum, liebster Gott, wann ich nun sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir! Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe und hab ich ihn im Glauben hier, so gilt mirs gleich und geht mirs wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. suit om diuit. Mel. Mein ganzer Geift 255 Wie wird mir dann, o dann mir sein, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entidlafen werde? Von keiner Sünde mehr entweibt, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich innig, meine Seele, und er= gullsgs erwähle schon hienieben, was dir dient zum ewgen Frieden. Tob.istilfull 183 noß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig! beilig! heilig! singen wir dir, bringen Preis und Ehre! Dir, der war und sein wird, Ehre! 2. Besiege denn des Todes Graun, mein Geist; er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich! Ins Allerheiligste führt Mel. Christus, der ist mein Leben 256 Beben zu meinem Tode hin; denn Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn. 2. Ich scheue nicht die Schrecken der nahen dunkeln Gruft; Gott wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Und rief mich abzuscheiden, auch heute schon mein Gott; so geh ich bin mit Freuden und sterb auf sein Gebot. 4. 3ch hoff ein beßres Leben, das nimmermehr verfließt. Ein Leib wird mich umgeben, der ewig herrlich ist. Thale. Gottes Rub ist unvergänglich, überschwenglich! Die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 3. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Tedten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Macht, eh ich dieß Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Bater, ich befehle meine Seele deinen Händen; laß mich meinen Lauf gut enden! 4. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmert; laß mich, Vater, reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! Mel. Wann mein Stündl in 5. Wie wird mir dann, 257 Wenn meine Zeit o dann mir sein, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde? Von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitge5. Dann eil ich dir entgegen, mein triumphirend Haupt, und seh entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. von dieser Welt zu scheiden, ach, so verlaß, Herr Jesu Christ, mich nicht in meinen Leiden! An meinem End empfebl 184 Unsterblichkeit und Vergeltung. pfehl ich dir, Herr, meine Mel. Herr, wir singen beiner Seele, die du hier zum 258elig find des gebildet. Erben, die Todten, die im erren sterben, zur Auferstebung eingeweiht. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Ents zücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie frei von der Erde Müh. Gelobt sei Gott! Vor seinem Thron, zu seinem Sohn begleiten ihre Werke sie. 2. Wenn Angst und Todesfurcht mich drückt, mich mein Gewissen nagét: so wird mein Herz mit Trost beglückt, das sonst voll Unruh zaget. Mich tröstet in rub zaget. Mich tröstet in der letzten Noth dein Leiden und dein Kreuzestod, dadurch du mich erlöset. 3. Ich bin, o Herr, mit dir vereint; deß freu ich mich von Herzen; ich weiß, du bleibest auch mein Freund In eigener Melodie. in Todesnoth und Schmer- 259 Was sorgft du zen. ich, o so sterb ich dir; die frohe Hoffnung hast du mir durch deinen Tod erworben. ängstlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben ist wahre Rub und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nützen, es dankbar als ein Glück besitzen, verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod foll dich nicht traurig schrecken, doch dich zur Weisheit zu er wecken, soll er dir stets vor Augen sein. Er soll den Wunsch zum Leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleibn. 4. Weil du vom Tod erftanden bist, werb ich einst auferstehen, ins Reich, das mir verheißen ist, aus meinem Grabe gehen; denn wo du bist, soll ich auch sein und deiner Herrlichkeit mich freun, die dir dein Gott gegeben. 5. So wird mein Sterben mir versüßt; der Tod fann mich nicht schreden: er ist ein Schlaf auf turze Frist, und Jesus wird mich wecken. Er, mein Erlöser, Gottes Sohn, wird mich mit sich zu Gottes Thron ins ewge Leben führen. Idsta 3. Ermattest du in deinen Pflichten: so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind! Sprich: sollt ich Gutes wohl verschieben? Nein: meine utspre meine Beit, es auszuüben, ist kurz und sie verfliegt geschwind. Tod.stpildrafjall 4. Denk an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt und ihre Liebe dich reizen, und ersticke fie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und fönnt ich auch die Welt erwerben, der Sünde Lockung folg ich nie. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schätze sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen werden, du dann dich nicht so sehr betrübst. A 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Luft sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen: welch Glück werd ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! um reich zu sein? wenn 7. Denk an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wonach die Reichen ben. Sprich: bin ich 185 zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ists, der mir die Krone reicht. 11. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen: so wirst du ihn nicht zitternd scheun: so wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung sein. alucht stres of ded hier, Mel. Wer nur den lieben Gott Seil 260 Wer weiß, wie sterbe! Dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichthum mein. 8. Denk an den Tod, wenn Leiden kommen. Sprich: alle Trübjal eines Frommen ist 9. Denk an den Tod, wenn freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten, und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die Frechen; doch endlich kommt er, sie zu rächen, und plötzlich werden sie vergehn. 10. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: nein, mich kann der Herr nicht hassen, er wird mich sterbend nicht verlassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod, Ach, wie geschwind, ach wie behende faun kommen meine Todesnoth! Gott, gebe dann mir Kraft und Muth Unsterblichkeit und Vergeltung. 186 Muth und machs mit mei nem Ende gut. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; solang ich lebe auf der Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Ich, der ich jetzt gesund noch bin, fint, eh ichs denke, kraftlos hin. 3. Herr, lehr mich stets ans Ende denken und laß mich, eh ich sterben muß. das Heil der Seele wohl bedenken und nicht verschieben meine Buß; denn je ner ernste Augenblick bestimmt mein ewiges Geschick. 4. Laß zeitig mich mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und fagen kann in allen Fällen: Herr, wie du willst, so ichids mit daß bei jedem Glockenschlag ich an mein Ende denken mag! of 5. Erhebe meinen Sinn zum Himmel, verbittre mir der Sünden Lust. Gib, daß in diesem Weltgetümmel mir nichts, als Unschuld sei bewußt; so eilt, wann diese Hütte fällt, der Geist in eine beßre Welt. 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde um Jesu Christi willen zu, damit ich hier Vergebung finde und dort bei dir vollkomm ne Rub! Du warst mein Gott in jeder Noth: drum sei auch Bater mir im Tod! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod; er bleibt im Leiden meine Freude, mein Schutz, mein Alles in der Noth. Er endet selig meinen Lauf und nimmt mich dann im Himmel auf. boy squity 8. So komm mein End heut oder morgen; dich weiß, daß mirs mit Jeſu glückt. Er ists, der mich in allen Sorgen, er ists, der mich im Tod erquict. Er stärket mir dann meinen Muth und machts mit meinem Ende gut. rad, 200 In voriger Melodie. 261 Noch leb ich. Ob morgen lebe, ob diesen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe und treu erfülle meine Pflicht! Dann bin ich, ruft er mich noch heut, zu meiner Rechenschaft bereit. DJURG 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume und fällt oft schon am Abend ab. So sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, oft eh ers dentt, ins Grab; und, Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht? HTR 3. Ent Tod.inill 187 legt? Wer weiß, ach, wer bestimmt die Zeit des Eintritts in die Ewigkeit? 2. Du weißt es, Gott, der meine Tage schon längst mit Weisheit niederschrieb, du, der im Glück und unter Plage mein liebevoller Vater blieb. Von dir, der mir den Odem gab, hängt auch mein letzter Odem ab. 3. Vielleicht in wenig Augenblicken rückt schon das große Ziel heran, wo ich nicht Andre mehr beglücken, nicht an mir selbst mehr bessern kann. Wie bald, wie schnell erscheint die Nacht, die meinem Thun ein Ende macht! 4. Vielleicht ist dieß der letzte Arme, der kläglich mich um Hülfe fleht. Wenn ich mich heute nicht erbarme, vielleicht ists morgen schon zu spät; und dann, was bringt die Aerndtezeit? Die Frucht der Ungerechtigkeit. 5. Mein Pfund erst morgen wuchern lassen, welch ein Gedanke voll Gefahr! Kann ich nicht Abends schon erblassen, wenn ich noch Morgens fröhlich war? D Mensch, ach, säum im In voriger Melodie. 262 Wer weiß, wie Weblthun nicht! Nur dieß ist Weisheit und ist Pflicht! bald in tiefer Stille die Stunde meines Abschieds schlägt, wie bald man meines Geistes Hülle zu meinen Vätern schlafen 6. Die Kraft von meinen besten Jahren sei Gott, dem Heiligen, geweiht. Die Buße bis ins Alter sparen ist schreck3. Entziehe dich dem Weltgetümmel: hier ist der Kampf, dort ist die Ruh. Auf! streb und ringe nach dem Himmel, eil deiner bessern Heimath zu! Wie bald verfließt der Prüfung Zeit, und dann, dann kommt die Ewigkeit. 4. Verschiebe niemals bei ne Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten; wer weiß, obs morgen möglich ist. Nur dieser Augen blick ist dein; der nächste wirds vielleicht nicht sein. 5. O Gott, verleihe mir die Gnade, führ du mich selbst durch deine Kraft ter Tugend ebne, sichre Pfade, erhalte mich gewissenhaft und immer treu in dem Beruf, zu dem mich deine Liebe schuf! 16. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit, ich lebe dann hier nicht vergebens und nütze redlich meine Beit und seh mit dir ergebnem Sinn auf Tod und Grab und Zukunft hin. Unsterblichkeit und Vergeltung. 188 schreckliche Vermessenheit. 3u spät verschwindet oft der Wahn, da man auch schlafend sterben kann.. 7. Wie leicht raubt Schmerz und Fieberhitze mir Ueberlegung und Verstand! Wenn ich in Todesängsten schwitze, wer macht mich dann mit dir bekannt? O Gott, vielleicht ein Fall, ein Schlag bestimmt mir meinen Sterbetag.pl 8. Laß, Höchster, deinen Geist mich leiten! Er mache mich von Sünden rein! Dann wird der Tod zu allen Zeiten mir nur ein Friedensbote sein. Du kommst, vielleichtzur Mitternacht! Owohl dann ewig dem, der wacht! 3. Von hier, wo oft die Unschuld weint und oft das Laster sieget, bis der Vergeltungstag erscheint, wo dieses unterlieget. Die Kla geschweigt: der Jubel steigt! Der Unschuld schönste Freuden blühn aus der Saat der Leiden. 2. Es gibt ja nichts auf dieser Welt, was meine Sehnsucht stillet; nur dann, wann diese Hülle fällt, wird erst mein Wunsch erfüllet. Zum Sternenchor steig ich empor, vom Schattenthal zur Klarheit, von Täuschung zu der Wahrheit; id 4. Drum freu ich mich im Glauben schon auf jenes beßre Leben, denn unsrer Tugend vollen Lohn will Gott uns dort erst geben. Was Tod uns heißt, befreit den Geist; er muß zu allen Frommen als Engel Gottes kommen. i Auferstehung. In eigener Melodie. 264 Jeſus, meine Zulebt, Mel. Was Gott that, das ist 263 bebe nicht Jo vor Tod und Grab! Im Grabe ruht der Müde; auf den Entschlummernden herab sinkt schon des Himmels Friede. Aus aller Noth erlöst der Tod; der Augenblick des Scheidens ist auch 2. Jesus, mein Erlöser, das Ziel des Leidens. und ich soll mit ihm leben! Dieses weiß ich; sollte nicht sich mein Herz zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? lebt! Ich erwarte mit Vertrauen, daß er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Läffet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihn verbunden. Er, der felbst den Tod empfand, hat für um Auferstehung.vn 189 für mich ihn überwunden; 9. Wo ist dein Triumph, auch im Tode bleib ich sein, ewig seiner mich zu freun. 4. Dieser Körper nur ist Staub; er nur sinkt zurück zum Staube. Nie wirst bu des Todes Raub, du, mein Geist! O felger Glaube! Heil mir! Mein Erlöfer lebt, der mich einst zu sich erhebt. o Tod? Nimm den Staub hin. Ohne Grauen folgen wir, wir werden Gott, wers den den Erlöser schauen. Unser ist der Sieg und Heil ewig, ewig unser Theil. 5. Dann wird mich statt dieser Haut ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, ein Gebild fürs höhre Leben; und in diefem Leib seh ich, mein Erlöser, ewig dich! 6. Ob dieß Aug im Tod auch bricht, wirds doch seinen Retter kennen; und wie freudig werd ich nicht dann ihn den Vollender nennen, wann er von der Sterblichkeit dieser Erde mich befreit! 7. Was hier leidet, feufzt und fleht, wird und kann nicht untergehen. Irdisch werd ich ausgefät, himmlisch werd ich auferstehen. Nimm, Verwesung, mein Gebein; ich, ich werd unsterblich sein! 8. Seid getroft und hocherfreut: Jesus fennt euch, feine Glieder! Christen, wehrt der Traurigkeit: sterbt ihr, Jesus weckt euch wieder, wann sein mächtger Ruf erschallt, der durch alle Gräber hallt! 10. Darum, Christen, auf! erhebt euren Geist von dieser Erden; lebet hier dem Heiland, lebt ihm, dem ihr sollt ähnlich werden! Wer sich seiner dort will freun, muß bier rein und heilig sein! 265 Iteit geboren, für Mel. Wer nur den lieben Gott zur eine beßre Welt bestimmt: mein Leben geht dann nicht verloren, wann hier das Grab den Leichnam nimmt. zu groß bin ich für dieſe Beit; mein Loos ist die Unsterblichkeit. 2. Was ist die Welt, was Glück und Ehre? Wär auch ihr ganzer Reichthum mein; er bliebe, wenn kein Himmel wäre, für meine Wünshe doch zu klein. Mein Geist findt nicht im Staube Rub; er eilt erhabnern Gütern zu. 3. Es schuf mich ja der Gott der Liebe zum böhern Glück, zu höhrer Lust und pflanzte felbst dazu die Tries be so start, so tief in meine Brust. Er, der mit Sehnfucht Unsterblichkeit und Vergeltung. 190 fucht mich erfüllt, läßt wahrlich sie nicht ungestillt. 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zu lieben, der höhern Wahrheit Licht zu sehn, der hier noch unerfüllt geblieben, muß einst doch in Erfüllung gehn. So wahr Gott die fen Trieb mir gab, erstirbt er nimmer in dem Grab. 6. Ists möglich, kann Gott anders handeln? Gilt denn fein Recht in seinem Reich? Die Frommen, die hier vor ihm wandeln, sind die den Ulebelthätern gleich? Nein, Tugend siegt! sterbe drauf: Gott weckt mich zur Vergeltung auf. Ich 7. Er wedt mich auf aus meinem Staube: dieß hofft mein Herz, dieß sagt sein Wort. Dieß Wort, laut triumphirt mein Glaube, treibt mächtig alle Zweifel fort. Wie froh erhebt sich nun mein Geist, da Gott ihn selbst unsterblich heißt! und leitet mich zur Seligkeit. Auch dieser Leib muß auferstehn, vollkommner einst zum Himmel gehn. 5. Gott ist gerecht. er wird einst richten; die Tugend wird durch ihn gekrönt. Er wird; was sie gedrückt, In voriger Melobie. vernichten: erhöhen, die man 266 Der Lenz erfreuet, hier verböhnt. Das Laster, mag es hier fich freun; dort fann es nimmer glücklich sein. 8. Mein Jesus lebt! Wer will mich töbten? Er sichert mir Unsterblichkeit. Er gibt mir Muth in Todesnöthen 9. Ihr Thäler finkt! Fallt Berge, nieder! Mein fester Glaube fürchtet Nichts. Ich sterbe: doch erwach ich wieder am Morgen eines emgen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an, und, Gott, wie selig bin ich dann! er bricht des Winters Fesseln los; der Blumen schö ner Flor erhebet verjüngt sich aus der Erde School, und freundlich lächelt er mir zu: Unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! 2. Die Sonne löst dem Schmetterlinge bas Band mit ihrer Strahlenmacht, sieh, er erhebt die zarte Schwinge, geschmückt mit neuer Frühlingspracht, und winkt mit höhrer Luft mir zu: Unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! 3. Mir hat Gott For schungsgeift gegeben und Wünsche, die die Welt nicht stillt. Heil mir! Sie bür gen mir ein Leben, wo sich des Höchsten Rath enthüllt, , Himmeleahnung ruft mir zu: Unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! In og Auferstehung. In eigener Melodie. 2. Du, zur Unsterblich267 Auferstehn, la, feit erlesen, schwingst dich empor zu Gottes Licht und schaust den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht; bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirft du das verstehen, was hier kein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen einzusehen der Weiseste umsonst begehrt. Dann täuscht dich Wahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, o den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, den, der, dich ewig zu beglücken, nach Gottes Rath am Kreuz verschied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott dich hier getrennt von deinem Gott! auferstehn wirst du. mein Staub, nach turzer Rub; unsterblich Le ben wird, der dich schuf, bir geben! Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Aerndte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! Wann ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 191 4. Wie den Träumenden wirds dann mir sein. Mit Jesn geh ich ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann. Lebt ich im Heiligthume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! 5. Wann nun der Tag des Herrn erscheinet, verläßt dein Leib der Gräber Rub. Zum zweitenmal mit dir vercinet, wird er unsterblich, so wie du. O Seele, zittre länger nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht. Mel. Wer nur den lieben Gott 268 Warum erbebst hom du, meine Seele, bei dem Gedanken Mel. Jesus, meine Zuversicht an das Grab? Nicht dich 269Selig, Jefu, find, im seine le; nur deine Hülle finkt hinab. Nur sie, weil sie Gott schuf aus Staub, nur sie wird der Verwe fung Raub. friebevollen Grabe von des Rebens Arbeit ruhn und sich Gottes größter Gabe, eines ewgen Lebens, freun! Möch ten wir es auch schon sein! 2. Doch 192 Unsterblichkeit und Vergeltung. 2. Doch du willst, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dieß Joch, die des Le- hon bens Kron erstritten. End- of dilduation lich aber führt der Tod uns n In voriger Melodie. auch ſo, wie sie, zu Gott! 270 Immer näher 3. Du, du selber lebtest hier vormals auch in Pilger hütten. Noch unendlich mehr, als wir, hast du, Göttlicher, gelitten. Standhaft laß im Kampf mich stehn, stets auf dich, Vollender, sehn! 4.Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde gegen jene Ewigkeit. Aber an der kurzen Stunde hängt ( dieß präge tief uns ein) ewge Wonn und ewge Bein. 5. Gib uns Weisheit, gib uns Kraft, diese Stunde wohl zu nützen; und beim Schluß der Pilgerschaft wollest du uns unterstüßen! Laß auf dich uns freudig schaun, dein begehren, bir vertraun! 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken! Flöß uns jetzt den Muth schon ein, in dem Tod getroft zu sein! 7. Und wenn wir vom Kampfplatz nun zu den Tod ten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verste hen. Auch für unsre Todesnacht riefft du einft: Es ist vollbracht! sictim ras Gericht. lig Zeit, stündlich eil ich ihr entgegen, wo der Herr auch mir gebeut, meine Rechnung abzulegen. Dann wird Alles, Alles flar, wie ich lebte, wer ich war. 2. Selbst bes Herzens stillen Rath wird der Richter offenbaren. Jedem wird für jede That dann Vergeltung widerfahren; wie er hier den Samen streut, ärndtet er in Ewigkeit. 3. Dann verstummt der Thoren Spott, Frevler ftehen dann und beben. Seilig und gerecht ist Gott, und er sah ihr Sündenleben. Wer beschränkt des Richters Kraft, wann er ruft zur Rechenschaft? 4. Wer hier seine Zeit verträumt, nur nach Sinnenfreuden schmachtet, seines Geistes Wohl versäumt, Menschen quälet und vers achtet und sich reuvoll nicht bekehrt, fühlt sich dann der Strafe werth. 5. Nur ein weises frommes Herz darf nicht vor dem Richter zittern; nur den Christen wird kein Schmerz dort guidisgus Gericht. pildsfull dort am Gnadenthron er schüttern. Heilig war ihm feine Pflicht; es verdammt sein Herz ihn nicht. 6. Christen, Christen, rich tet nicht! Laßt den Herrn das Urtheil fällen! Er bringt Alles einst ans Licht, wird einst jede Nacht erhellen. Lieber buldet, lieber weint, bis sein großer Tag erscheint! a 7. Laßt uns nur gewissenhaft stets nach Gottes Willen handeln, eingedent der Rechenschaft, fromm auch im Verborgnen wandeln, selbst die kleinste Sünde scheun und Verehrer Jesu ſein! Mel. Wer nur den lieben Gott 271 W enn ich auf Gottes Wegen wanke und straucheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hats verkünbigt, sein Gericht ist un ausbleiblich: strauchle nicht! 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sei rauh und steil, wo führt er hin? Zum Himmel, wenn ich Gott gefalle, wenn ich getren und standhaft bin, gestärkt, o Gott, durch deine Huld zur Selbstverläugnung, zur Geduld. g 13. Oft will ich zu mir 193 selber sagen: Die Welt vergeht mit ihrer Luft! Wohl mir, bin ich bei allen Plagen nur feines Frevels mir bewußt! Es fommt, es kommt die Ewigkeit, die mich aus jeder Noth befreit. 4. Einst werd ich Jesu Stimme hören: Der du zu meiner Rechten bist, du warst gehorsam meinen Lehren; nimm hin, was dir bereitet ist! Komm, erbe meines Vaters Reich; sei selig und den Engeln gleich! 5. Solch eine Wonne wartet meiner, wenn ich mit brüderlichem Sinn den Nächsten lieb und gern mich seiner erbarm und Jesu ähnlich bin. Wie fönnt ich bart und lieblos sein, Betrübte fehn und nicht erfreun? 6. Dort, dort trifft den, der ohn Erbarmen nie menschenfreundlich sich beweist, der, fühllos bei der Noth der Armen, Bedrängte nie erquickt, noch speift, den Hungrigen sein Brod nicht bricht, ein unbarmherziges Gericht. 7. Fühllose, wird der Richter sagen, verschlossen habt ihr eure Hand, verachtet eurer Brüder Klagen. Entweicht! Ich hab euch nie erkannt! Für den, der Brüder nicht erfreut, ist freudenleer die Ewigkeit! 3 8. So Unsterblichkeit und Vergeltung. 194 Herr Jesu Chrift, felig hier vollendet ist. 8. So wirst du jede Sünde richten, gerechter Rich ter, wenn du einst den Uebertretern ihrer Pflichten in deiner Majestät erscheinst. Dann wird der Fromme sich erfreun, dem Bösen Alles schrecklich sein. 6. Fröhlich hör ichs dann von dir: Komm, Gesegneter, zu mir! Nimm an meiner Wonne Theil! Dein ist nun mein ganzes Heil! 7. Und frohlockend preis ich dann, was du, Herr, an mir gethan; freue mit mein Glaube, dir getreu, den Deinen mich deiner geübt in jedem guten Werke, Güte ewiglich. bewährt und dir gefälligada 9. Gib mir, o Vater, Muth und Stärke, damit fei; so werd ich ewig selig sein, mich ewig deiner, Gott, erfreun! In eigener Melodie. 273 Schon ist der Tag Mel. Aus der Tiefe rufe ich von Gott be= stimmt, da, wer auf Erden 272 Herr und Richter wandelt, sein Loos aus Gotaller Welt, auch mir mein Urtheil fällt, Jesu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen fann. nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn; er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, versammeln sich die Schaaren, die seit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar wie des Meeres Sand: hier stebn sie vor dem Richter. 2. Mache mich von Sünden frei, fest im Guten, dir getreu: so erschrickt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 3. Millionen preisen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O bereite auch an mir solche Lobgesänge dir! 4. Die dir folgen, führest du sicher deinem Himmel zu. Führ auch mich einst dahin ein: nur der Deine will ich sein. 5. Folgen will ich deinem Wort; hilf mir gnädig darin fort, bis mein Lauf, 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird keine Sünde fiegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr puntlopes Gericht. mehr Betrug und List; hier gilt tein falscher Zeuge. 4. Der Nichter spricht; der Himmel schweigt; und alle Völker hören erwartungsvoll und tiefgebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar; zu der, die ihm nicht folgsam war: Hinweg von mir, Verbrecher! umano, he 5. Sie gehn verzweifelnd, iammern, flehn: stürzt über uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir vergehn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Licht des Friedens, und ihr Angesicht strahlt seliges Entzücken.mod 6. Frohlockend ziehn sie in das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er fie, feinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stüdwert wird Vollkommenheit; fein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre felgen Freuden. hidraul 195 mel. Straf mich nicht in deinem 274 Herr, ich bin dein dein ist auch mein Leben! mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mirs gege= ben! Bäterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. i 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden: dann soll ich zur Rechenschaft vorgefor dert werden. Dein Gericht schonet nicht: Richter aller Welten, du, du wirst vergelten. Hann 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe! Web dann mir, hab ich sie hier nicht getreu verwendet, sorg los sie verschwendet! 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden fränken! Es reize mich, gewissenhaft und eingedenk der Rechenschaft nach deinem Wort zu wandeln! sia do] PULT richt mir vor Augen schwe4. Möchte täglich dein Gemeiner Pflicht treu zu sein, ben! Möcht ich mich, stets meiner Pflicht treu zu sein, bestreben, daß ich nie thöricht fie aus den Augen setze, nie da 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft nur was gut ist wählen! Sib, daß ich ernstlich mich täg lich und auch heute darauf vorbereite! shlatildst 6. Zeigt sich erst die Ewig keit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr 32 Beit Unsterblichkeit und Vergeltung. 196 1 Zeit, daß ich Gnad erflehe! Wann der Tod schon mir droht, kann ich deinen Wil len, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde! Rufe du dann mir zu: Befferst du dein Leben, so ist dir vergeben.md 8. Einst am Tage des Gerichts, werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufgenommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben. Dom Mel. Wann mein Stündlein 275 Groß wird des 121035 Sünders Elend sein, unendlich schwer zu tragen! Ach, unter des Gewissens Pein wird seine Seele zagen, wann ihn, den Nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts er schreckt, zur Rechenschaft ihn fordert! d 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele sei ner Stunden sind in dem Dienst der Eitelkeit verge bens ihm entschwunden! Er hat des Lebens Zweck verfehlt; o welche Reu ergreift und quält zu spät nun seine Seele! di sodiu 3. Wo bleibt nun jedes Er3758 dengut, worauf sein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz, der Uebermuth, womit er Andre kränkte? Gebeugt ist jetzt sein trotzig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, in Pein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun flagen ibn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ibn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und in ihm sein Gewissen spricht: du bist ein Üebelthäter! Von Gott und Seligkeit verbannt, fühlt er, was er sonst nie empfand, gerecht sei seine Strafe. 6. Sünder, sichre Sünder, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören, zur Beßrang sei noch immer Zeit, und fern sei noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe. coim 7. Sie kommt, ihr mögt, was Gott euch droht, bezweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Behrung rau Das fünftige Leben. 197 rauben! Jetzt noch will Gott schon, ihren Retter zu erErbarmer sein, will eure Sünden noch verzeihn. D fuchet seine Gnade. beben, und erwarten ihren Lohn; hohe Himmelsgeister ringen, mitanbetend ihm zu fingen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erlöser Jesu Christ. Das fünftige Leben. Ansce In eigener Melodie. 5. Vaterland verklärter 276 Alle Menschen Frommen! Heil, Unsterblichfeit und Ruh, was kein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewährest du! Freudenärndten schenkt Gott de nen, welche hier gesät mit Thränen, alle Thränen trocknet er; Sünd und Elend sind nicht mehr. müssen sterben; ihre Herrlichkeit verblüht! Keiner kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht sieht. Staub wird dieser Leib von Erde; doch damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott er neut und erhält Unsterblichteit. dupe 12. Willig werd ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Vater, wiedergeben, gern verlassen diese Welt; denn nach die sem Erdenleiden warten meiner böbre Freuden. Ich, Grab und Tod und Weltgericht. 3. Nichts soll mir den Trost entreißen, er soll mir stets heilig sein: Gott er füllt, was er verheißen; seiner will ich stets mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange, weil durch Jefum ich erlange eine frohe Seligkeit, wenn ich nütze diese Zeit. 6. Möcht ich doch, sie zu empfangen, diese große Herrlichkeit, hier nur thun und nur verlangen, was im Tode bech erfreut! Dieſe Hülle mag zerstäuben; denn mein Geist wird ewig bleiben. Mir ist Sterben ein Gewinn; denn ich geh zum Stut 7. Welche Tröstung, dieß zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind dieſe Leiden; fie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich fie ertrug, bis Gott spricht: Es ist genug. misd Mel. Wann mein Stündlein el. Wa 4. Dort bei ihm ist wah 277 Ein Bilgrim bin res ich in der Welt, Mast 33 und Unsterblichkeit und Vergeltung. 198 und kurz find meine Tage. So manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, jene Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit und stärmels Herrlichkeit, den großen Lohn der Treue. 6. Herr, diesen Trost, ber mich erfreut, vermehr in meinem Herzen! Es stärke mich die Ewigkeit hier uns tet mich im Leiden. meter Müh und Schmerzen! 2. Jeßt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! stehe. Wer merkt, wie oft er feh- mid le? Doch einst werd ich and vollkommen rein, ganz heilig und ganz felig fein; dieß tröstet meine Seele. 3. In stiller Nacht wein ich, o Herr, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich; denn meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. Ein ewig unvergänglich Heil erwartet mich und wird mein Theil, wenn ich am Ziele 4. Wenn mich der Zutunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn ste in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage: so stärket mich die Ewigkeit, daß bei dem Elend dieser Zeit mein Glaube nicht er liege. ed 5. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn nach der Arbeit dieser Zeit mein Haupt zum Schlummer sintet: so sterb ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des HimMel. Wer nur den lieben Gott 278 8 ist noch eine Ruh vorhanden für jeden Gott ergeb nen Geist, wann er sich die ses Körpers Banden nach Gottes Willen einst entreißt und dann nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd dich tommen; und, Gott, wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenommen, fang ich das beßre Leben an, wo nach der Last, die mich hier drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so tröstet deine Freundlichkeit mich mit der Wonne der Erlösien nach wohlvollbrachter Uebungszeit; dann wird mir hell und offenbar, wie gut hier deine Führung war. id 4. Da schweigen alle meine Klagen: da bringt mein fros Das fünftige Leben.alf 199 froher Lobgefang dir selbst mel. Zeuch ein zu deinen Thoren hoff für Dieſes Lebens Blagen 279 Jeben und eine mit nie gefühlter Regung Dant. Froh jauchz ich dann: Es ist vollbracht; der Herr hat Alles wohlgemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwach heit mehr; ich fühle dann die reinsten Freuden, gekrönt von dir mit Preis und Ehr. Feft steht mein Glück, und Herr, dein Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. mich das zu Herzen faffen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh laffen, die dieses Leben noch umgibt! Dieß flöße Kraft und Muth mir ein, dir auch im Leiden treu zu sein! 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen haft, will ich des Lebens müde werden und fühl ich dieser Tage Last: so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 8. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist; so lohnt nach dieser Prüfungszeit mir einst vollkommne Seligkeit. Seligkeit, die einst der Herr wird geben dem, der in dieser Zeit gern seinen Willen that, der sich schon hier auf Erden vollkommener zu werden mit Ernst bemühet hat. 2. Die Tugend lohnt mit Freuden; doch lämpft fie hier noch oft mit unverdienten Leiden; das Glück, das fie gehofft, umwölkt ber Haß der Welt: dort aber ste wird sie siegen, dort ärndtet fie Vergnügen, wo sie den Preis erhält. 3. Dem Lafter folget Schande. 3war geht es oft umher in glänzendem Gewande, gekrönt mit Ruhm und Ehr; doch wird den Bösewicht gewiß ein Tag mit Schrecken aus feinem Taumel wecken: dem Tag entflieht er nicht! 4. Ich hoff ein ewges Leben! Kann meine Seele hier fich schon zu Gott erheben, wünscht sie sich mit Begier des Daseins stets zu freun: so wird auch unsern Seelen ihr heißer Wunsch nicht fehlen, unsterblich dort zu ſein. 5. Dieß tröstet mich in Tagen der Widerwärtigkeit. Ich darf nicht trostlos tlagen und kann nun ohne Neid den nächsten glücklich 34 sehn, 200 sehn. Gott leitet und regieret mein Schicksal; wie ers führet, dient mirs zum Wohlergehn. 6. Bei Reizungen zu Sünden gibt diese Hoffnung Kraft und Muth, zu überwinden die böse Leidenschaft. auch die Mühe groß, so werd ich dennoch siegen, und göttliches Vergnügen ist nach dem Kampf mein Loos. Ist Unsterblichkeit und Vergeltung. 7. Wie ruhig kann ich sterben! Ich fürchte nicht den Tod. Die Seligkeit zu erben, eilt dann mein Geist zu Gott, der ihn zum Leben schuf. Dort wird von beß ren Freuden der Tod mich nicht mehr scheiden. Wie groß ist mein Beruf! 8. Laß mich ihn würdig wandeln, o Herr der Ewig feit! Laß immer recht mich handeln in dieser Prüfungszeit! Nach diesem kurzen Lauf wird ewig selges Leben mir dort bei dir gegeben; mich nimmt der Himmel auf! In eigener Melodie. 280 Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er hinauf zum Himmel blickt, dahin dein Rath uns leitet: wo beine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst vers breitet. Mächtig fühl ich mich getrieben, bich zu lieben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die bort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort trocknest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen: da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; denn du, o Herr, machst Alles neu: das Alte ist vergangen. Hinfort sind bort für Gerechte, deine Knechte, feine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Heiligthum schallt deines Namens hoher Ruhm von lanter frohen Zungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn; da schaut man sie nicht mehr von fern: da wird sie neu besungen. Heller, schneller, als hienieden, ohn Ermüden sehn wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Mit höhrer Liebe lieben wir dich, Vater, dann und bienen dir mit reinerem Gemüthe, Nichts stört den Frieden unsrer Brust und un Das künftige Leben. 201 unsre tausendfache Luft an das Geräusch der eitlen deiner großen Güte. Kein Neid, tein Streit hemmt die Triebe dieser Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächften Schuld in Kummer und in Ungeduld. dsonit 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die From men, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, frei von Mängeln, mit den Engeln mir zum Segen da die reinste Freundschaft pflegen. fed Mel. Wer nur den lieben Gott 281 Nach einer Britfung furzer Tage erwartet uns die Ewigteit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Bufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis.im 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Rub nimmt in der Seele ab und zu.comis fin i 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, balb 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet und des Betümmerten vergißt; hier kann der Mensch nie frei von Bein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such ichs nur; dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den uns aussprechlich großen Werth: den Gott Liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht beilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein und lieblich Wesen, Heil die Fülle, am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Ge winn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah: das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge schah; da denkt mein Geift mit Breis und Dank die 35 Schick Unsterblichkeit und Vergeltung. Schickung im Zusammen- Wie nichts, wie gar nichts hang. gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! is 8. Da werd ich zu dem Throne bringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig! fingen dem Lamme, das erwürget und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch ieden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 202 10. Da werd ich dem den Dant bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir! denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! Gott, wie muß dieß Glück erfreun, der Retterdreiner Seele ſein! Sour 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbar an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit! hich Mel. Alle Menschen müssen sterben of 282 wie unauslig werden wir im Himmel sein! Da, da ärndten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein; da wird ohne Leid und Zähren unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in Keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Himmels große Freuden? Doch nach dieses Lebens Leiden werden Alle, die dir traun, mehr noch, als sie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sei überschwänglich und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Baterhand dort gibt. hile communitol 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkomm nen - Das künftige Leben. uff 203 nen Seligkeiten wird uns zu kommen! Trachte, weil dort der Mittler leiten, der uns dieses Heil erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, Eine Seele sein, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, du treuer Gott, zu weihn, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. D, wer sollte sich nicht ſehnen, aufgelöst und da zu sein, wo nach ausgeweinten Thränen ewge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Pialmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin tein Kummer stört! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, ist's doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen: dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Richte dei nes Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen, mit dem Ernst, dahin du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist! mein 9. Ohne Heiligung wird Keiner, Herr, in deinen Himmel gehn; o so mache immer reiner hier Herz, dich einst zu sehn! Hilf, o Bater, meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt! wel. Schon ist der Tag von Gott 283 inft, freuet euch, die Saat zum Tag der frohen Garben. Nicht hier wird jede gute That der Edlen, welche starben, belohnt mit voller Seligkeit; drum hofft .mein Geift Unsterblichkeit, ein Leben ohne Ende. 2. O Glaube, der das Herz erhebt, du, Gott, schufft unsre Seele; du, der erhält, was ist und lebt, erhältst auch unfre Seele; zum steten Wirken_schufft du sie. Heil uns! Darum vergeht sie nie; sie lebt für Ewigkeiten. 3. Nun könren wir hier in der Zeit voll froher Hoffnung leben! Gott wird die- größte Seligkeit dem Tugendfreunde geben, der das, was ihm die Pflicht gebot, mit reinem Herzen bis zum Tod treu suchte zu erfüllen. 36 4. Nach Unsterblichkeit und Vergeltung. 204 4. Nach diesem Glück der Ewigkeit laßt uns mit Eifer ringen; laßt, Christen, uns in dieser Zeit treu unsre Pflicht vollbringen! Belohnt wird einst der Tugend Müh, ein guter Gott belohnet sie in jenem beßren Leben! Mel. Der unsre Menschheit 284 Unsterblichkeit! Unsterblichfeit! Gedanke, der das Herz erfreut, den Geist zu Gott erhebet, der Trost für alle Schmerzen schafft, mit hohem Muth, mit Gottestraft zum Todeskampf belebet! Fühlt des Gedankens SeLigleit; denkt, Menschen, daß ihr ewig seid! 2. Seiß, daß der Erde Bau zerbricht, erlösche einst der Sonne Licht: wir, mehr als Erd und Sonne, wir leben für die Ewigteit! Schon in des Daseins erster Zeit füllt dieß das Herz mit Wonne; und seine Würde fühlt der Geist, der ewig seinen Schöpfer preist. 3. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! Nun mischt sich in den Schmerzgefang an unsrer Brüder Grabe der Ewigkeit Triumphlieb ein. Nur unser sterbliches Gebein wird, Erde, deine Habe. Hoch schwingt sich, wenn die Hülle fällt, der Geist empor zu iener Welt. 4. Gott, bir sei Dant! Gott, dir sei Dank! und unser würdger Lobgefang sei hier ein heilges Leben! Gott, Heiligster! wir weihn uns dir; nach Jesu Beispiel wollen wir mit eifrigstem Bestreben der Tugend ed len Saamen streun; dort wird die Aerndte uns erfreun. Mel. Schon ist der Tag von 285 Wenn oft zu jes mein Geist empor sich schwin ner Seligkeit get und, über sie schon hier erfreut, dem Herrn ein Loblied singet; dann fühl ich mich hier nur als Gast, und leicht wird dieses Lebens Laft, die sonst so oft ermüdet. 2. So kann auch hier schon selig sein, wer sich im Guten übet; auf Erden schon darf der sich freun, der Gott und Tugend liebet. Vorschmack jener Himmelslust, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jeder Tugend. 3. Dort, Gott, belohnst du mein Vertraun, vor deinem ! 1 e t t E = C n n ₁ S it n Das künftige Leben. Jull nem Angesichte; führst mich vom Glauben hin zum Schaun, vom Dunkel hin zum Lichte. Dich preis ich dann und deinen Sohn, der mich des Himmels Vorschmack schon im Glauben läßt genießen. d 4. An Kenntniß und an Herrlichkeit wachs ich durch Ewigteiten. Verwandelt ist in Glück mein Leid und in Triumph mein StreiUnd diese hohe Se ligkeit hat nie ein End, ist ohne Zeit; tein Tod ist mehr, kein Weinen. 5. Dann heb ich meine Händ empor und falle jauchzend nieder und stimme mit der Engel Chor in frohe Jubellieder; und unfern hohen Lobgesang voll Halleluja, Preis und Dank hallt jeder Himmel wieder. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 286 Wie freu ich mich der Wonne zeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, beimzugehen! Gedanke, wie entzückest du: Gott läßt des letzten Abends Rub mich in der Nähe sehen! Tröstlich, köstlich Wort vom Frieden, kannst du Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! 205 2. Drum, o mein Geist, ermanne dich! Nimm deine Last und gürte dich zum letzten Wallfahrtstage! Bald legst du deinen Pilgerstab, legst deine Last auf ewig ab mit aller ihrer Plage. Bange, lange Bilgerstunden sind verschwunden; alsen kummer tilgt ein süßer Abendschlummer. 3. Und wenn nach einer kurzen Rast, du, Müder, ausgeschlummert bast, wedt dich ein schönrer Morgen. Dann schreckt dich Finster nicht mehr, kein banger Traum schwebt um dich her, dich beugen keine Sorgen. Eine reine Frühlingswonne strömt die Sonne dort herunter, lächelt ewig, geht nie unter. 4. Dann kämpfst du nicht mit Krankheit mehr, fiebst binter bir der Schmerzen Heer, tennst keine Noth, fein Leiden; mit neuer Kraft, mit neuem Sinn eilſt du von Welt zu Welten hin, trinkst stündlich neue Freuden. Reiner, feiner fühlſt du immer; wechselst nimmer im Gemüthe; dein Genuß ist ewger Friede. 5. Dort schielet nicht mit giftgem Blick die Mißgunst nach der Geister Glück: dort flicht der Neid nie Neße; die Rache gräbt dir da fein Grab 37 Unsterblichkeit und Vergeltung. 206 Grab, kein Stolzer drückt auf dich herab; dort stiehlt kein Geiz dir Schätze. Droben toben keine Feinde; EnMel. Sei fob und Ehr dem gel, Freunde, Brüder üben 287 Der Freuden im Lieben. 6. Hier nähret oft zu seinem Schmerz, statt eines Freunds, das traute Herz die Natter in dem Schooße; oft welft in einem Augen blick sein treuster Freund, mit ihm sein Glück, gleich einer Frühlingsrose. Drüben lieben deine Werthen, die Verklärten, dich auf immer, deine Seligkeit wantt nimmer. 7. Wie freu ich mich der Wonnezeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Gedanke wie entzückest du: Gott läßt des letzten Abends Ruh mich in der Nähe seben! Tröftlich, föstlich Wort vom Frieden, kannst du Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! Labung geben, sie mit Himmelskraft beleben! 8. Nun trag ich meiner Bürde Laft, die du mir, Gott, gegeben haft, froh bis zur Wallfahrt Ende. War sie sonst schwer, jetzt ist fie leicht; denn meine schönste Hoffnung reicht mir lächelnd ihre Hände. Tröstlich, köstlich Wort vom Frieden, kannst du Müden an10 Gott, bei dir; dort in dem höhern Leben wird deine Vaterhuld auch mir in vollem Maaße geben, was mich mit reiner Luft erfüllt, was meiner Seele Sehnsucht stillt und sich ohn Ende mehret. 2. Dich lern ich dann im hellern Licht in deiner Größe kennen und mit vollkommner Zuversicht dich meinen Vater nennen. Mit hoher Freude bet ich dann auf ewig deine Güte an, die mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geist da sieht, wo er hier still vertrauet, wenn er dein unumschränkt Gebiet weit heller überschauet; Gott, welche Wonne ist dann mein! wie werd ich deiner da mich freun! wie felig da mich fühlen! 4. Noch größre Werke seh ich dann von deiner Vatergüte, als ich auf Erden sehen kann, und mein entzückt Gemüthe verliert voll Dank und Freude sich in deiner Herrlichkeit, die ich in vollem Glanz erblicke. 5. Da werd ich deinen heilgen Rath noch mehr, als gm Das fünftige Leben. als hier, verstehen, dir dan ken, daß du mich den Pfad der Tugend hießest gehen und selbst durch Leiden die ser Zeit mich zu dem Glück ber Ewigkeit so väterlich bereitet. mordne 6. In höherer Vollkommenheit werd ich dann, Gott, dich lieben, und was dein Wille mir gebeut, mit frohem Herzen üben. O welche Quelle reiner Lust, fich feiner Sünde mehr bewußt, in Allem richtig handeln! 7. Mit allen Bürgern jener Welt werd ich dich dann erheben, werd ich dort, ihnen zugesellt, in reinster Freundschaft leben. Es schlägt dann frch in meiner Brust mein ganzes Herz voll Lieb und Lust, die ich mit ihnen theile. 8. Ja, ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reinste Quelle! Sie fließet täglich und bleibt mir stets unversiecht und helle. Mein Glück währt da in Ewigfeit; Nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. Herr, bilf es mir erreichen! 207 Tod, die stets das Laster liebten. Vergebens ist dann ihr Bemühn, sich und dir, Richter, zu entfliehn und deiner heilgen Ordnung. Mel. Schon ist der Tag von Gott 288 Vergelten wirst du denen, Gott, die hier die Tugend übten, doch auch bestrafen nach dem stisor 2. O schrecklich wird es für sie sein, sich selbst dann anzuflagen, die Leiden alle, jede Bein, durch eigne Schuld zu tragen; die sie verführten, selbst zu sehn, wie sie umsonst Erbarmung flehn und ihrem Beispiel fluchen. 3. Web dem, der nun ein höhres Glück als wirtlich vor fich siehet und doch bemerkt, wie es zurück vor ihm Unwürdgen fliehet, wie Sinnenlust im Tod zerfloß, und Freuden, die er hier genoß, er nun vergebens heischet! 4. Welch Elend, sich so weit vom Ziel mit dem Bewußtsein sehen: auch dir gab Gott der Mittel viel, zum Heile einzugehen; und doch selbst keines Trostes Spur, des innern Richters Stimme nur zu steter Qual zu hören. 5. Verbunden überdieß zu sein mit vielen Lasterhaften, die nur an Bosheit sich erfreun und Wuth der Leidenschaften und gegenseitig sich zur Laſt, weil jeder nur den Andern haßt, ewgen Marter werzur den. 6. Und Unsterblichkeit und Vergeltung. 208 6. Und wer in dieser Leidennacht sein Unglück ganz empfindet, vom Lasterschlafe nun erwacht und sich doch fraftlos findet zum Streben nach Vollkommenheit: o, Qual für eine Ewig feit liegt dann in dem Gefüble! 7. Das ist das Feuer, wel ches brennt im Innersten des Herzens; das sind Gefühle, die nur fennt der Jammersohn des Schmerzens! ter, Vater, welch ein Bild! wenn sichs so jammervoll vergilt, von unsrer Pflicht zu weichen. Va8. Was könnt uns also eine Welt mit ihrem Reichthum nüßen, wenn wir nicht das, was dir gefällt, der Tugend Schatz besitzen? Nur fte währt ewig, fie beglückt! O, hilf mir, Gott, daß sie mich samückt und schützt vor solchem Elend. Mel. Gottlob, ein Schritt zur 289 Vollendet freudig euren Pfad, bleibt, Christen, Gott er geben; einst wird vergolten jebe That in jenem bessern Leben. Der Fromme har ret wonnevoll des Richters; denn wer glaubt, der foll Gott nicht als Richter fürchten. jpesid auspu 2. Die stillste That, der Pflicht geweiht, wird Gott einst offenbaren. Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfahren. D welch ein Ruhm, den sie gewinnt! Selbst heilige Ge danten sind bestimmt, belohnt zu werden. 3. Wen keine Wollust, wen tein Geiz, fein eitles Lob bethörte; wer, selbst bei aller Lüste Reiz, die Stimme Gottes ehrte; wer strebte, mäßig, teusch und rein, demüthig, sanft und mild zu sein, dem wird Gott reichlich lohnen. 4. Wer eines der Geringften sich erbarmte; was ihn brückte, ihm tragen half und brüderlich die Leidenden erquickte; das siehet der Ge rechte an, als hätt er solches ihm gethan; und er wills ihm vergelten. 5. Laßt, Christen, tugendhaft und rein uns wandeln hier im Leben; dort wird uns Gott Vergelter sein und ewge Wonne geben; dort reift die hier gestreute Saat, dort lohnet jede gute That mit himmlischem Entzücken. sd dona astoylied dun bad 3weite = e D D Et t, at 1. te se silind and songs 209 3 weite Abtheilung. a toboard tred isdel Lieder über die christlichen Lebenspflichten. Lai Tainies Gesinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen, denn Mel. Schon ist der Tag Tag von 290 Wer Jesum 1182 fennt, ver ehrt und liebt, mit Ernst die Sünde scheuet, wer in der Frömmigkeit sich übt und sich der Tugend freuet, nie seines Daseins 3wed vergißt, nur der wird als ein wahrer Christ stets denten, leben, handeln. asa 2. Gott ist es, den er findlich ehrt; bekannt mit seinem Willen, sucht er als Christ, von ihm belehrt, ihn treulich zu erfüllen; liebt jede Vorschrift, jede Pflicht und unterwirft mit Zuversicht sich ihm, dem Menschenvater. INH100153 #ist 3. Wie edel ist des Christen Herz, wie liebreich gegen Brüder! Er theilt mit ihnen ihren Schmerz und von Gott freuet sich auch wieder, wenn ihnen auf des Kummers Nacht ein heitrer Tag der Freude lacht und ihre Klagen schweigen. im si 4. Er dienet ibnen, wo er kann, hört des Bedrängten Flehen als Menschenfreund erbarmend an, kann ihn nicht leiden sehen, eilt ihn zu retten und erquickt den, den die Laft der Sorgen drückt, durch seines Wohlthuns Segen. 5. Er betet und er betet gern, weil ihn sein Herz dieß lehret, und weil er Gott, der Welten Herrn, als Vater fromm verehret, entfernt von aller Heuchelei, vom Wahn des Aberglaubens frei, mit Andacht und mit Eifer. nild sim 6. Er freut sich der GeLegen 210 Gesinnung und Verhalten des Christen legenheit, den Vortrag heilger Lehren und jede Pflicht, die Gott gebeut, auch öffentlich zu hören. Der Brüder Andacht reizet ihn, sich der Zerstreuung zu entziehn, im Guten sich zu stärken. 7. Gott, laß mich jede Christenpflicht mit frommem Eifer üben! Aus Wahn und Leichtsinn laß mich nicht den Schein der Tugend lieben! Laß, deines Beifalls mich zu freun, laß meine Pflicht mir heilig sein; als Christ stets denken, handeln! ims umhüllt von dunkler Nacht, ist immer noch nicht aufgewacht. Bedaure fie! 5. Entreiße dich der Duntelheit! Erwache, Sohn der Ewigkeit, und strebe mit entzücktem Sinn zum hohen Ziel der Weisheit hin! Das fordert Gott! 6. Die tausend Wunder in der Welt hat er umsonst nicht aufgestellt. Mit Frohgefühl sollst du sie sehn und ihres Schöpfers Ruhm ers höhn und dankbar sein. Mel. Erschienen ist der herrlich 291 Empfinde deinen hohen Werth! Gott selbst, o Mensch, hat dich geehrt, hat mit Verstand dich ausgeschmückt und über Staub emporgerückt. Vergiß es nie! 7. Er lenkt mit Liebe, was er schuf, und dir ertönt der sanfte Ruf: O fiehe, wie bein Gott regiert und Alles, Alles herrlich führt und nichts versäumt. 309 8. Bedente, was die Menschheit ehrt und reine Freuden ihr gewährt! Erhebe deines Geistes Blick vom wandelbaren Erdenglück zum höchsten Gut! SUSJES 2. Du schmäheft, was dein Gott dir gab, du würdigst dich zum Thier herab, wenn 9. Dich selbst, dein Stredeines Lebens kurze Zeit in Thorheit dir und Eitelkeit vorüberflieht. ben, deine Kraft erforsche stets gewissenhaft und lerne, ichnödem Wahn entflohn, von Jesu die Religion, die dich verklärt. 10. Ja, sei ein Christ, ein wahrer Christ; dann siehest du, was Weisheit ist, dann stürzt des Aberglaubens Reich, dann schwingt dein Geist fich, Engeln gleich, zum Licht empor. 11. Weisheit Jesu, Leite 3. Gebrauchen sollst du den Verstand. Nur darum gab ihn Gottes Hand. Du sollst ihn treu der Wahrheit weihn, ihn bilden und ihm Licht verleihn, so viel du kannst. 4. O fieb umber, wie rob, wie blind noch viele deiner Brüder find! Ihr Geist, nothird im Allgemeinen. gaunis 211 leite mich! Ich bin ein Christ durch Werk und That zu und liebe dich. Ich fühle sein, jedes Unrecht stets zu fie, die rege Kraft, die Gott scheun! in meiner Seele schafft, dir5. Was wir fäen, ärntreu zu sein. 151 dten wir. Reicher Segen wird gegeben dem, der treulich säte bier für das fünftge beßre Leben. Laß mich reichlich Saamen streun und mich dort der Aerndte freun! 12. Mag jeder Reiz der Welt verblühn und meines Lebens Hauch entfliehn; o Weisheit, du wirst mich erfreun und meines Geistes Bierde sein in Ewigkeit. 100g olim in bol Mel. Meinen Jeſum laß ich nicht 292erne fei der Irr thum, fern, daß auch diese Christen wären, welche Jesum zwar als Herrn wohl mit ihrem Munde ehren, aber ihm nicht hält? gleich gesinnt, nicht der Tu- 2. Der, der durch seines gend Freunde find! 2. Ferne sei von uns der Wahn: sich mit dem allein zu trösten, was einst Jesus bat getban; einen Christen und Erlösten sich zu nennen, wenn man nicht treu erfüllt des Christen Pflicht! Geistes Triebe zu allem Guten sich entschließt und Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehorsam und ihm. ähnlich ist; 3. Schände nie, wer Jesum kennt, Jesum durch ein Sündenleben! Wer den Göttlichen bekennt, der muß sich auch ernst bestreben, stets zu wandeln auf der Bahn, wo uns Jesus ging voran. 4. Gott, ergreife meinen Geist, daß kein unfruchtbarer Glaube, der dich nur durch Worte preift, mir den frommen Eifer raube, Christ ein In eigener Melodie. 293 Wer 293 Wer hat den Glauben, des sen Früchte beweisen, daß er Gott gefällt und einst vor seinem Angesichte der Tugend hohen Preis er 3. Der, der vor Gott unsträflich wandelt, Nichts lieber thut, als seine Pflicht; der heilig denkt und heilig handelt und gern die Wahrheit sucht und spricht; 4. Der alle Menschen herzlich liebet, gerecht, ges lind, voll Redlichkeit und mild ist, feinen je betrübet und Andre zu erfreun sich freut; im 5. Der gern verzeiht dem, der ihn schmähet, an Feinden auch das Gute schätzt, nicht lästert und nicht stolz ftc 212 Gesinnung und Verhalten des Christen sich blähet und seinen Nächsten nie verletzt; 6. Der die Verehrer Gottes ehret und thut, wie sie, was Gott gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür er sich zum Schaden, hält; 7. Der nie, zum Troße der Gesetze, auf ungerechten Wucher leiht und durch gerecht erworbne Schätze der Armen trauernd Herz erfreut; du Geschäfte deines Dienstes fertig sein; doch hab ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht; ja, zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Va ter, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du das Herz mir frei! Was mir nützte, gabst du mir; aber, ach, wie dankt ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns 3wed vergessen! sin 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn und um Rettung von dem Schaden mei ner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich flob vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken.nd 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Mel. Fren dich sehr, o meine S. Gott, vor dir. Laß mich bei 294 Höfter, bent dir Gnade finden; neige, zu Ach, vergib, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gib, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterbuld fich freue, die dein tröstend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als 8. Der die Bedrängten und die Armen erquickt, in Schuß die Unschuld nimmt: der findet auch bei Gott Erbarmen, dem ist des Glaubens Preis bestimmt. 9. Der, der im Glücke ftets bescheiden, in Trübsal stets geduldig ist: der, Gott, erbt deines Himmels Freuden, der ist dein Kind, der ist ein Christ!@ te, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, häufig dein Gebot verletzt und dich, der mich so geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenträfte, meine Glieder sind ia bein, und sie sollten zum f 1 ! B B 1 B B -nothing sim Allgemeinen. gnuna als er für die Sünder starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen! 17. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß. mich dir zu weihn; gib, daß mirs an Straft nicht fehle, folg sam deinem Wort zu sein! Stehe mir stets mächtig bei: mache du mich selbst getreu! Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein ernstliches Bestreben! ibuidno 100 dan plot med Mel. O Gott, du frommer Gott 295 ott, du erforschest mich; dir fann ich nichts verhehlen; du siebest jede That, kennst jeden Rath der Seelen. Ich flebe, Herr, zu dir; erhöre huldvoll mich: entdecke mir mein Herz, denn ach, oft täuscht es sich. 2. Ich bin ein Christ, o Gott, getauft auf deinen Namen. Erfüllt ich jede Pflicht des Christenthums, und famen die Werte, die ich that, aus Frömmigkeit und Pflicht? Bin ich ein Heuchler nur, so ehr ich Christum nicht. 213 fiehlt, auch stets zu thun bereit? Bot 4. Dankt ich dir für mein Glück, für jede meiner Freuden? Vertraut ich standhaft dir in Kummer, Noth und Leiden? War ich beim Reiz der Welt aufs Ewige be dacht? Und hab ich jeden Tag, so wie ich soll, vollbracht? 3. Hab ich dich, Gott, geliebt und durch ein weises Leben der Tugend mich ge weiht, mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein Unterricht gebeffert und er freut? War ich, was er be 5. Gebraucht ich meinen Geist mit allen seinen Kräften zu meiner Brüder Wohl, zu nüßlichen Geschäften? Hab ich für meinen Leib mit Weisheit stets gewacht und keine böse Luft genährt und angefacht? in dru 6. Hab ich die, welche du zur Aufsicht mir vertrauet, durch eignes Beispiel gern gebessert und erbauet? Sorgt ich stets für ihr Wohl und ihre Seligkeit und straft ich ihr Vergehn mit Ernst und Freundlichkeit? 7. Blieb ich der Wahrheit treu? War ich voll Menschenliebe, und regten sich in mir des Mitleids eble Triebe? Brach ich dem Hungrigen mit Freudigkeit mein Brod? Half ich durch Rath und That Bedrängten aus der Noth? and 18. War ich der Unschuld Trost und hab ich sie vertheidigt? Hab ich durch Härte nie den Dürftigen beleidigt? Flob ich den Ueber 214 Gesinnung und Verhalten des Christen bermuth, bes eitlen Stol zes Reiz? Verschloß ich Aug und Herz der Mißgunst und dem Geiz? bian bekämpft die Sinnlichkeit, scheut nicht des Kampfes Schmerzen. Er eilet, wenn er fehlt, den Fehler zu be reun, und strebt mit ernstem Fleiß der Tugend sich zu weihn. 9. Hab ich, wie Jesus that, gesegnet, die mir fluchten? geliebet, Jesu gleich, die mir zu schaden suchten? be- 4. Getreu in seinem Stand herrschet stets den Zorn? gezeigt Versöhnlichkeit? mich nie am Feind gerächt? vermieden Bank und Streit? genießt er Gottes Gaben vergnügt, wenn Andre gleich mehr Glück und Ansehn haben, als Christ, bei Wenis gem zufrieden, frei von Neid, von Habsucht und von Geiz, von Stolz und Eitelkeit. mit mir nach meinen Wer- 5. Schenkt Gottes Hand ten! Vergebung ist bei dir; laß ihren Trost auch mein und mich durch ihn gestärkt zum Fleiß der Beßrung sein. 10.Allwiffender, wer tann, wie oft er fehlet, merken? Sei gnädig, handle nicht ihm viel, so wird er Vielen nüßen, des Freundes Glück erhöhn, verlaßne Tugend schützen. Auch selbst Belei diger wird er in Noth erfreun und, wie sein Gott gesinnt, wird er auch gütig sein. b In voriger Melodie. 296 Mer Gottes We ge geht, nur der hat Seelenfrieden. Wie 6. Er kränkt den Bruder herrlich ist sein Lohn ihm selbst von Gott befchieden! Voll Glaubens widersteht er jeder bösen Lust, ist seiner Tugend sich, sich ihres Werths bewußt. nicht, er schützt sein Glück, sein Leben. Er ist, nach Jesu Sinn, stets willig zum Vergeben, voll Achtung ehret er in ihm des Höchsten Bild, denkt: Gott, der Hei lige, ist gegen mich ja mild. 2. Er merft auf seinen Gang, geht ihn mit festem 7. 3m Guten sucht sein Muthe; wird in der Schwach- Herz die Brüder zu beheit start, liebt immer mehr stärken; er muntert alle das Gute. Ihn machet Got- auf zu guten, edlen Wer tes Geift gerecht und tugend- ten. Mit Christenfinn nimmt haft, und er nimmt immer er an ihrer Tugend Theil zu an Einsicht und an Kraft. und denkt: wir haben ja 3. Gott hat er allezeit nur Einen Herrn, Ein vor Augen und im Herzen, Heil! ut 7604 Summ 8. Das nothing& im Allgemeinen. p 215 8. Das Heil der Ewig- 4. Nie will ich fragen: ob teit, das hier der Fromme zu Freuden der Pfad der schmecket, erhält sein Glück Tugend und des Rechtthuns und macht, daß keine Neth führt; nie zaghaft ihn zu ihn schrecket, gibt ihm im wandeln meiden, wenn er Leiden Muth und stillet je- in Nacht und Dunkel fich den Schmerz. Im Tode verliert. Du winkst, 0 freut sich noch sein Gott Gott; Gehorsam ist mir ergebnes Herz. 7) Pflicht: mein Glaube gibt mir Muth und Zuversicht. 5. Dir will ich suchen In eigener Melodie. 297 Se hebt fich auf nachzuabmen. o Jesus! Mender Andacht schenfreund, der du so gern den Leidenden, die zu dir tamen, Erretter warst, nie soll mein Herz mehr fern dem Armen, der verlassen trauert, sein; ich will ihm Hülfe, Troft und Liebe weihn! 6. Mit warmem, liebevollem Herzen will ich mich immer mit den Frohen freun, der unverdienten Kränkung Schmerzen nicht abnden, dem Beleidiger vers zeihn. Bescheidenheit und Sanftmuth sei mein Ruhm, Gewissensrub mein großes Eigenthum! Schwingen, Unendlicher, mein Geist zu dir empor, den frommen Vorsaß dir zu bringen: den Tugendpfad, den ich so oft verlor, will ich, o Gott, mit neuer Treue gehn und, groß durch sie, der Sünde Reiz verschmähn. 2. Wohin sich nur mein Auge wendet, erblick ich deiner Liebe Segensspur. Wer wachte für mein Glück? Wer spendet der Freuden Fülle aus durch die Natur? Gott, deine Liebe! Liebe weih ich dir mit Freudenthränen, Ewiger, dafür! 3. Wenn einst vielleicht sich bang und leise zu meinem Herzen trübe Sorge schleicht, Gefährtin meiner Pilgerreise nun Schwermuth wird und jede Hoffnung weicht; dann will ich auf zu dir, mein Vater, schaun und selbst im Schmerz dir kindlich noch vertraun. 7. Die Kräfte, die du mir gegeben, will ich ge treu zu nüßen mich bemühn; zu großen Zweden war dieß Leben, von dir, o Gott, aus Liebe mir verliehn. Um herrlicher dort wieder aufzublühn, sinkt es auf deinen Wink zum Grab einst hin. 8. Wenn von Versuchungen 216 Gesinnung und Verhalten des Christen gen umgeben, mein Blick in Labyrinthe sich verirrt, der Sünde Reiz zu widerstreben, die täuschend lockt, oft schwer dem Herzen wird: blick ich zu dir; du wirst mir Muth verleihn, kein Opfer, das die Pflict ge beut, zu scheun.bl 9. Ja, treu zu sein, bis einst am Biele auch mir dort der Vergeltung Balme webt, gelobt mit heiligem Gefühle dir jetzt mein Herz, das findlich zu dir fleht; gib Kraft dazu und leit an deiner Hand den müden Pilger bin ins Vaterland. 90012 dan Hox Mel. Alle Menschen müssen sterben 298 erhebe mein suchtsvoll, mein Gott, zu dir. Ich verehre deine Gütte; o wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Reiner barrt auf dich vergebens; nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir; leite mich die rechten Stege, daß kein Abweg mich verführ! Gott, du fiehest mein Vertrauen! Sicher kann ich auf dich bauen; deine Batertreue ist ewig, wie du selber bistonid 3. Ach gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugend jahre nicht! Laß mich Gnade vor dir finden, geh nicht mit mir ins Gericht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du väterlic verzeihen. Oso höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist ſeis ne Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Ge wissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umfebrt! Den verwirfst du nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Troft und Gemüthe Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, dem du seine Sündenlast liebreich abgenommen hast. 6. Herr, zu was für Seligkeiten du in jener beffern Welt jeden Sterblichen willst leiten, der dir treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Heil dich wählen. Deinen ganzen Gnadenbund machst du reinen Kindern fund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, treu sein meiner ganzen Pflicht! Keine sind im Allgemeinen. 217 Keine schnöde Luft der Sün- ja nicht, wie lange mich noch den soll mich ferner über deine Langmuth trägt, nicht, winden. Nimm du dich nur wann meine Stunde schlägt. meiner an, daß ich stand- 6. Drum will ich nicht haft bleiben kann! länger weilen, wo das Eitle mich belügt, mich um ewges Heil betrügt; eilen will ich, Gott, nun eilen auf der Bahn der Besserung zu dem Ziel der Heiligung. 7. Ich will stets mich selbst bezwingen; eingedenk der Rechenschaft, wuchern noch mit Zeit und Kraft: will mich durch Versuchung ringen, um vor dir einst zu bestehn und zum Leben einzugehn. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht 299 Bilben soll ich mich auf Er-den, Gott, für deine Ewigfeit; hier, in ungewisser Zeit, täglich weiser, beffer werden und nach dieser großen Pflicht richtet mich einst dein Gericht. 2. Jede Stunde meines Lebens, selbst Minuten zähltest du, wogest jede Kraft mir zu; keine gabst du mir vergebens! Wuchern stets mit Kraft und Zeit ſoll ich für die 3. Und ich lebte nur auf Erden, um den Sinnen wohlzutbun, konnte träg und sicher rubn: suchen, glücklich nur zu werden durch Gewinn der Eitelkeit, den ein Augenblick zerstreut! 4. Gott, wie war mein Geist verblendet! Wie viel Tage sind mir schon unge nügt zum Seil entflohn! wie viel Kräfte schon verschwendet! Doch mich rufet noch die Pflicht, und ich säume länger nicht. 5. 3u befrein mich von dem Hange meiner fündlichen Begier, wurde täglich ichwerer mir; und ich weiß Mel. O Gott, du frommer Gott 300 ch blic empor zu dir, ger, der Allen, die durch der Prüfung Land zum großen Ziele wallen, Vergelter, Richter ist, und fleh voll Innigkeit: gebent ber Sünden nicht, die tief mein Herz bereut! 2. Wie oft gelobt ich dir in ernster Andacht Stille: mein heiligstes Gesetz, o Gott, sei stets dein Wille! Du fennst mein Herz; du weißt, es war der Vorsatz rein, bir treu auf jedem Pfad, den du mich führst, zu sein. 3. Und dennoch fehlt ich oft! Wer kennt des Herzens Tiefen? Ach, böse Lüfte, bie so tief verborgen schlieSt fen, 218 Gesinnung und Verhalten des Christen fen, erwachten, aufgereizt laß einst am großen Ziel, vom Sturm der Leidenschaft; o Gott, dein Heil mich sehn! betäubt und überrascht er lag bald meine Kraft. 4. Nun schau ich prü fend hin auf die durchlebten Tage; fie bringt kein Wunsch zurück und keine bange Klage; doch ihre Thaten führt mit richterlichem Blick mir ernst und warnend oft Erinnerung zurück. 5. Der Eble, der sein Herz schon früh der Tugend weihte, fühlt hohe Seligkeit, fieht er an ihrer Seite auf die durchlaufne Bahn mit stiller Heiterkeit. Er hat gejät in ihr für eine Ewigkeit. 6. Und diese Seligkeit, des Herzens süßen Frieden, das höchste Gut, das hier den Sterblichen beschieden, erwarb ich mir noch nicht! Den bleibenden Gewinn gab ich, von Schein getäuscht, für kurze Lust oft hin. 7. Ich unterließ die Pflicht, die Reizungen zu Sünden, durch Weisheit und durch Muth gestärkt, zu überwinden; ergebungsvoll und still mit ruhigem Vertraun, auf dornenvollem Pfad zu Gott emporzuschaun. 8. Verzeih, Allgütiger! Du siehst der Reue Zähren. Du wirst dem Schwachen Kraft und Hülfe gern gewähren. Mit neuer Treue will ich deine Wege gehn; Mel. So fliehen unsre Tage 301 Mein Herz, Gott Vater, will ich dir zum Eigenthume weihn. Es forderts ja dein Wort von mir; drum sei es ewig dein! 2. 3war hat es durch den Hang der Welt, durch Lust und Eitelkeit, die, Heiliger, bir nicht gefällt, fich oft, ach oft, entweiht. 3. Doch sieh, es fühlet seine Schuld, gelobt dir Besserung und fleht zu dir um Gnad und Huld, um Kraft zur Heiligung. 4. Verwirf, verwirf mein Flehen nicht; sei mir mit Gnade nah! Zu dir steht neine Zuversicht; mein Vacer bist du ja.hu 5. Dieß bürgte mir, gefandt von dir, dein Sohn mit seinem Blut; verleih durch deinen Geist nun mir zur Bessrung Kraft und Muth! 6. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glauben stets getreu und gegen Lift, Gewalt und Spott im Guten standhaft sei! 7. Hilf, daß ich sei im Leiden fest, durch Hoffnung und Geduld; mein Trost, wenn alles mich verläßt, sei deine Baterhuld! 8. Hilf, size im Allgemeinen. punis 219 8. Hilf, daß ich gegen ben, gereiniget von MisseJedermann, von Stolz und that; wie feierlich war dann Neide frei, aufrichtig und, mein Eib des Glaubens so viel ich fann, zu dienen und der Frömmigkeit! willig sei! dodjed 9. Hilf, daß ich wohlzuthun mich freu und, fern von Rachbegier, felbst meinem Feinde gern verzeih; denn du verzeihst auch mir. 3. Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd und ihre Lust mit ihr, riß meinen frommen Vorsatz nieder und herrschte wie zuvor in mir! Zum Widerstande viel zu schwach, floh ich nicht, sondern gab ihr nach. 4. Wie viele fündenvolle Tage durchlebt ich, Vater, wie im Traum und sammelte mir Schmach und Plage und fühlte dieß mein Elend kaum! Berwundet blutete mein Herz; betäubt empfand ich keinen Schmerz. 5. Ich ging den Weg zum Untergange, den dein gerechter Ernst mir droht. Jetzt ist um Trost mir Sünder bange; wer rettet mich aus meiner Noth? Mein richtendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 6. 3u wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo findet meine Seele Ruh? Wer kann sie aus dem Elend ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertraun seß ich auf dich: du, Freund des Lebens, tim rettest mich! 7. Für alle, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlösers Blut. O laß durch ihn mich Gnade fin R 2 den, 10. Dich, Gott, verehren, fei mein Ruhm. entfernt von Heuchelei, damit mein ganzes Christenthum wohlgefällig sei! dir du 11. So nimm es denn zum Tempel ein, mein Herz, hier in der Zeit; und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit! 12. Weg, Welt, weg Sünd! Euch dien ich nicht! Nur Gott, nur Gott allein: dieß, dieß ist meine Suversicht, kann ewig mich erfreun. ma2 thin Mel. Wer nur den lieben Gotte 302 Mein Gott, zu ein Gott, zu dem ich weinend flebe, erbarme deines Kindes dich! Ach, sieh auch jetzt von deiner Höhe mit gnadenvollem Blickauf mich! Vergib mir, Vater, gehe nicht mit mir, dem Sünder, ins Gericht! 2. Wie oft hast du mir schen vergeben, wenn reuvoll ich um Gnade bat; wie oft versprach ich dir ein Le 220 Gesinnung und Verhalten des Christen den, du, meiner Seele höchstes Gut! Noch einmal, Vater, sprich zu mir: Auch diese Schuld erlaß ich dir. 8. Gott, sei mein Zeuge, da ich schwöre: Mein Herz soll dir geheiligt sein! Dir, deinem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn: der Sünde will ich widerstehn und standhaft deine Wege gehn! ad 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! Vergiß nicht mehr des Herrn Befehle, nicht mehr, daß er dein Retter ist! Ruf ihn im Glauben täglich an: er halt mich, Herr, auf ebner Bahn! na Mel. Freu dich sehr, o meine S. 303 Saffet, fchaffet der, schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie sichre Sünder, auf die ungewisse Zeit! Unverweilt befehret euch! Ringet nach dem Himmel reich! Strebet, heilig hier auf Erden, strebet, selig dort zu werden! 2. Daß nun dieses mög gefchehen, so müßt ihr mit festem Muth jeder Sünde widerstehen, nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur sein; es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. ds6 3. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, mer im Kampf besteht, wer des Fleiiches Lüste dämpfet und den Reiz der Welt verschmäht! O, so strebt dem Guten nach, seht dabei auf Chrifti Schmach! Wer den Himmel will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 4. Werdetihrnicht standhaft ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreun? Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg. Nur den Sieger schmückt zum Lohne seines Kampfs die Himmelskrone. 45. Sich voll Leichtsinn stets zerstreuen, thun, was Fleisch und den Kampf der Lüste scheuen, ist der Welt, nicht Christi Geist. Wer ihn haben will, der kann auf der Tugend rauber Bahn nicht in sichrem Stolze leben und den Lüsten sich ergeben. 6. Brünstig beten, allzeit machen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dieß nur wollen und voll brin nors im Allgemeinen. gnis 221 2. Dein Wort gebeut und spricht: thu Buße, verändre, beffre deinen Sinn; fall deinem Gott voll Reu zu Fuße; sei nicht mehr Sünder, wie vorhin; von nun an sei, als Gottes Kind, ihm folg sam, ähnlich ihm gesinnt! 3. Bezähme stets in dir die Liebe zu allem dem, was Sünde heißt, und folge jedem guten Triebe, den Gott erweckt durch seinen Geist; flieh, flieh die Lüste dieser Welt und thue nur, was ihm gefällt! 300 bringen heißet: nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreißeteuch den Lüsten, die ihr noch gefesselt seid, und beweiset euch als Christen muthig und getrost im Streit! Schont der lieb sten Neigung nicht; übet auch die schwerste Pflicht! Denfet oft an Christi Worte: bringet durch die enge Pforte! 8. 3ittern muß ich vor der Sünde und auf Jesu Vorbild sehn! Suchen will ich, daß ich finde, was mein Glück einst wird erhöhn! Fehl ich, o so gehe nicht, Richter, mit mir ins Gericht! Gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligfeit zu schaffen! dig? 9. Gib zum Wollen das Vollbringen! Gib mir Mutb und Kraft zum Streit! Lehre mich mit Ernst bezwingen Alles, was mein Herz entweiht! Beige mir von dei nem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe und empor zum Himmel bringe! shi Mel. Wer nur den lieben Gott den lieb 304 Gott, lehre mich verstehn und fassen, was Buße, wahre Buße sei! Hilf mir die Sünden ernstlich hassen, damit ich ohne Heuchelei mein Leben beffre, selbst mir treu und dir, Herr, wohlgefällig sei! aid 4. Erstatte deinem Nächsten wieder, was du mit Unrecht ihm entwandt, und leite die verführten Brüder zurück zur Tugend; beut die Hand dem Unterdrückten liebevoll; thu Jedem, auch dem Feinde, wohl! 5. Flieh Neid, Verleumdung, Haß und Lügen, begehr nicht, was des Nächsten ist, zeig durch den Abscheu vor Betrügen, daß du ein Feind des Lasters bift; sei friedlich, weise, stets bereit, zu sterben, wann dein Gott gebeut! 6. Herr, dieß befiehlt mir deine Lehre. Du weißt am besten, wie ich bin; bilf, daß ich deine Stimme höre, und ändre du selbst meinen Sinn. Sieh, Besserung gelob ich dir; gib Kräfte zum Vollbringen mir! K3 Mel. 222 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Gott Bater, an Erbarmen 6. Hilf denn, o Bater, hilf, daß ich noch heute, heute beffre mich, eb meine Schuld noch mehr sich häuft, eh mich ein schneller Tod ergreift, damit ich heut und jederzeit zu meinem Ende sei bereit. 11911 305 Swahr ich lebe! spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod: ich will, daß er vom Bösen sich mit Ernst bekehr und suche mich; vom Elend seiner Sünden frei, geheiligt mir und selig sei. 2. Vernimm, o Mensch, dieß Gnadenwort und wandMel. Wer nur den lieben Gott le nicht zum Tode fort! Gern 306 Adh, Gott, wie will dein Gott dir gnädig sein, gern alle Sünden dir verzeihn. Sei reuvoll; doch verzage nicht und faffe Muth zu deiner Pflicht. mancher von den Tagen der mir beschiednen Lebenszeit floh schon dahin, mich anzuflagen, ins Meer der langen Ewigkeit! Nicht jeden hab ich dir ge lebt, nicht stets der Tugend nachgestrebt. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit! Dent nicht: zur Buß ist wohl noch Zeit; erst will ich mit der Welt mich freun, und werd ich ihrer müde sein, dann bessr ich, dann bekehr ich mich, und Gott erbarmt noch meiner sich. 4. Wiß, der jetzt liebreich dir verzeiht, übt auch als Gott Gerechtigkeit; und, Sünder, dir ist unbewußt, ob du nicht morgen sterben mußt. Dann wehe dir. finkst du ins Grab frech von des Lasters Bfad hinab! 5. Heut lebst du; heut betebre dich! Eh morgen kommt, fanns ändern sich. Wer jetzt gesund ist stirbt vielleicht, eh er den Abend noch erreicht. Drum wandle nicht in Sünden fort; du weißt, zu spät ist Buße bort. 2. Gar oft empörte sich im Leiden mein murrend Herz voll Ungeduld; und schenktest du, mein Gott, mir Freuden, o dann vergaß ich deiner Huld; genoß nicht jede, wie ich soll, nicht immer reinen Dantes voll. 3. So war mein Herz auch gegen Brüder nicht immer sanft und liebevoll. Schlug mich erlittnesUnrecht nieder, so übernahm mich oft der Groll; und ich vergaß der Sanftmuth Pflicht und folgte Jesu Vorbild nicht. 4. Dir, Herzenskündiger, ist keine von meinen Sün den unbekannt. Vergib, was ich vor dir beweine, und leite mich an deiner Hand zu besserer Gesinnung hin, bis sizdim Allgemeinen. gnijs 223 bis ich ganz frei von Feh- Weil es bein Unglück ist, lern bin! befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu fein? Weil fie dich glück lich macht, befiehlt sie Gott allein. Mel. O Gott, du frommer Gott 307 Millst du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben, so schändest du sein Wort und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein wie schwer ists doch, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden widerstehn und seine Lüfte dämpfen! Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh ist dieß der einzge Weg. Und dem entsageſt du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergeffen? Nach deinen Sträften selbst bat er sie abge messen. Was weigerst du dich noch? Gott ist nicht ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann. 4. Sprich selbst: gewinnet Gott, wenn ich ihm findlich diene und seiner werth zu sein im Glauben mich erfühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringeu. Soll er durch Allmacht dich ihm zu gehorchen zwingen? Er gab dir die Vernunft: und du verläugnest sie. Er sendet dir sein Wort: und du gehorchst ihm nie. 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz: ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Lafter loszureißen: jetzt iſt dieß Wert zu schwer. Dod diese Schwierigkeit, die beute dich erschreckt, wächst fie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befchlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheuft du dich beute nicht, des Höchften Feind zu sein; um wie viel weniger wirft du dich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß ein Wert von wenig Augenblicken? Kann dich keinschneller Tod der Welt noch heut entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst der Missethat die wahre Heiligung? 10. Ifts 4 224 Gesinnung und Verhalten des Christen 10. 3sts gnug zur Se ligkeit, des Glückes der Erlösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Bekenntniß gnug, daß uns die Sünde reut, so ist kein leichter Wert, als deine Selig feit! 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen; ist keine Seele rein, der Glaub und Liebe fehlen, ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst, so zittre vor dir selbst, wenn du dieß Wert verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! Und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt in verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuletzt dabin? 13. Hat Christus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben und sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht, so ist es nicht von Gott. Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen teh rest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Bein one or dein hier versäumtes Glück nicht ewiglich bereun! 15. Entschließe dich beberzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort: fei wacker, Gott ist uab und stärkt dich durch sein Wort! 16. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Gesetz erst ihren Fluch empfinden. so widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Neu in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dieß Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Cheil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott kennt und liebt dein Glück; sie führt zu deinen Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst: Ist dieß kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen und mäßig und gerecht in dem im Allgemeinen. #STE dem Genusse sein und sich der Seligkeit schon bier im Glauben freun? Mel. Wer nur ben lieben Gott 308 ie theuer, Gott, ist deine Güte, die alle Missethat vergibt, sobald voll Reue das Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, bereut und ernstlich haßt und Zuversicht zum Mittler faßt! 2. Doch laß mich ja nicht ficher werden, weil du so reich an Gnade bist! Wie turz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegeben ist! Gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Beffrung weih! 225 gnumnijs gnädig meine Schuld und heile mein verwundt Ge wissen mit Trost aus deiner Vaterhuld! Ich will mit Ernst die Sünde scheun und willig dir gehorsam sein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke zur Tugend mir verliehen sei, laß mich durch Uebung guter Werte beweisen; mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! Sie leite und regiere mich! 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift; doch in der Sünde noch bebarrt, dafür er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibst, das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst! Laß, Vater, mein Gewissen rein und heilig meinen Wandel sein! and& 3. 3war deine Gnade: zu verdienen, sind Neu und Bessrung viel zu klein: doch darf sich auch ein Mensch erfühnen, zu glauben, dir Am allgemeinen Bußtage. Mel. Herzlich lieb hab ich dich versöhnt zu ſein, wenn er 309 Gott, der du unfre was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? Herr, unser Mittler, Jesu Christ, Geist Gottes, Geist der Gnaden! Unendlicher, verwirf uns nicht! Wir kommen vor dein Angesicht, mit Missethat beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld! Erhöre gnädig unser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn! Herr, unser Gott, verbirg uns K 5 nicht 226 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht dein Angesicht und geh mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unsers Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen: o sieh, wir fehren voller Reu zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade faffen! Sie leit uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrthum und Versuchung nie uns die Bahn des Lasters zieb! Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt uns deine Baterhuld! Wort verheißt, sei Licht auf unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes sein und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir die Irrenden zurück! Herr, unser Gott, breit aus dein Wort an jedem Ort; gib Geist und Kraft zu deinem Wort! 5. Auch die Regenten lente du, daß weise sie, in sichrer Rub, der Völker Wohlstand heben! Dem Fürsten, der uns schüßt und liebt, gib, der in ihm so viel uns gibt, ein frohes, langes Leben! Noch lange sei sein Vaterblick uns, seinen Kindern, Schutz und Glück! O schütt auf ihn und auf sein Haus und seine Räthe Segen aus! 3. Dein Segen komm auf unserLand. Laß es, beschirmt von deiner Hand, des Friedens Rub genießen! Wend ab von uns der Flamren Wuth und wilder Fluth Des Prins Herr, unser Gott, in dei Hand ist unser Land, be glück es, jegne jeden Stand! 6. Vernimm der Leidenden Gebet! Wer in der Noth um Reitung fleht, dem bilf aus seinen Nöthen! Gib Kranten Linderung und Rub; die Sterbenden erlöse du, erhör ihr letztes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Witwen und der Waisen Theil; verettle der Verfolger Rath und lehre sie den rechten Pfad! Herr, unser Gott, durch alles Leid der Bilgerzeit führ uns zu deiner Herrlichkeit! Me 7. Du Blutvergießen! Sei unser Retter, wenn uns Noth des Mangels und der Seuchen droht! Du, Vater, wollest mit uns sein, daß wir uns deines Schutzes freun! Herr, unser Gott, verleih uns Muth! In deiner Hut sind wir; und was du thust, ist gut. 4. Gib Frieben, wo sonst 3wietracht war; vereine, was getrennet war; schenk uns der Eintracht Segen! Uns leite, Gott, bein guter Geist, und was bein theures sizim Allgemeinen. 227 sucht redlich zu erfüllen, siehst du mit Gnade an. 4. Dein Geist wohnt mir im Herzen und tröstet meinen Sinn: stillt alle meine Schmerzen, nimmt jede Sor ge hin; zeigt mir, daß Erdenleiden nicht zu verglei chen fei mit jenen Himmelsfreuden, dem Lohn bewährter Treu. 5. Auf dieß mein Heil und Erbe seh ich voll Zuversicht. Wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geh ich auch unter Zähren hier manche rauhe Bahn, nimmt Mel. Befiehl du deine Wege 310 tott für mich, mich doch Gott zu Ehren an. 6. Dieß stärkt mich, auch im Leiden dir, Höchster, treu zu sein! Nichts foll von dir mich scheiden, auch nicht die größte Pein; du lenfft sie mir zum Besten, bist mir mit Troste nab; und wann die Noth am größten, ist deine Hülfe da. 7. Rein glänzend Loos im Leben, nicht Ansehn, Ruhm und Macht, wonach nur Stolze streben, nicht Reichthum, Glück und Pracht, Nichts soll mir je den Glauben an deine Batertreu vermindern oder rauben; Nichts, was es immer fei! 7. Du thust weit mehr, als wir verstehn, fannst mehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! Oneig auf unser Flehn dein Obr, heb unser Herz zu dir empor und mach uns rein von Sünden! Laß uns dir nun geheiligt sein, im Leben und im Tode bein! Wir sind durch Christi Blut erlöst: o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich! Vergib uns, leit uns väterlich! Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer fich. Hab ich nur ihn zum Freunde, wie felig bin ich dann! Was acht ich aller Feinde! Er nimmt sich meiner an. 2. Ja, dieß ists, was mich stärket: ich glaube fest, als Christ, das Gett auch mich bemerket, auch mir ein Vater ist, daß er zu allen Zeiten mit Huld herniederblickt, im Kampfe mir hilft streiten, in Angst mein Herz erquickt. 3. Wenn ich aus Schwachheit fehle und nur aus Vorsatz nicht, so stärket meine Seele die hohe Zuversicht: den, Herr, der deinen Willen, fo gut er immer fann, 8. Was könnte sonst mich scheiden von deiner Lieb, o Gott? Verfolgung? Trüb fal? K6 228 Gesinnung und Verhalten des Christen sal? Leiden? Schwerdt? ihm vertraun, ärnbten SeHunger? Blöße? Tod? ligteiten. Nichts, Nichts! Ich überwinde indem, der mich geliebt und sich für meine Sünde zum Opfer selber gibt. 9. 3ft Gott für mich, so trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Mel. Wann mein Stündlein Deß ist mein Herz vell 312 Ich weiß, an wen Wonne! mir gebricht? Der Herr ist meine Sonne, mein Schuß, mein Heil, mein Licht! 311 Mei Mel. Warum sollt ich mich eines Herzens reinste Freudeist nur die, daß ich nie mich von Jesu scheide, daß ich ihn durch Glauben ehre, jederzeit hocherfreut seine Stimme höre. 2. Freundlich ruft er alle Müden und erfüllt fanft und mildihren Geist mit Frieden; seine Last ist leicht zu tragen; er macht Bahn, geht voran, tröstet, wenn wir zagen. 3. Ja, er kennt die Leidensstunden; größern Schmerz hat kein Herz, als sein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder einer weint, unser Freund mitleidsvoll hernieder. 5. Jesu, treuster Freund von Allen, mit dir will froh und still ich durchs Leben wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken: denn du wirst, Lebensfürst, einst mich auferwecken. 4. Will das Herz der Noth erliegen, dann hilft er, unser Herr, tämpfen uns und siegen. Die auf ihn zu allen Beiten folgsam schaun, hält; tein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben; dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir das Erbtheil raubt, das Jesus mir erworben? 2. Mein Leben ist ein furzer Streit, und herrlich ist die Krone, die Gott dem Ueberwinder beut zum ewgen Siegeslohne. Ob auch des Kampfes Müh mich schreckt: du, der den Tod für mich geschmeckt, du stärkst mich, daß ich siege. 3. D Herr, du bist mein höchster Ruhm, mein bester Troft im Leben; einst wirst du mich, dein Eigenthum, zu deinem Reich erheben. Der Freuden Fülle ist bei dir; dort hab ich Alles, was ich hier nur suche und nicht finde. 4. Herr, lente meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigteit naim Allgemeinen. feit und Himmel! Kurz ist der In eigener Melodie. Erde perrlichkeit, vergäng: 313 Meinen Jesum lich alles Glück der Zeit: im Himmel sei mein Wandel! laß ich nicht! Er hat sich für mich gegeben; fordert es nicht Dank und Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? Er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum laß ich nicht! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was uns die fünftge Welt gewährt, wo wir Gctt heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, wann mein Vollendungstag erscheint, dann werd ichs frob empfinden. 2. Er, in diese Welt gefandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht! Meinen Jesum laß ich nicht! 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorsam, den ich übe gegen das, was er gebeut, halt ich feſt an seiner Liebe, traue dem, was er verspricht, und verlaß ihn ewig nicht! 4. So ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht; meinen Jesum laß ich nicht! 5. Wenn mein Auge schon erlischt, Wang und Lippen fich entfärben, mich fein Labsal mehr erfrischt, alle Sinne mir ersterben, und das matte Herz nun bricht, laß ich meinen Jesum nicht! 6. Dort auch laß ich Jesum nie, hange stets an ſeinen Blicken: denn nach diefes Lebens Müh will er 7 ewig 6. Im Dunkel nur, Herr, feb ich hier. wo ich dir gläubig traue, die Seligkeit, die dort bei dir in vollem Licht ich schaue. Hier ist mein Werth mir noch ver, hüllt: dort wird er sichtbar, wenn dein Bild in mir sich ganz verfäret. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer kann mich von dir scheiden? Nicht Glück und Lust, nicht Leid und Noth, das Leben nicht und nicht der Tod! Mein sind des Himmels Freuden. 229 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde fie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergebt; nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. 230 Gesinnung und Verhalten des Christen ewig mich erquicken. Ewig strahlt mir dort sein Licht! Meinen Jesum laß ich nicht! 7. Nichts auf dieser Erde ifts, was des Herzens Wünfde stillet. Du, o Jesu, du nur bists, du nur, der fie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm undLicht. dich, mein Jesu, laß ich nicht! 8. Dich, mein Jefu, halt ich fest, laffe nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt; ihr beraubt euch ewger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. Wie groß ist des Allmächt. a8 314 ich ohne dich gewesen, was würd ich ohne dich, Herr, sein? Zu Furcht und Aengsten auserlesen, ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem thät ich meine Sorge kund? 2. Einsam verzehrt von Lieb und Sehnen, erschien mir finster jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach: ich fände Unruh im Getümmel und beffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielt denn ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir fund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsternis! Mit ihm bin ich erst Mensch geworden: das Schicksal wird verklärt durch ihn, und Eden muß an allen Orten um den Geliebten wieder blühn. 4. Das Leben ward zum Freundschaftsbunde; die ganze Welt spricht Lieb und Lust. Ein Balsam träuft für jede Wunde, und frei und voll klopft jede Brust. Durch ihn erhalt ich taubin ich ja Gottes Kind; gewiß; ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versammelt sind. 5. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden berein! Reicht jedem eure Hand entgegen und ladet froh zu uns ihn ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden; im Glauben schauen wir ihn an. Die Eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgetban. 6. Ein alter schwerer Wahn von Sünde war fest an unser Herz gebannt. Wir irrten in der Nacht wie Blin sirds im Allgemeinen. 231 unije 8010. Noch steht im wunbervollen Glanze der heilige Geliebte hier. Gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. Blinde, von Reu und Luft zugleich entbrannt. Ein je des Werk schien uns Verbrechen, der Mensch ein Gottesfeind zu sein. Bang hörten das Gesetz wir sprechen; denn ach, es drohte Tod und Bein! 7. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und wards in unserm Geiste helle: so war nur Unruh der Gewinn. Ein eifern Band bielt an der Erde den bebenden Gefangnen fest, und Furcht, daß er vernichtet werde, verschlang der Hoffnung Ueberrest. 8. Da fam der Heiland, der Befreier, ein Menschensohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen, als unser heilges Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 9. Seitdem verschwand die Macht der Sünde, und fröhlich wurde jeder Schritt. Man gab zum schönsten Angebinde den Kindern diesen Glauben mit. Durch ihn geheiligt, zog das Leben vorüber wie ein ſelger und ewger Lieb und Treu ergeben, bemerkte man den Abschied kaum, Mel. Kommt her zu mir 315 So hoff ich denn mit festem Muth auf Gottes Gnad und Christi Blut; ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, bat mir das Recht der Seligteit in seinem Sohn gegegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an bir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Ge fahren! 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort um deines 232 Gesinnung und Verhalten des Christen nes Namens willen; laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein . Herz erneun und mich mit Troft erfüllen! Mel. Jeſus, meines Lebens Leben 316 weiget, bange 3weifel, schweiget! Mein Erlöser ist ge treu, und sein Geist in mir bezeuget, daß ich Gott verföhnet sei. Mag auch selbst mein Herz mich richten, mich verdammen, mich vernichten; Gott ist größer, als mein Herz, und gibt Ruh auf bangen Schmerz. 2. Er, der das Verborgne kennet, fennt auch mich und weiß allein, wie mein Herz von Eifer brennet, ganz sich seinem Dienst zu weihn; schaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle, und sieht nicht, was ich gethan, sondern mehr den Willen an. zu verdammen wagen, den Gott selber losgezählt? Menschen zwar, und selbst die Engel, find vor ihm nicht ohne Mängel; doch das menschliche Geschlecht wird in seinem Sohn gerecht. weiß, ich werde leben und in ihm einst selig sein. Such ich nur den Hang zu Sünden immer treu zu überwinden, mich der Tugend stets zu weihn, so will Gott mir gnädig sein. 4. Mir ist auch sein Sohn gegeben; durch den Glauben ist er mein. Ja, ich 5. Theuer bin ich ihm erworben! Wohl mir, hier ist Jesus Christ, er, der auch für mich gestorben, aud für mich erstanden ist, nun zur Rechten Gottes fizet, auf mich sieht, mich mächtig schützet, mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Noth erlöst! 3. Wer will ferner den Mel. Auf, Chriftenmensch! verklagen, welchen Gott zum 317 Wer Gottes Wort nicht und spricht: Ich kenne Gott! der trüget: in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben steget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher bein 6. Nun so mag das Unglück stürmen! Alles um mich her sei Nacht! Gott, mein Gott wird mich beschirmen, der für seine Kin der wacht. Wenn ich hier auch hülflos bliebe, leitet mich doch deine Liebe durch die Leiden dieser Zeit zur beglückten Ewigkeit. im Allgemeinen. milite Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nichtallein; er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Jefum rein von Missethat, sind wir run Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der fliebt den Ratb ber Sünder; folgt Christi Beispiel als ein Christ und reinigt sich, wie er rein ist. 4 Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ists, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb; an seinem Seil hat ohne Liebe Niemand Theil. 233 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich zu leben: was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher: du, mein Seligmacher: rüsteſt mich mit Muth. Ob auch Noth und Elend drobt! Ob auch Furcht und Angst mich schrecken: du wirst mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich ſein Arm erhebt. Todestag, bein Schrecken mag frecher Sünder Herz erschüttern: ich, ich darf nicht zittern. 4. Auch in mir ist Sünde: doch ich überwinde sie, geflärkt durch dich. Sint ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder und begnadigst mich. Deine Huld tilgt alle Schuld, und dem reuerfüllten Knechte schenkst du findesrechte. 5. Daß ich Gott erkenne und ihn Vater nenne, dank ich dir allein; daß ich hier am Grabe Trost und Hoff Mel. Jesu, meine Freude zu 318 ie getroft und mein Licht und Leiter, machit du meinen Geist! Alle, die bir trauen, führst du zu den Auen, wo du sie erfreuft. Niemals wird bei dir, o 6. Der du Leib und LeHirt, Freund und Tröster ben hin für mich gegeben, unsrer Seelen, mir Er- daß in meiner Noth ich nicht quickung fehlen. da debülflos bliebe, groß ist deine fein; daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, dank ich deiner Gnade. Liebe 234 Gesinnung und Verhalten des Christen Liebe, stärker als der Tod. In eigener Melodie. Herr, und ich, ich sollte mich 319 Wie wohl iſt mir, deiner Huld nicht dankbar freuen, dir mein Herz nicht weihen? Freund Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich traure nicht; was fann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir vergeß ich meine Leiden, denn o wie viele hohe Freuden genieß ich nicht, vereint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wie könnt ich jemals muthloe werden? Du, du bist überall mit mir! 7. Würdig dir zu leben, dieß sei mein Bestreben, sei mir heilge Pflicht! Was die Welt erfreuet und sie oft gereuet, das genügt mir nicht. Hab ich dich: wie gern will ich das, wonach die Eiteln trachten, reich in dir, nicht achten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde in der Ewigkeit? Sind nicht hobe Würden oft nur schwere Bürden, Traum und Eitel feit? Du erfreust nur stets den Geist und du willst, die bich verehren, ewig wie der ehren. 9. Deinen hohen Frieden ichmed ich schon bienieden; und was hoff ich dort? Un begränzte Beiten voller Seligkeiten hoff ich auf dein Wort! Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getren im Glauben, wer fann sie mir rauben? 10. Boll von deiner Güte, jauchzet mein Gemüthe, Herr, mein Heiland, dir! Diefer Geist der Freuden stärke mich in Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und frob einst durchs Thal des Todes bringen, bort dein Lob zu singen! 2. Hab ich, Erlöser, dich zum Freunde: was fehlt mir dann? Du forgft für mich. Hätt ich auch eine Welt voll Feinde: ich bin getroft; ich trau auf dich. Auch wenn die Sünden mich verklagen, darf ich nicht boff nungslos verzagen: ich weiß, was du für mich gethan. Trät Alles wider mich zusammen: ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall ich zwar auf rauhen Wegen: doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Segen; aus dunkler Nacht strahlt mir dein Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe; ich, der ich dich zum Freunde babe, fann über Tod und Grab mich freun; denn sfirsim Allgemeinen. unis 235 denn ich gehöre zu den Dei- warne meine Seele, daß fie nen. Bald wird nicht mehr nicht ihr Ziel verfehle! mein Auge weinen, bald Denn ein wahrer Christ werd ich völlig rubig sein. sucht, was ewig ist. 4. Gelobt seist du, o Freund 5. Wecke mich stets auf, der Seelen! In deiner Huld meinen Vilgerlauf nur nach wie wohl ist mir! Was kann, deinem Wort zu enden; leite da du mich liebst, mir feh- mich mit treuen Händen auf len? 3h finde jedes Heil. der Tugendbahn; leit mich bei dir. In noch so drücken den Beschwerden hab ich den Himmel schon auf Erden; denn du bist durch den Glauben mein. Ich darf, ich will nicht ängstlich flagen: wer tann, wo Jesus ist, verzagen? Mein Freund ist mein und ich bin sein! forligne je doit sed Met. Seelenbräutigam 320 Dir ergeb ich mich, Jesu, der du dich auch zu meinem Heil und Leben in den Tod bast hingegeben! Ewig will ich dein, mein Erlöser, sein! 2. Laß mich dir zum Rubm, als dein Eigenthum, recht und nach Gewissen handeln, meinen Weg dann freudig wandeln! Hilf mir fündenrein hier auf Erden sein! himmelan. 6. Stärke mich und gib mir des Geistes Trieb; laß mich wachen und mit Beten findlich vor den Vater treten: so erlischt das Licht meines Glaubens nicht. 7. Ohne Prüfung ist hier tein wahrer Christ. Willst du mich ins Leiden führen, laß mich dich nur nicht ver lieren! In der Trübsal Nacht nimm mich, Herr, in Acht! 3. Nach dir bilde mich, Jesu, daß auch ich gegen Feinde Sanftmuth übe, alle ohne Ausnahm liebe! Haß und Rachbegier bleibe fern von mir! ud 4. Neiget sich mein Sinn zu dem Irdschen hin, o dann 8. Einen Heldenmuth, ber auch Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste basse, gib zu deiner Ehr mir je mehr und mehr! 9. Jesu, bilf, daß ich Alles hier, was mich von dir locket, überwinde und durch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Christ treu und standhaft ist! 10. Wirds von hinnen gebn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zu deinem 236 Gesinnung und Verhalten des Christen nem Himmel leiten, daß ich da mich dein ewig möge freun! AS Mel. Gott im Himmel und auf 321 esum ewig zu verehren, ist mir süße, beilge Pflicht; feine weisheitsvollen Lehren geben meinem Geiste Licht, und zu jedem guten Werke gibt sein Beispiel Kraft und Stärke. STRIC 2. Sollt ich den nicht dankbar preisen, der das Heil der Menschheit ist? Nennt den Edeln, nennt den Weisen, welcher so, wie Jesus Christ, reine Tugend, die er lehrte, durch ein göttlich Leben ehrte; 3. Der mit liebevollem Herzen hohen, festen Muth verband; der selbst bei des Todes Schmerzen Mitleid gegen die empfand, die mit Graufamkeit ihm fluchten, seine Qual zu mehren suchten; 4. Den kein Sturm des Schicksals beugte, der ge recht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hingegeben! 5. O ich weil an deinem Bilde gern, erhabner Menschenfreund, wo mit so viel fanster Milde hobe Würde sich vereint; und zu jedem 111911 guten Werke find ich Antrieb hier und Stärke. 6. Durch mein Leben dich zu preisen, sei mir hohe, heilge Pflicht; dich, den Liebevollen, Weisen, dich, der Menschheit Heil und Licht! Aehnlich, Jesu, dir zu werden, sei mein höchstes Ziel auf Erden! 190 bided med In eigener Melodie. Commo 322 ins ist Noth, und, Herr, dieß Eine ist, was alles Heil umfaßt. Alles Andre, wie's auch scheine, ist nur Tand und schwere Last, worunter das Herz sich oft ängstigt und quälet und immer der Ruhe, der wahren, verfehlet. Es wohnet tein Friede im Reich der Natur; die Sinnlichkeit täuschet den Suchenden nur. 2. Dich erwählen ist das Eine. Welches Theil! D gib, daß ich ewig mich mit dir vereine, nichts so innig lieb, als dich! Es mögen die Klugen der Welt dich verachten; ich will dein Verdienst, Herr, mit Ehrfurcht betrachten. Wer war je die Zierde der Menschheit wie du? Wer brachte mehr Licht ihr, mehr Segen und Ruh? 3. 3n dir ist der Weisheit Fülle. Du nur zeigst, was mich beglückt. Durch dein Wort nur wird mein Wille nothing im Allgemeinen. gnis 237 Wille niebrer Erdenlust ent- Erden, entsündigt, geheiligt, rückt. Gern will ich mich sammeln, die heiligen Lehren der himmlischen Weisheit mit Andacht zu hören, um fern in den Rathschluß der Gottheit zu sehn und freu- lning dig die Wege der Tugend zu gehn. s dir ähnlich zu werden und treu dir zu bleiben im Le ben und Tod! Dieß, Herr, ist das Eine; dieß Eine ist Noth. usi Au sid; usgspins. PIO$ 1100 In eigener Melodie. 4. Mit Vergebung mei- 323 Daß ich der Tuner Sünden, Herr, begnadigst du mich danit; läsfest mich den Frieden finden, den die Welt nicht geben fann. Was kann mir dann feblen, was jemals mir schbaden? Ich bin ja beim Vater, dem Höchsten, in Gnaden. Fallt, Welten! Ich schwebe verherrlicht empor; ein Himmel ersetzt mir, was hier ich verlor. gend ererklimme, wo unten tief die Erde liegt, wo Glaube der Verführung Stimme und jedes Hinderniß besiegt, wo in des Himmels reinem Scheine dieß Eine Ziel nur glänzend steht;-ach, Gott, erhöre mein Gebet! nur darum bet ich, flebe, weine. 12. Es stieg voran die steilen Stufen der Menschenjohn mit Kraft und Muth. Er hört im Jordan sich gerufen und nimmt den Ruf mit aus der Fluth und geht, daß er zur That sich rüste, die außer ihm fein Mensch begreift, die nur in seiner Seele reift, zum stillen Denken in die Wüste. 3. Da steht er an dem Scheidewege; vor ihm die schauberhafte Wahl: hier aller Leiden Donnerschläge auf seinem Weg zum blutgen Pfahl. Gott, was nur Menschen reizt, verlaffen? selbst ihre Liebe? Müh und Noth und Angst und Schmach, zuletzt den Tob mit 5. Jesu, du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht. Das ich dich zum Vorbild wähle, hast du treu dein Werk vollbracht. In dir ging die Tugend hier fichtbar durchs Leben; wie follt ich nach dir mich zu bilden nicht fireben! Dir ähnlich zu werden, welch hoher Beruf! dann bin ich des Bild erst, der dazu mich schufarla bi 6. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, du mein Alles sein. Siehe, daß ichs redlich meine! Ewig, ewig bin ich dein! So segne mit Kraft mich, stets weiser auf diose - 238 Gesinnung und Verhalten des Christen mit seiner schärfsten Qual umfasſen? ind id 4. Dort liegt der Erde reicher Segen; dort hängt der Erde schöner Krang: Bewunderung jauchzet mir entgegen; die Ruhe winkt, des Goldes Glanz. Ich sehe von des Berges Spitze die schönsten Reiche ausgedehnt: Auf, folge! und Judäa krönt dich Iniend vor dem Königssite. auttasil 15. Nein, Gott gebeut! Weicht, Erbenfreuden! Fort, Satan, hebe dich von mir! Ich tret in dieſe Nacht der Leiden und hange, Vater, nur an dir. Selbst in des Sturms ergrimmten Flu then umschlingt dein Ärm allmächtig mich. Ich fühle dich, ich füble dich, wenn alle meine Adern bluten. 6. Entschlossen nun, mit innerm Frieden, wirft er sich ins Gedräng der Welt; er kämpfet, otne zu ermüden, und überwindet als ein Held und hält sein Werk nicht für geendet, bis er, nah an der Todesnacht, zum lautenSiegesruf: Vollbracht! den letzten Athemzug verwendet. nadie lls hid mug psell In eigener Melodie. on 324 resu, meine Freudel bester Trost im Leide! meines Herzens Theil! Deine Mittlertreue macht, daß ich mich freue deiner, Herr, mein Heil! Hab ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht glücklich werden. bl 2. Unter deinem Schirme können teine Stürme mir erschrecklich sein. Laß auch Felsen splittern; laß den Erdkreis zittern und den Einsturz dräun! Was ists mehr? Rings um mich her mag es stürmen, donnern, blizen! Er, er wird mich schützen. alomsi Boormeldi 3. Wenn der Sünde Schrecken Angst in mir er wecken, Jesus stillet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfaben, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltges richt; freudig, daß ich Jesum sebe, blick ich auf zur Höhe. 4. Wer ist, der den Glauben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bei der Feinde Toben stimm ich, Gott zu loben, Freuden lieder an. Ich vertrau auf Gottes Macht; er wird, wenn mich Feinde baffen, niemals mich verlassen.ch 5. Lockt nur, Gold und Schätze! Ehre sei der Göte der betrognen Welt! Mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält.in Elend, Noth nisim Allgemeinen. po 239 nem heiligen Befehle gehors sam bis zum Kreuzestod. Du suchtest nur des Vaters Ehre im Tempel war sie deine Lehre- und was dem Heiligstengefällt. Den Schöpfer aller Creaturen verfündigtest du auf den Fluren als Bater, der die Welt erhält. mutton 3. Wie eifrig warst du, seinen Willen als Bürger und als Unterthan, als 7. Weichet, Sorg und Sohn, als Bruder zu erBagen! Schweiget, bange füllen, auf deiner ganzen Klagen Jesus ist ja mein. Lebensbahn! Als Freund, Jeden, der ihn liebet, muß, wie zärtlich gegen Freunde! was erst betrübet, noch zu Verfolgt, wie duidend geletzt erfreun. Hab ich hie gen Feinde! Für Aller Wohl selbst Noth und Müh: Jesu, schlug deine Brust. Die auch im bängsten Leide bleibst Menschen trösten und erdu meine Freude. quicken, erfreuen, beilen und beglücken war dein Geschäft, war deine Lust. Noth und Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6. Weich, verbotne Liebe! Weicht, der Wollust Triebe! Thoren lockt nur ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nimmer willig finden; fliebet fern von mir! Uleppigteit, Geiz, Schmähsucht, Neid, ihr beschweret das Gewissen; euch will ich nicht wissen. M ift o Freund uf 325 Nui bich, Erlöfer, stets zu seben, so wie du warst, gefinnt zu sein, der Tugend Weg dir nachzugehen, der Brüder Glück sich ganz zu weihn, hast du den Deinen, die dich lieben, als Pflicht aus Liebe vorgeschrieben; wie bringend ist sie, Herr, wie süß! Wenn jeder Mensch nach deinem Bilde so eifrig seine Pflicht erfüllte, die Erde wär ein Paradies... 2. Entflammt war deine ganze Seele von reinster Liebe gegen Gott, war seibomb 4. Tief rührte dich die Noth der Sünder! Wie sorgfam gingst du ihnen nach! Wie viele wurden Gottes Kinder, wenn rührend deine Liebe sprach! Du kämpftest, Wahrheit zu verbreiten und Alle zu dem Heil zu leiten, das nicht mit Welt und Zeit vergebt. Entzogst du matt dich dem Getümmel, da war die Einsamkeit bein Himmel, dein Geist beim Vater im Gebet. 5. Du warst demüthig und bescheiden, ein Freund erlaubter Heiterkeit; bewies feft 240 Gesinnung und Verhalten des Christen feft bei den schwersten Lei den Geduld, Muth und Gelaffenheit; vergabst, von Liebe tief durchdrungen, die härtesten Beleidigungen, im Leben und dem Tode nah; und starbst so rührend und erbauend, so freudig, standhaft, Gott vertrauend, so göttlich groß auf Golgatha! 6. Wie du, gesinnt zu sein, zu handeln, ist deiner Schüler größte Pflicht; der muß nach deinem Vorbild wandeln, der von Verehrung Christi spricht. Dann wird zum Fleiß in guten Werken uns göttlich der Gedanke stärken, daß wir des Vaters Willen thun, und daß sein beilig Wohlgefallen, sein Geist und Segen auf uns allen hier und im Himmel lohnend ruhn. Mel. Gott, der bu die Menschen ßen 326 Welterlöfer, dich zu lieben, bis das Aug im Tode bricht, mit des Herzens reinsten Trieben, ist uns theure, heilge Pflicht. Von der Liebe Gluth durchdrungen, famst du, wardst uns Menschen gleich, gründeteft ein neues Reich, hast uns Ruh und Heil errungen. Froher Herzen Breisgesang sagt nun deiner Liebe Dank. bin; Heiligkeit war beine Zierde, Menschenrettung dein Gewinn. Willig trugst du deine Bürde, tratest sanft und still hervor, hobst die Welt zu Gott empor, daß sie ewig selig würde. Niebrigkeit war, Herr, dein Loos und doch dein Verdienst so groß! 3. Mächtig felbst im tief sten Staube, schufest du der Seelen Glück. Zweifelsucht und Aberglaube schwanden in die Nacht zurück. Hin zum Heiligthum der Wahrheit führtest du der Deinen Schaar, und wer bir nur folgsam war, sah sein Heil in voller Klarheit. O wer bebt vor Freude nicht? Uns, auch uns umglänzt dein Licht. 4. Nun entfliehen Furcht und Schrecken vor dem gro Weltenherrn. Nichts kann Sorg in uns erweden; er ist nimmer von uns fern. Seine Liebe, nichts als Liebe predigt uns die schöne Welt, die er täglich noch erhält, daß sie uns im Lieben übe. Menschenfreund, feit du er schienst, ist die Liebe Gottes dienst. 5. Selbst der Sünder darf nicht beben, eilt er nur zu dir zurück. Deine Stimme: du sollst leben! heitert ſei nen Thränenblick. Ach, du blutetest am Kreuze, trugeſt Schmach 2. Keine lockende Begier de drängte dich zum Eiteln B C t n n s 11 T El = f $ im Allgemeinen. 241 Schmach und Angst und Sanftmuth, Freundlichkeit Noth; starbft für ihn, da- und reger Mitleidstriebe; mit dein Tod ihn zum from- felbst deinen Feinden wandmen Leben reize! Folgt er test du großmüthig Hülf und dir: o welche Huld! aus- Wohltbat zu. getilgt ist seine Schuld. 4. Dein Beispiel lehrt, 6. Dank sei dir von allen Frommen, Breis und Dant sei dir geweiht! Ja, durch dich ist Heil gekommen in das Land der Sterblichkeit. Wer dir folgt durchs Erdenleben, athmet bier schon Himmelslust; Friede wohnt in seiner Brust; einst wird Gott die Kron ihm geben. Wie verklärt des Todes Thal, Herr, ihm deines Lichtes Strahl! was schädlich ist, mit weiser Vorsicht flieben; es lebret mich, mein Herz der Lift und Heuchelei entziehen. D wohl mir, wenn mit frommem Sinn ich dir, mein Heiland, ähnlich bin! Mel. Auf, Christenmensch. 327 Mir nach, spricht Christus, un ser Held, folgt meinem Verbild, Christen! Verläugnet euch, besiegt die Welt mit ihren schnöden Lüsten; gebt ihren Reizungen nicht nach, erduldet lieber Ungemach! 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchtet mir zu einem heilgen Leben! Wem sollt ich auch, wem sonst, als dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl, zeigst mir, wie ich ihn wandeln soll. 5. Du gingst als Führer einst voran. stehst mir auch noch zur Seite; du kämpftest selbst und brachst die Bahn. stärkst nun auch mich zum Streite. Wie könnt ich benn noch zaghaft sein und mich dir nachzufolgen scheun! 6. Wer hier sein Glück zu finden meint, wirds ohne dich) verlieren; wers bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn verehrt und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und froh nachgehen, will wohlgemuth, getroft und gern der Tugend Kampf bestehen; denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. 3. Dein Herz, voll GottMel. Es wolle uns Gott ergebenheit, war auch voll 328 s preise Gott, wer Jesum L Christ 242 Gesinnung und Verhalten des Christen Christ als seinen Heiland fennet. wer seiner Kirche Mitglied ist und seinen Herrn ihn nennet! Sein höchstes Ziel bienieden sei, daß er nach seiner Lehre, entfernt von aller Heuchelei, aufrichtig ihn verehre als echter Christusjünger! 2. Der echte Jünger Jesu hält stets fest an seinem Glauben. Er läßt durch allen Hohn der Welt sich nie dieß Kleinod rauben. Denn dieser Glaube gibt ihm Kraft und Muth zum edlen Streben, vor seinem Schöpfer tugendhaft und findlich froh zu leben, zu dulden und zu sterben. 3. Der echte Jünger Jesu lernt, von Gottes Geift getrieben und von des Lasters Pfad entfernt, ftets herzlicher ihn lieben. Er weiß, was Jesus that und litt, die Sünder zu beglücken. Er zählt dazu sich selber mit und rühmt es mit Entzücken; auch mich hat er geliebet! 4. Der echte Jünger Jesu weiht dem Heiligungsges schäfte die Tage seiner Le benszeit und alle seine Kräfte. Er glaubt und liebt: wie sollt er nicht der Lüfte Reiz verschmähen und unverrückt ben Weg der Pflicht wie Jesus Christus gehen, um ähnlich ihm zu werden? 5. Der echte Jünger Jesu liebt die Menschen edelmü thig; er tröstet, beffert, hilft und gibt, ist gegen Feinde gütig, und liebreich eilt er Jedermann, der sein bedarf, entgegen. Er stiftet Gutes, wo er fann, und lebt ber Welt zum Segen, wie Je sus ihm gebietet. 6. Der echte Jünger Jesu trägt getroft des Lebens Bürde. Auch Noth, die Gott ihm auferlegt, erhöhet seine Würde. Er bleibet selbst im herben Schmerz noch muthvoll und gedul dig; des Gottes tröstet sid sein Herz, vor dem er hier unschuldig zur Ehre Jesu wandelt. 7. Der echte Jünger Jesu stegt auch über Todesschreb fen; denn seinen Geist, der aufwärts fliegt, wird Gra besstaub nicht decken. Er kennet den, der für ihn starb und ihm durch Todes leiden das Himmels Seligfeit erwarb; drum jauchzt er im Verscheiden: ich weiß, an wen ich glaube! 8. Gib, Jefu, daß der Deinen Schaar sich stets auf Erden mehre, und daß auch ich dich immerdar im Glauben recht verehre! Nimm nach vollbrachtem Bilgerlauf zu jenen Selig feiten den Geist, der dich verehret, auf! Ihm Wohnung zu B affida im Allgemeinen. und 243 O hilf, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu! zu bereiten, bist du vorangegangen. Mel. Auf, Christenmensch! Vaters Mel. Schwing dich auf zu 329 Dubenbild, ihm 330 Sollt ich jetzt noch, gleich an Menschenliebe, du warst, o Jesu, ganz erfüllt mit gottgeweihtem Triebe! Er war dein Ziel, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm Ein Sinn, Ein Herz; sein Wille war dein Wille; du ehrteſt auch im größten Schmerz ibn mit zufriedner Stille. Selbst auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. da mir deine Güt erschienen, dich verlaffen. Gottes Sohn, und der Sünde dienen? mit den Lüften dieser Zeit wieder mich beflecken und nicht mehr die Freudigkeit deiner Liebe schmecken? 3: Du suchtest Nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen und unterwarfst dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, Bollender seines Raths zu sein. 4. Zum Kreuze gingst du ruhig hin, uns Ruhe zu erwerben; bereit, mit gött lich großem Sinn zum Heil der Welt zu sterben, warst bu zur tiefsten Schmach gefaßt und trugft der schwersten Leiden Last. 5. Herr, lebre mich, bein Eigenthum, nach deiner Tugend streben! Dir gleich gefinnt sein, sei mein Ruhm und Wonne, so zu leben! 2. Hab ich doch allein bei bir meine Ruh gefunden; Mittler, heiltest du doch mir liebreich meine Wunden; und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, haffen und mein Recht an deinem Tod wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib ein Chrift, folge deinen Lehren, lasse weder Macht, noch List meinen Glauben stören. Fielen tausend ab, nicht ich; mags die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertraun auf dich mir doch gönnen müſsen. 4. Beigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, den Bedrängten Trost und Ruh, Sündern Gottes Frieden? Gibt sie mir die Zuversicht, daß ich, trotz dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wann 22 vor 244 Gesinnung und Verhalten des Christen vor Gott einst die Völker du vergabft mit edlem Her stehen und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen; wann der Sichre nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der hier schmäht, glaubt und nicht mehr lachet? zen deinen Feinden ihre Schuld; hörtest der Verlaß nen Flehn, eiltest ihnen beizustehn; fanntest feine bö hern Freuden, als die Lindrung ihrer Leiden. 3. Ich auch will in Noth und Schmerzen standhaft und geduldig sein: will mit liebevollem Herzen meinen Feinden gern verzeihn. Nie soll mir des Elends Flehn unerhört vorübergebn; fest und innig will ich stre ben, deinem Beispiel nach zuleben. 4. Du, den ich zum Vorbild wähle, hebest meine Seel empor. Wenn ich wanke, wenn ich feble, schwe be mir dein Beiſpiel vor! Dir geheiligt sei mein Geift! Wann er sich dem Staub entreißt: tann, o dann werd ich im Sterben Freud und Wonn auf ewig er ben. 6. O wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße: da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde. 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, noch Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Welt und Sünd und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! Mel. Freu dich sehr, o meine S. 331 Göttlicher, dich zu erheben und mit frommer Zuversicht beiner Tugend nachzustreben, ist dein Ruf und meine Pflicht! Sieb ein Beispiel laß ich dir, sprichst du: komm und folge mir! O welch Beispiel sonder Gleichen! Streb, o Geist, es zu erreichen. 2. Armuth, Haß, Verfolgung, Schmerzen trugst du still und mit Geduld; Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 332 anft, o Chrift, ist Jesu Joch: und was kann bei ihm uns fehlen? O wie selig find wir doch durch den Retter unsrer Seelen! Welche Wenn und Herrlichkeit wartet unser nach der Zeit! 2. Freue deines Glau bens dich, deines Gottes, fei im Allgemeinen. pmste 245 te nie, fleb um Rettung auch für sie! 8. Sei getreu bis in den Tod; denn du glaubeft nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Wonne jenes Lebens. Und auf einen furzen Streit frönt dich seine Herrlichkeit. seines Sohnes! Deine Seele rühme sich ihrer Hoffnung, seines Lohnes, voller Muth und unverstellt freudig vor der ganzen Welt! 3. Hat gleich sein Bekenntniß hier seine Leiden und Beschwerden; dennoch sei ihm treu: denn dir sollen ewge Freuden werden. Was ist gegen solch ein Glück diejes Lebens Augenblick? 4. Schäme seines Worts dich nie vor den Frevlern, vor den Spöttern, wenn sie ihn verschmähn, wenn sie sich und ihren Witz vergöttern! Was vermag der Läftrer Spott wider Jesum, wider Gott! 5. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und deinen Glauben! Gottes Beis fall, Gottes Reich kann doch keine Macht dir rauben. Halte dich an den nur fest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat nicht dein Herr für dein ewges Heil gestritten! Jene Schaar der Märtyrer, was hat die für ihn gelitten? Sc, mach und Marter, selbst den Tod litten sie getroft für Gott. mu 7. Und der Spötter Witz und Sohn könnte je dein Herz verführen, deinen Antheil an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein, o Christ, nein, wanMel. Auf, Christenmensch! 333 Welch hohes Beispiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? nicht gehn den Weg, den du betratst, nicht freudig thun, was du, Herr, thatst? 2. Dein Herz, von Sünde nie entweiht, war rein wie deine Lebre; dein ganzer Wandel Heiligkeit; dein Endzweck Gottes Chre: hier Leitung zur Vollkommenbeit und dort der Menschen Seligkeit. 3. Drum führtest du zur Tugend an und, standhaft ihr ergeben, gingst du uns selbst den Weg voran, mit Muth uns zu beleben; und ob du littest ohne Schuld, ertrugst du Alles mit Geduld. 4. Der Kummervollen Trost zu sein; zu wehren jedem Leide, nur wohlzuthun, nur zu erfreun war deine Sorg und Freude; L3 und 246 Gesinnung und Verhalten des Christen und jede Thräne, jeder Schmerz drang in bein lie bevolles Herz. 5. Du trugst mit Sanft muth und mit Huld die Schwachbeit deiner Freunde; mit Sündern battest du Geduld und batst für deine Feinde. Du warst gehorsam bis zum Tod und ehrtest selbst im Tode Gott. 6. Dieß große Beispiel hast du mir zum Vorbild hinterlassen, daß ich gefinnet sei gleich mir in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm mein Joch auf dich, komm, folge mir und sich auf mich! 3. Erfüllet von der Tu gend Sorgen, denkt er und denkt mit Lust daran, wie er hier sichtbar, dort verborgen ein gutes Werk voll enden kann, und nützet je den Augenblick für Tugend und für Brüderglück. 4. Ihn schrecken keine Hin dernisse, durch edle Thaten stärkt er sich, und seine hei ligen Entschlüsse sind fest und unerschütterlich. Wie fehr er auch zu kämpfen bat, reift jeder Vorsatz doch zur That. 5. Er widerseßt mit fe stem Muthe dem Unrecht sich, gestärkt durch Gott. Träf ihn im Kampfe für das Gute der Welt Verfolgung oder Spott, so bleibt ihm doch der Preis Met. Wer nur den lieben Gott 334 Beglückt, beglückt im Streit. Er kämpft, weil die gebeut. ist, wer auf es den mit allen seinen Kräften strebt, an edeln Thaten reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, stets vorwärts bringt und nie vergißt, daß seine Seel unsterblich ist. 7. Ich komme, Herr! Gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei und nicht mich nur den deinen nenne, da mit ich, deinem Vorbild treu, auch Andern gutes Beispiel fei! und Pflicht ist, schnell zu thun, spricht nicht( so spre chen nur die Trägen): noch will ich schlummern, will noch ruhn. Er fäet früh und nützt die Zeit zur Aussaat für die Ewigkeit. 2. Er forschet nach der Tugend Wegen, was gut 6. So laßt auch uns als Christen bandeln, aus reiner Achtung für die Pflicht laßt uns die Bahn der Tu gend wandeln: da strablet immer helles Licht, und unser Loos in Ewigkeit ist reiner Tugend Selig teit! Mel. U e. td 1₁ en i = ft ie t, tt I Raub, wall ich noch hier auf Erden: doch nur mein Leib wird wieder Staub: ich soll unsterblich werden. Und dann, dann ist mein bewges Theil, o Gott, Ver ie werfung oder Heil. rs 2. Mit Ernst und Eifer soll der Christ nach seinem Heile ringen: gern lassen, was auf Erden ist; hinauf zu Gott sich schwingen; getroft den Pfad der Trübsal gehn und standhaft in Versuchung stehn. Mel. O Gott, du frommer Gott 3. Noch weiß ich, daß ich 336 Du fagft; ich bin ein laufen muß: noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Biele: doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser kurzen Bilgerschaft! 2 ht t. r ₂ 70 il is St 1³ et d it 1. asim Allgemeinen. Mel. Auf, Chriftenmensch! 335 Balb ald oder spät des Todes at 247 6. Nie soll des Zweifels Dunkelheit mir diesen hohen Glauben, dieß Vorgefühl der Seligkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth, und was versüßt mir einst den Tod? 4. Solang ich noch ein Frembling hier in diesem Leibe walle, schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan! 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schutz zu baun und dir, Alliebender, zu traun! 7. Du, der mir dieses Heil erwarb, laß, Jeju, michs ererben; du, der für seine Menschen starb, laß, Jesu, bir mich sterben! Gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sei! Wohl dir, wenn Herz und Leben dir dessen, was du fagst, Beweis und Zeugniß geben! Wo ist ein höh rer Ruhm? Welch Glück fann größer sein, als Gottes Wege gehn und seiner Huld sich freun? 2. Du sagst: ich bin ein Chrift! Der ists, der Christum fennet, nicht mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet, nein, gern und willig thut, was auch sein Herr gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 3. Du fagft: ich bin ein Christ! Mit Ernst das Böse hassen, den Lüsten widerstehn, gewohnte Sünden lassen, 24 dieß 248 Gesinnung und Verhalten des Christen dieß ist des Herrn Befehl; dieß seiner Lehre Sinn; kein todter Glaube führt zur ewgen Wohlfahrt hin. 4. Du sagst: ich bin ein Christ, getauft zu Gottes Erben, sein Kind und Freund zu sein und selig einst zu sterben! Du bists; doch prüfe dich, erfüllest du auch gern, treu deiner Christenpflicht, den Bund mit deinem Herrn? 5. Haft du nicht diesen Bund schon längst und oft gebrochen? Du hast, als Gottes Kind, Gehorsam ihm versprochen; hast du mit Treue denn dem Guten nachgestrebt? Hat nicht die Sünde noch sehr oft in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Christ! Betrachte, les und höre, vom Irrthum unverführt, des Heilands reine Lehre! Wohl dir! Doch thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur selig ist, wers thut, nicht, wers blos lieft und hört. 7. Du sagst: ich bin ein Christ! Mit Gott mich zu verbinden, nehm ich oft Jesu Mahl; mich reuen meine Sünden. Doch zeiget sich bei dir in deinen Werken auch rechtschaffne Besserung nach dieses Mahls Gebrauch? 8. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt sind in reiner Kindesliebe, wenn du, wie Christus war, ein Freund der Menschen bist, gerecht und wahr und mild, dann sag: ich bin ein Christ! 9. Wenn, Gutes auszuftreun, die Unschuld zu be schützen und selbst dem Feind, so viel du immer kannst, zu nüßen, ohn Eigennut und Stolz, dein Herz stets willig ist, auch wenns Berläugnung gilt; dann sag: ich bin ein Chrift! 10. Denn wenn noch Leis denschaft dir dein Gemüth regieret, wenn Wollust, Eitelkeit und Schmähsucht dich verführet, wenn Geiz und Haß und Neid noch über dich gebeut, so tennest du noch nicht die wahre Heiligkeit. 11. Sprich nicht: ich bin ein Christ! bis daß dir Herz und Leben von diesem Ruhme erst ein sichres Zeugniß geben. Der Nam ist nicht genug. Ein Christ muß ohne Schein das, was er heißen will, in seinem Wandel sein. 12. Ach, Gott, gib mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Christ zu sein und nicht blos so zu heißen! Denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, betrügt sich und gelangt nicht in dein Himmelreich. Mel. im Allgemeinen. TIST Mel. Wer nur den lieben Gott 337 Gott, bir gefällt wiß! fein gottlos Wesen; wer böf ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen und schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefledt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inni249 deiner Gnad und Huld ge5. Doch wenn ich je aus Schwachheit feble, mein Vater, dann verwirf mich nicht! Verbirg nicht der bedrängten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht und mache in Bekümmerniß mich 6. Erquide mich mit deinen Freuden; schaff ein getrostes Herz in mir und stärke mich in allen Leiden: so halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. Mel. Freu dich sehr, o meine S. ger Beschämung ſehn; durch 338 Gott, ich will mich ernstlich prüChristum vor dir Gnade finden und standhaft deine Wege gehn! Ich will forthin die Sünde scheun und deinem Dienst mein Leben weihn. 2. Du kennst und lenkest die Gedanken! Gib meinem Vorsatz Festigkeit; und will mein schwaches Herz je manfen, so bilf der Unentschlos fenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit findlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sei; so sieg ich über Fleisch und Welt und thue, was dir wohlgefällt. fen, ob ich redlich bin vor dir! Du kennst meines Herzens Tiefen; ach, entdecke fie auch mir! Laß mich sehen, ob ich treu dir in meinem Wandel sei; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe! 2. Eitelkeit und Eigenliebe sind die Gößen dieser Welt: aber nie sind sie die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reiner Seele liebt, Richter, dem gibst du die Krone der Gerechten nicht zum Lohne. 3. Die um deiner Liebe willen wandeln, wie dein Wort gebeut, diese, diese nur erfüllen das Gesetz der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an; deine Liebe soll uns dringen, gute Werke zu vollbringen. L 5 4. Wie 250 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Wie ein leichter Nebel schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch trennen Lieblingssünden mich, o Heiligster, von dir! Deine Liebe trieb mich nicht zur ErfülLung meiner Pflicht; ich vergaß, an dich zu denten, ließ von Eigennut mich lenken. 5. Dit gehorcht ich bei 339 Hebet und laß Mel. O Gott, du frommer Gott err, höre mein Oft nem Rechte nur, daß meine Folgsamkeit mir bei Merkschen Ehre brächte und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erhob, o wie süß war mir dieß Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, deinen Rechten treu zu bleiben. es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite. Herr, den Schwachen, der dir fleht; verwirf die Bitte nicht, die mir von Herzen geht! 6. Ad, wie könnt ich dich vergessen, wie so undantbar dir sein, deine Liebe nicht ermessen, deines Beifalls nicht mich freun! Meinen Lohn hab ich dahin; eitler Ruhm ward mein Gewinn; aber ihn sollt ich verachten, nur nach deinem Beifall trachten. 7. Gott, der jedes Herz voll Reue gern mit seinem Trost erfreut, sei mir gnädig und verzeihe die unlautre Frömmigkeit! Mache reiner meinen Sinn; lent ihn zu dem Einen hin, dich zu lieben und vor allem dir, o Höchster, zu gefallen! Stärfe, ganz der Tugend mich zu weihn! Ich bin, Gott, dein Eigenthum: dieß sei mir der höchste Ruhm! Was ist mir das Lob der Erde, wenn ich deiner würdig werde! 8. Laß, Herr, alle meine Werke Früchte deiner Liebe fein; gib mir täglich neue 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, sagt dein Wort, soll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit, in gus ten Werken sein; dir soll ich, Herr, mein Gott, mein ganzes Leben weihn! 3. Dieß will ich, und doch macht die Schwäche meiner Seele und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch fehle. Ich seh der Tugend Glück; ich wünsche gut zu sein; und immer hab ich doch so viel noch zu bereun. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott; o fieh es mit Erbarmen und reiche deine Hand voll Vaterhuld mir Armen! Gib meinem Geiste Licht: gib meinem Vorfaß Kraft, so kämpf ich glücklicher 251 wann du ewig lohnft für jebe gute That, frohlocken, daß mein Herz sich dir geheiligt hat. si stim Allgemeinen. licher mit Welt und Leidenschaft. 5. Eröffne den Verstand, stets heller einzusehen, daß Sünd uns elend macht; daß wahres Wohlergehen und Mel. Herr, ich habe mißgehandelt innrer Friede nur aus rei= 340 Herr, wie lange nem daß du mit deiner Huld der Freuden Quelle bist. 6. Laß in Versuchung mich nicht zaghaft unterliegen; ermuntre mich zum Muth und hilf dem Schwachen fiegen. Mein Auge laß al lein auf deine Weisheit schaun, mein Herz dir folgsam sein und dann dir froh vertraun. 7. Ich bin ein Bilger hier, umringt von vielen Sündern; ihr Beispiel fönn te leicht der Tugend Eifer mindern. Wenn der Verführung Gift, des Leicht finns frecher Spott dem Geist gefährlich wird, dann steh mir bei, mein Gott! 8. Bewahre mein Gemüth, daß mich bis an mein Ende die falsche Fröhlichkeit der Sünder nie verblende! Der Thoren Jauchzen wird bald lange Reu und Bein; las diesen Wechsel mir doch ja vor Augen sein! gen, eh ich auf der steilen Bahn deines Rechts zum Himmel dringen und vom Kampfe ruben fann? Werd ich meinen Hang zu Sünden endlich völlig überwinden? 2. Ach, wenn mich die Lust der Erde, oder fühner Sünder Spott reizet, daß ich träger werde, wirst du mein vergessen, Gott? Wirft bu, mich zu unterstüßen, eilen, wirst du dann mich schützen? 3. Ach, ich zittre, Gott! wie lange soll ich tämpfen? Dieser Streit meiner Schwachheit macht mir bange bei so viel Gefährlichkeit, daß ich doch noch unterliege und mein Kleinod nicht ersiege. 4. Schaue her zu deinem Kinde; höre mich und steh mir bei! Herr, bewahre mich vor Sünde; mache mich getrost und treu, daß ich standhaft deine Wege wandeln und nicht straucheln möge. 5. Daß die Welt mich nicht verführe, daß fie mich 26 nicht 9. So werd ich, Herr, mein Gott, dir nicht umsonst vertrauen; einst, wenn ich treu dir war, der Freuden Fülle schauen und, 252 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht ungetreu mach und spottend triumphire, daß ich auch gefallen fei; daß sie sich nicht ihrer Siege rühme, weil ich unterliege! 6. Der du Kraft und Muth gewähreft, hilf des Schwachen Schwachheit auf! Ja, ich hoffe, daß du börest, und ich freue mich darauf. Rühmen will ichs und dir singen, daß du Stärke gibst zum Ringen. Mel. erzliebster Jesu! ch habe, Gott, 7. Vollend ich meines Le341 bis treu bens Prüfungsflunden und erfunden: wie schön verwandeln sich dann meine Leiden in ewge Freuden. vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben treu zu ergeben. 2. Erforsche mich, sieh, ob ichs redlich meine: gib, daß ich nicht blos, was ich sein soll, scheine, mit allen Kräften strebe, deinen Wiflen froh zu erfüllen! 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet und meinen Gang, wo mich kein Mensch sieht, leitet; wie ficher werd ich deine Wege wallen! Wie kann ich fallen? 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten; so mag die Welt, wie ihre gefällt, mich richten! Ehrt mich dein Beifall, so kann ich mit Freuden Verachtung leiden. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen; gerecht wirst du einst richten und belohnen, mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeicheleien, aufmerksam des Gewissens Stimme hören, dich thätig ehren! Mel. Wann mein Stündlein ch bin ein Chrift! Gott ist mein Freund! In dieser hohen Würde steh ich und fürchte feinen Feind, trag muthig meine Bürde. Heil mir! In meines Gottes Kraft beherrsch ich jede Leidenschaft im Dulden, wie im Handeln. 2. Mein Glaube steht und wantet nicht; start, fest ist er gegründet! Er stützt voll hober Zuversicht auf Jesum sich und findet bei ihm Kraft, Ruhe, Rath und Heil und nimmt an jedem Segen Theil, den er uns hat erworben. 3. Mich ni im Allgemeinen. gmns 253 Menschenliebe, die selbst den Schein des Eigennußes flieht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, auch wenn mein Thun tein sterblich Auge sieht; dann bin ich ähnlich dem, der einst die Welt aus Liebe schuf, aus Liebe noch erhält. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht dem kleinsten seiner Werfe fehlt; wenn ich den edeln 3wed betrachte, zu dem er stets die besten Mittel wählt, und selbst mit Weisheit handle, so wie er: dann werd ich meinem Vorbild ähnlicher. 3. Mich soll daher nicht Eitelkeit, nicht Bitterkeit der Leiden, auch nicht ein Schlaf der Sicherheit von Gottes Liebe scheiden. Wer Jesu glaubt und freudig thut, wie Jesus will, bat hohen Muth im Leben und im Sterben. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen jene Kronen, womit Gott in der Ewigkeit die Frommen will belohnen? Was ist die eitle Lust der Welt, wenn man das Glück dagegen hält, das Gott uns dort will schenken? 5. So soll denn selbst des Todes Macht mein Herz von Gott nicht scheis den! Er führt mich durch des Grabes Nacht zu jenem Licht der Freuden, wo, frei von allem Erdenleid, in seines Himmels Herrlichkeit ich ewig mit ihm lebe. Mel. Ach fieh ihn dulden 343 Dir immer ähnlicher zu wer den, du hohes Urbild der Vollkommenheit, das sei mein Ziel schon hier auf Erden, das bleib mein Biel, dem in der Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist entgegen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. 2. Wenn ich aus reiner 4. Wenn ich mit immer regem Triebe das Böse hasse, das mich elend macht und als mein Glück das Gute liebe, wie sinnenreizend auch das Laster lacht; und in Gefahr mein Herz sich nie vergißt: dann gleich ich dem, der rein und heilig ist. 5. Wenn ich, um Tugend auszubreiten, Verdiensten helfe, lohne Fleiß und Treu; wenn ich, zur Bessrung ihn zu leiten, den Frevler strafe, selbst das Unrecht scheu: dann gleich ich dem, der mit Gerechtigkeit belohnt und straft, so gern sein Herz verzeiht. 6. Wenn ich durch Täuschung nie betrüge, die Wahr27 heit 254 Gesinnung und Verhalten des Christen heit ehre, Feind der Falsch beit bin, mein Wort nie breche, niemals lüge, und bracht es mir auch einer Welt Gewinn; dann gleich ich dem, der es aufrichtig meint und stets es ist, dem großen Wahrheitsfreund. 7. Wenn ich mich Leidender erbarme mit brüderlichem, liebevollem Sinn; nicht stolz erst frage, ob der Arme es werth sei, daß ich sein Erretter bin; dann gleich ich dem, der ewig gütig ist und feines Men schen, feines Wurms vergißt. 8. So sei, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, mein höchstes Ziel schon hier auf Erden, mein Ziel, zu wel chem einst in Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist zu bringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm er hebt. Mel. Freu dich sehr, o meine S. 344 Kommt und laßt Dommt und laßt uns Christi Lehren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Gottes von ihm hören, bören, wen er selig preist! Die im Glauben feſt bestehn, freudig Gottes Wege gehn, den Erlöier frei bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, feiner Schwachheit nie vergißt, nie sich selbst voll Stolz erhebet, wenn er groß und glücklich ist! Gottes Huld wird ihn erfreun und das Himmelreich ist sein. Gott wird Heil und ewges Leben ihm zum Lohn der Tugend geben. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeihn und zum Guten Kraft verleihn; froh im Geist schon hier auf Erden, soll er dort ganz glücklich werden. 4. Selig ist, wer Sanftmuth übet, niemals seinem Feinde flucht; gern Beleidigern vergiebet, nie sich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt und sein eignes Herz bezwingt. Gott wird über ihn stets wachen und ihn reich an Segen machen. 5. Selig, die mit Ernst verlangen, beilig und ge recht zu sein; welche fest am Guten hangen, nicht blos an des Guten Schein; deren Herz nicht mehr be gehrt, als was ihre Tugend mehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, sie mit höhrer Kraft erfüllen. 6. Selig sind, die voll Erbarmen Keinem ihre Hülf ent 255 Seligkeiten bier und dort mich freuen kann! Gib, daß ich in Freud und Schmerz treu dir bleibe, daß mein Herz sich durch deines Geis stes Stärke stets befleiße guter Werke. im Allgemeinen. entziehn; bei dem Kranken, bei dem Armen nie des Elends Anblic fliehn; gern behülflich sind mit Rath und nach Kräften mit der That. Diese werden Hülf empfangen und Barmher zigkeit erlangen. 7. Selig sind, die ihrer Herzen reine Unschuld nie entweihn: züchtig, auch in ihren Scherzen, den Verdacht des Leichtsinns scheun. Die dem Reize böser Lust, regt er sich in ihrer Brust, dennoch standhaft widerstehen, werden Gottes Antlitz ſehen. 8. Selig, wer in Frieden lebet, wer stets Rub und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet und, wenn Feind schaft, Haß und Streit feiner Brüder Glück zerstört, fie die Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die des Guten wegen dulden Schmach und Haß und Bein! Ihrer wartet Heil und Segen, wenn fie hier den Kampf nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei und wird sie für ihre Treu einst mit Wonn und Siegestronen in der Ewigkeit belohnen. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten auf der Tugend fichrer Bahn, wo ich dieser In eigener Melodien 345 Laß mich, o Herr, in allen gen auf deinen Willen fehn und dir mich weihn; gib selbst das Wollen und Vollbringen und laß mein Herz dir ganz geheiligt ſein! Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist Alles, was ich hab und bin. 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärke und laß ihn in der Liebe thätig sein, daß man an seinen Früchten merke, er ſei kein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Pilgrimschaft und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft! 3. Laß mich, solang ich hier soll leben, in gut und bösen Tagen sein vergnügt und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten Alles weislich fügt; gib Furcht und Demuth, wenn du mich beglückt; Geduld und Trost, wann du mir Trübfal schickst! 4. Ach, bilf mir beten, ma 256 Gesinnung und Verhalten des Christen wachen, ringen; so will ich dir, wann ich den Lauf vollbracht, stets Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir, der du Alles hast so wohl gemacht. Dann werd ich bei lig, rein und unentweiht dein Lob verfündigen in Ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 346 Mein Gott, ad), lehre mich er kennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder sein. Ach, wirt in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestorben sei; laß mich dir sterben und dir leben und mach in mir, Hecr, Alles neu! Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 3. Reiß los mein Herz von dieser Erden, laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert werden und lands Sinn! Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele amit ich Chrifto folge nach und stets den schmalen Steg erwähle, ja, Ehre suchin Christi Schmach. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gett, das wahre Christerthum. 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte; hilf, daß ich dir verbleibe treu, daß ich an Christi Kreuz mich befte und mir die Welt gefreuzigt sei. Ach, wirf in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glaube, Hoffnung, Liebe beständig fest und thätig sein; daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn Heuchelschein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut; wann ich mit Gott vereinigt wer-. de, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirt in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre. Christenthum! Mel. O Gott, du frommer Gott 347 Mein Schöpfer, mich, tobten Staub, befeelte, Sinn und Vernunft mir gab, in Christo mich erwählte, regiere ferner mich mit deinem guten Geist, daß jede Handlung dich, Gott, meinen Schöpfer, preist. 2. Laß, da du beilig bist, mich id im Allgemeinen. i 257 7. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Schutz in allen Nötben, früb such ich dich; des Nachts will ich zu dir auch beten. Mein Stand sei dir geweiht, bei meines Amtes Pflicht vergesse ja mein Herz des Christen Pflichten nicht. 8. Zuletzt erlöse mich von mir beschiednen Leiden, laß meinen Geist voll Trost aus seiner Hütte scheiden! Herr, ihn befehl ich dir; mich führe deine Hand durchs öde Todesthal ins rechte Vaterland. mel. O Gott, du frommer Gott mich alle Lüste fliehen und mich nur um den Schatz, der droben ist, bemühen; gib Stärke zu dem Streit, Herr, mit der Welt und mir und Hoffnung zu dem Sieg; er kommt allein von dir. 3. Laß mich, ich bin ein Christ, nach Christi Lehre wandeln; mein ganzer Gottesdienst sei Glaub und rich tig Handeln; die Luft an dem Gesetz ist mehr, als Lust der Welt, die nur der Frevler liebt, der Thor für Freude hält. 4. Entzünde dumein Herz mit Frömmigkeit und Liebe; gib, daß ich auch, wie mich, den ärmsten Bruder liebe und segne meinen Feind! Herr, was ich hab, ist dein. Laß mich im Unglück groß, im Glück bescheiden sein! 5. Dein Himmel sei mein Glück; das Irdische verge het: web iedem, dessen Herz mit ihm im Bunde stehet! Wohl dem, deß erster Wunsch, Gott, dein Erfenntniß ist! Er hat Zu friedenheit, wenn er auch Alles mißt. 6. Nimm alle Laster weg, die der Gesellschaft schaden. Wir sind ja, was wir sind, aus unverdienten Gnaden. Haß, Falschheit, Heuchelei und Stolz und Bruderneid sind unsrer Tage Best; und turz ist unsre Beit. 348 Mein Vater und Gott, der du in diesem Leben zur Leuchte meinem Fuß dein heilig Wort gegeben: regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich. dem folgsam sei, was, Gott, dein Wort mich beißt! 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte und kein vergänglich Gut mehr, als es werth ist, achte! Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte; hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu und 258 Gesinnung und Verhalten des Christen und in der Hoffnung stark und feft gegründet sei! 4. Gib, daß ich als ein Mel. Wer nur den lieben Gott Christ mich Christo ähnlich 349 Nicht, daß ich mein Gezeige und achtsam mütb zu feiner Liebe neige! Sein Geist regiere mich und nicht der Geist der Welt! So wandl ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. ergriffen bätte, die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinot eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe! Laß fern von Uebermuth mich bei des Glückes Schein und frei von Unge duld in trüben Tagen sein! 6. Nie müsse sich mein Herz des Fleisches Lust ergeben und nie dem schnöden Geiz. Mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigteit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege lei ten, so unterstütze mich. wenn meine Tritte gleiten! Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun und auch, wenn sie verzieht, dir doch getroft vertraun. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Bater, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterben den mit Trost und froher Hoffnung nicht! 2. Solang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Luft stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Wert der Zeit. Die wilde Hitze roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfst fie; doch du wechselst nur: dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Andern strenge Lugend scheint. Der Trieb des 259 10. Du fliebst, geneigt zu Rub und Stille, die Welt und liebst die Einsamkeit; doch bist du, forderts Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Bank; fliehts Unmuth auch und Müssiggang? i im Allgemeinen. des Neids, der Schmähsucht Triebe erweckten dir so manchen Feind, du wirst behutsam, schränfst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt: so werde Nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und dräut und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum In eigener Melobie. lachet uns die Welt entges 350 Gott, du fromLeimer gen, regt denschaft. Wir werden im Geräusche schwach und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferft Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch epferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die fich der Christ entreißen muß. 11. Du bist gerecht; bist du bescheiden? bist mäßig; übst du auch Geduld? Du dienest gern, wenn Andre leiden; vergibst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 12. Sei nicht vermessen! Wach und streite: denk nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall, drum wache stets, wach überall! Brunnquell aller Gaben, ohn den Nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben, erhalte meinen Leib gesund und gib dabei, daß auch mein Geist gefund, rein mein Gewissen sei! 2. Gib, daß ich mit Fleiß thu, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, daß ich bald es thu 260 Gesinnung und Verhalten des Christen thu, zu der Zeit, da ich soll! und was ich also thu, Herr, das gerathe wohl! 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen! Wenn aber Amt und Pflicht zu reden mir gebeut, dann gib den Worten Kraft, doch ohne Bitterfeit! 4. Gerath ich in Gefahr, so laß mich nicht verzagen; gib wahren Christenmuth, das Kreuz bilf selber tragen! Gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind, und sende Hülf und Rath, wenn sie mir nöthig sind. 5. Laß mich mit Jeder mann in Fried und Eintracht leben, soweit es chriftlich ist! Willst du mir Etwas geben an Reichthum, Ehr und Glück: so gib auch dieß dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sei! 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gib nur, daß ich stets ein frommes Herz bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar! 7. Laß mich auf Christi Tod getrost von hinnen scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; es rube sanft der Leib in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Almachtswort ins neue Leben ruft! 8. Wenn alle Todten dann auf dein Gebot erwachen, so wird auch meinen Staub bein Ruf lebendig machen. Dann führe mich verklärt in deinen Himmel ein und laß mich selig dort mit allen Frommen sei. Mel. Was mein Gott will 351 ft flagt bein Herz, wie schwer es sei, den Weg des Herrn zu wandeln und täglich, seinem Worte treu, zu denken und zu handeln. Wahr ists! die Tugend tostet Müb, sie ist der Sieg der Lüste; doch richte selbſt, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Laster freun, trifft die fein Schmerz hienieden? Siefind die Sklaven eigner Bein und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dämpft, hat oft auch seine Leiden: allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuben. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein ſein Fortgang wird Gefahr, sein Ende im Allgemeinen. Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt Nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil und endlich zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt es uns vergönnt, nach unfers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; nimm an, Gott ließ den Undank zu, den Frevel, dich zu kränken, den Menschenhaß: was würdest du von diesem Gotte den ten? 5. Gott will, wir sollen glücklich sein; drum gab er uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreun; sie sind des Lebens Schätze. Er redt in uns durch den Verstand und spricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 261 übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Du streiteft nicht durch eigne Kraft; drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides icbafft, das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet oft; Gott müßte Gott nicht sein, wenn er dich nicht erhörte. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur und Freiheit ists, sie wählen. Ein Thier folgt Feffeln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? was sein Beruf auf Erden? Die Tugend! Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden! 7. Lern nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden und bein 9. Dich stärket auf der Tugend Pfad das Beispiel selger Geister; ibn zeigte dir und ihn betrat Gott und Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern! Der wahre Ruhm ist Rubm bei Gott und nicht bei Menschenkindern. 10. Sei stark, sei männlich allezeit, tritt oft an deine Babre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das bein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben; und Kräfte der zufünftgen Welt, die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Christ, sei unverzagt, wenn dirs nicht immer glücket; wenn dich, 262 Gesinnung und Verhalten des Christen dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwachheit drücket! Gott sieht nicht auf die That allein; er sieht auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein! Dieß muß das Herz dir stil len. Mel. Wer nur den lieben 352Wer stets mit rei nem fallen der Tugend hobe Schönheit sieht und, frei vom Stolz und Eigennutze, für alles wahre Gute glübt, wer jedemkaster sich entreißt, der sammelt Schätze für den Geist. 2. Er trachtet nach dem höchsten Gute, nach Weisheit und Gerechtigkeit: denn wenn ihr das besitzt, spricht Jefus, ist alles Andre euch bereit; ihr habt dann Friede, Seelenruh, und alles Andre fällt euch zu. 3. Doch hoffe nicht, o Chrift, daß Tugend dir stets auch Erdenglück verschafft! Wie Mancher fand seit früber Jugend an ihrer Seite Licht und Kraft; wie man dher forgte für sein Herz und fühlte dennoch oft auch Schmerz. 4. Die Tugend nur, nur Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht, nicht eitles Glück, nicht Macht und Schimmer berub auf deiner Thätigkeit. Wer blos nach äußerm Glanze strebt, der täuscht sich selbst, solang er lebt. 5. Nie mache dir zum höchsten Zwecke den Vortheil, den die Tugend bringt! Sei fromm! Sei fromm, wenn auch nicht immer die fromme Absicht dir gelingt! Frag nicht: was bringt selbst, o Mensch, muß Lohn dir sein. 6. Doch übst du redlich deine Pflichten, so sei ge trost und zage nie! Dein Gott war Zeuge deiner Tugend, und er, dein Gott, belohnet sie. Ein Herz, von Sünd und Lastern rein, kann nicht auf immer elend sein. 7. Ja, leb und stirb für alles Gute; es folgt gewiß Bergeltung einst, und du gewinnest noch im Tode, indem du zu verlieren scheinst! Auch Jesus gab sein Leben hin, und Herrlichkeit war sein Gewinn. 8. Im Himmel dort ist nicht nur Tugend, dort ist auch hohe Seligkeit. Hier sind oft beide nicht vereinet; nur droben ist Vollkommens heit. Da schwingt der Edle sich empor, der hier im Dunte sich verlor. 9. Drum will ich, Gott, stets ebel handeln, dem Mus ster treu, das Jefus gab! Nichts im Allgemeinen. 263 zeit nur deinem Dienst, o Gott, geweiht! 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller auten Gaben Quell! Sie leuchte mir in voller Klars heit und mache mein Erfenntniß hell, daß nie der 353 Schön ist die Tu Sünde Täuscherei gefährIn voriger Melodie. lich deinem Kinde sei! gend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel auch oft begehrt. Ach könnt ichs, wie würd ich mich freun! Wer heilig ist, muß selig ſein. 2. Gott ist der Seligteiten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn fein Ber: Wille Nichts soll den hohen Muth mir rauben, und führt er auch in Tod und Grab! Mein höchster Wahlspruch sei allein: Wer chriftlich denkt, wird selig sein. ist Ordnung und Vollkommenheit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut. 3. Wie schnell umbüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin! Dann fliebn die heiligsten Entschlüsse, den Morgenträu men gleich, dahin. Bald wähl ich, was dir, Gott gefällt, bald deinen Sklavendienst, o Welt! 4. 3ch Armer! Darum fommt fein Friebe in mein verschmachtendes Gebein. Wie bin ich dieses Wechfels müde! Wann werd ich fest im Guten sein, wann nicht mehr straucheln, alle 6. bilde, Bater, meine Seele, nach deinem Willen bilde sie, daß ich das Gute stets erwähle, tas Böse immer ernstlich flich! Um diese Gnade bitt ich dich; ich weiß es, du erhörest mich. Mel. Ein Lämmlein geht und 354Was hilft es mir, ein zu sein, wenn ich nicht christlich lebe, wenn ich nicht fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe? wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, nicht würdig mich beweise und den, der mich erlöset hat, in Worten nur, nicht durch die That und gute Werke preise. 2. Was hilft der Glaub an Jesum Chrift, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtschaffen ist, und ich die Frucht verliere? Wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Luft gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe und, fühl= 264 Gesinnung und Verhalten des Christen fühlbar für der Sünde meinem ganzen Lebenslauf Reiz, Zorn, Hoffarth, Fleischeslüste, Geiz und andre Laster übe? die Schuld mir aufzudekken? they 3. Weit strafensw.rther bin ich dann, ich, der ich Christum kenne, weiß, was er einst für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als der, der in der Finsterniß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nützet mir der Wahrheit Licht; was hilft mir aller Unterricht, wenn ich nicht danach handle? 5. Web mir! Was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe, wenn feine fromme gute That mein Leben hier bezeichnet hat, den Glauben zu beweisen? Nur Glaub, durch echte Frömmigkeit bewährt, wirkt meine Seligkeit, kann wahrer Glaube heißen. 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu sein, hilf, daß ich 4. Und woher nehm ich christlich lebe und vor dir Trost und Ruh, wann Lei- heilig, fromm und rein zu den mich umgeben und wandeln mich bestrebe! Gib meine Sünden noch dazu mir Weisheit mir und Muth und dann vor Augen schweben? Kraft, damit ich Welt und Was hilft mir in der letzten Leidenschaft im Glauben Noth, wann sich der schauer- überwinde und dann, nach volle Tod mir zeigt mit wohldurchlebter Zeit, den feinen Schrecken, und mein Lohn in jener Ewigkeit für Gewissen wachet auf, von meine Werte finde! Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. Erkenntniß Gottes. Mel. Lobfinget Gott! er 355 Dich kennen, Gott, ist Seligkeit, und sich zu dir erheben ist Wonne, die nicht Welt und Beit mir sonst vermag zu geben! Sie stärkt mein Herz, sich dir zu weihn, und läßt das Glück, ein Mensch zu sein, mich inniger empfinden; lehrt mich, daß du mein Vater bist, und daß bein weiser Rathschluß ist, schon hier mein Heil zu gründen. 2. Leicht kann ich deiner Größe Spur bei jedem Blick entdecken. Die ganze herrliche Natur in allen ihren Zweden Erkenntniß Gottes. 265 schreiten: so laß mich diesen Vorwitz scheun; du wirst mir einst mehr Licht verleihn nach dieses Lebens Zeiten. 16. Dann werd ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt des Geistes reger Fleiß 3. Je mehr ich lerne, was mich immer weiter sehen; du bist, je mehr ich deine dann wird mir Alles offenWege, und was mit mir bar, was mir hier unerdein Rathschluß ist, nach- forschlich war in deiner Weisdenkend überlege: ie mehr beit Wegen. Erhaben über entdeckt mein froher Blick Welt und Zeit, eil ich dann das mir bestimmte ewge der Vollkommenheit und Glück, ein künftig beßres reinem Licht entgegen. Leben. Ich weiß, der mir geschenkte Geist, der sich dem Zweden, zeigt Ordnung und Zusammenhang: ja, aller deiner Werke Gang, vom Staube bis zur Sonne und der Gestirne fernstem Heer, zeigt deine Macht mir täglich mehr, gibt stets mir neue Wonne. Erdenstaub entreißt, wird sich zu dir erheben. 4. O laß von deiner Herrlichkeit mich immer mehr entdecken, und wenn mein Geist sich ihrer freut, ihn immer mehr erwecken, daß er nur Wahrheit sucht und liebt; doch wenn er sich im Forschen übt, laß ihn bei Dunkelheiten, wo er sich leicht zu weit verliert, wo Täuschung leicht ihn irre führt, die Pflicht des Glaubens leiten! 5. Denn ganz kann meine Fassungskraft nicht deine Größe sehen, nicht Alles, was dein Rathschluß schafft, ergründen und verstehen. Wagt darum die Vernunft zu viel; will sie das ihr gefeste Ziel aus Vorwitz überMel. Wer nur den lieben Gott 356 Mein Gott, du wohnest zwar im Lichte, dahin fein sterblich Auge dringt; doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, und was mit uns bein Endzweckt ist. 2. So gib denn, daß ich darauf achte als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem Forschen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz stets offen sein! 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, wenn es mich warnt, ermahnt, belehrt; daß weder Lust, noch Wahn mir raube, was mir den M besten 266 besten Troft gewährt! Kein Spott der Welt verführe mich, kein Zweifel sei mir hinderlich! Pflichten gegen Gott. 4. Das ist der Weg zum ewgen Leben, daß wir, o Bater, dich und den, den du zum Heil uns haft gegeben, erkennen, lieben und erhöhn. O führe du auf dieser Bahn mich selbst durch deine Wahrheit an! 5. Vor Allem gib, daß ftets lebendig bei mir, Gott, bein Erkenntniß sei, und daß ich dir danach beständig Lieb, Ehrfurcht und Gehors sam weih! Hilf, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß! 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nügt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu, und daß mein Glaube thätig ſei! 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden die Quelle wahren Trostes sein! Laß, wann sich Leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freun! Dort seh ich dich im hellen Licht von Angesicht zu Angesicht. Mel. Schon ist der Tag v von Gott 357 Gott, ber bu mein Schöpfer bist, Herr, dem ich angehöre, dich richtig zu erkennen, ist mir ewig Pflicht und Ehre. Stets heiliger durch dich zu sein, mich deiner immer mehr zu freun, dich immer mehr zu lieben, will ich mich täglich üben. 2. Ich fann ja, Ewiger, schon bier durch eifriges Bestreben, wie schwach ich bin, mich doch zu dir mit meinem Geist erheben. Nur laß mich auf den Unterricht in deiner Offenbarung Licht, und wie in deinen Werken du dich uns zeigeft, merfen! 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du mich lehrest, wie du voll Weisheit, Macht und Huld uns jeden Tag ernähreft; wie Alles schön geordnet sich vereinigt, wie so väterlich du uns auf tausend Wegen entgegentommst mit Segen. 4. Ich sehe dann und seh erfreut die täglichen Beweise von deiner Huld und Freundlichkeit zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mir die Finsterniß, die dich verbirgt; mir wirds gewiß, es seien deine Pfade stets Herrlichkeit und Gnade. 5. Und welchen Aufschluß gibt mir nicht vom Ziele meis nes Lebens dein Wort, das ewges Heil verspricht! Nie mert ich drauf vergebens. Ich Erkenntniß Gottes. Ich lerne dich und deinen Sohn, der Seele Wertb, der Tugend Lohn, was wahres Glück zu nennen, daraus stets besser kennen. 6. So werd ich stets erleuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhafter und getreuer. Ein größres Maaß der Weisheit gibt dem, der die Wahrheit sucht und liebt, mehr Trost in seinem Leiden und selbst im Tode Freuden. 7. Gewährt der Morgenröthe Licht mir hier schon so viel Wonne, wie viel verschafft mir künftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann, Vater, wirst du näher dich mir offenbaren, dann werd ich, was wir hier dunkel nennen, im höhern Licht erkennen. 267 du bist der Wesen Fülle, und weise, beilig ist dein Wille. 8. O laß von heiliger Begier mich immer mehr entbrennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon hier stets beffer zu erkennen, daß ich, von Wahn und Irrthum frei, dir immer mehr gehorsam sei und täglich mehr mich übe, o Gott, in deiner Liebe! 2. Dich kennen, sei die erste meiner Sorgen! Bist du gleich unerforschlich und verborgen, so können wir doch überall dich finden und deinen Rathmit unsergründen. 3. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Huld und Stärke; die Näb erzählt von dir, von dir die Ferne; die Pracht der Blumen, wie der Sterne. 4. Ruft deine Stimme nicht in unsrer Seele uns zu: das Böse flieb, das Gute wähle? Ward nicht, um uns zum Lichte zu erheben, dein Sohn zum Führer uns gegeben? 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren und auch den Weg, den wir betreten sollen, mit Ernst und Eifer wandeln wollen. 6. Zu diesem großen, heiligen Geschäfte erheb und stärke meiner Seele Kräfte; gib, daß ich dich in deinem Worte höre, aus deinen Werken mich belehre! In eigener Melodie. 7. Gib, daß ich demuths358 Was ist im Him voll aus meinem Staube mel, Höchster, was auf Erden, das so, wie du, verdient erkannt zu werden? Nur du bist groß; zu dir hinauf schau; freubig an dich glaube; mit Eifer mich durch Trug und Zweifel ringe und immer 2 Pflichten gegen Gott. 268 immer näher zu dir brin ge! 35 8. So werd ich immer beffer dich erkennen und immer findlicher dich Vater nennen, dir fest vertrauen, fröhlich dich erheben, o großer Gott, und ganz dir leben.com Ehrfurcht vor Gott und Ehrfurcht vor Gott und Heilighaltung des Eides. Mel. Ogroßer Gott, von ie groß bist du, deinen Willen mit Kindestreu erfüllen. 4. Erleuchte meinen Geist mit immer hellerm Licht; belebe täglich mehr mein Herz für Recht und Pflicht, damit ich als dein Unterthan auf meiner ganzen Lebensbahn mit Eifer möge 5. Laß deine Gegenwart streben, gefällig dir zu leben! mir immer heilig sein; laß auch im Dunkeln mich dein helles Auge scheun. Er359 an meine groß ist, Herr, dein Reich! Wer ist auf Erden dir, wer bir im Himmel gleich? Die Welt erbebt, das Licht wird Nacht, gehst du einber in deiner Macht; es muß mit tiefem Schweigen sich Alles vor dir beugen. 2. Du hast durch deine Kraft bie Himmel ausgestreckt, der Erde Grund gelegt, dem Meer sein Ziel gestedt. Dein Wort bewegt der Berge Grund und stürzt fie in des Meeres Schlund. Mel. Wer nur den lieben Gott Wer kann, wer kann entflies 360 Vor dir, o Gott, hen, um die sich zu entziehen? fich findlich scheuen, ist unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, icbeut er bein heilig Auge nicht. Drum wirk in mir durch deinen Geist die Ehrfurcht, die dich findlich preist. 2. In Allem, was ich thu und dente, laß, Herr, bas meine 3. Wir alle sind durch dich, sind Werte deiner Hand; Leib, Seele, Hab und Gut hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht, Herr, durch Vernunft und Schrift dein Recht; willst, daß wir an deine Macht, an tein Gericht bei jedem Reiz zur Sünde, daß ich ihn überwinde! 6. Doch gib, daß meine Furcht vor dir nie fnechtisch sei; befreie mein Gemüth von 3wang und Heuchelei, daß ich, was dein Gesetz gebeut, erfülle stets mit Freudigkeit, aus Ehrfurcht nur und Liebe mich im Gehorsam übe. Ehrfurcht vor Gott. meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nicht, der dir mißfällt. 269 will ich wandeln und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deinem heilgen Willen handeln, entfernt von aller Heuchelei. Nur wer von Herzen dich verehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich auch sterben: so schreckt das dunkle Grab mich nicht, ich werde deinen Himmel erben, dich schauen in vollkommnerm Licht. Wie werd ich dann mich deiner freun, wie felig, Gott, wie felig sein!@ons 4. Laß immer dein Gericht mich scheun und wirke steten Ernst in mir, mein In voriger Melodie. Leben deinem Dienst zu 361 Willst du ber Weisheit weihen, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich bei mancher Missethat so liebreich noch getragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Bittern mich fchaffen meine Seligkeit! Soll Nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorficht alles Ünrecht fliehn, mich nur um deine Gunst bemühn! Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis und flug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden und fühle deine Nichtigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thörichter Vermessen heit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten findlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last. Nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft vers M 3 fäu6. Erhalt in mir ein gut Gewissen, das weder Spott, noch Trübfalscheu, und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei! Nie störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt! 7. In deiner Furcht nur 270 Pflichten gegen Gott. fäumet haft. Wer Gott als mich regieren, mich stets Zeugen vor sich hat, der auf dich, den Höchsten, ſehn! freut sich jeder guten That. Laß sie mich hier zur Weisheit führen, so werd ich niemals irre gehn. Wohl dem, der stets dich findlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Seligkeit. 4. Wenn Nacht und Dunfelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, was Unrecht ist, auch dann zu scheun. Dent nur, vor seinem Angeficht ist Finsterniß wie hid m Liebe zu Gott. Mel: Von Gott will ich nicht lassen 5. Den Höchsten öffent- 362 Agott, geben n dich, mein ten, ist Pflicht und Trost für mich. Wenn Sorg und Gram mich kränken, so sieht mein Aug auf dich; dann mindert sich mein Schmerz, dann fliehn die bangen Sorgen wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an deine Liebe, wie werd ich hoch erfreut! Mit dankbar frohem Triebe fühl ich mich dann bereit, dir ganz mein Herz zu weihn, dich freundlich zu erheben, zur Ebre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. gibt 3. Mit fröhlichem Gemüthe denk ich an deine Treu; denn, Vater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh ich nur stets auf dich, so gibst du Muth und Stärte mir auch zum schwersten Werke; es wird mir leicht durch dich. 4. Du als lich verehren sowohl, in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören und willig thun, was sie gebeut, auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn ehret, sibu gern. 6. Läßt dich der Thor Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihm entfernst; die Furcht des Herrn, die wird dich stärfen, daß du dich edel schäBen lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen Heldenmuth und Freudigfeit, wenn uns der Men schen stolzes Dräuen, was Unrecht ist, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, Liebe zu Gott. 271 4. Du gabst mir aus Er- Elich Gutes zu? Daß ich barmen den Sohn, der für ward, das war dein Wille; mich starb und liebevoll mir daß ich noch bin, das schaffst Armen die Seligkeit erwarb. du. Daß ich denke, daß ich Mit ihm ist Alles mein; wähle, dankt dir, Vater, du willst mirs gnädig schen- meine Seele, danft dir, daß fen, willst liebreich an mich fie dich erkennt, dich durch denken und stets mein Vas Jesum Vater nennt. ter sein. 5. Wie gut ists, dein gedenken! Die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken; wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte fest an Gott; dieß bringt mir wahre Freude, dieß stärkt mich, wenn ich leide, und ist mein Trost im Tod. 3. Heil und unvergänglich Leben thatst du, Gott, durch ihn mir fund. Um zu dir mich zu erheben, schloß dein Sohn der Liebe Bund, den er in dem längsten Streite selbst mit seinem Blute weihte. Und nun zeigt den Weg zu dir nur der Geist der Liebe mir. Mel. Alle Menschen müssen sterben 363 Gott ott der Liebe, wie erhebet meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet fühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie befreiet er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! 2. Floß aus deiner Se gensfülle mir nicht stünd6. Drum will ich an dich denken, solang ich denken kann. Man mag ins Grab mich senten: mein Geift steigt bimmelan! Vergesse mich die Welt: du, Herr, gedenkst doch meiner, wenn auch auf Erden keiner mich im Gedächtniß hält. ibig sein der Seligkeit? 4. Und ich sollte dich nicht lieben, der du mich zuerst geliebt? Nicht aus Liebe Gutes üben, auch wenn sich mein Leben trübt? Könnt ich ohne sie auf Erden ruhig und zufrieden werden? ohne sie nach dieser Zeit wür5. Heil mir, daß ich es empfinde, welcher Liebe werth du bist, meiner das nur würdig finde, was dir wohlgefällig ist! Einft, Herr, werd ich deinen Willen ganz erkennen und erfüllen, mich der reinsten Liebe freun und in dir ganz selig sein! Mel. Wer nur den lieben Gott 364 Du Bater deiner Menschenkinder, der du die Liebe selber M 4. bift Pflichten gegen Gott. 272 bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß mich mit allen Kräften sein! 2. Gib, daß ich als ein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gefinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst! Was dir gefällt, gefall auch mir; Nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Bewahre mich durch deine Liebe vor Allem, was das Herz verführt, und gib, daß ich Berläugnung übe, wenn Sinnenlust zu sehr mich rührt! Wie follt id ich je die Creatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen: so steh auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, miß fällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt! Die fleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich beflissen sein! 6. Aus Liebe laß mich Alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt! Du führst durch Trübial der zu Freuden, der seine Last gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nützt, wird mächtig von dir unterstützt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben: dann wird selbst Sterben mein Gewinn; dann werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir, Vater, näher bin; dann liebt dich meine Seele rein und liebend wird sie selig sein. In eigener Melodie. 365 Wenn zur Erfüllung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet, so rühme dich der Tugend nicht und wisse, daß dir Alles feblet. Wenn Vortheil, Wollust, igensinn und Stolz dir nur das Gute rathen: so thue noch so große Thaten: du haft vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück auf Erden: beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt ge ehrt zu werden; erfüllt die Liebe nicht dein Herz; so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz.ase 3. Er Liebe zu Gott. 273 3. Erbaue Kirchen, brich was Gott von uns verdein Brod, das Volk der Armen zu verpflegen, entreiß die Wittwen ihrer Noth und sei der Waisen Schuß und Segen, gib alle deine Habe hin: vor Gott hast du noch nichts gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir Alles kein Gewinn. langt. Und wenn wir nicht dieß Herz besitzen: so wird ein Leben uns nichts nüßen, das mit den größten Thaten prangt. sbi Bi 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch jemals hat verrichten können, vergieß fürs Vaterland dein Blut, laß deinen Leib für Andre brennen: beseelet dich nicht Lieb und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten: so schütz und rette ganze Staaten: Gott achtet deiner Werte nicht. 5. Läg ihm an unsern Werken nur: so könnt er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Feffeln der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der Alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nichts Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, fern von des Stolzes eitlem Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe; dieß ists, rid 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Wert allein; fich auf den Quell, aus dem sie kamen. Brüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird fie dich zum Guten stärken. Du wirft die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne Neid und Tücke; ist fittsam, ift nie Stolz im Glücke, langmüthig und erbarmungsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet nicht blos ihre Rub, fie hofft und glaubt und duldet Alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu ers füllen; macht seinen Sinn zu deinem Willen und folgt dir in die Ewigkeit.pradato M 5 Ge 274 Pflichten gegen Gott. Gehorsam gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben Gott 366 Gott, deinen bei was sie mir gebeut! Ich soll nicht Hörer nur allein, ich soll zugleich auch Thäter sein. ligen Befeh- 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf unerlaubten Wegen an; sie soll mich, Herr, nicht irre leiten. Was ists, das fie mir geben kann? Im Anfang Lust, am Ende Bein und die wird groß und schrecklich sein. len will ich, dein Kind, gehorsam sein, sie nur zu meiner Richtschnur wählen und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Wille ist gerecht und gut: wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich dir folgsam als dein Kind thu, was du willst, aus Lieb und Dank und nicht aus Sklavenfurcht und Zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; o bilf mir, daß ich immerdar dir, Va ter, so gehorchen lerne, wie Jesus dir gehorsam war! Er wars auch unter Schmach und Noth, er wars selbst bis zum Kreuzestod. 4. Laß deine heiligen Gefete mir immer gegenwär tig sein; laß mich, daß ich sie nie verletze, dich, den Allwissenden, tets scheun! Dein Joch ist sanft, leicht ist die Last, die du uns auf erleget baft. 5. Sobald ich deine Stimme höre, so mache du mich auch bereit, daß ich sie durch Gehorsam ehre und thue, 7. Wenn ich mich im Gehorsam übe und deinen Willen treulich thu; so bleib ich, Gott, in deiner Liebe und hab in des Gewissens Ruh den Himmel hier schon in der Zeit und mehr noch in der Ewigkeit. Mel. Was mein Gott will 367 Sei Gott getreu, halt Bund, bekenn ihn durch dein Leben. Dein Glaube ruht auf festem Grund: drum bleib ihm stets ergeben! Dent, wie er dich verpflichtet sich durch seine Huld und Gnade: sei treu dem Herrn und wandle gern der Tugend sichre Pfade! 2. Sei Gott getreu! Du mußt, als Kind, ihn auch im Leiden ehren; dein Bater waltet ja gelind und bildet dich zum Höhren. Ein edler Muth macht still und gut, der wird durch Gott dir Freude in Gott. bir werden, wenn Jesus Christ dein Führer ist zum Himmel hier auf Erden. 275 nur ernstlich sei, um fünftig zu bestehen! 3. Sei Gott getreu von Jugend auf! Laß dich nicht eitle Freuden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden: denn seine Treu ist täglich neu, sein Wort kann niemals trügen. Was er verspricht, das bricht er nicht, daran laß dir genügen! 4. Sei Gott getreu in jedem Stand, in welchen er dich setzet; dann schüßt dich seine starke Hand. Wer ist, der dich verletzet? Schau nur auf ihn voll Glaubens hin und folge dem Gewissen; dir wird, was dir begegnet hier, zum Besten die nen müssen. SCH 7. Sei Gott getreu bis in den Tod, laß Nichts von ihm dich wenden! Er kann, er will in jeder Noth dir seinen Beistand senden. Der Leiden Nacht, der Bosheit Macht laß nie dein Herz Es ist dir ja erschrecken! dein Retter nab; sein Schild wird dich bedecken. 8. Bleibst du so deinem Gott getreu, wirst du es auch erfahren, daß er dein lieber Vater sei; und nach vollbrachten Jahren der Sterblichkeit kommt dort die Zeit, wo Gott einst seine Treuen durch seinen Sohn mit höhrem Lohn auf ewig wird erfreuen. Freude in Gott. 5. Sei Gott getreu, sein theures Wort freimüthig zu bekennen, vor Jedermann, Mel. Schwing dich auf an jedem Ort dich seinen 368 Dei eines Deines Freund zu nennen! Was diese Welt nur in sich hält, muß Alles einst vergeben: uur Gottes Wort wird hier und dort zu unserm Heil bestehen. 6. Sei Gott getreu in jedem Streit: dann wirst du überwinden; denn er läßt Muth und Freudigkeit den treuen Kämpfer finden. Verletze nicht die kleinste Pflicht; doch wirst du dich vergehen: daß dann die Reu i Gottes freue dich, dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wann Gefahren dräuen? Ists nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu Strolp freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, wel cher mir, was mir nüßt, gewähret, der mich durch M 6 fein Pflichten gegen Gott. 276 fein göttlich Wort hier zum Guten lenket und mit Himmelswonne dort meine Seele tränket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, findlich ehr und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe: o wie ist mir dann so wohl; wie ist mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Gütel 4. Dann darf ich mit 3uversicht nach dem Himmel blicken; meine Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerren Lebens, himmlische Vollkommenheit, such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 8. Meine Freud an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod: er wird sie nicht stören. Willig werd ich mein Gebein der Verwesung geben; Sterben macht mich frei von Bein, führt zum neuen Leben. Nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des beße 9. Gib mir nur, solang ich hier in der Fremde walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese fanfte Freubigkeit, die ich au dir habe, sei mein Heil in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. zen. 5. Du bist mein, so jauchs ich dann: wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen fann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth! Du gabst mir mein Leben, wirst auch, was mein Leben nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen, alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, Mel. Jesus, meine Zuversicht glaub an ſeine Leiden, folg 369 Habe deine Luft 10. Laß die Luft zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider sie mit Vernunft und Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, baß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere! Bei dem Herrn ist Freud und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir bienet, geben. Seine Liebe Freude in Gott. Liebe beut dir an, was bein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret. Wiffe, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen fann. 3. Lust am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet. Lust am Herrn stärft den zur Pflicht, der von seiner Liebe brennet, Lust am Herrn beut Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Luft am Höchsten hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdroffen zu erfüllen, und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 277 bist mein und ich bin dein! Was mangelt meiner Seelen? 5. Bleibst du auch nicht ohne Last; trage willig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten hast, wird dir ewge Freude werden; und im Himmel hast du dann, was bein Herz nur wünschen kann. 2. Du hast mich vor der Welt erwählt und deinen Kindern zugezäblt, nie wirft du mein vergessen! Du liebst mein Wobl, hast gnadenvoll mein Glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Chrifto mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil; dieß tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs befte mit mir meint; wo find ich deines Gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach allem Tand der Erde. Herr, ohne dich ist Nichts für mich, das mir erfreulich werde! 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht. In Gdir leb ich zufrieden. So fuis dort als bier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Selbst was mich fränkt, M 7 das In eigener Melobie. freue mich, 370 3d fun dir! Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, fot 278 bas muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. 8. Du läßt mirs ewig wohlergehn. Einst merd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewig lich mein ganzes Herz, Herr, weiden. Pflichten gegen Gott. seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschickt, bei deffen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod; und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. nicht auf mei6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. 9. Noch hats tein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil, das wird mir Niemand rauben. Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut, das ist 371 Auf Gott und nen Rath will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nützen würde, meine Lebenszeit, mein Glück und 372 Vhriften Pflicht, Mel: Was mein Gott will ertrauen des meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns ein kindliches Vertrauen. Er soll, wenns- ihm an Glück gebricht, o Herr, auf dich nur schauen: und nie bist du dem Frommen fern; du tannst ihn nie verschmähen, du segnest und erretteſt Vertrauen teft gern und börest auf fein Fleben. 2. Doch nie darf er voll Zuversicht die stolze Hoff nung wagen, du werdest auch dem Thoren nicht, was er begehrt, versagen. Wenn gleich bei aller unsrer Schuld bein Herz noch liebreich dentet, so wird doch deine Vaterhuld von Weisheit nur gelentet. kann deine Macht des Men3. Wie leicht, o Gott, schen Wunsch erfüllen! Wie leicht, noch eh er es gedacht, des Herzens Klage stillen! Doch dem, der Wunderkraft begehrt und Wunder hofft zu sehen, wird nie sein fühner Wunsch gewährt; er sündigt durch sein Flehen. 4. Wer deiner Huld verfichert ist, darf deinen Se gen hoffen. Ihm steht, weil du sein Vater bist, der Himmel immer offen. Doch wer dich nicht als Vater liebt und auf der Bahn des Lebens nicht dir sein ganzes Herz ergibt, der sucht sein Glück vergebens. auf Gott. 279 Schmerz sich endlich dech verlassen. 6. Wie Mancher, der nod wirken fann, bleibt müßig oder träge, verfolgt mit Blindheit seinen Plan, geht ungerechte Wege! Er hofft umsonst, du werdest ihn den Uebeln noch entziehen. Der Thor! will er sie selbst nicht fliehn, fie dürfen ihn nicht fliehn. 7. Du, weiser Gott, entfernst uns nicht von drohenden Gefahren, die ohne Nachtheil unsrer Pflicht leicht zu vermeiden waren. Wir solLen mit Besonnenheit auch Rath und Warnung nützen; denn nie wird deine Heiligfeit uns auch beim Leichtsinn schüßen. 8. Gott, laß verwegne Zuversicht doch nie mein Herz verführen! Sie schafft mir deinen Beifall nicht; sie läßt mich ihn verlieren. Nur findlich soll ich dir vertraun, nie thöricht, nie vers messen; soll, um getrost auf dich zu schaun, nie meiner Pflicht vergessen. Bulg 5. Ja, wenn er auch mit In eigener Melodie. Sicherheit fich feiner An- 373 Befiehl du deine Wege und dabei, fern von Frömmigkeit, doch nie die Sünde scheuet; so mag sein heuchlerisches Herz nur immer Hoffnung fassen; er fühlt bei des Gewissens les, was dich fränkt, der treuen Baterpflege deß, der den Himmel lenkt. Der Sternen, Wolken, Winden bezeichnet ihre Bahn, der wird 280 wird auch Wege finden, die dein Fuß gehen kann. Pflichten gegen Gott. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Wert mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Er läßt durch Sorg und Grämen und selbstgemachte Pein sich keine Wohlthat nehmen: sie muß erbeten sein. 3. Dir, Vater voller Gnade, dir ist allein bekannt, was gut sei oder schade Geschöpfen deiner Hand; und was du ausersehen zum Besten deiner Welt, das wird und muß geschehen, sobald es dir gefällt. 4. An Mitteln und an Wegen fehlt dirs, Allweifer, nicht. Dein Thun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter Licht. Wenn du, Herr, deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, so fann dein Wert Nichts hindern; du willst, so ists voll bracht! 5. Und wollten Welt und Teufel dir boshaft widerftehn; o nähre teinen Zweifel; dein Glück wird doch bestehn. Was er sich vor genommen, was er vollenden will: aufs herrlichste wirds fommen zu dem bestimmten Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt, was dich auch immer quäle, ein schönrer Morgen tagt! Gott läßt nicht von den Seinen, erwarte nur die Zeit: dir wird die Sonne scheinen mit neuer Heiterkeit. 7. Auf, auf! Gib deinen Schmerzen und Sorgen gute Nacht! Verbann aus dei nem Herzen, was dich so traurig macht. Du bist ja nicht Regente, der Alles führen soll. Gott fißt im Regimente und er führt Alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürst und wird sich so verwirst, wenn er, wie ihm halten, daß du dich wundern gebühret, mit wunderbarem führet, das dich bekümmert Rath das Werk hinausge hat. 9. Verzög der Trost auch lange, weil dir es heilsam ist, so werde dir nicht bange, daß deiner Gott vers gißt. Er wird dir Hülfe senden, wenn dus am mindsten gläubst, und all dein Unglück wenden, wenn du nur treu verbleibst. 10. Wohl dir und deiner Treue! Sie trägt den Sieg davon. Daß dich der Kampf nicht reue, blick bin auf seinen Lohn; steb fest im größten Leide, das dir begegnen kann: bald bricht der Tag der Vertrauen der Freude, des ewgen Friedens an. 11. Mach, Herr, ein fröhlich Ende mit aller unsrer Noth; stärk unser Herz und sende uns Trost bis in den Tod! Laß stets uns deiner Pflege und Treu empfob len sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Mel. Was Gott thut, das ist 374 Der Herr ist meine Zuversicht, mein höchster Trost im Leben! Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott; auf sein Gebot wirds in dem Herzen stille. Ihm gnügt des Baters Wille. 2. Wer wollte bir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. auf Gott. 281 les Dichten weißt bu, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth Hülf und Errettung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wie jene zittern, ein Fels in Ungewittern. 3. Noch nie hat sich, wer did geliebt, verlassen seben müssen; du läßt ihn, wann ihn Noth umgibt, Berubigung genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eit5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Vergebens wird zu Menschen fliehn, wer von dem Höchsten weichet. Dein Heiland starb und er erwarb auf seines Todes Hügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnabe stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf bich, Allmächtiger, verlassen und sich im Kummer faffen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt 282 blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Pflichten gegen Gott. 6. Dann auch, wenn, wie mir es scheint, selbst Mel. Jesus, meine Zuversicht 375 Wer auf seinen der Hoffnung Trost verGott vertraut, ängstigt sich durch keine Sor gen; ihm, auf dem er sicher baut, bleibt sein Kummer nicht verborgen. Gott verläßt die Seinen nicht: dieß ist meine Zuversicht! schwindet, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der auch da noch Wege findet, wo sich keiner mir entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. 7. Drum sei ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlassen! Er, der auch den Wurm erhält, kann und wird mich nicht verlassen. Bleib ich nur der Tugend treu, so steht er mir huldreich bei. 2. Er, der Schöpfer aller Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er verspricht, auch hält, huldreich selbst noch gegen Sünder, er, der uns hervorgebracht, hat auch uns zu helfen Macht. 3. Ihm, ihm ist es immer leicht, unsre Wünsche zu erfüllen; wie unmöglich es uns däucht, kann er doch den Kummer stillen, helfen stets, wenn Noth uns quält, wenn uns Rath und Beistand fehlt. 4. Und wer ist ihm gleich, dem Herrn? wer so reich, wie er, an Segen? Niemand hilft, wie er, so gern auf des Lebens rauhen Wegen, er, der liebreich unser denkt und zum Glück die Trüb fal lenkt. sehe und sie nicht so früh erscheint, als ich sie von ihm erflehe, weiß ich doch voll Zuversicht, daß fie mir nicht stets gebricht. 5. Wenn mein Auge lange weint, ich nicht seine Hülfe bild Mel. Sollt ich meinem Gott 376 Selig, wer mit Herzen dem Allweisen, der uns liebt, ganz sein Schicksal übergibt und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Kummer muthig wehrt, durch Geduld den Herrn verehrt. 2. Ach, kein Schickſal meines Lebens, sorgt ich auch von Jugend auf, nimmt drum einen andern Lauf. Sorge quält und quält vergebens; meine Kräfte zehrt fie ab, stürzt nur früher mich ins Grab. ng 3. Eh ich noch das Licht er= 283 auf Gottes Wort setz ich meine Wallfahrt fort. Der bisher half, hilft mir weiter; er bält fest, was er verspricht! Gott, mein Gott, verläßt mich nicht. Vertrauen auf Gott. erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schicksal ab; ehe mich noch Kummer drückte, eh noch meine Thräne rann, sab mich Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nehm ich Glück und Freuden aus des HöchMel. Herzlich lieb hab ich dich und sten milder Hand; und ist 377 Dir trau ich, Kreuz mir zuerfannt, o so faß ich Muth, zu leiden! Gut ist Alles, was Gott will; willig duld ich, dulde still. 5. Will mein Anschlag nicht gebeiben, und miß lingt mir mein Bemühn; denk ich, was mir Glück erst schien, muß ich oft nachher bereuen. Wohltbat ists für mich gewiß, daß mirs Gott mißlingen ließ. 6. Wenn Gott nicht so reichen Segen, als dem Nächsten, mir verlieh; soll doch Andrer Wohlstand nie Neid in meiner Brust er regen! Fremden Glücks will ich mich freun; fremdes Glück wird dadurch mein. 7. Wenn mir Frevler Angst erwecken; wenn ihr Haß mich drückt und fränkt: hält sie Gottes Macht umschränkt. Droht der Tod mit seinen Schrecken; der vom Tode retten fann, nimmt sich meiner gnädig an. 18. Ich bin unverzagt und heiter: im Vertraun wanke nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht der letzte Schimmer schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh und Freude wieder findet. Von jeher hast du mich ge führt und meines Lebens Lauf regiert; mit segensvoller Baterhand so manche Noth von mir gewandt. Unendlicher! ich trau auf dich; du leitest mich. Ich kämpf und siege, Gott, durch dich. 2. 3war ist der Kampf der Leiden schwer; oft fühl ich kaum noch Stärke mehr, zu kämpfen und zu stegen: doch ewig, Vater, währt er nicht. Wenn mir dein Beistand nicht gebricht, so werd ich nicht erliegen. Bald ist der Thränen Maaß gefüllt, bald meiner Seele Schmerz gestillt; bald hast du, Gott, mein Flehn erhört, mich ganz geprüft und mich bewährt. Du Gott der Huld, erhört von dir, lobsing ich hier 284 hier mit danterfüllter Seele dir. Pflichten gegen Gott. 3. Ach, alle Leiden die ser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir des Dulders Lohn; bald steh auch ich vor deinem Thron mit treuer Kämpfer Schaaren und danke dann dir, Gott, verklärt, der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmherziger! fest, ohne Graun will ich dir traun; denn einst werd ich dein Antlitz schaun. Bei jedem Leiden, das mich fränkt, geschieht doch nur dein weiser Wille, der Alles mir zum Besten lenkt. Du bists, der Alles ändern fann; und was du thust, ist wohlgethan. mir Brüfungen bestimmt, so steht dein Vaterherz dem offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut.yndling Mel. Wer nur den lieben Gott 378 mit err, mache mei2. Du führst uns selbst auf rauben Wegen zu höherer Vollkommenheit. Auch Widerwärtigkeit wird Segen für Jeden, welcher dir sich weiht. Siehts gleich der blöde Geist nicht ein, wird doch der Ausgang herrlich sein. o Hiros 3. Drum laß mich stille sein und hoffen! Hast du 4. Uns bleibt oft, was uns nützt, verborgen; genug für uns; du bafts erkannt! Wie oft find unfre Wünsch und Sorgen kurz sichtig und voll Unverstand! Du siehst, was schädlich ist, von fern, und deine Güte binderts gern.dian, thig 5. Nur du erkennst und wählst das Beste! Vater, mache selbst mein Herz in diesem hohen Glauben feste, dann überwältigt mich kein Schmerz. Ich was mein Gott will, gescheb allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut; denn endlich führest du die Frommen zur völligen Zufriedenheit: und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreun; dann wird mein Herz statt aller Klagen voll Dantes und voll Lobes sein: der Herr hat für mein Heil gewacht, hat Alles mit mir wohlgemacht! Mel. Vertrauen Mel. Auf, schicke dich 379& berricht ein Gott, der schützt in Noth und hilft, wenn sie ihm traun, so gern den Seinen! Drum sei vergnügt, wie er es fügt! Bald folgt dir Rub und Trost nach kurzem Weinen. 2. O murre nicht, wann bir gebricht, was öfters lütftet den bethörten Sinnen! Dir nützt der Schmerz, dein eitles Herz zu bessern und fürs Ewge zu gewinnen. 3. Erfenn die Schuld und üb Geduld, wenn du um Deine Sünden hier mußt leiden! Fleh ihn um Gnad, geb seinen Pfad getrost, nichts laß von seiner Lieb dich scheiden. 4. Dann fühlt er dich ftets väterlich die sichern Wege, die dein Heil erzielen. Sein sie auch hier oft dunkel dir: entzückt wirst du ihr End einst sehn und fühlen. 5. Drum gnüge mir der Weg allhier, den ich muß gehn in meinem Amt und Stande! Sei er auch rauh! Wenn ich dir trau, komm ich auf ihm zum wahren Baterlande. Mel: Was Gott thut, bas ist 380 ott, bir vertraun, ist meine Pflicht, ist Seligkeit im Leben! Sie kann dem Herzen auf Gott. 285 Zuversicht und Troft und Freude geben. Des Lebens Müh versüßet sie und lässet uns hienieden im Laufe nicht ermüden. 2. Auf Erden wechseln bis ins Grab Zufriedenheit und Sorgen beständig mit einan der ab wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flieht, die Freude blüht; und faum ist sie empfunden, ist wie der sie verschwunden. di 3. Wie würde da voll Nengstlichkeit uns jeder Tag verfließen und bei des Lebens Heiterkeit das Herz schon beben müssen, wenn Zuversicht zu dir uns nicht dann Sicherheit gewährte und ruhig bleiben lehrte. 4. Du theilst das Allesaus, was hier den Sterblichen begegnet. Im Glück und Unglück werden wir von dir doch stets gesegnet. Wenn wirnur auch durch den Gebrauch so weise werden wollten, als wir, o Gott, es sollten! 5. Nicht unser Wille foll geschehn; du wählest fiets das Beste. Wenn Erd und Himmel untergehn, steht diese Wahrheit feste. O daß wir sie durch Leichtsinn nie an unfern Seelen schwächten, sie nie vertennen möchten! 6. Dann würde diese lebungszeit nicht traurig uns verschwinden, des Lebens Wi 286 Pflichten gegen Gott. Widerwärtigkeit uns nie mals muthlos finden. Dann sähen wir, voll Hoffnung hier, mit Balmen und mit Kronen den Ueberwindern lohnen. 47. Gott, beilige du selbst mein Herz, damit ich dir vertraue und mit Gelaffenbeit im Schmerz hinauf gen Himmel schaue. Einst preis auch ich auf ewig dich für überstandne Leiden im Lande fichrer Freuden. 5. Mit ruhigem Gemü the, verlaß auf ihn dich fest, weil seine Batertreue dich ewig nicht verläßt. Was ist das größte Leiden, das dir Mel. Befiehl du deine Wege 381 Christ, wann dich begegnen kann, bricht einst des Trübsal fet, vertraue nur dem Herrn! Er, der die Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. vergessen; so höre, was er spricht: 4. Ist auch der Mütter Eine, die ihres Kinds vergißt? Dent an dieß Wort und weine Gott Freudenthränen, Chrift! Und fönnt sie es vergessen; will ich doch deiner nicht, ich deiner nicht vergessen! Der Herr ists, der es spricht! 3. Sei froh, dein Gott regieret, sein Rath ist wunberbar. Einst wirst du über führet, daß er der beste war. Und denfest du vermessen; der Herr erbarmt sich nicht, der Herr hat mein ewgen Friedens an? ryse Mel. Wer nur den lieben Gott Erwach aus deinem Schlum: 382 Mein Hort ist mer, zu dich; er siehet deinen Kummer; er liebt dich väterlich! 2. Sei auch in deinem Leiden ein Christ, voll Muth und Kraft; einst fommen deine Freuden, bleibst du nur tugendhaft. Erwarte nur im Glauben getroft die Ewigkeit; wer kann das Heil dir rauben, das ewig dich erfreut? laß ich walten; ich hoff auf ihn: er fennet mich). Ihm fehlts, die Seinen zu ers balten, an Mitteln nie, und sein bin ich! Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 2. Was quäl ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein, das ist meines Her zens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stärke mich; denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit + 3 t t 1 1 Vertrauen auf Gott. mit weifer Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; er hat ein väterliches Herz. 4. Gott ist die Lieb, wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Chrift? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Trost, der nimmer trügt und je den Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! Dann nehm ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugefaget bat! Mel. Kommt Her zu mir 383 rfülle reblich deine Pflicht und hoffe dann mit Zuvers sicht: Gott sorgt mit Vaterliebe für deines Lebens wahres Glück! Zu ihm erhebe deinen Blick, wär auch dein Himmel trübe! 287 3. Oft führt die dornenvolle Bahn weit sichrer dich zum Ziel binan, als sanfte Blumenpfade. Drum dulde fromm, mit festem Muth! Was Gott, der Menschen Vater, thut, ist Weisheit, Huld und Gnade. 4. Doch deines Gottes dich zu freun, im Sturme, wie im Sonnenschein, Beruhigung zu finden, benutze selbst gewissenhaft Verstand und Zeit und jede Kraft, dein wahres Wohl zu grünbden. 2. Die Wolten werden sich verziehn, im milden Son nenscheine blühn dir wieder neue Freuden. Oft wird zur Wohltbat dir der Schmerz; veredelt werden Geist und Herz durch Prüfungen und Leiden. 5. Daß ich gewissenhaft und treu in meinem Amt und Stande sei und meine Pflicht erfülle: zu dem Entschlusse stärke mich, und dann vertrau ich, Gott, auf dich! Herr, es gescheh dein Wille! In eigener Melodie. 384 Sollt ich meinem Gott nicht trauen, der mich liebt so väterlich? der so herzlich sorgt für mich? Sollt ich auf den Herrn nicht bauen, welcher unbewegt und fest, ſeine Stinder nie verläßt? 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Noth: er steht bei mir bis zum Tod; er weiß, was mein Herz erquidet. Seine Lieb und Vatertreu wird mir jeden Morgen neu. 3. Der Pflichten gegen Gott. 288 3. Der die Vögel alle nähret, föniglich die Blumen schmückt, jedes dürre Land erquickt, Speife jedem Wurm gewähret: sollte der verlas sen mich? Nein, weit mehr, als sie, bin ich! 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich nur in Frömmigkeit suche meine Seligkeit und sie über Alles achte: segnet Gott mir früh und spat Wort und Werke, Rath und That. 5. Heiter sei ber andre Morgen, oder nicht: was fünftig ist, quält mich nicht, ich bin ein Christ. Ich las meinen Vater sorgen, froh bei Allem, was sein Rath über mich beschlossen bat. 6. Gott sei Lob! Was mich erfreuet, stehet unerschütterlich; er, der Höchste, sorgt für mich. Ewig wird ers mir beweisen; Seele, freue seiner dich! Ewig sorget Gott für mich! Mel. Wer nur den lieben Gott 385& ntfchwinge dich, mein Geist, ben Nächten, in welche dich die hienieden des Menschen ungewisser Schritt; was Gottes Vorsicht ihm beschieden, was ihn erfreute, was er litt, klärt sich am Ziel von seinemLauf für ihn als gleiche Wohlthat auf. 3. Dort findest du, von Licht umfloffen, auch deiner Erdenthränen Lohn. Schau, ihre Saat ist aufgeschoffen; fie blüht der nahen Aerndte schon. Im Kummer ward sie ausgestreut; bald reift sie für die Ewigkeit. 4. Drum heb empor die trüben Blicke, wenn sich in Nacht dein Weg verliert! Dich leitet Gott. dent zurücke, wie gut er immer Dunkel um dich lag, das dich geführt; wie oft, wann Licht dir selbst aus Nächten brach! 5. Gott! gnädig, wenn du uns erhörest, oft gnädiger, wenn du den Plan, den unfre Thorheit schuf, zer störeft, dich, Vater, bet ich findlich an. Ich hoff auf dich mit festem Muth: denn was du sendest, ist mir gut. Schwermuth bült! Willst 6. Die Liebe hat den Pfad du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Jetzt kennst du, was bir gut ist, nicht; einst strahlet dir ein höhres Licht. bestimmet, den ich auf Erden wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen frümmet, ich geb ihn, hoher Ahnung voll. Einst werd ich in des Himmels Höhn ganz deiner Führung Weisheit sehn. 2. In Finsternissen wankt Mel. Vertrauen 3 Mel. Fröhlich soll mein 386 Warum willst du gen. banges Herz, dir zum Schmerz, immer ängstlich sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen? Nur da zu, dir die Ruh ohne Noth zu nehmen. nordi 2. Wer, als Gott, gab mir das leben? Wer, als er, hat bisher Alles mir gegeben, was, mein Leben zu erhalten nöthig war? Immerdar laß ich, Gott, dich walten. 3. Der das Größre uns gegeben, einen Geist, der ihn preist, diesen Leib, dieß Leben, wird uns auch das Kleinre schenken. Sein bin ich; auch an mich wird er liebreich denken. 4. Was auf meiner Lebensreise mir noch fehlt, ner je vergessen? Er, mein Heil, hat mein Theil längst mir zugemessen. auf Gott. 289 Väterlich liebt er mich; ihm will ich vertrauen. Mel. In allen meinen Thaten was mich quält, weiß er, 387 Was soll ich der er 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier, auf Triften? Kleidet er des Grafes Blume nicht mit Bracht seiner Macht, seiner Huld zum Ruhme? 6. Nur auf mich sollt er nicht achten? In der Noth ließ mein Gott hülflos mich verschmachten? Nein, mir soll vor Nichts mehr grauen. Zeit und Kräfte; widmen fie spät und früh nützlichem Geschäfte; immer gehn auf seinen Wegen: wird es mir dann allhier mangeln je an Segen? S 8. Vor der fernen Zukunft zagen will ich nicht; es gebricht keinem Tag an Plagen. Heute leb ich; bin ich morgen nicht vielleicht schon erbleicht? Warum will ich sorgen? 9. Sorge du nur; ich befeble glaubensvoll, wie ich soll, dir, Herr, Leib und Seele. Sorge du; bir halt ich stille; ich soll bein ewig fein: es gescheh dein Wille. flagen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele tein wahres Wohlsein fehle; genug zum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nützt es, ängstlich sorgen und jedem neuen Morgen mit Furcht entge gengehn? Du, Vater meiner Tage, kennst, eh ich dirs noch flage, mein Leid und eilft mir beizuftehn. 3. Auf deinen Wink zu schauen, dir findlich zu verN trauen, Pflichten gegen Gott. 290 trauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will fie treulich üben und dich, mein Bater, lieben; denn du versäumst die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleideft und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, fiebst Alles, was mir feblet. Drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die oft veral and borgen an Herzen nagt, werf ich auf dich, den 388 Watt regiert Mel. Was Gott thut, das ist as zagst du? Treuen; du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen und sich nach Hülfe sehnen, so flag ich dirs, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele, du hörst, du hilfst, du fegneft gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben und deinen Sohn geschenkt; du wirst mir Alles schenken und stets zum Besten lenken, was mich befümmert, quält und kränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es meinen, doch stets nach weisem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch bein Rath voll Liebe; das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan, kann ich doch deß mich trösten; du nimmst mich, den Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bei der Frommen Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt Da bring ich dir mit Freuden, nach überstandnen Leiden, den Dant, der deiner Huld gebührt. die Welt; und Gott ist ja allmächtig. Den Arm, der dieses Weltall hält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresfluth und Feuersgluth uns schon ereilet hätten, so fann er doch noch retten. thi 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist ja allwissend. Selbst was dein Herz verborgen hält, ist dennoch ihm wohl wissend. Sein Auge sieht in dein Gemüth. Die Bitte, die du thateft, ver nahm er, eh du bateft. 3. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist der Allweise. Stets dient der Weg, der ihm gefällt, zum Heildir, ihm zum Preife. Er führt gewiß durch Finsterniß, durch jede Nacht der Vertrauen auf Gott. der Leiden zum Lichte rei ner Freuden. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt und ist allgegenwärtig. Der Fromme, der an ihn sich bält, ist seines Heils gewärtig. O glaub es gern! Gott ist nicht fern; er, wo auch Jeder walle, bält allenthalben Alle. 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist ja die Liebe. Nichts ist, was dem, der ihm gefällt, ein Quell des Elends bliebe. Auf, faffe Muth! Selbst Jesu Blut sagt dir bei je dem Leiden: Gott segnet uns mit Freuden. 6. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist auch geduldig. 3war, wenn er vors Gericht uns stellt, sind selbst die From men schuldig. Doch sein Gericht trifft Fromme nicht. Drum sei gewiß, er schone auch dein in seinem Sohne. 291 wir? Ein Gott erzieht durch Freuden und durch des Schmerzes Druck uns hier! Was ist des Lebens Leiden? Ein ernster Streit um Seligkeit. Es mag uns übel gehen: wir werdens überstehen! 7. Nun, Gott! da du die Welt regierst; wie dürft ich ängstlich zagen? Ein Leid, in welches du mich führft, soll nie mich nieder schlagen. Ich hoff auf dich. Du läffest mich bald deine Hülfe schauen. Dir, dir will ich vertrauen. Mel. Was Gott thut, das ift 389& in Gott regiert! 2. Wir werden, was am Herzen nagt, mit Hoffnung überleben und über Alles, was uns plagt, uns fiegend einst erheben. Die Welt vergeht, der Geist besteht. D laßt den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 4. Der Gott, durch welchen Alles ist, der selber im Gewimmel der Thiere feines Wurms vergißt, der unter seinem Himmel, was lebet, speist, wird unsern Geist für Licht und Heil erhalten. O laßt den Höchsten walten.dki on ni 5. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfal len und zerstäuben! So brohe Krankheit, Tod und Grab! Des Schöpfers Huld wird bleiben. Er leitet Was zagen gut, wir haben Muth; es N 2 mag 3. Der Geist erkennt des Höchsten Spur, des Vaters Macht und Milde im großen Reiche der Natur, in Wäldern, im Gefilde, im fleinsten Wurm, im Win tersturm, im Frühlingsschmuck, im Regen und in des Herbstes Segen. 292 Pflichten gegen Gott. mag uns übel gehen: wir Freudenstunden, er weiß werdens überstehen! 6. Wir zagen nicht: du, Gott, regierft, und wenn du Menschenherzen durch Leiden für das Gute rührst, so segnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth: find wir nur gut, so mags uns übel gehen: wir werdens überstehen! wohl, wann es nüßlich sei. Wenn er uns nur bat treu erfunden und merket keine Heuchelei; so kommt Gott, eh wirs uns verfehn, und lässet uns viel Guts geschehn. sirdi 5. Dent nicht in deiner Drangsalshiße, daß du von Gott verlassen seift und is fige, den alle Welt für In eigener Melodie.der dem Glück im Schooße 390 Wer er nur den glücklich preist! Die Zu funft ändert oft ſehr viel und seßet Jeglichem sein Ziel. lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchften, traut, der hat auf keis ren Sand gebaut! 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Web und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man balte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsersGottes Gnadenwille, wie sein Allwissen- id heit es fügt! Gott, der uns ihm hat auserwählt, 6. Es find ja Gott sehr leichte Sachen und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Er ist der Herr, der Jedermann leicht hoch erhöhn, leicht stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, ver richt das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher feine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht.# 3 Gebet. Tie der weiß auch sehr wohl, Mel. O Gott, du frommer Gott was uns fehlt. 4. Er fennt die rechten 391 A mich nicht Gott, ver laß reich JoGebet. ing 293 reich mir bie Gnaden- ben, christlich leben und bände, daß ich die Bil grimschaft des Lebens wohl vollende! Irr ich im finstern Thal: so sei du selbst mein Licht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz! Ach Gott, verlaß mich nicht! selig sterben mag, um dich von Angesicht zu Angeficht zu schaun! Ach Gott, verlaß mich nicht! ih u sigt 190 Mel. Wer nur den lieben Gott 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht; lehr deinen Weg mich wallen und laß mich nimmermehr in Sünd und Thorheit fallen! Gib mir den guten Geist, gib Glaubenszuversicht; und wann ich straucheln will, Gott, so verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren und laß zu rechter Zeit mir Hülfe widerfahren. Ist mein Gemüth in Angst, erzittr' ich in der Noth: o so verlaß mich nicht mit deinem Trost, Gott! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht; gib Wollen und Vermögen; in allem meinem Thun begleite mich dein Segen! Die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, ver dir gedeihn! Ach, Gott verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht; bilf, daß ich dir ergeben voll Lieb und Hoffnung sei, recht glau o 392 Dein Seil, Christ, nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein findlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Er ist die Liebe selbst; er hört, was seiner Kinder Herz begehrt.tor Tun 2. Erhebe dich zu feinen Höhen mit Dank und Flehen oft und gern. Er läsfet, was dir nützt, geschehhen, ist, dir zu helfen, niemals fern; er thut, so du nur zu ihm flebst, mehr, als du bittest und verstehst. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Menschen Flehn? Er will blos deine Seligkeit, wenn er zu beten dir gebeut. 4. Sagt Gott nicht: Bittet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht bein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt fich, Gottes Freund zu sein, N 3 und 294 und stößt das ihm bestimmte Glück feindselig gegen sich zurück. thisont nou 5. Sein Glück von dir, o Gott, begehren, wie leicht, wie füß ist diese Pflicht! Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das meine Seele nicht! Gebet gibt Muth; Gebet gibt Kraft zur Dämpfung jeder Leidenschaft. Pflichten gegen Gott. 6. Was kann zum Fleiß in guten Werken mir träftiger den Geist erhöhn? Was mehr in Leidensstunden stärken, als gläubig, Gott, auf dich zu sehn? Ich treffe nichts auf Erden an, was mich so sehr er quicken kann. 7. Gott! laß mich nicht mein Heil verscherzen, gib Lust und Kraft mir zum Gebet! Und wenn aus reinem, frommem Herzen mein Mund zu dir um Hülfe fleht, so höre mich von deinem Thron durch Jesum Christum, deinen Sohn! In eigener Melodie.is d 393 3 tomme vor dein Angesicht; verwirf, o Gott, mein, Flehen nicht: vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und der Huld! 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb und Furcht vor dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dant, ein ruhig Herz mein Lebenlang! inde 3. Sei mein Beschützer iu Gefahr: ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schredt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand; erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort! 5. Laß, deiner Liebe mich zu freun, sie stets vor meis nen Augen sein! Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig feins komt on 6. Das ist mein Glüd, was du mich lehrst. Das fei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht und treu in allen meinen Pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meis ner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; bei Wenigem Zufriedenheit; zur Arbeit Muth und Heiterfeit. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß: so laß mich mä I = Sebet.s to mäßig im Genuß, so laß mich mild und gütig sein und dürftge Brüder gern erfreun! 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nütz und dankbar sei; doch, ste zu schonen, zaghaft nie mich einer höhern Pflicht entzieh! 11. Erwecke mir stets einen Freund ders treu mit meiner Wohlfahrtmeint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel und werden meiner Tage viel: so sei, Herr, meine Zuversicht; verlaß mich auch im Alter nicht! 13. Und wird sich einst mein Ende nahn: so nimm dich meiner gnädig an und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! 295 Herz, Gott ist ein Geist. Wie kann es dir an Worten fehlen, wenn nur bein Herz dich beten heißt? Der Glaub an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Wer das, was ihm zum Frieden dienet, durch Beten sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erfühnet, wasEr nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell vergißt, was er ihm schwur, der spottet seines Schöpfers nur, Mel. Wer nur den lieben Gott 394 mm betend oft Ko und mit Vergnügen, o Chrift, vor Gottes Angesicht. Nie müsse Trägheit dich besiegen in der Erfüllung dieser Pflicht! Dübe sie zu Gottes Preis und deinem Heil mit treuem Fleiß! ure 2. Bet oft in Einfalt reiner Seelen: Gott sieht aufs 4. Bet oft zu Gott und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist! Bet oft zu Gott und fühl im Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt! Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft. Er gibt den Müden Trost und Kraft. 5. Bet oft und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern satt! Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet bat! Oft irrtest du: er trug Geduld; erkenn und preise feine Huld! 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe das Wunber der Barmherzigkeit deß, der mit seinem theuren Blute uns von der Sünde Joch befreit; und eigne dir, zu deiner Rub und Heiligung, sein Opfer zu!! 11911 N 4 7. Bet 296 7. Bet oft; Gott wohnt an jeder Stätte, an keiner minder oder mehr; dent nicht: wenn ich mit Vielen bete, so find ich eh'r bei Gott Gehör. Ist, was du wünschest, recht und gut, so fei gewiß, daß Gott es thut! 8. Doch säume nicht, in den Gemeinden auch öffentlich Gott anzuflehn und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu erhöhn! Fühl der vereinten Andacht Werth, die deine eigne stärkt und nährt! 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind Eines Leibes Glie der; es sei kein Glied des andern Feind! Solch Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe iſt. Pflichten gegen Gott. 10. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb und Eifer nicht ertalten und reich an guten Werken sein. Denn Muth und Kraft und Seelenruh sagt Gott dem frommen Beter zu. Gott thut, das ist Mel: Was Gott the 395 Welchhohes Vorrecht schenkst du mir, o du, dem Seraphinen mit Ehrfurcht und 108 S mit Dankbegier im höhern Leben dienen! Es darf mein Geist, wie schwach er heißt, sich aus dem Staube schwingen und betend zu dir dringen. 2. Ich darf mit froher Zuversicht vor deinem Thron erscheinen, und du, mein Gott, verwirfst mich nicht; du zählst mich zu den Deinen, du zeigest dich mir väterlich. so oft ich zu dir trete und findlich vor dir bete. 3. Erstidt die Sinnlichkeit in mir des Herzens fromme Triebe, so stärkt mich das Gebet zu dir in neuer Tugendliebe. Was sündlich ist, kann ich als Christ durch deine Kraft bezwingen und so den Sieg erringen. 4. Gebricht es mir an sanftem Sinn, an Liebe gegen Brüder; so flieh ich betend zu dir hin und hasse nun nicht wieder. Mein Herz verzeiht mit Freundlichkeit und sucht der Feinde Schelten mit Großmuth zu vergelten. 5. Betracht ich im Gebet mit Schmerz mein fehlervolles Leben; so wird und tann sich nie mein Herz, von Stolz gereizt, erheben. Ich fleb zu dir; verzeihe mir! und du willst gern verzeihen und mich mit Trost er freuen. 6. Wenn HomGebet. 297 6. Wenn Kummer mich nem Gott. Dieß kann mir zur Erde zieht und wenn Kraft in Schwachbeit geben, mich Sorgen quälen, wenn Geduld und Muth in jemir des Lebens Glück ent- der Noth, bei jedem Gram, flieht und edle Freunde feh- bei jedem Schmerz ein rulen; so wend ich mich ge- biges, zufriebnes Herz. troft an dich: du lehrst mich mit Entzücken im Elend Heil erblicken. 2. Wie kann ich Troft und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt, wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 7. In stillen Stunden dent ich oft: Was seid ihr, eitle Freuden? Ach, wie geschwind, wie unverhofft verfehrt ihr euch in Leiden! Und denk ich dieß, so fühlt gewiß mein Herz sich ange- 3. Muß ich um des Getrieben, nur dich, Herr, wiffens willen ein Spott zu lieben. der bet ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott: Er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 8. welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufsgeschäften! Du lobnest dem, der zu dir fleht, mit Weisheit und mit Kräften. Wer bir vertraut und auf dich baut, den frönest du mit Segen auf allen seinen Wegen. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wenn mich ein Feind zu fränken sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unverstande flucht. Nein, meine Rach sei ein Gebet, das Gnade ihm von Gott erfleht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht flagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Trost in die sem Kummer an. Wer ihm jeid Leid mit Zuversicht entdecket, den verwirft er nicht. N 5 6. Ruf 9. Du Geist der Kraft und des Gebets, du Geist der reinsten Liebe, erweck und stärke du nur stets zur Andacht meine Triebe! Und tann ich nicht mit Zuversicht zu meinem Vater treten, so lehre du mich beten! Mel. Wer nur den lieben Gott 396 Mein ein bester Trost in diesem Leben ist ein Gebet zu meistod 298 Pflichten gegen Gott. 6. Ruf ich ihn an bei Wahn, was mir gebricht, dem Geschäfte des Standes, das müsseft du gewähren; den er mir verlieh: so fleb nicht, Wunder von dir zu ich nie umsonst um Kräfte; erflehn; nicht, andern Pflichder Gott der Stärke gibt ten zu entgehn; nicht, träge mir sie. Er gibt aus väter dich zum Segen durch Bitlicher Huld mir Segen, ten zu bewegen. No Klugheit und Geduld. 7. Wenn, böser Lüste Macht zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht: dann bitt ich Gett: er hilft mir kämpfen, er gibt mir Muth zu jeder Pflicht; und stark durch meines Gottes Kraft, besteg ich jede Leidenschaft. 8. Wann ich im letzten Kampf des Lebens bei Nie mand Hülfe finden kann; so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wann die Sprache mir vergeht, selbst meine Seufzer noch versteht. Mel. Ermuntre bich, mein 397 Wie ie sanft, mein Vater, ist die Pflicht, als Kind zu dir zu treten, voll Demuth und voll Buversicht zu dir, o Gott, zu beten! Welch Glück, das Alles übersteigt, wird im Gebete mir erzeigt, wenn ich mit Kindestreue mein Herz, o Gott, dir weibe! 2. Allwissender! zwar bet ich nicht, um dich erst zu belehren: nicht mit dem 30TH 39 2.8 3. Nein, guter Vater, nur um dich recht innig zu empfinden, zum Dank, zur Ehrfurcht feierlich die Seele zu entzünden, zur Demuth Liebe, Freundlichkeit, zu findlicher Ergebenheit, zum Fleiß in guten Werken mein Herz vor dir zu stärken. 4. Dann, wenn ich in der Einsamkeit mein Herz zu dir erhebe, dir, Vater, voll Zufriedenheit mein Schicksal übergebe; dann schöpf ich für die Tugend Kraft, Muth in dem Kampf mit Leidenschaft, Erquickung in dem Leiden und Hoffnung ewger Freuden. 5. Mit keiner Welt ver tausche ich die wonnevollen Stunden, wo betend dich mein Herz, o dich, mein Bater, hat empfunden; wo ich mit Thränen vor dir stand, tief deine Baterhuld empfand, die liebevoll mich führte, mit Weisheit mich regierte. 6. Wie wird vor deinem Angesicht der Christen Glaube wichtig; wie warm mein Herz für jede Pflicht, zu jeder Tugend tüchtig! Wenn böfe Gebet.othing 299 wir widerfährt, von dir, der alle Menschen liebt und allen gern das Gute gibt. 3. Wenn ich vor dich, mein Vater, trete, dir meinen stillen Wunsch vertrau; wenn ich in meiner Kammer bete und auf zu dir nach Hülfe schau: dann ſei mein Geist von Heuchelei und ganz von Eigendünkel frei! 4. Nie müss ich das von dir begehren, was deine Weisheit nicht erlaubt; nie bitten, das mir zu gewähren, was Andern ihre Wohlfahrt raubt! Denn du erhörest kein Gebet, das zu des Andern Schaden fleht. 5. Wünsch ich mir Güter dieser Erde, so sei auch dies mein herzlich Flehn, daß ihr Besitz mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu erhöhn, daß ich, von Geiz und Habsucht fern, mit Weisheit sie gebrauchen lern. Wer nur den lieben Gott dic, o Gott, 6. ich bei kum398 3 Herz er- mervollen Leiden von ihrer Last mich frei zu sehn und sehn ich mich nach Lebensfreuden: so laß mich doch um das nur flehn, was deine Weisheit, Gott, beschließt und was mir gut und nützlich ist! s7. Dann wird dir mein Gebet gefallen, und nie werd ich mich trostlos sehn; du, Herr und Vater von uns allen, erhörst gewiß mein N 6 findte böse Luft in mir sich regt, eil ich, von deinem Geist bewegt, mich im Gebet mit Thränen nach Kraft von dir zu sehnen. 7. Dein dent ich, froh von Dank gerührt, wann ich mich niederlege, die Pfade, die du mich geführt, bewundrungsvoll erwäge. Dich rühm ich, wann nach sanfter Nacht zu neuer Luft mein Aug erwacht, das die Natur entzücket, zu neuer Lust erquicket. 8. Bin ich am Ziel von meinem Lauf zu schwach, noch laut zu beten; dann blick ich, Gott, zu dir hinauf und will im Geiste befen. Noch sterbend, Vater, dank ich dir, der du so vie les Gute mir im Leben gast erwiesen. Sei ewig, Herr, gepriesen. 1132 Del. beben, zu dir mit frommer Andacht fleon, um uns zum Guten zu beleben und unsre Tugend zu erhöhn, ist dein Befehl und meine Pflicht und stärket meine Zuverficht, o 2. Laß diese Pflicht mich nie vergessen; laß mich betannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dank ermessen, welch Heil von dir 300 Pflichten gegen Gott. findlich Flehn; gibst mir im Glück Zufriedenheit, Trübsal Ruh und Heiter- odsto teit. Barmherzigkeit vor dir im in Tode finden! In eigener Melodie. Mel. Es ist das Heil uns 400 Nicht um Reichthum, nicht 399 Sott, beine Güte um Ehre bitt ich, Gott, reicht so weit, soweit die Wolfen gehen; du frönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns bei zustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich will vor dir beten! mein Vater, dich. Wenn ich Weltbesitzer wäre: ohne dich, wie arm wär ich! Nicht um thränenlose Tage steigt mein Flehn zu dir hinan; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann. 2. Ich bitte nicht um leberfluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen! 2. Weisheit nur, dich zu erkennen, dich in Freude, dich im Schmerz meinen Vater froh zu nennen: dieß erflehet fich mein Herz. Dankgefühl bei deinen Gas ben, Lust am Guten, Freud in dir und Gewissensruh zu haben: dieß. Algütger, wünsch ich mir. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe! 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben! In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur 3. Kraft und Muth und Herzensfreude, meinen Nächsten wohlzuthun; Troft und Stärke, wenn ich leide, sanft und still in dir zu ruhn: Muth, die Laster zu bekämpfen, ihre Reize zu verschmähn, jede Leidenschaft zu dämpfen, dieß, Herr, ist mein tindlich Flehn. 4. Nur auf deinen Willen sehen, dich, o Gott, sonst Niemand scheun, fest in deiner Liebe stehen und dir, Bater, ähnlich sein; diesen heißen Wunsch zu stillen, wer vermag es? Du allein. Ja, 310 Ja, um deiner Liebe willen wirst du, was ich bat, verleihn. Gebet.sibile? Das Gebet des Herrn. In eigener Melodie.[ 401 Vater, ben uns Jesus offen baret, den der Geist mit hoher Andacht nennt; Vater, den kein Himmel von der Erde, feine Welt von seinen Kindern trennt! 2. Hochgelobet sei dein großer Name, angebetet deine Herrlichkeit! Heilig ehre dich der Mensch im Staube von der Wiege bis zur Ewigkeit! 3. Dein Reich tomme! Jenes Reich des Friedens, das durch Weisheit und durch Liebe blüht; jenes Reich, das Jesus Christus baute, das die Menschen für den Himmel ziebt! 301 6. Wenn wir auf dem Pfad der Tugend straucheln, so vergib uns Schuld undMissethat; so wie wir auch gern vergeben wollen, wenn ein Nächster uns gefränket hat. de 7. Schüße uns in der Bersuchungsstunde, wo die Tugend mit dem Laster ringt; laß uns auf die Himmelstrone blicken, wenn die Erde unser Herz umschlingt! 8. So erlöse uns von allem Ulebel, bas den Geist und unser Herz bedroht! Gram und Reue werden dann verschwinden, und wir siegen über Welt und Tod. 9. Dein, Herr, ist das Reich, die Macht und Stärke! Ewig wäbret deine Herrlichkeit! Alle Himmel rühmen deine Ehre und dein Tempel ist die Ewigkeit. 4. Es gescheh dein Wille hier auf Erden, wie in je nem hohen Geisterreich; und die Wahrheit und die Tugend mache alle Menschen beinen Engeln gleich! 5. treuer Menschenvater, gib uns, was wir brauchen in der Noth! Ach, wir bitten nicht um Gold und Schätze; gib uns, Herr, Bufriedenheit und Brod! and Fürbitte für den Regenten und die Obrigkeit. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften, 402& sfreu der Fürſt Landes fich, Gott, deiner allezeit; sein Auge sebe stets auf dich! sein Herz sei dir ge weiht! 2. Begnadigt, Herr, mit beiner Kraft und beines N 7 Gei 302 Geistes voll, gedenk er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll! 3. Sehr groß und schwer ift feine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir, wie sehr braucht er vor Andern Licht und Rath und Kraft von dir! vir Verleih 4. Verleih ihm das! Wenn er begehrt. dir ähnlich, Gott, zu sein, so bilf ihm, in dein Bild verklärt, sein Volt, wie du, erfreun! 5. Er fördre willig dei nen Ruhm; er denke gern daran: das Land sei, Herr, dein Eigenthum und er dein Unterthan! i 6. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn Pflichten gegen Gott. ihn her zu jeder Tugend Muth! Gouring 11. Verdienste heb er gern empor; er folge weisem Ratb und öffne freundlich Herz und Ohr, wenn ihm ein Armer naht! 12. Auch ihm bestimmtest du das Ziel, das er erreichen soll: Herr, mache seiner Tage viel und jeden fegensvoll! 9. Um feinen Thron sei immerdar Redt und Gerechtigkeit, und dann beschüß ihn in Gefahr, wann ihm und uns sie dräut! id 10. Sein eignes Beispiel wirke mehr, als jede Strafe thut, und es verbreite um 13. Sein werd in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Dant gedacht! Erhör uns, Gott, dann jauchzen wir und preisen deine Macht. Allgemeine Fürbitte. id prak Mel. Wo Gott zum Haus nicht verordnet ist, ſei deiner 403 Für alle Men und edler Mensch und Chrift! 7. Er zeig in seinen Thaten sich als deinen treusten Sohn! Den Lastern sei er fürchterlich, der Tugend Schutz und Lohn! beten wir, o Höchfter, wie für uns, zu dir. Du, der du Aller Vater bist, gib Jedem, was ihm heilsam ist. 8. Der Unterthanen Liebe sei sein edelster Gewinn und tein gerechter Seufzer schrei um Rache wider ihn! 2. Dir tönet unser Lobgefang: wir bringen Ehre dir und Dank, daß du sie alle, alle liebst und liebend allen Gutes gibst. 13. Deß freun wir uns; dieß preisen wir und beten herzlicher zu dir für Alle, die dein hoher Ruf, wie uns, o Gott, zu Menschen schuf.sto sta d4. Nimm Aller väterlich dich an und leite fie auf ebner Bahn; es sei zu deinem no Dant..sting nem Preis und Ruhm ein jedes Volk dein Eigenthum! 5. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück; und wer von dir sich führen läßt, der wird im Guten tren und fest! 6. Entreiß der Laster Tyrannei die Sünder; mache, Gott, sie frei, daß sie der Tugend Pfade gehn und freudig einst dein Antlik sehn! adid 7. Gib allen Menschen frohen Muth; bewahr ihr Leben und ihr Gut; laß ihrer Hände Werk gedeihn, verdiente Achtung sie erfreun 8. In ihrer Noth verlaß sie nie; und sind sie traurig, tröste fie! Gib ihnen hier Zufriedenheit und dort der Frommen Seligkeit. 9. Wir alle, einst den Engeln gleich, erheben dich in deinem Reich und ewig, ewig danken wir, dir, unfer aller Vater, dir. sid medis Dant. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 404 Du bists, dem Ehr und Juhm gebührt, und das, Herr, bring ich dir. Mein Schidfal hast du stets regiert und stets warst du mit mirando en 150 303 2. Wenn Angst und Noth sich mir genaht, so hörte Gott mein Flehn und ließ durch seinen gnädgen Rath mich nicht darin vergehn. 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sank und rief: Herr, rette mich! so half mir Gott. Mit welchem Dank, mein Gott, erheb ich dich? st wod 4. Betrübte mich des Feindes Haß: so tlagt ich Gott den Schmerz. Er balf mir, daß ich ihn vergaß, und gab Geduld ins Herz. 5. Wenn ich den richtgen Pfad verlor und mich verschuldet sab, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Hülfe war mir nah. 6. Oft, wann nach Troft die Seele rang, Gott fich von mir gewandt, rief ich voll Sehnsucht: Herr, wie lang! Und mich hielt seine Hand. 7. Er half; noch hilft er stets, der Herr, denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er und gibt zur Tugend Muth.d 8. Herr, für die Leiden dank ich dir, dadurch du mich geübt, wie für die Freuden, welche mir dein milder Segen gibt! 9. Dir dant ich, Herr, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck in 304 Pflichten gegen Gott. in jeder Creatur, Gott, Herrn. Du hörst der Mendeine Freundlichkeit. _schen Flehn und du errettest gern. SITTI 10. Ich dante dir für deinen Sohn, der für mich Sünder starb und der zu beinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb.- 11. Lobt Gott in seinem Heiligthum! Erheb ihn, Volt des Herrn! Die Erd ist voll von seinem Ruhm; er hilft und rettet gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag ich außer dir nach allem Glück der Erde! Im Himmel donnerst du, und Schreden füllt das Land: doch fürcht ich Nichts; denn du deckst mich mit dei ner Hand. side dispu 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit balb uns verübergehn, will uns, nach turzer Prüfungszeit, zu ewgem Glück erhöhn. 4. Wenn ich die Himmel feb, die bu, Herr, ausgebreitet, der Sonne Maje stät, den Mond, den du bereitet; fo sprech ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst und daß du täglich uns unzählig Gutes 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, was er an bir gethan! Berehr und halte sein Gebot und bet ihn schentst! ne ewig an! Mel. Nun dantet Alle Gott 405 Dur urch dich, o großer Gott, durch dich bin ich vorhanden; die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn wenn du sprichst, geschiehts: wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du mir und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; bich preisen Erd und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an! Mein Heil kommt von dem 5. Voll Güte läßt du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis und Trank und füllst das Herz mit Freuden. Du dachtest mein, eh mich die Mutter noch gebar; ja, fahst mich, eh der Grund der Welt geleget war, sine 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben, und meiner Tage Zahl war in dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Schuß, du bist der Müden Ruh, ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du! 7. Wem sollt ich sonst vertraun, als dir, du Gott der Göt HaDant. thing Götter? wen ehren so, wie dich, mein Schutz und mein Erretter: wie sanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg: ich bin dein Schild und Lohn! 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben! Wie könnt ich einem Gott der Liebe widerstreben? Der Lasterbafte mag in stolzem Glücke blühn; mich soll er dennoch nicht in seine Neßze ziehn! 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Boses noch gelüst, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt ich nach Ehr und Ruhm mit Sünd und Unrecht trachten? Nein, Herr, wenn du mich ehrst, mag verachten! Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih; gib, daß mein Wandel stets dir wohlgefällig fei! 305 gethan. Seht, wir schöpfen, was wir haben, aus dem Strome seiner Gaben, jedes Gut, das uns entzückt, jeden Vorzug, der uns schmückt! Mel. Alle Menschen müssen sterben 406 Fe allet nieder! fallet nieder! Betet Gottes Hoheit an! Men fchen, Christen, Freunde, Brüder! viel hat er an uns 2. Keiner rühme seiner Stärke, seiner Kunst und Weisheit sich! Jeder rühme deine Werke, Vater, Jeder rühme dich! Voll von tiefer Demuth preise dich der Starte, dich der Weise! Ihre Kraft und ihr Verstand sind Geschenke deiner Hand. ta sigr 3. Dich, mein Vater, will ich loben, bemuthsvoll bis in den Tod. Ewig sei von mir erhoben über Alles, o mein Gott! Angebetet follft du werden, weil im Himmel und auf Erden Reiner dir an Größe gleicht, Keiner je dich ganz erreicht. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht 407 Alles haſt du mir gegeben, Gott, bin ich durch dich; du, nur du beglücktest mich! Glieder, Kräfte, Sinne, Leben, Triebe, Freiheit und Verstand gab mir deine Schöpferband. 2. Eh ich noch dich Vater nannte, eh ich reif zum Dasein war, eh ich Schmerzen und Gefahr, eh ich Glück und Freude kannte, sorgtest du schon väterlich für Pflichten gegen Gott. 306 für mein Dasein und für mtidy. vie 3. In den Jahren meiner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warntest du mich vor Gefahr, gabst du mir Gefühl für Tugend, segnetest du mein Bemühn, mich Verführern zu entziehn. p sind 4. Alle meine Lebensfreuden hab ich, Bater, nur von dir; Glück und Wohlfahrt gibst du mir, frohen Muth in meinen Leiden; und wie oft trägt deine Huld meine Fehler mit Geduld! dura madal no5. Täglich kann ich es erfahren, wie du deine Menschen so liebst, ihnen Schutz und Beistand gibst, fie vor Uebeln zu bewahren, wie du fie versorgst und nährst, ihnen manchen Wunsch gewährst. 6. Wie du stets mich weise führest, väterlich an mich gedenkst, Ulebel auch zum Guten lenfft, wie du mein Geschick regierest, meine Wohlfahrt zu erhöhn, lern ich immer mehr verstebni dop 7. Mit dem freudigsten Gemüthe fühl ich jeder Wohlthat Werth, die mir täglich widerfährt, preise deine weise Güte und erfleh auch fünftig mir Segen, Trost und Heil von dir. In eigener Melodie.1160 408 Hallelujah! Bringet Ehre, Preis und Ruhm, ihr Jubelchöre! jauchzt, Beseligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdenföhne, finget eure Jubeltöne; er, der Herr, beglückt uns gern! sate 2. Sollten wir dem Herrn nicht singen, ihm nicht Freudenopfer bringen? Er er schafft und er erhält! Tief im Staub verehrt ihn, Kinber! S under heißt er uns, uns Sünder: er ist Vater seiner Welt! Weil toim 3. Zwar sein Thron steht unerschüttert, und die weite Schöpfung zittert tief gebeugt vor ihrem Herrn; wenn gleich unsre Lieder schweigen, feht die Millionen Zeugen, laut verfünden sie den Herrn! O 4. Aber unsre Seelen heben sich zum Glück der Engel, leben schon des Himmels Leben hier. Wel che göttlich hohe Freuden, welchen Trost für alle Leiden, welche Ruhe fühlen wir: plom et fl 5. Wenn der Geist zu ibm sich waget, ein Gedant dem andern saget: Er ist Vater seiner Welt; still entzückend dem Gemüthe dann die Fülle seiner Güte sich zum großen Beugen stellt! sind si lasauna 6. Naht Jid Dant. ing 307 6. Naht euch zu ihm, und gut. Lob sei ihm imseine Kinder! Bittert nicht merdar! tistpili) sais S Mel. Lobt Gott, ihr Christen projendo? seid ihr gleich Sünder, Sünder ihr; die Lieb ist er! Denkt den göttlichen 410 Auf, Chriſten, Gedanken, fühlt ne, ihm zu danken: groß und gnädig ist der Herr! 7. Halleluja! Bringet Ebre, Breis und Ruhm, ihr Jubelchöre; jauchzt, Befeligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdenföhne, finget eure Jubeltöne; er, der Herr, beglückt uns gern! In eigener Melodie. 409 un banket Alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge) thut an uns und allen Enden, der uns so väterlich von unfrer Kindheit an bis diesen Augenblick unzählig Guts gethan! 2. Der ewig reiche Gott woll uns, bei unserm Les ben ein immer fröhlich Herz und edeln Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Noth erlösen hier und dort! 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und seinem heilgen Geist! Er, der vom Himmelsthrone voll Liebe auf uns sieht, bleibt, wie er ewig war, unendlich groß oft und Ehr dem Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd und Meer und alle Himmel hält! 2. Frohlodt mit jubelreichem Schall Gott, un serm höchsten Gut, der große Wunder überall, auch an uns Menschen thut! bl dn3. Von unsrer zarten Kindheit an hati er uns unterstützt, er, der allein uns helfen kann und gern uns hilft und schützt di dn 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was uns nährt und unsern Seelen auch schon hier Zufriedenheit gewährt. med toist 5. Er streut auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er fordert uns zur Tugend auf, die hin zum Glück uns führt; er ists, der unsern Lebenslauf mit weiser Hand regiert. 7. Er bleibt uns treu; sein Wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hält, kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der bessern Welt. 8. Singt, Christen, fingt ihm 308 ihm Breis und Dank für feine Gütigkeit! Einst wird fie euer Lobgesang noch mehr in Ewigkeit. Pflichten gegen Gott. wird Mel. Nun dantet Alle Gott was dir gefällt, was nüßet, was auf der Lebensbahn uns vor dem Fall beschüßet, was Muth im Leiden gibt, vor guten Menschen ehrt, haft du mich, guter Gott, von 411 Der bu von Ju- Kindheit an gelehrt. gend auf mit Huld und Vatergüte für mich, mein Gott, gesorgt, mit dankendem Gemüthe denk ich voll Rührung nach, was du an mir gethan, wie wenig ich verdient, wie schwach ich danken kann. 2. An treuer Aeltern Hand entfloh die erste Jugend: sie zeigten forgsam mir den Weg zur wahren Tugend. Wann ihre Stimme schwieg, sprach guter Lehrer Mund und machte redlich mir der Weisheit Schätze fund. d 3. Wie weit wär ich vielleicht vom Tugendpfad entfernet, hätt ich durch ihren Rath nicht die Gefahr geler net, zu der das Laſter führt: werden wir sein Raub; uns mache Leichtsinn, nie für ihre Lehren taub! 4. Wie Manchem ward das Glück, das du mir gabst, entzogen; wie Mancher von der Luft der Sinnlichkeit betrogen, weil ungewarnt sein Fuß nicht jene Schlange mied, die unter Blumen lauscht, verletzt, eb man sie sieht. 15. Was gut und edel ist, indi 6. Die echte Frömmigkeit, die nicht in Mienen heuchelt, die aus dem Herzen quillt, mit falichem Trost nicht schmeichelt, die Jesu Geist und Sinn nachahmt und in sich nährt, hast du von Jugend auf, mich, guter Gott, gelehrt. 7. Wie dank ich würdig dir? Durch Thaten will ich danken. Und wollte ja mein Fuß vom Tugendwege wanfen: o dann erinnre du mit deiner Gotteskraft durch mein Gewissen mich der schweren Rechenschaft. ssid Sid no sieddar seat Lob Gottes. tönt 1 Mel. Mein Gott, das Herz 412 Von allen HimHerr, ein froher Lobgesang. Bu dir, Anbetungswürdiger, steig auch der Menschen Dank! 2. Du brauchst zwar un sers Preises nicht, wirst durch ihn größer nie; doch bleibet stets dein Lob uns Pflicht: und, Gott, wie schön ist die! 3. Dich preisen, ist uns Seligkeit: bir danken, hobe Lust; schon hier fühlt, wer fich O 3 3 1 = t 3 " ● = 3 to Lob Gottes.big fidh deiner freut, den Himmel in der Brust. 4. Wir stammeln zwar dein Lob hier nur, so heiß das Herz auch glübt; denn deinen Ruhm, Herr der Natur erreicht tein sterblich Lied. 5. Doch du verschmähst das Opfer nicht, dos dir die Andacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu bir, Erhabner, schwingt. 6. So soll dein Lob tenn allezeit in unserm Munde sein; stets unser Herz voll Dankbarkeit sich deiner Güte freun. 11 sid Das Te Deum. In eigener Melodie. err Gott, dich 309 fie preifen ewig bich, o Herr! Auch deine ganze Christenheit preist dich auf Erden weit und breit, dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich Jesu Christ, des Vaters Sohn, und dich, o Geist, deß Wunderkraft in Sündern neues Leben schafft! Du Hoherpriester! du Prophet! du König, deß Reich nie vergeht! Du warbst ein Mensch, doch fündenrein, um uns von Sünden zu befrein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. Zur Rechten Gottes fitest du; mit Macht und Güte herrschest du. O der für uns geblutet hat, erwürgt für unsre Miffenicht; du bu that, im Grabe läsfest du kommst und hältst Gericht! Einst sei im Himmel ewges Heil mit allen Frommen unser Theil! Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist! Leit uns durch unsre Prüfungszeit den Weg zur froben Ewigkeit! Die Erd ist auch dein Heiligtbum! Auch fie erfülle stets dein Rubm! In dieser unsrer Pilgerschaft ist, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Es ist ein reines, helles Licht; wer ihm gehorcht, der fündigt nicht; und wer noch fällt und es be413 Herr Gott, wir danken dir! Der Höchste ist von Ewigteit! Er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preist, Gott Vater, dich! dich, Sohn! dich, Geist! Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle fingen ihm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unfer Gott! Heilig ist unser Gott, der allgewaltge Gott! Weit, über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit! Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schaar, der Lehre Jesu Märtyrer, 310 Pflichten gegen Gott. bereut, der findet da Barm- für mich von seinem Se herzigkeit. Die Erd erfüll, gen? sd Jom Herr, stets dein Ruhm, so 4. Wem blüht das Thal? wie des Himmels Heilig- Für wen erhebt sich das thum! Amen! mid du Gebirg? Wem tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert Mel. Mein ganzer Geist, Gott sich das Meer? Wem lebt der Thiere zabllos Heer auf seinen grünen Triften? Quellen riefeln, Winde wehen, Flüss und Seen werden Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre. 414& rtöne, feiernder Gefang, An betung Gott und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Men schen Loblied gern, obgleich die Engel ihm, dem Herrn, in höhern Pfalmen fingen. Darum bat er mit den Hee ren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch mich gerufen. 5. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmütken. Noch strömt ihr Freudenquell für mich; noch ist sie schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Seine Güte wird die Werke seiner Stärke stets erhalten, schüßend über mir auch wal ten. sid lucht To 6. So hat der Herr an mich gedacht! So sorgt für mich die Huld und Macht, die mich so hoch erhoben! O strömt aus meiner vollen Brust, strömt hin, Em pfindungen der Lust, den Gütigen zu loben! Schö pfer! Bater! dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele! od of 4510 stoilmao els In eigener Melodie. mir nicht alle Wälder, alle 415 Lobet den HerFelder froh entgegen, reich ren, gd tigen 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! er sprach zu feinen Himmeln: Seid! und zu dem Erdkreis: Werde! Da standen sie voll Reiz und Bracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie ers ausrief, da begonnen tausend Sonnen und er hellten ein unzählbar Heer von Welten. 3. Er hat der Sonnen bobes Belt, die Himmel, über diese Welt für mich auch ausgebreitet; hat seiner Erde Luftgefild für mich auch liebevoll und mild bepflanzet und bereitet. Lachen toRob Gottes.bing 311 tigen König der Ehren! Laßt der Allmächtige kann, wie uns den Weltenbeherrscher er une huldreich begegnet! in Demuth verebren! Tre- 17. Lobet den Herren, der, tet heran; stimmet ein Freu- wenn wir als Christen einst denlied an, des Höchsten sterben, uns auch im Tode Lob zu vermehren! nicht läffet vergehn und verderben und nach dem Tod uns liebt und fegnet als Gott, ewige Freuden läßt erben! 8. Lobet den Herren und seinen hochheiligen Namen! Lobt ihn mit Allen, die von ihm das Leben bekamen! Nahe und fern frohlocket Alle dem Herrn; lobt ihn, in Ewigkeit! Amen! k 2. Lobet den Herren, der Alles aufs beste regieret, der uns mit Weisheit und Güte bis hierher geführet, der uns erhält in der gefährlichen Welt, daß man sein Vaterherz spüret! 3. Lobet den Herren, der unserer Seelen gedentet, geistlichen Segen in himm lischen Gütern uns schentet, der das Gemüth tröstet und himmelwärts zieht, wann zeitlich Trübsal es tränket! 4. Lobet den Herren, der große Barmherzigkeit übet, der, wann wir Menschen mit Sünden ihn häufig betrübet, noch mit Geduld, göttlicher Gnade und Huld uns trägt und Sünden vergiebet! Mel. Allein Gott in der Höh The 416 ob Ehr und Preis dem Höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der fo viel Wunder thut, dem Gott, der mein Gemilthe mit seinem reichen Troft erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unferm Gott die Ehre! olan 5. Lobet den Herren, der Nahrung dem Leibe besche ret, der uns Gesundheit und Freude und Hülfe gewähret! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott bas Leid in Freude verfebret! 2. Es bantet dir des Himmels Herr, o Herrscher aller Thronen; und die, die in der Luft, im Meer und auf der Erde wohnen, die alle preisen deine Macht, die uns und sie hervorgebracht. 6. Lobet den Herren, der Gebt unserm Gott die Ehre. unser Thun sichtbar geseg- 3. Was unser Gott genet! Ströme des Guten hat schaffen hat, das will er auf uns sein Wohlthun ge- auch erhalten; darüber will regnet. Denket daran, was er früh und spat mit seiner Güte Pflichten gegen Gott. 312 Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist Alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth; ach, Gott, vernimm mein Weinen! Da half mein Helfer; da ließ Gott mir Heil und Trost erscheinen. Drum dank ich, Gott, drum dank ich dir! Ach, banket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und nimmer nicht von seinem Volt geschieden: er, er ist feine Zuversicht, fein Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er, der Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! Der Sünde Götzend macht zu Spott! Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren; einst follen meinen Lobgesang auch deine Himmel hören! Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein ganzes Herz erfreue fich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. 3hr, die ihr Christi 9. Kommt, kommet vor sein Angesicht, ihm Dant und Preis zu bringen! Bezablet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich fingen: Der Herr hat Alles wohl bedacht und Alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! In eigener Melobie. Preis durchs Meer. Gebt unserm 417 tung fei un Gott die Ehre! 6. Wenn Menschenkraft nicht helfen kann, kein Retter uns sich zeiget, nimmt Gott sich unser gnädig an: der Allerbarmer neiget zu unserm Angstgebet sein Ohr; sein starker Arm hält uns empor. Gebt unserm Gott die Ehre! ferm Gotte! Denn er ist sehr freundlich; weit über Erd und alle Himmel gebet seine Gnad und Güte. Laßt uns mit Danken vor sein Antlitz kommen und unserm Gotte mit Psalmen jauchzen. 2. Bäterlich liebt er uns, seine Kinder; fingt zu fei nem Preise! Ein Loblied ihm sei unser ganzes Leben! Ihn ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebet hat! Wer wollte Gott nicht von Herzen lieben? 3. 3war kann der Mensch nicht ihn würdig preisen; doch mit Wohlgefallen ver nimmt er hoch herab von fei 1 e t 7 T ť D t et n r n1 tt + ; -n Lob Gottes. feinem Himmel unser frohes Danklied und geußt der Freuden viel in unsre Seele, wenn wir ihm danken, dem Gnadenrollen. 4. Schon hier auf Erden quillt Freud und Leben uns aus seiner Gnade; dech größre Seligkeit ist dort bereitet denen, die ihn lieben, wenn sie dereinst, erneut zu seinem Bilde, verklärt und beilig, vom Tod erwacht find. 5. Laßt unsers Gottes uns ewig freuen! Halleluja! Amen! O welche Selig feit ists, sein sich freuen; hier und einst im Himmel ibm ganz sich heiligen und ganz ihm leben! Denn ewig liebt er uns, seine Kinder. Mel. Jesu, meines Lebens d( chöpfer der er schaffnen Heere, freudig rühm ich deine Macht, daß du mich zu deiner Ehre haft ans Licht der Welt gebracht! Sinne, Leib und Seel und Leben hat mir deine Huld gegeben. Großer Schöpfer, nimm dafür ewig Dank und Lob von mir! 418 418 313 Vaterpflege, für die Güte deiner Wege, wunderbarer Gott, sei dir ewig Dant und Lob von mir! 3. Weislich hast du Ort und Zeiten für mein Dasein auserwählt. Hat mirs an Gelegenheiten, fromm zu werden, ie gefehlt? Niemals hast du mein vergessen, immer Heil mir zugemessen. Weiser Gott, ich bringe dir ewig Preis und Dank dafür! 4. Herr, du zähltest meine Thränen; eh ich weinte, sabst du sie. Liebreich merk test du mein Sehnen unter dieses Lebens Müh; und an jedem Leidenstage lindertest du meine Plage. Nimm, o Vater, nimm dafür ewig frohen Dank von mir! 5. Hatt ich, Heiligster, mit Sünden mein verführtes Herz befleckt: o dann ließest du mich finden Gnade, die zur Buße weckt. Mit unendlichem Erbarmen überströmtest du mich Armen. Nimm, Barmherziger, dafür reinen Herzensbank von mir! 6. O was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner 2. Wunderbar bin ich be- so gedenkst und, damit ich reitet und mit Kräften aus- beilig werde, mich so treugeziert; wunderbar ward lich zu dir lenkst; daß so ich geleitet, meinem Glücke viele deiner Gaben mich an zugeführt. Für die treue jedem Tage laben? Dir, du ewge 314 ewge Liebe, dir opfr ich heißen Dank dafür! 7. Treu im Glauben laß mich enden, Vater, meinen Lebenslauf! Führ, o führ an deinen Händen mich zum hohen Ziel hinauf! des Himmels Erstgebornen, mit des Mittlers Auserfornen jauchz ich dann einst, Höchster, bir ewig, ewig Dank dafür. Mit Pflichten gegen Mel. Wer nur den lieben Gott 419 fönnt ich bich, mein Gott, recht preifen, wie du des Preises würdig bist! Könnt ich dir ganz den Dank beweisen, den bieß mein Herz dir schuldig ist, dieß Herz, das deiner Gültigkeit sich täglich mit Entzücken freut! 2. Wer überströmet mich mit Segen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Wer schenkt dem Geiste Trost und Licht? Wer gibt zu meinem Thun Gedeihn? Allgütiger, du Gott. 4. Du stärkst mir das geschenkte Leben und läsfest es nie freudenleer; zum höhern Glück mich zu erheben, schickst du auch manche Trübsal her: doch stehst du auch mit Kraft mir bei, daß ich, o Herr, nicht muthloß sei. bists allein. 3. Bu zählen sind sie nicht, mein Vater, die Werke deiner Segenshand. Du warst schon meines Wohls Beras ther, eh mein Bedürfniß ich empfand. Noch eh ich war, da maßest du mir schon mein Schicksal liebreich zu. 5. Schon oft hat dieß in meinen Tagen zu Freuden thränen mich gerührt, wie du mich unter manchen Plagen, zwar dunkel oft, doch gut geführt. In wie viel brohender Gefahr halfft du mir treu und wunderbar! 6. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden bestän Wie sollt ich auch im tief dig deinen Ruhm erhöhn? sten Leiden nicht freudig trauend auf dich fehn? Ja, tritt die größte Noth auch ein, wirst du doch, Gott, mein Helfer sein. 7. Von deiner Güte will ich singen, solange sich die Zunge regt; dir will ich Freudenopfer bringen, fo lange sich mein Herz be weat; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein: so stimm ich doch mit Seufzen ein. 8. Nur Dank und Lob kann ich dir geben; nimm es mein Gott, mit Gnaden an, bis ich in jenem bessern Leben dich würdiger erheben kann! Da steigt in selger C e = 3 3 B 5 1 1 3 3 C Ads Lob Gottes.st ger Geister Chor mein Lobgefang zu dir empor. In voriger Melodie. 420 Gott, den alle Wesen ehren, von dir fommt aller Welten Bracht. Was wir empfinden, sehn und hören, hat deine Huld hervorgebracht. Herr, deiner hohen Weisbeit Licht erforscht der größte Weise nicht. 2, Du bists, der die Geschöpfe weidet und ihnen Lust und Wohlfein schenkt; du bist es, der die Erde fleidet und sie mit Thau und Regen träntt; du bists, Erbabner, dessen Kraft dem Frühling seine Anmuth fchafft: 315 ten Abglanz in der Nacht? Erkennen soll ich, fühlen lernen die Größe deiner Schöpfermacht. Weit, über meine Fassung weit geht, Schöpfer, deine Herrlichkeit. 6. So oft ich sie bewundernd sehe, führ mich ihr Anblick, Gott, auf dich; und wo ich steh und wo ich gehe, erfülle heilge Ehrfurcht mich vor dir, der du stets um mich bist und meines Herzens Tiefe siehst! 7. O laß mich stets mit frommen Blicken die Wunder deiner Werke sehn! Laß mich mit dankendem Entzücken dich, ihren Schöpfer, gern erhöhn, mich deiner. schönen Schöpfung freun, dir meines Herzens Andacht weihn! 3. Daß Fluren, Gärten sich verjüngen und Alles neues Leben fühlt; daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld in tausend Farben spielt. Der Blume Wohlgeruch und Pracht verkündigt Schöpfer, deine Macht. Mel. In allen meinen Thaten 4. Du gabst, o Urquell 421 Was ich nur Gualles der Sonne Wärme, gabst ihr Schein; du bist der Schöpfer des Gesichtes und willst auch dadurch uns erfreun, daß uns die Schönheit deiner Welt hellstrahlend in die Augen fällt. habe, ist Gottes milde Gabe; Nichts ist mein Eigenthum! Für das, was ich befiße, wodurch ich Andern nütze, ge bührt, Herr, dir, nicht mir der Ruhm! 5. Was lehrt das Licht von tausend Sternen, der Wel2. Mit Einsicht und mit Kräften zu des Berufs Geschäften beschenkt mich deine D2 Huld Selbsterkenntniß und Demuth. 316 Pflichten gegen uns selbst. Huld. Durch dich allein gensinn nicht sehen will, gerathen mir meine guten wie flein, wie schwach ich Thaten; an Fehlern bin al- bin! lein ich Schuld. 3. Das Glüd, deß ich mich freue, schaffst du nach beiner Treue, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie deiner Weisheit es gefällt. 4. Sollt ich mich nun erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? Bin ich auch ie mals deffen werth? 5. Nein, ich bin zu geringe der Huld, die ich befinge, und werd es ewig sein. Dieß will ich nie vergessen, so werd ich nie vermessen durch Stolz und Hochmuth mich entweihn. 6. Das weislich anzuwenden, was du mit Vaterhänden mir gütig zugewandt: dieß sei in diesem Leben mein eifrigstes Bestreben! Dazu gib Demuth und Verstand! In eigener Melodie. 422 Wie leicht verfenn ich meines Herzens Schwäche, wenn ich zu viel mir von mir selbst verspreche und dann aus Wahn aus Stolz und Ei2. Gib, Gott, daß ich mir keine Nachficht gönne, daß ich mich selbst und meine Sünden fenne, auch jeden Trieb, der sich in mir empört, zum Bösen reizt und meine Ruhe stört! 3. Entdecke mir der Tugend wahre Größe und ie= des Lasters Niedrigkeit und Blöße, daß nie sein Reiz mich blendet und verführt, daß immer nur der Tugend Werth mich rührt! 4. Nie laß, o Herr, mich selbst die kleinsten Sünden entschuldigen und unerheblich finden! Gib, daß ich sie voll tiefer Scham bereu und ernstlich auch den kleinsten Fehler scheu! 5. Wenn mein Gemüth der Wahrheit Weg verfehlet, gern gut sein will und doch das Böse wählet, leichtsinnig ist und nicht den Irrthum sieht: so gib ihm Licht, daß es den Irrthum flicht! 6. Verhehl ich mir beim Heiligungsgeschäfte aus ftclzem Wahn den Mangel meis ner Kräfte: so lehre mich ihit redlich mir gestehn und voll Vertraun zu dir um Hülfe flehn! 7. Wenn ich mich meines Sinns und Wandels freue und Demuth.bing und doch nicht ganz mich wahrer Tugend weihe: so gib, daß ich, von Eigendüntel frei, fie recht zu würdigen stets sorgsam sei! 8. Wie manche That entspringt aus niederm Triebe, aus Eigennut, und nicht aus Menschenliebe! Wie manche That gewinnt den Ruhm der Welt, die doch nicht dir, Allsehender, gefällt! 9. Du ließest mich von jeder meiner Pflichten und ihrem Werth schon frübe unterrichten; sie sind mein Glück, befördern stets mein Wohl: und doch thu ich nicht immer, was ich soll. 10. O lebre mich, wie oft, wie schnell ich fehle, wie gern ich noch mich vor mir selbst verbeble, und führe du zu meinem wahren Glück mich. in mich selbst und in mein Herz zurück! Mel In allen meinen Thaten 423 Sib, Gott, wenn ich dir diene, daß ich mich nie erfühne, darüber stolz zu sein! Wer kann bei seinen Werken, wie oft er feblet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? Win 2. Such ich stets deinen Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? 317 Trag ich der Tugend Bürde aus Kenntniß ihrer Würde auch immer mit Zufriedenheit? 3. Entzieh ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen? aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Tugend, o Herr, gedenke nicht! Willst du mit, deinen Knechten, wie sies verdienten, rechten, so trifft sie alle dein Gericht. 5. Doch wenn auch, dir zur Ehre, rein meine Tugend wäre; weß ist dieß Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben und dein Gebot zu üben, die Lust und Freudigkeit? Wer stärkte meine Kräfte im Heiligungsge schäfte? Wer gab mir Muth und Kraft im Streit? 7. Du schaffst, daß ich dich wähle; du rufft mich, wenn ich fehle, auf rechten Weg zurück; bu ziebst mich ab von Sünden und läßt mich Gnade finden und gibst zu meiner Beßrung Glück.is of the yout 03 8. Sollt Pflichten gegen uns selbst. 318 8. Sollt ich mich deß erheben, was du mir, Herr, gegeben? Hab ich zum Stolz ein Recht? Könnt ich auch Alles üben, was du mir vorgeschrieben, wer bin ich? ein unnützer Knecht. Mel. O Gott, du frommer Gott 424 Herr err, der du Alles gibst, von dem ich Alles habe, was ist mein Stand, mein Glück und jeGabe? ist nicht mein, es ist ein unverdien- 425 Welche wicht Mel. Wer nur den lieben Gott er bin tes Gut; darum bewahre mich vor Stolz und Uebermuth! 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr als mein Nächfter nüße, und wenn ich mehr Verstand, als er besitzt, be site; bin ich drum mehr, als er? O nein! Wer schenkte mir Verstand und Tüchtigkeit? Ach, Alles fommt von dir. 3. Wenn mir ein größer Glück nach deinem Rath begegnet, und deine Gütigfeit mich mehr, als Andre fegnet; gibt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? Bin ich darum nicht auch, was Andre sind, dein Knecht? wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft viel würdiger, als ich? big 5. Wie könnt ich mich, o Gott, des Guten überheben? Was ich besitz, ist dein. Du sprichst: so bin ich Leben; du sprichst: so bin ich Nichts. Von dir kommt das Gedeihn. Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth sein! 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden stehe und Andre unter mir in kleinerm Glücke sehe; wer machte sie gering und ge Frage! Gott, lehre fie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu sehn! Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, geschaffen, Gott, zu deinem Preis. Mein Leben nützlich anzuwenden, will mein Beruf und dein Geheiß. Doch leb ich als dein Eigent hum auch wie ich soll zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jes sus mir gewiesen, geh und ob ich auch im Glauben steh! 4. Du 9 t n 0 T 1 ? S t b " S $ ? 8 ³ -1 t Demuth. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vas ter, bas entdecke mir! Hab ich der Wahrheit Weg erwählet, so gib, daß ich ihn nicht verlier! Erleuchte mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 4. Du fennest meines Herzens Tiefen, die mir selbst unergründlich sind; drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Chrifto gleich gefinnt? Befreie mich Selbstliebe. Mel. O Gott, du frommer Gott vom falschen Wahn, der auch 426 Dein Wille ists, den Klügsten täuschen kann! 5. Wer Alles weiß und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt, wie will der für sein Bestes sorgen? Was ists, das den zur Beßrung treibt? Sich felbst recht fennen, ist Verstand: brum mache mich mit mir bekannt! o Gott, ich soll mich selber lieben. D laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu sein, den du mir eingepflanzt, in beilge Gränzen ein! 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in Allem ich dein Auge findlich scheue! Wer als ein Christ fich liebt, der fliebt auch als ein Chrift, was wider Gottesfurcht und Menschenliebe ist. 7. Bin ich noch fern vom rechten Stege, der mich zum ewgen Leben führt, so bringe mich zurück vom Wege, der ins Verderben sich verliert! Gib mir zur Befrung Luft und Kraft; du bists, der beides in mir schafft! 098 319 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. laß michs nicht bis dahin sparen, wo Neue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel flug und frei von Wahn und Selbstbetrug! 3. Kein schnöder EigenUnd wenn zu meinem Glück nutz beherrsche meine Seele! ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf Andrer Elend baun! 4. Der Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat deinen Beifall nicht. Nie treffe mich, o Gott, bieß schreckliche Gericht! 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten SchimD4 mer! Pflichten gegen uns selbst. 320 mer! Der Erde Reiz entfliebt ja doch im Tod auf immer. Was hilft uns kurze Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ists, was uns ſelig macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, nur das kann mir allein des Lebens Last versüßen; das bleibt mir auch im Tod und folgt mir aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. O felig, wer danach mit heilgem Eifer trachtet und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beifall achtet! Der liebt allein sich recht, der findet in der Zeit schon wahre Rub und einst volltommne Seligkeit! 8. Dieß sei auch mir mein Ziel! O laß es mir gelingen, des Herzens wahres Glück nach Wunsche zu erringen! Laß mich verachten, Herr, die Eitelkeit der Welt; gib, daß ich so mich lieb, wie dir es wohlgefällt. Sorge für die Seele. Mel. Es ist das Heil uns 427 Nach meiner Seele Seligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen! Sollt ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst, wann die letzten Stunden nahn, erst, wann wir sterben sollen, zu dir sich wenden und die Bahn der Sünde meiden wollen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht durch Je sum Christum zeiget. 3. Du rufest uns zur Hei ligung; drum soll schon hier auf Erden mir meines Her zens Besserung die höchste Sorge werden. Gib mir dazu nur Lust und Trieb; Nichts sei zu groß mir und zu lieb, der Tugend es zu opfern! 4. Gewänn ich auch die ganze Welt mit Allem, was den Sinnen und meinen Lü sten wohlgefällt, was würd ich dann gewinnen? Was hülfen Glück und Schätze mir, was macht und Glanz, wenn ich dafür mein ewig Heil verscherzte? 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in die sem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tod noch geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden. 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich vor allen Dingen trachten; mich immer, Hei 1 1 ♦ 1 1 T 1 = # T " S e 8 8 D 8 e 3, 9 T ? t = f Sorge für die Seele. Heiligster, auf dich, auf Recht und Tugend achten! Daß ich auf deinen Wegen geb und im Gericht vor dir besteh, sei meine größte Sorge! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 428 Hier ist noch unsre Prüfungszeit. Hier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Irrthum leicht berückt, das schwache Herz sich bald verstrickt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch böses Beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen Laster überhand und strömen übers ganze Land. Drum hüte dich! Das Weltges richt bringt alle Sünden an das Licht. Christ, sei zum Kampfe stets bereit und flieh den Schlaf der Sicherheit! 3. Mein Vorsatz ist: Ich will ihn fliehn! Doch wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm ich hier bei Gefahr, ein Netze bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! Ich Schwacher, wie entrinn ich hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laster fünf ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, 321 breit und voll, fie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Du, Jesu, mußt das Beste thun! Mein Hoffen soll auf dir berubn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein! Du wollest Stärke mir verleihn, daß ich uns überwindlich treu, o Herr, in jeder Prüfung fei! 6. Der Sündendienst scheint zu erfreun und endigt sich in Schmach und Pein. Drum steh dein guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde ſei. Gestatte den Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh! 7. Zwar ist mein Glaub oft tklein; doch du, du starter Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. 8. Wenn schon die Trübsal auf mich bringt und Angst mich überall umringt, bleib ich doch stets in deiner Hand und halt in jeder Brüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein, nun muß mir Alles heilsam sein. 9. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn, sollt auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrift, und wer ein Sklav der La05 fter Pflichten gegen uns selbst. 322 ster ist! Ich will nicht zagen. Ins Gericht kommt, Herr, wer an dich glaubet, nicht. 10. Dir, Höchster, will ich stets vertraun, stets freudig hoffend auf dich schaun. Bis dort, wohin mein Herz fich sehnt, den Sieger Preis und Ehre frönt, steh, Herr, in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei! Mel. Freu dich sehr, o meine 429 Lehre mich, Herr, recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sei; meinen Fleiß darauf zu lenken, steh mir selbst mit Gnade bei! Denn was eitler Wahn der Welt oft für hohe Weisheit hät, fördert nicht mein Wohlergehen und kann nicht vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertraun. Denn die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, das nach trachten, recht mit sich befannt zu sein; sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünkel scheun; oft auf seine Fehler fehn, reuig fie vor Gott geftehn; eifrig stets nach Beßrung streben und doch nie sich stolz erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun, so auf seine Stimme hören und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht und mit Eifer sich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Reu das Herz beschwert; fern ſich halten von den Freuden, die der Sündendienst gewährt; eitlen Ruhm, der bald vers blüht, Lust, die im Genuß noch flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten: nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnabe sich zu seinem Ziel erfehn und auf feiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegengehn; gern auch Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn und, wann Leiden uns beschweren, boffend mic Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß, was irdisch ist, vergebt; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo das Ziel des Glaubens steht; seine Blicke unverwandt nach dem ewgen Vaterland richten und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Dieſe Sorge für die Seele. 323 8. Diese Weisheit ist auf du, wenn du sorglos walErden, Höchster, unser be- lest, in Versuchung falleft. stes Theil. Die von dir geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott! verleihe sie auch mir; laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten! 5. Wache, daß die Macht der Welt nicht dein Herz verkehre; nicht, wenn sie sich freundlich stellt, dich durch List bethöre. Wach und sieh, daß dich nie die Verführer fällen, die dir Netze stellen. 6. Wach und hab auf dich wohl Acht, daß dich nicht die Sünde, wenn zu ihr In eigener Melodie. 430 Mache ich, mein die Lust erwacht, schimpflich Geist, bereit; wache, bet und flehe, daß auch in der bösen Zeit fest dein Glaube stehe. Sidher ist nie der Christ; Gott läßt auch die Froutmen in Versuchung fommen. überwinde. Sie betrügt und besiegt leicht den, der sich heuchelt, festzustehn sich schmeichelt. 2. Sage nicht: Ich habe Beit; jetzt noch darf ich schlafen. Denk an Tod und Ewigkeit, an der Sünde Strafen; sieb, der Tod, der dir droht, kann dich leicht in Sünden unbereitet finden. 7. Bete aber auch dabei, bete bei dem Wachen; das wird dich von Trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Festigkeit dir durch seine Gnade auf dem rechten Pfade. 8. Drum so laßt uns immerdar machen, beten, flehen, um in jeglicher Gefahr glorreich zu bestehen! Sturze, Zeit währt der Streit, und dann wird zum Lohne mir die Siegestrone. 3. Wache! dir ist unbekannt, ob dich nicht auf Erden Brüfungen von Gottes Hand noch betreffen werden. Der fällt leicht, dem es Mel. Alle Menschen müssen sterben däucht, daß er sicher stehe 431 Unser Wandel ist auf der Tugend Höhe. 4. Wache! denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schädlich ist, muthig zu bestreiten. Gott läßt zu, daß auch im Söftlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und füße Hoffnung zu! Jeder Fußtritt, den ich thue, bringet D6 mich 324 Pflichten gegen uns selbst. mich dem Land der Ruhe les Schimmer. Wenig, we näher, immer näher zu. nig Schritte noch und ge Wort, wie hoch erfreuest tragen ist das Joch. du! 2. Haltets fest, ihr theuren Brüder, haltets fest, dieß werthe Wort! Nichts schlag eure Hoffnung nieder! Wallet immer muthig fort! Mel. Wer nur den lieben Gott Muthig blicket hin zum 432 Des Leibes wars Ziele; Viele schon ergriffens, Biele! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreifens auch gewiß. ten und ihn nähren, das ist, o Schöpfer meine Pflicht. Muthwillig seinen Bau versehren, verbietet mir dein Unterricht. 3. Nur, wie fromme Pilger müssen, bleibet wader, feid nie laß! Stets des hoben Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn Unterlaß! Feinde stehn an euren Wegen; Stürme toben euch entgegen: Nebel, Klüfte, Felsen drohn; faßt nur Muth: groß ist der Lohn. 4. Was kein Auge ie gesehen, was kein Ohr gehöret hat, was fein Herz hier zu erflehen je sich unterwunden hat, das, das hat Gott dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet. Drum verlaßt nicht eure Bahn; Jesus selbst ging euch voran. 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer! Schon seh ich des ZieSorge für Leib, Leben und Gesundheit. stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei! 2. Sollt ich mit Vorsak das verletzen, was deine Hand mir anvertraut? Sollt ich gering ein Kunstwerk schätzen, das du, o Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein. Sollt ich denn sein Zerstörer sein? 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, gibst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu uns nützen, und zum Gebrauch gibst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein: wie sollte sie denn mir es sein? 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind sie nicht werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Ift nicht Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 325 ben, laß, Höchster, meine Weisheit sein! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Bein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir! nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlfein stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: Du selbst bift Störer deiner Rub; bu zogst dir selbst dein lebel zu! 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren sorgsam sein! Drückt mich die Laft der Krankheit nieder, so flöße selbst Geduld mir ein! Gib heitern Muth und dann verleib, daß auch des Arztes Rath gedeih! 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leis bes Pflege zielt; nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesetz mir anbefiehlt! Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge sein. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei meiner Seele Wohl geweiht, daß sie zum Himmel weise werde und reife zur Vollkommenheit! Dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb und sterb ich dir zum Preis. 2. Die Wellust kürzet unsre Tage; sie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte die ser Leidenschaft. Der haft sich selbst, der Wollust liebt und sich in ihre Feffeln gibt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; erstickt den Eifer edler Werke, den Ernst, die Lust zu jeder Pflicht; führt Reue und Gewissensschmez in das ihr hingegebene Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde noch tiefer, als zum Thier, herab: er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zwed, zu dem er lebt, wenn er nach niedern Lüsten strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott; sie sind vor dem Gewissen Schande und noch weit mehr vor dir, Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nicht von dir, o Gott, ge07 6. Den Mel. Wer nur den lieben Gott 433 Der Wollust Reiz zu widerstre- liebt. 326 Pflichten gegen 36. Den übergibst du dem Verderben schon hier, der feinen Leib entweiht; und nie wird deinen Himmel er ben, wer sich unreiner Lüfte freut. Ach, laß mich ihre Reizung fliebn und feufch zu sein mich stets bemühn! 7. Gib, daß ich allen bösen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh und stets dawider mich zu rüsten auf dich, Allgegenwärtger, seb! Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Missethat. Mel. In allen meinen Thaten 434 Was as ist mein zeitlich Le ben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschätzbares Gut. Du gabst mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werten, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat geſtreuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, wird reich die Aernote sein. Je länger ich hier lebe und gut zu hanbeln strebe, je größer wird mein Glück dort ſein. 3. Sollt ich dieß Glück mir rauken? O, Herr, laß mir im Glauben der künftgen Aerndtezeit mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, wie mirs dein heilig Wort gebeut! uns selbst. ard 4. Mir selbst es zu verfürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, rieist mich ins Leben; dir soll ichs wiedergeben, wenn du gebeutst, doch früher nicht. 5. Was leicht in Krankheit stürzet, das Leben leicht verkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliehn; doch auch nicht ängstlich zagen, es für die Pflicht zu wagen; auch dazu hast du mirs verliehn. 6. In deine Vaterhände befehl ich, Herr, mein Ende und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben bir hier zum Dienst ergeben; hilf du nur selbst der Schwachheit auf! 7. Was nützt ein langes Leben, wenn man nicht Gott ergeben nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. Mel. Wer nur den lieben Gott 435 Wie mannichfal tig sind die Gaben, womit uns beine Güte nährt, die, uns zu stärken und zu laben, so viel des Guten uns gewährt! Ja, Alles, was der Mensch genießt, beweist, wie freundich, Gott, du bist! 2. Du Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 327 2. Du fegneft Auen und 7. Ach, Mancher starb Gefilde mit unerschöpfter schon längst und modert, Fruchtbarkeit, die deine vä- durch Trunk zu früh ins terliche Milde und Allmacht Grab gestreckt, von Gott zur jedes Jahr erneut, damit Rechenschaft gefordert, mit der Mensch, von Sorgen Schmach im Grabe noch befrei, sich sättige und dank deckt. Gott, laß mich ja bar sei. dieß Laster scheun, enthaltsam, mäßig, nüchtern sein! 8. So oft ich Speif und Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehn und. daß ich beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst und Nahrung und Erquickung gibst. 3. Du läsfest uns nicht Mangel leiden: du gibst uns unser täglich Brod; du gibst noch mehr, du gibst auch Freuden für einen jeden Sinn, o Gott! Wie groß zum Wechsel im Genuß ist deiner Gaben Ueberfluß! 4. Drum will ich mäßig im Genusse der Gaben deiner Güte sein und Nichts von meinem Uleberflussedurch nies dre Schwelgerei entweihn. Denn schon des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßi- Mel. O Gott, du frommer Gott gung und Nüchternheit. 436 Du hast uns, 5. Mit Speis und Trant den Leib beschweren, ist schimpflich, zientet Christen nicht. Gott gibt sie uns, daß sie uns nähren, uns stärken zu Beruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geist entweiht und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? Herr, die Pflicht zur Arbeit auferleget und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Dir ist, o Heiligster, der Müßiggang verhaßt, für uns des Unheils Quell, für Andere der Last. 6. Unmäßigkeit lähmt alle Kräfte, bringt Krankheit, Armuth, Bank und Streit; macht treulos im Berufsgeschäfte, raubt des Gewisfene Seligkeit; setzt zu den Thieren uns herab und stürget vor der Zeit ins Grab. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bes quemen und Bürden des Berufs entschlossen auf mich nehmen! Wenn auch mein Angesicht der Arbeit Schweiß benett: woblauf! du hast mich selbst in den Beruf gesetzt. 3. Bes Arbeitsamkeit und Berufstreue. 328 sd Pflichten gegen 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungssorgen! Gib mir mein täglich Brod und sorge du für morgen! Ich will an mei nem Theil das Meine fleißig thun und dann mit Zuvers sicht in deiner Fügung ruhn! 4. Auch fördre, großer Gott, die Werte meiner Hände; den Anfang segne du, beglücke du das Ende! Laß mich bei jeder Last auf jenes Leben sehn, wo wir nach treuem Fleiß zu deiner Ruhe gehn. mare Mel. In allen meinen Thaten. 437 um Fleiße ward Schöpfer uns gegeben und nicht zu träger Ruh. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Freuden zu. 2. Er stärkt des Leibes er fördert die schäfte, gibt uns ein fröhlich Herz; er schafft uns süßen Schlummer, erleichtert Gram und Kummer und lindert oft den herbsten Schmerz. 3. Er hilft den Hang besiegen zu sündlichem Vergnügen. Was mehr, was ftets erfreut: der Unsern Wohlfahrtschützen, der Welt und Nachwelt nüßen, das ist das Glück der Thätigkeit. uns selbst. gro 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie träg im Gu ten werden; du gabft der Kraft uns viel! Dich, unsern Herrn, zu ehren und Menschenglück zu mehren, sei immer unser schönstes Ziel! 5. Wenn Andre troftlos klagen, dann werden wir nicht zagen und keinen Tag bereun. Wenn Träge trauern müssen, dann spricht uns das Gewissen getrosten Muth und Hoffnung ein. 6. Wenn einst viel eble Thaten um uns gleich reiwenn Taufen Saaten mit reichen sende sich freuen und heißen Dank uns weihen: wie ist dann unser Lohn so schön! Mel. Es ist das Heil uns 438 Gott ists, der schafft, das Gute zu vollbringen; er gibt zur Arbeit Muth und Kraft und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Segen bleiben. 2. Wer sichs zur ersten Serge macht, vor ihm ge recht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht, dem gibt er auch auf Er den Arbeitsamkeit und Berufstreue. 329 Mel. Allein Gott in der Höh den vom Irdischen mit milder Hand so viel, beim Fleiß 439 Uns strömt aus deiner in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nützet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; er krönet sie mit Gnade, daß ihnen nicht der Feinde Hohn und keine Mißgunst schade. Mit seinem Schutz bedeckt er sie und segnet bei des Lebens Müh ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe! Mit Licht und Weisheit fegne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor Allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich mit aller Sorgfalt meiben; thun, was ich soll, gestärkt durch dich, gehorsam und mit Freuden, daß ich in meinem Stande treu und meinen Brüdern nüßlich sei und dir zur Ehre lebe! 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; bilf, daß ich fie vollende zu deines großen Namens Breis und daß die Furcht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge! hand, Herr, täglich Heil entgegen. Durch dich erhebt sich Meer und Land zur. Fruchtbarkeit, zum Segen. Durch dich strömt rings aus der Natur Gedeihn auf jede Creatur: du bist des Segens Quelle. 2. Von dir kommt Weisheit und Verstand; du machst die Reiche blühen; du führest Weise in das Land und segnest ihr Bemühen; du gisst dem Geiste Thätigkeit: du bists, der Jedem Kraft verleiht, den Nächsten zu beglücken. 3. Durch dich, Herr, bringt uns Land und Meer die Güter deiner Erde von weit entlegnen Völkern her, damit gesegnet' werde mit allen Gütern deiner Hand das fernste Bolt, das fernste Land und deine Liebe preise. 4. Du zeigest ihren Wirfungskreis den Bürgern dieser Erde, daß Jeglicher durch seinen Fleiß dem Andern nützlich werde. Daß Jeder, den dein Wint erschuf, froh sei im eigenen Beruf, ist dein allweiser Wille! 5. Gib uns, o Vater, Redlichkeit in des Berufs Geschäften! Lehr weis uns brauchen unsre Zeit, nach un 330 Pflichten gegen uns selbst. unsern besten Kräften! Hilf dein milder Segen. Nicht nüßlich werden Jedermann, zum Verderben gabst du wenn Rath und That ihm mir mein zeitliches Vermöhelfen kann zu seinem bes- gen; du gabst es mir zum fern Glücke! wahren Wohl. So hilf denn, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche! 6. Wie du für alle Vater bist, für Böse und Gerechte, so sei, wer Erdenbürger ist, von jeglichem Geschlechte uns Nächster, Bruder, sei uns werth; und wenn er Hülfe, Trost be gehrt, find er stets Rath und Beistand! 7. Du bist der Vater, der erfreut, verbreitest deinen Segen; du rufft: zum Seg nen seid bereit, geht Britbern gern entgegen! Wie du die Lieb und Güte bist, so sei ein Jeder, der sich Christ nach Jesu Christo nennet. Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Güter. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? Vergänglich, wie die Erde. Gib, daß ich nie zum Uebermuth da durch verleitet werde! Nie reiß ein irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eitlen hin, daß ich mein Heil vergeſſe! doch gewissenhaft mein zeitlich Gut verwalten! Gib selbst mir Weisheit, gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nützt und dir gefällt, da mit ich nicht in jener Welt an ewgen Gütern darbe! 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir: es ist 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen, verführt mich zeitlich Gut und Geld, sorglos hintanzusetzen, was meis ner Seele Heil begehrt und mir ein ewig Glück gewährt? Wie strafbar würd ich handeln! 5. Mein erstes Trachten sei allhier nach deines Geistes Gaben! Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn Mel. Es ist das Heil uns 440 ich dich kann baben! Hab ich nur, Höchster, deine Huld, bin ich voll Glau ben und Geduld, was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen! Von Unruh und Gewissenspein tann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden Nichts und Nichts Arbeitsamkeit und Berufstreue. Nichts am Tage des Gerichts. Da schüßt er feinen Sünder, 7. Lehr du mich weise Sparsamkeit, um das nicht zu verschwenden, was du mir gabst; nein, in der Zeit es nützlich anzuwenden! Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten, so wie mir, des Lebens Müh erleichtre! 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken und mein Gemüth gewissenhaft zur Treu im Irdschen lenten; daß selbst von Gütern dieser Zeit ich einst noch in der Ewigkeit den reich sten Segen ärndte. MI O Gott, du frommer Gott 441 331 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll be glücken, darf nicht vergäng lich sein, muß für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er bats und wünscht noch mehr; darbt in seinem Glück, sein Herz bleibt freudenleer. nicht, o Gott, den Schäßzen dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besitz nicht stets in unserm Willen; nicht stets wirds dem zu Theil, der ängstlich danach ringt; und schnell verlierts oft der, dem sein Bemühn gelingt. PU 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben und heilige mein Herz, nie das zu sehr zu lieben, was man mit Müh gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald unruhvoll bewacht und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises, frommes Herz, das sei mein Schatz auf Erden! Sonst Alles, nur nicht dieß, kann mir entrissen werden. Dieß bleibt im Tod auch mein: mir zum seligsten Gewinn bis in die Ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nur süße Träume finds, die unsern Geift betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch von irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ewgen Gütern hin. Mel. Wer nur den lieben Gott 442 Ife Mensch auf der Erden: ich hab genug; drum hab ich viel! Ein Andrer mache ste 332 mache sich Beschwerden, wie er Mammon finden will! Wer mehr nicht fucht, als Gott bescheert, dem ist der größte Schatz gewährt. Pflichten gegen uns selbst. 2. Der Reichthum liegt in den Gemüthern: wer sich begnügt, ist nimmer leer. Viel bleiben arm bei groBen Gütern; denn sie verlangen immer mehr: und wer sich selber nicht besitzt, bat einen Schatz, der Niemand nützt. ins 3. Ein Geizhals hat bei seinem Grämen nicht Eine Stunde Fröhlichteit. Er hats und darf sich doch Nichts nehmen, weil er sichs immer selbst verbeut: mebr, als sich selbst, liebt er die Welt, verzehrt sich selbst und spart sein Geld. 4. Wie ungetrübt vers fließt dagegen mein Leben bei Genügsamkeit! Gibt mir mein Gott nur Einen Segen, bin ich schon voll Zufriedenheit und dente: Gott gibt jeden Tag mehr, als ein Kaiserthum vermag. 5. Ein Geizhals gehet zum Verderben, weil er nach Geld und Gut nur strebt; ich aber kann mit Freuden sterben, weil an der Welt mein Herz nicht fklebt. So fährt die Seele selig bin, wo ich bei Gott der Reichste bin. dnd Mel. Wenn mich die Sünden 443 Laß, Herr, nach eitlen Ehren mich niemals geizig sein! Laß deinen Geist mich lehren, der Ehre mich zu freun, die selbst vor dir, o Gott, besteht und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht! 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt! Nur das sei, Bater, immer mein Ruhm, was dir gefällt! Wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfade, verbirgt mir, wer ich bin! 3. Nicht in Besitz von Schätzen und Gütern dieser Zeit laß meinen Ruhm mich setzen: sie sind doch des Thoren Glück, verlassen Eitelkeit; sie sind doch nur uns im Tode und bleiben hier zurück. 4. Nicht Stand und äufre Würde verblende meis ihre Bürde den Geist zur nen Sinn! Wie oft zieht Erde hin! Verdienst und Tugend sei allein der Ruhm, nach dem ich ringe! Nur er bleibt ewig mein. 5. Dich kennen, meine Pflichten mit Fleiß und Redlichkeit, mit Muth und Treu verrichten, wie, Herr, dein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Jesu Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 333 Jesu Beispiel üben, das sei ses eines Menschen Ruf, mir wahrer Ruhm! den Gott zur Ewigkeit er 6. Es sei, daß auf der Erde das Gute, das ich that, verkannt, vergessen werde; es bleibt doch stille Saat, die aufteimt für die Ewig feit; und, Herr, dein Beifall lohnet mich mit Zufriedenheit. 7. Wenn einst die ernste Wage du, Weltenrichter, nimmst und am Bergeltungstage der Thaten Werth beſtimmst, dann müsse meinem ewgen Geist des Himmels Krone werden, die mir dein Wort verheißt! Mel. Auf, Christenmensch! 444 Wohl dem, der beßre Schäße liebt, als Schätze dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nützen. Sie dürfen unser Herz erfreun und unsers Fleißes Antrieb sein. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten: ist die schuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe und machet der Vernunft zum Spott ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist und tödtet dein Gewissen und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen, dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schmecken und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern und glaubst, du babst sie wohlbedacht, 334 st Pflichten gegen bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterli ches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht Recht zu sprechen; und selbst der Tugend größter Feind erfauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Best der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen laffe, Geiz ewig als Abgötterei von mir entfern und haffe! Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut. Weiser Gebrauch der Lebenszeit. uns selbst. siR 2. Du schenktest mir Verstand und Willen; die Wahrheit zu erkennen, Licht: Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen; und lehrtest selbst mich meine Pflicht. Für Tugend gabst du mir Gefühl und Freiheit, was ich wählen will. 3. Du goffest zwar auf dieser Erde viel Anmuth, Pracht und Schönheit aus und schmücktest durch dein mächtges: Werde! auch meiner Seele irdisch Haus: gabst mir der Sinne fein Gefühl und auch dadurch der Freuden viel. 4. Doch einst muß ich dieß Leben schließen, weil dieß mein irdisch Haus zerbricht. Drum soll ich zwar die Welt genießen, doch als genöß ich ihrer nicht. Ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Die Freude soll ich oft nicht achten, so sehr sie auch die Sinne reizt; nach Wol lust, Ehr und Gold nicht trachten, wonach der Mensch so lüstern geizt; nie scheuen, Mel. Wer nur den lieben Gott was die Pflicht gebeut, und 445 Du gabst mir, war es auch voll Bitterfeit. Ewger, die ses Leben nicht für den Augenblick der Zeit: du haft es mir, mein Gott, gegeben zur Aussaat für die Ewigteit. Hier ist der Vorbereitungsort, Bestrafung und Belohnung bert. 6. Dein Unterricht sei nicht vergebens! Gib, Vater, daß ich ihm getreu und beim Ge nusse dieses Lebens einst auch zu jenem tüchtig sei! Vollfommne Freude wohnt nicht bier, wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. 7. Wohl Weiser Gebrauch der Lebenszeit. 335 . 7. Wohl mir, wenn ich Nimm mit erfenntlichem 28 muthig wage, der gro- Gemüth der nahen Stunde Ben Hoffnung werth zu wahr: fie flieht! sein und diese kurzen Ulebungstage Gott und der Tugend ganz zu weihn, wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt! 8. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt und jede Lockung über winde, die meinem Herzen Netze ftellt, wenn ich,- ose liger Gewinn!- als Sieger bort getrönet bin! 2. Getäuscht von eitlen Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten und wirfst so ficher Jahre weg. Bist du, zu fühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 9. gib mir deines Geifles Stärke, der du in Schwa-, chen mächtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu sinnlich ist! Das Eitle lehre mich verschmähn und auf das Ewige nur sehn! 10. Laß mich oft in gefunden Tagen im Geist zu meinem Grabe gehn und da bei Freuden und bei Plagen auf dich und jenes Leben sehn, damit ich, meiner Pflicht getreu, der höhern Freuden würdig sei. Mel. Wer nur den lieben Gott 446 eilt der letzte von den Tagen, die du hier lebest, Mensch, herbei; erkauf die Zeit und, statt zu klagen, sie sei zu furz, gebrauch fie treu! 2. Ein ewig Glück einst zu besitzen, sollst du des furzen Lebens Zeit als beine Saatzeit weislich nützen und thun, was bir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieb, Eins ist Noth! Was säumest du? 4. Drum eil und rette deine Seele und denke nicht: ein andermal! Sei wacker, bet und überzähle der Menschentage fleine Bahl. Sei fromm und wandle vor dem Herrn, wär auch dein Ende noch so fern! 5. Mit jedem neugeschentten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht! Sprich: dir, o Gott, ist Nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn. 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich ich Nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil er= 336 erwäble, so huldvoll mir noch diesen Tag. Was ist doch eine Stunde werth, die beine Güte mir gewährt! Pflichten gegen uns selbst.is 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäften die Pilgertage durchgelebt und einst im Glauben sagen fann: Du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn an meinem Ende hörst du dann, Herzenskündiger: in deine treuen Vaterhände befehl ich meinen Geist, o Herr! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wann feine Hütte fällt. Mel. Wer nur den lieben Gott o eilt ihr hin, 447 stunden? Zeit, edle Zeit, wo fleuchst du hin? Wie mancher Tag ist schon verschwunden, seit ich der Erde Bilger bin! Ein großer Theil von meiner Zeit ist schon im Meer der Ewigkeit. 2. Ermuntre dich aus deinem Schlummer! Auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! Dieß sei dein Gram, dieß sei dein Kummer, daß mancher Tag umsonst verstrich! Den ungenüßten Augen blick bringt keine Neue dir zurück. 3. Der Thor durchlebet seine Jahre, eb er des Lebens Werth versteht; er nahet früher sich der Bahre, als er den Weg der Tugend geht. Was ist das Menschenleben werth, das ungenützt vorüberfährt? 4. Mensch, sei ein Mensch! Fang an zu leben, um nüßlich für die Welt zu sein; fang an, dem Guten nachzustreben, bring das Versäumte doppelt ein; daß, wenn man deinen Leib begräbt, dein Werk und dein Gedächtniß lebt! 5. Sei nicht den kleinften Zeitpunkt müßig, da du nicht deine Pflichterfüllst; du haft den Tag nicht überflüssig, den du so frech verschwenden willst. reut, ist der der Wiss, ein Verlust, der ewig edlen Zeit. 6. Gib dir von einem je den Tage, den dir Gottschens tet, Rechenschaft; durchdenk ihn, leg ihn auf die Waage: vollbrachtest du ihn tugendhaft? Hast du nach Möglichkeit gethan, was Gott von dir einst fordern kann? 7. Herr meines Lebens, sei doch fünftig mein Heil und meines Lebens Kraft: so wantle ich als Menich vernünftig, so leb als Christ ich tugendhaft; so dank ich dir in Ewigkeit für die mir hier verliehne Zeit. Mel. Genügsamkeit und Zufriedenheit. 337 Mel. Wer nur den lieben Gott Glück; se werden Fehler, 448 Blid bin in die die dich reun, selbst Mittel dir zur Weisheit sein. vergangnen Zeiten, mein Geift, und sammle Weisheit ein, um, frei vom Dienst der Eitelfeiten', der Tugend dich allein zu weihn. Nur sie schafft dir zu aller Zeit das wahre Glück: Zufriedenheit. 2. Dank ihm, dem Herrn, für alle Freuden, womit 7. Dann blickest du am dich seine Huld erquickt; doch bank ihm auch für je des Leiden, das er bir liebreich zugeschickt. Denn Alles, was er an dir thut, ist weife stets, ist ewig gut. 3. Vergiß nicht, wie er bich beschützte, wenn sich Gefahren dir genabt; dir schenkte, was dir wahrhaft nügte, oft eh ihn noch dein Flehen bat; und wie er oft Biel der Zeiten mit Rub in das Vergangne hin und freuest dich der Seligkeiten des Himmels mit entzücktem Sinn, der Wonne, die bort den umgibt, der hier sich treu im Guten übt. dir mehr gewährt, als je Mel. Wie groß ist des Allmächt. dein Wunsch von ihm be- 449 Du flagst und gehrt. 4. Denk an die hingefloßnen Stunden, die ber Allliebende dir gab. Sind sie in seinem Dienst verschwunden, dann schrecken dich nicht Tod und Grab; dann ist die hier verfloßne Zeit Gewinn dir für die Ewigkeit. fühlest die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden und siehst, daß du vergebens strebſt. Ja, flage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk im Klagen auch zurück: ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nieschenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit: die wahre Ruhe der Gemüther B ist 5. Doch blick auch voller Scham und Reue auf Fehler vorger Zeit zurück und lern aus ihnen beßre Treue und größre Sorge für dein 6. Ermanne dich, dieß turze Leben dem weisesten Gebrauch zu weihn; es ward vom Schöpfer dir gegeben, hier guten Saamen auszustreun, der, reifend für die Ewigkeit, am Tag der Aerndte dich erfreut. Genügsamkeit und Zufriedenheit. 338 ist Tugend und Genügsam feit. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder hat auch seine Laff. Pflichten gegen uns selbst. 3. Gott ist der Herr und feinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so, wie wirs zu wünschen pflegen, doch so, wie ers uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erfühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Unzufriedenheit; beforge deines Stands Geschäfte und nütze deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn, dieß ist der Weg zu Ruh und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! In voriger Melodie. 450 ntebre nicht, mein Herz, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf! Des Lebens Mühe zu ertragen und froh zu sein, ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die feine Klugheit hindern kann; schaff nur, daß sie dir heilsam werden, und bete Gottes Willen an. 2. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden; nimms dankbar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband! Sie gibt dir Munterkeit und Kräfte und nährt und stärkt sie väterlich. Sie brauchen, das ist dein Geschäfte, und ihr Ge brauch ist Glück für dich. 3. Hat Andern deines Baters Segen mehr Güter anvertraut, als dir: darf dieß wohl deinen Neid erregen? Denk: wer ist Gott? und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was dir nüßet und deinem Nächsten frommt, als du? wenn er dich nährt, regiert und schü Bet, was fehlet dann noch deiner Ruh? 4. Du prangest nicht in hohen Würden; beneide nicht der Großen Glück. Sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward fein Uleberfluß gewähret; wünsch ihn auch nicht aus Selbstbetrug! Wer gern, was er nicht braucht, ent behret, der ist beglückt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, was ich bedarf und mehr verliehn. laß eifrig sich mein Herz bestre Genügsamkeit und Zufriedenheit. 339 bestreben, die Unzufrieden- Leben, freudenleer mein beit zu fliehn! In Demuth laß mein Herz fich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich ehren, dir vertraun, dich lieben, müss ewig meine Wonne sein. Stand, mein Loos; ist mein höchsier Wunsch, mein Stre ben, reich zu sein, geehrt und groß: dann verfließen meine Tage mir in Mißmuth, Sorg und Blage. 2. Lernt ich mäßiger begehren, mäßiger im Wünfden fein, jetzt genießen, dann entbehren: o wie glückMel. Wer rir den lieben Gott 451 ch bin in meifrieden mit dem, was er zu meinem Theil an Glück und Unglück mir beschieden: sein weiser Nath ſucht stets mein Heil. Ob er mir gleich oft widrig scheint, dech weiß ich, daß ers treulich meint. 2. Er weiß allein, modurch auf Erden sein großer Name für und für muß herrlich und gepriesen werden. Erreicht er diesen Zweck an mir, so bin ich rubig und vergnügt mit Allem, wie ers mit mir fügt. 3. Muß mir die Freubensonne scheinen, so dank ich fröhlich seiner Huld; muß aber ich in Trübsal weinen, so nehm ichs auch an mit Geduld. Denn das, was seine Weisheit thut, ist Alles emig recht und gut. Freuden, meine Schmerzen fließen nur aus meinem Herzen. 3. Hoher Stand und große Güter schaffen nicht Zufriedenbeit; wahre Ruhe der Gemüther wohnt nur bei Genügsamkeit, die mit Weisbeit fich verbindet und ihr Glück auf Tugend gründet. 4. Gott vertheilet ſeinen Segen stets mit weiser Vaterhand: nicht, wie wirs zu wünschen pflegen: nur wie er es heilsam fand Auch mich hat er nicht vergessen; auch mein Theil mir zugemessen. 5. Ninget um der Tugend willen, Brüder, nach Zufriedenheit! Schwere Pflichten zu erfüllen, hilft nur Geistesheiterkeit. Gram, im Herzen tief verschlossen, mache zu jeder Pflicht verdroffen. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 6. Laß mich, Gott, in 452 heint mir freu- meinem Leben reblich meine Pflichten thun, still und 2 denleer das 340 Pflichten gegen findlich dir ergeben, fromm in deiner Fügung ruhn; und ein Blick auf ewge Freuden stärke dann mich auch im Leiden. Streben nach Herzensund Gewissensruhe. 5. In Gottes Gnade suche deinen Frieden. Wirst du das Göttliche behüten, In eigener Melodie. 453 Nicht auf den Höhn, nicht dann hast du, was dich still erhält. Laß toben Schrek in den stillsten Gründen bist, ken und Gefahren: du kannst füßer Friede, du zu finden, nur Himmlisches bewahren! der Paradiesespalmenträgt! Das Andre aber, das zerDein Reich ist nicht der fällt. Welt Getümmel; du herruns selbst. 4. Es ist und bleibt, wies immer ist gewesen. Wer mag von Disteln Feigen le sen; und bringt der Dorn auch füßen Wein? Die Welt kann dir mit nichten geben, was sie nicht hat. Das rechte Leben hüllt still in frommer Brust sich ein. schest segnend in dem HimIn eigener Melodie. mel und in der Brust, die 454 Befits ich nur ein für schlägt. 2. Du weinst, o Mensch, dich treffen schwere Leiden; bu ringest mit dem Druck der Seiten vergebens, bist du nicht ein Christ? Hier weilen Kampf und Streit und Mühen; willst du ins Land des Friedens ziehen, so lerne, wo der Himmel ift. 3. Nicht Alle, die zu Christo sich bekennen, nicht Alle, die ihn Herr, Herr! nennen, sind würdig, aus erwählt zu sein. Drum fuchen Viele falsch hienieden in Gold und Ehre ihren Fries den und gehen nicht zum Himmel ein. wiffen, so ist für mich, wenn Andere zagen müssen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Dieß sei mein Theil! Dieß soll mir Niemand rauben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, der Frieden Gottes mur ist Heil, 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schwei get und Gottes Geist in meinem Geiste zeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 4. Und diese Nuh, den Trost in meinem Leben, sollt ich für Luft, für Luft der Sinne Weiser Genuß der Lebensfreuden. 341 Glück, o Mensch, kann gröBer sein? Sinne geben? Dieß lasse Gottes Geist nicht zu! 5. Mag auch die Pflicht, mich selber zu besiegen, die schwerste sein! Sie ists; doch welch Vergnügen wird sie nach der Vollbringung nicht! 6. Welch Glück, zu fich mit Wahrheit sagen können: Ich fühlt in mir des Bösen Lust entbrennen, doch, Dank sei Gott! er schützte mich! 12. Sieh, Alles weicht, und du wirst sterben müſ sen; was kann alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 13. Heil dir, o Christ, der diese Rub empfindet und der sein Glück auf das Bewußtsein gründet, daß nichts Verdammlichs an ihm ist! 7. Was kann im Glück, 14. Laß Erd und Welt, den Werth bes Glücks er- so kann der Fromme sprehöhen? Ein ruhig Herz chen, laß über mir den Bau versüßt im Wohlergehen mir des Himmels brechen! Gott jeden frchen Augenblick. ist es, dessen Hand mich hält. 11. Im Herzen rein, hinauf zum Himmel schauen und sagen: Gott, du Gott, bist mein Vertrauen! Welch 8. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen; im schwersten Kreuz mit Frieden mich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. 9. Was gibt mir Muth, 455 Deglidt, gern Mel. Nun dantet Alle Gott u, so die Güter zu verachten, wonach so ängstlich niebre Scelen trachten? Ein ruhig Herz, dieß größte Gut. 10. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm! Denn wer das Böse meidet, das Gute thut, hat Ruhm bei Gott. Freuden uns bereitet, wie selig, wer, von dir an Vaterhand geleitet, nur dann sich glücklich fühlt, wenn er zu dir sich hält, und nur Vergnügen sucht, das dir, o Gott, gefällt! 2. Wie selig, wenn sein Geist zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern erhebet; wenn er die Freude tennt, dir näher, Gott, zu $ 3 fein Weiser Genuß der Lebensfreuden. Pflichten gegen uns selbst. 342 sein, erstaunt fich deiner Macht und deiner Huld zu freun! 3. Wie felig, wenn er felbst der Erde kleinre Frenden mit Maaß und Weisheit wählt! Ihr Uebermaaß wird Leiden. Nach arbeitvoller Müh erquicket der Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt endlich Uleberpruß. 4. O gib, Allgütiger, gib, daß auch meine Seele, wenn sie nach Freude strebt, nie jene Freuden wähle, die uns dereinst gereun! Es schlage meine Brust, durch Laster nie entweiht, nur für die reine Lust! 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht tödten; die Unschuld müsse nie vor meinem Scherz erröthen! Nach treu vollbrachter Pflicht darf ich der Ruh mich freun, doch keinen Augenblick den falschen Freuden weihn. 6. Vernunft und Tugend, feid Gefährden meiner Freuden! Dem Schwelger will ich nie sein kurzes Glück beneiden! Was mir an Reichthum fehlt, ersetzt Zufriedenheit: der frohste Sinn wohnt gern bei frommer Häuslichkeit. 7. Der Tag der Fröhlichkeit sei niemals ganz verloren! Ich ward zum Dienst der Welt, zum Spielwerk nicht geboren. Erholung sei er mir! Es stärke mich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht! 8. Nie soll durch meine Lust der arme Bruder lei den! Der Tag, der mich beglückt, sei ihm auch Tag der Freuden! Ist er verlebt, wohl mir, wenn er mich nie gereut! Nie scheid er ohne Dank für den, der mich erfreut! Mel. Mache dich, mein Geist 456 Viele Freuden streust du hin auf den Weg des Lebens, Schöpfer, diesen Vatersinn zeigst du nicht vergebens. Du erfreuft unsern Geist, um ihn anzutreiben, ſtets dir treu zu bleiben. 2. O wie schön ist deine Welt und wie reich an Segen! Nur ein Thor, dem Nichts gefällt, fintt dem Gram entgegen. Was ist Noth, was der Tod gegen so viel Gaben, die den Weifen laben? 3. Uns, o Gott, gabst du Gefühl für den Reiz der Erde, daß der Lauf zum hohen Ziel uns erleichtert werde; und auch ich freue mich; denn du hast mir Leben und Gefühl gegeben. 4. Doch Weiser Genuß der Lebensfreuden. 343 4. Doch ich soll des Le- getreu, in den Taumel finbens Lust menschlich nur ge- fen! Leite mich, daß ich dich nießen, meiner Würde mir auch in Freuden ehre und bewußt, jeden Tag beschlie- mein Heil nicht störe. ßen. Deine Hand gab Verstand, Triebe zu beschränken, die zum Bösen lenken. 5. Nie darf das Vergnüt gen mich meiner Pflicht entlocken; nie mich, Vater, gegen dich und mein Heil verstocken. Wer vergißt, was er ist, und nur thierisch lebet, steht einst da und bebet. Mel. Gott des Himmels und der 6. Ach, wie Mancher hängt 457 Bis der Tod ihm sein Herz fest an Erdenfreuden! Und wie tobt in ihm ter Schmerz, wenn sie von ihm scheiden! Gott laß nie mich an sie ganz den Geist gewöhnen, nie den Sinnen fröhnen! 7. Wilde Freude kann gar leicht die Gesundheit schwächen. Dwie wird sich, wenn sie weicht, das Gewiffen rächen! Steh mir beil Gott verleih, daß, wenn ich erfranke, doch mein Trost nicht wante! 8. Nur ein mäßiger Genuß stärkt des Lebens Kräfte; er verscheucht den lleberdruß, fördert die Geschäfte, und mein Geist, der dich preist, wird dabei getrieben, ewig dich zu lieben. 9. Gib denn, daß ich weise sei, wenn mir Freuden winken! Laß mich nie, dir un10. Alle Luft der Sinnlichkeit wird vorüberfließen; nur was Geist und Herz erfreut, werd ich stets genießen. Guter Gott, laß im Tod, wann die Sinne schwinden, mich dieß Glück empfinden. winkt zum Grabe, danke seinem Gott der Christ, dem die theure Seelengabe, Heiterkeit, verlieben ist, der auch nie sie frech entweiht, immer sich in Unschuld freut. 2. Er verzehret seine Kräfte nicht in unzufriednem Sinn; unter nützlichem Geschäfte flieben seine Tage hin. Heitrer glänzt sein Angesicht im Gefühl erfüllter Pflicht. 3. Leichtfinn, der sich Freude nennet, aber von der Tugend gern sich im wilden Taumel trennet, bleibet von dem Christen fern, dessen heitrer, fester Muth auf der Tugend nur beruht. 4. Wenn auch jedes Glück ihm schwände und die Erde freudenleer ihm vor seinen Augen stände: Hoffnung P4 flieht 344 fliebt ihn nimmermehr; muthvoll geht an ihrer Hand er ins beßre Vaterland. 5. Stärke, Gott, auch meine Seele, daß sie sich zum Guten neigt; aib, daß ich den Pfad erwähle, den mir Jesu Lehre zeigt! Nichts stört meinen heitern Sinn, wenn ich fromm und weise bin. I Pflichten gegen uns selbst. Mel. Mein erft Geschäft sei Preis 458 Daß unser Gott uns Leben gab, deß wollen wir uns freuen und von der Wiege bis ans Grab ihm unsern Dank erneuen. 2. Denn auch zur Freude gab uns Gott auf dieser Welt das Leben und hat verheißen, nach dem Tod der Wenne mehr zu geben. 3. Die Frühlingswärme haucht sein Mund, und Kühlung wehn die Wogen. Am Himmel zeugt von seinem Bund der schöne Regenbogen. 4. Und Gärten, Wälder, Berg und Flur verkünden seine Gnade. Wir finden seiner Güte Spur auf jedem unsrer Pfade. 5. Drum können wir bei frommem Fleiß getrost auf Segen warten. Von heitrer Stirne fließt der Schweiß herab auf Feld und Garten. 6. Doch geben wollen wir auch gern, wie wir von Gott genommen, und ähnlich werden unserm Herrn, zu dem dereinst wir kommen. 7. Wir schaun die Wunder seiner Hand aus unsern tiefen Fernen und wissen: unser Vaterland ist über jenen Sternen. 8. Auf unserm Leben schwimmt wie Schaum ein wenig Müh und Kummer. Das Leben ist ein Morgentraum, der Tod ein kurzer Schlummer. 9. Wir sinken freudig in den Staub, der unsre Väter decket, nnd gönnen Würmern ihren Raub, weil Gott uns auferwecket. Geduld und Gelassenheit im Leiden. Mel. Was mein Gott will 459 ott, immer groß an weiser Huld, du Geber meiner Freuden, behüte mich vor Ungeduld bei dieses Lebens Leiden! Auch sie verhängst du über mich nach ewig weisen Schlüssen; sie wer den mir, trau ich auf dich, zum Besten dienen müssen. 2. Ich raube mir durch Ungeduld selbst viele meiner Freuden, verkenne deine Vater Geduld und Gelassenheit im Leiden. 345 mer Dulder, hier im Glauben! Noch so dunkel sei dein Pfad: lasse dir den Trost nicht rauben, daß nach dies ser Dunkelheit dich ein helles Licht erfreut! Vaterhuld, vermehre meine Leiden, vergeß oft tes Berufes Pflicht und quäl mich jeden Morgen beim Mangel froher Zuversicht mit immer neuen Sorgen. 3. Mein banges unruhvolles Herz, unfähig, sich zu fassen, wird sich dem Gram, dem kleinsten Schmerz ganz trostlos überlassen, bekämpfet seinen Kummer nie; wünscht zwar ihn zu vers mindern und sucht doch, ohne Fleiß und Müh, umsonst ihn zu verhindern. 4. Tu, Vater, weißt, was mir gebricht; du fennest meine Leiden. Wie leicht verwandeln sie sich nicht, wenn du es willst, in Freuden! Die Laft, die du mir auferlegt, kann mich nicht niederdrücken; wenn sie mein Herz nur willig trägt, wirst du mich bald beglücken. 5. Gott, deine Hülfe ist nicht fern, wenn man sich ganz dir weibet; du rettest, tröstet, segnest gern den, der sich ihrer freuet. O laß mein dir ergebnes Herz auf diese Hülfe sehen, so werd ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, bestehen. Mel. Jesus, meine Zuversicht 460 Se beine Thränensaat, from 2. Ausgerungen haben schon Viele, die im Glauben litten. Sieh, sie stehn vor Gottes Thron; ihre Krone ist erstritten. Du, auch du wirst Sieger sein und dich bald der Krone freun. 3. Weislich hat des Vaters Hand manches Kreuz dir auferleget. Ihm ist deine Noth bekannt; er ifts, der dich liebreich träget. Väterlich ist sein Bemühn, dich zum Himmel zu erziehn. 4. Es ist Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freude schenket; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer kränket. Gott ist Bater, mild und gut; Lieb ist Alles, was er thut. 5. Lerne denn Gelaffenheit, Unterwerfung und Vertrauen! Einst am Ziel der Brüfungszeit wirst du froh herniederschauen auf den Weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts gebracht. 6. O dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die ihr hier gefloffen! Wie ein Strom von oben ber wird dann Trost ins Herz gegossen und $ 5 vor Pflichten gegen uns selbst. 346 vor dem verklärten Blick schwebt des Himmels ewges Glück. 7. Drum sei, Dulder, unverzagt; harr in deiner Nächte Grauen! Wann der große Morgen tagt, wirst du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen stehn, dir die Krone winken sehn. 8. Dort verschwindet alles Leid wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heilge. Land der Wonne. In die Heimath gehst du ein, ewig ſelig da zu sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 461 Wohlthätig sind der Erde Leiden. Dieß glaube fest und murre nicht. Am Ende folgen ihnen Freuden; auf Nacht und Graun folgt Sonnenlicht. Drum dulde mit Gelassenheit und Muth die Leiden dieser Zeit! 2. Durch Leiden will dich Gott bewähren, entwöhnen von der Lust der Welt, zur Weisheit leiten und dich lehren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt; du sollst mit findlichem Vertraun auf ihn und seine Hülfe schaun. 3. Wirst du bei lauter Erdenfreuden und in des Glückes Sonnenschein so leicht der Thorheit Bahn vermeiden? so gern der Sünde Lodung scheun? Wird nicht, wenn nie ein Schmerz dich rührt, dein schwaches Herz gar leicht verführt? 4. Was predigt stärker dir die Lehre: vergänglich ist die Lust der Welt! als wenn in Trübsal manche Zähre herab von deinem Auge fällt! Was lehrt dich mehr Abhängigkeit, mehr Demuth, Gottergebenheit? 5. Wenn alle deine Stützen brechen, auf welche sich dein Arm gestüzt; wenn Krankheit, Gram und Schmerz dich schwächen und Macht und Reichthum dich nicht schützt: dann lernſt du freudig Gott vertraun und nur auf seine Hülfe baun. 6. Ja, der Allweise schickt dir Leiden, damit er dich zur Tugend führt; schafft dir durch sie selbst fünftge Freuden, indem er dein Gewissen rührt. Verehre seine Weisheit, Christ, die strafend selbst noch Güte ist! 7. Gott will, wie gute Väter handeln, durch weiſe Zucht dich auferziehn; gut sollst du und unsträflich wandeln, die Welt und ihre Lüste fliehn, dich bilden in der Prüfungszeit zum Leben ber Unsterblichkeit. 8. So nimm in Demuth und Vertrauen den Kelch des Leidens willig an und walle Geduld und Gelassenheit im Leiden. 347 ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. walle ohne Furcht und des Todes Pfade vertrau Grauen auch auf der allerrauhsten Bahn! Ihr Ende wird dich einst erfreun und Wonne, Ruh und Friede sein. Mel. In allen meinen Thaten 462 J ch hab in guten Stunden des empfunden Lebens Glück und Freuden ohne Mel. Allgegenwärtiger, ich jo will ich denn gelafſen 463 In Chrift, fei Jn so mich auch in Leiden fassen: welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Web erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird Alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun! Jetzt hat mein Geist noch Kräfte, sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf unverzagt! Wann Schwermuth an dein Herz sich wagt, erheitre, dein Gemüthe; du weißt, auch dich liebt väterlich der Vater aller Güte. 2. Kein Leiden kommt von ungefähr; dein Gott schickt dir es zu und er zeigt sich in seinen Wegen so groß von Rath, als groß von That und reich an Gnad und Segen. 3. Der dich in Jesu herzlich liebt, sucht, wann er dich durch Kreuz betrübt, das wahre Heil der Seele; weckt dich, daß nicht zu deiner Pflicht dir Trieb und Eifer fehle. 4. Das Kreuz beugt Stolz und Uebermuth; erfickt der Wollust wilde Gluth; bricht die Gewalt der Sinne; erweicht das Herz, daß Andrer Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. 6 5. Auch 348 Pflichten gegen uns selbst. 5. Auch übt das Kreuz 11. Durch Trübsal sind dich in Geduld; erhöht den zu aller Zeit die Frommen Werth von Gottes Huld; in die Herrlichkeit, gleich stärkt mächtig dein Ver- Jesu, eingegangen. Denkst trauen; lehrt im Verlust denn nur du, in träger Ruh dich nun mit Luft aufs Un- die Krone zu erlangen? sichtbare schauen. 12. Demüthige dich, gleich als ste; gleich ihnen bet und zage nie: denn Gott erhört dein Flehen. Bald weicht dein Leid; zu seiner Zeit wird dich dein Gott erhöhen! 6. Der Leiden Zucht erhebt dich stets zu größrer Andacht des Gebets und stärket deinen Glauben. Weit minder kann Verführung dann dir deine Krone rauben. Mel. Herzliebster Jesu! 7. Zwar stört das Kreuz 464 in Herz, o Gott, oft deine Ruh; mit bangen Thränen säest du und unter viel Beschwerden. Christ, hoffe doch! Es wird dir noch zur reichen Aerndte werden. in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der From-men! 8. Verschmerzt ist bald ein irdisch Leid; kurz ist der Augenblick der Zeit; doch ewig, ewig währet dort dein Genuß ohn Ueberdruß, wie ihn der Geist begehret. 9. Auch bleibet stets bein Gott getreu, steht dir als Vater liebreich bei, sorgt, daß er dich erquicke. Er schafft dir Rast, daß deine Last dich nie ganz niederdrücke. 10. Verbirgt er auch sein Angeficht, dieß raube deinen Muth dir nicht! Gott kann sein Kind nicht haffen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht verlaffen. 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trägen klagen, sind Haß und Bein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwel gers Schmerz, des Neids vermiste Freuden des Christen Leiden? 5. Ift Geduld und Gelassenheit im Leiden. 5. 3st deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet, und die nun büßen ihrer Thorheit Freuden, christliches Leiden? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu bassen, züchtigen lassen. 7. Streb ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird Alles mir zum Besten die nen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 349 bis hierher! zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, dein bester Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 8. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden: und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, dieser Zeit Leiden? 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! Mel. Wer nur den lieben Gott 9. Benn ich nur nicht 465 Groß ist der Herr! mein Die de, wenn ich als Christ gelassen leid und dulde; so kann ich mich der Hülfe der Erlösten ficher getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen kränken: doch in der Noth an seinen Schöpfer denken und ihm vertraun, dieß stärket unfre Herzen mitten in Schmerzen. 11. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Mert auf! Wer spricht: tern vor seiner Gottesmajestät, wenn er in dunkeln Ungewittern, der Heilige, vorübergeht. Doch Liebe strömt aus seiner Hand in vollen Wolken auf das Land. 2. Von Raum, wo sich der Halm entfaltet, bis zu der letzten Sonn hinaus, herrscht sein Gesetz; als Vater waltet er durch das große Weltenhaus. Der Leben gibt und Freude schafft, mit Liebe waltet er und Kraft. 7 3. Was 350 Mel. Wann mein Stündlein 3. Was dich auch drückt, mein Herz, er rettet! Vertraun zu ihm ist deine Pflicht. 466 Wir trocknen un Er, der den Wurm im Lager bettet, der Gott verläßt den Menschen nicht. Der so viel gibt und mehr verheißt, erhebe dankend ihn, mein Geist! 4. Vermiß dich nicht, mit ihm zu rechten; mit Demuth nahe dich dem Herrn! In trauervollen Mitternächten ist dir der Ewige nicht fern. Mit deinem Leiden, deinem Harm wirf seiner Huld dich in den Arm! 5. O schwinge dich empor vom Staube, verfinstern deine Tage sich; zu ihm blick auf und bet und glau be: versagend selbst erhört er dich; doch nie enthüllt die Ungeduld das heilge Dunkel seiner Huld! 6. Gott fehlet nicht! O Seele, thue, was dir gebührt, sei fromm und gut! Ver fage dir nicht diese Rube; aus ihr erwacht der hohe Muth, der, wenn das Unglück uns umstürmt, uns rettet, tröstet, hebt und schirmt. Pflichten gegen uns selbst. 7. Bertraue Gottes Baterhänden, wenn er den frömmsten Wunsch versagt; was hier beginnt, wird dort vollenden, wo dir ein neues Leben tagt. Es ruhn im engen Raum der Zeit die Keime deiner Ewigkeit. ab: erhebet euch, Gefühle! fre Thränen Wir schauen vorwärts auf das Grab und weiterhin zum Ziele; und drückt uns auch die größte Noth, aus allen Leiden führt der Tod: wir wollen nicht verzagen! 2.Und wären wir auch noch so arm und hätten nichts als Sorgen und Mangel, Blö se, Frost und Harm und, ach! kein Brod für morgen; zur Weisheit führt des Lebens Noth, und Glück und Fülle bringt der Tod; wir wollen nicht verzagen! 3. Und wären wir auch noch so krank: zur Tugend führen Schmerzen. Für je des Leiden Preis und Dank! Erhebt cuch, bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschick zieht Gott uns zu des Himmels Glück: wir wollen nicht verzagen! 4. Wir blicken auf so manches Grab geliebter Menschen nieder, und manche Thräne rollt hinab; doch Eins erhebt uns wieder: Gott Lob, sie sind im Baterland. Was hier zerstäubt, war nur Gewand. Wir wollen nicht verzagen! 5. Sie wandeln dort auf höhrer Bahn, sie blühn in neuer Jugend; wie frei ist nun ihr Geist von Wahn, wie Geduld und Gelassenheit im Leiden. 351 wie lauter ihre Tugend! dir leicht sein würden, erst Drückt uns auch mancher zur Felsenlast. Bagend Herz. beiße Tag; sie gingen vor, besieg den Schmerz! Drückt wir kommen nach. Wir wol- die Bürde gleich den Schwalen nicht verzagen! chen: doch wirds Gott wohlmachen. 6. Das Leid, das schmerzlich uns zerreißt, veredelt die Gefühle: es stärkt und läutert unsern Geist und führt empor zum Ziele. Wir trocknen unsre Thränen ab und schauen über Tod und Grab und wollen nicht verzagen! Mel. Jeju, meine Freude 467 Shrift, aus deinem Herzen banne Gram und Schmerzen! Fasse neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drücket: Gott ists, der es schicket; was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen: doch wirds Gott wohlmachen. 2. Ist der Himmel trübe; wankt der Freunde Liebe; stehst du, wie verwaist; schreckt mit jedem Tage eine neue Plage den bedrängten Geist; weicht das Glück auch stets zurück; scheints dich nie mehr anzulachen: doch wirds Gott wohlmachen. 3. Bürden abzunehmen, dazu dient fein Grämen; Gram sei dir verhaßt! Un geduld macht Bürden, die 4. Du führst Christi Namen: treu ihm nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert und der Himmel bricht! Der steht fest, wer Gott nicht läßt. Laß rings um dich Wetter krachen: doch wirds Gott wohlmachen. 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seines Kampfs empfängt. Nur nicht selbst verschuldet und dann froh erduldet, was dein Gott verhängt! Steh als Held vor aller Welt! Mag sie deiner Hoffnung lachen: doch wirds Gott wohlmachen. 6. Dabei soll es bleiben! Nie will ich mich sträuben, Gott getreu zu sein. Stets, im Tod und Leben, bleib ich ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sei stets mein Ziel! Er weiß alle meine Sachen ewig wohl zu machen. In eigener Melodie. 468 Sollt es gleich scheinen, als verließ der Herr die Seinen; auch im Sturm und 352 und Finsterniß glaub ich doch: Er hilft gewiß! 2. Wird die Hülfe gleich verschoben, sieht er doch mein Leid von oben. Hilft Gott nicht zu jeder Frist; hilft er doch, wenns nöthig ist. 3. Pflegen Väter stets zu geben, wonach ihre Kinder streben? Weis ist Gott; ich harre still; er gibt, wem und wann er will. 4. Kann ich, ist die Noth am größten, mich doch naher Hilfe trösten: er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. Pflichten gegen uns selbst. 5. Laß den Feind mir bange machen: Gott, mein Schutz, wird für mich wachen! Schwer sei meines Kreuzes Joch: Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Fließt so manche stille Thräne, wenn ich mich nach Ruhe sehne: jede, die mein Auge weint, zählt der treue Menschenfreund. 7. Werd ich gleich verfolgt rom Neide; leb mit Bösen ich im Streite; folgt mir Spott und Lästrung nach: Gott tilgt alle Noth und Schmach. 8. Will mich auch die Welt vertreiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Dort folgt Ruhe nach dem Krieg, und die Palme schmückt den Sieg. 9. Ich will gern das Eitle laffen; Fürst und Bettler muß erblassen; Glüd verschlimmert, und der Tod führt den Dulder aus der Noth. 10. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, fehlt mir keine gute Gabe! Aus der Welt durchs dunkle Grab führt zum Himmel mich dein Stab. In eigener Melodie. 469 Warum ſollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch. Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn bei gelegt im Glauben? 2. Nichts bracht ich in dieses Leben, da es mir einst allhier ward von Gott gegeben. Nichts nehm ich mit von der Erde, wenn ich sie, nach vieler Müh. einst verlassen werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben, ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Soll ich es ihm wiedergeben, geb ichs hin, preise ihn, blick aufs beßre Leben. 4. Schidt er mir ein Kreuz zu tragen, bringt herein Angst und Bein: sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott 70 id er ch It rt 3. $ n € I T I 1 Geduld und Gelassenheit im Leiden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Liebt er mich drum doch nicht minder! Nie zu schwer züchtigt er seine treuen Kinder! 6. Stolz, Haß, Welt und ihre Rotten können mir Nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 353 Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 9. dann wird an höhern Schätzen Geist und Herz, frei von Schmerz, ewig sich ergötzen. Bleibend Gut ist nicht zu finden in der Welt; sie enthält Güter, die verschwinden. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, seinem Gott vertrauen. Was sollt er zu In eigener Melodie. schmerzlich finden? Selbst 470 Was Gott thut, den Tod hilft ihm Gott freudig überwinden. 8. Kann mich doch der Tod nicht tödten, nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen; endet dieses Lebens Leiden und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 10. Sind nicht dieses Lebens Güter Unbestand, eitler Tand, Lasten der Gemüther? Dort, dort sind die edlen Gaben; da mein 11. Herr, mein Heil, Quell aller Freuden, du bist mein, ich bin dein! Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. getban! Voll Weisheit ist sein Wille. Ihn bete ich in Demuth an und halt ihm findlich stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort kann ja nicht trügen: er führet mich auf rechter Bahn zum seligsten Vergnügen. Trost und Geduld gibt seine Huld: er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich wohl bedenken; wenn ich mir selbst nicht helfen fann 354 kann, wird er mir Hülfe schenken. Ja, seine Treu ist täglich neu: drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben, der nie mein Unglück wollen fann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. Pflichten gegen uns selbst. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nichts schrecken; weil mich zuletzt mein Gott ergötzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmer zen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Neth, Tod und Elend treiben: so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten. Drum laß ich ihn nur walten. hilft in der Noth und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nie verlassen. 2. Er ist mir Trost und Zuversicht, Rub, Hoffnung, Freude, Leben: drum, was er will, dem will ich nicht unmuthig widerstreben. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet! Des Höchsten Macht, die für mich wacht, gibt mir stets, was mir fehlet. 3. Wenn es sein Wille mir gebent, das Leben zu verlaffen: so will ich voll Ergebenbeit in seinen Nath mich faffen. Dir, Gott, be fehl ich meine Seel in meinen letzten Stunden; dein Sohn, o Gott, hat Höll und Tod für mich auch überwunden. Mel. Wer nur den lieben Gott 472 Was ist mein Leben auf der Erde? Ein Wechsel ists von Freud und Leid. Hier stört oft Unruh und Beschwerde mein Wohl und meine Heiterkeit: hier wohn ich noch in einer Welt, die In eigener Melodie. 471 Was mein Gott kein vollkommnes Glück enthält. will, gescheh allzeit! Sein Will der ist der beste. Zu helfen dem ist er bereit, der an ihn glaubet feste. Der treue Gott 2. Weß soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil und bleibst, wenn auch die It t, d t e 1 Geduld und Gelaffenheit im Leiden. 355 die Noth am größten, doch allerraubsten Wege fieb fröhmeines Herzens Trost und lich hin zur Ewigkeit; da Theil; und stehst, nach dei- wirst du, frei von aller ner Vatertreu, mir stets Pein, ganz selig, ganz zumit Rath und Hülfe bei. frieden sein. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet den Muth, daß ich gelassen sie ertrage, und machest endlich Alles gut. Auf Kummer folgt zufriedner Dank, auf Klagen froher Lobgesang. 4. Erwarte nicht beständge Freuden, mein Geist, in deinem Uebungsstand; denn bliebst du frei von allen 473 Leiden, wie würde deine Treu erkannt? Vollkommne Rub und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so fummervoll? Vertraue Gott! Nur ihn erwähle zu deinem Troft: er schützt dein Wohl. Einst tankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter > war. 6. Er wird es sein! Nuf in Gefahren ihn gläubig nur als Helfer an! Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo Niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht! Dieß stärke deine Zuversicht! 7. Befiehl dich seiner Vaterpflege: hoff und vertrau ihm allezeit! Auch auf dem 8. So laß mich, Gott, stets dahin schauen und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen! Du bist bei mir, dieß stärke mich! Wer defsen stets versichert ist, der lebt und stirbt getrost als Christ. In eigener Melodie, Herr, mein Gott, durch den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rats ergebe; laß ewig deinen Willen mein, und was du thust, mir theuer sein! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb und Stärke. Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke. Was zag ich einen Augenblid? Du bist mein Gott und willst mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wegst mein Glück, du wegst mein Leid, und was du schickt, ist Seligkeit. 4. Gefällt es dir: so müsse keine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehrts mein ewig Heil 356 Heil: so bleibe nur dein Troft mein Theil. Pflichten gegen 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine Schuld: so zag ich nicht. Du gibst Geduld. 6. Sollt ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein Flehn, mir dennoch eine Hülf ersehn. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und diefer ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich sein? uns selbst. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der Alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, fei mir von dir ge währet! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schätzet, sei, Herr, mein Gett, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krank heit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich! Mel. In allen meinen Thaten 474 Was ists, daß ich mich quäle? Harr Gottes, meine Seele, harr, und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nützet; Gott weiß es und Gott schützet, er schüßet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Mel. Schon ist der Tag von Gott Eh ich mich selbst noch kann 475 Wenn gleich aus te, eh ich ihn nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. tiefer Mit ternacht Gewitter um mich blitzen, so zag ich nicht: mein t t = t 1 1 1 = 7 Geduld und Gelassenheit im Leiden. 357 mein Vater wacht, er wacht ken, so laß mich wohl beund wird mich schützen. Die denken: auch das sei gut, Güte, die mich werden hieß, was Trübsal heißt! die den Bedrängten nie verließ, die wird mich nie verlaffen. 2. Sein Auge schaut auf meinen Schmerz, und seine Blicke zählen die Sorgen, die mein armes Herz mit Angst und Kummer quälen. Er sandte mir das Leiden, zu, daß nicht mein Herz in stolzer Ruh des Ewigen vergeffe. 3. Gesegnet sind die Leiden mir, die mich der Welt entziehen, mich lehren, Gott, allein zu dir nach Trost und Hülfe fliehen. Ich weiß, einst bringst du meinem Blick der Sonne sanftes Licht zurück, das Dunkel mir verhüllet. 2. Nicht ewig soll sie währen; oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt. Und seufzen wir: Wie lange ist meiner Seele bange! so wird mit Trost das Herz erfrischt. 3. Du wendest solche Bürden, die uns erbrücken würden, Gott, gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern Plagen auch auf die Kraft, zu tragen, die deine Handuns selber gab. 4. Dein väterlich Bemühen will deine Kinder ziehen, zu thun, was dir gefällt. Du willst die Lüste schwächen, den eignen Willen brechen, uns bilden für die beßre Welt. 4. Wie will ich dann, vom Schmerz befreit, Herr, dei ne Huld erheben: wie freubig dir selbst für das Leid Lob, Breis und Ehre geben! Wohl denen, die dem Herrn vertraun und ihre Hoffnung auf ihn baun! 6. Was will uns, Herr, Nie werden sie zu Schan5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren mit Glauben und Geduld; daß, wenn uns Feinde haffen und Freunde uns verlassen, wir stets vertrauen deiner Huld. den. auch scheiten von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, so wird uns, deinen Erben, des Himmels Wonne nicht entgehn. 7. 3u jenem beffern Leben willst du auch mich erheben: der Tod ist mein Ge= Mel.- In allen meinen Thaten 476 Mill mich, ill mich, o Gott, hienieden des Lebens Laft ermüden, so stärke meinen Geist! Wann mich die Leiden trän Pflichten gegen Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geist genesen; er eilt zu seinem Schöpfer bin. 358 8. Obrücke meinem Herzen bei Sorgen, Gram und Schmerzen dieß doch aufs tiefste ein: der, den du, Vater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig sein. Allgemeine Menschenliebe. das Band, das die Menschen bindet; ist geknüpft von dessen Hand, der die Welt gegründet; ist gefnüpft, daß besser mir feine Welt gefalle! Einen Schöpfer haben wir, Einen Bater alle: 5. Brüder, nein, bieß Herz soll nie sich vor euch verschließen; immer will ich Sorg und Müh liebreich Mel. Schwing dich auf zu 477 Heilis, beilig ist euch verfüßen. Alle, alle leben wir, um zu be glücken; und ihr seid nur theurer mir, wenn euch Leiden drücken. 2. Einen Vater, Einen Gott, der uns alle liebet, der uns täglich unser Brod, Kraft und Freude giebet; der nicht nur mit Freundlichkeit schaut auf Fürstenthronen, der auch segnet und erfreut, die in Hütten wohnen. den Nächsten. herzlich sollen wir uns einan der lieben; woblthun, Elend mindern hier, Keinen je be trüben. 2. Wohl mir! Auch auf mich, sein Kind, blickt er freundlich nieder. Nah und fern die Menschen sind alle meine Brüder. Froh und 4. Und ich fühlte keinen Leiden? Kalt und fühllos Schmerz bei des Bruders blieb mein Herz bei des sollt in meiner Brust Stolz Bruders Freuden? Und es und Haß entbrennen? Könnt ich dann wohl Gott mit Lust meinen Vater nennen? 6. Immer will ich, wie ich kann, sie euch helfen tra gen; kann ichs nicht, euch frösten dann, trösten, mit euch flagen. Dann sollt ihr an meiner Brust euren Gram verweinen, bis die Sonne neue Luft euch ins Herz wird scheinen. 7. O gewiß, dann werdet ihr froh den Vater preisen und auch Duldern gern mit mir hülfreich euch erweisen; werdet, süßer Trost! auch mich, wann mich Leiden drücken, mitleidsvoll und brüderlich trösten und er quicken. Mel. ne nd e= r8 T 3 e S J t t 1 Allgemeine Menschenliebe. Mel. Jefus, meine Zuversicht 478 Allen Christen und auch mir hat der Herr dieß vorgeschrieben: Euren Nächsten follet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben! Heilig ſei uns allezeit, was der Herr uns hier gebeut! 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder, die er huldreich all erhält; alle Eines Leibes Glieder, die sein weiser Allmachtsruf alle, sich zu lieben, schuf. 3. Eine sterbliche Natur bat er allen uns gegeben, und auch Eine Hoffnung nur: Hoffnung auf ein beßres Leben, wenn wir hier in dieser Welt redlich thun, was ihm Und wir follten uns 4. entzwein? lieblos uns einander haffen? Uns, zu unsrer eignen Bein, Stolz und Neid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Nächften ist, ist fürwahr fein Mensch, kein Christ. 5. Was wir auch aus Gottes Hand reichlicher, als Andre, haben: Ansehn, Reich thum, hoher Stand, Leibesfräfte, Geistesgaben, Alles dieß befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 359 dem, der sich bemüht, nüßlich, wie er fann, zu werden; sich der Menschheit Dienst zu weihn, auch im Kleinsten treu zu sein. 6. Nein, der Gaben Unterschied knüpft das große Band auf Erden, und wohl 7. Darum gib uns, Gott, ein Herz, voll von wahrer Menschenliebe, das an Andrer Freud und Schmerz Antheil nehm und gern das übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns dein Sohn erklärt. 8. Diefem großen Menschenfreund laßt uns alle ähnlich werden, daß wir hier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Erden, dort verflärt, auf ewig sein, seiner Lieb uns ganz erfreun! In eigener Melodie. 479 Menach deinem Bilde, bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig auch mich zur Güte hin! Unwerth wär ich, dich zu kennen, liebt ich meine Brüder nicht; unwerth, mich nach dir zu nennen, wich ich von der Liebe Bflicht! 2. Wo du, Jesu, Menschen nahtest, folgte Wohlthun deiner Spur; wo dit fegnend Gutes thateft, in den Hütten, auf der Flur, an dem Lager franker Brüder, wo du je nur hingeblickt, 360 Pflichten gegen den Nächsten. blickt, lehrte Freud und, Liebe bringet, ärnbtet dau Hoffnung wieder, und die ernden Gewinn. Menschheit ward erquickt. 7. Zwar der Wehmuth Zähr entfließet dem, der reiche Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut; doch des Segens seiner Güte freut er einst sich. wärs auch spät; endlich, Heil uns! steigt zur Blüthe, was die Liebe ausgeſät. 3. Menschenfreundlichster von Allen. Keinen hast du je verschmäht. Wer verirrt war und gefallen, wer um Trost zu dir geflebt, hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. 4. Brüder, fommt in meine Arme; wer da leidet, mel. O Gott, du frommer Gott ruhe hier! Wenn ich sein 480 Gib mir, o Gott, mich nicht erbarme, wende das " sich mein Gott von mir! jeden Menschen liebet, bei Ohne Liebe ist kein Leben; seinem Wohl sich freut, bei liebend nur gleich ich dem seiner Noth betrübet; ein Herrn: sein Verschonen, Herz, das Eigennuts und sein Vergeben, o mein Herz, Neid und Härte flieht und stets üb es gern. sich um Andrer Glück als um sein Glück bemüht! 5. Ob mich auch mein Nächster kränket: Jeſus, denk ich, litt wohl mehr, Ob er Böses von mir denket: beffer will ich sein, als er. Wenn mir Jemand Gram bereitet, irrt vielleicht nur fein Verstand, und ich reich ihm, wenn er gleitet, den noch liebreich meine Hand. 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm hülfreich mitzutheilen: nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu sein und mich verehrt zu sebn; nein, Menschen zu erfreun. 3. Dieß sei mein Gottes6. Nimmer soll mein Herz dienst! Auch unbemerkt von ermüden, reiner Liebe sich ihnen, müff Andern stets zu weihn! O es schafft so mein Herz mit Rath und füßen Frieden, wohlzuthun Hülfe dienen! Mich treibe und zu erfreun! Wer nach nicht erst Dank zu milder Dank und Lohn nur ringet, Wohlthat an; nein, mas hat schon seinen Lohn da- ich Brüdern thu, das sei bin; wen das Herz zur dir, Gett, gethan. 4. Ein th er ht fit 18 $ ₁, Je, ott t₁ 8 1₁ t, ), S 8 D 3 i 1 Menschenliebe. 361 Kraft und segne mein Bemühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe durch deine Lieb und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein! Allgemeine 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst den Durstigen begegnet; ein Blick voll Troft, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund in Kummer Andre stärkt; Nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam fein, der Brüder Zwist zu schlichten. Mel. Wer nur den lieben Gott Aus Schmähsucht kränke nie 481 Vereinigt laßt mein Mund des Nächsten Ruh; er rühme sein Verdienst, deck seine Fehler zu! 6. Die Rach ist dein, o Gott, du sprichst: Ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten! Gib, Gutes wirken, o Christen, füget Hand in Hand! Es schlinge sich um unsre Herzen der Menschenliebe sanftes Band; und Jeder liebe Recht und Pflicht, bis einst sein Aug im Tode bricht! daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht! 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen! Noch stärker müsse nich sein ewig Glück erfreun, noch mehr sein Seelenheil mir angelegen sein. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestärken; den, der noch sicher ist bei seines Fleisches Werken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih mir 2. Wir sind ja Eines Vas ters Kinder, in jedem Stande vor ihm gleich; sind ohne Unterschied hier Brüder, wir mögen arm sein, oder reich. In Eintracht sollen wir uns freun, einander Hülf und Beistand sein. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Menschenwohl auch unser Herz! Und leidet irgendwo ein Armer, gemildert sei durch uns sein Schmerz! Sein heitrer, dankerfüllter Blick erhöhet unser eignes Glück. 4. D Wonne, Menschen glücklich machen! O Wonne, Menschen glücklich sehn! Durch 362 Durch sie wird Gottes schöne Erde dem Herzen noch einmal so schön. Ja, eine freubenreichre Pflicht, als Menschenliebe, gibt es nicht. Pflichten gegen den Nächsten. 5. Erscheint des Todes ernste Stunde dir, Men schenfreund, so naht mit ihr ein Engel Gottes und verfündigt den Lohn der Menschenliebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erhellt, du sätest für die beßre Welt. 6. Ja, Christen, wer sein Herz hienieden der wahren Menschenliebe weiht, der streut zu einer reichen Aerndte den Samen für die Ewigfeit. laßt uns diesen Samen streun, o laßt uns Menschenfreunde sein! Mel. Auf, Christenmensch! 482 Jemand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines.Leibes Glieder: drum diene deinem Nächsten gern; denn wir sind alle Brüder. Gott nicht blos für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder bas sen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch er faufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich verfühnt, hab ich dieß mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den er gehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist! Gerechtigkeit und Billigfeit. Mel. Kommt her zu mir 483 Du liebst, o Gott und strafest den, der sie ents weiht, am Nächsten Unrecht übet. " n t 8 n 8 0 1 Gerechtigkeit und Billigkeit. übet. Du bists, der Jedem seinen Lohn, ohn alles Ansehn der Person, nach sei- 484 Richte nicht mit nen Werken giebet. 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig beißt, stets meine Seele lenken! Nie komm es mir doch in den Sinn, ans schnöder Sabfucht, um Gewinn, des Nächsten Recht zu kränken! 3. Pflanz Reblichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und Andre kränkt, wie kann das Brüder lieben? 363 Mel. Gott bes Himmels und der Erden 4. Nie feufze Jemand über mich! Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit Jedermann in Einigkeit zu leben! 5. Laß mich beständig dabin febn, mit Jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begebre; damit ich keines Menschen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere! 6. Herr, mit dem Maaß, womit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dieß reize mich zur Billigkeit und laffe mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen! harter Strenge, wenn du Andre fehlen siehst! Groß ist auch der Fehler Menge, die du felber noch nicht fliehst. Sei bedachtsam, richte nicht! Schonung ist des Christen Pflicht. 2. Siehst du stets die tiefern Gründe von des Nächsten Handlung ein? Ist auch, was bu tadelst, Sünde, oder trüget dich der Schein? Urtheilst du gewissenhaft, oder reizt dich Leidenschaft? 3. Hast du auch in seiner Jugend stets den Blick ihm zugewandt und die Feinde seiner Tugend, find sie alle dir bekannt? Ach, was rechnest du ihm zu, daß er Mensch ist, so wie du? 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt: fehlt auch oft mit Widerwillen, oft nur, weil ibn Irrthum treibt; zeigt nicht Klugheit bei der Pflicht, aber Bosheit übt er nicht. 5. Christ, vergiß nicht zu bedenken, was bein Nächster fordern kann! Ach, wie würd es dich doch fränken, griff er deine Ehre an! Deiner schent ja auch der Herr; zeig dich nachsichtsvoll wie er! 6. Selbst bei wirklichem Q2 Ver 364 Pflichten gegen den Nächsten. Vergehen meide mit Be- du gütigster Berather in scheidenheit alles unbefugte Allem, was uns drückt! Schmähen, Härte, Spott Was wir hier Gutes haben, und Bitterfeit! Menschen sind einzig deine Gaben; freundlich decke du deines bu bists, der unser Herz Nächsten Fehler zu. erquickt. 7. Mit dem reinsten Her zen biete ihm die Hand zu feinem Glück! Bringe, wenn du kannst, voll Güte aus der Irre ihn zurück! Hüte selbst dich, wenn du stehst, daß du keinen Fall begehst! 2. Du läsfest von uns Sündern durch Undank nie dich hindern, uns segnend zu erfreun! 3u ewgen Sefigkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig bein Vergnügen sein. 8. Sebe nicht des Nächsten Leiden gleich als Strafe Gottes an! Gönne dem erlaubte Freuden, der sie noch genießen kann! Nie gib seinen frohen Sinn scheinbar frommer Schmähsucht hin! 3. Wie groß ist beine Milde! Barmherz'ger Vas ter, bilde mein Herz nach deinem Sinn! Daß ich der Noth der Armen mich willig mög erbarmen, nimm alle Härte von mir hin! 9. Laß die Liebe dich befeelen, die nur ungern Argwohn hegt und, wenn Anbre wirklich fehlen, ihre Fehler sanft erträgt! Mehre niemals ihren Schmerz, rühre, beßre nur ihr Herz! 10. Gott, der Richter aller Welten, richtet mit Gerechtigkeit. Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieser Zeit. Ueberlaß ihm das Gericht, richte bu den Nächsten nicht! 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun be strebe, sowie mein Heiland that, der göttliche Erbar mer, den kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe! Wie du mir Guts gethan, so laß um deinet willen mich Andrer Noth durft stillen, so oft ich fie nur stillen kann! 6. Zum Fleiß in guten Wohlthätigkeit und Barm- Werken laß mich die Hoffherzigkeit. nung stärken: vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man 485 D, aller Men willig giebet, ein Opfer, Mel. In allen meinen Thaten Vater, 7. Laß =! ; 8 d 1 9 S S I 1 1 3 2 1 3 1 e 1 3 Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 365 gütig forscht, obs ihm gebricht, auch der liebt ſeinen Nächſten nicht. 7. Laß mich hier reichlich säen; denn das, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier den Nächsten liebet und sich im Wohl thun übet, der ärndtet dort die Seligkeit. Mel. Auf, Christenmensch! 486 Mer dieser Er den Güter hat und sieht den nächsten leiden und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht fleiden, der über tritt die erste Pflicht und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern fie schmähen höret; sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und Nichts zum Beften lehret; nicht dem Verleumber widerspricht, der liebet feinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost, mit Schutz den Nächsten unterstützet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nützet- nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht- auch der liebt seinen Nächsten nicht. 5. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet; demt Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. 3war du, mein Herz, vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu und sorgst dafür, so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben! Denk oft: Gott ist die Lieb und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster, was ich hab, ist dein; sollt ich, wie du, nicht gütig fein? 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn ein Dürftger erst erscheinet: nicht eilt, dem Frommen beizustehn, ber 487 im Verborgnen weinet; nicht Mel. Gott im Himmel und 487@ D3 barmherzig, Menschen, bö Sei 366 höret, hört das heilige Gebot, das uns Jesus Chriftus Sanftmuth, Friedlichkeit lebret: feib barmherzig, und Eintracht. feids, wie Gott! Gebt, so wird euch auch gegeben, was euch Roth ist, Heil und Leben. Pflichten gegen den Nächsten. 2. So viel Menschen, so viel Brüder; Ein Gott ists, der uns erschuf. Wir sind alle Chrifti Glieder; allge mein ist Gottes Ruf. Seine Sonne er den Bösen, wie den Seinen. 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen! Seid barmber sig, seibs, wie er! Gebt den Dürftigen und Armen: was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt, auch ungefehen euren Brüdern beizustehen! 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, ihnen Schutz und Retter sein, Rummer fine dern, Wunden heilen, wohlthun, trösten und erfreun und dieß thun aus edlem Triebe, das ist wahre Men, schenliebe! 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir geben; laß uns nie fühllos sein, wo Brüder weinen, unser Mitleid tröste fie, daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf empfahen! Mel. Befiehl du deine Wege 488 Nachfrommer Eintracht streben, der Welt, mit Allen in its möglich, friedlich leben, dieß ists, was Gott gefällt. lingen, der seinen Nächsten Doch dem nur fanns geliebt, sich selbst weiß zu be zwingen, Beleidigung ver gibt. 2. Nachgebend und ges fällig, des Haders größter Feind, zeigt er sich stets ge sellig, erhält sich feinen Freund. Er sucht mit Ernst zu meiten, was seine Brü der fränkt, weil er von sich bescheiden, von ihnen rühm lich denkt. 3. So oft fie 3wift er regen, so eilet er, ten Streit mit Klugheit beizulegen, und stiftet Einigkeit Der Ueber eilung Sünden entrüsten nie sein Herz, er läßt sie Nachsicht finden und hemmt des Unmuths Schmerz. 4. Nie spottet er der Brüder, soviel er Witz bes fit; und zürnet nicht gleich wieder, wenn sie ihr Zorn erhitzt. Er freut sich ihrer Freuden, trotzt und erbit tert nicht und hält sich stets bescheiden, wenn man ihm widerspricht. 5. So Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht. 367 5. So Fried und Ein- Born entbrenne und mich tracht lieben und nie durch vor dir gar leicht durch Haß und Streit des Näch- eigne Rache verwerflich sten Tage trüben, ist Pflicht, mache. die Gott gebeut. Sie, Herr, stets hoch zu schätzen, ihr ganz mein Herz zu weihn, fie nimmer zu verletzen, soll meine Weisheit ſein. 4. Ich muß es wehmuthsvoll, ach, Herr, dir flagen: mein stelzes Herz kann noch so wenig tragen; wie schwer weiß ich, wenn Andere mich hassen, mich recht zu faffen! 6. Mich selbst zu über winden, gib Eifer, Muth und Kraft; dann werd ich frob empfinden, welch Glück die Eintracht schafft. Von aller Noth geschieden, werd ich einst selig sein und mich in ewgem Frieden des Lohns der Liebe freun! 6. So hilf mir denn die Rachbegier erftiden! Laß sich dein Bild in meine Seele drücken! So werd ich mich versöhnlich finden lassen, nicht wieder bassen. 7. Flucht mir mein Feind, Mel. Herzliebster Jesu! 489 Herr, beine so gib, daß ich ihn ſegne und seinem mit Freundlichkeit begegne, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth willen; so erb ich auch im Lande beiner Stillen die Seligkeit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben. Versöhnlichkeit und Feindesliebe. ist nicht zu ermessen. Wie viel bast du vergeben und vergessen! Ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 2. Du fegneteft, die dir, Erlöser, fluchten; du heil test selbst, die dich zu fangen suchten; du zeigtest stets bei deiner Feinde Toben der Mel. Herzliebster Jesu! mein 3. Uh, glich ich dir, 2490 Heiland! Ich betenne, ba ich noch oft von schnellem für mich 2.4 ener, der du litteft und noch zur 368 Pflichten gegen den nächsten. zur Rechten Gottes für mich bitteft, erweck in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe! 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten; du fegnetest mit Wohlthun nicht blos Freunde, auch deine Feinde! 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen und doch von Rachgier gegen Andre brennen? ich follte feindlich Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchsten sagen und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, wer wie du vergiebet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß nie die unglückfelge Luft der Rache mich strafbar mache! 7. Wenn Brüder sich an mir worin vergehen, so lehre mich ihr Unrecht über sehen, und sollten sie mich noch so bitter kränken, at dich nur denken! in 8. Erwecke dann, o Herr, meinem Herzen aufs neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, den, der mir flucht, voll Großmuth wie bu fegnen! Herr, mache gegen Alle, die mich haffen, mein Herz gelassen. 10. Will zu der Nachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein gan zes Glück verlieren; o Herr, so laß mich, ihr zu wider stehen, auf dich dann sehhen! 11. Du schützest den, der redlich vor dir wandelt und überall nach deinem Vor bild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden! Mel. Christus, der ist mein Leben 491 Nie will ich wie der wenn mir mein Hasser flucht; nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. 2. Ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, so will ich Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 369 ich fegnen: dieß ist des Herrn Gebot. 3. Mein Jesus, der Gerechte vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. 4. Sollt ich denn wieder chelten, da er nicht wieder schalt? nicht so den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 5. Verleumdung dulden müssen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. 6. Dieß will ich treu bewahren: so bessert mich mein Feind, lehrt weiser mich verfahren, indem ers böse meint. 7. Ich will die Fehler meiden, die er von mir erfann; auch die will ich bestreiten, die er nicht wissen kann. 8. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehen und Gutes von ihm sprechen: wie könnt er länger schmähn? 9. Im Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeihn und als ein Christ zum Frieden, zu Diensten willig sein. 10. Wenn, mich zu untertreten, ihn Güte mehr erhitzt, so will ich für ihn beten und Gott vertraun. Gott schüßt! Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Nedlichkeit. Mel. Alle Menschen müssen sterben 492 Laß mich, Höchster, danach streben, stets der Wahrheit Freund zu sein! Vor dir müssen Lügner beben und dein heilig Auge scheun; ja, vor deinem Angesichte werden sie beschämt zu nichte, weil Verstellung, Trug und List dir, o Gott, ein Abschen ist. 2. Andern zu gefallen lügen, leeren Schwätzern gleich zu sein und durch Heuchelei betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit an allen Orten mich in Werken und in Worten; redlich sei des Herzens Grund, redlich sprech auch stets der Mund! 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, o Gott, ein Gräul, und ein unglückselges Leben ist gewiß ihr künftig Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bei Nedlichen im Lande; denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit Ränken Feind. 4. Schmäht mich ohne mein Verschulden der VerD5 leum 370 Pflichten gegen den Nächsten. ja leumber Lästermund, Herr, 3. Wohl dem, der Gut so laß michs still erdulden; und Leben, droht ihm Geeinst wird doch die Wahr- fahr und List, für Wahrheit fund. Darf ich heit hinzugeben bereit und nicht länger schweigen, meine willig ist! Du, Gott, wirst Unschuld zu bezeugen, o so ihn erhöhen, wenn einst in gib, daß stets dabei Herz ihrem Licht die Lügner schamund Mund voll Sanft- roth stehen, enthüllt durch muth sei! dein Gericht. 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einzges meiner Worte deinem Ohr verborgen ist: dieß erwecke mein Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte; denn du liebst den Wahrheitsfreund und bist aller Falschheit Feind. 4. Herr, laß drum alles Lügen stets ferne von mir sein; behüte mich vor Trügen mit gleißnerischem Schein! Erinnre mein Gewissen: du hasseft Heuchelei, damit ich stets befliffen der Treu und Wahrheit ſei! 5. Laß niemals mich ver sprechen, was ich nicht halten kann, mich nie Zusagen brechen, die ich einmal ge Mel. Befiehl du deine Wege 493 Wohl dem, der than; nie Leichtsinn mich verleiten und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was Schmähsucht nur erdacht! richtig wanbelt, ber als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt und das ist, was er scheint; nie täuschet und nie schmeichelt, nie doppelzüngig spricht, nie Redlichkeit bloß heuchelt, nie Treu und Glauben bricht! 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine See le leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb und wisse: wann ich für Andrer Wohl, wann für mich reden müsse und wann ich schweigen soll! 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Rath gelingt, wenn er mit bösen Tücken in Kümmerniß mich bringt, so stärke meine See le, daß sie nicht unterliegt und 2. Wohl dem, der Lügen baffet, der, wie die Pflicht gebeut, stets feine Reden faffet und Spott und Drohn nicht scheut; die Wahrheit nie verletzet, weil er an jedem Ort es sich vor Augen sebet: Gott merkt auf jedes Wort! Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 371 und Alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt! 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir Niemand rauben! So kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen; ich werde als dein Kind dich mit den Frommen seben, die reines Herzens sind. 4. Wir sind nicht blos für diese Zeit Gefährten, im Freunde, Brüder; Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Drum auf! bis Herz und Auge bricht, entweibet Recht und Treue nicht! Hinweg mit Trug und Lügen! 5. Es winde sich der Treue Band um jedes Reich der Erde; die Treue schütze jedes Land und wohn an jedem Heerde; o Menschen, Brüder, brechet nicht, was Wort und Hand und Schwur verspricht! Hinweg mit jeder Lüge! Mel, Allein Gott in der Höh 494 blidt binauf zur Ewigkeit, empor vom Staube, Brüder! Was unsre Sinne nur erfreut, vergeht und kommt nicht wieder. Die Tugend blühet ewig schön; drum laßt des Lebens Pfad uns gehn, geleitet von der Tugend. 2. D. was sind Schäße, was ist Geld, und wärens Millionen? Was sind die Reiche dieser Welt? was aller Reiche Kronen? Wer gäbe für der Welt Gewinn des Herzens in= nern mit Trug und Lügen! 3. Ach, Alles, was die Welt verleiht, enteilt, als bätt es Flügel; ein enger Sarg, ein Todtenkleid und ein bemooster Hügel ist hier des Menschen letztes Loos; fürwahr, drum ist der Mensch zu groß, für Weltgewinn zu lügen. 6. Hinauf, hinauf zur Ewigkeit, o blickt gen Himmel, Brüder! Im Reiche der Vollkommenheit begegDer nen wir uns wieder. Weg der Pflicht, der Wahrheit Bahn leit uns zum schönen Riel hinan, und fern sei Lüg und Laster. Mel. Werde, munter, mein 495 Ob wir sind, wie ob wir reden recht und wahr, wie wir benten, wie wirs meinen, ist dir, Höchster, offenbar. Heilig, liebevoll und rein soll des Menschen Innres sein, und du wägst an jedem Orte jedes Menschen Herz und Worte. 2. Herr, du gabest uns die Sprache: was uns beine 6 Huld 372 Bulb verleiht, werde dir, der guten Sache und dem Menschenwohl geweiht! Unser Ja und unser Nein möge fest und redlich sein! Wir sind deines Reiches Glieder, deine Kinder, wir sind Brüder. Pflichten gegen den Nächsten. 5. Zwar sucht mancher Bösewicht, Redliche zu drükken, weil ihr Freimuth straft und nicht schweigt zu sei nen Tücken. Aber dieses rückt fie nie aus der Wahrdir im heit Wegen; ihnen wird, das wissen sie, dennoch Gottes Segen. Mel. Schwing dich auf 496 Reblichkeit! mit Biedern. Wer nach eitfen Schätzen ringt, ringt nach Sorg und Plage; aber Redlichkeit nur bringt Muth und frohe Tage. auf der Erde wandeln; redlich sein mit Herz und Mund, nach Gewissen handeln; sonder Trug und Heuchelei Recht und Wahrheit lieben und, entfernt von Menschenscheu, Recht und Wahrheit üben: 2. Dieser schönen Tugendpflicht sei mein Herz erge ben! Redlich, bis mein Auge bricht, redlich will ich leben: reblich, wenn die Welt mich sieht, redlich ohne Zeugen. Kann, was auch dem Tag entflieht, Gott die Nacht verschweigen? 3. Finsterniß ist ihm wie Licht, Mitternacht wie Morgen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott vers borgen. Was ich denk und thu, erspäht er im hellsten Lichte; und kein Lügengeist entgeht seinem Strafgerichte. 4. Meines Namens höchster Ruhm unter meinen Brüdern und mein liebstes Eigenthum sei der Ruf des 6. Menschenvater, Geld und Gut will ich gern verschmerzen; aber einen frohen Muth, Redlichkeit im Herzen, Redlichkeit in Wort und That und ein rein Gewissen laß mich auf dem Lebenspfad nie, o nie vermiſsen! 7. Ich will redlich sein, bis ich hier vollendet habe! Gute Menschen segnen mich dann noch einst im Grabe. In ihr Herz geschrieben bleibt meine Tugend immer; und wenn auch mein Leib zerstäubt, stirbt mein Name nimmer. Gutes Beispiel, Mel. Gott Bater, an Erbarmen 497 Von dir, der meine Freuden schuf, ist auch mein heiliger Beruf, im Herzen und im Wans Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 373 Wandel rein nnd nüßlich in der Welt zu sein. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, ist feiner wahren Freude werth. Tugend nur und Frömmigkeit! Gib selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was. Heil und Segen schafft! 2. Es war, o Vater, deine Hand, die mit den Menschen mich verband. Ich follte redlich mich bemühn, auch sie zum Guten hinzuBescheidenheit. Mel. Wer nur den lieben Gott ziehn; und leuchtet ihnen 498 Von dir in dieſe Welt Licht, fehlt mir deine Liebe nicht. 3. Wie groß ist jedes Beispiels Macht! O würd es stets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es wirkt und täglich mehr und mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! 4. Owehe den, der forglos bleibt und fühn des Lasters Werke treibt; den nicht der Blick der Unschuldschreckt und aus des Lasters Taumel weckt; der selbst die Schwa chen gern berückt und listig in sein Netz verstrickt. 5. Wie trostlos wird er einst sich sehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Richter, ihn verklagt und dann sein frecher Geist verzagt! 6. Fern sei so schwere Schuld von mir! Ja, Bater, ich gelob es dir! Wein Beispiel reize jederzeit zur stehn, Vater, alle Menschen hier auf niedern und auf höhern Stufen, und was" sie haben, kommt von dir; du machest arm, du machest reich: doch vor dir sind wir alle gleich. 2. Nicht jeder hat, was Andre haben, und das ist Güte; denn du gibst dem diese, jenem andre Gaben, weil du, als Vater, Alle liebst. Es sollen Alle glücklich sein und jeder sich des Andern freun. 3. Beglücken und selbst glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Darum ist dieser hier auf Erden gering und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Verstand, und jener braucht, was der erfand. 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? wer wieder andre Menschen mir? Du, Gott, durch freie Huld bewogen; denn alles Gute kommt von dir. Ich gab 2.7 dir 374 dir nichts zuvor, und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. Glückseligkeit wahrer Christen. arm, wie hülflos wär ich dann! 7. Wer eitler Ehre gern entbehret und Tugend an Geringen gern erkennt nnd schätzet, der verehret der Niedern und der Hohen Herrn! Wohl ihm! denn mit Zufriedenheit lohnt Demuth und. Bescheidenheit. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden und fern von allem Stolze fein; ich den, der mehr empfing, beneiden, mit ihm mich seines Glücks nicht freun? Wär ich wohl, hätt ich mehr, als er, auch besser dann und feliger? 8. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Reiz, Lie6. Nein, gerne will ich benswürdigkeit und Werth; Andre ehren; wie arm, wie gibt Würd und Hoheit ieder niedrig sie auch sein. Sie Tugend, die eitlen Schim können meiner nicht entbeh- mer gern entbehrt. Sie sei, ren; ich kann mich ohne sie o Gott, mein Eigentham, nicht freun. Nähm Keiner vor dir und vor der Welt meines Glücks sich an; wie mein Ruhm! Glückseligkeit wahrer Christen. Mel. Wie groß ist des Allmächt. den ihr quält. Wie kurze 499& ntfernet euch, un- Beit, mit wie viel Sorgen Spötter! genießt eurer Raub! Man rühmt euch heute, baßt euch morgen; ihr waret Götter und seid Staub. Ihr zittert, wo der Fromme glaubt; mein Herz hat einen Gott zum Retter und eine Hoffnung, die nichts raubt. Ich sehe meinen Heiland leben; ich weiß, daß ich nicht sterben fann; weiß, mit verklärtem Leib umgeben schau ich ihn einst im Himmel an. 3. Was sind, Weltmen schen, eure Freuden? die Wolluft? die euch trunken, macht? Ein Christ sollt euer Glück beneiden? Folgt es euch in des Grabes Nacht? Ihr rechnet mit erhittem Blute des fernen Tages Wollust aus? Die nabe schreckliche Minute tilgt euer Glüd auf ewig aus. 2. Was seid ihr, stolze Weltbezwinger, wenn euch bie größte Hoffnung fehlt? Dem Höchsten seid ihr viel geringer, als euch berStlave, 4. 3hr Glückseligkeit wahrer Christen. 4. Ihr seid dahin. Des Christen Größe geht auf, besiegt die furze Nacht, am Tage, da Gott eure Blöße zum Abschen aller Augen macht. Der Tag macht Könige den Knechten und Bettler den Monarchen gleich; der Tag gibt Adel dem Gerechten und macht des Chriften Seele reich. 5. Ein Blick in meine Zufunft treibet Verdruß und Angst aus meiner Brust; ein Herz, das nicht auf Erden bleibet, ist sich des Himmels stets bewußt. Kein Unglück fann mich nieder schlagen; ich weiß, mein Glück entgeht mir nie; ich darf vor Feinden nicht verzagen: ich weiß, mein Tod entwaffnet sie. 6. Du letzte Stunde meines Lebens, die du den Christen heilig bist, ich warte nicht auf dich vergebens; ich thu, was beiner würdig ift. Du lehrst mein Leben mich genießen; du bist mein Lohn aus Gottes Hand. Wie sanft wird sich mein Auge schließen! mein Geist erblickt sein Vaterland. 375 Andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Sünde schweiget und mir dein Geist bezeuget, daß ich begradigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübsal drücket: wie unschätzbar ist mein Gewinn! 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Luft der Sinne geben und dann die innre Pein, mich selber zu verflagen, in meinem Busen tragen? Groß würde meine Thorheit sein. Mel. In allen meinen Thaten 500 in ruhiges GeHerr, mich stets genießen; denn hab ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wann 4. Sein eignes Herz befämpfen und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch wenn wir uns besiegen, welch seliges Vergnügen gewährt der Pflicht Erfüllung nicht! 5. Nichts kann im Wohlergehn so unser Glück erhöhen, als ein gerubig Herz; das schaffet innre Freuden selbst in den größten Leiden und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wonach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? Was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? Ein ruhig Herz, dieß größte Gut. 7. 3u dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein: gezählt zu den 376 Glückseligkeit wahrer Christen. Erlösten, darf ich mich dei- Lästerzungen, wird seines ner trösten: welch Glück, Herzens Ruhe doch dadurch mein Gott, kann größer nicht ganz bezwungen. Ge sein! nug, er weiß davon sich rein und flieht auch sorgfam bösen Schein. Gott wird die Unschuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der künftgen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen tund; da wird der Fromme stegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil ein unverletzt Gewissen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben sei befliffen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu sein; bein heilig Recht nicht zu ent weihn: das sei mein größ ter Eifer! 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre und immer. aufmerksam genug auf seine Warnung höre. Erinnerts mich an meine Schuld, so laß mich, Bater, deine Huld voll Ren und Glauben suchen! 7. Mit deiner Gnade tröste mich und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich und nie aus Vorsatz fehle. Denn wer nur reines Herzens ist, hat immer 8. Läst du mich im Gewissen einst diesen Trost genießen, wann Alles von mir weicht; wann ich den Lauf vollendet und sich mein Leben endet: so wird mir felbst das Sterben leicht. 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten und mache selbst mich treu! Zum Fleiß in guten Werten laß mich die Hoffnung stärken, daß Nichts verdammlich an mir sei! Mel. Schon ist der Tag von Gott 501, welch ein schätzbares un Gut ist, Herr, ein gut Gewissen! Wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn Andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt kein Tod und fein Gericht, denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, ruht er in beiner Gnade. Dein Friede ruht in seiner Brust; und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er in aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ibn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch bas Gift der 3 5 t Glückseligkeit wahrer Christen. mer dich durch Jesum Christ, Alwissender, zum Troste. Mel. Schmücke dich, o liebe S. 502 Vom Geräusch Ver ges fchieben, schmeck ich des Erlösers Frieden und die Freude schon auf Erden, Herr, mit dir vereint zu werden. Diese Welt mit ihren Sünden seh ich unter mir verschwinden und das Heil von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. O, was achten weise Christen jenen Reiz von niebern Lüsten, jenen Glanz der eitlen Freuden und des Lebens kurze Leiden, wenn sie schon im Geist am Throne deiner treuen Streiter Krone und den hohen Lohn erblikten, der sie dort einst wird entzücken! 377 den schwersten Kampf gestritten. Gib, wenn ich ers mattet bebe, daß mich deine Kraft belebe! Hilf mir wachen, kämpfen, fiegen! Friede lohnet nach den Kriegen. 3. Mag doch Trübsal mich umstürmen: deine Huld wird mich beschirmen. Kurz nur find des Jammers Pfade: ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dantes stillen Zähren will ich deinen Rath verehren, unter keiner Bürde sinken und den Kelch in Ruhe trinken. 4. Du hast selbst der Menschen Blagen, Heiland, voll Geduld ertragen, tausendfaches Leib gelitten und Mel, Wer nur den lieben Gott 503 Wenn ich ein gut be, so hab ich große Seligkeit: es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück. in dieser Zeit, in Freud und Leiden gibt es hier die wahre Ruh der Seele mir. 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und beilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Chrift, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getroft wag ichs vor Gott zu treten und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht und Jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden; sie sind ein herber Augenblick; doch des Gewissens innre Freuden find süßer, als der Erde Glüd: und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden sein! 5. Die Glückseligkeit wahrer Christen. 378 5. Die Freudigkeit in meinem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; sie ist mein Labsal in den Schmerzen und in der Finsterniß mein Licht; sie macht getrost, wenn eine Welt erzittert und in Trümmern fällt. 6. Der bangen Todesfurcht entwöhnet, eil ich der letzten Stunde zu; dem Leis be, der nach Rast sich sehnet, zeigt sich im Grabe sanfte Rub, indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch einge Sünde, mein Hei land gibt mir Trost und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Verföhnung durch sein Blut: er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. O Seele, darum sei befliffen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! Denn, o was könnt ich ohne dich? Mel. Herzliebster Jesu! 504 Wer en wird, o Gott, die Wonne der Erlösten nach biefes Lebens furzem Kampfe trösten? Wen schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone? 2. Wer heilig wird; wer, abgewandt vom Bösen, sid von der Sünde Herrschaft läßt erlösen; wer an den Sohn glaubt, seinen Herrn ihn nennet, ihn frei bekennet; 3. Wer deine Wahrheit unter Adams Kinder verbreitet, fie erleuchtet und die Sünder durch Thaten reizt, mit einem bessern Leben dich zu erheben; 4. Wer, was er glaubt, gewissenhaft auch übet, die Menschen all als seine Brüder liebet, nicht lä stert, sie nicht fränkt, nicht stolz sich blähet und keinen schmähet; 5. Wer Sünden haffet und doch mit den Sün dern Mitleiden füblet und an deinen Kindern die Gottesfurcht und ihre Gaben ehret, hält, was er schwöret; 6. Wer nicht der Brüder Ruhm und Glück beneibet. selbst reich, die Ar men speist, die Nackten kleis det, froh, ohne Wucher auch mit milden Gaben genügt zu haben; 7. Wer, züchtig in Ge danken, feusch auch lebet; wer seines Werthes sich nie überhebet, im Glüde mäs ßig, gütig und bescheiden, getroft im Leiden: 8. Den wird, o Gott, die Glückseligkeit wahrer Christen. 379 die Wonne der Erlösten thes sind auf Erden in nach dieses Lebens turzem Beschwerden unsre Seelen. Rampfe trösten; den schmüct Herr, was lann bei dir im Himmel einst vor dei uns fehlen? nem Throne des Mittlers Krone. 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden. Doch wann der Herr vor aller Welt in Majestät Gericht einst bält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen als die Seinen, ewig uns mit ihm vereinen. 5. Wie glücklich, Gott, sind wir alsdann! Wie viel hast du an und gethan! O laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit, so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und im Leben uns bir gänzlich zu ergeben. Mel. Mein ganzer Geift 505 Wie groß ist unsre Se ligkeit, o Gott, schon in der Prüfungszeit, selbst un ter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergibt und tren in Jesu Dienst fich übt! Wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden ärndtet von der Saat der Leiden! 2. Dwie erhaben ist das Recht, das du uns fchenktest, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Vater land; und wer will deiner starten Hand, Allmächtger, uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen ſtreiten und zu Zeiten schwach uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deceft unire Schulden zu, gibst unsern Seelen wahre Ruh und stärtest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erkauftes Eigenthum und Schafe seiner Weide. Gutes MuMel. Schon ist der Tag von Gott 506 Wie heiter fließt und jeder meiner Tage, wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sündenluft entsage, von jeder bösen Neigung, frei und deiner heilgen Vorschrift treu, rechtschaffen denk und handle. 2. Sanft führt dann deine Batertreu mich auf des Lebens Wegen; mit jedem Mor 380 Glückseligkeit wahrer Christen. Morgen wird fie neu zu hen Freuden viel. Was reicherm Heil und Segen. hilft es mir, wenn ich auch Du, dessen Allmacht mich. Welten gewinne? Vergäng beschützt, gewährst mir Al- lich ist jedes Vergnügen les, was mir nützt, lenfft der Sinne. Nur Freuden Böses selbst zum Guten. der Tugend entfliehen mir nicht; fie bleiben, wenn Alles auch wanfet und bricht. 3. Dich kennt, dich liebt, bir traut mein Herz: wie könnt ich je verzagen! Ich dulde standhaft jeden Schmerz; du hilfft die Last mir tragen. Berlassen kannst du, Gott, mich nicht; stets warst du meine Zuversicht: du wirst es ewig bleiben. 4. Wenn deine Gnade mich erquickt und Ruh ins Herz mir sendet; Gott, wenn dein Friede mich beglückt und keine Reu mich fränfet: wie selig bin ich dann in dir: Wie ahn und fühl ich dann schon hier des Himmels hohe Freuden! 2. Die Natur streut Luft und Wonne Jedem in den Pilgerlauf; aber schöner geht die Sonne für den Freund der Tugend auf. Ihm strahlet von Sternen ein höhres Entzücken; ihm pflegen die Auen sich schö ner zu schmücken. Die ir dischen Gaben sind Labfal ihm nur; drum beut fie ihm süßer die holde Natur. 5. Die Bahn der Tugend und der Pflicht führt hin zum ewgen Leben! O Gott, mein Gott, ich zweifle nicht, du wirst zu dem Bestreben, fie treu zu wanbeln, deine Kraft, die alles Gute wirkt und schafft, mir Schwachen nicht versagen! Mel. Eins ist Noth, ach 507 Lieblich sind der Tugend Bfade, Heil des Himmels ist ihr Biel. Hier empfind ich Gottes Gnade und der ho3. Furchtlos und mit sich im Frieden geht er feine hohe Bahn. Keine Last fann ihn ermüden, täuschen ihn kein eitler Wahn. Ihn leitet die Wahrheit durchs Lebensgetümmel; fein Sinn und sein Wandel ist schon in dem Himmel. Ihm folget der Beifall der Edlen, und Rubh strömt ihm von dem Throne des Ewigen zu. 4. O wer wollte dieſe Freuden, diese Seligkeit verschmähn? Wer nicht selbst im tiefsten Leiden auf der Bahn der Tugend gebn? Wenn oft auch die Kräfte des Pilgers ermatten; bald laben 9 1 C O Glückseligkeit wahrer Christen. laben ihn wieder sanft füblende Schatten. Drum mutbig, ibr Christen! Das Ziel ist nicht fern. Uns winket ein Borbild: o folget dem Herrn! 381 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh entgegenschaue? Bald ruft der Herr und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmels Mel. Der unsre Menschheit 508 Mein Glaub ist freuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünden schimpflich Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht, und wenn ich gleich hienieben nicht ganz frei von Fehlern werde, so ist mein Trost: Gott hat Geduld und straft mich nicht nach meiner Schuld. bens Rub und führt mich deinem Himmel au, o du, an den ich glaube! Ach, gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diefen Troft der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Tief präg es meinem Herzen ein, weich Glück es fei, ein Christ zu sein! 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch beinen Tod erworben. Zum Staube fehrt zurück der Staub; mein Geist wird nicht des Todes Raub, du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Chrift; mein Herz ist rubig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, der du mich Mittler, aus der Angst, die ich verdient, geriffen! Dir, dir verdant ich meine Rub; du heilest meine Wunden zu; du stillest mein Gewissen; und fall ich noch in meinem Lauf: so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Christ, und seine Gnad und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner Heis ligung, ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 8. Dant 382 Glückseligkeit wahrer Christen. 8. Dant jei dir, Jein, Hoheit dieser Welt: bas Dank und Ruhm! Mich Christenthum ist sein Belehrt dein Evangelium feft hüter, daß er durch sie nicht glauben, hoffen, lieben! wanft und fällt: fein irdisch Es macht mich rubig; es Gut ist ihm ein Reiz zur erfreut und führet mich zur Wollust, Ueppigkeit und Seligkeit: drum will ichs Geiz. willig üben. Hier rühm ich meines Glaubens mich; für ihn preis ich dort ewig dich! 5. Gerührt durch Mitleid und Erbarmen beim Anblick seiner Brüder Noth, deckt er die Blöße nackter Armen, theilt mit dem Hungrigen sein Brod; er schmecket die Zufriedenheit, womit das Wohlthun uns erfreut. 6. Wirf einen Blick auf ihn, wenn Leiden und Trübsal ihn zu Beden brüdt. Mein Vater, spricht er, hat durch Freuden in guten Tagen mich erquict. Ich kenn in Leiden Gottes Huld und tragdie Prüfungmit Geduld. 7. Seh ihn im Kreise der Geschäfte; wie würdig scheint der Christ dir nicht; gewissenhaft braucht er die Kräfte zur Uebung seiner heilgen Pflicht. Sein Fleiß, dem Menschenwohl geweiht, erfüllet ihn mit Seligkeit. 8. Schau auf ibn hin, wenn nun das Ende dem Wirkunaskreise ihn entreißt. Mein Gott, spricht er, in deine Hände befehl ich sterbend meinen Geift. Du bist mein Trost auch in der Nacht des Todes. Herr, es ist vollbracht! Dritte Mel. Wer nur den lieben Gott 509 De em Wandrer gleich, der auf der Reise das festgesetzte Ziel verfehlt, durch Wüsten irrt und sich im Kreise von Furcht und Hoffnung sorgend quält, lebt auch der Christ, deß Leitstern nicht ist Jefu Lehre belles Licht. 2. Er irrt umher auf düfterm Pfade, fucht Seelenrub und findt sie nicht; wünscht den Besitz von Got tes Gnade, allein er mandelt ohne Licht; greift nach dem Halm, der ihn verläßt; er zagt, sein Glaube steht nicht feſt. 3. Willst du das Glück des Christen kennen, so sammle nur Erfahrung ein. Sie wird die Segnungen dir nennen, die ihn hienieden schon erfreun. Sein Glaube hebet über Zeit und Gräber seine Seligteit. 4. Betracht ihn im Befit der Güter, der Ehr und Dritte Abtheilung. Lieder über 383 2 s mis die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Häusliche Gesellschaft. Mel. Wer nur den lieben Gott 510 Wohl dem, der in dem Ehebunde in treuer Lieb und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebensstunde mit Lust und Heiterfeit durchwebt; er blickt mit rubig frobem Sinn auf seiner 3ukunft Tage hin! 2. Wohl dem, dem from mer Kinder Segen den Ehebund noch schöner macht; wenn sie im Herzen Tugend hegen; in ihren Blicken Uns schuld lacht; wenn sie der Aeltern Beispiel rührt und auf dem Weg zum Heile führt! Gesinnung und Verhalten des Christen in besonderen gesellschaftlichen Verbindungen. 3. Wohl denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn Jeder treu und unverdrossen das, was er ſoll, zu leisten strebt; wenn Eintracht und Zufriedenheit das Haus zum Sitz des Segens weibt! 4. Wohl uns, wenn auch bei unsern Freuden fich freut der Nachbar und der Freund; wenn er an unserm Schmerz und Leiden theilnehmend, tröstend mit uns weint; die Bruderhand uns willig reicht und Hülf und Beistand gern erzeigt! 5. Ja denen, die dich findlich ehren, o Vater! strömt dein Segen zu. Sie wandeln, folgsam deinen Leb 384 Gesinnung und Verhalten des Christen Lehren und traun auf dich und finden Ruh; fie finden Freude, deren Werth und Dauer feine Zeit zerstört. 6. 3war wird auch oft der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gefandt; oft muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue fest verband; oft flört des Grams, des Unfalls Wuth, oft Krantheit ihren heitern Muth. was mit der Frömmigkeit besteht! 2. O selig, wenn die Herzen, gefaßt auf Freud und Schmerzen, vereint durch Einen Sinn, sich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauernden Gewinn! 8. Drum mag des Todes Arm uns trennen: wir werden einst uns wiedersehn, vor Gottes Thron die Unfern kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn, da, wo nicht Trennung und nicht Tod den Neuvereinten ferner droht. 3. Es wohnet schon hienieden des Himmels hoher Frieden bei stiller Häuslichkeit. Der Liebe reiner Seelen fann feine Freude fehlen, kein Segen der Zufriet.nbeit. 7. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Bater, eingeschenkt: du wirst, du fannst sie nicht verlas4. Sie mildert Sorg und fen, du, Gott, der seiner Freuden, führt Menschen Leiden, versüßt der Erde Kinder denft und, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Wonné bringt. Hand in Hand, im fest vereinten Streben durchs kurze Pilgerleben zum Ziel im bessern Vaterland. Der Ehestand. Mel. Wer nur den lieben Gott 512 Von dir, Gott, Freuden, du, der du Mann und Weib erschufft und fie im Glück, sowie im Leiden zu großer Pflichten Uebung rufft! Uns diesen Pflichten Mel. In allen meinen Thaten 511 felig, wer zu ganz zu weihn, laß unsers Bundes Endzweck sein! frieden mit dem, was Gott beschieden, den Weg durchs Leben geht; von Herzen ihm vertrauet und fest auf das nur bauet, 2. Erhalt uns stets auf deinen Wegen, nimm gnäs dig unsers Thuns dich an! Laß Wohlstand uns und je den izin besonderen Verbindungen. den Segen mit Dank aus deiner Hand empfahn und fördre unsrer Hände Fleiß, uns, Herr, zum Glück und dir zum Preis! 3. Verleih uns deines Geistes Triebe; erfitlle unser ganzes Herz mit reiner, fester, treuer Liebe in Glück und Unglück, Freud und Schmerz: mit Liebe, die in Frömmigkeit durch Blick und Wort und That erfreut! 385 erhöhen, die in Chen dein sich freuen, durch dich blühen und gedeiben. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die sein Herz ihm abgewann, die Gott ihm außersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hülfreich beizustehen! Wohl euch. wohl euch, fromme Gatten! In dem Schatten seiner Güte jauchzt mit freudigem Gemüthe. 4. Kein Christ verbittre seine Tage dem andern je durch Ungestüm; und trifft den einen Last und Plage: so mildre sie der andre ihm! Das Glück, deß sich der eine freut, schaff auch dem andern Heiterkeit! 5. Last uns einander, wo wir fehlen, sanftmüthig nachsehn und verzeihn und stets mit bir geweihten Seelen im Guten uns zu wachsen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit unfrer Tugend unser Glück. 3. So stredet weit sich um ein Haus ein rebenreicher Weinstock aus; so blühn auch Ebgenossen. Ringsum umringen ihren Tisch die Kinder fröhlich, munter, frisch, wie junge Frühlingssproffen. Sorgt nicht! Sorgt nicht! Wie viel Beter zählt ihr, Väter, zählt ihr, Mütter! Sorg und Müh ist hier nicht bitter. 4. Gott, die du hier verbunden hast, erleichtre ibres Lebens Last; gib, daß kein Segen fehle! Laß nie sie Mel. Mein ganzer Geift 513 Der Ehestand fell ihren Bund entweihn; laß heilig sein! Du, Schöpfer, setztest selbst ihn ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner milden Vaterhand den Frommen Heil entgegen. Bater! Vater! dich treu sie, züchtig, friediam sein, Ein Herz und Eine Seele! Lente, lente, Geift der Liebe, ihre Triebe weg von Sünden, daß sie häuslich Glück empfinden! 5. O leite sie von Ueppigkeit auf Freuden, die R man 386 Gesinnung und Verhalten des Christen man nie bereut, auf Frenden echter Tugend, damit auch einst ihr Ülter frei von brückenden Beschwerden sei und heiter wie die Jugend! Segne, fegne, o du Vater und Berather frommer Chen, alle fie, die auf dich sehen! bi Bei Trauungen. Mel. Vom Himmel tam ber 514 Gott, Schöpfer, Stifter heil ger Eh, schau auf dieß Paar aus deiner Höh, das vor dir steht, den festen Bund hier vor dir schließt mit Herz und Mund! 2. Mit Gnade schau auf file herab, daß sie zusammen bis ins Grab verträglich, Allem gottesfürchtig sind! vor 3. Laß sie einander innig lich stets lieben, doch nie mehr, als dich; von Untreu auch im Herzen rein und feusch in Wort und Werten fein! 4. Busammen laß fie bir vertraun, zusammen ihre Seel erbaun, zusammen beinen Ruhm erhöhn und deinen Segen sich erflehn. 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, bas laß fie thun mit Freudigkeit; und so geling ihr frommer Fleiß zu ihrem Wohl und deinem Preis! 6. Empfinden und erfahren sie des Erdenlebens Laft und Müh: so trage jeder gern sein Theil zu seines Gatten Trost und Heil! 7. Willst du durch Kinder fie erfreun, so gib zu ihrer Zucht Gedeihn, daß an den Pfändern ihrer Eb ihr Herz nie Gram und Jammer seh! 8. Wenn dein Rath ihnen Trübfal schickt, laß sie darin nicht unerquidt: gib beitre Tage nach dem Leid und segn es für die Ewigkeit! 9. Und trennet einst auch sie der Tod, so sei ihr Troft: daß unser Gott, die tugendhaft sich hier geliebt, einan der ewig wiedergibt. Vel. et m Mein ganzer Geift 515 Ven dir, du Gott Ewigkeit, ward einst der Ehe Bund geweiht; o weih auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht entschlossen stehn, den Schwur der Pflicht vers einigt abzulegen! Laß fie, Bater, bir ergeben, einig leben, treu sich lieben, treu die Pflicht der Christen üben! 2. O du, der du so gern beglückt, so liebreich zu uns niederblickst auf allen unsern Wegen, Herr, laß fie stets sich deiner freun; gib auch zu ihrem Thun Gedeihn, und ihr Berufsei Segen! Laß fie, Bater, bir ergeben, glüdlic leben 1 Nelternpflicht. Mel. Alle Menschen müssen sterben 517 Menschen weif und gut er ziehen, die zum Leben Gott 1 erschuf: welch ein wichtiges Bemühen, welch ein seliger Beruf! Gott zum Rubm, der Welt zum Segen, ihres eignen Heiles wegen, Kinder weis und gut er ziehn: welch ein wichtiges Bemühn! 1 S 1 11 8 noi in besonderen leben, freudig sterben und bereint den Himmel erben! sig/ a/ 3 sie Nach der Trauung. en Mel. Mein Gott, das Herz 516 Seht hin! Der Gott der Ei nigkeit bat euern Wunsch erhört! Geht hin und macht durch Frömmigkeit euch seines Segens werth! 2. Ihm heiliget Beruf und Stand; ibmt heiligt euer Herz und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz! 3. Euch nehme, schließt nach seinem Rath ihr einst den Pilgerlauf, er. der euch bier vereinigt hat, in seinen Himmel auf. 2. Wächst der Mensch in früher Jugend roh und ohne Verbindungen. 387 Bucht beran, ohn Erkenntniß, ohne Tugend: kann er dann des Lebens Bahn würdig, mit Vernunft be treten? würdig dich, o Gott, anbeten? seinem Nächsten nützlich sein? deiner Liebe sich erfreun? 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder gnädig anvertraut, sorge, daß fie weise werden, daß er ibre Wohlfahrt baut; lehre früh fie Tugend lieben und das Gute willig ütben! Dieſe Pflicht ist ernst und groß; Nichts, ihr Aeltern, spricht euch los. 4. Menschenschöpfer! Tugendmehrer! Laß, zu fördern Menschlichkeit, Väter, Mütter, Bfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit mit vereinter Sorgfalt wachen, unfre. Jugend fromm zu machen; sie durch Lehr und Beispiel ziehn, selber Sünd und Lafter fliehn! 5. Pflanz in aller Kinder Herzen weisen, frommen Tugendfinn, daß sie nicht ihr Wohl verscherzen; laß fie Trägheit, Eigensinn, Aergerniß und Leichtsinn fliehen und um Unschuld sich bemühen! Führe fie auf ebner Bahn, daß ihr Fuß nicht gleiten kann! 6. Dort vor deinem Angesichte werden die Erzieher stehn; felig, wenn sie R 2 im 388 Gesinnung und Verhalten des Christen im Gerichte ihre Kinder vor dir sehn und dann sagen können: Keinen, Herr, verlor ich von den Meinen; und dann Kinder flehn für sie: Gott, vergilt nun ihre Müh! 7. Menschen weis und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf: welch ein wichtiges Bemühen! welch ein seliger Beruf! Laß, o Heilger, deinen Willen alle Neltern treu erfüllen; lobne hier schon ihre Müh, lohn, Vergelter, ewig fie! 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir die tiefste Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen und sich mit ihnen fromm zu freun, ist guter Väter, Mel. Wer nur den lieben Gott 518 Herr! welch ein Mütter Luft, flößt Tugend in wichtiges Ge schäfte für Aeltern: Kinder zu erziehn! Gib Segen, Weisheit, Lust und träfte zu jedem redlichen Bemühn, wodurch man unter weiser Bucht der Kinder Herz zu bilden sucht! der Kinder Brust. 6. Mit weifer Liebe sie zu lenken, mit Freundlich feit in ihr Gemüth die edlern Triebe früh zu senten, ist ihre Sorgfalt stets be müht. Doch, widerstrebt das Kind der Pflicht, schont weise Zucht des Lieblings nicht. 7. O welch ein wonnereicher Segen für Aeltern, Kinder und die Welt, wenn fromme Zucht auf deinen Wegen, o Herr, der Absicht nicht verfehlt! Luft strömt den Aeltern; Glüd und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 2. Du rufft die Menschen in das Leben und willst, sie sollen glücklich ſein; haft ihnen auch den Ruf gegeben, sich gern zu Andrer Dienst zu weihn. Durch Zucht zu beiden führet man sie früh zu weiser Ordnung an. bemühn! Wohl ihnen hier in dieser Zeit und einst in jener Ewigkeit! 4. Sie baun das Wohlsein ihrer Jugend zu deines großen Namens Preis; fie lehren Weisheit sie und Tugend durch eignen und durch Andrer Fleiß; und um Gedeihn fleht ihr Ge bet zu dir, in deffen Hand es steht. 3. Wohl Aeltern, welche deinen Willen hierin mit Reblichkeit vollziehn und, diese Absicht zu erfüllen, sich nach Vermögen treu 8. Und für ein Voll, für ganze Staaten, o welch ein feliger Gewinn, wenn junge not in besonderen Verbindungen. 389 junge Bürger wohl gera- sehn und, was sie lernen, then, erzogen, Herr, nach auch verstehn! beinem Sinn! Fleiß, Ord. nung, Wohlstand, Fried und Ruh nimmt dann durch sie auf Erden zu. 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie selbst zur Tugend an! 9. Ach aber, welche Pest auf Erden bringt die versäumte Kinderzucht! Sie häuft den Aeltern selbst Beschwerden, die oft her nach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Lässigkeit vermehren selbst noch dort ihr Leid. 6. Zerstört des Lehrers Unterricht zu Haus durch böses Beispiel nicht; schützt vor der Strafe seiner Hand nie ihren Trotz mit Unverstand! 7. Wißt, daß sie recht und irre gehn, so wie sie euren Wandel sehn! Sie find durch Beispiel leicht regiert; web, web euch, Mel. Wo Gott zum Haus nicht wenn ihr sie verführt! 519 Groß ist, ihr Aetroß ist, ihr tern, eure Pflicht! Verwahrloft eure Kinder nicht! Gewöhnet sie von früher Zeit mit Gott zu frommer Thätigkeit. Nel- 8. Ihr junges Herz ist schwach und weich; drum rühmt vor ihren Ohren euch der Ulebertretung eurer Pflicht in eurer eignen Jugend nicht! 9. Muthwillen nennt nie Witz; nie preist des Knaben schabenfrohen Geist als Munterfeit, ein trüglich Herz und Lügen nie als Spiel und Scherz! 10. Lehrt friedlich sie, genügsam sein, entbehren und fich dennoch freun; tilgt R 3 Geiz 10. Gott, lehr Aeltern dieß erwägen; erweck und stärke ihr Bemühn, daß. unter deinem milden Segen, sie ihre Kinder wohl erziehn! O laß fie einst so glücklich sein, mit ihnen sich noch dort zu freun! 5. Erstickt durch gute Lehr und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht; sorgt, daß sie werden Got tes Bild, gerecht und lie bevoll und mild! 2. Wohl euch, wenn keines je vergißt was aller Weisheit Anfang ist, daß Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste flugheit sei! 3. Lehrt sie, wenn ihr Verstand erwacht, Gott fennen, seine Huld und Macht! Lehrt sie, auf seine Werke 390 Gesinnung und Verhalten des Christen Geiz und Neid aus ihrer Brust, macht ihnen Christensinn zur Luft! 11. Gewöhnt sie an der Tugend Müb, an Ernst und Fleiß und lehret sie, daß Arbeit keine Sklaverei, daß sie das Glück des Menschen ſei! 12. So nehmt euch ihrer Seelen an: Gott richtet einst und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 13. Erwägts und fürchtet sein Gericht, um auch vor seinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun; denn sie sind sein Geschenk und sein. Mel. el. Vom Himmel tam ber 2. Wenn treuer Aeltern Liebe sucht, fie aufzuziehen in der Bucht; so steb, das mit fie glücklich sei, mit dei ner Weisheit ihnen bei! 8. Erhöre, Höchster, dieß Gebet; verleih, was wir von dir erfleht! Dann dan ten einst, Allvater, wir mit 520 Die Kinder, de allen unsern Kindern dir ren wir uns freun, sind alle, Gott und Bater, bein; find deine 521 Mei beste Gab, o Herr: bewahre fie, Barmherziger! 3. Gib allen Kindern Lernbegier, zum Guten Lieb und Lust zu dir und laß sie meiden ohne Zwang Trop, Eigensinn und Müßiggang! kennen; laß sie nie gefährlich irren, leite fie! 4. Gesegnet sei ihr Unterricht! Laß sie durch deines Wortes Licht dich recht er5. Im Glauben mache sie gewiß, bewabre sie vor Aergerniß, und naht Versuchung ihnen sich, so stärke du sie väterlich! 6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort und sich befleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Frömmigkeit; 7. Daß wir in ihnen Christen sehn, die freudig deine Wege gehn, und Bür ger einst, voll Lust und Muth, zu thun, was edel ist und gut! Mel. Freu dich sehr, o meine Deine Kinder, Gott, befehle ich dir an; du gabst sie mir, Preis sei dir von ganzer Seele, Breis und Dant, o Herr, dafür! Ach verlaß, verlaß sie nie, jegne und behüte fie, daß fie, dir zum Wohlgefallen, früh schon deine Wege wallen! 2. Aber ach! wie viel Ge fahren warten ihrer in der Welt! Wer vermag sie zu bewahren, wenn nicht deine Hand sie hält? Unbezwing lich laß sie sein allen Lüsten, fromm usi in besonderen fromm und rein nur nach deinem Beifall trachten, auf des Lasters Reiz nicht achten! 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden sie verschonst; nicht, daß du durch stete Freuden ihre Tugend hier schon lohnst, jeden ih rer Wünsche stillest, jede Hoffe nung gleich erfüllst; nicht um Schätze, die vergeben, darf und will ich für sie flehen. 4. Gib auf ihrer Lebensreiſe, wie es längst bein Rath bedacht, ihnen das nur, was sie weise und des Himmels würdig macht! Wichen sie von dir zurück: ihr verlornes Seelenglück wär mit allen Erdenschätzen nimmer ihnen zu erseßen. 5. Doch die Bitte, die ich wage, finde gnädiges Gehör! Laß nicht ihre Lebenstage, guter Gott, ganz freudenleer. Werden sie geprüft durch dich: o so sei es väterlich, und dann laß es ihren Seelen nicht an Troft und Stärkung fehlen! 6. Keins von meinen Kindern werde durch das Laster elend, Gott; teins bem Nächsten zur Beschwerde, oder seiner Feinde Spott! Rüßlich laß der Welt sie sein, teine Müh und Arbeit scheun, still sich ihres Fleißes nähren und durch ihn dem Mangel wehren! Verbindungen. 391 7. Jener Siegstag der Gerechten sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mir zu deiner Rechten ihrer feines fehlen mag! Dann frohlock ich: Vater, fieh, hier bin ich; hier sind auch die, die mir deine Huld geliehen, sie zum Himmel zu erziehen. 3 Kindespflicht.all Mel. Gott des Himmels und 522 Kin Kinder, die ihr noch im Kreise eurer guten Aeltern weilt und um Kleidung, Tranf und Speise sorglos nur zu ihnen eilt; noch durch sie in jeder Pflicht Lehr empfangt und Unterricht! 2. Kinder, o bedenket frühe, was sie thun für euer Glück; denkt der namenlosen Mühe, die fie euch vom Augenblick eures Aufblühns bis zur Zeit eurer Reife stets geweiht. 3. Aelternlieb ist ohne Schranken. Kinder, nie be lohnt ihr sie; danken aber könnt ihr, danken euren Aeltern Lieb und Müh; danken mande lange Nacht, sorgenvoll für euch durchwacht. 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ihnen treu und folge sam sein; nie mit Vorjat sie betrüben, jede Kränkung schnell berenn; ohne Klügeln R 4 ihnen 392 Gesingung und Verhalten des Christen ihnen traun und auf ihre Winke schaun; 5. Ringen, daß der Treuen Pflege nicht an euch verlo ren sei, daß ihr auf der Tugend Wege, eurem hohen Rufe treu, jedem Lafter troßend, geht, bis ihr einst am Ziele steht; 6. Eure Kraft den Aeltern leihen, wenn sie kraftlos sind und schwach; sie mit Trost und Hülf erfreuen bei des Alters Ungemach: dieß ist Kindesdank und Pflicht. Kinder, dieß vergeffet nicht! Mel. Jesus, meine Zuversicht 523 Gott, mein Va ter, Dank sei dir: du haft Gutes, Leib und Leben durch die Hand der Aeltern mir ohne mein Verdienst gegeben. Mir beglückst du ihre Müh und auch mir erhältst du sie. 2. Oft hab ich sie zwar betrübt, sie, die von den ersten Tagen dech so zärtlich mich geliebt, mich mit viel Geduld getragen. Gott, dadurch kränkt ich auch dich: o wie beugt mei mein Undank 3. Was ich ihnen schuldig bin, hafte tief in meinem Herzen! Laß mich ja durch Eigenfinn niemals ihre Gunst verscherzen; gib, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfreut! 4. Laß mich, Gott, wie du verlangst, jede inds pflicht gern erfüllen! Denn wie oft hat Sorg und Angst sie beschwert um meinetwillen! Haben sie nicht manche Nacht, wann ich schlief, für mich durchwacht? 5. Jesus stelle sich mir dar, er, das Beispiel aller Kinder, der der Herr vom Himmel war, Gottes Sohn, das Heil der Sünder; er war doch von Kindheit an ſeinen Weltern unterthan. 6. Ihren Willen thun, sei mir meine Lust! Denn das ist billig, auch gefällig, Gott, vor dir; dazu mache ſelbst mich willig! Wohl mir dann! Dann wird auch mein dein verheißner Segen sein! 7. Laß auf ihre Wünsche mich findlich und mit Sorgfalt achten; ja selbst ihren Wünschen mich noch zuvor zukommen trachten; nicht für sie Beschwerden scheun und ihr Glück mit Freuden sein! 8. Ebrerbietig laß mein Herz wirklich sein und nicht blos scheinen. Laß mich auch, trifft sie ein Schmerz, zu dir heiße Thränen weis nen; ihnen deine Hülf erflehn, nach der Hülfe dich erhöhn! 9. Meiner Aeltern Schub feist in besonderen Verbindungen. 393 seift du! Ihrer Wallfahrtszeit auf Erden lege viele Jahre zu: laß fie alt im Segen werden, und erhör auch ihr Gebet, bas für mich um Weisheit 10. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Bater, selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht nach den spätsten Lebenstagen: so gib bu vor deinem Thron ihnen frommer Aeltern Lohn! Mel. Wer nur den lieben Gott 524 Wir ir flehn für unsrer Aeltern Leben dich, aller Menschen Bater, an. Du hast sie uns zum Heil gegeben; sie leiten uns auf deiner Bahn. Von ganzem Her zen danken wir für deine Vaterliebe dir. 2. Verleih uns stets für ihre Lehren ein offnes, weises, sanftes Herz und laß uns gern sie findlich ehren, daß niemals Summer, Gram und Schmerz der treuen Aeltern Herzen kränkt und ihre Liebe von uns lenkt; 3. Gib ihnen deinen beften Segen und Alles, was ihr Herz erfreut! Beschirme sie auf ihren Wegen in ihrer ganzen Lebenszeit! Gesegnet sei ihr Erdenloos und einst ihr Lohn im Himmel groß! Geschwisterliebe. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 525 Menn Geschwi fter fromm und weise, nachsichtsvoll und gütig find; wenn in ihrem stillen Kreise stets des Friedens Quelle rinnt: o bann ruht auf ihnen Allen Gottes Blick und Wohlgefallen. 2. Durch das Band des Bluts verbunden sollen sie durchs Leben gehn und den Reiz der schnellen Stunden freundlich mehren und erhöhn; sollen Haß und Neid entfernen und auch Andre lieben lernen. 3. Mit entschloßnem frohem Herzen üben sie, was Gott gebot: theilen Freude, Gram und Schmerzen, mindern jedes Tages Noth; warnen sich, so oft sie feh len, und veredeln ihre Seelen. 4. D wer wollt in früher Jugend nicht schon sanft und friedlich sein? Aus den Häusern dringt die Tugend in die große Welt hinein. Wer die Seinen kann betrüben, wird der Andre redlich lieben? 5. Nur das Haus, wo Liebe wohnet, wird geſegnet und erfreut. Aeltern sehn sich dort belohnet, Kindern ist ihr Glück bereit; alle R 5 Haus 394 Gesinnung und Verhalten des Christen Hausgenoffen streben, sich Eigenfinn ist Berletzung mit Freuben zu umgeben. meiner Pflicht. Wenn ich gleich beglückter bin, den noch ziemt mir Herrschsucht nicht. Lieblos, bart und grausam sein heißt: der Menschheit Recht entweihn. 6. Liebe! Komm herab vom Himmel! Komm in unser Herz berab! Leite durch das Weltgetümmel auch die Unsern bis ans Grab! Laß durch deine Macht auf Erden jedes Haus regieret werden! Für Herrschaften. Mel. Nicht so traurig, nicht Viel. Auf, Christenmensch! 526 Du vertheilft ber 527 Durch dich, Gott, bin ich, was Loos, Gott, nach deinem weisen Rath, machst oft Einen reich und groß, wenn der Andre Mangel hat; aber weise, gut, gerecht bist du für den Herrn und Knecht! 2. Wer bei ärmeren Geschid seine Zeit und Kraft mir leibt; wer zu meines Hauses Glück treu sich meinem Dienste weiht; wer durch Folgsamkeit mich ehrt: der ist meiner Liebe werth. 3. Er bat Recht auf Güt und Huld, wenn ihn Redlichkeit befeelt; Recht auf Nachsicht und Geduld, wenn er ohne Vorfat fehlt. Ich bin selbst nicht feblerfrei; fann ich fordern, daß ers fet? 4. Hochmuth, Stolz und all 5. Herr der Herren, gib mir Kraft. daß ich stets gerecht und eu, liebreich und gewissenhaft gegen jeden Menschenfei! Jeder ist dein Kind, wie ich, und erhält sein Recht durch dich. ich bin, und es ist deine Gabe, daß ich, als Herr, so viel Gewinn vor ärmern Brüdern habe. Sie leiben ihre Dienste mir: dieß, böch ster Herr, verdank ich dir. 2. Erfüllen sie mit Redlichkeit und Aufwand ihrer Kräfte, was ihnen ihre Pflicht gebeut, in ihrem Dienstgeschäfte, so gib, daß ich für ihre Treu auch dankbar und gefällig sei! 3. Hilf, daß ich jedem seine Pflicht aufs möglichſte versüße; daß, wenn an Hülf es ihm gebricht, er sie von mir genieße; daß ich ihm Fehler gern verzeih und, wird er frant, sein Pfleger sei! 4. Gib, daß ich auch zu rechter Zeit Erholung ihm ber ili in besonderen Verbindungen. 395 3. Lehr ohne bittre Klagen des Lebens Last mich tragen und Weichlichkeit verschmähn; im Reden und im Schweigen mich ehrerbietig zeigen und gern den Weg der Demuth gehn! 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren und Schaden abzuwehren, soll meine Freude sein. Ich will sie herzlich lieben, mit Vorsatz nie betrüben, verbroßnen Sinn und Frechheit scheun. 6. D präge dieses tief mir ein! Nie müss ich mich erkühnen, gefühllos gegen die zu sein, die meinem Hause dienen! Der mir hier dient, ist Mensch wie ich; ich soll ihn lieben gleich als mich. 5. Ich will sie nie beneiden; will alle Trägheit meiden und alle 3antsucht fliebn; will recht thun, nicht betrügen, nicht lästern und nicht lügen und allem Leichtsinn mich entziehn. 1086 6. In meinem Dienst auf Erden geschickter stets su werden, sei Freude mir und Für Dienende. Pflicht. Wer treu ist hier im Kleinen, den zählst du zu den Deinen, und er bevergönne, gern seine treue Redlichkeit, gern seinen Werth erkenne und ja aus nichtgem Vorwand nie ihm ben verdienten Lohn entzich! 5. Auch der geringste Diener ist bestimmt zu höherm Leben; für mich und ihn hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Gett, hat einst der Knecht mit seinem Herrn ein glei ches Recht. Mel. In allen meinen Thaten 528 Gott, beinen wei reut sein Leben nicht. sen Willen soll Jeder hier erfüllen; luß ihn mir beilig sein! Lap alle meine Kräfte mich eifrig dem Geschäfte, zu dem du mich berufen, weihn! 2. Du beißt mich, Andern dienen, und dien ich redlich ihnen, so folg ich dir, mein Gott. Drum laß der Herrschaft Willen mich gern und treu erfüllen; dieß ist dein Wille, dein Gebot! 7. Du bist stets der Gerechte, der Herr der Herrn und Knechte und beider Troft und Heil. Wer niedrig ist auf Erden, fann groß im Himmel werden, bat an ihm, wie der Höchste, Theil. 8. Dieß laß mich stets erwägen; denn dieß gibt Trost und Segen und reicht die Hoffnung dar: einst wirst du, Herr der Welten, R6 den 396 Gesinnung und Verhalten des Christen den Fleiß noch mehr vergelten, womit ich Menschen nüßlich war. Mel. Mein erst Geschäft sei 529 Berufen hast du mich, mein Gott, in Andrer Dienst zu leben, um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. mir so werth, als obs das meine wäre. 8. Erkennt sie meine Treue nicht, so seis mein Trost auf Erden, daß sie, Gott, deinem Angesicht nicht kann entzogen werden. 9. Mit Wohlgefallen siehst du sie und wirst schon hier im Leben mir auch bei aller meiner Müh, Gott, dei-. nen Frieden geben. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meinen Kräften nüßen, und du, Gott, willst mit Baterhand mich dabei unterstüßen. 3. O laß in meinem Dienst dieß nie mich aus den Augen setzen; und kostet mirs auch Kampf und Müh, nie meine Pflicht verletzen! Für Wittwen. Mel. In allen meinen Thaten 4. Gib, daß ich, meinem 530 Auf Gott nur will ich sehen: Rufe treu, stets meiner Herrschaft Willen, damit sie meines Diensts sich freu, mit Eifer mög erfüllen! 5. Hilf, daß ich, wie mein eignes Gut, das 3hrige betrachte; auf Alles, was sie meiner Hut vertraut, mit Sorgfalt achte. E 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegiergen Händen, aus schnöder Liebe zum Gewinn ihr Etwas zu entwenden! 7. Die Freude, die ihr widerfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das Alles sei auch 10. Kommt meines Lebens Abend dann; so nimmst du, der die Müden gern aufnimmt, mich mit Ehren an und schenkst mir ewgen Frieden. er hört der Wittwen Flehen und nimmt sich ihrer an. In allem Schmerz und Leide ist er mir Trost und Freude, der Fels, auf den ich bauen fann. 2. Mich leitet seine Gnade auf meines Lebens Pfade bis an das stille Grab. Er wird mich nie verlaffen! Dieß Trostwort will ich fassen; es ist mein stärkster Wanderstab. 3. Wo seit viel tausend Jahren betrübte Wittwen waren, da sab Gott gnädig hin. Er$ flegte die Betrübten noi in besonderen Verbindungen. 7. So eilen meine Tage mit jeder Last und Plage wie Träume leicht dahin; ich lege meine Glieder im Tode ruhig nieder und weiß, daß ich erlöset bin. 8. Einst geh ich, den zu schauen, der ewig mein Vertrauen, mein Gott ist und mein Freund. Wie will ich dann ihn ehren, ihm danfen für die Zähren, die ich als Wittwe hier geweint! tijs ten, wenn sie nur stets ihn liebten und wandelten nach seinem Sinn. 4. Auch mich wird er bemerken, mich trösten, segnen, stärken und mir zur Seite stehn. Wie groß ist Für Waisen, hint In voriger Melodie. feine Güte! Mit ruhigem 531m Frühling meiauf will ich nen Wegen gehn. 5. Ich will ihn gläubig ehren und meine Tugend mehren in stiller Einsam teit. Er sieht ja, wie ichs meine; er sieht auch, wann ich weine, und gibt mir, was mein Herz erfreut. ner Jahre, Gott! sah ich schon die Bahre des guten Vaters stehn; und sie, die mich geboren, war früh für mich verloren, als Kind mußt ich ihr Grab schon sehn. 6. Auch wenn ich mehr noch litte; bis zu dem letzten Schritte will ich ihm folgfam sein. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu höhern Freuden bewährt erfundne Dulder ein. 2. Unwissend, was mir nübe, so schwach und ohne Stüße, muß ich verlassen gehn! Wer wird mir Rath ertheilen, wer mir zu Hülfe eilen, wer hört auf armer Waisen Flehn? 3. Doch wer wars, der mich beugte, so tief zum Staube neigte? Warst dus nicht, großer Gott? Dein weiser Rath regieret der Menschen Schicksal, führet es fort durch Leben und durch Tod. 4. Du willst dich an den Waisen als Vater ja beweisen und Armen Gutes thun; Verlaßne willst du hören, die Aelternlosen nähren; dein Segen soll auf ihnen ruhn. 5. Und seit viel tausend Jahren hast du, die Waisen waren, so väterlich ernährt; die sich auf dich verließen, R 7 sahn 9. Dann find ich, den ich liebte, deß Tod mich einst betrübte, in meines Gottes Hand; dann trennt fein 397 Tod uns wieder, dann schallen unsre Lieder durchs thränenfreie Vaterland. 398 Gesinnung und Verhalten des Christen fahn, Gott, zu deinen FüBen ihr heißes Flehn von dir erhört. 6. Auch mich kannst du nicht bassen, du wirst mich nicht verlassen; ich will dir ganz vertraun. Dein Herz ist mir ja offen, fest will ich auf dich hoffen, auf dich in trüben Stunden schaun! 7. Ja, du wirst mich er nähren, mir Rath und Hülf gewähren: wo ist ein Gott wie du? Nur was mir nützt, das schenke mir, dei nem Kind, und lente mir frommer Menschen Liebe zu! 8. Und wenn in diesen Jahren Verführung und Gefahren und Laster um mich sind: o dann sei, treuer Vater, mein Führer, Freund, Berather, ach dann verlaß nur nicht dein Kind! 9. Es schlag von früher Jugend für Gottesfurcht und Tugend und Unschuld nur mein Herz! Fromm sein auf deinen Wegen, sei meine Lust, mein Segen, und Unrecht thun und sehn mein Schmerz! 10. Arbeitsamkeit und Treue, begangner Fehler Reue, ein wahres Christenthum; ein zärtlich Herz für Freunde, und Sanftmuth gegen Feinde, dies sei mir mehr, als Glück und Ruhm. 11. Und die, die mich erziehen mit redlichem Bemühen, an Aeltern Statt mir sind, mich warnen und belehren, laß herzlich mich verebren, sie dankbar lieben wie ihr Kind. 12. 3hr Lohn sei, Gott, dein Segen! Auf allen ihren Wegen wollst du ihr Führer sein; und wenn sie dann einst sterben und deinen Himmel erben, laß jenseits mich mit ihnen freun! 13. Berklärt werd ich dann stehen, die Aeltern wiedersehen, um die ich hier ge weint; ich werde vor dich treten, zu dir, Erlöser, beten: Lohn ihnen ewig, Menschenfreund! il- con Dankbarkeit gegen Wohlthäter. Mel. Wer nur den lieben Gott 532 Wer enn Menschen streben, dir an Güte und Wohlihun, Vater, gleich zu sein; wenn sie mit willigem Gemüthe durch Rath und Hülfe mich erfreun: mit reichem Se gen jegne dann sie, die ich nicht belohnen kann! 2. Ich will mich aller ihrer Freuden und ihres Glücks von Herzen freun; voll Kummer über ihre Leiden gern, wie ich kann, ibr Tröster sein; und kann ich lindern ihre Noth, mit Freu in besonderen Verbindungen. Freuden will ichs thun, o Gott! 3. Und kann ichs nicht, dann, Vater, dringe mein eifrigstes Gebet zu dir; was ihnen gut ist, das gelinge! denn, Herr, sie thaten wohl an mir. Auf Jeden tomme Freud herab, der seinen Brüdern Freude gab! 4. 3ch will fie lieben und sie ehren; will über mein Bedürfniß fie mit meinen Klagen nicht befchweren, be scheiden stets und lästig nie; will, wenn ihr Herz auch Andre liebt, nie neidisch fein unb nie betrübt. 5. Erfreue sie mit deiner Güte; dein Segen komme über fie: sei stets ihr Helfer und behüte vor Widerwärtigkeiten fie! Empfinden fie Gefahr und Schmerz: so tröst und heile selbst ihr Herz! 6. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wenn einst sie scheiden, gnädig an! Erquide sie mit Trost im Sterben, die mir im Leben wohl gethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron sei berrlich einst und groß ihr Lohn! Kirchliche Gesellschaft. Lebrer und Zuhörer. Mel. Wo Gott zum Haus 399 bein; dein soll auch Dant und Ehre sein, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. 2. Gesegnet fei ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gefandt, von Zeit auf Zeit bein heilig Wort und Licht mit ihm und Tugend fort. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er, erleuchtet selbst durch dich, den Jüngern Jesu gleichgesinnt, viel Geelen für dein Reich gewinnt. 4. Dank dir, da du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer gibst, die weise sind und tugendhaft, in Lebr und That voll Geist und Kraft! 5. Laß ihres Unterrichts uns freun, gewissenhafte Hörer sein und schätzen deiner Wahrheit Werth, die uns ihr Unterricht ers flärt! 6. Dein Wort ist, was sie lehren, Herr! Laß uns dadurch stets heiliger und besser werden; nur alsdann gebn wir einher auf rechter Bahn. 7. Ermahnen, warnen, strafen sie, so weigre, wer sie bört, sich nie, zu baffen, was du uns verbeutst, zu. 533 Das Amt der Leh- thun, was du durch sie gerer, ist HA 8. Das 400 8. Das ist der Lehrer befter Lohn, wenn ihrer Mühe Früchte schon fie hier in unsrer Tugend sehn, mit uns den Weg zum Himmel gehn. 9. Fern sei von uns der Frevel, Gott, durch Untant sie, durch Haß und Spott zu fränken; daß sie, was sie thun, mit Freuden, nicht mit Seufzen thun! 10. Ja, Gott, wir wollen sie erfreun und dankbar fromme Hörer sein: so führst du einst auch uns zugleich mit ihnen in dein ewges Reich. Gesinnung und Verhalten des Christen Bei Einführung eines Religionslehrers. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 534 Wo ohl uns! Wohl uns, daß Gott uns liebt, uns immer treue Lehrer gibt, die uns zum Himmel führen; die, auf geklärt durch Wissenschaft, voll Tugendliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen rühren! Rühmet, preiset feine Treue! Wieder neue ward sie heute. Dank ſei unsre beilge Freude! 2. Wir reichen segnend ihm die Hand, den Gott zum Lehrer uns gesandt. Heil ihm zum Lehrgeschäfte! Bu bilden uns hier in der Zeit zum Leben in der Ewigkeit, gib, Herr, ihm Licht und Kräfte. ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, be ten, machen, selig sich und uns zu machen. 3. Laß deinen Geist stets auf ihm rubn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, was ihn betrübe! Gib für die Wahrheit, die er lehrt, ein Herz uns, das sie willig bört, ein Herz voll reiner Liebe! Üeben bilf uns dann in Leiden, wie in Freuden, seine Lehre, uns zum Heil und dir zur Ehre! 4. Wann einst dein groBer Tag erscheint, laß ihn, Laß unsern besten Freund uns dir entgegen führen! Die Seelen sind ihm zugezählt; o gib, daß dort ibm feine fehlt! Laß keine sich verlieren! Gott, wie werden wir uns freuen um den Treuen, wenn zum Lohne deine Hand ihm reicht die Krone. Nach der Handlung. 5. So sei gefegnet, Knecht des Herrn! Nie sei dein Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Namen. Wir reichen freudig dir die Hand; wir gehn mit dir ins Vaterland; du führst uns. ns in besonderen uns. Amen! Amen! Heilig bleib uns diese Stunde! Unserm Bunde treu zu leben, sei stets unser freudig Streben! 2. Sie kennen dich, o Gottes Sohn, und deine heilgen Lehren. Ist Freude dort vor deinem Thron, wenn Sünder sich bekehren; so laß auch heute Freude sein, da diese Kinder dir sich weihn und ihren Bund erneuen! Verbindungen. 401 Schwachheit auf; und wenn sich Lüste regen, so laß fie gläubig auf dich sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmähn und muthig überwinden! Bei der Confirmation. Mel. Es ist das Heil uns 535 Die hier vor dei nem Antlig stehn, find, Jefu, deine Glieder. Blick, wenn ver eint wir für fie flehn, erbarmend auf sie nieder; gib ihnen, Herr, deinen bebas Gute, das dein 536ärte fie, deine Mel. Mitten wir im Leben Mittler, Geist Wort verheißt, im Leben und im Sterben! theur Erlösten! Laß sie ihr Bertraun auf dich unaussprechlich trösten! Wach über ihre Seelen! Sie flehn und schwören alle dir: Herr, dein Eigenthum sind wir! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß fie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu sein bir bis ans Ende! 3. O laß fie Gnad und nicht Gericht in dieser Stund empfahen, wenn sie mit Glaub und Zuversicht zu deinem Tische naben! Es stärte sie dieß Lebensbrod, damit sie, Jesu, dei nen Tod verkünden durch ihr Leben! 5. Beig, Herr, den Lohn der Ewigkeit von fern den theuren Seelen, die jetzt auf ihre Lebenszeit sich hier sind mit dir vermählen! treuer Heiland, sie dein! Schreib heut ins Buch des Lebens ein die Namen dieser Christen! 4. Lacht ihnen bei dem edlen Lauf die falsche Welt entgegen, so bilf du ihrer 2. Ach, wie Viele schwuren auch, fest an dir zu halten, aber treules ließen sie ihre Lieb erkalten; Verderben ward ihr Ende. Beständig laß dir diese sein, die dir schwören, bir sich weibn! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! 402 Gesinnung und Verhalten des Christen Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieini ger Gott! Stärke sie, die Deinen, in des Glaubens Zuversicht und wahrer Tugend! Bund, den dein Herz durchs Wasserbad fest mit Gott geschlossen hat! Denn wie leicht geht der verloren, der ihm treulos hat geschworen! 3. Loden wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüften; ach, du wollest sie mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß streiten sie und siegen. Die Triebe zu verbotner Lust dämpfe früh in ihrer Brust! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde ihres hohen Seelenbeils weit überwinden! 2. Cei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt! Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott vergeben, auch verzeihn und liebreich leben. 3. Sei getreu in deinen Leiden und laß dich kein Ungemach, teine Noth von Jesu scheiden: murre nicht de in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld. Selig ist, wer willig träget, was der Herr ihm auferleget! 4. In der Tobesnoth laß fie, deine theur Erlöften, daß ihr Glaube standhaft bleib, unaussprechlich trösten! Herr, laß sie bei dir leben! Einst sammle sie mit uns zugleich in dein un vergänglich Reich! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger MittlerGott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreis einiger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu sein dir bis ans Ende! Mel. Freu dich sehr, o meine S. 537 Sei getren in bei nem wende; sei ihm laß dir deffen festen Grund treu bis in den Tod! O das ja nicht aus dem Herzen rau- Leiden dieser Zeit ist nicht ben; halte treulich deinen werth der Herrlichkeit, die dein 4. Sei getreu in deinem Hoffen, wenn dich Gott nicht bald erhört, und der Noth, die dich betroffen, nicht so, wie du wünschef, wehrt. Halt an seine Treu dich fest; glaub, daß er dich nicht ver läßt; seine Hülf ist schon vorhanden. Wer so hofft, wird nie zu Schanden. getreu bis an das Ende, daß kein Leid und keine Noth je von deinem 403 dich, treuer Hirte, des verirrten Kindes an! 5. Keines, teines, ach, von Allen, die mit dir den Bund erneun, laß aus deiner Mel. du liebe meiner Liebe 538Mittler, schau auf Gnade fallen und von dir fie hernieder, die sich deiner Gnade freun und als deiner Kirche Glieder dir geloben treu zu sein; dir, der mit der größten Treue auch für sie dahin sich gab! Segnend schau bei ihrer Weihe, segnend schau auf fie herab! geschieden sein! Herr, verfiegle ihren Glauben, der sie ewig glücklich macht; Keinem laß die Krone rauben, die du allen zugedacht. 6. Sieh hernieder auf die Deinen, die sich jetzt zu dir gewandt; sieh, die Thränen, die sie weinen, zeugen, was ihr Herz empfand. Laß die seligen Gefühle nie erfalten, nie vergebn; bis zu ihrem Lebensziele laß fie treu im Glauben stehn! nofizin besonderen Verbindungen. dein Jesus dir will geben bort in seinem Freudenleben! w Dom 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir geheiligt sein, daß sie nie vom Pfad der Tugend in der Irre sich zerstreun! Schüße fie vor allen Schlingen, vor den Lockungen der Welt, laß es nimmer ihr gelingen, daß sie ihre Tugend fällt! 3. Laß fie treu in deiner Liebe, fest in deiner Lehre fein und durch deines Geistes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun! Stärke sie durch deine Gnade, wenn zu die sie findlich flehn. daß sie auf der Unschuld Pfade zu dem höhern Leben gebn! 4. Halte sie mit starken Armen, wenn sie straucheln wollen, fen: laß sie fühlen dein Erbarmen, das die Schmachen nie verläßt! Und wenn eins sich je verirrte, und verließ der Tugend Bahn; ach, dann nimm 7. Sammle fie einst alle wieder dort in deines Vaters Reich! Sie sind deines Bundes Glieder; einst, den En geln Gottes gleich, fingen sie dir, Herr, zu Ehren dann ihr Loblied hoch erfreut, in der Auserwählten Chören, laut durch alle Ewigkeit. Vor der Einsegnung... ( Die Gemeinde allein.) Mel. Christus, der ist mein Leben 539 Sieb biefe jungen Seelen, Bater, dir sich nahn! Sie kommen, deinen Segen von neuem zu empfahn. 35 2. Sie kommen, dir, o Vater, sich feierlich zu weihn und 404 Gesinnung und Verhalten des Christen und heilig zu geloben, dir ewig treu zu sein; 3. Versuchungen zur Sünde mit Muth zu widerstehn; den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu gehn. 4. O blick auf sie mit Segen, Alliebender, herab, daß sie vom Weibaltare treu wandeln bis ans Grab! ( Die Confirmanden allein). 5. Gott, welche heilge Stunde! Laß sie gesegnet sein! Dir, Heiligster, dir wollen wir Herz und Leben weihn. 6. Dich immer findlich lieben, gehorchen willig dir und gern dem Nächsten die nen, ja, Gott, das wollen wir. 7. Wir wollen jede Sünde, das kleinste Unrecht scheun und immer besser werden und uns in Unschuld freun. blick mit Segen von beinem Thron herab und laß uns dem Gelübde getreu sein bis ans Grab. Nach der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott 540 Kinder, dieſer Tag des Bundes sei eurem Herzen ewig werth; denn das Versprechen eures Mundes hat der Allwissende gehört. Ihr jungen Christen, denket nach, was heute euer Mund versprach! 2. Bedenkt, wozu ihr euch verpflichtet: Gott und der Tugend treu zu sein: Von neuem habt ihr euch verpflichtet, Gott euer Le ben ganz zu weihn. O heilig sei euch diese Pflicht! Vergesset dieses Tages nicht! ( Die Confirmirten allein.) Mel. Werde münter, mein 3. Heilig soll uns diese Stunde, ewig unvergeßlic sein! Mit dem Herzen, mit dem Munde schwuren wir, Gott treu zu sein; nicht zu weichen von der Pflicht, bis das Aug im Tode bricht. Gott, der Alles weiß und richtet, weiß, wozu wir uns verpflichtet. 4. wir wollen uns ergeben unserm Gott und nicht der Welt und in unserm ganzen Leben willig thun, was ihm gefällt! Wer hier säet in der Zeit, ärndtet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedem nach Verdienst vergelten! ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott 5. O wohl euch, wenn ihr Gott wollt leben, wenn euer Herz not in besonderen Verbindungen. 405 treu, standhaft unsre Tugend sei! Herz es redlich meint! Dann Hilf, daß unser Herz tir wird auch Gott euch Segen geben; dann bleibt Gott ewig euer Freund; dann wird euch großes Glück und Heil hier und in Ewigkeit zu Theil. ( Alle.) ( Die Gemeinde allein.) Mel. Jesus, meine Zuversicht 5. Sieh, o Herr, wir alle flehn: Stärke liebreich unsre Seelen! Laß uns niemals irre gehn, nie die Bahn des Heils verfehlen! Alles schwindet mit der Zeit, nur nicht wahre Frömmigkeit. 541 Gottes Gnade fei jottes Gnade sei mit euch! Sie verleih euch Kraft und Segen! Wallet freudig, Engeln gleich, eurem hohen Biel entgegen! Groß ist einst ( Zum Schluß der Confirmationshandlung.) Mel. Allein Gott in der Höh der Tugend Lohn vor des 542 Herr Gott! mas ver2. Heilig sei euch dieser Tag: heilig, was ihr jetzt versprochen! Ach, was euer Mund versprach, werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth fromm und treu bis in den Tod! ( Die Confirmirten allein.) 3. Ja, zu treuer Folgsamkeit haben wir uns dir verpflichtet. Unser Herz sei bir geweiht, unser Geist auf bich gerichtet! wie selig werden wir in dem Bunde, Gott, mit dir! 4. Stärt uns nur mit deiner Kraft! Schütz uns vor der Macht der Süngeht, und schnell enteilt das Seben; Herr Gott! was ewig feft besteht, haft du dem Geist gegeben: es bleibt der Wahrheit helles Licht, es bleibet Tugend, Recht und Pflicht und Jesu heilge Lehre. 2. Die Lehre bleib uns bis ans Grab ein Licht auf allen Wegen, der Jugend Schutz, des Alters Stab, des Herzens Trost und Se= gen! Sie leit in aller Freud und Noth, in jedem Kampf und durch den Tod uns in das beßre Leben. Bei Einweihung einer Kirche. Mel. Nun dantet Alle Gott den! Gib, daß wir gewissen, 543 Von heiligem Gehaft böse Lüste überwinden! fühl ter dacht 406 Gesinnung und Verhalten des Christen bacht tief durchbrungen, sei dann in den Bund erwachsGott, dir heut von uns ner Christen ein. Lob, Breis und Dank ge- 6. Hier sollen wir ver fungen! Hier wollen wir eint das Mahl der Liebe vereint uns deiner Liebe feiern und ernstlich den Ent freun; drum weihen wir schluß der Besserung erdieß Haus zu deinem Tem neuern; erinnern uns an pel ein. ihn, der auf der Liebe Bahn durch Leben und durch Tod une muthvoll ging voran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Bater, stets erwägen und dieses Hauses 3wed recht ernstlich überlegen. Dann wird der Tag der Weih ein Tag des Se gens sein, und seiner wird sich noch die späte Nachwelt freun. 2. Anbetend dir sich nahn, dich ehrfurchtsvoll erheben, wie süß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! Drum wende zum Gebet, zum Dank, zu deinem Ruhm oft unser Herz sich hier in diesem Heiligthum! 3. Hier sollen wir den Sinn von Chrifti Lehre faffen und zur Befolgung uns, zur Treu ermuntern laffen; hier strahlt bem Geiste Licht, hier quillt dem Herzen Ruh: hier spricht dein Wort, o Gott, Geduld und Trost uns zu. nabn, 4. Hier sollen am Altar fich dir, du Gott der Liebe, bie Neuverbundnen dir heilgen ihre Triebe; vor deinem Angesicht sich schwören Lieb und Treu, damit ihr Leben dir stets wohlgefällig fei. 5. Hier wird mit Dant gebet bas Kind in früher Jugend geweiht dem Kinderfreund, dem Vorbild jeder Tugend; hier schwört es einst den Schwur; Gott ewig treu zu sein, und tritt Bei Einführung eines Schullehrers. Mel. Laß mich, o Herr 544 Last bankbar ung die Lehrer eh ren, die stets mit Ernst und Sorgfalt sich bemühn, den Geist der Jugend zu bes lebren, ihr Herz von seinen Fehlern abzuziehn! Dwelche Saat wird durch sie aus gestreut! Sie keimt empor für Zeit und Ewigkeit. 2. Bebauernswürdig find die Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auch das Licht der Wahrheit sehn? Wo bleibt ihr Werth? Wo in besonderen Verbindungen. 407 Siftlichkeit verbreite fich durch sie zu jeder Zeit! welche Pflichten! Welche Würde! Gott, steh auch diesem neuen Pebrer bei! Erleichtre seines Amtes Bürde, damit er stets getrost und muthvoll sei, und gib auch uns ein Herz, das gern ihn hört und dankbar ist und seine Freuden mehrt! 8. Wenn ihn des Tages Lasten drücken, wenn ihm der beitre frohe Sinn entweicht: dann laß ihn jenen Lohn erblicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht; und immer zeig er dann sich als ein Chrift, der muthig wirkt, solang es Tag noch ist! Woher kommt ihnen Kraft zum Kampfe gegen Welt und Leidenschaft? 3. Preis dir und Dank, der du der Jugend auch unter uns mit Baterhuld gedenkst und zu ter Weisheit und der Tugend durch treue Führer ihre Schritte lenfit! Wie weise, Gott, wie liebreich, Herr, bist bu! Durch Schulen auch strömst du uns Segen zu. 4. Froh sehn der Zukunft wir entgegen, wenn unier Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet fich dein Segen einst weit umher in deiner Menschenwelt; und naht sich uns der Tod einst auf dein Wort, so feßen sie dein Wert auf Er den fort. 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und regen Trieb, die Kinder dir zu weihn! Laß treuen Fleiß im Lehrgeschäfte stets ihren Ruhm und ihre Freude sein! Erfülle sie mit Ach tung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler Seelen ftammt! 6. Laß sie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, durch Freundlichkeit die Her zen an wenn sie strafen, noch belehren und sorgsam selbst den Schein des Unrechts fliehn! Religion und reine 9. Gott, laß jede Schule blühen und reich an Frucht für Welt und Nachwelt sein! Laß jedes Lehrers Eifer glühen, die Duntelbeit der Seelen zu zerstreun, und einst erheb ibn die be glückte Schaar, für die er hier ein weiser Führer war! Bürgerliche Gesellschaft. Mel. Herr Jesu Chrift, dich 545 NachGottes weisheitsvollem Rath, der Alles angeordnet hat, wird Völkern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. 2. Nur 408 Vaterlandsliebe. 2. Nur durch vereinte Thätigkeit, die sich dem Dienst des Staates weibt, Mel. Schon ist der Tag von durch gegenseitiges Bemühn 546 Das Land, das sieht man der Bürger Wohlfahrt blühn. 3. Bedürfniß und des Fleißes Gang wirkt Ord nung und Zusammenhang; der nützt durch Kunst dem Vaterland und durch die Arbeit seiner Hand: mir väterlich zur Wohnung angewiesen, läßt seines treuen Schutzes mich in Glück und Noth genießen: es gibt mir Nahrung, Sicherheit, erhält Recht und Gerechtigkeit und schützt mein Gut und Leben. 4. Der durch Verstand und Geisteskraft, durch Einsicht, Kenntniß.Wissenschaft; der nützt mit seinem fühnen Muth und der mit seinem Erdengut. Gesinnung und Verhalten des Christen 5. So knüpfft du, Gott, durch jeden Stand der all gemeinen Wohlfahrt Band; vertheilst mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 6. Glück, Segen, Reichthum, Ueberfluß und aller seitiger Genuß, Bequemlich keit und Freud und Ruh fließt uns durch diese Ordnung zu. 7. Wer wollte denn nicht thätig sein, nicht seines Standes fich erfreun, auf der ihm angewiesnen Bahn nicht wirken, was er wirken kann? 8. Wer jede ihm verliehne Kraft gebraucht und durch fie Gutes schafft, der lebet, wie es Gott gefällt, zum Segen sich und für die Welt. re 2. Drum will ich stets erfenntlich sein, durd nützliche Geschäfte mich der ge meinen Wohlfahrt weihn; will Zeit, Beruf und Kräfte dem Vaterlande, das mich schützt und mir und meinen Brüdern nützt, mit treuem Eifer widmen. 3. Nie will ich Nuh und Sicherheit im Staate fre velnd stören; will meine Landesobrigkeit als Gottes Ordnung ehren und ihren Willen jederzeit mit treuer Unterwürfigkeit nach Möglichkeit erfüllen. 4. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern; will stets ihr wieriges Geschick, so viel ich kann, vermin bern; will freundlich die nen Jedermann und helfen, wo ich helfen kann, zum allgemeinen Besten. 5. Auf, Brüder, die ihrs redlich meint, nüßt eurem Va in besonderen Verbindungen. Vaterlande, bas euch zu gleichem Zweck vereint, in jedem Amt und Stande! Und fordert es des Landes Wohl, so opfert, wie es Jeder soll, ihm freudig Gut und Leben! 6. Gott, steb uns bei, daß alle wir nach unsern Pflichten leben und schon als gute Bürger hier nach jenem Reiche streben, in das nur treue Knechte gehn, die in dem Dienste hier bestehn, zu dem du sie berufen! Obrigkeit und Unterthan. Mel. Vom Himmel tam ber 547 Gott, der zum Segen für die Welt uns Fürsten gibt und ste erhält, du willst, daß ihnen Jeder treu, gehorsam und ergeben sei. 2. Sie machen stets mit offnem Blick und sorgsam für der Länder Glück; durch fie fließt Sicherheit und Rub den Bürgern aller Stände 311. 3. Nicht Jeder ist in Würden groß: oft ist ein niebrer Stand sein Loos; doch Jeder, ſei er noch so tlein, fann als Bürger sein. 4. Er ists, wenn er den Fürsten liebt und den Gefetzen, die er gibt, Beit, 409 Kräfte, Sorgfalt, Eifer weiht, gern thut, was jedes ihm gebeut; 5. Wenn er gewissenhaft ftets ist, nie seines Bürgereids vergißt; und das, was er entrichten soll, gern beiträgt zu des Ganzen Wohl. 6. Er ists, wenn er als Bürger denkt, nie andrer Bürger Rechte kränkt und fern von schlauer Nänke List zum Wohl des Landes thätig iſt. 7. Er weiß: nur des Gesetzes Kraft, und wär es auch noch mangelhaft, gewährt dem Volke Sicherheit und Ordnung und Zufriedenheit. 8. Er lebt, von Trug und Unrecht frei, stets folgiam dem Gesetz und treu und fühlt, wenn er es gern vollführt, sich dann so frei, als der regiert. 9. Gott, laß mich gewissenhaft und start durch deines Geistes Kraft mich allen meinen Pflichten weibn, so kann ich deiner Huld mich freun. Mel. Aus der Tiefe rufe ich 548 Wer gehorcht, der mit Jeder Bürger, sich bewußt, daß nicht Jeder herrschen kann, sei ein guter Unterthan! 2. Bist 410 Gefinnung und Verhalten des Christen 2. Bist du niedrig, bist bu groß sei vergnügt mit deinem Loos! Schäm dich deines Standes nicht; nöthig ist ja Jedes Pflicht. 3. 3ur gemeinen Wohlfahrt sei dem Gesetze stets getreu! Wer ihm gern gehorchen kann, der nur ist ein freier Mann. 4. Schaue Jesum Chriftum an; er, wie du, ein Unterthan, und doch aller Fürsten Gott, that, was das Gefets gebot. 5. Ehre dem, dem Ehr gebührt! Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gäbst du Gott, dem Herrn, was dir auferlegt ist, gern! 6. Ordnung und Gerechtigkeit, Schutz und Fried und Sicherheit, welch ein Glück, das man nur hat durch der Obern Rath und That! 7. Lebe selbst gewiffenhaft; ihres Wandels Rechenschaft laß dem Herrn und sieh nur du, daß du selbst gerecht seist, zu! 8. Obrigkeit und Unterthan, betet Gott, den Höchsten, an! Fürchtet ihn, denn sein Gericht wird gerecht sein: Sündigt nicht! Hoher Stand. Mel. Vom Himmel tam der 549 Mer böher burch Geburt schon STUEST ist, als seine Brüder, kenn als Chrift des beffern Abels Werth und Pflicht; den fühl er, den entehr er nicht! 2. Er, find ihm Brüder unterthan, er sei ihr Vater, fein Tyrann; so mild und liebreid), als gerecht; er ist, wie sie, auch Gottes Knecht! 3. Nicht wähn er, weil er groß und frei vor den Geringern ist, er sei erhaben über Recht und Pflicht und Rechenschaft; das wähn er nicht! 4. Er sehe, mehr beglückt von Gott, nicht mit Verachtung oder Spott auf den, von dessen Schweiß er lebt, der ihm erwirbt, was ihn erhebt! 5. Er haffe Grausamkeit und Zwang, verpraffe nicht durch Müßiggang, was Gott ihm gibt, beglückt zu sein mit Andern, aber nie allein! 6. Froh neben ihm, mit ihm vergnügt sei, wer ihm seine Felder pflügt! Wohlthätig soll er sein; denn er ward darum hur des Armen Herr! 7. Er( denn er hat mehr Macht und Zeit zu höhern Thaten) sei bereit, auch mehr zu thun für Volk und Staat, von dem er seinen Vorzug hat. 8. Berächtlicher, als Stla ven, ist im Tod einst Jeder, der vergißt, daß er des Bas ters in besonderen Verhältnissen. terlandes Wohl auch mehr, als Andre, fördern soll. 9. Doch wenn ers nicht vergißt, so freut der Niedrige fich chne Neid, weil der der Welt zum Segen lebt, der wohlzuthun sich ftets bestrebt; 10. Und spricht in seinem Tode dann: das war ein edler, großer Mann! Er, durch der Tugend Glanz verklärt, war seines Glücks und Vorzugs werth! HOS OUT Der Richter. Mel Schon ist der Tag von Gott 550 Gewöhne dich, durch Wort und That Gerechtigkeit zu üben, und wandle stets den rechten Pfad, den Gott dir vorgeschrieben! Ein Richter, der dieß ie vergißt, parteiisch und bestechlich ist, zerstört das Glück der Erde. 2. D wehe denen, welche nicht ihr Ohr zur Unschuld neigen, die mit Verletzung ihrer Pflicht Gefets und Rechte beugen! Sie fäen Fluch und ärndten Fluch durch ihren feilen Richterspruch; denn Gott beschützt die Wahrheit. 3. Wenn sie nicht treu im Amte find: Gott kennt der Wahrheit Sache. Der Unterdrückten Thräne rinnt 411 und schreit zu ihm um Rache. Gefoltert von Gewissensqual, erscheinen sie im Todesthal und am Vergeltungstage. 4. Der Redliche nur wird beglückt, der nie das Recht verdrehet, die Einfalt nie durch List berückt und nie die Unschuld schmähet. Er gibt und nimmt und redet Nichts, wodurch die Stätte. des Gerichts entheiligt werden könnte. 5. Er geht, entfernt von Sucht nach Geld, auf des Gesetzes Wegen, und jedes Urtheil, das er fällt, bringt seinem Herzen Segen. D wohl dem Land, wo jederzeit nur Wahrheit und Gerechtigkeit in allen Ständen blühen! 6. Laß Jeden hier sein Amt getreu, o Gott, vor dir verwalten und sein Gewiffen vorwurfsfrei bis in den Tod erhalten! In unserm ganzen Vaterland bewahr, o Vater, jeden Stand vor Unrecht und vor Frevel. 7. Es suche Jeder, der dich fennt, im Guten fich zu stärken, und wer den Namen Jesu nennt, laß ab von bösen Werken! Gib deinen Knechten Kraft dazu! Wer kann es anders, Gott, als du? Du bist der Tugend Quelle! 8. Gerechter Gott, be52 Lohne 412 Gesinnung und Verhalten des Christen Lohne die, die sich vom Un- Frevel treib! Daß Jeder recht wenden! Erquicke sie nach Kampf und Müb, wenn sie den Lauf vollenden! Zu deinen Freuden nimm sie auf; denn sie vollendeten den Lauf, der Tausende beglückte. schone Greis und Weib und Kind und Säugling, wie den Mann, der widerstehn nicht mag, noch kann! 7. Wer vor euch niederfällt, den hebt mit Brüderarmen auf; wer bebt, den tröstet, Brüder: nie vergießt Blut, wenn der Feind entwaffnet ist! Der Soldat. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 551 Bewaffnete! der Krieger Stand bewacht, beschützt das Vaterland und stehet dem Gefetze bei, damit fein Ausspruch wirksam sei. 2. Gehorsam, Treu und Tapferkeit zeigt drum vor Allem jederzeit; vergeßt in Krieg und Frieden nicht den edlen Endzweck eurer Pflicht! 9. Gott sei mit euch in Fried und Krieg, mit euch in jedem Kampf und Steg, mit euch im Leben und im Tod! Hier segne, bort beglück euch Gott! Der Landmann. 3. Weld michtger Ruf, wie ehrenwerth! O daß ihr immer ihn nur hört! Weh, Mel. Erschienen ist der herrlich wer ihn aus den Augen ſetzt 552 Wohl mir, b verlett! 4. Ehrt Wahrheit, Recht, und fürchtet Gott; nie werde Tugend euer Spott! Die Krieger sind zu keiner Zeit von ihrer Christenpflicht befreit. 5. Zieht ihr in Krieg: so störet nie die Rechte Andrer; fchüßet sie! Gewalt übt ungeheißen nicht; stets leit euch Ehrgefühl und Pflicht! 6. daß nicht Einer andal 8. Dann seid ihr wahre Helden, feid Bertheidiger der Menschlichkeit, dem Volk, wie dem Regenten werth, yon Vaterland und Gott geehrt. denn mein Stand ist auch von dir; du schufft bas Land für meinen Fleiß und väterlich beglückst und segnest du auch mich; Gelobt feist du! 2. Gelobt sei Gott! denn herrlicher und schöner und gesegneter wird jede Flur und jedes Feld durch meinen Fleiß für Gottes Welt und auch für mich! 3. Im Schweiße meines An jin besonderen Verbindungen. Angesichts arbeite ich: doch wann gebrichts mir, wenn ich thu, was Gott gebeut, an Segen, an Zufrieden heit? Was brauch ich mehr? 4. Wie lächeln freudig Au und Flur! In meiner Hütte wohne nur die Unschuld, die nie Arges thut: und Gottes Wohlgefallen ruht und wohnt bei mir. 413 bin ein Mann fürs Vaterland, ich nähr es und durch meine Hand lebt Volk und Fürst. 10. Wohl mir, wohl mir! Ich baue gern den Acker Gottes, meines Herrn, und ärndt ich nicht schon hier den Lohn, ich ärndt ihn einst vor Gottes Thron in Ewigkeit. 5. Was hat der Reiche dann voraus? Mehr Macht und Pracht, ein glänzend Haus; doch auch mehr Sorgund Ueberdruß; bei alMel: Was Gott thut, das ist lem ſeinem Uleverfluß mehr 553 Gib, Höchſter, daß Furcht und Gram; fromm 6. Nicht mehr Gesundheit, Rub und Kraft, wohl aber größre Rechenschaft. Und wenn ich fromm und gut bin, werd ich selig, wie der Fürst der Erd, wenn er gut ist. 7. Mühseligkeit ist Aller Loos, der Mensch sei niedrig oder groß; doch kommen wahre Ruh und Lust auch gern, doch nur in dessen Brust, der Gott gefällt. 8. In seiner Werke Herrlichkeit seh ich ihn täglich; mich erfreut der Sonne Glanz, der stille Mond; Wald, Thal und Berg und Flur belohnt mir meinen Fleiß. 9. Des Weifen Achtung fehlt mir nicht, erfüll ich redlich meine Pflicht; ich und d Der Nachbar. D treu auch meine Nachbarn liebe; daß mir ihr Glück erfreulich sei, ihr Unglück mich betrübe; daß ich mich nicht entzieh der Pflicht, mit auf ihr Wohl zu sehen und ihnen beizustehen. 2. Laß mich durch mein Benehmen nie, Gott, ihnen Kummer machen! Mein Herz sei willig, auch für sie zu beten und zu wachen! Ermuntre mich, stets nachbarlich das Gut, das sie besitzen, nach Möglichkeit zu schützen! 3. Gib, daß ich gern verschwiegen sei und stets den Frieden suche; nie nähre Neid und Heuchelei, nie beimlich Nachbarn fluche! Und thun sie mir auch Unrecht hier, hab ichs nur 3 nicht 414 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht verschuldet, so wird lei, von Schmähung und es leicht erbuldet. Verstellung frei, was füntlich ist, nie rede! 4. Was hilft ein feindschaftlicher Sinn? Er führt nur ins Verderben. Wie schnell eilt unsre Zeit dahin! Wer weiß, wie bald wir sterben! O Freunde, feid entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe. 5. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Haß behütet, und laß mich auch als Nachbar sein, was mir dein Wort gebietet! Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wenn Feinde beben, in ewgem Frieden leben. dollis Umgang. Mel. Schon ist der Tag von 554 Die Bunge, die vernehmlich spricht, hat mir mein Gott gegeben. O, mißbraucht ich doch ihrer nicht! Sie bringet Tod und Leben; sie stürzt in Unglück, hilft in Noth; sie flucht und segnet, fleht und droht; kann bei len und verwunden. 2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht stets wohne, und daß gewissenhaft mein Mund der Wahrheit Rechte schone; daß ich von niedrer Schmeiche3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein Sinn sich lenken: hilf mir, so oft ich reden soll, mit Ernste dieß bedenken! Bum Guten rege selbst mich an, damit ich, wo ich nützen kann, aus Menschenfurcht nicht schweige. 4. O wehe dem verwegnen Mund, der Fluch und Schwur nicht scheuet! Wie bald wird da der Leichtsinn kund, wie oft zu spät bereuet! Ach, Fluchen bringet Fluch und Noth, entfernet immer mehr von Gott! Herr, lehr es mich bedenken! 5. Auch wehe dem, der Tücke liebt und dessen Worte trügen; der seinen Nächsten gern betrübt mit Falsch heit und mit Lügen! Nur Redlichkeit, nur offner Sinn, nur Wahrheitsliebe schafft Gewinn, der ewig uns be gleitet. 6. Was züchtig, teusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich flinget, das rebet überall der Christ; spricht, wenn es Nutzen bringet, und scheut den Born der Mens schen nicht; doch wird auch Schweigen ihm zur Pflicht, wenn es die Liebe fordert. 7. O gib mir, Gott, ein reines Herz und laß mich Spöt in besonderen Verbindungen. Spöttereien und frechen, fit tenlosen Scherz mit frommem Eifer scheuen! 3um Sprechen gabst du mir die Kraft; doch soll ich einst auch Rechenschaft von meinen Worten geben. 415 Freud und Leid, mit brüderlicher Herzlichkeit; und treues Mitgefühl versüßt uns Alles, was uns schmerzlich ist. 4. Vom Irren hält er mich zurück durch weisen Rath, durch sanften Blick; und wenn er mir zu irren scheint: so warn ich treulich ihn als Freund. 5. Nicht Argwohn, Mißtraun oder Streit, nicht Freude und nicht Traurigkeit, auch nicht des Glückes Unbestand trennt unsrer Freundschaft feftes Band. 6. Wir theilen Alles, 7. Trennt auch das Schicksal Freund von Freund; die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet und Rath und, wo wir können, durch die That. 8. Vollenden wir einst unsern Lauf, so nimmt uns dann Ein Himmel auf. Unendlich ist die Seligkeit, die ewig uns vereint erfreut. billered Freundschaft. Mel. Vom Himmel tam der 555 welch ein Segen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mit herzlichem Vertraun dich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! 2. Der, fest vereinigt erst mit dir, in einem Geiste In eigener Melodie. dann mit mir für Wahr- 556 Herrlich ists, an heit nur und Tugend lebt, mit mir nach Einem Ziele strebt! 3. Wir theilen brüderlich dein Licht, ermuntern uns zu jeder Pflicht; wir bitten dich vereint um Kraft, gleich fromm zu sein, gleich tugendbaft. durch das Leben wandeln und durch Tugend und Verstand fest vereinigt handeln! 2. Ohne Freundschaft gleicht die Welt einem öden Grabe. Wohl mir, daß ich mehr, als Geld, daß ich Freunde habe! 3. Aber da ist Freundschaft nicht, wo nicht Zugend wohnet, wo nicht auf dem Angesicht Herzensgüte thronet. 4. Sittsam ist sie; nicht beim Spiel, nicht bei Trinkgelagen, nicht im lärmenden Gewühl darfst du nach ihr fragen. 5. Aber o, du findest sie bei unschuldgen Scherzen; nur bei der Verleumdung nie, nie bei bösen Herzen. S4 6. Freund 416 Gesinnung und Verhalten des Christen 6. Freundschaft lehrt be scheiden sein, Andrer Vorzüg ehren; Freundschaft wird dir manche Pein in Vergnügen kehren. bil 7. Freundschaft zeigt dir tlar und frei alle deine Fehle, schmeichelt nicht und macht dabei fröhlich deine Seele. 8. Lächelst du, fie lächelt mit, weint bei deinen Leiden, unter ihrem sanften Tritt sproffen tausend Freuden. 9.Möcht ein Jeder doch recht früh ihrer würdig werden! Dann vermehrte sich durch fie Menschenglück auf Erden. Christliches Verhalten in Ansehung der Thiere und Bäume. Mel. Es ist das Heil uns 557 Der weiße Schöpfer, dessen Ruf einst mächtig scholl: Es werde! und aller Welt Bewohner schuf, bestimmte die se Erde nicht für den Menfchen nur allein, auch Thiere schuf er, fich zu freun auf seiner schönen Erde. 2. Ihm, der für Alles Sorge hegt, dem Vater aller Dinge, ist Nichts, was seine Erde trägt, zu klein und zu geringe. Er, beffen Huld mißt, er, der des Menschen Vater ist, ist auch des Wurmes Schöpfer. 3. Und er, der alle Wesen liebt, er sollte mir erlauben, dem Thiere, dem er Leben gibt, muthwillig es zu rauben? Was gäbe mir wohl den Beruf, ein Leben, das die Allmacht schuf, gefühllos zu zerstören? 4. Nein, fein Geschöpf, das mit mir lebt, darf ich aus Frevel quälen; mag, was mich übers Thier erhebt, mag auch Vernunft ihm fehlen. Sie macht mich zu der Gottheit Bild: allein ste lehrt auch, göttlich mild, Glück um mich ber verbreiten. 5. Vernunft, du sollst mich immer mehr die wahre Weisheit lehren! In der Geschöpfe großem Heer will ich den Schöpfer ehren. Wer stolz ein Mitgeschöpf verschmäht, das unter Gottes Aufsicht steht, entehrt auch seinen Schöpfer. 6. Wen eines Thieres Qual erfreut, der wird, das kann nicht fehlen, falt und gefühllos mit der Zeit gewiß auch Menschen quälen. Wer frech sein Mitgeschöpf bes trübt und Härt und Grausamkeit verübt, der kann auch Gott nicht lieben. Mel. Kommt Her zu mir 558 Die Thiere, deren erwäg es oft mit Ernst, o Christ, sind auch des Gan zen Glieder! Der Schöpfung Bürs mizin besonderen Verbindungen. Bürgerrecht verlieh Gott ihnen auch; drum blick auf sie nicht mit Verachtung nieder. 2. Sie, Wunder auch von Gottes Hand, sind, stolzer Mensch, dir nah verwandt durch innern Bau und Triebe; sie zeigen oft des Denfens Spur, find alle Kinder der Natur und freun sich ihrer Liebe. 105851 01 3. Du haft durch Geistesübermacht sie unterwürfig dir gemacht, kannst ihre Wildheit zähmen; darfst, was dich stärket, was dich schützt, was dir zu deinem Leben nützt, von ihrem Leben nehmen. 4. Doch ihnen auch, vergiß es nicht, verband der Schöpfer dich zur Pflicht; er hat der Thiere Leben, um milde gegen sie zu sein und nicht dich ihrer Qual zu freun, o Menich, dir untergeben. 5. Du kannst, was beine Hand gemacht, was bein Berstand hervorgebracht, gefällt dirs nicht, vernichten; doch über eines Thieres Tod, der dir nichts nütte, wird dich Gott, des Thieres Schöpfer, richten. 6. Zwar sind für dich, der Thiere Herr, o Mensch, noch Pflichten wichtiger, die Pflichten für die Armen; doch sollst du auch, wie Gott 417 gebot, des armen Thiers in seiner Noth dich mitleidsvoll erbarmen. Mel. Es ist das Heil uns kommen 559 on beiner Weisheit, Gott der Macht, und deiner Vatergüte zeugt auch der Baum in seiner Pracht, zeugt seine Frucht und Blüthe; zum Segen pflanzt ihn deine Hand, zur Luft und Zierde jedem Land, so weit als Menschen wohnen. 2. Wie könnt ich denn je einen Baum aus Frevelmuth zerstören! Onein, in jedem Schattenraum will ich dich, Schöpfer, ehren; im Baume, der die Erde schmüct, von dem man süße Früchte pflückt, erfreut Gott seine Kinder. 3. Wenn mich in feiner Blüthenpracht der Baum erfüllt mit Wonne, wenn er zur Kühlung Schatten macht bei heißem Strabl der Sonne und wenn er reich die Zweige senkt und freundlich seine Gaben schenkt zur Nahrung und Erquickung; 4. Wenn mich sein Holz erwärmt und schützt vor Frost, um froh zu leben; wenn er der Hand des Künstlers nützt, mir Hausge= 418 Gesinnung und Verhalten des Christen geräth zu geben: wenn Wohnung und Bequemlich keit, wenn Hain und Garten mich erfreut; dann will ich freudig danken. 5. Rein guter Mensch, der böse nur tann seine Würde schänden, nur der fann Gaben der Natur mit frevelhaften Händen aus Schabenfreub, aus Haß entweihn; kann strafbar ihr stets leben! Zerstörer sein. Ich, ich will Gutes schaffen! 6. Ich will dem Urbild ähnlich sein, mit ihm zum Wohl des Ganzen nach Kräften wirken, gern er freun, auch für die Nachwelt pflanzen. In deiner Schöpfung Heiligthum, o Gott, laß nur zu deinem Ruhm mich, dein Geschöpf, Gesinnung und Verhalten des Christen zu besonderen Zeiten. Am Morgen. Mel. Mein ganzer Geift, Gott 560 Dich seh ich wie der, Morgenlicht, und freue mich der heilgen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer, dir mit Herz und Mund lobsingen. Schöpfer, Vater, deine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe. Froh empfind ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen? Bu meinem Leben setzest du jetzt einen neuen Tag hinzu: sei boch dafür gepriesen! Durch dich bin ich, und ich merke neue Stärke: dich erhebe Herz und Mund, solang ich lebe! 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliebe, daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nützen mich bemühe! Prüfe, siehe, wie ichs meine, dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ; o Herr, verleih, daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm sei deine Gnade! Denn ach, was bin ich chne dich? Ein Irrender! Ers halte mich, mein Gott, auf deinem Pfade. Stärk mich, daß ich stets mich übe, beine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Ach, im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedant an dich oft still zu bir erheben. Im dunklen Thale zu besonderen Zeiten. Thale wall ich hier: einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich! Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. 419 Entzieh zur Uebung meiner Pflicht mir, Herr, nur deinen Beistand nicht. 5. Froh werd ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getreu und meiner Pflicht. Mein Leben steht in deinen Händen, drum schrecket auch der Tod mich Mel. Wer nur den lieben Gott 561 Vol Dank an nicht; und endet heute sich mein Lauf: so eilt mein Geist zu dir hinauf! diesem neuen Morgen, blick ich zu dir empor, mein Gott! Du hörst nicht auf, für mich zu sorgen, mein Schutz zu sein In eigener Melodie. vor ieder Neth; du schütz- 562 Gott des Himtest mich auch diese Nacht; durch dich gestärkt, bin ich erwacht. mels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was brinnen ist, erhält; 2. Wem dank ichs sonst, als deiner Güte, daß mich, o Gott, fein Unfall traf? Mit innig freudigem Gemüthe dank ich dir Stärtung, Ruh und Schlaf! Auch heute wirst du mit mir sein und Kraft zum Guten mir verleihn! 3. Wie viele Tausend meiner Brüder sind jetzt nicht mehr mit mir erwacht; sie sehen nicht die Sonne wieder, nicht deiner Schöpfung neue Pracht! Ich lebe noch und mich erfreut des neuen Morgens Heiterkeit. 4. Erhalter, dir soll jede Stunde auch dieses Tages heilig sein! Ich schwöre bir mit Herz und Munde, vor allem Unrecht mich zu scheun! 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht und, bei aller meiner Schuld, mich noch trägst mit Vaterhuld. 3. Gleich der Nacht laß meine Sünden vor der Gnade Glanz vergehn, die durch Christum Alle finden, welche gläubig auf dich ſehn, der für unsre Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferS6 stehen 420 Gesinnung und Verhalten bes Christen stehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Auf der Bahn der Tugend leite du mich, Herr; verlaß mich nicht und verleihe mir auch heute Muth und Kraft zu jeder Pflicht. Dein Geschent, die Gnadenzeit, werde nie von mir entweiht. 6. Deinem Schutze sei ergeben Alles, was ich hab und bin! Dir vertrau ich Seel und Leben, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm, segne mich, dein Eigenthum! 7. Hülfe wollest du mir senden, wenn Gefahr und Noth mir droht; Alles mir zum Besten wenden, es sei Leben oder Tod! Sterb ich, Herr, so nimm mich hin, wo ich nicht mehr sterblich bin! fet und, was er schuf, erfreut! 2. Von dir ist mir gegeben, Herr, was ich hab und bin! Und dieß mein irdisch Leben flieht schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz verschwunden, der Wallfahrt kurze Zeit; doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit.id 3. O süßer, hoher Glaube, vom Tod einst aufzustehn! Mein Leib nur wird zu Staube: mein Geist wird nicht vergehn. Ach, laß heilgen Hoffnung voll, laß michs nie vergessen! Der täglich mich ermessen, was einst ich werden soll! 4. Sollt ich nach Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Neu und Schmerz! Nach Reichthum ängstlich trachten? Nie komm es in mein Herz! Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt sein! 5. Getroft, mein Geist! Ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht. Ermuntre bich und streite: des Sieges Lohn ist nah! Getroft! Vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. sds Mel. Befiehl du deine Wege 563 ob sei Gott, der den Morgen uns sendet nach der Nacht: der, wenn wir ohne Sorgen entschlummern, für uns wacht, der uns im Schlaf erquicket und unsre Kraft erneut; In eigener Melobie. mod Gott, der die Erde schmüt 564 Mein erst Ge schäft sei Breis zu besonderen Zeiten. 421 Preis und Dank! Erhebe 9. Gib mir ein Herz voll Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobfing ihm, meine Seele! d Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe; ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue: 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 10. Daß ich mit Freudigkeit und Muth mich stets zu bessern strebe, gottfelig, züchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe; 3. Wer wacht, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? dris 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein Mel. Von Gott will ich nicht lassen ist unser Leben. Du bist es, 565 Allmächtiger, ich der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben.. hebe 6. Gelobet feift du, Gott, der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer fanften Nacht mich dieses Tags erfreue! Und b 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen! 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergebn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele! Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle! Inte empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, beine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß! 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt: dieß dank ich deiner Macht und deiner Vatertreue. Durch fie bin ich aufs neue mit heitrem Muth erwacht. Muth 7 3. Bes 422 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Beschützer unsrer Seelen, ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wäh len? O wähle du für mich! Gib, was mir heilsam ist! Gott, dem ich Alles danke, mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist! 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröste mich im Leiden; und will die Lust der Welt mich jemals nach sich ziehn, helf er mein Herz bewahren, belf er mir die Gefahren der Sünde fehn und fliehn! 5. Beglücke du die Meinen nach deiner Gütigkeit! Verlaß der Armen feinen: wend alles Herzeleid! Du willst zwar gern erfreun, eilst Allen beizustehen; boch foll der Liebe Flehen dir auch 6. Gott, dem ich angehöre, dein Friede rub auf mir! Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht traut, der bebe; ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein! Mel. Gott des Himmels und der 566 Gott sei Dant, ich lebe wieder, fühle und empfinde mich. Herr, bir bring ich meine * ER& Lieder, und mein Herz er hebet dich; denn dein Aug hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht. 2. Wann ich einst vollendet habe diese meine Pilgerzeit, rub ich auch also im Grabe, Samen für die Ewigkeit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach auch wieder und mein Lobgesang mit mir; dann erschallen meine Lieder mächtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen sein; ewig schlaf ich nicht mehr ein. 4. Wach auch über meine Tage, Gott, du meine Zu versicht, daß mich keiner einst verklage, wann du fommst zum Weltgericht, daß ich hier ber Bflicht getreu und dort unerschrocken sei! 5. Keinen Tag zühlst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens, jeden, jeden richtest du. Lehr mich wachen, daß mir nie ungenützt ein Tag entflieh! 6. Heute leb ich, laß auch heute nicht umsonst mein Leben sein! Laß mich nach vollbrachtem Streite dieses Tags auch mich ers freun; recht zu handeln, gib mir beut Stärte, Luft, Gelegenheit! Toldst Mel. #SI zu besonderen Zeiten. Mel. Chriftus, der ist mein Leben 567 Noch läßt der Herr mich le ben! Mit fröhlichem Gemüth eil ich ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. 2. Bu ihm entzüdt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an; wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten Nichts vor dir. Du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott, von mir. 5. b. Dein fei mein ganzes Leben, mein Herz sei ewig dein! Dir will ich Ehre geben und deiner Huld mich freun. 5423 erflehen: Gib mir ein weises Herz: auf dich laß stets mich sehen in Freude, wie im Schmerz! 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beis fall achte, als allen Ruhm der Welt. 6. Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Chrift, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnädig bist. 7. Dir hab ich mich er geben; ich freue mich in dir; du Bester, mehr, als Leben, ist deine Güte mir. 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Pfad! Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach beinem Rath! 9. Nur Eins laß mich 11. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu und froh gen Himmel schauend dent: Herr, mich siehest du. 12. Bereit, den Lauf zu schließen auf deinen Wint, o Gott, und lauter im Gewissen: so finde mich der Tod! Mel. Es ist das Heil uns Gottes Namen 568 fang ich an, was mir zu thun gebühret. Mit Gott wird Alles wohlgethan und standhaft ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut mit frommem Sinn und festem Muth, das muß zuletzt gedeihen. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt Verstand und Lust und Kraft und läßt das Werk gelingen. Ist er mit uns, so feblt uns nicht, was unserm wahren Wohl gebricht; er krönet uns mit Segen. 3. Drum leite mich sein guter Geist, den Müssiggang zu 424 Gesinnung und Verhalten des Christen zu meiden, und das, was er mich wirken heißt, geschehe stets mit Freuden! Er stärke mich, damit ich treu, gewisfenhaft und redlich sei und gern dem Nächsten diene! 4. Ja, segne, Gott, auch heute mir die Werke meiner Hände und lenke meinen Blick zu dir, wenn ich sie froh vollende! Vergänglich ist der Erde Lohn; doch ewig ift vor deinem Thron der Preis der Arbeitstreue. 2. Gott Vater, mit Erbarmen bedecktest du mich Armen; du sprachst: Schlaf ohne Grauen; die Sonne sollst du schauen! 3. Dein Wort, das ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen: von Noth bin ich befreiet, dein Schutz hat sich erneuet. 4. Steig auf, mein Dant, zum Throne! Dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Ehre! Anbetung Preis und Ehre! l fallen, Herr, meines Hers zens Lallen! 6. Dein Wert wollst du vollenden; dich nimmer von mir wenden und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen! 7. In allen meinen Thaten wollst du mir selber rathen: mich stets zum Be sten leiten, zum Himmel mich bereiten! Inti In eigener Melodie. 569 Mach auf, mein Herz und Mel. Werde munter, mein finge dem Schöpfer aller 570 Mann ich einst Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhütter! von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh und erlöst von allem Kummer je nen schönern Morgen seh: o dann wach ich anders auf; schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 2. Hilf, daß keiner meis ner Taze, Geber der Un sterblichkeit, einst mich im Gericht verklage, daß ich sträflich ihn entweiht! Auch noch heute wacht ich auf! Dank sei dir! Zu dir hinauf müsse jeder Tag mich leiten, zur Unsterblichkeit bereiten! 5. Sör, Gütigfter, mein Flehen; du kannst ins Herze sehen: ach, möchte bir ge8. Auf allen meinen Wegen begleite mich dein Segen: bein Wort sei meine Speiſe, bis ich gen Himmel reise! 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wann ihr letter nun erscheint; wann zum bunt njird zu besonderen Beiten. 425 dunklen Thal ich gehe und ihren heiligen Gefang zum -mein Freund nun um mich Himmel mich erhoben. Hier weint. Lindre dann des hör ich, Gott, im Geifte Todes Bein und laß mich schon die Seligen vor deiden Stärksten sein, meinen nem Thron ihr Heilig, Freund gen Himmel wei- Heilig! singen. sen und dich, Herr des Todes, preisen. 5. Hier seh ich jeder Tugend Preis an deinem Throne prangen und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod zu erlangen. Hier stärkst du mich durch deine Kraft zur Treu in meiner Pilgerschaft, zur Liebe und zur Hoffnung. 6. So wird dein Tag, o Vater, mir ein Tag des Segens werden! So seh ich und empfind ich bier den Himmel schon auf Erden! So werd ich nach der Prüfungszeit einst im Genuß der Seligkeit verklärt dich ewig preisen. Am Sonntagsmorgen. Mel. Es ist das Heil uns 571 roblockend, Bater, wach ich auf am Tage deiner Ehre. Mein Morgenopfer bringt hinauf ins Lied der Engelchöre und dankt, daß deine Gütigkeit mir heute wieder Rub und Zeit zur Seelenbildung schenket. 2. Dich beten Erd und Himmel an, o Schöpfer al ler Dinge! Wohl mir! auch ich darf mich dir nahn; du hörst, wenn ich dir singe. Du selbst bedarfst zwar meiner nicht; doch ewig bleibt es meine Pflicht, dich findlich zu verehren. 3. Drum heilig sei die Stätte mir, wohin Gott, deine Frommen mit Dank und Lust und Heilsbegier, dich anzubeten, kommen! Ich liebe sie und walle gern zum Hause Gottes, meines Herrn, mit ihnen anzubeten. 4. Hier fühl ich durch den frommen Dant, womit dich Christen loben, durch Beim Anblicke der auf gehenden Sonne. In eigener Melodie. 572 Sei mir gegrüßt zu Gottes Ehre, bu, seiner Schöpfung Königin! Steig auf und geuß aus deinem Flammenmeere Erstaunen vor dich hin! 2. Daß alle Welt anbetend niederfalle vor dem, der dich so schön gemacht, der Menschen schuf und väterlich für alle mit seiner Almacht wacht; 3. Daß 426 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Daß überall bis zur entferntsten Zone, die ffaunend deine Größe sieht, 3ufriedenheit und Lieb und Eintracht wohne, die oft den Erbkreis flieht! 4. Und so sei du, was du ihm stets gewesen, dem Erdenvolke Gottes Blick, dem Lande Frucht, dem Kranken froh Genesen, dem Armen Trost und Glück! 5. Auch mir, wenn ich in Unmuth aufwärts blicke, weil Gottes Weg ich nicht versteh, gieß Heiterkeit ins trante Herz und schicke mir Kraft, daß ichs befteh! 6. Und lehre mich in Freudigkeit hienieden mich jeder Christentugend weihn; voll Duldsamkeit bereit zum felgen Frieden und mild wie du zu sein. Am Abend. Mel. In allen meinen Thaten 573 Nun finkt die Sonne nie der, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh: sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach ich und erzähle mit tiefgerührter Seele, was Gott an mir gethan. Mit dantendem Gemüthe lobsing ich seiner Güte; er hört mein frommes Loblieb an. 3. Von ihm kommt jede Gabe: das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schuß und treuer Hü ter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Er läßt es finster werden und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Duntelheit; doch auch in dunkler Stille wohnt er mit seiner Fülle und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majestät herauf. Sie leuchten ihm zur Ehre hoch über Erd und Meere, und seine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Groß, wenn der Morgen grauet; groß, wenn der Abend thauet; groß in der stillen Nacht, im Sonnenschein und Sturme, am Menschen und am Wurme, groß, Vater, zeigst du deine Macht. 7. Voll Majeſtät und Stärke stehn lauter Wunderwerke in deiner Schöpfung da. Wie kann ich dirs vergelten? Du Gott und Herr der Welten, warst auch mir Armen heute nab. 8. Woher mein Glück, mein Leben? Du hast es mir gegeben; du bists, ber für zu besonderen Zeiten. 427 für mich wacht. Woher auf durch Fleiß ihn, meinen meinen Wegen so mancher reiche Segen? Du bists, der Alles wohlgemacht. Gott, gepriesen, mir und der Welt genützt und ieden Dienft gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sahn? 9. Gott, groß von Macht und Treue, jetzt, da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Leg ich die miden Glieder in dei nem Namen nieder: so wa chest du; ich sorge nicht. 10. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte geben: so will ich deß mich freun. Soll er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden, mein Gott auch noch im Tode sein. Mel. O Gott, du frommer Gott 574 Der Tag ist wie der hin; und diesen Theil des Lebens, wie bab ich ihn vollbracht? Entfloh er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. Wars in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dant und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott, mich seinem Dienst zu weihn und züchtig und gerecht und Gottes Freund zu sein? 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und 4. Wie hab ich dieseu Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft mein Blick auf Gott geführet? Erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? Und bab ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? Abil 5. Dacht ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den wir sind und werden? Verehrt ich ihn im Staub? Empfand ich feine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch fanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? Und hab ich Nichts gesagt, was ich bereuen soll? 7. Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre 428 Gesinnung und Verhalten des Christen Andre traf, war dieß mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich ge-. beut: bin ich vor ihm zu stehn auch willig und bereit? 9. Gott, der du Alles weißt, was fönnt ich dir verheblen? ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Christi Blut mir die vers letzte Pflicht, vergib und gebe du nicht mit mir ins Gericht! 10. Ja, du verzeihest bent, den feine Sünden fränken, du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb ich, so leb ich dir; sterb ich, so sterb ich dir! Indfont Mel. Befiebl du deine Wege 575 Ermüdet von den Sorgen und der Geschäfte Last, die du mir jeden Morgen hier auf erleget haft, eilt, Herr, nach deinem Willen der Störper jetzt zur Ruh, weint dir vorher im Stillen Dank meine Seele zu. 2. Du gabst Verstand und Kräfte zu Allem, was ich that; gabft Segen dem Ge fchäfte, für das ich Segen bat; du wandtest allen Schaden, warst mir Vertraun und Licht und übergabst aus Gnaden mich dem Verder ben nicht. 3. Vergiß es nicht, o Seele, was Gott an dir gethan: verehr des Herrn Befehle, bet ihn in Demuth an, ihn, der von seinem Site gern auf dein Flehen hört und auch der Last und Hiße der Kreuzestage wehrt! dede dein Kind auch dieſe 4. Mit deinem Schilte Nacht, auf daß mich Nichts erschrecke; auf daß, wann ich Schlaf erquicket, mein Geist erwacht und durch den befreit von Gram frob nach der Höhe blicket, von welcher Hülfe tam! 5. Die Meinen, Weib und Kinder und Freund und Hab und Gut, auch meinen Feind nicht minder, nimm, Herr, in deine Hut! Nie wird dein Auge müde, nie Hüter, schlummerst du; gib unserm Lande Friede, gib Jedem Glück und Ruh! 6. Versag auch diese Bitte mir, mein Erbarmer, nicht: wann diese morsche Hütte des Leibes einst zerbricht, so laß, o Gott, mein Ster ben dem Schlummer ähnlich sein und nimm mich, beis zu besonderen Zeiten. 429 mi In eigener Melodie. 577 So flichen unfre Tage hin; deinen Erben, in deinen Himmel ein. auch dieser ist nicht mehr! Die Nacht, der Müden TröMel. In allen meinen Thaten du 576 Herr, ber bu fterin, eilt wieder zu uns her. 2. du nur mir das Leben bis diesen Tag gegeben, bich bet ich findlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich finge, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Rub der Seele, nach deines Worts Befehle einher im Leben gebn; auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nabe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. wie du bist; du schläfft und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht; wovor, Herr, sollte mir denn graun? Mich schüßet deine Macht. 4. Hab ich an deiner Gnade nur stets Theil, o Herr, mein Gott; so fürcht ich nichts in der Natur, so scheu ich nicht den Tod. 5. Zwar ich erkenne meine Schuld; mit Reue fübl ich sie; doch, mein Erbarmer, deine Huld, wie trostvoll ist mir die! 6. Ich eil im Glauben zu dir hin und weiß, wie sicher ich im Schutze deiner Allmacht bin; dein Schirm bedecket mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jeſu, du allein seist mein Gedank; o weihe dir mein Herz zum Tempel ein. 8. Vielleicht ist dieß die letzte Nacht in meiner Pritfungszeit; dann führe mich durch deine Macht zum Licht 9. Ich 430 Gesinnung und Verhalten des Christen 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod. Du, mein Erretter, bift bei mir und hilfft aus aller Noth. 3. Du hast, o Gott, voll Gnade auf fegenvollem Pfade uns bis hierher geführt. Nicht uns, nur dir fei Ebre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt! Mel: In allen meinen Thaten 578 Die ie stillen Abendstunden, wie schnell sind sie entschwunden in häuslich froher Rub! Nun senkt die Nacht sich nieder und drückt uns allen wieder mit sanfter Hand bie Augen zu. wenn ich litt, nahmst du 2. O laßt uns ihn er- 4. Auch in der Noth und wägen, den unverdienten Segen, den uns der Tag gebracht! Laßt uns von Dank entbrennen und tief gerübrt bekennen: der Herr hat Alles wohlgemacht! dich meiner an, und so ist nun ein neuer Schritt zur Ewigkeit getban. 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslast beschieden, auch er sei dir geweiht! Wir schlummern ohne Sorgen, denn du erwedst uns morgen hier oder in der Ewigkeit. me ruht, o Gott, von dir bewacht, der trotzt mit unerschrocknem Muth dem Grauen dunkler Nacht. Mel. So fliehen unsre Tage 579 er unter dei nem Schir2. Umringt von stiller Finsterniß fing ich dir, Herr, ein Lied. Mein Herz froh lockt und ist gewiß, daß mich dein Auge sieht. 3. Der Tag ist schnell dahingeeilt, und deine Ba terhand hat mir viel Gutes zugetheilt, viel Böses abgewandt. 5. Du, Herr, wirst auch noch immerdar mein guter Vater sein und jetzt und auch bei grauem Haar mich fegnen und erfreun. 6. Doch dir Befehl ich meine Zeit. Ich leb in dieser Welt, o Vater der Barmberaigfeit, solang es dir ge fällt. zittre nicht; kein Unfall wird 7. Ich trau auf dich und sich nahn: du warst ja meine Zuversicht von meiner Jugend an. 8. Ich schließ auch jetzt in dunkler Nacht getrost die Augen zu; ich fürchte teine irdsche Macht: du ficherst meine Ruh! Mel. zu besonderen Zeiten. 431 Mel. Werde munter, Mel. Fren dich sehr, o meine S. D 580 Auf, Seele, fet 581 Sint ich einft in noch munter! Gottes Lob ist deine Pflicht. Seine Sonne gehet unter, aber seine Güte nicht. Er hat mich auch heut ernährt, manche Freude mir gewährt, vor Gefahren mich beschützzet, mich in Schwachheit unterstützet. 2. Stets verehrt und hochgepriesen feist du, treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, danfet meine Seele dir. Du hast, war ichs gleich nicht werth, liebreich das Gebet erhört, das ich heut, als ich erwachte, dir im Namen Jesu brachte. 3. Gib nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe fanfte Ruh! Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; wann ich schlafe, wachest du. Leib und Seel befehl ich dir, malte gnädig über mir! Sei auch du der Gott der Meinen, zähl sie alle zu den Deinen! 4. Laß uns doch kein banges Schrecken, Räuber nicht, nicht Feuersgluth plötzlich Schlummer halt uns fest in deiner Hut; hilf, wenn Krankheit oder Tod uns in sicherm Schlafe droht, oder laß uns, wenn wir sterben, deines Himmels Freuden erben! mer, aus dem Keiner mehr erwacht; geh ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh, in deine Nacht: o dann schlaf ich anders ein. Weg aus dieses Lebens Bein wall ich hin zu deren Hütten, bie, nun glücklich, hier auch stritten. 2. Jetst entschlaf ich, auf zuwachen noch für Tage dies fer Zeit! Laß mich fertig stets mich machen, Bater, zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei von der Last des Eiteln frei, von den Bürden dieser Erde, wann ich nun unsterblich werde. 3. Gerne laß den Tag mich sehen, der als Retter mir erscheint: wann mit nicht erhörtem Fleben, wer mich liebet, um mich weint! Stärker, als mein Freund im Schmerz, fei mein gottverlangend Herz, und, noch sterbend dich zu preisen, laß mich ihn gen Himmel weisen! Mel. Wo Gott zum Haus 582 Ich seh im Abendschön, Herr, deine Sonne unter gehn. Noch untergehend freut ihr Glanz, erhebt ein fühlend Herz so ganz. 2. Von einer halben Welt nimmt sie den Segen mit und 432 Gesinnung und Verhalten des Christen und sucht ihn nie. So geht von ebler That bein Freund, entweicht dem Dank, den man ihm weint. 3. Sie sinkt. Ich blick gerührt ihr nach: nicht mehr ist jetzt mein Aug zu schwach. So scheucht zu starker Glanz zurück, bescheidne Tugend stärkt den Blick. 4. Verfunken ist sie. So versinkt, sobald, Herr, dei ne Weisheit winkt, auch unsre Herrlichkeit und Pracht; all unser Glanz verlischt in Nacht. 5. Sie fank und floh von uns, um schön dort andern Brüdern aufzugehn, die jetzt sich ihrer Ankunft freun und dir nun Morgenlieder weihn. 6. So gehn auch wir der einst, erwacht vom Schlummer unsrer letzten Nacht, schließt hier sich unser Lebenslauf, zu einer höhern Wallfahrt auf. die güldnen Sternlein pran gen am Himmel hell und flar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiefen fleiget der weiße Nebel wunderbar. Hülle so traulich und so hold, gleich einer stillen Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, dem Eitlen nie uns weihn! Laß uns nur weise werden und vor dir hier auf Erden von Herzen fromm und fröhlich sein! Mel. In allen meinen Thaten Mel. Nicht um Reichthum 583 Der Mond ift 584 insam bin ich; 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung 4. Wollst endlich ohne Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen fanften Tod: und wann du uns genommen, so laß uns zu dir kommen, du lieber, treuer, frommer Gott! 5. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; falt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern franken Nachbar auch! Unter gestirntem Himmel. herrscht um mich in der Natur! Unter einer dunklen Hülle liegt der Farben schmuck der Flur. Alles ruht, sich zu erquicken; mir noch lohnet wach die Zeit; aufge than vor meinen Blicken hat sich die Unendlichkeit. 2. Wel si zu besonderen Zeiten.uns 433 2. Welche Tiefen! Wel- Nacht erhellt, diesen Geist, che Höhen! Heilge Schauer der in das Leben aufstrebt faffen mich! Wie viel tau- aus der Sinnenwelt, in das send Welten drehen hier Leben, wo er freier, näher um ihre Sonnen sich! Und schaut dich, Weltengeist, bich wo sind des Raumes Grän- bei seiner heilgen Feier, frei zen, wo sich keine Welt vom Staub der Erde, preist. mehr dreht, keine Sonnenstrahlen glänzen und kein Lebensobem weht? 7. O dieß Sehnen, o dieß Streben, diefer hohe Lebenssinn bürgt mir ein unendlich Leben, führt mich zur Vollendung hin! Nein, dein Kind wird nicht verschmachten in der tiefſten Dunkelheit, wird von Licht nach Lichte trachten in der Unermeßlichkeit, dond 3. Wie viel Millionen Leben freuen sich in jeder Welt, freuen sich, den zu erheben, der sie schuf und sie erhält! Und wer ists, der stets sie alle liebend, fegnend überschaut? wer, der feines Tempels Halle ins Unendliche gebaut? 4. Kann mich hier sein Name trügen? hier mir leuchten ohne Sinn? Er schrieb ihn mit Flammenzügen; und sein Name heißt: Ich bin. Ja, du bist, den GOTT wir nennen, dem das Weltall eigen ist! Se ligkeit ists, dich zu kennen, der du Aller Vater bist. 5. Deine ältre Offenbarung liegt jetzt aufgeschlagen da: und im Lande der Erfahrung fand ich dich mir immer nah. Du, der wölbte diesen Bogen und der Sterne Kreis bewegt, haft den Buls auch aufgezogen, der in meinen Adern schlägt; stod 6. Haft den Funken mir gegeben, der in mir die 8. Ist mein Leben hier verronnen, wird es Nacht auf meiner Bahn: o dann leuchten tausend Sonnen mir den Stufengang hinan. Ich steig auf zum Quell der Strohlen, ihn zu schaun, der nie verstecht, wo vor mir in tiefen Thalen dann der Welten Schöpfung liegt. in Jut Frühling. 30 Met. Allein Gott in der Höh 585 Nob sei Gott, der den schafft, Gott, der den Erdfreis schmücket! Preis fei ihm, Ehre, Stärk und Kraft, ber, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft, der Herr erhält; er liebt und segnet seine Welt: lobsinget ihm, Geschöpfe! T 2. Das 434 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömt an jedem neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Bogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlitz ist verjüngt; erheitert glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt vom freudigen Getümmel. Mit Wohlgefallen schaut mel. Gott, der du die Menschen berab, der allen Sein und 586 Höher hebt fich Gottes Sonne, länger strahlt uns nun ihr Licht; Alles athmet neue Wonne, wenn sie durch die Wolken bricht. Schau, ber Frühling senkt sich nieder in die Wälder, auf vie Flur. Die erstorbene Nas tur lebet auf und wirket wieder. Opfre Gott, dem Schöpfer, Dant! Breis ibn fröhlich, mein Gefang! 2. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin aufs Feld, und sein frohes Loblied schallet laut empor zum Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde, ehrt durch fromme Buversicht seinen Gott und zweifelt nicht, daß sie wohl. gerathen werde: bringt schon hoffnungsvoll ihm Dant. Preis auch du ihn, mein Gesang! 3. Glänpfung Werke. 4. Lobsinget ihm; er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preise bich, ich finge dir; denn du bist, wo ich bin, bei mir mit Allmacht und mit Liebe. 5. Du rufft die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Allmacht Boten sind, zu unsrer Freude Quellen. 6. Selbst, wann, von Donnersturm bedräut, er schrockne Länder zittern, strömt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schweigen. 7. Von dir fommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier fich dir ers geben und einst bir ale Christen freudig sterben! zu besonderen Zeiten. 3. Glänzend und im Feierfleide prangt die blüthenreiche Flur. Jede Blume duftet Freude, preist den Schöpfer der Natur, der den Thau schafft, den sie trinket, daß sie nicht zu bald verblüb, der ihr Samen gibt, wenn sie welkend endlich niedersinket. Bring auch du ihm Lob und Dant, preif ihn fröhlich, mein Gefang!! 4. Dieser Frühling, geschwinde, o wie schnell wird er verblühn! Wie die Spreu, verweht vom Winde, so wird seine Bracht entfliehn! Aber, Gott, vor deinem Throne wird ein ewger Frübling sein; ewig wird er uns erfreun, ringen wir nur nach dem Lohne reiner Tugend lebenslang. Gott, dich preise mein Gefang! wie 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist nur Schimmer von dem Licht, das ich ewig schauen werde dort vor Gottes Angesicht. Auch das freudenreichste Leben hier auf Erden ist nur Tod gegen ienes, bas mir Gott dort verheißen hat zu geben. Dir, mein Gott, sei Lob und Dank! Ewig preist dich mein Gefang! LE THE Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 435 Auf Bergen, wie im Thal, ist Freud an Freude hingestreut und Schönheit überall. 2. Belebend ist der Wiese Grün, entzückend jede Flur; und wie viel tausend Blumen blühn im Garten der Natur! 3. Mit reichen Blüthen prangt der Baum, und oben ausgespannt, wie strahlt der blaue Himmelsraum, ein unbekanntes Land! 587 Der Erde Reize find erneut. 4. Blidt hin in Tiefen und auf Höhn, auf Flur und Wald und Feld! Fühlt, was unnennbar ist: wie schön ist unsers Gottes Welt! 5. Doch nur dem Tugendhaften, nur dem Menschenfreunde lacht die schöne herrliche Natur in aller ihrer Bracht. dur 6. Drum seid und machet froh und gut; reicht gern die Bruderband: naht dann der Tod, so geht mit Muth ins unbekannte Land. 7. Macht diese Erde schon so schön entfernter Sonnenschein; o Gott, wie wird in jenen Höhn der Selgen Wohnung sein! mies Im Sommer.id ridinanduit Mel. Wie wohl ist mir, o Freund eit um mich 588 Wher, ift Alles Freude, verschönt ist, SchöT2 pfer, 436 Gesinnung und Verhalten des Christen pfer deine Welt! Es prangt in einem Feiertleide Gebirg und Thal und Wald und Feld! Wie heilig wird mir jede Stätte! Wohin ich seh, wohin ich trete, bist du mir nab und fühl ich dich; wohin ich schau, auf allen Fluren, in allen deinen Creaturen, er blick ich, Welterhalter, dich! 2. Wie haft du, Gott der Macht und Güte, so liebevoll an uns gedacht! Schön war des Frühlings bunte Blüthe; reich ist des Sommers erste Pracht. Zum vollen, fröhlichen Genusse empfängt von deinem Ueberflusse, o Gott, was lebet, Speis und Trank. Gebirge geben, Thäler geben, was Allen nöthig ist zum Leben, und Alle jauchzen froh dir Dank. 3. Weit um mich her ift Alles Freude; o freu auch. meine Seele, bich in Gottes schönem Weltgebäude! Gein Segén reifet auch für mich. Hoch müsse dessen Lob erschallen, der mir so wohlthut, Allen, Allen so wohl thut, der fo freundlich ist! Stimm ein in der Geschöpfe Chöre: dir Gott, sei Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist! auf jeder segenreichen Flur, bir meine Dantgefühle brin gen im großen Tempel der Natur. Vom Aufgang bis zum Niedergang erfchalle, Gott, dein Lobgefang! 2. Du bist der Geber aller Freude, des Segens Schöpfer bist du, Gott! Den Heerden gibst du ihre Weide und deinen Kindern allen Brod. Genährt, geschütt, gepflegt durch dich, freut Alles, was da lebet, sich. 3. Und Leben strömt mit deiner Sonne in jeden Halm, in jede Brust; sie gibt den Blüthenthälern Wonne und allen Wesen nene Lust. Ver jüngt durch ihren milden Strahl, jauchzt Hain und Flur und Berg und Thal. 4. Auf unsre Saaten träu felt Segen herab mit jedem Morgenthau. Gott, wie er frischt dein sanfter Regen das Gras, die Blumen auf der Au! Der Bach, der aus dem Berge quillt, erquidt den Wandrer und das Wild. 5. Da stehn die Zeugen deiner Milde hier in der Schöpfung Heiligthum. Weit durch die reichen Korngefilde tönt himmelan dir Lob und Ruhm; sie bringen, Herr, zu dir empor aus aller Wesen frohem Chor. 589 Dein laus Mel. Wer mir den lieben Gott Ugütiger, dir 6. Auch du frohlocke, meis ne Seele, und rühme deines ter nord zu besonderen Zeiten, min 437 ter Lobgefang erzähle, wie Vom Herrn der Zeit ge herrlich Alles er gemacht! Vom Aufgang bis zum Niedergang erschall ihm Ehre, Preis und Dank! rufen, naht der Herbst mit seiner Fülle sich und nähret und erfreut auch mich. Mel. Herzliebster Jefu! 590 Soweit nur Meniden deine Welt bewohnen, bist du der Bater aller Nationen, die Zuflucht Aller, die auf Land und Meeren dein Heil begehren. 2. Du blickst hernieder, und die Fluren lachen, du wäsferst sie mit Thau, sie reich zu machen. Dein Strom ist voll; du sorgefst für die Saaten, daß sie gerathen. 3. Die tiefgepflügten Furchen füllt dein Segen; das lechzende Gefild erfrischt dein Regen. Der Sommer glüht; es reifet das Getreide zu unsrer Freude. 4. Die Höhn und Tiefen schmückest du mit Heerden und schaffest, daß fie froh gesättigt werden. Dem Schnitter rauscht der vollen Felder Segen zur Aerndt entgegen. 5. Und Dank und Freud und Jubel jauchzt aus Allen, und Hain und Auen und Gefild erschallen vom lauten, dir frohlockenden Getümmel bis in den Himmel. 3m Herbst. Mel. Bom Himmel tam 591 Searndtet ist der Felder Saat. 2. Der segenreiche Gar ten prangt mit vollen Zweigen und verlangt, von ſeiner Frucht befreit zu sein, um Gottes Kinder zu erfreun. ishi 3. Der Sänger in den Lüften schweigt, der hin in ferne Lande fleucit, wo Gott schon eine neue Saat und Frucht für ihn bereitet hat. 4. Auf traubenvollen Hügeln schallt des Winzers Lob und wiederhallt von Berg auf Berg; auch Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreun. 5. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Das Kind, der Jüngling, Mann und Greis sei fröhlich ihm zum Ruhm und Preis! 6. Auch wenn du alterst, sorgt für dich dein Herr und Gott noch väterlich: er, der auch, wenn dein Herbst sich nabt, für dich noch viel der Freuden hat. 7. Froh kannst du sterben, wenn du nur, wie seine segnende Natur, gesegnet haft, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht sucht. 8. So blüh und reife in der Zeit zu größerer Vollkommenheit! Still teimt der TuT 3 gend 438 Gesinnung und Verhalten des Christen gend Saat hervor und reif zur reichen Aerndt empor. Mel. Lobfinget Gott! er Trüh 592 Fwöltem Angesicht geht schon die Sonne nieder, und später scheint ihr schwächer Licht am trüben Himmel wieder. Die schönste Zeit ist nun entflohn; die rauhen Stürme rauschen schon durch die bereiften Felder. Die letzte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes falter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. 2. Verlassen steht die öde Flur entblößt von ihrem Segen; entträftet sieht nun die Natur der Winterruh entgegen. Die Vögel, die dem Frost entfliehn, beginnen schon daherzuziehn weit über Land und Meere. Gott nimmt der Wandernden sich an, bezeichnet ihnen ihre Bahn und sättigt ihre Heere. T 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter selbst versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicher heit des Herbstes rauhe Jahreszeit beginnen und vollenden. Die Erde ruht; doch er gewährt voll Liebe das, was uns ernährt, mit väterlichen Händen. 4. Wie sind doch unsre Kammern voll von seiner Güte Gaben, vom Segen, Borrath, uns zu laben! uns Durch deine Vorsicht muß, o Gott, das Land uns für den Winter Brod, dem Vieh sein Futter geben; und Wein, der unser Herz erfreut und unsers Lebens Kraft erneut. quillt aus der Frucht der Reben. 5. Wie jetzt das Feld um uns verblüht, verblühn auch wir im Alter. Doch wohl uns! Gott, der auf uns sieht, ist mächtiger Erhalter! Er ist es, der die Schwa chen schützt, die Müden mächtig unterstützt, die an dem Grabe wanten. Gebeugt vom Alter, werden wir mit frohem Herzen, Vater, dir, wie in der Jugend danken. 6. Wohl Allen, die sich ihrer Pflicht von ganzem Herzen weihen! Sie werden ihre Jugend nicht im Alter einst bereuen. Wohl dem, der redlich sich hemüht, weil seiner Jahre Kraft noch blüht, der Tugend Frucht zu tragen! Ihm wird das Alter Jugend sein, und dankbar wird er sich noch freun in seinen letzten Ta gen! Im using zu besonderen Zeiten. 439 Im Winter. ner, Gott, so fürchterlich er immer droht. 593 nicht für der Felder Segen nur, auch für den Schlummer der Natur, für Frost und Winter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. 2. 3war liegt ihr grüner Schmuck zerstört, von Schnee und Eis und Sturm verheert; ein weites, weißes Grabgewand deckt Berge, Hügel, Thal und Land.ope 3. Doch hegt die Erde, still und groß, die zarte Saat in ihrem die sich im Frühling segensvoll entwickeln und uns nähren foll. 4. So nähret liebreich und geheim der holden Tugend ersten Keim die Mutter mit verborgner Lust in ihrer zarten Kinder Brust. 5. So thut, was Andre segnen fann, der gute, der bescheidne Mann, fucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat, aufblühn, was er im Stillen that, zu reichen Aerndten in der Zeit, zu reichern in der Ewigteit. p 7. Mag brausen dann wohl um uns her des Winters Sturm: auch er, auch er ist beines Segens Die 8. Und wie viel Freuden danken wir selbst in des Winters Tagen dir, der du so väterlich uns trägst und sättigeft, erwärmst und pflegst! 9. Durch alle Zeiten, Bater, sei bir, wer dich findlich ehrt, getreu! Las Jeden deinen Ruhm erhöhn und freudig deine Wege gehn. Mel. Auf, Christenmensch! 594Verschwunden iſt nur Schnee bebedt bie Felder. Der Wintersturm durchbraust mit Macht Gebirge, Thal und Wälder. Das Land erstarrt vom Froste nun, und seine Nahrungssäfte ruhn. 2. Wohl mir in dieser rauben Beit! 3ch darf vor Frost nicht beben; mich schützt mein Dach, mich wärmt mein Kleid, und Brod erbält mein Leben. In meis nem Bette schlaf ich ein und kann mich sanfter Ruhe freun. 3. So hats der arme Bruder nicht, dem Brod und Kleidung fehlen, er, dem das Nöthigste gebricht, den Frost und Hunger quälen. Und dreifach fühlt er seine Pein, wenn Krankheit plagt und Kinder schrein. T4 4. D 440 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Dzaudre, zaudre nicht, mein Herz, ihm liebreich zuzueilen! Fühl seinen Jammer, seinen Schmerz, dein Brod mit ihm zu tbeilen! Wer seines Nächsten Noth vergißit, verdient nicht, daß er glücklich ist. 5. Vor Tausenden bist du beglückt, die in der Stille klagen, da Wärm und Nahrung dich erquickt in diesen rauben Tagen. Lobsinge, frohes Herz, in mir und opfere Gott Dank dafür! 6. Seh nicht auf das, was dir noch fehlt und Mancher mehr befizet; nein, auf die Noth, die Andre quält, auf Gott, der dich beschüBet! Ad, Vater, lindre je den Schmerz und gib mir ein mitleidig Herz! Zur Saatzeit. Mel. Allein Gott in der Höh 595& baut, o Gott, Saat und Pflanzen wohl gedeihn; gib Sonnenschein und Regen! Der Landmann baut umsonst das Land, wenn, Bater, deine Allmachtshand nicht seine Arbeit fegnet. 3. Drum fröne du mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte, und wenn die Aussaat dann gedeiht, Allvater, so verhüte, daß Kälte nicht, nicht Sonnengluth, nicht Hagelschlag, noch Regenfluth ihr zum Verderben werde! 2. Dieß Wort traf, Herr, noch immer ein. Gib jest auch deinen Segen, daß 4. Wir traun auf dich, e großer Gott; du, du wirst gnädig walten. Du kennst am besten unsre Noth, bast lange hausgehalten. Ja, Herr, du wirst zu deinem Rubm für uns, dein Werk und Eigenthum, auch dieß Jahr wieder forgen. Nach einer reichen Nerndte. auf dein Ge- Mel. Wie groß ist des Allmächt. heiß der Menschen Hand die 596 Wir alle, MenErde, voll froher Hoffnung, daß ihr Fleiß von dir gesegnet werde. Auf dein Versprechen trauen fie: du sollst dein Brod bei Fleiß und Müh, solang du lebest, effen! bringen dir unsern feierlichsten Dank, und unfre frohen Herzen singen dir ihren lauten Breisgefang! Gekrönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land; dein Segen floß auf die Gefilde aus reicher, väterlicher Hand. 2. Du in zu besonderen Zeiten. 441 2. Du schenktest Sonnen- bar fein; so gütig, wie but schein und Regen für jede dich bewiesen, soll jeder der Frucht zu rechter Zeit und Beglückten sein. gabst Gedeihen, Kraft und Segen dem Samen, den wir ausgestreut. Wie prangte nicht im Feierfleide das volle, ährenreiche Feld! Wie schlug von Hoffnung und von Freude dir unser Herz, o Herr der Welt! 6. Drum freu den Armen auch der Segen, den deine Hand uns reichlich gab; wir wollen seiner liebreich pfles gen; wir trocknen seine Thränen ab! Er dant auch heute mit uns allen, frohlocke laut und bete an, daß du, nach deinem Wohlgefallen, so viel, o Gott, an uns ges than. 3. welchen Reichthum deiner Gaben hast du mit liebevoller Hand, uns zu ernähren und zu laben, von neuem uns herabgesandt! Für Millionen deiner SeinMel. Wach auf, mein der ist jetzt ein voller Tisch 597 Kommt, laßt uns Gott lobsingen bereit; du nährst den Frommen, nährst den Sünder, und Alles wird durch dich erfreut. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter als die Wolken reicht? Wer kann sie undankbar vergessen, da jede Stunde von ihr zeugt? Nimm deiner Kinder Freudenzähren, nimm an, Allvater, unsern Dank! Wir wollen ewig dich verehren durch Thaten, wie durch Lobgesang. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih uns Weisheit und Verstand. Nicht, um es üppig zu verschwenden, empfingen wirs aus deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen, doch mäßig, mild und dankund Preis und Dank ihm bringen für alle milden Gaben, die wir geärndtet haben! 2. Aus seinem Ueberfluffe zum freudigen Genusse hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. 3. Die Scheuern sind voll Segen; denn er gab Thau und Regen und Wachsthum und Gedeiben der Frucht, der wir uns freuen. 4. Preis, Herr, sei deiner Milde, daß Gärten und Gefilde, was wir gefäet haben, so reichlich wiedergaben! 5. Preis sei dir, unserm Retter! Es brohten Sturm und Wetter, Verderben unT 5 sern 442 Gesinnung und Verhalten des Christen sern Saaten. Dank dir! fie sind gerathen. 6. Uns reiften süße Früchte im milden Sonnenlichte an Baum und Strauch und Reben; Herr, Preis sei dir gegeben! 20 7. Du ließest froh uns ärndten. O daß wir dantvoll lernten, dir ähnlich, uns der Armen mit mildem Sinn erbarmen! 8. Wenn wir die gern erquicken, die Sorg und Mangel drücken, so wirft du, was zum Leben wir brauchen, ferner geben. 9. Du wirst einst deine Treuen, die gute Saat hier streuen, zu höhern Festen schmücken und ewig sie beglücken. schen Mühe baut das Land: Gott gibt, daß sie gelinget! Von ihm allein kommt das Gedeihn; nur er, er läßt die Saaten blühn, reifen und gerathen.ginatraile Mel. Was Gott thut, das ist Mreift, 598 Pref, Christen, mit Bufriedenheit, preift Gott, den Herrn der Aerndte, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von unsrer Flur entfernte! Noch stets erhält er seine Welt; was nöthig ist zum Leben, wird er uns allen geben. 2. Er ist der Herr; in feiner Hand steht, was die Erbe bringet. Der Men3. Was trauern wir? er sorgt ja doch, Gott sorgt für unser Leben. D last uns selbst beim Mangel noch ihm Ruhm und Ehre geben! Preis sei dem Herrn. Von Unmuth fern, laßt ihm zum Wohlgefallen ein frohes Lied erschallen! 4. Wie manches segenreiche Jahr hat er uns schon bescheeret; wie gnädig uns noch immerbar von Jugend auf ernähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, Allvater, schauen und deiner Vorsicht trauen? Bei sparsamer Aerndte. 5. Ja, Höchster, wir ver ehren dich in allen deinen Wegen und trauen unverauf deinen milden Segen. Auch unser Brod wirst du in Noth und Thenrung uns gewähren, wenn wir dich findlich ehren. 6. Wir beten bemuthsvoll dich an, der Alles weislich füget, deß Vorsicht niemals irren kann, deß Wohl thun niemals trüget. Froh danten wir, Erhalter, dir und preisen deine Güte mit gnügsamem Gemüthe. Fle zu besonderen Zeiten. Flehen um Negen. MORA The Mel. Komm, o tomm, du 599 ott, von großer Güte, deine Hülfe suchen wir; mit geängstetem Gemüthe schauen wir empor zu dir. Herr, du weißt, was uns gebricht: o verlaß, verlaß uns nicht! 2. Ach, dem tobten dürren Sande gleichet bald, Herr, unser Land, und vers sengt vom Sonnenbrande, wellt die Frucht, die traftvoll stand. Schredlich brebt voll stand. Schredlich droht uns ihr Verlust; Sorge nagt an unsrer Brust.is 3. O erhalt uns deinen Segen; laß uns wachsen unser Brod! ende bald durch milden Regen unsre Angst und unsre Noth! Gott, wir trauen dir es zu: was uns gut ist, schickest du. 443. quidend auf die dürre Flur; wie labt sie sich, wie trinfet ihn jetzt die schmachtende Natur! Die sanften Ströme 4. Stärke du uns dieß Vertrauen; unser Wohl verfäumst du nicht. Auf dich, Gnabenvoller, bauen wir die feste Zuversicht: bu, der helfen will und kann, nimmst gewiß dich unser an. umher, und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr träg und schwer. Gott spricht: und Seufzer schweigen und Hit und Dürre fliehn, und fromme Lieder steigen empor und preisen ihn. 2. Mit Freud im Angesichte beschaut der Landmann nun sein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte; er ist Versorger seiner Welt. Wie wallen nun die Aehren, vom Mart der Erde voll, das seine Menschen nähren, das sie erfreuen soll! Auf, preifet Gottes Milde! Er ists, der Regen schickt und lech= zende Gefilde voll Vaterhuld erquickt! 300 Nach verliehenem Regen. 3. Erhalter unsere Lebens, Gott, dem wir uns jetzt dankbar nahn, o laß uns nicht vergebens die Ga ben deiner Hand empfahn! Du sendest Thau und Regen, gibst milben Sonnenschein; du eilft, mit deinem Segen uns alle zu erfreun. Wir wollen dich erheben, dir, Höchster, stets vertraun und fromm und weise leben, bis wir dich ewig Mel. Kommt, kommt den 600& in milder Re- schaun. gen sintet er T6 Flehen 444 Gesinnung und Verhalten des Christen Flehen um Sonnenschein. scheint, fie scheinet wieder! Bir sehn sie, welche Wonne! die langverhüllte Sonne. Mel. Mache dich, mein Geist und 601 Schmerz Klage füllt das Land; traurig stehn die Früchte; hilft uns, Gott, nicht deine Hand, sind sie balb zunichte. Beig uns doch Gnade noch! Vater voll Erbarmen, hilf, ach, hilf uns Armen! 2. Du regierst der Wol ten Lauf und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort, fo hört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh uns bei und zerstreu, Herr, mit starker Rechte unsers Kummers Nächte! 3. Sende warmen Sons nenschein, der die Frucht erquide! Sieb, wir schaun auf dich allein mit des Glaubens Blicke. Guter Gott, gib uns Brod und nach mancher Plage wieder Freudentage! 4. Preis und Ruhm sei dir geweiht, Vater aller Gnade! Hilf, daß uns die schwere Zeit nicht am Herzen schade! Dir, nur dir, wollen wir gern zur Ehre leben und uns ganz ergeben. Nach verliehenem Son nenschein. 2. Uns drückten bange Sorgen an jedem neuen Morgen, so oft sich Wolken thürmten und Regenwetter stürmten. 3. Des Feldes Früchte sahen wir dem Verderben nahen. Was Thier und Menschen nähret, schien ganz durch Fluth verheeret. 4. Da drang zu deinen Höhen, Gott, unsers Heczens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schüßztest unsre Saaten. nieder; doch du erhobst sie 5. Schon senkten sie sich wieder. Herr der milden Sonne, du segnest uns mit Wonne. 6. Wir preisen deine Güte mit fröhlichem Gemüthe. Ja, unser ganzes Leben sei ewig dir ergeben! Beim Gewitter. mer. Wie groß ist des Allmächt. 603 Der Mächtige, der Herr der Götter, vor dem der Engel niederfällt, Gott redet don nernd aus dem Wetter und ruft voll Majestät der Welt. Mel. Nun laßt uns Gott 602 Ertönt, ihr Freu- Anbetend sinkt der Erdkreis denlieder! Sie nieder; der Wald ertönt, es bebt usiv zu besonderen Zeiten.nnis 445 3. Dem Sünder nur, der dich nicht fennt, bist du, Herr, fürchterlich; dem aber, der dich Vater nennt, zeigst du als Vater dich. 4. Uns Segen ist der Son ne Licht, uns Segen Tag und Nacht; auch Segen ist uns dein Gericht und deines Blitzes Pracht. bebt die Flur, und Blitze sagens Blitzen wieder: Gott ist der Herrscher der Natur. 2. Auch dich laß seine Stimme rühren, sei ganz Empfindung, o mein Herz! Den Dank, das Lob, die ihm gebühren, entweibe kein unheilger Scherz! Auch Donner rufen Gottes Kindern des Weltenvaters Segen zu; fie rufen schonend sichern Sündern, und ihren Ruf verstehst auch du. 3. Verstumme, freches Heer der Spötter! Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott! Es fagts das Wetter; die Welt, die ganze Welt ist sein. Ihr bebt? Elende, wollt ihr fliehen? Kein 5. Du reinigst durch den Blitz die Luft; dein Regen tränft die Saat; es stärkt ein balsamreicher Duft, was erst geschmachtet hat. 6. Laß frei das Herz von Nengsten sein, wenn uns dein Wetter droht! Weg, bange Furcht, wir sind ja dein, du bist die Lieb, o Gott! Nach dem Gewitter. Ort schützt euch vor Angst und Noth; Nichts kann Mel. Wer nur den lieben Gott dem Mächtgen euch entzies 605 Wie gnädig ist hen. Er kennt, er straft euch; er ist GOTT. 2. Du zürnest, wenn du donnerst, nicht; du bist der Menschen Freund. Nicht blässer wird mein Angesicht, wenn uns bein Blitz er scheint. sten Wille! Der Donner schweigt; die Blitze fliehn; es schmückt in angenehmer Mel. Lobt Gott, ihr Christen 604 Der hohe Him Stille der Sonne Glanz, mel dunkelt fich, ein Wetter Gottes bräut; ich bebe nicht: ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. das frische Grün. O du, mein Geist, nun opfre Dank! Erhebe deinen Lobgefang! 2. Ja, preise freudig ben Erretter, der seine große Kraft bewies, den Weltenherrn, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der Blitzen ihre Strahlen lentt und gnädig seines Volts gedenkt! T7 3. Nimm 446 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Nimm mit Bewun- Pfade mit treuen Vaterdrung seine Güte auch selbst händen lenkt? Was ist es anim Ungewitter wahr; denn ders, als Geduld, als Nachjedem forschenden Gemüthe ficht gegen deine Schuld? stellt sich auch hier ihr Schau- 3. So nüß auch dieses plaß dar. Zum Besten jeder Jahres Tage, als Tage deiCreatur bemerkt man ihres ner Prüfungszeit, daß teiSegens Spur. ner dich vor Gott verklage, daß keiner dich im Tode reut! Gott fordert, dem dent immer nach, einst Rechenschaft von jedem Tag. 5. Herr, deine Güte jei erhoben im Wetter, wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Du fannst und willst uns stets erfreun. Mich schrecken Blitz und Donner nicht; denn du bist meine Zuversicht. 4. Ermuntre dich zu deinen Pflichten, sei zu den schwersten auch gefaßt: fie gern und willig zu verrichten, such dir den Muth, besieg die Laft! Schnell fliehen deine Tage hin; ach, unbenutzt laß sie nicht fliehn! Chas102 5. Gebrauch, o Christ, dieß Pilgerleben, wozu dirs Gott, dein Gott, verliehn; zur Tugend hat ers dir gegeben, so gibts benn auch der Tugend hin! Sie reis chet dir nach kurzer Zeit Beim Jahreswechsel. Mel. Wer nur den lieben Gott 606 Des neuen Jah- das schönste Loos der Ewigteit. res erster Morgen bricht, meine Seele, für dich an; ermuntre dich zu eblen Sorgen und wandle auf der Tugend Bahn. Bleibst du ihr treu, folgst du ihr nach, so weckt dich einst ein schönrer Tag. 2. Was ist es anders denn, als Gnade, daß Gott dir dieses Jahr noch schenkt und dich so gern auf feine 4. Wie träftig hebt sich das Getreide, getränket durch den Regenguß, und wie vergnügt betritt bie Weide des neubelebten Thieres Fuß! Wie athmen wir so sanft und leicht, wenn schwüle Luft dem Donner weicht! 6. Weih jede Stunde dem Bestreben für dein und dei ner Brüder Glück, so stehst du einst auf dieses Leben mit rubig beiterm Blick zurück; du sagst, welche Wonne! dann: ich habe meine Pflicht gethan; 7. Und fegnest noch an Gottes Throne dieß Jahr als eine Zeit der Saat, nimmst us zu besonderen Zeiten. is 447 nimmst du aus seiner Hand dich; aufs neue, Gott, erdie Krone, die er für dich geb ich mich ganz deiner bereitet hat. Drum, Christ, weisen Führung. ol halt aus in deinem Streit, du kämpfest für die Ewigfeit. 5. Vergib mir alle meine Schuld von den verfloßnen Tagen und laß mich deine Baterhuld in Chrifto ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn und lebre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen! ad and Mel. Es ift bas Heil uns 607 Du Gott, du bist der Herr der Seit und auch der Ewigkeiten. Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hobes Lob verbreiten! Ein Jahr ist abermals dahin. Wem dank ichs, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen! dich, den kein Wechfel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blü hen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich, du warst und bist und blei best. 6. Gib neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln! Laß mich, Herr, stets gewiffenbaft mit mir und Andern handeln! Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben! 7. Die Welt vergeht: dieß reize mich, die Luft der Welt zu fliehen; um beßre Freuden müsse sich mein Geist mit Ernst bemühen! Den Engeln bin ich ja verwandt, im Himmel ist mein Baterland; dabin, Herr, laß mich trachten! 3. Herr, ewig währet dei ne Treu, mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohl thun uns zu segnen. Ich tenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet, und wann mein Herz voll Sorgen war, mir Mel. Allein Gott in der Höh Hülf und Trost bereitet. 608 Gott ruft der Von ganzer Seele preis ich und schafft 8. lebre selbst mich, meine Zeit recht weislich auszukaufen; laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heilger Vorsicht laufen! Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet! 448 Gesinnung und Verhalten des Christen schafft den Mond, das Jahr drängten Glieder. Gib danach zu theilen; er schafft Glück zu jeder guten That es, daß man sicher wohnt, und laß dich, Gott, mit und heißt die Zeiten eilen; Seil und Rath auf unsern er ordnet Jahre, Tag und Fürsten nieder; Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Ehr er theilen! 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sei: dieß, lieber Vater, dieß verleih in Christo, deinem Sohne! L Mel. Schwing dich auf zu bie 2. Herr, der da ist und der da war, von danter füllten Bungen sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, uns durch dich gelungen! 3. Laß auch dieß Jahr gefegnet sein, das du uns neu gegeben! Verleib uns Kraft, die Kraft ist bein, in deiner Furcht zu leben! Du schüßest uns und du vermehrst der Menschen Glüd, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt: so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich und der be609 wig und unwan delbar, Gott, ist deine Gnade, und von dir strömt immerdar Heil auf unsre Pfade. Tag und Jahre ändern sich, und wir selbst veralten, doch du bleibest, und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Segen; deine Baterhuld beglückt uns auf allen Wegen. Jeden Morgen sendest du Lebenskraft und Wonne; du verbreitest sanfte Ruh mit der Abendsonne. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet haben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Segens Ga ben. Hüll und Fülle, Trank und Brod hast du mild ge währet und in Wohlthat felbft noffied zu besonderen Zeiten. felbst die Noth und den Schmerz verfehret. 4. Daß uns deiner Allmacht Hand liebevoll geleitet; daß du über Stadt und Land Ruh und Glück verbreitet; daß gewissenhafter Fleiß uns durch dich gelungen: Gott, dafür sei Dank und Preis herzlich dir gefungen. Ind 5. Freudig, Vater, treten wir in dieß Jahr des Lebens. Wann, o Herr, vertraute dir unser Herz vergebens? Ja, du wirst uns fernerhin, wenn wir dir nur leben, Unterhalt und frohen Sinn, Muth und Kräfte geben. 6. Flüchtig ist die edle Zeit, groß sind unsre Pflichten: lehr uns für die Ewigfeit unser Wert verrichten! Jede gute, fromme That laß uns wohlgelingen! Frucht laß jede Tugendfaat für den Himmel bringen. 449 chem Grabe führtest du vorüber mich. Im Genuß der hohen Gabe der Gesundheit preis ich dich, preise bich für alle Freuden, preise dich für alle Leiden. 3. Ja, auch für die trüben Stunden meines Lebens dank ich dir; denn auch sie find nun verschwunden und sie wurden Wohlthat mir. Auch auf dornenvollen Wegen führst du mich dem Ziel entgegen. Grden 4. Uebung ist das Erbenleben, Bildung für die beßre Welt. Meinen Wünschen, meinem Streben ist ein höres Ziel gestellt: ringen soll ich hier auf Erden, ewger Freuden werth zu werden. 5. Herr, dieß soll mich Weisheit lehren! Jeder Tropfen meiner Zeit, ohne je zurückzukehren, strömt ins Meer der Ewigkeit. Nichts fann Zeitverlust ersetzen: laß den Werth der Zeit mich schätzen! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 610 Gott, mit allen seinen Freuden schwand ein Jahr des Lebens hin, aber auch mit feinen Leiden schwand dieß Jahr, und, Gott, ich bin, lebe noch und soll auf Erden noch geübt, gebildet werden. 2. Vor so manchem, man6. Laß auch dieses Jahr des Lebens nützen mich zur Besſerung; es verfließe nicht vergebens für des Geistes Heiligung! Laß mich, Gott, nach deinem Willen meine Pflichten treu erfüllen! o 7. Alles, Alles, was ich habe, Leben und des Lebens Glück, Alles, Herr, ist beis ne Gabe! Dankend heb ich meinen Blick auf zu dir, gelobe 450 Gesinnung und Verhalten des Christen gelobe Treue heute bir, o Gott, aufs neue. 8. Gib uns allen deinen Segen! Knüpfe fest der Liebe Band! Auf der Tugend heilgen Wegen laß uns wandeln Hand in Hand! Fried und Heil dem Baterlande! Fried und Heil in jedem Stande! 3. Dank dir, wenn jetzt voll Freudigkeit das Herz sich mancher That erfreut! Wes war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. bie Stunden zugezählt, die lette weislich uns verbehlt. Mel. O Jesu Christ, meins 611 11nwiederbring- lebt. lich schnell entfliehn die Tage, die uns Gott verliehn. Ein Jahr 612 Nun ist das alte Jahr tritt ein und eilt davon. Wie manches ist bereits entflohn! 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Proben deiner Huld, für deine Schonung und Geduld! 4. Doch oft verlegten wir die Pflicht; oft fehlten wir und merktens nicht. Nimm an, Erbarmer, unsre Reu; um Christi willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du haft 300jog 6. Du gibst, uns länger zu erziehn, uns Tage, Monden, Jahre hin; doch an dem Ziel der Pilgrimschaft tommt unsre große Rechenfchaft. 7. O dann laß uns, wir alle flehn, mit Freudigkeit vor dir bestehn! Denn ach, wer dann vor dir erbebt, hat thöricht, hat umsonst gethe are wide Mel. Werde munter, mein wir leben in dem neuen schon. O Christen, preiset Gott, den Herrn! Er half bisher und hilft so gern. 2. Wie Mancher, der im alten Jahr froh und voll Kraft noch um uns war, fant, eb wirs dachten, schnell dahin: nun deckt des Gra bes Hügel ihn. 3. D Schauplatz der Vergänglichkeit! O schnelle Flucht der Lebenszeit! Wie thöricht ist, wer immer fest sich auf das nächste Jahr verläßt! 4. Doch bin ich stets nur eifervoll, zu wirken, was ich kann und soll; dann fliehe meine Zeit babin, fie bringt doch herrlichen Ge winn. 5. Auch tomm ich burd die mir zu besonderen Zeiten.unci 451 die Flucht der Zeit bir nä- ben bis hierher Kraft geher, Himmelsfeligkeit! Gott lob, des Lebens Ungemach folgt mir nicht in den Him mel nach. 6. Im Staube beug ich mich vor dir. Vis hierher hast du, Höchster, mir mit liebevoller Vaterhand mehr, als ich werth bin, zugewandt. 7. Sieh ferner, Gott, mit Gnadenblick auf mein und meines Nächsten Glück! Entreiß uns jeder wahren Noth und gib uns unser täglich Brod! 8. Behüt uns in dem neuen Jahr vor Theurung und vor Kriegsgefahr! Uns treffe feiner Seuche Wuth, fein zehrend Feuer, teine Fluth! 9. Entferne jeden Unglücksfall! Gib Heil und Wohlfahrt überall; und, bricht ein Kreuz von dir herein, so laß es uns er träglich sein! 10. Ja, segn uns, Herr, in dieser Zeit und führ uns dann zur Herrlichkeit! Da fagen wir bir ewig Dant; da preist dich höhrer Lobgefang! geben! 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese Wandertage sind nie ganz frei von Plage; wir gehn auf rauhen Wegen der Ewigkeit entgegen. 4. Doch du bist voll Erbarmen und wirft mit Vaterarmen in Nöthen und Gefahren uns schüßen und bewahren. 5. Ach, Hüter unsers Lebens, wir sorgen nur vers gebens, wenn du uns nicht beschüßest, mit Kraft uns unterstützest! 6. Lob dir, o Gott, dem Treuen, durch den wir uns erfreuen; Lob deinen Baterhänden, die alles Herzleid wenden! 7. Hör ferner unser Flehen und eil uns beizusteben! Gib Mäßigung in Freuden, Geduld und Trost im Leiden! 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen, zu thun, Herr, bei innen Willen, auch Kraft, ihn zu erfüllen! UTINI 9. Herr, wehre bu ben Kriegen! Laß Menschenliebe fiegen, und wo nur Thränen fließen, sich deinen Trost ergießen! 10.Gib Mel. Wach auf, mein Herz 613 Mit Freuden laß uns treten vor Gott, ihn anzubeten; vor Gott, der unserm Les 452 Gesinnung und Verhalten des Christen 10. Gib deinen milden Segen zu allen guten Wegen; laß Großen, Herr, und Kleinen die Gnadensonne scheinen! 11. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Hülf und Habe! Hoog 3101 12. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den fummervollen Seelen, die sich mit Sorgen quälen! 13. Vor Allent, Herr, verleihe uns deinen Geist aufs neue, der uns mit Tugend ziere und so zum Himmel führe! 14. Das wollest du uns geben, du Herr von unferm Leben: so gehen wir im Segen der Ewigkeit entgegen. Beim Anfang des Kirchenjahrs. 2. Kein Feind zerstörte die Altäre, kein Feind zer trat dein Heiligthum. Noch singen wir von deiner Eh sre, noch predigt man von deinem Ruhm. Durch Taufe, Abendmahl und Wort pflanzt sich auch hier die Kirche fort.blousdad Mel. Wer nur den lieben Gott eft steht dein 614 Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu! Jahr und Jahrhunderte vergehen; doch deine Güt ist täglich neu. Wie bringen heute, Bater, wir dir würdig unsern Dant da für? BO des Wortes Früchten und 3. Doch fragst du nach bringst, was wir gethan, ans Licht, nach unsern Werten uns zu richten: Gott, Du trugest uns mit viel Richter, so bestehn wir nicht. Geduld; wir aber häuften Schuld auf Schuld. 4. O laß es deinem Geist gelingen, in diesent neuen Kirchenjahr die Sünde mächtig zu bezwingen, wo sie bisher noch herrschend war! Heut schwören wir, o Gott, aufs neu dir und der Tugend ewge Treu! 5. Laß ferner bier bein Wort erschallen; gib, daß es frevle Sünder schrect, sowie, die deine Wege wal wenn wir len, zu freudenreicher Hoff hier in Andacht flehn, uns alle deine Gnade sehn. 6. Gib, daß dich forthin alle ehren als dein geweihtes Heiligthum! Einst führst du uns zu jenen Chören, wo man erfüllt von deinem Ruhm das Leben das uns bort asid zu besonderen Zeiten.p 453 6. Daß du mit Kraft mich rüstest und mir mein Leben fristest: dieß, Vater, dank, ich dir. Daß du mich liebreich führeft, mit deinem Geist regierest: dieß Alles, Vater, dank ich dir. d. bort beseelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. Am Geburtstage. Mel. In allen meinen Thaten 615 Dir ir dank ich für mein Leben, Gott, der du mirs gegeben; ich danke dir dafür. Du baft, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich ge leitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage und selbst der Leiden Blage 616 Du läßt den Tag mich verwandeltest du in mein Glück. sehn, da ich nach deinem Rath, o Gott, zu meinem Wohlergebn des Lebens Bahn betrat. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich, Staub, 2. Von ganzem Herzen und Erde, auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. preif ich dich, daß mich dein Arm bis ist ganz unver dient so väterlich gesegnet und beschützt. 4. Du hörtest schon mein Sebnen und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war; noch war mir nicht das Leben von dir, o Gott, gegeben, da wogst du schon mein Theil mir dar. 7. Was mir in diesem Leben noch nützt, wirst du mir geben; du gibsts! Ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich tindlich Leib und Seele; Herr, segne, Herr, behüte mich! 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, lobsinget dir mein Geist! Er, den du mir geschenket, er ists, der dein gedenket und freudig dich, o Bater, preist. i sin tible! Mel. Mein Gott, das Herz 3. O, hätt ich doch aus Dankbarkeit das nun verfloßne Jahr so dir und deiwie nem Dienst geweiht, meine Pflicht es war! 4. Beschämt, o Gott, fleb ich zu dir: vergib mir meine Schuld und schaff ein reines Herz in mir, nach deiner Baterhuld! 5. Hilf, daß ich in der Folgezeit, gerührt von beiner Treu, voll inniger Erfennt 454 Gesinnung und Verhalten des Christen fenntlichkeit bir thätig dank- 3. Dem Mann hilf wirbar fei! C 6. Schnell fliehen meine Tage hin. Mein Auge siebt nicht ein, wie lang ich noch auf Erden bin, dein Auge fiebts allein.i 7. Vielleicht ist bald mein Ende da. Hilf, daß ich in der Zeit, die mein noch ist, mit Sorgfalt ja schaff meine Seligkeit. urten, bilf ihm ringen, den Eigennuß, den Hang zur Raft, die Lust der Welt, sich selbst bezwingen und tragen seiner Arbeit Laft: sein Lebenstag sei nicht zu schwül und immer vor ihm sei sein Ziel! 8. Dann darf ich von der Pilgerzeit den letzten Tag nicht scheun. Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag sein. Die Lebensalter. Für die Jugend. voll 119090077 02 Mel. Werde munter, mein Mel. Wer nur den lieben Gott IN 617 Der bu ben Men 618 Unsre Kindheit, und leitest und huldreich ihn als Vater liebst, was ihn erfreut, ihm mild be reiteft, Heil ihm in jedem Alter gibst: es lebe, Herr, zu deinem Preis der Jüngling und der Mann und Greis! 4. Erscheint fein Abend dann dem Greise, so gib dem Müden einen Stab; er freue sich des Guten weise, was er hier that, was er hier gab: bieß sei ihm, wenn er sterbend fällt, ein Füh rer zu der bessern Welt! 2. Verleih dem Jüngling Kraft und lehre ihn Mäsfigung, wenn er sich freut; gib Demuth auf der Bahn der Ehre, gib Muth ihm, wenn Gefahr ihm bräut! Olaß ihn thätig, gut und rein und start in der Verfuchung sein! jedes Alter darf sich freun. Auch die Fröhlichkeit ist Tugend, aber beilig muß sie sein; nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüfte muß sie scheuen und die Seele nicht entweihen. 2. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer feuschen Brust toben nie der Reue Schmerzen, wohnet wahre Rub und Lust. Unbeherrschte Sinnlichkeit töb tet die Zufriedenheit; sie vergiftet alle Freuden und erzeuget bittre Leiden. 3. Rei 3 I C 3 I I G siv zu besonderen Zeiten. 455 3. Reiner Sinn und Un- Herz wird nur für Gott schuld schmüdet mehr, als und Tugend, für Pflicht und Schönheit; denn sie mehrt Recht und Wahrheit glühn. jede Lust, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell: sie nur können voll Vertrauen hoffen, Gott bereinst zu schauen. 2. Von Sorgen frei, voll Muth und heiter wallt er der Weisheit Erdenbahn mit festem Schritte immer weiter und blickt getroft zu Gott hinan, besiegt durch fortges setztes Streben, durch Fleiß und Ernst und Wachsamkeit Verführer, wenn sie ihn umgeben, und seine eigne Sinnlichkeit. 4. Drum, o Gott, laß uns gesellig, froh und willig, zu erfreun, liebenswürbig und gefällig, aber nur durch Tugend sein; offen, obne Schmeichelei, ftets bescheiden und doch frei, ohne Frechheit, stets bedächtig, immer unsers Herzens mäch tig! 3. Wie freudenreich find feine Tage! Wie fanft entfließt ihm seine Zeit! Er fürchtet feiner Zukunft Blage. ihn reut nicht die Bergangenheit. Er sät den Saamen jeder Tugend und freut sich seiner Aernbte schon; die schöne Blüthe seiner Jugend verheißet ihm im Alter Lohn. 5. Laß die Frechheit wilber Sitten niemals unser Herz entweihn! Laß, o Gott, Baläst und Hütten stets der Tugend Wohnung sein! Jeder strebe, wer ein Christ, wessen Wunsch die Tugend ist, daß sein Haus und daß Mel. Warum sollt ich mich die Erde durch die Tugend 620 Habe beine Luft, werde. immer gern an dem Herrn Mel. Wie groß ist des Allmächt. und dem Reiz der Tugend! Was dein schwaches Herz begehret, dein Verstand nicht erfand, wird dir dann gewähret. 619 Wohl dem, der seines Lebens Morgen nur seinem Herrn und Schöpfer weiht! Beschäftigt mit den edlen Sorgen der Aussaat für die Ewigkeit, wird er die wilde Lust der Jugend und jedes Lasters Reize fliehn; sein 2. Schnell muß nicht vors überrauschen diese Lust; deine Brust muß sie nicht vertauschen gegen Lüfte dieser Erden, die dein Herz voller 456 Gesinnung und Verhalten des Christen ler Schmerz balb vergiften werden. in 3. Nicht erst, wann des Alters Sorgen dich zer streun, Jugend, nein, schon am frühen Morgen, in der Blüthe deines Lebens bien ihm gern und dem Herrn dienst du nie vergebens. d 4. Glück, Gesundheit, langes Leben wird dafür willig dir dein Erschaffer geben. Weisheit sei nur dein Begehren; dann wird er dir schon mehr, wenn dirs nützt, gewähren. omis 5. Auch in den gesunden Tagen laß nicht ab, in das Grab einen Blick zu wagen. Suche, fern von dem Berderben, Seelenruh; dann wirst du Himmelssegen er ben. nda? Für Jünglinge. Mel. Ermuntre dich, mein 621 Angesicht, du Schöpfer meiner Jugend! Berwirf mein findlich Flehen nicht um Weisheit und um Tugend! O nimm dich meiner Schwachheit an, und wenn sich mir Gefahren nahn, so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite! insi 2. Mein Herz, von Las stern zwar noch rein, doch jung und unerfahren, wird leicht geblendet durch den Schein und stürzt sich in Gefahren. O mache mich mir selbst bekannt und gib mir Weisheit und Verstand, damit ich meine Wege unsträflich wandeln möge! pd 3. Zum Leichtsinn, der das Herz verführt, das Böse zu erwählen: zum Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, dieß Merkmal schwacher Seelen: zur Trägheit, die den Geist verzehrt und jeden Trieb zum Laster nährt, laß nie zu diesen Sünden in mir sich Neigung finden! 4. Wenn mir auf meis ner Jugendbahn, mich in ihr Netz zu ziehen, Ber führer sich voll Arglist nahn, so laß mich weislich flieben. Ihr Beispiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht; chen soll nie mich wankend machen! 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; fie werde meiner Jugend Glanz und einst mein Trost im Älter! Erhalte mein Gewiffen rein; laß keinen meiner Tage sein, der nicht zu deiner Ehre wohl angewendet wäre! Für zu besonderen Zeiten.457 Für Jungfrauen. der dir gefällt; brum will ich mich bescheiden in Zucht und Demuth kleiden. Wenn Umgang mir Mel. Ermuntre dich, mein will stiller 622 J infamteit zu Verführung droht: so lehre mich ihn meiden und lenke stets mein Herz, o Gott, zu reinen, edlen Freuden! Die Unschuld sei mein höchster Ruhm, ein guter Ruf mein Eigenthum, den Jeder gern mir gönne und Niemand lästern könne! Ting 6. Die edle Freundin laß in mir ein Herz, wie ihres, finden, damit in frommer Eintracht wir der Freundschaft Glück empfinden! Laß unsre Liebe sanft und rein, wie deiner Engel Umgang sein, daß nimmer unsre Seelen Neid oder Argwohn quälen. 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Himmel lehrest, i will ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erhörest. Durch Unschuld, Sanftmuth, Frömmigkeit, durd frohen Sinn bei Häuslichkeit laß, Bater, mich auf Erden geliebt und glücklich werden. dir mich, Gott, erheben! Dir sei mein ganzes Herz geweiht, geweiht zum from men Leben! Gib du mir Kraft, sie kommt von dir, und stärke den Entschluß in mir, stets deinen heilgen Willen mit Freuden zu erfüllen! 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind: mein Heil ist, dich zu lieben; ach, mache mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben! Laß meine Seele teusch und rein, unsträflich meinen Wandel sein, um, Bater, dir vor Allen durch Unschuld zu gefallen! 3. Vor eitler Selbgefälligkeit bewahre meine Jugend! Mein Vorzug sei Bescheidenheit und meine Schönheit Tugend! Gib mir den sanften stillen Geist, der dich durch fromme Demuth preist, den Nächsten liebt und achtet, sich selbst zu bessern trachtet. 4. Sucht zu gefallen müsſe nicht mein schwaches Herz bethören; sie würde mein Gefühl für Pflicht und meine Ruh zerstören. Ein eitler Glanz und Pracht der Welt ist nicht der Schmuck, Für das Alter. vel. Mein erft Geschäft sei Preis 623 Stets warst du meine sicht und bist es noch im U Al 458 Gefinnung und Verhalten des Chriften Alter; verlaß auch nun mich Schwachen nicht, mein Schöpfer, mein Erhalter! 2. Ich fühle die Beschwerlichkeit gehäufter Lebensjahre und sich am Rande mei200 Mel. In allen meinen Thaten ner Zeit. Nah sind mir 624 Du, Herr von Sarg und Bahre. meinen gen, hast mich voll Huld getragen von meiner Jugend auf; auf allen meinen Wegen umgab mich, Gett, dein Segen; du lenktest meinen Lebenslauf. 2. Ich batt oft große Sorgen; doch wie ein beitrer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab ich stets erfahren: der Herr weiß zu bewahren und führt durch Finsterniß zum Licht. 3. Gelobt sei deine Vatertreu, die mich bis hierher brachte, mir wohlthat und mein Herz dabei mit bir zufrieden machte! 4. O sei auch ferner noch mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg und voll Vertraun zu dir das Leben wohl vollende! 5. Viel heitre Tage gabst du mir, von Sorgen frei und Grämen: wie sollte ich denn nicht von dir jetzt auch die trüben nehmen? 6. Es währet ja nur kurze Zeit, was ich noch etwa leide, und dann lohnt eine Ewigkeit mit ungetrübter Freude. 7. Dann drückt mich keine Schwachheit mehr; verjüngt ist dann mein Leben; dann werd ich, Gott, dir Preis und Ehr im Chor der Engel geben. 8. Hilf, daß ich täglich meinen Blick auf diesen Wechsel lenke und dieß mir immer nähre Glück zu meinem Trost bedenke! 9. So bleib ich in 3ufriedenheit auch bei des Alters Schwäche und harre, bis bein Wint gebeut, daß meine Hütte breche. 3. War Menschenrath vergebens, so tamst du, Herr des Lebens, und balfft und machtest Bahn. Dich ließ ich thun und rathen; denn du thust große Thaten und nimmst dich unser huldreich an. 4. Du willst in meinem Alter mein Stab sein, mein Erhalter, nach deiner Vatertreu. Bin ich gleich schwach und müde, bei dir ist Trost und Friede; du stebst mir in der Schwachheit bei. 5. Wie fliehn des Lebens Stunden, wie bald ist es verschwunden! Ich bin dem Ziele nah, dem Ziele aller Leiden. O welche hohe Freuden unter besonderen Umständen. 459 den erwarten meine Seele Kampfe frönt. An meida! 6. Ich harre fromm und flille, bis, Herr, mein Gott, dein Wille mich nach dem föhnt. ner Laufbahn Ende sint ich in Jesu Hände, denn er hat mich mit dir verGesinnung und Verhalten des Christen unter besonderen Umständen. Bei allgemeinem Wohl dienste belohnt; hier ist es, wo Recht und Gerechtigkeit wohnt. stande. 5. Religion strahlt uns so himmlisch, so mild. Da, wo uns nicht leuchtet die Sonne, ihr Bild, erhellt sie uns Erdenbewohnern den Pfad und gibt uns Erleuchtung, Erquickung und Rath. 6. Wünscht, Glückliche, wünschet dem Vaterland Glück! Ein Jeder bezeuge mit freudigem Blick: er schätze das Gute, dem Höchsten zum Preis; es jauchze der Jüngling, der Mann und der Greis! 7. Uns bleibe das Chris stenthum theuer und werth; Gott werde durch Weisheit und Tugend verehrt: Gerechtigkeit ziere ben fürftlichen Thron, den Bösen zum Schrecken, den Guten zum Lohn. 8. Wohl Jedem, ders fühlet, wie glücklich er ist im Lande, wo Eintracht und Liebe sich füßt! Ein Jeder befördre, so viel er nur 11 2 fann, In eigen Melodie. 625 3 um Himmel er hebe dich, Freudengefang! Hoch töne aus fröhlichem Herzen der Dank! Auf, Alle, von Vaterlandsliebe durchglüht, fingt mit uns dem Höchsten ein feierndes Lied! 2. Er läßt uns bewohnen ein glückliches Land, bes schirmt und erfreut es mit wohlthätger Hand, sein Segen ergießt sich auf Alle berab, und väterlich wendet Gefahren er ab. 3. Die Berge, mit Bäumen und Reben besetzt, die Auen, mit schlängelnden Bächen benetzt, die Gärten, die Flächen der Felder umher, wie tragen sie immer an Früchten so schwer! 4. Es blühen Gewerbe und Künste im Land und Nahrung und Wohlfahrt in jeglichem Stand. Mild werden hier Fleiß und Ver 460 Gesinnung und Verhalten des Christen kann, des Vaterlands Bestes und freue fich dann! 9. Gott, sei uns stets freundlich und fördere bu das Werk unsrer Hände in Friede und Ruh, so leben wir glücklich und wallen von hier zum Vaterland droben, o Vater, zu dir! In allgemeiner Noth. Mel. Auf meinen lieben Gott 626 8 züchtigt deine Hand, o Höchster, jetzt das Land. Zu deinem Vaterherzen erhebt in Furcht und Schmerzen sich das Geschrei der Armen; erhör es mit Erbarmen! 2. Du siehst des Landes Noth; sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit starken Händen sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Gericht bei Allem, was wir dulden; denn groß sind unfre Schulden. Du züchtigst doch noch minder, als wirs verdient, wir Sünder. 4. Ja, Vater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuig vor dir weinen; laß tiefgebeugten Seelen nicht Trost und Hoffnung fehlen! 5. Verkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth, und die voll Kummer fleben, laß bald Erleichtrung sehen! Verwandle du ihr Leiden in neue Lebensfreuden! 6. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu entfernen, so stärk uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns findlich beugen! 7. Herr, deine Büchtigung leit uns zur Besserung! Laß sie die Sichern schrecken, die erwecken Schlummernden und Redlichfromme stärken, auf dein Gebot zu merken! 8. Wenn unser Herz dich liebt, so wird, was uns betrübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zuletzt erfreuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunklem Pfade. 9. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. O sprich zu un srer Seele: getrost! dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Am Schluß von un serm Lauf klärt einst sich Alles auf! Dann wird die Aussicht heiter; dann thränt kein Auge weiter; dann finden unsre Herzen nut Wonne nach den Schmerzen. In 3 3 1 sunter besonderen Umständen. 461 In eigener Melodie. 627 Menn wir in W höchsten NöIn Kriegszeiten. then sein und wissen nicht, Mel. Wer nur den lieben Gott wo aus, noch ein, und fin- 628& zieht, o Gott, den weder Hülf, noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat; ein Kriegeswetter jetzt über unser Haupt einher. Doch, bist du unser Schuß und Retter, so schrect uns feines Feindes Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 11 2. So ist dieß unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein anrufen dich, du treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth! 3. Und heben unser Aug und Herz hinauf zu dir in unferm Schmerz und flehn dich um Begnadigung und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade sagest du sie Allen, die drum bitten, zu durch den, der unser Mittler ist, durch unfern Heiland Jesum Christ. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und flagen dir all unsre Noth. Ach, deine Vateraugen sehn, wie hülflos, Herr, wir vor dir stehn. 6. Nur du bist unsre Zuversicht! Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht; steh uns in unsern Nöthen bei, mach uns von aller Plage frei! nt 7. Dann danken und lobfingen wir mit freudevollem Herzen dir; gehorsam 11 deinem theuren Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. It 2. O gib in diesen bangen Tagen uns, Herr, den Sinn, auf dich zu sehn und da, wo Andre trostlos za= gen, mit Zuversicht zu dir zu flehn, weil Menschenhülfe wenig nützt, wenn deine Macht uns nicht beschützt. 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden: du bist es. der die Welt regiert. Laß jetzt die Menschen inne werden, daß deine Hand das Ruder führt. Du, Herr, bist unsre Zuversicht. Wir traun auf dich, verlaß uns nicht! 4. Dir werfen wir uns in die Arme und flehen um Barmherzigkeit! Sei unser Vater und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschütze gnädig Stadt und Land vor Blutvergießen und vor Brand! 5. Doch findet dein allweiser Wille noch härtre Prüfungen uns gut; so faffen 11 3 wir 462 Gesinnung und Verhalten des Christen flucht, Gott, bist du! wir in frommer Stille, voll von neuem zu. Unire ZuZuversicht und Glauben, Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, o Herr, bereit. 6. Froh werden wir dann rühmen müssen, wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach nach uns verborgnen Schlüssen zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du bleibest unsre 4. Gibst du Frieden, dann, o Herr, bebet unfer Herz nicht mehr. Ach, wir alle beten dann deine Macht mit Freuden an. Aber jetzt noch seufzen wir, jetzt noch flehn wir angstvoll hier um Erbarmen, Gott, zu dir! Mel. Wann mein Stündlein Zuversicht! Barmherziger, 630 Hast du denn ganz verlaß dein Angesicht, o Herr, vor uns verborgen? Vernimmst du unfre In eigener Melodie. 629 11m Erbarmen fle- Seufzer nicht; entgehn dir hen wir, Gott und Vater, jest zu dir. Steh uns bei, Alliebender, Herr der Welt, Allmächtiger! Hör uns, rett uns aus der Noth! Hilf; denn allenthalben droht Raub, Verwüstung, Elend, Tod! unsre Sorgen? Uns drücket eine schwere Macht: Gott, wenn nicht deine Vorsicht wacht, so müssen wir verderben. 2. Ach, des Krieges Flammen glühn! Ordnung, Rub und Segen fliehn. Keine Hülfe sehen wir, keine Hülfe, als bei dir. Denk an uns in Gnad und Huld, nicht an unsrer Sünden Schuld; gib uns Hoffnung und Geduld! 3. Du, der zu dem Meere spricht: Bis hierher und weiter nicht! Sprich, o Höchster, nur ein Wort, und die Schrecken fliehen fort; Fried und Ordnung, Glück und Ruh eilen uns 2. Der Krieg im blutigen Gewand verheeret die Gefilde, und Noth und Armuth drückt das Land, das sonst dein Segen füllte. Ach, Aller Herz ist freudenleer und keine Ruh erquickt uns mehr; sie ist von uns gewichen. 3. Gefahr umgibt uns in der Nacht und wächst mit jedem Tage. Sind wir von turzem Schlaf erwacht, so wacht auch unsre Plage. Der harten Krie ger wilde Wuth droht uns mit Feuer und mit Blut; ower, wer kann uns schüzzen? 4. Du 463 usunter besonderen Umständen. 4. Du kannst es, du, er- barmer, nicht, bis uns dein babner Gott! Es steht in huldreich Angesicht zum Sedeinen Händen, uns zu er- gen wieder strahlet! retten, unsre Noth zu un- d ferm Glück zu wenden. Du fannst dem Elend, das uns drückt, das dein uns zugeschicht, allein allmächtig steuern. 5. Es haben Lanzen, Spieß und Schwerdt, mit welchem Feinde drohten, schon oft in Sicheln sich verkehrt, fobald dein Wint geboten. So mächtig bist du immer noch: ach, so gebeut, so rede doch! Was du sprichst, muß geschehen. 6. Vergib uns gnädig unfre Schuld,' vertilge unsre Sünden! Du bist ein Gott voll Baterhuld: so laß auch nun dich finden! Ach, dämpfe unsrer Feinde Wuth, lösch aus des Krieges wilde Glut, eb sie uns ganz verzebret! 7. Gib deiner Gnade theures Pfand, gib uns den Frieden wieder! Errette das bedrängte Land, erhalt uns unsre Güter, damit wir dir, von Angst befreit, die Opfer unfrer Dankbarkeit in sichern Tempeln bringen. 8. Regiere du selbst un fern Sinn, daß wir, dir ganz ergeben, des Lasters Bahn mit Abscheu fliehn und nur der Tugend les ben! Wir lassen dich, ErZur Friedensfeier. Mel. Herr Gott, dich loben dir, 631 3er, u bir, Allgütiger, der Völkern still zu fein gebot und Frieden sandte, zu dir, Gott, steigt unser Jubelton empor! Zu unsrer böhern Brüder Chor singt unser Herz, entflammt von Dant, den lauten hos hen Lobgesang: Gelobt, gelobt sei Gott! der Weltbeherrscher, Gott! der Weltbeglücker, Gott! der Friedensgeber, Gott! 1011290 2. Wer ist an Majestät dir gleich? an Güte und an Macht so reich? Du sprichst ein Wort: der Himmel schweigt. Du sprichst ein Wort: der Erdkreis neigt sich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweigend dein Gebot! Du siehest Völker sich entzwein, mit Schwerdt und Waffen sich bedräun: die Waffen finfen und der Streit wird ftill, wird Ruh und Einigfeit, sobald, Herr, deine Rechte bräut und Völkern still zu sein gebeut. 3. Wie schreckend, wie verheerend war empörter Böller 3wift! Gefahr unb 11 4 Angst 464 Gesinnung und Verhalten des Christen Angst und Noth und Tod umgab uns drohend; offen stand das Grab, und unfre Brüder fanten bin, bei Schaaren in das Grab dahin; und Schmerz, der Mutterherzen brach, und blutge Thränen folgten nach. Gott, furchtbar war der Völker 3wist. Dank dir, Allgütis ger, er ist durch dich, der Erd und Himmel trägt, geschlichtet und nun beigelegt! 4. Das Schwerdt, das Bruderblut vergoß, ist weggelegt; aus deinem Schoof strömt uns des Friedens sanfte Ruh und Ueberfluß und Segen zu. Hier liegen wir und beten an dich, Gott, der dieß an uns gethan! 5. Laß ihn, laß ihn beftändig sein, den Frieden, deß wir uns jetzt freun; in feinem Schooße laß uns nun und spät noch unsre Nachwelt ruhn! O segne, Gott, das Vaterland, den Fürsten, segne jeden Stand! Solang du uns noch walfen heißt im Bilgerthal, laß deinen Geist den treuen Mel. Von Gott will ich nicht lassen In Theuerung. vom Himmel uns schickte! Preiset ihn hoch; weg ist das härteste Joch, das unser Baterland drückte. 2. Bater, du weißt es, was wir von der Zwietracht erfuhren: grause Verbeerungen sind noch die trau rigen Spuren! Aber wie hell rinnt nun der Seg nungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 3. Hör, o Allgütiger, gnädig das Jauchzen der Deinen! Höre, Erretter, den Jubel der Großen und Kleinen! Friede gabst du, Friede und sichere Ruh, Freu de nach Klagen und Weinen. 4. Dank dir, o Vater, und Ehre und Preis deinem Namen! Sie find ers duldet, die Leiden, die über uns tamen; fern ist die Noth! Segnend erhalt uns, o Gott, was du verliehen haft! Amen. Führer Aller sein! Dann 633 Du befter Troſt zur ewgen uns ein, Amen! Armen, Beherrscher aller Welt, du Vater voll Erbarmen, der, was da lebt, erhält, schau her auf unsre Noth; erbarme dich der Deinen; wir Armen gehn und weinen und schmachten, Herr, nach Brod. 2. Er Mel. Lobet den Herren, den 632 Nahet anbetend dem Gnädigen, nahet Beglückte! Singt ihm; er ists, der den Frieden unter besonderen Umständen. 465 2. Erbarmender, ach, len zittern, und da, mo, wende der Zeiten schweren Bergen gleich, empörte Wels Lauf! Thu deine milden len zum Himmel schwellen. Hände, uns au versorgen, auf! Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen. Nähr uns auch, schaff uns allen bei unserm Mangel Rath! 3. Sei Alles Sturm und Aufruhr und Getümmel; Gott schuf das Meer, den Erdkreis und den Himmel. Was er gebeut im Himmel und auf Erden, das, das muß werden. 4. 3um wilden Strome spricht er: fleuß mit Stille! und allgewaltig ift sein Herrscherwille; der Strom ge horcht, die Wogen sinken nieder und ruhen wieder. 5. Wer bänderingend sein Geschick beklagte, ben Abgrund offen sah und schon verzagte, froblocket dann und rufet: Gott ist Retter im Sturm und Wetter! 3. Den Reichen gib Er barmen. Gefühl für Andrer Schmerz und, zu erfreun die Armen, ein mitleidvolles Herz, damit sie mild ihr Brod troftlosen Brüdern brechen und nicht gefühllos sprechen: Geht hin, es helf euch Gott! 4. Laß unsre Frucht gerathen, uns wieder zu erfreun; und allen unsern Saaten gib Wachsthum und Gedeihn! Mit milder Vaterhand gib Wärme, Thau und Regen: so kehrt dein reicher Segen zurück in unser Land. 6. So mögen denn Gefahren mich umschweben und Eisgebirge sich im Strome heben und furchtbar brohend jeden Damm' erschüttern: ich will nicht zittern. 2. Ich will ihm trauen auch in Ungewittern, vor denen selbst der Erde SäuIn Wassersnoth. Mel. Herzliebster Jesu! 634 J will bem Beit vertrauen und stets mein Heil auf diesen Felsen bauen; auch in den Mel: Was mein Gott will nächsten schredlichsten Ge- 635 Wir sind in Noth; fahren kann er bewahren. laß 7. Zu dir empor will ich am Strome schauen und das thun, was ich soll, und dir vertrauen. Du, Herr, bewahren in den Gefahren! Gott, die Fluth nicht überschwemmen! Nimm uns in Acht; wehr ihrer Macht! 11 5 Du 466 Gesinnung und Verhalten des Christen Du kannst die Wogen hem- Du schützest, du erhältst, men. Berbirg jetzt nicht dein Angesicht; gedenkt an uns in Gnaden! Gott, wenn uns jetzt dein Arm beschützt, was fann die Fluth uns schaden? du hilfst in jeder Noth; du bist der Fluthen Herr, du bist der Meere Gott. 4. Wer wollte dir, o Herr, durch Sünden widerstreben und nicht in Heiligkeit zu deiner Ehre leben? Folgt beinem Wink der Strom, gehorcht dir alle Welt: wie sollten wir nicht thun, was, Bater, dir gefällt? Nach einer Feuersbrunst. 637 of Nach überstandener Noth. Mel. Wenn wir in höchsten ott, deffen Macht des Feuers Kraft zum Segen und Verderben schafft; mit welcher Mel. Nun dantet Alle Gott 636 Lob, Ehr und schredlichen Gewalt verwü stets, und wie leicht, wie bald! Dank sei dir, o großer Gott, gesungen, daß du durch deine Macht die wilde Fluth bezwungen! Verheerend brach sie los, glich dem empörten Meer, die Wellen rauschten schon faft über uns daher. 2. Ach, manche Häuser hats verzehrt und mancher Menschen Glück zerstört! Auch dieß hat deine Hand gethan; wir weinen, Herr, und beten an. 3. Wir weinen und verehren doch auch deine Huld; sie balf uns noch und hielt der Flammen schnellen Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jammer, Gott, zu dir. Laß sie nicht hülflos; tröste die, die du gebeugt haft; fegne fie! 2. Ach, bilf uns, Herr, Allmächtiger, um Jesu Chrifti willen. Ach, du allein fannst uns befrein, kannst Sturm und Wellen stillen. Erbarme dich, hilf väterlich; beschütz uns Gut und Leben! Dann wollen wir dir, Gott, dafür Dant, Preis und Ehre geben. 2. Doch mitten in der Fluth bewieseft du Erbarmen und halfft uns väterlich. Du zeigtest an uns Armen, daß du, Allvater, nie uns allzusehr betrübst, uns nie verlassen kannst, uns auch im Leiden liebst. 3. Dieß thatst du, Mächtiger, der jeder Fluth gebieten, der Meere zähmen kann, so mächtig sie auch wüthen! 5. Ach, der Verschonte fliehe nicht die Uebung seiner schönsten Pflicht, der Pflicht, Bes unter besonderen Umständen. 467 Betrübte zu erfreun, barm- Glück mir zugewendet, als herzig durch die That zu Noth gesendet. ſein. 4. Du sabst vielleicht, ich würd in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen; ich würde stolz des Glücks mich überheben und sündlich leben. 5. Gott, wenn ich dieß im Stillen überlege, so preif ich dich und ehre deine Wege. Was hülf es mir, die ganze Welt zu erben und zu verderben? 6. Und viel des Guten ist mir noch geblieben, mein guter Name, Freunde, die mich lieben, und, Dank ſei dir, es ist mein gut Gewissen mir nicht entriffen. 6. Uns wieder segnen fannst du, Gott, in Heil verwandeln jede Noth. Ja, weise, liebevoll und gut ist Alles, was dein Wille thut. 7. Gib Unterwerfung und Geduld und laß uns deiner Vaterhuld mit frommer Zuversicht vertraun und stets auf deine Hülfe baun! 8. Schütz unser ganzes Vaterland vor Mangel, Seuchen, Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bist, uns allen, was uns heilsam ist! Nach großem Verlust. Mel. Herzliebster Jesu! 638 Du hast es mir gegeben und genommen; Preis dir, o Herr! Zwar ist mein Herz beklommen; doch mein Vertraun, mein Glaube soll nicht wanken; ich will dir danken! 7. Wie sollt ich nicht auf beine Güte schauen, nicht ruhig sein und standhaft dir vertrauen? Auch künftig wirst du, was zu meinem Leben mir Noth ist, geben. 8. Herr, segne du die Arbeit meiner Hände und leite gnädig mich bis an mein Ende! Mit Allem, was du fügst und mir beschieben, bin ich zufrieden. 2. Verborgen mir, doch gütig ist dein Wille! Du bist mein Gott, und meine Seel ist stille. Du führst gewiß mich auch auf rauhen Wegen dem Heil entgegen. Auf der Reise. Mel. Befiehl bu deine Wege 3. Wenns nüßlich mir 639 Beglücke meine Reise; Gott, und wenn es deiner Ehre, ich vertraue dir! Sei gnäAllwissender, gemäß gewe- dig und beweise, wie treu sen wäre, du hättest lieber du bist, an mir! Auf allen 11 6 meinen 468 Gesinnung und Verhalten des Christen meinen Wegen begleite väterlich mit deinem Heil und Segen, mit deinem Schutze mich! 2. Ich bin in deinen Hän den, deß darf mein Herz fich freun; denn du kannst Hülfe senden, wo mir Gefahren bräun. Bin ich bei dir in Gnaden, so fürcht ich nichts, o Gott; du wehrest allem Schaden, mein Helfer in der Noth! 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut mit Ruhe übergeben, Gott, deiner treuen Hut. Erhalte meine Kräfte, beglücke meinen Fleiß und meiner Pflicht Geschäfte zu deinem Ruhm und Preis! 4. Laß dir auch meine Lieben empfohlen sein, o Gott! Nichts müsse sie betrüben, kein Unfall, teine Noth! Gesund laß fie mich wieder bei froher Rückkehr sehn; dann sollen unsre Lieber, Herr, dankbar dich erhöhn! 2. Vergeß ich dieser Wahrheit nicht, bin ich von Herzen gut und üb ich treulich meine Pflicht, so hab ich frohen Muth. 3. Doch, Herr, ich fühle mich noch schwach; drum stärke du mein Herz! O hilf du meinem Streben nach und sichre mich vor Schmerz! 4. Der Reiz der Sünd und Eitelkeit entlocke dir mich nie! Was kurz vergnügt und lang gereut, gib, daß ichs weislich flieh! 5. Wo man mich sieht und Freund mich nennt, laß tugendhaft mich sein und dort auch, wo kein Mensch mich kennt, das Laster ernst lich scheun! 6. Nur wer die Tugend ehrt und liebt, deß Beiſpiel führt zu dir; o du, der Alles hat und gibt, Gott, solchen Freund gib mir! 7. Dem Freunde wilder Fröhlichkeit, dem Freund von List und Spott, von Wollust, Spiel und Uleppigfeit entreiße mich, mein Der reisende Jüngling. Gott! Mel. Lobt Gott, ihr Christen, 8. Wer Wahrheit, Pflicht und Recht verdreht, der 640 Auch außer mei- flöße Graun mir ein; vor nem Vater land wirst du, Gott, mit mir sein. Wo immer nur mich deine Hand hinführt, da bin ich dein. dem Verruchten, der dich schmäht, erzittre mein Gebein! 9. Mich lehre stets dein heilig Wort auf guten Wegen unter besonderen Umständen. 469 gen gehn und, wenn ich der Noth; bewahre sie vor fann, an jedem Ort im Sünden! Auch dort sei stets Tempel dich erhöhn! der Tugend Ruhm ihr unverlettes Eigenthum. 10. Dann bin ich meiner Aeltern Lust, im Alter einst ihr Stab und keines Lasters mir bewußt, begleit ich sie ans Grab. 11. Mir folgt ihr Segen durch die Welt, bis einst mein Auge bricht, und meinen Geist, der dir gefällt, erschrecket fein Gericht. 12. Gedanke der Unsterblichkeit, erhebe meinen Geist! Wohl mir, es ist die Ewigfeit, wohin der Glaube weift! 4. O wie gebent ich dein so gern, du Tag des Lebens Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen? O Tag, der die mir wiedergibt, die trauernd meine Seele liebt, die Seligen. die Meinen! Wie wird sich unfre Seele freun! Wie Mel. Der unsre Menschheit 641 Du, welchen kei- selig werden dann wir sein! ne Welt umFürbitte für liebe Abwesende. 3. O fehren sie mir einst zurück; des Wiedersehens großes Glück macht froh schon meine Seele. Doch fäb ich auch ihr Angesicht nun ferner hier auf Erden nicht, was ists, daß ich mich quäle? Ich weiß, o Gott, ein Tag erscheint, ber wieder mich und sie vereint. schließt, der du allgegen wärtig bist mit allem deinem Segen, wo meine Lieben sind, auch da bist du voll auf allen ihren Wegen! Dieß 642 Ju fallen wir Mel. Allgegenwärtiger, ich unserm gebeugt und demuthsvoll vor dir, o Herr des Lebens, nieder. Ach, uns bedroht ein schneller Tob; schon würgt er unsre Brüder! 2. Der Seuchen Giftverbreitet sich, und, Gott, wen haben wir, als bich, der 11 7 feine ists, was meine Thränen stillt, wenn banges Sehnen mich erfüllt. 2. Mach ihnen mild das ferne Land und laß an deiner Vaterhand sie dort auch Freunde finden. Sei, wenn ein Unfall ihnen droht, ihr Schuß, ihr Retter in Bei ansteckenden Krankheiten. 470 Gesinnung und Verhalten des Christen seine Wuth ihm raube? 9. Laß unser gläubiges Wo deine Macht uns nicht bewacht, so werden wir zu Staube. Gebet, das, Herr, zu dir um Gnade flebt, dir, Va ter, wohlgefallen. Der reinste Dank und Lobgefang wird dann bei uns erschallen. 3. Ach, Viele santen schon ins Grab so unerwartet schnell hinab. Wie ist um Hülf uns bange! O schone noch! Entreiß uns doch dem nahen Untergange! Dank für Gottes Hülfe. 4. Oft retten Kunst und Vorsicht nicht. Wir haben Del. Ein lämmlein geht und keine Zuversicht, als nur zu 643 Wir kommen, Güte: du der Herr! Gib, daß nicht mehr der Tod so schrecklich wüthe! 5. Wir glauben an den Sohn und dich; o darum schaue väterlich auf tiefgebeugte Sünder! Denn du allein fannst uns befrein, und wir sind deine Kinder. 6. In deiner treuen Baterhand ruht Tod und Leben, Volk und Land. Entferne jede Plage! Verzagten Sinn nimm von uns hin! Gib wieder heit: e Tage! 7. Doch willst du uns noch nicht befrein, so lehr uns doch geduldig sein und bir uns ganz ergeben; und sterben wir, laß uns vor dir in deiner Wonne leben! 8. Zeig allen Sterbenden dein Heil und gib, daß sie ihr bestes Theil im Himmel nicht verlieren! Laß sie den Tod aus leder Noth zum beffern Leben führen! Helfer, Gefang und Ruhm und Breis zu bringen. Des gans zen Volkes lauter Dank ſoll, Retter, dir lebfingen. Wir schwebten in Gefahr und Noth; wir sahen überall den Tod mit seinen Schrecken drohen. Nun wüthet seiner Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr; sie find vor dir entflohen. 2. Wir sahen dort und sahen hier so viele Brüder sterben und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da galt fein Schonen! Stündlich war uns nah und furchtbar die Gefahr und alle Kunst ver gebens. Den Würger trieb kein Arzt zurück, auch ihm schien jeder Augenblick der letzte seines Lebens. 3. Allmächtiger, wir alle schrien zu dir mit bangen Herzen. Wir sind erhört! die Seuchen fliehn; du heiLeft unter besonderen Umständen. left unsre Schmerzen. O du Erbarmer voll Geduld, du haft nach unsrer Sünden schuld auch diesmal nicht gelohnet. Gezüchtigt, o wir preisen dich, gezüchtigt bast du väterlich und väterlich verschonet. 3. Du wirst ja nie des Helfens müde; du weißt es, was der Stranke fühlt, und gibst ihm Hoffnung, Troft und Friede, wenn Schmerz in seinem Innern wühlt. Dieß sagt mir, der ich dir vertraue, zu meiner Ruh dein göttlich Wort; dieß treibt, so oft ich auf dich schaue, die Furcht aus meiner Seele fort. 4. Auch dieser Krankheit schweres Leiden verhingst du liebreich über mich. Auch bier, wie im Genuß der Freuden, erkennt mein Herz als Vater dich. O gib, daß 644 in Geich dieß stets empfinde! O buld! Vergilt mir, dem verirrten Kinde, nicht ganz nach meiner Sünden Schuld! 5. Verlängre, Herr, mein Erdenleben, wenns deinem weisen Rath gefällt! Und dann sei es nur dir ergeben, nur dir, mein Retter, nicht der Welt! Doch soll ich meinen Lauf vollenden, dann hebe meinen Geist zu dir, und ist mein Geist in dei nen Händen, o guter Gott, was fehlet mir? Mel. 4. Dich, der du von Gefahr befreist, dich müssen alle loben! Sei ewig, Bater, Sohn und Geist, von beinem Volf erhoben! Dich, Retter, bete Jeder an! Es jauchze, wer nur danken fann, und ehre deinen Namen und rühme: Gott ist unser Gott! Er hilft uns gnädig in der Noth! Er hebt ihn! Amen! Amen! 471 und nie umsonst, um Hülfe schreit, auch mich laß nicht vergeblich fleben! Auch meines Herzens nimm dich an und lehre mich auf Alles sehen, was Freude mir ge währen fann! In Krankheiten. Mel. Wie groß ist des Allmächt. ier lieg ich, Herr, in Schmerzen und flehe, weil ich flehen kann, aus vollem tiefgerührtem Herzen dich findlich um Erbarmen an. Wen hab ich sonst in die sen Stunden? Wer kennt so ganz mein Leid, wie du? Wer heilt die mir geschlagnen Wunden? Wer sendet mir Erquickung zu? 2. Gott, du Vater al ler Väter, der gern den Leidenden erfreut, zu dem so mancher fromme Beter, 472 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Alles ist an deinem Segen Mel. Wer nur den lieben Gott 645 Hilf mir, Gott, 646 Nicht mehr, als der Plagen, die mich brücken, still ertragen und mit findlichem Vertraun bei der Sehnsucht meines Herzens um Erleichtrung meines Schmerzens nur auf deine Vorsicht schaun! 2. Deiner Weisheit kanns nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Dieß will ich zu Herzen fassen und mich ganz dir überlaffen, der du auch mein Vater bist. 3. Sanfter Antrieb, ernfte Lehre, daß ich in mich selber febre, fei der Schmerz, die Krankheit mir! Ihre Laft nicht zu vergrößern, hilf mir meine Seele bes= fern; alle Hülfe tommt von dir. 4. Bater, Helfer aller Kranten, Quelle tröstender Gedanken, steh mir bei mit deiner Kraft! Sie nur tann erretten, stärken; lebre mich auf sie stets merken, die aus Leiden Freude swafft! 5. Guter Muth und heitres Wesen sei in meinem Blick zu lesen; Ruh erfülle meine Bruft! Hoffnung stärke mich und Freude sei mein Glaube; wenn ich leide, dir zu folgen, meine Luft! meine tragen, Barmherziger, legft du mir auf. Nicht immer wird der Schmerz mich naSen; es folgt gewiß Erquickung brauf. Auf meinem Krankenlager hier lobsing ich, o mein Vater, dir. 2. Weil mich die Welt zu sehr zerstreute, rufft du mich in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängstlich scheute, führst du mich mitten in den Streit und übst durch körperlichen Schmerz mein von Geduld entwöhntes Herz. fal soll ich leeren! Ad, Herr, 3. Den Kelch der Trübbu weißt, das Fleisch ist schwach! Vergib, wenn eine Fluth von Zähren hervor aus meinen Augen brach! bulb, mein Herz durch Glaus Deftärke, Gott, voll Vaterben und Geduld! meine Glieder schwächte, 4. Der Schmerz, der beraubet mich der fanften Ruh; ich bring, o Gott, die langen Nächte auf meinen Lager schlaflos zu; der Menschen Hülf ist schwach und klein; doch du, du wirst mein Helfer sein. 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang die Prüfungsstunde währt! Und wenn auch ganz im Kampf der unter besonder en Umständen. der Leiden sich meine Lebenskraft verzehrt; wenn auch mein Herz im Tode bricht: du, Herr, bist meine Zuversicht! 473 ruhige mein Herz und sprich: Sei nur getroft und hoff auf mich! 5. Wie litt im allerbängften Leiden so stille duldend Jesus Chrift! Leib ich ihm nach, ein Meer von Freuden, das ewig unerschöpflich ist, umfließt mich dann vor seinem Thron. Wie meine Leiden, so mein Lohn! Mel. Wer nur den lieben Gott 647 Gott, der du Schmerz und Freude sendest, mit Weisheit unser Schicksal lenkst und Alles uns zum Besten wenbeft, was du nur über uns verhängst, du hast nicht Luft an meiner Bein; auch fie soll mir zum Heil gedeihn. 2. Auch durch die Noth führt mich zum Ziele der Seligkeit, Gott, deine Hand, und deine Tröftungen, wie Mel. Wann mein Stündlein Herr niele haft du mir schon ins 648 8 ift bein Wille, Derz gesandt! Wie oft ruft mir dein Wort es zu: Gott ist dein Bater; Kind bist du! Gott, daß ich jetzt Schmer zen leide; doch du bist Helfer in der Noth und kehrst sie gern in Freude. Was ich bedarf, ist bir bekannt: mein Leben steht in deiner Hand; deß soll mein Herz sich trösten! 2. Voll Hoffnung wend ich mich zu dir; ich bleibe dir ergeben. Herr, wie du willst, so schids mit mir, zum Sterben oder Leben! Bei dir allein steht meine Zeit; nur mache mich der Seligkeit durch deine Gnade würdig. 3. Ver3. D du, mein bester Vater, glaubte nur meine Seele findlich dir! O daß mir doch kein Zweifel raubte den süßen Troft: Gott ist bei mir! Ja, Vater, deine Huld und Kraft ist Allem nah, was sie erschafft. 4. Wenn Schmerz und Leiden mich bestürmen, so denk ich dein und deiner Huld. In allem Weh, in allen Stürmen verleih mir Weisheit und Geduld! Be 6. Durch Leiden wird mein Herz ihm offen; durch Glauben naht sich ihm mein Geist. Der stille Dulder nur darf hoffen, darf Hoffen das, was Gott verheißt. Bu solcher Hoffnung stärke mich, so preis ich auch in Schmerzen dich! 474 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Verhütte, daß der Krant traurig fließen meine Tage, beit Pein zu schwer mir wie bang die Nächte mir Schwachen werde. Laß mir vorbei! Der Morgensonne Erquicung angebeihn, er- neues Licht erheitert meine leichtre die Beschwerde. Du Seele nicht. Bater, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag; hilf und erbarm dich meiner! 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich umringt, wo täglich größere Beschwer4. Erquicke, Gott, und de zu Klagen mich und Thrästärke fie, die liebreich meinen zwingt; noch immer fleh ner pflegen; lohn ihnen ihre Treu und Müh mit deinem beften Segen! Gib gegen fie mir Freundlichkeit; gib ihnen, Gott, Gelaffenheit, Geduld mit meiner Schwäche. 3. Erbarm dich: eil mir beizustehen! verlaß mich, o mein Helfer, nicht! Ach, zeig mir wieder auf mein Flehen dein väterliches Angesicht! Gib mir Geduld, gib mir im Schmerz ein rubig dir ergebnes Herz. 4. Noch ist mein Schicksal mir verborgen, das die sen Tag mich treffen soll; dech ich bin ohne Gram und Sorgen: du, Vater, fennst mein wahres Wohl. Und was dein Rath bes schließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Last noch länger tragen; ich halte deiner Fügung still. Dein Will geschehe, will ich sagen, wie bu, Herr, willst; nicht wie ich will! So, Vater, laß bei Schmerz und Bein Mel. Wer nur den lieben Gott 649 Der Morgen geduldig mich, wie Jeſus, 5. Soll tödtlich meine Krankheit sein, und steht mein Grab schon offen: so laß mich, Herr, von Sünden rein, auf deinen Himmel hoffen! Des letzten bangen Kampfes Schmerz erleichtre mir und laß mein Herz noch sterbend bir vertrauen! 6. Doch willst du wieder Kräfte mir zu längerm Le ben schenken: dann laß, so lang ich lebe hier, mich dantbar bein gebenten, damit ich fünftig jederzeit mit aller Treu und Redlichkeit der Tugend Wege wandle! ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. meine Plage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie 6. Einst tommen doch der Ruhe Stunden: einst rüdt mein unter besonderen Umständen. 475 mein Abend auch herbei; Ich bin getroft, wenn gleich dann, dann ist Alles überwunden, ich bin von aller Trübfal frei; dann folgt auf Sorgen, Gram und Leid bort ewige Zufriedenheit. betrübt die Freunde, beren Herz mich liebt, jetzt um mein Leben zittern. 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, vollend ich meiner Leiden Pfad. Nichts soll mir meine Hoffnung rauben; auch dann Nichts, wann der Tod mir naht. Vielleicht noch heut erscheint er mir und führt mich, Gott, hinauf zu dir. side Mel. Wann mein Stündlein 650 Nac ach einer schmer zenvollen Nacht seh ich den Morgen wieder. Dein Auge, Gott, hat mich bewacht; dich preiſen meine Lieder. In großer Angst verliehst du mir nicht Lindrung nur, ich danke dir auch Trost, Geduld und Fassung. 2. So trag ich ruhig meinen Schmerz und dieser Krankheit Plage; zu dir erbebe fich mein Herz, du Schöpfer meiner Tage! Durch Leiden zogst du mich zu dir und nun, mein Bater, bist du mir ein Fels, auf den ich baue. 4. Auch sie verlaß, o Vater, nicht; stärt ihre bangen Herzen, erfülle sie mit Zuversicht und lindre ibre Schmerzen! Ja, bir empfehl ich sie, o Herr! Sei du ihr Schuß, Allgütiger, und trodne ihre Thränen! 5. Doch sollten meiner Tage viel noch unter Leis ben werden; bin ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden: so gib mir, Bater, deine Kraft, die Muth in jedem Leiden schafft, die kämpfen hilft und siegen. 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet; dich bält mein Glaube dann noch fest, wann Alles um mich weinet. 651 Mel. Wenn wir in höchsten chon wieder Nacht; und Gram und Schmerz zernagen immer noch mein Herz! Wie manche, manche lange Nacht hab ich schon seufzend durchgewacht! 2. Da schleicht so langsam mir die Zeit; da ist ſo öd die Einsamkeit! Ich seufz und ring umsonst nach Ruh, tein Schlaf drückt mir die Augen zu. 3. Doch trenn ich mich noch nicht von dir, o Hoffe nung! Nein, bu bleibeft mir. Gelegt, zu lindern Noth und 476 Gesinnung und Verhalten des Christen und Schmerz. hat Gott dich liebend an mein Herz. Muth 4. Er ists, der und Zuversicht durch dich zu diesem Herzen spricht. Die Hülfe fommt; ich sehe schon durch dich des frommen Dulders Lohn. 5. D wär fein Himmel, der einst lohnt; du, Vater, hättest mich verschont mit diesem Kelch voll Bitterteit, verfüßt mir meine kurze Zeit. 6. Noch fleht vor deinem Angesicht dein leidend Kind: Ifts möglich nicht, daß die fer Kelch vorübergeh? Doch nur dein Wille, Herr, ge scheb! 7. Fest halt ich immer mich an dich! Ach! stärk in meiner Schwachheit mich! Du bist so reich, so reich an Rub; send mir nur einen Tropfen zu! 8. Doch bringt ihn nicht der Schlaf zu mir, so bringt mir doch gewiß von dir bald mehr sein Bruder, ach, der Tod, der letzte, treue Freund in Noth. Mel. Wer nur den lieben Gott 652 So ist mit aller feiner Plage nun abermals ein Tag vollbracht. Daß ich der Leiden Last ertrage, hilfft du mir immer, Gott der Macht. Auch heute warst du Beistand mir, und herzlich dank ich dir dafür. 2. Nur auf die Nacht wird mir jetzt bange; denn immer mehrt sie meinen Schmerz. Da seufzet: Ach, mein Gott, wie lange! oft das beklommne, matte Herz: da zähl ich jeden Stundenschlag, und immer wird so spät es Tag. but 3. Es flieht der Schlaf vor meinem Kummer; die Glücklichen besucht er nur. Nur selten sinkt ein leiser Schlummer auf die entkräf tete Natur; doch schließt er mir die Augen taum, so schreckt mich schon ein schwe rer Traum. 4. Wie traurig ist ein solches Leben! Wie schwer ein Loos voll Noth und Schmerz! Ward dieß mir nur zur Qual gegeben? zum Dulden nur ein fühlend Herz? Flieb, lästernder Gedanke, flieh! Ein Gott der Liebe quälet nie. 5. Er läßt nur Trübsal mich ergreifen, um höhren Freuden mich zu weihn. Ich soll durch sie zur Tugend reifen, um ihrer ewig mich zu freun. Den innern Menfchen weckt der Schmerz; er läutert und erhebt das Herz. 6. So wird das Leiden mir zum Segen; und kurz ist hier mein Aufenthalt. Oft weht mirs auch schon fühl ent unter besonderen Umständen. 477 entgegen; heim ziehen die leihn! Laß es die Quelle Gewitter bald. Vielleicht seh ich noch herbstlich schön des Lebens Somne niedergehn. hoher Freuden und Vorgefühl des Himmels sein. Dein Leiden, dein Versöhnungstob erquicke mich in meiner Noth! 7. Drum will ich mich nicht trostlos grämen, nein, ruhig sein in meiner Noth. Das wunde Herz mir abzunehmen, kommt endlich doch als Freund der Tod; er legt es fanft und fühl zur Ruh: den Geist führt er dem Himmel zu. 4. Wohl mir! Ich seh den Himmel offen; ich füh le meine Seligkeit; ich fann von dir nun Alles hoffen, der gnädig mir die Schuld verzeiht. Umringt mich auch der Leiden Heer, mein Herz erbangt davor nicht mehr. 5. Erscheint der Tod mit feinen Schrecken: ich bin getroft und zage nicht. Wirst du vom Tode mich erwecken: ich bebe nicht vor dem Gericht. O mich erfüllt dein Mel. Wer nur den lieben Gott 653 A, tönnt ich Leib und Blut ſo hier wie doch mit mei- dort mit frohem Muth! Bei der Abendmahlsfeier in der Krankheit. nen Brüdern im Tempel, Jesu, dich erhöhn und froh mit deines Reiches GlieMel. Wer nur den lieben Gott vern, Herr, deines Todes 654 Dant, Bater, bir, mit mich Schmerz und Krankheit plagt, ist diese Freude mir versagt. 2. Ach, hier, wo ich im Stillen bete, feir ich dein Abendmahl allein; doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte haft du verheißen, nah zu sein. Wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund! 3. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwachen Trost und Kraft vermen auf seine schwachen Kinder blickt! Wie hast du, o mein Gott, mich Armen durch dieses heilge Mahl erquidt! Du bist die Liebe, wandelst Noth in Segen und in Heil den Tod. 2. Nun laß mich sterben oder leben, Herr, wie du willst: ich folge gern: von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, freut meine Seele sich des Herrn. Ich bin erlöst; drum schreckt mich nicht 478 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht des Grabes Nacht, nicht das Gericht. 3. Und fommt sie dann, die ernfte Stunde, die mich dem Irdischen entreißt: Wohl mir! ich steh mit dir im Bunde, ein gnädges Urtheil hofft mein Geist. Dein bin ich, bein, und ewges Heil ist deiner Auserwählten Theil. Mel. Befiehl du deine Wege 655 Barmherziger, er höre der Liebe heißes Flehn! Laß, den wir innig lieben, bald deine Hülfe sehn! Er liegt und ringt und duldet, gequält von vielem Schmerz; wir sehn ihn an und weinen: wie blutet unser Herz! 2. Du pflanztest ja dem Menschen des Mitleids Triebe ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Erbarmer sein? Wir würden gern ihn retten, doch ach, wir sind zu schwach. Thu, Vater, thu, was Keiner von uns für ihn vermag. gehn! Doch nicht, Herr, unser Wille, bein Wille soll geschehn! Fürbitte für Kranke und mer. Alle Menschen müssen sterben Leidende. 656 Gott der Tage, Gott der Nächte, unsre Seele barret dein, hofft auf deine starke Rechte, weiß, du fannst nicht ferne fein. Auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, wenn es im Gebete fich sehnte, Herr, zu finden dich. 2. Vater, viele Men schen weinen, viele Kranken schmachten jetzt! Aber du verläsfest feinen, der auf dich Vertrauen setzt; trockneft liebreich Kummerthränen und erfüllst der Deinen Sehnen, die um Ruh und Lindrung flehn und auf dich voll Hoffnung sehn. 3. Sende, Later, Muth den Schwachen, Licht in je des trübe Herz! Allen, die bekümmert wachen, mildre freundlich ihren Schmerz. Laß die Wittwen, laß die Waisen deine Huld und Treue 3. Sieh, deine Kinder fleben für diesen Kranken dich. Gieß Baliam in die Wunden und hilf ihm väterlich! O laß des Leidens Stunden bald, bald vorüber4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm heute schon und rufft aus unsrer Mitte du ihn vor deinen Thron: dann steh ihm bei und führe ihn selbst durchs dunkle Thal; dann lindre ihm, Erbarmer, des Todes letzte Qual! unter besonderen Umständen. 479 Trene preisen! Gib den schreckte nicht das Grab; Kranten sanfte Rub! Sters benden sprich Tröftung zu! 4. du treuer Menschenhüter! Nacht ist, wie der Tag, vor dir! Herr, allmächtiger Gebieter, deinen Schuß erflehen wir! Allen, Allen, die jest leiden, öffne bald den Quell der Freuden, daß fie, frei von ihrer Bein, deiner Huld sich dankbar freun! 5. Jesus Christus, viele Nächte hast du für uns durchgewacht und dem menschlichen Geschlechte durch dein Wachen Ruh gebracht. Tröster, willst du deinen Kinbern nicht durch Schlaf den Kummer lindern: o so lente ihren Sinn hoffnungsvoll zum Himmel hin! Nach der Genesung. Mel. Nun dantet Alle Gott 657 Mit welchemDant Gott, mein Lied erheben? Nur deine Vaterhuld erhielt mir noch das Leben. Du standst mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bei, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. 2. Dem Tode war ich nah; schon sah ich für mein Leben an meinem Lager, ach, Verwandte, Freunde beben; allein ich bebte nicht; mich gestärkt durch deinen Geist, sah ich getroft hinab. 3. Allmächtig stärktest du die halb erstorbnen Glieder; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und, Herr, nun gibst du mich den Meinigen zurück! Dir dank ich, Gott, nur dir, des neuen Lebens Glück! 4. Herr, durch mein Le ben selbst will ich dir Dank beweisen, durch frommen Wandel dich an jedem Tage preisen und redlich meine Kraft dem Wohl der Menichen weihn, um ewig einst bei dir des Lebens werth zu sein. Vorbereitung auf den Tod und Trost für Sterbende. Mel. Mein Gott, das Herz 658 Bald leg ich Sorg und Schmerzen ab und diesen Brüfungswas sie gab: ich ruh in Gottes Hand! 2. Ich geh den Weg zum ewgen Licht: er mag mir dunkel sein; des Todes Schlaf erschreckt mich nicht: ich geh zum Leben ein. 3. Ich werde durch des Todes Nacht zum Himmel eingeweiht; die unerforsch lich weise Macht führt mich zur Seligkeit. Mel. 480 Gefinnung und Verhalten des Christen Mel. Wann mein Stündlein 659 sterbend Auge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt und selbst es nicht, daß er entschläft, empfinbet; wann um mich, den Entschlummernden, nun alle meine Lieben stehn und Mel. Gott, du frommer Gott angstvoll mich beweinen: 660 Son naht fich 2. Dann, meines Laufs ihn auf, den Geist, der freudig zu dir fliehet, der bankbar deine Güte preist, daß er den Tod nicht siehet; dann tröste, die betrübt um mich mit Thränen tlagen; laß sie sich mehr meiner Wonne freuen! und meiner Leiden Ende. Gott, meines Lebens Herr, ich fall in deine Hände. Du bist, o Vater, nie mit deiner Hülfe fern; du rufft: hier bin ich, Herr, dir fol gen will ich gern. 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Doch einst wird es verkläret mir ihn wiedergeben müssen. Du tommst, Erwecker! Deine Macht, die ihn aus Nichts hervorgebracht, kann neu ihn wieder bauen. 4. Wie könnt ich trauern, daß im Tod mein Leib zu Staub vermobert? Wie könnt ich flagen, da ihn Gott vom Tode wieder fodert? Hoffnung, daß nach kurzer Rub mein Leib erwacht, wie groß bist du, und welch ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schmerzen, Gett, will ich, wenn er nun kommt, nicht achten und mit Blid auf dich nach meinem Ziele trachten und mich dem Ziele freudig nahn, mein himmlisch Kleined zu empfahn, das Jesus mir erworben. 2. Preis dir, der seine Hand stets über mich ge breitet, bir, Gott, der bis ans Grab mich wunderbar geleitet! Wie oft vergaß mein Herz sein Heil und feine Pflicht; doch gingst du, Heiliger, mit mir nicht ins Gericht. 3. Vernimm des Dankes Lied, das sterbend ich dir bringe! Ich bin viel zu gering, der Treu viel zu geringe und der Barmherzigkeit, die du an mir gethan. Frohlockend bet ich dich mit allen Engeln an. 4. Du Heil der ganzen Welt, erfülle mein Vertrauen und deine Herrlichkeit laß meine Seele schauen. Du bist die Lieb, o Gott, aunter besonderen Umständen. 481 3. Dann, dann wird nimmermehr ein Schmerz mich, den Vollendeten, verletzen; dann wirst du ewig dich, mein Herz, beglückt am Himmlischen ergößen. Ich eile über Welt und Zeit hin zu dem Sie der Seligkeit, zu der Verklärten Geister Chören: ich werde ihr Willkommen! hören, und wen ich hier im Herrn gekannt, den finde ich im bessern Land. o Gott, und Gnade für und für: mein Geist wird selig sein: denn ihn empfehl ich dir. 5. Mit allen Heiligen von Herrlichkeit umgeben; unsterblich, Engeln gleich, werd ich dich schaun und leben. Noch einen kurzen Kampf: so frönt vor deinem Thron, Erbarmender, auch mich der Ueberwinder Lohn. In eigener Melodie. 4. O brum getroft, mein Geist! O fieh, in welche götteile meiner 661, große Freuden des kurzen Ja ins ewge Paradies der Freuden; dort, dort nur ist die wahre Ruh und Quelle aller Seligkeiten; dort ärndtet man der Tugend Lohn, und bei dem Vater hat der Sohn auch eine Stätte mir bereitet, wohin er gnadenvoll mich leitet. Er ist es, der nun meinen Geist auf ewig jeder Noth entreißt. Bilgerlebens Müh verwanbelt wird nach diesem Leiden! Ergib in findlicher Geduld dich deines Vaters Lieb und Huld! Dein Jesus wird mit treuen Händen dich unaussprechlich schön vollenden, und ehe du dich wirst versehn, wirst du verflärt bort oben stehn! 2. Hier lieg ich wie geMel. Wer nur den lieben Gott bunden da; bert werd ich 662 Ich faffe. Bater, voll von Kraft deine dem göttlichen Befreier nah, froblockend weiter vorwärts streben, in Weisheit, Tugend, Heiligkeit, in edler Liebe Thätigkeit, befreit von Schwachheit und von Sünden, das Glück der Tugend ganz empfinden. Dort seh ich Jesu Herrlichkeit, und sie wird meine Seligkeit. und halte sie im Glauben fest; verlaß den nicht an seinem Ende, der ewig sich auf dich verläßt! Du bist mein Gott von Jugend auf; hilf glücklich enden meinen Lauf! 2. Du hast nach deiner Vatergüte beständig wohl an mir gethan, erhör auch meine letzte Bitte: Nimm, X Gott, 482 Gesinnung und Verhalten des Christen Gott, mich dort zu Ehren nen und bleib ihr Gott zu an! Ach, Bater, ach, noch aller Zeit! Behüte sie vor Eins ist Noth, ein gutes Ungemach und bringe mir End, ein selger Tod! fie felig nach! 3. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, gestärkt, geschüßt, regiert, mich oft mel. Chriftus, der ift mein Leben erquict, durch Leid geübet, 663 Balb ift fie nun oft vollendet turze Prüfungszeit; mein Erdenlauf geendet, es naht die Ewigkeit. 2. Ich bin bei meinem Ende getrost und hoffnungsvoll; sinkt doch in Gottes Hände mein Geist, und ist ihm wohl. 3. Und manche gute Thaten, Heil mir, daß ich sie that! stehn vor mir schön wie Saaten, die Gott gesegnet hat. 4. Sie reifen nun ent gegen dem großen Aerndtetag. Welch schöner, reicher Segen folgt mir im Tode nach! 5. Nun geh, mein Geist, geh wieder zu Gott, von dem du bist! Seht, Schwestern, sehet, Brüder: so selig stirbt ein Chrift! geführt; wohin ich ging, wohin ich sah, war mir stets beine Güte nah. 4. Auch jetzt, auf meinem Sterbebette sieh meine Noth, o Vater, an! Erquide, lindere, errette; denn du bists, der mir helfen kann. Stärk mich im Guten bis ans End, damit ich treu den Lauf vollend! 5. Mein Heiland treib die Furcht zurücke, besiege meinen letzten Feind! Lent auch im Sterben meine Blicke auf deinen Tod, o Seelenfreund; sprich Muth mir, Trost und Freude zu, mach Ende, bringe mich zur Ruh! 6. Ihr eitlen Güter dieser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Jetzt soll ich ewig selig werden: drum brauch ich euer nun nicht mehr. Du Gott, bists, Mel. Jesus, meine Zuversicht wann das Eitle weicht, der 664 Selig find, die in mir des Lebens Herrn, in ihrem Schöpfer sterben; denn es spricht der Geist bes Herrn, daß fie ewge Ruhe erben, daß von nun an 7. Ich übergebe dir die Meinen, du Vater der Barmherzigkeit, laß ihnen stets dein Trostlicht schei unter besonderen Umständen. 483 7. Der du mir mit deinem Tod diese Hoffnung hast errungen, auch in meiner Tobesnoth, Jefu, fei bir Preis gesungen! Bald jauchz ich im Engelchor dir ein höhres Lied empor. an alle sie ruhen von des Lebens Müh. 2. Göttlich Wort, wie labest du jeden Schwachen, jeden Müden! Wie so tröstend senfest du in mein Herz des Himmels Frieden: ich soll einst auch selig sein, ewig mich der Ruhe freun! 3. Nun so komme denn, In eigener Melodie. o Tod, wann du willst, 665 Chriftus', der iſt zu mich, mich macht das Wort von Gott start bei jedem deiner Schritte. Da der Herr sein Wort nicht bricht, schreckt mich auch dein Drohen nicht. mein Leben und Sterben mein Gewinn. Dem hab ich mich ergeben: in Frieden fahr ich hin. 2. Ich freue mich zu sterben; denn nach vollbrachtem Lauf soll ich den Himmel erben: mein Heiland nimmt mich auf. 4. Schrecklich magst du Zweiflern sein; mir, ich weiß, an wen ich glaube, mir macht Sterben teine Bein, feinen Schmerz dein Wort vom Staube. Staub bin ich und werde Staub, aber nicht des Moders Raub. 3. Bald hab ich überwunden des Lebens Angst und Noth; nach wenig Prüfungsstunden leb ich bei dir, mein Gott! 5. Aus dem Staube neu gebaut, chne Schwachheit, ohne Mängel schwebt mein Leib empor und schaut nichts, als Selge, nichts, als Engel. Sterblichkeit, die hier gebeut, reicht nicht in die Ewigkeit. 6. Gönnet mir mein na hes Glück, weinet nicht, ihr meine Werthen! Nur noch einen Augenblick: dann, dann wohn ich bei Berklärten. Fasset Muth, ich geh voran, ihr, ihr folgt auf dieser Bahn. 4. Wann mir die Augen brechen, fei, Jesu, du mein Licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seufzen nicht! 5. Wann Sinnen und Gedanten, wie ein verlöschend Licht, bald bier-, bald dahin wanten, ach, dann verlaß mich nicht! 6. Es fliehe Furcht und Kummer, die Seele stärke sich, und, wie des Müden Schlummer, sanft fei mein Tod durch dich! 7. Herr Jesu, ich voll€ 2 ende 484 Gesinnung und Verhalten des Christen ende im Glauben meinen Lauf, nimm mich in deine Hände, o Jesu, nimm mich auf! 5. Hier allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um dort des Himmels Glück zu erben: dazu laß meine Sterblich feit mir stets, mein Gott, Mel. Wer nur den lieben Gott 666 Du, Herr und vor Augen sein und deine Vater meiner Tage, du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Tedes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind; drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit! 2. Daß du hier meinem ersten Leben ein mir verborgnes Ziel bestimmt, und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu fein! 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der fernen und um den mel zu bemühn: o mache mich dazu geschickt, et mich der Tod der Welt entrückt. 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn; doch soll ich heute noch erblaffen, so höre, Vater, auf mein Flehn: sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht! 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin; bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt selbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; sei nur mein Trost, so gnüget mir. Mel. Herr, wir fingen Weltluft zu ents 667 Heil bir, Seele! erschei4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufgehoben; dort ist für mich vollkommnes Heil. Wo Jesus ist, da sei mein Herz! Herr, lente selbst es bimmelwärts! net. Mein Auge hat bald ausgeweinet, der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel steigen nieder; bald werd ich nun, verklärte Brüder, an Gottes Throne stehn, wie ibr. Mein Leben endet schon; bald ist es ganz entflohn: doch ein beßres, Gott, wartet mein, unsterblich sein soll ich, soll emig dein mich freun. 2. Welt unter besonderen Umständen. 485 2. Welt und Sünde sind auf Erden, um selig dort bezwungen; bald ist der zu werden. hohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Streiter frönt. Matt am schweren Bilgerstabe, sehnt ich mich oft nach Rub im Grabe, wie sich nach Ruh der Wandrer sehnt. Heil mir! Halleluja! ich bin dem Ziele nah! Von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreit, schwing ich mich über Welt und Zeit! 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, du führst vom Glauben mich zum 2. Herr, meine Seel empfehl ich dir in deine Baterhände. Sei gnädig, Gott, mein Vater, mir und mache sanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf. ich höre deiner Stimme Ruf, ich will mit Ruh und Freuden von dieser Erde scheiden. Der sterbende Jüngling. Mel. Wann mein Stündlein Schauen; Dank dir! mir 669 Nicht lang ein ist der Tod Gewinn. Wer, wer winkt mir dort am Throne? Wer zeiget mir die Siegeskrone? Ich eile zu dem Throne hin. Wie wird mir! Wie entstellt finkt unter mir die Welt! Bald, bald seh ich von Angesicht zu Angesicht in deinem Lichte, Gott, das Licht. Zeit, schon reif zum bessern Leben, steh ich am Rand der Ewigkeit, vom Himmelsglanz umgeben; bald geht der freie Geist hervor aus seiner Hütte, ſteigt empor, empor zum Sitz der Wonne. 2. Heil mir! Heil mir, daß ich nie die eble Zeit der Jugend den eitlen Lüsten, daß ich sie nur dir geweiht, o Tugend; und Diel. Ermuntere dich 668 Gott, öffne dei- eingebent der Rechenschaft und des Gerichts, das Sünder straft, rein und unschuldig lebte. nen Himmel mir! Bald nahn die letzten Stunden; bald steigt mein Geist empor zu dir; bald hab ich überwunden; bald tröstet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herrlichkeit. Ich sterbe hier 3. Nicht ienes Lebens Vorgefühl könnt mich nunmehr erquicken, mit Schaudern säh ich nun das Ziel des Lebens näber rücken; * 3 vor 486 Gesinnung und Verhalten des Christen vor mir fäh ich den Rich terthron, an dem zum wohlverdienten Lohn Verdammung mich durchbebte.14 4. Jetzt kann ich freudig zu dem Thron des Weltenrichters treten: denn Jesus Christus, Gottes Sohn, wird mich vor ihm vertreten. Ihm war mein Dafein hier geweiht, und er hat meine Seligkeit mir hier und dort erworben. 5. O Trost in meiner letzten Noth, daß ich an Jesum glaube! Willkommen ist mir nun der Tod; er hebt mich aus dem Staube; führt mich zur Ewigkeit empor, wo in der Auserwählten Chor mir neues Leben blühet. Das sterbende Kind. Mel. Wer nur den lieben Gott 6703 ch sterbe schon, jedoch ich sterbe, damit ich ewig leben kann; daß ich nicht in der Welt verderbe, schließt sich mein Lauf, der faum begann. Ich werd in meiner Frühlingszeit als Himmelspflanze Gott geweiht. 2. An meiner Gruft stärkt euren Glauben, ihr Aeltern, die ihr mich geliebt! Der Tod kann mich nicht ganz euch rauben, da Gott mich einst euch wiedergibt. Dank sei dir, Vater, dargebracht, für deine Sorgfalt! Gute Nacht! 3. Nach langem Schmerz und kurzen Freuden reißt mich der Tod aus viel Gefabr; doch ach, was fühlt das Herz für Leiden, darunter ich gebildet war! Dir sei der treufte Dank gebracht, getreue Mutter; gute Nacht! 4. Beruhigt euch, ihr andern Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt; ihr dürft um mich nicht troftlos weinen, der Geift ist ja in Gottes Hand; der Leib verwest zu schönrer Pracht; wir sehn uns wieder; Gute Nacht! 5. Gleich Frühlingsblumen wird mein Leben beim Aufblühn schon des Todes Raub; dieß tann dir, Mensch, die Lehre geben: du seist, wie ich, nur Asch und Staub. Bei meinem Grabe lent den Sinn vom Irdischen zum Ewgen hin! 6. Ich sterbe schon; lernt Alle sterben! Vielleicht ist euer Grab nicht weit. Sind eure Kinder auch bald Erben, wie ich, der Himmels herrlichkeit, so bentt: fie gehn uns nur voran, wir treffen sie dort wieder an! Für shunter besonderen Umständen. 487 Fürbitte für Sterbende. und befreit von Sünd und Schuld ruhig und gelassen sterbe und das Glück des Himmels erbe! in fot Mel. Freu dich sehr, o meine 671 Unter manchen bangen Schmerschon dem zen ist er Tobe nah. Er, so theuer matt hülflos liegt er da, ist sich seiner nicht bewußt, röchelnd athmet seine Brust; ohne Kraft, sich auszudrücken, spricht er blos in starren Blicken. 2. Bald, ach, bald entflicht sein Leben; hin, hin ist der Jahre Zahl, die du ihm, o Gott, gegeben, bin auch seiner Schmerzen Qual; er wird nun der Belt entrückt; jede Laft, die ihn gedrückt, seines Jammers bange Stunden sind tald durch den Tod verschwunden. 3. Nimm, da er uns nicht terstehen und zu dir nicht leten tann, seines Herzens stummes Fleben, seiner Lippen Seufzer an; gib ihm Muth und Zuversicht und Durch deiner Lehren Licht auf des Todes dunklem Pfade das Gefühl von deiner Gnade! 4. Daß er vor dem Tod nicht bebe, frei den Blick hin auf die Gruft, froh den Geist zu dir erhebe, der ben Staub ins Leben ruft: daß er sicher deiner Huld Mel. Dein sind wir, Gott ren, 672 Du wollst erhöFlehen, nicht ins Gerichte mit ihm gehen, der jetzo deiner Ewigkeit sich naht, befreit nun bald von dieser Eitelkeit! 2. Des Lebens und des Todes Herr! nun ist für ihn die Beit nicht mehr. Du hast gezählt des Hauptes Haar, sein Todesjahr bestimmt, als teine Beit noch war. 3. Erfüllt ist seiner Leiden Zahl, er leidet jetzt zum letztenmal. Ach, sei in seiner Todesnoth sein Freund und Gott; ein Schlummer sei für ihn der Tod. 4. Vollende, Vater, seinen Lauf; nimm ihn zu deinem Frieden auf. Verlaß ihn, wenn sein Herz nun bricht, verlaß ihn nicht, Herr, Herr, mit deinem Gnadenlicht! 5. Erleichtre ihm den letzten Schmerz! Bon dir er. quicket, rub sein Herz. Durch Jesu Todesschweiß und Blut, das ihm zu Gut er einst vergoß, stärt ihm den Muth! * 4 6. In 488 Gesinnung und Verhalten des Christen 6. In ihm vermehre deine Amen! Entschlaf in jenem Ruh, sein armes Herz er- großen Namen, vor dem quicke du! Geist Gottes, laß sich Erd und Himmel beugt! ihn mit Vertraun auf Je- Deine Laufbahn hat ein ſum schaun und so entgehn Ende! Dein Vater nimmt des Todes Graun! in seine Hände die Seele, die der Erd entfleucht. Heil dir, erlöster Geist, der bald am Thron ihn preist! Jesus Christus hat dich verföhnt; von ihm gefrönt, empfängst du nun des Glaubens Lohn. 7. Mach ihn getroft, o Geist des Herrn! Zeig ihm den Gnadenlohn von fern; laß ihn den Himmel offen sehn und Jefum stehn, bereit, ihn gnädig zu erhöhn! 8. Ach, Gnade, Gnad ergeh für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist selbst der Heiligste nicht rein! Wer kann wohl bein, Gott, ohne deine Huld fich freun? 9. Sei, Richter, ihm nicht fürchterlich! Erbarme seiner Seele dich! Auch aus der Tiefe rufet sie: erhöre fte, erlöse, Gott, erlöse- fie! 10. Behüte ihn in seinem Tod; ihn segne, segne, segne, Gott! Wann nun sein Auge sterbend bricht, leit ihn zum Licht; tröst ihn vor deinen Angeficht! 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist nun der Tag dir aufgegangen, des Lebens Tag nach Todesnacht! Sei gesegnet, Amer! Amen! Ruhe sanft in Jest Chrifti Namen! Für dic auch ward sein Wert volk bracht. Sie trugen ihn in Grab von Golgatha herab Gottes Opfer! Er über wand; der Herr erstand und der Erstandne nimm: dich auf. 3. Nimm von uns der letzten Segen! Zwar sint dein Leib dem Grab entgegen; doch deine Seele zittre nicht! Irdisch werden wir dich säen; doch himmlisch wirst du auferstehen und Einsegnung eines Ster- schauen deines Gottes Licht. benden. Geh ein zu deiner Ruh! Du gehst dem Vater zu, der dich geliebet. O Todter, du, nach kurzer Rub wirst du zum Leben auferstehn. Der Mel. Herr, wir fingen deiner 673( ei geſegnet, Amen! unter besonderen Umständen. 489 Der Tod des Frommen. zur Gottheit seine Hände, Mel. In allen meinen Thaten um dankend sich zu freun: Preis dir, Herr! Ich be674 Wie fanft fehn fehle dir, Vater, meine Seele! Er sprichts und schlummert lächelnb ein. wir den Frommen, wie frei, wie unbetlommen sich seinem Biele nahn! Wo Erdenglück und Leiden von ihm auf immer scheiden, wird ihm der Himmel aufgethan. 7. O laßt, wie er, uns leben und nach dem Sinn uns streben, der uns dieß Glück erwirbt; damit auch wir als Erben der Seligkeit einst sterben, wie der bewährte Fromme stirbt. 2. Er steht sein Pilgerleben gleich einem Traum verschweben, steht ohne Reu am Ziel. Es blühen seine Saaten; schon lohnt für seine Thaten ihm Ruh und reines Selbstgefühl. 3. Von keiner Angst betroffen, sieht er sein Grab nun offen; er geht und fürchtet Nichts. Ein Strahl der ewgen Gnade schwebt auf dem dunkeln Pfade ihm vor; nah ist das Reich des Lichts. 4. Auf seinem Angesichte ruht schon vom Himmelslichte ein sanfter Wiederschein. Oft spricht aus seinen Blicken ein seliges Entzücken, ihn laden Boten Gottes ein. 5. Er fegnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt nnd tröstet sie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott diesen Segen, versäumet und verläßt sie nie. 6. Er faltet noch am Ende Beim Tode guter Aeltern. Mel. Auf, schicke dich 675 Gott, welch ein Schmerz trifft unser Herz! Wie groß und hart ist dieses unser Leiden! Was sehen wir? Den Vater( die Mutter) hier fo frühe schon aus unsrer Mitte scheiden. 2. Gott, welch Geschick! Ach, einen Blick warf er ( sie) noch selbst auf unsern bangen Kummer. Doch ach, er( ste) neigt das Haupt, erbleicht und sinkt dahin, dahin in Todesschlummer. 3. O Freunde, habt ihr Thränen; labt damit als Trost die jammervollen Herzen. D weint für sie, die Waisen, die nun fast vergehn in ihren tiefen Schmerzen. 4. Ach, Sorg und Müh war spät und früh für uns X5 ſein 490 Gefinnung und Verhalten des Christen fein stetes eifrigstes Ge- gehen, damit wir einst, schäfte; uns zu erziehn nach wann du erscheinst, im besGottes Sinn, dem weihte sern Land die Weltern wie er mit Wonne Zeit und dersehen! Kräfte. 5. Wie manche Nacht ward burchgewacht, zu pflegen uns in Krankheit und in Leiden, die wir doch nicht allzeit nach Pflicht ganz willig ihm dankbare Herzen weihten! 6. Wer wird uns, Gett, in unsrer Noth erquicken nun und helfen, schützen, trösten? Du kannst allein nun Helfer sein, du bist ja stets Erbarmer der Erlöften. 7. Du nennest dich selbst väterlich den treuen Gott verlaßner, armer Waisen: so mildre doch, Herr, unfer Joch, wie du uns selbst so gnädig haft verheißen. 8. Sei unser Licht, stärk uns zur Pflicht, zur Tugend uns auf allen unsern Wegen! Uns folge, Gott, bis in den Tod, wenn fromm wir sind, des besten Vaters Segen! 9. Wir schauen bin mit Kindessinn auf seinen Tod, auf feines Glaubens Ende! Wir folgen nach; doch wir find schwach, o reich uns gnädig deine Baterhände! 10. Gib, Herr, daß wir im Glauben hier treu und feft den Pfad der Tugend Beim Tode hoffnungsvoller Kinder. Mel. Der nnsre Menschheit 676 mel reiften ſie, Fit ür deinen Him ach, meinem Wunsch nach viel zu früh, doch, Herr, nach deinem Willen! Wie blutet mein verwundet Herz! Wie kämpf ich wider meinen Schmerz! Was find ich, ihn zu stillen? Zwar für den Himmel reiften fie; doch meinem Wunsch nach viel zu früh! 2, Ach, meine Kinder sind nicht mehr! Mein armes Herz ist hoffnungsleer und freudenlos mein Leben! Ich sah sie wie den Frühling blühn; dir, dir hofft ich fie zu erziehn, Gott, der fie mir gegeben! Mein Alter sollten sie erfreun und Trost mir noch im Tode sein. 3. Da, Ewger, sprachst du: gib fie mir! Ich selbst, ich selbst erzieb sie dir; ich will fie hoch erhöhen. Sie werden nicht dein Alter freun, nicht Trost dir noch im Tode sein; du sollst sie sterben sehen. Dein Wille, Herr, mein Gott, geschah; ich war es, der sie sterben sah. 4. Herr shunter besonderen Umständen. 491 4. Herr, ich verehre bein streben. Ach, meine HoffGebot, nur laß mich mei- nung sant ins Grab und ner Kinder Tod, ach laß alle Lust mit ihr hinab. mich ihn beweinen! Du, der du Aller Vater bist, du weißt, wie schwer mein Herz mir ist! Wie könnt ich froh erscheinen! Verzeih Gefühlen der Natur! nicht murren, weinen will ich nur. 5. Auch meine Thränen preisen dich! Sie sind die Beugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest und nun im Lichte deines Throns, in der Gemeinschaft deines Sohns, in höhrer Tugend übest. Herr, meine Seufzer danken dir; du, du vertrautest sie nur mir. 6. Mit Thränen preis ich dich auch einst, wann du zum Weltgericht erscheinft; doch dann mit Freudenthränen! Dann werd ich meine Kinder sehn, mit ihnen dantenb vor dir stehn, mich nicht mehr trostlos sehnen. Dann werd ich froh bei ihnen sein und ewig mich mit ihnen freun. Mel. Der unsre Menschheit 677& s ist nicht mehr, für mich nicht mehr mein theures Kind! Wie freudenleer ist nun mein Erbenleben! Wie eine Rose sah ichs blühn; und weif und fromm es zu erziehn, war immer mein Be2. Gott, wie verwundet ist mein Herz, der Morgen findet mich voll Schmerz; die Nacht in heißen Zähren. Doch wider dich, Herr, flag ich nicht, nein, heilig ist mir stets die Pflicht, dich auch im Schmerz verehren. Auch weinend will ich dantbar sein; du gabst, bu nahmst, es war ja dein. 3. Wohl ihm! in Unschuld brach sein Herz; gefichert nun vor Noth und Schmerz, genießt es höhre Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünde, Welt und Eitelkeit, zu schwach für schwere Leiben. Gerettet ists in deiner Hand; ging mir voran ins Vaterland. Beim Tode eines guten Ehegatten oder eines Freundes. Mel. Kommt Her zu mir 678 2, hier nicht mehr! ach, fern von mir! Du bist nicht mehr auf Erden bier, o theure, gute Seele! Dich sucht umsonst mein trüber Blic: du tehrst nicht mehr zu mir zurück, was auch mit dir mir fehle. 6 2. Der 492 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Der Freundschaft Labsal ist dabin, dein Trost, wann ich verlassen bin, dein Mitleid, wann ich leide. Es fehlt mir deine treue Hand auf meinem Pfad zum bessern Land und mit ihr alle Freude! 3. Doch sei mein Schmerz auch noch so groß; du ru hest nun in Gottes Schooß: vor Gott will ich mich beugen. Du lebst, geliebte Seele, noch, erlöst von deines Leidens Joch: geduldig will ich schweigen. 4. Das Irdische nur deckt das Grab; Gott nahm dir deine Schmerzen ab und jede Laft der Leiden. Emporge hoben ist der Geist zu Gott, der Aller Vater heißt, zu feines Heilands Freuden. 5. Troft, o hoher Troft für mich! mein banges Herz, erheitre dich und stille deine Klagen! Die Seele, die hier heilig war, vereint sich mit der Engel Schaar. Wie könnt ich heidnisch zagen! 6. 3war hört, wenn einst mein Auge bricht, mein Ohr von dir, o Theurer( Theure) nicht Gebet und Trost und Segen; doch wenn durch Gottes Kraft mein Geist sich auch dereinst dem Staub entreißt, so eilst du mir entgegen. 7. Du Seliger( Selige) wirst vor mir stehn; ich werde dich vollkommen sebn; o freubenvolle Stunde! Ich eil dir dann voll Wonne zu, unsterblich ich, unsterblich du, zum neuen Freundschaftsbunde. 8. Dann schau und bet ich an mit dir; Ein Herz und Seele singen wir von weggeweinten Leiden und von der Tugend hohem Lohn und preisen Gott und seinen Sohn für unsre höhren Freuden. 9. Gedanke der Unsterblichkeit! erheitre jede Dunfelheit und stärt mich, wann ich wante; vereble jede Leidenschaft, erfülle mich mit Muth und Kraft, du himmlischer Gedante! Bei Begräbnissen. Mel. Nun laßt uns den Leib 679 Mir gehn ans Grab und hoffen doch: dein Geist, Entschlafner, lebet noch, von Schmerz und Erdennoth befreit, im Lande der Unsterblichkeit. 2. Ruh sanft! Dein Auge schloß sich zu, und nun umgibt dich süße Ruh. Dein Gott hat wohl an dir gethan; nun rührt dich feine Qual mehr an. 3. Du gingst voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ihrer unter besonderen ihrer Bilgerbahn hinab zur Abendruh ins stille Grab. 4. Du wirst uns unvergeßlich sein; dein Herz war liebreich, fromm und rein, mit List und Falschheit unbekannt; nun ruhts in Gottes Vaterhand. 5. O Gott, nun blickt bei sanftem Schmerz auch unser Glaube himmelwärts, wo Jesus Christus, unser Hirt, all unsre Thränen trocknen wird. 6. Du, der einst den entschlafnen Freund, wie wir den unsrigen beweint, sei, Jesus, unsre Zuversicht, wann unser Herz im Tode bricht! In voriger Melodie. 680 Nun bringen wir den Leib zur Ruh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; lern hier, was unser Leben ist! Nach Sorg und Furcht, nach mancher Noth und Arbeit kommt zuletzt der Tod. Umständen. 493 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; aufs Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; fo währt auch Leid und Traurigkeit, wie unser Leben, turze Zeit. 6. fichrer Mensch, be finne dich! Tod, Grab und Richter nahen fich; in Allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt! 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 8. Laßt alle Sünden uns bereun; vor unserm Gott uns findlich scheun! Wir sind hier immer in Gefahr; nehm jeder seine Seele wahr! 9. Wann unser Lauf vollendet ist, so sei uns nab, Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Gewinn; zieh unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wann du einst, du Lebensfürft, die Gräber mächtig öffnen wirst, so laß uns fröhlich auferstehn und dann dein Antlitz ewig sehn! * 7 Mel. 494 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Nun laßt uns den Leib Mel. Jesus meine Zuversicht 681 Begrabt den Leib 682 Senkt den Leichin seine bis ihn des Richters Stim me ruft! Wir fäen ihn; einst blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf. nam, fentt ihn ein, ehret noch des Geistes Hülle, rub, zerfallendes Gebein, in des Todtenackers Stille! Was da lebet, folget dir, wie du rubest, ruhn einst wir. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub und wirds nun mehr. Er schläft, er ruht und einst erwacht er wieder aus des Todes Nacht. 2. Was du, Todter, thatest, bleibt wohlbewahrt von Gottes Güte; so das Samentorn und treibt aus dem Boden Laub und Blüthe. Grüß erfreut den neuen Tag; was du wirkteſt, folgt dir nach. 3. Die wir hier am Grabe stehn, sinten all ins Grab einst nieder: laßt an unser Werk uns gehn, weis und redlich wirken, Brüder! Ach wer weiß den Todestag? Was wir thaten, folgt uns nach. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübfal oft gedrückt; nun wird er dort von Gott erquickt. Hier trug er Jesu_sanftes Joch, entschlief im Tod und lebt doch noch. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt. Gett seine Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! Mel. Nun laßt uns den Leib ( Die Versammlung.) 6. Nun, du Erlöster, 683 Senft nun den schlaf in Ruh! Wir gehen unsern Hütten zu und machen zu der Ewigkeit durch Glaub und Tugend uns bereit. Leib in seine Gruft und preiset Gott, der uns auch ruft! Hier sind wir Saat, einst blühn wir auf, zum bessern Leben blühn wir auf. 7. Ach, Jesu Christ, dein Mittlertod stärt uns in unsrer letzten Noth! Laß unsre ganze Seele bein und felig unser Ende ſein! ( Der Chor.) 2. Grabt mein verwesliches Gebein, o ihr, noch Sterbliche, nur ein! Es bleibt, no unter besonderen Umständen. 495 bleibt, es bleibt im Grabe uns Unsterblichkeit; wenn nicht, denn Jesus kommt wir uns hier der Tugend und hält Gericht. weihn, tann uns der Tod nicht schrecklich sein. 3.( Vers.) Des Frommen Seele trifft dort nicht des Lasterhaften Strafgericht. Sie, selig auch im Tode Mel. Schwing dich auf schon, empfängt der Auser 684 Laßt dem Tode seinen Raub, Würmern ihre Habe! Seelen werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe. Senft auch diesen Leichnam ein! Laßt ihn niederrollen, uns ihn segnen und uns freun, daß wir leben sollen. 2. Seht, da liegt der Tobte nun in geweihter Stille! Freunde, laßt den Theuren ruhn! Es ist Gottes Wille. Weinet nicht; er hat nun schon, was wir erst ersehnen. 3hn erweckt tein Klageton! trocknet eure Thränen! 4.( Chor.) Gott ist allgütig und vereint dereinst mit sich den Tugendfreund; ihn führet er zum höhern Licht; drum, Christen, bebt am Grabe nicht. 5.( Vers.) Auch Jesus litt bier Angst und Qual und ging durchs finstre Todesthal. Auch du gingst deinem Retter nach, auch dir glänzt nun der Freudentag! 6.( Chor.) Oft hat bei euch mich Gott erquict; doch hat auch Trübfal mich gedrückt. Im finstern Thale wandelt ich, doch führte Gottes Rechte mich. 7.( Vers.) Vollendeter, genieße du nun ungestört die stille Ruh! Einst gehn auch wir, o Herr der Zeit, durch Grab und Tod zur Ewigkeit. 8.( Chor.) Heil uns, wenn euch, die ihr jetzt weint, mit mir einst wieder Gott vereint! Dann werden wir uns ewig freun, dann ewig, ewig selig sein. 9.( Verf.) Nach dieser turzen Lebenszeit erwartet 3. Stimmet an das hohe Lied von der Auferstehung! Wißt, als Jesus einst vers schied, folgte bald Erhöhung. Fromme ruhn in seiner Hand, ruhn in sanftem Frieden. Er, der starb und auferstand, hat ihr Heil ente schieden. 4. Nerndtefeld! Hier ruhen fie, Christen, unsre Brüder, fämpften, aber kämpfen nie nun auf Erden wieder. Heil dem Guten, ber hier fand sanfte Rub der Müden! Für das begre Va 496 Gesinnung und Verhalten des Christen Vaterland schlummre er hie- laßt, weil wir von Erde nieden! 5. Saaten der Unsterblichkeit! Heilige Gebeine! Bald verströmt auch unsre 5. Jesus wird, wie er ersind, in der Gruft ihn immer modern! Gott wird ihn zurücke fodern. Zeit, ruft der Tod: Er scheine! Ruf er dann: wir sind bereit. Wer des Lebens Gabe nützet für die Ewigkeit, zittert nicht am Grabe. standen, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes Nacht zu dem ewgen Himmelsfrie ben, den er seinem Bolt beschieden. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 685 Rubet wohl, ihr Tobtenbeine, in der stillen Einsamkeit; ruhet, bis der Herr erscheine einst am Ende dieser Zeit, euch, die Nacht und Gräber decken, durch der Allmacht Ruf zu wecken. 3. Und wie sollt im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes war? ben der Herr ließ einverleiben seiner auserwählten Schaar, die er selbst durch Blut und Sterben hat erkauft zu Himmelserben? 6. Ruhet wohl, ihr Todtenbeine, ungestört in eurer Gruft; ruhet, bis der Tag erscheine, da des Richters Stimm euch ruft! Nach des Lebens turzen Leiden geht ihr ein zu ewgen Freu den. 2. Nur getrost, ihr werbet leben! Der bas Leben 686 felber ist, wird euch neues Leben geben! Er gelobts, er, Jesus Chrift: die in ſeinem Namen sterben, sollen nimmermehr verderben. 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder find. Laßt den Leib im Tob erkalten, Mel. Nun laßt uns den Leib o gib denn, fromme Christenschaar, der Erde das, was Erde war; sie beut dem Müden Ruhe hier in ihrem Schooß, so wie einst dir. 2. O Ruhe, Wunsch des Leidenden. du letzter Trost des Weinenden, wo alle Noth vergessen ist, wo teine Thräne weiter fließt! B 3. Hier endet sich der Feinde Trutz; hier findet der Bedrängte Schutz, hier wird in süßem Schlaf erquickt, den manche schwere Last gedrückt. 4. Hier unter besonderen Umständen. 497 4. Hier weicht die Ho- Wir fingen auf vom Stauheit mit dem Glüc; es bleibt be, uns stärkt der Christender bloße Mensch zurück. glaube, daß Gott uns einst Ein enger Sarg, ein Lei- zum Leben ruft. chenkleid ist nun die ganze Herrlichkeit. 2. Fließt nur, ihr Thränen, fließet! Ein Sterblicher beschließet des Lebens furzen Lauf. Nimm, mütterliche Erde, dein Kind frei von Beschwerde in deine milden Arme auf! 5. Hier hört der Kampf des Christen auf; vollendet ift der schwere Lauf; der Geist eilt in sein Vaterland zur Wonne, die er hier nicht fand. 6. Erinnre uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit, damit wir ihren Wink verstehn und freudig ihr entgegengehn! Mel. So schlummerft du och stehen wir, 687 dir an dieses Grabes Rande; noch erhält uns deine Macht hier im niedern Lande. 2. Wer weiß, wie bald dein Ruf erschallt: Hinweg vom Erbenpfade! Sei uns dann nicht fürchterlich, nimm uns auf mit Gnade. 3. gib uns Kraft, gewissenhaft zu leben und zu leiden! Führ uns alle durch den Tod zu des Himmels Freuden! Mel. In allen meinen Thaten 688 Da stehen wir, Unendlicher, und weinen ein Grabliek an der Gruft. 3. Sei ihm ein Ruhebette, nachtvolle Grabesstätte, und deck ihn fühlend zu! Er schlafe hier in Fries den den sanften Schlaf der Müden; bier find er die erseufzte Ruh! 4. Sowie in heilgen Hainen naht sich hier den Gebeinen nicht Frost, nicht brauft gelinde und wehet fanft, ihr Winde, wo eines Christen Asche rubt! 5. Senkt dann den Leichnam nieber zum Staube seiner Brüder, die längst die Erde deckt. Im Grab ist sanfter Schlummer; ihn stört fein Erdenfummer; Gott ist es, der ihn einst erweckt. 6. 3um Leben ohne Sorgen weckt ihn der frohe Morgen, wo eine Welt erwacht. Heil diesem todten Staube, so singt der Chriauch er erwacht. 7. Schaut, schauet auf, Be= 498 Gesinnung und Verhalten des Christen Betrübte! Dort wandelt Mel. Christus der ist mein Leben der Geliebte im hohen Him- 690 Das Grab ift tief seine Freude und wehret eurem Leide und wischt die Thränen vom Gesicht! und schauberhaft sein Rand; es deckt mit finstrer Hülle ein unbekanntes Land. Mel. Gott des Himmels und 689 Ruhig ist bes Todes Schlumner und der Schooß der Erde fühl; da stört unsre Ruh tein Kummer, nicht der Leidenschaften Spiel. Unfre Sorgen, groß und klein, schlummern alle mit uns ein. 2. Ueber unsern Hügel schwinget die Vergeffenheit den Stab, und der Schmähsucht Stimme dringet nicht ins dunkle, stille Grab, Fehler, die uns hier besiegt, werden dann nicht mehr gerügt. 3. Unsre Seufzer, unsre Thränen werden ewig dann gestillt; unfre Wünsche, unfer Sehnen, Alles, Alles wird erfüllt. Herzen, die sonst heiß gewallt, liegen ruhig dann und falt. 4. Läg auch meines, von den Sorgen dieses Lebens unempört, in der Erde Schooß verborgen, wo nichts seinen Frieden stört! Kühles Grab, o wann nimmst du mich in deine stille Rub? 2. Das Lied der Nachtigallen tönt nicht in seinen Schooß. Der Freundschaft Rosen fallen nur auf des Hügels 3. Verlaßne Bräute rin gen umsonst die Hände wund; der Waisen Klagen dringen nicht in der Tiefe Grund. 4. Doch sonst an keinem Orte wohnt die ersehnte Rub: nur durch die dunkle Pforte geht man der Hei math zu. 1 42 5. Das arme Herz, bienieden von manchem Sturm bewegt, erlangt den ewgen Frieden nur, wo es nicht mehr schlägt. mel. Seelenbräutigam 691 Still erheben wir unsern Blid zu dir. Herr, wie könnten wir mit Grauen nur ins Grab hernieder schauen? Hoffnung sendest du uns vom Himmel zu. da 2. Du bists, der uns liebt, wenn er nimmt und gibt. Ja selbst, was wir hier be weinen, wird einst freuden reich erscheinen, wenn auch uns zur Gruft deine Stimme ruft. 3. Gott t may unter besonderen Umständen. 3. Gott, wir zagen nicht. Du gibst Trost und Licht und du willst zum bessern Leben auch durch Leiden uns erheben. Bis zum Tode sei unser Herz dir treu! 499 7. Ach, dieß nur macht uns stille: wir sind in deiner Hand, und gnädig ist dein Wille, allweise dein Verstand. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöhst du unser Glück und lenkst von trübern Tagen uns wunderbar zurück. Bei Beerdigung eines Verunglückten. 9. Auch wenn des Todes Mel. Christus, der ist mein Leben Grauen uns plößlich nie692 Verzeib ber tie- derreißt, darf unser Geist dir trauen. Du liebest unsern Geist. fen Trauer, die unser Herz erfüllt! Wir sehn mit bangem Schauer des Todes Schredensbild. 2. Was ist des Menschen Leben! Was ist des Menschen Kraft! Wie schnell, von Angst umgeben, wird er dahingerafft! 10. Er fann und wird nicht sterben, er eilet nur hervor, entreißt sich dem Verderben und schwebt zu dir empor. 3. Gesund und muthig schreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird bereitet, und ach, er ist nicht mehr. 11. O lehr uns wachen, beten und stets besonnen sein, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heils uns freun. 4. Wer zählet die Gefahren, die uns auf Erden brohn? Willst du uns nicht bewahren, so stürzen sie uns schon. 5. Auf allen unsern Wegen umhüllt uns Dunkelheit, und oft ist Noth zugegen, wo unser Herz sich freut. 6. Doch Alles, was geschiehet, erfolgt auf dein Gebot. Du willst, der Tod entfliehet. Du willst, so tommt der Tod. 12. Da schwinden dann die Schrecken auf ewig von uns hin. Da sehen wir und schmecken, der Tod war nur Gewinn. Am Grabe Frühverstorbener. In eigener Melodie. 693 3 wirst du von ur frühen Gruft So will es dein Loos dich von 2. Er uns begleitet! Gott, der dir bereitet und nun uns zu sich ruft. 500 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Er nahm dich auf zum 2. Wenn der Säugling, Kinde seiner Gnade; er faum geboren, gleich der führte dich auf seines Soh Blume schnell verblüht, und nes Pfade und lenkte dei- die Mutter nun verloren nes Lebens Lauf. ihre ganze Hoffnung sieht; ach, dann will ihr Herz verzagen, dieser Trennung Schmerz zu tragen. 3. O turze Bahn! Kaum tennst du Welt und Freuden, so heißt dich Gott schon wieder von uns scheiden. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 4. Du bist beglückt. Entronnen den Gefahren, trifft nun dich nicht, was oft in frühen Jahren dem Christen schon sein Ziel verrückt. 5. In steter Ruh, in ungestörtem Frieden wohnt nun dein Geist, und tröstend fieht hienieben Gott deiner Neltern Thränen zu. 6. Klagt nicht so sehr bei eures Kindes Babre! Es ging zu Gott im Frühling feiner Jahre, und dieser Gott ist unser Herr. 17. Es war sein Pfand, er hat es euch gelieben. D gebts ihm gern! Laßt euren Liebling ziehen! Er zieht ja in sein Vaterland. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 694 Wenn der Stifter der Geschlechter unsre Lieben zu sich ruft; wenn die Söhne, wenn die Töchter finken in die frühe Gruft; ach dann fühlen unsre Herzen unaussprechlich tiefe Schmerzen. 3. Wenn der Tod im edlen Sohne seine Lust dem Vater raubt; wenn des Hauses Stüß und Krone sintet mit des Vaters Haupt; Mütter von den Kindern scheiden: Gott, was gleichet diesen Leiden! 4. Ach, es müßte unterliegen dieses arme, schwahe Herz, hälfest du nicht, Tod und Trennungsschmerz. Herr, uns stegen über Deine Rechte schlägt uns nieder: deine Rechte hebt uns wieder. 5. Wandeln nicht in hos hen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Sollten wir sie nicht beneiden um den früh errungnen Lohn? Du wirst uns im beffern Leben die Verlornen wiedergeben! 6. Vater, deines Troftes. Quelle trocknet auch am Grabe nicht. Selbst bes Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns dort als Glück erscheinen. Mel. si unter besonderen Umständen. feid und Mel. Alles ist an deinem Segen 695 Erbentöchter, Er denföhne, nicht stolz auf Reiz Schöne; troket nicht auf eure Kraft! Eures Mundes Hauch verflieget, eures Lebens Quell versiechet, und des Starken Arm erschlafft. 2. Doch, ihr Christen, ſeid nicht traurig, wenn so früh, so dumpf, so schaurig euch die Sterbeglocke ruft: ebler, fräftiger, verklärter, liebevoller, liebenswertber überfliegt der Geist die Gruft. 3. O was ist des Grabes Höble! Eine tugendhafte Seele fürchtet nicht, hinabzusehn! Ueber Grab und Grabestrümmer wird der Geist im Sonnenschimmer himmlischer Erkenntniß stehn. 4. Nein, umsonst ist nichts geboren. Alles ruhet un verloren in des ewgen Vaters Schoos! Süße Hoffnung! Holder Glaube! Alles mindet einst vom Staube herrlicher sich wieder los. 501 vergehet, nur das Eitle bleibt zurück. Wie die Gottbeit unvergänglich, wie der Himmel überschwenglich ist des Christen wahres Glück. 5. Leibesschönheit wird verblüthn; Seelenschönbeit nie entfliehn; fie ist für die Ewigkeit. Reiner Sinn und echte Tugend lohnt mit ewig froher Jugend, lohnt mit Himmelsseligkeit. 6. Himmelsseligkeit befte het; nur der Erde Glück Am Grabe eines edlen und verdienten Mannes. el. Alle Menschen müssen sterben 696 Wer mit Luft und seine Brüder zu erfreun; wer der Welt zum Segen lebte, soll uns unvergeßlich sein! Sein Gedächtniß bleib und daure! Seine Nachwelt flag und traure! Wo sein Grab ist, weine dann, wer, was gut ist, schätzen fann. 2. Laßt uns alle heute flagen, denn es starb ein edler Mann! O wie Viele müssen fagen: mir auch bat er wohlgethan! Ja, gerecht sind unsre Zähren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn und unser eignes Herz ebret unser Leid und Schmerz! 3. Seines schönen Lebens Thaten bleiben fegnend uns zurück; und die Frucht der edlen Saaten sei für Nachwelt Heil und Glück! Preis und Ruhm dem theuren Namen! Seine Tugend nach zuahmen; edel, wie er war, zu sein, wolle Gott uns Kraft verleihn. Am 502 Gesinnung und Verhalten des Christen Am Grabe eines ver- Trost und Gelübde auf dienstvollen Lehrers. 360 Gräbern. Mel. Liebster Jesu, wir sind Mel. Auf, Christenmensch! 697 Sanft, wie er ge= 698 Heweihter Ort, hat, wo Saat, von Gott gefät, dem großen Tage der Nerndte reift! Sei mir gegrüßt, du Ort, wo jede Klage verstummt, wo Mancher Rube fand, der fie auf Erden nie gekannt, 2. Zwar floffen hier der Thränen viel, wenn von des Freundes Herzen den treusten Freund das Schicksal ris; mit tiefgefühlten Schmerzen hab ich auch selbst, ach, manchem Freund die Abschiedszähre schon ges weint! 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schaf fet Ruh den Müden, nimmt Leidenden die Bürde ab und bringt zum ewgen Frieden. Weint, Freunde, nicht; denkt: Wiedersehn! Die Todten werden auferstehn! 4. Belebend finkt ein Sonnenstrahl einst auf die Gräber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wieder. Im Winter starb die Blume; seht, sie blüht, vom Frühlingshauch umwebt! endete, zum Trost der Seinen, dieses Edlen Erdenpfad, und wir schaun ihm nach und weinen. Der hat uns treu belehret und zum Guten 2. Was bein Wort ung Lieben heißt, Vater, das hat er verfündet und, gestärkt durch deinen Geist, Vieler Seelen Heil gegründet. Uns zu Jefu zu erheben, war sein eifrigftes Bestrebent. 3. Treulich ging er selbst den Pfad hoher Tugend bis ans Ende und gab nun nach deinem Rath seinen Geift in deine Hände. Nur die Kraft von seiner Lehre trocknet unsre Wehmuthszähre. 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, hören wir, wie Jesus ruft: selig ist, wer an mich glaubet! Ja, des Himmels Heil und Frieden ist den Redlichen beschieden. 5. Laß, o Herr, die edle Saat, ausgestreut von unferm Lehrer, fruchtbar sein in Wort und That, und uns würdige Verehrer wahrer Frömmigkeit auf Erden, dort des Himmels Bürger werden! 5. Und was man hier der Erde gibt, ist nur des Geistes Hülle. Unsterblich ist des Menschen Geist; Vernunft unter besonderen Umständen. 503 nunft und guter Wille er hat die Macht des Todes hebt uns über Welt und Zeit, die Tugend führt zur Seligteit. ganz bezwungen und sieg reich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt, sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben sein; und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, selbst bei der Gräber Grauen. Ich bin getroft und unverzagt, weil du den Dei7. Was ihr einst wart, bas bin ich jetzt, ein Bilger hier auf Erden; was ihr, entschlafne Brüder, feid, nen zugeſagt: Ich leb, und leben. werd ich vielleicht balb wer- 3. Wird gleich mein Leib den. Nun dann; durchs Todesthal eilst du, mein Geist, dem Vaterlande zu! 8. Doch dem nur wird der Ulebergang zu jenem Baterlande ein Weg zum Heil, der muthig hier des Lasters Stlavenbande zerriß, der in der Prüfungszeit sein Herz der Tugend treu geweiht. des Todes Raub; er wird doch wieder leben und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebildt erheben, wann du, o großer Lebensfürst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben aufzuwachen. 6. Drum fann mein Blick vom Todtenfeld zum Himmel fich erheben; und winkt auch mir das fühle Grab, darf ich nicht ängstlich bes ben. Ich pflücke nach vollbrachter Beit die Blume der Unsterblichkeit. 9. Auf Gräbern der Entschlafnen sei der Tugend Bund aufs neue versiegelt; hier gelobe ich der Tugend ewge Treue! Ja, heilig fei mir jede Pflicht, bis einst mein sterbend Auge bricht! Mel. Es ist das Heil uns 699 Mein Heiland lebt und 4. Wie froh und herrlich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an, läßt in dein Reich mich gehen. Forthin von feiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz vertlärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. welch ein selig Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmelreich, unsterblich, dei 504 Gesinnung und Verhalten des Christen. beinen Engeln gleich, voll- geben. Was wir bier tentommne Luft genießen. nen, ist noch kein vollkommnes Glück zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in sicherm Frieden, der euch nach dem Kampfe ward beschieden. Kein Schmerz, fein Leiden stört euch im Ge nusse reiner Freuden. 6. Denn wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligen umgeben, genießen deine Herrlichkeit. O mas sind Leiden dieser Beit, Herr, gegen jene Freuben! 7. Laß die zukünftge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben und oft in die ser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo feine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 8. Erwede mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben und als dein Jünger dir zum Preis nach deinem Wort zu leben! Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröste felbst damit mein Herz: e8 kommt ein beßres Leben! 4. Abgetrednet sind all eure Thränen, ihr genießt schon, wonach wir uns seh nen; ihr hört und fehet, was des Menschen Geist hier nicht verstehet. 5. Ach, wer wollte denn nicht fröhlich sterben und statt Erdenglüds den Himmel erben? Wer wollt in Seiten sich auf diesen Wechsel nicht bereiten? 6. Hilf uns, Jesu, ernstlich tanach streben! Komm und führ uns zu dem höhern Leben, wo deine Frommen erst zur vollen Rub und Freude kommen! Trost des Wiedersehens. Mel. Wann mein Stündlein In eigener Vielobie. 700 wie felig feid 701 Shwer liegt der ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekom men! Ihr seid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. Trennung Last auf mir; wie lieb ich sie, die Meinen! laß, mein Gott, mein Gott, vor dir mich diese Frage weinen: werd ich, nach meinem Tode gleich, werd ich, o Herr, in deinem Reid; die Meinen wiedersehen? 2. Hier, ach hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg und Furcht um2. Wohl mir, o Gott, ich unter besonderen Umständen. ich höre schon des Geistes Stimme wehen; sie ruft mir zu in sanftem Ton: Du wirst sie wiedersehen! Bist du nur fromm, sind fie nur gut, dort oben unMel. Halleluja! Bringet Ehre ter Gottes Hut wirst du sie 702 Wiederſehn! mit 3. Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleich gesinnten Frommen. Sie werden all in Gottes Licht aufs neu zusammenkommen, forthin durch keinen Tod getrennt; denn Gottes Engel, der fie fennt, führt alle dort zusammen. 4. Der Freund sieht seine Freunde dann am Throne Gottes wieder; der Gatte trifft den Gatten an, der Bruber seine Brüder. Die Mutter sieht, umarmt ihr Kind; denn alle guten Seelen sind in Gottes Stadt beisammen. 5. Drum laßt uns hier schon Hand in Hand auf Gottes Wegen geben, da mit wir dort im Vaterland uns einst beisammen sehen. Wie wird uns sein, wenn wir uns sehn, wenn wir uns froh entgegengehn, forthin uns nie zu trennen. 505 6. So seid getroft und freuet euch; laßt nicht die Hoffnung schwinden; wir werden in des Vaters Reich uns alle wiederfinden! O Wiedersehn, o Wiedersehn, wie wirst du unser Glück erhöhn; wie tröstest du die Seele! gen flopft dir jede Brust entgegen! Nimmer kann das untergehn, was ins Herz wir liebend schlossen; und wenn Abschiedsthränen flossen, hoffte Freundschaft Wiedersebn. 2. Wiedersehn! In holden Bildern will uns die Natur dich schildern; drum verjüngt sie sich so schön. Strahlen nach der Nacht Wenn der Morgenröthe die Berge malen, spricht die Sonne: Wiedersehn! 3. Wiedersehn! Bu beis nen Freuden wachsen Blumen frisch und kleiden herrlich sich in Frühlingswehn! und der frohen Nachtigallen fummerfreie Lieder schallen: hofft getroft ein Wiedersehn! 4. Wiedersehn! Mit Gruß und Segen o wie schmacht ich dir entgegen über Auen, Ström und Höhn! Theure, aller Welt Gewalten sollen meinen Fuß nicht halten: ja, ich werd euch wiedersehn! 5. Wiedersehn! Dich darf ich hoffen! O, ich seh den Y Him Anhang. 506 Himmel offen, winkt der Herr mir, beimzugehn! Theure, in der letzten Stunde ruf ich mit schon blasfem Munde: Ewig, ewig Wies dersehn! Anhang. Mel. Wunderbarer König 4. Du vergiebest Sünde, 703 11umschränkte hörst der Sünder Flehen, Liebe! gönne blöden Augen, die zum Irs dischen kaum taugen, daß fie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erbkreis huldreich schmücken und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte bräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie faum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 2. Wasser, Luft und Erde, ja, dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 5. Herr, es hat noch Keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen: wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbar3. Was wir davon denfen, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu bulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben, die dich has sen! Herr, wer kann das faffen? men. 6. Höchster! sei gepries fen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Scepter führet. Fabre fort, Zions Hort, Langmuth auszu üben und die Welt zu lieben! Mel. Anhang. Mel. Schon ist der Tag von 704 Die Erb ist Jesu Christi, sein, wer auf der Erde wohnet: deß müsse sich die Erde freun und wer auf Erden wohnet! Er schuf, er rettete die Welt: er trägt, er seg net, er erhält die Welt, die er beherrschet. 507 will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, ist der Herr? Der Sohn! Der Himmel Himmel ist sein Thron, der Erdkreis seine Fußbank. 2. Wer auf ter Erde, wer gehört zum Volfe der Erlösten? Wer darf, des hohen Segens werth, sich seiner Herrschaft trösten? Der, der zu dir, o Mittler, sich bekehrt und gläubig wird und dich zu seinem Herrn erwählet. 3. Und wer, in deinem Blute rein, der Unschuld sich befleißet; wagt, sich vom Wahne zu befrein, der nur den Lüsten gleißet; wer fromm ist, wandelt, wie er glaubt, sich keine Missethat erlaubt, nie bricht den Bund der Gnade. 4. Wer auch umringt mit Leiden gern erfüllet sein Verlangen, der wird den Segen seines Herrn im vollen Maaß empfangen; den macht er seiner Herrschaft werth; der ist sein Erbe. der gehört zum Volfe der Erlösten. 5. Kommt, Sünder, kommet in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König: er $ 183 6. Kommt willig, willig in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König: er will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, dieser König sei? Der Sohn, der seinem Bunde tren den Himmel gibt den. Seinen. Mel. Mein ganzer Geist 705 Triumph! Triumph! und Lob und Dank dem, der des Todes Macht bezwang und uns, den Staub, erhöhte. Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn und sie verschwand in heller Morgenröthe. Gebet! gebet, stolze Spötter, unserm Retter Preis und Ehre, glaubt an ihn und seine Lehre. 2. Seil uns! Triumph! das Grab ist leer. Fest steht es wie ein Fels im Meer das Wort, das er gesprochen. O felig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wuth gebrochen! Hölle! fälle nun den Sieger, Gettes Krieger, der erstanden, 9 2 macht Anhang. 508 macht nun deinen Stolz zu Schanden. 3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sei mir gegrüßt, mein künftig Grab, du Wohnung ernster Stille. Nur wenig Tage werdens fein, o so empfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Ewig se lig werden wieder diese Glieder auferstehen, werden die Verklärung sehen. läßt in seinen Thaten fehn, sein Wandel sei im Himmel. 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, uns steht der Himmel offen. Ihn schloß uns auf mit großer Pracht der Herr, auf den wir hoffen. Wers glaubt, den Herz ist freubenvoll, dabei er sich boch rüsten soll, des Heilands Pfad zu wandeln. 3. Wer den nicht gebt, wird nimmermehr dort feines Heils genießen. Wer nicht sein Wort hält, dem wird er den Himmel einst verschließen. Wer wünscht zum Himmel einzugehn, der 4. Uns treibt sein Geist, daß wir der Welt uns immer mehr entwöhnen; stets. sorgen, was dem Herrn gefällt, zu ihm hinauf uns sehnen. Er aber sieht auf uns berab; von uns läßt seine Treu nicht ab, bis wir zusammenkommen. 5. Tag, noch an größern Freuden reich, wann wirst du uns erscheinen? Gott macht uns dert dem Sohne gleich und stillet Leid und Weinen. Wonne, wann in Ewigkeit uns nun das höchste Gut erfreut! O Gott, schenk uns dieß Leben. Mel. Es ist das Heil uns 706 Mitlautem Schall frohlocken wir: der Herr ist aufgefahren! Wir sind zwar Pilger noch allhier und unter viel Gefahren; doch sinkt drum un ser Muth nicht bin; durch Jesum wissen wir, wohin Mel. Nun dantet Alle Gott uns unfre Wallfahrt füh- 707 Selobt ſeiſt du, ret. Gott, für deines Wortes Lehre! Gib, Bater, daß ich sie mit Andacht fleißig böre! O mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein! 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen! Höchster, leite selbst den forschenden Verstand: so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie Anhang. 509 Bürde. Einst trifft den Sünder dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht! 3. Wie thöricht ist es doch, nennts fälschlich schwere blos andern Menschen glau ben! Das heißt sich selbst den Grund zur ewgen Ruhe rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Richtschnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. 4. Sink immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub; dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre und hilf, daß ich dein. Wort mit festem Glauben ehre! Verleih mir keinen Geist, der Lust und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit sucht, prüft, glaubt, bewährt und übt! Mel. Auf, Christenmensch! 708 Herr, du bist meine Zuversicht! Du lebst; auch ich werd leben! Du wirst mir, was dein Wort verspricht, llnsterblichkeit einst geben. Dein Jünger femmt nicht ins Gericht! Dieß stärket meine Zuversicht. 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, den Saamen auszustreuen: dort wird der herrlichste Gewinn der Aerndte mich erfreuen. Ich leide, doch verzag ich nicht: denn du bist meine Zuversicht! 3. Hier trag ich deine fanfte last. Wie groß ist meine Würde! Jeroch die Welt, die sie nicht faßt, 5. Herr, diesen Segen dank ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht! 6. In diesem Glauben stärke mich! Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durd) dic) den Tod soll überwinden. Grab und Verwesung sdrecht mich nicht: denn du bleibst meine Zuversicht! Mel. Der unsre Menschheit 709 S rböhter Jesu! Gottes Sohn, der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher eingenommen, du wirst dereinst zu rechter Zeit in groBer Kraft und Herrlichkeit vom Himmel wiererkommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun! Y 3 2. Wer Anhang. 510 2. Wer fast, o Heiland, jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen! Wann du auf lichten Welfen einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die sich vor dir, Herr, beugen; dann sieht die Welt die Majestät, zu der dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab und Mel. Befichl du deine Wege ſchafft ein neues Leben. Auf 710 Ich denk an dein deinen und Meer das große unzählbare Heer der Todten wieder geben. Sie stehn durch dich, Herr, neu beseelt nun alle auf, und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den bestimmten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Bein; den Frommen aber führst du ein in das verbeißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Christ, daß du der Erde Richter bist. 5. O gib, wann nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Frenden vor dir steb und mit dir in den Himmel geb, befreit von Fluch und Sünde! Laß mich im Glauben standhaft sein und auch die kleinste Sünde scheun! 6. Dein Name sei mir ewig werth, und was bein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben! Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Herrlichkeit. Richter aller Welt! Der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! Mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht und mein Ge wissen lehren: du haltest einst Gericht. 2. Ich höre die Bofaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Nichterthron, um den die heilge Menge erhabner Engel steht. Welch herr liches Gepränge! Welch hohe Majestät! 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft, und sie erscheinen vor dei nem Richterthren; den Sün dern und den Deinen gibst du gerechten Lohn. 4. Froh Anhang. 511 4. Froblockend sehn die Stimme lockt. Bewahre mich Frommen dein göttlich Angesicht; schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Heffen; erlöst von aller Müb, sebn sie den Himmel offen, und du, Herr, segneft fie. vor falscher Ruhe, dabei das Herz sich leicht verstockt, wenn du selbst das Gewissen rührst und zum Gefühl der Sünden führst. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines einigen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennotb. Wohl dem, der deine Stimme hört und redlich sich zu dir bekehrt! 3. Den rettest du von dem Verderben, nimmst seine Buße gnädig an, machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frchleckend rühmen fann: wie groß ist Gottes Vaterhuld; er tilget meine Sündenschuld! 4. Sollt ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Bessrung reicht? Bom Troste leer muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuletzt, der frevelhaft gering sie schätzt. 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, o Gett, mein Herz stets offen sei; damit mich ja nicht die Vers stockung, wenn ich mein Leben ohne Reu im Sündendienste zugebracht, zu deis Mel. Wer nur den lieben Gott 711 Gott, bilf mir, nem Zorngefäße macht. daß ich Buße 6. Sich bessern ist der thue, weil mich noch deine Weg zum Leben, drum laß mich 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in ewger Bein und führeft die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, bein Gerichte mir stets vor Augen sein und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! Vor dir laß fromm mich wandeln und hier zu aller Beit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter sdheut. 7. Ist dann dein Tag vor handen; wird diese Welt vergebn: so hoff ich nicht mit Schanden vor deinem Thron zu stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit; führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. 512 mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sündendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschofs fenheit! Wie selig bin ich dann schon hier; wie glück lich einst, mein Gott, bei dir! Anhang. In voriger Melodie. 712 Mein Herz, ermuntre dich zum Preise des Gottes, der dein Vater ist! Bedente, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nüßlich ist. Und doch bin ich eit schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wenig bin ichs werth. daß mir noch Hülfe widerfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein. Gott, mir Armen von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegeneilt; und wenn sie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ich michs versehn, und hilfst mir und erhörst mein Flehn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste. Und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn mich das Elend ganz ergreift, so legt sich dein Erbarmen drein, mich vom Verderben zu befrein. 6. Du bist mein Heil! Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Netter, roll. O könnt ich deine große Güte doch so erheben, wie ich soll! Doch meine Kraft reicht nicht dahin: du weißt es, Gott, wie schwach ich bin! 7. Und hätt ich auch viel tausend Bungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir besungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch, du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit und hörest selbst das schwache Lal Anhang. Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen sein. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb im höhern Heiligthum. 713 Mel. Herzliebster Jeju! ch will, mein Gott, du König, dir lobsingen und ewig Ehre deinem Namen bringen. Sei täglich, ewig sei von mir erhoben! Dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß; wer kann ihn gnug erheben; wer kann mit seinem eifrigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und empfinden, wer Gott er 3. Von unsern Vätern wurdest du erhoben, dich werden unsrer Kinder Kinder loben und deine Macht bejingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gett, wie schön und prächtig, wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! Das preif ich, daß dein Nam erhoben werde, der ganzen Erde. 513 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die Weit von deinen Thaten wiederhalle und deine Wahrheit, deine Huld besinge und Preis dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, baimherzig, gnädig und von großer Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an allen fein Wohlgefallen. 7. Jehova, alle beine Werke sollen dir jauchzend danten. Deine Frommen wollen aus allen ihren Kräften sich bestreben, dich zu erheben! 8. Ja, ewig will ich deinen Namen leben! Von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müſſe, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. Mel. Allein Gott in der Höh 714 Stimmt unferm Gott fied an mit freudigem emüthe; es rühm und preise, wer da kann, den Geber aller Güte! Er macht uns frei von aller Noth; drum lobet ihn, drum lobet Gott und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem er 514 er alle Ding erhält: drum danfet seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad uns allen In eigener Melodie. hat gegeben; ber uns burch 715 Hab Acht auf mich der tägAnhang. lich schenket, was uns nüßt: drum banket seinem Namen! 4. Yobt Gott! Er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ewge Lebenskren durch seinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott gemacht und seinen ganzen Rath vollbracht: drum banfet seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert und auf den Weg des Lebens führt: drum dan fet seinem Namen! 6. Lobt Gott! Er hat dieß gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt und das den Himmel in sich hält: drum banket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr stars fen Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott und preist ihn früh und spat: ja, Alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! großer Gott, Herr aller Herren, wann Satans Wuth, die Höllenrott den Rachen gegen mich aufsperren, wann sie mich suchen zu verschlingen und in die höchste Noth zu bringen, so bitt ich dich herzinniglich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 2. Hab Acht auf mich, wann mich die Sünd will von dem höchsten Gut abwenden, so halte mich, Herr, als dein Kind, mit deinen treuen Baterhänden; bleib du mir stets in den Gedanken; laß mich von deinem Wort nicht wanken; wann Sünden in mir regen sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 3. Hab Acht auf mich, wanns gehet wohl, wann mir die Glückessonn will scheinen, die meine Seel macht freubenvoll, daß sie Nichts wissen mag von Weinen, daß ich dem blinden Glück nicht traue, vielmehr auf deine Güte schaue: weil oft das Glücksrad wendet sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 4. Hab Anhang. 515 4. Hab Acht auf mich mich nicht ungeduldig werund steh mir bei, wann mir das Unglück braust entgegen, daß ich nicht zu verzaget ser und weichen mög von deinen Wegen, die mir zu wandeln sind befohlen; und wenn mir auch des Kreuzes Kohlen mein Herze brennen bitterlich, mein Bater, so hab Acht auf mich. den und denke, taß ich Staub und Erden; auch wann die Schmerzen mehren sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 5. Hab Acht auf mich, wann ich gesund, wann ich empfinde feine Schmerzen; wann keine Klag in meinem Mund, noch Trauern ist in meinem Herzen; damit ich bei gesundem Leibe dir dantbar und gehorsam bleibe, auf daß ich nie vergeffe dich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 7. Hab endlich dann auch Acht auf mich ,, wann ich der Welt Valet soll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm in ein ander Leben, daß mir das frohe Glaubensende ertheilet werd in deine Hände; daß ich bei dir leb ewiglich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 8. Ach, laß mich doch nicht aus der Acht, wann uns bein jüngster Tag erscheinet: der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man hie nicht gemeinet; laß mich zu deiner Rechten stehn und zu des Lammes Hochzeit gehn; mein Jesu, dann hab Acht auf mich, so will ich ewig preisen dich. 6. Hab Acht auf mich, auch wann ich frant, wann die Gesundheit will verschwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehm die Arzenei der Sünden; laß Mel. Gott des Himmels und der 716 Thut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein. Ach, wie wird an dies fem Orte meine Seele fröhlich sein! hier ist Gottes Angesicht; Hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung haft genommen, da ist lauter Himmel hier. Zeuch doch in mein Herze ein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich 6 vor Anhang. 516 vor bich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samforn in mich fällt; gib mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß bein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rau ben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmels brod, tröste mich in aller Noth. id In eigener Melodie. 717Wunderbarer Köunderbarer König, Herrscher von uns allen, laß dir unfer Lob gefallen. Deines Vaters Güte hast du lassen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch! Stärk uns doch! Laß die Bungen singen, laß die Stimmen flingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Stärfe, mehr, als aller Menschen Werke. Großes Licht der Sonne, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern! Seid bereit, zu ehren einen solchen Herren. 3. D du meine Seele, singe fröhlich, singe singe deine Glaubenslieder! Was da Odem holet, jauchze, preise, flinge! Wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth! Er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet. Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. D wohl dir! Glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Mel. Wer nur den lieben Gott 718 und daß ich tausend Bungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette von allertiefften Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O Anhang. 2. O daß doch meine Stinime schallte bis rabin, wo die Sonne steht! daß mein Blut mit Jauchzen wallte, solang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gefang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euern Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich.. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein. 517 7. Auch hab ich es mein Lebetage schon so manch liebesmal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einher gehx? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Güte singen, solange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, solange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird fraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; int Himmel soll es besser werden, wenn ich bei deinen Engeln bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor! 5. Ach, Alles, Alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es Mel. Freu dich sehr, o meine S. nicht, o reicher Gott? Wer 719 Warum willst du auf Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. hen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern, du, mein Jesu, 27 meine Anhang. 518 meine Freud, Helfer in der rechten Beit! Hilf, o Hei land, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden find der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starker Hammer mir mit seinem Schrecken macht. Oder schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget. 3. Will ich dann mein Elend lindern und erleichtern meine Bein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich tiefer noch hinein; da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 4. In der Welt ist Alles nichtig, nichts ist, das nicht traftlos wär. Hab ich Hoheit, tie ist flüchtig; hab ich Reichthum, was ists mehr, als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie werth? Was ists, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht gerene? mir, o Freudenlicht, ebe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 6. Freu dich, Herz, du bist er höret, jetzo kommt und zeucht er ein; sein Gang ist zu dir gekebret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Rub, öffne dein Gemüth und Seele, flag ihm, was dich drückt und quäle. 7. Was du Böses haft begangen, das ist alles abgeschafft, Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft, Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 8. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. 5. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Mel. Schwingt heilige Gedanken Jesu Christ; dein Erfreuen 720 Der beilge Chrift ist man recht fröhlich ist. Leuchte der theure Gottessohn; deß freun Anhang. 519 freun sich alle Frommen 2. Wir gehn dahin und am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, sell preifen hoch und loben mit allen Engeln broben den lieben heilgen Christ. wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden; 2. Das Licht ist aufges gangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde liegt gefangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel und aus dem Weltgetümmel auf einem sichern Steg. 4. Also auch, und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Noth und Trübfal blitzen, in seinem Schooße sitzen. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschooß, er will, daß alle rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da! Er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: geöffnet sind die Pforten, ihr Kinter, fommt herein! Mel. Wach auf, mein Herz, oder: Nun laßt uns Gott den Herren 721 Nun un laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 5. Ach, Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle morgen neue! Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 7. Laß ferner dich erbitten, o Bater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 10. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Bes ras Anhang. 520 rather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 11. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 12. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 13. Das alles wollst du geben, o unsers Lebens Leben, uns und der Christenschaare zum selgen neuen Jahre. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird Alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein Alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterfeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer ſtillt. 6. Jesus, aller Bürger Heil, unserm Ort ein Gnadenzeichen, unsers Landes bestes Theil, dem fein Klei nob zu vergleichen, Jesus Mel. Meinen Jesum laß ich nicht unser Schutz und Hort, 722Jesus soll pie Lo- bleib uns Losung fort und sung sein, da fort. ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in Bunde und auf feinem Wege gehn. 723 I arabe, du geh zu dei2. Iesu Name, Jeju Wort soll in der Gemeinde schallen; und so oft wir an den Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum. großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man fann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht; wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub 311 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu Theil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. Mel. Balet will ich dir geben, oder: Befiehl du deine Wege Anhang. 521 zu legen, was Asch und Palmen, die dein Volk dir Staub vermehrt; weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; drückst mir die Augen zu: so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. heute bringt, das mit frohen Osterpsalmen den erfämpften Sieg befingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordgeschrei, da des Todes Nacht vorbei und sein Stachel ist zerbrechen? Tod und Hölle liegen da: Gott ſei Dank, Halleluja! 4. Dein Grab war wohl versiegelt, du sprengtest es entzwei. Wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich, da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Noth. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. Mel. Sollt ich meinen Gott nicht 724 Ueberwinder, 2. Stecke nun dein Siegeszeichen auf der dunkeln Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen. Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dant, Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gib uns allen, o so jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs lieblichste gefallen, denn der Delzweig grünet da: Gott sei Dank, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herze gehn: gib Erleuchfung deinen Knechten, daß sie geiſtlich auferſtehn. Hält gen nimm noch 522 Anhang. gen, o so förbre du den sprechen auch allda: Gott Lauf; rufe mächtig: Wa- sei Dant, Halleluja! chet auf! Denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da: Gott sei Dant, Halleluja! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wann die letzte Stunde schlägt, weil du denen die dir trauen, schon die Krene beigelegt. Gib uns in den höchsten Nöthen, gib uns mitten in der Pein, deinen Trost und Glauben ein, o so kann der Tod nicht tödten; denn die Hoffnung blühet da: Gott sei Dank, Halleluja! 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich bier geboren, o so streift das fühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverloren, unser Hirte hütet da: Gott sei Dank, Halleluja! 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunkeln Nacht, wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben; dann wird die verjüngte Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erheben und wird mel. O du Liebe meiner Liebe 725 Wandle leuchtender und schöner, Osterfonne, teinen Lauf, denn dein Herr und mein Versöhner stieg aus seinem Grabe auf. Als das Haupt er sterbend beugte, bargst du dich in nächtgen Flor; doch jetzt komm herab und leuchte, denn auch er stieg längst empor. 2. Erde, breite dich in Frieden unter deinem Himmel aus, denn dein Herr ist nicht geschieden, er zerbrach des Todes Haus, deine starken Felsen beb ten, als er seinen Geist verhaucht. Grüße nun den Neubelebten, wonnevoll in Licht getaucht. 3. Doch du selber meine Seele, sag wie feierst du den Tag, da der Herr des Grabes Höhle mit gewaltgem Arm durchbrach? Feierst du sein Auferstehen auch in rechter Osterfreud? Kann man an dir selber seben, welch ein hoher Festtag heut? 4. Bist du mit ihm auferstanden aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden losgeruns Anhang. 523 rungen, frei gemacht? Oder höchstverklärte Majestät! liegst du noch verborgen und in deinen Sünden todt? Kündet deinen Ostermorgen noch kein belles Morgenroth? Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber doch erhöht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 2. Weit und breit, du Himmelsfonne, deine Klarheit sich ergießt, daß ein Strom von Glanz und Wonne durch die Himmelsgeister fließt; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen. Schau, dein armes Kind auch hier rufet Hesianna dir. 5. D dann laß dich nicht berecken länger nicht die finstre Nacht; sieh dein Herr ist, dich zu wecken, von dem Tode aufgewacht! Komm, vom Schlaf dich zu erheben, komm, der Fürst des Lebens ruft! Wache auf zum neuen Leben, steig hervor aus deiner Gruft! 6. Sieh, er reicht dir hülfreich, gnädig die durchbohrten Hände hin, macht dich der Betäubung ledig, weckt mit Liebestuf den Sinn. Seine Strafe sollst du scheuen, tarum bleibe nicht zurüc, raff dich auf, dich zu erfreuen an des neuen Lebens Glück. 7. Sieh, dein Herr ist auferstanden, daß du fönnteft auferstehn, aus der Sünde Haft und Banden in die schönste Freiheit gehn! 2Billst du ihm dich nur ergeben, streift er deine Ketten ab, und du siehst dein altes Leben hinter dir als leeres Grab. Mel. Alle Menschen mitssen sterben iegesfürst und Ehrenfönig, 726 3. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit feh? Sollt mein Duth noch wellen sinken, da ich deine Macht versteb? Weinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich). 4. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir kräftiglich, bis zum Schemel deinen Füßen alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum Weltenende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 5. Du kannst Alles affer Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Her Anhang. 524 Herzens Pforten stehen of fen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn, als in deinem Himmelsthron. 6. Deine Auffahrt will mich heben, bringt mir Gott und Himmel nah, Lehr mich nur im Geiste leben gleich als wärst du sichtbar da. Fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen, in das Himmelreich versetzt, da mich Jesus nur ergößt. In eigener Melodie. 7273euch ein zu deimeines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast. O hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiten gleich gepreist. 2. Beuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Ent sündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchbrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt mit dessen Tod und Blute als mit dem höchsten Gute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten foll, dein Beten wird erhöret, dein Singen flinget wohl, es steiget himmelan, es steiget sonder Ende, bis der sich zu uns wende, der Allen helfen kann. 5. Du bist ein Geist der Freuden, das Trauern willst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan bie zum demjaal. 6. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß Neid und Streit. DerFeindschaft Feind du bist, willst, daß in Liebesflammen sich wieder thu zusammen, was voller 3wietracht ist. 7. Du Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 8. Beschirm die Obrigfei Anhang. feiten, bau unsers Fürsten Thron, gib Glück zu unsern Zeiten, schmücf, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottes furcht und Tugend das Volt im ganzen Land. 9. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergötzet, aus unserm Herzen reißt. 10. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben in Todes Hände hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Mel. Erhalt uns, Herr ch 728 bleib bei uns, HerrJesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser schwerbetrübten Zeit verleib uns Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar ficher, faul und kalt; gib Glück und Heil zu deinem 525 Wort, gib, daß es schall an allem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach, Gott, es geht gar übel zu: auf dieser Erd ist keine Ruh; viel Secten und groß Schwärmerei jetzt kommen haufenweis herbei. 6. Den stolzen Geistern. wehre doch, die mit Gewalt sich heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche wahrer Schutz; da= bei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Hilf leben uns nach deinem Wort unddarauf muthig fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. Mel. Es ist das Heil uns kommen 729 Die Feinde deines drohn dein 526 Anhang. vor Finsterniß bewahr uns bis ans Ende. dein Reich, Herr, zu zerstören. wiß; vor Irrthum und Du aber, Mittler, Gottes Sohn, kannst ihrem Troße wehren. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum fonnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herr schaft noch auf Erden weit verbreiten und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang Mel. Valet will ich dir geben bring alle Welt dir Breis 730Bis hierher und an deinen Namen: 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder fehn, daß fie sich noch bekehren! Lehr sie mit uns gen Himmel ichaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläubgen, wellest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unfre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach unsers Glaubens uns ge6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk, dir unterthan, gern dein Gesetz erfüllen, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschenkinder sammelst. 7. Boll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle deine Frommen und freun des großen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich ererben. Noch lebt der starke Held, der sich, ein rechter Streiter, für seine Kirche stellt. Ihr Feinde möget wütben, euch schon des Sieges freun: uns wird der Herr behüten, euch auseinander streun. 2. Wir stehn auf festem Grunde, wir haben Jesum Chrift, der unserm Glaubensbunde ein Fels und Edstein ist. Wir wandeln in dem Glanze, der von dem Herrn ausgeht, und er ist unsre Schanze, wenn unser Feind aufsteht. 3. Wer Anhang. 3. Wer will von ihm uns scheiden, der blutend uns erwarb, als er nach schwerem Leiden den Tod am Kreuze starb? Wir bleiben an ihm bangen in Noth und Traurigkeit, gebunden und gefangen, mit Christenfreudigkeit. 4. Ungläubge, ihr mögt spotten, erfinden bösen Rath und euch zusammenrotten zu jeder Frevelthat: Er, Christus, ganz alleine, beschützt, die ihm vertraut, die heilige Gemeine, auf ihn, den Fels, gebaut. 5. Und wenn auch Berge weichen und Hügel sinken ein: die Kirche ohne Gleichen wird wohl bewahret sein. Er wohnet bei ihr drinnen und hütet früh und spät; hell glänzen ihre Zinnen, darauf sein Zeichen steht. Mel. Mein ganzer Geist 7310 Jesu, Herr der Herrlichkeit, du König beiner Christenheit, du Hirte deiner Heerde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir ge fällt, sorgst, daß sie selig werde. Von dir sind wir auch erwäblet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Voll, 527 daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Heerden mit den Hirten selig. werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt, Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz das folgiam bört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feſte stehn und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unfern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegenführen. Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein Un 528 Anhang. Unterpfand; laß teine ihn verlieren. Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Wir heiBen dich willkommen gern in Jesu Chrifti Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir! Amen! Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Schmerzen tilg in Gnaden; Heil uns ganz vom Sündenschaden. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dieß Got teshaus ist dir geweiht; o laß dirs wohlgefallen! Hier ichale dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit gib den Herzen; Angst und 3. Gott, heilger Geist, du werthes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flammen aus; mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter, früher, später gehts zum Sterben. Hilf uns Jesu Reich ererben. 4. Dreieinger Gott, Lob Dank und Preis sei dir von Allen gleicherweis für dieß dein Haus gesungen. Du hasts geschenkt und auf Mel. Mein ganzer Geist, Gott 732 Gott, Bater, als erbaut, bir ists geheiligt und ler Dinge Grund, gib deinen Baternamen kund an diesem, heilgen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Her zen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bei Sündern, als bei Kindern, vertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach hier sind wir noch in Hütten; Herr, wir bitten, stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. voller Klarbeit; heilge uns in deiner Wahrheit. 733 Wa 733 Weift der erMel. Dir, bir, Jehovah ach auf, du sten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegengehn, ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 3. D Anhang. 529 2. daß doch bald dein fein Ort ohn deffen Glanz Feuer brennte! O möcht und Schein. Ach, führe es doch in alle Lande gehn! bald dadurch mit Haufen Gib zu der Aerndte doch der Heiden Füll zu allen die Hände! Gib Knechte, Thoren ein! Ja, wecke doch die in treuer Arbeit stehn! auch Israel bald auf und D Herr der Aerndte, fiehe also segne deines Wortes doch darein; die Aerndt Lauf! ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit flaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. O fiehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig darum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. So gib dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns wider fahren und brich in Satans Reich und Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 7. beffre Bions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege: vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes ſei. 8. Laß jede hoch und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes ſein. Ja, sitze du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer wir und Beter fehn, die träftig vor den Riß der Kirche stehn. 5. Ach, daß die Hülf aus Mel. Jesus meine Zuversicht Zion käme! daß dein 734 Sine Heerde und Geist, sowie dein verspricht, dein Volk aus dem Gefängniß nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird, freue dich, du kleine Heerde! Mach dich auf und werde Licht: Jesus hält, was er verspricht. 2. Hütter, ist der Tag noch fern?-- Schon ergrünt es auf den Weiden, und die 3 Herr 530 Anhang. Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, du treuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle, und der Sohn der Wüste tniet dürstend an der Lebensquelle. Ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan, rauscht verdorrete Gebeine! Macht dem Bunbesengel Bahn, großer Tag des Herrn erscheine! Jesus ruft: es werde Licht! Je fus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf! Es werde Licht! Jesus bält, was er verspricht. In eigener Melodie. 735 ehre wieder, kehre wieder, der du dich verloren haft! Sinte reuigbittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht dir Vergebung, Heil und Segen. Kehre wieder, zaudre nicht. 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung in die Einsamfeit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt, ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen, wo des heilgen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi reuig schwörst. 3. Kehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen dir mit ausgestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme: Kehre wieder! fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder: neues Leben trink in seiner Liebeshuld. Bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmuth und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen. Er bat Trost für alle Schmerzen Anhang. zen; Er kann alle Wunden heilen, macht von allen Flekten rein. Darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 5. Rehre wieder, endlich fehre in der Liebe Heimath ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein; aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute: kehre gleich! 531 ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich immer sicher sein; Gott sieht auch mich in Christo an: wer ists, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden fann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget fie mich sehr, ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht todt am Kreuze haft; dieß aber macht mich rein und klein 736Jd zu Jeſu ernſtlich Mel. Wer nur ben lieben Gott ch weiß von feiGrunde, als den der Glaub in Christo hat: ich weiß von keinem andern Bunde, von keinem andern Weg und Rath, als daß, man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schooß. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Theil, und außer ihm weiß ich tein Heil. 3. Ich bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib schrein. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen und seh in Allem ihn nur an, nach seinem Wink einherzugehen, daß nichts mein Ziel verrücken fann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sei! 7. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, bas Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleb, so bleib ich stets im Grunde stehn; da kann mein Wachsthum vor sich gehn. 8. Ich bleib im tiefsten 32 De= 532 Anhang. Demuthsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; dieß soll mein Grund auf ewig sein. 9. O Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jesu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir. Laß mich stets fromm und wachsam sein, so reiBet nichts den Grund mir ein. 737 Him immelan Mel. Jesus, meine Zuversicht geht unsre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 4. Himmelan: mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan! ach, himmelan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eiteln Wahn durch die Himmelsluft vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Mel. Schon ist der Tag von Gott 2. Himmelan schwing dich, 738 Such, wer da will, mein Geist! Denn du bist ein himmlisch Wesen und fannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen; ein von Gott er leuchter Sinn fehrt in seinen Ursprung hin. ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, anf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr; sein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch Anhang. durch ihn zu Theil; uns der nichts zu vergleichen, macht gerecht der treue der alle Königskronen weiKnecht, der für uns ist ge- chen, die uns den Himmel storben. offen zeigt. Ach, daß ich ganz in Lieb zerflösse vor deiner Liebe Wundergröße, die alles Wissen übersteigt. 3. Ach, sucht doch den, laßt Alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein Herzenskron und Freudensonn sollst du, Herr Jeſu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben: bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. 533 739 Mel. Wie wohl ist mir, o Freund mer treuer lie ch will dich imben, mein Heilant, gib mir Kraft dazu. Lang hat die Welt mich umgetrieben; nun schenkst du mir die wahre Ruh: die Rub, mit 2. Wie freundlich hast du mich gezogen, wie ging mir dein Erbarmen nach! Ich floh von dir und griff be trogen nach Herzeleid und Ungemach: du aber nahmst ohn mein Berlangen in deiner Liebe mich gefangen und wecktest meinen todten Sinn. Nimm, Seelenfreund, für diese Treue, mein ganzes Herz, das ich dir weihe, entreiß mirs doch und nimms dir hin. 3. Ich hange nicht an irdschen Gaben, dich, Jesu, such ich ganz allein; soll ich nichts zu genießen haben, ich will auch so zufrieden sein, dein Reich wächst nicht in lauter Freuden; lehr mich getrost und stille leiden und mach in Allem mich getreu. Nimm hin mein Wollen, Denken, Richten, mein eignes Laufen, Wirken, Dichten, daß nichts denn du, mehr übrig sei. 4. Mir ist am" seligsten gerathen, wenn ich aus eigner Wahl nichts thu. Ein Andrer sinn auf große Thaten. Mein Geist erblicket eine Ruh, worin er leidend 33 das 534 Anhang. das vollführet, was von schämen, die kann dir Niedes Geistes Trieben rüh- mand nehmen. ret, und das heißt recht in Gott gethan. O mischte sich doch in mein Lieben nichts mehr von meinen eignen Trieben, so fing ich recht zu lieben an. 5. Getreuer Jesu, soll ich hoffen, daß meine Liebe treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen dem, welcher ernstlich Hülf begehrt. Ich flieb zum Reichthum deiner Güte, durch leucht mein finsteres Gemüthe, daß ich, was du nicht selber bist, erfenn und haß und dämpf und tödte; so schau ich nach der Mor genröthe, wie hell die Sonne felber ist. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen: aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben! Nichts kann mir meine Zuversicht und beine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund die deiner sich nicht 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir; du eilst zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. Mel. Was Gott thut, das ist 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll 740Dich, Jesum, laß uns nicht scheiden. Es bleiewig nicht; dir bleibt mein Herz ergeben; du kennst dieß Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Troft auf Erden, mein Glück im Himmel werden. Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; nie soll mein Glaube wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schuß, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. Mel. Anhang Mel. Es ist das Heil uns 7415 err wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld; sonst, wie du willst, gib mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit: wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben! 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freu den. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum. Amen. In eigener Melodie. 742 Sich hier bin ich, Ehrenkönig, 535 mich nach deinem Sinn. Dich alleine ich nur meine; dein erfaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden! Gib dich mir und nimm mich hin! 3. Herr, erhöre, ich begehre nichts, als deine freie Gnad, die du giebest, wo du liebest und man dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden! Der hat Alles, wer dich hat. lich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon! Mel. Befiehl bu deine Wege lege mich vor deinen Thron.-743 in Wohlstand Gleichen 2. Sieh doch auf mich, Herr ich bitt bich, lente 4. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treueSeele singt, wie demüthig und wehmüthig deines Kindes Stimme flingt! Laß dich finden, laß dich finden! denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitelfeiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden! laß dich finden! großer Gott, ich bin bereit! ist eines Christen Stand, wie er bei feinem Reichen von dieser Welt bekannt. Den kann auch Niemand rauben, wie feindlich er ges sinnt; ein Christ ist durch den Anhang. 536 den Glauben des reichsten Vaters Kind. 2. Er kann mit Freuden kommen vor Gottes Angesicht; da wird er angenommen, und Niemand widerspricht. Was Alles ihn betroffen, seis Freude oder Leid: ihm steht der Zugang offen zum Vater allezeit. 3. Er tann in großen Schaaren als Diener um sich sehn, die einst ihm Herren waren und nun zu Dienste stehn. Er ist um ringt von ihnen den ganzen Lebenstag; denn ihm muß Alles dienen, was ihm begegnen mag. 4. Und geht einmal auf Erden die Kindeszeit zu End: er weiß, was ihm muß werden nach Christi Testament: ein Erbtheil in dem reichen, geliebten Vaterland. Solch Wohlstand ohne Gleichen ist eines Christen Stand. ist unser Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüsten, fällt nicht ein Thränenthau hinein! Das Gold wird auf dem Feuerherd, ein Christ in mancher Noth bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube: die Balme wächset bei der Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gefeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Muth, wie Perlen in gesalzner Fluth. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe: der Wind bläßt nur die Flammen auf, und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleich wie das Del im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete; geriebnefträuter duften wohl, wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht Mel. Wer nur den lieben Gott 744 Je größer Kreuz nach dem Bol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? je näher Him mel: wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Beim trügerischen Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mann ge schätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 2. Je größer Kreuz je beffre Christen: das Kreuz, 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Thale steiget man bergan. Wer durch die Wüsten iſt gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findets hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. 7. Je Anhang. 537 7. Je größer Kreuz, ie 3. Wohl, wenn ein sollieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth. Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. ches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist, noch heißt! Das 4. Wohl, wenn das Räuchwerk und Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Got tes Wort! 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Hand uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Ueberwinder Scheitel trägt. Ach, dieses theure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gefreuzigter, laß mir dein Streuze je länger und je lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glauben, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. 745 Wohl Mel. Wo Gott zum Haus nicht ohl einem Haus, da Jesus Christ allein das All in Allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, wie elend wärs, wie arm und leer! 2. Wohl ihm, wenn Mann und Weib und Kind im rechten Glauben einig find zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot! 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art im Glauben seine Pflicht bewahrt! 6. Wohl, wenn die Aeltern gläubig sind und wenn sie Kind und Hausgesind versäumen nicht am ewgen Glück, daß ihrer keines bleibt zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Aeltern werden hoch erfreut und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen fann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt meinem Hause diesen Bund: wenn alles Volk vom Herren wich, so dienen wir ihm ewiglich! Mel. Befiehl du deine Wege 746 bin ein Gaſt x auf Erden und hab Anhang. 538 bab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland, hier reif ich nur zum Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe; die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth gewesen? Solang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Ich habe mich ergeben in alles Glück und Leid. Was will ich besser leben in dieser Zeitlichkeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein! 4. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; ich wandre meine Straßen, die zu der Heimath führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. 5. Mein Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher loben, der Alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch Alles hebt und leget, nachdems ihm wohlgefällt. 6. Zu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wen'ger find ich Freud, die meinem Geist gefalle, das Meist ist Eitelkeit. 7. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach, komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein selig Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 8. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 9. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wann ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nächst Andern leuchten soll. 10. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket haft; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Anhang. 539 den Dingen in meinem in Christo stirbt! O selig, Erbtheil ruhn. A. wer vom Laufe matt die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat. Mel. Ich hab mein Sach 7. Was suchst du, Mensch bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist Noth! Die Welt beut ihre Güter feil; denk an dein Heil und wähl in Gott das beste Theil! 747 Moblauf, wohl an, zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gottführet aus! Wohlan, hinaus! Stein Bleiben ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich wohl und laß dein Leid; schleuß nur getroft die Pforte zu. Was trauerst du? Dein Gast geht hin zur ewgen Ruh. 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, ihr Lieben, folgt ihm fegnend nach. Hab gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdgewühl; hab gute Nacht, die Nacht ist fühl. 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph! der Herr macht gute Bahn! Sein Kreuz voran! Das winkt und deutet himmelan. 5. Ihr Glocken, tönet festlich drein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Chrift für Gottes Volk vorhanden ist. B. 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Luft und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo dein Schatz ist, sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der an reiht. Sie rufen: gestern wars an mir, heut ists an dir, hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab, wann, wie und wo, ist Gott bewußt; schlag an die Brust, du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 6. O selig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, 11. Da ist fein Sitz zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Wangenroth. Im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 12. Ach, banges Herz im Leichenthal, wo ist bein Licht, dein Lebensstrahl? Du Anhang. 540 Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr! Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleined in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. C. 15. Nun, Thor, des Friedens, öffne dich! Hinein! hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreid), gönnt all zugleich auch ihm ein Räumlein neben euch! 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort; bereitet ist die Stätte schon am Gnadenthron, bereitet ihm durch Gottes Sohn. Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusa lem! Mitternacht heißt dieſe Stunde, sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr flugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt! Steht auf, die Lautpe nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegengehn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt; Er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja, komm, Herr Jesu, führ uns ein! Wir harren dein: Amen, dein laß uns ewig sein! Mel. Herr wir fingen deiner ter singen, das Herz will 2. 3ion hört die Wächihr vor Freuden springen, fie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir geſungen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Rein Aug hat je gefehn, tein Ohr hat je solche Freude; drum gehört jauch748Wachet auf! ruft zen wir und singen dir das uns die Halleluja für und für. Mel. Anhang. Mel. Liebster Jesu, wir sind 749 Unsern Ausgang fegne, Gott, unsern Eingang gleichermaßen; ſegne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lasfen, segne uns mit sel'gem Sterben und mach uns zu Himmelserben. In eigener Melodie. 5. Ach bleib mit deinem bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 750& rhalt uns, Herr, Schutze bei uns, du starker Held, der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme ChristenIn eigener Melodie. heit, daß sie dich lob in 752 In allen meinen 3. Gott, heilger Geist, bu Tröster werth, gib deim Volk einerlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Noth, leit uns ins Leben aus dem Tod. 541 Glanze bei uns, du werthes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Adh bleib mit beinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und all Vermögen in uns reichlich vermehr. Mel. Christus, der ist mein 751 Ah bleib mit dei ner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil bescheert. 3. Ach bleib mit deinem 6. Ach bleib mit deiner. Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth! Alles kann und hat; er den Höchsteit rathen, der muß zu allen Dingen, solls anders wohlgelingen, selbst geben Segen, Rath und That. 2. Nichts ist es, spät und frühe, um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umſonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergünst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er ausersehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet; was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch ertieft. 33 4. 3ch 542 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem schützt. Leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zich ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein kräftig Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gebn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn überstehn. Anhang. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. In eigener Melodie. 753 Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege deß, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du tranen, wenn dir's soll wohlergehn; auf sein Wert mußt du schauen, wenn dein Wert soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen: es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Bater, weiß und fteht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt. Und was du dann erlesen, das treibst du, starter Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlts dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Wert fann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kinbern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten wiederstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott Anhang. 543 Gott nicht zurücke gehn: 10. Wirds aber sich bewas er ihm vorgenommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. finden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst. Er wird dein Herze lösen von der so schweren Laft, die du zu feinem Bösen bisher getragen hast. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 11. Wohl dir, du find der Treue: du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand und du singst Freudenpfalmen dem, der dein Leid gewandt. 7. Auf! Auf! gib dei nem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der Alles führen soll: Gott sitzt im Regimente und führet Alles wohl. 8. 3hn, ihn laß thun und walten: er ist ein wei ser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath die Sach hinausgeführet, die dich befümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben und sollst du für und für in Angst und Nöthen schweben, als fragt er nichts nach dir. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Noth; stärt unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so geben unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Mel. Der unfre Menschheit 754 Gott, der du Herzenskenner bist, dem Falschheit stets ein Gräuel ist und Lügen ein Verbrechen, kein Wort spricht je ein falscher Mund, Allwissender, dir ist es kund und einst wirst du es rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit sein! 2. Gott, wenn ich schwö33 2 rend Anhang. 544 rend vor dir steh, hinauf zu deinem Himmel seb und meine Hand erhebe; wenn mit des Geistes Sammlung ich zum Zeugen dich anrufe, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei! 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmähn und frech vor dir mit Lügen stehn; dann laß mein Herz erschretken. Weh dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Weh ihm, er stürzet freventlich in ewiges Verderben sich. 4. O Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk, was du zum Pfande gibst: dein Glück, dein ew'ges Leben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann birs wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt? Nichts hat sie, was dich schadlos hält. 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trest nicht, wann ich sterbe: wer wird mich dann von Qual befrein? Dann besser: nie geboren sein! 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht, Gott achtets nicht! So lästern Frevlerrotten. 3war seine Langmuth ist bekannt, er lähmt nicht jede falsche Hand: doch läßt er sein nicht spotten; ist Richter uns schon in der Zeit, einst Richter in der Ewigkeit. 7. Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld und nicht die Macht der ganzen Welt, mich blenden und verführen; und drohten mir auch Schmerz und Leid, ich will doch meine Seligkeit muthwillig nicht verlieren. Es gilt kein Leid, kein Glück der Zeit, nein, es gilt Gott und Ewigkeit. 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nicht frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer Freund, auch, wenn es mir zu schaden scheint, mit frohem Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins Antlitz schaun. Anhang. Choral: Gesänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage des Großherzogs. Lied der Gemeinde. Mel. Nun ruhen alle Wälder 1. Herr, höre! Herr, erhöre! Breit deines Namens Ehre An allen Orten aus! Behüte alle Stände Durch deiner Allmacht Hände, Beschübe Kirche, Staat und Haus. 545 2. Ach, laß dein Wort uns allen Noch ferner reichlich schallen Zu unsrer Seelen Nutz! Bewahr uns vor den Notten, Die deiner Wahrheit spotten, Biet allen deinen Feinden Trub. 3. Du wollst uns hoch beglücken, Mit hellen Gnadenblicken Auf unsern Fürsten sehn, Ihn schützen auf den Throne, Auf seinem Haupt die Krone In vollem Glanze laffen stehn. Der Geistliche: Im Namen - Gebet: Allmächtiger Gott 33 3 00 ise dir Anhang. dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohlgefällt. Chor. Amen. Amen. Amen. Der Geistliche: Der allmächtige Gott 546 und unsere Füße gesetzt auf den Weg des Friedens! Amen! Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Der Geistliche: Der Herr fei mit euch. Chor: Und mit deinem Geiste. Der Geistliche: Almächtiger Gott durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn.- Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geist freue sich Gottes, meines Heilands. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht- Denn der König hoffet auf den Herrn und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja. Die Gemeinde: Hauptlieb. Mel. Nun banket Alle Gott. 1. Preis, Ehr und Lob sei dir, In dessen Schirm und Schatten Wir bis zur Stund allhier Viel Heil zu schmecken hatten, Der auch zu jeder Frist Allmächtig nah und fern Ein Herr und König ist Des Fürsten, unsers Herrn. 2. Du hast ihm lebenslang Den Odem treu bewahret, Und Anhang. Und auf manch strengem Gang ell Dich huldvoll offenbaret, Du hast in seiner Hand Das Scepter start gemacht Und unser Baterland Mit reichem Gut bedacht. Der Geistlice: Vernehmet mit Andacht- Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Chor: Amen. Amen. Amen. Die Gemeinde: Hauptlied. 1. Du wollest deinen Geist Auf seine Stirne legen, Der klar ihn unterweist Des hohen- Amts zu pflegen. Du wollst Gerechtigkeit Und milder Gnaden Lust Ihm stellen an die Seit, Ihm pflanzen in die Brust. 2. Du wollest allezeit In deinem Gleis ihn lenken Und Zucht und Frömmigkeit In ihm dem Lande schenken; Auf daß er Vorbild sei Von jeder Tugend Art Und Hülf und Schutz verleih, Wo man den Glauben wahrt. 3. Du wolleft seine Treu Vergelten durch die Treue, Womit Ihn täglich neu Ein gutes Volk erfreue, Daß dein Gebot im Bund Von ihm und uns gescheh Und seines Thrones Grund In unsern Herzen steh. 547 Der Geistliche: Laßt uns beten Segne uns um deiner Liebe willen. Amen! V. U. Gemeinde: Schlußvers des Hauptliedes. O segne, was wir flehn An seinem Jahresfeste 33 4 Und Anhang. Und gib zum Wohlergebn Ihm deiner Gaben beste. Gib, daß ers nie vergißt, Noch wir, wie du so gern Ein Herr und König bist Des Fürsten, unsers Herrn. Der Geistliche: Der Friede Gottes ze. Gemeinde: 1. Nun danket Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich 3m höchsten Himmelsthrone, Ihm dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jetzund und immerdar. 548 Der Geistliche: Segen. Die Gemeinde: Amen. Amen. Amen. Anhang. Choral: Gesänge und Reſponsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage der Großherzogin. Slips Lied der Gemeinde. 1. Allein Gott in der Höh sei Ehr Und Dank für seine Gnade, Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann ein Schade. Gott Wohlgefallen an uns hat; Nun ist groß Fried ohn Unterlas, All Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich Für deine Ehr, wir danken, Daß du, Gott Bater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken; Ganz ohne Maß ist deine Macht Allzeit geschieht, was du bedacht, Wohl uns des guten Herren! 549 Der Geistliche: Im Namen- Gebet: Lasset uns beten dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohlgefällt. - Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Der 550 Anhang. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Der Geistliche: Der Herr sei mit euch. Chor: Und mit deinem Geiste. Der Geistliche: Allmächtiger Gott durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geist freue sich Gottes meines Heilands. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht und ihre Werke werden sie loben in den Thoren. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja. Die Gemeinde: Hauptlied. 1. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren: Stimme, du Seele, mit ein zu den himmlischen Chören Kommet zu Hauf; Psalter und Harfe, wacht auf. Lasset den Lobgesang hören - 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich regieret: Der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet, Der dir bescheert, Was dich erfreuet and nährt; Dant es ihm innigst gerühret. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht der sich selbst gegeben hat für Alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit gepredigt würde. Chor: Amen. Amen. Amen. Die Gemeinde: Hauptlied. 1. Ach, bleib mit deiner Gnade? Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 2. Ah Anhang. 2. Ach, bleib' mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr, Dein Gnad und all Vermögen Reichlich in uns vermehr! 3. Ach, bleib mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Noth. Der Geistliche: Laßt uns beten Dir aber, dem Vater unsers Herrn Jesu Christi, dir dem Allmächtigen und dem Allweisen, dir, dem Gott der Liebe und Gnade, sei Preis und Ehre in alle Ewigkeit. Amen. Vater unser Chor: Halleluja. Halleluja. Halleluja. Der Geistliche: Der Friede Gottes zc. Gemeinde: 1. Nun danket alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Ihm dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jetzund und immerdar. 551 Der Geistliche: Segen. Die Gemeinde: Amen. Amen. Amen. Register. Nr. 22 A bleib bei uns Herr 728 Ach bleib mit deiner 211 751 Ach endlich, Dulder, 173 Ach Gott, verlaß mich 391 Ach Gott, wie mancher 306 Ach, hier nicht mehr, 678 Ach könnt ich doch mit 653 Ach sieh ihn dulden, bl. 164 Ach welch ein Kampf 88 Allein Gott in der Höh 42 Alle Menschen müssen 276 Allen Christen und auch 478 Aller Welten Herrscher, 41 Alles hast du mir gegeb. 407 Alles ist an deinem S. 61 Allgegenwärtiger! ich Allgütiger, dir will ich 589 Allmächtiger, ich hebe 565 Allmächtig großer Gott 74 Am Kreuz erblaßt 172 Anbetung sei dir, Gott 188 Aubetungswürdiger G. 14 An deine Leiden dent. 138 An dich, mein Gott! 362 Auch außer meinem 640 Auf, Chriften, bringet 410 Auf, Christen, laßt uns 95 Auf, dich Erlöser, stets 325 Auf Erden Wahrheit 127 Auferstehn, ja auferst. 267 Auf, freue dich, mein 93 Auf Gott nur will ich 530 Auf Gott und nicht auf 371 Auf, Jesu Jünger fr. 187 Auf, meine Seele auf 177 Auf, o Seele, sei noch 580 Auf, schicke dich, recht f. 116 Aus des Grabes Band. 179 Bald ist sie nun voll. 663 Bald leg ich Sorg und 658 Idd Nr. 454 66 Bald oder spät des T. 335 Barmherziger, erhöre 655 Befiehl du deine W. 373 753 Beglücke meine Reise 639 Beglückt, beglückt iſt, 334 Begrabt den Leib in s. 681 Befenner Jesu, werdet 147 Berufen hast du mich) 529 Besitz ich nur ein rubig. Bester, weisester Reg. Bewaffnete, der Krieg. Bilden soll ich mich auf 299 Bis der Tod ihm winkt 457 Bis hierher und nicht w. 730 Blick hin in die vergang. 448 Bringt Preis und R. 178 Christ, aus deinem H. 467 Chrift eile nie mit sich. 231 Christe, du Sohn G.! 149 Chrift, wann dich Trüb. 381 Christus, der ist mein L. 665 551 43 323 Dank und Anbetung Dank, Vater dir, der 654 Das Amt der Lehrer, 533 Das Grab ist tief und 690 Das Land, das Gott 546 Daß ich der Tugend Daß unser Gott uns 2. Da stehen wir, die Dei. 688 Dein bin ich Gott! D. Deines Gottes freue Dein Heil, o Christ, n. 392 Dein Wille ists, o G. 426 Dein Wort, o Höchſt. 200 458 70 368 em ganzen Erdkreis 121 Dem großen Vater w. 122 Demuthsvoll komm ich 6 Dem Wandrer gleich, 509 Den größten Sterbend. 158 Register. 11 374 Nr. Der am Kreuz ist meine 161 Der du den Menschen i. 617 Der du selbst die Wahrh. 206 Der du stets unsre Zufl. 8 Der du uns als Vater 197 Der du uns das Heil er. 108 Der du voll Blut und 163 Der du von Jugend auf 411 Der Ehestand soll heilig 513 Der Erde Reize sind er. 587 Der Freuden Quell ist 287 Der Heiland kommt, I. 106 Der heilge Christ ift t. 720 Der Herr ist Gott und Der Herr ist meine Der Herrscher aller 2. 151 Der hohe Himmel dunt. 604 Der Lenz erfreuet, was 266 Der Mächtige, der H. 603 Der Mond ist aufgeg. 583 Der Morgen kommt u. 649 Der Tag ist wieder hin; 574 Der weise Schöpfer, d. 557 Der Wollust Reiz zu 433 Des Leibes warten und 432 Des neuen Jahres erst. 606 Dich bet ich an, erst. 176 Dich Jesum laß ich ewig 740 Dich fennen, Gott, ist 355 Dich seh ich wieder, Die auf der Erde wall. 243 Die Erd ist Jeſu Die Feinde deines Kr. 729 Die hier vor deinem 535 Die Himmel rühmen 51 Die Kinder, deren wir 520 Dieß ist der Tag,-den 118 Die stillen Abendstund. 578 Die Thiere, deren Herr 558 Die Zunge, die vern. 554 Dir dank ich für mein 615 Dir ergeb ich mich, 320 560 704 553 Nr. Dir, Gott, der so gern 219 Dir, Gott, sei Preis u. 72 Dir immer ähnlicher zu 343 Dir trau ich, Gott, u. 377 Dir, unser Gott, ist 56 Dir zu leben, dir zu 246 Du, aller Menschen V. 485 Du befter aller Mensch. 120 Du bester Trost der A. 633 Du bists, dem Ehr und 404 Du, deines Vaters 329 Du denkest in der tief. 159 Du, der kein Bösesthut, 78 Du, der sich einst voll. 145 Du, der so gern begl. 455 Du, dessen Auge floff. 160 Du gabst mir, Ewger 445 Du, Gott, du bist der 607 Du hast es mir gegeben 638 Durhaft uns, Herr, die 436 Du, Herr, hast aus B. 227 Du, Herr und Vater 666 Du, Herr von meinen 624 Du kamst herab zum 101 Du tlagft und fühlest 449 Du läßt den Tag mich 616 Du liebst, o Gott, G. 483 Durch dich, Gott, bin 527 Durch dich, o großer G. 405 Du sagst, ich bin ein Ch. 336 Du Vater deiner M. 364 Du vertheilft der M. 526 Du weiser Schöpfer Du, welchen feine Welt 641 Du wirst, o Bater, für 249 Du wollst erhören G. 672 26 Chre sei Gott in der 110 Eine Heerde und Ein 734 Eine feste Burg ist 210 Ein Gott regiert; was 389 Ein Herz, o Gott, in 464 554 383 16 97 Register. Nr. Ein milder Regen sinket 600 Ein Pilgrim bin ich in 277 Ein ruhiges Gewissen 500 Einsam bin ich; tiefe 584 Eins ist Noth! Und H. 322 Einst, als im Angstgeb. 146 Einst, freuet euch, einst 283 Ein Wohlstand ohne Gl. 743 Empfinde deinen hohen 291 Entehre nicht, mein H. 450 Entfernet euch, unselge 499 Entreiße dich, mein G. 123 Entschwinge dich, mein 385 Erdentöchter, Erdens. 695 Erfreue dich des Heils 120 Erfülle redlich deine Erhabner Gott, was Erhalt uns, Herr, 209 750 Erhebt den Herrn, ihr Erhöhter Jesu! Gottes 709 Erinnre dich, mein Geift 180 Er ist erstanden, Jesus 182 Er ist gekommen, er, 109 Erlöser, der im Staube 148 Ermüdet von den S. 575 Erscheine meinem Geist, 134 Er starb, der größte Fr. 165 Ertöne, feiernder Ges. 414 Ertönt, ihr Freudenl. 602 Es baut, o Gott, auf 595 Es eilt der Letzte von 446 Es freu der Fürst des 402 Es ging ein Mann voll 124 Es hebt sich auf der A. 297 Es herrscht ein Gott, 379 Es ist dein Wille, Herr 648 Es ist nicht mehr, für 677 Es ist noch eine Ruh v. 278 Es ist nur einer Herr Es ist vollbracht, so r. 170 Es preise Gott, wer 3. 328 Es werde Gott von dir 71 12 Nr. 406 Es ziebt, o Gott, ein R. 628 Es züchtigt deine Hand 626 Ewig, ewig bin ich dein 224 Ewig, o Jesu, wird dein 213 Ewig und unwandelbar 609 Fallet nieder, fallet Ferne sei der Irrthum 292 Fest steht dein Bund, 614 Frohlodkend, Vater, Frohlockt ihr Christen, 181 Früh, mit umwölftem 592 Führer zur Vollkom. 126 Für alle Menschen bet. 403 Fürwahr, du bist, o G. 59 Für deinen Himmel 571 676 Geärntet ist der Feld. 591 Gedanke, der uns Leb. 91 Geht hin! der Gott 516 Geist vom Vater und 195 Gelobt seist du, o Gott 707 Gerechter Gott, vor d. 29 Gern will ich mich erg. 247 Geweihter Ort, wo S. 698 Gewöhne dich, durch 550 Gib, Gott, wenn ich d. 423 Gib Höchster, daß ich 553 Gib mir, o Gott, ein 480 Gott, aus deinen Sch. Gott, deine Gnade sei 117 Gott, deine Güte, deine 67 Gott, deine Güte reicht 399 Gott, deine heiligen 366 Gott, deinen weisen W. 528 Gott, deine weife Macht 65 Gott, der an allen End. 58 Gott, der du für uns 98 Gott, der du Herzenst. 754 Gott, der du Schmerz 647 Gott, der du unsre Zufl. 309 Gott der Liebe, wie er. 363 Gott der Tage, Gott d. 656 49 Register. Nr. Gott, der zum Segen f. 547 Gott des Himmels und 562 Gott, dessen Macht des 637 Gott, dir gefällt tein 337 Gott, dir vertraun ist 380 Gott, du bist von Ewigt. 18 Gott, du erforschest mich 295 Gott, durch den wir sind 205 Gottes Gnade sei mit 541 Gottes Sohn ist tom. 115 Gott, heilig sei dein N. 203 Gott, hilf mir, daß ich 711 Gott, ich will mich 338 17 Gott, immer groß an 459 Gott ist die Liebe, Gott 37 Gott ist getreu, fein H. 31 Gott ist mein Hort und 204 Gott ist mein Lied! Gott ists, der das Verm. 438 Gott, lehre mich verst. 304 Göttlicher, dich zu erh. 331 Gott, mein Vater, D. 523 Gott, mit allen seinen 610 Gott, öffne deinen Him. 668 Gott ruft der Sonn u. 608 Gott, Schöpfer, St. 514 Gott sei Dank, ich lebe 566 Gott sei Dank in aller 104 Gott sorgt für uns. O 62 Gott Vater aller Dinge 732 Gott von großer Macht 599 Gott, vor dessen Anges. Gott, wann mein sterb. 659 Gott, welch ein Schm. 675 Gott, wie schrecklich s. 87 Großer Gott, erhabnes 83 Groß ist der Herr, die 465 Groß ist, ihr Weltern, 519 Groß wird des Sünd. 275 28 Hab Acht auf mich in 715 Habe deine Lust am 369 555 Nr. 620 477. 174 23 Habe deine Lust o 3. Hallelujah, bringet Ch. 408 Hast du denn ganz dein 630 Heiland, deine Mensch. 130 Heiland, den uns Gott 99 Heiland, groß an Huld, 239 Heil dir Seele, Gott 667 Heilger Geist, von G. 193 Heilig, heilig ist das Heil ihm, dem Tod. Herr, deine Almacht Herr deine Kirche dank. 212 Herr, deine Sanftmuth 489 Herr, dein Gesetz und 207 Herr, der du alles g. 424 Herr, der du dein th. 241 Herr, der du mir das 576 Herr, der du selbst die 220 Herr, du bist meine 3. 708 Herr, du erforschest mich 24 Herr, du fährst mit 185 Herr, du wollst ste 237 Herr Gott, dich loben 413 Herr Gott, du bist die 19 Herr Gott, was irdisch 542 Herr, höre mein Gebet 339 Herr, ich bin dein Eig. 274 Herr, ich hab aus deiner 251 Herr, laß mich doch g. 440 Herr, lehre mich den w. 76 Herrlich ists an Freund. 556 Herrlich ists in deinem 218 Herr, mache meine S. 378 Herr, mein Licht erl. 201 Herr, mein Versöhner 490 Herr, stärke mich, bein 136 Herr und Richter aller 272 Herr, unser Gott, wer 46 Herr, vor deinem Ang. 5 Herr! welch ein wicht. 518 Herr, wie du willst so i. 741 Herr, wie lange muß 340 556 Register. Nr. Herr, wir feiern dein 236 Serr, wir fingen beiner 89 Herr, wir stehen hier 221 Hier bin ich, Jesu, zu 228 Hier ist noch unsre P. 428 Hier lieg ich, Herr, in 644 Silf mir, Gott, der K. 645 Himmelan geht unsre B. 737 Höchfter, dent ich an 294 Höchster Gott, wir d. 9 Höchster, wer ists, der 15 Höher hebt fich Gottes 586 Huldigt Gott, ihr froh. 39 75 265 746 300 Jauchzt unserm Gott 33 Ich bebe nicht vor Tod 263 Ich bin der reichste M. 442 Ich bin ein Chrift! G. 342 Ich bin getauft auf d. 222 Ich bin getauft nach 3. 223 Ich bin in meinem G. 451 Ich bin, o Gott, bein Ich bin zur Ewigkeit Ich bin ein Gast auf Ich blick empor zu dir Ich denk an dein G. Ich eile meiner Heim. 661 Ich erhebe mein Gem. 298 Ich fasse, Bater, deine 662 Ich freue mich mein G. 370 Ich geh einst ohne B. 256 Ich geh zu deinem Grabe 723 Ich habe, Gott, mir 341 Ich hab in guten St. 462 Ich hoff ein ewges 2. 279 Ich komme, Herr, und 229 Ich komme vor bein 710 393 Ich preise dich, o Herr 230 Ich seh im Abendrothe 582 Ich sterbe schon, jedoch 670 Ich trete vor dein Ang. 621 Ich weiß, an wen mein 312 Nr. Ich weiß von keinem a. 736 Ich will dem Herrn zu 634 Ich will den Bund mit 235 Ich will dich immer tr. 739 Ich will dich noch im 250 Sch will in stiller Eins. 622 Ich will, mein Gott, du 713 Je größer Kreuz, je n. 744 Jesu, deine tiefen W. 143 Jesu, meine Freude, 324 Jesu, meines Lebens 2. 137 Jesum ewig zu verehr. 321 Jesus lebt, mit ihm 175 Jesus, meine Zuversicht 264 Jesus soll die Losung s. 722 Im Frühling meiner 3. 531 Immer näher kommt 270 3mmer sich bestreben 125 In allen meinen Th. 55 752 In Gottes Namen f. 568 In Trübfal, Christ, ſei 463 In unserm Kummer 642 3st Gött für mich so 310 Kehre wieder, fehre w. 735 Kein Lehrer ist dir 3. 131 Rein Mensch, o Gott, 79 Kinder, die ihr noch im 522 Komm, betend oft und 394 Komm, heilger Geist 1 Kommt die ihr nicht 133 Komm, o komm, du G. 191 Rommt, kommt den H. 57 Kommt laßt uns Gott 597 Kommt mit Dant vor 92 Kommt und laßt uns 344 Laß dankbar uns die 544 Laß deinen Geist mich 140 Laß doch, o Jeju, laß 215 Laß, Herr, nach eitlen 443 Laß mich doch nicht, o 441 Laß mich, Höchster, d. 492 Register. 4 Nr. Laß mich, o Herr, in 345 Laß mir die Feier deiner 135 Laßt dem Tode seinen 684 Lastuns mitehrfurchtsv. 112 Laßt uns unserm Gott 114 Lehre mich, Herr, recht 429 Lieblich sind der Tugend 507 Liebster Jesu, wir sind Lob, Ehr und Dant sei 636 Lob, Ehr und Preis 416 Lobet den Herren, 415 Lob, Preis und Ehre br. Lob sei Gott, der den F. 585 Lob sei Gott, der den M. 563 Lobsinge, meine Seele, 183 Lobsinget Gott! Dant, 45 Lobsinget Gott, denn f. 214 Lobsinget Gott, er schuf 48 Lobt Gott, ihr Christen 111 3 Mache dich, mein 430 Mein Auge sieht o Gott 64 Mein bester Trost in 396 Meine Kinder, Gott, 521 Meine Lebenszeit verstr. 253 Meinen Jesum laß ich 313 Mein Erlöser, auch für 139 Mein Erlöser, Gottes 142 Mein erft Geschäft 564 Meines Herzens reinste 311 Mein ganzer Geift, G. 280 Mein Glaub ist meines 508 Mein Gott, ach lehre 346 Mein Gott, du wohnest 356 Mein Gott, ich weiß 254 Mein Gott, zu dem ich 302 Mein Heiland, deine 102 Mein Heiland lebt und 699 Mein Herz, ermuntre d. 712 Mein Herz, Gott, V. 301 Mein Hort ift Gott! 382 Mein Jesu, für dein 156 557 Nr. Mein Leben steht in G. 252 Mein Schöpfer, deffen 347 Mein Vater und mein 348 Menschenfreund, nach 479 Menschen weis und gut 517 Mir nach, spricht Chr. 327 Mit Ernst, o Menschent. 105 Mit Freuden laßt uns 613 Mit frohlockendem G. 100 Mit lautem Schall fr. 706 Mittler, schau auf ste 538 Mit welchem Dant 657 Mit welcher Langmuth 40 Nach einer Prüfung 281 Nach einer schmerzenv. 650 Nach frommer Eintracht 488 Nach Gottes weisheitsv. 515 Nach meiner Seele Sel. 427 Nabet anbetend dem 632 Naht dem Altare, Unst. 226 Naht mit Andacht im 232 Nicht auf den Höhn, n. 453 Nicht, daß ichs schon Nicht für der Felder Nicht lang ein Bilger 669 Nicht mehr, als meine 646 Nichts ist von ungefähr! Nicht um ein flüchtig Nicht um Reichthum, Nie bist du, Höchster, Nie will ich wieder fluch. 491 Nimm hin den Dank 238 Nimm unsre Dankgef. 94 Noch immer wechseln Noch läßt der Herr Noch leb ich. Ob ich m. Noch nie hast du dein Noch stehen wir, o G. 687 Nun bitten wir den h. 189 Nun bringen wir den 680 Nun dantet Alle Gott 409 Nun ist das alte Jahr 612 349 593 54 194 400 21 63 567 261 30 558 Register. Nr. Nun laßt uns alle fröbl. 96 Nun laßt uns gehn und 721 Nun sinkt die Sonne 573 Nur kurz ist hier mein 244 7 350 blickt hinauf zur E. 494 Ob wir sind, wie wir 495 Durst nach Blut, o 152 daß ich tausend 3. 718 Oft flagt dein Herz, w. 351 O Golgatha, zu deinen 168 Gott, den alle Wesen 420 Gott, der du mein 357 Gott des Himmels 53 Gott, deß starke H. 35 Gott, du bist mein Gott, du frommer großer Gott, du r. 196 Heiland, deffen hoh. 240 beilger Geift, fehr 192 Herr, mein Gott, d. 473 Jesu, Herr der H. 731 Kinder, dieser Tag 540 könnt ich dich, mein 419 felig, wer zufrieden 511 stimm auch du mit 113 welch ein Glück, ein 73 welch ein Segen ist 555 welch ein unschätb. 501 Welt, fieh hier dein 162 wie sanft ist, Herr, 84 O wie felig feid ihr 700 496 wie unaussprechlich 282 Preist, Christen, mit 598 Preis und Anbetung 417 Neblichkeit, mit dir Religion, von Gott geg. 198 Richte nicht mit harter 484 Rubet wohl, ihr Todt. 685 Rubig ist des Todes 689 Säe deine Thränenf. 460 Nr. 601 Sanft, o Christ, ist 3. 332 Sanft, wie er gewand. 697 Schaffet, schaffet, M. 303 Scheint mir freudenleer 452 Schicke dich, erlöſte S. 234 Schmerz und Klage Schon auf Erden könn. 129 Schon ist der Tag von 273 Gön ist die Tugend, 353 Schon naht sich meines 660 Schon wieder Nacht Schöpfer der erschaffn. 418 Schöpfer, Gott, Herr Schütze die Deinen, Schweiget, bange 3m. 316 651 2 216 Schwer liegt der Tr. 701 13 Schwingt, heilige G. Sebet, Christen, fehet 169 Seht, welch ein M. 153 Seid barmherzig, M. 487 Sei gesegnet! Amen, 673 Sei getreu in deinem 537 Sei Gott getreu, halt 367 Sei hoch gepriesen, H. 141 Sei mir gegrüßt zu 572 Sei zufrieden, mein Selig, Jesu, sind, die 269 Selig find des Himmels 258 Selig sind, die in dem 664 Selig, wer mit stillem 376 Senft den Leichnam, 682 Senkt nun den Leib 683 60 Siegesfürst und Ehr. 726 Sieh diese jungen S. 539 Sieb, hier bin ich, Chr. 742 Sink ich einst in jenen 581 So fliehen unsre Tage 577 So gib denn fromme 686 So hoff ich denn mit 315 So Jemand spricht, ich 482 So ist mit aller seiner 652 Soll dein verderbtes 202 559 Nr. 456 497 724 Viele Freuden streust Vollbracht ist nun die 242 Voll Dank an diesem 561 Vollendet freudig eur. 289 Vollendet hatte Gottes 190 Voller Ehrfurcht, Dank 233 Vom Geräusch der W. 502 Vom Grab, an dem Vom Todesthal hinauf Von allen Himmeln Von deiner Weisheit Von dir, der meine Von dir, du Gott der 515 Von dir, Gott, sind der 512 Bon dir in diese Welt 498 Von Furcht dahinger. 157 Bon beiligem Gefühl 543 Von Herzen preif id 199 Vor dir, o Gott, fich 360 Wach auf du Geist der 733 629 Bach auf, mein Herz, 569 Wachet auf! ruft uns 748 Wandle leuchtender u. 725 Wann wir unsern Lauf 69 Warum erbebst du, m. 268 Warum sollt ich mich Warum willst du doch Warum willst du dr. Was Gott thut, das ist 470 Was hilft es mir, ein 354 Was ist im Himmel, 358 Was ich nur Gutes h. 421 Was ist mein Leben 472 Was ist mein zeitlich Was iste, daß ich mich 474 Was mein Gott will, 471 Was soll ich ängstlich 387 Was sorgst du ängstlich Was wär ich ohne dich 314 Was zagst du? Gott 388 Weicht, ihr Berge, fallt 31 Weit um mich her ist 588 167 469 386 719 434 Register. Nr. 82 Sollt es gleich bisw. 468 Sollt ich jetzt noch, da 330 Sollt ich meinem Gott 384 So schlummerst du in 171 So wahr ich lebe! s. 305 Soweit, Herr, deine 36 Soweit nur Menschen 590 So, wie du bist, ſo 20 Stärke, Mittler, stärt 536 Stets warst du meine 623 Still erheben wir uns. 691 Stimmt unserm Gott 714 Such wer da will ein 738 Sünde ist nie klein zu Theuer sei mir allez. 128 Thut mir auf die ich. 716 Triumph! Triumph! 705 Weber aller Himmel 186 Uleberwinder, nimm Um Erbarmen flehen Um Gnade für die Unerforschlich sei mir Unschuldigster, du hatt. 155 Unser Gott, der Herr 90 Unser Gott ist groß Unser Wandel ist im 431 Unsern AusgangsegneG.749 Unsre Kindheit, unsre 618 Uns strömt aus deiner 439 Unsterblichkeit, Unst. 284 Unter manchen bangen 671 Unumschränkte Liebe 703 Unwiederbringlich 27 52 611 Bater, den uns Jefus 401 Vater, heilig möcht ich 80 Vereinigt laß uns 481 Bergelten wirst du den 288 Versammelt hatte Jesus 225 Berschwunden ist der 594 Vertrauen ist des Chr. 372 Verzeih der tiefen Tr. 692 119 184 412 559 Register. Nr. 333 Wie groß ist unsre S. Wie groß, o Herr, ersch. 395 Wie groß, wie angebetet Wie heiter fließt mein Wie im Herbste fällt Wie leicht verkenn ich We mannigfaltig sind Wie sanft, mein Vater, 560 Welch hohes Beiſpiel Welch hohes Vorrecht Welterlöser, dich zu lieb. Wenn Christus seine Wenn der Stifter der Wenn Geschwister fromm 525 694 475 271 Wenn gleich aus tiefer Wenn ich auf Gottes Wenn ich ein gut Gew. Wenn ich einst von jen. Wenn ich, o Schöpfer, Wenn meine Zeit vorh. Wenn Menschen streben Wenn mich die Sünden Wenn oft zu jener S. Wenn sich mein Geist Wenn wir in höchsten Wenn zur Erfüllung Wen wird, o Gott, die Wer auf seinen Gott Wer bin ich? Welche Wer dieser Erden Güter Wer gehorcht der thus Wer Gottes Wege geht, Wer Gottes Wort nicht Wer hat den Glauben, Wer höher durch Geburt Wer Jesum kennt, ver. Wer kann die Leiden Wer könnte zweifeln, Wer machte diese schöne Wer mit Lust und Gifer 696 Wer nur den lieben Gott 390 Wer nur ein Laster liebt Wer stets mit reinem Wer Sünde thut der Wer unter deinem Sch. Wer weiß, wie bald in Wer weiß, wie nahe Wer zählt, Unendlicher Wiedersehn! mit lauten Wie freu ich mich der Wie getrost und Heiter 10 47 Wie gnädig ist bes Wie göttlich sind doch Wie groß bist du, o Gott! 359 Wie groß tit bes Alm. 326 217 503 570 50 257 532 144 285 Wie viele Freuden bank Wie wichtig ist doch ber Wie wird mir dann, o Wie wohl ist mir, o 34 627 Will mich, o Gott, hien. 365 Willst du der Weisheit 504 Willst du die Buße noch 375 425 486 548 296 317 293 549 290 150 81 352 85 Wie fanft sehn wir den Wie sicher lebt ber M. 260 68 702 286 579 Wo ist wohl Noth und 262 Wort aus Gottes Mund Wie soll ich dich empfang. 107 Wie iheuer, Gott, ist 308 38 77 Wir flehn für unsrer Wir gehn ans Grab Wir glauben an den Wir kommen, Helfer, Wir sind in Noth, laß Wir trocknen unsre Thr. Wo eilt ihr hin, ihr Leb. Wohlauf, Wohlan, zum Wohl dem, der beßre Wohl dem, der in dem Wohl dem, der richtig -Wohl dem, der seines Wohl einem Haus, da Wohl mir, o Schöpfer Wohlthätig sind der Erbe Wohl uns! Wohl uns Wo sind die Weisen, die Wunderbarer König, H. Nr. 505 154 103 506 245 422 435 397 307 Wir alle, Menschenvater, 596 524 679 44 318 3u bir, o Gott, das 605 3u bir, Unendlicher, 132 3um Fleiße ward bas 3um Himmel erhebe 674 248 * 32 3ur frühen Gruft 255 319 476 361 643 635 466 447 747 444 510 493 619 745 552 461 534 86 208 3euch ein zu deinen Th. 727 398 631 437 625 693 25 717 1866 Inches 1 Centimetres Blue ¹2 3 4 Cyan 2 15 6 Farbkarte# 13 Green O X₁ 3 8 Yellow 9 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black